M Roscher go. 3567 0377 Insaana= Gesellsthar Plauen L.V. 1838. Schönburgisches Sesangbuch, nebst beigefügtem Gebetbuchec. Auf hohen Befehl herausgegeben. Neunte Auflage. Mit Königl. Sächsischem allergnädigstem Privilegio. Glauchau, im Berlage des Waisenhauses. 1838. von jeder zu veranstaltenden neuen Auflage, ehe davon etwas verkauft wird, jedesmal Zwanzig Eremplare auf Kosten der Anstalt, nach Maasgabe des dem Mandate vom 18ten December 1773. beigefügten Regulativs Num. III. Abschn. 2., bei Verlust des Privilegiums an das Königl. Sächs. Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts abgeliefert werden. Auch darf besagte Anstalt dieses Druck- Privilegium Niemanden ohne Genehmigung des Ministeriums des Cultus und öffentlichen Unterrichts abtreten. Hierüber ist gegenwärtiger Privilegien: Schein, welcher jedem Exemplare des Schönburgischen Gesangbuches vorzudrucken und von der privilegirten Anstalt den Buchhändlern durch den zu Leipzig bestellten Bücherinspector zu insinuiren ist, indem widrigen Falls der Verfassung gemäß die Insinuation als nicht geschehen zu achten wäre, von dem Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts ausgefertigt, unterschrieben und besiegelt worden. Dresden, den 29sten Februar 1832. Dr. Müller, Juß. S.. der Inhalts Verzeichnis 1. Morgenlieder unuXⓇXum II. Abendlieder III. Tischlieder mit Angabe der Nummer. 17 149 350 AND THE IFEX Liedet, Für Dienstboten 2. Für Leidende und Kranke 7. 19. Am ersten Tage des Jahres 8. Am Sonntage 15. Am Geburtstage 16. Für Kinder. 21. Für Kranke und Leidende 40. 41. 49. Am Schluß der Woche 48. 66. 67. Am letzten Abend des Jahres 58. Am Sonntage 61. Vor dem Essen 71. Nach dem Effen 76. IV. Sonntagslieder V. Adventslieder VI. Von der Geburt Jesu Chrifti VII. Am neuen Jahre. VIII. Am Tage der Erscheinung oder heiligen .. .. XII. Von der Auferstehung Jesu Christi... XIII. Von der Himmelfahrt Jesu Christi XIV. Auf das heilige Pfingstfest. Num. 1 ... 38 drei Könige ... 168 IX. Am Tage Marià Reinigung oder Lichtmeß 172 X. Am Tage Mariá Verkündigung. 178 XI. Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti, oder Passionslieder. 71 84 96 119 150 183 255 291 300 XV. Auf das Fest der heiligen Dreieinigkeit.... 321 XVI. Inhalts Verzeichnis. Num. 335 XVI. Auf das Fest Johannis des Täufers..... 331 XVII. Auf das Fest Mariä Heimsuchung XVIII. Auf das Fest Michaelis. XIX. Catechismuslieder 338 344 345 348 362 370 VI S 1) Von den zehn Geboten überhaupt 2) Ueber die zehn Gebote insbesondere. 3) Vom christlichen Glauben 4) Vom Gebete überhaupt Die Litanei 375 und 959. ♦ 6) Von der heiligen Taufe ♦ 5) Ueber die sieben Bitten des Vater Unsers insbesondere ♦ ● ♦.. 378-386 387 e7) Von der Buße und Beichte. 395 Am allgemeinen Bußtage 961. 8) Von der Absolution und Rechtfertigung... 456 9) Vom heiligen Abendmahl 464 Bei der Confirmation 464 und 964. Nach der Confirmation 965. Vor der Communion 466. Bei der Communion 480 u. 966. Nach der Communion 486. Communionlied für Kranke' 495. XX. Jesus- und Glaubenslieder Bei der Taufe eines Kindes 391. Nach der Taufe 393. Treue gegen den Heiland 499. Weisheit und Lehre Jefu 511. Dankbare Freude der Erlösten 522. Herrlichkeit Jefu 526. XXI. Lob- und Danklieder ♦• 1) Lob Gottes und seiner Eigenschaften Ewigkeit 533. Allmacht 534. Allgegenwart 535. Allwiffenheit 536. Weisheit 537. Heiligkeit 538. Ge= rechtigkeit 539. Liebe und Gnade 540. Geduld und Langmuth 544. Wahrhaftigkeit 545. ♦ 2) Lob Gottes wegen der Schöpfung, Erhaltung und Regierung Lob der Schöpfung 566. 496 .. 528 ebd. .. 546 u. 977 3) Lob und Danklieder bei besondern Umständen 567 Erntelieder 567. Bei geringer Ernte 570. Am Ge burtstage 572. Nach erlangter Gesundheit 575. Bei der Brandpredigt 962. Am Reformationsfeste 963. XXII. Inhalts Verzeichnis. XXII. Von der christlichen Kirche, Worte Gottes und Religion Bei Einweihung einer Kirche 581. 3 XXIII. Vom christlichen Leben und Wandel. 1) Erweckung zur wahren Gottseligkeit Wahre Weisheit 610. Nothwendigkeit eines christlichen Lebenswandels 613. 2) Pflichten gegen Gott. Uebergabe des Herzens an Gott 621 und 979. Deffent= liche Gottesverehrung 623. Erkenntniß Gottes 624. Kindliche Furcht Gottes 625. Liebe zu Gott 626. Vertrauen 627. Freude an Gott 630. Ergebung in Gottes Willen 632. Segen der Gottseligkeit 638. Verlangen nach Gott 641. Nachfolge Jesu 644. Quelle guter Handlungen 648. 3) Pflichten gegen sich selbst. Bitte um Jesu Beistand 650. Selbstprüfung 653. Sorge für den Leib 655. Sorge für die Seele 656. Himm= lifcher Sinn 659. Selbstverleugnung 660. Vorsichtigkeit im Neden 661. Warnung vor Trunkenheit 663. Mäßigkeit 664. Keuschheit 665. Rechter Gebrauch zeitlicher Güter 667. Warnung vor Ungerechtigkeit 669. Demuth 670. Arbeitsamkeit 673. Geistliche Wachsamteit 674. Kampf der Tugend 676. Rechte Anwendung der Zeit 678. Treue und Beständigkeit 680. Gebet um Kraft zum Guten 682. 4) Pflichten gegen den nächsten ●.. Pflichten der Nächstenliebe 683. Sorge für die Seele des Náchsten 687. Freundschaft 688. Aufrichtigkeit 690. Wohlthätigkeit 692, Dienstfertigkeit 694. Gerechtigkeit 695. Versöhnlichkeit 696. XXIV. Standes- und Berufslieder Gebet der Obrigkeit 708. Für die Obrigkeit 709. Für Lehrer 712. Für angehende Eheleute 714. Nach der Trauung 716. Gebet christlicher Eheleute 717. Einer Schwangern 718. Für eine Kreißerin 719. Einer Sechswöchnerin 720. Bitte der Eltern für ihre Kinder 721. Wichtigkeit der Kinderzucht 724. Gebet der Kinder 725. Für Wittwen und Waisen 726. Im Alter 727. Eines Dienstboten 728. Schullieder 729. und 972. Danklieder für Schulen 974. Beim Beschluß der Schule 975. Für die Jugend 733. Reifelieder 734. Für Landleute zur Saatzelt 736. Bergwerkslieder 982. XXV. Kreuz- und Trostlieder. 1) In allgemeiner Noth Vertrauen im Leiden 746. VII Num. 571 . 602 616 649 683 697 737 2) In Inhalts Verzeichnis. Num. 2) Jn besonderer Noth und Anfechtung.. 787 In Krankheit 787. Bitte um Gesundheit 790. In Gewissensangst 791.. Wider zweifelnde Gedanken 793. In Armuth und Dürftigkeit 794. VIII $ 3) In allgemeiner Landesnoth Kriegslieder 800. Friedenslied 960. Nach erlangtem Frieden 805. In ansteckenden Seuchen 809. Nach ges endigten Seuchen 811. In Theurung und Hungersnoth 812. Nach geendigter Theurung 814. Bei Gewitter 815. Nach dem Gewitter 820. Gebet um Regen 822. Gebet um Sonnenschein, besonders zur Erntezeit 823. XXVI. Vorbereitung zum Tode, und Sterbelieder Litanei eines Sterbenden 847. 1) hier in diesem Leben 2) dort in der Ewigkeit XXVII. Begräbnißlieder Bei Beerdigung eines ungetauften Kindes 871. XXVIII. Aluferstehung der Todten......... XXIX. Zukunftiges Gericht. XXX. Von der Seligkeit der Gläubigen .. ♦ XXXIII. Vermischte Lieder .. 824, 970 u. 971 .857 873 878 884 ebd. XXXI. Von der Hölle und ewigen Verdammnis XXXII. Lieder auf jeden Sonntag, nach Anleitung der evangelischen Texte durchs ganze Kirchenjahr ♦ Litanet 959. Friedenslied 960, Am allgemeinen Buß tage 961. Bei der Brandpredigt 962. Am Reformas tionsfeste 963. Bei der Confirmation 964. Nach der Confirmation 965. Beim Geuuß des heiligen Abendmahls 966. Die Herrschaft Jesu über seine Gemeinde 967. Die Seligkeit aus Gnaden 968. Bittr um Glaus ben 969. Sterbelieder 970. Schullieder 972-976. Allgemeiner Lobgefang 977. Gottergebenheit 979. Ema pfindungen eines Jubelgreises 981. Bergwerkslieder 982. Festpråfationen 984. Vertrauen auf Gott und seine Weltregierung 987 und 988. ♦ 795 ♦ 892 900 904-958 959 Alpha Alphabetisches Register über die in diesem Buche befindlichen Gesänge, nach der Lieder= Nummer. Num. A. Ach mein Herz, gieb dich 740 Ach mein Jesu, fieh, ich trete 39 Meh, abermal bin ich gef. 395 Ach nein, mein Auge darf 942 Ach bleib bei uns, Herr J. C. 577 Ach schone, schone, lieber G. 816 Ach bleib mit deiner Gnade 578 Ach sieh ihn dulden, bluten 183 Ach die zweifelnden Gedank. 793 Uch Vater, unser Gott, der 370 Ach ein Wort von großer Tr. 396 Ach, was soll ich Sünder 402 Ach gieb dich, mein Herz, zu- Ach, wenn werd' ich von der 403 737 Ach, wer auf späteBuße hofft 404 Ach Gott, dein Donner 815 Ach, wieder ist von meinem 572 Ach Gott, erbór mein Seufz. 738 Ach, wie lange schon war ich 405 Ach Gott, ruf deinen Richterfrieden blick den Tagen Ach, wie viel Böses wohnt in 406 397 Ach, wo soll ich Ruhe finden 184 Ady Gott und Herr, wie 398 Ach zürne nicht und dein Ger. 407 Ach Gott, verlaß mich nicht 602 Allein an dir, mein Gott 408 Ach Gott, vom Himmel sieh 579 Allein Gott in der Höh' sei 321 Ach Gott, wie ein Geschwätz 38 Allein zu dir, H. J C., mein 409 Ach Gott, wie mancher von Alle Menschen müssen sterb, 825 399 Allen Christen und auch mir 683 Ach Gott, wie manches Herzel.739 Allen soll geholfen werden 951 Ach Gott, wir treten jetzt vor 800 Allen, welche nicht vergeben 383 Ach Herr, hier liegt ein frank. 719 Alles Gute kommt von Gott 973 Ach Herr, lehre mich bedenk. 824 Alles ist an Gottes Segen 697 Ach Herr, mich armen Sünd. 400 Alles, was ich bin und habe 695 Ach könnt ich doch mit deinen Allgegenwärtiger, ich schw. 464 Gliedern 495 Allgútiger! durch deine M. 962 Ach, laß dich gnädig finden 401 Allmächtiger, ich hebe mein 1 Ach lieber Gott, es hält dein Regen Al' Obrigkeit Gott setzet 709 823 Alwissender, vollkommn.G. 536 A હ Num. Register. Num. Als in der Krankheit Schm. 575 Also hat Gott die Welt gel. 119 B. Also hoch hat Gort geliebet- 300 Bedenke, Mensch, das Ende 827 Anbetung, Ehr u. Dank sei 96 Befiehl dem Herren deine 742 An dich, mein Jesu, will ich 185 Befiehl du deine Wege, und 743 An diesem Tag erscheinen 729 Bekenner Chrifti, feget aus 259 Arzt des Leibes, Trost der S. 40 Bringt Gott, ihr Christen 805 Auch diesen Tag hab ich vollbr.41 Bringt Preis und Ruhm dem 260 Auch dieser Tag ist Güte Auch Sünder können selig 301 Auf, auf, ihr, meine Lieder Auf, auf, mein ganz Gem. Auf, auf, mein Geist betr. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden 2 C. X Num. 3 D. Christ, Alles, was dich krank. 744 541 Christ, der du bist der helle 43 603 Christe, du Lamm Gottes, 186 Christ ist erstanden v. der M. 261 257 Christus, Christus tröstet 262 Auf Christi Himmelfahrt 292 Christus, der ist mein Leben 828 Auf dich, o Vater, schauen 71 Christus ist erstanden von 263 98 Auf, die ihr Jesum liebt 120 Christus ist gekommen Auferstanden, auferstand. 255 Christus ist mein Schutz u. 745 Auferstehn, ja auferstehn 873 Auf euch wird Gottes Segen 716 Auf, freue dich, mein Geist 97 Dank, bester Vater, will ich 573 Auf Gott und nicht auf 627 Dank dem milden Vater 76 Auf, hinauf zu deiner Freude 741 Dank, ewig Dant sei deiner 486 Auf, Jesu Jünger, freuet 291 Dank sei Gott' n der Höhe 5 Auf meinen lieben Gott 826 Das alte Jahr ist nun dahin 151 Auf, mein Herz, ein froher 256 Das alte Jahr vergangen ist 152 Auf, mein Herz, ermuntre 920 Das alte Jahr vorüber ist 160 Auf, o Seele, sei noch munt. 42 Das alt' ist abgegangen 153 Aufrichtig, redlich, offen, Das Amt derLehrer, Herr, ist 712 frei Auf, schicke dich, recht feiert. Auf, Seele, Jesus ist Aus der Tiefe rufe ich, H. Aus einem tief vor dir ges 690 Das Grab zerbricht, und 264 121 Das Gute thun, das Böse 187 258 Das Kirchenjahr ist nun 410 Das sollt ihr Jünger Jesu 99 466 Das Volk, so im Finstern 122 beugten Herzen 411 Das walt mein Gott, Vater 6 Aus freudigem Gemüthe 721 Dein bin ich, Gott, dein sei 546 Aus Gnaden soll ich selig 968 Dein bin ich, Herr, dir will 414 Aus meines Herzens Grunde 4 Dein Heil hat beut, Volk 168 Aus seines Frrthums Finst. 802 Dein Heil, o Christ, nicht zu 371 Aus tiefer Noth schrei ich 412 Dein Volk, o Herr, singt 963 Dein Register. Num. Num. 9 Dein Volk und Eigenthum 368 Des Morgens, wenn ich fr. Dein Wille, bester Bater, ist 787 Dich beten, Gott, die Himel 84 Dein Will' ist's, großer Gott 649 Dich bet' ich an, erstandner 266 Dein Wort, o Höchster, ist 580 Dich bet' ich an, Herr Jesu 191 Den Höchsten öffentlich 623 Dich, dich, mein Gott, will 10 Denket doch, ihr Menschenk. 829 Dich, dreimalHeiliger, besin. 322 Den König, welcher Blut 467 Dich fleh ich, Gott, beweise 734 Der Alles weislich wendet 44 Dich, Jesu, bet ich an, in dir 500 Der am Kreuz ist meinefiebe 188 Dich, Jesum, laß ich ewig n. 499 Der beste Freund ist mir im 496 Dich seh ich wieder, Morgenl. 11 Der du, dem Sa'mann gleich 917 Dich, Sieger, loben wir 267 Der du, Herr Jesu, Rub und 189 Der du mir dein Gesetz, mein Die Bahn ist rauh, auf der 385 Die Feinde deines Kreuzes 380 345 Die Gute hat kein Ende 908 913 Die helle Sonn' leucht't 12 Die hier vor deinem Antlitz 964 190 Die Kinder, deren wir uns 722 Der du zu Gott erhöhet bist 293 Die Nacht ist vor der Thür 47 Der falschen Christen Schaar 362 Die Pflicht zur Arbeit, Herr 936 Der Freuden Füll' ist Gott 892 Die Rechnung ist schon da 953 Der Gnadenbrunn fließt 468 Die Seele Christi heil'ge mich 192 Der Herr bricht ein zur 958 Die Seligkeit ist mein Verl. 885 Der Herr, der aller Enden 497 Diesen Samen segne Gott 736 Der Herr hat Alles wohl 547 Dieser Tag soll heilig sein 487 Der Herr hat mich erkaufet 498 Die Sonne stand verfinstert 193 Der Herr ist meine Zuversicht 628 Dieß ist der Tag, an welchem Der Herr ist mein getreuer 303 Der hohe Himmel dunkelt Der letzte meiner Lage ist Der lieben Sonne Licht und Der Mensch, der Menschenfurcht deine Frommen 85 817 Dieß ist der Tag, den Gott 124 830 Dieß ist der Tag zum Segen 352 45 Dieß sind die heil. zehn Geb. 346 Die Woche gehet zwar zum 48 884 Die Zunge, die vernehmlich 661 7 Dir dank ich für mein Leben 13 123 Dir, der das Licht entstehen 14 46 Dir, dir, Jehovah will ich singen Der du mir schon so oft Der du uns mit deinem Blute Der Morgen kommt, und Der Tag, der ist so freudenr. Der Tag ist wieder hin, und Der unsre Menschheit an sich 878 Der Wollust Reiz zu widers streben XI 372 Dir, Ewiger, sei dieser Tag 15 357 Dir, Gott, dir will ich fröhl. 548 Dir, Herr mein Gott! dir nah ich mich Des Herren Rechte, die beh. 265 Des Jahres erster Morgen Des Leibes warten und ihn 8 981 655 Dir, Herr u. Vater, dienen 415 Dir, Register. Num. Num. Dir, milder Geber aller G. 567 Ein Kindelein so tôbelich 123 Dir trau ich, Gott, u. wante 746 Ein Lämmlein geht und tr. 198 Dir, unser Gott, ist Niemand 528 Eins ist Noth! Ach Herr 502 Dir versöhnt in deinem S. 386 Einst reift die Saat, mein 874 Dort ist noch eine Rub vorb. 893 Ein Tag des Kummers und 49 Dreifaltig: heilig großer G. 581 Ein' feste Burg ist unser G. 583 Du bester aller Menschenk. 194 Ein Wetter steiget auf 818 Du bester Trost der Armen 812 Eltern, denkt an eure Pflicht 354 Du bist ein guter Hirt, und 501 Entfloben sind auch dieses 50 Du Brunnquell aller reinen 604 Erforsche mich, erfahr mein 199 Du, den meine Seele liebt 416 Erhalt uns, Herr, bei dein. 584 Du, den uns Gott zum M. 100 Erhalt uns, Herr, dein reines 585 Du, der für mich in Tod sich 488 Erhebe vom Geräusch der W. 200 Du, der Menschen Heil und 195 Erhebt den Herrn, ihr From= Du, der voll Blut und W. 196 men 101 269 126 880 Du Friedefürst, Herr J. Chr. 801 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn 879 Du Geist des Vaters, Geist 304 Erinn're dich, mein Geist, Du Gesegneter des Herrn 125 Er kommt, er kommt, der Du Gott, du bist der Herr 154 Er kommt, er köramt, zum Du Gott und Vater deiner 348 Er lebt, er lebt, o Christenh. 270 Du hast, o gnadenreicher G. 814 Erlöser, der im Staub einst 201 Du hast, o weiser Schöpfer 718 Erstandner, ich frohlocke dir 271 Du, Heiland, lebst und sitzest 582 Erwache fröhlich, mein Gem. 16 Du Herr der Seraphinen, 338 Es eilt der letzte von den T. 831 Du Herr, haft aus Barmh. 469 Es hat uns heißen treten 17 Du klagst, o Christ, in sch. 791 Es hilft uns unser Gott, 938 Du Lebensbrod, Herr J. E. 470 Es ist das Heil uns kommen 457 Du liebst, o Gott, Gerecht. 669 Es ist gewißlich an der Zeit 881 Du meines Lebens Leben 197 Es ist nicht schwer einChrist 979 Du nimmst die Sünder an 934 Es ist noch eine Ruh vorhand.894 Durch Adams Fall ist ganz 456 Es ist nun aus mit meinem. 832 Durch dich allein werd' ich 937 Es ist vollbracht, so ruft am 202 Du fagst: ich bin ein Christ 605 Es ist vollbracht, so ruft mit 203 Du schenkt uns Gott so våt., 72 Es lag die ganze Welt mit3. 331 Du Volk des Heilands 268 Es woll' uns Gott genådig Du weinest für Jerusalem 941 sein Du weiser Schöpfer aller D. 537 586 XII Es woll' uns Gott genådig sein zum neuen Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter Cifrig sel und fest mein W. 665/ Ewig, ewig bin ich dein 102 802 387 Ewig Register. XIII Num. Num. Ewig und unwandelbar Ei, wie sanfte schläfest du F. Fang dein Werk mit Jesu an 698 155 Gott, dem kein Ding unm. 332 857 Gott, der du alle Welt erfr. 972 Gott, der du für uns deinen 204 Gott, der du selbst der Urspr. 931 Gott der Juden, Gott der H. 169 Fest steht dein Bund, wie F. 156 Gott, der Vater, wohn uns b. 324 Freu dich sehr, o meine Seele 833 Gott, der wirds wohl mach.748 Freut euch, Zions Töchter 103 Gott, der zum ew'gen Wohl 933 Fröhlich soll mein Herze spr. 127 Gott des Himmels und der 18 Frohlockend dank ich, Vater, 86 Gott, dessen Aug' uns stets 809 Frohlockt dem Herrn, bringt 272 Gott, dessen Hand die Welt 701 Früh Morgens, da die Sonn 273 Gott, dir sei mein Dank gew. 355 Für alle Güte sei gepreist. 51 Gott, du bist von Ewigkeit 533 Fürwahr, du bist, o Gott v. 747 Gott, du hast in deinem S. 928 S. Gott, durch den wir sind und 589 Gottes Gut' und Treu ist 540 Gedanke, der uns Leben g. 104 Gottes Sohn ist kommen 106 Gedenke mein, mein Gott 970 Gott führt die Seinen wund.749 Gelobet sei der Herr, mein 323 Gott, gieb einen'milden Reg. 305 Gelobet feist du, Gottes S. 129 Gott, gieb mir zu erkennen 730 Gelobet seist du, Gott, für d. 587 Gott herrschet und hält bei 750 Gelobet setst du, J. Chr., 128 Gott, hilf mir, daß ich Buße 418 Gelobt, gelobt seist du mit 807 Gott, ich will mich ernstlich 653 Gerechter Gott, ach strafe n. 417 Gott ist die Liebe selbst, von 306 Gerechter Gott, vor dein G. 539 Gott ist in aller Noth mein 943 Gern will ich mich ergeben 834 Gott ist mein Hort, und auf 590 Gesegnet sei die Christenheit 904 Gott ist mein Licht! Verz. n. 987 Gesegnet sei uns dieser Tag 274 Gott ist und bleibt getreu 752 Gesetz und Evangelium hat 588 Gott kanns nicht böse mein. 751 Getreuer Gott, wie viel Ge Gott laß ich ruhig walten 922 544 Gott lebet noch! Seele, was 753 Getrost, mein Herz, Gott ruft 458 Gott Lob, der Tag der Sel. 178 Geweiht zum Christenthum 393 Gott fob, der Tag ist nun Gieb doch, o Vater, Glück 713 Gott Lob, die schwere Krieg. 806 Gieb Fried, o frommer Gott 803 Gott Lob, die Stund' ist k. 858 Gieb, Herr, daß ich mein H. 939 Gott Lob, ein Schritt zur E. 835 Gieb mir, o Gott, ein Herz 684 Gott Lob, mein Jesus macht 172 Gott, deine Gnad ist unser L. 459 Gott Lob und Dank, es ist 275 Gott, deine Güte reicht so w.373 Gott, mache du mich selbst 529 Gott, deinen heiligen Befehl. 606 Gott, meines Náchsien best. 687 Gott, deine weise Macht erh. 382 Gott redet und ruft aller W. 591 Gott duld 52 XIV Register. Num. 921 158 Num. Gott ruft der Sonn' u. sch. 157 Held und Ueberwinder Gott sei Dank durch alle 2. 105 Helft mir Gott's Güte pr. Gott sei gelobet und geben. 489 Herbei geseufzet ist er da Gott sei gelobt mitFreuden 333 Herr, allerhöchster Gott im 822 19 670 Gott sei Preis und Dank 87 Herr, allerhöchster Gott, von 363 Gott sei uns gnädig und 699 Herr, aller Weisheit Quell 607 Gott forgt für mich, was 754 Herr, auf dich will ich fest h. 629 Gott sorgt für uns, o singt 73 Herr Christ, der ein'ge Gott. 179 Gott, unser Gott, wie heil. 379 Herr, deine Allmacht reicht 534 Gott, unserm Gott sei Lob 88 Herr, deine Rechte und G. 347 Gott Vater, höre doch, nach795 Herr, der du Alles giebst Gott Vater, sende deinen G.307 Herr, der du mir das Leben 53 Gott Vater, Sohn und heilg. 388 Herr der Zeit und Ewigkeit 678 Gott Vater, welcher du mit 720 Herr, dessen Gnade Alles f. 731 Gott, vor dessen Angesichte 538 Herr, du bist meine Zuvers. 875 Gott, was des Lebens Kräft. 74 Herr, du gingst zu deinen F. 295 Gott weiß es Alles wohl zu 755 Herr, du hast in deinem R. 339 Gott, welcher das Vermögen 700 Herr, du kennest mein Verd. 360 Großer König, den ich ehre 980 Herr, du siehst, in was für3. 914 Großer Mittler, der zur R. 294 Herr, du wollst sie zubereiten 966 Herr, es ist Alles dein Groß ist dein Name, groß 77 480 5. dein Ruhm 350 Herr, es ist von meinem Leb. 54 Gute Nacht, ihr eitlen Fr. 205 Herr Gott, dich loben wir 549 Guter Hirte, Jesu Christ, dir Herr Gott, dich loben wir 977 Herr Gott, du kennest meine 836 Herr Gott, nun sei gepr. 78 Habe deine Lust am Herrn 630 Herr Gott, vor deiner Maj. 810 Hallelujah, der Heiland 276 Herr, hilf, wenn mich die F. 923 Hallelujah, jauchzt ihr Chr. 277 Herr, böre mein Wort, nimm 419 Hallelujah, Jesus lebet 278 Herr, höre mein Gebet, und 608 Hallelujah, Lob, Preis und 325 Herr, ich bin dein Eigenth. 955 Hallelujah, unser Gott ist in 107 Herr, ich habe mißgehandelt 420 Halt im Gedächtniß Jesum Herr Jefu Chrift, dein th. 482 Christ 481 HerrJesu Christ, dich zu uns 89 Hebet eure Häupter auf 905 Herr Jesu Christ, du höchstes 421 Heiland, den uns Gott verh. 130 Herr J. Chrift, mein Fleisch 645 Heiliger Vater, du gebietest 666 Herr Jesu Christ, mein's 837 Heilig, heilig ist dein Wille 381 Heilig, heilig ist der Herr 131 HerrJesu Christ, mein Trost 460 Heiligster Jesu, Heiligungsq.644 Herr Jesu Christ, wahrer M. 838 Heil uns, aus unsrer Sünd. 108 Herr Jesu, ew'ges Licht, das 651 Herr Lebens Register. Num. Num. 22 23 Herr Jesu, Gnadensonne 616 Ich bin ein Christ, Gott ist 423 Jerr Jesu, meine Ruh, ach 617 Ich bin getauft auf deinen 394 Herr, laß mich doch gewisseh. 667 Ich bin mir Gott bewußt 361 Herr, mein Erlöser, der du 696 Ich bin vom süßen Schlum. 21 Herr, meiner Seele großen 656 Ich blick in das vergangne 160 Herr, mein Licht, erleuchte 592 Ich dank dir, lieber Herre Herr, öffne mir die Herzenst. 593 Ich dank dir schon durch Herr, ohne Glauben kann 969 Ich danke dir demüthiglich 550 Herr, stärke mich, deinkeid. 206 Ich danke dir für deinen Tod 212 Herr, unser Gott, wer ist 326 Ich danke dir, mein Gott 110 Herr, unser Trost, du litteft 207 Ich denk an dein Gerichte 957 Herr, vor deinem Angesicht 90 Ich fahr in tiefe Schächte 982 Heer, wenn von Sinnlichk. 932 Ich flehe, Gott, von ewig 424 Herr, wie du willt, so schicks 839 Ich freue mich der frohen 3. 280 Herr! wir stehen hier vor dir 391 Ich freue mich in dir, und 132 Herzallerliebster Gott, der 618 Ich freue mich, mein Gott, 631 Herzlich lieb hab' ich dich, o 840 Ich habe nun den Grund 461 Herzliebster Jesu, was hast 208 Ich hab in Gottes Herz und 632 Herz, sei getreu in deinem G. 680 Ich hab in guten Stunden 788 Heute, sprach mein Heiland 209 Ich hab mein' Sach Gott Heut triumphiret GottesS. 279 heimgestellt 841 Hier bin ich, Jesu, zu erfüll. 483 Jch halteGott in Allem stille 758 Hier ist noch unsre Průs fungszeit Ich komme, Friedensfürst, 425 384 Jch komme, Herr, und suche 471Hier ruht der Held, der dich 210 Ich komme vor dein Anges. 609 Hier unter meines Heilands 211 Ich laß dich nicht, du mußt 504 Hilf, Helfer, hilf in Angst 756 Sch lobe dich, mein Gott, 907 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 159 Ich preise dich, o Herr, mein 490 Hilf, Herr, mit treuer 728 3ch preise dich, und singe 551 685 Jch ruf zu dir, Herr J. Chr. 633 619 Ich finge dir mit Herz und 552 340 Ich sterbe täglich, und mein 971 20 Jch trete, großer Gott, vor 426 91 Jch trete vor dein Angesicht 733 503 Ich war ein kleines Kindl. 859 308 Ich weiß, an wen mein Gl. 427 109 Ich weiß, daß mein Erlöser 281 Ich weiß, mein Gott, daß 702 Ich werfe mich in deine 842 422 Ich will den Bund mit m. 472 757 Ich will dich erheben, und 335 Ich Hilf, Jesu, daß ich meinen Hilf mir, mein Gott, hilf Höchster, dessen starke R. Höchster Gott, durch deinen Höchster Gott, wir danken Höchster Priester, der du dich Höchster Tröster, komm Hosianna, Davids Sohn I. Ich armer Mensch, ich arm. Ich bin bei allem Kummer XV XI ( S ( S ( S G S ( S ( S ( S ( S S ( S C C XVI Register. Num. Num. 703 Ich will dich lieben, meine 505 In allen meinen Thaten Ich will im Sterben und im 634 In deinem Namen, Herr, m. 735 Ich will mit Danken komm. 553 In der Erde Gründen 983 Jehovah, macht'ger König 710 In dich hab ich gehoffet, H. 761 Jehovah, starker Gott, und 708 In Gottes Namen fang ich 704 Jesu Christi Sterbetag, sei 213 Sn Trübsal, Christ, sei unv. 762 Jesu, deine Passion, ist mir 214 In unsrer Kriegesnoth 804 Jesu, deine Passion, will ich 215 ft Gott für mich, so trete 763 Jesu, dein'n Leib laß speisen 484 Ist nun auch meine Stunde 843 Jesu, deine tiefe Wunden 216 Jesu, der du meine Seele, 428 K. Jesu, der du selbst gekomm. 945 Kaum war ich, treuer Gott 389 Jesu, Freund der Menschenk.473 Keinen hat Gott verlassen 764 Jesu, hilf mir christlich leb. 650 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gl. 511 Jesu, bilf siegen, du Fürste 759 Kein Stündlein geht dahin 844 Jesu, komm doch selbst zu m. 474 Kinder gut und fromm erz. 724 Jesu, Kraft der blöden Herz, 429 Komm, du werthes Lösegeld 111 Jesu, meine Freude, meines 508 Komm, heiliger Geist, Herre 309 Jesu, meiner Seele Licht 217 Komm nur angenehmer Tod 846 Jesu, meiner Seelen Ruh 509 Komm, o komm, du Geist des 310 Jesu, meiner Seelen Bonne 510 Komm, Pilger, zu dem Grabe 173 Jesu, meines Herzens Freud 485 Komm, Seele, Jesu Leiden 219 Jeju, meines Lebens Leben 218 Kommst du nun, Jesu, vom 133 Jesu, nun sei gepreiset 161 Komm, Sterblicher, betr. 845 Jesus bleibet mein Vergn. 760 Kommt, laßt uns Gott lobs Jesus Christus, Gottes L. 506 singen 568 Jesus Christus Gottes S. 967 Kommt, Menschenkinder 530 Jesus Christus, unser H. 282 Kommt, Seelen, dieser Tag 311 Jesu, sei von mir gepriesen 55 Kommt und laßt euch Jesum 638 Jesus geht zu seinen Leiden 918 Kommt und laßt uns beten 374 Jesus, Jesus, nichts als 3. 507 Kommt wieder aus der finst. 286 Jesus lebt, mit ihm auch ich 283 Kyrie, Gott Vater in Ewigs Jesus lebt, mit ihm soll leben 284 feit Jesus, meine Zuversicht, und 285 Jesus nimmt die Sünder an 430 Jetzt geht die Sonne auf 24 Laß doch, o Jesu, laß dein R.594 Ihr Eltern, gute Nacht 860 Laffet die Kindlein kommen 861 Ihr armen Sünder kommt 431 Lasset uns den Herren preif. 978 Shr Christen, liebet Gott 954 Lasset uns mit Jesu ziehen 220 Ihr, die ihr euch von Christo 635 Laß mich dein sein und bleib. 344 Thr, die ihr Jesu angehört 924 Laß mich doch nicht, o Gott 668 Laf 327 L. Register. XVII Num. Num. 27 Laß mich, Höchster, darnach 691 Mein erster Wunsch, mein Laßt uns alle fröhlich sein 134 Mein erst Geschäft sei Preis 28 Laßt uns mit ehrfurchtsvoll. 135 Meine Seel' ermuntre dich 224 Laßt uns mit Ernst betracht. 180 Meine Seel' ist stille zu Gott 766 Laßt uns mit Freuden loben 341 Meines Jesu Passion muß 222 Laßt uns unserm Gott lobs. 136 Meines Lebens beste Freude 517 Lehre mich es recht bedenken 610 Mein Friedefürst, du 518 Liebster Jesu, sei willkomm. 137 Mein ganzer Geist, Gott 895 392 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte Liebster Jesu, wir sind hier, dich und 92 432 Liebster Bater, ich dein Kind Litanei Litanei Mein ganzes Herz erhebt 336 Mein Geist erstaunt, Allm. 574 Mein Geist und Sinn ist hoch 513 Mein Glück im kurzen Raum 328 Mein Gott, ach lehre mich 611 375 Mein Gott, ach wie verderbt 620 959 Mein Gott, das Herze bring 621 Litanei eines Sterbenden 847 Mein Gott, du prüfest Herz 612 Lobe den Herrn, den mächtig.554 Mein Gott, du rufest für und433 Lobet den Herrn, Alle, die ihn 25 Mein Gott, du weißt am 636 Lob sei dem allmächtigen G. 112 Mein Gott, es ist dir wohl 789 Lob selGott, der den Morgen 26 Mein Gott, ich danke berzl. 556 Lobsinge Gott, o Christenh. 113 Mein Gott, ich wart' auf 767 Lobsingt dem Gott, der uns. 808 Mein Gott, nun ist es wieder 29 Lobsingt, Lobsinget Gottes 138 Mein Gott, sei hochgepreis. 337 Lobt Gott, ihr Christen, all- Mein Gott, zu dem ich wein. 434 zugleich Mein Heiland lebt, er hat 876 Mein Heiland nimmt die 139 Sünder an 436 M. Mein Heiland schwingt sich 297 Mache dich, mein Geist ber. 674 Mein Heiland, so du willst 912 Machs mit mir, Gott, nach 848 Mein Helland, wenn mein 877 Man lobt dich in der Stille 555 Mein Herz, ach denk and. 435 Man wünschet beßre Zeiten 162 Mein Herzensjefu, meine 514 Meine Augen schließ' ich jetzt 56 Mein Herze, sei zufrieden 768 Mein bester Trost in allem L.512 Mein Herz, sei Gottes Lobe. 531 Meine Hoffnung stehet feste 765 Mein Jesu, dem die Seraph. 641 Meine Lebenszeit verstreicht 849 Mein Jesu, führe mich, so 652 Meinen Jesum laß ich Mein Jesus ist der gute Hirt 926 515 Mein Jesus ist mein Leben 850 Mein Jesus kommt, mein 851 516 Mein Jesus stirbt, was soll 223 2211 Mein Jesus triumphiret 296 X( Mein nicht! Ach, was Meinen Jesum laß ich nicht, weil er sich Mein Erlöser, Gottes Sohn XXVIII 6 € ( ( Register. Num. Mein lieber Gott, gedenke m. 642 Nun kommt das neue KirMein lieber Gott, ich preise 57 chenjahr 115 Mein Werk will ich mit Gott 705 Nun laßt uns den Leib begr. 863 Mir nach, spricht Christus 646 Nun laßt uns gehn und tret. 163 Mit diesem Tage geht nun 58 Nun laßt uns Gott dem H. 79 Mit dir geh ich an mein Gesch. 30 Nun laßt uns Gottes Güte 80 Mit dir, o Höchster, Friede 886 Nun lob mein' Seel', den Mit Ernst, o Menschenk. Mit Fried' und Freud' ich Mit meinem Gott geh ich zur 59 114 Herren 560 174 Nun nimm mein Herz und ( ( Num, Alles N. 519 Nun ruht schon in den Wäld. 62 Nun sich der Tag geendet hat 63 Nun sich die Nacht geender 32 Nun sinkt die Sonne nieder 64 Nun, wir sind auch diesmal 81 643 Nun wollen wir dir Lob und 811 Nach dir, Herr, verlanget 437 Nach dir, o Herr, verlanget mich Nach dir verlanget mich, 438 Nur kurz ist unsre PrüNach einer Prüfung turzer 896 fungszeit 927 60 D. 794 Ernte 569 Nach meiner SeelenSeligk. 657 Nacht und Stille schließen Nein, murreu will ich nicht Nicht, daß ichs schon ergr. 675 O Christ, erhebe Herz und S. 659 Nicht um ein flüchtig Gut 312 O, daß doch bei der reichen Nie bist du, Höchster, von 535 Nimm von uns, Herr, du 796 Noch immer sucht der Spott.913 Noch immer wechseln ord. 557 du Liebe meiner Liebe 226 Noch läßt der Herr mich leben 31 du mein Mittler und mein 227 Noch nie hast du dein Wort 545 Deffentlich in der Gemeine 491 Nun bitten wir den h.Geist 313 Ewigkeit, du Donnerw. 900 Nun bricht die finstre Nacht 61 Fröhlichkeit, o süße Zeit 140 Nun bringen wir denkeib zur 862 O frommer Gott, ich danke 725 Nun, Christen, laßt uns , daß ich tausend Zungen 561 O du dreiein'ger Gott 852 fröblich Oft klagt dein Herz, wie 676 181 D Geist, von Jesu uns gef. 930 Nun danker Alle Gott, mit 558 Golgatha, zu deinen Höh.228 Nun danker All' und bringet 559 Gott, den Welt und Him. 367 Nun erfahr' ichs in der That 925 D Gott, der du aus Herzensg.342 Nun freut euch all' und jubil. 287 O Gott, dich lieben, findlich 625 Nun giebt mein Jesus gute 225 Nun, Gott lob, es ist vollbr. Nun ist die Finsterniß Gott, du bist die Liebe 542 930 Gott, du frommer Gott 706 170 D Gott, du Stifter heil. Ehe 714 Gott, Register. Num. O Gott, erbarme väterlich 726 O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ Seele, schaue Jesum an Ofichrer Mensch, bekehre Oterpráfation 364 985 O Gott, mein Schöpfer, edl. 662 D Traurigkeit, o Herzeleid 232 O Gott voll Macht und W. 711 O Trunkenbold, erzittre doch 663 O Gott, von dem wir Alles h. 75 O Ursprung des Lebens 494 Ogroßer Gott, du reines W.314 O Vater, Gott von Ewigkeit 330 Ogroßer Gott, hör meine N. 439 O Vater, kindlich bitten wir 82 O großer Gott von Macht 797 welch ein Glück, ein M. 562 Haupt voll Blut und W. 2290 welch ein Segen ist ein Fr. 688 Heiland, dessen hohen 2. 475 O welch ein unschätzbares 3. 887 beil'ger Geist, du höchstes 369 Welt, sieh hier dein Leben 233 Oheil'ger Geist kehr bei uns 315 O wie selig seid ihr doch, ihr 897 O heilige Dreifaltigkeit 33 O wie unaussprechlich selig 898 Oheiliger Geist, o heiliger G. 3160 Wunder, großer Siegesh. 298 Oheiligste Dreifaltigkeit 329 Herre Gott, dein göttlich 595 P. 986 Herr Gott, gieb uns deinen 960 Pfingstpråfation OHöchster, dessen Kraft 819 Prange, Welt, mit deinem 234 O Jesu Christ, dein Krippl. 141 Preis dem, der die Welt ents. 182 O Jesu Christe, wahres Licht 597 Preis ihm! Er schuf und er 116 XIX Num. 671 902 Jesu Christ, mein schönstes 520 Preist, Christen, mit 3ufr. 570 O Jesu, du mein Bräutigam 476 Preis und Lob und Herrl. 522 Jesu, hilf mir treulich kâmpfen 2. 919 Jesu, Jesu, Gottes Sohn 521 Quell aller guten Gaben 732 O Jesu, Licht und Heil der 596 O Jesu, meine Wonne, du O Jesu, süßes Licht R. 492 34 Rub sanft in deiner Erdeng. 864 O Jesu, treuer Hirte, du 493 Rub und sichre Freuden 235 O Kinder, dieser Tag des B. 965 Rühme, Seele! dein Gesang 441 OKönig, dessen Majestát 440 O Lamm Gottes, unschuldig, am O Lamm Gottes, unschuldig. Von Herzen 231 230 Schaffet, schaffet, Menschen.658 Schaffs mit mir, Gott 769 Schau, Sünder, wie dein 236 Schatz über alle Schage 477 882 Schmücke dich, o liebeSeele 478 Opfer für die ganze Welt 175 Schnell rauschen Jahr' auf 164 Oreicher Gott von Gutigk. 637 Schon hier lebt selig und O schrecklichs Leid der Ewigt. 901 vergnügt Mensch, wer du auch immer 888 Schon XX Register. Num. Num. 66 727 Schon ist der Tag von Gott 883 So wird die Woche nun Schon wieder ist ein Jahr 165 Stets heilig sei der Sabbath 948 Schwing dich auf zu deinem 770 Stets warst du meine ZuSeele, geh auf Golgatha 237 Seele, mach dich heilig auf 238 Geelenbrautigam, Jesu 523 Seele, was ermúd'st du dich 524 Selig sind die, Herr, die nun 947 Sei, Christenheit, sei hoch 142 Tag, den der Ueberwinder Seid barmherzig, Menschen 935 des Todes versicht Such, wer da will, ein ander Ziel 117 245 Seid stille, Sinn und Geist 94 Tag der Erleuchtung uns 317 Sei fröhlich, Alles weit und 288 Tausend Jahre sind vor dir 166 Sei getreu bis an das Ende 681 Thránt, ihr Augen, weint 246 Sei Gott getreu, halt seinen 390 Thu'Rechnung! Rechnung 940 Sei hoch gepriesen, Herr, 239 Treuer Gott, ich bin dein K. 318 Sei Lob und Ehr dem höchst. 563 Treuer Gott, ich muß dir kl. 443 Sei mir tausendmal gegr. 240 Treuer Hirte deiner Heerde 599 Sei, Seele, stark und unv. 771 Tröstet, tröstet meine 334 Singt, Christen, singt und freuet. 143 U. Singt dem Versöhner, singt 241 Um Gnade für die Sünderw. 247 So beschließen wir auch h. 975 Unendlich gut'ger Gott 949 So fliehen unsre Tage hin So gehst du nun, mein Jesu So gingst du einst berauber 65 Unser Gott, wir danken dir 97 242 Uns ist ein Kindlein heut geb.14. 243 Unwiederbringlich schnell So bab ich obgesteget 865 entfliehn So hoff ich denn mit festem 889 6 So Jemand spricht: Ich 1. 944 V. Soll dein verderbtes Herz 598 Balet will ich dir geben Sollten Menschen, meine Bater, heilig möcht' ich Brüder 356 Bater, laß dein Herze brech.44 Sollt' es gleich bisweilen 772 Vater unser im Himmelr. 37 Sollt' ich betrübt von ferne 378 Verächter Gottes, bebt, das 90 Sollt' ich meinem Gott nicht Versuchet euch doch selbst 65 singen Verwüstung drohst du, Herr 95 Sollt ich meinem Gott nicht Voll Blut und Wunden 24 564 trauen 773 Voll Dank an diesem neuen 3 Sorge doch für meine Kind. 723 Voller Ehrfurcht, Dank und 47 So schlammerst du in stiller 244 Bom Himmel kam der So fret' ich demnach an, wie 707 Von des Gesetzes Fluch gedr.44 So wahr ich lebe, spricht dein 4421 Bon dir, du Gott der Einigt. 71 14 Ve 860 68 Register. Num. Von dir, Gott der Barmherz. 790 Von dir kommt jede gute G. 377 Von dir, liebreicher Gott 813 Welch hohes Beispiel gabst Von dir sind, Gott, der Ehe 717 Bend ab deinen Zorn Welch Glück, o Gott, ist Freundschaft 698 W. Von Furcht dahin geriffen 249 Wenn Christus seine Kirche 600 Von ganzer Seele preif' ich 565 Wenn dein herzliebsterSohn 462 Von Gott will ich nicht laff. 774 Wenn der Gedanke mich 289 Von Kindheit auf war über 974 Wenn dich Unglück hat 781 Vor deinen Thron tret ich 68 Wenn du des Nächsten Ehr 359 Wenn einer alle Kunst und 686 Wenn einst mein sterbend 854 Wach auf, mein Herz, und 36 Wenn ich ein gut Gewissen 890 Wachet auf, ruft uns 899 Wenn ich, o Schöpfer deine 566 Warum betrübst du dich 775 Wenn kleine Himmelserben 867 Warum sollt ich mich denn 776 Wenn meine Sünd' mich fr. 252 Warum willst du, Christ, für 777 Wenn mein Stündlein vorh. 868 Was bist du, o Christ, betr. 792 Wenn Menschenbülfscheint 782 Waschet- euch, ihr Volk der 446 Wenn nicht zurUebung deiWas giebst du denn, o meine 622 Was Gott thut, das ist wohl778 gethan Was Gott thut, ist stets wohl gethan Was hilft es mir, ein Christ Was ich nur Gutes babe, ist Was ist doch des Menschen Leben ner Pflicht 648 Wenn wir in höchsten N. 799 Wer bei dem Namen Gottes 351 Wer bin ich? Welche wicht'. 449 571 Werde Licht, du Volk der 171 613 Werde munter, mein Gem. 69 672 Wer dieser Erden Güter hat 692 Wer giebt gebeugten, bang. 450 Wer Gottes Wege geht, nur 614 Wer Gottes Wort nicht hält 615 624 Wer Gott nicht findl. traut 911 952 Was ist im Himmel, Höchster, was Was soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstlich für Was zag' ich? Gott regiert die Welt XXI Num. 783 Was ist mein zeitlich Leben 679 28er Gott vertraut Was isis, daß ich mich quále 779 28er ist wohl, wie du, Jesu 28as mein Gott will, das 780 2er nur den lieben Gott 784 525 Weg, eitle Luft, aus Weg, mein Herz, mit dem Weg, Welt, mit deinen Weihnachtpráfation Welch eine hohe Seligkeit 689 647 946 Wer sich auf seine Schwach. 677 853 Wer unter Gottes Schatten 909 Wer weiß, wie nahe mir 855 988 Wer zählt der Engel Heere 343 250 Wie feierlich bist du für m. 465 447 Wie getroft und heiter, du 251 Gebenedeiter 451 984 Wie gnädig ist des Höchsten 820 44812ie groß ist des Almacht'g. 543 Wie XXII Register. Num. Num 891 Wir liegen bier zu deinen F. 961 253 Wir Menschen sind zu dem 601 Wie groß ist unsre Seligk. Wie heilvoll sind für mich Wie herrlich strahlt der Morgenstern Wie kann sich unser Herze gr. 871 Wie kurz ist doch der Mensch. 869 Wie lieblich ist doch, Herr, 353 Wie mannigfaltig sind die 664 Wohl auf, mein Herz, verlaß 177 Wie sanft sehn wir den Fr. 870 Wohl auf, mein Herz, wohl 929 Wie schätzbar ist ein Mensch, 694 Wohl dem, der seine Misseth. 452 Wie sicher lebt der Mensch, Wohl dem, der beff're ScházWir singen dir, Immanuel 148 526 Wir singen dir mit deinem 149 Wir tragen diesen Leib zur 872 Wo find' ich den, den meine Seele 910 der Staub 856 ze liebt 358 Wie soll ich dich empfangen 118 Wohl dem, der den Herren 639 Wie sollt' ich, Jesu, dich, 906 Wohl dem, der sich auf feinen 785 Wie sollt' ich meinen Gott n. 626 Wohl dem Menschen, der 640 Wie theuer, Gott, ist deine 463 Wohl dir, Volk Gottes, freue 167 Wie wichtig ist doch der B. 916 Wohl uns, wenn wir, o Geist 319 Wie wird mir dann, Erlöser 176 Wohl zu thun und mitzuth. 693 Wie wohl ist mir, o Freund 527 Wo ist ein solcher Gott Will Jemand Christi Jünger 660 Womit soll ich dich wohl I. 332 Willkommen, Held, im Str. 290 Worte voller Kraft und Leb. 950 Willkommen, Quell der Fr. 146 Bo soll ich fliehen hin 821 453 Willst du der Weish. Quelle 349 Wunderbar ist Gottes S. 786 Wir Christenleut, hab'n 147 Wir danken dir, Herr JesuC., 3. daß du für uns gestorb. 254 3ieh ein zu deinen Thoren 320 Wir danken dir, Herr Jesu C., daß du gen Himmel Wir danken freudig dir, für 2Bir erscheinen bier vor dir Wir glauben all' an einen Gott, Schöpfer Wir glauben all' an einen Gott, Vater Bitternd und mit Angst erf. 454 299 3u deinem Preis und Ruhm 37 83 3u dir, Herr Jesu, komme ich 455 95 3u Gott, o Seele, schwing 576 3u Jesu halt ich mich allein 915 365 3ur Arbeit, nicht zum Müssiggang 673 366 3u so viel Tagen, die mir 70 mmmmmmmm Im Namen Jesu! Morgenlieder. 21 nach deiner Gütigkeit. Verlaß Umächtiger, ich hebe mein der Armen keinen; wend' alles Aug' empor zu dir! Preis Herzeleid. Du willst zwar gern dir, durch den ich lebe, erfreun, eilst Allen beizustehen; und neuer Dank dafür! doch soll der Liebe Ftehen dir Herr, deine Huld ist groß! und auch gefällig sein. I. Mel. Aus meines Herzens Grunde niemals hat das Lallen des 6. Gott, dem ich angehöre, Dankens dir mißfallen, das dein Friede ruh' auf mir! Mein aus dem Herzen floß. Seufzen, meine Záhre, Erbar2. Daß nicht in tiefem Schlummer! ist vor dir; deß soll mein mer des Lebens Docht verlischt, Herz sich freun. Wer dir nicht und daß mich, frei vom Kum: traut, der bebe! Ich sterbe oder mer, ein sanfter Schlaf erlebe, so bin ich ewig dein. frischt, dies dank' ich deiner Morgenlied für Dienstboten. Macht und deiner Vatertreue; Mel. Nun ruhen alle Wälder- durch ſie bin ich aufs Neue mit 2. Auch dieser Tag ist Güte; heiterm Muth erwacht. mit dankbarem Gemüs 3. Beschützer unsrer Seelen, the nehm' ich ihn dafür an. Daß ich traue stets auf dich. Was soll ich noch bin und denke, ist, Vas ich für mich wählen? D, wähle ter, dein Geschenke; mit meiner ou für mich! Gieb, was mir Macht ist nichts gethan. aüglich ist. Gott, dem ich Alles panke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist. mich weckt kein Tag vergebens: 2. Regierer meines Lebens! zur Tugend weckt er mich. Wie 4. Er stärke mich, mit Freu- viel, wie viele Pflichten soll ich en zu thun, was dir gefällt; nicht heut verrichten! Die erste tröste mich in Leiden; und sei: Gebet an dich. Il die Lust der Welt mich je 3. Herr! was ich bin und hate nach sich ziehu, helf' er be, ist unverdiente Gabe; ich bin ein Herz bewahren, helf' erfund bleibe dein. Sollt' ich denn ir die Gefahren der Sünde meine Kräfte nur irdischem Geehn und fliehn. schäfte, nicht auch der Seelen Wohlfahrt weihn? 5. Beglücke du die Meinen 4. Sch 2 Morgenlieder. 4. Ich will der Herrschaft 5. Mein Leib, Seel' und mein Willen, so gut ich kann, erfül- Leben sei ferner ihm ergeben. len; sie giebt mir Lohn und Brod. O Gott! mir heut' auch sende Und wenn ich, Herr, mit Treue die Güte deiner Hände; mich ihr zu dienen freue, so dien' ich dir ja selbst, mein Gott! 6. Daß ich, von dir geführet und überall regieret, zu deines 5. Sollt' ich je untreu werden, Namens Ehre mein ganzes Les wie fand' ich Hülf' aufErden, wie ben kehre. Trost bei dir, dem Herrn? Nein, 7. Behüte mich vor Sünden, auch die schwersten Pflichten will und laß mich stets empfinden ich mit dir verrichten; du bist ein'n Abscheu vor den Dingen, mein Gott und hilfst mir gern. die deinen Zorn mir bringen. 6. Was nützen gute Lage? 8. Durch deinen Geist mich Ein Leben voller Plage macht leite und mein Herz so bereite, uns das Sterben leicht. Genug, daß ich, dein Kind und Erbe, wenn deine Gnade auf meinem allein dir leb' und sterbe. rauhen Pfade mit ihrem Trost nicht von mir weicht. 9. Gieb deinen heil'gen Ses gen auf allen meinen Wegen; 7. So soll der Tag verfließen; beglücke meine Thaten und laß fromm will ich ihn beschließen. sie wohl gerathen. Herr, steh mir dazu bei! Du 10. Vor Unglück mich behúz wirst das Noth'ge schenken; ich te und laß mich deine Güte aber will bedenken, daß noch so leiten, daß ich bleibe ein ein bess'res Leben sei. Glied an deinem Leibe. 11. Gieb Hoffnung und VerMel. Wach auf mein Herz und-trauen, auf dich allein zu bauen; 3.2[ uf! auf! ihr, meine Lieder, den Glauben mir auch mehre mein Herz, mein Geist und und mich zu dir, Herr, febre. Glieder, dem Höchsten Lob zu sin gen und Opfer ihm zu bringen! 12. Laß Freunde und Ber= wandte, Wohlthäter und Bes 2. Er hat die Nacht gewendet, kannte, und die sich Christen das Licht herab gesendet, und schreiben, von dir bewahret mich ohn' alle Sorgen erweckt bleiben. an diesem Morgen. 13. Gieb Kraft, Verstand und 3. Er ist mein Schutz gewe: Stárke, daß des Berufes Werke fen, daß ich frisch und genesen durch deines Geistes Senden ich an diesem Tag' aufstehe und glücklich könne enden. meine Pflicht angehe. 14. Und soll ich Schmach und 4. Es hätten tausend Schrek- Neiden, Kreuz und Verfolgung ken mich grausam können wek- leiden: so hilf mir, Vater, ken, wo er nicht selbst gewachet tragen, und laß mich nicht und Alles gut gemachet. [ verzagen. 15. Schütz Morgenlieder. 3 15. Schütz alle Hartgeplag5. Dein guter Engel bleibe ten! erfreue die Verzagten; gieb bei mir und schütze mich! denn Brod und Trost den Armen aus Gnaden und Erbarmen. ich bin dein und glaube an deinen Sohn und dich; damit Vers 16.Erhöre alle Beter; bekehr die führung nie mir schade, noch die Uebertreter; sei gnådig mir und Sünde mich täusch' und überAllen nach deinem Wohlgefallen. winde, so hilf, und zähme sie. 6. Gott will ich lassen rathen, der Alles stets bermag; er segue meine Thaten und mich auch diesen Tag. Nur ihm sei heim= gestellt Leib, Seele, Glück und 4.2[ us meines Herzens Gruns Leben und was er mir gegeben; de fag' ich dir Lob und er mach's, wie's ihm gefällt. Dank; in dieser Morgenstunde 7. Drauf fag' ich freudig erhebt dich mein Gesang. Amen! und zweifle nicht daran, Gott, vor deinem Thron' fall' Gott nimmt in Chrifti Namen ich in Demuth nieder, dein mein Flehen gnädig an. Ich Antlitz such' ich wieder durch geh' an meine Pflicht, mit meis Christum, deinen Sohn. nem Stand zufrieden, den mir 2. Du hast aus lauter Gnas mein Gott beschieden, und er den in der vergangnen Nacht verläßt mich nicht. bor Krankheit und vor Schaden mich väterlich bewacht. Der Mel. Schak über alle Schake.- Schlaf hat mich erquickt, daß 5. Dank sei Gott in der hun mit frischen Kräften zu des Höhe in dieser Mors Berufs Geschäften mein Geist genstund', durch den ich heut sich freudig schickt. auffiebe von meinem Schlaf durch 3. D laß mich Gnade finden; gesund. Die finstern Abendstuns gieb, was mir nützlich ist; beden und die Gefahr der Nacht, wahre mich vor Sünden, vor ist alles überwunden des Versuchers List, vor bösem Gott, der mich bewacht. schnellen Lod, vor allzuschweren 2. Laß, Vater, dich erbits Leiden, vor lasterhaften Freudensten, du Schußherr Israel, mir bewahre mich, mein Gott! treulich zu behüten heut mei4. Gedenke auch der Meinen; nen Leib und Seel'. Laß uns sie sind ja Alle dein! Laß, Waste Obrigkeiten, laß Kirchen, ter, laß der einen von dir vera Schul', Gemein' jetzt und zu laffen sein! Dann preis' ich dich allen Zeiten dir, Gott, émdafür mit dankendem Gemüthe pfohlen sein. und freu' mich deiner Güte und traue ewig dir. 17. Insonderheit am Ende, Herr, deinen Trost mir sende, und laß mich selig sterben und ew'ges Leben erben. 2718 3. Erhalt uns, Gott der Gús te, bei deiner reinen Lehr; vor 1* Stre 4 Morgenlieder. Irrthum uns behüte! streit fürsgrund mit Zung' und Mund lobdein Wort und Ehr. Wir sind singe mit Begier, und danke dir nach deinem Namen genannt, mit Schalle für deine Wohlthat du Segensgott; hilf uns und alle, früh und spat, für und für. unserm Saamen im Leben und 4. Auch sonderlich sei dir g'sagt im Lod. Dank mit diesem G'sang, daß du 4. Dem Leibe woll'st du geben so gnädiglich, aus lauter Gnad' Gesundheit, Brod und Fried; der und Güte, mich diese Nacht behúz Seel' ein christlich Leben, ein tet getreu und sicherlich. fröhliches Gemüth. Ach, gieb 5. Und bitte dich, du wollst hinin allen Ständen Zucht und fort, ach Gott, mein Hort, ferner Gottseligkeit; so kommt aus genadiglich mich diesen Tag bes deinen Händen auch Heil und hüten vors Teufels Macht und Seligkeit. Wüthen und List tausendfältig. vor 5. Laß uns auf guten Wegen 6. Durch deine Gnad' bewahr stets wandeln dir zum Preis'; mir, Herr, Leib, Seel' und Ehr'; und gieb uns deinen Segen zur vergieb die Missethat, Arbeit, Müh' und Fleiß. Laß G'fahr, vor Sünd' und Schan= uns auf dich vertrauen; mit be in meinem Amt und Stande; Petro Lust und Freud' an deiner behüt mich früh und spat. Hülfe schauen, Gott, welche Seligkeit! 7. All' Tritt' und Schritt' in Gottes Nam'n, was ich fang an, 6. Wir sind die zarten Reben, theil mir dein' Hülfe mit; und der Weinstock selbst bist du, da komm mir früh entgegen mit ran wir sind und leben und brin- Glücke, Heit und Segen. Mein' gen Frucht dazu; hilf, daß wir Bitt' versag mir nicht. an dir bleiben und wachsen im 8. All mein' Arbeit, in Gottes mer mehr; laß deinen Geist uns Nam'n, was ich fang an, gereich treiben zu Werken deiner Ehr' zur Nutzbarkeit. Mein Leib, mein' 6. Das walt mein Gott, Seel', mein Leben und was du Gott Vater, Sohn und mir gegeben, lob dich in Ewigkeit. heil'ger Geist, der mich erschaf fen hat, mir Leib und Seel' gegeben, im Mutterleib das Leben, gesund ohn' allen Schad. Morgenlied eines Leidenden. Mel. Wer nur den lieben Gott- 7. Der Morgen kommt, und meine Plage wird jetzt 2. Ach, treuer Gott, der du dein'n Sohn aus Himmelsthron mit diesem Morgen neu. Wie für uns gegeb'n in Tod, der traurig eilen meine Tage der für uns ist gestorben, das Him- bangen Wanderschaft vorbei! melreich erworben mit seinem Der Sonne neugeschenktes Licht erheitert meine Seele nicht. theuren Blut. 2.Noch immer bin ich auf der Er 3. Dafür ich dir aus Herzens Morgenlieder. 5 Erde, wo mich Gefahr und Noth umringt, und täglich mehrere Am ersten Tage des Jahres. Beschwerde zu Klagen und zu Mel. Aus meines Herzens Grunde Thränen zwingt. Ich hoffe Lind- 8. Des Jahres erster Morrung meiner Pein, und noch gen soll dir, Gott, heiz trifft nicht mein Hoffen ein. lig sein; ich will mich, frei von 3. Herr, eile mir doch beizu- Sorgen, nur deiner Güte freun. stehen; verlaß den müden Wand- Bis hierher halfft du, Herr! rer nicht! Mein Vater, neige, Lobsing ihm, meine Seele! auf mein Flehen, zu mir dein Lobsing ihm und erzähle, wie freundlich Angesicht. Gieb mir treu, wie gut ist er! Geduld und bei dem Schmerz 2. Ich überschau die Pfade ein hoffend und zufriednes Herz. der kurzen Pilgerschaft. Nah', 4. Noch ist das Schicksal mir Gott, war deine Gnade, nah' verborgen, das diesen Tag mich war mir deine Kraft. Du leis treffen soll; doch laß ich dich, tetest zum Ziel mich auf so mein Vater, sorgen; du kennst sanften Wegen, verliehst mir und liebst mein wahres Wohl, deinen Segen und großer Freuund was dein Rath beschließt den viel. und thut, ist heilig und gerecht und gut. tit 3. Und gegen diese Freuden ( o wer, wer zählet sie?) was 5. Soll ich die Last noch län- sind die kurzen Leiden? was ist ger tragen; ich halte deiner Fü- des Lebens Müh? Am Abend gung still, und will hier, wie war mein Herz oft voll von mein Heiland, sagen: wie du, Gram und Gorgen; und mit Gott willst, nicht wie ich will. dem neuen Morgen verschwand Ja, Vater, laß mich in der mein Gram und Schmerz. Pein geduldig so wie Jesus sein. 4. So war, Gott, deine Rech= 6. Hab' ich des Lebens Last te stets meine Zuversicht; durch empfunden, so rückt mein Ende Tage, wie durch Nächte warst einst herbei; dann hab ich selig du mein Heil und Licht. Wie überwunden und bin von aller thatst du mir so wohl! Wohin Trubsal frei, und du giebst mir, ich geh' und trete, ist jede, jede o Gottes Sohn, den theu'r er- Stätte von deiner Güte voll. worbnen Gnadenlohn. 5. Gott, dir gebühret Stärke 7. Gestärkt durch diesen ho- und Preis in Ewigkeit! Groß, hen Glauben tret' ich auf mei groß sind beine Werke, groß nen Lebenspfad. Herr, stärke, deine Freundlichkeit! Ich will stårke meinen Glauben, wenn mein Lebelang dich preisen, einst der Tod sich zu mir naht. dich erhöhen, und einst mein Vielleicht erscheint er heute mir; letztes Flehen sei noch dein Lobwohl mir! ich leb' und sterbe dirgesang. Met. 6 Morgenlieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns 9. Des freun; auch er soll dir zum Jes Morgens, wenn ich Dienst geheiligt sein. früh auffieh, und des 3. Vor deinen Augen will ich Abends zu Bette geb, sehn mei- wandeln und treulich thun, was ne Augen, Herr, auf dich; Herr dir, mein Gott, gefällt; gewiss Jesu, dir befehl ich mich. fenhaft in allem handeln, und 2. Ju den heil'gen fünf Wuns sandbaft fliehn die schnöde Lust den dein, da kann ich ruhn und der Welt, Ostärke selbst mit deis ficher sein mit Leib und Seele, ner Hülfe mich! Denn was vers Hab' und Gut; mein Schat if mag ich Schwacher, ohne dich? nur dein heiligs Blut, 4. Laß diesen Tag mich so volls 3. Denn, o Herr Chrift! am bringen, daß ich ihn ohne Reu' Kreuzes stamm dein heiligs Blut beschließen kann! Mein Vorsatz die Súnd' hinnahm. Drum ich wird, er wird gelingen; treibt wach' oder schlafe ein, wirst du, nur dein Geist mich zum VollHerr, allzeit bei mir sein. bringen an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit sei mip Gewinn noch für die Ewigkeit! 4. Dein' Engel mir stets hals ten Wacht, drum ich Tod, Teuf' und Hill' nicht acht'; denn wo ich 5. Gieb mir auch heute, was bin, bist du bei mir; mein Glück mir nůützet; vor allem aber gieb und Kreuz kommt all's von dir. ein ruhig's Herz, das sich auf 5. Ich leb' oder sterb, so bin ich deine Vorsicht stützet und die dein, darum ich dir die Seele vertraut, auch in dem größten mein befehl jegund und auch Schmerz! Du weißt, was mir im Tod, nimm sie zu dir, ozum wahren Wohl gebricht, treuer Gott! und du versäumst gewiß mein Mel. Dir, dir Jehovah, will ich- Bestes nicht. 10. Dich, dich, mein Gott, 6, In diesem kindlichen Vers will ich erheben! trauen will ich getrost an mein Du warst mein Schirm in der Geschäfte gehn, auf deinen verfloßnen Nacht, erquicktest sichern Beistand bauen und deis mich, erhieltft mein Leben; ich ner Fügung still entgegen sehn. lebe noch und bin vergnügt er- Ich weiß, du führst mich auf wacht. Wer bin ich, daß du mei- der rechten Bahn und nimmst ner so gedenkst, und wieder einen mich einst gewiß zu Ehren an, Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Mel. Wie schon leuchtet derGute noch immerfort mit jedem 11. Dich seh' ich wieder, Morgen neu; mit innig danMorgenlicht, und fendem Gemüthe fühl ich die freue mich der frommen Pflicht, Größe deiner Batertreu. Auch dem Höchsten Job zu singen. Ich diesen Tag will ich mich deiner steh, entbrannt von Dienstbegier, in Morgenlieder. 7 in tiefer Demuth, Gott, vor mich der Erde gern entschwindir, mein Herz dir darzubringen, dir dort ewig Lob zu singen. gen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs Neue mein Mel. Kommt, Menschenkinder ,- Gemüthe; froh empfind' ich 12. Die belle Sonn' leucht't herfür, fröhlich deine 2. 2. Von ganzem Herzen dank vom Schlaf aufstehen wir. Gott ich dir für deine Gnade, die du Lob! der uns heut diese Nacht bes mir auch diese Nacht erwiesen. hüt't hat vor des Teufels Macht. 3u meinem Leben fetest du jetzt Herr Christ, den Tag uns einen neuen Tag hinzu; sei auch behút vor Sünd' und hoch dafür gepriesen! Durch Schand' durch deine Güt'; laß dich bin ich; und ich merke neue deine lieben Engelein unsre HüStárke. Dich erhebe meine See: ter und Wächter sein. le, weil ich lebe! 3. Daß unser Herz in G'hors 3. Verleih, o Gott der Lieb' sam leb, dein'm Wort und Will'n und Macht, daß Sünd' und nicht widerstreb; daß wir dich Gram, wie diese Nacht, auf stets vor Augen han in allem, ewig von mir fliehe; daß ich die was wir heben an. Furze Lebenszeit in christlicher 4. Laß unser Werk gerathen Zufriedenheit zu nutzen mich wohl, was ein Jeder ausrichten bemühe! Prüfe, siehe, wie ichs soll, daß unsre Arbeit, Müh' meine! dir ist keine meiner und Fleiß gereich zu dein'm Sorgen, auch die kleinste nicht, Lob, Ehr' und Preis. verborgen. 4. Ich bin ein Christ. D Mel. Nun ruhen alle Wälder- Herr, verleih, daß ich des Na- 13. Dir dank' ich für mein mens würdig sei! Mein Ruhm Leben, Gott, der ist deine Gnade. Denn ach, was du mirs gegeben; ich danke dir bin ich ohne dich? Ein irrend dafür. Du hast, von Huld bes Schaf! erhalte mich, mein wogen, mich aus dem Nichts Hirt, auf deinem Pfade! Stårk gezogen; durch deine Güte bin mich, daß ich stets mich übe, ich hier. deine Liebe zu betrachten, über 2. Du, Herr, hast mich bes Alles dich zu achten! reitet, mich våterlich geleitet 5. Auch im Geräusch der Welt bis diesen Augenblick. Du foll mich der heilige Gedank' an gabst mir frohe Tage, und dich oft still zu dir erheben. Im selbst der Leiden Plage verwan dunkeln Thale wall' ich hier. Einst deltest du in mein Glück. nimmst du mich hinauf zu dir, 3. Jch bin, Herr aller Dinge, zumlicht und höhern Leben. Auf der Treu viel zu geringe, mit der dich hoff' ich, Herr! Ich werdeldu mich bewacht. Damit ich, Staub 8 Morgenlieder, Staub und Erde, auf ewig| wieder neu aus deiner milden glücklich werde, hast du schon Hand. Mein Auge wird, woewig mein gedacht. hin es blickt, von Wundern dei4. Du hörtest schon mein ner Huld entzückt. Sehnen und zähltest meine 3. Dich, dem ich nichts verThränen, eh' ich bereitet war; gelten kann, dich, Bater, bet' eh' ich zu sein begonnte und zu ich kindlich an! Ich opfre dir dir rufen konnte, da wogst du mein Herz. Ein Herz voll Dank schon mein Theil mir dar. und Zuversicht verwirfst du, 5. Du ließt mich Gnade fin- Allerhöchster, nicht. den, und sahst doch meine Sün- 4. du, den meine Seele O den vorher von Ewigkeit. Opreist, erwecke mich durch deiHöchster, welch Erbarmen! Dunen Geist zur Uebung meis forgtest für mich Armen, und ner Pflicht! Er helfe meiner bist ein Vater, der verzeiht. Schwachheit auf, bis ich voll6. Für alle deine Treue, für ende meinen Lauf. das, deß ich mich freue, lobsin- 5. Ein gut Gewissen sei mein get dir mein Geift. Es ist dein Theil! Dies wirk' in mir zu größt Geschenke, daß ich durch meinem Heil' und segne meiihn dich denke. Dein ists, daß nen Fleiß. Dir ist, was ich er dich Vater heißt. bedarf, bekannt; und Alles steht 7. Daß du mein Leben fristest in deiner Hand. und mich mit Kraft ausrüstest, 6. Die Blume kleidest du mit dies, Vater, dank ich dir. Daß Pracht, nährst jeden Vogel, du mich liebreich führest, mit dei nem Geist regierest, dies alles, Bater, dank ich dir. Gott der Macht! Bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meis ne Sorg' auf dich; du, mein Erbarmer, sorgst für mich. Am Sonntage. 8. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben. Du giebst's; ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, feg: 15. Dir, Ewiger, ſei die Mel. Herzliebster Jesu, was ne und behüte mich. ser Tag geweihet! Mel. Warum betrübst du dich- Ihn feiert gern, wer deiner, 14. Dir, der das Licht ent- Gott, sich freuet. Q, laß auch stehen hieß und mich mich mit Freuden vor dich tre gesund erwachen ließ, sei Preis ten, dich anzubeten. und froher Dank! Des neuen 2. Dich preist der Lobgesang Morgens Heiterkeit fei dir, mein der Himmelsheere; auch unser Gott, zuerst geweiht! Tempel schallt von deiner Ehre 2. Ein jedes Gut, deß ich Auch unser Dank und unsers Her mich freu, empfang ich jetzolzens Flehen soll dich erhöhen. 3. Bie Morgenlieder. 3. Wie freu ich mich, die Stät- fde macht. Stimm, Herz te zu begrüßen, wo Dürstenden Mund, ein Danklied an: Der des Lebens Bäche fließen, und wo dein Ruhm, von dir geweih ten Zungen, froh wird besungen. Herr hat wohl an mir gethan. 2. Ein Jahr ist wiederum verflossen, ein Jahr von meiner 4. Vergebens lockt die Welt Lebenszeit; unzählig Guts hab' zu ihren Freuden; mein Geistlich genossen, mein Gott, von soll sich an deiner Lehre weiden. deiner Gütigkeit. Du gabst, Dein heil'ges Wort, das deine vergabst und standst mir bet; Boten lehren, will ich gern hören. ja Vater, ja, du bist getreu. 5. Ich will mit Andacht, Bas 3. Wie soll ich deine Huld erz ter, vor dich treten; ich weiß, beben! Sie ist zu groß, mein du liebst, die kindlich zu dir be- Dank zu klein. O, möchte doch ten, und die, die ihre Sünden- mein ganzes Leben nur deinem schuld bereuen, willst du erfreuen. Dienst gewidmet sein! Nimm, 6. O, laß auch heute deinen Gott, durch den ich fröhlich bin, Geist mich lehren, vom Weg, der mein ganzes Herz zumOpfer hin. dir mißfällt, mich abzukehren. 4. Du, dessen Treu auf allen Regiere mich, daß meine ganze Wegen mir immer nah und tröstSeele zum Trost dich wähle. lich war! O lege deinen Vater7. Dein Tag fei mir ein Denk- segen auch auf dies neue Lemal deiner Güte voll Heil für bensjahr! Gott, der du weis' mich, und lenke mein Gemů- und gütig bist, gieb mir stets, the auf jenes Glück, das mir dein was mir nützlich ist. Sohn erworben, da er gestorben. Mel. Ich dank dir, lieber 8. Ja, Preis sei dir, du Todes 17. Es hat uns heißen treüberwinder! An diesem Tag hast du, zum Heil der Sünder, lieber Sohn, mit herzlichen Geten, o Gott, dein die, fern von Gott, in Todesschat- beten vor deinen hohen Thron, ten saßen, dein Grab verlassen. und uns mit theurem Amen 9. Es feire dankbar diesen Erhörung zugesagt, wenn man Tag die Erde, daß jedes Land in seinem Namen nur bittet, soll deines Ruhmes werde! Lob leht und klagt. fel, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig! Amen! 2. Darum- komm ich gegangen in dieser Morgenstund; Morgenlied am Geburtstage. ach, laß mich doch erlangen, Mel. Wer nur den lieben Gottwas ich aus Herzensgrund an 16. Erwache fröhlich, mein dich, mein Gott, begehre, Gemüthe, jetzt, da im Namen Jesu Christ, und der Leib vom Schlaf' erwacht; gnädig mir gewähre, was Seefchwing dich zum Vater, dessen len nützlich ist. Güte mir diesen Tag zur Freu- 3.Nicht aber mir zu geben, bitt' ichs 810 Morgenlieder. ich, aus deiner Hand Geld, Gut 3. Laß die Nacht auch meiner und langes Leben, nicht Ehr' und Sünden jetzt mit dieser Nacht hohen Stand; denn dieses ist nur vergehn. O Herr Jesu! laß nichtig und lauter Eitelkeit, ver: mich finden deine Wunden of gånglich, schwach und flüchtig, fen stehn, da alleine Hülf' und und schwinder mit der Zeit. Rath ist für meine Missethat. 4. Ich bitte, mir zu schenken 4. Hilf, daß ich mit diesem ein fromm und teusches Herz, Morgen geistlich auferstehen das nimmermehr mag denken mag und für meine Seele fors auf luderlichen Scherz, das stets gen, daß, wenn nun dein großer mit Liebe flammet zu dir, Gott, Tag uns erscheint und dein Ges himmelan, und alle Lust vers richt, ich davor erschrecke nicht, dammet der lasterpollen Bahn 5. Führe mich, o Herr, und 5. Hernach laß mich gewin- leite meinen Gang nach deinem nen nach deiner großen Kraft Wort; sei und bleibe du auch Kunst, Weisheit, fluge Ein- heute mein Beschützer und mein nen, Verstand und Wissenschaft, Hort; nirgends als von dir als daß all mein Thun und Handel tein kann ich recht bewahret sein, dir mög' gefällig sein, laß vor 6. Meinen Leib und meine der Welt mein'n Wandet sein Seele, sammt den Sinnen und ohne falschen Schein, Verstand, großer Gott, ich dir 6. So wird von jenem allen, befehle unter deine starke Hand. Stand, Leben, Chr' und Geld Herr, mein Schild, mein' Ehr' auf meine Seite fallen, so viel und Ruhm! nimm mich auf, dir, Gott, gefällt. Man muß dein Eigenthum. die Seel' erst schmücken, so 7, Deinen Engel zu mir sende, wirst du allgemach den Leib der des bösen Feindes Macht, auch wohl beglücken; Glück List und Anschlág' von mir wens folgt der Zugend nach. de und mich halt' in guter Acht; 18. Gott des Himmels und der auch endlich mich zur Ruh der Erden, Vater, trage nach dem Himmel zu. Sohn und heilger Geist, der es 8. Höre, Gott, was ich begehre, Tag und Nacht läßt werden, Vater, Sohn und heilger Geist; Sonn' und Mond uns scheinen meiner Bitt' mich, Herr, gewäh beißt, dessen starke Hand die re, der du selbst mich bitten heißt; Welt, und was drinnen ist, erhält, so will ich dich hier und dort 2, Gott, ich danke dir von Her- herzlich preisen fort und fort. zen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Morgenlied eines Kranken. Schmerzen haft behütet und be: Mel. Was Gott thut, das ist- wacht, daß des bösen Feindes List 19. Herbei geseufzet iſt er da, nach langer Nacht mein nicht mächtig worden ist. Morgenlieder. 11 Nacht, der Morgen. O du, der Sinn, wenn mich der Tod will meine Leiden sah, mein Sehnen, schrecken, und mir, weil ich ein Wünschen, Sorgen, schweig nicht Sünder bin, will Gram vor sich allein bei meinem Schrei'n, der erwecken. Laß nur an dir mich, du den Wurm erbörest und Men- weil ich hier noch leben werde, schen Mitleid lehrest. hangen, so werd' ich Trost era 2. 3u wem fleh' ich sonst, als tangen. zu dir? Nur du, Gott, kannst mel, Gott des Himmels und der- erhören; nur du kannst Trost in Leiden mir, kannst Hülfe mir ge: 20. Höchster Gott, durch deiz wahren. nen Segen kann ich Blick auf mich her, All- fröhlich und gesund diese Nacht gütiger! Erbarmer deiner Werke, zurücke legen; darum preist dich gieb mir Vertraun und Stärke, Herz und Mund. Denn du willst 3. Die Lust zum Leben, die du für alle Treu nichts, als daß mir so tief ins Herz gepräget, die man dankbar sei. Freundesliebe, die du mir als 2, Segue heute mich som Neus Pflicht selbst auferleget, und was en, weil du segnen kannst und der Tod dení Leibe droht, dringt mußt; denn mit Wohlthun zu mit der Krankheit Schmerzen erfreuen, das ist deine Herzenss nach dem beklemmten Herzen. lust. Und du machst die milde Hand täglich aller Welt bekannt. 3. Segne mich mit deinem ten! Zu dir ruf ich in meiner Noth, Geiste, welcher alle Seelenkraft mich aus der Angst zu retten. Ver- mir zum Christenthume leiste, laß mich nicht! Denn für mich daß es gute Werke schafft, und spricht dein Sohn, der größte Be- den Sünden insgemein ein ges ter, und bei dir mein Vertreter. schworner Feind mag sein, 4.3u mir ruf, sprichst du, in der Noth, so will ich dich errets 5. Verlängre meiner Tage 4, Segue mich mit Chrifti Zahl, und laß mich, laß mich les Blute über meine Missethat, ben! Sprich zu dem Sünder weil er das auch mir zu gute noch einmal; Genese, du sollst mildiglich vergessen hat. Gláus leben! so lernt von mir ein Sún- big halt' ich mich daran, daß der, dir vielleicht noch Ehre ge- mich nichts verdammen kann. ben und rettet sich das Leben, 5. Segne mich mit deinem 6. Doch willst du, daß ich diese Worte; schreib es in mein Herz Welt nach deinem Rath verlasse; hinein, daß es mag an jedem Ors so thue, Gott, was dir gefällt; te meines Wandels Richtschnur gieb nur, daß ich mich fasse! sein, Leuchtet mir dieß LebensLaß das mich sehn und es vers licht; ei! so fehl und fall ich nicht. stehn, was Christus mir erwors 6. Segne mich in meinem ben, der auch für mich gestorben. Stande; zieh mein Herz mit 7. Dieß práge tief in meinen Klugheit an, daß ich solchen ohne Schanz 12 Morgenlieder. Schande und mit Ehren führen gütiger, zu dir. Gieb Demuth, kann. Gieb die Mittel auch mit Sanftmuth, Liebe, Treu und Gedrein, die dazu vonnöthen sein. horsam mir, daß ich in frühster 7. Segue mich im Kreuz und Jugend mich deinem Dienste Leiden mit Vertrauen und Ge- weih', und christlich fromme Tus duld; segne mich in Glück und gend mein bestes Kleinod sei. Freuden mit dem Reichthum deiner Huld, daß ich dir im Kreuz getren, und im Glück voll Demuth sei. 8. So will ich für allen Se5. Nimm zu dem Bund der Gnaden mich, o mein Heiland, an! Entferne, was mir schaden an Leib und Seele kann! Dein gu= ter Geist regiere Gedanken, Wort gen Lob und Ehr' und Preis und und That, daß nichts mein Herz Dank dir zu deinen Füßen legen, verführe. Erhöre, was ich bat! und es thun mein Lebelang: bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. 22. Ich dank dir, lieber HerMorgenlied eines Kindes, Mel. Schak über alle Schätze- re, daß du mich haft bewahrt in dieser Nachtgefährde, darin ich lag so hart mit Finsters niß umfangen, dazu in großer Noth, daraus ich bin entgangen, Gott. 21. Jch bin von süßem Schlummer gesund halfst du mir, Herre und froh erwacht; es weckte mich 2. Mit Dank will ich dich los kein Kummer, kein Schmerz die ben, o du, mein Gott und Herr, ganze Nacht. Sanft ruhten mei im Himmel hoch dort oben! Den ne Glieder auf diesem Lager hier; Tag mir auch gewähr, warum jetzt scheint so freundlich wieder ich dich thu bitten, und auch die liebe Sonne mir. dein Will' mag sein; leit mich 2. Und meine Aeltern leben; in deinen Sitten und brich den fie eilen froh herbei und segnen Willen mein. mich und geben mir neue Lieb' 3. Daß ich, Herr, nicht abweis und Treu. Soll das mein Herz che von deiner rechten Bahn, der nicht rühren? Gott, ich dan- Feind mich nicht erschleiche, das te dir! Wie viel konnt' ich verlie- mit ich irr' möcht' gahn. Erhalt ren! und wer erhielt es mir? mich durch dein' Güte,( das 3. Ich will mit schwachem birt ich fleißig dich,) vors Teus Munde dir, Herr, ein Loblied fels List und Wüthen, damit weihn, und in der Morgenstun er setzt an mich. de mich deinerGüte freun! Wenn 4. Den Glauben mir verleihe ich dich gleich nicht sehe; doch an dein'n Sohn, Jesum Christ, fiehst und hörst du mich, du Ba- mein' Sånd' mir auch verzeihe ter, in der Höhe! Woht mir, allhier zu dieser Frist; du wirst dein Kind bin ich! mirs nicht versagen, wie du ver 4. Lenk alle meine Triebe, All- lheisen hast, daß er mein' Sünd' thu Morgenlieder. 13 thu tragen und lös mich von in dieser Nacht so gnädig haft der Last. behütet. 5. Die Hoffnung mir auch 2. In welcher Nacht ich lag so giebe, die nicht verderben läßt, hart mit Finsterniß umfangen, darzu ein' christlich' Liebe zu von all'n mein Sünd'n geplaget dem, der mich verletzt, daß ward, die ich meinTag begangen. ich ihm Gut's erzeige, such 3. Drum bitt ich dich aus Herz nicht darin das Mein, und zensgrund, du wollest mir verz lieb' ihn als mich eigen, nach geben all'meine Sünd', die ich bes all dem Willen dein. gunnt in meinem ganzen Leben. 6. Dein Wort laß mich bekennen vor dieser argen Welt, den mag mitkisten mannigfalten. 4. Und wollest mich auch dies sen Tag in deinem Schutz erhalauch mich dein'n Diener nennen, ten, daß mir der Feind nicht schas nicht fürcht'n Gewalt noch Geld, das mich bald möcht' ableiten von deiner Wahrheit klar; wollst mich auch nicht abscheiden von der christlichen Schaar. 5. Regier mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd' nicht fal= ten, auf daß dir mög' das Leben mein und all mein Thun gefallen. 7. Laß mich den Tag vollenden 6. Denn ich befehl dirleib und zu Lob dem Namen dein, laß mich nichts von dir wenden, ans End beständig sein; behút mir Leib und Leben, dazu die Frücht' im Land, was du mir hast gegeben, steht all's in deiner Hand. 7. Auf daß der Fürste dieser Welt kein' Macht an mir nicht finde; denn wo mich nicht dein'Gnad er= 8. Herr Christ, dir Lob ich sa hält, ist er mir viel zu g'schwinde. ge für deine Wohlthat all', die 8. Jch hab es all' mein Tag ge= du mir all mein Zage erzeigt hört, Menschenhülf' sei verlohaft überall. Dein'n Namen will ren; drum steh mir bei, o treuer ich preisen, der du allein bist Gott! Zur Hülf bist du erkohren. gut; laß deinen Leib mich spei- 9. Allein Gott in der Höh sei fen, tránk mich mit deinem Blut. Preis, sammt seinem eingen 9. Dein ist allein die Ehre, dein Sohne, in Ewigkeit des heil's ist allein der Ruhm; die Rach' gen Geists, der herrscht im dir niemand wehre; dein Segen Himmelsthrone. zu uns komm, daß wir in Fried 10. Er herrschet so gewaltiglich einschlafen, mit Gnaden zn uns vom Anfang bis ans Ende. Gott eil; gieb uns des Glaubens Waf- Vater, Sohn und heil'ger Geist, fen vor's Teufels list'gem Pfeil. b'scher uns ein sel'ges Ende! 23. Jch bank dir schon durch Mel. Auf meinen lieben Gott deinen Sohn, o Gott 24. Jest geht die für deine Güte, daß du mich heut Sonne zu treiben Lauf; Seel' und all's in deine Hände, in meiner Angst und Ungefäll, Herr, mir dein' Hülfe sende. MAKING 14 Morgenlieder. Lauf; drum, höchster Gott! wir] 5. Daß Dieb' und Räuber uns bitten, leit uns auf unsern Trit- ser Gut und Leiber nicht angeten; laß alle unsre Thaten zustast't noch grausamlich verletzet, deinem Preis gerathen! dawider hat sein Engel sich 2. Regiere Zung' und Mund, gesetzet. Lobet den Herren! daß sie zu keiner Stund' nicht feh- 6. treuer Hüter! Brunnen le, nicht belüge, nicht zanke, nicht aller Güter, ach! laß doch ferner betrüge. Lenk ab all unfre Sin- über unser Leben bei Tag und nen vom eitlen Weltbeginnen. Nacht dein' Hut und Güte 4 3. Mach unsre Herzen rein, zu schweben. Lobet den Herren! dienen dir allein. Hilf, daß wir 7. Gieb, daß wir heute, Herr, mäßig leben, der Demuth uns er durch dein Geleite auf deinen geben. Laß uns durch stetes Kam Wegen ungehindert gehen und pfen des FleischesLüste dampfen; überall in deiner Gnade stehen. 4. Daß, wenn die Sonne Lobet den Herren! weicht und uns den Tag ents 8. Treib unsern Willen, dein zeucht, wir mögen mit den From Wort zu erfüllen, lehr uns vers men zur Abendprüfung kom- richten heilige Geschäfte, und wo men, zu dir die Sinne kehren, wir schwach sind, da gieb du uns dich preisen, rühmen, ehren. Kräfte. Lobet den Herren! Mel. Herzliebster Jefu, was9. Richt unsre Herzen, daß 25, Lobet den Herren alle, die wir ja nicht scherzen mit deis ihn ehren! Laßt uns mit nen Strafen, sondern fromm ze Freuden seinem Namen singen, werden, vor deiner Zukunft uns und Preis und Dank zu seinem bemühn auf Erden. Lobet den Altar bringen. Lobet den Herren! Herren! 2. Der unser Leben, das er uns 10. Herr, du wirst kommen, hat geben, in dieser Nacht so vä- und all' deine Frommen, die terlich bedecket, und aus dem sich bekehren, gnädig dahin Schlaf' uns fröhlich auferwet- bringen, da alle Engel ewig, fet. Lobet den Herren! ewig singen: Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch Mel. Schaß über alle Schätze.- brauchen können und Hånd' und 26, Lob sei Gott, der den Füße, Zung' und Lippen regen, Morgen uns sendet das haben wir zu danken seinem nach der Nacht; der, wenn wir Segen. Lobet den Herren! ohne Sorgen entschlummern, für 4. Daß Feuerflammen uns uns wacht; der uns im Schlaf' nicht allzusammen mit unsern erquicket und unsre Kraft erneut; Häusern unversehns gefressen, Gott, der die Erde schmücket, das macht, daß wir in sei und, was er schuf, erneut. nem Schoof gesessen. Lobet den Herren! 2. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin; und dieß - Morgenlieder. 15 dieß mein irdisch Leben flieht groß ist deine Vatertreu, mit jes schnell zum Tode hin. Bald ist dem Tag ist deine Güte neu. sie ganz verschwunden, der 2. Die Sonn' enthüllt den Wallfahrt kurze Zeit; doch Schauplah deiner Werke, und hangt an ihren Stunden das Alles zeugt von deiner Huld und Heil der Ewigkeit. Stárke. Sie, die das Ziel von 3. O süßer, hoher Glaube, ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos nicht ewig zu vergehn! Es soll hin und strahlt zu deinem Preis. der Mensch vom Staube einst 3. Die Erd' ist dein und du wieder auferstehn! Ach, laß regierst dieß Ganze. Vom Menmichs nie vergessen, der heilichen an bis auf die kleinste Pflan= gen Hoffnung voll laß täglich ze seh ich, wie groß sich deine mich ermessen, was einst ich Vorsicht zeigt; sie reicht so weit, werden soll. so weit der Himmel reicht. 4. Sollt' ich nach Reichthum 4. Und sie umfaßt anch mich! trachten? Nie komm' es in mein Du, Höchster, denkest an mich, Herz. Nach Ehr' und Wollust den Staub! Der du die Himmel schmachten? Ihr Lohn ist Reustenkest, du forgst für mich! Gott und Schmerz. Hienieden schon wie vergelt' ich dir? Ein dankvoll auf Erden soll meine Seele rein, Herz das bring ich dir dafür. ein Tempel Gottes werden, ganz 5. Nimms gnädig an; ges ihm geheiligt sein. denk nicht meiner Sünden; 5. 3war unvermischte Freu- durch deinen Sohn laß mich den sind nicht der Christen Loos; Vergebung finden! Ihm, wel= doch ist in ihrem Leiden des Herrn cher nie ein gläubig Flehn vers Erbarmung groß. Wir leiden warf, dank ich's, daß ich dich nicht vergebens und sehn von Vater nennen darf. ferne schon die Wonne jenes Les bens, der Ueberwinder Lohn. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich, 6. Getrost, mein Geist, er allein, so lang ich lebe, schauen; müde in deinem Kampfe nicht! du bist mein Gott, mein Retter Dich starke Gottes Friede mit in Gefahr, mein starker Fels, Kraft und Zuversicht. Ermun mein Helfer immerdar. tre dich und streite; des Sieges Lohn ist nah! Getrost! vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. hier noch wallen werde. Fällt 7. Du weißt, wie lang ich ohne dich kein Sperling auf die Erde, so nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr. Mit Naz 27. Mein erster Wunsch, men kennst du mich und zählst Mel. Die Sonn' hat sich mit- mein innigstes Be- mein Haar. streben ist, Herr, mein Gott, dich 8. Mein Heiland, gieb mir würdig zu erheben. Unendlich Kraft zum neuen Leben! gieb mir den 16 Morgenlieder. den Muth, dem Beispiel nachzu-| 8. Nimm meines Lebens gnäs streben, das du, o Herr, uns hin- dig wahr; auf dich hofft meine terlassen hast. Dein Joch ist Seele. Sei mir ein Retter in Ges fanft, und leicht ist deine Last. fahr; ein Vater, wenn ich fehle. 9. Dein Auge sieht die Schwä- 9. Gieb mir ein Herz voll Zus chen meiner Seele; verwirf mich versicht, erfüllt mit Lieb und Runicht! Vertritt mich, wenn ich be; ein weises Herz, das seine fehle. Zu dir hinauf fleht mei: Pflicht erkenn' und willig thue. ne Seele stets, und du vernimmst's, Erhörer des Gebets! Mel. Ich dank dir schon durch 10. Daß ich, als dein ge= treuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und 28. Mein erst Gefühl sei gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr beizustehn, nie Fleiß und Arbeit hört meinen Lobgefang; lobsing scheue; mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Zugend ihm meine Seele! freue; - 2. Mich selbst zu schützen oh12. Daß ich das Glück der Les ne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicher: benszeit in deiner Furcht ge= heit der Nacht und Ruhe für nieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu Mel Wer nur den lieben Gott- bewahren? Wer stärkt mein 29. Mein Gott, nun ist es Blut in seinem Fleiß, und wieder Morgen, die schützt mich vor Gefahren? Nacht vollendet ihren Lauf; nun 4. Wer lehrt das Auge seine wachen alle meine Sorgen auf Pflicht, sich sicher zu bedecken? einmal wieder mit mir auf. Die Wer ruft dem Tag' und seinem Ruh' ist aus, der Schlaf dahin, Licht, uns wieder aufzuwecken? und ich seh wieder, wo ich bin. 5. Du bist es, Gott und Herr 2. Ich bin noch immer auf der der Welt, und dein ist unser Le- Erde, wo jeder Tag sein Elend ben. Du bist es, der es uns erhält hat, wo ich nur immer älter und mir's jetzt neu gegeben. werde und häufe Sünd' und 6. Gelobet feist du, Gott der Missethat. O Gott, von dessen Macht! Gelobt sei deine Treue, Brod' ich zehr, wenn ich dir daß ich nach einer sanften Nacht doch auch nütze wår! mich dieses Tags erfreue. 3. Ohn' Zweifel siehst du mich 7. Laß deinen Segen auf mir aufstehen; regier mich auch in dies ruhn, mich deine Wege wallen, fer Welt. Ich weiß nicht, wie mirs und lehre du mich selber thun heut wird geben, mach Alles so, nach deinem Wohlgefallen. wie dirs gefällt. Schließ mich in Morgenlieder. 17 in deine Vorsicht ein, dein will Thätigkeit, und, ihn aufs Nützich todt und lebend sein. lichste zu üben, giebst du uns 4. Vergieb mir, Vater, alle, auch Gelegenheit. Du kennest Sünden, die ich mit aus dem unsrer Arbeit Müh', und deine Bette bring, und laß mich vor Kraft erleichtert sie. dir Gnade finden; erhöre, was 4. Laß mich auf diese Ord ich bet' und sing. Denn wenn nung sehen, ihr folgen und mich ich nur bei dir wohl steh, so ihrer freun. Wie sollt' ich daz acht' ich gar nicht, wie es geh'. bei irre gehen, und nicht viel= 5. Hilf du in allen Sachen mehr gesegnet sein von dir, der rathen; denn ich bin selber mir dn der Arbeit Last auch reis nicht klug. Behüte mich vor chen Lohn beschieden haft? Missethaten, vor böser Men- 5. So wart' ich denn auf deis schen List und Trug. Laß mich nen Segen und sorge nicht, wie's den Tag wohl legen an und werden soll; ich geh ihm doch ges Gutes schaffen, wo ich kann. wiß entgegen und bin des ho6. Behüte mir mein Leib und hen Trostes voll: mein Fleiß, o Leben, mein Weib und Kind, Höchster, ist vor dir; du siehst mein Hab und Gut,( Verwandt' und du vergiltst ihn mir. und Freunde, Hab und Gut,) 6. Jch tröste mich deß nicht und laß den Himmel Segen ge- vergebens, bleibt er gleich uns ben, wenn meine Hand das Ihre vergolten hier; du reichst am thut. Hilf, daß ich Alles wohl Abend meines Lebens auch mie berricht'; du wirst es thun, ich der Treue Lohn dafür. Dann zweifle nicht! freu ich mich in Ewigkeit des nützlichen Gebrauchs der Zeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 30. Mit dir geh ich an mein P Geschäfte, o Gott, Mel. Ach bleib mit deiner GnadeDu giebst durch deinen Geist mir 31. Noch läßt der Herr mich auch gewiß zur Arbeit Kräfte, so leben! Mit fröhlichem lange du mich leben heißt. Laß, Gemüth eil ich, ihn zu erhea dieser Hoffnung mich zu freun, ben; er hört mein frohes Lied. auch deinen Rath mir heilig sein. 2. Zu ihm entzückt mich wie2 Der ehrt dich nicht, der sei- der der Morgensonne Pracht. ne Lage in tragem Müssigang Ich falle vor ihm nieder, der berlebt, und sich und Andern sie und mich gemacht. gleich zur Plage, das ihm gelieh- 3. Du, Herrscher aller Wel ne Pfund vergräbt. Du bist, der ten, nimmst dich auch meiner uns den Fleiß gebot; und wer an! Wie soll ich dir vergelten, ihn übt, ehrt dich, mein Gott was du an mir gethan? - 3. Du gabst mit so viel andern 4. Wirst du nach Opfern Trieben uns auch den Trieb zur schauen? Sie gelten nichts vor 2 dire 18 Morgenlieder. dir. Du forderst nur Vertrau- 3. Und du, des Leibes edler en, nur Liebe, Gott, von mir. Gast, du theure Seele du, die 5. Dein sei mein ganzes Le- du so sanft gerubet hast, dank ben! Mein Herz sei ewig dein! Gott für deine Ruh. Dir will ich Ehre geben, und deiner Huld mich freun. 4. Wie soll ich dir, du Seelenlicht, zur Gnüge dankbar 6. Tilger meiner Sünden, sein? Mein Leib und Seel'. mein Mittler, Jesu Christ, laß ist dir verpflicht't, und ich bin mich den Trost empfinden, daß ewig dein. du mir gnädig bist! 5. Dir geb' ich, Jesu, diese 7. Dir hab' ich mich ergeben. Gab' zu einem Unterpfand, dies Ich freue mich in dir. Erfreuen- weil ich sie empfangen hab' der, als Leben, ist deine Güte mir. von deiner Liebeshand. 8. Sie führe mich auch heute 6. Und diese deine Liebeshand auf deinem Zugendpfad! Du hat heut bei mir gewacht, auch ewig Weiser, leite mich selbst allen Schaden abgewandt in nach deinem Rath! dieser finstern Nacht. 9. Nur dieß laß mich erflehen: 7. Ju deinen Armen schlief gieb mir ein weises Herz! Auf ich ein; drum konnte Satan dich laß mich stets sehen, in nicht mit seiner List mir schädlich Freuden, wie im Schmerz! sein, die er auf mich gericht't. 10. Daß ich am ersten trach- 8. Vor Feuer und vor Wass te nach dem, was dir gefällt; sersnoth hat mich, Herr, deine daß ich es höher achte als al Güt', vor einem bösen schnellen len Ruhm der Welt. Tod, heut diese Nacht behüt't. 11. Daß ich mein Heil erwä- 9. Hab Dank, o Jesu, habe ge, im Stillen oft bei mir mit Dank für deine Lieb' und Treu, Ehrfurcht sagen möge: Gott hilf, daß ich dir mein Lebelang fieht mich, Gott ist hier! von Herzen dankbar sei. 12. Daß ich dich stets erhebe, 10. Gedenke, Herr, auch heut and, kommt mein Tod, mich dir an mich in diesem ganzen Tag, mit Freudigkeit ergebe. Das, und wende von mir gnädiglich Herr, verleihe mir! Noth, Jammer, Angst und Plag. Mel. Nun sich der Tag geendet 11. Erhör, o Jesu, meine Bitt', 32. Nun fich die Nacht ge- nimm meine Seufzer an; laß endet hat, die Finster- alle meine Tritt' und Schritt' niß zertheilt, wacht alles, was den heut gehn auf rechter Bahn. Abend spat zu seiner Ruh geeilt. 12. Ach, laß, o Jesu, keine 2. So wacht nun auf, ihr Sin- Súnd' mich diesen Tag begehn, nen, wacht, legt allen Schlaf bei sonst möcht' ich armes Suns feit, zum Lobe Gottes feid be- denkind nicht wohl vor dir bes dacht, denn es ist Dankens Zeit.lftehn. 13. Wend Morgenlieder. 19 13. Wend meine Augen gná- Mel. O Gott, du fommer Gott.- dig ab von aller Eitelkeit, das 34. Jesu, süßes Licht! mit bis an mein finstres Grab ich alles Böse meid'. nun ist die Nacht verz gangen; nun hat dein Guaden= nun ist, was an mir ist, vom glanz aufs Neue mich umfangen; Schlafe aufgeweckt, und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 14. Gieb deinen Segen die sen Tag zu meinem Werk und That, damit ich selig sagen mag: Wohl dem, der Jesum hat! 15. Wohl dem, der Jesum bei fich führt, schließt ihn ins Herz hinein! So ist sein ganzes Thun geziert, und er kann selig sein. mein Gott, für Opfer schenken? 2. Was soll ich dir denn nun, Ich will mich ganz und gar in deine Gnad' einsenken mit Leib, 16. Nun dann, so fang ich mit Seel', mit Geist, heut diesen meine Werk' in Jesu Namen an, ganzen Tag; das soll mein er geb' mir seines Geistes Stárk', Opfer sein, weil ich sonst nichts daß ich sie enden kann. vermag. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns- 33. 3. Drum siehe da, mein Gott, heilige Dreifaltigkeit, da hast du meine Seele; sie fei o hochgelobte Einig- bein Eigenthum, mit ihr dich keit! Gott Vater, Sohn und heut vermähle in deiner Liebess heil'ger Geist, heut diesen Tag kraft; da hast du meinen Geist, mir Beistand leist! darinnen woll'st du dich verklás 2. Mein' Seel', Leib, Ehr' und ren allermeist. Gut bewahr, daß mir kein Bo 4. Da sei denn auch mein Leiß ses widerfahr' und mich der zum Tempel dir ergeben, zur Satan nicht verlet', noch mich Wohnung und zum Haus. Ach, in Schand' und Schaden setz'. allerliebstes Leben, ach! wohn', 3. Des Vaters Macht mich ach! leb in mir, beweg' und res heut anblick; des Sohnes Weis- ge mich; so hat Geist, Seel' und beit mich erquick; des heil'gen Leib mit dir vereinigt sich. Geistes Glanz und Schein ers leucht' mein's finstern Herzens Schrein. 5. Dem Leibe hab' ich jetzt die Kleider angeleget, laß meiner Seelen sein dein Bildniß einge= 4. Mein Schöpfer, steh mir pråget, im goldnen Glaubenskráftig bei! O mein Erlöser, hilf schmuck, in der Gerechtigkeit, so mir frei! O Trófter werth, weich allen Seelen ist das rechte Ehs nicht von mir, mein Herz mit renkleid. werthen Gaben zier! 6. Mein Jesu, schmücke mich 5. Herr, segne und behüte mich; mit Weisheit und mit Liebe, mit erleuchte mich ja gnädiglich; Herr Keuschheit, mit Geduld, durch heb auf mich dein Angesicht und deines Geistes Triebe; auch mit deinen Frieden auf mich richt! der Demuth mich vor allem kleis 2* de 20 Morgenlieder. de an, so bin ich wohl geschmückt| Munde, des Lasters Pfad mit und köstlich angethan. Ernst zu scheun; nur, zu Erfüllung dieser Pflicht, entzieh mir deinen Beistand nicht. 7. Laß mir doch diesen Tag stets vor den Augen schweben, daß dein' Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein gan zes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund'. 5. Bewahre mich, o Gott der Liebe, auch heute, wie du fonst gethan. Du kennst mein Herz und seine Triebe: nimm meiner dich als Vater an, so oft der Sünden Reiz mich trügt, damit er nicht mein Herz besiegt. 6. So will ich froh den Tag 8. Ach! fegne, was ich thu, ja rede oder denke; durch deines Geistes Kraft es also führ' und lenke, daß Alles nur gescheh' zu vollenden, vertraut mit dir und deines Namens Ruhm, und daß meiner Pflicht. Mein Leben steht ich unverrückt verbleib dein Ei in deinen Händen; ich, dein Ers genthum. lofter, zittre nicht. Und schließt so Mel. Wer nur den lieben Gott sich heut mein Erdenlauf, ſo 35. Voll Dank an diesem eilt mein Geist zu dir hinauf. neuen Morgen er- Mel. Nun laßt uns Gott dem Herrenbebe dich, mein Geist, zu Gott! 36. Wach' auf, mein Herz, Er wird für mich auch heute for: und singe dem gen und mit mir sein in jeder Schöpfer aller Dinge, dem Ges Noth. Er schützte mich in die ber aller Güter, dem frommen ser Nacht; durch ihn gestärkt Menschenhüter. bin ich erwacht. 2. Heut, als die dunklen 2. Wem dank' ichs sonst, als dei: Schatten mich ganz umgeben ver Güte, daß mich, o Gott, kein hatten, hat Satan mein begehUnfall traf? Mit frohem, kindli- ret; Gott aber hats gewehret. chem Gemüthe dank' ich für Stára kung, Ruh'undSchlaf. Auch heute wirst du mit mir sein und mir zur Tugend Kraft verleihn. 3. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen und stärktest mein Vertrauen, auf deine Hülf' zu bauen. 3. Wie viele Tausend meiner 4. Du sprachsi: Mein Kind, nun Brüder sind jetzt nicht mehr mit liege, trotz dem, der dich betrüge; mir erwacht und sehen nicht die schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Sonne wieder, nicht dieser neuen du sollst die Sonne schauen. Schöpfung Pracht. Ich lebe 5. Dein Wort, das ist gesches noch und mich erfreut des neuen hen, ich kann das Licht noch ses Tages Heiterkeit. hen; von Noth bin ich befreiet; 4. Erhalter, dir soll jede Stun: dein Schutz hat mich verneuet. de von diesem Tage heilig sein. 6. Du willst ein Opfer haben, Ich schwöre dir mit Herz und hier bring' ich meine Gaben; mein, Weihs - Abendlieder. 21 Weihrauch und mein' Widder meinem Heil von Neuem einen find mein Gebet und Lieder. Tag. Gieb, daß ich davon jedes 7. Die wirst du nicht verschmå- Theil mit Weisheit nutzen mag. hen, du kannst ins Herze sehen, 4. Die Zeit, in deiner Furcht und weißt wohl, daß zur Gabe vollbracht, bringt ewigen Ges ich ja nichts beffres habe. winn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin! 8. So woll'st du nun vollenden dein Werk an mir und fenden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. Müssiggang, in meinem Stande 5. Gieb, daß ich fern vom treu und, wo ich kann, mein 9. Sprich ja zu meinen Tha- Lebenlang bereit zu dienen sei. ten; hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mitt't und Ende, thu, sei dein Gebot vor mir; 6. In allem, was ich denk und ach Herr, zum Besten wende! 10. Mit Segen mich beschüt- ruh', so sei mein Herz bei dir. und wenn ich von Geschäften te; mein Herz sei deine Hütte; tein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. 7. Was du mir zum Vergnüs gen giebst, vermehr' in mir die Lust, ganz dein zu sein, der Mel. Nun sich der Tag geendet du mich liebst und so viel Gut's 37. Zu deinem Preis und mir thust. Ruhm erwacht, bring 8. Wenn Sorg' und Kums ich dir Ruhm und Preis, dir, mer mich befällt, so laß mich Gott, der durch die Nuh' der auf dich schaun und deiner Vors Nacht uns zu erquicken weiß. sicht, Herr der Welt, mit fros 2. O Vater, deine Gütigkeit hem Muthe traun. ist alle Morgen neu! Du thust 9. An deiner Gnade gnüge uns wohl von Zeit zu Zeit, und mir; sie ist mein bestes Theil, groß ist deine Tren. mein Trost und meine Zuflucht 3. Jetzt schenkst du mir zulhier, und dort mein volles Heil. II. 2 bendlieder. Mel. Kommt, Menfchenkinder, rühmt- ter Zeit, ich sei alsdann auch, 38, 2h, Gott, wie ein Ge- was ich sel, ein Sünder, oder schwätz verfließt die Gott getreu. Zeit, die mir verliehen ist; fie 3. Da wall' ich hin; da wartet rauscht vorbei schnell, wie ein mein das Anschaun Gottes, oder Bach, und dein Gericht, Gott, Pein. Ach, Gott, mein Heil folgt ihr nach. und mein Vertraun, laß mich 2. Die Ewigkeit, die Ewig- dein herrlich Antlitz schaun! teit ergreift mich nach durchleb. 4. Du träufelsi auf die Mus den 22 Abendlieder. den Ruh, und wenn wir schlums Nacht herzlich suchte, mein Era mern, wachest du; doch, wie viel barmer! Mancher Tag geht so das Seelen wallen nicht im Schlum- hin, da ich nicht recht wacker bin. mer hin vor dein Gericht! 4. Ach ich muß mich herzlich 5. Wir sind nur wie ein schämen, du erhältst und schützest Schlaf vor dir; wie Gras, so mich Tag und Nacht so gnädigs blühn und welfen wir, Du for- lich, und ich will mich nicht ge= derst uns vor dein Gericht; vor quemen, daß ich ohne Heuchelei dir besteht kein Sünder nicht. dir dafür recht dankbar sei! 6. Verzeihe denn nach deiner 5. Nun, ich komme mit Verlans Huld auch mir, Erbarmer, meis gen, o mein Herzensfreund, zu ne Schuld; schenk mir an Jesu dir. Neige du dein Licht zu mir, Christo Theil, und deine Gnade da der Tag nunmehr vergangen; sei mein Heil! sei du selbst mein Sonnenlicht, 7. Gieb du die wahre Weis- das durch alles Finstre bricht, heit mir, daß ich nichts fürchte 6. Laß mich meine Tage zählen, außer dir; so schlaf ich mit die du mir noch gönnen willt; dem Troste ein, ich sei im Tod' mein Herz sei mit dir erfüllt, ſo und Leben dein. wird mich nichts können quälen, 8. Und fürchte nicht, von dir Denn wo du bist, Tag und Licht, bewacht, des Todes Schlaf, des schaden uns die Nächte nicht. Grabes Nacht. Du, Gott, bist meine Zuversicht, mich auch im Tode nicht. 7. Nun, mein theurer Heiland, und läßt wache, wache du in dieser Nacht, schüße mich mit deiner Macht, deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, Mel. Ach, was soll ich Sünder 39. Ah, mein Jesu, sich, ob ich gleich jetzt schlafe ein. Abendlied eines Kranken, Mel, Werde munter, mein- ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsterniß sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete; neige 40. Arzt des Leibes, Troft du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin! der Seelen, Jesu, hör mein Danklied an! Ich will 2. Meine Tage gehn geschwin- deine Huld erzählen, die du heut de, wie ein Pfeil zur Ewigkeit, an mir gethan. Durch sie, die und die allerlängste Zeit faust mich hebt und trågt, ist der Tag vorbei, gls wie die Winde, zurück gelegt. Deine Kraft hat fleußt dahin, als wie ein Fluß mich erquicket, daß der Schmerz mit dem schnellsten Wasserguß. mich nicht ersticket. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich 2. Unter Schmerzen und Vers Armer nehme mich doch nicht in langen sind die Stunden fortges Acht, daß ich dich bei Tag undlrückt! Ach ich wär'den Tag verz gans 2 gangen, wenn ich, Herr, dich 3iel! Schrecke, Zod! ich will nicht weichen. Und ob mir der Muth entfiel, stårkt mich, Herr, dein theures Wort und zeigt mir den rechten Ort, wohin aus dem the hat mich Kranten wohl be: Weltgetümmel ich komm' in den dacht. Jesu, deine Lieb' und Gü- Freudenhimmel. 7. Ach wenn werd' ich dich ers nicht erblickt! Ach, ich litte reichen, du von Gott gesetztes große Noth; doch hast du, ge= treuer Gott, sie auf mein Gebet gemindert, und so Schmerz als Angst gelindert. 3. Dein erbarmendes GemüAbendlieder. te schütze mich auch diese Nacht! Ein anderes. Leg mir nicht mehr Schmerzen Mel. Nun sich der Tag geendet zu; gieb den schwachen Gliedern 41. Auch diesen Tag hab' ich Rub. Bleib, Herr, es will vollbracht mit aller Abend werden, bei mir; min- seiner Noth; nur deiner Vaters dre die Beschwerden. lieb' und Macht verdank ich es, 4. Laß du mich und auch dielo Gott! Meinen deiner Treu empfohlen 2. Wärst du nicht meines Les fein. Weck uns wieder als die bens Kraft, mein Retter und mein Deinen, wenn der helle Sonnen- Heil; so würd' in meiner Pilgrima schein aus des Schlafes finstrer schaft kein Trost mir je zu Theil. Gruft uns, dir Dank zu opfern, 3. Doch welchen Trost fühlt ruft. Laß mich bis auf morgen nun mein Herz! Du bist und leben; so will ich dein Lob er bleibst mein Gott; dein Wort heben. versüßt mir jeden Schmerz und lindert jede Noth. OND 5. Doch soll mich des Todes Schrecken, Herr, nach deinem 4. Froh kann ich mich dem weisen Rath, diese Nacht vom Schlaf vertraun; auch schlafend Schlaf erwecken, ach! so denke, bin ich dein. Bor keinem Uns was ich bat! Tod und Ster- fall soll mir graun, du wirst ben scheu ich nicht, wenn es mein Helfer sein. selig nur geschicht. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; du wirst mein, ich dein verbleiben. 5. Und sollt', o Vater, diese Nacht des Leidens letzte sein; wohl mir! dann ist mein Lauf 6. Laß mich nicht in Sünden vollbracht, vorbei des Lebens sterben; nimm die Seel' in deine Pein! Hand. Mache mich zum Him- Mel. Werde munter, mein- melserben, führe mich ins Ba- 42. Auf, o Seele, sei noch terland. Jesu, laß mich auf munter! Gottes Lob mein Flehn einst ein selig En ist deine Pflicht. Seine Sonne de sehn! Bringe mich, nach geht zwar unter, aber seine Güte Kreuz und Leiden, in das Reich nicht. Heut auch hat sie mich ers vollkommner Freuden. náhrt, manche Freude mir ges währt, 24 Abendlieder. währt, vor Gefahren mich be- 2. Ach lieber Herr! behüt schüßet, meine Schwachheit un- uns heunt in dieser Nacht vorm terstüßet. bösen Feind, und laß uns in 2. Hochgeliebt und hochgedir ruhen fein, daß wir vorm priesen seist du, Herr, mein Satan sicher sein. Gott von mir! Was du Gutes 3. Obschon die Augen schla= mir erwiesen, danket meine Seelelfen ein, so laß das Herz doch dir. War ichs, Bater, gleich wacker sein; halt über uns dein? nicht werth, hast du doch mein rechte Hand, daß wir nicht Flehn erhört, das ich heut, als fall'n in Sünd' und Schand. ich erwachte, dir in Jesu Na- 4. Wir bitten dich, Herr Jes men brachte. su Christ, behüt uns vor des 3. Ruhe, Munterkeit und Teufels List, der stets nach uns Kräfte, Trieb, die Arbeit nicht frer Seele tracht't, daß er an zu fliehn, Fortgang im Berufs- uns hab keine Macht. geschäfte hast du mir auch heut 5. Sind wir doch dein ererba verliehn. Und wie viel Gelegen- tes Gut, erworben durch dein heit gab mir deine Gütigkeit, theures Blut, das war des zu des Himmels Seligkeiten im- lew'gen Vaters Rath, als er mer mehr mich zu bereiten. uns dir geschenket hat. 4. Doch, da ich voll Dank er: 6. Befiehl dein'm Engel, daß zähle, wie so groß dein Wohler komm' und uns bewach', dein thun war, stellen sich auch mei- Eigenthum; gieb uns die lieben ner Seele die begangnen Feh- Wächter zu, daß wir vorm Sas ler dar. Ach! verzeih mir mei- tan haben Ruh. ne Schuld, daß in deiner Va= 7. So schlafen wir im Nas terhuld ich ein ruhiges Gewis- men dein, dieweil die Engel bei fen immer möge hier genießen. uns sein. Du heilige Dreieinig 5. Gieb auch bis zum frühen keit, wir loben dich in Ewigkeit. Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich obne Mel. Nun rnhen alle Wälder- Sorgen; wenn ich schlafe, was 44. Der Alles weislich wens chest du. Seel' und Leib befehl det, der Gott der ich dir. Walt' allgútig über Liebe sendet auch nun die Nacht mir, bis ich durch ein selig Ende uns zu, hüllt uns in stille meine Tage hier vollende. Schatten, erquicket dann die Mel. Kommt, Menschenkinder, Matten in sicherm Schlummer 43. Chrift, der du bist der durch die Ruh. helle Tag, vor dir 2. Der Herr versäumet Keis die Nacht nicht bleiben mag, du nen. Der andern Welt zu scheis leuchtest uns vom Vater her nen, rief er der Sonne jetzt. Uns und bist des Lichtes Prediger.decken Finsternisse, doch ohne Küme +3 Abendlieder. 25 Kümmernisse ruhn wir, da sei- sten Ruhm, mein Schuß, mein ne Macht uns schützt. Schaß, mein Eigenthum. 3. In unermeßner Ferne er 3. Der Schlaf zwar herrschet zählen tausend Sterne die Größe in der Nacht bei Menschen und seiner Macht. Fall, meine See: bei Thieren; doch Einer ist, le, nieder; erhebe froh dich wieder droben wacht, bei dem kein der zu deinem Gott, der dich Schlaf zu spüren. Es schlumbewacht! mert, Jesu, nicht dein Aug', auf 4. Er, der den Mond berei- mich gericht't; drum soll mein tet, die Sterne zählt und leitet, Herz auch wachend sein, daß ist auch von mir nicht fern. Zu Jesus wache nicht allein. seines Himmels Höhe blick' ich 4. Verschmähe nicht dieß empor und flehe; denn meine schlechte Lied, das ich dir, Jes Hülfe kommt vom Herrn. fu, singe. In meinem Herzen 5. Ber bin ich? Staub und ist kein Fried', bis ich es zu dir Sünder; doch, Vater aller Kin- bringe. Ich bringe, was ich kann; der, auch mich begnadigst du. ach nimm es gnádig an! Es ist Wenn still geweinte Zähren dir doch herzlich gut gemeint, o Jes meine Reu erklären, so ruft dein su, meiner Seelen Freund! Sohn mir Gnade zu. 5. Mit dir will ich zu Bette 6. Mein Herz vergesse nim- gehn, dir will ich mich befehlen; mer der Vaterhuld, die immer du wirst, mein Schutzherr, auf mich tráget, nie vergißt; und mich sehn zum Besten meiner meine Zunge preise den Höchsten, Seelen. Ich fürchte keine Noth, der so weise, so gütig, als all auch selbsten nicht den Tod. mächtig ist. Denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersieht. 6. Ihr Höllengeister, packet den Lauf vollführet; die Welt euch! Hier habt ihr nichts zu hat sich zur Ruh' gemacht; thu, schaffen; dieß Haus gehört in Seel', was dir gebühret: tritt Jefu Reich, laßt es nur sicher an die Himmelsthür und bring schlafen! Der Engel starte ein Lied herfür, laß deine Au Wacht hat es in guter Acht; ibr gen, Herz und Sinn auf Jesum Heer und Lager hälts im Schutz, fein gerichtet hin. drum sei auch allen Teufeln Truß. 45. Der lieben Sonnen Licht und Pracht hat nun 2. Jhr hellen Sterne, leuchtet wohl und glänzt mit euren 7.So will ich denn nun schla Strahlen, ihr macht die Nacht fen ein, Jesu, in deinen Armen: des Lichtes voll; doch noch zu mein Bette soll dein' Aufsicht tausendmalen scheint heller in sein, mein Lager dein Erbarmen, mein Herz die ew'ge Himmels mein Kissen deine Brust, mein kerz, mein Jesus meiner See- Traum die süße Lust, die aus dep 26 Abendlieder. Seiten Bunde fleußt, und dein 4. Wie hab' ich diesen Tag Geist in mein Herze geußt. mein eigen Herz regieret? hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bes merkt? und hab' ich im Vertraun 8. So oft die Nacht mein' Ader schlägt, soll dich mein Geist um fangen; so vielmat sich mein Herz bewegt, soll dieß sein mein Verlangen, daß ich mit lautem auf ihn, mein Herz gestärkt? Schall möcht' rufen überall: Ach 5. Dacht' ich bei dem Genuß Jesu! Jesu! du bist mein, und der Güter dieser Erden an den ich bin auch und bleibe dein! Allmächtigen, durch den sie sind 9. Nun, matter feib, gieb dich und werden? verehrr' ich ihn zur Ruh, und schlafe sanft und im Staub? empfand ich seine stille. Ihr müden Augen, schließt Huld? trug ich das Glück mit euch zu, denn das ist Gottes Wil- Dank und Unfall mit Geduld? le. Schließt aber dieß mit ein; 6. Wie treu gebrauchte ich Herr Jesu, ich bin dein! so wird die theuern Gnadenstunden? der Schluß recht wohl gemacht. hab' ich des Geistes Zucht und Nun, Jesu! Jesu! gute Nacht. seinen Trieb empfunden? hatt' Mel. O Gott, du frommer Gott-ich des Heilands Sinn? war 46. Der Tag ist wieder hin; ich so tugendvoll wie Er? und und diesen Theil des sprach ich nichts, das ich bes Lebens, wie hab' ich ihn ver- reuen soll? bracht? verstrich er mir verges 7. Hab ich die Meinigen durch bens? hab ich mit allem Ernst Sorgfalt mir verpflichtet? fie dem Guten nachgestrebt? hab durch mein Beispiel still zum ich vielleicht nur mir, nicht mei- Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz ner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des nicht zu bequem? Ein Glück, Herrn, daß ich ihn angefangen? das Andre traf, war dieß mir mit Dank und mit Gebet, mit angenehm? eifrigem Verlangen, als ein 8. War mir der Fehltritt leid, Geschopf von Gott der Tugend sobald ich ihn begangen? be= mich zu weih'n, und züchtig stritt ich auch in mir ein uners und gerecht und Gottes Freund laubt Verlangen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich ges zu sein? beut, bin ich, vor ihm zu stehn, 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer auch willig und bereit? und durch Fleiß ihn, meinen 9. Gott, der du Alles weißt, Gott, gepriesen? mir und der was könnt' ich dir verhehlen? Ich Welt genützt? und jeden Dienst fühle täglich noch die Schwachgethan, weil ihn der Herr gebot, heit meiner Seelen. Vergieb nicht weil mich Menschen sah'n? durch Christi Blut mir die vers letzte Univ.- Bibl. Clessen Abendlieder. 27 letzte Pflicht! Vergieb und gehel 7. Ich schlafe, wache du; ich du nicht mit mir ins Gericht. schlaf' in deinem Namen. Sprich 10. Ja, du verzeihest dem, du zu meiner Ruh dein kräftig Ja den seine Sünden frånken; ou und Amen; denn dazu siell' ich liebst Barmherzigkeit, und wirst dich zum Wächter über mich. auch mir sie schenken. Auch die 8. Ich schließ die Augen zu, weil se Nacht bist du der Wächter Jesus mich bewachet; ich schlaf in über mir. Leb' ich, so leb' ich guter Rub, bis mich das Licht anz dir; sterb' ich, so sterb' ich dir. lachet. Mein Jefu, halte Wacht, 47. Die ie Nacht ist vor der Mein Jesu, gute Nacht! Thur' und liegt Am Schlusse der Woche. schon auf der Erden; mein Je su, trite herfür und laß es lichte Mel. Wer nur den lieben Gott werden. Bei dir, o Jefulein! is 48, Die Woche gehet zwar lauter Sonnenschein, zum Ende, doch - 2. Ich habe diesen Tag viel Gottes Batertreue nicht; wohin Eitelkeit getrieben; du hast den ich meine Blicke wende, schwebt Ueberschlag gemacht und auf sie vor meinem Angesicht. Ich geschrieben; ich selber stelle mir leb', o Gott, allein durch dich; die schwere Rechnung für. du schütztest und erhieltest mich. 3. Soll meine Sünde mir nun 2. Mein Dank soll auf zum aufgeschrieben bleiben, so bitt Himmel steigen, für deine große ich, wollst du sie mit deinem Gütigkeit, Von ihr kann diese Blute schreiben; denn diese Woche zeugen, wie meine ganze Schrift allein schreibt keine Lebenszeit; die Hand, die mir Schulden ein. viel Gutes gab, wandt' auch 4. Soll etwa meine Schuld viel Böses von mir ab. wo aufgeschrieben stehen, da steht 3. Doch, Vater, meine Sees jetzt Gottes Huld, die kann mir le bebet, wenn sie mit Schaam nicht entgehen; dein rosinfarbnes zurücke denkt, wie übel ich vor dir Blut macht alle Rechnung gut. gelebet, und dich durch Undank 5. Woblan, ich lege mich in dei- oft gekránkt. ch sehe meine nem Namen nieder, und morgen große Schuld; wie unwerth bin ruf' ich dich zu meiner Arbeit wie ich deiner Huld! der; denn du bist Tag und Nacht auf meinen Nutz bedacht. 4. Wie unwerth bin ich deis ner Treue! Ich fühl' es, tief ges 6. Ich wünsche nur von dir, beugt vor dir. Verwirf, verwirf nicht von der Welt zu tráumen; nicht meine Reue! Vergieb um drum bitt' ich, wollst du sie aus Jefu willen mir! Gott, der ſo meiner Seele ráumen, und hei: viel an mir gethan, nimm mich Ben meinen Geist nur träumen, zum Kinde wieder an! wer du seift. 5. Soll ich noch långer auf der Erde 28 Abendlieder. Erde dein Pilgrim sein, so steblbeit zu wallen. Laß mich in mir bei, daß meine Seele from: Noth und einst im Tod in deine mer werde, mein Leben dir gehei- Hande fallen. was dir gefällt. 2. Des Lebens Müh' und Elend ligt sei; laß unverführt vom Mel. Herzliebster Jesu, was Reiz der Welt, mich willig thun, 50. Entflohen sind auch dies 6. Nun leg ich mich zur Ruhe an dem wir noch des Lebens ses Tages Stunden, nieder und fürchte nichts, du Glück empfunden; mit frohem bift bei mir! Weckt mich der neue Dank laßt uns den Herrn ers Morgen wieder, dann dank' ich heben, durch den wir leben. und lobsing' ich dir, daß du, in grauenvoller Nacht, für mich, zu versüßen, giebt uns der Herr dein schwaches Kind, gewacht. viel Freuden zu genießen; und 7. Doch soll in meinem Pila welche Güter schenkt er unsern gerleben dieß meine letzte Woche Seelen! Wer kann sie zählen? sein; so will ich auch nicht widerstreben und mich auf jene Erbarmung finden, er handelt 3. Noch immer läßt er uns Ruhe freun, die mein Erlöser, nicht mit uns nach unsern Süns als er starb, in seinem Reiche den. Wir häufen Schuld auf mir erwarb. Schuld; er läßt uns leben und will vergeben. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr ,49. Ein Tag des Kummers 4. Wie unwerth sind wir, und der Last ist über- Vater, deiner Treue! Prüf uns ftanden! Herr, du haft dem ser Herz, es fleht zu dir voll Schwachen Kraft geschenket! Reue! Ach laß es uns vor dir Du treuer Gott! hast selbst die im Glauben stillen, um Chrifti Noth zu meinem Heil gelenket. willen. 2. Ich danke, freudig dank' tiches Vergnügen. Dein Aufs 5. Uns woblthun ist dein gött: ich dir, auch für die Leiden, die sehn schützt uns, wenn wir hulfa du mir, o Vater, zugetheilet. Er los liegen und, Todten gleich, kommt von dir, der Trost, der mir umhüllt von Finsternissen, von ein Herz voll Wunden heilet. - uns nichts wissen. 3. Leid' ich, so ist's auf dein 6. War dieß für uns der legs Geheiß; du giebst mich nicht te Tag auf Erden, soll unser dem Zufall Preis, der Bosheit Schlaf ein Todesschlummer nicht zum Raube. Wenn oh- werden; dann weckst du uns, ne Freund mein Kummer weint, die wir uns dir ergeben, zum weiß ich, an wen ich glaube. ew'gen Leben. 4. Du, Herr, bist meines Le- 7. So legen wir getroft zur bens Licht, mein Führer; darum Ruh' uns nieder; sehn wir ers graut mir nicht, durch Dunket- freut die Morgensonne wieder, Dann Abendlieder. 29 dann preisen wir mit heiterem 3. Der Tag verstreichet ohne Gemüthe, Gott, deine Güte. Plagen, der Abend bricht vergnügt herein. Muß Mancher Kreuz und Unglück klagen, so Mel. Ich weiß, mein Gott, daß51. Für alle Güte set ge- kann ich gutes Muthes sein; dein preist, Gott Vater, Aufsehn schützt mich väterlich Sohn und heil'ger Geist! Ihr bin und deine Liebe krönet mich. ich zu geringe. Vernimm, den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 5. Wiewohl, mein Gott, bei 3. Herr, was ich bin, ist dein so viel Guten, das deine Güte Geschent, der Geist, mit dem mir beweist, muß Herz und ich dein gedenk, ein ruhiges Ge- Seele schmerzlich bluten; das müthe. Was ich vermag bis macht, weil mein zerknirschdiesen Tag, ist alles deine Güte. ter Geist an meine Missethaten 4. Ser auch, nach deiner Lieb denkt, ach Herr! womit ich dich und Macht, mein Schutz und gekränkt. Schirm in dieser Nacht; vergieb 6. Geh doch mit mir nicht ins mir meine Sünden. Und kommt Gerichte, getreuer Gott, verwirf mein Tod, mein Herr und Gott, mich nicht von deinem Gnadenso laß mich Gnade finden! angesichte! Gedenke, was dein Mund verspricht: daß keine Mel. Wer nur den lieben Gott- Schuld verdammen kann, weil 52. Gott Lob! der Tag is Jesus g'nug dafür gettan. nun beschlossen, die 7. Wohlan! deß tröst ich mich Ruhestunde stellt sich ein; viet im Glauben; im Glück und Un Gutes hat mein Herz genossen, glück bin ich dein. Aus deiner Gott muß dafür gepriesen sein. Hand kann mich nichts rauben; An Gott und an sein Lob gedacht, drum soll mein stetes Denkmal bringt eine rechte gute Nacht. sein, das mir in meinem Her2. Des Leibes Arbeit geht zu zen liegt: Was mein Gott fügt, Ende, die Seele nimmt das Ih- macht mich vergnügt. re für. Mein Gott, ich breite 8. Auf den verlass' ich mich Herz und Hände durch Christum im Glauben, und ist mein Glanfreudig aus zu dir; weil ich dich be schwach und klein, soll mir Vater nennen kann, so nimm ihn doch kein Teufel rauben, er mein kindlich Opfer an. mag nun noch so grimmig sein. 4. Nun, Gott, vonGrunde meiner Seelen stimm' ich ein LobWohlthat kann ich zählen, die und Danklied an. So manche deine Hand an mir gethan. Was Seel' und Leib von dir genießt. fag' ich viel? unzählig ist, was 30 Abendlieder. Ich halte mich an Jesum an, ders meinem 2Berke, und schaffst ein mich unmöglich lassen kann. reines Herz in mir.. 9. Gott Lob! mein Herz und 3. Gott, welche Ruh der mein Gewissen kann ruhig und Seelen, nach deines Worts Be zufrieden sein. Mein trauter fehlen einher im Leben gehn! Jesu, laß dich küssen; ich werfe auf deine Güte hoffen, im Geist mich in dich hinein. Und eh' den Himmel offen und dort ich so verworfen war, wär' Je- den Preis des Glaubens sehn! fys auch nicht Jesus mehr.. 4. Ich weiß, an wen ich glaus 10. Drum schlaf ich unter be, und nahe mich im Staube deiner Liebe, und was mir lieb, zu dir, o Gott, mein Heil! Jch befehl ich dir; stehts um mein bin der Schuld entladen, ich Lager schwarz und trübe, so bin bei Gott in Gnaden, und gehet doch dein Glanz herfür, in dem Himmel ist mein Theil. der Nacht und Dunkel lichte 5. Bedeckt mit deinem Segen, macht und schützt mich durch eil ich der Rub entgegen; dein der Engel Wacht. Name set gepreist! Mein Les 11. Wohlan! ich will der ben und mein Ende ist dein; Rub' genießen; soll diese Nacht in deine Hände befehl' ich, Vas die letzte sein, da ich mein Le- ter, meinen Geist! ben muß beschließen, so trifft Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.mein eignes Wünschen ein. Das Leben ist mir kein Gewinn, als 54. Herr, es ist von meinem bis ich erst gestorben bin. Leben wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun 12. So geb' ich mich in deine Achtung geben, ob ich fromm Hände, ich leb' und sterbe, wie gewesen bin; zeige mirs auch du willt. Jch weiß, daß aus selber an, so ich was nicht recht dem Lebensende des rechten Le: gethan, und hilf jetzt in allen Sas bens Anfang quillt. So schlaf' chen guten Feierabend machen. ich nun auf Jefum ein; so 2. Freilich wirst du Manches muß mein Schlaf gesegnet sein. finden, was dir nicht gefallen Mel. Nun ruhen alle Wälder.- hat; denn ich bin noch voller 53. Herr, der du mir das Sünden in Gedanken, Wort Leben bis diesen Taglund That; und vom Morgen, gegeben, dich bet' ich findlich bis jetzund, pflegen Herze, Hand an! Ich bin viel zu geringe und Mund so geschwind und der Treue, die ich finge, und oft zu fehlen, daß ichs selber die du heut an mir gethan. nicht kann zählen. - 2. Mit dankendem Gemüthe 3. Aber, o du Gott der Gnaden! freu' ich mich deiner Güte; ich habe noch einmal Geduld; ich bin freue mich in dir. Du giebst mirsfreilich schwer beladen, doch vers Kraft und Stärke, Gedeihn zusgieb mir alleSchuld! Deine große Vaters Abendlieder. 31 Vatertreu werde diesen Abend mich in deinem Blut die Vers neu; so will ich auch deinen gebung meiner Sünden auch Willen künftig mehr, als heut, bei dir in Gnaden finden. erfüllen. 2. Und weil ich will schlafent 4. Heilige mir das Gemüthe, gehen, gieb mir deine Engel zu, daß der Schlaf nicht sündlich sei; daß sie um mein Bett' herstehen, decke mich mit deiner Güte, auch mich zu schüßen in der Ruh; dein Engel steh mir bei; lösche laß mich unter deinem Schutz Feu'r und Lichter aus und be: wider allen Satans- Truß durch wahre selbst das Haus, daß ich den Glauben tapfer siegen und morgen mit den Meinen nicht die Nacht fein sicher liegen. im Unglück dürfe weinen. 3. Wend auch ab durch diese 5. Steure den gottlosen Leu Hüter von mir Schaden und Geten, die im Finstern Böses thuns fahr, und auch meine Hab' und follte man gleich was bereiten, Güter väterlich dazu bewahr. uns zu schaden wenn wir ruhu, Nimm dich meiner gnädig an, so zerstöre du den Rath und daß mich nichts gefährden kann; verhindere die That; wend' taß mich deine Engelschaaren um auch alles andre Schrecken, was und um fein wohl bewahren. der Satan kann erwecken. 4. Sollte diese Nacht auch 6. Herr, dein Auge geht nicht kommen dein Gerichts- und letzs unter, wenn es bei uns Abend ter Zag; Herr, so mache mit den wird; denn du bleibest ewig Frommen mich auch los von munter und bist wie ein guter aller Plag', mich zu deiner Hirt, der auch in der finstern Rechten siell und dieß gute UrNacht über seine Heerde wacht; theil fäll: Komm her, jetzt will darum hilf uns, deinen Scha- ich dir geben, bei mir ewiglich fen, daß wir alle sicher schlafen. zu leben. 7. Laß mich dann gesund erwachen, wenn es rechte Zeit den sonst abreißen diese Nacht, 5. Oder soll mein Lebensfas wird sein, daß ich ferner meis alsdann habe aus Genaden, Jes ne Sachen richte dir zu Ehren fu, auf mich gute Acht. Nimim ein; oder hast du, liebster Gott, mich nur im Glauben hin; heut bestimmet meinen Tod, so wenn du willst, ich willig bin, befehl ich dir am Ende Leib in dir, Jesu, abzuscheiden zu und Seel' in deine Hände. den reinen Himmelsfreuden. Mel. Werde munter, mein- 6. Ist es aber auch dein Wille, 55. Jefu, fei von mir gepriedaß ich heute leben ſoll, so laß sen für die Gnade, die mich fein sanft und stille schladu heut väterlich an mir erwie- fen und ausruhn wohl, auch am fen, ohne meine Würdigkeit; thue Morgen frisch aufstehen und an hierzu noch dieß Gut und laßlmeine Arbeit gehn, die du mir haft 32 Abendlieder. haft aufgetragen hier in mei- Jaber, Herr, verleihe den Glies nen Lebenstagen. dern ihre Ruh', daß mir der 7. Hierauf geh ich bin zu Schlaf gedeihe. Bette, schlafe, Jesu, auf dein 6. Und so ja diese Nacht mein Wort; kleb' an dir als eine Ende kam' herbei, so hilf, daß Klette schlafend, wachend, ofich in dir, o Jesu! wacker sei, mein Hort! Denn ich glaube auf daß ich seliglich und sanft recht und wohl, daß es dabei von hinnen scheide; dann fühs bleiben soll, daß du uns willst re meine Seel' hinauf zur selig machen, ob wir schlafen Himmelsfreude. oder wachen. Mel. Sei Lob und Ehr' dem - 56. Mein Augen schließ ich 57. Mein lieber Gott, ich jetzt in Gottes Napreise dich, wie ich men zu, dieweil der müde Leib dich schon gepriesen; denn dieser begehret seine Rub; weiß aber Tag erinnert mich, was du mir nicht, ob ich den Morgen werd' Gut's erwiesen. Sonst find' ich erleben, es könnte mich vielleicht Urmer nichts an mir, als dieses, der Tod noch heut' umgeben. daß ich dir dafür von ganzen 2. Drum sag' ich dir, o Gott, Herzen danke. von Herzen Lob und Dank; ich 2. Es muß mein ganzer Lebenss will auch solches thun hinfortlauf von deiner Liebe sagen, denn mein Lebenlang, weil du mich du hast mich von Kindheit auf diesen Tag haft wollen so be geführet und getragen. Ja, vor wahren, daß mir kein Ungelück der Welt mußt' ich schon dein hat können widerfahren. in Chrifto, dem Geliebten, sein; deß dank' ich dir von Herzen. 3. Du hast des Teufelslust von mir ganz abgekehrt, der, als ein 3. Mein Jesus, dein geliebter grimm'ger Löw', zu fressen mich Sohn, ist mir zum Heil gegeben. begehrt; beschütz auch diese Nacht Ich kann in der Religion, die recht mich, Herr, durch deine Waffen, und rein ist, leben. Viel tausend wenn, als ein todtes Bild, der Menschen finden sich, die nicht Leib wird liegen schlafen. so glücklich sind, als ich; deß 4. Regiere mein Gemüth, und dank' ich dir von Herzen. richt es ganz zu dir, daß keine böse 4. Dein Wort thust du mir tågs Lust durch Träume mich berühr'; lich kund, mit Trost mich zu erfül auch deinen Engel mir an meinellen. Hier redet selbst dein eigner Seite setze, daß mich der Satan Mund. Hier lern' ich deinen Wil nicht mit seiner Lift verletze. len. Hier, treuer Gott, entdecket 5. Also, wenn morgen ich das sich dein ganzes Herze gegen mich; Tagelicht erblickt', ich mich gar deß dank ich dir von Herzen. willig dann zu deinem Lobe schick. 5. Und hat sich auch das liebe Ihr Sorgen, weicher hin! DulKreuz bei mir mit eingefunden, gewiß Abendlieder. 33 gewiß, so hat's uns beiderseits für Sinn und Herz, wenn ich nur desto mehr verbunden. Der mit Unschuld ihn betrat! Glaube trágt es in Geduld, und ist ein Siegel deiner Huld; deß dank' ich dir von Herzen. 4. Du schenktest mir Verstand, das Gute zu erkennen. Durch dich fühlt' ich mein Herz von from= 6. Ich weiß, daß du mich men Eifer brennen, es treulich nicht vergißt, und wirst mich zu vollziehn; und that ich es ja ewig lieben. Was will ich mehr? nicht: so gingst du doch mit mir, Mein Name ist im Himmel an mein Gott, nicht ins Gericht. geschrieben, und der ist so ge 5. Mit jedem neuen Tag' ers wiß schon mein, als könnt' ich neute sich dein Segen; mich leis wirklich drinnen sein; deß dank' tete dein Aug' auf meines Lebens ich dir von Herzen. Wegen; mein Leben kröntest dut 7. Ach jal von Herzen dank' mit Anmuth und Gedeihn, und ich dir für Alles und in Allen. jeden Tag konnt' ich mich deis Auch Alles läßt du dir an mir in ner Güte freun. Christo wohlgefallen. In Chri- 6. So ging dieß Jahr vorbet sto nimmst du Alles auf. Von und jeder meiner Tage voll Pros Herzen sprech' ich Amen drauf, ben deiner Huld, entfernt von und nochmals Amen, Amen! Noth und Klage. Nimm dafür le meinen Dank in schwachen Lies Am letzten Abend des Jahres. dern an! Preis ewig dir, o Gott, Mel. O Gott, du frommer Gott der dieß an mir gethan! 58. Mit diesem Tage geht Mel. In dich hab' ich gehoffet- nun auch das Jahr 59. Mit meinem Gott geh' zu Ende! Voll brünstiges Gefühl ich zur Ruh und erheb' ich meine Hände mit mei- thu' in Fried' mein' Augen zu; nem Geist zu dir, getreuer Gott, denn Gott ins Himmels Throne empor, und trage mein Gebet über mich wacht, bei Tag' und und meinen Dank dir vor. Nacht, auf daß ich sicher wohne. 2. Wo ist ein einziger der 2. Herr, meinen Geist befehl schnellsten Augenblicke, die mir ich dir. Mein Gott! Mein Gott! vorüber flohn, der nicht von ei- weich' nicht von mir, nimm mich nem Glücke, von einem Gut für in deine Hande! O wahrer mich durch dich bezeichnet war? Gott! aus aller Noth hilf mie Hier Wohlthat ohne Zahl; dort am letzten Ende! Rettung aus Gefahr. 3. Glorie, Lob, Ehr' und Herrs 3. Du warest über mir; du lichkeit sel dir, Gott Vat'r und gabst dem Körper Stärke und Sohn, bereit, dem heil'gen Geist meinem Geisie Kraft zu jedem mit Namen, die göttlich' Kraft guten Werke. Und welche Freu- mach' uns sieghaft durch Jesum den fand ich auf des Lebens Pfad Christum, Amen. 3 Mel. H 34 Abendlieder. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele- Ende meinen Geist in deine 60. Nacht und Stille schlie- Hände. ßen wieder unsre Am Sonntage. müden Augen zu; die von Arbeit matten Glieder sehnen sich Mel. Nun sich der Tag geendet nach Schlaf und Ruh; aber 61. Nun bricht die finstre du, versäume nicht, meine SeeNacht herein, der le, deine Pflicht, dich zu Gott Tag ist nun vollbracht; jedoch noch zu erheben, seinem Schutz mein Herze schläft nicht ein, dich zu ergeben. weil es in Jesu wacht. 3. Herr, ich muß es dir geste: 2. Prüfe dich vor ihm, o See- 2. Gott, du großer Herr le, nüßtest du auch deine Zeit? der Welt, den Niemand sehen Wärst du, wenn er dir beföhle, kann, weil dir der Glaube wohl= vors Gericht zu gehn, bereit? gefällt, so hör mein Seufzen an! Ach erwag' es: Eins ist noth! 3. Der Tag, den ich nunmehr Denk an ihn und an den Tod vollbracht, der war besonders Denn allein in diesem Leben kann dein; drum hátt er auch bis in und will dein Gott vergeben. die Nacht mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht ges hen: oft vergas ich meine Pflicht! schehn, denn ich bin Fleisch und Ach, du hasts, du hasts gesehen; Blut, und pfleg' es öfters zu vers aber schon' und richte nicht! sehn, wenn gleich der Wille gut. Mein Vertrauen gründet sich nur 5. Drum such' ich deinen Gnaauf deinen Sohn und dich, der denthron, sich meine Schuld nicht du auch die Sünder liebest, lie: an und denke, daß dein theurer ber wohlthust, als betrübest. Sohn für mich hat g'nug gethan. 4. Richter über Tod und Le- 6. Prág alles, was man heut ben! Du willst nicht des Sün- gelehrt, in unsre Herzen ein, und ders Tod! willst die größte lasse die, so es gehört, dir auch Schuld vergeben denen, die dich gehorsam sein. fuchen, Gott! Ach, ich komm' 7. Erhalte ferner, Herr, dein und suche dich, und mein Mitt- Wort, und thu uns immer wohl, ter spricht für mich; darum laß damit man stets an diesem Ort mich Gnade finden und vergieb dir diene, wie man soll. mir meine Sünden! 8. Judessen such' ich meine 5. Leb' ich morgen, ach! so lei- Ruh; dir, Herr, befehl' ich mich. te meinen Gang auf deiner Bahn! Mein Heil und starker Schutz Nimm dich dann, daß ich nicht bist du; dir trau ich ewiglich. gleite, machtig meiner Schwach- 9. Gieb Allen eine gute Nacht, heit an! Gieb zu meiner Pilgrime die heute recht gelebt, und begre schaft deinen Schutz und deine den, der unbedacht dir, Vater, Kraft; fröhlich geb' ich dann amlwiderstrebt. 10. Wenu Abendlieder. 35 10. Wenn dir es, Herr, mein sen? Wer sorgt für Leib und Gott, gefällt, so bilf mir morgen Seel? Nimm sie zu deinen Gnaauf; mit dir vollbring' ich in der den, sei gut vor allem Schaden, Welt dann ruhig meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein. Da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. du Wächter über Israel. 7. Dein Flügel, Herr, bedecke mich Schlafenden. Es wecke kein Unfall mich noch Pein. O Jesu, meine Freude, laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, und auf Feldern ein Theil der erschüttre kein Betrüben, kein müden Welt. Du, meine Seele, Unfall, noch Gefahr. schwinge dich noch empor und rubig bis zum Morgen, finge dem, der dich schützet und Herr wird für euch sorgen, der immer unser Helfer war. Schlaft der erhält. Mel. Nun ruhen alle Wälder- 62. Nun ruht schon in den Wäldern, in Städten 2. Der Sonne Licht und Glan- 63. Nun sich der Tag geens zen vermissen unsre Grenzen; det hat und keine uns deckt die finstre Nacht. Fahr Sonn' mehr scheint, schläft Als hin, du ird'sche Sonne! Mein tes, was sich abgematt't und Jesus, meine Wonne, mein Herz was zuvor geweint. nur hell und heiter macht. 2. Nur du, mein Gott, haft keine 3. Durch jene blaue Ferne, Rast, du schläfst noch schlummerst weit überm Kreis der Sterne, nicht, die Finsterniß ist dir ver= erhob er glorreich sich. Ich will haßt, weil du bist selbst das Licht. gen Himmel schauen und denken 3. Gedenke, Herr, doch auch an voll Vertrauen: Dort sorgt mein mich in dieser schwarzen Nacht, Heiland noch für mich! und schenke mir genadiglich den 4. In Stunden süßen Schlum- Schirm von deiner Wacht. mers vergisset seines Kummers 4. Wend' ab des Satans Wüthes der müde Sterbliche. Herz, freu rei durch deiner Engel Schaar; dich, du sollst werden frei von so bin ich aller Sorgen frei und der Laft der Erden, vom Sún: bringt mir nichts Gefahr. denjoch und jedem Weh. 5.3war fühl ich wohl der Süns 5. Bald legt ihr, matte Glie- den Schuld, die mich bei dir klagt der, euch auf das Bette nieder, an; doch aber deines Sohnes das euch die Ruh' gewährt. Es Huld hat g'nug für mich gethan. kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 6. Den seß ich dir zum Bürs gen ein, wenn ich muß vor Ges richt; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Die Augen stehn verdrossen; wer wacht, wenn sie verschlos 7. Drauf thu ich meine Augen 3* zu 36 Abendlieder. zu, und schlafe fröhlich ein; 5. Zum Preise deiner Stärke mein Gott wacht jetzt in meiner stehn lauter Wunderwerke in Ruh, wer wollte traurig sein? deiner Schöpfung da. Sobald 8. Weicht, nichtige Gedan- du riefft: Es werde! so stand ken, hin, wo ihr habt euren auch Meer und Erde mit ala Lauf, ich baue jetzt in meinem len Himmeln herrlich da. Sinn Gott einen Tempel auf. 6. Wem kann denn ohne 9. Soll diese Nacht die letzte Grauen ich froher mich vers sein in diesem Jammerthal, so trauen, Allmächtiger, als dir? führ' mich, Herr, im Himmel Sa, Bater, dir befehle ich jetzt ein zur auserwählten Zahl. auch Leib und Seele; verherrs 10. Und also leb' und sterbliche dich auch an mir! ich dir, du Herr Gott Zebaoth! 7. Herr, deinen Ruhm zu sinIm Tod und Leben hilfst du mir gen, dir Preis und Dank zu aus aller Angst und Noth. Mel. Nun ruhen alle Wälder 64. Nun sinkt die Sonne bringen, sei meine liebste Pflicht! Dir will ich mich ergeben; ents zieh nur meinem Leben den Beistand deines Geistes nicht! nieder; die stille 8. Wenn ich von deiner Era Nacht kommt wieder, und Ruh' de zu dir erhoben werde; wie und Schlaf mit ihr. Sie bringt werd' ich dann mich freun! Im uns neue Kräfte für jedes Tags Himmel angenommen, will ich Geschäfte; das danken wir, o mit allen Frommen dir beßre Bater, dir! Lobgesänge weihn. m 2. Noch wach' ich und erhebe dich, Herr, daß ich noch lebe, Mel. Nun sich der Tag geendetdaß du mein Gott noch bist; 65.So fliehen unsre Tage mit Dank will ich erwägen, daß hin! Auch dieser ist diesen Tag mein Segen noch nicht mehr. Die Nacht, der nicht von mir gewichen ist. Müden Trösterin, eilt wieder 3. Was ist nicht deine Gabe? zu uns her.. Das Leben, was ich habe; die 2. Nur du, Herr, bleibeft Sicherheit der Nacht; dieß und wie du bist; du schläfft und viel andre Güter verdank' ich, schlummerst nicht; die Finsters treuer Hüter, blos deiner Ba- niß, die uns umschließt, ist terhuld und Macht. deinem Auge Licht. 4. Du führst aus dunkler 3. Dir übergeb ich voll VerFerne den Mond und tausend traun mich auch in dieser Nacht; Sterne am Firmament herauf; und wofür sollte mir denn graun? fie leuchten, dir zur Ehre, hoch Mich schützet deine Macht. über Erd' und Meere; du aber lenkest ihren Lauf. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theit, o Herr, mein Gott; Abendlieder. Gott; so fürcht' ich keine Krea- geben, er hat der Schwachheit tur und scheue nicht den Tod. noch verschont; allein je mehr 5. 3war ich erkenne meine die Gnad' gewinnt, je mehr Schuld, mit Reue führ' ich sie; hab' ich den Tod verdient. doch, mein Versöhner, deine 4. Ach Gott, ich beichte meis Huld, wie trosivoll ist mir die! ne Sünde! Nimm mich um Je6. Jch eil' im Glauben zu dir su willen an, daß ich an diesem bin und weiß, wie sicher ich in Lebenskinde Trost und Verges deinem Schuß, o Höchster, bin; bung finden kann! Jetzt scheinet du wachest über mich! noch die Gnadenzeit zu eines 37 7. Flieht, finstre Sorgen, weit Sünders Seligkeit. von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedanke! Weihe dir 5. Laß mich die neue Woch' erblicken, daß ich ins neue Les mein Herz zum Tempel ein! ben geh' und als ein Christ in 8. Ist dieß vielleicht die letzte allen Stücken auf deinem Wila Nacht in meiner Prüfungszeit; len fest besteh', daß ich von gros so führe mich durch deine Macht ben Sünden frei und in acht zum Licht der Ewigkeit. Zagen frömmer sei. 9. Jch lebe dir, ich sterbe dir, 6. Behüte mich vor schnöden dein bin ich auch im Tod! Du, Leuten, dabei man lauter Suns mein Erretter, bist bei mir, und de lernt. Will mich die böse Lust hilfft aus aller Noth. bestreiten, so gieb, daß sich mein Abendlied am Sonnabend. Geist entfernt, und alle SüßigMel. Wer nur den lieben Gott feit veracht't, die uns der Höl66. So wird die Woche nun len dienfibar macht. beschlossen, da sich 7. Also will ich dein Lob be= die Nacht zur Ruhe neigt; und singen, so lange sich die Zunge gleichwohl ist kein Tag verflos regt; dein hoher Name soll ersen, der nicht von Gottes Gnas klingen, weil Tag und Nacht de zeugt: denn er hat mich nach die Zeit bewegt. Doch hilf mir seiner Macht an Leib und See in den Himmel ein, da wird es le wohl bedacht. ewig Sonntag sein. 2. Wer weiß, was mir für Ungelücke mehr, als zu nab, ge Ein Anderes. wesen ist! Man fühlt die schnel- Mel. Kommt, Menschenkinder len und Todesstricke, des Sataus 67. Unwiederbringlich schnell des Fleisches List, wenn entfliehn die Lage, die Gott mit seiner Engel- Hut im uns Gott verliehn. Die Woche Wachen nicht das Beste thut. kommt und eilt davon; vergangen ist auch diese schon. 3. Jedoch mit was für einem Leben hab ich den treuen Gott be: Lohnt? Er hat mir Zeit genug ge-- 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der 38 Abendlieder. der Noth, får tausend Proben von dir, des Lebens Nothdurft deiner Huld und deiner scho- giebst du mir, dazu auch einen nenden Geduld! treuen Freund, der mich im 3. Ach! oft verletzten wir die Glück und Unglück meint. Pflicht; oft fehlten wir und 5. Gott Sohn, du hast mich merkten's nicht. Du siehst, Er durch dein Blut erlöset von der barmer, unsre Reu; um Christi Höllengluth, das schwer' Gewillen sprich uns frei. fetz für mich erfüllt, dadurch 4.Wir eilen mit dem Strom der des Vaters Zorn gestillt. Zeit stets näher hin zur Ewigkeit; 6. Wenn Súnd' und Satan du hast die Stunden zugezáhlt, mich anklagt, und mir das Herz die letzte weislich uns verhehlt. imleib' verzagt, alsdann brauchst 5. Drum weck' uns aus der du dein Mittleramt, daß mich Sicherheit, daß, eingedenk der der Vater nicht verdammt. Sterblichkeit, wir stets dem 7. Du bist mein' Fürsprach Tod entgegen sehn und immer allezeit, mein Heil, mein Trost in Bereitschaft stehn. und meine Freud', ich kann durch 6. Ist einst die Zahl der Tage dein Verdienst allein hier ruhig voll, die jeder hier durchleben soll; und dort selig sein. so führ uns aus der Prüfungs- 8. Gott heilger Geist, du zeit zu deiner frohen Ewigkeit. höchste Kraft, deß Gnade in 7. Da sind wir unsers Heils mir Alles schafft, ist etwas Guts gewiß; da wechseln Licht und am Leben mein, so ist es wahrs Finsterniß, wie hier auf Erden, lich lauter dein. ferner nicht. Herr, du bist ewig unser Licht! 9. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', ihn meinen Herrn Mel. Kommt Menschenkinder, rühmt- und Vater nenn', sein wahres 68. Vor deinen Thron tret Wort und Sakrament behalt ich hiermit, o Gott, und lieb bis an mein End; und dich demüthig bitt': Wende 10. Daß ich fest in Anfechdein gnádig Angesicht von mir, tung steh und nicht in Trübs. dem armen Sünder, nicht! fal untergeh, daß ich im Hers 2. Du hast mich, o Gott Vater zen Trost empfind', zuletzt mit mild, gemacht nach deinem Eben- Freuden überwind', bild; in dir web', schweb' und lebe 11. Drum dank' ich dir mit Herz ich; vergehen müßt' ich ohne dich. und Mund, o Gott! in dieser 3. Errettet hast du mich gar( Morgen- Mittag-) Abendstund' oft ganz wunderlich und un- für alle Güte, Treu und Gnad', verhofft, da nur ein Schritt, die meine Seel' empfangen hat. ja nur ein Haar, mir zwischen Tod und Leben war. 12. Und bitt', daß deine Gnas denhand bleib'über mir heut auss 4. Verstand und Ehr' bab ich gespannt; mein Umt, Gut, Ehr, Freund, Abendlieder. 39 Freund, Leib und Seer in deialgangen, die betrübte Nacht nen Schutz ich dir befehl'. bricht an; es ist hin der Sonnen 13. Hilf, daß ich sei von Her- Prangeu, so uns All' erfreuen zen fromm, damit mein gan= kann. Stehe mir, o Vater! bei, zes Christenthum aufrichtig und daß dein Glanz stets vor mir sei rechtschaffen sei, nicht Augen- und mein kaltes Herz erhitze, ob fchein, noch Heuchelei. dich gleich im Finstern sitze. 14. Erlaß mir meine Sün 5. Herr, verzeihe mir aus denschuld, und hab' mit deinem Gnaden alle Sünd' und Misses Kind Geduld; zünd' in mir that, die mein armes Herz belas Glauben an und Lieb'; zu jeden und sogar vergiftet hat, daß nem Leben Hoffnung gieb! auch Satan durch sein Spiel 15. Ein felig Ende mir bescher, mich zur Höllen stürzen will; am jüngsten Tag erweck' mich, da kannst du allein erretten, Herr, daß ich dich schaue ewigstrafe nicht mein Uebertreten. lich. Amen, Amen, erhöre mich! 6. Bin ich gleich von dir ges 69 Werde munter, mein wichen, stell ich mich doch wieder Gemüthe und ihr ein; hat mich doch dein Sohn Einnen, geht herfür, daß ihr verglichen durch sein Angst preiset Gottes Gute, die er hat und Todespein. Ich verleugs gethan an mir, da er mich den ne nicht die Schuld; aber deine ganzen Tag vor so mancher Gnad' und Huld ist viel grös schweren Plag hat erhalten und ßer, als die Sünde, die ich stets beschützet, daß mich Satan in mir empfinde. nicht beschmitzet. 7. O du Licht der frommen 2. Lob und Dank sei dir ge- Seelen! O du Licht der Herrlichs fungen, Vater der Barmherzigkeit! Dir will ich mich ganz befehs keit, daß mir ist mein Werk ge- len diese Nacht und allezeit. Bleis lungen, daß du mich vor allem be doch, mein Gott, bei mir, Leid und vor Sünden mancher weil es nunmehr dunkel schier; Art so getreulich haft bewahrt; da ich mich so sehr betrübe, trós auch die Feind' hinweg getrieben, ste mich mit deiner Liebe. daß ich unbeschädigt blieben. 8. Schütze mich vors Teufels 3. Keine Klugheit kann aus: Netzen, vor der Macht der Fins echnen deine Güt' und Wunder- sterniß, die mir manche Nacht at; ja, kein Redner kann auszusetzen und erzeugen viel Vers rechen, was dein' Hand erwie- druß. Laß mich dich, o wahhat. Deiner Wohlthat ist zu res Licht, nimmermehr verlies i, sie hat weder Maas noch ren nicht! Wenn ich dich nur Ziel; ja du hast mich so geführer, hab' im Herzen, fühl' ich nicht daß kein Unfall mich berühret. der Seelen Schmerzen. 4. Dieser Tag ist nun ver- 9. Wenn mein' Augen schou fich 40 Abendlieder: sich schließen und ermüdet schla- schnell auch dieser, den ich heut fen ein, muß mein Herz dennoch durchlebt, ins Meer der Ewiggeflissen und auf dich gerichtet feit. sein. Meine Seele mit Begier 2. Gott, dem ich nichts vera tráume fiets, o Gott! von dir, gelten kann, der alles weiß, daß ich fest an dir bekleibe und was ich gethan, was ich gere= auch schlafend dein verbleibe. det und gedacht, weiß auch, wie 10. Laß mich diese Nacht ich ihn zugebracht. empfinden eine sanfte, süße 3. O Seele, denk an deine Ruh; alles Uebel laß verschwin- Pflicht: versäume deine Besf den; decke mich mit Segen zu. rung nicht! Denn auch der kleinLeib und Seele, Muth und ste Theil der Zeit hat Einfluß Blut, Weib und Kinder, Hab auf die Ewigkeit. 4. Der Tod vollendet mich und Gut, Freunde, Feind' und Hausgenossen sind in deinen vielleicht, eh' diese Nacht dem Schuß geschlossen. Morgen weicht, und führet 11. Ach bewahre mich vor mich, wie ich hier bin, vor Schrecken! Schütze mich vor Ue: Gott, vor meinem Richter hin. berfall! Laß mich Krankheit nicht 5. Wie angstvoll bebt mein aufwecken! Treibe weg des Krie- Herz in mir! Gedanke, wie ers ges Schall! Wend ab Feu'r- und schricht's vor dir: Der Tod voll Wassersnoth, Pestilenz und endet mich vielleicht, eh' diese schnellen Zod! Laß mich nicht Nacht dem Morgen weicht. in Sünden sterben, noch an 6. Bewahre gnádig mich, Leib und Seel verderben. mein Gott, vor einem bösen 12. O du großer Gott, erhöre, schnellen Tod! Zur Beff'rung was dein Kind gebeten hat! Je und zur Frömmigkeit gieb, mein fu, den ich stets verehre, bleibe Erbarmer, mir noch Zeit. ja mein Schuß und Rath! Und 7. Erhöre váterlich mein mein Hort, du werther Geist, Flehn; laß Gnade, Herr, für der du Freund und Tröster heißt, Recht ergehn; nicht schrecklich bóre doch mein sehnlich Flehen! sei mir dein Gericht; gedenke meiner Sünden nicht! Amen, ja, es soll geschehen! 8. Gern will ich jede Sünde Mel. Kommt, Menschenkinder, fliehn, dieß ist mein Vorsatz, 70.3u fo viel Tagen, die segne ihn. Von dir bewacht, mir schon von meiner entschlaf ich nun; laß mich in Prüfungszeit entflohn, flieht sanfter Sille ruhn. - III. Zisch III. a.) Vor dem Effen. Mel. Herzliebster Jesu, was71. Auf dich, o Bater, schauen 41 Zischlieder. 2. Vom Menschen bis zum Eleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Son- s unsre Blicke, daß dei- nenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. ne Hand uns väterlich erquicke; du siehst und giebst auch Jedem 3. Mit frohgerührter Seele seine Speise, daß er dich preise. bringt ein Herz voll Dank ihm 2. Du segnest uns nach deinem dar! Die Nehre, die vom Ses Wohlgefallen, thust deine milde gen sinkt, ist sein. Gott front Hand auf und giebst Allen, was das Jahr. nothist; Keiner fleht, o Herr des Lebens, zu dir vergebens. - 4. Ja, Höchster, wir vers ehren dich mit kindlich frohem 3. Auch wenn wir essen oder Dank; du nährst uns, und trinken, müssen wir dir zur Ehre, giebst mildiglich auch mehr, als Gott, mit Dank genießen, was Speif' und Trant. wir zum Leben hier von deinen Gaben empfangen haben. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hán= 4. Laß, Vater, dieß uns fei- de Fleiß, auch das giebst du, nen Tag vergessen; laß uns mit und dir allein gebührt dafür Dank und Mäßigkeit stets essen, der Preis. damit wir leben und durch deis 6. Laß deines Segens Uebers nen Segen satt werden mögen! fluß uns nun auch nützlich sein, Mel. Mein Gott, ich danke herzlich- und hilf uns, daß wir beim Ges 72. Du schenkst uns, Gott, nuß uns dessrn mäßig freun. so väterlich jetzt 7. Vermehr in uns die Zuvers Speis' und Trank, wir preisen sicht, dir ewig zu vertraun, bis dich; denn Alles, was uns wir dereinst in deinem Licht des stärkt und náhrt, wird uns Glaubens Ernte schaun. durch deine Huld gewährt. 2. Sieh, deine Gaben neh- Mel. Nun sich der Tag' geendet- men wir mit Freuden, Vater, 74, Gott, was des Lebens hin von dir; o laß uns den GeKräfte nährt, wird nuß gedeihn, und dir dafür uns durch Fruchtbarkeit und auch dankbar sein! Mel. Lobt Gott, ihr Christen73, Gott sorgt für uns! D, Kraft zum Fleiß von dir bes schert; wir danken dirs erfreut, 2. Gieb von den Früchten deis singt ihm Dank, ihr ner Welt uns, Herr, ein nöthig Christen, singt ihm gern! Vom Theil; und wenn der Fleiß die Aufgang bis zum Niedergang wohlgefällt, so schenk ihm Glück trägt uns die Huld des Herrn. und Heil. 3. Durch 42 Tischlieder. 3. Durch deinen Segen has Niemand schenken, und dein Ers ben wir für heute unser Brod; barmen hat kein Ziel; denn ims wir nehmen es und danken dir, mer wird und mehr bescheert, o du tiebreicher Gott! als wir zusammen alle werth. 4. Vernünftig frob laß im 6. Wir wollen dieses nie vers Genuß und stets uns máßig gessen, und dir ein täglich Danks sein, und schenkest du uns Ueber- lied weihn; ein jeder Bissen, fluß, auch Dürftige erfreun. den wir essen, soll deines Segens Denkmal sein. Und Herz und Mel. Wer nur den lieben Gott- Mund singt lebenslang für uns Gott, von dem wir fre Nahrung Preis und Dank. Alles haben, die Welt 75. ist deiner Güte voll! Du sättigst b.) Nach dem Effen. uns mit deinen Gaben und thusi mel. Singen wir aus Herzensgr.- uns als ein Vater wohl! Dein 76. Dank dem milden Vater, Segen macht uns alle reich; ach, Dank! Unser froher lieber Gott, wer ist die gleich? Lobgesang rúhme den, den Als 2. Wer kann die Menschen alle les preist, der uns segnet, der zählen, die jetzt bei dir zu Zi uns speist! Wie er Thier' und sche gehn? Doch muß die Noth- Vögel nährt, hat er Alles uns durft keinem fehlen; denn du gewährt, was den Leib erhält weißt Allem vorzustehn. Es und nährt. giebet deine Baterhand die Nah. 2. Gott zu loben, säumet nicht! rung für ein jedes Land, Es ist Seligkeit und Pflicht, zu 3. Du machst, daß man empfinden, wie er liebt; wie viel auf Hoffnung fået und endlich Gutes er uns giebt; wie er uns auch der Frucht genießt; der ser Leben schützt, auch dem Leis Wind, der durch die Felder be, was ihm nüßt, darreicht wehet, die Wolke, so das Land und ihn unterstützt. begießt, des Himmels Thau, 3. Dieser, aus Gebein und der Sonnenstrahl sind deine Haut wunderbar von ihm ers Diener allzumal. baut, hatte, sicher vor Gefahr, 4. Und also wächst des Men- als er kaum geboren war, eh' es schen Speise, der Ucker reicher noch die Seele wußt', an der ihm das Brod. Es mehret sich treuen Mutter Brust, Ruhe, vielfält'ger Weise, was Anfangs schien, als wár es todt, bis in der Ernte Jung und Alt er langer seinen Unterhalt. Nahrung und auch Lust. 4. Dankvoll schauet um euch her! Gott erfüllet Land und Meer; reichlich wächst auf sein 5. Nun, Herr, laß uns dieß Gebot aus der Erde Wein und oft bedenken, daß deiner Wunder Brod; Flur und Garten blühn sind so viel. So viel, ale bu, fann für euch, Berg' und Thåler sind to Tischlieder. 43 so reich; Menschen, und für hat kein Ziel! drum hilf, daß ich wen? für euch! ihn stille, wenn er das Herze 5. Unser Vater, der uns frißt und denkt so weit hinaus, liebt, der uns, was uns gut als ob nicht Brod g'nug sei für ist, giebt, gab auch jetzt uns eines Jeden Haus. Speis' und Trank. Lobt den Ba 5. Laß mich allzeit vergnügt ter! sagt ihm Dank! Aller Se- an deinem Tische leben und, wo gen kommt vom Herrn. Dankt sich selber hab, auch Andern gers ihm und gehorcht ihm gern! Liebt ne geben. Erhalte Fried' und ihn! Freuet euch des Herrn! Ruh' und mach es immer so, 6. Danken, danken wollen daß Jeder seines Guts rechtwir dir, o milder Vater, dir! schaffen werde froh. dir zu dienen fiets uns freun, 6. Verleih zum Ackerbau noch willig auch zur Arbeit sein, bis ferner deinen Segen, in Hiße, in deiner Seligkeit nach durch- Frost und Thau, im Sonnenlebter Pilgerzeit uns dein Anschein und Regen, und was auf schaun selbst erfreut. jede Zeit die ausgestreute Saat an Wachsthum, Saft und Kraft Mel. Nun danket alle Gott- 77. Herr, es ist alles dein, noch weiter nöthig hat. was Vieh und Mens 7. Zuletzt, Herr, unser Hort! schen essen; hilf, daß wir dank- bau deine Kirch' auf Erden, und bar sein und deiner nicht verlaß sie durch dein Wort bei allen gessen! Laß meinen satten Mund fruchtbar werden. Wir sind dein dir küssen deine Hand und ma- Ackerwerk; drum, wenn es Zeit che selbst dein Lob auch unter wird sein, so sammte Leib und Seel' in deinen Himmel ein. uns bekannt. denn Alles ist an dir und deiner 2. Du giebst, so sammlen wir; Mel. Herr Christ, der ein'geſprich aber auch den Segen: 78, Herr Gott, nun ſei ges preiset. Wir sagen Gunft gelegen, Drum schaffe, Lob und Dank! Du hast uns wohl daß die Kost dem Leibe wohl gespeiset, erquickt durch milden gedeih' und, was das Fleisch Trank; damit auf dich wir mers vergnügt, dem Geiste felig sei. ten und unsern Glauben stárs 3. Erhalt uns, lieber Gott, fen, daß du seist unser Gott. ein ruhiges Gewissen; denn man- 2. So wir uns hier versuns cher ist dein Brod und tritt dich digt mit ein'gem Uebermaas, doch mit Füßen. Laß aber uns und solches uns verkündigt, dein Wort nicht schlagen in den Herr, deinen schweren Haß, so Wind, wenn wir gesund und wollst du es aus Gnaden uns satt von deinen Gütern sind. doch nicht lassen schaden, durch Christum deinen Sohn. 4. Gieb wenig oder viel, wie es dein guter Wille. Der Kummer 3. Du wollst uns ferner nähe Ten, - 44 Tischlieder. ren den Leib und unsern Geistl 8. Erhalt uns in der Wahrs in Christo ganz bekehren, der heit; gieb ewigliche Freiheit, zu uns den Beistand leist, daß preisen deinen Namen durch Jes wir die Wollust meiden, stark sum Christum! Amen. sind in allem Leiden und Leben Mel. Nun laßt uns Gott, dem- ewiglich. un laßt uns Gottes 4. Vater aller Frommen! 80. Güte mit freudis Dein Nam' geheiligt werd'; laß gem Gemüthe, mit frohem dein Reich zu uns kommen; Dank erwägen! Bon ihm kommt dein Will' gescheh' auf Erd. Heil und Segen. Gieb Brod; vergieb die Sún2. Sein' Hand, die uns bes de; kein Arg's das Herz ents reitet, hat uns ans Licht begleia zünde; vom lebel uns erlöf'. tet; und er hat uns erquicket, 79. Nun last uns Gott, da wir die Welt erblicket. dem Herren, Dank 3. Er hat uns aufgenommen sagen und ihn ehren von we hier in die Zahl der Frommen, gen seiner Gaben, die wir em- gemacht zu seinen Erben, daß pfangen haben. wir nicht ewig sterben. 2. Den Leib, die Seel', das 4. Er giebt uns zu erkennen Leben hat er allein uns geben; sein Wort, daß wir ihn nendieselben zu bewahren, thut er nen den gütigen Ernährer und nicht etwas sparen. freundlichen Bescherer. 3. Nahrung giebt er dem Leis 5. Er hat für unser Leben be; die Seele muß uns bleiben; selbst seinen Sohn gegeben, er wiewohl der Sünden Wunden ließ ihn ja als Bürgen für uns wir noch bisher empfunden. am Kreuz erwürgen. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, 6. Dieß laffet uns bedenken, der selber ist das Leben: Chri- wenn uns die Sorgen kränken, stus, für uns gestorben, hat daß der aufs höchste liebet, der uns das Heil erworben. seinen Sohn hingiebet. 5. Sein Wort, sein' Tauf', 7. Könnt' er uns was versa: sein Nachtmahl dient wider allen gen, so wir's ihm gläubig klas Unfall; der heilge Geist im Glau- gen, was wir von seinen Gas ben lehrt uns darauf vertrauen. ben zum Leben nöthig haben? 6. Durch ihn ist uns vergeben 8. Die Vögel in den Lüften, die Sünd', geschenkt das Leben. die Thiere in den Klüften, die Im Himmel soll'n wir baben, o Blumen an den Wegen sind's, Gott! wie große Gaben. die uns widerlegen. 7. Wir bitten deine Güte, daß 9. Sollt' der, so diese heget fie hinfort behüte die Großen und ihrer fleißig pfleget, uns, mit den Kleinen; du kannst's seine Himmelserben, verlassen nicht böse meinen. und verderben? 10. D Tischlieder. 45 10. Vater, diese Liebe laßlaß den kümmerlichen Stand uns mit Ehrfurchtstriebe doch gleichfalls unser Herz erbarmen, allezeit betrachten und nicht daß wir ihnen einen Segen nach geringe achten. Vermögen reichen mögen. 11. Verleih uns und besche- 6. Ach du wolleft fort und re uns, Vater, dir zur Ehre, fort uns die rechte Speise ge= daß wir dir recht vertrauen ben, Gott, dein theures, wers und ganzlich auf dich bauen. thes Wort; so wird unfre Seele 12. Wenn wir nur dieses ba- teben, bis wir himmlisch Manben, so werden uns die Ga- na speisen und dich ewig selig ben, die wir zu diesem Leben preisen. bedürfen, wohl gegeben. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu unsMel. Liebster Jefu, wir sind hier 82. Bater, kindlich beten wir um unser tåg= 81.Nun wir sind auch dießlich Brod zu dir; gieb's deinen mal satt, da und Kindern, die du liebst, und segGott vergnügt gespeiset und ne was du huldreich giebst. vergnügt getränket hat; seine 2. Thu auf, Herr, deine Gute sei gepreiset! Gott wird milde Hand! Auf dich ist Aller ferner unserm Leben Speis' und Blick gewandt, der du von AlTrank nach Nothdurft geben. tem, was da ist, der Schöpfer 2. Ach! wenn ja bei unsrer und Versorger bist. Pobres Lust auch was Sündlich's vor= 3. Du hast auch uns bisher gegangen, Gott, so ist dir's genährt, was wir bedurften uns wohl bewußt; aber laß uns gewährt, und wirst es künftig Gnad' erlangen, und den Leib nicht entziehn, wenn wir voll zum Seelenschaden seine Kost Glaubens zu dir fliehn. nicht in sich laden. 4. Laß uns zwar fatt doch 3. Mache deine Vatertreu, so mäßig sein, uns deiner Güte am Abend wie am Morgen, ge- dankbar freun, und nie verges gen deine Kinder neu, die dich sen im Genuß, daß auch der lassen für sich sorgen und in Arme leben muß. allen ihren Werken sich aus deinem Segen stärken. Mel. Nun danket alle Gott 83. Wir danken freudig dir 4. Laß den Wunsch nicht leer für alle deine Gaben, von dir; ja wir trinken oder es die wir, o Bater, jetzt von dir fen, ach! so wirke stets, daß wir empfangen haben! Gesundheit deiner Liebe nie vergessen, die giebst du uns und Nahrung uns alle Tage nähret und viel die erfreut, hier einen frohen tausend Guts bescheret. Muth, dort deine Seligkeit. 2. Laß nie undankbar uns, wie gut du bist, verkennen, von wahs 5. Reiche deine milde Hand, lieber Vater, auch den Armen; 46 Sonntagslieder. wahrer Dankbarkeit laß unsersschon auf Erden so beglücket, wie Herz entbrennen! mach uns ge- wird uns sein, wenn uns dein horsam, mach in unserm Stand Himmel einst entzücket! Führuns uns treu, daß unser Wandel, dahin und laß uns da dein Anta Gott, dir wohlgefällig sei! lik sehn; dann wird dich unser 3. Wenn deine Huld uns Dank auch würdiger erhöhn! IV. Sonntagslieder. Mel. Sei Lob und Ehr'5. Es sehne Leib und Seele 84. Dich beten, Gott, die sich hin in dein Haus zu gehen; Himmel an, du es hung're, Herr, es dürfte mich, Schöpfer aller Dinge; und ich dein Angesicht zu sehen; und auch darf zu dir mich nahn, mein Gemüth sei freudenvoll, Du hörst's, wenn ich dir singe. daß dich mein Herz verehren Du willst's, und wohnest doch soll und deine Werke preisen. im Licht, in das mein blödes 6. Doch du erkennst, mein Auge nicht vermag hinein zu Bater, mich, mein Dichten und schauen! mein Trachten; siehst, wie so 2. Muß selbst der reinsten schwach ich bin, auf dich, wie Geifter Heer sich, Gott, vor dir du verdienst, zu achten. Verzeis verhüllen, welch eine Furcht muß he mir auch diese Schuld mit als mich vielmehr vor deinem Glanz len Sünden; deine Huld sei erfüllen! Doch du willst mir stark in meiner Schwachheit. nicht schrecklich sein; du willst, ich soll mich deiner freun, dich preisen, dich erheben! 7. Nimm hin mein Herz und wohn' in mir, damit mich nichts zerstreue, wenn ich dich lob' und 3. Ach möcht' ich mich doch al- mich in dir und deiner Gnad' ers lezeit an dir, mein Gott, erfreuen freue! Laß keine Sorgen dieser und, voll von deiner Herrlichkeit, Zeit die Sorge für die Ewigkeit mein ganzes Herz dir weihen! in meiner Seele stören. Wie aber reißen meinen Sinn 8. Geheiligt laß vor deinem Geschäfte, Noth und Welt da- Thron', o Bater, mich erscheis hin zur Eitelkeit der Erde! nen, geheiligt, Gott, durch 4. Ach, zieh mich, o mein deinen Sohn mein Herz mit dir Gott, zu dir am Tage deiner Eh vereinen. Was deiner Gnade re; gieb, daß ich dann nur dich Wort verheißt, gewähre mit in mir empfind' und seh' und dein guter Geist und allen deis höre! Laß diefen Ruhetag allein nen Frommen. dir, o mein Gott, geheiligt sein zum Besten meiner Seele! 9. Dann, wenn der Wahrheit Lehrer mir den Weg zum Hims mel Sonntagslieder. 47 mel zeigen, laß meine Seel' em- des Himmels Lieder, erschall' in por zu dir in stiller Andacht stei- deiner Chriften Tempeln wieder. gen; erleuchte mich und gieblaß Aller Lob, laß das Gebet Verstand, daß mir dein Name ganz bekannt, daß ich recht w se werde. von Allen dir wohlgefallen. 4. Ich freue mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstigen des Lebens Bäche fließen, wo Heil verkündigt wird für deine Kinder und selbst für Sünder. 10. Gieb, daß des Wortes Geist und Kraft mein ganzes Herz durchdringe, daß ich mit Fleiß, gewissenhaft und treu dein 5. Mich lockt die Welt ums Recht vollbringe. Auch mache sonst zu ihren Freuden. Mein mir bis auf den Grund mein Geist soll sich auf deinen Auen Herz, mein ganzes Leben kund, weiden. Die Wahrheit, die uns daß ich nie heucheln möge. deine Boten lehren, die will 11. Gieb Alles, was dein ich hören. Sohn verheißt und send' uns 6. Ich nahe mich mit reda Kraft von oben, damit wir dich lichem Gemüthe, nicht mit den mit einem Geist, aus einem Lippen blos, zu deiner Güte; Munde loben. Laß unser Lob denn was ein ernstliches Gebet und unser Flehn und unsern begehret, das wird gewähret. Dank von Herzen gehn und 7. Gott, welch ein Glück vers dir, o Herr, gefallen. 12. So wird dein Tag, o Vaslehre mich, damit ich von den sprichst du deinen Kindern! Dieß ter, mir ein Tag des Heiles wer: Sündern, von ihrem eitten den; so seh' ich und empfind' in Glücke mich entferne, und dir den Himmel schon auf Erden; fromm sein lerne. so werd' ich nach der Prüfungszeit, zur Ruh' in deine Seligkeit, in deinen Himmel kommen. Mel. Herzliebster Jefu, was hast 85, Dieß ist der Tag, an wel- Bösen mich zu erlösen. 8. Dein Tag erinn're mich an deine Liebe, damit mein Glaus be fich im Guten übe; erinn're mich, daß Jesus starb, vom chem deine Frommen, 9. Dich preif ich, unsers Gott, in dein Haus, dich an- Todes Ueberwinder! Du hast zubeten, kommen, mit Lob, Ge- an diesem Tage für die Süns bet und Dank dich zu verehren, der, die, fern von Gott, in dein Wort zu hören. finstern Schatten saßen, dein 2. Ja, dieser Tag sei dir al- Grab verlassen. Tein geweihet, ihn feire gern, 10. Dein Siegstag ist ein Tag wer deiner sich erfreuet; gieb, des Heils der Erde; gieb, daß daß er mir durch kein Geräusch er immer heiliger mir werde. der Erde entrissen werde. Lob sei, Erlöser, deinem groz 3.Dein Lob, verkündigt durch ßen Namen auf ewig! Amen. Met. - 48 Sonntagslieder. Mel. Nun freut euch, lieben 6. Wem Weisheit fehlt, wem Licht gebricht, der komme her 86. Frohlockend dank ich, und höre, und seine Seele werde Bater, am Tage Licht durch Gottes Lehre. deiner Ehre; denn deinen Geist Wer in der Sünde Sklaverei giebst du auch mir, daß er mir sich elend fühlt, der werde frei Weisheit lehre, damit auch ich durch Jesu Christi Gnade. erleuchtet dich und Jesum, deis nen Sohn, und mich, zu mei nem Heil erkenne. - 7. heilig sei die Stätte mir, wohin, o Gott, die Froma men mit Dank und Lust und 2. Wir sind von dir, o Gott, Lehrbegier, dich anzubeten kombelehrt in unsern Finsternissen; men! Ich liebe sie und walle sind nicht mehr Heiden, sind begern zum Hause Gottes, meis kehrt, dem Götzendienst' entrisnes Herrn, mit ihnen anzus sen. Dieß Haus ist, Gott, dein beten. Heiligthum; hier wird dein 8. Da fühl' ich durch den froms Evangelium, hier dein Gesetzmen Dank, womit dich Christen verkündigt. loben, durch ihren heiligen Ges 3. Ach! wie so elend waren sang zum Himmel mich erhoa wir, als wir, wie ohne Hirten, ben. Da hör' ich, Gott, die Ens verloren und entfernt von dir, gel schon und alle Seligen am von Bahn zu Wahn noch irr- Thron' ihr Heilig! Heilig! rufen. ten; als Reiner, der Vernunft 9. Da seh' ich meines Glaus zur Schmach, wie laut auch bens Preis an deinem Throne deine Schopfung sprach, dich prangen, und ringe nun mit fehn und finden konnte! Ernst und Fleiß, das Kleinod 14. Gewiß war Keiner, daß zu erlangen, gestärkt durch deis durch dich die Welt erschaffen nes Wortes Kraft zur Tren' wäre. Das Laster herrscht und in meiner Pilgrimschaft, zum bau'te sich selbst Tempel und Wandel hier im Himmel. Altare; und sah, wer weiser war, auch Licht, er gönnt' es doch den Armen nicht, die im mer blinder wurden. 10. Da fühl' ich immer mehr mein Herz von deiner Lieb' ent brennen und seufze: Laß nicht Glück noch Schmerz von dir, 5. Nun ist die Welt, dein mein Gott, mich trennen! Wie Heiligthum, durch deinen Sohn schwer die Last ist, fühl ich entsündigt; nun wird den Arzdoch, sie werde leicht und sanft men auch dein Ruhm, dein hei- dein Joch, weil mich dein lig Wort, verkündigt. Wo Trost erquicket. Christentempet sind, da schallt Mel. Liebster Jesu, wir sind hier- mit feligmachender Gewalt die 87. Gott sei Preis und Stimme deines Sohnes. Dank gebracht! Denn Sonntagslieder. 49 Denn nun haben wir vernom3. Gieb, Gott, daß wir dich men, was die Sünder selig stets und findlich fürchten mö macht, Gottes Wort, den Trost gen, daheim und in der Welt, der Frommen; Lehren, die zu auf allen unsern Wegen! Dein guten Werken unsern schwachen Segen fei mit uns, den uns Glauben stärken. dein Wort verheißt, dein Fried? 2. Unser Gott erhört Gebet, in Ewigkeit, o Bater, Sohn giebt uns seinen Batersegen; und Geist! wer nur seine Wege geht, sest, finder und Geiſe! findet Laßt 89, Herr Jesu Chrift, dich Heil auf seinen Wegen. uns denn, ihm zu freudig seine Wege wallen! uns dein'n heil'gen Geist du zu uns send'; 3. Seine Liebe müsse sich im- mit Hülf' und Gnad', Herr, mer mehr uns offenbaren, und uns regier, und uns den Weg die Seinen väterlich vor der zur Wahrheit führ'. Nam' werd' wohl bekannt. Sünden Lust bewahren, daß 2. Thu' auf den Mund zum kos wir uns von ihm nie trennen, be dein; bereit' das Herz zur Ans ihn bis in den Tod bekennen. dacht fein; den Glauben mehr'; 4. Unsern Ausgang segne stark den Verstand, daß uns dein Gott, unsern Eingang, unfre Werke; segne Jeden in der Noth mit Geduld, und Stärke, daß wir, seines Sohnes Erben, ihm nur leben, ihm auch sterben! 3. Bis wir fingen mit Gots mit Trost tes Heer: Heilig, heilig ist Gott, der Herr! und schauen dich von Angesichr, in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, sammt heil'gen Geist unserm Gott, in einem Thron; der heiligen sei Lob für seines Dreieinigkeit sei Lob und Preis Wortes Lehren! Den Sündern in Ewigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott 88. Gott gefallen, rief er zu, sich ernfilich zu be- Mel. Liebster Jesu, wir sind hierkehren; Betrübten gab er Trost, 90. Herr, vor deinem Anges den Schwachen Muth und sicht hat die Andacht Kraft und Lust zur Heiligung uns versammelt; ach, verwirf in ihrer Pilgrimschaft. die Bitten nicht, die dein Bolt 2. Er segne nun sein Wort dir, Höchster, stammelt! Hör durch seines Geistes Stárke, um auf unsre schwachen Lieder und Jesu willen stets zu Früchten sieh gnädig auf uns nieder. guter Werke, daß Jedes Glau2. Laß das Wort, das bier ers be Gott, bis in den Tod, geschallt, unsern Widerstand bes treu und immer thâtiger durch zwingen und mit göttlicher Ges wahre Liebe sei! walt tief in unsre Herzen drin 4 gen, 50 Sonntagslieder. gen. Laß es unfern Sinn er- Imit hellem Licht erfüllet. Gutes neuen und des Frrthums Nacht denken, Gutes dichten mußt du zerstreuen. ca mi felbst in uns verrichten. 3. Daß, von Eifer ganz ent- 3. Odu Glanz der Herrlichkeit! brannt, wir, was du befohlen, Licht vom Licht' aus Gott geboüben, dich und den, den du ren! Mach uns allesammt bereit, gesandt, Jesum Christum, Herz- öffne Herzen, Mund und Ohren! lich lieben; daß kein Schmerz Unser Bitten, Flehn und Singen und keine Freude uns von sei- laß, Herr Jesu, wohl gelingen! ner Liebe scheide. Mel. Liebster Jesu, wir sind Mel. Liebster Jesu, wir sind hier- 93. Nun, Gott Lob! es ist vollbracht Singen, 91. Höchster Gott, wir dans Beten, Lehren, Hören. Gott hat ken dir, daß du uns Alles wohl gemacht; drum laßt dein Wort gegeben. Mach uns uns sein Lob vermehren. Unser tüchtig, daß auch wir nach dem Gott sei hoch gepreiset, daß er felben heilig leben. Gieb dem uns so herrlich speiset. Glauben solche Stárke, daß er thätig sei im Werke. 2. Wenn der Gottesdienst ist aus nach dem mitgetheilten Se 2. Du gabst uns die Wissenschaft, was wir thun und glau- gen, so gehn wir mit Freud' nach schaft, was wir thun und glau- Haus, wandeln fein auf guten ben sollen. Schenk uns auch Wegen. Gottes Geist uns ferner von oben Kraft, daß wir, was leite und uns Alle wohl bereite. wir wissen, wollen, und das 3. Unsern Ausgang segne Gott, Wollen auch vollbringen; so unsern Eingang gleichermaßen; wird Alles wohl gelingen. ſegne unser täglich Brod; segne 3. Unsern Ausgang segne Gott, unser Thun und lassen; segne unsern Eingang gleichermaßen; uns mit fel'gem Sterben und segne unser täglich Brod; seg- mach uns zu Himmelserben. ne unser Thun und Lassen; seg ne uns mit sel'gem Sterben und Mel. O Gott, du frommer Gott mach uns zu Himmelserben. 94. Seid stille, Sinn und Geist und euch in 92. Liebster Jesu, wir sind Gott ergstet; heut ist der Ruhe hier, dich und dein tag, den er selbst hat gesetzet. Er Wort anzuhören; lenke Sinnen will in stiller Furcht und Lieb' und Begier auf die süßen Him- geehret sein, wofern er soll bei metslehren, daß die Herzen von uns in Gnaden kehren ein. der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Heut ist der Tag des Heils, des Herren Wort zu hören; heut 2. Unser Wissen und Verstand ist es rechte Zeit, ihn öffentlich ist mit Fin sterniß umhüllet, wo zu ehren; wer dieses unterläßt, nicht deines Geistes Hand uns leichtsinnig bleibt davon, vers dient Adventslieder. 51 dient nicht, daß er sei des gro- Vater, zu verehren, und in Ben Gottes Sohn. deinem Tempel hier auf dein 3. Ich will ins Gotteshaus heiligs Wort zu hören, von mit seinen Kindern gehen; ich der Welt uns zu entfernen, will in reinem Schmuck vor und der Wahrheit Weg zu ler= seinem Altar stehen; mein Herz nen. soll höchst vergnügt in seinem 2. Gieb uns deinen Geist, o Willen ruhn; der Leib soll nichts Gott, und durch ihn den wahals Noth- und Liebeswerke thun. ren Glauben! Nimmer laß der 4. Komm heute in mein Herz, Last'rer Spott dieses Segens du König aller Frommen! Laß uns berauben! Gieb auch Licht mit dir Segen, Heil und See- und Muth und Stärke uns enfrieben kommen. Die Son zu jedem guten Werke! ne deiner Gnad' kehr' heute bei 3. Hilf, daß alle Sünder sich mir ein, so wird dann dieser Tag durch dein Wort zu dir bekehein rechter Sonntag sein. fren und wir alle, Gott, durch Mel. Liebster Jesu, wir sind hier hören; alle fromm durch dich dich gern vollbringen, was wir 95. Wir erscheinen hier auf Erden, all' im Himmel sea vor dir, dich, ollig werden! - V. Adventslieder. Mel. Sei Lob und Ehr' dem- 3. Du kommst mit Kraft, 96. Anbetung, Ehr' und des Teufels Werk, der Sünde Dank sei dir, du Dienst zu stören, und rüstest die König der Erlösten! Du kommst, mit Geistesstårk, die deine dein Friede sei mit mir; duStimme hören. Ein neues kommst, dein Volk zu trösten. Volk versammelt sich, ehrt dich, Der Vater Hoffnung wird ge- den Retter, ehrt nur dich in front, die Welt durch dich mit willigem Gehorsam. Gott versöhnt. Das Heil ist uns erschienen. - 4. Du kommst, um des Gesetzes Last an unsrer Statt zu 2. Du kommst, und Finsterniß tragen; befreist, die du ers wird Licht, des Frrthums dunk- wählet hat, von des Gesetzes le Schatten erhellt der Wahr- Plagen; und was die Zukunft heit Glanz; die nicht nach dir Sünden droht, Gericht, Vera gefraget hatten, fehn nun durch dammniß, Höll' und Tod, soll Weisheit sich erfreut, erkennen deine Schaar nie treffen. deine Herrlichkeit und preisen deinen Namen. 5. Du kommst zum Heil der genzen Welt; vertilgest ihre Súna 52 Adventslieder. Sünden; giebst dich für sie zum dran, und bete Gott von Hers Lösegeld, lehrst fie Versöhnung zen an. finden. Du winkst auch mir, 5. Aus Gegenlieb' und DankHerr Jesu Christ! du suchest, barkeit sei ihm dein ganzes Herz was verloren ist, daß Alles geweiht; dein Herz, das ihm selig werde. ganz zugehört und selig ist, 6. Du kommst, der Deinen wenn es ihn ehrt: harde Schutz und Hirt! zu retten, nicht 6. Dem, den er dir zum Hele zu richten; willst, wenn deinsfer gab, dem folgen treulich bis schwacher Jünger irrt, vergeben, ins Grab; folg' ihm und wens nicht vernichten. Heil mir, du de dankvoll an, was er zu deis nimmst auch mich gern an! Wernem Heil gethan. 7. Erwecke dich damit zum ists, der mich verdammen kann? Ich weiß, an wen ich glaube. Fleiß der Frömmigkeit; das ist 7. Ja, komm, Herr Jesu! der Preis, den ächte Dankbars Preis sei dir! Mit dir kommt keit dem giebt, der dich so gotta Heil und Segen. Gerührt frohlich groß geliebt. lockt mein Geist in mir, mein Herz eilt dir entgegen. Voll Mel. Jefu, meine Freude treuer Lieb' und Dankbarkeit ſei 98. Christus ist gekommen! es nur deinem Dienst geweiht. Dein bin ich hier und ewig! -- Dankt ihm, seine Frommen! Dankt ihm, daß er Mel. Vom Himmel hoch da- kam, daß er hier auf Erden, 97. Auf! freue dich, mein unser Heil zu werden, seine Geist in mir! und Wohnung nahm! Mensch, wie preise deinen Gott, der dir selbst wir, erschien er hier, der zur seinen Sohn zum Helfer giebt; Schöpfung sprach: Entstehe! preis' ihn, daß er so sehr dich der einst spricht: Vergehe! liebt. 2. Laßt uns niederfallen, dans 2. Er, den dir Gott zum Heil ken, daß Gott Allen ihn zum gesandt, er machte dir den Trost Retter giebt; daß er jetzt uns bekannt, wie innig seine Va- Sünder, wie ein Vater Kinder, tertreu, wie werth ihm deine herzlich, treulich liebt. Welch Wohlfahrt sei. ein Heil, am Sohne Theil, 3. Durch ihn hat er die fichre Theil durch seiner Zukunft Gas Bahn zur Seligkeit dir fund ben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Leiden gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft auf dieser kann von ihm uns scheiden; er Bahn zu gehn verschafft. bleibt ewig treu! Dort wird er 4. Vergiß, vergiß zu keiner vom Bösen völlig uns erlösen, Zeit die Größe seiner Gütigkeit; bier steht er uns bei. Unser dent' oft und stets mit Freuden Freund, mit Gott vereint, kann nicht 53 nicht seine Brüder hassen, noch sie hülflos lassen. 3. Gern wollen wir, Herr, frömmer leben; verleih uns 4. Wenn wir einst ermüden, selbst ein neues Herz, das deiführt er uns zum Frieden durch nem Worte sei ergeben und des Grabes Nacht. Unsre tod- richte sich stets himmelwärts. ten Glieder giebt die Erde wie: Nimm weg durch deinen guten der ihm, der sie bewacht. Je- Geist, was dir mißfällt und fus ruft uns aus der Gruft, er, Sünde heißt. der selbst den Tod einst schmeck= te, den auch Staub bedeckte. 4. bleib bei uns mit deis ner Gnade, erhalte Wort und 5. Auf dem Richterthrone Sakrament; gieb, daß uns nie werden wir im Sohne unsern ein Frrthum schade, der uns Bruder schaun. Heil und ewig von dir und Jesu trennt. Gieb Leben wird er allen geben, die Fried' und Ruhe immerdar, und sich ihm vertraun. Er ward segne jedes Kirchenjahr! hier versucht, wie wir; unsrer Mel. Sei Lob und Ehr'Schwachheit wird er schonen, 100.Du, den uns Gott überschwenglich lohnen. zum Mittler gab, 6. Eilet, eilt ihr Sünder! zum Himmel uns zu bringen, werdet Gottes Kinder! glaubet sieh huldreich auf den Dank hers an den Herrn! Eilet, eilt ihr ab, den wir dir, Jesu, singen! Frommen! feid wie er, vollkem Du, unser Trost, allein durch men, und gehorcht ihm gern! dich kann unsre Seele Gottes Preiset ihn, daß er erschien, daß sich und ihres Lebens freuen. er sich für euch gegeben, durch 2. Uns drohten furchtbar ein göttlich Leben! Sünd' und Tod mit allen ihren Mel. Wer nur den lieben Gott- Plagen. Wer half uns hier in 99. Das Kirchenjahr ist nun solcher Noth, nicht muthlos zu vollendet! Gedankt verzagen? Von Gott gesandt, fei dir, o Gott, dafür! Du erschienest du, mit ihr zugleich haft mehr Gut's uns zuge- auch Trost und Ruh und Heil wendet, als wir verdienten, für unsre Seelen. Herr, von dir. Noch schallet 3. Du kamst und wurd'st ein bei uns immerfort zu unserm Mensch, wie wir; des ew'genVa= Heil dein theures Wort. tere Liebe verherrlichte sich ganz 2.3war muß ein Jeder wohl in dir; aus göttlich edlem Triebe bekennen, daß er dich, leider! gabst du mit liebevollem Sinn oft betrübt. Wer kann derSün- dein Leben für uns Sünder hin, den Menge nennen, die er dieß vom Elend uns zu retten. Jahr hindurch verübt? O güt': ger Gott, vergieb die Schuld, 4. Sei hochgelobt, Herr! les benslang gebührt dir unsre Liebe. und trage uns noch mit Geduld! daß dir Keiner diesen Dank je das Adventslieder. 54 Adventslieder. dafür schuldig bleibe! Durch Seele Schaden. D, nehmt ihn dich erlöst, gehören wir dir glaubig an! völlig an. O möchte dir zur Ehre Jeder leben! 4. Du Freund der Menschenfinder, verwirf uns, Jesu, nicht! 5. Wir schwören dir, Herr Dein Name, Heil der Sünder, Jefu Chrift, dich und dein ist unsre Zuversicht! Drum koms Wort zu lieben; in dem, was men wir zu dir. Hilf uns die dir gefällig ist, uns Lebenslang Macht der Sünden noch glückzu üben! O, stårk uns nur lich überwinden; denn dein, o durch deinen Geist, den du den Herr, sind wir! Deinigen verheißt, im Kampf 5. Bei dir steht unser Leben. mit jeder Sünde. Bu unserm ew'gen heil hast du 6. Dir nach gehn wir dann dich hingegeben; gieb uns am himmelan auf deinem Tu Himmel Theil! Laß uns dir folg= gendpfade; bei jedem Schritt sam sein! Was wird uns, Herr, auf dieser Bahn erquickt uns dann fehlen? Dann werden unsre deine Gnade. Und wenn hier Seelen sich Gottes ewig freun. unser Lauf sich schließt, so führst 102. Es wolle Gott uns du uns, Herr Jesu Christ, zur Fülle deiner Freuden. gnädig sein zum neuen Kirchenjahre, daß er uns Mel. Von Gott will ich nicht- unverfälscht und rein sein theus 101. Erhebt den Herrn, ihr res Wort bewahre. Ach! durch Frommen; er hält, sein Wort und seinen Geist woll' was er verspricht. Der Heiland er den Glauben stärken, daß sich ist gekommen, der Völker Trost derselbe thätig weist in allen gus und Licht. Gott, der uns nicht ten Werken, zum wahren Chriverstößt, hat uns zum Heil und stenthume. Leben selbst seinen Sohn gege- 2. So danken, Gott, und los ben; durch ihn sind wir erlöst. ben dich, die solchen Schatz er2. Er kam zu uns auf Erden kennen, dadurch wir hier und in niedriger Gestalt; voll Mühe ewiglich uns mögen selig nens und B.schwerden war hier sein nen. Vernunft, die sich nur Aufenthalt. Der ihm gegeb'nen selbst betreugt, kann nicht zum Macht enthielt er sich mit Freu- Himmel bringen; was aber den, bis er durch Thun und Lei- Gottes Wort uns zeigt, dadurch den sein großes Werk vollbracht. wirds uns gelingen, den rech 3. Er hats vollbracht! O brineten Weg zu finden. get Gott euren Lobgesang! Er- 3. Es danke, Gott und lobe Isste Menschen, singet dem dich für allen deinen Segen ein jez Mittler ewig Dank! Wo Nie- der Christ, bei welchem sich noch mand helfen kann, da hilft er Herz und Lippen regen. Kein Tag gern aus Gnaden, heilt unsrer vergeh' im Jahre nicht, der nicht dein Adventslieder. 55 dein Lob verneue, bis ich vor dei- Du giebst ihn aus Liebe hin; nem Angesicht' mich unaufhörlich mein verzweifelt böser Schade freue mit allen Engeln, Amen. wird dir Trieb zur Gnade. Mel. Jefu, meine Freude 6. Großer Ehrenkönig! Mein Zions 103. Freut euch, Dank ist zu wenig und mein Töchter! Predigts Herz zu schlecht. Du stiegst von Zions Wächter! unser Gott er- dem Throne, wirst zum Mens scheint! Herzliches Erbarmen! schensohne, wardst ein armer Arm kommt er zu Armen, als Knecht. Du wählt'st klein und ihr Trost und Freund. Freue arm zu sein, daß der Mensch, dich recht inniglich! Freue dich, der Wurm, die Erde, dort ers o Seele, seiner; er erbarmt höhet werde. sich deiner! 7. Du kamst aus der Höhe 2. Unsre Schuld und Män- und nahmst Fluch und Wehe gel büßt und tilgt kein Engel, von der ganzen Welt. Dir ist der am Throne dient; blos von es gelungen, du hast uns errunGottes Kinde wird der Menschen gen dir, du starter Held! Fries Sünde bei Gott ausgesühnt. defürst, du kannst, du wirst Gottes Blut macht uns nun uns mit unserm Gott versöha gut, was uns Gott zum Abschen nen und mit Segen krönen. machte und die Hölle brachte. 8. heiligt euch, ihr Christen! - 3. Nach dir, Schlangentre- Macht von bösen Lüften eure ter! seufzeten die Väter schon Seelen rein. Denn nur bei den mit Zuversicht; lebenssatt und Reinen, den geliebten Seinen múde, kamen sie zum Friede; kehrt der Heiland ein. Machet doch du kamst noch nicht. Gott Bahn! Der Held kommt an! tritt oft von dem, der hofft, seiner Ankunft Zweck ist wichder zu dringend hoffet, ferne, tig; macht die Steige richtig! daß er harren lerne. 9. Heil'ger Weibessame! 4. Was in heil'gen Büchern Herrlich ist dein Name; groß ist Gott selbst ließ versichern, ist deine Treu! Heil'ge mein Ges nunmehr erfüllt; was der Opfer müthe, daß mir deine Güte Schatten Hohes auf sich hatten, ewig theuer sei. Mache mich, zeigt ihr Gegenbild. Christus ich bitte dich, mache mich, ich hat, nach Gottes Rath, unsre bitte sehnlich, dir, mein Jesu, Menschheit angenommen; nun ähnlich. ist er gekommen. 5. Gott! was sind die SünMel. Ich dank dir schon der? Was sind Menschenkinder, 104. Gedanke, der uns Les daß du ihr'r gedenkst? Was kann ben giebt! Wer dich bewegen, daß du uns zum kann dich ganz durchdenken? Segen den Geliebten schenkst? ,, Also hat Gott die Welt geliebt, uns 56 Adventslieder. uns seinen Sohn zu schen- so fühl' ich eine Kraft des Herrn ken." und schmecke Fried' und Ruhe. 2. Hoch über die Vernunft ers 11. Und wenn mich meine höht, umringt mit Finsternissen, Sünde kränkt und ich zu dir, füllst du mein Herz mit Maje- Herr, trete, weiß ich, daß dein stät und stillest mein Gewissen. Herz mein gedenkt und thut, 3. Ich kann der Sonne um was ich bete. Wunder nicht, noch ihren Bau 12. Ich weiß, daß du, mein ergründen; und doch kann ich Heiland, lebst, und einst auch der Sonne Licht und ihre Wärm' aus der Erde mich weckest und dahin erhebst, wo ich dich empfinden. 4. So kann ich auch nicht schauen werde. Gottes Rath von Jesu Tod er gründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 13. Kann unsre Lieb' im Glaus ben hier für dich jemals erkalten? dieß ist die Lieb', o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ hat meine Schuld Dankbarkeit, so oft ich dich nur getragen, mein Gott und mein nenne und hilf, daß ich dich alles Erlöser ist; so werd' ich angst- zeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würs voll zagen. 6. Ift Chrifti Wort nicht Got dig sein, deswegen Schmach tes Sinn; so werd' ich irren zu leiden; so laß mich keine müssen, und wer Gott ist, und Schmach und Pein von deiner was ich bin und werden soll, Liebe scheiden. nicht wissen. 16. Und sollt' ich, Gott, nicht 7. Nein, diesen Trost der Chri- für und für des Glaubens stenheit soll mir fein Spotter rau Freud' empfinden; so wirke doch ben; ich fühle seine Göttlichkeit, dein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. und halte fest am Glauben. 17. Hat Gott uns seinen 8. Ich bin nun ganz dein Eigenthum, durch dich des Him Sohn geschenkt,( laß mich noch mels Erbe; dieß, Sohn des sterbend denken,) wie sollt' uns Höchsten, ist mein Ruhm, auf der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Mel. Nun komm', der Heiden Geist, das Pfand, im Glau- 105, Gott sei Dank durch ben mich zu stärken, und bildest alle Welt, der sein mich durch deine Hand zu Wort beständig hält, und der allen guten Werken. Sünder Trost und Rath z 10. So lang ich deinen Wil- uns hergesendet hat. len gern mit reinem Herzen thue; 2. Was der alten Båter Schaat hich: ww Adventslieder. 57 3. Die sich sein nicht schämen und sein'n Dienst annehmen, durch ein'n rechten Glauben, mit 3. Zions Hilf und Abrams ganzem Vertrauen, denen wird Lohn, Jakobs Heil, der Jung- er eben ihre Sünd' vergeben. frau'n Sohn, der wohl zweige: 4. Denn er thut ihn'n schenstammte Held hat sich treulich ken in den Sakramenten sich eingestellt. felber zur Speise, sein' Lieb' zu höchster Wunsch und Sehnung war und was sie geprophezeiht, ist erfüllt mit Herrlichkeit. 4. Sei willkommen, o mein beweisen, daß sie sein genießen Heil! Hosianna, o mein Theil! in ihrem Gewissen. Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Die also bekleiben und bes ständig bleiben, dem Herren in 5. Zieh, du Ehrenkönig ein, allen trachten zu gefallen, die es gehöret dir allein, mach es, werden mit Freuden auch von wie du gerne thust, rein von al hinnen scheiden. lem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein' Zukunft 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende, da wird war voller Sanftmuth, ohu' Ge- er vom Bösen ihre Seel' erlösen, fahr; also sei auch jederzeit deine und sie mit sich führen zu der Sanftmuth mir bereit. Engel Chören. 7. Troste, troste meinen Sinn, 7. Von dann'n er wird weil ich schwach und blöde bin, kommen, wie denn wird vers und des Satans schlaue List sich nommen, wenn die Todten wer zu hoch für mich vermißt. den erstehn von der Erden, und 8. Tritt der Schlangen Kopf zu seinen Füßen sich darstellen entzwei, daß ich aller Aengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan. müssen. 8. Da wird er sie scheiden, die Frommen zur Freuden, die Bo9. Daß, wenn du, o Lebens- sen zur Höllen, in peinliche Stel: fürst, prächtig wieder kommen len, da sie ewig müssen ihr' Unwirst, ich dir mög' entgegen gehn tugend büßen. und vor dir gerecht bestehn. 9. Ei nun, Herre Jesu, schik106. Gottes Sohn ist kom- te unsre Herz'n zu, daß wir men, uns allen zu alle Stunden rechtglaubig er= Frommen, hier auf diese Erden funden, darinnen verscheiden in armen Geberden, daß er uns zu ewigen Freuden. von Sünde freie und entbinde. Mel. Jesus meine Zuversicht- 2. Er kommt auch noch heu 107. Hallelujah; unser Gott ist in une ferm Fleisch erscheinen; er, der Herr, Gott Zebaoth, dem der Engel Chöre dienen, nahm die wahte und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß' sollen wenden, von Frrthum und Thor heit treten zu der Wahrheit. Univ. Bibl. Giessen 58 Adventslieder. wahre Menschheit an, daß er 8. Hallelujah! Wann, o wann Sünder retten kann. werd' ich dich, Gott, Heiland, 2. Die bestimmte Gnadenzeit, küssen? und, von dir gekrönt, zu erlösen, was verloren, ward alsdann deine Herlichkeit geerfüllt, die Welt erfreut; Got- nießen? Komm! komm bald! tes Sohn ward Mensch gebo- Owärst du nah! Ja du kommst, ren. Seht! was er für uns ge- Hallelujah! - than; betet ihn, o Christen, an! Mel. Sei Lob und Ehr dem 3. Er verließ den Himmelsthron, ward ein Mensch, doch 108, Heil uns! aus unsrer Sündennoch ist ohne Sünde; dennoch blieb er Rettung uns erworben. Der Gottes Sohn, machte mich zu Herr will nicht des Sünders Gottes Kinde, nahm an unsrer Zod. Was Adams Fall vers Schwachheit Theil und erwarb dorben, hat er aus Gnaden uns wahres Heil. uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt; wie groß ist 4. Nicht der Seraphim Na tur nahm er an, nicht eng'lisch sein Erbarmen. Wesen; unsre Menschheit hat er 2. Selbst seinen eingebornen nur zur Vereinigung erlesen. Sohn sandt' er zu uns auf ErMenschen, wie seid ihr erhöht, den, von dem verdienten Sündendaß ihr Gott im Menschen seht. lohn ein Retter uns zu werden. 5. Laßt von nun an heilig sein Er kam, und mit ihm unser eure Menschheit, Gottes Tem: Heil; er kam, damit wir wieder pel. Nehmt, Gott Leib und Geist Theil am ew'gen Leben hätten. zu weihn, euren Heiland zum 3. Wo ist, o Tod, dein StaErempel. Macht euch Heilichel nun? Hier ist dein Uebers gung zur Pflicht und entehrt winder. Für unsre Schuld ges die Menschheit nicht. nug zu thun, starb er, das Heil 6. Hallelujah! Nun sind wir der Sünder. Wo ist nun Sunnicht verdammt und nicht verde, deine Kraft? Hier ist der, Ioren; der gerecht macht, Gott der uns Kräfte schafft, dein ist hier, uns zur Rettung Mensch Joch von uns zu werfen. geboren, ist uns Rath und 4. Gelobt sei Gott, gelobt Kraft und Held; glaub' an ihn sein Sohn, der Retter unsrer nur, Sünderwelt! Seelen! Nun kann uns auch 7. Hallelujah! Weine nicht, auf Erden schon das wahre Glück Freu' dich, menschliches Ge- nicht fehlen, getroft und froh in schlechte! Gottes Engel selbst Gott zu sein; wenn wir uns verspricht Heil dem menschlichen nur dem Heiland weihn, den Geschlechte. Jauchzt! Getilgt Gott für uns verordnet. ist Fluch und Weh. Ehre sei 5. Was er zum Leben uns vers Gott in der Höh! schafft, das ist in seinen Händen. Sein Adventslieder. Sein ist das Reich, sein ist diel 3. Hosianna! Friedensfürst! Kraft, das Heil uns zuzuwenden, Ehrenkönig! Held im Streite! das er so liebreich uns erwarb, Alles, was du bringen wirst, als er für uns am Kreuze starb. das ist unsre Siegesbeute. Deis Wohl Allen, die ihm trauen! ne Rechte bleibt erhöht und 59 6. laßt uns ihm uns an dein Reich allein besteht. vertraun, uns niemals seiner 4. Hosianna! Lieber Gast, schamen! Auf seine Mittlers- wir sind deines Reichs Genofa bülfe bau'n und sein Joch auf sen, die du dir erwählet hast. sich nehmen, das ist der Weg Ach, so laß uns unverdrossen zum ew'gen Wohl, der Weg, deinem Zepter dienstbar sein; auf dem man ruhevoll auch herrsche du in uns allein. schon auf Erden wandelt. 5. Hosianna! Komme bald, laß 7. Herr, laß uns diese Selig- uns deine Sanftmuth küssen! keit hoch über Alles schätzen! Wollte gleich die Knechtsgestalt Nie können Güter dieser Zeit deine Majestät verschließen: ei! den Mangel uns ersetzen, wenn so kennet Zion schon Gottes uns das größte Gut gebricht: und auch Davids Sohn. ein reines Herz voll Zuversicht 6. Hosianna! Steh uns bei! zu dir, Gott, unserm Vater! Herr! hilf, laß wohl gelin= 8. lent' auf dieß erhabne gen! daß wir ohne Heuchelei Glück, Herr, unsre stärksten dir das Herz zum Opfer bringen. Triebe! Zieh mächtig unser Du nimmst keinen Jünger an, Herz zurück von schnöder Sün- der dir nicht gehorchen kann. denliebe! An dem so theu'r ers 7. Hosianna! Laß uns hier worbnen Heil laß uns im wah- an den Delberg dich begleiten, ren Glauben Theil stets suchen bis wir einstens für und für dir und gewinnen. ein Psalmenlied bereiten; dort Mel. Meinen Jesum laß ich nicht- ist unser Bethphage. Hosian109. Hofianna! Davids na in der Höh! Sohn kommt in 8. Hosianna, nah und fern! Zion eingezogen. Ach, bereitet Eile, bei uns einzugehen; du ihm den Thron, setzt ihm taus Gesegneter des Herrn, warum send Ehrenbogen! Streuet Pal willst du draußen stehen? Homen, machet Bahn, daß er fianna! Bist du da? Ja, du Einzug halten kann! kommst. Hallelujah! 2. Hosianna! Sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen! Mel. O Gott, du frommer Gott- Unser Herz ist schon gerüs't, 110. Ich danke dir, mein will sich dir zu Füßen legen. Gott, daß du Zieh zu deinen Thoren ein! Du sollst uns willkommen sein. ein Mensch geboren, mein König, daß ich nicht soll ewig sein verloren; weil 60 Adventslieder. weil du selbst kommst zu mir, folgen! So viel ich nur immer kann, freu ich billig mich; weil du will ich Ehre dir erzeigen, und selbst durch dein Wort sprichst: im Glauben dein Verdienst mir 3ion, freue dich! zueignen zum Gewinnst. 2. Ich danke dir, daß du, 4. Hosianna, David's Sohn, mein Helfer, mir erworben Heil ach Herr! hilf, laß wohlgelin= und Gerechtigkeit, da ich war gen! laß dein Zepter, Reich ganz verdorben. Dein Einzug ist und Kron' uns viel Heil und Se mein' Ehr', dein' Armuth macht gen bringen, daß in Ewigkeit mich reich; drum Hosianna dir besteh': Hosianna in der Höh! dein Volk singt allzugleich. 3. Bleib ja bei mir, mein Mel Vom Himmel hoch da kommGott, laß mich dein Wort re- 112. Lob sei dem allmächti gieren; so wird kein Frrweg gen Gott, der sich unmich betrüben, noch verführen. ser erbarmet hat, gesandt sein'n Komm zu mir durch dein Wort; allerliebsten Sohn, aus ihm komm in der letzten Noth; gebor'n im höchsten Thron. bring mich zur Friedensstadt, 2. Auf daß er unser Heiland ins Leben durch den Tod! würd' uns freite von der Sún: 4. Komm mir zu Trost und denburd', und durch sein' Gna Freud', wenn diese Welt verges de und Wahrheit führe zur ewi het, wenn Himmel, Erde, Gut gen Klarheit. und Ehr' nicht mehr bestehet, und 3. große Gnad' und Gü führ mich in dein Reich zu deiner tigkeit! O tiefe Lieb' und MilHerrlichkeit, mein König, daß digkeit! Gott thut ein Werk, ich dich dort lob' in Ewigkeit. das ihm kein Mann, auch kein Engel verdanken kann. Mel. Meinen Jesum laß ich- 4. Der Schöpfer aller Kreatur 111. Romm du werthes Löfegeld, dessen alle nimmt an sich unsere Natur, ver Heiden hoffen! Komm, o Hei- achtet nicht ein armes Weib, zu land aller Welt! Thor' und werden Mensch in ihrem Leib. Thüren stehen offen! Komm in angewöhnter Zier; komm, wir warten mit Begier! 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigkeit; das A und O, An 2.Zieh auch in mein Herz hin- fang und End', giebt sich für ein, o du großer Ehrenkönig! uns in groß Elend. Laß mich deine Wohnung sein! 6. Was ist der Mensch? was Bin ich armer, Mensch zu wenig, ist sein Thun, daß Gott für uns ei, so soll mein Reichthum sein, giebt seinen Sohn? Was darf wenn du bei mir ziehest ein. unser das höchste Gut, daß es 3. Nimm mein Hosianna an solch's unferthalben thut? mit den Sieges: Palmenzwei- 7.D weh dem Volk, das dich ver acht't Adventslieder. 61 acht't, der Gnad' sich nicht theil- scher dich so oft erfreut, dir hilft haftig macht, nicht hören will so herzlich gern! des Sohnes Stimm'; denn auf 2. Ein ganzes Jahr hast du ihm bleibet Gottes Grimm! sein Wort, sein göttlich Wort 8. Mensch! wie daß du's gehört; und heute wird's an nicht verstehst, und dem König diesem Ort von Neuem dir ges entgegen gehst, der dir so ganz lehrt. demüthig kömmt und sich so treulich dein annimmt? 3. Herr, dir und deiner Vatertreu bring' ich mein Opfer dar. 9. Ei! nimm ihn heut mit Gieb, daß dein Volk gesegnet Freuden an! Bereit ihm dieses sei im neuen Kirchenjahr. Herzens Bahn, auf daß er 4. Hilf uns! und bis an unkomm' in dein Gemüth und du ser End' erhalt uns dein Wort genießest seiner Gut'. rein. Laß deine heil'gen Sakras 10. Unterwirf ihm deine Ver- ment' mit Trost das Herz er= nunft in dieser gnadenreich'n Zu- freun. kunft, untergieb seiner Herrlichkeit die Werke dein'r Gerechtigkeit. 5. Erleuchte, was in Irrthum steckt. Gieb, daß zu deiner Ehr' 11. Wo du dieß thust, so ist der Sünder, durch dein Wort ers er dein, bewahrt dich vor der schreckt, rechtschaffen sich bekehr'. Hollenpein; wo nicht, so sieh 6. Gieb allen Lehrern Freus dich eben für, denn er schließt digkeit und Weisheit, Muth dir des Himmels Thür. Welch Glück für 12. Sein' erste Zukunft in uns, wenn jederzeit ihr Vors die Welt ist in sanftmüthiger trag Nußen schafft! Gestalt; die andre wird er schrecklich sein, den Gottlosen zur großen Pein. und Kraft. 7. Regiere uns mit deinem Geist, bei unserm Kirchengehn, und laß bei dem, was du uns 13. Die aber hier in Chrifto heiß'st, Ohr und Herz offen stehn. siehn, werden alsdann zur Freud' eingehu, besitzen da der freu' ich mich, so oft ich dich nur 8. Haus des Herrn, wie Engel Chor', daß sie kein Uebel seh! Boll Rührung blick' ich mehr berühr'. über dich hinauf zu jener Höh. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, sammt seinem ein- Zeit allhier versammelt sein; fo 9. Wie wir auf eine kurze gebornen Sohn, dem heil'gen werden wir in Ewigkeit uns Geist in gleicher Weif' sei ewig dort zusammen freun. lich Dank, Ehr' und Preis. 10. Dort braucht man keis Mel. Lobt Gott, ihr Christen- nen Tempel nicht, nicht Beicht113, Lobsinge Gott, ostuhl, nicht Altar. Dort sieht Christenheit! und man Gott von Angesicht, und danke deinem Herrn! ihm, wet- llobt ihn immerdar. Mel. 62 Adventslieder. Mel. Von Gott will ich nicht 3. Gott, was uns deine Wahra 114.Mit Ernst, o Men- heit lehrt, die unsern Glauben schenkinder! das siets vermehrt, das laß bekleiHerz in euch bestellt, damit das ben, daß wir dir Lob und Preis Heil der Sünder, der große singen für und für. Hallelujah! Wunderheld, den Gott aus Mel. Gelobet seist du, JesuGnad' allein, der Welt zum Licht und Leben, gesendet und gege- 116, Preis ihm! Er schuf und er erhält feine ben, bei euch auch kehre ein. - 2. Bereitet doch fein tüchtig den wundervolle Welt. Du sprachst, Weg dem großen Gast; macht sei- da wurden, Herr, auch wir! neSteige richtig; laßt Alles, was Wir leben und wir sterben dir! Hallelujah! er haßt! Macht alle Bahnen recht, 2. Preis ihm! Er liebt von die Thor' laßt sein erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet: was Ewigkeit, wird ein Mensch, frumm ist, gleich und schlecht. stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst 3. Ein Herz, das Demuth über, hast du uns dir! Dir leben und bei Gott am höchsten steht; ein dir sterben wir! Hallelujah! 3. Preis ihm! Er führt des Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, Himmels Bahn, führt den das richtig ist und folget Gottes schmalen Weg hinan. Geheili Leiten, das kann sich recht berei- get hast du uns dir! Dir leben ten: zu dem kommt Jesus Christ. und dir sterben wir! Hallelujah! 4. Sing, Psalter! Freudens 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit aus thránen, fließt! Heilig, heilig, Güte und Erbarmen, Herr Jesu, heilig ist Gott, unser Gott! Jes felbst bereit! Zieh in mein Herz hovab, dir, dir leben und die hinein vom Stall und von der sterben wir. Hallelujah! Krippen, so werden Herz und Lippen dir immer dankbar sein. - Mel. Nun freut euch lieben117, Such, wer da will, ein andres Ziel, Mel Erschienen ist der herrl'che115. Nun kommt das neue die Seligkeit zu finden; mein Kirchenjahr, deß Herz allein bedacht soll sein, freut sich aller Christen Schaar. auf Christum sich zu gründen. Dein König kömmt; drum freue Sein Wort ist wahr; sein' Werk' dich, du werthes Zion, ewig- sind klar; sein heil'ger Mund lich. Hallelujah! hat Kraft und Grund, all' 2. Wir hören noch das Gna- Feind' zu überwinden. denwort vom Anfang immer fort 2. Such, wer da will, Noth: und fort, das uns den Weg zum helfer viel, die uns doch nichts Leben weist; Gott sei für seine erworben; hier ist der Mann, Gnad' gepreist. Hallelujah! der helfen kann, bei dem nie was Adventslieder. 63 was verdorben. Uns wird das Preis und deinem Namen dies Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. nen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud', alsLeib 3. Ach! sucht doch den, laßt und Seele saßen in ihrem größten Alles stehn, die ihr das Heil be- Leid? Als mir das Reich genom= gehret. Er ist der Herr und kei- men, wo Fried' und Freude lacht, ner mehr, der euch das Heil ge- da bist du, mein Heil, kommen, währet. Sucht ihn all' Stund und hast mich frei gemacht. von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Ich lag in schweren Bans den, du kamst nad macht'st mich los; ich lag in Sport und Schan= 4. Mein' Herzenskron', mein' den, du kamst und macht'st mich Freudensonn' sollst du, Herr Je- groß und hobst mich hoch zu su, bleiben. Laß mich doch nicht Ehren und schenkt'st mir großes von deinem Licht durch Eitelkeit Gut, das sich nicht läßt verzehvertreiben. Bleib du mein Preis; ren, wie irdisch Reichthum thut. bein Wort mich speis'; bleib du mein' Ehr'; dein Wort mich lehrtrieben zu mir vom Himmelszelt, 5. Nichts, nichts hat dich gez an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein du alle Welt in ihren tausend als das geliebte Lieben, damit Angesicht, laß mich im Kreuz plagen und großen Sammernicht zagen! Weich nicht von laft, die kein Mund kann außmir, mein' höchste Zier! hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir ſagen, so fest umfangen hast. zur Freud' nach diesem Leid! Herze, du hochbetrübtes Heer, 6. Das schreib dir in dein hilf, daß ich mag nach dieser bei deinem Gram und Schmers Klag' dir ewig dort Lob sagen. ze, der sich häuft mehr und mehr. Seid unverzagt, 118. Wie soll ich dich em habet die Hülfe vor der Thür, pfangen und der eure Herzen labet und trôwie begegn' ich dir? o aller ftet, steht allhier. Mel. Schak über alle Schäßeihr -- Welt Verlangen! o meiner See 7.Jhr dürft euch nicht bemülen Zier! Jesu, Jesu! setze hen, noch sorgen Tag und Nacht, mir selbst die Fackel bei, da- wie ihr ihn wollet ziehen mit eumit, was dich ergötze, mir kund/ res Armes Macht. Er kömmt, er und wissend sei. kommt mit Willen, ist voller Lieb 2. Dein Zion streut dir Palmen undkust, all' Angst und Noth zu und grüne Zweige hin, und ich stillen, die ihm an euch bewußt. will dir in Psalmen ermuntern 8. Auch dürft ihr nicht erschrekmeinen Sinn. Mein Herze soll ken vor eurer Sünden Schuld. dir grünen in stetem Lob und Nein! Jesus will sie decken mit feia 64 Von der Geburt Jesu Chrifti. seiner Lieb' und Huld. Er kommt, Erden viel zu wenig zum Wier kommt, den Sündern zu Trost derstande seind. 10. Er kommt zum Weltges richte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad' und süßem 9. Was fragt ihr nach dem Lichte dem, der ihn liebt und Schreien der Feind' und ihrer sucht. Ach komm! ach komm! o Tuck'? Der Herr wird sie zer- Sonne! und hol' uns allzumal streuen in einem Augenblick. Er zum ew'gen Licht und Wonne kömmt, er kommt, ein König, in deinen Freudensaal! dem wahrlich alle Feind' aufl und wahren Heil; schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib' ihr Erb' und Theil. VI. Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Lobt Gott, ihr Christen du mir. Versöhnung, Leben, 119. 2o bat Gott die Trost und Licht, das hab' ich Welt geliebt, daß nun an dir. er aus freiem Trieb' uns seinen 7. Dein Mangel wird mein Sohn zum Heiland giebt. Wie reiches Theil, dein Leben stillt hat uns Gott so lieb! mein Leid. Durch deine Knechts= 2. Was sein erbarmungs- gestalt, mein Heil, gewinn' ich voller Rath schon in der Ewig- Herrlichkeit. keit zu unserm Heil beschlossen 8. Gelobt sei Gott, gelobt hat, vollführt er in der Zeit. sein Sohn, durch den er Gnad' 3. Er, aller Menschen höch- erweist! Lobt, Engel, ihn vor ftes Gut, der Alle segnen kann, seinem Thron! Erheb' ihn auch, nahm, wie die Kinder, Fleisch und mein Geist! Blut, doch ohne Sünden, an. Mel. In dulci jubilo4. Ich freue mich, mein Heit, 120. Auf! die ihr Jesum in dir; du nahmst mein Fleisch liebt, in seinem an dich. Was fehlt mir nun? Lob' euch übt! setzt Herz und Ist Gott mit mir, wer ist denn wider mich? Mund zusammen, stimmt Freu denpsalmen an! Steigt, heil'ge 5. Du Sohn des Allerhöch- Andachtsflammen, zum Hima sten wirst auch mir Rath, Kraft melsthron hinan; Jesus kommt und Held, mein Vater und zu uns. mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. ( 1. Vom Himmel kam*) 2. O theures Gnadenpfand! 6. Was mir zum Seligsein ein neues in dem Land! das Kind gebricht, das, Herr, erwarbstlist uns geboren, das Held und *) S. No. 145. Vas Von der Geburt Jefu Chrifti. 65 Vater ist, zum Gnadenstuhl' er- Sohn geliebet! O, wer bin ich foren. Sei tausendmal ge- Herr, daß du mich so herrlich grüßt, mein Immanuel. hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns ( 2. Zu Bethlehem, in-) 3. Das Heil der ganzen Welt vereint zur Zeit, da wir noch seis ist nunmehr festgestellt; der Kö- ne Feinde waren, er wird uns nig ist erschienen, ber lauter Se- gleich, um Gottes Reich und seigen weist, und alle, die ihm die- ne Lieb' im Fleisch zu offenbaren. nen, mit Himmelsgütern speist. Gott ist nun mit uns. ( 3. Deß sollt ihr billig-) 4. An ihm nimm Theil, er ist das Heil; thu täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der 4. So kehre bei mir ein, hold- ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr, fel'ges Jefulein! Setz deine ſpricht und doch nicht sucht sein Gnadenwerke in meiner Seele Beispiel nachzuahmen. fort; dein Leib und Blut mich ftárte; es heile mich dein Wort, o Immanuel. 