27 14.COM PO W. Walter Gb 4926 дв Mein lieber Path! Ich hab' vernommen, Daß, nach gescheh'nem Unterricht, Du nun zu Jesu Mahl sollst kommen. Hör, was Dein treuer Lauf Path spricht: Ruf Gott um seines Geistes Stärke Inbrünstig und mit Andacht an; Den Bund und Pflicht der Zauf wohl merke, Den ich und Du zu Gott gethan. Bei diesem Mahl schwörst Du auf's Neue Dem großen Gott getreu zu seyn; Gelob' und halt den Bund der Treue, Behalte Dein Gewissen rein; Geh' immerfort auf frommen Wegen Und halte Dich von Sünden rein, So wirst Du voller Heil und Segen Ein Gast bei Jesu Nachtmahl seyn. Mein lieber Path! Zum Angedenken Dieß Buch von treuen Händen nimm. Laß ferner Gottes Geist Dich lenken, Und ändere nun der Kinder Sinn: So wird Dein Jesu Dich erquicken Mit seinem wahren Leib und Blut; Er wird Dich an sein Herze drücken: Folg', lieber Pathe! so gehts gut. Dieß wünscht von Herzen Dein treuer Tauf- Pathe Diese Bücher von allerlei Sorten sind zu haben bei J. M. Häunlein, Buchhändler und Buchbinder in Marktbreits Gesangbuch für die protestantische Kirche des Königreichs Bayern. ON DIE RE Verkaufspreis, ungebunden:$ 4 fr. Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwenkaffe zustehenden Berlagrechtes dermalen im Berlag der J. E. v. Seidel'schen Buchhandlung zu Sulzbach. 1842. b Gb 4926 Go 2 ono molridirs Univ. Bibl. Giessen samplin rd and Man I Privilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Bayern. Nachdem Wir unterm 26. December vorigen Jahrs die Einführung eines neuen Gesangbuches für sämmtliche protestantische Gemeinden Unseres Königreiches genehmigt haben, so finden Wir Uns nunmehr bewogen, zur bef sern Begründung einer Versorgungs- Anstalt für Pfars rers- Wittwen und Waisen das Privilegium auf dieses Gesangbuch sowohl, als auf alle noch erscheinenden litur gischen Schriften zum kirchlichen Gebrauche, so wie auf die protestantischen Religionsbücher zum Unterrichte in Schulen, der zu errichtenden allgemeinen Pfarr- Wittwen Kasse zu verleihen. Wir ertheilen daher dieser allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kasse das Recht, die obgedachten Bücher, zur Ers zielung der möglich wohlfeilsten Preise und der nöthigen Gleichförmigkeit, ganz allein zu verlegen, zu drucken, außzugeben und feil zu haben, und dieselben durch ihre aufs gestellten Kommissionarien im ganzen Königreiche vers kaufen zu lassen. Demzufolge verbieten Wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten angesessenen Buchdruckern und Buchhändlern bei Vermeidung Unserer allerhöchsten Ungnade und einer Strafe von Ein Hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staatss Kasse, die andere Hälfte aber der allgemeinen PfarrWittwen Kaffe zufallen soll, sich unter keinerlei Form und Vorwand, weder mittel- oder unmittelbar, einen Nach druck oder Debit gemeldter Bücher und Schriften zu er lauben. Zugleich ermächtigen Wir die allgemeine PfarrWittwen- Kaffe- Administration zur Sicherung dieses Priz vilegiums, bei verspürten Eingriffen mit Hülfe Unserer Obrigkeiten gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten; weswegen auch zu Jedermanns Kenntniß und Warnung, die in dem Verlage der Pfarr Wittwen Kaffe erscheinenden Schriften mit einem besondern Stempel vor der Abgabe bezeichnet werden sollen. 200 Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser königliches geheimes Insiegel aufdrucken lassen, und die Bekanntmachung desselben durch das Regierungsblatt befohlen. Gegeben in Unserer Haupt- und Residenzstadt München den vierten August im Ein Tausend acht hundert und eilften Jahre, Unsers Reiches im Sechsten. 02-7712 Mar Joseph. mym d d Graf von Montgelas. su sad hand madisisi Auf königlichen allerhöchsten Befehl, e schisaginas angegiai der General Secretár dansblopun star l 31 sim ndon in den 109 ou par kuru = F. Robell. Sit dili; b) Irmbytet, meser * 17? nonton vid and $ 16 NAU best ini andlji da sletim de ding Cou 11103 Inha I t. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Anfang und Schluß des Gottesdienstes Num. I- II. Sonntag 12-19. Allgemeine Lob: Gesänge 20-36. Allgemeine Bitten 37-46. Zweite Abtheilung. Gesänge für kirchliche Feste und Handlungen. 1. Kirchliche Feste. Advent 47-53. Weihnachtsfest 54-66. Jahresschluß 76-78. Neujahrs feft 67-75. Wechsel des Kirchenjahres 79. 80. Fest der Erscheinung Chrifti 81. 82. Passionszeit 83-119. Ofterfest 120-142. Himmelfahrtsfest 143152. Pfingstfest 153-168. Fest der Dreieinigkeit 169-174. Allgemeiner Bustag 175-178. Erntefest 179-183. Reformations- und Kirchweihfest 184-188. Geburtstag des Regenten 189-191. 2. Kirchliche Handlungen. Taufe 192-198. Confirmation 199-206. Beichthandlung 207-218. Abendmahlsfeier 219-241. Trauung 242-244. Jubelhochzeitfeier 245. Begräbniß 246-255. 3. Außerordentliche Andachtsfeier. Huldigung 256-258. Fahnenweihe 259, 260. Einweihung einer Kirche 261. Einweihung zum Predigtamte 262. 263. Einführung eines Predigers 264. 265. Jubelfeier eines Predigers 266. In allgemeiner Noth 267. 268. Krieg 269-271. Siegesfeier 272. Friedensfeier 273-275 Theurung 276. 277. Bei ansteckenden Krankheiten und Seuchen 278. 279. Dritte Abtheilung. Gesänge über die gesammte christliche Glaubens- und Pflichtenlehre. 1. Chriftliche Glaubenslehre. Gott. Dessen Daseyn, Wesen und Eigenschaften 280-316. Schö pfung 317-329. Borsehung, Erhaltung und Regierung 330-339. Natur, Würde und Bestimmung des Menschen 340-357. Gittliches Berderben des Menschen 358-362. Erlösung 363-372. 2Bandel Jesu auf Erden 373-382. Heiligung des Menschen. Sendung des beil. Geiftes. Siebe Pfingstfest. Chriftliche Kirche 383-388. Wort Gottes 389-398. Selbstprüfung, Reue und Besserung 399-409. Glaube und seine Wirkungen 410-417. Wachsthum im Guten 418-434. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben 435-449. Bom Tode 450-464. Auferstehung 465-470. Gericht 471-477. Bom ewigen Leben 478-492. VI Inhalt. 2. Cbriftliche Pflichtenlebre. Christliches Verhalten gegen Gott. Erfenntniß Gottes 493-495. Ehrfurcht 496-498. Der Eid 499501. Demuth 502. 503. Freude an Gott und Liebe zu ihm 504-507. Streben nach) Aehnlichkeit mit Gott 508. Gehorsam 509-511. Treite 512. 513. Dankbarkeit 514. 515. Bertrauen 516-534. Geduld und Erge: bung 535-543. Gebet 544-551,( Lob Gottes 20-36.) Gesinnungen gegen Jesum 552.- 562. Christliches Verhalten gegen uns selbst. Achtung für Menschenwerth 563. Gelbftkenntniß 564. Bernünftige Selbstliebe 565. Selbstschäßung 566. 567. Sorge für die Seele 568-570 Streben nach Weisheit und Tugend 571. Selbstbeherrschung 572.573. Uma gang mit guten Menschen 574. Einsamkeit 575. Gewissenhaftigkeit 576, 577. Wachsamkeit 578-580. 2eiser Gebrauch der Zeit 581-586. Sorge für Leben und Gesundheit 587. 588. Mäßigkeit 589-591, Arbeitsamkeit und Bez rufstreue 592-595. Keuschheit 596.597. Bernünftige Ehrliebe 598. 599. Weiser Gebrauch irdischer Güter 600-604. Zufriedenheit 605-609. Muth und Gelassenheit im Leiden 610-616. Chriftliche Todeserinnerung 617-622. Christliches Verhalten gegen den Nächsten. I. Allgemeine Pflichten. Menschenachtung und Menschenliebe 623-631. Sorge für die geiftige und fittliche Wohlfahrt des Nächsten 632-634. Sorge für des nächsten Lez ben und Gesundheit 635. 636. Sorge für des Nächsten Ehre 637-639. Sorge für des Nächsten Eigenthum 640.641. Gerechtigkeit und Billigkeit 642-644. Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe 645. 646. Verschwiegenheit 647. Gemeins nüßigkeit und Dienstfertigkeit 648. 649. Theilnahme 650-653. Leutseligkeit 654. 655. Friedfertigkeit und Duldsamkeit 656-658. Bersöhnlichkeit 659661. Fürbitte 662. 663. Wohlthätigkeit 664-667. Dankbarkeit 668. 669. Freundschaft 670. 671. Berhalten gegen das Ulter 672. 1. Pflichten in besondern Verhältniffen. Häusliche Gesellschaft 673. Ehegatten 674. 675. Weltern 676-679. Kinder 680. 681. Herrschaften 682. 683. Dienende 684. 685. Bürgerliche Gesellschaft 686. Baterlandsliebe 687. 688. Obrigkeit 689. 690. Unterthanen 691. 692. Der Baterlandsvertheidiger 693. Fürbitte für den König 694.( 189-191.). Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer 695. 696. Schulz Lehrer 697. Bor dem Schulunterricht 698. Nach der Schule 699. Bei der Schulprüfung 700. Vierte Abtheilung. Gesänge in besonderen Zeiten und Lagen, hauptsächlich für die Privaterbauung. Morgentieder 701-713. Abendlieder 714-729. Jahrszeiten 730733. Saatzeit 734. Witterung 735-741. Geburtstag 742. 743. Jugend 744. 745. Reifere Jahre 746. 747. Alter 748. Kummervolles Alter 749. Reife 750. 751. Armuth 752. 753. Bei großem Berluste 754. Krankheit 755-757. Genesung 758. 759. Fürbitte für Abwesende 760. Fürbitte für Sterbende 761-763. Tod des Gatten 764. Tod der Gattin 765. Tod der Kinder 766-768. Tod der Aeltern 769. Tod geliebter Freunde 770. Andenken an Bollendete 771-773. Der fterbende Christ 774 775. Erste Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Anfang des Gottesdienstes. Mel. Komm, heil'ger Geist, Herre 2c. 3. Daß, von Eifer ganz entbrannt, wir, was du befohlen, üben, dich und den, 1. Erheb' uns zu dir, du, der ist, herzlich lieben; daß kein Schmerz und und war, und seyn wird, Ewiger! keine Freude uns von deiner Liebe Du Unerforschter und Bekannterscheide! Du aller Himmel Erstaunen! Bor dem sein Knie der Cherub beugt, und Eigne Melodie. nieder seine Krone wirft! du, vor 3. Liebster Jesu, wir sind hier, um dem bald Sünder weinen, bald Lob- dein heilig wore zu hören; schenk gefang zu stammeln wagen, Unend- uns Andacht und Begier zu den süßen licher, Unendlicher! Himmelslehren, daß die Seele von der Erde ganz zu dir gezogen werde! 2. Entreiß' uns der Welt; weck uns auf von unsrer Eitelkeiten Traum! 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt Es ruh auf uns des Sabbaths Stille, mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht damit im Himmel wir wandeln! deines Geistes Kraft uns mit Licht sey, wie du verheißen hast, Versöh- von Gott erfüllet. Gutes denken, Gus ner, mitten unter uns! Denn, sieh', tes dichten woll'st du selbst in uns in deinem großen Namen sind wir verrichten! versammelt, anzubeten, o du, der uns bei Gott vertritt! 3. D du Glanz der Herrlichkeit! Licht vom Licht aus Gott geboren! 3. Es fliche von uns, was die Welt Mach) uns Alle jest bereit; öffne Herz zen, Mund und Ohren! Unser Hö nur angeht, und nicht ewig ist! zuren, Beten, Singen, laß, Herr Jesu, klein sey hier im Heiligthume uns je wohl gelingen! der Erd'gedanke! Hier fühl' es unsre Seele ganz, daß sie im Staub ein Fremdling ist! Laß, Herr, zu unserm Mel. Aus deiner Quelle, Schös Baterlande hinauf die hohe Seele steigen, hinauf zu Gott, hinauf zu Gott! pfer zc. 4. O Bater, send' uns deinen Geist, der, wie dein heilig Wort verheißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg zur Wahrheit führt! deinem Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 2. Herr, vor deinem Angesicht hat und mach uns deinen Willen kund; die Andacht uns versammelt! Ach verwirf die Bitten nicht, die dein Bolt rühr unser Herz, stärk' den Verstand, dir, Höchster, stammelt! Hör auf so wird dein Name recht bekannt! 3. Halleluja! Einst singen wir, unsre schwachen Lieder, und sieh' gnä- Gott, heilig ,, heilig, heilig dir, und dig auf uns nieder! schauen dich in deinem Licht von Ans gesicht zu Angesicht! 4. Dir, Gott, den Erd' und Hims met preist, dir, Bater, deinen Sohn und Geist, dir, der mit Hülf uns gern erfreut, sey Lob und Preis in Ewigkeit! 1 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen! Laß es unsern Sinn neuen, und des Irrthums Nacht zer ftreuen! er 2 Allgemeine Gesänge bei dem Schlusse des Gottesdienstes. Mel. Herr, du regierst, daß Als an diesem Gottestage unfer Herz der weit entsage; daß, o du, der starb, vom Bösen uns Gefall'ne zu erlöfen, daß die glaubende Gemeine mit dem Bater sich vereine! les 2c. 5. S ey uns gesegnet, Tag der ftillen Feier! Du heil'ger Tag, sey unserm Herzen theuer! Erfüll' mit Andacht uns, Gott zu verehren, sein Wort zu hören! 2. Sein Wort ist Ruf zur Pflicht, zum höhern Leben! uns, frei von Erdgeschäften, zu erheben zur Ewig keit, in unentweihter Stille ist Got tes Wille. 3. D'rum soll uns nichts, was irdisch ist, zerstreuen. Wir wollen nur des ew'gen Heils uns freuen, und uns zum Glauben und zu guten 26er: ken auf's Nene stärken. 4. Daß wir nach immer höh'rer Tugend ringen, stets freudig unser Tagewerk vollbringen, und reich an Thaten, mit dem Ruhm der From: men, zum Bater kommen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 2. D, daß frei von Erdebürden und der Sünde Lasten würden uns fre Seelen; unser Wille sanft wie diese Sabbathsstille! daß in deines Himmels Höhen wir von fern den Aufgang sähen jenes Lichts, das dann verkläret wann der Sabbath ewig währet! 4. Decke meiner Blöße Schande mit dem festlichen Gewande deiner unschuld, daß am Tage deines Mahls ich froh es wage, dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine Schaar du ein: dich uns ohne Hülle; geladen; wo nicht mehr die Streiter ftröm' auf uns der Gnade Fülle, daß lringen, wo sie Siegeslieder singen. 6. Beige 3. Was ich strahlen seh' am Throne, ist es nicht der Eieger Krone? Was ich über'm Grab einst höre, sind's nicht Ueberwinderchöre? Feiernd tragen sie die Talmen: ihr Triumph erschallt von Vialmen. Herr, du selber woll'st mich weihen diesem Sabbath deiner Trenen! Mel. Nun danket alle Gott 2c. 7. Dir, unferm Gott, fey Lob für deines Wortes Lehren! Den Sündern riefst du zu, sich ernfilich zu bekehren; Betrübten gabst du Troft, den Schwachen Muth und Kraft, und Lust zur Heiligung in ihrer pilgrim: schaft. 2. O segne nun dein Bort durch deines Geistes Stärke, um Jesu wit: len, fiets mit Früchten guter Werke: daß unser Glaube dir bis in den Tod getreu, und immer thätiger durch wahre Liebe sey! 3. Gib, Gott, daß wir dich stets als Kinder fürchten mögen, daheim und in der Welt, auf allen unsern We gen! Dein Segen sey mit uns, den uns dein Wort verheißt, dein Fried' in Ewigkeit, o Sater, Sohn und Geist! Schluß des Gottesdienstes. Stärk bekannt den Heiden werde, und fie zu Gott befehre. 2. So danken Gott und loben dich die Völker überalle, und alle Welt, die freue sich, und sing' mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, und läßt die Sünd' nicht walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Bolk erhalten in rechter Bahn zu, wallen. 3. Es danke Gott und lobe dich das volk in guten Thaten! Das Land bring' Frucht und besfre sich, dein Wort laß wohl gerathen. uins fegne Bater und der Sohn, uns segne Gott. der heilige Geist, dem alle 2selt die Ehre thut, vor ihm sich fürchten allermeist, und sprecht von Herzen Dr. M. Luther. Amen. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. Eigne Melodie. 8. Es woll' uns Gott genädig seyn, 9. Gott sey Preis und Dank geund seinen Segen geben. Sein Unt bracht! Denn nun haben wir vers tik uns mit hellem Schein erleucht' nommen, was die Sünder selig macht, zum ew'gen Leben; daß wir erkennen Gottes Wort, den Trost der From= feine Werk; und was ihn liebt auf men; Lehren, die zu guten Werken Erden, auch Jesus Christus Heil und unsern schwachen Glauben stärken. Sonntag. 3 2. Unser Gott erhört Gebet, gibt| len das Heilig! Heilig! Heitig erschal. uns seinen Bateriegen; wer nur seine ten. Halleluja! Halleluja! Wege geht, findet Heil auf seinen We gen. Laßt uns denn, ihm zu gefallen, el. Wohl mir, Jesus meine 2c. wallen! 3. Seine Lieve müſſe sich immer mehr uns offenbaren, und die Seinen väterlich vor der Sündenluft bewah: ren; daß wir nie von ihm uns tren= nen, ihn bis in den Tod bekennen. 4. Unsern Ausgang fegne Gort, unfern Eingang, unfre Werke; fegne jeden in der Noth mit Geduld, mit Trost und Stärke, daß wir, seines Sohnes Erben, ihm nur leben, ihm nur sterben! 11. Vater, dir sev preis und Ehre, dir sey Lob und Dank gebracht; Dank und Preis für jede Lehre, die uns weiser, besser macht! Laß uns jede still erwägen, und sie still in's Herz uns prägen. 2. Daß wir hier zufrieden leben und. einander gern erfeu'n, stets nach deis nem Beifall streben, und den kleinsten Fehltritt scheu'n; mit Geduld Bes schwerden tragen, und im Leiden nicht verzagen. Eigne Melodie. 3. So las auf der Tugend Wegen 10. Jehova, Jehova, Jehova! Dei- uns durch dieses Leben geh'n, dankbar nem Namen sey Ehre, Macht und froh in deinem Eegen deine Baters Ruhm. Amen! Amen! Bis einst der huld uns seh'n. Laß uns treu den Tempel dieser Welt auf dein Wort Lauf voubringen, und den Preis am tu Staub zerfällt, soll in unsern hal: Biel erringen. tiger! finkt die Gemeine nieder. Du wirft ihr immer herrlicher! Denn durch Gebet und gieder prüft sie ihr Inn'res; und dein Licht erquicft fie, wie dein Wort verspricht, und scheint auch heut' uns wieder. Sonntag. mel. Es ist ein Gott! Vers 3. Hier, wo, beseelt von gleichem Triebe, ein frommes Feierlied das andre hebt, und von stumme zc. 12. Un deinem Thron, Ullmäch- Liebe, in, vohem Himmelsfinne lebt und webt- wie stärkt und tröstet hier, wie weiher mich der heil'ge, selige Gedank' an dich! 4. Berkläre dich, aus deinem Worte o du, des Lichtes Quell! auch heur uns ganz. Nicht hier allein, an jedem 2. Und so ersteh'n wir denn vereint, Orte umstrahl' uns deiner ew'gen was du so oft uns schenktest- Troft, Wahrheit Glanz; in Lieb' und GlauTrost für den, der vor dir weint! und ben froh uns dir zu weih'n, dein Tem: dem du Freuden schenktest, sich recht pel, Heil'ger, überall zu seyn. z freu'n, Gefühl und Kraft! und Frieden dem, der Gures schafft, seit du zu dir ihn lenktest. mel. Herr, du regierst, daß Alles 2c. 14. Dies ist der Tag, zum Segen Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. gern, wer 13. Dich preisen, Herr, Gesang deiner, Gott, sich freuet! las auch und Lieder in all den tausend Stim mich) mit Freuden vor dich treten, dich men der Natur; und Erd' und Himanzubeten! met tönt sie wieder, nicht die nach dir 2. Dich rühmt der Lobgesang der genannte Stätte nur. Dein großer Himmelsheere. Auch unser Tempel Tempel ist die weite Welt, ist jedes Herz, das Heil'ger, dir gefällt! schallt von deiner Ehre. Laß Aller Lob, laß das Gebet von Alien dir wohlgefallen! 2. Doch voller noch strömt uns dein Segen, wie reich er auch den stillen 3. Wie freu' ich mich die Stätte Beter lohnt, in Gnad' und Wahrheit zu begrüßen, wo heiliger Erkenntnis bier entgegen, wo deines Namens Quellen fließen, und wo dein Ruhm, Ehre sichtbar thront. Hier fleht die o Herr, von tausend Zungen froh wird Jugend, und hier dankt der Greis; besungen! hier bringet Leid und Freude dir den Preis. 4. Bergebens lockt die Welt zu ih. ren Freuden. Mein Geist foll fich 1* Sonntag. am Anschau'n Gottes weiden; das leitet; Noth und Schmerz lernt das heil'ge Wort, das seine Boten lehren, Her; hier gestärkt ertragen, ohne zu mit Andacht hören. verzagen. 5. Mit Ehrfurcht will ich, Höchster, 7. Ja, dein Wort, das hier ertönt, vor dich treten! Ich weiß, du liebst, ist das Wort des Lebens. Er, der die kindlich zu dir beten; und willst, uns mit dir versöhnt, sprach es nicht was wir zum wahren Heil begehren, vergebens. Selig ist, jeder Christ, uns gern gewähren. der es achtsam höret und durch) Tu6. D las auch heute deinen Geist gend ehret. mich lehren, und von der Sünde mich zu dir bekehren! Regiere mich, daß meine ganze Seele dich, Herr, er wähle! 7. Dein Tag sev mir ein Denkmal deiner Güte; sey mir voll Heils, und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. Eigne Melodie. e vich ber ich an, du Todesüber- 16. Ja, Tag des Herrn, du sollst winder, der du an diesem Tag zum mir heilig, ein Festtag meiner Seele Heil der Sünder, die, fern von Gott, seyn; gleich jenen ersten Christen heiz in Todesschatten saßen, dein Grab lig will ich den Tag der Ruhe weih'n. verlassen. Weit weg von allen eitlen Dingen, 9. Dein Sieg'stag ist ein Tag des zum Himmel soll mein Geist sich Heils der Erde. Gib, daß er immer schwingen. Ja, Bater, fröhlich feir Heiliger mir werde. Lob sey, Erlöser, ich heut' den Fesitag der Unsterblichdeinem großen Namen auf ewig! feit! Amen. 8. Gott, wir wollen oft und gern dich im Tempel preisen, und hier Jesu, unserm Herrn, dankbar uns beweisen. Er allein soll es seyn, den sich unfre Seelen stets zum Führer wählen. 2. Sey start und triumphir, mein Glaube, nun weiß ich, daß du Wahrheit bist! Emporgeschwungen aus dem Staube des Todes hat sich Jesus Christ. Wo ist nun der Triumph des Spottes? Ja, Wahrheit sind, und hier, froh, Herr, als die Deinen! Worte Gottes sind deine Worte! Ja, wer wollte nicht vor dir oft und gern du bist der Sohn des Höchsten, Jes erscheinen? Du erfreu'st unsern Geist, sus Christ. wenn wir vor dich) treten, Herr, dich anzuberen! Mel. Mache dich, mein Geist zc. 15. Froh versammelt sind wir 3. Anbeten darf ich nun mit Freu 2. Groß ist überall dein Ruhm, wo den, von ganzer Seele, Jesus, dich; nur Wesen denken. Dieses Tempels nicht eines Menschen Tod und Leiden Heiligthum kann dich nicht beschrän- war dein Schmerz und dein Tod für ken; doch auch hier strömt von dir mich! Der Sohn hat Leben mir ers deiner Gnade Segen deinem Bolt worben; kein Sterblicher, du bist ges storben; du auferstanden, Herr und entgegen. Gott, du, der der Welt zu seyn gebot! 3. Bon dem Weltgeräusch entfernt, das uns oft zerfireuet, fühlt hier un: 4. Und diesen Tod, und dieses Leben fer Geist und lernt, was ihn stets des Sohns, des Herrn der Herrlich crfreuet. Eittes Glück weicht zurück feit, das sollte nicht mein Herz erhez vor den höhern Gaben, die die Seele ben? dem säng' ich keine Lieder heut'? Wer ist im Himmel und auf Erden 4. Unser Herz erweitert sich, wenn werth mehr, als du, geehrt zu wer wir Menschen sehen, die hier still und den, Erbarmer Jesus? Ich bin dein; feierlich mit uns vor dir stehen. Je und sollte keinen Dank dir weih'n? der nennt und bekennt, troß dem Wahn der Spötter, dich, den Gott die heur' vor deinem Antlig steh'n, soll 5. Ja, mit den heiligen Gemeinen, laben. der Götter. 5. Jeden zieht ein sanftes Band meine Seele sich vereinen, Herr, deine hin zu seinen Brüdern. Alle fühlen Liebe zu erhöh'n! Wo sich die Heili fich verwandt, Hohe mit den Niedern, gen versammeln, will ich dein Lob mit Freund und Feind sind vereint, dich, Ehrfurcht stammeln. Dort sing' ich durch den sie leben, dankbar zu er in der Engel Chor mein frommes Lied zu dir emvor! heben. 6. Hier wird Christensinn geweckt, 6. An diesem Gott geweihten Orte Licht und Troft verbreitet, mancher erschallt der Gnade Stimme mir; ich Sünder aufgeschreckt und zu dir gehöre, Jesu, deine Worte, und stille Sonntag. 5 feufzt mein Herz zu dir. Da wirst 2. Es freue meine Seefe, ich, hin du Lehrer mir und Tröster; da kann in dein Haus zu gehen. Dein göttlich ich mich, ich dein Erlöster, Gott- Wort erleuchte mich; laß schmecken Heiland, deiner Liebe freu'n, da tern' mich und sehen, wie freundlich du, ich dir ergeb'ner seyn! mein Bater, bist, wie dein Geseß nur Liebe ist, und selig, wer dir fotget! 7. Die Schriften Gottes still zu le fen, ist heut' mein Glück und meine richt. Wie blind wär ich, allweises Wesen, verwürf' ich diesen unterricht! Nein, nein, mit einfaltvoller Seele erforsch ich, Bater, die Befehle, die lauter Licht und Leben sind, mit Dank und Demuth, als ein Kind! 8. Und sammeln sollst du in der 4. Gib, daß des Geistes Wort und Stille, mein Geist, vor deinem schö- Kraft mein ganzes Herz durchdringe, pfer dich! Da frage dich: was sucht und ich treu und gewissenhaft, was mein Wille? Was quält, und was er mich lehrt, vottbringe. Laß mich belustigt mich? Da, da ergründe dein durch seinen Unterricht stets eifriger Bestreben! Wieg' alle Réden! Prüf' in meiner Pflicht, im Glauben stärs dein Leben! Da, Seele, wenn du red: ker werden! licy bist, vergleiche dich mit Jesus Christ! 9. Da, da vergiß nicht deine Sünden, die du vielleicht noch nie bereut, mit tiefer Reue zu empfinden, bis Gott dein traurend Herz erfreut. Da, da erwäg' des Baters Güte; da dank' mit Freude, mein Gemüthe, dem Ba ter der Barmherzigkeit! Ja, tief im Staube dank ihm heut'! mir den Weg zum Himmel zeigen, dann 3. Dann, wann der Wahrheit Lehrer laß mein Herz empor zu dir in heißer Andacht steigen. Gib Lernbegier, Luft und Verstand, daß mir dein Wille recht bekannt, dein Rath mir heilig werde! 5. So wird dein Tag, o Bater, mir ein Tag des Segens werden; so seh ich und empfind in dir den Himmel schon auf Erden, so werd' ich nach der Prüfungszeit zur Ruh' in deiner Ewigkeit, zu deinem Auschau'n kommen! Mel. Aus deiner Quelle, Schö pfer ze. 10. Und ferne foll von meinent Mun18. de heut' jede eitle Rede seyn. Nein, nem Thor tritt unser Feiertag hers eht, aus des Himmels goldteine Gott bestimmte Stunde will ich dem Tand der Erde weih'n. Kein vor der Tag des Herrn! Sein Ans Weltbesuch soll mich zerstreuer;; mit gesicht umstrahlet hohes Himmelsticht. Frommen soll mein Herz sich freuen; und blieb' ich einsam und allein, in dir, Gott, würd' ich fröhlich seyn! 2. Wohl heißest du ein Tag des Herrn! Er fabte und erquickte gern; und heiligte in Licht und Kraft die nied're Erdenpilgerschaft. 11. Als sanfter, brüderlicher Tröster, will ich, Bertaff'uer, zu dir geh'n; o mehr als je, du Hülfentblößter, sou heut' mein Herz dir offen stev'n! Mit Freuden will id), Franker, eilen, um deinen Schmerz mit die zu theilen! Du sollst in meinen Armen rub'n! denn Sabbathsfei'r ist Gutes thun. 12. Tag des Herrn! du Tag der Wonne, du Tag des Segens für mein Herz! zur Andacht ruf die Morgen: 5. Ein Engel Gottes, bringest du sonne, und zieh' die Seele himmel: der stillen Erde Fried' und Ruh', und wärts! Gott! segne meine Andachts- schwebest auf der Himmelsbahn den stille; erfüll' mit deines Geistes Fülle, Mühetagen hehr voran! mit deines Angesichtes Glan; mich heut', o Jesus Christus, ganz! 3. Sey uns willkommen, Tag der Ruh! Den Müden hauchst du Labung zu; du senkest Andacht in das Herz, und hebt es fröhlich himmelwärts. 4. Du bist der Sonne Tag und Bild! wie sie mit Glanz die Erde füllt, so veut dein holdes Angesicht dem Höhern Sinne Freud' und Licht. 6. hebe du mein sehnend Herz zur Geisterheimath himmelwärts! Einst, durch der Morgenröthe Thor, ein Ens Mel. Es ist ein Gott! stumme 2c. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich ze. 17.9 am Tage deiner Ehre! Gie, das ich) 19. Wir fingen hier der Undacht Heiliger, zu dir, heut' mit Lernbegier dein Wort er: Lieder, von Erdenlaft und Erdentande kenn' und höre! Laß diesen Ruhetag fern; verbunden, wie des Leibes Glie: allein dir, o mein Gott, geheiligt der, wir, frohe Unterthanen Eines jenu; geheiligt deinem Rahme! Herrn. Gestärkt, geweiht erhebet fich Vergel, schweb' auch ich empor. 6 Allgemeine Lobgesänge. der Geift, der Gott in der Gemeinde im Staube hier; wir wünschen Heilis feiernd preist. ger zu werden, und immer ähnlicher, o Bater, dir! Des Herzens Sehnsucht macht im Lied' der Mund, sie mit ers weckend, unsern Brüderu fund. 2. D Preis dir, Vater in der Höhe! Du nährst den Wurm, du zählst des Menschen Haar; und wägest Arbeit, Glück und Wehe mit Weisheit, Macht, und Güte jedem dar. Auf dich zu schauen mit Bertrau'n und Dank, er wecke uns der fromme Lobgesang! 3. Wir schmachten, ach! wir tämpfen, ringen, aus unsers Standes ir rer Dunkelheit, zu hellerm Licht em: por zu dringen; zu Gottes Frieden, zur Bollkommenheit. zu kämpfen nimmer matt und nimmer bang, be geist're uns der weitende Gesang. 4. Wir forschen hier: was kann auf Erden, was soll der Gotteshauch Eigne Erster Chor. 20. Herr Gott, pich loben wir! Dich, Bater in Ewigkeit, Al' Engel und Himmelsheer, Auch Cherubim und Seraphim, Heilig ist unser Gott, Allgemeine Lobgesänge. Beide Heilig ist unser Gott, Erster Chor. Dein' göttlich)' Macht und Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl, Die theuren Märt'rer allzumal Die ganze werthe Christenheit Dich, Gott Bater, im höchsten Thron, Den heiligen Geist und Tröster werth, Du König der Ehren, Jesu Chrift, Der Jungfrau Leib nicht hast ver: schmäht, 5. Des Saatkorns Hüllen nur vers gehen, die Keime dringen fiegend in die Luft: So steigt der Geist zu reis nern Höhen, sinkt einst der Leib bin in die Modergruft. Es feiert triums phirend unser Ziel das Todeslied mit Himmelsvorgefühl. Melodie. Du haft dem Tod zerstört fein' Macht, Du sie'st zur Rechten Gottes gleich), Ein Richter du zukünftig bist, Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Bart' und pfleg' ihr zu aller Zeit, Täglich, Herr Gort, wir loben dich, Behüt' uns heut', o treuer Gott, Sev uns gnädig, o Herre Gott, Zeig uns deine Barmherzigkeit, preist, auch für des Lieds Geschenk, 6, So falter betend eure Hände; so den Herru. Und mahnt ein Lied an's Lebens Ende, so hört auch dann sein Wort des Ernstes gern. Bollendet einst, o Gott des Lebens, preist dich herrlicher im Engelchor der Geist! 3weiter Chor. Herr Gott, wir danken dir! ehrt die Welt weit und breit. und was da dienet deiner Ehp', fingen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Chöre. der Herre Bebaoth! 3 weiter Chor. geht über Himmel und Erden weit. und die lieben Propheten all', loben dich, Herr, mit großem Schall! rühmt dich auf Erden allezeit: deinen rechten und einigen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobe und ehrt! Gott Baters ewiger Sohn du bist! zu erlösen das menschlich' Geschlecht, und alle Christen zum Himmet bracht. mit aller Ehr' in's Baters Reich. alles, das rodt und lebend ist. die mit deinem theuren Blut erlöset seyn! mit den Heiligen im ewigen Heit. und segne, was dein Erbtheil ist! und heb' sie voch in Ewigkeit. und ehr'n deinen Namen stetiglich! für aller Sünd' und Missethat! sey uns gnädig in atter Noth! wie unser Hoffnung zu dir steht! Beide Chöre. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß s nimmermehr! Amen. Dr. M. Luther. Allgemeine Lobgesänge. 2 Eigne Melodie. er denkt: Du bist's, der auch sein lenkt. 21. Der Herr ist Gott! Singt 3. Wie weiſe, groß und herrlich ist, ihm ein Lied in seinem Heiligthume! Er, der vom Himmel auf euch sieht, erschuf euch, ihm zum Ruhme. Ion zu verchren, sevd ihr da; Gott, der von Ewigkeit euch sah, feunt Herzen und Gedanken. Der Herr ist heilig; er allein will aller Menschen Bater seyn, und jeder soll ihm danken. Alherrscher, was dein Rath deschließt! Die Kronen sind in deiner Hand; dem Weisen gibst du den Verstand, dem Helden seinen Heldenmuth; dein Werk ist, was er Großes thut. Durch dich erringt ein Bolt den sleg; durch dich entfeucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Ruh' und Glück, die Ordnung und das Recht zurück! 2. Der Engel preist ihn, jauchzend neunt ihn uns das Heer der Sterne. 4. Das Feld belobnt auf dein Ge treuen Landmanns regen Der Mensch, der ihn nur schwach er beiß des kennt, ehrt ihn aus dunkler Ferne. Fleis; es blühet Kunst und Wissens 3hmiauchzen tief in Staub und Gruft, schaft, und Alles, Herr, durch deine auf weiter See, boch in der Luft, bez Kraft! Empor vom Staube flehen wit glückter Wesen Heere. Der Sonne voll froher Zuversicht zu dir; zu dir, strahlenreiche Pracht, das blasse Licht der uns im Himmet hört, und lieb: der stillen Nacht verkündigt Gottes reich unsre Freuden mehrt. Kein We sen ist vor dir zu klein; du willst sein milder Bater seyn. Ebre. 3. Der Herr vergibe uns unfre Schuld, läst Gnade uns verkünden, 5. Bon deines Hohen Namens Ruým trägt unfre Schwachheit mit Geduid, erschalt auch jest dein Heiligthum. und tilget unsre Sünden. Er straft Wie wohl hast du an uns gethan! und er verschont zugleich; der Herr Nimm unsers Dankes Opfer an; und ist Gott, sein ist das Reich; er bört öffne deine Baterband auch ferner der Frommen Schnen. Er ségnet sie; wenn Unfall droht, erlöst er sie von Sorg' und Noth, und zähler ihre Thränen. über unser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Segens freu'n! Dank tönt einst lauter noch, als hier, Gott, unser Dank hinauf zu dir! Amen. 4. Jauchzt, Bölker, jauchzt: Gelobt fey Gott! Preist ihn durch frobe Lie: der! Jauchzt, Berge, nach): Gelobt es wie Eigne Melodie. fer: Gelobt sev Gott! Boll Luft und 23. Dubist's, dem Ruhm und Ehre Dank soll unser hoher Lobgesang den gebühret, und Ruhm und Ehre bring' Herrlichen erheben! Der Frevler zittre! ich Dir. Du, Herr, bast sters mein Neuer Muth und frommer Andacht Schicksal regieret, und deine Hand heil'ge Gluth soll unser Herz beleben! war über mir! 2. Wenn Noth zu meiner Hütte sich nahte, so hörte Gott, der Herr, mein und gnädigen Rathe, mich nicht in meiner Mel. HerrGott, dich loben wir zc. 22. Dich, Höchfter, preifen wir! Herr Gott, wir danken dir! Dein Se: Noth vergeh'n. gen strömt durch deine Welt; und du 3. Ich sank in Schmerz und Kranks bist's, der auch uns erhält. D'rums beit darnieder, und rief: o Herr, erfreigt im hohen Jubelton auch unser rette mich! Da half mir Gott, der Lied zu deinem Thron! Unendlicher, mächtige, wieder, und mein Gemüth. wer ist, wie du? uns rufen alle Him: erfreute sich). mel zu: Der uns erschuf, ist groß! an Macht und Weisheit groß! Hald und Liebe groß! ist unermeßlich an groß! 4. Wenn mich der Haß des Fein: meinen Schmerz. des betrübte, Flagt ich Gott findlich Er half, daß ich nicht Rache verübte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 2. Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Anbeginn der Seit! Doch wolltest du, und es geschah; zahtlose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wink, mit Freuden an. Sie geben unter, sie geb'n auf, und immer lenk'st du ih- 6. Um Troft war meiner Seele so ren Lauf; und selig ist der Mensch- bange, denn Gott verbarg sein Anges, 5. Wenn ich verirrt vom richtigen Pfade, mit Sünden mich umfangen sab, rief ich zu ihm, dem Bater der Gnade; und seine Gnade war mir nah'. Allgemeine Lobgesänge. 8 ficht. Ich rief mu ihm: Ach Herr, wie so lange! und Gott verließ den Schwachen nicht. 7. Er half, und wird mich ferner erlösen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut; Er hilft aus der Bersuchung zum Bösen, und gibt mir zu der Tugend Muth. 4. Du gedachtest meiner Leiden eh noch dieses Herz dir schlug; sorgteft schon für meine Freuden vor dem ers 8. Dir dank ich für die Prüfung und Seele, hast du, Herr, mit Freund sten Athemzug. Zum Genuß für Leib der Leiden, die du mir liebreich zugeslichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß schickt. Dir dank' ich für die bäufigern Freuden, womit mich deine Hand be glückt, ich) im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt! 9. Dir dank ich für die Güter der Erden, für die Geschenke deiner Treu'. Dir dank' ich; denn du vießest sie werden, und deine Güt' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich für das Wunder der Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Bon ganzer Seel' und ganzem Gemüthe, von allen Kräften preis' ich dich. II. Erhebt ihn ewig, göttliche Werke! Die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke; Er hilft und er errettet gern! unverschlossen, find dem Nermitten ja bekannt. Näher werd' ich dir verwandt, hab' ich schuldlos sie genossen. Still und beiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 12. Er hilft; des Abends währet die Klage, des morgens die Zufrie: denheit. Nach einer Prüfung weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 5. Ja, wer wollte te vermessen mits lichkeit vergessen, und nicht thun, was ten in der schönen Welt deiner Herre dir gefällt? Du, der selbst dem kleins sten Wurme seine Batersorge weiht, du bist's, der auch mich erfreut in der Stille, wie im Sturme. Dankbar will id) dir vertrau'n, und mein Heil auf dich nur bau'n. Mel. Womit soll ich dich wohl loben 2c. 25. Hatte dich nicht länger, fließe, stille Thräne meines Danks, und mein volles Herz ergieße sich in Ströme des Gesangs! Setig einst vor ihm zu werden, schuf mich Gott; und schon 13. Bergiß nicht deines Gottes, o auf Erden seh' und fühl ich's wonnes Seele! Bergiß nicht, was er dir gevoll, was ich künftig werden soll. than! Berehr' und halte seine Be fehle, und ber ihn durch Gehorsam an! Freude jeder Augenblick; selbst die 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Schmerzen, die ich leide, segnen mich und werden Glück. Rieseln nicht im Mel. Heilig, heilig ist dein Wille zc. Pilgerlande Quellen auch im dürren Sande? Immer die Sonne 24. Gott, aus deinen Schöpfer nicht, aber auch die Nacht hat Licht. händen ging die herrliche Natur! 3. Strömen nicht durch alle Sinne Solchen Bau so schön vollenden konnte Lustempfindungen mir zu? Jedes Glück, deine Allmacht nur. Dwie könnt das ich gewinne, wer gewährt es mir, ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, als du? Ist es, Gott, nicht deine Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Gabe, daß ich diese Sinne habe, und Zeugen deiner Stärke, deiner Huld zum täglichen Genuß Nothdurft, Fülle, und Weisbeit seh'n, und doch stumm Ueberfluß? vorüber geh'n? 2. Rings auf Erden hallt es wie: 4. Gott, wie viele frohe Tage floßen, der: Gut und groß ist, der uns schuf! weil mir nichts gebrach, ruhig hin Betend werf auch ich mich nieder: und frei von Vlage, wie ein sanfter, Herr, dein Preis sey mein Berufi klarer Bach. Trafen mich auch Müh Preis, daß ich dich Bater nenne; und Sorgen; sie entfloh'n, und jeden Preis, daß ich dich rühmen kann, das Morgen, wann ich deine Sonne sah, auch ich durch dich begann, dich als waren neue Freuden da. meinen Schöpfer kenne, daß ich deiner Güte voll immer mehr dich lieben soll. 5. Hab' ich nicht aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, 3. Ja, wann Thränen mir ent: Speis' und Trank und Dach und Hülle, gleiten, will ich deine Schöpfung seh'n, Schuß und Hülfe jeden Tag? Im und durch ihre Herrlichkeiten frob mit mer Fam und kommt dein Segen uns off'nem Herzen geh'n. Alle steh'n ja erwartet mir entgegen, und, wo mir Allgemeine Lobgesänge. 9 ein Uebel droht, Rettung oder Trost 5. Denn du bist mild, daß, wer unr in Noth. lebt, sich freue, barmherzig und von aroßer Güt' und Treue. Erbarmst dich deiner Werke, haft an allen dein Wohlgefallen. 6. Aus den Tiefen, von den Höhen, in den Thälern, vom Gefild', aus den Flüssen, aus den Seen segneft du mich reich und mild. Selbst in trü- 6. Jehova! alle deine Werke sollen ben Leidensstunden hab' ich oft genug dir jauchzend danken; deine Frommen empfunden deiner Batergüte Macht, wollen mit allen ihren Kräften sich aber nie genug bedacht. bestreben, dich zu erheben, 7. Ach, bei diesem Ueberfluse fehlt uns, immer froh zu seyn, diese Weis beit im Genusse, und Zufriedenheit allein. Darum fließen, darum floßen reiche Quellen ungenossen uns vor: über unerkannt, wie ein Waldstrom in dem Sand. 8. Sicherheit im Baterlande, Drdnung und Gesetz und Recht, diese star: ken, festen Bände für das menschliche Geschlecht; auch des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Troft im Leiden, Rath und Hülfe haben wir, milder Bater, nur von dir! 9. Dieß gewährst du diesem Leben in der kurzen Prüfungszeit; was wirst du uns dann nicht geben, Bater, in der Ewigkeit, wann wir unsern Lauf vollenden, und aus deines Soh: nes Händen, Wandrer auf der Tugend Bahn, ihres Laufes Preis empfah'n! 1 Mel. Herr, du regierst, daß Alles zc. 26. Ich will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sey täglich, ewig fey von mir erhoben! Dich will ich) loben! 2. Du bist so groß; wer kann dich g'nug erheben? Wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß du bist, begreifen und empfinden; wer dich ergründen? 3. Wie herrlich bist du, wie ge schmückt und prächtig! Wie groß in deinen wundern, Herr, wie mächtig, damit dein Name von der ganzen Erde erhoben werde! 7. Dein Reich, o Gott, ist herrlich! Ewig währen dein Reich und deine macht, die wir verehren; und ewig wird von aller Bölker Zungen dein Lob gesungen. 11. Du bist auch nahe denen, die dich bitten, die ernstlich dich um deine 10. Fließet stärker, und ergießet in Hülfe bitten, du thuft, was Menschen, die Jubel des Gesangs euch in vollern wenn sie dich verehren, von dir bes Strömen; fließet, Freudenthränen gehren. meines Danks! Selig einst vor Gott zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh' ich's, fühl ich's wonne: voll, was ich künftig werden soll. 4. Daß deiner Wunder Ruhm umHer erschalle; die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine 2ahr beit, deine Huld befinge, und. Preis dir bringe.. 8. Zu dir empor schau'n aller Wes sen Blicke, daß deine Hand sie väter. lich erquicke; und du gibst einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 9. Du nur erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt; thust deine Hand auf und gibst Allen, was sie bes dürfen; feiner sucht vergebens dich. Quell U des Lebens. 10. In allen deinen Wegen strablet Gnade; untadelhaft sind alle deine Pfade, und was du thuft, gereicht zu deinem Preise, ist gut und weise! 12. Du schüßest, Bater, Alle, die dich lieben, die aber, die Gewalt und Fres vel üben, die werden für ihr lebelthun auf Erden gerichtet werden! 13. D Bater, ewig wollen wir dich loben, von Allen werde, Gott, dein Nam' erhoben; was lebet, müsse, Herr, zu allen Beiten dein ob vers breiten! Mel. Du, Gott, bist über Alles Herr 2c. 27. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luft! Ich mache deine Güte kund aus dank. erfüllter Brust! 2. Ich weiß, daß du von Ewigkeit die reiche Quelle bist, woraus uns Ale len jederzeit viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir von Gütern aller Art, das uns, o Bater, nicht von dir allein geges ben ward? 4. Wer hat des Himmets schönen Bau so prächtig ausgeschmückt? Wer ist's, der unser Feld mit Than und Regen stets erquict? 10 Allgemeine Lobgesänge. 5. Wer forgt für uns im Winters verliehen; dich freundlich geleitet! In frost, und unter Sturm und 2sind? wie viel Noth hat nicht der gnädige Wer macht's, das jährtich Korn und Gott Schuß dir und Rettung bereitet! Most für uns vorhanden sind? 6. Wer gibt dem Leibe Stärk und Kraft? Wer ist es, dessen Hand den gold'nen Frieden hält und schafft in unserm Batertand? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du must Alles thun; dein Aufseh'n wacht, du sorgst, daß wir im Frieden sicher ruh'n! 10. D Seele, die du zaghaft bist, wohl: auf und faffe Muth! Gott, alles Guten Ursprung, ist und bleibt auch stets dein Gut. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf dich sein Wohlthun geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann; wie er dir huldreich begegnet! 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahe, bleibst immer fromm und treu, und siehest du uns in Gefahr, so.stehest du uns bei. Eigne Melodie. 9. Die Thränen, die der Fromme 29. Lebringt dem Mächtigen, dem weint, bemerfst und zähleft du; und sprichst ihm tröstend, als ein Freund, in seinem Kummer zu. Gütigen und Weisen! Lovunget uns serm Gott, den Erd' und Himmel preis sen! Ihm, der die Welt mit Allmacht hält, der Altes, Alles weisheitsvoll und liebevoll regieret, bringt ihm anberend Lob und Dank, dem Lob und Dant gebühret! 5. Lobe den Herren und seinen hoch. heiligen Namen! Lob' ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Er ist dein Licht. Seele, vergiß seiner nicht; lob' ihn in Ewigkeit! Amen. 11. Er ist dein Schat, dein bester Treft, in Finsternis dein Licht, in at Ter Noth dein Schirm und Heit, schafft Ruh' und läßt dich nicht. 2. Die Erde predigt dich, umstrahlt mit Frühlingsglanze; Luft, Sonnen, Mondenschein, Than, Regen, Baum und Pflanze, der Thiere Heer, und 12. Was fränkst du dich in deinem und Flur und Wald,- jie predigen Fluß und Meer, und Berg und Thal, Sinn, und grämst dich Tag und Nacht? und preisen dich, unsern Gott, den Nimm deine Sorgen, wirf sie bin auf mächtigen, den Gütigen und Weiſen. den, der dich gemacht. 13. Hat er dich nicht von Jugendgen Sternenheere? Ein Tropfen ist 3. Was ist der Erdenball, Gott, ges auf versorger und ernährt, und wun- er nur im großen Weltenmecre. Ju derbar der Dinge Lauf zu deinem ftiller Nache, mit welcher Pracht ist Glück gefehrt? dort der Himmel ausgespannt in uns 14. Er hat noch niemals was vergemeffner Ferne! Es fingen Gottes feb'n in seinem Regimient; nein, was Sonnen ihm, es singen ihm die Sterne. er thut und läßt gescheh'n, das nimmt ein gutes End'. 4. Ein höher Lied ertönt! Nicht bloß von Menschen ungen, in Engelchören 15. Ei nun, so laß ihn ferner thun, wird dem Herrn ein Lied gesungen. und red' ihm nicht darein: so wirst du Zum Sternentlang tönt ihr Gesang: hier im Frieden ruh'n, und ewig glück-" Lob, Ehre sey Gott in der Höh', und lich seyn. Friede wohn' auf Erden! und Heil euch, Menschen, Brüder, enchy sell Himmelswonne werden!") Eigne Melodie. 5. D Menschen, stimmet ein! Noch 28. Love den Herren, den mächtigen drücken euch zwar Mängel und UnKönig der Ehre! Stimme frohrockend mit ein in die himmlischen Chöre! Seele, dein Dank schalle mit frohem Gesang, deinem Erhalter zur Ehre! volkommenheit, doch stimmt in's Lied der Engel, Unsterbliche! Gott in der Höh', Gott überall sey Ehr' und Lob! und Friede wohn' auf Erden! Und Tugend ähnlich werden. Eugeln Gottes soll der Mensch durch 2. Lobe den Herren, der Alles auf's Beste regieret; der dich mit Weisheit und Güte bis hicher gefübret; der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt. Mel. Du, Gott, bist über Alles ic. Dant' es ihm innigft gerühret! 3. Love den Herren, der deinen Leib 30. Nun danfet alle, bringet Ehr', kunstlid) vereitet; der dir Gesundheit ihr Menschen in der 2Bett, dem Herrn, Allgemeine Lobgesänge. 11 der Himmel, Erd' und Meer, und was fort, und uns ans aller Noth ertöfen da lebt, erhält. hier und dort. 2. Besingt mit frohem Jubelschalt 3. Lob, Ehr und Preis sey Gott, Gott, unser höchstes Gut, der große dem Vater und dem Sohne, und seis Wunder überall, auch) an uns Men- nem heil'gen Geist! Er, der vom Him schen thut! metsthrone erbarmend auf uns schant, 3. Bon unsrer zarten Kindheit an bleibt, was er ewig war, unendlich hat er uns unterstüzt; er, der allein groß und gut. Lob sey ihm immerdar! uns helfen kann und gern uns hilft und schützt. 4. Aus feiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns Seelen auch schon vier Zufriedenheit gewährt. 5. Er strent auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns pruft, erleichtert er. 6. Er trägt, nach güt'ger Bäter Art, uns Schwache mit Geduld; er züchtigt wohl, doch nie zu hart, er läßt uns gern die Schuld. 7. Er wecket das Gewissen auf, ruft uns zur Besserung, und stärkk uns, achten wir darauf, mit Kraft zur Heiligung. 8. Er bleibt uns tren; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wann er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Er trag' uns ferner mit Geduld, und helf uns beilig seyn, und seiner väterlichen Huld uns allezeit erfreu'n. 10. Er gebe uns ein fröhlich Herz und einen frommen Sinn; er tröft uns auch in jedem Schmerz, und helf uns fernerhin! 11. Er laffe seinen Segen ruh'n auf uns und jedem Land! Er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil für jeden Stand! 12. Singt, Christen, fingt ihm Preis und Dank für seine Gütigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang dort in der Ewigkeit. Mel. Wer mit dem reinen Secs lenblicke 2c. 32. O daß ich rein're Lippen hätte und einen preisgeübten Mund! Mit Engeln macht' ich um die 2serte des Unerschaffnen Thaten fund. Ein hohes Freistied stimmt' ich an; denn Gro. ses hat der Herr gethan. 2. Die Sonne flammt: Der Gott der Stärke bestimmte weise meinen Kreis! Der Mond: Mich schmückt er! Wir sind Werke des Höchsten! strahlt der Sterne Preis. Der Sturmis Donner rout: wir sind durch ihn! wind braust, die Blige glü'n, der 3. Der Herr erzog uns! rauschen Wälder; der Baum: Gedeihen gab er mir! Er rief mich! weht die Saat ihre Zier. Er wog mich! stimmt das der Felder. Die Blume dankt ihm Meer mit ein; der Quell: durch ihn entsprang ich rein! 4. Noch froher preist ihn jedes Les ven; das Würmchen auf dem kleins sten Blatt. Und ich, ich sout ihn nicht erheben? ich, den er so erhoben hat? Ich könnte seine Wunder seh'n und stumm in seiner Schöpfung steh'n? 5. Nein, Ruhm dir, Bater! Was ich habe, ward nur durch deine Güte mein. Zur Freude läst du jede Gabe mir unter deinem Schnß gedeih'n; er ziehst voll Huld mich in der Zeit zur Wonne deiner Ewigkeit. 6. Preis dir für jeden Erdensegen; auch für die Trübsal, Müh' und Last, die du mir auf des Lebens Wegen als Wohlthat zugewogen bast! är hier der Mensch von Leiden frei, Herr, wer erkenn'te deine Treu'? Eigne Melodie. 31. Nun danket Alle Gott mit Her7. Du setzteft jeder Erdenplage und zen, Mund und Händen, der großesiedem Schmerz ein kurzes ziet. Mir Dinge thut, hier und an allen Enden; trübten oft fich heitre Tage; du wink. der mächtig uns erhält, und schon test, und der Nebel fiel. Mir drobte von Kindheit an mehr wohlthut, als nabende Gefahr; schnell ward ich deis ein Mensch versteh'n und zählen kann! ner Hand gewahr. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns 8. D'rum will ich immer voller in unserm Leben ein immerfrohes Freude und Dank auf deinen Wegen Herz und seinen Frieden geben; woll' ach'n; voll Muth und Preis im tief: mus in seiner Guad' erhalten fort und sten Leide empor zu dir, dem Helfer, 12 Allgemeine Lobgesänge. wel feh'n; und stürzten deine Welten ein, 7. 3hr, die ihr Ehrifti Namen nennt, wie könnt' ich ohne Hoffnung seyn? gebt unserm Gott die Ehre! 3hr, die 9. 2Beth Leid vertilgt mich? ihr Gottes Macht bekennt, gebt uns ches Wehe? Ist nicht die Ewigkeit serm Gott die Ehre! Die falschen Gömein Loos? Tönt, Jubel, tönt zu sei- Ben macht zu Spott! Der Herr ist ner Höhe: der Herr ist gnädig, mild Gott! Der Herr ist Gott! Gebt uns und groß! Preis dir, Erhabner, in serm Gott die Ehre! der Zeit! Preis dir in deiner Ewigfeit! 10. Bon deiner Güte will ic) singen, so lange sich die Bunge regt; dir Dank und Ruhm und Ehre bringen, so lange mir das Herz noch schlägt. und schlaf ich zur Berwandlung ein, foll Dank mein letzter Odem seyn, 8. Go fommt, last vor sein Anges sicht auch uns mit Ehrfurcht dringen! bezahter die gelobte Pflicht, und last uns fröhlich) fingen: der Herr hat Alles wohl bedacht, und Alles, Alles red) t gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 11. D nimm mein schwaches Lob auf bin! Zum höhern Pſalme soll es wer: Erden, des Staubes Lob, in Gnaden den, wann ich) erwacht als Engel vin. Daun jauch; ich in der Himmel Chor Dir mein Entzücken rein empor. Eigue Melodie. 33. S ey Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Bater aller Güte, dem Gott, der alle under thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danfet dir des Himmels Heer, Beherrscher aller Thronen. und die die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die uns und sie her: vorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht und Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach, Gott, vernimm mein Wei nen! da balf der Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen: D'rum, dant', o Gott, d'rum dank ich dir; ach), danket Allé Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 34. Singt unserm Gott ein neues mel. Ich dank' dir schon durch zc. Lied! Er ist der Gott der Stärke; die ganze Welt ist sein Gebier, und groß sind seine Werke. 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Bolk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, Heil und Frieden. Mit den leitet er die Seinen allzeit hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Der Herr ist groß! Licht ist ſein Kleid, und was er wählt, das Beste; und Wahrheit und Gerechtigkeit sind seines Thrones Feste. und fericht's, so sind und leben Wel 3. Er herrscht als Gott; er will ten; fie fallen wieder in ihr nichts auf seines Mundes Schelten. 4. Wer ist dir gleich, Herr aller Aues wunderbar erhält, dich sollten Welt? Dich Gütigen und Weisen, der wir nicht preisen? 5. Du kennest ja, was ist und war im Himmel und auf Erden; vor dir ist Alles offenbar; du hießest Alles werden. 6. Du bist nicht fern, du bist um mich, bei Allem, was ich thue; schirmst mich bei Tag, und schaffst, daß ich auch schlafend sicher rute. 7. Du bist mir allenthalben nah'! wenn ich an's Meer entflöhe und selbst gen Himmel, bist du da, und folgst mir, wo ich gehe. 8. Du hörst mein Seufzen, kennst mein Fleh'n und allen Rath der Seele, du haft mein Thun voransgeseh'n, und weißt, wie oft ich fehle. wie lang ich leben sollte; und deine 9. Herr, du bestimmteft, eb' ich war, ihr Segen, Liebe wog mir dar, was sie mir ge Mutterhänben wollte. 10. Nichts, nichts, o Herr, mein Gott! ist mein, das dir nicht angehöre. Mein stets voll Lobes seyn, zu Ich will dich all mein Leben lana, Mund soll o Gott, von nun an ehren: man soll, deines Namens Ehre. Gott, deinen Lobgefang an allen Dr II. D, wer fann aller Wunder Pracht ten heren. Mein ganzes Herz ermum- in deiner Schöpfung fassen? Der tre fich); mein Leib und Geist erfreuc sich. Gebt unserm Gott die Ehre! urm verkündigt deine Macht, du baft ihn werden lassen. Allgemeine Lobgesänge. 15 12. Der kleinste Balm auf unsrer, bin ich mein Ange Fehre, find' ich, Flur ist deiner Weisheit Spieget. was mich nährt, erhält. Thiere, Kräus Dein Loblied, Bater der Natur, sind ter und Getreide in den Gründen, Auen, Thal und Hügel. auf der Höh', in den Wäldern, in der See, überall ist meine Weide. Alles währt nur zc. 13. Du tränfft mit Regen unser Land, und gibst uns grüne Weiden. Empfangen wir von deiner Hand nicht Korn und Wein und Freuden? 14. Herr, ohne deinen Willen fällt Fein Sperling hier auf Erden; wie follte, da dein Arm mich hält, mein Her; nicht ruhig werden? 15. Allmächtiger, bist du mein Schuß, so steh' ich fest in Stürmen. Ich biete selbst der Hölle Truß; denn du wirst mich beschirmen. Eigne Melodie. 35. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? Sout' ich ihm nicht dankbar seyn? Sollte nicht in allen Dingen seine Liebe mic) erfreu'n? Ist's doch nichts als lauter Liebe, das sein treues Herz bewegt, das mit Baterhänden trägt, die in seinem Dicuft sich üben. Alles währet seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wann ich schlafe, wacht sein Sors gen! dieß beruhigt mein Gemüth; weil es neu mit jedem Morgen seiner Liebe Proben ficht. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Anges icht mich geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. währt nur zc. Alles 8. Wie so manche schwere Plage, welche Andre öfters Fränkt, hat durch meine Lebenstage mein Gott von mir abgelenkt. Ja, der Engel, den er sen det, hat das Böse, das mein Feind ans zurichten war gemeint, gnädig von mir abgewendet. Alles währt nur: c. 3. Für mich Armen, mich Berlornen, der ich Staub und Äsche vin, gabst du ihn, den Eingebornen, in den herb: sten Tod dahin. Wer muß hier nicht Liebe finden, deren Tiefe unser Geist, selbst, wenn Gott uns Beistand leist't, nimmer völlig kann ergründen. Alles währt nur 2c. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals gan; sein Her; entzieht, ob es gleich zuweilen Sünde thut und seine Wege flicht. Also sieht auch mein Verbrechen Gott, als Rater, schonend an, züchtigt mich, daß ich's gethan; doch zu streng will er's nicht rächen. alles währt nur: c. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch 10. Seine Strafen, seine Schläge, meine Glieder, Gott, dein starker Arm ob mir's gleich nicht also scheint, sind bedeckt! Ja, noch eh' ich war gebodoch, wenn ich's recht erwäge, nur Bes ren, hatte deine Liebe schon mich in weise, daß mein Freund, der mich leis deinem lieben Sohn sich zum Liebling ret, mein gedenke, und mich von der auserforen. Alles währt nur kurze argen Welt, die mir täglich Nebe Beit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. stellt, durch die Leiden zu ihm lenke. Alles währt pur zc. II. Das weiß ich gewiß und lasse mir's nicht aus dem Sinne geh'n: Christenkreu; hat seine Maße, und muß endlich stille steh'n. Wann der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles währt nur zc. 4. Seinen Geist, den edlen Führer durch des Lebens Dunkelheit, sendet 12. Weil denn weder Ziel noch Ende er mir zum Regierer auf dem Weg sich in Gottes Liebe find't, so erheb zur Seligkeit. Stärket dessen Gua- ich meine Hände zu dir, Bater, als denfülle meines Glaubens schwaches dein Kind: bitte, woll'st mir Gnade Licht; dann, dann fürcht' ich kein Gegeven, dir aus aller meiner Macht zu richt, und mein bebend Herz wird vertrauen Tag und Nacht, hier in stille. Alles währt nur zc. meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob' und lieb' in Ewigkeit!" 5. Auf die Wohlfahrt meiner Seeten ist er nicht allein bedacht; sollt' dem Leibe etwas fehlen, gibt er's auch Mel. Erscheine meinem Geist zc. mir Kraft zu meinen Werfen, bin ich schwach, 36. Wir danken freudig dir für daß ich nichts kann; nimmt mein Gott sich meiner an. Seine Hand eitt alle deine Gaben, die wir, Allgütiger, von dir empfangen haben! Gesunds mich zu stärken. Alles währt nur zc. heit gibst du uns und Nahrung, die 6. Himmel, Erd' und ihre Heere erfreut; hier einen frohen Muth, und hat er mir zum Dienst bestellt. Wol dort die Seligkeit. Allgemeine 2. Pag nie gefühllos uns, Herr, deine Huld verkennen! Bon wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbren: nen! Mach' uns gehorsam dir, mach' im Beruf uns treu, daß unser Wan: del dir stets wohlgefällig sey! Allgemeine Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen zc. 37. Bis hieher halfft du mir, mein Gott! Du halfft mir aus so mancher Noth. Wie manche blieb mir unbekannt, die du von mir, Herr, abgewandt! 2. Sum frohen Aufenthalt allhier gabst du so manche Freuden mir; und immer noch ist deine Treu', mich zu beglücken, täglich neu. 3. D'rum wart' ich ferner auf dein Heil. Ein gut Gewissen sey mein Theil, das hier des. Himmels Bor schmack ist, und einst mein Ende mir versüßt. 4. Dein Wort sey meines Lebens Licht! So täuscht der Erde Glück mich nicht. Die Belt mit ihrer Lust vergeht; wer deinen Willen thut, besteht. 5. Hilf, daß ich meiner Pflicht ge= treu, und gern dem Nächsten nüßlich fev; mich freue mit den Fröhlichen, und weine mit den Weinenden. 6. Zum Wohlthun sey mein Herz bereit, zur Sanftmuth, zur Berföhnlichkeit: so bring' ich christlich und in Ruh' auf Erden meine Tage zu. 7. Im Glück gib mir Bescheidenheit, ein Herz voll frommer Dankbarkeit; im Unglück schenke mir Geduld, und Trost an deiner Baterhuld. 8. Was sonst mir könnte nüglich seyn, siehst du, mein Gott, am besten ein! D'rum bin ich ruhig und vergnügt bei Allem, was dein Rath verfügt. Bitten. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so veglücket, wie wird uns seyn, wann uns dein Himmel einst entzücket! Führ uns dahin, und laß uns da dein Antlig seh'n; dann wird dich uns ser Dank in Ewigkeit erhöh'n! 9. Du, Herr, bist meine Zuversicht! Entzieh' mir deine Gnade nicht, und schließt sich hier mein Lebenslauf, so nimm mich in den Himmel auf. 10. Da wechselt nicht mehr Freud' und Leid; da find' ich). bis in EwigBitten. Eigne Melodie. auch meine Seele freut sich dein, daß 38. Du, des fich alle Himmel fren'n, du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr! daß du mein Vater bist! Mein Ba ter bist! 2. Weit, über unser Stammeln, weit geht deines Namens Herrlichkeit; ihn heilige von Lieb' entbrennt, wer deinen großen Namen nennt, unends licher! dir gleich? Die Welten alle sind dein 3. Du herrscheft; Gott, wer herrscht Reich. Am väterlichsten herrschest du durch Christum! Giv uns Christi Ruh': Du bist versöhnt! 4. Der du dich uns durch ihn ents hüllst, das nur ist selig, was du willst! Dein Will', o Liebender, gescheh' auf Erden; in der Himmel Höh', du Lies bender! 5. In unsers Leibes kleinern Noth fey mit uns! Gib uns unser Brod! Labst du den Leib; schickst du ihm unser Herz! Erhalt uns dir! Schmerz: froh, still, voll Dank sey 6. Bergib uns unsre Missethat, die, Bater, dich erzürnet hat; wie wir, vom Haß des Bruders rein, Beleidi gungen ihm verzeih'n! Erbarme dich! 7. 3u schwer sey die Bersuchung nicht. uns leucht', Erbarmender, dein Licht, wann uns der Fluch der Sünde schreckt, und Nacht vor uns dein Antlitz deckt, Erbarmender! 8. Erlöp, erlöf uns, unser Gott, aus dieser und aus aller Noth! Laß sterbend uns dein Herz erfleh'n, und ein zu deiner Ruhe geh'n, Gott, dem wir trau'n. 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm! Du bist der Herr der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gelobt seyst du! Mel. Es ist ein Gott! Vers ftumme 2c. stört, das Glück, das sich beständig 39. Gott, deine Güte reicht so weit, neprt. so weit die Wolken gehen; du krönt Allgemeine Bitten. 15 aus mtt Barmherzigkeit, und eilst, freiche du die starke Hand dem Schwa uns beizustehen. Herr, meine Burg, den. Bergessen laß mich, was vers mein Fels, mein Hort, vernimm mein gänglich ist, selbst leidend fühlen, daß Fleh'n, merk auf mein Wort; denn du Bater bist. ich will vor dir beten! 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß nnd Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Berstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen! 3. Ich bitte nicht um Ehr und gesagt! Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wah- Mel. Wenn wir in höchsten rer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm Nöthen ze. vor deinem Angesicht, und frommer 41. Ich komme vor dein Angesicht, Freunde Liebe! verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Goté der Gnaden und Geduld! 4. So bitt' ich dich, o treuer Gott, auch nicht um langes Leben! Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 2. Kein Heuchelschein, kein unbeständig's Wanken verführe meinen Geist; Aufrichtigkeit und rechter Ernst sen meine Frömmigkeit. Selbst meine Triebe, Wünsche und Gedanken tas alle dir, nur dir geheiligt seyn; mein ganzes Herz sey, wie mein Leben, rein. 6. Was du mir schickst, davor laß mir nicht grauen, nichts scheuen mich, und war es auch der Tod; nur tag mich, Herr, in aller meiner Noth nicht meiner Kraft, nur dir allein vertrauen! Du kennest jeden Kummer, der mich nagt; du hilfft gewiß, wie du es zus 3. Gib, daß ich stets bei meinem Thun bedenke, ob dir, o Herr, es wohl gefällig sev; ob ich, der Pflicht und deinem Willen treu, mein Herz allein auf Recht und Tugend lenke; ob nie mein Fuß vom richt'gen Pfade irrt, ob dein Gesez mir immer theurer wird! Eigne Melodie. 40. Herr, lehr mich thun nach dei- deine Rechte mich vedeckt? nem Wohlgefallen, dein guter Geist führ mich auf einer Bahn! Durch 4. Ich bin ia, Herr, in deiner Hand! ihn laß Weisheit mich und Kraft empfah'n, stets unverrückt den rechten Weg zu wallen, dir immer mehr, mein Bater, zu vertrau'n, und stets mit Luft auf dein Gebot zu schau'n! Bon dir empfing' ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk' ihn durch dein göttlich Wort! 4. Daß du, mein Gott, stets nahe bist uns Allen, daß du auch mir allge genwärtig bist, daß deinem Auge nichts verborgen ist, bewahre mich, zu strau: cheln und zu fallen. Lockt die Begier, lockt Eitelkeit der Welt; dann gib mir Muth, zu thun, was dir gefällt. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll frommer Lieb' zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Sev mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn 5. Laß, deines Namens mich zu freu'n, ihn stets vor meinen Augen seyn. Laß, meines Glaubens mich zu freu'n, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sev mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in alten meinen Pflichten sey! 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit der Leidens schaft, so ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil! fluß, so laß mich mäßig im Genuß, 9. Schenkt deine Hand mir Iteber. einen frohen Gever seyn! und dürft'ge Brüder zu erfreu'n mich 10. Gib mir Gesundheit und verleih', daß ich sie nük' und dankbar sev, und nie aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 5. Laß sorgsam mich mein schwaches Her; bewachen, wann eitle Luft und Thorheit mich umgibt; und wann II. Ewede mir stets einen Freund, Bersuchung meine Treue übt: dann der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, 16 Allgemeine Bitten. mit mir in deiner Furcht sich hibt, mirl 10. Dir, Herr, allein sey Ruhm ges Rath und Trost und Beispiel gibt. bracht, frohlockend will ich deine Macht 12. Bestimmst du mir ein läng'res vor aller Welt erbeben, und dir zum Riet, und werden meiner Tage viet, Freis und mir zum Heil nach deinem dann, Herr, Herr, meine Zuversicht Widen leben! verlaß mich auch) im Alter nicht! Mel. Odu Liebe meiner Liebe zc. 43. Nic icht um Reichthum, nicht um Ehre, bitt' ich, bester Bater, dich! Wenn ich weltbesißer wäre, ohne dich), wie arm wär ic)! Nicht um thränenlose #Tage steigt mein Fley'n zu dir hinan; sende Frende, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n, so nimm dich meiner herzlich an, und sev, durch Chriftum deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2e. 42. Ich weiß, mein Gott, das, was 2. Dich, mein Schöpfer, mehr zu kennen, dich in Freude, dich in Schmerz ich thu', allein auf deinem Willen ruh meinen Barer froh zu nennen, dieß von dir kommt Glück und Segen. vor allem wünscht mein Herz! Danks Regierst du mich, so geh' ich stets, gefühl bei deinen Gaben, Lust am o Herr, auf guten Begen! Guten, Freud' in dir, und Gewissenss ruh' zu haben, dieß, Algüt'ger, wünsch' ich mir! 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß das geschet', was er be dacht, und er sich dessen freue. Dein weiser Rath, Gott, macht allein, daß Menschenrath gedeihe! 3. Oft denkt der Mensch), und denkt's vou Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und täuscht sich doch und fehlet. Oft sieht er das für schädlich an, was selbst sein Gott erwählet. 4. D'rum gib mir Weisheit aus der Höy', damit ich nie aus Stolz besteh' auf meinem eignen Willen. Mein höchster Wunsch sey, was du willst, gehorsam zu erfüllen. 5. Hilf mir, e' sich mein Herz entschließt, erkennen, was mir schädlich ist; was dir misfällt, verwehre. Mein einzig Ziel, mein bestes Theil sey deine Lieb und Ehre. 6. Ist's Werk von dir, so gib mir Glück; ist's nicht von dir, so treib's zu: rück, und laß mich's nicht beginnen. Was du nicht willst, das muß von selbst in kurzer Zeit zerrinnen. 7. Steh' du mir bei und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht; Herr, du bist stark und weise! Bollende selbst durch mich dein Werk zu deines Namens Preise. 8. Scheint's gleich im Anfang mir gn schwer, will Furcht und Sorge zu mir her, von allen Seiten dringen, so muß es doch durch deinen Schuß mir endlich wohl gelingen. 3. Kraft und Much und Herzenss freude, allen Menschen wohlzuthun; Trost und Stärke, wann ich leide, sanft und still in dir zu ruh'n; Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmäh'n, jede Leidenschaft zut dämpfen; dieß, Herr, ist mein kindlich Fleh'n! 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheu'n, fest in deiner Liebe stehen, und dir, sunsch zu stillen, wer vermag, es? Bater, ähnlich seyn; diesen heißen Du allein. Ja, um deiner Liebe wils ten wirst du, was ich bat, verleih'n! Eigne Melodie. 44.0 Gott, du frommer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben; gesunden Leib gib mir; und gib aud), daß dabei die Seele unverlegt, rein das Gewissen sev! 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ich's thue bald, zu der Zeit, wann ich foll, und thu' ich's dann, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn' Berdruß. 9. Der Weg zum Guten ist oft fteil; doch immer findet Ruh' und 4. 3eigt sich Gefährlichkeit, so laß Heil, wer ihn mit Freuden gehet. Und mich nicht verzagen. Berleih' mir Lohnen wird ihn einst sein Herz, wann Christenmuth; das Kreuz, hilf felber er am Biele siehet. tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Allgemeine Bitten. mit Sanftmutb überwind', und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es Chriftlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, daß von unrech)tem Gut nichts untermenget sey. 6. Sollt ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen fauren Tritt hindurch in's Alter dringen, so gib Geduld; vor Sünd' und Schanden mich bewahr', auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freu: den; dem Leib ein Räumlein gönn' bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh' an ihrer Seite hab'. 8. Wann du an jenem Tag die Tods ten wirst erwecken, wollst du auch deine Hand zu meinem Grab ausftre: den; las hören deine Stimm', und meinen Leib weck' auf, und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Ruhm erschalle mehr und mehr: Herr, dreiein'ger Gott! Dir sey Lob, Preis und Ehr'! 17 blickt, wo sie wonnevoll Alles wieder finden soll;" 7. Starken Muth im Kampf des Christen mit der Welt und ihren Lüs sten, Sieg dem Geist, und wenn er fiegt, Demuth, die im Staub sich schmiegt; 4. Geber aller guten Gaben, festen Glauben möcht' ich haben, den fein Zweifel, keine Nacht schwerer Leiden wankend macht. 8. Stärke, alle Lebensplagen mit Gelaffenheit zu tragen; stilles Hare ren, bis der Tod mich erlöst auf dein Gebot; 9. Seelenruhe, muth im Sterben, der letzte Seufzer spricht: D mein wenn die Lippen sich entfärben, und Jesu, laß mich nicht! 5. Unverfälschte, wahre Liebe, vol ter edler, reiner Triebe; Liebe, die dem Feind verzeiht, und dem Freund das Leben weiht; 10. Willst du mir in meinem Leben, Bater, diese Güter geben, so wird meiner Leiden Nacht mir zum beitern, Tag gemacht. fev Preis vier Mel. Freu' dich sehr, o meine und im Himmel oben: Gott Sohn, Seele zc. 9. Gott Bater! Dir sey Pr Herr Jesu Christ! ich will dich Loben: Gott heil ger Geist! Dein 46. Weg von Allem, was ich sehe, weicht, Gedanken, all' zurück! Bater, nur auf deine Nähe richte sich des Glaubens Blick! wenn mein Herz sich deiner freut, Quelle jeder Selige feit, wie erhebt sich mein Gemüthe, Gott, du grenzenlose Güte! II. Immer will ich beten, ringen, stille harren, Dank dir bringen, bis dein Ruf einft meinen Geist zu dir, Bater, kommen heißt! 12. Gott, so stärke dann mich Mü. den, gib, daß ich in dir zufrieden, nie vergesſe dein Gebot:" Sey getreu bis in den Tod"! Mel. Sollt' es gleich bisweilen ze. 45. Urquell aller Geligkeiten, die 2. Welche Wonne, dich erkennen, in Strömen sich verbreiten durch der dich, der Besen Quell und Ziel! Kind Schöpfung weit Gebiet, Bater, hör lich rein dich Bater nennen, welch mein flehend Lied! ein himmlisches Gefühl! Dich in deis 2. Nicht um Güter dieser Erde, den Höh'n, dich als Liebe stets empfine nen Werken seh'n, in den Tiefen, in nicht damit ich reicher werde, auch den, o wer kanu dieß Glück ergründen? um Weltlust komm' ich nicht, Bater, vor dein Angesicht! 3. Deines Preises, deiner Freuden 3. Schätze, die mich nicht verlassen, in Glück und Leiden, wie ich dich verz sey die ganze Seele voll! Lehre mich wenn ich stervend werd'' erblassen, ehren soll. Laß mich kindlich auf dich Tugenden, des Christen werth, sind seh'n, reiner immer zu dir fleh'n! Hilf es, die mein Herz begehrt. mir, deinen Gotteswillen immer freus diger erfüllen! 4. Meine Tage, meine Stunden, Bater, find gezählt von dir; und wie viel sind schon verschwunden, sind auf ewig fern von mir! Herr, um Weis: heit bitt' ich dich; Stunden wägen lehre mich! Lehr' mich meine Tage zählen, Schöpfer aller Menschenseelen. 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, 5. Wo nur meine Füße stehen in wann die Welt ihr Alles raubte, hins| dem Tempel der Natur, öffue mir 2 18 Advent. mein Aug', zu sehen deiner boben 8. Ueber Leben, über Sterben, wo Weisheit Spur. Hoffen auf den Him- die Hoffnung schon verschwand; über mel, Gott, lehre mich in Glück und jegliches Verderben sieget deine starte Noth! mich, den Fremdling, laß auf Hand. Gern erhöreft du mein Fleh'n Erden reif zu jenem Leben werden. und willst gnädig bei mir steh'n. In 6. Done Zabi sind meine Sünden: hilfft du, Herr, mir überwinden! dem schweren Kampf mit Sünden ohne Maas ist deine Huld. Beides Fennen und empfinden, reinigt mich du Gnadenvoller, nie! Dächt' ic), wo 9. D vergäß ich deiner Nähe, Gott, von alter Schuld, Laß der Guaden ich geh' und stehe, wo ich leide, nur Ucserfluß, wann ich mich verdammen muß, wann mich Sündenlasten drü- an sie! Doch mich Schwachen kenneſt cken, wiederum mein Herz erquicken. du; decke meine Fehler zu, wehr dem Leichtsinn meines Herzens, dieser Quelle meines Schmerzens. 7. Lehre mich in bangen Stunden glauben, daß du wohl mir willst; wohl 10. Halten mich des Lasters Reize, mir, schlägst du mir auch Wunden; Gott, von deiner Bahn zurück; schnell wohl mir, wann du dich verhüllft! zu Jesu Christi Krenze wende dann Bater, höre du mein Flei'n! Ueber des Glaubens Blick! Heilig sey der Bitten und Bersteh'n kannst du weis- Borsab mir: lebend, leidend, sterbend lich Alles lenken und die Ruh' mir dir, bester Bater, dir vor Allen durch wieder schenken. Gehorsam zu gefallen! 3 weite Abtheilung. Gesänge für kirchliche Feste und Handlungen. 1. Kirchliche Feste. Advent. Mel. Seuch ein zu deinen Thos rent ze. 47. Erhebt den Herrn, thr From- und in Ewigkeit, wo uns ein beffres 5. wir hier men! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Dann sind wir ewig dein, und nichts Leben vor deinem Thron erfreut. Frost und Licht. Gott, der uns nicht wird uns mehr fehlen; dann werden verstößt, hat uns zum Heil und Leben felbst seinen Sohn gegeben; durch ihn unsre Seelen sich deiner ewig freu'n. find wir erlöst. Reis zu Sünden uns glücklich übers winden! Gib Muth und Kraft dazu! 2. Er kommt zu uns auf Erden in Mel. Jesu, Jesu, komm zu mir sc. niedriger Gestalt, voll Mühe und Be- 48. Gott sev Dank in aller Welt, schwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegeb'nen Macht enthielt er der sein Wort getreulich hält, und fich mit Freuden, bis er durch Thun der Sünder Troft und Rath zu uns und Leiden sein großes Werk volbracht. Hergesendet hat! 3. Er har's vollbracht! D bringet Gott enern Lobgesang! Erlöste Men fchen, finget dem Mittter ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er, der Bertreter, und wird der Menschveit Retter. O nehmt ihn glaubig an! 2. Was der frommen Bäter Schaar heißer Wunsch und Sehnen war; er, nach dem ihr Auge sah, Jesus Chris stus ist nun da. 3. Hier ist mehr als Davids Sohn; unvergänglich ist sein Thron. Rub Du Freund der Menschenfinder, der Seelen, ew'ges Heil ward durch wirf uns, Jesú, nicht! Dein Name, Jesum uns zu Theil. it der Sünder, ist unsre Zuversicht. 4. Menschenfreund, wie dank ich's sib unsern Seelen Rup'; bilf jeden dir! Scheute dieses Seil auch mir, Advent. 19 das du unter vieler Laft, für die Welt Freund, fein eingeborner Sohn ers bereitet hast. scheint. Lobsinget Gott! 5. Deiner Hülfe mich zu freu'n, tak 2. Des Irrthums finst're Nacht durchs mein Herz dein eigen seyn; mach' es bricht nur die und da ein Strahl von von der Sünde frei, daß es deiner Sicht. Die Welt, die ganz im Dunwürdig sey. feln lag, erleuchtet nun ein neuer Tag. Lobsinget Gott! 6. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich d'rung meiner Ruy wähl und thu'! finget Gott! hier zur Beför- 3. Was mancher Weise selbft nicht denke, wünsche, fand, was Tausenden noch unbekannt, daß Gott der Bater Aller ist, die 7. Trifft mich Traurigkeit und Wabrbeit zeigte Jesus Christ. Lob. Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! wann mir niemand helfen 4. Gestürzt ist nun der Götzen kann, hilf, und nimm dich meiner an! Thron. Dir, Gott, und Jesu, deinem 8. Wann ich kämpfe, schenke du Sohn, ertönet Preis und Lobgesang Kräfte mir und Seelenru! Hilf zum vom Aufgang bis zum Niedergang! treuen Tugendlauf meiner Schwach- Lobsinget Gott! heit mächtig auf. 5. Lobsinat! Gott hat sein Wort erfüllt: Sein Sohn, der Gottheit Ebenbild, der Menschen Retter und ihr Freund, sein eingeborner Sohn, erscheint. Lobsinget Gott! 9. Daß ich, wann du, Lebensfürst, Berrlich wieder kommen wirst, froh dir mög' entgegen seh'n und gerecht vor dir besteh'n. Mel. Erscheine meinem Geift: c. Mel. Ach, was soll ich Sünder 51. Preist den Allgütigen, preist machen 2c. mit uns, ener 49. Kommst du, Jesu, Licht der Heiz Herz zu Gott und fingt ihm frohe den? Helfer, säumst du länger nicht? Lieder! Es kommt die Zeit des Heils, Ach, du weißt, was mir gebricht, Ge- in der der Herr erschien; auf, feiert ber aller Seligkeiten! Komm, o komm, fie erfreut; auf, Christen, preiset ihn! mich zu erfreu'n! Denn mein Wunsch) ist, dein zu seyn. 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Gottes Sohn. Meine Seele labt sich schon an dem gnaden vollen Segen, der mit dir, Herr Jesu Christ, in die Welt gekommen ist. 3. Adle mich durch deine Liebe, die dem Eitten mich entreißt, und gib Kräfte, daß mein Geist fich, dir zu gefallen, übe.. Recht dich lieben, o mein Licht, kann aus eigner Kraft ich nicht. 2. Der Erdkreis tag in Nacht, mit Finsterniß umhüllet; vom Aberglans ben war des Menschen Geift erfüllet. Die Finsternisse flot'n, und helles Licht erschien durch Jesum unserm Geist: er ward belehrt durch ihn. 3. Durch ibn sind wir belehrt, die Tugendbahn zu wandeln, und fromm und gut, wie Er, zu denken, und zu handeln. Durch ihn kennt unser Geift Gott und Unsterblichkeit, fühlt sich zum Kampf gestärkt, fühlt hier schon Seligkeit. 4. Herr, erhebe mein Gemüthe, öffne deinem Lob den Mund, daß ich jest aus Herzensgrund dankbar preise deine Güte, weil auch mir, Herr Jesu 4. Auf, laßt uns dieses Fest mit beil'ger Andacht feiern, froh laßt uns den Entschluß zur Tugend jest erneus Christ, du zu gut gekommen bist! ern! Auf, bringet unserm Gott Ans betung, Preis und Dank, und laut ere hebe sich des Herzens Preisgefang! 5. Schenk mir deines Geistes Gas ben, Liebe, Glauben und Geduld, bis ich einst, durch deine Huld, über Sünd' und Welt ervaben, mit den Engeln dir alsdann Hosianna fingen 52. Sie eilt, fie kommt, die Zeit, Mel. Erscheine meinem Geist zc. kann. Mel. Erschienen ist der herr lich sc. die Gott nach seinem Willen bestimmt uns das, was er versprochen, zu er füllen. Der große Tag des Herrn, der Tag des Heils ist nah'. Denn der 50. Lobfingt! Gott hat sein Wort der ihm den Weg bereiten soll, ift esse erfüllt: Sein Sohn, der Gottheit Eben2. Laut schallt das frobe Wor bild, der Menschen Retter und ihr Der Herr kommt! es verbreitet sich 2* 20 Weihnachtfest. überall der Ruf: Erwachet! und bearetten frenteft du, Seligmacher, dich! reitet dem, der da kommt, den Weg! Du sab'st, es wäre Steiner vermögend Macht ihm, dem Retter, Bahn! Macht g'nug dazu; da jammerte dich) meiner; Bahn! Bereitet euch, ihn würdig zu da kamst und halfest du. empfah'n! 3. Er kommt, von Gott gesandt, der Bölker Trost und Segen; und Gnad und Wahrheit ist auf allen seinen Wegen. Er kommt, um eine Welt vom Elend zu befrei'n, das menschliche Geschlecht zu segnen, zu Himmel ist mein Theil. erfreu'n. 4. Mich hielten schwere Bande; du kommst und kaufst mich los. Ich war dedeckt mit Schande; du kommst und machst mich groß, du hebst mich hoch was kann ich mehr begehren? Der zu Ehren, gibst mir ein ewig Heil; 4. Auf, Menschen, kommt, laßt uns den Gott der Wahrheit preisen! Shn, der erfüllt, was er aus Gnaden hat verheißen. Nie täuscht, was Gott verspricht; sein Wort bleibt ewig steh'n. und fielen Berge hin, dieß Wort kann nicht vergeh'n! 6. Das schreibt in eure Herzen, Bes 5. Heil uns, mit uns ist Gott! die trübte! klagt nicht mehr! Zagt nicht Hoffnung glaub'ger Bäter, das längst in euern Schmerzen, als ob kein Hel. gewünschte Licht, der ganzen Welt fer wär'. O sebet auf, ihr habet den Bertreter. Bersammelt, Bölker, euch, besten Helfer nah'; der eure Seelen versammelt euch zum Herrn! Freut labet, der treue Freund ist da! euch, o Menschen, sein, freut euch), und folgt ihm gern! 5. Nichts, nichts hat dich getrieben, zur Tilgung meiner Schuld, so brünstig mich zu lieben, als deine freie Huld. Mit göttlichem Erbarmen trugst du der Sünder Laft; mit mitleidsvol len Armen hast du auch mich umfaßt. 60 7. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wist, daß er euch verzeihe! Er selbst, der Mens schenfreund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht Gotteskindern, schafft ihren Mel. Valet will ich dir geben 2c. 53. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterblichen! Du Freude, fie zu du Berlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Mit Zweigen grüner Palmen holt dort dein Bolk dich ein; ich will in Freudenpsalmen dir meine Liebe weih'n. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben! ach nimm es gnädig an! 9. Er kommt zum Weltgerichte: der Bösewicht vergeht, wann da im hellen Lichte vor ihm sein Freund besteht. Wohl ewig allen denen, die seine Wes 3. Damit du mich befreiteft, gabst ge geh'n, und einst nach Leid und du dich selbst für mich; mich zu er- Thränen mit Freuden vor ihm steb'n! Seelen Ruh'. 8. Und er verläßt hier keinen, und weiß, was Jedem nüßt. Hat er nicht all' die Seinen von Anbeginn geschüßt, und sie in ihrem Leide zu trösten stets gewust? Erfreu'n ist seine Freude, und Wohlthun seine Luft? Weihnachtfest. er ift ein Kindleln worden klein, der alle Ding' erhält allein. Kyrieleis. Eigne Melodie. 54. Gelobet feyft du, Jefu Chrift, daß du Mensch geboren bist, von einer Jungfrau, das ist wahr, deß freuet fich der Engel Schaar. Kyrieleis. 4. Das ewig' Licht geht da herein, gibt der Welt ein'n neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 2. Des ew'gen Baters einig Kind, jest man in der Krippen find't, in 5. Der Sohn des Baters, Gott von unfer armes Fleisch und Blut, ver- Art, ein Gast in der Welt ward, kleidet sich das ew'ge Gut. Kyrieleis. und führt uns aus dem Sammerthal, 3. Den aller Welt Kreis nie bes er macht uns Erben in seinem Saal. shton, der Hegt in Marien Schoop, Kyrieleis. Weihnachtfest. 21 6. Er ist auf Erden kommen arm, fürft, auf den die Bäter Hoffend sah'n, das er unser sich erbarm', und in dem dich, Gott, mein Heiland, ber ich an! Himmel machet reich), und seinen lieben Engeln gleich. Kyricleis. 7. Das hat er Alles uns gethan, fein groß' Lieb' zu zeigen an, dek freu' sich alle Christenheit, und dank' ihm deß in Ewigkeit. Kyrieleis. D. M. Luther. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, 7. Dies ist der Tag, den Gott gemacht! Sein werd' in aller Welt gedacht. preise, allzugleich zc. 55. Atso hat Gott die Welt geliebt, Ehrift Freund und Berehrer Gottes ift! daß er aus Sohn zum uns Gott so freiem Trieb uns seinen Heiland gibt. Wie hat lieb! 4. Ich freue mich mein Heil, in dir. Du wirst ein Mensch, wie ich; was fehlt mir nun, ist Gott mit mir? wer ist dann wider mich? Eigne Melodie. 2. erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm eit 57. Ermunt're dich, mein schwacher beschlossen hat, vollführt er in der Geist, die Gnade zu erheben, die aller Zeit. Himmel Loblied preist; sie schafft uns 3. Der Menschen Freund und höch- Heil und Leben. Denk an die Nacht, ftes Gut, der Alle segnen kann, nimmt, da Jesus kam, und unsre Menschheit wie die Kinder, Fleisch und Blut, aus an sich nabm, um sein so theures LeLiebe zu uns, an. ben für Sünder hinzugeben. 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirft auch mir Rath, Kraft und Held, mein Retter und mein Friedefürst, mein Heil, das Heil der Welt. 5. Durch Eines Sünde fel die Welt; Ein Mittler ift's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Baters Schooße sigt? 6. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn ers fuhrt, den Tag der heiligen Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, fing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, 6. Was mir zur Seligkeit gebricht, und unser Fleisch und Blut so gern das, Herr, erwarbst du mir: Bersöb- in Demuth an dich nahmest; Sohn nung, Leben, Troft und Licht. Wie Gottes, o wie hast du dich so tief er= viel hab' ich an dir. niedrigt, auch für mich! Wie arm 7. Gelobt sev Gott, gelobt sein bist du erschienen, um mit zum Heil Sohn, durch den er Gnad' erweist. zu dienen! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn du, mein Geist! 56. Dick 4. D lehre mich den großen Werth von solcher Liebe fassen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herab zu lasſen? Hier traf dich tausendfache Noth, Berachtung, Kummer, Schmer; und Tod, und doch kamst du auf Er den, ein Menschensohn zu werden. 5. Biel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschentiebe. Du sabeft unsre Sündennoth mit mit leidsvollem Triebe. Du stimmteit, uns 2. Die Völker haben sein geharrt, ser Heil zu seyn, in deines Baters vis daß die Zeit erfüllet ward; da Rathschluß ein; wardst Mensch, und fandte Gott von seinem Thron, zum famst, mit Freuden den Tod für uns Heil der Menschen, seinen Sohn. zu leiden. Dies ist der Tag, den Gott ge macht! Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, wer durch Jesum Christ Freund und Berehrer Gottes ist! 2. D großer Tag! Erwünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du bast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Retter einer Sünderwelt, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. 3u retten eine Sünderwelt, er: scheinst du, langersehnter Held, wirst mich! Du bist auch mein Erretter. 6. Sohn Gottes, deiner freu' ich unser Freund und Bruder hier, und Auch mir zum Troste sandte dich der Gottes Kinder werden wir. Herr, der Gott der Götter. Was 4. Herr, der du Mensch geboren mir ein wahres Wohl verschafft, Erwirft, mein Heiland und mein Friedes fleuchtung, Friede, Beff'rungskraft, und 22 Weihnachtfest. Freuden, die fiets währen, willst du nur hat dich gedrungen, daß du von auch mir gewähren. der Himmel Thron bist in diese Welt 7. Was soll ich dir, mein Seelen- gekommen, und uns Sterblichen zu freund, für deine Treue geben? Du gut, wie die Kinder, Fleisch und Blut bist's, der mich mit Gott vereint; du hast so willig, angenommen. wer bringt mir Heit und Leben! Herr, ist an Huld dir gleich, wer, wie du, was ich hab' und was ich bin, das so gnadenreich)? geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will 2. Liebend kamst du uns entgegen, dich ohn' Aufhören voll Dankbarkeit uns vom Elend zu befrei'n, wurdest verehreu. aller Bölker Segen, suchtest Aller Trost 8. 3war sieht dich hier mein Auge zu seyn. Hat die Sünd' uns gleich) nicht; doch du wirst wiederkommen, verdorben, o so hast du neue Kraft dann schauen, dich von Angesicht, uns zur Heiligung verschafft, und das Herr, alle deine Frommen! Dann große Glück erworben, einst von Süns seb auch ich, o Jesu Christ, dich so den völlig rein, gauz dir gleich) ges verherrlicht, wie du bist; dann wirst sinnt zu ſeyn. du mich zum Leben, das ewig ist, erheben! 3. Ja, du zeigst durch deine Lehren uns den sichern Weg zum Heil; gibft uns, wenn wir treu did ehren, an dem großen Borzug Theil, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach vollbrachter Uebungss 58.& s fam die gnadenvolle Nacht! zeit, ewig einst verklärt zu sehen. D Wie glänzte sie, voll Himmelspracht! Wie freute fid) der Engel Schaar, da Jesus Christ geboren war! zu welcher Zuversicht hebt das meine Seele nicht! 2. Erstaunend beteten sie an, da sie den Trost der Völker sah'n, und jauch zend sang ihr strahlend Heer: Allein Gott in der Höh' sey Ehr'! 4. Herr, wie groß ist deine Güte! meine Seele freut sich dein, und mit dankendem Gemüthe will ich ganz dein eigen seyn. Wer kann deine Huld ermessen? Dir will ich mich 3. Und Ruhe und Zufriedenheit ganz vertrau'n, freudig folgen, auf Herrsch auf der Erde weit und breit! dich bau'n, deiner nimmermehr vers Ein Wohlgefallen habe nun auch Gott geffen. Gib, daß ich für deine Treu' au seiner Menschen Thun! ewig dir ergeben sey! Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. 4. Die Hirten hatten sie erblickt; fie hören zitternd und entzückt; sie staunen, beten an und geh'n, in Beth lehem ihr Mel. Warum sollt' ich mich dann 2c. 5. Und wer den Neugebornen say, 60. Fröhlich last uns Gott lobfin. war froh und sprach: Der Herr ift da Es kommt sein gnadenvolles Reich: weich Kind ist diesem Kinde gleich)? gen; hoch erfreut laßt uns heut' ihm Berehrung bringen! In des Himmels hohe Chore stimmer ein: Gott allein, unserm Gott sey Ehre! 6. Dwie viel Licht und Gnade gab mit ihm Gott in die Welt herab! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Wie body find wir von ihm geliebt, freue fic inniglich! Chriftus ist ges daß er den ein'gen Sohn uns gibt! boren. Er, der vor der Welt gewesen, steigt berab bis in's Grab, Sünder zu erlösen. 7. Der Alles schuf und Alles hält, er fam berab in unsre Welt! Er, der im höchsten Himmel thront, bat auf dem Staube hier gewohnt! 8. Ja, Gottes Lieb' ist unbeschränkt. Ein Gott, der seinen Sohn uns schenkt, schenkt elles, was uns bei sam ift, auf ewig nun durch Jesum Christ. 3. Wer kann Gottes Rathschluß faffen? Aber dieß ist gewiß;, er kann uns nicht vaffen. Kommt sein Sohn, von Huld getrieben, zu uns her, wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm' er dann Menschheit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht zc. Erdkreis freuen: Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Berzeihen. 5. Eilt im Geist zu Bethlems 59. Ewig fen dir Lob gefungen, ten! fept, was bort euer Hort schon menschgewordner Gottessohn! Siebe für euch ertitten! Arm und niedrig Weihnachtfest. 23 enretwegen; weld ein Freund! Er Enft wird er vom Bösen erscheint uns zum Heil und Segen. uns erlösen; hier steht er gänzlich uns bei. 6. Er, er will für eure Schulden unser Freund, mit Gott vereint, fann Armuth, Noth, Schmach und Tod nicht seine Brüder Haffen, noch sie göttlichgroß erdulden. Lernt den Men- bülflos lassen.. schenfreund erkennen! Gnadenreich) will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der all euer Sehnen stillen kann! Betet an! Opfert Frendenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet! Traut dem Herrn, der sich gern cuern Bruder nennet! 8. Wann ench eure Sünden kränken, cilt herzu! Seelenruh' will euch Jet fus schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht; denn er spricht: ich will cuch) erquicken. 9. Drückt euch hier so manche Plage; euern Schmerz fühlt sein Herz; kein Erlöster zage! Bringet ihn an seinem Feste Preis und Ehr! Wisffet, er wählt für euch das Beste! 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns im Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, cr, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schan'n. Heil und ewig's Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertrau'n. Er ward hier versucht, wie wir, überschwenglich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gotteskinder! Werdet seiner werth! eitet, eilt, ihr Frommen! Send, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien, und sich für euch hingegeben, durch ein götts 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwas chen! mehr, als ihr, litt er hier, euch lich Leben! beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 12. Dir will ich mein Leben weihen, mic) in dir für und für, mein Er löser, freuen! Keine Kreatur, fein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. Mel. Allein Gott in der Höh' ic. 11. du meine gern auf dich, daß auch ich frei und 62. Last uns mit ehrfurchtvollem felig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlichem Lobgesang des Heilands Feft begehen! Preis sey dem Bater, der ihn gab! Preis sey dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heit der Menschen. 2. 3ft der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und liebgewinnet? Nimme 13. Du kommst einst zum Welt- froh an seiner Liebe Theil, und werd' gerichte! Dann werd' ich, Richter, ihm gleichgesinnet! Wer nicht, wie dich seh'n von Augesichte! Deine Feinde er, gennnet ist, der ehrt ihn nicht, ist werden beben; aber ich werde mich nicht ein Chrift, nicht seines Reiches freu'n, und ewig leben. Erbe. Mel. Jesu, meine Freude zc. 61. Jefus ift gekommen! Dankt 3. D'rum laßt uns frohe Geber seyn und sein dabei gedenken. Last uns die Dürftigen erfren'n, bekteiden, speider Meinen an, spricht er, so habt hier vergeiten. ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß ihr's mir gethan, und ich, ich will's er fam; daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung naym! Mensch, wie wir, erschien er hier, um des Baters gnäd'gen Willen an uns zu erfüllen. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Ber trant auf ihn, der uns erhört; lob= fingt ihm, ihr Erlösten! Es frent fichh deine Christenheit, Herr, deiner Men schenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig Ehre! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Chrift. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben! Eigne Melodie. 63. Lobt Gott, ihr Ehriften, freuet 3. Keine Macht der Leiden kann von igm uns scheiden; er bleibt ewig tren. euch! es kam von seinem Thron, 24 Weihnachtfest. gründen unter und sein Retch, herab Schmerz, wie dir's gefällt, zn wandeln. des Höchsten Sohn. Berleibe, du mir selbst die Kraft, 2. Er kam nach seines Baters Rath, nach deinem Wort gewissenhaft zu mit Heil uns zu erfreu'n, und auf des denken und zu handeln. Fröhlich will ew'gen Lebens Pfad der Welt ein ich hier im Leben dich erheben, und Licht zu seyn. einst droben mit den Seligen dich 3. Er kam, durch seiner Wahrheit loben! Macht zu Gott uns hinzuzieb'n; vor seinem Lichte muß die Nacht des Aber- Mel. Vom Himmel hoch, da glaubens kommt 2c. flieh'n. 4. Er lehrt uns jedes unrecht scheu'n, 65. Vom Himmel kommt der starke und gibt uns Kraft dazu, und schafft Held, der Retter der gefall'nen Welt. uns, wenn wir es bereu'n, Begnadi Die Heerschaar jauchzt, des Himmels gung und Ruh'. Pracht umstrahlt die Hirten in der Nacht. 5. Er bringt den Troft der bessern Welt vom Himmel uns berab. Nun fahreckt, wann unsre Hütte fällt, uns weder Tod, nod) Grab. 6. Eröffnet ist uns nun die Thür su feinem Himmelreich, D Ebristen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott, und freuet euch! Mel. O beiliger Geist, Fehr' bei ze. 64.0 stimm' auch) du mit frobem Dant, mein Geift, in jenen Lobgefang, davon der Himmel tönte, als der zur Welt hernieder kam, und unfre Mensábeit an sich nahm, der uns mit Gott versöbnte. Fren' dich innig! Er, dein Führer und Regierer, fam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ebre, Gott, fen pir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du sand: teft aus Erbarmen ibn, die dem Vers derben zu entzieh'n, die schnöden Lü ften dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen steven, mich von Sünden rein zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Helland, dir die große Treue, die du mir schon, et' ich war, bewiesen? Du babntest unter bitterm Leid auch mir den Weg sur Seligkeit! Sey boch, dafür ge priesen! Durch dich kann ich nun bienieden Gottes Frieden schon empfan. gen, und einst volles Glück erlangen. 2. Und seht, ein Bote Gottes schwebt zu ihnen, deren Herz erbebt, und spricht mit Huld im Angesicht: D fürchtet euch, ihr Lieben, nicht! euch der Sohn des Höchsten ward 3. Wist, große Freude bring' ich euch gleich; geboren ist in Davids Stadt, er, der des Lebens Fülle bat. 4. Der dort in einer Krippe liegt, er ist's, der Sünd' und Tod besiegt; der alles. Volk zur Seligkeit, zum Hims mel Gottes Erde weibt. 5. Er spricht's, entschwebt, und ibn umringt ein strahlend Ehor, das Gott lobfingt. Es jauchst der Engel feiernd Heer; Gott in der Höbe, Gott sey € br! 6. und Friede berrsch' und Seligkeit auf seiner Erde weit und breit! Gott freue seiner Menschen sich, und segne sie nun ewiglich! 7. Anbetend stammeln ihren Dank die Hirten in den Preisgesang; erhe. ben freudig fich, und geh'n nach Bethlebem, ihr Heil zu seb'n. 8. Last uns auch dieses Heils 1:18 freu'n, und Gott von Herzen dankbar seyn; den Soon verchren, lieben ihn, der uns zum Trost als Mensch erschien! 9. Erfüllen laßt uns sein Gebot, und tren ibm feyn bis in den Tod. Dann schauet er, der ihn uns gab, mit Woolgefall'n auf uns berab; 10. Und nimmt uns nach vollbrachtem Lauf in seinen Himmel gnädig 4 So will ich denn an diesem Heil auf. Indes schall' hier schon unser nun auch von ganzem Herzen Theil Dank in seiner Engel Preisgesang. in wahrem Glauben nehmen; ich will binwea vom Eiteln seb'n, die Wege deiner Wahrbeit gev'n, und deiner nie me 1. mich schämen, leb' und Wie groß ist des Alls macht'gen 2c. sterbe, und zum Erbe deiner From 66. Wie sollen wir dir, Bater, dans men auch von dir werd aufgenommen. Fen? Nein, deine Lieb' ist viel zu groß, 5. Die bring th, Herr, ein dank ist unaussprechlich, obne Schranken! bar Bers, bereit, in Freuden und in Du gibst den Sohn aus deinem Schooß Neujahrsfest. 25 babin, den Sohn, den Eingebornen, Juns Erlöste Jesus Christ. Nun fließt er steigt vom Thron zum Staub herab; von Gott nur Heil und Leben, nur du sendest ihn zu uns Berlornen und Liebe; o, wer liebt, wie er? Ein weihest ihn für uns dem Grab. Gott, der seinen Sohn gegeben, ein solcher Gott versagt nichts mehr! 2. Frohlocket ihm! Er steigt hernieder, ein Mensch), gleich uns ein Mensch 5. Er, unser Bruder, beißt uns bes zu seyn; er nennet Sünder seine Brü: ten; und du erbörest uns durch ihn! der, und macht sie von der Sünde Durch ihn willst du vom Tod errets rein; macht, daß wir wieder Gott ge- ten, durch ihn dem Elend uns ents fallen, vergießt für uns sein theures zieh'n! Weh' uns, wenn wir nicht eif Blut; erwirbt unsterblichkeit uns Al- rig streben, ihm treu zu seyn mit fes len; und Lieb' ist alles, was er thut. stem Muth; und, wie er lebte, pier 3. Ach, daß auch wir in Lieve brenn' zu leben; ihm nachzukämpfen bis ten, zu dir, du Gott in Knechtsgestalt! auf's Blut! 70 S Ach, daß wir besser danken könnten! 6. Dieß sey der Dank für deine die wärmsten Herzen sind zu kalt. DLiebe, du, unser Retter, unser Heil. möchte uns dein Geist entzünden! Wer jest, auch jetzt noch) Sünder Gäbst du uns göttliches Gefühl! Kein bliebe, Gericht und Elend wär' sein Mensch kann würdig sie empfinden, Theil! Denn auf den Wolken wirst die Liebe ohne Maas und Ziel. du kommen, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, die Sünder richten, und die Frommen erhöh'n zu dir, auf 4. Nun wissen wir, Gott voll Er barmen, daß ewig du die Liebe bist zu deinen off'nen Baterarmen führt deinen Thron. Neujahrsfest. Mel. Allein Gott in der Höh' sey rub'n, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! Ehr': c. 6. neue und neue Kraft, 67. Du, Gott, du bist der Herr der vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Beit, und auch der Ewigkeiten! Las Herr, stets gewissenhaft mit mir und mich auch jest mit Freudigkeit dein Andern handeln! Dein Geist belebe bobes Lob verbreiten! Ein Jahr ist Herz und Muth, dich, o du allerhöch abermal dahin. Wem dank' ich's, stes Gut, und nicht die Welt zu lieben! Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 7. Die Welt vergebt; dieß treibe mich, die Luft der Welt zu fliehen. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an: um bes're Freuden lerne sich, mein dir will ich mich ergeben; dir, den Geist schon jest bemühen. Hier ist fein Wechsel treffen kann, vertraut ja nur mein Prüfungsstand, im Hima ich froh mein Leben. Wir blühen mel ist mein Vaterland; dahin, Herr, und vergeh'n durch dich; nur du bist laß mich trachten! unveränderlich: du warst, du bist und bleibest. 8. Ermunt're mich, die Lebenszeit stets weislich) anzuwenden, und laß die Bahn zur Ewigkeit mit Vorsicht mich vollenden. Der Tage Last erz dort bei 3. Herr, ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen, und je den Morgen wird sie neu. mit Wobl: leicht're mir, bis meine Rube toun uns zu segnen. Ich kenne kei- dir kein unbestand mehr störet. nen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. Mel. Herr, ich habe mißgehans delt 2c. 4. Du haft auch im verfloss'nen Jahr mich) väterlich geleitet, und, wann mein 68. G ott, mit allen seinen Freuden Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und schwand ein Jahr des Lebens hin; Trost bereitet. Bon ganzer Seele aber auch mit seinen Leiden! Preis preif ich dich, auf's Neue übergeb' ich sey dir, daß ich noch bin! Noch als mich), Gott, deiner weisen Führung! mensch, soll ich auf Erden mehr ges übt, gebildet werden. 5. Bergib mir alle meine Schuld von den verflos'nen Tagen, und laß 2. Bor so manchem, manchem Gras mich deine Baterhuld in Chrifto fer: be führtest du vorüber mich. Im Ges ner tragen. Laß mich in deiner Gnade nuß der boben Gabe der Gesundheit 26 Neujahrsfest. preis ich dich, preise dich für alle slaß mich nicht in Noth und Schmerz Freuden, preise dich für alle Leiden. die Glücklichern beneiden. 3. Ja auch für die trüben Stunden meines Lebens dank ich) dir; denn auch fie find nun verschwunden, und fie wurden Wohlthat mir. Du führst auch auf Dornenwegen uns dem Höhern Ziel entgegen. 5. Hilf deinem Bolke väterlich) in diesem Jahre wieder! Erbarme der Berlaffnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heit und Rath auf unsern Fürsten nieder! 4. Uebung ist das Erdenleben, Bil- 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit dung für die beff're Welt. Für mein in seinem Herzen throne; daß Tueifriges Bestreben ist das Ziet mir gend und Zufriedenheit in unserm aufgestellt: Ringen soll ich hier auff Lande wohne; daß Tren' und Liebe Erden, weiser, besser stets zu werden. bei uns sey, dieß, Gott der Liebe, uns verleib' in Chrifto, deinem Sohne! 5. Laß die Beit mich Weisheit leh: ren. Ach, der Tropfen meiner Zeit, obne je zurückzukehren, strömt in's Meer der Ewigkeit! Nichts fann Zeitverluft erfeßen. Laß die Zeit mich weise schäßen! Mel. Aus meines Herzenss grunde zc. 70. Helft Gottes Huld mir preiſen! 6. Herz und Blick zu dir erhoben, Stimmt, Christen, mit mir ein! Uns weit ich heut' mich dir auf's Neu'. feyn. Er ist der Herr der Zeit, Er, dankbar zu beweisen, soll unsre Freude Höre Beff'rung mich) geloben, dir ge- der die aselt regieret, und Sonn Toben Zugendtreu': Gib mir Kraft, nach deinem Willen meine Pflichten und Sterne führet, und jetzt das Jahr zu erfüllen. erneut. 7. Gib uns Allen deinen Segen; Heilige der Liebe Band! Lnk uns geh'n auf deinen Wegen fest vereinigt Hand in Hand. Fried' und Heil dem Baterlande! Fried' und Heil in je dem Stande! 2. Mit fröhlichem Gemüthe dankt ihm, dem Bater, heut'! Denn er ist reich an Güte, reich an Barmherzigs keit. Er war's, der unser Land und unser Leben schüßte; er gab uns, was uns nüßte, mit väterlicher Hand. 3. Er hat sein Wort gehalten, der und die Alten gepfleget und ernährt, Kirche Schuß gewährt; die Jugend und mit stets milder Hand viel Freu den uns gesendet, viel Unglück abges wendet von unserm Baterland. Mel. Es ist ein Gott! Ver stumme 2c. 69. G ott ruft der Sonn' und schafft den Mond, die Tag und Jahr uns geben. Er schüßet, was auf Erden 4. Er hat auch uns geschonet aus wohnt, Er sichert unser Leben. Er unverdienter Huld, und keinem noch ift's, der schafft und sorgt und wacht; gelohnet nach), seiner Sündenschuld. auf! last uns ihn, den Gott der wir sind in seiner Hand; doch hat er Macht, mit Preis und Dank erheben. uns getragen, und wohlverdiente Pla2. Herr, der da ist und der da war! gen barmherzig abgewandt. Bon dankerfüllten Zungen sey dir 5. Mit väterlicher Treue nimmt er für das verfloff'ne Jahr ein heilig Lied sich unser an, wenn wir mit wahrer gesungen! Für Leben, Wohlfahrt, Reue in Jesu glaubig nah'n. Er will, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', was wir bereu'n, aus Gnaden gern für jede That, die uns durch dich ge- vergeben, und auch zum bessern Leben lungen. uns Hülf und Kraft verleih'n. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet 6. Sey, Bater, hochgepriesen für seyn, das du uns neu gegeben. Ber- alle Gütigkeit, die du an uns bewie= leih uns Kraft, die Kraft ist dein, sen in der vergang'nen Zeit! Sey ferin deiner Furcht zu leben. Du schnner unser Gott, und auch im neuen Best uns und du vermehrst der Men Jahre versorg' uns, und bewahre die fchen Glück, wenn sie zuerst nach Deinen in der Noth. wahrer Weisheit streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, Mel. Sey Lob und Ehr' dem des Lebens Ruh' und Freuden; doch höchsten 2c. schadet mir das Glück der Welt, fo 71. Heut' öffnet sich die neue Bahn gib mir Kreuz und Leiden! ftärke mit Geduld mein Herz, und auf meines Lebens Reise. Froh tret Univ.- Bibl. Giessen Neujahrsfest. 27 ich meine Wallfahrt an, nach from- 1 5. Im stolzen Selbstgefühl vermess mer Pilger Weise. Herr, mit Gebet sen, wie oft vergaß ich, Bater, dein! und mit Gefang beginn' ich muthig| Doch du hast meiner nie vergessen, meinen Gang; du wirst mich sicher und riefft mich wieder, dein zu seyn. leiten! 2. Mich schrecket nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umhüllet. Oft ließest du mich tief empfinden, wie gar nichts ohne dich ich sey; vers gabst mir alle meine Sünden, und Ich weiß, daß einst durch deine Macht machtest von Gefahr mich frei. auch Licht aus Nächten quillet! Jest 6. Noch leb' ich, Bater, noch hie. fas ich deinen Rathschluß nicht, doch nieden, erhalten und beglückt von einst, verklärt in deinem Licht, werd'dir! Du schenkft mir deinen hohen ich ihn ganz verstehen. Frieden, und deine Gnade wohnt in mir. Noch kann ich gute Saaten 3. Raub oder eben sey mein Pfad fäen in Hoffnung auf die Erntezeit, ich will ihn freudig gehen. Ich weiß, und glaubig ihm entgegen gehen, dein ewig weiser Rath hat ihn für dem großen Lohn der Ewigkeit. mich ersehen. Was du verhängst, Glück oder Noth, cin frohes Leben oder Tod, es wird mir heilsam werden. 4. Mein Ziel sey nahe oder fern, das soll mein Herz nicht quälen. Dir, meiner Lebenstage Herrn, dir will ich es befehlen! In deiner Hand steht meine Zeit: laß mich den Weg zur Ewigkeit nur selig einst vollenden! 7. Sollt' ich für ferne Tage sorgen? Du hast es Alles wohl gemacht! Mich ängstet nicht der nächste Morgen, und nicht der fernen Zukunft Nacht. Dir, o mein Vater, will ich leben: mit freudigem Bertrau'n auf dich, will ich mich völlig dir ergeben; ich zage nicht; dy sorgft für mich! 8. Wenn sonst ein Wunsch hervor sich dränget, o Herr, nach irgend eis nem Glück und unter mein Gebet Mel. Wie groß ist des All- sich menget, ihn fieht und richtet schon dein Blick; mir Schwachen wollst du wenn macht'gen 2c. 72. Hier bin ich, Herr, mein ganz er dir nicht gefällt, und gnädig mir Gemüthe ist heute Lob und Preis nur das verleihen, was mir dein Rath und Dank, und die Erinn'rung deiner für nußlich hält. Güte erfüllet mich, und wird Gesang. Mit tausend Jubeln, die von allen gerührten Seelen zu dir floy'n, und jest auf's Neue dir erschallen, schwingt er sic) auf zu deinem Thron. 9. Was du mir, Weisefter, beschies den, muß Glück und Wohlthat für mich seyn; erhalte mir nur deinen Frieden, und stets sey deine Gnade mein. Laß in Bersuchung mich nicht fallen, auf dich, des Guten Urbild seh'n, und stets zu deinem Wohl= gefallen die Wege wahrer Tugend 2. Weit über alles Glück der Erde entzücket der Gedanke mich), daß ich von dir bemerket werde, ich, nur ein Staub, ein Sünder ich! Ja, was geh'n! kein Loblied je verkünden und keine Bunge sprechen kann, des Dankes in: nigstes Empfinden siehst du- und Mel. Nun last uns Gott lobs siehst es gnädig an. singen 2c. 3. Du kennest alle meine Trieve, 73. Mit Freuden last uns treten weißt, wie mein Herz auf dich gevor Gott, ihn anzubeten! Vor Gott, lenft, mit reinem Dank und Kindes der unserm Leben bisher hat Kraft liebe an deine große Güte denkt. gegeben. Froh will ich's meinen Brüdern sagen, daß auch ihr Lobgefang erwacht, einem Jahr zum andern. Die schnelle 2. Wir Erdenpilger wandern von wie gut in den verfloffnen Tagen, Flucht der Stunden wird kaum von wie herrlich du's mit mir gemacht. uns empfunden. 