5. Aus Dank will ich in Brus dern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun und dein dabei gedenken. ( 4. Was kann euch thun-) 5. Immanuel, mein Licht! Ich laß, ich laß dich nicht! bis mich dein Segen schmücket und deine durch den die Welt und Alles 6. Rath, Kraft und Held, Gnade front. Mein Gelst dich an ift, im Himmel und auf Erden! sich drücket, ob mich gleich Mi die Christenheit preißt dich ers chal höhnt. Mein Immanuel. freut und Aller Knie soll dir gez beuget werden. ( 5. Er kann und will euch-) 6. Drum, Himmel, Erd' und 7. Erhebt den Herrn! Er Meer, bu reines Sternen heer, hilft uns gern und wer ihn feid Zeugen, daß kein Leiden, kein sucht, den wird sein Name trös Kummer, keine Noth mich soll von sten. Jefu scheiden; ich fürchte nicht Freut den Tod, Jesus ist bei mir. ( 6. Zuletzt müßt ihr doch-) Hallelujah! Hallelujah! euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten!*** Mel. Wir Christenleut Die Weissagung. hiss 121.2[ uf! schicke dich, recht Jef. 9, 2-7. feierlich des Hei- 122. Das Volk, so im lands Fest mit Danken zu beFinstern wandelt, geben! Lieb' ist der Dank, der siehet ein großes Licht, und über Lobgefang, durch den wir ihn, die da wohnen im finstern Lande, den Gott der Lieb', erhöhen. scheinet es helle. Du machst der 2. Sprich dankbar froh: Also, Heiden viel, damit machst du Also hat Gott die Welt in seinem per Frenden nicht viel. Vor die Brenden aber 66 Von der Geburt Jefu Chrifti. aber wird man sich freuen, wiel ist unser aller. Ei! du süßer Je= man sich freuet in der Ernte; su Christ, der du Mensch geboren wie man fröhlich ist, wenn bist, behüt' uns vor der Hölle. man Beute austheilet. Denn Mel. Vom Himmel hoch da- du hast das Joch ihrer Last und die Ruthe ihrer Schulter 124. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; und den Stecken ihres Treibers sein werd' in aller Welt ge= zerbrochen, wie zur Zeit Midians. dacht! Thn preise, was durch Denn aller Krieg mit Ungestum Jefum Christ im Himmel und und blutig Kleid wird verbrannt auf Erden ist! und mit Feuer verzehret werden. 2. Die Völker haben dein geDenn uns ist ein Kind geboren, harrt, bis daß die Zeit erfüllet ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner ward; da sandte Gott von seinem zum Heil der MenSchulter; und er heißt Wunderschen, seinen Sohn. endlich ist. bar, Rath, Kraft, Held, Ewig- 3. Wenn ich dies Wunder fase Bater, Friedefürst; auf daß sei- sen will, so steht mein Geist vor ne Herrschaft groß werde und Ehrfurcht still; er betet an und des Friedens kein Ende auf dem er ermißt, daß Gottes Lieb' unStuhl Davids und seinem Königreiche; daß ers zurichte und 4. Damit der Sünder Gnad starke mit Gericht und Gerech- erhält, erniedrigst du dich, Herr tigkeit von nun an bis in Ewig- der Welt, nimmst selbst an unſe keit. Solches wird thun der Ei- rer Menschheit Theil, erscheinst fer des Herrn Zebaoth. 123, Der Tag, der ist so im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, spricht freudenreich aller zu dir: ,, Ich komm, im Buche Kreature; denn Gottes Sohnehrvon mir. Gott, deinen Wils vom Himmelreich, über die Na ten thu' ich gern. Gelobt sei, der ture, von einer Jungfrau ist ge- da kommt im Herrn!" bor'n. Maria, du bist außer6. Herr, der du Mensch gebokor'n, daß du Mutter wärest. ren wirst, Immanuel und FrieWas geschah so wunderlich? defürst, auf den die Väter hofa Gottes Sohn vom Himmel- fend sah'n, dich, Gott Messias, reich, der ist Mensch geboren. bet' ich an. Mel. Ein Kindelein so löbelich 7. Du, unser Heil und höchstes 2. Ein Kindelein so lobelich, ist Gut, vereinest dich mit Fleisch uns geboren heute, von ei- und Blut, wirst unser Freund ner Jungfrau säuberlich, zuTrost und Bruder hier, und Gottes uns armen Leuten. War' uns das Kinder werden wir. Kindlein nicht gebor'n, so wär'n 8. Gedanke voller Majestät! wir allzumal verlor'n; das Heil du bist es, der das Herz erhöht. Ges - Von der Geburt Jefu Chrifti. 67 Gedanke voller Seligkeit! dufsen, ach! so kommt dein Richbist es, der das Herz erfreut. terstuhl, und zeigt uns den 9. Durch Eines Sünde fiel die Höllenpfuhl. Welt. Ein Mittler ist's, der sie 5. Kehrst du doch in Gnaden erhält. Was zagt der Mensch, ein, ach! so laß dich feste halwenn der ihn schützt, der in des ten und uns immer munter sein, Vaters Schoose sitzt? auch im Glauben nicht erkalten; 10. Jauchzt, Himmel, die ihr denn die erste Zukunft macht, ihn erfuhr, den Tag der hei- daß man bei der letzten lacht. ligsten Geburt! Und Erde, die 6. Da hebt man das Haupt ihn heute sieht, sing ihm, dem empor, ach! da geht man aus Herrn, ein neues Lied! dem Kerker, alsdann öffnet uns 11. Dieß ist der Tag, den das Thor Zions schönen Sternens Gott gemacht; sein werd' in al- erker, in der Stadt, wo man ers ler Welt gedacht! Shu preise, freut, ewig Hosianna! schreit. was durch Jesum Christ im Him Mel. Lobt Gott, ihr Christen mel und auf Erden ist. 126. Er kommt, er kommt, der starke Held, Mel. Meinen Jesum laff ich nicht- 125, Du Gesegneter des voll göttlich hoher Macht; sein Herrn, warum Arm zerstreut, sein Blick erhellt willst du draußen stehen? Kom des Todes Mitternacht. me doch, o Jakobsstern, in uns 2. Wer kommt, wer kommt? allen aufzugehen! Eile doch, o Wer ist der Held voll göttlich werther Gast, nimm in unsern hoher Macht? Messias ists! Herzen Rast! Lobsinge, Welt! dir wird dein 2. Glaub' und Liebe gehen dir, heil gebracht. o Immanuel! entgegen; was wir 3. Dir, Menschgewordner, haben, wollen wir dir zu deinen singen wir Anbetung, Preis und Füßen legen. Du bist unser Dank. An deiner Krippe schalle Fleisch und Blut; darum sind dir der Erde Lobgesang! wir wohlgemuth. Mel. Warum sollt' ich mich 3. Du bist kommen und 127. Fröhlich soll mein Hers kommst noch in dem Wort' und Sakramente, und dein Zion Zeit, da für Freud' alle Engel ze springen dieser freut sich hoch über deinem fingen. Hört, hört, wie mit Kirchadvente. Ihre Tochter vollen Chören alle Luft laute singen dir, Hosianna! laut dafür. ruft: Christus ist geboren! 4. Hochgelobter Davidssohn! 2. Heute geht aus seiner Kamlaß dich auf dem Wege küssen, mer Gottes Held, der die Welt hier steht noch dein Gnadens reißt aus allem Jammer. Gott thron! Wo wir diese Zeit vermis- lwird Mensch nur uns zu gute; 5* Gotts 68 Von der Geburt Jesu Chrifti. Gottes Kind, das verbind't ihn wohl; er wird euch führen sich mit unserm Blute. an den Ort, da hinfort euch 3. Soll' uns Gott nun kön- kein Kreuz wird rühren. nen hassen, der nns giebt, was 10. Wer sich find't beschwert er liebt über alle Maßen? Gott im Herzen, wer empfind't seine giebt, unserm Leid zu wehren, Sünd' und Gewissensschmerzen, seinen Sohn aus dem Thron sei sei getrost; hier wird gefunden, ner Macht und Ehren. der in Eil machet heil die vers 4. Sollte von uns sein gekeh- gift'ten Wunden. ret, der sein Reich und zugleich 11. Die ihr arm seid und sich selbst uns verehret? Sollt' elende, kommt herbei, füllet uns Gottes Sohn nicht lieben, frei eure Glaubenshånde! Hier der jetzt kommt, von uns nimmt, sind alle gute Gaben und was uns will betrüben? das Gold, da ihr sollt euer 5. Hätte vor der Menschen Herz mit laben.. Orden unser Heil einen Greu'l, 12. Süßes Heil, laß dich war er nicht Mensch worden; umfangen; laß mich dir, meine hätt' er Lust zu unserm Scha- Zier, unverrückt anhangen! Du den, ei! so würd' unsre Bürd' bist meines Lebens Leben; nun er nicht auf sich laden. kann ich mich durch dich wohl 6. Er nimmt auf sich, was zufrieden geben. auf Erden wir gethan, giebt 13. Meine Schuld kann mich sich an, unser Lamm zu werden nicht drücken; denn du hast unser Lamm, das für uns stir- meine Last all' auf deinen Rükbet und bei Gott für den Tod ken. Kein Fleck ist an mir zu Heil und Fried' erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und 14. Ich bin rein um deinets dich, spricht mit süßen Lippen: willen; du giebst g'nug Ehr'und Laffet fahren, lieben Brüder, Schmuck, mich drein einzuhülz was euch quålt; was ench fehlt, len. Ich will dich ins Herze bring' ich Alles wieder. schließen, o mein Ruhm! edle 8. Ci so kommt und laßt Blum', laß dich recht genießen! uns laufen! Stellt euch ein, 15. Ich will dich mit Fleiß Groß' und Klein, kommt mit bewahren, ich will dir leben großen Haufen! Liebt den, der hier, mit dir will ich fahren. vor Liebe brennet; schaut den Mit dir will ich endlich schwes Stern, der uns gern Licht und ben voller Freud' ohne Zeit, Labsal gönnet. dort im andern Leben. finden; ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür 128. Gelobet feist du, Jes zu den wahren Freuden. Faßt su Christ, daß du Von der Geburt Jefu Chrifti. 69 du Mensch geboren bist, von ei- von fern, Davids Sohn und ner Jungfrau, das ist wahr, deß Davids Herrn, ihr Heil und ihfreuet sich der Engel Schaar. re Zuversicht und aller Völker Kyrieleis. Trost und Licht! Hallelujah! 2. Des ew'gen Vaters einig 3. Die Nacht entflieht, der Kind jetzt man in der Krippen Tag bricht an über die, so nie find't; in unser armes Fleisch ihn sahn; auf die so Finsterniß und Blut verkleidet sich das umgab, glänzt aus der Höhe ew'ge Gut. Kyrieleis. nun herab Gottes Wahrheit. 3. Den aller Weltkreis nie 4. Durch den die Welt einst beschloß, der liegt in Mariens worden ist, der einst richtet, Schoos; er ist ein Kindlein wor- Jesus Christ, der Schöpfung den klein, der alle Ding' erhält Herr, kommt in sein Reich, allein. Kyrieleis. erniedrigt sich und wird uns 4. Das ew'ge Licht geht da gleich. Hallelujah! herein, giebt der Welt ein'n 5. Jauchzt, Himmel! Erde, neuen Schein; es leucht't wohl freue dich! Gott versöhnt die mitten in der Nacht und uns des Welt mit sich! Uns, Adams funLichtes Kinder macht. Kyrieleis. diges Geschlecht, entsündigt er, 5. Der Sohn des Vaters, Gott macht uns gerecht. Hallelujah! von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns ErMel. Nun komm', der Heiden ben in sein'm Saal. Kyrieleis. 130, Heiland, den uns 6. Er ist auf Erden kommen der Himmel jauchzend preis, als Gott verhieß, den arm, daß er unser sich erbarm' ou Sterblichen zu Dienst hulde uns in dem Himmel mache reich reich auf der Erd' erschienst! und seinen lieben Engeln gleich. 2. Wie dein Nam', ist auch Kyrieleis. dein Ruhm. Jesu, wir, dein Ei7. Das hat er Alles uns ge- genthum, ehren dankvoll und than, fein' große Lieb' zu zeigen erfreut deine große Gütigkeit. an; deß freu' sich alle Christenheit, und dank ihm deß in Ewigkeit. Kyrieleis. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein; unser Licht und Trost zu sein. Mel. Gelobet feist du, Jesu 129, Gelobet feist du Got tes Sohn, der du 4. Stark in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns vers auf der Allmacht Thron jetzt schafft. Wir, von Rath und herrschest und einst warst, wie Hülf' entblößt, sind, o Herr, wir. Anbetung, Preis und durch dich erlöst. Dank sei dir, Weltversöhner! 2. Dich fahn die Väter schon P Tha 5. Preis sei dir in Ewigkeit! Auf, die ihr erlöset seid, rühmt den, 70 Bon der Geburt Jefu Chrifti. den, der mit Lehr' und Thatssu Christ Nergerniß und Thors euch vom Tod erlöset hat. heit ist! 6.Der du liebreich zu uns kamst, 8. Selig hier, noch sel'ger ist, unsre Rettung übernahmst, dein wenn er dieses Leben schließt, uns theu'r erworbnes Heil sei der dann gläubig sagen kann: auf ewig unser Theil! mich nimmt Gott in Chrifto an! Mel, Nun danket alle Gott- 132. Ich freue mich in dir 7. Unfre Seele trau auf dich; unser Leben preise dich! Und du felbft, o Heit der Welt, bilf uns thun, was dir gefällt! Mel. Nun komm, der Heiden- und heiße dich will kommen, mein liebster Jesu, du bast dir ja vorgenommen, du 131. Heilig, heilig ist der willst mein Bruder sein; ach Herr! Gnädig und wie ein süßer Lon! wie freunds getreu ist er. Seht! er giebt lich sieht er aus, der große von seinem Thron' uns zur Gottessohn! Rettung seinen Sohn. 2. Gott senkt die Majestát, 2. Fleisch, wie wir, ward sein unbegreiflichs Wesen, in Jesus Christ, der uns heut ge eines Menschen Leib; nun muß boren ist, zur Versöhnung und die Welt genesen. Der allers zum Heil; wer ihm glaubt, bat höchste Gott spricht freundlich an ihm Theil. bei uns ein, wird gar ein kleines 3. Volk des Herrn, preis Kind und will mein Heiland sein. deinen Gott! Fürchte nichts 3. Wie lieblich klingt es mir! von Súnd' und Tod; Welt und wie schallt es in die Ohren! Es Hölle mag dir drohn, dich be- kann durch Stahl und Erz, durch schützt felbft Gottes Sohn! barteFelsen bohren, das Wort von 4. Sieh auf ihn mit Zuversicht, gefu Chrift; wer Jesum recht era er verläßt die Seinen nicht; fennt, der stirbt nicht, wenn es fällt der Frevler Heer dich an, stirbt, so bald er Jesum nennt, Trotz dem, der dir schaden kann, 4. Wohlan! so will ich mich 5. Dir sei Dant, Herr Jes an diesen Jesum halten, und fu Chrift, daß du Mensch gefollte gleich die Welt in tausend worden bist; Freudenthránen, Stücke spalten. Jesu! dir, dir zum Dant, negen unsern nur dir, dir leb' ich ganz allein; Lobgesang. auf dich, allein auf dich, o 6. Bater, Gott von Ewig Jesu, schlaf ich ein! teis! hier in dieser Prüfungszeit und dereinst vor Christi Thron, Mel, Lobet den Herren den mächtigenschenk uns der Erlösung Lohn. 133. Kommst du nun, Jea su, vom Himmel pfind't, du seift Bater, er sei herunter auf Erden? Soll nun Kind; dem das Wort von Je- der Himmel und Erde vereiniget 7. Wehe dem, der nicht em wers Von der Geburt Jefu Chrifti. 71 werden? Ewiger Gott! kannsfeierlichem Lobgesang des Heidich mein Jammer und Noth lands Fest begehen! Preis sei bringen zu Menschengeberden? dem Vater, der ihn gab! Preis sei 2. Was ich durch Adam und Eva auch hatte verloren, hast du mir, Jesu, durch Leben und Lei dem Sohn! er kam herab und ward das Heil der Menschen. 2. Ist der ein Christ, der dies den erkoren. Gütiger Gott! ses Heit nicht schätzt und lieb alle mein Jammer und Noth gewinnet? Nimm froh an seis endet sich, da du geboren. ner Liebe Theil und werd' ihm 3. Gieb mir, o Jesu! nur gleich gesinnet! Wer nicht, wie heilige gute Gedanken, halte die er, gesinnet ist, der ehrt ihn Glieder des Leibes in heiligen nicht, ist nicht ein Christ. Der Schranken. Heiliger Gott! laß Herr erkennt die Seinen. mich nach deinem Gebot, herzlich im Glauben dir danken. 3. In Dürft'gen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, 4. Führe mich endlich, o Jesu! tránken! Ja, laßt uns frohe ins ewige Leben, welches du al- Geber sein, und sein dabei gelen, die glauben, versprochen zu denken. Was ihr den Seinen geben, da ich bei Gott ohne habt gethan, das, spricht er, Noth, Jammer und Tod, ewig habt ihr mir gethan. Und er, in Freuden kann schweben. er wills vergelten. 134 Last uns alle fröhlich 4. Wer ihn mit treuem Hersein, preisen Gott zen ehrt, den wird sein Name den Herren, der sein liebes Söh- trösten. Vertraut auf ihn, der nelein uns selbst thut verehren. Flehn erhört; lobsingt ihm, ihe 2. Er kommt in das Jammer- Erlösten! Es freut sich deine thal, wird ein Knecht auf Er. Christenheit, Herr, deiner Menden: damit wir in's Himmels schenfreundlichkeit; dir, dir sei Saal große Herren werden. ewig Ehre! 3. Er wird arm, wir werden Mel. Warum sollt' ich mich dennreich, ist das nicht ein Wunder? 136. Laßt uns unserm Gott Drum lobt Gott im Himmellobsingen! Hoch erreich all'zeit, wie jekunder. 4. Herr Christ, nimm un ser wahr, durch dein'n heil'gen Namen; gieb uns ein gut neu es Jahr, wer's begehrt, sprech: Amen. freut, laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich: Chriz stus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis in's Grab, Sünder zu erlösen. den Gott der Lieb' erhöhen, mit 3. Wer kann Gottes Rathschluß Mel. Sef Lob und Ehr' dem- 135, Laßt uns mit ehr furchtsvollem Dank 72 Von der Geburt Jefu Chrifti, schluß fassen? Aber dieß ist ge= 10. Er verläßt euch nicht, ihr wiß: Gott kann uns nicht has Schwachen! Mehr, als ihr, litt sen! Kommt der Sohn aus er hier, euch beglückt zu mas freien Trieben zu uns her; chen. Eure kleine Zeit der Leis wie sollt' er nicht die Menschen den und der Müh, was ist sie lieben? gegen ew'ge Freuden? 4. Wenn er uns verworfen 11. Gottmensch! du nahmst hätte, nåhm' er dann Mensch- meine Bürde gern auf dich, daß heit an? Er spricht: Ich er auch ich frei und selig würde. rette! Deß soll sich der Erdkreis Wer kann deine Lieb' ergrün= freuen! Zum Gericht kommt er den? Ewig soll freudenvoll sie nicht, sondern zum Verzeihen. mein Herz empfinden. 5. Eilt im Geist nach Beth- 12. Dir, mein göttlicher Bes lems Hütten, seht, was dort freier, folg' ich nach, obwohl euer Hort schon für euch gelit: schwach, doch um so viel treuer. ten. Er wird niedrig euretwe: Keine Kreatur, kein Leiden, keis gen; welch ein Freund! Er erne Noth und kein Tod soll von weint seinen Feinden Segen. dir uns scheiden. 6. Er, er will für eure Schul13. Du kommst einst zum den Armuth, Noth, Schmach Weltgerichte! Dann werd' ich, und Tod, göttlich groß erdul Richter, dich schaun von Anges den. Lernt den Menschenfreund sichte. Gott, wie wird dein Hass erkennen: gnadenreich will er fer beben! Dann werd' ich deis euch seine Brüder nennen. ner mich freu'n und ewig leben. 7. Dankt ihm, der das inn're Sebnen sehen kann! Betet an! Mel. Jefu, der du meine Seele- Opfert Freudenthränen! Liebt 137, Liebster Jesu, sei wills ihn, der vor Liebe brennet, kommen hier in dies traut dem Herrn, der euch gern ser bösen Welt, da du nicht seine Brüder nennet. wirst angenommen, da man dich 8. Wenn euch eure Sünden verächtlich hält. Ich, ich will kränken, eilt herzu, fuchet Ruh; dich nicht verscherzen, wohne er will sie euch schenken. Schaut nur in meinem Herzen. Du auf ihn mit Glaubensblicken! bist mein und ich bin dein, Zittert nicht! denn er spricht: allerliebstes Jefulein. Ich will euch erquicken. 2. 3war du kommest gar nicht 9. Ihr Erdulder schwerer Tas prachtig, aber ich bin schon vers ge, euren Schmerz fühlt sein gnügt; du bist dennoch reich und Herz! Kein Erlöster zage! mächtig, hast mir alles zugefügt, Bringet ihm an seinem Fesie was mich Sünder, was mich Zutraun her! Wisset, er wählt Schwachen kann gerecht und se für euch das Beste. lig machen. Du bist mein c. 3. Dein Von der Geburt Jefu Chrifti. 73 3. Dein so armes Kummer- geborne selbst erscheint und leben soll mein Reichthum all'zeit wird ein Mensch. sein. Nun bin ich dir ganz ergeben und vertraue dir allein, daß du mir in jenem Leben wirst die Ehrenkrone geben. Du bist mein und ich bin 2c. 3. Er sah das Elend seiner Welt, die der Sünder Greu'l entstellt; wer kann sie retten? Möglich ist's selbst Engeln nicht, doch er beschließt's! Er wird ein Mensch. 4. Will dich alle Welt gleich meiden, dennoch find' ich mich 4. Die Welt, getäuscht durch zu dir; dich und mich soll nichtes Trug und Wahn, betet ihren scheiden, sondern ich will für Gott nicht an. Sie ist ein und für unverrückt an dir be- Gößentempel; wer macht sie kleiben, todt und lebend dein zum Tempel Gottes? Er! Er verbleiben. Du bist mein 2c. wird ein Mensch. 5. Deine Schmach und deine 5. Unwissenheit und BlindSchande, so dir diese Welt an heit fällt auch auf Juda's hell= thut, dienet mir zum höchsten re Welt. Ach! wer wird Zion Pfande und versichert meinen nun befrein? Der Sohn! der Muth, daß du mir in jenem Le- will sein Retter sein und wird ben wirst die Ehrenkrone geben. ein Mensch. Du bist mein 2c. 6. Das Lafter herrscht, die 6. Nun, mein Herze steh Tugend fleucht, alle Frömmigdir offen, zieh, mein Heiland, teit entweicht; da kommt und bei mir ein; laß mich nicht verwehrt noch ihrer Flucht der geblich hoffen; laß mich nur Herr, der nun sein Volk bedein eigen sein! Tilge du all mein sucht: der wird ein Mensch. Verbrechen, so kann ich stets fröhlich sprechen: Du bist mein und ich bin dein, allerliebstes Jesulein! 7. Den Sündern drohet das Gebot Rache hier und nach dem Tod. Sie können nicht dem Herrn entfliehn; doch ihr Vers derben jammert ihn: er wird - Mel. Gelobet feist du, Jesu Christ ein Mensch. 138, Lobfingt, 8. Gott kann vergeben; aber Gottes Sohn, wel wer ist auch heiliger, als er? Er lobsinget! cher von dem Fall an schon zum will mit uns verschnet sein: wer Heiland uns verheißen ward, kann versöhnen? wird nun im Fleisch uns offen: bart. Er wird ein Mensch. Gott allein! Sein Sohn wird Mensch. 9. Seht, leiden können von 2. Welch Wunder seiner Huld Natur wir nur; sterben wir auch und Macht! So hat Gott an nur: um nun zu fühlen unsre uns gedacht! Er, der Verlor Noth, um selbst zu leiden uns nen Heil und Freund, der Ein- lsern Zod, wird er ein Mensch. 10. 2 Von der Geburt Jefu Chrifti. 10. Ach Menschen, Menschen, 7. Er wird ein Knecht, der betet an! betet Jesum Christum Mensch ein Herr, das mag ein an! ihn, welcher euer nie ver Wechsel sein; wie konnt' es gißt, weil er auch Mensch gewor- doch sein freundlicher, das herze den ist, ein Mensch wie wir. Jefulein? 11. Und werdet heilig nun 8. Heut schließt er wieder durch ihn, wie der Sohn, der auf die Thür zum schönen Panur erschien, daß wir auch, weil radies; der Cherub steht nicht er uns sich schenkt, uns ihm er mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr gåben, und bedenkt: er ward und Preis. ein Mensch! Mel. Wir Christenleut-----Fröhlichkeit! füz ße Zeit! Uns ist 139, Lobt Gott, Ihr Chri- 140, sten, allzugleich, freut euch vor seinem Thron; er ein Kind, ein theurer Schaße öffnet uns sein Himmelreich und geboren; vom Himmelsthron ist schenkt uns seinen Sohn. Gottes Sohn der ganzen Welt 2. Der kommt aus seines zum Trost und Heil erforen. Vaters Schoof" und wird ein 2. O schöner Blick! ein gros Kindlein klein; er liegt dort ßes Glück ist hoch erwünscht elend, nackt und blos in ei- den Sündern aufgesproffen; nem Krippelein. uns allzumal ist ohne Zahl der 3. Er äußert sich der All Seelen Heil und Segen zuges gewalt, wird niedrig und geflossen. ring, und nimmt an fich ein's Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding'. 3. Mensch, freue dich! Gott selbst hat sich in dein Geschlecht und Fleisch und Blut verkleia 4. Er liegt an seiner Mutter det; Gott ist allhier bei mir Brust, ihr' Mitch ist seine und dir, daß uns kein Tod und Speis', an dem die Engel seh'n auch kein Teufel scheidet. ihr' Lust; denn er ist Davids Reiß, 4. Die Gotteskraft macht Bruderschaft ganz wohlgemeint 5. Das aus sein'm Stamm mit allen armen Sündern. Die entsprießen sollt' in dieser letz- Traurigkeit und alles Leid kann ten Zeit, durch welchen Gott dieser Freund und treue Bruder aufrichten wollt' sein Reich, die lindern, Christenheit. 5. Die Sündennacht und 6. Er wechselt mit uns wun- Todesmacht ist weit von uns derlich: Fleisch und Blut nimmt durch Jesum abgetrieben. Durch er an, und giebt uns in sein's dieses Kind sind wir geschwind Baters Reich die klare Gott- ins Lebensbuch und Gottes beit dran. Hand geschrieben. 6. Der Von der Geburt Jefu Chrifti. 75 6. Der Wunderheld hat aller Schatz bringt allen Schaden Welt das Paradies erfreulich wieder. Der Freudenquell, Imaufgeschlossen und uns gemacht manuel, schlägt Teufel, Höll' in einer Nacht zu seinem Volk und all' ihr Reich darnieder. und Himmelreichsgenossen. 6, Drum, frommer Christ, 7. Jesulein! laß meine wer du auch bist, sei gutes sein den süßen Trost und deine Muths und laß dich nicht bes Lebensgaben. Du sollst dafür trüben; weil Gottes Kind dich nun fort bei mir dein Krippes ihm verbind't, so kanns nicht an lein in meinem Herzen haben, ders sein, Gott muß dich lieben. 8, So komm, mein Gast, 7, Bedenke doch, wie herrnimm deine Rast und siete Rub tich hoch er über allen Jammer bei mir, als deinem Kinde, und dich geführet; der Engel Heer hilf, daß ich nun ewiglich bei ist selbst nicht mehr, als eben dir, mein Heil, mein Haus du, mit Seligkeit gezieret, und Wohnung finde. Mel, Wir Christenleut8. Du siehest ja vor Aus gen da dein Fleisch und Blut Jefu Chrift, dein die Luft und Wolken lenken. Kripplein ist mein Was will doch sich, ich frage Paradies, da meine Seele wei: dich, erheben, dich in Angst det. Hier ist der Ort, hier und Furcht zu senken? liegt das Wort in unser Fleisch persönlich eingekleidet. 9. Dein blöder Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh 2. Du, höchstes Gut, hebst läßt allen Trost verschwinden, unser Blut auf deinen Thron Komm her und richt' dein Anhoch über alle Höhen. Du, geficht zum Kripplein Chrifti, ew'ge Kraft, machst Brüder- da, da wirst du's finden, schaft mit uns, die wir wie Rauch und Dampf vergehen. 10. Wirst du geplagt, sei unverzagt! dein Bruder wird 3. Was will mir nun zuwi dein Unglück nicht verschmähen; der thun der Seelenfeind mit al- sein Herz ist weich und gnas lem Gift und Gallen? Was wirft denreich, kann unser Leid nicht er mir und andern für, daß Adam ohne Mitleid sehen. ist und wir mit ihm, gefallen? 11. Tritt zu ihm zu, such' 4. Schweig, arger Feind, da Hülf' und Ruh, er wirds so mas figt mein Freund, mein Fleisch chen, daß du ihm wirst danken; und Blut, hoch in dem Himmel er weiß und kennt, was schmerzt droben; was du gefällt, das hat und brennt, versteht wohl, wie der Held aus Jacobs Stamm zu zu Muthe sei dem Kranken. großer Ehr erhoben. 12. Denn eben drum hat er 5. Sein' G'burt und Blut den Grimm des Kreuzes auch am macht alles gut, der Himmels- Leibe wollen tragen, daß ſeine Pein 141, - 76 Von der Geburt Jesu Chrifti. Pein ihm möchte sein ein' unver- stenheit! Preis ihn erfreat! rückt' Erinn'rung unsrer Plagen. Des Höchsten Sohn bringt das 13. Mit einem Wort, er ist Verlorne wieder. die Pfort' zu dieses und des an dern Lebens Freuden. Er macht Mel. Kommt her zu mir, spricht- behend' ein selig's End' an alle dem, was seine Kinder leiden. 143. Singt, Christen, fingt und freuet euch 14. Laß aller Welt ihr Gut Des Höchsien Sohn, dem Vaz und Geld und siehe nur, daß ter gleich, ist in die Welt gedieser Schatz dir bleibe. Wer kommen. Er, der den Tod des den nur fest hält und nicht läßt, Sünders haßt, hat unsrer Sün den ehrt und krónt er dort an den schwere Last mit Lust auf Seel' und Leibe. ich genommen. Mel. Wir Christenleut2. O Gott, wie groß ist deia ne Huld! Uns angstigte des Tos 142.Sei, Christenheit, sei des Schuld, weil wir gesündigt hoch erfreut! das hatten. Nun sterben wir doch Heil der Welt, der Mittler ist ge- ewig nicht; nun strahlet uns boren. Nimm freudig Theil an des Lebens Licht, zerstreut des feinem Heil; wer an ihn glaubt, Lodes Schatten. wird nimmermehr verloren. - 3.Entwichen ist die Finsterniß! 2. Welch große That! Nach O welches Glück! wir sind gewiß, Gottes Rath hat sich sein Sohn dort für und für zu leben. Verstda für uns dahin gegeben. Ein ret ist des Todes Reich; Gott, Menschenkind, doch ohne Sünd', der den Sohn gab, will zugleich wird er und bringt uns als mit ihm den Himmel geben. len Heit und Leben. 4. Der ist nun Gottes Eigens 3. Er, er befreit uns von thum, wer glaubt an's Evanges dem Leid', das durch der Sünde lium und seine Brüder liebet; Macht auf uns gekommen. Mit der immerdar, wie Jesus Christ, uns ist Gott nun in der Noth. für Andrer Wohlfahrt thätig ist Frohlockt dem Herrn und hofft und Keinen je betrübet. auf ihn, ihr Frommen! 5. Hierin mach, Jesu, dir 4. Auch mein Gesang, Herr, uns gleich! Du warst bei Gott bringt dir Dank. Du wurdest und göttlich reich, weit über al Mensch, damit wir felig wür- les Denken; doch ließest du für den; du machst uns groß und unser Glück des Himmels Reich ewig los vom Fleisch der Sünd' thum gern zurück, den Himmel und ihren schweren Bürden.uns zu schenken. 5. Gelobt sei Gott! Auf 6. Du stelltest dich auf Erden unsre Noth sah er mit Hülfe dar, erlittest Mühe und Gefahr mitleidsvoll hernieder. Chri- lund eiltest uns zu retten. Wie Leicht Von der Geburt Jesu Chrifti. 77 Teicht sollt' Arbeit, Müh' undsschmähet hast; du kommst in's Pein uns nun für unsre Brüder Elend her zu mir, wie soll ich sein, die dich, wie wir, anbeten! immer danken dir? 7. Erbarmer, Mittler, Gott 8. Ach mein herzliebstes Je= mit uns! Sei du das Vorbild sulein! mach dir ein rein sanft unsers Thuns! Lehr uns dir Bettelein, zu ruhu in meines ähnlich denken! Herr Jesu! Herzens Schrein, daß ich nimmach hier in der Zeit uns tüch- mer vergesse dein. tig zu der Herrlichkeit, die du uns kamst zu schenken. mel. Vom Himmel hoch, da- 145. Bom om Himmel kam der Engel Schaar, Mel. Vom Himmel hoch, da144. 11ns ist ein Kindlein erschien den Hirten offenbar, fie heut gebor'n von sagten ihn'n: Ein Kindleiu einer Jungfrau auserkor'n, ein zart, das liegt dort in der KripKindelein so zart und fein, das pen hart, *** unsre Freud' und Wonn' soll sein.2. Zu Bethlehem, in Davids 2. Es ist der Herr Christ, unser Stadt, wie Micha es verküns Gott, der will uns führ'n aus digt hat; es ist der Herre Jesus aller Noth; er will auch unser Christ, der euer aller Heiland ist. Heiland sein, von allen Sün- 3. Deß sollt ihr billig fröhdin machen rein. tich sein, daß Gott mit euch ist 3.Er bringt uns alleSeligkeit, worden ein, er ist gebor'n, eu'r ie Gott den Seinen hat bereir't, Fleisch und Blut, eu'r Bruder daß wir mit ihm im Himmelreich ist das ew'ge Gut. foll'n leben nun und ewiglich. 4. Was kann euch thun die 4. So merket nun das Zeichen Sünd' und Tod? Ihr habt mit recht, die Kripp' und Windelein se schlecht, da findet ihr das gelegt, das alle Welt er halt und trägt. euch den wahren Gott. Laß zurz nen Teufel und die Hill', Gott's Sohn ist worden eu'r Gesell. 5. Er will und kann euch lass 5. Deß laßt uns alle fröhlich sen nicht, setzt nur auf ihn eur' sein und mit den Hirten gehn Zuversicht, es mögen euch viel hinein, zu sehen, was Gott fechten an, dem sei Troß, der's bat beschert, mit seinem lieben nicht lassen kann. Sohn verehrt. 6. Zuletzt müßt ihr doch has 6. Merk auf, mein Herz und ben recht, ihr seid nun worden fich dort hin! Was liegt dort in Gott's Geschlecht, deß danker dem Krippelein? Weß ist das Gott in Ewigkeit, geduldig, schöne Kindelein? Es ist das fröhlich allezeit. liebe Jefulein. Mel. Nun ruhen alle Wälder- 7. Bis willkommen du edler 146. Willkommen, Quell Gast, den Sünder nicht verder Freuden, mein 78 Von der Geburt Jesu Christi. mein bester Trost im Leiden, mein 3. Die Sünd' macht Leid, Schutz im finstern Thal'; Erld Christus bringt Freud', weil et ser, Heil der Sünder, du Freund zu uns in diese Welt ist kom: der Menschenkinder! willkommen. Mit uns ist Gott nun in men tausend, tausendmal! der Noth; wer ist, der uns als 2. 3war niedrig und geringe, Christen kann verdammen? Beherrscher aller Dinge, erschei: 4. Drum sag' ich Dank mit nest du allhier; doch was dem dem Gesang Christo, dem Herrn, Aug' entfliehet, des Wohlthuns der uns zu gut Mensch worden, Größe, siehet mein Glaube daß wir durch ihn nun all' los höchst erfreut an dir. fein der Sünden Last und all: 3. Unendliches Erbarmen er zuschweren Bürden. weisest du uns Armen ohn' aller 5. Hallelujah! Gelobt fel Hoheit Schein. Uns Freiheit, Gott! singen wir all' aus uns Würde, Leben, ja Kronen einst fers Herzens Grunde. Denn zu geben, muß Knechtsgestalt Gott hat heut gemacht folch' die deine sein. Freud', der wir vergessen soll'n Mel. Vom Himmel hoch, da- 4. Mit dankerfüllten Lippen zu keiner Stunde. nah' ich mich deiner Krippen. Zwar arm ist jetzt mein Dank; doch laß ihn dir gefallen: der Kinder schwaches fallen ist, 148. Wir singen dir, Ims manuel, du Lez Herr, vor dir, schon Lobgesang. bensfürst und Gnadenquell, du 5. Die Sünde schlägt mich Himmelslicht und Morgenstern, nieder; doch Hoffnung stärkt du Jungfraunsohn, Herr aller mich wieder: bald kommt die Zeit Herr'n! heran, wo ich, zu deiner Ehre, 2. Wir singen dir in deinem in jene höh're Chöre den frohen Heer aus aller Kraft Lob, Jubel mischen kann. Preis und Ehr', daß du, fo langgewünschter Gast, dich nun 147. Wir Christenleut'hab'n mehr eingestellet hast. jetzund Freud', weil 3. Vom Anfang, da die Welt uns zu Trost ist Christus Mensch gemacht, hat so manch Herz nach geboren, hat uns erlöst, wer dir gewacht; dich hat gehofft so sich deß tröst't und glaubet fest, lange Jahr' der Våter- und soll nicht werden verloren. Propheten Schaar. 2. Ein' Wunderfreud', Gott 4. Ach! daß der Herr aus selbst wird heut von Maria ein 3ion tám' und unsre Bande wahrer Mensch geboren; ein' von uns náhm'! Ach! daß die Jungfrau zart, sein' Mutter Hülfe brách' herein, so würde ward von Gott, dem Herren, Jakob fröhlich sein! selbst dazu erkoren, 5. Nun du bist hier. Da lies geft Von der Geburt Jefu Chrifti. 79 gest du, hältst in dem Kripplein deswegen her, daß sich der Sündeine Ruh, bist klein und machst der zu dir kehr'. doch Alles groß; bekleid'st die Welt und kommst doch blos. 6. Du kehrst in fremder Haus sung ein und sind doch alle Him: mel dein; trinkst Milch aus ei ner matten Brust und bist doch felbst der Engel Lust. 7. Du bist der süße Menschen freund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodes Heer hält dich für Greu't und bist doch nichts als lauter Heil. 14. So faff' ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jam= mers frei, du trågst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud' all' Angst und Noth. 15. Du bist mein Haupt, hins wiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viet dein Geist mir giebt, stets dies nen dir, wie dir's beliebt. 16. Ich will dein Hallelujah hier mit Freuden singen für und 8. Ich aber, dein geringster für, und dort in deinem EhrenKnecht, gesteh' es frei und mein' saal soll's schallen ohne Zeit es recht: ich liebe dich, doch und Zahl. nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Mel. Vom Himmel hoch, da- 9. Der ist klein, doch wird dir nicht zu 149. Wir singen dir mit wider sein mein armes Herz isfer, Jesu! Lob und Ehr, daß deinem Heer, Era und was es kann, wirst du gedu, o höchsterwünschter Gast, wißlich nehmen an. dich bei uns eingestellet hast. 10. Hast du doch selbst dich schwach gemacht; erwähltest, kommst auch mir! Längst sehnte 2. Sei mir gegrüßt! du was die Welt veracht't; warsiich dein Volk nach dir. Dich arm und dürftig; nahmst vorlieb wünschte schon so manches da, wo der Mangel dich hintrieb. Jahr der Väter und Prophez 11. Du schliefst ja auf der Erten Schaar. den Schoos; so war das Kripp- 3. ,, Ach! daß der Herr aus lein auch nicht groß; der Stall, Zion kám' und unsre Bande von das Heu, das dich umfing, war uns nähm'; ach! bråche seine Alles schlecht und sehr gering. Hülf' herein, so würde Jakob 12. Darum, so hab' ich guten fröhlich sein." Muth, du wirst auch halten mich für gut. 4. Dieß zu erfüllen, kommest Jefulein! dein from du, hast in der Krippe deine mer Sinn macht, daß ich so Rub, wirst armgebornen Kins voll Troftes bin. dern gleich, und machst dein Volk doch groß und reich. 13. Bin ich gleich Sund' und Laster voll, hab ich gelebt nicht, 5. Dein Reich ist nicht von wie ich soll: ei! kommst du doch dieser Welt, demüthig kommst DU 80 Neujahrslieder. du, Herr und Held und wirst ner Treu, du machst mich meis verkannt und findest kaum im nes Kummers frei, du trägst den finstern Stall auf Erden Raum. Fluch, besiegst den Tod und rets 6. Wohl mir, du stärkest mei- test mich aus aller Noth. nen Muth! Dein Niedrigsein 9. Du bist, o Herr, mein Heil kömmt mir zu gut; erbarmend und Ruhm, und ich dein Glied. siehst du auf mich hin und und Eigenthum. Gern dien' ich Seligkeit ist mein Gewinn. dir in Heiligkeit, so viel dein 7. Bin ich gleich deiner Huld Geist mir Kraft verleiht. nicht werth und noch mit man: 10. Es finge dir mein Geist cher Schuld beschwert; so kommst allhier sein Hallelujah für und du doch voll Sanftmuth her, daß für. Und in der frohen Ewig= sich der Sünder zu dir kehr'. keit erschall' es ohne Zahl und 8. Mein Glaube freut sich dei-[ Zeit! VII. Vom Nenen Jahre. Mel. An Wasserflüssen Babylon- Herzeleid von uns ganz abge: 150. Das alte Jahr vor- wendet, im andern noch zu rechüber ist, ein neues ter Zeit Rath, Hülf' und Trost wir anfangen; da findet nun ein gesendet und da du, wie eint jeder Christ, daß er das Jahr be- Vater thut, bald weggeleget deis gangen viel' Fehler, auch wohl ne Ruth', zu dir mehr wollen Missethat; für's Gut' er kaum ziehen; daß wir dich liebten gedanket hat und Lind'rung gleicher Weis, bemühten uns mancher Plagen. Damit er's mit höchstem Fleiß, all' Sünde Gott nun bitte ab und forthin stets zu fliehen. von ihm Segen hab', mag er mit mir so sagen: 4. Da ist nun, leider! wenn wir's blos und frei bekennen 2. O großer Gott! wir dan wollen, in alle dem der Mangel ken dir, dein Name sei gepriesen, groß, das wir verrichten sollen. daß du uns so viel Wohlthat Wir haben, o du frommer Gett! hier das vor'ge Jahr erwiesen: dein Recht verlassen und Gebot, Gegeben hast du uns dein Wort; sind dir abfällig worden. Den die Obrigkeit an unserm Ort' im nächsten haben wir betrübt, Friede noch regieret; du hast ge- nicht also, wie uns selbst, geliebt, segnet jeden Stand, uns bei in keinem Stand und Orden. dem Werke unsrer Hand versorgt und wohl geführet. 5. Verschon uns, Vater, gnås diglich und strafe nicht dieß Les 3. Du hast theils Noth und den. Gedenke, daß dein Sohn ja Neujahrslieder. 81 ja sich für uns dahin gegeben.[ neure, Jesu, Herz und Sinn, Um dessen willen uns verzeih), zu fliehen aller Lafter Schaar und gieb des Geistes Kraft das in diesem lieben neuen Jahr. bei, uns täglich zu erneuen. Es 2. Gieb neuen Segen, Glück müsse uns, Herr, deine Ehr' und Heil! Hilf, daß wir sämmt= und unsers Náchsten Ruhe mehr, lich haben Theil an dem, was denn alle Schätz' erfreuen. uns, du höchstes Gut, erwor= 6. In deiner Kirche weit und ben hat dein theures Blut. breit gieb fort die reine Lehre, 3. Gedenke nicht der Misses daß Wahrheit drinn und Einig- that, damit wir, Jesu, früh und keit, auch Gottesfurcht sich meh- spat so oft gehandelt wider dich, re. Der Obrigkeit gieb Fried vergieb und gieb uns gnädiglich! und Ruh, gut Regiment und 4. Vergieb uns alle Sünd' Kraft dazu, zu schützen Reich und Schuld; gieb in der siren= und Arme; hilf denen, die gen Noth Geduld; dein guter Kreuz, Drangsal, Noth anfich- Geist uns wohne bei; sein' Hülf tet oder gar der Tod. Ihr'r und Trost stets bei uns sei! aller dich erbarme! 7. Das Jahr laß uns gesegnenlicht die Strahlen wieder zu 5. Gleichwie das goldne Sons net sein vom Anfang bis zum uns richt't; so richte deinen Ende; wo wir ausgehen oder Gnadenschein auf uns kraftlose ein, all' Uebel von uns wende! Würmelein. Laß Alles, was wir greifen an, 6. Laß deine Hülfe allezeit, in unserm Amt sein wohlgethan, du Menschenfreund, uns sein wenn wir den Fleiß nicht sparen. bereit; beschere Nahrung, Korn Gleb endlich, wenn es dir gefällt, und Most und segne reichlich uns heimzuholen aus der Welt, Trank und Kost. daß wir im Fried' heimfahren. 7. Gieb auch, Herr Jesu, 8. Gott Vater in dem höchsten dieß dabei, daß ich dir stets Thron, erhöre unser Flehen, ver- ergeben sei, dir dien' in wahrer leib durch deinen ein'gen Sohn, Frömmigkeit und stets zunt daß Alles mag geschehen; den Lode sei bereit. Vater bitt, o Jesu Christ! weil 8. Verhüte schweren Unglücksdu für uns gestorben bist, daß fall, durchsüße wohl des Kreuz ers ihm laß gefallen; durch deiz zes Gall'; ein Christ der muß ne Kraft, o heil'ger Geist! uns doch insgemein allhier im Kreuz bis ans End' hier Beistand leist und Unglück sein. Hilf uns Herr, hilf uns allen! 9. Indessen gieb zu aller Frist, o Gott! was uns ers Mel. Kommt, Menschenkinder, sprießlich ist, bis wir einmal, 151. Das alte Jahr ist nach dieser Zeit, eingehen in nun dahin, er- die Ewigkeit, 6 Mel - 82 Neujahrslieder. Mel. Kommt, Menschenkinder Schutz im dunkeln Pfad, dich ruf 152. Das alte Jahr ver- ich herzlich an, du wollest mir dieß gangen ist; wir geben, daß ich recht christlich les danken dir, Herr Jesu Christ, ben und selig sterben kann. daß du uns in so großer G'fahr 3. Wir haben nun beschloss so gnädiglich behür't dieß Jahr. sen, o Gott! das alte Jahr und 2. Wir bitten dich, ewigen drin viel Gut's genossen. Ach! Sohn des Vaters in dem höchferner uns bewahr! Laß über uns sten Thron', du wollest deinejhinfort stets deine Gnade wala Christenheit ferner bewahren ten, uns unverrückt behalten dein allezeit. Nachtmahl, Tauf' und Wort. - 3. Entzieh uns nicht dein 4. Bewahr in diesem Neuen heilsam Wort, es ist der getreue Prediger, laß sie mit Luft Seelen Trost und Hort; vor ausstreuen dein heilig's Wort; falscher Lehr, Abgötterei be bescher auch gute Schulen noch; hüt' uns, Herr und steh uns bei schüß unsre Obrigkeiten, treib 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünihnen von der Seiten das schwere de Bahn und fromm zu werden Kriegesjoch. fangen an; kein'r Sünd' des ala 5. Schutt aus, Herr, deinen ten Jahrs gedenk; ein gnaden Segen auf Vater, Mutter, reich Neujahr uns schenk, Kind; es ist an dir gelegen, daß 5. Chriftlich zu leben, felig- wir gesegnet sind. Wehr allem lich zu sterben und hernach fröh Krieg' und Streit; Herr, wende lich am jüngsten Tag wied'r auf das Verderben, auch Pestilenz zustehn, mit dir im Himmel ein- und Sterben, zusammt der theu: zugebn. THE INS ren Zeit! 6. Zu danken und zu loben dich 6. Dein' Engel laß uns schůz mit allen Engeln ewiglich. Jezen vor Satans Tyrannei; fu! unsern Glauben mehr', zu hilf, daß wir ruhig sitzen, dein' deines Namens Lob und Ehr'. Allmacht steh uns bei, damit Mel. Von Gott will ich nicht- wir unser Brod gesund und 153. Das alt ist abge- frisch erwerben, auch etwa nicht gangen, das neue verderben durch Feu'r und Jahr tritt auf. Jetzt richt' ich mit Wassersnoth. Verlangen zu Jesu meinen Lauf; ihm sag' ich Lob und Dank, daß er mich hat bewahret, fein' Hül fe nicht gesparet an mir mein Lebenlang. 7. Gieb uns getreue Freunde, sammt Fried' und Einigkeit; be kehr auch unsre Feinde; steut allem Haß und Neid. Herr, fei der Wittwen Schutz! Du wollest 2. Jesu! meine Wonne, auch der Armen und Waisen mein Bruder, Freund und Rath, dich erbarmen! gieb, was uns du meiner Seelen Sonne, mein allen muß. 8. Ge Neujahrslieder. 83 8. Gesundheit, Segen, Le Schuld von den verfloßnen Tas ben, Rath, Hülf' und Trost gen, und laß, Herr, deine Vaterin Noth laß deine Gnad' uns huld mich Schwachen ferner tras geben, und wenn mit uns der gen. Laß mich in deiner Gnade Tod davon will ganz und gar, ruhn und lehre lebenslang mich so hilf, Herr Jesu, siegen! thun nach deinem Wohlgefallen. Drauf fomm, uns zu vergnús gen in diesem neuen Jahr. Mel. Nun freut euch, lieben- 6. Ja, gieb mir Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, fiets 154. Du, Gott, du bist gewissenhaft mit mir und Ander Herr der Zeit dern handeln. Dein Geist beund auch der Ewigkeiten. Laß lebe Herz und Muth, dich, o mich auch jetzt voll Dankbar du allerhöchsies Gut und nicht keit dein hohes Lob verbreiten. die Welt zu lieben. Ein Jahr ist abermat dahin. 7. Die Welt vergebt; dieß Wem dank' ichs, Gott, daß ich reize mich, die Lust der Welt noch bin? Nur deiner Gnad' zu fliehen. Um beßre Freuden und Güte. müsse sich mein Geist schon jetzt 2. Dich, Ewiger, dich bet' bemühen! Den Engeln bin ich ich an; dir will ich mich ergeben. ia verwandt; im Himmel ist Dir, den kein Wechsel treffen mein Vaterland: dahin, Herr, kann, vertrau ich froh mein laß mich trachten! Leben. Wir blühen und ver 8. Ermuntre mich, die Lebensgehn durch dich; nur du bist zeit recht weislich anzuwenden, unveränderlich, du warst und und laß die Bahn zur Ewigkeit bist und bleibest. mit Vorsicht mich vollenden. 3. Herr, ewig währet deine Der Tage Last erleichtre mir, Treu, mit Huld uns zu begeg- bis meine Ruhe dort bei dir nen und jeden Morgen wird sie kein Wechsel weiter storet. neu, mit Wohlthun uns zu sega nen. Ich kenne keinen Augen- Mel. Jesu Leiden, Pein und Todblick, da nicht von ihr stets neus 155, Ewig und unwandeles Glück mi zugeflossen wäre. bar, Gott, ist deine 4. Du hast auch im verfloß- Gnade; und durch dich strömt nen Jahr mich väterlich gelei- immerdar Heil auf unsre Pfatet, und wenn mein Herz voll de. Tag' und Jahre ändern Sorgen war, mir Hülf' und sich, und wir selbst veralten; Trost bereitet. Von ganzer doch du bleibest, und durch dich Seele preis ich dich. Aufs werden wir erhalten. Neue, Gott, ergeb ich mich 2. Jedes unsrer Jahre schmückt ganz deiner weisen Führung. deine Hand mit Segen; deine 5. Bergieb mir die gehäustel Baterhuld beglückt uns auf 6* unferu 84 Neujahrslieder. unsern Wegen. Jeden Morgen doch würdiglich, Gott der Era sendest du Lebenskraft und barmung beute dich? Wonne, und durch dich kommt 2. Kein Feind zerstörte die AlTrost und Ruh mit der Abend- táre, kein Feind zertrat dein Heia sonne. ligthum. Noch singen wir von 3. Auch des Jahres Lauf, deiner Ehre, noch predigt man den wir froh vollendet haben, von deinem Ruhm. Durch Lauf' war erfüllt, o Herr, von dir undAbendmahl und Wort pflanzt mit des Segens Gaben. Heit sich auch hier die Kirche fort. und Freude, Trank und Brod 3. Doch fragst du nach, des hast du mild gewähret, und in Wortes Früchten und bringst, Wohlthat selbst die Noth und was wir gethan, ans Licht, nach den Schmerz verkehret. unsern Werken uns zu richten, 4. Daß uns deiner Allmacht Gott, Richter! so bestehn wit Hand väterlich geleitet; daß du nicht. Du trugest uns mit viel über Stadt und Land Ruh' und Geduld; wir aber häuften Glück verbreitet; daß der Arbeit Schuld auf Schuld. Müh' und Schweiß uns durch 4. Verwirf uns nicht im Zorn, dich gelungen: Gott, dafür verschone! Gieb uns nicht unsrer sei Dank und Preis herzlich Thaten Lohn. Um Gnad' in dem dir gesungen! geliebten Sohne flehn wir ge 5. Freudig, Bater, treten wir beugt vor deinem Thron. Mach in dieß Jahr des Lebens. Wenn, uns, uns sündiges Geschlecht, o Herr, vertraute dir Einer je bußfertig, gläubig und gerecht. vergebens? Ja, du wirst dein 5. laß es deinem Geist ge Angesicht über uns erheben; dustingen bei uns in diesem neuen wirst uns, wir zweifeln nicht, Jahr, die Sünde mächtig zu be Speis und Freude geben. zwingen, wo sie bisher noch 6. Flüchtig ist die edle Zeit, herrschend war. Heut schwören groß sind unsre Pflichten; lehr' wir dir ew'ge Treu, dir, unserm uns für die Ewigkeit jede treu Gott, gerührt aufs Neu. verrichten. Jede That, die dir gefällt, laß uns wohl gelingen; jede Segen für die Welt und den Himmel bringen. 6. Laß hier, wo wir jetzt nie derfallen, dein unverfälschtes Gnadenwort bei unsrer Nach welt noch erschallen, und sie an Mel. Wer nur den lieben Gott diesem heil'gen Ort' der Tauf 156. Fest steht dein Bund, und deines Mahls sich freun wie Felsen stehen, und deine wahre Kirche sein. du, Gott der Gnade, Gott der 7. Gieb, daß wir dich stets Treu! Jahr' und Jahrhunderte kindlich ehren, als dein geweih vergehen; doch deine Güt' ist tes Eigenthum! Einst führst du täglich neu. Wie preisen wirluns zu jenen Chören, wo man, er - Neujahrslieder. 85 füllt von deinem Ruhm, das Le- Gott, mit Heil und Rath auf ben, das uns dort beseelt, nicht den Regenten nieder! mehr nach Tag und Jahren zählt. 6. Daß Weisheit und Gerech= Mel. Sei Lob und Ehr- tigkeit auf seinem Stuhle thro157. Gott ruft der Sonnne; daß Tugend und Zufriedenund schafft den heit in unserm Lande wohne; daß Mond, das Jahr darnach zu Treu' und Liebe bei uns sei: theilen; er schafft es, daß man dieß, lieber Bater, dieß verleih ficher wohnt, und heißt die Zei- in Christo, deinem Sohne! ten eilen; er ordnet Jahre, Tag Mel. Aus meines Herzens - dem der und Nacht. Auf! laßt uns ihm, 158. Helft mir Gott's Güz te preifen, stimmt, Christen, alle ein! Laßt uns ihm Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist und der Dank erweisen und sein uns ins da war, von dankerfüllten Zun- nig freun! Er ist der Herr der gen sei dir für das versloßne Zeit, der ihren Lauf regieret, Jahr ein heilig lied gesungen; bisher uns gut geführet und für Leben, Wohlfahrt, Trofi jetzt das Jahr erneut. dra und Rath, für Fried' und Ruh', 2. Mit Ernst laßt uns betrach= für jede That, die uns durch ten den Reichthum seiner Gnad dich gelungen. und so gering nicht achten den 3. Laß auch dieß Jahr gesege liebevollen Rath, den er an uns net sein; das du uns haft gege- erfüllt. Er ists, der uns zum Les ben! Verleih uns Kraft,( diejbeu, was nothig war, gegeben Kraft ist dein!) in deiner Furcht und allen Jammer stillt. zu leben! Du schützest uns und 3. Er hat uns noch erhalten du vermehrst der Menschen sein Wort und Fried' und Ruh'; Glück, wenn sie zuerst nach dei- die Jugend und die Alten era nem Reiche streben. nährt und noch dazu mit milder 4. Gieb mir, wofern es dir Vaterhand viel Freuden ausges gefällt, des Lebens Ruh' und spendet, viel Unfall abgewendet Freuden! Doch, schadet mir das von unserm ganzen Land. Glück der Welt: so duld' ich 4. Er ists, der unser schonet Kreuz und Leiden. Nur stärke mit aus gnadenvollem Rath; denn Geduld mein Herz und laß mich hätt' er uns gelohnet nach unsrer nicht in Noth und Schmerz Misfethat mit Strafen, gleich die Glücklichen beneiden, der Schuld: wir waren längst ges 5. Hilf deinem Volke väterlich storben und in der Noth verdors in diesem Jahre wieder! Erbar- ben. Wie groß ist seine Huld! me der Verlaßnen dich und der 5. Er gönnt mit Vatertreue bedrängten Glieder! Gieb Glück uns noch zur Beßrung Frist; zu jeder guten That und laß dich, lund, wenn bei wahrer Reue wir traun 86 Neujahrslieder. traun auf Jesum Chrift und mich stärken zu der Lieb' und ihm zum Dienst uns weihn, so guten Werken. will er uns vergeben und zum 6. Laß mich beugen meine Kniee rechtschaffnen Leben selbst unser nur zu deines Namens Ehr'. Beistand sein. Hilf, daß ich mich stets bemühe, 6. Sei, Vater, hochgepriesen dich zu preisen mehr und mehr. für alle Gütigkeit, die du an uns Laß mein Bitten und mein Flehen bewiesen imkauf der vor'gen Zeit! auf zu dir gen Himmel gehen. Sei ferner unser Gott! Versorge 7. Ja, mein Beten müss' auf und bewahre uns auch im neuen steigen, Herr, vor deinen GnaJahre und hilf aus aller Noth! denthron; dann wirst du zu Mel. Herr, ich habe mißgehandelt- mir dich neigen, wie zu deinem 159, Hilf, Herr Jesu! laß lieben Sohn. Ach! ich weiß, gelingen, hilf, das es wird vor allen dieß mein neue Jahr geht an; laß es neue Opfer dir gefallen. Kräfte bringen, daß aufs Neu' 8. Laß dieß sein ein Jahr der ich wandeln kann. Neues Glück Gnaden, laß mich búßen meine und neues Leben wollst du mir Súnd'; hilf, daß sie mir nimmer aus Gnaden geben. schaden, sondern ich Verzei 2. Alles, was ich auszurichten bung find! Niemand sonst als und zu reden bin bedacht, müsse du, mein Leben, kann die Sünmich dahin verpflichten, daß de mir vergeben. dein Nam' werd' groß geacht't; 9. Tröste mich mit deiner Liebe, daß auch das, was ich gedenke, nimm, o Gott! mein Flehen hin, dich zu preisen stets sich lenke. weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd' und Tod nicht tödten. 3. Meiner Hände Wert' und Thaten, meiner Zunge Red' und Wort, müsse nur durch dich gerathen und sodann gehn glücklich 10. Salb', o Vater! meine fort. Neue Kraft laß mich erfül- Wunden, wasche mich mit Ysop len, zu verrichten deinen Willen.rein. Ach! ich bin ganz unvers 4. Was ich dichte, was ich ma- bunden und müßt' es auch ewig che, das geschel' in dir allein. sein. Tilg, Herr, meine Misses Wenn ich schlafe, wenn ich wache, thaten, so wird meiner Noth wollest du, Herr, bei mir fein; gerathen. geh ich aus, woll'st du mich leiten, 11. Große Sünder kannst du kehr ich heim, so steb zur Seiten. heilen; ach, ich bin in ihrer 5. Laß mich, Herr, in deinem Baht! Du, du kannst mir Gnad' Namen fröhlich nehmen Speis' ertheilen, hilf mir doch aus und Trank; Güter, die von dir dieser Qual! Denn du kennest berkamen, fordern ja von mir den ja die Schwachen, die du wies Dank. Deine Weisheit tannlder stark fannst machen. 12. Zahle Neujahrslieder. 87 12.3able für mich Hochbetrüb doch laß mich ja kein Glück ers ten, der ich nicht bezahlen kann; freun, das dir mein Herz ents liebe mich in dem Geliebten, dein ziehet! Das Glück allein, Herr, Sohn, Jesus, nimmt mich an. schenke mir, daß ich in diesem Jesus läßt mich nicht verderben, Jahre die gefällig leben möge. noch in Sünden ewig sterben. 3. Hålt deine Weisheit es für 13. Herr, du wollest Gnade gut, mir Leiden aufzulegen; so geben, daß dieß Jahr mir heilig gieb der Seele frischen Muth, sei, und ich christlich könne leben, Geduld und auch Vermögen, ohne Trug und Heuchelei; daß daß ich mein Kreuz mit Freudigich noch allhier auf Erden keit auf mich zu nehmen sei bes fromm und selig moge werden. reit und meinem Heiland folge. 14. Laß mich armen Sünder 4. So leite mich denn dieses ziehen deinen Weg der Frömmig- Jahr mit deiner Huld, mein Vaz feit; laß mich Stolz und Hoffart ter! Und führest du mich in Gefliehen; laß mich beten jeder- fahr, so sei auch mein Berather. zeit, laß mich Schand' und Un- um Erdengüter bitt' ich nicht; zucht meiden und im Kreuz ge- nur gieb mir Lust zu jeder Pflicht duldig leiden. und Kraft zu jeder Tugend. 15. Jesus richte mein Beginnen; Jesus bleibe stets bei mir mir die 161. Jeſu, nun fet gepreis Jesus sei nur mein' Begier; Jahr, für dein' Güt', uns beweiJefus fei mir in Gedanken; set in aller Noth und G'fahr, Jesus lasse mich nie wanken. daß mir haben erlebet die neu' 16. Jesu, laß mich fröhlich fröhliche Zeit, die voller Gnade enden dieses angefangne Jahr, schwebet und ew'ger Seligkeit; trage stete mich auf den Hän- daß wir in guter Stille das den, halte bei mir in Gefahr; alte Jahr erfüllet. Wir woll'n freudig will ich dich umfassen, uns dir ergeben, jetzund und wenn ich soll die Welt verlassen. immerdar. Behüt uns Leib und Mel. Nun freut euch, lieben- Leben, binfort das ganze Jahr. 160. Jch blick in das vergangue Jahr mit 2. Laß uns das Jahr vollbrin> gén zu Lob dem Namen dein, daß daukerfülltem Herzen; du warst wir denselben singen in der Chris mein Retter in Gefahr, mein siengemein; wollst uns das Les Fels, mein Trost in Schmerzen. ben fristen durch dein'allmächt'ge Herr, meine Seel' erhebet dich! Hand, erhalt dein' liebe Christen, Wach auch mit Baterhuld für und unser Baterland. Dein'n mich in diesem neuen Jahre. Segen zu uns wende, gieb Fried' 2. Laß es ein Jahr des Segens an allem Ende, gieb unverfälscht sein, so wie's dein Rath erfiehet; lim Laude dein feligmachend Wort, 88 Neujahrslieder, Wort, die Teufel mach zu Schan- 1gedeiht. Bekehre du uns, Herr, de hier und an allem Ort. so werden wir bekehret, und, 3. Dein ist allein die Ehre, was uns dann beschweret, mach dein ist allein der Ruhm; Ge- uns erträglicher. duld im Kreuz uns lehre, regier' 5. Salb' des Regenten Krone all unser Thun: bis wir getrost mit Segen aus der Höh', daß stets abscheiden in's ew'ge Himmel auf seinem Throne ein neues Heil reich, zum wahren Fried' und aufgeh. Gieb Friede! Sei ihm Freuden, den Heil'gen Gottes hold! gieb ihm die goldnen Zeis gleich. Indeß machs mit uns alten und schenk auf allen Seiten len nach deinem Wohlgefallen, ihm Lieb', als Fürstenfold. dieß fleht heut ohne Scherzen, 6. Den Vätern in dem Lande die chriftgläubige Schaar und verleihe Rath und That, daß man wünscht mit Mund und Herzen in jedem Stande des Segens ein selig's neues Jahr. Fülle hat. Der Rathstuhl sei im Mel. Aus meines Herzens Grunde- Flor und laß in unsern Mauern 162. Man wünschet beßre das Glücke Salems dauern. Geh Zeiten, und Gott aus und ein im Thor. ist immer gut. Wir seh'n auf allen Seiten, was er uns Gutes thut. Doch sind wir Schuld dar an, wenn sich die Zeit verschlim mert und unser Herz bekümmert, wie es noch leben kann. 7. Laß deine Stapfen triefen, und króne selbst das Jahr. Hat uns die Noth ergriffen, errett' uns wunderbar. Sei du der Armen Theil, wisch ab der Wittwen Thránen, erfüll der KrankenSeh nen, sei aller Menschen Heil. 2. Er giebt von außen Friede, 8. Laß du bei Kirch' und Schule so ist von innen Streit. Sein Segen wird nicht müde; wo dein Aug' und Herze sein. Vor bleibt die Dankbarkeit? Der deinem Gnadenstuhle sei lauter Mißbrauch ist zu groß: man Sonnenschein; und mach uns sucht nur Erdengüter, das Him- fiets bereit, wenn wir die Zeit bea melbrod schmeckt bitter, der schließen, die Ewigkeit zu grüßen. Dort ist die beste Zeit. Korb ist bodenlos. Mel. Nun laßt uns Gott, dem163, Nun laßt uns geh'n 3. Kein Wunder, wenn die Erde nur Dorn'n und Disteln trágt. Der Fluch ist die Beschwerund treten mit de, den man im Busen hegt. Es Danken und mit Beten zum bringt sich Israel selbst in das Herrn, der unserm Leben bis Ungelücke und stößt die Hand zu- hierher Kraft gegeben. rücke, die alles Segens Quell. 2. Wir gehn dahin und wan 4. Herr über alle Zeiten, ach dern von einem Jahr zum an beff're doch die Zeit! Gieb auch, dern! wir leben und gedeihen daß bei den Leuten die Besserung vom alten bis zum neuen; 3. Durch 1 Neujahrslieder. 89 3. Durch so viel Angst und Pla- shochbetrübten Seelen, die sich gen, durch Zittern und durch Za- mit Schwermuth quälen. gen, durch Kreuz und große 14. Und endlich, was das MeiSchrecken, die alle Welt bedecken. sie, full uns mit deinem Geisie, 4. Denn wie von treuen Müt- ber uns hier herrlich ziere und tern in schweren Ungewittern dort zum Himmel führe. die Kindlein hier auf Erden mit 15. Das Alles wellst du geben, Fleiß verwahret werden; o meines Lebens Leben! mir 5. Also auch und nicht min- und der Christen Schaare zum der läßt Gott uns, feine Kinder, sel'gen neuen Jahre. wenn Noth und Trübsal blißen, in seinem Schoose sitzen. Mel. Herr, wie du willst, 164. Schnell rauschen 6. Ach! Hüter unsers Lebens, Jahr auf Jahre fürwahr, es ist vergebens mit hin; noch schneller Tag' und unserm Thun und Machen, wo Stunden. Wie viele sind, seit nicht dein' Augen wachen. dem ich bin, nicht auch schon 7. Gelobt sei deine Treue, die mir verschwunden? Und keine, alle Morgen neue! Lob sei den keine kommt zurück; selbst ein starken Händen, die alles Herz- verlorner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. leid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, o 2. Gott, biese schnelle Flucht Bater und bleib mitten in un laß mich zu meinem Heit bemer= ferm Kreuz und Leiden einken und mich aus Liebe gegen Brunnen unsrer Freuden. dich heut in dem Vorsatz stärken: 9. Gieb mir und allen denen, beständig folgsam dir zu sein, die sich von Herzen sehnen nach der Tugend eifrig mich zu weihn dir und deiner Hulde, ein Herz, und auch dieß Jahr zu nutzen. das sich gedulde. - 3. Umringt mit täglicher Ges 10. Schließ zu die Jammers fahr in diesem Erdenleben, ist pforten und laß an allen Orten, dieß vielleicht das letzte Jahr, das wo Menschen Blut vergießen, du mir hast gegeben und dens des Friedens Ströme fließen. noch sollt' ich meiner Pflicht und 11. Sprich deinen milden Se- dir, Herr meiner Lage, nicht gen zu allen unsern Wegen; laß aus allen Kräften leben? Großen und auch Kleinen die 4. O hilf mir diese Thorheit Gnadensonne scheinen. scheun; hilf mir Entschlüsse fass 12. Sei der Verlaßnen Vasen, die mich zu keiner Zeit ges ter, der Frrenden Berather, der reu'n, und jenen Leichtsinn haf Unversorgten Gabe, der Armen sen, der seine edle Zeit vers Gut und habe. träumt, des Geistes ew'ges 13. Hilf gnädig allen Kran- Woht versäumt, für diese Welt ken, gieb fröhliche Gedanken den nur lebet. 5. Laß 90 Neujahrslieder. 5. Laß mich mir strenge Re- mein ganzes Leben ein Dank für chenschaft von jedem Tage ge- deine Güte sein! Ich gebe dir ben; verleih mir Einsicht, Muth mein Herz und Sinn zu deinem und Kraft zum wahren Chri- Eigenthume hin. stenleben; gieb, daß ich meinen 3. Herr, dessen Treu auf alPflichten treu und treu in dem len Wegen mir nahe, sichtbar, Berufe sei, zu dem du mich be- trostreich war, o leg' auch einen stimmtest. Batersegen auf dieses neue Lea 6. Laß mir dies Jahr geseg- bensjahr! Gott, der du weise, net sein an ächten Tugend- gütig bist, gieb mir stets, was früchten und, guter Thaten mir nützlich ist. mich zu freun, mich gern auch sie verrichten; voll Eifer für Mel. Gott der Vater, wohn? unsdes Nächsten Glück, laß mich 166. Tausend Jahre sind mit liebevollem Blick froh sei nen Kummer lindern. vor dir, wie einer unsrer Tage und zum Tode reif 7. Mein Schicksal übergeb' ich sind wir am ersten unsrer Tage. dir, du wirst es weislich lenken Du nur bleibest, wie du bist. Du und, was mir gut ist, huldreich heißest uns entstehen und deine mir aus Vaterliebe schenken. Im Werke sehen; du rufft und wir Leiden auch verzag' ich nicht; ich vergehen. Aller Zeiten Dauer ist weiß mit froher Zuversicht, es ein Punkt in deinem Leben und muß mir Wohlthat werden. Ewigkeiten geben kein Maas 8. Soll ich, eh' dieses Jahr von deinem Leben. Ewig warst verfließt, nach deinem Willen du, du allein und wirst von sterben: so laß mich, Herr, nun an ewig sein. sid durch Jesum Chrift des Him 2. Mit die unveränderlich ist. mets Freuden erben. Sind diese deine Güt' und Stärke. Du er nur auf ewig mein; so werd' ich barmst dich väterlich der Mens weit beglückter sein, als hier schen, deiner Werke. Du bist uns im Erdenleben. Mel. Wer nur den lieben Gott freZuversicht; du sáttigst uns mit Segen auf unsers Lebens We165, Schon wieder ist ein gen, daß wir dich lieben mögen. Jahr verflossen, Herr, wir sehn dein Angesicht ein Jahr von meiner Lebenszeit, auch sterbend noch voll Gnade. viel Gutes habe ich genossen, o Selbst auf des Todes Pfade folgt Gott, durch deine Gütigkeit; uns noch deine Gnade. Sicher wohlthätig standest du mir bei; ruhn wir unsre Zeit; dann weckst ja Vater, ja du bist getreu.. du uns zur Ewigkeit. 2. Wie soll ich deine Huld er 3. Auch das Jahr, du Ewis heben? Gott, du bist groß, mein ger, das wir vollendet haben, Dank ist klein! O möchte doch wie erfüllt kam es daher mit Deia Neujahrslieder. 91 deiner Güte Gaben! Wie geseg-[ dich und preise den, der vänet war sein Lauf! Wir sahn, terlich dich schützt und liebreich wie deine Treue sich wohlzu dein gedenkt, der dir ein neues thun erfreue, sich jeden Tag Jahr geschenkt. erneue! Unser Dank stieg zu dir 2. Bis hieher half uns treu auf. Wir durften in den Nö- der Herr, und er verläßt uns then des Lebens vor dich treten, nimmermehr, der in dem über und kindlich zu dir beten. Und lebten Jahr siets unser Gott und du hast mit treuer Hand, was Vater war. uns nicht gut war, abgewandt. 3. Nun seine treue starke 4. Freudig, Gott, beginnen Hand hat Unglück von uns aba wir dieß neue Jahr des Lebens. gewandt und manche unbekannNiemals noch vertrauten dir wir te Noth, die uns den Untera Sterbliche vergebens; auch ver gang gedroht. gebens dießmal nicht! Wir wer- 4. Ich warte, Herr, Herr! den es erfahren! Du wirst uns, auf dein Heil. Ein gut Gewissen Gott, bewahren vor Unfall und sei mein Theil, das einst mein Gefahren. Gott, du wirst dein Ende mir versüßt und hier des Angesicht mild über uns erheben. Himmels Vorschmack ist. Was nöthig ist zum Leben, wirst 5. Dein Wort sei meines Be= du uns Alles geben. Dankbar ges Licht und meines Herzens lehr es uns empfahn und uns Zuversicht, wenn unverschuld't ferm Ziel getrost uns nahn. die Welt mich schmäht, die einst mit ihrer Lust vergeht. 5. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgerschaft auf Erden, leh 6. Lehr, Herr, mich leiden re freudig zu dir gehn, wenn sie in Geduld, verzeihn dem Náchgerufen werden! Fübre selbst sie sien seine Schuld, dem Armen durch den Tod! Versöhnt in dei- meinen Beistand leihn, für jez nem Sohne, gieb ihnen vor dem de Wohlthat dankbar sein. Throne des bessern Lebens Kro: 7. Wenn dieses Jahr mein ne! Ewig gnadenreicher Gott, letztes ist, wenn es die Bahn du wollst uns alle leiten durch des Lebens schließt, verlaß im diese Nacht der Zeiten ins Licht Zod und vor Gericht, Erlöser! der Ewigkeiten! Herr der Ewig- den Erlösten nicht. keiten, dir, dir leben und dir sterben wir! 8. Dann wechselt nicht mehr Zeit mit Zeit! nur freubenvolle Ewigkeit und Herrlichkeit vor Volk deinem Thron ist treuer UeberGottes, freuelwinder Lohn! Mel. Vom Himmel hoch, da 167. Mohl dir, VIII. Am 92 VIII. Am Tage der Erscheinung Jesu Christi, oder heil. drei Könige Fest. Mel. Sel Lob und Ehr'- Inuel! mit deinem wahren Israel 168, Dein Heit hat heut, nun auch die heiden danken. Volk Gottes, sich 6. Nun prüfe heut, Volk zu nähern angefangen; ein hel Gottes, dich vor seinem Anges les Licht ist auch für dich dem sichte. Folgst du auch wohl Erdkreis aufgegangen. Dieß sei vorsichtiglich dem aufgegangs dir stets ein Freudentag; die nen Lichte? Was helfen Opfer Nacht, die auf den Völkern lag, des Gebets zum wahren Gott, durchbrach zuerst sein Schimmer. wenu du noch stets der Welt abzöttisch dienest? 2. Kaum fandte Gott mit sei7. Was hilft es, daß du Gott nem Sohn der Erde große Freu- erkennst und seinen ganzen Wils den, so sammelt' er sich selber ten, wenn du das Thun vom schon die Erstlinge der Heiden. Wissen trennst, bist trág' ihn zu 3u ihrem neugebornen Herrn erfüllen? wenn du, was du gea muß sie ein wunderbarer Stern tobt, doch brichst, zwar christlich aus fernen Landen führen. scheinst und christlich sprichst und 3. Der vor'gen Zeit denkt, sonst doch heidnisch wandelst? Christen, doch; Heil euch, sie 8. Ach prúfe dich! Gott nimmt ist verschwunden! Was war't sein Licht, wenn man's nicht ihr, eh' der Herr euch noch, eh schätzt, zurücke. Steh auf vom ihr noch ibn gefunden? Fragt Schlaf, damit er nicht sein Wort euch nur selbst, was waret ihr? dir auch entrücke. D Gott! hóe o werthes Volk, erwecket dir dein mit Geduld nicht auf und förs vorigs Bild nicht Grauen? dre deines Wortes Lauf noch 4. Du gingst in Schand' und zu den ferusten Heiden. Lastern hin, wie jeder Trieb dich Mel. Gott des Himmels führte. Wenn ja noch den vers 169. Gott der Juden, Gott fehrten Sinn einst das Gewissen der Heiden, aller rührte: so konnte dir doch in der Völker Heit und Licht, Saba Noth, die die Vernunft schon sieht den Stern mit Freuden, der Sündern droht, nichts Trost, von dir am Himmel spricht; Sent noch Rettung zeigen. und Japhet kommt von fern, 5. Beglückter Tag, der alle dich zu sehn, du Jacobsstern. Macht der Finsterniß zerstreuet, 2. Wir gesellen uns zu denen, an dem uns Gott nach langer die aus Morgenlande sind; uns Nacht mit Licht und Heil erfreu- ser Fragen, unser Sehnen ist et; da Gott und dir, Imma- uach dir, du großes Kind! Bist du Am Tage der Erscheinmg Chrifti. 93 du in Jerusalem? oder nur in Krippen, laß mit Segen uns Bethlehem? von dir! zeig uns Bahn durch 3. Kein Herodes kann uns Dorn und Klippen; still der sagen, wo dein Thron ist auf Feinde Mordbegier. Mach uns gericht't; wenn wir die Gelehr- einen Weg bekannt, der uns ten fragen, wissen sie die Weis- führt ins Vaterland. heit nicht; suchen wir, o Kónig, dich, weiset uns die Welt von sich. 10 Ob es Könige gewesen, die aus Saba kommen sein, hat man nicht gewiß gelesen; 4. Doch, dein Wort ist Stern dieses trifft gewisser ein, daß, und Flamme und bezeichnet wer hier dein Unterthan, dort Haus und Pfad, wo dich, Held ein König heißen kann. aus Jacobs Stamme, Tyrus angebetet hat; wo die erste Mel. Wie schön leuchtet derHeidenschaft nur an deinem 170. Nun ist die Finsters Glanze haft't. niß entflohn; die 5. Nun, wir eilen mit Ber- Heiden sehn den Morgen schon langen, wie die Läufer Midian, und finden den Erretter. Er, dich, Messias, zu umfangen, den Gott in die Welt gefandt, der den Himmel schenken kann. besiegt mit seiner Allmachtsa Unsre Kniee beugen sich, unser hand die Heere falscher Götter. Arm umfasse dich. Gott wird selbst Hirt seiner 6. Nimm die aufgethanen Heerde; Himmel, Erde sehn Schätze, Schatz, der unser Herz mit Freuden Gott vom Himmel erfreut! Deine Mitdigkeit ersetze Menschen weiden. unsrer Hände Dürftigkeit; hier 2. Der Gottheit Fülle wohnt ist kein Arabia, es ist lauter in dir; durch dich, mein Heil, Armuth da. fommt Gott zu mir und schenkt - 7. Nimm für Gold und ans mir seine Liebe. O daß ichs nur dre Gaben, Glaube, Lieb' und bewundern kann! Gott nimmt Hoffnung an; laß dich einen mein sterblich Wesen an, daß ich Weihrauch laben, den die An- nicht hülflos bliebe. Dankvoll, dacht liefern kann, und als Herr! soll mein Gemüthe deine Myrrhen geben wir die Geduld Güte hoch erheben! Du, meis und Buße dir. Heiland, bist mein Leben. 8. Nimm die Opfer in Gena- 3. Es deckte Finsterniß die den von ergebnen Herzen an, Welt; du aber haft sie aufgehellt, und laß keinen Feind uns scha- bist uns zum Licht erschienen. den, der dich nicht vertragen Vom Aufgang bis zum Niederkann. Wenn Herodis Schwert gang erschallt der Völker Lobge= gewetzt, so erhalt uns unverletzt. sang, die kommen dir zu dienen. 9. Nun, wir gehn von deiner Wie blind, Herr, sind, die dich hafa 94 Am Tage der Erscheinung Chrifti. hassen, sich nicht lassen Gott des Armen sich mein Herz doch belehren und sich nicht zu dir treu erbarmen. bekehren. 8. Versichre mich durch deis 4. Ein Herz das deine Wahr- nen Geist, daß du für mich erheit liebt und dir sich willig hohet seist und Seligkeit mir übergiebt, das kannst du nicht schenkest. Dann bin ich meines verschmähen. Wer deine Got: Heils gewiß, wenn du bei aller teslehre schätzt und sich an dei- Hinderniß mein Herz zur Tunem Wort ergötzt, den will gend lenkest. Für mich kann ich dein Arm erhöhen. Dein Licht nichts vollbringen; hilf mir ist nicht bei dem Sünder; deine ringen, Freund der Seelen! Ich Kinder sind die Frommen, die will deinen Ruhm erzählen. dich glaubig aufgenommen. 5. War Armuth gleich dein Mel. Herr, ich habe mißgehandeltirdisch Loos; so sieht mein Glan- 171 Werde Licht, du Volk der Heiden! Werde be dich doch groß, voll Wahrheit, Huld und Gnade. Dein Licht, Jerusalem! Dir geht auf Wort, das meine Seel' erfreut, der Glanz der Freuden vom entdeckt mir deine Herrlichkeit geringen Bethlehem. Gott hat auf meinem dunkeln Pfade. derer nicht vergessen, die in An dich glaub' ich, trotz dem Finsterniß gesessen. Spotter; sonst kein Netter ist auf Erden, durch den Sünder felig werden. 2. Ach, wie war die Welt verz blendet, ehe dieses Licht anbrach! Nun hat sich die Nacht geendet, 6. Mein Glaube sei dein nun ist für uns heller Tag; Dankaltar; hier bring' ich mich denn uns leuchtet nun die Sonne zum Opfer dar dir, der Verlaß der Gerechtigkeit zur Wonne. nen Tröster! Ich bete demuths: 3. Jesu, reines Licht der See: voll dich an; wer ist, der mich ten! du vertreibst die Finsterniß. verdammen kann? Ich bin ja Wenn wir dich zum Führer wäh dein Erlöster. Von die strömt len, machst du unsern Gang ge mir Gnadenfülle; Ruh' und wiß. Auf der Tugend schmalem Stille, Licht und Segen bringt Pfade leuchtet uns dein Licht mir deine Lieb' entgegen. der Gnade. 7. Dir will ich ewig dankbar 4. Nun, du wollest bei uns sein, mich glaubig deiner Lieb' bleiben, liebster Jesu, immers erfreun und immer dein geden- dar; was uns blenden will, ken. Mein Weihrauch sei Ge- vertreiben und uns schüßen in bet und Flehn; auf dein Erem- Gefahr. Auch auf dunkeln Leipel will ich sehn, wenn hier mich denswegen decke und dein Schutz Leiden kränken. Hab' ich wenig und Segen. hier im Leben hinzugeben; soll 5. Du, du kannst mit Gnas den Am Tage Marid Reinigung. 95 denblicken, wenn die múde See- 7. Sind wir nah' dem finstern te schreit, sie mit solchem Trost Thale, nah' des Todes dunkler erquicken, der beruhigt und er Nacht; dann, o Jesu, dann freut. Laß, Herr! wenn wir bestrahle uns dein Glanz, der zu dir flehen, uns dieß durch freudig macht! Laß uns, wenn Erfahrung sehen. wir sterben müssen, deines Trostes Kraft genießen. 6. Gieb auch Lust und Kraft und Stärke, daß wir dir zu je 8., der süßen Himmelswonder Zeit durch des Glaubens ne, wenn uns in der Ewigkeit, rechte Werke folgen in Gerech- Jesu, wahre Lebenssonne, deitigkeit, und nach deinem heilsnes Lichtes Glanz erfreut! Dieß gen Willen redlich unsre Pflicht gieb mir und allen denen, die erfüllen. nach dir sich gläubig sehnen. IX. Am Tage oder Maria Neinigung Lichtmeß. Mel. Sei Lob und Chr Heil und Seligkeit ist mein 172. Gott Lob! mein Je- Schatz und mein Leben. fuß macht mich 4. So kann ich auch mit Fried' rein von allen meinen Sünden, und Freud, wie Simeon, mein was er büßt, muß bezahlet sein, Leben beschließen; frei von als nun kann mich nicht mehr bin= tem Leid mich meinem Gott ers den der Sünden Strick, dessgeben. So bald ich thu mein' Teufels Macht; drum mein Augen zu, so wird mein Tod Glaub' Holl' und Tod verlacht: mein Schlaf und Ruh; ich seh weil Jesus ist mein Leben. des Himmels Freude. 2. Was traur' ich denn? Er 5. Wie werd' ich dann so fröhlebt ja noch, der das Gesetz er- lich sein, wenn ich die Welt vers füllet, der durch den Tod und laffen! wenn mich die Himmels Kreuzesjoch des Vaters Zorn geisterlein geführt zur Lebenss gestillet. Was er hat, das ist straßen! wenn ich erblickt die alles mein; wie könnt' doch Ewigkeit! wenn ich erlangt die größ'rer Reichthum sein, als Seligkeit, die mir mein Gott den mir Jesus schenket? 1 bereitet! 3. Weil Jesus mich von Sün- 6. Hilf, Gott, daß ich ſei den rein durch sein Verdienst will stets bereit; laß mich nichts von machen, daß ich, los aller Qual dir wenden; bring mich zu deis und Pein, nicht fürcht' des Toner Herrlichkeit; hilf feliglich bes Rachen; so tröst't mich sei- vollenden! Komm bald, hilf mir ne Heiligkeit, sein' Unschuld, laus aller Noth; hilf mir, Herr, durch 96 Am Tage Marià Reinigung: durch dein Blut und Tod! Jajin Gottes Willen, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft komm, Herr Jesu! Amen. und stille, wie Gott mir verheiss sen hat, der Tod ist mein Schlaf Mel. Ach, bleib' mit deiner 173. Romm, Pilger, zu worden. dem Grabe! Komm, 2. Das macht Christus, wahr'r armer Erdensohn, an deinem Gottes Sohn, der treue Heis Wanderstabe; betrachte Simeon! land, den du mich, Herr, hast 2. Er betet in dem Tempel sehen lan und machst bekannt, hinauf zu seinem Gott und daß er sei das Leb'n und Heil blickt, dir zum Erempel, ge- in Noth und auch im Sterben. 3. Den hast du allen vorges trost auf seinen Tod. 3. Sein Gott sah ihn hienie- stellt mit großen Gnaden, zu den den Weg zur Tugend gehn; seinem Reich. die ganze Welt ihm war der Trost beschieden, heißen laden, durch sein theuer heilsam Wort, an allem Ort den Heiland noch zu sehn. - 4. Er sah ihn mit Entzücken, erschollen. 4. Er ist das Heil und sel'ge sah dankvoll himmelwärts und rief mit frohen Blicken, ihn licht auch für die Heiden, zu leuchten, die dich kennen nicht druckend an sein Herz: 5. ,, Nun will ich, Herr, mit und zu weiden; er ist dein's Freuden, sobald dein Wink mich Volks Israel der Preis, Ehr', ruft, zu meinen Vätern schei Freud' und Wonne. den; ich fürchte nicht die Gruft." 6. ,, Dein Heil hab' ich gese- Mel. Meinen Jefum laß ichhen; hier ist der Völker Hirt, 175. Opfer für die ganze 2Belt, du kommst der Israel erhöhen, die Welt exleuchten wird!" heut in deinen Tempel, daß du 7. Herr, führ mich auch die würdest vorgestellt uns zum löba Pfade der wahren Frömmig- lichen Exempel, wie man sich keit; gieb mir durch Jesu Gna: von Jugend an deinem Vater de zum Sterben Freudigkeit. opfern kann. 8. 3war werd' ich ihn nicht 2. Deiner Mutter Reinigung, sehen, nicht hier wie Simeon; im Gesetze vorgeschrieben, giebt doch in des Himmels Höhen uns die Erinnerung, dein Ges erwartet er mich schon. bot getreu zu lieben, das uns 9. Dann tönen meine Lieder: heißt zum Tempel gehn und Heil mir! nun seh ich ihn! Die mit Andacht vor dir stehn. Himmet tonen wieder: Heil 3. D du Brunn der Reinig dir! nun siehst du ihn! feit! nimm von mir die Súns Freud'denflecken und laß deiner Un dahin, lschuld Kleid meine Blöße ganz Ber 174. Mit Fried' und ich fahr Am Tage Marià Reinigung. bedecken. Deines Opfers Wohl- sfreit von aller Unvollkommens geruch tilge des Gesetzes Fluch. beit, entfliehen. dieser Erde. 4. Hast du dieses schwere Freu dich innig, stärke, tröste Joch willig über dich genom- dich, Erlöste, mit dem Leben, men, da du ohne Sünde doch das dir dann dein Gott wird warest in die Welt gekommen; geben! ach, so stelle, Jesu, dich zur 2. Ich freue mich und bebe Erfüllung auch für mich. doch! So drückt mich meines 5. Laß mein Opfer Tauben- Elends Joch, der Fluch der Süns art ohne Falschheit an sich ha- de nieder. Doch du, o Herr, era ben; Glaub' und Liebe sei ge- erleichterst mir das Joch, mein paart. Nimm aus Huld die Herz stärkt sich in dir, glaubt schlechten Gaben von der ar- und erhebt sich wieder. Jesus men Seele an, die nichts bes Christus! laß mich streben, die fers bringen kanu. zu leben, dir zu sterben und 6. Ich will dich wie Simeon dein Himmelreich zu erben. an mein treues Herze drücken; 3. Verachte denn des Todes du wirst, als mein Gnaden: Graun, mein Geist, er ist ein thron, mich mit Rath und Trost Weg zum Schaun in jenem bes erquicken. Du bist der Trostssern Leben. Er sei dir nicht mehr Israel, süßester Immanuel! fürchterlich; ins Allerheiligste 7. Sei der müden Augen wird dich der Herr dadurch ers Licht, wenn der Tod sie will heben. Hier wird dein Hirt verschließen. O mein Heiland, nach den Thránen, nach dem laß mich nicht, wenn ich werde Sehnen, dich Erlösten völlig sterben müssen! Du bist dei- und auf immer trösten. nes Volkes Preis und der 4. Herr, Herr, ich weiß die Weg ins Paradeis. Stunde nicht, die mich, wenn 8. Dieses sei mein Schwa- nun mein Auge bricht, zu deis nenlied: Herr, laß mich in nen Todten sammelt. Vielleicht Friede fahren! Gieb, daß dich umgiebt mich ihre Nacht, eh mein Auge sieht bei den aus- ich dieß Flehen noch vollbracht, erwählten Schaaren, wo man mein Lob dir ausgestammelt. dort in jener Welt erst das Mach mich fertig! Ich befehle rechte Lichtfest hält. meine Seele deinen Händen! Laß mich meinen Lauf gut enden. 97 Mel. Wie schon leuchtet der- 5. Vielleicht find meiner Tas 176, Wie wird mir dann, ge viel; vielleicht bin ich noch Erlöser, sein, fern vom Ziel, an dem die Krone wenn ich, mich deiner ganz zu schimmert. Bin ich von meinem freun, in dir entschlafen werde! Ziel noch weit; die Hütte meiner Dann Seele, wirst du, ganz be- Sterblichkeit, wird sie erst spät 7 zer 40 Am Tage Marià Verkündigung. zertrümmert; laß mich, durch 3. Was 3. Was nur dem Fleische dich, reiche Saaten guter Tha- wohlgefällt, das opfre die ver= ten dann begleiten vor den kehrte Welt dem Satan, ih= Thron der Ewigkeiten. rem Gotte. Sie erntet Scha98 6. Wie wird mir dann, Er- den bloß für Müh. Für ihren Isser, sein, wenn ich, mich dei Sündendienst wird sie einst nér ganz zu freun, dich dort an- ewiglich zu Spotte. beten werde! Dann bin ich frei 4. Doch wer begehret, Gots von Sünd' und Leid, ein Mitge- tes Sohn, vom Geist erweckt, noß der Herrlichkeit, nicht mehr wie Simeon, zu seinent Heil zu ein Mensch von Erde. Preis dir, haben; Gott fürchtet; sich der daß mir durch dein Leiden jene Welt entwöhnt; aus ihr sich Freuden offen stehen! Ewig nach dem Himmel sehnt: der will ich dich erhöhen! opfert rechte Gaben. Mel. Kommt her zu mir, spricht- 5. Wer auf das Wort der 177.oblauf mein Herz! Wahrheit baut, im Glauben verlaß die Welt, seinen Heiland schaut, der kann dem, der für dich sich darge im Friede fahren. Der Heiland stellt, nun dich auch darzustellen. hált, was er verspricht. Er Er ist das Licht; drum sei ge- wird sich ihm in seinem Licht wiß, er wird auch deine Finster- dort herrlich offenbaren. niß durch seinen Glanz erhellen. 6. Herr, mache mich gerecht 2. Ach! du sollst ihm ein Zem: und rein! Herr, laß mich pel sein! Er selbst macht dich stets voll Glaubens sein, mich von Sünden rein, und hat hier stets im Geiste leben, bis du Lust zu wohnen. Doch finsires auch mich, wenn dir's ges Herz, auf! werde Licht! Denn fällt, in Friede wirst aus dies Jesus wohnt in Herzen nicht, ser Welt in deine Wonn' era die noch der Lüste schonen. heben! X. Am Tage Mariä Verkündigung. Mel. Was mein Gott will, Jund Blut von Menschen ange 178. Gott Lob! der Tag nommen. der Seligkeit, den 2. Nun ist des Vaters Wort Gott der Welt versprochen, erfüllt; der Gläubigen Verlan die längst gewünschte Gnaden- gen ist nun auf immerdar ges zeit ist endlich angebrochen. stillt, denn Jesus wird em Selbst Gottes Sohn ist von dem pfangen. Der uns erhält, hat Thron des Vaters zu uns kom- sich gesellt zu den verlornen men; das höchste Gut hat Fleisch Sündern; war er schon reich, wird - Am Tage Maria Verkündigung. 99 wird er doch gleich den armenjden Himmel aufgeschlossen, das Menschenkindern. Leben wiederbracht. 3. sel'ger Trost! o großes 3. Laß uns in deiner Liebe Glück! das aller Welt entste- und Kenntniß nehmen zu, daß bet! Gott giebt uns einen wir im Glauben bleiben und Gnadenblick und hat uns nun dienen im Geist so, daß wir erhöhet. Das Heil erscheint, wir hier mögen schmecken dein' Süssind vereint mit Gott in sei- sigkeit im Herzen und dürften nem Sohne; nun haben wir stets nach dir. durch Jesum hier den Weg zu Gottes Throne. 4. Du Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft regierst von 4. Er hat sich unserm Fleisch End zu Ende, kräftig aus eig= vermählt und unter uns auf ner Macht; das Herz uns zu dir Erden sich seine Wohnung aus wende, und kehr ab unsre Sins gewählt, auf daß wir göttlich ne, daß sie nicht irr'n von dir. werden. Der starke Held erlöst die Welt vom ewigen Verder ben, durch ihn sind wir nun Kinder hier und dort des Him mels Erben. 5. Ertödt' uns durch dein' Güte, erweck und durch dein' Gnad', den alten Menschen tráns te, daß der neu' leben mag wohl hier auf dieser Erden, den ¹5. O Jesu, unser Herr und Sinn und all' Begehrden und Gott! der du ins Fleisch ge- G'danken hab'u zu dir. kommen und unser dich bis in Mel. Herr Christ, der ein'ge den Tod so hülfreich angenommen, hast nach dem Streit die 180, Laßt uns mit Ernst bes trachten den Grund Herrlichkeit des ew'gen Reichs empfangen. Gieb, daß auch groß achten den, der uns hat der Seligkeit, und überaus wir dereinst bei dir ein ew'ges befreit von Sünden, Tod und Glück erlangen. Höllen; der sterbend auch, zu 179. Herr Christ, der ein'ge fallen den Satan war bereit. Gott's Sohn, Ba 2. Der Jesus war geneunet, ters in Ewigkeit, aus seinem als er empfangen ist, der wird Herz'n entsproffen, gleich wie von uns bekennet, daß er fei geschrieben steht; er ist der Jesus Christ, der uns macht Morgensterne, sein'n Glanz frei von Sünden, und läßt die streckt er so ferne vor andern Seel' empfinden viel Troft zu Sternen klar. jeder Frist. 2. Für uns ein Mensch ge- 3. Er sollte Christus heißen, boren im letzten Theil der der Heiland aller Welt und Beit, der Mutter unverloren Satans Reich zerreißen, bald ihr'r jungfräulich'n Keuschheit, als ein tapfrer Held das Hölden Tod für uns zerbrochen, tenschloß zerstören, dadurch 7* den 100 Am Tage Marià Verkündigung. den Himmel mehren und thuns im Fleich, so glauben wir, daß was ihm gefällt. der, so uns bewahret und seg- s 4. Es sollte Jesus wehren der net für und für, sei Gott und Sünd und Missethat, Gerech- Mensch zu nennen. Es lasset tigkeit bescheren und nach des sich nicht trennen, der Gott und Vaters Rath im Sieg' den Tod Mensch allhier. verschlingen und Alles wieder- 11. Durch Jesſum ist bereitet bringen, was man verloren hat. die ganze Welt; er hat den Hima 5. Von Gott ist ihm gegeben mel ausgebreitet, es ist durch seis das Zepter in die Hand, sein Kö- nen Rath der Engel Heer erschaf nigreich darneben, daß er in sol- fen, ein Heer, das ohne Wafs chem Stand uns geistlich soll re- fen oft große Wunder that. gieren und durch sein Leiden 12. Er, Jesus, kann erwets führen ins wahre Freudenland. ken die Todten kräftiglich, er 6. Er ist von Gott erkohren weiß ein Ziel zu stecken dem zum Hohenpriesterthum; er selbst starken Wütherich. Er prüfet hat ihm geschworen, daß er Herz und Nieren, will in den mit großem Ruhm ein solches Himmel führen, die selbst vera Amt bedienen und ewiglich leugnen sich. soll grünen, als Sarons schönste Blum'. 13. Laßt uns zusammen tres ten, des Allerhöchsten Sohn in Demuth anzubeten; denn ihm 7. Er wird auch Herr genennet, dem alles unterthan; wo ist ja die Kron' der Ehr' und durch man frei bekennet, daß Macht gegeben. Gieb, Herr, er ohn' eitlen Wahn auch Gott nach diesem Leben auch uns sei nach dem Wesen, durch den den Gnadenlohn. wir blos genesen in dieser Un- Mel. Nun freut euch, liebenglücksbahn. 181.un, Christen, last 8. Muß doch die Schrift be: uns fröhlich fein, zeugen, daß er Jehovah heißt, Gott Dank und Ehre bringen; dem alle Knie sich beugen, den von Herzen seines Heils uns alle Welt hoch preist; ja, dem freun, mit Lust und Lieb' ihm von allen Zuugen wird Ehr' singen. Wer faßt die große und Dank gesungen, so weit die Wunderthat, die Gott an uns Sonne reist. verwendet hat, wie theu'r er uns erworben? 9. Sein Stuhl muß ewig dau ern, sein Zepter stehet fest, sammt 2. Jm Sündendienst verstrickt Zions starken Mauern. Er ist war ich, verblendet und verlos aufs allererst mit Freudenst ge- ren; des Fluches Lasten drück zieret, hoch ist er aufgeführet, ten mich; verderbt war ich ges der nicht sein Volk verläßt. boren. Groß war mein Elend, 10. Ist Gott nun offenbaretltief mein Fall, befleckt durch Suns om Am Tage Marià Verkündigung. 101 Sünde überall, mußt' ich des wieder ein und lasse dieses LeLodes sterben. ben: da will ich stets dein Bei3. Da jammerte von Ewig- stand sein und meinen Geist keit Gott meines Elends Bürde; dir geben, der dir in Trübsal er dachte der Barmherzigkeit, Trost gewährt, dich, wenn er daß mir geholfen würde. Des mich in dir verklärt, in alle Sünders reuevoller Schmerz Wahrheit leitet." durchdrang zu sehr sein Vater- 9. ,, Was ich gethan, was herz, sein Bestes ließ er's kosten. ich gelehrt, das sollst du thun 4. Voll Huld sprach er: Die und lehren; so wird des HöchZeit ist da, die Stunde zum sten Reich vermehrt zu seines Erbarmen! Nun eile, Sohn, Namens Ehren. Flich ernstlich dein Will' ist's ja, sei du das falschen Menschenwahn, der dir Heil der Armen! Hilf ihnen den Schatz leicht rauben kann; aus der tiefen Noth! Für sie halt, was ich dir gebiete." entwaffne Hill' und Tod und laß sie mit dir leben. 10. Herr Jesu, Preis und Dank sei dir für deine Treu') 5. Ihm folgsam, kam von und Liebe! Verleihe, daß ich feinem Thron der Sohn herab für und für durch deines Geiz auf Erden; ward der verheißne stes Triebe in Liebe, Dankbar= Menschensohn, mein Heiland teit und Treu' dir bis in's Grab hier zu werden. Und hüllte sei- ergeben sei und ewig dir gehöre! nes Arms Gewalt in Niedrig: Mel. Herr, ich habe mißgehandelt- keit und Knechtsgestalt, des 182. Preis dem, der die Satans Reich zu stürzen. Welt entsündigt! 6. Er kam und sprach: ,, Halt Preis sei Gott! Der Völker dich an mich, so wird es dir ge: Heil, Jesus Christus, ist verz lingen; mich selber geb' ich gern kündigt, nimmt an unsrer für dich, will mächtig für dich Menschheit Theil und will mits ringen. Denn ich bin dein, und leidsvoll auf Erden der Vers du bist mein; auch sollst du, wo tornen Retter werden. ich bleibe, sein, uns soll der Tod nicht scheiden." 2. Tag des Heils, sei uns willkommen! Tag, den uns der 7. Bergießen wird man Herr gemacht! Was die Sehns zwar mein Blut, voll Grimm sucht jener Frommen Israels mein Leben rauben. Doch gerne sich kaum gedacht, krönt nun leid' ichs dir zu gut; sei stand- deines Volks Verlangen: Jehaft nur im Glauben. Dein Lesus wird vom Geist' empfangen! ben, Sterblicher, ist mein; und 3. Jesus ist der Heilandsnas mein Verdienst sei ewig dein, so me, der die Sünder selig macht. wirst du selig werden. Der versprochne Weibessame 8. ,, Den Himmel nehm' ich bricht allein des Todes Macht und 102 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. und bringt Allen Heil und Leben, keit! Schutz und Gnade sei ohn' die nach seinem Reiche streben. Ende über deine Christenheit 4. Gottes Sohn verläßt die ausgebreitet! Laß den Deinen Freuden seines Thrones uns zu täglich neue Huld erscheinen! gut, will hier Noth und Ar- 7. Laß in deinem Reich der muth leiden, kommt in unser Gnaden dir dein Volk gehorsam Fleisch und Blut, die zu retten, sein und sich deines Geistes die ihn haffen; o, wer kann dies Thaten dankbar ohne Ende Wunder fassen! freun; daß wir dir zur Ehre leben 5. Jhn will Gott einst hoch er- und nach jenem Reiche streben. beben; ihm, des Allerhöchsten 8. Leit' auch mich auf deinen Sohn, will er Königreiche geben, Wegen; gieb mir Treu und und von Davids Königsthron Dankbarkeit: daß ich hier schon soll er Jakobs Haus regieren deinen Segen und dein Reich und zur ew'gen Wonne führen. der Herrlichkeit einst mit Allen, 6. Komm, o Jesu, und voll- die dir trauen, möge froh und ende deines Reiches Herrlich- lewig schauen! XI. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Mel. Dir, dir Jehovah will ich test leiden; dein Tod macht 183.2ch, sieh ihn dulden mir des Vaters Liebe kund; bluten, sterben! Der wird für mich ein Quell der meine Seele, sag ihm frommen Freuden, ein Siegel auf den Dank! Sieh Gottes ein'gen ew'gen Friedensbund. So wahr Sohn und Erben, wie machtig dich Gott für mich zum Opfer ihn die Menschenliebe drang! giebt, so feste stehts, daß er Wo ist ein Freund, der je, was mich herzlich liebt. er, gethan? der so, wie er, für 4. Dein bin ich nun und Sünder sterben kann? Gottes Erbe; ich sehe in sein 2. Wie dunkel waren jene Vaterherz hinein. Wenn ich nun Stunden, o Herr und welche leide, wenn ich sterbe, kann Lasten drückten dich! Wie quoll ich unmöglich je verloren sein. das Blut aus deinen Wunden Wenn Sonn' und Mond und und ach, es floß zum Heil und Erde untergehn, so bleibt mir Trost für mich! und ruft noch Gottes Gnade ewig stehn. heute mir ermunternd zu, daß 5. Ja, mir zum Trost und dir du mich liebst, du frommer zur Ehre gereicht dein ganzer Dulder, du! Kampf, dein Kreuzestod; bestá3. So sollt' es fein: du muß- ltigt ist nun deine Lehre; ich baue feft Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 103 fest darauf in jeder Noth. Un-[ mein Bräutigam! Du allein schuldig littest du; doch Preis trågst meine Sünden, o du und Ruhm ist, auch im Kampf, wahres Gotteslamm! Meine der Unschuld Eigenthum. Schuld hat dich betrübt; doch 6. Herr, dieß dein Beispiel du hast mich so geliebt, daß du soll mich lehren, des Lebens auch zuletzt dein Leben für mich Unschuld sei mein Ehrenkleid. in den Tod gegeben. Begierig deine Stimme hó- 2. Sollt' ich noch die Sünde ren und gerne thun, was lieben, die dir so viel Blut er= mir dein Wort gebeut, die preßt? Nein, fie bleibe nun vers Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; wer hat es mehr um mich verdient, als du? trieben; denn es soll der Ueber= rest meines Lebens nur allein deis nem Dienst gewidmet sein, und 7. Nie will ich mich am Fein- hernach will ich dich oben mit de rächen; auch dieß lern' ich, dem Heer der Engel loben. mein Heiland, hier von dir; 3. Deine Banden, deine Kets nie Gottes Schickung wieder: ten wurden dir nur angethan, sprechen, wär' gleich sein Pfad daß sie mich vom Strick erretten jetzt noch so dunkel mir. Auf auf der Eitelkeiten Bahn. Du Dornen gingst du selbst zum empfingst den falschen Kuß, daß Ziele hin; ich folge dir, weil ich mich erinnern muß, wie du ich dein Jünger bin. mir wirst helfen siegen, wenn 8. Was fürcht' ich noch des die Welt mich will betrügen. Todes Schrecken? Du schliefft 4. Deine blutgefärbten Hånauch einst im Grab', o Seelen de bieten sich dem Sünder dar. freund. Mag sie doch meine Strecke sie am letzten Ende nach Asche decken, die Erde, wenn des mir und umfaß mich gar. Wenn Todes Nacht erscheint! Der du mich im Tod' umarmst und Gott, der dir das Leben wieder dich meiner Angst erbarmst, werd' gab, wälzt einstens auch den ich in den letzten Zügen sanft Stein von meinem Grab. 9. Nimm hin den Dank für 5. Weil der Geißeln harte Stries und wie auf Rosen liegen. deine Plagen, mein Retter, den die treuste Liebe bringt! Dort macht; ach! so will sich's ja ge= men dir so manchen Schmerz ges will ich dir's noch besser sagen, ziemen, daß die Seele stets be= wenn dich mein Geist im Engelchor besingt. Dann stimmen alle tracht', wie der Schläge bittre Sel'gen fröhlich ein; der ganze Zahl habe von mir weggetrieQual meiner Sünden große Himmel soll dann Zeuge sein. ben, daß ich dich soll ewig lieben. Mel. Zion Elagt mit Angst und- 6. Ich will an die Krone dens 184, 2ch! wo soll ich Ruhe ken, die dein heilig Haupt zerritzt, finden, als bei dir, lund die Dornen in mich senken, wenn 104 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. wenn das Fleisch nach Wollustjunverschämt verklaget und bes schwitzt. Aller Reichthum, Stolz logen; oft schlägt und speit und Pracht werden ganz von mir man dir ins Angesichte vor dem veracht't! Sollt' ich mich nach Gerichte. Ehren sehnen, da du dich zum Schimpf ließ'st krönen? 7. Wurdest du aus Hohn ver speiet, so erduld' ich auch die Schmach; ob es Andere gereuet, 5. Und was für Schmach mußt du, mein Gott, empfinden! Neid, Hohn und Spott ist fast nicht auszugründen; Dorn, Rohr und Geißel macht dir, Herr der Freufo folg ich doch willig nach. Geht den, Kreuz, Noth und Leiden. es dir, dem Herren, schlecht, so 6. Ohn' alle Ursach wirst du begehr ich, als der Knecht, bei hart gekránket, nicht anders, den angeheft'ten Füßen auch als ein Mörder aufgehenket, nichts Bessers zu genießen. schmerzhafte Nägel dringen uns 8. Nun, Herr Jesu, Heil der gemeine durch Mark und Beine, Seelen, meines Lebens Zuver 7. So hängst du denn am Holz sicht! ich will mir dein Kreuz zu lauterm Fluche, tief angenas erwählen, andre Schätze mag gelt, nach der Schrift im Buche. ich nicht. Deine Marter, Angst, wer vermag doch das, was dir und Pein soll mir stets das Liebe geschehen, recht einzusehen! ste sein. Ich bin nun der Welt entrissen und will nichts, als Jesum, wissen. 8. Ich will das Alles fest ins herze prágen; auch wenn man mich will in die Erde legen, laß Mel. Herzliebster Jesu, was hast mich dein Bildniß, nur mich zu erquicken, recht wohl erblicken. 185. 2a dich, mein Jefu, will ich stets ge= 9. Auf solchen Blick will ich denken, und meinen Geist nach getrost abscheiden, Trotz aller deinem Kreuze lenken. Geden 2elt! wer raubt mir jene Freus te du auch, Liebster, meiner Ta- den? Hier bin ich dein, du mein; drum bleibt die Krone ge und aller Plage. 2. Soll ich nicht alle deine mir dort zum Lohne. Treu' ermessen? Treuvoller Se 186. Christe, du Lamm fu, wer kann dein vergessen? Um meinetwillen leidest du von Her zen sehr viele Schmerzen. Gottes, der du trågst die Sünde der Welt, ers barm dich unser! 3. Betrüglich wirst du durch 2. Christe, du Lamm Gottes, den Freund verrathen, der treulos der du trägst die Sünde der sich bezeigt in seinen Thaten; in Welt, erbarm dich unser! Feindes Händ' geráthst du, ch' 3. Christe, du Lamm Gottes, es taget; wie dich das naget! der du trägst die Sünde der 4. Recht grausam wirst du Welt, gieb uns deinen Frieden! vors Gericht gezogen, höchst Amen! Smel - 105 Vom Leiden und Sterben Jefu Chrifti. Mel. Herzliebster Jefu, was hast- fre Lieb' ist gar der Tod! der am 187, Das Gute thun, das Kreuz ist meine Liebe, weil ich Böse fliehn und mich im Glauben übe. meiden, Herr, diese große Pflicht lehrt mich dein Leiden. Kann Liebe. Frevler, was befremdet's 2. Der am Kreuz ist meine ich zugleich das Böse mir erlau- dich, daß ich mich im Lieben ben und an dich glauben? 2. Da du dich selbst für mich mich. Nun, wird er mein Fries übe? Jesus gab sich selbst für dahin gegeben, wie könnt' ich densschild, aber auch mein Les noch nach meinen Lüsten leben bensbild. Der am Kreuz ist und nicht vielmehr, weil ich dir meine Liebe, weil ich zc. angehöre, zu deiner Ehre? 3. Ich sollte nicht, wenn Lei3. Der am Kreuz ist meine den dieser Erden, wenn Noth Liebe. Sünde, du bist mir mich trifft, gelaßnen Herzené verhaßt. Weh mir, wenn ich werden, da du so viel für uns, den betrübe, der für mich am die wir's verschuldet, liebreich Kreug erblaßt! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Trát' ich erduldet? 4. Für welche du dein Leben nicht sein Blut mit Hohn? Der selbst gelassen, wie könnt' ich sie, am Kreuz ist meine 2c. fie, meine Brüder, haffen? Sch 4. Der am Kreuz ist meine will der Liebe Pflicht nicht über- Liebe. Nun, mein Herz, was treten, will für sie beten. zagest du? Schau, mit welchem 5. Ich will nicht Haß mit beißen Triebe schafft er dem gleichem Haß vergelten, wenn Gewissen Ruh! Preise ihn! sein man mich schilt, nicht rächend theures Blut macht die böse wieder schelten; du trugst ja Sache gut. Der am Kreuz 2c. auch die Fehler schwacher Brü der und schalt'st nicht wieder. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe, der so sehnlich mein bes 6. Ein reines Herz, gleich gehrt. Wenn ich ihm nicht treu deinem edlen Herzen, dieß, Je- verbliebe, wär' ich da wohl seis fu, ist der Dank für deine ner werth? Nein, mich trennt Schmerzen. Und Gott verleiht von ihm kein Drâu'n, keine zu jedem guten Werke uns Schmach, Gefahr noch Pein. Kraft und Stärke. Der am Kreuz 2c. Mel. Werde munter, mein- 6. Der am Kreuz ist meine 188, Der am Kreuz ist mei- Liebe. Nun, o Tod, bist du mein ne Liebe! Meine Freund; wenn ich, wie ein Staub Lieb' ist Jesus Christ. Weicht, ihr zerstiebe, bleib ich doch mit ihm schnöden Fleischestriebe, Satan, vereint und ich schau einst Gots Welt und Fleischestüst'! Wer tes Lamm, unsern Seelenbräus euch liebt, ist nicht von Gott; eu- ltigam. Der am Kreuz 26. Mel. Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 106 Mel. Ach Gott, wie manches - 189, Der bu, Herr Jesu, Gnade Theil. Ruh und Rast in 4. Er ist unwerth jenes Les deinem Grab' gehalten hast, bens, das du, Mittler, uns ers gieb, daß wir in dir ruhen all, warbst; für ihn littest du verge= und unser Leben dir gefall'. bens, als du für die Sünder 2. Verleih, o Herr! uns starbst. Mit beschämtem Ana Stark und Muth, die du er- gesichte stehet er einst im Gea kauft mit deinem Blut und führ richte, sieht den Zorn des Richa uns in des Himmels Licht, zu ters glühn und dein Blut deines Vaters Angesicht. spricht nicht für ihn. 3. Wir danken dir, o Gottes 5. War er schon zum Heil Lamm, getödtet an des Kreuzes geboren, trifft ihn doch der Stamm! laß ja uns Sündern Sünden Fluch; ewig gehet er deine Pein ein'n Eingang in verloren, denn sein Glaube das Leben sein. war Betrug. Er bekannte deis nen Namen, ohne dir, Herr, Mel. Jefu, der du meine Seele- 190. Der du uns mit dei- nachzuahmen; rühmte ſeines Glaubens sich und verleugnem Blute bir zum Eigenthum erwarbst und nete doch dich. 6. Reizet uns das Fleisch uns Sündern, uns zu gute, búBend an dem Kreuze starbst! zur Sünde, zur Verletzung una Ach, wie viele beiner Christen frer Pflicht; Heiligster, so übers dienen, Herr, noch bösen Lüften winde uns der Trieb zur Súna und vergessen dein Gebot, deine de nicht! Laß uns muthig ihn bekämpfen und die Gluth der Schmach und deinen Tod! 2. Uch! wann werden wir's Lüste dämpfen! Steb uns in erkennen, wozu du gestorben Versuchung bei und erhalt uns dir getreu. bist? wann nicht bloß uns Chris ften nennen, sondern thun, was christlich ist? wann um deines Todes willen, Jesu, dein Gesetz erfüllen, schudden Lüften wi- uns erbauen und uns stärken wider sie! Prág die Absicht deiderstehn und dich nicht durch ner Schmerzen tief, ach! tief Sünden schmáhn? 7. Jesu, lehr uns auf dich schauen; dich bezwang die Sünde nie! Laß dein Beispiel 3. Wer dich sieht von Gott in unsre Herzen, daß wir, von verlassen in der tiefsten Trau: der Sünde rein, Heiligster, dir ähnlich sein. rigkeit; wer dich, Gottmensch, sieht erblaffen nach vollbrachtem Mel. An Wasserflüssen Babylon schweren Streit und läßt doch 191, Dich bet' ich an, zu neuen Sünden feine Lüste fich Herr Jesu Christ, entzünden, der hat nicht anlou Heil der Menschenkinder, der DU deinem Heil, nicht an Gottes Vom Leiden und Sterben Jefu Chrifti. 107 du so reich an Gnade bist, fol Huld den Strauchelnden ers zärtlich gegen Sünder! Du bist wecktest, durch Sanftmuth, der Blöden Zuversicht; nie wen- Mitleid und Geduld des Jún= dest du dein Angesicht von des gers Fehler decktest; so laß mich Bedrängten Flehen. Du siehst auch, wie du, verzeihn, so mit gnadenvollem Blick auf ihn willig und so eifrig sein, Elena in seiner Noth zurück und eilst, den beizustehen. Nie sei mein ihm beizustehen. Antlitz fürchterlich und meine 2. Du reichtest Petro deine Seele neige sich zu des BeHand, der schon dem Abgrund drángten Flehen. nahe, das Elend seines Falls empfand und sich Als er in sein Verderben war's deine Macht, die verlassen Mel. Nun last uns den Leib- 192. Die Seele Christi heil'ge mich; sein ihn ergriff, bu ließ'st ihn Gna Geist versetze mich in sich; sein be finden. Und als er bitter: Leichnam, der für mich vers lich geweint, vergabst du ihm, wund't, der mach' mir Leib und o treu'ster Freund! erbarmend Seel' gefund. alle Sünden. 2. Das Wasser, welches auf 3. Auch jetzt noch auf der den Stoß des Speers aus seiner Himmel Thron bist du das Heil Seite floß, das sei mein Bad der Sünder. Auch da bleibst und all sein Blut erquicke mie du, o Gottes Sohn! ein Freund Herz, Sinn und Muth. der Menschenkinder. Du schaffst 3. Der Schweiß von seinem dem bangen Herzen Ruh und Angesicht laß mich nicht koms die Verirrten fuchest du auf men in's Gericht. Sein gans rechten Weg zn leiten. Duzes Leiden, Kreuz und Pein, hörst der Seufzenden Geber das wolle meine Stärke sein. und brauchest deine Majestät, 4. Jesu Christ, erhöre nur Segen auszubreiten. mich! Nimm und verbirg mich 4. Herr, ich bin deinem Petro ganz in dich; schließ mich in deigleich; drum such ich dein Erne Wunden ein, daß ich vorm barmen. Wie plötzlich fall' ich; Feind kann sicher sein. Jesu, reich, reich deine Hand 5. Ruf mir am Ende meiner mir Armen! Naht der Versu- Noth und nimm mich auf zu chung Stunde sich, dann, Hei- dir, mein Gott! wo der Erlös'a land, unterstütze mich und stärke ten sel'ge Schaar dich liebt meinen Glauben. Vergönn' es und lobet immerdar. ja dem Feinde nicht, mir meifabe. lief, Mel. Ach bleib mit deiner nes Herzens Zuversicht, den 193. Die Sonne stand Himmel mir zu rauben. verfinstert, der 5. Wie du mit väterlicher Mittag ward zur Nacht; nun hatt' 108 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. hatt' er überwunden und sprach: 12. Du führst mich hin zum Es ist vollbracht! Biele; vollbracht ist dann mein Dann nimmt in seine auch mich dein Vater 2. Der Erde furchtbar Be- Lauf! ben hob das Gebirg' empor; Hände und Todte Gottes gingen aus auf! ihrem Grab' hervor. 3. Den Todesüberwinder um- Mel. Wer nur den lieben Gott gab des Grabes Nacht und Gottes Engel jauchzten: Er 194. Du Bester aller Mens schenkinder! wie hat's, er hat's vollbracht martert dich, voll blinder Wuth, 4. Das Opfer für die Sünder Frevel ausgelaßner Súnden ist dargebracht vor Gott! der! Aus allen Adern strömt Es starb! Und Heil und Leben dein Blut, und tiefer, nie ges wird aller Welt sein Tod! fühlter Schmerz durchbringet Glieder, Sinn und Herz. BAM 6. 5. Nun wird kein Opfer wie der in Ewigkeit gebracht; der, 2. Doch Sanftmuth ist in den sein Volk erwürgte, der hat deinen Mienen, in deiner Seea es ganz vollbracht. le Zuversicht; du flehst: Vers du, der mich versöhnte gieb, o Bater! ihnen; was sie dem Richter aller Welt, du hast jetzt thun, verstehn sie nicht!" das Heil der Erde allmächtig und ruhig, bis dein Herz dir hergestellt! brach, trugst du des Kreuzes 7. Nun wohnt in ew'gem Frie- Qual und Schmach. den das menschliche Geschlecht, 3. Dein hohes Beispiel foll und du regierst die Völker mit mich lehren, das Unrecht dulden Wahrheit und mit Recht. und verzeihn. Will Rachsucht 8. Du kommst und führst die meinen Geist empören, Gekreu Deinen in deines Vaters Reich; zigter, dann denk' ich dein; wie du machst an Heil und Würde du, gemartert und geschmäht, fie deinen Engeln gleich. für deine Peiniger gefleht. 9. Wie herrlich ist dein Name! 4. Wie sollt' ich nun nicht Alle wie groß ist deine Macht! Preis lieben, für welche du gestorben dir und Dank und Ehre, daß bist? Wie könnt' ich Einen noch bu dein Werk vollbracht! betrüben, für den du litteft, 10. Laß mich dein Beispiel Jesu Chrift? Wie nun nicht stårken, daß ich im Glauben freudig Gutes thun und stil treu und standhaft in der Lie- in Gottes Willen ruhn? be bis an mein Ende sei! 5. Schreckt mich der Lohn 11. Darf ich den Tod noch der Uebertreter und quält die fürchten? Herr, meines Lebens Schuld der Sünden mich: dant Kraft! Auch ich werd' überwindenk' ich, göttlicher Vertreter den durch dich, der Hülfe schafft! mit froher Zuversicht an dich Aud Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 109 Auch mir, auch mir hat deinfaller Könige! Das hast du für Gebet Begnadigung und Heil mich gelitten, mir die Ehrenerfleht. fron' erstritten. Preis, Anbe= tung, Dank sei dir, Ehra Mel. Jefu, meines Lebens Leben furchtswürdigster, dafür. 6. Du, der tausendfache 195. Du, der Menschen Heit und Leben, Schmerzen mir zu Liebe gern deß sich meine Seele freut, der ertrug, deinem großmuthsvols für mich sich hingegeben, Stif- len Herzen war mein Heil Bea ter meiner Seligkeit; du, der lohnung gnug. Trost in meis lieber wollt' erblaffen, als mich nen letzten Stunden floß auch im Verderben lassen: ach wie mir aus deinen Wunden; Herr, dank', wie dank' ich dir, mein ich dank', ich danke dir einst im Erlöser, gnug dafür! Tode noch dafür. - 2. Menschenfreund, von Gott 7. Rub' im Leben, Trost am gesendet, zu erfüllen seinen Grabe! Unaussprechlicher Ges Rath; längst hast du dein Werk winn, den ich dir zu danken has vollendet, wegzuthun die Mis- be, dir, deß ich nun ewig bin! sethat. Doch, in den Gedächt- Jesu, dir mein Herz zu geben, nißtagen deiner Leiden, Jesu, deiner Tugend nachzustreben, sagen deine theu'r Erlösten dir dir zu traun, zu sterben dir; billig neuen Dank dafür. dieß, dieß sei mein Dank dafür. 3. Du betrat'st, für uns zu sterben, willig deine Leidens: Mel. O Haupt voll Blut undbahn; stiegst, uns Leben zu ers 196, Du, der voll Blut werben, gern den Todesberg und Wunden für hinan; trugst vergessend eigne uns am Kreuze starb und uns Schmerzen, deine Menschen nur sern Lebensstunden den größten im Herzen. Diese Liebe preisen Trost erwarb; du, der sein theus wir; unvergeßlich sei sie mir! res Leben noch, eh' ich war, auch 4. Meinetwegen trugst du mir zum Heil hat hingegeben; Bande, littest frecher Låstrer mein Jesu, Dank sei dir! Spott, achtetest nicht Schmach 2. Wie viel hast du erduldet, und Schande, mein Versöhner erhabner Menschensohn, als und mein Gott! Mich hast du du so unverschuldet empfingst der Noth entrissen, die mich der Sünder Lohn! Da folgte hátte treffen müssen. Wie ver- Schmerz auf Schmerzen; da pflichtet bin ich dir, Lebens- traf dich Schmach auf Schmach; lang, mein Heil dafür! da lag auf deinem Herzen Angst, 5. Frevler krönten dich zum die das Herz dir brach. Hohne; deine Stirne blutete un 3. Entblößt von allem Reis ter deiner Dornenkrone, Königlze, der Menschen wohl gefällt, hingst mokting 110 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. hingst du an deinem Kreuze, sich mich halte zu dir mit Gegen ein Fluch vor aller Welt. Dich treu, daß, wenn ich einst erkal flohen deine Freunde; du warst te, ich noch der Deine sei. der Leute Spott; dich höhnten 9. Belebe dann mein Hoffen, deine Feinde: ,, wo ist denn zum Himmel einzugehn. Laß nun sein Gott?" mich im Geist ihn offen und 4. Wer kann dir nachempfin: dich verherrlicht sehn. Da ruf den den Schmerz, die Todes- ich dann mit Freuden: Nimm angst, mit welcher du, von meinen Geist, Herr, auf! Und Sünden uns zu erretten, rangst? du nimmst ihn im Scheiden zu Die Last gehäufter Plagen fiel deiner Wonn' hinauf. da so schwer auf dich, daß fie Mel. O Haupt voll Blut- dich drang zu klagen: Gott, 197, Du, meines Lebens Leben, du meines 5. Ach, diese Last und Mühe Todes Tod; für mich dahin ge hab' ich dir auch gemacht. geben in tiefe Seelennoth, in mein Erlöser! siehe vom Thro- Martern, Angst und Sterben, ne deiner Macht in Gnaden aus heißer Liebsbegier das Heil auf mich Armen, der sich vermir zu erwerben; nimm Preis schuldet hat und hilf mir aus und Dank dafür! Erbarmen von meiner Missethat. 2. Ich will jetzt mit dir ges hen den Weg nach Golgatha; 6. Ich will auf dich stets se laß mich im Geiste sehen, was hen mit aller Zuversicht. Wo da für mich geschah. Mit ein hin soll ich sonst gehen? Berzig zartem Sehnen begleitet dich wirf du mich nur nicht! Womein Herz und meine Augen soll ich Ruhe finden, wenn du chránen um dich vor Liebess mich, Herr, nicht liebst? Wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? schmerz. 3. Ich komm' erst zu der Stát: te, wo Jesus für mich rang, 7. Du hast mir durch dein und Blutschweiß beim Gebete Leiden Vergebung, Beßrungs- ihm aus den Gliedern drang. traft, in Trübsal, Trost und Den Tod, mit dem er ringet, Freuden, die ewig sind, ver verdiente meine Seel'; der schafft. O gieb an dieser Gnade Schweiß, der aus ihm dringet, auch meinem Glauben Theil ist mir ein Heilungsol. und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil. 4. Mein Helland wird vere rathen, geführt zu Qual und 8. Mit innig frohem Triebe Spott. Ach, meine Misfethaten, bring' ich dir meinen Dank. Die die brachten meinen Gott hin Größe deiner Liebe bleibt stets vor's Gericht der Heiden und mein Lobgesang. Gieb nur, daßlin der Feinde Hand; ich war's, ich Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 111 ich sollte leiden, was da mein den nnd deines Heils Genuß, Bürg' empfand. so lang ich noch hienieden in 5. Seht! welch ein Mensch! Schwachheit wallen muß; bis er stehet geduldig, wie ein Lamm. endlich, dir zu Ehren, der mich Und nun wird er erhöhet, ein mit Gott versöhnt, dort in den Fluch, am Kreuzesstamm! voll- obern Chören mein Halleluja ender da sein Büßen, der Welt, tönt. auch mir zu gut; aus Seite, Mel. An Wasserflüssen Babylon Hand und Füßen strömt sein 198. Ein Lámmlein geht Versöhnungsblut. und trägt die 6. Du bitt'st am Kreuz für Schuld der Welt und ihrer Kins Feinde; mein Jesu, der war der; es geht und büßet mit Ges ich! Du denkst an deine Freunde; duld die Sünden aller Sünden; gedenk, Herr, auch an mich es geht dahin, wird matt und Du machst den Schächer selig, krank, ergiebt sich auf die Würverheißest ihm dein Reich; das gebank, entzieht sich allen Freus macht mich Sünder fröhlich, den; es nimmt auf sichSchmach, mich, der dem Schächer gleich. Hohn und Sport, Angst, Wuns 7. Du klagst voll Angst im den, Striemen, Kreuz und Tod Herzen: ,, mein Gott verläsfet und spricht: ,, Ich will's gern mich!" Du dürftest in den leiden." Schmerzen, und Niemand labet 2. Das Lämmlein ist der wahs dich. Nun kommt der Leiden re Gott, Herr über Tod und Ende, du rufft: Es ist voll: Leben, des Vaters Sohn, der bracht!" empfiehlst ins Vaters in die Noth ihn für uns hinges Hände den Geist; es war voll- geben: ,, Geh hin, mein Kind bracht. und nimm dich an der Kinder, 8. Ich seh mit Lieb' und Beugen die ich ausgethan zu Straf' und des Heilands letzten Blick; ich Bornesruthen; die Straf' ist seh sein Haupt sich neigen; das schwer, die Schuld ist groß, war mein ew'ges Glück! Mein du kannst und sollst sie machen Bürge stirbt, ich lebe, so todes: los durch Sterben und durch werth ich bin; er giebt sich mir, Blaten." ich gebe mich ihm zu eigen hin. 3. ,, Ja, Vater! ja von Herzenss 9. O du, an den ich glaube grund, leg auf, ich will's gern und den mein Geist umfaßt; der tragen! Mein Wollen hängt an du im Todesstaube für mich ge: deinem Mund, mein Wirken ist legen hast! auf dein Verdienst dein Sagen! Wunderlieb'! und Leiden vertrau ich ganz al- o Liebesmacht! du kannst, was lein; darauf werd' ich einst schei- nie ein Mensch gedacht, Gott, den, und ewig bei bei dir sein. seinen Sohn abzwingen. Olies 10. Erhalt mir deinen Frie-/ be! Liebe! du bist stark, du strets fest Univ.- Bibl. Ciessen 112 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. kest den ins Grab und Sarg, großer Schatz, Herr Jesu Christ! vor dem die Felsen springen. ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 4. Du heftest ihn an's Kreu zes- Stamm mit Nägeln und mit 8. Das soll und will ich mir Spießen; du schlachtest ihn als zu Nutz zu allen Zeiten machen. wie ein Lamm, machst Herz und Jm Streite soll es sein mein Adern fließen, das Herze mit Schutz, in Traurigkeit mein Las der Seufzer Kraft, die Adernchen, in Fröhlichkeit mein Sais mit dem edlen Saft des pur- tenspiel; und wenn mir nichts purrothen Blutes. O süßes mehr schmecken will, soll mich Lamm! was soll ich dir erwei dieß Manna speisen; im Durst sen dafür, daß du mir erzeigest soll's sein mein Wasserquell, in so viel Gutes? Einsamkeit mein Sprachgesell, 5. Mein Lebetage will ich dich zu Haus und auch auf Reisen. aus meinem Sinn nicht lassen; 9. Was schadet mir des Tos ich will dich stets, gleichwie du des Gift? Dein Blut, das ist mich, mit Liebesarmen fassen. mein Leben; wenn mich die Du sollst sein meines Herzens Trübfalshite trifft, so kann Licht, und wenn mein Herz im mir's Schatten geben. Sebz Tode bricht, sollst du mein Herz mir ein Seelenschmerze zu, so ze bleiben; ich will mich dir, find' ich bei dir meine Rub, mein höchster Rubm, hiermit als auf dem Bett' ein Kranker; zu deinem Eigenthum bestán: und wenn des Kreuzes Unges diglich verschreiben. stúm mein Schifflein treibet 6. Ich will von deiner Lieb- um und um, so bist du dann lichkeit bei Nacht und Tage sin- mein Anker. 10. Wenn endlich ich soll tres gen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. ten ein in deines Reiches Freu Mein Bach des Lebens soll sich den, so soll dein Blut mein dir und deinem Namen für und Purpur sein, ich will mich dar für in Dankbarkeit ergießen; und ein kleiden; es soll sein meis was du mir zu gut gethan, das nes Hauptes Kron, in welcher will ich stets, so tief ich kann, ich will vor den Thron des rechin mein Gedächtniß schließen. ten Vaters gehen und dir, 7. Erweitre dich, mein Herdem er mich anvertraut, als zensschrein, du sollst ein Schatz- eine wohlgeschmückte Braut, an haus werden der Schätze, die deiner Seite stehen. viel größer sein, als Himmel, Mel. An Wasserflüssen Babylon- Meer und Erden. Weg mit 199, Erforsche mich, er den Schäßen dieser Welt und fahr mein Herz allem, was der Welt gefällt, ich und sieh, Herr, wie ich's meis hab' ein Bessers funden: Meinlne. Ich denk an deines Leidens Schmerz Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 113 Scherz, an deine Lieb und gestalt und doch der Größt' im weine. Dein Kreuz sei mir gé- Herzen, erträgst du Spott, benedeit! Welch Wunder der Schmach und Gewalt, voll Barmherzigkeit hast du der Welt Krankheit und voll Schmerzen. erwiesen! Wann hab' ich dieß Wir sahn dich, der Verheißung genug bedacht und dich aus Biel; doch da war nichts, das aller meiner Macht genug da- uns gefiel und nicht Gestalt, für gepriesen? noch Schöne. Vor dir, Herr, 2. Rath, Kraft und Friedefürst unsre Zuversicht! verbarg man und Held! In Fleisch und Blut selbst das Angesicht; dich gekleidet, wirst du das Opfer für schmähn des Bundes Söhne. die Welt, und deine Seele leidet. 6. Ein Opfer, nach dem Dein Freund, der dich verräth, ist ew'gen Rath, belegt mit un nah, des Zornes Gottes Stund' sern Plagen, um deines Vola ist da, und Schrecken stromen tes Missethat gemartert und über. Du zagst und fühlst der zerschlagen, gehst du den Weg Höllen Weh: Ists möglich, zum Kreuzessiamm in Unschuld Bater, o so geh' der Kelch von stumm, gleich als ein Lamm, mir vorüber!" das man zur Schlachtbank fühs 3. Dein Schweiß wird Blut, ret. Freiwillig als der Helden du ringst und zagst und fällst zur Held, trägst du aus Liebe für Erde nieder. Du, Sohn des die Welt den Tod, der uns Höchsten, kämpfst und wagst gebühret. die erste Bitte wieder. Du fühlst, 7. Du neigst dein Haupt: von Gott gestärkt im Streit, die ,, Es ist vollbracht." Du stirbst! Schrecken einer Ewigkeit und Die Erd' erschüttert. Die Ara Strafen sonder Ende. Auf dich beit hab' ich dir gemacht. Herr, nimmst du der Menschen Schuld, meine Seele zittert. Was ist und giebst mit göttlicher Geduld der Mensch, den du befreit? D dich in der Sünder Hände, war' ich doch ganz Dankbarkeit! 4. Du trägst der Misfethäter Herr, laß mich Gnade finden. Lohn und hattest nie gesündigt, und deine Liebe dringe mich, du, der Gerechte, Gottes Sohn! daß ich dich wieder lieb' und So war's vorher verkündigt. dich nie kreuzige mit Sünden. Der Frechen Schaar begehrt 8. Welch Warten einer ew'gen dein Blut; du duldest göttlich- Pein für die, die dich verachten! groß die Wuth, um Seelen die, solcher Gnade werth zu sein, zu erretten. Dein Mörder, Je nach keinem Glauben trachten! fu, war auch ich; denn Gott Für die, die dein Verdienst ges warf Aller Sünd' auf dich, das stehn und dich durch ihre Laster mit wir Friede hätten. schmáhn, als einen Sündendies 5. Erniedrigt bis zur Knechts- ner! Wer dich nicht liebt, kommt 8 ins 114 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. ins Gericht; wer nicht dein Wunder seiner Gute kann kein Wort hält, liebt dich nicht: sterblichs Lied erheben; doch ihm bist du kein Versöhner. hört er unsre Lieder gern. Ans 9. Du hasts gesagt; du wirst betung, Preis und Ruhm dem die Kraft zur Heiligung mir schen- Herrn, der uns sein Heil gegeben! fen. Dein Blut ists, daß mir Mel. DLamm Gottes, unschuldig- Troft verschafft, wenn mich die 201. Erlöfer, der im Staus Sünden kránken. Laß mich im be einst lag mit Eifer des Gebets, laß mich in Angstschweiß bedecket, dein tros Lieb' und Demuth stets vor dir stet sich mein Glaube, wenn Tod erfunden werden. Dein Heil sei und Sünde mich schrecket! Dein mir der Schirm in Noth, mein tiefer Schmerz, dein' Klagen, Stab im Glück, mein Schild dein Todeskampf, dein Zagen im Tod, mein letzter Trost auf sei meine Ruhe, Herr Jesu! Erden! 2. Du littest ganz unschuldig Mel. Un Wasserflüssen Babylon von Frevlern Schmáhung und 200. Erhebe vom Geräusch Schmerzen und trugt sie doch der Welt, mrein geduldig mit sanftem, versöhnlis Geist, der Andacht Flügel hin, chen Herzen. Dein Bild muss uns wo die Wuth ihr Opfer hält, zu beleben, zu dulden, zu vergeben, jenem Leidenshügel! Ihr Him wie du zu lieben, Herr Jesu! met! Welch ein Mensch ist das! 3. Am Kreuze hingst du klågs Wie drückt ihn seiner Feinde Haßlich, entstellt, gemartert, vers mit boshaft wilden Freuden! Er, schmachtet. Dein Tod belehr der die Lodten auferweckt, er uns täglich, wie hoch du Seemuß, mit Wunden überdeckt, len geachtet. Er schreck' uns den Tod der Mörder leiden! ab von Sünden; er muss uns 2. Geduldig siehet er sein Blut dir verbinden zu innigem Dans in vollen Strömen fließen; fleht ke, Herr Jesu! für die Haffer, die voll Wuth es ruft am Mel. Wer nur den lieben Gott- im Triumph vergießen. Schau! 202, Es ist vollbracht! so jetzt umhüllt ihn finstre Nacht, er Kreuze ruft, er ruft: ,, Es ist vollbracht!" des sterbenden Erlösers Mund. Nun senkt sein Haupt sich nieder. O Wort voll Trost und Leben, D, meine Seele, freue dich! dir reize zur Freude meines Herzens gab, der hier am Kreuz erblich, Grund. Was Gott auch mir zum das Recht zum Himmel wieder. Heil ersehn, ist( ihm sei ewig 3. Er, er hat deine Missethat, Preis!) geschehn. den Fluch für dich getragen. D 2. Mein Jesus stirbt. Die Fels Seele, deine Sünde hat den From- sen beben; der Sonnen Schein men so zerschlagen. Durch ihn verlieret sich: in Todte dringt ein nimmt dich der Vater an. Die neues Leben, der Heil'gen Gräber offe 115 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. öffnen sich; der Vorhang reißt, meinem Herzen, daß du den Tod die Erde kracht; der Welt Ver- besieget hast. So geh' ich froh föhnung ist vollbracht. zur Grabesnacht mit dem Tria 3. Wie viel, mein Heit, hast umph: Es ist vollbracht! du vollendet, da dir das Herz im Mel. O Traurigkeit, o HerzeleidTode brach! Du hast den Sluch 203. Es ist vollbracht! so hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns der Herr vom Kreuz hernieder. ruft mit Macht die Bahn durchs Todes Nacht Stimmt in seinen Siegsgefang, zur frohen Ewigkeit gemacht. miterlöste Brüder! 4. Dankvolle Thränen, nett 2. Durch Wort und That hat die Wangen! mein Glaube sieht er den Rath des Vaters treu nun offenbar die Schuldschrift an vollendet, der ihn, uns zum dem Kreuze hangen, die wider Trost und Heil, in die Welt meine Seele war. Er, den mir gesendet. Gott zum Trost gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht. - 3. Für uns nahm er, wie hart und schwer ihn auch sein Leiden 5. O hilf mir, Herr, nun auch drückte, dessen Last doch gern auf vollbringen, was wahre Dank- sich, daß er uns beglückte. barkeit begehrt; laß nach der Hei- 4. Er trug voll Huld es mit ligung mich ringen, dazu dein Geduld, durchkämpfte bange Tod mir Kraft gewährt. O stár: Stunden. Doch sein Gott hat te mich dazu mit Macht, bis ihn erhört, er hat überwunden! meine Beßrung ist vollbracht. 5. Preis ihm und Dank! Er, 6. Du littst so viel zu mei- er errang uns Seligkeit und Les nem Leben: wie sollt' ich nicht ben, da er sich in Qual und voll Eifer sein, mich deinem Tod für uns hingegeben. Dienste zu ergeben? sollt' ich 6. Es ist vollbracht! Hell ist dabei vor Schmach mich scheun? die Nacht des Todes und der Dein, Jesu, sein, dein Eigen- Gråber. Heil uns! nun ist Jesus thum, sei meines Herzens Christ, ew'ger Freudengeber. Freud' und Ruhm! Mel. Herzliebster Jesu, was hast1 deinen Sohn ges 7. Soll ich, bei dir ergebnem 204. Gott, der du für uns Herzen, auch hier durch manche Trubsal gehn, und hat mein Gott geben, wer kann doch gnugsam gebäufte Schmerzen zu meiner deine Huld erheben? Wie herrs Prüfung außersebu; so laß die lich zeigst du im Erlösungswerke Hoffnung mich erfreun: Auch der Gnaden Stärke! das wird einst geendigt sein. 2. Dein ew'ger Sohn selbst 8. Fühl' ich zuletzt des Todes stirbt für Menschenkinder; der Schmerzen, so stärke mich in sol. Heiligste tritt an die Statt der cher Last und mach es lebhaft Sünder; der Seligste begiebt 8* fich 116 Vom Leiden und Sterben Jefu Chriftt. fich seiner Freuden, für uns zushet doch, welch' Angst und Leiden leiden. jetzt aussteht der große Held! 3. Er wird das Lamm, das wie er zittert, wie er ringet, daß Aller Sünden tráget; ihm haft sein Blut auch aus ihm dringet. du sie ja selber aufgeleget, das 2. Wie? sollt ich der Bollust mit nur wir, die dein Gesek ver pflegen und, o schnöde Welt! mit ließen, nicht dürfen büßen. dir gehen auf den breiten Wegen 4. Was ist der Mensch, daß der verderblichen Begier? Nein, du sein so gedenkest, und deinen ich will nun Jesu leben und Sohn ihm zum Verföhner schen- euch gute Nacht jetzt geben. kest? Was findest du an mir und 3. Sch mag euch durchaus au uns allen für Wohlgefallen? nicht hören, die ihr bald ein 15. Verdient Verachtung göttli- frommes Herz mit dem Scheine ther Gesetze, verdient Berschwen könnt bethören, hebet euch nur dung unschätzbarer Schätze, ver- hinterwärts! Ihr sollt mich dient ein biser, selbst gemachter nicht mehr verblenden, noch Schade des Richters Gnade? von Jesu mich abwenden. 6. O welche Tiefe deiner Men= 4. Besser ist's, mit Jefu feia schenliebe! Wer faßt, o Gott, die den Hohn, Verachtung, Schmach Größe ihrer Triebe? Du thus und Sport, als von ihm sein noch mehr zu unserm Wohlerge abgescheiden und bei der gotta hen, als wir verstehen.( osen Rott' hier in großen Cha ren sitzen und dort in der Höta 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht len schwitzen. dich meinen Vater nennen und zum Geborsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 5. Weg mit Hoffart, Stolz und Prangen! weg mit allem lebers muth! Meines Heilands Haupt 8. Was mir dein Sohn, da und Wangen triefen überall von er für mich gestorben, aus deiner Blut. Und dem Schutzherrn Huld, durch seinen Tod erwors aller Frommen sind die Kleider ben; das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! selbst genommen. 6. Ach! das Haupt muß Dors nen tragen und die Glieder 9. Dein Friede wohne stets in prangen noch! Ja, der Herr muß meinem Herzen und tröste mich Bröße klagen, und der Knecht bei des Gewissens Schmerzen stolziret doch! Odu falschbes Dein Geist sei mit mir, deinen schöntes Gleißen! wer kann dich guten Willen treu zu erfüllen. doch billig heißen? Mel. Herr, ich habe mißgehandelt- 7. Beg mit Schwelgen! weg 205. Gute Nacht, ihr eit mit Saufen! Denn dein Wesen len Freuden! gute macht, daß mich Furcht und Nacht, du falsche Welt! Se- Schrecken überlaufen, wenn ich nur Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 117 nur bedenk', wie sich oft zu ih- wog, von aller Schuld des Bds rem großen Schaden, Viel' aus sen uns zu erlösen! Wollust überladen. 2. Vereint mit Gott, ein 8. Und dem Schöpfer aller Mensch, gleich uns auf Erden Dinge hats so gut nicht können und bis zum Tod am Kreuz sein, daß, als er am Kreuz da gehorsam werden; an unsrer hinge, in der schwersten To Statt gemartert und zerschladespein, er, sein mattes Herz gen, die Sünde tragen! zu laben, hätt' ein Tropflein 3. Welch wundervoll, hochheis mögen haben. 9. Drum geb' ich euch schnd den Sünden, hiermit nochmals liges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte; mein Herz erbebt; ich seh' und ich gute Nacht. Weichet fern! und empfinde den Fluch der Sünde. bleibt dahinten, ihr habt Gott die Angst gemacht, daß er klacher alles Bösen. Gott ist die 4. Gott ist gerecht, ein RaAct ohne Maßen, wie sein Lieb', und läßt die Welt erlös Gott ihn hab' verlassen. 10. Daß des Lebens Herr Schrecken und Entzücken am sen: dieß kann mein Geist mit verstirbet und daß der ein Fluch Kreuz' erblicken. 20 jetzt ist, der den Segen uns erwirbet, das soll mich zu jeder mein Verdienst darnieder, es 5. Es schlägt den Stolz und Frist von der Sündenbahn abstürzt mich tief und es erhebt schrecken und zu wahrer Buß mich wieder; lehrt mich mein erwecken. Glück, macht mich aus Gottes 11. Habe Dank, o Freund der Feinde zu Gottes Freunde. Seelen! für die Angst und Traus 6. Herr, mein Heil, an rigkeit, für die Wunden, die dich dessen Blut ich glaube! Ich liege quálen und des Leidens Bit: hier vor dir gebückt im Staube, terkeit, das du, um von Sünd' verliere mich mit und Schanden uns zu retten, Gemüthe in deiner Güte. ausgestanden. dankendem 12. Gieb, daß wir hinfortlichen Gedanken; allein, sollt' 7. Sie übersteigt die menscha bereuen unsrer Sünden schwere ich darum im Glauben wanken? Last und die Strafe nicht er- Ich bin ein Mensch; darf der neuen, die du jetzt bezahlet haft; fich unterwinden, Gott zu ers sondern dir uns ganz ergeben gründen? und nach deinem Willen leben. 8. Das Größt' in Gott ist, Mel. Herzliebster Jesu, was hast du- Gnad' und Lieb' erweisen; uns 206. Herr, starte mich, kommt es zu, fie demuthsvoll zu dein Leiden zu be- preisen, zu sehn, wie hoch, wenn denken, mich in das Meer der Gott uns Gnad' erzeiget, die Liebe zu versenken, die dich be- Guade steiget. 9. Laß 118 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti, 9. Laß deinen Geist mich stets, dein Kreuz mir wieder Ruhe mein Heiland, lehren, dein schenken; dein Kreuz, dieß sei, göttlich's Kreuz im Glauben zu wenn ich den Tod einst leide, verehren, daß ich getren in dem mir Fried' und Freude! Beruf der Liebe mich christlich übe. 208. Herzliebster Jefu! was hast du verbrochen, Mel. Herzliebster Jesu, was207. Herr, unser Trost! daß man ein solch scharf Urtheil du littest uns zu bat gesprochen? Was ist die gute. Ich bin versöhnt mit dei- Schuld? Du bist in Missetha= nem theuern Blute. Du hast ten ja nie gerathen? mein Heil, da du für mich ge storben, am Kreuz erworben. 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn'n gekrönet, ins Angesicht 2. So bin ich denn schon se geschlagen und verhöhnet; du lig hier im Glauben? So wird wirst mit Essig und mit Gall' mir nichts, nichts, meine Krone getränket, ans Kreuz gehenket. rauben? So werd' ich dort, 3. Was ist die Ursach aller von Herrlichkeit umgeben, einfi folcher Plagen? Ach! meine ewig leben? Sünden haben dich geschlagen. 3. Ja, wenn ich stets der Zu- Ich, ach Herr Jesu! habe dieß gend Pfad betrete, im Glauben verschuldet, was du erduldet. lámpf, im Glauben wach' und 4. Wie wunderbarlich ist doch bete: so ist mein Heil schon so ge- diese Strafe! der gute Hirte wiß erstrebet, als Jesus lebet. leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, für seine Knechte. 4. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize; so schrecke mich dein Wort, das Wort vom 5. Der Fromme stirbt, der recht Kreuze! Und werd' ich matt im und richtig wandelt; der Böse Laufe guter Werke: so sei mir's lebt, der wider Gott mißhanStärke! delt. Der Mensch verwirkt den 5. Seh' ich dein Kreuz den Klu- Tod und ist entgangen; Gott gen dieser Erden ein Vergerniß wird gefangen. und eine Thorheit werden; so 6. Ich war von Fuß auf voller seis doch mir, trotz alles frechen Schand' und Sünden, bis zu dem Spottes, die Weisheit Gottes! Scheitel war nichts Guts zu fins 6. Gott, eile nicht, sie rächend den, dafür hätt' ich dort in der zu zerschmettern! Erbarme dich, Höllen müssen ewiglich büßen. wenn einer von den Spöttern 7.2 große Lieb'! o Lieb' ohn' sich spát bekehrt und den, den alle Maase! die dich gebracht er geschmähet, um Gnade fleher! auf diese Marterstraße. Ich 7. Wenn endlich, Herr, mich lebte mit der Welt in Lust und meine Sünden kránken; so laß Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 119 8. Ach großer König! groß zu Mel. Freu' dich sehr, o meine allen Zeiten, wie kann ich gnug: 209. Heute, sprach mein sam solche Treu ausbreiten! Kein Heiland, heute, menschlich Herz vermag es aus: an sein blutig Kreuz erhöht, da zudenken, was dir zu schenken. ein Sünder, ihm zur Seite, 9. Ich kanns mit meinen Sin- sterbend noch um Gnade fleht: nen nicht erreichen, womit doch heute, so betheur' ich dir, heute dein Erbarmen zu vergleichen; noch sollst du mit mir, in mein wie kann ich dir denn deine Lie: Paradies erhaben, Theil an besthaten im Werk' erstatten? meinem Reiche haben. 10. Doch ist noch etwas, das 2. Theures Wort aus Jesu dir angenehme, wenn ich des Munde, fest versiegelt durch Fleisches Lüste dämpf und zähme, sein Blut! In der finstern Tos daß sie aufs Neu mein Herze nicht desstunde giebst du Freudigkeit entzünden mit allen Sünden. und Muth. Wenn der Christ 11. Weil aber dieß nicht steht nun scheiden soll, bleibt er fes in eignen Kräften, Lust und Bester Hoffnung voll, sieht die gierden an das Kreuz zu heften; Nacht in Licht verwandelt, fo gieb mir deinen Geist, der mich weiß gewiß, wohin er wanregiere, zum Guten führe. delt. 12. Alsdann werd' ich recht deiz 3. Ohne Zagen kann er sterne Huld betrachten, die Welt für ben; seine Seele stirbt ja nie: nichts, aus Liebe zu dir, achten. Ihr droht nicht nur kein Vers Ich werde mich bemühen, deinen derben, auch kein Schlaf bes Willen stets zu erfüllen. raubet sie, wo sie erst aus lans 13. Ich werde dir zu Ehren Al- ger Nacht nach Jahrhunderten les wagen; kein Kreuz nicht ach- erwacht; nein, sie soll zum ten, keine Schmach noch Pla- neuen Leben scheidend noch emgen; nichts von Verfolgung, por sich heben. nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 4. Theures Wort des ew'gen Lebens! tröste du mein brechend 14. Dieß Alles, obs für schlecht Herz; o dann ängstet ganz vers zwar ist zu schätzen, wirst du es gebens meinen Geist der Trendoch nicht gar bei Seite setzen; in nung Schmerz. Er sinkt Gnaden wirst du es von mir ans in Finsterniß; denn wahrhaftig nehmen, mich nicht beschämen. und gewiß ist das Wort des 15. Wenn dort, Herr Jesu, treuen Zeugen. Hier muß jes wird vor deinem Throne auf der Zweifel schweigen. meinem Haupte stehn die Eh 5. Herr, nun führ' ich abzurenkrone; so will ich dir, wenn scheiden eine heil'ge Luft in mir; Alles wird wohl klingen, Lob dort sind unbefleckte Freuden, und Dank singen. laber Müh' und Elend hier. Kein auch 120 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. auch noch so frühes Grab für: 4. Der sterbend siegt, dein zet mir das Leben ab; es soll Heiland, liegt erblaßt bier in nur, frei von Beschwerden, der Erde; daß der Mensch zeitiger veredelt werden. durch seinen Tod einst unsterb 6. Selig, furchtlos, rein von lich werde. er justibong Mängeln, ja von nun an selig 5. Du starbst für mich! Für ist, brüderlich begrüßt von En- uns hat dich des Frommen geln, der im Herrn entschlafne Grab bedecket. Sünder, kehrt Christ. Was sein Glaube je ge: beschämt zurück, zittert und than, jedes gute Werk folgt dann erschrecket.l seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, bes fehle, wenn ich kaum noch lal len kann, die durch dich erlös'te Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stárkest mich, geben. Von Verwesung frei rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 7. Es ist vollbracht! Aus eiga ner Macht tieß Christus bier sein wird ers sich auch wieder geben. 6. Für meine Schuld, o Herz voll Huld, hast du dein Blut vera gossen; deine Augen, Herr, mein Heil, mir zum Trost geschlossen. 8. Bald, bald erwacht der Herr! Die Nacht des Grabes 8. Ja, noch an demselben La- geht zu Ende. Tod und Stein ge geh' ich in den Himmel ein, entkräften nicht seiner Allmacht los von aller Furcht und Plage, Hände. a bit t Herr, bei dir daheim zu sein. 9. Geheiligt ist dein Grab, o Hier genieß ich deines Lichts, Christ! Dich kanns nicht ewig bis der Tag des Weltgerichts decken. Des Erlófers Grab bea auch die Nacht des Grabes en freit deine Gruft vom Schrecken. det und die Seligkeit vollendet. 10. Sink' ich hinab ins finstre Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid- Grab und werde Staub, ich 210. Hier ruht der Held, Armer; dann gedenke gnädig der dich, o Welt, mein, siegender Erbarmer! durch seinen Tod erworben! Er, des Vaters ew'ger Sohn, is als Mensch gestorben. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich211. Hier unter meines 2. DSünder, dir zum Trost, Heiland's Kreuz liegt hier des Lebens Herr be gedenk ich meiner Sünden. Ach! graben! Deine Sünden sind es, sollt' ich hier der Lüste Reiz noch die ihn getödtet haben. immer reizend finden? Hinweg 3. Ach, sollte nicht dein Ange- mit euch! Ihr macht mir Graun. sicht von Thránen überfließen, Das Kreuz des Heilands läßt da den Fels, der dich gezeugt, mich schaun, was ihr für Stra: Fels und Gruft verschließen? fen bringer. 2. Denn Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 121 2. Denn warum müssen Strö- Jdem Verderben; und er erwarb me Bluts aus so viel Wunden mir auch die Kraft, den Süns fließen? Die Thaten meines den abzusterben. Du selber, Uebermuths muß er, mein Hei: Jesu, du erneust den durch die land, büßen. Daß ich von Lü: Holl' entfiellten Geist zu Gots fiernheit bethört, nach falschen tes Ebenbilde. Freuden oft begehrt; das schafft 8. Du wardst uns gleich an ihm so viel Martern. Niedrigkeit und trugst der Mens 3. Voll Abscheu, Sünden, schen Bürden, damit auch wir fluch' ich euch beim Anblick sei an Heiligkeit durch dich dir ner Schmerzen. Du schnöde Luz ähnlich würden. Von dir zum fiernheit entweich! entweich aus Eigenthum erkauft, bin ich auf meinem Herzen! Du drangst ihm deinen Tod getauft, in deinen seinen Blutschweiß ab, zur Geis Tod begraben. felung, ans Kreuz, ins Grab hast du ihn bringen helfen. 9. Herr, mein ist ganz, was du erwarbst; ich weiß, ich überz 4. Sterbt, sundliche Begier winde. Der Sünde starbst du, den, fierbt! Euch hab' ich abge: was du starbst; so sterb' auch ich schworen. Doch, Gott! wie sehr der Sünde. Nun lebst du Gotte, bin ich verderbt! Dein Bild ist was du lebst. Nun weiß ich, ganz verloren. Ja, leider! trag daß du Kraft mir giebst, in dir, ich Adams Bild; mein Herz, Gott, ganz zu leben. das stets von Lüften quillt, fließt siets von Sünden über. Mel. Wenn mein Stündlein- 5. Und doch muß, wer da 212. Ich danke dir für deis will aufs Neu mit Gott Gemeins nen Tod die schaft haben, mit Sünden, aus so großen Plagen, die du, mich der Knechtschaft frei, nicht mehr aus der Sündennoth zu retten, Gemeinschaft haben. Mein Herz Herr, getragen. Laß das Verbemüht sich, sie zu fliebn; doch dienst von deiner Pein den Trost ach! umsonst ist mein Bemühn: für meine Seele sein, wenn es fließt von Sünden über. mich die Sünden kränken. 6. Ach! wer will dem Ver- 2. Ich danke dir für deine derben doch in meiner Seele steu- Huld, die du auch mir erzeiget, ern? Der alte Mensch lebt im- da du zur Tilgung meiner mer noch. Ach! wer wird mich Schuld, dein Haupt am Kreuz erneuen? Wohl mir! Mein Je- geneiget. D, wende dich zu fus steht mir bei, macht von der mir, mein Gott, mein Trost in Sündenschuld mich frei und meiner letzten Noth, daß mich frei von ihrer Herrschaft. der Tod nicht schrecke! 7. Sein Kreuztod, der Vermung schafft, entreißt mich 3. Erhalt in deinem Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheis 122 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti, scheiden, daß an mir nicht ver- Auch uns liebst du, denn wir geblich sei dein Schmerz und traun dir und dem erhabnen deine Leiden; und wenn mein Sohne, leben dir und sterben dir. Lauf vollendet ist, so nimm mich wie hochbeglückt sind wir! dorthin, wo du bist, damit ich bei dir lebe. Mel. Jefu Leiden, Pein und- 214. Jesu, deine Paſsion Mel. Jesus meine Zuversicht ist mir lauter Freus 213. Jefu Chrifti Sterbe: de, deine Wunden, Kron' und tag sei euch, Chri- Hohn meines Herzens Weide. sten, ewig theuer! Weiht, was Meine Seel' auf Rosen geht, Lieb' und Dank vermag, ihm zu wenn ich dran gedenke; in dem seiner Todesfeier! Eure Seele, Himmel eine Stått' mir deswe= still vor Gott, denk' an ihres gen schenke. Mittlers Tod! 2. Jesu, der du warest todt, 2. Diese Welt und ihre Müh', lebest nun ohn' Ende; ich in letzdieses Lebens kurze Freuden, je: ter Todesnoth nirgendshin mich de Lust vergesse sie. Tief gerührt wende, als zu dir, der mich ver von seinem Leiden und von sei fühnt, o mein trauterHerre! gieb nes Lodes Schmach, sei sie mir nur, was du verdient, mehr still und denke nach! ich nicht begehre. 3. Hocherhabner, Ewiger! 3. Jesu, selig werd' ich sein, vor dir wirft der Geist sich nieder. ich bins schon durch Hoffen, weil Preist dich, Unerforschlicher, daß ich von der Sünden Pein, so mich für ihn und seine Brüder unsers je betroffen, durch dein Blut ers Jesu Todesnacht Trost und löser bin. Theure, theure Scházs Ruh' ans Licht gebracht. ze! daran ich mit Herz und Sinn ewig mich ergote. 4. Du gabst, den du göttlich liebst, in den Tod; nun wird das Leben uns von dir, der du - In voriger Melodie. will ich gern giebſt, wenn wir treu find, 215. Jeſu! beine Paffion auch gegeben. Weg! ruft unsers Jesu Tod, weg mit ken; wollest mir vom Himmels Furcht und Angst vor Gott! thron Geist und Andacht schens 5. Er ist Liebe, zúrnet nicht, fen. In dem Bilde jetzt ers flebend gab er den Gerechten hin schein', Jesu, meinem Herzen, zum Opfer, daß sie nicht, die wie du, unser Heil zu sein, liter liebt, ihmOpfer brachten. Nur test alle Schmerzen.. ein reiner Kindessinn und Vertrauen ehret ihn. 2. Gieb, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande; 6. Ja, Erbarmender, wir schaun deine Speichel, Schläg' und nun getroft zu deinem Throne. Schmach, deine Kreuzesschau Deme 123 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. deine Geißel, Dornenkron, 2. Will sich denn in Wollust Speer- und Nägel= Wunden, weiden mein verderbtes Fleisch dadurch du, o Gottes Sohn, und Blut; so gedenk ich an dein mich dir hast verbunden. Leiden, bald wird Alles wieder 3. Laß mich aber nicht allein gut. Kommt der Satan und deine Marter sehen; laß mich setzt mir heftig zu, halt' ich ihm auch die Ursach fein und die für deine Wundenmaal und Frucht verstehen. Ach! die Ur- Zeichen, bald muß er von dans fach war auch ich, ich und meinen weichen. ne Sünde, diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Wola 4. Jesu, lehr bedenken mich tustbahn, da nichts ist als Jus dieß mit Buß' und Reue. Hilf, biliren; alsdann schau ich ernst: daß ich mit Sünde dich martreflich an deiner Marter Centners nicht aufs Neue. Sollt' ich dazu last, die du ausgestanden hast, haben Lust und nicht wollen meis so kann ich in Andacht bleiben, den, was Gott selber büßen mußt' alle böse Lust vertreiben. mit so großem Leiden? 4. Ja bei Allem, was mich 5. Wenn mir meine Sünde will kränket, geben deine Wunden machen heiß die Hölle: Jesu! Kraft; wenn mein Herz hinein mein Gewissen still, dich ins Mit- sich senket, find' ich neuen Letel stelle. Dich und deine Pas benssaft. Deines Trostes Súsa sion laß mich glaubig fassen. figkeit mildert jedes bittre Leid; Liebst du mich, du Gottes Sohn, denn du hast mir heil erwor wie kann Gott mich hassen? ben, da du bist für mich gestor= 6. Gieb auch, Jesu, daß ich ben. gern dir das Kreuz nachtrage; 5. Auf dich setz ich mein Verdaß ich Demuth von dir lern und trauen, du bist meine Zuversicht. Geduld in Plage, daß ich dir geb Dein Lod hat den Tod zerhauen, Lieb' um Lieb'. Indeß laß dieß daß er mich kann tödten nicht. Lallen, bis es kommt aus rei- Daß ich an dir habe Theil, brins nerm Trieb, Jesu, dir gefallen. get mir Trost, Schutz und Heil; Mel. Freu' dich sehr, odeine Gnade wird mir geben Auf216. Jefu, deine tiefe Wun- erstehung, Licht und Leben. den, deine Qual 6. Hab' ich dich in meinem Hers und bittrer Tod geben mir zu zen, du Brunn aller Seligkeit! so allen Stunden Trost in Leibs: empfind' ich keine Schmerzen, und Seelennoth. Fällt mir etwas auch im letzten Kampf und Arges ein, denk ich bald an deine Streit. Ich verberge mich in dich! Pein, die erlaubt nicht meinem Welch Feind kann verletzen mich? Herzen mit der Sündenlust zu Wer sich legt in deine Wunden, zen. Ider hat selig überwunden. Mel. 124 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. Mel. Jefu Leiden, Pein und - gießt in jedes Herz sich aus deis 217. Jefu, meiner Seele nem Herzen; auch den bangs Licht, Ursprung sten, herbsten Schmerz heilen meiner Freuden, wie viel Troff deine Schmerzen. 7. Laß, sobald mein Herz und Zuversicht fließt aus deinem Leiden! Nimm den Dank in erschrickt über seine Sünden, Gnaden an, den ich dir jetzt wenn auf dich mein Glaube singe; deß, was du an mir ge- blickt, mich, Herr, Gnade finden! Sieh, ich fall, zerknirscht than, bin ich zu geringe. 2. Ich erwág' es hin und her, von Reu, mit wahrhafter Buße was dich angetrieben, deine Sün- und dem Vorsatz beßrer Treu, derwelt so sehr, wie du thatst, Jefu, dir zu Fuße! 8. Nun ich weiß, worauf ich zu lieben; uns Verlorne zu be: frei'n, hast du Angst und Ban- bau und bei wem ich bleibe; den, Geißeln, Schmach und wessen Fürsprach' ich vertrau Todespein willig ausgestanden. und an wen ich glaube. Jesu, 3. War es unsre Würdigkeit? ou, du bist's allein, welcher Nein! des Vaters Gûte, deines mich beschirmet, wenn gleich Herzens Freundlichkeit und dein des Gewissens Pein auf die treu Gemüthe; dieß hat dich ans Seele stürmer. Kreuz gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Eünden Meng' und macht das Gewis sen nagte. 9. Ich allhier dein Eigens thum, soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem Ruhm leben und auch sterben, daß auch 4. du wunderbarer Rath, ich einst rühmen mag, aus dem den man nie ergründet! O du Grab' erstanden: Meines Jesu wunderbare That, die man nir- großer Tag, Heil mir! ist vora gend findet: Sünden, deren, handen. Gott zum Hohn, Menschen sich Mel. Jefu, der du meine Seeleerfrechen, die läßt Gottes eigner 218. Jeſu, meines Lebens an sich sirenge Leben! Jesu, meis 5. Meine große Sündenschuld nes Todes Tod! der du dich für traf den treuen Bürgen; er ließ mich gegeben in die tiefste Seesich aus großer Huld mir zu gut lennoth, in das äußerste Verdera erwürgen. So hat er uns Heil ben, nur daß ich nicht möchte gebracht; sollt' uns nicht gezie: sterben! Tausend, tausendmal men, seiner Liebe starke Macht sei dir, liebster Jesu! Dank dafür. ewiglich zu rühmen? 2. Du, ach! du hast ausgestans 6. Herr, dein Friede sei mit denkästerreden, Spott und Hohn, mir und auf mein Gewissen, Speichel, Schläge, Strick und wenn es zaget, laß von dir Trost Banden, du gerechter Gottess und Freude fließen! Trost er- ljohu! nur mich Armen zu er Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti, 125 ten von des Teufels Sündens für dein' Angst und tiefe Pein kerten. Tausend 2c. will ich ewig dankbar sein. - 3. Hast dir lassen Wunden schla- Mel. O haupt voll Blut und gen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen und 219. Komm Seele! Jesu Leiden soll mein zu setzen mich in Ruh. Ach! du Ergötzen sein, daran will ich haft zu meinem Segen lassen dich mich weiden, da sent' ich mich mit Fluch belegen. Tausend zc. hinein. Ich will auch sonst nichts 4. Man hat dich sehr hart ver wissen, als meinen Jesum Christ, höhnet, dich mit großem Schimpf und lieber Alles missen, als daß belegt und mit Dornen gar gemein Herz ihn mißt. kronet; was hat dich dazu bes 2. Mein Heiland ist gegangen wegt? Daß du möchtest mich ersins Elend, mir zu gut, verrathen gößen, mir die Ehrenkron' auf- und gefangen, gegeißelt bis aufs setzen. Tausend 2c. Blut, geschlagen und verhöhnet, perspeiet und verlacht, mit Dors nenkranz gekrönet und gar ans Kreuz gebracht. 5. Du hast wollen sein geschla gen, zu befreien mich von Pein, fälschlich laffen dich anklagen, daß ich konnte sicher sein; daß 3. Die Hände sind durchgras ich möchte trostreich prangen, ben mit Nägeln, auch die Füß', hast du sonder Trost gehangen. und Galle sollt' ihn laben, als Tausend 2c. wär' sie honigsüß; da hing er 6. Du hast dich in Noth ge- ausgedehnet, die Zunge flebt stecket und gelitten mit Geduld, am Gaum; der sich nach mir gar den herben Tod geschmecket, gesehnet, der stirbt am Kreuum zu büßen meine Schuld; daß zesbaum. ich würde losgezählet, hast du 4. Dieß weißt du, meine Seele, wollen fein gequälet. Tau- komm, eile Jesu zu! In seiner send zc. Wunden Höhle ist meine Rast 7. Deine Demuth hat gebu- und Ruh. Sein Sterben ist mein Bet meinen Stolz und Ueber- Leben, sein' Angst erwirbt mir muth, dein Tod meinen Tod Lust. Vom Kreuz will ich ihn hez versüßet; es kommt Alles mir ben und schließen in die Brust. zu gut. Dein Verspotten, dein 5. Er hat für mich erduldet die Verspeien muß zu Ehren mir Straf', die ich verdient, und was gedeihen. Tausend ic. ich auch verschuldet, hat er am 8. Nun ich danke dir von Her- Kreuz versühnt; das Leid hat er zen, Jesu! für gesammte Noth; verkehret in unverdiente Freud', für die Wunden, für die Schmer- weil ihn der Tod versehret, enta zen, für den herben bittern Zod, geh' ich allem Leid. für dein Zittern, für dein Zagen, 6. Wenn du dieß nicht bedacha für dein tausendfaches Plagen, Itest, mein Herz, so wärst du Stein; 126 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. Stein; wenn du nicht Andachtsu! hier leid' ich mit dir, dort brachtest, würd'st du nicht lebend theil ich die Freud' mit mir. sein. Verlasse dich im Glauben 3. Laffet uns mit Jesu sterben; auf deinen Jesum Christ, den sein Tod uns vom andern Tod foll dir nimmer rauben, was rettet und vom Seelverderben, dir zuwider ist. von der ewiglichen Noth. Laßt 7. Du aber, o mein Leben! uns tödten, weil wir leben, uns mein Jesu! gieb mir Kraft, im ser Fleisch, ihm sterben ab, so Geist an dir zu kleben und dei- wird er uns aus dem Grab in nes Blutes Saft im Herzen das Himmelsleben heben. Jesu! wohl zu schmecken. Erhalte sterb' ich, sterb' ich dir, daß ich mich, mein Held, vorm Tod lebe für und für. und Teufels Schrecken, vor Sünden und der Welt. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das 8. Ich will sonst nichts mehr Grab uns wieder geben. Jesu! wissen, als dich, dein Kreuz und unser Haupt du bist; wir sind Pein. Die Seele bleibt geflis deines Leibes Glieder. Wo du fen, in dir gelehrt zu sein; mein lebst, da leben wir. Ach! ers Herz wird hingetrieben zu Jesu tenn uns für und für, treuer Gnad' und Gunst. Dich, Jesu! Freund, für deine Brüder. Jea herzlich lieben, ist meine beste su, die ich lebe hier, dorten Kunst. ewig auch bei dir. Mel. Sollt' ich meinem Gott nichtMel. Jesu Leiden, Pein220. Laffet uns mit Jefu 221, Mein Erlöser, Gots ziehen, seinem Vorder tes Sohn, bild folgen nach, in der Welt der du für mich littest und auch auf Welt entfliehen, auf der Bahn, des Himmels Thron jetzt noch die er uns brach, immerfort zum für mich bittest! Welche Wohl= Himmel reisen, irdisch nicht, that ist für mich dein versöhnend nein, himmlisch sein, glauben Leiden! O, wie preis' ich würdig recht und leben fein, in der dich, Ursprung meiner Freuden? Lieb' den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; gehe vor, ich folge dir! 2. Unbegrenzte Herrlichkeit konntest du genießen; doch du volltest in der Zeit für die Süns 2. Lasset uns mit Jesu leiden, der büßen. Obewundernswürd' seinem Vorbild werden gleich. ge Huld! Daß ich selig würde, Nach demkeiden folgen Freuden; übernahmst du in Geduld meis Armuth hier macht dorten reich; ner Sünden Bürde. Thránensaat, die machet Lachen; 3. Nun kann meine Misfethat Hoffnung tröstet mit Geduld; es noch Vergebung finden; denn kanu leichtlich Gottes Huld aus ou starbst, nach Gottes Rath, dem Regen Sonne machen. Je- lauch für meine Sünden. Unfre Strafe Vom Leiden und Sterben Jefu Chrifti. 127 Strafe trugest du, uns vom Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Fluch zu retten; daß wir im 222. Meines Jesu Passion Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten.s? muß mir allen Segen bringen. Darum will 4. Nun kann ich, wenn dir's ich mir davon ein erquickend gefällt, froh von hinnen gehen, Trostlied singen: Christi Leiden, überzeugt, in jener Welt, Herr, Kreuz und Schmerz machet mir dein Heil zu sehen. Muth, auch ein fröhlich Herz. in der letzten Noth, hast du 2. Rein Verbrechen, feine mir errungen und durch dei- Schuld drücket weiter mein Ges nen Kreuzestod meinen Tod be wissen; mich umfähet Gottes zwungen. Huld und die Handschrift ist 5. Herr, was bin ich, daß du zerriffen. Christi theures, wer= mein dich so angenommen? Laßthes Blut macht die ganze die Frucht von deiner Pein mir Summa gut. zu statten kommen! Gieb mir 3. hat auch meine Lebenszeit Weisheit, gieb mir Kraft,( du sonst manch Ungemach zu leiden; haft sie in Händen,) was du mir dennoch soll kein Herzeleid mich zum Heil verschafft, glaubig von meinem Jesu scheiden. Seis anzuwenden. ne Wunden, Kreuz und Tod sind mein Trost in aller Noth. 6. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, 4. Traurig muß ich freilich fiegreich jedem Sündenreiz hier sein, wegen tausendfacher Suns zu widerstreben. Treib mich da- de; gleichwohl muß mich das ers durch mächtig an, Gottes Zorn freun, daß ich hier Vergebung zu scheuen; was ich Böses je finde. Christi Blut und Angstgethan, innig zu bereuen. geschrei spricht mich vor Gericha 7. Drückt mich meine Sün- te frei. dennoth, schreckt mich mein Ges 5. Wenn ich endlich sterben wissen; o dann laß durch deinen soll, kann mich auch kein Tod Tod mich den Trost genießen: verderben; denn da will ich daß du auch für meine Schuld an glaubensvoll unter Christi Kreus dem Kreuz gestorben und Verze sterben. Christi Tod und gebung, Gnad' und Huld mir Todespein führen mich zum Les bei Gott erworben. ben ein. 8. Stárke mich durch deinen Mel. Wer nur den lieben GottTod auf die letzten Stunden. 223. Mein Jeſus ftirbt, Wie du deine Todesnoth sieg was soll ich le= --reich überwunden; o so bilf da- ben? Mein Haupt erblaßt, wo zu auch mir! Laß mich fröhlich bleibt sein Glied? Ach! soll ich scheiden! Herr, so dank' ich ewig ihm den Geist nicht geben, da jetzt dir für dein bittres Leiden. Isein Geist von dannen zieht? Ach ja! 128 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. ja, ich sterbe nun mit dir; mein vieler Sündenfälle; tråget Jes Jesu, stirb auch du mit mir! sus deine Sünden und läßt dich 2. Mein Jesus stirbt, die Au- die Gnade finden. gen brechen; ach nimm den letz- 4. Durch sein Leiden ist gestillt ten Blick von mir! Sein Mund deines Gottes Zorn und Rache. verschmacht't, was soll ich spre: Er hat das Gesetz erfüllt, gut ges chen? Mein letztes Wort ist Je- macht die böse Sache, Sünde, sus hier. Ach Jesu! Jesu! laß Teufel, Tod umschränket und mich nicht, wenn mir der Tod den Himmel dir geschenket. das Herze bricht! 5. Was zu thun? o liebes Herz! 3. Mein Jesus neigt sein Haupt Wie sollst du dich recht anstellen? zur Erden; Welt gute Nacht! Jesu Leiden ist kein Scherz, seiz ich scheide mit. Soll Jesus, eine ne Liebe kein Verstellen. Denke Leiche werden, was scheu' ich drauf, was dir oblieget gegen denn den letzten Tritt? Ich kús- den, der für dich sieget. 1 se seinen blaffen Mund. Er 6. Ich kann nimmer, nimmers stirbt, so sterb auch ich jetzund. mehr das Geringste nur vergel 4. Mein Jesus wird ins Grabsten, es verbind't mich allzusehr; gesenket; o legt ihn in mein meine Trägheit muß ich schelten, Herze hin! Und daß man immer daß ich ihn so schlecht geliebet, dran gedenket, daß ich mit ihm und wohl gar mit Sünd' bes gestorben bin, so setzt mir diese trübet. th Grabschrift bei: Daß Jesu Tod auch mein Tod sei. 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfort mehr von mir ges Mel. Liebster Jefu, wir sind hier- schehen; mein Schluß sei nun 224, Meine Seel', ermun- fest gericht't, einen andern Weg tre dich, deines zu gehen, darauf ich nur Jesum Jesu Lieb' bedenke; weil er fürsuche und, was ihn betrübt, vers dich giebet sich, darauf deine fluche. Andacht lenke. Ach! erwag die große Treue und dich deines Jesu freue. 8. Weg ihr Sünden, weg von mir! euch kann ich an mir nicht leiden; eurentwegen muß ich hier 2. Sieb, der wahre Gottes- und dort von dem sein gescheis sohn ist für dich ans Kreuz ge- den, ohne welchen ist kein Leben, hänget, sein Haupt trágt die keine Gnade, kein Vergeben. Dornenkron', fein Leib ist mit 9. Du, mein Jesu, du mein Blut vermenget. Er läßt sich Speil, dir will ich mich ganz vers für dich verwunden. Wo ist schreiben, daß ich dir, als meinem größ're Lieb' gefunden? Theil, ewig will getreu verblei 3. Da du solltest große Pein ben, dir zu leben, dir zu leiden, ewig leiden in der Hölle und dir zu sterben, dir zu meiden. von Gott verstoßen sein wegen. 10. Du, mein Jesu, sollst es fein, Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. sein, den ich mir zum Ziel ge- Mel. Nun laßt uns den Leibfetzet, wie du mein, so will ich 225. Nun giebt mein Jes sus gute Nacht, dein bleiben stets und unverlehet! was du liebest, will ich da er sein Leiden ganz volllieben und was dich, soll mich bracht; nun nimmt man ihn betrüben. vom Kreuz herab und leget ihn 11. Was du willst, das seisin Josephs Grab. mein Will', dein Wort meines 2. Mein Heiland hat in jez Herzens Spiegel. Wenn du ner Nacht den Sabbath mir schlägest, halt' ich still; dein zuwege bracht, daß ich auch Geist bleibt mein Pfand und komm zur süßen Ruh, wenn Siegel, daß ich soll den Him- lich einst thu die Augen zu. mel erben; darauf kann ich 3. Sein Tod und Leiden ist fröhlich sterben. mein Ruhm, mein Grab wird 129 — 12. Nun so bleib' es fest da- mir zum Heiligthum; denn Chris bei: Jesus soll es sein und ftus, der im Grab' erwacht, hat bleiben, dem ich lebe, deß ich heilig auch mein Grab gemacht. sei! Nichts soll mich von Jesu Mel. Werde munter, mein Gem.treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen; ewig will ich dich 226. umfassen. du Liebe meiner Liebe! Ursach uns 13. Ist bereits schon jetzo hier freiem Triebe in ein jammers frer Seligkeit! die du dich aus solche Freud' und Ruh' zu fin- volles Leid, ja in's Sterben, den, wenn im Glauben wir mit mir zu gute, als ein Schlachts dir uns, mein Jesu, recht verschaf eingestellt und versöhnt binden; schenkst du schon so viel mit deinem Blute alle Missethat auf Erden: ei! was will im der Welt! Himmel werden? - 2. Liebe, die mit Schweiß und 14. Was für Lust und Süs Thránen an dem Delberg sich bea figkeit, was für Freud' und trübt; Liebe, die mit Angst und Jubiliren, was für Ruhe nach Sehnen unaufhörlich fest ge= dem Streit, was für Ehre wird liebt; Liebe, die mit allem Willen uns zieren! Ewig, ewig werd' Gottes Born und Eifer trågt; ich loben, wenn ich ganz in den, so Niemand konnte stillen, Gott erhoben. hat dein Sterben hingelegt! 15. Ach! ich freu mich alle 3. Liebe, die mit starkem Herzen Stund' auf dieß freudenvolle Les alle Schmach und Hohn gehört; ben, danke dir mit Herz und Liebe, die mit Angst und Schmer= Mund, du, o Jesu! hast's gege- zen nicht der strengste Tod verz ben! Nur im Glauben laß michs zehrt; Liebe, die sich liebend halten und dein' Kraft in mir zeiget, als sich Kraft und Athem fiets walten. lend't; Liebe, die sich liebend neis 9 get, 130 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. get, als sich Leib und Seele richt, dann würde deine Todess trennt! pein mich nicht vom Untergang befrei'n. 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt'; 3. Wärst du, der Wahrheit Liebe, die aus Lieb'serbarmen Märtyrer, wärst du nicht Gott, mich zuletzt in höchster Huld ih- o Leidender; so würd' ich nicht rem Vater überlassen, die selbst von Sünden rein, nicht durch starb und für mich bat, daß mich dein Blut begnadigt sein. nicht der Zorn sollt' fassen, weil 4. Ich weiß es, Jesu, du mich ihr Verdienst vertrat! bist Gott, versöhnend ist für 5. Liebe, die mit so viel Wun- mich dein Tod; und dieses den sich als Bräut'gam seiner Trostes Göttlichkeit versichert Braut unauflöslich fest verbun- mich der Seligkeit. den und auf ewig anvertraut! 5. Nun nehm' der Feind mir Liebe, laß auch meine Schmer- Alles hin! Das Glück, daß ich zen, meines Lebens Jammerpein versöhnet bin, ist meiner Sees in dem blutverwund'ten Her: len höchstes Gut und macht zen sanft in dir gestillet sein! mir auch im Tode Muth. 6. Liebe, die für mich gestora 6. Wenn des Gesetzes Fluch ben und ein immerwährend Gut mir droht, dann zeigt mir dein an dem Kreuzesholz erworben, Versöhnungstod, daß du am ach! wie denk' ich an dein Blut? Kreuz der Sünden Last und Ach! wie dank ich deinen Wun- meinen Fluch getragen hast. den, du verwund'te Liebe, du! wenn ich in den letzten Stunden sanft in deiner Seite ruh? 7. Und ist des Abschieds Stunde da, dann blick' ich hin nach Golgatha. Der Trost, daß 7. Liebe, die sich todtgekrån ich begnadigt bin, macht mir fet und für mein erkaltet Herz das Sterben zum Gewinn. in ein fühles Grab gesenket, ach! 8. Einst, wenn mich aus der wie dank' ich deinem Schmerz? finstern Gruft dein Wort zum Habe Dank, daß du gestorben, neuen Leben ruft, dann seb' ich daß ich ewig leben kann und der cich, mein Herr und Gott; Seelen Heil erworben! Nimm mein Ruhm ist ewig dann dein mich ewig liebend an! Lod. Mel. Ach Gott, wie manches Mel. Wer nur den lieben Gott 227. du, mein Mittler 228, Golgatha, zu deis und mein Gott! nen Höhen erhebt Ich danke dir für deinen Tod, sich dankend auch mein Herz. Ich der mir des Himmels Seligkeit will den Heil'gen Gottes sehen und hier Gewissensruh verleiht. in seines Opfertodes Schmerz; 2. Ach wußt' ich deine Gottheit ich will für seine Lieb' und Pein nicht, dann zagt' ich ewig im Ge- lihm meine ganze Seele weihn. 2. Wie -ove Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 131 2. Wie rührend scheidet der den Ehrenthron dir beut; die Des Gerechte, im Tod als Gottes muth auf dem Angesicht, freust Sohn bewährt! Zwar leidet er du dich der vollbrachten Pflicht. den Tod der Knechte, von 8. Du, halb der Ewigkeit Frevlern noch am Kreuz ent- schon eigen, beschäftigt mit dem ehrt; doch laut zeugt, Herr großen Ziel, nun doch dein müz der Herrlichkeit, dein Tod von des Haupt zu neigen, erhebst deiner Göttlichkeit. das Herz mit Dankgefühl, ems 3. Du stirbst, die hohen Him- pfiehlst den Geist in Gottes melslehren von Tugend und Une Hand und ziehst getrost zunt sterblichkeit der Welt als gött: Vaterland. lich zu bewähren. Mein Lehrer, 9. Erlöser! tausend Fromme sei gebenedeit! Nun kenn' ich schieden auf dein Verdienst mit meiner Seelen Werth und Gott, Freudigkeit; empfangen sterbend den du uns hier verklärt. Seelenfrieden, den Trost, den 4. Nur Segen hast du hier uns dein Tod verleiht. O laß verbreitet, oft Nächte betend mich dir mein Leben weihn, die durchgewacht, die Sterblichen auch noch fierbend dankbar sein! zu Gott geleitet und treu dein 10. Das Wort vom Kreuz Tagewerk vollbracht. Wie freu- bleibt all den Deinen Erquifdenvoll stirbt nun ein Chrift, kung, ob's die Welt auch dem, Herr, dein Kreuz den schmäht. Es mag dem Spôiter Tod versüßt! Thorheit scheinen, der ohne dich 5. Frob feierst du die große verloren geht; uns ist es Ruhm Stunde, da du zu deinem Va- und Gottes Kraft und Trost in ter gehst und doch zuvor aus unsrer Pilgerschaft. Herzensgrunde für deinen Feinde voll Großmuth flebst; den ster- 229, Haupt voll Blut bend segnest, der dich schalt, dein und Wunden! voll Wohlthun dir mit Haß vergalt. Schmerz und voller Hohn! O 6. Auf die, die weinend um Haupt zu Spott gebunden mit dich stehen, gieß'st du der Freund einer Dornenkron'! Haupt! schaft Segen aus; sprichst glau- sonst schön gekrönet mit höchster bensvoll vom Wiedersehen im Ehr' und Zier, jetzt aber hoch vera Himmel, in des Vaters Haus; höhnet; gegrüßet seist du mir! ftrömst hohen Muth und Trost 2. Du ebles Angesichte! daa und Ruh' der fummervollen vor sich sonsten scheut das große Seele zu. Weltgewichte, wie bist du so bes 7. Du siehst auf die vollbrach- speit! Wie bist du so erbleis ten Thaten, als Aussaat auf die chet! Wer hat dein Angesicht, Ewigkeit; dankst Gott, durch dem sonsten keines gleicher, so den dein Werk gerathen, der bald schändlich zugericht't? 9* 3. Die 132 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 3. Die Farbe deiner Wangen, 9. Wenn ich einmal soll scheis der rothen Lippen Pracht ist hin, den, so scheide nicht von mir; wenn und ganz vergangen; des blas- lich den Tod soll leiden, so tritt du sen Todes Macht hat Alles hin dann herfür; wenn mir am aller= genommen, hat Alles hingerafft bångsten wird um das Herze sein, und daher bist du kommen von so reiß mich aus den Nengsten, deines Leibes Kraft. kraft deiner Angst und Pein. 4. Nun, was du, Herr, erdul- 10. Erscheine mir zum Schildet, ist alles meine Last; ich hab' de, zum Trost in meinem Tod, es selbst verschuldet, was du ge- und laß mich sehn dein Bilde in tragen hast. Schau her, hier deiner Kreuzesnoth; da will ich steh' ich Armer, der Zorn verdie nach dir blicken, da will ich glaus net hat, gieb mir, o mein Erbar- bensvoll dich fest an mein Herz mer! den Anblick deiner Gnad'! drücken. Wer so stirbt, der stirbt 5. Erkenne mich, mein Hüter! wohl! mein Hirte, nimm mich an! Bon 2900 644 Joh. 1, 29. dir, Quell aller Güter, ist mir viel 230. Lamm Gottes! unz Gut's gethan: dein Mund hat schuldig am Stamm mich gelabet mit Milch und süs- des Kreuzes geschlachtet, allzeit fer Koft, dein Geist hat mich beerfunden geduldig, wiewohl du gabet mit mancher Himmelslust. warest verachtet; all Sünd'hast du 6. Ich will hier bei dir stehen, getragen, sonst müßten wir vers verachre mich doch nicht! von dir zagen. Erbarm dich unser, oJesu! will ich nicht gehen, wenn dir dein 2. Lamm Gottes! unschuls Herze bricht; wenn dein Mund dig 2c. Erbarm dich unser, o Jesu! wird erblassen im letzten Todes: 3. D kamm Gottes! unschubla O stoß, alsdann will ich dich fassen dig 2c. Gieb uns deinen Fries in meinen Arm und Schoos. den, o Jesu! 7. Es dient zu meinen Freuden 231. Lamm Gottes! uns und ist mir herzlich wohl, wenn schuldig am Stamm ich in deinem Leiden, mein Heil, des Kreuzes geschlachtet, allzeit dich finden soll. Ach! möcht' erfunden geduldig, wiewohl du ich, o mein Leben! an deinem warest verachtet; all Sünd'hast du Kreuze hier mein Leben von mir getragen, sonst müßten wir vers geben, wie wohl geschahe mir! zagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 8. Ich danke dir von Herzen, 2. Von Herzen wir dir dans o Jesu, liebster Freund! für dei- ken, daß du so große Treue ges ne Todesschmerzen, da du's so than hast an uns Kranken; gut gemeint. Ach gieb, daß ich gieb uns ein' sel'ge Reue, daß mich halte zu dir mit Gegen- wir die Sünde meiden zu Ehren treu, und wenn ich einst erkalte, deinem Leiden. Erbarm dich in dir mein Ende sei. unser, o Jesu! 3. Stárk Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 3. Stark' in uns das Ver Mel. Nun ruhen alle Wäldertrauen durch dein Blut, Lod und Wunden; laß uns darauf 233. Welt! sich hier dein Leben am Stamm fest bauen in unsern letzten des Kreuzes schweben; dein Stunden und hilf uns selig Heil sinkt in den Tod; der große fierben, daß wir den Himmel Fürst der Ehren läßt willig sich érben; gieb uns deinen Frie beschweren mit Schlägen, Hohn den, o Jesu! und großem Spott! 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen, vor uns erhörten Schmerzen, ein Seuf133 232, Traurigkeit! o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen. 2. Anbetung Gott für Jesu zer nach dem andern quillt. Lod! Am Kreuz' ist er gestor 3. Wer hat dich so geschlagen, ben, hat dadurch das Himmel- mein Heil und dich mit Plas reich uns aus Lieb' erworben. gen so übel zugericht't? Da bist 3. O Menschenkind! wie trau- ja nicht ein Sünder, wie wir rig sind die Folgen deiner Sün- und unsre Kinder, von Misseden! dennoch wollte sie der Herr thaten weißt du nicht. gern für dich empfinden. 4. Ich, ich und meine Süns 4. Dein Bräutigam, das Got den, die sich so viele finden, als teslamm, liegt hier mit Blut be: Sandes an dem Meer, die has flossen, welches er ganz mildig- ben dir erreget das Elend, das lich hat für dich vergossen. dich schläget und das betrübte Marterheer. 5. O süßer Mund! o Glaubensgrund! wie bist du so ge 5. Ich bin's, ich sollte büßen, schlagen? Alles, was auf Erden an Händen und an Füßen ge= lebt, muß dich ja beklagen. bunden in der Holl'. Die Geis 6. lieblichs Bild, schön, seln und die Banden und was fanft und mild! wer kann es du ausgestanden, das hat vers gnug beschauen! Niemand kann das theure Blut ungerührt anschauen. dienet meine Seel'. 6. Du nimmst auf deinen Rük= fen die Lasten, die mich drücken 7. O, selig ist zu jeder Frist, viel schwerer, als ein Stein. Du der dieses recht bedenket, daß wirst ein Fluch, dagegen verehrst der Herr der Herrlichkeit ward du mir den Segen; dein Schmerz ins Grab gesenfet. muß meine Labung sein. 8. Jesu du, mein' Hülf' und 7. Du setzest dich zum Bürs Ruh'! ich bitte dich mit Thrá- gen, ja lásfest dich erwürgen für nen: Hilf, daß ich mich bis ins mich und meine Schuld; für mich Grab nach dir mdge sehnen. läßt du dich krönen mit Dornen, die 134 Bom Leiden und Sterben Jesu Christi. die dich höhnen und leidest Al- Isen will ichs dulden, dem Nacha les mit Geduld. sten seine Schulden verzeihen 8. Du springst in's Todes gern und williglich. Rachen, mich frei und los zu 15. Ich will ans Kreuze schlamachen von solchem Ungeheu'r. gen mein Fleisch und dem abfas Mein Sterben nimmst du abe, gen, was meinem Fleisch gelüft't. vergråbst es in dem Grabe, o Was deine Augen hassen, das unerhörtes Liebesfeu'r! will ich fliehn und lassen, so viel 9. Ich bin, mein Heil, ver- mir immer möglich ist. bunden, all' Augenblick und 16. Dein Seufzen und dein Stunden, dir überhoch und Stöhnen und die viel tausend sehr. Was Leib und Seel' ver: Thränen, die dir geflossen zu, mögen, will ich von Herzen die sollen mich am Ende in deis legen allzeit an deinen Dienst uen Schoos und Hände begleis und Ehr'. ten zu der ew'gen Ruh. 10. Nun, ich kann nicht viel mel. Freu' dich sehr, o meinegeben in diesem armen Leben; Eins aber will ich thun. Es fou 234. Prange, Welt, mit deis nem Wissen, das du dein Tod und Leiden, bis Leib jetzt so hoch gebracht; ich kann und Seele scheiden, mir stets in deine Weisheit missen, die der meinem Herzen ruhn. weise Gott veracht't. Meines 11. Ich will's vor Augen sez- Jesu Kreuz und Pein soll mein zen, mich stets daran ergótzen, bestes Wissen sein. Weiß ich ich sei auch, wo ich sei. Es das im wahren Glauben, wer foll mir sein ein Spiegel der Uns will mir den Himmel rauben? schuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu. 2. Andre mögen Weisheit nennen, was hier in die Augen 12. Wie heftig unsre Sün- fällt, ob sie schon den nicht erkens den den frommen Gott entzünnen, dessen Weisheit Alles hält; den; wie Rach' und Eifer gehn; mir soll meines Jesu Pein, meiwie grausam seine Ruthen, wie ne Kunst und Weisheit sein, zornig seine Fluthen, will ich das Geheimniß seiner Liebe ist aus diesem Leiden sehn. die Schul', da ich mich übe. 13. Ich will daraus studiren, 3. Andre mögen ihre Sinnen wie ich mein Herz soll zieren mit schärfen durch Verschlagenheit, stillem, sanften Muth, und wie daß sie Lob und Ruhm gewins ich die soll lieben, die mich so nen bei den Großen dieser Zeit; sehr betrüben mit Werken, so ich will meines Jesu Schmach die Bosheit thut. ganz alleine denken nach. Chris 14. Wenn böse Zungen stechen, sten will es nicht geziemen, daß mir Glimpf und Namen brechen, sie sich des Eitlen rühmen. so will ich zähmen mich; gelaf 4. Andern mag es wohl bes hagen, Bom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. hagen, wenn sie burtig und ge= Mel. Jesu, meine Freude ſchickt, große Schätze zu erja: 235. Ruh' und sichre Freuz gen, und wenn ihnen Alles den giebt mir, 135 - glückt. O! mein Reichthum, Herr, dein Leiden, deines Tos Glück und Theil ist der armen des Pein. Wenn mein Geist Sünder Heil; dieses weiß mein bedenket, was dein Tod mir Herz zu finden und die Welt schenket, könnt' ich trofilos zu überwinden. ſein? Jesu, du bleibst meine 5. Ei! so komm, mein lieb- Ruh; bei dir find' ich Trost ftes Leben, komm und unterweise und Freude auch im größten mich! Dir will ich mein Herz Leide. ergeben, daß es wisse nichts als 2. Meine Angst zu dämpfen, dich. Allerliebste Wissenschaft! hast du wollen kämpfen und verach! erzeige deine Kraft, daß ich laffen sein. Um mich zu erneuen einzig an dir hange und nichts und mich Gott zu weihen, litt'st außer dir verlange. du Schmach und Pein. Gots 6. Weiß ich keinen Trost auf tes Huld will meine Schuld, Erden; klagt mich mein Gewis- wenn ich sie bereu', erlassen. sen an; will mir angst und ban- Muth kann ich nun fassen. ge werden; ist nichts, das mir 3. Ja, was wär' ich Armer, helfen kann; drückt mich des gåbst du, mein Erbarmer, dich Gesetzes Joch: o, mein Jesus nicht hin für mich? Bange lebet noch! ja, er lebt und hat Furcht und Schrecken würden sein Leben für mich in den Tod mich bedecken, kennt' ich, Herr, gegeben. nicht dich. Doch dein Blut 7. Ach, mein Jesu! pflanze floß mir zu gut, floß zur Tilweiter dieses Wissen in mein gung meiner Sünden, Gnade Herz, sei mein treuer Freund noch zu finden. und Leiter und laß deines To 4. Kränkt mich meine Sündes Schmerz, deine schwere de, eil' ich hin und finde Trost Kreuzespein mir stets in Ges auf Golgatha. Hier hast du danken sein. Du hast dich mir dein Leben für mich hingegeben, wollen schenken, daran laß mich hingst verlassen da, als ein ewig denken. Spott der Welt, da Gott mit 8. Endlich, wenn des Todes sich selbst die Welt versöhnte Grauen alles Wissen von mir und mit Gnade fronte. treibt, so laß meine Augen 5. Ja, du wolltest sterben, schauen diesen Trost, der ewig Heil uns zu erwerben, unser bleibt. Jesu Leiden, Kreuz und Trost zu sein; stiegst ins Grab Pein soll mein letztes Wissen sein. hernieder, um uns, deine Brüs Jesu! hilf mir das vollbringen, der, ewig zu erfreun. O möcht' so will ich dir ewig singen. lich, mein Jesu, dich, doch von Hera 136 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. Herzen wieder lieben und stetsscher Sünder Ruh in seiner Angst Gutes üben. gefunden! Der Strom des Les 6. Hier, wo du dein Leben bens, der hier quillt, dich reis für mich hingegeben, schlag' ich nigt, dein Gewissen stillt, wird an die Brust. Heiland, ich be- dich mit Trofte laben. Tritt reue die verletzte Treue, jede her! an Jesu sollst du Theil und böse Lust. Dir allein will ich unentgeldlich Gnad' und Heil mich weihn; denn du bist für aus seiner Fülle haben. mich gestorben, hafst mir Gnad' erworben. 3. Für dich hat er mit seinem Blut des Satans Macht gedám: 7. Segne mein Bestreben, dir pfet; für dich gelöscht der Hölle allein zu leben; gieb mir deinen Gluth, das Leben dir erkämpfet. Sinn. O was kann mir fehlen, Durch ihn ist das Gesetz erfüllt, Retter meiner Seelen, wenn der Fluch getilgt, der Zorn gea ich treu dir bin! Du wirst stillt. Auf ihn hin sollst du mich, ich hoff' auf dich, einst schauen. Er heilet das vers gewiß von allem Bösen, dir wund'te Herz von jeder Wund' zum Ruhm, erlösen. und jedem Schmerz, so wir 8. So wird mir dein Leiden ihm fest vertrauen. Quelle wahrer Freuden und zur 4. Auf meinen Jesum schau' Tugend Reiz. Ja, so oft ich auch ich, ich werde nun nicht wanke, stärkt mich der Gedan- sterben. Nein! leben werd' ich. ke, Heiland, an dein Kreuz. Mich, auch mich entreißt er Folg' ich dir nur treulich hier: dem Verderben. Er, mein Ers v so werd' ich selig sterben und löser, er allein soll immer mit dein Reich ererben. vor Augen sein, ja tief ins Mel. An Wasserflüssen Babylon- Herz gedrücket. Wohl mir! hier 236. Schau, Sünder, wie darf ich ihm vertraun und dort dein Gott dich werd' ich sein Antlig schaun. liebt, daß in so schwere Plagen er Mein Ziel sieht unverrücket. seinen eignen Sohn hingiebt, um ihn für dich zu schlagen. Mel. Jesus meine Zuversicht- Du hattest Qual und Tod 237, Seele, geh auf Gols verschuld't. Doch, weil Gott gatha, setze dich deiner mit Geduld aus Liebe zu Jesu Kreuze und bedenke, schonen wollte, schont er des was dich da für ein Trieb zur ew'gen Sohnes nicht, geht mit Buße reize; wirst du unems dem Bürgen ins Gericht, der pfindlich sein, o! so bist du für dich zahlen sollte. mehr als Stein. 2. Gebengter Sünder, tritt 2. Schaue doch das Jammer: herzu! Schau an die blut'gen bild zwischen Erd' und Himmel Bunden! Hier hat schou man- hangen, wie das Blut mit Stres men 137 Bom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. men quillt, bis ihm alle Kraft 9. Endlich laß mich meine entgangen und er nach voll- Noth auch geduldig überwinbrachtem Leid' eingeht in die den; nirgends sonst soll mich Herrlichkeit. der Tod, als in deinen Wun= Wer in deinen Wunden ruht, hat im Tode Trost und Muth. 3. O Lamm Gottes ohne den, finden. Schuld! Alles das hab' ich ver: schuldet und du hast aus gro: Ber Huld Pein und Schmerz Mel. Jesu Leiden, Pein und für mich erduldet; o, daß deine Todespein mir recht heilsam 238. Seele, mach dich eilig auf, Jesum möchte sein! zu begleiten gen Jerusalem 4. Unbeflecktes Gotteslamm, hinauf, tritt ihm an die Seiz ich verehre deine Liebe. Schaue von dem Kreuzesstamm, wie ich ten, in der Andacht folg' ihm nach zu dem bittern Leiden, mich um dich betrübe, dein im bis du aus dem Ungemach zu Blute wallend Herz setzet mich ihm wirst verscheiden. in Liebesschmerz. 2. Seele, siehe, Gottes Lammt 5. Ich kann nimmer, nim- geht zu seinem Leiden, wie ein mermehr deine Liebe dir verfroher Bräutigam zu den Hochgelten, du verbindest mich zu zeitfreuden. Seele, fich doch sehr; schenkt' ich dir gleich tau- Gottes Sohn, wie er kommt send Welten, ach! das wäre nicht genung nur für deinen gegangen), siehe ihn mit sei= ner Kron' voller Cornen pran= *) Joh. 19, v.5. Gallentrunk. gen. 6. Nun ich weiß noch was für 3. Du ziehst als König ein, dich: ich will dir mein Herze gewirst dafür empfangen; aber ben, dieses soll beständiglich un- Bande warten dein, dich das ter deinem Kreuze leben. Wie mit zu fangen. Für die Ehre, du mein, so will ich dein, les Hohn und Spott wird man bend, leidend, sterbend sein. dir, Herr, geben, bis du durch 7. Laß dein Herz mir offen stehn, des Kreuzes Tod schließen wirst öffne deiner Bunden Thüre, da dein Leben. hinein will ich stets gehn, wenn 4. Dein Kreuz ist der Kös ich Kreuz und Noth verspürenigsthrom, drauf man dich und nach deinem Troste dürfi', wird setzen, dein Haupt mit der bis du mich erquicken wirst. Dornenkron' bis in Tod verlezs 8. Kreuzige mein Fleisch und zen. Jesu! dein Reich auf der Blut; lehre mich die Welt ver- Welt ist in lauter Leiden; so schmähen; laß mich dich, du höch ist es von dir bestellt, bis zum stes Gut, immer vor den Augen letzten Scheiden. sehen, führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich. 5. Du wollt'st, Herr der Herrs lichkeit, gerne für mich sterben, dağ 138 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. daß des Himmels Seligkeit ichler müsse mich zum Fle'ß in guz dadurch möcht' erben. Aber ten Werken beständig stärken. ach! wie herrlich glänzt deine 6. Wollt' ich mich nun noch Kron' von ferne, die dein sieg- frevelhaft erkühnen, der Sünde, reich Haupt bekränzt schöner, die dich tódtete, zu dienen; so als die Sterne. 6. Laß mich deine Leidenszeit fruchtbarlich bedenken, wahre war' ich ja, o Herr! nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du Andacht, Reu' und Leid, wol- durch deine Wunden auf ewig lest du mir schenken. Auch dein mich zu deinem Dienst verbuna Leiden tröste mich bei so vielem den; nur dir, mein Heiland, Jammer, bis nach allen Leiden sei mein ganzes Leben zum ich geh' zur Ruhekammer. Dienst ergeben. Mel. Herzliebster Jesu, was8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden; ich bleibe 239. Sei hochgepriesen, dein, bis du mich dort wirst Herr, für deine weiden, wo deine Liebe von Liebe! Sie drang dich zu dem verklärten Zungen stets wird mitleidsvollen Triebe, für eine besungen. Welt von Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. Mel Freu' dich sehr, o meine- 2. Fürwahr! du trugest un- 240. Sei mir tausendmal frer Sünden Schmerzen. O gegrüßet, der mich welches Herz gleicht deinem ed- ie und je geliebt, Jesu, der du len Herzen? Du ließest unsre selbst gebüßet das, womit ich Schuld an dir bestrafen, uns dich betrübt. Ach! wie ist mir Heil zu schaffen. doch so wohl, wenn ich knie'n 3. O laß dieß Heil doch auch und liegen soll an dem Kreuze, mein Erbe werden! was hab' da du stirbest und um meine ich sonst für sichern Trost auf Seele wirbest. Erden? Was giebt mir sonst 2. Ich umfange, herz' und küss wohl wahren Grund zur Freu- se deiner heil'gen Wunden Zahl, de, wenn ich einst scheide? und die purpurrothen Flüsse deis 4. Für mich, o Herr, bist ner Füß' und Nägelmaal. O wer du ja auch gestorben. Was du kann doch, schönster Fürst! den der Welt durch deinen Tod er so hoch nach uns gedurst't, deis worben, das hast du ja, von nen Durst und Liebsverlangen großer Treu geleitet, auch mir völlig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Sees 5. O starke selbst mein Herz len, wo ich krank und traurig bin. in diesem Glauben! kein banger Nimm die Schmerzen, die mich Bweifel müsse mir ihn rauben! quälen und den ganzen Schaden hin, bereitet. Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 139 hin, den mir Adams Fall ge: sich an; vernimm den schwachen bracht und ich selber mir ge- Dank! Einst singt, was du an mir macht; wird, o Arzt! dein gethan, ein höh'rer Lobgesang! Blut mich netzen, wird sich all' mein Jammer setzen. Mel. Was mein Gott will Sünder. - 4. Schreibe deine blut'gen Wunden mir, Herr, in das Herz 242. So gehst du nun, hinein, daß sie mögen alle Stunmein Jesu! bin, den bei mir unvergessen sein. den Tod für mich zu leiden, für Du bist doch mein liebstes Gut, mich, der ich ein Sünder bin, da mein ganzes Herze ruht; laß der dich betrübt mit Freuden. mich hier zu deinen Füßen dei- Wohlan, fahr fort, du edler ne Lieb' und Gunst genießen. Hort! Aus meinem Aug' soll 5. Diese Füße will ich halten fließen ein Thránensee mit Ach fo fest, als ich immer kann; und Weh, dein Leiden zu beschaue meiner Hände Falten gießen. und mich selber freundlich an Fefus. von dem hohen Kreuzesbaum, 2. Ach Sund'! du schädlich und gieb meiner Bitte Raum, Schlangengift, wie weit kannst sprich: ,, Laß all' dein Trauren du es bringen! Dein Lohn, der schwinden, ich, ich tilg' all' dei Fluch, mich jetzt betrifft, den ne Sünden." Tod muß ich bezwingen. Jetzt kommt die Nacht, der Sünden Mel. Lobt Gott, ihr Christen 241. Singt dem Versöh- Macht; die Schuld muß ich abz ner, singt ihm tragen. Betracht es recht, du Sündenknecht, nun darfst du nicht verzagen. Dank! Herr Gott, dir danken wir. Es danket dort der Lob gefang der Ueberwinder dir. Sünder. 2. Er, welcher schon von An 3. Jch, ich, Herr Jesu, sollte beginn der Welt mein Retter zwar der Sünden Strafe leis war, wird Fleisch und Blut, den an Leib und Seel', auch ims wie ich es bin; wie göttlich merdar der süßen Himmelsfreuden beraubet sein und leiden wunderbar! 3. Der Sünder soll versöhnet Pein; doch nimmst du hin die sein; und du erbarmest dich und Schulde. Dein Blut und Tod duldest Kreuz und Todespein söhnt aus mit Gott, ich bleib' für eine Welt, für mich! in deiner Hulde. Fefus. 4. Es schrecket uns nun kein Gericht, nun keine Hölle mehr. Denn du bist unsre Zuversicht; du bist's, Unendlicher! 4. Ja, liebe Seel', ich büß die Schuld, die du hätt'st follen bús Ben, erkenne daraus meine Huld, 5. Im Staube lieg' und bet' oie ich dich laß genießen; ich wähl' 74 140 Bom Leiben und Sterben Jesu Chrifti. wähl' den Fluch, dieweil ich such, sket mich, die Welt, mich und vom Fluch dich zu befreien; die Sünden zu überwinden. denk meiner Lieb', durch deren 6. Werd' ich dereinst im letz Trieb die Segen dir gedeihen. ten Kampf erzittern, wird meinen Geist des Grabes Furcht er: Sünder. 5. Was kann für solche Liebe schüttern; dann laß dein Leiden, dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Hoffnung der Erlösten! mich Ich weiß und finde nichts an mächtig trösten! mir; doch, weil ich werde leben, Mel. will ich mich hier dir nach Ge- 244. bühr zu dienen ganz verschreiben, Traurigkeit, o Herzekeid- So schlummerst du in stiller Nuh, auch nach der Zeit in Ewigkeit der du für uns gestorben, uns dein eigen sein und bleiben. am Kreuz in schwerer Müh ewig's Heil erworben! Met. Herzliebster Jefu, was 2. Du bist erblaßt, o Herr, 243. So gingst du einst, be- und hast doch in dir selbst dein Les raubet aller Freus ben, gleich als Sterbliche, hált den, für deine Feinde Schmach dich nun ein Grab umgeben. und Tod zu leiden! Du gingst, 3. Doch Heil sei mir! Herr, » Jesu, deines Vaters Willen du willst hier nicht die Vers treu zu erfüllen. wesung sehen, sondern bald, 2. Du, der Erbarmer aller aus eigner Kraft, aus dem Menschenkinder, gingst in's Ge- Grabe gehen! richt vor Gott hin, für die 4. Ich weiß, du wirst, mein Sünder. Nur unfre Schuld Lebensfürst, auch meinen Staub und Last muß, Herr, dich druk- erwecken. Sollte denn mein ken, uns zu beglücken. glaubig Herz vor dem Grab - 3. Du ließeft dich, um aus erschrecken? des Todes Nöthen uns zu be 5. Hier werd' ich einft, bis du frei'n, verhöhnen, martern, tod- erscheinst, in sanftem Frieden lies ten. Du wurdeft als ein Fluch gen. Denn durch deinen Tod an's Kreuz geschlagen, in's kann ich Tod und Grab besiegen. Grab getragen. 6. Thr, die die Welt gefesselt 4. Herr, der du dich für une hält, zagt nur vor der Verwes dahin gegeben und unser Heilsung! Ich, ich hoff' in Christe mehr liebtest, als dein Leben; einst meines Leib's Erlösung. Lamm Gottes, daß du Aller 7. Nicht ganz verdirbt mein Schuld getragen, ich kann nicht Leib, der stirbt; er wird einst zagen. hi auferstehen und mit Himmels 5. Dein Cod vertilget alle mei- glanz verklärt aus dem Grabe ne Flecken; er schützet mich vor gehen. des Gerichtes Schrecken; er stär- 8. So sink ins Grab, mein Leib, Bom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 141 Leib, hinab! Ich will mich meine Triebe, Gott! ihrer werth drum nicht kranken, sondern, zu sein mich ewig deiner Liebe Jesu, mir zum Trost an dein in deinem Sohn zu freun? Grab gedenken. 6. Wenn noch die Lust der Sünden mich zu verführen Mel. O Haupt voll Blut und droht; lehr' mich sie überwins 245. Tag, der den Ueber- den durch Jesu Chrisit Tod. winder des Todes Lehr mich die Sünde meiden, sterben sah, als er die Welt weil er gestorben ist; mir prez voll Sünder erlöst auf Golga- dige sein Leiden, Gott, wie ge= tha! Wie zürnend auf die Sün- frecht du bist. de zeigt sich der Richter hier! 7. Ja, deine Lieb' erfülle mein Sünder! wie gelinde erweist Herz mit Dankbarkeit; Gehors sich Gott an dir! sam sei mein Wille, mein Thun 2. Gott ist ein ernster Rå- Gottseligkeit! Fromm lehr mich cher, ist heilig, ist gerecht; vor sein mit Freuden, weil er geflor= ihm schützt den Verbrecher nicht ben ist; mir predige sein Leiden, Ansehn, nicht Geschlecht. Vom wie gütig, Gott, du bist. Himmel, da er wohnet, kommit Mel. Jesu, der du meine Seeleer einst zum Gericht, verur: 246. Thrânt, ihr Augen! theilt dann und schonet der weint, ihr Herzen! Uebertreter nicht. - Gott der gehet selbst in Tod, 3. Der seinen Sohn, den duldet Schläge, leidet Schmerz Bürgen, für uns genugthun zen, tråget Hohn, Plag, Schmach hieß; der seinen Sohn erwür- und Spott; ihm, der doch gen, am Kreuz erwürgen ließ; nichts hat verbrochen, wird der muß dem Sündenknechte das Kreuze zugesprochen, und die schärfsten Strafen dråun; der nichts begangen hat, büßet könnt' er sonst der gerechte, der für die Missethat. ernste Richter sein? 2. Ach! das machen unfre 4. Doch soll der Sünder le Sünden, unsre Sünden tödten ben, erbarmungsvoller Gott! Gott; diese sinds, die Jesum bindu kannst, du willst vergeben den; diese bringen ihn in Noth; durch deines Sohnes Tod. was der Sünder hat verschuldet, Wenn wir die Sünde bassen der Gerechte für ihn duldet, und glaubend zu ihm fliehu, machet durch sein reines Blut willst du die Schuld erlassen unsre Sündenschaden gut. und gnädig sein durch ihn.. 3. Seine Liebe, sein Erbarmen 5. O wundervolle Güte, wie siehet unser Elend an und erets wirst du gnug verehrt! Wie fastet uns, die Armen, die sonst nies set mein Gemüthe der Wohlthat mand retten kann; daß der ganzen Werth! Wie richt' ich Mensch nicht soll verderben, will Gott 142 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. Gott selbsten lieber sterben. Se- ssegnet. Er hat durch segnendes het seine Liebe an, aber auch Gebet auch uns ein ewig Heil was Sünde kann. erfleht. Er sagt auch uns, zu 4. Drum, so laßt der Buße lunsrer Ruh, Erbarmen und Thränen häufig fließen Wan- Vergebung zu. Herr Jesu gen ab; denn ihr dürft nicht Christ! gelobt seist du für deietwa wähnen, daß die Sünd'nen Tod! Gott ist durch dich nichts auf sich hab', weil ihr noch unser Gott. selber seht und wisset, wie der 3. Daß Gott mit Langmuth Heiland dafür büßet und wie und Geduld, auch selbst bei sehr fremder Schulden Macht ihn in gehäufter Schuld, der Sünder Noth und Tod gebracht. dennoch schonet; daß er so lieb5. Unterdessen laß dein Lei- reich ihrer denkt und ihnen Frist den unsern Trost, o Jesu, sein! zur Buße schenkt, eh' nach Vers Hilf, daß wir die Sünde meiden, dienst er lohnet; daß ich noch stets bedenken deine Pein, deine fröhlich sagen kann: auch mich, Striemen, deine Wunden, wie mich Sünder, nimmt Gott an! sie heilsam uns verbunden und hast du durch deiner Fürsprach' wie deines Blutes Kraft aller Kraft, mein treuer Heiland, mir Welt Erlösung schafft. Jesu Christ! mein Mel. Herzlich lieb hab' ich dich- Herr und Gott! mein Herr 247, 11m Gnade für die und Gott! vertritt du mich bis Sünderwelt fleht an den Tod. verschafft. Jesus blutend und entstellt vom 4. Wird je mein Herz vom Grimm verruchter Rotten. Er Troste leer, weil meiner Sünden fühlet zwar der Feinde Wuth, furchtbar Heer aufs Neue mich die nicht gesättiget von Blut, erschrecket; o dann versichre mich am Kreuz ihn noch verspotten. aufs Neu', du stehest mir als Doch sieht er mit erhabnem Blick Mittler bei, der meine Schuld von ihnen weg auf den zurück, bedecket. Mein Geist blickt glaus den diese Schaar in ihm ent: bensvoll auf dich. Sei du mir Und ehrt; ruft, daß es Erd' und nur nicht fürchterlich! Himmel hört: ,, Vergieb, o Gott schließt sich meine Pilgrimschaft, und führe sie nicht ins Gericht; so starke mich mit neuer Kraft. das, was sie thun, verstehn sie Herr Jesu Christ! der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn nicht." 2. Erstaunend seh ich diese du mein Trost im Tode bist. Huld. Wie mitleidsvoll ist die 5. Den sanften liebevollen Geduld, die Mördern so begeg: Sinn, daß ich ein Freund der net! Ibr, die ihr euren Heiland Feinde bin, floß, Herr, in meis ehrt, fühlt seiner Großmuth hos ne Seele! Gieb, daß mein hen Werth, die selbst die Feinde christlich sanftes Herz bei uns vers Vom Leiden und Sterben Jefu Chrifti. 143 verdientem Haß und Schmerz, Kraft, Erquickung Dürfienden dir meine Sach' empfehle. Be- verschafft, muß selbst nach Labsänftige mein reges Blut und salt schmachten. Er ruft: ,, mich flammt des 3ornes wilde Gluth dürft't!" doch Niemand will mein Herz zur Rachbegierde an, auf seine Klagen achten. o so erinure mich daran, Herr 5. Unmenschlich reicht der Jesu Christ, wie du am Kreuz Frevler Schaar mit bitterm durch dein Gebet selbst deinen Spott ihm Essig dar, worein Mördern Gnad' erfleht! fie Galle mischen. Er trinkt 6. Mich tröste dein Versöh- ihn; doch dieß konnte nicht nungstod! Es bilde mich dein sein mattes Herz erfrischen. Geist, mein Gott, daß ich dir 6. Doch Gott hat ihn im Tod' ähnlich werde! O zieh mich, du erquickt, ihn ewig aller Noth erhöhter Held, zu dir hinauf entrückt und seine Klag' erhöz vom Dienst der Welt, zum ret. Durch ihn, den Gott im Himmel von der Erde! Du bist Tod' gestärkt, wird Labsal mir der Deinen Schutzpanier. Zieh gewähret. dir uns nach, so laufen wir; Mel. Wenn meine Sünd'n mich → so wollen wir uns deiner Pein 249. Von Furcht dahin und deiner Fürsprach' ewig Bald straft geriffen, verleugs da weint er freun. Herr Jesu Chrift! Wie net Petrus dich. selig ist, wie selig ist der Mensch, ihn sein Gewissen; dem du ein Heiland bist. bitterlich. Dein Blick, o Jea Mel. Ich weiß, mein Gott, daß-su, rührt sein Herz; er fleht zu 248, Voll Blut und Wundir um Gnade und du stillst den hängt er da, seinen Schmerz. der Menschenfreund, auf Golga: 2. Wie wuchs nun deinem tha; wer kann sein Leiden faffen? Beugen Beständigkeit und Muth; Ach, ihn in seiner großen Qual, Furcht konnt' ihn nie mehr beus ihn hat sein Gott verlassen! gen; auch floß für dich sein 2. Wie martervoll, wie Blut. Dich, seinen Herrn und schwach er ist! wie er im Angst seinen Gott, verherrlichte sein schweiß ganz zerfließt; wie sein Leben, verherrlichte sein Tod. Gebein erzittert! Seht, wie 3. Betrübt ist meine Seele, des Richters Donnerstimm' des erfüllt mit Reu' und Schmerz! Heil'gen Seel' erschüttert! Was hilfts, daß ichs verheha 3. Ach! ihm, der alle Quellen le? Durchschaust du doch mein schuf, dem Mächtigen, auf des Herz! Bekennen laß michs, sen Ruf sich Wasserstróm' ergie: Jesu, dir: oft hab' ich dich Ben, ihm kann der Mattigkeit Ge- verleugnet; vergieb, vergieb es fühl kein Labetrunk versüßen. mir! 4. Ach! er, der allen Müden 4. Weny deines Namens Spits Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Spotter dich schmähten, wenn Mel. Wer nur den lieben Gottihr Sport dich höhnte, Welter- retter, dich, ihren Herrn und 250. Weg, eitle Lust, aus meinem Herzen, Gott; dann schwieg ich zag du sollst von mir verbannet sein! haft, schämte mich, ein Chris Weg, Ueppigkeit und freches zu sein und scheute mehr ihren Scherzen; denn Jesus geht zu Spott, als dich. seiner Pein! Deswegen will ich mit ihm gehn und bei der Welt nicht länger siehn. 5. Du hast, o Herr, dein Le ben für meine Seligkeit so wil lig hingegeben, zuin Segnen so 2. Er ruft uns selbst zu sei bereit. Wie undankbar, wie nen Leiden, er spricht: Auf, schwach war ich, daß ich den seht, des Menschen Sohn kriegt Haß der Sünder mehr fürch- von den höchsiverblend'ten Heiz tete, denn dich! den die schärffie Geiflung, 6. Ich seh' jetzt, ich empfinde Spott und Hohn; er wird vers die Größe dieser Schuld; veripeit, er kömmt in Noth; ja er gieb auch diese Sünde nach deiz empfängt den Kreuzestod! ner großen Huld! Erbarmend 3. Ach laß mich dieses wohl sahst du Petrum an! laß eine vernehmen, weil du mirs deutgleiche Gnade mich, o mein tich offenbart; laß mich der tol: Heil, empfahn! len Freude schämen, die jetzt 7. Laß mich, bei meiner Reue, die böse Welt nicht spakt; ſie den Bund mit dir erneun, treibet mit der Sünd' ein Spiel Standhaftigkeit und Treue dir, und rennet nach der Höllen mein Versöhner, weihn! Dich zu Biel. verleugnen, Herr, mein Gott! 4. Ach! öffne mir, Herr, daß das fürchte meine Seele weit Gesichte; laß mich kein geistlich mehr als Qual und Tod. Blinder sein; weil ich zu die 8. Bewahr' ich deine Gnade, mein Schreien richte, drum, folg' ich dir standhaft nach; wer Jesu Christ, erbarm dich mein! ist dann, der mir schade? Was So bald dein Mund ein Wörte fürcht' ich Hohn und Schmach? lein spricht, vergeht die Nacht, Die Spotter mögen mich ver- ich seh' das Licht. schmähn, sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht sehn. 5. Du giebst mir dieses ohne 3weifel, mein starker Glaube sagt 9. Laß nichts von dir mich es mir; so trennt mich nichts, ja trennen; laß mich dich frei und selbst kein Teufel, mein Heiland, gern vor aller Welt bekennen, nimmermehr von dir. Ich folge dich, meinen Gott und Herrn! dir getreulich nach und scheue Dann vor dem Vater im Gericht weder Qual, noch Schmach. verleugnest du, o Richter, mich), 6. Ich will mit dir hier alles wenn ich treu bin, nicht! leiden, so seh' ich dich in Zions Stadt Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 145 Stadt, mein Jesu, mit entzück- Iden'n dir weh geschicht, für dies ten Freuden, wo Kreuz und se willst du beten, mehr Rache Noth ein Ende hat; da preif' ich weißt du nicht. dich, Herr, immerdar mit der gesammten Christenschaar. 6. Dein Durst, du Lebenss quelle, geht auf mein Seelenheil; du fühlest.Tod und Hölle, daß Mel. O Haupt voll Blut und251. Wes, Welt, mit dei- Leben ist mein Theil. Du wirst nen Freuden und von Gott verlassen, damit er bei was dir wohl gefällt! Dein Semir sei; und weil du mußt era fus muß jetzt leiden, der sich zum blaffen, bin ich vom Tode frei. Opfer stellt. Entfernet euch, ihr 7. Die ausgestreckten Hände Lüfste, der Herr trägt Qual und sind gegen mich gewandt; Pein! wie kann der Knecht, ein giebst den Geist am Ende in Christe, darneben fröhlich sein? deines Vaters Hand. Ich find du 2. Ach! seht sein Seelenschrek in deinem Streite viel Trost ken, er wird in Tod betrübt für meinen Schmerz und in und muß den Zornfelch schmet- der offnen Seite dein zartes ken, den ihm sein Vater giebt. Liebesherz. Seht, wie er, uns zu gute, selbst mit dem Tode ringt, und wie sein Schweiß mit Blute aus seinem Leibe dringt. 3. Er wird verkauft, verra: then, men legt ihm Fesseln an; Grab; drum flirbt aus gleichem ach! unsre Missethaten, die ba: Triebe mein Herz sich selber ab. ben dieß gethan. Er láßt sich 252. Wenn meine Sünd'n falsch verklagen, er wird vermich frånken, o höhnt, verspeit, verspottet und mein Herr Jesu Christ; so laß geschlagen, der Herr der Herr- mich wohl bedenken! wie du ge= lichkeit. forben bist und alle meine 8. Die Welt mag voller Freus den hin nach der Hölle gehn; ich will bei Jesu Leiden und seinem Kreuze stehn. O Jesu! deine Liebe trieb dich in Tod und 4. Man setzt dir, Gottes Soh: Schuldenlast am Stamm des ne, mit Geißeln grausam zu, du heil'gen Kreuzes auf dich ge= trägst die Dornenkrone, du Him- nommen hast. melskönig, du! Du wirst ans 2. Bunder ohne Maasen, wer Kreuz geheftet, das du getragen es betrachtet recht! es hat sich. hast; doch, was dich mehr eutsmartern lassen der Herr für seine kräftet, das ist der Sünden Last. Knecht'! Es hat sich selbst der 5. Wer hätte bei den Mörs wahre Gott für mich verlornen dern die Unschuld doch gesucht? Menschen gegeben in den Tod. Den Segen zu befördern, wirst 3. Was kann mir denn nun du verschmäht, verflucht. Die schaden der Sünden große Zahl? dich zu Boden treten, von Ich bin bei Gott in Guaden, die 10 Schuld 146 Vom Leiden und Sterben Jefu Chrifti. Schuld ist allzumal bezahlt erfuhr! In Glück und Noth durch Christi theures Blut, daß giebt meinem Herzen Geduld ich nicht mehr darf fürchten der und Ruh dein Leiden nur. Nie Höllen Qual und Gluth. fomm' es mir aus meinem 4. Drum sag' ich dir von Sinn, wie theuer ich erlöset bin. Herzen, jetzt und mein Lebenlang 2. Nicht auszusprechen, uners für deine Pein und Schmerzen, meßlich war, Jesu, deine Qual o Jesu! Lob und Dank, für dei- und Pein. Sie soll mir ewig ne Noth und Angstgeschrei, für unvergeßlich, mein höchster dein unschuldig Sterben, für Ruhm mir ewig sein. Nichts deine Lieb' und Treu. froher's denkt die Seele sich, 5. Herr! laß dein bittres Leis als dieß: du litt'st, du ftarbst den mich reizen für und für, mit für mich. allem Ernst zu meiden die sünd- 3. Lockt mich die Welt mit ih liche Begier, daß mir nie kom- rem Reize, o dann, dann will ich me aus dem Sinn, wie viel es mit Vertraun, doch zitternd auch, dich gekostet, daß ich erlöset bin. nach deinem Kreuze, auf dich 6. Mein Kreuz und meine Pla- und deine Leiden schaun. Der gen, sollt's anch sein Schmach heilige Gedank' an dich ermuns und Spott, hilf mir geduldig tre, warn' und stärke mich. tragen; gieb, o mein Herr und 4. Und in der Angst, wenn Gott! daß ich verleugne diese ich nur stammeln, nicht freudig Welt, und folge dem Exempel, zu dir rufen kann; dann schau das du mir vorgestellt. ich, Stärkung mir zu sama 7. Laß mich an Andern üben, meln, im Glauben dich, Verlaßwas du an mir gethan und meisner, an. Mir hat dein letztes nen Nächsten lieben, gern dienen Angstgebet Beruhigung und Jedermann ohn' Eigennutz und Muth erfleht. Heuchelschein und wie du mir 5. Ich schwör' und ewig erwiesen, aus reiner Lieb' allein. will ich's halten; nie soll, so 8. Laß endlich deine Wunden wahr du lebst, in mir, o Jesu! mich trösten kraftiglich in mei- deine Lieb' erkalten; ich lebe nen letzten Stunden und deßdir, ich sterbe dir; und werd' versichern mich, weil ich auf ich einst vollendet sein, dann dein Verdienst nur trau, du bin ich ewig, ewig dein. werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Mel. Ach Gott, wie manches254, Wir danken dir, Herr Jefu Chrift, daß Mel. Nach einer Prüfung kurzer- du für uns gestorben bist, und 253. Wie heilvoll sind für haft uns durch dein theures mich die Schmer: Blut gemacht vor Gott gerecht zen, die einst, Herr, deine Lieb' und gut. 2, Und Von der Auferstehung Jesu Christi. 147 2. Und bitten dich, wahr'r allmächtige Hand, daß wir int Mensch und Gott, durch dein' Kreuz geduldig sein, uns tróheil'gen fünf Wunden roth, ersten deiner schweren Pein lös' uns von dem ew'gen Tod 4. Und draus schöpfen die und hilf uns in der letzten Zuversicht, daß du uns werd'st Noth. verlassen nicht, sondern ganz 3. Behut uns auch vor Sünd' treulich bei uns stehn, bis wir und Schand, reich uns dein'ldurchs Kreuz ins Leben gehn. XII. Von der Auferstehung Jesu Christi. Mel. Sollt' ich meinem Gott- kämpft; deine Herrschaft ist ges 255. Auferstanden, aufer- dämpft und das Leben uns ers standen ist, der uns rungen! Jauchzt ihr, die man mit Gott versöhnt. O wie hat einst begräbt! jauchzt dem nach Schmerz und Schanden Höchsten! Jesus lebt! Gott mit Ehren ihn gekrönt! 4. Aus dem Grab' uns zu ers Dort zu seines Vaters Rech- beben, ging er zu dem Vater ten, über Schmach und Tod hin. Laßt uns ihm zur Ehre erhöht, lebt er nun in Maje: leben! dann ist Sterben uns ståt. Freut euch seiner, ihr Ge- Gewinn. Haltet unter Lust und rechten! Dankt dem Höchsten Leiden im Gedächtniß Jesum und erhebt seine Guade: Je- Christ, der vom Tod' erstanden sus lebt! ist. Unvergånglich sind die 2. Singt dem Herrn! er ist Freuden deß, der nach dem erstanden, er, der starb auf Gol- Himmel strebt, sind ihm sicher: gatha! Rühmt es, rühmt's in Jesus lebt! allen Landen; was sein Wort 5. Freut euch seiner, Gottes= verhieß, geschah! Wer, wer kinder! Er sei euer Lobgesang! kann ihm widerstreben? Mách- Bringt dem Todesüberwinder tig bringt der Held empor; im ewig Ehre, Preis und Dank. Triumph dringt er hervor und Rühmt in der Versuchung des Abgrunds Pforten beben, Stunden, wenn euch Sünd' da ihr Sieger sich erhebt. Heil und Elend droht! rühmt's in uns allen: Jesus lebt! eurer Todesnoth! Jesus Christ 3. Uns vom Tode zu befreien, hat überwunden! Wenn der sant er in des Grabes Nacht; uns Sünder zagt, so hebt euer zum Leben einzuweihen, steht Haupt auf: Jesus lebt! er auf durch Gottes Macht. Mel. Jefus meine Zuversicht Tod, du bist im Sieg verschlun: 256. 2[ uf, mein Herz! gen, deine Schrecken sind beAaf. Ein froher Zag hat 10* 148 Von der Auferstehung Jesu Chrifti. hat die Nacht der Furcht vertrie- kömmt nach großem Leiden nun ben. Christus, der im Grabe lag, ein so großes Licht? Mein Heiist im Tode nicht geblieben. land war gelegt da, wo man wie hoch sind wir getröst't! Je uns hinträgt, wenn von uns sus hat die Welt erlös't! unser Geist gen Himmel ist ges 2. Er ist Gottes ew'ger Sohn, reift. ewig set er auch gepriesen! Sei2. Er wird ins Grab gesenket, ner Feinde Schaar zum Hohn, der Feind treibt groß Geschrei; hat er sichtbar es bewiesen. Ereb' er es aber denket, ist Chris erfüllte durch die That, was stus wieder frei und ruft: Viktos sein Mund geredet hat. ria! schwingt fröhlich hie und 3. Unsre Schulden sind zwar da sein Fähnlein als ein Held, groß; doch wir dürfen, nicht der Feld und Muth behält. verzagen. Gott läßt unsern 3. Der Held sieht auf dem Graz Bürgen los, der sie büßend hat be und sieht sich munter úm; der getragen. Jesus ist mit Preis Feind liegt und legt abe Gift, gekrönt und wir sind mit Gott Gall' und Ungestum; er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich, versöhnt. und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzuschauen 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Le ben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich selber bingege- ein rechtes Freudenspiel; nun ben. Er hat aus des Grabes darf mir nicht mehr grauen vor Nacht neues Leben mitgebracht. Allem, was mir will entnehmen 5. Tod, wo ist dein Stachell meinen Muth, zusammt dem eda len Gut, so mir durch Jesum nun? Grab, wo sind nun deine Christ aus Lieb' erworben ist. Schrecken? D, wie sanft ists nun, zu ruhn! Jesus will uns auferwecken; wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 5. Die Höll' und ihre Rotten, die frümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib all'zeit ohn' Gefahr; der Tod mit 6. Die Welt ist mir ein Lachen 6. Herr! dieß glaub' ich, dir seiner Macht wird nichts bei mir zum Ruhm und mein Trost ist geacht't; er bleibt ein rodtes nicht vergebens; denn ich bin Bild, und wär' er noch so wild. dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hocherfreuer mit ihrem großen Zorn, sie fing' ich dir jetzt und ewig zürnt und kann nichts machen, all' Arbeit ift verlor'n. Die Dank dafür. Trübsal trübt mir nicht mein 257. Nuf! auf! mein Herz, Herz und Angesicht; das Uns mit Freuden nimm glück ist mein Glück, die Nacht 7. Ich wahr, was heut geschicht: Wielmein Sonnenblick. Von der Auferstehung Jesu Chrifti. 149 7. Ich hang und bleib' auch Lebens lebet, so bleibt mein Leib hangen an Christo, als ein im Grabe nicht; denn wie ein Glied. Wo mein Haupt durch Glied am andern klebet, so ist gangen, da nimmt es mich bleibt mein Sinn auf ihn ge= auch mit. Er reiset durch den richt't. Mein Jesus ist und Tod, durch Weit, durch Sünd' bleibt mein Haupt, wenn auch und Noth, er reiset durch die der Tod mein Leben raubt. Holl', ich bin stets sein Gesell. 4. Stirbt gleich der Leib und 8. Er dringt zum Saal der wird indessen der kühlen Erde Ehren, ich folg' ihm immer anvertraut, so wird doch seiner nach und darf mich gar nicht nicht vergessen, wenn alles kehren an einzig Ungemach. Es Fleisch das Leben schaut; drum tobe, was da kann, mein bleibet meine Seel' vergnügt, Haupt nimmt sich mein an, weil Jesus, mein Erlöser, siegt. mein Heiland ist mein Schild, 5. Weg Teufel, Welt und, der alles Toben stillt. eitles Wesen! Ich finde bei 9. Er bringt uns an die dir keine Lust; ich habe Jesum Pferten, die in den Himmel außerlesen, der tabet fraftig führt, daran mit goldnen Wor- meine Brust. Viktoria! der ten der Reim gelesen wird: Sieg ist da; ich aber bin dem Wer dort wird mit verhöhnt, Himmel nah! " 1 wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird Mel. Nun freut euch, liebenhier auch mit erhöht." ma 259. Bekenner Chrifti, fez get aus den Sauers Mel. Wer nur den lieben Gott- teig der Sünde, daß Gott, 258. Auf! Seele, Jesus wenn er erscheint, sein Haus ist erstanden, er geschmückt und heilig finde. lebt und hat den Tod besiegt, Dieß Haus seid ihr; drum des Satans Reich ist nun zu werdet rein! Die sich zu seinem Schanden, weil seine Macht zu Tempel weihn, die müssen heis Boden liegt; drum rufe heut: lig werden. Viktoria der Sieg ist da! der Sieg ist da! 2. Der Herr ist heilig und will nicht ins Herz der Sünder 2. Dein Goel*) lebt, drum kommen, verbirgt vor Bösen fel vergnüget, das Hollenreich sein Gesicht und wohnt nur in hat nichts an dir; es ist durch den Frommen. Er will euch seine Kraft besieget, damit du reinigen; so laßt euch reinigen, lebest für und für. Ermuntre verabscheut, haßt und flieht, dich, der Sieg ist da und ruf gewas er verdammet! trast: Vittoria! *) Erlöser. 3. Vor ihm sind keine Lafter 3. Weil nun der Fürst des klein, wie klein sie immer scheis nen; 150 Von der Auferstehung Jesu Chrifti. nen; nur die, die alle Sünden storben bist und siegreich auf scheun, gehören zu den Reinen. erstanden. Sie danken ihm es durch die 2. Dein Leben in der Majes That, daß sie sein Blut entsün- stát befestigt unsern Glauben. digt hat, damit sie heilig würden. Wer kann, da dich dein Gott 4. Wer von dem guten Wege erhöht, nun, Herr, den Trost weicht, wie viel kann der verlies uns rauben: daß du für uns ren! denn auch ein Fehltritt genug gethan, uns Sündern kann so leicht zu allen Lastern eine neue Bahn zum ew'gen führen; und wer nur eine Sün- Heil eröffnet? de liebt und ihren Lüften sich 3. Gott selbst, der dich dem ergiebt, der ist vor Gott ein Grab' entrückt, hat dem, was Greuel. du gelehret, der Wahrheit Sies 5. Der eilt entgegen dem Gegel aufgedrückt und dich als richt auf seinem finstern Pfade; Sohn geehrt; und deines Opa der hat kein Ofterlamm, kommt fers hohen Werth hat er aufs nicht zum Mahle seiner Gnade; Herrlichste bewährt, da er dich hat( fürchtet aller Sünden euch!) auferwecket. hat keinen Theil an seinem Reich, am Segen seines Bundes. 4. Erstandner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. 6. Wohl aber denen, die voll Du lebst und siegst, daß du Schmerz auch Fehler gern be auch mir das ew'ge Leben ges reuen und ihrem Gott ihr ganzes best; daß du auch mein Errets Herz, ihr ganzes Leben weihen; ter seist und neue Kräfte mir die dürfen, von der Sünde rein, verleihst, mit Freuden Gott zu sich ihres Ofterlammes freun dienen. und haben Fried' und Gnade. 5. Mein Herr, mein Gott, 7. Sie dienen Jesu Tag und hilf mir dazu! Befreie mich von Nacht, bis sie mit allen From- Sünden. Laß mich für meine men, bewahrt durch seiner Gnade Seele Ruh' im Frieden mit Gott Macht, zu seinem Reiche kom- finden und pflanze deinen Sinn men. Da ist, nach ihrer Pilger- in mir, damit ich Gott ergeben zeit, das Freudenmahl der Se- hier als dein Erlöster wandle. ligkeit von Gott für sie bereitet. 6. Dein ist das Reich; dein Mel. Sei Lob und Ehr' dem ist die Macht, Verstorbne zu ers 260. Bringt Preis und wecken. Du rufft einst und der Ruhm dem Hei- Gräber Nacht wird Todte nicht land dar! Frohlockt ihm, alle mehr decken. Wie du, Herr, Frommen! Er, der für uns ge- lauferstanden bist, so werd' auch tödtet war, ist aus dem Grablich, o Jesu Christ! durch dich gekommen. Gelobet seist du, einst auferstehen. Jesu Christ, daß du für uns ge- l 7. D laß mich, weil ich hier noch 151 Von der Auferstehung Jesu Christi. noch bin, im Glauben an dich Tod und Zukunft und Gericht wandeln und jederzeit nach mögen drohn; ich zittre nicht. deinem Sinn und stets recht= 3. Gott sei hochgelobt! ich schaffen handeln; daß ich, wenn weiß, mein Erlöser ist im Les ich einst aufersteh' und dich, ben; er wird mir zu seinem des Todes Sieger, seh', vor Preis' ewig Heil und Leben gedir dann nicht erschrecke. ben. Selig werd' ich auferstehn, 8. Da, wo du bist, da, soll Gottes Angesicht zu sehn. auch einst dein Jünger mit dir 4. Ich ergreife, Jesu, dich, leben. Du wirst ihn, wenn du daß ich glaub' und überwinde, nun erscheinst, zu deiner Freud' und kein schnelles Ende mich in erheben. Laß dieses auch mein der Sünde Schlummer finde. Erbtheil sein; so werd' ich ewig Ewig stirbt, wer aus der Nacht deß mich freun, daß du vom seiner Sünden nicht erwacht. Tod' erstanden. 5. Herr, verbinde dich mit mir, wie ein Bruder; Herr, 261. Christ ist erstanden dein Leben müsse, wie dein Letvon der Marter den, mir Kraft und Trost und alle, deß soll'n wir alle froh Leben geben! Deines Heils will sein, Christus will unser Trost ich mich freun. Segne mich; sein, Kyrieleis. denn ich bin dein! 2. War' er nicht erstanden, so war die Welt vergangen, seit 1. Cor. 15, 54.- 57. daß er nun erstanden ist, so 263. Christus ist erstanden lob'n wir den Herrn Jesum Christ, Kyrieleis. von des Todes Bans den; er hat eine Schlacht gethan und den Sieg gebracht davon. 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! deß soll'n wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein, Kyrieleis! 2. Er vergoß sein Blute, uns ner Feinde Schaar, er wär Menschen zu gute, da dacht' seis kraftlos ganz und gar. Mel. Jesus, meine Zuversicht 3. Nun hat er gebunden, herrs 262. Christus, Christus tich überwunden Holl' und Teus tröstet mich, ihm fel, Sünd' und Tod, sie gemacht verdank' ich Heit und Leben; zu Schand' und Spott. denn er hat ja selber sich in den 4. Holl', wo ist dein Rachen? Tod für mich gegeben, mich Tod, was kannst du machen? vom Tode zu befrein, Heil und Teufel, wo ist dein' Gewalt, Leben mir zu sein. damit du so haft geprahlt? 2. Mich erschrecket keine Noth; 5. Gott sei Ehr' gegeben, der hat er doch den Tod bezwungen. uns Sieg und Leben hat ges Wer nur glaubt, ist durch den Tod schenkt durch Jesum Christ, der schou zumleben durchgedrungen. vom Tod erstanden ist. Mel. - 152 Von der Auferstehung Jesu Chrifti. Mel. Ermuntre dich, mein schw.-wie die Welt ihn giebt. Daran, 264, Das Grab zerbricht, daß ihr einander liebt, daran und Gottes Sohn will ich erkennen, ob ihr auch verläßt der Todten Grüfte! Es mein zu nennen." dringt ein lauter Jubelton sieg 6. So sprach der Herr. Ihr prangend durch die Lüfte. Du, Christen, denkt an eures Heiden der Engel Loblied preist, lands Liebe! Denkt, daß, wer entreiße, Vater, meinen Geist, seinen Nächsten kränkt, auch daß er dir heilig werde, den Jesum selbst betrübe! Liebt eus Neigungen der Erde! ren Gott in jedem Stand! die 2. Die Menschheit, Herr, er- 3wietracht sei von euch vers laubt mir nicht, mit dir empor bannt! vergebt in diesem Leben; zu steigen, bis dieses Leibes so wird euch Gott vergeben. Hütte bricht, bis sich mein 7. Erretter! Heiland! Men= Haupt wird neigen. Alsdann schenfreund! erweck' in mir die nimm nach vollbrachtem Lauf, Triebe, durch die man sich mit erstandner Heiland! nimm mich oir vereint, den Glauben und auf; Sperr! nimm bei meinem die Liebe! Lehr mich mein Leben Ende den Geist in deine Hände! dir nur weihn; laß mich dem 3. Mensch, willst du Gott in Nächsten nützlich sein; gieb seinem Reich nach deinem Tode selbst mir Geist und Kräfte zu sehen; so mußt du, deinem Hei- jeglichem Geschäfte. land gleich, von Lodten aufer: 8. So kann ich leben als ein stehen. Der lebt nicht, den die Christ und als ein Chriff erblass Lust der Welt, den ihre Pracht sen. Ich weiß, daß du mein gefesselt bält; nach Gott und Heiland bist; ich will von dir Tugend streben, nur das heißt nicht lassen. Herr, segne mich! zu seiner Zeit laß mich zu deis wirklich leben. 4. Wohl dir, wenn du das ner Ewigkeit vom Grab empor Laster fliehst, dem Frevler dich mich schwingen und Heilig! entziehest und liebst den Gott, Heilig! singen. den du nicht siehst, im Men= Mel. Sei Lob und Ehr' schen, den du siehest! Als schon 265. Des Herren Rechs die nahe Stunde kam, als der te, die behält den Erlöser Abschied nahm; so Sieg fo Sieg und ist erhöhet; des sprach er zu den Seinen: ,, Hort, Herren Rechte machtig fällt, Kinder, auf zu weinen!" was ihr entgegen stehet; Tod, 5. ,, Ich geh zum Vater in Teufel, Höll' und alle Feind' das Reich, das auch für euch durch Christi Sieg gedämpfet beschieden; geht! meinen Frie: seind, ihr Zorn ist kraftlos den laß ich euch, ich geb' euch worden. meinen Frieden; nicht geb' ich, 2. Es war getödtet Jesus Christ und 1 153 Von der Auferstehung Jefu Chrifti. und sieh, er lebet wieder! Weilldich. Erlöst auf ewig hast du nun das Haupt erstanden ist, mich! So wahr du selbst vom stehn wir auch auf, die Glie: Himmel kamst, dein Leben der. So Jemand Christi Worten gabst und wieder nahmst. glaubt, im Tod' und Grabe 4. Wer ist's, der mich vers der nicht bleibt: er lebt, ob er dammen kann? ich glaub' an gleich stirbet. dich und sage dann: Der Gott, 3. Wer täglich hier durch wah- durch den die Himmel sind, der re Reu mit Christo auferstehet, ist ist mein Vater, ich sein Kind. dort vom andern Tode frei, der= 5. Nun ist dieß erste Leben selb' ihn nicht angehet. Genom- mir ein segensreicher Weg zu men ist dem Tod die Macht, Un- dir, So lang' ich bier bin, schuld und Leben wiederbracht Herr, mein Heil, hab ich an und unvergånglichs Wesen. deinem Frieden Theil. 4. Das ist die rechte Osterbeut', 6. Holdselig sprachst du: der wir theilhaftig werden; ,, Erde, sei der Schauplatz meis Fried', Freud', Heil und Gener Huld und Treu!" Wir se= rechtigkeit im Himmel und auf den deine Huld und Treu auf Erden. Hier sind wir still und deiner Erde täglich neu. warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort des Herrn verklärtem Leibe. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Ers barmer! sterben wir. Doch du 5. O Tod, wo ist dein Stachel regierst und wir sind dein! und nun? Wo ist dein Sieg? oewig werden wir es sein! Hölle! Was kann uns jetzt der 8. Ich weiß, daß mein Erlös Teufel thun, wie grausam er fer lebt! Du Trost, der meinen sich fielle? Gott sei gedankt! Geist erhebt, ich seh, durch dich der uns den Sieg so herrlich gestärkt, aufs Grab mit uners bat in diesem Krieg durch Je- schrocknem Aug' hinab. fum Chrift gegeben. 9. Welch eine Welt voll Ses Mel. Kommt, Menschenkinder, rühmt- ligkeit erwartet mich nach dieser 266, Dich ber ich an, er- Beit! Da findet der verklärte standner Held, Er- Christ das Heil, das unausretter einer Sünderwelt, du, sprechlich ist. unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 10. Der du für unsre Seele wachst, sie zu dir ziehst und 2. Um deinen Thron, der ewig felig machst, laß mich mit freusteht, glänzt Wahrheit, Heit digem Vertraun im Tod' auf und Majestát; ich nahe mich voll dich, Vollender, schaun! Zuversicht zu dir, denn du ver- Mel. Herr Gott, dich loben wir!- wirfst mich nicht. 267. Dich, Sieger! los 3. Herr, meine Seele preifetl ben wir, wir Christen 154 Von der Auferstehung Jefu Chrifti. Christen danken dir; jauchz', ich dir, du starbest mir, du les Himmel! jauchz', erlöste Welt! best mir; das Leben hast du besingt den Lebensfürst, den wiederbracht, unsterblich haft Held! preist Jesum, der vom du mich gemacht. Der Vater Tod erstand, der alle Feind' er liebt und höret dich, bitt' ihn legt' und band. Nun ist ihm auf deinen Thron für mich! Bes alles unterthan; fallt vor ihm schütze, Herr der Herrlichkeit, nieber! betet an! Heilig ist dein Volk, die heil'ge Christens Jesus Christ! Heilig ist Jesus heit; mach aller Feinde Macht Chrift! Heilig ist Jesus Christ! zu Spott! Erhör' uns, lieber der auferstanden ist. Herre Gott! Amen. Mel. Vom Himmel hoch, da - 2. Der Ewige stieg von dem Thron, kam zu uns, ward ein Menschensohn. Er áufferte sich der Gewalt, sein Heilandskleid 268. Du Volk des Heis lands, Christens war Knechtsgestalt, mit einem heit, ermuntre dich zur Frühs fanften Liebessinn ging Gottes tichkeit! Dieß ist ein Fest, das Lamm zur Schlachtbank bin. Sesus macht; er lebt, er ist Er zahlte für die ganze Welt vom Tod' erwacht. sein Blut, das theure Löse: 2. Er lebt, er lebt zu unserm geld; er starb am Kreuz, von Heil! Mach ihn zu deinem Trost Gott verflucht; mein Heil ist und Theil; geh zum Erstande seine Sterbensfrucht; er geht nen dankbar hin, der beste ins Grab, hier ruht er aus; Dank ist: Glaub' an ihn! Grab, du bist nun mein Fries denshaus. 3. Ofroher Blick! ich seh ihn schon, den hocherhabnen 3. Tag, der des Jubels wür Menschensohn; dort sieht der dig ist! Erstanden ist der heil'ge auferweckte Held! Frohlock' und Christ. Sel, Ostertag der Chrizjauchz' ihm alle Welt! stenheit, ein Tag der Freud' und 4. Sein Fleisch, an dem er Heiligkeit! Das Grab ist leer; für mich litt, bringt er aus seis Gott ist versöhnt, mein Heilandnem Grabe mit; auch aufers wird mit Schmuck gekrönt; der standen ist er mein und ich bin Richter läßt den Bürgen los; todt und lebend sein. ich bin erlöft; mein Trost ist 5. Weicht, Furcht und Feins groß! Ist Gott für mich genug de, weicht von mir! Mein gethan; wer ist, der mir noch Freund, mein Schatz, mein schaden kann? Kein Feind ist Trost ist hier. ,, So wahr ich les mir mehr fürchterlich; denn Je- be, spricht der Herr, dich stärk fue lebt und schützet mich.*) ich, du Erlöseter!" Mel. Täglich, Herr Gott, wir- 6. Bei Satans List und 4. Held, ewig, ewig dank' Macht und Wuth, bei hartem *) Hier müssen sechs Strophen der Melodie übergangen werden. Kampf 155 Von der Auferstehung Jesu Christi. Kampf bis auf das Blut, bei ihre Bahn, er lebt und herrscht Noth, vor der der Weltheld mit Gott vereint und ist dein bebt, dieß ist mein Trost: Mein König und dein Freund. Heiland lebt! 4. Macht, Ruhm und Ho 7. Gieb, Held, mir auf der heit immerdar dem, der da ist Pilgerschaft zum Leben, das aus und der da war! Sein Name Gott ist, Kraft, daß ich, ge- sei gebenedeit von nun an bis trost auf dich, die Bahn, die in Ewigkeit! du mir zeigest, wandeln kann. 5. Glaube, der das Herz 8. Des Todes Stachel ist entserhöht! Was ist der Erde Mazwei, wir sind von seiner Herr- jestát, wenn sie mein Geist mit schaft frei; wer an dich glau: der vergleicht, die ich durch bet, stirbet nicht, wer glaubet, Gottes Sohn erreicht? kommt nicht ins Gericht. 6. Vor seinem Thron in seis 9. Ich weiß, daß du, mein nem Reich unsterblich, heitig, Lebensfürst, auch meinen Leib er- Engeln gleich und ewig, ewig wecken wirst; du machst von's selig sein; Herr, welche Herrs Todes Band ihn los, denn deilichkeit ist mein! ne Lieb' und macht sind groß. 7. Mein Herz erliegt froh uns 10. Mit Freuden schließ' ich ter ihr; Lieb' und Bewundrung meinen Lauf, mit größern Freukámpft in mir, und voll von den steh' ich auf; mit Freuden Ehrfurcht, Dank und Pflicht, eil' ich durch die Luft, wenn mich fall' ich, Gott, auf mein Ans des Freundes Stimme ruft. gesicht. 11. Mit Freuden werd' ich 8. Du, der du in dem Hims vor ihm stehn, mit Freuden in mel thronst, ich soll da wohnen, den Himmel gehn; mit ew'ger wo du wohnst! Und du erfüllst Freude werd ich den, der ewig einst mein Vertraun, in meinem lebet, ewig sehn. Fleische dich zu schaun! Mel. Vom Himmel hoch, da9. Ich soll, wenn du, des Les 269, Frinnre dich, mein bens Fürst, in Wolken göttlich Geist, erfreut, des kommen wirst, erweckt aus meis hohen Tags der Herrlichkeit! nem Grabe gehn und rein zu Halt im Gedächtniß Jesum deiner Rechten stehn! Chrift, der von dem Tod' erstanden ist! - 10. Mit Engeln und mit Ses raphim, mit Thronen und mit 2. Fühl' alle Dankbarkeit für Cherubim, mit allen Frommen ihn; als ob er heute dir erschien, aller Zeit soll ich mich freun in als spräch' er: Friede sei mit dir! Ewigkeit! so freue dich, mein Geist, in mir. 11.3u welchem Glück, zu wels 3. Schau über dich und bet' chem Ruhm' erhebt uns nicht ihu an! Er mißt den Sternenldas Christenthum! Mit dir ges freus 156 Von der Auferstehung Jesu Chrifti. kreuzigt, Gottes Sohn, sind leb' in ihm! Das Haupt läßt wir auch auferstanden schon. feine Glieder nicht; dieß bleibet 12. Nie komm' es mir aus meine Zuversicht! Hallelujah! meinem Sinn, was ich, mein Mel. Sei Lob und Ehr' dem Heil, dir schuldig bin; damit 271. Erstandner, ich froh ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. locke dir, mein ist dein Sieg, dein Leben! Du lebst 13. Er ist's, der Alles in uns und herrscheft, um auch mir dein schafft; sein ist das Reich, sein ew'ges Heil zu geben, um meis ist die Kraft! Halt im Gedächtner Seele Trost zu sein, zur niß Jesum Christ, der von dem Zugend Kraft mir zu verleihn Tod erstanden ist. - und mich zu Gott zu führen. Mel. Erfchienen ist der herrl. 270, Gr lebt, er lebt! 2. Dein Leben in der Majestát befestigt unsern Glauben. Wer Christenheit, Heil kann, da dich dein Gott erhöht, dir in Zeit und Ewigkeit! Das den großen Trost uns rauben, Grab ist leer, der Sieg ist sein daß du uns von der Sünde und wir, Erlöser, wir sind Macht Befreiung hast an's dein! Hallelujah! Licht gebracht, den Himmel 2. Wo ist, o Tod, dein Sta: uns eröffnet? chel nun? Was kann uns jetzt 3. Gieb nur, daß, weil ich die Hölle thun? Er sitzt auf sei- hier noch bin, ich christlich vor nes Vaters Thron, zu unserm dir wandle und jederzeit nach Trost, des Menschen Sohn. deinem Sinn rechtschaffen denk Hallelujah! und handle, damit ich, wenn 3. Die bangen Zweifel sind ich aufersteh' und dich, des Tozerstreut. Wir sehn des Siegers des Sieger, seh', nicht angstvoll Herrlichkeit, der seine Feinde vor dir bebe. überwand, der starb und wie: der auferstand. Hallelujah! 4. Wo du, Herr, bist, soll auch dein Freund, hier schon dir ganz 4. Gelobt, gelobt sei Jesus ergeben, auch ewig dann mit dir Christ, daß er vom Tod' er- vereint, wie du verheißest, leben. standen ist. Lob sei dem Herrn Laß dieses Glück mein Erbtheil der Herrlichkeit von Ewigkeit sein; so werd' ich dein mich ewig zu Ewigkeit. Hallelujah! freun, du Todesüberwinder! 5. Auf diesen Felsen will ich Mel. Wie schön leuchtet der- bau'n. Er lebt! dieß stärker 272, Frohlockt dem Herrn! mein Vertraun; und flehet dort bringt Lob und Dank zu Gott für mich, sorgt für mich ihm, der des Todes Macht be: göttlich, brüderlich. Hallelujah! zwang und uns, den Staub, 6. Bei aller Leiden Unge- erhöhte. Der hohe Sieger übers stúm sei dieß mein Trost, ich wand! Nacht war um ihn, und - Von der Auferstehung Jesu Chrifti. 157 und sie verschwand in hellelfe Jesus lebt, mit ihm lebt, wer Morgenrothe. Bebet! gebet, im Glauben schwebt. Hallelujah. stolze Spotter, unserm Retter Preis und Ehre! glaubt an ihn und seine Lehre! 4. Ich glaub' an dich, mein Jesus Christ, daß du für mich ge= tödtet bist; wer an dich glaubt 2. Preis ihm! Heil uns! sein und zweifelt nicht, der kommt Grab ist leer. Fest siehet, wie ja nimmer ins Gericht. Hallel. ein Fels im Meer', das Wort, 5. Durch dich bin ich mitdas er gesprochen. Ofelig, Gott versöhnt, die Feindschaft wer sich ihm vertraut! Er hat ist ganz abgelehnt; ist Gott den Tempel neu gebaut, den versöhnt und nun mein Freund, blinde Wuth gebrochen. Seele, laß toben Welt und alle Feind'. wähle ihn zum Führer und Re: Hallelujah. gierer deines Lebens. Auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. 3um höbern Leben führt schafft; denn, wo du lebst, da er dich und nimmt gewiß dich komm ich bin, weil ich ein Glied einst zu sich, fällt deine Hütteldein's Leibes bin. Hallelujah. nieder. Das Grab empfängt 7. Du, Jesu, lebst und schüzzwar dein Gebein; doch nicht zest mich, darum mein Herze auf ewig wird es sein: verklärt freuet sich; ich kann nun nicht giebt er's dir wieder. Herrlich verloren sein: denn du bist mein wird sich dann aufs Neue seine und ich bin dein! Hallelujah! Treue offenbaren. Volles Heil wirst du erfahren. S. Jch leb' und werd' in Ewigs feit mit Jesu leben, oder Freud'! Das dank ich dir, mein Fels RECE Mel. Erschienen ist der herrl'che und Hort, hab Dank, Herr Jes 273. Früh Morgens, da su, hier und dort! Hallelujah. die Sonn' aufgeht, Mel. Kommt, Menschenkinder, rühmt- 6. Durch deiner Auferstehung Kraft ist ew'ges Leben mir vers mein Heiland, Chrisius, aufer: 274, Geſegnet ſei uns dies steht; vertrieben ist der Sünden fer Tag, daran der Nacht, Licht, Heil und Leben Feind darnieder lag. Der Herr, wiederbracht. Hallelujab. der Helden größter Held, hat ihn mit starkem Arm' gefällt. 2. Lebt Christus, was bin ich betrübt? ich weiß, daß er mich 2. Ja Alles, Alles, was uns herzlich liebt; wenn mir gleich droht, Sund', Elend, Teufel, alle, Welt stúrb' ab, g'nug, daß Hol' und Tod hat überwunden ich Christum bei mir hab. Jesus Christ, der uns vom Tod Hallelujah. erstanden ist. 3. Weil Jesus lebt, an den 3. Verschlossen, gleich als ich glaub, wer ist, der mir das Jonas, lag der Herr nur bis Leben raub'? Gott Lob! der star- lzum dritten Tag; und dann hält ihn 158 Von der Auferstehung Jesu Christi. ihn des Grabes Schoos verge- get all, deß freu dich sehr, lob bens fest; er reißt sich los. Gott mit Schall. Allelujah. 4. Das Leben siegt' und kam 3. Es ist noch nicht recht kund empor, daß seinen Raub der gethan, was er durch seine Sie: Tod verlor. Zerstört ist nun der gesfahn zum Besten dir hat mits Hölle Macht und ew'ge Wonn' gebracht aus der so blut'gen Tos ans Licht gebracht. desschlacht. Allelujah. 5. Erlös't durch Gottes star- 4. Ich hab' g'nug, daß mein ke Hand, die unsre Sklaverei Herr noch lebt und nun in laus gewandt, genießen wir das ter Freuben schwebt; ich weiß, Osterlamm, das unsre Lasten daß er mich herzlich liebt; er auf sich nahm. tröst't mich, wenn ich bin bes 6. Auch essen wir die süßen trübt. Allelujah. Brod', wovon Gott seinem Voll 5. Es sei ein Kreuz, so groß es gebot; kein Sauerteig soll bei will, er hat ihm doch gesetzt sein uns sei, der Herr macht uns Ziel; kein Angststein liegt so von Sünden rein. schwer auf mir, er wälzt ihn von mein's Herzens Thür. Allel. 7. Des Würgers schreckliches Gericht trifft nunmehr unsre Geete nicht. Uns kommt des Heilands theures Blut, das ich darinnen hab'; am jüngsten uns besprenget hat, zu gut. 6. Sterb' ich auch gleich und komm ins Grab, mein'n Sabbath Tag weckt er mich auf, führt 8. Dein Leiden, Herr, dein mich mit sich gen Himmel auf. Al. Tod und Grab drang uns die 7.Da hab' ich meinen Ostertag, herbsten Zähren ab. Doch die bin frei und leidig aller Plag', ser Tag, da Satans Heer be: daß ich kann seine Herrlichkeit sieget war, erfreut uns sehr. anschauen ewig voller Freud'.All. 9. Drum, großer Sieger, 8. Mit diesem Trost ergoß' fingen wir ein jauchzend Hal ich mich, so oft, Herr Christ, ich lelujah dir; dich preisen wir, denk' an dich; ich weiß, du wirst Herr Jesu Christ, der du vom an meinem End' mein' Seel' nehs Lod' erstanden bist. men in deine Händ'. Allelujah. Mel. Ich dank dir schon durchMel. Erschienen ist der herrl'che275. Gott Lob und Dank! 276, Hallelujah! der Heis es ist nunmehr die land lebt; nun ist fröhl'che Zeit jetzt kommen her, auf Erden Friede! Auf, ihr Ers daß unser Heiland, Jesus Christ, lösten! und erhebt den Herrn von Todten auferstanden ist. mit einem Liede. Allelujah. 2. Wir beugen dankbar unfre 2. Drum traure nicht, o meine Knie; der Gnád'ge und Geduld'ge Seel'! laß zittern Teufel, Tod der uns gerecht macht, Gott ist und Hill', dein Herr hat sie erle-[ hie; wer ist, der uns beschuld'ge? 3. Wer B Von der Auferstehung Jesu Chrifti. 159 3. Wer will verdammen? Gott gefallne Sünder, sind nun Jesus Christ war todt, und ist mit ihm versöhnt; sind Kinder lebendig; nun ist all' unsre und Erben seiner Seligkeit. Schuld gebüßt und unser Heil Bald, bald entschlafen wir, vollständig. entschlafen, Christo, dir; rub'n 4. Im Himmel und auf Er- im Friede die kurze Nacht, bis den tönt durch unzáhlbare Chó- deine Macht den Tag der Ewigre in Harmonie: wir sind ver- feiten ruft. föhnt; Gott und dem Lamm sei Ehre!" 3. Ob uns Gråber gleich bes decken, wirst du doch unsern 5. Der Heiland, der im Gra- Staub erwecken, der du des be lag, macht, nach vollbrach- Staubes Schöpfer bist. Du ten Leiden, uns seinen Aufer wirst unvergånglichs Leben und stehungstag zum Tage wahrer Kraft und Herlichkeit ihm ges Freuden. ben, dem Staube, der dir heis 6. Durch seiner Auferstehung lig ist. Wir werden ewig dein, Kraft wird uns der Geist ge gerecht und heilig sein. Hallegeben, der uns erneut und lujah! Tod und Gericht, era Lust verschafft, allein für ihn schreckt uns nicht! denn Jesus, zu leben. unser Mittler, lebt. 7. Hallelujah! Preis, Ehr' 4. Lob sei, Vater, deinem und Dank sei seinem großen Namen! Gelobt sei Christus! Namen; Anbetung, Ruhm und Amen, Amen! Gelobt sei Vas Lobgefang hier und dort ewig! ter, Sohn und Geist! Selbst Amen. Mel. Wachet auf! ruft uns- von seinen Seraphinen, die heis liger, als wir, ihm dienen, wird nie Jehovah gnug gepreis't. Doch ihr anbetend Chor loba su Christo Lob und Ehre! Wie singt zu ihm empor: ,, Heilig, groß, wie heilig ist sein Tag! heilig ist unser Gott, Gott Er, der Held, zerriß die Ban- Zebaoth! Die Welt ist seiner den des Todes und ist aufersian- Ehre voll!" 277. Hallelujah! Jauchzt, ihr Chöre! singe Je den, er der für uns im Gra be lag. Sein ist Gewalt und Mel. Wachet auf! ruft uns Macht! Preis ihm; er hat's 278, Hallelujah! Jesus les vollbracht! Hallelujah! er hat's bet. Erlöste Mens vollbracht, er der die Macht des schen, o erhebet des Gottvera Todes und des Grabes hat. föhners Majestät! Horts bes 2. Glorreich hat der Held getrübte Sünder! Gebet der Freurungen, hat mächtig Satans de Raum! denn Jesus lebet; Reich bezwungen, von Todes Gott hat ihm aus dem Staub' letten uns befreit. Wir, vonserhöht. D Seele! dein Gesang era 160 Von der Auferstehung Jesu Chrifti. erschalle ihm zum Dank! Hal- Ider du der Sünder Heiland bist, lelujah! Der Himmel tont: Hallelujah:,: Führ' uns durch Gott ist versöhnt! weil Jesus dein' Barmherzigkeit mit Freu: lebt, ist Gott versöhnt!" den in dein' Herrlichkeit, Hal 2 Tod, wo sind nun deine lelujah:,: Schrecken? Nicht ewig wird 4. Hier hat zwar der oft das Grab uns decken. Verwes't Angst und Noth, der glaubet der Leib gleich in der Gruft, und hält dein Gebot, Hallelus einst wird er zum bessern Lebensjah: Der ist der Welt ein sich aus des Todes Staub er- Hohn und Spott; doch großes heben, wenn Jesus den Ent- Heil folgt auf den Tod. Halschlafnen ruft; dann wird das leluja:.: toote Feld zu einer regen Welt. 5. Nun kann uns kein Feind Alles lebet; so wie verneut, zur schaden mehr, ob er gleich murrt, Frühlingszeit das Pflanzenreich ist's ohn' Gefahr, Hallelujah:,: die Erde kleid't. Er ist gestürgt, der arge Feind, 3. Erstandner! welch ein dagegen wir Gott's Kinder Segen erwartet uns, wenn wir seind, Hallelujab:,: 6. Drum danken wir Gott auf Wegen einher gehn, die dein Fuß betrat! Unnennbare allzugleich, und sehnen uns ins Seligkeiten, die ewig währen, Himmelreich. Hallelujah:,: Bis sind die Beuten, die uns dein an das End' helf' Gott uns Sieg erfámpfet hat. Bald sind all'n! io singen wir mit mit groa fie unser Theil. Bald kronet ßem Schall'n: Hallelujah:,: uns das Heil deines Lebens. 7. Dem Vater in dem höchs hallelujah! der Herr ist nah! ften Thron, sammt Chrifto, seis Bald ist der Tag des Sieges nem lieben Sohn, Hallelujah:,: Dem heil'gen Geiste gleicher 279. Heut triumphiret Got- Weis in Ewigkeit jei Lob und tes Sohn, der von Preis, Hallelujah:,: dem Tod erslanden schon, Hal. Mel. Was Gott thut, das ist- lelujah, Hallelujah. Mit gro: 280. Ich freue mich der da. und Herrlichkeit, deß frohen dayk'n wir ihm in Ewigkeit, ich werd' auferstehen! dann soll Hallelujah, Hallelujah. ich in der Herrlichkeit dich, 2. Dem Teufel hat er sein' mein Erlöser, sehen; dann werd Gewalt zerstört, verbeert ihm auch ich, o Herr, durch dich all' Gestalt, Hallelujah:,: Wielins Reich beglückter Frommen pflegt zu thun ein starker Held, auf ewig aufgenommen. der seinen Feind gewaltig fällt, Hallelujah:,: 2. Gewiß, du führst sie einst heran die Stunde der Erquifs 3.D süßer Herre Jesu Chrifi! tung, die Stunde, da ich hoffen fann Von der Auferstehung Jefu Chrifti. 161 kann Trost, Ruhe und Beglük- was sich hin und wieder als Theis kung. Da Engeln gleich, in le meines Wesens find't und Gottes Reich, ich mehr als meinen Leib zusammen bind't, auf der Erde ihn würdig prei- ganz richtig wieder haben. sen werde. 5. Das hab' ich je und je ges 3. Ich hoffe dann mit Freu- glaubt und fgff ein fest Vers digkeit, vor dir, o Herr, zu trauen; ich werde den, der ewig stehen, mit dir in deine Herr- bleibt, in meinem Fleische schaus lichkeit froblockend einzugehen.len; ja in dem Fleische, das hier O möcht' ich doch auf Erden stirbt und durch Verwesung erst noch, auf jene Seligkeiten mich verdirbt, verklärt werd' ich Gott würdig vorbereiten! sehen. 6. Ich selber werd' in seinem Licht ihn sehn und mich erquikweiß, mein Erlöser lebt, das wird sein Ans gesicht mit großer Luft erblicken; soll mir Niemand nehmen! Er ich werd' ihn sehen mir zur Freud lebt und was ihm widerstrebt, und werd' ihm dienen ohne Zeit, das muß sich endlich schämen. ich selber und kein Fremder. Er lebt, fürwahr! der starke 7. Trotz sei nun allem, was Held, sein Arm, der alle Fein- mir will mein Herze blöde mas de hält, hat auch den Tod be- chen! War's noch so mächtig, groß und viel, kann ich doch zwungen. 2. Deß bin ich herzlich hoch- fröhlich lachen. Man treib' und erfrent und habe gar kein Schen- spanne noch so hoch Sarg, Grab en vor dem, der alles Fleisch und Lod, so bleibet doch Gott zerstreut, gleichwie der Wind die mein Erlöser, leben. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 281. Spreuen. Nimmt er gleich mich und mein Gebein und scharrt 282. Jesus, Christus, uns mich in die Gruft hinein, was kann er damit schaden? ser Heiland, der den Zod überwand, ist aufer= standen, die Sünd' hat er ges fangen. Kyrie eleison. 3. Mein Heiland lebt, ob ich gleich werd' in Todesstaub mich strecken, so wird er mich doch 2. Der ohn' Sünde war gebos aus der Erd' hernachmals auf- ren, trug für uns Gottes Born, erwecken; er wird mich reißen hat uns versöhnet, daß uns Gott aus dem Grab und aus dem sein' Huld gönnet. Kyrie eleison. lager, da ich hab, so lang' er 3. Tod, Sünd', Teufel, Les will, geschlafen. ben und Gnad', All's in Hans 4. Dann werd' ich eben diese den er hat, er kann erretten Haut und eben diese Glieder, Alle, die zu ihm treten. Kyrie die Jeder jetzo au mir schaut, auch feleison. 11 Mel. 162 Von der Auferstehung Jesu Christi. Mel. Jesus meine Zuversicht. Mel. Ach, was soll ich Sünder283. Jejus lebt, mit ihm 284. Jeſus lebt, mit ihm foll wer, sind nun deine Schrecken? Er, wie er, die Tugend liebt, sich er lebt und wird auch mich von der Heiligkeit ergiebt, soll sich den Todten auferwecken. Er vers über's Grab erheben, sieht zur klärt mich in sein Licht; dieß ist Himmelsherrlichkeit seinen Leib meine Zuversicht. auch einst erneut. - 2. Jesus lebt, ihm ist das 2. Sollten wir nicht Jesu LehReich über alle Welt gegeben; ren, der zu unserm Heile starb, mit ihm werd' auch ich zugleich uns die Seligkeit erwarb, imewig herrschen, ewig leben. Gott mer gern und folgsam hören, erfüllt, was er verspricht; dieß ihnen unser Leben weihn und ist meine Zuversicht. uns ihres Werths erfreun? 3. Jesus lebt, wer nun vers 3. Preiset ihn, den Ueber: zagt, låstert ihn und Gottes winder, Menschen, Völker, Ehre. Guade hat er zugesagt, preiset ihn, der euch so viel daß der Sünder sich bekehre. Heil verliehn! Preiset ihn, ihr Gott verstößt in Chrifto nicht, Gotteskinder! einst erhebet Jes dieß ist meine Zuversicht. sus euch auch zu seines Vaters 4. Jesus lebt, sein Heil ist Reich. mein; sein sei auch mein gans zes Leben! Reines Herzens will 285. ich sein und den Lüsten wider= streben. Er verläßt den Schwa: Heiland ist im Leben! chen nicht; dieß ist meine Zuver- weiß ich, sollt' ich nicht darum ficht. mich zufrieden geben? Was die 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, lange Zodesnacht mir auch für nichts soll mich von Jesu scheis Gedanken macht. den, keine Macht der Finster: 2. Jesus, er, mein Heiland, niß, keine Herrlichkeit, kein Lei- lebt! ich werd' auch das Leben den. Er giebt Kraft zu dieser schauen, sein, wo mein Erlöser Pflicht; dieß ist meine Zuver- schwebt; warum sollte mir denn sicht. grauen? Lásset auch ein Haupt 6. Jesus lebt, nun ist der sein Glied, welches es nicht Tod mir der Eingang in das Le- nach sich zieht? ben. Welchen Trost in Todes- 3. Ich bin durch der Hoffnung noth wird er meiner Seele ge- Band zu genau mit ihm verben, wenn sie gläubig zu ihm bunden; meine starke Glaubensspricht: Herr, Herr, meine Zu- hand wird in ihm gelegt befunversicht! Iden, daß mich auch kein To.dest Jefus, meine Zuvers Jesus, versicht, und mein dieses 163 Von der Auferstehung Jesu Chrifti. desbann ewig von ihm trennen und Verdruß liegen unter eus kann. rem Fuß. 4. Ich bin Fleisch und muß 10. Nur daß ihr den Geist ers daher auch einmal zu Asche wer- hebt von den Lüften dieser Erden den, das gesteh' ich; doch wird und euch dem schon hier ergebt, er mich erwecken aus der Erden, dem ihr zugesellt wollt werden. daß ich in der Herrlichkeit um Schickt das Herz nur da hinein, ihn sein mög' allezeit. wo ihr ewig wünscht zu sein. Mel. Sei Lob und Chr' dem- 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich glaube; 286. Kommt wieder aus der Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe; und von ihm verklärt, werd' ich Jesum sehen ewiglich. finstern Gruft, ihr Gott ergebnen Sinnen! Schöpft neuen Muth und frische Luft, blickt hin nach Zions Zinnen; Tag' des Todes Reich besieget. 6. Dieser meiner Augen Licht denn Jesus, der im Grabe lag, wird ihn, meinen Heiland, ken: hat, als ein Held, am dritten nen; ich, ich selbst, kein Frem: der nicht, werd' in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 2. Auf! danket ihm mit Herz und Mund am Lage seiner Freus den; er hat den ew'gen Gnas denbund gegründet durch sein 7. Was hier krank ist, seufzt Leiden; er hat dem Tod' ents und fleht, wird dort frisch und wandt die Macht, das Leben herrlich gehen! Irdisch werd' ich aber wiederbracht und unvers ausgesát; himmlisch werd' ich gänglich Wesen. auferstehen. Hier geh' ich natür: lich ein; nachmals werd' ich geistlich sein. 3. Nun tritt, was Christo ähnlich ist, in Glaubenskraft zusammen; weil Christus auf= 8. Seid getroft und hoch er- erstanden ist, wer will sein Velk freat, Jesus trágt euch, meine verdammen? Hier ist der Mann, Glieder! Gebt nicht Statt der der überwand und nach zerrißTraurigkeit; sterbt ihr, Christus nem Todesband zur Rechten ruft euch wieder, wenn einst Gottes fizet. seine Stimm') erklingt, die auch durch die Gråber dringt. *) Joh. 5, 28. 4. Du wohlgeplagtes Christenheer, vergiß, was drückt und naget! Gesetzt, es häuft sich 9. Lacht der finstern Erden mehr und mehr; nur frisch dars kluft! Lacht des Todes und der auf gewaget! Der durch des Höllen! Denn ihr sollt euch durch Grabes Siegel brach, auch zu die Luft) eurem Heiland zuge: dem Tode mächtig sprach: Wo sellen; dann wird Schwachheit ist nunmehr dein Stachel? 1.Theff. 4, 17. 5. Ja Chrifti Sieg ist gut das 11* für, 164 Von der Auferstehung Jesu Chrifti, für, der lehrt uns überwinden heut der Herr der Herrlichkeit, und öffnet Riegel, Schloß und den Gott selbst hat erforen zum Thür; Trot Teufel, Hill' und Sündenbüßer, der sein Blut Sünden! Mit diesem großen am Kreuz vergossen, uns zu gut, Siegesmann ist Alles kurz und vom Tod' ist auferstanden. gut gethan. Wo bleibt dein 2. Wie schön hast du durch Sieg? o Hille! deine Macht, du wilder Feind 6. 3um Siegel solcher Se- des Lebens! den Lebensfürsten ligkeit giebt uns der Herr zu umgebracht? Dein Stachel ist essen die Speise der Unsterblich vergebens durch ihn geschossen, keit*), die Niemand soll vergesschnöder Feind, du hättest wahrs sen; der Lebenssaft uns heilsam lich! wohl gemeint, er würd' tránkt, den das erwürgte Lamm im Staube bleiben. uns schenkt. O edler Ostersegen. 3. Nein! nein! er trågt sein *) Joh. 6, 51. 7. Gott, unserm Gott sei Lob Haupt empor, ist mächtig durchs gedrungen durch deine Bande, und Dank, der uns den Sieg ge- durch dein Thor, ja, hat im Sieg' geben, der das, was hin ins Ster verschlungen dich selbst, daß, wer ben sank, hat wiederbracht zum an ihn nur glaubt, von dir jetzt Leben. Der Sieg ist unser: Jesus ein Gespötte treibt und speicht: lebt, der uns zur Herrlichkeit Wo ist dein Stachel? erhebt. Gott feit dafür gelobet. 4. Denn deine Macht die ist Mel. Kommt Menschenkinder, rühmt- dahin und keinen Schaden brins 287, Nun freut euch all' get dem, der sich stets mit Herz und jubilirt und und Sinn zu diesem Fürsten lobet Gott, wie sichs gebührt, der schwinget, der fröhlich spricht: seinen Sohn gab in den Tod, zu ,, Ich leb' und ihr sollt mit mie helfen uns aus aller Noth. leben für und für, weil ich es 2. Er, als das rechte Oster- euch erworben." lamm, geschlachtet an des Kreu 5. ,, Der Tod hat keine Kraft zes Stamin, von wegen unsrer nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht Missethat, die er dadurch bescheuen; ich bin sein Sieg'sfürst zahlet hat. und sein Herr, deß sollt ihr euch 3. Er ist auch auferstanden erfreuen; dazu so bin ich euer heut, uns allen zur Gerechtig- Haupt, drum werdet ihr, wenn keit; die Sünd' kann uns nicht ihr mir glaubt, als Glieder mit schaden mehr, ihm sei dafür mir leben." Lob, Preis und Ehr! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 6.Der Hollen Sieg der ist auch mein, ich habe sie zerstöret, es darf 288. Sei fröhlich Alles nicht fürchten ihre Pein, wer mich weit und breit, und mein Wort höret, und weil was vormals war verloren, weil des Teufels Macht und List ges Dampit, Von der Auferstehung Jefu Chrifti. 165 dämpft, sein Kopf zertreten ist, frechtigkeit liegt nun der Stein mag er ihm auch nicht schaden." vom Grabe weit, der Tod zu 7. Nun Gott sei Dank! der deinen Füßen. uns den Sieg durch Jesum hat 5. ,, Ich lebe! Friede sel mit gegeben und uns den Frieden euch! ich leb' und ihr sollt les für den Krieg und für den Tod ben! mir ist die Macht, mir das Leben erworben, der die ist das Reich des Vaters übers Sünd' und Tod, Welt, Teufel, geben!" Welch herrlich Wort! Höll' und was in Noth uns mein Herr und Gott! Nun fiürzet, überwunden. fürcht' ich nicht mehr Grab und Tod: ich sehe dich lebendig. Mel. Wenn mein Stündlein 289. Wenn der Gedanke 6. Ich weiß gewiß, mein Heiland lebt, auch mich wird er er= mich erschreckt, wecken; mein Leib, den er so daß dieser Leib aus Erde, ent- hoch erhebt, verlacht des Todes feett, mit Erd' und Staub be- Schrecken, erwacht, wenn ſeine deckt, selbst Erd' und Asche wer- Stimme ruft, geht herrlicher de: dann, mein Erlöser, tröfte aus seiner Gruft, dem Leibe mich die Wahrheit, daß ich fest Chrifti ähnlich. an dich, den Auferstand'nen, glaube! 7. Mit diesen Augen werd' ich dich, Gott, mein Erlöser, 2. Der Tod zerstöre mein Geschauen. Dann, dann wird deine Hand für mich ein Haus bein, du hast ihn doch bezwungen, haft mir durch deines Todes Friedens bauen. Zu meis. des Pein Unsterblichkeit errun- ner Freude schau ich dann dich, gen. Die hoff' ich, weil Gott den ich hier nicht sehen kann, aus der, Gruft ins Leben nen Leib einst ruft, der erst zu Staub verweset. ei- und doch von Herzen liebe. 8. Dann werd' ich deiner Huld mich freun, in deinem Lichte 3. Hab' ich oft auf der Erde glänzen; dann wirst du mein nichts, als Arbeit, Müh' und Vollender sein, mein Haupt Leiden; getrost! ein Schimmer mit Wonn' umglänzen. Chrideines Lichts entdeckt mir ew'ge sten, beiligt euch! bedenkt, was Freuden. Dein Auferstehn macht Jefu Auferstehung schenkt! Lobmich gewiß, zerfreut des Grafing ihm, meine Seele! bes Finsterniß, verheißt mir Auferstehung. Mel. Ach, bleiß mit deiner 4. Du konntest durch der Gott: 290, Willkommen, Held beit macht aus deinem Grabe im Streite, aus - gehen und aus der kurzen To- deiner Grabeskluft! Wir tridesnacht, zum Trost mir, aufumphiren heute um deine leere erstehen. Zum Siegel der Ge Gruft. 2. In 166 Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. 2. In der Gerechten Hüt- den Schatz uns finden, der ewig ten schallt schon das Sieges- kann erfreun. lied, du trittst selbst in die 6. Sind wir mit dir gestors Mitten und bringst den Oster- ben, so leben wir mit dir; was fried. uns dein Tod erworben, daß stell uns täglich für. 3. Ach! theile doch die Beute uns, deinen Gliedern, aus; wir alle kommen heute deswegen in dein Haus, 7. Wir wollen hier ganz frdhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 4. Schwing deine Siegesfah ne auch über unser Herz und zeig uns einst die Bahne vom Grabe himmelwärts. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeit ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in 5. Laß unser aller Sünden, ins Gnaden und rufen nun: Tris Grab verscharret sein und laß umph! XIII.Von der Himmelfahrt Jesu Christi. Mel. Vom Himmel hoch dajihr Haupt. Lobsinget ihm! Lob: 291. Auf Jesu Jünger, freu- singet ihm mit hoher Stimm'! et euch! der Herr 6. Ja, Heiland! wir erheben fährt auf zu seinem Reich, er dich und unsre Herzen freuen triumphirt. Lobsinger ihm! Lob: sich der Herrlichkeit und Majes finget ihm mit heller Stimm'! stát, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht, zerstört hat er des 7. Wohl nun auch uns! Lodes Macht; er hat die Welt Denn, Herr, bei dir steht Kraft mit Gott versöhnt und Gott hat und Macht und dein sind wir. ihn mit Preis gekrönt. Nimmst du dich unser hülfreich 3. Weit, über alle Himmel an, was ist, das uns gebrechen weit, geht seine Macht und kann? Herrlichkeit; ihm dienen selbst 8. In deiner Hand ist unser die Seraphim. Lobsinget ihm Heil. Wer an dich glaubt, dem mit froher Stimm'! giebst du Theil am Segen, den 4. Sein sind die Volker aller du uns erwarbst, als du für Welt; er herrscht, der siegge uns am Kreuze starbst. kronte Held! er herrscht, bis 9. O zich uns immer mehr unter seinen Fuß der Feinde zu dir; hilf uns, mit eifrigster Heer sich beugen muß. Begier nach dem nur trachten, 5. Er schützet seine Christenheit, was dort ist, wo du, verklärter erhält sie bis in Ewigkeit; er ist Heiland, bist. 10. Dein - Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti. 167 10. Dein Eingang in die Herr- wir, stårk' uns mit heil und Kraft lichkeit stårk uns in unsrer Prů- von dir! Gelobt sei Gott! fungszeit, nur dir zu leben, dir 2. Daß unser Heiland, Gota zu traun, bis wir dereinst dein tes Sohn, erhoben auf des Va= Antlitz schaun. ters Thron, für uns stets liebs 11. Dann wird sich ewig un- reich sorgt, das preis't der Froms fre Seel' in dir erfreun, Imma- men dankerfüllter Geist. Gelobt nuel! Dann singen wir von dei- sei Gott! nem Ruhm' ein neues Lied im Heiligthum. 3. Ihm sind die Himmel uns terthan; ihn beten selbst die Ens gel an; er lebt und herrscht, dem Vater gleich, und hat, wie er, ein ewig's Reich. Gelobt sei Gott! 4. Er hat der Sünder Heil meine Nachfahrt gründe, und vollbracht; denn er bezwang der allen Zweifel, Angst und Pein Sünde Macht, bezwang den hiermit stets überwinde; denn Tod und uns beschützt er, der weil das Haupt im Himmel ist, zur Rechten Gottes sitzt. Gewird seine Glieder Jesus Christ tobt sei Gott! zu rechter Zeit nachholen. Mel. Nun freut euch, lieben 292. Auf Christi Himmet fahrt allein ich 5. Er hat gesiegt, wir siegen 2. Weil er gezogen himmel- mit! Wer will verdammen? Er an und große Gab' empfangen, vertritt! Es klage, wer nur will, mein Herz auch nur im Himmel uns an; er nimmt sich seiner kann, sonst nirgends, Ruh' er: Brüder an. Gelobt sei Gott! langen; denn wo mein Schatz 6. Er selbst ist unser höchstes gekommen hin, da ist auch stets Gut; denn er erwarb uns durch mein Herz und Sinn, nach ihm sein Blut des Vaters Gnad' und mich stets verlanget. gab den Geist, der uns zum Leben unterweist. Gelobt sei Gott! Ach Herr! laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spů 7. Wohl dem, der nur auf ihn ren, daß mit dem wahren Glaus vertraut, fein Heil auf diesen ben ich mag meine Nachfahrt Felfen baut! Sünde, wir zieren, und dann einmal, wenn entsagen dir! Dem Herrn des dir's gefällt, mit Freuden schei- Himmels dienen wir. Gelobt den aus der Welt: Herr, höre sei Gott. doch mein Flehen! 8. Er leitet uns und unser ist das Reich, dein Himmel, Mel. Erschienen ist der herrl. Jesu Christ! Dann werden, 293. Der du zu Gott er durch den Glauben dein, wir deihöhet bist, dunes Ruhms uns ewig freun. Ges - fuhrst zum Himmel, Jesu Christ! lobt sei Gott! O Gott mit uns! dir danken 9. Du hast die Menschen nicht ver: 168 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. verschmäht, hast uns erlöst und 3. Alles sollen wir empfans bist erhöht; erböre nun auf deigen, was uns Noth ist; denn nem Thron uns, deine Brü- du bist in den Himmel eingegans der, Gottes Sohn! Erhör uns gen, der nun unsre Heimath Gott! ist. Da regierst du, da vollena 10. Erhalt uns deine Lehre, dest du dein großes Werk und gieb zu allem Guten Kraft und sendest deinen Geist auf die hers Trieb, gieb in Versuchung Si- ab, die zum Erbe Gott dir gab. cherheit, im Leiden Muth und Festigkeit! Erhör uns Gott! 4. Herrlich wirket deine Lehre; denn du gabst ihr Licht 11. Herr, nimm uns an, und Kraft: Sünde macht sie, wenn du Gericht zu halten Gott zur Ehre, gläubig und kommst, verstoß uns nicht! laß gewissenhaft. Alle lehret sie, uns zu deiner Rechten stehn den Sünden widerstehn und und deine Herrlichkeit uns sehu! überwinden; straucheln sie in Erhör uns Gott! ihrem Lauf, hilfst du ihnen 12. Dann fürchten wir den mächtig auf. Tod nicht mehr und jauchzen, 5. Du vertrittst bei Gott die wie der Engel, Heer, daß du Deinen; du versäumst sie, Heis der Herr, o Jesu Christ, daß land, nie. Ale Thränen, die du so hoch erhaben bist! Ge- sie weinen, zábist du und bes Lobt sei Gott! lohnest sie. Ale, welche stands haft glauben und mit dir vers Mel. Jesu, der du meine Seele-einigt bleiben, führst du aus 294. Großer Mittler, der der Welt hinaus hin in deines zur Rechten Got- Vaters Haus. tes, seines Vaters, sitzt und 6. Du entziehst dich auch die Schaar von seinen Knechten den Armen, die nech nicht bes überall beglückt und schützt! kehrt sind, nicht, weil dein Dir frohlocken, dir zur Ehre, Herz dir aus Erbarmen über aller deiner Engel Heere, und ihrem Elend bricht; bittest in ihren Lobgesang jauchzet Gott, sie zu verschonen, nach aller Frommen Dank. Verdienst noch nicht zu lohnen, 2. Denn du kamst uns zu er- Seit zur Buße zu verleihn, der lösen und das Opfer ist voll sich selbst die Engel freun. bracht, das von aller Schuld 7. So vertrittst du, so regles des Bösen uns befreit und rest du dein Erbe, bis du einst selig macht. Allen giebst du heil ganz dein großes Werk vollfühund Leben, die sich glaubig dir rest, wenn du zum Gericht' erz ergeben. Herr, du starbst und scheinst. Dann ist Ernte! Heil überwand Tod und Grab; den Christen, welche kämpften deun du ersandft. mit den Lüsten, weil sie deinem Throu Von der Himmelfahrt Jefu Chrifti, 169 Dort Thron sich nahn, deine Kronen des Vaters Reiche zu. zu empfahn! belohnst du das Vertraun deis 8. Großer Mittler, sei erho- nen Gläubigen durch Schaun, ben! Weil wir leben, wollen und verwandelst ihre Leiden in wir deiner Herrschaft Würde unnennbar große Freuden. loben, opfern Dank und Ehre dir. Können wir einst nicht Mel. Aus meines Herzens Grunde- mehr beten: wollest du uns noch vertreten, bis der ganz verklärte Geist dich mit allen Himmeln preis't! 296. Mein Jefus triumphis ret und nimmt den Himmel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden 295, Herr, du gingst zu nach überstandnem Leiden. Loba Mel. Freu dich sehr, o meinedeinen Freuden, singt, lobsinget ihm! gingst zu deiner Herrlichkeit; 2. Wohl uns, die auf ihn doch uns drücken noch die Leiden hoffen! Nun, Jesus triumphirt, dieser Unvollkommenheit. Führ steht uns der Weg auch offen, uns aus der dunkeln Nacht durch der zu dem Himmel führt. Er die Größe deiner Macht, du hast selbst, er macht uns Bahn. Wer ja zum bessern Leben uns die hier nun an ihn glaubet, ihm Hoffnung selbst gegeben. folgt und treu ihm bleibet, der 2. Laß uns zu dem fünft'gen wandelt himmelan. Glücke unser ganzes Herz dir 3. Nur dort, nicht hier auf weihn und mit hoffnungsvol- Erden, ist unser bestes Theil. lem Blicke uns der frohen Zu- Um selig einst zu werden, erkunft freun, uns mit eifrigem warb der Herr uns Heil. Erlös's Bemühn nied'rer Sinnenlust te, macht euch auf! Wo Jesus entziehu, auf dem Weg' der Zu- hingegangen, dahin blickt mit gend wandeln und nach deinem Verlangen! Dahin geh' euer Beispiel handeln. Lauf. 3. Laß uns alles das verach- 4. Herr, hilf uns eifrig rinten, was uns Reiz zur Sünde gen nach jener Herrlichkeit. Laß ist, nur nach jenem Reiche trach- unsern Fleiß gelingen und stärk ten, wo du, Jesu, Herrscher uns in dem Streit. Laß uns in bist. Wollust, Ehrsucht und Ge- dieser Welt im Glauben an dich winn reiß' uns nie zur Erde hin; wandeln, so denken und so hanbenn oft sind die Erdengüter das deln, wie dir es wohlgefällt. Verderben der Gemüther. 5. Was sind der Erde Freus 4. Ruft Gott frühe oder spå den? wie bald sind sie dahin! te uns zu unsers Grabes Rub, O, hilf uns alles meiden, was so bereit auch uns die Stättenlhier noch unsern Siun vereitelt, 170 Von der Himmelfahrt Jesu Christi. und uns stört, auf deinen Ruf 7. Erlöser, dir sei Preis und zu achten, und nur nach dem zu Dank für dieser Hoffnung Werth. trachten, was ewig Heil ge- Dir weih' ich höhern Lobgesang, währt. wenn mich dein Arm verklärt. 6. Sei du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit und bring uns immer weiter zu deiMel. Wie schon leuchtet derwundergroßer Siegesheld, Erlöser, ner Herrlichkeit, bis diese Zeit 298, vorbei, bis wir dich, Heiland, Richter, Herr der Welt! heut fehen und freudig vor dir ste- hast du dich erhoben zur rechten hen, von allem Kummer frei. Hand der höchsten Kraft; dein Arm hat dir den Sieg geschafft, durch den du jetzt dort oben Heiland prachtig, mächtig triumphierest schwingt sich und regierest. Tod und Leben voller Pracht durch alle Wolken sind, Herr Christ, dir übergeben. hin; zum großen Schauplatz seis ner Macht begleiten Engel ihn. 2. Dir dienen alle Seraphim, dir jauchzen sie mit hoher Stimm, 2. Er, den die Welt verkannt, dich, ihren Herrn zu loben. Du verschmäht, den Gott so hoch haft den Segen wiederbracht erhob, sein Sohn herrscht jetzt und dich mit Majestät und in Majestát; ihm jauchzt der Pracht zur Herrlichkeit erhoben. Himmel Lob. Singet! bringet Ruhm; und 3. Er hat die Welt mit Gott ehret den, der fähret durch die versöhnt, uns ew'ges Heil gehimmel, mit frohlockendem bracht; mit Preis hat ihn nun Getümmel. Gott gekrönt und sein ist alle Macht. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 297. Mein - - 3. Du bist das Haupt, hinges gen wir sind Glieder und es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried' und Freude, Stárk' und Kraft und was uns sonst Erquickung 5. Welch hohes Glück! mir schafft, wird uns von dir gegemehr noch werth, als alles Er- ben. Rühre, führe, ew'ge Güz denglück! Nun zag' ich, was te! mein Gemüthe, daß dich's mich auch beschwert, nicht einen preise, dir Lob, Ehr' und Ruhm Augenblick. erweise. 4. Auch dich will er zu sich erböhn, bleibt ihm dein Herz ge weiht; zur Woune dir sollst du ihn sehn in seiner Herrlichkeit. 6. Einst öffnet mir sein Him- 4. Zieh, Jesu, uns, zieh uns met sich, dann ist mein Leid ent- nach dir! Hilf, daß wir emsig flohn, und ew'ge Wonne strömt für und für nach deinem Reiche auf mich von meines Jesu trachten. Laß uns im Wandel Throu, theilig, rein, voll Sanftmuth und Von der Himmelfahrt Jesu Chrifti. 171 und voll Demuth sein, die Uep- j nem Reich als wahrer Gott und pigkeit verachten. Unart, Hof- Mensch zugleich. Hallelujah! fart laß uns meiden, auch im 4. Jm Himmel er sich hoch Leiden wohl ergründen, wo die erhebt und über alle Engel Hülfe sei zu finden. schwebt; die Menschen alle er 5. Sei gegen aller Feinde regiert und alle Kreaturen Truß, Herr Jesu! unser star- führt. Hallelujah. ker Schutz, darauf wir uns ver und 5. Zu Gottes Rechten er mit lassen. Zieh uns zu dem, was macht hat Alles unter sich ges droben ist; auf Erden wohnet bracht und lebet jetzt im Hims Trug und List in denen, die melsthron als Gottes dich hassen. Lügen, Trügen, Mariens Sohn. Hallelujah. Angst und Plagen sind's, die 6. Mit Teufel, Welt, Sünd', nagen, sind's, die quälen die Höll' und Tod hat es jetzund dir treu ergebnen Seelen. gar keine Noth; wenn sie uns 6. mein Erlöser, Gottes wollen fechten an, den Sieg uns Sohn! sich auf uns von dem Niemand nehmen kann. Hallel. Himmelsthron, komm, stille 7. Wohl dem, der ihm vers das Verlangen! Der du auch trauen thut und hat in ihm nur selber uns zu gut, als Hoher frischen Muth, der mag erfaha priester, durch dein Blut, in's ren alles Leid; in Christo bleibt Heiligthum gegangen, kommer voller Freud'. Hallel. doch! weil noch unsre Herzen 8. Er ist's, der uns das höch= unter Schmerzen und mit Thraste Gut erworben durch sein. nen sich nach deiner Zukunft theures Blut und das Gefängsehnen. niß in der That gefangen weggeführet hat. Hallel. Mel. Erschienen ist der herrl. 9. Wir freuen uns aus Her299, Wir danken dir Herr zensgrund und singen fröhlich Jesu Christ, daß mit dem Mund: Er, Christus, du gen Himm't gefahren bist. unser Fleisch und Blut ist uns O starker Gott, Smmanuel! ser allerhöchstes Gut. Hallel. stark uns an Leib, stárk' uns an Seel! Hallelujah! 10. Durch ihn der Himmel unserist; hilf uns, o Bruder, Jes 2. Nun freut sich alle Chri- fu Christ, daß wir nur trauen stenbeit und singet jetzt und al fest auf dich und durch dich les lezeit Gott Lob und Dank im ben ewiglich. Hallel. höchsten Thron, weil unser 11. Amen, Amen, Herr Jesu Freund ist Gottes Sohn! Hall. Christ, der du gen Himm'l ges 3. Gen Himmel er gefahren fahren bist; erhalt uns, Herr, ist, der bei uns bleibt zu aller bei reiner Lehr', ein sel'ges Ende Frist und herrscher nun in sei- luns bescher. Hallelujah! XIV. - 172 XIV. Auf das heilige Pfingstfest. Mel. Werde munter, mein Gem.-Idenglanz auf sie. Sie will nicht 300. 2o hoch hat Gott vom Bösen lassen; drum pflegt geliebet dich, du sie das Licht zu haffen. arge schnöde Welt, daß er deinen 6. Wer das Arge thut mit Sohn dir giebet als das theure Freuden, der ist auch des LichLösegeld, auf daß du und Jeder- tes Feind, daß er nicht möcht' man, der ihn faßt mit Glauben Strafe leiden, weil die Werke an, nicht mit dem verdamm- böse seind. Wer die Wahrheit ten Haufen dürfe ins Verder liebt und übt und der Zugend ben laufen. sich ergiebt, der läßt seine Werke 2. Sondern, daß er ewig lebe sehen; denn sie sind in Gott und in Freuden ohne Zahl mit geschehen. und bei den Engeln schwebe vor dem Herren, frei von Mel. Sei Lob und Ehr Qual. Denn Gott hat aus seis 301. Auch Sünder können nem Thron darum nicht gesandt selig sein, nicht den Sohn, daß er soll die Men- sterben, sondern leben. Wer schen richten und verdammen; gläubig werden will und rein, nein, mit nichten! dem will der Herr vergeben. - 3. Vielmehr soll er selig ma- Er, der uns nicht zum Zorn chen Jedermann, der sich bekehrt, erschuf, er will's; und dieses und der aus des Teufels Rachen ist dein Ruf, dein Ruf, o Geist frei zu sein mit Ernst begehrt. des Vaters! 2Ber beständig glaubt an ihn, 2. Zu allen Völkern sendest hat das Leben zum Gewinn; wer du die Boten Jesu Chrifti: ,, Wer nicht glaubet, der wird müssen mud' ist, komm' und suche Rub' vor Gerichte stehn und büßen. im Reiche Jesu Christi; hier fin 4. Denn er eben ist und bleibet det er fie, hier!" So schallts Gottes eingeborner Sohn, an vom fernen Aufgang her, so deß Namen er nicht glaubet, auf hallts vom Niedergange wieder. den doch die Väter schon ihre 3. Sie rufen, ob viel Feinde Hoffnung ganz gesetzt und an gleich sie haffen und verhöhnen ihn ihr Herz ergötzt. Jedermann und martern: ,, Laßt, o Men= aus diesem Orden, der ist durch schen, euch, laßt euch mit Gott ihn selig worden. versöhnen!" Du, Geist der 5. Dieß ist aber das Gerichte Wahrheit, stärkest sie, daß sie und der Welt ihr Untergang, daß in allen Leiden nie aus Furcht sie zu dem hellen Lichte sich nicht dein Wort verleugnen. fehren will mit Dank, das doch 4. Sie sterben; ihre Lehre wendet spat und früh seinen Gna- bleibt, wird mächtig auf der Erde, Auf das heilige Pfingstfest. 173 Erde und siegt; die Lehre, daß, jerbebe, die auch der Wahrheit wer glaubt und fromm wird, Glanz nicht sahn; fehlt ihm die selig werde. Durch ihre Lehren Leuchte deines Lichts, so sucht rufest du doch immer allen Sünler, aber findet nichts. dern zu: Laßt euch mit Gott 3. Zur wahren Weisheit alls versöhnen! zuträge kennt er nicht sich, noch 5. Wohl allen denen, welche seine Pflicht, nicht seinen Gott, gern auf deine Stimme hören, noch seine Wege und, ach! soa durch deinen Ruf erweckt zum gar sein Elend nicht; vergißt Herrn, zu Jesu fich bekehren! in eitler Sicherheit Lod, ReSie, blind erst, sehen nun die chenschaft und Ewigkeit. Bahn zum Leben, nehmen Jesum an und werden fromm und selig. 4. Erbarmtest du dich nicht der Blinden, o Geist von Gott! wer könnte dann den Weg zumt 6. Wohl ihnen! denn du hei- wahren Heile finden, den die ligst sie und wohnst in ihren Vernunft nicht zeigen kann? Seelen, daß sie mit Fleiß und ie thöricht würden wir nicht Vorsatz nie, was Gott einssein und noch uns unsrer Blinds Greu'l ist, wählen. Die freuen heit freun! ihres Heiles sich und kampsen 5. Doch, dir sei Dank und und, gestärkt durch dich, errin- Preis und Ehre für alles. Licht, gen sie den Himmel. das du gewährst; für jeden 7. Dein Ruf erschallet auch Strahl aus deiner Lehre, wos zu mir durch deines Wortes durch du unsre Nacht verklärst, Lehre. Gieb, daß ich stets, ge: wodurch wir fühlen, Herr, wie führt von dir, auf deine Stim- blind, wie thöricht, wie vera me höre; daß Jesus auch mein derbt wir sind! Heiland sei, daß ich, durch ihn vom Fluche frei, auch fromm und selig werde. Mel. Wer nur den lieben Gott 302.2[ us seines Irrthums Finsternissen wird, Geist des Lichts! wer Licht be gehrt, durch deine Wahrheit nur entriffen, die uns den Weg des Friedens lehrt. Von Wahn zu Wahne tappt und irrt, wer nicht von dir erleuchtet wird. 6. So furchtbar sirablet allen Sündern, durch seinen ersten Glanz, dein Licht; und, wenn wir seine Kraft nicht hindern: wie elend fühlen wir uns nicht! wie frank,( was nur der Thor nicht glaubt,) wie krank vom Fuße bis zum Haupt! 7. Du zeigst uns Gott in seis ner Größe, in seiner Heiligkeit und Huld; sein Recht und ach! auch unsre Blöße und unsers 2. Er wisse was er will; er Ungehorsams Schuld; das Elend strebe, daß er auf einer neuen unsrer Sicherheit, Tod, Rechenz Bahn sich über Andrer Ruhmsschaft und Ewigkeit. 8. Das 174 Auf das heilige Pfingstfest. 8. Das sehen wir durch dich bereit't,( sollt's auch die Feind' und beben; doch sollen wir ver- verdrießen,) schenkt mir voll ein, zagen? Nein! Du zeigst uns das Del der Freud' über mein auch den Weg zum Leben und Haupt thut fließen. Sein' Gülehrest uns: Gott will verzeihn! te und Barmherzigkeit werden Du führst za dem, der uns ver- mir folgen allezeit, in seinem söhnt und uns mit Heil und Haus' ich bleibe. Gnade front. 9. Auch schauen wir in dei- Mel. Nun bitten wir den heil'gennem Lichte der Frömmigkeit und Tugend Werth, und alle From: 304. Du Geist des Vaz ters, Geist des men im Gerichte von Gott be Sohns, Einer Macht mit beis gnadigt und verklárt und alle den, Eines Throns; Geist, den Leiden dieser Zeit, wie nichts, Jesu Gnade zu uns sendet, der in jener Herrlichkeit. den Glauben anfängt und voll10. Dir, Geist des Lichts, sei endet! Ach, hilf uns, Herr! Dank und Ehre! Laß dieß dein 2. Du Geist der Gnade, Geist Licht uns alle sehn; und diese voll Kraft, mach uns gläubig, Gabe deiner Lehre undankbar mach uns tugendhaft! Wirk nicht, nicht frech verschmähn! in unsern Seelen gute Triebe, Gieb, daß wir thun, was du schenk uns Demuth, Sanftmuth, uns lehrst, bis du bei Gott uns Keuschheit, Liebe! Ach, hilf uns, ganz vertlarst! - Herr! Mel. Nun freut euch, lieben 303. Der Herr ist mein 3. Zeig uns den Sohn, daß wir durch ihn dem Gerichte, das getreuer Hirt, dem uns droht, entfliehn! Lehr uns ich mich ganz vertraue; zur seine Liebe recht erkennen und Weid' er mich, sein Schäflein, ihn unsern Herrn und Heiland führt auf schöner, grüner Aue; nennen! Ach, hilf uns, Herr! zum frischen Wasser leit't er 4. Du nimmst bei Gott dich mich, mein' Seel' zu laben kráf- unser an; lebrst uns beten, Hüls tiglich durch's sel'ge Wort der fe zu empfah'n. Geist der Kinde Gnaden. schaft, komm uns zu vertreten, BAR 2. Er führet mich auf rechter wenn wir: Bater! rufen, wenn Bahn von seines Namens wes wir beten! Ach, hilf uns, Herr! gen; obgleich viel Trübsal geht 5. Sei, wo wir wandeln, heran aufs Todes finstern Ste- hülfreich; sei du der Führer, sieh gen, so grauet mir doch nicht uns Schwachen bei! O gieb, dafür, mein treuer Hirt ist stets daß die Sünder vor dir zittern bei mir, sein Steck'n und Stab mich tröstet. und dich durch Verstockung nicht erbittern! Ach, hilf uns, Herr! 3. Ein'n köstlich'n Tisch er mir 6. Erhalt uns Gottes Lehre rein! Auf das heilige Pfingstfest. 175 rein! Laß uns seines Wortes 3. Jesu, der du hingegangen Thâter sein! Schenk' uns treue zu dem Vater, sende mir deinen Hirten, daß die Heerde, Jesu Geist, den mit Verlangen ich erHeerde, nie verführet werde! warte, Herr, von dir! Laß den Ach, hilf uns, Herr! Tröster ewiglich bei mir sein 7. Verlaß uns, höchster Trö- und lehre mich in der Wahrheit ster, nicht; trosie, trost' uns, feste stehen und auf dich im wenn uns Trost gebricht! Laß Glauben sehen. uns Jesu Wunden Freude ge= 4. Heil'ger Geist, du Kraft der ben; sprich einst, wenn wir ster- Frommen, kehre bei uns Armen ben: Ihr sollt leben!" Ach, ein und sei tausendmal willkomhilf uns, Herr! men; laß mich deinen Tempel 8. Komm, Geist des Herrn, sein, sáubre du mir selbst das in unser Herz, zeuch es zu dir, Haus meines Herzens, wirf zeuch es himmelwärts; laß uns binaus Alles, was mich hier alles Eitle nicht mehr achten, nach kann scheiden von den süßen dem Reiche Gottes lehr uns trach- Himmelsfreuden. ten! Ach, hilf uns, Herr! 5. Schmücke mich mit deinen 9. Sei unser Schirm zur Zeit Gaben, mache mich neu, rein der Noth; wende von uns, was und schön; laß mich wahre Liebe Verderben droht! Steh in schwe- haben und in deiner Guade ren Kämpfen uns zur Seite, daß, tehn; gieb mir einen starken wer kämpft, wie Jacob, siegreich Muth, heilige mein Fleisch und streite! Ach, hilf uns, Herr! Blut, lehre mich vor Gott hins Mel. Freu dich sehr, o meine- treten und im Geist und Wahrs 305. Gott, gieb einen mil- beit beten. den Regen, denn 6. So will ich mich dir ergeben, mein Herz ist dürr, wie Sand! dir zu Ehren soll mein Sinn dem, Bater, gieb vom Himmel Segen, was himmlisch ist, nachstreben, tránke du dein durft'ges Land! bis ich werde kommen hin, da mit Laß des heil'gen Geistes Gab' Vater und dem Sohn dich im über mich von oben ab, wie die höchsten Himmelsthron ich erhestarken Stróme fließen und mein ben kann und preisen, mit den ganzes Herz durchgießen. füßen Engelsweisen. 2. Kann ein Vater bier im Leben, der doch bös ist von NaMel. O Gott, du frommer tur, feinen lieben Kindern geben 306. Gott ist die Liebe nichts als gute Gaben nur; soll selbst, von dem die. test du denn, der du heißt guter Liebesgaben, als aus dem schönBater, deinen Geist mir nicht gesien Quell, den ersten Ursprung ben und mich laben mit den gu- haben; der bleibet fest in Gott, ten Himmelsgaben? wer in der Liebe bleibt und wel= chen - 176 Auf das hellige Pfingstfest, chen keine Macht aus Jesu Wun- Hier gilt gar nichts als Lieb' und den treibt. Gnad', die Christus uns verdienet 2. Der Vater liebt die Welt, hat mit Büßen und Verfühnen. sein väterlich Erbarmen schickt 3. Es jammert deinen Vaters den geliebten Sohn zu uns ver sinn der große Jammer, da wir laßnen Armen und dieser liebte hin durch Adams Fall gefallen. uns; drum scheut er keine Noth, Durch dieses Fallen ist die Macht er tråget williglich sogar des des bösen Geistes leider! bracht Kreuzes Tod. auf ihn und auf uns allen. 3. Wie reiche Ströme sind aus 4. Wir halten, Herr, an uns bieser Huld geflossen! Die Liebe serm Heil und sino gewiß, daß Gottes ist in unser Herz gegos wir dein Theil in Christo werden sen! Der werthe heil'ge Geift bleiben, die wir, durch seinen nimmt selbst die Seelen ein, so Tod und Blut, des Himmels daß wir nun sein Haus und Erb' und höchstes Gut zu has Tempel worden sein. ben, treulich glauben. 4. Nun, wer den Heiland liebt, 5. Und das ist auch ein Gnas ner hält sein Wort in Ehren und denwerk und deines heilgen Geis so verspricht der Herr bei ihm stes Stárk', in uns ist kein Vers selbst einzukehren. Wer muß mögen. Wie bald würd' unser für Freud' und Lust, die göttlich Glaub' und Treu, Herr, wo du ist, entstehn, wenn Vater, Sohn uns nicht stündest bei, sich in und Geist in eine Seele gehn! die Asche legen! 5. Gott heil'ger Geist! lehr 6. Dein Geist hält unsers uns die Liebe Jesu kennen, laß Glaubens Licht, wenn alle Welt unsre Herzen stets in reiner Lie- dawider ficht mit Sturm und be brennen und endlich führ' vielen Waffen; und wenn auch uns dort in jenes Leben ein, wo gleich der Fürst der Welt selbst unsre Liebe wird dereinst voll- wider uns sich legt ins Feld, so kommen sein. fann er doch nichts schaffen. 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Mel. Kommt her zu mir, spricht Sieg, wo dieser hilft, da wird 307. Gott Vater, sende der Krieg gewißlich wohl ablaus deinen Geist, den fen. Wo ist doch Satans Reich uns dein Sohn erbitten heißt, und Stand? Wenn Gottes Geist aus deines Himmels Höhen. erhebt die Hand, fällt Alles Wir bitten, wie er uns gelehrt, übern Haufen. laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. 8. Er reißt der Höllen Band entzwei, tröstet und macht das 2. Kein Menschenkind hier auf Herze frei von Allem, was uns der Erd' ist dieser edlen Gabejkránket. Wenn uns das Un werth, bei uns ist kein Verdienen, glückswetter schreckt, so ist ers, der - Auf das heilige Pfingstfest. 177 der uns schützt und deckt viell 15. selig, wer in dieser Welt besser, als man denket. läßt diesem Gafte Haus und 9. Er macht das bittre Kreuz uns Zelt in seiner Seel' aufschlagen! süß, ist unser Licht in Finsterniß, Wer ihn aufnimmt in dieser führt uns, als seine Schafe, Beit, den wird er dort zur ew'gen hátt über uns sein Schild und Freud' in Gottes Hütte tragen. wacht, daß seine Heerd' in tiefer 16. Nun, Herr und Vater alNacht in Fried' und Ruhe schlafe. ler Güt'! hör unsern Wunsch, 10. Der Geist, den Gott som gieß ins Gemüth uns allen dies Himmel giebt, der leitet Aules, se Gabe; gieb deinen Geist, der was ihn liebt, auf wohlgebahn- uns allhier regiere und dort für ten Wegen; er sitzt und richtet und für im ew'gen Leben labe. unsern Fuß, daß er nicht an ders gehen muß, als wo man Mel. Warum sollt' ich mich denn findet Eegen. - 308. Höchster Eröffer, komm 11. Er macht geschickt und hernieder! Geist rüstet aus die Diener, die des des Herrn, sei nicht fern, Herren Haus in diesem Leben stärke Jesu Glieder! Er, der bauen; er ziert ihr Herz, Mund nie sein Wort gebrochen, Jesus und Verstand, läßt ihnen, was hat deinen Rath seinem Volk uns unbekannt, zu unserm Be- versprochen. sten schauen. 2. Geist der Weisheit, gieb 12. Er öffnet unsers Herzens uns allen durch dein Licht UnterThor, wenn sie sein Wort in unser richt, wie wir Gott gefallen; Ohr, als edlen Samen streuen; lehr uns freudig vor Gott tres er giebt auch Kraft demselben ten; sei uns nah und sprich Wort und, wenn es fällt, soja, wenn wir gläubig beten. bringt er's fort und läßt es wohl gedeihen. Laß uns 3. Hilf den Kampf des Glaus bens kämpfen; gieb uns Muth, 13. Er lehret uns die Furcht Fleisch und Blut, Sünd' und des Herrn, liebt Reinigkeit und Welt zu dämpfen. wohnet gern in frommen, keu- Trübsal, Kreuz und Leiden, schen Seelen; was niedrig ist, Angst und Noth, Schmerz und was Tugend ehrt, was Buße Tod nicht von Jesu scheiden. thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 4. Hilf uns nach dem Besten streben; schenk uns Kraft, tus 14. Er ist und bleibet fiets gendhaft und gerecht zu leben. getreu, er steht uns auch im To- Gieb, daß wir nie stille stehen, de bei, wenn alle Ding' abstehen; treib uns an, froh die Bahn er lindert unsre letzte Qual, läßt deines Worts zu gehen. uns hindurch ins Himmelsfaal getrost und freudig gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße; steh uns bei, mach uns 12 frew 178 Auf das heilige Pfingstfeft. treu in der Prüfungshitze. Führ, Geist und Licht und Schein in wenn Gott uns nach dem Leide dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verz stand und Zucht, daß wir ans 309, Komm, heiligerGeist Herre Gott! erfüll ders nichts beginnen, denn was mit deiner Gnaden Gut deiner kenntniß werde groß und mach' nur dein Wille sucht; dein' Ers Gläubigen Herz, Muth und uns vom Irrthum los. Sinn, dein' brünstig Lieb ent3. Zeig uns, Herr, die Wohls zünd in ihn'n. Herr! durch fahrtsstege; dies, was wider O deines Lichtes Glanz zu dem dich gethan, räume ferner aus Glauben versammlet bast das dem Wege; schlecht und recht Volk aus aller Welten Zungen, sei um und an; wirke Reu' an das sei dir, Herr, zu Lob gesun- Sünden Statt, wenn der Fuß gen. Hallelujah! Hallelujah! gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets deinZeugniß fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. 2. Du heiliges Licht, edler Hort! laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Va= ter ihn zu nennen. Herr! be- wenn sich Noth und Drangſal find't; denn des Vaters liebe hüt vor fremder Lehr', daß wir Ruth ist uns allewege gut. nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glau5. Reiz uns, daß wir zu ihm ben und ihm aus ganzer Macht feufs auch in uns, wenn wir bes treten frei, mit aller Freudigkeit; vertrauen. Hallelujah! Hllel. allezeit; D 3. Du heilige Brunst, süßer ten und vertritt uns Trost! nun hilf uns fröhlich und so wird unsre Bitt' erhört und die Zuversicht vermehrt. getrost in deinem Dienst bestán= dig bleiben, die Trübsal uns, 6. Wird uns auch nach Troste nicht abtreiben. Herr! durch bange, daß das Herz oft rufen dein' Kraft uns bereit und stårt muß: Ach mein Gott! mein des Fleisches Blodigkeit, daß Gott! wie lange? ei! so mach wir hier ritterlich ringen, durch uns den Beschluß, sprich der Seelen tröstlich zu und gieb Tod und Leben zu dir dringen. Muth, Geduld und Ruh. Hallelujah! Hallelujah! Mel. Gott des Himmels und- 7. O du Geist der Kraft und Stárke! du gewisser, neuer 310. Romm, o tomm, du Geist! fördre in uns deine WerGeift des Lebens, te, stärke uns auch allermeist, wahrer Gott von Ewigkeit! deine schenk uns Waffen in dem Kraft sei nicht vergebens, fie Krieg und erhalt uns in dem erfüll' uns jederzeit; so wird Sieg. 8. Herr Auf das heilige Pfingstfeft. 179 8. Herr, bewahr auch unsern bist an Gaben mancherlei, daß Glauben, daß kein Teufel, Tod Jeder seines Orts ein lebend und Spott uns denselben möge Gliedmaas sei. rauben; du bist unser Schutz 5. Uns lehret Chrifii Tisch und Gott. Sagt das Fleisch Fried' und Gemeinschaft haben, gleich immer nein, laß dein und dazu dienen die von dir Wort gewisser sein. empfangnen Gaben. Wenn 9. Wenn wir endlich sollen nun der arge Feind uns listig sterben, so versichre uns je trennen will, so wehre ihm und mehr, als des Himmelreiches mach' uns friedsam, fromm Erben, jener Herrlichkeit und und still. Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. 6. Was unserm Wissen fehlt, das hier nur Stückwerk bleibet, was unsern Willen lockt und zum Verderben treibet, das laffe, großes Licht, durch deinen Glanz Mel. Nun danket Alle Gott- 311.Rommt, Seelen, die fer Tag muß heilig vergehn und uns in Gottes Kraft fein befungen! Sprecht Gottes getrost und gläubig stehn! Thaten aus mit neuerweckten 7. Wen Gottes Reich beseelt, Zungen! Heut hat der werthe wen Gottes Wort erreget und Geist viel Helden ausgerüst't; Gnade tråget, der stimme mit wer die Erstlinge von seiner so betet, daß er auch die Her uns ein und preise Gottes Treu; zen hier begrüßt. sie ist an diesem Fest und alle Morgen neu. 2. Ach ja! du ew'ger Geist, du Tröster aller Frommen, wir warten, daß du möcht'st zu uns Mel. Nun sich der Tag geendetmit Segen kommen. Dein sind 312. Nicht um ein flüchtig wir durch die Tauf', durchs Gut der Zeit, ich Wort und Predigtamt; die fleh' um deinen Geist, Gott! Geistesfrüchte schenk uns reich- den zu meiner Seligkeit dein lich allesammt. theures Wort verheißt. 3. Du edler Liebesgeift, laß 2. Die Weisheit, die vom deine Liebesflammen durch Herz Himmel stammt, o Bater, lehr' und Seele ziehn und füge sie er mich; die Weisheit, die das zusammen. Bei Christi Liebes- Herz entflammt zur Liebe ge= flamm' willst du geschäftig gen dich. sein; ach, práge Christi Sinn 3. Dich lieben, Gott, ist Ses uns allen kräftig ein! ligkeit. Gern thun, was dir ges 4. Wir sind an Christi Leib zu fällt, wirkt edlere Zufriedens Gliedern auserkoren, durch dei- heit, als alles Glück der Welt. ne Gnadenkraft in Christo neu 4. Vertrauen hab' ich dann zu geboren; ach! schaffe, wie duldir; dann schenket selbst dein 12* Geift 180 Auf das heilige Pfingstfeft. Geist das freudige Bewußtseins schaff ein reines Herz in mir, ein mir, daß du mir gnädig seist. Herz, das von der argen Welt 5. Er leite mich zur Wahr- sich rein und unbefleckt erhält. heit hin; zur Tugend stärk' er 2. Vor allem mache mein Gea mich; beweise, wenn ich trau müthe durch ungefärbte Buße rig bin, auch mir als Tró rein und laß es, Herr, durch ster sich. deine Güte und Christi Blut, 6. Er schaff' in mir ein reines gewaschen sein. Dann mache Herz, versiegle deine Huld; und mich zur Reinigkeit des Lebens er bewaffne mich im Schmerz fertig und bereit. mit Muth und mit Geduld. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Beis 313. Nun bitten wir den stand sei und mir erwünschte heil'gen Geist um Hülfe leiste. Gott, stehe mir aus den rechten Glauben allermeist, Gnaden bei und gieb mir eis daß er uns behüte an unserm nen solchen Geist, der neu, ges Ende, wenn wir heimfahr'n aus wiß und heilig heißt. diesem Elende. Kyrie eleison! 4. Doch, weil ich meine 2. Du werthes Licht, gieb Schwachheit merke, mein Vater, uns dein'n Schein, lehr' uns so verwirf mich nicht und stoß Jesum Christ erkenn'n allein, mich wegen meiner Werke ja daß wir an ihm bleiben, dem richt von deinem Angesicht. Laß treuen Heiland, der uns bracht mich hier in der Gnade fiehn hat zum rechten Vaterland. und dort in deinen Himmel gehn. Kyrie eleison! 5. Nimm deinen Geist, den 3. Du süße Lieb', schenk uns Geist der Liebe, ja nun und nima dein' Gunst, laß uns empfinden mermehr von mir und leite mich der Liebe Brunst, daß wir uns durch seine Triebe, durch seinen von Herzen einander lieben und Beistand für und für; auch im Frieden auf einem Sinn' führe du mich durch die Zeit hin bleiben. Kyrie eleison! zu der reinen Ewigkeit. Mel. Wie schon leuchtet derBE bei uns ein und 4. Du höchster Tröster in al: ler Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß 315, heil'ger Geist! kehr in uns die Sinne nicht verza laß uns deine Wohnung sein! gen, wenn der Feind wird das komm, du Herzenssonne! laß Leben verklagen. Kyrie eleison! deiner Wahrheit hellen Schein Mel. Wer nur den lieben Gott- in unsern Herzen kräftig sein, 314. D großer Gott! du zu steter Freud' und Wonne; reines Wesen, der daß wir in dir recht zu leben uns du die reinen Herzen dir zur ste- ergeben und mit Beten oft des ten Wohnung außerlesen, ach! halben vor dich treten. 2. Gieb Auf das heilige Pfingstfest. 181 2. Gieb Kraft und Nachdruckslich und schenk' uns deine Liebe, deinem Wort; laß es, wie Feuer, daß unser Sinn verbunden sei, immerfort in unsern Herzen dem Nächsten stets in Liebesbrennen, daß wir Gott Vater, tren und sich darinnen übe. feinen Sohn, dich, beider Geist Kein Neid, kein Streit dich in einem Thron', für'n wahren betrübe, Fried' und Liebe woll'st Gott bekennen. Bleibe, treibe du geben, Sanft- und Demuth und behüte das Gemüthe, daß auch darneben. wir glauben und im Glauben flandhaft bleiben. 7. Hilf, daß in wahrer Heis ligkeit wir führen unsre Lebens3. Du Quell, draus alle Weiszeit; sei unsers Geistes Stärke, heit fließt, die sich in fromme daß uns hinfort sei wohl bea Seelen gießt, laß deinen Trost wußt, wie eitel ist des Fleisches uns hören, daß wir in Glau- Lust und seine Sündenwerke. benseinigkeit auch Andre in der Rühre, führe unsre Sinnen und Christenheit dein wahres Zeug Beginnen von der Erden, bis niß lehren. Höre, lehre Herz wir Himmelserben werden. und Sinnen zu gewinnen, dich zu preisen, Gut's dem Nächfien 316, heir'ger Geift! o zu erweisen. heil'ger Gott! du 4. Stel' uns stets bei mit dei- Trösten werth in aller Noth, du nem Rath und führ' uns selbst bist gesandt vom Himmelsthron, den rechten Pfad, weil wir den von Gott dem Vater und dem Weg nicht wissen. Gieb uns Be- Sohn. O heil'ger Geist! o ständigkeit, daß wir getreu dir heil'ger Gott! bleiben für und für, wenn wir 2. O heil'ger Geist, o heil'ger auch leiden müssen. Schaue, Gott! gieb uns die Lieb' zu deis baue, was zerrissen und geflis- nem Wort, zünd' an in uns der sen, dir zu trauen und auf dich Liebe Flamm', darnach zu lieben allein zu bauen. allesammt. Oheil'ger Geist, o 2c. 5. Laß uns empfinden deine 3. O heil'ger Geist, o heil'ger Kraft, zum Kampf mit jeder Gott! mehr unsern Glauben Leidenschaft dadurch gestärket immerfort. An Christum Nies werden; auf daß wir unter dei- mand glauben kann, es sei nem Schutz begegnen aller Fein- denn durch dein' Hülf' gethan. de Truß, so lang wir sind auf O heil'ger Geist! 0 20. Erden. Laß dich reichlich auf 4. O heil'ger Geist, o heil'ger uns nieder, daß wir wieder Gott! erleucht' uns durch dein Trost empfinden, alles Unglück göttlich Wort, lehr uns den überwinden. Vater kennen schon, dazu auch 6. Du süßer Himmelsthau, seinen lieben Sohn. O heil'ger laß dich in unsre Herzen kräftig- Geift! o zc 5.0 182 Auf das heilige Pfingstfest. 5. O beil'ger Geist! o heil': die Schuld gebüßt, den Zorn ges ger Gott! du zeigst die Thür stillt und ist zum Vater hinges zur Himmelspfort, laß uns gangen, für uns viel Gaben zu hier kämpfen ritterlich und zu empfangen. Hallelujah! 2c. dir dringen seliglich. O heil' 4. Lobsinget ihm! Er ist ers ger Geist! 2c. höht, sitzt auf dem Thron der 6. heil'ger Geist! o heil' Majestät und sieht auf uns ger Gott! verlaß uns nicht in mit Gnad' hernieder; denn er Noth und Tod; wir singen dir gedenket seiner Brüder und Lob, Ehr' und Dank anjetzt und tauft sie, daß ihr blöder Mund unser Lebenlang. Oheil'ger der Gottheit hohen Friedenss Geist! o heil'ger Gott! bund die Welt zu lehren sich erdreiste, mit Feuer und mit heil'gem Geiste. Hallelujah! 2c. Mel. Komm heiliger Geist 317. Tag, der Erleuch5. Ein Sturmwind braust tung uns gebracht, und machet Bahn und kündigt Tag, den uns unser Gott ge den Geist Gottes an; er ist mit macht! Mit Jnbrunst sei von allem seinen Segen bald selber allen Zungen, zu Gottes ew'- sichtbarlich zugegen. In Feuers gem Preis besungen! Die Er- flammen läßt er sich auf sie; de lag von Nacht umhüllt, gleich stimmet feierlich ihr Mund mit Wahn und Götzendienst er in lautes Lob zusammen. D füllt. Du hast den dicken Fin- himmlisch Lob! o Wunderflams sternissen nach langer Nacht die men! Hallelujah! 2c. Erd' entrissen. Hallelujah! Hallelujah! 6. majestätischer Beruf! Der uns den Mund zur Rede 2. Tag, der du heit'rer jetzt schuf, lehrt schnell in fremden erscheinst, als da du mit Ge- Sprachen reden; Beredtsamkeit wittern einst den finstern Sinai giebt er den Blöden; Verfolg bedecktest, das Volk durch Don- ten giebt er Freudigkeit, Vers nerstimmen schrecktest; der du sagten Unerschrockenheit. Ers ein Segenstag jetzt bist, du staunend sieht der Kreis der Ers Gegenstag, sei uns gegrüßt! den auf einmal sie zu Lehrern wir jauchzen dankbar dir ent werden. Hallelujah! 2c. gegen. Für uns auch bist du reich an Segen. Hallelujah! 2c. 7. Gesandt von Jesu gehn sie gern und sammeln überall dem 3. Wie furchtbar hat mit Fluch Herrn, selbst aus Verfolgern neue und Tod uns Sünder das Ge- Jünger. Das, wahrlich! das ist setz bedroht! Doch strahlt in des GottesFinger! Umsonst bestürmt fto fanftrer Klarheit nun Jesu fie Grimm und Spott. Sie sies Christi Gnad' und Wahrheit. gen dennoch, stark durch Gott, Er, er hat das Gesetz erfüllt, trots alles Grimms, troß alles Spot: - Auf das heilige Pfingstfest. 183 Spottes und wirken große Tha-[ dir wohlgefallen und so soll dein ten Gottes. Hallelujah! 2c. Lob erschallen. 8. Der Herr mit euch! der 4. Laß den alten SündenHerr mit euch! Ihr bauet ihm wust ganz aus meiner Brust fein weites Reich. Nun herrscht verschwinden und mich wahre der Herr auch unter Heiden Herzenslust durch des Geistes und Völker dienen ihm mit Trieb empfinden. Laß den GlauFreuden. Entfesselt von Ab- ben nicht erkalten und mich stets götterei, lernt nun die weis're in dir erhalten. Welt aufs Neu den länsiver- 5. Laß denselben ungestört geßnen Schöpfer kennen, ja, ein erhörlichs Abba schreien, ihn in Christo Vater nennen. so wird mein Gebet erhört, so Hallelujah! 2c. kann sich mein Herz erfreuen 9. Die theuren Segen dauern und in deines Geistes Gaben, fort, gelobt sei Gott! Er gab sein Gott, genug und Alles haben. Wort mit Schaaren von Evans 6. Liebster Vater, laß fort= gelisten. Auf! rühme, danke, hin mich den guten Geist regieVolk der Christen! Dir sendet, ren und den ganz verirrten Sinn wie sein Wort verheißt, der auf der Bahn zum Himmel Sohn vom Vater beider Geist, führen, bis wir einst mit allen und dessen milde Gnadengaben Frommen zu des Lammes Hochsollst du in reicher Fülle haben. zeit kommen. Hallelujah! Hallelujah! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier- Mel. Kommt Menschenkinder, rühmt318. Treuer Gott, ich bin 319. Wohl uns, wenn wir, dein Kind; drum o Geist des Herrn! erhöre doch mein Schreien, sei bekehrt und gläubig sind und auch väterlich gesinnt, laß mich gern auch heilig würden, wildeine Huld erfreuen. Ich will lig nun, was unser Gott gemich dir stets ergeben und nach beut, zu thun. deinem Willen leben. 2. Allein des Glaubens erste 2. Sende deines Sohnes Geist Kraft, wie klein ist die! wie väterlich mir in mein Herze, der mangelhaft durch tausendfache mich von der Erde reißt, daß ich Hinderung der Anfang unsrer nicht mit Sünden scherze, daß Heiligung! er, nebst dir und dem Sohne, mich in Ewigkeit bewohne. 3. Der Hang zur Sünd' in unsrer Brust, gewohnter Laster 3. Laß mich deinen Tempel Reiz und Lust und frohe Suns sein und durch Sünden nicht der, ach! wenn die uns reizen, verderben; mach mich heilig, was vermögen sie! schön und rein und laß Chrifti 4. Der Kampf der Zugend ist Blut mich färben: so kann ich so schwer! Ach! Selbstverleugmung 184 Auf das heilige Pfingstfest. nung fordert der, Beherrschung Herzens Gast, der du, da ich ges unsrer Sinnlichkeit und Muth, boren, mich neu geboren hast, der selbst den Spott nicht scheut. o hochgeliebter Geist des Vas 5. Anhalten sollen wir und ters und des Sohnes, mit beis nie Verführern folgen und, den gleiches Thrones, mit beiwenn sie sanft schmeicheln, oder den gleich gepreist! furchtbar dráun, doch fest und unbeweglich sein. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, 6. Wie leicht, wie leicht erlá- die Kraft, die uns von Súngen wir, wenn wir, o Geist von den Gott! bei dir nicht Hülfe fän- schafft! den; wärst du nicht der Schwachen Kraft und Zuversicht! Hülf' und Errettung Entsünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr' und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 7. Den du erleuchtest und be kehrst, versäumst du nie; wenn 3. Ich war ein wilder Reben, er nur erst sich redlich, gut zu ou hast mich gut gemacht; der sein, entschließt, getreu nur Tod durchdrang mein Leben, du auch im Kleinen ist. haft ihn umgebracht und in der 8. Du giebst ihm, wenn ihm Tauf' erstickt, als wie in einer Rath gebricht, zur Wahl des Fluthe, mit dessen Tod und Blus Besten stets mehr Licht, zum te, der uns im Tod' erquickt. Kampf' in seiner Pilgrimschaft 4. Du bist das heil'ge Dele, daa stets größern Muth und auch durch gesalbet ist mein Leib und mehr Kraft. meine Seele, dem Herren Jesu 9. Wankt er aus Schwachheit Christ zum wahren Eigenthum, auch im Lauf und fällt, so hilft zum Priester und Propheten, du schnell ihm auf. Er, weil er zum König, den in Nöthen sich auf dich verläßt, nimmt zu Gott schützt vom Heiligthum. an Weisheit und wird fest. 5. Du bist ein Geist, der lehs 10. So wächst der Jüngling ret, wie man recht beten soll; dein auf zum Mann, der stehn und Beten wird erhöret, dein Sins überwinden kann, bis er er: kämpft, was er begehrt, in je- gen flinget wohl, es steigt zum Himmel auf, es steigt und läßt der Prüfung mehr bewährt. nicht abe, bis der geholfen has 11. So stehst du allen Froms be, der Allen helfen kann. men bei, daß fie, bis in den 6. Du bist ein Geist der Freus Tod getreu, sich sicher ihrem den und Trauern liebst du nicht, Ziele nahn, des Glaubens Klei- erleuchtest uns im Leiden mit deis nod zu empfahn. Mel. Von Gott will ich nicht- nes Trostes Licht. Ach ja! wie manchesmal hast du mit süßen 320, 3euch ein zu deinen Worten mir aufgethau die Pfors Thoren, sei meinesten zum golonen Himmelsfaal. Auf das Fest der heiligen Dreieinigkeit. 185 7. Du bist ein Geist der Liebe, 10. Beschirm die Polizeien, ein Freund der Freundlichkeit, bau unsers Fürsten Thron, daß willst nicht, daß uns betrübe er und wir gedeihen; schmück, Zorn, Zank, Haß, Neid und als mit einer Kron, die Alten Streit. Der Feindschaft bist mit Verstand, mit Frömmigkeit du Feind, willst, daß durch die Jugend, mit Gottesfurcht Liebesflammen sich wieder thun und Tugend das Volk im gan= zusammen, die voller Zwie- zen Land. tracht seind. 11. Erfülle die Gemüther mit 8. Du, Herr, haft selbst in Hån- reiner Glaubenszier, die Häuser den die ganze weite Welt, kannst und die Güter mit Segen für Menschenherzen wenden, wie dir und für; vertreib den bösen es wohlgefällt. So gieb doch dei- Geist, der sich dir widersetzet ne Guad' zum Fried' und Liebes- und, was dein Herz ergoßzet, banden; verknüpf in allen Lan- laus unsern Herzen reißt. den, was sich getrennet hat. 12. Richt unser ganzes Leben 9. Erhebe dich und steure dem all'zeit nach deinem Sinn; und Herzleid auf der Erd'; bring wie- wenn wirs sollen geben ins Toder und erneure die Wohlfahrt des Rachen hin, wenns mit deiner Heerd'. Laß blühen wie uns hier wird aus, so hilf uns zuvorn die Länder, so verbee- fröhlich sterben und nach dem ret, die Kirchen, so zerstöret Tod' ererben des ew'gen Lebens durch Krieg und Feuerszorn. Haus. XV. Auf das Fest der heil. Dreieinigkeit. Christ! Sohn 321.2[ llein Gott in der Höh| 3. O Jesu sei Ehr' und Dank eingeborn deines himmlischen für seine Gnade, darum, daß nun Vaters, Versöhner der'r, die und nimmermehr uns rühren war'n verlor'n, du Stiller un= kann kein Schade. Ein Wohl= sers Haders. Lamm Gottes, gefall'n Gott an uns hat, nun heil'ger Herr und Gott! nimm ist groß Fried' ohn' Unterlaß, an die Bitt' von unsrer Noth, all' Febd' hat nun ein Ende. erbarm' dich unser aller! 2. Wir loben, preis'n, anbe: 4. O heil'ger Geist, du höche ten dich, für deine Ehr' wir dan- stes Gut, du all'rheilsamster ken, daß du, Gott Vater, ewig- Tröster! vors Teufels G'walt lich regierst ohn' alles Wanken; fortan behút, die Jesus Chris ganz unermess'n ist deine ftus erlöset durch große Mart'r Macht, fort g'schicht, was dein und bittern Zod, abwend all Will' hat bedacht. Wohl uns unsern Jämm'r und Noth, bades feinen Herren! zu wir uns verlaffen. Mel 186 Auf das Fest der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Nun danker Alle Gott Gott, mein Trost, mein Leben, 322. Dich, dreimal Heides Vaters werther Geist, den liger! besingen mir der Sohn gegeben, ber Himmelslieder, vor deiner Ma- mir mein Herz erquickt, der jestát fall' ich im Staube nieder, mir giebt neue Kraft, der mir Dich, Ew'ger, dessen Licht kein in aller Noth Rath, Trost und Sinn erreichen kann, dich, Va: Hülfe schafft. ter, Sohn und Geist, dich, Ein'ger, bet' ich an! 4. Gelobet fei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den Alles 2. Erbarmender! du sabs lobet, was in allen Lüften das Elend der Verlornen; du schwebet. Gelobet sei der Herr, sendest selbst den Sohn, schon'st deß Name heilig heißt, Gott nicht den Eingebornen: wer den Vater, Gott der Sohn und zum Retter hat, dem fehlt die Gott der werthe Geist. Freiheit nicht, und wen sein 5. Dem wir das Heilig jetzt Geist belebt, dem fehlt nicht mit Freuden lassen klingen und Kraft noch Licht. mit der Engel Schaar das heis 3. Nun kann ich Gnad' um lig, Heilig singen, den herzlich Gnad', kann Heil und Lebenslobt und preist die ganze Chris hoffen. Mir steht der Gnadens stenheit. Gelobet sei mein Gott thron, mir steht der Heilsbrunn in alle Ewigkeit! offen. Mich deckt des Vaters 324. Gott der Vater, wohn' Huld, der Sohn erwarb sie uns bei und laß uns mir, sein Geist belebet mich; nicht verderben, mach uns aller Dreiein'ger! Lob sei dir! Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns Licht, mein Leben, mein Schó- bauen, aus Herzensgrund vers pfer, der mir hat mein'n Leib trauen; dir uns lassen ganz und und Seel' gegeben, mein Vater, gar, mit allen rechten Christen der mich schützt vom Mutterlei- entfliehn des Teufels Listen, be an, der alle Augenblick' viel mit Waffen Gott's uns rüsten. Gut's an mir gethan. Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Hallelujah. 2. Jesus Christus, wohn' uns bei und laß uns nicht zc. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heit, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der fich für mich gegeben, der mich 3. Der heil'ge Geist, der wohn' erlöset hat mit seinem theuren uns bei und laß und nicht zc. Blut, der mir im Glauben schenkt Mel. Wie schön leuchtet der- sich selbst, das höchste Gut. 325. Hallelujah, Lob, 3. Gelobet sei der Herr, meinl Preis und Ehr fei 2 Mel. Nun danket Alle Gott- 323, Gelobet fei der Herr, mein Gott, mein Auf das Fest der heiligen Dreieinigkeit. 187 sei unserm Gott je mehr und Du bist das höchste Wesen; und mehr für alle seine Werke! Von doch hast du, an Gnade reich, Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns dir zum Dienst erlesen. Gez uns allen ihm bereit't Dank, meinschaft sollen wir mit dir, du Weisheit, Kraft und Stärke! Allerhöchster, haben. Mit deiKlinget, finget: Heilig, heilig! nem Heil willst du uns hier und freilich, freilich, heilig ist ewig einst begaben, du Quelle Gott, unser Gott, der Herr alles Segens, Zebaoth! 2. Wir beten dich, o Vater! 2. Hallelujah, Preis, Chr'an. Sind wir gleich vor dir und Macht sei auch dem Got- Sünder, so nimmst du dich teslamm gebracht, in dem wir doch unser an, wie Väter ihrer sind erwählet, das uns mit sei- Kinder. Du hast für uns aus nem Blut erkauft, damit bes großer Huld selbst deinen Sohn sprenget und getauft und sich gegeben. Dein Herz voll Gümit uns vermählet.. Heilig, te und Geduld verleih' uns selig ist die Freundschaft und Trost und Leben, daß wir dich Gemeinschaft, die wir haben kindlich fürchten. und darinnen uns erlaben. 3. O Jesu, ew'ger Gottes 3. Hallelujah, Gott heil'ger sohn! du Heil, darauf wir hofs Geist! sei ewiglich von uns ge- fen. Durch dich steht zu des preift, durch den wir neu ge- Vaters Thron der Weg uns boren, der uns mit Glauben wieder offen. Uns zu befrein ausgeziert, dem Bräutigam uns von Sünd' und Lod, kamst zugeführt, den Hochzeittag er du zu uns auf Erden. O laß koren. Eia! ei da! da ist Freu- uns, unser Herr und Gott! froh de, da ist Weide, da ist Manna deines Segens werden und dir und ein ewig Hosianna! im Glauben dienen. 4. Hallelujah, Lob, Preis 4. O heil'ger Geist, du Geist und Ehr' sei unserm Gott je von Gott! wehr in uns dem mehr und mehr und seinem Verderben. Im Glauben an großen Namen! Stimmt an des Mittlers Tod hilf uns der mit aller Himmelsschaar und Günde sterben. Du giebst zum finget nun und immerbar mit Guten Lust und Kraft; laß es Freuden: Amen! Amen! Klin- uns stets erfahren; stárk' uns get, finget: Heilig! heilig! frei- in unsrer Pilgrimschaft, bewahr lich, freilich, beilig ist Gott, uns uns vor Gefahren, hilf uns fer Gott, der Herr Zebaoth! dir willig folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Mel. Es wolle Gott uns gnädig-Erden schon, als unsers Gottes 326. Herr, unser Gott, freuen. Herr, segne uns von dei wer ist bir gleich! nem Zhron, daß wir vor bir ges deis 188 Auf das Fest der heiligen Dreieinigkeit.' deihen. Dein ist das Reich derfmel hebet. Für mich, Herr, floß Herrlichkeit, dir wollen wir dein Blut dahin; mich von der hier leben; und du wirst nach Welt zu dir zu ziehn, hast du am vollbrachter Zeit uns einst das Kreuz gebebet. Jetzt seh' ich hin erheben, wo wir dich ewig zwar mit blödem Blick der felis schauen. gen Berklärung Glück und dun 327. Ryrie! Gott Vater kel ist mir jene Welt, die Gott in Ewigkeit, groß dem Glauben aufbehält. Ach ist dein' Barmherzigkeit, aller Jesu Christ! einst, wenn mein Ding' ein Schöpfer und Re- Aug' im Tode bricht, seh ich der gierer. Erbarm' dich unser! künft'gen Klarheit Licht! 2. Christe, aller Welt Troft, 3. Geift Gottes, unsre Zus uns Sünder allein du haft erlöst, versicht! verlaß, verlaß uns Ar o Jesu, Gottes Sohn! unser me nicht und stark uns unsern Mittler bist in dem höchsten Glauben! Durch dich blick' ich Thron, zu dir schreien wir aus hinauf zum Thron und seh auf Herzensbegier: Erbarm' dich meinen Gnadenlohn; o schenk unser! uns diesen Glauben! Lenk von 3. Kyrie, Gott heil'ger Geist, der Luft der Eitelkeit uns auf das tröst, stark uns im Glauben al- Heil der Ewigkeit; daß wir, der Termeist, daß wir am letzten End' Welt entriffen, dir hier leben, fröhlich abscheiden aus diesem Gott! einst sterben dir. Geist! Elend. Erbarm' dich unser! unser Gott! zeig uns im Tod Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, das Heil des Herrn; dann fole 328. Mein Glück im kur- gen wir zum Grabe gern. zen Raum der 4. Dreieiniger, wie groß sind Zeit, den hohen Werth der Ewig- wir durch dich! wie selig wera keit erkennet meine Seele. Mich den wir! Lehr uns dies Glück riefst du, Vater! aus dem Nichts betrachten. Der Erde Scheins zum frohen Anschau'n deines gut fåttigt nicht, der Erde Lichts; dieß dankt dir meine Weisheit tröstet nicht; o lehe Seele! Nicht zu der Freude uns sie verachten! Der du uns dieser Zeit, zur Bonne jener schufft, dich opfertest für Süns Ewigkeit, dir einst zu werden der und sie heiligtest! wir, dein ähnlicher, schuf mich dein Wink, so theures Eigenthum, wir brins Allmächtiger! O Vater! Gott! gen deinem Namen Ruhm. für mich gabst du den Sohn in Dreieiniger! in Ewigkeit ſei Tod; wie groß bin ich durch unser Gott, fo freun wir uns dich, mein Gott! auf unsern Zod. o - 2. Sohn, zum Versöhner mir Mel. Sei Lob und Ehr dem- geſandt, ich folge deiner fanf- 329. beiligste Dreifals teu Hand, die mich zum Himjeftát 189 Auf das Fest der heiligen Dreieinigkeit. jestät und Ehren! wie kann doch so wahres Licht, vom wahren deine Christenheit dein Lob ge- Gott und Lichte. nug vermehren! Du bist sehr 7. Du bist des Vaters Eben= hoch und wundersam, ganz un- bild und doch vom Himmel begreiflich ist dein Nam', dein Wesen unerforschlich. kommen; als eben war die Zeit erfüllt, hast du Fleisch ange= nommen, hast uns erworben Gottes Huld, bezahlet unsre noch leben, in deinem Wort Sünd' und Schuld durch dein uns so viel hat geoffenbart ge- unschuldig Leiden. 2. Wir danken dir, daß dei ne Gnad', auch weil wir hier geben, daß du bist wahrer Gott, und heißt Gott Bater, Sohn und heil'ger Geist, dreifaltig und auch einig. 8. Nun sitzest du zur rechten Hand des Vaters, hoch erhoben und herrscheft über Leut' und Land und dämpfft der Sünden 3. Bater, aller Dinge Quell Toben. Hilf uns, o wahrer und Ursprung! sei gepriesen für Mensch und Gott! wir wollen alle Wunder klar und hell, durchfoir für deinen Tod und alle deine Macht erwiesen. Du, Ba- Wohlthat danken. ter, hast von aller Zeit dein'n 9. Heiliger Geist, du werthe ein'gen Sohn von Ewigkeit, Kron', erleuchte unsre Sinnen! dein Ebenbild, gezeuget. Der du vom Vater und dem 4. Du hast gemacht den Er- Sohn' ausgehest ohn' Begin= denkreis nach deinem Wohlge- nen, du bist allmächtig un ohn' fallen, uns Menschen drauf, End', der Vater und der Sohnt zu deinem Preis, daß wir dein dich send't, im Glauben uns zu Lob erschallen; auch wird durch leiten. deines Mundes Wort dieß alles immer fort und fort erhalten und regieret. 10. Herr, du gebierest durch die Zauf' uns wiederum auf's Neue und nachher auch nimmst 5. Drum steh du, Vater, fer- du uns auf, wenn du giebst ner bei uns, deinen armen Kin- wahre Reue. Durch dich wird dern und alle Schulden uns ver- unsre Hoffnung fest und wenn zeib, als bußfertigen Sündern; uns alle Welt verläßt, bleibst aus unsern Nöthen mannigfalt du bei uns im Herzen. errette uns und hilf uns bald, wie du uns hast versprochen. 11. Wir bitten dich demus thiglich, daß es ja mög' durch6. Jesu Christe, Gottes oringen, was wir für Seufzer Sohn! von Ewigkeit geboren, oft vor dich in unsrer Noth voruns Menschen auch im Him- bringen. Und wenn die letzte melsthron zum Mittler auser- Stund' da ist, so hilf, daß wir koren, durch dich geschicht, was auf Jesum Christ getroft und nur geschicht, o wahrer Gott! jelig sterben, 12. Gott 190 Auf das Fest der heiligen Dreieinigkeit. 12. Gott Vater, Sohn, bei- 5. Als Gott besitzest du den liger Geist, für alle Gnad' und Thron zu deines Vaters RechGute sei immerdar von uns ten, uns wider allen Neid und gepreist, mit freudigem Gemü- Hohn des Teufels zu verfechthe! Des Himmels Heer deinsten. Ach! hilf uns, durch dein Lob erklingt und heilig, heilig, theures Blut, daß uns dein heilig singt; das thun wir auch Bater bleibe gut und ewiglich mit Freuden. gewogen. Mel. Sei Lob und Ehr dem- 330. 6. heil'ger Geist, du wers Bater, Gott von ther Gast, der Frommen Schatz Ewigkeit! derGott- und Krone! der du den Auss heit wahre Quelle! Dich ehrt gang ewig hast vom Vater und die ganze Christenheit; denn vom Sohne, du süßer Tröster, deines Thrones Stelle ist herr- treu'ster Freund! der du die lich voller Majestát, daß billig Deinen wohlgemeint in alle ihr zu Dienste steht der Himmel Wahrheit leitest. sammt der Erde. 7. Komm, wahrer Gott, 2. Als Vater hast du deinen mit deiner Kraft zu deinen Sohn von Ewigkeit gezeuget, Auserwählten, gieb uns den daß sich vor deiner Gottheit rechten Lebenssaft und tröste Thron der Chor der Engel nei die Gequálten; bleib unser get; als Vater hast du diese Schutz und Zuversicht, der Welt und Alles an das Licht ge- Seelen Schatz und Freudens stellt, auch väterlich erhalten. licht und unsers Geistes Leben. 3. Drum bleib noch ferner zus 8. hellige Dreieinigkeit! gethan, als Vater, deinen Kindern und nimm dich unfrer Jehovah der Heerscharen! der Wohlfahrt an; hilf allen armen du dich deiner Christenheit hast Sündern, daß wir von deiner wollen offenbaren, daß du mit deinem Namen heißt Gott Vas Mildigkeit zur guten und zur bösen Zeit Trost, Schutz und ter, Sohn und heil'ger Geist, wir danken dir mit Freuden. Nahrung haben. 4. Gott Sohn, des Vaters 9. Denn wer dich, Gott, Ebenbild, von Ewigkeit gebo: recht weiß und kennt, der hat ren und endlich, da die Zeit das rechte Leben, und wer von erfüllt, als Mittler außerko- deiner Liebe brennt, den kannst ren, ein wahrer Gott und du bald erheben, daß er nach Mensch zugleich, der du der dieser trüben Zeit im Licht' der Welt dein Himmelreich durch frohen Ewigkeit dich wesentlich deinen Tod erworben. tann schauen. XVI 191 XVI. Auf das Fest Joh. des Tänfers. Mel. O Gott, du frommer Gott-Jhr Sünder nehmts zu Ohren! 331. Gs lag die ganze Welt Freut mit Johanne euch! Wie mit Zorn und Fluch er, noch ungeboren, des Heibeladen; da öffnetest du, Gott, lands sich erfreut: so freut er die Fülle deiner Gnaden und sich auch nun, durch Tauf und schicktest vor dem Sohn' den, Predigen, ihn Allen kund zu dessen Dienst die Bahn dem thun. Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. 7. Allein zu Jesu hin verweist er seine Fünger; allein auf Jes 2. Gott, wer kann thun, wie sum zeigt sein ausgestreckter du? Schon wohlbetagt an Jah- Finger. ,, Seht! das ist Gottes ren gebiert Elisabeth. Der Lamm, daß, mit dem Fluch bea Sohn der Unfruchtbaren, er, legt, für uns geschlachtet wird, den Gott auch verhieß, ist's und Aller Sünden trägt!" werth; er soll allein der Herold 8. Wohl dem, der dieses von dem Sohn der keuschen Lamm, auf das Johannes weis Jungfrau sein. fet, mit festem Glauben faßt 3. Durch ihn willst du die und auch im Leben preiset! Wer, Welt von deinem Heil belehren. seinem Taufbund treu, sich Jesu Gott, ihn auch ehrest du, um ganz ergiebt, der ist in ihm von deinen Sohn zu ehren. Sein Gott begnadigt und geliebt. Vater wird erst stumm; der 9. Das werd auch unser Stumme schnell bered't und Theil! Johannis Amt und Lehre weissagt, da auf ihn der Geist verherrliche noch stets, Gott, deis des Herrn geräth. nes Namens Ehre! Wer Buße. 4. Das Kind wird stark an thut und glaubt, hat Trost auf Geist, der Gnade treuer Lehrer, alle Zeit. Wer Buße thut und ein brennend, scheinend Licht, glaubt, der bleibt in Ewigkeit. ein mächtiger Bekehrer, ein Mel. Was Gott thut, das heil'ger Eiferer, der ohne Scho 332. Gott, dem kein Ding Seele nung seiner ruht Eliá Geist und Kraft. Himmel und auf Erden, der 5. O welch ein Gnadenwort! bald der Mutter Leib verschließt, Dwelche süße Stimme, die in der bald läffet fruchtbar werden, der Wüste schallt: ,, Heil Gottes, ruft aller Welt vor Augen stellt: es die Stimme, Heil für die sünd' sei in seinem Namen nur lauter ge Welt! Das Himmelreich ist Ja und Amen! nah; denn, der die Welt mit 2. Du hast einmal ein Wort ges Gott versöhnen soll, ist da." red't in Zacharias Tagen; drum muß auch die Elisabeth ein Kind sost 6. Euch ist solch Heit bereit't! un 192 Auf das Feft Johannis des Taufers. im Alter tragen. O, laß mich 8. Die Finsterniß, die uns nicht, was dein Mund spricht, betrübt, weicht nunmehr ganz für zweifelhaftig schätzen, ja, zurücke; der Aufgang aus der Felsen darauf setzen. Höhe giebt uns lauter Son3. Auch mich zog vormals nenblicke. Der Friedensschluß deine Hand aus meiner Mut- setzt unsern Fuß aus allen Tos ter Leibe; du hast mich, eh' desschatten, die uns umgeben ich war, gekannt. Ach! diese hatten. Wohlthat schreibe in meine 9. Auch uns ist so viel Herrs Brust, daß ich mit Lust allzeit lichkeit durch deinen Sohn er: daran gedenke und mich dirsschienen: drum mach auch ungänzlich schenke. fer Herz bereit, ihm lebenslang Kein ander Heil 4. Mein Name, welchen man zu dienen. mir gab, ist auf dein Buch ge- wird uns zu Theil, Vergebung schrieben; o, laß mich auch bis unsrer Sünden ist nur bei ihm in mein Grab den Christen- Na- zu finden. men üben! Der ist dein Glied, 10. Johannes rüstete die der sich bemüht, dir, Jesu, nach Bahn sem Herrn, ihn aufzuz zuahmen; sonst hilft kein schö- nehmen. Wohl denen, die zu ner Namen. ihm sich nahu, ohn' seiner sich 5. Ein Zacharias preiset dich; zu schämen. Ich, ich will frei, ich folge dem Exempel. Dein dem Mittler treu, ihm folgen, guter Geist bereite mich zu Got ihn erheben; dann werd' ich tes Ehrentempel; so stimm' ich ihm auch leben. an, wie gut ich kann, dein Lob Mel. Aus meines Herzens Grundeauf meiner Zungen wird hier, 333. Gott set gelobt mit wie dort, besungen. Freuden, der Israel m 6. Gelobet sei, Gott Israel! besucht und auch das Volk der du hast dein Volk erhöret; das Heiden, das vormals war verHorn des Heils, Immanuel, rucht. Er hat sein Horu erhöht, hat Davids Haus geehret. Wir das sich vom Heil ergießet und sind erlös't und auch getröst't; alles Leid versüßet, das von was du vorlängst versprochen, der Sünd' entsteht. das hast du nicht gebrochen. 2. Ach! daß sich möcht' ergies 7. Der Feinde Macht ist nun ßen das Heil in meine Seel' und gebeugt, weil der Erretter kom- mildig überfließen des Geistes men. Du hast Barmherzigkeit Freudenôl, das mir, durch dies erzeigt und uns in Schuß ge- ses Heil, nach Gottes heil'gem nommen. Dein Bund und Eid Orden, nach dessen Tod gewors ist nun verneut; uicht Israel den auf dieser Welt zu Theil. alleine, die Heiden sind auch 3. Was Gott vormals verspros deine. Ichen durch einen theuren Eid, das hat 193 Auf das Feft Johannis des Täufers. bat er nie gebrochen, es zeugt diel 9. Gelobet fei der Name des Folgezeit von dem, was Gottes Herren ewiglich! Gesegnet sei Mund verheißen; ja die Zeiten, der Same der Heiligen, die die werden noch von weiten die sich zum Opfer stellen dar nach Wahrheit machen kund. Gottes Wohlgefallen und lass 4. Er wird sein Volk erret- sen Gott erschallen ihr Lob. ten, wie vormals ist geschehn, Allelujah! von aller Feinde Ketten, die ihMel. Werde munter, mein- nen widerstehn; er wird Barm- 334, Tröstet, trôftet meiherzigkeit an Zion noch erzeine Lieben, tröstet gen, wenn Feinde sich ereigen mein Volk, spricht mein Gott. in dieser letzten Zeit. Tröstet, die sich jetzt betrüben über Feindes Hohn und Spott; weil Jerusalem wohl dran, res det fie gar freundlich an; denn Ende, ihre 5. Er hat es fest geschworen und denkt an seinen Bund, den er, weil nun geboren Messias, machet kund; drum wird er von Ritterschaft ich wende. der Hand der Feind' und allem Bösen sein Israel erlösen und bringen in den Stand. 2. Ich vergeb' all' ihre Sunden, ich tilg' ihre Missethat, ich will nicht mehr sehn noch fin6. Auch die im Finstern sitzen, den, was die Straf erwecket die wird er führen aus aus ih- hat. 3Zwiefach ist die Seligkeit, ren Todespfützen und bringen die ich gebe; ihre Freud' soll sich in sein Haus; es wird der Hei- täglich neu vermehren und ihr den Füll' in Herrlichkeit einge- Leid in Freud' verkehren. hen und Israel wird sehen des Herren Gnadenwill'. 3. Eine Stimme läßt sich hös ren in der Wüsten weit und breit, 7. Da werden sie ihm dienen alle Menschen zu befehren: ohn' Furcht ihr Lebenlang, die- ,, Macht dem Herrn den Weg weil das Heil erschienen, das sie, bereit! machet Gott ein' ebne ohn' Furcht und Zwang, in wah- Bahn! alle Welt soll heben an rer Heiligkeit, auf dieser ganzen alle Thaler zu erhöhen, daß die Erden mit Lust verehren werden Berge niedrig stehen!" und in Gerechtigkeit. 4. Ungleich soll nun eben wer8. Dann wird man Gott er den und was hockricht, werden kennen und Jesum Christ allein schlecht; alle Menschen hier auf als seinen Herren nennen, die Erden sollen leben schlecht und weil sein Nam' wird sein nur recht. Denn des Herren Herrs einer und sein Ruhm, wenn lichkeit, die erscheint zur rechten. Babylon gefallen, wird weit Zeit, macht, daß alles Fleisch und breit erschallen in seinem kann sehen, wie, was Gott Eigenthum. spricht, muß geschehen. 13 XVII. 194 XVII. Anf das Fest Mariä Heimsuchung. dort gewähren, dein Lob zu Mel. Jesu, meine Freude 336.Jch will dich erheben vermehren. und dir Ehre ge mel. Lobt Gott, ihr Christenben, o Immanuel! Weil du, 336, Mein ganzes Herz era mir zu dienen, bist im Fleisch hebt den Herrn erschienen, jauchzet Leib und und freut sich seiner Macht. Seel'. Gott, mein Heil, mein Sing ihm, mein Geist! er hat Gut und Theil! größer soul an dich von Ewigkeit gedacht. mir nichts auf Erden, als dein 2. Sein Baterauge sab herab Erbe werden. auf meine Niedrigkeit. Erzäh 2. Mein geringes Wesen hast le, werdendes Geschlecht, sein du auserlesen und hoch anges Lob zu aller Zeit! sehn; wer will mir den Glau- 3. Denn groß ist Gott! sein ben und die Ehre rauben, die Ruhm ist schön; allmächtig, was mir ist geschehn? Gott und ich er spricht! Was er an Mensind eins durch dich; ich kann schen that, das faßt der größs selig hier auf Erden schon ge- te Weise nicht. priesen werden. - 4. Tenn von Geschlechte zu 3. Du hast große Dinge, Geschlecht thut er den From mehr als ich besinge, Herr, an men wohl; erbarmt sich unser. mir gethan! dessen Name hei- Seines Ruhms sind Erd' und lig und noch mehr erfreulich, Himmel voll. als ich denken kann. Für und 5. Er nimmt, der starke Zefür kann ich bei dir der Barm- baoth, die Starken sich zum herzigkeit genießen und mein Raub. Den Stolzen( schrecks Leid versüßen. lich ist der Herr!) zermalmt 4. Deines Armes Stärkelsein Arm, wie Staub. stürzt der Hoffahrt Werke und 6. Den Wüthrich stürzet er der Stolzen Sinn; er kann alle vom Thron' in seiner Laster Großen von dem Stuhle stoßen Lauf und setzt( ihn preif't das in die Tiefe hin. Er erhebt, frohe Land) den frommen Füra was niedrig lebt, füllt die sten drauf. Hungrigen mit Garben, läßt 7. Der Arme schreit zu ſeinem die Reichen darben. Gott, und hilfreich höret er 5. Was du hast versprochen, und sättigt ihn mit Ueberfluß hältst du unverbrochen und ges und läßt die Reichen leer. denkst daran. Alles ist erfüllet, 8. Auf ihn verläßt Israel sich; jeder Wunsch gestillet, daß ich wer sollt' ihm nicht vertraun! glauben kann, du wirst mir mein Erbarmend wird er auf sein Hoffen hier und noch mehrers Bolk, das er erwählte, schaun. 9. Und Auf das Fest Maria Heimsuchung. 195 9. Und er erfüllt den theuren und groß; will mich ein Feind Eid, den er den Vätern schwur. betrüben, so such' ich dich nur Der Båter Asche sing' ihm Lob! Lob sing' ihm die Natur! blos; denn du, Herr, kannst zerfireuen die Stolzen weit und 10. Mein ganzes Herz erhebt breit und deine Kirch' erfreuen den Herrn und freut sich sei- nach vieler Traurigkeit. ner Macht. Sing ihm, mein 4. Dir, dir will ich stets ges Geist! er hat an dich vonEwig- ben von ganzer Seele Lob und keit gedacht. Dank; du kannst mich leicht ers heben, bin ich gleich niedrig, schwach und krank. Ich will in ( Luc. 1, 46-55.) Mel. Nun lob' meh' Seel' den großen Dingen, mein Schöpfer, 337. Mein Gott, sei hoch wandeln nicht, nach eitlemThun gepreiset, daß du nicht ringen, das oft die Seele mir aus Barmherzigkeit so reiche flicht; ich will nach hohen SaGnad' beweiset in dieser sehr be- chen nicht streben in der Welt, trübten Zeit. Wie stark ist deine du kannst mich stärker machen, Gute! wie groß ist deine Gunft! im Fall es dir gefällt. Dein väterlich Gemüthe hegt 5. Ach Herr! ich bin beladen lauter süße Brunst: Wohin ich mit Sünd' und Unrecht mans mich nur wende, da find' ich nigfalt: erquicke mich mit Gnas Gnad' und Treu; dein Lieben den und stille meinen Hunger hat kein Ende, ja wird mir bald. Gleichwie die Hirsche täglich neu. schreien nach einer frischen 2. Es haben fiets genossen, Quell; also kann mich erfreuen Herr, deine Liebe Groß und dein Gnadenbrunn so bell. Ich Klein, kein Mensch wird aus- ruf' in meinem 3agen: Herr, geschlossen, du mußt der Welt meiner Seel' ist bang; erhöre Erbarmer sein, uns all' auch doch mein Klagen! Helfer, Kinder nennen, wenn wir de- wie so lang! St müthiglich als Vater stets er- 6. Ich will mich nicht mehr kennen und herzlich lieben dich. grämen um das allein, was zeits Drauf will ichs kühnlich wagen lich ist; von dir ja kaun ichs nehund treten zu dir hin; du wirst men, der du mein Gott und Bas mirs nicht versagen, was ich ter bist. Laß meinen Theil mich benöthigt bin. faffen, wenn ich recht dürftig 3.Hinfort soll mich nicht schrek- bin; du kannst mich nicht vers ken des Teufels Zorn und große lassen, ich kenn', Herr, deinen Macht; willst du dein'Hand aus- Sinn; es müssen deine Güter strecken, mein Gott, so sieg' ich in mir stets zu Dienste sein. der Schlacht. Gewalt kannst du treuer Menschenhüter! du sorgst leicht üben, dein Arm ist stark für mich allein. 13* 7. 06 196 Auf das Fest Michaelis. 7. Obgleich der Feind sehr 8. Nun, Herr, was du vers drauet, ja sprützet Feu'r und sprochen, das soll und wird Flammen aus, auch Satan und muß geschehn; dein Wort Unglück streuet, zu stoßen um bleibt unzerbrochen, ich will dein heil'ges Haus: will ich auf deine Wahrheit sehn; dein doch nicht erschrecken; denn du Mund kann ja nicht lügen, nach bist unser Hort, dein' Hand eitler Menschen Art, auch wird kann uns bedecken, so tröstet uns nicht betrügen dein' hohe mich dein Wort. Auf dich, Gegenwart. Was uns und Herr, will ich schauen, du hilfft unserm Samen von dir vers zur rechten Zeit; wer dir nur heißen ist, das muß in deinem kann vertrauen, bleibt ewig Namen geschehn, Herr Jesu wohl befreit. | Christ. XVIII. Auf das Fest Michaelis. Mel. Nun ruhen alle Wälder- 5. Doch, damit sie nicht weis 338. Du u Herr der Sera- chen, so laß mich ihnen gleichen phinen, dem tau- lan wahrer Heiligkeit. Wie fie sendEngel dienen und zu Gebote die Kinder lieben und wahre stehn; du, aller Wesen Meister Demuth üben. so mach' auch und Vater aller Geister, mein mich dazu bereit. Mund soll deinenRuhm erhöhn. 6. Sie thun, Herr, deinen 2. Herr! deine Himmelshee- Willen; den laß auch mich ers re, die Zeugen deiner Ehre, sind füllen. Sie leben heilig, rein; Diener deiner Macht. Sie sehn so sei auch ich bemühet, wenn von Angesichte dich im voll- mich gleich Niemand siehet, kommnen Lichte und haben den- rein, heilig, fromm wie sie zu noch auf mich Acht. ſein. 3. Ich preise deine Güte mit 7. Hilf Aug' und Herz bezähs dankbarem Gemüthe für deiner men, kein Aergerniß zu nehmen; Engel Schaar; dem menschli- lehr mich behutsam sein, nie chen Geschlechte verschaffet dei durch ein sündlich Leben dem ne Rechte durch ste Beschirmung Nächsten Anstoß geben, denn in Gefahr. dieses stürzt in ew'ge Pein. 4. Laß ihren Schutz mich dek- 8. Wenn ich denn endlich scheis ken, wenn Angst und Noth mich de, so führe mich zur Freude schrecken, wenn Unfall mich be- durch ihren Beistand ein; da trübt. Ich set in meinem Le- werd' ich dich erst loben und ben von ihrer Hut umgeben, in dem Himmel droben dir und von ihnen immerdar geliebt. Engeln ähnlich sein. Auf das Fest Michaelis. 197 Mel. Jefus, meine Zuversicht 7. Laß mich dann vor dei= 339, Herr, du hast in deinem Stuhl bei den Auserwählnem Reich große ten stehen; wenn die Bösen in Schaaren heilger Engel; diesen den Pfuhl des Verderbens werbin ich auch nicht gleich, denn den gebeu. Und hernach in jest mein Herz ist voller Mån- nem Reich mache mich den gel. Ach, wann werd' ich Engeln gleich. auch so rein, als die guten Mel. Werde munter, mein Gem. Engel, sein! - 2. Mich beschweret Fleisch 340. Höchfter, desſen starke Rechte Zuflucht, und Blut; hilf du, daß ich Schirm und Schatten giebt; der geistlich werde! Gieb mir einen das menschliche Geschlechte wie Engelmuth, der sich trenne von ein treuer Vater liebt; der in der Erde, daß ich, als dein lie: dieser großen Welt Alles, was bes Kind, immer himmlisch sei er schuf, erhält; der, als Herr, gesinnt. 3. Mache mir dein Werk be- uns in Gefahren mächtig kann kannt durch des heilgen Gei- und will bewahren. 2. Viele tausend Seraphinen ftes Gabe, daß ich Weisheit jauchzen und lobsingen dir. und Verstand, wie ein Engel Dich zu loben, dir zu dienen, Gottes, habe; bis ich einst, sind sie willig für und für. Aber in jenem Licht, völlig seh dein auch auf uns zu sehn und uns Angesicht. Schwachen beizustehn, sind sie, 4. Auch dein Wille soll ge= wenn du winkest, fertig und den schehn in dem Himmel und auf Deinen gegenwärtig. Erden; darum laß uns dahin fehn, daß wir dir gehorsam wer: den und in deinem Willen ruhn, wie die reinen Geister thun. - 3. Gott der Engel! Gott der Welten! ach, was sind wir Mens schen doch, daß wir so viel vor dir gelten! O wie hältst du uns 5. Unfre Welt ist voll Ge- so hoch! Deine Engel dienen uns fahr, Alles scheint uns nach- und sind Zeugen unsers Thuns. zustellen; sende deiner Engel Laß uns einst in ihren Chören Schaar, daß uns ja nichts ewig dich im Himmel ehren. mdge fällen. Schlummern wir und schlafen ein, so laß sie die Wächter sein. Mel. Nun lob' mein' Seel', den- 341. Laßt uns mit Freuden Toben Gott Vater, 6. Mach es mir, wie Lazaro, wenn ich künftig werde sterben; Sohn und heil'gen Geist! den und damit ich eben so möge Gott, der uns von oben viel taus Trost und Freud' ererben, laß send, tausend Gut's erweist; der die Engel mich zur Ruh tragen auch für unser Leben die Engel nach dem Himmel zu. That gemacht, uns täglich zu umge= 198 Auf das Fest Michaelis. geben mit ihrer Hut und Wacht. Igepreist; so stimmt zu seinem Seht, wie der Höchste lieber ein Preise mit Herz und Lippen ein, armes Menschenkind, daß er daß wir auf solche Weise auf ihm Diener giebet, die Himmels- Erden Engel sein, bis wir in fürsten sind. feinem Lichte mit aller Engels 2. Will Satan uns bestreiten schaar vor seinem Angesichte mit seiner Bosheit, Macht und ihn loben immerdar. List; so stehn sie uns zur Seiten, Mel. Sei Lob und Ehr' demdaß Leib und Seele sicher ist. Sie 342. Gott! der du aus D tragen uns auf Händen und Herzensgrund die nehmen uns in Acht, all's Un- Menschenkinder liebest und uns glück abzuwenden, das einen zu aller Zeit und Stund viel Gu Anstoß macht. Daß bei Berufs- tes reichlich giebest! wir danken geschäften der Ausgang glücklich dir, daß deine Treu bei uns ist fei, so stehn sie unsern Kräften alle Morgen neu in unserm mit guter Fördrung bei. ganzen Leben. 3. Wenn wir, von Arbeit mů- 2. Wir preisen dich insonderde, zur Ruh nach unserm Lager heit, daß du die Engelschaaren gehn, so schlafen wir im Friede, zu deinem Lobe haft bereit't, auch da sie um unser Bette stehn. uns mit zu bewahren, daß unser Ja, diese starken Hüter bewa- Fuß an keinen Stein, wenn wir chen überall die Häuser und die auf unsern Wegen sein, sich stoße Güter vor bösem Ueberfall. Und und verletze. wenn uns Gottes Segen am 3. Was ist der Mensch allhier Morgen wieder weckt, ist auch auf Erd', den du so wohl bes ihr Schutz zugegen, der uns denkest und achtest ihn so hoch am Tage deckt. und werth, daß du ihm dazu 4. Sind in den Lebenstagen schenkest mit andern auch noch die Engel Gottes uns so nah; so diese Gnad', daß er die Hims ist der Engelswagen auch bei melsgeister hat zu seinem Schuzdem Lebensende da. Macht Gott ze stehen? vom Leid und Qualen der argen 4. Herr, diese fonderbare Welt uns los; so tragen sie die Prob' der Freundlichkeit und Seelen hinauf in Jesu Schoos. Gûte erheischt ein immerwäh Der Leib kommt aus der Erden rend Lob aus dankbarem Ges auch einst ins Himmelreich. müthe; darum, o Gott! so Herrlichkeit! wir werden darühmen wir die große Lieb', selbst den Engeln gleich. wir danken dir für solch hohe 5. Sei Lob und Preis mit Wohltbaten. Ehren Gott Vater, Sohn und 5. Es ist der starken Helden heil'gem Geist! Wie er von allen Kraft gestanden uns zur Seiten, Chören der starken Helden wird durch sie hast du uns Nuh' verschafft 199 Auf das Fest Michaelis. schafft zu diesen bösen Zeiten; Mel. Nun ruhen alle Wälder die Kirche und die Polizei, ein'n Jeden auch für sich dabei in seinem Stand erhalten. 343. Wer zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, o Herr der 6. Verleih, o Herr! durch Welten schufft? Sie freun deine Gnad', daß wir fest an sich, deinen Willen gehorsam zu dir bleiben und ja nicht selbst erfüllen, wie Flammen schnell, durch Uebelthat die Engel von wenn du sie rufft. uns treiben. Gieb, daß wir 2. Sie eilen, in Gefahren den rein und heilig sein, demüthig Frommen zu bewahren in seiner und ohn' Heuchelschein, dem Pilgerzeit. Sie freun an deiNächsten gerne dienen. nem Throne sich einst auch seis - 7. Gieb auch, daß wir der ner Krone, wie ihrer eignen Engel Amt verrichten, dir zu Seligkeit. Ehren und deine Wunder alle: 3. Bekehren, Gott, sich Süns sammt ausbreiten und vermeh: der und werden deine Kinder, ren, die du uns in der ganzen die dir dein Sohn gewinnt; Welt und deinem Wort hast dann jauchzen ihre Lieder, daß vorgestellt, voll Weisheit, Macht und Güte. thre neuen Brüder dem Fluch' entriffen, selig sind. 8. Und wie du durch die Engel 4. Sie jauchzen deinem Soha haft aus Noth uns oft geführet, ne, daß du sie ihm zum Lohne ja auch bewahrt, daß manche Last für seine Leiden giebst; daß du und Plag' uns nicht berühret; fo fie trågst und leitest, zum Himthu dasselbe auch hinfort, be- mel vorbereitest und zärtlich, fiebt, daß sie an allem Ort sich wie ein Vater, liebst. stets um uns her lagern. 5. In solcher Geister Chören 9. Laß deine Kirch' und unser dich ewig zu verehren, welch eis Land der Engel Schutz empfin- ne Seligkeit! Wer wird sie den, daß Fried' und Heil in al- einst empfinden? Der, der ents lem Stand ein Jeder möge fin- wöhnt von Sünden, sich ihnen ben; laß sie des Teufels Mord gleich zu werden freut. und List und was sein Reich und Anhang ist, durch deine Kraft zerstören. 6. Jch zittre nicht, ich schaue auf dich nur, die vertraue, Gott meines Heils, ich mich; ver10. Zuletzt laß sie an unserm gnügt, daß einst mit Engeln ich, End' den Satan von uns jagen heilig, rein von Mängeln, dein und unsre Seel' in deine Händ' Antlitz schaue; Bater, dich! in Abrahams Schoos tragen, da 7. Wenn du zu ihren Liedern, alles Heer dein Lob erklingt und zu meinen höhern Brüdern vor Heilig, Heilig, Heilig singt, deinen Thron mich rufft; empor ohn' einiges Aufhören. will ich mich schwingen und Dout 200 Catechismuslieder. Dank und Preis dir singen, daßlihren höhern Dank. In deinem du für mich auch Engel schufft! Heiligthume wird dann zu deis 8. Sie, über mich erhoben, nem Ruhme der ganze Himmel fie lehren, dich zu loben, michlein Gesang! XIX. Catechismuslieder. Mel. O Haupt, voll Blut und ren; lehre mich ein redlich Ja 344. Laß mich dein sein und Nein. und bleiben, du 4. Dein Sabbath soll mir, treuer Gott und Herr! Von dir Herr, ein Freudensabbath heis laß mich nichts treiben, halt mich Ben; stets will ich eifrig mich in bei reiner Lehr! Herr, laß mich deinem Dienst befleißen. Es sei ja nicht wanken, gieb mir Be- mein höchstes Gut dein seligs ständigkeit; dafür will ich dir machend Wort; dir bring' ich danken in alle Ewigkeit. Dank und Ehr' an dem geweihten Ort. - 1.) Von den zehn Geboten. 5. Hilf mir mit Ernst und Mel. O Gott, du frommer Gott- Lust nach deren Borschrift leben, 345, Der du mir dein durch welche deine Huld mein Geset, mein Va- Dasein mir gegeben! Auch sei ter, vorgeschrieben, laß mich mir deren Lehr' und Ordnung von Herzen dich und über At hoch geschätzt, die du als Vater Les lieben; den nächsten wie mir und Lehrer vorgesetzt. mich selbst. Dir laß mich heilig sein und züchtig und gerecht mein ganzes Leben weihn. 6. Laß mich den Nächsten nie verfolgen, feindlich hassen; ihm bülfreich beizustehn, in keiner 2. Du bist allein mein Gott, Noth verlassen, barmherzig, güz Gott über alle Götter! mein tig sein, nach deinem Beispiel, Hort, mein Schirm, mein Schild, Gott! dieß ists, was du mich mein Schuß und mein Erretter! lehrst, Ich ehre dein Gebot. mein ganzes Wohl will ich auf 7. Lehr mich, durch deine deine Vorsicht baun; dich lie: Kraft den Reiz der Welt bekams ben, fürchten, dir von ganzer pfen, der Sünde widerstehn, des Seele traun. Fleisches Lüste dämpfen. Laß 3. Laß mich ohn'. Ehrfurcht, mich dir meinen Leib, von aller Herr, nie deinen Namen nen- Wollust rein, zu deines Geistes nen. Dich dankbar vor der Welt Sitz, zu deinem Tempel weihn. als meinen Gott bekennen, set 8. Des Nächsten Eigenthum ewig meine Pflicht. Laß mich láß nimmer mich begehren; mit kein Flucher sein, nicht schwö- Unrecht nie mein Gut mit frems den Ueber die zehn Gebote überhaupt. 201 den Gut vermehren; entfernt 4.Du sollst heil'gen den sieb'ne von Wucher, Geiz und Unge- ten Tag, daß du und dein Haus rechtigkeit, dem Nächsten nütz- ruhen mag; du sollst von dein'm lich sein, wie dein Gesetz ge- Thun lassen ab, daß Gott sein beut. Werk in dir hab. Kyrieleis. 9. Laß meine Seele sich zu dei- 5. Du sollst ehr'n und gehors ner Wahrheit neigen; dem Lüg- sam sein dem Vater und der ner bist du Feind; Verläumder, Mutter dein und wo dein' Hand falsche Zeugen entfliehn der ihn'n dienen kann, so wirst du Strafe nicht; ihr Laster will ich lang' Leben hab'n. Kyrieleis. scheun und der Bedrängten 6. Du sollst nicht tödten zor Trost, der Unschuld Retter sein. niglich, nicht hassen, noch selbst 10. Entkräfte, Herr, in mir rächen dich, Geduld haben und die fträfliche Begierde nach mei- fanften Muth und auch dein'm nes Nächsten Gut; und meines Feind' thun das Gut. Kyrieleis. Herzens Zierde sei wahre Gots 7. Dein' Eh' sollst du bewah= resfurcht: so werd' ich liebevoll ren rein, daß auch dein Herz kein' des Nächsten Wohlergehn be- Andre mein' und halten keusch fördern, wie mein Wohl. das Leben dein, mit Zucht und 11. Dieß, Herr, ist dein Ge- Mäßigkeit fein. Kyrieleis. set! O laß michs stets erwä- 8. Du sollst nicht stehlen gen: es droht mir deinen Fluch, Geld noch Gut, noch wuchern verheißt mir deinen Gegen. Jemands Schweiß und Blut; Ach leite mich den Weg zu meis du sollst aufthun dein' milde ner Seelen Heil, so trifft mich Hand den Armen in deinem nie der Fluch; dein Segen sei Land. Kyrieleis. mein Theil! 9. Du sollst kein falscher Zeus 346. Dieß sind die heil'gen ge sein, nicht lügen auf den zehn Gebot, die nächsten dein; sein' Unschuld uns gab unser Herre Gott, durch sollst auch retten du und seine Mosen, seinen Diener treu, hoch Schande decken zu. Kyrieleis. auf dem Berg' Sinai. Kyrieleis. 10. Du sollst dein's Nächsten 2. Ich bin allein dein Gott Weib und Haus begehren nicht, und Herr; kein' Götter sollst du noch etwas draus; du sollst ihm haben mehr; du sollst mir ganz wünschen alles Gut, wie dir dein vertrauen dich, von Herzens Herz selber thut. Kyrieleis. grund' lieben mich. Kyrieleis. 11. Die G'bot all' uns geges 3. Du sollst nicht führen zu ben sind, daß du dein' Sund', Unehr'n den Namen Gottes, dei- o Menschenkind! erkennen sollst nes Herrn; du sollst nicht preisen und lernen wohl, wie man vor recht und gut, ohn' was Gott Gott leben soll. Kyrieleis. felbst red't und thut. Kyrieleis. 12. Das helf' uns der Herr Yea 202 Catechismuslieder. Jesus Christ, der unser Mittler auch wenn sie werden wunderlich, worden ist! es ist mit unserm gehorsam sein und dankbar. Thun verlor'n, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach' aus Zorn und Feindschaft übe; dem, der mir anthut Truß und Schmach, verzeihe und ihn Mel. Herr, wie du willst, fo347. Herr, deine Rechte liebe; sein Glück und Wohl und Gebot, dar- fahrt Jedem gonn', schau, ob ich nach wir sollen leben, wollst du Jemand dienen könn' und thu mir, o getreuer Gott! ins Herze es ganz mit Freuden. selber geben; daß ich zum Gu- 7. Unreine Werk der Finsters ten willig sei und ohne Falsch niß laß mich mein Lebtag meis und Heuchelei, was du befiehlft, den, daß ich nicht für die Lusts vollbringe. seuch muss der Höllen Qual dort 2. Gieb, daß ich dir allein leiden. Schaff in mir, Gott, vertrau, allein dich fürcht' und ein reines Herz, daß ich schande liebe, auf Menschenirost und bare Wort' und Scherz, auch Hilf' nicht bau, noch mich darum Fress'n und Saufen meide. betrübe; daß großer Leute Gnad' 8. Verleih, daß ich mich redund Gunst, Gewalt, Pracht, lich náhr' und böser Ränke schäs Reichthum, Witz und Kunst me, mein Herz von Geiz und mir nicht zum Abgott werde. Unrecht kehr, nichts mit Gewalt 3. Hilf, daß ich deinen Nam'n hinnehme und von der Arbeit und Bund aus deinem Wort meiner Hånd', was übrig ist, auf erkenne; auch niemals dich mit Arme wend' und nicht auf meinem Mund ohn' Herzens Pracht und Hoffahrt. M andacht nenne; daß ich bedenke 9. Hilf, daß ich meines alle Tag', wie stark mich meine Nächsten Glimpf zu retten mich Taufzusag' zum Dienste dir befleiße, von ihm abwende Schmach und Schimpf; doch verbindet. 4. Am Tage deiner heil'gen Böses nicht gut heiße. Gieb, Ruh laß mich früh vor dich tre- daß ich lieb' Aufrichtigkeit und ten, die Zeit auch heilig bringen hab ein'n Abschen jederzeit am zu mit Danken und mit Beten; Lástern und an Lügen. daß ich hab meine Lust an dir, 10. Laß mich des Nächsten dein Wort germ höre und dafür Haus und Gut nicht wünschen, auch alles Volk dich preise. noch begehren; was aber mir 5. Die Eltern, Lehrer, Obrig- vonnöthen thut, das woll'st du keit, so vorgesetzt mir werden, mir gewähren. Doch, daß es laß mich ja ehren allezeit, daß Niemand schändlich sei, ich auch mir's wohl geh' auf Erden. Für ein ruhig Herz dabei und deine fhre Treu und Sorg' laß mich, Gnad' erhalte. 11. Ach 203 Ueber die zehn Gebote insbesondere. 11. Ach Herr! ich wollte dei-[ die Kreatur dir vorziehn, Schöne Recht' und deinen heil'gen pfer der Natur? 2Billen, wie mir gebühret, dei 4. Der liebt dich nicht, der nem Knecht, ohn' Mangel gern noch mit Freuden das thut, was erfüllen; doch fühle ich, was dir, o Gott, mißfällt. Drum mir gebricht und wie ich das laß es mich mit Ernst vermeis Geringste nicht vermag aus eig- den, gefiel' es auch der ganzen nen Kräften. dar Welt! Der kleinsten Sünde Reiz 12. Drum gieb du mir von zu scheun, laß mich geneigt und deinem Thron, Gott Vater, wachsam sein. Gnad' und Stärke! Verleih, o 5. Gehorsam soll vor allen Din= Jesu! Gottes Sohn! daß ich gen der Liebe Frucht und Zeugniß thu rechte Werke! heil'ger sein. Hilf mir dir stets dieß Geist! hilf, daß ich dich von Opfer bringen, dir gern mein ganzem Herzen und als mich Herz zum Dienste weihn. Laß den Nächsten treulich liebe. mich dein heiliges Gebot aus Liez be thun und nicht aus Noth. 2.) Uleber die zehn Gebote 6. Sobald ich deine Stimme insbesondere. Ueber das 1. Gebot. hore, so mache du mein Herz bez reit, daß ich sie mit Gehorsam Mel. Wer nur den lieben Gottehre und thue, was sie mir ge= 348. Du Gott und Bater beut. Wer dein Gebot gutwildeiner Kinder! der lig übt, der ist es, der dich du die Liebe selber bist und deserustlich liebt. sen Herz selbst gegen Sünder 7. Will mich der Frevler voll Langmuth und Erbarmen Spott verleiten, daß ich dir ist! laß mich von ganzem Her- nicht gehorsam sei, so bilf mir zen dein, laß michs mit allen ihren Wahn bestreiten und mach Kräften sein. mich deinem Willen tren. Wer 2. Gieb, daß ich dich stets Menschen mehr, als dir, ge= findlich liebe, der du mich treu, horcht, hat für sein Wohlsein als Vater, liebst und so geschlecht gesorgt. sinnt zu sein mich übe, wie du 8. Ja du allein, du Gott der mir dazu Vorschrift giebst. Götter! du bist mein Gott und Du bist mein Was dir gefällt, gefall' auch keiner mehr, mir; nichts scheide mich, mein Schuß, mein Trost, mein NetGott, von dir. ter; dir bring' ich liebe, Dank 3. Vertilg in mir durch dei- und Ehr. Dir trau ich nur ne Liebe den Hang zur Liebe die und dir allein soll Herz und fer Welt; und gieb, daß ich Ver- Geist gewidmet sein. leugnung übe, wenn ihre Lust mir 9. Und wären Mängel, Noth noch gefällt. Wie, sollte ichlund Leiden in deinem Dienste mir 204 Catechismuslieder. bestimmt; soll Trübsal mich vonlist, zu scheun. Denk nur: vor dir nicht scheiden. Wer ihre Last seinem Angesicht ist Finsterniß gern übernimmt, auf dich ver- wie Mittagslicht. traut, sie weislich nützt; wird 5. Den Höchsten öffentlich mächtig von dir unterstützt. verehren, sowohl als in der 10. Dir leb' ich, Herr! dir Einsamkeit; auf des Gewissens laß mich sterben! Dann wird der Stimme hören und willig thun, Tod selbst mein Gewinn; dann was er gebeut; auch das lehrt werd' ich deinen Himmel erben, dich die Furcht des Herrn, auch wo ich dir ewig nahe bin. Da das thur, wer ihn fürchtet, dien' ich in Vollkommenheit dir, gern. Vater der Barmherzigkeit! 6. Läßt dich die Welt Vers achtung merken, wenn du dich Mel. Wer nur den lieben Gott-fromm von ihr entfernst; die 349. Willst du der Weis- Furcht des Höchsten wird dich heit Quelle fen stärken, daß du den Spott vers nen? es ist die Furcht vor Gott, schmerzen lernst. Wer seinem dem Herrn. Nur der ist weis Gotte wohlgefällt, ist glücklich, und klug zu nennen, der alle selbst beim Haß der Welt. seine Pflichten gern, weil Gott 7. Sich stets vor dem Alla fie ihm gebeut, vollbringt, wenn macht'gen scheuen, giebt Hels gleich dazu kein Mensch ihn denmuth und Tapferkeit, wenn zwingt. auch der Menschen stolzes 2. Lern Gottes Größe recht Drauen, was Gott mißfällt, zu empfinden und fühle deine thun gebeut. Ist Gott mein Nichtigkeit; so wirst du nie dich Schuß, mein Heil und Licht, so unterwinden, mit thörichter Ver- bebe ich vor Menschen nicht. wegenheit zu tadeln, was sein 8. Laß deine Furcht, Gott! Rath beschließt, der wunderbar, mich regieren, auf dich stets doch heilig ist. glaubensvoll zu sehn. Laß sie 3. Wirst du den Höchsten mich zu der Weisheit führen; kindlich scheuen, so wird dir so werd' ich niemals irre gehu. keine Pflicht zur Last. Nur das Wohl dem, der dich stets kinds wirst du vor ihm bereuen, daßlich scheut! Dich fürchten, Gott! du sie oft versäumet hast. Wer ist Seligkeit. Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und DunkelUeber das 2. Gebot. Mel. Nun freut euch, lieben heit dich decken, die dem Ver- 350, Groß ist dein Name, brecher Muth verleihn, wird groß dein Ruhm; dich die Furcht des Herrn erwek- Gott! dir sei Preis und Ehre! ken, auch dann, was Unrecht Gieb, daß dein Volk und Eigen: thum Ueber die zehn Gebote insbesondere. 205 thun im Geiste dich verehre, in Ehr', zum Guten nur, nach. Nöthen zu dir gläubig fleb', im deinem Willen rege. Glück erkenntlich auf dich seh' Mel. Wer nur den lieben Gott- und deine Gnade preise. 351. Wer bei dem Namen Gottes schwöret 2. Dein Name ist ein festes Schloß für die, so dir vertrauen und, was er zugesagt hat, bricht; Sei unsre Prüfung noch so der ist ein Frevler, der entehret groß, du bists, auf den wir den Gott der Wahrheit und bauen: du bleibest immer groß kann nicht zu ihm, als seinem an Rath, an Liebe reich und Vater, flehn, nicht ew'gem Glück groß an That, die Deinen zu entgegen sehn. erretten. 2. Wir sollen stets nach Got= 3. Groß, majestätisch ist der tes Willen die Wahrheit lieben, Herr! Im Himmel und auf Er- so wie er; und was wir zugesagt, den soll seines großen Namens erfüllen, würd' uns die Pflicht Ehr' tief angebetet werden. Wer auch noch so schwer. Drum wird, seines Namens Heiligkeit durch so wahr Gott Wahrheit liebt! Last'rung, Fluch und Schwur kein Meineid ungestraft verübt. entweiht, den treffen ew'ge Strafen. 3. Wie kann der Mensch sich unterstehen durch seinen Eid, den 4. Laß denn in meines Her Gott gehört, den nächsten frech zens Grund, Gott! deine Furcht zu hintergehen, indem er falsch, stets wohnen! so werd' ich auch voll Leichtsinn, schwört? Vor mit meinem Mund gern deines des Allwissenden Gericht besteht Namens schonen und nicht durch ein solcher Frevler nicht. Fluchen ihn entweihn; jedwe- 4. Und flob' er zu dem ferna den Schwur des Leichtsinns ften Meere, Gott findet allents scheun, nie deine Ehre lästern. halben ihn. Nichts wird, so 5. O wehe dem verwegnen glücklich er auch wäre, der Mund, der gerne flucht und fünft'gen Rache ihn entziehn. schwöret! Der macht nur seinen Dort hilft nicht Ehre, Gut Frevel kund, der so den Herrn und Geld, auch nicht die Gunst entehret. Gott sieht, Gott hört, der ganzen Welt. Gott ist um mich! dieß, frecher 5. Drum will ich, soll ich was Flucher! schrecke dich und leite betheuern, gewissenhaft erst průz dich zu Reue. fen mich und den Gedanken oft 6. Herr! laß voll Ehrerbie- erneuern: des Eides Richter tigkeit uns deiner stets geden- sieht auf dich! Gott kennt des ken. Wer deinen Namen kind Herzen Junerstes, prüft es gea lich scheut, wird seine Zunge nau und richtet es. lenken, daß sie sich nicht zum 6. So hilf mir, Herr! daß Fluch und Schwur, zu deinerlich voll Treue, so wie ich schwia re, 206 Catechismuslieder. re, denk' und thu'; und deinen ganze Seele zum Trost dich großen Namen schene zu deiner wähle. Ehr', zu meiner Ruh'. Wer 7. Dein Tag sei mir ein fälschlich schwört, kommt ins Denkmal deiner Güte; er bring Gericht und sieht dich ewig, mir heil und lenke mein Ge ewig nicht. müthe auf jenen Troft, den mir dein Sohn erworben, da er ges storben. Ueber das 3. Gebot. Mel. Herzliebster Jesu, was8. Dich bet' ich an, du To 352. Dies ist der Tag zum desüberwinder! der du an dies Segen eingewei sem Tag zum Heil der Sün het! Ihn feiert gern, wer deider, die, fern von Gott, in ner, Gott! sich freuet; o laß Todesschatten saßen, dein Grab auch mich mit Freuden vor dich verlassen. treten, dich anzubeten. 9. Dein Siegstag ist ein Zag 2. Dich rühmt der Lobgesang des Heils der Erder, als Sabbath der Himmelsheere! Auch unser müss' er mir stets heilig werden! Tempel schall' von deiner Ehre! Lob sei, Erlöser, deinem großen Auch unser Dank und unsers Namen, auf ewig. Amen! Geistes Flehen soll dich erhöhen! 3. 2Bie freu' ich mich, die Mel. Wer nur den lieben GottStätte zu begrüßen, wo Dür- 353. Wie lieblich ist doch, stenden des Lebens Bäche flies Herr, die Stätte, ßen und wo dein Heil von der wo deines Namens Ehre wohnt! Erlösten Zungen, froh wird be- o gieb, daß ich sie gern betrete, sungen. weil da dein Segen die bes 4. Vergebens lockt die Welt lohnt, die deines Wortes sich zu ihren Freuden; mein Geifilerfreun und dir des Herzens soll sich auf Gottes Auen wei- Andacht weihn. den. Sein heil'ges Wort, das 2. Wohl dem, der dich in deis seine Boten lehren, das will ner Hütte, Gott, zu verehren, ich hören. Ernst beweist. Du hörst seinkob 5. Mit Andacht will ich, und seine Bitte und stärkst mit Höchster, vor dich treten! Ich neuer Kraft den Geist, daß er weiß, du liebst, die kindlich zu auf deiner Wahrheit Bahn rechts dir beten. Der Thoren Glück, schaffen vor dir wandeln kann. die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn man's nur 6. laß auch heute deinen recht zu Herzen nimmt. Es giebt Geist mich lehren, vom Wege, unsTrost auf Trübsals Wegen, der dir mißfällt, mich zu keh- die du zu unserm Heil bestimmt, ren. Regiere mich, daß meine Es giebt im Kampf uns Muth und - 207 Ueber die zehn Gebote insbesondere. und Kraft und ist ein Schwert, Jan! Lehrt die Kinder Gott ers das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! Dein Sabbath bring' auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen heilig sein. vor dir an heil'ger Státte bin. kennen! Lehrt sie, was sein Sohn gethan, warum wir uns Chrisien nennen; damit sie im Glauben rein und im Leben 5. Kennen eure Kinder Gott, Laß dir das Lob, das wir dir so ermahnet sie zum Fleiße. Leha weihn, ein angenehmes Opfer ret sie des Herrn Gebot, daß sein. man in der Welt im Schweiße 5. Ja, du bist Sonn' und seine Nahrung suchen soll. Nur Schild den Frommen; du, Herr, dem Fleiße geht es wohl. giebst ihnen Gnad' und Ehr'. 6. Laffet nie die Eitelkeit, nie Und wer nur erst zu dir gekom- die Frechheit böser Sitten, nie men, dem fehlt das wahre Glück das Laster dieser Zeit ihre zarte nicht mehr. Was du verhei- Brust zerrütten. Leitet sie zur Best, hältst du fest; wohl dem, Sittsamkeit, Demuth, Treu der sich auf dich verläßt! und Sparsamkeit. Ueber das 4. Gebot. 7. Schmeichelt und verwöhnt fie nicht; übt mit Weisheit, Mel. Meinen Jefum laff' ich nicht- Zucht und Strenge. Liebt die 354, 2eltern! denkt an eu- Kinder, das ist Pflicht; doch re Pflicht und ge- seid gegen Laster strenge. Denkt horcht in euch dem Triebe, der an eines Eli Grab, der den für eure Kinder spricht; fühlt Kindern leicht vergab. ihr Recht an eurer Liebe. Nerger als ein Heide ist, der die Seinigen vergißt. 8. Aber über Ales flieht Aera gerniß und Missethaten! Wenn das Kind sie an euch sieht, wie kann eure Zucht gerathen? Rief nicht Jefus dem ein Weh', der 2. Sorgt nicht nur für ihren Leib und ihr äußres Wohler gehen, daß es dabei niemals die Unschuld ärgerte? bleib', wie sie vor der Welt be 9. Schwer ist, Eltern, eure stehen; sondern dafür allermeist, Müh'; darum unterlaßt das was ihr ew'ges Wohlsein heißt. Flehen um des Höchsten Beis 3. Wenig nützt durch eure stand nie, soll die Zucht von Müh' ihnen alles Glück der Era Statten gehen, daß die Kinder den. Ach! verloren gehen sie euch erfreun und einst mit euch wenn sie nicht auch Christenselig sein. werden. Ohne diesen Zweck - verflucht Gott jedwede Kinder- Mel. Meinen Jefum laf' ich nichtzucht. 355, Gott! dir sei mein 4. Fangt von ihrer Schöpfung Dank geweiht, heis 208 Catechismuslieder. heilig dir mein ganzes Leben! Imich an, kindlich gegen die zu Denn aus freier Mildigkeit hast handeln, die du mir hast vorges du selbst es mir gegeben; haft setzt; laß sie sein von mir ges durch Eltern mir's verliehn, die schätzt. zur Tugend mich erziehn. 8. Lege noch viel Jahre zu 2. Hab' ich sie bisher betrübt, meinen Eltern hier auf Erden. so vergieb mir diese Sünde. Hab Laß sie, Herr! an Glück und ich sie nicht g'nug geliebt, wie Ruh', mir zum Besten, reicher es einem treuen Kinde Dank werden. Beten sie für sich und und dein Gesetz gebeut; ach! mich, ach! so hör' sie gnädiglich. so sei mir's herzlich leid. 9. Ehr' und Freude sei es 3. Wie viel Sorgen, Angst mir, folgsam sein, denn das ist und Müh haben nicht ihr Herz billig und gefällig, Gott! vor gebeuget! oft mit Thränen has dir; mach du selbst dazu mich ben sie Hülf und Nachsicht mir willig. Wohl mir dann! es gezeiget; für mein Wohlsein wird auch mein dein verheiß manche Nacht, wenn ich sorg- ner Segen sein. los schlief, gewacht. Ueber das 5. Gebot. 4. Hilf, daß gegen sie mein Herz kindlich sei und nicht Mel. Ach, was soll ich Sünderblos scheine und daß ich bei 356. Sollten Menschen, ihrem Schmerz zu dir fromme meine Brüder, Thránen weine; für ihr Glück mir, o Gott, nicht theuer sein? dir dankbar sei und mich ih- Sollt' ich sie nicht gern erfreun? rer Freuden freu'. Sie sind alle Christi Glieder, 5. Laß auf ihre Winke mich Christi, der für Alle starb, Allen willig und gehorsam achten, ja Gottes Huld erwarb. selbst ihren Wünschen mich, 2. Er hat All' aus einem noch zuvor zu kommen, trach- Blute stammen lassen, Alle sind ten; gern, was sie vergnügt, sein und Jeder ist sein Kind. vollziehn, stets, was ihnen Alle sind mit seinem Blute ihm mißfällt, fliehn. erkauft und eines Throns Ers 6. Jesus stelle mir sich dar, ben; Erben seines Sohns. er, das Beispiel frommer Kine 3. Gottes Kinder wollt' ich der! Der, der Herr des Him- haffen? lieblos, unbarmherzig mels war, Gottes Sohn, das sein? meinem Mitknecht nicht Heil der Sünder war dennoch verzeihn? ich, dem Gott so viel von Kindheit an seinen Eltern erlassen? Ach, so schonte dein unterthan. Gericht, großer Gott, auch meis 7. Hilf mir thun, wie er gener nicht. than und nach seinem Vorbild' 4. Der du für die Uebelthåwandeln. Sein Gehorsam treib'lter um Geduld bat'st und die Last Ueber die zehen Gebote insbesondere. 209 Last unsrer Schuld getragen Ueber das 6. Gebot. haft; unser Mittler und Ver: Mel. Wer nur den lieben Gott- treter! es versöhnte Gott mit sich eine Sünderwelt durch dich. 357.Der jer Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit sein. 5. Wenn mein Herz, vom Sie ist ein Gift für unser LeTrieb' der Sünde hingerissen, ben und ihre Freuden werden dich verkennt und in Haß Pein. Drum fleh' ich demuthsund Rach' entbrennt: dann, o voll zu dir: o! schaff' ein reiJesu, überwinde meinen Haß nes Herz in mir. und laß mich sehn dich für uns zum Tode gehn. 2. Die Wollust kürzet unfre Tage; sie raubt dem Körper seia 6. Deiner Thránen, die dort chen, Schmerz und Plage sind ne Kraft; und Armuth, Seua flossen, als dein Aug' um mich Früchte ihrer Leidenschaft. geweint, o erhabner Menschenfreund! und des Bluts, das baßt sich selber, der sie übt und sich in ihre Fesseln giebt. du vergossen, dessen, Herr! 3. Sie raubt dem Herzen erinnre mich; und die Feind- Muth und Stärke, schwächt schaft ende sich. den Verstand, der Seele Licht; Der 7. Dringe stets zu meinen sie raubt den Eifer edler Werke Ohren, Wort des Herrn: ,, Ich und Ernst und Lust zu jeder liebte dich; wer den Brüder Pflicht. Sie führt Reu' und liebt;, liebt mich; wer ihn has Gewissensschmerz in das ihr set, ist verloren; ihm wird hingegebne Herz. nimmermehr verziehn, Gottes Zorn bleibt über ihm." 4. Der Mensch finkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers hinab; er schändet 8. Laß michs hören, daß ich und entehrt die Würde, die übe, was dein Wille mir ge- ihm sein weiser Schöpfer gab; beut; Nachsicht, Sanftmuth, vergißt den Zweck, dazu er Gütigkeit, daß ich, wie du tebt, weil er nach niedern Lús liebtest, liebe, dienstbeflissen, sten strebt. mild, getreu, fanft und leicht versöhnet sei. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der 9. Dibr, meines Heilands Welt sind sie ein Spott. Sie Glieder, Christi, der für Alle sind vor dem Gewissen Schande starb, Allen Guad' und Huld und Missethat vor dir, o Gott! erwarb! lieben will ich euch, Wer sich in ihre Knechtschaft als Brüder, für euch beten, giebt, wird nimmermehr von euch erfreun, wohlthun, dul- dir geliebt... den und verzeihn, 6. Du willst den wiederum 14 vers 210 Catechismuslieder. verderben, der deinen Tempel 4. Der Geiz, o Christ, ent hier verdirbt. Dein Himmelehrt dein Herz, erstickt die ed reich wird Niemand erben, intern Triebe. Die Liebe für ein dem die böse Lust nicht stirbt; schimmernd Erz verdrängt der drum[ aß mich ihre Reizung Tugend Liebe und machet, der fliehn und keusch zu sein mich Vernunft zum Spott, vergång: stets bemühn. lich Gold zu deinem Gott, der 7. Gieb, daß ich allen bösen Seele zum Verderben. Lüsten mit Muth und Nachdruck 5. Der Geiz, so viel er an widersteh' und stets, dawider sich reißt, läßt dich's doch nie mich zu růsten, auf dich, Al- genießen. Die Habsucht wächst gegenwärt'ger! seh'. Wer dich, und quält den Geist und foltert o Gott! vor Augen hat, flieht das Gewissen. Der kleinste auch verborgne Missethat. schmeichelnde Gewinn reißt dich zur Last und Falschheit hin, zum Bucher und Betruge. Ueber das 7. Gebot. 6. Du wirst, wenn du sein Mel. Herr, wie du willst, soSklave bist, nicht achten Treu' 358, Wohl dem, der beßre noch Glauben; Arbeiter ihres Schätze liebt, als Lohns durch List gewissenlos Schätze dieser Erden! Wohl berauben; wenn Wittwen oder dem, der sich mit Eifer übt, an Waisen flehn, selbst ihren Thras Tugend reich zu werden; der innen widerstehn; nur deinem dem Glauben, daß er lebt, sich Mammon opfern. über diese Welt erhebt, nach ew'gen Gütern strebet. 7. Dein durch den Geiz vers schloßnes Herz schmeckt nie des 2. Wahr ist es, Gott ver Wohlthuns Freuden. Dich rüh wehrt uns nicht, hier Güter ret keines Andern Schmerz und zu besitzen. Er gab sie uns, keines Bruders Leiden; hältst doch auch die Pflicht, mit nicht, was ihm dein Wort vers Weisheit sie zu nutzen; sie dür- spricht und achtest selbst auf fen unser Herz erfreun und Eide nicht, wenn nur dein Gut unsers Fleißes Antrieb sein, sich mehret. doch nie den Geist beherrschen. 8. Bewahr, o Gott! durch 3. Denn, nach den Gütern deinen Geist, mein Herz vor dieser Zeit mit ganzer Seele folchen Trieben. Was Unrecht, schmachten, nicht erst nach der Habsucht, Wucher heißt, laß Gerechtigkeit und Gottes Rei- nimmermehr mich üben! Des che trachten; ist nicht des wah- Nächsten Geld und Gut laß ren Christen Ruf, den Gott mich, vom Neide fern, ihm zur Ewigkeit erschuf; sein Schatz brüderlich verbessern und vers ist nur im Himmel. mehren. 9. Vera Ueber die zehn Gebote insbesondere. 211 9. Verleih', Herr! daß ich wenn du dich frech erkühnst, die mir dabei mit Wen'gem gnü- Unschuld selbst zu schmähn? gen lasse, den Geldgeiz, als Ab- 5. Wenn du der Frommen götterei, von mir entfern' und lachst, wenn du die Tugend basse. Ein weises Herz, zu schändest; dem Würdigen sein friedner Muth, Vertraun auf Lob, das er verdient, entwen= dich bei kleinem Gut, sei hier dest: Verläumder! siehts nicht mein Theil und Erbe. Gott, wie zügellos dann du ihn in den Seinen schmähst? Dein Richter hört dir zu! Ueber das 8. Gebot. Mel. O Gott, du frommer Gott- 6. Die Thränen zählt der Herr, die von gekránkten From359. Wenn du des Nach- men, die du entehret hast, weha sten Ehr' und klagend vor ihm kommen. Es Achtung suchst zu schmälern fommt, es kommt ein Tag, wo und von nichts lieber sprichst, Gott einst vor Gericht im Ans als von des Bruders Fehlern; gesicht der Welt auch dir dein aus Ehrsucht oder Neid ver- Urtheil spricht. kleinerst seinen Ruhm, dich sei- 7. Drum müsse nie dein ner Schwachheit freu'st: wo Mund des Nächsten Ruhm vers bleibt dein Christenthum? letzen! Eil', was du ihm ents 2. Wenn du aus Argwohn zogst, ihm liebreich zu ersetzen! blos von ihm gern Böses den: Des Nächsten Ehre sei dir theus fest und durch ein falsch Gericht rer, wie dein Ruhm; beschütz ihm schadest und ihn kränkest; und rette sie stets als ein Heis wenn Leichtsinn, Stolz und Haßligthum! ihn vor der Welt entehrt: bist 8. Wie hoch verbietst du uns du, o Christ! dann noch des den Mißbrauch unsrer Zungen! Christennamens werth? Enthalte sie, o Herr! von allen 3. Wer, wenn er Låstrer hört Lästerungen! Wer in dem Mens und unter Spottern fizet, aus schen dich und deine Gaben scheuer Menschenfurcht nicht ehrt, den ehrst du, Gott und Andrer Unschuld schützet; wer der ist seiner Ehre werth. aus Gefälligkeit selbst ein Ver- Uleber das 9. und 10. Gebot. láumder ist und nichts zum Mel. Herr, ich habe mißgehandelt Besten kehrt: ist wahrlich noch 360 Herr! du kennest tein Christ. mein Verderben; 4. O Mensch! bedenk' es ach! es regt in meiner Brust, doch: Gott hört an jedem Orte, wie bei allen Adamserben, sich wo du zugegen bist, ein jedes noch immer böse Lust, die mein deiner Worte. Ach! er, der Alles Herz stets von dir neiget und fieht, wie sollt' er dich nicht sehn, viel böse Thaten zeuget. 14* 2. Bie 212 Catechismuslieder. 2. Wie verkehrt sind meine 8. Sollt' ich etwa unterliegen Wege! wie verderbt des Fleis o so bilf mir wieder auf! La sches Sinn! Ich empfind' es, in deiner Kraft mich siegen, daß Gott, wie tråge ich dir zu ge- lich meinen Lebenslauf unter horchen bin. Ach, wer wird deinen treuen Händen möge vom Hang zum Bösen mich fromm und selig enden! Elenden doch erlösen? 3. Hilf mir durch den Geist Mel, Auf meinen lieben Gott der Gnaden von der angeerbten 361. ch bin mir, Gott, Noth! Heile meiner Seele bewußt der innern Schaden durch des Mittlers bösen Lust, der Quelle meiner Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden, die Menschen nie ers Sünden! laß mich Gnade vor gründen. D, heile du aus Gnas dir finden. den der Seele tiefen Schaden! 4. Deinen Willen hier auf 2. Des bösen Herzens Grund Erden zu vollbringen, wird mir wird oft durch Thaten kund, die schwer. Soll ich dazu tüchtig mich vor dir verklagen und mein werden, mußt du selbst von Gewissen nagen. Herr! willst oben her mir dazu die Kraft pu sie bestrafen, wer wird mir verleihen und mein sündhaft Rettung schaffen? Herz erneuen. 3. Ich habe wider dich, den 5. Schaffe denn ein neues Nächsten und auch mich vielfäl Herze, Herr, durch deinen tig, Herr, gehandelt; ich bin Geist in mir, daß ich nicht mein den Weg gewandelt, der Mens Heil verscherze. Laß der sünd- schen von dir wendet und sich lichen Begier mich mit Nach mit Schrecken endet. druck widerstehen und auf dei ne Hülfe sehen. 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht mir ewis 6. Unter Wachen, Beten, ges Verderben; laß, Vater! Ringen hilf mir selbst mein mich nicht sterben! Du kannst, Fleisch und Blut unter deinen du wirst vom Bösen auch mich, Willen zwingen; denn dein Wilo Herr! erlösen. Ie, Gott, ist gut. Was nicht 5. Verwirf mich nicht von kann dein Reich ererben, laß dir! Beweise Gnad' an mir! schon hier an mir ersterben. Erneure meine Seele, daß sie 7. Reize mich durch jene das Gute wähle. Die Tilgung Krone, die der Treuen Haupt meiner Sünden laß mich bei einst ziert, daß ich keiner Stei- Jesu finden. gung schone, die zur Sünde 6. Drückt mich ihr schweres mich verführt. Hilf mir selber Joch, so sei, o Bater! doch muthig kämpfen, alle böse Lü- noch stärker dein Erbarmen; das fie dämpfen. heilige mich Urmen! Du kannst, mein Vom christlichen Glauben. 213 mein Gott, vergeben; bei dir Jemand sich ein Sündenkind ers ist Heil und Leben. fennet und bleibet gleichwohl freventlich von Sünden ungez trennet. Denn ob es wohl ein wahres Wort, daß Christus ist nun deinen Geist mich stärken; der Sünder Hort und ihren daß, folgsam deiner Lehre, ich Arzt sich nennet: nun dich fürcht' und ehre. 7. Hat sonst des Fleisches Macht ihr Werk in mir voll bracht, so laß zu guten Werken 5. So meint er solche Sünder 8. Und regt in meiner Brust doch, die in der Zeit der Gnasich ferner böse Lust, hilf, daß den mit Thränen ihrer Sünden ich widerstrebe, nur dir zu Eh Foch ihm auf die Schulter las ren lebe, dein Bild noch auf der den. Es heißt zwar: ,, Kommt! Erde und dort vollendet werde. ich bin bereit, euch, die ihe Frank und elend seid, zu heilen euren Schaden." 3.) Bom chriftlichen Glauben. du Mel. Nun freu't euch, lieben. 362. Der falschen Christen Schaar ge 6. Der Glaub' ist jene Kühns heit nicht, die ruchlos Wesen übet; er ist vielmehr die Zuversicht, benkt: ,, sollt' ich vorSünd'erbe- die Zucht und Demuth liebet, ben? Ist Christus doch ans von Gott stets ihre Stärke sucht, Kreuz gehenkt; was darf ich mit Flehen und durch gute christlich leben? Er hat für mich Frucht sich zu erkennen glebet. 7. Denn wer auf Gnade Bds ja g'nug gethan; ich stifte was ich will und kann, Gott muß ses thut mit sicherem Gemüthe, wird schuldig an des Herren es mir vergeben." 2. Die Welt ist solcher Chri- Blut und findet Zorn, statt sien voll, die stets beharr'n in Güte. Die Arzenei kann nicht Sünden, da zwar der Glaube dafür, daß du mit Gift mutha gelten soll, die Frucht doch nicht willig dir verderbest das Ges zu finden; warum? er ist nur blüte. in dem Mund, allein des Her zens rechter Grund läßt seine Kraft verschwinden. 8. Ach! harre ja nicht, bis der Tod schon kömmt heran getres ten; es ist gefährlich in der Noth 3. Es steht nicht, wie man erst wollen lernen beten. Nimm fälschlich meint, der Glaub' indir, anstatt der Sicherheit, viels unsern Händen, daß man sich mehr Gebet und Wachsamkeit, weigert und vermeint, zu gür solch Unkraut auszujáten. ten seine Lenden, Gott anzufle- 9. Ach Jesu! lehr uns beine hen in der Zeit, daß er uns Huld und Gnade recht erkens aus Barmherzigkeit den Glau- nen! Erlaß uns unsrer Trägheit ben wolle senden. Schuld; laß unsre Lampen brens daßluen! Dein Del erhalt' uns ihren Schein, 4. Es ist nicht g'nug, Catechismuslieder. 214 Schein, daß, wenn du kommsi und brichst herein, du uns dein Reich könn'st gönnen. 6. Herr Jesu! blicke du mich an aus lauter Gnaden, wie einst das arme Weib von Cana, das beladen mit vielem Unglück war. Vertritt du mich bei Gott, da: Mel. O Gott, du frommer Gott- 363. Herr, allerhöchster Gott, von dem mit mein schwacher Glaub' nicht wir alle Gaben und was uns werde hier zu Spott. nüglich ist, durch Christum 7. Ach lieber Herr! wie du müssen haben! ich Sünder kla: für Petrum bast gebeten, daß ge dir, daß leider ich nicht kann er nicht möchte ab vom wahren dich, wie ich gerne wollt', im Glauben treten; so bitte auch Glauben beten an. für mich, der du mein Mittler 2. Ich glaube ja zwar wohl, bist, weil es dein Wille ja und doch mit sehr schwachem Glaus mir ersprießlich ist. ben, den mir noch will dazu 8. Erhöre mich, mein Gott! per arge Feind wegrauben. In Mein Gott, mich doch erböre! folcher Noth, o Gott! weil ich Merk auf mein Flehen, Herr! auf dich allein vertraue, wollest der Bitte mich gewähre: daß du mein treuer Helfer sein. ich des Glaubens Ziel, der ner 3. Ach! recke du zu mir doch Seelen Seligkeit, erlange dort deine Gnadenhånde! hilf mei- einmal bei dir in Ewigkeit. Schwachheit auf, und Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes – Stärkung mir zusende! 364. Gottes Sohn, Herr schon, dem Senfkorn gleich, Jefu Chrift! daß mein Glaube ist sehr klein, so man recht könne glauben, nicht laß ihn doch bei mir in stetem Jedermannes Ding ja ist, Wachsthum sein. noch standhaft zu verbleiben; 4. Ich bin zwar schwach, doch drum hilf du mir von oben sei der Glaub' in mir geschäftig, her, des wahren Glaubens mich und deine Stark und Kraft sei gewähr' und daß ich drin bes in mir Schwachen kräftig. Ach! harre. zieb mich hin zu dir, Herr, 2. lehr du und unterweise meine Zuversicht! auf daß sich mich, daß ich den Vater ken mehr' in mir des wahren Glau- ne; daß ich, o Christe Jesu! bens Licht. dich den Sohn des Höchsten 5. O frommer Gott! der du nenne; daß ich auch ehr' den ein Funklein angezündet des heil'gen Geist, zugleich gelobet Glaubens, blaf' es auf, daß, und gepreist in dem dreiein'gen wenn sich Noth einfindet, ich Wesen. wohl gerüstet sei und gute Ritz 3. Laß mich vom großen Gnas terschaft ausübe allezeit durch dentheil die wahr' Erkenntniß dieses Lichtes Kraft. finden, wie der nur an dir habe Theil, Vom chriftlichen Glauben. 215 Theil, dem du vergiebst die| ken, daß er sei thátig durch die Sünden; hilf, daß ichs such, Lieb', mit Freuden und Geduld wie mir gebührt! Du bist der sich üb', dem Nächsten fort zu Weg, der mich recht führt, die dienen. Wahrheit und das Leben. 9. Insonderheit gieb mir die 4. Gieb, das ich traue dei: Kraft, daß vollends bei dem En= nem Wort, und wohl ins Herz es de ich übe gute Ritterschaft, zu faffe; daß sich mein Glaube im- dir allein mich wende in meimerfort auf dein Verdienst ver- ner letzten Stund' und Noth, des laffe; daß zur Gerechtigkeit mir Glaubens End' durch deinen werd', wenn ich von Sünden Tod, die Seligkeit, erlange. bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 10. Herr Jesu, der du ans gezünd't das Fünklein in mir 5. Den Glauben, Herr, laß Schwachen, was sich von Glaus trösten sich des Bluts, so du ben in mir find't, wollst du noch vergossen, auf daß in deinen stärker machen; was du gefanWunden ich bleib allzeit einge- gen an, vollführ bis an das schlossen, und durch den Glau- End', daß dort bei dir auf Glaus ben auch die Welt und was ben folg' das Schauen. dieſelb' am höchsten hält, für 365. Wir glauben all' an Eitelkeit nur achte. einen Gott, Schös 6. War' auch mein Glaub' wie pfer Himmels und der Erden, Senfkorn klein und daß man der sich zum Vater geben hat, ihn faum merke; wollst du doch daß wir seine Kinder werden. in mir mächtig sein, daß deine Er will uns allzeit ernähren, Gnad' mich stärke, die das zer Leib und Seel' auch wohl bes brochne Rohr nicht bricht, das wahren; allem Unfall will er glimmend' Docht auch vollends wehren; kein Leid soll uns widers nicht auslöschet in dem Schwa- fahren; er sorgt für uns, hús chen. tet und wacht, es steht Alles in seiner Macht. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu be- 2. Wir glauben auch an Jesum halten, ein gut Gewissen auch Christ, seinen Sohn und unsern dabei, und daß ich mög' so Herren, der ewig bei dem Vater walten, daß ich sei lauter je ist, gleicher Gott von Macht und derzeit, ohn' Anstoß, mit Ge- Ehren. Von Maria, der Jungs rechtigkeit erfüllt und ihren frauen, ist ein wahrer Mensch Früchten. geboren durch den heil'gen Geist 8. Herr, durch den Glauben im Glauben; für uns, die wir wohn' in mir, laß ihn sich immer war'n verloren, am Kreuz ges stárken, daß er sei fruchtbar für storben und vom Tod wied'r und für und reich in guten Wer- lauferstanden ist durch Gott. 3. Wir 216 Catechismuslieder. 3. Wir glauben an den heil' reicht aller Menschen Weisheit gen Geist, Gott mit Vater und nicht. dem Sohne, der aller Blod'u ein 2. Wohin ich Herz und Aus Tröster heißt, uns mit Gaben gen lenke, da find' ich deiner Allzieret schöne, die ganz Chri- macht Spur. Wenn ich anbes stenheit auf Erden hålt in ei- tend überdenke dein Werk, die nem Sinn gar eben: hier all' prachtige Natur; so ruft mir Sünd'n vergeben werden; das Alles, Alles zu: ,, Wie groß ist Fleisch soll uns wieder leben; Gott! Wie klein bist du!" nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. 3. Ja, Herr! ich preise deine Güte, die mich auch wunders bar erschuf und mit frohlockens 366. Wir glauben all' an dem Gemüthe verehr' ich dei einen Gott, Banen Schöpferruf, ein Herold ter, Sohn und heil'gen Geist, an deines Ruhms zu sein und deis den Herrn Zebaoth, den die ner Wunder mich zu freun. Schaar der Engel preist; der 4. Du hast den Leib, obschon durch seine große Kraft Alles aus Erde, doch wunderbar und wirket, thut und schafft. schön gebaut; daß er der Seele 2. Wir glauben auch an Je- würdig werde, ihm Sprach' und Du hast fum Christ, Gottes und Mariens Sinnen anvertraut. Sohn; der vom Himmel kom- ihn selbst zum Herrn der Welt, men ist und uns führt in's dem Alles dienen soll, bestellt. Himmels Thron; der uns durch fein Blut und Tod hat erlöst aus aller Noth. 5. Du gabst zum Denken und Empfinden mir meine Seele, meinen Geist, der zwar zu 3. Wir glauben auch an heil'- schwach ist, zu ergründen, wie gen Geist, der von Beiden gehet herrlich du, mein Schöpfer, aus, der uns Trost und Bei- seist; jedoch, was du an mir stand leist wider alle Furcht und gethan, erkennen und bewuns Graus. Heilige Dreieinigkeit, dern kann. fei gepreist zu aller Zeit! Ueber den 1. Artikel. 6. Und diesen Geist, der in mir denket, schufst du nicht blos für diese Zeit; nein, Herr! du Mel. Wer nur den lieben Gott- haft ihn mir geschenket zum Les 367, Gott! den Welt ben in der Ewigkeit, um da und Himmel eh vollkommner zu verstehn, was ren, von dir kommt aller Wel Sterbliche nur dunkel sehn. ten Pracht! Was wir Vollkomm= 7. Durch deiner Vorsicht nes sehn und hören, hat deine gnädigs Walten, die mich von Schöpferhand gemacht. An dei- Kindheit an umfing, bin ich ne Weisheit, Macht und Licht so väterlich erhalten, daß jede Noth Vom christlichen Glauben. 217 Noth vorüber ging. Ich lebelfers Eigenthum, zum Sündens noch und preise dich; Herr! dei- dienst verleitet; entblößt von ne Rechte schützet mich. aller Heiligkeit war schon in jes 8.3war unwerth aller Treu' uer Ewigkeit der Sünden Sold und Güte, die täglich Seel' bereitet und doch hat noch mit und Leib erfreut, empfindet uns Armen Gott Erbarmen; reuvoll mein Gemüthe, wie oft uns zum Leben hat er seinen es sich der Welt geweiht, wie Sohn gegeben. oft es Lieb' und Dank verhieß, 3. Er war das Opfer für die und dich doch bald und leicht Welt, hat Gottes Lieb' uns verließ! hergestellt, Gerechtigkeit erwor= 9. Ach, Herr und Schöpfer ben. Mit unsrer Sündenschuld meines Lebens! schaff' doch ein beschwert, wie uns der Geist neues Herz in mir! Nie lock' der Wahrheit lehrt, ist er für mich deine Huld vergebens! uns gestorben. Heilig soll ich Mein Glück und Heil steht nur durch ihn werden, hier auf bei dir. Erleucht' und leit' mich Erden Gott verehren, treu und väterlich! Mein Glaube traut gläubig ihm gehören. allein auf dich. 4. Mich von der Sünde zu 10. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und willig thu', was befrein, ist Christus durch des dich erfreut und Geist und Todes Pein zum Himmel einges Leib und Glieder gebe zu Waf- gangen. Wie kann ich der Erfen der Gerechtigkeit; daß ich lösung Ruh, wenn ich nicht bis in den Led dir treu, dir wahre Buße thu', von meinem dankbar und gehorsam sei. Gott erlangen? Laß mich zeitig meiner Sünden Greul empfin=. den und bereuen; dann wirst du mir, Herr, verzeihen. Ueber den 2. Artikel. Mel. Wie schön leuchtet der 368, Dein Bolt und Ei5. Für mich hafst du, Herr, genthum sind wir! gnug gethan; zund auch in mie Jesu, Gottes Sohn! von den Glauben an, daß ich Verz bir, von dir soll nichts une föhnung habe. Die Kraft, mich scheiden. Du warst der Welt meines Heils zu freun, fromm, zum Heil gemacht; du hast des heilig und gerecht zu sein, ist Vaters Rath vollbracht und der Erlösung Gabe. Freudig führst zu ew'gen Freuden. Je will ich mich bestreben, hier im sus Christus kam, die Sünder, Leben dir in allem, was ich Adams Kinder, zu erlösen, und übe, zu gefallen. ertrug den Fluch des Bösen. 6. Du bist mein Heiland, ich 2. Verloren war der Unschuld bin dein! Von Sünden mach' Ruhur, der Mensch, des Schöp- ldein Blut mich rein! Durch dein Vers - 218 Catechismuslieder. Verdienst versöhnet fühl ich geben. Dein theures Wort hat schon hier Zufriedenheit und mich erfreut und meiner Aus Hoffnung fünft'ger Seligkeit, gen Blödigkeit zum Himmels die meinen Glauben krönet. weg erleuchtet. Stark' mich, daß ich standhaft 4. O bestes Licht, du lehrest glaube, treu dir bleibe, Lüfte mich recht meinen Heiland ken= dämpfe und den guten Kampf nen; bei deinem Glanze kann hier kämpfe. nun ich Gott meinen Vater 7. Wenn du, Herr Jesu! nennen. Du hast mein dunkles zum Gericht dereinst erscheinst, Herz erhellt und leitest mich dann werd' ich nicht, Verbres durch diese Welt zu jenem beßs chern gleich, erbeben. Erlöst, ren Leben. versöhnt bin ich durch dich; du, 5. Oft bin ich zwar durch mein Erretter! wirst auch mich bösen Rath auf falschen Weg zu deinem Reich erheben. Se- gekommen. Doch deine Kraft lig werd' ich auferstehen, dich zu und Gnade hat sich meiner ans sehen und zum Lohne schenkst genommen. Du strastest am du mir des Lebens Krone. Gewissen mich; durch dich ers leuchtet, lernte ich den Weg der Sünde fliehen. Ueber den 3. Artikel. Mel. Nun freut euch, lieben 369, 6. Oft hast du in des Lebens beil'ger Geist, du Müh' dich meiner angenomböchstes Gut, der men und bist, wenn ich um du auf jenem Throne, auf wel- Hülfe schrie, mit Trost zu mir chem Macht und Ehre ruht, mit gekommen; daß ich in Hoffnung Vater und dem Sohne, als und Geduld, versichert deiner Gott regierst in Ewigkeit und Lieb' und Huld, mich Gott ganz dem die ganze Christenheit An- überlassen. betung bringt und Ehre! 7. Dein Beistand sei uns 2. Wie hat doch meiner fiets gewiß! Gieb Kraft zum Seele Noth dich, Geist des neuen Leben, daß wir, o Herr, Herrn! erbarmet. Mich haft kein Nergerniß je nehmen oder du, da ich geistlich todt, mit geben durch falsche Lehr' und Lieb' und Huld umarmet. ch bösen Rath; den Glauben viels ging in ganz verkehrtem Wahn; mehr mit der That vor aller du nahmst dich meiner gná- Welt beweisen. dig an und wolltest selbst mich Tehren. 8. Theit, Herr! uns deine Gas ben mit, daß uns kein Gutes feh3. Ich hatte Gott nie recht er- le. Erleuchte, beil'ge und vertritt kannt, dem ich doch sollte leben; die theu'r erlöste Seele. O heil's hätt'st du dich nicht zu mir ge- ger Geist! setz' durch dein Wort wandt und mir dein Licht geldein Werk bei uns bestáns dig - Vom Gebete überhaupt. 219 dig fort! stårk Glauben, Lieb' Herr, deine Weisheit, Macht, und Hoffnung. Barmherzigkeit und Treu. 9. Befestige auch unsern 5. Ach Vater, unser Gott! du Muth und hilf uns ernstlich haft uns aufgenommen hier in kämpfen; daß wir die Welt, dein Gnadenreich, da wir die auch Fleisch und Blut, sammt Tauf' bekommen; gieb, daß fort= ihrer Reizung dämpfen! Und an dein Wort uns fall', wie Hims wenn die letzte Stunde da, sei melsthau, aufs Herz und so uns uns mit deinem Trosie nah' und hilf uns selig sterben. stets zu deinem Dienst erbau. 4.) Vom Gebete überhaupt. 6. Erleuchte den Verstand, den Glauben uns vermehre, die Lieb' in uns entzünd, des Satans Reich zerstöre; verleihe, daß auch Matth. 6, 9-13. Luc. 11, 2-4. wir oftmals an unserm Theil ers Mel. Gott, du frommer Gottflehen deiner Kirch' Glück, Aufs O 370. Ach Bater, unser Gott! nahm', Fried' und Heil. der du durch deine 7. Ach Vater, unser Gott! Gute uns immerfort erweist laß doch erfüllet werden, was dein väterlich Gemüthe, hilf, dir gefällig ist im Himmel und daß von uns auch werd' der auf Erden. Daß unser eigner Kinder Amt verricht in Furcht, Will' und fündliche Begier Gehorsam, Lieb' und fester Zu- durch deine Kraft in uns ab versicht. sterbe für und für. 2. Du bist im Himmelsthron 8. Regiere unser Herz, daß an allen Ort und Enden, wo wir in guten Tagen nicht stolz wir dich rufen an, willst du und sicher sein, in bösen nicht dich zu uns wenden; so höre verzagen; gieb, daß nichts ZeitHerr, ach hör von deinem Freu- liches uns machen kann betrübt, densaal, warum wir bitten dich daß uns auch nichts erfreu, als in diesem Thränenthal! nur, was dir beliebt. 3. Ach Vater, unser Gott! 9. Ach Vater, unser Gott! laß laß deinen Geist uns lehren, wie uns fort deine Gaben und unser deine Majestät in Demuth sei täglich Brod zur Nothdurft heut zu ehren, daß wir betrachten auch haben! Hilf, daß wir sparrecht, wie groß, o Gott! du bist sam sein und råthlich halten und daß der arme Mensch nur Haus und auch mit Wenigem. Staub und Asche ist. vergnüglich kommen aus. 4. Laß uns nichts lieber sein, 10. Gieb Einigkeit und Fried', als deinen Namen preifen für alle Treu, Ehr' und Zucht darneben, Gut' und Gnad', die du uns thust auch heilsam Regiment dem beweisen, daß Jedermann werd'Orte, da wir leben; wend' kund, wie unaussprechlich sei, Feu'r- und Wassersnoth durch deine 220 Catechismuslieder. deine starke Hand, wend' Pestlerringen, wenn in dem letzten und Krankheit ab von uns und Kampf all' Elend, Angst und unserm Land. Noth ein selig's Ende nimmt 11. Ach Bater, unser Gott, durch einen sanften Tod. aus fauter Gut' und Gnaden 17. Nun, Vater, unser Gott! vergieb uns unsre Schuld, das sich an dieß unser Beten, laß mit wir sind beladen; es ist ja uns nicht unerhört von deinem keine Sünd', dafür nicht habe Thron' abtreten; denn dein, o schon mit seinem Blut bezahlt Herr! ist fort je länger und je dein eingeborner Sohn. mehr in alle Ewigkeit das Reich, 12. Hilf, daß wir denen auch die Macht und Ehr'. all' ihre Schuld erlassen, die uns 18. Hierauf so sprechen wir, zuwider sind und sie darum nicht in Jesu Christi Namen, auf sein bassen; daß wir von Herzens- untrüglichs Wort, ein glaubig, grund vergessen Truß und freudig Amen. Jesu Chrift! O Schmach und dir in Gütigkeit durch dich und dein Verdienst und Sanftmuth arten nach. allein wird Alles ganz gewiß, 13. Ach Vater, unser Gott! ja, ja und Amen sein. durch deine Wunderstärke, hilf, wenn Versuchung kommt und Mel. Wer nur den lieben Gott dampf des Satans Werke, daß 371. Dein Heil, o Chrift! wir auch unserm Fleisch nicht nicht zu verschers folgen und der Welt, wenn zen, sei wach und nüchtern zum uns zur Sünde reizt Ehr', Wol- Gebet. Ein Flehn aus reinent Iuft, Gut und Geld. guten Herzen hat Gott, dein 14. Laß uns in Lieb' und Leid Vater, nie verschmäht. Er ist gleichmüthig von Gedanken, der die Liebe selbst; er hört, was müthig ohne Falsch, sorgfältig seiner Kinder Herz begehrt. ohne Wenken, aufrichtig, tapfer, 2. Erschein vor seinem Anges Keusch, treu, ehrbar, züchtig, sichte mit Dank, mit Demuth, rein und ohn' Leichtfertigkeit oft und gern und prüfe dich in getrost und fröhlich sein. seinem Lichte und klage deine 15. Ach Bater, unser Gott! du Noth dem Herrn. Er eilt, die wollest uns vom Bösen und Seinen zu erfreun und segnet was uns schädlich ist, genådig- sie, wenn sie noch schrein. lich erlösen, daß wir durch dei- 3. Welch Glück, so hoch ges ne Hülf bald werden aus Ge- ehrt zu werden und im Gebet' fahr, aus Trubsal, Kreuz und vor Gott zu stehn! Der Herr des Pein errettet immerdar. Himmels und der Erden, bedarf 16. Verleih uns deine Kraft, der eines Menschen Flehn? Isis durch Alles durchzudringen, daß nicht blos deine Seligkeit, wenn unser Glaube mag die Ehrenkron'ler zu beten dir gebeut? 4. Sagt May Vom Gebete überhaupt. 221 4. Sagt Gott nicht: ,, Bitter, mich wieder zieh' zu dir. Dein daß ihr nehmet?" Ist des Gebe: Geist in meinem Herzen wohne tes Frucht nicht dein? Wer sich und meine Sinnen und Verstand der Pflicht zu beten schámet, der regier, daß ich den Frieden Gotschämt sich Gottes Freund zultes schmeck' und fühl' und dir sein; und o, welch Unglück trå- darob im Herzen sing' und spiel'. fe dich, schämt' einstens Gott auch deiner sich. 3. Verleih mir, Höchster! solche Güte, so wird gewiß mein 5. Sein Glück von seinem Singen recht gethan, so freut Gott begehren, ist dieß denn eine sich deiner mein Gemüthe und schwere Pflicht? Und seine ich bet' dich im Geist und WahrWünsche Gott erklären, erhebt heit an; so hebt dein Geist mein das unsre Seele nicht? Berleiht Herz zu dir empor, daß ich die es uns nicht Muth und Kraft Pfalmen sing' im höhern Chor. zur Dámpfung jeder Leiden- 4. Denn der kann mich bei die schaft? 6. Sich in der Furcht des vertreten mit Seufzern, die ganz Höchsten stärken, in dem Ver- mich recht gläubig beten, giebt unaussprechlich sind, der lehret traun, daß Gott uns liebt, im Beugniß meinem Geist, daß ich Fleiß zu allen guten Werken; ist dein Kind und ein Miterbe diese Pflicht für dich betrübt: so Jesu Christi sei, daher ich Abs triffst du nichts auf Erden an, da, lieber Vater! schrei. das deinen Geist erfreuen kann. 5. Wenn dieß aus meinem 7. Gott, laß mich nicht mein Herzen schallet, durch deines Heil verscherzen. Gieb Luft und heilgen Geistes Kraft und Trieb, Kraft mir zum Gebet und wenn to bricht dein Vaterherz und so mein Mund, aus gutem Her- wallet ganz brünstig gegen mich zen, zu dir um Hülf' und Gna- vor großer Lieb', daß mirs die de fleht: so höre mich von dei Bitte nicht versagen kann, die nem Thron durch Jesum Chri- ich nach deinem Willen hab' stum, deinen Sohn! gethan. Rôm. 8, 0, 26, 6. Was mich dein Geist selbst dir Jehovah, bitten lehret, das ist nach deiwill ich singen, nem Willen eingericht't und denn wo ist so ein solcher Gott, wie wird gewiß von dir erhöret, weil du? Vor dich will ich mein Flehen es im Namen deines Sohns ges bringen, ach! gieb mir deines schicht, durch welchen ich dein Geistes Kraft dazu, daß ich es Kind und Erbe bin und nehme thu im Namen Jesu Christ, so, von dir Gnad um Gnade hin. wie es dir durch ihn gefällig ist. 7. Wohl mir, daß ich dieß 2. Zieh mich, o Bater, zu Zeugniß habe; drum bin ich vola dem Sohne, damit dein Sohnster Trost und Freudigkeit, und weiß 372. Dir, 222 Catechismuslieder. weiß, daß alle gute Gabe, die Muth in Noth, das wollest du ich von dir verlange jederzeit, die mir geben. In deiner Hand giebst du und thust überschweng- steht meine Zeit; laß du mich lich mehr, als ich verstehe, bitte nur Barmherzigkeit vor dir im und begehr. Tode finden. Mel. Jesus, meine Freude- 8. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt, in ihm 374. Kommt und laßt uns beten! Oft vor ist alles Ja und Amen, was ich Gott zu treten, ist der Christen von dir im Geist und Glauben Pflicht. Ruft! der Gott der Eha bitt'. Wohl mir! Lob dir! jetzt ren wird, als Vater, hören; und in Ewigkeit, daß du mir ruft mit Zuversicht! Naht zum schenkest solche Seligkeit. Herrn, er sieht es gern, wenn die Kinder vor ihn treten. Mel. Nun fren't euch, lieben- 373. Gott, deine Güte Kommt und laßt uns beten! reicht so weit, fo 2. Betet, daß die Heerde weit die Wolken gehen; du nicht zerstreuet werde, die an kronst uns mit Barmherzigkeit Jesu hält. Betet für die Feinde, und eilst, uns beizustehen. Herr, werdet betend Freunde von der meine Burg, mein Fels, mein ganzen Welt. Trotzt das Herr Hort, vernimm mein Flehn, des Satans sehr: so trotzt seiz merk auf mein Wort, denn ich nem kühnen Schnauben mit will vor dir beten! Gebet und Glauben. 2. Jch bitte nicht um Uebers 3. Jesus hats befohlen, bes fluß und Schätze dieser Erden. tend das zu holen, was uns Laß mir, so viel ich haben muß, nützlich ist. Bete gläubig, findnach deiner Gnade werden. Gieblich, bet' im Geist und münda mir nur Weisheit und Verstand, lich, bete stets, o Christ! Ruf dich, Gott und den, den du Gott an, er will und kann dich gesandt und mich selbst zu er- in aller Noth erquicken, liebreich dich beglücken. kennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr' und 4. Geb' in deine Kammer, Ruhm, so sehr sie Menschen rüh- klag' ihm deinen Jammer, der men; des guten Namens Eigen- dich muthlos macht. Gott hat thum laß mich nur nicht verlie auf die Seinen dann auch, ren. Mein wahrer Ruhm sei wenn sie weinen, als ihr Hüs meine Pflicht, der Ruhm vor ter, Acht. Gottes Herz fühlt deinem Angesicht und frommer unsern Schmerz; er kann es Freunde Liebe. nicht lang ertragen, daß wir 4. So bitt' ich dich, Herr Ze- jammernd flagen. baoth, auch nicht um langes 5. Scheint er auf dein Beten Leben. Im Glücke Demuth, fern von dir zu treten, hört er dich Vom Gebete überhaupt. dich nicht gleich; will er auf dein Herr Gott heiliger Geist! Schreien dich nicht bald er Erbarm dich über uns! freuen, werd' am Glauben reich. Sei uns gnädig! Sprich: mein Hort! hier ist dein Wort: ,, Ruf, ich will dir Hülf' erweisen, und du sollst Sei uns gnädig! mich preifen." 375, prie! Eleiſon! Christe! Eleison! Kyrie! Eleison! 223 Herr Gott Vater im Himmel! Erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn der Welt Hei land! Erbarm dich über uns! Verschon uns, lieber Herr und Gott! 6. Dank sei deiner Güte! Du hast meine Bitte, Herr! noch Vor allen Sünden, nie verschmäht. Dieß giebt mir Vor allem Irrsal, im Leide Hoffnung, Trost und Vor allem Uebel, Freude; Gott erhört Gebet. Vor des Teufels Trug u. List, Glaubt' ich nicht mit Zuversicht: Vor bösem schnellen Tod, Gott erfüllet mein Verlangen; Vor Pestilenz u. theurer Zeit, war ich längst vergangen. Vor Krieg u. Blutvergießen, 7. Wenn ich zu ihm fliehe, Bor Hagel und Ungewitter, Vor Aufruhr u. Zwietracht, Wenn mit Flehn Vor Feu'r- u. Wassersnoth, wenn ich vor ihm kniee, naht er sich zu mir. und Thránen wir uns nach ihm Vor dem ewigen Tod, sehnen, spricht er: ,, Ich bin hier! Durch deine heil'ge Geburt, was dir fehlt und was dich quâlt, deine Leiden, deine Sor gen sind mir nicht verborgen! Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiligs Aufers 8. Jesu, beil'ger Beter! der für Missethäter noch am Kreu- In unsrer letzten Noth, stehn und Himmelfahrt, ze bat, bitt' auch auf dem Am jüngsten Gericht, Throne, daß Gott den verschos ne, der gesündigt hat. Du allein kannst Mittler sein; du wirst liebreich die vertreten, die im Glauben beten. Wir arme Sünder bitten: Du wollest uns erhören, lies ber Herr und Gott! Und deine heilige chriftliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren, Kirchen und Schuldiener im heilsamen Wort und heilgen Leben erhalten, Christe! Erhöre uns! Allen Rotten und Aergernis sen wehren, Hilf uns, lieber Herr und Gott! Behüt uns, lieber Herr und Gott! Hilf uns lieber Herr und Gott! Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Erhör uns, lieber Herr und Gott! Treue Catechismuslieder. 22.3 Treue Arbeiter in deine Ern-) te senden, Deinen Geist und Kraft zum Wort geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Die Kaiser, Könige und Fürsten mit Eintracht u. glücklicher Regierung segnen, Unserm Könige steten Sieg wider seine Feinde geben, Unsern König mit Kraft aus der Höhe mächtiglich ausrüsten und bei langem Le ben väterlich erhalten, Unsern König mit Kraft aus der Höhe mächtiglich aus: rüsten und bei langem Le ben väterlich erhalten, Unsern König mit Kraft aus der Höhe mächtiglich ausrüsten und bei langem Leben väterlich erhalten, Unsere Herrschaft mit allen ihren Gewaltigen leiten und schützen, Unsern Rath, Schul' und Gemeinde seguen und be hüten, Allen, so in Noth und Gefahr find, mit Hülf' erscheinen, Allen Schwangern und Säu gern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Erhör uns, lieber Herr und Gott! ( Unsern Feinden, Verfolgern) und Lásterern vergeben und sie bekehren Und uns vor den Feinden dei nes Worts u. deiner Wahrheit väterlich behüten, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Unsern Bergbau, Handel und Gewerbe segnen, Und uns gnädiglich erhören ,, O Jesu Christ, Gottes Sohn! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trågt! Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Erhör uns, lieber Herr und Gott! Verleih uns fieten Fried! Erhöre uns! Eleison! Eleison! Eleison! Amen. Christe! Kyrie! Christe! Kyrie! Matth. 6, v. 9* 13. 376. Vater unser im Hima melreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, und willst das Beten von uns han; gieb, daß nicht bet' allein der Mund, hilf, daß es geh' aus Herzens Grund. 2. Geheiligt werd' der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm' vers führte Bolk bekehr. dzi 3.€ 1 Vom Gebete überhaupt. 225 3. Es komm dein Reich zusselig's End', nimm unsre Seel' dieser Zeit und dort hernach in in deine Händ'. Ewigkeit. Der heil'ge Geist uns 9. Amen, das ist, es werde wohne bei mit seinen Gaben wahr! Stårt unsern Glauben mancherlei. Des Satans Zorn immerbar, auf daß wir ja nicht und groß Gewalt zerbrich, vor zweifeln dran, was wir hiermit ihm dein' Kirch' erhalt. gebeten han, auf dein Wort, 4. Dein Will' gescheh', Herr in dem Namen dein, so fpres Gott, zugleich auf Erden, wie chen wir das Amen fein. im Himmelreich. Gieb uns Ge- Mel. Wer nur den lieben Gott- duld in Leidenszeit, gehorsam 377. Von dir kommt jede gute Gabe; nur fieu'r allem Fleisch und Blut, du, mein Gott, kannst mich als das wider deinen Willen thut. lein mit Allem, was ich nöthig sein in Lieb' und Leid! Wehr und 5. Gieb uns heut' unser tåg- habe, zu meinem wahren Wohl lich Brod und was man darf erfreun. Mein Leben und mein zur Leibesnoth; behút uns vor Glück beruht allein auf dir, du Unfried und Streit, vor Seu- böchstes Gut! chen und vor theurer Zeit, daß wir im guten Frieden stehn, der Sorg' und Geizes müssig gehn. 6. All' unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß fie uns nicht be trübe mehr, wie wir auch un fern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl vergeben gern; zu die nen mach' uns all' bereit in rechter Lieb' und Einigkeit. 2. Umsonst ist alle meine Mus be, wenn dein Gedeihen sie nicht front. Was ich auch noch ſo ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, mich nicht dein mächt'ger Schuh bedeckt. 3. Wie sollt' ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? Vor dir, o 7. Führ' uns, Herr, in Ver- Gott, sein Herz ausschütten, suchung nicht, wenn uns der wenn Noth und Kummer uns böse Feind anficht, zur linken beschwert, besänftiget der Seele und zur rechten Hand, hilf uns Schmerz und öffnet deinem thun starken Widerstand, im Trost das Herz. Glauben fest und wohlgerüst't 4. Sollt' ich nicht Dank und und durch des heil'gen Geistes Ruhm dir bringen, wenn mich Trost. ein wahres Glück erfreut? Dir, 8. Von allem Uebel uns erlöf, Allerhöchster, dir lobsingen, ist es sind die Zeit und Tage bös'; gut, ist für uns Seligkeit und erlof uns von dem ew'gen Tod flößt uns wahren Eifer ein, in und tröst' uns in der letzten beinem Dienste treu zu sein. Noth; bescher uns, Herr, ein 5. Du hörest es mit Wohlgen 15 fals 226 Catechismuslieder. fallen, wenn deine Kinder zu Reichlich in der Zeit und in dir stehn; verschmähest nicht Ewigkeit, Vater, wolltest du ihr schwaches fallen, wenn sie mit Freuden und mit Ruh uns Tobfingend dich erhöhn. Duunaussprechlich segnen. ehrst den wieder, der dich ehrt 3. Weh' uns! wir fielen von und höreft den, der dich, Gott, dir ab, wir wurden alle Sün. hört. der! Nun droht' uns furchtbar 6. Mit Segen uns zu über- Hou und Grab; wir wa schütter, bist du, o Vater, stets ren nicht mehr Kinder. Doch, bereit. Was wir von deinem du wolltest nicht, Herr, dein Willen bitten, giebst du uns Angesicht von uns wenden; aus Barmherzigkeit; und wer nein, du wolltest Water sein dir dankt, dem strömest du beder abgefallnen Kinder. ständig nenen Segen zu. 4. Dein Sohn, mit dir, dem 7. So will ich denn zu deinem Vater, Gott, versöhnte dir uns Throne oft im Gebet mich find wieder; beglückte sterbend un lich nahn. Nimm, Bater, nimm fern Tod und nannt' uns seine in deinem Sohne der Andacht Brüder. Gott, auf deinen. Opfer gnädig an! Dein Geist Thron setzte sich der Sohn und regiere meinen Geist, daß er ließ ganz sein Recht dem sterba bich betend würdig preist. lichen Geschlecht, fein Recht au deine Liebe. 5.) Ueber die sieben Bitten des Vaterunsers insbesondere Die Vorrede des Vaterunfers. 5. Nicht vor dir zittern darf ich nun; ich darf dir kindlich trauen. Dein Sinn ist ganz, mir wohlzuthun; mit Freuden werd' ichs schauen! Auch dein Mel. Ein' feste Burg ist unser- Himmel ist mir durch Jesum 378. Sollt' ich betrübt von Christ Erb' und Vaterland; und ferne ftehn? mich machtig ist die Hand, die mir zum Gebet nicht stärken? Nein, ihn aufbewahret. freudig darf ich zu dir flehn; 6. Sollt' ich denn nicht mit du wirst gewiß drauf merken! Zuversicht zu dir, o Vater, tres Weiß ich doch, du bist Gott, ten? Von dir geliebt sein und durch Jesum Christ, unser Ba- doch nicht mit Inbrunst zu dir ter! Schon warst du es, eh' beten? Kannst du je mein Flebn dein Sohn, der Mittler, uns unerweicht verschmähn? Bricht versöhnte! dir nicht dein Herz, wenn ich 2. Du schufft uns deine Kine in stillem Schmerz vor deigem der, dir, an uns dich zu er- Antlik weine? freuen. In deiner Liebe sollten 7. Kommt, Chriften, unser wir erwachsen und gedeihen. Bater, Gott, ruft uns zu seis nem Ueber die sieben Bitten insbesondere. 227 nem Throne! Heil uns! Jeho- offenbar: daß dein Gesandter, vab Zebaoth liebt uns in seinem Jesus Christ, die Wahrheit und Sohne! Betet, betet laut! der das Leben ist. vom Himmel schaut, hört uns 8. Daß, wer an ihn glaubt, alle gern und nimmer ist er fern sein Gebot auch halten muß bis von denen, die ihn bitten. in den Tod; daß er in seinem Lauf' nicht irrt und durch den Glauben selig wird. Ueber die 1. Bitte. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns379. Gott, unser Gott, 9. Lehr' uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Bege wie heilig ist dein gehn! Durch deines Wortes Name dem, der Jesum Christ Licht und Kraft mach gläubig lebendig für sein Heil erkennt, uns und tugendhaft! durch ihn dich seinen Vater nennt. 10. Durch Wahrheit dampfe jeden Wahn; erleucht' uns als 2. Im Geifte betet er dich an len unsre Bahn; das Lafter tilg und geht unsträflich seine Bahn; aus unsrer Brust und todt in benn was er glaubt und was uns die böse Luft! er thut, ist Wahrheit, ist ges recht und gut. 11. So heiligt deine Christens heit, Herr, deinen Namen in 3. Ein starker Fels, der ewig der Zeit und ist und bleibt dein steht, ist ihm dein Nam'. Auf Eigenthum, und ihre Werke sind ihn erhöht, sieht er mit uns dein Ruhm. verletzter Ruh' dem Untergang en bron und unaussprechlich 12. Dort stellst du sie um deis der Erde zu. 4. Du sättigst ihn mit Se- lift ihr Lohn. Geheiligt wird, wie ligkeit von nun an bis in Ewigs in der Zeit, durch sie bein Nam' feit, und ewig ist sein frommer in Ewigkeit. Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. Ueber die 2. Bitte. 