4. Du hast den Troft geprüfter 3. Und diese Wandertage sind nie Freunde gefandt in meine Einsamkeit; du haft, wann bang mein Auge ganz frei von Plage. Auf dornenweinte, mit ihrer Liebe mich erfreut. vollen Wegen geh'n wir dem Grab Für tausend reine, süße Freuden, die entgegen. du auf meinen Weg gestreut, und für 4. Doch eilet, voll Erbarmen, der die wohlthat mancher Leiden sey dir Herr mit Baterarmen uns in Gefahr mein heißer Dank geweiht. und Stürmen allmächtig zu befcytrinen. 28 Neujahrsfest. 5. Ach, Hülter unsers Lebens, wir wahrer Cbrift zu leben; gio, daß ich forgen ia vergebens, wenn du uns meinen Pflichten treu, und tren in nicht beschüßest, mit Kraft nicht un- dem Berufe sey, den du mir anges terstüßest. wiesen. 6. Laß mir diek Jahr gesegnet seyn 6. D'rum leite uns im Segen auf allen unsern Wegen; lak Groken und an echten Tugendfrüchten. um guter laß Kleinen dein Licht der Gnade Thaten mich zu freu'n, laß mich sie gern verrichten; voll Eifer für des scheinen. Nächsten Glück, las mich mit liebe. vollem Blick ibn trösten und erfreuen. 7. Wehr' ungerechten Kriegen; las Menschenliebe siegen und nach den Thränengüssen der Freuden Ströme fließen. 7. Mein Schicksal übergeb' ich dir; du wirst es weise lenken. Herr, was mir gut ist, wirst du mir aus Bater8. Sen der Berlaffnen Bater, der liebe schenken! Im Leiden selbst ver. Irrenden Berather, der Unversorgten sag ich nicht, ich weiß, mit frober Gabe, der Armen Schuß und habe. Zuversicht, es muß mir Wohlthat werden. 9. Hilf gnädig allen Kranken! Gib fröhliche Gedanken den kummervollen 8. Soll ich, ch' dieses Jahr verfließt, Seelen, die sich mit Schwermuth nach deinem Willen sterben: so laß, quälen. der du inein Vater bist, mich deinen 10. Bor Allem, Herr, verleihe uns Himmel erben. Dann freu' ich michy deinen Geift auf's Neue, der uns mit der Ewigkeit, so dankbar, Gott, wie Tugend ziere und so zum Himmel ich mich yeur' des neuen Lebens freue! führe! II. Das wollest du uns geben für Eigne Melodie. unser Pilgerleben; so geben wir im 75. Tausend Jabre sind vor dir, Segen der Ewigkeit entgegen! wie einer unsrer, Tage; und, zum Tode reif sind wir am ersten unsrer Tage. Du nur bleibest wie du bist. Du heißest uns entstehen und deine Werke und wir vers gehen. Wer, unendlicher, ermißt dein grenzenloses Leben? Jahrtansende selbst geven kein Maas von deinem Leben. Du, du warst vor aller Zeit und du wirst seyn in Ewigkeit! Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. 74. Schnell eilen Jahr' auf Jahre hin; schnell flieben uns're Stunden. Wie viele sind, seitdem ich bin, mir ungezählt verschwunden! Und keine Stunde kommt zurück; selbst ein vertorner Augenblick läßt sich durch) nichts erkaufen. 2. Gott, diese schnelle Flucht der Zeit soll meinen Geist beleben, nach Thaten, werth der Ewigkeit, nach meinem Heil zu streben. Beständig folasam dir zu seyn, dir immer mehr mein Herz zu weih'n, laß auch diek Jahr mich nüßen. 2. Mit dir unveränderlich ist deine Güt' und Stärke. Du erbarmst dich väterlich der Menschen, deiner Werfe. Du bist unsre Zuversicht; du sättigft uns mit Segen auf unsern Lebenss wegen, daß wir dich lieben mögen. Herr, wir seh'n dein Angesicht, auch sterbend noch), voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sidhjer ruh'n wir unsre Zeit; dann weckst du uns zur Ewigkeit. 3. Umringt mit täglicher Gefahr bin ich in diesem Leben; dieß ist vietleicht das leßte Jabr, das du mir 3. Auch das Jahr, du Ewiger, das noch gegeben; wie sollte denn ich meiwir vollendet haben; wie so reich, ner Pflicht, und dir, Herr, meiner Augütiger, war es an deinen Gaben! Tage, nicht aus allen Kräften leben? Wie gesegnet war sein Lauf! Wir sab'n, wie deine Treue uns wohlzuthun fich freue und jeden Tag erneue. unser Dank stieg zu dir auf. Wir durften in den Nöthen des Lebens vor dich treten und findlich zu dir beten; und du hast mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. 4. D bilf mir allen Leichtünn scheu'n; bilf mir Entschlüsse fassen, die selbst im Tode nicht mich reu'n; las mich die Thorbeit bassen, die dieses Lebens Beit verträumt, des Geistes ew'ges Wobl versäumt, für diese Welt nur lebet. 5. Las mich mir strenge Rechen- 4. Hoffnungsvoll betreten wir die fchaft von jedem Tage geben; verleih' neue Babu des Lebens. Niemals mir Cinsicht, Muth und Kraft, als noch vertrauten dir wir Sterbliche Jahresschluß. vergebens. Auch thun wir es ferner nicht. Wir werden es erfahren, du wirst uns, Gott, bewahren vor uns fall in Gefahren! Deines Trostes Freudenlicht wird unsern Muth erheben. Was nöthig ist zum Leben wirft du uns Alles geben. Dankbar lehr' es uns empfah'n, und unserm Ziel getrost uns nah'n! 5. Die schon an dem Ziele steh'n Der Pilgerschaft auf Erden, lehre freuz dig zu dir geh'n, wenn sie gerufen werden. Führe selbst sie durch den Tod; versöhut in deinem Sohne; gib ihnen vor dem Throne des bessern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott, du woll'st uns Alle leiten durch diese Nacht der Zeiten zum Licht der Ewigkeiten! unveränderlicher, dir, dir leben und dir sterben wir! 29 nein! Wie kann ich dir und mir vers behlen, ich bin nicht werth, mehr hier zu seyn. Wo fang' ich an? Gott, welche Menge, vom ersten bis zum legten Tag! Ich weiß, daß, wenn ic) Jahre sänge, ich dir zu danken nicht vermag. 6. Und mußt' ich auch mit Schmerzen ringen, so hielt' mich deine rechte Hand; vald konut' ich wieder Lob dir fingen, weil ich gehoffte Hülfe fand. Gott, dir dantet mein Ge müthe, dich betet meine Seele an! Im Staube preif ich deine Güte, die undank nicht ermüden kann. 7. Berzeih' den Undank, schenk' Era barnen! Gedenke meiner Sünden nicht, und zeig' dem Reuenden und Armen, der Gnade sucht, dein Ange ficht! Wie freudig will ich dann mein Leben von nun an deinem Dienste weih'n! Wie eifrig will ich mich bes streben, durch deinen Geist ein Christ zu seyn! Jahresschluß. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 8. Ich danke dir für alle Gnaden, die du dies Jahr der Welt erzeigt. Den Armen eile zu entladen, den noch 76. Ach, wiederum ein Jahr ver- das Eiend niederbeugt!. Ja aller, aller schwunden! Ein Jahr- und kommt nicht mehr zurück! Dahin sind so viel tausend Stunden des Lebens, wie ein Augenblick. Hin meine Tugenden und Sünden! Doch nein!- Richter aller Welt läßt jegliche mich wieder finden, wann er vor seinen Thron mich stellt. Menschen Geelen will ich, mein Heiland Jesus Christ, auf's Neue deis Heiland bist! ner Huld empfehlen, der du ihr Aller Der 2. Gedanken, Worte, Thatenheere! wie?- dürft ihr Gottes Licht nicht scheu'n? Wenn ich dies Jahr gestor ben wäre, wo wird' jest meine Seele seyn? Etünd' ich) verklärt bei Gottes Kindern? Wär id) von seiner Lieb entflammt? Wie, oder hätte mit den Sündern der Allgerechte mich verdammt? 3. Wie?- darf ich den Gedanken wagen: wär' ich jest reif sur EwigFett? Was würde mein Gewissen sagen, wenn Gott mir rief: du stirbst noch beur! Wie? Fönnt ich heute froh erscheinen, o Allerheiligster, vor dir? Hab' ich denn nichts mehr zu peweinen? Ist keine Günde mehr in mir? Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 77. Mit diesem Tag geht nun auch dieses Jahr zu Ende! Boll brünsti gen Gefühls erheb' ich meine Hände mit meinem Geist zu dir, getreuer Gott, empor, und trage mein Gebet und meinen Dank dir vor. 2. Wo ist ein einziger der schnellen Augenblicke, die mir vorüber floy'n, der nicht von einem Glüce, von eis nem Gut für mich durch dich bezeichs net war? Hier Wohlthat ohne Zahl; dort Rettung aus Gefahr! 3. Du wareft über mir und gabst dem Körper Stärke und meinem Geiste Kraft zu jedem guten Werke. Und welche Freuden fand ich auf des Les bens Pfad für Sinn und Herz, wenn 4. Nein, Bater, sie sind nicht zu ich mit unschuld ihn betrat! zählen die Sünden dieses Jahres, nein! 4. Du schenkteft mir Berstand, das Wie kann ich's dir und mir verhehlen, Gute zu erkennen. durch dich fühle ich bin nicht werth, noch hier zu seyn. ich mein Herz vom frommen Eifer brens zu oft ließ ich mein Herz erkalten; nen, es treulich zu vollzieh'n, und that zu oft verlegt' ich meine Pflicht; ich ich es ja nicht: so gingst du doch mit darf vor dir nicht Rechnung halten; mir, mein Gott, nicht in's Gericht. ich zittre!- Geh' nicht in's Gericht! 5. Mit jedem neuen Tag' erneute 5. Nein, Water, sie sind nicht zu sich dein Segen, mich leitete dein Aug zählen, die Gnaden dieses Jahres, auf meines Lebens Wegen, mein Wirs 30 Kirchenjahres- Wechsel u. Fest der Erschein. Christi. fen fröntest du mit glücklichem Ges dein Bestreben, richtiger sey deine deih'n, und jeden Tag konnt' ich mich Babu! Laß nicht auch dieß Jahr, mit deiner Güte freu'n. Sünden schwer belaftet, dir verschwine 6. So ging dieß Jahr vorbei, und den. Seele, nüße deine Zeit redlich jeder meiner Tage voll Proben deiner für die Ewigkeit! Huld entschwand mir ohne Klage! Nimm dafür meinen Dank in schwa: Wechsel des Kirchenchen Liedern an! Preis ewig dir, o Gott! der dieß an mir gethan! Jahres. Mel. Gott, mein Trost und mein 2c. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. 78. Vater, mach' uns fromm und 70. Es kommt ein neues Kirchenjahr; de freuet sich die Christenschaar. weise, treu zu nügen unsre Zeit! E' Freu', Kirche Jesu, dich, und sprich): wir's merken, sind wir Greise, find Herr, unser Gott, wir loben dich! wir reif zur Ewigkeit. Dort im gro- 2. Nun hören wir auf's Neu' hinfort Ken Weltgerichte, Gott, vor deinem sein besserud tröstungsvolles Wort, Angesichte, wird Verwerfung oder das uns beseelt mit seinem Geist, das Heil dann auf ewig unser Theil! uns den Weg zum Himmel weist. 2. Seele, wiß es nicht vergebens: 3. Gott, was uns deine Wahrheit klein ist deiner Tage Zahl. Thatst du lehrt, sev stets von uns mit Dank jeden Schritt des Lebens mit Bedacht- verehrt. Reich bring? es Früchte, daß samkeit und Wabl? Säume nicht, wir dir lobsingen ewig, dort und hier. dich selbst zu richten! Forsche nach des Glaubens Früchten! Frage: bin ich Mel. auch bereit, wann Gott ruft, zur Ewigkeit? Mache dich, mein Geist, bereit 2c. 3. Nah, bin ich vielleicht dem Biete 80. Frende sey des Kirchenjahrs meiner Eurz geniess'nen Bahn; willst[ lette stille Feier! Es entfliebt, und, auch du dich, wie so viele, diesem o wie war's allen Guten theuer, Biel mit Leichtsinn nah'n? Sieb, es die dem Herrn immer gern liebend ist von meinen Jahren wieder eins näher kamen und sein Wort vers dahin gefahren! Sind noch viele nahmen! Jahre mein? Oder wird's das legte seyn? 4. Wie ein Schiff von starken Winden fortgerissen, ist's entfloh'n. Mit ihm steh'n nun meine Sünden alle vor des Richters Thron. Auch was ich gethan, den Willen meines Gottes zu erfülten; selbst, was ich) dieß Jahr gedacht, Alles ist vor Gott gebracht. 5. Wäg' ich selbst von jedem Tage Tugenden und Sünden ab: o wie steiget dort die Waae! D, wie finkt fie bier binab! kann ich so vor Got: tes Throne freudig steben? Ist die Krone, die den Frommen Gott ver: bieß, mir, so wie ich bin, gewiß? 6. D beginn' ein neues Leben! Fang' es diesen Tag noch an; ernstlicher sey 2. Preis, ihn laut, o Christenheit! Seiner Heilserkenntniß war auch dies ses Jahr geweiht. Bring' ihm das Ges ständniß heut' auf's Neu', er sey tren seinem Baterberjen stets in Freud' und Schmerzen. 3. Schüß' und bleibe bei uns, Herr! es will Abend werden! Förd're dein Reich immer mehr, Licht und Recht auf Erden, bis du einst hehr erscheinst, Richter deiner Brüder, Haupt der treuen Glieder. 4. Fromme Duldung fliche nicht, Herr, aus unsern Grenzen! Möae deiner Wahrheit Licht immer reiner glänzen! Wer noch irrt, treuer Hirt, den auch wirst du finden, und mit dir verbinden. Fest der Erscheinung Christi. Mel. Allein Gott in der Höh'| leuchtet nab', es leuchtet fern. Sahlsen Ehr' 2c. lose Bölker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; fie fenuen ihn, den 81. Den em finstern Erdkreis ist vom Herrn, und er läßt sie im Lichte Beren ein belles Licht erschienen. Es wandeln. Passionszeit. 2. Kaum fandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden; so fammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein lichter Stern führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. 3. wär uns nicht dein Licht, Gott, so hell und rein erschienen; wir würden der Bernunft zum Spott noch jeßt den Gößen dienen. Nicht sie, nicht eig'ne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsternissen. 4. D'rum laß mit froher Dankbar: keit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Seit stets fromm und weise bandeln; auf dich, bei treu: erfüllter Pflicht, zufrieden und voll zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, verehren deinen Willen, und wer den Namen Cbrifti neunt, auch sein Ge bot erfüllen. Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde knechtisch fröhnet. 6. Und we noch bange Dunkelheit näher zu und steh'n am Grab; dann 5. Wandern wir dem finstern Thale und falsche Schatten liegen; wo Irrsey unser Licht und strahle höhern thum, Wahn und Sinnlichkeit noch Troft auf uns herab, daß wir ohne Sterbliche betrügen; auch da geh nun im Siegestauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Furcht und Grauen gegen schanen. 6. der süßen wann uns in der Mel. Wohl mir, Jesus, meine wahre Lebenssonne, unserm Tod ents Himmelswonne, Ewigkeit, Jesu, deines Lichtes Glanz erfreut! Dieß gib mir und als 82. Lernt den theuren Lehrer schä- sehnen! ten denen, die sich glaubig nach die Seele zc. 31 Ben, der den Erdkreis aufgebetit. Kniet nicht mehr vor stummen Gößen; Jesus ist das Licht der Welt! Gott bat derer nicht vergessen, die im Fin stern einst gesessen. die Völker wünschten, lag eine dunkle 2. Ehe dieses Licht erschienen, das nacht auf ibnen; doch wir baben nun den Tag. D Gedanke voller Wonne! Jesus selbst ist unire Sonne. 3. Weiche nicht mit deinem Segen, Heiland, ach verlaß uns nicht! Auf den dunkein Leidenswegen leucht' uns deines Troftes Licht! Unterstüß' uns, wann wir gleiten, und laß deinen Geist uns leiten. Passionszeit. Allgemeine Gesänge. 3. So sollt es seyn. Du mußteft leiden; dein Tod macht mir des Baters giebe Fund. Er wird für mich daß wir in der Prüfungszeit uns bes 4. Herr, verleih' und Luft und Stärke, fleißen guter Werke und der wahren Heiligkeit; daß wir in dem Lichte wandeln, und als wahre Christen handeln. Eigne Melodie. ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr 83. Ach, nieb ihn dulden, bluten, dich Gott mir zum Erlöser gab, so wahr sterben! meine Seele, bring' ihm schaut er voll Huld auf mic) herab. frommen Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Ebre gereicht dein ganzer Kampf, dein 4. Ja, mir zum Trost und dir zur Menschenliebe drang! Wo ist ein Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine Freund, der je, was er gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? Lehre; ich baue feft darauf in jeder noto. Unschuldig litteft du; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf 2. Wie dunkel waren jene Stunden, der Unschuld Eigenthum. o Herr! und welche Lasten drückten 5. D Herr, dein Beispiel soll mich dich! Wie quoll das Blut aus deinen Bunden! und jeder Tropfe floß zum Trost für mich, und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder, du. Lebren, wie schön in Noth und Tod die Tugend lohnt. Db sich auch meine Leiden mehren, wenn Friede nur in meinem Herzen wohnt. Wer treu dir folgt, der findet wahre Rub', und geht getroft der Nacht des Todes zu. 6. Ich fürchte nicht des Todes Schre. den, du schliefft auch einst im Grabe, 32 Passtonszeit. theurer Freund! Mag sie doch meine dächtnistagen deiner bittern Leiden Asche decken die Erde, wann des To sagen wir Erlöste, Jesu, dir freudig des Nacht erscheint! Der Gott, der neuen Dank dafür! dir das Leben wieder gab, wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab. 7. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treu'ste Liebe bringt! Dort will ich würd'gern Dank dir sagen, wann dich mein fei ernd Lied erhabner singt, dann stimmen alte Heiligen mit ein, der ganze Himmel wird dann Beuge seyn! 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Läst'rer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, mein Bersöhner und mein Gott! Mich haft du der Schmach entrissen, die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet 84. Un deine Leiden denken wir, bin ich dir lebenslang, mein Heil, das für! Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen haft! 5. Freyler krönten dich zum Hohne, deine Stirne blutete unter einer Dors ertrugst du, mich zum Leben, mich nenkrone, König aller Könige! Das zum Himmel zu erheben. Preis, Ver.ehrung, Dank sey dir, Ehrfurchtss würdigster, dafür! Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens 2c. 2. Im Geiste folgen wir dir nach, von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schau'n zu deinem Kreuz hinan, und veten dich bewundernd an. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad! Auch uns strömt Kraft und Troft und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater tiebt, gern Reuigen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt; 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensvahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todess berg hinan. Du vergaßeft eigne Schmerzen, trugst nur uns in deinem Herzen. Tausend, tausendmal sey dir, o Erlöser, Dank dafür! 6. Deine große Demuth büßte meis nen Stolz und Uebermuth; daß nur ich nicht leiden müßte, floß für mich dein Heilig Blut. Trost in meinen letzten Stunden quillt mir nun aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch) dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Gras be, unaussprechlicher Gewinn, den ich 5. Daß deine Lehre fest besteht, die zu danken habe, dir, durch den dein heilig Reich nie untergeht; den ich selig vin. Jesu, dir mein Herz zu hohen Troft: der Welten Gott ist geven, und wie du gelebt, zu leben, nun uns Bater! gibt dein'n Tod. willig einst zu sterben dir, dieß, dieß 6. und an dich glaubten, Herr, wir sey mein Dank dafür! nicht? Wer gäb' uns Trost und sich'= res Licht? Mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich ver- Mel. Herzlich thut mich vere schmäht. langen 2c. 85. Du, u, der Menschen Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der du dich für mich) gegeben, Stifter mei ner Seligkeit. Du, der sich dem Tode weihte, daß er mich vom Tod befrei te, tausend, tausendmal sey dir, mein Erlöser, Dank dafür! und wir, o Edelster und Bester, dir; und 86. Du, dessen Herz voll Liebe sich du wirst uns, wann wir dich seh'n, bis zum Tod und Grab, aus mitleidss sur frohen Ewigkeit erhöh'n! vollem Triebe, zu unsrer Rettung gab! Ach, unter welchen Plagen Mel. Jesu, meines Lebens Le schloß, Jesu, sich dein Lauf! mit Zittern und mit 3agen stiegst du zum Delberg auf. wi ben 2c. 2. Hier sahst du schon bereiten dein Kreuz auf Golgatha; sahst dich den Grausamkeiten ergrimmter Feinde nah'; sahst deine Grabeshöhle und fühltest Todesnoth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Gott, welche Angstgefühle er: 2. Menschenfreund, von Gott gesen griffen da dein Herz! im nagenden det, zu erfüllen seinen Rath; längst Gewühle von Bangigfeit und Schmerz hast du dein Werk vollendet, wegge- lagst dit vor Gott im Staude, mit than die Missethat! Doch in den Ge- Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte Da Passionszeit. 33 da dein Glaube von banger Furchtsten. Warum verläßt du mich, mein geschreckt! Todesnoth, Gott? rufft du in deiner damit wir Frieden hätten. 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu; und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehnlich war dein Flehen um Schonung, und wie still: es soll nur das geschehen, was Gott, mein Bater, will. beschwert mit unsern Plagen, um dei 4. Ein Opfer nach des Ew'gen Rath, nes Bolkes Misserhat gemartert und geschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzessramni in Unschuld, stumm, gleich einem Lamm, das man jur 5. So warest du mit Freuden ge- Schlachtbank führer. Freiwillig, unbehorsam und bereit, nach Gottes Rachwung'ner Held, stirbst du ans Liebe zu leiden, und gingst mit Willigkeit für die Welt, den Tod, der uns ges der frechen Schaar entgegen, die blut- bühret. begierig fam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich wil lig deinen Mördern und ihrer Bosheit hin. um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So start war deine Liebe zu uns und unserm Wohl. 7. D Freund der Menschenfinder, den nun kein Leid mehr drückt! wie hoch haft du uns Sünder durch deinen Tod beglückt! Durch ihn ist uns bewähret des Baters Gnadenrath, den uns dein Mund erkläret, und fest verfichert hat. 3. Wie viel sind wir dir schuldig, daß du die schwere Last des Kreuzes so geduldig für uns getragen haft! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer att! 87. Erforsche mich, erfahr mein Herz, und sich, Herr, wie ich's meine. Ich denk' an deines Leidens Schmerz, an deine Lieb', und weine. Dein Kreuz fey mir gebenedeit. Welch Wunder der Barmherzigkeit haft du der Welt erwiesen! Wann hab' ich dieß genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held, in Fleisch und Blur gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet. Du ringst mit Angst und Todesnoth, und geh'st doch willig in den Tod; o Liebe sonder Ende! Du nimmst auf dich der Menta schen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 5. Du neigst dein Haupt; es ist vollbracht. Du stirbst, die Felsen bes ben. Du finfest hin in Grabesnacht, damit wir ewig leben. Was ist der Mensch, den du befreit? D wär ich doch ganz Dankbarkeit! Könnr' ich, wie du, Herr, lieben! Ja, deine Liebe dringe mich, dir mich zu weiben, nims mer dich mit Sünde zu betrüben. Mel. O Lamm Gottes, unschuls dig 2c. Mel. Ein Lamm geht hin und 88. Eriöser, fieh, ich falle anbetend trägt ze. vor dir nieder. Zu deinem Himmel schalte der Jubel meiner Lieder. Als Held haft du gerungen, und hast den Tod bezwungen. Preis sey dir ewig, o Jeſu! 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hatteft nie gesündigt, du, der ge rechte Gottessohn, zum Retter uns verfündigt. Die blinde Schaar be gehrt dein Blut; du duldest, göttlich groß, die Wuth, um Geelen zu erret: 6. Du haft's gesagt, du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Tod ist's, der mir Trost vera schafft, wann mich die Sünden kränts fen. Laß mich im Eifer des Gebets, Laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfunden werden! Dein Heit, Herr, sev mein Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letter Troft auf Erden! 2. Du sabft fie schon, die Bande, womit dir Frevler drohten; sahst vor dir Qual und Schande, und dich schon unter Todten. Doch du, voll Huld und Gnade, gingst, gern die Marter: Pfade. Preis sey dir ewig, o Jesu! liegst du vor Gott im Staube. Doch, 3. Bon heißer Angst erschüttert da dein Herz erzittert, erhöhet sich dein Glaube, und unter Todesgrauen wird fester dein Bertrauen. Preis sey die ewig, o Jeſu! 4. Nur unis zum Heil und Leben haft du in Angst und Plagen dich willig hingegeben, und gern dein Kreuz getragen. Nicht Glück, nicht Schmach und Leiden soll nun von dir mich scheiden. Dein bin ich ewis, o Jefu! 3 Passionszeit. 34 Mel. O liebster Jesu, was haft du 2c. 2. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Wer könnte 80. Herr, stärke mich, dein Leiden wohl das Böse sich erlauben, und an zu bedenken, mich in das Meer der dich) glauben? Liebe zu versenken, die dich bewog, 3. Du hast dich selbst für mich da von aller Schuld des Bösen, uns zu hin gegeben, sie könnt' ich noch nach erlösen! 192 30 meinem Witten leben? und nicht viel2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, mehr, weit ich dir augehöre, zu deigleich uns, auf Erden, und bis zum ner Ehre? nangino's Tod am Kreuz gehorsam werden, an 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dies unsrer Statt gemartert und zerschla- ser Erden, wann Kreuz mich trifft, gen, die Sünde tragen! gelaffnes Herzens werden, da du so 3. Welch wundervoll, Hochheiliges viet für uns, die wir's verschuldet, Geschäfte! sinn' ich ihm nach, so fin- fiebreich erduildet? Fen meine Kräfte; mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 5. Ein reines Herz, gleich deinem edien Herzen, sen unser Dank für deine Todes Schmerzen; dein Geift gibt uns die Kraft, in deinem Namen, 4. Gott ist gerecht, ein Richter at les Bösen. Gott ist die Lieb, und dich nachzahmen. läst die Welt erlösen. Dies kann 6. Unendlich Glück! Du titteſt uns mein Geist mit Schrecken und Entzu gute; ich bin versöhnt mit deinem zücken am Kreuz erblicken. theuren Blute. Du hast mir Heit, 5. Es schlägt den Stolz und mein da du für mich gestorben, am Kreuz Berdienst darnieder. Es stürzt mich erworben. Agraded tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Grück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an den ich Herzlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, vertiere mich mit dankendem Gemütve in deiner Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein, soll ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewiesen! Du hast, mein Hei tand, auc) für mich dein Leben dahin gegeben. 7. Ja, nun bin ich schon selig vier im Glauben; nun wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; werd' ich dort ,, von Herrlichkeit vmgeben, einst ewig leven. nun darf der sich unterwinden, Gott zu 9. Lockt böse Lust mein Herz mit ergründen? ihrem Reize, so schrecke mich dein 8. Gott ist die Lieb', er will uns 2sort, das, 23ort vom Krenze; und Lieb' erweisen; uns fömmt es zu, sie werd' ich matt in Uebung guter Werdemuthsvoll zu preisen; zu seh'n, wie ke, so se mir's Stärke. Hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. to. Du tiebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib zu die sem seligen Geschäfte mir neue Kcräfte! 8. Gib mur, daß ich stets deinen Pfad betrete, im Glauben kämpf', im Glauben wachy' und bete, wie du, mein Kreuz geduldig auf mich nehme, nie dein mich schäme. FYRS 10. Set' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein ergerniß und eine Thorheit werden, so scy's doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weiss heit Gottes. 11. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden Fränken, so las dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Sterben sey, wann ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! Mel.Oliebster Jesu, was hast Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. du zc. 90. Last deinen Geist mich stets, 91. Las mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder, veilig seyn! Sie mein Heiland, lebren, dein göttlich lehre mich die Sünde meiden, und dir Krenz im Glauben zu verehren; daß mein ganzes Leben weih'n, dir, der so ich getreu in dem Beruf der Liebe ruhig und entschlossen für mich die mich christlich übe. u neLaft des Kreuzes trug, deß Herz, als Passionszeit. 35 schon sein Blut geflossen, noch voller 7. Stärke mich durch deinen Tod Liebe für mich schlug. auf die testen Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwundett, 2. In der Betrachtung beit'gen Stuno so hilf dazu auch mir! Laß mich den will ich am Leidenshügel steh'n, fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich und, Herr, für deine Todeswunden mit Dank und Thränen dich erhöh'n; ewig dir für dein Todesteiden! will tief gerührt die Huld ermesſen, womit dein Herz die Welt umfaßt, Mel. O Lamm Gottes, unschuls und nie aus Undank es vergessen, was des du für mich erduldet hast.HED THE dig zc. 3. Da will ich lernen Tugend üben, mit Blut und Thränen vedecket! Dein 93.0 Lamm Gottes, im Staube in Noth und Tod gelassen seyn; mich tröste sich mein Glaube, wann Tød stärken, findlich Gott zu lieben, und meinem Feinde zu verzeih'n. Dann fer Schmerz, dein Klagen, dein Tos und Sünde mich schrecket! Dein tles wird dein Leiden mir zum Segen, deskampf, dein Zagen sey meine Ruhe, dein Tod zum seligsten Gewinn. Dir schlage fiets mein Herz entgegen, weil Herr Jesu! ich durch dich gerettet bin! dan 2. O Lamm Gottes, unschuldig trugft du die herbe Berhöhnung, und litteft infie geduldig zu meiner Sünden Vers Mel. Schwing' zu deinem Gott jöhnung. Dein Bild soll mich bele ben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! 5137 115 dich zc. 92. Mein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest, und, erhöht uns am Kreuze geschlachtet! Dein 3. D Lamm Gottes, unschuldig flir auf Gottes Thron, jetzt noch für mich Tod mach mich) geduldig, wenn mich bittest! Welche Wohlthat ist für die Welt verachtet! Er schreckt mich mich dein versöhnend Leiden! O wie preif ich würdig dich), Stifter meiner ab von Sünden; mit dir mich zu vers Freuden? binden zu ew'ger Liebe, Herr Jesu! 2. Nun kann meine Missethat noch Bergebung finden; denn du starbst Gottes Menschen Eigne Melodie. Sünden. Unſre Strafen trugeft, dy, 94. Lamm Gottes, unschuldig, atte starbst, um uns zu retten, daß wir Stamm des Kreuzes geschlachtet; alls im Gewissen Ruh', mit Gott Friede zeit erfunden geduldig, wie sehr du hätten. wurdest verachtet! All' Sünd' haft du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jeſu! 3. Nun kann ich in's Todesthal froh und heiter sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen; denn du haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzes= tod meinen Tod bezwungen. 4. Herr, was bin ich, daß du mein dich so angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein mir zu Gute kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, dankbar anzuwenden, was du mir zum Heil verschafft, und, dir treu, zu enden! 5. Strafet mein Gewissen mich, reu'n mich meine Sünden; o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden: daß du auch für meine am 2. D Lamm Gottes, unschuldig, am zeit erfunden geduldig, wie sehr du Stamm des Kreuzes geschlachtet; alls wurdest verachret! All Sünd' hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 6. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeStamm des Kreuzes geschlachtet; all3. D Lamm Gottes, unschuldig, am zeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet! All Sünd' hast du getragen; sonst müßten wir verzagent. Gib uns deinen Frieden, o Jesu! 4 Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens 2c. auf Gottes Baterhuld Anspruch mir 95. Wie, großer Dulder, danken erworben! wir, wir Sünder für dein Leiden dir! Wer gibt für deiner Liebe Schmerz Empfindung uns in unser Herz? der Sünde Rei; stets zit widerstreben, 2. Wer Hülf' ins Sterblichen vom und voll Dankes, dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures droht? Ach, würde deiner Liebe Macht Eigenthum, treulich zu verrichten. von uns mit weisem Ernst bedacht! Tod, den dein Geseß dem Sünder 3* 36 Passionszeit. 3. Entgegen gingst du mit Geduld 6. Wen noch das Lafter locken kann, dem Tode- rein von jeder Schuld! seh' unterm Kreuze, Herr, dich an! Du siehst das menschliche Geschlecht Fühl etwas von der Leiden Last, die von Gott entfernt und ungerecht! du für uns getragen haft! 4. Sichst Tod, wohin dein Auge blickt, und fühlst das Elend, das uns drückt, und haft umsonst gelehrt, ge than umsonst, was nur die Allmacht faun! 7. Gepriesen seyft du, Jesus Christ, daß standhaft du geblieben bist! Daß keine Schmach, kein Hohn, kein Schmerz ermüdete dein göttlich Herz! DULCE GAM 2015-0 5. Wer kann, wer fann dich leiden 8. Du, der so viel für uns gethan, seh'n, und muß in Wehmuth nicht wie beten wir dich würdig an! Ach, vergey'n? Dein unaussprechtich großer nimm die Sünde von uns bin, und Schmerz erweiche jedes Sünders Hers! schent uns deinen frommen Sinn! ispred 3 r 1190 190 o 20 min and open and aband -63093 340 than u misur und Tod Jesu. Lehtes Leiden Flucht der Jünger. Mel. Oliebster Jesu, was hast du zc. 96. Berenner Jesu, werder nie vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir Gott vergessen. Wer ihn vergißt, den wird die Luft der Sünden stets forglos finden. 2. Ach, dann sind auch die feurig- Güte. Du verginest eignen Schmerz; ften Entschlüsse gleich lichten Dünsten, für den Schwachen sorgt dein Herz. die durch Finsternisse schnell in die 2. Ihn vom Falle zu erheben, siehft Höhe schimmern und vergehen, wie du ihn voll mitleid an. Dein Blick fie entstehen. sagt: es ist vergeben! Sey an 3. Die Jünger stärken in der Trüb- Muth und Treu' ein Mann! Und falsstunde mit Wachen und Gebet sich zu deines Meisters Ehre, gib durch nicht im Bunde, sind sicher und entdeinen Fall die Lehre: daß auch selbst schlafen selbst vor Kummer in tiefen ein Starker irrt, wenn er zu vermessen wird!** Verläugnung Petri. 0079196 din Me 1 Jesu, meines Lebens Leben 2c. 97. Mitten unter deinen Schmerz zen ficht dein sanfter Blick herab auf den Freund, der deinem Herzen, Jesu, neues Leiden gab. Da noch) zeigt sich dein Gemüthe reich an görtlich großer Schlummer. thin 0213 4. Der ihn verräth ist da mit ſeinen Schaaren. Wie fürchten sie die na- 3.D was fühlt dein Freund für henden Gefahren! Wo ist ihr Muth, Leiden bei dem liebevollen Blick! für ihren Herrn mit Freuden den Tod Sonst erfüllt er ibn mit Freuden, ju leiden? do 312 nom doch nun läßt er Schmerz zurück. Per 5. uneingedenk des Hirten, flieh'n trus zagt, der dich beleidigt, dessen die Schafe; er wird vertassen, der die Huld ihn selbst vertheidigt, dem er Todesstrafe so willig duldet, daß nur treu zu seyn verhieß, wenn ihn alle seine Heerde gerettet werde.offlop Welt verites. 6. Welch eine Liebe! Jesu, welche 4. Thränen bitt'rer Reue flicken nun Treue! Du leidest, daß der Mensch von seinem Angesicht; fie in Strös fich ewig freue. Ach, laß uns nie mit men zu vergießen, schämt sich der Ers zweifelnden Gedanken im Glauben weichte nicht. Er enteilet dem Gewanken! tümmel, fichet brünstig auf gen 7. Wer treu dir bleiben will, der Himmel, daß ihm Gott die Schuld fürchte Alles von seiner Echwachheit; verzeih', und im Schwachen mächeingedenk des Falles der bessern Züne tig sey. ger, ftreb' er, sein Bertrauen auf dich zu bauen. 5. Deinem Freunde bin ich ähnlich: ach, erbarm auch meiner dich! Sieb, 8. Dein Bild foll fiets vor meine ich flieh' zu dit so sehnlich: Stärke, Blicke treren; mit dir, Herr, will ich leite, beff're mich, stets auf deinem wachen, will ich beten, dann werd' ich Pfad zu wandeln, liebevoll, wie du, wie im Kampfe unterliegen, ich werde zu bandeln, bis zum Tod dir treu zu Heyn, lebend und im Tode dein! fiegen Passlonszeit. 37 Mel. Wer weiß, wie nahe mir geißelt und von Schmerzen ganz ents Fräftet an's Kreuz geheftet. mein 2c. 3. Was ist biefer 98. Wenn ich mich ganz durchdrun- viagen? Ach, meine Sünden ſind es, die dich schlagen; was deine Liebe, Herr, für mich erdulder, hab' ich vers schuldet! gen fühle, von deiner Größe, Jesus Christ, und sehe, wie du bis zum Ziele der Laufbahn unser Borbild bist; wie jede Krone dir gebührt, und keine irdische dich ziert; 2009 01 200 k 4. welche Liebe! kann der Mensch fie faffen? Auch mir zum Heil haft 2. Wenn ich die Lieb' und Huld du dich martern lassen! Damit ich empfinde, mit welcher du die Welt ternte Sünden ernstlich meiden, willst umfingst, und jeden Irrthum, jede du, Herr, leiden! Sünde vom Menschen zu vertilgen ringst, und wie dein Herz sich von der Welt und ihrer Thorheit rein erhält; Kein Dank kann, Jesu, deine Huld erreichen; nichts, nichts ist deiz ner Gnade zu vergleichen! Was könnt ich dir für deines Todes Qualen, 3. Wenn in mein Herz von deinem Munde das Wort des ew'gen Lebens mein Heil, bezahlen? fließt; wenn du noch in der Todesstunde der ganzen Welt ein Beispiel bist; daun fordre, was du willst, von mir, auch in den Tod ging' ich mit d ich mit dir! gen von deiner Größe, Jesus Christ! so glaubt' er fest das Band geschlungen, das trener Liebe heilig ist. Doch kaum, daß die Gefahr erscheint, ver läugnet er den Herrn und Freund. 5. Da trifft die Tiefe seines Her zens dein ernster mitleidsvoller Blick. Es fehrt im Uebermaas des Schmerzens sein besseres Gefühl zurück. Ihn schmerzt der Rene Schlangenstich; er geht, und weinet bitterlich). 6. Doch dir gefällt's, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folg und stets des Fleisches Lüfte dämpfe; so sey denn auch fortbi denn auch forthin mein ganzes Leben 7. Gibst selbst zu diefem seligen Gez schäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich zu dir zieh', und mich regiere, zum Guten führe! Leiden Jesu vor Ge richt. 8. Dann werd' ich, dir zu leben, mich bemühen, die Luft der Welt aus Liebe zu dir fliehen, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. 3u deiner Ehre will ich) Alles 6. Wenn vor den Lockungen der wagen, kein Drohen achten, keine Sünde dein Bild aus meiner Seele Schmach noch Plagen; mich) sollen flieht, und sie mich in die tiefen auch die bängsten Todes Leiden nicht Schlünde der Thorheit und Zerstreu- von dir scheiden! ung zicht; bin ich's nicht auch, der treulos spricht: ich kenne meinen Hei- Mel. Herr Jesu Christ, du höchs land nicht? mir dann dein Bild erstes 2c. scheinen, mich hören deine Lehre dann! 100. Seht, welch ein Mensch! wie Wohl mir, wenn noch mein Auge tag so schwer auf ihm die Laft der weinen, mein Herz noch Reue fühlen Sünder! Wie unaussprechlich duldet Fann! Wie deinen Freund, vergibst er für ench, ihr Menschenkinder! Wie du mir, und ewig trennt mich nichts ein Verbrecher steht er da; verachtet, von dir! und dem Tode nah', von blinder Wuth gelästert. 2. Da ist kein Herz, das Mitleid fühlt, kein Aug', das um ihn weinet; fein Balsam, der die Wunden fühlt; fein Retter, ach, erscheinet! Die Mordlust tobt, der Wahnsinn droht, aus jedem Munde ruft es: Tod! Er ster: liebster Jesu, was hast du be! stero' am Kreuze! verbrochen? Dir wird das TodesurEigne Melodie. 99.0 theil nun gesprochen; du sollst, damit 3. Ich denke ohne Schaudern nie wir Sünder nicht verderben, wie Sün- an iene Jammerstunden; ich fühle der sterben! fefter mich durch sie mit dir, mein 2. Du wirst verworfen und geheil, verbunden. Aus Liebe starbft du schmäht, verhöhnet, mit einem Doria für mich; wie sollte meine Seele nen: Kranz zum Spott gefrönet, geldich nicht ewig, ewig lieben? 38 Passionszeit. 4. Den Heident, der sein Richter war,( den Rach' und Born verführen, laß ergriff ein menschlich Schrecken; er dich durch dieses Beispiel rühren, und stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr bere dem Bersöhner nach! Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdam Triebe, als unter Leiden ohne Zahl, 3. Welch Beispiel kindlich frommer men, denn die unschuld spricht zu der Herr dem Jünger seiner Liebe mächtig für sein Leben. sterbend anbefahl! Ach), die Mutter 5. Bergeblich, ach, vergeblich war wird mein Aug' einst um die Meinen die Menschlichkeit des Heiden; die in meiner lebten Stunde weinen, so aufgebrachte wilde Schaar fat Jesu soll dieß Wort mir Troft verleih'n: Schmach mit Freuden. Sein Tod be- Der, als der Tod schon um ihn schwebfriedigt fie allein; sie stürmten auf te, die Seinen noch zu schüßen strebte, den Richter ein, und schrie'n: er sterb' wird auch der Schuß der Meinen seyn! am Kreuze! 4. Froblockt, bußfertige Berbrecher! 6. Sieh', welch ein Mensch! Er wird Wer glaubet, kommt nicht in's Gericht. für dich verschmähet und zerschlagen. Hört, was zu dem gebeugten Schächer Hör ihn! er spricht: ich selber, ich der Mund der Liebe sterbend spricht: muß deine Sünden tragen. Die Schuld Du wirst fo ruft er ihm entgegen, ist dein; durch meinen Tod versöhn' nochy hente deines Glaubens wegen ich, Sünder, dich mit Gott, und sterb' mit mir im Paradiese seyn. D Herr, um deinetwillen! laß an des Todes Pforte einst diese 7. D hochgelobter Gettessohn, duguadenvollen Worte auch meiner Seele Tilger meiner Sünden, erhöht auf Troft verleih'n! deines Baters Thron, ach, laß mich 5. Wer kann das hohe Leiden fafs Gnade finden! Laß deines Todes sen, als Christus an dem Kreuze rief: Schmach und Vein Gerechtigkeit und mein Gott wie hast du mich verlas Heil mir seyn, um deiner Liebe willen! fen! 2sie beuget ihn die Last so rief, 8. Ich schwöre, Welterlöser, dir, die unsre Sünden auf ihn brachten! und ewig will ich's halten: so wahi Bor augst und Vein müst er verz du tebest, soll in mir die Liebe nie er- schmachten, wär' Gott nicht seine ZuFalten! Dein Leiden und dein Tod versicht. Herr, der für mich zum Tod foll mich, so lang ich lebe, Herr, an gegangen, für mich verlassen da gez dich) und deine Huld erinnern! hangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 9. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Erde, von allem Labsal jest entblößit, 6. Der Herr des Himmels und der Sünde, und fehlt es mir an Kraft wünscht, daß sein Durst gestillet wer und Muth, daß ich sie überwinde; de. D Mensch, der dich so they'r ers dann rufe mir vom Himmel zu: denk', welch ein Mensch ich war! Und löst, der Heiland rufet dir noch heute du, du wolltest mich) aus tausend Armen dir zur Seite, ich nicht lieben? die Hunger, Durst und Mangel drückt! O selig, wer den Ruf erfüllet! Denn, wer des Armen Mangel stillet, hat seinen Heiland selbst erquickt. Leiden Jesu am Kreuze. Eigne Melodie. 7. Nun enden sich die schweren Leis 101. Bereite dich, o Chrift, wir den; denn Jeſus spricht; es ist vollgehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf deffen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschay! Erwäg an diesem heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott un Glauben an! Sie können Ruhe dir im Leben, und hohen Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. der Freuden! Du nimmst dem Tode bracht! D Wort des Sieges, Wort seine Macht. Heil uns, nun darf es Niemand wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen; mit Gott ist Friede nun gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden fage: Es ist volbracht! Es ist voll bracht! 8. Das letzte Wort aus deinem 2 Geduldig bei den größten Schmer Munde, Bersöhner Gottes, sey auch zen nimmt er sich seiner Feinde an, mein! Laß es in meiner Todesstunde und ruft mit sanftmuthsvollem Her mir Muth und Zuversicht verleih'n. zen: sie wissen nicht, was sie gethan! Du rufeft: Bater, ich empfehle in Der Göttliche, der größte Beter, fleyt deine Hände meine Seele, die allen tiebreich noch für missethäter, und Menschen Heil erwarb. Nun war das duldet willig alle Schmach. O Mensch), große Wert vollendet, wozu der Bas Passionszeit. ter hu gesendet; da neigt er sanft fein Haupt, und starb. 39 mich aus den lengsten, und lind're meine Pein. 8. Belebe dann mein Hoffen, zur besſern Welt zu geh'n, und laß im Geist mich offen, Herr, deinen Him met seh'n! Dahin laß mit Entzücken 9. Bewein' ihn noch mit frommen Bähren, o Christ, du haft ihn sterben sey'n! Bald wirst du freudenvoll ihn ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöh'n. Er, den die Frommen jest bekla: alsdann mich glaubensvoll nach dir, gen, wird als ein Held nach dreien Ta- mein Heiland, blicken; wer so stirbt, der stirbt wohl! gen vom Grabe siegreich) aufersteh'n. Den freche Spötter hier entehrten, den 73 wirst du dort bei den Berklärten zur Mel. Herr Jesu Christ, mein's Rechten seines Baters seh'n. Lebens zc. da mid thit G103. Du denkest in der tiefften Noth, Mel. Herzlich thut mich ver- ergriffen, Herr, von Qual und Tød, langen 20. 150ml 152 an deiner Freunde Gram und Schmerz, 102. Der du, voll Schmach und e our 60 und fößest ihnen Trost in's Herz! 2. Du siehst die Mutter siehst den Wunden, für uns am Kreuze starbft, Freund, und sprichst zu ihr, die troftund unsern letzten Stunden den höchlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn sten Trost erwarbst; o Jefu, der sein ist dein, was ich dir war, wird er dir Leben, nocy et, ich war, auch mir zur seyn. Rettung hingegeben, dank' ich dir! mein Heit, wie 3. So innig bis zum Tod, so tren, Ingistuse for sey meine Zärtlichkeit; ich sey so witlig, Andern beizusteh'n, und ihnen Beistand zu erflet'n! 2. 2er fann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, 4. Wenn euch), die hier mein Herz rangst? Die Laft gehäufter Plagen geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod fiel dort so schwer auf dich, daß sie betrübt; dann übergeb' ich euch dem dich drang zu klagen: Gott, wie ver- Herrn; er hört, er hilft, er segnet gern. läßt du mich! 5. Froh geb' ich, wann es ihm ge= 3. Ach, was du, Herr, erduldet, das fällt, den Weg zu jener bessern Welt; ist auch meine Laft; ich habe mit ver euch sag' ich, die ihr um mich weint schulder, was du getragen haft. Schau' Getroft, bald werden wir vereint! her, hier steh' ich Armer; um Huld fich' id) zu dir. Du neigst dein Haupt, Erbarmer! o neig' es auch zu mir! 6. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir 4. Du haft, Herr aller Güter, so Du hast verheißen: Ihr sevd mein; viel für mich gethan; verwirf mich wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! nicht, mein Hüter; ach, nimm, mein euch fey Gottes Friede!" von deinem 104. Hin an dein Kreuz zu treten, Hirt, mich an! Dein Mund erquicket Mel. Wenn mich die Sünden Müde, Betrübten rufest du: mit kranken 2c. Krenze zu. Diseinua 5. Es bringt mir Himmelsfreuden, was du am Kreuz empfand'st, der du nach deinem Leiden für mich auch auferstand'st. Ach, möcht' ich einst mein Leben begnadigt, Herr, von dir, in deine Hände geben! Wie wohl geschäbe mir! in deinem Leiden dich voll Glauben anzubeten, Versöhner, stärke mich! wie du einst für die Sünder den Tod Laß mich mit Wehmuth und Bertrau'n, erdulder, schau'n. 2. Wie ist des Besten Seele bis in den Tod betrübt! So brünstig, meine 6. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, Seele, hat Jesus dich geliebt! Er leitrewster Freund, für deine Todes: det unsers Todes Pein, fühlt unerhörte schmerzen; wie gut bast du's gemeint! Qualen, uns Menschen zu befrei'n. Gib nun, daß ich mich halte zu dir mit wahrer Trew, daß, wann ich einsi erkalte, in die mein Ende sey. 3. Hört's, die ihr eure Herzen dem Sundendienst ergebt! Der Preis so vieter Schmerzen ist, daß ihr ewig lebt. Dnehmt an seiner Gnade Theil; erkennet, ſeine Liebe, verwerft nicht 7. Wann ich einmal soll scheiden, adh, so verlaß mich nicht! Sen auch im Todesleiden mein Trofi, mein Heil, euer Heil! mein Licht! Wird mir's am allerbäng: 4. Bernehmit's auch ihr, o Spötter, sten an meinem Ende seyn, so reiß die ihr den Mittler schmäht: Er ist 40 Passionszeit. auch euer Retter; aud) euch nennt fringen, will da im Geifte vor dir steh'n; sein Gebet: fie wissen nicht, was sie begeh'n; vergib, o Bater, ihnen, wenn sie zu dir einst steh'n! will dá dich, nuschuld, stille schmach ten, das Kreuz erdulden, Schmach per: achten, da bluten dich und schweigen seh'n; will da mit allen Seelenkräften in deine Leidensnächte schau'n; will mit dir an dein Kreuz mich heften, und, gleich dir, lernen, Gott vertrau'n! 6. Und wann mich meine Sünden Fränken, so will ich an dein Leiden denken, will fließen seh'n acfioffen wer du bir ift dein Blut dein göttlich zu kommt, wird nicht verstoßen; du starbst auch mir, auch mir zu gut. Auch ich kann Gnad und Leben finden; mein Gott bleibt ſeinem Worte tren; vergib auch mir omp die schwersten Sünden, macht mich, son auch mich vom Laster frei. 7. Und in den bängen Todesstunden blick ich empor zu deinen Wunden, und fürchte nicht dein Strafgericht. Benn ich, wie du, nur heilig lebe, bleibst du meine Zuversicht; dann darf nur dich zu lieben mich bestrebe, dann ich freudig zu die blicken, wann Alles dunkel um mich ist; dann wirst du meinen Geist erquicken, wann mir der Tod die Augen schließt. d 8. Dann, dann wird alle Angst vere schwinden, ich werde muthig übers 2. Da, wo dein Blut herabgeflossen, winden, mich schwingen über Tod und tieg' ich im Staube hingegossen, da Grav. Dunaussprechliches Entzücken! möcht' ich ganz Anbetung seyn! Gevon Angesicht dich zu erblicken, der in borsam bis zum Kreuzestode warst du; den Tod dahin sich gab; dich, Jesu, gehorsam bis zum Tode soll ich, wie der mit seinem Baute rich ewig macht du, dem Bater feyn. Hier, Jesu, von Sünden rein. D Gott, wie wird hier sind meine Kräfte; hier ist mein mir dann zu Muthe, wie werd' ich geben; nimm es an! Dich lieben, Dank und Wonne seyn! bieß sey mein Geschäfte, mein Trost, auf den ich sterben kann, 5. Ihr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust! Seyd aller Menschen Freunde! Berdammt der Rache Luft! Bergeltet euern Feinden nie; und Allen, die euch fluchen, vergebt und seg net sie. of Pior astu e 6. Noch hat er keinen Frieden, noch Beige feine Noth.Sebt, es ergreift den Müden der Tod! Nun sinkt er in die Todesnacht! Er varm', o Gott, dich unser! Er stirbt: es ist vollbracht! roner 16 sier Eigne Melodie. diesel 105. Mit welcher Zunge, welchem Herzen dank ich dir, Herr, für deine Schmerzen, für jede mir verborgne Last; für jeden Kampf, den du ge stritten, für jeden Tod, den du gelit ten, befämpft und überwunden hast! Wer kennt der Leiden Last und Men ge? Wer sieht der Seligkeiten Ziel? Wer gibt mir Zungen, wer Gesänge, wer meinem Herzen g'nug Gefühl? 3. Gefrensigter, dein Leiden stärke Mel. Wer weiß, wie nahe mir mich stets in jedem guten Werke; mein 2c. im Tugendkampfe stäre es mich. Wie 106. G sehr mich Lust zur Sünde reize, ich hen erhebt sich dankend jetzt mein Herz! Golgatha, zu deinen Höe fiche nur zu deinem Kreuze, umfasſe, Mann der Schmerzen, dich! Wie Im Geiste will ich Jesum seben, ihn könnt ich seh'n dich), Jesu, bluten, seb'n in seines Todes Schmerz. Ich wie seh'n dein ausgespannt Gebein, will mich seiner Liebe freu'n, und und nicht mit aller Kraft dem Guten dankbar ihm mein Leben weih'n. und die nicht ganz ergeben ſeyn? 2. Wie rithrend scheidet der Gerechte, 4. Wie nun nicht alle herzlich lie- deß Unschuld selbst sein Tod bewährt! ben? Wie nun nur Einen noch be- Swar leidet er den Tod der Knechte, trüben, für den du littest, Jesus von Frevlern noch am Krenz entehrt; Chrift? Wie nun nicht Gutes thun doch seines Herzens Reinigkeit gibt mit Freuden? Wie nun nicht gern iom im Tode Freudigkeit. für Brüder leiden, für die du, Herr, 3. Er stirbt, die hohen Himmetss gestorben bist? Wie nun auch nur lehren von Tugend, Pflicht und Sitts von unrecht sprechen? Wie noch dem lichkeit auch selbst durch seinen Tod Schuldner strenge seyn? Wie mich zu ebren; die Hoffnung der Unsterbam ärgsten Feinde rächen? Wie nun lichkeit gab seinem Geiste neues Licht, nur siebenmal verzeih'n? 2 und Todesnacht umschloß ihn nicht. 5. Auf Golgatha will ich mich schwin- 4. Er stirbt, der Wohlthun ausgegen, wann Nacht und Leiden mich um[ breitet, oft Rächte mit Gebet durch. Passionszeit. 41 wacht, die Sterblichen zu Gott gelei: Eigenthum! Dein Beispiel soll mich tet, und treu sein Tagewerk vollbracht. lehren, des Höchsten Rath verehren, Wie freudenvoll stirbt nun der Christ, und die gehorchen, sey mein Ruhm. dem Jesu Wandel Beispiel ist! 7. Ich will des Lebens Plagen ge5. Froh feiert er die große Stunde, trost und willig tragen, so lang es da er zu seinem Vater geht, und noch Gott gefällt; will alles Unrecht haf mit schon gebroch'nem Munde, voll sen, das Böse flieh'n und lassen, gefiel Großmuth für die Feinde fleht; den es auch der ganzen Welt. sterbend segnet, der ihn schalt, und Wohlthun ihm mit Haß vergalte meine Freunde lieben, auch meinen 8. Nur Gutes will ich üben, treu 6. Auf Freunde, die am Kreuze ste Feind erfreu'n. Nie will ich wieder ben, gießt er der Freundschaft Segen schelten, nie Spott mit Spott vergel aus, spricht Hoffnungsvoll vom Wie ten, wie du, dem Lästerer verzeity'n! dersehen, im Himmel, in des Barers Haus, strömt neuen Trost und Muth Werk hier zu vollbringen, und dann 9. So will ich leben, ringen, mein und Ruh' den fummervollen Her zen zu. 193790bgetreft, wie du, befehl ich einst am Ende den Geist in Gottes Hände- er 7. Er sieht auf die vollbrachten Tha- führet ihn dem Himmel zu! ten als Aussaat für die Ewigkeit; dankt Gott, durch den sein Werk gerathen, und freut sich der unsterblichkeit; em den Geist in Gottes Hand, und getroft in's bespre Land in pfiehlt geht Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ze. 108. 11m Gnade fiir die Sünder 8. Gib, Gott, daß ich ihm ähnlich welt rufft du; mein Heil, am Kreuz werde, so wird auch mich der Hoffnung gequält von frecher Günder Rotten. Straht, rufft du mich einst von dieser Dir bricht erbarmungsvoll dein Herz, Erde, begleiten durch des Todes That! wenn dich bei deinern Todesschmerz Mir wird es dann nicht furchtbar seyn, die Bösewichter spotten. Du siehst mit denn auch im Tode bin ich dein! segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in die mel hört: vergib, o Gott, und führe entehrt; rufft, daß es Erd' und Himnicht sie in's Gericht; denn was sie chun, versteh'n sie nicht! Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 107. O Welt, sieh' hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben; dein Heit sinkt in den Tod! Mit tief: gerührtem Herzen schau' ihn, den Mann der Schmerzen, in seiner bangen Todesnoth. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Mördern so begegnet! Erkennt's, die ihr den Heiland ehrt! Fühlt seiner die die 2. Noch ist der Heilge Gottes ein Feinde fegnet. Er hat auch uns durch Ziel des frechsten Sportes und unneun- sein Gebet den größten Trost von Gott barer Qual. Doch sorgt er für die erfleht; er sagt auch uns zu unsrer Freunde, doch steht er für die Feinde Ruh' Erbarmen und Vergebung zu. noch an dem blut'gen Marterpfahl. Er sey gelobt, der in der Noth, und gebot! selbst im Tod bewährte, was er uns Geduid, auch selbst bei schwer gehäuf3. Daß Gott mit Langmuth und ter Schuld, der Sünder dennoch schos net; daß er so liebreich ihrer denkt, 4. D'rum bält er voll Bertrauen sich und ihnen Zeit zur Bes'rung schenkt, noch an Gott im Grauen der bängsten nicht nach Berdienste lohnet; daß ich Todesnacht; befiehlt am Leidensende noch fröhlich sagen kann auch mich, den Geist in seine Hände, und ruft: mich Sünder, nimmt Gott an, dies mein Werk, es ist vollbracht! Glück hat deines Eodes Kraft, mein 5. Bollbracht ist's für uns Alle, und treuer Heiland, mir verschafft! Ja, Lob und Dank erschalle ihm nun für dir ähnlich bin, dann wird dein Tod wenn ich, Herr, mit sanftem Sinn unser Hell, Er starb, uns zu erretten, damit wir Friede hätten. Sein auch mir Gewinn! Segen wird auch mir zu Theil. 