5. Ach, heilig sei dein Nam' und Recht dem ganzen menschliMel. Nun freu't euch, lieben- Kreuzes then Geschlecht! Dich bete, wer 380. Die Feinde deines dich denken kann, im Geist' und drohn, in der Wahrheit an! dein Reich, Herr, zu verwüsten; 6. Verbreite deines Wortes du aber, Mittler, Gottes Sohn, Schall, wie deine Wohlthat, beschützest deine Christen. Dein überall, daß Alle lernen wer du Thron bestehet ewiglich; vers feist: Jehovah, Vater, Sohn geblich wird sich wider dich die und Geist! ganze Holle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Mens 15* schens 7. Dein Rath, du, der da ist und war, werd' allen Völkern Catechismuslieder. schenkindern; drum konnt' auch Freuden; und herrlich wird in keine Macht der Welt, Herr, dieser Zeit, noch herrlicher in seinen Fortgang hindern. Dir Ewigkeit, dein großer Name können deine Haffer nie dein werden. Erbe rauben; selbst durch sie 8. Voll Zuversicht erwarten wird es vergrößert werden. dich, Beherrscher, deine Froma 228 3. Weit wollst du deine Herr- men! Der Tag ist nah', deß schaft noch in deiner Welt ver: freun sie sich, da du wirst wies breiten und unter deinem fanf- der kommen. Den Sündern ten Joch die Völker alle leiten! kommst du zum Gericht; uns Vom Aufgang bis zum Nieder- segnet dann dein Angesicht mit gang bring' alle Welt dir Preis Wonne der Gerechten. und Dank und glaub' an deinen Namen! 9. Ja, komm, o Jesu, kom: me bald zu deinem Volke wies 4. Auch deine Feinde, die dich der! Befrei durch deines Arm's fchmahn, die frevelnd sich em- Gewalt uns, deines Reiches poren, laß deiner Gnade Wun- Glieder! Dein Himmelreich ist der sehn, daß sie sich noch be- uns bereit; von Ewigkeit zu kehren; lehr sie mit uns gen Ewigkeit wirds unser Erbtheil Himmel schaun und unerschüt- bleiben. tert im Vertraun auf deine ZuFunft warten! Ueber die 3. Bitte. 5. Uns, deine Christen, wolleft Mel. Sollt' ich meinem Gott du fest in der Wahrheit grün- 381. Heilig, heilig ist dein den, daß wir für unsre Seelen Wille, heilig bist Ruh' in deiner Wahrheit finden! du, unser Gott! Du gebeutst; Mach' unsers Glaubens uns in tiefer Stille hört die Schópa gewiß! Vor Irrthum und vor fung dein Gebot! Die im Hima Finsterniß bewahr uns, weil mel dir lobsingen, stehn um deis nen Thron bereit, freuen sich der 1 wir leben! 6. Ein reines Herz schaff' in Seligkeit, deinen Willen zu uns, Herr, ein Herz nach deis vollbringen; nur der Mensch nem Willen und lehre täglich erkennt es nicht für sein Heil fertiger uns dein Gesetz erfül- und seine Pflicht. len; gehorsam deiner Vorsicht 2. Dir gehorcht mit sanfter sein und dann uns deiner Wonne aller deiner Welten Heer, Gnade freun, sei unser Heil deine Veste, deine Sonne, Sturnt auf Erden! und Donner, Erd' und Meer! 7. So wird dein Volk dir un- Alles dienet deinem Willen! Als terthan und lernt die Sündelles, Schöpfer, was du schufft, meiden, und du führst es auf eilt und drängt sich, wenn du ebner Bahn zu deines Reiches rufft, dein Gebot, Herr, zu ers füls Ueber die sieben Bitten insbesondere. 229 füllen; nur der Mensch erkennt dich, der du sie Alle liebst und es nicht für sein Heil und seine Allen ihre Speise giebst. Pflicht. 2. Du öffnest deine Hand, so 3. Stolz empórt sich seine fließt herab, was Jedem nöthig Seele, Herr und Schöpfer, wider ist. Mit Wohlgefallen fåttigt dich; deine göttlichen Befehle sie dein Aufsehn und versäumt wirft er thóricht hinter sich. Du sie nie. Nie sind Geschöpfe deis sollst ihn nicht mehr regieren: ner Hand dir unwerth oder uns klüglicher nach seinem Wahn bekannt. wählt er eine beßre Bahn, die 3. Auch mir gabst du, mein foll ihn zum Heile führen; und Gott und Heil, noch täglich mein die Bahn ist sündenvoll, die bescheiden Theil; gabst mirs mit zum Heil ihn führen soll. Huld und Freundlichkeit, so lang 4. Herrscher, laß ihn früh' ich bin, zu rechter Zeit. Kein empfinden, daß er selber sich Vater sorgt so väterlich für seis verführt, daß die eitle Lust der nen Sohn, als du für mich. Sünden ihm zuletzt den Tod ges 4. Ich bin gewiß, du kannst biert! Mach' ihm deinen Wil- mich nicht verlassen, meine Zus len wichtig, lehr ihn deine versicht! Ich bin gewiß, du Bahn, laß ihn eilend seinen thust mir wohl, so lang' ich hier Irrweg fliehn; denn dein Weg noch leben soll. Nicht Uebera allein ist richtig. Mach ihn sei fluß bitt' ich von dir; was ich nen Pflichten treu, daß sein bedarf, das giebst du mir. Wandel heilig sei. 5. Der Vogel bauet nicht das 5. So wird auch bei uns auf Land; doch nährst du ihn mit Erden, wie im Himmel, dein milder Hand. Du schmückst die Gebot dankbar ausgerichtet wer: Blume königlich, die nicht zur den, heiliger und großer Gott! Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, Alle Werke deiner Hände wer meine Seele, nie: Weit mehr den unterthan dir sein, alle dir bin ich vor Gott, als sie! ihr Dasein weihn, bis an dei6. Mich schufft du nicht für ner Schöpfung Ende; bis die diese Zeit, mein Ziel ist in der Fülle dieser Zeit eingeht in die Ewigkeit; gabst mir Vernunft Ewigkeit. Ueber die 4. Bitte. und Freiheit, Gott! für mich ging Jesus in den Lod. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, Mel. Vater unser, im Himmelreich- gleicht mir an Hoheit und an 382. Gott, deine weise Werth. Macht erhält die 7. Von dir, der das an mir ganze lebensvolle Welt und Al- gethan, werd' ich auch Speis ler Augen freuen sich und war- und Trank empfahn. Selbst ten hoffnungsvoll auf dich, aufldem, der dich mit Sünden schmäht, 230 Catechismuslieder. schmäht, giebst du sie ohne sein 4. Ach, wir Alle sind Verbres Gebet und fleht' ich nicht dar cher, häufen Alle Schuld auf um zu dir, gewährtest du sie Schuld; du, der Sünden erndennoch mir. fter Rácher, habe noch mit uns 8. Laß du mich nur vergnüg: Geduld! Sei uns gnädig, daß sam sein und deiner Gaben wir leben und vergieb, wie mich erfreun; mehr aber deiner, wir vergeben! der du dich so freundlich zeigest 5. Wir geloben's dir mit gegen mich, der du des Lebens Freuden: willig wollen wir ver: Quelle bist, aus welcher alle zeihn; nie uns rächen, wenn Wohlthat fließt. wir leiden; nie zu dir um Ra: 9. Bei deiner Gaben Ueber- che schrein; täglich vor dein fluß erhalt' mich måßig im Ge- Antlitz treten und für unsre nuß; bewahr mich in der Dürf- Feinde beten. tigkeit vor Schmach und Un= 6. Stárk uns, Vater, deine zufriedenheit. Du nährst mich Frommen, treu zu bleiben dieser immer! Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang! Pflicht! wenn wir in Versus chung kommen, so besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaff net finden! laß uns schnell sie überwinden! Ueber die 5. Bitte, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt- 7. Also mach uns deinem Les 383. Allen, welche nicht ben, Jesus Christus, gleichges vergeben, wirst sinnt; dann vergieb, wie wir du, Richter, nicht verzeihn! vergeben Allen, die uns schuldig trostlos werden sie im Leben, find! Laß für deines Volks Vers trostlos einst im Tode sein; brechen dann dein Blut versöh unentladen ihrer Sünden nim- nend sprechen! mer vor dir Gnade finden. 8. Heil uns! Gott verzeiht 2. Ob sie reuend zu dir fleh- uns Sündern, geht nicht mit ten, hörst du doch ihr Flehen uns ins Gericht, nimmt uns auf nicht und verbirgst, wie oft zu seinen Kindern, zúrnet mit fie beten, dein erbarmend An- uns ewig nicht! Laßt uns beten, gesicht. Sündern, welche Brü- laßt uns kämpfen, alle Rach' in der bassen, kannst du keine uns zu dámpfen. Schuld erlassen. Ueber die 6, Bitte. 3. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches väterliches Mitleid Mel. Bater unser, im Himmelr.- har; wie des Todes Ueberwinder 384. Hier ist noch unfa felbst für seine Mörder bat: so re Prüfungszeit. foll auch dein Christ verzeihen Hier sind wir immerdar im und sich nicht auf Rache freuen. Etreit; hier, wo uns Satan Leicht 231 Ueber die sieben Bitten insbesondere. leicht berückt, das schwache Herz 7. Der Sündendienst scheint sich selbst verstrickt, die Sinne zu erfreun und endigt sich in jedes Blendwerk rührt, auch Höllenpein. Drum sieb' dein böses Beispiel oft verführt. guter Geist mir bei, daß ich kein 2. Oft nehmen Laster über Knecht der Sünde sei. Gestatte band und strömen übers ganze dem Versucher nie, daß er mich Land. Drum hüte dich, das deiner Hand entzieh'. Weltgericht bringt alle Sünden 8.3war ist mein Glaube klein; an das Licht. Christ, sei im doch du, du starker Held! sagst Glauben fiets bereit und flieh' Hülfe zu, mein ganzes Herz ers den Schlaf der Sicherheit! giebt sich dir. Ich weiß, durch 3. Mein Vorsatz ist: ich will dich gelingt es mir; auf dich ihn fliehn. Doch wie gelingt verläßt in aller Noth mein Herz mir mein Bemühu? Gefahr ich fest, bis in den Tod. nehm' ich hier bei Gefahr und 9. Wenn schon die Trübfal ein Netz bei dem andern wahr. auf mich dringt und überall Wie so viel Feinde drohen mir! mich Angst umringt; bleib ich Ach! wie entrinu' ich, Schwa- doch siets in deiner Hand und cher, hier? balt' in jeder Prüfung Stand. 4. Die Welt hüllt in der Tu Du, Herr, bist durch den Glaus gend Schein oft ihre Laster ben mein; nun muß mir Alles künstlich ein, preist den Genuß heilsam sein. des Lebens an, schilt Frömmig- 10. Mit dir, o Herr! kann feit für finstern Wahn. Ihr ich bestehn; sollt' auch der Welta Es fürchte Weg ist lustig, breit und voll; treis untergehn. fie winkt mir, daß ich folgen sich der Heuchelchrist und wer foll. ein Sklav' der Laster ist. Ich 5. Auch Satan reizt das will nicht zagen. Ins Gericht Herz und sagt: o, eine Sünd' kommt ja, wer an dich glaus ist leicht gewagt! die Ewigkeit bet, nicht. ist ja noch fern. Und ach! mein 11. Du bist es auch, dem ich Fleisch gehorchet gern; denn, vertrau', so lang ich noch das wie so leicht ist es bethört, da Elend bau'; bis dort, wohin es verführt zu sein begehrt. mein Herz sich sehnt, die Sieger 6. Du, Jesu! wirst das Beste Preis und Ehre krönt. Herr! thun; mein Hoffen soll auf steh in jedem Streit mir bei, daß dir beruhn. Ach! durch dein ich durch dich auch Sieger sei. Blut bin ich ja dein, dein Júnger, Herr! dein Fleisch und Bein. Mein Gott! mein Gott! Ueber die 7. Bitte. Mel. Was Gott thut, das laß nicht von mir, damit ich 385. Die Bahn ist raub, auch nicht laff' von dir. auf der ich bier nach 232 Catechismuslieder. nach meiner Heimath eile. Wie Reihen; und váterlich erfreuft viel Gefahr seh' ich vor mir! du dich, daß ich, der Mensch wie droht sie meinem Heile! von Erde, gleich deinen Engeln Gott, wärst du nicht mein werde. Trost und Licht, mein Heil in 7. Geduldig will ich hier den finstern Zagen; so müßt ich Schmerz der Sterblichkeit ertra: Längst verzagen. gen. Beruhigen soll sich mein 2. Vor dir darf sich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth traurig Herz, Erbarmer! nicht klagen. Du bist bereit, zu deis verhehlen, darf seinen Kummer, ner Zeit, o Gott, von allen Bis seinen Schmerz, vertraulich dir sen mich herrlich zu erlösen! erzählen. Dann schaffest du mir Trost und Ruh aus deiner Gottesfülle und meine Seel' ist stille. Ueber den Beschluß. Mel. Herr, nicht schicke deine- 3. Du lehrest mich den hohen 386. Dir versöhnt in deis nem Sohne, lies Werth der Trübfal, die ich leide, gen wir vor deinem Throne; Keis daß sie mich dir vertrauen lehrt, ner kehrt mit trübem Blick' uners mich führt zu wahrer Freude. hört von dir zurück. Alles Fleisch Ich würde dein mich minder von allen Enden kommt mit aufs freun, nur diese Welt begehren, gehabnen Händen, kommt mit wenn keine Leiden wären. Hoffnung und Begier, Gott, 4. Dein Wort giebt mir die der gern erhört, zu dir! Zuversicht, du sorgft für meine 2. Du bist alles Guten Fülle; Tage, dein Auge schlaf' und daß wir beten, ist dein Wille; du schlummre nicht, du hörest meis verschmähst, o Vater, nicht deis ne Klage; du sättigst einst, wenn ner Kinder Zuversicht; und du du erscheinst, in deinem Heilig- hast so vielen Segen, weit mehr, thume mit Wollust mich und als wir bitten mögen; Reich Ruhme. und Kraft und Herrlichkeit, 5. O dann wird alle Traurig- Gott, ist dein in Ewigkeit! keit aus meiner Brust verschwin- 3. Was im Himmel und auf den! Vergessen werd' ich ganz Erden gut ist, ließ dein Wille mein Leid und nur dein Heil werden; eh' es ward, da dachempfinden. Mein Lobgesang, test du deinen Kindern es schon voll Preis und Dank, wird zu. Alle sollten deiner Gaben durch die Himmel schallen und unerschöpften Reichthum has ewig dir gefallen! ben. Ewig follten Alle dein, 6. Mich, den Vollendeten, Allgenugsamster! sich freun! darf dann nicht mehr die Sünd' 4. Sollten denn nicht deine entweihen; mit Unschuld steh' Frommen alle betend vor dich ich augethan in deiner Kinderstommen, der du Aleu Bater bist, Von der heiligen Taufe. 233 bist, dem kein Ding unmöglich 5. Ich gelobr' es und dens ist? Allen hast du, Herr, ihr noch brach ich oft den Bund der Leben und, was sie erfreut, ge: Taufe, kämpfte schon und wur geben; und versprichst, Unenda de doch schwach im Kampf' und licher, Allen noch unendlich matt im Laufe; dennoch will mehr. noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein. 5. Ja, wir wollen zu dir na hen, beten, glauben und empfa: 6. Das ist Gottes Bund mit hen; unsrer Thaten Lobgesang mir, das hat Jesus mir verheiz sei in Ewigkeit dein Dank; Heil sen. Und ich sollte, Günde! uns Christen! du beschützest dei- dir, dir, o Welt! mich nicht ne Kinder, du besitzest Herrlich- entreißen? Ja, ich wills, ich keit und Kraft und Reich! Wo will nicht dein, ich will meines ist dir ein Vater gleich! Gottes fein. Von der heiligen Taufe. Mel. Meinen Jesum laff ich nicht387. Gwig, ewig bin ich 7. Jesum,( denn ich bin ges tauft, bin von ihm so hoch ers hoben, bin ihm durch sein Blut erfauft,) Jefum soll mein Wandel loben. Ihm will ich, von Sünden rein, meine ganze Seele weihn. dein, theuer dir, mein Gott! erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, 8. Was ich schwur und ihr Sohn und Geist, getaufet. Des fen foll mein Herz sich freun; Wasserbade eine höhere Geburt auch schwurt, Christen! als im ewig, ewig bin ich dein. 2. ,, Lehrt die Völker, taufet Heil uns gab und Gottes Gnas die, welche gläubig werden wolde, schwör' ich wieder: Sein als len; kündigt's Allen an, daß sie lein, keines Andern will ich sein! felig durch mich werden sollen." 9. Jch entsage, Satan, dir! die Jesus sprach's und er ist mein; Welt und dir, o Sünde! Ich entsag' euch; weicht von mir, ewig werd' ich selig sein. o 3. Welch ein göttlicher Ge- dem erlösten Gotteskinde! Eure winn, daß ich durch der Taufe Lust giebt Schmach und Pein; Gabe Gottes Kind und Erbe Gottes nur will ich mich freun. bin, daß ich ihn zum Vater habe! Einst, von allen Sünden rein, soll ich ewig bei ihm sein. 10. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf deinem Wege heilig und gewissenhaft 4. Jch, ein Sünder von Na- und im Glauben wandeln möge; tur, ich, Gefallner, soll auf Er- und er wird mir Kraft verleihn, den eine neue Kreatur, Jesu treu bis in den Tod zu sein. Christo ähnlich werden. Heilig, 11. Hôre mich! denn ich bin heilig will ich sein, Jesus und dein, theuer dir, mein Gott, ers fein Geist ist mein. Itaufet, bin auf dich, um dein Jur 234 Catechismuslieder. zu sein, Vater, Sobu und Geist 6. Weil in der Tauf' auch Jes getaufet; ewig, ewig laß mich sus Christ von mir ist angezos dein, ewig laß mich selig sein. gen, so laß mich durch des Sar Mel. Nun freu't euch, lieben- tans List ja nimmer fein betro: 388. Gott Vater, Sohn gen. Hilf mir dieß Kleid be und heil'ger Geist, wahren rein und laß mich deis du Gott von großer Güte, sei nen Tempel sein, in welchem jetzt und immerdar gepreist mit du stets wohnest. dankbarem Gemüthe, daß du 7. Herr! an diese Würdigs aus unverdienter Gnad' mich feit, die du mir wollest schenken, durch das heil'ge Wasserbad von laß mich jetzo und allezeit in meis Sünden abgewaschen. ner Noth gedenken. Gieb, daß 2. Herr, ich bekenne, daß ich daraus ein Herz ich faff' und ime bin gezeugt aus Sündenfa- mer mich darauf verlaß, daß du men; ein Kind des Zornes, des mir Hülf' versprochen. 8. 2Beil ich auch durch dieß sen Sinn zuwider deinem Na men. Ich weiß, daß von Natur Wasserbad mich dir zum Dienst ich leb' obn' deine Furcht und verbunden; so gieb, daß keine widerstreb', Gott, deinem Wort Sündenthat an mir werd' hins und Willen. fort funden. Hilf, daß für 3. Du aber bast, o Vater! deine Güt' und Treu ich den mich, da ich war ganz verloren, Gehorsam stets erneu', den ich zu dir gezogen gnädiglich und da angelobet. wieder neu geboren durch's 9. Und so ich was aus Schwachs Wasserbad der heil'gen Tauf, beit thu, wollst du mir es vers daß ich in meinem Lebenslauf zeiben und mir es ja nicht rechmich deiner Lieb' kann trösten.nen zu, die Gnade auch verleis 4. Herr Jesu Christ, dein hen, daß ich in dir beständig bleib, theures Blut wäscht mich von bis du die Seele von dem Leib meinen Sünden; kraft deffen zu dir hinauf wirst nehmen. macht die Wafferfluth derselben Fluch verschwinden, den ich hab' Mel. O Gott, du frommer Gott von Natur verschuld't und setzet 389, Kaum war ich, treuer mich in's Vaters Huld, die Adam hat verscherzet. Gott! ans Licht gwy der Welt gekommen, so hast du 5. O beil'ger Geist! ich danke meiner dich schon herzlich anges dir für diese edle Gabe, daß ich nommen. Dein heilig Wasserbad nun innerlich in mir dein tråf- wusch mich von Sünden rein tig Zeugniß habe; dadurch ich und du verheißest mir, mein meinen Schöpfer kann getroft treuer Gott zu sein.. und freudig rufen an: o Abba! 2. Mir ward Gerechtigkeit * Tieber Vater! lund Kraft zum neuen Leben, mir Von der heiligen Taufe, 235. mir ward dein guter Geist zur 4. Sei Gott getren in deinem Heiligung gegeben und alles Stand, darein er dich gesetzer. Heil, was sonst dein Sohn, der Wenn er dich halt mit seiner für uns starb, durch Leiden, Hand, wer ist, der dich verlezBlut und Tod der Welt und zet? Wer seine Gnad' zur mir erwarb. Schutzwehr hat, dem kann kein 3. Gieb, Vater, Sohn und Teufel schaden, wen Gott ers Geist, daß ich dieß Heil erkenne, böht, wem Gott beisieht, dem daß ich mich nie von dir durch bleibet woblgerathen. Wahn und Frevel trenne! Die 5. Sei Gott getreu, sein lies Tauf' erhalte mich durch deiner bes Wort standhaftig zu befens Guade Kraft im wahren Glaus neu; steh fest darauf an allem ben fest, im Leben tugendhaft. Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in sich ents balt, muß alles noch vergehen; fein liebes Wort bleibt ewig fort ohn' alles Wanken stehen. Mel. Was mein Gott will, 390. Sei Gott getreu, balt seinen Bund o Mensch! in deinem Leben. Leg 6. Sei Gott getreu, als wels diesen Stein zum ersten Grund, cher sich läßt treu und gnädig finbleib ihm allein ergeben! er den; ftreit unter ihm nur ritters nahm dich auf in deiner Lauf lich, laß über dich den Sünden, und hat sich dir verschrieben beijia wider Pflicht den Zügel nicht; seinem Eid, in Ewigkeit als wär' ja der Fall geschehen, so Vater dich zu lieben. sei bereit durch Buß' bei Zeit 2. Sei Gott getreu, laß dich doch wieder aufzustehen. den Wind des Kreuzes nicht ab: 7. Sei Gott getreu bis in den kehren. Ist er dein Vater, du sein Tod und laß dich nicht abwenKind, was willst du mebr begeb: den. Er wird und kann in aller ren? Dies höchste Gut macht Noth dir treuen Beistand senguten Muth. Kann seine Huldoen; und kam' auch gleich des dir werden, nichts bessers ist, Satans Reich mit seiner Macht mein lieber Christ, im Himmel gedrungen, wollt' auf dich zu, und auf Erden. so glaube du, du bleibest unbes 3. Sei Gott getreu von Juzwungen. gend auf, laß dich kein'Lust, noch 8. Birst du Gott also bleis Leiden in deinem ganzen Lebens ben treu, wird er sich dir erweis lauf von seiner Güte scheiden. sen, daß er dein lieber Vater Sein' alte Treu wird täglich neu, sei, wie er dir hat verheißen, sein Wort steht nicht auf Schrau- und eine Kron zum Gnadenlohn ben; was er verspricht, das im Himmel dir aufsetzen, da bricht er nicht, das sollst du wirst du dich dort ewiglich in tühnlich glauben. seiner Treu ergötzen. 236 Catechismuslieder. Bei der Taufe eines Kindes. Jerzeige dein Erbarmen, daß es mag dein Kind auf Erden und Mel. Liebster Jesu, wir sind hier- ein Himmelserbe werden. 391. Herr! wir stehen hier 3. Wasch es, Jesu! durch vor dir! laß dieß dein Blut von den angeerbten Kind auf unsern Armen dir ge- Flecken, und zugleich mit dieser fallen, bitten wir und erzeige Fluth laß es dein Verdienst bes ihm Erbarmen, daß es deindecken; schenk ihm deiner Uns Kind hier auf Erden und im schuld Seide, daß es sich in Himmel moge werden. dich einkleide. 2. Wasch' es, o Herr Jesu! 4. Hirte, nimm dein Schafs rein durch dein Blut von seinen lein an; Haupt, mach es zu Sünden. Laß es deinen Geist deinem Gliede; Himmelsweg, erneun und mit dir genau vers zeig ihm die Bahn; Friedenss binden. Wie wir ihm den Na- fürst, schenk ihm den Friede; men geben, schreib' es in dein Weinstock, gieb, daß dieser Buch zum Leben. Rebe fest im Glauben an dit 3. Hirte, nimm dieß Schäfflebe! Tein an! Haupt, mach' es zu 5. Höre, Jesu! dieß Gebet, deinem Gliede! Zeig' ihm, Leh- laß es dir zu Herzen dringen; rer, deine Bahn! Friedensfürst, was wir für dieß Kind erfleht, sei du sein Friede! Gieb ihm wollst du gnädiglich vollbrina Kräfte, deinen Willen gern und gen! Schreib den Namen, den treulich zu erfüllen! wir geben, in dein Buch zum 4. Hilf auch uns, Herr! in ew'gen Leben! der Welt als rechtschaffne Chris sten leben, daß wir einst, wenn dir's gefällt, freudig unsern Geist aufgeben und mit allen deinen Frommen zu dem Reich des Lebens kommen. Nach der Taufe. Mel. Nun lob', mein' Seel',- 393. Geweiht zum Chriſtens thume, ist dieses Kind nun Gott geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme, o Vater der 392, Liebster Jesu! wir sind Barmherzigkeit! Berlängert deia hier, deinem Worte ne Liebe sein Leben, so verleih nachzuleben; dieses Kindlein durch deines Geistes Triebe, kommt zu dir, weil du den Be- daß es, dir immer treu, den fehl gegeben, daß man Kind- hohen Werth der Tugend schon lein zu dir führe, denn das him früh empfinden lern'; es ziere melreich sei ihre. feine Jugend stets fel'ge Lust 2. Glaubig flehen wir zu dir: am Herrn! Nimm dieß Kind in deine Arme; 2. Auch wir sind Gottges tritt in deinem Heil herfür und weihte, durch unsre Zaufe; ihni fef Von der helligen Taufe. 237 fei Dank. Dieß reize uns nochlich aus reinem Triebe, auf deis heute zu einem neuen Lobgenen Beistand, Herr, gewagt; sang; entflamm' uns zum Ver- hingegen sagt' ich bis ins Grab trauen mit kindlichfrohem Sinn des Satans schnöden Werken ab. gen Himmel aufzuschauen, zu 4. Mein treuer Gott, auf deis unserm Vater hin; erweck' uns, ner Seite bleibt dieser Bund zu ermessen, was uns dein wohl feste stehn; wenn aber ichy Wort verspricht und nimmer ihn überschreite, so laß mich zu vergessen der ihm gelobten nicht verloren gehn! Nimm mich Pflicht. E dein Kind, zu Gnaden an, wenn 3. Du Vater von uns allen, ich hab' einen Fall gethan. o lehre du uns selber thun nach 5. Ich gebe dir, mein Gott, beinem Wohlgefallen! Laß dei: aufs Neue Leib, Seel' und Herz nen Segen auf uns ruhn! Duzum Opfer hin. Erwecke mich wirst zu diesem Leben, wie du zu neuer Treue und bilde mich bisher gethan, was wir bedür- nach deinem Sinn. Es sei in fen, geben, verleih)' uns nur mir kein Tropfen Blut, der nicht, alsdann die beste deiner Gaben, Herr, deinen Willen thut. daß wir durch Jesum Chrift Theil an dem Erbe haben, das unverwelklich ist. Mel. Wer nur den lieben Gott- 394. 6. Weich, Feind, mit deinen Finsternissen! mir bleibet, was mir Gott geschenkt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen; jes doch mit Chrifti Blut besprengt. bin getauft auf Weich, eitle Welt! und Sünde, deinen Namen, weich! Gott hört es, ich entsas Gott Vater, Sohn und heil'ger ge euch. Geist. Ich bin gezählt zu dei7. Laß diesen Vorsatz nimmer nem Samen, zum Volt, das wanken, Gott Vater, Sohir dir geheiligt heißt. Ich bin in und heil'ger Geist! halt mich in Christum eingesenkt, ich bin deines Bundes Schranken, bis mit seinem Geist besprengt. mich dein Wille sterben heißt. Jch 2. Du hast zu deinem Kind So leb' ich dir so' sterb' ich dir; und Erben, mein lieber Vater, so lob' ich dich dort für und für. mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treu: 7.) Von der Buße u. Beichte. er heiland, mir gewährt; du willst in aller Noth und Pein, Mel. Wer nur den lieben Gott- guter Geist! mein Tröster 395. 2ch abermal bin ich fein. gefallen mit Ues 3. Doch hab' ich dir auch berlegung und mit Wahl! Tiefe Furcht und Liebe, Treu' und Ge: o wie tief bin ich gefallen! viela horsam zugesagt! und dieß hab'sleicht noch nicht zum letztenmal! Elena 238 Catechismuslieder. Elender Sünder, der ich bin! mein Verbrechen? O, wie er in welchen Abgrund eil' ich hin! schreck' ich über mich! Vom Dros 2. O, die verhaßte Lieblings: hen deines Weltgerichts erbebt' fünde, o die Gewohnheit ihrer ich! doch es wirkte nichts. Luft, der Hang, den ich zu ihr 8.D schandenvolle Sünden: empfinde, wie wüthen sie in meis liebe, wie werd' ich endlich frei ner Brust! wie unumschränkt, von dir? wie überwind' ich deine wie fürchterlich ist ihre Herr Triebe und dämpfe deine Macht schaft über mich! in mir? Gott, mein Erbarmer! 3. Längst warnte schon mich vor mein Flehn und lehre mich mein Gewissen: Mensch, du em- ihr widerstehn! pörst dich wider Gott! von bó: 9. Liebt' ich dich nur so, wie bo fer Luft dahin geriffen, Betrog- ich sollte, so flöh' die Luft zur ner, eilst du in den Tod; dir Sünde mich; wenn sie mich auch raubt die Sünd' in kurzer Zeit versuchen wollte, geláng', es ihr der Erde Glück, die Seligkeit! nicht wider dich; und deiner 4. Wie oft hab' ich mir vorge: wahren Liebe Glanz betäubt' nommen: nun will ich jede Sun- und tödtete sie ganz. de fliehu! rein und unsträflich 10. O pflanze du in meiner und vollkommen zu wandeln. Seele rechtschaffue Lieb' und Lust will ich mich bemühn! Wie oft, zu dir! Gott, was ich denke, o Gott, hat mein Gebet um was ich wähle, das zeuge durch die That von dir! Dich lieben Kraft dazu dich angefleht. 5. Bald reizt aufs neue mich als mein Eigenthum, das sei die Sünde; wie schwach war mein Werk, mein Heit, mein Ruhm! gleich mein Widerstand! ach, 11. Dann werd' ich endlich fie gefiel mir! und geschwinde ergriff fie mich und überwend! überwinden und Herrscher meis Die Lust verschwand mir imner Lüste sein. Dann wirst du Genuß nun folgte Efel und alle meine Sünden, wie viel, Verdruß. wie groß sie sind, verzeihn. 6. Auch diesmal bin ich über Mein Leben bier, mein Lobges wunden! ach niemals soust fiel fang im Himmel, Vater, fet ich so tief! Mein Vorsatz war dein Dank! noch nicht verschwunden, mein Herz schlug, mein Gewissen Mel. Jefu, der du meine Seele- rief; Gott, Richter, ich ge- 396. Ach! ein Wort von großer Treue, das theu'r und annehmenswerth, ehs 7. Ich sagte mir: Gott wird re ich in tieffter Reue, lebenslang es ráchen! und dennoch, dennoch auf dieser Erd': hier, in diese fündigt' ich! Ist ein Vergehu, wie Welt, ihr Kinder, ein Erlöser dacht' an dich und dennoch, dennoch fündigt' ich! aller Von der Biße und Beichte. 239 aller Sünder, Jesus Christus 3. Wie vnergründlich bin ich kommen ist; Trotz nun Welt und mir! Verbirg, verbirg dich nicht Satans List! von dir, zu leicht getäuschte Sees 2. Schöpfer, ach! ich mußte! ists ein Gewinn, wenn, bekennen, ich verschmähte deine was ich bin, ich vor mir selbst Gnad'; Boses war wohl nichts verhehle? zu nennen, ich war dessen fähig 4. Vertraue deinem Stolze fatt. Leider, ach! vor andern nicht, verschließ dein Ohr, fos allen ließ die Sünd' ich mit ge- bald er spricht! flieb seine Täus fallen; aber die Barmherzigkeit schereien! Dein Selbstlob lügt; sich weit größer anerbeut. der Stolz betrügt mit leeren 3. Christe, drum muß ich Schmeicheleien. auch billig hier als ein Erem- 5. Nimm die Gesetz' und bös pel sein, wie du freundlich, re fie! Bet' an! tritt auch zum guadig, willig alle Sünder la Sinai und höre Gott im Wets dest ein; rufft: ,, Ach! tommt, ter: Du sollst vor mir,( Gote ihr blöden Tauben, tretet doch beischts von dir;) nicht haben hergu im Glauben, ziehet an andre Götter!" das Hochzeitkleid in der theus 6. ,, Mein Nam' ist groß; miß. ten Gnadenzeit! brauche du den Namen nicht! 4. Hallelujah! kommt, ihr Bet' an und ruhy' am Tage meis Armen, lobt mit mir des Höchner Feier; dann ruf mich an sten Güt'; laßt uns preisen sein und werde dann mir, deinem Erbarmen, lauter Gnade uns Gott, getreuer!" jetzt blüht: Leben er den Todten 7. ,, Wer Eltern kränket, ist schenket und mit seiner Lieb' verflucht! Gehorche deiner Els uns tránket. Jesu! laß uns für tern Zucht! Ich will, du sollst und für Hallelujah singen dir! nicht tödten. Sei Keines Feind; fei Aller Freund, ihr Schutz in Mel. In dich hab' ich gehoffet ihren Nöthen!" 397, 2ch, Gott, ruf dei - 8 ,,, Getreu dem Manne ſei der nen Richterblick, das Weib, der Mann dem durchschaut, von mir Weibe; keusch der Leib und zurück, zurück von meiner See- teusch die ganze Seele! Arbeit le! Denn im Gericht besteh' ich und sei vom Geize frei, daß nicht, der ich fo bäufig fehle. deine Hand nicht stehle!" 2. Wie forgt mein Herz und 9. ,, Lug nicht; trag feine angstet sich! Gott, richte nicht! Schmähung aus; begehre nicht denn ich will mich vor dir auf des Náchsten Haus; gelüsten richtig prüfen. Entdeckt mir schon ist Sünde. So sei ganz nicht dein Wort, dein Licht, mein, daß ich dich rein, wenn ganz meiner Seelen Liefen? lich nun richte, findel" 10. Ein 240 Catechismuslieder. 10. ,, Ein Eifrer über meinen helfen kann, in dieser Welt zu Ruhm, bring' ich die Misfethá- finden. ter um, den Vater und die 2. Lief ich gleich weit zu die Kinder. Fluch, Fluch, Gericht fer Zeit, bis an der Welt ihr dem, welcher bricht nur ein Ende und wollt' los sein des Gefeß, dem Sünder!" Elends mein, würd' ich doch 11. Welch eine Stimm', osolche nicht enden. Sinai! O donner 3. 3u dir fleb' ich, verstoß voller Sinai! wer fann die mich nicht, wie ich's wohl hab Ach Gott! zurn' Stimm' ertragen? Ach, wehe verdienet. mir! der Fluch von dir hat mein nicht, geh' nicht ins G'richt! Gebein zerschlagen. dein Sohn hat mich verfühnet. 12. Ich führ, ich führ ihn; 4. Soll's ja so sein, daß ich soll rein und ganz dem Straf und Pein auf Sünden Herrn geheiligt sein, ganz bei folgen müssen; so fahr hier lig feinem Namen; und ich bin fort und schone dort und laß blind, verkehrt gesinnt, gezeugt mich hier wohl büßen. aus Sündersamen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vers 13. Wer ist vom Haupt bis siß der Schuld, verleih' ein auf den Fuß so krant, als ich? 8'horsam Herze: laß mich nur Gedank, Entschluß, Begierd nicht, wie's oft geschicht, mein und That find böse. Verderbt Heil murrend verscherzen. bin ich, wer ist, der mich aus meiner Angst erlöse? 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, nach dein'r Gnad' 7. Gleichwie sich fein ein 14. Welch eine Zukunft fürch- will ichs leiden; laß mich nut nicht dort ewiglich von dir sein tet sie! Laß ab, o Fluch von abgescheiden. Sinai, o Fluch vom Weltgerichte! Zilgt doch die Schuld der Sohn voll Huld, befreit Vögelein in bohle Bäum' vers stecket, wenn's trúb' hergeht, mich im Gerichte. die Luft unstát, Menschen und 15. Erzurnt dich sehen, welchvieh erschrecket. ein Schmerz! Schaff' in mir, 8. Also, Herr Christ, mein' Gott, ein reines Herz, das dir Zuflucht ist die Höhle deiner kein Laster raube! verwirf mich Wunden, wenn Sünd' und Tod nicht durch dein Gericht, weil mich bracht in Noth, hab' ich ich an Jesum glaube! mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib, ob hier 398. 2ch Gott und Herr! der Leib und die Seele fich wie groß und scheiden, so werd' ich dort bei schwer sind mein' begangnen dir, mein Hort, sein in ewigen Sünden! Da ist Niemand, der Freuden. 10. Ehre Von der Buße und Beichte. 241 10. Ehre sei nun Gott Vat'rlifts mit mir verlorn. Ach Herr! und Sohn, dem heil'gen Geist wollst mir vergeben mein' Sünd' zusammen; zweifle auch nicht, und gnädig sein, daß ich mög' weil Christus spricht: Wer ewig leben, entfliehn der Hölglaubt, wird selig, Amen. lenpein. Mel. Wer nur den lieben Gott 2. Heil du mich, lieber Herre! denn ich bin frank und schwach; 399 2ch Gott, wie man mein Herz, betrübet fehre, leidet cher von den Ta- groß Ungemach; mein G'beine gen der mir beschiednen Lebens- sind erschrocken; mir ist sehr zeit, floh rastlos hin, mich an- angst und bang; mein' Seel' ist zuflagen, ins Meer der langen sehr erschrocken. Ach du, Herr! Ewigkeit; nicht jeden hab' ich wie so lang? dir gelebt, nicht stets der Tu gend nachgestrebt. 3. Herr, trost' mir mein Ges müthe, mein' Seel' rett', lieber 2. Gar oft emporte sich im Gott! von wegen deiner Güte, Leiden mein murrend Herz voll hilf mir aus aller Noth! Im Ungeduld; und schenktest du, od ist alles stille, da denkt man mein Gott, mir Freuden, o dann deiner nicht; wer will dort in vergaß ich deiner Huld, genoß der Hölle dir danken ewiglich? nicht jede, wie ich soll, nicht immer reinen Dankes voll. - 4. Ich bin vom Seufzen müde, hab' weder Kraft noch Macht; 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft durchaus die ganze Nacht; mein in großem Schweiß ich liege und liebevoll. Schlug mich er- Lager naß von Thränen, mein' littnes Unrecht nieder, so über=' stalt vor Trauren alt, zu todt nahm mich oft der Groll und ich mich fast gråme, die Angst ich vergaß der Sanftmuth ist mannigfalt. Pflicht und folgte Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt. Vergieb, was ich vor 5. Weicht all' ihr Uebelthäter, mir ist geholfen schon; der Herr ist mein Erretter, er nimmt mein nens Stimme, es müssen fallen Flehen an, er hört mein's Weis dir beweine und leite mich an bin all', die sind meine Feinde, deiner Hand zu besserer Gesin- und plötzlich kommen um. nung hin, bis ich ganz frei von Fehlern bin. 6. Ehr' sei ins Himmelsthrone, mit hohem Ruhm und Preis, dem Vater und dem Sohne und Mel. Haupt voll Blut400. 2 Herr! mich ar auch zu gleicher Weif' dem heil'men Sünder straf gen Geist mit Ehren in alle nicht in deinem Zorn; dein'n ern- Ewigkeit, der woll'uns all'n be= sien Grimm doch linder', sonst scheren die ew'ge Seligkeit. 16 Mel. 242 Catechismuslieder. - Mel. Schak, über alle Schäße- 401.2h, laß dich gnå402, ch! was soll ich Sünder machen? dig finden! mert ach! was soll ich fangen an? auf und wende nicht, Gott, Mein Gewissen klagt mich an; wegen meiner Sünden, von es beginnet aufzuwachen. Dieß mir dein Angesicht! Mühselig ist meine Zuversicht: Meinen und beladen komm' ich, mein Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sün den meinen Jesum oft betrübt, doch weiß ich, daß er mich liebt Gott, zu dir, vergieb, vergieb aus Gnaden die Uebertretung inir! 2. Längst wich auf krummen und er läßt sich gnädig finden. Wegen mein Fuß vom eb'nen Drum, ob mich die Sünd' an Pfad; ich ging dem Fluch ent- ficht, meinen Jesum láß ich gegen in meiner Missethat; mich nicht. warnte das Gewissen; mir droh 3. Obgleich schweres Kreuz te dein Gericht; vom Lafter hin- und Leiden, so bei Chriften oft gerissen, hört' ich dein Schreien entsteht, mit mir hart darnies nicht. der geht, soll michs doch von 3. Noch leb' ich; doch es ge- ihm nicht scheiden; er ist mit het vielleicht schon über mir, ins Herz gericht't. Meinen Jes weil ich das Heil verschmähet, sum laß ich nicht. ein Feuer aus von dir. Dich 4. Ich weiß wohl, daß unser fucht mit Furcht und Reue mein Leben nichts, als nur ein Nebel thränenvoller Blick; ach, halt ist; denn wir hier zu jeder Frist aus Güt' und Treue mein mit dem Tode sind umgeben. Elend doch zurück! Drum ob's heute noch geschicht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Sieh, mit zerbrochnem Herzen, Erbarmer, bitt' ich 5. Sterb' ich bald, so komm dich! Verbinde meine Schmer- ich abe von der Welt Beschwers zen, hilf mir und heile mich, lichkeit, ruhe bis zur vollen um deines Namens willen, daß Freud' und weiß, daß im fins ich, von Lüften frei, das Gute stern Grabe Jesus ist mein hels zu erfüllen, in Chrifto tüchtig les Licht. Meinen Jesum laß fei! ich nicht. 5. Ich werde dann mit Freu 6. Durch ihn werd' ich wieder den den Weg der Tugend gehn, leben, denn er wird zu rechter Zeit den Rath der Sünder meiden, wecken mich zur Šeligkeit und die Lust der Welt verschmähn; sie mir aus Gnaden geben. Muß und, wenn ich Glauben übe, ich schon erst vors Gericht, den du mir selbst verliehn, in meinen Jesum laß ich nicht. deiner Furcht und Liebe dem künft'gen Zorn' entfliehn. 7. Du, o Jesu! sollst mein bleiben, bis ich komme an der Ort Von der Buße und Beichte. 243 Orf, welcher ist die Himmels-[ verführet mich und störet meis pfort; darum thu auch einver- ne Freudigkeit zu dir; Uebereis leiben meine Seele deinem Licht. lung, Eigenliebe, des verborga Meinen Jesum laß ich nicht. nen Stolzes Triebe, eh' ich's merke, ziehen sie mich zur Süna Mel. Jesu, der du meine Seelede, die ich flieh. 403. 2[ ch, wann werd' ich 6. Weh' mir, daß ich wider von der Sünde, Willen, ja, mit tödtendem Vers Gott, mein Vater! völlig frei, druß, das Gesetz der Sünd'erdaß ich ganz sie überwinde, ganz füllen und dir widerstreben dir wohlgefällig sei? Noch nicht, muß! Ach, wer wird mich ganz ich gestehs mit Thränen, kann vom Bösen, von des Todes ich mich von ihr entwöhnen. Leib' erlösen! Ich Elender! Immer noch ereilt sie mich und Wer befreit ganz mich von der versucht mich wider dich. Sündlichkeit? 2. Längst hab' ich mirs vorge7. Du verzeih'ft, Gott, die nommen, dir mein Leben ganz Gebrechen meiner fündigen Nazu weih'n. Redlich, schwur ich tur; nicht die Schwachheit wirst und vollkommen soll vor Gott du rächen, bösen Vorsatz strafft mein Wandel sein! Allen Vor- du nur. Hätt' ich nicht den theil, alle Freuden, die mich Trost, ich würde unter meiner drohn von ihm zu scheiden, will Fehler Bürde ganz erliegen und ich mit Verachtung fliehn, denn mich dein, höchstes Gut, nie von Herzen lieb' ich ihn! wieder freun! 401 3. Gott, du sabest, wie ich's 8. Stellet mir denn hier auf meinte, wie ich alle Missethat, Erden lebenslang die Sünde der ich schuldig war, beweinte nach; kann ich nicht vollkommen und dich um Vergebung bat; werden; bin und bleib' ich hier welch ein ernstliches Bestreben, noch schwach: ach, so segne mein meinem Vorsatz treu zu leben, Bestreben, so gerecht ich kann, von dem Tag an, immerdar zu leben, daß ich doch von Heumeiner Buße Wirkung war! chelei und von Bosheit ferne 4. Nicht hat Freude an der sei. Sünde wiederum mein Herz be 9. Wenn ich falle, laß mich's thört. Ernstlich haff' ich sie und merken, laß mich fireben, aufs finde täglich diesen Haß verzustehn! Eile, mich, dein Kind, mehrt. Nicht von Leichtsinn hin- zu stärken! Lehre selbst mich fe= geriffen that ich wider mein Ge- ster gebn! Warne mich! Sei wissen; habe nicht, so viel ich mein Begleiter! Täglich führe, weiß, mich verfündiget mit Fleiß. Gott, mich weiter, bis ich in 5. Aber ach, wie oft emporet der Ewigkeit dringe zur Vollsich die Leidenschaft in mir und kommenheit! 16* Mel. Catechismuslieder. 244 Mel. Ach Gott, wie manches Herzel.- 3. Ja, du wirst's! Des Sun 404. 2b, wer auf spåte ders Tod willst du nicht, da Buße hofft, er- willst sein Leben! Wenn er wie wåg', erwäge doch, wie oft der derkehrt, o Gott, willst du Al Sünder plötzlich vors Gericht les ihm vergeben, nicht gedena gerufen wird und frevle nicht! ken seiner Schuld, nicht entzien 2. ,, Ich, sprach er, will erst hen deine Huld. fröhlich sein! ich will mich mei- 4. Herr, voll Scham erkenn' nes Lebens freun! Bekehr' ich ich nun, daß ich strafbar vor nur im Alter mich; erbarmet dir lebte; daß ich dein Gebot Gott schon meiner sich!" zu thun, nicht mit Luft und E 3. Noch da ers sprach im fer strebte; daß ich oft es über frechen Muth, da stockt auf trat durch Gedanken, Wort einmal ihm das Blut, und und That. wie ein Sturm reißt ihn ins 5. Künftig soll die Sünde Grab ein schreckenvoller Tod nicht in mir herrschen! Sie zu hinab, todten, ist mein Vorsatz, meine 4. Und ins Gericht! Ich Pflicht. Zu dir, Gott, um zittre, Gott! Vor einem bösen Beistand beten will ich; du schnellen Tod bewahre mich, wirst Kraft verleihn, treu in vor Sicherheit und vor dem meiner Pflicht zu sein. Mißbrauch meiner Zeit! 5. Damit ich wach' und vors Bußlied für junge Leute. Gericht nicht unbereitet komm' Mel. Ich dank' dir schon durchund nicht verworfen werde, daß 406. Ach, wie viel Böſes ich treu bis in den Tod einst wohnt in mir! felig sei. Wer zählts, wie oft ich fehle? Mel. Meinen Jefum las ich nicht- Ich fühl' es, Herr, und klag' 405. 2ch, wie lange schon es dir; o beßre meine Seele! war ich sündlicher 2. Ich wandle noch der Suns Begierden Sklave! ach wie der Bahn und bin zum Guten schwer häuft' ich auf mich Unruh tråge. Herr! nimm dich meis und Gewissensstrafe! Sorg- nes Elent Sorg- nes Elends an! Hilf mir auf Los für mein wahres Glück ging deine Wege! so mancher Tag zurück. 3. Verkehrt und thöricht ist 2. Nun erfüllt mich Reu und mein Sinn, beherrscht von bis Schmerz über alle meine Sün- sen Lüsten. Oneige meine den. Ach, ich Armer! wird mein Seele hin zur Freude wahrer Herz Ruh und Frieden wieder Christen! finden? Wirst du, Gott, die 4. Mich reizt der Eitelkeiten Schuld verzeihn? wirst du noch Tand mehr, als das Heil der mir gnädig sein? Seelen. Herr, gieb mir Weis heit Von der Buße und Beichte. 245 heit und Verstand, das bestel 7. Wie sorgt mein Herz, Theil zu wählen. durch Furcht und Schmerz ges 5. Mein Gott, mein Gott, quálet und zerrissen; es werde gedenke nicht der Sünden mei- Gott vor meiner Noth sein Bader Jugend! Erinnre mich an terherz verschließen? meine Pflicht und gieb mir Kraft zur Tugend! 8. Verzweiflung, weich! Ents fleuch, entfleuch aus meinem 6. Hilf, o mein Heiland! bangen Herzen! Er wird vers bilf, daß ich nicht unbegnadigt zeihn, wird Vater sein; ihn sterbe; daß ich, geheiliget durch dich, einst deinen Himmel erbe. jammert meiner Schmerzen. 9. Er liebet mich und hat für mich selbst seinen Sohn ges geben. Wer an ihn glaubt und 407.2ch, zurne nicht und in ihm bleibt, soll nicht verz Mel. Ach Gott und Herr, wie dein Gericht verscho- gehn, soll leben. ne Gott, mich Armen! Denn zürnest du, wo find' ich Ruh, wo Mitleid, wo Erbarmen? - 10. Heil der Welt, mein Glaube hält dich und will dich nicht lassen! Gott liebet dich; wie kann er mich, den du vers 2. Ich bin so matt und Niemand hat Vermögen, mich zu söhnt hast, hassen? heilen. Vor deinem Dráun bebt mein Gebein; du wollest, Mel. Herzliebster Jesu, wasGott, mich heilen! 3. Du drauest mir. Wie ist vor mein Gott! hab' ich ges 408,2llein an dir, dir, Herr, meiner Seele bange! fündigt! O, laß die Gnade, die Wie lange soll ich schreckenvoll um Gnade flehn? Wie lange? dein Wort verkündigt, wenn Sünden uns von ganzem Herz zen reuen, auch mich erfreuen! 4. Ach, deine Huld tilgt alle Schuld der dir verhaßten Sún= 2. Dein Sohn hat ja sich auch den. Laß ab zu drohn; durch für mich gegeben; laß mich deinen Sohn laß Gnad' und vor dir um seinetwillen leben! Heil mich finden! Tilg' aus die Laster, welche 5. Der Qualen Ort erschreckt mich entweihen und nun mich mich; dort, dort wirst du nicht reuen. erhoben. Die, Gott! allein 3. Erschaff' in mir, Gott! eis sich deiner freun, die können ne reine Seele, ein neues Herz, dich auch loben. das deine Wege wähle; befest'ge 6. O, was vor Qual folgt es und stärke sein Bestreben, auf die Wahl des Bösen! welch nur dir zu leben. ein Leiden! Gott, was vor 4. Verwirf mich nicht von deis Scham und welch ein Gram nem Angesichte! Gieb deinen auf ekelvolle Freuden! Geist, daß er mich unterrichte! laß 246 Catechismuslieder. laß ihn mich leiten auf der Wahr- los der Sünden Last; Herr, hal heit Wegen in stetem Segen. mir fest, weß du dich mir ver 5. Erquicke mich in meiner sprochen hast. Seele Leiden mit deiner Hülfe! 3. Gieb mir nach dein' Gieb den Geist der Freuden, Barmherzigkeit den wahren damit er, weil ich keine Kraft Christenglauben, auf daß ich besitze, mich unterstütze. deine Süßigkeit mög' inniglich 6. Mit neuer Treue will ich anschauen. Vor allen Dinger dich verehren. Ich will die Suns lieben dich und meinen Näch der deine Wege lehren. Mein sten, gleich als mich. Am letzten Beispiel soll sie reizen, deinen End dein' Hülf' mir send, da Willen gern zu erfüllen. mit behend des Teufels List sich 7. O höre, Gott! erbarmend von mir wend'. auf mein Flehen! Wie solltest 4. Ehr' sei Gott in dem höch du ein reuend Herz verschmå- sten Thron, dem Vater aller Gú hen? ein Herz, das dich inste und Jesu Christ, sein'm lieb Gnaden ernstlich suchet, der sten Sohn, der uns all'zeit bes Sünde fluchet? hüte und Gott dem heiligen Geis 8. Ein Herz voll Kummers, ste, der uns sein' Hülf' all'zeit lei dich erzurnt zu haben, das liebst ste, damit wir ihm gefällig sein, du, das willst du mit Troste las hier in der Zeit und dort hera ben. Du wirst die Seelen, die nach in Ewigkeit. nach Gnade schmachten, Gott!- nicht verachten. 410. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir, 409. 2[ ein zu dir, Herrerhöre mich! deine Ohren gnås Jefu Chrift, mein' dig neig, merk die flehend Hoffnung steht auf Erden. Ich Stimm' zugleich. weiß, daß du mein Tröster bist, 2. Aus der Tiefe rufe ich: kein Trost kann mir sonst wer: Sünden gehen über mich! Willst den. Vom Unbeginn ist nichts du rechnen, Herr, mit mir, for erkor'n, auf Erden war kein besteh' ich nicht vor dir. Mensch gebor'n, der mir aus Nóthen helfen kann; ich ruf dich an, 3. luß der Tiefe rufe ich will denn niemand hören mich? zu dem ich mein Vertrauen hab. Ach! so höre, Jesu mein, du 2. Mein' Sünd'n sind schwer wirst ja mein Helfer sein. und übergroß und reuen mich 4. Aus der Tiefe rufe ich, von Herzen; derselben mach mich ach! schon lang erbärmiglich! quitt und los durch deinen Tod Kreuz und Leiden halten an und Schmerzen und zeig mich Jesus mich erretten kann. deinem Vater an, daß du hast 5. Aus der Tiefe rufe ich gnug für mich gethan/ so werd' ich Warum, Jesu, läß'st du mich Von der Buße und Beichte. 247 Ich harr', warte, seufze, ach! 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, bis zur andern Morgenwach'. auf Gottes Gnade! viel größer 6. Aus der Tiefe rufe ich: ist sie, als dein Seelenschade; Jesu Gnade tröste mich! Ob es und endlich wird sie dich von mir gleich gehet hart, ich doch allem Bösen herrlich erlösen. der Erlösung wart. 7. Aus der Tiefe rufe ich; 412.2[ us tiefer Noth schrei Jesus wird erldsen mich! Jeich zu dir, Herr fus wachet, daß ich rein werd' Gott, erhör mein Rufen; dein' von allen Sünden sein. gnädig Ohr'n neig her zu mir und 8. Nunmehr hab' ich außges meiner Bitt' sie öffne. Denn so du ruft, Jesus kommt und macht willst das sehen an, was Sund' mir Luft. Seele, schwing dich und Unrecht ist gethan, wer kann in die Höh, sage zu der Welt: Herr, vor dir bleiben? Ade! 2. Bei dir gilt nichts, denn Mel. Herzliebster Jesu, was hast-Gnad' und Gunst, die Sünde zu 411, 2fus einem tief vor dir vergeben; es ist doch unser Thun gebeugten Herzen umsonst, auch in dem besten Les ruf' ich zu dir in meinen Sún- ben vor dir niemand sich rühmen denschmerzen. O mache mich, kann, es muß sich fürchten Jedera Gott, meines Kummers ledig, mann und deiner Gnade leben. und sei mir gnädig. 3. Darum auf Gott will hofs 2. Beschámt erkenn' und führ fen ich, auf mein Verdienst nicht ich meine Sünden. Laß, Vater, bauen; auf ihn mein Herz soll lass mich Erbarmung vor dir finden. sen sich und seiner Güte trauen, Willst du auf Schuld und Ueber die mir zusagt sein werthes Wort, tretung sehen, wer wird bestehen? das ist mein Troft und treuer 3. Bei dir allein, Herr, steht Hort, deß will ich all'zeit harren. es zu vergeben. Du willst nicht, 4. Und ob es währt bis in die daß wir sterben, sondern leben; Nacht und wieder an den Mor uns soll die Größe deiner Liebe gen; doch soll mein Herz an Gots lehren, dich treu zu ehren. tes Macht verzweifeln nicht, noch 4. Verzeihe mir, Herr, alle sorgen. So thuIsrael rechter Art, meine Fehle; dein harret, Bater, der aus dem Geist erzeuget ward meine múde Seele! Laß Trosft und seines Gott's erharre. und Ruh, um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist vielmehr Gnas 5. Vom Abend an bis an den de, sein' Hand zu helfen hat kein frühen Morgen, hoff' ich auf Ziel, wie groß auch sei der Schas dich; o stille meine Sorgen! Du de; er ist allein der gute Hirt, schenkest ja Beladenen und Mü- der Israel erlösen wird aus seis den gern deinen Frieden. Inen Sünden allen. 6. Ehr' 248 Catechismuslieder. 6. Ehr' sei dem Vater under dein Retter ist. Ruf ihn um dem Sohn und dem heiligen Glauben täglich an: ,, erbalt Geiste! als der im Anfang war mich, Herr, auf ebner Bahn!" und nun, der uns sein' Gnade 6. Ich bin so schwach, wer leiste, daß wir wandeln in sei- kann mich stärken? mein Helfer nem Pfad, daß uns der argelin Versuchung sein? zum Glau: Feind nicht schad'. Wer das ben und zu guten Werken mir begehrt, sprech' Amen. Kraft und Freudigkeit verleihn? Du kannst es, meine Zuver: Mel. Wer nur den lieben Gott- sicht! wenn du mich stärkst, 413. Der er du mir schon so so wank' ich nicht. oft vergeben, wenn Mel. Nun freut euch, liebenich zu dir um Gnade bat, wie 414. Dein bin ich, Herr! oft versprach ich, dir zu leben, dir will ich mich zu meiden jede Missethat! Wie zum Opfer übergeben. Lebendig, feierlich war dann mein Eid der beilig, rein will ich vor deinen Beßrung und der Frömmigkeit. Augen leben. Wie könnt' ich ei 2. Ach! aber bald ergriff mich nes Andern sein? Bin ich nicht wieder die Sünd' und ihre Lust durch die Schöpfung dein? nicht mit ihr, riß meinen ganzen Vor- dein durch die Erlösung? satz nieder und herrschte, wie 2. Ich fiel und wandte mich vorher, in mir! zum Wider von dir, zur Finsterniß vom stande viel zu schwach, entfloh Lichte; doch wandtest du dich, ich nicht und gab ihr nach. Gott, zu mir mit deinem An3. Wie viele fündenvolle Ta- gesichte. Erbarmen war bein ge durchlebt' ich, Vater, als im Angesicht, mich von der Fin Traum und häufte selbst mir sterniß ins Licht zu dir zurück Plag' auf Plage und fühlte doch zu rufen. mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz; betäubt em pfand ich keinen Schmerz. 3. Dein, dein ist die Barma herzigkeit; du liebest selbst die Sünder. ,, Seid( rufst du) heis 4. Vom Leichtsinn mächtig lig, mir geweiht und meiner hingerissen, nur stolz auf meine Gnade Kinder! Laßt euch erschwache Kraft, taub für das neuern, werdet gut; dort flie: warnende Gewissen, das mich so ßet der Versöhnung Blut, von treulich warnt und straft, entriß Sünden euch zu waschen!" mir oft ein Augenblick der Zus 4. Dein Sohn, o Gott, wird gend und der Unschuld Glück. Mensch und stirbt und leidet 5. Vergiß nicht wieder, mei- unsre Strafen! büßt für die ka ne Seele, wie oft du schon gefal ster und erwirbt dem Himmel len bist! Vergiß nicht mehr des ihre Sklaven. Wie könnt' ich ei Herrn Befehle, nicht mehr, daßlnes Andern sein? Bin ich nicht durch - Von der Buße und Beichte. 249 durch die Schöpfung dein? nicht beilig und gerecht durch deine dein durch die Erlösung? Kraft zu werden. 5. Durch ihn versöhnt und 3. Gewähr' uns deinen guten dir zum Ruhm erkauft mit fei: Geist, dein Wort recht zu verste= nen Leiden, will ich mich, ich, hen! Wem er den Weg zum Ledein Eigenthum, von dir nie ben weist, der kann nicht irre ges wieder scheiden. Gekreuzigt ben. Er leit' uns deine gute werde mir die Welt; getödtet, Bahn; so nimmst du uns zu was dir nicht gefällt, damit ich Ehren an, wenn wir getreu dir nur lebe! dir bleiben. 6. Dieß wirke deine Kraft in mel. Jesu Leiden, Pein und- mir! Ich habe kein Vermögen, dir die Laster, Alles, Gott, was 416, Du, den meine Seele liebt, Water aller verhaßt ist, abzulegen. Gnaden! Sieb! zu dir, der Hier ist mein Herz, nimm gern vergiebt, komm ich schuldganz mich hin und gieb mir beladen; ja, du nimmst die einen neuen Sinn, damit ich Sünder an, wenn mit frommen dir gefalle! Bähren wahrer Neu sie dir sich 7. So werd' ich, der ich fin- nahn und zu dir bekehren. fier war, ein Licht in deinem 2. Herr ich hab' den Weg ver= Lichte; besteh' einst mit der klei- fehlt, den dein Sohn gewandelt, nen Schaar der Frommen im oft und viel hab' ich gefehlt, Gerichte; frohlocke dann und nicht wie er gehandelt. Ich ers lobe dich, daß deine Treu und fenne meine Schuld; voll der Gnade mich gerecht und selig tiefsten Reue flet' ich auf zu deimachte. ner Huld: Bater, ach verzeihe! Mel. Nun freut euch, lieben- 3. Leite mich nach deinem Rath, laß mich deinen Willen, 415. Dir, Herr und Ba- so wie's unser Heiland that, ter, dienen wir treu und froh erfüllen! Regt mit freudigem Gemüthe und sich Schwachheit noch in mir; opfern Dank und Ehre dir für stärke meine Seele! Alsdann deine Macht und Güte! Ach! leb' ich ewig dir, Schöpfer wir sind Sünder; aber du rufft meiner Seele! freundlich allen Sündern zu, 4. Doch, was kann ich ohne an deinen Sohn zu glauben. dich, auch beim besten Willen? 2. Wir glauben, Gott, an Ach! zu schwach, zu schwach deinen Sohn, vergieb uns unsre bin ich, ganz ihn zu erfüllen! Sünden! Vergieb uns; laß vor Drum laß deines Geistes Kraft deinem Thron' uns Gnad' und stets mein Herz regieren; und Hülfe finden! Wir, dein gefaller, der den Willen schafft, helf' lenes Geschlecht, wir wünschen, lihn auch vollführen! Spel. 250 Catechismuslieder. ftrafe nicht Mel. Machs mit mir, Gott, nach- versiockt, wenn du nicht das 417.Gerechter Gott, ach! Gewiffen rührst und zum Gez die fühl der Sünden führst. Größe meiner Sünden, laß 2. Nach deiner mitleidsvols mich dein gnädig Angesicht mit len Güte, willst du nicht eines meiner Buße finden; mein Her Sünders Tod; und daß er ze seufzet inniglich: Gott, mein selbst vor ihm sich hüte, zeigst Erbarmer, bore mich! du ihm seiner Sünde Noth. 2. Es fränket mich und ist Wohl dem, der deine Stimme mir leid, daß ich so übertreten; hört und redlich sich zu dir bes doch will ich um Barmherzig- kehrt! keit in Christo Jesu beten, der 3. Du, du befreist ihn vom alle meine Misferhat dir durch Verderben, nimmst seine Buße fein Blut bezablet hat. gnädig an, machst ihn zu deis 3. Ach! meinen Jesum laß nem Kind und Erben, daß er ich nicht, ich bleibe bei ihm ste: frohlockend rühmen kann: Wie hen; du wirst und willst nicht groß ist Gottes Vaterhuld! Er ins Gericht mit deinem Knechte tilget meine Sündenschuld. gehen; durch ihn muß ich gerecht und rein von Sündenschuld und Strafe sein. 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste 4. So leget sich die Seelens leer, muß der verschmachten, von noth, so ruhet das Gewissen. welchem deine Gnade weicht; sie Mein Heiland hat aus Angst aber weicht von dem zuletzt, der und Tod mich durch sein Blut frevelhaft gering sie schätzt. gerissen. Wär's auch dem Teufel noch so leid, so erb' ich doch die Seligkeit. 5. Gieb denn, daß deiner Gnade lockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! Bewahe 5. Und weil die Welt im Ar re stets mich vor Verstockung, gen liegt, will ich auch willig vor Sicherheit und Heuchelei; scheiden, wenn's mein Gott den Sünder trifft der Fluchy fügt, bin ich vergnügt und und, ach! dem Flüche folgt die fahre hin mit Freuden. Viel Strafe nach. leicht wirds heute noch voll- 6. Sich bessern, ist der Weg bracht; drum, Welt und Sün- zum Leben. Laß denn mich in de, gute Nacht! der Gnadenzeit nach meiner Mel. Wer nur den lieben Gott- Beßrung ernstlich streben, nacha 418. Gott, biff mir, daß ich jagen der Gerechtigkeit! Wohl Buße thue, weil mir, wenn heute noch mein noch mich deine Stimme lockt! Geist dem Sündendienste fich Entreiß auch mich der falschen entreißt! Ruhe, die unser Herz so leicht 7. Verleihe mir dazu, die Gnas be, Von der Buße und Beichte. 251 Armen von jeder Sünde los! de, die uns von ihm allein beelderbar und groß im Strafen und freit und leite selbst mich auf Erbarmen! Ach, mache du mich dem Pfade der christlichen Recht:schaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier! Wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! Mel. Von Gott will ich nicht 6. Und einer solchen Liebe Gedächtniß treibe mich, daß ich, was recht ist, übe, voll Liebe ges gen dich; sie preise, wer es weiß, 419. Herr, höre meine wie Sündenlaften drücken und Worte, nimm opfre voll Entzücken dir Liebe, meine Bitte an! Du bist an je Dank und Preis! dem Orte der Gott, der helfen 7. Doch, ach! so Viele wissen kann. Merk' anf mein Flehn nicht, wie voll Huld du bist, in zu dir um Stärke, deinen Wil- ihren Finsternissen nicht, was len gehorsam zu erfüllen! Das, das erfleh ich mir. dein Eifer ist; sie( gleichwohl sind sie dein,) sehn nicht das Licht 2. Gerührt von deiner Gna- des Lebens. Ach, soll dein Sohn de, haff' ich die Sünde nun! flieh vergebens für sie gestorben sein? 8. Ach, führe sie zum Lichte, ihre krummen Pfade, was dir gefällt, zu thun; denn du bist such' ihre Besserung durch Wohls nicht ein Gott, der gottlos We- thun, durch Gerichte heilsamer sen liebe, wer Gnade sucht, der Züchtigung; daß deiner Gnade Ruhm stets mehr verherrlicht übe dein heiliges Gebot. werde und Jeder auf der Erde des Sohnes Eigenthum! 3. Wer sich bekehrt, wird le ben; denn du bist from und 9. Laß Alle, die im Glauben gut. Doch willst du nicht verge: ben dem, der nicht Buße thut. sich seines Heiles freun, aus deiz Dein Sohn versöhnte dich und ner Hand nichts rauben, werth lehrte, wie die Sünde zum Ei- deines Schutzes sein; daß Jeder fer dich entzünde, mit seinem dir bier treu, bedeckt mit deinem Schilde, ganz ähnlich deinem Bilde, einst ewig selig sei! Leiden mich. 4. Ich will dich, Gott, er beben, daß du so heilig bist; daß, Sündern zu vergeben, dein 420, Herr, ich habe mißges Herz so willig ist. Aus Furcht gehandelt, ja mich und Liebe dein will ich's in mei- drückt der Sünden Last; ich bin nen Liedern erzählen meinen nicht den Weg gewandelt, den du Brüdern: Der Richter kann mir gezeigest hast und jetzt wollt' verzeihn! ich gern, aus Schrecken, mich 5. Verschonen kann der Rå- vor deinen Zorn verstecken. cher; der Richter kann verzeihu, 2. Doch, wie könnt' ich dir und reuige Verbrecher rein ma- entfliehen? Du wirst allenthals chen und erfreun; Herr, wun- Iben sein. Wollt' ich über See gleich 252 Catechismuslieder, gleich ziehen, stieg' ich in die den, mache mich so weiß, als Gruft hinein, hätt' ich Flügel, Schnee! laß dein'n guten Geist gleich den Winden, gleichwohl mich treiben, einzig stets bei würdest du mich finden. dir zu bleiben. 3. Drum ich muß es nur be: 421. Herr Jesu Chriſt, du keunen: Herr, ich habe mißge= Gut, du than, darf mich nicht dein Kind Brunnquell aller Gnaden! sieh mehr nennen. Ach, nimm mich doch, wie ich in meinem Muth zu Gnaden an! Laß die Menge mit Schmerzen bin beladen, meiner Sünden deinen Zorn und in mir hab der Pfeile viel, nicht gar entzünden. die im Gewiffen ohne Ziel mich 4. Könnt' ein Mensch den armen Sünder drücken. Sand gleich zählen an dem wei- 2. Erbarm dich mein in sol ten Mittelmeer; dennoch würd' cher Last, nimm sie aus meinem es ihm wohl fehlen, daß er mei Herzen, dieweil du sie gebüßet ner Sünden Heer, daß er alle hast am Holz mit Todesschmermein' Gebrechen sollte wissen zen; auf daß ich nicht mit großem auszusprechen. Weh in meinen Sünden unters 5. Wein', ach! wein' jetzt um geh, noch ewiglich verzage. die Wette, meiner beiden Augen 3. Fürwahr! wenn mir das Bach! O, daß ich g'nug Záh- kommet ein, was ich mein Tag ren hätte, zu betrauren meine begangeu, so fällt mir auf mein Schmach! O, daß aus dem Herz ein Stein und bin mit Thränenbrunnen kám' ein star- Furcht umfangen; ja, ich weiß ter Strom geronnen! weder aus noch ein, und müßt' 6. Ach! daß doch die streng- ewig verloren sein, wenn ich sien Fluthen überschwemmten dein Wort nicht hätte. mein Gesicht, und die Augen 4. Aber dein heilsam Wort, möchten bluten, weil mir Was das macht mit seinem süßen fer sonst gebricht! Ach! daß sie Singen, daß mir das Herze wie Meereswellen möchten in wieder lacht, als wenn's bea die Höhe schwellen. ginnt zu springen; dieweil es 7. Aber Christe, deine Beu- alle Gnad' verheißt denen, die len, ja ein einzig Tropflein mit zerknirschtem Geist zu dir, Blut, das kann meine Wunden Herr Jesu, kommen. heilen, löschen meiner Sünden 5. Und weil ich denn in meis Glut; drum will ich, mein'nem Sinn, wie ich zuvor geklas Angst zu stillen, mich in deine get, auch ein betrübter Sünder Wunden hüllen. bin, den sein Gewissen naget 8. Dir will ich die Last auf und gerne möcht' im Blute dein binden, wirf sie in die tiefe See! von Sünden abgewaschen sein, wasche mich von meinen Sün- wie David und Manasse; 6. 2118 Von der Buße und Beichte. 253 6. Als komm ich auch zu dir Vaterherz, woll'st alle Sünden allhier in meiner Noth geschrit mir verzeihen und lindern meis ten und thu' dich mit gebeug- nes Herzens Schmerz. Erbar= tem Knie von ganzem Herzen me dich, erbarme dich 2c. bitten: Vergieb du mir doch gnäs 4. Wie lang soll ich vergeb diglich, was ich mein Lebtag lich klagen! Hörst du denn wider dich auf Erden hab' be- nicht? ach! hörst du nicht? Wie gangen. fannst du das Geschrei vertras 7. Ach, Herr, mein Gott! ver gen? Hör, was der arme Süngieb mirs doch um deines Na- der spricht: Erbarme dich, ers mens willen und thu' in mir barme dich 2c. das schwere Joch der Uebertre- 5. Wahr ist es, übel steht der tung stillen, daß sich mein Herz Schade, den niemand heilet, aus zufrieden geb' und dir hinfort ßer du. Ach! aber ach! Genad', zu Ehren leb' im kindlichen Gehorsam. Genade! ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich 2c. 8. Stárk mich mit deinem 6. Nicht, wie ich hab vers Freudengeist; heil mich mit dei- schuldet, lohne und handle nicht nen Wunden; wasch' mich mit nach meiner Sünd'. O treuer deinem Todesschweiß' in meinen Vater! schone, schone, erkenn letzten Stunden und nimm mich wieder für dein Kind! Ers mich einst, wenn dirs gefällt, im barme dich, erbarme dich zc. wahren Glauben von der Welt, zu deinen Auserwählten. 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben, sag, daß der Mel. Wer nur den lieben Gottarme Sünder hör': Geh hin, die 422. J ch armer Mensch, Sund'n sind dir vergeben! nur ich armer Sünder, fündige hinfort nicht mehr. Erfieh hier vor Gottes Angesicht. barme dich, erbarme dich sc. Ach Gott! Ach Gott! verfahr 8. Jch zweifle nicht, ich bin gelinder und geh nicht mit mir erhöret, erhöret bin ich zweifels= ins Gericht. Erbarme dich, er frei, weil sich der Trost im Herbarme dich, Gott, mein Erbar- zen mehret, drum will ich enmer, über mich! den mein Geschrei. Erbarme 2. Wie ist mir doch so herz- dich, erbarme dich, Gott, mein lich bange von wegen meiner Erbarmer, über mich! großen Sünd'! Hilf, daß ich wieMel. Herr Jesu Christ, du- der Gnad' erlange, ich armes 423. Ich bin ein Chrift; und verlornes Kind. Erbarme Gott ist mein dich, erbarme dich, Gott, mein Freund! In dieser hohen Würs Erbarmer, über mich! de steh' ich und fürchte keinen 3. Hor', ach! erhór mein seuf- Feind und lache jeder Bürde. zend Schreien, du allerliebstes Der Rang erfüllt mit Muth und Kraft, 254 Catechismuslieder. Kraft mein Herz in dieser Pil- laller Herzen, siehst meine Reu. gerschaft des Lebens und der Ich trau in ihren Schmerzen Leiden. auf deinen Sohn, der Gnade mir 2. Mein Glaube steht und verkündigt und mich entsündigt. wanket nicht; er ist zu fest ge 3. Statt aller Opfer, Richter gründet. Er stützet sich voll Zu- aller Welten! soll dessen Tod versicht auf Jesum Christ und vor dir auf ewig gelten. Um findet bei ihm allzeit Trost, seinetwillen laß mich meiner Heil und Ruh; er eignet sein Sünden Vergebung finden. Verdienst sich zu und trotzet Welt und Hölle. 4. Stårt mich, des Lasters falschen Reiz zu fliehen, ein rein 3. Sollt' ich um Hoffahrt, Gewissen Allem vorzuziehen! Eitelkeit und Güter dieser Er- Mit heil'ger Freude schwör' ich den, aus Wollust oder Sicher- dir aufs Neue die Pflicht der heit, der Tugend untreu wer- Treue. den? Nein, auf die Sünde Mel. Herzlich lieb hab ich dich folgt der Tod! allein die Zus 425. Ich komme, Friedens gend segnet und mit Friede. zu barmend rufst du ja auch mir, 4. Was sind die Leiden dieser den Frieden zu empfangen! Beit mir gegen jene Kronen, wo: Der Sünden Last ist mir zu mit Gott in der Herrlichkeit die schwer; o laß mein Herz von Frommen will belohnen? was Trost nicht leer! Laß es die Ruh dieses Lebens kurze Frist, Gott! erlangen, die du dem tiefgebeugs gegen das, was ewig ist? Sollt' ten Geist, der zu dir flehet, selbst ich nicht muthig kämpfen? verheißt! Wer tröstet mich, als 5. Ich fürchte nicht des To- du allein? wer macht mein Herz des Macht mit allen seinen von Sünden rein? Herr Jesu Schrecken; Gott will mich aus Christ, mein Trost und Licht, des Grabes Nacht zum großen mein Trost und Licht, verwirf, Tag erwecken. Ich fürchte nicht verwirf du mich doch nicht! der Hölle Glut, erkauft durch 2. Anbetend steh' ich, Herr, des Erlöfers Blut zum Eigen vor dir. Dein Antlitz neige du thum und Erbe. zu mir und sei mir Sünder Mel. Herzliebster Jefu, was hast- gnådig! Wenn mein Vergehn 424. Jch flehe, Gott von um Rache schreit, so mache aus ewig großer Güte! Barmherzigkeit mich aller Strafe zu dir mit heilverlangendem ledig! Der du am Kreuz ges Gemüthe. Wer auf dich hofft, litten hast, du trugest ja auch der hoffet nicht vergebens, du meine Last, als du zum Heil der Gott des Lebens! Sünder starbst und ihnen Gots 2. Du, heiligster Erforscherltes Huld erwarbst. Herr Jesu Chrift, abbiate Von der Buße und Beichte. 255 Christ, mein Herr und Gott, 2. Ach! keiner Gnade bin ich mein Herr und Gott! erlöse werth! ich hab' sie doch verschtas mich durch deinen Tod! gen, wenn du sie, da ichs nicht 3. Du, du bist meine Zuver- begehrt, mir dennoch angetras sicht; durch dich entflieh ich dem gen. Wenn ich von deinen Wes Gericht, dem schweren Lohn der gen wich, gingst du mir nach Sünden. Durch dich kann ich und suchtest mich; doch ließ ich dem Fluch entgehn und mich mich nicht finden. mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. 3. Die Ohren hab' ich zuges Dein stopft und wollte dich nicht hös Lod ist der Verlornen Heil; ren. Oft hast du an mein Herz gieb mir an seinem Segen Theil! geklopft, ich sollte mich bekehEr sei auch mir Beruhigung ren; allein, ich ungerathnes und meines Lebens Heiligung! Kind schlug alle Warnung in Herr Jesu Christ, ich hoff' auf den Wind und folgte meinen dich, ich hoff' auf dich! in dieser Lüften. Hoffnung stärke mich! 4. Mit Wohlthun hast du 4. Mein ganzes Leben preise mich gelockt, da ich viel Guts dich! Erlöst, mein Mittler, haft empfangen. Inzwischen blieb' du mich, dein Eigenthum zusich doch verstockt und an der werden. Wenn ich dein bin, Sünde hangen. Mir war das so fehlt mir nichts; nichts einst Wesen dieser Welt zur Last des am Tage des Gerichts, nichts Fleisches vorgestellt. Was fragt* bier, auf dieser Erden. Auflich nach dem Himmel? dieser Bahn zum Vaterland, 5. Ach! hättst du die Gerechtigs entzieh mir niemals deine Hand! keit im Eifer wollen schärfen, so Zu deinem Dienste stårke mich konntest du zu solcher Zeit mich in und laß mich siegen einst durch die Hölle werfen. Noch dennoch dich! Herr Jesu Christ, mein hattest du Geduld und wollt'st Herr und Gott, mein Herr und die Grenel meiner Schuld im Gott, ein Leben sei mir einst Borne nicht bestrafen. der Lod! 6. Mein Herze möchte nun davon in tausend Stücken bres Mel. Herr Jesu Christ, mein höch.chen. Es muß sich dem verdiens 426. Jch rrete, großer Gott, ten Lohu mit Wehmuth ſelber vor dich mit 3it: sprechen: Werth wär' ich, daß tern und mit Beben. Was soll du mich verstießt und mich mit ich thun? Ich scheue mich, die Leib und Seele ließt von dir Augen aufzuheben. Die Her- geschieden bleiben. zensangst ist dir bewußt; drum 7. Ach aber, Gott, das thust schlag ich auch an meine Brust: du nicht, die Gnade steht noch Gott, sei mir Sünder gnädig! offen; ich soll ein freundlich Ans gea 256 Catechismuslieder. gesicht bei meiner Buße hoffen. Krieges! der du für mich den Es reuet mich und ist mir leid! Tod geschmeckt, durch deinen Ach! laß mich doch Barmherzig- Schild werd' ich bedeckt; was keit in Christo Jesu finden. kann mir denn nun schaden? 8. Ach! sein Verdienst ver- 3. Herr, du bist mein ganwandelt mir den Fluch in einen zer Ruhm, mein Trost in diesem Segen. Er hält dir seine Wun- Leben, in jener Welt mein Ei den für, so muß dein Zorn sich genthum; du hast dich mir ges legen. Laß gleich die Sünde geben. Von fern glänzt mit kohlschwarz sein; sein Blut mein Kleinod zu; du schaffst wird mich doch engelrein und mir nach dem Streite Ruh schneeweiß wieder waschen. und reichst mir meine Krone. 9. Dieß glaub' ich zwar, doch muß dabei ich noch viel Schwach- Blick von diesem Weltgetümmel 4. Herr, lenke meines Geistes heit merken; drum, daß der Glaube brünstig sei, so wolleft auf dich, auf meiner Seelen du ihn stärken. Das schwache Glück, auf Ewigkeit und Hims Rohr, das kleine Licht verlo met! Die Welt mit ihrer Herrs lichkeit vergeht und währt nur schest und zerstößt du nicht. kurze Zeit. Im Himmel sei Deß ich mich herzlich tröste. mein Wandel. 10. Verleihe nur, daß ich mich fiets nach deinem Worte halte. 5. Jetzt, da mich dieser Leib Gieb, daß der Eifer des Gebets beschwert, ist mir noch nicht ers im Herzen nie erkalte; bleib im- schienen, was jene beßre Welt merfort mit mir vereint, daß gewährt, wo wir Gott heilig ich als ein geschworner Feind dienen. Dann, wenn mein Auder Sünden, leb' und sterbe. ge nicht mehr weint und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ichs froh empfinden. Mel. Herr Jesu Christ, du hoch.- 427. Jh weiß, an wen 6. m Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dorr ist mein Antlik mein sich halt. Kein Feind soll mir ihn beiter. Hier ist die Sünde noch rauben. Als Bürger einer bes mein Theil; dort ist sie es nicht fern Welt leb' ich hier nur im weiter. Hier ist mein Werth Glauben. Dort schau ich, was mir noch verhüllt; dort wird er ich hier geglaubt. Wer ist, der sichtbar, wenn dein Bild mich, mir mein Erbtheil raubt? Es Gott, vollkommen schmücket. ruht in Jesu Händen. 7. Zu diesem Glück bin ich 2. Mein Leben ist ein kurzer erkauft, o Herr, durch deine Leis Streit; lang ist der Tag des den, auf deinen Tod bin ich ge= Sieges. Ich kämpfe für dietauft, wer will mich von dir Ewigkeit. Erwünschter Lohn des scheiden? Du zeichnest mich in deiz Von der Buße und Beichte. 257 deine Hand; Herr, du bist mir, vollbringen, folget gar nicht, ich dir bekannt, mein sind des wie es soll; was ich nicht will, Himmels Freuden. thu ich wohl. 8. Wie groß ist meine Herr 5. Aber, Herr, ich kann nicht lichkeit! Empfinde sie, o Seele! wissen, wie viel meiner Fehler Vom Tand der Erde unentweiht sein; mein Gemüth ist ganz erhebe Gott, o Seele! der Erzerrissen durch der Sünden de glänzend Nichts vergeht; nur Schmerz und Pein, und mein des Gerechten Ruhm besteht Herz ist matt von Sorgen; ach! durch alle Ewigkeiten. vergieb mir, was verborgen; Eigene Mel., vd.: Alle Menschen müssen räche nicht die Misfethat, die 428, Jesu, der du meine dich, Herr, erzúrnet hat! Seele haft durch 6. Jesu, du hast weggenoms deinen bittern Tod aus des men meine Schulden durch dein Teufels finstrer Höhle und der Blut; laß es, o Erlöser! koma schweren Sündennoth kräftig men meiner Seligkeit zu gut; lich herausgerissen und mich und dieweil du, so zerschlagen, solches lassen wissen durch dein hast die Sünd' am Kreuz ges angenehmes Wort; sei doch tragen, ei! so sprich mich enda jetzt, o Gott! mein Hort. lich frei, daß ich ganz dein 2. Treulich hast du ja gesu- eigen sei. chet die verlornen Schäfelein, 7. Weil mich auch der Hölz als sie liefen ganz verfluchet in len Schrecken und des Satans der Höllen Pfuhl hinein. Ja, Grimmigkeit vielmals pflegen du Satansüberwinder, hast die aufzuwecken und zu führen in bochbetrübten Sünder so geru- den Streit, daß ich schier muß fen zu der Buß, daß ich billig unterliegen, ach! so hilf, Herr kommen muß. Jesu, siegen! O du meine Zus 3. Ach! ich bin ein Kind der versicht! laß mich ja, verzagen Sünden; ach! ich irre weit und nicht. breit. Es ist nichts an mir zu 8. Deine rothgefärbten Wuns finden, als nur Ungerechtigkeit; den, deine Nägel, Kron' und all mein Dichten, all mein Trach- Grab, deine Schenkel, fest ges ten heißet unsern Gott verachten. bunden, wenden alle Plagen ab. Bislich leb' ich ganz und gar Deine Pein und blut'ges Schwiza und sehr gottlos immerdar. zen, deine Striemen, Schlag' 4. Herr, ich muß es ja be- und Riken, deine Marter, Angst fennen, daß nichts Gutes wohnt und Stich, o Herr Jesu! tros in mir; das zwar, was wir Wol- ften mich. len nennen, halt' ich meiner See- 9. Wenn ich vor Gericht soll len für; aber Fleisch und Blut treten, da man nicht entfliehen 34 zwingen und das Gute zulkann: ach! so wollest du mich 17 rettes 258 Catechismuslieder. retten und dich meiner nehmen Sünder, Brunn, von dem das an. Du allein, Herr, kannst es Leben springt, selbst das Pfla wehren, daß ich nicht den Fluch ster und Verbinder, dessen Kur darf hören: ,, Ihr, zu meiner stets wohlgelingt; du kannst linken Hand, seid von mir Pein und Schmerzen lindern, noch nie erkannt." ja des Todes Stoß verhindern. 10. Du ergründest meine 3. Komm, o Herr! und drück Schmerzen, du erkennest meine in Gnaden mir dein Bild ins Pein. Es ist nichts in meinem Herz hinein, so wird meinem Herzen, als dein herber Tod alten Schaden durch dein Blut allein. Dieß mein Herz mit geholfen sein. Salbt dein Del Leid vermenget, das dein theu- nun meine Wunden, so bin ich res. Blut besprenget, so am dann ganz verbunden. Kreuz vergoffen ist, geb' ich mel. Meinen Jesum laß ich nicht dir, Herr Jesu Christ. 1 11. Nun ich weiß, du wirst 430. Jesus nimmt die Sün der an! saget doch mir stillen mein Gewissen, das dieß Trostwort Allen, welche mich plagt; es wird deine Treu von der rechten Bahn auf vers erfüllen, wus du selber haft gefehrten Weg verfallen. Hier ist, sagt: daß auf dieser weiten was sie retten kann: Jesus Erden Keiner soll verloren wer nimmt die Sünder an! den, sondern ewig leben soll, 2. Keiner Gnade sind wit wenn er nur ist glaubensvoll. werth; doch hat er in seinem 12. Herr, ich glaube, hilf mir Worte eidlich sich dazu erklärt Schwachen; laß mich ja verza- und hat selbst die Gnadenpforte gen nicht! Du, du kannst mich dem, der glaubet, aufgethan: stärker machen, wenn mich Jesus nimmt die Sünder an! Sünd' und Tod anficht. Deiner 3. Wenn ein Schaf verloren Gute will ich trauen, bis ich ist, suchet es ein treuer Hirte. fröhlich werde schauen dich, Jesus, der uns nie vergißt, fus Herr Jesu, nach dem Streit in chet treulich das Verirrte und der frohen Ewigkeit, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt- zeigt ihm die Lebensbahn: Jes fuß nimmt die Sünder an! 4. Kommet Alle, kommet her, 429, Sefu, Kraft der bis- kommet, ihr betrübten Sün den Herzen, Trost der! Jesus rufet euch und er in aller Bangigkeit, Labsal in macht aus Sündern Gottes den Sündenschmerzen, Arzt Kinder. Glaubet's doc und für alles Herzeleid, Pflaster für denket dran: Jesus nimmt die die Todeswunden, das man Sünder an! ftets voll Kraft befunden. 5. Jch, Betrübter, komme hier 2. Jesu, Heil der krankenlund bekenne meine Sünden. Laß mein Von der Buße und Beichte. 259 mein Heiland, mich bei dir Gna-| BVerlangen. Er låsset neunundde zur Vergebung finden, daß neunzig stehn und sie gar in dieß Wort mich trösten kann: der Wüsten gehn, das Eine zu Jesus nimmt die Sünder an! umfangen. 6. Ich bin ganz getrosten 4. Es sucht der liebste Jesu Muths, ob die Sünden blut: Christ das Schäflein, das vera roth wären, müssen sie kraft loren ist, bis daß er's hat gedeines Bluts dennoch sich in funden. Ach! laß dich finden, schneeweiß kehren; da ich glaus liebe Seel' und flieh' in Jesu big sprechen kann: Jesus nimmt Wundenhöhl'; noch sind die die Sünder an! Gnadenstunden. 7. Mein Gewissen beißt mich 5. Jesu! deine Lieb' ist nicht. Moses darf mich nicht groß, ich komm mühselig, nackt verklagen. Der mich frei und und blos, ach laß mich Gnade ledig spricht, hat die Schulden finden! Ich bin ein Schaf, das abgetragen, daß mich nichts sich verirrt, ach nimm mich auf, verdammen kann: Jesus nimmt weil ich verwirrt im Strick und die Sünder an! Netz der Sünden. 8. Jesus nimmt die Sünder 6. Ach! wehe mir, daß ich von an! Mich hat er auch angenom- dir gewichen bin zum Abgrund men und den Himmel aufgethan, schier! Ach! laß mich wieders daß ich selig zu ihm kommen kehren zu deinem Schafftall, und auf den Trost sterben kann: nimm mich an und mach mich Jesus nimmt die Sünder an! frei vom Fluch und Bann. Mel. Kommt her zu mir, spricht- Dieß ist mein Herz begehren. 7. Laß mich dein Schäflein 431. Jbr armen Sünder, kommt zu Hauf, ewig sein, sei du mein treuer kommt eilig, kommt und macht Hirt allein im Leben und int euch auf, mühselig und beladen. Sterben. Laß mich vom eitlen Hier öffnet sich das Jesusherz Weltgesind' ausgehn und mich für Alle, die in Reu und Schmerz als Gottes Kind um dich, mein erkennen ihren Schaden. Schatz, bewerben. 2. Es heißt: Er nimmt die 8. Ich will von nun an sagen Sünder an! drum komm, dein ab der Sündenlust bis in mein Jesus will und kann dich retten Grab und in dem neuen Leben und umarmen; komm weinend, in Heilig- und Gerechtigkeit dir komm in wahrer Buß und fall' dienen noch die kurze Zeit, die im Glauben ihm zu Fuß, er mir zum Heil gegeben. wird sich dein erbarmen. 9. Ach! nimm dein armes 3. Ein Hirt verläßt sein Schäf- Täublein ein, und laß es sicher lein nicht, dem's in der Irr' an bei dir sein in deinen WunHülf' gebricht, er sucht es mit denhöhlen; bewahre mich vor 17* Süns 260 Catechismuslieder. Sündenwerk, und gieb mir dei 6. Ich laß doch nicht eher ab, nes Geistes Stárk' an Leib und bis du mir gewähret Gnade, an der Seelen. die ich von dir hab' inniglich Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod- begehret. Segne mich, ich laffe 432 Liebfier Vater, ich dein dich eher nicht, ich hange wie Kind, komm zu dir die Klett' am Kleid', bis ich geeilet, weil ich sonsten Nie: Gnad' von dir erlange. 7. Du bist Gott und heißest mand find', der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr gut, weil du Gutthat übest und, groß, groß sind meine Sünden, gleichwie ein Vater thut, deine mach mich von denselben los; Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, Vaterherz! ges laß mich Gnade finden. 2. Führst du väterlich Genießen; laß auf mich, nach dei schlecht und hast Vatersitten; nem Brauch, deine Gnade fließen. 8. Ach! verzeih mir, ach! ei! so hab' ich Kinderrecht und darf kühnlich bitten. Denn den vergieb, was ich mißgehandelt, Kindern steht es frei, Våter weil ich nach den Sündentrieb Meine anzuflehen: Bater! deine Ba: oftermals gewandelt. tertreu laß mich Armen sehen. Sünden ich versenk, Herr, in 3. Liebster Vater, willst du Jefu Wunden. Ach! derselben dich Bater lassen nennen; ei! so nicht gedenk; laß sie sein vers mußt du lassen mich Baterfinn schwunden! 9. Will jetzt mein Gewissen erkennen. Denn du wirst gewiß mit Recht Vaternamen führen mir streng das Urtheil sprechen; und auch thun nach Bater: fordert Satan frech von dir, recht, was sich will gebühren. meine Schuld zu rächen; ei! 4. Nun so nimm dich meiner so denke mit Geduld, daß ich an, wie die Vater pflegen! Staub und Aschen, und daß Meine Buß- und Thränenbahn mich von meiner Schuld Jesu laß dich doch bewegen! Meine Blut gewaschen. Sünden bringen Schmerz, die ich hab' begangen. Ach du liebMel. Herr Jesu Christ, dustes Vaterherz! laß mich Gnad' 433, Mein Gott, du rufest erlangen. für und für: ,, 5. Hast du doch in deinem Sünder, thu doch Buße! Jetzt Wort Gnade mir versprochen; steht noch auf die Gnadenthúr, laß mich an der Gnadenpfort ach, fall doch Gott zu Fuße! Es nicht vergeblich pochen! Laß ist mit dir gleich hohe Zeit, mit der matten Seufzer Stárk' durch Buß und Glauben dich bereit die Wolken dringen und von und bitte Gott um Gnade." deinem Himmelsberg mir die Gnade bringen, 2. Mein Jesu! ich will gleich laufstehn, hinfort von Sünden lass Von der Buße und Beichte. 261 lassen und will auf deinen We- ,, O Sündrr! komm zu mir, so gen gehn, das Böse stetig hassen. wahr ich leb', vergeb' ich dir: Nimm wieder mich zu Gnaden ich bin dir, Sünder, gnädig." an, der du für mich genug gethan und sei mir Sünder gnädig." " 1 8. Den Glauben in mir, Fes su, stärk: es sei doch Gnad' 3. Mein Heiland spricht: vorhanden. Wenn ich oft groz Was du begehrt, hab' ich dir Ben Zweifel merk, lof' mich von auch gegeben, du bist es wohl solchen Banden und flöße mir für dich nicht werth, doch sollst den Trost gleich ein: Ich solle du wieder leben; aus Gnad' nicht verloren sein, für Süns vergeb' ich dir die Sünd', nun der sei noch Gnade. bist du wieder Gottes Kind; ich bin dir Sünder gnädig." Mel. Wer nur den lieben Gott- 434. Mein Gott, zu dem 4. ,, Nurzweifle nicht an mei ich weinend flehe: ner Gnad', worauf ich dich will Erbarme dich, erbarme dich! weisen; die Buße ist hier nicht zu Noch einmal sieh von deiner Hdspat, wie ich dir selbst verbei he mit gnadenvollem Blick auf Ben. Spricht gleich dein Herz mich! Erbarme dich und geh hierzu oft nein, laß dir mein doch nicht mit mir, als Rás Wort gewisser sein: Für Süncher, ins Gericht! der ist noch Gnade." 2. Wie oft hast du mir schon 5. ,, Sind deine Sünden noch vergeben, wenn um Begnadia so groß, ich will sie dir verge- gung ich bat! Wie oft verhieß ben; mach dich durch Buß' und ich dir ein Leben, gereiniget von Glauben los, du sollst aufs Missethat! Wie feierlich war Neue leben. Ich hab für dich dann mein Eid des Glaubens genug gethan und nehme dich und der Frömmigkeit! zu Gnaden an; ich bin dir Sander gnädig." 3. Ach aber, bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Luft 6. Wohlan! ich glaube Jesu mit ihr, riß meinen ganzen Vors Wort, das er mir hinterlassen.satz nieder und herrschte, wie Er ist der Sünder Trost und vorher, in mir! Zum Widers Hort, dieß will ich glaubig fas: stande viel zu schwach, floh ich fen, im g'ringfien daran zwei- nicht, sondern gab ihr nach! feln nicht, was mir sein heilig 4. Wie viele sündenvolle Tas Wort verspricht: Für Sünder ge durchlebt' ich, Vater, als sei noch Gnade. im Traum und sammelte mir 7. Ich wäre selbst mein eig- Schmach und Plage und fühlte ner Feind, wenn ich nicht woll- dieß mein Elend faum! Bers te glauben, wie gut es Gott mit wundet blutete mein Herz; Sündern meint; den Trost soll betäubt empfand ich keinen mir nichts rauben. Gott spricht: Schmerz. 5. Nun 262 Catechismuslieder. 5. Nun bin ich nah dem Un- Mel. Wer nur den lieben Gott- tergange, den dein gereizter Zorn 435, Mein Herz, ach denk mir droht. Um Trost wird meian deine Buße, ner Seele bange, um einen Ret- da noch die Gnadenstimme lockt. ter aus der Noth; mein richten- Ach falle Gott noch heut zu des Gewissen wacht und Alles Fuße! denn, bleibst du ferners um mich her ist Nacht. bin verstockt, wird dir gewiß 6. 3u wem, o Vater, soll ich die Straf' und Pein der Ewigs fliehen? Wo findet meine Seele keit bestimmet sein. Ruh? Wer kann sie aus dem Ab- 2. Gott läßt es nicht an grund ziehen, in dem sie seufzet, Rufen fehlen; drum Sünder, als nur du? Mein ganz Ver- auf und beßre dich! Noch traun set' ich auf dich: Du kannst du Fluch und Segen Freund des Lebens, rette mich! wählen; Gott selbst bezeugt ja 7. Für meine wiederholten väterlich, ihn jammre deine Sünden floß auch des Weltver- große Noth, er wolle nicht des föhners Blut. Noch einmal laß Súünders Tod. mich Gnade finden durch meis 3. Wirst du den Reichthum nen Glauben an sein Blut! nun verachten, den Gott dir Noch einmal Richter, sage mir: noch an Gnade reicht, so wirst Auch diese Schuld erlaff' ich dir! du einst gewiß verschmachten, 8. Gott sei mein Zeuge, da wenn diese Gnade von dir ich schwöre: mein Herz soll dir weicht, und wenn kein Brunt gehorsam sein! Dir, deinem des Trostes quillt, der deine Willen, deiner Ehre will ich dürre Seele stillt. mein ganzes Leben weihn! Der 4. Drum trau doch auf die Sünde will ich widerstehn und letzten Stunden und auf die spá standhaft deine Wege gehn! te Buße nicht. Hat gleich ein 9. Vergiß nicht wieder, mei- Schächer Gnade funden bei fast ne Seele, wie oft du schon ge- verloschnem Lebenslicht: so fah: fallen bist! merk auf die heiti- ren auch viel Tausend hin und gen Befehle des Gottes, der bleiben im verstockten Sinn. dein Retter ist! Ruf ihn im 5. Wir können uns nicht selbst Glauben täglich an: Erhalt bekehren, wir sind dazu gar nicht mich, Herr, auf ebner Bahn! geschickt; Gott selber muß die 10. Gott! ich bin schwach; du Kraft gewähren, die uns aus wollst mich stärken, mein Helfer dem Verderben rückt. Drum ſuz in Versuchung sein, zu Glau- che Gott und faff ihn fest jetzt, ben und zu guten Werken mir da er sich noch finden läßt. Kraft und Freudigkeit verleihn! 6. Die erst ihr Ohr und Herz So steh ich fest und wanke nicht; verstopfen und Gottes Gnadens und du bleibst meine Zuversicht.ruf verschmähn, die müssen auch bers Von der Buße und Beichte. 263 vergebens klopfen; Gott läßt und seinem Vater gnug gethan, fie unerhöret stehn. Weil sie so heißt's: Er nimmt die Süns sein Klopfen erst verlacht, wird der an. ihnen auch nicht aufgemacht. 3. Nun ist sein aufgethaner 7. Weh, wenn Gott von Schoos ein sichres Schloß ges uns gewichen! Wie schrecklich jagter Seelen; er spricht sie von muß es um uns stehn, wenn dem Urtheil los und tilget bald einst die Gnadenzeit verstrichen, ihr ängstlich Quälen. Es wird wer kann dann noch zurücke ihr ganzes Sündenheer ins uns gehn? Der Sünder wird zuletzt ergründlich tiefe Meer von seiverstockt, daß er nicht hört, nem reinen Blut versenket; der wenn Jesus lockt. Geist, der ihnen wird geschens 8. Mein Herz! drum folge keit, schwingt über sie die GnaGottes Stimme, tritt eilends denfahn. Mein Heiland nimmt in den Gnadenbund; eh' dich der die Sünder an. Herr in seinem Grimme, weil du 4. So bringt er sie dem Vater das anvertraute Pfund so schnd- hin, in seinen blutbefloßnen Ara der Weise durchgebracht, zum men; das neiget denn den Vaters Zorngefäß auf ewig macht. finn zu lauter ewigem Erbarmen; er nimmt sie an an KindesStatt, 436, Mein Heiland nimmt ia Alles, was er ist und hat, wird die Sünder an, die ihnen eigen übergeben und selbst unter ihrer Laft der Sünden kein die Thür zum ew'gen Leben wird Mensch, kein Engel trösten kann, ihnen fröhlich aufgethan. Mein die nirgends Ruh und Rettung Heiland nimmt die Sünder an. finden; den'n selbst die weite 5. O! solltest du sein Herze Welt zu klein, die sich und Gott sehn, wie sichs nach armen Sün= ein Greuel sein; den'n Moses dern sehnet, sowohl wenn sie schon den Stab gebrochen und noch irre gehn, als wenn ihr fie der Höllen zugesprochen, Auge vor ihm thránet! Wie wird diese Freistatt aufgethan. streckt er sich nach Zöllnern aus! Mein Heiland nimmt die Sün- Wie eilt er in Zachai Haus! Wie sanft stillt er der Magdader an. 2. Sein mehr als mütterliches lenen den milden Fluß erpresa Herz trieb ihn von seinem Thronster Thránen und denkt nicht, auf Erden; ihn drang der Sün- was sie sonst gethan! Mein Heis den Noth und Schmerz, an ihrer land nimmt die Sünder an. Statt ein Fluch zu werden; er 6. Wie freundlich blickt er Pes fenkte sich in ihre Noth und trum an, ob er gleich noch so tief schmeckte den verdienten Zod. gefallen! Nun dieß hat er nicht Nun, da er denn sein eigen Leben nur gethan, da er auf Erden zur theuren Zahlung hingegeben mußte wallen; nein, er ist immer eis 284 Catechismuslieder. einerlei gerecht und fromm und 10. Doch sprich auch nicht: Es ewig treu; und wie er unter ist noch Zeit, ich muß erst diese Schmach und Leiden, so ist er auf Lust genießen; Gott wird ja eben dem Thron derFreuden denSün: nicht gleich heut die offnen Gnas dern liebreich zugethan. Mein denpforten schließen. Nein! weil Heiland nimmt die Sünder an. er ruft, so höre du und greif 7. So komme denn, wer Sün- mit beiden Händen zu. Wer der heißt und wen sein Sünden- seiner Seele Heil verträumet, greul betrübet, zu dem, der keinen der hat die Gnadenzeit versäu von sich weist, der sich gebeugt met; ihm wird hernach nicht zu ihm begiebet. Wie? Wilst aufgethan. Heut komm, heut bu dir im Lichte stehn und ohne nimmt dich Jesus an. Noth verloren gehn? Willst du 11. Ja, zieh' uns selbsten recht der Sünde länger dienen, da, dich zu dir, holdselig süßer Freund der zu retten, er erschienen? nein, Sünder! Erfüll mit sehnender verlaß die Sünderbahn. Mein Begier auch uns und alle AdamsHeiland nimmt die Sünder an. Finder. Zeig' uns bei unserm 8. Komm nur mühselig und Seelenschmerz dein aufgespalts gebückt, komm nur, so gut du nes Liebesherz; und wenn wir weißt zu kommen; wenn gleich unser Elend sehen, so laß uns die Last dich niederdrückt, duja nicht stille stehen, bis daß ein wirst auch friechend angenom- Jeder sagen kann: Gott Lob, men. Sieh, wie sein Herz dir auch mich nimmt Jesus an! offen steht, und wie er dir ent- Mel. Meinen Jesum laß ich nicht- gegen geht. Wie lang hat er 437.Nach dir, Herr, vera mit vielem Flehen sich brünstig langet mich, du, nach dir umgesehen! So komm mein Trost auf dieser Erden! Ach benn, armer Wurm, heran: mein Gott! ich hoff' auf dich, laß Mein Heiland nimmt die Sún- mich nicht zu Schanden werden; der an. daß, die meine Feinde sein, sich 9. Sprich nicht: Ich hab's nicht über mich erfreun. zu grob gemacht, ich hab' die 2. Keiner wird zu Schanden Güter seiner Gnaden so lang und gehn, der dein harret im Verschändlich umgebracht, er hat trauen; ob gleich die in Schans mich oft umsonst geladen. Wo den stehn, die auf ihre Bosheit fern du's nur jetzt redlich meinst bauen. Zeige deinen Weg mir und deinen Fall mit Ernst be- an, wie ich selig wandeln kann. weinst; so soll ihm nichts die 3. Denke meiner Sünden Hánde binden, und du sollst noch nicht, die von Jugend auf mich Genade finden. Er hilft, wenn frånken; geh nicht mit mir sonst nichts helfen kann. Mein ins Gericht. Willst du aber, Heiland nimmt die Sünder an. Herr, gedenken, denke der Barms Von der Buße und Beichte. 265 Barmherzigkeit. Sei barmher- Ine du mir meine Missethat nicht zig! Mir ists Leid. zu! Sie reuet, Gott, sie reuet 4. Herr, du bist ja fromm mich, und meine Seele hofft und gut, deine Wege sind voll auf dich. Güte; du bist der Elenden 3. Wie gut, wie leicht ist dein Muth, du erhörest ihre Bitte. Gebot! Du willst, ich soll dich Deine Wahrheit, deinen Bund lieben, Gott! willst, daß ich legest du in ihren Mund. edel handeln soll zu meinem und des Nächsten Wohl. 5. Ach! vergieb die Missethat, herr, um deines Namens 4. Und doch verlegt' ich diese willen weise mir den besten Pflicht und schätzte deine Gnas Pfad, deinen Bund stets zu erde nicht. Ein elend Scheingut füllen! daß die Seel' auf jeden zog ich, Thor, oft ihr und meis Tag in dem Guten wandeln mag. nem Heile vor. 6. Dein Geheimniß sei bei 5. Mein Herz, das seine mir, dich zu fürchten, dich zu Schuld erkennt, du siehest es, scheuen. Meine Augen sehn zu mein Herz entbrennt, zu thun, dir, du wirst meinen Fuß be was dein Gesetz befiehlt, das freien. Wende dich, sei gnädig nur mein Bestes mir empfiehlt. mir! einsam, elend bin ich hier. 6. Jch traue der Barmher= 7. Meines Herzens Angst ist zigkeit, die sich noch jeden Tag groß, fübre mich aus meinen erneut, der Vaterhuld, die im Nöthen; binde mich von Sún- merdar gefallner Seelen Zus den los, laß mich nicht den flucht war. Jammer tödten; siehe doch 7. Dein Wort giebt mir mein Elend an, siehe, was der Versicherung vollkommener BeFeind gethan! gnadigung. Ich bin gewiß 8. Haffen Viel aus Frevel mich, durch Jesum Christ, daß sie tritt du selbsten in die Mitten; auch mir verliehen ist. ich vertrau' und harr' auf dich. 8. Doch nie entfall' es meis Schlecht und Recht laß mich be- nem Sinn, daß ich als Christ húten. Gott erlöse Israel aus berufen bin, auch meines Mitts der Noth an Leib und Seel'. ters Tugenden hier thätig zu verkündigen! Mel. Herr Jesu Christ, mein's 9. Wie ich die Gaben anges 438. Nach dir verlanget wandt, die ich empfing aus mich, nach dir, deiner Hand; dieß wird die Gott! Meine Hülfe kommt von große Frage sein, bricht dein dir. Wer ist, wie du, so gna: Entscheidungstag herein. denreich? wer dir an Macht 10. Ein Herz, das sich des Gus und Weisheit gleich? ten freut, voll Menschenlieb' und 2. Ach, mein Erbarmer, rech- Gott geweiht, dieß soll ich dort nicht 266 Catechismuslieder, nicht erst empfangen; meinRich- Schaden, der Sünden Last er: ter forderts schon alsdann. drückt mich fast, damit ich bin 11. Schaff dieses Herz in mir! beladen. denn, ach du weißt es, Bater, 9. Lös auf das Band mit deis ich bin schwach. Mein Trost seiner Hand und stärke meine mein Vertraun auf dich und Glieder. Ach! wirf doch nicht Redlichkeit behüte mich! des Glaubens Licht in deinem Born darnieder. Mel. Ach Gott und Herr10. Es ist mir leid, daß die 439. großer Gott! hör D meine Noth, ich Bosheit mich von dir abgetrens will jetzt vor dich treten, entbrichnet; doch, ich will nun auch dich nicht, was jeho spricht mein Buße thun, die Gluth ist schon Herze in dem Beten. entbrennet. 2. Erzurne dich nicht über mich, 11. Hilf nur in mir hinfür und für die Funken unterhalten und von wegen meiner Sünden; ich für die Funk schrei dich an, so gut ich kann: laß die Gluth, die solches thut, Ach, laß mich Gnade finden! 3. Mein Herz ist zwar fast ganz und gar vom Guten abgewichen aus Schwachheit nie erkalten. 12. Ach steh mir bei! gieb und verleih das Wollen und kein Augenblick ist ohne Tück und Vollbringen; so wird mein Mund von Herzensgrund ein Bösesthun verstrichen. 4. Mein Lebenslauf, von Ju- ewig Danklied singen. gend auf ist voller Lasterflek Mel. An Wasserflüssen Babylon- ken; doch Christi Huld kann 440. meine Schuld mit seiner Un schuld decken. König, dessen Mas jestät weit über Ale tes steiget, dem Erd' und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel ist dein helles Kleid; du bist voll Macht und Herrlichkeit! sehr groß und 6. Den stell' ich dir zum Búr wunderthätig. Ich armer Wurm gen für, der mag für mich be: vermag nichts mehr, als daß ich zahlen; sein heilig Blut macht ruf zu deiner Ehr': Gott, sei Alles gut durch seine Purpur- mir Sünder gnädig! strahlen. 2. Hier steh' ich, wie der 3807. Darum pergieb aus gro: ner that, beschámet und von Ber Lieb, was ich an dir verbro- ferne, ich suche deine Hülf' und chen; du hast mir schon in dei: Guad', o Herr! von Herzen gers nem Sohn Genad' und Trofine; doch, weil ich voller Fehler versprochen, bin und wo ich mich nur wens 8. Dran halt' ich mich und de hin, beschmuzet und unflåbitte dich: Herr, heite meinenlthig, so schlag' ich nieder mein Sc5. Derselbe hat die Missethat, darin ich war verdorben, durch seinen Tod bezahlt, o Gott! als er für mich gestorben. Von der Buße und Beichte. 267 Gesicht vor dir, du reines Him-[ mehr sprechen kann, so nimm meislicht: Gott, sei mir Sün- den letzten Seufzer an: Gott, der gnådig! sei mir Sünder gnådig! 3. Die Schulden, der'r ich mir die Brust und will von Herzen bewußt, durchángsten mein Ge- Mel, Jesus, meine Zuversicht- wiffen; drum schlag' ich reuig an 441. Rühme, Seele! Dein Gesang triumphis büßen. Ich bin, oBater! jare! rühme, singe! Gieb ihm nicht werth, daß ich noch wandle Flügel, daß dein Dank bis zum auf der Erd'! Doch weil du Throne Gottes dringe! In der winkest, so bet' ich mit ganz zer- Engel jauchzend Chor hebe sich knirschtem bangen Geist, der dein Flug empor! gleichwohl dich noch Abba heißt: 2. Meine Sünden drauten mir Gott, sei mir Sünder gnädig! schon mit meinem Untergange; 4. Mein Abba! schaue Jesum ich erbebte, Gott, vor dir und an, den Gnadenthron der Sün- um Trost war mir sehr bange. der, der für die Welt genug ge- Ewigkeit, Gesetz und Grab schrecks than, durch den wir Gottes Kins ten mich; und Gott vergab. der, im glaubigen Vertrauen, 3. In der feierlichsten Nacht find; der ist's, bei dem ich Ruhe rang fürs sündigeGeschlechte Je= find, sein Herr ist ja gutthätig; sus Christ, zum Fluch gemacht, ich fasse ihn und lass' ihn nicht, daß der Nichter schonen möchte; bis Gottes Herz mitleidig bricht, und des Werks, das er vollbracht, Gott, sei mir Sünder gnädig! hat der Richter jetzt gedacht. 5. Regiere doch mein Herz und 4. ,, Sei getrost! Vergeben sind, Sinn in diesem ganzen Leben, wenn du glaubest, deine Sünden! du bist mein Gott und was ich ewig bist du Gottes Kind! Wer bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach! vermag das zu empfinden? Wels heilige mich ganz und gar! laßsche Seligkeit und Ruh! Gott, meinen Glauben immerdar sein wo ist ein Gott, wie du? durch die Liebe thätig; und will 5. Ich empfing ihr göttlich's es nicht fort, wie es soll, so ruf Pfand, seinen Leib, für mich ge= ich, wie mein Herz ist voll; Gott, geben und sein Blut; ich nahm's fei mir Sünder gnädig! und fand in dem Blute Heil und 6. Mein Leben und mein Ster- Leben. Preis der feierlichfien ben ruht allein auf deiner Gnade; Nacht! Ewig werde dein gedacht! mir geh' es übel oder gut, gieb 6. Auserwählter, Mittler, nur, daß es nicht schade. Freund, Ursprung aller meiner Kommt dann das letzte Stünd Freuden, Preis sei dir! Mit die lein an, ſo sei mir auf der vereint, will ich mich von dir nie Todesbahn, mein Jesu, selbsisscheiden. Ewig, ewig bist du beiräthig; und wenn ich nicht mein! Ewig, ewig bin ich dein! 7. Ich 268 Catechismuslieder. 7. Ich, entzückt an deiner Seelen selbst nicht schont, der Bruft, will auf deine Stimme wird mit Ungnad' abgelohnt. merken. Hohe, himmelvolle 5. Gnad' hat dir zugefaget Lust flammt mich an zu guten Gott, von wegen Christi Blut Werken. Glaub' an Gott und und Zod; doch sagen hat er Heiligkeit sei mein Schmuck nicht gewollt, ob du bis mor und Feierkleid! gen leben sollt! daß du mußt 8. Jch, ein Pilgrim, strecke sterben, ist dir kund, verborgen mich nach dem Kleind an dem ist die Todesstund. Biele; sicher, daß ich bald durch 6. Heut lebst du, heut bekeh: dich Gottes Seligkeiten fühle, re dich; eh morgen kommt, kanns da, wo stets dein Lob erschallt. Komm, Herr Jesu, komme bald ändern sich. Wer heut ift frisch, gesund und roth, ist morgen frank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß', dein Leib Mel. Vater unser, im Himmelr.- 442. So wahr ich lebe, und Seel' dort brennen muß. spricht dein Gott, 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir ist nicht lieb des Sünders mir, daß ich jetzt komme bald zu Tod, vielmehr ist dieß mein dir und Buße thu den Augens Wunsch und Will', daß er von blick, eh' mich der schnelle Lod Sünden halte stil, von seiner hinrück, auf daß ich heut und Bosheit kehre sich und lebe mit jederzeit zu meiner Heimfahrt mir ewiglich. fei bereit. 2. Dieß Wort bedenk, o Men: Mel. Freu dich sehr, o meineschenkind! verzweifle nicht in 443. Treuer Gott, ich muß deiner Sünd'; hier findest du dir klagen meines Trost, Heil und Gnad', die Herzens Jammerstand, ob die Gott dir zugesaget hat, und wohl sind meine Plagen besser, zwar durch einen theuren Eid. als mir selbst, bekannt; große Ofelig! dem die Sünd' ist leid. Schwachheit ich bei mir in Ans 1 3. Doch hûte dich vor Sicher: fechtung oftmals spür, wenn der heit! denk nicht: Zur Beßrung Satan allen Glauben will aus ist noch Zeit, ich will erst lustig meinem Herzen rauben. sein auf Erd und, wenn ich lebensmüde werd', alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 2. O mein Gott! vor den ich tres te jetzt in meiner großen Noth, hós re wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zu 4. Wahr isté, Gott ist zwar nicht' des Teufels Werk, meinen stets bereit den Sündern mit schwachen Glauben stärk, daß ich Barmherzigkeit; doch wer auf nimmermehr verzage, Christum Guade fündigt hin, fährt fort in stets im Herzen trage. feinem bösen Sinn und seiner 3. Jesu, du Brunn aller Gnaden, Von der Buße und Beichte. 269 den, der du Niemand von dir den Vater beugen kann. Deine stößt, der mit Schwachheit ist Wunden sind auch meine; ach! beladen, sondern deine Jünger so halt mit Bitten an, bis die trost: sollt' ihr Glaube auch so Worte sich erheben: Deine Sün= klein, wie ein kleines Senfkorn den sind vergeben. sein, wollst du sie doch würdig schätzen, große Berge zu versetzen. 3. Heil'ger Geist, spricht meis ner Seele deine süße Tröstung ein; lasse doch dein Gnadenóle meinen Wunden heilsam sein. hilf du mir selbst überwinden, so laß dein Seufzen mich vertreten, oft ich muß in den Streit. Mei- und bei Gott erhörlich beten. 4. Laß mich Gnade vor dir fins den, der ich bin voll Traurigkeit; nen Glauben táglich mehr, dei 4. Bater, Sohn und Geist ers nes Geistes Schwert verehr, da- höre, heilige Dreieinigkeit! Es mit ich den Feind kann schlagen, ist deines Namens Ehre! ach! alle Pfeile von mir jagen. so mache dich bereit, wenn ich 5. Du bist meine Hülf' im Le- auf die Kniee falle, daß ein gnás ben, mein Fels, meine Zuversicht, digs Amen schalle. dem ich Leib und Seel' ergeben; Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes- Gott, mein Gott, verzieh doch nicht! eife mir zu stehen bei, brich 445. Ron des Gesetzes Fluch gedrückt, mit des Feindes Pfeil entzwei, laß Sünden schwer beladen und von ihn selbst zurücke prallen und der innern Reu gebückt, tret' ich, mit Schimpf zur Hölle fallen. Gott der Gnaden! zum Thros 6. Reiche deinem schwachen ne deiner Majestät und flehe: Kinde, das auf matten Füßen Höre mein Gebet, mein Richter steht, deine Gnadenband ge- und Erbarmer! schwinde, bis die Angst vorüber 2. Herr! bet' ich, geh nicht geht. Wie die Jugend gångle ins Gericht mit deinem Knecht, mich, daß der Feind nicht rüh- dem Sünder; denn ach! vor me fich, er hab' ein solch Herz dir bestehet nicht das frömmste gefället, das auf dich sein' Hoff deiner Kinder. Das Herz ist nung stellet. bof von Jugend auf, und uns Mel. Herr, ich habe mißgehandelt- fer ganzer Lebenslauf voll funds 444. Bater, laß dein Herlicher Gebrechen. ze brechen, da 3. Auch meiner Sünden, mein Herz im Leibe bricht und welche dich betrüben, mich vers vor Angst nicht mehr kann spre- dammen, sind viel, sie schlagen chen, als was dort der Zöllner über mich, wie Fluthen, hoch spricht: Sei mir armen Sún- zusammen. Wie freffend Feuer der gnädig! mache mich von brennen sie und ach! in meis Sünden ledig. ner Seel' ist nie Gewissensruh, 2. Jesu, du bist es alleine, der noch Friede. 4. Und 270 Catechismuslieder. 4. Und borgt' ich auch, an Tro- 2. Lernet fleißig dahingegen fte leer, vom Sturmwind das Gutes und kein Arges, thun, Gefieder und flöh' ans gren- trachtet nach den rechten Wegen, zenlose Meer; dein Arm ergriffweil ihr noch in eurem Nun, in mich wieder. Es macht dein der kurzen Lebenszeit und der Zorn, daß wir vergehn und Ungewißheit seid. Helfet den nie dein Vaterantlitz sehn und Bedrückten allen, weil mir Liebe trostlos ewig sterben. wird gefallen. 5. Sohn Davids! ach, erbare 3. Dann so kommt mit wah me dich der Angst in meinen Nó- rer Reue und mit wahrem then und höre mit dem Zöllner Glauben her, wenn der alte mich: Gott, sei mir gnädig, be: Mensch wird neue und ihr ten. Ach; sprich ein Trostwort! thut nach mein'm Begehr. Laßt sprich vom Thron der Gnaden: uns rechten, kommet her, eure Sei getrost, mein Sohn! die Sünd', ist sie gleich schwer, soll Schuld ist dir vergeben. sie doch, wie Schnee auf Er 6. Du sagft's, und Friede den, reine, weiß und schöne strömt mir zu und Seligkeit werden. und Freude! In meiner bangen 4. Sollt' auch euer Maas det Seel' ist Ruh. Auf einer fri Sünden blutroth angefüllet schen Weide führt mich mein sein, daß es sich gleich ließe Hirte und es wird dem Schaf- finden einem rosinfarbnen Wein, lein, das sich erst verirrt, kein soll sie dennoch wieder rein, wie Gutes weiter mangeln. die schönste Wolle sein. Herr 7. Ein reines Herr schaff' in Jesu! mir verleihe rechte wahre mir, Gott und mach' es fest im Buß' und Reue. Glauben! Laß ferner Sünde, Mel. Freu dich sehr, o meineWelt und Tod mir deine Huld 447, Weg, mein Herz, nicht rauben. Nimm deinen mit dem Geist ja nicht von mir, er tröten, als ob du verstoßen warst, fte mich mit Trost von dir, im bleib in Gottes Wort ohn' Leben und im Sterben. Wanken, da du anders reden börft; Gott hat einen Vaters euch, ihr sinn, unser Jammer jammert Volk der Sün- ihn, unser Unglück ist sein Mel. Freu dich sehr, o meine 446, Waschet - den, rein'get euer Herz und Schmerze, unser Sterben kränkt Sinn, wo ihr wollet Gnade fin sein Herze. den, thut das frevle Wesen hin; 2. ,, Sowahrhaftig, als ich les thut das Böse weg von mir, be, will ich keines Menschen weg von meinen Augen hier; Tod, sondern, daß er sich ergebe foll euch helfen mein Ertôsen, an mich aus dem Sündeno so lasset ab vom Bösen! koth." Gottes Freud' ist, wenn auf Von der Buße und Beichte. 271 auf Erd' ein Verirrter wieder- 1che deines Rechts befreit und kehrt, will nicht, daß aus seis durch das Blut des Sohnes ner Heerde das Geringst' entzo- rein, vor dir, o Gott, gerecht gen werde. zu sein! 3. Kein Hirt kann so fleißig 2. Sich freun zu dürfen, daß gehen nach dem Schaf', das die Schuld getilgt ist, daß nun sich verläuft; sollt'st du Gottes deine Huld verdiente Strafen Herze sehen, wie sich da der dem, der fest an deinen Sohn Kummer häuft, wie es dürftet, sich hält, erläßt! lechzt und brennt nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den Seinen, würdest du vor Liebe weinen. 3. Welch Heil für ihn, wenn er vernimmt, er sei zum Zorne nicht bestimmt; dem Richter sei genug gethan, er nehme Reu' und Glauben an! 4. Kein Fluß kann sich so ergießen, kein Meer kann so grund- 4. Die Uebertretung sei bes los sein, kein Strom so gewals deckt; er habe, mit dem Sohn tig fließen, gegen Gott ist Alles erweckt, in seinem Opfer für klein, gegen Gott und seine die Welt, die Unschuld, welche Huld, die er über unsre Schuld ihm gefällt! alle Tage läsfet schweben durch das ganze Sündenleben. 5. Des Sina Donner treff' ihn nicht; er könne freudig dem Gericht und seinem Tod' ents gegen gehn; er werde dann vor dir bestehn! 5. Könnt'st du tausend Wel ten finden, von dem Höchsten zugericht't und du hättest alle Sünden so darinnen sind, ver 6. Selbst das, was er zu richt, wär' es viel; doch lange leiden hat, weil er der Sünde nicht so viel, daß das volle Willen that, das sei zu seiner Licht seiner Gnaden hier auf Besserung nur väterliche ZüchErden dadurch könnt' erloschen tigung! werden. 7. Er sieht voll Freude dann 6. Mein Gott! öffne mir die auf dich und sein Gewissen stilPforten solcher Gnad' und Gü- let sich. Er wird voll Muth tigkeit, laß mich allzeit aller Dr- und Zuversicht; denn du, v ten schmecken deine Süßigkeit; Gott, verdammst ihn nicht. liebe mich und treib mich an, 9. Nun hat er Friede, Herr, daß ich dich, so gut ich kann, wie mit dir; die Ruhe kommt zuderum umfang' und liebe und rück, mit ihr die Hoffnung jes nun ja nicht mehr betrübe. ner Seligkeit, der er sich schon im Glauben freut. Mel. Vor deinen Thron tret' 9. Dich nicht zum Richter, 448, elch eine hohe Se- nicht zum Feind, Aumächtiger, ligkeit, vom Flu- dich nur zum Freund, an deines Soha 272 Catechismuslieder. Sohnes Liebe Theil, o Gott, zul selbst mir das Verständniß, recht haben; welch ein Heil! einzusehn, ob ich den Pfad, den 10. Was wirst du, Herr, für Jesus mir gewiesen, geb, und ihn nicht thun? Die ganze Welt ob ich auch im Glauben steh. verwandelt nun für den Bes 4. Du kennest unsers Herzens gnadigten durch dich in deines Liefen, die uns selbst unergründ Himmels Vorhof sich. lich sind! drum laß mich oft und 11. Weil du der Sünden nicht ernstlich prüfen, ob ich sei Chris gedenkst, genießt er Alles, was sto gleichgesinnt. Befreie mich du schenkst, als Gaben, die ein vom falschen Wahn, der auch Vater giebt, der zärtlich seine den Klügsten täuschen kann. Kinder liebt. 5. Wie kann der, der bei al 12. Nun trågt er mit Zufrie: tem Wissen des Herzens Zustand denheit selbst jede Widerwärtig sich verhehlt, auf wahre Beßa keit, wird er doch einst dafür rung sein beflissen, er, der nicht gefront; er ist gerecht, du bist weiß, wie viel ihm fehlt? Sich versöhnt! felbft recht kennen, ist Verstand; 13. Ruhm, Preis und Dank drum mache mich mit mir bes sei dir gebracht, daß, Bater, dei ner Gnade Macht den, der von Herzen sich bekehrt, für schuldfrei, für gerecht erklärt! fannt. Mel. Wer nur den lieben Gott 449, er bin ich? Welche 6. Was mir zu meinem Heil' noch fehlet, mein Vater! das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem Licht, so täus wicht'ge Frage! schen mich Verführer nicht. Gott! lehre sie mich recht vers 7. Bin ich jetzt von dem stehn! Gieb, daß ich mir die Wahr- sichern Pfade, der mich zum heit sage, um mich, so wie ich Leben führt, noch fern; so weka bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst ke mich durch deine Gnade, daß recht tennen lernt, bleibt von ich ihn ernstlich suchen lern. der Weisheit weit entfernt. Gieb mir zur Beßrung Luft 2. Ich bin ein Werk von dei- und Kraft; du bist's, der Beis nen Händen, du schufft mich, des in uns schafft. - Gott, zu deinem Preis; dazu 8. Ich muß es einmal boch mein Leben anzuwenden, das ist erfahren, was ich hier war und dein väterlich Geheiß. Doch leb' bier gethan. O laß michs nicht ich als dein Eigenthum, auch bis dahin sparen, wo Reue wie ich soll, nach deinem Ruhm? nichts mehr helfen kann. Hier 3. Ich bin ein Christ nach dem mache mich zum Himmel klug Bekenntniß; doch bin ich das und frei vom schnöden Selbsts auch in der That? Herr, öffnelbetrug. Mel. Von der Buße und Beichte. 273 Mel. Wer nur den lieben Gott- der Tugend Lauf, zum Kampf 450. Wer giebt gebeugten in ihrer Pilgrimschaft gestärkt bangen Sündern durch ihres Glaubens Kraft. Vertraun und Hoffnung? Wer 7. Du wohnst und hast dein Werk in ihnen, daß sie, versetzt beglückt, wer machet sie zu Gottes Kindern, der, wie ein in Jesu Reich, ihm willig, froh Bater, sie erquickt? Wer saget dem Vater dienen, dankbaren ihnen Friede zu? Dieß, Geist guten Kindern gleich, in Wünschen und Begierden rein, in des Herrn, verkündigst du! 2. Wenn sie, beschwert von guten Werken eifrig sein. 8. Der Glaube wächst, durch ihren Sünden, fast sinken; Ruh' und Hoffnung nicht in sich und dich erhalten, daß keiner Sünde ihren Werken finden, voll Furcht Lust sie dann, in allen lockenden vorZukunft und Gericht; dann Gestalten bethören und verblenz eilst du her und nimmst dich dann den kann. Er bringt zum Preise der reuevollen Sünder an! deiner Huld viel Frucht in Hoffs 3. Daß sie, geangstigt und nung und Geduld. 9. O du, des Sohnes höchzerschlagen durch die Empfindung ihrer Schuld, vor Gott fte Gabe, dieß, Geist von Gott, nur an sich selbst verzagen und ist dein Geschenk! Welch Pfand nicht an seiner Lieb' und Huld; des Heils an dir ich habe, deß daß sie aufJesum Christum sehn, sei ich ewig eingedenk, damit ich zu ihm um Heil und Gnade flehn. Jesu Christo treu, auch ewig 4. Dein Wort erschallet: Ihr deine Wohnung seil follt leben!" Gerecht und gnás dig ist zugleich der Richter; Mel. Sesu, meine Freude- Gott will euch vergeben, denn 451. Wie getroft und beis Jesus Christus starb für euch! ter, du Gebenes Glaubt fest an ihn und fasset deiter, machst du meinen Geist! Muth! ihr seid gereinigt durch der du, die dir trauen, führst sein Blut! zu grünen Auen und so gern 5. Wie linderst du der Buße erfreust! Niemals wird bei dir, Schmerzen! Zu welcher hohenjo Hirt und Beruhiger der Sees Suversicht erhebest du gebeugte len! mir Erquicung fehlen. Herzen! Wie gnädig tröstest du 2. Deinem Rath ergeben, freu' sie nicht, wenn sie, gewiß ge- ich mich, zu leben; was du willst, recht zu sein, sich Gottes, ihres ist gut. Nichts vermag ich Heilands, freun! Schwacher, du mein Seligmas 6. Sie gehen hin zum Kreuz cher, rüstest mich mit Muth. und schauen mit wonnevollem Wenn die Welt erbebt und fällt, Blick hinauf; sie opfern Jesu wenn Gericht und Hölle schreks ihr Vertrauen, beginnen frohlken, willst du mich bedecken. 18 3. Sch 274 Catechismuslieder. 3. Ich kann ohne Grauen Zufriedenheit? Sind nicht auch Gráber vor mir schauen: mein die Ehren, die die Welt betho Erlöser lebt! Ich weiß, wemsren, Traum und Eitelkeit? Du ich glaube, weiß, daß aus dem erfreust des Menschen Geist. Staube mich sein Arm erhebt. Herr, du willst, die dich verehs Todestag, dein Schrecken mag ren, ewig wieder ehren. eines Frevlers Herz erschüttern! 9. Deinen bohen Frieden was brauch' ich zu zittern? schmeck' ich schon hienieden. 4. Auch in mir ist Sünde; Und was hoff' ich dort? Unbes doch ich überwinde sie, mein grenzte Zeiten voller Seligkeis Hort, durch dich. Sink' ich oft ten hoff' ich, auf dein Wort. noch nieder; du erhebst mich Sie sind mein durch dich allein. wieder, du begnadigst mich. Bleib' ich dir getreu im Glaus Deine Huld tilgt meine Schuld. ben, wer kann sie mir rauben? nie entziehst du deinem Knechte 10. Voll von deiner Güte der Erlösten Rechte. frohlockt mein Gemüthe, Gott 5. Daß ich Gott erkenne und mein Heiland, dir. Dieser Geist ihn Vater nenne und mich ewig der Freuden stårke mich im Leis sein; daß ich hier am Grabe den, weiche nicht von mir! Trost und Hoffnung habe, dank Laß mich so beherzt und froh ich dir allein; daß dein Geist einst durchs That des Todes mich unterweist und mich führt dringen, dort deinkob zu singen! auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. Mel. Kommt, Menfchenkinder6. Der du Blut und Leben 452, Wohl dem, dem seis hin für mich gegeben, daß in ne Missethat vers meiner Noth ich nicht hülflos geben ist, der Guade hat, den bliebe; groß ist deine Liebe! Gott, weil er zu ihm sich stärker als der Tod! Herr! undskehrt, für schuldlos und ges ich, ich sollte mich deiner Huld recht erklärt! nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 2. Welch eines Heils darf der sich freun! Denn Gott will selbst 7. Würdig dir zu leben, dieß sein Vater sein; er, wenn er fei mein Bestreben, meine Lusi ihm vergiebt, nimmt dann mit und Pflicht! Was die Welt vervoller Huld zum Kind' ihn an, gnüget, o mein Heil, das gnü- 3. Und liebt ihn mehr als get meiner Seele nicht. Hab' Vater; mehr, als eine Mutter ich dich; wie gern will ich das, liebt, liebt er, liebt zärtlicher wornach die Heiden trachten, und treuer, ihn zu seinem Hims reich in dir, verachten! mel zu erziehn; 8. Macht ein Gut der Erde, 4. Sieht überall und unvers daß ich glücklich werde, durch wandt auf ihn und hält in seis ner Von der Buße und Beichte. 275 ner Hand ihn eingezeichnet, sorgt den er liebt, sein Erb' ihm, seis und wacht für ihn mit seiner nen Himmel, giebt. ganzen Macht. 5. Er nimmt sich seiner mach- 453. Wo soll ich fliehen hin, weil ich bes tig an, wenn Unfall und Gefahr schweret bin mit viel und gros sich nahn; entfernt sie voll ßen Sünden? Wo soll ich Rets Barmherzigkeit, und bringet rung finden? Wenn alle Welt ihn in Sicherheit. herkáme, mein' Angst sie nicht wegnáhme. 6. Er lehrt ihn våterlich, er zeigt ihm, was ihm heilsam ist, 2.0 Jesu voller Gnad'! auf dein und neigt sein Herz dazu, und stärkt und pflegt den Schwachen, den er schont und trägt; Gebot und Rath kommt mein bes trübt Gemüthe zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen 7. Daß er zum Jüngling und ein Gnadentropflein fließen. zum Mann erwachse, der selbst wandeln kann; und strauchelt er denn auch im Lauf: o wie so gern hilft er ihm auf! 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd', so viel ihr'r in mir stecken und mich so hef= tig schrecken, in deine tiefe Wuns den, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, sein Kind nicht will, nicht sucht, die schöne rothe Fluth, wasch was er zu seinem Besten ab all' meine Sünde, mit Troft wählt, gewarnt ist und doch mein Herz verbinde und ihr'e wieder fehlt. nicht mehr gedenke, ins Meer 8. Er brauchet Streng' und Ernst und Zucht dann, wenn 9. Der Hochbeglückte darf sie tief versenke. auch kühn zu seinem Vater nahn, 5. Du bist der, der mich tröst, um ihn um Nachsicht anzuflehn, weil du mich haft erlöst. Was um Licht, um Kraft zur Uebunglich gesündigt habe, hast du vers seiner Pflicht. scharrt im Grabe, da hast du 10. Und was er bittet, wird es verschlossen, da wirds auch gewährt, weil ers mit Zuver- bleiben müssen. So wallt er, sicht begehrt. 6. Ist meine Bosheit groß, so selbst in Finsterniß, getrost und werd' ich ihr'r doch los, wenn feines Ziets gewiß. 11. Fret, wie ein tes, geht der Pilgrim ich dein Blut auffasse und Erbe Got mich darauf verlasse. Wer sich. auch durch zu dir nur findet, all' Angst Sturm, und steht an deffen ihm bald verschwindet. Hand, der Welten trägt, wenn 7. Mir mangelt zwar sehr viel; Alles einstürzt, unbewegt. doch, was ich haben will, istAlles, 12. Die Engel sehn von ferne mir zu gute, erlangt mit deinem schon den Frommen nahen hin Blute, damit ich überwinde Lod, zum Thron, wo sein Erlöser, Teufel, Höll' und Sünde. 18* 8. Und 276 Catechismuslieder. 8. Und wenn des SatansHeer| Schreckensblick! Zur Rache zuckt mir ganz entgegen wär', darf ich Gott sein Schwert im Grim doch nicht verzagen, mit dir kann me! was sein Ruf mächtig ich sie schlagen; dein Blut darf schuf, dienet ihm zu Waffen, ich nur zeigen, so muß ihr Truk seine Feind' zu strafen. bald schweigen. 4. Ach wie unerträglich schwer 9. Dein Blut, der edle Saft, sind der Sünden Ketten! Wo hat solche Stárk' und Kraft, daß kommt meine Hülfe her? Wer nur dasselb' alleine die ganze fann mich erretten? Hartes Welt kanu reine, ja gar aus Joch! Herr, hilf doch! Sollt' Teufels Rachen frei, los und ichs länger tragen, so müßt Ledig machen. ich verzagen. 10. Darum allein auf dich, 5. Wehe dem, der Gott vers Herr Chrift, verlaß ich mich, jetzt schmäht! Weh' dir frechem Kins kann ich nicht verderben, deinde! Deine Hoffnung, dein Ges Reich muß ich ererben; denn du bet hält der Herr für Sünde. haft mirs erworben, da du für Nimmermehr achtet er auf des mich gestorben. Heuchlers Lieder, sie sind ihm 11. Führ' auch mein Herz und zuwider. Sinn durch deinen Geist dahin, 6. Wenn ich bete, bet' ich daß ich mög' Alles meiden, was nicht aus des Geistes Triebe; mich und dich kann scheiden, matt ist Glaub' und Zuversicht, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaas ewig bleibe. laulich meine Liebe; mir ges fällt noch die Welt, und in ih ren Netzen dien' ich eitlen Gößen. 7. Menschliche Gerechtigkeit ist vor Gottes Augen so, wie ein erfüllt, fall' ich dir beflecktes Kleid, kann vor ihm zu Fuße, großer Gott! bei dem nicht taugen. Neußrer Schein nichts gilt, als dein Sohn und kann allein uns vor Menschen Buße. Geh' doch nicht ins zieren; Gott prüft Herz und Gericht mit dem Uebelthäter, Nieren. bester aller Våter! Mel. Straf mich nicht in deinem 454. 3itternd und mit Angst (* - 8. Du, Herr, haft Schuld, 2. Ach, wo denk' und flieh' ich Zeit und Ort in dein Buch hin, daß ich Hülfe finde? Al- geschrieben. Dir ist kein uns lenthalben, wo ich bin, ist meinnützes Wort unbekannt geblies Feind, die Sünde. Sie, sie ben. Was mein Geist still bes droht mir den Tod; Gott will schleußt, was die List verstecket, mein Verbrechen hier und ewig ist vor dir entdecket. rächen. 9. Der verdiente Sündenlohn 3. Meine ganze Seel' er- macht mir angst und bange; ach, schricht vor des Ráchers Stimme. wie lange seufz' ich schon: ach, mein Von der Buße und Beichte. 277 mein Gott! wie lange! Laß| Theil, mach mich durch deine mein Schrei'n kräftig sein und Wunden heil, Herr Jesu Christ, nimm meine Schmerzen väter- und für mich bitt':,: wenn Sas lich zu Herzen! tan wider mich auftritt. 10. Bater! sieh' auf Chrifti 3. 3u dir steht meine Zuvers Blut, sieh' auf meinen Bürgen; sicht, ich weiß von keinem Helfer mir, mir Sträflichem zu gut, nicht, ohn' dich, o Arzt der Sün ließ er sich erwürgen. Du gabst der! All' andre Helfer sind zu ihn für mich hin. Durch sein schlecht, du bist allein vor Gott Blutvergießen heile mein Ge- gerecht, des Todes Ueberwinder, wissen. die Freistatt und der sichre Ort, 11. Leib und Seele will ich dir das feste Schloß, der Schild und ganz zu eigen geben; Heiland, Hort, der Mittler und der Gnas wohn' und wirk' in mir, sei mein denthron, des Vaters Herz und Weg und Leben! Leite mich, daß liebster Sohn. Herr Jesu Christ, ich dich lieb' und an dich glaube, das glaube ich:,: Ach! stark in und dir treu verbleibe. solchem Glauben mich. 4. Hinfort will ich nun jeders Mel. Herzlich lieb hab' ich dichzeit auf mich zu nehmen sein bes Herr Seſu, dir, Herr Jesu, reit dein Joch, die sanfte Bürde, 455.3u dir, komme ich, nachdem darunter sind' ich Fried' und du mich so süßiglich zu dir hast Ruh, ich wachs und nehm' im heißen kommen. Mich drücker Guten zu; und ob ich drunter meiner Sünden Last, sie läßt mir würde aus Schwachheit, die die keine Ruh noch Raft; würd' sie ist bekannt, ermüden, wird doch mir nicht benommen, so müßt deine Hand mir immer wieder barunter ich vergehn, ich könnte helfen auf, um zu vollenden vor Gott nicht bestehn, vor dem meinen Lauf. Herr Jesu Christ! die Himmel selbst nicht rein, ich durch dich allein:,: kann ich hier müßt' ein Kind des Todes sein, und dort selig sein. Herr Jesu Chrift! mein Trost 8.) Von der Absolution und und Licht:,: erquicke mich und Rechtfertigung. laß mich nicht. 2. Das Sündenfoch ist mir zu 456. Durch Adams Fall schwer, es drückt den Geist nur allist ganz verderbt zusehr; du, Herr, wollst es zer- der Menschen Thun und Wesen, brechen. Gedenke, daß du die dieß Gift ist auf uns fortgeerbt, se last darum für mich getragen wir können nie genesen, war Jes hast, damit nicht möchte rächen su Heil nicht unser Theil; und der Vater, was ich hab' verschuldt; er heilt allen Schaden, den vielmehr, daß deine Gnad' und Adams Fall hat überall auf ihn Huld mir Armen wieder wird zu und uns geladen. 2. Seit 278 Catechismuslieder, 2. Sett ibu die Lust dahin Leben nicht, nein, zum Gericht gebracht, daß er von Gott ge wird er vom Tod' erwecket. fallen; so herrschet nun der 7. Wer hofft auf Gott und Sünden Macht auch, leider! ihm vertraut, kann nie zu Schanin uns Allen. Uns drückt der den werden; und wer auf dies Tod. In solcher Noth beschloß sen Felsen baut, trifft ihn schon Gott, uns zu geben den ein'gen hier auf Erden viel Angst und Sohn zum Gnadenthron, da Müh, doch fällt er nie; eh' mit wir möchten leben. müssen Berge fallen, als, wer 3. Warf uns erst eine frem- fich fest auf Gott verläßt. Gott de Schuld in Adam alle nieder, hilft den Seinen allen. so hebt uns eine fremde Huld 8. Du wollest, Herr, von in Christo alle wieder. Und wie meinem Mund dein heilig's wir all' in Adams Fall des ew' Wort nicht nehmen; so weiß gen Todes starben; so rettet ich, läßt dein theurer Bund Gott durch Christi Zod, die mich Sünder nicht beschämen. ohne ihn verdarben. Der Sünden Schuld deckt deia 4. Gott hat uns seinen Sohn ne Huld; nur ihr will ich vers geschenkt, da wir noch Feinde trauen. Wer ihr vertraut auf waren. Der ist für uns ins Grab sie fest baut, der wird den Tod gesenkt, erstanden, aufgefahren. nicht schauen. Tod und Gericht trifft uns nun 9. Mir zeigt schon jetzt dein nicht, so wir ihm nur vertrauen. heil'ges Wort den Himmel aus Fest steht dieß Wort! Wem der Ferne; denn dieß Licht führt mag hinfort noch vor dem Lo- zu Christo fort, dem hellen Mors de grauen? gensterne. Bricht der nur an, 5. Er ist das Licht, der Weg, so fasset man alsbald die hohen die Pfort, die Wahrheit und das Gaben, die Gottes Geist auch Leben, des Vaters Kraft, sein uns verheißt, so wir nur Glaus ew'ges Wort, zum Heiland uns ben haben. gegeben. Kraft seines Bluts Mel. Sei Lob und Ehr dem ist Heil und Schutz dem Gláu: 457, Es ist das Heil uns bigen verheißen. ist der Hirt; die Seinen wird aus sei ner Hand nichts reißen. kommen her von Gnad' und lauter Güte; die Wers te helfen nimmermehr, sie mös 6. Der Mensch, der Gottes gen nicht behüten. Der Glanb' Wort nicht glaubt, und Trost sieht Jesum Christum an, der bei Menschen suchet, bleibt des hat gnug für uns all' gethan, erworbuen Heils beraubt und er ist der Mittler worden. stirbet einst verfluchet. Der wird 2. Was Gott im G'seß geboten zu Spott, wer außer Gott ein hat, da man es nicht konnt halten, anders Ziel sich stecket. Zum erhob sich Zorn und große Noth vor 279 Von der Absolution und Rechtfertigung. vor Gott so mannigfalten. Vomsselben ist der Himm't erkauft, Fleisch wollt nicht heraus der daß er nicht werd' verloren. Geist, vom G'setz erfordert al- 8. Der ist gerecht vor Gott lermeist, es war mit uns ver- allein der diesen Glauben fass loren. fet, der Glaub' giebt uns von 3. Es war ein falscher Wahn ihm den Schein, so er die Werk dabei: Gott hätt' sein G'setz nicht lasset; mit Gott der Glaub' brum geben, als ob wir möch- list wohl daran, dem Nächsten ten selber frei nach seinem Wil- wird die Lieb' Guts thun, bist len leben; und ist doch nur ein du aus Gott geboren. Spiegel zart, der uns anzeigt die sünd'ge Art, in unserm Fleisch verborgen. 9. Es wird die Sünd' durchs ' setz erkannt und schlägt das G'wissen nieder; das Evange= 4. Nicht möglich war, dieselbe lium kömmt zur Hand und stärkt Art aus eignen Kräften lassen; den Sünder wieder, es spricht: wiewohl es oft versuchet ward, Nur friech zum Kreuz berzu, im. doch mehrt sich Sünd' ohn' Maa: G'setz ist weder Rast noch Rub sen. Denn Gleißners Werk mit allen seinen Werken. Gott hoch verdammt und je 10. Die Werke komm'n ges dem Fleisch der Sünde Schand wißlich her aus einem rechten allzeit war angeboren. Glauben; denn das nicht rechter 5. Nun mußt' das G'setz er- Glaube wär', dem man die Werk füllet sein, sonst wär'n wir all' wollt' rauben. Doch macht allein verloren; drum schickt Gott sei- loer Glaub' gerecht, die Werke sind nen Sohn herein, der für uns des Nächsten Knecht, dabei wir Mensch geboren. Das ganze Glauben merken. G'ieß hat er erfüllt und damit 11. Die Hoffnung wart't der Gottes Zorn gestillt, der über rechten Zeit, was Gottes Wort uns ging alle. zusaget; wenn das geschehen soll 6. Und weil es nun erfüllet ist zur Freud', setzt Gott fein' durch den, der es konnt balten; folg'wisse Tage. Er weiß wohl, lerne jetzt ein frommer Christ des wenns am besten ist, er braucht Glaubens recht Gestalte: Nicht an uns kein' arge list, deß mehr, denn lieber Herre mein, soll'n wir ihm vertrauen. dein Tod soll mir das Leben sein, 12. Ob sichs antieß, als wollt' du haft für mich bezahlet. er nicht, laß dich es nicht ers 7. Daran ich keinen Zweifel schrecken; denn wo er ist am trag, dein Wort kann nicht besten mit, da will ers nicht betrügen. Nun sagst du, daß entdecken; sein Wort laß dir kein Mensch verzag', das wirst gewisser sein, und ob dein Herz du nimmer lügen: Wer glaubt språch lauter Nein, so laß doch an mich und wird getauft, dem- loir nicht grauen. 13. Sei 280 Catechismuslieder. 13. Sei Lob und Ehr mit bo- schwebt, nieder; doch sie erhebt hem Preis um dieser uns wieder. Wohlthat willen, Gott Vater, 4. Sie åndert unfern barten Sohn und heil'gem Geist, der Sinn, stillt unsers Herzens woll' mit Gnad' erfüllen, was er Klagen; führt uns zu dem Vers in uns ang'fangen hat, zu Ehren föhner hin und läßt uns nicht seiner Majestát, daß g'heiligt verzagen. Durch Jesum ist der werd' sein Name. Herr, o Christ, nicht mehr der 14. Sein Reich zukomm'; sein Sünden Rächer, begnadigt den Will' auf Erd' g'scheh, wie ins Verbrecher. Himmels Throne; das täglich' 5. Glaubst du an ihn; dann Brod ja heut uns werd'; wollst hast du Muth, Beruhigung und unsrer Schuld verschonen, als Freude; dann ist Gott selbst dein wir auch unsern Schuld'gern höchstes Gut, und deiner Hoffa thun; laß uns nicht in Versu- nung Weide. Wer, Herr der chung stehn; löf uns vom Ue- Welt! zu dir sich hält, der geht bel. Amen. auf sichern Wegen dem ew'gen Heil entgegen. Mel. Was Gott thut, das- 458. Getroft, mein Herz 6. Verbirgst du mir dein Ans gesicht; so prüfst du meine Gott ruft dir zu: Treue. Du, mein Erretter! Die Sünd ist dir vergeben! schlummerst nicht, wenn ich um Hier ist die Quelle deiner Ruh; Hülfe schreie. Du bist bereit, durch Christum sollst du leben. wenn deine Zeit erscheint, von Durch seinen Tod weicht alle allem Bösen mich gnädig zu era Noth. Was ist, das dich be- lösen. kümmert, wenn auch die Welt zertrümmert? 7. Dein Geist erquickt und macht mein Herz zufrieden und 2. Du zitterst zwar in deiner gelassen. Durch den kann ich Pein und fürchtest, zu verder- in Augst und Schmerz als ben; doch Gott will Sündern Christ mich mächtig faffen, bin gnädig sein, will nicht, daß hoffnungsvoll, das Ende soll Sünder sterben. Der Herr ist mir Sieg und ew'ges Leben, die tren, wenn wir mit Reu' im du erworben, geben. Glauben zu ihm fehren und 8. So hoff' ich denn auf dich ihn durch Beßrung ehren. allein, der du mein Flehn bes 3. Die Reue, die der Herr merkest. Nichts wird mir nners gebeut, der seinen Geist uns träglich sein, wenn du, mein sendet, ist eine Reu' zur Se- Gott! mich stärkest. Ob Alles ligkeit, die unser Heil vollen- bricht, weichst du doch nicht; Sie schlägt uns zwar die dich durch Christum fanden, durch die Gefahr, die über uns die werden nicht zu Schanden. det. Mel. 281 Von der Absolution und Rechtfertigung. Mel. Wer nur den lieben Gott Wer diesen Frieden hat, genießt 459. Gott, deine Gnad' ist Luft, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem unser Leben, fie schafft uns Heil und Seelenruh. Frieden, auch meine Seele freus Dein ists, die Sünden zu ver- dig ruhn! Auch mir hast du dieß geben, und willig ist dein Herz Glück beschieden; denn auch für dazu. Du willst den Tod des mich genug zu thun, ward sters Sünders nicht; sucht er voll bend der am Kreuz' ein Fluch, der aller Menschen Sünde trug. Reu dein Angesicht. 8. O laß mich dieß im Glaus 2. Um uns Verlorne zu ers retten, gabst du für uns selbst ben fassen und mit getrofter Zus deinen Sohn. Er litt, damit versicht auf deine Treue mich wir Friede hätten, für uns den verlassen; wenn Alles wankt, so Tod, der Sünde Lohn. Gott, wankt sie nicht. Wohl dem, der O wie hast du uns geliebt! welch sich auf dich verläßt! deß Heil steht unbeweglich fest. ein Erbarmen ausgeübt! 9. Lobsingend will ich dich ers 3. Dank, ewig Dank sei deis ner Treue, die Niemand gnug erheben, mich ewig deiner Gnade beben kann; nun nimmst du jede freun und deinem Dienst mein wahre Reue mit Baterhuld noch ganzes Leben in kindlichem Ges gnädig an. Wohl dem, der sich horsam weihn. Daß, Herr, bei zu dir bekehrt und gläubig sei- dir Vergebung sei, das macht nen Mittler ehrt! in deiner Furcht mich treu. 4. Den, Herr, befreist du von den Plagen, die dem Gewissen Mel. Nun freut euch lieben- furchtbar sind; der kann getrost 460, Herr Jeſu Christ, mein und freudig fagen: Gott ist für Troft und Licht, ich mich; ich bin sein Kind! Hier ist danke dir von Herzen, daß du der, welcher für mich litt und mich hast verstoßen nicht, als mich noch jetzt bei Gott vertritt. mich der Sünden Schmerzen ges 5. Herr, wie selig ist die quälet aus der Maasen hart, Seele, die über deine Huld sich durch Satan, der als Widerpart, freut! Ob auch ein irdisch Glück nicht läsfet mit sich scherzen. ihr fehle, fehlt ihr doch nicht Zu- 2. Du hast gehöret meine friedenheit. Dein Friede, Gott Beicht' und gnädig mir verges ist uns mehr werth, als Alles, ben die Sünde, die so schwers was die Welt begehrt. lich weicht von uns im ganzen 6. Dein Friede stärkt mit fro- Leben; du haft an deinen Knecht hem Muthe das Herz, auch in gedacht, den nunmehr deiner der größten Noth; giebt Hoff Liebe Macht zum Himmel will nung zu dem ew'gen Gute und erheben. macht getroft selbst in dem Tod. 3. Du, nie beflecktes Gottess tamm, 282 Catechismuslieder. lamm bist ja für mich gestorben; der Grund, der unbeweglich steht, ach! du, mein Seelenbrántigam, wenn Erd' und Himmel unter: haft selber mir erworben, durch geht. deinen Tod, die Seligkeit, dir 2. Es ist das ewige Erbarmen, dank' ich, daß ich so befreit das alles Denken übersteigt; es bleib ewig unverdorben. sind die offnen Liebesarmen 4. Herr, gieb mir deinen gu- deß, der sich zu den Sündern ten Geist, daß er mich unterrich- neigt, dem allemal das Herze te, was solche Lieb' und Wohls bricht, wir kommen, oder koms that heißt, damit ich mich ver- men nicht. pflichte, zu preisen dich mit Hand 3. Wir sollen nicht verloren und Mund, auch mir aus mei werden, Gott will, uns soll ge= nes Herzensgrund dafür ein bolfen sein; deßwegen kam der Danklied dichte. Sohn auf Erden und nahm 5. Herr, laß mich alle Sand' bernach den Himmel ein; deß und Schand' hinführo ganz able: wegen klopft er für und für so gen und thun den Lüsten Widers stark an unsre Herzensthür. stand, die mich von deinen Wegen 4. Abgrund, welcher alle oft führen auf den Sündenpfad, Sünden durch Christi Tod vers ich weiß, wie jede Misferhat schlungen hat! Das heißt die vertreibt des Höchsten Segen. Wunde recht verbinden, dort fins 6. Steur' endlich meinem Fleisch det kein Verdammen Statt; und Blut und laß mich deinen weil Christi Blut beständig Willen, der Alles mir zum Besten schreit: ,, Barmherzigkeit, Barms thut, gehorsamlich erfüllen. Hilf herzigkeit!" meiner Seelen himmelan, da weiß ich, daß ich freudig kann all' mein Verlangen stillen. 5. Darein will ich mich glaus big senken, ihm will ich mich getrost vertraun; und wenn mich 7. Herr Jesu, laß mich dich meine Sünden kranken, nur bald allein stets suchen und bald fin- in Gottes Herze schaun; da fins den; laß mich der Welt entrissen det sich zu aller Zeit unendliche sein, so kann sich recht verbin: Barmherzigkeit. den mein Herz mit dir und alle Noth, Welt, Sünde, Teufel, Holl' und Tod ganz siegreich überwinden. 6. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Mel. Wer nur den lieben Gott Glied bewegt, so sing' ich ewig O 461. Jh habe nun den höchst erfreut: Abgrund der Ich Grund gefunden, Barmherzigkeit! ber meinen Anker ewig hält, wo Mel. Nun freut euch, liebenanders, als in Jesu Wunden? 462. Wenn dein herzs da lag er vor der Zeit der Welt, liebster Sohn, o Gott! - 283 die alle Missethat vergiebt, fos bald ein renéndes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, ablegt und errlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt. Von der Absolution und Rechtfertigung. Gott! nicht wär' auf Erden kommen und hätt', als ich in Sünden todt, mein Fleisch nicht angenommen; so müßt' ich ewig trofilos sein und ewig leiden Angst und Pein um meiner Sünde willen. 2. Doch laß mich ja nicht 2. Jetzt aber hab' ich Ruh sicher werden, weil du so reich und Rast, darf nimmermehr an Gnade bist! Wie kurz ist meis verzagen, weil er die schwere ne Zeit cuf Erden, die mir zum Sündenlast für mich hat selbst Heil gegeben ist! Gieb, daß sie getragen; er hat mit dir vere mir recht wichtig sei, daß ich söhuer mich, da er am Kreuz sie meiner Beßrung weih'. ließ tödten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein Herz 3. 3war deine Gnade zu vers dienen, sind Reu' und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich und Muth mit kindlichem Ver- auch ein Mensch erkühnen, zu trauen. Allein auf sein hoch- glauben, dir versöhnt zu sein, theures Blut will ich mein' Hoff wenn er noch liebt, was dir nung bauen, das er für mich mißfällt und nicht dein Wort vergossen hat, gewaschen ab die von Herzen hätt? Missethat und mir das Heil erworben. 4. Wie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd 4. In seinem Blut' erquick' ich Schuld auf Schulden häuft? mich und komm zu dir mit Der kann kein Herz zu Jesu fass Freuden; ich suche Gnad' und sen, der zwar auf sein Verdienst hoff' auf dich, von dir soll mich sich steift, doch in der Sünde nichts scheiden. Was mir erwor noch beharrt, dafür er selbst ein ben hat dein Sohn, durch seinen Opfer ward. Tod und Marterkron, soll nie ein Feind mir rauben. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen, vergieb mir 5. Nichts hilft mir die Gegnädig meine Schuld und heis rechtigkeit, die vom Gesetz her le mein verwund't Gewissen rühret, wer sich in eignem Werk mit Trost an deiner Baters erfreut, wird jämmerlich ver- huld. Ich will mit Ernst die führet; des Herren Jesu Werk Sünde scheun und willig dir allein, das machts, daß ich kann gehorsam sein. selig sein, der ichs mit Glauben fasse. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir ges Mel. Wer nur den lieben Gott- schenket sei, will ich durch Ües 463, ie theuer, Gott, bung guter Werke beweisen; mas ist deine Güte, che selbst mich treu, Herr, in der 284 Catechismuslieder. der Liebe gegen dich, sie dringeswanke nicht, und du bleibst mei: stets und leite mich! ne Zuversicht. Mel. Ach Gott und Herr- 7. Laß mich zu deiner Ehre le= ben, der du die Missethat vers giebst! das hassen, was du mir 465. vergeben, das lieben, was du Wie feierlich bist du für mich, o selber liebst! Laß, Vater, mein Tag des heilgen Bundes! Ich Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! schwöre heut dem Herrn den Eid des Herzens und des Mundes. 2. Herr, sich auf mich und väterlich vernimm den Eid der 9.) Vom heiligen Abendmahl. Treue. Verleihe mir, daß ich mich dir von ganzem Herzen weihe. 3. D Gott voll Huld, wie viel Geduld erzeigst du deinem a.) Bei der Confirmation. Mel. Wer nur den lieben Gott 464. 2gegenwärtiger, ich Kinde! Du suchtest mich, ich schwöre dir heut flohe dich und ging den Weg der vor deinem Angesicht! sei gnä- Sünde. dig deinem Kind und höre, 4. Ich will forthin mit Ernst was heute dir mein Mund versie fliehn und deine Wege gehen. spricht, damit ich deinem Dienst Herr, segne mich! behüre mich! getreu, gehorsam, fromm und laß mich dein Anrlit sehen. weise sei. 2. Der Tugend eifrig nach b.) Vor der Communion. zustreben; des Bösen Schein und That zu scheun; nur dir, der Sünde nicht zu leben; im Glaus 466. ben thätiger zu sein: dieß wirke Mel. Herzliebster Jeſu, wasDas sollt ihr, Juus ger Jesu, nie vers du, der Alles schafft, in mir durch gessen: Wir sind, die wir von eis deines Geistes Kraft. nem Brode essen, von einem Kela 3. Ich will der Sünde Reize che trinken, alle Brüder und fliehen und dir mich ganz zum Jesu Glieder. Dienste weihn. Es sei mein 2. Wenn wir, wie Brüder, eifrigstes Bemühen, Gott, dei- bei einander wohnten und, frrt ner Gnade werth zu sein. Gieb, der Nächste, seiner Schwäche daß es nie mein Herz vergißt, schonten; wie ähnlich Engeln wie theuer deine Gnade ist. würden wir auf Erden, wie ses lig werden! 4. Ach, ich bin schwach! Du woll'st mich stärken, mein Hel 3. Auch dazu müsse Jesu Lieb' fer in Versuchung sein, zum uns bringen! Du wollest, Herr, Glauben und zu guten Wer dieß große Werk vollbringen, daß fen mir Kraft und Freudigkeit unter einem Hirten eine Heerde verleihn. So steh ich fest undlaus Allen werde. Mel. Vom heiligen Abendmahl. 285 Mel. Wer nur den lieben Gott - Jedermann kaun trinken; mein 467. Den König, welcher Jen König, welcher Geist! laß deinen Gott dir doch Blut und Leben umsonst nicht winken. Es lehrt dich ja das Wort, das Licht für dem Leben seiner Völker weiht, den, Christen! müßt ihr hoch deinen Fuß, daß Christus dir erheben! erzählt sein Lob der allein von Sünden helfen muß. 2. Dein Thun ist nicht ges Ewigkeit! Singt alle Wunder, die er thut; hoch über Alles schickt zu einem bessern Leben, rühmt sein Blut! auf Christum richte dich, der 2. Den König hat mein Herz kann dir solches geben; denn gefunden; wo anders als auffer hat Gott verföhnt mit seiz Golgatha? Da floß mir heil aus nem theuren Blut und uns seinen Wunden! auch mich, auch den Weg gebahut zu ihm, dem mich erlöst er da! Für mich gab böchsten Gut. er sein Leben hin, der ich aus seinen Feinden bin! 3. Die Sünden abzuthun, kannst du dir ja nicht trauen, 3. Bem anders sollt' ich mich dein Glaube muß allein auf ergében? o Konig, der am Holz' Gottes Hülfe bauen. Vernunft erblich! ich opfre dir mein Blut geht, wie sie will, der Satan und Leben; mein ganzes Herz kann sie drehn; hilft Gottes ergießet sich! Sch schwör' zu dei- Geist dir nicht, so ists um dich ner Kreuzesfahn, als Streiter geschehn. und als Unterthan. 4. Nun, Herr, ich fühle 4. Mich dürftet, Herr, nach Durst nach deiner Gnadenquels deinem Blute! nach Regen lechzt| le, wie ein gejagter Hirsch, auf mein dürres Land! Ach, außer so viel Sündenfálle. Wie komm' dir, dem höchsten Gute, ist keislich aus der Noth, als durch den ne Nahrung mir bekannt; mein Gnadensaft?*) Hilf mir durch Geist ist elend und beklemmt, deinen Geist; in mir ist keine bis daß dein Blut mir Segen Kraft.*) Durch das Blut Chrifti. strömt. 5. Du hast ja zugesagt: du 5. O gieb dein Manna mir wollst, die Durst empfinden nach zu essen! dein Freudenwein er- der Gerechtigkeit, befrein von quicke mich! laß mich deiner ihren Sünden; nun zeiget mir nie vergessen! in meinem Geist den Weg dein Sohn, der wahre verkläre dich! Dann preis' ich Christ: nur du mußt Helfer sein, deines Mahles Kraft, die neues weil du voll Hülfe bist. Leben in mir schafft. 6. Herr! du wollst auch mir von diesem Wasser geben, das tránket meinen Geist zu der Ge= Mel. O Gott, du frommer Gott 468. Der Gnadenbrunn rechten Leben! gieb mir dasſelbe fließt noch, denistets, du Brunn der Gütigkeit! fo 286 Catechismuslieder. so bin ich wohl daran jetzt und faus Ungehorsam handle. Gieb, zu aller Zeit. daß aus Dank für deine Huld, in Lieb', im Glauben, in Geduld, Mel. An Wasserflüssen Babylon- ich dir auf Erden lebe; bis ich 469. Du, Herr, haft aus dereinst in deinem Reich vers Barmherzigkeit tlårt, unsterblich, Engeln gleich, zum Mahle deiner Gnaden das dich ewig, Herr, erhebe. ganze Volk der Christenheir wohlthätig eingeladen. Du Mel. Nun freut euch lieben- ruffi: Mühsel'ge, kommt zu 470. Du Lebensbrod, Hert Jesu Christ, mag mir!" Drum, Jesu, komm' ich jetzt zu dir, beschwert mit vie- dich ein Sünder haben, der ten Sünden. Verstoße du mich nach dem Himmel hungrig ist Armen nicht, o Herr, von dei- und sich mit dir will laben; nem Angesicht; laß mich Ver- so bitt' ich dich demüthiglich, gebung finden. du wollest recht bereiten mich, 2. Zwar meiner Missethat ist daß ich recht würdig werde. mehr, mehr, als ich könnte záh- 2. Auf grüner Aue wollest du len. Sie drückt mich, Herr, mich diesen Tag, Herr! leiten, ich zittre sehr vor Unruh meiner dem frischen Wasser führen zu, Seelen. Weltrichter! ach! im den Tisch für mich bereiten. Sch Zorne nicht, im Zorne geh bin zwar sündlich, matt und nicht ins Gericht mit mir, trank; doch laß mich deinen Gott, reich an Güte! Du weißt, Gnadentrank aus deinem Bea wo ich nicht recht gethan. Ercher schmecken. barmer! Sieh mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Du angenehmes Himmels brod, du wollest mir verleihen, 3. Ich seufz' um Zrost und daß ich in meiner Seelennoth zu angste mich, gebückt vor dir im dir mag findlich schreien: Dein Staube. Auf mein Verdiensi Glaubensrock bedecke mich, auf nicht, nur auf dich, Erlöser, daß ich möge würdiglich an deihofft mein Glaube. Gebeugte ner Tafel sitzen. willst du nicht verschmähn, vers 4. Tilg allen Haß und Bitters sprichst den Schwachen bei-[ keit, o Herr! aus meinem Herzustehn, die nach Errettung zen; laß mich die Sünd' in dieser schmachten. Stets bleibst du Zeit bereuen ja mit Schmerzen: deinem Volke treu und wirsi Für uns, erwürgtes Ofterlamm, ein glaubig Herz voll Reu, auch ou meiner Seelen Bräutigam, meines, nicht verachten. laß mich dich recht genießen. 4. Mein Gott, regiere künftig 5. Zwar bin ich deiner Gunst mich, daß ich vorsichtig wandle nicht werth, als der ich jetzt ers und nimmer, Bater, wider dich, scheine mit Sünden allzuviel bes schwert, Bom heiligen Abendmahl. 287 17 schwert, die schmerzlich ich be-[ der. Du hast die Handschrift abs weine; in solcher Trübsal tró- gethan und wir sind Gottes ste mich, Herr Jesu, daß du Kinder. Ich denk' an deines Leis gnädiglich der Sünder dich er- dens Macht und an dein Wort: barmeſt. Es ist vollbracht!" Du hast 6. Ich bin ein Mensch, Frank mein Heil verdienet. Du hast von der Sünd', laß deine Hand für mich dich dargestellt. Gott mich heilen! Erleuchte mich, denn war in dir und hat die Welt ich bin blind, du kannst mir in dir mit sich verfühner. Gnad' ertheilen. Ich bin ver: 3. So freue dich, mein Herz dammt, erbarme dich! ich bin in mir! Er tilget deine Sünden verloren, suche mich und hilf und läßt an seinerTafel hier dich aus lauter Gnaden! Gnad' um Gnade finden. Du 7. Mein Bräutigam, komm rufft und er erhört dich schon, her zu mir und wohn' in meiner ipricht liebreich: ,, Sei getrost, Seelen; laß mich dich küssen für mein Sohn! die Schuld ist die und für und mich mit dir ver vergeben. Du bist auf meinen mählen. Ach! laß doch deine Tod getauft und du wirst dem, Süßigkeit für meine Seele sein der dich erkauft, von ganzem bereit und stille ihrenJammer. Herzen leben." 8. Du Lebensbrod, Herr Je 4. ,, Dein ist das Glück der fu Chrift! komm selbst, dich mir Seligkeit, bewahr' es hier im zu schenken! O Blut, das du Glauben und laß durch keine vergossen bist, komm eiligst, mich Sicherheit dir deine Krone raus zu tränken. Ich bleib' in dir ben. Sieb, ich vereine mich und du in mir; drum wirst du mit dir, ich bin der Weinstock, meiner Seelen Zier, auch mich bleib in mir; so wirst du Früchdort auferwecken. te bringen. Ich helfe dir, ich Mel. An Wasserflüssen Babylon- tárke dich und durch die Liebe 471.ch komme, Herr, und gegen mich wird dir der Sieg suche dich, mühsegelingen." lig und beladen. Gott, mein 5. Ja, Herr, mein Glück ist Erbarmer, würd'ge mich des dein Gebot; ich will es treu ers Wunders deiner Gnaden. Ich füllen und bitte dich, durch deis liege hier vor deinem Thron, nen Tod, um Kraft zum guten Sohn Gottes und des Menschen Willen! Laß mich von nun an Sohn, mich deiner zu getrösten. würdig sein, mein ganzes Herz Ich fühle meiner Sünden Müb; dir, Herr, zu weibn und deis ich suche Ruh und finde sie im nen Tod zu preisen. Laß mich Glauben der Erlösien. den Ernst der Heiligung durch 2. Dich bet' ich zuversichtlich eine wahre Besserung mir und an, du bist das Heil der Sünder Belt beweisen. ALA Mel Catechismuslieder. 288 Mel. Herr, wie du willst, soJernstlich, treu mit dir vereint, ab 472.J will den Bund mich stets im Guten übe. Dieß mit meinem Herrn ist dir angenehmer Dank; den bei seinem Maht' erneuen; ich müsse dir mein Lebelang, mein will, von Weltgeschäften fern, Herz, 9 Jesu, bringen. mich seines Lodes freuen. O Tag, wie heilig bist du mir! Es Mel. Schmücke dich, o liebe S.foll mein dankbar Herze dir, Er- 473. Jesu, Freund der Mens isser, sich erheben. schenkinder, der du 2. Gewohnheit führe mich dich zum Heil der Sünder von nicht hin, noch der Betrug der des Himmels hohen Freuden Sünde, daß auch ein lasterhaf- zu den bängsten Todesleiden ter Sinn dadurch schon Gnade willig haft herabgelassen, wer finde. Nein, mache mich, mein kann dein Erbarmen faffen? Heiland, frei von Selbstbetrug, Zief gerührt von solcher Güz von Heuchelei, von aller Lust te, preift dich dankbar mein zur Sünde. Gemüthe. 3. Bekennen will ichs öffent: 2. Herr, du haft auch mir lich, dein Sterben sei mein Les bereitet, was zum wahren Wohl ben. Dir, mein Erlöser, will ich mich leitet: Licht, den Weg des mich zum Eigenthum ergeben. Heils zu finden; Trost bei dem So lang ich lebe, will ich dein Gefühl der Sünden; Kraft, der und deiner Liebe mich erfreun Beßrung nachzujagen; Muth, und sie noch sterbend preisen. des Lebens Last zu tragen und 4. Hilf, daß ich reu'voll mei- die Hoffnung beßrer Zeiten in ne Schuld gern meinem Gott ge- dem Reich der Ewigkeiten. stehe und ihn um seine Bater- 3. Ja, du willst mit deiner huld und um Vergebung flebe. Gnade selbst mich auf des Les Laß mich mit gläubigem Ver- bens Pfade zum Genuß der Setraun auf dich, mein treuer ligkeiten, die du mir erworben, Mittler, schaun; gieb meiner leiten. Du, du willst mich bes Seelen Ruhe. fern, trösten und zum Erbtheil 5. Dein Liebesmahl versich- der Erlösten, zu des Himmels re mich von deines Vaters Herrlichkeiten, folg' ich dir nur, Gnade; daß ich, getröstet, Herr, vollbereiten. durch dich, geh' auf der Tugend 4. Nun so sei der Bund ers Pfade, mich täglich meines Got- neuet: ganz sei dir mein Herz tes freu und voll der frohen geweihet; täglich will ich mich Hoffnung sei, den Himmel einst bestreben, nur nach deinem Wort zu erben. zu leben; was du liebst, will 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde ich auch lieben, ernstlich mich feind, Gott über Alles liebe; andlim Guten üben; was du hasfest, will Vom heiligen Abendmahl. 289 will ich hassen, stets von dir] Dein, o Jesu! bei mir sein mich leiten lassen. nenn' ich meine Lust allein. 5. Doch ich fühle meine 4. Nimm mich ganz zum Schwäche. Jesu, was ich dir Opfer hin, ich verändre nicht den verspreche, ach, wie leicht ist Sinn: du, o Jesu, sollst als das gebrochen! schneller oft, lein ewig meine Freude sein. als ichs versprochen. Darum 5. Keinem Andern sag' ich zu, stårt in mir die Triebe dankbe: daß ich ihm mein Herz aufthu'. flißner Gegenliebe, daß ich, bis Dein alleine will ich sein, dich ich einst erkalte, treu dir sei alleine nenn' ich mein. und Glauben halte. 6. Dich alleine, Gottes Sohn, 6. Hilf mir wider Alles strei- heiß ich meine Kron und Lohn; ten, was von dir mich will ver- du, für mich verwund'tes leiten. Auch den stärksten Reiz Lamm, bift allein mein Bräus zu Sünden bilf mir glücklich tigam. überwinden, daß ich hier stets 7. Nun ich warte mit Geduld, im Gewissen deinen Frieden bitte nur um diese Huld, daß du mag genießen und dereinst auch mir in Todespein woll'st ein überm Grabe Theil an deinem süßer Jesus sein. Segen habe. Mel. Herr, wie du willst, so7. O wie will ich dich erhe: 475. Heiland! dessen ben, wenn du mich, im höhern hohen Werth des Leben, zu den Freuden deiner Sünders Herz empfindet, der Frommen( Herr, ich hoff' es!) reuvoll sich zu Gott bekehrt, sich lásfest kommen! Da, da wird deinem Dienst verbindet; auch mich nichts mehr stören, dichlich Gebeugter suche dich, erbars aufs Innigste zu ehren; da, da me dich auch über mich und werd' ich, frei von Sünden, dei laß mich Gnade finden. nen Frieden ganz empfinden. 2. Ich nehm' an deinem Maha le Theil. Daß ich nicht trosts Mel. Nun kommt der Heiden 474. Jesu! komm doch los bliebe, reichst du auch mir felbst zu mir und zu meinem Heil die Pfänder deis verbleibe für und für. Komm ner Liebe. Ich nehme sie und doch, werther Seelenfreund, denke dran, wie viel du auch Liebster, den mein Herze meint. für mich gethan, wie viel, mich 2. Sehnsuchtsvoll begehr' ich zu beglücken. dich, weil sonst nichts vergnü 3. laß durch deines Mahles get mich; flehentlich schrei ich Kraft sich meinen Glauben stårs zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! ken. Die Hoffnung, die es mie verschafft, treibt mich zu guten 3. Keine Luft ist auf der Welt, Werken, zum Eifer in der Heis die mein Herz zufrieden stellt.ligung, zur wahren Herzenés 19 Op 290 Catechismuslieder. Besserung, zum Kampf mit Herz, zünd' an die schöne Glaus allen Lüsten! benskerz. Mein' Armuth in Reichthum verkehr' und meinem Fleische steur' und wehr; 4. Was? sollt' ich schnöden Lüften noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr scla- 6. Daß ich das rechte Hims visch Joch? Ich könnte mich melsbrod,*) dich, Jesu, wahrer erkühnen, den Heiland, der für Mensch und Gott, mit höchster mich auch starb, mir Gnade, Ehrerbietung eff und deiner Lies Trost und Heil erwarb, durch be nicht vergess'.*) Joh.6,51. Sünden zu verleugnen? 7. Tilg' alle Laster aus in 5. Nein, göttlicher Erretter, mir, mein Herz mit Glaub' und nein, ich will die Sünde has Liebe zier, und was sonst ist von fen, will jeden Reiz der Lüste Tugend mehr, das pflanz' in scheun und Muth zum Kam mir zu deiner Ehr. pfe faffen! Dir will ich leben, 8. Gieb, mas mir nig an treu dir sein und nicht dein Seel' und Leib; was schädlich heilig Mahl entweihn. Gieb ist, fern von mir treib. Komm du mir das Vollbringen. in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deinek Mel. Ach Gott, wie manches.-- 476. Jesu, du mein Mahlzeit Kraft das Bös' in mir Bräutigam, der werd' abgeschafft, erlaffen alle du aus Lieb' am Kreuzesstamm Sünd' und Schuld, erlangt des für mich den Tod gelitten hast, Baters Lieb' und Huld. 10. Bertreibe alle meine genommen weg der Sünden Last. Feind', die sichtbar und unsichts 2. Ich komm' zu deinem Abend- bar seind. Den guten Vorfah, mahl, verderbt durch manchen den ich führ', durch deinen Sündenfall. Ich bin krank, un- Geist mach fest in mir. rein, nackt und blos, blind, arm; 11. Mein Leben, Sitten, ach Herr! mich nicht verstoß! Sinn und Pflicht nach deinem 3. Du bist der Arzt, du bist heil'gen Willen richt. Ach! laß das Licht, stärkst den, dem es mich meine Tag' in Ruh und an Kraft gebricht; du bist der Friede christlich bringen zu. Brunn der Heiligkeit; du bist das rechte Hochzeitkleid. 12. Bis daß du mich, o lea bensfürst! zu dir in Himmel 4. Drum, o Herr Jesu! bitt' nehmen wirst, daß ich bei dir ich dich in meiner Schwachheit dort ewiglich an deiner Tafel heile mich; was unrein ist, das freue mich. mache rein durch einen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert 477, Schatz über alle Schätze, o Jes su, Vom heiligen Abendmahl. 291 fu, liebster Schatz! an dem ich 7. Nun, Jesu! mein Vergnús mich ergote, hier hab' ich einen gen, nimm mich dereinst zu dir; Platz in meinem armen Herzen hilf mir den Tod besiegen, komm dir, Schönster! zugetheilt, weil dann, der Seelen Zier, und setze du durch deine Schmerzen mir mich aus Gnaden in deine Freus meinen Schmerz geheilt. denstadt, so kann mir Niemand 2. Ach, Freude meiner Freu- schaden, so bin ich reich und satt. de, du wahres Himmelsbrod! damit ich mich kann weiden, das 478, Schmücke dich, o liebe Seele, in meine Seelennoth ganz kraftig- der fünd'gen Leibeshöhle! komm lich kann stillen und mich in mit gläubigem Verlangen an Leidenszeit erfreulich überfüllen das helle Licht gegangen; denn mit Trost und Süßigkeit. der Herr voll Heil und Gnaden 3. Laß, Liebster, mich erblik will dich jetzt zu Gaste laden; ken dein freundlich Angesicht; der, den Welt und Himmel ehs mein Herze zu erquicken, komm, ren, kommt jetzt, bei dir einzus komm, mein Freudenlicht. Denn tehren. ohne dich zu leben, ist lauter 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Herzeleid; vor deinen Augen deinem Bräutigam entgegen, schweben, ist wahre Geligkeit. der dein Haus nicht will vera 4. O reiche Lebensquelle! o schmähen, freundlich zu dir einJesu, süße Ruh! Schickst du zugehen; öffne ihm des Herzens mir Trauerfälle zu meiner Beß- Pforten, red' ihn an mit schön rung zu; ich will geduldig leisnen Worten: ,, Komm, mein den, es soll mich keine Pein Liebster, laß dich küssen, laß mich von deiner Liebe scheiden, noch dein Heil nicht mehr missen!" mir beschwerlich sein. 3. Sieh, es hungert mein Ges 5. Mein Herze bleibt erge müthe, Menschenfreund! nach ben dir immer für und für, im deiner Güte; ach, du wirst auch Sterben und im Leben, will meinen Zähren deine Tröstuna lieber hier mit dir im Trübfals- gen gewähren! Laß mich nicht feuer schwitzen, als, Schönster, vergeblich dürften nach dir, ohne dich im Glück und Freu- Herr, dem Lebensfürsten. Glaus de siten, am Geiste jámmer big will ich dir mich nahen, Heil lich. und Leben zu empfahen. 6. Herrlichkeit der Erden! 4. Sel'ge Freude, heil'ges Zita dich mag und will ich nicht; mein tern müsse jetzt mein Herz ers Geist will himmlisch werden und schüttern beim Empfahen dieser ist dahin gericht't, wo Jesus wird Speise und der unerforschten geschauet; da sehn' ich mich hin- Weise, wie du deinen Leib uns ein, wo Jesus Hütten bauet: schenkest und mit deinem Blut denn dort ist gut zu sein. uns tránkest! Ist auch wohl ein 19* Mensch 292 Catechismuslieder. Mensch zu finden, der dein' Alls den komm' ich, Herr, auf dein macht kann ergründen. Gebot zu dem Denkmal deiner 5. Nein, Vernunft, die muß leiden und gedenk' an deinen hier weichen, kann dieß Wunder Tod. Mittler, der du für mich nicht erreichen, daß dieß Brod starbst, mir ein ewig Heil ers nie wird verzehret, ob es gleich warbst, dir zur Ehre stets zu viel Zausend nähret; und daß leben, sei mein eifrigsies Be mit dem Saft der Reben uns streben. wird Christi Blut gegeben. 2. Ich empfind' es jetzt aufs der großen Heimlichkeiten! die Neue, was ich dir, Herr, schuls nur Gottes Geist kann deuten. dig bin. Du, du gabst mit gros O 6. Jesu, meine Lebenssonne! Ber Treue ganz dich mir zum Jesu, meine Freud' und Won- Dienste hin, wiesest mir den ne! Jesu, den ich mir erwähle, Weg zu Gott und ertrugst den Lebensquell und Licht der See- schwersten Tod, mir im Leben le! hier fall ich zu deinen Fü- und im Sterben sichre Tröftung Ben, laß mich würdiglich ge- zu erwerben. nießen diese deine Himmels 3. Durch dich ist zu Gottes speise, mir zum Heil und dir Guade freier Zutritt und die zum Preise. Kraft, auf der Zugend sel'gem 7. Herr, es hat dein treues Pfade fest einherzugehn, vers Lieben dich vom Thron herab- schafft. Und du rufft aufs getrieben, daß du willig haft Neue mir durch dein Nachts dein Leben in den Tod für mich mahl, daß ich hier Theil an gegeben und dazu ganz unver- deinem Segen nehme und mich drossen, Herr, dein Blut für deiner niemals scháme. uns vergossen, das uns jetzt kann kraftig tránken, deiner Lie be zu gedenken. 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld ems pfahn? nicht zur Beßrung meis 8. Jesu, wahres Brod des nes Lebens mich zu deinem Tis Lebens, hilf, daß ich doch nicht sche nahn? Ja, mit neuem vergebens, sondern, mir zum Ernst will ich mich vor Sünden Heil, in Gnaden sei zu deinem scheu'n und dich, durch ein dir Tisch geladen! Laß mich durch geheiligt Leben, mit vermehrs dieß Seelenessen deine Liebe tem Fleiß erheben. recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erben, mög' dein be, thätig dankbar dir zu sein, 5. Diesen Vorsatz, den ich has Gaft im Himmel werden. pråg' ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gieb mir Mel. Freu dich sehr, o meine Kraft, ihn zu vollziehn. Lehre 479, Roller Ehrfurcht, mich mit Vorsicht fliehn, was Dank und Freu- lihn könnte bei mir schwächen, was - Bom heiligen Abendmahl. 293 was mich reizt, ihn gar zu genießen und dein Leiden zu brechen. verkündigen mit Freuden. 6. Laß mich über Alles schäz- 3. Ach! Herr Jesu, schenke zen dein mir theu'r erworbnes uns deines guten Geistes Gas Heil und nie aus den Augen ben, daß wir allesammt dazu segen, wie nur der daran hat mögen rechte Herzen haben, dich Theil, der auf deine Stimme mit Glauben zu empfangen und bort, mit Gehorsam dich ver- dir stetig anzuhangen. ehrt und in deinem Dienst auf 4. Schaff' uns neu durch diese Erden immer besser sucht zu Speis', daß wir alles Böse lass werden. sen und nur dich und dein Ges 7. Geh mir, wo ich bin und heiß und was himmlisch ist, wandle, immerfort mit Hülfe umfassen. Ach! gieb es durch nach, daß ich als ein Christ stets deinen Namen, Jesu, liebster handle; und wird ja mein Glau- Jesu! Amen. be schwach, o so bilf mir lieb Mel. Sei Lob und Ehr' dem reich auf, daß ich in dem Zus gendlauf nimmer wanke, nie 481. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, o ermúde! So erquicke mich dein Seele, der auf Erden vom HimFriede. melsthron gekommen ist, ein Heis 8. Ewig will ich dir es danken, land dir zu werden. Vergiß sein daß du so barmherzig bist, daß nicht! Denn dir zu gut, verband auch, wenn wir Schwache wan er sich mit Fleisch und Blut. ken, deine Treu beständig ist. Dank ihm für diese Liebe! Herr, ich hoff' es froh und fest, 2. Halt im Gedächtniß Jes daß sie mich auch nicht verläßt. fum Chrift, der auch für dich ges 3u des Himmels Seligkeiten litten. Da er am Kreuz gestors wird sie mich gewiß auch leiten. ben ist, hat er dir Heil erstritten. c) Bei der Communion. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! Mel. Liebster Jesn, wir sind hier- 480. Guter Hirte, Jesu omal 3. Halt im Gedächtniß Jez Christ, dir seifsum Christ, der von dem Tod ers Lob und Dank gegeben für dein standen, nunmehr zur Rechten theures Abendmahl, das uns Gottes ist und von des Todes dient zum Himmelsleben, uns Banden die Seinigen auch frei frei macht von allen Sünden, gemacht und ew'ges Leben wies so oft wir uns dazu finden. derbracht. Dank ihm für diese 2. Siehe, Jefu, diesesmal Liebe! sind wir auch allhier vorhanden, 4. Halt im Gedächtniß Jesum deinen wahren Leib und Blut Christ; er wird einst wieder koms wider unsre Sündenschanden zulmen, zu richten, was auf Erden 294 Catechismuslieder. ist, die Sünder und die From-| 2. Es werde mir für mein men: drum sorge, daß du dann Gewissen dein Mahl ein tröstlich bestehst und mit ihm in den Him- Unterpfand, daß ich, der Sün: mel gehst, ihm ewiglich zu danken. denschuld entrissen, durch dich 5. Mein Heiland, den der Him- bei Gott Vergebung fand; so mel preist, dich will ich ewig lo- freuet meine Seele sich in deis ben. O stärke dazu meinen Geist nem Heil und lobet dich. mit neuer Kraft von oben. Dein 3. Bewundernd denk' ich an Abendmahl vermehr' in mir des die Liebe, womit du unser Heil Glaubens Kraft, auf daß ich bedacht. Wie stark sind deine bir mit neuer Treue diene. Mitleidstriebe, die dich bis an Mel. Ach Gott, wie manches Herzel.- das Kreuz gebracht! Ogieb 482. Herr Jesu Chrift, dein von deinem Todesſchmerz jetzt theures Blut ist neuen Eindruck in mein Herz. meiner Seelen höchstes Gur, 4. Laß mich mit Ernst die das stärkt und labt, das macht Sünde scheuen, für welche du, allein mein Herz von allen Sün- dich opfernd, starbst; mit schnos den rein. dem Mißbrauch nie entweihen, 2. Dein Blut, mein Schmuck was du so theuer mir erwarbst. und Ehrenkleid, dein' Unschuld Nie führe mich zur Sicherheit und Gerechtigkeit macht, daß der Trost, den mir dein Tod ich kann vor Gott bestehn und verleiht. zu der Himmelsfreud' eingehn. 5. Ich übergebe mich aufs 3. O Jesu Christe, Gottes Neue, o du, mein Herr und Sohn, mein Trost, mein Heil, Gott, an dich. Ich schwöre dir mein Gnadenthron! dein theus bestánd'ge Treue vor deinem Tis res Blut, dein Lebenssaft giebt sche feierlich. Dein eigen will mir stets neue Lebenskraft. ich ewig sein. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Tenfel, Hill' und Tod, so laß ja dieß mein Labsal sein, dein Blut mach' mich von Sünden rein. Mel. Wer nur den lieben Gott- 6. Nie will ich mich vor Spots tern schámen des Dienstes, den man dir erweist; nie mich zu einem Schritt bequemen, den meinGewissen sündlich heißt. O 483. Hier ier bin ich, Jesu, zu flöße mir den Eifer ein, wie du, erfüllen, was duo Herr, gesinnt zu sein! in deiner Leidensnacht nach dei 7. Laß mich mit Ernst den Nächs nem gnadenvollen Willen zur fien lieben und, wenn er straus Pflicht und Wohlthat mir geschelnd sich versieht, Versöhns macht. Verleih zur Uebung lichkeit und Sanftmuth üben. dieser Pflicht, mir deines Geis nie komm' es mir aus dem stes Kraft und Licht. Gemüth, welch eine schwere Súns Vom heiligen Abendmahl. 295 Sündenlast du mir aus Huld erlassen haft. 2. Tausendmal gedenk' ich dein, mein Erlöser! und begehs 8. Es stärke sich in mir der re dich allein, mein Erlöser! Glaube, daß meine Seele ewig Sehne mich bei dir zu sein, lebt, und daß einst aus des Gra- mein Erlöser! Jesu! mein Ers bes Staube mich dein allmächt's löser! ger Ruf erhebt, wenn du dich, 3. Weide mich und mach mich großer Lebensfürst, den Völ- fatt, Himmelsspeise! Tránke fern sichtbar zeigen wirst. mich, mein Herz ist matt, See= 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen lenweide! Sei du meine Ruhes Füßen mit Dank und Lob, Ge- statt, Ruh' der Seelen! Jesu, bet und Flehn. Laß auf mich Ruh' der Seelen! nene Gnade fließen; mein Hei- 4. Nichts ist lieblicher, als du, land, laß es doch geschehn, daß liebste Liebe! Nichts ist freundmir zur Stärkung meiner Treulicher, als du, milde Liebe! Auch dein Abendmahl gesegnet sei. nichts süßers ist, als du, süße Mel. Ach Gott, wie manches Herzel.- Liebe! Jesu, süße Liebe! 484. Jesu, dein'n Leib laß 5. Ich bin frank; komm, stårs fpeisen mich! Jesu, te mich, meine Stärke! Ich bin dein Blut laß trånken mich! das matt; erquicke mich, süßer Jesu! Wasser aus der Seiten dein, wasch Wenn ich sterb', so tröste mich, mich von allen Sünden rein! du mein Tröster! Jesu, du 2. Jesu, dein Leiden stärke mein Tröster! mich! Jesu, dein' Guad' erhö re mich! die Wunden dein ver- b.) Nach der Communion. bergen mich, daß von dir nichts mel. Wer nur den lieben Gott kann scheiden mich! 486. Dant, ewig Dank 3. Jesu, vorm Tod' beschütze sei deiner Liebe, mich! Jesu, im Tod' berufe erhöhter Mittler, Jesu Chrift! mich! und heiß mich kommen Gieb, daß ich deinen Willen übe, fein zu dir; nichts bessers kann der du für mich gestorben bist; geschehen mir. und laß die Größe deiner Pein mir immer in Gedanken sein. G 4. Jesu, verleih mir seliglich, Jesu, verleih mir mildiglich, daß 2. Wie kann ich dich genug ich mög' ewig loben dich; nichts erheben? ich, der ich Zorn und höhers kann erfreuen mich. Tod verdient; ich soll nicht sters 485. Jefu, meines Herben, sondern leben, weil du zens Freud', süßer mich selbst mit Gott verfühnt. Jesu! meiner Seelen Seligkeit, Du, der Gerechte, starbst für: füßer Jesu! des Gemüthes Si- mich. Wie preis ich, Herr, cherheit, süßer Jesu! Jesu, süwie preis ich dich? Ber Jesu! 3. Heil mir, mir ward das Brod 296 Catechismuslieder. Freude hab' ich dir versprochen, Brod gebrochen; ich trank, Herr, bringen und den besten Lobges deines Bundes Wein. Volfang meinen Schöpfer singen. 3. Dieser Tag soll heilig sein dir, treu'ster Jesu, treu zu sein. Christi Leib und Blute. Theure Ich schwör' es nun noch ein Schätze, ihr seid mein und kommt mal dir; schenk du nur deine mir zu gute. Reiner Leib, mein Gnade mir! Himmelsbrod, dich hab' ich ges 4. Laß, Herr, mich dankbar nossen, und dein Blut, mein Herr fiets ermessen die mir zu gut ge- und Gott, ist in mich geflossen. tragne Last, und deiner Liebe 4. Hierdurch bin ich ja mit nie vergessen, die du an mir besdir in Gemeinschaft kommen. wiesen hast. Laß meinen Glau- Jesu, meiner Seelen Zier, weil ben thätig sein, und mir zumlich das genommen, was du Guten Kraft verleihn. selbst den rechten Trank und die 5. Hilf mir das Böse über Speise nennest, die du giebst, winden und stärke mich zu je- und Lebenslang deinen Glies der Pflicht. Bewahre mich vor dern gönnest. neuen Sünden, verlaß mich in 5. Dieser Tag soll heilig sein Versuchung nicht und dein für meines Heilands Leiden, seinen mich vergognes Blut schenk' mir Bunden, seiner Pein, seinem Tod im Todeskampfe Muth. und Scheiden. Dieses Mahl 6. So soll denn weder Spott ist eingesetzt ihrer zu gedenken; noch Leiden, noch Ehre, Gut und Jesus selbst hat sich zuletzt mir Lust der Welt, mich, Herr, von noch wollen schenken. deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. 6. Diese Pfänder find es nun, Du bist die mein Heil bestärken. Meine Seele soll hier ruhn und vollkommen merken, daß in Christo Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod- Alles sei mir zum Trost gegeben, 487, Diefer Tag soll heis was mich nábre und erfreu: lig sein Gott und Gnade, Trost und Leben. und bleibest ewig mein; o laß mich deiner würdig sein! feiner Ehre, Herz und Mund 7. Dieser Tag soll heilig sein fimmt überein, daß mans fröh- wahrer Christenliebe, daß ich sie lich höre. Mir ist heute großes nicht auf den Schein, sondern Heil von Gott widerfahren, herzlich übe. Jesus gab sich hin und ich hab ein besser Theil, für mich, mich selbst zu verfühs als die Engelschaaren. nen; sollt' ich nun nicht willigs 2. Ich bin heut am Gnaden- lich meinem Nächsten dienen? tisch Gottes Gast gewesen, und 8. Meinem Glauben giebt dieß davon ganz froh und frisch, ja Mahl neue Kraft und Stárke; als neu geneseu. Preis und Ehre, Gott schenkt dazu überall Muth Ruhm und Dank will ich dafür und rechte Werke, daß ich in der Glaus 297 Vom heiligen Abendmahl. Glaubenskraft thätig mich er- der Tugend scheut, dann starke weise, und die wahre Brüder: mich zum Kampfe. schaft lern' auf diese Weise. 5. Dann müsse dein Versöh9. Herzens Jesu! bleib in nungstod mir tief zu Herzen mir, wie du mich genähret, daß gehen; im Geist laß deine Sees ich leb' und bleib' in dir, wie du lennoth auf Golgatha mich semich gelehret. Dieser Tag foll hen; mich fühlen, was dein heilig sein dir und deinem Nas Mittlertod dem Sichern und men! Ewig bin und bleib' ich den Frevler droht, der sich das dein, mein Erlöser! Amen. durch nicht bessert. Mel. Nun freu't euch, lieben- 6. Wer nur Bergebung sucht, und nicht der Sünde widerstes 488, Du, der für mich in het, verdammt sich selbst und Tod sich gab, D widerspricht dem Heil, das du Zuflucht aller Sünder! du, der erflehet; vermehrt sich selbst von seinem Thron' herab mich ganz offenbar, mit der verworfs tristete, den Sünder; gieb, daß nen Heuchler Schaar, die Stras ich dich, der stets mich sieht, fen seiner Sünden. 7. Ach laß, Erlöser, laß mich dich, dem kein Herzenswunsch entflieht, durchs ganze Leben nie mein Heil so weit verschers preise. zen; sieh meinen Vorsatz, prüf 2. Was ich versprach, hast du und sieh, du Forscher aller Herz gehört, du kennest mein Vermos zen, ob mein Versprechen reda gen, durchs Nachtmahl hast du lich war, und stelle mir die Fehs es vermehrt; so laß nun diesen ler dar, die ich selbst nicht ers kenne. Segen in That und Handlung übergehn, damit es die Erlösten sehn, ich sei durch dich erlöset. 8. Gieb mir zu jeder Beßrung Kraft, was bós' ist, abzulegen, 3. Ich sei erlöst von Stolz daß an mir, was dein Leiden und Neid, von Trägheit in den schafft, auch Andre sehen mögen; Vflichten, von Heuchelet, von daß so dein Ruhm stets mehr und Bank und Streit, vom Hange, mehr, zu deines heil'gen Leidens gern zu richten, von Eigenliebe, Ehr', an mir verherrlicht werde. die sich scheut der eignen Fehler 489. Gott sei gelobet und Häßlichkeit durch Prüfung zu gebenedeiet, der erfahren. uns selber hat gespeiset mit seis 4. Wenn Reiz zur Sünde nem Fleische und mit seinem mächtig mich von dir sucht abzu: Blute; das gieb uns, Here ziehen, dann stärke der Gedank' Gott, zu gute! Kyrie eleison. an dich, auch diesen Reiz zu flie: 2. Herr, durch deinen heiligen ben; doch wenn mein Herz auch leichnam, der von beiner Mutter jeden Streit und jeden Kampil Maria tam, und das beilige Blut buf Catechismuslieder. 298 bilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyrie eleison. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen 3. Der heilige Leichnam ift Güte. Wie viel hast du an für uns gegeben zum Tod, daß mich gewandt! O stårke mein wir dadurch leben. Nicht größ- Gemüthe zum gläubigen Vers re Güte könnte er uns schenken, traun auf dich, daß ich, so dabei wir sein soll'n gedenken. lang ich lebe, mich an deine Kyrie eleison. Gnade halte! 4. Herr, dein' Lieb' so groß 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' dich gezwungen hat, daß dein und Schmerz, die schwere Last Blut an uns groß Wunder that, der Sünden. Laß mein vor und bezahlte unsre Schuld, daß dir gebeugtes Herz den großen uns Gott ist worden hold. Trost empfinden, daß du, aus Kyrie eleison. Gottes Vaterhuld, auch mir 5. Gott geb' uns allen seiner Vergebung meiner Schuld auf Gnade Segen, daß wir gehn Buße hast erworben. auf seinen Wegen, in rechter 5. Der Trost, den mir dein Lieb' und brüderlicher Treue, Tod verschafft, werd' ewig mir daß uns die Speis' nicht gereue. zum Segen! Er stärke mich mit Kyrie eleison. neuer Kraft, auf allen meinen 6. Herr, deinen heil'gen Geist Wegen nur das zu thun, was uns immer laß, der uns geb' zu dir gefällt und alle Furcht und halten rechte Maaß, daß dein' Lust der Welt standhaft zu arme Christenheit leb' in Fried' überwinden. und Einigkeit. Kyrie eleison. 6. Die Liebe, die du mir ers zeigt, ist gar nicht zu ermessen. mache selbst mein Herz ges Herr, mein Heit, neigt, sie nimmer zu vergessen; für deine Todesleiden. Hab' ich daß ich, aus achter Gegentren, an ihren Früchten Theil, was dir bis in Tod ergeben sei fehlt dann meinen Freuden? und dir zur Ehre lebe. Du warst ein Opfer auch für 7. Laß deines Leidens großen mich. O gieb, daß meine Seele 3weck mir stets vor Augen stehen, fich deß ewig freuen möge! Raum' alle Hindernisse weg, die 2. O wie viel Segen läßt dein eb'ne Bahn zu gehen, die mir Tod zu meinem Heil mich finden! dein heilig Vorbild weist und Erlösung aus der Todesnoth, die einst den erlösten Geist zu Vergebung aller Sünden, Ge- deinen Freuden führet. wissensruh' und Zugendkraft, 8. 3um ew'gen Leben hast du das hast du, Herr, auch mir dich für mich dahin gegeben. Dein perschafft, da du am Kreuze Abendmahl erwecke mich, mit farbest. Ernst darnach zu streben. Herr, mache Mel. Nun freut euch, lieben- 490. Ich preise dich, Vom heiligen Abendmahl. 299 mache mich dazu geschickt, und gen gehn. Jede Sünde will ich werd'ich einst der Welt entrückt, haffen und den Lüsten widers so sei dein Tod mein Leben. stehn. Mein Erretter, ach, gieb du Stárk' und Freudigkeit dazu, daß ich standhaft an dich glaube und auf deinen Wegen bleibe. Mel. Freu dich sehr, o meine- 491. Deffentlich in der Gemeine, Jesu, hab 6. Laß mirs mein Gewissen ich dich bekannt. Ich empfing sagen, wie so schmerzhaft seine im Brod und Weine deiner Pein, wie so schwer der Sünde Liebe göttlich Pfand. Feier- Plagen und der Hölle Schrecken Es erinure mich daran, lich war da mein Eid ewiger sein. Beständigkeit; du, der sich mit wie viel du an mir gethan; und mir vereinte, hast gesehen, wie umsonst sei deine Liebe, wenn ich dir undankbar bliebe. ichs meinte. 7. Gott, zu dem ich kindlich 2. O, wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir vertrete, blicke våterlich auf mich! ehrt! Wie empfand da mein Höre gnädig, was ich bete; ganz Gemüthe machtig ihren ganzen verlaß ich mich auf dich. Reiche Werth! als im Geist auf Golga- Frucht und Besserung, Wachstha ich dich für mich sterben sah; thum in der Heiligung; Hoffs wie erstaunt' ich, wie entzückte nung auf das ew'ge Leben, laß mich die Huld, die ich erblickte! dein Abendmahl mir geben. 3. Laut rief in mir mein Ge- Mel. Nun laßt uns Gott, dem wissen: Bist du würdig dieſer 492. Jeſu! meine Wohs Huld? Siehst du ihn sein Blut ne, du meiner Sees vergießen? wisse, das macht dei- len Sonne, du Freundlichster ne Schuld! Schaam und Reu' auf Erden, laß mich dir danks erfüllten mich, glaubensvoll bar werden. blickt' ich auf dich. Sünder! 2. Wie kann ich gnugsam sprachst du, du sollst leben; alle schätzen dieß himmelsfüß'Ergöz Schuld ist dir vergeben. zen und diese theuren Gaben, 4. Und nun weiß ich: ich soll die uns gestärket haben? leben und des Himmels Erbe 3. Wie soll ich dirs verdans fein. Alle Schuld ist mir ver- fen, oherr! daß du mich Krans geben; denn dein Blut, Herr, ten gespeiset und getränket, ja macht mich rein. Du vertrittst selbst dich mir geschenket? mich im Gericht! Gott verur: 4. Ich lobe dich von Herzen theilt mich nun nicht, wenn ich für alle deine Schmerzen, für standhaft an dich glaube und deine Schläg' und Wunden, auf deinen Wegen bleibe. der'r du so viel empfunden. - 5. Nun, ich will dich nicht 5. Dir sei Dank für deinleiden, verlassen, nicht von deinen We- lden Ursprung meiner Freuden; bir 300 Catechismuslieder. dir dank ich für dein Sehnen, Verirrte; du liebest arme Süns und heißvergoßne Thränen. der, wie deine lieben Kinder. 6. Dir dank' ich für dein Lies 2. Ich hatte mich verirret, in ben, das standhaft ist geblieben; Sünden ganz verwirret; doch dir dank' ich für dein Sterben, hast du mich gefunden und das mich dein Reich läßt erben. tröstlich losgebunden. 7. Setzt schmecket mein Ge 3. Den Sünden abzukommen, müthe dein' übergroße Güte; hast du mich aufgenommen und dieß theure Pfand der Gnaden wie ein Vater pfleget, auf deis tilgt allen meinen Schaden. nen Schoos geleget. 8. Herr, laß michs nicht vergessen, daß du mir zugemessen die träft'ge Himmelespeise, wo für mein Herz dich preise. 4. Hab' ich dich gleich betrus bet, hast du mich doch geliebet, mir meine Schuld geschenket und mich mit Trost getránket. 9. Du wollest ja die Sünde, 5. Jesu! wahres Leben, welch' ich annoch empfinde, aus du hast dich mir gegeben und meinem Fleische treiben und in mein Herz gesetzet, auch Seel' fráftig in mir bleiben. und Muth ergohet. 10. Nun ich bin losgezählet 6. Mit deinem Fleisch und von Sünden und vermählet mit Blute, dem höchsten Gnadens dir, mein liebstes Leben; was gute, hast du mich jetzt genäha kannst du Werthers geben? ret und meinen Tod verzehret. 11. Laß, Schöpfer, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 7. Des Teufels Heer erschrifs fet, weil du mich selbst erquicket, und meine Sündenwunden so kräftig haft verbunden. 12. Laß mich die Sünde meis 8. Nun werd' ich nicht verloa ben, laß mich geduldig leiden, ren, denn ich bin neu geboren; laß mich mit Andacht beten der Himmel steht mir offen, und von der Welt abtreten. nun hab' ich Heil zu hoffen. 13. Jm Handeln, Wandeln, 9. O Jesu! sei gepreiset, daß Effen, laß nimmer mich verges du mich so gespeiset, daß ich, fen, wie trefflich ich beglücket für mein Verderben, nun soll und himmlisch bin erquicket. das Leben erben. 14. Nun kann ich nicht vers berben, drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, O Jesu! dich zu sehen. 10. Ich danke dir und bitte: regiere meine Schritte, daß ich von deinen Wegen mich nies mals möge regen. Mel. Nun last uns: Gott, dem 11. Durch deinen Geist mich führe, daß ich mich nicht verlies 493, D Jefu! treuer Hirre, daß ich mich, dir zu Liebe, te, du suchest back in guten Werken übe. 12. Silf, - Vom heiligen Abendmahl. 301 12. Hilf, daß mich dieseses werde mein Herze ganz truns Speise zu dir in Himmel weise, ten darin. daß ich an deinem Leibe ein ewig Gliedmaas bleibe. 6. Wenn du auch von Leiden was schenkest mit ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu 494. Ursprung des Le- fein; denn alle die, welche mit bens, o ewiges trinken vom Kelche, den du hast Licht, da Niemand vergebens getrunken im Leiden allhier, die sucht, was ihm gebricht, leben werden dort ewig sich freuen dige Quelle, die lauter und helle mit dir. 7. Drum laß mich auch wers sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen den, mein Jesu! erquickt, da, Ceelen einfließt. wo deine Heerden kein Leiden 2. Du sprichst: Wer begehret mehr drückt, wo Freude die Füla zu trinken von mir, was ewig- le, wo liebliche Stille, wo Wohla lich náhret, der komme! allhier luft, wo Jauchzen, wo Herrlich find himmlische Gaben, die fü. feit wohnt, wo zeitliche Treue Biglich laben; er trete im Glaus wird ewig belohnt. ben zur Quelle heran, hier ist, Communionlied für Krankes was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm' ich, mein Hirte, mich dürfiet nach dir. Liebster! bewirthe dein SchafMel. Wer nur den lieben Gott 495. Ach könnt' ich doch mit deinen Glies lein allhier. Du kannst deindern im Tempel, Jesu, dich era Versprechen mir Armen nicht höhn und freudenvoll mit meis brechen, du siehest, wie elend nen Brüdern das Denkmal deie und dürftig ich bin, auch giebst nes Tod's begehn! Doch weit du die Gaben aus Gnaden mich Noth und Krankheit plagt, nur hin. ist diese Freude mir versagt. 4. Du, süße Fluth, labest Geist, 2. Sieh, hier auf meinent Seele und Muth; und wen du be- Krankenbette feir' ich dein gabest, find't ewiges Gut. Wenn Abendmahl allein. Doch, Herr, man dich genießet, wird Alles ich weiß, an jeder Státte haft versüßet; es jauchzet, es singet, du verheißen nah zu sein. Wo es springet das Herz, es weichet ie ein Frommer seufzt und zurücke der traurige Schmerz. weint, da bist du, großer Mens 5. Drum gieb mir zu trinken, schenfreund! wie's dein Wort verheißt; laß 3. Um Trost ist meinem Hera gänzlich versinken den sehnenden zen bange, ich suche, Herr, dein Geist im Meer deiner Liebe. Laß Angesicht. Wie lange schon, ach heilige Triebe mich immerfort Gott, wie lange ruf' ich und di treiben zum himmlischen hin; lerhörst mich nicht! Ach stärke bei Jesus- und Glaubenslieder. 302 bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz. 6. Jch seh', ich seh' den Him: mel offen, ich fühle meine Se 4. Vielleicht, o Herr, erquickt ligkeit! Was kannst du, Sees mich heute zum letzten Mal dein le, größers hoffen, als was Leib und Blut. Noch einmal dein Gott dir hier verleiht! gieb dem Herzen Freude und der Nun komm ein neues Leiden verzagten Seele Muth. Noch her! mein Herz erbebt davor einmal fleh' ich: Höre mich! Am nicht mehr. Rand des Grabes höre mich. 7. Und naht der Tod mit 5. Laß das Gedächtniß deiner seinen Schrecken, ich bin ge Leiden mir Schwachen Kraft und trost und zage nicht; vom To Trost verleihn. Laß es die Quelle de wirst du mich erwecken, ich höh'rer Freuden und deines Him- komme nicht in dein Gericht. mels Vorschmack sein. Dein Leis Ich bin getroft, dein Leib und den, dein Versöhnungstod er Blut giebt mir im Tode Trost quicke mich in meiner Noth. und Muth. XX. Jesus- und Glaubenslieder. Mel. Wer nur den lieben Gott- hier ist es nicht so gemeint: 496. Der beste Freund Mein Jesus ist der beste Freund. ist mir im Him4. Er läßt sich selber für mich mel, auf Erden sind die Freun- tödten, vergießt für mich sein de rar! Denn bei dem falschen theures Blut; er steht mir bei Weltgetümmel ist Redlichkeit in allen Nöthen und sagt für oft in Gefahr. Drum hab' ichs meine Schulden gut. Er hat immer so gemeint: Mein Jesus mir niemals was verneint: ist der beste Freund. Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Herze giebet, mein Freund, der 5. Mein Freund, der mir sein Wiege; mein Jesus stehet felfen mein und ich bin sein; mein fest, daß, wenn ich gleich dar- Freund, der mich beständig lie nieder liege, mich seine Freund- bet, mein Freund bis in das schaft nicht verläßt. Er ists, der Grab hinein. Ach! hab' ichs stets es redlich meint: Mein nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre 6. Behalte, Welt, nur deine Liebe dem, der am meisten Freunde, sie sind doch gar zu nüßen kann; und scheinet dann wandelbar; und hätt' ich hundas Glücke trübe, so steht die dert tausend Feinde, so frums Freundschaft hinten an; doch men sie mir nicht ein Haar. Hier Jesus- und Glaubenslieder. 303 Hier ist ein Freund, der nim- Dele und füllest meine Seele, mer Feind; mein Jesus ist der die leer und durstig saße, mit beste Freund. vollgeschenktem Maaße. 10. Barmherzigkeit und Gus Mel. Nun last uns Gott, dem H.- tes wird mein Herz gutes Mus 497. Der Herr, der aller thes, voll Lust, voll Freud' und Enden regiert mit Lachen, so lang ich lebe, machen. seinen Händen, der Brunn der 11. Ich will dein Diener bleis ew'gen Güter, der ist mein Hirt ben und dein Lob herrlich treis und Hüter. ben im Hause, da du wohnest, und Treue wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Ers den und dort, da wir dich wers den selbst schaun im Himmel 2. So lang' ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle giebt mir die Füll' und Hülle. 3. Er lásfet mich mit Freuden droben, hoch rühmen, sing'n auf grünen Auen weiden, führt und loben. mich zu frischen Quellen, schafft Rath in schweren Fällen. Mel. Schap über alle Schäße 498. Der Herr hat mich erkaufet mit seis 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, nem theuren Blut; ich bin auf weiß er sie zu erquicken, aus ihn getaufet, er ist mein höchstes aller Noth zu rücken. Gut, und ich bin ganz fein eigen mens willen. 5. Er lehrt mich thun und vom Vater ihm geschenkt; mein laffen, führt mich auf rechter Mund kann nicht verschweigen, Straßen, läßt Furcht und was mein Herz von ihm denkt. Angst sich stillen um seines Na- 2. O, hátt' ich tausend Zune gen, zu loben ihn, nur ihn, 6. Und ob ich gleich vor An- Wohl mir! ihm ists gelungen, dern im finstern Thal muß wan- mein Herz zu sich zu ziehn. Er bern, fürcht' ich doch keine Lüks sprach: ,, Gieb mirs mit Freus te, bin frei vom Ungelücke. den, ich nehm' es an zum Lohn 7. Denn du steb'st mir zur für meine bittre Leiden." Ich Seiten, schütz'st mich vor bösen gabs; nun hat ers schon. Leuten; dein Stab, Herr und 3. Er hats und solls behale dein Stecken benimmt mir all' ten, denn ihm gehörts allein; mein Schrecken. es soll bis zum Erkalten nur 8. Du setzest mich zu Zische, ihm gewidmet sein. Er hat es machst, daß ich mich erfrische, ganz besessen, ich denke stets wenn mir mein Feind viel daran; und kann es nie vergess Schmerzen erweckt in meinem sen, was er an mir gethan. Herzen. 9, Du salbst mein Haupt mit 4. Mir kommts nicht aus dem Herzen, daß Gott felbst für mich starb; 304 Jesus- und Glaubenslieder. starb; daß er mit tausend nicht; es machte dein Erbarmen Schmerzen am Kreuze mich ersdir Marter, Angst und Noth zur warb. Gott Lob! ich hab' er- Pflicht; du zahltest für mich Arkennet des Wunders Wichtig- men. Aus Dankbarkeit will ich keit, mein Herz ist mir entbren- erfreut um deines Leidens willen net von zarter Dankbarkeit. die Pflicht der Treu erfüllen. 5. Ihr Menschen, dankts dem 4. Dich, Jesum, laß ich ewig Schöpfer, daß er gestorben ist! nicht; du stärkest mich von oben, Wie, daß der Thon den Töpfer wenn mich der Spotter Hohn so leicht, so ganz vergißt! Will anficht, und ihre Heere toben. Niemand sein gedenken, nun soch flieh zu dir, du eilft zu mir, gedenk' ich sein; will Niemand wenn mich die Feinde haffen, sich ihm schenken, werd ich und wirst mich nie verlassen. doch seine sein. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig 6. Herr! diese Grundgedan- nicht, dich, Gottes größte Gabe. ken schuf selbst dein Geist in ch weiß, daß mir kein Gut ges mir; laß mich doch ja nicht bricht, wenn ich dich, Herr! nur wanken, erhalt mein Herz bei habe. Ich mag dir, Welt! für dir, schließ es dem Weltgetüm Gut und Geld, wornach die mel und aller Sünde zu; ich Eitlen laufen, mein Kleinod bin schon wie im Himmel, wenn nicht verkaufen. ich in dir nur ruh. Treue gegen den Heiland. Mel. Was Gott thut, das ist 6. Dich Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll mich nicht scheiden. Dieß ist ja jedes Glies des Pflicht, mit seinem Haupt 499. Dich, Jesum, laß zu leiden; die Traurigkeit währt ich ewig nicht, kurze Zeit, die Angst geht bald dir bleibt mein Herz ergeben; vorüber; geprüft bin ich die mein Innerstes derSeele spricht: lieber. - Nur dir, dir will ich leben. 7. Dich, Jesum, laß ich ewig Du, du allein, du sollst es nicht; nie will ich von dir wans sein, du sollst mein Schatz aufffen. Wenn meines Geistes Hüts Erden und dort im Himmelste bricht, sterb' ich mit dem Ges danken: Mein Freund ist mein werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig und ich bin sein; er ist mein nicht; ich halte dich im Glauben. Heit, mein Tröster, und ich bin Nichts foll mir meine Zuversichtssein Erlöster. und deine Gnade rauben. Der 8. Dich, Jesum, laß ich ewig Glaubensbund hat festen Grund: nicht; wenn Alles wird verbrens die deiner sich nicht schámen, die nen, so will ich dich noch im Ges kann dir Niemand nehmen. richt getrost ,, Erlöser!" nennen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewigl Sich brüderlich vom Thron auf mich, Jesus- und Glaubenslieder. 305 mich, stell mich zu deiner Rech-| 5. Dieß müsse mein Verten, zu deinen treuen Knechten. traun zu dir, o Herr, erwecken. 9. Dich, Jesum, laß ich ewig 3u schwach, der Gottheit Rath nicht; hier will ich dir vertrau- für Sünder zu entdecken, bet' en; dort hoff' ich, dich von ich. der Liebe Macht, die ich Angesicht zu Angesicht zu schau- nicht fassen kann, mit frober en. Mein Herz sehnt sich recht Zuversicht, doch auch in Deinniglich, in jenen Himmelsbó- muth an. hen, Herr Jesu! dich zu sehen. 6. Herr! deine Ewigkeit wird Mel. Gott, du frommer Gott- mir mehr Licht gewähren und O 500. Dich, Jesu, bet' ich deine große Lieb' im Schauen an! in die find' mir erklären. Unendlich ist mein ich mein Leben, weil du zu mei- Heil! O Glaube, der erfreut! nem Heil dich in den Tod ge Gelobet sei der Herr! gelobt in geben. Dein Kreuz scheint Ewigkeit! Thorheit dem, der Stolz und Mel. O Gott, du frommer GottLaster liebt; doch dem ist's Got 501, Du bist ein guter teskraft, der sich dir ganz ergiebt.. Hirt und wirft es ewig bleiben; o Jesu! gieb, 2. Du kamst, Erlöser, uns daß ich dieß mög' im Herzen zum Himmel zu bereiten; lehrt'st gläuben! Laß hören deine uns der Tugend Pfad, riefft uns Stimm', daß ich davon erwach' zu Seligkeiten. Gleich groß und als ein Scháflein dir ges war, Herr, dieß Werk: der horsam folge nach. Welt ein Schöpfer sein und 2. Ich kenne deine Stimm eine sünd'ge Welt vom Süuden- und hör' der Fremden keinen, joch befrein! die meine Seele nicht, sich aber 3. Wer kann, Herr, deine selber meinen. Der Miethling Huld, wer deine Lieb' umfassen? hålt ohndem in Noth bei mir Als Sohn des Ewigen der Him- nicht Stand; drum folg' ich mel Thron verlassen, sich selbst deiner Stimm' und deiner Hirs erniedrigen, einher in Demuth tenhand. m gehn, der Wahrheit Herold sein 3. Du bist getreu in Noth; und sich verspottet sehn! mein Herz soll sich verlassen auf 4. Die Wunder Gottes thun dich, mein Hirt und dich mit und, an das Kreuz geschlagen, Glaubensarmen faffen; bist du mit himmlischer Geduld der mein Hirt, so wird dein Schaf Menschen Schulden tragen, um versorget sein und auf der der zu sein, der uns ein ew'ges Weide gehn mit Freuden aus Heil erwirbt; deß Herz ist gött- und ein. lich groß, der selbst für Feinde stirbt. 4. Ach, daß ich deine Tren im Herzen möcht' erkennen und 20 mich 306 Jesus- und Glaubenslieder. mich bis in den Tod dein from 10. Führ du, o Jesu! mich mesSchäflein nennen! Ach, daß auf grüner Weid' und Auen und ich deine Lieb' erwägen möchte laß mein Glaubensaug' nur ims so, daß mich die Hirtenlieb' mer auf dich schauen und deis im Kreuz auch machte froh! ne Stimme mich so hören, daß 5. O, daß ich dir allein, mein ich dich als meinen Hirten lieb' Hirte, wär' ergeben, der du hier und dort ewiglich. für mich aus Lieb' gelassen hast 502, Eins ist noth! Ach dein Leben! D, daß mein gan: Herr! dieß Eine zes Herz und was sich in mir lehre mich erkennen doch! Alles regt, zur Gegenliebe werd' durch Andre, wie's auch scheine, ist deine Lieb' bewegt! ja nur ein schweres Joch, dars 6. Ach! war' ich Schäfleins- unter das Herze sich naget art, die sich um nichts bemühen, und plaget und dennoch kein noch sorgen, weil sie nicht von wahres Vergnügen erjaget. Ers ibrem Hirten fliehen; sie gehn, lang' ich dieß Eine, das Alles wohin der Hirt sie führet, bie ersetzt, so werd ich mit Einem und dort, und folgen seiner in Allem ergötzt. Stimm' mit Lust an jedem Ort. 2. Seele, willst du dieses fins 7. O, daß ich möcht' auf den, such's bei keiner Kreatur; dich, o Jesu! mein Anliegen laß, was irdisch ist, dahinten, fiets werfen und in die allein schwing dich über die Natur, mein Herz vergnügen, auch wo Gott und die Menschheit in immer stille sein und sorgen Einem vereinet, wo alle volls ferner nicht, weil du, als Hirte, tommene Fülle erscheinet; da, weißt, was deinem Schaf' ge- da ist das beste, nothwendigbricht. fte Theil, mein Ein und mein 8. Ja, Herr! du willst und Alles: mein seligstes Heil. fannst und wirst mich also ma 3. Wie Maria war beflissen chen, daß ich im Glauben dir auf des Einigen Genieß, da sie befehle meine Sachen. Du sich zu Jesu Füßen voller Ans kömmst ja darum selbst und dacht niederließ. Ihr Herze führst die Schäflein ein, daßlentbrannte, dieß einzig zu hós fie ganz unbesorgt in deinem ren, was Jesus, ihr Heiland, Schafftall sein. fie wollte belehren; ihr Alles 9. O Jesu! leite mich als war gänzlich in Jesum versenkt, ein getreuer Hirte, halt mich und wurde ihr Alles in Einem in deiner Hand und suche das geschenkt. Verirrte, selbst in der bösen 4. Also ist auch mein Verlans Zeit, da wenig Hirten mehr gen, liebster Jeful nur nach dir; getren im Glauben sind, noch laß mich treulich an dir hangen, leben nach der Lehr'. Ischenke dich zu eigen mir! Ob Viel' Jesus- und Glaubenslieder. 307 Viel' auch umkehrten zum grö-| durch dein Blut, da hast du die Besten Haufen, so will ich dir ew'ge Erlösung erfunden, daß dennoch in Liebe nachlaufen; ich nun der höllischen Herrschaft denn dein Wort, o Jesu! ift entbunden; dein Eingang die Leben und Geist; was ist wohl, vollige Freiheit mir bringt, im das man nicht in Jesu geneußt? kindlichen Geiste das Abba nun 5. Aller Weisheit höchste Fülle klingt. in dir ja verborgen liegt. Gieb 9. Volles Gnügen, Fried' nur, daß sich auch mein Wille und Freude jeho meine Seel' ers fein in solche Schranken fügt, gögt, weil auf eine frische Weis worinnen die Demuth und de mein Hirt, Jesus, mich ges Einfalt regieret und mich zu setzt. Nichts Süßers kann also der Weisheit, die himmlisch mein Herze erlaben, als wenn Ift, führet. Ach! wenn ich nur ich nur, Jesu! dich immer soll Jefum recht kenne und weiß, so haben; nichts, nichts ist, das hab' ich der Weisheit vollkom- also mich innig erquict, als menen Preis. wenn ich dich, Jesul im Glaus ben erblickt. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein 10. Drum auch, Jesu, du höchstes Gut! Jesu, es muß alleine sollst mein Ein und Alles mir gelingen durch dein heilig sein. Prüf, erfahre, wie ichs theures Blut. Die höchste Ge- meine, tilge allen Heuchelschein. rechtigkeit ist mir erworben, da Sieh, ob ich auf bösem, betrügs du bist am Stamme des Kreu- lichem Stege, und leite mich, zes gestorben; die Kleider des Höchster, auf ewigem Wege! Heils ich da habe erlangt, wo Gieb, daß ich hier Alles nur ache rinnen mein Glaube in Ewig- te für Koth und Jesum gewins keit prangt. ne! Dieß Eine ist noth. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild' Mel. Nun kommt der Heiden - erwacht; du bist ja, den ich er- 503. Höchfter Prieſter, der wähle, mir zur Heiligung ge du dich selbst ges macht. Was dienet zum gött- opfert haft für mich, laß doch, lichen Wandel und Leben, ist in bitt' ich, noch auf Erden, auch dir, mein Heiland, mir Alles mein Herz dein Opfer werden. gegeben. Entreiße mich aller 2. Denn die Liebe nimmt vergånglichen Lust, dein Leben nichts an, was du, Liebe, nicht fei, Jesu, mir einzig bewußt.gethan. Was durch deine Hand 8. Ja, was soll ich mehr ver- nicht gehet, wird zu Gott auch langen? Mich beschwemmt die nicht erhöhet. Gnadenfluth; du bist einmal 3. Drum, so nimm ganz zu eingegangen in das Heil'geldir hin meinen Willen, meinen 20* Sinn; 308 Jefuss und Glaubenslieder. Sinn; reiß mein Eignes aus Hülf' in allen Nöthen! Leg' Joch dem Herzen, sollt's auch sein auf Joch; ich hoffe doch, auch mit tausend Schmerzen. wenn es scheint, als wolltest du 4. Trage Holz auf den Altar mich tödten. Machs, wie du und verbrenu mich ganz und gar. willt, mit mir; ich weiche nicht O du allerliebste Liebe; wenn von dir. Verstelle dein Gesicht, doch nichts mehr von mir bliebe. ou Hülf' in allen Nöthen: ich lag 5. Also wird es wohl ge- dich nicht! Ich laß dich nicht! schehn, daß der Herr es wird 5. Ich laß dich nicht! Sollt ansehn. Also werd' ich noch auflich den Segen lassen? Nein, Erden Gott ein liebes Opfer Jesu! nein, du bleibest mein! Dich halt' ich noch, wenn ich werden. 