4. Wird je mein Herz vom Trofte leer, weil meiner Sünden furchtbar auf's Neue mich erschrecket: o versichy're mich auf's Nei, daß 3. Er hatte nichts verschuldet, der alle Schmach erduldet; ach, alle Noth und Pein! Nein, er war nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder. Wer kann ihn einer Sünde zeih'n? 6. Mich dankbar zu erweisen, will Heer ich gerührt dich preisen, Herr, ich dein dann 42 Passionszeit. meines Gottes Batertreu' auch meine zu weit'n! Nie komme mir's aus Schuld bedecket! Mein Geift blickt meinem Sinn, wie viel es dich geko: glaubensvoll auf dich, und frenet dei- ftet, daß ich erlöſet bin. ner Hülfe fich). Beschließ ich meine 6. Mein Kreuz und meine Plagen, pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer und wär's auch Schmach und Spott, Kraft. Der lebte Kampf, Herr Jesu tak mich geduldig tragen, gleich dir, Christ, wird mir versüßt, wenn du mein Herr und Gott! Berläugnen mein Trost im Tode bist! gern die Welt, dem hohen 5. Den sanften, liebevollen Sinn, laß mich daß ich ein Freund der Feinde vin, Borbild folgen, das du mir aufgestellt. flök, Herr, in meine Seele! Gib, daß z. Las mich an Andern üben, was mein christlich liebend Herz bei un- du an mir gervan, und meinen Nächs verdientem Haß und Schmerz zum sten lieben, gern dienen Jedermann, Borbild dich erwähle. Besänftige mein obn' Eigennuß und Heuchelei, und reges Blut; und flammt des Bornes gottgefällig handeln, dir und der wilde Gluth mein Herz zur Rachbe: Pflicht getreu. gierde an, o so erinn're mich daran, 8. In meinen festen Stunden ſchenk wie du einst, sterbend noch geschmäht, du mir Kraft und Ruh'; und hab durch dein Gebet selbst deinen Mör- ich überwunden, führ mich dem Ba der Gnad' erfleht! ter zu. Nody sterbend will ich dein 6. Mich tröste dein Bersöhnungs- mich freu'n; im finstern That des Totod! Es bilde mich dein Geist, mein des wirst du mein Führer seyn. Gott, daß ich dir ähnlich werde. Er hebe mich, erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde. Du bist das Haupt, wir folgen dir; zieh' uns dir nach so werden wir dich lieben und uns Tod Fes n. 1010 101 fon Mel. O Traurigkeit, o Herzez eleid 2c.i deiner Pein, und deines Todes ewig 110. Um Kreuz erblast, der Mars freu'n. Herr Jesu Christ, wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! terlast, der Todesqual entbunden, hat nun in dem stillen Grab Jesus Ruh) gefunden. Eigne Melodie. 109. Wenn mich die Sünden krän- tiefgerühret schlagen. glaubensvoll bedenken, daß du gestorken, so laß, Herr Jesu Christ, mich 3. Du tiebtest mich, und gabeft dich 20 ist Dein ben bist, und Rettung von der Sün- zum Opfer für die Sünden. denlast den reuerfüllten Sündern am größ're Liebe je, größ're Huld zu finden? Kreuz erworben hast. 4. Du haft's gethan! Dich ber ich 2. D wundervolle Liebe! Bedenk's, an, du König der Erlösten! o Seele, recht! Er starb aus freiem will ich im Tode mich glaubensvoll Triebe, der Herr für seinen Knecht. getrösten. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 5. Du riefft mit Macht: es ist vollbracht! Du hast dein theures Leben, mein Bersöhner, göttlich frei für mich hingegeben. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sicht auf mich in Gnaden; durch meines Mittlers Tod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz. D Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich 4. D'rum strömt aus meinem Herzen, o Jesu, dir mein Dank! Für deine Todesschmerzen tönt dir mein Lobge: fang. Hilf, daß ich dir für deine Treu' auf ewig ganz ergeben, und thätig dankbar sey! 6. Hochbeilge That! Des Höchften Rath will ich in Demuth ehren. Der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden! Leicht schwingt sich des Lebens Fürst aus des Todes Banden. 8. Das finstre That will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich), Erlöser, ist's mir der Weg 5. Herr, laß dein bitt'res Leiden mir zum Schauen. Kraft und Weisheit seyn, den Sün- 9. Ich preise dich; erforsche mich, dendienst zu meiden, mein Leben dirlund siehe, wie ich's meine. Ja, du Passionszeit. fiebst es, wenn ich) still meinen Dank Geift stieg aus dem Mordgetümmet dir weine. als Ueberwinder Es ist vollbracht! auf zum Himmel. 10. Berges ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. 3. Es ist vollbracht, des Baters Rath erfüllt, erfüllt zu seinem Ruhm! Der Borrang ris; auf ewig ward's entdes Entschläfnen beben, hüllt, der Liebe Heiligthum. Die Mörder ob er sollbracht! and Papiot, CH4 gleich ihnen laut vergeben. Es ist 43 Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 111. Ausgerungen vast du nun, ausgeduldet deine Leiden, der du kamst, um wohlzuthun, der du wohlthatst 4. Es ist vollbracht! Wer sah nicht noch im Scheiden. Dich umgab die Gottes Spur, als er am Kreuz entz bängste Nacht; doch nun ist dein schlief? Die Sonn' erlosch, Angst faste Werk vollbracht! die Natur, die Erde bebte tief; es spal= ang join teren sich Felsenwände bei seinem am Golgatha schauervollen Eude. Es ist vollbracht! falé ich pantvar meine Hände. Ddu. Es ist vollbracht! Und ach, ein den ich sterben sah, wie so lehrreich 5. 2. Noch im Geist' ist dein Ende! wie erhebend in der menschlich Herz blieb kalt, schlüg Noth! wie voll Trost in Schmerz und ohne Dank am Kreuze deß, der unTod! term tiefsten Schmerz in Nacht des 3. Als Verbrecher dargestellt, woll- Todes sank? Wer sollte nicht mit beiz test du für uns erblassen; sahest dich ken Zähren ihm heute Lieb' und Treue von aller Welt, fühltest dich von Gott verlassen. Doch im größten Todes: schmerz blieb dir, Heiliger, dein Herz! schwören? Es ist vollbracht! 4. Freud' und Wehmuth kämpft in mir, löst sich auf in Dankbegierde. Wer, o Dulder, sah in dir nicht der Tugend höchste Zierde? in der Mord: luft Trunkenheit nicht der Sünde Häßlichkeit? himmlisch Licht, was liebreich er ges 6. Es ist vollbracht! Mir ist nun lehrt. Sein Blut bewährt mir diesen Unterricht, sein Tod der Seele Werth. Welch Beispiel hat er mir gegeben! Wie er einst lebte, will ich leben. Es ist vollbracht! 7. Es ist vollbracht! Ach, ewig feier 5. Um von ihr uns zu befrei'n, uns lich sey mir sein Todestag! Geweiht zur Tugend zu erheben, übernahmst sey noch, zu preisen, Mittler, dich, du Schmach und Pein, opfertest du mein letzter Herzensschlag! Hinauf selbst dein Leben. So von unsrer Seele zu dir blick' ich am Ziele, und ruf voll Werth haft du, Mittler, uns belehrt. hoher Dankgefühle: Es ist vollbracht! Mel. Es ist genug! so nimm Herr zc. 112. Es ist vollbracht, das Opfer für die Welt! Das Licht der Wahr: beit fiegt! Es wird die Nacht, des Irrthums Nacht erhellt, die auf der Menschheit liegt. Der Gottgefandte hat vollendet, sein Blut für unser Heil verpfändet. Es ist vollbracht! 6. Und nun können voll Bertrau'n und voll kindlich frommer Triebe wir Mel. Wer weiß, wie nahe mir zu Gott im Himmel schau'n; denn er itt ein Gott der Liebe. mein 2c. will er nicht: Liebe nur und Zuversicht. Blutge Opfer 113. Es ist vollbracht! ruft nach dem Leiden des sterbenden Erlösers 7. Ihm, der uns dieß Heil errang, Mund. faite, Erdkreis, deine Hände! Einer der Freuden, du machst mir die ErO Wort des Trostes, Wort Sonne Untergang war des Heilgen ösung kund! Das große Opfer ist gez Lebensende. Unter Wettern fank fie scheh'n, das Gott auch mir zum Heil schön, um verklärter aufzugeh'n. erseh'n. 2. Mein Jesus ftirbt. Die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Gräber der Voryang reißt, die Erde kracht, und die Bersöhnung ist vollbracht. 3. 23ie viel, o Herr, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder tag. Für uns hast du genug gethan: Gott nimmt uns nun noch guädig an! 2. Es ist vollbracht! Er ruht nun von der Qual, des Herz so fühlend schlug, der Ungemach und Leiden ohne 4. Neßt, fromme Thränen, meine Zaht für uns aus Liebe trug. Sein Wangen; voll Glaubens und voll Passionszeit. Dankbarkeit fiet, Seele, den am Kreuzej Mel. Es ist genug, so nimm, hangen, der uns vom ew'gen Tod be: den mir zum Heil gemacht, rief auch für mich: es in vollbracht! 44 Herr 2c. 115. Jch bin erlöst! Es flok des Mittlers Blut; er starb den Kreuzes. 5. Du, der du dich für mich gegeben, tod. Mit Gott verföhnt empfind' ich Glaubensmuth; ich fürchte feine o Jesu, laß mich eifrig seyn, zu dei nem Dienste ganz zu leben, und keine Noth. Die Weisheit hat mein Heil Schmach dabei zu scheu'n! Dein Dienst, erfunden; die Liebe glorreich übermein Heiland, sey mein Ruhm! denn wunden, Ich bin erlöst! ich bin ganz dein Eigenthum. 2. Ich bin erlöst! Es trifft des 6. Soll ich bei dir ergebnem Herzen Donners Spruch vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm von mir den auch hier durch manche Trübial geb'n, ichweren Fludy; ich komm' nicht in's und hat mein Gott gehäufte Schmer Gericht. D'um quält mich nicht, be zen zu meiner Prüfung auserseh'n; so laß auch mia) den Trost erfreu'n: Gnade finden. Ich bin erlöst! reute Sünden; der Bater läßt mich cinst kommt das Ende meiner Pein. 7. Fühlt einst mein Herz des Todes. 3. Ich bin erlöst! Der Held zer: Schrecken, dann, Herr, erleichr're mir rif das Band der Feinde meiner Ruh'. die Laft! Laß mich den Trost auch zur Hölle hat die Schlüssel seine Hand; sterbend schmecken, daß du den Tod er schlok die Pforte zu. bezwungen haft; so blick ich in des Feinde frommer Seelen mich nicht mit Grabes Nacht mit Siegsgefang: es Furcht und Schrecken quälen. Ich vin erlöst! iné out 2 ist vollbracht! Nun können Mel. O Traurigkeit, o Herzes leid 2c. 114. Grab meines Herrn, ich weile gern in deinem heilgen Schauer. Sanfter, stiller wird in dir meiner Geele Trauer. 2. Jhn, den empört sein Volk entehrt, daß ihm kein Nachruhm bliebe, den Gefreuzigten begrub hier die Hand der Liebe. 4. Welch Heiligthum! Um mich herum Herrscht feierliches Schweigen. Selig, die getroft ihr Haupt zu dem Grabe neigen! 4. Ich bin erlöst! Was ist noch, das mich schreckt? gicht wird die To desnacht, aus der mich bald der Herr des Lebens weckt, in neuer Schöpfungspracht. Ich ruh', werd' ich in's Grat getragen, nur von den ſchwitz len Prüfungstagen. Ich bin erlöst! 3. Indes nun schon sein Geist den erlöst! HOY Lohn empfing vom Freudengeber, heist tigte sein Leib in dir unsre stillen Gräber. 5. Hier weicht der Schmerz, das matte Herz ruht sanft von seinen Lei den; und des Schattenlandes Traum wird zu Himmelsfreuden, 5. Ich bin erlöst! In Friede fahr ich hin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum seligsten Gewinn; mein Retter ist mir nah', den Geist beim Abschied von dem Leben in's Land der Engel zu erheben. Ich bin Mel. Komm, Seele, seße dich zc. Chor. 116. Nach tief gefühltem Schmerz brach ihm das Herz. Er ist für Menschenwohl gestorben. Menschen, Menschen, weint! Weint Dank demt Menschenfreund! Wie viel hat Jesus euch erworben! 6. Go ruhte sie von Schmerz und 2. Seyd fromm und gut! Der ift Müh' hier aus, die blurge Hülle; und kein wahrer Christ, der noch dem Laverklärt entschwebte sie dieser heil'gen ster ist ergeben. Ihm, der aus Liebe Stille. starb, euch ewig's Gut erwarb, ihm 7. Einst finfft auch du, mein Leib, sey geheiligt euer Leben! zur Ruh'; schläfft unter fühlem Moose sicher, wie der Säugling ruht in der Mutter Schooße. Gemeine. 3. Dir schwör' ich, mich zu weih'n, 8. Dann ist vollbracht des Kummers und treu zu seyn dir, Göttlicher, in Nacht, erduldet jede plage; und die Frend' und Leiden! Die Tugend LehrNacht des Grabes wird bald zum test du, der Tugend lebteft du; nichts ew'gen Tage. soll mich von der Tugend scheiden! Passionszeit. 45 Mel. Ich hab' mein Sach' Gott/ Mel. Herr Jesu Christ, mein's beimgestellt zc. Lebens zc. 117. Nun ist es Alles wohl gemacht. 118. Wir danken dir, Herr Jesu Mein Jesus ruft: es ist vollbracht! Christ, daß du für uns gestorben bist. Der neigt sein Haupt, o Mensch, und Dein heiliges und theures Blut komm' stirbt, der dir erwirbt das Erbe, wet- unsern Seelen stets zu gut! ches nie verdirbt. 2. Schau' liebevoll, o Gottes Sohn, 2. Der, dem an Hoheit einer gleicht, auf uns von deines Baters Thron! der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Bewahr uns vor dem ew'gen Tod, Seht Gottes Wink! Die Erde kracht, und tröft uns in der letzten Noth. und dicke Nacht verhülle der Sonne 3. Lös auf der Sünde schnödes Band, Glanz und Pracht. und reich) uns deine Gnadenhand! Hilf uns in Kreuz geduldig seyn! uns tröste deine Todespein! 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt! Die Felsen bersten; Dunkel schreckt; der Todten Gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Auf dich steht unsre Zuversicht; verlaß uns Theu'rerlöste nicht! Hilf uns der Sünde widerstelyn, und durch den Tod in's Leben geh'n! 4. Weil furchtbar die Natur sich regt, so werd' auch du, mein Herz, be wegt! Empfinde ren'voll deine Schuld. Aus Gottes Huld starb Jesus auch für TOHOTT SOM 5. Sein tod, o nimm es wohl in Acht, hat Trost und Heil auch dir gebracht. Berehre den, der bis in's Grab für dich sich gab, und stirb der Sünde täglich ab! Mel. O Traurigkeit, o Herze: leid zc. 110. Zur Grabesruh entschliefeft du, der du für uns gestorben, und am Kreuz uns schmerzensvoll ewig's Heit erworben. 6. Ja, Bater, unter Pein und Hohn 2. Du bist erblast, o Herr, und haft erbleicht am Kreuz dein theurer Sohn; doch in dir selbst das Leben! Gleich nun ist's versiegelt: deine Huld, tilgt den Sterblichen hielt dich einst das meine Schuld, und trägt hinfort mit Grab umgeben. mir Geduld. bestrebst! 9. tödte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse Lust; dein Tod, der mir das Leben schafft, perTeit' mir Straft im Kampf mit meiner Leidenschaft! 3. Doch, Heil sey mir, du konntest hier nicht die Verwesung sehen! Bald hieß dich des Höchsten Straft aus dem Grabe gehen. 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets seh'n, und dankvoll seine Treu' erhöh'n. Sein Tod soll meine Zuflucht seyn; auf ihn allein schlaf ich einst sanft and fetig ein. 8. Und dient ich nun der Sündel fürst, dereinst auch mich erwecken. noch? Fern sen von mir ihr schnödes Könnt' ich jetzt noch hoffnungslos vor Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, der Gruft erschrecken? 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensnur Jesu 4 lebft, ihm zu gefallen didy 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff durch Christum einst aus dem Grab' Erlösung. 10. Gestärkt durch dich, besieg' ich sie, die Tugend lohnt des Kampfes müh'. D'rum seg' ich) freudig auf dein Wort 7. Nein, nichts verdirbt! Selbst das, den Kampf hier fort, und volle Ruh' erwart' ich dort. was stirbt, der Leib wird auferstehen, und, zum Himmelsglans verklart, aus dem Grabe gehen. II. Wie dank' ich dir, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! Dich preis ich hier schon hoch erfreut; doch nach der Zeit noch froher in der Ewigkeit! 8. So sink' in's Grab, mein Leib hinab! Ich will mich doch nicht kränz ken. Ich will, Jesu, mir zun Trost an dein Grab gedenken! $ 100105 MOTOR 310 vib mi tout que in vind) re Lambing dim dusaid cu pAT 201 52 755 nd this Glod da dare 330 mod thin Woll 46 Osterfest. Osterfe ft. Eigne Melodie. ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der siegreich auferstanden, befreit 120. Chrift tag in Todesbanden, uns von des Todes Banden und von für unsre Sünde gegeben, der ist wie den Schrecken des Gerichts! Heil uns! der erstanden, und hat uns bracht sein Grab ist leer; Verwesung droht das Leben, daß wir sollen fröhlich seyn, nicht mehr! Er hat gesiegt! Des ToGott loben und dankbar seyn, und des Macht, der Gräber Nacht, dasfingen Halleluja, Halleluja! Reich der Hölle ist zerstört. 2. Den Tod Niemand zwingen kunnt, bei allen Menschenkindern, das macht Alles unsre Sünd', kein' unschuld war zu finden; davon kam der Tod so bald, und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seinem Reich gefangen, Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen, und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein' Gewalt, da bleibet nichts, denn Todsge= stalt, den Stachel hat er verloren, Fen: die bangen zweifelnden Gedan4. Unser Herz darf nun nicht wan Halleluja! 4. So feiern wir das hohe Fest mit wie im Sturm der Fels im Meere, ten besiegt des Glaubens Zuversicht. Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt, er ist selber die steht unerschüttert Jefu Lehre, um= Sonne, der durch seinen Guadenglanz, glänzt mit Seligkeit und Licht. Des erleuchtet unsre Herzen ganz, der Sün- Himmels Bau zerfällt; die Herrlichden Nacht ist vergangen, Halleluja! feit der Welt wird verschwinden: Dr. M. Luther. doch fort und fort steht Jesu Wort, bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. Eigne Melodie. 121. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd' hat er gefangen. Kyrieeleison! 3. Was vermag uns zu erschüttern? er nicht an Ihn glaubt, möge zit= tern vor ihm, der ewig, ewig lebt. Wir, des Auferstandnen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freu'n uns deß, der ewig lebt. Für uns litt er den Tod; für uns ents rückte Gott ihn dem Grabe. Empörer, bebr! der Sieger lebt: er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. 5. Doch auch wir, wir werden blei ben. Mag doch die Hülle einst zera stäuben: verzehre mein Gebein! Sesus lebt, und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder, wie er, werd' ich unsterblich seyn. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein! Gleich) ihm unsterblich seyn! 2. Der ohn' Sünden war geboren, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld werd ich gönnet. Kyriecleison. 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Mel. Gnad', All's in Händen er hat, er kann Heilig, heilig ist dein Wille zc. erretten, Alle, die zu ihm treten. Kyrie- 123. U eleison! Dr. M. Luther. Mel. Wachet auf, ruft uns die 2c. uferstanden, auferstanden ist, der uns mit Gott versöhnt. Dwie hat nach Schmer; und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seiz nes Vaters Rechten, über Schmach und Tod lebt er nun in Maz 122. Amen! Lob und Preis und jestät, Fren't euch seiner, ihr Gerechten! Dankt dem Höchsten, und erhebt seine Gnade. Jesus lebt! Stärke sey dem Bollender seiner Werke; dem Todesüberwinder Dank! Singt dem auferstandnen Helden! und alle Himmel, alle, Welten, und dieser Erd- den, Er, der starb auf Golgatha. 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanFreis sey Gesang! Ihm, der vom Tod Rühmt és, rübmt's in allen Landen: erstand, ihm, der einst überwand, was sein Wort verhieß, geschah! Wer, fingt, ihr Christen! Sein ist die Macht, wer kann ihm widerstreben? Mächtig er hat's vollbracht! Die Welt ist sei- dringt der Held empor; im Triumph ner Ehre voll! bricht er hervor, und des Abgrunds 2. Ja, du Land der Gräber, Erde, Pforten beben, da ihr Sieger sich erauf! rühm den Ueberwinder, werdél hebt. Heil uns Allen! Jesus lebt! Osterfest. 47 3. Uns vom Tode zu befreien, sank daß ich, o fetiger Gewinn! ein Kind er in des Grabes Nacht; uns zum Le- und Erbe Gottes bin. Das dank' ich dir! ben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Zod, du bist in Sieg Rut, dann eil ich hoffnungsvoll dir 8. Rufft du mich einst zu deiner verschlungen, deine Schrecken sind ge dämpft, deine Herrschaft ist bekämpft und Gott und Himmel sind dann mein. zu: dann werd' ich ewig bei dir seyn, und das Leben uns errungen. Die Gelobt seyft du! ihr vor dem Grabe bebt, seyd getrost; denn Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, Mel. Allein Gott in der Höh ging er zu dem Vater hin. Last uns ihm zur Ehre leben, dann ist 125. Bri sey 2c. Sterben uns Gewinn! Haltet unter ringt Preis und Ruhm dem Lust und Leiden im Gedächtniß Je- Heiland dar, frohlockt ihm, alle Froms sum Christ, der vom Tod erstauden ist. men! Er, der für uns getödtet war, Unvergänglich sind die Freuden deß, ist nun dem Grab entnommen. Sey der nach dem Himmel strebt, sind ihm hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du sicher; Jesus lebt! für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! dem 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sey euer Lobgesang! Bringt 2. Dein Leben in der Maieftät bes Todesüberwinder ewig Eyre, festigt unsern Glauben. Wer kann, Preis und Dank! Rühmt's in der da dich dein Gott erhöht, den großen Bersuchung Stunden, wann euch Trost uns rauben, daß du nun unser Sünd und Elend droht, rühmt's in eu- Heil vollbracht, und von des ew'gen Torer Todesnoth: Jesus Christ hat über des Nacht uns Sünder haft erlöset! wunden! Wann der Sünder zagt, so hebt euer Haupt auf;- Jesus lebt! 1 Mel. Erschienen ist der herr lich zc. 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und des hohen Werth der Welt auf's dich als Sohn gechret, hat deines ToHerrlichste bewährt, da er dich auf: erwecket. 124. Bring', Seele, Preis dem Höchften dar! Dein Heiland, der getödtet war, bebt siegreich nun sein Haupt empor, und gehet aus dem Grab her- lebst und herrschest nun, auch mir dein vor mit Sieg gekrönt. mein ist dein Sieg, dein Leben. Du 4. Erstand'ner, ich frohlocke dir! ewig's Heil zu geben, auch meiner Seele Troft zu seyn, Kraft mir zu verleih'n, und mich zu zur Tugend Gott zu führen. 2. Die Erde bebt; die Wächter flieh'n; erfreut sety'n seine Jünger ihn; sie, die so zärtlich ihn beweint, erkennen wieder ihren Freund, und jauchzen ihm. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß 3. Er lebt, o Seele, auch für dich; mich für meine Seele Ruh' im Frie: er lebt und herrschet ewiglich. So den Gottes finden. Erwecke deinen weit die ganze Schöpfung geht, reicht seine Kraft und Majestät. D bet ihn an! Siun in mir, damit ich Gott erge: ben, hier als dein Erlöster wandle! 6. Dein ist das Reich, dein ist die 4. Sein müsse sich der Erdkreis macht, die Todten zu erwecken. Du freu'n, und Aller.Herzen sich ihm weih'n. rufft einst, und der Gräber Nacht Er hat aus seines Grabes Nacht Un- wird Todte nicht mehr decken. Denn, sterblichkeit an's Licht gebracht. Ge- weil du auferstanden bist, so werd' lobt sey er! auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 5. Er, der nicht mehr im Grabe liegt, hat in dem Kampf für uns ge siegt. Durch seines neuen Lebens 7. D laß mich, weil ich hier noch Kraft wird uns auch Muth und Sieg bin, im Glauben an dich wandeln, verschafft; deß jauchzen wir. und jederzeit nach deinem Sinn recht: 6. Nun fürcht' ich nicht mehr Grab schaffen, seyn und Handeln, daß ich, und Tod. Mein Heiland lebt, gelobt wann ich nun aufersteh', und dich, fey Gott! Die Hoffnung der Unsterb= des Todes Sieger, seh', nicht angstvoll lichkeit erfüllt mich mit Zufriedenheit. vor dir bebe! Preis sev dir, Herr! 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch 7. Nichts reißt mich nun aus deiner einst, dein Jünger mit dir leben, und Hand; dein Leben ist mir Unterpfand, du wirst ihu, wann du erscheinst, aut 43 Osterfest. deiner Freud' erbeben. Laß einst dieß uns erheben. Singt's bocherfreut, ihr Glück mein Erbtheil seyn, so werd' ich Christen, heut': der Tod führt uns dein mich ewig freu'n, du Todesüber zum Leben! winder! komm zc. komm 2c. Mel. Vom Himmel hoch, da Mel. Vom Himmel hoch, da 126. Dich ber ich an, erstand'ner freut des boven Tags der Herrlichkeit! 128. Erin're dich, mein Geist, erHeld, Erretter einer Sünderwelt, dich), Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der meine Zuftucht für und für. Bon von dem Tod erstanden ist. ganzem Herzen dank' ich dir. Ich 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Seligkeit und Majestät. nahe mich voll Zuversicht zu denn du verwirfst mich nicht. als ob er heute dir erschien', als spräch 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, dir; mein Geist, in mir. er: Friede sen mit dir! so freue dich, 3. Schau' über dich, und bet ihn 3. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöst auf ewig hast du mich, so an! Er mist den Sternen ihre Bahn; wahr du selbst vom Himmel kamst, er lebt und herrscht mit Gott vereint, dein Leben gabst und wieder nahmst. er ist dein Bruder und dein Freund. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich, und rühme dann: der Gott, durch den die Himmet sind, der ist mein Bater, ich fein Kind. 5. Nun ist das Erdenleben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang ich hier vin, Gott, mein Heil, hab' id) an deinem Frieden Theil. 6. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir; doch du, du lebst, und wir sind dein, und ewig werden wir es seyn! 7. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Trost, der meinen Geist erhebt! Ich seh', durch dich gestärkt, in's Grab mit Ruh' und Heiterkeit hinab. 8. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsre Seelen wachst, fie zu dir zichst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertrau'n im Tod auf dich, Erlöser, schau'n! 4. Macht, Ruhm und Hoheit immer: dar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sen gebenedeit von num an bis in Ewigkeit. 5. D Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die id) durch Gottes Sohn erreicht?. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, heilig, Engeln gleich, Herr, und ewig, ewig selig seyn diese Herrlichkeit ist mein! 7. Du ,, der du in den Himmeln thron'st, ich soll da wohnen, wo du wohn'st; und du erfüllst einst mein Bertrau'n, dich in der Herrlichkeit zu schau'n! 8. Jdy soll, wann du, des Lebens Fürst, in Herrlichkeit einst kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe geh'n, und froh zu deiner Rechten steh'n. 9. Dann stimm' ich, ganz von Süne den rein, in deiner Engel Loblied ein. mit allen Frommen güler Zeit werd ich mich freu'n in Ewigkeit. Eigne Melodie. 10. Zu welchem Glück, zu welcrem Ruhm erhebt mich nicht das Christenthum! Mit dir gestorben, Gottes Sohn, bin ich auch auferstanden schon. II. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heit, die schuls 127. Di Dies ist das freubenvolle Fest, da Gott die. Levenssonne auf unfre dig bin; damit ich mich, in Lieb' und Gräber scheinen läßt, ein Fest der rein- Treu', zu deinem Bilde stets erneu'! sten Wonne! Nach) Kampf und Noth, 12. Du bist's, der Ates in uns schafft; nach Schmach und Tod lebt Jesus dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Christus wieder; nun beb' ich nicht, Sch hoff' auf dia, Serr Jesu Christ, wann Gott einst spricht: leg' deine der du vom Tod erstanden bist! Hülle nieder. 2. Den Edelsten sind wir verwandt; auch uns, auch uns umschlinget, mit Eigne Melodie. Wer Gottes Ruf vollbringet, dem ist 129. Er ist erstanden aus des Todie Welt schon aufgeheut, zu der wir Ides Banden! Auch wir, wir werden auf Osterfest. aufersteh'n und in ein beff'res Leben geh'n. Gelobt sey Gott! 2. Für seine Brüder weckte Gott ion wieder: wer stets, wie er, für Andre lebt, so fromm und duldend, den erbebt auch Gott, wie ihn. 3. Er ist erstanden aus des Todes Banden! Auch wir, wir werden auf ersteh'n, und in ein ew'ges Leben geh'n. Gelobt sey Gott! 952, un nou Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott 20. 35 do 80 130. Er lebt! Freudenwort! er lebt, der Heiland aller Sünder! Der Feinde Heer erschrickt und bebt vor feinem Leberwinder. Er stritt mit Heldenmuth, und kämpfte bis auf's Blut; durch seinen Kreuzestod erwarb er uns bei Gott Bergebung unsrer Sünden. 49 das Grab, groß und herrlich. Sein ift das Reich. Fleuch, Irrthum, fleuch! Der Wahrheit macht behält den Sieg. ihn schreckt der Tod, gleich ungewitz 2. Nur der Sünder muß erzittern; bleich. Meiner wartet ew'ges Leben; tern und Angst färbt seine Wangen der Gott, der mir Bermunft gegeben, hat auch ein unsichtbares Reich. Bers fündigt hat's sein Sohn; auf Erden ift es schon bei den Frommen, und Seligkeit ist dem bereit, der treu bis in den Tod beharrt. 3. Du, mein mich egen; vor dir muß Furcht und Grau'n erliegen, du Glaube der Unsterblichs feit. Drücken mich des Lebens Leiden: wie lange währt's? des Himmels Freuden empfangen mich nach kurzer Zeit. Klag' ich um einen Freund: mit ihm werd' ich vereint ewig leben. vergißt des hohen Ziels. Wen diese Welt gefesselt hält, nur der 00 sey jeder meiner Lebenstage mit edelu 4. Daß ich einst vor Gott nicht zage, Werken ausgeschmückt! Besser, immer besser werden, das ist es, was schon hier auf Erden mich näher hin zum ziele rückt. So leb' ich in der Zeit des Siegs gewiß, den Gott verhieß; schon für die Ewigkeit, und ich sterbe, der Tod hat keine Macht an mir. 2. Er lebt, des Baters ew'ger Sohn, erhöht zu seiner Rechten! Er herrscht, und bilft von seinem Thron auch sei nen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, und ewig schüßt er mich:; er tout mit starker Hand den Feinden Widerstand; fie können mir nicht schaden. 3. Er lebt! Gott hat ihn aufer: weckt; Gott wird auch mich erwecken. Was Sterbliche am meisten schreckt, der Tod kann mich nicht schrecken. Sein Stachel ist dahin, da ich versöh: 5. Feiern laßt uns diese Stunden! Für uns hat Jesus überwunden; auchh net bin. Der treue Zeuge spricht: unser ist unsterblichkeit! Furcht ift Wer glaubt, der stirbt nun nicht. Des tröft' ich mich von Herzen. nicht im Chriftenglauben, wer kann uns unsre Hoffnung rauben, wenn 4. Er lebt, der unbezwung'ne Held; Wir fürchten nicht den Tod; nicht wir nur thun, was Gott gebeut? befingt, ihr Engelchöre, besingt, ihr dein Gericht, o Gott! Jesus lebt! D Völker des Ruhm und Ehre! Erhebt des Sie- jauchzt ihm Dank, der für uns rang! gers Macht, der von dem Tod erauf, Halleluja, jauchzet ihm! wacht, der unsern Tod bezwingt, uns Leben wieder bringt, und mächtig für uns streitet! 5. Er lebt! D Christen, laßt uns Heut' frohlockend ihn erbeben! Last uns von nun an jederzeit ihm wohlgefällig leben! Wir sind sein Eigen thum, erkauft zu seinem Ruhm. Sein wollen wir allein todt und lebendig seyn, und sein auf ewig bleiben!Mel. Wie schön leucht't uns der zc. 132. Frohlockt dem Herrn! Bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte! Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Beber, gebet, ftolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre! Huldigt ihm und seiner Lehre! ng Mel. Wachet auf, ruft uns die 2c. 2. Preis ihm, Heil uns! Sein Grab wie ein Fels im 131. Feiern last uns diese Stun: Meer, das Wort, das er gesprochen. den; denn unser Herr hat überwun- D selig, wer sich ihm vertraut! Er den! Wie selig ist, wer ihn bekennt! hat den Tempel neu gebaut, den blinde Christus hat den Tod bezwungen: Wuth zerbrochen. Seele, wähle ihn nun sey von uns ihm Lob gesungen, zum Führer und Regierer deines Les nun jauchze, wer nach ihm sich neunt! bens! Auf ihn Hoffst du nicht vers Er stieg zur Gruft binab, und er versies gevens! 50 Osterfest. 43. Bum höhern Leben führt er dich, ist frei von Todesbanden, und sein und nimmt gewiß dich einst zu sich), großes Werk vollbracht; ja, der Sieg finkt deine: Hütte nieder. Empfängt ist nun errungen, und der legte Feind das Grab auch dein Gebein, in Grä- bezwungen. ber dringt einft Leben ein, verklärt erstehst du wieder. Herrlich wird sich dann auf's Neue seine Treue offenbaren; volles Heil wirst du erfahren. uns hat er den Sieg gebracht; uns, 2. Laßt das Siegeslied erschallen! die noch auf Gräbern wallen, aufgehellt des Grabes Nacht; uns hat er den Sieg errungen, und sein Werk 100470 ist ihm gelungen. 3. in welcher Mel. Erschienen ist der herrlich zc. 133. Gelobt, gelobt sey Jesus strählt, was Jefus uns verheißt; ſtrable Chrift, der beut' vom Tod erstanden die heil'ge, große Wahrheit: ,, Ewig ist! Als Sieger geht aus seinem Grab ,,, ift des Menschen Geist! Tugend reicht der erst für uns sein Leben gab. Loban Gottes Throue Frommen einst die sey dem Herrn! Siegeskrone!" Music 2. Er hat sein großes Werk voll: bracht; nun flieht der Sünde finstre Nacht. Er lebt, der für uns Alle litt, und bringt uns seinen Frieden mit. Lob sey dem Herrn! Cum auf des Frommen Grabe an. 4. Stimmt nun keine Trauerlieder betreten sterbend, Brüder, eines bes Wir Fern Lebens Bahn. Zu der Wahrheit lichten Höhen müssen wir durch) Gräz ber gehen. 3. Die Erd' erbebt; dort wälzt vom Grab den Stein die Aumacht Gottes ab; da riß der Fels, die Hüter floy'n; 5. Uusern Todestag hienieden feiern erwacht war Jesus Christus schon. wir nun hocherfreut, als den leberLob sey dem Herrn! ub 14. Froblockend macht der Engel Mund fein neu erwachtes Leben kund. Die Jünger sehen ihn, der lebt, und bald zum Himmel sich erhebt, Lob sey dem Herrn! gang zum Frieden, als Geburt zur Seligkeit. Weit vollkommner als auf Erden, heilig sollen wir dort werden. 6. Auf! an Jesu Siegesfeste last uns das Gelübd erneu'n: Hier schon 5. Lebt Christus, was bin ich beschäft uns seyn, unfre Pflichten zu soll das größte, beste, wichtigste Getrübt? Ich weiß, daß er mich herz vollbringen, nach der Heiligung zu tich liebt; und stürb auch alle Welt ringen! mir ab, er bleibt mein Freund bis in das Grab. Lob sey dem Herrn! 6. Er hält, er schüßt und tröstet sterb' ich, er zu fich. 239 er jest lebt, da komm ich Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 135. Jesus lebt, mit ihm auch ich! hin, weil ich mit ihm vereinigt bin. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Lob sey dem Herrn! o mai bu Jesus lebt! er wird auch mich von 7. Durch ihn bin ich mit Gott verden Todten auferwecken. Er verklärt föhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil mich in sein Licht; dieß ist meine Zuz gekrönt. Mein banges Herz ermuntre versicht! fich; denn Gott, mein Bater, lieber mich. Lob fey, den dem Herrn! 8. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend' ich meine Pilgerschaft, freu feiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich). Sob sey dem Herrn! 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' aud) id) zugleich ewig herrschen ewig reben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, De sündigt wider Gottes Ehre; Gnade 9. Für solchen Troft der Seligkeit hat er zugesagt, daß der Sünder sichy dankt dir, Herr, deine Christenheit! befehre. Gott verstößt in Christo Wann wir von Angesicht dich seh'n, nicht; dieß ist meine Zuversicht! foll dich ein reiner's Lied erhöh'n. erus lebt!" Sein heit ist mein; Lob sey dem Herrn! sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er verläßt Mel. Unser Herrscher, unser den Schwachen nicht; dieß ist meine König 2c. Zuversicht! 134. Jesus, Jesus ift erstanden! 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß. Nichts Licht strömt in des Grabes Nacht; er soll mich von Jesu scheiden: keine Osterfest. 51 Macht der Finsternis, keine Herrlich- bin wird euch aus der Gruft eures Feit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu Jesu Macht erheben. dieser Pflicht; dieß ist meine Zuver- Schwachheit und Berdruß ewig unter Dort liegt sicht! eurem Fuß.tid, pal 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir 10. Selig, selig werd' ich seyn, aber der Eingang in das Leben. Welchen hier schon muß ich streben, ähnlich, Trost in Todesnoth wird es meiner Jesu, dir zu seyn, und zu dir mich zu Seele geben, wenn sie glaubig zu erheben, und verklärt mich dort zu ihm spricht: du bist meine Zuversicht! freu'n, wo ich ewig wünsch' zu seyn! danit thus vi 956 Eigne Melodie. Mel. Nun tob', mein' Seef, den 136. Jesus, meine zuversicht, lebt, 137. Lobfinge, meine Seele, dem Höchsten 2c. pind ni und ich mit i weiß ich; sollte nicht sich mein Herz iyut, und erzädte, was vir sun t zufrieden geben, wenn die lange To= desnacht mir auch Furcht und Grauen macht? der Herr gethan! Er hat für dich gez zum Heil rungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen geschwächt, als er erstand. Nun läßt uns Gott einst schquen der Frommen Baterland, 900 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt; leben werd' ich und ihn schauen, seyn, wo mein Erlöser schwebt! warum follte mir denn grauen? Nie verläßt er den, der glaubt; er ist seines Leibes Haupt. 2. Froh führte seine Sonne den fests lich hohen Tag berguf. Da stand er, 3. Ich bin durch des Glaubens o der Wonne! mein Gott und mein Band allzufest mit ihm verbunden; Bersöhner, auf. Gedanke, der zu Freuz Jesus reicht mir seine Hand in des den des Himmels mich erhebt! Gez Todes bangen Stunden, und führt danke, der im Leiden mit reichem mich zu meiner Ruh', führt mich sei- Troft belebt! Des höhern Lebens nem Himmel zu. Ng Quelle! Mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 4. Mich, den einst das Grab bedeckt, wo ich Staub und Asche werde, mich, den nun kein Tod mehr schreckt, mich weckt Jesus aus der Erde, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm ſey in Ewig3. Des Felsen Grund erbebet; die Hüter flich'n, das Grab ist leer. Der todt war, lieb der lebet; er lebt und ftirbt hinfort mehr. Die 5. Da wird mich, ein verklärter Leib neue Welt gebaut, und geschickt zum bessern Leben; und in diesem Leib seh' ich meinen Jesum ewiglich. statt dieser Haut, chen Jünger wanken, er stärkt die umgeben, für die Wankenden; sie seh'n ihn, freu'n sich), danken dem Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen; sie geh'n, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen 6 Dieses Aug, das sterbend bricht, von ihm bis in den Tod! gen i 17564 wird ihn, meinen Heiland, kennen. 4. Herr, deine Boten fiegen, von Ich, ich selbst, im reinern Licht, werd' dir und deinem Geist gelehrt; die ihn meinen Retter nennen, wann er Gößentempel liegen, der Erdkreis wird von der Sterblichkeit nun auf ewig zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen mich befreit. ich glaube, bin freudevoll ein Christ. 7. Was verwelklich ist, vergeht: Ihn ber ich an im Staube, ihn, der Fleisch und Blut kann Gott nicht se schauen, wann er auch mich erhebt. erstanden ist. Ich werd in ewig hen; irdisch wird mein Leib gesa't, Der Herr ist mein Vertrauen; er Himmlisch wird er, auferstehen. Zu verwesen sink' ich ein; dort werd' ich starb für mich und lebt! den unsterblich seyn. 11257 8. Seyd getroft, send hocherfreut! Jesus fennt euch, seine Glieder. Chri sten, wehrt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wann sein Ruf: erwachet! schallt, und durch erhebet alle Gräber hallt. Hört's, Mel. Wachet auf, ruft uns 138. Lobt den Höchften! Jesus du die 2c. és 100 des Welteriösers Majeftät! lebet! Erlöste Menschen, kommt, 9. Lacht der finstern Erdenkluft! Freude Raum, denn Jesus lebet! betrübte Sünder, gebet der Geht hinauf in's besp're Leben! Dort: Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. 4* 52 Osterfest. CD Seele, dein Gesang erschall auch 3. Wird gleich mein Leib des Todes ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, Raub; er wird doch wieder leben, großer Held, erhebt die Welt, weil und einst aus der Verwesung Staub deine Hand den Sieg behält. sich schön verklärt erheben, wann, du, 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! großer Lebensfürst, nun deinen Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude Todten rufen wirst, zum Leben zu ers am Siege Theil, den er erstritt! wachen.. Send ihr gleich des Grabes Kinder; 4. Wie froh und herrlich werd' ich er ist des Todes Ueberwinder; er dann vor dir, mein Heiland, stehen! herrscht, der für euch starb und litt. Dann nimmst du mich mit Ehren an, Was wollt ihr traurig seyn? Getrost läßt in dein Reich mich gehen. Forts fönnt ihr euch freu'n! Jesus lebet bin von keiner Last beschwert, an Leib in Ewigkeit! zu aller Zeit ist er zur und Seele ganz verklärt, leb' ich bei dir dann ewig. Hülfe uns bereit. 5. welche Herrlichkeit ist mir in 3. Nun verzagt auch nicht, Verbre- iener Welt bereitet, wo sich ein Freus cher! Gott ist euch nun fein strenger denstrom von dir auf Selige verbreiz Rächer, wenn ihr die Schuld mit tet! Ich werd' in deinem Himmels Ernst bereut. Durch des Todes Uteberreich, unsterblich, deinen Engeln gleich), winder ist er dem reuerfüllten Sün- vollkommne Lust genießen. der ein Vater der Barmherzigkeit. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft die dir hier folgen, leben, und ewig zum Tugendlauf ihn zu fegnen. Preist frei von Schmerz und Müh', ihr sieg feine Huld. Er tilgt die Schuld, und reich Haupt erheben. D was sind Leis trägt uns liebreich mit Geduld. den dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrs lichkeit und unbegrenzte Freuden! 7. Gib, Herr, daß diese Herrlichkeit mir stets vor Augen schwebe, und oft in meiner Prüfungszeit, mein Herz dahin erhebe, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir der Sterbe lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 4. Tod, wo sind nun deine Schreden! Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Lez ben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Entschlaf'nen ruft Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie er neu't zur Frühlingszeit die junge Schöpfung sich erfreut. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und, weit ich lebe, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben! und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröfte dieß mein banges Herz: es kommt ein 5. Auferstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einbergeh'n, die dein Fuß betrat! Nie gefühlte Seligkeiten, die ewig wäh= besfres Leben! ren, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst krönet uns, das Heil deines Lebens! Halleluja! der Eigne Melodie. Herr ist nah'! Bald ist der Tag des 140. Preis dem Todesüberwinder! Sieges da! Sieh, er starb auf Golgatha! Preis dem Heiliger der Sünder! Preis ihm, Bundes Kinder, aus dem Grab eilt er und Halleluia! Singt, des neuen empor! Singet ihm in höherm Chor! Mel. Sen Lob und Ehr' dem höchsten zc. 139. Mein Heiland lebt, und hat 2. Last des Bundes Harfe klingen, die Macht des Todes ganz bezwungen, daß die Seele freudig bebt! Last und siegreich aus des Grabes Nacht uns, laßt uns mächtig singen dem, zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist der starb und ewig lebt! Preis und mein Haupt; sein Sieg ist mein; sein Ehre taşt uns bringen dem, der starb, soll mein ganzes Leben seyn, und ihm und ewig lebt! Preis ihm, der nun will ich auch sterben. für uns lebt! 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort 3. Du, der uns nun nicht verdam hält, den Tod, o Jesu, schauen. D'rum met, wie erhebt dein Lob den Geist! geb' ich freudig aus der Welt, das Durch die Ewigkeit entflammet, rühmt Grab macht mir kein Grauen. Ich er, dankt er, jauchzt und preist dich, bin getroft und unverzagt, weil du der ihn nun nicht verdammet, weil den Deinen zugesagt: ich leb', und ihr du starbst und auferstandst, Gott follt leben. mensch, weil du überwandst! Himmelfahrtsfest. 53 4. Ueberwunden, überwunden hat ewig nicht läßt er sie hier kämpfen, der Herr der Herrlichkeit! Sieh, er dulden, flagen, weinen. Nein, der schlummerte nur Stunden in des Abend eilt herzu: einst gelangen sie Grabes Dunkelheit! Und da glänzten zur Ruh'! seine Wunden, bluteten, Halleluja! nun nicht mehr auf Golgatha. 4. Schwing' dich dann, mein Geift, empor! 5. Bei den Todten ihn zu finden, streben! Jesus ging den Weg dir Lerne nach dem Himmel ging sie hin, wo Christus schlief. vor; Jesus lebt, auch du sollst leben. Ach, was mußte sie empfinden, als er Auferstandner, lebenslang weiht mein fanft: Maria! rief. Herr, einst werd' Herz dir Preis und Dank! auch ich dich finden, wo dein Gott ist, und mein Gott! ruft mich nun zu dir der Tod! Eigne Melodie. 6. Wann aus dem Grabe Chor. wann mein Staub Berklärung ist, 142. Vergest die Leiden dieser Zeit! wann ich, Herr, dein Antlig sehe, Der Freude sey dieß Feft geweiht! dich, mein Mittler, Sesus Christ, o Es folgen nach dem Leiden der Erde dann, wann ich auferstehe, hab' ich), Himmelsfreuden. du, der Sünder Heil, ganz an deiner Gnade Theil! 7. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst! Knieen will ich, niederfallen, fleh'n, daß du dich mir enthüllst, dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! Mel. Meinen Jesum laff ich nicht zc. Gemein e. Wir preisen dich, Herr Jesu Chrift, der der vom Tod erständen bist! 3. Wohlthat wird das Sterben mir. Jesus kennt und liebt die Seinen; Chor. 2. Was sind die Leiden dieser Zeit? In Freude und in Seligkeit verwans deln sich die Klagen nach kurzen Erdentagen. 141. Piegreich stand mein Heiland auf; Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wann ich ausgeschlummert habe. Mich er: schreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ift leer! Chor. 2. Froh besieg' ich nun das Grau'n, 3. Dank, froher Dank dir, Jesn das die Todtenhügel decket. Meinen Chrift, der du vom Tod erstanden bist! Heiland werd' ich schau'n, den der Auch uns wird neues Leben nach furBater auferwecket, der durch seines zem Schlaf gegeben! Grabes Nacht meine Gruft mir heller macht. Gemein e. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist! Gemeine. daß du vom Tod erstanden bist! Wir preisen dich, Herr Jesu Chrift, Himmelfahrtsfest. Mel. Allein Gott in der Höh' blickt nun mein Geift hinauf mit sey Ehr' 2c. 143. Auf freudigem Berlangen. Da, wo mein Schaß ist, ist mein Herz; zu ihm uf Chrifti Himmelfahrt darf schwingt es sich himmelwärts von dies sich getroft die Hoffnung gründen, daß ser eitlen Erde. einst in meinem Tod auch ich werd' fiegreich überwinden. Mein Haupt nach deinem Reich zu ringen! Dein 3. Ach, Herr, perleihe du mir Kraft, lebt in der Herrlichkeit, und führt Geist, der alles Gute schafft, helf' mir nach einer kurzen Zeit auch mich zu den Kampf, vollbringen! Und dann seiner Freude! am Ende dieser Zeit führ mich zum 2. Gen Himmel fuhr mein Heiland Licht der Ewigkeit, zu deines Reiches auf, die Krone zu empfangen. Zu ihm Freuden! 54 Himmelfahrtsfest. Mel. Vom Himmel hoch, dal 3. Aus allen Völkern kamen fie, mühselig und beladen, und suchten Ruh', und sie, und des komm' 2c. 144. Uuf, Jesu Jünger, freuet Jochs entladen; weih'n freudig sich euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; lobsinget ihm! Der Himmel Heere jauchzen ihm. dir, Gottes Sohn, und werden deiner Arbeit Lohn. 4. Gerettet find, die sich verirrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schaar 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes von Kindern wird dir durch dein Macht; er hat die Welt mit Gott Wort geboren! Wie auf der frischen versöhnt, mit Herrlichkeit ift er ge- Morgenau auf Blumen ungezählt krönt. der Thau. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit. Der Engel Schaaren dienen ihm; lobsinget ihm! lobfinget ihm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht, der unbezwungne Held; er Herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 6. Auch wir, o schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder! auch wir sind deiner Mühe Lohn, zwar 5. Er schüßet seine Christenheit von sterblich noch und Sünder; doch, das nun an bis in Ewigkeit. Er ist ihr ist unsre Zuversicht, einst sündenfrei Haupt. Lobsinget ihm! Ihn preise und sterblich nicht. Mensch und Seraphim! 7. O daß, Beseliger, wir nie uns dankbar dich verkennen; und vor der Welt uns schämen nie, dich unsern Herrn zu nennen! Ach, keiner von uns Allen sey dir, seinem Retter, uns getreu! 7. Wohl nun auch uns, denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht, und 8. Wie wird uns seyn, wann wir, dein sind wir. Nimmst du dich) unsrer zur Schaar der Seligen erhoben, nun hülfreich an, was ist, das uns gebre- schauen, was hier Glaube war, mit chen kann? ihr dich würd'ger loben, dich selbst ent8. In deiner Hand ist unser Heil. zückt das Auge fieht, das Herz von Wer an dich glaubt, dem gibst du freinerm Danke glüht! Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht!" fie Freude deinem Herzen, das nur 5. Sie Alle selig, und durch dich, für Andre schlug und sich vergaß bei eignen Schmerzen; gerettet Alle leben dir, und unter ihnen, Herr, auch wir! 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bei dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treuvollbrachtem Lebenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. 10. D sie uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifriger Begier nach dem nur trachten, das da ist, wo du, verklärter Heiland, bist! 9. D hilf vollenden uns den Lauf, das Tagewerk volbringen, und ist's Himmel dringen; wie du, vor Gottes vollbracht, zu dir hinauf, zu deinem Richterthron auch finden guter Tha= ten Lohn! Mel. Allein Gott in der Höh' sey Ehr' 2c. 146.2 Caßt das Bollendungsfest uns Mel. Dieß ist der Tag der Fröh lichkeit 2c. heut' in heil'gen Freuden feiern; froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, treu auch in Trüb145. Du hast, gefrönt mit Preis fal, Schmach und Pein, wie Jeſus, und Ruhm, o Herr, dein Werk voll zu vollenden! endet, geweihet Gott ein Heiligthum, 2. Er kam zu uns von Gott gesandt, der dich zu uns gesendet; zu seinen und heiligte die Erde, daß sie der EinKindern uns geweiht, und dein ist tracht stilles Land, ein Sitz der Tus nun die Herrlichfeit! gend werde. Nach seinem Beispiel 2. Du erntest nun den großen sollen wir uns Alle bilden, Alle hier, Lohn für deiner Leiden Menge, Ber- daß wir zum Bater kommen. fammelt steh'n um deinen Thron, in 3. 3um Bater, o wir kennen ihn; fröhlichem Gedränge, Bollendete, durch um ähnlich ihm zu werden, folgt Je= dich beglückt, belehrt, geheiligt und su; denn in ihm erschien sein Ebenerquickt. bild auf Erden. Sein Gruß war Himmelfahrtsfest. 55 Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tu- 1 5. So wahr als Jesus Christus lebt, gend; bis zum Tod war That auch seine Lehre. wir werden mit ihm leben! Zum Urquell alles Lichtes strebt der Geist von Gott gegeben. Sinkt nun in's Grab der Leib hinab: so ruht er aus von Erdenleiden; den Geist erwarten Him4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Sport und Schmerz erkämpft er die Bollendung! Die melsfreuden. Krone ward ihm dargereicht. Nun wird der Kampf uns Schwachen leicht, bahn führt zu den sel'gen Höhen. 6. Doch nur der Tugend Sonnender Zukunft Dunkel schwindet! hinauf, die Stätt uns zu bereiten. 5. Er schwang zum Himmel sich Zum Himmel geht nun unser Lauf, zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Wohnungen sind viel in seines Baters Hause. Last bahn zum Ziel hinan. Und kostet es Auf ihr ging Jesus uns voran. uns auch muthvoll gehen die Sonnenauch Kampf und Leiden, dem Sieger lohnen ew'ge Freuden. 7. Triumph! ihr Christen freuet euch! Nun ist der Tod bezwungen; 6. Was seyd ihr Freuden dieser wir haben Theil an Jesu Reich, der Zeit? wer kann nach euch noch stre- Sieg ist uns errungen. Dem Sieger ben? wer ruh'n im Schooß der Sinn- Dank und Lobgesang! Mit Jesu ge lichkeit? dem Laster sich ergeben? hen wir durch Leiden, durch Müh' und Die Zeit ist kurz, und steil die Bahn; Kampf zu Himmelsfreuden. auf, Christen, strebt zum Ziel hinan, und eilet, zu vollenden! 7. Ein Himmel wird schon unsre Weit, wenn wir einander lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' an's Grab uns die Natur; aus einem Himmel geh'n wir nur in einen schönern Himmel. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 148. Ueber aller Himmel Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, du Stifter unsrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit gött licher Zufriedenheit. Du haft die Sünderwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sey, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. Gnadenwillen Eigne Melodie. 147. Triumph! ihr Himmel freuet auf Erden freudig zu erfüllen, warst euch, jauchzt ihm, dem Gottessohne! du gehorsam bis zum Tod Er ziehet fiegreich in sein Reich, em Sohn, auf meinem Throne! Dir geb pfängt des Siegers Krone, umstrahlet ich meine Welt zum Lohne, und meine ganz mit Himmelsglans, genießt er Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herr nun der Tugend Freuden. Triumph! lich ist dein Lohn, erhöhter Gottesbesiegt sind alle Leiden. sohn! Ihr, ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott! 2. Auf Erden ist vollbracht sein Lauf, das große Werk gelungen; nun schwingt er sich gen Himmel auf, das Ziel ist nun errungen! Mit Majestät Herr, zu stärken und zu trösten kam 3. Deine traurenden Erlösten, o wird er erhöht zur Rechten Gottes über sie von dir dein Geist. Er ist's, seine Leiden, Triumph! verwandeln sich in Freuden. der auch uns im Leiden mit Trost er füllt, und zu den Freuden der bessern 3. Doch schließet ihn kein Himmet Welt den Weg uns weist. Er feitet ein! er wirkt noch fort auf Erden, uns die Bahn, auf der dich wandeln Noch sollen, die ihr Her; ibm weih'n, sab'n deine Freunde. Bald, vald, emdurch ihn gesegnet werden. Mit Muth pfah'n auf dieser Bahn auch wir, wie hinan die steile Bahn zum Ziel! Nach du, des Kampfes Lohn. kurzem Erdenleide lohnt euch am Ziete Himmelsfreude. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst 4. Gedanke, der das Herz erfreut, du voran in's Baterland. Herrlich Gedanke voller Segen! Die Blume wirst du wieder kommen, und zu dir der Unsterblichkeit blüht uns am Grab alle deine Frommen versammeln in entgegen. Die bes're Welt ist uns er- dieß Baterland. Geweiht hast du uns hellt. Der Weg durch Gräber führt Gott, und dir, durch deinen Tod. Wo zu Freuden, und sanfter werden wir du tebest, und Gott mit dir, da sollen einst scheiden. wir auch mit dir leben ewiglich! 56 Himmelfahrtsfest. 