504. Jch laß dich nicht! du nichts mehr kann fassen. Nach mußt mein Jesus kurzer Nächte Lauf geht mir der bleiben. Will rauhe Noth, Welt, Segen auf von dir, dem Se Höll' und Tod mich aus dem genslicht. Sollt' ich den Segen Feld erhitzter Treue treiben; lassen? Ich laß dich nicht! ich nur her! ich hatte mich, mein laß dich nicht! starker Held, an dich. Hor, was 6. Ich laß dich nicht! Führ mein Herze spricht: Du mußt mich nach deinem Willen, ich mein Jesus bleiben! Ich laß folge nach durch Wohl und Ach; dich nicht! ich laß dich nicht! dein weiser Schluß kann allen 2. Ich laß dich nicht, du al- Kummer stillen. Dir, Jesu, lerhöchste Liebe! wenn Zweifel bang ich an und achte keine sich setzt wider mich. Ich weiß, Bahn, wo mich die Distel sticht. wie dich die keusche Flamme Führ mich nach deinem Willen. triebe. Du trugest Schuld und Ich laß dich nicht! Ich laß Pein; sollt' ich verurtheilt sein dich nicht! 7. Ich laß dich nicht! auch in an jenem Weltgericht? Du allerhöchste Liebe, ich laß dich dem Schoos der Freude. Denn wenn ich mich seh' ohne dich, so nicht! Ich laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, du sú- list die Lust mir eine Wermuthe Be Seelenstärke, die mich er- Weide. Mir graut vor ihrer labt, mit Kraft begabt, wenn ich Kost, wenn nicht von deinem in mir des Glaubens Schwach- Trost mein Herz durchfüßet heit merke! Macht Krankheit spricht, auch in dem Schoos der gleich den Leib durch Schmer- Freude: Ich laß dich nicht! Ich zensnachte schwach, so spricht laß dich nicht! die Seele doch: Du süße See= 8. Ich laß dich nicht! Was lenstärke, ich laß dich nicht! ich will die Hölle haben? Herr, ich bin dein! Wie kann ich sein, als laß dich nicht! 4. Ich laß dich nicht, duldeine Laub', auch bei verdamme Jejus und Glaubenslieder. 309 ten Raben? Mich reiniget dein Lieb' und Gunst; laß meinen Blut! Was drohet denn mit Geist, Sinn und Verstand auf Elut ihr rauchendes Gesicht? dich, mein Jesu, fein gewandt. Was will die Hölle haben? Ich laß dich nicht! Ich laß dich nicht! 5. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gebn; laß meinen Fuß auf 9. Jch laß dich nicht! mein deinen Wegen nicht straucheln, Gott, mein Herr, mein Leben! oder stille stehn; erleuchte Leib Mich reißt das Grab von dir und Seele ganz, bis ich dich nicht ab, der du dich haft für schau in hellerm Glanz. mich in Zod gegeben. Du starbst Mel. Liebster Jesu, wir sind hier- aus Liebe mir; ich fag' in Liebe 506. Jesus Christus, Gote dir, auch wenn Herz zer= Lamm, für bricht: Mein Gott, mein Herr, unfre Schuld gestorben, hat bes mein Leben! Ich laß dich nicht! zahlt am Kreuzessramm und die Ich laß dich nicht! Freiheit uns erworben; wer die Mel. Wer nur den lieben Gott- Sünde wohl bereuet, wird durch 505, Ich will dich lieben, Christi Tod erfreuet. Jh meine Stärke! dich, 2. Gott, der selbst die Liebe Jesu, meine schönste Zier! Sch ist, preiset seiner Liebe Wunder will beweisen durch die Werke, ea, wie sein Sohn, Jesus Christ, daß ich sei ganz ergeben dir! ich starb für alle Feind' und Suns will dich lieben, schönstes Licht, der; sind wir durch dieß Blut bis mir das Herz im Tode bricht. Gerechte, trifft der Zorn nicht 2. Ich will dich lieben, o mein mehr die Knechte. Leben, als meinen allerbesten 3. Ja, so wir versöhnet sind, Freund; ich will dich lieben und weil der Sohn ist hingegeben, so erheben, so lange mich dein wird das erstandne Kind noch Glanz bescheint; ich will dich vielmehr uns durch sein Leben lieben, Gotteslamm! als mei felig machen, die er Bruder nen Seelenbräutigam. heißt und seines Leibes Glieder. 3. Ach! daß ich dich so spät 4. Aber nicht alleine dieß, erkennet, du hochgelobte Schön- sondern, weil wir sind im Sohheit du! und dich nicht eher mein ne, welcher selbst der Sünden genennet, du höchstes Gut! du Biß heilet, daß er in uns wohwahre Ruh! Es ist mir leid, ich ne; ei, so rühmen auch wir bin betrübt, daß ich so spät oich Sünder, daß wir nun sind Gots hab' geliebt... tes Kinder. 4. Gieb meinen Augen füße Mel. Gott des Himmels und- Thränen, gieb meinem Herzen 507, Jesus, Jeſus, nichts keusche Brunst; laß meine Seeking als Jesus, soll mein le sich gewöhnen allein an deine Wunsch sein und mein Ziel; jekund 310 Jesus- und Glaubenslieder, jehund mach' ich ein Verbünd- siteht Jesus bei. Ob es gleich niß, daß ich will, was Jesus will; jetzt kracht und blitt, ob gleich denn mein Herz, mit ihm erfüllt, Sünd' und Hölle schrecken, Je rufet nur: Herr, wie du willt! fus will mich decken. 2. Einer ist es, dem ich lebe, 3. Will der Sünde Schrecken den ich liebe früh und spat. Je3agen mir erwecken, Jesus bes sus ist es, dem ich gebe, was er bet sie. Mag der Tod sich nas mir gegeben hat. Ich bin in ben, mich das Grab umfahen, dein Blut verhüllt; führe mich, Jesus läßt mich nie. Mich Herr, wie du willt. schreckt nicht das Weltgericht, 3. Scheint's, als sei etwas freudig, daß ich Jesum sehe, mein Glücke und ist doch zuwi- blick' ich auf zur Höhe. der dir; ach! so nimm es bald 4. Weg mit allen Schätzen! zurücke, Jesu, gieb, was nüßet du bist mein Ergößen, Jesu, meis mir. Gieb dich mir, Herr Jesu, ne Lust! Weg ihr eitlen Ehren! mild, nimm mich dir, Herr, ich mag euch nicht hören, bleibt wie du willt, mir unbewußt! Elend, Noth, 4. Und vollbringe deinen Wil- Kreuz, Schmach und Tod soll Ten, in, durch und an mir, mein mich, ob ich viel muß leiden, Gott; deinen Willen laß erfül- nicht von Jesu scheiden. len mich im Leben, Freud' und 5. Gute Nacht, o Wesen! das Noth, sterben als dein Eben- die Welt erlesen, mir gefällst du bild, Herr, wenn, wo und wie nicht. Gute Nacht, ihr Sün: du willt. den! bleibet weit dahinten, 5. Sei auch, Jesu, fiets ges fommt nicht mehr ans Licht! priesen, daß du dich und viel Gute Nacht, du stolze Pracht! dazu, hast geschenkt und mir er- dir sei ganz, du Lasterleben, wiesen, daß ich fröhlich singe nu: gute Nacht gegeben. Es geschehe mir, mein Schild, 6. Weicht, ihr Trauergeister! wie du willt, Herr, wie du willt. denn mein Freudenmeister, Jes Denen, die 508, Jesu! meine Freude, fus tritt herein. meines Herzens Gott lieben, muß auch ihr Bes Weide! Jesu, meine Zier! Ach! trüben gut und heilsam sein. wie lang, ach lange ist dem Her Duld' ich schon hier Sport und zen bange und verlangt nach John, dennoch bleibst du auch dir! Gotteslamm, mein Bräuti- im Leide, Jesu, meine Freude. gam, außer dir soll mir auf Er- Mel. Nun kommt der Heidenden nichts sonst lieber werden. 509, Jeſu, meiner Seelen 2. deinen Schirmen bin und ich vor den Stürmen aller Feinde ster Schatz dazu, Alles bist du frei. Laß den Satan wittern, mir allein, sollst auch ferner laß ben Feind erbittera, mir les sein. 2. Liebet Jefuss und Glaubenslieder. 811 2. Liebet Jemand in der Weltne beste Lust, Jesu, meine Freus edle Schätze, Gut und Geld; Je- densonne, Jesu, dir ist ja bewußt, sus und sein theures Blut ist mir wie ich dich so herzlich liebe und mehr, denn alles Gut. mich ohne dich betrübe; drum, o Jesu! komm zu mir und bleib bei mir für und für. 3. Stellen meine Feinde sich öffentlich gleich wider mich; Je sus reißt aus aller Noth, tilget 2. Kömmst du? Ja, du kommst Teufel, Höll' und Tod. gegangen, Jesu, du bist schon 4. Bin ich krank und ist kein allhier, klopfest stark und mit Mann, der die Schwachheit Verlangen an an meine Hers heilen kann; Jesus will mein zensthür. Bleib doch nicht so Arzt in Pein und mein treuer draußen stehen! willst du wieder Helfer sein. von mir geben? Ach! ich laffe 5. Bin ich nacket, arm und dich durchaus nicht weggehn blos, und mein Vorrath ist nicht von meinem Haus. groß; Jesus hilft zur rechten 3. Ei, warum sollt' ich dich Zeit meiner armen Dürftigkeit. taffen, Jesu, wieder von mir 6. Muß ich in das Elend fort gehn? Meine Wohlfahrt müßt hin an einen fremden Ort; Jeslich haffen, wenn ich ließe dieß fus forget selbst für mich, schüßzet geschehn. Wohne doch in meis mich ganz wunderlich. 7. Muß ich dulden Hohn und Spott wider Gott und sein Ge bot; Jesus giebt mir Kraft und Macht, daß ich allen Sport 4. Ach! nun hab' ich endlich nem Herzen, so muß alle Noth und Schmerzen weichen alsobald von mir, wenn du, Jesu, bist allhier. nicht acht. funden den, den meine Seele 8. Hat der Bienen Honig- liebt, der sich mit mir hat vers saft und der Zucker süße Kraft; bunden und sich selbst für mich mein herzliebster Jesus Christ hingiebt; den will ich nun fest tausendmal noch süßer ist. umfassen und durchaus nicht 9. Drum, o Jesu! will ich dich von mir laffen, bis er mir den immer lieben inniglich; du, Segen spricht; meinen Jesum Jesu! sollst allein meiner See- taß ich nicht. len Alles sein. 5. Wohl mir, daß ich Jesum 10. Endlich laß du höchstes habe! O wie feste halt ich ihn! daß Gut, Jesu, laß dein theures er mir mein Herze labe, wenn Blut, deine Wunden, deine Pein, ich krank und traurig bin. Jes meine Ruh im Tode sein. fum hab' ich, der mich liebet und sich selbst für mich hingiebet; ach! Mel. Jesu, der du meine Seeleorum laß ich Jesum nicht, wenn 510. Jesu, meiner Seelen mir gleich das Herze bricht. Wonne, Jesu, meis 6. Muß ich alles gleich verlass fen, 312 Jesus- und Glaubenslieder. sen, was ich hab' in dieser Welt, nicht; er kann meine Seele laben will ich doch im Herzen fassen und ist meine Zuversicht. In den meinen Jesum, der gefällt mir letzten Todeszügen, wenn ich vor allen andern Schätzen, an hülflos da muß liegen und mir dem ich mich kann ergötzen; er bricht der Augen Licht, laß ich ist meine Zuversicht. Meinen meinen Jesum nicht. Jesum laß ich nicht. 12. Sollt' ich meinen Jesum 7. Ach, wer wollte Jesum las- lassen? Er wird in der letzten fen? Jesum laß ich nimmermehr! Noth auf der finstern Todes: Andre mögen Jesum lassen, Je: straßen bei mir stehen, wenn fum ich allein begehr' in den gut der Tod einst sein Recht an mir und bösen Tagen, daß er mir ausübet und die Meinigen bes mein Kreuz helf' tragen. Weil trübet, wenn der Teufel mich er mir ist Weg und Licht, laß anficht, laß ich meinen Jesum ich meinen Jesum nicht. nicht. 8. Jesus hat durch seine Wunden mich gesund gemacht Weisheit und Lehre Jesu. und heil, daran denk ich alle Stunden; drum ist er mein be- Mel. Vater unser im Himmelr.- les Sterben machet mich zum sies Thell: denn sein liebevol- 511. Kein Lehrer iſt dir, Jesu, gleich. An Himmelserben, darum glaub' Weisheit und an Liebe reich bist ich sicherlich: Jesus nimmt mich du, sowohl durch Wort als einst zu sich. That, der schwachen Menschen 9. O wie sollt' ich Jesum laf- fichrer Rath. Es freut mein sen, weil er mir so wohl gethan, Geist im Glauben sich, Herr und mich von der breiten Stras Jesu, dein und lobet dich! Ben hat geführet himmelan! 2. Du kamst zu uns, von Gott Jesum will ich immer lieben und gefandt und machtest uns den in seinem Dienst mich üben; Je- Weg bekannt, wie wir, befreit fum laß ich nicht von mir, weil von Sündenschuld, theilhaftig ich leb' auf Erden hier. werden deiner Huld. Auf ewig 10. Mögen sich doch Andre sei dir Dank und Ruhm, Herr, weiden an der Erden Eitelkeit; für dein Evangelium. mich soll nichts von Jesu schei 3. Du sahest in der Gottheit den und der ew'gen Seligkeit, Licht mit aufgeklärtem Anges die mir Jesus hat erworben, das sicht, was, nach des höchsten er für mich ist gestorben. Drum, weisem Rath, die Welt noch zu o Welt! fahr immerhin, wenn erwarten hat; du machtest selbst ich nur bei Jesu bin. durch deinen Mund das Künf11. Wenn ich nur kaun Jefum tige den Menschen kund. haben, nach dem andern frag'ichl 4. Dieß und die Wunder dei: Jesus und Glaubenslieder. 313 deiner Hand sind uns ein gött- der hat ja stets zu allen Zeiten lich Unterpfand, was man aus die Seinigen aus Angst und deinem Mund gehört, sei Wahr- Pein errettet und, wenn Niebeit, die uns Gott gelehrt. Niemand kann mich trösten, so schwäche mir der Frevler Spott nimmt er mich an. den Glauben an dieß Wort von Gott. 2. Der beste Trost in allem Leiden soll meines Jesu Name 5. Du tehretest durch Wort sein, der zeugt von lauter Hülf und That; man trifft der und Freuden, die findet man reinsten Tugend Pfad in dei bei ihm allein; kein Leib und nem heil'gen Wandel an. Gieb, Trauren ist zu schwer, sein füs Herr, daß ich auf dieser Bahn, ßer Nam' erfreut vielmehr. gestärkt von dir, mit steter Treu, dir nachzufolgen eifrig sei. 3. Der beste Trost in allem Leiden ist Jefu heiligstes Vers 6. Du bist es, Herr, von dienst; ich will auch lieber Alles dem das Amt, das die Versöh- meiden, als diesen seligsten Ges nung predigt, stammt. Du winnst, dadurch kann ich beimachst durch treuer Lehrer Gott allein gerecht und ewig Mund noch jetzt dein Heil densselig sein. Menschen kund. Begleite stete 4. Mein Trost in allem meis mit deiner Kraft ihr Amt, da- nen Leiden soll, Jesu, dein mit es Nußen schafft. Exempel sein; denn du hast ja 7. Noch immer hilfft du deis auf allen Seiten für mich gez nem Wort in seinem Segen litten Angst und Pein. Hast mächtig fort. Du sendest, wie du serduldet Schmerz und dein Mund verheißt, noch im- Schmach, will ich dir gerne mer deinen guten Geist, der folgen nach. dem, der Wahrheit sucht und 5. Mein Trost in allem meis liebt, zum Glauben Licht und nen Leiden ist, Jesu, deiner Kráfte giebt. das sei die Freuden und Gnaden Licht, 8. Mein Heiland! send' ihn Quelle meiner auch zu mir, daß er mich zu meines Herzens Zuversicht; ja, der Wahrheit führ', vom Ei- laß es meinen Trost allein im gendúnkel mich befrei', damit Leben und im Sterben sein. ich dir gehorsam sei; bis mich Mel. In dich hab ich gehoffetdereinst in Ewigkeit ein hellres 513. Mein Geist und Sinn Licht bei dir erfreut. erfreut in Gott, der mich hat benes Mel. Wer nur den lieben Gott- deit in Christo, seinem Sohne, 512. Mein bester Troß den er zum Heil und besten in allem Leider Theil gesandt von seinem soll nur allein mein Jesus sein, Throue. 2. Er 314 Jesus- und Glaubenslieder. 2. Er hat mich vor der Welt 9. Er ist mein allerhöchstes erwählt und seinen Kindern zu Gut; mein Herz in seinem Hers gezählt, er wird mich nimmer zen ruht, ich schlafe ganz mit lassen; die Gnadenfüll' giebt, Frieden. Wir bleiben fort, so was ich will, sein' Lieb' ist ohne hier als dort, vereint und uns Maaßen. geschieden. 3. Bin ich gleich, Sünder, deß 10. Er segnet mich, wenn man nicht werth, bleibt seine Huld mir flucht, und wenn der Feind doch unversehrt, fie hebt, fie mein Unglück sucht, wirds ihm trägt, fie duldet; drum trifft doch nicht gelingen; er macht mich nicht das Zorngericht, das mich frei und steht mir bei, ich sonst hätt' verschuldet. daß es kann fröhlich ingen. 4. In Chrifto fiehet er nicht 11. Es wird mir ewig wohl an, was meine Unart hat ge- ergehn, ich werd' ihn einst mit than, wenn ihn mein Glaube Augen sehn, den Ursprung als faffet, und alle Sünd', die sich ler Freuden. Mein Herz wird noch find't, mit Ernst und Absich, das glaube ich, ohn' Ende scheu haffet. in ihm weiden. 5. So schenkt er mir auch sei 12. Kein menschlich Ohr es nen Geist, der mir den Weg bat gehört, was mir von Gott zum Leben weist, sein' Leib' ins noch ist beschert; ich seh' es Herze gießet, die mir mein Leio schon im Glauben; und freu und Traurigkeit vermindert and mich sehr, daß nimmermehr verfüßet. fein Feind es mir kann rauben. 6. Er ist der allerbeste Freund, der's treu und gut mit mir stetes Mel. Sei Lob und Ehr dem- meint, man find't nicht seines 514. Mein Herzensjefu, Gleichen; wer ihn erkennt und meine Lust, an Vater nenut, sollt' er von dem dem ich mich vergnüge, der ich wohl weichen? an deiner Liebesbruft mit meis 7. Ich habe und behalte ihn, nem Herzen liege, mein Mund ich geb' mich ihm zu eigen bin, hat dir ein Lob bereit't, weil ich ohn' ihn will ich nichts wissen; von deiner Freundlichkeit so weil ich ihn hab' zu meiner Gab', großes Labsal kriege. kann ich leicht Alles missen. 2. Mein Herze wallt und ist 8. Er ist mein Leben, Trostlin dich mit heißer Lieb' entzüns und Licht, mein Fels, mein det; es singt, es springt, es Heil; drum acht' ich nicht selbfi freuet sich, so oft es dich ems Himmel und die Erden, weil pfindet, so oft es dich im Glaus mir ohn' ihn, nach meinem ben tüßt, der du dem Herzen Sinn, kein Gut und Theil mag Alles bist, das dich im Glauben werden. findet. 3. Du Jefus und Glaubenslieder. 315 3. Du bist mein wunderba- ldeine Frucht ist meiner Kehle res Licht, durch welches ich erfüße, wer von dir trinkt, ders blicke mit aufgedecktem Ange: selbe sucht, daß er dich stets ges sicht, woran ich mich erquicke. nieße. Quell! nach der mein Nimm hin mein Herz, erfüll' es Herze schreit, gieb, daß der ganz, o wahres Licht! durch Strom der Süßigkeit sich ganz deinen Glanz und weiche nicht in mich ergieße. zurücke. 9. Du bist mein allerschöns 4. Du bist mein sichrer Him- stes Kleid, mein' Zierrath, mein melsweg; durch dich steht Alles Geschmeide; du schmückst mich offen: wer dich versteht, der hat mit Gerechtigkeit, gleich als mit den Steg der Seligkeit getrof- reiner Seide. Ach! gieb, daß fen. Ach! laß mich, liebstes ich die schnöde Pracht, womit Heil, hinfür doch ja den Him die Welt sich herrlich macht, mel außer dir, auf keinem Wege als Unflath allzeit meide. hoffen. 10. Du bist mein Schloß und 5. Du bist die Wahrheit, dich sichres Haus, da ich in Freis allein bab' ich mir außerlesen; beit sitze; da treibet mich kein denn ohne dich ist Trug und Feind heraus, da flicht mich Ach! laß mich, Schein, in dir ist Kraft und keine Hitze. Wesen. Ach! mach mein Herz liebstes Jefulein, allzeit in dir doch völlig frei, daß es nur dir erfunden sein, daß deine Huld ergeben sei, durch den es kann mich schüßze. genesen. 11. Du bist mein treuer See. 6. Du bist mein Leben, dei lenhirt und selber auch die Weine Kraft soll mich allein regie- de; du hast mich, da ich war ren; dein Geist, der alles Gute verirrt, geholt mit großer Frenz schafft, soll Leib und Seele füh- de. Ach! nimm dein Schäflein ren, daß ich voll Geist und Le nun in Acht, damit es weder ben bin. Mein Jesu! laß mich ist noch Macht von deiner nun forthin das Leben nicht Heerde scheide. verlieren. 12. Du bist mein holder 7. Du bist mein süßes Him- Bräutigam, dich will ich stets melsbrod, des Vaters höchste umfassen; mein Hoherpriester Gabe, damit ich mich in Hun- und mein kamm, das sich hat gersnoth als einer Stärkung schlachten lassen; mein König, labe. Brod! das Kraft und der mich ganz besitzt, der mich Leben giebt, gieb, daß ich, was mit seiner Allmacht schützt, wenn der Welt beliebt, niemals zur mich viel Feinde hassen. Nahrung habe. 13. Du bist mein außerkors 8. Du bist mein Trank undiner Freund, der mir mein Herz bea 316 Jefus- und Glaubenslieder. beweget; mein Bruder, der esslein durch sein Blut und tiefe redlich meint; die Mutter, die Wunden. Auf ihn bau ich fel: mich pfleget; mein Arzt, wenn senfest, voller Hoffnung, die ich verwundet bin; mein Bal nicht läßt. cutan 101 fam; meine Wärterin, die mich 3. Eine Stunde, da man in Schwachheit tråget. ihn recht ins Herze sucht zu 14. Du bist mein starker Held schließen, giebt den seligsten Ges im Streit; mein Panzer, Schild winn, Gnad' und Friede zu ges und Bogen! mein Tröster in nießen; ein nach ihm geschickter der Traurigkeit; mein Schiff Blick bringt viel tausend Lust in Wasserwogen; mein Anker, zurück. wenn ein Sturm entsteht; mein 4. Von der treuen Liebeshand fichrer Compaß und Maguet, offenbart sich lauter Liebe; nichts der mich noch nicht betrogen.( beruht auf Unbestand bei dem 15. Du bist mein Leitstern und treuen Liebestriebe. Jesus ist mein Licht, wenn ich im Fin- stets einerlei, gut, gerecht und stern gehe; mein Reichthum, Jewig treu. wenn es mir gebricht; in Tie- 5. Blinde Welt! such immers fen meine Höhe; mein Zucker, bin Rauch und Roth auf dies wenn es bitter schmeckt, mein ser Erden; außer Jesu kann festes Dach, das mich bedeckt, mein Sinn niemals recht vers wenn ich im Wetter stehe. gnüget werden. Also bleibts 16. Was sollt' ich, Schön- bei dieser Pflicht: Meinen Jea fler! wohl von dir noch weiter sum laß ich nicht! fagen können? Ich will dich, meine Liebsbegier, mein Ein 516. Meinen Jefum laß und Alles nennen; denn was ich nicht; weit ich will, das bist du mir. Ach! er sich für mich gegeben, so er laß mein Herze für und für in fordert meine Pflicht, ihn zu Deiner Liebe brenuen. lieben, ihm zu leben. Er ist meines Lebens Licht, meinen 515. Meinen Jesum laß Jesum laß ich nicht. ich nicht! Ach! 2. Jesum laß ich nimmer nicht, was wollt' ich bessers haben? weil ich soll auf Erden leben; Rube, Freude, Trost und Licht, ihm hab' ich voll Zuversicht, was wird bei ihm mein Herze la- ich bin und hab', ergeben. Als ben; Alles, was Vergnügen les ist auf ihn gericht't, meinen giebt, hab ich, weil mich Je- Jesum laß ich nicht. sus liebt. 3. Laß vergehen das Gesicht, 2. Er ist mein und ich bin Hören, Schmecken, Fühlen weis fein, Liebe hat uns fest verbun- chen; laß das letzte Tageslicht den; er ist auch mein Heil al- Imich auf dieser Belt erreichen: wenn Jesus und Glaubenslieder. 317 wenn mir Lebenskraft gebricht, 4. Glänzer gleich das Welts laß ich meinen Jesum nicht! geprânge, es ist lieblich anzus 4. Ich werd' ihn auch lassen sehn; währt es doch nicht in nicht, wenn ich nun dahin ge- die Länge und ist bald damit langet, wo vor seinem Ange: geschehn; plötzlich pfleget aus sicht, frommer Christen Glaube zu sein dieses Lebens Glanz pranget; mich erfreut sein An- und Schein. gesicht, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Aber jene Himmelsgaben, die mein Jesus inne hat, kön= 5. Nicht nach Welt, nach nen Herz und Seele laben, Himmel nicht, mein erlöster Geist machen ewig reich und satt. Es sich sehnet; Jesum wünscht er vergeht zu keiner Zeit jenes und sein Licht, der mich hat mit Lebens Herrlichkeit. Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freuz de nicht, die mein Jesus, mein 6. Jesum laß ich nicht von Getreuer und sein Himmel mir mir, geh' ihm ewig an der Sei- verspricht. Dort ist Alles ausges ten, Jesus wird mich für und märzt, was die Seele kränkt für zu den Lebensbächlein leiten. und schmerzt. Selig, der mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Mel. Gott des Himmels und der 517. Meines Lebens beste 7. Einen Tag bei Jesu sitzen, ist viel besser, als die Welt taus send Jahr in Freuden nützen; ja auch ewig sein gestellt zu des Freude ist der Herren rechter Hand, bleibt ein Himmel, Gottes Thron; meiner auserwählter Stand. Seelen Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn; was mein Herz so recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 3. Essen, Trinken, Tanzen, Springen laber meine Seele nicht; aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein gea richt't, ist der Seelen schönste Sier, geht auch aller Freude für. 9. Ach! so gonne mir die Freus de, Jefsn, die dein Himmel hegt! Sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt; unt 3. Reicher kann ich nirgends in dir recht froh zu sein, nimm werden, als ich schon in sefu mich in den Himmel ein. bin; alle Schätze dieser Erden find ein schnöder Angstgewinn. 518. Jesus ist das rechte Gut, das der Seelen sanfte thut. Regieren - 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Himmel blicken und zu Jefu sein gesellt. Denn der Erden Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. Mein Friedefürst! dein freundliches stillt alles Weh, das meis 318 Jesus: und Glaubenslieder. meinen Geist beschwert; wenn mich von solchem Blick der Lies sich zu dir mein blödes Herze be führ'. kehrt, so läßt sich bald dein 6. Wenn Sündenschuld mich Friedensgeist verspüren; dein vor dir niederschläget, und kinde Gnadenblick zerschmelzet meiliches Vertrauen in mir dámpft; nen Sinn und nimmt die Furcht wenn Zweifelmuth mit meinem und Unruh von mir hin. Glauben lámpft und lauter 2. Gewiß, mein Freund giebt Angst und Furcht vor mir erres folche edle Gaben, die alle get: so laß mich doch dein treus Welt mir nicht verschaffen kann; es Herze sehn und neue Kraft schau an die Welt; schau ihren und Zuversicht entstehn. 7. So ruh' ich nun, mein Reichthum an, er kann ja nicht die müden Seelen laben; mein Heil! in deinen Armen, du Jesus kann's, er thut's im Ue- selbst sollst mir ein ew'ger Fries berfluß, wenn alle Welt zu rücke stehen muß. Gnade ein, mein Element ift de sein! ich hülle mich in deine einzig dein Erbarmen; und weil 3. O süßer Freund! wie wohl du mir mein Ein und Alles bist, ist dem Gemüthe, das sich auf so ist's genug, wenn dich mein eignem Weg' ermüdet hat und Herz genießt. nun zu dir, dem Geelenleben, naht und schmeckt in dir die 519. Nun nimm mein Herz wundersüße Güte, die alle Angst, und Alles, was die alle Noth verschlingt und ich bin, von mir zu dir, herzs unsern Geist zu sanfter Ruhe liebster Jesu! hin; ich will nur bringt. dein mit feib und Seele sein, 4. Was dem Gesetz unmög- mein Reden, Thun und Dich lich war zu geben, das bringt ten nach deinem Willen richten. 2. Du aber sollst auch wies alsdann die Gnade selbst her: vor, sie wirket Luft zur Heili- der meine fein, mit deinem gung in mir und ändert auf eil gehn in mein Herz hinein; die Art mein ganzes Leben, in- folft sein mein Gott und Trost dem sie mich aus Kraft in Kráf- in aller Noth, sollst mich dir te führt und mit Geduld und einverleiben und ewig meine bleiben. Langmuth mich regiert. 5. Es müsse doch mein Herz Mel. Ich ruf zu dir, Herr nur Christum schauen! Besuche 520. O Jefu Christ, mein mich, du Aufgang aus der Hôh', schönstes Licht! der daß ich das Licht in deinem Lichs du in deiner Seelen so hoch mich te seh' und könne festiglich der liebst, daß ich es nicht ausspres Gnade trauen. Kein Fehler seischen kann noch záhlen; gieb, daß so groß und schwer in mir, der mein Herz dich wiederum mit Lies -p Jesus- und Glaubenslieder. 319 Lieben und Verlangen mög' umsArt und hart, gleich einem Steis fangen, und als dein Eigen- ne. O, laß doch deines Blutes thum, nur einzig an dir hangen. Kraft mein hartes Herze zwins 2. Gieb, daß sonst nichts in gen, wohl durchdringen, und meiner Seel', als deine Liebe, diesen Lebenssaft mir deine wohne; gieb daß ich deine Lieb' Liebe bringen! erwähl', als meinen Schatz und 7. O, daß mein Herze offen Krone. Stoß Alles aus, nimmstund' und fleißig möcht aufz Alles hin, was mich und dich will fangen die Tröpflein Bluts, die trennen und nicht gönnen, daß meine Sünd' im Garten dir abs all' mein Thun und Sinn in dei- drangen! Ach! daß sich meiner ner Liebe brennen. Augen Brunn aufthát' und mit 3. Wie freundlich, selig, süß viel Sehnen heiße Thränen vera und schön ist, Jesu, deine Liebe! gosfe, wie die thun, die sich in Wo diese ist, kann nichts be- Liebe sehnen. stehn, das meinen Geist betrü- 8. D, daß ich, wie ein kleines be; drum laß nichts Anders Kind, mit Weinen dir nachgins denken mich, nichts sehen, füh- ge, so lange bis dein Herz, enta len, hören, lieben, ehren, als zúnd't, mich inniglich umfinge, deine Lieb' und dich, der du sie und deine Seel' in mein Gemüth fannst vermehren. in voller süßer Liebe sich erhübe, 4. O, daß ich dieses höchste und also deiner Güt' ich stets Gut mocht' ewiglich besitzen! Overeinigt bliebe. daß mich diese edle Gluth ohn' 9. Ach! zieh, mein Liebster, Ende möcht' erhitzen! Ach! hilf mich nach dir, so lauf' ich mit mir wachen Tag und Nacht, den Füßen; ich lauf' und will und diesen Schatz bewahren vor dich mit Begier in meinem Hers den Schaaren, die wider unszen küssen; ich will aus deines mit Macht aus Satans Reiche Mundes Zier den süßen Trost fahren. empfinden, der die Sünden und 5. Mein Heiland, du bist mir alles Unglück hier kann leichts zu lieb' in Noth und Tod gegan- lich überwinden. gen und hast am Kreuz als wie 10. Mein Trost, mein Schatz, ein Dieb und Mörder da ge- mein Licht und Heil, mein höchs hangen, verhöhnt, verspeit und stes Gut und Leben, ach! nimm sehr verwund't: ach! laß mich mich auf zu deinem Thelt, dir deine Wunden alle Stunden hab' ich mich ergeben! Denn mit Lieb' im Herzensgrund' ent- außer dir ist lauter Pein, ich zünden und verwunden. find' hier überalle nichts, als 6. Dein Blut, das dir vergos- Galle; nichts kann mir tröstlich sen ward, ist köstlich gut und reis sein, nichts ist, das mir gefalle. ne; mein Herz hingegen böser 11. Du aber bist die rechte Ruh, 320 Jesus- und Glaubenslieder. Ruh, in dir ist Fried' und Freuder That bald wieder mich be de! gieb, Jesu, gieb, daß im- kehren. merzu mein Herz in dir sich weis 16. Laß sie sein meine Freud' de; sei meineFlanım' und brenn' in Leid, in Schwachheit mein in mir; mein Balsam, wollest Vermögen; und wenn ich nach eilen, lindern, heilen den Schmer- vollbrachter Zeit mich soll zur zen, der allhier mich seufzen Ruhe legen, alsdann laß deine macht und heulen. Liebestreu, Herr Jesu! mir beis 12. Was ist, o Schönster, stehen, Luft zuwehen, daß ich das ich nicht an deiner Liebe ha- getrost und frei mög' in dein be? Sie ist mein Stern, mein Reich eingehen. Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, Mel. Wie schön leuchtet der- mein Himmelsbrod, mein Kleid 521. Jeſu, Jeſu, Gottes vor Gottes Throne, meine Kro: Sohn, mein Brus ne, mein Schutz in aller Noth, der und mein Gnadenthron, du mein Haus, darin ich wohne. höchste Freud' und Wonne! du 13. Ach! liebste Lieb', wennsweißest, daß ich rede wahr, vor du entweichst, was hilft mir sein dir ist Alles sonnenklar, ja klás geboren? Wenn du mir deine rer als die Sonne. Herzlich Lieb' entzeuchst, ist all mein Gut lieb' ich mit Gefallen dich vor verloren; so gieb, daß ich dich, Allen; nichts auf Erden kann meinen Gast, wohl such' und und soll mir lieber werden.. bestermaaßen möge fassen und 2. Dieß ist mein Schmerz, dieß wenn ich dich gefaßt, in Ewig- kränker mich, daß ich nicht gang keit nicht lassen. kann lieben dich, wie ich dich 14. Du hast mich je und jellieben wollte; je mehr ich lieb', geliebt und auch nach dir ge- je mehr ich find', in Liebe gegen zogen; eh' ich noch etwas Guts dich entzünd't, daß ich dich lieben geübt, warst du mir schon ge- sollte. Laß dir von mir schwache wogen. Ach! laß doch ferner, Triebe treuer Liebe wohl gefals edler Hort, mich deine Liebe len, Auserkorner unter Allen! leiten und begleiten, daß sie 3. Wer dich, Herr, liebt, den mir immerfort beisteh' auf al- liebest du, schaffst seinem Her len Seiten. zen Fried' und Ruh und stillest 15. Laß meinen Stand, darinssen Gewissen. Es geh' auf Ers ich steh, Herr, deine Liebe zie- den, wie es will, es sei der ren, und wo ich etwa irre geh', Trubsal noch so viel, soll doch alsbald zurechte führen; laß dein Freund genießen schon hier fie mich allzeit guten Rath und in dirHimmelsfreuden und nach rechte Werke lehren, steuren, Leiden ohn' Aufhören Freude, wehren der Sünd' und nach die kein Feind kann stören. 4. Kein Jesus- und Glaubenslieder. 321 4. Kein Ohr hat jemals dieß 2. Ihr Erlöseten des Herrn, gehört, kein Mensch gesehen, preiset ihn, lobsingt ihm herra noch gelehrt, es läßt sich nicht lich! Alle Sünden trug er gern, beschreiben, was denen dort feine fast war ihm beschwerlich. für Herrlichkeit bei dir und vor Für die Welt, die strafbar war, dir ist bereit, die in der Liebe gab der Heiligste sich dar. bleiben. Gründlich läßt sich 3. Er, der Herrscher, stieg nicht erreichen, noch vergleivom Thron' und kam als ein chen ird'schen Schätzen dieß, Knecht auf Erden; du bist würz was uns dort wird ergötzen. dig, Gottes Sohn! ewig hoch5. Drum laß ich billig dieß gelobt zu werden. Freund, der allein, o Jesu, meine Sorge gern sein Blut vergoß, werd sein, daß ich dich herzlich liebe, und bleib mir ewig groß! daß ich in dem, was dir gefällt 4. Seele, Jesus sei dein und mir dein klares Wort ver Theil! denn er ist für mich ge= meld't, aus Liebe mich stets storben. Er hat Gnade, Trost übe; bis ich endlich werd' ab- und Heil und den Himmel mir scheiden und mit Freuden zu erworben. Alles, Alles ist nun dir kommen, aller Trübsal ganz mein; wie kann ich gnug dankbar sein! entnommen. 6. Da werd' ich deine Süßig- 5. Für die Leiden ohne Zahl, keit, die mich gelabt schon in der für die unbegrenzten Schmera Zeit, in reiner Liebe schmecken zen und für deine Todesqual und sehn dein lieblich Angesicht dank' ich dir mit treuem Herzen. mit ungetrübtem Augenlicht, Treu dank' ich, doch mangels ohn' alle Furcht und Schrecken. haft; gieb zu besserm Dank mix Reichlich werd' ich sein erquik- Kraft. ket, und geschmücket vor dein'm Throne mit dem schönsten Gna: denlohne. 6. Welche Liebe, daß für mich Gottes Sohn sein Leben giebet! Hilf, daß meine Seele dich redlich, brünstig, ewig liebet. Dankbare Freude der Frohe Tugend sei die Frucht von der Liebe sanften Zucht. Erlösten. Mel. Jesus, meine Zuversicht 7. Nichts soll mich so sehr ers freun, als daß ich dir angehöre. 522. Preis und Lob und Jesum haben, Jesu sein, iſt des Herrlichkeit sei, Er: Christen Trust und Ehre. Wenn löser, dir gegeben! Preis feilich dein, o Heiland, bin, wird dir in dieser Zeit, Preis und Lob mir Alles zum Gewinn.ld im ew'gen Leben! Menschen, 8. An dir, Jesu, halt' ich feft, Engel, Seraphim! groß ist Jean dir, Treuester von Allen! Wes fus; jauchzet ihm! he dem, der dich verläßt! ins 21 Vers -- 322 Jesus- und Glaubenslieder. Verderben wird er fallen. Mei- Inicht versehre, ob sie mir gleich ne ganze Seele spricht: Meinen gram, Held aus Davidsstamm! Jesum laß ich nicht. 7. Großer Friedefürst, wie 9. Durch dich bin ich reich hast du gedürft't nach der Men: und hoch; ich bin Gottes Kind schen Heil und Leben und dich und Erbe. Gott liebt mich! in den Tod gegeben, da du Was fehlt mir noch? Eins noch; riefft: ,, Mich dürft!" Großer daß ich selig sterbe. Auch gut Friedefürst! sterben hilfst du mir, und dann holst du mich zu dir. 8. Deinen Frieden gieb, aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir 523. Seelenbrautigam, Je sich Christen nennen; denen du fu, Gotteslamm! bist lieb, deinen Frieden gieb. Habe Dank für deine Liebe, die 9. Wer der Welt abstirbt, ema mich zieht mit reinem Triebe fig sich bewirbt um den lebendis aus dem Sündenschlamm, Je- genGlauben, der wird bald em fu, Gotteslamm! pfindlich schauen, daß Niemand 2. Deine Liebesgluth stärket verdirbt, der der Welt abstirbt. Muth und Blut. Wenn du 10. Nun ergreif' ich dich, du freundlich mich anblickest und mein ganzes Sch; ich will niman deine Brust mich drückest, mermehr dich lassen, sondern macht mich wohlgemuth deiner glaubig dich umfassen, weil im Liebe Gluth. Glauben ich nun ergreife dich. 3. Bahrer Mensch und Gott! 11. Wenn ich weinen muß, Trost in Noth und Tod, du bist wird dein Thránenfluß meine daruin Mensch geboren, zu er- Thränen auch begleiten und zu setzen, was verloren, durch dein deinen Wunden leiten, daß mein Blut so roth, wahrer Mensch Thränenfluß sich bald stillen und Gott! muß. 4. Meines Glaubens Licht 12. Wenn ich mich aufs Neu laß verlöschen nicht! Salbe mich wiederum erfreu, freuest du dich mit Freudendle, daß hinfort in auch zugleiche, bis ich dort in meiner Seele ja verlösche nicht deinem Reiche ewiglich aufs meines Glaubens Licht. Neu mich mit dir erfreu. 5. So werd' ich in dir bleiben 13. Hier durch Epott und für und für. Deine Liebe will Hohn, dort die Ehrenkron. Hier ich ehren und in dir dein Lob im Hoffen und im Glauben, dort Sermehren, weil ich für und für im Haben und im Schauen. bleiben werd' in dir. Denn die Ehrenkron folgt auf 6. Held aus Davidsstamm, Spott und Hohn. deine Liebesflamm in mir nähre 14. Jesu, hilf, daß ich alle und vermehre, daß die Welt mich hier ritterlich Alles durch dich übers Jesus- und Glaubenslieder. 323 überwinde und in deinem Sieg 6. Geh einfältig stets einher, empfinde, wie so ritterlich du laß dir nichts das Ziel verrüfs gekämpft für mich. fen; Gott wird aus dem Lies 15. Jesu, du mein Heil! mei- besmeer dich, den Kranken, ner Seele Theil! Laß dein Lob wohl erquicken; suche Jesum durch mich erschallen und mein und sein Licht; alles Andre Thun dir wohl gefallen. Nach hilft dir nicht. vollbrachtem Lauf nimm mich 7. Sei im Uebrigen ganz still, zu dir auf! du wirst schon zum Ziel gelanMel. Jesus, meine Zuversicht- gen; glaube, daß sein Liebess 524. Seele, was ermüd's will stillen werde dein Verlan du dich in den gen; drum such Jesum und sein Dingen dieser Erden, die doch Licht; alles Undre hilft dir nicht. bald verzehren sich und dereinst Mel. Seelenbräutigam, Jesuzu nichte werden? Suche Je- 525. Wer ist wohl, wie du, sum und sein Licht; alles Andre Jesu, süße Ruh! hilft dir nicht. unter Vielen auserforen, Leben - 2. Ach! es ist ja schlecht ge. derer, die verloren und ihr Licht nug, daß du schon viel Zeit ver- dazu? Jesu, süße Ruh! dorben mit nichtswürdigem Ges such und zum Guten bist erstorben; suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Sünden zuz gedecket und mich aus der Norh hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit! du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Sammle den zerstreuten 4. Großer Siegesheld! Tod, Sinn, laß ihn sich zu Gott auf- Sund', Höll' und Welt, alle schwingen, richt' ihn stets zum Kraft des großen Drachen hast Himmel hin, laß ihn in die du woll'n zu Schanden machen Gnad' eindringen; suche Jesum durch das Lösegeld deines Bluts, und sein Licht; alles Andre hilft o Held! dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Rub, dein betrübtes Herz zu laben; eil' zum Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben; suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5. Höchste Majestät, König 5. Laß dir feine große Lieb' und Prophet! deinen Scepter immerdar vor Augen schweben; will ich küssen, ich will sitzen laß mit brünstigem Gebet sich dir zu Füßen, wie Maria that, dein Herz zu ihm erheben; sus höchfie Majestát! che Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigenthum, durch des 21* Geje 324 Jesus und Glaubenslieder. Geistes Licht erkennen, fiets in 14. Solls zum Sterben gehn, deiner Liebe brennen, als dein Eiwollst du bei mir stehn, mich genthum, allerschönster Ruhm durchs Todesthal begleiten und 7.3ich mich ganz in dich, daß zur Herrlichkeit hinleiten, daß für Liebe ich ganz zerrinne und ich einst mag sehn mich zur zerschmelze und auf dich mein Rechten stehn. Elend wälze, das stets drücket mich; zieh mich ganz in dich! Herrlichkeit Jesu. 8. Deiner Sanftmuth Schild, deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein welch ein Glanz geht auf vom eigen Bild. Herrn! Wer sollte sein nicht Mel. Wie schon leuchtet der526, Wie herrlich strahlt der Morgenstern! -- 9. Steure meinen Sinn, der achten? Glanz Gottes, der die zur Welt will hin, daß ich nicht Nacht durchbricht! du bringst mög' von dir wanken, sondern in finstre Seelen Licht, die nach bleiben in den Schranken; sei der Wahrheit schmachten. Jesu, du mein Gewinn, gieb mir dei- Jesu! groß und prächtig! reich nen Sinn. und machtig! unser Leben! wer 10. Wecke mich recht auf, kann dich genug erheben? daß ich meinen Lauf unverrückt 2. Du, hier mein Heil und zu dir fortsetze, und mich nicht dort mein Lohn, Sohn Gottes in seinem Netze Satan halte und des Menschen Sohn! des auf, fördre meinen Lauf. Himmels großer König! Von 11. Deines Geistes Trieb in ganzem Herzen such' ich dich; die Seele gieb, daß ich wachen hab' ich nur dich, so rühret mich, mog' und beten, freudig vor dein was alle Welt reizt, wenig. Antlitz treten; ungefärbte Lieb' Komm doch! komm doch! wahrs in die Seele gieb. lich, Keiner harret deiner hier vergebens, wenn er dich sucht, Herr des Lebens. 12. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Her zens Schifflein decken, wollst 3. In dir nur kann ich selig du deine Hand ausstrecken. Ha- sein. O drücke tief ins Herz be auf mich Acht, Hüter, in mir ein Empfindung deiner Lies der Nacht. be; damit ich ganz dein eigen 13. Einen Heldenmuth, der sei, aus Weltsinn deinen Dienst da Gut und Blut gern um dei- nicht scheu und dein Gebot netwillen lasse und des Flei- gern übe. Nach dir, nach dir, sches Lüfte hasse, gieb mir, höch- den ich fasse, nie mehr lasse, stes Gut! durch dein theures ewig wähle, dürstet meine gans. Blut. lze Seele. 4. Von Jesus- und Glaubenslieder. 325 4. Von Gott strahlt mir ein 527, Mie wohl ist mir, o Freudenlicht, so oft dein freund: lich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Du, Jesu, bist mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut kann innig mich erquicken. Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermuthshöhle und eile deinen Armen zu, da muß die Nacht des Traus Speis' rens scheiden, wenn mit so mich! tránk mich! Seligma- angenehmen Freuden die Liebe cher! daß ich Schwacher, daß strahlt aus deiner Brust. Hier ich Erde, Himmelsfreuden inne ist mein Himmel schon auf Ers den; wer wollte nicht vergnüs 5. Und wie, Gott Vater! get werden, der in dir suchet preif' ich dich? von Ewigkeit Ruh und Lust? her hast du mich in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich mit dir vereint, er ist werde. 2. Die Welt mag meine Feins, din heisen; es sei also, ich trau mein Retter und mein Freund; ihr nicht, wenn sie mir gleich will einem freunds was ists, das mich betrübet? Seele! wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde und dann fürchte keine Feinde. lichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; der Welt 6. Ihm, welcher Höll' und Haß kann mich doch nicht fällen, Tod bezwang, ihm müsse froher weil in den stärksten UnglücksLobgesang mit jedem Tag' er wellen mir deine Treu den Ans schallen; dem Lamme, das erfer reicht. würget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm 3. Will mich des Moses Eifer und Wohlgefallen. Zönet! to drücken, blitzt auf mich des Ges net! Jubellieder, schallet wie: setzes Weh, droht Straf' und der, daß die Erde voll von sei- Hölle meinem Rücken; so steig' nem Lobe werde. ich glaubig in die Höh' und flieh 7. Wie freu ich mich, o Jefu in deine heil'gen Wunden, da Christ, daß du der Erst' und letz hab' ich schon den Ort gefunden, te bist, der Anfang und das En- wo mich kein Fluchstrahl treffen de! Du schließest selig meinen faun. Tritt Alles wider mich zus Lauf, du weckst mich einst von sammen; du bist mein Heil, wer Todten auf; deß klopf' ich in die will verdammen? die Liebe Hande. Amen! Amen! glâu nimmt sich meiner an. big laß mich, Herr, das bitt' ich, dir anhangen, deiner war ten mit Verlangen. 4. Führst du mich in die Kreuz geswüsten, ich folg' und lehne mich auf dich; du náhrest aus den Wol Lob und Danklieder. Wolkenbrüsten, du labest aus langet in die Sicherheit! Mein dem Felsen*) mich. Ich traue Licht, so will ich auch mit Freua deinen Wunderwegen, sie enden aus dieser finstern Wilds den sich in Lieb' und Segen; ge- niß scheiden zu deiner Ruh' in nug, wenn ich dich bei mir Ewigkeit. hab. Ich weiß, wen du willst 6. Wie ist mir denn, o Freund herrlich zieren und über Sonn' der Seelen, so wohl, wenn ich und Sterne führen, den füh- mich lebn' auf dich! mich kann rest du zuvor binab. Welt, Noth und Tod nicht quas *) dem geistlichen Felsen Jesu Christo. len, weil du, mein Gott, vers 1. Cor. 10, 4. gnügest mich. Laß solche Ruh' in 5. Der Tod mag Andern dů- dem Gemüthe nach deiner un fter scheinen; mir nicht, weil umschränkten Güte des Hims Seele, Herz und Muth in dir, mels süßen Vorschmack sein. der du verläsfest Keinen, o aller Weg Welt, mit allen Schmeiche liebstes Leben, ruht. Wen kann leien! nichts kann, als Jesus des Weges End' erschrecken, wenn mich erfreuen. O reicher Trost: er aus mördervollen Hecken ge- mein Freund ist mein! 326 XXI. 2ob: und Danklieder. 1.) Lob Gottes und seiner Eigenschaften. Idu willst auch deiner treuen Hut 528, Dir, unser Gott, ist das Kleinste würdig schätzen. Niemand gleich Auf Alles geht dein Augenmerk, Mel Sei Lob und Ehr dem im Himmel und auf Erden; du und immer ist's dein liebstes bist der Höchste, und dein Reich Werk, zu segnen und beglücken. kann nie begriffen werden. Una 4. Wie recht ist, Höchster! endlich ist die Majestät, die über dein Gericht, der du die Wahrs Alle dich erhöht, die Kron' und beit liebest! Wie unparteiisch Zepter tragen. bist du nicht, wen du Vergela 2. Wie weit erstreckt sich dein tung übest! Du handelst stets Gebiet? Wo ist der, der es mes nach Billigkeit in dieser und der se? Wohin auch nur mein Auge künft'gen Zeit, beim Strafen sieht, da seh' ich deine Größe; und Belohnen. weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlich keit; du herrschest über Alles. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führeft! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns res 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach ewigen Gesetzen; giereft! Ich, dein geringster Uns ter: 1 327 Lob Gottes und seiner Eigenschaften. terthan, Herr, bete dich in De- Preis und Ehr; kein Helfer, muth an. O! sieh' auf mich noch Erretter ist außer dir; laß in Gnaden. mich allein auf dich, o Herr, 6. Ich bin verderbt und schul- vertrauen, mein ganzes Leben denvoll und auf des Herren dir nur weihn, mein Glück blos Wege nicht stets so eifrig, als auf dich bauen und dich nieich soll; bin oft zum Guten trå- mals verleugnen. ge. Doch du bist gnädig und 3. Du bist ein höchst volls voll Huld, vergiebst den Reuen kommner Geist, der Schöpfer den die Schuld, die gläubig aller Geister; dich preiset, wer darum bitten. 16 de dich Vater heißt, als feinen 7. Dieß hoff ich, weil mich Herrn und Meister. Laß meider vertritt, den du für mich gener Seele hohen Werth, Herr, geben. Mein Jesus, welcher deinen Geist mich lebren und so für mich litt, erwarb mir Recht wie es dein Wort begehrt, dich zum Leben. Sein Tod macht ungeheuchelt ehren, im Geist mich vom Zweifel frei, ob ich und in der Wahrheit. der Gnaden fåbig ſei. Auch 4. Du bist, o Gott, von Ewigs mich hat er versöhnet! feit und wirst allzeit bestehen: I. 8. Herr, ewig will ich deies bleibet deine Herrlichkeit, nen Ruhm mit Lob und Dank wenn Himmel selbst vergehen. erheben. Dir will ich, als dein Laß von der Erde eitlem Tand Eigenthum, mich ganz zum mein Herz sich stets erheben zu Dienst ergeben. Mit Lust will meinem wahren Vaterland und ich bis in den Tod, nach deinem nur nach dem mich streben, was heiligen Gebot, durch deinen ewig mich erfreuet.d Beistand wandeln. 5. Gott, was sein wird, ist und war und was wir Mel. Christ, unser Herr zum 3. thun und dichten, das ist dir 529, Gott, mache du mich Alles offenbar; du wirst einst felbst bereit, vor Alles richten. Laß mich dein deinen Thron zu treten und deis belles Auge scheun, aufrichtig ne große Herrlichkeit voll Ehr- vor dir wandeln und, deines furcht anzubeten. Laß, Herr, Beifalls mich zu freun, auch vor deinem Angesicht mein Herz dann rechtschaffen handeln, sich deiner freuen und einen wenn Finsterniß mich decket. Strahl von deinem Licht die 6. Unendlich ist, Herr, deine Finsterniß zerstreuen, die mich Macht, zu retten, die dich lieben hier noch umgiebet. und, wenn der Frevler dich vers 2. Du bist der Herr und kei- tacht, auch Recht an ihm zu ner mehr, nichts sind der Heiz üben. Gieb, daß mich deiner den Götter; nur dir gebühreilAlmacht Schutz stets, als ein Schild W 328 Lob- und Danklieder. Schild bedecke; mich auch nicht leiheft; wer hofft, wird nicht Menschen Grimm und Truß, zu Schanden. nur deine Strafe schrecke. Du 11. Gott, wenn ich dich so tödtest Leib und Seele. fenn' und ehr', dein Wort zum 7. Voll höchster Weisheit bist Grunde setze; erfreu' ich mich du, Gott! Kein Mensch kann sie darüber mehr, als über alle ergründen. Umringt uns allent- Schätze; bis ich dich, Leben, Heil halben Noth, du, Herr, weißt und Licht! dort ohne Lallen nens Rath zu finden. Gieb, daß ich ne, von Angesicht zu Angesicht dir stets traue zu, du werdest dich schaue, dich erkenne und für mich sorgen; auch Uebels unaufhörlich lobe. weder denk' noch thu, denn dir ist nichts verborgen: du prüfest 530. Kommt, Menschenkinz Herz und Nieren. der, rühmt und preist 8. Gott, du bist heilig und Gott Vater, Sohn und heil'gen gerecht, kannst keine Sünden Geist, die allerhöchste Majestät, dulden; wer sagen will, er sei vor deren Augen ihr jetzt steht. dein Knecht, der meide Sünden2. Ihr Lippen hebet freudig schulden. Gieb, daß ich mich an; die Zunge folge, wie sie Der Heiligkeit mit rechtem Ernst kann; Verstand und Wille stim befleiße, nachjage der Gerech- men ein, das Herz soll nicht tigkeit und deine Wege preise, entfernet sein! so wunderbar sie scheinen. 3. Er ist es, ja, er ist es 9. Du bist sehr gnädig, fromm werth, der König Himmels und und gut, vergiebst die Schuld der Erd', daß nicht ein Tag vor dem Sünder; erbarmst dich, wie über geh', da man nicht dankbar ein Vater thut, von Herzen vor ihm steh'. deiner Kinder. Laß reichen 4. Dieß ist der Engel edles Trost von deiner Gnad' auf Amt, die Gottes Feuer anges meine Seele kommen. Von mir flammt; und wollen wir hier sei meine Missethat so fern hin: Engel sein, so stimmen wir mit weggenommen, so fern der Oft ihnen ein. vom Abend. 5. Die Welt, die gar im Ars 10. Gott, deffen Wahrheit gen liegt und sich durch falschen stets besteht; wohl denen, die Schein betrügt, hält zwar von bir glauben. Wenn Erd' und Gottes Lob nicht viel, weil Eis Himmel einst vergeht, wird dein genlob ihr eitles Ziel. Wort ewig bleiben., Gieb, daß 6. Wir selbst, die wir im Fleis ich fürchte dein Gericht und sche sind, wenn uns nicht treibt Alles, was du dráuest; auch des Herren Wind, vergessen hoffe, was dein Wort ver Gottes Ruhm gar sehr, die spricht, daß du mirs gern ver- Klagelieder hört man mehr. 7. Denn Lob Gottes und seiner Eigenschaften. 7. Denn unser unzufriednes Mel. Kommt her zu mir Herz macht, ohne Noth, sich 531, Mein Herz sei Gots manchen Schmerz, und denkt indeß gar wenig dran, was Gott ihm hat zu gut gethan. tes Lobethal, darin der Höchste allzumal sein Lob erschallen höre. So lang du dich 8. Doch, Herr! es soll nun durch Gott bewegst, so sieh zu, besser gehn, weil Mund und daß du ihm ablegst Ruhm, Dank, Herz dir offen stehn. Im Lob, Preis und Ehre. Schmuck des Glaubens bringen wir die Opfer unsers Dan tes dir. 9. Nimm an den schwachen Preis und Ruhm von deinem Volk und Eigenthum, hör' un ferm Lied in Gnaden zu, du treuer Gott und Vater du! 329 - 2. Ach frage ja nicht erst: Warum? denn du bist Gottes Eigenthum, zu Gottes Lob bea reitet; durch Christi Tod und Blut erlöst, vom heil'gen Geist ganz reich getröst't, geheiligt und geleitet. 13. Nimm an das Lob in die fer Zeit, o heilige Dreifaltig: keit! verschmähe nicht das ar me Lied und schenk' uns Segen, Heil und Fried'. voll. 3. Du bist so oft von Gott 10. Als Schöpfer sollst du erneut, versöhnt, erquicket und sein gepreist, so lange man erfreut, aus Noth und Tod ges uns Menschen heißt. Du giebst riffen; drum sollst du ja zu jeder das Leben, nährst uns wohl Zeit für Gottes Lieb' und Gúund machst uns deines Segens tigkeit zum Lobe sein beflissen. 4. Ach Gott! mein Herz sei 11. Herr Jesu, Heiland als stets bereit zu deinem Lob' nach ler Welt, vor die man billig Möglichkeit, nimm's hin in niederfällt; denn, was dein deine Hände. Es sei dein Tems Blut an uns gethan, ist mehr, pel; ach! vernimm in selbigem als man verdanken kann. die Freudenstimm': Lob, Lob sei 12. Dein Ruhm soll auch Gott ohn' Ende! unendlich sein, o Geist! der 5. Lob für dein' Lieb' und bei uns kehret ein, für deine Chrifti Blut! Lob für des heil's uns erzeigte Treu, die auch gen Geistes Gut! Lob, für Hülf', noch alle Morgen neu. Kraft und Stärke! Lob für so manchen Freudenblick! Lob für all Seel'- und Leibesglück! Lob für all deine Werke! Mel. Alle Menschen müssen- 14. Einst kommt die Zeit, einf 532. Womit soll ich dich kommt der Tag, da man, befreit wohl loben, von aller Plag', dir tausend Hal- mächtiger Herr Zebaoth? Sende lelujah bringt und: Heilig, Heimir dazu von oben deines Geis lig, Heilig singt. tes Kraft, mein Gott! Denn ich foun 330 Lob- und Danklieder. kann mit nichts erreichen dei- liebet, Herr, mein Gott! zu ne Gnad' und Liebeszeichen. jeder Frist; hast dich meiner ans Tausend tausendmal sei dir, genommen, wenn ich in Gefahr großer Konig! Dank dafür. bin kommen. Tausend 2c. E 2. Ach ja! wenn ich überle= 8. Mich hast du auf Adlers: ge, mit was Lieb' und Gütigkeit flügeln oft getragen väterlich, du durch so viel Wunderwege in den Thälern, auf den Hü mich geführt die Lebenszeit, sofgeln wunderbar errettet mich; weiß ich kein Ziel zu finden, noch wenn schien Alles zu zerrinnen, den Grund hier zu ergründen. ward doch deiner Hülf' ich ins Tausend tausendmal ic. nen. Tausend 2c. B 3. Denk' ich an die Sünden= 9. Tausendmal sei dir gefun wege, drauf ich häufte Schuld gen, Herr, mein Gott! Preis, mit Schuld, wird in mir Er- Lob und Dank, daß es mir staunen rege über Langmuth bisher gelungen. Ach! laß und Geduld, womit du, o Gott! meinen Lebensgang ferner doch mich Armen haft getragen mit durch Jesum leiten, nur geha Erbarmen, Tausend zc. in die Ewigkeiten; da will ich, 4. O! wie hast du meine Herr! für und für ewig, ewig Seele stets gesucht zu dir zu danken dir. ziehn, daß ich aus der Sünden= böhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet d Ewigkeit. haben und mit Kraft zum Le: Mel. Liebster Jesu, wir sind hier- ben laben. Tausend 2c. 533. Gott, du bist von 5. Wie du setzest jedem Dinge Ewigkeit und dein Zeit, Zahl, Maas, Gewicht und herrlich großes Wesen ändert Ziel, damit Keinem zu geringe sich zu keiner Zeit; du bleibst möcht' geschehen, noch zu viel; stets, was du gewesen. Laß so hab' ich auf tausend Wei- dieß meinen Geist beleben, ehra sen deine Weisheit auch zu furchtsvoll dich zu erheben. preisen. Tausend 2c, 2. Ewig und unwandelbar 6. Bald mit Lieben, bald mit ift, o Gott, dein hohes Wissen. Leiden kamst du, Herr, mein Was dir einmal Wahrheit war, Gott! zu mir, nur mein Herze wird es ewig bleiben müssen. zu bereiten, sich ganz zu erge Niemals kann dein Ausspruch ben dir, daß mein gänzliches fehlen. Laß mich ihn zur Richts Verlangen möcht' an deiner schnur wählen. Gnade hangen, Tausend zc. 3. Herr, du bist kein Mens 7. Wie ein Vater nimmt und schenkind, daß dich etwas reuen giebet, nachdem's Kindern nutz- sollte, Immer bleibst du gleich lich ist, so heft du mich auch ge gesinut; was dein Rathschluß bor: Lob Gottes und seiner Eigenschaften. 331 vormals wollte, willst du noch. selbst dein Wesen reichet; Nichts O hilf uns allen thun nach dei nem Wohlgefallen. 4. Immer bleibst du, Gott, ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, ein Feind derer, die das Un oas dir zu thun nicht möglich recht üben. Immer bleibst du, wär'. Gott, ein Freund derer, die das 2. Du sprichst und auf dein Gute lieben. Laß uns darin mächtigs Wort fällt Alles dir schon auf Erden deinem Bilde zu Füßen. Du führest deinen ähnlich werden. Anschlag fort bei allen Hindera 5. Deine Worte trügen nicht. nissen. Du winkst, so stehet Du bist ewig der Getreue, der plötzlich da, was kurz zuvor das hält, was er verspricht; kein Auge sah. hilf, daß dieß mich stets er: 3. Du hast dein großes Schöps freue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr! auch fungswerk allmächtig ausges führet. Es bleibet fiets getreu zu bleiben. dein 6. Stets ist Wohlthun deine Augenmerk und wird durch dich Noch immerfort bes Lust, ewig währet deine Liebe; regieret. wohl mir, wenn ich auch mit steht die Welt, weil deine Alls Lust mich in guten Werken übe! macht sie erhält. dann, o Herr, wirds meiner 4. Die Menge vieler Wunder Seelen nie an wahrer Freude zeigt, daß, Schöpfer! dein Vers fehlen. mögen weit über die Gesetze 7. Erd' und Himmel wird steigt, die die Natur bewegen. vergebn; alle Welt wird mich Du bleibst ihr Herr und ihren verlassen. Nur durch dich kann Lauf hebst du nach weiser Wills ich bestehn; deine Hand wird kühr auf. mich umfassen, wenn ich nun 5. Was für ein Wunder deis von hinnen scheide. Ewig bist ner Macht wird unser Aug' einst du meine Freude. ſehen, wenn nach der langen 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Grabesnacht die Todten aufers Herr des Himmels und der Erstehen; wenn du von unserm den, diese deine Ewigkeit einen Staub den Rest zu neuen Körs starken Antrieb werden, dich zu pern werden läßt. lieben, die zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. 6. Ach! zund' in mir den Glauben an, der sich auf dich verlaffe. Ist etwas, das mich schrecken kann, wenn ich dich, Herr, umfasse? Nun, Gott, 534. Herr, deine Allmachtich traue deiner Kraft, die Als reicht so weit, kann und schafft. Miliv Allmacht. Mel. Machs mit mir, Gott- OCT Lob- und Danklieder. Allgegenwart. Imein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu Mel. Mach's mit mir, Gott, nach- und dir zu dienen eifrig sei. 535. Nie bist du, Höch. 7. Laß überall gewissenhaft ster! von uns nach deinem Wort mich han: fern; du wirkst an allen Enden. deln; und stärke mich dann auch Wo ich nur bin, Herr aller mit Kraft, vor dir getrost zu Herrn! bin ich in deinen Hän- wandeln. Daß du, o Gott! den. Durch dich nur leb' und stets um mich seist, dieß trost athme ich; denn deine Rechte und beßre meinen Geist. schützer mich. Allwissenheit. 2. Was ich gedenke, weißest 332 du; du prüfest meine Seele. Mel. Es woll' uns Gott genadig Du siehst es, wenn ich Gutes 536. Allwissender, voll thu; du siehst es, wenn ich feh kommner Geist, le. Nichts, nichts kann seis der Alles völlig siehet, was Nacht nem Aug' entfliehn und nichts und Abgrund in sich schleußt und mich deiner Hand entziehn. dem sich nichts entziehet. Es 3. Wenn ich in stiller Ein- kann vor deinem hellen Licht samkeit mein Herz an dich er sich kein Geschöpf verstecken. gebe und, über deine Huld Was in der Finsterniß geschicht, erfreut, lobsingend dich erhebe; das weißt du aufzudecken und so hörst du es und stehst mir vor Gericht zu bringen. bei, daß ich im Kreuz auch 2. Selbst die Gedanken kens standhaft sei. neft du, et' sie in mir entstehen, 4. Du merkst es, wenn des und was ich wünsche, rede, thu, Herzens Rath verkehrte Wege das kannst du Alles sehen. Vor wählet, und bleibt auch eine dir ist Alles offenbar; du weißt, böse That vor aller Welt ver- was wir beginnen und unsre hehlet; so weißt du sie und Zwecke sind dir klar, noch eh' züchtigst mich zu meiner Beß- wir sie aussinnen; nichts bleibt rung väterlich. vor dir verborgen. 5. Du hörest meinen Seuf- 3. Was deiner Kinder Herz zen zu, daß Hülfe mir erschei- begehrt, das weißt du, eh' sie ne. Voll Mitleid, Vater, zählest beren. Ihr Seufzen wird von du die Thränen, die ich weine. dir erhört, eh' sie noch vor dich Du siehst und wågest meinen treten, und was der Bösen Schmerz und stårkst mit dei- Rath beschließt, ist dir auch nem Trost mein Herz.' unverborgen; dir, der du ihren 6.D drück, Allgegenwärtiger! Anschlag siehst, als wie den lichbieß tief in meine Seele, daß, ten Morgen, den keine Schats wo ich bin, nur dich, o Herr! ten decken. 4. Was Lob Gottes und seiner Eigenschaften. 333 4. Was nach Verfließungsund nah, steht Alles, wie durch vieler Zeit erst künftig wird ge: deine Stärke, so auch durch deine schehen, siehst du schon mit All Weisheit da. Unendlich, Herr, wissenheit, als gegenwärtig, ste ist dein Verstand; der ganze hen. Dir stellt sich Alles deut: Weltbau machts bekannt. lich dar, das, was erst noch soll 3. Mit eben diesen Meisterwerden und was nun ist und hånden, mit welchen du die was einst war im Himmel und Welt gemacht, regierst du auch auf Erden. Wer sollte dich an allen Enden, was dein Vers nicht fürchten? stand hervor gebracht. Dut 5. Ja, bleibet gleich das Mei- brauchst, o unerschaffnes Licht! ste noch in dieser Welt verschwie- der Menschen Rath und Beiz gen; so wird dasselbe dennoch stand nicht. einst der Welt vor Augen liegen. Dein unparteiisches 4. Was du zu thun dir vors Gericht genommen, krönt auch, sobald wird Alles einst entdecken, was du willst, die That. Wenn taus noch so heimlich jetzt geschicht, send Hindernisse kommen, siegt und Schande, Furcht und doch dein nie gestörter Rath. Schrecken wird dann die Heuch- Den besten Zweck wählt delt ler treffen. Verstand; die Mittel stehn in 6. Laß mich, o höchste Ma- deiner Hand. jestát! dein belles Auge scheuen. 5. Die Menge so verschiedner Denn wer ists, der dich hinter Willen, wo Jeder seinen Weg geht mit seinen Gleißnereien? erwählt, muß doch den Deinen Laß mich auch in der Einsamkeit blos erfüllen, der seines Zieles dich gegenwärtig denken; laß nie verfehlt und aller Feinde Wahrheit und Rechtschaffenheit stolzen Wahn als Unvernunft mein Thun und Lassen lenken beschämen kann. und mich vor Tücken hüten. Weisheit. 6. Weisheit! decke meiner Seele die Thorheit ihrer Triebe auf, damit sie dich zum Leits Mel. Wer nur den lieben Gottftern wähle in ihrem sonst vers 537. Du weiser Schöpfer wirrten Lauf. Ich weiß den aller Dinge, der Weg des Friedens nicht; ach Alles kennet und versteht; nichts gonne mir dein göttlich Licht! ist so groß, nichts so geringe, 7. Du hast mich durch mein das nicht nach deiner Ordnung ganzes Leben nach deinem wei= geht. Denn jedem Wesen theifen Rath geführt. Ich muß left du sein Amt und seine Richt- dir, Herr, die Ehre geben, daß schnur zu. du aufs Beste mich regiert. O 2. Die vielen wundervollen leite mich durch Welt und Zeit Werke, was unsern Augen fernlhinüber in die Ewigkeit! Hela 334 Lob- und Danklieder. durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu Heiligkeit. Mel. Freu dich sehr, o meine 538, Gott, vor desfen An- allem Guten führe. gesichte nur ein 6. Keiner fündlichen Begiera reiner Wandel gilt! Ew'ges de bleibe unser Herz geweiht! Licht, aus dessen Lichte stets die Unsers Wandels größte Zierde reinste Klarheit quillt! Höch- sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach ster! deine Heiligkeit werde stets uns deinem Bilde gleich! Denn von uns gescheut! Laß sie uns zu deinem Himmelreich wirst doch kräftig dringen, nach der du, Herr, nur die erheben, Heiligung zu ringen. die im Glauben heilig leben. - 2. Heilig ist dein ganzes Wes sen und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und Gerechtigkeit. so bleibst du für und für. Was Mel. Nun freut euch liebendein Wille wählt und thut, ist 539. Gerechter Gott, vor unsträflich, recht und gut, und dein Gericht muß mit deines Armes Stärke wirkst alle Welt sich stellen. Du wirst du stets vollkommne Werke. in ihrem Angesicht auch mir 3. Herr, du willst, daß deine mein Urtheil fällen. O laß mich Kinder deinem Bilde ähnlich dein Gericht stets scheun und sein. Nie besteht vor dir der hier mit Ernst beflissen sein, Sünder; denn du bist vollkom vor dir einst zu bestehen. men rein. Du bist nur derFrom: men Freund; Uebelthätern bist du Feind. Wer beharrt in seiz nen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder; bestimmtest Jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an; 4. O, so laß uns nicht ver: allein auf das, was wir gethan, scherzen, was du uns noch zuge- siehst du, gerechter Richter. dacht! Schaff in uns noch reine 3. Viel Gutes und Barmhers Herzen, tódt' in uns der Sünzigkeit giebst du schon hier den den Macht. Denn was find Frommen; du schützest sie vor wir, Gott, vor dir! Du bist hei- manchem Leid, darein die Suns lig, aber wir sind verderbt und der kommen. So zeigest du vor wer kann zählen, großer Gott, aller Welt, daß die der Eifer wie oft wir fehlen? wohlgefällt, den man der Zus 5. Uns von Sünden zu erlógend widmet. 20 fen, gabst du deinen Sohn da: 4. Ja, Herr, du liebst, was hin: o, so reinige vom Bösenfrecht und gut und bist ein Freund Der H 335 Lob Gottes und seiner Eigenschaften. der Frommen. Wer deinen Wil- von Straf' und Schuld befreit, len gerne thut, wird von dir auf im Glauben eifrig suchen. genommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. og s Liebe und Gnade. Inser Mel. Seelenbräutigam- Gottes Gut und Treu ist noch tågs 5. Doch dem, der dich, o Gott, 540. nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Rechtlich neu. Gott thut Wunder über entweiht, bist du ein strenger Wunder, alle Zag' und auch Nächer. Verachtung, Elend, jekunder; seine Freundlichkeit Schmerz und Hohn und Tod hat uns sehr erfreut. ist seiner Bosheit Lohn, oft 2. Ich mag früh aufstehn, spät schon in diesem Leben. zu Bette gehn: wo ich hinseh', 6. Der Untergang der ersten allerwegen fließen Strôme vol= Welt, die aus der Art geschla- ler Segen; jeder Augenblick gen, das Feuer, das auf So- zeigt ein neues Glück. dom fällt, Aegyptens lange Pla 3. Das hat Gott gethan; gen und andre Wunder deiner drum so hebet an eure Lob- und Macht sind Zeugen, wenn dein Freudenlieder! fallt zu Gottes Zorn erwacht, wie du den Sün- Füßen nieder! seinen Ruhm ers dern lohnest. höht, wo ihr geht und steht! 7. Bleibt hier viel Böses un- 4. Hat gleich jeder Tag seine gestraft, viel Gutes unbelohnet; Noth und Plag; o so küff' ich es kommt ein Tag der Rechen- Jesu Hände, die zum besten Zweck schaft, der keines Sünders scho- und Ende mir den Wehrmuthsa net. Da stellst du, Herr, ins wein selbst geschenket ein. hellste Licht, wie recht und bil lig dein Gericht, dann triumphirt der Fromme. 5. Gott, der Alles trägt und die Last auflegt, wird sie treulich helfen tragen, daß ich kann mit 8. Gerechter Gott, laß mich, Freuden sagen: ,, Gottes Güt' wie du, das Gute eifrig lieben! und Treu ist noch täglich neu!" Gieb selber mir die Kraft dazu! Mel. Nun ruhen alle Wälder- wirk' inniges Betrüben, wenn sich 541. 2[ uf! auf, mein ganz die Sünd' in mir noch regt! Dein Gemüthe! und preis Herz, daß lauter Gutes hegt, seilfe Gottes Gute, die jetzt und meines Herzens Muster. ewig währt; die reichlich weiß 9. Und weit vor dir, gerechter zu geben, was man im ganzen Gott, nur die allein bestehen, die Leben zum Segen wünschet und gläubig auf des Mittlers Tod begehrt. bei wahrer Reue sehen, so laß 2. Gott hat sie lassen walten, mich die Gerechtigkeit, die mich und mich dadurch erhalten von Muta 336 Lob und Danklieder. Mutterleibe an. Ich spüre sieltigkeit! So weit die Himmel noch täglich, durch sie wird mir glänzen, übst du Barmherzigkeit. unságlich viel Gutes stets von Du siehst mit Wohlgefallen auf ihm gethan. das, was du gemacht; und hast 3. Gott macht sie alle Morgen aus Gnad' uns Allen viel Gutes durch väterliches Sorgen, an zugedacht. Leib und Seele neu. Auch in 2. Uns ewig zu beglücken, era den Finsternissen der Nacht läßt schufst du uns und deine Welt, sie mich wissen, daß sie mir die hier schon zum Entzücken so Schild und Sonne sei.. viele Wunder in sich hält. Noch 4. Sie fördert meine Werke, größrer Güte Proben hat für daß ich mit Freuden merke, wie uns deine Hand im Himmel aufa Gott mir freundlich ist. Es gehoben, der Wonne Batera kann kein ängstlich Gråmen mir land. Dahin uns zu erheben, meine Ruhe nehmen, weil sie sandt'st du den Sohn herab, mich in die Arme schließt. der huldreich selbst sein Leben 5. Wenn durch betrübte Tage für uns Verlorne gab. manch Kreuz und manche Plaz 3. Wie groß ist deine Gnade! ge mir an die Seele tritt: so ist wer ist so reich an Huld, als sie auch zugegen, und bringet du? Auch auf dem Sündenpfade Trost und Segen aus meines siehst du uns voller Langmuth Gottes Fülle mit. zu. Du lockest uns zur Buße, 6. Ja, wenn die Noth am und fallen wir gebeugt voll Reue größten, geschiehts, daß man dir zu Fuße, voll Reu, die Besa am besten des Höchsien Güterung zeigt: so schenkest du uns spürt. Zuletzt muß doch erschei- Armen auch Trost aus deiner nen, daß Gottes Hand die Sei Huld und tilgest mit Erbars nen zwar wunderlich, doch semen die ganze Sündenschuld. lig, führt. 4. Mit jedem neuen Morgen 7. Drum preise, mein Gemü- ist immer deine Güte neu. Selbst the, die wunderbare Güte, die unserm Wunsch und Sorgen dir von Gott geschicht. Im le kommst du zuvor mit Batertreu. ben und im Sterben läßt sie dich Du, Ursprung aller Gaben! dit nicht verderben! Denn Gott ver weißt, was uns gebricht, und láßt die Seinen nicht. was wir nöthig haben, versagst Mel. Nun lob mein' Seel' den du Keinem nicht. Wie sind doch Gott! du bist die unsre Tage von deinem WohlLiebe; uns wohl: thun voll! Selbst ihre Last und zuthun, ist deine Lust. Drum Plage lenkst du zu unserm preist mit frohem Triebe dich un- Wohl. 542. fre dankerfüllte Brust. Wie so 5. Wer sollte dich nicht lieben? gar ohne Grenzen, ist deine Gü- Du hast uns, Herr, zuerst ges liebt, wen 337 Lob Gottes und seiner Eigenschaften. liebt und bist stets treu geblie-( viel Glück genießen? Ist's nicht ben, wie viel wir wider dich ge- sein Arm, der Alles schafft? übt. Mit Gnade uns zu seg 3. Blick, o mein Geist, in jez nen, ist ewig deine Lust! Mit nes Leben, zu welchem du ers Dank dir zu begegnen, fei, schaffen bist; wo du, mit Herrs Herr! auch unsre Lust! Zu ehlichkeit umgeben, Gott ewig ren deinen Willen, uns selbst sehn wirst, wie er ist! Du hast zum Glück und Heil, ihn freu- ein Recht zu diesen Freuden; dig zu erfüllen, sei unser bestes durch Gottes Güte sind sie dein. Theil. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hált, den setzest du zum Segen 4. Und diesen Gott sollt' ich schon hier, noch mehr in jener nicht ehren? und seine Güte nicht Welt. Du schaffst ihm selbst verstehn? Er sollte rufen, ich aus Leiden den herrlichsten Ge- nicht hören? den Weg, den er winn; und führest ihn zu Freu- mir zeigt, nicht gehn? Sein den, die ewig währen, hin. Will' ist mir ins Herz geschries Wie groß ist deine Güte! mich ben, sein Wort bestärkt ihn ewig zu erfreun, laß, Gott! ewiglich: Gott soll ich über Als auch mein Gemüthe voll Liebe les lieben und meinen Nächsten zu dir sein. gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank; dieß 543. Wie groß ist des ist sein Wille: ich soll voll LieAllmächt'gen Gü- be sein, wie er. So lang' ich te! Ist der ein Mensch, den dieß Gebot erfülle, stell' ich sein sie nicht rührt? der mit ver- Bildniß in mir her. Lebt seine härtetem Gemüthe den Dank Lieb' in meiner Seele, so treibt erstickt, der ihm gebührt? Nein, sie mich zu jeder Pflicht; und feine Liebe zu ermessen, seisob ich schon aus Schwachheit ewig meine größte Pflicht. Der fehle, herrscht doch in mir die Herr hat mein noch nie ver- Sünde nicht. gessen; vergiß, mein Herz, auch 6. Gott, laß deine Gut' seiner nicht. und Liebe mir immerdar vor 2. Wer hat mich wunderbar Augen sein. Sie stärk' in mir bereitet? Der Gott, der meiner die guten Triebe, mein ganzes nicht bedarf. Wer hat mit Leben dir zu weihn; sie tröste Langmuth mich geleitet? Er, mich zur Zeit der Schmerzen; dessen Rath ich oft verwarf. fie leite mich zur Zeit des Wer stärkt den Frieden im Ge- Glücks; und sie besieg' in meis wissen? Wer giebt dem Geiste nem Herzen die Furcht des lega neue Kraft? Wer läßt mich folten Augenblicks. 22 Gea Lob- und Danklieder und tráge. Sie jiraucheln, sie Geduld und Langmuth. vergehen sich und fehlen oft Mel. An Wasserflüssen Babylon- mals wider dich auf selbst ge 544, Getreuer Gott! wie wähltem Wege. viel Geduld erzei 5. Verdienen die nicht Fluch gest du uns Armen! Wir häu- und Tod, die dich, o Vater, fen täglich unsre Schuld; du fliehen? Mit wie viel Recht haufest dein Erbarmen. Was ist konnt'st du nicht, Gott! dich ih: des Menschen Lebenslauf? Er ist nen ganz entziehen? Doch nein, verderbt von Jugend auf; sein das kann dein Herze nicht, dein Sinn ist dir entgegen und doch, Herz, das aus Erbarmen bricht, p Bater, suchst du ihn von seie wenn deine Kinder fehlen; es nen Sünden abzuziehn, zur hat Geduld und denkt daran, was Jesus hat für sie gethan, Beßrung zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jam- zu retten ihre Seelen. 6. Du warnest sie vor der Ge mert dich; selbst wenn sie sich verstocken, willst du sie dennoch fahr, so oft sie irre gehen! reichst väterlich durch Güte zu dir lok ihnen Muth und Stärke dar, ken. Wie lange sahst und rie- von Sünden abzustehen. Du fest du nicht eh'mals deinem lockest sie voll Lieb' und Huld, Volke zu, daß sich ihr Herz be- versprichst, durch Christum ihre kehrte? Wie trugst du nicht so Schuld und Fehler zu verges lange Zeit die erste Welt mit Gü- ben; schenkst ihnen Glauben, tigkeit, eh' sie die Fluth verheerte? Geist und Kraft, und nach volls 3. Noch giebst du Sündern brachter Pilgrimschaft Sieg, Ruhe, Freud' und Leben. Zeit und Raum, der Strafe zu entgehen; du läßt den unfrucht- 7. Laß diese Langmuth und baren Baum nicht ohne Pfle: Geduld, Gott, unsre Herzen ge stehen; du schonest sein von rühren! Nie müsse deine Vatera Seit zu Zeit, verziehest, vou huld zur Sicherheit uns füh Barmherzigkeit, ihn gänzlich ren! Trag uns erbarmend fera abzubauen. Du wartest sein nerhin; doch gieb uns auch damit großer Treu und hörst, das bei den Sinn: daß wir das mit er fruchtbar sei, nicht auf, Bose hassen und uns, noch in der Gnadenzeit, den Reichthum an ihm zu bauen. 338 4. Langmüthigster, so große deiner Gütigkeit zur Buße leis Huld bezeigst du frechen Sün- ten lassen. dern, und wie viel Nachsicht und Geduld hast du mit deinen Kin Wahrhaftigkeit. Sie werden ja, weil Mel. Wer nur den lieben Gott dern! Fleisch und Welt hier ihnen háu: 545, noch nie hast du dein fig Netze stellt, oft sicher, matt Wort gebrochen, niew Lob Gottes und seiner Eigenschaften. 339 nie deinen Bund, o Gott! ver- das von mir gewagt, was dein letzt; du hältst getreu, was du Befehl mir untersagt. versprochen, vollführst, was du 5. Doch, laß mich auch mit dir vorgesetzt. Wenn Erd' und festem Glauben dem Worte deis Himmel auch vergehn, bleibt ner Gnade traun. Wer kann den ewig doch dein Wort befiehn. Trost uns jemals rauben, den 2. Du bist kein Mensch, daß wir auf dein Versprechen baun? dich gereue, was uns dein Mund Du bist ein Fels; dein Bund verheißen hat. Nach deiner steht fest. Wohl dem, der sich Macht, nach deiner Treue auf dich verläßt! bringst du, was du versprichst, 6. Wie stark sind unsers Glaus zur That. Scheint die Erfül- bens Gründe! hier ist dein lung gleich noch weit, so kommt Wort, das niemals trügt! und sie doch zu rechter Zeit. daß dieß allen Beifall finde, 3. Und wie du das unfehlbar hast du den Eid hinzu gefügt. giebest, was deine Lieb' uns zu- Wahrhaft'ger! was dein Mund gedacht; so wird, wenn du Ver- beschwört, ist völlig unsers geltung übest, dein Drohwort Glaubens werth. auch gewiß vollbracht; wer dich, 7. Laß, Seele, laß dich dies o Gott! beharrlich haßt, fühlt beschämen; vertraue Gott, der endlich deiner Strafe Last. treu es meint! Such ihn zum 4. drücke dieß tief in mein Muster anzunehmen: der WahrHerze, daß es vor deinem Wort heit Freund, der Lügen Feind. sich scheut. Gieb, daß ich nie Beweise dich als Gottes Kind, leichtsinnig scherze mit deiner dem Treu und Wahrheit heiz Strafgerechtigkeit. Nie werdellig sind. 2.) Lob Gottes wegen der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Mel. Wer nur den lieben Gott-Ige Seele, die nur so lang im 546. Dein bin ich, Gott, Fleische lebt, bis sie, daß ihr dein sei mein Le- fein Wohlfein fehle, dein Ruf ben; wie tröstlich ist mein Ur- zum höhern Geist erhebt. Du sprung mir! Du bast den Odem haft mir Sinnen und Verstand, mir gegeben; mein ganzes We- Begierd' und Willen zugewandt. sen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anblick deines Lichts. 3. Wenn ich auf meinen Körs per sehe, den du so kunstvoll auss gebild't; so wird, o Vater in der 2. Du gabst mir die vernünft'- lhöhe! mein Herz mit Ehrfurcht 22* ganz 340 Lob und Danklieder ganz erfüllt. Ein jedes Glied, wird nichts Böses machen. Dieß, ein jeder Sinn, reißt mich zu fromme Seele, wohl betracht in deinem Lobe hin. allen deinen Sachen, in Freud' 4. Durch deiner Vorsicht gnå- und Leid, in Glück und Noth, dig Walten, die mich von Kind- in Krankheit, Jammer, Kreuz heit an umfing, bin ich bis hie- und Tod, in Kummer, Angst her noch erhalten, so daß der und Schmerzen; o glaub' es Lod vorüber ging. Ich stehe recht von Herzen. noch und preise dich; Herr, deine Rechte schützte mich. 2. Der Herr hat Alles wohl gemacht, noch eh' er uns erschaf 5. Ich bin nicht werth der fen: er hat uns mit dem Heil bes großen Güte, die du, mein dacht, das einig unsre Waffen, Gott, an mir gethan; beschämt ja unser Schild und Rettung ist. empfindet mein Gemüthe die Er hat uns vor der Zeit erkiest; Schuld, die ich nicht leugnen eh' man die Sternen zählet, hat kann. Ich habe, was mich er uns schon erwählet. sehr erschreckt, vielfältig Seel' und Leib befleckt. 3. Der Herr hat Alles wohl ges macht; das rühme, wer es höret; 6. Ja, Herr, ich habe meine als er uns hat hervor gebracht, Glieder zu Sündengliedern oft und nach der Hand genähret; gemacht. Vor dir fall' ich in De- da er das menschliche Geschlecht muth nieder: vergieb, was ich gesegnet, daß auch Früchte nicht recht bedacht! Verwirf mich, bracht' das Erdreich, und was Vater, nicht von dir; schaff selbst drinnen, ergotzet unsre Sinnen. ein reines Herz in mir! 4. Der Herr hat Alles wohl ges 7. Hilf, daß ich dir zur Ehre macht; da schon der Mensch ge lebe und gerne thu, was dich fallen, da hat er dennoch fleißig erfreut, auch Geist und Leib Acht auf ihn und auf uns allen. und Glieder gebe zu Waffen der Er rief, und ruft noch mich und Gerechtigkeit; daß ich in wahrer dich aus lauter Lieb', und sehLieb und Treu bis in den Tod net sich in heißen Liebes- Flama dein eigen sei. men nach uns hier allzusammen. 5. Der Herr hat Alles wohl 8. Fällt dieses Leibes Hütte nieder, vollend' ich dieses Lebens Lauf; o Gott, so richte du mich gemacht, der uns sein Wort ges wieder verherrlicht aus dem Freude macht, wenn wir in wieder verherrlicht aus dem geben, das unser Herz voll Staube auf! Dein ew'ges Le: Alengsten schweben; da ist er ben sei mein Theil; so preif' ich unsre Zuversicht, er tröstet uns, ewig dich, mein Heil. und läßt uns nicht in allen uns Mel. Ermuntre dich, mein schw.-sern Nethen, schien's gleich, als 547, Der Herr hat Alles wollt' er tödten. wohl gemacht, erl 6. Der Herr hat Alles wohl ges macht, wegen der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 311 macht, da er für uns gestorben, 11. Der Herr hat Alles wohl und Heil undleben wiederbracht, gemacht, wenn er in Lieb' und uns durch sein Blut erworben. Treue noch immerzu an uns gez Was willst du mehr, betrübter dacht und macht uns wieder Geist? Komm her, schau hier neue; wenn er den bösen Willen was lieben heißt; sollt' der nicht bricht und die verkehrten 2Bege Alles geben, der für dich giebt richt't nach seinem weisen Wils sein Leben? len, daß wir den treu erfüllen. 7. Der Herr hat Alles wohl 12. Der Herr hat Alles wohl gemacht; da er vom Tod erstan- gemacht, wenn er wird wieder den und, aus ganz eigner kommen und, ob gleich Alles Kraft und Macht, uns von der blitt und kracht, wird er doch Höllen Banden und ihren Stra- seine Frommen zu sich aufnehfen hat befreit, daß unser Mund men in die Höh' und retten sie getrost ausschreit: ,, Wo ist der von allem Weh, da wir und sie Sieg der Höllen und ihrer Mit- erhoben ihn ewig werden loben. gefellen? 13. Der Herr hat Alles wohl 8. Der Herr hat Alles wohl ge- gemacht, es wird kein Sinn ermacht, da er ist aufgefahren gen reichen hier seines Ruhmes gros Himmel, da ein Herz hintracht't, Be Pracht; wer ist ihm zu vers das seine Huld erfahren. Er hat gleichen? Drum rühmen wir die Stätt' uns da bereit't, da wir aus voller Macht: Der Herr nach dieser kurzen Zeit in Freu- hat Alles wohl gemacht! dafür den sollen schweben und ewig wir hier und oben ihn billig mit ihm leben. follen loben. 9. Der Herr hat Alles wohl ge 14. Nun, er hat Alles wohl macht, wenn seinen Geist er sen- gemacht, er wird nichts Böses det zu uns herab, der uns be- machen. Er tråget dich, hat auf wacht und unsre Herzen wen- dicht acht; darum in allen Sap det von dieser Welt zu Gott hin- chen, in Freud' und Leid, in auf und daß wir endlich unsern Glück und Noth, in Krankheit, Lauf ganz seliglich vollziehen, Jammer, Kreuz und Zod, in wenn wir von hinnen fliehen. Kummer, Angst und Schmerz 10. Der Herr hat Alles wohl zen gieb ihm sein Lob von Herzen. gemacht, auch wenn er uns be: trüber, wenn uns die finstre Kreu: Mel. Wer nur den lieben Gott zesnacht befällt und er uns 548. Dir, Gott! dir will übet in Kreuz und Widerwärtigich fröhlich fins keit, in Angst, in Trübsal und gen, dir, dessen Freude Wohls in Leid, wenn er uns stärkt im thun ist; dir will ich Dank und Glauben, den Niemand uns Ehre bringen, dir, der du gut fann rauben. lund freundlich bist. Ja, Gott, du bift 342 Lob und Danklieder bist ganz Gnad' und Treu, giebdrum Seele, sage: ,, Gott, du daß mein Herz ganz Freude sei. bleibst ewiglich mein Theil. Von 2. Dich preisen alle Engelhee- ganzem Herzen liebst du mich, re, dir singt der ganze Himmel von ganzem Herzen preis' ich Dank! dir, Herrscher, braufen dich!" Wind' und Meere, ihr Brausen 8. Denk heut, o Seefe! denk ist dein Lobgesang. Die ganze zurücke in jene Zeit, die froh ver Schöpfung ruft mir zu: ,, Wo ist floß; war nicht mein geist und ein solcher Gott, wie du?" teiblich Glücke mit jedem Tage 3. Du, unser Gott, bist hoch| neu und groß? Erfreut und danks gu loben, denn nichts gleicht dei- bar ruf ich aus: ,, Was bin ich, ner Mildigkeit. Du, hoher Herr! was ist mein Haus?" Schöpfer, blickt von oben auf 9. Wie soll ich deine Treu vers der Geschöpfe Dürftigkeit. Kein gelten? Ich bin zu arm zu dies Wurm friecht unbemerket hin, ser Pflicht; die Schätz' in Mildu siehst, du nåhrst, du schůz- tionen Welten bezahlen deine zest ihn. Wohlthat nicht. Mein schwa 4. Du hast, o Vater, meinscher Dank ist viel zu klein, ein Gemüthe durch manche Gnaden- würdig Opfer dir zu sein. gab' erfreut; o gieb mir auch 10. Dir will ich fernerhin vers nach deiner Güte noch ein Getrauen, denn du hast mir stets schenk: Die Dankbarkeit! Lehr wohlgethan; ich will mit Glaus Alles das, was in mir ist, froh ben auf dich schauen, sieh mich rühmen, daß du guådig bist. mit Vaterblicken an. So gel 5. Wer schuf die Seel' und ich ruhig durch die Zeit und Ihre Krafte, Gedächtniß, Wil- fröhlich in die Ewigkeit. len und Verstand? wer segnet Siehe auch Num. 382. des Berufs Geschäfte? wer stärkt die arbeitsame Hand? wer schenket mir den edlen Freund, ders treu im Kummer mit mir verdeutscht durch Dr. Martin Luther, meint? Te Deum laudamus. 6. Wer wog so weislich mei- 549. Herr Gott! dich eloben wir, Herr Gott! wir danken dir. des Glaubens zu? wer wechselte Dich, Gott Vater in Ewigkeit! ne Leiden mir nach dem Maas fie bald mit Freuden? wer gab im Kummer Trost und Ruh? wer schützte mich vor der Gefahr, die ungesehn mir nahe war? Ehret die Welt weit und breit. All' Engel und Himmelsheer', 7. Wer fristet meine Lebens: tage? wer schmückt und krönet fie mit Heil? Du, Bater thuft's; Und was dienet deiner Ehr', Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Hei: wegen der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 343) Heilig ist unser Gott, der Her-/ Und segne, was dein Erbtheil ist. re Zebaoth! Wart und pfleg ihr'r zu aller Zeit, Dein' göttlich' Macht und Herr lichkeit, Gebt über Himm'l und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl, Und die lieben Propheten all, Die theuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr! mit großem de Schall. Und heb sie hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott! wir loben dich, Und ehr'n dein'n Namen stes tiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott! Vor aller Sünd' und Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott! Die ganze werthe Christenheit Sei uns gnädig in aller Noth! Rühmt dich auf Erden allezeit, Zeig' uns deine Barmherzigkeit, Dich, Gott Vater! im höchsten Wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr! In Schanden laß uns nimmers mehr, Amen! Thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, Den heiligen Geist und Tröster werth, 6), Mel. In dich hab' ich gehoffet, H. 550. Jch danke dir demüs thiglich, o Gott, mein Vater! daß du dich zu uns Du Kön'g der Ehren, Jesu Christ, frer Noth gewendet und deinen Gott Vaters ew'ger Sohn du bist. Sohn zur Freud' und Kron' uns Der Jungfrau'n Leib nicht hast in die Welt gesendet. verschmäht, Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 2. Er ist gekommen, hat sein Zu erlösen das menschlich' Ge- Blut vergossen, und in solcher Fluth der Sünden Heer ersticket; Du hast dem Tod zerstört sein' wer ihn nur faßt, wird aller schlecht; Last entledigt und erquicket. Macht Und alle Christ'n zum Himmel bracht. Du sik'st zur Rechten Gottes gleich 3. Jch bitte, was ich bitten kann: herzliebster Vater, nimm mich an in diesen edlen Orden, der durch dieß Blut gerecht und gut und ewig selig worden. Mit aller Ehr' ins Vaters Reich; Ein Richter du zukünftig bist, 4. Laß mich mit starker Glaus Alles, was todt und lebend ift. benshand ergreifen dieses theure Nun hilf uns, Herr! den Die nern dein, Pfand und nimmermehr vers lieren; laß dieses Licht mein Angesicht zum ew'gen Lichte führen. 5. Bereite meiner Seelen, Haus; was dir mißfällig, stoß hinaus, bau in mir deine Hütte, daß Die mit dein'm Blut erlöset sein: Laß uns im Himmel haben Theit Wit den Heil'gen im ew'gen Heil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Chrift! 344 Lob und Danklieder daß deine Gür' in mein Gemüth Ider Tod auch selbst verschlun viel Gnadengaben schütte. gen hätte. 6. Wenn ich dich hab', ist Alles 13. Herr, du willst gerne gnä: mein, du kannst nicht ohne Ga- dig sein; du wollest deiner Gnas ben sein, hast tausend Weg' und de Schein uns und all'n denen Weisen, dein' arme Heerd' auf gónnen, die sich mit Mund und dieser Erd' zu nähren und zu Herzensgrund allein zu dir be speisen. kennen. 7. Gieb mir, daß ich an mei14. Jnsonderheit nimm wohl nem Ort dich fürcht' und lieb' in Acht den Fürsten, den du nach deinem Wort und meinen uns gemacht zu unsrer Landes: Stand so führe, daß Glaub' und krone; laß immerzu sein Fried' Treu stets bei mir sei und all' und Ruh auf seinem Stuhl' und mein Leben ziere. Throne. 8. Gieb mir ein gnügsam 15. Halt unser liebes Vater: Herz und Sinn; denn es ist ja land in deinem Schutz mit siar: ein groß Gewinn, sein eigen sker Hand! behüt' uns allzusam Herz besiegen und wenn Gott men vor falscher Lehr und Fein giebt, was ihm beliebt, sich ger- desheer', vor Pest und Feuers: ne lassen gnügen. flammen. 9. Das Ben'ge, das durch 16. Nimm all' der Meinen Gottes Gnad' ein Frommer und gnädig wahr; vertreib das Bss Gerechter hat, ist sicher mehr se immerdar von Jungen und zu schätzen, als vieles Geld, von Alten, daß deine Heerd' darauf die Welt pflegt ihr Ver- hier zeitlich werd' und ewig dort traun zu setzen. erhalten. 10. Die Frommen sind dir, Herr, bewußt; du bist ihr' und Mel. Aus meines Herzens Gr. pot fie deine Lust und werden nicht 551. Ich preiſe dich und zu Zeit, find't sich bereit ihr Brod Wundergnad', die mir so große in allen Landen. Dinge bisher erwiesen hat; 11. Gott hat den, der ihn denn das ist meine Pflicht, in fürchtet, lieb, sieht zu, daß ihn meinem ganzen Leben dir Lob kein Unfall trüb', hat Lust an und Dank zu geben; mehr hab' feinen Wegen, und wenn er und kann ich nicht. fällt, steht Gott und hält ihn fest in seinem Segen. 2. Herr, mein Gott! da ich Kranker vom Bette zu dir schrie, 12. Des Höchsten Auge sieht da ward dein Heil mein Anker, auf die, die auf ihn hoffen spät und du verließ'st mich nie. Da und früh, daß er sie schütz' und Andre fuhren hin zur finstern Tos rette aus aller Noth, wenn sieldeshöhle, erhieltst du meine Seele wegen der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 345 Seele, daß ich noch leb' und Wer ist es, der uns unser Feld bin. mit Thau und Regen netzt? 3. Ihr Heiligen, lobsinget 5. Wer wärmet uns in Kält und danket eurem Herrn, der, und Frost? Wer schützt vor wenn die Noth herdringet, bald Sturm und Wind? wer macht hört und herzlich gern uns es, daß man Korn und Most Gnad' und Hülfe giebt; rühmt zu seinen Zeiten find't? den, des Hand uns tráget und 6. Wer giebt uns Leben und wenn er uns ja schläget, nicht Geblüt? Wer hält mit seiner allzusehr betrübt. Hand den goldnen, werthen, 4. Gott hat ja Vaterhånde edlen Fried' in unserm Vaters und strafet mit Geduld; sein land? Born nimmt bald ein Ende, sein 7. Ach! Herr, mein Gott! Herz ist voller Huld und gönnt das kommt von dir, nur du mußt uns lauter Gut's; den Abend Alles thun; du bältst die Wach währt das Weinen, des Mor an unfrer Thür, und läß'st gens macht das Scheinen der uns sicher ruhn. Sonn' uns guten Muth's. 8. Du náhrest uns von Jahr 5. O, daß zu deiner Ehre zu Jahr, bleibst immer gut und mein Dank sich stets erhüb' und treu, und stehst uns, wenn wir nimmer stille wäre, bis daß ich in Gefahr gerathen, treulich deine Lieb' und ungezählte Zahl bei. der großen Wunderdinge in 9. Du trägst uns Sünder mit ew'ger Freud' besinge, dort in Geduld und schlägst nie allzus des Himmels Saal! sehr: ja endlich nimmst du uns Mel. Lobt Gott, ihr Christen- fre Schuld und wirfft sie in 552. Ich finge dir mit Herz das Meer. und Mund, Herr, 10. Wenn unser Herze seufzt meines Herzens Lust; ich sing' und schreit, wirst du gar leicht und mach' auf Erden kund, erweicht und giebst uns, was was mir von dir bewußt. uns hoch erfreut und dir zu 2. Ich weiß, daß du der Ehren reicht. Brunn der Gnad' und ew'ge 11. Du zählst, wie oft ein Quelle seist, daraus uns Allen Christe wein', und was sein früh und spat viel Heil und Kummer sei, und keine Zähre Gutes fleußt. ist so klein, du hebst und legst 3. Was sind wir doch, was sie bei. haben wir auf dieser ganzen 12. Du füllft des Lebens Erd', das uns, o Bater! nicht Mangel aus mit dem, was von dir allein gegeben werd'? ewig steht, und führst uns in 4. Wer hat das schöne Him des Himmels Haus, wenn uns melszelt hoch über uns gesetzt? ldie Erd' entgeht. 13. Wohl 346 Lob und Danklieder 13. Wohl auf! mein Herze, 2Beisheit setzet und ordnet, das sing' und spring' und habe guten ergötzet und ist sehr wohl ge Muth! dein Gott, der Ursprung than. aller Ding', ist selbst und bleibt 3. Sein Heil und große Güte dein Gut, steht fest und unbewegt; damit 14. Er ist dein Schatz, dein auch dem Gemüthe, so lang das Erb' und Theil, dein Glanz und Herze schlägt, dieselbe nicht ents Freudenlicht, dein Schirm und weich', hat er zum GlaubenszunSchild, dein' Hülf' und Heil, der ein Denkmal seiner Wunder schafft Rath und läßt dich nicht. gestift't in seinem Reich. 15. Was frankst du dich in 4. Gott ist voll Gnad' und Gas deinem Sinn und grämst dich ben, giebt Speiß aus milder Tag und Nacht? Nimm deine Hand, die Seinen wohl zu las Sorg' und wirf sie hin auf ben, die ihm allein bekannt! den, der dich gemacht. denkt stets an seinen Bund, 16. Hat er dich nicht von Jus macht denen, die er weiden will gend auf versorget und ernährt? mit des Geistes Freuden, all' 23ie manchen schweren Un seine Thaten kund. glückslauf hat er zurück gekehrt. 5. Das Wirken seiner Hände 17. Er hat noch niemals was und was er uns gebeut, das hat versehn in seinem Regiment; ein gutes Ende, bringt rechten nein, was er thut und läßt ge Trost und Freud' und Wahrheit, fchehn, das nimmt ein gutes die nicht treugt. Gott leitet ſeine End'. Knechte in dem rechtschaffnen Rechte, das sie zum Leben neigt. 18. Ei nun, so laß ihn fer ner thun und red' ihm nicht dars ein; so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. 6. Sein Herz läßt ihm nicht reuen, was uns sein Mund verspricht; giebt redlich und mit Mel. Aus meines Herzens Grunde- Treuen, was unser Unglück 553. Ich will mit Danken bricht; macht freudig, unvers kommen in den gezagt, will endlich uns erlösen meinen Rath der rechten wahren vom Kreuz' und allem Bösen, Frommen, die Gottes Rath und das seine Kinder plagt. That mit süßem Lob' erhöhn; zu benen will ich treten, da foll mein Dank und Beten von gan zem Herzen gehn. 7. Sein Wort ist wohl gegrüns det, sein Mund ist rein und klar. Wozu er sich verbindet, das macht er fest und wahr und wird 2. Groß ist der Herr und mach ihm gar nicht schwer. Sein tig, groß ist auch, was er macht. Name, den er führet, ist heilig Ber aufmerkt und andächtig und gezieret mit großem Lob' nimmt seine Werk' in Acht, hat und Ehr'. eitel Lust daran. Was seinel Was feine 8. Die Furcht des Herren giebet wegen der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 347 bet den ersten besten Grund zursmens ist die Fülle vor dir, o Here Weisheit, die Gott liebet und Gott Zebaoth! Du bist doch rühmt mit seinem Mund. O wie Herr, auf Erden der Frommen klug ist der Sinn, der diesen Weg Zuversicht; in Trübsal und Beversiehet und fleißig darauf ge: schwerden läßt du die Deinen het! deß Lob fällt nimmer hin. nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor Jes 554. Lobe den Herrn, den dermann, und deinen Ruhm allmächtigen König vermehren, so lang er tallen der Ehren, meine geliebete See- tann. le, das ist mein Begehren. 2. Es müssen, Herr, sich freuen Kommet zu Hauf! Psalter und von ganzer Seel und jauchHarfe, wacht auf! Laffet den zen schnell, die unaufhörlich Lobgesang horen! schreien: Gelobt sei der Gott 2. Lobe den Herrn, der ja Alles Ifrael! sein Name werd' gepries so herrlich regieret, der dich auf sen, der große Wunder thut, Fitt'gen des Adlers so sicher ge- und der auch mir eriviefen das, führet, der dich erhält, wie es was mir núß' und gut. Nun das dir selber gefällt; hast du nicht ist meine Freude, daß ich an ihm dieses verspüret? stets kleb' und niemals von 3. Lobe den Herrn, der so künst- ihm scheide, so lang' ich leb' lich und fein dich bereitet, der und schweb'. die Gesundheit verliehen, dich 3. Herr, du hast deinen Na= freundlich geleitet. In wie viel men sehr herrlich in der Welt geNoth hat nicht der gnädige Gott über die Flügel gebreitet? macht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie 4. Lobe den Herrn, der ja deinen gedacht. Du hast mir Gnad' ers Stand sichtbar gesegnet, der aus zeiget! Nun wie vergelt' ichs dir? dem Himmel mit Strömen der Uch, bleibe mir geneiget, so will Liebe geregnet. Denke daran, ich für und für den Kelch des was der Allmächtige kann, der Heils erheben und preisen weit dir mit Liebe begegnet. und breit dich, Herr, mein Gott, 5. Lobe den Herrn, o, was in im Leben und dort in Ewigkeit, mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abra= hams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht! Lo bende, schließe mit Amen. Mel. Nun lob mein' Seel den 2. Du hast, durch deine große 555. Man lobt dich in der Stille, du hoch Macht, mich an das Tageslicht erhabner Zionsgott! des Rühlgebracht, mir Leib und Seele schön 556. Mein Gott! ich dans ke herzlich dir für alle Wohlthat, die du mir von Kindheit bis auf diese Stund' so überflüssig haft gegonnt, 348 Lob- und Danklieder schön geziert, mich in die Chri- 4. Wie fröhlich lächelt jede sienheit geführt. Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freudenquell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 3. Die Erbsünd', welche in mir haft't, hat zur Verdammung keine Kraft; weil du mich wieder in der Tauf' zu deinem Kind genommen auf, 5. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich wie du? 4. Wiewohl sich, leider! Schwachheitssünd' an mir noch 6. Gott! wer erfährt nicht immer häufig find't: so hast deine Huld? Wem sirahlet nicht du doch durch deinen Sohn dein Licht? Mit welcher Langdieselbe mir vergeben schon. muth und Geduld verschonst du 5. Viel tausend Gnade hast unser nicht? du mir auch sonst erwiesen für 7. betet, Menschen, betet und für. Ich spür' es stets und an! und denket freudig nun: überall; drum sag' ich billig Was hat nicht Gott an uns ges noch einmal: than? Was wird er nicht noch 6. ,, Mein Gott! ich danke thun? herzlich dir für alle Wohlthat, 8. Denn nicht für diese kurze die du mir von Kindheit bis Zeit hieß uns der Herr hier sein. auf diese Stund' so überflüßig Er schuf uns für die Ewigkeit, haft gegonnt!" uns ewig zu erfreun. 7. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geiß 558, Nun danket Alle Gott mit Herzen, Mund in einem Thron, welch' ihm und Händen, der große Dinge auch also sei bereit von nun thut an uns und allen Enden, an bis in Ewigkeit. der uns von Mutterleib' und Mel: Lobt Gott, ihr Christen- Kindesbeinen an unzählig viel 557. Noch immer wechseln zu gut, und noch jetzund geordentlich des Jah- than. res Zeiten ab; und früh und 2. Der ewig reiche Gott woll' spát ergieset sich dein Segen, uns bei unserm Leben ein imGott, herab. mer fröhlich Herz und edlen Fries 2. Noch öffnest du die milde den geben, und uns in seiner Hand, wie du es stets gethan, Gnad' erhalten fort und fort, du fegnest uns und füllst das und uns aus aller Noth erLand mit deinen Gütern an. tösen hier und dort. 3. Von deinem Himmel, Höch- 3. Lob, Ehr' und Preis sei ster, träuft Gedeihn und Frucht: Gott, dem Vater und dem Sohne barkeit; die Saat geht auf und und dem heiligen Geist im hohen blüht und reift, und sättigt Himmelsthrone, dem dreieinis und erfreut. Igen Gott, der ohne Ursprung war, der wegen der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 349 der ist und bleiben wird jezund und immerdar. 10. Daß wir ihn loben allzugleich um seine Gütigkeit, und sagen Gott in seinem Reich 559, Nun danker All' und Lob, Preis in Ewigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christenbringet Ehr, ihr 560, Nun lob, mein' Seet, Menschen in der Welt, dem, des den Herren, was in sen Leb der Engel Heer im Him- mir ist, den Namen sein! Sein' mel stets vermeldt. Wohlthat thu er mehren, vergiß - 2. Ermuntert euch, und singt es nicht, o Herze mein! Hat dir mit Schall Gott, unserm höch- dein' Sund' vergeben, und heilt sten Gut, der seine Wunder über dein' Schwachheit groß, errett't all und große Dinge thut. dein armes Leben, nimmt dich in 3. Der uns vom Mutterleibe seinen Schoos, mit reichem Trost an frisch und gesund erhält, und beschüttet, verjüngt, dem Adler wo kein Mensch mehr helfen gleich. Der Kön'g schafft Recht, kann, sich selbst zum Helfer stellt. behútet, die leid'n in seinem Reich. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes 2. Er hat uns wissen lassen sein Muths, die Straf erläßt, die heilges Recht und sein Gericht, Sünd' vergiebt und thut uns dazu sein' Gút' ohn Maaßen, es alles Guts. mang'lt an sein'r Erbarmung 5. Er gebe uns ein fröhlich nicht. Sein'n Zorn läßt er bald Herz, erfrische Geist und Sinn, fahren, straft nicht nach unsrer und werf all' Angst, Sorg', Schuld; die Gnad' thut er nicht Furcht und Schmerz in's Mee- sparen, den Blöden ist er hold; sein' res Tiefe hin. Gut ist hoch erhaben ob den'n, die 6. Er lasse seinen Frieden ruhn fürchten ihn. So fern der Ost vour auf unserm Vaterland; er gebe Abend, ist unsre Sünd' dahin. Glück zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. 3. Wie sich ein Vat'r erbarmet üb'r seine junge Kinderlein; so 7. Er laffe seine Lieb' und Güt' thut der Herr uns Armen, so wir um, bei und mit uns gehn; was ihn kindlich fürchten rein. Er aber angsiet und bemüht, gar kennt das arm Gemächte! Gott ferne von uns stehn. weiß, wir sind nur Staub, gleich8. So lange dieses Leben wie das Gras vom Rechen, ein' währt, sei er stets unser Heil, Blum' und fall'ndes Laub, der und wenn wir scheiden von der Wind nur drüber webet, so ist es Erd', verbleib' er unser Theil. nimmer da; also der Mensch vers 9. Er drücke, wenn das Herze gehet, sein End' das ist ihm nah. bricht, uns unsre Augen zu, und 4. Die Gottesgnad' alleine zeig' uns drauf sein Angesicht steht fest und bleibt in Ewigkeit dort in der Himmelsruh. bei seiner lieb'n Gemeine, die sieht in 350 Lob und Danklieder in seiner Furcht bereit, die seinen] Ja Geist und Leib ermuntre dich Bund behalten. Er berrscht imfund danke Gott herzinniglich! Himmelreich. Ihr starken Engel, 4. Dir sei, o allerliebster Vas waltet sein's Lobs und dient zuster! unendlich Dank für Seel' gleich den großen Herrn zu Eh und Leib! Dank sei dir, mil ren und treibt sein heilig's Wort! dester Berather! für jeden ed mein' Seel' soll auch vermehren len Zeitvertreib, den du mir sein Lob an allem Ort. hier in dieser Welt aus lauter 5. Sei Lob und Preis mit Eh Güte haft bestellt. ren, Gott Vater, Sohn 5. Mein treuster Jesu! sei ges und heilgem Geist! der woll' in priesen, daß dein erbarmungsa uns vermehren, was er uns aus volles Herz so hülfreich sich Gnaden verheißt, daß wir ihm an mir bewiesen, daß es, durch fest vertrauen, gânzlich verlas Blut und Todesschmerz, mich sen auf ihn, von Herzen auf von des Satans Macht befreit, ihn bauen, daß unser Herz, und dir zum Eigenthum ges Muth und Einn ihm tröstlich weiht. soll'n anhangen. Drauf singen 6. Auch dir sei ewig Ruhm wir zur Stund': Amen, wir und Ehre, o Gott, du werther werd'ns erlangen, glaub'n wir heil'ger Geist! für deines Trostes aus Herzensgrund. füße Lehre, die mich ein Kind Mel. Wer nur den lieben Gott des Lebens heißt. Ach! wo was daß ich tausend Guts von mir geschicht, so wira Bungen hätte und fet es dein göttlich Licht. einen tausendfachen Mund! so 7. Wer überströmet mich mit stimmt' ich damit um die Wette Segen? Bist du es nicht, o aus allertiefstem Herzensgrund reicher Gott? Wer schützet mich ein Loblied nach dem andern an, auf meinen Wegen? Nur du, von dem, was Gott an mir mein Herr Gott Zebaoth! du gethan. trágst mit meiner Sündenschuld 561, 2. O, daß doch meine Stim- unsäglich gnädige Geduld. me schallte voll Dank, so weit 8. Ich will von deiner Güte die Sonne reicht: O, daß mein ffingen, so lange sich die Zunge Blut vor Freuden wallte dem, fregt. Ich will dir Freuden- Opfer der mir so viel Huld erzeigt! Obringen, so lange sich mein Herz wäre jeder Puls ein Dank und bewegt. Ja, wenn mein Mund jeder Odem ein Gesang! wird sprachlos sein, so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 3. Ach ruht doch nicht, ihr mei: ne Kräfte! Auf! auf! braucht 9. Ach! nimm das schwache euren ganzen Fleiß und zeigt Lob auf Erden, mein Gott, in aleuch thätig im Geschäfte desflen Gnaden hin! Im Himmel Lobens, zu des Höchsten Preis.soll es besser werden, wenn ich wie Engel - wegen der Schöpfung, Erhaltung u.Regierung. 351 Engel Gottes bin.) Da sing' meinen Gott, fenn' ich aus deis ich dir im höhern Chor viel taus nen Werken, dein göttlich Wort send Hallelujah vor. und dein Gebot kann mich zur *) Matth. 22, v. 30. Tugend stärken. Für deine våterliche Huld dankt freudig meis ne Seele; und um Erbarmung und Geduld fleh' ich dich, wenn ich fehle. Mel. Was meln Gott will- 6. Ich bin ein Mensch und welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Wie kann ich Gott gnug preisen! wie des Berufs, ein Mensch zu sein, mich würdig darf vor dich mit Freudigkeit hier erweisen! Ich bin ein Wun- ftets treten; ich darf dich, du der seiner Macht und Weisheit, hörst, Bater, mich, getrost und Lieb' und Güte! O Mensch, froh anbeten! Heil mir! o Heil nimm deinen Werth in Acht der Zuversicht, die ich als Mensch hier habe! Du rufft erkenn' es, mein Gemüthe! 2. Du bildetest mir mein Ge- zur Ewigkeit ans Licht mich bein, du hauchtest mir die Seele wieder aus dem Grabe. 562. 7.Dein Sohn, der Schöpfung allmächtig, o mein Schöpfer, ein, durch die ich denk' u. wähle. Vor Herr mit dir, tam mitleidsvoll Tausenden durch dich ernährt, auf Erden und ward ein Mensch, vor Tausend deiner Werke gabfi ein Mensch wie wir, der Mens du mir einen höhern Werth, mir schen Heil zu werden. Er nahmuns auf in dein Geschlecht, wir Weisheit, Kunst und Stärke. 3. Vernunft und Freiheit dank' wurden seine Brüder; er bracht' ich dir! welch Glück, sie zu be- zur Seligkeit uns Recht und sitzen! Ach dir zum Ruhm, zum Gnad' und Leben wieder. Heile mir, lehr du mich, Gott, 8. Dereinsten sehn wir deis sie nützen! Der Mensch ist's nur, nen Sohn vom Himmel wieder der reden kann, sonst kein Ge- kommen; und dann stellt er um schöpf auf Erden; der Mensch seinen Thron, als Richter, alle nur ruft dich, Schöpfer, an, Frommen. Und aller Himmel kann Andrer Lehrer werden. Heer ist sein; ihr Erbtheil giebt 4. Du schufft mich zur Ge- er ihnen; sie werden ihres Heils selligkeit, gabst mir ein Herz voll sich freun und ewig dann ihm Triebe zum Mitleid und zur dienen. Menschlichkeit, die Freundschaft wirkt und Liebe. 9. O welch ein Glück, ein Und deiner Mensch zu sein; wie kann ich Gute Reichthum schafft mir un: Gott gnug preisen! wie des Bes záhlbare Freuden, giebt mir rufs, ein Mensch zu sein, mich zum Guten Muth und Kraft würdig hier erweisen! Ich bin ein und Ruh und Trost im Leiden. Wunder seiner Macht und Weiss 5. Dich, meinen Schöpfer, lheit, Lieb' und Güte! O Mensch nimm 352 Lob- und Danklieder nimm deinen 2erth in Acht! er- mangeln muß, die uns die Welt kenn' es, mein Gemüthe! erzeiget, so kommt, so hilft der 563. Sei Lob und Ehr' dem Ueberfluß, der Schöpfer selbst höchsten Gut, dem und neiget die Vateraugen de Vater aller Güte, dem Gott, nen zu, die sonsten nirgends fins der alle Wunder thut, dem Gott, den Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! der mein Gemüthe mit seinem 7. Ich will dich all mein Les reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt bentang, o Gott! von nun an ehren; man soll, o Gott! den Loba unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him gesang an allen Orten hören. metsheer', o Herrscher aller Mein ganzes Herz ermuntre Thronen! Und die auf Erden, dich! mein Geist und Leib erLuft und Meer in deinem Schat: freue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! ten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die Alles al: so wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Cha re! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat zu Spott! Der Herr ist Gott, mit seiner Gnade walten. seinem ganzen Königreich Alles recht und Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! In der Herr ist Gott! Gebt unserm ist Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Ange: ficht mit jauchzenvollem Sprina 4. Jch rief dem Herrn in mei- gen; bezahlet die gelobte Pflicht ner Noth: ,, Ach Gott! vernimm und laßt uns fröhlich singen: mein Schreien!" da half mein Gott hat es Alles wohl bedacht Helfer mir vom Tod und ließ und Alles, Alles recht gemacht. mir Trost gedeihen; drum dank, Gebt unserm Gott die Ehre! ach Gott! drum dankt sich dir; 564, Sollt' ich meinem Gott ach! danket, danket Gott mit nicht singen? Sollt' mir! Gebt unserm Gott die ich ihm nicht dankbar sein? Ehre! 2000. Denn ich seh in allen Dingen, 5. Der Herr ist nah und nim- wie so gut ers mit mir meint: mer nicht von seinem Volk ge- ft doch nichts als lauterLieben, schieden; er bleibet ihre Zuver- das sein treues Herze hegt; das sicht, ihr Segen, Heil und Frie- ohn' Ende hebt und trägt, die in den; mit Mutterhånden leitet seinem Dienst sich üben. Alles er die Seinen stetig hin und her. Ding währt seine Zeit: Gottes Gebt unserm Gott die Ehre! Lieb' in Ewigkeit. 6. Wenn Trost und Hülf' er- 2. Wie ein Adler sein Gefieder über wegen der Schöpfung, Erhaltung u. Regierung. 353 über seine Jungen streckt; alsolder See, überall ist meine Weis bat auch hin und wieder mich des de. Alles Ding 2c. Höchsten Arm bedeckt, alsobald 7. Wenn ich schlafe, wacht sein im Mutterleibe, da er mir mein Sorgen und ermuntert mein Ges Wesen gab und das Leben, das müth, daß ich alle liebe Mor= ich hab, und noch diese Stunde gen schaue neue Lieb' und Güt'. treibe. Alles Ding währt seine Wäre mein Gott nicht gewes Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. sen, hätte mich sein Angesicht 3. Sein Sohn ist ihm nicht nicht geleitet, wär' ich nicht zu theuer; nein, er giebt ihn für aus so mancher Angst genesen. mich hin, daß er mich vom ew'gen Alles Ding 2c. Feuer durch sein theures Blut 8. Wie so manche schwere Plaa gewinn'. O du unergründ'ter ge wird vom Satan h'rum ges Brunnen! wie will doch mein führt, die mich doch mein Lebetaa schwacher Geist, ob er sich gleich ge niemals noch bisher berührt. hoch befleißt, deine Tief er Gottes Engel, den er sendet, hat gründen können? Alles 2c. das Böse, was der Feind anzurich ten war gemeint, in die Ferne 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem weggewendet. Alles Ding 2c. Wort, daß er werde meinRegie9. Wie ein Vater seinem Kinde rer durch die Welt zur Himmels- sein Herz niemals ganz ent= pfort', daß er mir mein Herz er- geucht, ob es gleich bisweilen fülle mit dem hellen Glaubens- Súnde thut und aus der Bahne licht, das des Todes Macht weicht; also hält auch mein Verz zerbricht und die Hölle selbst brechen mir mein frommer Gott macht stille. Alles Ding 2c. zu gut, will mein Flehen mit 5. Meiner Seelen Wohlerge- der Ruth und nicht mit dem hen hat erja recht wohl bedacht. Schwerte rächen. AllesDing 2c. Will dem Leibe was zustehen, 10. Seine Strafen, seine nimmt ers gleichfalls wohl in Schläge, ob sie mir gleich bitter Acht. Wenn mein Können, mein seind, dennoch, wenn ichs recht Vermögen nichts vermag, nichts erwäge, find es Zeichen, daß mein helfen kann, kömmt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding 2c. Freund, der mich liebet, mein ges denke und mich von der schnda den Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding 2c. 6. Himmel, Erd' und ihre Hee re hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug' hinkehre, 11. Das weiß ich fürwahr find' ich, was mich nährt und und Lasse mirs nicht aus dent bált. Thier' und Kräuter und Sinne gehn: Christenkreuz hat Getreibe, in den Gründen, in seine Maaße und muß endlich der Höh', in den Büschen, in stille stehn. Wenn der Winter 23 ausa Lob- und Danklieder ausgeschneiet, tritt der schöneslerhaft, bald fehlt mir Licht, Sommer ein; also wird auch bald fehlt mir Kraft, mich weis: nach der Pein, wers erwarten lich zu regieren. Drum bitt' ich kann, erfreuet. Alles Ding 2c. dich, laß, Höchster! mich selbst 12. Weil denn weder Ziel noch deine Weisheit führen. 354 Ende sich in Gottes Liebe find't; 6. Herr! dessen Huld uns ewig ei! so heb' ich meine Hände zu liebt, laß mich beim Segen, den dir, Vater, als dein Kind, bitte, fie giebt, auf dich, den Ge woll'st mir Gnade geben, dich ber, schauen. Selbst, wenn da aus aller meiner Macht zu umschlägst und Kreuz auflegst, laß fangen Tag und Nacht, hier in mich dir ganz vertrauen. meinem ganzen Leben, bis ich 7. Gieb, daß ich meine Le dich nach dieser Zeit lob' und benszeit, nur dir mit ganzem lieb' in Ewigkeit. Ernst geweiht, in deiner Furcht Mel. In dich hab' ich gehoffet- vollbringe; bis ich einst dir, 565. Von ganzer Seele dort für und für Lob, Preis preiß ich dich, und Ehre finge. Herr, der du mich so väterlich, bis diesen Tag erhalten! Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. Lob der Schöpfung. Mel. Sei Lob und Ehr' dem- 2. Wer schenkt uns Leben, 566. Wenn ich, o SchöpGlück und Rub? wer giebt uns fer, deine Macht, Kraft zur Pflicht? Nur du die Weisheit deiner Wege, die schaffst Wollen und Vollbrin- Liebe, die für Alle wacht, anbes gen. Wird dein Gedeihn uns tend überlege; so weiß ich, von nicht erfreun; kann uns nichts Bewundrung voll, nicht, wie ich Guts gelingen. dich erheben soll, mein Gott, 3. Du schufft und du regierst mein Herr und Vater! die Welt nach deinem Rath, wie 2. Mein Auge sieht, wohin dirs gefällt; du lenkst der Men- es blickt, die Wunder deiner schen Herzen. Sei auch mein Werke. Der Himmel, prächtig Licht und laß mich nicht, Gott, ausgeschmückt, preist dich, du deine Huld verscherzen! Gott der Stärke! Wer hat die 4. Dein Wort lehrt mich des Sonn' an ihm erhöht? Wer Lebens Pflicht;, doch fühl ich, kleidet sie mit Majestät? Wer daß mir Kraft gebricht, fühl' ruft dem Heer der Sterne? Blindheit meiner Seele. Ach 3. Wer mißt dem Winde seiGott der Huld! vergieb die nen Lauf? wer heißt die Him: Schuld, wenn ich aus Schwach- mel reguen? wer schließt den heit fehle. Schoos der Erde auf, mit Vors 5. Verstand und Herz ist feh- rath uns zu segnen? Gott der Macht wegen der Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 355 Macht und Herrlichkeit! Gott, tet; der Mensch, ein Geist, den deine Güte reicht so weit, so sein Verstand dich zu erkennenweit die Wolken gehen! leitet; der Mensch, der Schöp= 4. Dich predigt Sonnenschein fung Ruhm und Preis, ist sich und Sturm, dich preist der Sand ein täglicher Beweis von deiner am Meere. Bringt, ruft auch der Güt' und Größe. geringste Wurm, bringt unserm 6. Erheb ihn ewig, o mein Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Geist, erhebe feinen Namen! Baum in seiner Pracht, mich, Gott, unser Vater, sei gepreist! ruft die Saat, hat Gott gemacht; und alle Welt sag' Amen! und als bringt unserm Schöpfer Ehre. le Welt ehr' Gott den Herrn, und 5. Der Mensch, ein Leib, den hoff' auf ihn und dien' ihm gern! deine Hand so wunderbar berei- Wer wollte Gott nicht dienen? 2.) Lob- und Danklieder bei besondern Umständen. 1.) Erntelieder. Mel. Wer nur den lieben Gott 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte, von deiner Wahrheit ist er voll. Herr, unterweise mein 567, Dir, milder Geber al- Gemüthe, wie ich dich würdig ler Gaben, Herr! loben foll; gieb, daß mein Herz dir gebühret Ruhm und Dank. dich freudig liebt, dich, der mir Du hörst das Schrei'n der jun: so viel Gutes giebt. gen Raben, du liebst der Ler 5. Das Saamkorn wird in the Lobgesang! o neige jetzt deinem Namen auf Hoffnung dein Ohr zu mir! Du forderst in das Feld gestreut: du, großer Dank: ich danke dir. Schöpfer, gabst dem Saamen, 2. Die kleinste deiner Kreatu- da du ihn schufft, die Fruchtren macht deine Weisheit offenbarkeit. Der Acker, den du bar. Man siehet deiner Güte heimgesucht, bringt nur durch Spuren und deine Macht von deinen Segen Frucht. Jahr zu Jabr. Ein jedes Gras 6. Was dürr' ift, feuchtest belehret mich: Wie groß ist du mit Regen; was falt ist, Gott! wie klein bin ich! wärmt dein Sonnenschein. Du A 3. Du sorgst nach treuer Vå- theilst die Zeiten, wie den Seter Weise für deine Menschen gen, zu unserm Besten, weistich und fürs Vieh; du schenkest allein. Bei Wärme, Hike, Kalt' lem Fleische Speise; du sorgft und Frost grúnt, wächset, reiz und segnest spät und früh. Auch fet unsre Koft. ing 195 Bosen theilst du Gutes zu. Wo ist ein solcher Gott, wie du? 7. Kommt, laßt uns bei den vollen Scheuren dem Herrn der 23* Erns 356 blurin Lob- und Danklieder En e dankbar sein! laßt uns 4. Frohlocket seiner Milde, den Bund mit ihm erneuern, daß Auen und Gefilde, was ihm selbst, was er uns schenkt, wir gesået haben, so reichlich zu weihn. Kommt, laßt uns wieder gaben. seine Macht erhöhn! Der Herr 5. Frohlockt ihm, dem Er ist gut! sein Lob ist schön! retter! oft drohten Sturm und Wetter den Untergang der Saaten; und doch sind sie ge: 8. Da deine Huld und Vater liebe jetzt unser Aller Herz er freut; so mehre sie in uns die rathen. Triebe der Demuth und der 6. Sie sprosten auf und grün Dankbarkeit. Das Gute, das ten, ob wirs gleich nicht verdien: du uns gethan, treib uns zur ten; und schmückten die Gefilde Pflicht des Dankens an. durch seine Batermilde. 9. Gieb denen herzliches Er- 7. Denn es ist ja sein Wille, barmen, die deine Hand mit daß uns mit Segen fülle der reis Gütern füllt, damit ihr Ueber- che Schoos der Erde, daß Jeder fluß der Armen Bekümmerniß dankbar werde. und Hunger stillt. Herr, der 8. Mit freudigem Gemüthe du Aller Vater bist, gieb Jedem, bewundert Gottes Güte, die was ihm nöthig ist. 10. Beschüße die verlieh'nen Güter; laß uns die Gaben wohl 9. Wollt' er nach unsern Thas gedeihn; laß theure Zeit und ten uns lohnen, alle Saaten mit Ungewitter entfernt von unsern ihren Früchten stürben im KeiGrenzen sein! Verhüte Krieg me; wir verdürben. und Hungersnoth, und gieb 10. Doch, er ist immer gütig, uns unser täglich Brod! barmherzig und langmüthig Mel. Nun laßt uns Gott dem H.- und schafft, daß stets die Erde verjüngt und fruchtbar werde. 11. Ach preiset seine Gnade Preis und Dank ihm bringen und wandelt seine Pfade, daß für seiner Ernte Gaben, die seine Mild' und Treue euch, weil ihr lebt, erfreue. wir gesammlet haben. 568, Kommt, laßt une Gott lobsingen und jeden Fleiß belohnet, die uns so trägt, so schonet. 2. Der Herr hat uns gegeben, 12. Er läßt uns Segen erns was noth ist uns zum Leben, ten. O, daß wir dankbar lerns zum freudigen Genuße, aus seinem Ueberfluße. ten, ihm ähnlich, uns der Armen mitleidig zu erbarmen! 3. Die Scheuren sind voll Se 13. Theilt aus, thut wohl, gen, denn er gab Thau und Re- erquicket, wen Noth und Mangen, der Frucht, der wir uns gel drücket! Er wird euch lánfreuen, Schuß, Wachsthum ger schonen, wirds ewig euch und Gedeihen. belohnen. 14. Er bei besondern Umständen. 357 14. Er sei von uns erhoben, der du Aller Vater bist, gieb Jes bis wir ihm einst dort oben, ge- oem, was ihm nützlich ist. bracht in seine Scheuern, ein 6. Thu deine milde Segensa ewig Dankfest feiern. hände, uns zu erquicken, ferner auf. Versorg uns bis an unser Ende und mach in unserm Le= benslauf uns dir im Kleinsten 569. D, daß doch bei der auch getreu, daß einst uns größMel. Wer nur den lieben Gott reichen Ernte, womit du, Höchster! uns erres Glück erfreu'. 7. Bewahr uns den geschenks freust, ein Jeder froh empfinden ten Segen; gieb, daß uns sein lernte, wie reich du, uns zu seg- Genuß gedeih' und unser Herz nen, seist; wie gern du unsern Mangel stillst und uns mit auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns Speis und Trank erfüllst. täglich nährt und speist, ers 2. Du siehst es gern, wenn deis quick auch ewig unsern Geist. ner Güte, o Vater! unser Herz sich freut und ein erkenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquicung hast bestimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. Bei geringer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist- 570. Preift, Christen, mit Zufriedenheit, preist 3. So kommt denn, Gottes Gott, den Herrn der Ernte, Huld zu feiern; kommt Chri- daß sich nicht ganz die Fruchtsten, laßt uns sein uns freun! barkeit von Au' und Feld ents und bei den angefüllten Scheu ferute. Noch stets erhält er ſeis ern dem Herrn der Ernte dank- ne Welt; was nöthig ist zum bar sein. Ihm, der uns stets Leben, will er uns Alles geben. Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar!, 2. Er ist der Herr; in seiner Hand ist, was die Erde brin4. Nimm gnädig an das Lob get. So sehr auch Menschena der Liebe, das unser Herz dir, fleiß das Land baut, pflanzet Bater, weiht. Dein Segen Dein Segen und bedünget, kommt doch almehr' in uns die Triebe zum ein von ihm Gedeihn. Nur er, that'gen Dank, zur Folgsamkeit, er läßt die Saaten blühn, reis daß Preis für deine Batertreu fen und gerathen. auch unser ganzes Leben sei. 3. Oft sehn wir froh in Hoff5. Du nåhrest uns bloß aus nung schon der reichsten Ernt' Erbarmen; dieß treib' auch uns entgegen und plötzlich ist er uns zum Wohlthun an. Nun sei auch entflohn, der uns gezeigte Segern ein Trost der Armen, wer gen. Gott nimmt und giebt, was ihren Mangel stillen kann. Herr, lihm beliebt; daß er als Herr der 358 Lob- und Danklieder Herr der Erde, von uns ver- gethan; im Nehmen und im Ges ehret werde. ben sind wir bei ihm stets wohl 4. Zeigt auch gleich nicht so daran und können ruhig leben. sichtbar sich der Reichthum seiner Er nimmt und giebt, weil er uns Gaben; so giebt er dennoch sicher liebt, und seine Hände müssen lich so viel wir nöthig haben; ist wir siets in Demuth küssen. fiets bedacht, voll Gnad' und Macht, die Seinen zu erhalten, die ihn nur lassen walten. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er zeigt uns oft den Se: gen, und ehe man ihn ernten 5. Und o, was ists für ein Ge- kann, muß sich die Hoffnung le: winn, an dem sich gnügen lassen gen; weil er allein der Schatz will was da ist, und mit heiterm sein, so nimmt er flücht'ge Güz Sinn das feste Zutraun faffen: ter und heiligt die Gemüther. daß, der die Welt regiert und hält, auch uns, so lang wir leben, was nöthig ist, wird geben. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich gleich zum 6. Ja, Höchster, wir verebren Hunger an, weiß er ihn doch zu dich in allen deinen Wegen, und stillen; ob gleich das Feld nicht trauen unveränderlich auf dei- viel enthält, soll doch mein nen milden Segen. Auch unser Herz nicht klagen, noch zweis Brod wirst du uns, Gott, von felhaft verzagen. Zeit zu Zeit gewähren, wenn 5. Was Gott thut, das ist wir dich findlich ehren. wohl gethan; das Feld mag 7. Wir beten demuthsvoll traurig stehen! er läßt auch auf dich an, der Alles weislich fü- der rauhen Bahn oft Trost und get, deß Borsicht niemals irren Segen sehen. Sein Wort vers kann, deß Wohlthun niemals schafft uns Lebenskraft; es trüget. Froh danken wir, Erbala nennt uns Gottes Erben, wie ter, dir und preisen deine Güte tönnten wir verderben? mit gnügsamem Gemüthe. Mel. Was Gott thut, das ist 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei 571.Was Gott that, ist uns kein Canaan, wo Milch stets wohl gethan; und Honig fließen; so wird so denken seine Kinder. Wenn von Gott doch unser Brod zur man nicht reichlich ernten kann, Gnüge dem bescheret, der ihm liebt er uns doch nicht minder. traut und ihn ehret. Er zieht das Herz dann hims melwärts, wenn wir von Noth auf Erden, gedrückt und gramvoll werden. 2. WasGott thut, das ist wohl 1 2.) Am Geburtstage. Mel. Wer nur den lieben Gott- 572, 2ch! wieder ist von meinem Leben ein Jahr, 359 bei besondern Umständen. Jahr, ein großer Theil dahin! Mel. Wie groß ist des Allmächt'genDir ich, ben; dir dank' ich, Herr! daß ich 573. Dank, bester Vater, will ich bringen, noch bin. Du nährst, erhältst, Dank dir, der mir nur Gutes beglückest mich; o Gott der giebt! Mit aller Kraft, vor allen Huld! wie preis ich dich! Dingen sei du gelobet und ges 2. Wie sind die Lage meines liebt! Du warst mir, eh' ich war, Lebens bis hieher mir so schnell gewogen und ewig auf mein entflohn! Leb' ich wohl gar für Glück bedacht; du hast mich aus mich vergebens? Reif' ich viel- dem Nichts gezogen, zum Men= leicht zum Tode schon? Ach, je schen hast du mich gemacht. der Blick der kurzen Zeit führt näher mich zur Ewigkeit. 2. Ja, Vater, dir gebührt die Ehre! Ich bin nur, was ich bin, 3. Entblößt von Weisheit und durch dich. Dank, Dank dir! der von Tugend betrat ich meines Geschöpfe Heere erschufst du, Lebens Bahn. Mich klagt die Bater, auch für mich. Dank Sünde meiner Jugend vor dir dir! du gabst mir Kraft zu dens und vor mir selber an. Auch ken, und Willensfreiheit gabst selbst der reifern Jahre Zeit ver- du mir; Vernunft, mein Leben floß im Dienst der Eitelkeit. hier zu lenken, Empfindung. 4. Wie kann ich würdig gnug Ach, wie dank' ich dir! dich loben! du führtest mich 3. Ich kann dich in der Schöp zurück zu dir; du stilltest mei- fung finden, mich deiner gros ner Lüfte Loben, schufft einen ßen Werke freun; Dank dir, ich neuen Sinn in mir, und kann dich, Gott, empfinden. schenkst mir aus Barmherzig- Wie freu ich mich, durch dich zu teit aufs Neu zu meiner Beß- sein! Für meinen Leib und alle rung Beit. Glieder gebührt dir Dank; mit 5. Dir dank' ich, Herr! und jedem Sinn fall' ich anbetend deiner Güte auch diesen Tag, vor dir nieder und danke laut und preise dich mit höchst er dir, daß ich bin. kenntlichem Gemüthe, der du 4. Du hast mir Dach und bisher so väterlich, so huldreich Kleid bescheret; was fehlte, meiner stets gedacht, und Alles Bater, jemals mir? Hast du mit mir wohl gemacht. mich nicht bis jetzt ernähret? 6. Laß mich nur dir zu Eh Bon ganzem Herzen dank' ich ren leben und zu des Nächsten oir! War ich umringet von GeNutzbarkeit. Auch laß mir fiets fahren, du hattest, Bater, mich vor Augen schweben das Ende bewacht; und immer stand, mich dieser kurzen Zeit. Herr! len zu bewahren, an meiner Seite ke dadurch stets mein Herz von deine Macht. dieser Erde himmelwärts. 5, Erwag' ich, Bater, alle Pfas de, 360 Lobs und Danklieder de, die deine Hand mich durch- betung dir und ewig Ehre und geführt; so seh' ich Weisheit nur Dank und Liebe, Jesus Christ! und Gnade, und fühle, daß din von mir, der ewig elend wáre, Ruhm gebührt. Wie oft ent- und nun unendlich selig ist. risfest du dem Feinde der Wahr- 10. Ja, Vater, Vater, über: heit und der Tugend mich? Für schwenglich und über jeden Auss meine Eltern, meine Freunde, druck groß sind deine Gnaden, für meine Lehrer preis ich dich. unausdenklich! und deine Güte 6. Du lenktest von der frühen namenlos! Dank sei mein Jugend durch viele Freunden, we- Mund, mein Herz, mein Le: nig Schmerz, zu deiner Kennt- ben! Du bist die Liebe; Nichts niß und zur Tugend, o bester bin ich! O du, der mir so viel Gott! Verstand und Herz. Für gegeben, gieb mir siets Danks jede nügliche Erfahrung, für Al- gefühl für dich. les, was mich lehren kann, für Unterricht und Offenbarung ber' Mel. Lobt Gott, ihr Christenich im Staube, Gott, dich an! 574. Mein Geist erstaunt, 7. Im Dunkeln forscht' ich Almächtiger! nicht vergebens, du gabest mir wenn er die Gnade denkt, womit Dein Wort zum Licht; du zeigtest du mich, mein Gott und Herr! mir den Weg des Lebens, mein bis diesen Tag beschenkt. Glück, mein Elend, meine 2. Dann ist mein Herz sehr Pflicht. Nein, nein, die Zunge hoch erfreut, ganz deiner Güte kann nicht sagen, wie unaus voll und weiß vor heißer Dank: fprechlich gut du bist! Nun darf barkeit nicht, wie es danken soll. die Seele nicht mehr zagen, die 3. Als ich noch in der Muts Seele, die unsterblich ist. ter Schoos in Nacht verborgen 8. Unsterblich, Vater! ewig schlief, bestimmtest du mir schon Leben soll ich, ich, der nur Tod das Loos, das mich zum Les verdient! ich ewig sein! Du hast ben rief. vergeben, haft mir, dem Sün- 4. Du wählst des Sterblichen der, dich verfühnt! Dein Sohn Geschick, eh' er geboren ist und ( o, wer faßt das Erbarmen!) so ward ich, welch hohes Glück! entáußerte des Himmels sich; schon als ein Kind ein Christ. vom Tode zu befrein mich Armen, ward er, der Sohn, ein Mensch, wie ich! 5. Schwach, an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr - 9. Ein Mensch, um Menschen zu versöhnen, er, der mich schuf erbarmend dar. und mich erhält! Er starb; o flie6. Wenn ich, als Jüngling, Bet Freudenthránen! Wie dank' von dem Pfad der Tugend mich ich dir, o Herr der Welt! An- verirrt; hat mich höchst lieb reich, bei besondern Umständen. 361 reich, Herr! dein Rath darauffvollem Herzen mein Flehn zum zurück geführt. Himmel drang; da hörte Gott 7. Du warst mein Schuß mein Flehn, der Treue, der Ers und meine Wehr vor Unglück balter! Nun soll auch den Erhal= und Gefahr, und vor dem Later mein Dank und Lob erhöhn. ster, das noch mehr, wie sie, zu 2. Herr über Tod und Leben, fürchten war. du meiner Våter Gott! Wie foll 8. Von Freudenthránen glänzt ich dich erheben? mein Heil, mein Blick, da du so hoch mich mein Herr, mein Gott! Zu we= liebst und mir zu dem genoß nig ist mein Dank! Wer hat dich nen Glück den heut'gen Tag gnug erhoben? Zu schwach ist, noch giebst. dich zu loben, der Engel Lob9. Kein Tag soll frober mir gesang. vergehn, als höchster, dir zum 3. Und doch von dir zu schweiz Preis. Ich will dein hohes gen, wär' eine Frevelthat. Ich Lob erhöhn, so gut ich kann will, ich will's bezeugen, wie und weiß. Gott errettet hat. Horts, Mens 10. Erneur' nach deiner Gü- schen! Gott nur kann vergeben tigkeit mit jedem Morgenlicht die und erretten. Ach, wenn wir Huld, die mich bisher erfreut; Gott nicht hätten; wer hülf' mein Gott, verlaß mich nicht! uns Armen dann? 11. In Schrecken, Angst, Ge4.O laßt uns ganz ihm leben, fahr und Noth trau ich allein ganz Gottes Eigenthum, und auf dich. Von dir gestärkt, ist jedes Tags Bestreben sei seiner felbst der Tod mir nicht mehr Gnade Ruhm; ihm opfern seine fürchterlich. 12. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Aus Zeit, vor seinen Augen wallen, ihm dienen und gefallen, ist Ehr' und Seligkeit. geln reißt, will ich dich preifen, Mel. Sei Lob und Ehr' dem- der mich hält, dich, der mich leben heißt; 576. 3( chwing dich auf u Gott, o Seele! 13. Dich, meine starke Zuver- und fühle Dank und Wonne. sicht, der mich zu sich erhob! Er lenkt voll Huld der Welten Gelbst Ewigkeiten reichen nicht, auf, lenkt jeden Gang der o Höchster! für dein Lob! Sonne! Was dich erfreuet, 3.) Nach erlangterschenkt er dir, durch ihn nur sind und leben wir; bring' ihm Lob, Preis und Ehre. Gesundheit. Mel. Aus meines Herzens Grunde- 2. Bis hieher hat dich Gott 575, 2018 in der Krankheit gebracht! D preise seine Güte Schmerzen die See und seine wundervolle Macht le fast versank, und nun auelmit kindlichem Gemüthe, die tåge 362 Von der christlichen Kirche, täglich sich an dir verneut; täglich viel gethan an mir und o fühle seine Freundlichkeit! mir geholfen. Preis ihm, dem Gott der Liebe! 4. Hilf fernerhin, mein treuer Hort! du Quelle meiner Freu 3. Ja, Herr! dir sei Lob, den! hilf täglich, hilf an jedem Preis und Dank für alle dei Ort! Hilf mir in meinem Leis ne Treue, der ich bisher mein den! Hilf mir im Leben, Tod Lebenlang so reichlich mich er- und Noth durch Christi Leiden, freue! Bet' ihn, mein Geist, Blut und Tod! Hilf, wie du mit Ehrfurcht an! Der Herr hatlsonst geholfen. XXII. Von der christl. Kirche, Worte Gottes und Religion. 577. 2h, bleib bei uns, mit uns hier und dorte fei Herr Jesu Chrift! Güt' und Heil beschert. weil es nun Abend worden ist; 3. Ach bleib mit deinem Glans dein göttlich Wort, das helle ze bei uns, du werthes Licht, Licht, laß ja bei uns auslö: dein' Wahrheit uns umschanze, schen nicht. damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Ses 2. In dieser let'n betrübten Zeit verleib uns, Herr, Bestán- gen bei uns, du reicher Herr; dein' Gnad' und all's Vermdz digkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein b'halten bis an unser End'. gen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht dein Wort, darnach zu leben trußze, noch fäll' die böse Welt. 3. Hilf, daß wir glauben an fahren fort, bis wir aus diesem Jammerthal hingehu in deinen Freudensaal. 578, 2h bleib mit deiner Gnade bei uns, 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe; hilf uns aus aller Noth! Dr. Martin Luther. Herr Jesu Christ, daß uns hin: 579, Nch Gott! vom Him fort nicht schade des bösen Feindes List, mel sieh darein, und laß dich des erbarmen, wie 2. Ach bleib mit deinem Wor- wenig sind der Heil'gen dein! te bei uns, Erlöser werth! da: lverlassen sind wir Armen. Dein Wort Worte Gottes und Religion. 363 Wort läßt man nicht gelten Jacob Wonne hab'n und Israel mehr, der Glaub' ist auch ver- sich freuen. loschen sehr bei vielen Men= schenkindern. Mel. Wer nur den lieben Gott2. Sie lebren mit viel arger 580. Dein Wort, o HöchList, was Eigemwit erfindet; ster! ist vollkom= ihr Herz nicht eines Sinnes ist men; es lehrt uns unsre ganze in Gottes Wort gegründet; der pflicht; es giebt dem Sünder wählet dieß, der andre das, sie und dem Frommen zum Leben brüsten sich ohn' alle Maas und sichern Unterricht. O felig, wer gleißen schon von außen. es achtsam hört, bewahrt und. mit Gehorsam ehrt! 3. Gott woll' ausrotten alle Lehr', die falschen Schein uns 2. Es leuchtet uns auf unsern lehren, dazu ihr' Zung' stolz Wegen, vertreibt des Irrthums offenbar spricht: ,, Trotz! wer Finsterniß. Es füllt mit Freude, wills uns wehren? Wir haben's bringt uns Segen und machet Recht und Macht allein, was unser Herz gewiß. Es lehrt wir setzen, das gilt gemein. uns, Höchster! was du bist und Wer ist, der uns soll mei- was dir wohlgefällig ist. stern?" 3. Dein Wort erweckt uns, 4. Darum spricht Gott: ,, Ich dich zu lieben, lehrt, wie viel muß auf sein, die Armen sind Guts du denen giebst, die dein verstöret, ihr Seufzen dringt zu Gebot mit Freuden üben und mir herein, ich hab ihr' Klag' wie du väterlich uns liebst. erhöret. Mein heilsam Wort Was uns darin dein Mund soll auf dem Plan getroft und verspricht, bleibt ewig wahr, frisch sie greifen an, und sein du lügest nicht. die Kraft der Armen." 4. Gott! deine Zeugnisse sind 5. Das Silb'r, durchs Feuer besser und mehr der Sehnsucht siebenmal bewährt, wird lauter werth, als Gold. Ihr Werth funden; an Gottes Wort manift köstlicher und größer, als warten soll desgleichen alle Alles, was die Erde zollt. Wer Stunden. Es will durchs Kreuz thut, was uns dein Wort ge= bewähret sein, da wird erkannt beut, dem ist dein Segen stets sein' Kraft und Schein, und bereit. leucht't stark in die Lande. 5. So laß mich denn mit Luft 6. Das woll'st du, Gott! be betrachten die Wahrheit, die dein wahren rein vor diesem arg'n Wort mich lehrt, und mit Ges Geschlechte, und laß uns dir be- horsam auf das achten, was es fohlen sein, daß sichs in uns von mir zu thun begehrt; so flies nicht flechte. Du wirst es thun sen Trost, und Seelenruh auch durch deinen Sohn, davon wird mir aus deinem Worte zu. Bei Von der chriftlichen Kirche, 364 Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun freu't euch, lieben- 581.Dreifaltig heilig= gro Ber Gott! schau doch stand ein, man bittet für die 7. Hier segnet man den Eh': von deiner Höhe, wie hier vor Kranken. Dieß Haus wird stets dir, Herr Zebaoth! dein armes erfüllet sein mit Loben und mit Häuflein stehe. Merk auf das Seufzen und Gebet, das wir Danken. Hier wird man den von dieser heil'gen Stâtt vor Häuser, Stadt und Land die Regentenstand, Kirch', Schulen, deinen Thron dir bringen. täglich anbefehlen. 2. Wir haben dieses Gottes= haus gebauet deinem Namen, 8. Herr, hebe nun zu segnen mit dir ist es gezieret aus, daß an dieß Haus, nach dir genenwir sammt unserm Saamen die net, daß es kein Feind zerstören heil'ge Satzung und dein Wort kann, wie hoch sein Eifer brena an diesem dir geweihten Ort net. Entferne, was uns stören will, laß uns in dieser Zionsstill' zur Seelen Heil anhören. 3. Der Grund ist selber Jesus dich sonder Ende loben. Christ, Apostel und Propheten; 9. Lob, Ehr' und Dank und ihr Wort der Pfeiler Grundfest Herrlichkeit sei dir, o Herr! ges ist, drauf fie in allen Nöthen, ungen, daß bei der jetzt betrübs wie hoch die List der Feinde geht, ten Zeit es uns so weit geluns die Gottesstadt doch lustig steht gen; gieb, daß, was wir jetzt mit ihrem Sionsbrunnen. fangen an, nicht eher Ende neha 4. Hier woll'n wir unsre Kin- men kann, bis Erd' und Hima mel brechen. derlein dir in der Taufe schenken, die Catechismuslehren rein in ihre Herzen senken, sie in des Mel. Wer nur den lieben Gott- wahren Glaubens Frucht in deis 582. Du, Heiland, lebst ner Furcht, in Christenzucht, als Himmelspflanzen ziehen. und sißest droben Sünder will begaben mit seinem wahren Leib' und Blut, in Tod gegeben, uns zu gut, und uns zum Heil' vergossen. zur rechten Hand der Majestát! 5. Hier wollen wir in wahrer Du lebst! was achten wir das Reu, auf tiefgebeugten Knieen, Toben der Welt, die uns vers die Sünden beichten ohne Scheu, folgt und schmäht? Du lebst! und hier zum Kreuze fliehen, ab- was schadet Satans List und bitten die blutrothe Schuld, Ver- Wuth, wie groß sie immer ist? gebung suchen, Gnad' und Huld, in Christi Blut und Wunden. 2. Du, Heiland, wachst, uns zu beschirmen, und siehst für 6. Beim heil'gen Altar werden deine Heerde zu. In dir gelas fich die müden Seelen laben, da gert, trotzt den Stürmen der unser Heiland, Jesus Christ, uns Deinen stolze Seelenruh. Folgt Sturm Worte Gottes und Religion. 365 Sturm auf Sturm; wir glau- Zebaoth, und ist kein andrer ben fest, daß deine Treu' uns Gott, das Feld muß er benicht verläßt. halten. 3. Du, Heiland, läsfest die 3. Und wenn die Welt voll Gemeine, die dein gefloßnes Teufel wär', und wollten uns Blut erstritt, auf ihrem Kampf verschlingen, so fürchten wir platz nicht alleine; sie kämpfet uns nicht so sehr; es soll uns und du kämpfest mit. Du bist doch gelingen. Der Fürst dieser es, der ihr Sieg verschafft, in Welt, wie sau'r er sich stellt, dir beweist sie Heldenkraft. thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht't. Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Du, Heiland, bist an al len Orten der Frommen Schild und großer Lohn. Wenn gleich 4. Das Wort sie sollen lassen die offnen Höllenpforten den al- stahn, und kein'n Dank dazu Ierstärksten Ausfall drobn; was haben; er ist bei uns wohl auf achten wir's? dein Arm gewinnt, dem Plan mit seinem Geist und wie viel auch deiner Feinde sind. Gaben. Nehm'n sie uns den 5. Du, Heiland, siegest über- Leib, Gut, Ehr', Kind und schwänglich; wer ists, der vor Weib, laß fahren dahin! sie has dir stehen kann? Dein Thron bens keinen Gewinn, das Reich und Reich ist unvergånglich, Gott's muß uns bleiben. wer es bestürmt, zerscheitert dran; er wagt zu viel und muß 584. Erhalt uns, Herr, bei vergehn. Fels des Heils, du und steu'r der Feinde List und bleibest stehn! Mord, die Jesum Chriftum, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron. Psalm 46. 583. Ein' feste Burg ist 2. Beweis dein' Macht, Herr unser Gott, ein' Jesu Christ, der du ein Herr gute Wehr und Waffen; er hilft all'r Herren bist! beschirme deiuns frei aus aller Noth, die uns ne Christenheit, daß sie dich jetzt hat betroffen. Der alte böse lob' in Ewigkeit. Feind mit Ernst ers jetzt meint, 3. Gott heil'ger Geist, du Trds groß' Macht und viel List sein' ster werth! gieb dein'm Volk' eis grausam' Rüstung ist; auf Erdinerlei Einn auf Erd; steh bei ist nicht sein's gleichen. uns in der letzten Noth, führ 2. Mit unsrer Macht ist nichts uns ins Leben durch den Tod. gethan, wir sind gar bald verlo- 4. Ihr' Anschläg', Herr! zu ren; es streit't für uns der rechte nichte mach, laß sie treffen die Mann, den Gott selbst hat er böse Sach, und stürz sie in die kohren. Fragst du, wer er ist? Grub' hinein, die sie machen er heißt Jesus Christ, der Herrelden Christen dein. 5. So 366 Von der christlichen Kirche, 5. So werden sie erkennen Geist, so werden wir genesen, doch, daß du, uns'r Herr Gott, daß dich dein Zion ewig preist, lebest noch und hilfft gewaltig daß du sein Trost gewesen. deiner Schaar, die sich auf dich Wohlan! es hat die treue Brust verlassen gar. stets ihre größte Herzenslust, 6. Verleih uns Frieden gna- mein Gott! an deinem Rechte. diglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja 586. Es wolle Gott uns kein Andrer nicht, der für uns gnädig sein, und könnte streiten, denn du, uns'r feinen Segen geben; sein Antlitz Herr Gott, alleine. uns mit hellem Schein erleucht' 7. Gieb unserm Fürsten( Her- zum ew'gen Leben; daß wir erren) und aller Obrigkeit Fried kennen seine Werk, und was und gut Regiment, daß wir unter ihm lieb auf Erden, und Jesus ihnen ein geruhig und stilles Le- Christus Heil und Stärk' bes ben führen mögen in aller Gott- fannt den Heiden werden, und seligkeit und Ehrbarkeit. Amen. sich zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott und los ben dich die Heiden überalle, Mel. Sei Lob und Ehr' dem- 585. Erhalt uns, Herr, dein und alle Welt, die freue sich und reines Wort; gieb sing mit großem Schalle, daß Fried' und Ruh' im Lande; gieb du auf Erden Richter bist und Glück und Segen immerfort, lässt die Sünd' nicht walten. und Heil zu allem Stande. Dein Dein Wort die Huth und Weide Wort ist unsre Freud' und Luft, ist, die alles Volk erhalten, in das Honigseim für unsre Brust, rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke; Gott und lobe viel mehr als Gold und Silber. 2. Dein Wort ist unsrer Füße dich das Volk in guten Thaten. Licht auf deinem Himmelswe- Das Land bring' Frucht und ge; drum fehlet unsre Seele nicht besre sich, dein Wort laß wohl und findet deine Stege. Es ist gerathen. Uns segne Vater und der Trost in Noth und Tod, wir der Sohn, uns segne Gott der wären sonst in tausend Noth beil'ge Geist, dem alle Welt längst jämmerlich vergangen. die Ehre thut, vor ihm sich 3. Gieb unsrer lieben Obrig- fürchtet allermeist. Nun sprecht keit Gesundheit und Gedeihen, so von Herzen: Amen! können wir uns allezeit in ihrem Mel. O Gott, du frommer GottSchutz erfreuen. Gott, unser 587, Gelobet seist du, Gott, Heil! verlaß uns nicht, und laß für deines Sohnes die Herzenszuversicht niemals Lehre; gieb, daß ich sie auch zu Schanden werden. gern mit Fleiß und Andacht 4. Gott, stärk' unser Aller höre. Ja mache selbst mein O Herz Worte Gottes und Religion. 367 Herz von Vorurtheilen rein, Sünder giebt; das muß er und laß dein Wort mein Licht selbst entdecken. auf meinen Wegen sein. 3. Scharf weist uns das Ges 2. Nie müsse mein Gemüth setz zur Pflicht, darnach wir statt Wahrheit Irrthum wäh- sollen leben. Durchs Evange= len und deiner Lehren Sinn tium wird Licht von Gottes Huld leichtsinnig sich verhehlen. Leit, gegeben. Gebot und Pflicht Allerhöchster, selbst den for zeigt jenes an; dieß lehrt, was schenden Verstand, so wird, Gott an dir gethan; dieß schenwas du mich lehrst, auch recht let, jenes fordert. von mir erkannt. 4. Was das Gesetz dir Guts 3. Dein Wort bleibt ewig verspricht, wird dir nicht zuges wahr. Laß michs von Herzen wendet; es sei denn, daß du glauben und mir nicht seinen deine Pflicht vollkommen haft Trost durch Ungehorsam rau vollendet. Was Christi Gnade ben. Wer hier nach deinem Guts verheißt, wird dem, der Wort gewissenhaft sich hält, der gläubig sich erweist, frei und kommt zur wahren Ruh hier umsonst gegeben. und in jener Welt. 5. Wo das Gesetz den Sün4. Hilf kraftig mir, mein Gott, der find't, da schlägt es ihn daß ich auf gute Lehre begierig darnieder. Das Evangelium acht' und auch sie mit Gehorsam verbind't und heilt die Wunehre. Verleih mir deinen Geist, den wieder. Aus jenem kennst du der Lust und Kräfte giebt, daß Sünd' und Fluch; dieß öffnet man die Wahrheit sucht, find't, dir des Lebens Buch durch des glaubt, bewahrt und übt. Erlösers Wunden. 6. Wenn jenes dir deinElend Mel. Nun freut euch, lieben- zeigt, so spricht dieß von Ers 588. Gesetz und Evange: barmen. Wenn jenes dich zur lium hat beide Gott Erde beugt, hebt dieß und trägt gegeben; sie dienen unserm die Urmen. Wenn jenes dir Christenthum im Glauben und Verdammniß droht, so hilft dir im Leben. Doch bleibt ein gro. dieß aus Noth und Tod, und Ber Unterschied, den nur ein bringt dir Geist und Leben. solches Auge sieht, das Gottes Geist erleuchtet. 7. Was das Gesetz zu sagen hat, gehört für rohe Herzen, 2. Was Gott in dem Gesetz für Heuchler, die schon reich gebeut, ist schon ins Herz ge- und satt, die mit der Sünde schrieben; wir follen nämlich je- scherzen. Des Gnadenwortes derzeit Gott und den Nächsten lindernd Del senkt sich in eine lieben. Daß aber Gott die Welt franke Seel', die elend und vers geliebt und seinen Sohn für wundet. 8. Wenn 368 Von der christlichen Kirche, 8. Wenn das Gesetz den Zweck 3. Darum präge deine Lehren erreicht, so will es uns nicht flu- tief in unsre Seele ein; laß chen. Sein Zwang, sein Blitz, sie uns mit Nußen hören und sein Drohen weicht, wenn man derselben Thäter sein. Treib will Gnade suchen; es treibt uns dadurch kräftig an, daß zum Krenz des Mittlers hin, wir dich vor Jedermann froh wenn ich an diesen gläubig bin, bekennen, kindlich lieben und hab' ich des Trostes Fülle. mit Sünden nicht betrüben. 9. Mein Gott, laß diesen Un. 4. In der Seele Finsternissen terschied mich in der That er sei dein Wort uns stets einlicht. fahren! Nach Sündenangst laß Laß uns Trost daraus genießen, Trost und Fried' in mir sich wenn es uns an Trost gebricht. offenbaren. Treib mich durch Es versüß' uns jede Noth; es des Gesetzes Fluch, daß ich dieserquick' uns auch im Tod durch Gnade glaubig such' in des Er- die Hoffnung, ganz zu schaulosers Armen. en, was wir deiner Wahrheit 10. Gieb aus dem Evangelio trauen. mir Kräfte, dich zu lieben und, Mel. Ach Gott und Herrals dein Kind, mich frei und froh in dem Gesetz zu üben. Gieb 590, Gott ist mein Hort, und auf sein Wort Gnade, daß ich meine Pflicht, soll meine Seele trauen. Ich mit Heiligkeit und Zuversicht, wandle hier, mein Gott, vor dir, in Lieb' und Glauben leiste. im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß Mel. Freu dich sehr, o meine589. Gott, durch den wir immertar mich seine Kräfte sind und leben! schmecken. Laß keinen Spott, deine Güte sei gepreist, daß dulo Herr, mein Gott! mich von uns dein Wort gegeben, das dem Glauben schrecken. zum Heil uns unterweist, das 3. Wo hätt' ich Licht, wofern uns unsre Pflichten lehrt, warnt, mich nicht dein Wort die Wahrs ermahnet, straft, bekehrt, und, heit lehrte? Gott! ohne sie wenn uns einleiden drücket, uns verstund' ich nie, wie ich dich mit reichem Trost erquicket. würdig ehrte. 2. Gieb, daß wir es innig 4. Dein Wort erklärt der See: lieben, ernstlich, ohne Heuchelle Werth, Unsterblichkeit und schein, das darin Befohlne Leben. Zur Ewigkeit ist diese üben, und nicht bloße Hörer Zeit von dir mir übergeben. sein. Denn wer deinen Willen 5. Den ew'gen Rath, die weiß und ihn doch nicht thut Missethat der Sünder zu vers mit Fleiß, der ist ärger als fühnen, den kennt' ich nicht, die Heiden, und wird doppelt wär' mir das Licht nicht durch Streiche leiden. Idein Wort erschienen. 6. Nun Worte Gottes und Religion. 369 6. Nun darf mein Herz in und höre, und daß der Eitelkeit Neu und Schmerz der Sünden Betrug die Herzen nicht berhönicht verzagen; nein, du verre. Doch riefest du nicht auch zeibst, lehrst meinen Geist ein durchs Wort; so irreten wir gläubig Abba sagen. immerfort auf unsern eitten 7. Mich zu erneun, mich dir Wegen. zu weihn, ist meines Heils Ge- 5. Für diese Gabe set gepreift, schäfte. Durch meine Müh die du uns, Herr! geschenket. vermag ichs nie; dein Wort Es weiset uns dein guter Geist, giebt mir die Kräfte. der unsre Herzen lenket, bei dies 8. Herr, unser Hort, laßsses Lichtes Glanz zu dir, daß uns dieß Wort; denn du hasts wir dich suchen und allhier dich uns gegeben! Es sei mein recht berehren lernen. Thell, es sei mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! 6. Er läßt uns, was dein Mund gebeut, in deinem Werte hören, und ruft uns, von der Eitelkeit zu dir uns zu bekehren. aller Welt, daß Er überzeugt zur Gnadenzeit man doch auf ihn merke. Er hat uns von der Sünde Häßlichkeit, zu Predigern bestellt die Wun- und stärkt uns, sie zu fliehen. 7. Dein herrliche Evangelium der seiner Werke. man ihrer Stimme Schall; bringt er an unfre Seelen, daß verständlich ist auch überall die wir zu deines Namens Ruhm Sprache, die sie reden. den Weg des Heils erwählen; Laut hört Mel. Nun freu't euch lieben- 591. Gott reder und ruft 2. Auch durchs Gewissen ruft beut uns die größten Schätze der Herr, daß Sünder sich bea an, die sich ein Mensch nur kehren; läßt oft durch diesen wünschen kann, und schenkt sie Prediger laut seine Stimme frommen Hörern... 8. Erweck uns, Herr, durch hören, daß aus dem Schlaf der Sicherheit und aus dem deine Kraft, dem Ruf Gehör zu Traum der Eitelkeit ihr Herz geben! Dein Geist, der alles Gus te schafft, führ uns den Weg zu ihm erwache. 3. Durch Wohlthau zeugt er zum Leben, wozu du eh'mals auch von sich am menschlichen uns erschafft und nun so gnâGemüthe und predigt oft recht big uus berufst durch deines väterlich durch Proben seiner Wortes Lehre. Güte. Und merkt der Sünder Mel. Liebster Jesu, wir sind hier hierauf nicht, sucht Gott durch 592. Herr, mein Lichr! er= Strafen und Gericht ihn aus dem Schlaf' zu wecken. leuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß 4. So rufst du denn, Herr, ich voll Vertranen dich meinen laut genug, daß man dich such' Gott und Vater nenne. Höch24 ster, - 370 Von der christlichen Kirche, ster, laß mich doch auf Erdens Mel. Ach Gott, wie manches- weise für den Himmel werden. 593. Herr! öffne mir di 2. Lauter Wahrheit ist dein Herzensthúr, ziel Wort; lehre mich es recht ver- mein Herz durch dein Wort zu stehen! Hilf selbst meinem For- dir, laß mich dein Wort be schen fort, deutlich daraus ein wahren rein und mich dein zusehen, was zu meinem Heit Kind und Erbe sein. mich führet, und was mir zu 2. Dein Wort bewegt des Her thun gebühret. zens Grund, dein Wort mach 3. Aber laß mich nicht allein Leib und Seel gesund, deir richtig seinen Sinn verstehen; Wort ist's, das mein Herz en laß mich, Herr, auch folgfam freut, dein Wort giebt Trop sein, den erkannten Weg zu und Seligkeit. gehen. Denn, sonst würd' ich, bei dem Wissen, doppelt Strei che leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den Unter richt deines Wortes treu be- in Ewigkeit. wahre; daß ich, was es mir 3. Ehr' sei dem Vater un dem Sohn, dem heil'gen Geis in einem Thron! Der heiliger Dreieinigkeit sei Lob und Prei Mel. Herzliebster Jesu, wasverſpricht, reichlich an mir selbst 594. Laß doch o Jeſu, la erfahre. Ja, es sei mir selbst dein Reich auf En im Leiden eine Quell' von Trost den durch Wort und Taufe aus und Freuden. gebreitet werden! Schenke de 5. Laß in mir, von Zeit zu Sündern, deiner Leiden wegen Zeit, dein' Erkenntniß sich ver Leben und Segen. mehren! Find' ich manche Dun- 2. Gieb ihnen Gnade, did kelheit bei geheimnißvollen Leh- recht zu erkennen, daß sie did ren; laß mich Zweifelsucht entgläubig ihren Heiland nennen fernen und in Demuth glau- Gieb ihnen Eifer, deinen guter ben lernen. Willen treu zu erfüllen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer kräftiger erken 3. Mit heil'ger Achtung lay die Schrift sie ehren; denn si nen jener Herrlichkeit Gewicht, verkündigt deines Mundes Leh und wie glücklich der zu nennen, ren. Außer ihr suchen Sterb der darnach mit Eifer trachtet tiche vergebens Worte des le und die Lust der Welt verachtet. bens. 7. O! verleihe mir die Kraft, 4. Steure, Erbarmer! deine deinem Wort gemäß zu handeln, Feinde Grimme; warne die Dei und vor dir gewissenhaft, ale nen vor des Irrthums Stimme dein treues Kind, zu wandeln; Lehre sie prüfen, daß sie falsch so wird einst in jenem Leben mich Freuden klüglich vermeiden. ein hell'res Licht umgeben. 5. Sei du ihr Licht in ihrer Fin Worte Gottes und Religion. 371 Finsternissen, erhalt in ihnensste sein, so mußt du erstlich glaustets ein gut Gewissen. Schlägt ben; setz dein Vertraun, darauf oft ein Kummer ihre Herzen nie- fest bau Hoffnung und Lieb' im der, stärke sie wieder. Glauben, allein auf Christ, zu 6. Schütze die Deinen, die aller Frist, dein'n Nächsten lieb nach dir sich nennen und dich, darneben, das G'wissen frei, o Jesu, vor der Welt bekennen; rein Herz dabei, das kein' Krea= laß deinen Händen, wie du tur kann geben. selbst verheißen, nichts sie entreißen. 4. Allein, Herr, du mußt fola ches thun, doch gar aus lauter 7. Du hast noch niemals, Herr! Gnaden. Wer sich deß tröst't, dein Wort gebrochen; führe die der ist erlös't, und kann ihm Deinen, wie du selbst verspro- niemand schaden. Der Feinde chen, führe sie endlich aus dem Macht ist zwar bedacht, dein Kampf hienieden zum ew'gen Wort, Herr, zu vertreiben; Frieden. doch ist ihr' Macht vor dir nicht g'acht't; sie werdens lassen bleiben. 8. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heer del Himmel und Erde. 5. Hilf, Herre, Gott, in dies ser Noth, daß sich auch die bekeha ren, die nichts betracht'n, dein Wort veracht'n, und wollens 595, Herre Gott! dein auch nicht lehren; sie sprechen göttlich Wort ist schlecht: Es sei nicht recht und lang verdunkelt blieben, bis habens nie gelesen, auch nie ges durch dein' Gnad' uns ist gesagt, hört das edle Wort; ists nicht was Paulus hat geschrieben ein gottlos Wesen? und andere Apostel mehr, aus 6. Ich glaub' g'wiß gar, daß dein'm göttlichen Munde; deß es sei wahr, was Petrus uns dank'n wir dir mit Fleiß, daß thut schreiben.*) Es muß ges. wir erlebet hab'n die Stunde. schehn und All's vergehn, dein 2. Daß es mit Macht an Tag göttlich Wort soll bleiben in ist bracht, wie klärlich ist vor Ewigkeit, war' es auch leid viel Augen. Ach Gott, mein Herr! hart verstockten Herzen. Kehr'n erbarm dich der'r, die dich noch sie nicht um, werden sie drum jetzt verleugnen und achten leiden gar große Schmerzen. mehr auf Menschenlehr', dar*) 1. Petr. 1, v. 23. 25. in sie doch verderben; dein's 7. Gott ist mein Herr, und Wort's Verstand mach ihn'n ich bin der, dem Sterben kommt bekannt, daß sie nicht ewig zu gute, dadurch uns hast aus sterben. aller Last erlös't mit deinem Blus 3. Willst du nun fein gut Chri- lte; deß dank ich dir, drum wirst 24* du 372 Von der christlichen Kirche, du mir, nach dein'r Verhei- ten Sinn sich wider dich empós Bung geben, was ich dich bitt', ren; so fällt doch deine Kirche versag mir nicht, im Tod und nie, du hältst und du beschützest auch im Leben. sie durch deines Geistes Gaben. 8. Herr, ich hoff' je du wer- 5. Dein ist das Reich! dein ist dest die in keiner Noth verlassen, die Kraft. Wer sollte dir nicht die dein Wort recht, als treue trauen und auf dein Wort ges Knecht', im Herz'n und Glau- wissenhaft fest seine Hoffnung ben faffen. Giebst ihn'n bereit bauen? Dein Heil ist unser die Seligkeit und läßt sie nicht höchstes Gut; hilf, daß wir verderben. Herr! durch dich stets mit frohem Muth dich vor bitt ich, laß mich fröhlich und der Welt bekennen. felig sterben. 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit, auch mit uns Mu Mel. Sei Lob und Ehr dem selbst, auf Erden; doch werden 596. Jefu, Licht und zur Vollkommenheit auch wir Heil der Welt, erhoben werden. Dann endet der du in diesem Leben dein sich der Deinen Müh; dann krös Wort, das Gottes Rath enthält, nest und belohnst du sie, ohn' zum Licht uns haft gegeben, du End' mit Preis und Ehre. 7. Wir sehn dich dann in bist der Herr der Christenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir Majestät; sehn uns, gleich deis aus den Menschen sammlest. nen Engeln, zu nie empfund 2. Sie willst du, als dein Einem Glück erhöht, befreit von genthum, zur wahren Weis- allen Mängeln; frohlocken dir heit leiten und durch dein Evan- und preisen dich, daß deinegelium zur Seligkeit bereiten. Macht und Gnade sich so hoch Du bist, Herr, groß von Rath an uns verherrlicht. und That und, was dein Mund versprochen hat, wirst du ge- 597, wiß erfüllen. Mel. Ach Gott, wie manches Jesu Christ! du wahres Licht, er 3. Du bist der Deinen Trost leuchte, die dich kennen nicht, und Heil. So viel nur an dich und bringe sie zu deiner Heerd', glauben, die haben an dir alle daß ihre Seel' auch selig werd'. Theil, die wird kein Feind dir 2. Erfüll mit deinem Gnadenrauben. Von dir fließt Weis- schein, die in Irrthum verführet heit, Trost und Ruh dem, der sein, auch die, so heimlich nur dir folgt, unfehlbar zu. Dein ist des Guten Fülle. ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 4. Mag doch die Menge im- 3. Und was sich schon verlaus merhin auf deinen Ruf nicht hó- fen hat von dir, das suche du mit ren und Mancher im verkehr- Gnad' und ihr verwund't Gea wif Worte Gottes und Religion. 373 wissen heil; laß sie am Him- kann dich nicht irren lassen. mel haben Theil. Lies, Christ! sein heilig Buch, 4. Den Tauben Sffne das Ge- lies oft; du wirst es fassen, so hör; die Stummen richtig re- viel dein Heil verlangt. Gott den lehr, die nicht bekennen ists, der Weisheit giebt, wenn wollen frei, was ihres Herzens man sie redlich sucht, und das Glaube set. Gewissen liebt. 5. Erleuchte, die da sind ver- 5. Lies, frei von Leidenschaft blendt; bring her, die sich von und ledig von Geschäften, und uns getrennt; verfammle, die sammle deinen Geist mit allen zerstreuet gehu; mach feste, die seinen Kräften. Der beste Theil im Zweifel stehn. des Tags, des Morgens Heiters 6. So werden sie mit uns zu- keit und dann der Tag des Herrn, gleich, auf Erden und im Him- der sei der Schrift geweiht. melreich, hier zeitlich und dort 6. Rührt dich ein frommer ewiglich, für solche Guade prei- Spruch; so ruf ihn, die zum sen dich. Glücke, des Tags oft in dein Mel. O Gott, du frommer Gott- Herz, im Stillen oft zurücke; 598. Soll bein verderbtes empfinde seinen Geist und står Herz zur Heili- ke dich durch ihn zum wahren gung genesen, Christ! so ver: Edelmuth, das Gute zu vollz fáume nicht, das Wort des ziehn. 7. Um glaubensvoll zu sein, Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen dazu sind wir auf Erden. Thu, Welt, den Rath der Seligkeit, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre den Geist aus Gott enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, sei von Gott, die dir verkündigt dein Gott, gerufen hätte; merk ist, und dann das Wort vers auf, als ob er selbst zu dir vom stehn, dem du gehorsam bist. Himmel redte! So lies, mit 8. Spricht sie geheimnißvoll, Ehrfurcht lies, mit Luft und mit so laß dich dieß nicht schrecken; Vertraun und mit dem frommen ein endlicher Verstand kann Gott Ernst, in Gott dich zu erbaun. nie ganz entdecken. Gott bleibt 3. Sprich fromm: O Gott! unendlich hoch; wenn er sich die vor dem ich meine Hände falte, erklärt, so glaube, was er spricht, gieb, daß ich dein Gebot für nicht was dein Witz begehrt. dein Wort ewig halte; und laß 9. Sich seines schwachen Lichts mich deinen Rath empfindungs- bei Gottes Licht nicht schämen, voll verstehn, die Wunder amist Ruhm; und die Vernunft Gesetz, am Wort vom Kreuze alsdenn gefangen nehmen, wenn sehn! Gott sich offenbart, ist der Ges 4. Er, aller Wahrheit Gott, lschöpfe Pflicht und weise Des muth 374 Von der christlichen Kirche, muth ists, das glauben, was den machst; wo du nicht sein Gott spricht. Wüthen dampfest und für deine 10. Drum laß dich, from: Wahrheit kämpfest. mer Christ, durch keine Zwei- 3. Rette deines Namens Eh fet frånken; hier bist du Kind, re, denn es gilt dein Eigens doch dort wird Gott mehr Licht thum, deine theure Gnadenleh: dir schenken. Dort wächst mit re, deines Todes Kraft und deinem Glück dein Licht in Ewig- Ruhm, und den Dienst, der keit; dort ist die Zeit des Schauns dir allein, von uns soll geheis und hier des Glaubens Zeit. ligt sein. O, wie solltest du 11. Verehre stets die Schrift; denn schweigen und dich nicht und siehst du Dunkelheiten, so als Retter zeigen! laß dich deinen Freund, der 4. Du bedrohest Wind und mehr als du, sieht, leiten. Ein Wetter und es schweigt ihr Unforschender Verstand, der sich gestüm; steure dann, Herr, der Schrift geweiht, ein schon unser Retter! auch der Feinde geprüftes Herz hebt manche Wuth und Grimm. Saul be: Dunkelheit. kehrst du, wenn er schnaubt, dich 12. Halt fest an Gottes Wort; verfolgt, die Seelen raubt; ach es ist dein Glück auf Erden und bekehre, die durch Lügen sich wird, so wahr Gott ist, dein selbst um ihr Glück betrügen. Glück im Himmel werden. Ver= 5. Doch nicht nur der Feinde achte christlich groß der Bibel- Drauen, die Verführung müss feinde Spott; die Lehre, die sie sen wir auch bei unsrer Schwachs schmähn, bleibt doch das Wort heit scheuen; unsre Hülfe steht von Gott. bei dir. Wären wir, o Herr, nicht dein, o wer wollt uns Mel. Freu dich sehr, o meine S.599, Treuer Hirte deiner Schutz verleihn? Satan würde Heerde, du, der bald den Glauben uns aus uns Deinen starker Schutz! siehe serm Herzen rauben. 6. Laß ans dann vorsichtig doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Truk tobet wandeln und mit Taubeneinfalt zwar, doch auch siets als und gerüstet ist und sich fre ventlich vermißt, deine Kirche Weise handeln, warn' uns zeizu zerstören und dein Erbe zu bruch böser Zeit, mache du uns tig vor Gefabr; und beim Einverheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser selbst bereit, daß wir wachen, König; dein sind wir mit Leib beten, kämpfen und durch dich und Seel. Menschenhülf' ist hier die Feinde dämpfen. zu wenig, wo nicht du, Imma- Mel. Ein' feste Burg ist unser- nuel, zu der Deinen Rettung 600, Wenn Christus seis wachst und den Feind zu Schanne Kirche schützt; 10 Worte Gottes und Religion, 375 Weg zu dir nicht weiset. so mag die Hölle wüthen. Er, den göttlich Wort und Licht, den der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist 2. Drum sind vor Zeiten auss mit Hülfe nah; wenn er gebeut, gesandt Propheten, deine Knechstehts da. Er schützt zu seinem te, daß durch sie würde wohl Ruhm mit Macht das Chri- bekannt dein Will' und deine stenthum; mag doch die Hölle Rechte; zum letzten ist dein lies wüthen. ber Sohn, o Vater! von des 2. Gott sieht die Fürsten auf Himmels Thron selbst kommen dem Thron sich wider ihn empó- uns zu lehren. ren; denn den Gesalbten, sei 3. Für solches Heil sei, Herr! nen Sohn, den wollen sie nicht gepreist; laß uns dabei vers ebren. Sie schämen sich des bleiben, und gieb uns deinen Worts, des Heilands unsers guten Geist, daß wir dem Wors Horts, sein Kreuz ist selbst ihr te glauben, dasselb' annehmen Spott; doch ihrer lachet Gott. jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Sie mögen sich empören! Lieb' und Freud', als Gottes, 3. Der Frevler mag die Wahr- nicht der Menschen. heit schmähn, uns kann er sie 4. Hilf, daß der losen Spôts nicht rauben. Der Unchrift mag ter Hauf' uns nicht vom Wort' ihr widerstehn; wir halten fest abwende; denn ihr Geſpötte am Glauben. Gelobt sei Jesus endlich drauf mit Schrecken Chrift! Wer hier sein Junger ist, nimmt ein Ende. Erweckt' uns sein Wort von Herzen hält, dem durch der Wahrheit Kraft, daß kann die ganze Welt die Selig- deine Lehre in uns haft', auch keit nicht rauben. reichlich in uns wohne. 4. Auf, Christen, die ihr ihm 5. Herr, öffne uns Verstand vertraut, laßt euch kein Drohn und Herz, daß wir dein Wort erschrecken; der Gott, der von recht fassen, in Lieb' und Leid, dem Himmel schaut, wird uns in Freud' und Schmerz es aus gewiß bedecken. Der Herr, Herr der Acht nicht lassen, daß wir Zebaoth, bålt über sein Gebot, nicht Hörer nur allein des Wor= giebt uns Geduld in Noth und tes, sondern Thäter sein, Frucht Kraft und Muth im Tod; was hundertfältig bringen. will uns denn erschrecken? Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich 601. 6. Am Wege wird der Saas me fort vom Zeufel hingenoms ir Menschen sind men; in Fels und Steinen kann zu dem, o Gott! das Wort die Wurzel nicht bes was geistlich ist, untüchtig; dein kommen; der Saame der auf Wesen, Wille und Gebot ist viel Dornen fällt, von Sorg' und zu hoch und wichtig; wir wissens Wollust dieser Welt, verdirbet und verstehens nicht, wo unslund ersticket. 7. Ach - 376 Vom chriftlichen Leben und Wandel. 7. Ach Herr! hilf, daß wir 9. Dein Wort laß allewege werden gleich allhier dem guten sein die Leuchte unsern Füßen, Lande und sein an guten Wer- ferhalt es bei uns klar und rein, fen reich in unserm Amt und hilf, daß wir draus genießen Stande, viel Früchte bringen Kraft, Rath und Trost in aller in Geduld, bewahren deine Noth, daß wir im Leben und im Lehr' und Huld in feinem gu- Tod auf dich beständig trauen. ten Herzen. 10. Laß sich dein Wort zu deis 8. Laß uns, dieweil wir le= ner Ehr', o Gott! sehr weit aus: ben hier, den Weg der Sünder breiten. Hilf, Jesu! daß uns meiden; gieb, daß wir halten deine Lehr' erleuchten mög' und fest an dir im Wohlstand und im leiten. heil'ger Geist! dein Leiden. Rott aus die Dornen all- göttlich Wort laß in uns wir zumal, hilf uns die Weltsorg' ken fort und fort Geduld, Lieb', überall und böse Lüste dämpfen. Hoffnung, Glauben. XXIII. Bom christl. Leben und Wandel. 1.) Erweckung zur wahren Gottseligkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott- suchung plagt und meine Seel 602, 2ch Gott! verlaß mich anficht, so weiche nicht von nicht, reich mir die mir; ach Gott! sc. Gnadenhånde; ach! führe 4. Ach Gott! verlaß mich mich, dein Kind, daß ich den nicht; ach, laß dich doch beweLauf vollende zu meiner Selig- gen! Ach Bater! frone doch mit keit; sei du mein Lebenslicht, mein reichem Himmelssegen die Wer: Stab, mein Hort, mein Schut; te meines Amts, die Werke meis ach Gott! verlaß mich nicht. ner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott! zc. 2. Ach Gott! verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen; 5. Ach Gott! verlaß mich ach! laß mich nimmermehr in nicht! ich bleibe dir ergeben. Hilf Sund' und Schande fallen; gieb mir, o großer Gott! recht glaus mir den guten Geist; gieb Glauben, christlich leben und selig benszuversicht, sei meine Stárk' scheiden ab, zu sehn dein Ange und Kraft; ach Gott! verlaß ac. ficht. Hilf mir in Noth und Tod! 3. AchGott! verlaß mich nicht, Ach Gott! verlaß mich nicht! ich ruf aus Herzensgrunde: Ach Höchster! stärke mich in jeder bs sen Stunde; wenn mich Ber Mel. Schaß über alle Schäße603. 2[ uf, auf! mein Geist, betrachte: Wie isis mit 377 Erweckung zur wahren Gottseligkeit. mit dir bewandt? Wach auf!| sein, nur einzig ihm zu leben wach auf! verachte die Welt und sich in ihm zu freun? und ihren Land! Denn ihre 7. Du wählst dir Lust und Lust vergehet und es folgt gro: Freuden, der Sinne Gaukels ses Leid; im Gegentheil beste spiel, die hier doch schon mit het ein Christ in Ewigkeit. Leiden und Schmerzen groß und 2. Du bist von Gott gebildet viel sich allzuoft nur enden und zu seiner Aehnlichkeit, nun aber dein Herz mehr und mehr vom ganz verwildet und voller Si- höchsten Gute wenden, und es cherheit, Auf! auf! die Zeit verwüsten sehr. verschwindet und Alles mit der 8. Gott ist die rechte Quelle, Zeit; wer hier nicht überwin: draus reine Wollust fleußt, die bet, bleibt in der Dienstbarkeit. lauter, klar und helle sich in die Seele geußt. Ohn' ihn ist kein Vergnügen, was sein Licht nicht anblickt, das bleibt im Staube liegen und ewig unerquict. 3. Gewalt und Ernst besieget ben Himmel, spricht dein Heit; wer hier nicht männlich frieget, hat dorten keinen Theil. Drum auf! denn deine Feinde verán9. Drum auf, mein Geist, las bern die Gestalt, oft thun sie fahren, was Gott nicht selber gleich als Freunde, oft brau= heißt, weil Alles mit den Jah= then sie Gewalt. ren sich deinem Brauch' entreißt. 4. Vergleiche dieses Leben Gott aber bleiber stehen, wenn mit dem, was Gottes Geist Alles in der Welt wird fallen aus Gnaden dir zu geben in und vergehen, was jetzo dir seinem Wort verheißt; so wirst gefällt. bu bald erkennen, daß jenes 10. Ach! mache Herz und Sins in der That kein Leben sei zu nen, o Gott! von Allem frei nennen, wie viel's auch Gön- und gieb, daß mein Beginnen aufwärts gerichtet sei. ner hat. Die 5. Du suchest Gunst und Eh- Welt kann doch nichts geben, re und willst gesehen sein, als das wahre Ruhe bracht'; wer wenn nichts beßres wäre in dich zu Nuh' und Leben ers Christi Tod und Pein, der doch, wählet, der trifft's rec recht. weil er gestorben, dir hat ein Mel. Wer nur den lieben Gott läßt-- Königreich und Priesterthum er- 604. Du Brunnquell aller worben, dem nichts zu schätzen gleich. reinen Liebe, der du mich je und je geliebt, ers 6. Du liebest Gold und Gaben fülle mich mit solchem Triebe, und was der Welt beliebt. Willst daß dir mein Herz sich ganz er= du den Schatz nicht haben, den giebt und stets mit allen Krafs Jesus Allen giebt, die sich ansten strebt, daß es in deiner ihn ergeben und siets geflissen Liebe lebt. 2. Da 378 Vom christlichen Leben und Wandel. 2. Da du mich als ein Vater 8. Aus Liebe laß mich willig liebest, laß mich dich lieben als leiden, was mir dein weiser Rath ein Kind. Da du dein eigen bestimmt. Nichts kann mich Kind mir giebest, so mache mich von der Liebe scheiden, die mir ihm gleich gesinnt und laß auch mein ganzes Herze nimmt. Liebt meinen Gegenschein im Lieben Jesus mich, so hats nicht Noth; ohne Falschheit sein. die Lieb' ist stärker als der Tod. 3. Gieb, daß in mir der Geist 9. In dieser Liebe laß mich der Liebe mein ganzes Herze sterben, so überleb' ich selbst den brennend macht, daß ich mich Tod. Ach mache mich zu einem fiets im Lieben übe, weil du Erben in deinem Reiche, treuer mich haft so werth geacht't und Gott! So wird die Lieb' in vols dieses theure Liebespfand zu lem Schein und unaussprechlich meiner Seelen Trost gesandt. bei dir sein. 4. Hilf, daß ich dir vor allen mel. O Gott, du frommer Gott- Dingen mit reiner Lieb' ergeben 605. Du fagſ: Ich bin ein Christ. sei. Laß deine Liebe mich recht Wohlan! dringen, daß ich ohn' alle Heuswenn Werk und Leben dir dessen, chelei, mit ganzem Herzen, was du sagst, Beweis und Zeugs Muth und Sinn, nur dir zum niß geben, so steht es wohl um Dienst geweihet bin. dich. Ich wünsche, was du 5. Vertilge du durch deine sprichst, zu werden alle Tag' Liebe in mir die Liebe zu der ein wahrer, guter Christ. Welt, daß ich dich, Bater, 2. Du sagst: Ich bin ein Christ. nicht betrübe, wenn mir die Der isis, der Jesum kennet und Eitelkeit gefällt. Die Liebe zu seinen Gott und Herrn ihn nicht der Kreatur erstickt die Liebe Gottes nur. alleine nennet, nein, sondern thut mit Fleiß, was fordert sein 6. Laß mich um deiner Liebe Gebot; thust du nicht auch also, willen dir Alles zu Gefallen thun, ist, was du sagst, ein Spott. und kann ich Alles nicht erfül- 3. Du sagst: Ich bin ein ten, so wirst du doch dabei be- Christ. Wer sichs will nennen ruhn, daß ich aus Liebe das ge- lassen, muß lieben, was ist gut, than, was meine Schwachheit mit Ernst das Böse bassen. Der leisten kann. Liebet Christum nicht, der noch 7. Weil ich dich liebe, will ich die Sünden liebt, ist auch kein haffen, was dir, Gott, nicht Christ, ob er sich gleich den gefallen kann. Gieb Kraft, daß Namen giebt. ich mög' unterlassen, was mich 4. Du sagst: Ich bin ein Christ; führt von der rechten Bahn. Laß denn ich bin ja beſprenget mit mich die Liebe zu dir ziehn und Wasser in der Tauf', mit Chrifti ernstlich alle Sünden fliehn! Blut vermenget. Ja wohl, haft aber Erweckung zur wahren Gottseligkeit. 379 aber du gehalten auch den Bund, gute Dinge? Sie sind es, aber den du mit Gott gemacht in je- wenn sie werden so verricht't, ner Gnadenstund. daß Gott auch stets dabei ein reines Herze sieht. 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast 11. Du sagst: Ich bin ein du als Gottes Kind dich, wie du Christ. Ich kann dies nicht gehaft versprochen, in allem Thun stehen, es sei denn, daß ichs erzeigt? dem Guten nachge= werd' aus deinem Wandel sehen. strebt? Hat nicht der alte Mensch Wer sagt und rühmet, daß er bisher in dir gelebt? Christo angehör' und auch sein 6. Du sagst: Ich bin ein Christ, Jünger sei, muß wandeln, weil Gottes Wort und Lehre, gleich wie er. ohn' allen Menschentand, ich 12. Bist du ein solcher Christ, fleißig les' und höre. Ja, lieber, so mußt du sein gesinnet wie Je= thust du auch, was dieses Wort sus Christus war. Wenn reine dich lehrt? Nicht, ders hört, son- Liebe rinnet aus deines Herzens dern thut, der ist bei Gott geehrt. Quell, wenn du demüthig bist 7. Du sagst: Ich bin ein Christ; von Herzen, wie der Herr; so ich beichte meine Sünden und sag, du seist ein Chrift. 13. So lang'ich aber noch an laß beim Beichtsiuht mich auch oftermalen finden. Find't aber dir erseh' und spüre, daß Stolz sich, mein Freund, ich bitte, sag und Uebermuth dein Herz und es mir, nach abgelegter Beicht, die Beßrung auch bei dir? Sinn regiere; wenn an der SanftmuthStell' sich zeiget Haß 8. Ach! du bleibst nach, wie und Neid, so bist du ganz gewiß vor; dein Wort, dein Werk und vom Christenthum sehr weir. Sinnen wird oftmals ärger 14. Du sagst: Ich bin ein noch, dein Vorsatz und Begin- Christ und rühmst dich deß mit nen geht nach dem alten Trieb Freuden; thust aber du auch und was noch gut soll sein, ist, mehr, als andre kluge Heiden? wenn mans recht besieht, nur Ach! öfters nicht so viel, als lauter Heuchelschein. Gutes sie gethan; sie werden dorten dich gewißlich klagen an. 9. Du sagst: Ich bin ein Chrift; laß speisen mich und tránken mit 15. Sag nicht: Ich bin ein dem, was Christus uns im Christ, bis daß dirWerk und Les Abendmahl will schenken. Wohl! ben auch dessen, was du sagst, aber zeige mir, ob Christi Leib Beweis undZeugniß geben. Die und Blut in dir zur Heiligung Wort' sind nicht genug; ein auch seine Wirkung thut? Christ muß ohne Schein das, 10. Du sagst: Ich bin ein Christ; was er wird genannt, im Wes ich bete, les' und singe, ich geh' sen selbsten sein. ins Gotteshaus; sind das nicht 16. Ach! mein Gott, gieb mir Guad', 380 Vom christlichen Leben und Wandel. Guad', mich ernstlich zu beslei- ssie ehre und thue, was sie mir Ben, zu sein ein wahrer Chrift, gebeut! Sch soll nicht Hörer und nicht nur so zu heißen. nur allein; ich soll zugleich auch Denn welcher Nam'n und That Thâter sein. nicht hat und führt zugleich, 6. Beut mir die Welt auch der kommet nimmermehr zu dir tausend Freuden, damit ich uns ins Himmelreich. gehorsam sei; so laß mich fliehn, und sie vermeiden, als GötzenMel. Wer nur den Heben Gott- dienst und Zauberei! Laß mich 606. Gott, deinen heiligen dir, o mein Herr und Gott, stets Befehlen will ich, kindlich folgen bis in Tod. dein Kind, gehorsam sein. Laß 7. Wenn ich mich im Gehor= mich das beste Theil erwählen sam übe, so weiß ich, Vater, und gern mich deinem Dienste daß ich dich aus allen meinen weihn! Du bist mein Herr, ich Kräften liebe; und thu ich das, bin dein Knecht; und dein Ge- so liebst du mich; und den Ges setz ist gut und recht. horsam in der Zeit belohnest du 2. Gehorsam ist die beste Ga- in Ewigkeit. be, die dein Geschöpf dir opfern kann; wenn ich dir den ge= Mel. Ach Gott, wie manches opfert habe, welch' eine Freud' 607. Herr, aller Weisheit empfind' ich dann! Nur muß Quell und Grund, ichs dir zum Preis und Dank, dir ist all' mein Vermögen kund; aus Liebe thun und nicht aus wo du nicht hilfft und deine Zwang. Gunst, ist all' mein Thun und 3. Dein Sohn gehorchte dir Werk umsonst. so gerne. Ach hilf, damit ich 2. Ich, leider! als ein Suna immerdar dir, Vater, so ge- denkind bin von Natur zum horchen lerne, wie Jesus dir Guten blind; mein Herz ist, gehorsam war! Er, dir gehor: wenn dirs dienen soll, sehr uns sam bis zum Tod, erfüllte, geschickt und Thorheit voll. was dein Recht gebot. 3. Was hilfts, wenn Einer 4. Laß deine heiligen Gesetze gleich viel weiß und hat zus mir immer gegenwärtig sein vörderst nicht mit Fleiß geler: und gieb, daß ich sie nie verlege, net deine Furcht und Dienst? und findlich fürchte, was sie der hat mehr Schaden als Ge braun; wie schwers auch mei- winnst. nen Lüsten daucht, dein Joch ist fanft, die fast ist leicht. 400 4. Im Wissen, das ein Mensch hier führt, wird er gar leichte 5. Go bald ich deine Stimme stolz und irrt; wenn unsre Kunst höre, so mache Leib und Geist am meisten kann, so stößt sie bereit, daß ich mit Folgsamkeit faller Enden an. 5.9 Erwedung gur wahren Gottfeligkeit, 381 5. Gott, mein Vater! kehadir gefallen. Es ist mein gans re dich zu meiner Bitt' und höre zer Ernst, auf deiner Bahn zu mich! Nimm solche Thorheit wallen. Ergreife, leite, Herr, von mir hin und gieb mir einen den Schwachen, der dir fleht, bessern Sinn. weil seine Bitte nicht aus fals 6. Gieb mir die Weisheit, die schem Munde geht. du liebst und denen, die dich 2. Gieb, daß ich redlich mich lieben, giebst; die Weisheit, die in jeder Zugend übe! der Glaus vor deinem Thron allstets erbe, den du willst, soll fruchtbar scheint in ihrer Kron. durch die Liebe in wahrer Heis 7 Ach! sende sie von deinem ligkeit, in guten Werken, ſein. Thron' und gieb, fie deinem Ich wills, ich will dir, Gott, Kind' zum Lohn! Ach schütt mein ganzes Leben weihn. und geuß sie reichlich aus in meines Herzens armes Haus. 3. Doch täuscht mein Herz sich oft, mir immer unergründs 8. Befiehl ihr, daß sie mit ich; bleibt, nach der Heiligung mir sei und, wo ich gehe, fiebe durch deinen Geist, noch fündbei. Bin ich in Arbeit, helfe fie tich. Das Wollen hab' ich wohl, mir tragen meine schwere Müh. zum Thun auch Licht und Kraft; 9. Gieb mir durch seine weise wie unvollkommen bleibts! wie Hand die recht' Erkenntniß und schwach! wie mangelhaft! Verstand, daß ich an dir alleine kleb' und nur nach deinem WilLen leb'. 4. Du kennst mich ganz; du kannst mich reinigen und laus 10. Gieb mir durch sie Ge. tern; dein Geist, wenn Licht ihm schicklichkeit; zur Wahrheit laß fehlt, mit deinem Licht' erhei= mich sein bereit, daß ich mich tern; wenn eine Leidenschaft ers aller Lügen schäm', zur Zucht wachen will, kannst du durch und Ordnung gern bequem'. deine Kraft ihr bald gebieten, daß sie ruh'. 11. Gieb auch, daß ich gern Jedermann mit Rath undThat, 5. Ach! darum wollest du mich so gut ich kann, aus rechter läutern und belehren; der Trág= unverfälschter Treu zu dienen heit des Gemüths, der Lust zur allzeit willig sei. Sünde wehren; mich, wo Ges 12. Auf daß in Allem, was fahren sind, bald warnen, bald ich thu, in deiner Lieb' ich neh- zum Streit ermuntern, wo dein me zu: denn wer sich nicht der Wort zu streiten mir gebeut. Weisheit giebt, der bleibt von dir auch ungeliebt. 6. Erhalte meinen Gang auf deinem Fußsteig; leite mit deis ner Rechten mich, damit mein Mel. O Gott, du frommer Gott 608. Herr, höre mein Ge- Fuß nicht gleite! mein Auge laß bet und laß es allein auf deine Wege schaun; fo 382 Vom christlichen Leben und Wandel. so bilf mir; denn du bist mein den Verstand; erhalt ihn mir, Heiland, mein Vertraun. o Herr, mein Hort. und stärk 7. Ich bin dein Pilger hier, ihn durch dein göttlich Wort! umringt von vielen Sündern; 5. Laß, deines Namens mich ihr Beispiel könnte leicht den zu freun, ihn stets vor meinen Tugendeifer mindern. Bewah- Augen sein! Laß, meines Glaus re deinen Knecht vor ihnen! Jh- bens mich zu freun, ihn stets re Lust vergift' und schände nie durch Liebe thätig sein! die dir geweihte Brust! 6. Das ist mein Glück, was 8. Bewahre mich, wenn sie, ou mich lehrst. Drum gieb mir verstrickt in eitlen Lüsten, sich Kraft, daß ich zuerst nach deiihrer Sünden freun, mit ihren nem Reiche tracht' und treu in Lastern brüsten! Des Sünders allen meinen Pflichten ſei! Lachen wird in Weinen einst ver7. Ich bin zu schwach aus kehrt, in Trauren seine Lust, eigner Kraft zum Siege meiner wenn er sich nicht bekehrt. Leidenschaft; du aber ziehst mit 9. Ich aber werde, Gott, dir Kraft mich an, daß ich den Sieg nicht umsonst vertrauen; einst, erlangen kann! wenn ich treu dir bin, dein se: 8. Gieb von den Gütern dies lig Antlitz schauen; und, wenn ser Welt mir, Herr, so viel, als mein Staub erwacht, von dei dir gefällt! Gieb deinem Knecht ner Wonne fatt, frohlocken, daß ein mäßig Theit, zu seinem mein Herz sich dir geheiligt hat. Fleiße Glück und Heil! Mel. Ach Gott, wie manches9. Schenkt deine Hand mir 609. Ich komme vor dein Ueberfluß; so laß mich måßig im Angesicht. Ver- Genuß, und, dürft'ge Brüder wirf, o Gott, mein Flehen nicht; zu erfreun, mich einen frohen vergieb mir alle meine Schuld, Geber sein! du Gott der Gnaden und Ge duld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Lust zu dir; ein Herz voll De muth, Preis und Dank; ein ruhigs Herz mein Lebelang! 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz' und dankbar sei, und nie, aus lies be gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh! 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner 3. Sei mein Beschützer in Wohlfahrt meint, mit mir in Gefahr! ich harre deiner im- deiner Furcht sich übt, mit merdar. Ist wohl ein Uebel, Rath und Trost und Beispiel das mich schreckt, wenn deine giebt! Rechte mich bedeckt? 12. Bestimmst du mir ein 4. Ich bin ja, Herr, in dei längres Ziel und werden mefa ner Hand. Von dir empfing ich ner Tage viel; so bleib, Gott, meine 383 Erweckung zur wahren Gottseligkeit. meine Zuversicht, verlaß michfren und auf seinen Wandel auch im Alter nicht. schaun, daß man falche Wege 13. Und wird sich einst mein flieht und mit Eifer sich bemüht, Ende nahn; so nimm dich mei- seinem Bilde hier auf Erden ims ner herzlich an und sei durch mer ähnlicher zu werden. Christum, deinen Sohn, mein 5. Weisheit ist es, Alles meiSchirm, mein Schild und gro- den, was mit Reu das Herz ßer Lohn! beschwert, und sich húten vor den Freuden, die der Sünden Dienst gewährt; nicht die Ehre Mel. Freu dich sehr, o meine S.- dieser Welt, nicht Gemächlich610. Lebre mich es recht keit und Geld für das wahre achten; nein, nach bessern Gütern trachten. Wahre Weisheit. bedenken, was die Wohlsein wahre Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, siehe mir aus Gnaden bet. Denn 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, die Klugheit, so die Welt obne und auf seiner Wahrheit Pfade Grund für Weisheit hält, för- diesem Glück entgegen gehn; dert nicht mein Wohlergeben gerne Gottes Willen thun, froh und kann vor dir nicht beste in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend in Geduld sie ehren. hen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wor 7. Weisheit ist, es, stets bes. tes Licht nur allein zum Leit- denken, daß wir hier nur Pilstern wählen, und mit fester Zu- ger sind, Wunsch und Hoffs versicht diesem Licht' sich anvernung dahin lenken, wo die Seele traun; denn die folgsam dar- Ruhe find't; seine Augen uns auf schaun, ihre Hoffnung dar- verwandt nach dem ew'gen Vas auf gründen, werden Heil und terland richten, und sich hier Leben finden. bestreben, wie man droben lebt, 3. Weisheit ist es, darnach zu leben. trachten, mit sich selbst bekannt 8. Diese Weisheit ist auf Era zu sein, sich nicht schon voll- den, Höchster, unser bestes Theil. kommen achten, jeden Eigen- Die von dir geleitet werden, des dünkel scheun, gern auf seine ren Weg ist Licht und Heil. Sola Fehler sehn, reuend sie vor che Weisheit kommt von dir, Gott gestehn, eifrig stets nach Gott, verleihe sie auch mir! laß Beßrung streben, und sich deß sie mich zu allen Zelten auf den nie überheben. Weg des Friedens leiten. 4. Weisheit ist es, Christum Mel. Wer nur den lieben Gott- ehren, seiner Mittlershuld ver611. Mein Gott! ach leha traun, so auf seine Stimme höre mich erkens new 384 Vom christlichen Leben und Wandel, nen den Selbstbetrug und Heu- Himmels Seligkeit. Ach wirk chelschein, daß Tausend, die sich in mir zu deinem Ruhm, mein Christen nennen, mit nichten Gott, ein wahres Christenthum. Christi Glieder sein. Ach wirk Mel. Wer nur den lieben Gottin mir zu deinem Ruhm, mein Gott, ein wahres Christen: 612 Mein Gott, du průs thum! E fest Herz und Nie ren, du siehest in die Brust 2. Hilf, daß ich dir allein er hinein; du weißt, was wir im geben, der Sünde abgestorben Sinne führen, und hassest allen sei; laß mich dir sterben und dir falschen Schein; du bringest Alleben, und mach in mir, Herr, tes an den Tag, was noch so Alles neu. Ach, wirk in mir zu tief verborgen lag. deinem Ruhm, mein Gott, ein wahres Christenthum! 2. Laß mich in meinem Chris fienthume die Heuchelei von 3. Reiß los mein Herze von Herzen fliehn; es dienet mir zu der Erden; laß mich, der ich keinem Ruhme, wenn ich den unsterblich bin, zu deinem Bild Gräbern ähnlich bin, die man erneuert werden, und gieb mir von außen schön geschmückt, von meines Heilands Sinn. Ach, innen voller Asch' erblickt. wirk in mir zu deinem Ruhm 2c. 3. Die Frömmigkeit liebt kein 4. Regiere du selbst meine See Verstellen und brauchet keiner le, damit ich Christo folge nach, Larve nicht; die zu den Heuchund stets den schmalen Weg er- tern sich gesellen, die fliehen wähle, ja, Ehre such' in Chris auch der Wahrheit Licht. Wer sti Schmach. Ach wirk' in mir ein rechtschaffnes Wesen hat, zu deinem Ruhm 2c. te beweiset es auch in der That. 5. Gieb mir zum Streite Muth 4. Ach lasse mich nicht deiner und Kräfte, hilf, daß ich dir spotten! denn das thut nur ein verbleibe treu, daß ich an Christi Heuchelchrift. Du dráuest alles Kreuz mich hefte und mir die auszurotten, was ein geschminkWelt gefreuzigt sei. Ach wirktes Wesen ist. Die hier die Bahn in mir zu deinem Ruhm 2c. der Heuchler gehn, die sollen 6. Laß in mir Glauben, Hoff- dort in Schanden stehn. nung, Liebe, lebendig, fest und 5. Bekenn' ich dich mit meis thätig sein, daß ich bis an mein nem Munde, so laß es auch von Ende übe das Christenthum ohn' Herzen gehn, und mich in dei Heuchelschein. Ach wirk in mirnem Gnadenbunde, durch from zu deinem Ruhm zc. Wandel feste stehn, daß 7. So hab' ich schon auf dieser keine Falschheit mich bethört, Erde, was mich beruhigt und und in der Einfalt Chrifti erfreut; wenn ich mit Gott ver- stört. men einigt werde, schmeck' ich des 6. Was hilft es, vor den Mens schen 385 Erweckung zur wahren Gottseligkeit. schen prangen, vor Gottes Aus 3. Weit strafenswürd'ger bin gen häßlich sein? Soll ich den ich dann, ich, der ich Christum wahren Schmuck erlangen, so kenne, weiß, was er einst für kleide mich in Zugend ein, die mich gethan, ihn Herr und Meis aus dem wahren Glauben fließt ster nenne; als der, der in der und die dann wohlgefällig ist. Finsterniß des Irrthums tappt, 7. So gieb mir auch ein gut noch ungewiß, ob er auch richGewissen, im Kreuze selbst noch tig wandle. Was nützt mir seiFreudigkeit, und wenn sich meines Wortes Licht, was hilft ne Augen schließen, befreie mich mir aller Unterricht, wenn ich von allem Leid; dann führet darnach nicht handle? mich der Tod dahin, wo ich ohn' alle Falschheit bin. 4. Und woher nehm' ich Trost und Ruh, wenn Leiden mich umgeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen Nothwendigkeit eines christ- schweben? Was hilft mir in lichen Lebenswandels. der letzten Noth, wenn sich der schauervolle Tod mir zeigt mit Mel. An Wasserflüssen Babylon- seinen Schrecken, und mein 613. Was hilft es mir, ein Gewissen wachet auf, von meis Christ zu sein, nem ganzen Lebenslauf die wenn ich nicht christlich lebe, Schuld mir aufzudecken? und heilig, fromm, gerecht 5. Weh mir! Was hilft es und rein zu wandeln mich be- mir einst dort, erweckt aus meistrebe; wenn ich dem seligen nem Grabe, daß ich an ChriBeruf, zu welchem mich mein stum und sein Wort zum Schein Gott erschuf, nicht würdig mich geglaubet habe, wenn keine beweise; und den, der mich fromme gute That mein Leben erlöset hat, mit Worten blos, hier bezeichnet hat, den Glanz nicht durch die That und gute ben zu bestårken? Der Glaube Werke preise? nur wirkt Seligkeit, er aber 2. Was hilft der Glaub' an zeugt Gottseligkeit und Fleiß Jefum Christ, den ich im Mun- in guten Werken. de führe, wenn nicht mein Herz 6. Gott! dieser Hoffnung rechtschaffen ist und ich die werth zu sein, hilf, daß ich Frucht verliere; wenn mich die christlich lebe und vor dir heiz Eitelkeit der Welt mit ihrer lig, fromm und rein zu wandeln Lust gefangen hält, ich ihre mich bestrebe! Gieb mir ErkenntFesseln liebe und durch der niß, Kraft und Muth, damit Sünde Trieb und Reiz, Zorn, ich Welt und Fleisch und Blut Hoffarth, Fleischestüste, Geiz im Glauben überwinde, und in Werk und That verübe? dann, nach wohl durchlebter 25 Zeit, 386 Vom christlichen Leben und Wandel. Zeit, den Lohn in deiner Ewig-| 6. Die Liebe gegen Gott heißt keit, den Lohn der Treue finden. ihn die Menschen lieben. Ihm ist es leichte Last, die Pflichten Mel. O Gott, du frommer Gott- auszuüben, die er nach dem 614. Wer Gesetz dem nächsten schuldig Gottes Wege geht, nur der ist; denn durch die wahre Lieb' hat großen Frieden! er kämpft im Glauben, siegt der Christ. 7. Er fránket nie dein Glück, und kriegt den Lohn, den Gott dem Kampf beschieden; ist sei- schützt deinen Ruhm, dein Le ner Gnade sich und ihrer Kraft ben; er trägt dich mit Geduld, bewußt, und widerstehet fstetslist willig zu vergeben; denn mit Ernst der bösen Lust. Gott, so denket er, vergiebt in 2. Er merkt auf seinen Gang, Christo mir. Er ehrt das Ebens geht ihn mit heil'gem Muthe; bild des Schöpfers auch in dir. ist jeder Sünde Feind und 8. Sein Beispiel sucht dein liebt und schmeckt das Gute, Herz im Guten zu bestärken; das Gott durch seinen Geist denn Alle sind von Gott gezeugt in seiner Seele schafft, und zu guten Werken und haben wachset immerfort an Kennt einen Herrn und haben Au' ein niß und an Kraft. Heil; drum nimmt er auch mit Lust an deiner Tugend Theil. 9. Das Heil der Ewigkeit, 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bereut der Fehler Zahl und tilgt der Sün- das hier der Fromme schmecket, den Schmerzen durch glaubiges giebt ihm Geduld und Muth, Vertraun auf Christum, Gottes daß ihn kein Tod erschrecker. Sohn; denn er prüft täglich Dieß Heil erhöht sein Glúd und stillet feinen Schmerz; sich genau vor dessen Thron. 4. Vergnügt mit seinem auch selbst im Zode noch freut Stand' genießt er Gottes Ga- sich sein frommes Herz. ben und ist, wenn Andre gleichgau in- sid Denn ihn mehr Geld und Güter haben, Mel. Machs mit mir, Gott- in Gott, dem höchsten Gut, bei 615. Mer Gottes Wort Wenigem erfreut. nicht hält, und beherrschet nicht Geiz, Hoch- spricht: ich kenne Gott! der lüs muth, Haß und Neid. get. In Solchem ist die Wahr5. Schenkt Gottes Hand ihm heit nicht, die durch den Glaus viel, so wird er Vielen nützen, ben sieget. Wer aber sein Wort des Freundes Glück erhöhn, ver- glaubt und hält, der ist von laßne Zugend schützen; er wird Gott, nicht von der Welt. so, wie sein Gott, mit Luft- gut- 2. Der Glaube, den sein thätig sein und auch sogar den Wort erzeugt, muß auch die Feind in seiner Noth erfreun. Liebe zeugen. Je höher dein' Era Pflichten gegen Gott. 387 Erkenntniß steigt, je mehr wird übe. Wer die Gebote hält, in jene steigen. Der Glaub' er dem ist wahrlich Gottes Liebe. leuchtet nicht allein; er stärkt Ein täglich thätig Christenthum, das Herz und macht es rein. das ist des Glaubens Frucht 3. Durch Jesum rein von und Ruhm. Missethat, sind wir nun Got: 5. Der bleibt in Gott und tes Kinder. Wer solche Hoff- Gott in ihm, wer in der Liebe nung zu ihm hat, der flieht den bleibet. Die Lieb' ists, die die Rath der Sünder; folgt Christi Cherubim, Gott zu gehorchen, Beispiel als ein Christ und reis treibet. Gott ist die Lieb'; an nigt sich, wie er rein ist.seinem Heil hat ohne Liebe Nies 4. Alsdann bin ich Gott an- mand Theil, genehm, wenn ich Gehorsamlin 2.) Pflichten gegen Gott. Mel. Herr Christ, der ein'ge- dein geheiligt Wort, damit ich 616. Here Jesu! Gnaden an dich glaube und in der sonne, wahrhaftig Wahrheit bleibe, zu Truk der Lebenslicht! laß Leben, Licht Höllenpfort'. und Wonne mein blödes An- 5. Mach mich zum wahren gesicht nach deiner Gnad' er Christen und freuz'ge mein' freuen und meinen Geist er: Begier, sammt allen bösen Lüs neuen. Mein Gott! versag mirs sien, auf daß ich für und für nicht.2, no te pie in der Sündenwelt absterbe und 2. Vergieb mir meine Sün- nach dem Fleisch verderbe, hins den und wirf sie hinter dich, gegen leb' in dir. laß allen Zorn verschwinden, 6. Ach! zünde deine Liebe in und hilf mir gnädiglich. Laß meiner Seelen an, daß ich aus deine Friedensgaben mein ar Geistestriebe dich ewig lieben mes Herze laben; ach Herr! erkann, und dir zum Wohlgefals höre mich. len bestándig möge wallen auf 3. Vertreib aus meiner See- rechter Lebensbahn. len des alten Adams Sinn und 7. Nun, Herr, verleih mir laß mich dich erwählen, daß Stárke, verleih mir Kraft und ich mich künftighin zu deinem Muth! Denn das sind GnadenDienst' ergebe und dir zu Ehren werke, die dein Geist schafft und lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein' Erkenntniß in mir, mein Seelenhort! und öffne mein Verständniß durch thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen, sind von Natur nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnas 25# den! 388 Vom christlichen Leben und Wandel. den! du Vater aller Treuljden Fleischeslüften bleibe; hin wend' allen Seelenschaden und gegen emsiglich des Geistes mach mich täglich neu; gieb, Werke treibe und gute Ritters daß ich deinen Willen recht treu- schaft ausübe, auch dabei in lich mög' erfüllen, und steh mir Hoffnung immer stark und fest Fräftig bei. 10510 152 16 gegründet sei. Mel. Wo soll ich fliehen hin3. Gieb, daß ich als ein Christ, wie Christus mich bes 617. Herr Jefu, meine zeige und meine Ohren stets Rub! ach, laß mich zu seiner Lehre neige. m immerzu dich in dem Herzen Glauben stärke mich, daß ich kennen, in deiner Liebe brender argenWelt nicht folge, wenn nen und preisen deinen Namen sie mich von deinem Wort' aba mit dem erwählten Samen! hält. 2. Herr! deiner Liebe Kraft, 4. Entzünde du mein Herz die Alles in mir schafft, erneu mit deiner wahren Liebe und re meine Sinnen; mein Thun gieb, daß ich zugleich am Nächs und mein Beginnen bleib nur sten Liebe übe. Verteihe mir auf dich gerichtet, dir hab' ich Geduld, wenn Trübsal bricht mich verpflichtet. herein; und hilf, daß ich im 3. Herr! deine Freundlichkeit Glück demüthig möge sein.es? sei meine Freud' im Leid, und 5. Verleihe, daß ich stets deine große Güte rühr kräftig nach deinem Reiche ringe, das mein Gemüthe, daß ich auf dich mit dein Segen mir viel Heil nur baue und auf dein Heil und Gutes bringe. Wer nach dem Ewigen vor allen Dingen tracht't, der wird auch wohl mit dem, was zeitlich ist, bedacht. 6. Haß, Falschheit, Uebers muth und Heuchelei darneben laß ja an mir nicht sein in meis nem ganzen Leben. List, Uns Mel. O Gott, du frommer Gott-recht, Frevel, Geiz und Uns 618. Herzallerliebster Gott, barmherzigkeit sei ferne weg der du mir dieses von mir, o Gott! zu aller Zeit. Leben, Leib, Seele und Vernunft 7. Mit deiner rechten Hand, aus Gnaden haft gegeben; re- Herr! wollest du mich leiten und giere ferner mich durch deinen schützen Tag und Nacht, daß guten Geist, daß er in allem meine Tritt' nicht gleiten. Du Thun mir Kraft und Beistand wollest meine Burg und Schutz leift'. in Nöthen sein, wenn ich in meis 2. Hilf, daß ich allzeit feindlnem Amt' ausgehe oder ein. 8. 3u stets schaue. 4. Zu deiner Herrlichkeit mach mich, o Gott! bereit; laß mich fest an dir bleiben und nichts von dir abtreiben, daß ich im Tod' und Leben dir bleibe stets ergeben. Pflichten gegen Goft. mo 389 8. Zuletzt erlöse mich von al- Trost, Fried' und Freud' in mis lem Kreuz und Leiden, und wenn durch dich sich regen. ich soll einmal von dieser Welt 5. Den Glauben stärk, erhalt abscheiden, so stehe du mir bei in mir die Lieb' und mache feste mit deiner Gnadenhand und mein' Hoffnung, die nicht wankt führe mich hinauf ins rechte von dir; Beständigkeit ist's BeVaterland. ste. Den Mund bewahr, auf Mel. Was mein Gott will 619. Hilf mir, mein Gott! erwecket. daß Gefahr durch ihn nicht werd' Speiß ab den Leib, hilf, daß nach dir doch daß er bleib' von Geilheir von Herzen mich verlange und unbeflecket. ich dich suche mit Begier, wenn 6. Gieb, daß ich treu und mir wird angst und bange. Ver- fleißig sei in dem, was mir ges leih, daß ich mit Freuden dich bühret; durch Ehrgeiz, Stolz in meiner Angst bald finde. Gieb und Heuchelei aufs Neu nicht mir den Sinn, daß ich forthin werd verführet. meid' alle Schand' und Sünde. keit, Haß, Bank Leichtfertiga und Neid, verbleiben. 2. Hilf, daß ich mich mit laß in mir nicht Ren und Schmerz in deine Verstockten Sinn und Diebs Gnad' ergebe, hab' immer ein gewinn wollst du von mir abtreiben. zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe; vor dir erschein', 7. Hilf, daß ich folge trenem berzlich bewein' hier alle Misse- Rath und ab vom Irrthum thaten. Die Hände fein laß trete, den Armen helfe mit der milde sein, den Dürftigen zu That, für Freund und Feins stets bete, dien' Jedermann, so rathen. 3. Die Lust des Fleisches viel ich kann, das Böse haff' und dampf in mir, daß sie nicht meide, nach deinem Wort, o überwinde. Rechtschaffne Lieb' höchster Hort! bis ich von hinund Lust zu dir durch deinen nen scheide. 