5. Welch ein Jubel wird es werden, lohnen, in sein Reich, zu seines Hime wann wir dich wieder seh'n auf Ermels Wonne. den in aller Majestät des Herrn! Dann verschwinden unsre Leiden, dann mel. Mein Schöpfer, der mit geh'n wir ein zu deinen Freuden, und schauen Huld zc. Dann seh'n wir, hoch erfreut, ganz 150. Vollendet ist dein Wert; volldeine Herrlichkeit, Welterlöser! Dann endet, o Welterlöser, unser Heil. Den führest du der Wonn' uns zu, die bei Fluch hast du von uns gewendet, nun dir ist in Ewigkeit. Mel. Sey Lob und Ehr' dem höchsten 2c. wird dein Segen uns zu Theil. Du, der herab kam, neues Leben, und Licht und Freuden uns zu geben, du schwingst dich auf zu Gottes Thron. Für dich jeder du, der 149. Vollendet freudig euern Lauf! Schöpfung Haupt, du König der Könige, des Vaters Sohn! Bleibt, Christen, Gott ergeben! Einst weckt der Sohn die Todten auf, und rufet sie zum Leben. Geht muthig seinen Pfad einher; er fuhr zum Him mel; einst wird er in Herrlichkeit er: scheinen! 2. Heil, Sieger, dir! Die Wolken kommen herbei voll Majestät und Licht. Noch einmal sehen deine From: men dein hulderfülltes Angesicht. Noch segnest du sie, die Geliebten, und sens 2. Er fommt und führet euch an's test Trost auf die Betrübten, und strös Licht; doch nicht, daß er euch richte. mest Freude in ihr Herz. Du bist, Getrost send ihr und zaget nicht vor du bist von Gott gekommen, wirst mit feinem Angesichte. Der Fromme har: Triumph dort aufgenommen, zur Hos ret wonnevoll des Richters; denn wer hen Wonne wird ihr Schmerz! glaubt, der soll in sein Gericht nicht kommen: 3. Der Fromme dringet durch das Grab, um ewig Gott zu leben. Was Gott auf Erden ihm vergab, bleibt ewig ihm vergeben. Ihn macht der Glaube, den die Welt verachtet und für Thorheit hält, gerecht und ewig selig. 4. Die stillfte That, dem Herrn geweiht, will Jesus offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren, welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Gedanken sind gezählt, belohnt zu werden. 3. Ich seh' empor zu dir, Bertreter; dich ber ich still im Staube an! Ich Staube dir gefallen kann. Zwar fal: weiß, daß auch ein schwacher Beter im len Engel vor dir nieder: doch auch der Engel höh're Lieder verdrängen nicht mein schwaches Lied. Von meis nen aufgehob'nen Händen wirst du nicht weg dein Auge wenden, das freundlich auch auf's Nied're sieht. 4. Gib meinem Glauben Muth und Leben, sich über Erde, Welt und Zeit mit Dank und Freude zu erheben, zu dir in deine Herrlichkeit! O du, der 5. Wer Leidenschaften überwand, mich den Finsternissen des ew'gen um seines Gottes Willen, obgleich die Todes hat entrissen, durch den fich Welt ihm widerstand, doch standhaft Gott mit uns vereint, du, aller Wels zu erfüllen; wer heilig blieb, obgleich ten Herr und Führer, der Geister der Spott der Welt ihn traf, den wird ewiger Regierer, du bist mein Brus sein Gott als ueberwinder krönen. der, bist mein Freund! 6. Wen keine Wollust, wen Fein 5. Einst wirst du herrlich wieder: Geiz, fein eitles Lob bethörte; wer, kommen. Erlöser, komm', es seufzen wider aller Lüfte Reiz, auf seinen Gott hier im Thränenthale deine Frommen, nur hörte; wer strebte, mäßig, keusch ihr Glaube seufzt nach dir, nach dir! und rein, demüthig, sanft und mild zu Dann werden auf der Wolken Wa= seyn, der wird dann Gottes Erbe. gen dich Millionen Engel tragen, du 7. Wer eines der Geringsten sich erlen, die jetzt zu dir weinen, vom Hims wirst in ihrer Herrlichkeit, Herr, Albarmte; was ihm drückte, ihm tragen met als ihr Freund erscheinen, dann half, und brüderlich die Leidenden er wird ihr Klagen Seligkeit. quickte, den sieht der Bölkerrichter an, als hätt' er solches ihm gethan; vers gilt's ihm überschwänglich). 6. Ja, schon am Ende ihrer Tage wird deine Herrlichkeit ihr Theil; wird 8. So glaubet denn, und übet nur, Himmelswonne ihre Klage, erlangen was Gott gefällt, ihr Brüder! denn, sie ihr höh'res Heil. und sie erheder für uns zum Himmel fuhr, kommt ben sich vom Staube, und Schauen, zum Gerichte wieder. Wohl euch als Schauen wird ihr Glaube; du, Herrdann! dann führt er euch, euch zu be- licher, bist selbst ihr Licht, und frönst, 57 schön leucht't uns der 2c. Mel. Herr Gott, dich loben wir 2c. 152. Wie herrlich, Jesu, starker Held, du Retter einer Sünderwelt! hat sich dein Kreuz geendet! Nach vollbrachtem Lebenslauf 151. Wie Gott belohnt, belohn', du verklärt zum Bater auf, der dich o Bater, deinen Sohn! So rief der zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun ganze Himmel, rief, als Jesus Christ kein Leiden; reine Freuden blüh'n am Kreuz entschtief. Es hatte Gott dir droben, dich hat Gott zu sich erder Himmel Fleh'n und seines Sohnes hoben. Tod geseh'n. Zu Gott schwingt sich der Sohn empor; ihm jauchzt der Engel feiernd Chor: Mittler, Bollender, Gott, Heiligster, welchen Tod starbst du auf Golgatha! Du siegst! Halleluja! 2. Dir dienen alle Seraphim; und wir vereinen Herz und Stimm', mit ihnen dich zu loben; weil du dein großes Werk vollbracht, nach überstand'ner Leidensnacht gen Himmel dich erhoben. Preis dir, daß wir schon auf Erden können werden Gots tes Kinder und des Todes Uebers winder! 2. Halleluja! Halleluja! Du stirbst nicht mehr auf Golgatha! Entzückt sah'n ihm die Jünger nach. Jetzt trug er nicht der Sünder Schmach. Ein schimmerndes Gewölke fam, floß hin vor seinen Fuß, und nahm den Strahlenvollen ihrem Blick; und Wonn' und Thränen ward ihr Blick. Berschwunden in der Himmel Fern' ist nun die Herrlichkeit des Herrn. Himmelfahrtsfest. nach überstand'nem Leiden, sie dann| Mel. Wie mit deinen ew'gen Freuden vor aller Himmel Angesicht! 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von die kommt auf uns Heil und Leben! Was unsern Seelen Nugen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen, und ent= sagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden! 3. Doch werden sie am Thron einst steh'n, und Jesum Chriftum wieder seh'n. Thut weit des Himmels Pforten auf! Der Sieger schwingt zum Thron sich auf! Erhöht'! erhöhet Satems Thor! Der Ueberwinder steigt empor. Steht, Sterne, still in euerm Lauf! Zu Gott, zu Gott steigt er hinauf! Staub sind ihm Sterne! Finsternis vor dem, der uns dem Tod entriß! 4. Sein Blick ist Huld, Licht sein Gewand, und Aumacht seine rechte Hand. Heil ist sein Werk; Barmherzigkeit 5. Sey unser Schuß und unser Hort, sein Thun; sein Lohn Unsterblichkeit! und tröst uns durch dein heilsam Wir freu'n uns feines großen Lohns; Wort, wenn uns hier Trübsal dräns freu'n uns des Baters und des Sohns, get! Nur da ist Wonne, wo du bist; den eine Sterbliche gebar, der ist, der die Freude, die man hier genießt, ist seyn wird, und der war, des Bürgen kommt hier Trost im Herzen; laß in noch mit Leid vermenget. Bon dir für uns im Gericht, wann unser Herz Schmerzen uns schon offen deinen im Tode bricht. Himmel seh'n und hoffen! 5. Du, unser Gott, und unser Herr, wer kann dir würdig danken? Wer 6. Für uns, Herr, floß dein theures von Allen, die du dir erschufft, zum Blut, für uns bist du, auch uns zu Himmel riefft, zum Himmel rufft? gut, zur Freude eingegangen! Sieh, Dank dir! Ja Dank und Preis und Jesu, zieh auch uns dir nach, daß wir, Ruhm sey dir in deinem Heiligthum, nach kurzem ungemach, zur Freude der für uns starb, der auferstand! Hal- dort gelangen! Dafür soll dir von leluja! Der überwand! Zu Gott ging uns Allen Dank erschallen; Uebers er; zu Gott erhebt er ieden, der ihm winder! durch dich sind wir Gottes tren hier lebt! Amen. Kinder! 4. Bieh unsre Herzen ganz zu dir; hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten! Laß uns im Wandel heilig, rein, voll Sanftmuth und voll Demuth seyn, und eitle Luft verachten! Jede Sünde lehr uns meiden, und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben. Pfingstfest. Pfingstfest. Eigne Melodie. Chie ritterlich ringen, durch Tod und 153. Komm, Gott, Schöpfer, heir- tetuja! Leben zu dir dringen! Halleluja, Halger Geist, besuch' das Herz der Menschen dein, mit Gnaden sie füll', wie du weißt, daß dein' Geschöpf' vorhin seyn. D. M. Luther. 49.rar Eigne Melodie. 2. Denn du bist der Tröster genannt, 155. Nun bitten wir den heiligen des Allerhöchsten Gabe theuer, ein' geistlich' Salb an uns gewandt, ein Geist, um den rechten Glauben allerlebend Brunn, Lieb' und Feuer. meist, daß er uns behüte an unserm Ende, wann wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis! 58 3. Zünd' uns ein Licht an im Berstand, gib uns in's Herz der Liebe Brunst, das schwach' Fleisch in uns dir bekannt, erhalt' fest dein' Kraft und Gunst. 2. Du werthes Licht, gib uns deikennen allein, daß wir an ihm bleiz nen Schein; lehr' uns Jesum Chrift ben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Baterland. 4. Du bist mit Gnaden fiebenfalt, der Finger an Gottes rechter Hand, Kyrieleis! des Baters Wort gibst du gar bald, mit Zungen in alle Land. 5. Des Feindes List treib' von uns fern, den Fried' schaff' bei uns deine Gnad', daß wir dein'm Leiten folgen gern, und meiden der Seelen Schad'. 3. Du süße Lieb', schenk' uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einz ander lieben, und im Frieden auf ei nem Sinne bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wann der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! D. M. Luther. 6. Lehr' uns den Bater kennen wohl, dazu Jesum Chrift, seinen Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstah'n. 7. Gott Bater sey Lob und dem Söhn, der von den Todten auferstund, dem Tröster sey daffelb gethan, in Mel. Freu' dich sehr, o meine Ewigkeit alle Stund'! Amen. D. M. Luther. Seele zc. 156. De er du, Gott, an uns gedenkest, deinen Geist uns, die du liebst, wenn wir darum bitten, schenkfest, und uns seine Gaben gibst, demuchsvoll fleh' ich zu dir: Bater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! Eigne Melodie. 154. Komm, heiliger Geift, Herre Gott! Erfüll' mit deiner Gnadengüt deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein' brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. Herr, durch deines Lichtes Glast zu dem Glauben versammelt haft das Bolk aus aller Welt Zungen, das sey dir, Herr, zu Lob gesungen! Halleluja, Halleluja! 3. Ew'ge Quelle wahrer Güter, Hoch2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Bater ihn nennen. Ď Herr, behüt, für fremder Lehr, daß gelobter Gottesgeist, der du mensch wir nicht Meister suchen mehr, denn liche Gemüther besserst und mit Trost Jesum mit rechtem Glauben, und ihm erfreu'st; nach dir, herr, verlang' auch aus ganzer Macht vertrau'n! Halle ich; bespre, tröfte, stärke mich! Mache luja, Halleluja! mich zu Gottes Preise heilig und zum 3. Du heilige Brunst, füßer Trost, Himmel weise! nun hilf uns fröhlich und getrost in 4. Wecke in mir fromme Triebe, deinem Dienst beständig bleiben, die daß ich Gott, mein höchstes Gut, treu Trübsal uns nicht abtreiben. D Herr, und über Alles liebe, daß ich mit gedurch deine Kraft uns bereit, und trostem Muth seiner Baterhuld mich stärk' des Fleisches Blödigkeit, daß wirlfreu', und mit wahrer Kindestreu 2. Fehlt nicht allem meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; bleibt mein Herz nicht dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn nicht deines Geistes Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe? Pfingstfest. 50 nach des Baters Willen wandle, kennen seinen Namen frei und preisen christlich denke, chriftlich handle. ihn im Tode. 5. Geist des Friedens und der Lie- 4. Noch iebt bist du der Geist der be, bilde mich nach deinem Sinn, daß Kraft, noch jetzt der Menschen Leh ich Lieb' und Sanftmuth übe, und, rer, der Jesu treue Jünger schafft, zum seltgen Gewinn für mein Herz, des Sündenreichs Zerstörer. In Sün mit treuer Hand frommer Eintracht dern wirkst du Reu' und Leid, in schönes Band zwischen Brüdern knü- frommen Seelen Trost und Freud', pfen lerne, und der Zwietracht Geist und Muth im Kampf der Sünden. entferne. In bangen Stunden schenkest du, und 6. Lehre mich, mich selber kennen, noch im Tode Seelenruh, und lehrst die verborgnen Fehler seh'n, sie von ihn überwinden. Demuth Gott bekennen, und ihn um 5. Des Baters und des Sohnes Vergebung fleh'n; mache täglich Ernst Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, und Treu', sie zu bessern, in mir neu. den Gott den Betenden verheißt, ach, Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir heil'ge meine Triebe! Schaff' du in immer neue Kräfte. mir ein neues Herz; es fühle tief der 7. Wann der Anblick meiner Sün- Sünde Schmerz, und lern' im Glauden mein Gewissen niederschlägt; ben beten. In bangen Stunden tröfte wann sich Zweifel in mir finden, die mich, und deine Hülfe zeige sich mie mein Herz mit Zittern hegt; wann einst in Todesnöthen. mein Aug' zum Bater weint, und er nicht zu hören scheint, dann gib du, mel. Nun bitten wir den heil' daß meiner Seele. Licht und Kraft und Trost nicht fehle! gen 2c. 8. Was sich Gutes in mir findet, 158. Du, dem wir unfre Herzen ist dein Gnadenwerk in mir; selbst weih'n, laß, o Geift, sie deine Tempel den Trieb hast du entzündet, daß seyn! Durch dein Wort erfreue die mich, Herr, verlangt nach dir! O so Erlösten, die sich ihres Heilands glau= sete durch dein Wort deiner Gnade big trösten, daß sie treu vollenden. Wirkung fort, daß sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! 2. Reiß' uns von dieser Erde los. Beig' uns, wie unendlich schön und groß Gott ist und die Wahrheit, daß wir ihn kennen, lieben und durch Chriftum Bater nennen, und die Sünde hassen. Mel. An Wasserflüssen Babylon's 2c. 157. Dir, Bater, dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, 3. D wirk' in uns Beständigkeit; gib uns Muth und Kraft in jedem den Sohn, der Heil den Sündern Streit! Unsre Nacht wird kommen; bringt, und unvergänglichy's Leben. wir Alle sterben; tröst uns dann, daß Ich danke dir, daß du den Geist, der wir den Himmel erben, und zum Bas deinen Sohn durch Wunder preist, ter kommen. zu Menschen haft gesendet; der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Boten Stärke gab, daß sie dein Werk mel. Gott, vor dessen Anges vollendet. fichte: c. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft geh'n sie, die Welt zu lehren; der 159. Gei eift des Herrn, der von dem Geist, der neue Herzen schafft, hilft Throne einst auf jene Boten kam, ihnen sie bekehren. Die Völker Hören und verheißen von dem Sohne, sie zuz hocherfreut die Botschaft ihrer Selig- seiner Wohnung nahm, ihrer Sehn= keit; Vernunft und Wahrheit siegen; sucht Fley'n gestillt, sie mit neuer Kraft die Blindheit und das Laster flieht; erfüllt, komm' zu mir herab, ich flehe, wo man den Finger Gottes sieht, komm' aus deiner sel'gen Höhe! muß jeder Feind erliegen. 2. Ganz von deiner Kraft durchs 3. Umsonst, daß wilder Eifer tobt, drungen, wie! erhellt ward ihr Bera Berfolgung zu erregen; der Name stand! Dank und Preis ward dem ge= Jesu wird gelobt, sein Wort ift kraft sungen, der dich, Geist des Herrn, ge= und Segen. Die Jünger schreckt nicht sandt. Ach, erleuchte meinen Geist, Pein noch Müh'; dein Geist, o Bater, daß er sich der Nacht entreißt! Las startet sie in Martern und im Tode! dein Licht auch mich empfinden, und Sie bleiben ihrem Herrn getren, be- bei dir Belehrung finden. Univ.- Bibl. Giessen 60 Pfingstfest. 3. Ach erwarmme, Geift der Liebe, sich deiner freu'n, und in Hoffnung mein erstorb'nes, träges Herz für der selig seyn! Tugend fromme Triebe; richte du es Himmelwärts, fern von diesem Pilger- Mel. Warum sollt' ich mich Land hin in's bespre Baterland! O wie glücklich wird auf Erden dann schon dann zc. meine Seele werden! 161. Höchster Tröfter, komm' Hers 4. Sey du mir ein Geist der Gnade nieder! Geist des Herri, sev nicht fern, und hilf meiner Schwachheit auf! stärke Christi Glieder! Er, der nie Führe mich auf deinem Pfade und sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen beförd're meinen Lauf! Reize, wecke, Rath seinem Volk versprochen. rühre mich, daß, der dich einst sandte, sich über den Gehorsam freue, den ich deiner Lehre weihe! 5. Heil'ge mich zu jedem Werke christ licher Rechtschaffenheit! Sen mir Antrieb, Kraft und Stärke, treu zu nüBen meine Zeit; laß mich auf der len durch dein Licht unterricht, wie 3. Geist der Weisheit, gib uns AlTugend Bahn immer mehr dem Ziele wir Gott gefallen! Lehr' uns findlich nah'n, und durch dich schon hier auf vor ihn treten; sey nicht fern, Geift Erden heilig und dir ähnlich werden! des Herrn, lehr uns glaubig beten! 6. Laß in trüben Augenblicken dei nen Trost mir nahe seyn; laß ihn dann mein Herz erquicken, wann mich sonst nichts kann erfreu'n! Sey mir hier im Pilgerland meiner Kindschaft Unterpfand, bis ich zum Genuß ge lange und das Erbtheil selbst empfange! Mel. Jesu, Jesu, komm' zu mir zc. 160. Geift vom Bater und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron! Heilge dir es immerdar, wie der Jünger Herz es war. 2. Geist der Wahrheit ,, leite mich! Eigne Leitung täuschet mich, weil fie leicht des Ziels verfehlt, und für Glück sich Unglück wählt! in der Noth und im Tod glaubig auf 2. Lehr' auf Jesum uns vertrauen, ihn schauen! Wann das Auge reuvoll thränet, rufe du dann uns zu: ihr seyd Gott versöhnet! 4. Geist des Betens, lehre mich kindlich beten, nur durch dich kann des Kindes Flehen rein und vor Gott er Hörlich seyn! kämpfen! Gib uns Muth, Fleisch und 4. Hilf den Kampf des Glaubens Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen! Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! Mel. Gott des Himmels und der 2c. 3. Geift des Glaubens, stärk in mir meinen Glauben für und für, der 162. Komm, o Geift, von Gott ges mich Christo einverleibt, und durch Liebe Früchte treibt! geben, komm, erleucht und heil ge mich! Weise, fromm und gut zu leGib, daß ich mit Ernst und Treu', ben, dieß vermag ich nur durch dich! mich) zu bessern thätig sey! 5. Geift der Liebe, Kraft und Zucht, wenn mich Fleisch und Welt versucht, o dann unterstüße mich, daß ich ringe ritterlich! 5. Hilf uns nach dem Höchsten stres ben, schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben! Gib, daß wir die Bahn unsers Heils zu gehen! nie stille stehen; treib' uns an, froh ke! steh' uns bei, mach' uns treu in 6. Sey in Schwachheit unsre Stärz der Tugend Werke! Führ', wann Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist zu des Himmels Freude! Geist der Wahrheit, ohne dich; von 2. Ach, ich irr in Finsternissen, Begierden hingerissen, täuscht die eitle Seele fich; suchet Ruh', und findet fie in der Erde Gütern nie. 6. Geist der Heiligung, verklär' in mir Jesum mehr und mehr! Mache mich von Sünden rein, laß mich, gleich ihm, heilig seyn! 3. Hilf mir nach dem Himmel stre ben, der mein Erbtheil aufbehält! Gott und Jesu laß mich leben, nicht 7. Geist des Trostes, wann mir den Lüften dieser Welt. Lehre mich Noth, Schrecken im Gewissen droht, von Sünden rein, heilig, wie mein o dann sende Trost und Ruh' meinem Heiland, seyn! bangen Herzen zu! 4. Laß mich gern zum Bater treten, 8. Geist der Hoffnung, führe du mich kindlich und voll Zuversicht, nur um dem Himmelserbe zu! Laß mein Herz wahres Gute beten, frob erfüllen jede Pfingstfest. 61 Pflicht. Gib mir Kraft und frohen höre, ihm kindlich nahen soll! Durch Sinn, wann ich schwach und traurig bin! dich wird mein Gebet des Himmels beste Gaben von dem zu hoffen has ben, der Seufzer auch versteht. 5. Du bist ein Geist der Freuden, wer trauert, fennt dich nicht; so leuchte mir im Leiden auch deines Trostes Licht. Ach), nimm dich meiner an! Du baft in deinem Worte mir selbst des Himmels Pforte so liebreich aufgethan! Mel. Ich finge meiner Seelen Lust 2c. 6. Du bist ein Geist der Liebe, willst nicht, daß und der 163. Nicht um ein flüchtig Gut Herz betrübe, liebst Fried' und Einigder Zeit, ich fleh', um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt! keit. Laß allen Streit uns flieh'n, uns Rach' und Zorn verdammen; von deiner Liebe Flammen laß Aller Hers zen glüh'n! 7. Erhebe dich, und steure den Kries gen; und dein Blick, dein Blick voll Huld erneure verheerter Länder Glück! Friedsame Bürger laß in sichern Hüt: ten wohnen; entferne von den Thro nen Lift, Schmeichelei und Haß! 5. Sey mein Beistand, wann ich fterbe; zeige meinem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herr: lichkeit des Herrn! So, gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilger: schaft. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit! Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 8. Hilf allen Obrigkeiten! Bau' uns fers Fürsten Thron! Beglücke seine 4. Bertrauen hab' ich dann zu dir; Zeiten! Sey du sein Schild und Lohn! dann schenket selbst dein Geist das Den Alten gib Berstand, Gelehrigkeit freudige Bewußtseyn mir, daß du mir der Jugend; und Gottesfurcht und gnädig seyst. Tugend schmück unser ganzes Land! 5. Er leite mich zur Wahrheit hin; zur Tugend stärk' er mich, und zeige, wann ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld, er waffne mich in jedem Schmerz mit Muth und mit Geduld. Mel. Seuch ein zu deinen Thoren 2c. 9. Gib zweifelnden Gemüthern den Glauben, der erfreut; mit allen wahren Gütern auch wahre Dankbarkeit! Vertreib' den bösen Geist, der dir sich widerseßet, und das, was dich) ergößet, aus unsern Herzen reißt. 10. Gib Freudigkeit und Stärke zum Kampf im Glauben; gib, der Sünde Reich und Werke zu hindern, Muth eden überwinden, und keinen mehr und Trieb. Hilf streiten ritterlich)! Laß den Sünden zum Dienst ergeben sich! 164. O Geist, den Jesu Liebe auch II. Richt' unser ganzes Leben nach mir verheißt, auch mir, ich fühle deine deinem Willen ein; damit wir, Gott Triebe, und danke dir dafür. Dein ergeben, selbst auf den Tod uns freu'n. Tempel sev mein Herz! Lehr' mich kommt dann der legte Streit, so hilf die Wege wallen, die meinem Gott getroft uns sterben, und nach dem gefallen, und führ' mich himmelwärts! Tod ererben des Himmels Seligkeit! 4. Du lehreft beten; Lehre, wie ich mich glaubensvoll, daß mich der Bater 2. D laß mich tief empfinden des neuen Geistes Kraft, die Kraft, die Mel. Wie schön leucht't uns mir von Sünden Hülf und Erretder zc. tung schafft! Erhebe meinen Sinn, 165. heil mit reinem dich ehr' und Alles leiste, was ich Gott schuldig bin! ein, und 3. Mit allen andern Reben genies und führ auch ich des rechten Weinstocks Leben, in ihn versetzt durch dich. Gib, was mein Vater sucht, daß ich zum Erntetage die Frucht des Glau: bens trage, der guten Werke Frucht! heil'ger Geist, kehr' bei uns laß uns deine Wohnung seyn; komm, Beistand unsrer Seelen! entzieh' uns deine Hülfe nicht, und Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, rath' uns, wenn wir fehlen! Reine Freude, göttlich Leben, willst du ge= ben, wenn wir beten; sich uns glaubig dir treten! 2. Du Quell, aus dem die Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, 62 Pfingstfest. ergieß dich in uns alle, daß dir die 2. Tag, der du heitrer uns erscheinft, ganze Christenheit in wahrer Glau- als jener, der mit Stürmen einst den benseinigkeit und Heiligkeit gefalle. finstern Sinai bedeckte und Israel mit Laß uns Alle deiner Wahrheit Him Donner schreckte. Der du ein Tag melsklarheit froß erkennen, Jesum des Segens bist, du Segenstag, sey uns unsern Heiland nennen! gegrüßt; wir jauchzen dankbar dir 3. Gib Kraft und Nachdruck deinem entgegen, für uns auch bist du reich Wort; laß es wie Feuer immerfort an Segen. Gelobt sey Gott! Gelobt in unsern Seelen brennen! Hilf Je= sey Gott! sum uns von Herzensgrund mit Tha- 3. Lobsingt ihm! Jesus ward er: ten mehr als mit dem Mund vor aller höht auf Gottes Chron voll Majestät; Welt bekennen! Neue Treue gib uns nun segnet gnädig seine Jünger der Schwachen; lehr uns wachen; stärk' triumphirende Bollbringer; er tauft den Glauben; laß uns nichts die Kro- mit Feuer und mit Geist die Schaar ne rauben! der Zeugen, die ihn preist. Sie ster ben selbst für seine Lehre, daß sich die Gelobt sey Welt zu ihm befehre. Gott! Gelobt sey Gott! 4. Gib Allen Weisheit und Verstand, den rechten Weg in's Baterland, den Glaubensweg zu wandeln! Laß Sünd und Ungerechtigkeit uns standhaft 4. Ein Sturmwind braust und macht flich'n, und jederzeit gerecht und redlich ihm Bahn, und kündigt ihn den Jün Handein! Jesus Christus, hilf uns gern an. Er kommt auf sie, bringt Allen, die hier wallen, schon auf Erhöh're Gaben, als Menschen je emden Bürger deines Himmels werden! pfangen haben. Gleich) Fenerflammen 5. Im Leiden schenk uns Much und läßt er sich herab, es stimmet feierlicy Kraft! Laß uns in unsrer Pilgerschaft ihr Mund in lautes Lob zusammen. nie träg' und zaghaft werden! Ver läßt du uns, so sinken wir; wenn du uns stärkst, so siegen wir in jedem Kampf auf Erden. Endlich, endlich wird doch Friede, ew'ger Friede, und die Krone deinen Siegern dort zum Lohne. himmlisch Lob! Wunderflammen! Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 6. Uns Kindern Eines Baters fey die Eintracht heitig, daß wir treu die Pflicht der Liebe üben, und in der kurzen Lebenszeit durch Neid und Haß und Bitterfeit einander nicht be trüben. Immer müssen Liebe, Güte, Treue, Friede bei uns wohnen, uns des Lebens Mühe lohnen! 5. D großer, seliger Beruf! Gott, der den Mund zur Rede schuf, lehrt schnell in fremden Sprachen reden; Beredtsamkeit gibt er den Blöden, Ber folgten gibt er Freudigkeit, Berzag= ten unerschrockenheit. Erstaunend sieht der Kreis der Erden aus Schwachen Gottes Lehrer werden. Gelobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 6. Gesandt von Jesu, geh'n sie gern und sammeln überall dem Herrn, selbst aus Verfolgern, neue Zeugen ihm, 7. Schmück' uns mit wahrer Heilig- dem sich alle Kniee beugen. Umsonst keit! Ihr sey das Leben ganz geweiht; bestürmt sie Grimm und Spott. Sie fey du nur unsre Stärke! Laß uns siegen dennoch stark durch Gott, trog ein Bolk seyn, das dich ehrt, Gott alles Grimms, troß alles Spottes, und wirken große Thaten Gottes. Ge den Menschen werth, angenehm, durch wahre gute Werke! Endlich lobt sey Gott! Gelobt sey Gott! führ' uns hin zum Sohne, ſeinem Throne froh entgegen, daß wir ewig jauchzen mögen! Mel. Komm, heiliger Geist, Herre zc. 7. Der Herr mit euch! Der Herr mit euch! Ihr bauet ihm sein neues Reich. Nun herrscht der Herr auch unter Heis den; die Völker dienen ihm mit Freuden. Nun lernt die Welt, erhellt und frei vom Joche der Abgötterei, den unerkannten Schöpfer kennen, und ihn durch Christum Vater nennen. Ge= lobt sey Gott! Gelobt sey Gott! 166. O Tag, der uns des Vaters Rath und Jesu Heil verkündet hat, mit Inbrunst sey von allen Zungen der 8. Und dieser Segen dauert fort. ew'gen Liebe Preis gesungen! Die Gelobt sey Gott! Es siegt sein Wort Erde lag in Nacht verhüllt, mit Wahn durch Schaaren von Evangelisten. und Gößendienst erfüllt. Du haft des Auf, rühme, danke, Bolk der Christen! Irrthums Finsternissen nach langer Dir sendet, wie sein Wort verheißt, Nacht die Welt entrifen. Gelobt sey der Bater seines Sohnes Geist; nun soust du seine milde Gaben in reicher Gott! Gelobt sey Gott! Dreieinigkeitsfest. 63 Fülle von ihm haben. Gelobt sey Gott!| Geist, Tröster, Theil an Jesu Christi Gelobt fey Gott! ew'gem Heil! Amen. Mel. Herr Gott, dich loben wir 2c. 167. Von G 2. Allein des Glaubens erste Kraft, on Gottes Throne fliest ein Strom, der sich ergießt durch's Heiligthum, durch's Weltenall, lebendig, rein, bell, wie Crystall. An ihm steh'n Lebensbaum und blüh'n für alle, die der Welt entflieh'n. Er labt die kom- wie klein ist die, wie mangelhaft ist menden. Er stillt der Pilger Durst. durch die viele Hinderung der Anfang Er ist dein Bild: Heiliger! Heiliger! unsrer Heiligung! Liebender! Tröftender! Seliger! Schö3. Wie oft erwacht in unsrer Brust pfer! Geift, der uns der Welt entreißt. gewohnter Sünden böse Lust! Wie 2. Du strömtest auf der Frommen stark zieht Ehre und Gewinn ein Schaar, die glaubensyoll versammelt schwaches Herz zur Sünde hin! war, dich, ihr verheißnes Licht, zu schau'n, und dann des Siegers Reich 4. Der Kampf der Tugend ist ſo zu bau'n; mit Muth in alle Welt zu schwer; ach), Selbstverläugnung for: geh'n, vor Königen mit Muth zu steh'n, dert er; und frohe Sünder, o wenn zu predigen, der für uns starb, uns die e uns reizen, was vermögen fie! Heil, uns ewig's Heil erwarb; nicht 5. mit Muth gerüstet, soll der Chrift Mel. Herr Jesu Chrift, dich zc. 168. W. des Herrn, befehrt und glaubig find, ohl uns, wenn wir, o Geist und gern auch heilig würden, willig nun versuchen, was Gott will, zu thun! seyn. schen'n, und treu bis in den Tod zu ihn verfolgt und ihn betrügt, soll strei3. Da eines Sturmwind's Stimmen, bis er rubmlich siegt. 6. wie leicht, wie leicht erlägen erscholl, da wurden sie, Gott, deiner wir, wenn wir, o Geist des Herrn, voll! Vom Sturme zitterte das Haus, bei dir nicht Hülfe fänden, wär'st du da goßest du auf sie dich aus. Dein nicht der Schwachen Kraft und Zus Wunder, Herr, soll sichtbar feyn, d'rum versicht! weihst du sie mit Flammen ein! Es 7. Den du erleuchtest und bekehrst, glänzt, indem er spricht, ihr Mund; versäumst du nie, wenn er nur erst die Thaten Gottes thut er fund. in sich redlich, gut zu seyn entschließt, Sprachen, die sie nie gehört, und die getreu auch nur im Kleinen ist. ein Augenblick fie lehrt. 8. Du gibst ihm, wenn ihm Rath gebricht, zur Wahl des Besten stets mehr Licht, zum Kampf in seiner Pilgrimschaft stets größern Muth, und auch mehr Kraft. 4. Wer nur in ihrem Schatten weilt, der Kranke wird durch sie geheilt. Wenn's ihm der Zeugen Mund gebot, entfloh vor ihnen selbst der Tod, Gott rüstete, Gott führte sie. Tas Kreuz des Mittlers tragen sie zu jeder 9. Wankt er aus Schwachbeit auch fernen Nation, und Aller Heil wird im Lauf und fällt: du hilfft ihm wieGottes Sohn. Das höchste, was sie der auf. Er, wenn er sich auf dich lehren, ist, Gott, deine Lieb' in Jesus verläßt, nimmt zu an Weisheit, und Christ! wird fest. 1st Heil 5. Bon Ewigkeit hast du geliebt. IO. So wächst der Jüngling auf dem, der dich und Jesum liebt! ibu, zum Mann, der steh'n und überwinund den Bruder, den dein Ruf zugleich den kann, bis er erkämpft, was er mit uns zum Leben schuf. du, der begehrt, in allen Prüfungen bewährt. uns der Welt entreißt, des Vaters II. So stehst du allen Frommen bei, und des Sohnes Geist, zur Liebe Chri- daß sie, bis in den Tod getreu, sich fti flamm' uns an, so wandeln wir sicher ihrem Ziele nah'n, des Glandes Lebens Bahn; so haben wir, bens Kleinyd zu empfah'n! Tue 03 id con sto o ACH Fest der Dreieinigkeit. Eigne Melodie. der sich zum Bater geben hat, daß wir seine werden. Er will uns 169. Wir glauben All an einen allzeit ernähren, Leib und Seel aud) Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, wohl bewahren; allem zufall will er 64 Dreinigkeitsfest. wehren, kein Leid soll uns widerfah- bist. Du kamst vom Bater, und ers ren; er forget für uns, hüt't und wacht, warbst uns ew'gen Segen, als du es stehet Alles in seiner Macht. starbst. Laß diesen trofterfüllten Glaus ben, mir weder Spott noch Zweifel rauben! 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Bater ist, gleicher 3. Ich glaub' an dich, o heil'ger Geist, Gott von Macht und Ehren, von Mas der Führer, Helfer, Tröster beißt. ria der Jungfrau'n ist ein wahrer Ach, leit' mich auf der Wahrheit Bahn Mensch geboren, durch den heil'gen zu Gottes beff'rer Welt hinan; sey Geist im Glauben, für uns, die wir Beistand mir in jedem Leide; im Tode war'n verloren, am Kreuz gestorben, gib mir Muth und Freude! und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den beilgen Mel. Wie schön leucht't uns Geist, Gott mit Bater und dem Sohne, der 2c. der aller Blöden Tröfter beißt, und mit 172. Lobsinget Gott, Dank, Preis Gaben zieret schöne. Die gans Chri stenheit auf Erden hält in einem Sinn und Ehr' sey unserm Gott je mehr gar eben, hie all' Sünd' vergeben wer- und mehr für alle seine Werke! Bon den, das Fleisch soll auch wieder le: Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und Herrs ben, nach diesem Elend ist bereit uns schet weit und breit mit Weisheit, ein Leben in Ewigkeit. Amen. Güt' und Stärke. Singet, bringet frobe Lieder! Fallet nieder, und ers hebet euern Gott, durch den ihr lebet! Dr. M. Luther. Eigne Melodie. 170. Allein Gott in der Höh' sey Ehr', und Dank für seine Gnade! forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohl zu thun, ist er bereit; sein Will' ist unsre Se ligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! Er 2. Ja, Bater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe! Du herrscheft un: veränderlich) mit Weisheit und mit Güte! Unendlich groß ist deine Macht; und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 2. Lobsinget Gott, Dank, Preis und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns und Gott, haft durch Gehorsam bis zum Tod das Lez ben uns errungen! Heil uns! Heil uns schon auf Erden! Selig werden einst die Frommen, die durch dich zum Bas ter kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geift des Herrn, sey nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten. Du machst uns weise, fromm und rein, vilf uns getroft und siegreich seyn im Streite mit den Lüften. Leit' uns; stärk' uns in der Freude, wie im Leide, Gott er geben, und der Tugend treu zu leben! 3. Jesu Christ, des Höchsten Sohn, dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott von seinem Thron zur Rettung der Berlornen! Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod; erbarm' dich unser Aller! Mel. Geløbet seyft du, Jesu Chrift zc. 4. D heil'ger Geist, du Geist von Gott, 173. Preis ihm, er schuf und er ererleuchte, besf're, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod von Sünd' und Tod hält seine lebenvolle Welt! Du sprachst: erlöste! Auf deinen Beistand hoffen da wurden, Herr, auch wir. Wir wir; verlaß uns nicht; so sind wir leben und wir sterben dir! Gott, sey hier und einst dort ewig selig! gelobt! 2. Preis ihm, er liebt von Ewigfeit; wird ein Mensch, stirbt in der Zeit! Erlöst, erlöst hast du uns dir. Dir leben und dir sterben wir! Gott, Eigne Melodie. 171. Ich glaube, Bater, Gott, an fey gelobt! dich! Du schufft die Welt, du schufft auch mich. Laß, dieser Wohlthat mich 3. Preis ihm, er führt des Hims zu freu'n, und immer dankbar dir zu mels Bahn, führt den schmalen Weg seyn, mein Herz für dich von Liebe binan! Geheiliget bast du uns dir. brennen, in Freud' und Leid dich Dir leben und dir sterben wir! Gott, sey gelobt! treu bekennen. 2. Ich glaub' an dich, Herr Jesu 4. Sing' Seele! Freudenthränen Chrift, der da der Menschen Heiland fließt! Heilig, veilig, veilig ist Gott, unse Allgemeiner Bußtag. unser Gott! Ja, Höchster, dir, dir leben und dir sterben wir! Gott, sey gelobt! Eigne Melodie. 174. W ir glauben All' an Einen 3. Wir glauben an den heilgen Gott, Herrn und Bater aller Welt, Geist, dessen gnadenvolle Kraft an uns der durch sein mächtiges Gebot uns sern Herzen sich erweist, Rath und erschuf und uns erhält, der voll Weis: Trost und Hülf uns schafft. Gott heit, Güt' und macht stets für Alles für Zeit und Ewigkeit segne deine sorgt und wacht. Christenheit! Allgemeiner Bußtag. Mel. Oliebster Jefu, was hast 2c. Mel. Wer nur den lieben Gott 175. Un dir, an dir, Gott, haben 176. Erhabner Gott, wir unters läßt zc. wir gesündigt; o laß die Gnade, die dein Wort verfündigt, wenn Sünden uns von ganzem Herzen reuen, auch uns erfreuen! winden uns, demuthsvoll dich anzus fet'n, die wir beschämt, voll Reu' ems pfinden, wie vieles unrecht wir bes geh'n! Udh, Bater, groß ist unfre Schuld; doch größer deine Gnad' und Huld! 2. Schaff' in uns, Höchster, eine reine Seele, ein reines Herz, das deine Wege wähle! Beförd're, stärke bei uns das Bestreben, nur dir zu leben! 2. D'rum, Bater, nimm voll Gnad' 3. Berwirf uns nicht von deinem und Treue dich unsrer mit Erbarmen Angesichte, gib deinen Geist, daß er uns die Bersichy'rung haft gethan: du an; der du, bei unverstellter Reue, uns unterrichte; gib ihn, daß er auf woll'st den Tod des Sünders nicht, deiner Wahrheit Bege uns leiten Ach, get' nicht mit uns in's Gericht! möge! schenk' uns in Jesu deine Huld, der 3. Erhöre gnädig unsre Bitten! liebevoll für uns gelitten zur Rets tung von der Sünd und Schuld uns ew'ge Seligkeit erwarb, ja, selbst für uns am Kreuze starb. 4. Mag unser Herz der Reue Schmer: zen leiden: hilf uns nur wieder, gib den Geist der Freuden, uns, die wir Feine eigne Kraft besigen, zu unterstüßen. 5. Gott, deine Huld ist neu mit jedem Morgen, und deine Gnade haft du nicht verborgen: für uns hast du den Sohn dahingegeben, damit wir leben! 6. Beig' uns dein Heil, vergib uns unsre Fehle! Dein harret, Vater, une fre müde Seele! Las Trost und Ruhe unser Herz erfüllen, um Jesu willen! 65 2. Wir glauben auch an Jesum Chrift, Gottes eingebornen Sohn, der Mensch für uns geworden ist, und nun herrscht auf Gottes Thron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 7. Erbarmend hör', o Gott, auf unser Flehen! Reu'volle Herzen wirst du nicht verschmähen; du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten! 8. Hier sind sie, Herr! Wir wollen dich verehren, dich findlich lieben, Alles uns verwehren, was dir mißfällt, wir wollen deinen Willen mit gust erfüllen. 9. Befestige du selber dieß Bera fprechen, und, daß wir es mit Borsas niemals brechen, gib uns, Gott, un fer Heil, vor allen Dingen auch das Bollbringen! 4. Hilf, daß wir uns mit Ernst bes mühen, an wahrer Tugend reich zu seyn, dem Sündendienst uns zu ent= zu weih'n! Führ' uns auf echter Tus ziehen, und unsrer Pflicht uns ganz gend Bahn zu unserm großen Ziel hinan! den, daß unser Thun im Segen blüht! 5. Gib, der du alles weißt zu wenz Heil unserm Fürsten und Regenten, der sich um unser Wohl bemüht! Be= schüße gnädig jeden Stand, und segne unser Baterland! den Gesundheit, Bohlstand, guter 6. Erhalte uns bei Ruh' und Fries Zeit! Beglücke unser Thun bienieden, beförd're die Gerechtigkeit! Las Kirch und Schul' im Segen blüh'n, um Himmelsbürger zu erzieh'n! Freuden das Glück aus deiner Se 7. So nehmen wir mit Dank und genshand, das du uns gnädig wirst bereiten, für uns und unser Batere 5 66 Allgemeiner Bußtag. loud. In, Here, wir find dein Eigen-/ Sey affer Unterbrückten Helt, der Wit thum; Dank sey dir, ebre, preis und wen und der Waisen Theil; vereitte Ruhm! der Verfolger Rath, und lehre fie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Vilgerzeit für uns zu deiner Herrlichkeit. 6. Du thuft weit mehr, als wir versteh'n, kannst mehr gewähren, als Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, Herr 2c. 177. Gott, der du unfre Zuflucht finden! bist, Gott, unser Mittler, Jesus Christ, wir fley'n! laß uns Erhörung Gott, heil'ger Geist der Gnaden, Er neig' zu unserm Fley'n dein Ohr; barmer, ad, verwirf uns nicht! Wir beb' unser Herz zu dir empor, und kommen vor dein Angesicht, mit Misse- mach' uns rein von Sünden! Laß uns that beladen. Nimm von uns unsrer nun ganz dein eigen seyn, im Leben Sünden Schuld, du Gott der Lang- und im Tode dein! Wir sind durch muth und Geduld, und merk auf Christi Blut erlöst, o du, der Sün unser Heißes Ftey'n, daß wir dein der nicht verstößt, Herr, unser Gott, Heil, Erbarmer, seh'n! Herr, unser erbarme dich! erbarme dich! Bergib Gott, verbirg uns nicht dein Ange- uns, leit' uns väterlich! ficht, und geh mit uns nicht in's Gericht! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. 2. Wir haben unsern Bund entgebrochen unsern theuern Eid, und deinen 23eg verlaffen; Dochy, fieb 178. Gott, dir gefällt kein gottlos wir kehren voller Ren zurück zu dir wesen, wer bös ift, bleiber nicht vor o laß auf's Neu' uns deine Rechte dir. D'rum laß von Sünden mich) ge faffen! Lak sie uns führen auf den nesen, und schaff' ein reines Herz in Pfad, den Jesus/ auch gewandelt hat: mir; ein Herz, das sich vom Sinn der daß Irrthum und Bersuchung nie Welt entfernt und unbefleckt erhält! uns auf die Bahn des Lafters zieh'. Herr, unser Gott, vor ungeduld, vor aller Schuld behüt' uns deine BaterHuld! Sünden mit inniger Beschämuna 2. Laß mich auf die begangnen seh'n; durch Christum vor dir Gnade 3. Schüß' uns vor Irrthum und finden, und standhaft deine Wege Gefahr! Erbalte deiner Frommen geh'n. Ich will forthin das Itnrechs Schaar, der Glaubenseintracht Se: scheu'n, mein Leben deinem Dienste weih'n. gen! uns leite, Gott, dein guter Geist; und was dein Wort verspricht Gib meinem Borsa Festigkeit; und 3. D stärke mich in dem Gedanken! und beißt, sey Licht auf unsern Wegen! Laß auch in Lehr und Wandel will mein schwaches Herz ie wanken; Wie rein die Diener deines Wortes seyn, viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm jo bilf der Unentschlossenheit. und bringe zu der Wahrheit Glück, zu deinen Geist nur nicht von mir! dir die Irrenden zurück. Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem Drt; gib Geist und Kraft zu deinem 2ort! 4. Auch die Regenten lenke du, daß fie durch Weisheit und durch Ruh' der Länder Wohlstand heben. Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gib du, der gern uns Gutes gibt, das heir fehle, mein Vater, so verwirf 5. Dech, wenn ich je aus Schwachs beste, längste Leben! Noch lange sey mich nicht! Berbirg nicht der betrübs fein Baterblick uns, seinen Kindern, Schuß und Glück! D schütt' auf ihnten Seele, wenn sie dich fücht, dein und auf sein Haus, auf seine Räthe Angesicht; Herr, mach' in Beküme Segen aus! Herr, unser Gott, in merniß mein Herz von deiner Huld deiner Hand ist unser Land; begiile sewiß! és, segne jeden Stand! 6. Erquicke mich mit deinen Frene 5. Vernimm der Leidenden Gebet! den, schaff ein getrostes Herz in mir, Wer in Gefahren zu dir flebt, dem und stärke mich in allen Leiden mit biff aus seinen Nöthen! Gib Kranken froher Zuversicht zu dir, bis nach Linderung und Ruh'; die Sterbenden vollbrachter Prüfungszeit mich unge erlöfe du, erhör ihr lebtes Beten störtes Glück erfreut! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leifte und Muth und Kräfte mir verleib', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey: so sieg' ich über Sünd' und Welt und thue, was dir wohlgefällt. Erntefest. Erntefe ft. Mel. Wach auf, mein Herz 2c. 179. Kommt, fast uns Gott lobfingen, und Preis und Dank ihm bringen für seiner Ernte Gaben, die wir gesammelt haben! 2. Was nöthig ist zum Leben, hat uns der Herr gegeben aus seinem Ueberflusse, zum freudigen Genusse. 3. Die Scheunen sind voll Segen; denn er gab Than und Regen, gab Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis dir, Gott, unserm Retter! Oft drohten Sturm und Wetter Verderben unsern Saaten. Dank dir, fie find gerathen! 5. Du ließeft frot uns ernten. D daß wir dankvoll lernten, die ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn er: barmen! 6. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 7. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken, und ewig fie be= glücken. Chor. 2. D daß doch, wann dit uns erfreuft durch Segen froyer Ernte, wie reich du uns zu segnen sevst, ein Je der fühlen lernte! Wenn du nicht unsern Mangel stilft, und uns mit Speiß und Freud' erfüllst: wer sollte dann uns seguen? Gemeine.. 67 3. Der ganzen Schöpfung Kräfte find bestimmt für uns zum Segen. Du sendest Hiße, Frost und Wind, gibst Sonnenschein und Regent; so blüht und reifet unsre Saat nach dei nem wundervollen Rath; so segnest du die Erde. Chor. 4. Gern fichst du's, wenn der Menschh fich freut, o Bater, deiner Güte, und, weit mit frommer Achtsamkeit ein g'nügsames Gemüthe mit Dank aus deinen Händen nimmt, was du hles nieden hast bestimmt zur Nahrung, zur Erquickung. Gemeine. 5. Die Erd' ist deiner Schäße voll; der Himmel träufelt Segen; doch der, dem alles dieß entquoll, bist du, der allerwegen durch seine wundervolle Macht, dieß Alles hat bervorgebracht, und jährlich neu uns schenket. Gemeine. 7. Gepriesen sey die Wunderkraft, die Liebe sey gepriesen, die Erdbewoh Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. auf Wiesen! Du nähreft uns, wir nern Nahrung schafft auf Feldern und Chor und Gemeine. werden satt: du gibst, daß man noch übrig hat, den Brüdern mitzutheilen. Chor. 180. Bater, sieh' auf uns herab, die hier voll Dank erscheinen! Du bist's, der dieses Fest uns gab; Preis dir! du denkst der Deinen; der Gute und der Böse freut sich deiner Huld und Freundlichkeit, die Aller sich erbarmte. Chor. 6. So wollen wir uns seiner freu'n; kommt, seine Huld zu feiern; den Herrn der Ernte Dank zu weih'n, bei reich gefüllten Scheuern! Ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar! D schön ist's, Gott zu danken! 8. Nimm gnädig, was das Her; die weiht, ein schwaches Lob der Liebe! des Gehorsams Triebe; daß unser gans Dein Segen wecke Dankbarkeit und zes Leben sey ein, Preis für deine Bas tertreu' in christlich) froher Tugend. Gemeine. las uns nie müde werden, und uns 9. Des Guten Samen auszustreu'n, getroft der Ernte freu'n, die unfernt Fleiß auf Erden im Guten, nach der Zeit der Saat, dein theures Work verbeißen hat; laß uns auf Hoffnung ſäen! Chor und Gemeine. to. Ja, laß beim Leibessegen nicht uns unsern Geist vergessen! Nein, mit noch größerem Gewicht sein Heit, sein Wohl ermessen, je mehr wir seh'n, wie du uns liebst, und darum hier uns Gegen gibst, um ewig uns zu segnen. 5* 68 Erntefest. Mel. Du, Gott, bist über Alles zc. Wir wollen ewig dich verehren, durch Thaten, wie durch Preisgesang. 181. Wie mild und gütig ist doch Gott! lobfingt, lobsingt dem Herrn! Er gibt uns täglich unser Brod, gibt mehr noch, und so gern! 4. Was du uns gabst, wohl anzus wenden, lehr Milde uns, gib uns Berstand; nicht, um es üppig zu vers schwenden, empfingen wir's aus deiner 2. Der Landmann mähte freuden- Hand. Die Gaben sollen wir genie: voll der Felder Segen ab; den Segen, ken, doch mäßig im Genuß uns freu'n; der uns währen soll, und den der und mild, wie du, Herr, dich bewies Herr ihm gab. sen, soll jeder der Beglückten seyn! 3. Dein Segensquell versiegt, Gott, 5. Auch für den Armen wuchs der nie; er fließt von Jahr zu Jahr. So Segen, den deine Hand so reichlich reich bleibt deine Huld, als sie schon gab; wir wollen seiner liebreich) pfle= feit der Schöpfung war. gen; er trockne seine Thränen ab. Er 4. D freut euch Gottes Mitdigkeit! danke heute mit uns Allen, frohlocke Wer ist, wie er, so gut: der uns laut und bere an, daß du nach deinem mit seiner Gnad' erfreut und reich- 28ohlgefallen so viel, o Gott, an uns tich Gutes thut? gethan! 5. Genießt mit froher Dankbarkeit den Gegen eures Herrn; und wenn ihr seiner Huld euch freut, so gebt, wie er, auch gern. 6. Armer nie: Ach, mir nur mangeir Brod! Erquickt und unterstüger, sie, ihr Reichen, in der Noth! 7. Ein solcher Dank gefällt Gott wohl, und er verheißt, daß euch nie Gaat und Ernte fehlen soll; denn er ist ewig reich. 8. Heil dem, der Tugendfaaten streut auf seinem Lebenspfad; zum Ernte: fest der Ewigkeit reift seine Tugendfaat! Mißernte. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 183. Preist, Christen, mit zufrie. denheit, preist Gott, den Herrn der Ernte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! noch stets erhält er seine Welt: was nöthig ist zum Leben, will er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Des Menschen Mühe, baut das Land; Gott gibt, daß fie gelinget. Bon ihm allein kommt das Gedeih'n. Nur er läßt unsre Saaten blüh'n, reifen und gerathen! Mel. Wie groß ist des Allmächt' gen ic. 3. Wir sahen froh in Hoffnung schon der reichsten Ernt' entgegen, 182. Wir alle, Menschenvater, und plößlich ist er uns entfloh'n, der bringen dir an dem Festaltare Dant! uns gezeigte Segen. Gott nimmt und Das Alter und die Jugend singen dir gibt, was ihm beliebt; sein Rath ist beute frohen Lobgesang. Gekrönt haft uns verborgen; doch will er für uns du mit deiner Milde rings um uns sorgen. her das ganze Land; dein Segen floß auf die Gefilde aus deiner offnen Baterhand! 4. Und, o welch setiger Gewinn, an dem sich g'nügen lassen, was da ist, und mit heiterm Sinn das feste Sutrau'n faffen, daß, der die Welt regiert und hält, auch uns, so lang wir leben, was nöthig ist, wird geben! 2. Du schenkteft Sonnenschein und Regen für jede Frucht zur rechten Zeit, und gabst dem Samen Kraft 5. Ja, Höchster, wir verehren dich und Segen, den Menschenhände aus- in allen deinen Wegen, und trauen gefreut. Für Millionen deiner Kinder unveränderlich auf deinen milden Se reicht deiner Gaben Reichthum hin; gen! Du wirst in Noth auch unser du nährst den Frommen, nährst den Brod doch täglich uns gewähren; las Sünder mit ewig treuem Batersinn! uns dich findlich ehren! 3. Wer kann die Güte ganz ermeſ- 6. Wir beten demuthsvoll dich an, fen, die weiter, als die Wolken reicht? der Alles weise füget, des Vorsicht 23er undankbar der Tren' vergessen, niemals irren fann, deß Wohlthun die nie von uns, dem Staube, weicht? niemals trüget! Froh danken wir, D, nimm in heißen Freudenzähren, Erbalter, dir, und preifen deine Güte in jedem Pulsschlag unsern Dank! mit g'nügsamem Gemüthe! Reformations- und Kirchweihfest. ReformationsEigne Melodie. 184. G rhalt uns, Herr, bei dei- pören. nem Wort, und steure deiner Feinde 6. Du bist Wahrheit, ewig soll nichts Mord, die Jesum Christum, deinen von dir mich trennen, mich die Welt, Sohn, stürzen wollen von seinem von Arglist voll, nicht erschüttern fönnen; muß ich hier gleich um dein Thron! 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Wort Schmach und Trübsal leiden; Chrift, der du Herr aller Herren bist. so belohnst du mir's doch dort, Gott, Beschirm' dein' arme Christenheit, daß mit Ehr und Freuden! fie dich lob' in Ewigkeit! 69 und Kirchweih fest. vor dir, sie mit ihren Heeren: du im Himmet tachest ihr, wenn sie sich eme Mel. Es ist ein Gott! Vers stumme zc. Erd'. bei uns in der leßten Noty, gleit uns in's Leben aus 186. Die Himmel preisen deine dem Tod! 4. Ihr Anschläg', Herr, zu nichte ihrer under hobe Pracht ftrahit, Macht mit allen ihren Heeren, und madhy; zerstöre ihre böse Sach)', und Schöpfer, dir zu Ehren! Was deine stürz' fie in die Grup hinein, die sie weisheit, Gott, vermag, lehrt ieder machen den Christen dein! die andre. 5. So werden sie erkennen doch, du, Tag den andern Tag, und jede Nacht unser Herr Gott, lebeft noch, und hilfft gewaltig deiner Schaar, die kich auf dich verläfset gar! Dr. M. Luther. 3. Gott, heil'ger Geist, du Tröster werth, gib deinem Bolk ein'u Sinn richt verstanden selbst die Weisen mit 2. Doch deiner Schöpfung unter: allem ihrem Forschen nicht, und fernten nicht dich preisen. Was wüsten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott, Mel. Schwing' dich auf zu deis dein Evangelium uns nicht verküns digt hätte? nem 2c. 185. Der du felbft die Wahrheit 3. Nur Jesu Weisheit, diese nur, gibt Blinden Kraft zu sehen, und lehre bift, Gott, zu dem ich finge, Gott, das Loblied der Natur, der Schöpfung den kein Verstand ermist, ursprunguf verstehen. Durch ihren heil'gen aller Dinge: alle Wahrheit fommt Unterricht wird erst des Lebens Dunvon dir zu den Menschenfindern; sie kel Licht, dich, Schöpfer, zu erkennen! erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar vor ihm nieder; seine Wahr heit und sein Recht bracht uns Jefus wieder. Weit erschallt das Wort des 2. Borurtheil und Finsternis füllen was für uns dein weiser Rath in je: unire Seelen; unser Blick ist ungener 2selt bereitet; seh'n, was wir wiß; unire Schlüsse fehlen: aber dein ohne dieses Licht am Himmel und auf Berstand weicht nicht von der Lautern Erden nicht zu unserm Troste finden. Wahrheit, was du denkeft, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein Wort ver fyricht, wird und muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vor über gehen: haben Taufende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, die zum Ruhm erfahren? 5. Erd' und Himmel wird vergeh'n: Gott, dein Wort wird bleiben! La fterhafte, die es schmäh'n, werden's nicht vertreiben. Könige find Staub 4. Bon ihr erhelit, seh'n wir den Pfad, der näher zu dir leitet; seh'n, 5. Was brachtest du, o Wort des Herrn, den Sterblichen für Wonne! Mehr Schimmer, als der Morgenstern, mehr Strahlen, als die Sonne. Wie strahlst, wie heiligst du, wie schmückst du unfre Seelen, wie beglückst du uns 6. D'rum wohne hier, wob'n immer rein in dieser beilgen Stille, das in des Irrthums Nacht dein Schein die Wahrheit uns enthülle! Bon diesem Tempel ström' er aus; ström' Heiterfeit in jedes Haus, in jede niedre Hutte! 7. So können wir, o Dank sey dir! als deine Kinder leben; bestimmt zu Engeln, mit Begier nach Gottes Him: mel streben, und immer fröhlich mit Bertrau'n auf unfern guten Bater schau'n und liebevoll ihn preisen. 70 Geburtstag des Regenten. Er 8. Dann wird und Wohlthat jedes Mel, Erscheine meinem Geist: c. quickung jedes Glück der Zeit, ein 188. Vom heiligen Gefühl der An. Paradies die Erde; ein Engel Gottes dacht tief durchdrungen, sey heute dir wird der Zod; und aus der Gruft von uns Lob, Preis und Dank gesun. glänzt Morgenroth den kommenden gen, da wir am Weihungsfest in dies entgegen! sem Tempel dich, vereint, o guter Gott, anbeten feierlich)! Eigne Melodie. 2. D welch ein Glück ist es, mit Ans 187. Lobfingt! denn Gottes Huld dern froy verbunden, sich betend die und Macht vertrieb des Aberglanpens zu nah'n! Ja, das sind sel'ge Stuns Nacht und jedes Irrthums Finsternis, den! Hier ist's, wo unser Her; sich be die uns sein heilig Wort entris. Lob: tend deiner freut, d'rum bleive stets fingt dem Herrn! dies Haus der Andacht nur geweiht! 2. Berdunkelt war des Wortes Licht, 3. Mit Lautem Preisgesang dich ehr. piel Christenlehrer saben's nicht, und furchtsvoll erheben, dieß heilige Ges in des Irrthums Wahn versant, durch schäft ift Seligkeit und Leben. Du, Finsternis und Glaubenszwang das Bater, gibst sie uns; in diesem Teme Bolk des Herrn. pel soll ertönen unser Lied zu dir ans betungsvoll! 3. Lobfingt, lobfingt dem Herrn! benn er schafft neues Licht und immer mehr verschwindet Geistessklaverei; .4. 2Bir follen hier, welch Glück! die echten Christenlehren und ihren der Glaube und der Geist ist frei! hohen Werth selbst fühlen, nicht bloß Lobsingt dem Herrn! hören. Auch dazu hast du uns dieß 4. Bewahre das Wort des Herrn, unser Herz von heißem Danke glüh'n. Andachtshaus verlieh'n; d'rum müsse und sevd verträglich! Liebe, Frömmigkeit und Tugend sey der Wahrbeit 3ter; fo fieget fie. Gott ist mit ibr, und bleibt ihr Schuh. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Borbild jeder Tus 5. Bagt nicht, wenn auch der Wabr- gend; ein sink zur großen Paicht, beit Licht nicht gleich durch alle Ne- daß man das Kind schon früh zur bet bricht, und Spötter Gottes Wahr- Bersensreinigkeit, nach Jesus Sinn, erzice'. beit schmäh'n. Gott hat sich seine 6. Hier sollen wir vereint das Mahl Beit erseh'n: er ist der Herr! der Liebe feiern, der Menschenliebe 6. Seht Gottes Sonne, fie erhellt yflicht anschauend zu erneuern; erins nicht gleich auf einmal alle Welt. nern uns an den, der auf der Liebe Bohl dem, der rein'res Licht genießt, Bahn durch Leben und durch Tod wenn er ein Kind des Lichtes ist! uns muchvoll ging voran! Das last uns seyn! 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, 7. Lobsingt, lobfinge dem Herrn, Bater, stets erwägen, und dieſes Dr. und freut, the Christen, euch der tes Zirect recht ernstlich überlegen, Ewigkeit! Da wird kein Zwiespalt, dann wird uns dieses Haus ein Quell wird allein Ein Hirt und Eine Heerde des Segens seun, und seiner wird üch feyn. Lobfingt dem Herrn! noch die späte Nachwelt freu'n! Geburtstag des Regenten. Mel. Sey Lob und Ehr dem böchs bre Sterbliche will ich, der Herr, fie beben! Berehrt der Könige Gebot! Das Leben gab ich und den Tod, sten 2c. 189. Der bron der Weltbeherr. mein Recht in ihre Hände! fcher ist ein Schemel deinen Füßen Sie sind nur Staub, du aber bist 3. Deltbeherrscher, laß fie nie Gott, dem sie dienen müssen! Das die rechte Bahn verlieren; bewahre Reich ist dein, und dein die Beit; du, der sie schuf und sie erhält, du bist allein ihr Herrscher! stets vor Schmeichtern sie, daß die fie nicht verführen! Lehr' fie ihr eigen Herz durchschau'n, und nur mit Furcht sich selber trau'n, und dich um eise 2. Du aber sagtest:" Könige will ich den Bölkern geben; hoch über an. Heit bitten! Geburtstag des Regenten. 71 4. Gib Friede! Halte fe zurück von der du ihn beschwerek Baft. Wie schmal, ungerechten Kriegen! Ihr Ruhm sev wie steil sein Weg auch sey; bleib' er der: mit strengem Blick die Lafter zu dir, seinem Herrscher, treu! 20H1 besiegen. Wenn aber Bölfer sie zum dem, der Biete hier erfreut! The Streit durch Unrecht reizen, dann ge- Segen folgt zur Ewigkeit, und der Bes beut dem Siege, fie zu schüßen! glücker wird erhöht von Gott, vor dem nur That besteht. 5. Unendlicher, regiere sie, daß fie getreu dir dienen! Berlaß mit deiner 5. Wir zweifeln, Gott, wir zweiHuld sie nie, noch ihr Geschlecht nach feln nicht, wir hoffen es voll Zuverihnen! Die Furcht vor dir, Barmherzicht, daß unser inniacs Gebet für sigkeit, und Weisheit und Gerechtig- ibn, für ihn umsonst nicht fleht! Gott, Feit sey ihres Hauptes Krone. segn' ihn, Gott, behüte ihn! Um6. Es müsse, Gott, auf jedem Thron ftrahl mit deiner Gnade ihn! Ewiz dein Wort Berehrer finden; auch Für- ger, dein Angesicht umleucht' ibn stets ften laß den pöhern Lohn auf ihr mit deinem Licht! Dein Friede leit Bewußtseyn gründen! Gott, fie sind ihn durch die Beit, und uns mit ihm Menschen, so wie wir, laß sie doch zur Seligkeit! Amen. nicht ihr Theil bloß bier in diesem Leben haben! 7. So weit dein Reich der Gnade Mel. Ich finge meiner Seele zc. geht, fley'n darum deine Christen: 191. In deiner Stärke freue fic Erhöre gnädig dick Gebet, du Bater geheiligt deiner Christen! So weit der Kreis der König, Gott, und sey, der Erde geht, soll Jeder deine Maje- und regiert durch dich, dir, seinem stät in seinem Fürsten ehren! Herrn, getrei! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! Mel. Herr, Gott, dich loben wir 2c. 190. Der Welten Herrscher, dir 3. Er förd're willig deinen Ruhm; dir, Bater, danken wir! Es schuf er denke gern daran: sein Reich sey der Herr, der Herr erhält, der Herr auch dein Eigenthum, und Er dein beherrscht auch unsre Welt! Des Se Unterthan, gens Fülle strömt in's Land, Aumächtiger, aus deiner Hand! Der Reiche Schicksal wägst du ab; du warst es ficts, der Alles gab. Gott, Schöpfer, unser Gott! Erhalter, unser Gott! Herr, Herr, Herr, unser Gott! Jehova Zebaoth! 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sey deis ner Kirche Schutz und Zier, der beste Mensch und Christ! 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch, wie wir. Ach, er bedarf vor Andern Licht, und 2. 3war, hältst du hier noch nicht Gericht; ganz Jobrist du, Bater, bier Rath und Kraft von dir! noch nicht; doch deiner Herrschaft Ma- 6. Er suche dich; wenn er begehrt, jestät, der keiner, feiner widersteht, dir ähnlich, Gott, zu seyn, so muß bast du der Erde" fund gethan: Dicher, wie dein Bild verklärt, sein Volk beten alle Bölfer an! Gerechte Herr- wie du, erfreu'n! fcher, Gott, gibst du dem einen Bosk, und Füll' und Ruh'; Turannen aber 7. Er lieb' auf seinem Throne dich; sendest du und all' ihr Weh' dem andern zu! dem Lafter fürchterlich; der Tugend dein erster, treu'ster Sohn! Er sey Luft und Lohn! 3. Du, Herr, du bist es, der es thut; wie du es tenkst, so ist es gut! 8. Beglückter Völker Liebe seh der Auf's Lieblichste fiel unser Loos. Wir Ruhm, den er verdien'; und keiner ruh'n in eines Fürsten Schook, der ihrer Seufzer schrei um Rache wis unser Freund und Bater ist, weil du der ihn! sein Gott und Bater bist! Ad), lak ihn leben, leben, Gott! Der Enkel nach dem er wallen foll! Gott mache 9. Fern sey für ihn das hohe Ziel, erst seh' seinen Tod! Lang üb' er noch Gerechtigkeit; noch lange üb' er seiner Tage viel, und jeden ehrenvoll! Menschlichkeit! 10. Sein Thron besteh' unwandel: 4. Erhalt in deiner Weisheit ihn! bar! Sey seiner Freunde Freund; Su deiner Hüffe laß ihn flieh'n, wenn sen fein Beschüger in Gefahr, und er sie fühlt, der Herrschaft Laft, mit seiner paffer Feind! Taufe. 72 11. Er wünsche nie der Helden Ruhm; doch, zeucht er in den Krieg, zu schüßen Recht und Eigenthum, so folg' ihm Muth und Sieg! 2. Seir dliche Handlungen. mo 12. Sein werd' in jedem Fleh'n zu die mit Lieb' und Dank gedacht! Ers hör' uns, Gott, so jauchzen wir, und preisen deine Macht! £ aufe. Bei einer Laufhands| 3. Laß es, Here, in Luft und Schmerz, unter Arbeit und Beschwerden, rein erhalten dir sein Herz, und der Mensch Licht sich freu'n, Bürger deines Reichs heit nüßlich werden; einst im höhern zu seyn! lung. Mel. Nun lob', mein'Seel', den 2c. 192. Geweiht zum Christenthume ist dieses Kind nun, Gott, geweiht. Erzieh' es dir zum Ruhme, zur Tu gend und zur Seligkeit. Berlängert Seine Liebe sein Leben, so verleih' deines 194. Wi illkommen in der Mensche 2. Auch wir sind, welche Freude! durch unsre Taufe dir geweiht! Dies Glück entflamm' uns heute zu Lob und Preis und Dankbarkeit; erweck uns zum Bertrauen, mit kindlich froHem Sinn gen Himmel aufzuschauen, zu dir, dem Bater, hin; erweckt uns zu ermessen, was uns dein Wort ver spricht, und nimmer zu vergessen der bir gelobten pflicht! 158. 3. Du, Bater von uns Allen, o lehre du uns selbst stets thun nach deinem Wohlgefallen, laß deinen Segen auf uns ruh'n! Dem Alter und der Ju: gend gib deines Geiftes Licht; gib Allen Luft zur Tugend und zu der schwersten Pflicht. Gib uns der Un: schuld Freuden in unserm Leben viel, und führ uns auch durch Leiden zu unserm hohen Ziel! dir immer tren, den hohen Werth der beit Arm, geliebtes Kind, willkommen! Tugend schon früh empfinden tern. O, sev mit Freuden mild und warm Es folg' in seiner Jugend, es folge zur Bildung aufgenommen! Bedürft's ftets dir gern! ger, als das junge Thier, doch Mensch geboren, so wie wir, bist du, wie wir, unsterblich). Mel. Meinen Jefum laß ich nicht zc. 193. Sie uns betend, Gott vor dir, fieh' dies Kind auf unsern Ar men! zu dir, Bater, flehen wir, dich auch zu dein, es lebt durch dich; segne, schüß' es väterlich! M el. Sey Lob und Ehr' dem höchs sten 2c. 2. Empfang im Schooß der Chris stenheit auf Jesu Tugendwegen, du Zögling der Unsterblichkeit, empfang' der Christen Segen! Bei ihnen sind auf deinem Pfad getreue Biebe, Trost und Rath, und Lehre bis an's Ende. 3. Es gehe, wie dein Gott es fügt! Ift wenig dir beschieden, so sey bei Wenigem vergnügt, bei kleinem Gut zufrieden; und trifft dich Leiden, Gott ist gut, du bist unsterblich, habe Muth, und reiner Unschuld Ruhe! es ist ein Menschenleben; und soll dein 4. Du mögest dich des Lebens freu'n, Geist, zu Höherm Seyn gebildet, einst sich heben, so finke, wann dein Gott dich ruft, so still und ruhig in die Gruft, als jegt in Mutterarme! Erinnerung an die Taufe. Mel. Du, Gott, bist über Alles zc. 195. Das ich in deiner Christens heit, mein Gott, geboren bin, die durch die Taufe bin geweiht, wie sehr ist mir's Gewinn! 2. Führ es aus der Nacht zum Licht, daß es sich und dich erkenne, 2. Nun ward ich in der Kindheit frob erkenne feine Pflicht, und dich schon mit dir und dem bekannt, den liebend Bater nenne; daß es Jesu du, o Gott, als deinen Sohn, zum Behre treu, folgsam deinem Geiste fev. Heit der Welt gefandt! Taufe. 73 3. Ich lernte früh bereits versteh'n, Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. was dein allweiser auch mir ew'gen Wohlergeh'n voll Huld geord- 197. Ich bin getauft nach Jesu net hat. Lehren, dich, Bater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier und ewig zu erfreu'n. Christen Rechte sind nun mein. 2. Sey hochgelobt für diese Gnade! Du weihtest mich in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein, und thas teft in der Folgezeit an mir noch mehr Barmherzigkeit! 3. Du öffnetest mir das Berstände niß durch deines Sohnes Lehr' und fenntniß, wie man dich würdig ehrt Geift! Durch sie gelangt' ich zur Ers und preist, und welch ein Heil dein weiser Rath dem, der dich ehrt, bereis tet hat. 4. Gelobt, mein Gott, sey deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich ges kannt, aus freiem, väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie Huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! denn Mel. Jesus, meine Zuversicht zc: 196. Ewig, ewig bin ich dein, theuer ehren, nicht dir ein Herz, vou Liebe dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Bater, Sohn und Geist getaufet! Dessen soll mein Herz sich freu'n. Ewig, ewig bin ich dein! weih'n? nicht gern auf deine Stimme hören, und kindlich dir gehorsam seyn? Was dich entehrt, sey fern von mir! Geheiligt sey mein Leben dir. 4. Und so, erleuchtet durch dein Wort, sah ich die sichy're Bahn, dar auf wir Alle hier und dort uns un serm Ziele nah'n. 5. Ich kannte noch das Lafter nicht; du warntest mich davor, und hobest Der durch der Wahrheit Licht zur Tugend mich empor. 6. Du warst mein Führer immerdar auf meiner Lebensbahn, und nahmst bei drohender Gefahr dich meiner huldreich an. 7. Wie dank' ich dir, Alliebender, für diese Batertreur'? Gib, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sey! 8. Dein Geift, o Bater, stärke mich, mein Leben dir zu weih'n; so freut mein Herz des Glückes sich, dein Ei genthum zu seyn! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Bater, habe! Einst von allen Sünden rein, ewig, Bater, bin ich dein! 3. Jch, ein Sünder von Natur, ich) Gefallner soll auf Erden eine neue Creatur, soll, o Gott, dir ähnlich werden! Heilig, beilig soll ich seyn; Je sus und sein Geist ist mein! wie du verheißen hast, mir bei, daß 6. D stehe nur mit deinem Geiste, ich, was ich versprad), auch leiste, und standhaft dir ergeben sey! Ach, fehl ich, so verwirf mich nicht, mein Gott, von deinem Angesicht! 7. Erwecke mich durch deine Gnade zum fteten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glanz bens und der Heiligung. Gott meiz nes Heils, sey ewig mein, und las mich stets dein eigen seyn! 4. Ja, dieß ist sein Bund mit mir; gnädig hat er mir's verheißen; und ich foute, Sünde, dir, die mich nicht mel. Vor dir ist Alles offenbar 2c. mit es, will nicht dein, ich will meines 198. Mein Bater, o wie dank ich Gottes seyn? dir! Bon dir hab' ich mein Leben, 5. Wachen will ich, flet'n um Kraft, und durch die Taufe hast du mir noch daß ich stets auf seinem Wege heilig größer's Heil gegeben. Noch eh' ich und gewissenhaft und im Glauben dieses Heil empfand, eh' ich dich lies wandeln möge. Er wird mir die Kraft ben konnte, als ich, mir selbst noch verleih'n, treu bis in den Tod zu seyn. unbekannt, nicht für mich sorgen konn te, hast du mich schon gesegnet. 6. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erfaufet; bin 2. Du nahmst in Christi Reich mich auf dich, um dein zu seyn, Bater, auf, famst liebreich mir entgegen, Sohn und Geist getanfet! Ewig, ewig verhießest mir zum Tugendlauf Er las mich dein, ewig laß mich selig leuchtung, Kraft und Gegen, vers feyn! Isprachst mir deine Baterhuld, und 74 Confirmation. einst das ew'ge Leben, versprachft mir helt an zu meinem Heit, zu deiner alle meine Schuld durch Christum zu Huld und Gnade. D wär ich doch vergeben, wenn sie mich herzlich reu'te. auch jederzeit der Pflicht getreu geblieben! Ach, hätte mich die Dankbarkeit doch immer angetrieben, stets als ein Ehrift zu leben! 3. Wie groß ist meine Pflicht, nur dir mein ganzes Herz zu geben, mit Findlich folgsamer Begier nach deinem Wort zu leben, den Reiz der Simden- und flebe dich) um Gnade. Gott, habe 5. Beschämt gesteh' ich meine Schuld, luft zu scheu'n, und ihre Macht zu noch mit mir Geduld! Ich will des Dämpfen, des Lasters steter Feind zu Christen Pfade forthin mit größerm sevn, mich selber zu bekämpfen, und Eifer geh'n, will meine Pflicht erfül ähnlich dir zu werden! len. Bernimm, o Gott, vernimm mein 4. So bahnteft du an deinem Theil Fleh'n, und gib zum guten Willen mir schon die sichern Pfade von Kind- auch Kraft, ihn zu vollbringen Confirmation. Die Confirmirten. rhöre, Bater, unser Fleb'n ben wir uns dir verpflichtet, und der 4. Gott, zur treuen Folgsamkeit baTaufe Bund erneu't, den wir einft mit dir errichtet; hilf uns, Bater, daß wir nicht brechen die gelobte Pflicht! schüß' uns vor Gefahr der Sünden! 5. Stärte uns mit deiner Kraft, Gib, daß wir gewissenhaft ihre Lockung überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, ftandhaft unsre Tugend sey! Mel. Komm, heiliger Geist sc.1 199. für fie, die hier entschlossen steh'n, den Bund der Taufe zu erneuern, und feierlich dir zu betheuern, in ihrem Glauben fest zu steh'n, in ihrem Thun auf dich zu seh'n, im Wandel rein, und rein im Herzen, dein Heil nie forglos zu verscherzen! Erfülle fie daju mit Kraft! 2. Gib ihnen, Bater, Freudigkeit! Laß des Gelübdes Heiligkeit ihr zar tes Herz so tief durchdringen, daß sie das 25ollen treu volbringen! Auch wir erneuern unsern Bund, dir treu zu seyn mit Herz und Mund. Las alle, die hier betend stehen, mit ihnen einst sum Himmel gehen! Erhör uns Gott! Erhör' uns Gott! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Die Gemeine. 200. G ottes Gnade sey mit ench, tärke euch mit Kraft und Segen! Wallet standhaft, Engeln gleich, euerm hohen Ziel entgegen! Dort am Ziele winkt euch schon eurer Treue ew'ger Lohn. 2. Heilig sey euch dieser Tag, bei lig, was ihr jetzt versprochen! Was Heut' euer Mund versprach), werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth standhaft treu bis in den Tod! 3. Kämpfet, um den Sieg im Streit mit der Sünde zu erringen! Wisset, Welt und Sinnlichkeit legt, euch zu verderben, Schlingen. Doch bleibt treu, und wanket nicht, bis das Hers im Tode bricht! Die Gemeine. 6. Ja, o Bater, stärke sie, diese dir geweihten Geelen! Hilf du ihnen, daß sie nie ihren großen Zweck verfehlen! Gib, daß ihre Lebenszeit ganz der Tugend sey geweiht! Mel. Deine Schöpfung, Erd' 2c. Die Kinder. 201. Ja, Gott, hör uns, wir ges loben, zum Himmel Herz und Blick erhoben, dein ew'ges Eigenthum zu seyn! Ewig wollen wir dich lieben, in jeder Tugend früh uns üben, uns dankbar deiner Güte freu'n! D nimm uns huldreich auf, und stärk' uns in dem Lauf nach dem Ziele, wo Selige feit für Müh' und Streit die Treuen lohnt in Ewigkeit! Die Gemeine. 2. Segen euch zum Christenbunde! Stets beitig sey euch diese Stunde! Gott schaut auf sie einst im Gericht. Ihm, dem Ew'gen, der einst richtet, habt ihr auf ewig euch verpflichtet; wie groß ist, Christen, eure Pflicht! Er richtet Wort und That, und selbst Confirmation. 75 Die Confirmirten allein. 2, 23ir auch bitten demuthsvoll dich um deinen Segen! Herzlich), Bater, bitten wir dich) um deinen Segen! Segne deiner Kinder Fleis, segne das Bestreben, schuldlos, fromm und tus Eigne Melodie. 202. Mittler, schau auf fie hernie- sendhaft sters vor dir zu leben! des Herzens Rath, der Gerechte. Bor feiner Schaar wird's offenbar, wer treu hier seinem Bunde war, der, die sich deiner Lehre freu'n, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, tren zu seyn; dir, der mit der größ ten Treue auch für sie dahin sich) gab! Seguend schau bei ihrer Weihe, segnend stets auf fie herab! 3. Laß fie treu in deiner Liebe, feft in deiner Lehre seyu, und durch deiz nes Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheu'n! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich fleh'n, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben geh'n! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt seyn, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre fich zer ftreu'n! Schüße sie vor allen SchlinBen, von den Lockungen der Welt; mel. Christus, der ist mein 2c. hilf, daß fie ihr Herz bezwingen, wenn ihm falscher Reiz gefällt! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn fie strauchen wollen, fest; Laß fie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eines sich verirrte, und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! Semeine und Confirmirs ten. 5. Keines, feines ach, von allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Gnade fallen, und von dir ge schieden seyn! Wehe, Wehe trifft den Sünder; ihn verfolger Scham und Reu'! Nein, Herr, keines dieser kinder werde je dir ungetreu! 3. Laß uns fille, Alle, Gott, Jesum thätig ehren, eifrig und gewissenhaft folgen seinen Lehren! Gib, daß durch Religion immer mehr auf Erden Tus gend und Zufriedenheit ausgebreitet werden! Die Gemeine. 203. S egne fie, die dir, o Gott, Treu' gelobet haben; segne, guter Ba ter, fie mit den besten Gaben! Laß fie voll Vertrau'n und Muth deine Wege wandeln; chriftlich weise, Christ. Tid) gut bis zum Tode handeln! 204. Sieh dlese jungen Seelen, die, Bater, die sich nah'n! Sie kom men, deinen Gegen von Neuem zu empfah'n. Mel. Lobsinget Gott, und betet an 2c. 205. So lang ibr auf der Erde lebt, sey dieser Tag euch heilig! So oft Bersuchung um euch schwebt, sey dieser Tag euch heilig! Geschworen habt ihr heur' dem Herrn; weicht nicht, wenn ihr oft nah' und fern der 6. Friede, selige Gefühle lohnen hier Sünde Lockung Höret! Ihr seyd nun den Deinen schon; und die Krone Jesu Eigenthum; weicht nicht zurück; bort am Biele ist der leverwinder lebt ihm zum Ruhm, dem ihr jetzt Lohn. Herr, auch diese Bundesglieder lohn' dein Heit schon in der Zeit! Sammle sie einst Alle wieder dort in deiner Herrlichkeit! angehöret! 2. Sie kommen, dir, o Bater, fich feierlich zu weih'n, und heilig zu ges toben, dir ewig treu zu seyn; 3. 3u schwören, jeder Sünde mit Muth zu widersteh'n; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu geh'n! 4. D blick auf sie mit Gegen, Alls liebender, berab, daß sie vom Weihe altare tréu wandeln bis an's Grab! mit neuer Kraft und Stärke! Fromm 2. Euch segne heut' sein Abendmahl sey das Herz, und groß die Zahl in Gott vollbrachter Werke! Bricht einft die Nacht der Leiden ein, so tröftet Mel. Kommt mit Dank vor Gots euch in Schmerz und Pein mit dem, tes 2c. der auch gelitten. Im Lode stärk' euch dieses Pfand; ihn selbst seht ihr im Baterland, wann ihr nun ausges ftritten! Mel. Der du dein Wort mir hast ze. 206. Wie heilig ist mir dieſe Stune de, da ich dir treu zu seyn versprach! 76 Beichthandlung. Gott, stärke mich in meinem Bunde; der alles Gute in uns sähafft, Beförd're erinnre mich an diesen Tag! Mein ieder Tugend Triebe! Erfülle mich Her; vergesse seiner Pflicht, der neu- mit deiner Kraft! Erleuchte mich in beschwornen Treue nicht! Finsternis, und mache meinen Gang gewis! 2. Dich, Bater, will ich findlich ehren, der mich zur Ewigkeit erfduf; 6. Erinnre du mich, wenn ich fehle; auf deine Stimme will ich hören, nie hilf meiner Schwachheit liebreich auf auf der Sünde Zauberruf; denn ihre Erwecke, stärke meine Seele im angeIn trüben Reize sind Betrug, und bringen Elend wiernen Tugendlauf! nur und Fluch). Stunden sende du, o Tröster, deinen Troft mir zu! 3. Dich will ich über Alles lieben, und deiner Liebe werth zu seyn, mit Eifer mich im Guten üben, und ernstlich alles Böse scheu'n. Doch, ach, du weißt, wie schwadh wir find; d'rum stärke du dein schwaches Kind! 4. Erhalte mich auf deinen Wegen, und leite mich an deiner Hand dem großen, schönen Ziel entgegen, hinauf in's beff're Baterland. Dort wartet in meinem Leben nie entweih'n; ihr 8. Dann werd' ich dieses Tages Feier mein der Tugend Lohn, verheißen mir angedenken wird mir theuer und ewig durch deinen Sohn. unvergeßlich seyn. Bis einst mein Aug' im Tode bricht, vergeff ich dies 5. Und du, erbetener Geift der Liebe, fes Tages nicht! 7. Laß mich das Alles treulich halten, was heute, Gott, mein Mund verspricht, und las mich nimmermehr Pflicht. Ach, stärke du mich, Herr, erfalten in meiner dir beschwornen mein Gott, dir treu zu seyn bis in den Tod! Beichthandlung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c.] Genuß: ihr folgten Efet und Ber druß. 207. Ugh, abermal bin ich gefallen 6. Auch diesmal bin ich überwuns mit Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o mie tief bin ich gefallen, viel: leicht noch nicht zum letzten Mal! Elender Sünder, der ich bin, in wel. chen Abgrund eil' ich hin! den, und abermal fiel ich so tief! Mein Borsaß war noch nicht verschwunden; mein Herz schlug, mein Gewissen rief: Gott, Richter, ich ges dacht' an dich, und dennoch, dennoch fündigt ich! wie werd' ich endlich frei von dir! 7. D tief verborgne Sündenliebe, wie überwind' ich deine Triebe, wie dämpf ich deine Macht in mir? Gott, mein Erbarmer, hör mein Fleh'n, und lehre mich ihr widersteh'n! 8. Ach, liebt' ich dich nur, wie ich sollte; dann flöh' die Luft zur Sünde mich; und wenn sie mich versuchen wollte, ich würde Sieger, stark durch dich); durch deiner Liebe Gotteskraft blieb' ich dir treu und tugendhaft. 2. D die verhaßte Lieblingsfünde, o die Gewohnheit böser Luft, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie fürmen sie in meiner Brust! Wie mächtig und wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich)! 3. Längst warnte schon mich das Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott! von böser Lust dahingerissen, eilst du, Betrogner, in den Tod! dir raubt die Sünd' in kurzer Seit dein Glück und deine Seligkeit. 4. Wie oft hab' ich mir vorgenom- 9. Gott, pflanze du in meine Seele men: nun, nun, will ich die Sünde rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir; flieh'n; rein und unsträflich und voll und was ich denke, was ich wähle, kommen zu wandeln, will ich mich das zeuge durch die That von ihr! bemüh'n! Wie oft, o Gott, hat Stets leben als dein Eigenthum, das mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht! sey mir Lust und Heil und Ruhm! 10. So werd' ich endlich überwin5. Doch regte sich auf's Neu' die den und Herrscher meiner Lüste seyn; Günde, und schwach nur war mein und du wirst die bereuten Sünden Widerstand; sie lockte mich, und ach, mir aus Barmherzigkeit verzeih'n. geschwinde ergriff sie mich, und über Dank wird mein Leben in der Zeit, wand! Die Lust verschwand mir imlund Dank in deiner Ewigkeit! Beichthandlung. 77 Mel. Was Gott thut, das ist zc.14. Jehova, die allein hab' ich ges fündigt! Mich schreckt der Fluch, den 208. Ud), wird denn dein Erlös. dein Gefeß verkündigt! Uch), unter ter nie frei vom Geseß der Sünden? seinem Zorn vergeh' ich Armer! Sey Ich kämpfe täglich wider sie, und mein Erbarmer! kann nicht überwinden! Ich haff ihr 5. Ja, Richter, deine Drohungen Joch, und trag' es doch; du siebst, beweisen, daß du gerecht bist, deine Herr, dem ich's klage, wie ungern Strafen preisen dich, daß du rein ich es trage! seyft, heilig, der Verbrecher furchts barer Rächer! 2. Weit metr, mein Gott, betrübt mich dieß, als alle Noth der Erde, daß ich noch immer nicht gewiß und fest im Guten werde! Wie fürcht ich mich, ich werde dich, durch Fleisch und Blut getrieben, nicht treut, nicht ewig lieben. 7. Berbirg, verbirg vor deinem Angefichte mein Uebertreten, daß es mich 3. Doch will ich ruhig seyn in dir, nicht richte! Tilg' aus die Sünden, der du die Herzen prüfest. Du ken die mich, Herr, entweihen, die mich nest uns; nur Staub sind wir, die nun reuen! du in's Leben riefest. Gott, dein Ge richt verdammt uns nicht, wenn wir 8. Erschaff in mir, Gott, eine reine nicht schon auf Erden, wie Engel hei- Seele, ein neues Herz, das deine Wege lig werden! wähle! Befördere und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben! Angesichte! Gib deinen Geist, daß er 9. Berwirf mich nicht von deinem 4. Wir geb'n in Unvollkommenheit auf dieses Lebens Pfade; doch unsre schwache Frömmigkeit belohnst du auch mit Gnade. Das Herz soll rein mich unterrichte; versag' ihn nicht, von Bosheit seyn; so wilst du die daß er auf deine Wege mich leiten Gebrechen der Menschlichkeit nicht rächen. 5. Ich weiß, mein Mittler, Jefus Chrift, hat meine Schuld getragen. Weil er für mich) gestorben ist, wie konnt' ich denn verzagen? Berdammte mich dein Zorn, der ich zwar schwach bin, aber glaube; was nüßte mir mein Glaube? 6. Hilf du mir kämpfen, Mächti: ger, mein Herz zu überwinden! So werd ich täglich heiliger und freier 6. Du liebst ein reines, heiliges Ges wissen! Ach), gib es! laß in meinen Finsternissen mich deine weisheitsvolle Guade sehen; mich nicht vergehen! von den Sünden. Dort werden sie mich ewig nie von deiner Liebe tren nen, mich) nie verführen können! Mel. Oliebster Jesu, was hast ze. 209. E Erzeig' an mir, Erbarmer, deine Guade; gib, daß sie meiner Sänden mich entlade! Du hast ein Baterverz; du liebst das Leben; du kannst vergeben! möge! 10. Erquicke mich in meiner Seete Leiden mit deiner Hülfe; gib den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft besiße, mich unterstüße! 11. Eröffne meine Lippen, dich zu loben! Es werde, Herr, dein Ruhm von mir erhoben! Ich will voll Danke barkeit auf alle Zeiten dein Lob vers breiten! Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 210. Gott, endlich wachet mein Gewissen aus seinem langen Schlummer auf! Wie ist mein Herz von Reu' zerrissen! Was zeigt mir meines Lebens Lauf? Ach, Thorheit, Undank und Verbrechen; und das Gewissen ruft in mir: das heilige Gesetz wird rächen, was du verschuldet; wehe dir! 2. Wo sind die Freuden, die die Sünde in ihrem Dienste mir ver 2. Dein Eifer müsse sich an mir sprach? Ach, wie entfloh'n fie so ge= nicht rächen! Gott, wasche mich von schwinde, und ließen Gram und Ekel allen den Verbrechen, die mich benach! Und mit euch, o ihr eiteln Freus flecken; rein von allen Sünden, die den, entfloh mir meines Lebens Ruh'; ihn entzünden! nun stürmen täglich neue Leiden von 3. Ich kenn die Sünden, welche allen Seiten auf mich zu! mich entweiben; ich fühle sie, ich sebe, 3. Ich fühl' es, ewig werd' ich les wie sie dränen; sie schrecken mich des ben, und schrecklich wird mein Urtheil Tags, in bangen Nächten, mich Unseyn! Was ich verdient, wird Gott gerechten! ( mir geben, bier Trübsát und dort 78 Beichthandlung. Angst und Pein. Berachtet hab' ich Leben gehen, einzusammeln vor dem feine Liebe, getroget ihm in's Ange: Thron treu bewährter Tugend Lobu. ficht. Gerecht, wenn ungestraft ich bliebe, wär er, der Weltenrichter, nicht. Eigne Melodie. 4. Darf ich noch vor dein Antlig treten, der du nur fromme Beter 212. Herr Jesu Chrift, du böchstes Hörst vor dir noch weinen, zu dir Gut, du Zuflucht der Erlösten, ich beten, und hoffen, daß du mich er: tomme mit gebeugtem Muth zu dir, Hörst? Du bist gerecht, mein Herz mich dein zu trösten; durch dich zum erbeber vor deiner Heitigkeit in mir. Du bist die Liebe, dieß erheber mein finkendes Vertrau'n zu dir. Vater mich) zu nah'n, von dir Berges bung zu empfah'n, und Kraft zum neuen Leben. 5. Wenn ich der Sünde nun ent- 2. Wie drücket mich der Sünden fage, fie flieh' und hasse wie den Tod; Last! Nimm sie von meinem Herzen, hinfort nach deinen Rechten frage, der du auch mich erlöset baft, erlöst und ernstlich ebre dein Gebot; wenn mit Todesschmerzen; damit ich nicht ich zu dir in deinem Sohne noch) bete: vor Angst und Weh bei dem Bewußts hab', o Gott, Geduld! um deines Soy- sevn ganz vergeh', daß ich mich schwer nes willen schone! D dann vergibst verschuldet. du mir die Schuld! 3. Denk ich mit stillem Ernst zu 6. Ihr Himmel, bört es! Erde hörück an mein geführtes Leben, an das te! Send Zeugen zwischen Gott und von mir verscherzte Glück, was foll mir! Bergib mir, Ewiger, ich schwöre dann Trost mir geben? Bei dir, Herr, bei Christi Tode Bess'rung dir! Er find' ich ihn allein; ich würde ganz barm' dich meiner, und befreie vom verloren seyn, wenn ich dein Wort Elend meiner Sünde mich! Mit find: nicht bätte. licher, mit ew'ger Treue, so wahr du lebst, verehr' ich dich! 4. Dick ewig theure Wort verspricht Heil Allen, die did) ehren; die reues voll zu ihrer Pflicht zurück, zu dir, Herr, kehren, und nun vom Sündene och befreit, aus wahrer, frommer Dankbarkeit treu deine Bege wandeln! Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 211. Heitig fen uns dieser Tag, diese Feier unsers Bundes! Unsre Her zen sprechen nach die Gelübde unsers Mundes. Gott, du bist es, der es hört, was hier unser Herz dir schwört! 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: Ihr Reuerfüllten alle, kommt her umir; ich schenk' euch Rub', und richt euch auf vom Falle; mein Joch ist fanft, leicht meine Last; nehmt 2. Wir versprechen Alle dir neue willig sie auf euch, und faßt die Hoffe Treue, neue Liebe, und wir Alle weinung, Ruh' zu finden. ben dir des gerübrten Herzens Triebe. Alle wollen wir nur dein, nie der Welt und Sünde seyn. 3. Aber, ach, wie schwach sind wir, leicht vom Bösen überwunden! Herr, wir Alle flet'n zu dir! Stärk" uns dann in solchen Stunden; stärke uns durch deinen Geist, welchen uns dein Wort verheißt. 6. Herr, dieser Zuruf tröft' auch mich), wann mich die Sünden schrecken; du weißt es, ich vertrau' auf dich; laß seine Kraft mich schmecken! Bergib, o du, der gern vergibt, das Unrecht, das ich oft verübt', nach deiner Lieb' und Gnade! 7. Es stärke mich dein Freudengeist einst in den legten Stunden, wann 4. 23ill die Welt mit ihrer Luft, sich mein Geist der Erd' entreißt, von will die Sünde uns berrüben, will in Slinden ganz enthunden; und nimm unsrer eignen Brust unsre böse Nei- mich, wann es dir gefällt, des Hims gung fiegen! dann, ach, danit verlaß meis würdig aus der Welt, zu deis uns nicht, du der Schwachen Zuver: nen Auserwählten! ficht! 5. unvergeslich soll sie seyn, diese el. Wer nur den lieben Gott 2c. Feier unsers Bundes; unsre Herzen ftimmen ein in die Schwile unsers 213. Ich armer Mensch, ich armer Mundes. Unsre Freue wanfe nicht, Sünder steh' bier vor deinem Anges bis das Her; im Tode bricht! nicht, Erbarmer aller Menschenkinder! 6. Alle, die wir bier, vereint durch Gott, geh' nicht mit mir in's Gericht! der Andacht Feier, stehen, werden, Bin ich es gleich vor dir nicht werth, wann der Tod erscheint, free in's beffre( daß mir noch Guade widerfährt. Beichthandlung. 79 2. Um Troft ist meiner Seele bane 4. Gott, dit willft des Sanders Les ge; die Last gebäufter Miffethat liegt ben; bir ift seine Seele werth. Gnä. schwer auf mir, die mich) so lange von dig willst, du ihm vergeben, wenn er dir, mein Gott, entfernet hat. Weß sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem tröst' ich mich, ich Schuldiger, als dei Sündenwege machst du mein Gewiss ner, Alvarmherziger? sen rege. Wobl dem, der zu seiner Paicht umteyrt! du verwirfft iyn nicht! 3. Soll ich an deiner Huld verzagen, ich, dein Geschöpf? das willst du nicht. Du, der mit Langmuth mich getragen, bleibst ewig meine Zuversicht. Du Gott, durch den ich leb' und bin, gibst mich nicht dem Berderben in. 4. Du siehst die Folgen meiner Sün den, und seuf;? ich: wer vertilget die so tässest du mich Ruhe finden, und sprich: Ich, ich vertilge fie. Du schenkest, mir an Jesu Heil, zur Stil: ining meines Kummiers, Theil. über ihre Schuld betrübt, willst du 5. Allen, die zu dir sich wenden, Troft und Rettung senden, wenn ihr Her; sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Sündenlast liebreich) abgenommen haft. 6. Dir will ich mich denn ergebent; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer veilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Luft der Sünden soll mich ferner überz winden! Ach), bewahr', ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich)! 5. Auch mir hat er das Glück er. worben, getroft zu dir empor zu seh'n; auch mir zum Heit ist er gestorben; auch ich, Herr, darf um Guade fleh'n zu dir, dem Gott, der gern vergibt, Mel. Jesus, meine Suversicht 2c. und lieber segnet, als betrübt. 6. Sprich denn zu mir: dir tt 215. Jefus, nimmt die Sünder an. vergeben und stille des Gewissens Sagt doch dieses Trostwort Allen, die Schmerz; und will mein zaghaft Herz noch auf verkehrter Bahn und auf noch beben, so sprich du stärker als Sündenwegen wallen! Hier ist, was mein Herz. Dein Gnadenwort mach' fie retten kann. Jesus nimmt die Alles gut, und schenke mir zur Bess- Sünder an. rung Muth. 7. Sch zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt mir, daß ich's bin, Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue, dir geweihte Siun, mein Findliches Vertrau'n auf dichy vezéue gen's: du begnadigst mich. 2. Keiner Gnade sind wir werth! dennoch hat in seinem Worte gnadens reich er sich erklärt, uid uns selbst des Himmels Pforte durch sein Sters ben aufgethau. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, fidhet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergist, suchet treulich das Berirrte, und zeigt ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Jesu, meines Lebens Les ben 2c. 214. Ich erhebe mein Gemüthe feyniuchtsvoll, mein Gott, zu dir: ihr tiefgebeugten Sünder! Jesus rus 4. Kommet Alle, kommet her, kommt, Denn ich kenne deine Güte: o wie fet euch, und er macht aus Sündern theuer ist sie mir! Gott der Liebe und Gotteskinder. Auf, und laßt uns zu des Lebens, keiner harrt auf dich verzihm nah'n! Jesus nimmt die Sün gebens. Nur Berächter deiner Huld der ait. fürzer ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, bekenne meine Sünden. Laß, mein 5. Ich Betrübter komme hier und zeige deinen Willen mir, daß ich rich- Heiland, mich bei dir Ruh für meine tig wandeln möge, führe du mich selbst Seele finden, daß dieß Wort mich stärs zu dir! Gott, du siehest mein Ber trauen; sicher kann ich auf dich bauen. Fen kann: Jesus nimmt die Sün Deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. der an. 6. Du, der allen Heit gebracht, 5. Ach, gedenke, Herr, der Sünden nimmst von mir den Fluch der Sün meiner Jugendjahre nicht! Laß mich den, und dein Kampf am Kreuze Gnade vor dir finden, geh' nicht mit macht, das auch ich Bergebung fine mir in's Gericht. Aue Sünden, die den und voll Trostes jauchzen kann: uns reuen, wilft du, Bater, já ver Jesus nimmt die Sünder an. zeihen, D so höre denn auch wich! Meine Seele hofft auf dich! 7. Nun stürmt, keine Leidenschaft, muid ich Fann mein Hors jest stillen. 80 Beichthandlung. Auch mir Schwachen gibst du Kraft, Mel. Mache dich, mein Geift zc. Willen den nichts verdammen kann. Jesus nimmt 217. Neuvoll nah ich mich zu dir, die Sünder an! Gott, um Troft zu finden. Bangen 8. Jesus nimmt die Sünder an! Schmerz erweckt in mir das Gefühl Auch mich bat er angenommen, mir der Sünden. den Himmel aufgethan, daß ich selig Gericht: Sieh' vor dir mich beben; In mir spricht dein zu ihm kommen, und noch sterbend wirst du mir vergeben? rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 216. Mein Gott, zu dem ich weieinmal siey' von deiner Höhe selbst dein Sohn die Sünder: Kommt, 3. Ruft nicht von des Lafters Bahn nend flebe, erbarme did), erbarme dich! Noch mit gnadenvollem Blick auf mich! Bergib mir, Bater, get' noch nicht Mühsel'ge, kommt heran, werdet Gots mit mir, dem Sünder, in's Gericht! teskinder; Gott vergibt, der euch liebt; es soll euren Seelen nicht am Trofté fehlen. 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reu'voll ich um Gnade bat! Wie oft veriprach ich dir ein Leben, gereiniget von Missethat! Doch ich vergaß, was ich versprach), und ging der Sünde wieder nach). 3. Nun bin ich nah' dem Untergange, den dein gerechter Ernst mir drobt. Unt Trost wird meiner Seele bange, um einen Retter aus der Noth. Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 4. 3u wem, v Bater, soll ich flieben? Wo findet meine Seele Rub? Wer kann sie aus dem Abgrund ziehen, in als nur mein Bertrau'n auf dich, du Freund des Lebens, rette mich)! 5. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. Dlak durch ihn mich Gnade finden, und zu der Tugend Kraft und Much! Noch einmal, Bater, sprich) zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir! 2. Ja, denn zürnend strafft du nicht, wie oft Menschen pflegen. Weile schafft hier dein Gericht selbst durch Strafe Gegen. Ach, sie soll reuevoll uns zur Tugend leiten, und zu Seligs keiten! 6. Gott, jey mein Zeuge, da ich schwöre: Mein Herz soll dir gebor: fam feyn! Dir, deinem Willen, dei ner Ehre will ich mein ganzes Leben weih'n; der Sünde will ich widersteh'n, und standbaft deine Wege geh'n! 4. Herr, ich komme! Sieb' in mir schnliches Berlangen, bei der Rene Schmerz von dir Gnade zu empfangen. Dir will ich dankbar mich ganz zum Opfer geben; ewig dir nur leben! 5. Hält noch Sinnlichkeit mich fest an gewohnten Ketten; du, der Schwaz che nie verläst, kannst davon mich retten! Mach' mich frei, steb' mir bei, daß ich jede Sünde mächtig übere winde! Mel. Ach, Gott, erhör' meinSeufs zen 2c. 218. Umsonft ift's, daß ich mir mein Herz verheble! Du, Heiligster, durchs schauest meine Seele! Du siehst im Licht, was ich pft nicht an mir ers kenne; siebst, wie oft ich fehle. 2. Echwach bin ich), Gott, umringt von Eitelkeiten; leicht kann ihr Reiz mein sichres Herz verleiten; schnell wächst die Kraft der Leidenschaft, wenn nicht Bernunft und Wille sie bestreiten. 3. D'rum bilf, daß nie mich Schein und Wavn betböre; daß ich mit Ernst auf deine Stimme höre, die in mir spricht, daß Weltluft nicht der Tugend zarten Keim in mir zerstöre! 7. Bergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Mert auf die beiligen Befehle des Gottes, der dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: Erhalt mich, Herr, auf ebner Bahn! 8. Bin ich gleich schwach; du wirst mich stärken, mein Helfer in Bersudung seyn; zum Glauben und zu gu5. Wer Eine Sünde liebt, fällt leicht ten 2erken mir Kraft und Freudig in alle; wer Ein Geies verlegt, ents feit verleih'n! So fteh' ich fest und weiht im Falle die andern mit. Ja, wanke nicht; denn du bist meine Zuschon ein Echritt führt ab vom Ziel, versicht! Inach dem ich Pilger walle. 6. Dft 4. Laß mich aus Leichtsinn nie die kleinsten Sünden entschuldigen und unbedeutend finden; fiets fie bereu'n, und ernstlich scheu'n; sie könnten leicht in mir das Laster gründen! Abendmahlsfeier. 81 6. Oft sucht der Mensch aus Scham, 8. Gib, daß ich täglich mehr des aus Furcht und Schrecken die erste Guten übe; doch nicht aus Eigennutz Schuld durch And're zu bedecken; und niederm Triebe; nie, weil der schwächt mehr die Kraft, die Besprung Welt es wohlgefällt; nein, immer schafft, und läßt zu spät sich aus dem nur aus wahrer Tugendliebe. Taumel wecken. 9. Mich selbst veredeln, Andern 7. Dieß warne mich, um sicher nie nüglich werden, und auch umringt zu leben, und dem Gewissen nie zu von Trübsal und Beschwerden, treu widerstreben, das uns beglückt, oft zu den Höh'n der Tugend geh'n; unterdrückt nur ruht, um schrecklicher dieß, Heiligster, dieß sey mein ziet fich zu erheben. auf Erden! Abendmahlsfeier. Eigne Melodie. 219. Sof ott sey gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gib uns, Herr Gott, zu gute. Kyrieleison! 2. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut, hilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyrieleison! 3. Der heilig' Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben, nicht größer", Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein sollen gedenken. Kyrieleison! 5. Gott geb' uns Allen seiner Gna: den Segen, daß wir geh'n auf seinen Wegen, in rechter Lieb' und brüderlicher Treue, daß uns die Speiß nicht gereue. Kyrieleison! 6. Herr, dein heil'ger Geist uns nimmer laß, der uns geb' zu halten rechte Mas, daß dein' arm' Christenheit leb' in Fried' und Einigkeit. Kyrieleison! dyen, wer unwürdig hinzu geht, für das Leben den Tod empfäht. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr 4. Herr, dein' Lieb' so groß dich zwun- men, fein Arzt ist dem Starken noth, Armen, laßt mich über euch erbargen hat, daß dein Blut an uns groß sein Kunst wird an ihm gar ein Wunder that, und bezahlt unser' Spott. Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! 4. Du sollst Gott, den Bater, preis sen, daß er dich so wohl wollt' speisen, und für deine Missethat in den Tod sein Sohn gegeben hat. 2. Daß wir nimmer des vergessen, gab er uns sein'n Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut und Wein. 5. Du sollst glauben und nicht wane fen, daß ein' Speise sey der Kranken, den'n ihr Herz von Sünden schwer, und vor Angst ist betrübet sehr. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab' wohl Acht auf sein' Gazigkeit sucht ein Herz in großer Ar6. Solch groß' Gnad' und Barmher: beit; ist dir wohl, so bleib' davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 9. Gläubst du das von Herzens: gründe, und bekennest mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise deine Seel' erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollst du lie: D. M. Luther. ben, daß er dein genießen ann, wie dein Gott an dir gethan. D. M. Luther. 8. Hätt'st du dir was könn'n erwer= ben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, ben, was dürft' ich denn für dichy sterso du selber dir helfen willt. Eigne Melodie. 220. Jesus Christus, unser Hei- Mel. Es ist gewißlich an der land, der von uns Gottes Born wandt, durch das bitter Leiden fein, half er uns aus der Hölle Pein. Zeit zc. 221. Halt im Gedächtnik Jeſum Chrift, o Seele, der auf Erden von seinem Thron gekommen ist, ein Hei land dir zu werden! Bergis fein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank' ihm für diese Liebe! 6 82 Abendmahlsfeier. 2. Halt' im Gedächtnik Jesum Chrift!| 5. So wird uns dein Gedächtnik: Er bat für dich gelitten, und dir, da mabl Ermunterung zur Liebe, so stärkt er gestorben ist, am Kreuz das Heil es in uns überall der Tugend edle erftritten. Errettung von der Sün- Triebe. So können wir uns deiner dennoth erwarb er dir durch seinen freu'n, beruhigt und versichert seyn, Tod. Dank ihm für diese Liebe! mit dir, Herr, einft zu leben! 3. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Grab erstanden, nun Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. von des Todes Banden die Geinigen 223. Ich preise dich, o Herr, mein und hat frei gemacht, und ew'ges Leben wiederbracht. Dank ihm für diese Liebe! Heil, für deine Todesleiden! Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du warst ein Opfer auch für mich. Ogib, daß meine Seele fich deß ewig freuen möge! 4. Halt'im Gedächtnis Jesum Chrift, der mit Triumph und Freuden gen Himmel aufgefahren ist, die Stätte zu bereiten, da du einst seine Herrlichkeit und ihn wirst schau'n in Ewig- u meinem Heil mich finden! sung aus der größten Noth, Berge= teit. Dank' ihm für diese Liebe! bung aller Sünden, Gewissensrub' und Tugendkraft, und Trost in meiner Pilz grimschaft, das hat er mir erworben. 2. D wie viel Segen läßt dein Tod Erlö5. Halt im Gedächtnik Jesum Chrift, der einst wird wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Bö sen und die Frommen. D'rum forge, daß du dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihn ewiglich zu danken! Schmerz die Schwere meiner Sünden. 3. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden: daß du aus deines Baters Huld auch die Berges bung meiner Schuld mir Reuigem ers worben. 6. Mein Heiland, den der Himmel preist, dich will ich ewig loben! D stärke dazu meinen Geist mit neuer 4. Dein Abendmahl ist mir ein Kraft von oben! Dein Abendmahl pfand von dieser großen Güte. Wie vermehr' in mir des Glaubens Kraft, viel haft du an mich gewandt! D damit ich dir mit neuer Treue diene! stärke mein Gemüthe, daß ich voll zuversicht auf dich in meinem ganzen Leben mich an deine Gnade halte! Mel. Es ist gewißlich an der zc. 222. Herr, deines Lebens lette den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Ses Nacht, die Nacht voll Angst und gen. Er stärke mich mit neuer Kraft Schmerzen, die dich dem Tode nab' ge auf allen meinen Wegen, nur das zu bracht, sey heilig unserm Herzen! An thun, was dir gefällt, und alle Furcht deine Leiden ohne Zabl lak uns, wann und Luft der Welt standhaft zu übera dein Gedächtnißmahl wir feiern, dank- winden. bar denken! 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist 2. Im Leiden selbst lag dir das Wohl gar nicht zu ermessen. D mache selbst der Deinen noch am Herzen; wie mein Herz geneigt, sie nimmer zu vers sprachst du ihnen liebevoll Troft zu, gessen; daß ich aus wahrer Gegentreu' bei eignen Schmerzen. Du reichtest dir bis zum Tod ergeben sey, und dir ihnen Brod und Wein; dieß sollte zur Ehre lebe! ihnen Denkmal seyn von deiner gro: Ben Liebe. 7. 3um ew'gen Leben hast du dich für mich dahingegeben. Dein Abends 3. Dank dir, der du aus Liebe starbft: maht erwecke mich, mit Ernst darnach dein Tod gibt Troft im Leiden; die zu streben. Herr, mache mich dazu Hoffnung, die du uns erwarbst, gibt geschickt, und werd' ich einst der Welt felbst im Tode Freuden! Du heißest entrückt, so sey dein Tod mein Leben! uns bei Brod und Wein uns deines Gegenstodes freu'n, und deiner nie vergessen. Vor dem Abendmahl. 4. Aus Dankbarkeit laß uns auch nun die Sünde ernstlich meiden, mit Mel. Vater unser im Himmels Freuden Gottes Willen thun, und reich zc. im wollen deine große Huld und deine Sanft: 224. Chrift, eile nie mit sichern muth und Geduld durch unser Leben Sinn zum Liebesmable Jesu hin; denk ebren. nicht, des großen Dulders Blut macht Abendmahlsfeier. 83 jedes Sünders Lafter gut. Web' dem, ihm zu erneuern. Auch für dich bat der dieses Mahl entweiht durch Selbst er sein Leben in den bängsten Tod betrug und Sicherheit! gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirft Sey nicht dein Feind, empfang' es du von ihm eingeladen. Eil' ihm des nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! muthsvoll entgegen, und nimm Theil Nein; erst empfinde tief dein Herz an seinem Segen. Komm getrost, es der Sünde Schmach, der Reue Schmerz. ist sein Wille! Komm und schöpf 3. Erst sev dein Borsag fest und aus seiner Fülle neuen Muth und rein, nicht mehr der Sünde Sklav' neue Triebe zur Berehrung seiner Liebe. zu seyn; erst gib zurück, was deine 3. Herr, ich komme mit Berlangen, Hand durch Lift, durch Trug, durch Glaubensstärkung zu empfangen. Der Raub entwandt; erst, Zürnender, ver- du huldreich deinen Frieden sterbend föhne dich mit deinem Bruder brü- mir auch haft beschieden, bier fall' derlich! ich zu deinen Füßen; laß mich wür4. Besiegst du so in deiner Brust dig doch genießen deines Mabls, der des Lasters Macht, die böse Luft; bift Seelenspeise, mir zum Heil und dir du entschlossen und bereit, zu kämpfen zum Preise. manchen harten Streit: dann nabst du dich der Tugend Bahn; dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn schau' auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew': ges Leben wirst du mir gewiß auch geben. 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' uns liebreich), sanft 6. Deiner will ich stets mich freuen, und mild; da schenk' dein Geist uns gan; mich deinem Dienste weihen; Muth und Kraft zum Kampfe mit nur nach deinem Willen leben, und der Leidenschaft, daß beilig wir durch's Leben geh'n, und froh dem Tod entgegen seh'n! dich dankbar frob erheben. Deine Huld ist unermeßlich). Herr, fie sey mir unvergeslich), daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb' und thätig preise! 6. So, frei von Heuchelei und Wabn, müss jeder sich dem Mahle nah'n, das du in deiner legten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht; gerührt denk' er hier an dein Kreuz, und widersteh' der Sünde Reiz! Menschenfreund, nach deiner Güte! 4. O wie sehnt sich mein Gemüthe, Ewig währet deine Treue, und du fiebst mein Herz voll Reue. Ach, so stille denn mein Sehnen, trockne liebreich meine Thränen! Tilg', Erbarmer, meine Sünden; las mich Ruh und Frieden finden! Mel. Deine Schöpfung, Erd' und zc. 225. Herr, du wollst uns vorberei hier dein Heil empfingen, ten zu deines Mahles Seligkeiten: mich dahin einst kommen, daß ich fev mitten unter uns, o Gott! Laß mich mit allen Frommen ewig deiner uns, Leben zu empfahen, mit glau: Huld erfreue, und dir meine Jubel Benvollem Herzen naben, und sprich weihe! uns los von Sünd' und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig ſeyn! Amen, Amen! Anbetung dir! Bei der AbendmahlsEinst feiern wir das große Abendmahl bei dir! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. DHED 226. Schicke dich, erlöste Seele, glaubig nach des Herrn Befehle, sei iten Mittlertod zu feiern, deinen Dank 7. Du, dem die verklärten Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß fie las auch feier. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 227. Blick herab aus deinen Höven, du, nach dem wir liebend sehen! unser Führer zu den Sternen, du, von dem wir lieben lernen; blick", 6* 84 Abendmahlsfeier. o Herr, auf die Geweihten, die ein[ Stotze rein, voll von deiner Demuth Opfer dir bereiten! Tief im seligen seyn! Gemüthe flammt Empfindung deiner Güte. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. 4. Wie brennen unsre Seelen in des Lebens Dunkelheiten willst du beil'ger Dankbegier! Wie schlagen ununs zum Lichte leiten; mächtig willst du in Gefahren unser Herz dir tren bewahren. fre Herzen voll heißer Liebe dir! Wie fromm ist das Gelübde, hinfort, von Sünden rein, der Tugend unser Leben bis in den Tod zu weih'n. 3. Sieh', wir freuen uns und beben im Bemüh'n, uns zu erheben. Unsre Schwäche schlägt uns nieder, deine Die Versammlung. Huld erhebt uns wieder. In dem fehnlichen Verlangen, die nun ewig Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. anzuhangen- o, wie innig flet'n wir Aue: schüße selbst uns vor dem Falle! 2. Du hast auch für uns dein Leben in der Blüthe hingegeben; auch für uns hast du gelitten, und den schwersten Kampf gestritten. Durch 4. Du, dem unsre Thränen fließen, laß dein Mahl uns recht genießen! Wohl uns, wohl in deinem Lichte Ach, nicht Weh' uns zum Gerichte! Unsre beiligen Gefüble, rette sie im Weltgewühle; daß dich unser Herz verkläre im Gehorsam deiner Lehre! 5. Segen hat dein Mund gesprochen, liebend ist dein Herz gebrochen. Liebe wird in Ewigkeiten uns hinauf zu dir begleiten. Liebe müsse unserm Leben deines Segens Weihe geben! Wir sind deiner Liebe Erben, laß uns segnend, liebend sterben! 5. Bis zum Tode liebtest du, bis zum Tode all die Deinen. Süßes Wort voll Himmelsruh', voller Trost für die, die weinen, wenn sie Schuld und Borwurf schreckt, wenn ihr Auge Nacht bedeckt. Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich 2c. 6. Wie viel du, Herr, erduldet, bis in den Tod uns treu; wie voll des hohen Segens dein Tod, dein Leiden sey; zu welchen Geligkeiten uns uns fer Glaube führt; wie fühlen wir's so innig, wie tief zum Dank gerührt! Wechselgesang. Die Versammlung. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht ic. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 7. Gott ist gnädig, und wir trau'n seiner Gnade nicht vergebens. Unters 228. Die ihr seine Laufbahn lauft, pfand vom künftigen Schau'n wird theure, miterlöste Brüder, Alle, die uns dieses Mahl des Lebens. Inniger ihr seyd getauft, Alle Jesu Christi fühlt hier der Geist, daß Gott hält, Glieder, kommt, Erlöste, kommt, er was er verheißt. neut hier den Bund der Seligkeit! Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich e. 8. 3war sehen unsre Augen dich, unsern Heiland, nicht; nicht deine Huld und Liebe in deinem Angesicht; seh'n nicht das Brod dich reichen, des Bundes Kelch uns weih'n; hier spricht nicht deine Stimme: Nehmt, und ges denket mein! Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich 2c. 2. Boll Andacht, Dank und Freude, o Jesu, kommen wir, gedenken deines Todes, erheben uns zu dir! Erweckt bei deinem Mabte zu neuer fester Treu', empfinden wir, wie selig, wer dir sich weihet, sey. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. wie 3. Sie, die jetzt voll Zuversicht, Je- uns gibst. In's Reich des Lichts ers fu, deines Heils fich freuen, las sie bebet sich unser Geist entzückt, wo er wandeln stets im Licht, und sich ewig einst, frei vom Staube, dich), Jesu, ganz die weiten! Laß ihr Herz vom selbst erblickt! 9. Doch wir, auch wir empfinden, göttlich du uns liebst, wann du in deinem Mahle der Gnade Pfand Abendmahlsfeier. 