361 - Geist anzünde, daß ich in Noth, Mel. O Gott, du frommer Gott bis in den Tod, dich und dein 620. Mein Gott! ach wie Wort bekenne, mich auch kein verderbt sind alle Truß und Eigennuß von dei Menschenkinder! Du sagsts, ner Wahrheit trenne. wir fühlens auch, wir sind ver4. Behüte mich vor Grimm irrte Sünder; wir mangeln deis und Zorn, mein Herz mit Sanft- nes Ruhms und deiner Herrs muth ziere. Reiß aus den schno- lichkeit und unsre Zierde ist ein den Hoffarthsdorn und mich zur häßlich Sündenkleid. Demuth führe. Was noch von 2. Kaum fangen wir recht an, Sünd' sich in mir find't, das wol- das Leben zu empfinden, so keis lest du außfegen. Laß allezeithnet schon in uns der Same als ler 390 Vom chriftlichen Leben und Wandel. ler Sünden; er wurzelt ein, ersvoll Wunden, Striemen, Beu: wächst, er schläget aus und len; du, Herr, alleine kannst, blüht, daß man in kurzer Zeit du mußt den Schaden heilen! viel böse Früchte sieht. Hilf, Herr, und heile uns, 3. Weh uns! wir haben, mach' uns von Sünden rein, Herr, dein Ebenbild verloren bis wir im Himmel heil, ges und find in Sündenlust empfan- sund und selig sein. gen und geboren! Ach, unser Herz, das schon von Kind an Uebergabe des Herzens bise war, das ist und bleibet an Gott. auch nur böse immerdar. ( Siehe auch No. 414.) 4. Wie blind ist der Ver: stand in allen Glaubenssachen! Mel. Nun sich der Tag geendet- Das Licht des Glaubens nur 621, Mein Gott! das Hers kann ihn recht lichte machen; ze bring' ich dir er weiß nichts von sich selbst zur Gabe und Geschenk, du for: und urtheilt auch verkehrt, bis derst dieses ja von mir, deß ihm des Geistes Kraft die Au- bin ich eingedenk. gen aufgeklärt. 2. ,, Gieb mir, mein Sohn, 5. Ach, wie viel Bosheit steckt dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und werth, du findest in dem verderbren 2Billen, den nur die Reizungen verbotner anders auch nicht Ruh im Lust erfüllen! In unserm Flei 3. Nun du, mein Vater, nimm Himmel und auf Erd." sche wohnt nichts Guts, ja es an, mein Herz, veracht' es überall zeigt sich die böse Art von Adams Sündenfall. kann, kehr zu mir dein Gesicht. nicht; ich gebs, so gut ichs geben 6. Ach, mein Gott! fteure 4. 3war ist es voller Sündens doch dem greulichen Verderben, wust und voller Eitelkeit, des das wir nun insgesammt von Guten aber unbewußt und unsern Eltern erben! Wir den wahrer Frömmigkeit. ken nie ohn' Angst und Bangig5. Doch aber steht es nun in keit daran, weil unsre Seele Reu, erkennt sein'n Uebelstand dir so nicht gefallen kann. und tráget jegund vor dem 7. Wie, Herr! willst du uns Scheu, daran's zuvor Lust fand. nun als Sünder ewig hassen 6. Drum fall' ich reuig dir zu und die in ihrer Noth sogar Fuß und ruf: Ach heile du! verderben lassen, die du von Zerknirsch, o Vater! daß ich Ewigkeit in deinem Sohn ge- Buß' rechtschaffen vor dir thu. liebt? für deren Heil dein Sohn 7. Zermalme meine Hârtig: sich selbst zum Opfer giebt? feit, mach mürbe meinen Sinn, 8. Hier hast du unser Herz/ daß ich in Seufzen, Neu und Leid, Pflichten gegen Gott. 391 Leid und Thránen ganz zerrinn'. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben und ers 8. Sodann nimm mich, mein weis, daß mein Thun nicht sei Jesu Christ! tauch mich tief in Augenschein, durch Werk' zu dein Blut. Ich glaub', daß du deinem Preis. gekreuzigt bist der Welt und 17. Hilf, daß ich immer mir zu gut. fei gerecht, aufrichtig ohne List, 9. Stark mein' sonst schwa- daß ich durch Wort und Wers che Glaubenshand, zu fassen ke recht bezeug', ich sei ein auf dein Blut, als der Ver- Christ. gebung Unterpfand, das Alles machet gut. 18. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demuth und 10. Schenk mir nach deiner Sanftmuth üb', daß ich von Jesushuld Gerechtigkeit und aller Weltlieb' rein, nur brenn' Heil; denn du trugst meine in deiner Lieb. Sündenschuld und meiner Strafe Theil. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohn' alle Heus 11. In dich wollst du mich chetei, damit mein ganzes Chris Kleiden ein, dein' Unschuld zie: stenthum dir wohlgefällig sei. hen an, daß ich, von allen 20. Nimm gar, o Gott! zum Sünden rein, vor Gott beste- Tempel ein mein Herz hier in der hen kann. Zeit; ja laß es auch dein Wohnz 12. Gott heil'ger Geist, nimmhaus sein in jener Ewigkeit. du auch mich in die Gemein21. Dir geb' ichs ganz zu eis schaft ein; ergieß um Jesum gen hin, brauchs, wozu dirs willen dich tief in mein Herz gefällt. Ich weiß, daß ich der hinein. Deine bin; der Deine, nicht 13. Dein göttlich Licht schütt' der Welt. in mich aus und Brunst der 22. Drum soll sie nun und reinen Lieb'; lösch' Finsterniß nimmermehr dieß richten aus Haß, Falschheit aus, schenk bei mir, sie lock' und droh' auch mir stets deinen Trieb. noch so sehr, daß ich soll dies 14. Hilf, daß ich sei von nen ihr. Herzen treu im Glauben meis 23. In Ewigkeit geschieht nem Gott, daß mich im Guten das nicht. Ich, Jesu Eigens nicht mach' scheu der Welt List, thum, verbleib' ihm treu, er ist Macht und Spott. mein Licht, mein Heil, mein 15. Hilf, daß ich sei von Trost, mein Ruhm. Herzen fest im Hoffen und Ges 24. Weg Welt, weg Sünd'! duld, daß, wenn du nur mich dir geb' ich nicht mein Herz; nur nicht verläßt, mich tröste deine Jesu! dir ist dieß Geschenke zuges Huld. richt't, behalt' es für und für! Wel. 392 Vom chriftlichen Leben und Wandel. Mel. Wer nur den lieben Gott Igehn, um andachtsvoll sein Wort zu hören und ihu lob: 622, Was giebst du denn, preisend zu erhöhn, ist eine o meine Seele, pflicht, wozu der Christ, so Gott, der dir täglich Alles giebt? lang er lebt, verbunden ist. Was ist in deines Leibes Höhle, 2. Wenn du nun in der Still' das ihn vergnügt und ihm beliebt? Es muß das Liebst' und ihn ehrest, zwar Jesum deinen Beste sein; gieb ihm, gieb ihm Heiland nennst; doch ihn nicht das Herz allein. öffentlich verehrest, ihn nicht 2. Du mußt, was Gottes auch vor der Welt bekennst: bist ist, Gott geben; sag, Seele! du dann sein? bist du ein Christ, wem gebührt das Herz? Dem der ſeinem Heiland dankbar ist? Teufel nicht, er haßt das Le 3. Wer sich dem Gottesdienst ben; wo dieser wohnt, ist Höl- entziehet an seines Gottes Rus lenschmerz. Nur dir, o Gott! hetag, aus Trägheit die Vernur dir allein, soll mein Herz sammlung fliehet und nicht mit Andern beten mag; entzieht sich ganz gewidmet sein. 3. So nimm nun hin, was was Gottes ist, Gott nicht. einer heil'gen Pflicht und giebt, du verlangest, mein Gott und Heiland Jesu Christ! das Herz, 4. Auch deinen Nächsten zu damit du, Schöpfer, prangest, erbauen, mußt du zum Hause das dir so sauer worden ist; dir Gottes gehn. Wie Manche sind, geb' ichs willig, du allein hast die auf dich schauen, die blosauf Andrer Beispiel sehn! O es bezahlt, es ist ja dein. denke dran, daß du als Christ 4. Wem sollt' ich mein Herz ein gutes Beispiel schuldig bist! lieber gönnen, als dem, der mir das seine giebt? dich kann 5. Doch selber dich von deis ich den Herzliebsten nennen, du nen Pflichten und von der Bahm hast mich in den Tod geliebt. zur Seligkeit noch immer mehr Mein Herz ist dein und soll zu unterrichten, in dieser deiner allein stets dein und keines An- Prüfungszeit, wie nöthig ist dern sein. dieß nicht, o Christ, der di geneigt zu Fehlern bist! Deffentliche Gottesverehrung. 6. Wie schwach sind unsre eignen Kräfte! wie schwach Era fenntniß und Verstand! Den Gottesdienst ist ein Geschäfte, wozu Gott gütig uns verband 623. Den höchsten öf- ein Mittel, das uns neu Mel. Wer nur den lieben Gott fentlich verehren, Kraft zum Glauben und zur 7.2Bi - - und in sein Haus mit Freuden Zugend schafft. Pflichten gegen Gott. 393 7. Wie manchen Trost hab'ldie Wahrheit nicht verfehlen, ich empfunden, wenn ich das die du uns selber kund gemacht, Wort des Herrn gehört! Wie damit dein großer Ruhetag dort lieb' ich euch, ihr frohen Stun- ewig uns beglücken mag. den, da man anbetend Gott verehrt und, um das Ewige bemüht, sich aller Erdensorg' entzieht! Erkenntniß Gottes. Mel. Herzliebster Jesu, was hast- 8. Nichts gleicht dem himmlischen Entzücken, das hier ein 624. Was ist im Himmel, Höchster, was auf frommes Herz bewegt, wenn es Erden, das so, wie du, ver= in sel'gen Augenblicken sich im dient, erkannt zu werden? Was Gebet zu Gott erhebt und voll ist, das meinen Durst nach Ruh des Glücks, das es genießt, so stille, als deine Fülle? von Dank und Freuden überfließt. 2. Dich kennen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du uners 9. Wie nichtig sind der Erde forschlich und verborgen; doch Freuden, dem, der des Him willst du, wenn wir nur dein mels Freuden schmeckt! wie süß Licht nicht hassen, dich finden der Trost, wenn man im Leiden laffen. sein Herz dem besten Freund 3. Mit lauter Stimme lehren entdeckt! Wie nichts ist alles deine Werke uns deine Weisheit, Glück der Welt dem, der mit deine Güt' und Stärke; auch Gott sich unterhält! hast du selbst,( sei hoch dafür gepriesen!) uns unterwiesen. 10. Kommt, fromme Christen, theure Brüder, vereint 4. Und immer mehr willst du im Geist vor Gott zu stehn! dich offenbaren, wenn wir ge= kommt, wir sind eines Leibes treu, was du uns lehrst, bez Glieder, kommt, unsern Schöp- wahren; wenn wir, was deine fer zu erhöhn! Frohlockend Lehren wirken sollen, uns bess preiset Jesum Christ, der unser fern wollen. Haupt und Mittler ist! 5. Ach, möcht' ich, Gott, aus 11. laßt uns schmecken und allen meinen Kräften dich sus empfinden, wie freundlich Gott chen, frei von Sorgen und Ges den Seinen ist! Er, der so gná- schäften! mein Herz, zu die dig unsrer Sünden, so bald wir mich leichter aufzuschwingen, Buße thun, vergißt, von Neuem zur Stille bringen! uns als Kinder liebt und liebreich Gnad' um Gnade giebt. 6. Ach, mein Verstand ist uns ståt, tråg und scheuet der Uebers 12. Erleuchte, Herr, selbst legung Mühe; schnell zerstreuet, unfre Seelen, vertreib' aus uns erhebt er sich nur schwer und sins des Irrthums Nacht; laß unsi ket wieder zur Erde nieder. 7. Auch 394 Bom christlichen Leben und Wandel, 7. Auch täuscht ihn Neugter, 4. Laß dein Gericht mich nie machet ihn vermessen, verführt vergessen und wirke wahre Buß' ihn, seiner Grenzen zu verges- in mir, damit ich nicht, im Stolz fen, will mehr, als eine Kräfte vermessen, die theure Gnade ihm vergönnen, von dir er- ganz verlier', die mich bei aller kennen. Missethat so liebreich noch ges tragen hat. 8. Steh du mir bei und leite meine Seele, daß sie den Weg zur 5. Ja, Vater, laß mit Furcht Wahrheit nicht verfehle; gieb und Zittern mich schaffen meine mir, weil ihre Kräfte leicht ermů- Seligkeit. Soll nichts mein ewig den, Ernst, Lust und Frieden. Glück erschüttern; so laß mich 9. Dann werd' ich immer besin der Gnadenzeit mit Vorsicht ser dich erkennen und täglich alles Unrecht fliehn, mich nur mehr von deiner Lieb' entbren: um deine Gunst bemühn. nen, dir gern gehorchen, fröh lich dich erheben und dir nur leben. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgs sam sei; und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei. Nie store Furcht Kindliche Furcht Gottes. 625. kindlich scheuen, fei Mel. Wer nur den lieben Gott- und Lust der Welt mich, das Gott! dich lieben, zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich meines Herzens größte Pflicht. stets wandeln und mich, ich sei Kein Mensch kann deiner Huld auch, wo ich sei, nach deiner sich freuen, scheut er dein heilig Vorschrift redlich handeln. Du Auge nicht. Drum wirk' in mir baffest alle Heuchelei! Wer dich durch deinen Geist die Furcht recht kindlich scheut und ehrt, vor dir, die kindlich heißt. nur der ist dir, o Vater, werth. 2. In Allem, was ich thu und 8. So werd' ich einst auch rus denke, laß, Herr, dieß meine Weise big sterben; so schreckt mich wes heit sein, daß ich mein Herz zur der Tod noch Grab; so werd' Sorgfalt lenke, vor jeder Sün- ich jenes Leben erben, dazu für de mich zu scheun; denn wer mich dein Sohn sich gab. Gott, noch Lust zur Sünde hat, der deine Furcht bringt Segen ein, liebet dich nicht in der That. ihr Lohn wird groß im Himmel sein. Liebe zu Gott. 3. Gieb, daß ich stets zu Her zen nehme, daß du allgegenwär tig bist und das zu thun vor bir mich scháme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall Mel. Wer nur den lieben Gott- einer ganzen Welt hilft dem ja 626. Wie sollt' ich mei nichts, der dir mißfällt. nen Gott nicht lie: Pflichten gegen Gott. 395 lieben, der seinen eignen Sohnsso gut, als du, mein Vater, mir giebt? Wie schmerzlich bist? muß es mich betrüben, daß ihn 7. Ja, dich will ich von ganzem mein Herz nicht stärker liebt? Herzen, o Vater, lieben, dich Was bringt mehr Heil, als allein! Ich will im Glücke, will diese Pflicht? Wie groß ist seizlin Schmerzen allein mich deiner ne Liebe nicht! Liebe freun. Und, daß ich's 2. Er hat von Ewigkeit be- könne, schenke du mir Schwaschlossen, mein Vater und mein chen selbst die Kraft dazu! Gott zu sein, und noch ist mir 8. Gieb, daß ich mich im kein Tag verflossen, der nicht Guten übe und heilig sei, weil bezeugte: Gott ist dein; er ist du es bist; gieb, daß ich außer so väterlich gesinnt; gieb ihm dir nichts liebe, als was auch dein Herz, du bist sein Kind. dir gefällig ist. Verhaßt sei 3. Gieb ihm dein Herz! Wersiede Sünde mir; denn sie ist, fanns beglücken? wer selig ma- Herr! ein Greul vor dir. chen? Er allein. Nur er kanns 9. Bewahre mich auf deinem heiligen und schmücken und Wege! Gieb, daß ich, brüderewig durch sich selbst erfreun. lich gesinnt, stets alle Menschen Er kann es über allen Schmerz lieben möge; denn Jeder ist, wie erheben; gieb, gieb ihm deinlich, dein Kind. Mein Herz vers Herz! schließe, Gott! sich nie vor Ar= 4. Bei ihm ist Seligkeit die men; denn du liebst auch sie. Fülle und was er dir nur ge= 10. So müsse mich kein ben kann, biet't dir sein väter Schmerz, kein Leiden, auch keilicher Wille so liebevoll, so ner Freuden Reiz, o Gott! von freundlich an. O welch ein dir und deiner Liebe scheiden, Gott! wie väterlich! mit welkein Leben, Vater! und kein Tod. cher Treue liebt er dich! Ich will dich lieben; dein allein 5. Ich seh' es, Vater! ich im Leben und im Tode sein. empfinde die Größe deiner Huld, o Gott! denn du errettest von der Sünde mich selbst durch deines Sohnes Tod. Ich war Vertrauen. Mel. Was Gott thut, das- vor deinem Angesicht' ein Greul 627. Auf Gott, und nicht und du verwarfst mich nicht. auf meinen Rath, 6. Du riefft, ich ging dir will ich mein Glücke bauen und nicht entgegen, du aber nahtest dem, der mich erschaffen hat, dich zu mir; du kamst mit Lang- mit ganzer Seele trauen. Er, muth, Huld und Segen und der die Welt allmächtig hält, 30gst mich väterlich zu dir. Wo wird mich in meinen Tagen als ist ein Gott, wie du? Wer is Gott und Bater tragen. 2. Er 396 Vom christlichen Leben und Wandel. 2. Er sah von aller Ewigkeit,[ eing'ger Troft im Leben. Dem wie viel mir nützen würde, be- fehlt es nie an Trost und Licht, stimmte meine Lebenszeit, mein der sich dem Herrn ergeben. Glück und meine Bürde. Was Gott ist sein Gott. Auf ſein zagt mein Herz? Ist auch ein Gebot wird seine Seele stille; Schmerz, der zu des Glaubens ihm gnügt des Vaters Wille. Ehre nicht zu besiegen wäre? 2. Wer wollte dir, Herr, 3. Gott kennet, was mein nicht vertraun? Du bist des Herz begehrt und hätte, was Schwachen Stärke. Die Aus ich bitte, mir gnädig, eh' ichs gen, welche auf dich schaun, bat, gewährt, wenns seine Weiss fehn deine Wunderwerke. Herr, heit litte. Er sorgt für mich groß von Rath und stark von stets väterlich. Nicht, was ich That! mit gnadenvollen Hän mir ersehe; sein Wille, der ge- den wirst du dein Werk voll schehe!. enden. 4. Ist nicht ein ungestörtes 3. Noch nie hat sich, wer dich Glück weit schwerer oft zu tra- geliebt, verlassen sehen müssen; gen, als selbst das widrigste du läßt ihn, wenn ihn Noth Geschick, bei dessen Last wir umgiebt, doch deinen Trost ges Klagen? Die größte Noth hebt nießen. Des Frommen Herz einst der Tod; und Ehre, Glück wird frei vom Schmerz. Der und habe verläßt mich doch Sünder eitles Dichten pflegst im Grabe. du, Herr, zu vernichten. 5. An dem, was wahrhaft 4. Drum hoff', o Seele, hoff' glücklich macht, läßt Gott es auf Gott! Der Thoren Trost Keinem fehlen; Gesundheit, Eh verschwindet, wenn der Ges re, Glück und Pracht sind nicht rechte in der Noth das Herz das Glück der Seelen. Wer des Schöpfers findet. Wenn Gottes Rath vor Augen hat, jener fällt, ist er ein Held; er dem wird ein gut Gewissen die steht, wenn jene zittern, als Trübsal auch verfüßen. Fels in Ungewittern. 6. Was ist des Lebens Herr- 5. Wirf nicht die große Hoff lichkeit? Wie bald ist sie ver- nung hin, die dir dein Glaube schwunden! Was ist das Lei- reichet. Wie elend, die zu den dieser Zeit? Wie bald ists Menschen fliehn! wohl, wer überwunden! Hofft auf den von Gott nie weichet! Dein Herrn! er hilft uns gern; seid Heiland starb! Er, er erwarb fröhlich, ihr Gerechten! der auf seinem Todeshügel dir deis Herr hilft seinen Knechten. nes Glaubens Siegel. Mel. Was Gott thut, das ist 6. Sei unbewegt, wenn um 628. Der Herr ist meine dich her sich Ungewitter sams Zuversicht, mein meln! Gott hilft, wenn Christen freus - Pflichten gegen Gott. 397 freudenleer zu ihm um Gnade Allen; dein Geist meiner nehme stammeln. Die Zeit der Qual, wahr, führe mich auf ebner der Thränen Zahl zählt er; er Bahn und bring' mich gen Himwiegt die Schmerzen und wälzt mel an. Ach Herr! iaß mich sie von dem Herzen. nimmer irren, noch des Satans List verwirren. 7. Herr, du bist meine Zuver: ficht; auf dich hofft meine Seele! 4. Lehre mich, Herr, wohl bes Du weißt, was meinem Glück ge- denken, daß es mit mir haben bricht, wenn ich mich sorgend muß bald ein Ende, da sichs quale. Wer sollte sich nicht ganz lenken muß zum Ziel, und da auf dich, Allmächtiger! verlassen mein Fuß muß davon aus dies und sich im Kummer fassen? ser Zeit hin zur lautern Ewig8. In deine Hand befehle ich keit. Ach! laß mich, Herr, unt mein Wohlsein und mein Leben. dich schweben, ewig wohl bek Mein hoffend Auge blickt auf dir zu leben. dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich Freude an Gott. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht- traue, bis ich dein Antlik ſchaue. 630. Habe deine Luſt ant Mel. Freu dich sehr, o meine- 629, Herr, auf dich will ich fest hoffen! Guts am Herrn! bei den Herrn ist Freud' und Leben; und er wird,( denn er giebt gern,) die auch, was dir dienet, geben. deine Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. zu thun, verleihe mir; Wohnung sei mir offen, redlich da zu dienen dir. An dir laß 2. Laß der Welt die eitle Luft, mich haben Lust, Weltluft sei die in Weinen sich verkehret. mir unbewußt; was mein Herz Glaube, wer in seiner Brust Gots annoch verlanget, gieb mir, weil es an dir hanget. tes Liebe fühlt und nähret, fins det stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 2. Dir befehl' ich meine Wege; auf dich hoff' ich, Herr, mein 3. Luft an Gott erfüllt mit Gott; 3eige mir die rechten Licht, wenn man Gott im Worte Stege; laß mich nirgends in kennet. Lust an Gott stärkt uns der Noth. Alles wirst du mazur Pflicht, wenn man in der chen gut, stärke nur den schwa- Liebe brennet. Solche Lust beut chen Muth, daß ich dir sei Alles an, was das Herz nur ganz ergeben und in die recht wünschen kann. möge leben. 4. Bleibst du auch nicht ohne 3. Herr, nach deinem Wohl- Last; trag geduldig die Bea gefallen lehre mich thun immer schwerden. Wenn du wohl ges dar. in du bist mein Gott inllitten hast, wird dir ew'ge Freus de 398 Vom chriftlichen Leben und Wandel, de werden; und du triffst imfnicht gelingen; mit deiner Tren Himmel an, was dein Herz nur stehst du mir bei, daß ich kann wünschen kann. fröhlich singen. Mel. In dich hab ich gehoffet- 8. Du läßt mirs ewig wohl 631.h freue mich, mein ergehn; einst werd' ich dich noch Gott, in dir. Du bist näher sehn, du Ursprung wahmein Trost, und was kann mirrer Freuden! An dir wird sich in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, dann ewiglich mein ganzes Hera bist mein, und ich bin dein! Was ze weiden. mangelt meiner Seelen? 9. Noch hats fein menschlich 2. Du hast mich vor der Welt Ohr gehört, was uns dein Hima erwählt und deinen Kindern mel einst gewährt; doch seh ichs zugezählt. Mag mich die Welt schon im Glauben. Vollkomm doch hassen! Du liebst mein nes Heil ist da mein Theil; daß Wohl, wirst gnadenvoll mich wird mir Niemand rauben. nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich Ergebung in Gottes Willen. mit Geduld, vergiebst in Christo Mel. Was mein Gott will mir die Schuld, wenn ich aus 632. Ich hab' in Gottes Schwachheit fehle. Du giebst Herz und Sinn mir Theil an seinem Heil; dieß mein Herz und Sinn ergeben. tröstet meine Seele. Was böse scheint, ist mir Ges 4. Du bist mir der bewährte winn, der Tod selbst ist mein Freund, der es aufs Beste mit Leben. Ich bin ein Sohn deß, mir meint. Wo find' ich deines der den Thron des Himmels auf Gleichen? Du stehst mir bei gezogen. Ob er gleich schlágt und bleibst mir treu, wenn und Kreuz auflegt, bleibt doch Berg' und Hügel weichen. sein Herz gewogen. 5. Du bist mein Leben, Trost 2. Das kann mir fehlen nimund Licht, mein Fels und Heil! mermehr, mein Vater muß mich drum frag' ich nicht nach Him- lieben; läßt er mich oft auch mel und nach Erde. Herr, oh- freudenleer, so will er mich nur ne dich ist nichts für mich, das üben und mein Gemüth in seis mir erfreulich werde! ner Gut' gewöhnen, fest zu stes 6. Du bist mein allerhöchstes hen. Halt' ich dann Stand, weiß Gut, darauf mein wahres Wohl seine Hand mich wieder zu ers beruht, in dir leb' ich zufrieden. höhen. So dort, als hier, Herr, blei= 3. Ich bin ja von mir selber ben wir in Liebe ungeschieden! nicht entsprungen, noch formiret; 7. Du segnest mich, wenn man mein Gott ists, der mich zuges mir flucht; und wer hier mein richt't, an Leib und Seel' gezies Verderben sucht, dem wirds doch ret, der Seelen Sie mit Sinn und Pflichten gegen Gott. 399 und Witz, den Leib mit Fleischi Heil gedeihen. Wart in Geduld, und Beinen. Wer so viel thut, die Gnad' und Huld wird sich doch deß Herz und Muth kanns nim- endlich finden. All' Angst und mer böse meinen. Qual wird auf einmal, gleich 4. Woher wollt' ich mein'n wie ein Dampf, verschwinden. Aufenthalt auf dieser Welt er 9. Das Feld kann ohne Ungelangen? Ich wäre längstens todt stüm gar keine Früchte tragen; und falt, wo mich nicht Gott so fällt auch Menschenwohl= umfangen mit seinem Arm, der fahrt um bei lauter guten Ta= alles warm, gesund und fröh- gen. Wie bitter sei die Arzenei, lich machet. Was er nicht hält, schafft sie doch neues Leben; so das bricht und fällt; was er wird dein Leid zu neuer Freud', erfreut, daß lachet. zu neuem Glück' dich heben. 5. Zudem ist Weisheit und Ver 10. Einun, mein Gott, so fall' stand bei ihm ohn' alle Maaßen; ich dir getrost in deine Hände. Zeit, Ort und Stund ist ihm be- Nimm mich und mach es nur kannt zu thun und auch zu lassen; mit mir, bis an mein letztes Ens er weiß, wenn Freud', er weiß, de, wie du wohl weißt, daß meis wenn Leid uns, seinen Kindern, nem Geist dadurch ein Nutz ents diene; und was er thut, ist alles stehe, und deine Ehr' je mehr und gut, obs noch so traurig schiene. mehr sich in ihr selbst erhöhe. 6. Du denkest zwar, wenn du 11. Willst du mir geben Sons nicht hast, was Fleisch und Blut nenschein, so nehm' ichs an mit begehret, als sei mit einer groFreuden; soll's aber Kreuz und Ben Last dein Lebensgang be: Unglück sein, will ichs geduldig schweret; hast spät und früh leiden. Soll mir allhier des Les viel Sorg' und Müh', an deinen bens Thür noch ferner offen stes Wunsch zu kommen, und den ben, wie du mich führst und kest nicht, das, was geschicht, führen wirst, so will ich gern gescheh' zu deinem Frommen. mitgehen. 12. Soll ich denn auch des 7. Fürwahr! der dich erschaffen hat und ihm zur Lodes Weg und finstre Straßen der hat schon längst in seinem reisen. Wohlan! so tret' ich Bahn Rath ersehen und beschauet, aus und Steg, den mir dein' Augen wahrer Treu, was dienlich sei weisen. Du bist mein Hirt, der dir und den Deinen allen; laß Alles wird zu solchem Ende kehihm doch zu, daß er nur thu nach ren, daß ich einmal in deinem seinem Wohlgefallen. Saal dich werde ewig ehren. 8. Wenns Gott gefällt, 633. Ich ruf zu dir, Herr J Jesu Chrift! ich bitt', erhör mein Klagen. Verleih mir Kreuz und Pein, wird dir zum Gnad' zu dieser Frist, laß mich nicht er wird dich letzt erfreuen. Was du jetzt nennest doch 400 Vom christlichen Leben und Wandel. doch nicht verzagen! Den rechten] Mel. Wer nur den lieben GottGlauben, Herr! ich mein', den 634. Ich will im Sterben wollest du mir geben, dir zu le= ben, mein'm Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten eben. und im Leben mit meinem Gott zufrieden sein; denn was des Höchsten Hände 2. Ich bitt' noch mehr, o Her- geben, dabei ist lauter Gnadenre Gott! du kannst es mir wohl schein. Ich bin vergnügt, wie geben: daß ich ja nimmer werd Gott es giebt; was ihm gefällt, zu Spott; die Hoffnung gieb auch mir beliebt. darneben, besonders wann ich 2. Wenn ich nur meinen Ges geh' zur Ruh, daß ich dir mög' sum habe, so frag' ich nichts nach vertrauen, und nicht bauen auf all mein eigen Thun, sonst würd michs ewig reuen. Gut und Geld. Denn Jesus ist die beste Gabe, die meinem Her zen wohlgefällt. Weg Gold, weg Gut, weg stolze Pracht! ich ha: be, was mich freudig macht. 3. Verleih, daß ich aus Her zensgrund mein'n Feinden mög' vergeben; verzeih mir auch zu 3. Ghug, wenn mir Gott Ges dieser Stund'; schaff mir ein sundheit giebet und so viel, als ich neues Leben. Dein Wort mein' darf zur Noth. Gnug, wenn mich Speif' laß allweg sein, damit nur mein Heiland liebet und ſpeis mein' Seel' zu nähren, mich zu set mich mit Himmelsbrod; auch wehren, wenn Unglück geht da- mein Gewissen rein bewahrt, bis her, das mich bald möcht' ab-[ zu der Seelen Himmelfahrt. kehren. 4. Wenn alles Unglück sich em4. Laß mich kein' Lust noch poret, wenn Mangel mich verzaFurcht von dir in dieser Welt ab get macht; so weiß ich, daß mich wenden; beständig sein ans End Gott ernähret, an dem ich hange gieb mir, du hasts allein in Hán Tag und Nacht; drum soll kein den, und wem du's giebst, der Elend bis ins Grab, von meis hats umsonst; es mag Niemand nem Gott mich scheiden ab. ererben, noch erwerben durch 5. Ich will mich stets zu Jesu Werke deine Gnad', die uns erhalten in meiner ganzen Lebensrett't vom Sterben. zeit, und meinen Gott nur lass Giebt mir Gott 5. Ich lieg' im Streit und wissen walten, in Wohlstand und in derstreb! bilf, o Herr Christ! dem Traurigkeit. Schwachen! an deiner Gnad' al- wenig oder viel, Zufriedenheit Lein ich kleb, du kannst mich står bleibt doch mein Ziel. ker machen. Kommt nun Anfech: Mel. Ach Gott, wie manches- tung her, so wehr, daß sie mich 635. Jhr, die ihr euch von du Christo nennt, und daß mir nichts bringt Gefahr; euch zu seiner Lehr' bekennt, ich weiß, du wirsts nicht lassen. die ihr seid durch sein Blut era kauft Pflichten gegen Gott. 401 kauft und auch auf seinen Tod Beschaffenheit, und gieb mir getauft. Herzensredlichkeit, 2. Führt nicht den Namen 3. Daß ich konn' in der nur allein, ihr müßt auch rech- Wahrheit sprechen: Du bist te Christen sein, wenn ihr einst mein Abba, Licht und Heil; wollt nach dieser Zeit eingehn du heilest alle mein' Gebrechen zu Chrifti Herrlichkeit. und schenkest mir an Christo 3. Wer dort mit Chrifto herr Theil. Du bist mein allerliebschen will, der muß ihm auch ster Freund, der's allzeit herzs hier halten still in Lieb' und lich mit mir meint. Leid und gehn die Bahn, die 4. Denn kann ich dich nur er gegangen ist voran. 4. Wer ewig will bei Christo Barmherzigkeit; so muß mir Vater nennen, o Abgrund der sein, der muß ihm leben hier Alles nützen können, was man allein und nicht dem Satan sonst heißet Kreuz und Leid. feine Zeit aufopfern in der Ei- Denn auch das Bittre süße ist, wenn du, o Gott! im Hers zen bist. telfeit. 5. Wer seinem Jesu fich ergiebt, ihn jederzeit von Herzen liebt, ein christlich, frommes 5. Drum gieb, daß ich recht Leben führt, der ist ein Christ, und unverzagt, jedoch in Des findlich glaube und nun getroft wie sichs gebührt. 6. Wer Jesum Christum recht muth mir zuschreibe, was mir erkennt und christlich seine Zeit dein heiligs Wort zusagt. Dein auwend't, wird sanft und se- Geist erkläret meinem lig schlafen ein, im Himmel was deine Batertreue heißt. bei Gott ewig sein. Geist, 6. Du, unerschaffnes höchs ftes Wesen, haft vor der Welt Mel. Wer nur den lieben Gott- an mich gedacht, und da ich gar 636, Mein Gott! du weißt noch nie gewesen, den liebes am allerbesten das, vollen Schluß gemacht: daß was mir gut und nützlich sei, ich in Chrifto dein soll sein und du kannst allein mein Heil be frei von aller Höllenpein. festen; weg mit dem eigenen 7. Dein Kind, mein Jesus, Gebäu! Gieb, Herr, daß ich hat vollendet, was du beschloss auf dich nur bau und dir mit sen vor der Zeit, hat Schuld ganzem Herzen trau. und Strafen abgewendet und 2. Reiß Alles weg aus mei- mir geschenkt die Seligkeit. ner Seelen, was dich nicht sucht Dein Geist, der mir dieß macht und deine Ehr'; ja, wollte es sich bekannt, ist alles dessen Unters auch verhehlen, so prufe selbst pfand. je mehr und mehr mein' innere) 8. Und wie viel hätt' ich noch 26 348 402 Vom christlichen Leben und Wandel. zu sagen von deiner Treu, die alles Gute schafft; so bleibts ich verspürt, da du mich hast in in Ewigkeit dabei: daß di meinen Tagen bis hieher wun- mein und ich deine sei. derbar geführt. Ja, dort bei dir in Ewigkeit ist mir das Beste Mel. Was Gott thut, das ist- noch bereit. von 9. Nun, Herr! ich falle dir 637. reicher Gott von Gütigkeit, zu Füßen und bitt', o aller Gnade und Erbarmen; wie groß höchstes Gut! laß mich, in ist deine Freundlichkeit für alle Dank vor dir zerfließen, in geistlich Armen! Mein Herz i dieser deiner Liebesgluth. Ach till und spricht: Dein Will, gieb, daß Gegenlieb' und Vater in der Höhe, dein Will Treu doch stets in meiner See allein geschehe! le ſei. 10. Und weil ich auf so viele ist, wer hierzu kann gelangen, 2. Ach selig und gar heilig Weise, mein Vater! bin dein daß du, o Mittler, Jefu Chriji! Eigenthum, so gieb, daß ich den Willen nimmst gefangen, auch dir, zum Preise und deis bringst Herz und Sinn zumu nes großen Namens Ruhm, Vater hin, versöhut mit deinen stets diene in Gerechtigkeit und Blute; da schmeckt man alles dir beliebter Heiligkeit. Gute. 11. Du mußt das Gute selbst 3. Denn Gott ist nicht ein vollbringen in Worten, Wer Menschenkind, was Böses zu ken und Verstand; drum reiche erwählen; der beste Mensch ist mir in allen Dingen aus Gna- oftmals blind und kann gar den deine Vaterhand. Denn leichtlich feblen; wer aber sich hier gilt nicht, wer rennen ganz lediglich vergnügt in Get: kann; blos kommt's auf dein tes Wegen, der findet lauter Erbarmen an. Segen. 12. Legst du was auf, fo 4. Drum schaff' in mir, o hilfs auch tragen, gieb mir Ge- heil'ger Geist, den wahren duld in Leidenszeit und sei in Sinn des Sohnes und gieb gut und bösen Tagen mein mir, der du Tröster heißt, Er Trost, mein Rath und meine leuchtung deines Thrones, daß Freud'. Gieb Demuth, Ein- ich ja frei vom Willen sei und falt, Lieb' und Zucht; was mich dir übergebe, daß dein falsch und hoch ist, sei ver: Will' in mir lebe. flucht. 5. Und wenn nun deines 13. Nun, Amen! es sei fest Friedens Schein mir zeiget deis beschlossen! nur, daß des heil' nen Willen, so wollest du auch gen Geistes Kraft bleib' über mir alle Pein und alle Zweifel stils sters ausgegossen, als welchesten. Verweise du zu tiefer Rub all' Laun Pflichten gegen Gott. 403 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß in ihrem Thun und Segen der Gottseligkeit. Leben kein' Gewalt noch Uns recht sei. Die da lieben gleich Mel. Fren dich sehr, o meine S.- und recht, sind aufrichtig, fromm 638. Kommt, und laßt und schlecht, Geiz, Betrug und euch Jesum lehren, unrecht haffen, die wird Gott kommt und lernet allzumal, salt werden lassen. welche die sein, die gehören in 6. Selig sind, die aus Ers der rechten Christen Zahl. Die barmen sich annehmen fremder bekennen mit dem Mund, glau- Noth, sind mitleidig mit den ben auch von Herzensgrund Armen, bitten treulich für sie und bemühen sich darneben, Gott. Die behülflich sind mit Guts zu thun, so lang sie Rath, auch, wo möglich, mit der That, werden wieder Hülf leben. all' eigne Wahl der Seelen, dein Wille sei mein Wählen. 2. Selig sind, die Demuth empfangen und Barmherzigkeit haben und sind allzeit arm im erlangen. Geist, rühmen sich gar keiner 7. Selig sind, die funden Gaben, daß Gott werd' allein werden reines Herzens jeders gepreist, danken dem auch für zeit; die im Werk, Wort und und für; denn das Himmelreich Geberden lieben Zucht und Heis ist ihr. Gott wird dort zu Ehligkeit, diese, welchen nicht ges ren setzen, die sich selbst gering fällt die unreine Lust der Welt, hier schätzen. fondern sie mit Ernst vermeis 3. Selig sind, die Leide tra- den, werden schauen Gott mit gen und recht göttlich traurig Freuden. find; die beseufzen und beklagen 8. Selig sind, die Friede mas ihr' und andrer Leute Sünd'; chen und drauf sehn ohn', Uns die deshalben traurig gehn und terlaß, daß man mög' in allen ver Gott mit Thränen stehn, Sachen fliehen Hader, Streit diese sollen noch auf Erden und und Haß. Die da stiften Fried' dann dort getröstet werden. und Ruh, rathen allerseits das 4. Selig sind die frommen zu, sich auch Friedens selbst bes Herzen, da man Sanftmuth fleißen, werden Bottes Kinder spüren kann; welche Hohn und heißen.me mit duis Trutz verschmerzen, weichen ger- 9. Selig sind, die müssen ne Jedermann. Die nicht su dulden Schmach, Verfolgung, chen eigne Rach und befehlen Angst und Pein, da sie es doch Gott die Sach, diese will der nicht verschulden und gerecht Herr so schützen, daß sie noch befunden sein. Ob des Kreuzes das Land besigen. bie hen gleich ist viel, fetet Gott doch Maas 26 404 Vom christlichen Leben und Wandel. Maaß und Ziel, und hernach Frommen steht gewiß und war wird er belohnen ewig mit der fet nicht; sollt' auch gleich ei Ehrenkronen. Wetter kommen, bleibt doc 10. Herr, regier zu allen Zels Gott, der Herr, ihr Licht, tr ten meinen Wandel hier auf stet, stärket, schützt und wach Erd, daß ich solcher Seligkei- daß, nach ausgestandner Nach ten aus Genaden fähig werd'. und nach hochbetrübtem We Gieb, daß ich mich acht' ge- nen, Freud' und Sonne wiede ring, meine Klag' oft vor dich scheinen. bring, Sanftmuth auch an 4. Gottes Gnad', Huld um Feinden übe, die Gerechtigkeit Erbarmen bleibt den Fromme ftets liebe. immer fest. Wohl dem, der d 11. Daß ich Armen helf' und Noth der Armen sich zu Herze diene, immer hab' ein reines gehen läßt und mit Liebe G Herz, die in Unfried stehn, vertes thut: den wird Gott, da fühne, dir anhang' in Freud' höchste Gut, väterlich in seine und Schmerz. Vater, hilf von Armen tragen und sich sein en deinem Thron, daß ich glaub barmen. an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiß'ge rechter Werke. 5. Wenn die schwarzen Wo fen blitzen, vor dem Donner i der Luft, wird er ohne Sorge sitzen, wie ein Taublein in de Kluft. Er wird bleiben ewig Mel. Werde munter, mein Gem.breiten. 639. Wohl dem, der den lich, auch wird sein Gedächtni Herren scheuet und sich, hier und da auf allen Sei von Herzen liebet Gott. Seten, wie die edlen Zweig' aus lig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen sein Gebot. Wer den 6. Wenn das Unglück wi Höchsten liebt und ehrt, wird ankommen, das die rohen Sún erfahren, wie sich mehrt Alles, der plagt, bleibt der Muth ihr was in seinem Leben ihm vom unbenommen und das Herz Herren ist gegeben. unverzagt. Unverzagt, obm 2. Seine Kinder werden ste: Angst und Pein, bleibt da hen, wie die Rosen in der Herze, das sich fein seinen Blüth; sein Geschlecht wird Gott und Herrn ergiebet uni einher gehen voller Gnad' und die, so verlassen, liebet. Gottes Güt'; und was diesen 7. Wer Betrübte gern er Leib erhält, wird der Herrscher freuet, wird vom Höchsten hod aller Welt reichlich und mit ergötzt. Was die milde Hani vollen Händen ihnen in dieHán- ausstreuet, wird vom Himme de senden. wohl ersetzt. 3. Das gerechte Thun der erlanget viel. Wer viel giebr Was sein Herz wünsch Pflichten gegen Gott. wünscht und will, das wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. 405 Mel. Werde munter mein Gem. Verlangen nach Gott. 641.Mein Sesu! dem die Seraphinen, im Glanz der höchsten Majestät, 640. Wohl dem Menschen, selbst mit bedecktem Antlitz dies der nicht wandelt nen, wenn dein Befehl an fie in gottloser Leute Rath! Wohl ergeht; wie sollten blöde Fleis dem, der nicht Unrecht hans schesaugen, die der verhaßten delt, noch tritt auf der Sünder Sünden Nacht mit ihrem Schats Pfad; der der Spotter Freund- ten trüb gemacht, dein helles schaft fleucht und von ihren Licht zu schauen taugen? Sesseln weicht; der hingegen 2. Doch gónne meinen Glaus liebt und ehret, was uns Gott bensblicken den Eingang in dein vom Himmel lehret. Heiligthum, und laß mich deis 2. Wohl dem, der mit Lust ne Gnad' erquicken zu meinent und Freude das Gesetz des Höch- Heil und deinem Ruhm. Reich sien treibt und hier, als auf deinen Zepter meiner Seele, süßer Weide, Tag und Nacht die sich bußfertig vor dir neigt, beständig bleibt, dessen Segen dir Lieb' und Dankbarkeit bes wächst und blüht wie ein Palms zeigt, sprich: Ja, du bists, die baum, den man sieht bei den ich erwähle. Flüssen an den Seiten seine 3. Sei gnädig, Jesu, vols frischen Zweig' ausbreiten. fer Güte, dem Herze, das nach 3. Also, sag ich, wird auch Gnade lechzt! Hör, wie meint grünen, wer in Gottes Wort sehnendes Gemüthe: Gott, sich übt; Luft und Erde wird sei mir Sünder gnädig!" áchzt. ihm dienen, bis er reife Früchte Ich weiß, du kannst mich nicht giebt; feine Blätter werden alt versioßen! Wie könntest du uns und doch niemals ungestalt; gnädig sein dem, den dein Blut Gott giebt Glück zu seinen von Schuld und Pein erlöst, da Thaten, was er macht, muß es so reich geflossen? wohl gerathen. 4. Ich fall' in deine Gnadens 4. Aber, wen die Sünd' ers bånde und bitte mit dem Glaua freuet, mit dem gehts viel anbenskuß: Gerechter König, wens ders zu; er wird, wie die Spreu, de, wende die Gnade zu der zerstreuet von dem Wind im Herzensbuß! Ich bin gerecht schnellen Nu. Wo der Herr sein durch deine Wunden, es ist Hauflein richt't, da bleibt kein nichts Sträflichs mehr an mir; Gottloser nicht. Summa: Gott bin aber ich versöhnt mit dir liebt alle Frommen und wer so bleib' ich auch mit dir vera bós ist, muß umkommen. bunden. 5. Ach! 406 Vom christlichen Leben und Wandel, 5. Ach! laß mich deine Weis- Jim Besten jetzt und allezeit; heit leiten und nimm ihr Licht denn außer dir ist nirgends Ei nicht von mir weg! Stell deine ner, der mich mit Rath und Tros Gnade mir zur Seiten, daß ich erfreut. Dein Wort macht mich auf dir beliebtem Steg beständig voll Zuversicht und sagt mir: bis ans Ende wandle; damit ich Du vergißt mein nicht. auch zu dieser Zeit in Lieb' und 2. Gedenke meiner, wenn ich Herzensfreundlichkeit nach dei- höre dein süßes Evangelium, nem Wort und Willen handle. und mache mir die Himmels 6. Reich mir die Waffen aus tehre zu Saft und Kraft im Chris der Höhe und stärke mich durch stenthum, damit dein Wort deine Macht, daß ich im Glau: recht wohl gelingt) und tau= ben sieg' und stehe, wenn Stärk' sendfache Früchte bringt. und List der Feinde wacht; so *) Jes. 55, v. 11. wird dein Gnadenreich auf Ers 3. Gedenke meiner, wenn ich den, darin Gerechtigkeit regiert, bete und merke du in Gnaden und Lieb' und Huld den Zep- drauf; weil ich in Christo vor ter führt, auch immer ausge- dich trete, so schließ dein Her breitet werden. und Ohren auf. Doch gieb min 7. Ja, ja mein Herz will dich nichts, als dieß allein, was mit umfassen; erwähl es, Herr, zu kann gut und selig sein. deinem Thron! Hast du ausgieb' 4. Gedenke meiner, wenn ich ehmals verlassen des Himmels falle und wirf mich nicht im Zor Pracht und deine Kron'; so ne hin. Weil ich, wie andre Men wurd'ge auch mein Herz, o Le- schen alle, natürlich schwach und ben! und laß es deinen Tempel blöde bin, so fördre meinen Gang sein, bis du, wenn dieser Bau und Stand durch Kraft und fällt ein, mich wirst in deinen Stärke deiner Hand. Himmel heben. 5. Gedenke meiner, wenn ich 8. Ich steig' hinauf zu dir im leide: Wen hab' ich sonst, all Glauben, steig du in Lieb' herab dich allein, der bei der Menschem zu mir. Laß mir nichts diese Haß und Neide mein Freund Freude rauben, erfülle mich nur und Tröster könnte sein? Unt ganz mit dir. Ich will dich hab' ich dich, so lacht mein Muth fürchten, lieben, ehren, so lang wenn Welt und Teufel böse thut in mir das Herz sich regt, und 6. Gedente meiner auch in wenn dasselb' auch nicht mehr Allen, woran ich nicht gedentem schlägt, so soll doch noch die kann, und blicke mich mit Wohl Liebe währen. gefallen in meinem ganzen Le Mel. Wer nur den lieben Gott- ben an. Denn giebst du mir 642. Mein lieber Gott! was dir gefällt, so isis um mich gedenke meiner recht gut bestellt. 7. G Pflichten gegen Gott. 407 7. Gedenke meiner, wenn ich 6. Nun Herr! ich bin dir wohl fierbe und wenu mich alle Welt bekannt, mein Herz hast du in vergißt. Bersetze mich in jenes deiner Hand: du siehst, wie meis Erbe, wo du mein Theil und Lene Seele thränt und sich nach ben bist; denn bleibst du nicht deiner Hülfe sehnt. im Himmel mein, so wollt' ich nie geboren sein. 7. Die Angst, die mir mein erze bringt und daraus so viel Seufzer zwingt, ist groß, du aber bist der Mann, dem nichts zu groß entstehen kann. 8. Ich will mich über nichts betrüben. In deine Hände haft du mich zum Heil und Segen an geschrieben; drum steht die Hoff 8. Drum sieht mein Auge stets nung blos auf dich und denkt nach dir und trägt dir mein Bes im Glauben ungekränkt, daß gehren für. Ach! laß doch, wie Gott im Besten mein gedenkt. du pflegst zu thun, dein Aug auf meinem Auge ruhn. Mel. Wenn wir in höchsten N.- 9. Ach Gott! mein Vater! 643. Nach dir, o Herr! wende nicht von mir dein gnäs verlanget mich, Dig Angesicht; laß deiner Anta du bist mein Gott, ich hoff auf wort Gegenschein mich, wenn dich. Ich hoff' und bin der Zu- ich bete, bald erfreun. versicht, du werdest mich be- 10. Die Welt ist falsch, du bist mein Freund, der's treulich schamen nicht. 2. Herr! nimm dich meiner und von Herzen meint; der Seele an und führe sie die rechte Menschen Gunst steht nur für Bahn; laß deine Wahrheit Mund, du aber liebst von Her leuchten mir, bis sie mich end- zensgrund. lich bringt zu dir. 11. Laß mich im Glauben auf 3. Denn du bist ja mein dich sehn, fein schlecht und recht ein'ges Licht, sonst weiß ich stets einber gebn, gieb mir die keinen Helfer nicht. Ich harre Einfalt, die dich ehrt und liedein bei Tag und Nacht und ber duldet, als beschwert. traue deiner Gür' und Macht. 12. Regier und führe mich zu 4. Ach wende, Herr! dein dir, auch andre Christen neben Augen ab von dem, was ich ge- mir; nin.m, was dir mißfällt, fündigt hab'! Denk nicht an von uns hin, gieb neue Hers meinen Sündenlauf, den ich ge- zen, neuen Sinn. führt von Jugend auf. Nachfolge Jesu. 5. Laß mich, nach deiner Gü tigkeit, auch schmecken deine Süßigkeit, damit dein Herz zu Mel. Wachet auf, ruft uns die- trösten pflegt den, der sich dir 644. Heiligster Jeſu! Heis zu Füßen legt. ligungsquelle, mehr als 408 Vom christlichen Leben und Wandel. als Krystall rein, flar und hel- Jahme. Jesu! ei nu, hilf mir le, du lautrer Strom der Heis dazu, daß ich auch gútig sei, ligkeit! Aller Glanz der Ches wie du. rubinen und Heiligkeit der Ses 5. Du sanfter Jesu! warst uns raphinen ist gegen dich nur schuldig und litteft alle Schmach Dunkelheit. Ein Vorbild bist geduldig, vergabst und ließ'st du mir, ach! bilde mich nach nicht Rachgier aus. Niemand dir, du mein Alles! Jesu! ei kann deine Sanftmuth messen, nu, hilf mir dazu, daß ich bei der kein Eifer dich gefressen, mag heilig sein wie du. als den du hatt'st ums Baters 2. O stiller Jesu! wie dein Haus. Mein Heiland, ach! Wille dem Willen deines Va- verleih mir Sanftmuth und da ters stille und bis zum Tod ges bei guten Eifer. Jesu! el nu, horsam war; also mach auch hilf mir dazu, daß ich sanft: gleichermaaßen mein Herz und müthig sei, wie du. Willen dir gelassen, ach stille 6. Würdigster Jesu! Ehren: meinen Willen gar! Mach mich könig! Du suchtest deine Ehre dir gleich gesinnt, wie ein gewenig und wurdest niedrig und horsam Kind, stille, stille. Jesu! gering; du wandeltst uns zu ei nu, hilf mir dazu, daß ich Lieb' auf Erden in Demuth und fein stille sei, wie du. in Knechtsgeberden, erhubst 3. Wachsamer Jesu! ohne dich selbst in keinem Ding. Schlummer, in großer Arbeit, Herr, solche Demuth lehr mich Müh' und Kummer bist du ge- auch je mehr und mehr stetig wesen Tag und Nacht; du muß- üben. Jesu! ei nu, hilf mir test täglich viel ausstehen, des dazu, daß ich demüthig sei, Nachts lagst du vor Gott mit wie du. Flehen und hast gebetet und 7. O keuscher Jesu! all dein gewacht. Gieb mir auch Wach- Wesen war züchtig, keusch und samkeit, daß ich zu dir allzeit auserlesen, von tugendvoller wach' und bete. Jesu! ei nu, Sittsamkeit; Gedanken, Reden, hilf mir dazu, daß ich stets Glieder, Sinnen, Geberden, wachsam sei, wie du. Kleidung und Beginnen war 4. Gutigster Jesu! ach! wie voller lauter Züchtigkeit. D gnádig, wie liebreich, freunde mein Immanuel! mach mir lich und gutthätig bist du doch Geist, Leib und Seel' teusch gegen Freund und Feind! Dein und züchtig! Jesu! ei nu, hilf Sonnenglanz, der scheinet Allen, mir dazu, auch keusch und rein dein Regen muß auf Alle fallen, zu sein, wie du. ob sie dir gleich undankbar seind. 8. Mäßiger Jesu! deine Wei Mein Gott! ach! lehre mich, se im Trinken und Genuß der damit hierinnen ich dir nach- Speise lehrt uns die rechte Más Big Pflichten gegen Gott. 409 Bigkeit. Den Durst und Hun- Segen bringet; gehts gleich zu ger dir zu stillen, war, statt der Seiten wunderlich, so weiß ich Koft, des Vaters Willen und dennoch, daß durch dich der Werk vollenden, dir bereit't. Ausgang wohl gelinget. Nach Herr! hilf mir meinen Leib fiets hartem Tritt, auf rauher zähmen, daß ich bleib' dir stets Bahn, nimmst du mich einst nüchtern. Jesu! ei nu, hilf mit Ehren an, wo mich vor mir dazu, daß ich stets nüch- deinem Thron erfreut die Kros tern sei, wie du. ne der Gerechtigkeit. Herr Jes 9. Nun, liebster Jesu! liebssu Christ! ach voll Begier:,: stes Leben! mach mich in Allem wünsch ich zu sein, mein Gott, dir recht eben und deinem bei dir! heil'gen Vorbild gleich. Dein 3. Mein Alles ist auf dich ges Geist und Kraft mich ganz richt't, hab' ich nur dich, so frag' durchdringe, daß ich viel Glau- ich nicht nach Himmel und nach bensfrüchte bringe und tüch- Erden; denn wär' der Himmel tig werd' zu deinem Reich. Ach! ohne dich, so könnte feine Lust zich mich ganz zu dir, behalt für mich in tausend Himmeln mich für und für, treuer Hei werden. Wärst du nicht schon land. Jesu! ei nu, laß mich, auf Erden mein, möcht' ich wie du, und wo du bist, einst auch nicht auf Erden sein; finden Ruh. denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir, wie du, gefällt. Herr Jesu Christ! wo 645. Herr Jesu Christ! du nicht bist, ist nichts, das Mel. Herzlich lieb hab ich dich mein Fleisch und mir erfreulich ist. Blut, mein Seelenschak, mein 4. Drum halt' ich mich ges höchstes Gut, du, meines Her troft zu dir; du aber hältst dich zens Freude. Ich bleibe dennoch auch zu mir, und das ist meine stets an dir, es ist auch nichts, Freude. Ich setze meine Zuverdas mich von dir und deiner sicht auf dich, mein Fels, der Liebe scheide, du machst mir nicht zerbricht, in Freude und deinen Weg bekannt, hältst mich im Leide; du sollst mein Alles bei meiner rechten Hand, re- und allein in meinem Herz und gierst und führst den Lebenslauf Munde sein, bis ich dich kann und hilfest meiner Schwachheit mit Augen sehn. Ach! möchte auf. Herr Jesu Christ! bu bist folches bald geschehn! Here mein Licht,:,: ich folge dir, so Jesu Christ! ich warte drauf:,: irr' ich nicht. fomm, komm und nimm mich zu dir auf! ( Siehe oben No. 220.) - 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was nur slanic Mel 410 Vom chriftlichen Leben und Wandel. Mel. Machs mit mir Gott nach- führen. Wer nicht sein Kreuz 646. Mir nach, spricht nimmt und folgt mir, ist mein Ta 10 Jerr Christus, unser nicht werth und meiner Zier. held, mir nach! ihr Christen 7. So laßt uns denn dem lies alle; verleugnet euch, besiegt ben Herrn mit Leib und Seel die Welt, folgt meinem Ruf nachgehen und wohlgemuth, und challe. Nehmt euer getrost und gern bei ihm in Leiz Kreuz und Ungemach auf euch, den stehen. Wer ihm nicht treu folgt meinem Wandel nach. ist, trägt die Kron des ew'gen Lebens nicht davon. 2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch vor mit heil'gem Lugends leben. 2ßer zu mir kömmt und Mel. Nun freut euch, lieben- folget mir, darf nicht im Sin- 647. Welch hohes Beis jiern schweben. Ich bin der spiel gabst du Weg und weise wohl, wie mir, o Jesu, durch dein Leben! man wahrhaftig wandeln soll. sollt' ich nicht gern und mit Be3. Mein Herz ist voll Demüs gier dir nachzuahmen fireben? thigkeit, voll Liebe meine See- nicht gehn den Weg, den du bele; mein Mund, der fließt zu du selbst thatst? nicht auf dein tratst? nicht freudig thun, was jeder Zeit von süßem Sanft: muthsole; mein Geist, Gemüs Vorbild sehen? the, Herz und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein, wie deis ne Lehre; dein ganzer Wandel 4. Jch zeig' euch das, was Heiligkeit; dein Endzweck Gotz schädlich ist, zu fliehen und zu tes Ehre. Du littst und starbst, meiden und euer Herz von ar- uns zu befrein und unfre Ses ger List zu reinigen und scheitigkeit zu sein. Herr! dir sei den. Ich bin der Seelen Fels Preis und Ehre. und Hort und führ' euch zu der 3. Du führtest uns zur Zus Himmelepfort. gend an, gingst, daß wir fol 5. Fált's euch zu schwer, ich gen möchten, der Heiligkeit so geh' voran, ich sieb' euch an der schwere Bahn voran vor deinen Seite; ich kämpfe selbst, ich Knechten. Du schaltst nicht, brech' die Bahn, bin Alles in wenn dein Feind dich schalt und dem Streite. Ein böser Knecht, Liebe dir mit Haß vergalt; daß der still darf siehn, wenn er den wir dir ähnlich würden! Feldherrn sieht angehn. 4. Der Kummervollen Trost zu 46, Wer seine Seel' zu finden sein, zu wehren jedem Leide, stets meint, wird sie ohn' mich verlie- wohlzuthun und zu erfreun, war ren; wer sie hier zu verlieren deine Sorg' und Freude. Und scheint, wird sie in Gott ein- leines jeden Menschen Schmerz durch dne Pflichten gegen Gott. 411 durchdrang und jammerte deinsschen nur, um selbst geehrt zu Herz, daß Mitleid uns belebe. werden; erfüllt die Liebe nicht 5. Du trugst mit Sanftmuth dein Herz: so sind die größten und mit Huld die Schwachheit Gaben vor Gott doch nur ein deiner Freunde; auch Sünder tönend Erz, die keinen Werth trugst du mit Geduld und batst dann haben. für deine Feinde. Du warst ge: 3. Bau Häuser auf und brich horsam bis zum Tod und ehr- dein Brod, die Armen zu vers test selbst im Tode Gott; der pflegen; entreiß die Wittwen Welt zum ew'gen Segen. ihrer Noth, und sei der Wais 6. Ein solches Beispiel hast du sen Segen; gieb alle deine Güs mir zur Richtschnur hinterlas- ter hin: noch hast du nichts ges sen, daß ich gesinnet sei, gleich geben, wenn Lieb und Pflicht dir, in meinem Thun und Lass nicht deinen Sinn vor Gott fen. Nimm, sprichst du, nimm dazu beleben. mein Kreuz auf dich; komm, 4. Thu Thaten, die der Hels folge mir und thu, wie ich, mein denmuth je hat verrichten kön= Foch ist leicht den Meinen. nen; vergieß fürs Vaterland 7. Ich komme, Herr! gieb dein Blut, laß deinen Leib selbst Kraft und Licht, daß ich mein brennen; beseelet dich nicht Heil erkenne; dein wahrer Jün- lieb' und Pflicht, bist du der ger sei und nicht mich deinen Zweck der Thaten: Gott achter Knecht nur nenne. Hilf, daß deiner Werke nicht, rett'st du ich, deinem Vorbild treu, auch gleich ganze Staaten. Andern selbst ein Beispiel sei, 5. Låg' ihm an unsern Werken und einst den Himmel erbe. nur, könnt er, sie zu vollbrins Quelle guter Handlungen. der Natur und seine Allmacht gen, uns leicht durch Fesseln zwingen. Vor ihm, der Alles enn nicht zur schafft und giebt, gilt Weisheit Uebung deiner nichts, nicht Stärke. Er sieht Pflicht dich Gottes Lieb' befee- aufs Herz, ob das ihn liebt; let; ſo rühme dich der Zugend sieht auf den Zweck der Werke. nicht, weil dir dann Alles feh- 6. Ein Herz, von Eigenliebe let. Wenn Vortheil, Wollust, fern, fern von des Stolzes Tries Eigensinn und Stolz dir Gube, geheiligt durch die Furcht tes rathen; so hast du deinen des Herrn, das Glaub' erweckt Lohn dahin, thust du gleich zur Liebe; dieß ists, was Gott gute Thaten. von uns verlangt. Nichts wird Mel. Was mein Gott will- 648, 2. Sei durch die Gaben der ein Leben núßen, das mit den Natur das Wunder dieser Er größten Thaten prangt, obn den; beglückst du andre Men- dieß Herz zu besitzen. 7. Drum 412 Vom chriftlichen Leben und Wandel. 7. Drum täusche dich nichts merken. Die Liebe, die dich durch den Schein, nicht durch schmücken soll, ist gütig, ohne der Tugend Namen. Sieh nicht Tücke; sie ist nicht stolz, ist auf deine Werk' allein; forsch langmuthsvoll, beneidet Nies auch, woher sie kamen. Prüf' mands Glücke. dich vor Gottes Angesicht, ob 9. Sie deckt des nächsten Feh Liebe dich beseelet. Dem Her: ler zu, freut sich nicht seines Fals zen fehlt auch Liebe nicht, dem les; sie suchet nicht blos ihre nicht der Glaube fehlet. Ruh, beglücket gerne Alles. Sie 8. Wohnt Liebe gegen Gott ists, die dir den Muth verleiht, in dir; wird sie die Tugend stär- hier Freuden zu verbreiten; ken. Du wirst die Gegenwart macht dich zum frommen Sinn von ihr an Lieb' zum Nächsten bereit, folgt dir in Ewigkeiten. 3.) Pflichten gegen sich selbst. Mel. O Gott, du frommer Gott- Glück, dabei die Tugend leidet; 649. Dein Will' ists, gro- dabei der, der es sucht, Gott! Ber Gott! ich soll deine Wege meidet. Wer Uns mich selber lieben. Olaß mich recht liebt und thut, erbt deinen diese Pflicht nach deiner Vor- Himmel nicht; nie treffe mich, schrift üben und schränke selbst o Gott! dieß schreckliche Gericht. den Trieb, froh und beglückt zu 5. Nie blende mein Gemüth sein, den du mir eingepflänzt, der Eitelkeiten Schimmer! die in heil'ge Grenzen ein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider dein 6. Ein Gott ergebnes Herz Gebot und Menschenliebe ist. Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns turze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns glücklich macht. und ein versöhnt Gewissen, nur 3. Kein schnöder Eigennut das kann uns allein des Lebens beherrsche meine Seele! und fast versüßen; das bleibt uns wenn zu meinem Glück ich Beg' auch im Tod und folgt uns aus und Mittel wähle; so laß mich der Zeit zum großen Segen stets dabei auf Recht und nach, bis in die Ewigkeit. Wahrheit schaun, auch nie 7. D selig, wer darnach mit mein Wohlergehn auf Andrer großem Eifer trachtet und für Schaden baun. fein größtes Glück, Gott, deis 4. Dein Fluch trifft jedes nen Beifall achtet! Der liebt als lein Pflichten gegen sich selbst. 313 lein sich recht, der findet in der] 5. Jesu, hôre meine Bitte, Zeit schon wahre Ruh und einst zeige, daß du hülfreich bist; vollkommne Seligkeit. hilf, nach deiner großen Güte, 8. Das sei mein Zweck, mein wo mir Hülfe nöthig ist. Ich Fleiß: o segne mein Bemühen! vertrau auf deinen Namen, du So wird das wahre Wohl nie heißt Helfer; hilf mir! Amen! meinem Wunsch entfliehen. Be- Mel. Wo soll ich fliehen hin- wahre mich dabei, Herr! vor dem Lauf der Welt; gieb, daß 651. Herr Jesu, ew'ges Licht, das uns von ich mich so lieb', als dir es Gott anbricht! pflanz doch in wohlgefällt. unsre Herzen recht helle Glaus benskerzen; füll sie mit deinerlies be durch deines Geistes Triebe. Bitte um Jesu Beistand. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt2. Von dir kommt lauter Kraft, die Gutes wirkt und 650. Jefu, hilf mir christ- schafft; denn du bist Gottes lich leben! führe Spiegel, sein heilig Bild und mich die Tugendbahn; du blos Siegel. Ach schenk uns neue fannst mir Kräfte geben, daß Kräfte zum Heiligungsgeschäfte. ich richtig wandeln kann. Hilf 3. Berneure du uns ganz mir, deinen guten Willen gern durch deines Lichtes Glanz, daß und freudig zu erfüllen. wir im Lichte wandeln, so dens fen, reden, handeln, wie's Licha teskindern ziemet und deinen 2. Jefu, hilf mir willig lei den, mache mich im Kreuz ge: treu; hilf mir Furcht und Klein: Namen rühmet. muth meiden, sich mir in Bemel. D Gott, du frommer Gott- trübniß bei. Gieb mir, in den Leidensstunden, Trost und Kraft 652. Mein Jesu! führe mich, so lang aus deinen Wunden. 3. Jefu, hilf mir standhaft nicht ohne dich durch mich gefüha ich leb' auf Erden; laß mich glauben! Liebster Heiland, ich ret werden! führ' ich mich ohne bin dein; laß mich dein auf dich, so werd' ich leicht verführt; Erden bleiben, laß mich dein im Himmel sein. Hilf, daß ich wenn du mich aber führst, thu auf dich vertraue, bis ich dort ich, was mir gebühret. dich ewig schaue. Selbstprüfung. - 4. Jesu, bilf mir selig sterben! Sund' und Welt sind mir zur Mel. Freu dich sehr, o meineLast; laß mich dort aus Gnaden 653, Gott, ich will mich erben, was du hier verdienet ernstlich prüfen, hast. Hilf mir selig überwinden, ob ich redlich bin vor dir. Du laß mich ewig Ruhe finden. kennst meines Herzens Tiefen; ach! sean 414 Vom christlichen Leben und Wandel. ach! entdecke sie auch mir! Laß, gebet in Demuth und Geduld, mich sehen, ob ich treu dir in in Sanftmuth, Freundlichkeit, meinem Wandel sei; ob ich, in Lieb' dem Nächsten stets zu recht zu thun, mich übe, weil dienen seid bereit? ich dich von Herzen liebe. 2. Der Glaube ist ein Licht im 2. Eitelkeit und Eigenliebe Herzen tief verborgen, bricht als sind die Götter dieser Welt; aber ein Glanz hervor, scheint als der nie sind sie die Triebe, deren belle Morgen, erweiset seine Wirkung dir gefällt. Wer das Kraft, macht Christo gleichges Gute, das er übt, nicht mit rei- sinnt, verneuert Herz und Muth, ner Seele liebt, Richter! dem macht uns zu Gottes Kind. giebst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und 3. Die um deiner Liebe willen kann in Einfalt es dem Näch wandeln, wie dein Wort gebeut; sten wieder geben. Dieweil er diese, diese nur erfüllen das Ge: überreich in Chrifto worden ist, setz der Frömmigkeit. Nicht nur preist er die Gnade hoch, bekena das, was wir gethan, auch die net Jesum Christ. Quelle siehst du an. Deine Lie= 4. Er hofft in Zuversicht, be soll uns dringen, jedes Gute was Gott im Wort zusaget; zu vollbringen. drum muß der Zweifel fort, 4. Gott! der du in deinem die Schwermuth wird verjaget. Sohne reich bist an Barmherzig- Sieh, wie der Glaube bringt keit, Gott, mein Vater, ach, vers die Hoffnung an den Tag, hålt schone, handle nicht nach Wür Sturm und Wetter gus, besteht digkeit! Ich bekenne meine im Ungemach. Schuld, ach, bedecke sie mit Huld! 5. Setzt uns Gott auf die Laß mich deine Liebe rühren und Prob', ein schweres Kreuz zu mein ganzes Herz regieren! 5. Gieb, daß alle meine Werke tragen; der Glaube bringt Ges 5. Gieb, daß alle meine Werke duld, macht leichter alle Plas Früchte deiner Liebe sein! Sie gen. Statt Gram und Unges erfülle mich mit Stärke, ganz duld wird das Gebet erweckt, mein Leben dir zu weihn! Ich und dadurch aller Angst und bin Gottes Eigenthum; dieß sei Noth ein Ziel gesteckt. mir der höchste Ruhm! Was 6. Man lernet nur dadurch nügt mir das Lob der Erde, sein Elend recht verstehen, wie wenn ich seiner würdig werde? auch des Höchsten Güt'; halt an Mel. O Gott, du frommer Gott- mit Bitten, Flehen, verzaget 654. Versuchet euch doch an sich selbst und trauet Chrifti selbst, ob ihr im Kraft, giebt eigne Hülfe auf, Glauben stehet, ob Christus in saugt nur aus Jesu Saft; euch ist, ob ihr ihm auch nach. 7. Hált sich an sein Verdienst, erlans Pflichten gegen sich selbst. 415 erlanget Geist und Stärke, in 3. Ihn zu erhalten, zu bes solcher Zuversicht zu üben gute schützen, giebst du mit milder Werke; stebt ab vom Eigensinn, Baterhand die Mittel, die uns flieht die Vermesfenheit, hält dazu nüßen und zum Gebrauch treulich bei ihm aus, in Glück giebst du Verstand. Dir ist die und schwerer Zeit. Sorge nicht zu klein, wie sollte 8. So prüfe dich denn wohl, sie denn mir es sein? ob Christus in die lebet; denn 4. Gesunde Glieder, muntre Christi Leben ist's, wornach der Kräfte, o Gott! wie viel sind Glaube firebet. Erst machet erfdie nicht werth! Wer taugt zu gerecht, dann heilig, wirket Lust des Berufs Geschäfte, wenn zu allem guten Werk; sieh, ob Krankheit seinen Leib beschwert? du auch so thust? Ist nicht der Erde höchstes Gut 9. D Herr! so mehre doch in Gesundheit und ein heitrer mir den wahren Glauben, so Muth? kann mich keine Macht der gu 5. So laß mich denn mit ten Werk' berauben. Wo Licht Sorgfalt meiden, was meines ist, geht der Schein freiwillig Körpers Wohlsein stört, daß davon aus; du bist mein Gott nicht, wenn meine Kräfte leis und Herr! bewahr' mich, als den, mein Geist den inneen Vors dein Haus.. wurf hört: Du selbst bist Stós rer deiner Ruh; du zogst dir jelbst dein Uebel zu. ( Siehe oben No. 449.) Sorge für den Leib. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder, mich zu bewahren, achte sam sein. Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße Mel. Wer nur den lieben Gott 655. Des Leibes warten selbst Geduld mir ein. Gieb festen und ihn nähren, das ist, o Ecripfer, meine Muth und dann verleih, daß Pflicht. Muthwillig seinen Bau auch des Arztes Rath gedeih. versehren, verbietet mir dein 7. Doch gieb, daß ich nie übers Unterricht. O stehe mir mit treibe, was auf des Leibes Pfles Weisheit bei, daß diese Pflicht ge zielt; nein, fiets in jenen mir heilig sei. Schranken bleibe, die dein Ges - 2. Sollt' ich mit Vorsatz das setz mir anbefiehlt. Des Körs verleßen, was deine Hand mir pers Wohl laß nie allein den anvertraut? follt ich gering ein Endzweck meiner Sorgen sein. Kunstwerk schätzen, daß du, o 8. Mein größter Fleiß auf dies Schöpfer, selbst gebaut? Weß fer Erde sei stets auf meinen ist mein Leib? Er ist ja dein. Geist gericht, daß er zum HimSout' ich denn sein Zerstörer mel tüchtig werde, eh' dieses Leis sein? Ibes Hütte bricht; dazu, Herr, legs 416 Vom christlichen Leben und Wandel. segne meinen Fleiß, so leb' ich in mir ein Herz, das Sünden hier zu deinem Preis. haffet, das seine Schuld vor dir bereut und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffa nung faffet. Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir, spricht7. Gieb, daß ich dir mich 656. Herr, meiner Seele sanz ergeb', und was ich hier im Fleisch noch leb', laß mich großen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, Sohn Gottes! der du mich fo im Glauben leben, an dich, laß mich mit Ernst bedenken; Sohn Gottes! der du mich so und auf die Sorge für ihr Wohl, mich dahin gegeben. hoch geliebet hast und dich für so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 8. In meiner ganzen Pilgers schaft laß mich, gestärkt durch 2. Wie hoch ist sie vor dir ges deine Kraft, nach jenem Kleis acht't! welch Glück hast du ihr nod trachten, das mir dein Ruf zugedacht! wie viel an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, vor Augen stellt und alle Leis dein Bild zu sein, und hast, vom den dieser Welt, wie Nichts Fluch sie zu befrein, selbst dei- dagegen achten. 9. Wie felig werd' ich dann nen Sohn gesendet. 3. 3u groß für diese kurze nicht sein! Schon hier werd' ich Beit, bestimmt zum Glück der mich deiner freun, in dir, Gott, Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf vollbrachter Zeit auch mich ges ruhig leben. Und du wirst nach Erden, durch Glauben und Gottseligkeit zu größerer Bollwiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. kommenheit, im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes- sie durch dieſeslebens kurze Müb 657. Nach meiner Seelen zu jenem Ziele führen. O laß Seligkeit laß, Herr, mich nicht durch eigne Schuld mich eifrig ringen. Sollt' ich das Heil, das deine Baterhuld die kurze Gnadenzeit in Sichers ihr zugedacht, verlieren. beit verbringen? Wie würd' ich 5. Mit dir, o Gott, vereint einst vor dir bestehn? Wer in zu sein, mich ewig deiner Huld dein Reich wünscht einzugehn, zu freun und dich zum Trost muß reines Herzens werden. zu wählen, das sei mein Zweck 2. Erst an dem Schluß der les und mein Bemühn; laß mich bensbahn auf seine Sünden se den rechten Weg dahin aus hen, und wenn man nicht mehr Leichtsinn nicht verfehlen. fund'gen kann, Gott um Erbars charts 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor mung flehen, das ist der Weg zum dir. Drum schaffe selbst, o Gott, lLeben nicht, den uns, o Gott, dein Pflichten gegen sich selbst. dein Unterricht in deinem Wort Mel. Freu dich sehr, o meine bezeichnet. 658, chaffet, schaffet, Menschenkinder, 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf schaffer eure Seligkeit; bauet Erden des Geistes wahre Besse- nicht, wie freche Sünder, nur rung mein Hauptgeschäfte wer auf gegenwärt'ge Zeit; sondern den. Herr, stärke mir dazu den schauet über euch, ringet nach Trieb! nichts sei so groß, nichts dem Himmelreich und bemühet mir so lieb, daß ich ihm nicht euch auf Erden, wie ihr möget aufopfre. selig werden. 417 - 4. Gewonn' ich auch die ganze 2. Daß nun dieses mög' gescheWelt, mit allen ihren Freuden, hen, müßt ihr nicht nach Fleisch und sollte das, was dir gefällt, und Blut und desselben Neigung o Gott, darüber meiden; was gehen; sondern, was Gott will hülfe mirs? Kann auch die Welt, und thut, das muß einzig und als mit Allem, was sie in sich hält, lein eures Lebens Richtschnur mir deine Gnad' ersetzen? sein, es mag Fleisch und Blut in 5. Was führt mich zur Zu- Allen übel oder wohl gefallen. friedenheit schon hier in diesem 3. Jhr habt Ursach, zu beken= Leben? Was kann mir Trost nen, daß in euch noch Sünde und Freudigkeit auch einst im steckt, daß ihr Fleisch vom Tode geben? Nicht Menschen Fleisch zu nennen, daß euch laugunst, nicht irdisch Glück; nurter Elend deckt, und daß Gotz Gottes Gnade und der Blick tes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer auf jenes Lebens Freuden. seiner Gnade in euch nichts, denn Seelenschade. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trach: 4. Selig, wer im Glauben ten, und was mir daran hin- kämpfet, selig, wer im Kampf derlich, mit edlem Muths ver- besteht und die Sünden in sich achten; daß ich auf deinen Wedampfet; selig, wer die Welt vers gen geh' und im Gericht der ichmäht. Unter Christi Kreus einst besteh', sei meine größte zesschmach jaget man dem Friez Gorge.nonitys. den nach. Wer den Himmel 7. Doch was vermag ich, wenn will ererben, muß zuvor der du nicht vor Trägheir mich be- Sünd' absterben. schützest, und mich zur Tren 5. Werdet ihr nicht treulich in dieser Pflicht mit Kräften ringen, sondern trág' und lässig unterstützest? D stärke mich, sein, eure Neigung zu bezwinmein Gott, dazu! so find' ich gen, so bricht eure Hoffnung ein. hier schon wahre Ruh und Ohne tapfern Streit und Krieg dort das ew'ge Leben. folget: niemals rechter Sieg; 27 wah: 418 Vom christlichen Leben und Wandel. wahren Siegern wird die Kro- fregiere selbst das Werk, daß i ne nur zum beigelegten Lohne. wache, bete, ringe und al 6. Mit der Welt sich luftig zum Himmel dringe. machen, hat bei Christen keine Statt. Fleischlich Reden, Thun und Lachen schwächt den Geist Himmlischer Sinn. und macht ihn matt. Ach! bei Mel. Ich dank dir schon durchChristi Kreuzesfahn' geht es 659. wahrlich! niemals an, daß man Christ, erheb Herz und Sinm noch mit frechem Herzen sicher was hängst du an der Erden wolle thun und scherzen. Lenk deinen Geist zum Himma 7. Furcht muß man vor Gott hin; ein Christ muß himmlisc stets tragen, denn er kann mit werden. Leib und Seel' uns zur Höllen 2. Was bist du in der Welt niederschlagen; er ists, der des Ein Gast, ein Fremdling un Geistes Del und, nachdem es ein Wandrer; wenn du fur ihm beliebt, Wollen und Voll- Haus gehalten hast, so erb bringen giebt. O! so laßt uns dein Gut ein Andrer. zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 3. Was hat die Welt? was beut sie an? Nur Land und eit 8. Und dann schlagt die Sün- le Dinge. Wer einen Himme denglieder, welche Adam in euch hoffen kann, der schätzt die Wel regt, gänzlich in den Tod dar geringe. nieder, bis ihm seine Macht 4. Wer Gott erkennt, fant gelegt. Hauet Hånd' und Füße der wohl noch den Sinn auf ab, was euch ärgert, senkt ins Niedre lenken? Flieh either Grab und denkt mehrmals au Sorgen drückend Joch und die Worte: ,, Dringet durch die lern' ans Ew'ge denken. enge Pforte!" 5. Wenn dich die Laft der 9. 3ittern will ich vor der Sün- Leiden drückt, schau drum nicht de und dabei auf Jesum sehn, muthlos nieder. Sieh frei em bis ich seinen Beistand finde, in por, sprich: ,, Mich erquickt det der Gnade zu bestehn. Ach! mein Herr doch endlich wieder!" Heiland, geh doch nicht mit mir 6. Dort ist das rechte Canaan, Armen ins Gericht! Gieb mir wo Lebensströme fließen; blid deines Gelftes Waffen, meine oft hinauf! der Anblick kann Seligkeit zu schaffen. den Leidenskelch versüßen. 10. Amen! es geschehe, Amen! 7. Dort oben ist des Vaters Gott versiegle dieß in mir; auf Haus; Gott theilt zum Gna daß ich in Jesu Namen so den denlohne den Siegern Ruh und Glaubenskampf ausführ'. Er, Kronen aus; kämpf auch um er gebe Kraft und Stärk' und Ruh und Krone. 8. Dort 419 Pflichten gegen sich selbst. 8. Dort ists den Engeln süßel Wankelmuth sei mir bewußt, Pflicht, der Gottheit Ruhm zu wenn ich mich dir ergebe. Gieb, singen. Freund Gottes, sebnest Jesu, daß ich niemals mir, du dich nicht, mit ihnen Lob zu noch meinem Willen, sondern singen? dir und deinem Willen folge.. 9. Dort wohnt Gott Vater, 4. Wird Fleisch und Blut Sohn und Geist, mit Licht und nicht unterdrückt, wird schnöder Glanz umgeben. Glück! das Eigenwille nicht in der eitlen dir dein Gott verheißt! Wo Brust erstickt, die Leidenschaft Gott lebt, sollst du leben. nicht stille; so geht es wahrlich 10. Dort herrscht dein Hei- niemals an, daß ich nach Gots land, Jesus Christ; und du, tes Willen kann und Gott zu los von Beschwerden, sollst Ehren leben. dem, durch den du selig bist, an Klarheit ähnlich werden. 5. Mein Herz ist eitler Lüfte voll, blind, finster, ohne Le= 11. Hilf stets, mein Heiland, ben; was Gott in mir gefallen hilf du mir, daß ich den Geist soll, muß er mir selber geben. erhebe! Hilf, daß ich jetzt und Erleuchtet mich sein Gnadens ewig dir zu Ehren denk' und lebe. fchein; so kann ich ihm gefáls lig sein und ihn von Herzen lieben. Selbstverleugnug. adol, sit 6. Gieb, Herr, mir deines Mel. Herr Jesu Christ, du höchst.- Lichtes Schein, daß ich dich recht 660, Will Semand Chri- erkenne, dich ehre, gegen dich fti Jünger sein, allein in wahrer Liebe brenne. der muß sich sein nicht schämen, Entreiß mich mir und gieb mich sich selbst verleugnen, Christi dir; laß meine Seele für und Pein und Kreuz gern auf sich für mit dir verbunden bleiben. nehmen. Drum, Jesu! gieb 7. Ich seufze, Herr, nach mir deine Kraft, die dieses ein- deiner Kraft, fárk mich nach 3ig in mir schafft, damit ich deiner Güte. Dein Geift, der dir nachfolge.151 alles Gute schafft, erfülle mein 2. Du weißt ja, daß es schwe: Gemüthe, daß es nicht: eigne rer fällt, den Eigensinn zu las Ehre such', idir dhulich werd! fen, sich selbst verleugnen, als und stets verfluch', was mich die Welt und ihre Luft zu haf- von dir abführet. fen. Drum wirk in mir, was 8. Herr! deine Liebe giebt als ich nicht kann; führ mich zu lein Heit, Seligkeit und Lebens deiner Liebe an und dampf die die Eigenliebe kann nur Pein, Eigenliebe. The Unruh und Unheil geben. Du 3. Gieb, daß ich aller bösen giebst uns Segen, Heil und Lust absterbe, dir nur lebe. Kein Rubs der eigne Ruhmi schreibt 27* fich 420 Vom chriftlichen Leben und Wandel. fich es zu; dieß muß dir, Herr, freuen. Drum schaff in mir, mißfallen. smira y durch deinen Geist, daß dich 8. Dein ist Preis, Ehr' und vielmehr die Zunge preist und Ruhm, den dir doch Stolz und deinen Namen heiligt. Hochmuth rauben; darum er- 5. Was züchtig, keusch und wecke selbst in mir, Herr, De- ehrbar ist, was wohl und lieb: muth, Sanftmuth, Glauben! tich klinget, das redet überall Nimm Eigenliebe völlig hin und der Chrift, spricht, wenn es gieb mir Christi Herz und Sinn, Nutzen bringet und scheut den der dich stets liebt und ehret. Born der Menschen nicht; nur dann wird Schweigen ihm zur Borsichtigkeit im Reden. Pflicht, wenn es die Liebe for dert. Mel. Herr Jesu Christ, du höchst. 661. Die Bunge, die ver 6. Web' aber dem verwegnen nehmlich spricht, Mund, der Fluch und Schwur hat dir dein Gott gegeben. nicht scheuet! Wie wird des Her Welch ein Geschenk! mißbrauch sens Leichtsinn kund, und oft es nicht; sie bringet Tod und zu spát bereuet! Ach! Fluchen Leben; sie stürzt in Unglück, bringet Fluch und Noth, und hilft in Noth; sie fluchet und wenn nicht Buße folgt, den Tod; fie lobet Gott; fie ist so gut, laß dieß mich wohl bedenken.. ats bose. nam 7. Auch Lügen schåndet, bringt 2. Laß doch in meines Her nur Müh', ist eine Frucht der gens Grund, Herr, deine Liebe Hölle. Lehr, Herr, sie haffen, wohnen. Gewissenhaft wird daß ich nie mich Lügnern zuges dann mein Mund der Wahrheit felle. Ihr Theil ist Schande, Rechte schonen. Und wohl dem, Gram und Leid; die aber haben der von Schmeichelei, Lift, La ew'ge Freud', die Treu und stersucht, Berstellung frei, nicht Wahrheit lieben. mit den Lippen sündigts Mel. Christ, unser Herr zum S.Gott, mein Schep fer, edler Furk 3. Auf deinen Ruhm und An- 662, brev Wohl, soll stets mein Thun fich tenken. Laß dann auch, wenn und Vater meines Lebens! We ich reden soll, mich dieß mit du mein Leben nicht regierst, s Einst bedenken. Dein Lob, des leb' ich hier vergebens, ja id Nächsten Ehr' und Nutz, der Zu- bin auch lebendig todt, de gend Ruhm, der Unschuld Schutz Sünden ganz ergeben. Wer beschäftige meine Zunge. Sünde thut, stürzt sich in Noth 4. Schandbare Worte fres und hat das wahre Leben noch cher Schers, unheil'ge Spitte niemals recht gesehen. rejen verrathen ein verderbtes 2. Darum sowende deine Herz einft muß man sie bes Gnad' zu deinem armen Kinde, und Pflichten gegen sich selbst. 421 und gieb mir allzeit guten Rath, bringt, da man bei Gotte les zu meiden Schand' und Sünde; bet und bei der Schaar, die behüte meines Mundes Thür, fröhlich singt und in der Wols. daß mir ja nicht entfahre ein lust schwebet, die keine Zeit auf folches Bort, dadurch ich dir hebet. und deiner frommen Schaare mißfällig sei und schade. Warnung vor Trunkenheit. 3. Bewahr, o Vater! mein Gehör auf dieser schudden Erde Mel. Ach Gott, vom Himmel- 1 vor Allem, dadurch deine Ehr 663. Reich beschimpfet werde. und idiot Trunkenbold, er zittre doch und Laß mich der Låstrer Gall' und denk einmal ans Ende! Du fållst Gift ja nimmermehr berühren; im Trunke täglich noch mehr in denn wen ein solcher Unflath des Satans Hände. Wie kannst trifft, den pflegt er zu verfüh- du doch so thöricht sein, daß ren, auch wohl gar umzu- du dir Freude bildest ein, wo kehren. nichts als Beh zu finden? E 4. Regiere meiner Augen Licht, 2. Du nimmst zu dir mit Ues daß sie nichts Arges treiben; berfluß die theuren Gottesgas ein unverschämtes Angesicht laß ben, daß Mancher drüber dars ferne von mir bleiben; was ehr. ben muß, die Deinen auch nichts bar ist, was Zucht erhält, worhaben; du machst dich selber nach die Engel trachten, was ungesund, auch dein Gewissen dir beliebt und wohlgefällt, das wird verwund't, die Seele geht laß auch mich hoch achten, all' verloren. Ueppigkeit verlachen. 3. Wie, wenn in solcher 5. Gieb, daß ich mich nicht Trunkenheit dein Ende nun hers Laffe ein ins Schlemmen und ins táme? Wie, wenn zur unverPrassen. Laß deine Lust mein' seh'nen Zeit der Richter dich hins eigne sein, die andre fliehn und nahme? Wo hátt'st du denn Laffen. Die Luft, die unser zur Buße Raum? Und würde Fleisch ergößt, die zieht uns nicht alsdann der Baum, wie nach der Höllen, und was die er gefallen, liegen? Welt für Freude schätzt, pflegt 4.Du weißt ja wohl das Web Seel und Geist zu fällen und und Ach, das Jesus Frevlern ewiglich zu quälen. drauet; du weißt die Qual, das 6. felig ist, der stets sich Ungemach, das Paulus pros náhrt mit Himmelsspeis und phezeihet; und hast doch oft Tränken, der nichts mehr bis Mitternacht die Zeit mit schmeckt, nichts sucht und hört, Saufen zugebracht und bleiauch nichts begehrt zu denken, best noch nicht nüchtern? als nur, was zu dem Lebenl 5. Wie wirst du einst in jener Pein 422 Vom chriftlichen Leben und Wandel. Pein dein' Unvernunft bekla- Herz beschweren, steht niemal gen! Wirst jenem Schlemmer wahren Christen an; dadurc ähnlich sein, mit ew'gem Durst wird das, was uns ernähre dich plagen! Kein Tröpflein und unsern Geist erquicken kann Wassers hast du dort, du ein Gift, das in den Ader schmachtest allda immerfort; o schleicht und Krankheit Schmer nimm es doch zu Herzen! und Tod erzeugt. $ 18.991 6. Ach scheide diesen Augen- 4. Die Schwelgerei raub blick dich von des Satans Glie- uns die Kräfte zu dem, was dern; fehr um und bleibe ganz uns die Pflicht gebeut; mach zurück von von deinen trunknen träge zum Berufsgeschäfte, un Brüdern. Such Jesum! suche tüchtig zur Gottseligkeit, er bei ihm Ruh! auch dir ruft jetzt weckt Unordnung, Streit unt noch Petrus zu: ,, Sei nüch. Bank, und hindert den Gott tern, wach' und bete!" ichuld'gen Dank. 7. Des Herren Jesu Mäßig- 5. Wer sich den Bauch zum keit bezahlt, was du verschul- Gott erforen, unmäßig Gottes det; zu deiner ew'gen Seligkeit Gaben braucht, der geht de hat er auch Durst erduldet. Himmelreichs verloren, zu dem Und wenn die Luft zum Trunk kein Knecht der Lüste taugt dich plagt; so denke drau, wie Gott, laß mich ja dieß Laster Jefus klagt am Kreuze: ,, Ach! scheun und mäßig stets und mich dürftet!" nüchtern sein. 6. So oft ich Speiß und Måßigkeit. Trank genieße, so laß es mit Mel. Wer nur den lieben Gott- Vernunft geschehn und, daß 664. Wie mannigfaltig ich beides mir versüße, mit find die Gaben, Dank auf dich, den Geber, sebn; womit, Herr, deine Huld uns auf dich, der du uns zärtlich nährt, und die, so Geist als liebst, uns Nahrung und Er Leib zu laben, uns täglich deine quickung giebst. Hand gewährt; auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist. Keuschheit. 2. Laß nur die Kraft uns zu Mel. Werde munter mein Gem.- vergnügen, die du in Speif' und 665. Eifrig sei und fel Trank gelegt, mich nie, o Höchmein Wille, re ster, so besiegen, daß sie zumnes Herzens, Gott, zu sein; Schwelgen mich bewegt. Laß, in der Unschuld bheitern Stille beiner Gaben mich zu freun, deiner Gnade mich zu freun! mich máßig im Genusse sein. Keine Freude dieser Welt, wenn 3. Mit Speiß und Trank sein sie noch so sehr gefällt, laß mich wider Pflichten gegen sich selbst. 423 wider mein Gewissen wünschen, Igehorche nie einer schänblichen suchen und genießen! Begierde! Heiligkeit sei ihre 2. Weiß ich doch, daß deine Bierde! Gute viel zu reich und freund- 7. Laß fie fröhlich und gelich ist, als daß sie etwas ver- sellig, sanft und willig zu era biete, was das Leben uns verfreun, liebenswürdig und gefäls süßt. Uns zum Besten nur ge- lig, aber nur der Tugend sein; beut dein Gesetz Bescheidenheit, hold und ohne Schmeichelei, Zucht und Ordnung im Genusse, stets bescheiden und doch frei, Máßigung im Ueberflusse. ohne Frechheit, stets bedächtig, immer ihrer selber machtig! Sitten nimmer unser Herz enta 8. Laß die Frechheit wilder Auch die Freude, Gott, ist Tuz weihn! Thronen laß, Pallast' gend; aber heilig muß sie sein; 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. nicht im Taumel, der bethört, und Hütten jeder Tugend Wohder Gefühl und Kraft zerstört, ein Christ, wessen Wunsch dein nung sein! Jeder strebe, wer der, im Sturme wilder Lüste, Himmel ist, daß sein Haus, daß, Paradiese macht zur Wüste. Gott, die Erde deines Himmels 4. Nur in unbeflecktem Her- Vorhof werde! zen, nur in einer keuschen Brust 9. Dann umfah' uns Heil und toben nie der Reue Schmerzen, Segen! göttliche Zufriedenheit wohnen wahre Ruh und Lust. leitet uns auf unsern Wegen Ueberherrschte Sinnlichkeit tddzu noch größrer Seligkeit; bis tet die Zufriedenheit; sie vergif- zum Heiligthum auch wir aus tet alle Freuden, und verwan- dem Vorhof dringen, dir reis delt sie in Leiden. ner Herzen Opfer bringen, ewig 5. Sittigkeit und Unschuld dir, o Gott, lobsingen. schmücket mehr, als Schönheit; sie vermehrt jede Lust, die uns Mel. Freu dich sehr, o meine S.entzucket, jedes Glückes Reiz 666. Heil'ger Bater, du und Werth. Reinen Herzen gebietest Keuschfließt der Quell jeder Wonne heit, Zucht und Heiligkeit, und rein und hell, denn sie hoffen bu hasfest und verbietest böse Lust voll Vertrauen, selbst dein An und Unkeuschheit; drum fleh' ich tlik, Gott, zu schauen. durch Jefum Chrift, der mein 6. Daß er keusch und züch- Heil und Vorbild ist: laß mich, tig lebe, unbefleckt an Geist und Vater, alles fliehen, was mich Leib, ringe, wer dich ehret; kann zur Wollust ziehen. strebe Jungfrau, Jüngling, 2. Welche Würde, daß dem Mann und Weib! Vor Verfüh Bilde deiner selbst ich ähnlich rung schütze sie; und ihr Herzlbin! und für mich, für mich, ( wie 424 Bom christlichen Leben und Wandel, ( wie milde!) gabst du deinen beilige mein sündlich Herz. Dei Sohn dahin! Dwie sehr ent- Erbarmen, Jesu Christe, un ehrte ich deinen Sohn und, Va- dein Leiden, Tod und Schmerz ter, dich, wenn ich frech und un- tilge jede Sünd' in mir, daß mi rein lebte, dir durch Wollust wis Leib und Seel' ich dir, dir zu derstrebte! Ehre, heilig lebe, rein sie di 3. Jesus wohnet durch den einst wiedergebe. RE AND Glauben selbst mit mir in sei nem Geist; dürft' ich wohl mein Rechter Gebrauch zeitliche Herz ihm rauben, das er seinen Tempel heißt? Ach, will ich Güter. fein Tempel sein, soll mich Got: Mel. Herr, wie du willst, so tes Huld erfreun; muß ich mich 667. Herr, laß mich doch nicht mein Ernst die Wollust scheuen. zeitlich Gut verwalten. Giet 4. Gottes Geist wird stets selbst mir Weisheit, gieb min betrůbet, wo man unrein denkt Kraft, damit so Haus zu hal und spricht; und wer Fleisches- ten, wie es mir nützt und dir lufte liebet, bleibt mit ihm im gefällt, damit ich nicht in jener Bunde nichr. Wollust schänder Welt an ew'gen Gütern darbe. unser Herz, bringt Verachtung, 2. Mein Hab' und Gut kommt Reu und Schmerz; die in sol- ja von dir und deinem milden chen Sünden sterben, können Segen. Nicht mir zum Fall Gottes Reich nicht erben. strick gabst du mir mein zeitli 5. Drum, o Herr der reinen ches Vermögen. Du gabst es Geister, schenk' mir deines Gei mir zum wahren Wohl; drum stes Kraft! Schöpfer, meines gieb, Herr, daß ichs, wie ich Lebens Meister, Leiter meiner soll, nach deiner Vorschrift Pilgrimschaft! unterdrücke du brauche. in mir jede sündliche Begier, 3. Was ist das mir geschenkte und hilf mir zu allen Zeiten jed' Gut? vergänglich wie die Erde. unreine Lust bestreiten. Hilf, daß ich nie zum Ueber 6. Todt' in mir der Wollust muth dadurch verleitet werde! Triebe; tödte mein verderbtes Nie reiß' ein irdischer Gewinn Fleisch; deine Furcht und deine mein Herz so weit zum Eiteln Liebe mache, Heiligster, mich hin, daß ich mein Heil verscherze.. keusch. Mache du mich selber 4. Was hülfe mir die ganze rein! Laß allein mich dir ganz Welt mit allen ihren Schätzen weihn; mich und alle meine Verführt' mich zeitlich Gut und Glieder leg' ich, Vater, vor Geld, forglos hintan zu setzen, dir nieder. was meiner Seelen Heil bes 7. Kreuz'ge alle meine Lüfte; lgehrt und mir ein ewig Glúd ges Pflichten gegen sich selbst. 425 gewährt; wie thôricht würdlund was ist ohne sie des Lebens ich handeln! Herrlichkeit? 5. Mein größtes Trachten 2. Kann ein vergänglich Gut Herr, sei hier, nach deines Geis auch unsre Wünsche stillen? es fies Gaben! Wie reich bin ich, sieht ja sein Besitz nicht blos in o Gott, in dir, wenn ich nur unserm Willen. Nicht stets dich kann haben! Besitz' ich, wirds dem zu Theil, der angste Höchster, deine Huld; bin ich lich darnach ringt, und bald voll Glaubens und Geduld verlierts oft der, dem sein Bes was fehlt dann meiner Seele? mühn gelingt. 6. Den Geiz laß ferne von 3. Ein Gut, das unsern Geist mir sein, die Wurzel alles Bo wahrhaftig soll beglücken, muß sen. Von Unruh und Gewis nicht vergänglich sein und für senspein kann Reichthum nicht den Geist sich schicken. Der erlösen. Er hilft in Todes Thor hat Geld und Gut, er stunden nichts und nichts am hats und wünscht noch mehr; Lage des Gerichts; da schützt und immer bleibt sein Herz von er feinen Sünder. wahrer Ruhe leer. 7. Gieb mir die weise Sparsamkeit, nicht Güter zu ver 4. Gott! so wehre doch den schwenden, die du mir gabst, um ungerechten Trieben und heiliz in der Zeit sie nützlich anzuge mein Herz, die Güter nicht wenden. Gieb mir, Herr, Klug- su lieben, die man mit Müh heit, daß ich hier dadurch dem gewinnt, bald prassend sie verz Nächsten so, wie mir des Lebens zehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. Müh' erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der 5. Ein weises frommes Herz, Rechenschaft! das laß mich stets das sei mein Schatz auf Ers bedenken und mein Gemüth ge- den; sonst Alles, nur nicht dieß, wissenhaft, zur Treu' im Jrd' fann mirentriffen werden. Dieß schen lenken; daß selbst von Gů- bleibt im Tod' auch mein, dieß tern dieser Zeit ich einst noch in folgt mir aus der Zeit, zum der Ewigkeit, den reichsten Se- seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. gen ernte. 6. Was sind, wenn dieses Mel. O Gott, du frommer Gott- fehlt, die herrlichsten Vergnüs 668. Laß mich doch nicht, gen? Nur süße Träume sinde, o Gott, den Scház- die unsern Geist betrügen. Drum zen dieser Erden so meine Neislenke, Gott, den Wunsch vom gung weihn, daß sie mein Ab- irdischen Gewinn, durch deines gott werden! Oft fehlt beim Ues Geistes Kraft, zu ew'gen Gús berfluß doch die Zufriedenheit;[ tern hin. Mars 426 Vom christlichen Leben und Wandel. Warnung vor Unge rechtigkeit. [ ner Zeit Recht, Pflicht und Treu vergessen. Mel. Kommt her zu mir, spricht Demuth. 669, Du liebt, o Gott, Mel. O Gott, du frommer Gott- Gerechtigkeit und 670. Herr, der du Alles hasfest den, der sie entweiht, am von dem Nachsien Unrecht übet. Dulich Alles habe, was ist mein biste, der Jedem seinen Lohn, Stand, mein Glück und jede ohn' alles Ansehn der Person, gute Gabe? Es ist nicht mein, nach seinen Werken giebet. es ist ein unverdientes Gut; 2. Gerechter Gott! laß deis darum bewahre mich vor Stolz nen Geist zu dem, was recht und und Ueberniuth. billig heißt, stets meine Seele 2. Wenn ich vielleicht der Welt lenken. Nie komm' es mir doch mehr, als mein Nächster, nüße, in den Sinn, aus schnöder Hab- und wenn ich mehr Verstand, als fucht, um Gewinu, des Nächer besitzt, besitze; bin ich drum sten Recht zu kränken. mehr, als er? nein, wer schenks 3. Pflanz Redlichkeit in mei te mir Verstand undZüchtigkeit? ne Brust, und laß mich stets mit Ach! Alles kommt von dir. wahrer Lust der Liebe Pflichten 3. Wenn mir ein größres Glück üben. Ein Herz, das nur auf nach deinem Rath begegnet, und Unrecht denkt, nur Schaden deine Gütigkeit mich mehr, als sucht und Andre kränkt; wie Andre, segnet; giebt diese deine kann das Brüder lieben? Huld mir wohl zum Stolz ein 4. Nie seufze Jemand wider Recht? Bin ich darum nicht auch, mich; mein ganzes Herz bestre- was Andre sind, dein Knecht? be sich, dem Nächsten gern zu 4. Wenn ich geehrt und groß, geben, was er mit Recht verlan- in hohen Würden stehe, und gen kann, und immerfort mit Andre unter mir in kleinerm Jedermann in Einigkeit zu leben. Glücke sehe; wer machte sie ge 5. Laß mich dahin beständig ring, und wer erhöhte mich? sehn, mit Jedermann so umzu- Ist nicht mein Nächster oft viel gehn, wie ichs von ihm begehre, würdiger, als ich? damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 5. Wie könnt' ich mich, o Gott! des Guten überheben? Was ich besitz', ist dein; du sprichst, so 6. Herr, mit dem Maaß, das kann ich leben; du sprichst, so mit ich hier dem Nächsten messe, bin ich nichts, von dir kömmt wirst du mir dereinst auch wieder das Gedeihn. Drum laß mich messen. Dieß reize mich zur Bil- ewig fern von Stolz und Hochligkeit, so werd' ich auch zu keis muth sein. Mel. Pflichten gegen sich selbst. 427 Mel. Sei Lob und Ehr' dem so wird der Feind erleget. Ach! 671. D Seele! schaue Je nimm doch dessen Wort in Acht: fum an, an ihm Er hat nun Alles wohl ge= kannst du erkennen, was wahre macht!" So sei du auch gefinnet. Demuth heißen kann, und was Mel. Nun ruhen alle Wälder wir Sanftmuth nennen. Er 672. Was ich nur Gutes stellt sich dir zum Muster dar. habe, ist deine Wie Jesus Christ gesinnet war, milde Gabe, du, Vater alles so sei du auch gesinnet. Lichts! mein Dasein und mein 2. Er war des großen Got Leben ward mir von dir gege= tes Sohn, der Brunnquell aller ben, und ohne dich vermag ich Güte; doch senkt' er sich von nichts. seinem Thron ins menschliche Geblüte. Er prangte nicht mit der Gewalt: er ging in armer Knechtsgestalt. So sei du auch gesinnet. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zumi nützlichen Geschäfte hab' ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten zum Glück der Welt gerathen; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen und 3. Das Glück, deß ich mich sucht' in tiefster Niedrigkeit freue, wer schafft mir's? deine denselben zu erfüllen; denn Al- Treue, du Herr der ganzen Welt! les, was er redt' und that, ge- Du ordnest unsre Tage, ihr schah auf seines Vaters Rath. Glück und ihre Plage nur so, So sei du auch gesinnet. wie dir es wohlgefällt. - 1 4. Sein ganzes Thun bestand 4. Sollt' ich mich denn erhedarin, daß er uns Menschen ben, wenn mir in diesem Leben diente. Es war ihm dieses ein viel Gutes widerfährt? Was Gewinn, wenn unser Glücke hat dich, Herr, bewogen, daß grünte. Er nahm die größten du mich vorgezogen? Bin ich Sünder an; hat auch den Fein- auch jemals dessen werth?. den Gut's gethan. So sei du auch gesinnet. 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich befinge, die du 5. Das Böse sucht' er alsobald mir stets erzeigt. O laß michs mit Gutem zu vergelten. Man nie vergessen, wenn sich mein hörte, wenn die Welt ihn schalt, Herz vermessen zum Stolz und ihn niemals wieder schelten. Er Eigendünkel neigt. giebt es seinem Vater hin. So sanft ist deines Jesu Sinn! So sei du auch gesinnet. 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt; dein treuer 6. Nun, Seele, wenn der Knecht zu werden, das fel mein Hochmuth sich in dir gewaltig Fleiß auf Erden, dazu gieb reget; so starke der Erlöser dich, Demuth und Verstand. Ars Bom christlichen Leben und Wandel. Arbeitsa mkei t.mihre Lasten. beit Munterkeit, versüßt uns Mel. Herr, wie du willst, so- 6. Laß mich vor dir, Herr! 673. 3ur Arbeit, nicht unverrückt mit reinem Herzen zum Müßiggang, wandeln, das Geiz und Ehr sind wir, o Herr! auf Erden; sucht nie bestrickt, gewissenlos drum laß mich doch mein Lebe zu handeln. Mein Leben deis lang kein Knecht der Trägheit nem Dienst zu weihn, so muß. Gieb mir Verstand lich, als ich kann zu sein, das und Lust und Kraft, daß ich sei mir Ehr' und Reichthum. treu und gewissenhaft in meis nem Stande lebe. werden. 428 m 7. Dir zu gefallen, sei mein 3weck bei allem, was ich thue; 2. ,, Hast du ein Amt, so war so wandle ich den rechten Weg te sein!" Das ist, o Gott, dein zu der Gewissensruhe. Denn Wille. O flöße felbst den Trieb wer dir, Heiligster! mißfällt, mir ein, daß ich ihn treu er- was núget dem die ganze Welt fülle. Hilf mir, daß ich von mit allen ihren Schätzen? Zeit zu Zeit an Einsicht und an 8. Laß mich den zeitlichen Tüchtigkeit zu meinem Amte Beruf, Herr, nie geringe acha wachse. ten, das Werk, wozu dein Zweck 3. Herr! vor träger Weich- mich schuf, als Gottesdienst lichkeit woll'st du mein Herz be- betrachten; damit ich einst in wohren; so werd' ich aus Ge- iener Welt, die höheren Beruf mächlichkeit nie meine Kräfte enthält, zu höhern Würden sparen. Erholen werb' ich mich steige. nur dann, wenn ich von Kraft Geistliche Wachsamkeit. erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. Mel. Straf mich nicht in deinem- 4. Aus wahrer Weisheit laß 674. Mache dich, mein mich nicht die Zeit mit NebenGeift, bereit, was dingen, die, weit entfernt von che, fleb und bete, daß dein Herz meiner Pflicht, verschwenderisch zur bösen Zeit nicht von Gott verbringen. Das müsse mein abtrete; denn es ist Satans Vergnügen sein, mich den Ge- Lift über viele Frommen zur schäften ganz zu weihn, die du Versuchung kommen. mir aufgeleget. 2. Aber, wache erst recht auf 5. Ein beil'ger Trieb belebe von dem Sündenschlafe; denn mich, o Höchster, meine Pflich- es folget sonst darauf eine lange ten in deiner Furcht, gestärkt Strafe; und die Noth, sammt durch dich, mit Freuden zu ver- dem Tod, möchte dich in Súna richten. Ein Herz, das sich des den unvermuthet finden. Guten freut, giebt zu der Aral 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Pflichten gegen sich selbst.. 429 nicht unser Herr erleuchten. Was 10. Drum so laßt uns ims che, sonst wird dir sein Licht immer ferne dáuchten; denn Gott will für die Füll' seiner Gnaden gaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans Gott wird richten und die List nicht im Schlaf' antreffe, weil Welt vernichten. er sonst behende ist, daß er dich mel. Wer nur der lieben Gott- merdar wacher, flehen, beten! Weil die Angst, Noth und Gefahr immer näljer treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns beaffe; und Gott giebt, die er 675. Nicht, daß ichs ſchon liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. ergriffen hätte, 5. Wache, daß dich nicht die schwach; doch, daß ich meine die beste Tugend bleibt noch Welt durch Gewalt bezwinge, Seele tette, jag' ich dem Kleis oder, wenn sie sich verstellt, wie nod eifrig nach. Denn Tugend der an sich bringe. Wach und ohne Wachsamkeit verliert sich fieb, damit nie viel von falschen bald in Sicherheit. Brüdern unter deinen Gliedern. 2. So lang ich hier im Leibe 6. Wache dazu auch für dich walle, bin ich ein Kind, das für dein Fleisch und Herze, da strauchelnd geht. Der sehe zu, mit es nicht lüberlich Gottes daß er nicht falle, der, wenn sein Guad' verscherze; denn es ist vol- Nächster fällt, noch steht! Auch ler Lift, und kann sich bald heu- die bekämpfte böse Luft stirbt nies cheln und in Hoffarth schmei- mals ganz in unsrer Brust. cheln. 3. Nicht jede Besserung ist 7. Bete aber auch dabei mitten Tugend; oft ist sie nur das Werk in dem Wachen; denn der Herre der Zeit. Die wilde Hitze roher muß dich frei von dem allen ma- Jugend wird mit den Jahren chen, was dich drückt und be: Sittsamkeit; und was Natur strickt, daß du schläfrig bleibeßt und Zeit gethan, sieht unser und sein Werk nicht treibest. Stolz für Tugend an. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn 4. Oft ist die Alendrung deiner er was soll geben; er verlanget Seelen ein Tausch der Triebe der unser Schrein, wenn wir wollen Natur. Du fühlst, wie Stolz leben und durch ibn unsern und Ruhmsucht quälen, und Sinn, Feind, Welt, Fleisch und dampfft sie, doch du wechselst Sünden kräftig überwinden. nur; dein Herz fühlt einen ans dern Reiz; dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 9. Sel getroft! es wird une schon Alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Ge 5. Oft ist es Kunst und Eigens bet' anflehen; denn er will uns liebe, was Andern strenge Tumit Füll seiner Gunst beschüt- gend scheint. Der Trieb des ten, wenn wir glaubend bitten. Neids, der Schmähsucht Triebe, erwets 430 Vom christlichen Leben und Wandel. erwecken dir so manchen Feind; 11. Du bist gerecht; denn auch du wirst behutsava, schránkst dich bescheiden? Liebst Mäßigkeit, ein, fliehst nicht die Schmáh- denn auch Geduld? Du dienest sucht; nur den Schein. gern, wenn Andre leiden; ver: 6. Du denkst, weil Dinge dich giebst du Feinden auch die nicht rühren, durch die der An- Schuld? Von allen Lastern dern Tugend fällt, so werde sollst du rein, zu aller Tugend nichts dein Herz verführen; doch willig sein.isounded anal jedes Herz hat seine Welt. Den, 12. Sei nicht vermessen, wach welchen Stand und Gold nicht und streite; denk nicht, daß du rührt, hat oft ein Blick, ein schon g'nug gethan; dein Herz Wert verführt. hat seine schwache Seite, die 7. Oft schläft der Trieb in dei greift der Feind der Wohlfahrt nem Herzen. Du scheinst von an. Die Sicherheit droht dir Rachsucht dir befreit; jetzt sollst den Fall; drum wache stets, du eine Schmach verschmerzen, wach überall. und sieh, dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieb tos und so hart, als es zuerst gescholten ward. Kampf der Tugend. Mel. Durch Adams Fall ist ganz- 8. Oft denkt, wenn wir der 676, Oft klagt dein Herz, wie schwer es Stille pflegen, das Herz im Stil den Weg des Herrn zu wandeln, len tugendhaft. Kaum lachet und táglich seinem Worte treu uns die Welt entgegen; so regt zu denken und zu handeln. Wahr sich unsre Leidenschaft. Wir werists, die Tugend findet Müh, sie den im Geräusche schwach und in der Sieg der Lüste; doch richs geben endlich strafbar nach. te felbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 9. Du opferst Gott die leich tern Triebe, durch einen stren 2. Die sich nur threr Laster gen Lebenslauf; doch opferst freun, trifft die fein Schmerz du, wills seine Liebe, ihm auch hienieden? Sie sind die Skla: die liebste Neigung auf? Dieß ven eigner Pein und haben keiz ist das Auge, dieß der Fuß, die nen Frieden. Der Fromme, det sich der Christ entreißen muß. oie Lüfie dämpft, hat oft auch 10. Du fliebst, geneigt zu Rub seine Leiden; allein der Schmerz, und Stille, die Welt und liebst mit dem er kämpft, verwandelt die Einsamkeit: doch bist du, sich in Freuden. 120 forderts Gottes Wille, auch dies 3. Des Lasters Bahu ist And fer zu entfliehn, bereit? Dein fangs zwar ein breiter Weg durch Herz haßt Habsucht, Neid und Auen; allein sein Fortgang wird Zank; fliehts Unmuth auch und Gefahr, sein Ende Nacht und Müßiggang? Grauen. Der Tugend Pfad ist Ans Pflichten gegen sich selbst. 431 Anfangs steil, läßt nichts als ne Kraft; drum muß es dir ges Mühe blicken; doch weiter fort lingen. Gott ist es, welcher führt er zum Heil, und endlich beides schafft, das Wollen und zum Entzücken. Vollbringen. Wenn gab ein 4. Gesetzt, Gott hätt' es uns Bater einen Stein den Sohn, vergönnt, nach unsers Fleisches der Brod begehrte? Bet' oft; Willen, wenn Wollust, Neid Gott müßte Gott nicht sein, und Zorn entbrennt, die Lüste wenn er dich nicht erhörte. frei zu stillen; gesetzt, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu kranken, den Menschen haß: was würdest du von die sem Gotte denken? 9. Dich startet auf dem Tuz gendpfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott, dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Fres 5. Gott will, wir sollen glückchen Spott auf diesem Pfade lich sein; drum gab er uns Ge- hindern; der wahre Ruhm ist setze. Sie sind es, die das Herz Ruhm bei Gott, und nicht bei erfreun, sie sind des Lebens Menschen findern.nydovch Schäße. Er red't in uns durch 10. Sei stark, sei männlich den Verstand, und spricht durch allezeit, tritt oft an deine Bahre; das Gewissen, was wir, Gesvergleiche mit der Ewigkeit den schöpfe seiner Hand, fliehn oder Kampf so kurzer Jahre. Das wählen müssen. Kleinod, das dein Glaube hält, 6. Ihn lieben, das ist Weis: wird neuen Muth dir geben; und heit nur, und Freiheit ists, fie Kräfte der zukünft'gen Welt, die wählen. Ein Thier folgt Fes werden ihn beleben. seln der Natur; ein Mensch 11. Und endlich, Christ, sei dem Licht der Seelen. Was ist unverzagt, wenn dir's nicht ima des Geistes Eigenthum? was mer glücket; wenn dich, so viel fein Beruf auf Erden? Die dein Herz auch wagt, stets neue Tugend! was ihr Lohn, ihr Schwachheit drückket. Gott sieht Ruhm? Gott ewig ähnlich nicht auf die That allein, er fieht auf deinen Willen. Ei werden. 7. Lern nur Geschmack am göttliches Verdienst ist dein! Wort des Herrn und seiner dieß muß dein Herze stillen. Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu Mel. Durch Adams Fall ist überwinden. Wer Kräfte bat, 677. wird durch Gebrauch von Gott - Wer sich auf seine Schwachheit noch mehr bekommen; wer aber steu'rt, der bleibt in Sünden lies nicht hat, dem wird auch das, gen. Wer nicht Herz, Sinn und was er hat, genommen. Muth erneu'rt, wird sich gewiß 8. Du streitest nicht durch eig- betrügen. Den Himmelsweg und schmas 432 Bom chriftlichen Leben und Wandel. schmalen Steg hat er nie anges1zu dámpfen; gieb Kraft, wenn treten. Er weiß auch nicht in Satans Macht und List und Gottes Licht, was Kämpfen sei schwächen will im Kämpfen. und Beten. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer BosWenn uns die Welt viel Anstoß stellt, gieb Kraft, sie zu vernich ten, so wird in Noth, ja selbst im heit Stärke, dadurch mehrt denn Zod, uns deine Kraft aufrichten. der böse Geist sehr mächtig seine msins me d Werte. Auf! Seele, auf! richt Rechte Anwendung der Zeit, deinen Lauf zur Allmacht, die dich rettet; des Heilands Blick Mel. Jesus, meine Zuversicht- zerreiß die Strick', womit du angekettet. 2 678, Herr der Zeit und Ewigkeit, gieb doch, 3. Der erste Schritt im Chri saß ich bis ans Ende, so wie stenthum macht von der Sünd' mir dein Wort gebeut, weislich uns scheiden; bei einem wah meine Zeit verwende, die mit ren Glaubensruhm muß man die noch dein weiser Rath auf der Weltluft meiden. Wenn Christi Welt beschieden hat. Geist die Seel' entreißt von ih: 2. Wie ein Traum, so schnell res Todes Banden, so spärt sie entfliehn Jahre, Zeiten, Tag' Kraft, die Jesus schafft, mit dem und Stunden. Das, womit wit fie auferstanden. uns bemühn, ist mit ihnen 4. Mein Heiland! fördre selbst nicht verschwunden. Der Ver dein Werk, laß mich bekräftigt geltung Ewigkeit folgt auf diese werden. Es ist Gerechtigkeit und Arbeitszeit. Stark' mein bestes Theil auf Er 3. Gott! wie thôricht hab' ich den. Du machst gerecht uns, schon hier so manche meiner Zeis dein Geschlecht, und willst zuten, die bereits mir sind entflohn, gleich uns stärken, daß wir in unter schnöden Eitelkeiten und dir des Glaubens Zier, die auf solche Art verbracht, bie Macht der Gnade merken. mich jetzt bekümmert macht. 5. Brich durch, o starker Got: 4. Doch erbarmend schenkt es Sohn! damit auch wir durch- du mir jetzt noch Zeit und Raum brechen. Laß uns in dir, o Gna- zur Buße; Herr, ich komm' und denthron! nicht mehr von falle dir schaamvoll mit dem Schwachheit sprechen, wenn dei: Flehn zu Fuße: ,, Sei mir guds ne Hand das theure Pfand des dig; sieh, mich reu't meine hier Geißes uns gegeben, dadurch verlorne Zeit!" wir frei von Heuchelei im Streit fiets fiegreich leben. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist vers 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft schwunden, doch bin ich der mehr ist; gieb Kraft, das Fleisch Zuversicht: nüß ich nur getreu die Stun Pflichten gegen sich selbst. 433 Stunden, die du mir noch fer-| 4. Mir selbst es zu verkürzen, ner schenkst, daß du gnädig mich in den Tod zu stürzen, ist mein gedenkst. wider meine Pflicht, ist Undank 6. Lehre mich die kurze Frist, deiner Güte. Ein redliches Ges die du mir hast zugemessen, so müthe verläßt ja seinen Standwie es dein Wille ist, brauchen ort nicht. und es nie vergessen, hier nur 5. Gieb, daß ich klüglich flies fei die Uebungszeit zu dem he, was oft mit leichter Mühe Glück der Ewigkeit. mir gar mein Leben nimmt. 7. Sáen muß ich hier mit Doch laß mich auch nicht zagen, Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. das Leben selbst zu wagen, D, wie glücklich, daß ich weiß, wenn mich die Pflicht dazu bedieß geschehe nicht vergebens. stimmt. Ewig freut sich seiner Saat, 6. In deine Vaterhånde bes wer hier treulich Gutes that. fehl' ich, Herr, mein Ende und 8. Gott, laß deinen guten meiner Tage Lauf. Es sei mein Geist mich zu dieser Weisheit ganzes Leben dir hier zum Dienst führen und, wie es dein Wort ergeben; hilf du selbst meiner verheißt, meinen Wandel so re- Schwachheit auf. gieren, daß ich Gutes hier aus: 7. Was nützt ein langes Les streu' und mich dessen ewig freu'. ben dem, der nicht, Gott erges Mel. Nun ruhen alle Wälder- ben, nach wahrer Tugend strebt? 679, Was ist mein zeit- Wer Gott und Menschen liebet, lich Leben, das so seinen Glauben übet, nur der du mir, Gott, gegeben? Ein bat lang und wohl gelebt. unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Him mel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. Treue und Beständigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott deinem 2. Hier wird die Saat ge: 680, Herz, fet getreu in streuet, dort erntet man er: freuet der Zugend Früchte ein. bleib in demselben feste stehn; Je länger ich hier wandle, vor laß diesen Leitstern dir nicht dir rechtschaffen handle; je gró- rauben, sonst kannst du nicht Ber wird mein Glück dort sein. h Himmel gehn; balt dich an 3. Sollt' ich dieß Glück mir Gott, sprich ohne Scheu: Ich rauben? Herr, laß mir, im bleibe Gott im Glauben treu. Glauben der künft'gen Ernte- 2. Herz, sei getreu in deinem zeit, mein Leben auf der Erden Leben; verlaß die breite Lasters so werth und wichtig werden, bahn; sei der Gottseligkeit ers als es mir selbst dein Wort geben; dein Wandel gebe hims gebeut. melan! Dieß Wort sei ohne 28 Heus 434 Vom christlichen Leben und Wandel. Heuchelei: Ich bleibe Gott im hen eben, soll Gott anders dir Leben treu. vergeben. 3. Herz, sei getreu in deinem 4. Sei getreu in deinem Leiden, Leiden. Der beste Trost ist: Lasse dich kein Ungemach und Nur Geduld! Das Leiden muß auch nichts von Jesu scheiden, doch endlich scheiden; nur halt murre nicht in Weh und Ach. dich fest an Gottes Huld und Hilft denn was die Ungeduld? fage dieß getroft dabei: Ich Ach! sie häufet nur die Schuld; bleibe Gott im Leiden treu. der trågt leichter, wer da tråget 4. Und dieß soll auch die Loo- mit Geduld, was Gott aufleget. fung bleiben im Leben und bis 5. Sei getreu in deinem Hof in den Tod: Nichts, nichts soll fen, hilft Gott gleich nicht, wie mich von Gott abtreiben! So du willt, und hat bald ein Mit bin ich fröhlich in der Noth, fo tel troffen, daß dein Wünschen leb' ich furcht- und sorgenfrei werd' erfüllt; wisse, daß of und bleibe meinem Gott getreu. ist die Zeit, da er dir die Hand auch beut, da dein' Ohren sind Mel. Freu dich sehr, o meine- verstopfet, wenn er lang schon 681. Sei getreu bis an angeklopfet. das Ende, daure 6. Drum getreu, getreu aus redlich aus den Kampf! Leidest halten mußt du deinem lieben du gleich harte Stände, duldest Gott; ihm mußt du es lassen du gleich manchen Dampf. Ach! walten, wenn du nicht willst das Leiden dieser Zeit ist nicht haben Spott. Rufe nur, er ist werth der Herrlichkeit, so dein schon hier, sein Herz bricht ihm Sesus dir wird geben dort in gegen dir; rufe nur, er ist vora jenem Freudenleben. handen, Hoffnung macht ja nicht zu Schanden. 2. Sei getreu in deinem Glauben; baue deiner Seelen Grund 7. Sei getreu in deinem Her nicht auf zweifelhafte Schrau- zen, hûte dich vor Joabs Kuß; ben; lasse den Gewissensbund, denke, Judas leider Schmerzen so geschlossen in der Tauf, Gott um den falschen Teufelsgruß nicht wieder sagen auf. Auch Falschheit sei dein ärgster Feind; der, der ihm Treu geschworen, rede, was dein Herze meint; sei geht durch Meineid doch ver- zwar klug in deinem Glauben, loren. und doch ohne Falsch, wie Zauben. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; an 8. Sei getreu in allen Sa dem Nächsten Gutes übe, und cben; Anfang, Mittel und das ob er dich hat betrübt, denke, wie End'laffe Gott in Allem machen, dein Heiland that, da er für die auf daß aller Zweck sich wend' Feinde bat; so mußt du verzei-/ vörderst hin zu Gottes Ehr': ja du Pflichten gegen sich selbst. 435 du selbsten noch vielmehr wirst 4. Nun ich weiß nichts anzuz auf guten Wegen gehen, vonsfangen, als in tiefster Demuth der Sündenbahn abstehen. dir, dir nur flehend anzuhangen; 9. Sei getreu in Todesno- tödte du die Sünd' in mir! Reiß then, kämpfe frisch den letzten die Wurzel meiner Schmerzen, Ruck; auch der Tod kann dich reiß die Sünd' aus meinem Hers nicht tödten, ist das gleich der zen! Tief im Staube fleh' ich härtste Zug. Wer alsdann mit dich: Heilige du selber mich! Jesu ringt und das Sünden- 5. Vater, du, du kannst mich fleisch bezwingt, der gewißlich retten, wenn mich Niemand reta Lob ersieget und die Lebenskro- ren kann! Beten will ich, immer ne frieget. 4. beten; schau mich mit Erbarmen Gebet um Kraft zum Guten. an! Laß mir nichts die Tugend rauben; unterstütze meinen Glaus ben, meinen Eifer im Gebet, das um nichts als Gnade fleht. 1 Mel. Alle Menschen müssen 682, Vater, heilig mocht ich leben, Recht= 6. Nichts, als deines Geistes thun wäre meine Lust; aber Lü- Gnade, nichts, sonst nichts, vers fle widerstreben dem Gesetz in tangt dein Kind; dann geh ich meiner Brust. Ach! mein Herz auf rechtem Pfade sicher, muthig ist mir verdächtig, felten bin und geschwind. Dann kann ich ich meiner mächtig. Hart drückt mein Fleisch bezwingen; dann mich der Sünde och; was ich des Geistes Früchte bringen; nicht will, thu ich doch. dann mich, Bater, deiner freun; 2. Tausendmal hab' ich gewei- dann des Heils versichert sein. net, schmerzlich meinen Fall be 7. Darum beug' ich meine reut und der Sünde Macht be- Kniee; bete, Heiligster, vor dir; weinet und des Herzens Flüch- flehe, Bater, spät und frühe: tigkeit. Tief beugt mich die schenke höh're Kräfte mir! Sieh, Sünde nieder; aber dann verlich dürfte nach dem Guten, laß gaß ich wieder meine Thränen mein Herz nicht lánger bluten! und, Gott, dich, und mein Ziehe mich mit Leben an, daß Fleisch besiegte mich. ich alles Gute kann. 3. Nein, ich will mir's nicht 8. Vater, ja! du hörst mein verhehlen: ohne deines Geistes Flehen, meine Thránen siehest Kraft seh' ich mich schon wieder du; laß mich Schwachen nicht fehlen, sieget schon die Leiden- vergehen; sprich du deinen Trost schaft. Nein, zu oft hab' ich's mir zu. Mit dir werd' ich übers erfahren, was Gelübd' und winden! Du, du wirst von Thránen waren! Ach, oft, eh' meinen Sünden mich durch Jes ich mir's versah, war die Sün- sum ganz befrein; Vater, du de wieder nah! wirst Bater sein. 28* 4.) Pflich= Vom chriftlichen Leben und Wandel. D 4) Pflichten gegen den nächsten. Pflichten der Nächstenliebe. Lohn; dein Knecht hat dort mit dir gleiches Recht. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 7. Dein Erlöser sagt es dir: 683. Allen Christen und ,, Wer hier der Geringsten Ei auch mir hat der nen pflegt, der thut es selber Herr dieß vorgeschrieben: ,, Eu mir, denn ihr Alle seid die Mei ren Nächsten follet ihr, als euch nen. Mancher, den die Welt selbst, von Herzen lieben; wer verschmäht, ist in Gottes Aug' ihn haffet, schlägt ihn todt, erhöht." und die Mörder hasset Gott." 436 - 8. Gieb demnach, Gott mir, 2. Wir sind Bürger einer Welt, ein Herz, das von Menschenlieb' Kinder eines Vaters, Brüder; entbrennet, auch in Niedrigkeit wer sie schmäht und unwerth und Schmerz seinen Nachfien hält, wüthet gegen seine Glieder nicht verkennet, nie voll eitlen Denn wir sind ein Leib, Gott Wahns vergißt, daß auch er schuf uns zu einerlei Beruf. mein Bruder ist. 3. Eine sterbliche Natur, ein 9. Ja, gieb, großer Men: gebrechlich kurzes Leben, eine schenfreund, Jesu, daß ich auf Hoffnung hat uns nur Gott der Erde, allem Stolz und Nei ohn Unterschied gegeben; eine de feind, dir an Demuth ähn Straf' und Seligkeit wartet un lich werde; um der Hoffnung mich zu freun, einstens groß fer nach der Zeit. 4. Ehre, Reichthum, Würde, vor dir zu sein. Stand, Kraft der Seele, Leibes: Mel. O Gott, du frommer Gott- gaben und was wir aus Gottes 684. Gieb mir, o Gott, Hand sonst für einen Vorzug has ben; Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. ein Herz, das je den Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth 5. Nein, der Gaben Unter: betrübet; ein Herz das Eigen: schied knüpft das große Band nutz und Neid und Härte flieht, auf Erden. Jeder, wenn er und sich um Andrer Glück, als sich bemüht, kann dem Andern um sein Glück bemüht. nützlich werden. Den, der hier 2. Set' ich den Dürftigen, so dir dienen muß, nährt mit Recht laß mich liebreich eilen, von dein Ueberfluß. dem, was du mir giebst, ihm Las 6. Nach dem dir vertrautem hülfréich mitzutheilen. Pfand messen sich auch deine mich gern dienen ihm, doch Pflichten. Gab Gott viel in deis nicht aus frommen Schein, ne Hand, so hast du viel zu und mich verehrt zu sehn; nein, entrichten, dieß bestimmt den dich, Herr, zu erfreun. 3. Dieß Pflichten gegen den nächsten. 437 3. Dieß sei mein Gottes- Weg zu ziehn, dazu verleih mir dienst. Auch unbemerkt von Kraft und segne mein Bemühn. ibnen, müs Andern stets mein 9. heilige du selbst, Herr! Herz mit Rath und Hülfe die meiner Seelen Triebe, durch nen. Mich treibe nicht erst deine Lieb' und Furcht, zur wahDank zu milder Wohlthat an; ren Menschenliebe. Wer nicht nein, was ich Brüdern thu', den Nächsten liebt, geht nicht. das sei, Gott, dir gethan. zum Himmel ein. Laß diese 4. Ein Trunk, mit dem mein Wahrheit, Gott! mir stets vor Dienst dem Durftigen begegnet; Augen sein! ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; Mel. Herzliebster Jesu, was hast duein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt; nichts 685, Hilf, Jesu, daß ich meinen Nächsten lies bleibt, so klein es ist, von dir, be, durch lieblos Richten ihn Herr, unbemerkt. ja nicht betrübe, ihn nicht vers 5. Sucht wo ein böses Herz leumde, noch durch falsche Rána Unfrieden anzurichten; so laß ke sein Wohlsein kränke. mich sorgsam sein, der Brüder 2. Laß mich vielmehr auch feine 3wift zu schlichten. AusSchmäh Schwäch' und Flecken, so weit es fucht kranke nie mein Mund des christlich, vor der Welt bedecken, Nächsten Ruh, rühm' seine Zu- und wenn er fållt, treu seinen Fall gend gern, deck' seine Fehler zu beklagen und ihn ertragen. 6. Die Rach' ist dein, o Gott! 3. Hilf, daß ich klüglich ihn du sprichst: ,, Ich will vergelten." zu bessern trachte und seiner Drum laß mich stille sein, wenn Seele oht unschätzbar achte, Lasterer mich schelten. Gieb, daß wofür du selbst, bis in die Tos ich dem verzeily', der mir zu scha- desbanden, viel ausgestanden. den sucht; den liebe, der mich 4. Was andre Menschen Gus haßt; den segne, der mir flucht. tes an sich haben, laß mich era 7. Doch laß mich nicht allein kennen, Herr, als deine Gaben. auf zeitlich Wohlergeben mit ein: Es fülle nie mein Herz mit eitlem geschränktem Blick bei meinem Neide, vielmehr mit Freude.- Nächsten sehen. Noch stärker Noch stärker 5. Gieb, daß ich stets in wahmüsse mich sein ewig Heit errer Demuth lebe, und Jeders freun und ihm zum Seelenwohl mann das Seine gönn' und gebe; mein Herz behülflich sein. nichts Arges denke, suche oder 8. Den, der im Glauben übe, gern helf' und liebe. wankt, im Glauben zu består 6. Laß mich, mein Heiland, ken; den, der noch sicher ist bei immer mehr auf Erden anSanftseinen Fleischeswerken, von der muth und Geduld die ähnlich verkehrten Bahn, auf rechten werden; und so, wie du, selbst die, 438 Vom christlichen Leben und Wandel. die, die mich betrüben, selbst nicht, die Liebe siehet zu, daß Feinde lieben. Keinem Leid geschicht. 7. Dann steh ich auch bei 6. Die Liebe ist nicht stolz, die dir, mein Gott, in Gnaden; Liebe haffet Keinen, sucht ihren kein Neider, kein Verläumder Nutzen nicht, sie rathet den ges wird mir schaden; du wirst meinen; die Liebe zúrnet nicht, mich schützen und ich hier und die Lieb' hilft Jedermann und droben, dich ewig loben. wendet Schaden ab, wo sie nur Mel. O Gott, du frommer Gottimmer kann. 686. Wenn Einer alle 7. Die Liebe ist betrübt, wenn Kunst und alle Unrecht wird gerichtet, und Weisheit hätte, wenn er mit freuet sich, wenn man der Wahr Menschen und mit Engelzun- heit fest beipflichter; die Liebe gen red'te; hátt' aber sonst das dècket auch des Nächsten Mänbei der wahren Liebe nicht, so gel zu, verträget Alles gern wäre doch vor Gott damit nichts und liebet Fried' und Ruh. ausgericht't. and diadem 8. Ohn' Argwohn glaubet sie 2. Er wäre wie ein Erz, das zwar das Beste nur von Allen; sie hofs sehr helle klinget, sonst aber keine fet Besserung, wenn Jemand ist Frucht und keinen Nutzen bringet; gefallen in Sünd' und Missethat; es war' ein solcher Mensch, ein sol- hat sie gleich keine Schuld, so ther guter Christ, wie eine Schell, leidet sie dennoch, was möglich, an der kein Geist noch Leben ist. mit Geduld. 3. Wenn er weissagen könnt' 9. Wenn dort die Wissen. und hätte allen Glauben, so, schaft einmal wird ganz auf daß er Wunderwerk' an Bergen, hören, so wird die Liebe doch sich Blinden, Tauben erwies und fort und fort vermehren. Wenn hätte doch der wahren Liebe Glaub' und Hoffnung auch ver: nicht, so wäre abermals damit gehet mit der Zeit, so bleibet nichts ausgericht't. doch die Lieb' in alle Ewigkeit. 4. Wenn Einer auch sein Hab 10. Herr Jesu, der du bist ein und alles Gut den Armen hin- Vorbild wahrer Liebe, verleihe, gábe, aber es nicht thäte aus daß ich auch am nächsten Liebe Erbarmen; wenn er sich bren- übe; gieb, daß ich allezeit von nen ließ, und hatte nicht dabei Herzen Jedermann zu dienen ſei der Liebe, sag' ich doch, daß es bereit, so viel ich soll und kann. nichts nüße sei. Sorge für die Seele des Nächsten. 5. Die lieb' ist langmuthvoll, fanftmüthig und gelinde; sehr freundlich Jedermann, fiets Mel. Herr, wie du willst, sofertig und geschwinde, in Ns- 687. Gott, meines Nach then beizustehn; die Liebe eifert sten bestes Theil laf - Pflichten gegen den nächsten. 439 laß mich stets theuer achten; laßfziehn. Laß, Herr, aus Gnaden mich nach seiner Seelen Heil mit mein Bemühn doch ja nicht sein Lieb' und Sorgfalt trachten. Sie vergebens. schufst du zur Unsterblichkeit; sie 7. Laß mich mit brüderlicher hast du selbst zur Seligkeit durch Huld den Strauchelnden erwekdeinen Sohn erlöset. ken, durch Sanftmuth, Mit2. Zum Irrthum und Ver- leid und Geduld des Nächsten schlimmerung, zu Sünd' und Fehler decken. Mein Antlik sei Eitelkeiten, durch List, durch nie fürchterlich und meine SeeZwang, durch Anreizung den le neige sich zu des Bedrängs Schwachen zu verleiten; durch ten Flehen. That und bis Erempel ihn in 8. Und hab' ich jemals eine Lafter und Verderben ziehn: o Seel' geärgert und verblendet; Gott! welch ein Verbrechen. durch Leichtsinn, Bosheit, eigs 3. Laß mich nach seiner Bes nen Fehl sie dir, mein Gott, ents ferung im Glauben und im Le- wendet; ist irgendwo, du Gott ben, durch Unterricht, durch der Huld! durch mein Verfehn, Anmahnung und lehrreich Bei- durch meine Schuld ein Mensch spiel streben; Erkenntniß und ein Sünder worden: Religion und Tugend, die uns 9. Erbarmer! Vater! ach vers lehrt dein Sohn, ihm suchen zeih mir diese großen Sünden! einzuprägen. Laß mich, laß ihn durch wahre 4. Je mehr du mir Gelegen- Reu noch Huld und Gnade finheit und Fähigkeiten giebest, je den! Führ ihn zurück zur Heimehr laß mich zu jeder Zeit die ligung. Laß mich durch eigne Seele, die du liebest, zu retten Besserung ihn stärken und ers hier beflissen sein, und nicht bauen. Verdruß, nicht Arbeit scheun, fie, Gott, dir zuzuführen. Freundschaft. 5. Giebst du mir Kinder, Herr, mein Gott, giebst du mir Mel. Kommt, MenschenkinderHausgenossen, laß mich dein 688, heiligstes Gebot sie lehren welch ein Segen ist ein Freund, un verdrossen; du gabst sie mir, der, Gott, durch dich mit mir und deine Hand wird dieß mir vereint, mich zärtlich und vers anvertraute Pfand von mir einst traulich liebt, mit mir sich freuet wieder fordern. und betrübt; 6. Kann ich kein zeitlich Glück 2. Der, fest vereinigt erst und Gut den Meinen hier er mit dir, in einem Geiste dann werben; so laß sie doch das größ- mit dir der Tugend selig's Les te Gut, die Seligkeit, einst er- ben lebt, mit mir nach einem ben; dazu will ich sie, Herr, er: 3iele strebt. 3. Ges 440 Vom christlichen Leben und Wandel. 3. Gedanke, Neigung, Will' Freund und Freund; die Herzen und That sind eins in Beiden, bleiben doch vereint durch Liebe, nur den Pfad, den wir in dei durch Gebet, durch Rath und, nem Lichte sehn, getreu und wo wir können, durch die That. Hand in Hand zu gehu. 12. Vollenden wir den Pil: 4. Des Herzens Heil und gerlauf; so nimm uns, Gott, Besserung, nicht eitler Lüfte im Himmel auf! Unendlich ist Sättigung, der wahren Liebe die Seligkeit, die uns zugleich Vollgefühl ist unsre Sehnsacht, vor dir erfreut. unser 3tel. 13. Da hab' ich ewig jeden 5. Wir theilen brüderlich dein Freund, der sich mit mir durch Licht, das uns erleuchtet, jede dich vereint, nur Herz um Herz, Pflicht uns zu erleichtern; jede o Vater, giebt, mich zärtlich, Kraft, gleich fromm zu sein, treu und ewig liebt. gleich tugendhaft. Mel. Nun freut euch lieben6. Bei der Gefahr zu irren 689, Welch Glück, o Gott, hört er auf der Liebe Ruf und ist Freundschaft, Fehrt, durch meine Wachsamkeit hier in diesem Pilgerleben! Sie gerührt, zurück vom Wege, der kann im Unglück und im Glück verführt. uns Trost und Freuden geben. 7. Und wenn ich strauchle, Sie ist der Tugend starkes Pfand, ( denn wie leicht fällt nicht der vom Laster ab führt ihre Hand; schwache Mensch!) so reicht er sie ist des Himmels Vorhof. seine Bruderhand auch mir und 2. Der Freundschaft Pflicht führet mich zurück zu dir. ift áchte Treu, Verschwiegen: 8. Stets durch einander wei- heit und Freude bei unserm Glúd, ser, Herr, stets edler und voll- und Mitgefühl bei allem unsern kommener, verabscheun wir die leide. Aufrichtig ist sie stets Täuscherei der Schmeichler, red bereit, sowohl auf Zeit als Ewig: lich, offen, frei. keit, des Freundes Wohl zu 9. Kein Streit, kein Miß- gründen. traun, kein Verdacht, nichts, 3. Sie flieht vor Falschheit, was uns froh und traurig macht, Wankelmuth, vor Eigennut und auch nicht des Glückes Unbe Neide; haßt Argwohn, Nieder stand trennt unsrer Liebe festes trächtigkeit und List und Scha Band. denfreude! Der Tugend nur 10. Wir theilen Alles, Lust reicht sie die Hand; denn jedes und Leid, in inniger Vertraustasterhafte Band entehrt der lichkeit; und Jedes Zärtlichkeit Freundschaft Würde. versüßt dem Andern, was ihm schmerzlich ist. 4. O Jesu, bester Menschen: freund, der du uns Sünder lieb 11. Trennst du auch selberstest, nur das, was groß und edel - Pflichten gegen den nächsten. 441 edel heißt, uns hier zum Bei- sinn, Schmeichelei und Eigenspiel übtest; so göttlich, liebreich nutz stets fliehe. für uns starbst, selbst Gottes Freundschaft uns erwarbst, uns ewig zu beglücken! 10. Gott, präge du der Liebe Sinn so Freunden ein, als Feins den! Auch die, die meine Feinde 5. Schenk mir auch einen sind, die mache mir zu Freuns frommen Freund; nur du kannst den! Bild' unser Herz zur Eis ihn mir geben! Der edel und nigkeit! Lehr uns, daß jene rechtschaffen denkt, der mir in Seligkeit nichts sei als Lieb' meinem Leben ein reizend Tu- und Freundschaft! gendmuster sei und bei mir standhaft und getreu im Glück und Unglück stehe; Aufrichtigkeit. 6. Der meine Unvollkommen Mel. Kommt, Menschenkinder heit mit sanfter Schonung traz 690. Aufrichtig, redlich, ge, mir Fehler ohne Bitterkeit, offen, frei ist Je= nur mich zu bessern, sage; der su Jünger, fiets getreu der mich vor Sünden immerdar, vor Wahrheit, die er nie verletzt Irrthum, Schaden und Gefahr und über Alles liebt und schätzt. an Leib und Seele warne. bune 2. Er,( wird er gleich, und oft 7. Doch laß mein Herz vor- auch leicht, getauscht, von Heuch= sichtig sein, mit wera es Freund- lern,) haßt und fleucht der schleiz schaft machet. Kein Spotter chenden Verstellung List, die der Religion, wer über Tugend Gott und ihm ein Greuel ist. lachet, kein Wollustling, kein 3. Er hast Verleumdung, fiolzes Herz, wer fühllos ist bei Schmeichelei und glatter Wor= Andrer Schmerz, sei jemals te Täuscherei, betrügt mit seiz mein Vertrauter. nem Auge nicht, spricht, wie 8. Ein Mensch, vom Lasterser denkt, denkt, wie er spricht. angesteckt, wird mich auch leicht 4. Er rühmt für feinen Preis anstecken. Laß mich ihn fliehn, der Welt der Großen Laster, als eine Pest, mich nicht durch und enthält sich auch des Scheis ihn beflecken. Und wie kann der, nes von Betrug; klug, aber oyder ohne Scheu stets Gott ver- ne Falschheit flug. leugnet, Menschen treu und redlich sein und bleiben? 5. Was aus der Liebe Quelle fließt, was seinen Brüdern núßz9. Doch hab' ich einen wah- lich ist und wohlgefällig Gott ren Freund von dir, o Gott, er dem Herrn, das redet er und halten; so laß dann auch mein redet's gern. warmes Herz nie gegen ihn erkalten! Daß ich aufrichtig, dank bar sei, Verstellung, Leicht6. Entdeckt nicht Alles, was er denkt, verschweigt, was schas det oder kränkt, nimmt gern des 442 Vom chriftlichen Leben und Wandel. Frrenden sich an, wenn ihn geben, sind vor dir, o Gott, ein sein Rath erleuchten kann. Greu'l, und ein unglückseligs 7. Er spricht mit Wahl und Leben bleibt gewiß ihr künftigs Vorbedacht, scheut aber keines Theil. Hier schon trifft vers Menschen Macht, wenn Wahrdiente Schande sie bei Redli heit und Gerechtigkeit der Un chen im Lande; denn ein jeder schuld Rettung ihm gebeut. Menschenfreund ist der Falsch 8. Wohl ihm! denn aller Lú- heit Ränken feind. gen Feind, der Gott der Wahr- 4. Schmäht mich ohne mein heit, ist sein Freund. Er fürch- Verschulden der Verläumder tet nichts, er wird bestehn, Lästermund; Herr, so laß michs wenn alle Lügner untergehn! fill erdulden, einst wird doch die 9. Mit ihm ist Gott! mit ihm Wahrheit kund. Darf ich ja ist Gott! Tráf' ihn Verläum nicht länger schweigen, meine dung oder Spott, träf' ihn der Unschuld zu bezeugen, o so gieb, Haß der ganzen Welt; was daß stets dabei Herz und Mund achtet's der, der Gott gefällt? voll Sanftmuth sei. 10. Er wird vor seinem An- 5. Daß du, Herr, an jedem gesicht einst strahlen, wie der Orte Zeuge meines Wandels Sonne Licht, die früh in voller bist, daß kein einzigs meiner Herrlichkeit hervorglänzt und Worte deinem Ohr verborgen die Nacht zerstreut. ist, das sei fiets mir im Ge müthe, daß ich mich vor Lügen Mel. Alle Menschen müssen sterb.- búte; denn du liebst den Wahrs 691, Laß mich, Höchfter, beitsfreund und bist falschen darnach streben, stets Herzen feind. der Wahrheit Freund zu sein! Jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein. Denn vor deinem Angesichte werden Wohlthätigkeit. Mel. Machs mit mir, Gott- fie beschämt, zu nichte, weit 692. Wer dieser Erden Güz Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abscheu ist. ter hat und sieht den Nächsten leiden und macht 2. Andern zu Gefallen lügen, den Hungrigen nicht satt, läßt leeren Schwäßern gleich zu sein, Nackende nicht kleiden; der beuchelnd Brüder zu betrügen, übertritt die erste Pflicht und Herr, das falle mir nie ein! liebt dich, Gott der Liebe, nicht. Wahrheit Teit' an allen Orten 2. Wer seines Nächsten Ehre mich in Werken und in Worten. schmäht und gern sie schmähen Redlich sei des Herzens Grund, böret; sich freut, wenn sich sein redlich spreche auch mein Mund. Feind vergeht; es nicht zum 3. Die der Falschheit sich er- Besten kehret, nicht dem Verláumber Pflichten gegen den nächsten. 443 laumder widerspricht; der lie- Höchster, was ich hab', ist bet seinen Nächsten nicht. dein, sollt' ich, wie du, nicht 3. Wer zwar mit Rath, mit liebreich sein? Trost und Schutz den nächsten( Siehe auch dieLieder Nro. 354-360.) unterstützet, doch nur aus Stolz und Eigennut, aus Mel. Herr, ich habe mißgehandeltWeichlichkeit ihm nüßet, nicht 693. Wohlzuthun und mitaus Gehorsam, nicht aus zutheilen, Christen, Pflicht; auch der liebt seinen dieß vergesset nicht! MitleidsNächsten nicht.NGGU voll und willig eilen, Armen 4. Wer harret, bis ihn anzu- beizustehn, ist Pflicht; Pflicht, flehn, ein Dürft'ger erst er die Jesus selbst uns lehret, scheinet; nicht eilt, dem Armen und die Gott, den Höchsten, beizustehn, der im Verborgnen ehret. veinet; nicht gütig forscht, obs 2. Speiset die, die Hunger ihm gebricht: auch der liebt leiden, und die durstig sind, seinen Nächsten nicht. die tránkt. Eilt, den Nackenden 5. Wer Niedre, wenn er sie zu kleiden; tröstet die, die Kumbeschirmt, mit Hart' und Vor- mer kränkt. Schwache sucht zu wurf quälet, und ohne Nach- unterstützen, Unterdrückte zu sicht straft und stürmt, so bald sein Nächster fehlet; wie bleibt 3. Nicht nur denen, die euch bei seinem Ungestüm, Gott, lieben, oder euch um Hülfe flehn, deine Liebe wohl in ihm? Allen eilt, von Gott getrieben, beschützen. 6. Wer für der Armen Heit nach Vermögen beizustehn; und Zucht mit Rath und That auch die, die im Stillen leiden, nicht wachet, dem Ulebel nicht führt zu unverhofften Freuden. zu wehren sucht, das oft sie 4. Denkt,( wie möglich sind dürftig machet, nur sorglos die Fälle) denkt, ihr fühlet Jes ihnen Gaben giebt; der hat sie ner Schmerz; denkt, ihr wärt wenig noch geliebt. an Jener Stelle: wie dann euer 7. 3war du, mein Herz, ver: leidend Herz sich von Andern magst es nicht, stets durch die wünscht Erbarmen; so thut ihr That zu lieben; doch bist du auch andern Armen. nur geneigt, die Pflicht getreu- 5. Und dieß sei dir keine lich auszuüben, und wünschest Bürde, keine Last, beglückter dir die Kraft dazu, und sorgst Christ: Hoheit ist es, Ruhm dafür, so liebest du. und Würde, wenn du mild 8. Ermattet dieser Trieb in und hilfreich bist. Welch ein dir, so such ihn zu beleben. Denk Ruhm für die Erlösten, arme oft: Gott ist die Lieb', und mir Brüder Jesu trösten! hat er sein Bild gegeben. Ja, 6. Und was schaffts für sanfs te 444 Vom christlichen Leben und Wandel. te Freuden der Verlaßnen Hel- Kräfte; ihr nützen, ist für mich fer fein; sehn, wie sie in ihrem ein seliges Geschäfte. Als Glies Leiden sich, durch uns gestärkt, der schuf uns Gott, als Bürger erfreun! Ein betrübtes Herz er: einer Welt, in der des Einen 1 quicken, bringet himmlisches Hand die Hand des Andern hält. Entzücken. 4. So denkt der Menschen: 7. Heil und Glück auf unsern freund, und das ist sein Bestres Wegen, Ruhe und Zufrieden- ben, so treu, als er sich lebt, heit, Huld bei Menschen, Got- zum Wohl der Welt zu leben. tes Segen, folgt hier auf Barm- Ihm wird des Nächsten Heil sein, herzigkeit; und dereinst zum eignes Himmelreich. Er fühles Gnadenlohne schenkt ihr Gott fremde Noth, als tráf' ihn selbst des Himmels Krone. der Streich. 8. O so laßt uns unsre Ga: 5. Er eilt, dem, der's bedarf, ben gern hier in der Zeit aus: mit Hülfe beizustehen; sein. streun! was wir hier gesået ha: Ansehn und sein Freund, sein. ben, ernten wir einst reichlich Stand, sein Wohlergeben sind ein. Seid barmherzig, liebt Mittel, die er braucht, behülf die Armen! dann wird Gott sich lich gern zu sein, und einen Leis eu'r erbarmen. denden mit Troste zu erfreun. 6. Was Andrer Nothdurft heißt, das reizet seine Triebe, such ohne Ruhm und Lohn, zu Mel. Gott, du frommer Gott- wahrer Menschenliebe. Kein Dienstfertigkeit. O 694. Wie schätzbar ist ein Stolz, noch Eigennutz wirkt seine Mensch, der Dienst: Gütigkeit. Er sieht allein auf begierde kennet, und seine Gott, der Liebe ihm gebeut. Pflicht zu thun, aus Menschen7. So laß mich auch gesinnt, liebe brennet! der, wenn ihn mein Gott, durch Christum wers auch kein Eid zum Dienst der den! Voll regen Eifers sein mein Welt verbind't, Beruf und Leben hier auf Erden, so nützlich, Eid und Amt schon in sich als ich kann, dem Nächsten stets, selber find't. zu sein; dann geh' ich einst, 0 2. Dir, Höchster, ahmt er Gott, ins Reich der Liebe ein. nach, dir, als ein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflissenheit Gerechtigkeit. sucht er dieß zu erreichen. Er hált für eignes Wohl sich nicht allein Mel. Freu dich sehr, o meine S. gemacht; er hält sich für die 695. Alles, was ich bin Welt von dir hervorgebracht. und habe, kommt, 3. Die Welt, denkt er, at o Gott, aus deiner Hand; wie so Recht auf meinen Dienst und manche gute Gabe hast du mit her: Pflichten gegen den Nächsten. 445 herabgesandt! Bater, all' mein mir sein; aber halt' ich meine Gluck ist dein, deinem Ruhme Hände von Betrng und Raube laß michs weihn! Niemals laß rein; dann darf ich sie froh ema mich mehr verlangen, als was por betend heben. Gottes Ohr ich von dir empfangen. wird bes Frommen Flehn er= hören, den Verbrechen nicht entehren. 2. Laß mich dankbar und zu frieden im Genuß der Güter sein, die mir deine Huld be= 7. Hab' ich mich durch Andrer schieden, auch an Andrer Glück Schätze und durch Arglist reich mich freun; nie auf fremdes gemacht; laß mich, Gott, daß größtes Glück neidisch sehn mit ichs ersetze, bald und eifrig sein scheelem Blick; nie, was du bedacht. Lieber arm und dürf= mir gabst, verachten und nach tig sein, als mich meines Uns fremdem Gute trachten. rechts freun, und, nach bald 3. Jedem laß mich willig ge- verträumten Freuden, des Ges ben, was er Recht zu fordern wissens Folter leiden. hat; nicht den Obern widerstre: 8. Zwiefach will ich Trug ben, denn sie sind an deinerStatt. und Schaden dem erstatten, der Geb'ich gern, mit frobem Sinn, ihn litt.. Wer, mit Blutschuld schuld'ge Steu'r und Gaben hin; noch beladen, einst vor Gottes so wird freudiges Gewissen mir Richtstuhl tritt, wird verwors auch diese Pflicht versüßen. fen im Gericht, bleibt vor jenem 4. Dem, der mühsam für Antlik nicht, das dem Sünder mich schwitzte, der mit seinen Rache flammet, den sein fals Kräften mir und mit seiner Arsches Herz verdammet. beit nützte, dem gebührt mein 9. Heil'ger Gott! ein from= Lohn dafür. Halten, was mein mes Leben liebest und belohnest Mund verspricht, sei mir immer du; gieb mir Kraft und laß beil'ge Pflicht. Trug und Aus- mich streben, fromm und gut zu flucht laß mich fliehen, Keinem sein, wie du! Mache selbst Lohn und Sold entziehen. mein Herze neu, daß es ganz 5. Laß, wenn ich von Undern dein eigen sei, daß mich, wenn borge, zum Ersatz mich sein be ich einst erwache, keine Schuld reit; Redlichkeit sei meine Sor verdammlich mache. ge, mein Bemühn Gerechtigkeit; Vorschub, den ein Freund mir thut, ist nicht mein, ist fremdes Gut; dankbar will ich meinen Mel. Herzliebster Jesu, was hastBrüdern Beistand, Hülf' und 696 Herr, mein Erlöſer, Versöhnlichkeif. Rath erwiedern. der du für mich 6. Eigenthum, das ich entlittest, und noch zur Rechten wende, würde Fluch und Tod Gottes für mich bittest; erweck in - 446 Vom chriftlichen Leben und Wandel. in mir, du Muster wahrer Lie- Jnie die unglücksel'ge Luft der be, der Sanftmuth Triebe. Rache mich strafbar mache. 2. Wann hast du jemals Haß 7. Wenn meine Brüder sich mit Haß vergolten? Du schaltst an mir vergehen, so lehre mich nicht wieder, da man dich ge: ihr Unrecht übersehen, und soll: scholten. Du fegnetest mit ten sie mich auch empfindlich Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde. fränken, an dich gedenken. 8. Erwecke dann, o Herr, in 3. Und ich, Herr, sollte mich meinem Herzen, aufs Neue das den Deinen nennen, und doch Gedächtniß jener Schmerzen, die von Rachgier gegen Andre bren: du in deinen schweren Leidens: nen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? stunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind' begegnen, und 4. Wie kann ich Vater zu dem so, wie du, den, der mich fluchet, Höchsten sagen und Groll im Her- segnen. Herr, mache gegen al zen gegen Brüder tragen? Wie le, die mich hassen, mein Herz kann ich zu ihm flehn, mir zu ver: gelassen. zeihen und Rache schreien? 10. Will zu der Rachsucht mich 5. Wer nicht vergiebt, der die Furcht verführen, als würd' wird für seine Sünden auch ich sonst mein ganzes Glück vers nicht bei dir, o Herr, Verge: lieren, o Herr, so laß mich, ihr zu bung finden. Dein Jünger ist widerstehen, auf dich dann sehen. nur, der wie du vergiebet und Feinde liebet. 11. Du schüßzest den, der reds lich vor dir wandelt und überall 6. So beilige denn meiner See: nach deinem Vorbild' handelt; len Triebe, mein Heiland, durch orum laß in Allem mich schon hier den Geist der wahren Liebe; daß auf Erden dir ähnlich werden. XXIV. Standes- und Berufslieder. 697, 2[ les ist an Gottes bescheeret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich ges Segen und an führet und noch leitet und res feiner Gnad' gelegen, über Alles Geld und Gut. Wer auf Gott gieret, wird hinfort mein Hels sein' Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmuth. fer fein. chen, die nur Sorg' und Unruh 3. Viel' bemühen sich um Samachen und ganz unbeständig 2. Der mich hat bisher er find; ich begehr nach dem zu rin nähret und mir manches Glücklgen, was mir kann Vergnügen brins Standes- und Berufslieder. 447 bringen, und man jetzt gar sel- lbehüten; setz nur das Verten find't. trauen dein in sein' Allmachts4. Hoffnung kann das Herz er- hände, und glaub sicher, daß quicken, was ich wünsche, wird allein er dein Unglück wende. sich schicken, so es anders Gott 4. Wenn du deine Sach' mit gefällt. Meine Seele, Leib und Gott also angefangen; ei! so Leben hab' ich seiner Gnad' erge- hat es keine Noth, wirst den ben und ihm Alles heimgestellt. 3weck erlangen; es wird folgen 5. Er weiß schon nach seinem Glück und Heil hier in diesem LeWillen mein Verlangen zu er- ben: endlich wird dir Gott dein füllen, es hat Alles seine Zeit; Theil auch im Himmel geben. ich hab' ibm nichts vorzuschrei- 5. Nun, Herr Jesu, meine ben, wie Gott will, so muß es Sach' sei dir übergeben, es nach bleiben; wenn Gott will, bin deinem Willen mach, auch im ich bereit. Tod und Leben; all mein Werk 6. Soll ich länger allhier le- greif' ich jetzt an, Herr, in deinem ben, will ich ihm nicht wider- Namen, laß es doch sein wohlge= streben, ich verlasse mich auf than, darauf sprech' ich: Amen. ihn; ist doch nichts, das lang Der Kirchensegen. Pf. 67. bestehet, alles Irdische verges het und fährt wie ein Strom Mel. Meine Seele erhebt den H.dahin. 699, Gott sei uns gnädig und barmherzig, Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod- 698. Fang dein Werk mit und geb' uns ſeinen göttlichen Segen. Jesu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum 2. Er lasse uns sein Untlik Beistand an; Jesus wirds wohl leuchten, daß wir auf Erden ers enden; seh mit Jesu Morgens kennen seine Wege. auf; geb mit Jesu schlafen; führ mit Jesu deinen Lauf, lasſe Jesum schaffen. 3. Es segne uns Gott, unser Gott, es fegne uns Gott und ges be uns seinen Frieden. Amen. 2. Morgens soll der Anfang Mel. Sei Lob und Ehr' demfein, Jesum anzubeten, daß er 700. Gott, welcher das woll' dein Helfer sein stets in Vermögen schafft, deinen Nothen. Morgens, das Gute zu vollbringen, giebt Abends und bei Nacht will er auch zur Arbeit Muth und stehn zur Seiten, wenn des Kraft und läßt sie uns gelina Satans List und macht dich gen. Wer sie mit Gott nur uns sucht zu bestreiten. ternimmt, wird, was sein Vas - - 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, ter ihm bestimmt, durch Fleiß laß die Feinde wüthen; er wird und Tren erstreben. dich vor ihrer List schützen und 2. Wer nur zu seiner Ehre lebt, wer 448 Standes- und Berufslieder. wer ernstlich nur auf Erden zuerst währt, laß deinen Segen auf nach seinem Reiche strebt und mir ruhn und mich mein Werk sucht gerecht zu werden, den mit Freuden thun. wird er segnen, seine Hand be 2. Du sorgt für mich, doch glücket seinen Fleiß und Stand so, daß ich auch treu und fleißig und giebt ihm, was ihm nüket. thu, was mich dein guter wei: 3. Gott ist der Frommen fer Wille heißt; dazu verleih Schild und Lohn; er krönet sie mir deinen Geist. mit Gnade, daß ihnen keine 3. Hilf, daß ich in der bösen Feinde Hohn und List und Welt so lebe, wie es dir gefällt; Mißgunst schade. Mit seinem laß meine erste Sorge sein, mich Schutz bedeckt er sie; erleichtert ihres Lebens Müh und stärket ihre Hoffnung. deinem Dienste ganz zu weihn. 4. Steht's erst mit meiner Seele wohl, dann lehre mich 4. Hilf mir, o Gott, daß ich auch, wie ich soll dem Leibe thun, auf dich bei meiner Arbeit was ihm gebührt, daß er nicht schaue! Mit Licht und Weisheit Stárk' und Muth verliert. segne mich, daß ich dir stets 5. Und weil du Frömmigkeit vertraue! Nach dem, was mir so liebst, daß du nur ihr Gedeis dein Wort gebeut, nach deines ben giebst, so bilf, daß ich das Reichs Gerechtigkeit, laß mich Böse scheu, stets fromm und vor Allem trachten! auch gesegner sei. 5. Laß Müßiggang und Trág6. Dich ruf' ich an: verlaß heit mich, weil du sie hasfest, mich nicht; du weißt es, Herr! meiden; thun, was du willst, was mir gebricht. Nicht trohig gestärkt durch dich, gehorsam fordre ich's von dir, was du und mit Freuden; daß ich in willst geben, gieb du mir. meinem Stande treu, und mei nen Brüdern nützlich sei und dir zur Ehre lebe! 7. Mit Beten geh' ich an mein Werk, verleib mir Weisheit, Kraft und Stárk'; ich fang' mit 6. Sei überall, mein Gott, dir die Arbeit an, hilf, daß ich mit dir! Die Werke meiner froh sie enden kann. Hände befehl ich, o mein Va= 8. Erleichtre mir des Lebens ter, dir, bis ich sie selig ende; aft, laß mich, wie du befoh damit, zu deines Namens Preis, len hast, das thun, was mei einst mir die Frucht von meines Amtes ist; ich weiß, daß nen Fleiß in deinen Himmel ou mein Helfer bist. folge. 9. Jch. trau auf dich mit 3u Mel. Mein Gott, ich danke- versicht, du werdest, treuer Va 701. Gott! dessen Handter, nicht, wenn wir uns ernst die Welt ernährt, tich hier bemühn, des Lebens und Jedermann sein Theil ge- Nothourft uns entziehn. 10, Da Standes- und Berufslieder. 449 10. Du machst die dürren Sinn fast über Berg' und Spiza Berge naß, du kleidest Lilien, zen bin, und eh' er sichs versies Laub und Gras, die Vögel spei- bet, so liegt er da, und hat sein sest du allein, für deine Sorg' Fuß vergeblich sich bemühet. ist nichts zu klein. 6. Drum, lieber Vater, der 11. Ach, such' ich nur, nach du Kron und Zepter trägst in deinem Sinn, so lang ich noch deinem Thron, und aus den auf Erden bin, mit deinen Ga- Wolken blitest, vernimm mein ben umzugehn, so wirds gewiß Wort und höre mich vom Stuhs wohl um mich stehn. le, da du sitzest. 7. Verleihe mir das edle Licht, 12. Nun, treuer Gott! er: höre mich, mein Auge siehet das sich von deinem Angesicht in nur auf dich; hilf, daß ich fromme Seelen firecket, und das forge, wie ich soll; ja, sorge der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. du, so geht mirs wohl. 8. Gieb mir Verstand aus 702. Jch weiß, mein Gott, deiner Höh', auf daß ich ja daß all mein Thun nicht ruh' und steh' auf meinem und Werk in deinem Willen eignen Willen. Sei du mein ruhn, von dir kömmt Glück Freund und treuer Rath, was und Segen; was du regierst, recht ist, zu erfüllen. das geht und steht auf rechten guten Wegen. 9. Prüf' Alles wohl, und was mir gut, daß gieb mir ein; was 2. Es steht in keines Menschen Fleisch und Blut erwählet, das Macht, daß sein Rath werd' verwehre; der höchste Zweck, ins Werk gebracht, und seines das beste Theil sei deine Lieb Gangs sich freue; des Höchsten und Ehre. Rath, der machts allein, daß Menschen Rath gedeihe. 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seelen Sonn' 3. Oft denkt der Mensch in und Zier! gefallen und belieben; seinem Muth, dieß oder jenes was dir zuwider, laß mich nicht sei ihm gut, und ist doch weit im Werk und That verüben. gefehlet; oft sieht er auch für 11.Jsts Werk von dir, so hilf schädlich an, was doch Gott zu Glück; ists Menschenthun, selbst erwählet. so treibs zurück und andre 4. So fängt auch mancher wei- meine Sinnen. Was du nicht se Mann ein gutes Werk zwar wirkst, pflegt von ihm selbst im fröhlich an, und bringts doch Kurzen zu zerrinnen. nicht zu Stande; er baut ein 12. Sollt' aber dein und unser Echloß und festes Haus, doch Feind an dem, was dein Herz gut nur auf lauter Sande. gemeint, beginnen, sich zu rás 5. Wie Mancher ist in seinemlchen; ist das mein Trost, daß ſeis 29 new 450 Standes- und Berufslieder. nen Zorn du leichtlich könntest 2. Nichts ist es spåt und brechen. frühe um alle meine Mühe, mein 13. Tritt du zu mir und Sorgen ist umsonst.. Er mags. mache leicht, was mir sonst fast mit meinen Sachen nach seinem unmöglich däucht, und bring Willen machen, ich stells in sei zum guten Ende, was du selbsi ne Batergunst. angefangen hast durch Weisheit deiner Hande. 3. Es kann mir nichts gesche: hen, als was Gott hat verses 14. Ist gleich der Anfang et hen und was mir selig ist. Ich was schwer und muß ich auch nehm' es, wie ers giebet; mwas ins tiefe Meer der bitternSorgen ihm von mir beliebet, das habe treten; so treib mich nur ohn' Un- ich mir auch erkiest. terlaß zu seufzen und zu beten. 4. Ich traue seiner Gnaden, 15. Wer fleißig betet und dir die mich vor allem Schaden, vor traut, wird Alles, da ihm sonst vor allem Uebel schützt; leb' ich nach graut, mit tapferm Muth bezwin seinen Säßen, so wird mich gen; sein Sorgenstein wird in der nichts verleßen, nichts fehlen, Eit in tausend Stücke springen. was mir ewig nützt. 16. Der Weg zum Guten ist fast 5. Er wolle meiner Sünden in wild, mit Dorn und Hecken ange: Gnaden mich entbinden, durch füllt; doch wer ihn freudig gehet, streichen meine Schuld. Er woll' kommt endlich, Herr, durch deinen auf mein Verbrechen nicht firadi Geist, wo Freud und Wonnestehet. das Urtheil sprechen und haben 17. Du bist mein Vater, ich noch mit mir Geduld. dein Kind, was ich bei mir nicht 6. Leg' ich zur Rub' mich nieder, hab' und find', hast du zu aller erwach' ich frühe wieder, lieg' Gnüge. So hilf mir, daß ich oder zieh' ich fort, in Schwach meinen Stand wohl halt' und beit und in Banden, und was herrlich siege. mir stößt zu Handen, da trojet mich sein berlig Wort. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr', ich will dein Thun je 7. Hat Gott es denn beschlos mehr und mehr, aus hocherfreu: sen, so will ich unverdrossen an ter Seelen, vor deinem Volk mein Verhängniß gehn. Kein und aller Welt, so lang'ich leb', Unfall unter allen wird mir z erzählen. harte fallen, ich will ihn freu dig überstehn. Mel. Nun ruhen alle Wälder 8. Thm hab' ich mich ergeben, 703. In allen meinen Thaten laß ich den Höch- zu sterben und zu leben, sobalde sten rathen, der Alles kann und mir gebeut, es sei heut oder mon hat. Er muß zu allen Dingen, gen, dafür laß ich ihn sorgen, folls anders wohl gelingen, selbst weiß die allerbeste Zeit. geben guten Rath und That. 9. So sei nun, Seele, seine und traue CU Standes- und Berufslieder. 451 traue ihm alleine, der dich erschaf- daß ich in Allem, was ich thu, fen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe weiß allen Sachen Rath und That. ererbe deinen Segen. Mel. Sei Lob und Ehr' dem- 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen beiß'st, gescheh' mit lauter Freuden. Hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam wird Alles wohl gethan und sei und meinen Nächsten liebe. glücklich 704. n Gottes In fang' ich an, was Namen mir zu thun gebühret. Mit Gott 7. Nun, Jesu! komm und bleib bei mir! Die Werke meie ner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir! Hilf, daß ich sie Was ausgeführet. man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ist, der das Vermö- vollende zu deines Namens Herrgen schafft, was Gutes zu voll- lichkeit und gieb, daß ich zur bringen. Er giebt uns Segen, Abendzeit erwünschten Lohn ems Muth und Kraft und läßt das pfange. Werk gelingen, daß uns ein Mel. Wer nur den lieben Gott- reicher Zug entsteht und der: 705. Mein Werk will ich gestalt zur Nahrung geht, daß mit Gott anfan: wir Vergnügung haben. gen und meinem Herren Jesu 3. Wer erst nach Gottes Rei- Christ, bei dem ist Hülfe zu erche tracht't und bleibt auf sei- langen, weil er der rechte Helfer nen Wegen, der wird gar leicht ist. Ich sage: Jesus hats verlich reich gemacht durch Got- richt't; drum laß ich meinen Jes tes milden Segen. Da wird der sum nicht. Fromme voll und satt, daß er 2. Von Jesu will ich niemals von seiner Arbeit hat, auch Ar- wanken, der mich geliebet bat men Brod zu geben. vorhin. Ihm foll mein Herz 4. Gott ist der Frommen auch stetig danken, daß ich in Schild und Lohn, er krönet sie seiner Gnade bin. Auf thn ist mit Gnaden; der bösen Welt stets mein Herz gericht't. Ich ihr Neid und Hohn kann ihnen laffe meinen Jesum nicht. gar nicht schaden. Gott decket 3. Mein Jesus will bei mir sie mit seiner Hand, er segnet fiets walten, weil ich bei ihm in ihre Stadt und Land und fül- Gnaden sieb. Jch laß ihn nicht, let sie mit Freuden. will ihn fest halten in aller Noth, 5. Drum komm, Herr Jesu! in allem Web. Denn er bleibt meis stärke mich, bilf mir in meinen ne Zuversicht; drum laß ich zc. Werken. Laß du mit deiner Gnade 4. Ich will auch mich zu Jefu dich bei meiner Arbeit merken. halten, ich bleib' an ihm; drum ist Gieb dein Gedeihen selbst dazu, ler mein. Er läßt mich nicht, ich laß 20* 452 Standes- und Berufslieder. laß ihn walten; ich schließ ihn in Inem Reich und Freudenticht mein Herz hinein. Mein Herz Ich lasse meinen Jesum nicht. im Glauben bei mir spricht: Ich lasse meinen Jesum nicht. ( Siehe auch Nro. 30.) 5. Scheints gleich, als låg' ich schon darnieder, werd' ich das 706, durch doch nicht verzagt. In Gott! du frommer Gott, du Brunna ihm bekomm' ich Hülfe wieder; quell aller Gaben, ohn' dem drum sei es auch mit ihm ge nichts ist, was ist, von dem wir wagt. Alles haben; gefunden Leib giem Noth anficht; laß ich doch ein' unverletzte Seel' und rein mir, und daß in solchem Leib Ob mich gleich manche zc. 6. Der Teufel soll mich nicht erschrecken, stellt er sich wider Mein Jesus Gewissen bleib'. mich gleich ein. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, wird das Schild ausstrecken; was mir zu thun gebührer, we drum werde ich auch sicher sein. zu mich dein Befehl in meinen Mein Herz jetzt dieß mit Freuden Stande führet; gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich spricht: Ich lasse meinen 2c. soll, und wenn ichs thu, so gieb daß es gerathe wohl. 7. Die Welt muß endlich doch vergehen mit aller ihrer Herrlich keit. Nichts ist, das ewig kann 3. Hilf, daß ich rede stets, wo bestehen, als was mein Jesus hat mit ich kann bestehen; laß keis bereit't. Wenn Himmel, Erd' und unnützes Wort aus meinem Alles bricht, laß ich doch ze. Munde gehen, und wenn in meis 8. Der Tod soll bei mir in dem nem Amt ich reden soll und muß, Sterben auch nicht behalten ſo gieb den Worten Kraft und Oberhand. Mein Jesus läßt mich Nachdruck ohn' Verdruß. nicht verderben, deß hab' ich ein 4. Find't sich Gefährlichkeit, gewisses Pfand, so mir sein kráf- so laß mich nicht verzagen, gieb tigs Wort verspricht. Ich lasse 2c. einen Heldenmuth, das Kreuz 9. Ich laß ihn nicht in mei- bilf selber tragen. Gieb, daß ich nem Leben; dort werd' ich ewig meinen Feind mit Sanftmuth bei ihm stehn, bei ihm in Freud überwind', und wenn ich Rath be und Wonne schweben, da wird darf, auch guten Rath erfind'. mein Mund sein Lob erhöhn. 5. Laß mich mit Jedermann is Alsdann seh ich sein Angesicht. Ich laffe meinen 2c. Fried' und Freundschaft leben, i weit es christlich ist; willst du mit 10. Da will ich Dank und etwas geben an Reichthum, Gut Preis ihm bringen, ich will vor und Geld, so gieb auch dieß da Gottes böchstem Thron' ein ewig bei, daß von unrechtem Gut Heilig, Heilig fingen dem großen nichts untermenget fei. Fürst und Gottes Sohn in sei- 6. Soll ich in dieser Welt mein Les Standes- und Berufslieder. 453 Leben höher bringen, durch man- der du mein Helfer bist, ach! segchen sauren Tritt hindurch ins ne meine Werke und mich vom Alter dringen, so gieb Geduld; Himmel stärke, damit ich deinen vor Sund' und Schanden mich Willen in Allem mög' erfüllen. bewahr, auf daß ich tragen mag 4. Behüte Seel' und Leib, und mit Ehren graues Haar. Alles von mir treib, was meine 7. Laß mich an meinem End' Nahrung hindert, und deinen auf Christi Tod abscheiden; die Segen mindert; ja, laß in Seele nimm zu dir hinauf zu Fried' und Freuden mich einst deinen Freuden; dem Leib' ein von hinnen scheiden. Räumlein gonn' bei frommer Christen Grab, auf daß er sei- Gebet der Obrigkeit. ne Ruh an ihrer Seite hab'. 8. Wenn du an jenem Tag'bie 708. Tooten wirst aufwecken; so woll Mel. Auf meinen lieben Gott- Jehovah! starker Gott und gro= auch deine Hand zu meinem ßer Zebaoth, dich lobet mein Grab ausstrecken; laß hören Gemüthe, daß deine große Güz deine Stimm', und meinen Leib te mich wunderlich von oben weck' auf und führ ihn schön ver- zum Regiment erhoben. klárt zum auserwählten Hauf. 9. Gott Vater! dir sei Preis, 2. Mein Mund soll allezeit für solche Mildigkeit von deiner Gnas hier und im Himmel oben. de singen und dir ein Danklied Jesu, Gottes Sohn! dich will bringen; es soll mein ganzes Les ich allzeit loben. Dheil'ger ben dir einzig sein ergeben. Geist! dein Ruhm erschall' ie 3. Laß mich ohn' Heuchelschein, mehr und mehr. Dreiein'ger in diesem Grand', allein der Gots Herr und Gott! dir sei Lob, resfurcht nachstreben, und stets Preis und Ehr. fein christlich leben, laß auch, Mel. Auf meinen lieben Gott zu deinen Ehren, dein Lob durch mich sich mehren. 4. Gieb, daß ich ohne Scheu, ohn' Gunst und Tyrannei, mein Umt mag recht verwalten und über Glauben halten, das Recht auch Keinem beuge, gern Allen - 707, So tret' ich demnach an, wie stark ich immer kann, mein' Arbeit, Thun und Wesen, dazu mich Gott er lesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 2. Dir, Vater, fag' ich Dank, Hülf' erzeige. daß du mein Lebenlang so reich- 5. Verleihe auch dabei, daß lich mich ernähret und manche ja bei mir nicht sei Ansehen der Gnad' bescheeret. Laß deine Personen, dem Unrecht beizus Gür' und Gaben mich heut und wohnen; daß ich Recht sprech' ferner laben. im gleichen den Armen und den 3. Ach! mein Herr Jesu Christ, Reichen. 6. Hilf, 454 Standes- und Berufslieder. 6. Hilf, daß mich kein Geschenk Herz bald lenken, und lehren sie verblende, noch gedenk' aus Geiz, bedenken, daß sie sein unter ihm. Gewalt zu üben und Jemand zu 3. Daß sie von ihrem Leben, betrüben; vielmehr gieb zu ver- und was durch sie geschicht, einst stehen, dein Auge wird es sehen. Rechenschaft noch geben dort 7 Was recht ist, da gieb du müssen vor Gericht; auf daß Glück und Gedeihn dazu, und von ihnen werde ihr' anvertrau was nicht soll geschehen, das te Heerde gewartet und gepflegt. laß zurücke gehen. Nur was 4. Durch sie uns Gott ver dein Wort mir faget, laß mich leihet den sichern Schirm und thun unverzaget. Schuß. Wir sind durch sie be 8. Den Schutz der Engelein freiet vor böser Leute Truß laß um und bei mir fein, auf Es müssen, die uns haffen, zu allen meinen Wegen und gieb fried'n uns dennoch lassen; das mir Gnad' und Segen, daß, schafft die Obrigkeit. was ich soll vollbringen, mir moge wohl gelingen. und 5. Darum ihr auch gebühre Schoß, Schatzung, Dienst und 9. Ach! laß zu aller Zeit Fried' pflicht! Denn was ihr Amt mit Gerechtigkeit einander führet, durch solches wird ver freundlich küssen, auf daß die richt't, und soll mans auf Be Feinde müssen mit Spott und gehren, ohn' Murren und Be Schand abziehen und ferne von schweren, entrichten williglich. uns fliehen. 6. Wenn man zu Dienst nut 10. Hilf, daß auch gegen mich stehet vor Augen und zum die Unterthanen sich gehorsam Schein, daß man der Straf stets erweisen, so will ich, Herr, entgehet, da ist das Herz nicht dich preisen und loben deinen Na- rein. Der hat ein gut Gewissen, men, so lang ich lebe. Amen. deß Herz so ist geflissen, daß es die Obern liebt. Für die Obrigkeit. 7. Ach Herr! verleih uns allen, Mel. Herr Christ, der ein'ge- daß wir zu aller Zeit, den Ober 709. Obrigkeit Gott zu gefallen, sein willig und be fetzet als feine reit! Daß wir als treue Glieder Ordnung ein; wer sie dafür dem Haupt nie sein zuwider, das nicht schätzet, wird ohne Straf für uns sorgt und wacht! nicht sein. Man soll in Ehren 8. Gott, der du uns gegeben. halten, die Gottes Umt verwal- christliche Obrigkeit, erhalt se ten, der sie drum Götter nennt. lang am Leben und deiner 2. Was sie Amtshalber heißen, Furcht allzeit; gieb ihnen Kraft muß man nicht weigern sich, Ge- und Gnade, daß Sünde, Schand horsams sich befleißen, sein sie und Schade durch sie werd' ab gleich wunderlich. Gott kann ihr gewandt. Mel Standes- und Berufslieder. 455 Mel. Von Gott will ich nicht lassen-nest gern; auf allen ihren Wes 710. Jehovah, macht ger gen gieb ihnen Heil und Segen König, dir, unserm durch Christum, unsern Herrn. Gott und Herrn, ist Alles un: terthänig, du herrschest nah Mel. Nun freut euch, lieben Chr.- und fern; du, Gott, Herr, 3e- 711. baoth! erhaben, groß und präch: lig, zu schützen stark und mäch tig, ein Helfer in der Noth. Gott! voll Macht und Wunderthat, von dem der Stand und Orden der Obrigkeit, durch weisen Rath, 2. Damit wir ruhig leben, selbst eingesetzet worden, du bast du der Obrigkeit Gewalt und hast, nachdem du ihn gestift't, Macht gegeben; ihr Schwert, ihn auch in deiner heil'gen das Frevlern draut, empfing Schrift aus Gnaden festgesetzet. sie nur von dir; wer ihr zuwi: 2. Erhalte doch die Obrigkeit, der lebet, der fündigt, wider durch die wir sicher bleiben, in firebet nicht Menschen, son: Segen und Zufriedenheit; laß dern dir. deinen Geist sie treiben und 3. Ach, großer Herrscher, leh- fülle sie mit Glaubenskraft, das re auch mich durch deinen Geist, mit sie dir viel Nutzen schafft daß ich die Obern ehre, wie es und niemals von dir weiche. dein Wort uns heißt. Sie tra: 3. Gieb ihr Gesundheit, Stárk gen ja dein Bild; und wenn wir und Muth, und laß sie reichlich ibren Willen in Frömmigkeit er spüren, was Leib und Seele nütz füllen, wird dein Befehl erfüllt. und gut; laß sie gerecht regieren. Ja, kröne sie mit Glück und Heil; set selbst ihr Vater, Schutz und Theil, hatt sie in deiner Gnade. 4. Laß deinen Geift sie führen, und Weisheit fei ihr Thun; fo wird durch ihr Regieren dein Se: gen auf uns ruhn. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es sieht in deiner Hand. 4. Laß unter ihrer Hut und Macht uns steten Frieden spůs ren, daß wir, durch ihren Schutz bewacht, ein stilles Leben führen; geruhig in Gottseligkeit die Zugend üben jederzeit zu deis nes Namens Ehre. 5. Dein Wort, o Bater, leite sie stets zu ihrer Pflicht. Gerech tigkeit begleite ihr Urtheil im Gericht. Laß fie durch ihr Bemühn 5. Beschirme sie durch deinen der Frommen Glück vermehren; Schuß, daß, die ihr Uebels den Lastern laß sie wehren, und gönnen, mit aller List, Gewalt selbst die Sünden fliehn. und Truß ihr niemals schaden 6. Gieb, daß durch ihr Regie: können. Was ihrem Amt' ents ren wir mit Zufriedenheit ein stil- gegen ist, der Feinde Trug, der les Leben führen, in wahrer Bosheit List, laß, Herr! zu Frömmigkeit. D Gott! du seg- Schanden werden. 6. Gieb 456 Standes- und Berufslieder. 6. Gieb denen Eifer, Fleiß und uns so liebst, daß du uns treue Treu, die unter ihnen leben, daß Führer giebst, die glaubig sind Jedermann gehorsam sei, auch und tugendhaft, in Lehr' und willig Pflicht zu geben. Laß uns That voll Geist und Kraft! das Haupt, den höchsten Stand, 5. Laß ihrers Unterrichts und und Alle, die von ihm gesandt, freun, gewissenhafte Hörer sein, in allen Ehren halten. uns forschen, ob dein Wort 7. Verleih uns, Herr, dieß auch lehrt, was uns ihr Unters große Gut, daß die, so uns res richt erklärt. gieren, in deiner Furcht mit sanf 6. Und ist ihr Wort dein tem Muth stets ihre Herrschaft Wort, o Herr, so laß uns weis zieren. Gieb ihnen Weisheit ser, glaubiger und besser wer: und Geduld, daß sie durch den, dir allein zum Preis, und Macht, doch mehr durch Huld, auch sie zu erfreun. Glück, Heil und Ruh befördern. 7. Daß Jeder, so belohnt 8. Laß uns dein Volk und Erbe von dir, frohlocke: Ja, Gott ist sein, und hilf vor allen Dingen, mit mir! Am Throne werd' ich daß Haupt und Glieder insge- wonnevoll die schaun, die ich mein dir Lob und Ehre bringen. hier leiten soll. Führ beide, Herr! nach dieser Zeit in jenes Reich der Herrlichkeit, wo wir dich ewig preisen. 8. Ermahnen, warnen, stras fen sie; so weigre, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbiet'st, zu thun, was du durch sie gebiet'st. Für Lehrer. Mel. Kommt, Menschenkinder712. Das Amt der Lehrer, 9. Laß ihren treuen Unters richt, darum, weil sie auch fehs len, nicht verachtet werden; Herr, ist dein; dein nimm dich dann auch ihrer soll auch Dank und Ehre sein, Schwachheit gnädig an. daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer giebst. 10. Entfern den Frevel von uns, Gott, durch Undank sie, 2. Gesegnet sei ihr Amt und durch Haß und Spott zu krån: Stand! Sie pflanzen, Herr, fen, daß sie, was sie thun, mit von dir gesandt, von Zeit auf Seufzen und Betrübniß thun. Zeit dein heilig Wort und Licht 11. Nein, Gott, wir wol mit ihm und Glauben fort. len sie erfreun, dankbare, from 3. Wie freut ein treuer Lehrer me Hörer sein; so führst du auch fich, wenn er, erleuchtet selbst einst uns zugleich mit ihnen in durch dich, dem Herrn und dein himmlisch Reich. Meister gleichgesinnt, viel Segen für dein Reich gewinnt! Mel. Wer nur den lieben Gott4. Wohl uns, wenn du auch 713. Gieb doch, o Bater! Glück und Kraf te - Standes- und Berufslieder. 457 te dem Lehrer zum Beruf und 7. Wir sind mit deinem Blut Stand, ihm, den zum Predigterkaufet, dein Vater hat uns amtsgeschäfte du uns hast gnás sich erwählt; wir sind als Chris dig zugesandt; hilf du ihmen einst getaufet, und deinen felbst, so wird allein sein Amt Kindern zugezählt. So weide an uns gesegnet sein. jedes Gotteskind, Herr, dem 2. Laß, auf sein Pflanzen und sie theuer worden sind. Begießen, des Geistes Kraft von 8. Laß auch dereinst ihn, uns oben her zum steten Segen auf fern Lehrer, o Gott, zu deiner uns fließen; und deines Wor: Rechten stehn; und laß uns als tes Kraft vermehr, daß es für le, seine Hörer, mit ihm zum jenen Erntetag Frucht hun: Himmelreich eingehn. Da wers dertfältig bringen mag. den wir uns deiner freun und 3. Gieb, daß von dieser gan- ewig mit ihm selig sein. gen Heerde, die du ihm jetzt hast anvertraut, kein Einziger verlo: Für angehende Eheleute. ren werde; hilf, daß sein Wans del uns erbaut, daß uns sein Mel. Kommt, Menschenkinder Vortrag überzeugt, auch die 714. Gott! du Stifter verstockten Sünder beugt. heil'ger Eh'! fiel Gieb, 4. Laß ihn mit deines Geistes auf dieß Paar aus deiner Höh', Waffen der Wahrheit Feinden das vor dir steht und seinen widerstehn, und muß er Laster Bund auf ewig schließt mit hart bestrafen, laß ihn auf Men Herz und Mund. schengunst nicht sehn. 2. Mit Gnade sieh auf sie wenn er tröstet, Kraft und Licht, herab und gieb, Herr! daß sie und Allen feste Zuversicht. bis ins Grab verträglich, liebs 5. Knüpf zwischen ihm und reich, gleichgesinnt; vor allem, uns die Bande der Liebe und in dir einig sind. Verträglichkeit. Was ihm ge3. Laß sie, Herr! unverän bührt in seinem Stande, sei Je- derlich sich lieben, doch nie mehr der ihm zu thun bereit. Wer als dich, von Untreu fern, im Gott und sein Wort liebt und Herzen rein, auch keusch in ehrt, der hält auch seine Die- ort' und Blicken sein. ner werth. 4. Vereint laß sie dir, Gott! 6. Gott! wir trauen deiner vertraun, vereint ihr wahres Liebe, die uns bisher mit Rath Wohl erbaun, vereint sich deine und That aus göttlichem Er Hülf' erflehn, und dankbar barmungetriebe zur Seligkeit deinen Ruhm erhöhn. geleitet hat. Du wirst auch fer5. Was ihnen ihr Beruf ges ner mit uns sein, wir alle, beut, das laß sie thun mit Heis Jesu! sind ja dein. Iterkeit, und so gelinge, Herr, ibe RUNCH 458 Standes- und Berufslieder. ihr Fleiß zu ihrem Wohl undeinig leben, einig handeln, fromm deinem Preis'.. und heilig vor dir wandeln. 6. Und wenn des Lebens Last 3. O segne sie, der gern bes und Müh auch sie beschwert, so glükt und Frommen Lohn von lenke sie, daß Jeder gern des oben schickt, auf allen ihren Andern Laft auf seine Schulter Wegen! Laß ihr Geschlecht sich hülfreich faßt. deiner freun; gieb ihrem Stand' 7. Willst du durch Kinder sie und Fleiß Gedeihn, und ihr Be erfreun, so gieb zu ihrer Zucht ruf sei Segen. Laß sie, Ba: Gedeihn! laß sie sich christlich ter! dir ergeben, glücklich letreu bemühn, dem Himmel ben, freudig sterben; dann sind Kinder zu erziehn. fie des Himmels Erben. 8. Wenn Kreuz nach deinem Rath sie drückt, laß sie darin nicht unerquidt; gieb heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit. Nach der Trauung. Mel. Lobt Gott, ihr Christen716. Auf euch wird Gots tes Segen ruhn, er 9. Und trennet einft auch sie hat ihn euch gewährt; geht hin der Tod, so wissen wir, daß und macht durch frommes Thun unser Gott, die tugendhaft sich euch dieses Segens werth. bier geliebt, einander ewig wie dergiebt. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach, sein Heil sollt ihr empfahn; kommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Mel. Wie schön leuchtet der 715. Pon dir, du Gott Herrn gethan. der Einigkeit, ward 3. Jhm heiligt nun Beruf einst der Ehe Bund geweiht. und Stand, ihm heiligt euer O! weih' auch die zum Se- Herz und folgt der Leitung gen, die hier vor deinem An- seiner Hand durch Freuden und gesicht bereit stehn, dir den durch Schmerz. Schwur der Pflicht und Ein- 4. Bis ihr den Lauf der Pil: tracht abzulegen. Laß sie, Va- gerzeit im sanften Tode schließt, ter! dir ergeben, einig leben, und kommt zu Gottes Herrlichs treu fich lieben, treu die Pflicht keit, und schaut ihn, wie er ist. der Christen üben. 2. Du haft sie sich geneigt geGebet christlicher Eheleute. macht, der Liebe Flammen ange: Mel. Wer nur den lieben Gott- facht, die ihre Brust entzünden. 717. Bon dir, Gott! sind O! laß die Regung lauter sein; der Ehe Freuden; laß Untreu nie den Bund ent- du, der du Mann und Weib er: weihn, zu dem sie sich verbinden. schufft, und sie, im Glücke wie Immer laß sie, dir ergeben, lim Leiden, zu großer Pflichten 11es - Standes- und Berufslieder. 459 Uebung rufft. Gieb, daß wir men beilig werden und ganz beide uns dir weihn und stets sich deinem Dienste weibn! uns deines Segens freun. Vollkommen wird dann nach der Zeit der Deinen Glück in Ewigkeit. Einer Schwangern. 2. Erhalte uns auf Friedenswegen, nimm unsers Thuns dich gnädig an; und laß uns jedes Glückes Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn, wenn Mel. Es woll' uns Gott genådig unser gläubiges Gebet zu dir um Gnad' und Hülfe fleht. 718. Du haft, o weiser Schöpfer, mir 3. Verknüpf' durch dauerhaf- jetzt Leibesfrucht gegeben; von te Liebe stets fester unser Freund Herzen dank' ich dir dafür, du schaftsband und lenke unsers Herr von meinem Leben! Erbe: Herzens Triebe zur zur Eintracht ten war sie, Gott, von dir! Du hin, daß unser Stand durch ließeft sie mir werden; ach laß immer gleiche reine Treu für sie auch, zur Ehre dir, dein Ei uns ein Quell des Segens sei. genthum auf Erden und einst 4. Nicht Ueppigkeit, nicht dein Erbe werden! freche Sitten, nicht Eigensinn, 2. Behüte mich bei Tag und noch heftigkeit, wodurch so Nacht vor Sorgen, Furcht und Mancher Glück gelitten, zerstö: Schrecken. Laß mich, Gott, deire unsre Einigkeit. Gut, Ehr'ne Güt' und Macht vor allem und Pracht beglücken nicht, wo Unfall decken! Es kann dein es an trener Lieb' gebricht. liebreich Augenmerk dem Un= 5. Kein Gram verbittre unsre glück leicht gebieten; ach schütze Tage, den Kaltsinn zu erregen deiner Hände Werk! Nur du pflegt! Gieb, daß des Lebens kannst mich behüten und mei= Last und Plage vereinte Sanft- ne Frucht bewahren. muth theilt und trägt; daß Eins nur für den Andern lebt, und sich zum Wohl zu leben strebt. 3. Gieb meinem Kinde eine Seel', geschmücket mit Versians de, und die den Glaubensweg 6. Laß uns einander, wo wir erwähl' und fliehe Sünd' und fehlen, gelassen nachsehn und Schande. Gieb ihm auch einen verzeihn, und mehr noch für muntern Leib, du kannst Gebre: das Wohl der Seelen, als für chen wehren; und wenn, o Gott, den Leib bekümmert sein. Dann ich schwaches Weib, mein Kind wächst mit jedem Augenblick nur soll gebähren, so hilf du mit Frömmigkeit auch unser mir in Nöthen.e Glück. 4. Ja, kommt, Gett, meine 7. Gesegnet laß uns, Herr, Stund' und Zeit; dann stärke auf Erden, gesegnet einst im mich in Gnaden! Entbinde mich Himmel sein! Laß unsern Sa- lzu rechter Zeit, behüte mich vor Schas - 460 Standes- und Berufslieder. Schaden! gieb zur Geburt mirssonst wird es, wenns nicht Hülf Muth und Kraft und lindre mei: empfind't, gewiß verschmachten neSchmerzen! Du bist es, der mir müssen. Ach Herr! wenn du Hülfe schafft! ich fleh von ganzem uns gnug versucht, hilf, daß Herzen; erhöre mich, o Vater! die Mutter ihre Frucht bald 5. Und wenn mein liebes fröhlich möge küssen. Kind nun ist gefund zur Welt 5. Herr! der du selbst das Les gekommen; so laß es, o Herr ben bist, laß Kind und Mutter Jesu Christ, dann werden auf- leben. Ach! sich, wie sie so genommen in deinen Tauf- und kraftlos ist, du kannst ihr Gnadenbund; schenk du ihm Stárke geben; sie hat sich müde geistlichs Leben! so soll, o Gott, gnug geruft, darum reiß sie mein Herz und Mund stets deis aus dieser Gruft, in der sie so ne Gut' erheben und Lob und muß beben. Preis dir bringen. Für eine Kreißerin. 6. Nun, Herr, erhör' uns diesesmal, um deines Sohnes wegen, und hilf, daß dieses Weibes Qual sich plötzlich mô: Mel. Herr Jesu Christ, du719. Ach Herr! hier liegt ge legen! Sie suchet selbst dein ein frankes Weib, Angesicht; drum, Vater! drum das gar nicht kann gebähren; verlaß uns nicht, laß sehen erbarm dich über ihren Leib deinen Segen! und unsre heiße Zähren! Du bist 7. Beweis' anjetzo deine Kraft allein der Lebensfürst; drum an dieser kranken Frauen, weil hoffen wir auch, Herr, du wirst hier doch sonst kein Mensch uns unsre Bitt' gewähren. nichts schafft und wir nur die 2. Sei gnädig dieser Kreiße: vertrauen. Ja, Herr! du kommst, rin und lindre ihre Wehen; dein' Hülf' ist nah. Ob Gott all' ihre Kräfte gehen hin, sie will, wollen wir bald da ein möchte schier vergehen; so viel liebes Kindlein schauen. an uns ist, wollen wir sie gerne retten; aber hier kann Men= schenbülf' nicht stehen. Einer Sechswöchnerin. Mel. Nun danket alle Gott- 3. Zu dir erhebt sich unser Herz, 720, Gott Bater, welcher du kannst uns Hülfe senden, und du mit deinem lies dieser Frauen Angst und Schmerz ben Sohne und sammt dem im Augenblicke wenden. Herr! heil'gen Geist regierst ins pime sieh uns doch in Gnaden an, du melsthrone, dir sei Lob, Preis bift allein, der retten kann, es gesagt, daß du mich von der steht in deinen Händen. Last, die mich bisher gedrückt, liebreich befreiet hast. 4. Ach! wende dich und laß das Kind fein bald der Luft genießen, 2. Du, du hast meine Bitt' in Gna: 461 Standes- und Berufslieder. Gnaden mir gewähret, und ein gefundes Kind mir gnädiglich be: Bitte der Eltern für ihre scheeret; du schriebst es auch Kinder. darauf ins Buch des Lebens ein, Mel. Aus meines Herzens Grundeund sprachst: Dieß soll mein - 11 Kind und Himmelserbe sein." 721, 2[ us freudigem Ges müthe blick' ich zu 3. Ja, du hast diese Zeit, in Gott hinauf; es zeigt von seiner der ich inne blieben, von mir Güte mein ganzer Lebenslauf. und meinem Kind viel Unglück Von dir, mein Gott, von dir abgetrieben; du hast mich vå- kömmt jede gute Gabe, kommt terlich erquicket und gestärkt, Alles, was ich habe; auch Kins so, daß im Ueberfluß ich deine der gabst du mir. Huld gemerkt. Angesichte 2. Laß mich stets wohl erwäs 4. Darauf erschein' ich nun gen, daß du ihr Vater bist, und vor deinem und daß auch ihretwegen dein opfre dir, mein Gott, nicht un: Sohn gestorben ist. Verhüte, sers Landes Früchte. Ach nein! daß ich die nicht árgre, nicht mein Opfer ist mein' eigne Lei- verachte, die Christus felig besfrucht, die gleichfalls jetzt machte; beschüß' und segne sie. mit mir dein heilig Antlitz sucht. 3. Dir, Vater, dir zum Preise 5. Die will ich deiner Huld wollt' ich sie gern erziehn. nur anbefohlen haben; Herr, mache du mich weise und seg= rüste du sie aus mit deines Geine mein Bemühn. Dieß sei stes Gaben, sei metnes Kindes mein Augenmerk, dir, Gott, Gott und Vater allezeit, und sie zuzuführen, und keines zu nimm es einst auch auf ins verlieren; welch großes wicht's Haus der Seligkeit. ge Werk! 6. Dein Engel woll' es, Herr! 4.3u schwach sind meine Kräfas fo lang es lebt, bewahren, daßte, zu schwach ist mein Verstand; ihm kein Unfall mög' auf Erden der Kinderzucht Geschäfte befehl' wiederfahren; es wachs' in deiz bitt' ich dich, um Jesu Chrifti ich deiner Hand. Gott! darum ner Zucht und guten Sitten auf, und ende dermaleinst ganz füllen; regiere sie und mich! willen woll'st du mein Flehn ers selig seinen Lauf. 7. Das thu, o frommer Gott, Mel. Kommt, Menschenkinderum deines Sohnes wegen, er- 722. Die Kinder, deren wir full uns beiderseits mit deinem uns freun, sind reichen Segen. So wollen wir alle, Gott und Vater, dein, darauf all unser Lebenlang sind deine beste Gab', o Herr! mit wahrer Herzenslust dir sa bewahre sie, Barmherziger. gen Lob und Dank. 2. Wenn treuer Eltern Liebe sucht 462 Standes- und Berufslieder. fucht sie aufzuziehn in deiner wir und danken die mit unserm Zucht; so steh, damit sie glück- Kindern für und für. lich sei, mit deiner Weisheit Mel. Freu dich sehr, o meine- ihnen bei. 3. Gieb allen Kindern Lernbes 723, Sorge doch für dei ne Kinder, Vater, gier, zum Guten Lust und Lieb' nimm dich ihrer an; ob sie gleich zu dir, und laß sie meiden ohne vor dir sind Sünder, sind sie dir Zwang Trot, Eigensinn und doch zugethan und, durch deis Müßiggang! nes Sohnes Blut, gleichwohl 4. Gesegnet sei ihr Unter oein erworbnes Gut; darum richt! Laß sie durch deines wirst da sie aus Gnaden wohl Wortes Licht dich recht erken beschützen und berathen. nen; laß sie nie gefährlich irren, leite fie! Gott! 2. Sie sind dir von Kindes: beinen und von ihrer ersten 5. Im Glauben mache sie Stund' zugeworfen als die Deis gewiß; bewahre sie vor Aergernen, und durch deinen Gnaden: niß; vor deiner theuren Lehre und hast du sie in ihrer Tauf Spott behüte gnädig sie, mein väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollen sierben, 6. Durch deine weise, starke werden deines Reiches Erben. Hand bewahre sie vor Sünd' und 3. Du hast sie bisher ernäh Schand, führ du sie selbst auf ret, und so manchem Unglückss rechter Bahn, und reize sie zur fall mehr als väterlich geweh: Tugend an. ret, der sie, hier und überall, 7. Hilf, daß sie dich an je hätte leicht in Noth gestürzt, ja dem Ort vor Augen haben und das Leben gar verkürzt; aber deis dein Wort; auch sich befleißen ne Watertreue bleibt bei ihnen jederzeit der Gottesfurcht und täglich neue. Ehrbarkeit. 4. Sollt' ich nicht für solche Gü 8. Daß wir in ihnen Christen te immer dir verpflichtet sein, fehn, die freudig deine Wege und mit dankbarem Gemüthe sols gehn, und Menschen einst voll chen Glücks- und Segensschein Kraft und Muth, zu thun, was rühmen, und vor Jedermann edel, recht und gut. deine Wohlthat zeigen an; ach! 9. Und endet sich dereinst ihr so müßt' ich ganz vermessen Got Lauf, so nimm sie, Herr! zu dirstes, meines Heils, vergessen. hinauf; auf daß sie dich sammt 5. Sammlen Andre große uns zugleich verehren einst in Schätze, daß ihr Haus in sol deinem Reich. chem Heil sich an Geld und Gut 10. Erhör uns, Vater, Sohn ergötze; so bist du mein einzig und Geist! damit dich Kind und Theil. Bleib auch meiner Kinder Säugling preist. Dann singen Gott, lasse sie in keiner Noth und Standes- und Berufslieder. 463 in keinem Kreuz verderben, bis fie endlich selig sterben. Wichtigkeit der Kinderzucht. 6. Schüße sie vor bösen Leuten Mel. Alle Menschen müssen- und vor der Verführer Schaar, 724. Kinder gut und fromm daß ihr Fuß nicht möge gleiten; erzieben, dieß ist laß sie ihre Lebensjahr' in der für die Menschlichkeit siets das Tugend bringen zu, bis du sie, wichtigste Bemühen; glücklich wie mich, zur Ruh' wirst ins sie hier in der Zeit, nützlich sie fühle Grab versenken und die der Welt zu machen, sie des Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir gefällt, wae Himmels fähig machen; diese Pflicht ist theu'r und groß, nichts spricht Eltern von ihr los. zu deinen Ehren geben, so laß 2. Wächst der Mensch in seiner in der ganzen Welt ihnen, wo Jugend ungebildet, roh heran, sie immer gehn, deine Furcht ohn' Erkenntniß, ohne Tugend; vor Augen stehu, daß sie dich kann er dann des Lebens Bahn im Thun und lassen stets in ih- würdig, mit Vernunft betreten, re Herzen fassen. würdig seinen Gott anheten, 8. Laffe sie auch meinen Feinden seinem Nächsten brauchbar ſein, nicht zum Hohn, o lieber Gott! einst den Himmel erben? werden, noch auch meinen Freun- Nein! den eine Last, wenn eine Noth 3. ihr, denen Gott hier und ein Unfall sie betrifft; wehre Kinder, Himmelspfänder anfelbst der Spotter Gift, daß die vertraut; ach bedenket, sie sind Feind' nicht ihrer lachen und Sünder! Denkt, wie ihr ihr ihr Unglück größer machen. Glück hier baut! Lehrt sie früh 9. Endlich, wenn die Jahr' den Schöpfer lieben, Christens verflossen, und sie ihre Lebens- tugend auszuüben! Dieß ist zeit chriftlich haben hier genof wahre Zärtlichkeit, Lieb auf sen und nun in die Ewigkeit sol: Zeit und Ewigkeit. len ihren Eintritt thun; so laß 4. Euch hat Gott dazu ersealle Schmerzen ruhn, und laß ben, dieses große Werk zu thun, sie, in ihrem Sterben, glau: Thut ihrs, so wird Wohlergehen bensvoll den Himmel erben. auf euch und auf ihnen ruhn. 10. Gonne mir die große Freu: Gott, der sirafet und belohnet, de, daß am lieben jüngsten Tag, keines Pflichtvergeßnen schonet, nach so vielem Kreuz und Leide, fordert einst von eurer Hand eu= ich mit Fauchzen sagen mag: re Kinder, als sein Pfand. ,, Liebster Bater, ich bin bier 5. Menschenschöpfer, Tus und die Kinder, die du mir bast aendmehrer, laß die ganze in jener Welt bescheeret; ewig Menschlichkeit, Våter, Müt= sei dein Nam' geehret!" ter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und 464 Standes- und Berufslieder. und die Obrigkeit mit vereinterslaß mich es nicht entgelten, daß Sorgfalt wachen, jede Jugendlich, mein Gott! auf dein Gebot fromm zu machen, sie durch gus geachtet hab' so selten. tes Beispiel ziehn und selbst Sünd' und Laster fliehn. 3. Gieb mir ein Herz, das dankbar sei, und meiner Eltern 6. Pflanz' in aller Kinder Her Eifer scheu, nicht thu, was ihn ers zen Glauben, Lieb' und fromereget, auch nimmermehr sich ihrer men Sinn; laß sie nie ihr Heil Lehr' aus Bosheit widerleget. verscherzen, laß sie Trägheit, 4. Laß mir oft kommen in den Eigensinn, Aergerniß und leicht: Sinn, wie sauer ich der Mutter sinn fliehen; Unschuld nur sei bin vom Anfang her geworden, ihr Bemühen! Führ sie selbst und wie für mich der Vater jich die Tugendbahn, daß ihr Fuß bemühet aller Orten. nicht gleiten kann. 5. Gieb meinen Eltern Fried' 7. Laß sie ihre Eltern lieben, und Ruh; es decke sie dein Segen dankbar sein für ihre Treu; nie zu; hilf ihr Kreuz ihnen tragen; sie kranken und betrüben; Ehr- behüte sie doch spät und früh vor furcht und Gehorsam sei ihnen Trubsal, Angst und Plagen. Lust und wahre Freude. Schütze 6. Und wenn dahin ist ihre sie vor schwerem Leide. Laß sie Zeit, so führ sie aus der Sterb hier gesegnet sein, führ sie einsillichkeit hinauf zum Reich der Eh im Himmel ein. ren. Ich bringe dir viel Lob dafür, 8. Welche Freud' und Selig- wenn du mich wirst erhören. keiten werden, Vater, wir dort fehn, wenn in deinen Herrlich Für Wittwen und Waisen. feiten Eltern, die dann vor dir Mel. Wenn wir in höchsten N.stehn, sagen: ,, Bater, von den 726, Meinen, die du gabst, verlor ich keinen!" und dann Kinder wen und der Waisen dich! Sei flehn für sie: Gott, vergilt ihr Versorger, laß sie nie verza der Eltern Müh!" gen; schütz' und segne sie! Gott, erbarme vás terlich der Bitte 2. Sei selbst ihr Vater, Trof und Rath! Die Wittwe, welche Kinder bat, soll, dir sie zu ers ziehn, sich freun, selbst sittsam, keusch, untadlich sein. Gebet der Kinder. Mel. In dich hab' ich gehoffet- 725, frommer Gott! ich danke dir, daß du so liebe Eltern mir aus Gnaden 3. Fromm, lehrreich, nur ge haft gegeben, und noch zur Zeit schwätzig nicht, sei Jede, sei ein fie, mir zur Freud' erhalten bei dem Leben. scheinend Licht für ihr Geschlecht, fanft, voll Geduld und voll 2. Verzeihe mir die Misfetbat, Vertraun auf deine Huld. die dich und sie beleidigt hat; 4. Es nehme, wer sie segner fann, Standes- und Berufslieder. 465 kann, sich ihrer milds und lieb- lhilf mir mit Muth und mit Ges reich an! Wohl dem, der sie duld die Last des Alters tragen. beglückt und ehrt; denn er ist 6. Viel heitre Tage gabst du dir und Menschen werth. mir, befreit von Sorg' und Grás 5. Hilf ihnen! sei der Waisen men. Wie sollt' ich denn ans Gott! Früh lehre diese dein Ge- jetzt von dir nicht auch die trus bot, Fleiß, Demuth, Dienst- ben nehmen? befliffenheit, zur Tugend Lust 7. Es dauert ja nur kurze und Willigkeit. Zeit, was ich noch etwa leide; 6. Bewahre sie vor Aergerniß, und dann gewährt die Ewigkeit und mache ihren Gang gewiß mir ungestörte Freude. auf deinen Wegen; leite sie; verlaß sie in Versuchung nie! 8. Da drückt mich keine Schwachheit mehr, vergnügt 7. Daß, wer fie sieht, sich werd' ich da leben, und wons ihrer freu' und gern ihr Rath nevoll dir Preis und Ehr' für und Beistand sei, daß sie hier deine Treue geben. glücklich und auch dein der einst in deinem Himmel sein. 9. Hilf, daß ich tåglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und jenes Lebens hohes Glück zu meinem Trost bedenke. Im Alter. Mel. Ich dank dir schon durch 10. So bleib' ich in Zufriedens heit auch bei des Alters Schwas 727. Stets warst du mei- che, und harre, bis dein Wink ges ne Zuversicht und beut, daß meine Hütte breche. bist es noch im Alter, vers laß auch nun mich Schwachen Eines Dienstboten. nicht, mein Schöpfer und Er halter. Mel. Auf meinen lieben Gott- 2. Ich fühle die Beschwerlich- 728. Hilf, Herr! mit treuer keit gebäufter Lebensjahre und Hand mir fiets in steh' am Rande meiner Zeit; nah' meinem Stand, mit gutem Fleiß find mir Sarg und Bahre. und Willen, was mir gebührt, 3. Gelobt sei deine Batertreu, erfüllen. Dir sei mein ganzes die mich bis hierher brachte, Leben gefällig und ergeben. mir wohl that, und mein Herz 2. Verleihe, daß ich nicht vers dabei mit dir zufrieden machte. fáume meine Pflicht. Laß ohne 4. Uch sei auch fernerhin mit 2Biderbellen mein Werk mich mir, daß ich bis an mein Ende wohl bestellen, und lehre mich im Glauben treu, aus Lieb' zu bei Zeiten den Müßiggang bes dir, des Lebens Rest vollende.streiten. 5. Beweise deine Vaterhuld 3. Hilf, daß vom Lafter frei, auch bei den größten Plagen; lich gern gehorsam sei den Herren 30 oder 466 Standes und Berufslieder. 3 oder Frauen, die mir ihr Gut vers der Weisheit Tempel fein; trauen, daß nie mein Dienst sie pflanz in uns alle Chrifti Sinn, reue, vielmehr sie stets erfreue. halt uns von Lastern rein. 4. Gieb Gnade, daß ich treu, 4. Auch bilde uns zum Dienst fromm, keusch und ehrlich sei. der Welt, laß unsern Fleiß ge Laß nichts durch mich gescheben, beibn, um nutzlich einst, wo dir's drauß Schaden kann entstehen; gefällt, in jedem Stand zu sein. und was mein Herz beschweret, 5. Beglücke unsre Obrigkeit! werd' nie von mir begehret, belohn der Eltern Treu! Hilf, 5. Gesundheit, Kraft und Start daß mit uns in Ewigkeit sich gieb mit, daß ich mein Werk ge- unser Lehrer freu! bührlich kann vollbringen. Laß Kapper mich nach Tugend ringen und Mel. Nun laßt uns Gott, dem nie in Schand und Sünden Ge 730, Gott! gieb mir zu winn und Vortheil finden. on erkennen, was 150 6. Bei Allem, was ich thu, Weisheit sei zu nennen, daß wend deine Guad' mir zu, daß ich sie zeitig ehre, gern ihre ich auf meinen Wegen verspüre Stimme höre. deinen Segen; so werden meine 2. Erweck in mir und mehre Thaten mir immer wohl geras den Trieb zu guter Lehre! Vers then. stand und Geistesgaben kann ich 7. Ach Gott! Eins bitt' ich von dir nur haben. noch, ein allzuschweres Joch 3. Herr, fegne mein Bemus wollst du mir nicht auflegen, hen, den Müßiggang zu fliehen; damit ich nach dem Segen der gieb Fleiß, Geduld und Stärke, Zukunft möge streben und daß ich aufs Gute merke; ewig bei dir leben. 4. Daß ich in früher Jugend die reine Bahn der Tugend, durch dich geleitet, gehe und findlich auf dich sehe. Mel. Lobt Gott, ihr Christen5. In Sitten und Geberden 729. An diesem Tag' er laß mich stets weiser werden, fcheinen wir mitlund, fern von wilden Freuden, Ruhm, mit Preis und Dank der Bösen Umgang meiden. in dieser Schule, Gott, vor 6. Sint' ich aus Schwachheit dir; bör unsern Lobgesang! nieder, so richte du bald wieder 2. Von dir kommt Weisheit mich auf mit Batertreue und und Verstand, von dir der leite mich aufs Neue; Wahrheit Licht. Ach! mache 7. Daß ich dich lieb und uns mit dir bekannt und lehr höre, auch meine Lehrer ebre uns unsre Pflicht. und ihre Treu und Liebe durch 3. Laß unsre Schule fernerhin Undant nie betrübe.. 8. Leib, 1100 im Schullieder. Standes- und Berufslieder, 467 8. Leib, Seele, Glück und LeDu 3. Laß unser ganzes Leben ben sei dir, mein Gott, ergeben! dir, Vater, heilig sein. Es decke mich dein Segen auf woll'st uns Kräfte geben, dir allen meinen Wegen! Mel. Ich weiß, mein Gott, daß- Für die Jugend. 179002 Mel. Nun freut euch, lieben731. Herr! deffen Gnade Alles schafft, verleih mir Weisheit, Trieb und Kraft, das Gute zu vollbringen; 733.ch frete vor dein Aus laß mein' Arbeit, laß jede Pflicht meiner Jugend. Verwirf mein gesicht, du Schöpfer dem regen Fleiß gelingen. kindlich Flehen nicht um Weise beit und um Eugend. Mein barmer! weiche nicht von mir, ganzes Leben dant ich dir. Ers daß ich unsiráflich wandle.n 2. Gieb deine Lieb' in meine Brust und mach mir jede Pflicht zurkust, und króne sie mit Segen Herr, leite mich an deiner Hand auf meinen Jugendwegen. unser Herz zu weihn. minn gad at my uddato m! Mel. Ach, bleib mit deiner 732. Duell aller Gaben! 1 2. Mein Herz, vom fasters 3. Hilf mir, o Gott! von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüch- dienst noch rein, doch jung und tigkeit und Glauben zuzuneh- unerfahren, wird leicht geblend't men. Es müsse nie mein junges durch falschen Schein und stürs Herz sich deines Wortes schämen. set in Gefahren. Ach mache 4. Auch nie verfließe meine mich mir selbst bekannt und Zeit in Spielen schnöder Eitel- sieb mir Weisheit und Vers feit, in Lusten frecher Jugend! stand, daß ich stets dein gedenke. Mir set vielmehr die liebste 3. Ich fühle, Hert, in meis Lust, Religion und Tugend. ner Brust oft Neigung zum Vers 5. Herr, bore meines Hergnügen. Laß mich den Hang Jens Stebn und laß mich deine zu jeder Lust, die du verbeutst Hülfe sehn, wenn ich nach Weis: besiegen. Dein unausbleiblis heit firebe, damit ich jetzt und je- ches Gericht vergeffe meine derzeit nur dir zur Ehre lebe. Seele nicht, daß mich von die nichts scheide. 4. Wenn sich auf meiner. Jus guten gendbahn, mich in ihr Netz zu Gott! ziehen, Verführer meiner Seele Preis und Dank fei dir! Denn, nahn, so laß mich kläglich flies was wir Gutes haben, das hen. Ihr Spott und Beispiel haben wir von dir., tenke nicht mein Herz von die 2. Auch jetzt giebst du uns und meiner Pflicht, noch von wieder zur Arbeit Munterkeit, der Bahn des Lebens. Dir tönen unsre Lieder aus froher Dankbarkeit. ide 5. Der Tugend heilige mich gang, mein Schöpfer und Ere 30* bala 468 Standes und Berufslieder. halter! Sie werde meiner Ju- jsie stets erfreun! Sehn wir un gend Glanz und einst mein fröhlich wieder in Glück un Trost im Alter. Erhalte mein Wohlergebn; dann sollen unsr Gewissen rein und laß mich treu Lieder stets deine: Huld erhöhn im Glauben sein dem, der auch mel. Herr, wie du willst, so schicks mich erlöste. ' n 6. Herr, lebre mich den Werth 735, deinem Namen J der Zeit, daß ich sie nie verschwen- schick' ich mich jetzt zur Reise Herr, mein Gott de, daß ich mit weiser Thätigkeit Bewahr' mich vor Gefahr unt zum Guten sie verwende. Lak Noth, zu deines Namens Preis meiner Jugend Fleiß und Müb se. Herr, Leib und Seel' befebl umsonst nicht sein; Herr, segne ich dir, nebst Ehr' und Gut uni sie! laß Alles wohl gelingen! was du mir auf dieser Welt be Reiselieder. scheeret. Mel. Befiehl du deine Wege.2. Ich weiß, ich bin in diesen Zeit stets mit Gefahr umfanz 734. Dich fleh' ich, Gott! gen; auch werd' ich in der Sterba beweise dich hold lichkeit nie völlig Ruherlangen; und treu an mir! Beglücke mei- ich bin ein Pilger, der den Fuß ne Reise, denn ich vertraue dir. und Stab fiets weiter setzem Auf allen meinen Wegen beglei: muß und hier kein Bleibem te väterlich mit deinem Heil und findet. Segen, mit deinem Schuße 3. Doch hilfst du, daß ich im mich. merzu die Noth auch überwinde, 2. Ich bin in deinen Händen, bis daß ich dort die wahre Rub deß soll mein Herz sich freun; und rechte Heimath finde. Da denn du kannst Hülfe senden, sind dann Müh und Sorgen aus, wo mir Gefahren dráun. Bin da bin ich eigentlich zu Haus'; ich bei dir in Gnaden, so fürcht die Unruh hat ein Ende.. ich nichts, o Gott. Du wehresi allem Schaden und hilfft in aller Noth. 4. An diese Rubstatt denk' ich nun anjetzt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich biet 3. So will ich denn mein Le- thun nach deinem Wohlgefallen. ben bir freudig, dir mein Gut, Leit mich allzeit auf rechter o Bater, übergeben und deiner Bahn; und fang' ich etwas Gu treuen Hut! Erhalte meine tes an, so führ es wohl zu Ende. Kräfte, beglücke meinen Fleiß 5. Dir, Herr, ist mein Be und meiner Pflicht Geschäfte, ruf bekannt und was der mit zu deinem Ruhm und Preis'. fich führet. Du weißt, daß mit 4. Laß dir auch meine Lieben in meinem Stand', den Weg zu jur Hut empfohlen sein! Nichts gehn, gebühret. Bring mich ge muffe sie betrüben, dein Trost fund, wohin ich soll; lenk mel ne Standes- und Beruslieder. 469 ne Wege segensvoll; führ mich Für Landleute zur Saatzeit. gefund zurücke. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier- 6. Wend' unterdessen Noth und Pein von meinen Anverwandten, 736, Diesen Saamen segs ne Gott, daß er von Allen, die zu Hause sein, fruchtbar in der Erde keim', und von Freunden und Bekannten.unser täglich Brod unter Gots Laß sie dir, Gott, befohlen tes Obhut werde. Er giebt Ses fein; hilf, daß ich sie und, was gen und Gedeihen denen, die sich nur mein, im Wohlstand wieder finde. ſeiner freuen. 2. Wenig streuen wir nur hin; 7. Jch bitte dich, mein Gott, reichlich giebt es Gott uns wies verleih, daß ich behutsam wandle der. Für den fünftigen Gewinn und immerdar vorsichtig sei, nie fingen wir ihm Freudenlieder. frech und strafbar handle. Durch Er will denen, die ihn preisen, beines Geistes Gütigkeit gieb feine Baterhuld erweisen. Rath, Verstand und rechte Zeit 3. Dieses hoffen wir; denn Gott zu meinem Thun und Lassen. lebt und merkt auf unsre Bitte, 8. Schick deinen Engel vor giebt uns unser täglich Brod, mir her, den Weg mir zu berei- giebt es uns in unsre Hütte. Ihm ten. Befiehl, daß er dem Unglück nur wollen wir vertrauen, bis wehr' und allen bösen Leuten. wir seine Hülfe schauen. Nimm überall, Herr! meiner 4. Gnädig sei uns, bittten wir, wahr, daß mir nicht Angst, die wir hier durch dich nur leben. Verlust, Gefahr an Leib und Seele schaden. Water, Lob und Dank dafür wols len wir dir willig geben. Unser Mund soll stets erschallen: ,, Gott beglückt mit Wohlgefallen!" 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich; du kannst mir Hülfe senden. Bewahr und führ' mich 5. Dort im Himmel werden gnädiglich hier und an allen wir, Herr! vor deinem Angesicha Enden! und laß mich dann, te freudig ernten, so wie hier, wenn dir's gefällt, nach aller deines Segens volle Früchte; Unruh dieser Welt, bei dir dort wenn wir, glaubig dir ergeben, Nuh erlangen. dir zur Freud' und Ehre leben. XXV. Krenz- und Trostlieder. 1.) In allgemeiner Noth. Mel. Fren dich sehr, o meine Seele-[ deine Trübfal tommt von Gott, 737, 2fch! gieb dich, mein welche dich so kann ermüden, daß Herz, zufrieden, du wünschen möcht'f den Tod; aber 470 Kreuz und Troftlieder. aber faß dich in Geduld, du hajf Vorsatz an, halte mich auf rech dennoch Gottes Huld; ob du ter Bahn; hilf, Herr Jesu, la wohl mußt Trübfal leiden, kann gelingen, Fleisch und Blut wol sie doch von Gott nicht scheiden. zu bezwingen. 2. Trubsal ist ein Gnadenzei 7. Laß den Satan mich nich chen, sie kommt nicht von ohnges stören, laß mich stets noch stär fähr; kann die Herzen leicht erker sein, ihm durch deine Kraf weichen und rührt von dem Höch- zu wehren; leite mich, del sten her, der nach seinem weisen Schäfelein, daß er mir nich Rath dir's zu gut geordnet hat; Schaden thu; nach dem Stre weil sie pflegt der Sünd' zu weh te gieb mir Ruh und mei ren, daß wir uns zu Gott bekehren. treuer Gott verbleibe, deiner 3. Dein Gebet und sehnlich's Trost mir einverleibe. Flehen, und dein wohl bewußter Schmerz rührt den Vater in der 738, 2ch Gott! erbör mein Höhen und beweget ihm das Seufzen und WebHerz, das nicht unterlaffen kann, tlagen! Laß mich in meiner Noth deiner sich zu nehmen an, deine nicht gar verzagen! Du weißt Bitte zu erfüllen und des Kum- mein'n Schmerz, erkennst mein mers Schmerz zu stillen. Herz, hast du mir's aufgelegt 4. Nun, du wollest, Herr, er- so hilf mir's tragen. wachen, der du Hülfe zugesagt; 2. Obn' deinen Willen kann merk' und sich auf meine Sachen, mir nichts begegnen, du kanns was mein traurig's Herze klagt. verfluchen und auch wieder seg Ach! du meine Zuversicht! laß nen; bin ich dein Kind, und im Kreuz mich stecken nicht, laß habs verdient, gieb wieder Son mich nicht im Staube liegen, hilf nenschein nach trübem Regen. mir jeden Feind besiegen. 3. Pflanz nur Geduld, durch 5. Haben dieß gleich meine deinen Geist, ins Herze und bilf Sünden und ein mehrers wohl daß ich es acht für keinen Scher verdient; ach! laß mich doch ze. Zu deiner Zeit wend' ab mein Gnade finden, dein Sohn bat Leid, durch Mark und Bein mich ja verfühnt! Stoß von dringt mir der große Schmerze deinem Angesicht mich doch nur, 4. Ich weiß, du hast meine mein Vater, nicht! Ich will dir noch nie vergessen, gieb, daß zu Ehren leben, du wirst mir ich dieses möge stets ermessen; auch Gnade geben. mitt'n in der Noth denk' ich an 6. Ach! wie gerne wollt' ich Gott, ob er mich schon mit Kreuz meiden Sünd' und alles Unge- und Angst thut pressen. mach, Alles, was von dir kann 5. Es hat kein Unglück je fo scheiden, wenn das Fleisch nur lang gewähret, es hat doch end nicht zu schwach! Siche nur den tich wieder augehöret; beut mit Dein' In allgemeiner Noth. 471 dein' Hand' und machs ein End', 5. Und führest mich durch auf dieser Erd' mein Herz nichts deinen Tod ganz wunderlich mehr begehret. aus aller Noth. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein! 6. Soll ich noch mehr um deinetwillen leiden, so steh mir, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten; fein ritterlich, beständig: lich, bilf mir mein' Widerfacher all' bestreiten; 7. Daß ich durch deinen Geist der lindert's fein. 6. Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam' ers freut vielmehr, kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Trost, verschmacht't, so bilf, oHerr, daß 7. Ob mir gleich Leib und Seel' mög' überwinden und mich all: zeit in deinem Haus' laß finden, zu Preis und Dank, mit Lobgesang, mit dir in rechter Lieb ich's nicht acht'; wenn ich dich hab', so hab' ich wohl, was mich mich zu verbinden; 8. Daß wir in Ewigkeit bleis ewig erfreuen ſoll. ben beisammen, und ich allzeit dein'n auserwählten Namen 8. Dein bin ich ja mit Leib und Seel', was kann mir thun preif' herziglich, das bitt' ich Sünd', Tod und Höll? Kein' dich, durch Jesum Christum, unsern Herren. Amen. beßre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. 9. Ich weiß, daß du mich 739, 2ch Gott! wie man nicht verläß'st, dein' Wahrheit ches Herzeleid bes bleibt mir ewig fest; du bist der gegnet mir zu dieser Zeit; der rechte treue Hirt, der ewig schmale Weg ist Trübsal voll, den mich behüten wird. 336 ich zum Himmel wandeln soll. 10. Jesu, mein' Freud', mein' 2. Wie schwerlich läßt sich Ehr' und Ruhm, mein's Herz Fleisch und Blut erheben zu zens Schatz und mein Reichdem höchsten Gut! Wo soll ich thum, ich kann doch ja nicht mich denn wenden hin? Bu bir zeigen an, wie boch dein Nam' Herr Jesu! steht mein Sinn. erfreuen kann. 3. Bei dir mein Herz Troft, 11. Wer Glaub' und lieb im Hülf' und Rath allzeit gewiß Herzen hat, der wirds erfahren gefunden hat; Niemand jemals mit der That. Drum hab' ichs verlassen ist, der nur vertraut oft und viel gered't: Wenn ich auf Jesum Chrift. an dir nicht Freude hått'; 4. Du bist der große Wunder- 12. So wollt' ich den Lod mann, das zeigt dein Amt und wünschen her, ja, daß ich nie dein' Person; welch Wunderding geboren wär'. Denn wer dich hat man erfahr'n, daß du, mein nicht im Herzen hat, der ist ges Gott, bist Mensch gebor'n. wiß lebendig todt. 13. Je 472 Kreuz und Trostlieder. 13. Jesu, du edler Bräut'gamsan, also hat es Gott gefallen. werth, mein' höchste Zier auf Glaube nur, was dieser thut, dieser Erd, an dir ich mich al- das ist Alles recht und gut. lein ergot' weit über alle goldne Schatz'. 3. Bleibe deinem Gott ge treu, ob das Kreuz dir bringet 14. So oft ich nur gedenk' an Schmerzen, du haft dennoch dich, all mein Gemüth erfreuet stets dabei Ruh und Trost in sich; wenn ich mein' Hoffnung deinem Herzen. Nichts besiegt stell zu dir, so fühl ich Freud' auf dieser Welt einen Sinn, und Trost in mir. der Gott gefällt. 15. Wenn ich in Nöthen bet' 4. Schicke dich in Gottes und sing', so wird mein Herz Brauch, Christen müssen dul recht guter Ding; dein Geist den, hoffen; hat doch deinen bezeugt, daß solches frei des Heiland auch manches Unge: ew'gen Lebens Vorschmack sei. mach betroffen. D! er weiß, 16. Drum will ich, weil ich wie dir es thut, leide nur mit lebe noch, das Kreuz dir fröh- frohem Muth. lich tragen nach; mein Gott, 5. Kronen folgen auf den mach mich dazu bereit, es Streit, kämpfe nur mit festem dient zum Besten allezeit. Glauben; Jesus ist dir nimmer 17. Hilf mir mein' Sach' recht weit, Niemand kann sein Herz dir greifen an, daß ich mein'n Lauffrauben. Bete, leide, lebe rein, vollenden kann; hilf mir auch selig wird dein Ende sein. zwingen Fleiſch und Blut, vor 741. Auf, hinauf zu del und mich 18. Erhalt mein Herz im Seele, Herz und Sinn! Weg, ner Freude, meine Glauben rein, so leb' und sterb' hinweg mit deinem Leide, hin, ich dir allein. Jesu, mein Trost, zu deinem Jesu hin! Er ist dein hör mein Begier: ,, mein Heis Schak, Jesus ist dein einzig land, wär' ich bei dir!" Leben. Will die Welt kein'n Ort dir geben; bei ihm ist Mel Meinen Jefum laß ich nicht- Platz. 740. 2[ ch! mein Herze, 2. Fes fein fest dich anges gieb dich drein, halten an die starke Jesuê tren! schicke dich in Gottes Willen; Laß du, laß du ihn nur walten, nur dein Jesus kann allein alle seine Güt' ist täglich neu; er deine Sorgen stillen; richte dich meint es gut.. Wenn die Feinde nach seiner Huld, er giebt Trost dich anfallen, müssen sie zurücke und auch Geduld. prallen; hab' guten Muth! 2. Gehst du hier die Dornen3. Geh nur, geh in deine Kams bahn, ist deinTrank vermischt mit mer, Jesu Herz ist aufgethan, Gallen; nimm es nur geduldig klag' und sag' ihm deinen Jams mer, In allgemeiner Noth. 473 mer, schreie ihn um Hülfe an; jin der Welt, als was Gott will er steht dir bei. Wenn dich alle und ihm gefällt! Menschen hassen, kann und will 4. Dir wirds an keinem Gus er dich nicht lassen; das glaubelte fehlen, wenn du dein Herz frei. gewöhnst und lehrst, nur Gots 4. Hoch, so hoch du kannststes Willen zu erwählen und erheben deine Sinnen von der deinem eignen Willen wehrst, Erd',- schwinge dich, dem zu den stets sein eignes Wählen ergeben, was du hast, der dein treugt, so gut ihm auch sein ist werth. Dein Jesus ist, der Wollen däucht. um dich so treulich wirbet und für dich aus Liebe stirbet; drum du sein bist. 5. Gieb meinem Herzen sols che Stille, mein Jesu, daß ich fei vergnügt mit Allem, was 5. Auf, hinauf! das droben dein gnäd'ger Wille mit mir und fuche, trachte doch allein dahin, meinem Leben fügt, nur nimm wo dein Jesus; und verfluche dich meiner Seele an, so hab' ich, allen schudden Sündensinn. was ich wünschen kann. Zum Himmel zu! Welt und 6. Ich weiß, du thust's, fie Erde muß verschwinden, nur ist die Deine und kostet dich bei Jefu ist zu finden, die wah- dein theures Blut; behalte sie re Ruh. dir schön und reine, laß dieß dein Mel. Wer uur den lieben Gott- mir vertrautes Gut nur einzig 742. Befieht dem Herren meine Sorge sein, so trifft mein deine Wege und ganzes Wünschen ein. mache dich von Sorgen los; ver 7. Indeß sei stets, mein Heil, traue seiner Vaterpflege, für ihn gepriesen für alle Sorgfalt, die ist nichts zu schwer und groß, du mir, noch eh' ich war, schon das er, zu seines Namens Preis', hast erwiesen, da du, mein treuer nicht herrlich auszuführen weiß. Hirte, dir zum Eigenthum mich 2. Wo du ihn nur haft rathen hast erwählt und deinen Schas lassen, da hat er Alles wohl ge- fen zugezählt. macht; denn was dein Denken 8. Dir sei auch ewig Lob ges nicht kann fassen, das hat er geben, daß du so unermüdet langst zuvor bedacht; und was bast für mich gesorgt in meinem fein Rath hat auserfehn, das Leben; so lang ich bin der Ers kann und wird und muß ge- den Gast, ist Alles liebreich, nút schehn. und gut, was deine Schickung mit mir thut. - 3. Wie werden deine Lebens, tage so manches Kummers sein 9. Dort werd' ich deiner Liebe befreit! Wie leicht wird alle Noth Thaten erst preisen in Vollkoms und Plage dir werden in der Ei- menheit; wenn nur mein Wuntelkeit, wenn du nichts wünschest schen ist gerathen, daß ich kann in 474 Kreuz und Troftlieder. in der Ewigkeit erkennen, wie 6. Hoff, o bedrángte Seele dein Wille mir so gut gewest hoff, und sei unverzagt! Got ist für und für. wird dich aus der Höhle, da did 743. Befieht du deine der Kummer plagt, mit großen Wege und, was Gnaden rücken; erwarte nur die dein Herze kränkt, der allertreu': Beit, so wirst du schon erblicken ften Pflege deß, der den Himmel die Sonn' der schönsten Freud' lenkt. Der Wolken, Luft und 7. Auf! auf! gieb deinem Winden giebt Wege, Lauf und Schmerze und Sorgen gute Bahn, der wird auch Wege fin: Nacht; befiehl Gott, was das den, da dein Fuß gehen kann. Herze betrübt und traurig 2. Dem Herren mußt du macht; bist du doch nicht Re trauen, wenn dirs soll wohl er gente, der Alles führen soll, gehn; auf sein Werk mußt du Gott sitzt im Regimente und schauen, wenn dein Werk soll bes führet Alles wohl. stehn; mit Sorgen und mit Grå- 8. Jhn, ihn laß thun und men und mir selbst eigner Pein, walten, er ist ein weiser Fürst, läßt Gott sich gar nichts neh- und wird sich so verhalten, daß men, es muß erbeten sein. du dich wundern wirst, wenn er, 3. Dein' ew'ge Treu und Gnas wie ihm gebühret, mit wunders de, o Vater! weiß und sieht, was barem Rath das Werk hinaus gut sei, oder schade dem sterbli- geführet, das dich bekümmert chen Geblüt'; und was du denn hat. erlesen, das treibst du, starker 9. Er wird zwar eine Weile Held und bringst zum Stand mit seinem Trost verziehn, und und Wesen, was deinem Rath thun an seinem Theile, als hätt' in gefällt. seinem Sinn' er deiner sich beges 4. Weg' hast du allerwegen, ben, und sollst du für und für an Mitteln fehlt dir's nicht, dein in Angst und Nöthen schweben, Thun ist lauter Segen, dein so frag' er nichts nach dir. Gang ist lauter Licht; dein Werk 10. 2Birds aber sich befinden kann niemand hindern, dein daß du ihm treu verbleibst, fo Wirken darf nicht ruhn, wenn wird dein Leid verschwinden, du, was deinen Kindern er- wenn du's am wen'gsten glaubst; sprießlich ist, willst thun. er wird dein Herze lösen von der 5. Und obgleich Welt und Teu: so schweren Last, die du zu keinem fel dir wollten widerstehn; so wird Bösen bisher getragen hast. doch ohne Zweifel des Höchsten 11. 28ohl dir! du Kind det Rath geschehn. Was er sich vor Treue, du hast und trägst davon, genommen, und was er haben mit Ruhm und Dankgeschreie, will, daß muß doch endlich kom den Sieg und Ehrenkron; Gott men zu seinem Zweck und Biet.lgiebt dir selbst die Palmen in dei ne In allgemeiner Noth. 475 ne rechte Hand, und du singst kann kein Erschaffner hindern. Freudenpsalmen dem, der dein Wenn er gebeut, steht's da. Leid gewandt. 5. Es mag die Hölle wüthen! 12. Mach End', o Herr, Umsonst empört sie sich, wenn er mach Ende mit aller unsrer dich will behüten. Und er bes Noth. Reich uns die Baterhánde hütet dich! Wer gleicht ihm? und laß bis in den Tod uns Seinen Winken gehorchen Erd' allzeit deiner Pflege und Treu und Meer. Laß deinen Muth empfohlen sein; so geben unsre nicht sinken, dein Schirm und Wege gewiß zum Himmel ein. Schild ist er. Mel. Befiehl du deine Wege- 6. Gott zählet deine Zähren und wird, was gut ist, gern nach 744. Chrift! Alles, was deinem Wunsch gewähren. Sei dich kränket, bestille vor dem Herrn! er ist ein fiehl getroft dem Herrn! Er, Hort der Frommen. Hoff uns der die Himmel lenket, ist auch verzagt auf ihn! Denn seine von dir nicht fern. Erwach aus Zeit wird kommen und deine deinem Schlummer, zu Gott Wohlfahrt blühn. erhebe dich! Er sieher deinen 7. Ergieb dich ihm mit FreuKummer und liebt noch vä- den, sei stark durch seine Kraft; terlich. fei auch zur Zeit der Leiden ein 2. Sind's Sünden, die dich Christ und tugendhaft! Und schmerzen? Ja, fühle deine dann ergreif im Glauben den Schuld! Doch trau mit gan Trost der Ewigkeit,( wer kann zem Herzen auf deines Mitts dir diesen rauben?) der allen lers Huld! Bu wahrer Ruhe Gram zerstreut. führet die Reu, die Gott gefällt. 8. Sei froh: dein Gott reAllein, den Tod gebieret die gieret! Sein Rath ist wunders Traurigkeit der Welt. bar; einst wirst du überführet, 3. Tran Gott, nicht deinen daß er der Beste war. Schlüssen, die Wahl des Besten denkst wohl unterdessen: der zu. Sprich: Wer wird's besser Herr erbarmt sich nicht! der wissen? Dein Schöpfer, oder Herr hat mein vergessen! Doch du? Er weiß ja, was dir feh höre, was er spricht: let, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück. 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt?" Denk' an dieß Wort und weine die 4. Der Gott, auf dessen Segen Freudenthrán', o Christ! ,, Könnt' dein ganzes Wohl beruht, ist ihn auch sie vergessen; will ich fiets in seinen Wegen hochheilig, doch deiner nicht, ich deiner weis' und gut. Und was er seinen nicht vergessen!" Der Herr isis, Kindern zu ihrem Heit erfah, der dieß spricht. 10. Mit 476 Kreuz und Frostlieder. 10. Mit ruhigem Gemüthel 4. So will ich zufrieden bleis verlaß auf ihn dich fest und ben und ihm ganz gelassen sein. wiss', daß seine Gûte dich ewig Ich will ihn ins Herze schreiben; nicht verläßt! Er will nach ei- ich bin sein und er ist mein. ner Weile dich desto mehr er- Bis mir einst die Augen brechen, freun. Zu deinem größern Heile will ich unverändert sprechen: verzieht er; harre sein! ,, Ueber Alles, über mich, liebs 11. Wohl dir alsdann, dussier Jesu! lieb' ich dich." Treuer! Wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegeskron'. Auf kurze Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. Vertrauen im Leiden. Mel. Herzlich lieb hab ich dich- 746. Dir trau ich, Gott und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der letzte Funken schwindet. Mein Helfer und mein Gott bis Mel. Alle Menschen müssen sterben- 745. Christus ist mein Schatz du, durch den mein Herz doch und Leben, Jesus endlich Ruh und Freude wieder soll mein Alles sein; nichts findet. Von je her hast du mich kann mir Vergnügung geben, geführt und meines Wandels nichts, als Jesus nur allein. Lauf regiert; mit segensvoller Außer ihm wird alle Freude zu Baterhand so manche Noth hims dem größten Herzeleide; aber weggewandt. Unendlicher! ich wer sich ihm ergiebt, bleibt im trau auf dich; du leitest mich, Trauren unbetrübt. ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Scheints, er habe mich vergessen und gedenke meiner nicht; 2. Schwer ist der Kampf der dennoch steh' ich unterdessen in Leiden, schwer! Kaum fühl' ich getroster Zuversicht. Sein Ver- Muth und Stärke mehr, noch weilen, sein Verziehen wird mit lánger auszudulden; doch ewig, größrer Gnade blühen; und der Vater, zürnst du nicht, du gehst Hoffnung Anker ist, daß er mei- mit uns nicht ins Gericht, strafft ner nicht vergist. nicht nach unsern Schulden. 3. Von dem Abend bis zum Bald ist der Thránen Maaß Morgen sieht mein Auge zu ihm gefüllt, bald meiner Seelen hin, so, daß ich von allen Sorgen Schmerz gestillt, bald hat Gott frei und unbekümmert bin. Er all mein Flehn erhört, mich wird sorgen, er wird wachen gnug geprüft und mich bewährt. und zum Besten Alles machen. Du Gott der Huld! erhört von Auf Vertrauen, auf Geduld dir, lobsingt in mir dann meis folgt der Segen seiner Huld. ne ganze Geele dir. ૩. Ach! In allgemeiner Noth. 477 3. Ach! alle Leiden dieser Zeit in der Demuth Schranken; die sind doch nicht werth der Herr- Demuth wird von Gott erhöht, lichkeit, die du wirst offenbaren. Ja, Herr, du liebst den, der Bald wird auch mir der Dula dich liebt and deiner Führung dung Lohn; bald steh' auch ich sich ergiebt. vor deinem Thron' mit treuer 5. Drum will ich dir mich übera Kämpfer Schaaren; und danke lassen mit Allem, was ich hab' dann dir, Gott, verklärt, der und bin. Ich werfe, was ich nicht jetzt mich prüft, mich dann bekann fassen, auf deine Macht und währt, daß ich, von allen Leiden Weisheit hin. Der Ausgang frei, ein Seliger des Himmels zeigt doch immerdar, daß siets sei. Barmherziger! fest, ohne dein Rath voll Güte war. Graun will ich dir traun; denn einst werd' ich dein Antlig schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott 747. Fürwahr, du bist, one Sachen allzeit heinigeſtellt; Gott, verborgen! er hat mich erkehren, eh' ich Dein Rath bleibt für uns wun- noch geboren bin in diese Welt; derbar. Umsonst sind alle unsre hat mir auch nach seinem Sorgen. Du sorgtest, eh' die Brauch, was vonnöthen, steis Welt noch war, für unser Wohl gegeben hier in diesem Leben. schon váterlich. Dieß sei genug zum Trost für mich. 2. Gott der wirds wohl mas chen, der mir manches Lachen, 2. Dein Weg ist zwar in Fin- Freud' und Lust geschenkt; der sterniffen vor unsern Augen oft mich nie vergessen, der mit Kleid versteckt. Doch wenn wir erst und Essen täglich mich bedenkt; den Ausgang wissen, wird uns auch, wenn fast des Kreuzes die Ursach auch entdeckt, was last seine Lieben ziemlich drükrum dein Rath, der niemals fet, hat er mich erquicket. fehlt, den uns so dunklen Weg gewählt. Mel. Jesu meine Freude- 748, Gott der wirds wohl machen, dem ich meis 3. Gott der wirds wohl mas chen; laß das Wetter krachen 3. Nie sind die Tiefen zu er- und die Etürme gehn! Wenn gründen von deiner Weisheit, mit großem Grausen alle Wel= Macht und Gür. Du kannsisten brausen, will er bei die viel tausend Wege finden, wo stehn. Gott ist da mit Hülfe die Vernunft nicht einen sieht. nah; schlägt dich Unglück gleich Aus Finsterniß bringst du ans darnieder, Gott erhebt dich Licht; du sprichst, o Gott, und wieder. es geschicht. 4. Gott der wirds wohl mas 4. So weicht denn, ängstliche chen, er wird selber machen über Gedanken! Gott kann weit mehr, deine Noth; wenn du willst verals ihr versteht. Bleib, Seele, zagen ganz in deinen Plagen, ist der 478 Kreuz- und Troftlieder. der fromme Gott auf dem Plan 3. Wenn dein getreuer Got und nimmt dich an, dann ver- dich führt, wenn er dein Her stäubt die Angst geschwinde, und Thun regiert; so kann dein wie der Rauch vom Winde. Herz sich stillen. Du hast ge 5. Gott der wirds wohl ma- nug Beruhigung in Gottes gu chen, machtig in dem Schwachenstem Willen. mouled ist er allezeit. Wem hat's je ge- 4. Von keinem blinden Ohn fehlet, der ihn bat erwählet zum gefähr, vom besten Vater komm Trost in dem Leid? Drum, mein es her, das Kreuz, das dir bes Herz, vergiß den Schmerz, Alegegnet; des Leidens Tag, den les steht in seinen Händen. Gott Liebesschlag sind auch vom kann Alles wenden. Herrn gesegnet. 6. Gott der wirds wohl ma- 5. Gott bat schon in der altem chen, wenn des Todes Rachen Zeit mit solcher weisen Gütiga gleich ist aufgethan; wenn die feit die Heiligen geleitet; der, Lebensjahre liegen auf der Bab- den Gott rief und ihn ergriff re, führt er himmelan. Dieser ward stets von Noth begleitet. Bund hat seinen Grund: die 6. Die Frommen wallen als gelebt und leben werden, kom- lerseits als Pilger, Jeder trägt men in die Erden. fein Kreuz; sie gehen hin und 7. Gott der wirds wohl ma- weinen. Doch Jeder spricht mit chen, der auch seine Schwachen Zuversicht: ,, Gott kann's nicht farket kraftiglich; führt er gleich böse meinen." die Seinen über Stock und 7. Ja, Gott ist fromm und Steinen vielmals wunderlich. gut und treu. Glaubst du, Sei bereit in Freud und Leid; daß Gott die Liebe sei; so Gott befiehl nur deine Sachen. hemme deine Klagen. Das Leis Gott, der wirds wohl machen. den drückt! doch, was Gott fchickt, hilft er als Gott auch Mel. In dich hab' ich gehoffet- tragen. 07. 749, Gott führt die Seiz 8. Er wog, eh' noch die Welt nen wunderlich; entstund, nach jedes Christen bist du sein Kind, so schicke dich, Kraft, das Pfund der Leiden getroft ihm nachzugehen. Kein und der Schmerzen; er wog Weiser kann die heil'ge Bahn auch schon den Gnadenlohn auf und ihren Zweck verstehen. feinem Vaterherzen. 2. Die Wege, die des Höch- 9. Erzurne dich, Kind Got sten Rath den Seinen ausgetes, nicht, wenn der, der Got zeichnet hat, sind nicht der tes Joch zerbricht und frech Menschen Wege. Doch, fasse der Sünde dienet, als wie ein Muth! sein Weg ist gut; sei, Baum, im weiten Raum sich ihn zu gehn, nicht träge.[ breitet, wächst und grünet. 10. Des In allgemeiner Noth. 479 10. Des Spotters und des will scheinen; Gott kann's nicht Heuchlers Glück währt oft nur böse meinen! anoni einen Augenblick, bald werden 2. Gott fann's nicht böse meis fie zunichte; wen Súnd' ergößt, nen! Niemand ist gur, als er als den trifft zuletzt der Allmacht Strafgerichte. lein; wie kann sein Wille böse sein? Er will, daß Allen soll ge11. Thu emsig deine Christen- holfen werden, macht Alles wohl pflicht; sei fromm vor Gottes im Himmel und auf Erden. Wer Angesicht, fahr fort, die Welt nur sein Werk im Glauben thut, zu haffen. Bet' oft, halt an! find't, daß er's mit ihm meine Wer beten kann, den kann gut; wohl, wer ihm traut! denn Gott nicht verlassen. er versäumet Keinen. Gott fann's nicht böse meinen! apa? Jintani Mel. Nun freu't euch lieben- 3. Gott kann's nicht böse meis 750, Gott herrschet und nen! Er hat mich an das Licht hált bei uns Haus; gebracht und täglich für mein was sagst du, Mensch, dawider? Heil gewacht; der mird mich fers Was schlägst du seinen Willen ner bis ins Alter tragen, und, aus? Leg in den Staub dich was mir selig ist, mir nicht vers nieder. Schweig fiill, laß ihn sagen. Ich steh' in meines Bas nur Meister sein. Er ist das ters Hut, Gott meint's mit seis Haupt, wir insgemein dessel: ner Führung gut. Er sorgt für ben schwache Glieder. mich, gleich wie von Kindesa beinen; Gott kann's nicht böse rad god sjed 2. Wie wohl ist doch der Mensch daran, der sich in Got meinen! tes Wege in tiefster Demuth 4. Gott kann's nicht böse meis schicken kann, ihm ausbält alle Schläge! Dieß nimmt der höch: sten Kunst den Preis. Herr! gieb uns, daß sich aller Fleiß auf dieß zu lernen lege. nen! Der Sünden Menge schreckt mich sehr, doch ist der Güte Gots tes mehr; ich rief: ,, Gott sei mir Sünder gnädig!" Er sprach: Getroft! du bist von Sünden ledig; dich reinigt Jefu theures Blut." Gott meint's mit seiner Führung gut! Er macht gerecht und zählt mich zu den Seinen; Gott kann's nicht böse meinen! 751. Gott kann's nicht bó se meinen! Sein Baterwort betrüget nicht, dar in er mir so fest verspricht, er wolle mich mit seinen Augen lei: 5. Gott kann's nicht böse meis ten; drum folg' ich seinem Ruf nen! Wenn ich mir selbst nicht zu allen Zeiten. Ich habe Trost rathen kann, nimmt Gott sich und guten Muth; Gott meint's meiner Sachen an; gnug, ich bes mit seiner Führung gut! Er läßt febl' dem Herren meine Thaten, mich nicht! wenn's gleich oft soler wird's wohl machen und mir treus 480 Kreuz und Trostlieder. O Gott treulich rathen! Es gilt mir mel. Gott, du frommer Gott- gleich, wenns nur thut; Gott meint's mit seiner Füh: 752. Gott ist und bleibt getreu! Sein Hers rung gut! Er lenkt das Herz der ze bricht von Lieben, pflegt er Großen und der Kleinen. Gott gleich oftermals die Seinen zu kann's nicht böse meinen! betrüben; er prüfet durch das 6. Gott kann's nicht böse mei- Kreuz, wie rein der Glaube sei, nen! Was mir nicht gut ist, geht wie standhaft die Geduld. Gott zurück, das größte Unglück ist ist und bleibt getreu. mein Glück; ich weiß, daß de: 2. Gott ist und bleibt getreu! nen, die Gott lieben wollen, Er hilft ja selber tragen, was zum Besten alle Dinge dienen er uns auferlegt, die Last der sollen. So geh' ich dann durch schweren Plagen; er braucht die Gluth und Fluth! Gott meint's Rathe oft und bleiber doch das mit seiner Führung gut! Den bei dein Vater, der uns liebt. Abend lang währt nur das bitt': Gott ist und bleibt getreu. re Beinen. Gott kann's nicht böse meinen. iseni enden er 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen; et 7. Gott kann's nicht böse mei- pfleget nie zu viel den Schwas nen! Die Welt meint's falsch zurschen aufzulegen; er macht sein bösen Zeit, und, wenn mir's schwaches Kind von Last und wohl geht, hab' ich Neid; doch Banden frei, wenn große Noth mag die Welt gleich ganz im entsiebt. Gott ist und zc. Argen liegen, will ich doch ihre 4. Gott ist und bleibt getreu! bose Lust besiegen. Trotz biet' Er tröstet nach dem Weinen. Er ich aller Feinde Wuth; Gott táßt nach trüber Nacht die meint's mit seiner Führung gut! Freudensonne scheinen. Der Meint's Niemand gut, so hab' Sturm, des Kreuzes Sturm, ich dennoch Einen, der kann's geht oft geschwind vorbei; sei, nicht böse meinen. Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 8. Gott kann's nicht böse meinen; weil ich im Leben Christi 5. Gott ist und bleibt getren! bin, so ist der Tod auch mein Er stillet dein Begehren, er will Gewinn. Ich bin gewiß, daß dein Glaubensgold in Trübsalés mein Erlöfer lebet, der mich, gluth bewähren. Nimm an von fein Glied, zu sich, dem Haupt, Gottes Hand den Kreuzkelch obs erhaber; die Seele lebt, der ne Scheu, der Lebensbecher folgt. Körper ruht. Gott meint es Gott ist und bleibt getreu. auch im Tode gut! Er spricht 6. Gott ist und bleibt getreu! mich los, wenn Jesus wird er Laß alle Wetter frachen, Gott scheinen. Gott kann's nicht wird der Trúbsal doch ein sols bofe meinen! Iches Ende machen, daß alles Kreuz In allgemeiner Noth. 481 Kreuz und Leid dir ewig nützlich dich deine Sünden kránken, dein sei. So liebt der Höchste dich! Gott ist und bleibt getreu. 753. Gott lebet noch! SeeVerbrechen quält dich sehr; kommt zu Gort, er wird versens fen deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen tann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch, 2c. le, was verzagst du doch? Gott ist gut, der auf Erbarmen alle Hülf' auf Erden 6. Gott lebet noch! Seele, thut, der mit Kraft und starken Armen machet Alles wohl und was verzagst du doch? Will gut. Gott kann beffer, als wir dich alle Welt verlassen, weißt denken, alle Noth zum Besten du weder aus noch ein; Gott lenken; Seele, so bedenke doch: wird dennoch dich umfassen Lebt doch unser Herr Gott noch. und im Leiden bei dir sein. 2. Gott lebet noch! Ceele, Gott ists, der es herzlich meis was verzagst du doch? Sollt' er net, wo die Noth am größten schlummern oder schlafen, der icheinet. Seele, so bedenke: c 7. Gott lebet noch! Seele, das Aug' hat zugericht't? Der die Chren hat erschaffen, sollte was verzagst du noch? Mußt dieser bören nicht? Gott inou schon geängstet wallen auf Gott, der hört und fiebet, wo er barten Dornenbahn, es ist den Frommen weh geschiehet; führen bimmelan. Gott wird. Gottes Wohlgefallen, dich zu Seele, so bedenke doch, ic. 3. Gott lebet noch! Seele, nach dem Jammerleben Friede, was verzagst du doch? der den Freud' und Wonne geben. Sees Erdenkreis verbüllet mit denle, so bedenke doch, 2c. Wolken weit und breit, der die Mel. Wer nur den lieben Gott- ganze Welt erfüllet, ist von une 754. Gott sorgt für mich, nicht fern und weit. Wer Gott was will ich fors liebt, dem will er senden Hülfaen? Er ist mein Vater, ich sein und Trost an allen Enden. See: Kind. Er sorgt für heut, er sorgt le, so bedenke toch, 2c. für morgen, so daß ich täglich 4. Gott leber noch! Seele, Spuren find', wie Gott die Seis was verzagst du doch? Bis nen väterlich versorgt und du schwer mit Kreuz beladen, schützt. Gott sorgt für mich. nimm zu Gott nur deinen Lauf; 2. Gott sorgt für mich; ihm Gott ist groß und reich von will ich trauen. Ich weiß ges Gnaden, hilft den Schwachen wiß, was mir gebricht, werd' gnädig auf. Gottes Gnade ich durch seine Güte schauen, so wabret immer, feine Treu ver bald er nur sein Machtwort gebet nimmer. Seele, so 2c. ipricht. Drum bin ich jetzt und 5. Gott lebet noch! Seele, ewiglich gar wohl versorgt. was verzagst du doch? Wenn Gott sorgt für mich. 31 3. Go 482 Kreuz und Trostlieder. 3. Gott sorgt für mich nach sto setzt er mich zum Erben, da Seel' und Leibe. Sein Wort mich sonst Fluch und Strafe ists, das die Seele nährt, und traf. Drum nimmt er meiner wenn ich mein Berufswerk trei- Geist zu sich in seine Ruh und be, wird für den Leib mir Brod sorgt für mich. gewährt. Wohl dem, der ihm 9. Gott sorgt für mich auch nur festiglich vertraut und noch im Grabe, demkeib' gewährt glaubt: Gott sorgt für mich. er seine Ruh; und wenn ich aus 4. Gott sorgt für mich bei geschlummert habe, so führt er theuren Zeiten. Auch in der mich dem Himmel zu. An Leib größten Hungersnoth kann er und Seele hoch erfreut, preif mir einen Tisch bereiten; nie feh- ich ihn dann in Ewigkeit. let mir mein täglich Brod. Jsts gleich nicht viel, doch danke ich; er fegnet es und sorgt für mich. 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir als der nichts Böses je gethan; auch verlassen sind. Er läßt wer nur sein Weinen und sein uns seinen Trost erscheinen, Lachen nach Gottes Schickung wenn mancher Anschlag uns fügen kann, der hält im Glüc zerrinnt. Geht es den Meinen und Unglück still und will, was kümmerlich, zag' ich doch nicht: Gottes Wille will. Gott sorgt für mich. 2. Kann doch kein Unfall mit 6. Gott sorgt für mich in mei- begegnen, es sei denn Gottes nem Leiden. Das Kreuz, das Will dabei; auch kann mich er mir auferlegt, verwandelt er Niemand anders segnen, als gar bald in Freuden; und wenn meines Schöpfers Vatertreu. Gott gleich die Seinen schlägt, So treffe mich denn Bös und so schlägt er doch nur väterlich Gut, wenns nur des Höchsten zu unserm Wohl und sorgt für Wille thut. mich. Mel. Wer nur den lieben Gott755. Gott weiß es Alles wohl zu machen 3. Ich zähle ja viel tausend 7. Gott sorgt für mich in mei Proben von meines Schöpfers nem Alter; da hebt und trägt Gütigkeit, die ich nicht alle weiß mich, der mich liebt. Denn im- zu loben in meiner Unvermo mer bleibt er mein Erhalter, der genheit, draus ich unfehlbat mir in Schwachheit Stärke schließen kann: was Gott thut, giebt. Weil er noch niemals das sei wohlgethan. von mir wich, so glaub' ich auch: Gott sorgt für mich. 4. Ergoßzen mich vergnügte Beiten und sitz' ich in des Glük 8. Gott sorgt für mich auch tes Schovs, dann schadet nicht einst im Sterben, der Tod wird bisweilen Leiden, es würde sonst mir ein süßer Schlaf. In Chri- der Muth zu groß; auch prüfet Gota In allgemeiner Noth. 483 Gottes Prüfestein, was recht 3. Es kann nicht jeder Wunsch bewährte Christen sein. gelingen, den man sich etwa auss 5. Drum wünsch' ich mir im gedacht. Man sieht, wer's mit Kreuz und Glücke Geduld und Gewalt will zwingen, daß er nur Demuth jederzeit, damit ich Uebel árger macht. Gnug, was mich gehorsam schicke zu wahrer mir fehlt, ist Gott bekannt, der Gottgelaffenbeit, und achte wes hilft durch seine rechte Hand. der Wohl noch Weh, wenn ich 4. Die rechte Stunde wird in Gottes Gnade steh'. wohl kommen, da seine Hülfe Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen- mich erfreut. Ich weiß, daß 756. Hilf, Helfer, bilf in endlich doch den Frommen ihr Angst und Noth! Wunsch des Herzens wohl ges erbarm dich mein, o treuer deiht. Mein Glaube hat dieß Gott! Ich bin ja doch dein lie- fesie Band: Mich segnet Gotz bes Kind, trotz Teufel, Welt tes rechte Hand. und aller Sünd'! 5. Will's Gott, so stellet sich 2. Ich trau auf dich, o Gott wohl morgen der Segen meiner mein Herr! Wenn ich dich hab', Hoffnung ein, und wird von als was will ich mehr? Ich hab' ja len meinen Sorgen ein Staubs dich, Herr Jesu Christ, der duschen nicht mehr übrig sein. So mein Gott und Heiland bist. hab' ich ein gelobtes Land, und 3. Deß freu ich mich von Her front mich Gottes rechte Hand. 6. Geduld! will ich indessen zensgrund; voll Trost und Muth preist dich mein Mund; ich traussprechen; Geduld! wenn sich's auch ganz allein auf dich; hilf, noch will verziehn; Geduld! die Spelfer! mir stets gnáviglich. Beit wird Rosen brechen, die mir Mel. Wer nur den lieben Gott- aus Gottes Liebe blühn. Dabei 757, h bin bei allem verharr' ich unverwandt: Bald andert's Gottes rechte Hand. Kummer stille, der mir auf meinem Herzen liegt. Es Met. Wer nur den lieben Gott- ist des lieben Gottes Wille, der 758. Ich halte Gott in Als mich zu seiner Zeit vergnügt. lem stille, er lies Denn dieser Trost ist mir bekannt: bet mich in Freud' und Schmerz; Es ändert Gottes rechte Hand. wie gut ist Gottes Baterwille! 2. Er kann es thun; drum will Wie freundlich sein holdselig ich hoffen. Er will es thun; so herz! Er ist mein Hort und trau ich drauf. Sein Vaterherz meine Zier, was Gott gefällt, fieht Jedem offen und nimmt gefällt auch mir. auch meine Seufzer auf. Sein 2. Mein Gott weiß Alles wohl Bort ist mir ein sichres Pfand, zu machen, er ist der ewig treue da stärkt mich Gottes rechte Freund; er läßt mich nach dem Hand. Weinen lachen, was er nur thut, 31* fft 481 Kreuz und Trostlieder. ist wohl gemeint. Sein Lieben wäbret für und für; was Gott gefällt, gefällt auch mir. 3. Jesu! bilf siegen! Ach! wer muß nicht klagen: Herr! mein Gebrechen ist immer vor dir! 3. Sein Wille bleiber mein Ver- Hilf, wenn die Sünden der Ju gnügen, so lang ich leb' auf dieser gend mich nagen, die mein Ge Welt; was kann mein eigner wissen mir täglich hält für. Ach! Wille tügen, wenn er nicht will, laß mich schmecken dein kräftige was Gort gefällt? Ich denk' au Verfühnen und dieß zu meiner meine Christgebühr, was Gott Demüthigung dienen. gefällt, gefällt auch mir. 4. Jesu! bilf fiegen, wenn in 4. Er will und wird mich ewig mir die Sünde, Eigenlieb, Hofe lieben, er weiß was Seelen farth und Mißgunst sich regt, nüglich sei; er hat mich in die wenn ich die Lust der Begierden Hand geschrieben mit lauterm empfinde, und sich mein tiefes Golde seiner Tren. Weg eiga Verderben darlegt; so hilf, daß ner Wille, weg mit dir! Was ich vor mir selbst mag erróthem Gott gefällt, gefällt auch mir. und durch dein Leiden mein 5. Gott will, daß mir gehol sündlich Fleisch tödten. fen werde, er will der Seelen 5. Jesu! hilf siegen und lege Seligkeit; drum reiß ich mich gefangen in mir die Lüste des von dieser Erde durch wahre Fleisches und gied, daß in mis Gottgelaffenheit. Sein Williebe des Geistes Verlangen, auf ergebe dort und hier; was Gottwärts sich schwingend durch hel gefällt, gefällt auch mir. tigen Trieb. Laß mich eindrin 759. Jefu, bilf fiegen, du gen ins göttliche Wesen, so wird Fürste des Lebens, mein Geist, Leib und Seele fieb, wie die Finsterniß dringet genesen. herein, wie sie ihr höllisches Heer 6. Jesu! hilf fiegen, damit nicht vergebens mächtig auffüh auch mein Wille dir, Herr! sei ret, mir schädlich zu sein. Sa gänzlich zu eigen geschenkt, und tan, der sinnet auf allerhand ich mich stets in dein Wollen Ránke, wie er mich sichte, ver- verhülle, wo sich die Seele zur sidre und Fränke. Ruhe hintenkt. Laß mich mit 2. Jesu! bilf fiegen, der du serben und alle dem Meinen, mich erkaufet; rette, wenn daß ich mich zählen kann untet Fleisch und Blut, Satan und die Deinen. # Welt, mich zu berücken, ganz 7. Jesu! bilf fiegen in allerlei grimmig anlaufet, oder auch Fällen, gieb mir die Waffen des schmeichelnd sich listig verstellt. Geisies zur Hand, wenn mir die Wüthen die Feinde von außen holischen Feinde nachstellen, dich und innen, laß mir, Herr! mir zu rauben, du edelstes Pfand! niemals die Hülfe zerrinnen. So hilf mir Schwachen mit A macht In allgemeiner Noth. 485 macht und Stärke, daß ich, offingen, Jesu! mein Helland, Liebster! dein Dasein bemerke. mit frohem Gesang. Wie wird 8. Jesu! hilf fiegen! Wer mag dein Name da werden gepries sonst bestehen wider den listig sen, wo du, o Held, dich so verschmitgeten Feind? Wer mag mächtig erwiesen. doch dessen Versuchung entge Mel. Werde münter mein Gem.- hen, der wie ein Engel des Lich: 760. Jesus bleiber mein Vergnügen, der tes wo du weichst, so muß ich ja irren, den wahren Frieden schenkt; wenn mich der Schlangen List durch ihn werd' ich endlich fies sucht zu verwirren. gen über Alles, was mich kränkt. 9. Jesu! hilf siegen und laß Sind die Leiden dieser Zeit doch mich nicht sinken, wenn sich die nicht werth der Herrlichkeit, wels Kräfte der Lügen aufblähn und che dorten werden finden, die mit dem Scheine auf Wahrheit geduldig überwinden. fich schminken; laß doch viel hel- 2. Ei! was sollt' ich mich denn ler mich deine Kraft sehn! Steb grämen, wenn mir's gleich hier mir zur Rechten, o König und widrig geht? Laß die Welt das Meister! lehre mich kämpfen Ihre nehmen, gnug, wenn Jes und prüfen die Geister. fus bei mir steht. Was mir aus 10. Jesu! bilf siegen im Wager dem gebricht, fahre hin, es chen und Beten! Hüter! du schad't mir nicht. Der zur Rechs schlafest und schlummerst nicht ten Gottes fizet, weiß am bes ein. Laß dein Gebet mich unendsten, was mir nützet. lich vertreten, der du verspro- 3. Gieb mir doch Gott alle chen, mein Belstand zu sein. Morgen neue Lebenskraft und Wenn mich die Nacht mit Ermü- Start'; so wird er ja weiter dung will decken, wollst du mich, sorgen für mich, felner Hände Jesu! ermuntern und wecken. Wert. Denken Menschen, wie 11. Jefu! bilf fiegen, wenn sie mich stürzen wollen listiglich; Alles verschwindet und ich mein Gott, mein Hüter, wird schon Nichts und Verderben nur seh'. wachen und ihr Thun zu Wenn kein Vermögen zu beten Schanden machen. ich findet, wenn ich bin, wie 4. Von dem Herrn will ich ein verschüchtertes Reb; ach nicht lassen, es mag gehen, wie Herr! so wollst du im Grunde es will. Wenn mich Welt und der Seelen mire's doch nicht Satan hassen, hoff' ich auf ihn lassen an Tröstungen fehlen. und bin still. Ist gleich Nies 12. Jesu! bilf siegen und mand mir zur Hand, dem mein laß mir's gelingen, daß ich das Leiden ist bekannt und dem ich's Beichen des Sieges erlang'; so recht könnte klagen, ei! so will will ich ewig dir Lob und Danklich's Gott vortragen. 5. Muß 486 Kreuz und Trostlieder. 5. Muß ich auch an Babels 10. Weil denn Gott der Waisen Weiden meine Harfen hangen Vater und der Wittwen Richten bin; kann ich nicht in solchen ist, so bleibt er auch mein BeraFreuden, wie wohl wünschet ther, dem ich trau zu jeder Frist Herz und Sinn, bin zum Tem- Wenn die Todesnacht anbricht, pel Gottes gehn: so soll meines leuchtet mir des Glaubens Licht, Herzens Flehn doch vor Gott und auch in den letzten Zügen mit Andacht treten und im bleibet Jesus mein Vergnügen. Geist und Wahrheit beten. 6. Gott har Alles ja in Hån: 761. In dich habe ich geden und es könnte seine Macht daß ich nicht zu Schanden werd' hoffet, Herr, hilf leichtlich solche Hülfe senden, noch ewiglich zu Spotte; das woran nie ein Mensch gedacht; bitt' ich dich, erhalte mich im aber da sein weiser Nath anders deiner Treu, Herr Gotte! es beschlossen hat: so dient doch auch, was betrübet, dem zum zu mir, erhör mein' Bitt', the 2. Dein gnädig Ohr neig her Besten, der ihn liebet. dich berfür, eil bald, mich zum 7. Großes Unsehn, Ehr' und Glücke und was sonst der Welt erretten; in Angst und Weh ich fehnlich fleh: gefällt, sind oft Satans Netz und meinen Nöthen!" ,, Hilf mir aus Stricke, worin er gefangen hält 3. Mein Gott und Schirmer, die, so Chrifio fich entziehn und feb mir bei, fei mir ein' Burg den Weg des Kreuzes fliehn. Ach darin ich frei und ritterlich mög Herr! folche Eitelkeiten lastreiten wider mein'n Feind', der't mein Herz nicht von dir leiten. gar viel seind an mir auf allen 8. Zieh, o Jesu! meine Sin- Seiten. nen vielmehr von dem Allen ab, 4. Du bist mein' Stárk', mein was doch endlich muß zerrinnen, Fels, mein Hort, mein Schild, und laß mir bis in mein Grab mein' Kraft, sagt mir dein Wort, deinen Tod und Kreuzespein ein mein' Hülf, mein Heil, mein le allstetes Denkmal sein, daran ben, mein starker Gott in aller ich mich möge üben, dich im Noth; wer mag dir widerstreben? Kreuze recht zu lieben. 5. Mir hat die Welt trüglich 9. Laß mich dieses recht be- gericht't, mit Lügen und mit fal denken, wie durch dich, Herrschem G'dicht, viel Netz' und Jesu Christ, mehr, als alle Welt beimlich' Stricke. Herr, nimm kann schenken, mir bei Gott er- mein wahr in dief'r Gefahr, worben ist. Ach! dieß stärkt b'hüt mich vor falscher Tücke. Herz, Muth und Sinn, wenn 6. Herr, meinen Geist befehl ich recht gelassen bin und mit ich dir! Mein Gott! Mein Gott! dem, was Gott beschieden, sich weich nicht von mir! Nimm mich mein Herze stellt zufrieden. in deine Hände! O wahrer Gott! dus 487 Weit minder fann Verführung dann dir deine In allgemeiner Noth. aus aller Noth hilf mir am Glauben. letzten Ende. 7. Glorie, Lob, Ehr' und Krone rauben. Herrlichkeit sei Vater, Sohn 7. 3war stört das Leiden deis und Geist bereit't, in Gottes ne Rub; mit bangen Thränen beil'gem Namen. Die göttlich' säest du und unter viel Bes Kraft mach' uns sieghaft durch schwerden. Christ, hoffe doch! Jefum Christum. Amen. es wird dir noch zur reichen Mel. In dich hab ich gehoffet- Ernte werden. 762. Jn Trübfal, Chrift, 8. Verschmerzt ist leicht ein irs sei unverzagt; disch Leid; kurz ist der Augenblick wenn Schwermuth an dein Herz der Zeit. Doch ewig, ewig waha sich wagt, erheitre dein Gemuret dort ein Genuß, ohn' Uebers the! Du weißt, auch dich liebt bruß, wie ihn der Geist begebret. 9. Auch bleibet stets dein Gott väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von getréu; steht dir, als Vater, ohngefähr; dein Gott schickt liebreich bei; sorgt, daß er dir es zu, und er zeigt sich in dich erquicke. Er schafft dir seinen Wegen so groß von Rath, Rast, daß deine Last dich nie als groß von That und reich ganz niederdrücke. an Gnad' und Segen. 10. Verbärg' er auch sein Ans 3. Der dich in Seſsu herzlich gesicht, dieß raube deinen Muth liebt, sucht, wenn er dich durch dir nicht: Gott kann sein Kind Kreuz betrübt, das wahre Heit nicht haffen. Wer ihn nur liebt, der Seele; weckt dich, daß nicht sich ihm ergiebt, den wird er zu deiner Pflicht dir Lust und nicht verlassen. Eifer fehle. 11. Durch Trübsal sind zu 4. Das Kreuz beugt Stolz aller Zeit, die Frommen in undUlebermuth; erstickt der Wol die Herrlichkeit, gleich Jesu, lust wilde Gluth; bricht die Ge- leingegangen. Denkst denn nur walt der Sinne; erweicht das du, in tráger Ruh die Krone Herz, daß fremder Schmerz dein zu erlangen? Mitleid leicht gewinne. 12. Demüthige dich, gleich 5. Auch übt das Kreuz dich als sie! gleich ihnen, bet' und zur Geduld; erhöht den Werth zage nie! denn Gott erhört dein von Gottes Huld; stärkt mách- Flehen. Bald weicht dein Leid; tig dein Vertrauen; lehrt im zu seiner Zeit wird dich dein Verlust dich nun mit Lust aufs Gott erhöhen. Unsichtbare schauen. Mel. Schak über alle Schäße 6. Des Leidens Hitz' entflammt 763. Jft Gott für mich, fo dich stets zu größrer Inbrunst trete gleich des Gebets und läutert deinenlwider mich; so oft ich ruf und bete, 488 Kreuz und Trofflieder. bete, weicht Alles hinter sich.| trübt, weil mich mit Flügeln de Hab' ich das Haupt zum Freun ket mein Heiland, der mich liebt de und bin geliebt bei Gott; was 7. Sein Geist wohnt mir im kann mir thun der Feinde und Herzen, regieret meinen Sinn Widerfacher Nott'. vertreibet Sorg' und Schmer 2. Nun weiß und glaub' ich zen, nimmt allen Kummer bis feste, ich rübm's auch ohne giebt Segen und Gedeihen dem, Scheu, daß Gott, der Höchst' was er in mir schafft, bitst min und Beste, mein Freund und Bajdas Abba schreien aus allem ter sei, und daß in allen Fällen meiner Kraft. er mir zur Rechten sieb' und 8. Und wenn an meinem Orte dampfe Sturm und Wellen und sich Furcht und Schrecken find't, was mir bringet Weh. so feufzt und spricht er 23orte, dir 3. Der Grund, drauf ich unaussprechlich sind mir zwa mich gründe, ist Christus und und meinem Munde, Gott aber fein Blut; das machet, daß ich wohl bewußt, der an des Her finde das ew'ge wahre Gut.zens Grunde ersicher seine Lus An mir und meinem Leben ist 9. Sein Geist spricht meinen nichts auf dieser Erd'; was Geiste manch süßes Trostwon Chrifius mir gegeben, das ist zu, wie Gott dem Hülfe leiße der Liebe werth. der bei ihm fuchet Rab; und 4. Mein Jesus ifit mein' Ehre, wie er hab' erbauet ein' eck mein Glanz und schönstes Licht; neue Stadt, da Aug' und Herp wenn der nicht in mir wäre, so schauet, was es geglaubet hat. dürft' und könnt' ich nicht vor 10. Da ist mein Theil und Gottes Augen stehen und seinem Erbe mir prachtig zugericht't. Richterfi; ich mußte stracks ver- Wenn ich gleich fall' und sterbe, geben, wie Wachs in Feuerbity fällt doch mein Himmel nicht; 5. Der, der bat ausgelöschet, verbring' ich auch bienieden mit was mit sich führt den Tod; der Thránen manche Zeit, mein J ist's, der mich rein wäschet, fus und sein Frieden versüßet macht schneeweiß, was ist rotb. alles Leid. In ihm fann ich mich freuen, 11. Wer sich mit dem verbindet, bab' einen Heldenmuth, darf den Satan flieht und hast, da kein Gerichte scheuen, wie sonst wird verfolgt und finder oft man ein Sünder thut. che schwere Last zu leiden und 6. Nichts, nichts kann mich tragen, geráth in Hohn und verdammen, nichts nimmet mir Spott, das Kreuz und alle Pla mein Herz; die Hou' und ihre gen, die sind sein täglich Brod Flammen, die find mir nur ein 12. Das ist mir nicht verbors Scherz. Kein Urtheil mich er- gen; doch bin ich unverzagt Schrecket, kein Unheit mich besGott will ich lassen sorgen, dem ich In allgemeiner Noth. 489 ich mich zugesagt. Es koste Leib sein; denn die zeitlichen Freua und Leben und Alles, was ich den führ'n oft in ew'ge Pein. hab'; an dir will ich fest kleben 3. Treulich will ich Gott bitten und nimmer lassen ab. und nehmen zum Beistand in als 13 Die Welt, die mag zerbre- ten meinen Nöthen, ihm beffr als chen, du stebit mir ewiglich; kein mir bekannt. Um G'ou'd will Brennen, Hauen, Stechen soll ich fiets bittten in all'n Anliegen trennen mich und dich; kein mein, er wird mich wohl behús Hunger und kein Dürsten, kein' ten und mein Nothhelfer fein. Armuth, keine Pein, kein Zorn deß großen Fürsten soll mir ein' Hind'rung sein. 4. All's Glück und Ungetücke, das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurücke und fleh' in 14. Rein Engel, keine Freu meiner Noth. 2Bie könnt' er den, kein Thron, kein' Herrlich mich denn lassen, der treu' Noths keit, kein Lieben und kein Lei- belfer mein? Nein, wenn die den, kein' Angst und Herzeleid, Noth am größten, will er g'wiß was man nur kann erdenken, bei mir sein. es sei klein oder groß, der Reis 5. Reichthum und alle Schätze, nes soll mich lenken aus deinem was sonst der Welt gefällt, Arm' und Schoos. drauf ich mein'n Sinn nicht 15. Mein Herze gebt in setze, das bleibet in der Welt. Springen und kann nicht trau Ein'n Schatz bab' ich im Himrig sein, ist voller Freud' und mel, der Jesus Christus heißt, Singen, sieht lauter Sonnens ist über alle Schätze, schenkt schein. Die Sonne, die mir las uns den beil'gen Geist. chet, ist mein Herr Jesus Christ; 6. Ibn hab' ich eingeschlossen das, was mich singen machet, in meines Herzens Schrein; sein ist, was im Himmel ist. Blut hat er vergosfen für mich arm's Würraelein, mich damit Mel. Schatz über alle Schäße764, Reinen but Gott ver- zu erlösen von ew'ger Angst und lassen, der ihm ver: Pein. Wie könnt' auf dieser Ers trant allzeit; und ob ibn gleich den doch größre Liebe sein? Viel' baffen, geschiebt ihm doch 7. Nun ſollt' ich mich erzeigen kein Leid. Gott will die Seinen dankbar für solche Gnad'; ich geb schützen, zuletzt erheben hoch mich Gott zu eigen mit Allem, und geben, was ihn'n nutzet was ich hab'. Wie er's will weiter hier zeitlich und auch dort. machen, sei ihm anheimgesiet; 2. Allein ich's Gott beimstelle, ich b'fehl ihm all' mein' Sachen, er mach's, wie's ihm gefällt, zu er mach's, wie's ihm gefällt. Nut mein'r armenSeele. In dies 8. Amen! nun will ich schließen fer argen Welt ist doch nur Kreuz dieß schlechte Liedelein. Here! und Leiden, und muß auch alsoldurch dein Blutvergießen, laß 490 Kreuz und Trostlieder. mich dein eigen sein! so hab' ich Gott figet, nimmts an, wie es all's auf Erden, was mich erfreu: geht; geht es nur zum Himmel et schon; im Himmel foll mir zu, und bleibt Jesus unbeschie werden die ew'ge Gnadenkron. den, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele banget an di 765. Meine Hoffnung ste und verlanget, Gott, bei dir za het feste auf den fein aller Ort und Zeiten, und lebendigen Gott; er ist mir der Allerbeste, der mir beisteht in der Noth; er allein soll es sein, den ich nur von Herzen mein'. mag Keinen leiden, der ihr redet Geld; wornach sind so Viel' be ein von der Welt, Ehr', Lust und 2. Sagt mir: Wer kann doch fliffen, mag sie gar nichts wissen. vertrauen auf ein schwaches 3. Nein, ach nein! nur Einer, Menschenkind? Wer kann feste sagt sie, und sonst keiner wird vor Schlösser bauen in die Luft mir geliebt: Jesus, der Getreue, und in den Wind? Es vergeht, in dem ich mich freue, sich mit nichts besteht, was ihr auf der ganz ergiebt; er allein, er foll Erde seht. es sein, dem ich wieder mich er gebe, und ihm einig tebe. 3. Aber Gottes Güte währet immer und in Ewigkeit; Vieh 4. Gottes Güt' erwäge und und Menschen er ernähret durch dich glaubig lege sanft in seinen erwünschte Jahreszeit; Alles Schoos! Lerne ihm vertrauen, hat seine Gnad' dargereichet so wirst du bald schauen, wie früh und spat. die Ruh so groß, die da fleußt 4. Giebt er denn nicht Alles aus stillem Geist. Wer sich reichlich und mit großem Ueber- weiß in Gott zu schicken, den fluß? Seine Lieb' ist unvergleich kann er erquicken. lich, wie ein starker Wasserguß. 5. Meine Seele harret und Luft und Erd' uns ernährt, sich ganz verscharret tief in Jes wenn es Gottes Huld begehrt. u Brust; sie wird stark durch 5. Danket nun dem großen Hoffen; was sie je betroffen, Schöpfer durch den wahren tråget sie mit Lust, fasset sich Menschensohn, der uns, wie ein ganz mánniglich durch Geduld freier Töpfer, hat gemacht aus und Glauben feste; am End' Erd' und Thon. Groß von kommt das Beste. Rath, stark von That ist, uns erschaffen hat. der 6. Amen! es geschiehet, wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahr'n, wie Gott seinen Kins dern pflegt das Kreuz zu min dern und das Glück zu sparu Mel. Jefu, meine Freude- 766. Meine Seel' ist stille zu Gott, dessen bis zu End', alsdann sich wend't Wille mir zu helfen steht; mein das zuerst gekost'te Leiden und Herz ist vergnüget mit dem, wie's gehn an die Freuden. Smel In allgemeiner Noth. 491 - Mel. Wer nur den lieben Gott er mich nicht verlassen kann; 767, Mein Gott, ich wart' sein Herze bricht, sein Mund auf deine Stun- verspricht: Ich laff dich nicht, de, die mir noch nicht geschlagen ich lasſ' dich nicht! hat. Ich habe diesen Trost zum Mel. Aus meines Herzens Grunde- Grunde: bei dir ist immer Rath 768, Mein Herze, ſei zuz frieden, stell doch und That; dein Wort wird endlich doch erfüllt, die Stunde dein Trauren ein; du mußt komme, wenn du willt. nicht ftracks ermüden, noch so 2. Ich bin, mein Gott! in dei- verzaget sein, wenn dich ein nen Händen, mach es mit mir, Unglück drückt; laß dir es doch wie dir's gefällt. Nur du weißt in allen mit Freuden wohl gefalz Alles wohl zu enden; drum sei dir Alles heimgestellt. Die Hüls fe kommt allein von dir. Mein bester Helfer! hilf du mir. len, wie es Gott mit dir schickt. 2. Gott sucht durch Kreuz und Plagen dein Bestes allezeit. Du weißt, bei guten Tagen lebst du 3. Wenn Furcht und Hoffnung in Sicherheit, bist voller Sunin mir streiten, heißt mich der denlust, hängst an den Eitelkeis Glaube stille sein; ich sehe deine ten, die dich also verleiten, daß Hand von weiten, die wird mir du zur Höllen mußt. Troft und Kraft verleihn. Ich 3. Wenn aber je zuweilen ein werde, wenn es wird geschehn, Kreuz beschweret dich, pflegst doch Lust an deiner Gnade sehn. du zu Gott zu eilen, dein Geist 4. Mit Jakob geh' ich dir ent- ermuntert sich, dein Beten hat gegen, mein Glaube ringt und mehr Kraft, du lernest auf Gott kämpft mit dir. Ich lass' dich bauen, ihm in Geduld vertrauen, nicht, gieb mir den Segen; bis er dir Hülfe schafft. dein Segen ruh' und bleib' auf mir; dein Segen ist's, der mir die Nacht zur schönen Morgenrôthe macht. 4. Drum sei noch gutes Mus thes, mein Herz, in deiner Noth, weil dadurch so viel Gutes dir thut der fromme Gott. Klag ihm 5. Nun, deiner Allmacht will nur deine Pein, vor Ungeduld ich trauen, die allen Kummer dich hüte und hoff auf seine Güändern kann. Auf dein Wort te, so wirst du glücklich sein. will ich Felsen bauen, du hast 5. Laß deinen Gott frei magefaget: ,, Ruf mich an!" Ichchen, und meistre ihn ja nicht; rufe nun, ich hoffe nun, du befieht ihm deine Sachen; er wirst nach deinem Worte thun. weiß, was dir gebricht, und 6. Jch zage nicht in meinen wird nach seiner Treu durch Schmerzen! Auch Jesus war der liebevolle Thaten dir wissen Schmerzensmann! drum trau wohl zu rathen und hülfreich ich seinem treuen Herzen, daß stehen bei. 6. Wenn 492 Kreuz- und Tróftlieder, 6. Wenn Gott auch lang aussverleihen, zuletzt mich auch er bliebe, mußt du nur warten sein; freuen durch Hülfe in der That. du weißt, wie er aus Liebe auch 12. Du wollest mich nur stårs öfters wartet dein. Se långer ken in meiner Blödigkeit, daß ich währt das feid, je besser es sich mag christlich merken des Kreu endet; und wenn Gott Hülfe zes Nutzbarkeit, und daß dessels sendet, je mehr sie. dich erfreut. ben Pein, wie sehr sie auch bes 7. Darum sollst du nicht sora trübet, demselben, der dich lies gen in langer Kreuzespein! viel bet, muß nitz und heilsam sein. leicht kann dir schon morgen 13. Weil ich dich auch soll nach Wunsch geholfen sein. preisen für Kreuz und Unges Gott ist niemals so nah, als mach; dieß aber zu erweisen, wenn die Noth sich mehret. bin ich gar viel zu schwach; so Wenn Menschenrath aufhöret, bilf doch, daß ich dir im Hims ist seine Hülfe nah. mel einst mit Freuden für all' 8. Wer Gott in allen Dingen mein Kreuz und Leiden Dank getroft vertrauen kann, dem wirosage nach Gebühr. es nie mißlingen. Gott nimmt Mel. Wer nur den lieben Gott- sich seiner an. Denn wo er ibn 769. Schaffs mit mir, verließ, so müßte sein Wort trů: Gott, nach deis gen; und weil Gott nicht kann nem Willen, es bleibt dir Alles Lügen, hilft er ihm ganz gewiß. heimgestellt. Du wirst mein 9. Es ist niemals geschehen, Wünschen so erfüllen, wie's deis daß ein geplagter Christ, wenn ner Weisheit wohl gefällt. Da er auf Gott gesehen, zu Schan- bist mein Vater, du wirst mich den worden ist. Gewiß ist, daß versorgen, darauf hoffe ich. sich Gott nicht unsern Vater 2. Richt' nur mein Herz zu die nennte, wenn er nicht wollt' und im Himmel und zieh es ab von könnte uns helfen in der Noth. dieser Welt; gieb, daß mir in 10. Mein Herz, von diesem Al- dem Weltgetümmel das Ewige len nimm Trost in deiner Noth. sei vorgestellt, daß sich die Gees Hat dich jetzt Kreuz befallen, le stets befreit von dieser eitel folgt doch nicht gleich der Tod; Eirelkeit. dein Vater kann und will dich 3. Zu dir, mein Gott! fteht retten von den Plagen, auf ihn mein Vertrauen, du bist mein follst du's nur wagen und ihm Schild, mein Schatz, mein gern halten still. Schutz. Auf dich, auf dich, Herr, 11. Nun, Herr, was dir gefäl- will ich bauen; mit dir bier' ich let, das mir begegnen soll, das dem Feinde Truß. Ist Gott für werd' ins Werk geftellet! Ich bin mich und bleibet mein; wer der Hoffnung voll, du wirst, nach mag mir dann zuwider sein? deiner Gaad', Geduld und Trofil 4. Ich preise meiner Seelen Súde, In allgemeiner Noth. 493 Glücke, Gott, als mein Vater, ist Wunden zu meinem Lebensbals mir huld. Mein Jesus giebt mirsam an, daran ich stets mein Liebesblicke und bürget wegen Heil gefunden, das ich sonst meiner Schuld. Des beil'gen nirgends finden kann. Weich, Geistes Gnadenschein soll Le- Schlange mit dem Todesftlich! benslang mein Beistand sein. des Weibes Samen heilet mich. 5. Es mag mich Noth und Tod 11. Nun, Gott, ich bleib' dir anfechten, ich bleib' auf diesem ganz ergeben, steh mir mit deis Grunde stehn! Will sich ein nem Geiste bei und mache mich Kreuz bei mir einflechten, ich in meinem Leben von wissentlis kann's mit Gott noch übergebn.chen Sünden frei; sonst machs Erboste Wellen, schlagt herein! mit mir gleich wunderlich, nur Gott soll mein bester Anker sein. felig, darum bitt' ich dich. 6. Rath, Trost und Hülfe isi zu finden bei meinem Gott, dem Mel. Jefu Leiden, Pein und Tod- Lebenshort. Ich trosie mich in 770. Schwing dich auf zu meinen Sünden mit seinem deinem Gott, du krafterfüllten Wort, das mir, betrübte Seele! Warum liegst wenn mich das Kreuz betrübt, ou, Gott zu Spott, in der das allerbeste Labsal giebt. Schwermuthshöhle? Merkst du 7. Ob mich gleich hier auf nicht des Satans List? Er will, dieser Erden gar selten eine Lust durch sein Kämpfen, deinen ergötzt, wirds doch im Himmel Trost, den Jesus Christ die ers besser werden, darauf die Hoff- worben, dampfen. nung bleibt gesetzt. Die ew'ge 2. Heb dein Haupt emporund frobe Celigkeit versüßet alle sprich: ,, Flieb, du alte Schlange! Bitterkeit. Was erneu'rst du deinen Srich, 8. Liebt mich mein Jesus, mei: machst mir angst und bange? ne Freude, so bin ich eine Hime Ist dir doch der Kopf zerknickt, melsbraut; ein Lamm, das auch und ich bin durchs Leiden meis auf wüster Haide auf seinen treu- nes Heilands dir entrückt in en Hirten traut, von welchem, das Reich der Freuden." wenn mich Noth umschwemmt, 3. Hab' ich was nicht recht ges die allerbeste Hülfe kommt. than, reut es mich von Herzen; 9. Du, liebster Gott, sollst dahingegen nehm' ich an Ehrifii mein Vergnügen im Leben und Tod und Schmerzen. Diese find im Tode sein. Des Himmels das Lösegeld meiner Missetha= Schatz kann überwiegen das ten, durch sie ist der ganzen Welt beste Gold und Edelfiein, daraus und auch mir gerathen. nehm' ich mit Zuversicht, was mir in dieser Welt gebricht. 4. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, 10. Ich nehme Christi Blut und sein Verdienst mein Eigenthum, Dara 494 Kreuz und Trostlieder. teinla darin ich frei wohne, als in 10. Ei! so faß, o Christenber einem festen Schloß, das kein alle deine Schmerzen, wirf i Feind kann fällen, brächt' er fröhlich hinterwärts, laß den gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. Troft im Herzen sich entzünder mehr und mehr, gieb dem großer Namen deines Gottes Preis und Ehr'; er wird helfen! Amen. Mel. In dich hab' ich gehoffet- 5. Meine Seele lebt in mir, durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und fpat meinen Geist und Sinnen, 771, Sei, Seele! start daß sie seines Geistes Gnad' in wenn irgend dich ein Kummer und unverzagt, sich ziehen können. 6. Ich bin Gottes, Gott inn aller Pein vertrau allein auf plagt, befiehl Gott deine Sachen. mein. Wer ist, der uns scheide? ihn; Dringt das liebe Kreuz herein bn; er wird's wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von mit viel bitterm Leides laß es ohngefähr, die Hand des Höch dringen, kommt es doch von sten schickt es her; sein Rath geliebten Händen. Mein Erhar's so ersehen. Drum ſei nut löser lebet noch und der wird still; und was Gott will, laß immer gern geschehen. es wenden. 7. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die geraden Pein, so soll's dir doch nicht 3. Erweckt dir gleich das Leis then selten wohl ohne Zucht und schädlich sein; Gott kann sein Ruthen. Bin ich denn nun Got- Kind nicht bassen. Wer ihn tes Kind, warum will ich sie nur liebt, sich ihm ergiebt, den hen, wenn er mich von meiner wird er nicht verlassen. Sünd' zu was Guts will ziehen? 4. Wie lange währt der 8. Es ist herzlich gut gemeint Frommen Leid? Nicht ewig, mit der Christen Plagen. Wer Herr! nur kurze Zeit. Nach hier zeitlich wohl geweint, darf überstandnem Leide erquickest nicht ewig klagen; sondern wird du ihr Herz mit Ruh und einst in reiner Lust dort in Freuden le: mit ew'ger Freude. ben, wo ihm nichts von Leid be: 5. Drum hab', o Seele! guz wußt, ewig vor Gott schweben. ten Muth! vertraue Gott! es 9. Gottes Kinder sáen zwar wird noch gut nach aller Trüb: traurig und mit Thránen! aber sal werden. Er ziehet dich durchs endlich kommt das Jahr, wor- Kreuz zu sich, zum Himmel nach sie sich sehnen. Ja, es von der Erden. kommt die Erntezeit, da sie 6. Gott ist dein Gott; er ist Garben machen, dann wird all getreu und stebet dir als Vater ihr Gram und Leid lauter Freud' bei in allem Kreuz auf Erden. und Lachen. Der Leiden Heer wird nie zu schwer In allgemeiner Noth. 495 schwer durch ihn, dem Christen, 6. Troß des bittern Todes Záhnen! Trotz der Welt und werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit allen denen, die mir sind ohn' die Heiligen in Traurigkeit hier Ursach feind! Gott im Hims oftmals wandeln müssen; wa mel ist mein Freund. tum willst du hier nur von Rub und nichts von Trübsal wissen? 7. Laß die Welt nur immer neiden, will sie mich nicht län8. bet' und sich auf deinen ger leiden, ei! so frag' ich Gott in aller deiner Angst und nichts darnach; Gott ist RichNoth! Laß, wie er will, es gester meiner Sach. ben. Sein Will' ist gut; be: 8. Will sie mich gleich von halte Muth. Gott wird dich sich treiben, muß mir doch der inst erhöhen. Himmel bleiben; wenn ich nur 9. Der du ein Gott des Trostes den Himmel krieg', hab' ich Als bist! Laß Jeden, der hier traurig les zur Genug. ist, doch deinen Trostpfinden. 9. Ach Herr! wenn ich dich Hilf, den du liebst und prüfend nur habe, sag' ich allem andern übst, den Unmuth überwinden. abe; legt man mich gleich in 772. Sollt es auch biswei- das Grab; gnug, Herr, wenn len scheinen, als ich dich nur hab! wenn Gott verließ die Sei- Mel. Ach, was soll ich Sündernen; o! so weiß und glaub' ich 773. Sollt' ich meinem Gott dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so 2. Hülfe, die er aufgescho- herzlich sorgt für mich? Sollt' ben, hat er drum nicht aufgehos ich auf den Fels nicht bauen, ben; hilft er nicht zu jeder Frist, der mir ewig bleibet fest, der hilft er doch, wenn's nöthig ist. die Seinen nicht verläßt? 3. Gleichwie Väter nicht bald - 2. Er weiß Alles, was mich geben, wornach ihre Kinder drücket, mein Anliegen, meine streben; so hält Gott auch Maas Noth, er steht mir bei bis in und Ziel; er giebt, wem und Tod; er weiß, was mein Herz wenn er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr, als váterlich, gesinnt. erquicket; seine Lieb' und Ba= tertreu bleibt mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel all' ernähs ret, der die Blumen, Laub und 5. Trotz den Feinden! Trotz Gras kleidet schön, ohn' Unters dem Drachen! Ich kann ihre laß, der uns alles Guts besches Macht verlachen. Trotz dem ret, sollte der verlaffen mich? schweren Kreuzesjoch! Gott, Nein, ich trau ihm sicherlich. mein Vater, lebet noch. 4.28enn nach seinem Reich' ich trachs 496 Kreuz und Troftlieder. trachte, wenn ich durch Gerech- 4. Es thut ihm nichts geral tigkeit finde meine Himmels- len, als was uns nůßlich ist; freud', wenn ich Geld und Gut er meints gut mit uns allen, verachte, segnet Gott mich früb schenkt uns den Herren Christ, und spat, Wort und Werke, sein'n allerliebsten Sohn, durch Rath und That. ihn er uns bescheret, was Leib 5. Ei! so bleib der andre Mor- und Seel' ernähret. Lobt ihn gen! Das, was noch zukünftig tns Himmelsthron. ist, irrt mich nicht. Ich bin ein 5. Lobt ihn mit Herz und Christ. Ich laß meinen Gott Munde, welch's er uns beides versorgen Alles, weil doch aller schenkt. Das ist ein' sel'ge Zeit ibre Sorge schon bereit. Stunde, darin man sein ges 6. Gott sei Lob, der mich er denkt; sonst verdirbt alle Zeit, freuet, daß ich glaube feftiglich: die wir zubring'n auf Erden; Gott, mein Vater, forgt für mich; wir sollen selig werden und der mir diesen Trost erneuet, daß bleib'n in Ewigkeit. ich weiß, Gott liebet mich, Gott verforgt mich ewiglich. 6. Auch wenn die Welt verges het mit ihreni Stolz und Pracht, wed'r Ehr noch Gut bestehet, das nicht lassen, denn vor war groß geacht't. Wir wers er láßt nicht von mir, führt mich den nach dem Tod tief in die Erd' auf rechter Straßen, da ich sonsisegraben, wenn wir geschlafen irrte sehr. Er reicht mir feine baben, will uns erwecken Gott. Hand, den Abend als den Mor- 7. DieSeel' bleibt unverloren, gen thut er mich wohl versorgeführt in Abrams Schoos; der gen, sei, wo ich will, im Land. Veib wird neu geboren, von allen 2. Wenn sich der Menschen Sünden los, ganz heilig, rein. Hulde und Wohlthat all' ver- und zart, ein Kind und Erb'des fehrt; so find't sich Gott gar Herren, daran muß uns nicht balde, sein' Macht und Gnad' be irren des Teufels list'ge Art. wahrt; er bilft aus aller Noth, 8. Darum, ob ich schon dulde erret't von Sünd' und Schauten, bier Wieerwärtigkeit, wie ichs von Ketten und von Banden, auch wohl verschulde, tömmt und wenn's auch wär' der Tod. doch die Ewigkeit, ist aller Freus 3. Auf ibn will ich vertrauen een voll; dieselb' obn' einigs in meiner schweren Zeit, es kann Ende, dieweil ich Christum kens mich nicht gereuen, er wendet ne, mir widerfahren soll. alles leid. Ihm sei es beim 9. Das ist des Vaters Wille, gestellt. Mein Leib, mein' Seel', der uns erschaffen hat, sein Sohn mein Leben sei Gott dem Herrn bat Guts die Fülle erworben und ergeben, er machs, wie's ihm Genad; auch Gott der heil'ge gefällt. Geist im Glauben uns regieret, zum 774. Bon Gott will ich In allgemeiner Noth, 497 zum Reich des Himmels führet, fliches Wort; verleih mir auch ihm sei Lob', Ehr' und Preis. Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 775, Marum betrübst du dich, mein Herz, 8. Lob, Ehr' und Preis sei dir bekümmerst dich, und trågest gesagt, für alle dein erzeigt' Wohlthar und bitt' demüthiga Schmerz nur um das zeitlich' Sut? Bertrau du deinem Herrn lich: laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich. und Gott, der alle Ding' erschaffen hat. 2. Er kann und will dich laf- 776. sen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd' men? Hab' ich doch Christum ist sein. Mein Vater und mein noch; wer will mir den nehmen? Herre Gott, der mir beisteht Wer will mir den Himmel raus in aller Noth! ben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 3. Weil du mein Gott und Vater bist, wirst du dein Kind 2. Nackend lag ich auf dem verlassen nicht, du väterliches Boden, da ich kam, da ich Herz. Ich weiß und glaube fe- nahm meinen ersten Orden; naks stiglich: Wer Gott vertraut, kend werd' ich auch hinziehen, dem mangelt nicht. wenn ich werd' von der Erd' als ein Schatten fliehen. 4. Ach Gott! du bist noch heut so reich, als du bist g'we: 3. Gut und Blut, Leib, Seel sen ewiglich, mein Hoffen steht und Leben ist nicht mein, Gott zu dir; mach mich an meiner allein ist es, der's gegeben; will Seele reich, so hab' ich gnuger's wieder zu sich kehren, nehm' hier und ew'glich. er's hin! ich will ihn dennoch Warum Warum sollt' ich mich denn grås 5. Der zeitlich'n Ehr' will ich fröhlich ehren. entbehr'n, du woll'st mir nur 4. Schickt er mir ein Kreuz zu das Ew'ge g'wahr'n, das du er tragen, bringt herein Angst und worben hast, durch deinen her: Pein, sollt' ich drum verzagen? ben bittern Tod, das bitt' ich Der es schickt, der wird es wens dich, mein Herr und Gott. den, er weiß wohl, wie er soll 6. Alles, was ist auf dieser all' mein Unglück wenden. Welt, es sei Gold, Silber oder 5. Gott hat mich bei guten Tas Geld, Reichthum und zeitlich gen oft ergötzt, sollt' ich jetzt auch Gut, das währt ja nur ein nicht etwas tragen? Fromm ist kleine Zeit und hilft doch nicht Gott und schärft mit Maaßen; zur Seligkeit. fein Gericht kann mich nicht 7. Ich dank' dir Christe, Got- ganz und gar verlassen. tes Sohn, daß du mir solch's 6. Satan, Welt und ihre Nots erkennen lan, durch dein gott- sten können mir nichts mehr hier 32 thun, 498 Kreuz- und Trostlieder. thun, als meiner spotten. Laß| gen bei der Noth, die dir droht, sie spotten! laß sie lachen! Gott, als ein Heide sorgen? Wozu mein Heil, wird in Eil sie zu dient dein täglich Gramen? Schanden machen. Sei nur still, weil Gott will 7. Unverzagt und ohne Grauen sich der Noth annehmen. soll ein Christ, wo er ist, stets sich 2. Gott hat dir geschenkt dein lassen schauen. Wollt' ihn auch Leben, Seel' und Leib; o so bleib der Tod aufreiben, soll der Muth ihm allein ergeben! Er wird fer dennoch gut u. fein stille bleiben. ner Alles schenken; traue fest, a 8. Kann uns doch kein Tod verläßt nicht, die an ihn denken nicht tödten, sondern reißt unsern 3. Sage nicht: was soll ich Geist aus viel tausend Nöthen, effen? Gott hat dir schon all schließt das Thor des bittern Leis hier so viel zugemessen, daß de den und macht Bahn, da man Leib sich kann ernähren; feh kann gehn zu Himmels Freuden. sonst was, wird auch das sein 9. Allda will in süßen Schätzen Hand bescheeren. ich mein Herz auf den Schmerz 4. Ist nicht mehr, als Tran ewiglich ergötzen. Hier ist kein und Speisen, dieser Leib? Darum recht Gut zu finden, das die glaub, Gott wird schon erwei Welt in sich hält, muß im Huissen, daß er Speis und Tran verschwinden. kann geben dem, der sich festig 10. Was sind dieses Lebens tich seiner Huld ergeben. Güter? Eine Hand voller Sand, 5. Gorgst du, wie du dich Kummer der Gemüther. Dort, sollst kleiden? Jesus spricht: dort sind die edlen Gaben, da ,, Sorge nicht; solches thun die mein Hirt, Christus, wird mich Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, wie so schön 11. Herr, mein Hirt, Brunn diese stehn und die Baum' in aller Freuden, du bist mein, ich Wäldern." bin dein, Niemand kann uns 6. ,, Sorgt ein Vogel auf der scheiden. Ich bin dein, weil 3weigen, wenn er singt, hüpf du dein Leben und dein Blut, und springt, wer ihm soll an mir zu gut, in den Tod gegeben. zeigen, was er effen soll und 12. Du bist mein, weil ich trinken? Kummerlos folgt dich fasse und dich nicht, oblos seines Schöpfers Winken." mein Licht, aus dem Herzen 7. Ach! der Glaube fehlt auf laffe. Laß mich, laß mich hin Erden; wär' er da, müßt' und gelangen, da du mich und ich ja, was uns Noth ist, werden dich liebreich werd' umfangen. Wer Gott kann im Glauben fa Mel. Warum sollt' ich mich denn sen, der wird nicht, wenns g 777. Warum willst du, bricht, von ihm je verlassen. Chrift! für Mor 8. Wer Gerechtigkeit nad Ende laben. houten tran In allgemeiner Noth. 499 tráchtet, und zugleich Gottes Freude! sei bei mir für und Reich über Alles achtet, der wird für bester Troft im Leide: Sorwahrlich, nach Verlangen, Speis' ge für das Wohl der Seelen, und Trank Lebenslang, wie im so wird mir nichts allhier auch Schlaf, erlangen. am Leibe fehlen. 9. Laß die Welt an eitlen 16. Alles sei dir unverholen, Schätzen sich erfreun; Gott al was mir fehlt, was mich quált, lein kann mein Herz ergotzen. großer Gott! befohlen. Sorge Er wird geben, was mir feh- du, so will ich schweigen und let, ob er's oft unverhofft eine vor dir dort und hier meine Zeit verbehlet. Kniee beugen. 10. Prüft er meinen schwa 17. Ich will dir mit Freuden chen Glauben, soll ich hier Al- danken, Herr, mein Hort! hier les mir plößlich lassen rauben, und dort, laß mich ja nicht wans will ich darum nicht verzagen; ken. Lob und Preis sei deinem er, mein Licht, er hat nicht Lusi Namen! Sei mein Theil, Hülf an meinen Plagen. und Heil, liebster Jesu. Amen! 11. Er kann Alles bald ersezzen und weiß wohl, wie er foll 778 as Gott thut, Herz und Sinn ergötzen. Ach! das ist wohl ges wie viele fromme Seelen hoffen than. Es bleibt gerecht sein Wils so und sind froh, ohne banges te; wie er fångt meine Sachen Quâleu. an, will ich ihm halten stille. 12. Sie befehlen Gott die Er ist mein Gott, der in der Noth Sorgen, dessen Treu täglich mich wohl weiß zu erhalten; neu und dem nichts verborgen. drum laß ich ihn nur walten. Was Gott will, ist ihr Vergnü 2. Was Gott thut, das ist wohl gen, und wie's er, als ihr Herr, gethan. Er wird mich nicht bes will mit ihnen fügen. trügen; er führet mich auf rech13. Ihnen wird auch nicht ter Bahn, so laß ich mich begnús versagen Gott ihr Brod in der gen an seiner Huld, und hab Noth, er, der hört ihr Klagen; Geduld; er wird mein Unglück er kommt wahrlich, sie zu trösten, wenden, es steht in seinen eh' man's meint und erscheint, Händen. wenn die Noth am größten. 3. Was Gott thut, das ist wohl 14. Ihre Sorg' ist für die gethan. Er wird mich wohl bes Seelen und ihr Lauf geht hin- denken; er als ein Arzt, der helfen auf, ihn sich zu erwählen; denn kann, wird mir nicht Gift eins in jenem Reich der Frommen, schenken für Arzenei. Gott ist da sind sie aller Müh, aller getreu; drum will ich auf ihn Noth entnommen. bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl 32* 15. Drum, o Jesu, meine 500 Kreuz und Trostlieder. gethau. Er ist mein Licht, mein] 4. Ich lebe nicht auf Erden, Leben, der mir nichts Böses gön- um groß und reich zu werden; di nen kann, ich will mich ihm erge- Lust der Welt vergeht. Ich le ben in Freud' und Leid; es kommt be hier, im Segen den Grund die Zeit, da öffentlich erscheinet, zum Glück zu legen, das ewig wie treulich er es meinet. wie mein Geist, besteht. 5. Was Gott thut, das ist 5. Was dieses Glück vermeh wohl gethan. Muß ich den ret, sei mir von dir gewähret! Kelch gleich schmecken, der bit- Gott, du gewährst es gern. Was ter ist nach meinem Wahn, laß dieses Glück verletzet, wenn's ich mich doch nicht schrecken; alle Welt auch schätzet, fei, Herr, weil doch zuletzt ich werd'ergötzt mein Gott, mir ewig fern! mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu 6. Was Gott thut, das ist wohl tragen, noch schwerer Haß und gethan. Dabei will ich verblei Spott; so harr' ich und bin ben. Es mag mich auf die rauhe stille zu Gott: denn nicht mein Bahn Noth, Tod und Elend trei- Wille, dein Wille nur gescheh ben, so wird Gott mich ganz vá- lo Gott! terlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 7. Du bist der Müden Stär fe und aller deiner Werke er barmst du ewig dich. Was kann Mel. Nun ruhen alle Wälder mir widerfahren, wenn Got 779. as ift's, daß ich mich will bewahren? Und e mich quâle? mein Gott, bewahret mich. Harr feiner, meine Seele! harr und sei unverzagt! Du weißt 780. Was mein Gott nicht, was dir nutzet; Gott weiß will, das g'scheh es und Gott schützet; er schůz- allzeit, sein Will' der ist der beste; zet den, der nach ihm fragt. zu helfen den'n er ist bereit, die sono 2. Er zählte meine Tage, an ihn glauben feste. Er hilft mein Glück und meine Plage, aus Noth der fromme Gott und eh' ich die Welt noch sah. Eh züchtiget mit Maaßen. Wer ich mich selbst noch fannte, eh' Gott vertraut, fest auf ihn baut, ich ihn Vater nannte, war er den will er nicht verlassen. mir schon mit Hülfe nah. 2. Gott ist mein Trost, mein' 3. Die kleinste meiner Sor- Zuversicht, mein' Hoffnung und gen ist dem Gott nicht verbor- mein Leben; was mein Gott will, gen, der Alles sieht und hält; das mir geschicht, will ich nicht und was er mir beschieden, das widerstreben. Sein Wort ist dient zu meinem Frieden, wär's wahr, denn all' mein Haar er auch die größte Laft der Welt. selber hat gezählet. Er hüt't und wacht In allgemeiner Noth. 501 wacht, stets für uns tracht't, Kunst. Freudig allzeit vor Gott auf daß uns ja nichts fehlet. wunden. treten, findet Hülfe, Gnad' und 3. Nun, soll ich Sünder von Gunst. Wer Gott fest vertrauen der Welt scheiden, nach Gottes kann, ist der allerbeste Manu, Willen, zu meinem Gott, wenn's der wird allzeit Rettung finden, ihm gefällt, will ich ihm halten kein Feind wird ihn überwinden. fille. Mein' arme Seel' ich Gott 4. Lerne Gottes Weise mera Befehl' in meinen letzten Stun- ken, die er bei den Seinen hält; den; o frommer Gott! Sünd", er will ihren Glauben stärken, Holl' und Lod hast du mir über- wenn sie Unglück überfällt. Una ser Gott, der lebt ja noch, schweigt 4. Noch Eins, Herr, will ich bit- er gleich, so hört er doch. Schrei ten dich, du wirst mirs nicht ver- getrost, du mußt nicht zagen; sagen: Wenn mich der böse dein Gott kann dirs nicht vers Geist ansicht, laß mich doch nicht sagen. perzagen! Hilf, sieu'r und wehr, 5. Laß dich Gottes Wort res ach Gott, mein Herr! zu Ehren gieren, merke, was die Wahrdeinem Namen. Wer das be heit lehrt; Satan wird dich nicht gehrt, dem wirds gewährt, drauf verführen, der die ganze Welt sprech' ich fröhlich: Amen. verkehrt. Gottes Wahrheit ist Mel. Werde munter, mein Gem.- dein Licht, dein Schutz, Trost 781, Wenn dich Unglück und Zuversicht; trau auf Gott, hat betreten, daß der kann nicht lügen; bet', du du steckft in Angst und Noth, wirst gewiß obsiegen. mußt du fleißig zu Gott beten: 6. Lob sei Gott für seine Gnas Beten hilft in Noth und Tod, de! Seine große Gür' und Treu daß du Gottes Angesicht, auch macht, daß mir kein Feind nicht im Kreuz auf dich gericht't, schade, sie ist alle Morgen neu. fannst aus seinem Wort' erblik Drum will ich mein Lebentang ken und dein Herz mit Trost immer sagen Lob und Dank erquicken. meinem Gott, in allen Din2. Keiner wird ja je zu gen fröhlich Hallelujah singen. Schanden, der sich seinem Gott Mel. Wenn wir in höchsten N.- pertraut. Kommt dir gleich viel 782. Wenn Menschenhülf' Noth zu handen, hast du auf ihn scheint aus zu sein, wohl gebaut; obs gleich scheint, so stellt sich Gottes Hülfe ein; als hört' er nicht, weiß er doch, wenn Niemand hilft, so bilft was dir gebricht. Deine Noth doch er und macht mein Leiden mußt du ihm klagen und in kei- nicht zu schwer. ner Angst verzagen. 2. Was tracht' ich viel nach 3. Rufen, Schreien, glau- Menschengunst, die doch vergebig Beten ist der Christen bestel het, wie ein Dunst? Gar selten ist 502 Kreuze und Troftlieder. ist allhier ein Freund, der stetslund Seele. Ach! höre, Herr, es gut und redlich meint. dieß mein Begehr, und laß 3. Nimm deine Zuflucht nur mein' Bitt' nicht fehlen. zu Gott, der kann dich retten 784. Wer nur den lieben aus Noth; den zum Gott läßt wal: Freund, der dir allein mit seiten und hoffet auf ihn allezeit, ner Hülf' kann núßlich sein. den wird er wunderlich erhalten 4. 3ft Gott bein Freund, mit in allem Kreuz und Traurig Ist dir vereint, so schadet dir kein keit. Wer Gott, dem Fels des arger Feind; und waren noch Heils, vertraut, der hat auf viel Tausend hier, so könnt' doch keinen Sand gebaut. keiner schaden dir. 2. Was helfen uns die schwe 5. Es muß doch gehn, wie's rer Sorgen? Was hilft uns un Gott gefällt, wenn sich gleich ser Weh und Ach? Was hilft es, Alles gegen stellt; laß Gott nur daß wir alle Morgen beseufzen machen, wie er will und halte unser Ungemach? wir machen seinem Willen still. unser Kreuz und Leid nur gro 783. Wer Gott vertraut ßer durch die Traurigkeit. hat wohl gebaut, 3. Man halte nur ein wenig im Himmel und auf Erden. Wer stille und sei doch in sich selbst sich verläßt auf Jesum Christ, vergnügt, wie unsers Gottes dem muß der Himmel werden. Gnadenwille, wie sein' Allwi Darum auf dich all' Hoffnung senheit es fügt. Gott, der uns ich stets feftiglich will setzen. ihm hat auserwählt, der weiß Herr Jesu Christ, mein Trost auch sehr wohl, was uns fehlt. du bist in Todesnoth und Schmerzen. 4. Er kennt die rechten Freu denstunden, er weiß wohl, wenn 2. Und wenn's gleich wär' dem es nützlich sei. Wenn er un Teufel sehr und aller Welt zuwis nur hat treu erfunden und der. Dennoch so bist du, Jesu merket keine Heuchelei, so kommt Chrift, der sie all' schlägt darnie Gott, eh' wir's uns verseh der; und wenn ich dich nur hab' und läsfet uns viel Gut's ge um mich mit deinem Geist und schehn. Gnaden, so kann, fürwahr! mir 5. Denk nicht in deine ganz und gar wed'r Tod noch Drangsalshite, daß du vo Teufel schaden. Gott verlassen sei'st; und daß 3. Dein tröft' ich mich ganz der Gott im Schoose sitze, de sicherlich; denn du kannst mir sich mit stetem Glücke speist. D wohl geben, was mir ist noth, folgend' Zeit verändert viel du treuer Gott, in dies'm und je- und setzet Jeglichem sein Ziel. nem Leben. Gieb wahre Neu, 6. Es sind ja Gott sehr schlecht mein Herz erneu, errette Leib Sachen und ist dem Höchsten Te In allgemeiner Noth. 503 les gleich, den Reichen klein und Heer! Trotz auch des Todes Raarm zu machen, den Armen aberschen! Trotz aller Welt! mich kann groß und reich. Gott ist der nicht mehr ihr Pochen traurig rechte Wundermann, der bald machen. Gott ist mein Schaß, erhöhn, bald stürzen kann. mein Hülf' und Rath. Wohl 7. Sing', bet und geh auf Got: dem, der Gott zum Freunde hat. tes Wegen, verricht das Deine Mel. Freu dich sehr, o meine nur getreu und trau des Him: 786. Wunderbar ist Gots Segen, so wird er wuns - bei dir werden neu! denn wel derbarlich ist sein Rath; herrs cher seine Zuversicht auf Gottlich ist doch sein Erquicken, segt, den verläßt er nicht. dieß erweist zuletzt die That. Mel. Machs mit mir Gott nach Wohl dem, der es recht bedenkt, 785 Mohl dem, der sich seinen Sinn zu Gott nur lenkt! auf seinen Gott Der wird sich in seinem Leben recht findlich kann verlassen! Gottes Obhut stets ergeben. Den mag gleich Sünde, Welt 2. Also pflegt es Gott zu mas und Tod und alle Teufel has- chen, dieses ist sein alter Brauch: fen; so bleibt er dennoch woht über die sein' Augen wachen, die vergnügt, wenn er nur Gott versucht und prüft er auch; setzt zum Freunde kriegt. in Jammer, Angst und Noth, die 2. Die böse Welt mag immer- er doch bald, als ihr Gott, will hin mich hier und da befeinden, erheben, hoch versehen und an kann sich nur mein Gemüth und Seel' und Leib ergößen. Sinn mit meinem Gott befreun 3. Dieß bedenk du, meine den; so frag ich nicht nach ih- Seele, wenn bei dir die Noth rem Haß: ist Gott mein Freund, bricht ein und dich ja nicht selbs wer thut mir was? sten quale, als sollst du verlass 3. Und ob ich gleich darüber oft sen sein. Gott führt dich jetzt viel Unglück leiden müssen, so hat wunderlich, herrlich zu erretten Gott dennoch unverhofft mich dich; laß nur nicht dein Herze wieder b'rausgerissen; da lernt' wanken, du wirst ihm dereinst ich erst, daß Gott allein der Men- noch danken. schen bester Freund mag sein. 4. Denke nur an das zurücke, 4. Ja, wenn gleich meiner Sün- was dich deine Jugend lehrt: O! den Schuld sich häuft in mir zus wie manches Ungetücke hat Gott sammen, treibt mich in Angst schon von dir gekehrt! Defters, und Ungeduld und will gleich da man hätt' gedacht, du würd'st hier verdammen; so fürcht' ich in der Kreuzesnacht liegen bleis doch dieselben nie, denn Gott, ben und ersterben! ließ dich Gott mein Freund, vertilget sie. doch nicht verderben. 5. Dahero Troß der Höllen 5. Nun, der große Gott der Ers den 504 Kreuz und Troftlieder. den ist ja unveränderlich; wills 9. Hálts nun Gott vor dir ver: du jetzt verzagter werden, zweis borgen, wenn, wie, wo er helfen feln, ob er liebe dich? Nein! sein will; mach dir darum keine Sors treues Baterherz bricht ihm über gen, sei nur in dem Herren still. deinem Schmerz; ja, wie's eine Er will sehen, ob auch fest sich Mutter kränket, so dein Gott dein Herz auf ihn verläßt; et an dich gedenket. will, daß du ihn wohl kennest, desto mehr auch Vater nennest. 10. Er will deine Andacht meh aus nichts; drum läßt er sich ren, welche sonst fast kalt und mächtig nennen; wenn er redet, tedt; er will gern das Lob anho: so geschichts. Nimmt die Noth ren, so du nach erlittner Noth schon überhand, ihm sind Mit- ihm, als er dein Lebensfürst, tel g'nug bekannt, wie er könn- noch erfreuter geben wirst, wenn te dich er erlösen über all' Ver- du endlich wirst erblicken Got nunft vom Bösen. tes herrliches Erquicken. 6. Also fehlts auch nicht am Können: Gott kann machen was 7. Hör auch, was dir Gott ver- 11. Drum, so laffe Gott nur sprochen hier und da in seinem walten, ob du manchmal harren Wort, das hält er dir unverbros mußt; er wird dennoch bei dir chen, so gewiß, als er dein Hort. halten, deine Noth ist ihm be: Himmel und die Erd' vergehn, wußt, die er so genau abmißt, Gottes Wort muß doch bestehn. daß auch aller Feinde. List dir Drum nur Gottes Zusag' traue, kein Hárlein mag berühren; auf sein' Macht und Gnade baue. ohne Gott, sie muß verlieren. 8. Doch, mein Herz, doch dieses 12. Nun mein Jesu, sei ge wisse: Gott ist auch ein weiser lobet, o wie bist du doch so treu, Mann; denk nicht, daß er helfen musse plöglich, da er helfen kann; wunderlich fügt er die Zeit, wenn er wenden will das Leid, wenn ers herrlich will ausführen, unser Haupt mit Gnaden zieren. ob des Kreuzes Meer schon tobet, ist doch deine Hand dabei! Stärk nur meine Zuversicht, daß sie bleib' auf dich gericht't. Wuns derbar wirst du's noch schicken, herrlich dein Kind zu erquicken. 2.) In besonderer Noth und Anfechtung. In Krankheit. weiß ich, daß du Vater bist; von dir kömmt Glück und Pla Mel. Herr Jesu Christ, du höchst.ge. Dir ist mein ganzer Schmerz 787, Dein Wille, bester bekannt; mein Leben sieht in del Vater, ist, daß ner Hand, du giebst mir meine ich jetzt Krankheit trage; doch Tage. 2. Wenn In besonderer Noth und Anfechtung. 505 2. Wenn in mir einen Augenweihen! Zieh von der Erde mich blick gesundes Blut geflossen; so zurück! Laß nichts den Geist schenktest du mir, Gott, dieß zerstreuen; kein Glück der Welt, Glück, das ich so oft genossen. kein Traum der Zeit, nur Gott Oft war ich frei von jedem und nur die Ewigkeit, soll meis Schmerz, war gutes Muth's; ne Seel' erfreuen! drum, o mein Herz, leid' jett 8. Ach! zum Gebete schenke mir auch unverdrossen. noch Munterkeit und Stärke; 3. Nein, bester Vater, gieb mein Herz wird sonst entfernt nicht zu, daß Ungeduld mich von dir und trág zum guten kránke; gieb deinen Geist mir, Berke. Will gleich mein Geist, der zur Ruh in dir mein Herze der Leib ist schwach! Hilf deilenke. Den Geist, der stark im nem Kinde, Vater! mach, daß Schwachen ist, daß ich an dich, ich in mir dich merke. o Jesu Christ, mit Freuden 9. Laß nicht zu, daß der Kranks stets gedenke. Pein zu groß mir Schwas heit 4. Vergessen laß michs, Ba- chen werde! Erquicke gnädig ter, nie, du sei'st und bleibst mein Gebein und mildre die die Liebe. Gieb nicht zu, daß Beschwerde! Du, Vater, weißt, mein Herz doch je ungläubig was jeden Tag dein schwaches sich betrübe! Trag' ich nicht Kind ertragen mag! Du weißt meiner Sünden Schuld? Ist es, ich bin Erde. grânzenlos nicht deine Huld? nicht ewig deine Liebe? Mel. Nun ruhen alle Wälder5. Das Eilen meiner Lebens- 788. Ich hab' in guten Stunden zeit, ach Gott! laß mich's erwagen! Der Todesnacht, der bens Glück empfunden und Ewigkeit eil' ich mit Macht ent- Freuden ohne Zahl; so will ich gegen. Erst dann, wenn dieß denn gelassen mich auch im Leis mein Geist ermißt, zu Gott kehrt, den fassen. Geduld versüßet Alles gern vergißt, wird mir mir die Qual. mein Schmerz zum Segen. 2. Ja, Herr, ich bin ein Suns - 6. Ja, Gott, ich wende mich der und stets strafft du gelins zu dir, dir will ich mich erge- der, als es der Mensch vers ben; schenk wahren Ernst und dient. Will ich, beschwert mit Weisheit mir, mit Freude dir Schulden, kein zeitlich Weh ers zu leben! Bewahre nur vor dulden, das doch zu meinem Heuchelei, o Gott! mein Herz, Besten dient? zum Himmel sei gerichtet mein 3. Dir will ich mich ergeben, Bestreben. dich, meine Ruh, mein Leben, 7. Ach jeden, jeden Augen- dich lieben meinen Herrn. Dir, blick mocht' ich, mein Gott, dir Gott, will ich vertrauen und nicht 506 Kreuz und Troftlieder. nicht auf Menschen bauen; du mich für meine Sünden Veri hilfft und du errettest gern. gebung bei dir finden. 4. Laß du mich Gnade fin- 4. Befried'ge du mein ban den, mich alle meine Sünden ges Herz und tröste mein Ge erkennen und bereun. Jetzt bat wissen, so wird des kranken Leis mein Geist noch Kräfte; sein[ bes Schmerz dem Troste weis Heil laß mein Geschäfte und chen müssen. Dein Gnadens deine Huld mein Leben sein. bund, den mir dein Mund ges 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, schworen, wird mich stärken. bin ich des Himmels Erbe; was Dieß laß mich glaubig merken. schreckt mich Grab und Tod? 5. 3war brauch' ich auch des Auch auf des Todes Pfade Arztes Rath, jedoch an deinem vertrau ich deiner Gnade. Du, Segen, Herr, der du groß von Herr, bist bei mir in der Noth. Rath und That, ist Alles hier 6. Ich will dem Kummer gelegen. Drum hilf mir auch wehren, Gott durch Geduld vers bei dem Gebrauch erwählter ehren, im Glauben zu ihm flehn. Arzeneien, und laß sie wohl Ich will den Tod bedenken. Du, gedeihen. Herr, wirst Alles lenken und 6. Wenn man sonst nur ein was mir gut ist, wird geschehn. einzig Wort aus deinem Munde Mel. Was Gott thut, das ist börte; so wich bald Schmerz 789. Mein Gott, es ist und Krankheit fort, daß man dir wohl be mit Dank dich ehrte. Sprich kannt die Krankheit, die mich auch zu mir: ,, Ich helfe dir!" so drücket. Ich weiß, sie kommt wird mein ganzes Wesen sich von deiner Hand; du hast sie stärken und genesen. mir geschicket. Dieß glaube ich: 7. Da kannst es auch anjego du prüfest mich. In Züchti- thun, da du im Himmel woh gung der Deinen kannst du's nest. Ich schrei zu dir und will nicht böse meinen. nicht ruhn, bis du, Herr, meis 2. Wo wend' ich mich nun aber ner schonest. Ich weiß, du wirst, hin? Wem sollt' ich mich vers mein Lebensfürst, in Gnaden an trauen? Zu Jesu Christo sieht mich denken, und mir das Beste mein Sinn, auf diesen will ich schenken. schauen. Er hat der Welt sich 8. Sei du der Arzt und Hels dargestellt zum Arzt an Leib und fersmann um deines Namens Seele. Der ist es, den ich wähle. willen. Wenn Niemand sonst - 3. Mein Jesu, heile doch dein mir helfen kann, kannst du die Kind zuvörderst an der Seele. Krankheit stillen. Ich liege bier Bei dir die Arzeneien sind, die und fleb' zu dir: Herr, hilf mir ich für sie erwäble. Ich ruf zu armen Kranken! Ich will dir bir, Herr, schenk fie mir. Laßlewig danken. Bitte In besonderer Noth und Anfechtung. 507 und Pflicht mich meinem Lauf vollenden. 8. Doch schickst du mir auch Bitte um Gesundheit. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß 790. Von dir, Gott der Krankheit zu; so gieb Geduld, Barmherzigkeit, sei meine Rub! Du kannst kann unter Gütern dieser Zeit mein Leid versüßen! Mein Labkein größres mir zufließen, als sal sei dann deine Gnad', Glaub' wenn du mich Gesundheit, Gott, und ein gut Gewissen. und Kräfte låß'st genießen. 9. Und kommt denn endlich 2. Dank sei, o bester Bater, auch mein Tod; o da sei du dir! Du hast aus großer Liebe mein Trost, mein Gott! Vers mir dieß Gut bisher geschenket! zeih mir alle Sünden! Laß meis Dein ist's, daß ich noch leb' und nen Tod, Herr, selig sein, mich bin! Du bists, der mein gedentet. ew'ge Ruhe finden. 3. Ach leiste ferner väterlich 10. Ja, gieb mir, was mir mir dieß Geschenk; denn nur nütz und gut, an Seel' und durch dich kann ich es mir ver- Leib, an Ehr' und Gut! Von sprechen. Verschone mich, iste aller Schwachheit Leiden erlöse nützlich mir, mit Krankheit und mich und schenke dann mir deis Gebrechen! nes Himmels Freuden. - 4. Auch laß mich meiner Sinnen nicht, wenn dir's gefällt, In o Gott, mein Licht, jemals be raubet werden. Erhalte sie mir Gewissensangst. fernerhin, so lang ich leb' auf 791 Du klagst, o Christ, in schweren Leis -Erden. den und seufzeft, daß der Geist 5. Mich leite deine Bater der Freuden so weit von dir ges hand. Nie laß mich der Gesundwichen ist. Du klagst und rufft: heit Pfand durch eigne Schuld Herr, wie so lange? Und Gott verscherzen. Auf Sünden folgt verzieht, und dir wird bange, Schwachheit und Noth, und daß du von Gott verlassen bist. Seel- und Leibesschmerzen. 6. Ein gleicher Muth in Freud' 2. Sind meine Sünden mir vers und Leid, zufriedner Sinn und geben? Hat Gott mir, Sünder Mäßigkeit und Ordnung in Ge- Heil und Leben in seinem lieben schaften; dieß sei mein Ruhm! Sohn verliehn? Wo sind denn Laß meinen Leib das Laster nie seines Geistes Triebe? Warum entkräften. empfind' ich nicht die Liebe, und 7. Und dann laß mich des Les hoffe nicht getroft auf ihn? bens Kraft, die deine Güte mir 3. Mühselig, sprichst du, und bes verschafft, zum guten Zweck ver- laden hör' ich den Troß vom Wort wenden; zu deiner Chr', in lieb'lder Gnaden und ich empfind' und 508 Kreuze und Troftlieder. und fühl' ihn nicht; bin abges 9. Gott ließ so manchen se neigt, vor Gott zu treten; ich bet'ner Frommen in dieß Gefi und kann nicht glaubig beten; des Elends kommen und siar ich denke Gott, doch ohne Licht. lihm gleichwohl mächtig be 4. Sonst wars mir Freude, Du sollst dein Nichts erkenne seinen Willen von ganzem Herzen lernen, sollst das Vertraun an zu erfüllen; sein Wort war im- dich entfernen und sehn, wa mer mir gewiß. Jetzt kann ichs Gottes Gnade sei. nicht zu Herzen faffen und mei10. Vor Sicherheit dich zu be ne Kraft hat mich verlassen, und wahren, läßt er dich seine Streng meinen Geist deckt Finsterniß. erfahren und schickt dir die 5. Oft führ' ich Zweifel, die Noth und Last. Er reinigt dich mich quálen; wein' oft vor Un- wie Gold im Feuer, macht die ruh meiner Seelen und meine das Heil der Seele theuer, das Hülf' ist von mir fern. Ich sus mit du haltest, was du hast. che Ruh, die ich nicht finde; 11. So wie ein Vater über in meinem Herzen wohnt nur über Sünder, die seinen Na Kinder, erbarmet Gott fich Sünde, nur Unmuth, feine men ernftlich scheun. Dein Seufs über die seinen Na Furcht des Herru. 6.- 3ag nicht, o Christ! denn zen ist ihm nicht verborgen. Co deine Schmerzen sind sichre Zeus fern der Abend ist vom Morgen, gen beßrer Herzen, als dir dein läßt er von dir die Sünde sein. eignes Herz jetzt scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lange sie da ist, scheint sie schwer lieben, wär' nicht dein Herz und hart; doch nachmals wird mit ihm vereint? fie friedsam geben gestärkten 12. 3war ist um Trost dir jeto bange; denn alle Züchtigung, so 7. Kein Mensch vermag, Gott Glauben, Heil und Leben dem, zu erkennen und Jesum seinen der durch sie geübet ward. Herrn zu nennen, als nur durch 13. Fahr fort zu beten und zu seinen heil'gen Geist. Hast du wachen. Gott ist noch mächtig in nicht diesen Geift empfangen? den Schwachen, ist Lieb' und Er ist's, der dich nach Gott ver: Güte für und für. Laß dir an angen und sein Erbarmen sus seiner Gnade gnügen. Sein Wort chen heißt. ist wahr und kann nicht trügen: 8. Vertrau auf Gott! er wohntIch stärke dich und helfe, dir." bei denen, die sich nach seiner 14. Auf! faffe dich in dei Hülfe sehnen; er kennt und will nen Nöthen. Sprich: Wollte dein wahres Glück. Er höret dei- mich der Herr auch tödten, so nes Weinens Stimme; verbir- harr' ich dennoch standhaft sein. get sich, als wie im Grimme, nur Mir bleibt das Erbtheil der Erz cinen kleinen Augenblick. löften; und will mich Gott nicht eher In besonderer Noth und Anfechtung. 509 eher trösten, wird er mich doch jme; meine Thränen und mein im Tod' erfreun. Schrei'u werden siets vergeb: lich sein." Mel. Ach! was soll ich Sünder- 792. Was bist du, o Chrift, 7. Gott hört deiner Seufzer Stimme, sie dringt in sein Babetrübet? warum terherz, er gedenkt an deinen flagst und zagest du? sei ge- Schmerz göttlich gnädig, nicht trost! genieß die Ruh, die Gott im Grimme; deine Thränen seinen Freunden giebet. Wan- und dein Schrei'n werden nie te nicht! Gott bålt den fest, vergeblich sein. der sich fest auf ihn verläßt. 8. Wirf die Sorgen, die dich 2. Sprich nicht: ,, Gott hat nagen, christlich- muthig von mich verlaffen, er entzieht mir sei- dir hin; Gott ist hier, wirf fie ne Huld, er gedenkt an meine auf ihn, er erbent sich, sie zu Schuld, er hat Urfach mich zu tragen. Ihm wird das zu keibassen; such' ich ihn, so flieht er ner Last, was du schwer getras mich, er verstößt mich ewiglich!" gen hast. 9. Warum kam sein Sohn 3. Nein, Gott kann dich nicht verlassen; er schenkt Sündern auf Erden? Nahm er nicht das seine Huld, die die Lasten ihrer Elend weg? Hatt' er nicht den Schuld schmerzlich fühlen, ernst- sel'gen Zweck, daß wir sollten lich bassen. Such ihn nur; er selig werden? Gab er nicht am nahet sich, er verstößt nicht Kreuze sich für die Welt und ewiglich. auch für dich? 4. Sieh die Leiden, die dich 10. Ließ er darum sich ermorbrücken, nicht für Zorngerichte den? Bist du dazu theu'r erkauft an; sprich nicht: ,, Gott, der hel- und auf seinen Tod getauft; bist fen kann, will und wird mich du darum glaubig worden, daß nicht erquicken; vorher half er du bis ins Grab binein solltest mir so gern, nun ist seine Hülfe voller Jammer sein? fern!" 11. Gott kann nie sein Kind 5. Alle Leiden, die dich druk verschmähen, das im Seelenfen, sich als Liebeszeichen an; kummer achzt und nach Trost Gott, der mächtig helfen kann, und Gnade lechzt. Liebreich wird dich väterlich erquicken; wird er auf dich sehen. Eher auch noch jetzt hilf er dir gern, wankt der Berge Grund, als seine Hülf ist nicht mehr fern. sein treuer Friedensbund. 6. Sprich nicht: ,, Meiner 12. Nun so stille deine Klas Seufzer Stimme dringt jetzt gen! bete, kämpfe, sei getreu! nicht mehr in sein Herz; selbst Schwachen sieht Gott mächtig im Beten wächst mein Schmerz, bei. Bald wirst du mit Freuden er verwirft mein Flehn im Grim- sagen: Gott, ich weiß, du liebest 510 Kreuz und Trostlieder. best mich! Gott, mein Gott,[ Gedanken: Werd' ich treu und ich hoff' auf dich! standhaft sein? Werd' ich fie gen? Werd' ich wanken? Want Wider zweifelnde Gedanken. ich, wird mir Gott verzeihn? Mel. Freu dich sehr, o meine S.- Mein versuchter Mittler giebt 793.[ ch! die zweifeln- Hülfe jedem, der ihn liebt! giebt den Gedanken: mir beilige Gedanken, Muti Werd' ich treu und standhaft und Treue, nicht zu wanken! sein? Werd' ich siegen? Werd' ich wanken? Wank ich, wird In Armuth und Dürftigkeit mir Gott verzeibu? Dieser Zweifel find so viel; diese suchen, Mel. Wo soll ich fliehen hin – Gott, das Ziel deines Rufes 794. Nein! murren will meinen Blicken zu verdunkeln, ich nicht, Herr, zu entrücken. meine Zuversicht! daß ich nur 2. Die Versucher meiner See- wenig habe. Des Glückes befe le sagen: Fruchtlos, thöricht Gabe für dieses kurze Leben hast sei's, daß ich fromm zu sein du mir, Herr, gegeben. mich quâle; zu hoch sei des 2. Mir ward das beste Theil: Glaubens Preis. Nicht so blu- du bist mein Trost und Heil. J migt, nicht so breit sei der Weg Armuth, die ich leide, ist Jesus der Heiligkeit, wie der ebne Weg meine Freude. Ward mir nicht der Lüfte; sei ein Dornpfad in viel beschieden, ist doch mein der Wüste. Herz zufrieden. 3. Aber du hast auch gelitten, 3. Mein Heiland, Freund Jesu Christe! nicht für dich; und Herr, wie arm, wie arm einen harten Kampf gestritten, war er! wie viel hat er gelit der Versuchung Kampf für mich. ten, eh' er ganz ausgestritten! Meine Hülfe sei denn du! Gieb und er hat alle Plagen mit ber müden SeeleRuh! jedeSün- Heldenmuth ertragen. de will ich hassen. Ach! wie kannst du mich verlassen. 4. Jch trag' ihm seine Schmach, ale Jünger, willig nach; und 4. Meine Seele betet: ,, Står für den andern Morgen will ich ke mich, o Mittler!" und du nicht heidnisch sorgen. Du wirst horst. Ruhe giebst du; denn zu allen Zeiten mir meinen ich merke, daß du Kraft und Tisch bereiten. Muth gewährst. Ist der Lüfte 5. Der Armuth Joch ist schwer, Weg gleich breit, schmal der kann's sein, so hilf mir, Herr Weg der Heiligkeit, fröhlich von ihren schweren Plagen; doch dorten das Getümmel; führt soll ich sie noch tragen, laß die die Stille doch zum Himmel. ser Last Beschwerden mir nicht 5. Weicht, ihr zweifelnden zum Fallstrickt werden. 6. Nicht In allgemeiner Landesnoth. 511 6. Nicht ewig währt mein nen, dort jauchz' ich mit den Leid; es kommt die Rettungs- Deinen; muß ich hier Mangel leis zeit. Muß ich hier darbend wei- den, dort sättigen mich Freuden. 3.) In allgemeiner Landesnoth. Mel. D Gott, du frommer Gott- allein uns retten kräftiglich aus 795. Gott Vater! böre doch, Trubsal, Angst und Pein. nach deiner großen 6. Herr! wir bekennen es: Güte, was unser blöder Mund wir habens wohl verdienet. und trauriges Gemüthe in unsrer Doch hat dein lieber Sohn uns Angst und Noth kaum vor dich völlig ausgefühnet, da er am bringen kann. Herr! hilf Kreuzesstamm für unsre Misses uns, o Herr! sich uns in Gna- that zum lieblichen Geruch sich den an. dir geopfert har. O 2. Du weißt all unser Leid, 7. Wir können außer ihm, du kennest unsre Plagen; ach, für uns und unsreSünden, kein troft' uns, treuer Gott! und laß ander Lösegeld, kein ander Opfer uns nicht verzagen. Es stehet finden; der eingeborne Sogn, ja bei dir und deiner starken der ist es, der uns dir vollkoms Hand. Wend' ab den schweren men ausgesöhnt; auf den vers 3orn und rette unser Land. trauen wir. 3. Gedenk der Sünden nicht, 8. Auf ihn vertrauen wir, die wir begangen haben so viel drum laß uns nicht verderben; und manches Jahr, da wir oft nimm an des lieben Sohns Ges deine Gaben verachtet und miß- horsam, Leiden, Sterben; Herr! braucht, die Bosheit fortgesetzt, dieß nimm gnädig an für unsrer und ohne Furcht und Scheu dein Vater Schuld, auch selbst bes heilig's Wort verletzt. gangne Sünd', und schenk uns 4. Ach, schonte Herr! ach deine Huld. schon'! wir fallen dir zu Fuße. 9. Rett' uns aus aller Noth, Noch ist die Gnadenzeit, noch worinn wir Arme stecken; behút giebst du Raum zur Buße. Laß uns gnädiglich vor Furcht und deine Gut' und Treu, die uns Angst und Schrecken; sei uns bisher gefrift't, fortan auch gró ser Schutz und Rath; Gott! ßer sein, als unsre Sünde ist. brich das Joch entzwei, und 5. Wir lassen eh' nicht ab, bie mach uns überall von Plag' du dich zu uns neigest; wir seuf- und Drangsal frei. gen fort und fort, bis du uns 10. Für diese deine Huld, die Hulp erzeigest. Herr! deinel du uns wirst erweisen, o Vater! Almacht kann mit einem Wort wollen wir hernach dich immer preis 512 Kreuz und Troftlieder. preisen und deine Gnad' und] 5. Die Sünd' hat uns verder: Gut und deines Namens Ehr', bet sehr, der Teufel plagt uns in steter Dankbarkeit, erheben noch viel mehr, die Welt, auch mehr und mehr. unser Fleisch und Blut, uns alle: 11. Hierauf so sprechen wir zeit verführen thut; solch Elend in Jesu Christi Namen, auf sein kennst du, Herr, allein; ach, untrüglich's Wort, ein gläubig laß uns dir befohlen sein. freudig Amen! O Jesu Christ! 6. Gedenk an dein's Sohn's durch dich und dein Verdienst bittern Lod, sich an sein' heilg'n allein wird Alles ganz gewiß fünf Wunden roth, die sind ja und Ja und Amen sein. für die ganze Welt die Zahlung Mel. Vater unser im Himmelreich- und das Lösegeld; deß trösten 796. Nimm von uns, wir uns allezeit, und hoffen Herr, du treuer auf Barmherzigkeit. Gott, die schwere Straf' und 7. Leit uns mit deiner rechten große Noth, die wir mit Sün- Hand und segne unsre Stadt den ohne Zahl verdienet haben und Land, gieb uns allzeit dein allzumal. Behût vor Krieg und beil'ges Wort, behüt vor Tens theurer Zeit, vor Seuchen, fels List und Mord, bescher Feu'r und großem Leid. ein selig's Stundelein, auf daß 2. Erbarm dich deiner bösen wir ewig bei dir sein. Knecht'! wir bitten Gnad' und nicht das Recht; denn so du, 797. O großer Gott von Herr, den rechten Lohn uns Macht und reich geben wollt'st, nach unserm von Gütigkeit! willst du das Thun, so müßt' die ganze Welt ganze Land firafen mit Grims vergehn und könnt' kein Mensch migkeit? Vielleicht möchten noch vor dir bestehn. Fromme sein, die thaten nach dem Willen dein; drum wollest verschonen, nicht nach den d Werken lohnen. 3. Ach! Herr Gott, durch die Treue dein, mit Trost und Ret tung uns erschein', beweis an uns dein' große Gnad' und straf uns nicht auf frischerThat, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 2. großer Gott von Ehr'! dieß ferne sei von dir, daß Bös und Fromm' zugleich die sirenge 4. Warum willst du so zornig Straf' berühr'. Der'r möchten ſein über uns arme Würmelein? etwa Funfzig sein, die thaten Weißt du doch wohl, du großer nach dem Willen dein; drum Gott! daß wir nichts sind, als wollest du verschonen, nicht Erd' und Koth. Es ist ja nach den Werken lohnen. vor dein'm Angesicht, unsre 3. großer Gott von Rath! Schwachheit verborgen nicht. laß die Barmherzigkeit ergehen, und In allgemeiner Landesnoth. 513 und halt ein mit der Gerechtig-| doch die Kinderlein thun nach keit. Der'r möchten Fünf und dem rechten Willen dein; der'r vierzig sein, die thaten nach wollest du verschonen, uns nicht dem Willen dein; drum wollest nach Sünden lohnen. du verschonen, nicht nach den 9. großer Gott von Treu! Werken lohnen. weil Niemand vor dir gilt, als 4. O großer Gott von Stärk! dein Sohn, Jesus Christ, der schau an das arme Land und deinen Zorn gestillt! so sich doch wende von der Straf' dein' aus- an die Wunden sein, sein' Margestreckte Hand. Der'r möchten ter, Angst und schwere Pein; etwa Bierzig sein, die thaten um seinetwillen schone, uns nach dem Willen dein; drum nicht nach Sünden lohne. wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 5. großer Gott von Kraft! 798, laß doch erweichen dich, weil Mel. Herzliebster Jesu, was hast- end deinen Zorn ab, lieber Gott, das elend' Gebet so oft erbolet mit Gnaden und laß nicht wü sich. Der'r möchten etwa Drei- then deine blut'ge Ruthe; richt Big sein, die thaten nach dem uns nicht streng nach unsern MisWillen dein; drum wollest du sethaten, sondern nach Güte. verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 2. Denn, so du wolltest nach Verdienste strafen, wer wollte 6. O großer Gott von Gnad! deine schwere Hand ertragen? erhör auch diese Stimm' und in Es müßt' bergehen, was du hast dein'm hohen Thron das Seuf- erschaffen, vor deinen Plagen. zen tief vernimm. Der'r möch- 3. Vergieb, Herr, gnädig unsre ten etwa Zwanzig sein, die thá- großen Schulden! Laß statt des ten nach dem Willen dein; drum Rechtes deine Gnade walten; wollest du verschonen, nicht nach denn du zu schonen pflegst nach den Werken lohnen. großer Hulde, uns zu erhalten. 7. großer Gott von That! 4. Sind wir doch arme schau, wie die arme Erd' von dei- Würmlein, Staub und Erden, ner Mildigkeit noch einen Wunsch mit Erbsünd', Schwachheit, begehrt. Der'r möchten etwa Noth und Tod beladen; warum Zehen sein, die thäten nach dem sollen wir gar zu nichte werden, Willen dein; drum wollest du im Zorn ohn' Gnaden? verschonen, nicht nach den Werten lohnen. 5. Sieb an dein's Solych, Kreuz und bittre Leiden, detter, 8. großer Gott von Lob! erlöset hat mit seinem( cht so wenn ja das Maaß erfüllt der und eröffnen lassen sein Gefahr Sünden und aus Zorn uns gar Seiten, der Welt zu g½nd den verderben willt; so möchten 6. Darum, ach Bater! 33 2. D 514 nicht verderben; dein' Guad'l und Geist durch Christum wolKriegslieder. left geben; mach uns sammt Mel. Herr Jesu Christ, du höchstesihm des Himmelreiches Erben, 800. Ach Gott! wir treten mit dir zu leben. jegt vor dich mit traurigem Gemüthe; wir bit 799, Wenn wir in höchsten ten dich demüthiglich, rett uns Nöthen sein und durch deine Güte! Schau, wie wissen nicht, wo aus noch ein, die große Kriegsgefahr sich zu und finden weder Hülf' noch uns naht und wie sie gar uns Rath, ob wir gleich sorgen zu verderben drauet. früh und spat; 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht 2. So ist das unser Trost al- mehr, daß wir's verdienet ba lein, daß wir zusammen insge- ben! Gedenke nicht, daß wir so mein dich anrufen, o treuer sehr die uns geschenkten Gaben Gott, um Rettung aus der geschåndet, und sie lange Zeit Angst und Noth; zur Wollust, Pracht und Ueps 3. Und heben unser Aug' und pigkeit höchst undankbar miß Herz zu dir, in wahrer Reu' brauchet. und Schmerz, und such'n der 3. Wie öfters ist der Neben Sünden Vergebung und aller christ gedrücket und betrogen, Strafen Linderung. durch Schein des Rechts, Ge 4. Die du verheißest gnådig- walt und List das Seine ihm lich Allen, die darum bitten entzogen! Darum ist nun dein dich, im Namen dein's Sohn's Zorn entbrannt, die Sünde, Jesu Christ, der unser Heil und die wir nicht erkannt, wird Fürsprach' ift. öffentlich vergolten. 5. Drum kommen wir, o Herre 4. Verzeih uns solche Misse: Gott und klagen dir all' unsre that um Jesu Christi willen, der Noth, weil wir jetzt stebu ver- für uns deinen Eifer hat am lassen gar in großer Trübsal Kreuze wollen stillen! Da ist die und Gefahr. Schuld auf ihn gelegt; er ist 6. Sieh nicht an unsre Sün- das Lamm, das für uns trágt de groß, sprich uns derselb'n die wohlverdiente Strafe. aus Gnaden los, steb uns in 5. Um seinetwillen schone du, unserm Elend bei, mach uns erhöre unsre Klagen! Verleih fetthallen Plagen frei, uns wieder Fried' und Ruh, und WeißAuf daß von Herzen kön- wehre allen Plagen. Erbarm' Gott! nachmals mit Freuden o Herr! erbarme dich und rett' Erd' dir, gehorsam sein nach uns alle gnädiglich von Krieg vor der Bort, dich allzeit prei- und Kriegsbeschwerden! Schwad, und dort. 6. Der Fürsten Herzen, Rath und Kreuz- und Trostlieder. 515 In allgemeiner Landesnoth. und Sinn hast du ja, Herr, in 3. Gedenk, Herr, jekund an Händen; du kannst sie auch als dein Amt, daß du ein Friedfürst lein dahin, wo dir's beliebet, bist, und hilf uns gnådig allewenden. Ach! neig sie kräftig- sammt jetzund zu dieser Frist! lich dazu, daß sie doch stiften Laß uns hinfort dein göttlich Fried' und Ruh, und allem Wort im Fried' noch länger Jammer steuren. schallen. 7. O herr! wir fallen bir zu 4. Verdient haben wir Alles Fuß, du wolleft uns doch geben, wohl und leidens mit Geduld, daß wir, erweckt durch wahre doch deineGnad' größer sein soll, Buß', auch bessern unser Leben; denn unsre Sünd' und Schuld; daß wir nicht selbst an unserm darum vergieb, nach deiner Lieb, Theil verhindern dieses große die du fest zu uns trágest. Heil, das uns der Friede bringet. 5. Es ist groß Elend und Ges 8. Breit über unser ganzes fahr, wo Pestilenz regiert; aber Land die Flügel deiner Gnaden; viel größer ist, fürwahr! wo beschütz' und segne jeden Stand; Krieg geführet wird, da wird laß nichts uns weiter schaden! veracht't und nicht betracht't, Wir wollen solche Gütigkeit was recht und löblich wäre. und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 6. Da fragt man nicht nach Ehrbarkeit, nach Zucht und nach 9. Dieß Alles, Vater, werde Gericht, dein Wort liegt auch wahr, du wollest es erfüllen! Er- zu folcher Zeit und geht im hör' und hilf uns immerdar, um Schwange nicht; drum hilf uns, Jesu Christi willen! denn dein, Herr, treib von uns fern Krieg 9 Herr! ist allezeit, von Ewig- und all schädlich Wesen. feit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre. 801. Du Friedefürst, Herr 7. Erleucht' auch unsern Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad', daß wir nicht treib'n caraus ein'n Scherz, der unsrer Mensch und wahrer Gott, ein Seelen schad'. O Jesu Chrift! starker Nothhelfer du bist im allein du bist, der solches kann Leben und im Tod; drum wir ausrichten. Jesu Christ, wahr'r allein, im Namen dein, zu Mel. Wer nur den lieben Gott läßtdeinem Vater schreien. 802. Es zieht, o Gott, ein 2. Recht große Noth uns stö Kriegeswetter jetzt Bet an von Krieg und Unge- über unser Haupt daher. Doch, mach, daraus uns Niemand bist du unser Schutz und Retter, retten kann, denn du; drum so fürchten wir uns nicht so führ die Sach, dein'n Vater sehr, wie heftig auch Gefahr bitt, daß er ja nicht im Zornsund Noth den Völkern und den mit uns verfahre. Ländern droht. 33* 2. D 516 Kreuz und Trostlieder. 2. laß uns hier allein, ofwiß zur rechten Zeit uns zu er Bater, auf dich und deine Vor- retten seist bereit. sicht schaun; auf dich, den be- 8. Du züchtigest, doch stete sten Freund und Rather, und mit Maaßen und meinst es im nicht auf Menschenhülfe baun, mer väterlich, auch uns wirsi die, Gott! uns ohne dich nichts du nicht ganz verlassen, auch nützt und nur durch dich uns unsrer Noth erbarmst du dich. kräftig schützt. Wir sollen nur durch Angst unt 3. Kein blinder Zufall herrscht Pein geläutert und gebessert auf Erden; du bist es, der die sein. Welt regiert. Laßjetzt auch Alle 9. Zuletzt wird man doch sa= inne werden, daß deine Hand gen müssen: Das hat Gott, unhier Alles führt. Seid böse, fer Gott, gethan. Gerecht ist e Völker! rüstet euch! Ist Gott in seinen Schlüssen! Ihn bete für uns, fo fehlt der Streich. Jeder dankbar an! Er hilft und 4. Je weniger sich oft auch er errettet gern; auch unsre zeiget, woher uns Hülfe noch Hülfe kommt vom Herrn. entspringt; je mehr Gefahr und Plage steiget und Alles in Mel. Was mein Gott will, das Zerrüttung bringt: um so viel 803. Gieb Fried', o from mehr laß voll Vertraun uns, mer, treuer Gott, Herr, auf deine Hülfe baun. du Vater aller Gnaden! wend ab 5. Was hilft der Streiter die nah' und große Noth, verhüt große Menge? Was hilft Ge- all' unfern Schaden; der Feind walt'gen ihre Macht? Der Roff' mit Macht dahin nur trachtt und Wagen stark Gedränge hat die Völker zu verheeren, die dei doch nicht immer Sieg gebracht. nen Sohn, den Heiland fromm, Der Stolze traut darauf zwar bekennen, lob'n und ehren. gern; allein der Sieg kommt nur vom Herrn. 2. Gieb Fried', o Jesu, lieber Herr! du Schützer deiner Heerde; 6. Drum fallen wir in deine es langet an dein Amt und Ehr', Arme, du Bater der Barm- daß sie geschützet werde. Dajest herzigkeit! und beten voll Ver- der Feind mit Ernst vermeint, traun: Erbarme, erbarme dich den Glauben auszurotten; steh zur schweren Zeit! O merke doch du uns bei, Herr Jesu, frei, auf unser Flehn, laß Gnade noch die Feinde mach zu Spotte. für Recht ergehn! 3. Gieb Fried', o Herr Gott 7. Doch findet, Herr, dein heil'ger Geist, du Tröster aller weiser Wille noch ferner Züchti- Blöden! Dein' Hülf' uns jetzt gung für gut; so fassen wir in und allzeit leist', laß dein' Kirch frommer Stille dennoch zu dir nicht veröden; das G'bet erwed, den frohen Muth, daß du ge- den Glauben stärk, gieb wahre Bu In allgemeiner Landesnoth. 517 Buß' und Reue; die Feindel 6. D du, Herr Jesu Christ! der stürz, dein Volk beschütz, auf du ein Fried'fürst bist, bescheedaß sichs ewig freue. re wieder Friede, wir sind des 4. O heilige Dreifaltigkeit! Krieges múde; treib den Krieg Glück, Heil und Kraft verleihe, aus dem Lande; gieb Glück zu all' unsre groß' und schwer' Bos- allem Staube. heit, nach Baters Art, verzeihe, 7. Laß auch an allem Ort dein damit dein' Gnad' all' Schand' seligmachend Wort ganz unvers und Schad', alle Furcht und fälscht erklingen, und dir allein Kriegsgefährde von uns ab- Lob singen; so woll'n wir deifebr, dadurch dein' Ehr' bei al nen Nameu mit Freuden preis lem Volk kund werde. sen. Amen. Mel. Wo soll ich fliehen hin804. In unsrer In unsrer KriegesKrieges noth traun wir als Nach erlangtem Frieden. lein auf Gott, er wird uns nicht Mel. Lobt Gott, ihr Christen verlassen, ob uns die Feind' schon 805. Bringt Gott, ihr bassen; er kann die Feinde schlaChristen, Preis - gen, die uns denken zu plagen. und Dank! ihm, der den Frie2. Sind schon der Feinde viel, den schafft. Erhebt mit frohem hab'n sie doch all' ihr Ziel, wie Lobgesang die Wunder seiner weit sie sollen kommen, daß sie Kraft! nicht schad'n den Frommen. 2. Wer ist ihm gleich? Wer ist, Mehr sind auf unsrer Seiten, wie er? der so zur rechten Zeit den als die wider uns streiten. Streitenden und ihrem Heer mit 3. Wird schon der Feinde Macht: ,, Seid still!" gebeut. Macht von ihnen groß geacht't, 3. Er sieht der Völker Angst daß sie sich drauf verlassen und und Müh und hilft sie übertrotz'n ohn' alle Maaßen; doch stehn; er hört ihr Flehn und läsGott kann sie bald dampfen, set sie Hülf' und Errettung sehn. daß sie aufhör'n zu kämpfen. 4. Auch wir sehn sie, erfreut Lücke 4. Berathschlagen sie sich wis von ihm, der allen Jammer heilt, der uns feftiglich; Gott kann wie wenn ein schweres Ungestüm ihr'n Rath aufdecken, die Feinde sein Sonnenstrahl zertheilt. all' erschrecken, daß ihre falschen 5. Die Feinde toben nun nicht gar müssen gehn zurücke. mehr, drohn nicht mehr fürchter5. Sind schon die Feinde nah; lich; wo Menschenblut sonst floß, Gott ist viel näher da mit sei- daher ergießt sein Segen sich. nen Himmelsheeren; Gott kann 6. Das Feld giebt nun zu seiden Feinden wehren, daß sie ner Zeit die Frucht dem, der zurücke weichen, oder werden es baut; er sammlet ruhig und zur Leichen. lerfreut, was er ihm anvertraut. 7. Su 518 Kreuz und Trostlieder. 7. In jedem Stand' lebt neuer| fingen, es tont der frobe Ju: Muth zu Fleiß und Arbeit auf! belschall, daß Städt' und Kir und keine Furcht vor's Feindes chen klingen. Was vorher war Wuth stört der Geschäfte Lauf. bedrängt som Krieg, das ruft 8. Allgütiger, allein von dir mit Freuden: ,, Fried' und Sieg! fließt dieses Heil uns zu: dein Preist Gott! er schenkt uns waren, sind und bleiben wir, Frieden!" und unser Gott bist du! 3. Gott, dir sei Ehre, Preis 9. Erweck' uns selbst durch und Dank für diese große Gü deinen Geist zur wahren Dank- te! Gerechtigkeit geht nun im barkeit, die dich durch frommes Schwang in deines Reichs Ge: Leben preist und stets fich deiner biete. Dein Volk empfindet freut. dieses schon; dram stimmt es 10. Lehr' uns des Friedeus an den Freudenton: ,, Fried', großen Werth mit weisem Ernst Fried' ist uns gegeben!" versiehn und Allem, was dae 4. Gott, dir, dir sei allein der Herz beschwert, in deiner Furcht Ruhm, dich loben alle Zungen, entgehn; daß deinem Volk und Eigenthum 11. Daß Güte und Gerech des Herzens Wunsch gelungen. tigkeit und aller Lafter Scheu, Du, du hast an dein Volk ges vereinigt mit Zufriedenheit, im dacht, du hast den Frieden wie: Lande herrschend sei. derbracht und uns geschenkt 12. Durch unsre ganze Lebens- das Leben. zeit leit' uns nach deinem Rath, und froh sei dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That. 5. 2ch Herr! wir bitten ferner dich, der du uns Rub gegeben; erhalt den Frieden gnädiglich in 13. Getroft sehn wir auf deine unserm Land und Leben; zerbrich Hand und warten deiner Güt', der Feinde Spieß und Schwert, und hoffen auf das Vaterland, und wehre dem, der uns verheert wo ew'ger Friede blüht. und sucht uns zu verderben 6. Du Friedensfürst, Herr Jesu Christ, laß Fried' und Ruhe Mel. Sei Lob und Ehr dem h.- 806, Gott Lob! die schwe- grünen, wo du mit deinem Worte re Kriegeslaft ist bist und wir dir christlich dienen. uns nun abgenommen, was du, Erhalt den Land- und Kirchens Herr Gort, versprochen haft, fried', vor falscher Lehr' uns stets das haben wir bekommen, Fried', behüt, daß wir im Frieden sterben. Treu, Güt' und Gerechtigkeit be- Mel.. Wer nur den lieben Gott- gegnen uns zu dieser Zeit, die 807. Gelobt, gelobt seist fich erfreutich küssen. du mit Freuden, 2. Gott Lob! nun hört man Gott, der du liebreich an uns überall von Fried' und Ruheldenkst und nun uns nach des Krie: In allgemeiner Landesnoth. 519 Krieges Leiden des Friedensfkes Lieder auch jetzt mit Wohl= Wonne wieder schenkst! Ver- gefallen an! Froh schallen unsre wüstung, Mordsucht heißt du Tempel wieder, von dir, der fliehn und Sicherheit und Ses uns so wohl gethan. Herr! uns gen blühn. fer Gott, dich loben wir! Herr, 2. Das thust du, Herr! Was unser Gott, wir danken dir! du behütest, dem darf sich kein Zerstörer nahn. Wenn du aus Mel. Sei Lob und Ehr' dem h. deiner Höh' gebietest, ist alle Zwietracht abgethau. Auch über 808, Lobfingt dem Gott, der unser denkt, uns hast du gewacht; auch uns der unsre Thränen stillet, der die Rub zurück gebracht. uns den goldnen Frieden schenkt und Flehn und Wunsch erfüllet! Gott! unser Jammer drang zu dir; du hörst Gebet: dir wollen wir in der Gemeinde danken. 3. Christen, fühlt das ganz, und preiset frohlockend ihn, der uns erfreut, der seines Armes Macht beweiset und in der Macht Barmherzigkeit; der uns 2. Dein Antlitz war von uns auf Gnadenflügeln trägt und gewandt, das uns nun wieder Wunden heilet, die er schlägt. leitet; und über uns und unser 4. Preist ihn durch freudiges Land war bange Noth verbreis Vertrauen; ihr seht, was seine tet. Herr! wenn dein Zorn den Hülfe kann. Er läßt sie uns Frevler schilt, wenn du mit auch ferner schauen und nimmt Sündern rechten willt; wer sich unser mächtig an. Wo wir kann vor dir bestehen? nichts können, nichts verstehn, 3. Im Staube blicken wir wird, was uns nützt, durch empor und flehen: ,, Hilf uns ihn geschehn. wieder!" Du hörst, du hilfft und 5. Preist ihn durch Wohlthun neigst dein Ohr auf unser Flebu und Erbarmen, wo ihr der Brü- hernieder und schenkst uns Rub der Noth erblickt, daß ihr die und Sicherheit, und hemmst Leidenden und Armen speist, des Krieges Grausamkeit und tránket, kleidet und erquickt! da steuerst dem Verderben. mit sich Alles, Alles freu und durch den Frieden glücklich sei. 4. Dich preist nun unser Lobgesang und steigt empor zum 6. Ja, preist ihn durch ein Himmel; das Angstgeschrei, des frommes Leben! dieß ist der bes Elends Drang wird heute Lust ste Lobgesang. So viel uns ist getümmel. Befreit vom Gram, von ihm gegeben; so sehr vers geheilt vom Schmerz lobsingt dient er diesen Dank! O laffet der Mund, frohlockt das Herz, Herz und Wandel rein und ihm fließt dir die Freudenthrane. ein würdig's Opfer sein. 5. O Gott! erhalt' uns lange 7. Nimm, Vater, unsers Dan- Zeit dieß Glück, von dir gegeben! und 520 Kreuz und Trostlieder. und laß in stiller Sicherheit, insschutz unser Land, sammt allem, deiner Furcht uns leben. Rub, was wir haben! Heil unsern Fried' und Eintracht schmück Schmerz, still unser Herz, laß uns hier und führ' uns einst reichen Trost uns laben. hinauf zu dir, zu Wohnungen des Friedens. In ansteckenden Seuchen. 7. Froh stimmen wir dein Lob, Herr, an und wollen nun dich, nicht blos dann, wenn Trubsal da ist, suchen; nein, stets uns weihn dir ganz allein, und al Mel. In dich hab' ich gehoffet H.- ler Sünde fluchen. 809. Gott, dessen Aug' Mel. In dich hab' ich gehoffet- uns fiets bewacht, 810. Herr Gott, vor deiner du bist allein die Hülf' und Macht Majestät wirft un: von uns hülflosen Schwachen. ser brünstiges Gebet, mit Angst Wir bitten dich demüthiglich, erfüllt, sich nieder. Dein Grimm auch über uns zu wachen. erwacht; der Seuche Macht 2. Uns schrecket, daß der Seus würgt schon die nahen Brüder. che Gift schon hin und wieder 2. O Gott, wie groß ist diese Manchen trifft; sie hebt schon Noth! Sie kommt, sie wächst, an zu wüthen. Drum flehen und Fall und Tod bedeckt das wir und schrein zu dir, du Land mit Leichen. Kein Wider: wollest uns behüten. stand von Menschenhand macht 3. Gott, furchtbar ist dein den Berderber weichen. Zorngericht. Mich und die Meis 3. Sie draut auch unsrer Mis nen treffe nicht die mörderische sethat; wenn nicht dein liebevol Seuche! Hilf uns, o Gott! ler Rath uns noch mit Langs Hilf treuer Gott! daß sie uns muth tråget. Sind wir mehr nicht erreiche. werth, als die dein Schwert 4. Ach handle nicht, Herr, jetzt häufig niederschläget? Zebaoth, ach handle nicht, lieb 4. Ach Bater, gehe mit uns reicher Gott! mit uns nach un- nicht nach unsern Sünden ins sern Sünden! Barmherzigkeit! Gericht! Erbarmer, ach vers Barmherzigkeit laß uns noch schone! Erlaß die Schuld, nach bei dir finden. deiner Huld, in deinem liebsten 5. Schau an der Herzen Sohne. Traurigkeit! schau, wie uns 5. Erbarme dich, erbarme unsre Schuld gereut! Ach, um dich und blicke jetzt auch váterdes Mittlers Willen, der fürlich auf tiefgebeugte Sünder! uns starb, uns Gnad' erwarb, Du kannst allein mit Hülf' er laß deinen Zorn sich stillen. freun; errette deine Kinder! 6. Streck aus, Herr, deine 6. Errette mächtig Land und starke Hand! Deck unsern Ort, Ort von dieser bösen Seuche Mord. In allgemeiner Landesnoth. 521 Mord. Entferne Furcht und zurück; auch uns schien jeder Aus Plagen. Gieb, was uns gut; genblick der Letzte unsers Lebens. gieb frohen Muth, das Glück von unsern Tagen. 3. 3u dir, Gott, unserm Ret= ter, schrien der Deinen bange Herzen; und du hast gnädig uns verziehn! Du sahest unsre Erbarmungsvoll 7. Doch sollen wir gezüchtigt sein, so floß uns die Gesinnung ein, daß wir bereitet stehen, wenn Schmerzen! dir's gefällt, aus dieser Welt vor hat deine Hand das Uebel von deinen Thron zu gehen. uns abgewandt, nach Sünden 8. Biet' denen deine Hände nicht gelohnet. Preis dir, o Gott, dar, die jetzt in tödtlicher Ge- wir leben noch! Groß war die fahr, umringt von bangen Noth, schwer unser Joch, noch Schrecken, und laß ihr Herz, größer du, der schonet. im herben Schmerz, den Kelch des Trostes schmecken. A 4. Preis sei dir, Gott, im höchsten Thron, für deine Was 9. Laß, da der Glaube vor tergüte! Preis singt dir, Mittdir fleht, laß, treuer Vater, dießler, Gottes Sohn, mein Mund, Gebet zu dir erhörlich dringen; Herz und Gemüthe! Preis dir, da soll den Dank dir Lebenslang o Tröster, heil'ger Geist! In das Herz zum Opfer bringen. Ewigkeit seist du gepreist, Gott, der uns hat ernähret! Nun zeigst Nach geendigten Seuchen. du uns, wer stets sich fest auf Mel. An Wasserflüssen Babylon- dich, den Mächtigen, verläßt, 811.Nun wollen wir dir dem werde Troft gewähret. Lob und Preis, 5. O laß uns künftig, gút's Gott, unserm Helfer, bringen ger Gott, die Sünde dankbar Dir wollen wir, mit bestem Fleiß, fliehen! Durch Strafen, durch mit Herz und Mund lobsingen! Gefahr und Noth willst du uns Du hast uns in der Sterbens zu dir ziehen. Wohlan, mein noth so treu beschützet, daß der Herz, der Sünde Lauf hör' in dir Tod uns nicht dahin gerissen. künftig völlig auf! thu des Pflicht ist es, daß wir Lebens: Heil'gen Willen! Vielleicht lang, Allgútigster, dir dafür möcht' er nicht mehr verzeihn! Dank von Herzen sagen müssen. Heil dir! er wird dir Kraft ver= 2. Wir waren, Höchster, über- leihn, den Vorsatz zu erfüllen. all mit Todesfurcht umgeben. Wir sahen der Geplagten Qual In Theurung und Hungersund Sterbende voll Beben. Der noth. Tod riß täglich Viel' in's Grab; die Noth nahm zu, die Menschen Mel. Von Gott will ich nicht laffenab; die Heilkunst war vergebens. 812. Du bester Trost der Nichts trieb des Würgers Macht| Armen, Gott, Schöp 522 Kreuz und Troftlieder. Schöpfer, aller Welt! Du Vater 7.- Erbör uns, Gott! und króa voll Erbarmen, der seine Zusag' ne das Jahr mit deinem Gut; hålt! Du, du erhörst Gebet; so sei gnädig und versöhne uns hor, was unser Glaube zu dir dir durch Christi Blut. Laß uns jetzt aus dem Staube in Noth wohlthätig sein von dem, was und Theurung fleht. wir noch haben und deine Va: tergaben durch Mißbrauch nie 2. Auch unser sündhaft Leben verklagt vor dir uns hart; doch entweihn. schonen und vergeben ist ja der Väter Art. Du, treuer Vater, Mel. Wo soll ich fliehen hin du bist gut vor allen Vätern, und neigst selbst Uebertretern 813. Von dir, liebreicher dein Herz bald wieder zu. Gott, fommt uns 3. Wenn sie mit ernster Neue fer täglich Brod; was hat dich zu dir um Hülfe schrein; so willst doch bewogen, daß du es uns du auch aufs Neue ihr Gott und entzogen? Ach! unsre schweren Retter sein. Herr, unsre 3u: unden, die deinen Zorn ents versicht! auf den auch wir jetzt zünden. sehen und hülflos zu dir fle 2. Dein Eifer höre auf! Ach hen! verlaß, verlaß uns nicht! wehr der Theurung Lauf! Laß 4. Gott, unser Heil, ach wen- dich so vieler Armen, o, milder de der Zeiten schweren Lauf; thu Gott! erbarmen. Laß uns nicht deine milden Hände, den Schatz gar verderben und nicht durch der Allmacht, auf. Was nur ein Hunger sterben. - Leben hat, náhrst du mit Wohl- 3. Wir hätten's zwar vers gefallen. O schaffe doch uns Al- dient; allein wir sind versühnt len bei unserm Mangel Rath. durch Christi Tod und Leiden. 5. Herr, der du uns auch schu- Drum laß den Hunger scheiden, fest, hör unser Angstgeschrei! der uns anjetzo plaget und so Allmächtiger, du rufest dem viel Arme naget. Nichts, damit es fei. Zu bel- 4. Vergiß der alten Schuld, fen ist dir leicht; du kannst dem erzeig' uns deine Huld in diesen Mangel wehren, in Theurung| theuren Zeiten und schenk veruns ernähren, wenn's uns un- armten Leuten zur Nothdurft möglich däucht. deine Gaben, den matten Leib 6. Laß unsre Frucht gerathen zu laben. und deine Hülf' uns sehn. Er 5. Du náhrst der Vögel quicte unfre Saaten, so oft fie Schaar; darum vergiß nicht traurig stehn. Herr, baue selbst gar, liebreicher Gott, die Deis das Land, tránk es mit Thau nen; hör unser kläglich Weinen, und Regen, und füll' es an mit sei gnädig deinen Kindern, laß Segen aus deiner milden Hand.fanfre Noth sich mindern. 6. Die In allgemeiner Landesnoth. 523 6. Die Vatertreu steht fest, war, Gott, deine Huld, und die uns nie ganz verläßt. Der deiner Allmacht Stärke. wollest du gedenken und tåg- 3. Dir sei, o bester Vater, lich Nahrung schenken, den Dank, Anbetung, Preis und Jungen und den Alten, das Ehre! Erheb ihn würdig, mein Leben zu erhalten. Gesang! Und Erd' und Himmel 7. Herr! unsre Zuversicht! höre: ,, Der Höchsie hält, was er laß unsern Glauben nicht in verspricht, so lang die SchöpTheurung untergehen; du wirst fung steht, soll nicht hier Saat ja bei uns stehen. Du kannst, und Ernt' aufhören." was unser Leben erfordert, reichlich geben. 4. Gott! unsre Sünde war's, die dich zur Züchtigung bewo8. Jedoch, gefällt es dir, nimmst du durch Hunger mir gen. Wohl uns! wenn du uns väterlich dadurch zu dir gezo= dieß jammervolle Leben, wirst du ein bessers geben. Dir sei den fliehn und dir, der gnágen, daß wir nunmehr die Sün= es heimgestellet: Machs, Herr, dig uns verziehu, ganz unser wie dir's gefället! Leben widmen. 9. Wir habens' wohl ver- 5. Wie fürchterlich lehrt Hunschuld't, drum gieb uns nur Gegersnoth uns unser Nichts er= duld, so lang dieß Elend wäh kennen?! laß uns dich allein, ret. Wird uns dein Trost bes o Gott! stets unsern Vater nenscheret; so wollen wir dich lo nen! Lehr' uns in Allem auf dich ben, hier und im Himmel oben. schaun, dich kindlich lieben, dir vertraun und jede Wohlthat schätzen. Nach geendigter Theurung, Mel. Nun freut euch, lieben6. Laß uns, wenn du schenkst Ueberfluß, uns nie durch Stolz 814. Du haft, o gna- erbeben; stets mäßig bleiben im denreicher Gott! Genuß; der Wollust widerin Theurung uns ernähret; in streben; von dem, was deine Elend und in Herzensnoth Er- Batergnad' uns mildreich giebt, rettung uns gewähret; und durch Liebesthat den Armen nun hat deine Segenshand von gern erfreuen. uns und unserm Vaterland den Mangel abgewendet.. 7. Und künftig woll'st du gnddiglich vor Mangel uns bewah2. Dich jammerte der Men ren. Dann ist kein Uebel fürchschenleid; du hört'st das Schrei'n terlich, deckst du uns vor Geder Armen; du, Vater der Barm- fahren. Mit Luft, o Vater, herzigkeit, sahst auf sie mit Erwendest du dem Lande deinen barmen. Groß war die Noth, Segen zu, in welchem Fromme groß unsre Schuld; noch größer wohnen. Bei Kreuz und Troftlieder. Bei Gewittern. bescheert. Herr unsers Lebens, ach! beschütz' uns selbst, erhalt' Mel. Erbarm dich mein, oh. G.-uns unversehrt. Sei du bei uns 815. 2ch Gott, dein Donner in dieser Noth, all' Hoffnung schreckt das Land! ist zu dir gericht't. Behut vor wer ist, der dich nicht zitternd bösem, schnellen Tod. Versag ehrt, wenn er das Wunder dei uns deine Hülfe nicht. ner Hand, die Donnerstimm' in 6. Bedecke du mit deiner Hand Wolken hört? Ja, Vater! ich leib, Leben, Haus, Vieh, Gut dein schwaches Kind, erkenne dei- und Hab. Bewahr' die Früchte ne große Macht; und wie gar auf dem Land und was uns sonst nichts wir Menschen sind, da jetzt dein Segen gab, vor Schloßen, dein Himmel blitzt und kracht. Hagel, Wasserfluth, vor Feuers 2. Wir hätten wohl verdient, brünsten gnädiglich. Halt uns, oGott! well wir gesündigt schwer o Gott! in deiner Hut; so rüh und viel, daß du durch einen men wir und preisen dich. schnellen Tod verkürztest unsers 7. Du, Herr! allein bist Aller Lebens Ziel. Doch weil wir dei- Gott. Blitz, Donner, Feuer, ne Kinder sein, dein Volk und Luft und Wind, ja Alles ehret Schafe deiner Weid' und uns dein Gebet; du sprichst, und es die Sünden herzlich reun; so geschieht geschwind. Ach Herr, hoffen wir Barmherzigkeit. wo ist dir Jemand gleich im Hima 3. Bir Arme wissen nirgend mel und in aller Welt? Wer hat hin, durchliefen wir gleich alle ein so gewaltig Reich, dem AL Welt, wohin wir möchten sicher les gleich zu Fuße fällt? fliebn; wo uns nicht deine Hand 8. Sprich nur ein Wort, so noch hält. Wir wissen nichts als weichet bald des Ungewitters deine Guad', die alle Morgen Schrecklichkeit. Dein Wort neu aufgeht, die groß ist und durchdringet mit Gewalt die kein Ende hat, die Jedermann ganze Schöpfung weit und hier offen steht. breit. Errett' uns, Höchster! 524 4. Drum flehn wir in Gefahr und beweis', daß du der rechte und Noth, durch Christum, dei- Helfer seist. So singen wir dir nen liebsten Sohn, zu dir um ob und Preis, dir Vater, Hülfe, treuer Gott! um seinet- Sohn und heil'gem Geist. willen unser schon', o Vater der Barmherzigkeit! Ach straf' uns Mel. Herr Jesu Christ, du höchſt. nicht, wie wir verschuld'r! uns ist 816. Ach! schone, schone, die Sünde herzlich leid, kehr dich zu uns mit Guad' und Huld. denk an uns in Gnaden! es fos 5. Entzünde nicht durch deinen stet dir nur ein Gebot, so sind Biit, was du an Nahrung uns wir ohne Schaden. Was du bes fiehlst, 525 In allgemeiner Landesnoth. fiehlst, das muß geschehn, dir]| Mel. Lobt Gott, ihr Christen Herr, kann ja nichts wider- 817. Der hohe Himmel stehn, es muß dir Alles folgen. dunkelt sich, ein 2. So wird durchs Wetter, Wetter Gottes draut; ich bebe das anjetzt in schwüler Luft vor- nicht; ich freue mich, Herr, handen, auch, ohne dich, Nie. deiner Herrlichkeit. mand verletzt, und wenn es 2. Du zürnest, wenn du donschon entstanden: du Herr, setz'st nerst, nicht; du bist der Mens ihm selbst Maas und Ziel, ob schen Freund. Nicht blaffer sei es soll wenig oder viel auf die- mein Angesicht, wenn uns der ser Erd' ausrichten. Blitz erscheint. 3. Dahero kommen wir zu 3. Dem Sünder nur, der dir, weil uns ist angst und ban- dich nicht kennt, dem bist du ge, und klopfen an die Gnaden- fürchterlich; dem aber, der dich thúr, damit man Gnad' erlan- Vater nennt, zeigst du als Vas ge, und uns des Blizzes Feuer- ter dich. firaht die Sündenschulden nicht 4. Uns Segen ist der Sonne bezahl', noch uns das Leben Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein raube. 4. Es ist uns leid, was wir Gericht und deines Blitzes Pracht. gethan, hilf daß wir uns bekeh5. Doch, Menschen sind wir, ren und führ' uns, Gott, auf Vater! schwach! Gedenk, wie ebuer Bahn durch deines Wor- schwach wir sind! Sprich nicht: tes Lehren. Erhör uns, Herr! Zerstöre, Haget!" Ach! nach deiner Huld und straf uns sprich nicht zum Blitz: ,, Entnicht nach unsrer Schuld, wie zünd'!" wir's verdienet hätten. 6. Du reinigft durch den 5. Laß diesen Donner nur al- Blitz die Luft; dein Regen kühlt lein ein Zeichen deiner Gnaden, die Saat; und deines Donnicht aber deines Eifers sein, ners Stimme ruft: ,, Sei rein und laß ihn ohne Schaden, ovon Missethat!" liebster Gott! vorüber gehn, damit wir Alle klärlich sehn, daß du seist voller Güte. 7. Laß frei das Herz von engsten sein, wenn uns dein Wetter droht. Weg, Furcht! 6. So wollen wir mit Hand wir leben! Furcht hat Pein; und Mund, wir, die wir durch du bist die Lieb', o Gott! dich leben, ganz wobl bedacht, Mel. Wo soll ich fliehen hin- aus Herzens Grund, dir das 818, Fin Wetter steiget Gelübde geben: daß wir, o auf. Mein Herz, Gott! bei dir allein im Tod zu Gott hinauf! mein Herz, fall und Leben wollen sein, es geh' ihm zu Fuße durch wahre Reu uns, wie es wolle. lund Buße, damit gleich deine Cüns 526 Kreuz und Trofilieder. Sünden durch Christi Tod ver- 3. Weisheit sonder Ziel! schwinden.. o Allmacht sonder gleichen! o 2. Herr, der du gut und wahrer Vaterlieb' untrüglich fromm, zu dir ich glaubig komm', helles Zeichen! Ach! möchten ich flehe um Erbarmen, um wir es doch in froher Ehrfurcht Stárkung für mich Armen. Um sehn und auch im Wetter selbst Jesu willen schone, mir nicht der Gottheit Huld verstehn! nach Sünden lohne. 4. Denn ob darüber gleich Luft, 3. Durch Christi theures Blut Meer und Erd' erschüttern, so mach mir ein Herz und Muth, darf ein frommes Herz doch da: das sich nicht knechtisch scheue, rum nicht erzittern; schreckt dich vielmehr stets deiner Treue in des Schöpfers Macht, so denke allem kindlich traue und auf doch dabei, daß er zu deinem dein Helfen baue. Schuß nicht minder mächtig sei. 34. Ich will mit dem, was 5. Gewiß, du ehrst ihn nicht, mein, dir ganz gelassen sein; wenn du zu knechtisch bebest, und dein Flügel wird uns decken, unter Blitz und Knall in lauter verjagen alles Schrecken, und engsten schwebest. Sieh deis lassen uns aus Gnaden das nen starken Gott doch nicht so Wetter gar nicht schaden. machtlos an, daß er im Wetter 5. Wohlan! verlaß uns nicht, dich nicht auch beschirmen kann. bleib unsre Zuversicht, und laß 6. Es wirke feine Macht ein dein Vaterlieben auch jetzt an ehrfurchtsvolles Grauen, doch uns sich üben; so woll'n wir auch nicht weniger ein kindliches weil wir leben, dir Preis und Vertrauen. An uns liebt unser Ehre geben. Gott zwar Ehrerbietigkeit, doch Mel. O Gott, du frommer Gott- mehr noch Zuversicht, noch mehr 819.öchster! dessen Gelassenheit. Kraft Luft, Meer 7. Und sollte, was er thut, und Erde tråget, der Erde, Luft dir etwa Schaden bringen; so und Meer durch einen Wink be- suche christlich stark den Unmuth weget; ich lobe deine Güt', ich zu bezwingen. Ohn' ihn kann preise deine Macht, auch da bei nichts geschehn, und was durch deinem Blitz der Donner schrek-[ ihn geschicht, ist Alles nüß und kend fracht. gut, begreift man es gleich nicht. 2. Gott führet våterlich, zum 8. Weil aber dieses nicht in Nutzen und zum Segen, der Bol- unsern Händen stehet, und man ken Wasserschatz, den oft erbet sich blos, o Herr, durch dich zu nen Regen durch Wind und Wet- dir erhöhet: so fleh' ich innig: ter her; macht durch der Blitze lich: Gieb mir die Eigenschaft, Brand nicht nur die Lüfte rein, die dir gefällig ist, und des Vertränkt auch das dürre Land.( trauens Kraft. 9. So In allgemeiner Landesnoth. 527 9. So oft wir blißen sehn, Iter wahr! Dem frohen forschen= so oft wir donnern hören, laß den Gemütbe stellt sich ein grouns, Herr Zebaoth! dich lieben, Ber Schauplatz dar von ungefürchten, ehren. Hat deine Güte zählter Segensspur, zum Labsal schon den Blitz hervorgebracht, aller Kreatur. so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 3. Wenn bei erhitzter Dünste Glühen sowohl die Menschen, 10. Was kann von unserm als das Vieh, den Athem matt Nichts so klar uns überführen, und keuchend ziehen; wie froh, als wenn wir die Gewalt der wie munter werden sie, wenn Elemente spüren. Die ungehen in die angstlich schwüle Luft der re Macht beweiset, wie so klein, Donner fühle Winde ruft. so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 4. Wie lieblich hebt sich das Getreide, getränket durch den 11. Drum, Henr, erbarme Regenguß! Und wie vergnügt dich! erbarme dich aus Gnaden! betritt die 2Beide der neubelebs Laß dieß Gewitter doch den Unten Thiere Fuß! Der muntern frigen nicht schaden. Gieb, daß Vögel frohes Heer verkündigt der grause Sturm, gieb, daß der des Erhalters Ehr'. Schloßen Heer uns weder Leib 5. Auch ich will seine Güte lo= noch Gut entreiße, noch versehr. ben. Im Wetter, wie beimSona 12. Ach, laß in der Gefahr, nenschein, werd' er von dir, mein bei Donner, Blitz und Stür Herz, erhoben! Du kannst dich men, uns deineLieb' und Macht, seiner Güte freun; und wenn des o Vater, doch beschirmen; vor Donners Stimme brüllt, ist er Allem gieb, daß auch, geht die dein Helfer und dein Schild. Gefahr vorbei, für Sorgen, wie Mel. Wer nur den lieben GottfürSchuß, dirJedes dankbar sei. 821. Wo ist ein ſolcher Gott zu finden, Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gottwie du bist, o Herr Zebaoth! Der tilget und erläßt die Súns den, und stets bei uns ist in 820.ie gnädig ist des der Noth, der auch erretten kann Höchfien Wille! vom Tod. Ach! dir ist Nies Der Donner schweigt, die Blige mand gleich, mein Gott! fliehn! Bald schmückt bei an 2. Du ließest deinen Donner genehmer Stille der Sonne hören, es leuchteten die Blitze Glanz das feuchte Grün. Erhe- sehr, als wollten sie uns gar vers be deinen Lobgesang, o, meine ehren, die Sünden wurden uns Seel', und opfre Dank. zu schwer; doch du erzeigtest 2. nimm bewundernd Got Gnad' und Huld, vergaltst uns tes Güte im Blitz und Ungewitalnicht nach unsrer Schuld. 3. Daß 528 Kreuz und, Trostlieder. 3. Daß wir bis diese Stunde und billig strafst du uns, doch leben, daß wir, o Gott! nicht laß uns Gnade finden! Vergieb gar aus sind, noch haben, was uns unsre Schuld! Thu auf die du uns gegeben an Haus und milde Hand; wirf einen Vatera Hof, an Weib und Kind; das blick auf uns und unser Land! ist ja deine Güt' allein; drum laß uns dir auch dankbar sein. 4. Befeuchte Berg und Thal, erfrische unsre Felder! Dein Res gen träufle sanft auf Anger, Das, was 4. Ja! lobe du nun, meine Seele, den Herrn, der dir stets Gärten, Wälder! helfen kann. Bewundre, rühme bisher gelechzt, erquicke, Herr, und erzähle, wie viel dir Gott aufs Neu, daß jede Creatur hat Guts gethan; wie er durch dir freudig dankbar sei. seine Allmachtshand auch jetzt Gefahr hat abgewandt. 5. Ergieß zugleich dein Wort, gleich einem milden Regen, auf 5. Ach suche doch dein Thun unser tråges Herz mit tausends und Dichten, zu seinem steten fachem Segen. Der Fromme Ruhm und Preis, ihm wohlge- nur kann sich, Gott, deines Sea fällig einzurichten, vollbringe gens freun; o laß uns alle reich willig sein Geheiß. So wird an wahrer Zugend sein. auch seine Batertreu dir ferner täglich werden neu. Gebet um Sonnenschein, bes sonders zur Erntezeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 823. ch! lieber Gott! es halt dein Res Gebet um Regen. Mel. O Gott, du frommer Gott 822. Herr, Herr, allerhöchster gen zur Erntezeit noch immer Gott im Himmel an; er macht, daß man der Fel und auf Erden! dem Wolken, der Segen nicht in die Scheus Luft und Wind allzeit gehorsam ren bringen kann; es setzet dies werden; was du befiehlst, ge- se nasse Zeit das ganze Land in schieht. O laß auch unser Flehn Traurigkeit. durch dich, Allmächtiger, jetzt 2. Nun sind wir freilich dies in Erfüllung gehn. fer Strafe, auch wohl noch 2. Wir bitten findlich dich größrer Plagen, werth, dieweil um deinen Vatersegen: Gieb man aus dem Sündenschlafe uns, o Vater, gieb uns einen nicht wieder aufzustehn begehrt; milden Regen! Staub ist jetzt Was Wunder! daß der Him unser Land, erstorben jede Flur; met weint, wenn man mit kei es schmachtet Feld und Thier, ner Buß' erscheint. es trauret die Natur. 3. Gott! erweck uns aus 3. Wir haben es verdient. den Sünden und wirk in Allen Ach! groß sind unsre Sünden, wahre Reu; erleuchte durch dein Wort Vorbereitung zum Tode, und Sterbelieder. 529 Wort die Blinden, und mach Jesum Christ, was Leib und in ihnen Alles neu. Vergieb uns Seele dienlich ist. unsre Sündenschuld und habe 6. Du hast dein Kind für uns noch mit uns Geduld. gegeben und das ist uns zum 4. Vertreib die Wolken und Heil geschehn; wie solltest du den Regen und gieb uns wie- nicht auch im Leben mit Leibesder Sonnenschein; verderbe doch nahrung uns verfehn, da man nicht deinen Segen, ob wir es zur Nothdurft Erdenfrucht um gleich nicht würdig sein. Sieh Christi Willen bei dir sucht? uns in dem Erlöser an, der hat 7. Und also lasse man dich genug für uns gethan. sorgen; denn du versäumst die 5. Auf diesen gründ't sich un- Deinen nicht. Was heute fehlt, sre Bitte, in dessen Namen ru- das kömmt doch morgen. Ach, fen wir, durch diesen währet dei- stárk uns in der Zuversicht: du ne Güte, getreuer Vater, für sorgest für die Erntezeit sowohl, und für. Darum so gieb durchlats für die Seligkeit. XXVI Vorbereitung zum Tode, und Sterbelieder. Mel. Freu dich sehr, o meine S.-[ in einem Augenblick geht des 824, 2ch Sperr! lehre mich Lebens Kraft zurück, und wir bedenken, daß ich sind in jedem Fahre auch schon einmal sterben muß; lehre mich reif zur Todtenbahre. die Sinnen lenken auf den letzten 4. Und wer weiß, in welcher Lebensschluß. Stelle mir mein Stunde uns die letzte Stimme Ende für und erwecke die Begier, weckt! Denn Gott hats mit seiz mich noch bei gesunden Zeiten nem Munde keinem Menschen auf das Grab recht zu bereiten. noch entdeckt. Wer sein Haus 2. Endlich muß ein Licht ver- nun wohl befiellt, geht mit brennen, endlich lauft der Sei- Freuden aus der Welt; da die ger aus; also muß ich auch be- Sicherheit hingegen ewigs Ster= kennen, daß ich dieses Leimen- ben kann erregen. haus endlich auch verlassen muß, 5. Predigen doch meine Glieder denn es ist der alte Schluß: Men: täglich von der Sterblichkeit. Leg' schen, als des Todes Erben, und ich mich zur Ruhe nieder, zeigt sich als Sünder müssen sterben. mir das Leichenkleid; denn der 3. Wenn wir kaum geboren wer- Schlaf stellt für und für seinen den, ist vom ersten Lebenstritt bis Bruder Tod mir für; ja das ins fühle Grab der Erden nur Bette will mir sagen: So wird ein kurz gemeßner Schritt. Oftlman ins Grab getragen. 34 6. Dieß 530 Vorbereitung zum Tode, 6. Dieß, mein Gott, lehr mich| 3. Jesus ist für mich gestorben, bedenken, daß ich niemals sicher und sein Tod ist mein Gewinn; bin; will die Welt mich anders er hat mir das Heil erworben; lenken, ach! so schreib in meinen drum fahr' ich mit Freuden hin, Sinu: ,, Du mußt sterben, Men- hier, aus diesem Weltgetümmel schenkind!" daß die eitle Luft in den schönen Gotteshimmel zerrinnt, die mir kann den Trieb da ich werde, ohne Leid, schmet zum Wachen und den Tod ver- ken Freud' und Seligkeit. gessen machen. 4. Da wird sein das Freuden 7. Laß mich nicht die Buße spas leben, da viel tausend Seele ren, bis die Krankheit mich er schon sind mit Himmelsglan greift; sondern bei gefunden umgeben, dienen da vor Gotte Jahren, ehe sich die Sünde Thron; da die Seraphinen prat häuft, laß mich täglich Bußelgen und das hohe Lied anfan thun, daß das allerletzte Nun gen: Heilig, heilig, heilig heiß mich, befreit von aller Sünde, Gott der Vater, Sohn und Geis und mit dir versöhnet, finde. 5. Da die Patriarchen wohnen 8. Nun, mein Gott, du wirst es die Propheten allzumal; wo au machen, daß ich fröhlich sterben ihren Ehrenthronen sitzet die ge kann. Ich befehl' dir meine Sa- zwölfte Zahl; wo in so viel tau chen, nimm dich meinerSeele an! send Jahren alleFrommen hinges Deines Sohnes theures Blut fahren; da wir, unserm Gott komme mir alsdann zu gut, daß Ehr'n, ewig Allelujah hör'n. mein letztes Wort auf Erden: 6. Ach! Jerusalem, du Schöne, Jesus! Jesus! möge werden. ach I wie helle glänzest du! Ach! wie lieblich' Lobgetöne hört man 825. Alle Menschen müssen da in sanfter Ruh! Oder gro sterben, alles Fleisch ßen Freud' und Wonnel jetzunb lebt kurze Zeit; was da lebet, gehet auf die Sonne, jezund muß verderben, eh' es schöner gehet an der Tag, der kein En sich erneut. Dieser Leib, der muß de nehmen mag! attery verwesen, wenn er anders soll ge 7. Ach! ich habe schon erblik nesen der so großen Herrlichkeit, ket diese große Herrlichkeit! Sez die den Frommen ist bereit't. zund werd' ich schön geschmücket 2. Darum will ich dieses Leben, mit dem weißen Himmelskleid, wenn es meinem Gott beliebt, mit der goldnen Ehrenkrone, auch ganz willig von mir geben, stehe da vor Gottes Throne, bin darüber nicht betrübt; denn schaue solche Freude an, die kein in meines Jesu Wunden hab'ich Ende nehmen kann.. schon Erlösung funden, und mein nindak Trost in Todesnoth ist des Her 826. Auf meinen lieben ren Jesu Tod. Gott trau ich in Angst und Sterbelleder. 531 Angst und Noth; er kann mich dran und wird den Lohn bekoms allzeit retten aus Trübsal, Angst men, nachdem er hier gethan. und Nothen; mein Unglück 3. Bedenke, Mensch! das kann Gott wenden, steht All's Ende, der Höllen Angst und in seinen Händen. Leid, daß dich nicht Satan blens 2. Ob mich mein' Sünd' an- de mit seiner Eitelkeit. Hier ist ficht, will ich verzagen nicht; ein kurzes Freuen; dort aber auf Christum will ich bauen, ewiglich Schmerz, Angst und und ihm allein vertrauen; ihm kläglich Schreien. Ach! Suns will ich mich ergeben im Tod der, hûte dich! und auch im Leben. 4. Bedenke, Mensch! das Ens 3. Ob mich der Tod nimmt de, benutze recht die Zeit, daß hin, ist Sterben mein Gewinn, dich ja nichts abwende von jes und Christus ist mein Leben, ner Herrlichkeit, damit vor Gots dem ich mich ganz ergeben; ich tes Throne die Seele wird ges sterb' heut' oder morgen, mein' pflegt; dort ist des Lebens Kroa Seel' wird Gott versorgen. ne den Frommen beigelegt, d 4. O mein Herr Jesu Christ! 5. perr, lehre mich bedenken der du so g'duldig bist für mich der Zeiten letzte Zeit, daß, fich am Kreuz gestorben, hast mir nach dir zu lenken, mein Herze das Heil erworben, auch uns sei bereit. Laß mich den Tod allen zugleiche das ew'ge Him- betrachten und deinen Richters melreiche. stuhl; laß mich auch nicht vers achten der Höllen Feuerpfuhl. 5. Umen, zu allerStund' sprech' ich aus Herzensgrund; du wollest 6. Hilf, Gott! daß ich in Zeis uns so leiten, Herr Christ, zu al- ten auf meinen letzten Tag mit len Zeiten, daß wir dort deinen Buße mich bereiten und täglich Namen ewiglich preisen. Amen. sterben mag! Im Tod' und vor Mel. Ach Herr, mich armen S.-Gerichte steh mir, o Jesu! bei, 827. Bedente, Mensch! daß ich im Himmelslichte zu das Ende, bedenke wohnen würdig sei. deinen Tod! Der Tod kommt 828, Christus, der ist mein oft behende: wer heute frisch Leben, Sterben und roth, kann morgen, und ist mein Gewinn, dem hab' ich geschwinder, hinweg gestorben mich ergeben, mit Freud' fahr' sein; drum bilde dir, o Sün- ich dahin. der! ein täglich Sterben ein. 2. Mit Freud' fahr' ich von 2. Bedenke, Mensch! das En- dannen zu Christ, dem Brus de, bedenke das Gericht! Es der mein, auf daß ich zu ihm müssen alle Sünder vor Jesu komme und ewig bei ihm fel. Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, es muß ein Jeder 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; 34* durch 532 Vorbereitung zum Tode, durch seine heil'gen Bundensset; ach, so legt dieThorheit ab! bin ich versöhnt mit Gott. Was ihr thut und was ihr las 4. Wenn meine Augen brechen, set, so gedenkt an euer Grab. mein Odem geht schwer aus und Ewig Glück und Ungelück hangt kann kein Bort mehr sprechen, an einem Augenblick; Niemand Herr, nimm mein Seufzen auf! kann uns Bürgen geben, daß 5. Wenn mein Herz und Ge- wir noch bis morgen leben. danken vergehn, als wie ein 4. Stündlich sprecht: ,, Inteis Licht, das hin und her thut ne Hände, Herr, befehl ich meis wanken, wenn ihm die Flamm' nen Geist!" Daß euch nicht ein gebricht; schnelles Ende unverhofft von 6. Alsdann fein sanft und stille, hinnen reißt. Selig, wer sein Herr, laß mich schlafen ein, nach Haus bestellt! Gott kommt oft deinem Rath und Willen, wenn unangemeldt; und des Mens kommt mein Stündelein, schen Sohn erscheinet zu de Zeit, da mans nicht meinet. 7. Und laß mich an dir kle ben, wie eine Klett' am Kleid, 5. Das Gewissen schläft im und ewig bei dir leben in Him- Leben, doch im Tode wacht es melswonn' und Freud. auf; da sieht man vor Augen 8. Dort in des Himmels schweben seinen ganzen Lebenss Throne sing' ich Lob, Ehr' und lauf. Alle seine Kostbarkeit gå Preis, Gott Vater und dem be man zur selben Zeit, wenn Sohne und dem heiligen Geist. man nur geschehne Sachen un geschehen könnte machen. Mel. Freu dich sehr, o meine S.829. Denket doch, ihr Men6. Darum brauchet eure Ga schenkinder, an den ben dergestalt in dieser Zeit. letzten Todestag! Denket doch, wie ihr wünscht gethau zu ha ihr frechen Sünder, an den letz- ben, wenn sich Leib und Seele ten Seigerschlag! Heute sind scheid't. Sterben ist kein Kin wir frisch und stark, morgen derspiel! Wer im Herren ster füllen wir den Sarg, und die ben will, der muß ernstlich dars Ehre, die wir haben, wird zus nach streben, wie man soll im gleich mit uns begraben. Herren leben. 2. Ach, wir armen Menschen 7. Sammlet euch durch wah sehen nur, was in die Augen ren Glauben einen Schatz, det fällt; was nach diesem soll ge- ewig währt, welchen euch fein schehen, bleibt an seinen Ort Dieb kann rauben und den auch gestellt! An der Erden kleben kein Rost verzehrt. Nichts is wir, leider! über die Gebühr; Ehre, nichts ist Geld, nichts ist aber nach dem andern Leben Wollust, nichts ist Welt; alles will der Geist sich nicht erhebent Trachten, alles Dichten muß 3. Wo ihr euch nicht selber has- lman auf den Himmel richten. 8. Freun und Sterbelieder. 533. 8. Freunde machet euch bei Zei- 3. Nicht mich, nur meine ten mit dem Mammon, den ihr Bürde, verschließt die finstre habt, laffet von bedrängten Gruft. Mich hebt zu höh'rer Leuten keinen Menschen unbe- Würde mein Vater, der mich gabt. Christus nimmt die Wohl ruft. Er ruft mich durch den that an, gleich als wär' es ihm Tod, der reißt die Sündengliegethan; und der armen Bettler der, den trågen Leib, darnieder, Bitten hilft euch in des Him- mich führet er zu Gott. mels Hütten. 4. Jch, der Gefahr entronnen, 9. Euer Wandel sei im Him geh aus dem Kamf' hervor. mel, da ist euer Bürgerrecht, lebt Hoch über alle Sonnen hebt mich in diesem Weltgetümmel unbe- mein Glaub' empor. Da tret' ich kannt, gerecht und schlecht; flieht in die Reih'n der Engel, meis der Sünden Sclaverei, machet ner Brüder; in ihre hohen Lies eure Seele frei, daß sie sich zu der stimm' ich, selbst Engel, ein. Gott erhebet und hier als ein Fremdling lebet. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich her= 10. Diese Gnade zu erlangen ab, dem er in seinem Sohne daß sparet das Gebet ja nicht; netzt Recht der Kindschaft gab. In mit Thránen eure Wangen, bis seiner Ewigkeit sind alle meine sein Vaterherz ihm bricht; ru- Leiden verklart in Himmelsfreus fet Jesu Christo nach, wie er den, in ew'ge Seligkeit. dort am Kreuze sprach: ,, Bater, 6. Die Leiber seiner Fromnimm an meinem Ende meine men sind Saat, von Gott gesa't; Seel' in deine Hände!" die Freudenzeit wird kommen, da reif die Ernte steht. Dann Mel. Aus meines Herzens Grunde- wird der Erntetag ein neues 830. Der letzte meiner ewigs Leben auch meinem Staus Tage ist mir viel be geben, der tief im Tode lag. leicht nicht fern! O dann wird 7. Mit dir steh' ich im Buns meine Klage ein Lobgesang dem de, Herr, meines Lebens Fürst, Herrn! Vollbracht ist ganz mein der du mir einst die Stunde des Lauf! Ich trete zu dem Throne, Todes senden wirst. Erhalt mich und Gott setzt mir die Krone stets bereit im Glauben deiner der Ueberwinder auf. Frommen; laß dann die Stuna 2. Für seines Reiches Erben de kommen, die mich und sie hat Jesus mich erklärt; was befreit. fürcht' ich mich zu sterben, wie 8. Dann geh' ich, frei von er mich sterben lehrt? Mir ist der Kummer, des Todes dunkle Lod Gewinn! Daß ich unsterb: Bahn; mir bricht nach kurzem lich werde, entschwing ich mich Schlummer ein ew'ger Morgen der Erde, ich, der ich Erde bin. an. Heil mir, er ist nicht fern, ber POTEN 534 Er Er der letzte meiner Tage! kommt, und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn! Vorbereitung zum Tode, 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag! Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gna: den mir noch diesen Tag. Was 831, Es eilt der letzte von ist nicht eine Stunde werth, die den Tagen, die du deine Langmuth mir gewährt! Mel. Wer nur den lieben Gott hier lebest, Mensch, herbei. Er 7. Wohl mir! Wenn ich aus kauf die Zeit! und, statt zu kla- allen Kräften nach Gottes Reis gen, sie sei zu kurz, gebrauch che hier gestrebt, in Gott gefäl fie treu! Nimm mit erkenntlisligen Geschäften die Pilgertage chem Gemüth' der nahen Stun- durchgelebt, und einst im Glau de wahr; sie flieht! ben sagen kann: Du nimmst en 2. Getäuscht von eitlen Klei- mich, Herr, zu Ehren an. nigkeiten, verlierst du deines 8. Mein sprachlos Flehn bei Lebens Zweck, verschiebst dein meinem Ende vernimmst du, Heil auf ferne Zeiten und wirfst Herzenskündiger! in deine treus fo forglos Jahre weg! Bist du, en Vaterhånde befehl' ich mei verwegner Sterblicher, des nách- nen Geist, o Herr! er schwingt sten Augenblickes Herr? sich über Grab und Welt zu dir, 3. Einst Ewigkeiten zu besiz wenn seine Hütte fällt. zen, sollst du die kurze Lebens. zeit als deine Saatzeit weis: 832. Es ist nun aus mit lich nutzen und thun, was dir meinem Leben. Gott Der Herr gebeut. Er ruft dir nimmt es hin, der mirs geges menschenfreundlich zu: ,, Steh, ben; führt mich ins beßre Les Eins ist Noth! was säumest ben ein. Mein Lebenslicht ist du." ausgegangen; zum Himmel eil' 4. Drum eil', errette deine ich mit Verlangen, um ewig Seele und denke nicht: Ein bei dem Herrn zu sein. Es ist andermal! Sei wacker, bet' nun aus; es ist vollbracht. und überzähle der Menschentage Welt, gute Nacht! kleine Zahl! Gesetzt, dein Ende 2. Komm, Todestag, komm war auch fern; sei fromm, Lebenssonne, du bringest mir und wandle vor dem Herrn. mehr Lust und Wonne, als je 5. Mit jedem uns geschenk- die Erde geben kann. Du machst ten Morgen erwecke dich zu die- ein Ende meinen Leiden, die sich fer Pflicht! sprich: ,, Dir, o Gott! schon mit den Jugendfreuden, ist nichts verborgen, ich bin vor ja mit der Kindheit, fingen an. deinem Angesicht und will mich, Nun ist es aus; es ist vollbracht. deiner Huld zu freun, mein Le: Welt, gute Nacht! ben deinem Dienste weihn!" 3. Gott Lob! nun kann ich recht und Sterbelieder. 5.35 recht genesen. Der Himmel ist aus diesem Jammerthal. Aus mein Ziel gewesen; nun geh' ich Trübsal und großem Leid sollst hin ins Vaters Haus. Der Tod du fahren in die Freud', die kein foll mir ein Engel heißen, der Ohr noch hat gehöret und die mir dahin den Weg kann wei- ewig, ewig währet. sen, mit Freuden folg' ich ihm 2. Tag und Nacht hab' ich ges hinaus. Hinaus; Gott hat es rufen zu dem Herren, meinem wohl gemacht. Welt, gute Gott, weil mich stets viel Kreuz Nacht! betroffen, daß er mir húlf' aus 4. Wie gern will ich von dir der Noth. Wie sich sehnt ein nun scheiden, von dir und al- Wandersmann, daß sein Weg len deinen Leiden, o Welt, mein ein End' mög' hab'n; so hab' ich Kampfplatz warest du, wo man gewünschet eben, daß sich enden ches Blendwerk mich verwirrte, möcht' mein Leben. wo mancher Abweg mich ver- 3. Denn gleichwie die Rosen führte, wo ich nicht fand voll stehen unter Dornen spitzig gar; kommne Ruh. Nun ist es aus, also auch die Christen gehen es ist vollbracht. Welt, gute hier in Noth, Angst und GeNacht! fabr. Wie die Meereswellen 5. Welt, gute Nacht! behalt sind unterm ungestümen Wind; das Deine, und laß mir Jesum, also ist allhier auf Erden unser als das Meine; denn ich laß Wandel voll Beschwerden. meinen Jesum nicht. Euch tro4. Die Welt, Teufel, Sünd' fte Gott, ihr meine Lieben! Laßt und Hölle, unser eigen Fleisch meinen Tod euch nicht betrüben, und Blut plagen stets hier unda mir durch ihn sehr wohl ges fre Seele, lassen uns bei keischicht. Mein Leid ist aus; es ist nem Muth. Wir sind voller vollbracht. Welt, gute Nacht! Angst und Plag', lauter Kreuz 6. Was wollet ihr euch nach sind unsre Tag'; wenn wir nur mir sehnen? Ach stillet, stillet geboren werden, Jammer g'nug eure Thránen, da meine schon find't sich auf Erden. gestillet sind! Mir wischt sie Jes 5. Wenn die Morgenroth' sus von den Augen! was sollen herleuchtet und der Schlaf fich denn die euren taugen? Ich bin von uns wend't, Sorg' und bei Gott und Gottes Kind. Kummer daher streichet, Müh Was Jesus thut, ist wohl gefind't sich an allem End'. Unfre macht. Welt, gute Nacht. Thränen sind das Brod, so wir effen früh und spat. Wenn die 833. Freu bich sehr, o meine Sonn' nicht mehr thut ſcheinen, Seele! und vergiß ist nichts, denn Klagen und all' Noth und Qual, weil dich Weinen. nun Christus, dein Herre, ruft 6. Drum, Herr Chrift, du Morgena 536 Vorbereitung zum Tode, gensterne, der du ewiglich auf- ljubeliren, in Ewigkeit trium: gehst, sei von mir jeßund nich phiren. ferne, weil mich dein Blut hat Mel. Schaß über alle Schäke. erlöst. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' mög' von hinnen 834. Gern will ich mich fahren heut! Ach! sei du mein verlassen, Welt! Ich geh' zum ergeben, dich zu Licht und Straße, mich mit bessern Leben, so bald es Gott Beistand nicht verlasse. gefällt. Was war's, das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, gang; durch dein' Wunden noch eh' ich ihn gesehn. will ich ziehen ins himmlische 2. Er ruft zur Zeit der Schmer Vaterland; in das schöne Pazen uns voll Erbarmen zu: radeis, drein der Schacher that, Kommt her, beladne Herzen, sein' Reis', wirst du mich, Herr zu mir und findet Rubh!" Dieß Chrift, einführen, mit ewiger Wort aus deinem Munde, laß, Klarheit zieren. 7. In dein' Seite will ich flie hen auf mein'm bittern Todes Herr, mich zu erfreun, in meis ner letzten Stunde mir Geist und Leben sein. 8. Ob mir schon die Augen bre chen, das Gehöre gar verschwindt, und mein Zung' nicht mehr kann 3. Mit dir muß es mir glút sprechen, mein Verstand sich nicht ken, den Kampf zu überstehn. besinnt; bist du doch mein Lichtsn gläubigem Entzücken laß und Hort, das Leben, der Weg, meine Seele sehn, wie im Ge die Pfort'; du wirst mich selig richt für Sünder du mit dem regieren, die recht' Bahn zum Tode rangst und wie du, les Himmel führen. berwinder, allmächtig ihn bes zwangst. 9. Laß am Ende mich heimfahren, zu dir, o mein Herr und 4. Der frohe Siegsgedanke: Gott, meine Seel' wollst du bes ,, Wo ist dein Stachel, Tod?" wahren, wie Laz'rum nach sei- stärk' mich, daß ich nicht wanke nem Tod; laß sie ruhn in dei- in meiner Todesnoth; so ist, ob nem Schoof', erfüll' sie mit ich gleich sterbe, doch Sterben Freud' und Trost, bis der Leib mein Gewinn. Ich bin des kommt aus der Erde und mit Himmels Erbe; dein Wort dir vereinigt werde. sagt, daß ichs bin. 10. Freu dich sehr, o meine 5. Du schriebst ins Buch des Seele! und vergiß all Noth Lebens auch meinen Namen ein. und Qual, weil dich nun Chris Dein Blut kann. nicht vergebens stus, dein Herre, ruft aus die für mich vergossen sein. Dir sem Jammerthal. Seine Freud' trauet meine Seele, dich lobt, und Herrlichkeit sollst du sehn was in mir ist, Erlöser meiner in Ewigkeit, mit den Engeln Seele, der du die Liebe bist. Mel. und Sterbelieder. 537 Mel. Herr, wie du willst Jach! Jesu, komme!" So kom= 835, Gott Lob, ein Schritt me denn, mein Bräutigam! du zur Ewigkeit ist fenneft mich, o Gotteslamm! abermat vollendet; zu dir im daß ich dir bin vertrauet. 7. Doch sei dir ganz anheim Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet. Quell! gestellt die rechte Zeit und Stundaraus mein Leben fließt und de, wiewohl ich weiß, daß dirs alle Gnade sich ergießt in mei gefällt, daß ich mit Herz und ne Seel' zum Leben. Munde dich kommen heiße und 2. Jch zähle Stunden, Tag' und darauf von nun an richte meiJahr', und wird mir allzulange, nen Lauf, daß ich dir komm' bis es erscheine, daß ich gar im entgegen. Leben dich umfange, damit, 8. Ich bin vergnügt, daß mich was sterblich ist an mir, ver- nichts kann von deiner Liebe schlungen werde ganz bei dir, trennen, und daß ich frei vor Jederman dich darf den Bräut'und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht gam nennen; und du, o theus mein Herz, das sich entzündet; rer Lebensfürst, mich einst zu was in mir ist, mein ganz Ge: dir aufnehmen wirst und mir müth sich so mit dir verbindet, dein Erbe schenken. daß du in mir und ich in dir, und ich doch immer noch allhier will näher zu dir dringen. 9. Drum preif' ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag ( die Nacht)( die Stund')( das 4. D! daß du selber kämest Jahr) geendet und also auch von bald! ich zähr die Augenblicke; dieser Zeit ein Schritt nochmals ach! komm, eh' mir das Herz vollendet, und schreite hurtig weis erfalt und sichs zum Sterben ter fort, bis ich gelange an die schicke! Komm doch in deiner Pfort' Jerusalems dort oben. Herrlichkeit! schau, deine Braut hat sich bereit't, die Lenden sind umgürtet. - 10. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Knice wanken, so reich mir deine 5. Und weil das Del des Gei: Hand geschwind in meines stes ja in mich ist ausgegossen, Glaubens Schranken; damit das meinem Geist und Sinnen durch deine Kraft mein Herz nah und auf die Seel geflossen, sich stärke, und ich himmels so leuchtet mir das Lebenslicht, wärts ohn' Unterlaß aufsteige. und meine Lamp' ist zugericht't, dich fröhlich zu empfangen. 11. Geh, Seele! frisch im Glauben dran und sei nur uners 6. ,, Romm!" ist die Stimme schrocken, laß dich nicht von der deiner Braut; ,, komm!" rufet rechten Bahn, durch Lust der Deine Fromme; sie ruft und Welt ablocken; so dir derlauf zu fchreiet überlaut: Komm bald![ langsam dâucht, so eile, wie ein Moler 538 Vorbereitung zum Tode, Adler fleugt, mit Flügeln fü- mel droben; denn da ist auch mein Ber Liebe. Schatz und Theil, den hat mir 12. O Jesu! meine Seele ist Jesus aufgehoben, dort ist das zu dir schon aufgeflogen, du mir versprochne Heil; die Welt: haft, weil du voll Liebe bist, luft ist mir viel zu schlecht, im mich ganz zu dir gezogen. Fahr Himmel ist mein Bürgerrecht. hin, was heißet Stund und Zeit; ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. 6. Wohlan! so will ich täglich sterben, ich lebe so, als tebt' ich nicht, und also kann ich nicht verderben, wenn mir der Tod Mel. Wer nur den lieben Gott- die Augen bricht; mein Ende 836. Herr Gott, du ken- kommt mir süße für, denn du, nest meine Tage, mein Jesu, lebst in mir. du siehst, daß ich, dein schwaches 7. Dein Bote kann mich nicht Kind, den Schatz in solchen erschrecken, die Welt erstaunt vor Schalen trage, die irdisch und seinem Bild; mir soll er lauter zerbrechlich sind; drum mache Luft erwecken, weil du durch ihn du mich allezeit zum Sterben mich holen willt; wo man mit fertig und bereit. ihm Bekanntschaft hat, da hat 2. Laß mich nach der Erkennt- das Schrecken keine Statt. niß streben, daß du mir hast mein 8. Ei! kommt, thr angenehs Ziel bestimmt, und daß mein men Stunden; komm, eile, mein ungewisses Leben vielleicht gar Erlösungstag, da ich von aller bald ein Ende nimmt; ja lehre Noth entbunden, zumleben ster: du mich deinen Schluß, daß ich bend dringen mag; da find' ich, einmal von hinnen muß. in des Höchsten Hand, mein Eden und gelobtes Land. 3. Hier hab' ich Lebenslang zu lernen, mich von der Sünde 9. Doch, Herr, dir will ich abzuziehn, mich von der Erde zu mich ergeben, dir, dessen Eigens entfernen und um den Himmel thum ich bin; du, liebster Jesu, zu bemühn; dieweil der Tod al- bist mein Leben und Sterben lein beweist, was Christenthum bleibet mein Gewinn; ich lebe und Glaube heißt. dir, ich sterbe dir; sei du nut 4. Ich muß ja nach der mein, so gnüget mir. Wohnung trachten, allwo, ich 10. Willst du mich langer les ewig bleiben kann; drum lehr ben lassen, so geb' ich mich ges mich auf den Himmel achten, duldig drein; doch soll ich heute den seh' ich als mein eigen an, noch erblassen, so wird dein so wird mein Haus hier auf der Schluß mein Wille sein. Wer Welt und auch im Himmel deinen Rath erkennt und ehrt, wohl bestellt. der ist zum Himmelreich gelehrt. 5. Mein Herz ist nur im Him: 11. Laß dich, mich und die Welt erfens und Sterbelieder. 539 erkennen; dich, daß du mir mein Taub', daß mich der Seelen Alles bist; mich, daß ich Staub Feind nicht raub'. und nichts zu nennen; die Welt, 8. Wenn mein Mund nicht aß sie zur Prüfung ist. Wer kann reden frei, dein Geist in dich, sich und die Welt er meinem Herzen schrei. Hilf, daß kennt, der macht ein richtig mein' Seel' den Himmel find', Testament. wenn meine Augen werden blind. 837. Herr Jefu Chrift, mein's 9. Dein letztes Wort laß sein Lebens mein Licht, wenn mir der Tod Licht, mein höchster Trost, mein das Herze bricht; behüte mich Zuversicht, auf Erden bin ich nur vor Ungeberd', wenn ich mein ein Gast, und drückt mich sehr Haupt nun neigen werd'. der Sünden Last. 10. Dein Krenz laß sein mein'n 2. Ich hab' vor mir ein' schwe Wanderstab, mein' Ruh und re Reis', zu dir, ins himmlisch' Rafst dein heiligs Grab, und Paradeis; das ist mein rechtes die reinen Grabtücher dein laß Vaterland, daran du dein Blut meine Sterbekleider sein, haft gewandt. 11. Laß mich durch deine Nä3.3ur Reif' ist mir mein Herz gelmahl' erblicken die Genadensehr matt, der Leib gar wenig wahl; durch deine aufgespaltne Kräfte hat; drum meine Seele Seit' mein' arme Seele heim schreit in mir: Herr, hol mich begleit'! heim; nimm mich zu dir! 12. Auf deinen Abschied, Herr, 4. Herr, stårk mich durch das ich trau, drauf meine letzte Heims Leiden dein in meiner letzten Zo- fabrt bau. Thu mir die Hims despein; dein Blutschweiß mich melsthür weit auf, wenn ich bes trosi' und erquic', mach mich schließ' mein's Lebens Lauf. frei, durch dein Band und Strick. 13. Am jüngsten Tag erweck' 5. Dein Backenstreich und mein'n Leib, bilf, daß ich dir zur Geißlungsschmerz heil' mein Rechten bleib', daß mich nicht durch Sünd' verwundtes Herz; treffe dein Gericht, welch's das dein Hohn und Spott, dein' erschrecklich Urtheil spricht. Dornenkron' laß sein mein' Chre, Freud' und Woun'. 14. Alsdann mein'n Leib vers neure ganz, daß er leucht' wie 6. Dein Durst und Gallen- der Sonnenglanz, und ähnlich trank mich lab', wenn ich sonst kei- deinem klaren Leib, auch gleich ne Stärkung hab'; dein Angstge- den lieben Engeln bleib'. schrei komm' mir zu gut, bewahr' mich vor der Höllengluth. 15. Wie werd' ich dann so fröhlich sein, werd' singen mit 7. Die heiligen fünf Wunden den Engelein, und mit der auss dein laß mir rechte Felslöcher erwählten Schaar' ohn' Ende sein, darein ich flieh, als eine schaun dein Antlig klar. 838. Herr! Vorbereitung zum Tode, 540 838. Herr Jefu Chrift, 9. Der wird nicht kommen wahr'r Mensch und ins Gericht und den Tod ewig Gott, der du litt'st Marter, schmecken nicht; und ob er gleich Angst und Spott, für mich bier zeitlich stirbt, mit nichten am Kreuz auch endlich starb er drum gar verdirbt;" und mir dein's Vaters Huld 10. Sondern ich will mit erwarbst! starker Hand ihn reißen aus des 2. Jch bitt durchs bittre Lei- Todes Band und zu mir neb den dein, du wollst mir Sünder men in mein Reich, da foll e gnädig sein, wenn ich nun denn mit mir zugleich" komm' in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod. 11. ,, In Freuden leben ewig lich." Dazu hilf uns ja guas 3. Wenn mir vergeht all diglich! Ach Herr, vergieb all' mein Gesicht und meine Ohren unsre Schuld, hilf, daß wir hören nicht; wenn meine Zunge warten mit Geduld, nicht mehr spricht und mir vor 12. Bis unser Stündlein Angst mein Herz zerbricht; kommt herbei, auch unser Glaub 4. Wenn mein Verstand sich stets wacker sei, dein'm Wort nicht besinnt und mir all' mensch- 3u trauen festiglich, bis wir lich' Hülf' zerrinnt; so komm, oleinschlafen seliglich. Herr Christ! mir behend zu Hülf an meinem letzten End' 839. Herr, wie du willst, ſo 5. Und führ mich aus dem schick's mit mir, im Jammerthal, verkürz mir auch Leben und im Sterben; alleinzu des Todes Qual. Die bösen dir steht mein Begier, Herr, laß Geister von mir treib, mit deis mich nicht verderben; erhalt mich nem Geist stets bei mir bleib, nur in deiner Huld, sonst wie du 6. Bis sich die Seel' vom Leib willst, gieb mir Geduld, dein abwend, so nimm sie, Herr, in Will' der ist der beste. deine Händ'; der Leib hab in der Erd sein' Ruh, bis sich der jüngst' Tag naht herzu. 2.3ucht Ehr' und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor fals 7. Ein fröhlich Auf'rstehn scher Lehr und gieb mir hier und mir verleih, am jüngsten G'richt dorte, was dient zu meiner Se mein Fürsprach sei und mei- tigkeit; wend' ab all' Ungerech nerSund' nicht mehr gedenk, aus tigkeit in meinem ganzen Leben. Gnaden mir das Leben schenk. 3. Soll ich einmal nach deinem 8. Wie du hast zugefaget mir Rath von dieser Welt abscheiden, in deinem Wort, das trau ich ach Herr! verleih mir deine Gnad', dir: Fürwahr! fürwahr! euch daß es gescheh mit Freuden, fage ich, wer mein Wort hált mein'n Leib und Seel' befehl' ich und glaubt an mich," dir, o Herr! ein seligs End' gieb und Sterbelieder. 541 gieb mir, durch Jesum Chri- stes Sohn! mein Heiland und stum, Amen. mein Gnadenthron! Herr Jesu 840. Herzlich lieb hab' ich Christ, erhöre mich, erhöre mich! dich, o Herr! ich ich will dich preisen ewiglich. bitt', wollst sein von mir nicht 841. Ich hab mein' Sach fern mit deiner Hülf' und GnaGott heimgestellt, den. Die ganze Welt erfreut er machs mit mir, wie's ihm mich nicht, nach Himm'l und Er- gefällt Soll ich allhier noch den frag' ich nicht, wenn ich dich länger leb'n, nicht widerstreb'n, nur kann haben. Und wenn mir sein'm Will'n thu ich mich ganz gleich mein Herz zerbricht, so ergeb'n. bist du doch mein' Zuversicht, 2. Mein' Zeit und Stund ist, mein Heil und meines Herzens wenn Gott will, ich schreib ihm Trost, der mich durch sein Blut nicht vor Maaß und Ziel. Es hat erlöst. Herr Jesu Christ! sind gezählt all' Hárlein mein, mein Gott und Herr! mein Gott beid' groß und klein, fällt Keis und Herr! in Schanden laß mich nes ohn' den Willen sein. nimmermehr. 3.Es ist all hier einJammerthal, 2. Es ist ja, Herr! dein Angst, Roth und Trübsal überall. Geschenk und Gab' mein Leib und Des Bleibens ist ein kleine Zeit, Seel', All's, was ich hab' in die voll Müh und Leid, und wers sem armen Leben; damit ichs bedenkt, ist imm'r im Streit. brauch zum Lobe dein, zu nutz 4. Was ist der Mensch? Ein und Dienst des nächsten mein! Erdenklos, von Mutt'rleib woll'st mir dein' Gnade geben. tómmt er nackt und blos, bringt Behüt mich, Herr! vor falscher nichts mit sich auf diese Welt, Lehr', des Satans Mord und Lú- kein Gut, noch Geld, nimmt gen wehr. In allem Kreuz erhals nichts mit sich, wenn er hinfällt. te mich, auf daß ichs trag gedul- 5. Es hilft kein Reichthum, diglich. Herr Jesu Christ! mein Geld noch Gut, kein' Kunst noch Herr und Gott! mein Herr und Gunst, noch stolzer Muth. Gott! tröst mir mein' Seel' in Vorm Tod kein Kraut gewachs Todesnoth. sen ist, mein frommer Christ! Alles, was lebet, sterblich ist. 3. Ach Herr! laß bein' lieb'n Engelein am letzten End' die Sees 6. Heut sind wir frisch, ges le mein in AbrahamsSchoos tras sund und stark, morgen toot gen, den Leib in sein'm Schlaf- und liegen im Sarg. Heur fámmerlein gar sanft ohn' ein' blühn wir wie ein' Rose roth, ge Qual und Pein ruhn bis am bald frank und tobt, ist allent= jüngsten Tage; alsdann vom Tod halben Müh' und Noth. erwecke mich, daß meine Augen 7.Man trägt Eins nach dem Ansehen dich in aller Freud', o Got- dern hin, wol aus den Augen, aus Dem 542 Vorbereitung zum Tode, dem Sinn. Die Welt vergisset 15. Mein lieber, frommer, unser bald, sei jung od'r alt, treuer Gott all' mein Gebein auch unsrer Ehren mannigfalt. bewahren thut; da wird nicht 8. Ach Herr, lehr uns beden- eins vom Leibe mein, fet gro ken wohl, daß wir sind sterblich od'r klein, umkommen noch ver allzumal, auch wir allhier kein loren sein. Bleibens hab'n, müss'n All' das 16. Mein'n lieben Gott von von, Gelehrt, Reich, Jung, Angesicht werd' ich anschaun, Alt oder Schön. dran zweifl' ich nicht, in ew'ge 9. Das macht die Sünd', du Freud' und Seligkeit, die mit treuer Gott! dadurch ist komm'n bereit't; ihm sei Lob, Preis in der bitt're Tod, der nimmt und Ewigkeit. frißt all' Menschenkind, wie er 17. O Jesu Christe! Gotte fie find't, fragt nicht, weß Sohn! der du für mich bal Stand's od'r Chr'n sie sind. ug gethan, ach! schleuß mich 10. Ich hab hier wenig guter in die Wunden dein, du bi Tag', mein täglich Brod ist Müh' allein der ein'ge Trost und Heb und Klag'. Wenn mein Gott fer mein. will, so will ich mit hinfahr'n 18. Amen, mein lieber, fromme im Fried'; Sterb'n ist mein Gott! bescher uns all'n ein'n G'winn und schad't mir nicht. sel'genTod! Hilf, daß wir mögen 11. Und ob mich schon mein' allzugleich bald in dein Reich Sünd' anficht, dennoch will ich kommen und bleiben ewiglich. verzagen nicht. Ich weiß, daß Mel. Wer nur den lieben Gott- mein getreuer Gott für mich 842. Ich werfe mich in lieben Sohn ge= TONE geben hat. ach 12. Derselbe, mein Herr Jesus verlaß den nicht an seinem Ende, treuer Bater, halt mich fest; Christ, für all' mein' Sund' ge- der ewig sich auf dich verläßt. storben ist und auferstanden Du bist mein Gott von Jugend mir zu gut, der Höllen Gluth ge auf; beschließ auch meinen le löscht mit seinem theuren Blut. benslanf. 13. Dem leb' und sterb' ich alle= 2. Du hast, nach deiner Va: zeit, von ihm fein bittrer Tod tergute, beständig wohl an mir mich scheid't; ich leb' od'r sterb', gethan; erhör' auch meine letzte so bin ich sein, er ist allein der Bitte: nimm, Gott, mich dort ein'ge Trost und Helfer mein. zu Ehren an. Ach Vater, ach! 14. Das ist mein Trost zu aller noch Eins ist Noth! Ein guter Zeit, in allem Kreuz und Traurig- Schluß, ein sel'ger Tod. keit. Ich weiß, daß ich am jung3. Du hast mich je und je ge sten Tag, ohn' alle Kiag', werd' liebet, versorgt, gestärkt, ge auferstehn aus meinem Grab. schützt, regiert, mit Lust ers quickt, und Sterbelieder. 543 quicft, mit Kreuz geübet, oft| geb' ich sie alsdann, o Jesu, wunderlich, stets wohl geführt. mein Erlöser. Wohin ich ging, wohin ich sah, 2. Ist meine Sündenschuld gingst du mit mir, warst du vor mir, drückt ihre Last mich schon da. nieder; so ist mein Seufzen auch 4. Tritt auch( jetzt) zu meis vor dir, und du erhebst mich nem Sterbebette, sieh meine Noth wieder. Ich denk' in meiner mit Mitleid an; verbinde, lind- tiefen Noth an deine Liebe bis re und errette, du bist's blos, zum Tod, die wird auch mich der mir helfen kann. Ach stärke erhalten. den, der an dich glaubt, daß er im Tode treu verbleibt. 3. Ich bin an deinem Leib' ein Glied; deß tröst' ich mich 5. Komm, Heiland, treib die von Herzen. Erbarmer, der Furcht zurücke; besiege meinen mich leiden sieht, du linderst letzten Feind; lenk' auch im Ster- meine Schmerzen. Und sterb' ben meine Blicke auf dein Ver- ich nun, so sterb' ich dir; ein dienst, o Seelenfreund! sprich ew'ges Leben hast du mir durch mir Trost, Muth und Freude deinen Tod erworben. zu, mach Ende, bringe mich 4. Du, Herr, erstand'st; so zur Ruh. werd' auch ich nicht in dem Gras 6. Jhr todten Güter dieser be bleiben; dein Leben, Herr, Erden, ihr machet mir den Tod deß freu ich mich, kann Todes= nicht schwer; zurück! einst( jetzt) furcht vertreiben. Wo du bist, werd' ich selig werden, ich brauch' da komm' ich auch hin, daß ich und acht' euch nun nicht mehr. bei dir stets leb' und bin; ich Wer dorten Alles erben kann, gehe hin mit Freuden. sieht schlechte Dinge nicht mehr 5. Dein bin ich, dein in Ewigs feit; mich soll das Grab nicht 7. Ich übergebe dir die Mei- schrecken. Ich ruh'; nach kurs nen, du Vater der Barmherzig- zer Zwischenzeit wirst du mich keit! laß ihnen stets( jetzt) dein auferwecken. Dann will ich dir, Trostlicht scheinen und bleib ihr o Gottes Sohn, du MenschenGott zu aller Zeit. Behüte sie freund, vor deinem Thron', mit por Ungemach und bringe sie Freudenthránen danken. mir felig nach. an. Mel. Wenn mein Stündlein 843. 844, Rein Stündlein geht dahin, es liegt mir st nun auch meine in dem Sinn, ich bin auch immer Stunde da, von wo ich bin, daß mich der Tod wird dieser Welt zu scheiden, so sei setzen in die letzte Noth. Ach mit deiner Hülfe nah, du treu- Gott! wenn Alles mich verläßt, ster Freund im Leiden! Nimm du so thue du bei mir das Best'. dich meiner Seelen an; dir über 2. Hier ist kein Aufenthalt, der 544 Vorbereitung zum Tode, der Tod hat die Gewalt; ersund Labsal sein; auf dich will frißt und würget Jung und Alt, ich die Welt verlassen williglich er reißt uns fort aus unserm Ach Gott! wenn 2c. Orden, Stand und Ort. Ach Gott! wenn Alles mich zc. 10. Herr Jesu! nimm mid auf, zu dir in Himmel auf 3. Kein Rath, kein' Arzenei, wenn ich vollendet meinen Lauf kein Heulen noch Geschrei, kein Sch ruf zu dir, so lang ein Odem Bruder kann mich machen frei; ist in mir: Ach Gott! wenn in aller Welt ist nichts, das les mich verläßt, so thue du endlich mich erhält. Ach Gott! bei mir das Best'. wenn Alles 20. Mel. Wenn mein Stündlein 4. Kein Reichthum, Geld noch Gut, kein kühner Heldenmuth 845. Komm, Sterblicher betrachte mich! Du hilft vor des Todes Grimm und lebst, ich lebt' auf Erden; was di Wuth; all' Ehr' und Gunst jetzt bist, das war auch ich; was und Macht vor ihm ist gar um sonst. Ach Gott! wenn 2c. ich bin, wirst du werden; mußt mir uach, ich bin vorhin; ach! denke nicht in deinem Sint daß du nicht dürfest sterben. mel 5. Was Schmerz, was Angst und Pein, o Gott! wird um mich sein, wenn nun der Tod wird 2. Bereite dich! stirb ab der brechen ein? Wer wird alsdann Welt! dent' auf die letzten mit Trost sich meiner nehmen Stunden! Wenn man den Tod an? Ach Gott! wenn 2c. noch ferne hålt, wird er doch 6. Wenn mein Gewissensbuch, nah gefunden. Es ist die Reibe wenn des Gesetzes Fluch, wenn heut' an mir; wer weiß, viel Sünd' und Satan zum Versuch leicht gilts morgen dir, ja wohl tritt wider mich, wer ist, der mein noch diesen Abend. erbarmet sich? Ach Gott! 2c. 3. Sprich nicht: ,, Ich bin noch 7. Wenn Sprach, Verstand gar zu jung, ich kann noch lange und Sinn auf einmal fällt das leben." Onein! du bist schon alt hin, und ich nicht mehr bin, genung, den Geist von dir zu ges der ich bin, wer schreit mir zu, ben. DerSäugling, seiner Mut wenn mir der Schmerz läßt feister Lust, verwechselt oft an ibret ne Ruh? Ach Gott! 2c. Brust die Wiege mit dem Sarge. 8. Wenn meiner Augen Licht 4. So oft du athmest, geht mir ferner leuchtet nicht, und ein Theil des Lebens dir verlos mir das Herz im Leibe bricht ren; und du verlachst des To vor Angst und Qual, wer führt des Pfeil, zum Sterben schon mich durch das finstre That? geboren. Gedente nicht in Si Ach Gott! 2c. cherheit, von dir sei noch der 9. Herr Jesu! du allein sollst Tod sehr weit; du nährst ihn mir in Todespein die beste Hülf'lin dem Busen. 5. Ach und Sterbelieder, 545 5. Ach denke nicht, du seistswürd' es mir Nutzen bringen? noch stark, gesund und unent- könnt' ich wohl jetzt zum Grabe kräftet; vielleicht steht schon gebn? könnt' ich darin vor Gott für dich dein Sarg, dein Sterb- bestehn?" So wird dein Tod kleid wird geheftet. Auch feste zum Leben. Cedern bricht ein Sturm, und oft wühlt ein verborgner Wurm auch in den besten Früchten. 11. Dann wird dein Geist sich sterbend freun; dann wird dein Hingang fröhlich, dein Tod des 6. Drum lebe, weil du lebeft, Lebens Anfang sein und deine so, daß du mögst ewig leben. Zukunft selig; dann setzt, nach Du weißt nicht, wenu, nicht wohl vollbrachtemkauf, dir Gott wie, noch wo du wirst den Geis des Lebens Krone auf. aufgeben. Ach denk! ach denke Mensch! gedenk ans Ende! doch zurück! ein Zug, ein klei- dt. Jesus, meine Zuversicht- ner Augenblick, führt dich zu 846. Komm nur, angeneh mer Tod! Komm, deinem Richter. 7. Bereitet oder nicht bereit, dein Bild soll mich nicht schrekwie dich der Tod ereilet, so ruft ten; Heiden kannst du Furcht er dich zur Ewigkeit, weil er sich und Noth, Chriften mußt du nicht verweilet, und so, wie dich Lust erwecken. Sterben ist mir sein tödtend Gift, Gnad' oder ein Gewinn, weil ich Christi Ungnad' würdig, trifft, so bleibt Gliedmaas bin. dein Schicksal ewig. 2. Jesus, der mein Heil er8. Ach! meine nicht: ,, Es hat warb, hat dir, Tod, die Macht nicht Noth, ich will mich schon genommen; da er für die Süns bekehren, wenn mir die Krankoer starb, bist du um den Stas heit zeigt den Tod; Gott wird chet kommen. Der, der aus mich wohl erhören." Der Tod dem Grabe stieg, gab mir über kömmt plößlich und geschwind, dich den Sieg. und graues Haar und Krank: 100 bs 3. Jesus ist mit mir vereint, heit sind nicht immer seine Boten. Jesus hilft mir kräftig kämpfen; 9. Und warum wolltest du an sollt' ich dich, den letzten Feind, Gott nur erst in Krankheit den durch sein mächtig Blut nicht ken? und deinem Schöpfer, als dampfen? Ja, er selbst, mein zum Spott, die letzten Kräfte Leben, spricht: ,, Glaub' an schenken? lerne sterben, eb mich, so stirbst du nicht. du stirbst, damit du ewig nicht verdirbst, wenn Gott die Welt wird richten. 4. Jesu, deß ich lebend war, sterb' ich, wenn er will, mit Freus den; mich soll keine Tod'sgefahr 10. Zum Tode mache dich ge- und das Grab nicht von ihm scheis schickt. Gedenk in allen Dingen: den; auch im Sterben ist er mein, Würd' ich hierüber hingerückt, lauch im Staube bin ich sein. 35 5. Komm, 546 Vorbereitung zum Tode, 5. Komm, mein Retter, komm Durch deine heilige Geburt, doch bald! Reiche, Freund, mir Durch deinen Todeskampf und deine Hände, mache meine Glie- blutigen Schweiß, der kalt, mache meiner Noth ein Durch dein Kreuz und Tod, Ende; trockne meineThränen ab, Durch deine Auferstehung und führe mich ins stille Grab. Himmelfahrt, 6. O wie sehn ich mich zur Ruh! In seiner letzten Noth, Ruh ist es, um die ich flehe! Um jüngsten Gericht, Drückt mir bald die Augen zu, daß ich bald den Heiland sehe. Laßt mich doch bald schlafen Wir gehn, daß ich einst kann auf erstehn. armen Sünder bitten: Du wollest uns erhören, lieber Herr und Gott! hm alle seine Sünden vergeben Durch deine Barmherzigkeit ihn zu Hülfe kommen, Ihn bis ans Ende bei deinen Wort im wahren Glauber erhalten, ThuErbarme dich über uns und diesen franken Menschen! Herr Gott Sohn, der Welt Alle seine Schmerzen lindern, In allen Anläufen des Satan ihn stärken, Des Todes Qual verkürzen, Jhm das ewige Leben aus Gna den schenken, Jefu Chrift, Gottes Sohn! Erhör uns, lieber Herr 2c. du Gottes Lamm, das de Welt Sünde trågt! Erbarm dich über uns! Verschone sein, lieber Herr du Gottes Lamm, das der und Gott! Welt Sünde trågt! Set ihm gnädig! O Erbarm dich über uns! du Gottes Lamm, das de Welt Sünde trågt! Erbarm dich über uns und diese erlöste Seele, gieb ihm ein seliges Ende und den ewigen Frieden! Litanei eines Sterbenden. 847. Herr Gott Vater im Himmel! Heiland! Erbarme dich über uns und diesen Franken Menschen! Herr Gott, heiliger Geist! Erbarme dich über uns 2c. O du heilige Dreieinigkeit, du ewiger Gott! Stehe ihm bei in der letze ten Noth! Sei ihm gnådig! Hilf ihm, lieber Herr und Gott! Hilf der armen Seele, lie: ber Herr und Gott! Vor des Teufels Gewalt und Anfechtung, Vor derfeibess und Seelenangst, Vor aller Noth, Vor dem ewigen Tod Kyrie! Erhöre uns! Behût' ihn, lieber Herr Christe! Eleison!, und Gott! Kyrie! Eleison! Amen. 848 und Sterbelieder. 547 848, Machs mit mir Gott, nach deiner Güt', hilf mir in meinem Leiden, was ich dich bitt', bersag' mir nicht; wenn sich mein'Seel'soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ', ist Alles gut, wenn gut das End'. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben; Güter, die du hier erwirbst, Würs den, die die Menschen gaben, nichts wird dich im Tod' erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum 2. Gern will ich folgen, lieber liebt, nur ein ruhiges Gewissen, Herr, du wirst mirs nicht ver: das vor Gott dir Zeugniß giebt, derben; denn du bist ja von mir wird dir deinen Tod versüßen; nicht fern, ob ich schon hier muß dieses Herz, von Gott erneut, sterben, verlassen meine lieben giebt im Zode Freudigkeit. Freund', die's mit mir herzlich gut gemeint. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hútflos um dich beben; 3. Ruht doch der Leib sanft in dann wird über Welt und Tod der Erd', die Seel' sich zu dir dich dieß reine Herz erheben. schwinget, in deine Händ' sie un- Dann erschreckt dich kein Ges versehrt durch'n Tod ins Leben richt; Gott ist deine Zuversicht. dringet. Hier ist doch nur ein 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Thränenthal, Angst, Noth und fürchte Gott und bet' und wache. Trubsal überall. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, 4. Hill', Teufel, Tod, die Welt und Sünd' mir nicht mehr mögen schaden. Bei dir, olern auch seiner dich erfreun. Herr! ich Rettung find', ich tröst' mich deiner Gnaden. Dein ein' ger Sohn aus Lieb' und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 6. Ueberwind ihn durch Vers traun, sprich: ,, Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem 5. Warum sollt' ich denn traurig meinem Leibe." Er, der rief: sein, weil mir's so wohl thut ge- Es ist vollbracht! nahm dem hen? bekleid't mit ChristiUnschuld Tode seine Macht. fein, wie eine Braut ich stehe. Ge hab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. 7. Tritt im Geift' zum Grab' oft hin, siehe dein Gebein vers senken; sprich: ,, Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! Lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden Mel. Jefus, meine Zuversicht- 849. Meine Lebenszeit verstreicht, flündlich eil ich zu dem Grabe; und was mag." ist's, das ich vielleicht noch all. Mel. Christus, der ist mein Leben hier zu leben habe? Dent, Mensch, an deinen Tod! Säume nicht; denn Ein's ist Noth. - 850, Mein Jesus ist mein Leben! Reißt gleich der Tod mich hin; was 35* follt 548 Vorbereitung zum Tode, sout' ich ängstlich beben? Der 12. Du selber hilft mir rin Tod ist mein Gewinn. gen; allmächtig hitfst du mi 2. Wer an ihn glaubt, wird ins Leben durch zu dringen felig; dieß Wort steht ewig fest.Bald, bald bin ich bei dir. Die Freuden sind unzählig, die 13. O woht mir! ich vollend es mich hoffen läßt. nun bald den schweren Lauf 3. Drum fabr' ich hin in Frie: Du nimmst in deine Hände der den zu dir, o Jesu Christ! Bon Geist, mein Heiland, auf! dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. Mel. Herzliebster Jesu, was hast- 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein 851. Mein Jejus kömmt mein Sterben ij wird mir auch nun ihn rauben; vorhanden, ich werde frei von ich bin und bleibe dein. dieses Leibes Banden. Wie fol 5. Bald hab'ich überwunden ich aber wohl und selig sterben, Schon weicht die Finsterniß! cein Reich ererben? Denn, Herr, durch deine Wun= den ist mir der Sieg gewiß! am 2. Wie du, mein Jesus, bi 6. Durch fie bin ich gereinigt; dadurch das Leben uns erwor Kreuz gestorben und haf durch sie mit Gott versöhnt; ben; so laß auf deinen Tob durch sie dir fest vereinigt und mich auch abscheiden zu deinem bald mit Preis gekrönt! Freuden. 7. Wer kann dich gnug er 3. Und was du noch zuletzt ba beben? Du hast, Sohn Gottes, ausgesprochen und deines B dich für uns dahin gegebenters Herz damit gebrochen, ta Heil mir! und auch für mich! will ich dir, indem die Augen 8. Du wolltest Strafen dul brechen, getrost nachsprechen: den, die ich doch auf mich lud. 4. ,, Vergieb, o Vater! denen, Du tilgtest meine Schulden die mich hassen, die wider mich ganz durch dein göttlich Blut. Neid, Eifer ausgelassen; ver 9. Geheilt ist nun mein Scha: gieb doch, weil die Feinde nicht de! Im Himmel ist mein Theil! verstehen, was sie begehen." Otheure, hohe Gnade! 5. Vergieb mir auch, o Ba aussprechlichs Heil! alle Sünde und was ich unter! 10. Erlöser! sieb, ich sammle jetzt noch Böses an mir finde! noch meine letzte Kraft und Ich bin, von Fleisch und Blut preise dich und stammle, welch oft übereilet, von dir getheilet. Heil du mir verschafft. 6. Ich habe Herz und Seele, 11. Zu dir, Herr! will ich fle: Leib und Leben in meinem Te ben, so lang ich lallen kann, du stament dir übergeben. Du wirst kaunst mein Innres sehen, und die Meinen auch, heut oder mor nimmst auch Seufzer an. Igen, hier wohl versorgen. 7.34 und Sterbelieder. 549 7. Ich übergebe ne hin dei- 15. Nun ist vollbracht min nen Händen, behüte sie vor Sün- Leiden, Kreuz und Jammer, den, Schmach und Schanden. mein schwacher Leib schläft sanft Du wirst, o Vater! diesen mei- in seiner Kammer und wartet ven Willen an mir erfüllen. nur, bis Jesus diese Glieder 8. Drauf wende ich mein Herz mir giebet wieder. von dieser Erden, dein Paradies, 16. Jch gebe dir den Geist in das soll mir eigen werden; dein deine Hände, o Jesu! tose nun Paradies, das schöne, das wird des Leibes Bande! Ich bleibe heute mir stehn zur Beute. dein, ich sterb' in deinem Na9. Ach! Jesu, zeige mir jetzt men. Jesu, sprich: Amen. deine Güte, gieb mir ein himmeldringendes Gemüthe, daß Mel. O Gott, du frommer Gott- ich ergreife zum Genadenlohne 852. du dreiein'ger Gott! die schöne Krone. den ich mir auss 10. 3war Hölle, Teufel fan- erlesen, gedenk an deine Güt', gen an zu quälen und streben die vor der Welt gewesen, und mir nach meiner armen Seelen, sei mir Sünder doch, o Gott! weil ich dein Wort in dieser Sün- stets gnädig hier, daß ich recht denhütten hab' überschritten. christlich leb' und sterbe sanft 11. Ich aber will die Seuf- in dir. zer tiefer fassen: Mein Gott, 2. Ich lege Leib und Seel', o mein Gott! du wirst mich nicht Gott! in deine Hände, ach! lehe verlassen; dieweil du selbst von re du mich stets gedenken an Gott verlassen hingest und mich mein Ende, auch fierben, eh' ich umfingest. sterb und hören alle Stund': 12. Mein Herze dürftet nach Mensch! du mußt sterben auch, dir und ich áchze, ich seufze nach es ist der alte Bund. dem Himmel, ach! ich lechze nach 3. Da Jesus mir zu gut ges dir, nach dir mit großem Durst, ftorben, wie geboren; so glaub' ich Armer, du mein Erbarmer! ich gar gewiß, ich werd' nicht 13. Ach! laß mich nicht in sein verloren. Weck mich nur meiner Noth versinken, laß michzeitig auf, daß ich bereitet sei, die Kraft aus deinen Wunden wie du mich haben willst, wenn trinken! Ich dürfte, wie ein mein End' kommt berbei. Hirsch; laß dich erblicken, mich zu erquicken. 4. Ich traue deinerTreu, durch Jesu Blutvergießen, und will 14. Jetzt kommt der Trost, mein auch, weder Zeit noch Ort, zum Herz hat sich gelabet, Jesu, mit Tod ausschließen. Komm, wenn, deinem Blut bin ich begabet. wie, wo du willst, nur daß ich Es ist vollbracht, was übrig selig sterb', durch Jesu Blut und ist gewesen; ich bin genesen. Tod das Himmelreich ererb'. 5. So Vorbereitung zum Tode, 550 5. So lang allhier ich leb', und 853, wenn ich werd' entschlafen, geb ich Gott Bater, dir das, was du ben? Es Gott gelassen überge= haft erschaffen. Gott Sohn, was ben, ist wahre Ruh und deine du erlöst, das geb' ich wieder dir. Pflicht. Du sollst es lieben, Gott, heil'ger Geist, was du ge- weislich nutzen, es dankbar heiligt, nimm von mir. als ein Glück besitzen, verlies 6. Mein Jesu, komme mir ren, als verlörst du's nicht. stets vor in deinen Leiden und sage, daß mich nichts jemals traurig schrecken; doch dich zur 2. Der Tod soll dich nicht von dir soll scheiden. Halt mich Weisheit zu erwecken, soll er dir in deiner Hand, der ich gezeich stets vor Augen sein. Er foll net ein, versichre mich, daß ich den Wunsch zu leben mindern, nicht soll verloren sein. doch dich an deiner Pflicht nicht 7. Vor Sünden, Holl' und Tod hindern, vielmehr dir Kraft das und vor des Satans Schrecken, zu verleihn. mein Jesu stelle dich und laß dein 3. Ermattest du in deinen Blut mich decken; ja sei ein Vorspflichten; so laß den Tod dich schmack mir der ew'gen Seligs unterrichten, wie wenig deiner keit, daß ich vor Freud' nicht fühl' Lage sind. Sprich: ,, Sout' ich 8. Das, was ich hinterlaffein, meine Zeit, sie auszus Pflichten wohl verschieben? versorge, schütz' und liebe, und üben, ist kurz und sie verfliegt gieb, daß mich im Tod nichts geschwind." hindre und betrübe; erhalt mich des Todes Bitterkeit. bei Verstand und einem frischen 4. Denk an den Tod, wenn Muth, damit, gestärkt von dir, böse Triebe, wenn Lust der Welt ich sterbe auf dein Blut. und ihre Liebe dich reizen; und 9. Nun, ich geb' meinen Geist ersticke sie. Sprich: ,, Kann ich nochmals in deine Hände, und nicht noch heute sterben? Und warte bis du kommst mit einem tönnt' ich auch die Welt erwers sel'gen Ende, wo du mir durch ben, beging ich doch solch Ues den Tod selbst drückst die Augen bel nie." zu, und bis an jüngsten Tag schenkst eine sanfte Ruh. as forgst du angsts lich für dein Les 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine 10. Ich weiß, durch's Lammes Schätze sich vermehren, daß du Blut werd' ich schon überwinden sie nicht so heftig liebst; denk und einen gnád'gen Gott im Tod an die Eitelkeit der Erden, und Leben finden. Ich halte mich daß, wenn sie dir entriffen an Gott und meines Jesu Blut werden, du dann dich nicht so ich weiß, Gott macht es schon sehr betrübst. mit meinem Ende gut. 6. Denk an den Tod bei fro: ben und Sterbelieder. 551 ben Tagen. Kann deine Lustsschwindet, mein Leib erstarret sein Bild ertragen; so ist sie gut und es nicht, daß er entschläft, ynd unschuldsvoll. Sprich, dein empfindet; wenn um mich, den Vergnügen zu versüßen: ,, Welch Entschlummernden, dann alle Glück werd' ich erst dort genie- meine Lieben stehn und angstßen, wo ich unendlich leben soll!" voll mich beweinen: 7. Denk an den Tod, wenn 2. Dann, Vater! nimm ihn deinem Leben das fehlt, wornach auf, den Geist, der freudig zu die Reichen streben. Sprich: oir fliehet, der dankbar deine Bin ich hier, um reich zu sein? Gúte preist, daß er den Tod Heil mir! wenn ich in Chrifto nicht siehet; dann tröste, die Berbe; dann ist ein unbeflecktes betrübt um mich mit Thränen Erbe, dann ist des Himmels klagen; laß sie sich mehr meis Reichthum mein." ner Bonne freuen. 3. Mein 8. Denk an den Tod, wenn hingefallner Leib Leiden kommen. Sprich: Alle bleibt hier; ihn wird das Grab Trübsal eines Frommen ist zeit- verschließen. Heil mir! das Grab lich und durch Hoffnung leicht. wird dennoch dir ihn wiederges Ich leide, doch von allem Bó- ben müssen. Du kommst, Erweks sen wird mich der Tod bald, ker! Deine Macht, die ihn aus bald erlösen; wohl dem, der nichts hervorgebracht, jenes Ziel erreicht!" kann auch den Staub beleben. 9. Denk an den Tod, wenn 4. Wie könnt' ich trauern, freche Rotten des Glaubens und daß im Tod mein Leib zu Staub der Tugend spotten, und Laster vermodert? Wie könnt' ich klas stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich gen, da ihn Gott vom Tode bei dir selbst: ,, Gott trägt die wieder fodert? O Hoffnung, Spotter; doch endlich ist für daß nach kurzer Ruh mein Leib sie kein Retter, wenn sie nicht erwacht, wie groß bist du! hier noch in sich gehn." und welch ein Trost im Tode! 10. So suche dir in allen Fål 5. Des Todes Schmerzen, len, den Tod oft lebhaft vorzu- Gott! will ich, wenn er nun stellen: so wirst du ihn nicht zit- kommt, verachten, und mit ges ternd scheun; so wird er dir ein trostem Blick auf dich, nach der Trost in Klagen, ein weiser Vollendung trachten; will freuFreund in guten Tagen, eindig mich dem Ziele nahn, mein Schild in der Versuchung sein. himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. Mel. Wenn mein Stündlein- 854. Wenn einst mein Mel. Wer nur den lieben Gott- sterbend Auge 855. Wer weiß, wie nahe bricht, mein letzter Hauch vers mir mein Ende? Hin 552 Vorbereitung zum Tode. Hin geht die Zeit, her kommt der 9. Ich babe Jesum angezoLod. Ach! wie geschwinde und gen schon längst in meiner heil'behende kann kommen meine To- gen Tauf; du bist mir auch das desnoth! Mein Gott, ich bitt ber gewogen, haft mich zum durch Christi Blut, machs nur Kind genommen auf. Mein mit meinem Ende gut! Gott 2c. 2. Es kann vor Nachts leicht 10. Ich habe Jesn Fleisch ge anders werden, als es am frühen gessen, ich hab' sein Blut getrun Morgen war, so lang ich leb' ken hier; nun kann er meiner auf dieser Erden, leb ich in ste nicht vergessen, ich bleib' in ihm ter Tod'sgefahr. Mein Gott 2c. und er in mir. Mein Gott. 3. Herr, lehr mich stets mein 11. So komm' mein End' heut End' bedenken, und ehe ich noch oder morgen, ich weiß, daß mir's sterben muß, die Seel' in Jesu mit Jesu glückt; ich bin und Wunden senken und ja nicht spa- bleib' in seinen Sorgen, mit Je ' ren meine Buß'. Mein Gott 2c. su Blut schön ausgeschmückt. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus Mein Gott 2c. bestellen, daß ich bereit sei für 12. Ich leb' indeß in dir ver und für, und sage frisch in allen gnüget, und sterb' ohn'alle Küm Fällen: Herr, wie du willst, so merniß, mir gnüget, wie es mein schick's mit mir. Mein Gott zc. Gott füget. Ich glaub' und 5. Mach mir fiets zuckersüß bin es ganz gewiß, durch deine den Himmel und bitter eitle Lust Gnad' und Christi Blut, machst der Welt, daß mir in diesem du's mit meinem Ende gut. Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott 2c. Mel. O Jesu Christ, mein's Leb.6. Ach, Vater! deck all meine Sünde mit dem Verdienste Chriz 856. Wie sicher lebt der fli zu, darein ich mich fest glaubig Staub! Sein Leben ist ein fals Mensch, der winde, das giebt mir recht erlend Laub; und dennoch schmeis wünschte Rub. Mein Gott 2c. chelt er sich gern, der Tag des 7. Ich weiß, in Jesu Blut Todes sei noch fern. und Wunden find ich die wab- 2. Der Jüngling hofft des re Ruhestätt, und reichen Trost Greises Ziel, der Mann noch in Todesstunden, ja Alles, was seiner Jahre viel, der Greis zu ich gerne hätt'. Mein Gott c. vielen noch ein Jahr, und keis 8. Nichts ist, das mich von ner nimmt den Frrthum wahr. Jesu scheide, nichts, es sei Le- 3. Sprich nicht: ,, Ich denk, in ben oder Tod; ich leg' die Hand Glück und Noth, im Herzen oft in seine Seite und sage: Mein an meinen Tod." Der, den der Herr und mein Gott! Mein Tod nicht weiser macht, hat nie Gott 2c. mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir Begräbnißlieder, 553 4. Wir leben hier zur Ewig: 9. Der Zweck, zu welchem du keit, zu thun, was uns der hier lebst, dein höchstes Ziel, nach Herr gebeut, und unsers Ledem du strebst, und was dir bens kleinster Theil ist eine Frist ewig Glück verschafft, ist Tus zu unserm Heil. gend in des Glaubens Kraft. 5. Der Tod führt Seelen vors 10. Ihr alle seine Tage weibn, Gericht, da bringt Gott Alles heißt eingedenk des Todes sein; an das Licht und macht, was und wachsen in der Heiligung, hier verborgen war, den Rath ist wahre Todserinnerung. der Herzen offenbar. 11. Wie oft vergaß ich diese 6. Drum, da dein Tod dir Pflicht. Herr! geh nicht mit täglich dráut, so sei doch wak- mir ins Gericht! Drück selbst fer und bereit; průf deinen des Todes Bild in mich, daß Glauben als ein Christ, ob er ich hier wandle würdiglich; durch Liebe thätig ist. 12. Daß ich mein Herz an 7. Ein Herz, das Gottes jedem Tag' vor dir, o Gott! Stimme hört, ihr folgt und erforschen mag, ob Liebe, Des sich vom Bösen kehrt; ein glau- muth, Fried' und Tren die big Herz, von Lieb' erfüllt, dieß Frucht des Geistes in mir sei; ist es, was in Chrifto gilt. 13. Daß ich zu dir um Gnas 8. Die Heiligung erfordert de fleh', stets meiner SchwachMüh. Du wirkst sie nicht, heit widersteh' und einstens in Gott wirket sie; du aber ringe des Glaubens Macht mit Freufiets nach ihr, als wäre sie ein den ruf: Es ist vollbracht! Werk von dir.. ( Siehe auch Nro. 176.) XXVII. Begräbnißlieder. Mel. Nun sich der Tag geendet du hast das Deine ausgericht't, 857,, wie so sanfte und lieblich ist dein Loos. schläfest du nach 4. Ach Herr! führ deine gans manchem schweren Stand! Duze Heerd', die sich zu dir gesellt, liegst nun da in süßer Ruh, in und die dir fiets so lieb und deines Heilands Hand. werth, auch selig aus der Welt. 2. Dein Leib wird zur Verwandelung in dieses Feld ge- Mel. Nun ruhen alle Wälder- sa't, mit Hoffnung und Ver: 858. Gott Lob! die Stund' sicherung, daß er verklárt auf: steht. ist kommen, da ich werd' aufgenommen ins schöne 3. Verbirg dich unserm An- Paradeis. Ihr, Eltern, dürft gesicht' im kühlen Erdenschoos; nicht klagen; mit Freuden sollt fbr 554 Begräbnißlieder, ihr sagen: Dem Höchsten seisund mit Psalmen des Herren Lob, Ehr' und Preis! Ruhm und Lob erhöhn; 2. Kurz war zwar hier mein 9. Da werdet ihr euch freuen, Leben, doch wird ein bessers ge- es wird euch herzlich reuen, daß ben Gott mir in Ewigkeit, da ihr euch so betrübt. Wohl dem, werd' ich nicht mehr sterben, in der Gottes Willen gedenket zu keiner Noth verderben, mein Le erfüllen und ihm sich in Ge ben wird sein lauter Freud'. duld ergiebt. 3. Gott eilet mit den Seinen, 10. Lebt wohl und seid ges läßt sie nicht lange weinen insegnet! Was euch jetzund begeg: diesem Thránenthal; ein schnell net, ist Andern auch geschehn. und seligs Sterben ist schnell Viel' müssen's noch erfahren. und glücklich erben des schönen Nun, Gott woll' euch bewahs Himmels Ehrensaal. ren! Dort wollen wir uns 4. Wie öfters wird verführet wieder sehn.. manch Kind, an dem man spürer Mel. Schatz über alle Schäße- rechtschaffne Frömmigkeit! Die 859.J war ein kleines Welt, voll List und Tücke, legt Kindlein, gebor'n beimlich ihre Stricke bei Tag auf diese Welt; aber mein Sters und Nacht, zu jeder Zeit. bestündlein hat mir Gott bald 5. Thr' Neke mag sie stellen, bestellt! Ich weiß gar nicht zu fas mich wird sie nun nicht fällen, gen, was Welt ist und ihr sie wird mir thun kein Leid; dennSchein, auch hab' ich nie geler: wer fann den verlegen, den Chri- net, was gut od'r bós mag fein. stus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 2. Den treugesinnten Vater, der mich gezeuget hat, und die 6. Zuvor bracht' ich euch Freu- geliebte Mutter, die mich gebos de, jetzt, da ich von euch scheide, ren hat, muß ich zwar jetzt vers betrübt sich euer Herz; doch wenn lassen, sie weinen bitterlich; ihr's recht betrachtet, und was aber der Herr, mein Heiland, Gott thut, hoch achtet, wird der nimmt mich auf zu sich. sich bald lindern aller Schmerz. 3. Er nimmt mich auf zu 7. Gott zählet alle Stunden, Gnaden, zum Erben in sein er schlägt und heilet Wunden, Reich. Der Tod kann mir nicht er kennet Jederman. Nichts ist schaden, ich bin den Engeln ja je geschehen, das er nicht gleich; mein Leib wird wieder vor gesehen, und was er thut, leben in Ruh und ew'ger Freud', ist wohl gethan. mit fammt der Seele schweben 8. Wenn ihr mich werdet fin in ew'ger Seligkeit. den vor Gott frei aller Sünden, 4. Gott segn' euch, Vater und in weißer Seide stehn, und tra- Mutter! Denkt, daß mir wohl gen Siegespalmen in Händen, lgeschehn. Gott hat mich zartes Pflanzs Begräbnißlieder. 555 Pflanzlein zum Paradies er-[ spricht Gottes Sohn, sie sind sebn; dort wollen wir in Freu- mein Freud' und Wonne, ich bin den einander wieder sehn, wo ihr Schild und Lohn. Auch für die unser Gott und Herre wird All's Kindelein, daß sie nicht werd'n in Allem sein. verloren, bin ich ein Kind gebos Mel. O Gott du frommer Gott ren; drum sie mein eigen sein. 860. r br Eltern, gute 2. Der Herr gar freundlich Nacht! Nun geht küffet und herzt die Kindelein; es an ein Scheiden, ich fahr' zu bezeugt mit Worten süße, der Jesu hin in seine Himmelsfreu- Himmel ihr'r soll sein, dieweil den; zu Jesu, welcher mich in sein theures Blut, das aus sein'n Ewigkeit anlacht. Ach! weinet, heil'gen Wunden am Kreuzesz weinet nicht, ihr Eltern, gute stamm geronnen, ihnen auch Nacht! kommt zu gut. - 2. Ihr Eltern, gute Nacht! 3. Drum, nach Christi Vers Hort auf, um mich zu klagen, da langen, bringet die Kinder her, jetzt mein zarter Leib wird hin damit sie Gnad' erlangen, Nies ins Grab getragen; wißt, daß mand es ihnen wehr'; führet die Seele ist zur Himmeleruh ge- sie Christo zu, er will sich ihr'e bracht. Ach! weinet, weinet 2c. erbarmen, legt sie in seine Armen, darin sie finden Ruh. 3, Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen im 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, schönen Himmelsschloß, da man ihr' Seele Gott gefällt; denn sie erblickt die Kronen, die Gott den sind Gottes Erben, lassen die Frommen hat aus Guaden zugeschnöde Welt; sie sind frei all'r dacht. Ach! weinet, weinet zc. Gefahr und dürfen hier nicht 4. Jhr Eltern, gute Nacht! leiden, sie loben Gott mit Freus Muß ich euch schon verlassen, so den dort bei der Engelschaar. werdet ihr mich doch mit Her- Mel. Nun laßt uns den Leib- zenslust umfassen, wenn Gott mit 862 Nun bringen wir den Leib zur Ruh und macht. Ach! weinet, weinet 2c.decken ihn mit Erde zu, den leib, euch und mit der Welt ein Ende 5. Ihr Eltern, gute Nacht! der nach des Schöpfers Schluß Die Angst und Marterstunden, zu Staub und Erde werden muß. die sind in dieser Welt nun völlig 2. Er bleibt nicht immer Asch' überwunden. Mein Leib ruht und Staub, nicht immer der Vers fanft, bis daß er wiederum erwesung Raub; er wird, wenn wacht. Ach! weinet, weinet Christus einst erscheint, mit seis nicht, ihr Eltern, gute Nacht! ner Seele neu vereint. Mel Aus meines Herzeus Grunde3. Hier, Mensch, hier lerne, 861. Laffet die Kindlein was du bist; lern bier, was unser kommen zu mir, Leben ist. Nach Sorge, Furcht und 556 Begräbnißlieder. und mancher Noth kömmt end- Regrabet mich nun immer hin, das lich noch zuletzt der Tod. so lang verwahret bin, bis Got mein treuer Seelenbirt, mich wi der auferwecken wird. 4. Schnell eilt dahin die Lebenszeit, aufs Sterben folgt 2. Erd' ist er und von der E die Ewigkeit; wie wir die Zeit den, wird auch zur Erd' wiede hier angewandt, so folgt der werden, doch von der Erd' wie Lohn aus Gottes Hand. der aufstehn, wenn Gottes Po 5. So währen Reichthum, Ehrfaun wird angehn. und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick! so währt auch Krenz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 2. Ja, freilich werd' ich nach dem To zu Aschen, Erden, Staub und Koth doch wird dieß arme Fleisch und Bein von meinem Gott verkläret sein. 3.Sein'Seele lebt ewig inGott 6. O sichrer Mensch, besinne der sie allbier aus lauter Gnad dich! Tod, Grab und Richter von aller Sünd' und Missetha nahen sich; in Allem, was du durch seinen Sohn erlöset hat. denkst und thust, bedenke, daß 3. Meinkeib bleibt hier der Würmen du sterben mußt. Spott; die Seele lebt in ihrem Gott, der fie, durch sein so bittres Leid, erlöser hat zur Seligkeit. 4. Sein Jammer, Trübfal unt Elend ist kommen zu ein'm fel'a einst mit meinem Ende gut!" genEnd', er hat getragen Chrif 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: ,, Ich bitt', o Gott, durch Christi Blut, machs och, ist gestorben und lebet noch. 4. Was mich für Trübsal hat verleht, wird nun in höchste Lust versest; die Welt ist nur ein Jammerthal; dort ist der rechte Freudensaal. 5. Die Seele lebt obn' alle 9. Wenn unser Lauf vollendet Klag', der Leib schläft bis zum ist, so sei uns nah, Herr. Jesu jüngsien Tag, an welchem Gott Chrift! mach uns das Sterben ihn verklären und ew'ger Freud' zum Gewinn; zieh unsre Seeten wird gewähren. zu dir hin.90 8. Fast alle Sünden uns bez reun, vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' Jeder seiner Seele wahr! 10. Und wenn du einft, du Lebensfürst, die Gräber máchtig öffnen wirst, dann laß yne fröhlich auferstehn und dann dein Antlik ewig sehn. 5. Wenn alle Welt zu Trümmern bricht und Gott wird halten sein Gericht; so wird mein Leib vers klaret stehn und in das Himmel reich eingehn. 6. Hier ist er in Angst ges wefen; dort aber wird er genesen, 863.Nun last uns den in ewiger Freud' und Wonne, Leib begraben, da- leuchten wie die belle Sonne. ran wir fein'n Zweifel haben, er 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt ich bei meiner Lebenszeit! Nun werd'am jüngsten Tag aufstehn aber ist mir nichts bewußt, als und unverweelich hervor gehn. aller Auserwählten Luft. 7.Nun 1 5 Begräbnißlieder. 557 7. Nun lassen wir ihn hier] 6. So rub in deiner Erdenin Ruh und gehn nach unsern gruft, bis dich dein Jesus wieHäusern zu, und schicken uns der ruft. Wir halten ihm inmit allem Fleiß, denn der Tod dessen still' und machen's, wie's kommt uns gleicher Weis'. Gott haben will. 7. Das helf' uns Christus, 7. So last mich denn in sanfter Ruh, und geht nach eurer Wohnung zu; Gottes Sohn, der ist und bleibt ein Jeder denke Tag vor Tag, wie der Gnadenlohn, der wird Alles er auch selig sterben mag, von Herzensgrund uns geben, 8. Das helf' uns Christus, wenn kömmt Zeit und Stund. unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels G'walt und ew'ger Pein, ihm sei Lob, Preis und Ehr' allein. 865. So hab' ich obgeſies Mel, Schat über alle Schäße- get, mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar Mel, Nun laßt uns den Leib-wohl vergnüget und sag' euch gu864. Rub fanft in deiner te Nacht! Ihr aber, meine LieErdengruft, bis ben, thut nicht so angstiglich; dich dein lieber Jesus ruft, der was wollt ihr euch betrüben? wird am jüngsten Lage dich er- Steht's doch sehr gut um mich. wecken höchst erfreuiglich. 2. Denkt, Vater! wie viel 2. Denn du warst Erd' und Sorgen, wie manche lange mußt zur Erd' ins Grab ver: Nacht, wie manchen düstern scharrt, tereinst verklart ins ew'- Morgen ein liebes Kind oft ge Leben gehen ein, zu Gott und macht! Was ihm kann widers seinen Engelein. fahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer könnt ihr 3. Ob du gleich hier haft kurze Zeit in dieser Welt vollbrachtparen, drum seid nicht so bedein Leid, so bist du doch ein se3. Ach Mutter! laßt die lig Kind, an dem Gott seine Záhren, stellt eure Klagen ein! Lust empfind't. trübt. Des Höchsten sein Begehren, 4. Wir waren dir gewiß recht das muß erfüllet sein. Was hold, wir wünschten, hätt' es rum ihr jetzo weinet und gar Gott gewollt, an dir noch viele zu kläglich thut, das ist sehr Freud' zu sehn, und daß du woht gemeinet; Gott machet nicht möcht'st von uns gehn. Alles gut. 5. Doch was dein lieber Je- 4. Fahr hin, o Angst und sus thut, ist allenthalben recht Schmerzen! Fahr immer, immer und gut; der wird auch dert hin! Ich freue mich von Herzen, sein Gnadenlicht dir zeigen und daß ich erlöset bin. Ich leb'in taudich lassen nicht. send Freuden, in meines Schöpfers 558 Begräbnißlieder. fers Hand; mich trifft und ben, thut Gottes Vaterhani rührt kein Leiden, so dieser Welt Gott wird das Leid euch stiller bekannt. ich sterbe nicht zu jung; w 5. Die noch auf Erden wallen stirbt nach Gottes Willen, d in irrthumsvoller Zeit, vermd stirbt schon alt genung. gen kaum zu lallen von froher 11. Schein' ich zu früh entnom Ewigkeit. Viel besser, wohl ge- men; sag' Jemand, kann ma storben, als in der Welt gelebt; auch zu früh in Himmel kom der ist ja nicht verdorben, der men? Gott bleibt bei dem Ga bei den Engeln schwebt. brauch: Er eilet mit den Seine 6. Wie sonst mit Siegeskrán- zur schönen Himmelspracht; we zen ein Ueberwinder prangt, weit mag wohl den beweinen, m schöner noch wird glänzen, was dem's Gott wohl gemacht? meine Seel' erlangt, die schöne mel. Schak über alle Schäße- Himmelskrone und werthe Sie: gespracht, die mir von Gottes 866. Valet will ich dir ge ben, du arge fall Sohne aus Gnaden zugedacht. sche Welt, dein sündlich, bösen 7. Was netet ihr die Wan- Leben durchaus mir nicht ge gen, ihr Eltern, über mir? Euch fällt; im Himmel ist gut woh hat das Leid umfangen, das Her- nen, hinauf steht mein' Begier ze bricht euch schier. Des Ba- da wird Gott ewig lohnen dem ters treue Liebe sieht sehnlich in der ihm dient allhier. mein Grab, die Mutter siehet 2. Rath mir nach deinem Her trübe und kehrt die Augen ab. zen, o Jesu, Gottes Sohn! Sol 8. Ich war euch nur getiehen ich ja dulden Schmerzen; bil auf eine kurze Zeit; Gott will mir, Herr Chrift, davon. Ver mich zu sich ziehen, drum wer- fürz mir alles Leiden, stårk mei fet hin das Leid und sprecht: nen blöden Muth, laß mich se Gott hat's gegeben, Gott lig abscheiden, setz mich in dein nimmt's, er hat das Recht, Erbgut. bei ihm steht Tod und Leben, 3. In meines Herzens Gruns der Mensch ist Gottes Knecht. de dein Nam' und Kreuz allein 9. Seht nicht an meine Jahre, funkelt all' Zeit und Stunde, gedenkt vielmehr zurück, daß ich drauf kann ich fröhlich sein. ein Mensch hier ware und jeden Erschein mir in dem Bilde, j Augenblick zum Tode reif und Trost in meiner Noth, wie du zeitig, von erster Kindheit an; Herr Christ, so milde dich ha wie seid ihr doch so streitig in geblut't zu todt. dem, was Gott gethan? 4. Verbirg mein' Seel' aut 10. Daß ihr mein Grab müßt Gnaden in deine offne Seit', rúd fehen, zeigt unfern schwachen sie aus allem Schaden zu deiner Stand; daß es sobald gesches Herrlichkeit. Der ist wohl bier gea et Begräbnißlieder. 559 gewesen, der kommt ins Hims 6. Allein, wo sind die Kleie melsschloß; der ist ewig genesen, nen, die jegund so erscheinen, der bleibt in deinem Schoos. wie sie der Taufe Bad vor Gots 5. Schreib meinen Nam'n tes Augen stellte, und die die aufs Beste ins Buch des Lebens Welt nicht fällte, ja wohl noch ein und bind mein' Seel' fein jetzt im Netze hat? feste ins schöne Bündelein der'r, 7. Sich Jesu zu verschreiben die im Himmel grünen und vor und in der Weit zu bleiben und dir leben frei; so will ich ewig doch nicht von ihr sein, das ist rühmen, daß dein Herz treue sei. ja ein Geschäfte weit über unfre Kräfte, dazu Gott selbst muß Mel. Nun ruhen alle Wälder - 867. Menn kleine Him Gnad' verleihn. melßerben in ih 8. Wie leichtlich werden Kins rer Unschuld sterben, so büßt man der durch uns, erwachs'ne Suns sie nicht ein; sie werden nur dort der, geärgert und verführt! Wie bben vom Vater aufgehoben, tröstlich ist's, zu wissen, daß nichts mehr einzubüßen, daß damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe man sie ewig nicht verliert. zu ihrem Chrifienlaufe für Je9. wohl auch diesem Kin= sum eingeweiht und noch bei de! Es stirbt nicht zu geschwinGott in Gnaden; was sollt' es de. ihnen schaden? Der Tod setzt Du sie in Sicherheit. Bieb hin, du liebes Kind! gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. 10. Ach möchten wir dem 3. Die Unschuld einzubüßen bei so viel Hindernissen der Tu gend in der Welt, ist gar zu Kinde, das selig und geschwinde leicht geschehen. Dem läßt sie zur Himmelsfreude ging, nach Gott entgehen, weil ihre Seele Jesu Sinn gleich werden; ſo ihm gefällt. würde uns auf Erden gar bald, 4. Ist einer alt an Jahren, was weltlich ist, gering. so hat er viel erfahren, das ihn 11. Nun Jesu! Freund der betrübt, gekränkt; und unter so Kinder, du Heiland aller Sünviel Stunden wohl manche mit der, erhöre unser Flehn! Hilf, gefunden, daran er noch mit daß wir uns bestreben, nur dir, Wehmuth denkt. Herr, hier zu leben, bis wir 5. 3war, wer in seiner Ju- einst selig vor dir stehn. gend den Weg zur wahren Zu gend durch Jesum Chriftum 868. Wenn mein Stünds find't und sich den heil'gen lein vorhanden. Glauben hat niemals laffen ist, zu gehn die Todesstraße, rauben, der lebt und stirbt als so leite mich, Herr Jesu Chrift, Gottes Kind. lauf dich ich mich verlasse. Mein' Seel' 560 Begräbnißlieder. Seel' an meinem letzten End' be-/ der Lebenssaft. Wir blühe fehl' ich dir in deine Händ', du auf und fallen ab und steige wirst sie wohl bewahren. aus der Wieg' ins Grab. 2. Mein' Sund'n mich wer= 2. Wohl aber dem, der so ver den kränken sehr, mein G'wissen stirbet, daß ihn sein Sterbe wird mich nagen, denn ihr'r nicht betrübt, den Gott entrüdt sind viel, wie Sand am Meer; eh' er verdirbet und ihm ein doch will ich nicht verzagen. Ge- beßres Leben giebt; ein Leben denk'n will ich an deinen Tod, in dem Paradeis, da man vor Herr Jesu, deine Wunden roth, keinem Kummer weiß! die werden mich erhalten. 3. Ach, weinet nicht, daß ic 3. Ich bin ein Glied an dei- gestorben, ich habe ja nun aus nem Leib', deß tröst' ich mich von gekrankt. Was mir mein Je Herzen; von dir ich ungeschie- sus hat erworben, das hab' ich den bleib' in Todesnoth und in dem Tod' erlangt; ich bin Schmerzen; wenn ich gleich an einen Ort gebracht, da mei sterb', so sterb' ich dir, ein ewigs ne Seel' in Frieden lacht. Leben hast du mir durch deinen 4. Wie lieblich schmeckt min Tod erworben. doch der Himmel! Wie süße 4. Weil du vom Tod' erstan- spricht mir Jesus zu! Hier schrei den bist, werd' ich im Grab nicht fet mich kein Weltgetümmel, ich bleiben; mein höchster Trost wohne hier in stolzer Ruh. Ich dein' Auffahrt ist, Tod'éfurcht habe für ein kurzes Leid erlangt kannst du vertreiben. Denn wo den Schatz der Seligkeit. du bist, da komm' ich bin, daß 5. Je schneller ich von euch ge ich fiets bei dir leb' und bin; wichen, je eher bin ich nun bei drum fahr' ich hin mit Freuden. Gott; mein Körper, welcher 5. So fahr' ich hin zu Jesu ganz verblichen, der schläfet nur Christ, mein' Arm' thu ich aus- und ist nicht todt. Gott hat mit strecken; so schlaf ich ein und ru Sicherheit verschafft und mich be fein, kein Mensch kann mich vorm Unglück weggerafft. aufwecken, denn Jesus Christus, 6. Wie wohl bin ich doch auf Gottes Sohn, der wird die gehoben! Wie wohl hat mich Himmelsthür aufthun, mich doch Gott versorgt! Ich wil führ'n zum ew'gen Leben. dafür ihn ewig loben; denn ich war euch doch nur geborgt. Mel. Wer nur den lieben Gott- Mein Gott hat mich der Well 869. Mie kurz ist doch entwandt und mir den Him der Menschen mel zuerkannt. Leben! Wie eilend wird man 7. Ei, gönnet mir doch dieses weggerafft! Wir sind mit Sterb: Glücke, das größer ist, denn ihr lichkeit umgeben, darum versiegt gedenkt! Enthaltet euch de Thri Begräbnißlieder. 561 * Thranenblicke, ich werde hier| pfängt den Trost von oben und mit Trost gekránkt. Ach! má- Fried' und Freud' im heil'gen figt doch das bittre Leid, ich Geist. bin in großer Herrlichkeit! 11 5. Er segnet froh die Seinen, 8. Verwelkt der Leib gleich in die um sein Lager weinen, erder Erden, er wird doch künftig| mahnt und tröstet sie; und seis wieder blühn, von Jesu schön ner Treue wegen erfüllt Gott verkläret werden, er wird ihm seinen Segen, und weichet auch seinen Glanz anziehn; da werd' von diesen nie. ich als ein Engel sein, deß wird 6. Die Engel fleigen nieder sich euer Herz erfreun. voll froher Jubellieder, die 9. Ich bin der bösen Welt ent- Seele zu empfahn. Er flimmt zogen, in welcher ihr euch noch in ihre Chöre Anbetung, Preis betrübt; mich hat der Herr zu und Ehre dem Mittler, seinem sich gezogen, der mich viel Heiland, au.dan Bajo mehr, als ihr, geliebt; ich schaue 7. Laß, Höchster, mich bes Jesu Angesicht, daran gedenkt, streben, so in der Welt zu leben, und weinet nicht! wie man dieß Heil erwirbt. Damit ich einst, als Erbe der 870. Wie fanft fehn wir Seligkeit, auch sterbe, wie ein Gerechter, Frommer stirbt. Mel. Nun ruhen alle Wälderden Frommen, der Erdenlast entnommen, sich seinem Ziele nahn! Wo sich des Bei Beerdigung eines un getauften Kindes. Lebens Freuden vom frechen Sünder scheiden, da gehn des Christen Freuden an. Mel. Wer nur den lieben Gott 2. Er freut sich auf sein Ende 871. Mie kann sich unser und hebt voll Dank die Hände Herze grámen? zu seinem Vater auf. Gesichert Gott beut uns etwas Liebes an, vor Verderben, kann er nun und will es gleichwohl wieders fröhlich sterben, nach einem nehmen, eb' es noch einmal seufwohl vollbrachten Lauf. zen kann; vielleicht, weil es in 3. Sein rubiges Gewiffen jener Stadt die Seufzer nicht bebt nicht vor Finsternissen der vonnöthen hat. Bahn, die er nicht kennt; die 2. Gott läßt sich gern von uns dunklen Todespfade erleuchtet beschenken, allein, er sieht das ihm die Gnade des Gottes, den Armuth an; drum muß er uns er Vater nenut. mit was bedenken, das man zur Gabe liefern kann. Er giebt ein Kind, das wird geliebt, wenn man es willig wieder giebt. 3. Er giebt ein Kind in diesem 36 Les 1 4. Hier fließen keine Thränen der Angst; hier achzt kein Stöh nen der Neu, die ihn zerreißt; sein Herz, zu Gott erhoben, em 562 Begräbnißlieder. Leben, da soll es schwach und 8. Wir müssen nun die Klagen dürftig sein, wenn wir es bald sparen und sagen, als wie David zurücke geben, so geht es dort spricht: Wir denken wohl dahin zum Leben ein, da Jesus und zu fahren, nur in dieß Leben der Freudengeist die Kinder zu kommt es nicht. Auf Erden ihm kommen heißt. cod bleibt es ungenannt, doch ist 4. Wiewohl bei diesem Wun- sein Name Gott bekannt. derlaufe prüft Gott auch unsern bleibt der neue Gnadenbund? Glaubensgrund. Das Kind ist Mel. Nun laßt uns den Leib- rodt, wo bleibt die Taufe? Wo 872. Wir tragen diesenleib zur Gruft, zur Getrost! das machet Jesus gut, Ruhe, bis der Herr ihn ruft, der hier am liebsten Wunder bis einst, durch Jesu Christi thuts and ad Macht, er aus dem Todesschlaf 5. DieTaufe wirket durch den erwacht. Glauben, der Glaube durch des 2. Dieß ist die Saat, von Gott Geistes Kraft. Wer will uns nun gefá't, der Staub, so künftig die Gnade rauben, wenn Gott aufersteht. Zwar irdisch wird verborgne Mittel schafft? Er ist er ausgestreut, doch blüht er getren und in der Neth ist wes auf zur Herrlichkeit. der Geist noch Glaube todt. 3. Nichts, als den Leib, zers 6. Johannes ward im Mutter- stört der Tod, die Seele geht leibe von seinem Jesu schon be hinauf zu Gott, umstrahlt von sucht. Was fehlt nun einem Wahrheit, Heil und Licht, wet Christenweibe? Jst nicht auch sie Jesu glaubt, der stirbet nicht. und ihre Frucht dem Herrn und 4. Dieß ist die Glaubenszus Heiland ganz geweiht, der sie versicht, drum traur' ich um die aus Satans Reich befreit? Meinen nicht. Sie sterben, und 7. Als wir das Nachtmahl ihr letztes Wort ist glaubens nächst empfingen, da zog der voll: ,, Wir sehn uns dort." Heiland bei uns ein, der läßt 5. Grab! des Müden süße sich keinen Feind verdringen, wir Ruh, man decket zwar dich follen Gottes Tempel sein; und heute zu, doch morgen öffnet der das Werk in uns beginnt, deine Thür sich und, vielleich der heiligt auch das zarte Kind. noch heute, mir. 6:25 350 XXVIII. Auferstehung der Todten. 2 Tisin 19 873. Auferstehn, ja aufer- sterblichs Leben wird, der dich stebu wirst du, mein schuf, dir geben. Hallelujah! Staub! nach kurzer Ruh. Un- 2. Tag des Danks! Der Freus den: Auferstehung der Todten, 563 denthránen Tag! du meines der, der unsrer sich erbarmte. Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich! Mehr, viel mehr, als wir vers siehn, mehr, als unsre Thränen flebu, giebt uns, der ewig liebte. 4. Sei, Seele, stark und fürchte nicht, durchs finfire Thal zu 3. Wie den Träumenden wird's dann uns sein. Mit Jesu geb' ich ein zu seinen Freu- wallen! Nah an des Thales den. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr! Nacht ist Licht, der Engel Jus bel schallen ins letzte Seufzen der 4. Ach! ins Allerheiligste führt Natur! Der bei sich selbst dir mich mein Mittler! Dann leb' Gnade schwur, sein Haupt am ich im Heiligthume, zu seines Namens Ruhme, in Ewigkeit. Kreuze neigte, der erfüllt des Bundes Eid, der ist ganz Barm= berzigkeit. Dank sei ihm, Preis und Ehre! Mel. Ein Kindelein so löbelich874, Ginst reift die Saat; Mel. Machs mit mir, Gott mein Staub ersieht 875, Herr, du bist meine Zus zu Jesu Christi Leben. Du lebst, die ihr meinen Blauben schmäht, auch ich soll leben. Du wirst wie werdet ihr dann beben! Jbr mir, was dein Wort verspricht, Spotter des Gerichtes, fleht, Unsterblichkeit einst geben. Dein ruft, wenn ihr dann zum Tod' Jünger kommt nicht ins Geersteht: ,, Fallt über uns, ihr richt; dieß siártet meine Zus Berge!" Hosianna! Jesus versicht... Christ, der für mich gestorben ist, ist auch für mich erstanden. 2.Hier geb' ich oftmals weinend hin, den Samen auszusireuen; 2. Ich sinke zu verwesen ein, dort wird der herrlichste Gewinn und werde wieder Erde; doch der Ernte mich erfreuen. Ich werd' ich nicht auf ewig sein, leide, doch verzag' ich nicht; was ich im Grabe werde. Im denn du bist meine Zuversicht. Schoose Gottes ruht mein Geist 3. Hier trag' ich deine sanfte von diesem Leben aus, und Last, und groß ist meine Würs fleußt von Wonn' anbetend de! Jedoch die Welt, die sie über. Ach, mein Auge sahe nie, nicht fast, nennt's fälschlich meinem Ohr ertönte nie solch schwere Bürde. Einst trifft den Heil in diesem Leben. Spotter dein Gericht, und dann 3. Das tam in feines Men- siegt meine Zuversicht. schen Herz, was denen Gott be- 4. Sink immer hin, mein Leib, reitet, den Pilgern, die oft trüber in Staub! Gott wird dich neu bes Schmerz zum ewgen Leben leitet. Teben. Hier werd' ich nur des Tos Wir schauen in das tiefe Meer, deß Raub; dort werd' ich ewig erforschens nicht; denn Gott ist leben. Wie stark ist dieser Trofts 36* grund sha 564 Alaferstehung der Todten. grund nicht! Wie sicher meine sich dann vor dir, mein Heiland, Zuversicht! stehen! Dann nimmst du mich 5. Herr, diesen Segen dank ich mit Ehren an, läß'st in dein dir. Mich aus der Gruft zu he- Reich mich gehen. Forthin von ben, gingst du aus deinem feiner Last beschwert, an Leib Grab herfür. Du lebst, und ich und Seele ganz verklärt, leb' foll leben. Ich glaub' es dir ich bei dir dann ewig.. und zweifle nicht: Dein Wort 5. O welch ein selig Theil ist ist meine Zuversicht. mir in jener Welt bereitet, wo 6. In diesem Glauben stårke sich ein Freudenstrom von die mich. Laß mich den Trost em- auf Selige verbreitet. Ich werd' pfinden, den großen Trost, daß in deinem Himmelreich, unsterb ich durch dich den Tod kann lich, deinen Engeln gleich, voll überwinden. Grab und Verwe- kommne Luft genießen. fung schreckt mich nicht; denn 6. Denn wo du bist, da sollen du bist meine Zuversicht! die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Mel. Wenn mein Stündlein- 876. Mein Heiland lebt! Müh, von Seligen umgeben, genießen des Todes ganz bezwungen, und was sind Leiden dieser Zeit, fiegreich aus des Grabes Nacht Herr, gegen jene Freuden! zu Gott sich aufgeschwungen. 7. Gieb Herr, daß diese Herrs Er ist mein Haupt; sein Sieglichkeit mir fiets vor Augen ist mein; sein soll mein ganzes schwebe, und oft in dieser Pris Leben sein, und ihm will ich fungszeit mein Herz dahin erhes auch sterben. be, wo keine Schwachheit uns 2. Nicht ewig wird, wer dein mehr drückt, wo wir, der Sterb Wort hält, den Tod, o Jesu, lichkeit entrückt, frohlockend vor schauen; das ist's, was mich dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum zufrieden stellt, das Grab macht mir kein Grauen. Ich bin ge- Sleiß', der Tugend nachzufires trost und unverzagt, weil duben, und als dein Sünger, dir den Deinen zugesagt: ,, Ich leb, zum Preis', nach deinem Wort und the follr leben." zu leben. Und fühl ich hier 3.2Bird gleich mein Leib des noch Noth und Schmerz, fo Todes Raub, er wird doch wieder tröste selbst damit mein Herz: leben und einst aus der Verwe- Es kommt ein beßres Leben.. fang Staub verschönert sich erhenga sot ben; wenn du, o großer Lebens- Mel. Herzlich lieb hab' ich dich- fürst, nun deinen Todten rufen 877. Mein Heiland, wenn wirst, zum Leben aufzuwachen. mein Geift ers 4. 2Bie froh und herrlich werd's freut, im Glauben, auf die Herrs Tichs Auferstehung der Todten. 565 lichkeit des ew'gen Erbtheils blik hier zu, und schlummert in den fet, das du für mich bereitet Staube; doch der, der mich zu bast; wie leicht dünkt mir dann Staube ruft, der ruft mich einst jede Last, die mich hieniecen auch aus der Gruft; ich weiß, drücket! Dann wird der Eitelkei- an wen ich glaube. Er lebet, und ten Tand in seinem Unwerth mir ich werd' durch ihn der Grabess bekannt; der Erde Pracht ist mir nacht gewiß entslichn; mein wie nichts beim Anblick jenes Geist und mein verklärt Gebein ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, wird sich des Herrn, des Mitts mein Herr und Gott! mein ters, freun. Herr Jesu Christ, Herr und Gott! dieß Heil ver- mein Herr und Gott! mein dank' ich deinem Lod. Herr und Gott! du schaffst das 2. Wenn einst auf deinen Wink Leben aus dem Tod! mein Geist des Körpers Banden 4. Du bleibest meine Zuvers sich entreißt, dann stark' ihn aus sicht, mein Trost, wenn einst das der Höhe, daß mir nicht schreck- Weltgericht die Engel auspos lich sei das Grab, daß ich ins jaunen. Vor deinem Thron Todesthal hinab getroft und werd' ich dann stehn, dich, Richfreudig gehe. Die Klarheit jener ter aller Völker, sehn, dich sehn bessern Welt schafft, wenn mich und froh erstaunen. Auch mir Dunkelheit befällt, in meinem schenkst du dann jenes Heil, der finstern Herzen Licht und Hei Auserwählten sel'ges Theil; terkeit im Angesicht. Dann, Je- lich soll, dein Mund schwur es su Christ, mein Herr und Gott! mir zu, ich soll verherrlicht sein, mein Herr und Gott! dann wird wie du. Herr Jesu Christ, mein ein Schlummer mir der Tod. Herr und Gott! mein Here 3. Auf kurze Zeit schließt sich und Gott! stärk diesen Glaus zur Ruh mein múdes Auge zwarlben einst im Top. XXIX. Zukünftiges Zukünftiges Gericht. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort- 2. ,, Warum verzieht er?" fragt 878. Der er unsre Menschheit der Spott; ,, wo bleibt der Sünan sich nahm, ale den Rächer, Gott?" Hort, Suns er, uns zu versöhnen, kam, kommt der, hort's mit Beben! Euch, die einst zu richten, wieder.. Nicht ihr frech ihm widerstrebt und in fern ist seiner Zukunft Zeit. In der Bosheit sicher lebt, zur Beß= aller seiner Herrlichkeit steigt rung Frist zu geben. Doch bald Jesus dann bernieder. Verst euer Maaß erfüllt; bald nimms, o Welt, und beßre dich! kommt der Richter und vergilt. der Tag des Schreckens nahet sich. 3. Dann öffnet um cuch her 566 Sukünftiges Gericht. sich weit der Abgrund jener Ewig: Ime! Denn schrecklich wird der teit, mit allen seinen Schrecken. Sünder Pein, und groß der Dann wird euch, wenn der Rich Frommen Wonne sei. ter droht, nicht Berg, noch Meer, noch Grab und Tod, vor seinem Mel. Ewigkeit, du Donnerwort3orne tecken. Denkt nicht: viel: leicht erbarmt er sich; wißt, sein 879. Erhöhter Jesu! Got tes Sohn! der du Gericht ist fürchterlich. schon längst der Himmel Thron 4. Wenn furchtbar seiner Ton- als Herrscher eingenommen, du ner Schall, und tonender Po- wirst dereinst, zu rechter Zeit, in faunen Hall der Erde Grund er großer Kraft und Herrlichkeit, schüttern, und plötzlich nun der vom Himmel wieder kommen. Bau der Welt wankt, krachend sieb, daß dann froh und mit stürzt, in Trümmern fällt, wenn Bertraun dich, Herr, auch mei selbst die Himmel zittern undne Augen schaun. vor den Richter hingerückt, der 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt Spotter glaubet und erschrickt: die Pracht, die deinen Tag einst 5. Dann ist nicht mehr zur Bu- herrlich macht? Wie groß wirst Be Zeit. Wo werdet ihr Barmher- du dich zeigen, wenn du auf lich. zigkeit und Gnad' und Rettung ten Wolken einst mit deiner En finden? Die ihr der Sünden gel Heer erscheinst, die sich vor Maaß noch häuft, fühlt, eh' euch dir, Herr, beugen! Dann sieht dieser Tag ergreift, die Lasten die Welt die Majestät, dazu eurer Sünden! Daß ihr nicht dich, Gott, dein Gott erhöht. selbst euch einst verflucht, wenn ihr vergebens Hülfe sucht. 3. Dann tönt dein Ruf in jes des Grab mit allmachtvoller 6. Mein Herz erschrickt: Es Kraft hinab, und schafft ein bebt in mir mein Innerstes, o neues Leben. Auf deinen Wink Gott, vor dir! Ich bin ein Mis muß Erd' und Meer das große sethåter. Begnadige, wenn dein unzáhlbare Heer der Todten Gericht auch mir mein ewigs Ur- wiedergeben. Sie stehn durch theil spricht, mich, Herr, den dich, Herr, neu beseelt, nun Alle Uebertreter! Du, der die Sün- auf und Keiner fehlt. der nicht verstößt, du, Jesu, 4. Du sammelst sie vor dei haft auch mich erlöst. nen Thron, um Jeden den vers 7. Tag Gottes! Tag der Ewig- dienten Lohn nach seiner That zu keit! du predigst uns den Werth geben. Dann trifft den Bösen der Zeit, laut, mit des Donners Schmach und Pein; den From: Stimme. Reizt, Menschen, men aber führst du ein in das nicht durch neue Schuld den verheißne Leben; wer leugnet Gott der Langmuth und Geduld! dann noch, Jesu Christ! daß und scheut des Richters Crim- lou der Erden Richter bist? 5. O Butinftiges Gericht. 567 5. O gieb! wenn nun deinsstehn, dann werden aller Augen Lag erscheint, daß ich in bir sehn, wie hoch dich Gott erdann noch den Freund und Hei- hoben. land wieder finde! Daß ich mit 4. Wenn dann, o Herr, auf Freuden vor dir steh' und mit dein Geheiß, die Todten wieder dir in den Himmel geb', ganz leben, dein Feind mit Furcht, dein frei von Fluch und Sünde! Laß Freund mit Preis, sich aus dem mich im Glauben wacker sein Grab' erheben; wer wird dann und auch die kleinste Sünde noch, Herr Jesu Christ, daß du scheun. die Auferstehung bist, mit Frech6. Dein Name sei mir ewig beit leugnen können? werth! Und was dein Wort von 5. Wer spottet dann noch deis mir begehrt, das laß mich treu- ner Kraft, wenn du, die hier dich lich üben. Niemals ermüde hier fliehen, für ihre Schuld zur Res mein Geist, dich, den schon chenschaft mit Majestät wirst jetzt der Himmel preift, aus al- ziehen? Wenn nur ihr Auge ler Kraft zu lieben! So bab' ich dich erblickt und sie dein Straf= in der Ewigkeit auch Theil an gerichte drückt, dann werden sie deiner Herrlichkeit. verstummen. 6. Und wenn du dann die Deis nen nun mit Preis und Ehre zieMel. Nun freut euch, lieben 880, Gr fimmt, er kommt rest und, ihnen ewig wohlzu= zum Weltgericht, thun, sie in den Himmel führest; der Heiland, den wir ehren. dann, Herr, wird völlig offens weigert euch, Erlöste, nicht, bar, wie herrlich jener Segen jetzt auf sein Wort zu hören! Wer war, wozu du sie berufen. hier nicht seine Stimme hört 7. O laß mich dann, Herr und sie nicht mit Gehorsam ehrt, Jesu Christ, mit Freuden vor wird nicht vor ihm bestehen. dir stehen; und dir, so herrlich - 2. Herr, laß mich deiner Mas du auch bist, getroft entgegen jestät mit wahrer Freude diesehen! Wenn deiner Feinde nen! Wie herrlich dich dein Rotte zagt, von Reu und Angst Gott erhöht, ist zwar noch nicht une Furcht geplagt, daun jaucherschienen; doch, was uns hier ze meine Seele! verborgen war, das wird der= 8. Daß ich dieß Glück ers einst uns offenbar, wenn du halten mag, so laß in diesem wirst wiederkommen. Leben, o Heiland, deinen gro= 3. Wenn vor dir die Natur ßen Tag mir stets vor Augen dann bebt und, unter deinen schweben! Er reize mich, die Füßen, sich Alles, was dir wider- mich zu weihn, in deinem Diens firebt, wird völlig beugen müsste treu zu sein und nie dich sen; wenn alle Engel vor dirlzu verleugnen. 881.€ 8 568 Zukünftiges Gericht, Mel. Nun freut euch, lieben- mein, mit cir geb' in den Himmel 881. Es ist gewißlich an der ein, den du uns haft erworben. Zeit, daß Gottes 7. Jefu Chrift! du machst Sobn wird kommen in seiner es lang mit deinem júngsien großen Herrlichkeit, zu richten Zage, den Menschen wird auf Bos und Fromme. Dann wird Erden bang, von wegen vieler das Lachen werden theu'r, wenn Plage. Komm doch, komm Alles wird vergehn im Feu'r, wie doch, du Richter groß und Petrus davon schreibet. mach uns in Genaden los von 2. Posaunen wird man hören allem Uebel. Amen. gehn an aller Welt ihr Ende: Mel. Wenn mein Stündlein darauf bakd werden auferstehn 882.0 Mensch! wer du all' Todten gar behende! Die aber noch das Leben hab'n, die gedenk in allen Sachen, was wird der Herr von Stunde an cermaleinst zukünftig ist, wie verwandeln und verneuen. Gott wird ruchbar machen und auch immer bist, 3. Darnach wird man ablesen alles das, was noch jeßund vers bald ein Buch, darin geschrieborgen liegt im tiefen Grund, ben, was alle Menschen, Jung zu seiner Zeit entdecken. und Alt, auf Erden hab'n getrie- 2. Viel' meinen zwar, was ben, da denn gewiß ein Jeder bei der Nacht im Finstern sei mann wird hören, was er hat ge- geschehen, und was man einsam than in seinem ganzen Leben. hab' vollbracht, daß Niemand 4. O weh demselben, welcher es gesehen, werd' immerdar vers hat des Herren Wort verachtet, schwiegen sein, und könne seis und nur auf Erden früh und spat ner Augen Schein geheime nach großem Gut getrachtet! der Sünd' entgehen. wird, fürwahr! gar kahl bestehn 3. Allein, das ist sehr weit ges und mit dem Satan müssen gehuirrt! Bist du gleich ohne Sorgen, von Christo in die Hölle. weil nichts so hehl gehalten wird, 5. O Jesu! bilf zur selben Zeit das vor Gott wär' verborgen, von wegen deiner Wunden, daß vor desfen Sonnenangesicht die ich im Buch der Seligkeit werd' Nacht so hell ist, als das Licht eingezeichnet funden, daran ich am hellen, lichten Morgen. denn auch zweifle nicht, denn du 4. Gott siehet in das Herz hinz hast ja den Feind gericht't und sein, das keine Sonn' erblicket, meine Schuld bezahlet. wenn sie auch schon ihr Licht und 6. Derhalben mein Fürsprecher Schein mit vollen Strahlen schil sei, wenn du nun wirst erscheinen; ket; und der Gedanke, der indir und lies mich aus dem Buche verborgen ist, stellt sich ihm für, frei, darinnen stehn die Deinen, noch eh' er dich berücket. auf daß ich, fammt den Brüdern 5. Gort will dereinsten mit der Zeit, Sukünftiges Gericht. 569 8 Zeit, vor Mensch und Engel 3. Der Richter spricht, der schaaren, wenn er uns vor Ge: Himmel schweigt und alle Vil= richt erbeut, die Rathschläg' of ter hören erwartungsvoll und fenbaren, die man aufs Heimtief gebeugt: ,, Kommt, erbt das lichst' bat geführt; drum sollst Reich der Ehren!" So spricht er du thun, was dir gebührt, ozu der frommen Schaar; zu der, Mensch! und recht verfahren. die widerspenstig war: ,, Weicht 6. Denk, was du thust, ist von mir, ihr Verfluchten!" Gott bekannt, ders auch ané 4. O Herr! mit welcher Ma= Licht wird bringen. Dein Herz jestät wirst du das Urtheil fák hat Jesus in der Hand, dersten! die Sünder, die dich hier giebt in allen Dingen genaue verschmäht, gehn dann gewiß Acht, und hält es dir und Anzur Höllen. Da trifft sie uners dern künftig Alles für, dann forschte Pein. Wer wird dann wird sein Fluch durchdringen. noch ihr Retter sein? Ihr 7. Jesu! hilf, daß ich den Warten ist verloren. Sinn zum Guten allzeit wende, 5. Sie, die Gerechten, leuchs damit nicht, wenn es kommt daten dann, wie Sonnenglanz am bin, mein eigen Thuu mich schán- Himmel. Du selbst nimmst sie de. Vergieb, auch, was ich sonst zu Ehren an. O welch ein froh gethan und bring es vor Gericht Getümmel! Nun sehn sie mit nicht an, am allgemeinen Ende. erstauntem Blick, daß Glaub' und Lieb' zum höchsten Stück der Auserwählten führen. Mel. Nun freut euch, lieben - 883. Schon ist der Tag 6. Sie gehn nun in das von Gott be sel'ge Reich, das Gott für sie stimmt, da, wer auf Erden wans bereitet, und sehn auf ewig, delt, sein Loos aus Gottes Háns Engeln gleich, ihr Wohlsein ausden nimmt, nachdem er hier ge= gebreitet. Das Stückwerk wird handelt. Er kommt, er kömmt, Vollkommenheit, kein Kummer, des Menschen Sohn, er kömmt, keine Traurigkeit stórt ihre ew'ge und Wolken sind sein Thron, den Freude. Erdenkreis zu richten. 7. Mein Heiland, laß mich 2. Hier an dem Rand' der Ewig- dein Gericht oft und mit Ernst keit, hier stehn die Millionen, die bedenken! Es stärke meine Zuseit dem ersten Tag.der Zeit auf versicht, wenn mich die Leiden dieser Erde wohnen, nur dem AU- kránken. Es reize mich, gewiss wissenden bekannt, unzählbar senhaft und eingedenk der Res wie am Meer der Sand; hierichenschaft nach deinem Wort stehn sie vor dem Richter! zu wandeln. XXX. 570 Von der Seligkeit der Gläubigen XXX. Von der Seligkeit der Gläubigen 1.) Hier in diesem Leben. Mel. Wer nur den lieben Gott geflissen; wie leicht erträgt e 884. Der Mensch, der ihren Spott! Was ist sein Menschenfurcht Trost? Sein gut Gewissen! W nicht kennet, für seinen Glau bat er wahren Ruhm? Bei ben Alles wagt und, wenn die Gott! Ein Neid, der dieses Welt ihn hülflos nennet, an Glück nicht stört, ist keiner Gottes Hülfe nie verzagt; wie Christenthrane werth. groß, wie liebenswürdig ist der wahre Held, der ächte Christ! 7. Gleich froh durchlebt er seis ne Tage im Schoose der Zufries 2. Er bleibt geruhig, wenn denheit, entfernt im Leid' von von oben des Donners Stimme feigerklage, vom Uebermutb zut sich erhebt, wenn um ihn her die guten Zeit. So zeigt er stets, Meere roben und unter ihm die wie groß der Ebrist, wie start Erde bebt. Er weiß, eh' nicht der Freund des Höchsten ist. der Schöpfer spricht, versehrt die Kreatur ihn nicht. 8. Mein Jesu, máchtig in den Schwachen, belebe mich mit deis 3. Des Höchsten Wink zu ner Kraft! Sie kann mich stark widerstreben, des hohen Russ im Unglück machen; sie ist's, die nicht werth zu sein, sich Fehler Alles in mir schafft; in ihr, Herr, selber zu vergeben; dieß fürchtet werd' ich nicht allein hier Streis er und dieß allein. Was Sún- ter, nein, auch Sieger sein. dern aber furchtbar ist, davor er= Mel. Es ist nun aus mit schrick't niemals der Christ. 885. Die Seligkeit ist mein Verlangen, ich sus 4. Versichert, daß der Herr sein Retter, daß Gott ihm Schild che sie einst zu empfangen, die Ses und Sonne set, ist ihm der Zorn ligteit ist mein Gewinn, die Ses der Erdengötter und ihre Gunst ligkeit ist mein Vergnügen; Gott fast einerlei. Der ist des Him- wird's nach seiner Gnade fügen, mels Schuß nicht werth, der daß ich hier und dort selig bin. Sterbliche als Götter ehrt. Drum bleibt mein Zweck schon in der Zeit, die Seligkeit. 5. Verfolgt ein bittrer Feind fein Leben, zieht List ihn in ihr 2. Die Seligkeit war zwar ges Netz hinein; was kann der geben dem Menschen mit dem ers Chrift? Er kann vergeben, kann sten Leben. Ach! aber durch den lieben und Gott ähnlich sein; Sündenfall ward dieses große tann seiner Haffer Tücke sehu, Gut verscherzet, daß der Verlust und für sie um Erbarmung flebn. noch immer schmerzet, weil Noth 6. 3ft Schmahsucht wider ihn und Jammer überall. Es fiel das hin, - in diesem Leben. 571 bin, es fiel, ach Leid! die Seund deiner Huld versichert sein, ligkeit. das ist die größte aller Gaben, 3. 3war hat Gott unser sich die je des Menschen Herz ererbarmet und uns Verlorne freun; das bleibt auch in der doch umarmet, er hat uns nicht Ewigkeit die Quelle der Zufries zum Zorn gesetzt; die Seligkeit denheit. 5 einst zu besitzen, uns vor Ver 2. Wovor darf meiner Seederben wohl zu schützen, das le grauen, wenn du mir, Gott, war sein treuer Rath zuletzt. nicht schrecklich bist? Kann ich Sein Rath beschloß, uns ward getrost auf dich nur schauen, bereit't die Seligkeit. dem Alles unterworfen ist; so seh ich auch mit heiterm Sinn auf alles Andre ruhig hin. 4. Drum mußte mein Erlöser sterben und uns die Seligkeit er werben, es kostete sein theures 3. Beschämt mich meiner Blut; er ward ein Opfer für die Fehler Menge; du, Vater, du Sünde, damit er uns mit Gott verzeihst sie mir. Bringt eine verbinde; er machte Alles wieder Noth mich ins Gedránge; so gut. Er half uns, trok des hab' ich doch den Trost au dir, Teufels Neid, zur Seligkeit. daß du auch Leiden dieser Zeit 5. Drum will ich nicht den stets leukst zu meiner SeligRath verachten von meiner Se: teit. ligkeit und trachten, daß ich 4. Froh seh' ich deinem hómit Zittern selig werd'; ich will hern Segen, den deine Hand in mich in den Worten üben, die jener Welt den Deinen aufbe= mir zur Seligkeit geschrieben: wahrt, entgegen, und wenn So lang ich leb' auf dieser Erd', mein Leib in Staub zerfällt, io so schmeck' ich schon in Hoff zagt mein Herz doch darum nicht; nungsfreud' die Seligkeit. denn du bist meine Zuversicht. 6. Seligmacher meiner See5. Mein Heil sieht blos in len, die will ich mich nun ganz deinen Händen und bein ist, befehlen, du wirst das gute Werk Water, alle Macht, mir jedes vollziehn und schaffen, daß des Gute zuzuwenden, das deine Glaubens Ende ich dann durch Huld mir zugedacht. Nur du deine Kraft vollende, wenn ich vollführst stets deinen Ratb. aus dieser Welt muß fliehn. Ach, Wohl dem, der dich zum Freungieb mir einst nach Kampf und de bat! Streit die Seligkeit. ( Siehe auch No. 427.) 6. Dieß ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, nur dich zu ih= Mel. Wer nur den lieben Gott- rem Trost erwählen, und vor dir 886 Mit dir, o Höchster, recht zu thun, sich freun. Wer Friede haben, leich mit solchem Sinu verehrt, der 572 Von der Seligkeit der Gläubigen der ist dein Freund, der ist dein werth. 4. Ich sehe mit Zufriedenhe der künft'gen Welt entgegen; 7. Der hat dich auch in allen giebt mir Muth und Freudigke Fällen gewiß zum Trost, und auf allen meinen Wegen. Den kann sein Herz in dir, o Gott, bort macht selbst, o Herr, de zufrieden stellen bei jeder Sorg', Mund den wahren Werth d in jedem Schmerz; den wird Menschen kund; da wird d zum ew'gen Wohlergehn un Fromme siegen. fehlbar deine Lieb' erhöhn. 5. So bilf denn, daß ic 8. So hilf denn, daß ich, weil mir zum Heil, ein unverles ich lebe, um deiner Gnade mich Gewissen, des Lebens alle zu freun, nach einem reinen her bestes Theil, zu haben sei befli zen strebe, und prág es mir aufe sen. Durch Christum dir ver Liefste ein: kein größres Glück söbnt zu sein, dein heilig Red sei auf der Welt, als wenn man nicht zu entweihn; das sei me dir, Gott, wohl gefällt. größter Eifer. 6. Gieb, daß ich des Gewi sens Spruch als deine Stimm Mel. Nun freut euch, lieben- 887, welch ein unschatz- ehre, und immer aufmerksa bares Gut ist doch genug auf seine Warnung hire ein gut Gewissen! Hab' ich nur Erinnerts mich an meine Schult das, so hab' ich Muth, wenn Ans so laß mich, Vater, deine Hul dre zagen müssen. Mein ruhig voll Reu und Glauben suchen. Herz erzittert nicht; mich schreckt 7. Mit deiner Gnade tröß keind Tod und kein Gericht; ich mich und stärke meine Seele habe Gott zum Freunde. daß sie vor Sünden hüte sid 2. Bin ich mir deiner Huld und nie aus Vorsatz fehle; deur bewußt und, Gott, bei dir in wer nur reines Herzens ist, ha Gnaden, so wohuet Ruh in mei- immer dich, durch Jesum Chrift ner Brust, und wer will dann Allwissender, zum Troste. mir schaden? Ich seh' auf dich in aller Noth, womit die Zu- Mel. Lobt Gott, ihr Christenkunft mich bedroht; mich trô- 888. Schon hier lebt se stet deine Liebe. lig und vergnügt 3. Trifft mich auch hier zuwer Gottes Wege geht, die weilen noch das Gift der Läster- schnöde Lust der Welt besiegt zungen; wird meines Herzens und fest im Glauben steht. Ruhe doch dadurch nicht ganz 2. Sein Theil ist bier Zufrie bezwungen. Weiß sich nur mein denheit, die Gott dem Herzer Gewissen rein, und flieh' ich schenkt, das sich nur seiner auch den bösen Schein, wirf Gnade freut, an kein Verdiens du mich schon beschützen. gedenkt. 3. No in diesem Leben. 573 eit 3. Noch größrer Lohn erwar- wie groß ist meine Seligkeit, es tet ihn in jener Ewigkeit, wenn ist des Himmels beste Gabe, das er mit Gott ergebnem Sinn ges böchste Glück in dieser Zeit. In than, was Gott gebeut. Freud' und Leiden giebt es hier eit in 4. Herr, laß mit allem Ei- die wahre Ruh der Seele mir. fer mich den Weg der Wahrheit 2. Jch bebe nicht, wenn Sún= gehn, so werd' ich einst im Him- der beben, daß Gott gerecht und mel dich, zu meiner Wonne, sehn. bellig ist. Mein Herz giebt Beugnis meinem Leben, daß ich Mel. Kommt her zu mir, spricht gewandelt als ein Christ, 889. So hoff' ich denn, an des Weltversöhners mit festem Muth, auch ich im Glauben habe Theil. auf Gottes Gnad' und Christi 3. Getrost wag' ich's, vor Blut, ich hoff' ein ewig Leben. Gott zu treten und ihn, voll Gott ist ein Vater, der verzeiht, Glaubensfreudigkeit, als meis hat mir das Recht zur Selig nen Vater anzubeten, der mir, keit in seinem Sohn gegeben. was ich bedarf, verleiht, und 2. Herr, welch ein unaus Fedem Heil und Segen giebt, sprechlich Heil, an dir, an deis der ihn mit treuem Herzen liebt. ner Gnade Theil, Theil an dem 4. Mit Muth trag'ich des Les Himmel haben! Im Herzen/ bens Leiden, Verfolgung, Läst'= durch den Glauben rein, dichrung, Schmach und Hohn; lieben und versichert sein von denn des Gewissens inn're Freuz e deines Geistes Gaben. den sind süßer, als der beste t 1 11 D - 1 1 3. Dein Wort, das Wort Lohn. Und was kann höhern der Seligkeit, wirkt göttliche Zu- Trost verleihn, als leiden und friedenheit, wenn wir es treu nicht schuldig sein? 1 bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt une in Gefahren. und Heil. 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; ein Labsal ist sie mir in Schmerzen, in Finsterniß ist sie 4. Erhalte mir, o Herr mein mein Licht. Sie macht getroft, Hort, den Glauben an dein wenn selbst die Welt erzittert göttlich Wort, um deines Na- und in Trümmern fällt. mens Willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn tág lich mehr mein Herz erneun, und mich mit Troft erfüllen! 6. Jch eile mit gesetztem Schritte, des Lebens letzter Stunde zu; denn der verfalls nen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfre Ruh; indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seis 890. Wenn ich ein gut nem Ursprung sich erhebt. Mel. Wer nur den lieben Gott Gewissen habe; 7. Für meines ganzen Lebens Súns - 574 Von der Seligkeit der Gläubigen Sünde giebt mir mein Heiland müssen streiten und zu Zeiten Trost und Muth; ich weiß, daß schwach uns finden, hilfst du ich Begnad'gung finde in der uns doch überwinden. Versöhnung durch sein Blut. 3. Du deckest unfre Schulden Er, der für mich gelitten hat, zu, schenkst unsern Seelen wah: tilgt alle meine Missethat. re Ruh und stärkest uns mit 8. Darum, o Seele, sei be Freuden. Dein Sohn ist unser flissen, daß unbefleckte Heilig- Haupt und Ruhm, wir sein er: keit dir immerdar ein gut Gekauftes Eigenthum und Schawissen in Glaubenszuversicht fe seiner Weide. Gutes Murbes verleiht. Und du, mein Gott, sind auf Erden, in Beschwerden, regiere mich! Denn dieß Glück unsre Seelen; Herr, was kann hab' ich nur durch dich. bei dir uns fehlen? Mel. Wie schön leuchtet der- 4. Es bleiber zwar der hobe Werth der Guade, die uns wis 891.ie groß ist unsre derfährt, verborgen hier auf Er Seligkeit, o Gott! den. Doch, wenn dereinst der schon in der Prüfungszeit, selbst Herr der Welt mit Majestát unter viel Beschwerden; wenn Gerichte hålt, dann wird er sicht: unser Herz sich dir ergiebt und bar werden. Alsdann sieht man treu in Jesu Dienst sich übt ihn mit Kronen uns belohnen Wie groß wird sie einst wer- und mit Ehren für die Seinen den, wenn sich, herrlich, jenes uns erklären. Leben wird anheben, wo man 5. Wie groß ist dann der Deis Freuden erntet von der Saat nen Glück, Gott, wenn sie mit der Leiden! verklärtem Blick dein Antlig 2. O wie erhaben ist das Recht, ewig seben! Gieb, das es uns das du uns giebest, dein Ge- vor Augen sei, damit wir, Herr, schlecht und Freunde hier zu hei dir ewig treu im Glauben fest sen! Bei dir ist unser Vaterland; be ehen. Amen, Amen! Himms und wer will deiner starken lisch Leben wirst du geben deis Hand, Allmächt'ger, uns ent nen Lieben, welche dir hier treu reißen? Wenn wir gleich hier geblieben. 2.) Dort in der Ewigkeit. Mel. Sei Lob und Ehr voller Gnüge geben, was mich 892. Der Freuden Füll' ist, mit reiner Luft erfüllt, was meis Gott, bei dir; und ner Seelen Sehnsucht stillt und in dem höhern Leben wird deis sich ohn' Ende mehret. ne Hand daraus auch mir zu 2. Dich lern' ich dann im hel len in der Ewigkeit. 575 len Licht in deiner Größe kennen, jallem Heil und an der hohen und mit vollkommner Zuversicht Wonne Theil, die meinen Geist dich meinen Vater nennen. Mit entzücket. hoher Freude ber' ich dann auf 8. Den Heiland, den ich hier ewig dein Erbarmen an, das geliebt, seh' ich dort mir zur mich zum Himmel führte. Wonne. Die Herrlichkeit, die 3. Wenn mein erhöhter Geist ihn umgiebt, ist mir auch Licht da sieht, was ich dir zugetrauet, und Sonne. Auch da ist er wenn er dein unumschränkt Gemein Herr, mein Freund, durch biet noch heller überschauet; den ich, Gott, mit dir vereint, Gott, welche Wonne ist dann stets neue Freuden schmecke. mein! Wie werd' ich deiner da mich freun? Wie selig da mich finden! 9. Mit allen Sel'gen jener Welt, die deinen Thron umges ben, werd' ich dort, ihnen zuges 4. Noch größre Werke seh' ich sellt, in reinster Freundschaft les dann von deiner Schöpfungs- ben. Wie klopfet dann in meigüte, als ich auf Erden sehen ner Brust mein ganzes Herz fann, und mein entzückt Gevoll Lieb' und Luft, die ich mit müthe verliert voll Dank und ihnen theile. Freude sich in deiner Herrlichfeit, die ich in vollem Glanz 150 erblicke. 10. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reichste Quelle. Ich schöpfe draus, 5. Da werd' ich deinen gnád doch bleibt sie mir stets voll gen Rath noch mehr, als hier, auf alle Fälle. Mein Glück verstehen, dir danken, daß du währt da in Ewigkeit, nichts mich den Pfad des Glaubens fehlt ihm an Vollkommenheit. bießest geben und, selbst durch Herr, hilf es mir erreichen! Leiden dieser Zeit, mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich Mel. Wer nur den lieben Gott- bereitet. 6. In unbefleckter Heiligkeit 893. Dort ist noch eine Rub vorhanden werd' ich dann, Gott, dich lie- für jeden Gott ergebnen Geist, ben und, was dein Wille mir wenn er sich dieses Körpers gebeut, mit frohem Herzen üben. Banden, nach Gottes Willen, welche Quelle reiner Lust, sich einst entreißt und nun nicht mehr keiner Sünde mehr bewußt, in so eingeschränkt, als hier auf Allem richtig handeln! Erden, lebt und denkt. 7. Mein Leib aufs Herrlichste 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe verklárt, mit Himmelsglanz um- kommen, wie selig sind doch geben, von Allem frei, was ihn alle die! In deinen Himmel auf beschwert, geschickt zum höhern genommen, ruhn sie von dieses Leben; auch der nimmt dann an Lebens Müh. Nach aller Last, die 576 Von der Seligkeit der Gläubigen die sie gedrückt, wird ewig nun nach der Prüfungszeit einst ewi ihr Herz erquickt. ge Zufriedenheit. 3. Wie Mütter ihre Kinder trofien, so segnet mit Zufrieden- Mel. Wie wohl ist mir, o Freund- heit auch deine Gnade die Er: 894. Es ist noch eine Rub löften, nach überstandner Prüs vorhanden: Auf, fungszeit. Du selbst machst ih müdes Herz und werde Licht! nen offenbar, wie gut hier deine Du seufzest hier in deinen Ban Führung war.den, und deine Sonne scheinet 4. Da schweigen alle bange nicht. Sieh auf das Lamm, das Klagen, da bringt mit frobem dich mit Freuden dort wird auf Lobgefang, selbst für die ausge- feinen Auen weiden; wirf hin die standnen Plagen, die ihre Seele east und eil ihm zu. Bald if Preis und Dank. Nun jauchzen ces Glaubens Kampf geendet; fie: ,, Es ist vollbracht! Der Herr hat Alles wohl gemacht!" # bald, bald der saure Lauf voll endet; so gehst du ein zu dei ner Ruh. 5. Forthin betrübet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine 2. Die Ruhe hat Gott außers Schwachheit mehr. Gott führt koren, die Ruhe, die kein En sie zu vollkommnen Freuden und de nimmt; es hat, da noch kein kronet sie mit Preisund Ehr'. Mensch geboren, die Liebe sie uns unaussprechlich süße Ruh! Wie schon bestimmt; sie wollte selbst herrlich, Höchster, segnest du! deswegen sterben, uns diese Ruhe 6. Wer kann hier deine Gna- zu erwerben; nun lockt sie und ruft de fassen? Du willst den, der dich weit und breit: Ihr müden redlich liebt, nicht ewig in der Seelen und ihr Frommen, vers Unruh lassen, die dieses Lebens säumet nicht, beut einzukommen noch umgiebt. O, mach auch zu meiner Ruhe Lieblichkeit!" mich hier in der Zeit geschickt 3. So kommet denn, ihr mat zu dieser Seligkeit! ten Seelen, die manche Last und 7. Mein Heiland, der du selbfi Bürde drückt! Eilt, eilt aus eu auf Erden der Leiden Joch ge- ren Kummerhöhlen, geht nicht tragen hast, will ich des Lebens mehr krumm und sehr gebückt! müde werden und fühl' ich die Ihr habt des Tages Last getras fer Tage Last: so stärke mächtig gen, dafür läßt euch die Liebe meinen Geist, daß er dem Un- sagen: ,, Ich will selbst eure muth sich entreißt. Ruhstätt' fein.hr seid mein 8. Gieb, daß in Hoffnung je: Volk, der Erde müde, geht ein ner Ruhe, die Gottes Volk ver- zu eures Herren Friede; feid beißen ist, ich gern des Vaters nur getrost und gehet ein!" Willen thue, wie du darin 4. Was mag wohl einen Krans mein Vorbild bist; so ernt' ichsten laben, und einen múden Bans in der Ewigkeit. 577 Wandersmann? Wenn jener kann uns hier verweilen; dort nur ein Lager haben und sanft wartet schon die frohe Schaar. von Schmerzen ruhen kann; Wohl auf, mein Geist! zum wenn dieser sich darf niedersehen, ew'gen Lohne, erkämpfe deine an einem frischen Trunk ergötzen, Siegeskrone! Auf, auf! es wie sind sie Beide so erfreut! kommt das Ruhejahr. Doch dieß sind kurze Ruhestunden; es wird noch eine Ruh Mel. Wie schön leuchtet der- gefunden, die ew'ge Ruh nach 895. Mein ganzer Geist, dieser Zeit. Gott, wird ent= 5. Da wird man Freudengar- zückt, wenn er nach jenem Himben bringen, denn unsre Thra- mel blickt, den du für uns bereis nensaat ist aus. O! welch ein ter; wo deine milde Baterhand Jubel wird erklingen; das Kind aus neuen Wundern wird er= kehrt in des Vaters Haus! kannt, die du daselbst bereitet. Schmerz, Seufzen, Leid, Tod Mächtig fühl ich mich getrieben, und dergleichen wird von uns dich zu lieben, der zum Leben, müssen fliehn und weichen: wir das dort ist, mich will erheben. werden den Erldser sehn. Er 2. Was sind die Freuden dies wird uns nach dem Kampf' er- ser Zeit, Herr, gegen jene Herrs frischen, die Thränen von den lichkeit, die dort bei dir zu finAugen wischen, und mit uns den? Du stellst uns hier auf Ers ein zur Freude gehn. den zwar viel Wunder deiner 6. Kein Durst, noch Hunger Güte dar, zum fröhlichen Ems wird uns schwächen; denn die pfinden. Doch hier sind wir Erquickungszeit ist da. Die bei den Freuden noch mit Leis Sonne wird uns nicht mehr ste- den siets umgeben; dort nur chen. Gott ist uns, feinem ist vollkommnes Leben. Volke, nah; er will selbst unter 3. Kein Tod ist da mehr und uns dann wohnen und unsre kein Grab; dort wischest du die Treue wohl belohnen, mit Licht Thränen ab von deiner Kinder und Trost, mit Ehr' und Preis. Wangen. Da ist kein Leid mehr, Es werden die Gebeine grünen, kein Geschrei, denn du, o Herr, der große Sabbath ist erschie- machst Alles neu; das Alte ist nen, da man von keiner Arbeit vergangen. Hinfort sind dort weiß. für Gerechte, deine Knechte, 7. Da ruhen wir und sind im keine Plagen mehr zur Prüfung Frieden und leben ewig sorgen zu ertragen. los. Ach! fasset dieses Wort, ihr 4. In unsers Gottes Heiligs Müden: kurz ist die Müh, der thum schallt seines Namens hos Lohn ist groß. Ach! Flügel her! her Ruhm von tausend frohen wir müssen eilen, nur Trägheit Bungen. Hier strahlt die Herr37 licha 578 Von der Seligkeit der Gläubigent lichkeit des Herrn; da schautfSonne, threr Wonne greb m man sie nicht mehr von fern; Schwachen, mir mein En da wird sie ganz besungen. Vol- leicht zu machen! lig giebt sich den Erlösten, sie Mel. Wer nur den lieben Gottzu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 896. Nach einer Prüfun 5. Vor seinem Antlitz wandeln du uns, Gott! zur Ewigkei kurzer Tage führ fie, auf ewig frei von aller Müh, Dort endet sich der Deinen kla und schmecken seine Güte. Hier ge in himmlische Zufriedenhein stört den Frieden ihrer Brust hier übt die Tugend ihren Fle und ihre tausendfache Lust kein und dort reichst du ihr ſelb feindliches Gemüthe. Kein Neid, den Preis. CHOCAN kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfübro nicht mehr fehlen. 2. Du schenkst den Fromme zwar auf Erden schon manche fel'gen Augenblick! doch, all 6. Gott, welche Schaar ist Freuden, die ihm werden, fin dort vereint! die Fremmen, die ihm ein unvollkommnes Glúd. ich bier beweint, die find' ich dro- Er bleibt ein Mensch, und seine ben wieder. Dort sammlet deine Ruh nimmt in der Seele a Vaterhand, die reine Liebe hier und zu. verband, Herr, alle deine Glie: 3. Bald stören ihn des Ki der. Ewig werd' ich, frei von pers Schmerzen, bald das Ge Mängeln, selbst mit Engeln räusche dieser Welt; bald kamps Freundschaft pflegen. ein in seinem eignen Herzen el Umgang voller Segen! Da Feind, der öfter siegt, als fällt; 7. Wo ist mein Freund, des bald sinkt er durch des Nächster Höchsten Sohn, der mich ge- Schuld in Kummer und in U liebt? mo glänzt sein Thron? geduld. In jenen Himmelshöhen. 4. Hier, wo die Tugend öfters werd' ich dich, Herr Jesu Chrift, leidet, das Laster öfters glücklic so menschenfreundlich als du bist, ist, wo man den Glücklichen be auch mit Entzücken sehen. Da neidet und des Bekümmerten wird, mein Hirt, von den Frenden vergißt; hier kann der Menid mich nichts scheiden, die du dro- nie frei von Pein, nie frei von ben deinen Freunden aufgehoben. eigner Schwachheit sein. 8. Wie herrlich ist die neue 5.Hier such' ichs nur, dort werd Welt, die Gott den Frommen ichs finden; dort werd' ich, heilig vorbehält! Kein Mensch kann sie und verklärt, des Glaubens gan erwerben. Du, Jesu, der du sie zen Werth empfinden, den un erwarbst, als du für deine Men- aussprechlich großen Werth; de schen starbst, ach hilf mir sie Gott der Liebe werd' ich fehn, everben. Einen Strahl nur ihrerlihn lieben, ewig ihn erhöhn. 16 6. Da in der Ewigkeit. 579 6. Da wird der Vorsicht heil'- muß dieß Glück erfreun, der ger Wille mein Will' und meine Retter einer Seele sein! Wohlfahrt sein, und lieblich 12. Was seid ihr Leiden dies Wesen, Heil die Fülle am Throne ser Erden doch gegen jene HerrGottes mich erfreun. Dann läßt lichkeit, die offenbar an und soll Gewinn stets auf Gewinn mich werden von Ewigkeit zu Ewig= fühlen, daß ich ewig bin. feit? Wie nichts, wie gar nichts 7. Da werd' ich das im Licht gegen sie, ist doch ein Augenerkennen, was ich auf Erden blick voll Müh! dunkel sah, daß wunderbar und heilig nennen, was uner: 897. forschlich bier geschah; da denkt Dwie selig seid ihr doch, ihr From= mein Geist mit Preis und Dank men, die ihr durch den Tod zu die Schickung im Zusammen- Gott gekommen! Jhr seid ents hang. gangen aller Noth, die uns noch 8. Da werd' ich zu dem Throne hier umfangen. dringen, wo Gott, mein Heil, 2. Hier, ach! hier ist auch sich offenbart; ein Heilig, Hei- das beste Leben immer noch mit lig, Heilig singen dem Lamme, Sorg' und Furcht umgeben; was das erwürget ward; und Cheru- wir hier kennen, ist noch kein volls bim und Seraphim, und alle kommnes Glück zu nennen. Himmel jauchzen ihm. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm 9. Da werd' ich in der Engel Frieden, der euch nach dem Kam= Schaaren mich ihnen gleich und pfe ist beschieden: fein Schmerz beilig sehn, das nie gestórte und Leiden stört euch im Genuß Glück erfahren, mit Frommen der reinsten Freuden. si fiets fromm umzugehn. völlig Da 4. Chrisius stillt nun wird durch jeden Augenblick ihr eure Thränen; ihr habt schon, Heil mein Heil, mein Glück ihr wornach wir uns noch sehnen; Glück. ihr hört und sehet, was des 10. Da werd' ich dem den Dank Menschen Geist hier nicht vers bezahlen, der Gottes Weg mich fiehet. gehen bieß und ihn zu Millio- 5. Ach! wer wollte denn nicht nenmalen noch segnen, daß er gerne sterben und statt Erdens mir ihn wies. Da sind'ich in des glücks den Himmel erben? Wer Höchsten Hand den Freund, den wollt' in Zeiten sich zu diesem ich auf Erden fand. Wechsel nicht bereiten? 11. Da ruft, o möchte Gott es 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich geben! vielleicht auch mir ein darnach streben; komm und Sel'ger zu: Heil sei dir! denn führ uns zu dem höhern Leben, dy haft mein Leben, die Seele wo deine Frommen erst zu vols mir gerettet, du! Gott, wieller Ruh und Wonne kommen. 37* Mel. Von der Seligkeit der Gläubigen 580 Mel. Alle Menschen müssen- - 898, ten Freund, sind wir ewig dann wie unaussprech- vereint. lich sellg werden 6.01 wer sollte sich nicht seh wir im Himmet sein! Da, da nen, aufgelöst und da zu sein, ernten wir unzählig unsers wo, nach ausgeweinten Thris Glaubens Früchte ein. Da wird, nen, ew'ge Güter uns erfreun! ohne Leid und Zähren, unser Le Wo sich unser Kampf in Pal ben ewig währen. Gott! zu men, unser Klagelied in Psal= welcher Seligkeit führst du uns men, unsre Angst in Lust verdurch diese Zeit! fehrt, die forthin kein Kummer 2. Hier ist zwar, was du den stört. Frommen dort für Glück bereitet 7. Was ist unser Loos auf Er hast, noch in Keines Herz gekom- den? Obs auch noch so köstlich men. Welcher Mensch auf Erasei, isis doch nie ganz von Be den, fast deines Himmels gro- schwerden, Sorgen, Furcht und Be Freuden? Doch, nach dieses Kummer frei. Schnell folgt Lebens Leiden werden Alle, die hier auf Lust oft Weinen; dort dir traun, mehr noch, als sie nur wird die Zeit erscheinen, hoffen, schaun. wo kein Wechsel mehr uns beugt, 13. Neue Wunder deiner Güte wo das Glück beständig steigt. werden da ihr Glück erhöhn. 8. Sei, o Seele, hochenfreuet Mit erstaunendem Gemüthe wird über das erhabne Glück, das dir dann unser Auge sehn, deine einst dein Gott verleibet! Richte Huld sei überschwenglich und deines Glaubens Blick oft nach die Wohlfahrt unvergänglich, iener Stadt der Frommen mit die dem, der dich redlich liebt, dem Ernst, dahin zu kommen. deine Vaterhuld dort giebt. Trachte, weil du hier noch bist, 4. Dann wirst du dich unsern nur nach dem, was droben ist. Seelen offenbaren, wie du bist. 9. Ohne Heiligung wird Keis Keine Wonne wird uns fehlen, ner, Herr, in deinen Himmel da, wo Alles Wonne ist. Zu gehn; o! so mache immer reiner vollkommnen Seligkeiten wird hier mein Herz, dich einst zu ſehn! uns dort der Mittler leiten, der Hilf du selber meiner Seele, daß uns dieses Glück erwarb, als sie nicht den Weg verfehle, der am Kreuz' er für uns starb. mich sicher dahin bringt, wo 5. Da wird deiner Frommen mau ewig dir lobsingt! Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobge: 899, Wachet auf! ruft fange dir, erhabuer Gott, zu uns die Stim weihn; dir und dem, der selbst me der Wächter sehr hoch auf der sein Leben willig für uns hinge- Zinne: Wach auf, du Stadt Je geben. Mit ihm, unserm größ- rusalem! Mitternacht heißet die Stun: 581 Von der Helle und ewigen Verdammniß. Etunde, sie rufen uns mit hel- Nun komm, du werthe Kron', lem Munde: Wo seid ihr klugen Jangfrauen? Wohl auf! der Bräut'gam kömmt! Steht auf! bie Lampen nehmt! Hallelujah! Abendmahl. macht euch bereit zu der Hochzeit! Ihr müsset ihm entgegen gehn. Herr Jesu, Gottes Sohn! Hostanna! wir folgen all' zum Freudensaal, und halten mit das 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit EngelZungen, mit Harfen und mit 2. Zion hört die Wächter fin- Cymbeln schön. Von zwölf Pergen, das Herz will ihr vor len sind die Pforten an deiner Freuden springen, sie wachet Stadt; wir sind Consorten der und steht eilend auf. Ihr Engel, hoch um deinen Thron. Freund kommt vom Himmel Kein Aug' hat je gespürt, kein prächtig, von Gnaden stark, Ohr hat je gehört solche Freus von Wahrheit mächtig; ihr Licht de; deß sind wir froh, io, io, wird hell, ihr Stern geht auf.lewig in dulci jubilo! XXXI. Von der Hölle und ewigen Verdammniß. er sid is 900. Ewigkeit! busauch noch so lange währte; und Donnerwort, wenn sie mit so mancher Last, als daß jedes Sünders Herz durch- manchen Staub die Erde faßt, bohrt, der hier im Finstern wan- zur Strafe euch beschwerte; so delt. D wer begreift dich, ew's würde doch der Pein zuletzt ein ges Leid! das Gottes Zornge: lang gewünschtes Ziel gesetzt. richt dem draut, der gottlos 4. So aber, wenn ihr jenes lebt und handelt? Dich misset leid durch viele tausend Jahre keiner Jahre Zahl, gebäuft zu Zeit voll Schmerzen ausgestans Millionenmal. den, ist doch kein Maaß und 2. Das größte Unglück die keine Zahl zur Endigung von jes ser Welt, das ohne Maaße ner Qual in jener Welt vors drückt und quält, wird end handen. Die Dau'r, die Nies lich doch gelindert. Nur jene mand messen kann, fångt, Zirs Qual der Ewigkeit ist ohne keln gleich, von Neuem an. Maaß, ohn' Ziel und Zeit, wird 5. Gott! du bist heilig, bleibst nie durch Trost gemindert. Jalgerecht, wenn du dereinst den wie der Heiland selber spricht: bösen Knecht bestrafft mit ew'gen ihr Wurm und Feu'r vergehen Schmerzen. Den Sinn, dem nicht. Boses hier gefällt, nimmt er mit 3. Unselige! wenn eure Qual in die andre Welt. O Mensch, durch abgemeßner Jahre Zahilfaß es zu Herzen! hier, hier ist deine 582 Bon der Hölle und ewigen Verdammniß. deine Gnadenzeit; dort strafer] 6. Und wo forthin ihr böser Gott, wie er gedräut. Sinn umsonst Zerstörung sus 6. Gieb Gott, der dich noch cher, da, da fühlen sie sich ganz warnt, Gehör, daß Sicherheit von dem Herrn verfluchet. dich nicht bethor'. D begre bald 7. Jhr Wurm, der nagt und dein Leben! Wach auf! es ist sie zerplagt, stirbt nimmer im Ge sehr hohe Zeit; es kömmt beran wissen; auch verlöscht das Feuer die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu nicht, das sie fühlen müssen. geben. Vielleicht ist heut der 8. So draut der Herr; ge: letzte Tag; wer weiß, wie bald recht ist er, wahrhaftig ist sein man sterben mag. Drauen. Wehe denen, welche 7.0 Herr! der Ewigkeit Ge- doch sein Gericht nicht scheuen. wicht, den Ausschlag von dem 9. Gott des Heils! wir, Weltgericht, lehr Jeglichen be- unsers Theils, verehren dich im denken! Hilf, daß wir Alle un Glauben. Laß den Trost de sern Sinn zu froher Ewigkeit beffern Welt keinen Feind uns Gewinn mit großem Ernste len: rauben. ken! Jesu, der Erlösten Heil! sei hier und ewig unser Theil! 10. O rette doch auch Sún der noch, die jetzt dir widerste hen; laß sie, recht zu dir bes Mel. Traurigkeit, o Herzeleid kehrt, ewig mit dir leben. 901. schrecklich's Leid der Ewigkeit, das Mel. Vater Unser im Himmelr.- - Sünder dort erfahren, die durch 902, keine Bucht von Gott hier zu bessern waren. fichrer Mensch, bes febre dich, du lebst ja hier nicht ewiglich; 2. Durch ihre Schuld von seiner Zeit mußt du davon und Gottes Huld und Angesicht ge- dann empfängst du deinen Lohn, schieden, fehn sie nimmermehr nachdem du hast in dieser Welt das Licht, haben nimmer Frieden.dein Thun und Wesen anges 3. In dieser Zeit zum Ort stellt. bestellt, wo sie geprüfer werden, 2. Bedenke, was die Ewigkeit haben auch die Bösen noch Theit doch sei für eine lange Zeit, wie am Glück der Erden. sie obn' End' und Ausgang ist, 4. Hier können sie in ihrer und daß nach dieser Lebensfriſt Müh sich noch des Eitlen freuen die Sünder in der Höllenpei und, wenn das Gewissen plagt, auf ewig eingeferkert sein. ihr Gemüth zerstreuen. 3. Gesetzt, du litt'st hier nach 5. In jener Welt, die nichts der Hand so manche Plagen, als enthält für sie an guten Gaben, man Sand im Meer und so viel auch ein Tröpfchen Wasser nicht, Sterne man am ganzen Himmel fie im Durst zu laben; sehen kanu; ja wäre noch der Qual Von der Hölle und ewigen Verdammniß. 583 Qual so viel, so hätte sie doch ner andern Welt an seinen FeinMaaß und Ziel. den rächen. Dann rühmt mit 4. Hier aber ift's nicht so ge- Preis und Dank sein auserwählt than; die Qual fängt stets von Geschlecht: der Gott, den es Neuem an. Viel hundert tausend verehrt, sei heilig und gerecht. tausend Jahr sind, wie der Tag, 5. Und foltert euch umsonst das der gestern war, und es wird warnende Gewissen, wenn die dieser Höllenpein in Ewigkeit Gedanken sich in euch verklagen kein Ende sein. müssen, indem ihr zügellos der Sünd' und Hölle fröhnt, und diese Lehr' aus Gott, als einen Traum, verhöhnt? 5. Darum, du sichres Men schenkind, schlag diese Warnung nicht in Wind! laß ab von deiner Missethat, noch ist es Zeit, noch 6. Wird Gottes Strafe nicht ist es Rath. Was du versäumst einst den Verbrecher todten? in dieser Zeit, das reuet dich in Was zwingt euch denn so oft, Ewigkeit. bei Lastern zu erröthen? Ihr O Mel. Gott, du frommer Gottlasiert; innre Furcht tritt euch 903. Berachter Gottesins Angesicht, und dieſe Furcht bebt, daß ihr bezeugt's: Gott kömmt und sein Recht verletzer! Der Gott, hält Gericht. den ihr verschmäht, hat einen 7. Ja, wenn die Himmel einst Tag gesetzer, wo er, damit sein vor thm, wie Spreu, zerstieben; Rath die ganze Schrift erfüll, dann wird Jehovah Zorn und einst mit Gerechtigkeit den Welta Rach' und Eifer üben an dem, kreis richten will. der sich vom Licht der Wahrheit 2. Durch euren Frevel selbst abgewandt, und Gott und seinen bezeugt ihr diese Lehre: wenn Sohn im Glauben nicht erkannt. kein Vergeltungstag des Bösen 8. Es kommt, fo spricht der künftig wäre; so würden Mord, Herr, die Stund', in welcher AlBetrug und Raub dem Fluch le, die in den Gräbern sind, des entgehn und Meineidige frech Menschen Sohn beim Schalle des Gott, ungerächet, schmähn. letzten Feldgefchrei's in Wolken. 3. Ihr schwelgt und bläht kommen sehn, und zum Gericht euch auf, rühmt euer Thun für hervor aus ihrem Staube gehn. weiser, als Gottes Lehren sind; 9. Der Eifer seines Zorns wird ihr raubt der Wittwen Häuser; dann die Sünde schelten und eiihr werdet durch den Schweiß nem Jeglichen nach seinem Thun der Unterdrückten reich; und vergelten. web des großen Niemand straft die Schuld auf Tags! Gott kömmt! ihr Sündieser Welt an euch. der, bebt! weil über euch sein Fluch in Feuerwolken schwebt! 10. Es fällt herab mit ihm das 4. Doch ein gerechter Gott wird künftig die Verbrechen in ei 584 Lieder auf jeden Sonntag. 12 das ewige Verderben. Im 11. Doch die Gerechten stehn Feuer, das euch quált, soll mit Freudigkeit und heben die euer Wurm nicht sterben; um- frohen Häupter auf, wenn alle sonst sucht ihr den Tod, wenn Völker beben. Ihr Glaube wird ihr dieß Urtheil hört, und gefront, und laut rühmt ihre: wünscht umsonst, daß ihr nie- schlecht: der Gott, den sie ver: mals geboren wärt. lehrt, sei heilig und gerecht. XXXII. Lieder auf jeden Sonntag. Nach Anleitung der evangelischen Texte durchs ganze Kirchenjahr. Am 1. Advents- Sonntage. von den Seinen. Dein Herz, o Chrift! heischt er von dir, sich mit ihm zu vereinen; ihm folg: Mel. Nun freut euch, lieben 904. Gefegnet fei der Chri- sam, dankbar, treu zu ſein, fienbeit dieß neue das sind die Opfer, die allein Jahr der Wonne! Noch leuch- ihn ehren, ihm gefallen. tet uns zur Seligkeit der Glanz 5. Empfang ihn, heut mit der Guadensonne. Gelobet sei Freudigkeit, o Volk des Herrn! der treue Gott, der seines Vol Verehre den Stifter deiner Se kes Klag' und Noth, in Gna- ligkeit! ihm, Davids Sohn, den angesehen. bring Ehre, der in des Herren 2. Du, Kirche Gottes, sei er- Namen kömmt, der, dein und freut, dein König kommt, und Aller Elend hemmt. Lob sei Segen mit ihm und ew'ge Se- ihm in der Höhe. ligkeit; geh dankbar ihm ent= 6. Zieh auch bei mir, Herr gegen. Bring ihm, dem Retter, Jesu! ein, mit deines Geistes Preis und Ehr! Er ist dein Gaben. Mein Herz laß deine Heil, sonst keiner mehr; er Wohnung sein; was kann ich kommt, dich zu erlösen! Größres haben? Nichts scheide 3. Er kommt zu dir ohn' alle mich von dir, mein Heil! so Pracht, sanftmüthig, voller werd' ich, bier und ewig, Theil Güte. Verkenn' ihn nicht, der an deinem Reich erlangen. felig macht, erhebe dein Gemüs the zu ihm in Glaubenszuversicht; er weiß, was dir am Am 2. Advents- Sonntage. Mel. Jesus, meine ZuversichtWohl gebricht, und bringt din 905, Hebet eure Häupter auf! die Erlösung Heil und Leben. 4. Nicht äussern Schmuck, ist nicht ferue. Christen! zählt nicht Palmenzier verlangt er der Zeiten Lauf, denkt an jene 3u: Lieder auf jeden Sonntag. 585 Zukunft gerne, da einst Chri- Heil! verkennen? Mit Zuverfins, unser Hirt, zum Gerichte ficht kann ich dich meinen Heis kommen wird. land nennen. Wer solche Wers 2. Odu Richter aller Welt! ke thut, der, spricht mein Glaus, Tehr' uns zeitig darnach sehen, be, ist, der uns verheißen war, daß, wenn unsre Hütte fällt, der rechte Jesus Christ. wir nicht trostlos untergehen; denn das Warten jener Zeit fül let uns mit Bangigkeit. 2. Du machst vom Aussah rein, táß'st Tode auferstehen, scheukst Blinden das Gesicht und heißt 3. Ach, wie bald kann und der die Lahmen gehen; der Taube Tag, wie ein Fallstrick, übereis hört durch dich der Stumme len, und ein einz'ger Donner- fingt dir Ruhm, und Armen schlag diesen Weltbau schnell predigst du das Evangelium. zertheilen. Vieler Sündenmaaß 3. 3war deine Niedrigkeit, in ist voll; Menschen! ach, be welcher du erschienen, macht, denkt es wohl! daß der ird'sche Sinn sich weigert, 4. Doch, ihr Frommen! zit- dir zu dienen. Mir ist sie laus tert nicht, euch wird nun Erldater Trost, ja, daß du niedrig fung kommen. Jesus, eure Zu- bist, macht mich noch mehr ge= versicht, hat sich euer angewiß, du seist der Jesus Christ. nommen. Wenn gleich Erd' und 4. Laß mich, Herr! dein Himmel bricht, so vergeht sein Wort mit festem Glauben fassen, Wort doch nicht. Je, die Unbeständigkeit von ganzem. 5. Herr! du kommst; doch Herzen hassen. Hilf, daß ich dir Niemand weiß, wenn die Angetreu verbleibe bis in Tod, kunft wird geschehen; drum las nichts trenne mich von dir, auch uns mit ganzem Fleiß glauben, nicht die größte Noth. wachen, eifrig flehen, daß uns nicht der Fallstricke dann zur Am 4. Advents- Sonntage. Verdammniß reißen kann. 6. Ach, entfern zu aller Zeit, Me.. O Gott, du frommer Gott- was zur Sicherheit verleitet! Gott! aus meines Schenk' uns weise Wachsamkeit, 907. Jch Lobe dich, mein daß wir, jeden Tag bereitet, dir Herzens Grunde, und preise getroft entgegen fehn, und mit deine Huld mit fröhlich lautem Ruhm vor dir bestehn." Munde: du kamst in diese Welt in unser Fleisch und Blut, ver= Am 3. Advents- Sonntage. föhntest unsre Schuld, und starbst nur uns zu gut. 2. Mit Echrecken würden wir Mel. Gott, du frommer Gott906. Wie sollt ich, Jeful an jene Zukunft denken, wenn dich, dich o mein Gott nicht seinen Sohn uns háts te 586 Lieder auf jeden Sonntag. te wollen schenten. Er inte, verloort ein Schwert durch unsre kommen sout', den Gott von Seel' gedrungen, Lob sei dem Ewigkeit zum Mittler und zum Herrn gesungen! er hat der Hell der Sünderwekt geweiht. Noth gewebrt. 3. Lag, Jefu, deinen Geist mijch 4. Ja, dir sei Preis und Eh= immerfort régieren! Gieb deire! du beißest wunderbar! Hilf, nem Worte Kraft; nie múffe Herr! bilf und erhöre, daß wir mich verführen die Welt mit ih: das alte Jahr, von aller Noth rer Lust, Pracht, Ehr' und Herr- befreit, in deiner Huld beschlie lichkeit; gieb mir Johannis ßen und sie forthin genießen mit Mutb, Treu und Beständigkeit. heit'ger Dankbarkeit. 4. Laß mich der Taufe Kraft 5. Laß dir die Alten dienen, und deinen Trost empfinden; getren wie Simeon! Laß unfre wenn mein Gewissen mich er- Jugend grünen, wie dein und schreckt mit meinen Sünden, so Davids Sohn! Stärk' uns zu halt' ich mich an dich, so schlaf aller Zeit, des Fleisches Lust zu ich felig ein und werde einst záhmen, an Weisheit zu zuneh gewiß im Himmel bei dir sein.men, an Glaub und Fröm: migkeit. Am Sonntage nach Weihse nachten. 6. Und wenn wir das vollendet, was wir dir zugesagt, wenn unfer Lauf sich endet, früh oder Mel Aus meines Herzens Gründe wohl betagt; dann nimm uns, 908. Die Gute hat tein Herr! zu dir, zu jenem bessern Ende, durch die Leben, wo wir, nur dir ergeben, uns Gott beglückt, durch seine dich preifen für und für. Segenehande wird Alles froh Am Sonntage nach dem entzückt. Er láßt uns noch ein Fahr in seinem Schutz beschlies neuen Jahre.) Ben, uns seiner Huld genießen, Mel. Sei Lob und Ehr dem- die sichtbar um und war. El 909. Wer unter Gottes Schatten ruht, 23 - 2. Geschützt ist seine Heerde, sein Wort und Sacrament. Daß den mag kein Feind bezwingen, nichts verloren werde, was sich der kann in seiner Aumacht Hut zu ihm bekennt, sest er uns sei nen Sohu, zuRettung seiner Kin der, zum Fall verstockter Sun der, die seiner Kirche drohn. mit frohem Muthe singen: Gott schützet mich, ich zage nicht; der Herr ist meine Zuversicht, mein Gott, auf den ich hoffe. 3. Das Land ist voller Segen, 2. O Christ! wenn ihm dein er war uns täglich neu. Auf at: Herz sich weiht, mit Gott wird len unsern Wegen staud Gor oir es glucken. Er isis, dein Gott, uns huldreich bei. S da und der dich befreit von des Vers fol Lieder auf jeden Sonntag. 587 folgers Stricken. Drobt gleich mir gesucht. Du lehrst mich, sie Herodes dir den Tod; er schützte Joseph in der Noth, er weiß auch dich zu retten. mit Ernst zu meiden, und ihre Wege sind verflucht, Dein Reich ist nicht von dieser Welt, dein 3. Ruf ihn in allen Nöthen Kind nicht, wer sich zu ihr hält. an, so wird er dich bedecken, und 3. Ja, Herr, du bist an jes unter seinem Fittig kann kein Un- dem Orte, der deines Namens fall dich erschrecken. Er kann Ehre preist. Such' ihn, mein nicht trügen; er erfüllt, was er Geist! in seinem Worte, in dem, verheißt; dein Schirm und was seines Vaters heißt, wo er Schild ist deines Gottes Treue. die Lehre selber lehrt, und wo 4. ,, Er," spricht dein Gott, man seine Weisheit hört. begehret mein; drum will ich 4. D, folgte ich nur stets und ihn bewahren. Er dient mir, gerne der Stimme, die nich tags ich will mit ihm sein in dro- lich weckt; dann wär' mein Heil henden Gefahren. Er ruft mich von mir nicht ferne, längst batt an, mich, seinen Gort; ich bin ich seine Huld geschmeckt; dann bei ihm in jeder Noth, um ihn würd' ich seiner mich nur freun, heraus zu reißen. durch ihn beglückt und selig 5. ,, Ibn, weil er mir ver sein. trauet hat, will ihn zu Ehren 5. O Jesu, Jesu! ich empfins heben. Ich bin sein Gott, ich de, wie schwach ich bin; zieb mich mach' ihn satt mit Gnad' und zu dir! Entkräfte selbst den Hang langem Leben. Ich zeig' ibm, zur Sünde, dein Geist und Weiss daß ich helfen kann; dann be- beit wohn' in mir. Laß mich dich tet er mich dankbar an und finden, Herr mein Heil und sei preiset meinen Namen." du hier und dort mein Theil. Am 1. Sonntage nach der Erscheinung. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung. Mel. Wer nur den lieben Gott Mel. O Gott, du frommer Gott- 911. Mer Gott nicht find910, o find' ich den, lich traut und den meine Seele selbst sich will versorgen, erneuweit über Alles schätzt und liebt; ert seine Qual nur siets mit dich, den ich mir zum Heiland jedem Morgen; der Kummer wähle, dich, Jesu, der mir Rube nagt sein Herz, und ohne Zus giebt; der mir zu Lieb' vom versicht auf Gottes Vaterhuld Himmel kam und meine Retschmeckt er die Ruhe nicht. tung auf sich nahm? 2. Wer seinem Gott vertraut, 2. Ach, bei der Welt und ihren der darf nicht ängstlich sorgen; Freuden wirst du umsonst von sein Vater sorgt für ihn, er merkt an L 588 Lieder auf jeden Sonntag. an jedem Morgen, daß Gottes von aller meiner Schuld, und Güte groß, wie er mit neuer ew'ge Seligkeit gewährt mir Treu, mit Wohlthun, Unter deine Huld. halt und Hülfe ihn erfreu. 3. Mein Heiland, so du willst, 3. Wer Gott vertraut, der wird auch schon hier auf Erden, weiß sich in der Noth zu finden; durch dein allmächtig Wort, mein bestürmen Zweifel ihn, er kann Joch erträglich werden. Ach, sie überwinden. Der Herr hat sprich es mir zum Heil, wenn Keinen je verlassen, der ihm herbes Kreuz mich drückt; so traut; wohl dem, der immer werd' ich bald durch dich bes dar auf diesen Felsen baut! ruhigt und erquickt. 4. Wer Gott allein vertraut, 4. Du willst, ich weiß es schon! follt' der nicht fröhlich leben? Es bricht bei meinem Schmerze, Von Gottes milder Hand wird wenn ich nur ernsilich fleh, dein ibm viel Gut's gegeben. Was väterliches Herze. Wer nur dich ihm sein Gott verspricht, eriveist gläubig sucht, die Noth sei wie er durch die That; er segnet den, sie sei, der wird gewiß und bald der ihn zum Trost erwählet hat. von seinen Leiden frei. 5. Gesegnet bleibet er in allen 5. O Jesu, stärke selbst mir seinen Thaten; wo Gottes Ses meinen schwachen Glauben! gen ruht, muß Alles wohl ge- Nichts müsse mein Vertraun auf rathen. Drum sorge nicht so deine Hülfe rauben; dann werd' sehr, balt' dich an Gottes Bort, ich wohl geschützt hier meine vertraue dem allein; er ist dein Laufbahn gehn, uno dermaleinst Heil und Hort, gewiß des Glaubens Krone sehn. Am 3. Sonntage nach der Am 4. Sonntage nach der Erscheinung. Erscheinung. Mel. O Gott, du frommer Gott- Mel. Sei Lob und Ehr' dem- du willst, kannst 912. Mein Heiland! so 913. Noch immer sucht der Spotter Heer du mich wohl befreien von aller dein Volk, Herr, zu bezwingen. meiner Noth, mir Trost und Es tobt das ungestüme Meer, Schutz verleihen. Dich fleh ich dein Schiff gar zu verschlingen. glaubenévoll, als meinen Hel: Der Unglaub' wiegelt Alles auf fer, an, weil sonst hier in der und will des reinen Wortes Lauf Welt mich Niemand retten kann. mit List und Macht verhinderu. 2. Mein Heiland! so du willst, 2. Getrost, o Seele! Jesus geneset meine Seele; dein heili- Christ wird schon die Seinen ges Verdienst bedecket meine Feh- oecken. So lange er noch bei uns le; dein Blut entsündigt mich ist, darf uns kein Zoben schrekfen. Lieder auf jeden Sonntag. 589 ken. Er ist bei uns; er schlum- machen, wenn des Frrthums mert nicht. Laßt uns mit star falsche List mehr und mehr ges ker Zuversicht auf seine Hülfe schäftig ist. trauen! 4. Hilf, daß durch des Wor= 3. Wenn wir in Nöthen gläu- tes Samen Lehr' und Leben tabig schrein: ,, Herr, hilf uns, wir delfrei, wie ein reiner Weizen, verderben!" so will er unser Helsei! daß, zu Lobe deinem Nas fer sein im Leben und im Ster- men, es tief in das Herze dringt ben. Wär unser Glaube nicht und viel Glaubensfrüchte bringt. so klein, so würden wir schon 5. Wenn du endlich selbst wirst Sieger sein, die selbst dem To: kommen und mit dir die Erntede trotzten. zeit, die der Schnitter Herz ers 4. Er lebt, mein Hort! Er freut; sammle dann mit allen schützet mich! Läßt er ein Macht Frommen uns in deine Scheuwort hören; so muß das Unge- ren ein; o, wie wohl wird uns witter sich in Stille bald verkeb: dann sein! ren. Die Kirche wird nie unter: gebn; drum laß uns unerschrok: ken stehn, ob Welt und Teufel toben. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung. Mel. Vater Unser im Himmelr.- Am 5. Sonntage nach der 915. Zu Jefu bale' ich mich allein; wo könnte Erscheinung. mir wobl besser sein? Wie er Mel. Ach! was soll ich Sünder- mich führt, so folg' ich ihm, 914. Herr! du fiebst, in mich schreckt bei ihm kein Ungewas für Zeiten dei fium. Sein Weg führt mich zur ne Kirche hier noch schwebt; wie sel'gen Rub nach Tabors Freus das Unkraut sich erhebt. Alles denhöben zu. will dein Wort bestreiten; schütze, 2. Zu Jesu balt' ich mich als Herr! mit starker Hand uns dieß lein. Hier, hier ist gut und selig theure Gnadenpfand. sein. Die Welt mit ihrer Herr2. Hirten schlummern mit lichkeit schenkt weder Ruh noch den Schafen oft in großer Seligkeit. Was meine Seele Sicherheit, achten nicht der segnen kann, das treff' ich nur bösen Zeit, wo der Feind, in bei Jesu an. dem sie schlafen, mit geübter 3. Zu Jesu halt' ich mich al Fertigkeit Samen des Verder lein; bei ihm werd' ich auch bens streut. ewig sein. 2Bie hier mein. 3. Herr! laß deine Diener was Glaube auf ihn baut, und ihn chen, daß der falschen Lehre in seinem Worte schaut so seh' Spreu nie den Deinen schädlich ich ihn dort und sein Licht von sei. Du nur kannst uns weise Angesicht zu Angesicht. 4. D 590 Lieder auf jeden Sonntag. 4. O frohe Srunde, brich doch 5. Laß mich, gestärkt durch deis an! wo ich zu dem gelangen ne Kraft, gern deine Wege ge kann, was meiner Seele Wunsch hen; nie müßig stebn, gewissen: begehrt. So lang es aber hier baft auf deinen Willen seben; noch währt, soll ihm mein Herz daß ich durch meine Glaubens: gewidmet sein; zu Jesu halt'rreu dereinst dein Auserwählter ich mich allein! fei, dir ewig angehöre. Am Sonntage Septua- Am Sonntage Sexagesima. gesima. der Beruf, den Mel. Nun freut euch, lieben Chr.-Mel. O Gott, du frommer Gott- 916. Wie wichtig ist doch 917, Der du, dem ás mann gleich, in mir mein Gott gegeben! Als fei: langmuthsvoller Güte des Wors ne Vaterhand mich schuf, erschufftes Samen streust; mit freus er mich zum Leben; zum Leben, digem Gemüthe erkenn' ich deine welches ewig währt, das weder Huld. Hilf, Herr, zu jeder Zeit, Leid, noch Angst beschwert, will daß seine Kraft auch mir gedeih' er mich hier erziehen. zur Seligkeit. 2. Mit Furcht und Zittern foll 2. Verhüte, das mein Herz der Christ nach diesem Kleinod nicht gleiche einem Wege, nicht ringen, verachten, was auf Er- hart sei, wie ein Fels, nicht den ist, binanf zu Gott sich Dornen in sich bege. Tilg' alle schwingen; getrost den Pfad der Hinderniß. Gieb, daß des Prüfung gehn und auf den Lohn Wortes Kraft mir Weisheit, der Treue sehn, der einst die Glaubenssiärk' und Geistesruh Sieger fronet. verschafft. 3. Dlaß mir doch dieß große 3. Bewahr dein Wort in mir, Ziel durch nichts verrücket mer es mehre meinen Glauben, nichts den. Was hilfts, wenn ich auch müsse seine Kraft aus meinem noch so viel von Gütern dieser Herzen rauben; es bringe in Erden, von Ehre, Geld und Lust mir Furcht zur wahren Fróms gewinn', wenn ich dereinst nicht migkeit und leite mich dereinst tüchtig bin, dein Himmelreich zu deiner Herrlichkeit. zu erben. 4. Dir, Herr, sei Preis und 4. Du rufft mich täglich, Herr! Ehr'; nur dir soll Ruhm erschals zu dir, laß mich dieß nie verges- len, wenn ich vor deinem Thron sen. Nur wenig Tage hast du mir dein Lob besing' mit allen, die, zur Prüfung zugemessen. Gieb, durch dein Wort erweckt, sich daß des Weinbergs schwere Last, deinem Dienst geweiht; und die du auch mir bestimmet hast, treuer Diener Lohn erfreut mich nicht zu Boden drücke. Ewigkeit. in Am Lieder auf jeden Sonntag, 591 Am Sonntage Quinqua- Jwenn sich mein Herz mit Zweifeln quält! Hilf felbst mir die Vers ſuchung dâmpfen, wenn mirs an eignen Kräften fehlt. Laß mich dann auf dein Vorbild sehn und betend stets ihr widerstehn. willig mit ihm gehn und, ent 2. Soll ich in Urmuth hier gefernt von eiteln Freuden, nur rathen? Was schad'ts? Ich bin auf ihn, den Mittler sehn, wie dennoch dein Kind. Dein Wort zur Tilgung unsrer Schuld, er ist reich an Wunderthaten, voll Sanftmuth und Geduld sich macht, daß man Brod in Wüz entschließt für uns zu sterben, sien find't. Nichts hilft der und Versöhnung zu erwerben. Reichthum dieser Welt; nur der 2. Jesus rufet: ,, seht, wir ges ist reich, der dich behålt. hen gen Jerusalem hinauf." Seine Liebe läßt uns sehen, daß der mich blenden; weh dem, der dei3. Nicht Glück, nicht Ehre soll angestellte Lauf nur zum Heilnem Dienst entsagt. Du hilfft der Sünder zweckt, die der Sünmir, Herr! den Kampf vollen= der Lohn erschreckt und, gemar den; und wenn der Feind sich an tert vom Gewissen, nirgends mich wagt, dann sprech'ich: ,, HeTroft zu finden wissen.d be dich von mir!" Mein Schutz und Schirm ii, Herr! bei dir. gesima. Mel. Freu dich sehr, o meine S.918. Jesus geht zu seinen Leiden! Laßt uns 3. Jesu, laß in Leidensstun: den mir dein Kreuz vor Augen 4. Laß meinen Kampf, Herr! sein! Was die Jünger nicht ver wohl gelingen, und meinen Glaus stunden, müsse mir zum Trostben in Geduld selbst des Verſus gedeihn, daß ich, mit Gelasfen: chers List bezwingen. Dann lohnt heit, hier in meiner Prüfungs- und ehrt mich deine Huld; dann zeit, Kreuzeswege willig gehe werd' ich dort mich ewig sebn, als und auf dich im Leiden sehe. Sieger dir zur Rechten stehen. 4. Jesu! laß in diesen Tagen dir mein Herz gewidmet sein! Am Sonntage Reminiscere. Meine Schuld, die du getragen, deine unverdiente Pein reize mich Mel. Meinen Jefum laß ich nicht – zur Buß' und Ren, daß ich dir 920. Auf mein Herz ergefällig fei, stets an dein Erbarmuntre dich, übers men denke und dich nicht von laß dich Gottes Willen. Bald Neuem kranke. wird er hier väterlich allen deis. nen Kummer stillen. Jesus bilft Am Sonntage Invocavit. dir! seine Huld giebt dir Trost, giebt dir Geduld. Mel. Wer nur den lieben Gott 2. Heißt er dir die rauhe Babn 919, Sefu! bilf mir schwererleiden standhaft wallen; treulich kämpfen, sei getaffen, denke dann: also hat 592 Lieder auf jeden Sonntag. hat es Gott gefallen. Glaube Außer dir sich freuen, heißt sein fest, daß, was er thut, Alles recht sei, Alles gut. Wohl zerstreuen. Ach, bewahre mich, daß mein Herz nicht ans derwarts, nicht im Dienste neuer Sünden möge Freude finden. 3. Halt an Jesum dich getreu Leiden seine Jünger Schmerzen, haben sie, von Schwermuth frei, 4. Laß dein Reich auf Erden dennoch Freudigkeit im Herzen. groß und machtig werden; wehr Wer sich glaubig an ihn hält, des Feindes List, daß wir dein überwind't die Noth der Welt. Wort hören, dich im Leben ehren, 4. Laß ihn nicht, wenn er ver- fliehn, was irdisch ist, dann ers zeucht; bitte eifrig, daß er höret, freut uns Seligkeit; denen, die bis er seine Hand dir reicht und an Jesum glauben, wird kein dir Hülf' und Trost gewähret. Feind sie rauben. Er, der Schwachen Zuversicht, er verläßt die Seinen nicht.. Am Sonntage Låtare. 5. Kronen folgen ja auf Streit; kámpf und bet' im festen Glau: Mel. Nun ruhen alle Wälder- ben. Keine Leiden dieser Zeit 922. Gott laß ich ruhig können Gottes Herz dir rauben. walten, der mich Leibe, bete, lebe rein, dann wird bisher erhalten, beschützet und dich sein Herz erfreun. Am Sonntage Oculi. Mel. Jesu, meine Freude ernährt. Er fennet meine Sora gen und schenkt mit jedem Morgen, was mein bedrängtes Herz begehrt. 2. Geh' ich auf seinen Wegen, 921. Held und Leberwin- so folgt gewiß sein Segen mir der! siehe deine und den Meinen nach. Die raus Kinder! Jesu! hülfreich an. be Bahn wird eben, er schützt der Brich des Satans Stárke, daß Seinen Leben und sichert es er seine Werke nicht vollenden vor Ungemach. kann. Du allein kannst uns bes 3. Und würden meine Tage frein. Hilf uns auch sein Reich gedrückt von Noth und Plage, zerstören, König aller Ehren! droht Kummer und Gefahr; will 2. Mich hast du erworben, bist ich mich doch nicht grámen, wo für mich gestorben, daß ich, ewig Hülfe herzunehmen? Sein Rath frei von dem Sold der Sünde, und That ist wunderbar. Ruhe bei dir finde, dir ergeben 4. O Macht, die er beweiset! ſet. Stärke mich, Herr, daß ich da er Fünftausend speiset, wo dich und mein eignes Heil nicht nur fünf Brode sind. Ihm sel hasse, dich nicht mehr verlasse. in meinem Leben mein ganzes 3. Wer von dir sich reißet, nicht Herz ergeben. Er ist mein Va der Deine heißet, der ist wider dich. ter, ich sein Kind. 5. Herr! -- Lieder auf jeden Sonntag. 593 5. Herr! präge, dir zur Ehre test eigne Ehre; so mach auch und mir zum Trost, die Lehre tief mich von Ehrgeiz rein und hilf, in mein Herz hinein: wer dich daß in der Gnadenzeit ich und dein Wort liebet, dir dient, schaffe meine Seligkeit. sich dir ergiebet und auf dich hofft, muß glücklich sein. 5. O Jesu, hôre doch wein Fleben! Hilf liebreich dem zur 6. Ich will stets mit Vertrau: Seligkeit, der dich zu seinem en auf dich, den Vater, schauen, Heil ersehen, der dir sein gana der Allen Gutes thut. WennLeib zes Leben weiht; auch sterbend und Geist sich trennen, so will sei mein Trost und Licht: wer ich froh bekennen: Gott war dein Wort hält, der stirbet nicht. mein Schatz, mein höchstes Gut! Am Sonntage Palmarum. Mel. Sei Lob und Ehr' dem- 924. Jhr, die ihr Jefu anz gehört, mit Am Sonntage Judica. Mel. Wer nur den lieben Gott923. Herr! bilf, wenn mich die Feinde schmå- Herz und Händen. Den selbst hen, daß ich auch mög' unstráf der Engel Chor verehrt, der lich sein; an dir fand sich gar sich an allen Enden als König kein Vergehen, wer könnt' dich und als Helfer zeigt, an Hoheit einer Sünde zeihn? Ach, wär' Alles übersteigt, der kommt, ich auch von Sünden frei, im euch zu erlösen.472 me Glauben dir und Liebe treu! 2. Er kommt voll Sanftmuth, 2. Wie viel ist noch an mir zu heilig, rein, für unsre Sünden= finden, was deinem Willen wis schulden Verschmähung, Marderspricht! Wie oft beflect' ich ter, Seelenpein und Kreuzes= mich mit Sünden und billige tod zu dulden; geht willig feie fie selbst doch nicht. Wie oft ver- nen Leidensgang. D Seele, laß ich deine Bahn und denk, bring ihm Preis und Dank! ich habe recht gethan. Er kommt auch dir zum Segen. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, 3. Wer kann wohl Gottes weimerken? Nur du durchschaustsen Rath, wer sein Erbarmen mich, wie ich bin. Nur du kannst fassen? Den er zum Heil ersehen mich im Guten stärken! Drum hat, der muß sich opfern lassen; nimm mein Herz, mein Heiland! er, der unsGottes Huld erwirbt, hin und mach, um auch aus muß sterben, will es auch, und Gott zu sein, mich gläubig und stirbt und segnet seine Feinde. 1 von Sünden rein. 4. Jerusalem, verkennet ihn; 4. Du sagst die Wahrheit; dei- bald jauchzt es ihm zur Ehre; ne Lehre laß mir auch Geist und bald ruft es wüthend ,, Kreuz'ge Leben sein! Wie du nicht such ihn!" O Jesu, Jesu! wehre, daß 38 je 594 Lieder auf jeden Sonntag. je mein Herz dich so verkennt!| Sünder kann jetzt ruhn; Alles ist Wenn dich mein Mund den Hei- entschieden! Jesus lebt, wir ha: land nennt, so sei's von ganz ben nun unsers Gottes Frieden. zer Seele. 4. Jesus starb, ihn durch sein Sub 5. Ich bin nun dein; ach, gieb Blut Allen zu erwerben; das er: mir Kraft, nur dir allein zu le- füllet uns mit Muth, lehrt uns ben, und laß mich stets gewis- freudig sterben: denn der Herr, fenhaft, dir zu gefallen, streben; der überwand, ist der Herr des nur dir, Herr! der du mir er Lebens; Jesus, der uns aufer: warbst ein ewig Leben, der du stand, lebet nicht vergebens. starbst, damit ich selig würde. 6. Dir, mein Versöhner! Je- Am Sonntage Misericordias su! dir sei ewig Dank und Eh re. Gieb, daß ich treulich dir das Domini, für zum Opfer angehöre. Du Mel. Was mein Gott will, das- bist mein König, ich bin dein; 926. Mein Jeſus ist der getroft kann ich im Tode sein, getroft einst im Gerichte. gute Hirt! Er gab für mich sein Leben, als ich, in Finsterniß verirrt, der Sünde Am Sonntage Quasimodo- war ergeben. Nun ist er mein 1729730 126 2010 Jun und ich bin sein, nichts soll ihn von mir scheiden. Er bleibt bei mir und will mich hier mit sei geniti, Mel. Jefu Leiden, Pein und- 925. Nun erfahr' ichs in nem Worte weiden. der That, daß an 2. Mir mangelt nichts, wenn Gottes Gnade sein Erlöster An- er mich schützt, in meinem ganz theil hat, wenn er anf dem Pfazen Leben. Was mich erfreut, de, der von Gott gezeichnet ist, was ewig nutzt, wird mir von treu und richtig wandelt, und ihm gegeben. Er sorgt und als ein bewährter Christ, wie wacht, hat auf mich Acht, daß er glaubt, auch handelt. ich nie wieder werde durch Si 2. Friede wird durch Jesum cherheit und Eitelkeit getrennt Christ aller Welt verkündigt. von seiner Heerde. Sie lag unterm Fluch und ist 3. Herr, mein Heit! für nun durch ihn entsündigt. Als deine Tren will ich dich dankvoll der Friedensstifter hat er sich ehren, und gern, vom Sündens uns erwiesen; alle Wunder, die dienste frei, nur deine Stimme er that, haben ihn gepriesen. hören. Du sollst allein mein 3. 3agt nun, Angefochtne, Führer sein! Auf deinen sichern nicht! Jesus hilft in Leiden; er, Wegen erfreuet mich, geschützt der Schwachen Zuversicht, kehrt durch dich, der Deinen Lohn die Noth in Freuden. Auch der und Segen. 4. Herr! Lieder auf jeden Sonntag. 595 4. Herr! rette und bekehre 6. Die Luft der Welt wirkt noch, die in der Frre gehen. Traurigkeit, drs Christen Leid Allmächt'ger! wehre denen doch, währt kurze Zeit und führt zu die dir entgegen stehen. Mach ew'gen Freuden. Hilf, Jesu, immerfort dein heilig Wort zum mir! Gern will ich hier mit dir Segen deiner Heerde: daß Alin Demuth leiden. les hier, vereint mit dir, ein Hirt und Heerde werde. Am Sonntage Cantate. Am Sonntage Jubilate. Mel. In dich hab' ich gehoffetMel. Liebster Jesu, wir sind hier- 928, Gott, du hast in deinem Sohn mich 927.Nur furz ist unsre von Ewigkeit erwählet. Sende Prüfungszeit, nur nun von deinem Throu, was kurz der Christen Traurigkeit; noch meinem Heile fehlet, und doch ewig sind die Freuden, die gieb mir des Geistes Gaben, jene Welt uns vorbehält, wenn sodann werd' ich Alles haben. wir gelassen leiden. 2. Ach! ich bin lebendig todt 2. Die Wege, die des Höch- und zum Guten ganz verloren! sten Rath für sein Volk ausge: Heil'ger Geist, mein Herr und zeichnet hat, sind nicht der Men Gott, mache du mich neugebo schen Wege. Doch fasse Muth! ren! Denn das Fleisch ist mein Sein Weg ist gut; sei, ihn zu Verderben und kann nicht den gehn, nicht träge! Himmel erben. 3. Die Frommen wallen al- 3. Treibe weg die finstre Nacht terseits als Pilger, Jeder trägt meiner irrigen Gedanken. Dáms fein Kreuz, sie gehen hin und pfe das, was Gott veracht't, weinen. Doch Jeder spricht mit halte die Vernunft in Schranz Zuversicht: Bald wird die ken; daß ich anders nicht, als Sonne scheinen!" gerne, selbst von dir die Weis4. Ja, Gott ist liebreich, gut heit lerne. und treu; glaubst du, daß Gott 4. Was mein Herze dicht't die Liebe sei, so stille deine Kla- und tracht't, ist von Jugend gen. Das Leiden drückt; doch auf nur böse; aber hilf, daß was Gott schickt, hilft er als deine Macht mich auch von mir Gott auch tragen. selbst erlöse, und zu allen guten 5. Er wog, eh' noch die Welt Dingen gieb mir Wollen und entstund, nach jedes Christen Vollbringen. Kraft, das Pfund der Leiden 5. Schaff in mir ein reines und der Schmerzen. Er wog Herz, daß ich stets an Gott ges auch schon den Gnadenlohn mit denke und mich oft mit Reu treuem Vaterherzen. und Schmerz über meine Sün38* den 2015 596 Lieder auf jeden Sonntag: den kränke. Doch, nach den bes 3. Erkenne Gottes Huld! Er trübten Stunden führe mich in kann dir nichts versagen; wer Jesu Bunden. ſeiner Gnade traut, darf nie 6. Pflanze mich daselbst in in Nöthen zagen. Was dit ihm, als ein Glied an seinem unmöglich däucht, kann seine Leibe; und wenn ich sein eigen Vaterhand noch geben, die bin, hilf mir, daß ich es auch von dir schon manche Noth ges bleibe; er, der Weinstock, ich die wandt. Rebe, daß ich ganz in Jesu lebe. 4. Komm nur, kommt oft und 7. Hierzu bitt' ich diese Drei: gern in Jesu Christi Námen. Wer Glauben, Hoffnung und die Lie- seine Jünger weiß imBeten nach: be. Steh' auch sonst mir also zuahmen, den hört und rettet bei, daß kein Teufel mich be- er. O, bet' mit Zuversicht! So trübe. Gieb mir Demuth, Fried' hilft dir Gott und thut, was und Freude und auch Sanft- dir sein Wort verspricht. - muth, wenn ich leide... Am Sonntage Exaudi. 8. Hilf mir reden recht und wohl, auch zuweilea gar nichts sagen. Hilf mir beten, wie ich Mel. Was Gott thut, das istſoll; hilf mir auch mein Kreuze 930. Geist! von Jeſs hilf tragen. Wenn es Zeit ist, mir sterben und dabei den Him mel erben. uns gesandt, zum Schutz und Trost der Seinen! Du schützest sie mit starker Hand, wenn sie zu finken scheinen. Dein Licht zerstreut die Duns kelheit, wenn du von Jesu zeugest und uns zur Wahrheit 929. Wohl auf, mein Herz! neigest. of wohl auf, ein Op: 2. Ach! gieb uns Muth und fer Gott zu bringen; laßSeuf. Tapferkeit, Verfolgung zu er zer und Gebet zu ihm, gen Him: tragen; und schenk uns Geistess mel, dringen! weil Gott dich be- freudigkeit, wenn uns die Feins ten heißt, und du, durch seinen de plagen. Sie meinen hier, Sohn, nun freudig treten kannst sie dienten dir, wenn sie dein zu seinem Guadenthron. Volk verachten und zu vernich 2. Dein Vater ists, der dir ten trachten. befohlen hat zu beten; dein Hei- 3. Du, Herr! haft mirš zu land ists, der dir versprach, dich vor gesagt; wie könnt' ich mich zu vertreten; der Geist der An- wohl gramen? Nie will ich wenn dacht flößt den Trieb zum Beten die Welt mich plagt, ein Ver ein; drum muß dein Beten gerniß dran nehmen. Der heißt auch gewiß erhöret sein. kein Christ, dem es verdrießt, für dich Am Sonntage Rogate. Mel. Nun danket alle Gott- -- Lieder auf jeden Sonntag. 597 dich was auszustehen, ja selbst geschäftig, dich zu ehren, dich, in Tod zu gehen. dem Ruhm und Dank gehören! 4. Die Welt fennt Gott und 3. Gott Sohn! der aus des Christum nicht, drum baffet sie Vaters Schoos auf Erden kam, die Seinen und häuft sich selbst sein Blut vergoß und uns mit nur das Gericht. Bald wird der Gott versöhnte; der willig litte, Tag erscheinen, wo Kreuz und für uns starb, der Heil und Les Leid zur Herrlichkeit die From ben uns erwarb und uns mit men wird erheben, um ewig Segen krönte: Heiland, HeiGott zu leben. land! laß im Leiden und im 5. O Geist des Eroftes! steb Scheiden mich, Erlösten, dein uns bei, wenn sich die Leiden Verdienst und Sterben trösten! mehren, und wenn der Feinde 4. Gott, heil'ger Geist, du Tyrannei dein Volk sucht zu Geist der Kraft! der neue Hers zerstören; daß wir schon bier, zen in uns schafft, der uns zu der Sieger Zier, des Glaubens Chrifto führet; der seine JunKrone sehen und treu im ger in der Welt erleuchtet, heis Kampf' bestehen. liget, erhält, vermehrt, mit Gaben zieret. Tröster! Tröster! Am Fefte der heiligen Drei- komm hernieder, tröst' uns wieder nach den Schmerzen; wohn' und wirk in unsern Herzen. einigkeit. Mel. Wie schön leuchtet der- und 931. Gott! der du selbst 5. Gott Vater, Sohn beil'ger Geist, den alle Welt mit ter Ursprung bist, Ehrfurcht preift, wer wollte vor dem nichts war, ohn' den dich nicht ehren? Ich glaub' an nichts ist, der ewig selig lebet; dich und diene dir, dreieiniger Herr! dessen Wahrheit, Weis: Gott! o laß mich dir auf ewig heit, Macht, Gerechtigkeit und angehören! Gott der Götter! Güt' und Pracht, Natur und ach erhöre, dir zur Ehre, doch Schrift erhebet. Heil'ger! Ew': mein Flehen! laß mich einst ger, dem zur Ehre Engelchóre, dein Antlitz sehen! heilig! singen, laß mein Loblied wohl gelingen. 2. Gott Vater! der die Pracht der Welt aus Nichts erschuf und noch erhält, der, was er mach- Mel. Wer nur den lieben Gott te, liebet; der Sonne, Mond 932. Herr! wenn, von und Stern' bewegt, der dem; bes was Luft und Erde trágt, als thöret, mein Herz die schnöde Bater Speise giebet, Schöpfer! Lust der Welt und ihren SchimSchöpfer! mach' uns kräftig und mer höher ehret, als was der Him: Am 1. Sonntage nach Trinitatis. - 598 Lieder auf jeden Sonntag, Himmel in sich hält: dann Hang zur Sünde, die Luft des Tenk von ihrer Eitelkeit den Fleisches und der Welt und je: Geist hinauf zur Ewigkeit. de Lockung überwinde, die oft 2. Was sind die Güter dieser das Herz gefesselt hält; und Erden? Ein Dampf, ein Rauch, wenn ich, o welch ein Gewinn! Verdruß und Müh. Sie zeu hier Sieger, dort gekrönet bin! gen Sorgen und Beschwerden, 8. Gott! gieb deines Gei: und ihr Genuß befriedigt nie. stes Stärke, der du in Schwa: Sie ändern oft, sie täuschenschen mächtig bist, dem, der zu sehr, entfliehen schnell und sind diesem großen Werke zu klein, nicht mehr. zu schwach, zu finnlich ist! Lehr 3. Was sind der Welt ge mich die Eitelkeit verschmähn priesne Freuden? Ein blendend und nur nach ew'gen Gütern Nichts, ein Raub der Zeit, die sehn! reiche Quelle bittrer Leiden, der Unschuld Grab, nur Eitelkeit, Am 2. Sonntage nach Tris ein Glück, daß man aus Irr thum wählt, das uns mit spå ter Reue quält. nitatis. Mel. Nun freut euch, lieben- 4. Was ist die Ehre, was sind 933. Gott, der zum ew'gen Wohl uns schuf, Würden und die damit verbund- der uns zum Heil ersehen, läßt ne Pracht? Ein glänzend Elend, seinen hohen Gnadenruf noch schwere Bürden, wodurch man stets an uns ergehen. Kommt, sich zum Sklaven macht. Bei ruft er, Alles ist bereit! Kommt, eitler Ehre kann ich klein und die ihr heilsbegierig seid, der ohne sie erhaben sein. Himmel ist euch offen. 5. Entreiße dich, mein Geist, 2. So höre es denn Jedermann, der Erde! Erhebe dich zur Ewig- wer Ohren hat zu hören: Gott keit, daß einst dein Glück unbeut den Sündern Gnade an, sterblich werde; hier ist nur wenn sie sich zu ihm kehren; und deine Prüfungszeit. Weh' dir, wer hier glaubt und Buße thut, wenn diese schnöde Welt dein der soll durch Christi theures Theil, dein einzigs Gut enthält! Blut Barmherzigkeit erlangen. 6. Wohl mir, wenn ich es 3. Vergebens schallt, o Herr! muthig wage, des künftgen Le- dein Wort bei weitergebnen bens werth zu sein, und diese Sündern, die taub und sinnlos kurzen Prüfungstage Gott und immerfort ihr eignes Heil vers der Tugend ganz zu weihn; hindern. Gold, Wollust, Ehre, wenn nie mein Fuß den Pfad Ueppigkeit verleiten sie zur verliert, der mich zu bessern Sicherheit und endlich zum Gütern führt! Verderben. 7. Wohl mir, wenn ich den 4. Vor solcher Blindheit hütet euch, Lieder anf jeden Sonntag. 599 euch, ihr Gott ergebnen Christen!| schlägt meine Seele nieder, bes O! stellet euch der Welt nicht schämt empfind' ich sie; wer tros gleich! Befreit von ihren Lüsten, stet mich nun wieder? wer hilft, erhebt den Geift zur Ewigkeit, wer hilft, wer ists, der mich und sorgt in dieser Gnadenzeit noch retten kann? Nur du, du für eurer Seelen Wohlfahrt. Sünderfreund! du nimmst die Sünder an! 5. Verleih', o Gott des Heils! daß ich stets deine Huld vereh 5. O sieh mit Hirtentreu, mit re; ruft deine Gnadenstimme zärtlichem Erbarmen auf mich mich, so bilf, daß ich bald hore: verirrtes Schaf! Wer hülfe damit zu jenem Himmelsmahl, sonst mir Armen? Du starbst ja wo ew'ge Freuden ohne Zaht, auch für mich, haft für mich ich auch dereinst gelange. g'nug gethan; dein Blut ents sünd'ge mich; du nimmst die Sünder an! Am 3. Sonntage nach Trinitatis. 6. Der du so gern vergiebst, Mel. O Gott, du frommer Gott du wirst auch mir vergeben. Laß 934, Du nimmst die Sün- meine Wiederkehr den Engeln der an, o Jesu! Freude geben; dein Geift regies Heil und Leben willst du dem, re mich, er leite mich die Bahn, der dich sucht, erbarmend wie die zu dem Himmel führt. Du der geben. Du warnst und nimmst die Sünder an! rufft und lockst mit Sanftmuth Jedermann. Wohl mir, du winkst auch mir: du nimmst die Sünder an! 7. Du nimmst die Sünder an! Wort des Heils und Lebens! Du hilfft auch mir, mein Heil! Ich flehe nicht vergebens. Ers 2. Im Sündendienst verirrt balt mich dir getreu, daß ich seit meiner ersten Jugend, schien stets rühmen kann: ,, Mein Heis jede Pflicht mir hart und raub land nahm mich auf! Er nimmt die Bahn der Tugend; du sahst, die Sünder an!" wie sinnlos ich mein Unglück Am 4. Sonntage nach lieb gewann, und doch ertrugst du mich: du nimmst die Sün der an! Trinitatis. Mel. O Gott, du frommer Gott- 3. Vergebens riefft du mir. 935. Seid barmherzig, Gewohnt der Sünder Wege, ver: Menschen! hos schloß ich Herz und Ohr; und ret, hört dieß heilige Gebot, das fiets zum Guten tråge, ging uns Jesus Christus lehret: Seid ich verstockt und frech die breite barmherzig, so wie Gott; gebt, Lasterbahn; doch du ermüdest so wird euch auch gegeben, was nicht: du nimmst die Sünder an! euch nöthig ist, zum Leben. 4. So sehr gehäufte Schuld 2. So viel Menschen, so viel Brüs 600 Lieder auf jeden Sonntag. Brüder; es ist ein Gott, der zu nehmen. Wird gleich mein uns schuf. Wir sind alle Christi Angesicht mit manchem Schweiß Glieder! Allgemein ist Gottes benetzt; genug, daß du mich Ruf. So den Bösen, wie den selbst in den Beruf gesetzt. Seinen, läßt der Herr die Son: ne scheinen. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Er3. Gottes Bild in euch zu se- neure Schutz und Hülf' mit je: hen, seid barmherzig, so wie er. dem neuen Morgen. Laß mich Eilt, den Armen beizustehen, an meinem Theil das Meine fleis was ihr gebt, empfängt der Herr. Big thun, und dann mit Zuvers Gebet gern um seinet willen, sicht in deiner Fügung ruhn. wollt ihr eure Pflicht erfüllen. 4. Hab' ich, wie Petrus dort, 4. Was ihr habt, mit Armen auf dein Wort angefangen, so theilen, sie beschützen, sie er werd' ich, Herr! wie er, den Se freun, Kummer lindern, Bungen schon erlangen, den deine den heilen, wohlthun, trösten milde Hand so oft uns hat vers und verzeihn, und dieß ohne liehn, wenn unsers Fleißes Stolz verrichten, das sind wah- Müh uns schon verloren schien. re Christenpflichten. 5. Mit dir, mein Gott! schreit 5. Herr! wir geben von dem ich zur Arbeit meiner Hände, Deinen, was wir geben; laß uns gieb Kraft, daß ich sie auch zu nie bülflos sein, wo Brüder deinem Preis vollende. Hier ist weinen! Unser Mitleid tröste mein Lebenslauf verknüpft mit sie; daß, wenn wir zu dir uns Müh und Last; dort finde ich nahen, wir auch Trost und Hülf' die Ruh, die du verheißen hast. empfahen. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Mel. Herr Jesu Christ, du h.- Mel. O Gott, du frommer Gott- 936. Die Pflicht zur Are 937. Durch dich allein werd' ich gerecht, beit, Herr! hast o Jesu, Heil und Leben! Der du du uns auferleget, und Fleiß in der Sünde Macht geschwächt, dem Beruf uns ernstlich einge- du wirst mit Kräfte geben, daß pråget. Der tråge Müßigganglich auf dein Verdienst nur bau, ist dir, o Gott, verhaßt, für nie stolz auf meine Werke schau. uns der Laster Quell' und un- Wer kann vor dir bestehen? serm Nächsten Last. 2. Du siehst, o Gott! auf 2. In deine Ordnung laß auch deinen Sohn, und nur um ſeis willig mich bequemen, die Bür- netwegen erlangen wir den Gnas den des Berufs getroft auf michloenlohn und deinen Vatersegen. Der Lieder auf jeden Sonntag. 601 Der dußre Pharisäerschein hilft hen. Und klagen wir ihm nur nichts vor dir; du siehst allein in Demuth unsre Noth, so wernach unsern Glaubensfrüch- den wir erhört, so hilft uns unser Gott. ten. 2. Es hilft uns unser Gott, der Alles weiß und siehet, dem auch das Innerste des Herzens Was unsrer 3. Und diesen Glauben woll'st du mir, Herr Jesu! selbst ver: leiben! Laß seine Kraft mir für und für zur Heiligung gedei- nicht entfliehet. ben, und sich durch Tugend, Seele nützt, des Leibes WohlMäßigkeit, Geduld, Vergebung, ergehn und was zum Leben Frömmigkeit und Menschenlie- führt, hat er vorher gesehn. be außern. 3. Es hilft uns unser Gott! 4. Hilf, daß ich wach' und eifrig der Alles wohl regieret, und auf sei, den Glauben zu bewahren. das weiseste zu seiner Zeit vollEin gut Gewissen gieb dabei führet; sein göttlicher Verstand und Hoffnung in Gefahren. Mein sieht es am besten ein, was uns Leben sei nur dir geweiht, gewahrhaftig kann gut oder schádziert durch Glaubensfreudige tich sein. keit und reich an guten Werken. 4. Es hilft uns unser Gott! 5. In diesem Glauben will ich der alle Macht besitzet, dem nun nach deinem Beifall streben; nichts unmöglich ist, der gern in Gottes Vaterliebe ruhn, mich die Seinen schützet. Er, der Jesu ganz ergeben; sein Geist viertausend Mann mit wenig wird Pfand und Siegel sein; Broden nährt, er sorgt und und so will ich in Gott allein wacht, daß uns kein Ungemach durch meinen Glauben leben. versehrt. 6. Durch dein Verdienst werd' 5. Es hilft uns unser Gott! ich gerecht, auch selbst in jenem den unser Kummer kränket, der Leben; du wirst, o Jesu! dei sein erbarmend Herz auf unsre nen Knecht zu deinem Thron' er- Bitten lenket; der, aller Güte heben, wo deines Reiches Herr voll, die Liebe selber ist, und lichkeit die Gläubigen dereinst von dem alles Heil auf uns erfreut. Wohl dem, der ausdurch Christum fließt. dich glaubet. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Mel. Wer nur den lieben Gott -- Mel. O Gott, du frommer Gott-939, 938, s hilft uns unser Gott! Er höret ne und, fern von aller Heus unser Flehen. Wir dürfen boff chelei, nicht bloß mich Chrifti nungsvoll zu seinem Throne ge- Jünger nenne, gieb, daß ichs in ieb, Herr! daß ich mein Heil erken= 602 Lieder auf jeden Sonntag. in der That auch sei, und wirk' der Erde, was mich beruhigt und in mir zu deinem Ruhm ein ern- erfreut; und wenn ich einst voll stes, wahres Christenthum. endet werde, schmeck' ich des 2. Entreiß mein sinnlich Herz Himmels Seligkeit. Drum wirk' der Erde, daß ich, der ich un- in mir, zu deinem Ruhm, o fterblich bin, zu deinem Bild er Gott! ein wahres Christenthum. neuert werbe, und gieb mir meines Jesu Sinn; daß ich in deinem Dienste treu und reich an Glaubensfrüchten sei. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. 3. Nur dir ergeb' ich meine Mel. O Gott, du frommer Gott- Seele, ach, zieb sie meinem Heiz 940. Thu Rechnung! land nach, daß ich den schmalen Rechnung will Weg erwähle und Ehre such Gott ernstlich von dir haben! in Christi Schmach. Bald ist Thu Rechnung, spricht der Herr, fie hin, die Prüfungszeit, und von allen deinen Gaben, von nah der Lohn der Ewigkeit. deinem Zeitgebrauch, von dem, 4. Gieb mir zum Kampfe Muth was du gethan, von deiner Chris und Kräfte, daß mich nie fal- stenpflicht; o denke fiets daran! scher Lehrer Wahn bethor' in 2. Gerechter! Heiligster! wer meinem Heilsgeschäfte, noch kann vor dir bestehen, wenn du leite auf des Irrthums Bahn. mit Sterblichen willst ins Ges An ihren Werken laß mich sehn, richte gehen? Wer trifft, Herr! ob sie den Weg der Wahrheit in der Welt wohl einen Reinen gehn. an, der dir auf Tausend Eins, nur Eins antworten kann? reich. 5. Wer dich zwar Herr und Heiland nennet und deinen Wil 3. Laß Gnade gehn für Recht; len duch vergißt; in Heiligkeit ach! laß mich Gnade finden! dich nicht bekennet, nicht thut, Gedenk, Barmherziger! nicht was( Sott gefällig ist: der ist meiner vielen Sünden! Es mas nur faulen Bäumen gleich und the Christi Blut mein Herz von kommt nicht in dein Himmel- Flecken rein! ach, laß durch sein Verdienst auch mir vers 6. Laß in mir Glauben, Hoff ziehen sein. nung, liebe lebendig, fest und 4. Erneure mich, mein Gott! thätig sein, daß ich bis an forthin nur dir zu leben; dir mein terben übe, was mir gefei mein Herz und Sinn zum bührt, ohn' Heuchelschein. Wer treuen Dienst ergeben. Dein sich zur Treue nicht ermannt, Geist regiere mich, die Lebenss wird, Herr! von dir dort nicht bahn zu gehn; hilf, Jesu! hilf du mir, so werd' ich wohl bes 7. Ju dir hab' ich schon auflfiehn. erfannt. Am Lieder auf jeden Sonntag. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. 603 geb' uns Muth; denn schwach ist unser Fleisch und Blut. 5. Laß, wenn wir in der Priz Mel. Allein zu dir, Herr Jesu- fungszeit allhier in Trubsal weis 941. Du weineft für Jeru- nen, uns deine große Freundsalem, Herr Jesu, lichkeit zu unserm Trost erscheiz heiße Zähren! bezeugst, es seinen. Du ftrittest erst, dann, dir angenehm, wenn Sünder Herr! gingst du aus allem sich bekehren. Denn, wer vor Streit in deine Ruh. Dorthin dir mit Buß' erscheint und seizerhebst du einst auch mich, dann ne Sündenschuld beweint, dem preis' ich dich für dein Erbartilgest du, aus lauter Gnad', men ewiglich. die Misferhat, die ihn bisher gequálet hat. S Am 11. Sonntage nach Trinitatis. 2. Ja, Heiland! diese Thränen sinds, die kraftig für mich bitten, wenn ich die Pflichten Mel. Herr Jefu Chrift, du höchsteseines Kind's bundbrüchig über- 942. Ach, nein! mein Aus schritten. Sehr hoch sind sie ge darf ich nicht vor Gott geschätzt! Wer sie zu zu dir, mein Gott! erheben. seinem Troste setzt, der wird, Vor deinem heil'gen Angesicht wenn er, voll Traurigkeit, sein muß ich, als Sünder, beben. Thun bereut, mit Gnad' und Ach, wie wird mir mein Herz Heit von Gott erfreut. so schwer! wo nehm' ich Wort' - 3. Ach, diese Thränen mache und Seufzer ber? wo Thränen doch, mein Heiland, mir zum wahrer Buße? Gegen! Laß fie, drückt mich 2. Nein, Bater! nein, ich bin der Sünden Joch, mein Jnuer nicht werth, dich Bater mehr zu stes bewegen, daß nicht, wenn neunen; längst hab' ich deinen jeder Rummer leicht mich bis Ruf gehört und wollt' ihn doch zu bittern Thränen beugt, mein nicht kennen. Du warntest, Herz allein bei seiner Reu die Herr! mich durch dein Wort; Thränen scheu, ihr Quell nicht doch lebt' ich in der Sünde fort, dann verschlossen fei. als wenn kein Richter wäre. 4. Herr, unser Heiland! hier 3. Viel größer, als ich sagen und dort kron' uns mit deinem kann, ist, Herr! nun mein Vers Segen und hilf, daß wir nach derben. Ach, nimmst du meiner deinem Wort, den großen Trost dich nicht an; so muß ich ewig erwägen, daß, drückt uns hier sterben. Doch gern verschiebst noch manche Last, du göttlich du dein Gericht und willst den Mitleid mit uns hast. O Herr! Tod des Sünders nicht; bei die dieß komme uns zu gut und ist Huld und Gnade. 4. Der 604 Lieder auf jeden Sonntag. 4. Der Reue Thränen ruühr-[ fehlt mir Trost und Hülfe nicht, ten dich stets, Bater, zum ich hoff' auf ihn mit Zuversicht: Vergeben. Auch ich, ich weis er weiß es wohl zu machen. ne bitterlich und fleh' um 2. Mit fester Glaubensfreu: Gnad' und Leben. Gerührt digkeit will ich mich ihm be schlag' ich an meine Brust; dir, fehlen, so oft in dieser Prüfungs Gott! ist meine Angst bewußt; zeit mich herbe Leiden quälen. Gott, sei mir Sünder gnädig! Mein Herz bleibt dennoch un 5. Vergeben kannst du, ach verzagt; ich weiß, was mir vergieb! Ich falle dir zu Fuße. der Glaube sagt: er weiß es Vergeben willst du, ach vergieb! wohl zu machen! Verwirf nicht meine Buße. 3. Wenn Krankheit drückt, Zwar groß ist meiner Sünden wenn Noth und Schmerz hier Schuld, doch noch viel grö- meine Ruhe störet; so sucht mein Ber deine Huld, o Vater Jesus angsterfülltes Herz den, der in Chrifti! Nöthen höret; es kennet den, 6. Hier lieg' ich tiefgebeugt der helfen kann, und denket vor dir, mit Sünd' und Fluch voll Bertrauen dran: er weiß beladen. Ach, neige doch sein es wohl zu machen. Ohr zu mir, du Vater aller 4. Er, der den Tauben ho: Gnaden! Vergieb mir, wie dein rend macht, des Stummen Zun Wort verheißt; vergieb, und ge liste, will, daß uns seine schenk mit deinen Geist, zu Huld und Macht in allem Kum mer tröste. Er ist bei mir; er 7. Ach, ohne dich vermag ich hilft und wehrt, daß nichts zu nichts, drum gieb mir Lust und sehr mein Leiden mehrt: er weiß Stärke. Von dir nur, Vater es wohl zu machen! einem neuen Leben. alles Lichts, kommt Kraft zum 5. Und sterb' ich endlich, was guten Werke. Drum bitt' ich, ifts mehr? In Christo werd' ich bester Bater! dich, begnadige sterben. Je eher todt, um ſo durch Christum mich mit deines viel eh'r werd' ich das Leben Geistes Fülle. erben, wo Noth die Seinen nicht mehr drückt, wo ew'ge Bonne Am 12. Sonntage nach mich erquict: er weiß es wohl Trinitatis. zu machen! 943. Gott ist in aller Noth 6. Herr! der du Alles wohl gemacht! von dir kömmt Heil und Leben. Laß deine Huld, die mein Heit, auf mich bewacht, mich fort und den ich glaubig schaue. An set fort umgeben, daß, wenn der ner Guade hab' ich Theil, so einst mein Auge bricht, mein lang' ich ihm vertraue; dannlHerz noch voll Vertrauen ſpricht: Mel. Herr, wie du willst, so- Lieder auf jeden Sonntag. 605 spricht: ,, mein Heiland wird's Tag' auch mir. Gieb, daß ichs wohl machen!" Am 13. Sonntage nach Trinitatis. nie vergesse; damit ich zur Wohlthätigkeit, zur Hülf' und zur Diensifertigkeit mich willig finden lasse. Mel. Nun freut euch, lieben- 6. Gott der Liebe! hilf, 944. So Jemand spricht, daß ich nach deinem Vorbild ich liebe Gott, und liebe! Nicht Geiz, nicht Härte haßt doch seine Brüder; der hindre mich an wahrer Mentreibt mit Gottes Wahrheit schenliebe. Des Nächsten Wohl= Spott, und tritt sie frech dar: stand sei mein Glück! so wird nieder. Gott ist die Lieb' und dereinst dein Gnadenblick mir will, daß ich den Nächsten lie- ewig, ewig lohnen. be, so wie mich, ihm gerne helf' und diene. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder. Erfreue deinen Nächsten Met. Ach! was soll ich Sündergern; denn wir sind alle Brü- 945. Jeſu! der du ſelbſt Dein jederzeit gekommen, daß du Am 14. Sonntage nach Trinitatis, bereit, durch Wohlthun und unsre Sündennoth tilgst durch Barmherzigkeit des Armen Noth deinen Kreuzeétod; der du lieb zu lindern. reich angenommen, die der 3. Ermattet diefer Trieb in Aussatz dort geplagt, keinem dir, so such ihn zu beleben. hast du Trost versagt. Sprich oft: Gott ist die Lieb' 2. Deine Gnade, dein Erbars und mir hat er sein Bild gege- men, deine Hülf' und Gütigkeit ben. Denk oft: Gett, was ich bin, ist dein; sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein und mei ne Brüder lieben? tröst' auch mich zu aller Zeit. Hilf, Erlöser! hilf mir Armen, den der Sünden Aussatz plagt, der an eigner Hülf' verzagt. 4. Was ich den Deinen Gute 3. Hore, lieber Meister! Höre, gethan, dem Kleinsten unter die wenn in Buße, Reu und Leid, sen, das siehst du, mein Erlöser! dein Erlöster zu dir schreit. Hör an, als hätt' ichs dir erwiesen. mein Flehen und vermehre meis Und ich, ich sollt' dein Jünger nen Glauben, daß ich dir gern sein und deine Glieder nicht vertraue für und für. erfreun? nicht Freund' und Feinde lieben? 4. Dein Wort lehrt mich Gnade finden; deine Tauf', dein 5. Herr, mit dem Maaß, Abendmahl stillet des Gewissens womit ich hier des Nächsten Qual. Reinigt mich dein Blut Elend messe, mißt du an jenem von Sünden, o dann würd' ich heilig, 606 Lieder auf jeden Sonntag. heilig, rein und dort ewig se: den zu erfreuen, der fromm lig sein. nach deiner Hülfe fragt. 5. Dank und Ehr' dir zu er 6. Ja, wenn mein Auge weisen, sei des Herzens liebste thråner und sich nach Hülfe feb: Pflicht; dich, mein Heil! vergeffnet, so klag' ichs dir, dem Herrn. ich nicht. Dein Erbarmen will Dir, Vater, dir befehle ich je ich preisen; deine Hülfe soll at den Wunsch der Seele; du hörst, lein stets von mir verehret sein! du hilfft, du segneft gern. 7.Du hast mir hier im Leben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt. Du wirft mir Alles schenken und mir zum Besten lenken, was meis Mel. Nun ruhen alle Wälder 946, as soll ich ångst- nen Geist betrübt und kränkt. lich klagen und 8. Du leitest, Herr, die Dei ohne Hoffnung zagen? der Höch- nen, nicht so, wie sie es meis fie sorgt für mich. Er sorgt, nen, nein, nur nach weisem daß meiner Seele ihr wahres Rath. Ob ich mich auch be Wohl nie fehle! Genug, mein trübe, bleibt doch dein Rath Herz, zum Trost für dich! voll Liebe; das zeigt der Aus gang mit der That. 2. Was nützt es, heidnisch 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, sorgen und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? nicht deine Bahn verstehe, die Du, Vater meiner Tage, kennst, wundervolle Bahn; kann ich ch' ichs dir noch klage, mein Leid doch deß mich trösten: mein und auch mein Wohlergehn. Gott nimmt mich, Erlösten, ge 3. Auf deine Hand zu schauen, wiß dereinst zu Ehren an. dir kindlich zu vertrauen, das, 10. Dort bei der Frommen Herr, ist meine Pflicht. Ich will Schaaren, dort werd' ich es era fie treulich üben und dich, mein fahren, wie gut du mich geführt. Vater, lieben; denn du ver- Da bring' ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den säumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen klei- Dank, der deiner Huld gebührt. dest und alle Thiere weidest, Am 16. Sonntage nach du Schöpfer der Natur, siehst Trinitatis. Alles, was mir fehlet; drum, Seele, was dich quâlet, befiehl Mel. Jesus, meine Zuversicht dem Herrn und glaube nur. 947, Selig sind die, Herr! 5. Herr, alle meine Sorgen, die nun schon in die Noth, die oft verborgen an ihrem kühlen Grabe von des meinem Herzen nagt, werf' ich Lebens Mühe ruhn und sich deu auf dich, den Treuen; du weißt ner größten Gabe, eines ew'gen Les Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Lieder auf jeden Sonntag. 607 Lebens, freun; möchten wir es Am 17. Sonntage nach auch bald sein. Trinitatis. Mel. Sei Lob und Ehr dem 2. Doch, du willst's; wir le: ben noch mühsam hier in Pil: gerhütten. Alle trugen einst trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron 948, Stets heilig sei der erftritten. Sabbath mir, der Endlich aber führt Ruhetag der Frommen; die dann der Tod uns auch hin zu dir, mit Dank und Lehrbegier, Gott o Gott! anzubeten, kommen. Ich liebe 3. Jesus selber lebte hier vor ihn und walle gern zum Hause mals auch in unsern Hütten. Gottes, meines Herrn, mit ih= Noch unendlich mehr, als wir, nen anzubeten. hat er auf der Welt erlitten.Laßt 2. Da fühl' ich durch den uns glaubig auf ihn sehn, und frommen Dank, womit ihn Chris durch ihn im Kampf bestehn.en loben, durch ihren beiligen 4. Was ist diese Lebenszeit? Gesang, zum Himmel mich erach, nur eine kurze Stunde gehoben. Da seh' ich meines gen jene Ewigkeit. Gleichwohl Glaubens Preis und sammle kommt auf diese Stunde, die neuen Ernst und Fleiß, das Gott bald verkürzen kann, un- Kleinod zu erlangen. fer ew'ges Schicksal an. 3. Zieh mich doch stets, mein 5. Gieb uns Weisheit, Herr! Gott! zu dir, am Tage deiner und Kraft, diese Stunde wohl Ehre. Gieb, daß ich dann nur zu nutzen, und beim Schluß der dich in mir empfind' und seh' Pilgerschaft wollest du uns un- und höre. Laß diesen Ruherag terstützen, daß die Gruft, die allein, Herr! deinem Dienst ge= uns bedeckt und der Wechsel widmet sein, zum Besten meis nicht erschreckt. ner Seele. 6. Daß wir dein sind, nicht 4. Nimm hin mein Herz und der Welt, daß du uns wirst auf- wohn' in mir, damit mich erwecken; und den Trost der bes nichts zerstreue, wenn ich dich fern Welt laß uns, wenn wir lob' und mich in dir und deis sterben, schmecken! Der dadurch ner Gnade freue. Laß keine gestärkte Sinn halte Sterben Sorge dieser Zeit die Sorge für für Gewinn. die Ewigkeit in meiner Seele stören. 7. Ja, Herr, wenn wir, um zu ruhn, einst zu deinen Todten 5. Gieb, daß des Wortes Geist gehen; wollst du mehr noch an und Kraft mein ganzes Herz uns thun, als wir bitten und durchdringe, daß ich vor dir ges verstehen. Auch für unsre To- wissenhaft, was christlich ist, desnacht riefst du einst: ,, Es vollbringe; daß ich dem Bilde ist vollbracht!" Jesu gleich, an Noth- und Liebes= 608 Lieder auf jeden Sonntag: beswerken reich, dir, Herrein Christ, was gegen deine in Brüdern diene. Lieb' und Nächstenliebe ist. 6. Und wenn des Wortes Kraft 3. Laß mich dich nie, mein in mir des Glaubens Früchte Gott! durch Menschenhaß bes bringet; wenn mir, mein Gott, trüben; dem Nächsten treu zu gestärkt von dir, ein gutes Werk sein, ihn brüderlich zu lieben, gelinget: so laß mich nie aus dazu ermuntert mich dein Bei Eitelkeit, zum Nachtheil meiner spiel und Gebot. Wer seinen Frömmigkeit, mich mehr, denn Bruder haßt, verwirkt vor dir Andre, schätzen. den Tod. 7. Gieb, Vater! was dein 4. Sohn Davids und sein Herr! Sohn verheißt und send' uns dich hat dein göttlich Lieben vom Kraft von oben, damit wir dich Thron der Herrlichkeit zu uns mit einem Geist und einem herab getrieben; dein Beispiel Munde loben. Laß unser Lob reize mich zu gleichem Liebess und unser Flehn, und unsern sinn, damit ich hier dein Kind Dank von Herzen gehn, und und einst dein Erbe bin. dir, o Herr! gefallen. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. 8. So wird dein Ruhetag auch mir ein Tag des Segens werden. So seh' ich und empfind' in dir Mel. Herr, ich habe mißgehandelt den Himmel schon auf Erden. 950, Worte voller Kraft So werd' ich, Herr, nach dieser Zeit, zur Ruh in jener Ewigkeit, fus spricht: ,, Gerröst, mein in deinen Himmel kommen. und Leben! Jes Sohn! deine Sünden sind vers geben!" Herr! du kamst von deinem Thron uns zur Ret tung, uns zum Leben; Preis und Dank sei dir gegeben! Mel. Gott, du frommer Gott949.Unendlich güt'ger Gott! 2. Laß auch mich den Trost ins Herz sei mir empfinden, daß ich sei dein lies geschrieben, dich, als mein bes Kind, und daß alle meine höchstes Gut, aus aller Kraft Sünden mir von dir vergeben zu lieben. Dich lieben, ist mein sind; so oft ich in Buße flehe Heil, mein Wunsch und dein und auf dich im Glauben sehe. Gebot. Wer ist so liebevoll als du, mein Herr und Gott? 3. Mögen gleich die Spotter schmähen; wer dich lästert, lá 2. Gieb, daß mein ganzes stert Gott. Deine Ehre wird Herz sich deiner Liebe weihe, und bestehen; aber sie machst du daß in Allem ich dein Auge kind zum Spott. Was sie Arges lich scheue. Wer als ein Christ von dir denken, wird nie deine dich liebt, der flieht auch als Unschuld kränken. 4. Wer Lieder auf jeden Sonntag. 609 4. Wer den Kranken schenkt allein meines Glaubens Ziel das Leben, wer aus eigner Kraft fiets sein. sie beilt, kann die Sünden auch 5. Gieb, daß ich der Boten vergeben dem, der gläubig zu lehren, und des Rufes Wichdir eilt. Herr! du wirst vonstigkeit hoch zu schätzen sei bereit. allem Bösen, dir zum Ruhm, Wenige, die dein Wort hören, auch mich erlösen. nimmst du auf zu deinem Thron! Herr! ich hör', ich komme schon. 6. Laß mich, Jesu! würdig mich trifft hinfort kein Schade, kommen! dein Erlöster bin auch werd' ich nur von dir bewacht. ich; dein Verdienst umkleide Dir, Herr Jesu! sei mein Le- mich: dann werd' ich mit allen ben bis zum letzten Hauch' er- Frommen auserwählt und se= geben. lig sein! Alles, Alles ist dany mein. NANENO HA 5. Nun ich preise deine Gna de, ich verehre deine Macht. D, Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Mel. Ach! was soll ich Sünder951, 2llen soll geholfen wer- Mel. Ach! was soll ich Sünderden, Alle rufst du, 952, Was ist doch des MenHerr! zu dir; deine Huld währt blue schen Leben? Was für und für. Keiner, Keiner ist alle Herrlichkeit? Nichts, soll auf Erden seines Heils als Staub und Eitelkeit. Selbst, verlustig gehn; Jeder soll dich die hier in Freuden schweben, ewig sehn. fühlen oft in kurzer Zeit ihre 2. Jesul der du mich aus Gna- Unbeständigkeit. den hast zu deinem Reich' erwählt 2. Selig, der in seinem Leiund den Deinen zugezählt; oft den sich zu seinem Gott erhebt. hast du auch mich geladen, und nur nach Jesu Troste strebt. noch heute winkst du mir, rufft Selig, die dann freudig gláusmich langmuthsvoll zu dir. ben, daß uns seine Hand allein 3. Hilf doch selbst mir über- kann erretten und befrein. winden alle Reize dieser Welt 3. Glaube, Christ! was Gott und was mich von dir abhált. dir saget, bete, traue seinem Nur bei dir, Herr, ist zu finden, Wort; das macht selig hier und was die Seele hier erfreut, sie dort. Alles, was dein Herz je beglückt in Ewigkeit. plaget, weicht von dir, wenn 4. Alles, Alles ist bereitet! ers gebeut, und dein Schmerz Alles, was dein Wort verheißt, wird Fröhlichkeit. krönt und lohnt dort meinen 4. Denk an jenes Vaters Freus Geist. Laß doch, Herr! von de, den die Noth zum Beten dir geleitet, dieser Güter Werth dringt; sieh, wie bald es ihm ges 39 lingt. 610 Lieder auf jeden Sonntag. lingt. Dieß erweck' auch dich im Nächsten hold zu sein, mich Leide. Gott verläßt die Seinen eifrig stets bemühen; es sei nicht; er sei deine Zuversicht. mir heil ge Pflicht, ja mich zu rächen nicht. 5. Herr, laß diesen Trost mich merken! Gieb, daß ich ihn halte 6. Und fleht mein Mitknecht fest, wenn mich alle Welt ver: hier, Barmherzigkeit zu üben; läßt. Laß dein Wort den Glau- so sei es fern von mir, mit Hárt' ben stärken; wer dir glaubt, ihn zu betrüben, daß seine dem glückts allein, der wird Thrane nicht mir selbst das Un ftets gesegnet sein! an theil spricht! 7. Ich will des Bruders Schuld von Herzens Grund vergeben; so wird auch deine Huld mit meine Schulden he Mel. Die Nacht ist vor der Thür- ben, und beiden das verzeihu, 953. Die Rechnung ist schon was wir dir schuldig sein. da, das Schuld 8. Und werd' ich der Natur register offen; der Zahlungs die Schuld bezahlen müsſen, so tag sehr nah und keine Frist wirst du deinen Schwur mit zu hoffen. Des Königs Fore auch zu halten wissen: ,, So d'rung ist: Zahl, was du schul- wahr du lebst, giebst du des Sünders Tod nicht zu!" dig bist! ng tourist Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. 2. Mein Gott, die Schuld ist fund, mit der ich dir verbunden; mehr als zehntausend Pfund wird in der Rechnung funden. 3u zahlen hab ich nicht; so mel. Gott, du frommer Gott- O schreckt mich dein Gericht. 954, Jhr Christen! liebet 3. Ach habe, Herr, Geduld! Gott und ehret seis steh mitleidsvoll mich Armen! Namen; sucht, was der Hei Denk nicht an meine Schuld land that, in Demuth nachzus Denk nur an dein Erbarmen! ahmen; gebt Gott, was Got nimm meinen Bürgen an, der tes ist, er heißet Herr allein; mich erretten kann! so laßt auch euer Herz ihm tren und eigen sein. 4. Ach, habe tausend Dank, du willst die Schuld erlassen, 2. Ehrt eure Obrigkeit, als weil ich den Gnadenthron mit Götter dieser Erden; das, was Glauben kann umfassen. Ach, des Kaisers ist, muß ihm gege viel vergabst du mir! Nimm ben werden: Gebet, Gehorsam, hier mein Herz dafür! Schoß und was aufs Beste 5. Und so will ich verzeihn, zielt, wer dieses giebt, der hält, wie du mir hast verziehen; dem was Gottes Wort befiehlt. 3 Wohl Lieder auf jeden Sonntag. 611 3. Wohl dem, der so gerecht zu: ,, Alles ist vergeben; Suns im Thun und Laffen lebet, daß der! du sollst leben!" er das Gute übt, dem Bösen 5. Nicht des Leibes Munters widerstrebet. Alsdann wird keit, noch der Jugend Kräfte Fried' und Heil in allen Stán reizen mich zur Sicherheit in den blühn, und sich der Segen dem Heilsgeschäfte. Dieser Zeit noch auf Kindeskinder ziehn. Kostbarkeit will ich wohl an4. Gott Vater! fördre dieß wenden, treu den Lauf vollzu deines Namens Ehre! Er enden. balt, Herr Jesu Christ! uns 6. Dann wird mir das Grab treu in deiner Lehre! Gott, heil zur Ruh; Schlaf und Tod sind ger Geist! dein Licht erleuchte Brüder: Jeder drückt die Augen den Verstand, und führ' uns zu, Jeder stärkt die Glieder. Jesämmtlich einst ins rechte Vasus lebt! Er erhebt mich einf terland. aus dem Staube, der ich an ihn glaube. 7. Dann erschein', Herr! zum Gericht. Ich darf zu dir beren. Mel. Straf mich nicht in deinem Mich verwirft dein Vater nicht, 955, Herr! ich bin dein Eidu wirst mich vertreten. Ewig dein werd' ich sein, und mich, auch mein Leben. Mir zum dich zu lieben, ewig, ewig üben. Wohl und dir zum Ruhm, haftasi du mirs gegeben. Väterlich Am 25. Sonntage nach führst du mich auf des Lebens Trinitatis. Wegen meinem Ziel' entgegen. genthum, dein ist 2. Wehe mir in Ewigkeit, Mel. Herr Jesu Christ, du h.wenn ich deine Gabe, meine 956. Verwüstung drohst du, Kräfte, meine Zeit, hier gemißCat Herr! der Welt, braucht habe! Wehe mir, hab' die deine Hulo nicht ehret, sich ich hier dein Geschenk verschwen: fern von deinen Wegen hält det, nicht gut angewendet! und frech den Zorn sich mehret, 3. Lehr' mich, Herr! gewissen der sie einst trifft, wenn, wie haft meine Tage zählen, jeden der Blitz, du sie von deinem Schritt zur Rechenschaft mich Richtersitz zur Strafe schnell mit Vorsicht wählen! Gieb, daß hinraffeft. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. - ich ernstlich mich jeden Tag, 2. Ich weiß, Herr! daß mirs auch heute, darauf zubereite. nicht gebührt, die Stunde zu 4. Mein Gewissen strafe mich erfragen, wo sie, vor deinen gleich für jede Sünde, daß ich; Thron geführt, verzweiflungss Jesu, bald durch dich Gnade such voll verzagen; doch diese greuels und finde. Rufe du denn mir volle Zeit lehrt mich, der Tag 39* fei 612 Lieder auf jeden Sonntag. sei nicht mehr weit, den uns Am 26. Sonntage nach dein Wort verkündigt. Trinitatis. 3. Schon stehen falsche Chri sten auf, die Deinen zu bethdren, verhindern deines GlauMei. Schaß über alle Schäßebens Lauf durch Sport und fal- 957. Ich denk an dein Ge richte, du Richter sche Lehren. Was Witz und aller Welt! Der Thor nennts Menschentand erdacht, versucht ein Gedichte, das Schwachen und strebt mit List und Macht, nur gefällt. Mich soll sein Wahn die Unschuld zu verführen. nicht stören, weil mich dein 4. O Trubsal, die dein Volk göttlich Licht und mein Gewis verheert! Herr! stärke unsern sen lehren, du haltest einst Ge Glauben und laß, so lang' die richt. * Prüfung währt, uns nichts die 2. Ich höre die Posaunen, Hoffnung rauben, daß du, der Herr! im Geifte schon, ich sehe Held und Lebensfürst, die Aus- mit Erstaunen dich auf dem erwählten retten wirst selbst aus Richterthron, um den die heil'ge des Todes Rachen. Menge erhabner Engel steht. 5. 3u dir, mein Heiland! Welch herrliches Geprángel flieh auch ich, du starbst für mei- Welch hohe Majestát! ne Sünden; o laß auch Trost 3. Mein Geist erblickt die und Stärkung mich in deinen Schaaren vor deinen Stut Wunden finden. Hier taster gestellt, so viel als Menschen mich kein Feind mehr an; ich waren vom Anbeginn der Welt. laufe meine Glaubensbahn, ge- Hier muß sich Jeder stellen deckt von deinem Schutze. und seinen Urtheitsspruch vom 6. Nur Kinder Gottes stehen dir sich lassen fällen, zu Segem fest auch in den größten Plagen. oder Fluch. gen. Gott, der sie nimmermehr vers 4. Die Menge wird geschie läßt, will sie auf Händen tra- den; dort stehn zur rechter Es folge dann gleich Hand die Schafe, die hienicz Schlag auf Schlag; er ist der den dein treues Suchen fand Herr, der leicht vermag den Dort aber steht zur Linken der bangen Lag zu kürzen. Bocke böse Schaar, die deinem 7. Kommt dann dein Tag, Ruf und Winken stets ungehors Herr Jesu Christ! so werd' ich sam war. nicht verzagen. Vor dich, der 5. ihr, zur rechten Seite! du mein Retter bist, werd' ich wie liebreich ruft er euch mich freudig wagen. Du kommst ,, Kommt, fommt Gebenedeite! ja zur Erlösung mir, verleih, erbt meines Vaters Reich. Den daß ich mich dann zu dir mit ihr habt mich gespeiset, mit Kleid festem Glauben schwinge. lund Trank versehn. Wer mer Lieder auf jeden Sonntag. 613 men Gut's erweiset, läßt mir 2. Er hat es uns zuvor ge= es selbst geschehn." sagt und einen Tag bestellt; 6. Doch, was für Blitze schie- er kömmt, wenn Niemand nach ßen auf die zur linken Hand! ihm fragt, wenn man ihn ferSie werden hören müssen: ,, Ich ne hält! hab' euch nie erkannt! Geht, 3. Wer legt, als ein getreuer gehet hin, Verfluchte! von mei- Knecht, die Rechnung zeitig nem Angesicht. Die Liebe, die bei, daß, wenn sein Herr ich suchte, zeigt' euer Wandel kommt, er gerecht und lobenss nicht! würdig sei? 7. Dann gehen die Gerechten 4. Wer giebt sein Pfund auf ins ew'ge Leben ein, und jenen Bucher hin und schafft, was Sündenknechten wird ew'ge ihm gebührt, daß ihn, zum Schmach und Pein. Was ern- ewigen Gewinn, die Gnadens ten die für Freuden, die Got tron' dort ziert? tes Antlik sehn! Was fühlen die für Leiden, die zur Verdammniß gehn! 5. Wer schmückt sich recht, wer ist bereit, wenn einst des 8. Laß, Jesu! dein Gerichte Menschen Sohn erscheint in ſet= mir stets vor Augen sein, daß ner Herrlichkeit, zu nahen seis ich dein Angesichte dereinst nicht nem Thron? möge scheun. Laß all' mein 6. Wer hält die Lampe rein Thun und Leben aus wahrem und voll? Wem brennt sein Glauben gehn, und mir das Glaubenslicht, daß, wenn der Zeugniß geben, ich werde wohl Aufbruch werden soll, ihm dann bestehn. nicht Del gebricht? 9. Ach, komm doch, mein 7. So wach denn auf, mein Erlöser, in deiner Herrlichkeit! Herz und Sinn, und schlummdie Welt wird immer böser; ore nun nicht mehr! Er kommt, Fürze diese Zeit! Laß mich die der Bräut'gam kömmt! Sieh Stimme hören: Kommt, ihr hin! er kömmt, mit ihm sein Gesegneten!" so werde ich dich Heer! ehren mit allen Heiligen. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Mel. Nun sich der Tag geendet- 958. Der Herr bricht ein 8. Der Tag der Rache nåhert sich, er selbst kommt zum Gericht! Du, meine Seele, růste dich, steh' und verzage nicht! 9. Erwach' und bet', dein Heil ist groß, das Jesus dir zur Mitternacht, gebracht! Genieß, von Dank jetzt scheint noch Alles still. Derfüllt, das Loos, das er dir zus Elend, daß fast Niemand wacht, gedacht. noch ihm begegnen will! 10. Hilf, Jesu! meiner Schwach 614 Vermischte Lieder. Schwachheit auf, steur aller vollbrachtem Lauf' einst deine Sicherheit; dann seh' ich nach Herrlichkeit. XXXIII. Vermischte Lieder. Vor schnellem Tod in unsern Sünden; Litanei. 959. Ewiger, Erbarme dich. Herr, Herr, Gott, Erbarme dich. Ewiger, Durch deine Vaterhuld, Cr. barmer; Erbarme dich. Herr Gott Vater, du Schöpfer, Durch deine Liebe, Sohn Got: Herr Gott Sohn, du Mittler tes und Erlöser; und Erlöser, Durch Alles, was du für uns Herr Gott heil'ger Geist, du Durch deinen Tod am Kreuze; thatst und littest; Beistand und Tröster, Erbarme dich über uns. Ach, wir sind Sünder! Verschon' uns Herr, Herr, unser Gott. Doch, wir sind dir versöhnt! So hilf uns Herr, Herr, unser Gott! Vor Frrthum und der Spotter Gift; Durch dein Auferstehen; Durch deine Herrschaft auf dem Thron des Vaters; In jeder Noth, die wir empfin den; Wenn Niemand retten kann, als du; Hilf uns Herr, Herr, unser Gott. Vor Sünden und des Lasters Macht; Vor Leichtsinn, Stolz, Sicherheit und Trägheit; Vor der Verführung Reiz und Trug; Vor dem ewigen Lod Behüt' uns, Herr, Herr, una ser Gott! Vor Zwietracht, Aufruhr und Empórung; Wir Sünder bitten dich: Du wollest uns erhören Herr, Herr, unser Gott. Und deine Kirche schützen, seg nen und erweitern; Alle Lehrer in der Wahrheit und des Lebens Reinigkeit ers halten; Vor Krieg, Gewalt und BlutWollest deines Geistes Kraft zum Unterrichte geben; vergießen; Vor Hagel, Feuer und Was Durch dein Wort die Welt er sersnoth; leuchten und verbessern; Vor Theurung und ansteckenden Die Frrenden zurück auf deine Krankheiten; Pfade leiten; Men Vermischte Lieder. 615 Allen Spaltungen und Verger- Unsern Bergbau, Handel und niffen wehren; Gewerbe segnen Den Leidenden Erquicklung, Trost Und unser Flehn aus Gnaden stets erhören! und Hülfe senden; Deinem Evangelio den Sieg wider Unglauben und Über: glauben verleihen; Die Kaiser, Könige und Fürsten mit Eintracht und glücklicher Regierung segnen; Unsern König mächtig schützen und erhalten, Und Heil und Glück und jedes wahre Gut ihm schenken, Und Sieg im Kampf für unsre Wohlfahrt geben; S Fürstend Grafen Gutes thun, f und seguen Alle, die ihm Ewiger, Unserm Erhör' uns Herr, Herr, unfer Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, Erbarm' dich über uns! du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! du Gotteslamm, das der Welt Sünde trågt, Verleih uns steten Frieden! Herr, Herr, dienen; Unserm Umt, Rath und der Ge- Herr, Herr, meinde helfen und sie behüten; Das ganze Vaterland beschirbefreien; Der Kranken und Verlaßnen Ewiger, men und beglücken; Den Müttern und den Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken; Unfre Jugend früh mit deiner 960. Lieb' erfüllen; dich annehmen; Der Wittwen und Waisen Verforger und Vater sein; Unsern Feinden verzeihen und sie bekehren; Erhöre uns! Erbarme dich! Erbarme dich! Erbarme dich unser! 2 men. Bitte um Friede. Die Unterdrückten retten und durch Jesum, deinen Sohn, bite ten wir, Hallelujah. Wache auf, Herr, warum schläfest du? wache auf und verstoße uns nicht so gar. Herr Gott! gieb uns deinen Fried, 2. Herr Gott! gieb uns deinen Fried, durch Jesum, deinen Sohn, bitten wir, Hallelus Aller Menschen dich erbarmen; jah. Warum verbirgest du dein Des Landes Früchte bewahren Untlik und vergisfest unsers Elendes und Dranges? und vermehren; 3. D 616 Vermischte Lieder. 3. D Herr Gott! gieb uns dei: 4. Hier, Gott! bekennen wir nen Fried, durch Jesum deinen im Staube dir unsrer Uebertre: Sohn, bitten wir, Hallelujah. tung Schuld. Du bist gerecht, Mach dich auf, Herr, hilf uns, doch unser Glaube vertrauet nur um deiner Güte willen, denn auf deine Huld. Wir, tiefge: unsre Seele ist gebeugt zu der beugt durch Furcht und Schmerz, Erden. wir hoffen auf dein Vaterherz. ( 4. Denn Niemand ist, der 5. Wir fliehen hin zu deinem uns helfen oder beschützen kann, Sohne, der unsrer Sünden in diesen gefährlichen Zeiten, Strafen litt. Um unsers Mitt denn du, Herr, unfer Vater lers willen schone, der uns und Gott. Hallelujah. durch seine Huld vertritt! Er 5. Gieb unsrer Herrschaft und duldet hat er unsre Pein, er ist aller Obrigkeit Fried' und gutRe: dein Sohn und wir sind sein. giment, daß wir unter ihnen ein 6. Sein Blut, Herr, ist für geruhig und stilles Leben führen uns geflossen; er hats zum mögen, in aller Gottseligkeit Opfer dir geweiht. Dieß theure und Ehrbarkeit, Amen.) Blut, für uns vergossen, ruft Am allgemeinen Bußtage. Erhör' es; denn du hast ja doch jetzt noch um Barmherzigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott- so oft verschonet, schone noch.* 961. ir liegen hier zu 7. Verschon' uns noch mit deinen Füßen, odeiner Strafe! Wir haben und Gott von großer Güt' und Treu, von dir verirrt. Drum such und fühlen Jeder im Gewissen, uns, wie verlorne Schafe, als wie reif zur Strafe Jeder sei. Ach ein erbarmungsvoller Hirt! Ere gebst du mit uns ins Gericht, folgreif uns, deine Huld ist groß; bleibt vor dir kein Sünder nicht. führ' uns zurück in deinen 2. Du bist gerecht und wir Schoos. sind Sünder; wie wollen wir 8. Wir flehn voll Reu, las vor dir bestehn? Wir bösen ab uns nicht sterben. Laß Hunger gefallnen Kinder, die wir nicht nicht, nicht Schwert, noch deine Wege gehn! Wir, von der Pest dein reuevolles Volk ver Sünde Joch beschwert, sind derben, das sich auf deine Huld Alle deiner Strafe werth. verläßt. Entzieh auch deines Wortes Licht und seinen Trost der Kirche nicht. 3. Doch, Vater, denk an dei nen Namen, o denk an deines Sohnes Tod! Du hast, wenn 9. Gieb Friede, Gott, in Sünder wieder kamen, dich ihrer deinem Lande, gieb reine Luft stets erbarmt, o Gott! Geb' auch und gute Zeit und Heil in einem nicht mit uns ins Gericht! Dusjeden Stande, und fördre die Ge willst der Sünder Tod ja nicht. rechtigkeit, Kron' unsre Felder Durch J Vermischte Lieder. 617 durch dein Gut. Nimm jedes das Klaggeschrei, das vormals, Haus in deine Hut. viele Morgen neu, hier in 10. Nimm an die Opfer, die Brandstätten schallte. wir bringen; sieh unsre Seelen 5. Uns hat der Herr bisher gnädig an; hilf uns, was du verschont! Ach! schätzt es, froma befiehlst, vollbringen. Dann me Christen! daß Gott, dem oft danken wir, wir jauchzen dann: nur Undank lohnt, uns nicht ges Der Herr bat sich zu uns gemacht zur Wüsten. Wir wohnen fehrt; der Vater hat sein Volk sicher in der Stadt, Gott, un= erhört. fer großer Schutzherr, hat sehr treulich uns bewachet. Bei der Brandpredigt. Mel. Herr Jesu Christ, du h.- 962, 6.Schien es auch oft, sein Feus er sei, uns zu vernichten, nahe, gütiger! durch so stand er uns doch mächtig bei, deine Macht, die daß Jeder von uns sahe, er hab' nie ruht, nie ermüdet, hast du, in seines Zornes Macht barm= als Vater, Tag und Nacht vor herzig noch an uns gedacht. Er Feuer uns behütet. Wenn nach half, wenn wir schon zagten. des Tages Schweiß und Last 7. Auf, Christen! auf und wir forglos schliefen, o da hasi danket ihm, dem großen Gott der Götter! Erhebt mit froher 2. Wenn uns nicht deine Andachtsstimm' den Herrn, den Vorsicht deckt, was helfen ban mächt'gen Retter! Er nur ist ge Sorgen? Ein Blitzstrahl, des Gott, und keiner mehr; auf! sen Näh' uns schreckt, ein Fun- bringt ihm heute Preis und te, der verborgen, stieg oft in Ehr'! Hallelujah dem Helfer! belle Flammen auf, wenn du 8. Herr, deiner treuen Vanicht hemmtest seinen Lauf und terhand empfehlen deine Kinder schafftest Rath und Hülfe. auch ferner ihre Stadt und Land. du treu für uns gewachet. 3. Wer heute nicht Herz, Sei ferner auch nicht minder Aug' und Hand voll Dank zu uns Schutz und Rath und Trost dir erhebet, der hat gewiß nie und Licht. Verlaß uns selbst recht erkannt, daß er durch dich im Tode nicht, und führ' uns nur lebet, und daß nur deine ein ins Leben. treue Hut ihn schützet vor des Feuers Gluth, sein Haus und Am Reformationsfeste. Hof bewahrte. 4. Wie schreckensvoll war je Mel. Sei Lob und Chr' dem h.- ne Nacht, die unsre Stadt, durch 963. Dein Volk, o Herr! Flammen, zum Aschenhaufen fingt frohen Dank einst gemacht, drein Alles fiel zu deines Namens Ehre. Es zusammen! Wie traurig warlstimm' auch unser Lobgesang in alle 618 Vermischte Lieder. alle heilge Chöre, die heut in 7. So glücklich hast du uns deinem Heiligthum zu deines gemacht durch deines Wortes großen Namens Ruhm dir Ju- Lebre! Dir, Herr, sei ewig bellieder singen. Dank gebracht, dir Rubm, 2. Dieß ist ein Tag, von dir Preis, Lob und Ehre! Dir gemacht! Von dir, Herr, ist's ge- jauchzet unser Herz und Mund. schehen, daß wir, frei von des Es mach' auch unser Leben kund, Irrthums Nacht, das Licht der daß wir dich dankbar ehren. Wahrheit sehen; daß wir, von Menschentand befreit, dir, wie dein eigen Wort gebeut, recht= schaffen dienen können. Bei der Confirmation. Mel. Nun freut euch, lieben Chr.. 3. welche Wohlthat, Gott, 964. Die hier vor deinem ist dieß, so uns ist widerfahren. Antlitz stehn, sind, Es lag dein Wort in Finfierniß Jesu, deine Glieder; blick', da seit mehr als tausend Jahren. vereint wir für sie flehn, erbara Du hast, trotz aller Feinde Macht, mend auf sie nieder; gieb ihnen, es wieder au das Licht gebracht. Bater, Sohn und Geist! das Wir freun uns dieser Gnade. Gute, das dein Wort verheißt, 4. Du läsfest hier im Heilig- im Leben, Leiden, Sterben. thum dein lautres Wort uns 2. Sie kennen, Vater, deis hören; zu unserm Heil, zu deinen Sohn und seine heil'gen feh nem Ruhm läßt du es reichlich ren. Ist Freude, Gott, vor deis lehren. In unsern Häusern ist nem Thron, wenn Sünder sich es auch uns frei zum täglichen bekehren; wie groß ist unsre Freus Gebrauch; lehr dieses Glück de nun, da diese ihr Gelübde uns schätzen! thun, dir treulich anzuhangen. 5. In unsern Schulen bildet 3. O laß sie niemals zum Ge man Verstand und Herz der richt dein heilig Mahl empfas Jugend. Man führt nach dei- hen! Laß sie in Glaubenszuvers nem Wort' sie an zum Glaubensicht sich stets demselben nahen. und zur Tugend. Das Ansehn Dieß stärke sie in aller Noth; unfrer Obrigkeit bleibt unge dieß reize sie, des Mittlers Tod kránkt, und Sicherheit und Ruh' zu preisen durch ihr Leben. und Ordnung herrschen. 4. Lacht ihnen bei dem Chris 6. So können wir bei deinem stenlauf die falsche Welt ents Licht' ein frohes Leben führen, gegen, hilf ihrem schwachen wenn wir nach unsrer Christen Glauben auf; und, wenn sich Pflicht nur deine Lehre zieren Lüfste regen, laß sie hinauf auf Und bricht auch unser Tod herein, Jesum fehn, durch ihn gestärkt, so spricht dein Geist den Trost uns die Welt verschmähn, beharren ein: Berglaubet, der wird selig. bis ans Ende. 5. Zeig Vermischte Lieder. 619 5. Zeig ihnen, daß sie allezeit Gnade geben! Wohl euch, Kin= das thun, was sie geloben, den der! dann wird Heil euch in hohen Loba der Ewigkeit, die Ewigkeit zu Theil. Herrlichkeit dort oben. Dein Die Kinder. Geist müff' ihnen Kraft verleihn! Mel. Werde munter, mein Gent.Herr, segne sie, denn sie sind dein; erhalt sie in der Wahrheit. Nach der Confirmation. Die Versammlung allein. Mel. Wer nur den lieben Gott 965, - 5. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott, und nicht der Welt; thun, in unserm ganzen Seben, willig das, was ihm ge= fällt. Wer hier sået in der Zeit, erntet dort in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten ewig euren Herzen werth! Denn Jedem nach Verdienst vergelten. das Versprechen eures Mundes Die Versammlung. Kinder, dieser Tag des Bundes fei - hat der Allwissende gehört. Ihr Mel. Wer nur den lieben Gott- jungen Christen, denket nach, 6. Dem Guten eifrig nachzus was heute euer Mund versprach. streben, das Böse ernstlich stets 2. Bedenkt, wozu ihr euch zu scheun, nur Jesu, nicht der verpflichtet, Gott und dem Gu- Welt zu leben, im Glauben tház ten treu zu sein. Von Neuemstig stets zu sein; dieß wirke habt ihr euch verpflichtet, euch Gott, der Alles schafft, in euch eurem Heiland ganz zu weihn. durch seines Geistes Kraft. Oheilig sei euch diese Pflicht! Vergesset dieses Tages nicht. - Die Kinder. In voriger Melodie. Die Kinder allein. 7. Herr, stärke uns in unsrer Mel. Werde munter, mein Gem.-Jugend, zu thun nur das, was 3. Unsern Herzen soll die Stun- dir gefällt; stets heilig sei uns de ewig unvergeßlich sein! Mit Glaub' und Tugend, was ewig dem Herzen, mit dem Munde seinen Werth behält, damit nicht schwuren wir, Gott treu zujunsre Lebenszeit uns einst zu fein! Dieses Tages, dieser spát im Tod' gereut. Pflicht wollen wir vergessen Die Versammlung. nicht. Gott, der Alles weiß und Mel. Herr, wie du willt, so schicks- richtet, weiß, wozu wir uns 8. Bater, höre unser Flehn, verpflichtet. und blicke huldreich nieder auf Die Versammlung. fie, die bier versammlet stehn, auf Mel. Meinen Jesum laß ich nicht deines Reiches Glieder. Gieb ih: 4. Heil euch, wenn ihrs red nen, Vater, Sohn und Geist, lich meint, daß ihr christlich wol- das Gute, das dein Wort ver= let leben. O dann ist Gott' euer heißt, im Leben und im Ster= Freund, wird euch Kraft und ben. Beim - 620 Vermischte Lieder. Glauben; hilf den Schwachen, Beim Genuß des heiligen die gebeugt von ferne stehn, Abendmahls. können unerhört nicht flehn. Der Chor. 5. Hoherpriester, Jesu Chrift, du bist einmal eingegangen in Mel. Wachet auf, ruft uns die das Heiligthum, du bist als 966. Herr, du wollst sie ein Fluch am Kreuz gehangen. zubereiten zu dei- Also bist du durch den Tod ein- nes Mahles Seligkeiten, sei gegangen, Sohn, zu Gott! mitten unter ihnen, Gott! Heit 6. Hoherpriester, ja du bist und Leben zu empfahen, laß auch für diese eingegangen! sie, o Sohn, sich würdig na- Sprich sie los, Gott, Jesu hen, durch dich befreit von Christ, da sie nun dein Mahl Sund' und Tod. Sie sind er empfangen! Laß sie fühlen: ins löst und rein, sind, Jesu Chri- Gericht kommen wir, die glau ste! dein, sind unsterblich. Laß, ben, nicht. laß sie sehn in deinen Höhn 7. Nehmet hin und eßt sein von fern der Ueberwinder Lohn. Brod! Jesus Christus ward ges Die Gemeinde. geben für die Sünder in den Mel. Jefus, meine Zuversicht Tod! Nehmt und trinkt, ihe trinkt das Leben. Hingegeben Die ihr Jesu Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, in den Tod ward er, in der all' auf Christi Tod getauft, alle Sünder Tod. seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euern Bund der Seligkeit. Der Chor. Brod. 2. Nehmt und eßt zum ew': gen Leben! Nehmt hin und 2. Nehmet hin und eßt sein trinkt zum ew'gen Leben! Der Jefus Christus ward Friede Christi sei mit euch! gegeben für die Sünder in den Nehmt und eßt zum ew'gen Le Tod! Nehmt und trinkt, ihr ben! Nehmt hin und trinkt trinkt das Leben. Hingegeben zum ew'gen Leben! Ererbt, er in den Tod ward er, in der erbt des Mittlers Reich! Wacht! Sünder Tod! eure Seele sei ihm bis in Lod 3. Die voll Glaubenszuver- getreu! Amen, Amen. Der sicht deines Heils, o Sohn, sich Weg ist schmal, klein ist die freuen, diese laß in deinem Licht Zahl der Sieger, die der Richewig wandeln, dir sich weihen. ter front. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein. F Die Gemeiné. 8. Jesu Christi Mittlertod 4. Tröste, die in Traurigkeit werd' in aller Welt verkündigt; Aber ihre Seelen wachen; stärke, Jesu Christi Mittlertod, der Herr der Herrlichkeit, ihren vorm Richter uns entsündigt! Jes Vermischte Lieder. 621 Jesus Christ, mit Preis gekrönt, 3. Glauben und Gehorsam hat unsStaub mit Gott versöhnt. soll ihm der Mensch bezeigen; 9. In das Chor der Himmel Aller Knie sich demuthsvoll vor schwingt, Herr, sich unser dem Mittler beugen; froh soll schwaches Lallen. Wenn, von jede Nation und mit Dant bes Seligen umringt, wir vor dir kennen, er, des Allerhöchsten einst niederfallen: singt ein beß: Sohn, sei der Herr zu nennen. rer Lobgesang für dein Sterben 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt Preis und Dank. zugleich Gott, durch den wir leben. Ist des Vaters Macht Der Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen und Reich ihm nicht übergeben? Tagen der Märtyrer dir nachge- Wer zu Jesu: Herr, Herr! tragen, verließen oft des Bun spricht und doch Böses übet, des Mahl, um vorm Blutge kennt ihn und den Vater nicht, richt zu stehen, mit dir bis in der nur Fromme liebet. den Tod zu gehen, voli Freu: 5. Ewig liebe dich mein Herz, den in des Todes Qual! Gieb, göttlicher Erbarmer. Denn Herr, Beständigkeit auch uns; durch deinen Todesschmerz leb' nicht Lust, nicht Leid laß uns und sieg' ich, Armer. Du kennst, scheiden von dir, daß treu die treuer Menschenfreund, unsre Seele sei dir, der uns bis aus Leidensstunden, und wie der Kreuz geliebt. Verlaßne weint, hast du selbst 2a Die Herrschaft Jesu über empfunden. seine Gemeinde. 6. Du, den in der Niedrigkeit Noth und Angst umgaben, tannst nun in der Herrlichkeit Mel. Jefu, deine Passion967. Jesus Christus, Got Mitleid mit uns haben. Jene tes Sohn, kam zu Seelenangst, die du haft für uns auf Erden, von des Vaters uns getragen, ist die Quelle ew'gem Thron, unser Heil zu wer- unsrer Ruh, lindert unsre Plas den. Er, er ward ein Mensch, gen. ut oot ist gualtat wie wir; schwerer Leiden Bür 7. Wenn Gebet und Angstge= den übernahm er willig hier, schrei zu dem Himmel dringen; daß wir selig würden. eilst du mitleidsvoll herbei, 2. Nun herrscht er voll Ma- hilfft den Sieg erringen, schenjestát, nach vollbrachten Leiden, test unsern Seelen Licht, unals der Herr von Gott erhöht, fern Herzen Leben, daß wir, und regiert mit Freuden weis- schreckt uns dein Gericht, nicht heitsvoll das große Reich, das als Sünder beben. ihm Gott gegeben. Fromme sol 8. Du kannst zur Unsterblichlen Engeln gleich, mit ihm ewig feit aus dem Staub? erhöhen. leben. Wenn dein Allmachtswink ge= beut, 622 Vermischte Lieder. beur, muß die Nacht vergehen. Mensch, dein Heil zu werden? O wie weicht da alles Leid, wo Sprich, weß du dich zu rühmen du gnädig wohnest und mit hast? Bracht' er sich nicht zum Muth und Freudigkeit Glau- Opfer dar, als Jeder Gottes bige belohnest. Feind noch war? 9. Jesu, weiche nicht von mir, 4. Aus Gnaden that er's; reiche mir die Händ, daß auch freut euch, Sünder! Wenn ihr ich den Weg zu dir einst beglückt nur wahre Buße thut und vollende. Hilf, weil ich auf Er glaubt, so seid ihr Gottes Kinz den bin und mit Noth umgeben, der, ihm wohlgefällig durch sein daß ich stets nach deinem Sinn Blut. Welch Heil, das uns glauben mög' und leben. Gott geben kann! Aus Gnaden 10. Lehr' einst in der Todes- nimmt er Sünder an. nacht, wenn die Augen brechen, 5. Aus Gnaden! Aber, Súna mich dein Wort: ,, Es ist voll- der, hüte dich vor dem Mißbracht!" auch im Glauben spre: brauch seiner Huld, und häufe chen. Hilf, daß ich mein Va- nicht, weil seine Güte so wun Hilf terland dann im Geist' erblicke, dervoll ist, Schuld auf Schuld; und mich in des Vaters Hand denn wer auf sie zu freveln ew'ge Wonn' erquicke. wagt, dem ist ihr Trost und Heil versagt.dnd bis Die Seligkeit aus Gnaden. 6. Ergreif mich denn mit Vas terarmen! Gott! rette mich, Mel. Wer nur den lieben Gott- gieb Glauben, gieb auch Heis 968, Aus [ us Gnaden soll ich ligkeit durch dein Erbarmen, zu selig werden, und allen Pflichten Kraft und Tried, nicht durch meiner Werke Werth. daß meine Seele dir getreu im Welch Heil, daß Gott mich schon Glauben, bis zum Tode, sei. auf Erden für seiner Gnade 7. Auš Gnaden hilf mir rinKind erklärt! Durch meinen gen, streiten und überwinden; Heiland soll ich rein, aus Gna- tritt herzu, wenn meine matten den ewig selig, sein. Füße gleiten, und decke meine 2. Aus Gnaden! Denn wer Mängel zu. Denn du belohnst kann verdienen, was Sündern den Glauben, auch der Gnade Gottes Sohn erwarb, als er zu redlichen Gebrauch. Gottes Ehr' und ihnen zum Heil 8. Aus Gnaden einst von die und zur Versöhnung starb? Nahm erhoben in deinen Himmel, will er nicht Aller Sündenschuld auf ich dann, mit allen Heiligen, sich allein, und blos aus Huld? dich loben, mehr, als ichs hier, 3. Aus Gnaden trug er ja in Schwachheit, kann. Dann auf Erden der Strafen Gottes bin ich ganz gerecht und rein, ganze Last. Was trieb ihn, und ewig selig, ewig dein. Bits Vermischte Lieder. 623 Bitte um Glauben. herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Da werd' Mel. O Gott, du frommer Gott- ich, was ich hier geglaubt, im 969. Herr, ohne Glauben Lichte schaun; ja, dann erfüllst kann kein Mensch du ganz mein gläubiges Vers vor dir bestehen; drum wend' ich traun. mich zu dir mit demuthsvollem Flehen; ozünde selbst in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefallen kann. E Sterbelieder. Mel. Es ist genug, so nimm 970, Gedente mein, mein Gott! gedenke 2. Laß mich, Gott, daß du feift, mit Ueberzeugung glau ben. mein, wie es am besten ist! Ich Nichts müsse mir das liebe dich, ich habe dich allein zu Wort aus meinem Herzen rau- meinem Trost erkiest. Ach! laß ben, daß du dem, der dich sucht, mich doch dein Heil jetzt sehen! Gott, ein Vergelter seist, und Ach höre doch mein letztes Fles hier und ewig ihn mit deinem hen: Gedenke mein! Heit erfreust. 1 2.( Jesus.) Ich denke dein! 3. Wahrhaftig ist dein Wort; o Seele! zage nicht, dein Jeſus gieb, daß ich dir vertraue und ist nicht weit. Hier ist mein meine Hoffnung fest auf deine Kreuz, mein Wort, dein helles Treue baue; gieb, daß ich dir licht, mein Blut, dein Ehrenim Glück und Unglück stets ge- kleid. Ist nicht mein Lieben un treu und dem, was du gebeuist, ermessen? Wie sour' ich deiner von Herzen folgsam sei. denn vergessen? Ich denke dein! 4. Auch hilf mir, daß ich den, 3.( Seele.) Gedenke mein, den du gesandt, erkenne, ihn weil mein die Welt vergißt auf meinen Gott und Herrn von dieser Todtenbahn! Mein Herze ganzer Seele nenne und dankbar bricht, die Lebenskraft verfließt. für das Heil, das mir sein Tod Ach! nimm dich meiner an! gewährt, stets thue, was er Wenn mir die müden Augen bremich in seinem Wort gelehrt.chen, wenn meine Lippen nicht 5. Sein göttliches Verdienst mehr sprechen: Gedenke mein! fei mir beständig theuer, erfülle 4.( Jesus.) Ich denke dein! mich mit Trost und mach' mich noch heute bist du hier bei mir immer freier vom schudden Sün im Paradies. Es wart't auf dich dendienst! Es stärke mich mit der Himmelskrone Zier, die ich Kraft, zu seines Namens Ruhm, dir hier verhieß. Die Engel tras in meiner Pilgrimschaft. gen deine Seele in meiner Wuns 6. Wie selig leb' ich dann im den tiefe Höhle. Ich denke dein! Glauben schon auf Erden. Noch 5.( Seele.) Gecenke mein! Durch 624 Vermischte Lieder. Durch deinen Todesschweiß, Mel. Wer nur den lieben Gottwisch du den meinen ab! Sei mein Leben eilt im du mein Stab auf meiner schwez 971. Jch sterbe täglich, un ren Reif' bis in das finstre merfort zum Grabe hin. We Grab! Und wenn ich g'nug ge- tann mir einen Bürgen geben schlafen habe, vergiß auch meis ob ich noch morgen lebend bins ner nicht im Grabe; Gedenke Die Zeit geht hin, der Lob mein! fommt her, ach! wer nur im 6.( Jesus.) Ich denke dein! mer fertig wär'! Du weißt ja selbsten wohl, daß 2. Ein Mensch, der sich mit dein Erlöser lebt, der deinen Sünden tråget, ist immer reiStaub auch einst erwecken soll, zum Sarg und Grab; der Apfel der sich jetzund vergräbt. Die der den Wurm schon heget, fäll Asche werd' ich selbst bewahren; endlich unversehens ab; der alte so fannst du nun in Friede fab- Bund schließt Keinen aus, mein ren! Ich denke dein! Leib ist auch ein Todtenhaus. 7.( Seele.) Gedenke mein 3. Es schickt derTod nicht im und der betrübten Schaar, die mer Boten, er kommt oft gar un ich verlassen muß. Sei du ihr angemeld't und fordert uns ins Trost, der Schutz bei der Ge- Land der Todten; wohl dem, den fabr, fill ihren Thránenguß! Haus und Herz bestellt! dent Ach! willst du dieses mir bea ewigs Glück nnd Ungetück hängt scheiden, so sterb' ich ruhig und nur an, einem Augenblick. mit Freuden: Gedenke mein! 4. Herr aller Herren! Tob 8.( Jesus.) Ich denke dein und Leben hast du allein in dei und breite meine Hand auch auf ner Hand, wie lange du mirfrist die Deinen aus; ich mache leicht gegeben, das ist und bleibt min den schweren Trauerstand, ich unbekannt. Hilf, daß bei jeden schütze Kirch' und Haus; sie Seigerschlag ich an den Absollen dein Gebet genießen, nun schied denken mag. will ich dir die Augen schließen. Ich denke dein! Der ganze Chor. 5. Es fann vor Abends an ders werden, als es am Morgen mit mir war; den einer Fuß hab' ich auf Erden, den 9. So ruhe wohl! Gott hat andern auf der Todtenbahr' an dich gedacht und es sehr Ein kleiner Schritt ist nur da gut gemacht. Schlaf, múder hin, wo ich der Würmer Spei Leib, schlaf wohl, zu guter se bin. Nacht! weil Jesus dich bewacht. 6. Ein eing'ger Schlag kans Verschlaf hier die erlittnen Alles enden, wenn Fall und Toi Schmerzen, wir graben dich in beisammen sein; doch schlag unsre Herzen: So ruhe wohl! nur mit Baterhånden und schlie Vermischte Lieder. 625 in Christi Tod mich ein, daß, soll, so liebst du mich, so ist wenn der Leib zu Boden fällt, die mir wohl. Seel' an Jesu Kreuz sich hált. Mel. Last uns Alle fröhlich 7. Vielleicht kann ich kein Wort nicht sagen, wenn Auge, Mund 973. Alles Gute kommt von Gott! Segne du die und Ohr sich schleußt; drum bet' kehren, die wir von dir, treuich bei gesunden Tagen: ,, Herrer Gott, in der Schule hören. ich befehl' dir meinen Geist!" 2. Laß uns fromm, geborsam Verschließen meine Lippen sich sein, unsern Lehrer ehren. So so schreie Jesu Blut für mich. wird sich der Lehrer freun, Gus 8. Kann ich die Meinen nicht tes uns zu lehreu. gesegnen, so segne du sie mehr, als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster! so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein, durch deinen 974. Von Kindheit an war Trost, erhörlich ſein. über mir, Herr! Danklieder für Schulen. Mel. Machs mit mir, Gött9. Dringt mir der letzte Stoß deine Güt' und Treue; und jes zum Herzen, so schließe mir den des Gute kommt von dir, deß Himmel auf; verkürze mir des ich mich jetzt erfreue. MehrGus Todes Schmerzen und hole mich tes, als ich nennen kann, hast zu dir hinauf; so wird mein du, mein Gott, an mir gethan. Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig, sein. - 2. Noch jetzt, noch jeden Augenblick, empfind' ich deine Güte. Dir dank' ich meines Les bens Glück, dir meiner Jugend Blüthe, dir Glieder, Sinnen Mel. Mein Gott, ich danke herzl.-und Verstand, die Eltern, 972. Gott, der du alle Welt Freund' und Vaterland. Schullieder. erfreu'st und jede 3. Ja, was mich froh und Wohlthat mir verleibst, laß glücklich macht, am Leib' und trág' und sorglos mich nicht am Gemüthe; so vieles Heil bei ruhn, laß mich mein Werk mit Tag und Nacht, ist alles deine Freuden thun. Güte. Herr! stündlich thust du 2.3u dir hoff' ich mit Zuver- wohl au mir; ach! dankt' ich ficht, du werdest meinem Fleiße stündlich, Gott, auch dir? nicht dein segnendes Gedeihn 4. Ach! danket Alle mit mir, , entziehn, vergebens ist sonst Gott! Lobt mit mir unsern Bas mein Bemühn. ter! Er nährt, er schützt, er hilft 3. Gieb, daß ich, meiner Pflicht aus Noth, er ist der beste Bater! getreu, aus allen Kräften fleißig O laß uns seiner Güte freun, fel. Hilf, daß ich lerne, wie ich ihn lieben und ihm dankbar sein. 40 5. So Vermischte Lieder. 626 5. Co wird er, der uns Gutes gab, auch ferner uns bedenAllgemeiner Lobgesang. wir! Herr Gott, ken; wird bis ins Alter, bis 977. Herr Gott, dich loben ins Grab uns Heil und Freude wir danken dir! von Ewigkeit schenken! Und einfi im Himmel zu Ewigkeit preist Alles deine giebet er der Freuden unausfprechlich mehr. Herrlichkeit. Der Kreaturen großes Heer verkündigt deines Namens Ehr'. Die Engel, Beim Beschluß der Schule.deine Seraphim, lobsingen die mit hoher Stimm': ,, Heilig ist Met. Liebster Jesu, wir sind hier- unfer Gott, heilig ist unser 975.So beschließen wi Gott, heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth!" 2. Weit über alle Himmel weit auch heut, Vater, dankbar unsre Stunden; deine Huld und Freundlichkeit haben geht deine Macht und Herrlich Huld und Freundlichkeit haben feit. Sie, die den Erdkreis wir auch heut empfunden! Hilf, wunderbar bekehrten, der Apos daß wir nach deinem Willen, tel Schaar, der Lehre Jesu unsre Pflichten stets erfüllen. Mártyrer, sie preisen ewig dich, 2. Ja, so lange wir hier sind, o Herr! Am Grabe noch, noch wollen wir als Christen wan in der Zeit, preist dich auch deln; täglich, fromm und gut eine Christenheit, dich, Vater, gesinnt, nur nach Jesu Lehren auf der Himmel Thron, dich handeln. Dann nimmst du uns, Jesu Christ, des Vaters Sohn, wenn wir scheiden, auf zu dei nen höhern Freuden. und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Les ben schafft. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier3. Du Herr der Ehren, Jes 976.11nser Gott, wir dan- su Christ, des Vaters ew'ger ken dir, daß du Sohn du bist! Du wardst ein uns dein Wort gegeben. Gieb Mensch, doch fündenrein, die uns Gnade, daß wir hier auch Welt von Sünden zu befrein. darnach rechtschaffen leben. Gieb Dem Tode nahmst du seine dem Glauben solche Stärke, daß Macht; zum Himmel hast du er thätig sei durch Werke. uns gebracht. Nun herrschest du 2. Uns, o Bater, lehrest du, ins Baters Reich, an Majestät was wir thun und glauben sol- und Macht ihm gleich. Im Grabe len! schenk uns deine Kraft läsfest du uns nicht, du kommst, dazu, gieb zum Wissen auch du kommst und hältst Gericht. das Wollen, und zum Wollen 4. O, der für uus geblutet hat, das Vollbringen, so wird Alles erwürgt für unsre Missethat, einst wohl gelingen. sei im Himmel ew'ges Heil, mit allen 1 Vermischte Lieder. 627 allen Frommen, unser Theil. Hilf 3. Ja, wir wollen nun mit deinem Volke, Jesu Christ, und Freuden zu dem lieben Vater segne, was dein Erbtheil ist. Leit gehn, und in seiner Liebe weis uns durch unsre Prüfungszeit den, wie die thun, so vor ihm bis zu der frohen Ewigkeit. ftehn: Heilig, Heilig, Heilig! 5. Täglich, Herr Gott, wir lossingen: Hallelujah! soll erklinben dich. Dir heiligt unsre Seele gen unserm Gotte und dem sich. Vor aller Ungerechtigkeit Lamm, unserm holden Bräutis behüt uns jetzt und allezeit. Sei gam. Lasset seinen Ruhm ers gnädig uns, o trener Gott, sei schallen und erzählt sein Werk gnädig uns in aller Noth. Wenn vor allen, daß er ewig uns ers wir zu dir um Hülfe schrein, laß wählet, uns zu seinem Volk ges dein Erbarmen uns erfreun. Auf zahles. dich steht unsre Zuversicht; vers 4. Lernet euren Jesum kennen, laß uns auch im Tode nicht. der euch theu'r erkaufet hat! Amen. Lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder, Freund und 978. Laffet uns den Her- Rath, euren starken Held im ren preisen, und Streiten, eure Luft in Fröhvermehren seinen Ruhm! Stim- lichkeiten, euren Trost und euer met an die süßen Weisen, die Heil, euer allerbesies Theil! ihr seid sein Eigenthum! Ewig Ewig solche Güte währet, die währet sein Erbarmen; ewig will euch durch ihn wiederfähret; ewig er uns umarmen mit der fü- soll das Lob erklingen, daß wir Ben Liebeshuld, nicht gedenken ihm zu Ehren singen. unsrer Schuld. Preiset ewig sei5. Tretet nur getrost zum nen Namen, die ihr seid von Throne, da der Gnadenstuhl zu Abrams Samen; rühmet ewig sehn; es kann euch von Gottes feine Werke, geber ihm Lob, Sohne nichts als Lieb' und Huld Ehr' und Stärke! geschehn. Er erwartet mit Vers 2. Che noch ein Mensch gelangen, bis er fónne uns ums boren, hat er uns zuvor gekannt fangen, und das allerhöchste und in Christo auserkoren, feine Gut uns mittheilen durch sein Huld uns zugewandt. Selbst Blut. Große Gnad' ist da zu der Himmel und die Erden müs finden, er will sich mit uns vers fen uns zu Dienste werden, weil binden, und soll niemals etwas wir durch sein liebstes Kind seine können uns von seiner Liebe Kinder worden sind. Ewig fol che Gnade währet, die er uns in ihm bescheret, ewig wollen wir uns üben, über Alles ihn zu lieben. 1 trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit aufgethan, und es ist sein ernster Wille, daß 40* nun 628 Vermischte Lieder. nun komme Jedermann. Keiners seiner Gnade fülle, der fromme soll sich hierbei schámen, sondern Gott macht dir gar keinen Gnad' um Gnade nehmen; wer Schmerz; die Unlust schafft in ein hungrig Herze hat, wird aus dir dein Eigenwille, den übera seiner Fülle fatt; ewig folche gieb nur willig in den Tod, so Fülle wäbret, die uns so viel hat's nicht Noth. Gut's bescheret; Wollust, die 4. Laß nur dein Herz im Glaus uns ewig tränket, wird uns ben ruhn, wenn dich will Noth daraus eingeschenket. and Finsterniß bedecken; dein 7. Nun, du Liebster! unser Vater wird nichts Schlimmes Fallen, damit wir dir dankbar mit dir thun; vor keinem Wind sein, laß dir gnädig, wohlge- und Sturm darfst du erschrecken; fallen, bis wir Alle insgemein ja, siehst du endlich ferner keine ewig deine Gütigkeiten, mit ge- Spur, so glaube nur. sammtem Lob', ausbreiten, da 5. Auf, auf, mein Geist! was wir werden Gloria singen und säumest du, dich deinem Gott Hallelujah! Preis, Chr', Rubm, ganz kindlich zu ergeben? Geh Dank, Macht und Stärke und ein, mein Herz, genieß die süs was rühmet seine Werke, werde ße Ruh! im Friede sollst du vor unserm Gott gegeben; laßt uns dem Vater schweben; die Sorg' ihm zu Ehren leben! und Last wirf nur getrost und fühn allein auf ihn! Gottergebenheit. Mel. Ach! was soll ich Sünder 979& s ist nicht schwer, ein Chrift zu sein, 980, Großer Konig! den und nach dem Sinne Jesu Chris ich ehre, der sti leben! zwar der Natur geht durch seines Geistes Lehre mir es gar sauer ein, sich immerdar sein Licht hat angezünd't, und in Christi Tod zu geben, doch jetzt und zu allen Zeiten, durch führt die Gnade selbst zu aller viel tausend Gütigkeiten, sich Zeit siegreich den Streit. mein ganzes Herz verbind't. 2. Du darfst ja nur ein Kind- 2. Herr! ich will mein Herz lein sein, du darfst ja nur die dir geben, das soll dir aufs leichte Liebe üben; o blöder Neue leben, denn du forderst Geist, schau doch, wie gut ers es von mir; es soll sich mit die mein'! Das kleinste Kind kann verbinden und nunmehr dem ja die Mutter lieben; drum Dienst der Sünden ganz entsafürchte dich nur ferner nicht so gen für und für. sehr, es ht nicht schwer. 3. Mach es dir zu einem Gars 3. Dein Vater fordert nur ten voll Gewächse schönster Ars das Herz, daß er es selbst mit ten, voller Blüth' und Lieblichfeit; 629 2. Bin ich doch einem Pilger gleich, der einen Berg erstiegen. Er sieht die Landschaft groß und reich zu seinen Füßen liegen, die 4. Laß es deinen Geist vom er durcheilt, und sinnend weilt Neuen dir zu einem Tempel wei er bei genoß'nen Freuden und hen, der auf ewig heilig sei! bei ertrag'nen Leiden. Ach, vertilge selbst darinnen alle Lust und macht der Sinnen; segne mich und mach mich frei. 3. So schaue jetzt auch ich, als Greis, auf meines Lebens Pfade, und sehe hier zu deinem Preis 5. Schenke mir auf meine nur deine Huld und Gnade. An Bitte ein recht göttliches Ge- deiner Hand ging ich durchs Land müthe, einen königlichen Geist, der Kindheit bis zum Alter; nur mich als dir verlobt zu tragen, du warst mein Erhalter. Allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 4. Gar oft von Krankheit und 6. Und wer wollt' auch sonst be mich stets beschützt von Jahr Gefahr bedroht, hat deine Nas was lieben und sich nicht aus zu Jahr, daß ich noch hier mich heißen Trieben dir zum Eigen: febe. Hinweggerafft bei voller thume weihn? Muß man gleich Kraft, ruhn Viele schon im Gras dabei was leiden, sich von allen Dingen scheiden; bringts ein Tag doch wieder ein. be, die überlebt ich habe, d Vermischte Lieder. keit; und zu einem solchen Brunnen, drauß mir reichlich komm' geronnen Freude, Trost und Seligkeit. 5. Wie manche Freude hast du mir auf meinen Weg gestreuet! 7. Nun, ich will mich dir er Mein ganzes Glück verdank' ich geben, du allein sollst in mir ledir, das täglich sich erneuer, ben, richte dir mein Herze zu, und auch die Last der Leiden haft nimm es hin in deine Pflege, bis du mir in meinen Tagen ja ime es dir gefallen möge, du, mein mer helfen tragen. Gott und Heiland, du! 6. Die Guten, die des Todes Hand mir nahm, find hingegan= gen zu dir ins beff're Vaterland, und harren mit Verlangen in jes nen Höhn dem Wiedersehn, in freudigem Bewegen, wie ich im Empfindungen eines Jubelgreises. Mel. Was Gott shut, das ist 981. Dir, Herr, mein Staub', entgegen. Gott! dir nah' ich 7. Hab'ich seit funfzig Jahren mich in dieser Morgenstunde und nun in meinem Amt'( Stand) ges danke dir und preise dich gerührt nützet; so hast du, Herr! bei meis mit Herz und Munde. Wo fang' nem Thun allein mich unterstüzich an, was du gethan an mir in zet. Der Ruhm ist dein; nichts, meinem Leben, mit Worten zu nichts ist mein: denn was ich bin erheben? i jis und habe, ist Alles deine Gabe. 8. Und - 630 Vermischte Lieder. 8. Und seh' auf meine Mängel 5. Und so gewinn' ich man ich, die ich vor dir gestehe, solchen Schatz für diese obre Welt; tröstet deine Gnade mich, um was nützt er an dem tiefen die voll Reu' ich flehe. Dein Platz? Der Bergmann ist ein Angesicht verwirft mich nicht; Held. ich find' in deinen Armen Vers gebung und Erbarmen. 6. Doch nicht verwegen, mu thig nur, traut er auf Gottes 9. So leite mich denn, Herr! Schuh; die Vorsicht zeiget ihm mein Hort! sei ferner meine die Spur, Gefahren beut er Stütze! Verleihe, daß ich fort Truk. und fort, so lang ich lebe, nütze. 7. Die Engel fahren mit uns Nimm gnädig wahr der theuren ein, Glück auf! ist unser Gruß; Schaar, die du mir selbst gege- sie machen, daß an keinen Stein ben, und laß sie dir nur leben! wir stoßen unsern Fuß. 10. Und winkt der Feierabend 8. Es lohnt der Müh': Ein fromir, zur Ruhe mich zu legen, her Blick auf das rothgültge Erz, so führt mein Ende mich zu dir und andres edeles Geschick era und deinem bessern Segen. Dann labt und stählt das Herz. ernte ich, mein Gott! durch dich, 9. Drum will ich ferner Gott nach überstand'nem Leide, die vertraun! Er, meine Zuversicht, höchste Jubelfreude. läßt mir stets seine Hülfe schaun, mein Fels verläßt mich nicht! Bergwerkslieder. 10. Sein Wort ist stets mein Mel. Lobt Gott, ihr Christen- Grubenlicht und giebt mir hels 982. Jcb ch fahr' in tiefelen Schein; drum fahr' ich freus Schächte ein, da dig meine Schicht! mein Trost: vor das Herz dir bebt; darin auch ich bin sein! mein Arm durch Erz und Stein mühselig sich durchgråbt. Mel. Jesu, meine Freude 2. Ich fürchte nicht den na: 983. In der Erde Grüns hen Tod, den jedes Element mir den Spur von Gott hier mit allen Schrecken droht, zu finden, ist des Bergmanns wenns wider mich entbrennt; Pflicht! Der auf steilen Wegen, 3. Nicht dieses steilen Felfen für die Welt zum Segen, Kluft Wath, der auf mich nieder- und Hang durchbricht, wo die hangt; nicht diese schäumend Macht und große Pracht vor wilde Fluth, die brausend nach des Schöpfers großen Thaten mir drängt. antennbar sich verrathen. 14. Kühn reiß' ich diesem Felsen- 2 Nicht allein in Lüften, nein, grund die harten Adern auf, und auch in den Klüften tonet Got: bole aus dem tiefsten Schlund, tes Ruhm; in der Erde Teufen, der Menschen Wünsch' herauf. wo Metalle reifen, ist sein Heis ligs - Vermischte Lieder. ligthum; und der Schall ruft überall:" Gott ist weise, gut und machtig, und sein Werk ist prachtig!" Die drei Festpråfationen. 1.) Auf Weihnachten. Der Prediger. 984. Der Herr fei mit euch! Der Chor. Und mit deinem Geiste. 631 Der Prediger. Unsere Herzen in die he. Der Chor. Haben wir zum Herrn. Der Prediger. Wir sagen Dank dem Herrn, 3. Lief in den Gesteinen legt er für die Seinen edle Gånge hin; läßt uns Schacht und Stollen ihren Reichthum zollen, unserm Gott. fördert den Gewinn; giebt Verstand, und macht bekannt, was in ungemeßnen Tiefen, noch für Schäße schliefen. Der Prediger. 4. Seit viel tausend Jahren, Wahrlich! es ist billig und recht, die vorher schon waren, legte nützlich und auch heilsam, daß wir er den plan, Erze zu bereiten, dich, Herr, allmächtiger( Sott, al= in den Eingeweiden unsrer Erde, lezeit loben und dir danken durch an! und nun ruft er uns zur Jesum Christum, deinen Sohn, Kluft, wo wir sie in dunklen unsern Herrn, der heut von der Gründen aufbewahret finden. Jungfrauen Maria Mensch ge= 5. Groß ist seine Treue! daß boren ist, und von dem Engel der er uns erfreue, wird sie offen- Welt Heiland verkündiget, und bart; wenn er vor Gefahren, die von den Hirten in einer Krippe er= uns schrecklich waren, täglich uns funden ist: Also hat sich deine hos bewahrt; wenn er sich so váter be göttliche Majestát auf Erden lich da, wo unsre Kraft sich nei- geniedriget, auf daß wir arme get, uns als Helfer zeiget. Menschen im Himmel erhöhet 6. Gebt ihm Preis und Ehre, werden; dein Wort ist heut Fleisch und sein Ruhm vermehre sich worden, auf daß wir dich, Gott durch unsern Mund; macht durch Vater, in Chrifio fichtlich erken= Lobgesänge seiner Thaten Men- nen; zu den unsichtbaren Gütern ge unsern Brüdern kund! Gott durch ihn gereizet würden, und ist groß, und unser Loos sei, vor derhalben, mit allen Engeln und seinen Thron zu treten, und ihn Erzengeln, mit den Thronen und anzubeten! allem himmlischen Fürstenthum und mit aller Ritterschaft der himlischen Schaaren, den Lobges fang deiner göttlichen Herrlichkeit singen wir ohn' Ende, sagende: Der Chor. Es ist billig und recht. Der Chor. Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr Zebaoth! Die Himmel und Erden sind seiner Ehren voll. 2.) A uf 632 2.) Vermischte Lieder. Auf Ostern. Der Prediger. 985. Der Herr sei mit euch! Der Chor. Der Chor. Und mit deinem Geiste! Der Prediger. Und mit deinem Geiste! Der Prediger. Unsere Herzen in die Höhe! Unsere Herzen in die Höhe Der Chor. Haben wir zum Herrn. Der Chor. Der Prediger. Haben wir zum Herrn. Der Prediger. Wir sagen Dank dem Herrn, unserm Gott. Wir sagen Dank dem Herrn, unserm Gott. 3.) Auf Pfingsten. Der Prediger. 986. Der Herr sei mit euch! Der Chor. Es ist billig und recht. Der Prediger. Der Chor. Es ist billig und recht. Der Previger. Wahrlich! es ist billig und recht, nützlich und auch heilsam, Wahrlich! es ni billig und daß wir dich, Herc, allmächtiger recht, nüglich und auch heilsam, Gott, allezeit loben und dir dan- daß wir dich, Herr, allmächtigen fen, und sonderlich in dieser Gott, allezeit loben und dir Zeit höchlich preisen, da Chri- danken durch Jesum Christum, stus, unser Oferlamm, für uns deinen Sohn, unsern Herrn, geopfert. Er ist das wahre Lamm der über alle Himmel gefahren, Gottes, das die Sünde der Welt sitzet zu deiner Rechten, und hat getilget hat, der durch seinen Tod heut den heiligen Geist, welchem unsern ewigen Tod zerfidret hat, er verheißen bat, ergoffen in und als er auferstanden ist, hat deine auserwählten Kinder. Daer das Leben berwieder bracht. rum ist die ganze Welt freudenUnd derhalben mit allen Engeln voll, und frohlocken alle Mens und Erzengeln, mit den Thronenschen im ganzen Umkreis der und allem himmlischen Fürsten- Erden; dazu singen alle himmthum, und mit aller Ritter- lische Schaaren und alle Eugschaft der himmlischen Schaa lische Fürstenthum' den Lobge= ren, den Lobgesang deiner gött: ang deiner göttlichen Herrlichlichen Herrlichkeit singen wir keit, mit welchem singen wir ohn' Ende, sagende: ohn' Ende, sagende: Der Chor. Der Chor. Heilig, betlig, heilig ist Gott, Heilig, beilig, heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! die Himmel der Herre Zebaoth! die Himmel und Erden sind seiner Ehren von.lund Erden sind seiner Ehren voll. Lobge= Vermischte Lieder. 633 Lobgesan g. Ob Tausende, die mit mir wal= len, zur Rechten oder Linken Mel. Es ist genung, so nimm Herrfallen; er ist mein Schild! 987. Gott ist mein Licht! 6. Gott ist mein Lohn! Drum sen Verzage nicht geh' ich unverzagt die Bahn, die mein Herz in banger dunkler Er mir zeigt: Der Gang sei Zeit! Die Sonne sinkt, die Nacht schwer, er wird mit Gott gewagt, bringt Furcht und Schmerz; der dort die Palme reicht. Froh mein Licht strahlt allezeit! Es wird gekämpft, um Sieg gerunschimmert an dem Tag der Freu: gen, voll Muth der Widerstand den, es leuchtet in der Nacht der bezwungen; Gott ist mein Lohn! Leiden: Gott ist mein Licht! 7. Gott sei mein Preis! Er 2. Gott ist mein Heil! O See- set mein Lobgesang, Er, deß le, fürchte nichts! dein Helfer ist ich ewig bin. Der Herr ist groß, getreu; er läßt dich nicht, sein und seines Rubmes Klang tont Vaterwort verspricht's, er steht durch das Weltall bin. Ich stims dir mächtig bei. Er will mich me mit den Erdgebornen ins hos bis ins Alter tragen, kein wah- he Lied der Auserkornen! Gott res Gut mir je versagen; Gott ist mein Preis! ist mein Heil! 3. Sein ist die Kraft! Er spricht und es geschieht, gebeut Gottgelassenheit, und es steht da; und wenn Mel. Was Gott thut, das ist mein Blick noch keine Hoffnung sieht, ist schon die Rettung nab. 988. Was zag' ich? Gott Wo schwache Menschen nichts regiert die Welt. vermögen, da kommt Gott Er ist's, dem ich vertraue. Er stärkend uns entgegen; sein is bleibt, wenn Alles wankt und die Kraft! 4. Sein ist das Reich! Er herrscht im Weltgebiet mit Weisfällt, der Fels, auf den ich baue. Sein Vaterherz wiegr Freud' und Schmerz, er thront heit, Huld und Macht; die in heil'ger Höhe. Sein Wille Sterne geh'n, der Strom der nur geschehe!" Zeiten flieht, von seinem Blick bewacht, und Alles lenket er im Stillen nach seinem heil'gen Willen; sein ist das Reich! 1 - 2. Er schließt des Tages Pfors ten auf und führt der Sternen Heere; den Strömen zeigt er ihren Lauf, sein Wink gebeut 5. Gott ist mein Schild, mein dem Meere. Er führt auch mich Schirm in der Gefahr, die Er so väterlich, wo ich nicht Wege nur wenden kann; er deckt mein sehe. ,, Sein Wille nur geschehe." Haupt, und ohn' ihn fällt kein 3. Ein Tag sind vor ihm taus Haar, er nimmt sich Aller an.send Jahr, er herrscht seit Ewiga leiten. 41 634 Vermischte Lieder. keiten. Vor seinem Blick liegt blick, von ihm mir zugemessen. hell und klar die dunkle Nacht Zum Staube kehrt der Staub der Zeiten. Er, groß von Rath zurück, bald von der Welt verund stark von That, kennt, was gessen. Mich ruft der Tod auf ich nicht verstehe. Sein Wille sein Gebot in meines Gottes nur geschehe." Nähe: ,, Sein Wille nur ges 4. Mein Leben ist ein Augen- schehe." Yeng QIST3nis Last 14 die gesong 199546 misd beaubin gilavi) 5123 45619 GH ten ripeda, 19 madame la loro arete lamelalapit s 90 9volt 196 bantuje- ta indis H o 21hstb62-45 10 men Tabor mism Filtresim$ 2 Subdisse dd Md Ausste bagay teen 320 133 200 mil 2015 ma s mit Tod des Canni dop and it Hey than. vites de dist. domain 496. Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 5 6 ^ Farbkarte# 13 Green 3 MRoscher 8 Yellow 19 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8