85 dem Ziele zu, der den Ruf der Tus gend ehret; dessen Leben, Jesus Christ, deinem Borbild ähnlich ist! 7. Stärk' uns Pilger in der Zeit, diese Ruhe zu erringen, daß wir einst bringen. Feierlich geloben wir, Heis mit Freudigkeit unser Tagewerk vollland, fest're Treue dir! Die Kommunikanten. Mel. Herzlich thut mich zc. II. Laß diesen Tag der Wonne uns, Herr, gesegnet seyn, daß wir noch einst im Himmel uns seines Segens uns hinab, der Erde Sonne, endet sich 9. Sinkt sie dann zum letzten Mahl freu'n! Und was wir dir gelobten, der Tage Zahl, o so schlummern wir dazu verleih' uns Kraft. Dann enden wir einst freudig des Lebens Pilger- rein, voll Bertrau'n und Hoffnung ein. zur Wonne jener Welt, im Herzen schaft. 8. Reich' uns Schwachen deine Hand, richte wieder auf, die fallen, daß ver: eint zum Baterland wir mit beil'ger Sehnsucht wallen. Wenn wir still im Guten steh'n, laß uns auf dein Beiſpiel seh'n. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 10. Jesu Christi Schmerz und Tod werd' in aller Welt verkündigt. Frendig nabe sich zu Gott, wer geheiligt, wer entsündigt, dem, der liebend uns verzeiht, sich zum Opfer dankbar weiht. Die Versammlung. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 230. Hier bin ich, Jesu, zu erfül12. In das Chor der Himmet dringt, Herr, auch unser stammelnd Lallen! len, was du in jener Leidensnacht Wann, von Seligen umringt, wir vor nach deinem gnadenvollen Willen zur dir einst niederfallen, singt ein besfrer Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Lobgesang deiner hohen Liebe Dank. Berleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. fen dein Mahl ein tröstlich Unter2. Es werde mir für mein Gewis229. Feierlich vereinigt hier, dei- pfand, daß ich der Sündenschuld entnes ser rissen, durch dich bei Gott Bergebung Todes zu gedenken, soll sich un- fand: so freuet meine Seele fich in Herz zu dir, Jesus Christ, voll deinem Heil und preiset dich. Andacht lenken; heiß zu Gott um Stärkung fleh'n, muthvoll deinen Pfad zu geh'n. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, mit der du unser Heil bedacht. 2. Zu der hohen Seligkeit, die ein die dich bis an das Kreuz gebracht! Wie stark sind deines Mitleids Triebe, reines Herz gewähret, zu der sanften Es mache, Herr, dein Todesschmerz Heiterkeit, die kein Erdensturm zerstöret, führt uns Sterbliche der Pfad, welchen einst dein Fuß betrat. jetzt neuen Eindruck auf mein Herz! 3. 2er dir ähnlich werden will, wache über seine Triebe; weihe an spruchslos und still sich der großen Pflicht, der Liebe; segne, wie du Menschenfreund, liebevoll selbst sei nen Feind. 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, Erlöser, starbft; weihen, was du so theuer mir erwarbst. durch schnöden Mißbrauch nie entnie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich auf's Neue, o 4. Fühlt auch tiefen Gram das Herz, du, mein Herr und Gott, an dich; drückt auch schwer der Leiden Bürde; ich schwöre dir beständ'ge Treue bet es bewahr im bängsten Schmerz still deinem Mable feierlich! Dein eigen erduidend seine Würde; strahlt doch will ich ewig seyn! Du starbft für frommer Zuversicht in die Nacht des mich, d'rum bin ich dein. Unglücks Licht. 6. Nie will ich mich vor Spöttern 5. Wenn die heil'ge Pflicht gebeut, schämen der Ehre, die man dir erweist; Wunsch) und Neigung zu besiegen, nie mich zu einem Schritt bequemen, wollen wir im heißen Streit nicht den mein Gewissen sündlich heißt. D verzagen, nicht erliegen. Hoher Friede flöße mir den Eifer ein, wie du, o lohnt das Herz für der leberwin- Herr, gesinnt zu ſeyn! dung Schmerz. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten 6. Ja, mit unnennbarer Ruh', die lieben, und, wenn er straucheind was kein Erdenglück gewähret, wandert der versieht, Versöhnlichkeit und Sanft 86 Abendmahlsfeier. muth üben, aus frommem, chriftlichem heit Wohl geweiht, so ruhig hingege: Gemüth, stets eingedenk der Schul- ben für unsre Seligkeit. denlaft, die du mir, Herr, erlassen haft! 2. Es fließt der Rührung Zähre, o 8. Es stärke sich in mir der Glaube, Allerbarmer, dir; ich seh', aus höh'rer daß ewig meine Seele lebt, und daß Sphäre die Erde unter mir. Es schei einst aus des Grabes Staube mich nen jetzt die Freuden des Lebens mir dein allmächt'ger Ruf erhebt, wann so klein, der schwere Kampf mit Leis du dich, großer Lebensfürst, den Böl- den so leicht und kurz zu seyn. fern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt tieg' ich zu deinen Füßen Leidenschaft zurück; mein Geist, zu 3. Beruhigt weicht das Toben der mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. dir erhoben, genießt der Tugend Glück, Las neue Gnade auf mich fließen! des Himmels Borgefühle, wo, Gott, Mein Heiland, laß es doch gescheh'n, dein Friede wohnt, wo herrlich dort daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sey! am Ziele der Preis den Sieger lohnt! 4. Dir schwör' ich): bis die Sonne geitung Wonne die letzte Stunde des Lebens niedersinkt, zu der Berwinkt, horsam dir zu seyn; dir, Ewiger, auf's Neue mein ganzes Herz zu weih'n! Mel. An Wafferflüssen Baby: lons 2c. 231. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen! Erbarmer, würdige du mich des Reichthums 5. D wenn im Weltgewühle dieß deiner Gnaden! Ich liege hier vor Herz des Schwurs vergißt, dem wars deinem Thron, Sohn Gottes und des nenden Gefühle der Reue sich ver= Menschen Sohn, mich deiner zu ge- schließt: wer wird mich dann bewahtrösten. Ich fülle meiner Sünden ren, und mein Erretter seyn, wo Müh'; ich suche Ruh' und finde sie ringsum mir Gefahren, Berlust des im Glauben der Erlösten. Friedens drau'n? 2. Dich bet' ich zuversichtlich an; 6. Du wirst es, dessen Guade dem du bist das Heil der Sünder. Du Schwachen Muth verleiht, auf ungeHast die Handschrift abgethan, und bahntem Pfade die Baterhand ihnt wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an beut. Erhalte meiner Seele der lindeine Leidensnacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt; mit sich versöhnte Gott die selt, da du für sie gestorben. schuld hohes Glück, und führe, wenn ich fehle, erbarmend mich zurück. 7. Laß mich nie muthlos zagen, wenn Dunkel mich umgibt, wenn in den Prüfungstagen sich jede Aussicht 3. So freue dich, mein Herz, in mir! trübt. Es ist, o Gott, dein Wille, der Er tilget meine Sünden, und läßt bei über mich) gebeut: dieß stärke mich seinem Mahle hier mich Gnad' um zur Stille und sanften Heiterkeit! Gnade finden, Er hört der Reue 8. Laß mich des Lebens Freuden fehnlich Fleh'n, will gern mich frei und glücklich seh'n, will gern die Schuld vergeben. Nur soll ich ihm, der für mich starb, und mir so großes Heil erwarb, von ganzem Herzen leben. durch reinen Dank dir weih'n, und mäßig und bescheiden mich meines Glückes freu'n; was du mir schenktest, theilen bereit mit Freund und Feind, und schnell zu helfen eilen, wo ein Berlaff'ner weint. 4. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und 9. Las treu mich meinen Pflichten, bitte dich durch deinen Tod um Kraft treu deinem großen Ruf, mein Tage: zu meinem Willen! Laß mich von nun werk verrichten, zu dem dein Wink an würdig seyn, mein ganzes Leben mich schuf. Nah' dann sich einst das dir zu weih'n, und deinen Tod zu prei- Ende vom kurzen Pilgerlauf: du sen! Laß mich den Ernst der Hei- nimmst in deine Hände dein Kind, o ligung durch eine wahre Besserung Bater, auf! mir und der Welt beweisen! Mel. Es ist gewißlich an der 2c. Mel. Herzlich thut mich 2c. 233. Ich will den Bund mit meinem 232. Ich steh voll Dank und Liebe Herrn bei seinem Maht erneuern; bei Jesu Kreuze hier; sein Pfad so ich will von Weltgeschäften fern heut steil und trübe, er lieget ernst vor mir. sein Gedächtniß feiern. Der Tag Ihn seh' ich, der sein Leben der Mensch- Isey still und heilig mir. Froh soll Abendmahlsfeier. 87 mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, nach deinem Wort zu leben; was du fich erbeben! liebst, will ich auch lieben, ernstlich 2. Mich führe nicht Gewohnheit mich im Guten üben; was du bassest, hin, nicht der Betrug der Sünde, als will ich hassen, stets von dir mich leis ob ein unbekehrter Sinn dadurch ten lassen. schon Gnade finde. Nein, frei von nied'rer Heuchelei, von eitlem Selbst: betruge frei, will ich dein Mahl heut' feiern! 5. Doch ich fühle meine Schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, ad), wie leicht ist das gebrochen! schneller oft, als ich's versprochen. Darum stärk in mir die Triebe dankbefliff'ner Ge= genliebe, daß ich, bis ich einst erkalte, treu dir sey und Glauben halte. 3. 3um Eigenthume will ich mich auf's Neue dir ergeben; bekennen will ichy's öffentlich), dein Sterben sey mein Leben. So lang ich athme, will ich dein, und deiner Liebe mich erfreu'n, und sie noch sterbend preisen! 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen, und, unwertb seiner Baterhuld, ihn um Bergebung flehen. Laß mich mit glaubi: gem Bertrau'n auf dich, mein treuer Mittler, schau'n und Seelenruhe finden! 5. Es sey das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, das ich mit froherm Muthe dir folg' auf der Tugend Pfade, mich immer meines Baters freu' und voll der frohen Hoff nung sey, den Himmel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, durch dein Ber: dienst mit ihm das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieſer Dant; ihn will ich dir mein Lebenlang mit reis nem Herzen bringen. 6. Hilf mir wider Alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten Reiz zu Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich stets in dem Gewissen deinen Frieden mag genießen, und, erstanden einst vom Grabe, Theil an deinen Freuden habe. 7. Dwie will ich dich erheben, wann du einst im höhern Leben zu der Wonne deiner Frommen, Herr, ich hoff's, mich läsfest kommen! Da, da wird mich nichts mehr stören, dich auf's Ju= nigste zu ehren; da werd' ich, befreit von Sünden, deinen Frieden ganz empfinden! Mel. Dir, dir, Jehova, will zc. 235. Last uns den Bund der Liebe feiern, den Jesus Christus durch sein Blut geweiht! Laft uns ihn preisen, unsern theuern, erbabnen Freund, Mel. Schmücke dich, o liebe zc. voll Lieb' und Dankbarkeit! Wer that je für der Menschen Wohlfahrt mehr? 234. Jesu, Freund der Menschen- Wer war so groß, so liebevoll, wie er? Finder, der du dich zum Heil der 2. Die ganze Menschheit, rein von Sünder, von des Himmels hohen Sünden, mit seinem ew'gen Bater Frenden zu den bängsten Todesleiden durch den Bund der Heil'gen Biebe zu willig haft herabgelassen, wer kann verbinden, kam er und that uns Got: dein Erbarmen fassen? Tiefgerührt tes Willen kund; ertrug er Schmach von deiner Güte, preist dich dankvoll und Qual mit Heldenmuth, und gab mein Gemüthe. zum Bundesopfer selbst sein Blub. 3. Ja, du willst mit deiner Gnade selbst mich auf des Lebens Pfade zum Genuß der Seligkeiten, die du mir er worben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten und zum Erbtheil der Erlösten, zu des Himmels Herrlich keiten, wenn ich folge, vorbereiten. 2. Herr, du haft auch mir bereitet, 3. Er sah sie nahen seine Feinde, was zum wahren Wohl mich) leitet; im bangen Dunkel seiner lezten Nacht; Licht, den Weg des Heils zu finden; doch war im Kreise seiner Freunde Troft bei dem Gefühl der Sünden; er noch auf Aller Troft und Heil bes Kraft, der Bess'rung nachzujagen; dacht; vergaß der nahen Schmach Muth, des Lebens Last zu tragen, und und Todesqual, und stiftete sein gros die Hoffnung beff'rer Zeiten in dem ßes Abendmahl. Reich der Ewigkeiten! 4. Ich scheide, sprach er, um die Meinen, die freudig üben, was ich lehrt und that, mit mir auf ewig zu vereinen, im Hause deß, der mich ge= sendet hat. Nehmt, est und trinkt, dieß ist mein Leib, mein Blut; ge= denket mein, so oft ihr solches thut! 5. Wer wollte nicht den lezten 4. Nun so sey der Bund erneuet! Willen des Heiligsten, der je auf Ers Ganz sey dir mein Herz geweihet! den war, zu seinem eignen Heil er: Täglich will ich mich bestreben, nur füllen; gedenken nicht des Freundes 88 Abendmahlsfeier. am Altar, der Sünd' und Tod, sich 8. Fliefst, der Liebe Thränen, fließt; opfernd, überwand, und Erd' und Seelenruhe, Himmelsfreuden fühle, Himmel feierlich verband? wer das Maht genießt, Kraft zum 6. Wie felig, fern vom Erdgewühle, Guten; Troft im Leiden! Und was sich ihm zu weih'n in Liebe und Ber: hier ihm theuer war, bleib uns trau'n, und voll der heiligsten Ge- theuer immerdar! fühle auf's schöne Ziel der Ewigkeit 9. Jesus Chriftus hat sein Blut für zu schau'n; da, wo so göttlich uns sein der Menschen Wobt gegeben: last Bild erscheint, und selbst die Reu' uns Kräfte, Zeit und Gut Menschen dankbare Thränen weint! widmen, für sie leben! Last uns zu 7. So laßt uns oft in heil'ger Stundes Himmels Höh'n auf der Bahn de bei seinem Mahle das Gelübd' er: der Liebe geh'n! neu'n, der Liebe feierlichem Bunde durch Zeit und Ewigkeit getren zu Mel. Herzlich thut mich vers seyn; und froher dann hinan des Lelangen 2c. bens Höhn zum großen Hause seines 237. O Baters geh'n! du, der bis zum Tode am Kreuz auch uns geliebt, der bis zum Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. geübt, wir nahen uns voll Andacht Tode Tugend bei Schmerz und Hobn 236. Naht mit Andacht im Be- ner Liebe, gedenken deiner Qual. zu deinem Todesmaht, gedenken deis müth euch dem heiligen Altare! Wer von Jugendfeuer glübt, und der Greis im Silberbaare, hoch und niedrig, arm und reich), naht, hier seyd ihr Alle gleich! 2. Wir weiben uns auf's Neue dir, Herr, zum Eigenthum; wir wollen dir nur leben, durch echtes Christenthum. Es ist auf Erden feiner, der besser ist, als du; es findet unfre Seete bei dir nur wahre Rub'. 2. Alle geh'n wir Eine Bahn, Alle streben wir zum Ziele reiner Heiligfeit hinan: reicht mit herzlichem Ge fühle, durch der Lieb' und Hoffnung Band fest verknüpfet, euch die Hand. 3. Wenn, Herr, auf dich zu hören, fich unser Ohr verschließt; wenn, deiträge ist; wenn eitle Luft der Sin nem Wink zu folgen, das Herz zu 3. Auf, den Blick zur böhern Welt! nen in unsrer Seete wohnt: dann Fließt, der Freude Thränen, fließet! ernten wir die Früchte, womit die Wer vom Brod des Herrn erhält, wer vom Kelch des Herrn genießer, fühle, seiner Würde voll, was er seyn und werden soll. Sünde lohnt. oft von Wahn, verirren, ach, wir 4. Bon Eitelkeit umgeben, geleitet Schwache und leicht von deiner Bahn! Das Borbild deiner Tugend vergist so oft das Herz; verwirft die bessern Freus den, und wählet Reu' und Schmerz. 4. Last uns Alle rein und gut, himmtisch wandeln, Schwestern, Brüder! Denket: Jefu Chrifti Blut floß für uns am Kreuze nieder; Liebessinn und Pflichtgebot fieget über Schmerz 5. Doch heut', o Jefu, fühlen wir und Tod. deine Lieb' auf's New'; empfinden ganz, wie selig dein treuer Jünger sey. 5. Der uns mahnt, der Welt Ge- Das Borbild deines Lebens erneut winn für den Himmel hinzugeben, sich unserm Blick; wir seh'n auf unsre gab für Gottes Sache bin Ruhe, Schwächen mit Scham und Reu Freude, Blut und Leben. Weihet dem zurück. Erlöser Dant, weiht euch selbst ihm lebenslang! 6. D lak, wann wir der Liebe ges weihtes Mahl empfah'n, mit fünden: 6. Wer gebeugt von Sorgen geht, reinem Herzen zu dir uns Alle nah'n. wer des Lebens Glück genießet, wer Der Segen deines Todes wird dem vor Gott in Unschuld steht, wem der nur, der, dir gleich, nach Gottes Reis Reue Thräne fließet, sey in Liebe uns che trachtet; ihn lohnt das Himmels vereint; unser Herz fennt keinen reich. Feind! 7. Mit ganzer Seele hange das 7. Nein, es fennet keinen Feind! Herz an seiner Pflicht. Auf Freuden Wohl und Frieden wünscht es Allen! und auf Schmerzen acht' es im Kama Wo des Höchsten Sonne scheint, möpfe nicht. So standhaft, wie du kämpfge Jeder ihm gefallent: wer den Hei- test, sey unsrer Tugend Streit; fo land, Jesus, ehrt, und wer immer herrlich, wie du siegtest, der Sieg, der von ihm hört. uns erfreut. Abendmahlsfeier. 89 8. Sey es auch Last und Mühe, als ein Christ stets bandle; und wird der Pflicht getreu zu seyn; führ's ie mein Glaube schwach, o so bilf mir auch zu Spott und Schande, ihr stand: liebreich auf, daß ich in dem Tugends haft uns zu weih'n: was ist das Glück lauf nimmer wanke, nie ermüde; so der Erde? Wie bald ist es dahin! erquicket mich dein Friede! Was sind der Erde Leiden? Wie bald sind sie dahin! 9. Kommt, miterlöste Brüder, wir wandeln, Hand in Hand, dem großen Biel entgegen, in's rechte Baterland, voll Bruderlieb' und Treue, im süßen Borgefühl des Lohns bewährter Tu- führt sie mich zu Himmelsfreuden. gend, des Wiedersehn's am Ziel. 7. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Tren' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest, daß sie mich auch nicht vers läst! Nach des Lebens kurzen Leiden 10. Den herrlichen Bollender erbebe mein Gesang! Bringt bei dem Mahl der Liebe ihm Preis und frohen Dank! Nach dem Abendmahl. Wir schauen hier im Bilde, und dort von Angesicht; wir wandeln hier immel. Der du dein Wort mir Dunkeln, doch einst wird Alles Licht. haft zc. Mel. Gott, vor dessen Anges fichte zc. 239. Nimm hin den Dank für deis ne Liebe, erhabner Mittler, Jesus ich nun mit Freuden 238. Voller Ehrfurcht, Dank und übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Freuden komm ich, Herr, auf dein Es müsse deines Todes Pein mir imGebot, zu dem Denkmal deiner Leie merdar vor Augen seyn! den, und gedenk' an deinen Tod! Mittler, der du für mich farbst, mir ein ew'ges Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sey mein eifrigstes Bestreben. 2. Ich empfind' es jetzt auf's Neue, was ich, Herr, dir schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Segen bin, zeigtest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den Kreuzestod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt mir und Kraft, auf der Tugend sicherm Pfade fest einher: zugeh'n, verschafft. Und du rufft auf's Neue mir durch dein Nachtmaht, daß ich hier Theil an deinem Segen neh: me, und mich deiner niemals schäme. 2. Wie kann ich dich genug erheben? Jd), sündhaft und des Todes werth, ich soll nicht sterben, sondern leben; denn leben soll, wer sich bes tehrt. Du starbst für Sünder, starbft für mich; wie preis ich, o wie preis ich dich! 3. Heil mir, dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein! Bon Herzen hab' ich dir versprochen, die bis zum Tode treu zu feyn; und feierlich gelobt ich's dir; sey du nun Hülf' und Beiz stand mir! 4. Bewahre mich vor neuen Güns den; verlaß mich in Bersuchung nicht; im Kampfe hilf mir überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht. Im Tode noch sey, Herr, dein Heil mein höch= fter Trost, mein bestes Theil! 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens deinen Leib, dein Blut empfah'n? 5. So soll denn weder Spott noch Nicht zur Bess'rung meines Lebens Leiden, noch Ebre, Gut und Lust der mich zu deinem Tische nah'n? Ja, Welt mich je von deiner Liebe schei= mit wahrem Ernst will ich mich vor den, die selbst im Tode mich erhält. Sünden scheu'n, und dich durch ein Du bist und bleibeft ewig mein; o laß neues frommes Leben mit vermehr- mich deiner würdig seyn! tem Fleiß erheben. 6. Geh' mir, wo ich bin und wand te, immerfort mit Hülfe nach, daß ich 5. Diesen Borsaß, den ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, präg' ihn, Jesu, bis zum Grabe in meine Mel. Wie groß ist des Allmächt's gen ze. Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu voll: 240. Preis dir, du baft aus deiner zieh'n, Muth, die Sünde stets zu Fülle, Herr, unser schmachtend Herz flieh'n, ibre Lockungen und Freuden erquickt! In welches Licht, in welche bis an meinen Tod zu meiden! Stille war betend unser Geist ent rückt! In uns erwachten höh're Tries be, als sich die Welt um uns verlor. 90 Trauung. Um uns war Himmel; Gotteslieve Mel. Wie schön leucht't uns der zc. hob uns vom FIrdischen empor! 241. Wir naben uns, o Gottes 2. Bollbracht ist nun die heil'ge Feier, Sohn, von Dank durchdrungen deiverkündet ward von uns dein Tod. nem Thron; du hast uns nun geges O dein Gedächtniß bleib uns theuer, ben im Nachtmahl deinen Leib, dein und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie Blut; dieß komm' auf ewig uns zu des Himmels Borgefühle in uns er gut und stärk' in uns dein Leben. kalten und vergehy'n! Laß würdig einst Amen! Amen! Welche Freuden nach am großen Ziele, Herr, deine Herr- dem Leiden warten droben, wo wir lichkeit uns seh'n! Idich ohn' Ende loben! Trauung. Mel. Du, Gott, bist über Alles Herr 2c. 242. Auf euch wird Gottes Segen ruh'n; er hat ihn euch gewährt! Geht hin, und macht durch frommes Thun euch dieses Gegens werth. 2. Erhalte sie auf deinen Wegen, nimm alles ihres Thuns dich) an, und laß sie jedes Glückes Segen mit Dank aus deiner Hand empfah'n, wenn ihr 2. Der Herr erfüllt, was er ver: vereinigtes Gebet zu dir um Gnad' sprach; sein Heil sollt ihr empfab'n; und Hülfe fleht! kommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz, 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt, und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. Mel. Wie schönleucht't uns der2c. 243. Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ebe Bund geweiht; o weih' auch sie( uns) zum Gegen, die bier( wir) vor deinem An gesicht entschlossen steh'n, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen. Laß sie( uns), Bater, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm vor dir und heilig wandeln! wie im Leiden, zu großer Pflichten Utes bung rufft: gib, daß sie beide dir sich weih'n, und dein sich über Alles freu'n! 2. Laß fie( uns) auf dich im Glant ven seh'n; der Zukunft frob entgegen geh'n; Beschwerden muthvoll tragen; im Stillen immer dein sich( uns) freu'n, geschäftig, tren und friedsam seyn; im Leiden nicht verzagen. Ja, gib, daß sie( wir) dir ergeben, glücklich le: ben, freudig sterben, und vereint den Himmel erben. 3. Dir sey durch deines Geistes Triebe geheiliget ihr Geist und Leib. Gib, daß mit unverrückter Liebe fich stets ihr Herz ergeben bleib', mit Liebe, die voll Zärtlichkeit einander sich zu dienen freut! 4. Kein Theil verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm. Und trifft den einen Laft und Plage, so mildre sie der andre ihm. Das Glück, deß sich der eine freut, schaff auch dem andern Seligkeit. 5. Laß sie einander, wo sie fehlen, fanftmüthig nachseh'n und verzeih'n, und sich, das Gute nur zu wählen, Ermunterung und Beispiel seyn. Wie wächst dann jeden Augenblick mit ihrer Tugend auch ihr Glück! 6. Und gönnst du ihnen, Gott, die Freude, an Kindern ihre Luft zu seh'n: so laß sie fröhlich dann auch beide, Algütiger, dein Lob erhöh'n, und eifervoll sich stets bemüh'n, sie fromm und weise zu erzieh'n! .7. Wenn sie so deine Wege wallen, vereinigt durch der Liebe Band, o Gott, zu deinem Wohlgefallen, wie voch beglückt ist dann ihr Stand! Belebe sie deiner Liebe Sinn: o so wird Alles ihr Gewinn! Mel. Wer weiß, wie nahe mir2c. 244. Von dir, Gott, sind der Ehe 8. D'rum leite sie auf deinem Pfade, bis an das Ziel von ihrer Bahn, nach Rath; und deine Gnade nehm' einstens fie zu Ehren an. Dann krönt Freuden. Du, der du Mann und sie auch vor deinem Thron der from: Weib erschufft, und sie im Glück, so men Liebe höh'rer Lohn. Begräbniß. 91 Jubelhochzeitfeier. der Sinne wich, im raschen Strom der Jahre sich veredelte die Liebe. Mel. Es ist ein Gott! Ver: stumme zc. 245.0 4. Gott, welche Wunder deiner Macht enthüllt ein langes Leben! Bis hieher haft du sie( uns) gebracht! du, den keine Sprache nennt, Sich', ihre( unire) Lippen beben! Ber= den tief das Herz empfindet, der süße nimm der Enkel Jubelchor, und dieBande knüpft und trennt, und dann sen Seufzer, tief hervor aus frohge= auf ewig bindet: des Dankes Opfer rührtem Herzen! ist bereit; hier steh'n, von deiner Huld erfreut, zwei hochbejahrte Zeugen. 5. Bis hieher haft du fie( uns) ge= bracht; wie manche trene Gatten barg schon des Grabes tiefe Nacht wurden früh getrennt; sie( wir) steh'n in ihre Trauerschatten! Wie viele vereint, und selig nennt dich ihre ( unfre) Seele: Bater! auch, du Stärke aller Schwachen! 6. So leite fie( uns) durch's Alter Bis zu des Lebens lettem Hauch wird 3. Du leiteteft sie( uns) Hand in deine Liebe wachen. Wie eine Stunde Hand, Ein Herz und Eine Seele, mit sie( uns) verband so führe deine iedem Jahre mehr verwandt. Der Baterhand sie( uns) auch vereint zum frohe Mund erzähle, wie jeder Trug Biete!" 2. Ein tiefgerührtes Greisenpaar finkt betend vor dir nieder; der Tag, der einst ihr( der unser) Glück gebar, er kehret festlich wieder. Ein halb Jahrhundert floh dabin; fie( wir) say'n es still vorüber zieh'n, denn ihre ( unfre) Liebe weilte. Begräbniß. Mel. Nun laffet uns den Leib zc. der Welterlöser starb, der Allen Gnad und Heil erwarb. 246. Begrabt den Leib in seine Gruft; bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn, einst blüht er auf, und steht zum bessern Leben auf. Eine Stimme. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterblichen, nur ein! Es bleibet ja im Grabe nicht, denn Jesus kommt, und hält Gericht. Der Chor. 2. Zurück zur Mutter Erde kehrt hier Alles, was ihr angehört. Der Leib verwest; doch einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. Eine Stimme. Es mag mein aufgelöst Gebein mun die Verwesung weit zerstreu'n; bleibt als Staub in dessen Hand, der mächtig es mit mir verband. es 1 Der Chor. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, frei von der Erde Schmerz und Noth; verziehen hat ihr Gottes Huld der Erdenschwachheit Fehl und Schuld. Der Chor. 4. Wir wandeln hier im dunkeln That, erdulden oft hier Müh' und Qual. Wir tragen Jesu Christi Joch, entschlafen einst, und leben doch). Eine Stimme. Auch mich hat Trübsal oft gedrückt; nun hat mich Gottes Ruh' erquickt. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit? Der Chor. 5. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. Eine Stimme. Wohl euch, wenn tren ihr darnach ringt, bis ihr euch auch der Erd' entschwingt! Heil uns, wenn euch, die ihr jest weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Der Chor. Eine Stimme. 6. D laß, Erlöser, deinen Tod uns stärken in der legten Noth! Laß unfre Gott ist barmherzig; er verstößt ganze Seele dein, und freudig unser im Tode nicht, die er erlöst, für diel Ende seyn! 92 Begräbniß. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern steh'n, soll Jeder zu dem Bater fleh'n: Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. 247. Ist dieß unser Ziel? und en- ich bitt, o Gott, durch Chriſti Blut, det Alles in des Grabes Nacht? Und mach's einst mit meinem Ende gut! des Todes Schrecken wendet von uns 8. Last alle Sünden uns beren'n, Feines Gottes Macht? Wär' es Wahr- vor unferm Gott uns findlich scheu'n. heit, wenn das Herz abnet bei der Wir sind hier immer in Gefahr; Trennung Schmerz: Was sich auch nehm' Jeder seine Seele wahr! das Herz erkoren ach, verloren ist verloren! - mach' uns das Sterben zum Gewinn; sieh' unsre Seelen zu dir hin! 9. Wann unser Lauf vollendet ist, 2. Nein, du bist uns nicht verloren, so sey uns nab', Herr Jesu Christ Theurer, den( Theure, die) der Sarg umschließt! Heil dir, dich hat, neugeboren, eine höh're Welt begrüßt! Was du Wahres hier gedacht, was di Edles treu vollbracht, reift in ew' ger Wonne Segen, dort vergeltend dir entgegen. 3. Dank dir, Dank für Lieb' und Mel. Welt ade, ich bin dein Trene, aus dem nassen Auge Dank! müde zc. Beispiels Weihe; aus des Herzens Junerm Dank! 249. Sanft und ruhig sey dein es leitet licht und mild, durch das Schlummer in der Erde Fühlem Leben uns dein Bild; und der Erde Schooß! Nach des Lebens Müh' und schönste Habe ward dir- Liebe noch Kummer ward dir nun ein besfres im Grabe. Loos. Wir umringen noch dein Grab, 4. Daß du, Gott, ihn( sie) uns geschauen wehmuthsvoll binab; doch zur schenket, deiner Güte Preis dafür! Ruhe geh'n auch wir. Gott sey Dank! Der du ihn( fie) an's Ziel gelentet, wir folgen dir. Preis auch dafür, Bater dir! Auch im dumpfen Grabgesang dir, o Jesu, frohen Dank! Unsrer harrt ja, was wir flehen, ewig sel'ges Wiedersehen! 2. Weg mit unserm Blick vom Staube! Was hier schlummert, bist du nicht. Schon erblickt dich unser Glaube dort, umglänzt von höherm Licht. Nach des Lebens Pilgerlauf schwang dein Geist zu Gott sich auf. Nein, du selbst Mel. Nun lasfet uns den Leib zc. 248. Nun bringen wir den Leib vist nicht mehr hier! Gott sey Dank! wir folgen dir. 3. Laßt uns trocknen unfre Thräzur Rub', und decken ihn mit Erde nen; ewig ist auch unser Geist! Heil zu, den Leib, der nach des Schöpfers uns, wann nach langem Sehnen er Schluß zu Staub und Erden werden dem Staube sich entreißt! Dort, wo muß. feine Thräne fließt, wo nicht Tod, 2. Er bleibt nicht immer Asch' und nicht Trennung ist, freu'n wir ewig Staub, nicht immer der Berwesung uns mit dir. Gott sey Dank! Dir Raub; er wird, wann Christus einst folgen wir. erscheint, mit seiner Seele neu vereint. IO. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst; dann laß uns fröhlich aufersteh'n, und dort dein Antlig ewig seh'n! 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. bist; lern' bier, was unser Leben ift. 250. Tiefe Trauer eint uns hier, Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlic) noch zuletzt der Tod. wo uns Freude sonst umfangen, des 4. Schnell schwindet unsre Lebens-( der) Geliebten denken wir, der( die) seit. Auf Sterben folgt die Ewigkeit.( ihr) schlummerndes Gebein segnen den 25eg vorangegangen, und sein Wie wir die Zeit bier angewandt, so wir mit Thränen ein. folgt der Lohn aus Gottes Hand. 2. Was er( sie) Gutes hier gethan, 5. So währen Reichthum, Ebr' und was uns einst mit ihm( ihr) verbunGlück, wie wir selbst einen Augen- den, blicken wir voll Wehmuth an; blick; so währt auch Kreuz und Trau- es ist nicht mit ihm( ihr) verschwun rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. den: denn wie schnell das Leben eilt, 6. D fichrer Mensch, befinne didy! Gutes bleibt und Liebe weilt. Tod, Grab und Richter naben sich. 3. Christen schreckt nicht Grab und In Allem, was du denkst und thust, Tod; nicht erhebt sich bange Klage. vedenke, daß du sterben mußt! Durah) das Grab glänzt Morgenroth Begräbniß. 93 von dem ew'gen Frühlingstage; und Kinder, Schwestern, Brüder, Mann der Tempel Gottes steht, wo kein und Weib vereint! ann, gelehrt Sturm der Erde weht. von Himmelsweisen, wir des Baters und Gram uns in seine Ruhe nahm. Liebe preisen, der aus Jrrthum, Kampf 4. Flucht an eines Engels Hand, Rettung vor den ungewittern, Weg in's ew'ge Baterland- fann der Christ 8. Bald vielleicht, ach bald vers vor dir erzittern? Seines Glaubens schwunden ist auch meine Zeit, und Freudigkeit harrt des Tags, der in die letzte meiner Stunden naht vielbefreit! leicht noch heut'! O laßt Gottes Weg 5. Laßt uns oft den ernsten Blick uns wandeln; immer gut und redlich in die Nacht der Gräber senken! Laßt handeln! Wann uns dann der Bater uns liebevoll zurück an geliebte Todte ruft, schrecket uns nicht Tod, noch denken; daß wir in Bereitschaft steh'n, Gruft! muthig ihnen nachzugeh'n! Bei der Beerdigung eines Kindes. Eigne Melodie. 251. Trockne deines Jammers ThräEigne Melodie. deinen Blick; denn es bringt kein banges Sehnen ion, der 252. Weltern, weinet auf das Grab starb, zurück. Ach, die holde Stimm' eures Kindes Thränen hin; aber trockund Rede, und der Lieblichkeiten iede, net sie auch ab; denn sein Tod ist euch und sein freundliches Gesicht findest du Gewinn. im Grabe nicht! 2. Prüfen will Gott euer Herz, prüfen eures Glaubens Werth. Zeigt ihm, daß ihr auch im Schmerz kindlich seinen Willen ehrt! 2. Gleich des Feldes Blumen schwindet alles Fleisch umher; traurig sucht der Freund, und findet seinen Freund nicht mehr. Vor dem welken Greis 3. Er, der euerm Arm entriß, was am Stabe sinkt der Jüngling und der Knabe; vor der Mutter sinkt in's Grab oft die junge Braut hinab. ihr jetzt noch weinend liebt, er ist's, der es euchy gewiß einst voukomminer wieder gibt. 4. Diese Kräfte, dieses Trachten nach Vollkommenbeit, dieses Borgefübt, dieß Schmachten nach Unsterblichkeit: dieser Geist, der Welten den Fet, würde mit in's Grab gesenket? Und geschaffen hätte Gott dieses Alles nur zum Spott? 3. Gleich des Feldes Blumen werde alles Fleisch verstäubt. Nur der Erdenleib wird Erde; sein Bewohner bleibt. Ja, du lebst, Geliebter( Ge- Huld vereint. liebte), lebeft über Sternen, oder schwebest mitleidsvoll um deinen Freund, die nun euern Liebling deckt! Wist, 5. Schaut denn weg von jener Gruft, der an deinem Grabe weint! daß Gott auch euch bald ruft, und auch euch einst auferweckt! 4. Ja, ibr sollt es wieder seh'n, euer Kind, das ihr beweint; sollt mit ihm am Throne steh'n, wo euch Gottes 6. Blickt zur Ewigkeit empor! Ler= net euch des Himmels freu'n! Was sich hier in Nacht verlor, wird euch dort einst lichtvoll seyn. Am Grabe Frühverstore 5. Nein, nicht spottend, nicht ver gebens schufft du, Gott, dein Bild! Lieb' und Weisheit hat des Lebens bener. Geist in Staub gehüllt! Diese Hülle mel. Herr, ich habe mißgehan: wird zertrümmert, und die freie Seele schimmert zu der höhern Gei delt zc. ster Chor immer herrlicher empor. 253. Wen Denn der Schöpfer der Ge6. Auf, von Moder und Berwesung schlechter unsre Lieben zu sich ruft; blick' Hinauf, mein Geist, wo im Frie- wenn die Söhne, wenn die Töchter densthal Genesung alles Jammers inken in die frühe Gruft: ach, dann fleußt; wo nicht Kriey, Erdbeben, fühlen unsre Herzen unaussprechlich) Fluthen, Hunger, Vest und wilde Glutiefe Schmerzen! then, wo nicht Trennung mehr, noch 2. Wenn der Sängling, kaum geTod liebenden Geliebten droht. boren, gleich der Blume, schnell ver7. D des Wonnetags, der wieder blüht, und die Mutter nun verforen ewig Freund und Freund, Weltern, ihre ganze Hoffnung sicht: kaum kann, 94 Außerordentliche Andachtsfeier. ohne zu verzagen, diesen Schmerz das Glück. Welch ein Bild von deinem Herz ertragen. Leben blieb zu unserm Troft zurück! 3. Wenn der Tod im edlen Sohne Allen müss' es Beispiel seyn, zu be: seine Lust dem Bater raubt; wenn glücken, zu erfreu'n! des Hauses Stolz und Krone sinket 3. In dem Segen deiner Thaten mit des Baters Haupt; Mütter von lebst du fort noch in der Zeit; ien: den Kindern scheiden: Gott, was glei- seits werden dir die Saaten Ernten chet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unterliegen, dieses arme, schwache Herz, bülfest du uns, Herr, nicht fiegen über Tod und Trennungsschmerz! Deine Rechte schlug uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. ew'ger Seligkeit; schon lohnt dich er: füllte Pflicht, denn du schauest Got: tes Licht. 4. D dann, wann zum vollen Lohne die Gerechten aufersteh'n, werden wir mit dir zum Throne des Bergelters preifend geh'n; rufen dort vor seiner Schaar: Krön' ihn, der uns Segen war! 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Soll ten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns Mel. Alle Menschen müssen ze. im bessern Leben die Berlornen wie: 255. Wer mit Luft und Eifer strebder geben! 6. Bater, deines Troftes Quelle trock- te, seine Brüder zu erfreu'n, wer der net auch am Grabe nicht. Selbst des Welt zum Segen lebte, soll uns un Todes Nacht wird belle durch des vergeßlich seyn! Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns einst als Glück erscheinen! Sein Gedächtnis bleib' und daure! Seine Nachwelt klag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schä Ben kann. Am Grabe eines edlen Mannes. Mel. Gott des Himmels und der sc. 254. Rube fanft hier, wo die Schwüle banger Erdentage weicht! Lieblich bleiben segnend uns zurück; und die 3. Seines frommen Lebens Thaten web' um dich die Kühle; Gottes Erde Frucht der edlen Saaten ist der Nachsey dir leicht! Segen folgt dir nach welt Heil und Glück! Achten last in's Grab; Alle weinen Dank hinav. uns seinen Namen! Seine Tugend 2. Wohlzuthun war dein Bestre: nachzuahmen, edet, wie er war, zu Sen; und du warst uns Freud' und seyn, wolle Gott uns Kraft verleih'n! Mel. Ich lobe, Herr, und preise zc. 256. Dir, höchster Herr und König der Könige und Herr'n! dir ist man unterthänig; du herrscheft nab und fern, du unser Herr und Gott; an Ehren groß und prächtig, zum Schuße stark und mächtig, ein Helfer in der Noth! 2. Laßt uns Alle heute klagen, denn es starb ein edler Mann! D wie viele müssen sagen: Mir auch hat er wohl gethan! Ja, gerecht sind unsre Zäh ren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehrt der Wehmuth lauter Schmerz. 3. Außerordentliche Andachtsfeier. Huldigung. Wer ihr zuwider lebet, der, Höchfter, widerstrebet dir selbst sowohl, als ihr! 3. Du, höchster Herrscher, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich den König ehre, wie es dein Wort uns heißt! Er trägt ja, Gott, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht und Lieb' erfüllen, wird dein Will' auch erfüllt! 2. Nach deines Wortes Lehre ist 4. Laß deines Geistes Gaben stets auch die Obrigkeit von dir, und dir reichlich auf ihm ruh'n; laß ihn, auch) zur Ebre; ihr Schwert, das Frev hoch erhaben, gern deinen Willen tern dräut, empfing fie nur von dir. thun. Du herrschest selbst im Land: Außerordentliche Andachtsfeier. 95 das Herz der Obrigkeiten kannst du das nicht jeder herrschen kann; sey wie Bäche leiten, es steht in deiner ein guter Unterthan. Hand. 2. Nie vermessen strebe er höher, 5. Es leuchte, Gott der Güte, dem als er soll, als er Recht, Gelegenheit Könige dein Licht; Gerechtigkeit be- und Rath, und auch Kraft zu nügen büte ihn allzeit im Gericht! Las stets hat. durch sein Bemüh'n die Frommen sicher wohnen, nie laß ihn Frevler der ist niedrig, der ist groß. Schäm² 3. Ungleich ist der Menschen Loos; schonen, selbst stets das unrecht fliey'n! dich deines Standes nicht; nöthig ist doch jede Pflicht. 6. Gib, daß durch sein Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit! Herr Gott, du fegnest gern! Wir bitten ohn Ermüden: gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn! mel. Sey Lob und Ehr' dem 2c. 257. Erhalt uns, Herr, die Obrigmit keit, die du uns gabst auf Erden, Wohlstand und mit Sicherheit durch fie beglückt zu werden. Berleih' ihr Weisheit, Lust und Kraft, was wah res Heil uns Auen schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich) regiere, zu uns den Se: gen und dein Reich durch gute Ans stalt führe, der Unschuld Schirm und Wächter sey, den Redlichen mit Hülf' erfreu', dem unrecht kräftig steu're. 3. Las uns, durch ihre Macht be: schüßt, des Friedens Glück genießen; erwerben, was dem Leben nüßt, und seine Müh' versüßen. Hilf, daß wir in Gottfeligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht davon em: pfinden! 4. Beschirme sie durch deinen Schuß, das, die ihr uebels gönnen, mit ihrer Lift und ihrem Truß ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen. 5. Gib denen Folgsamkeit und Treu', die ihr sind untergeben, daß Jeder: mann beflissen sey, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres Amtes Müh'; mit deinem Segen kröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! Gefeßen sters getreu; denn wer diese 4. 3ur gemeinen Wohlfahrt sey den gern vollführt, ist so frei, als der regiert. 5. Schaue Jesum Christum an: sey, nicht blos aus Noth, deiner Obrigkeit wie er, auch unterthan; halte gern, Gebot! 6. Selbstbeherrschung ist so schwer. Irrt dein Herrscher, stranchelt er: so verdamm', ihn nicht und sprich: Er ist auch ein Mensch), wie ich). 7. Ach, wie oft verführt ihn nicht zur Bergessenheit der Pflicht, schmeichelnd oder ränkevoll, der, den er be glücken soll. 8. Lebe selbst gewissenhaft; deiner Overn Rechenschaft laß dem Herrn, und sieb nur du, daß du selbst gerecht seyft, zu. 9. Ehre, Furcht, wem sie gebübrt; Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was du schuldig bist, stets gern! IO. Ordnung, und Gerechtigkeit, Schutz und Fried' und Sicherheit, welch) ein Glück, das, wer es hat, nur durch gute Obern hat! dieses Glückes recht erfreu'n: da iſt II. Wo sich) Alle, groß und klein, glücklich jeder Stand, ja, da blühen Stadt und Land. 12. Wer sich sträflich widersett, Ordnung und Geseß verletzt, wird der Strafe nicht entflieh'n, Gott, sein Richter, findet ihn. 13. Obrigkeit und Unterthan bete Gott, den Höchften an; fürcht' ihn, 6. Laß sie und uns voll Eifer feyn, schene sein Gericht, das gerecht ist: in deiner Furcht zu leben; uns deiner frevle nicht! Oberherrschaft freu'n, mit ihr dein Lob erheben: das so vor deiner Ma jestät, die über Alles, Alles geht, Re: gent und Volk sich beuge! Fahnenweihe. Eigne Melodie. 250. Hebt d ebt das Herz! hebt die Hand! Mel. Jesu, Jesu, komm zu mir 2c. 258. Wer gehorcht, der thu's mit Erd und Himmel soll ihn bören unfern hohen Schwur der Ehren, unLuft. Er bleib' immer sich bewußt, fern Schwur für's Baterland! Glors 96 Außerordentliche Andachtsfeier. reich schwebe dieses Zeichen, das vor- les wohn' an dieser Stätte nur deines an im Streite weht! Keiner soll von Namens Ruhm. erhebt! hinnen weichen, wo sich dieß Panier 2. Gib hier stets treue Lehrer, die 2. Hebt das Herz! Hebt die Hand! vier stets fromme Hörer, die reich des rein dein Wort verkündigen! Gib Wehe muthig, edle Fahne! Daß sich Glaubens Früchte seh'n! Es get', wer jede Brust ermanne für das heil gehieher komme, gebessert weg von hier; Baterland. Mache, stolzes Ehrenzeichen, alle Männer ehrenfest, daß fie der Glaubige und Fromme führ sich tausendmal erbleichen, et nur einer gestärkt in dir. Das zagende Gemügerührt von deiner Güte such hier' der Sünder dich). the erheb hier muthig sich; dich verläßt! 3. Hebt das Herz! hebt die Hand Hebt sie zu der Himmel Meister! Hebt fie zu dem Geist der Geister! Hebt sie Hoch vom Erdentand! Daß wir's tren und heilig halten in Gedanken, Wort mit und That! Gott muß doch zulegt verwalten, was der Mensch beschlossen hat! 3. Ben Sorg' und Mangel drücken, wer einsam unter Menschen steht, wer des Kummers Blicken umsonst nach Hülf und Hoffnung späht, dem komm' hier Trost von oben in das beklommne Herz; zu dir, o Gott, erhoben, vergess er seinen Schmerz! und Mel. Es ist ein Gott! Versiedes heiße Flehen, das hier dich kindlich ehrt, laß in Erfüllung gehen, wenn es uns Heil gewährt! stumme 2c. 260. Herr, 4. Die feiernd am Altare verküns err, unfer Gott, auf dessen Ruf die Erde blüht und bebet, der unsern Geist zum Licht erschuf, das digen des Heilands Tod, erwecke und deinen Thron umschwebet, wir sind, bewahre zur Heiligkeit dein Geist, o o Herr, dein Eigenthum; laß dir in Gott! Die in der Taufe Weihe' dir deinem Heiligthum ießt unsern Schwur freue des Christenglaubens Macht. werden dargebracht, veredle und ergefallen! 2. Du schenktest uns ein Baterland, Die hier vor dir beschwören der Ehe worin wir glücklich leben. Was konnté heil'gen Bund, las tren im Wandel deine Segenshand uns Neidenswer- ehren, was dir gelobt ihr Mund. thers geben? Heil unserm König! Er ist gut; wer wollte nicht mit frohem Muth Ihm Blut und Leben weihen! 5. Erhör' uns, Herr, so schauen als Himmelsvorhof wir dieß Haus; noch in der Gräber Grauen strömt es dann 3. Des Baterlandes Ruf vereint seinen Segen aus! Es nah' nun auch zum starken Schuß die Brüder. Nicht die Stunde, die uns von hinnen ruft: Macht allein besiegt den Feind; die die hier erhalt'ne Kunde folgt uns Treue wirft ihn nieder. D'rum bleibt selbst in die Gruft, daß einstens höy're der Fahne treu, sie führt zu Ruhm Sonnen sich uns zum Tempel weih'n, und Sieg; denn Ruhm gebührt dem daß rein'res Preises Wonnen uns Tapfern nur, dem Treuen! ewig dort erfreu'n!" - 4. So dentet, Brüder, die ihr hier den heil'gen Bund beschwöret, an Gott und Baterland, daß ihr treu haltet, Einweihung zum Prewas ihr schwöret. Dem Eide treut, dem König hold, so gebt auch freudig, wenn ihr sollt, Ihm euer Blut und Leben! digtamt. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. 202. Der du vom Himmel Licht Einweihung eineruns gibst, und alle Menschenseelen liebst, sie alle schufft zum ew'gen Leben, sie alle willst zu dir erheben, o segne, Bater, ihn, der heut' der Wahrbeit beil gem Dienst sich weiht! Auch er will von dir verbreiten; auch er zum Himmet Seelen leiten. Gib Weisheit ihm und Freudigkeit! Kirche. Mel. Nun lob', mein'Seel', den 2c. 261. Dir bleibe, Herr, geweihet, dir, unser Gott, dein Tempel hier! Dir wurde er geweihet; stets sey er auch beschirmt von dir. Wend' ab von ihm Gefahren; gib Pfleger, treu bemüht, daß noch in fernern Jahren hier ton' des Enkels Lied. Kein Frev lender betrete das theure Heiligthum; 2. Gott, schwören will er, schwören dir, mit Mutb und heiliger Begier der Wahrheit Spur stets nachzugehen, um immer mehr des Lichts zu sehen; ihr göttlich Wort zu lehren rein, und Thäter selbst des Worts zu seyn, um Alle, die Außerordentliche Andachtsfeier. 97 die sich ihm vertrauen, durch Lehr'| Mel. Wie schön leucht't uns der2c. und Leben zu erbanen. Laß diesen Schwur ihm beitig seyn! 265. Woht uns! wohl uns, daß 3. Einft wird ihn richten dein Ge: Gott uns liebt, uns immer treue Leh richt, ibn richten nach der großen rer gibt, die uns zum Himmel fühe Pflicht, die er gelobt. Wir Alle hö- ren; die aufgeklärt durch Wissenschaft, ren ihn feierlich dir Treue schwören. voll Tugendliebe, Geift und Kraft der D webe, weh' ibm, wenn er bricht, Sünder Herzen rühren! Rühmet, was er so beilig dir verspricht! preiset seine Treue! Bobl aber ihm und ew'ger Segen, ward sie heute. Dank sey unsre heil'ge Wieder neue führt treu er Seelen dir entgegen! Freude! Dann, Gott, verklärt, ihn einft dein Licht! Mel. Komm, heiliger Geist 2c. 263. Komm, Geist des Herrn, du Geist der Kraft, der Göttliches im Menschen schafft! Müh'n und Gefahren hat das Leben; und eitel ift der Sinnen Streben; o stärk' uns für den Pilgerlauf; richt' unsern Blick zur Heimath auf! Die sich zum Himmelsdienste weiben, die laß sich deiner Kraft erfreuen, in Jesus Christ, zu deinem Ruhm! Einführung eines Pre, ann einft dein großer Tag er. digers. scheint, dann führe uns der treue Mel. Von dir kommt jede gute 2c. Die Seelen sind ihm zugezählt; wenn Freund dir, Bater, froh entgegen! 264. Giv, Gott, dem Lehrer Glück ihm Himmelssegen! Gott, wie were dort lohn' den wir uns freuen mit dem Treuen, wann zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! und Kräfte zu seinem segensreichen Stand, ihm, den zum Heiligungs geschäfte du uns als Führer zugesandt! Hilf du im selbst, daß seine Treu', o Gott, an uns gesegnet sey! 2. Wir reichen fegnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt; Heil ihm zu dem Geschäfte, uns treu zu bilden in der Zeit, zum Leben in kräfte! Lehr' ihn, hilf ihm thun und der Ewigkeit, Herr, gib dazu ihm leiden, dulden, fitreiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen! 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruh'n; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sey, das ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! üeben hilf uns dann im Leiden, wie in Frenden, seine Lehre, uns zum Heil und dir 2. Laß dir auf allen seinen Wegen ihn, den du riefft, empfohlen seyn; beglücke, was er thut, mit Segen, der Ausfaat Mühe mit Gedeih'n! Für unser Wohl schlag' ihm das Herz; Gram, den er fühlt, sev unser Schmerz. Nach der Handlung. 5. So sey gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sey dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Nas men. ir reichen freudig dir die Hand; wir geh'n mit dir in's Baters land; du führst uns. Amen, Amen! Heilig bleib' uns diese Stunde! Uns 3. Knüpf' zwischen ihm und uns der Liebe und des Vertrauens festes Band; serm Bunde treu zu leben, sey stets ihm reiche mit aufricht'gem Triebe unser Aller Screben! der Achtung jeder gern die Hand. Wer Gott und sein sort liebt und Jubelfeier eines Pres ehrt, der hält auch dessen Diener werth. digers. 4. Einst laß uns dankvoll ihm begegnen, der Gottes Weg uns gehen Mel. Gott, vor dessen Anges biek, ihn mit entzückter Rührung segsichte zc. uns wies. Er find im höhern Baterland uns 266. Auf, und dankt dem Herrn wieder, wie er hier uns fand. der Geister, daß er uns zu Geistern 5. Dann rufen, Herr, du woulst es schuf; preist des Weltbau's Herrn geven! ihm einstens viele Seelen zu: und Meister: daß sein liebevoller Ruf, Heil sey dir, denn du haft das Leben, hoch empor in seiner Welt, hat die. die Seele mir gerettet, du! Gott, las Menschheit aufgestellt, in der Wahrs ihn dieses Glück erfreu'n, von Men= heit Licht zu wandeln, und der Pflicht fchenseelen Retter seyn! getreu zu handeln. Z 98, Außerordentliche Andachtsfeier. 2. Preist ton lauter! Ady, verblen schrecken, die Schläfrigen erwecken, det hatte uns der Sinne Wayn! und Redlichfromme stärken, auf dein Aber, Heit uns, Heil! gesendet ward Gebot zu merken. nach seiner Liebe Plan, Gottes eingeborner Sohn, daß er uns zum lichten Thron, zu des Allerbarmers Gnade, Leitete auf sicherm Pfade. 6. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen, und uns zuleßt erfreuen; 3. Jesus kam! Im Geist verehret, es wird uns deine Gnade ein Licht ward forthin der ein'ge Gott; Jesus auf dunklem Pfade. kam! o Menschen, höret: Liebe war 7. So stärke denn das Herz, daß Gein Hauptgebot! Jesus kam! und auch im größten Schmer; es nie an aufgehellt ward die Nacht der Geister- Muth ihm fehle. sprich zu unsrer welt, und der Gößendienst zerstöret, Seele: Getroft, did soll kein Leiden. und der Liebe Geist verkläret! von meiner Liebe scheiden! 4. Uns auch, uns hat er beglücket! 8. Schließt einst sich unser Lauf: Jefu fetigmachend Wort- preif ihn daun klärt sich alles auf; dann trocks feine Schaar entzücket!- spendet uns net Gott die Thränen, und stillt des noch fort und fort hohe Gotteswissen Frommen Sehnen; dann finden unsre Fhaft, Rub' des Herzens, Tugendkraft, Herzen nur Wonne nach den Schmers frohen Muth in schweren Leiden, Hoffnung ew'ger Himmelsfrenden. zen. 5. Dank dir, der zum großen Werke, das du angefangen haft, deinen treuen Mel. Wenn wir in höchsten Nis Dienern Stärke, Muth verleihft zu je: then 2c. der Bast; daß du fromme Lehrer schon 268. Seh'n wir nur Trüvfal um hier mit reichem Gegenslohn, mit der Hoffnung mehr zu geben, still beglückst im Erdenteven! 6. Auf denn, frommer Greis, und preife deinen Gott heut' froh gerührt, der dich auf des Lebens Reise an ein feltnes ziet geführt! Sieh', wir alle, Alle hier freuen innigst uns mit dir Sieh, die andachtsvolle Menge bringt mit dir Gott Lobgesänge! 3. Wir heben unser Aug' und Herz su dir hinauf in unserm Schmerz und In allgemeiner Noth. eh'n dich um Begnadigung, um unfres uns her, und wissen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat; 2. Dann bleibt es unser Troft allein, daß wir uns deiner Hülfe freu'n; wir flict'n zu dir, du treuer Gott, du einz'ger Helfer in der Noth! Mel. Auf meinen lieben Gott zc 4. Erbarmend, Bater, sagest du dem, der dir trauet, Gnade zu durch Je267. Es züchtigt deine Hand, o fum; du verwirfft uns nicht, o Herr, Höchster unser Land! Zu deinem Ba- von deinem Angesicht! terherzen, steigt anf, in Furcht und 5. D'rum kommen wir, Herr, unser Schmerzen das heiße Fleh'n der Ar- Gott, und rufen zu dir in der Noth! men; vernimm es mit Erbarmen! Ach, deine Bateraugen seh'n, wie Hülf. los wir, Herr, zu dir flet'n! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern, kannst sie enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. MMA 4. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen: so stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Bergilt nach unirer Schuld uns nicht! Um Chrifti willen steh' uns bei, mach' uns von aller Plage frei! 7. Dann danken und lobsingen wir frendenvollem Herzen dir; ges 3. Berkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth; uns, die jest angstvoll mit fleben, las Troft und Rettung sehen! horsam deinem theuern Wort, Herr, Berwandeln kannst du Leiden in neue preisen wir dich hier und dort! Lebensfreuden. Krieg. Eigne Melodie. 269. Verleib uns Frieden gnädige 5. Herr, deine Züchtigung leit uns lich, Herr Gott zu unsern Zeiten; es zur Besserung! Loß fie die Sichern ist doch ja tein andrer nicht, der für Außerordentliche Andachtsfeier. uns könnte ftreiten, denn du, unser Gott, alleine. Gott, gib Fried' in un ferm Lande, Glück und Heil zu allem Stande! Dr. M. Luther. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 270.0 Gott, ein furchtbar Krieges wetter zieht über unser Haupt daher! Doch, bist du unser Echuß und Rets 4. Gibst du Frieden, dann, o dann beten wir dich freudig an; unschuld, Fleiß und Redlichkeit preisen dich in Sicherheit! Aber jetzt noch feufzen ter: so schreckt uns keines Feindes wir, jegt noch fleh'n wir angstvoll bier Heer, wie sehr es auch Gefahr und um Erbarmen, Gott, zu dir! Noth den Völkern und den Ländern droht! Siegesfeier. Mel. Herr Gott dich loben wir 2c. 272. Dich, Gott, dich preisen wir; 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Dank, Bater, Dank sey dir! Du Erden; du bist es, der die Welt re- führ'st die Sonnen ihre Bahn, dich giert. Laß jetzt die Menschen inne flebt das Kind des Staubes an. Hüllft werden, daß deine Hand den Scepter du auch deinen Pfad in Nacht: o so führt; daß über sie dein Auge wacht, verberrlicht deine Macht doch segnend und dein die Weisheit ist und macht. einst in Liebe sich; und frohe Herzen 4. Dir werfen wir uns in die Ar- suchen dich! Was sich auch hebt, was me, und flehen um Barmherzigkeit! fällt: du bist der Herr der Welt! Sey unser Bater, und erbarme dich) Wie du es war bis heut', bleibft über uns zur bösen Zeit! Beschüße du's in Ewigkeit. gnädig Stadt und Land vor Blutver: gießen und vor Brand! zu 2. Ach, gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich seh'n, und da, wo Andre troftlos za gen, mit Zuversicht zu dir zu fleb'n; weit Menschenbülfe wenig nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschüßt! € 99 " C 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hieher, und weiter nicht! sprid), o Höchster, nur- ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Fried und Ordnung, Glück und Ruh' eilen uns von Neuem zu! Unsre Zuflucht, Herr, bist du! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch bärtre Prüfungen für gut: so fassen wir in frommer Stille, voll zu versicht und Glauben, Muth. bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit! Du 6. Dann werden wir gerührt dich preisen, wann du uns wieder wohlgethan, dich, Gott, den Gütigen und Weisen; d'rum veten wir dich hoffend an! Ja, du bist unsre Zuversicht! Wer dir traut, den verläßt du nicht! 2. Auch, wo auf blut'ger Schlachten Feld der Tod die grause Ernte hält;: wo zwischen Brüdern furchtbar'n Streit, ach, selbst die heil'ge Pflicht gebeut; auch da, Herr, waltet deine Macht, du fenfest jeden Sturm der Schlacht! Db stolz die Kraft, ob kühn der Muth viel angeftaunte Thaten tbut: das Ziel von jedem Bölferkrieg. er ruht in deiner Hand, der Sieg!! Heil unsers Reiches Heere! Heil! Ihm ward der Sieg, der Sieg zu Theil! 3. D'rum bringen wir im Feftaefang dir, Gott der Siege, unsern Dank! mischt gleich zur Freude sich auch Schmerz, doch preist dich dankbar unser Herz! Ging über Leichen auch der Pfad, auf dem des Friedens Hoffa. nung der Blick, von Mel. Singen wir aus Herzens grund zc. 271. Um Ervarmen flehen wir, um Thränen schwer, der Trauernden viel Ervarmen, Gott, zu dir! Steh' uns um sich her; ist auch bei folchent bei, Auliebender, Herr der Welt, Al- Dankgefühl die Menschheit ferne noch mächtiger! Hör uns, rett' uns aus vom Ziel: doch bringen wir im Fest= der Noth! Hilf, denn allenthalben gefang, Allmächtiger, dir unsern Dank! droht Raub, Berwüstung, Elend, Tod! 4. Denn jetzt auch hast du dich ver2. Ach, des Krieges Flammen glüb'n! ttärt, well frommt dich unser Glaube Ordnung, Ruh' und Segen flieh'n! ehrt. Du bist's, dem jede Mmacht sich Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe beugt, vor dein das fühnste Droben als bei dir. Denk an uns, in Gnad' schweigt. Zu dir schaut in des Sieges und Huld, nicht an unsrer Sünden Lauf anbetend auch der Krieger auf; Schuld; gib uns Hoffnung und Gesund auch im grausen Schlachtgewühl duld! jehrt dich und sich das Pflichtgefühl. 7* 100 Außerordentliche Andachtsfeier. 5. Ans tausend Bunden seufzt der 12. So viel haft bu an uns gethan, Schmerz: Erbarme dich, o Baterherz! o Allgewaltiger! Dich bete froh der Ach), tröste du, des Troftes Gott, die Erdkreis an, dich preis er, Gütiger! trauern um der Lieben Tod! Du, der uns oft geholfen hat, Allmächtiger, zu Rath und That bilf auch fortvin; Mel. las Segen blüh'n, wo jetzt die Donner wolken zieh'n! Ach, ende, Herr, des Krieges Noth; gib Frieden, du, des Friedens Gott! 274. Friedensfeier. ott, unser froher Lobgefang erschallet dir zum Preise! Vernimm gerührter Herzen Dank, daß du nach Baterweise dich haft erbarmt und Hülf gesandt, und Schwert und Feuer abgewandt, die uns verderben wollten. 2. Wie manche Stadt, wie manches Land du von der Mel. Du, Gott, bist über Alles zc. 273. Bringt Ebre Gott, bringt zum Streit erhob'nen Hand geängstigt Ehr ihm her, und Jubel und Ge- und verheeret! Nur du hast größerm fang; ihm, mächtig, guädig, mild ist Leid gewehrt, du haft Geber und Fley'n er! der Wonne lauten Dank! erhört, auch unsre Noth geendet. 2. Das Land ist frei, das Land ist 3. Wo Furcht und Angst die Hers frei von jedem Gräu't des Kriegs, zen brach, wo Mordgewehre schreck von der bedrohten Sklaverei, vom ten, wo Zucht und Ordnung nieders Jammer selbst des Siegs! lag, das Feld Erschlagne deckten: da febrt zurück die goldne Zeit, Erhos 3. Der Friede kehrt von Gott zu- lung, Ruhe, Sicherheit und deines rück; der Freude Ruf voran; mit ihm Segens Fülle. der Völker Lust und Glück. Das hat der Herr gethan! 4. Der Herr hat sich zu uns ge: neigt; hat Frieden uns gewährt;, es ruht der Sturm; der Douner schweigt; zur Pflugschaar wird das Schwert. 5. Mit Feierkleidern angethan, bringt Ruhm und Preis ihm her! Knie't hin vor ihm und betet an! Wo ist ein Gott, wie er? 6. Wie er ein Bater, der so reich an Huld und Mitleid ift? Jauchzt; er erbarmt sich über euch! Fließt, Freudenthränen, fließt! 7. Des Säuglings Wimmern drang vor ihn; der Mutter Angstgefchrei; und, seht, des Krieges Wetter flieh'n; sie flieh'n, und wir sind frei. Allein Gott in der Höh sey Ehr' zc. 8. Der Greis, verjüngt, wie schwach er war, eilt hin zum Dank entbrannt, mit seinen Kindern zum Altar, den Säugling an der Hand. 10. und sind die Völker nun ver: föhut, so werd' auch, wo ein Feind noch einen Bruder haft und höhnt, sein Herz mit ihm vereint. 4. Der Landmann sammelt unges stört in ausgeleerte Scheuern, was, Gott, ihm deine Hand beschert, frob deine Huld zu feiern. Und schwesters lich vereinen sich Güt' und Gerechtigs feit, durch dich der Länder Glück zu bauen. 5. Gott, der das Glück der Mens schen liebt, schützt und erfreut ihr Les ben, du bist's, der Sieg und Frieden gibt, und ihn auch uns gegeben. Nur dir gebühret unser Dank, nur dich preist unser Lobgesang, der du so gern erfreueft. 6. Webr' ferner nun, nach deiner Treu', wehr mächtig allen Kriegen, daß uns der Friede lang erfreu'; las Menschentiebe siegen! Beschüße du mit starker Hand des Königs Thron des Wohlfahrt. und Stadt und Land, und jedes Stan 7. Wir trau'n auf dich, nur wollst 9. Und dankt, daß du die Menschen daß wir des Friedens rechten Brauch du auch uns wahre Weisheit lehren, tiebst, und Fröhlichkeit für Schmerz, in Misbrauch nicht verkehren, und und friedliche Gedanken gibst den Für nicht durch Stolz und Ueppigkeit, fien in das Herz. durch Leichtsinn, ungerechtigkeit uns eigné Noth bereiten. den Geber aller Güter! Er ist und 8. Erhebt, erhebt Gott immerdar, bleibet, wie er war, der Menschen 11. Weil mun des Krieges Stürme Freund und Hüter. Gleich herrlich, ruh'n, laß uns aus Dankbarkeit mit so von Rath als That, hilft er, wis Eifer, Gott, und freudig thun, was er geholfen hat. Ihm sey allein die dein Geset gebeut! Chre! Außerordentliche Andachtsfeier. 101 Mel. Herr Gott, dich loben wir zc.1Gott, und weinen, die Armnth feufik nach Brod! 275. 3u dir, unendlicher! zu dir, 2. Erbarmungsvoller, wende der Zeis Algütiger! der Völkern still zu seyn ten schweren Lauf; thu' deine Baters gebot, und Frieden fandte, zu dir, hände, uns zu versorgen, auf. Uns Gott, steigt unser Jubelton empor; helfen ist dir leicht; du kannst dem zu unsrer höhern Brüder Chor fingt manget wehren, in Ueberfluß ihn keys unser Herz, entflammt von Dank, ren, wann's uns unmöglich däucht. den lauten hohen Lobgesang: Gelobt, gelobt fey Gott, der Weltbeherrscher,... Den Reichen gib Erbarmen, Ges Gott! der Weltbeglücker, Gott; der fühl für Andrer Schmerz, und, zu ers Friedensgeber, Gott! freu'n die Armen, ein mitleidsvolles Herz; damit sie gern ihr Brod hülflosen Brüdern brechen, und nicht mit Härte sprechen: geht hin, euch helfe Gott! 2. Wer ist an Majestät dir gleich; an Güte und an Macht so reid)? Du sprichst ein Wort: Das Weltal fchweigt; du sprichst ein Wort: der Engel neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot. Du siehst, daß Völker fich entzwei'n, mit Schwert und Waffen sich bedrau'n; die Waffen sinken, und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit. 3. So bald dein Wille, Herr, ge- Jahr mit deinem Gut; und unſer 5. Erhör uns, Bater, Fröne daß beut, und aller Krieger Macht zerftreut. Wie schreckend, wie verheerend Herz gewöhne zu stillgelasnem Much! war empörter Völker Zwift! Gefahr Lehr' es, fich deiner freu'n, zu dir Bers und Angst und Noth und Tod um: trauen haben, und deine Gegensgaben gab uns drohend; offen stand das durch Mißbrauch nie entweih'n! Grab, und unsre Brüder sauken hin; bei Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz, der Mutterherzen brach, und Thränen floßen ihnen nach. 4. Gott, furchtbar war der Völker 3wift. Dank dir, Allgütiger! Er ist durch dich, der Erd' und Himmel trägt, geschlichtet und nun beigelegt. Das ver4. Laß Fleiß und gute Thaten zit Aller Wohl gedeih'n. Die Früchte las gerathen, uns wieder zu erfreu'n. Mit milder Baterhand gib Wärme, Thau und Regen; dann kehret reicher Segen zurück in unser Land! 6. Algütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu'! Oft hat uns Noth getroffen; doch standest du uns bei. Du hilfft, du rettest gern; so sey denn unser Leben dir voll Bertrau'n erges ben, dir, unserm Gott und Herrn! Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. gok, ist weggelegt. Aus deinem Schook 277. Du haft, o gnadenreicher Gott! strömt uns des Friedens sanfte Rub' in Theurung uns ernähret, im Elend und Ueberfluß und Segen zu. Hier und in Hungersnoth Errettung uns Liegen wir und beten an dich, Gott, gewähret; und nun hat deine Segens der dieß an uns gethan! hand von uns und unserm Baterland den Mangel abgewendet. 5. Laß ihn, laß ihn beständig seyn den Frieden, deß wir uns jett freu'n; in seinem Schoose laß uns nun, und 2. Dich jammerte, Herr, unser Leid, spät noch uns're Nachwelt ruh'n! D das Angstgeschrei der Armen; du, fegne, Gott, das Baterland, beglück Bater der Barmherzigkeit, sahst auf und segne jeden Stand! So lang du sie voll Erbarmen! Groß war die uns noch wallen heißt im Pilgerthal, Noth; groß unsre Schuld; doch grö laß deinen Geist, den treuen Führer, ker noch war deine Huld, und deine mit uns seyn! Dann führ' zur ew Macht und Weisheit. gen Rub' uns ein! Amen. 3. Auf, laßt uns unserm Helfer Dank und Preis und Ehre geben; laßt mit vereintem Lobgesang uns Gottes Huld erheben! Der Herr er Erde steht, soll's nicht an Saat und füllt, was er verspricht: So lang die Ernte fehlen. Theurung. Mel. Von Gott will ich nicht laffen zc. 276. Du befter Troft der Armen, 4. Wie schrecklich lehrte Hungers. du Herr der ganzen Welt! du Bater noth uns unser Nichts erkennen! D voll Erbarmen, der selbst den Wurm laß uns dich allein, o Gott, fiets unsern erhält! o fich auf unsre Noth! Laß Retter nennen! Lehr' uns in allem deine Hütf erscheinen! Wir trauern, auf dich schau'n, dich findlich fürch Außerordentliche Andachtsfeier. 102 ten, die vertrau'n und deine Gaben Schäßen. 5. Berleib', daß wir im Ueberfluß uns nie mit Stolz erheben; stets mäßig bleiben im Genuß, der Wollust widerstreben; daß wir mit dem, was deine Hand so liebevoll uns zugewandt, auch Arme gern erfreuen! Bei ansteckenden Krankheiten und Seuchen. Mel. Kommther zu mir, spricht ze. 278. 2 enn uns dein Auge nicht bewacht, nicht, Gott, uns rettet deine Macht; wer wacht, wer bhilft uns Armen? In unserm Jammer fleben wir, die Hände ringend, Herr, zu dir: du wollest dich erbarmen! 2. Der Seuche Gift verbreitet sich weit um uns her; erbarme dich; las uns nicht plößlich sterben! Sieh', wir beweinen unsre Schuld! Bergib, vergib uns, Gott der Huld, und laß uns nicht verderben! 3. Kein Reichthum fchüst, fein Stand, tein Ort, hier jammern Witt wen, Eltern dort, und da verwaiste Kinder. Der Seuche Todeshaud) er reicht auch den, der ängstlich vor ihr fleucht, den Frommen wie den Sünder. 4. Auch Kunst und Borsicht retten nicht; wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte. D bilf uns, Hilf uns in der Noth! Allmächtiger, gebeut dem Tod, daß er nicht länger wüthe! 5. Sev mit den Sterbenden, daß sie dein Antlig schau'n, und alle, die noch leben, die bewahre! Still' aller Kummer, Angst und Schmerz ,, daß bald ein jedes bange Hers, wie gern bn bilfft, erfahre. 6. Das ganze Bolk frohlockt dir dann, und betet dich), Erretter, an, und preiset deine Gnade! Mit neuem Les ben wandeln wir, mit Muth und Treue, Gott, zu dir, auf deinem sichern Pfade! Mel. An Wasserflüssen Babys Ion's 2c. 279. E soll, Herr, unser Lobge= fang jest deinen Ruhm besingen, des ganzen Bolkes lauter Dank dir Preis und Ehre bringen! Du warst mit uns in großer Noth, wir sahen überall den Tod, den Untergang uns drohen. nun wüthet böser Seuchen Heer in unserm Baterland nicht mehr, sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben, und allent: halben waren wir umfangen vom Berderben. Da war kein Schonen'; stündlich war mit Schrecken näher die Gefahr, fast alle Kunst vergebens. Der Tod wich vor ihr nicht zurück; ach), es schien ieder Augenblick der legte unsers Lebens! der Deinen bange Herzen. Du hörteft 3. Zu dir, du Menschenvater, schrie'n uns, die Seuchen flieh'n, du heileft unsre Schmerzen. voll Geduld, nach unsrer Uebertretung Ddu Erbarmer Schuld hast du uns nicht gelohnet! Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüch. tigt haft du väterlich, und väterlich geschonet! Gott, dich ewig loben! Sey ewig, 4. Wir wollen, der du uns befrei'ft, Bater, Sohn und Geist, von deinem Bolk erhoben! Es bete dich, Erretter, an; es jauchze, wer nur danken kann, und diene deinem Namen, und rühme: Gott ist unser Gott! Froblockt; er hilft uns in der Roth, frohlockt ihm, Amen, Amen! 103 Dritte Abtheilung. Gesänge über die gesammte Glaubens- und Pflichten. lehre. 1) Christliche Glaubenslehre. Gott. Gottes Daseyn und z. Unsträflich bist du, heitig, que, Wesen. Me I. Allein Gott in der Höh' sey und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergittft mit Wonne! Du hast Unsterbs tichkeit allein, bist selia, wirft es ewig seyn; baft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur Lob und Dank, Ehr' 2c. 280. Der Herr ist Gott, und kei- Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, ner mehr, freblockt ihm, alle From werdet Gottes Lobgesang, ihr alle men! Wer ist ihm gleich? Wer ist feine Heere! Der Herr ist Gott, und wie er, so herrlich), so vollkommen? feiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer Der Herr ist groß; sein Nam' ist groß: ist wie er, so herrlich, so vollkommen? er ist unendlich), grenzentos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleiber, wie er ift; strebet nicht vergebens, Eigne Melodie. zusprechen? Wer ermist die Dauer 281. Es ist ein Gott! Berstumme seines Lebens? Wir Menschen sind Schmerz! flicht, zweifelnde Gedan: von gestern her; eh' noch die Erde ten! Laß, Bater, o las nie mein Herz war, war er, noch eber als der Himmel. in seinem Glauben wanken! Du bist, du bist, ich seh' dich ja in allen deinen Werken da; du schaff'st und du regiereft! 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ibn fassen alle Himmel nicht, die feine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und doch offenbar in seiner Werke undern. 4. Wir wären nicht, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte! Nur er erhält, was er erschafft, der Wesen gamze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Berstand, bei ihm ist Stärke; feine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? Sft er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, die vor dem Herrn ein Herz verbergen möge? Die Fin- 4. Wer schmücket Hügel, Feld und sterniß ist vor ihm Licht; Gedanken felbst entflieh'n ihm nicht, noch ehe fie entstehen. Au' mit wundervoller Güte? Weß ist der Regen? weß der Thau? wer träns fet Saat und Blüthe? Wer donnert von der Allmacht Sit? Wer ruft dem Sturme, ruft dem Bliz? Wer wälzt des Meeres Wogen? 6. Wer schüßt die Welten ohne dich, o Herr, vor ihrem Falle? und wessen Arme breiten sich beschüßend über Aue? Du bist es, Gott der Macht und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, du, unser Herr und Bater! 2. Da stehet deiner Allmacht Bild! Wie funkeln deine Sterne? Wie leuchtet mir so fanft, so mild dein Mond aus tiefer Ferne! Jetzt flieht vor gröferm Glanz die Nacht; die Sonn' entsteigt in ihrer Pracht dem Schooß der Morgenröthe. 3. Wer hieß sie werden? zog sie an mit diesem Strahlenkleide? Wer führte fie durch ihre Bahn Jahrtausende, wie heute? Wer hat mit seiner starken Hand das Zelt so herrlich ausgespannt, hoch über tausend Welten? 5. Wo ist der Anfang seiner Kraft? Wo wird sein wirken enden? Er, der seit Ewigkeiten schafft, schafft noc 104 Gott. mit Baterbänden. In tausend Stim- der Furcht und Gram mir Waffen, men tönt und hallt aus Höh' und That, wenn diese Welt kein Wert zu seiner von Berg und Wald des Schöpfers Ebre, wenn er nicht wäre? Loblied wieder. 6. und könnte, Gott, und könnte Erde, ging' trostlos durch ein Leben 2. Jch, ohne Bater auf der weiten mir die ganze Welt entschwinden; voll Beschwerde, wüßt' keine Heimath, ich würde den Beweis in mir von dei: schlich) am Pilgerstabe nur bang zum nem Dafeyn finden. Ich bin! Ich Grabe. bin! und könnt' ich seyn, wär' ich), 3. Wär' ich nicht elend, wär' ich Aumächtiger, nicht dein, wärst du nicht verloren? Ach), besser wär's, ich nicht, Gott, mein Bater?" wäre nicht geboren, wenn ich, wo 7. Der mich) aus seiner Quelle tränkt, Täuschung herrscht und Trug der mich speist von seinem Gute, deß Kraft Lüste, von Gott nichts wüßte! in meiner Seele denkt, und wallt in 4. Im Menschen wohnte darum meinem Blute, und fühlt und wirkt eine Seele, damit er sich mit bangen im Herz und Sinn, durch den ich ward, gweifeln quäle? Er sehnte nach dem und deß ich bin, muß der nicht seyn Heil des bessern Lebens sich nur vers und leben? gebens? 8. Ja, Gott, du bist! Berstumme, 5. Fliebt, lästernde Gedanken! Ihr Schmer;! flieht, zweifelnde Gedanken! entebret die Seele, deren Himmel ihr Laß, Bater, o las nie mein Herz in seis zerstöret. Flieht! nur der unglücks nem Glauben wanken! Du bist ,, du bift, ich seh' dich ja in allen deinen Werken da; du schaffest, du regiereft! sel'ge Wahn der Thoren, hat euch ges boren. Mel. Bis hieher warst du stets mit 2c. 282. Es tebt ein Gott, der Men fchen liebt; wohin mein Auge blicket, ruft Alles laut: Gott lebt, Gott gibt, was unser Herz entzücket! 2. So ruft die dunkle Regennacht, von keinem Stern erleuchtet; so ruft der Mond in seiner Pracht, der meinen Pfad erleuchtet. Mel. Ich lobe, Herr, und preise zc. 3. Nicht nur wenn Frühlingslüfte 284. Schwingt, heilige Gedanken, weh'n durch Laub und junge Blütbe; euch von der Erde los! Gott, frei nicht nur wenn reife Saaten steh'n, von allen Schranken, ist unausspreche seb' ich des Schöpfers Güte: tich groß. Kommt, Menschen, und lobfingt vor seinem Angesichte! Gott wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 4. Ich seh' fie aud), wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und wenn der Donner in der Höh' die bangen Herzen schrecket. 5. Jdh sebe sie bei ftetem Glück in tausend, tausend Freuden; auch sieht fie mein betbränter Blick in furzen Erdenleiden. 6. Es lebt ein Gott, der Menschen tiebt, so ruft, was ich erblicke, und wenn sich auch der Himmel trübt, es dient zu meinem Glücke. 6. Ich weiß, daß Gott ist, weiß, an wen ich glaube, weß Hauch mein Geift ist, wer den Leib vom Staube so funstvoll schuf, mich trägt, mich unters ftüket, mich täglich schützet. 7. Ich weiß, auf welchen Grund mein Glück ich bane, wen ich verehre, wem ich findlich traue. Stets will ich dankbar mich im Guten üben, ihn ewig lieben! 7. Einst seh' ich obne Thränen sie noch beitrer als die Sonne, und finge, frei von aller Müh', die kob in ew': ger Bonne. 2. Kein Sinn fann ihn erreichen; fein Mensc), fein Engel ist dem Höch sten zu vergleichen, den kein Gedanke mißt. Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ew'gen Preise mit Herrlichkeit erfüllt. 3. Laß, Sonn', in hoher Ferne dein Antlig schöner glüh'n; glänzt, Sons nen gleich, ihr Sterne: was seyd ihr gegen ihn? Ihr send mit aller Pracht, womit der Herr euch schmücker, wos mit ihr uns entzücker, nur Abglanz seiner Macht. Mel. Herr, du regierst, daß alles ic. 4. Preist, Menschen, euern Meister, wie ihn der Engel preist, den Bater aller Geister, den allerhöchsten Geist! o Seete, 283. Ja, weiß, daß Gott ist; er hoch erhoben; ein Geist, um ihn zu fos bat mich erschaffen: Wer gäbe wiz ben! Erwäg's und preif ihn auch! Gott. 105 6. D nenn' in Bater, Seele, der väterlich dich liebt! Erfülle die Befehle, die er dir freundlich gibt, und ehr' ihn durch Bertrau'n! Dann wirst du über Sternen ihn näher kennen lernen, ihn immer größer schau'n. 5. Dien' ihm mit allen Kräften! ge 5. Nein, eh' ich zweifle, daß du feyst, hordh' ihm; sey bereit zu heiligen Ge: unwandelbarer, ew'ger Geist, mag schäften, die dir sein Wort gebeut! mich ein- Thor verspotten! Laut will So lerne deinen Werth in seinem ich sengen, daß du bist, und daß es Dienst empfinden; zerbrich) das Joch schnöder Frevel ist, dich fühlen und der Sünden, das Joch, das dich entehrt. noch spotten. Mein Geist und Leib freut sich in dir, unsterblicher, weich nicht von mir! Was sind die Leiden dieser Zeit dem, der sich seines Gottes freut? Dort im Gericht, wann Erd' und Himmel untergeh'n, wird, daß du bist, der Spötter seh'n. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Seh' dem, der läugnet, daß 285. W du bist, unendlicher! Sein Leben ist ihm leer von reiner Freude. Sein wil: der, lasterhafter Blick sehnt sich um sonst nach wahrem Glück, umsonst nach Troft im Leide. Die Lust zu guten Thaten flieht vor dem, der seinen Gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein Herz 2. Ich seh' ihn nur in einem Spies erfreut von Wonne der Unsterblichkeit. gel; ich bet' ihn hier in Schwachheit Gott, unfer Gott! wie jammervoll, wie fürchterlich wird unser Leben ohne dich! an. Ach, hätte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nah'n! Wie würde sie sich deiner freu'n! wie selig, wie verherrlicht seyn! 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und hält, und wer regieret dann die Welt? Wer forat dann für mein Leben? Zu wem soll sich mein Lobgefang, daß ich einst ward, zu wem mein Dank, daß ich noch bin, erheben? Berhängniß oder ungefähr wär' dann mein Gott, und blind ist der! Bernunft und Freiheit wären Spott, und schreckenvoll wär' einst mein Tod. Gott, wahrer Gott! Wie grau'nvoll wird mir deine Welt, wenn deine Macht sie nicht erhält! 3. Kann ohne dich ein Glück erfreu'n, für mich ein Gut auf Erden seyn, und kann ich)' s frob genießen? 2as bilft mir Freiheit und Berstand? ist's keine Wohlthat deiner Hand; was nüßt ein gut Gewissen? Bist du nicht, so erfreu'n fie nie; ein Traumbild, ein Gedicht sind fie! Die Erd' ist Finsternis; kein Licht strahlt her von deinem Angesicht. Kein Schuß ist da. Auf Tugend wartet dort kein Lohn, und hier trifft sie oft Schmach und Hohn. Mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke 2c. 286. Wo find' ich Gott, den meine Seele weit über alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum Freunde wähle, und der allein mir Freude gibt? Wann kommt die Zeit, wo er, mein Freund, fich) inniger mit mir vereint? 3. Dürft' ich am Fuße deines Throe nes mit allen Engeln dich erhöh'n; könnt ich zur Seite deines Sobnes, wie die Bollendeten dich seh'n! ich, der ich hier kaum stammeln kann, welch hohes Loblied stimmt' ich an! 4. Doch, Gott, auch hier will ich dich preisen, seh' ich dich gleich nicht wie du bist; denn deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich groß du bift! Wie glänzen sie! doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 5. 3war sprichst du, wie mit einem Kinde, in deinem Worte hier mit mir; wie gut, wie zärtlich! Nur die Sünde verdunkelt oft dieß Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweist? 6. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blödes Aug' erhellt; was tern' ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt doch nur Stücwerk in der Welt. 4. Ach, wüst' ich feinen Gott, wohin Auch nebm' ich allzuoft nur Wahn wollt' ich vor meinen Feinden flieb'n? und Borurtheil für Wahrheit an. Bem flagt' ich ihr Berbrechen? Des 7. Doch hört' ich nur auf deine Frommen Thränen, seinen Tod, wer Stimme in deinem Worte! Hört' ich achtet ihrer, wenn kein Gott sich auf macht, ihn zu rächen? Bor Schmach und ungerechtigkeit gäb' nur das Grab mir Sicherheit. Mit meinem Hauch wär' mein Gebet alsdann wie leichter Stavb verwebt, und er, mein Feind, der troßig feinen Rächer glaubt, er höbe höhnend dann sein Haupt. nur mit frommem Herzen auf die Stimme der dir lopfingenden Natur! Dann würd' ich inniger mich dein und deiner Herrlichkeit erfreu'n. 8. Wie brünftig würd' ich dann dich lieben! Mit welchem Eifer würd' ich mich dir, Bater, zu gefallen üben! wie felig wär' ich dann durch dich! 106 Gott. Nun aber tauscht oft meinen Geift 4. Groß ist sein Name; mit der ein Glück, das nur von Außen gleißt. That kann er's der Welt beweisen. Herr, groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preiſen? 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es fennt nicht deines Gleichen. Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; follt' ich von dir je weichen? mit kindlichem Bertrauen. Im Lichte 6. Mein ganzes Leben weih' ich dir reich werd' ich mehr als hier, von dir, Erhabner, schauen! 9. treuer Bater, ich empfinde mein Elend! Zieh' mich ganz zu dir! Eut Fräfte felbst die Macht der Sünde, und deine Weisheit wohn' in mir, daß ich) vor allem Irrthum frei, vor jedem Blendwerk sicher sey. 10. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher set)' in größ'rer Klars heit, als hier an diesem Prüfungsort! Ich, der ich hier kaum stammeln kann, erhebe würdiger dich dann. met. Vor dir ist Alles offenbar 2c. 280. Wer ist dir gleich, du Einziz ger? Wer thut, Gott, deine Werke? Mel. Wach' auf, mein Herz, und finge zc. nennen alle 287. 3u dir erhebt mein Glaube Gott der Macht und Stärke? Du mich, Gott, vom niedern Staube, war, und deiner Allmacht Ruf hieß Wohl mir, ich kann dich finden, dein Erd' und Himmel werden. Bekennt Daseyn froh empfinden! es, Bölfer, die er schuf: im Himmel und auf Erden ist keiner seines Gleis chen! 2. Wer wollt' es, daß die Erde, daß ihre Gonne werde? Wer rief dem Sonnenheere? schuf Wolken, Ström' und Meere? 3. Wer hieß zu Lustgefilden sich Au und Hügel bilden? hieß all' die millionen Luft, Erd' und Meer bewohnen? 4. Und wer hat mir das Leben, mir diesen Leib gegeben, mir diesen Geist ge fchenfet, der fühlt, erkennt und denket? 2. Der Sonnen unzählbares Heer, und die sie hoch unschweben, die Wel ten all', und Luft und Meer, und die in ihnen leben; wie preiset ihre Harmonie dich), o du Geist der Beister! mit welcher Eintracht rufen fie: Der Schöpfung Herr und Meister ist Eis ner, Gott, der Höchste! 3. Sinkt in den Staub hin, betet an! Lobsingt! Gott ist der Höchste, der 5. Ber gab mir das Gewissen, mich Allgewaltige! Wer kann ihm gleich in den Finsternissen des Lebens früh seyn? Wer der nächste? Er selber zu lehren, die Tugend zu verehren? spricht: Ich bin der Herr! ich bin, ich 6. Wer mir zu Erdenfeiden die Hoff- war, ich werde seyn, der ich bin; kein nung neuer Freuden, und Sinn und anderer, im Himmel, auf der Erde, Kraft zum Streben nach einem höhern hat meinen Ruhm und Namen. Leben? 7. Nur du, den Gott ich nenne! Wohl mir, daß ich dich kenne! Laß mich dir stets vertrauen, dich immer näher schauen! 4. Und du bist's, den als Gott allein anbetend ich verehre! und ewig soll's kein andrer seyn, von dem ich Heil begebre! Bom Staube blick' ich jetzt zu dir, mein Gott, auf den ich traue; mehr zeigst du deine Größe mir, wann ich dein Antlig schaue, wo Engel dich anbeten! Einheit. Mel. Bis hieher warst du stets 2c. 288. Nur einer, nur der Herr ist Gott im Himmel und auf Erden. Nur fein allmächtiges Gebot hick Erd' und Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. Himmel werden! 2. Was er erschuf, das kann allein 200. Gott, wie du bist, so warst durch seine Kraft bestehen. Will er, du schon, noch ehe du von deinem die Welt foll nicht mehr seyn, schnell Thron Geschöpfe, die nicht waren, in's muß die Welt vergehen. Leben riefft, um deine Macht und Güte 3. Sein ist Gewalt und Maieftät. zu erfahren. Nur er ist Beltregierer; der Sterne, 2. Du wirst auch bleiben, wie du die er ausgesä't, und unsers Lebens bist, wann dieser Erdkreis nicht mehr Führer. lift, in jenen Ewigkeiten; wo du uns Ewigkeit und Unvers ånderlichkeit. Gott. Frönft, uns, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Du nur bist unveränderlich; mit dir wird deine Wahrheit sich unwandelbar erhalten, wann alle Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. 4. Db Felfen weichen, Berge bin in's Meer sich) stürzen; Sonnen flieh'n, und bang der Erdkreis zittert; bleibt dei ner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 5. Was zaget denn mein Herz in mir? Was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße; und daß voll Müh' und Unbestand dieß Leben mir verfließe? 6. Was klag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben; mein Name ward in deine Hand zu meinem Heil geschrieben. 107 Wahrheit ist so ewig, ats du selber bist. Wohl mir, daß ich dir traue! Mel. Es ist ein Gott! Ver stumme zc. 6. Mit Rube kann ich einst den Geift dir, Bater, übergeben! Dein Wort, das Wahrheit ist, verbeißt ihm ein uns endlich Leben. Der Leib selbst ruht nur furze Zeit; am Erntetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken! 2. Noch ward von keiner Sonne Licht durch unsre Welt verbreitet; die Him: met jauchzten dir noch nicht durch deine Macht bereitet; noch war kein Land, noch floß kein Meer an hoher Berge Gründen ber; du aber warst schon ewig. 7. Ob Alles um mich her vergeht, werd' ich doch nicht vergeben; vor deis nem Thron, der ewig steht, werd' ewig ich bestehen. Du gibst an allem deis nem Heil, Gott, deinen Auserwählten Theil; auch mir, auch mir mit ihnen! 9. Der seligen Unsterblichkeit, die du mir dort wirst schenken, lehr' mich in dieser kurzen Zeit, o Gott, mit Ernst gedenken! Sie sey mein Frost, mein und ewig, ewig wird er's seyn; von höchstes Gut; sie stärke mich mit Kraft ihm kann nichts mich scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Luft; nicht und Muth, gerecht vor dir zu leben! Gott und seine Freuden. 7. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, 8. Einst fallen Erd' und Himmel hin an deinem Weltgerichte; dann dank ich's dir, daß ich noch bin, und wohn' in deinem Lichte. Dann werd' ich ewig, ewig seyn, mich ewig deiner Gnade freu'n, und dich ohn' Ende preisen! Mel. Es ist ein Gott! Verstumme te. 292. Wer gleicht dir, Gott? Uns denkbar die von deinen Jah 291.Unendlicher, den keine Zeit um- ren. Du warst, o Schöpfer, was du schließt mit ihren Schranken! Denk' ich mir deine Ewigkeit, so schwinden die Gedanken. Ich sinne nach bewund': rungsvoll, und weiß nicht, wie ich's fassen soll: du bist und bleibest ewig! bist, eb' alle Connen waren! Schon eh' dein Arm die Welten trug, warst du dir immer selbst genug, und keiner Welt bedürftig! 2. Ja, Höchfter, tausend Jahre sind dir weniger als Stunden; dir, wie der Tropfe schnell zerrinnt, begonnen und verschwunden; sie, längst entfloh'n, sind immerdar mit. Allem, was da ist und war, dir, Schöpfer, gegenwärtig! 3. Was bin ich), Gott, vor dir? Ich Staub, ich schnell verblühte Blume; 3. Bon Ewigkeit her fabest du die ich, ach, wie bald des Grabes Raub, Welten all' entstehen, und maßest it- mit Glück und Luft und Rubme? Wie nen Zeiten zu, und Kreise, die sie ge- ein Geschwäß des Tages fleucht mein hen. Bom Engel bis zum Wurm her- Pilgerleben hin; es gleicht dem leichab wogft jedem du sein Schicksal ab, ten Morgentraume. daß er sein Ziel erreiche. 4. Und dennoch zeigst du mir von 4. Kein Zeiten Wechsel ist vor dir, dir' so viel in Augenblicken; entdeckeft kein Anfang und kein Ende. Kaum deinen Rathschluß mir, mich ewig zu Augenblicke leben wir, wir Werke dei veglücken! Du machst dieß Leben, dir ner Hände. Nie nehmen deine Jahre sev Dant! zu einem heitern Ueber: zu; in alle Ewigkeit wirst du derselbe gang in jenes bess're Leben. feyn und bleiben. 5. Unwandelbar und ewig ist, Herr, 5. Ja, du bist ewig, du stirbst nie, deine Gnad' und Treue! Du bleibst bleibst ewig meiner Seele der Fels, auf immer, was du bist, der Gott, des den sterbend ich für sie zur sichern Zu- ich mich freue. Db Erd' und Himmel flucht wähle; denn deine Guad' und untergeht, weht mir! wobt mir! dein 108 Gott. Bort befteht, du wirft mich nie vers, Gott; am Tag, in allen Nächten, und lassen. wo ich bin, ist Gott. Sagt: wo ich fit' und gebe und liege, hier ist Gott; im Thal und in der Höhe, und übers Allgegenwart und All- all ist Gott! wissenheit. Mel. Nun lob', mein Seel', den 2c. 293. Der Herr ist in den Höben, auch in den Tiefen ist der Herr. 20 id) seufs', ist Gott. Wo keinen Freund Menschen zu ihm flehen, wo ihn der ich habe, wo Niemand hilft, ift Gott; Engel preist, ist er. Ist, wo ich in im Sturm, im Tod, im Grabe, und Gedanken mich denken mag, mir nab'; überall ist Gott! ist, frei von allen Schranken, in je: dem Raume da; umfaßt mit seinen Mel. OGott, du frommerGott 2c. die und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn 294. Herr, du erforscheft mich, die bin id) nie verborgen; du kennst mein was je mein Geist gedacht, war dir ganzes Thun und alle meine Sorgen; bereits bekannt, eh' ein Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 7. Er ist auch nahe denen, die wil lig thun, was er gebot, bört sie, zählt ihnen droht. Sagt, Fromme: mir zur ibre Thränen, hilft und entfernt, was hier in meines Kummers Nächten, und wo entstand. 2. Auf meiner Zunge ist kein Wort, 2. Er zündet jede Sonne, und aller Sterne Lichter an; strömt Leben, Luft und Wonne durch Alles, was empfinden kann! Der Erde froh Gewimmel, und was im Meere webt, was unter seinem Himmel, und was im Himmel. lebt, ibr, alle seine Werke, empfindet das du nicht wissest. Du schaffest, was Tag und Nacht erstaunt des Schöpfers ich thu'; du ordnest, du beschließeft, Stärke und seine Huld und macht! was mir begegnen soll. Erstannt seh' ich auf dich); wie groß ist dein Bers 3. Bon seinem hohen Throne verstand! Wie wunderbar für mich! theilt er weise Luft und Schmerz; gibt Fürsten ihre Krone, lenkt, Waf 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem ferbächen gleich, ihr Herz. Es müssen Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals seinen Willen selbst Bolksverderber wohl mich deinem Aug' entziehen? thun; was er beschließt, erfüllen, und Fübr' ich zum Himmel auf, so bift du, toben oder ruh'n; bald, gleich dem Höchster, da; fübr' ich zur Tief hins Laube, zittern, bald, furchtbar nur ab, auch hier bist du mir nah'. durch ihn, die Welt im Sturm erschüttern, und, will er, muthlos flieb'n. 4. Könnt' auf dem Sonnenstrahl ich fern zum Meere fliehen, mich würde 4. Allgegenwärtig schauet sein all- deinem Blic kein fernes meer entzies umfassend Aug' umber; und wer nur hen. Auch dort umschlöße mich doch ihm vertrauet, den schüßzet, den ver- deiner Allmacht Hand; denn du bist forget er. Er hört das Schrei'n der überall, und dein ist jedes Land. Raben, hat für die ganze Welt, bat 5. Rief ich der Finsternis, vor dir für den Wurm selbst Gaben, und mich zu berecken; doch würde deine Schnuck für Thal und Feld. Für sein Hand mich fassen und erschrecken! Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath Denn auch die Finsterniß ist vor dir und macht; Er ist's, der auch verbor- belles Licht; die Nacht glänzt, wie gen uns nah' ist, uns bewacht. der Tag, vor deinem Angesicht. 5. Wie könnt ihr denn, Berbrecher, 6. Du kanntest mein Gebein, eb' ich dem, der so nat' euch ist, entget'n? könnt wähnen, er, der Rächer, werd an's Licht gekommen, da ich im Dunener finft'res Werk nicht seh'n? Eb keln erst die Bildung angenommen; noch Gedanken werden, von ferne, dein Aug' erblickte mich, eh' ich berei fieht er sie, und alle Nächt auf Erden tet war, und meiner Tage Lauf war verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, dir schon offenbar. daß er's nicht wisse; mit seinen Schre den füllt er selbst die Finsternisse, worein ihr euch verhüllt. 6. Flieht, fliehet, wie vor Winden die Wolken, an das fernste Meer; er wird, er wird euch finden; an allen Enden herrsd) et er. Sagt, Sünder: 8. Erforsche mich, mein Gott, und mir zur Rechten, zur Binken bier ist prüfe, wie ich's meine; ob ich unsträfe 7. O welche Tiefen, Gott, der Weiss sie mir; denn sie sind ohne Schranken. beit und Gedanken! unzählbar sind Boll Ehrfurcht bet' ich an. Laß mich auf dich nur seh'n, und durch Gehors sam dich und deinen Ruhm erhöh'n. Gott. 109 fich sey, wenn ich mir heilig scheine. I entdecken Fann, von eurer ersten Bil Sieb, ob mein Fuß vielleicht sich einem Irrweg naht, und leite meinen Gang auf deiner Wahrheit Pfad. dung an, bis ibr euch ganz entfaltet. 3. Er fennet und durchschauet euch), wenn ihr euch mir entziehet; bemerkt euch, wenn ihr Blizzen gleich), schnell ich): sterbt; vergebt! Ich baff schnell entfliehet. Bergebens würd auffahrt, euch! Aufgezeichnet steht ibr schon in seinem Buche. 4. Der Herr gedenket ihrer noch; Jahrhunderte verschwinden. Sie bleis ben, und ich träume doc): Gedanken sey'n nicht Sünden. Nein, alle müssen an das Licht, wann er erscheint, und im Gericht der Herzen Rath entdecket. 5. Seyd heilig, o seyd Gottes voll, Gedanken meiner Seele, daß, wann gerichtet werden soll, kein einziger midy quäle! Seyd beilig! D dann fürcht ich nichts! Gott wird am Tage des Gerichts wie Thaten euch belohnen. Mel. Mir nach, spricht Christ. 2c. 205. Nie bist du, Höchster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herr'n, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, und deine Rechte schütet mich). 2. Was ich nur denke, Gott, weißt du, du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu'; du fichst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts fann deinem Aug' entflieh'n, und nichts mich deiner Hand entzieh'n. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe, so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. 297.W. o find die Weisen, die mich 4. Du merkst es, wenn des Herzenslehren, wie Gott erkenut, was war, Rath verkehrte Wege wählet, und was ist, was werden wird? Wer bleibt auch eine böse That vor aller fann erklären, was sein Berstand Welt verheblet: so weißt du sie und durchschaut und mißt? Wer kennet züchtigst mich zu meiner Bess'rung ihn von Angesichte? Und ob er fich väterlich.. zum Himmel schwingt, er sieht ihn nicht; Er wohnt im Lichte, zu dem kein fterblich Auge dringt. 5. Du böreft meinen Seufzern zu; schaffst, daß mir Hüf erscheine. Mit Baterliebe zählest du die Thränen, die ich weine. Du fiebst und wägeft meinen Schmerz, erfüllst mit deinem Trost mein Herz. Mel. Wie groß ist des Allmacht'gen 2c. 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von seiner ersten Schöpfung 6. D drück, Allgegenwärtiger, dies her; so wär' ich weiser, als auf Er. tief in meine Seele; gib, daß ich dich, den ein Mensch ist, als am Strom du Heiliger, zum Borbild mir erwähle; des Lichts vielleicht auch selbst nicht daß ich dein beilig Auge scheu', dich zu Engel werden; doch wüßt' ich gegen verehren eifrig sey! Gott noch nichts. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich mit deiner Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Du bist um mich, o Herr, verleib', daß dieß mir Troft und war nung sey! 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verheble? Er siebt euch schon, eh' ihr noch seyd, Gedan ten meiner Seele, Eb' ich euch selbst 3. Nichts gegen ihn, der sie durchs schauet, die Tiefe der Unendlichkeit, und jede Welt, die er gebauet, und ieden Punkt der Ewigkeit! D du, der Alles weiß und nennet, was ist, und werden soll, und war, wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! Me I. Aus tiefer Noth schrei' 2c. dir vers 296. umfonst, umfonft verbülft trauen, ist meines Geiftes erste Pflicht. du dich), mein Herz, in Finsternisse; Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, was kann ich Gott verbergen? ich? begreifen gleich dich Enget nicht. Ich daß er nicht Alles wisse? Und wärst seb', ich fühle meine Schranken; doch du dunkler als das Grab, das Auge du vergiltst mein Forschen mir mit Gottes schaut hinab, und fennet deine immer würdigern Gedanken, o un. Liefen. erforschlicher, von dir! 5. Du schau'ft in Nächte, kannst ergründen, was noch so tief verborgen ist; dieß warne mich vor allen Sünden, vor Heuchelei, Betrug und Gott. 110 Lift. Nichts Fann vor deinem Blick mich decken; kein falscher Schein betrüget ibn; dein Daseyn würde stets mich schrecken, fönnt' ich auch aus der Welt entflieh'n. 6. Wer kennet seines Herzens Tie: fen? Wer darf, o Gott, sich selber trau'n? Hilf mir, Allwissender, mich prüfen, und meines Herzens Grund durchschau'n! Ach, siehst du mich auf bösen Wegen, so fübre mich auf deine Bahn! Dann werd' ich hier schon deinen Segen, und dort dein ewig Heil empfah'n. nen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ibn preisen die Meere; vers nimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzähls bare Sterne? 2Ber führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und segnet von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Bernimm's, und siehe die Wuns der der Werke, die die Natur dir aufs gestellt! Berkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fübllos bes schau'n? Durch) wen ist Alles? gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertrau'n. 5. mel und Erde; an meinen Werken kennst du mich); ich bin's, und werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. Mel. Allein Gott in der Höh' sey 2c. 298. 3u Gott, o Seele, schwing' dich auf, und werde Dank und Won ne! Er lenft voll Kraft der Welten Lanf, zeigt ihre Bahn der Sonne! Durch ihn nur sind und leben wir. Was mich erfreut, das schenkt er mir; er ist allgegenwärtig. 2. Wenn sich in stiller Einsamkeit mein Geist zu ihm erbebet, und, voll von hober Seligkeit, in ihm, in ihm nur lebet; dann sieht sein gnadenvoller Blick mit Wohlgefallen auch mein Glück; er sieht's Eigne Melodie. 3. Wenn ic), zu thun, was ihm ge- 300. Gott, grenzentes, undenkbar fällt, den frommen Borsatz fasse; wenn ich die Eitelkeit der Welt und jedes Lafter hasse, so mangelt mir nie Licht und Kraft; denn er, der das Bollbrin: gen schafft, Gott, ift, allgegenwärtig! groß, der Urquell aller Kraft ist deine Stärke. Schon seh'n wir hier so viel von ihr; doch seh'n wir kaum den Ans fang ihrer Werfe. 4. Wenn er mir heitre Tage gibt, und dieses Lebens Freuden, und wenn er meine Tugend übt durch Prüfungen und Leiden; so trau' ich ihm und zage nicht, denn er schafft Finsternis und Licht; er ist allgegenwärtig. 5. Und wann mein Auge sterbend bricht, wann jeder Sinn nun schwindet, und schon die bange Seele nicht der Freundschaft Troft empfindet; wann nichts mehr mich erfreuen kann, o Gott der Hülfe!- dann, auch dann bist du mir gegenwärtig. 6. Dann schwing' ich mich zu dir hinauf zu deines Himmels Freuden; beginne meinen höbern Lauf, auf ewig frei von Leiden; dann werd' ich dich, der les tenkt, im Tod und Leben Freude schenkt, mit allen Engeln preis sen! 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weiss heit und Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil; ich bin's! Mich liebe von ganzem Gemüthe, und nimm an meiner Gnade Theil. Reich, und sähe deine fernste Sonne 2. Durchflög' ich gleich dein weites glänzen; ich fäbe dort doch nicht den Ort, wo du nicht wärst, nicht deiner Allmacht Grenzen. 3. 2Bas du erschufft, was du jetzt rufft, und rufen wirst, wer kann das Alles zählen? Doch wolltest du noch mehr dazu erschaffen, würd' es dir an Kraft nicht fehlen. 4. So lange fließt ihr Quell', und ist doch nicht erschöpft, und wird es auch nie werden. Sprich nur ein wort, so fließt er fort in neuen Hims meln, und auf neuen Erden. 5. Und deine Kraft, o Gott, erschafft stets, was mir nüßt; denn du bist groß und weise! Dieß lehre mich, damit ich dich für Alles, was du thust, mit Ehrs furcht preise. 2 I Im a ch t. Mel. O Jesu, wahrer Frömmig. Feit 2c. Eigne Melodie. 299. Die Himmet rühmen des 301. Herr, deine Allmacht reicht Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt feisso weit, als selbst dein Besen reichet. Gott. 111 Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und 5. Ich fann, mein Gott, wie groß deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich wär'? 2. Du bast dein großes Schöpfungs werk allmächtig ausgeführet. Es blei: bet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieren. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht fie erhält.: 916 3. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Bermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in dei ner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 4. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend nieder; mein Geist verliert bewundernd sich, und singt dir schwache Lieder; erreicht nid dich und deine Kraft, die ewig und allmächtig schafft. 5. D schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet! Sie, die aus nichts mich rief an's Licht, und was mein Auge schanet, sie ist, sie ist die Gotteskraft, die auch mir Trost und Hülfe schafft. du bist, erratben mehr, als wissen. Was ist der Erde streis? Er ist ein Schemel deinen Füßen. Der Himmel, weichen deine Hand ausbreitet, den du fülleft? Zum Zelte ist er ausges spannt, darin du dichy verhüllest, daß micy dein Glanz nicht tödte. macht, in nie durchschauten Fernen 6. 23ie strahlt zum Preise deiner dein Himmel mir in jeder Nacht von Sternen über Sternen! Wer zählt, wer leitet ihre Schaar? Wer nennet sie beim Namen? Du thuft's! Als feine Welt noch war, da riefft du: kommt! fie kamen, und lobten ihren Bater. 7. Auch mich riefst du aus jener Nacht, mir Leben zu bereiten; und mich erhielt, Herr, deine Macht, wann mir Gefahren dräuten. Die Himmel schuf allein dein Ruf, und mich auch, deinen Erben; doch jeder Himmel, den er schuf, wird altern und verders ben; ich aber werde leben. 8. D Stärke Gottes, macht des Herrn, o meines Gottes Rechte! 0 Gott der Liebe, dem ich gern ein würs dig Opfer brächte! Ergreife, stärk, entflamme mich, daß ich dich rübmen könne; daß ich, von dir begeistert, dich stets zu verehren, brenne. Dein Lob Mel. Vor dir ist alles offenbar 2c. sey meine Wonne! 302. Wo tönt der Pfalm, der dich erreicht, dich, Herr, und deine Stärke; die Macht, der außer dir nichts gleicht, die Größe deiner Werke? Wo tönt der mich die Weisheit. Eigne Melodie. bet bören! Las meines schwachen Lie 303. Ja tobe, Herr, und preife des Dank, mit ibm vereint, dich ebren, dein Lob hier wiederhallen! anbetend dich allein? Wer ist, wie du, so weise? Verstand und Rath ist dein. Erwecke meinen Geist, in allen deinen werken die Weisheit zu bemerken, die hoch der Engel preist. 2. D könnt' id), Schöpfer, dich er: böh'n, wie meine böhern Brüder, die Engel, die dein Antti sey'n! Bers ständ' ich ihre Lieder! So lange schon von dir gewöhnt zu deinem hoven Preise, tobsingen sie; ihr Jubel tönt durch aller Himmel Kreise, ein voller Strom des Lobes. bereichert und erhält, nährt, schüßet 2. Herr, deine Weisheit schmücket, und beglücket die lebenvolle Welt. Sie rühme mein Gesana! er tön' zu deinem Preise! denn, Gott, du bist allweise; Anbetung dir und Dank! 3. Und dennoch), könnt' ich auch, wie fie, mich näber zu dir schwingen; doch fast' ich deine Größe nie, und würde schwach nur fingen. So hoch sich auch ihr Jubel hebt mit tausendfachen Stimmen zu dennoch Me I. Ermuntre dich, mein schwas cher 2c. strebt, vinauf zu dir zu klimmen, ihr 304. Wer kann, o Gott, wie groß hoher Flug vergebens. 4. Unübersehbar, grenzenlos ist dei ner Wunder Menge! Ein hoher In: balt, allzugroß füir endliche Gefänge! Wo kann ich hinschau'n, wo sich mir nicht unermeßlichkeiten entdecken, He: rolde von dir, die seit der Echöpfung Seiten, wie groß du bist, erzählen? du bist, ganz denken, ganz empfinden? kann, was des Höchsten Weisheit ist, begreifen und ergründen? Wem wird fie je enthüllet seyn? Wer dringt in ibre Tiefen ein; fiebt bier nicht Duns Felheiten des Forschers Blick begleiten? 2. Es kann, Allweifer, wie du schufft, kein Sterblicher verstehen! Es kaun, 112 Gott. was du in's Dafeyn rufft, kein Auge weil du das Gute liebst, daß keiner übersehen. Wer fennet aller Kräfte sie verleße. Sein Wort und die BerGang? erforschet den Zusammenbang, nunft erklärt uns deiner Rechte bohen durch den du sie verbindest, und weit Werth; sey, Herr, dafür gepriesen! auf Welten gründeft? 3. Wer weiß, wie du der Sonnen Flug und ihre Strablen leiteft; wie du des Mondes stillen Zug und seine Bahn bereitest; die Erd' um ihre Sonne führst, und aller Welten Lauf regierst; des Frühlings Schmuck erneuest, und Schnee und Schlossen streneft? 4. In tausend Stufen bildest du der Thiere lange Reiben, und Allen fließt dein Segen zu, daß Alle sich erfreuen. Sie sammeln gern mit froher Müh'; du nähreft und du sättigst sie; läff'st auch für sie die Saaten und süße Frucht gerathen. 5. Wer bätte diese Stufenbahn ſo gut, wie du, gewählet? Wer hätte, was du toatst, gethan, des Mittels nicht verfehlet, das allen Wesen Ue: berfluß, und stets erneuerten Genuß aus deiner Hand gewähret, und ihr Geschlecht vermehret? 6. 23obin mein forschend Auge sieht, in Thieren, Bäumen, Pflanzen, schließt immer Alles Glied an Glied, ist Ordnung in dem Ganzen; zielt hier Berluft, zielt dort Gewinn auf's allgemeine Beste bin; ward, was ein Theil entbebret, dem nüßlichern gewäbret. leicht, durch Antriev, durch Bermögen. 2. Was dit befiehlst, machst du auch) weicht, Ein Ses Wer nicht von deiner Ordnung den krönet Heil und Segen. gen, den kein Sünder bat, erwächst aus des Gerechten Saar: die Ruhe des Gewissens. Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. 305. Dit u bist, o Gott, gerecht; du gibst uns beilige Gesege, und willst, 3. Du bist der Frommen Zuversicht, und wirft gerecht vergelten. Wer dir gehorcht, den täuschet nicht die Hoffe nung besrer Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, entdeckest du, Herr, und belohnst die Thaten der Gerechten- 56 us ad!( bista 4. Oft prangt der Sünder wie ein Baum, voll grüner, frischer Blätter, beschattet einen weiten Raum, und braust der Sturm, der Stotze fällt; entwurzelt liegt er und entstellt; zers streut sind seine Blätter. id aun 5. Und ſollte ich darum Unrecht thun, weit der Verbrecher Strafen hier oft, wie ferne Stürme, ruh'n, ihr Haupt nicht hier schon trafen? Dein heili ges Gericht erfüllt, was du gedroht bast, und vergilt dem Günder seine Thaten. 7. Wer weiß, wenn er auch mehr Berstand, als selbst der Engel hätte, weiß, wie sich Kraft mit Kraft ver: band, wie in der Wesen Kette sich Glied an Glied zusammenfügt, fein Hinderniß die Kraft besiegt, die Thätigkeit und Leben dem Erdenstaub ge geben. 8. Was, Gott, dein weiser Rath beschließt, ift gut, und muß geschehen; was ist, Eigne Melodie. du verbergesehen; du weißt durch deine 306. Gott, vor dessen Ungerichte große Kraft, die Alles kann und Alles schafft, der Menschen freies Denken zu deinem Zweck zu lenken. 9. Dir will ich denn, voll Zuversicht, mein Schicksal überlassen, und wenn mir Hülf' und Rath gebricht, die frobe Hoffnung faffen: Du werdest stets mein Helfer seyn, durch deine Weisbeit mich erfreu'n, und wenn mich Lei den drücken, mich sicher doch beglücken! 6. Gerechter Gott, dieß warne mid), wenn mich die Sünde locket, et' meine Seele sorglos fich verschlimmert und verstocket! Der Tugend Werth er. balt' in mir stets Trieb und Kraft, o Bater, dir mit Freuden zu gehore chen! nur ein reiner Wandel gilt; keiner kommt zu deinem Lichte, der nicht dein Geseß erfüllt. Heilig und aerecht bist du, und uns Allen rufft du zu: ich bin heilig; heilig werde jeder Mensch schon auf der Erde! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für, was dein Lille wählt und thut, ist untadelhaft und gut, und uns fträflich sind die Werke deiner Weiss Heiligkeit und Gerech beit, deiner Stärke. tigkeit. 3. Heilig sollen deine Kinder, ähns lich deinem Bilde seyn. Herr, vor dir besteht kein Sünder, denn du bist voll Fommen rein! Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Süns den, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D so Gott. 113 Fallt, ibr 4. D so laß uns nicht verscherzen, im Schmerz erfreut und trägt er fie. was dein Rath uns zugedacht! Schaff Mich decken seiner Almache Flügel. in uns, Gott, reine Herzen! Tödt' Stürzt ein, ihr Berge! in uns der Sünde Macht! Unfer Elend Hügel! Gott ist getreu! ist vor dir; schwach und bald verführt sind wir, und wer kann sie alle zählen, die Gebrechen unsrer Seelen? 2. Gott ist getreu! Er ist mein treu'ster Freund! Dieß weiß, dieß hoff' ich fest; ich bin gewis, daß er mich) 5. Starb, o Gott, uns zu erlösen, keinen Feind zu hart versuchen läßt. Jesus einst, so laß uns nun ernstlich Er stärket mich nach seinem Bunde durch ihn allem Bösen widersteh'n, in meiner Prüfung trübsten Stunde. und Gutes thun! Gib uns, wie dein Gott ist getreu! Wort verheißt, gib uns deinen heil': gen Geist, daß er unfern Geift regiere, und auch uns zum Himmel führe! 3. Gott ist getren! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist; so irr' und gleit' ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 6. Unsers Wandels höchste Zierde fey, was deinen Beifall hat; keine fündliche Begierde schände Neigung, Wort und That. Mach' uns deinem Bilde gleich! denn zu deinem Himmetreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben! Mel. Nun danket Alle Gott 2c. 307. Prei reis dir, dem Heiligen! D leur' uns dir gefallen, durch Aehnlichteit mit dir! Du schenkest ja uns Atlen Erkenntniß deines Rechts; schenk uns auch Lust dazu, und lehr' uns heitig seyn, und fromm und gut, wie du! 2. Wer schützte so das Glück des menschlichen Geschlechtes durch unser eigen Herz, durch sein Gefühl des Rechtes? Wer schreckt des Sünders Troß? Wer gibt der Tugend Ruh', auch wann fie kämpfen muß? Du thust's, Ber: gelter, du! 3. Wer fromm ist, fühlt durch dich Zufriedenheit und Ruhe; sein Herz gibt Zeugniß ihm, daß er, was Recht ist, thue. Mit Geligkeit belohnt's ihm jede gute That. Selbst leidend freut er sich des Wegs, den er betrat. 4. Wer von der Frömmigkeit, von dir, Gerechter, weichet, der flieht um sonst vor dir; denn dein Gericht er reichet in dennoch), es verfolgt, wo kein Verfolger ist, ihn selbst sein eignes Herz, durch das du Richter bist! 5. D'rum will ich, Heiliger, die Sünde stets verachten; nur auf der Tugend Ruf und deinen Willen achten! Mein Sinn sey Jesu Sinn, so heilig und so rein! Dann wird gewiß mein Herz voll deines Friedens seyn! 4. Gott ist getren! Er handelt vä: terlich, und, was er thut, ist gut; die Trübsal and); mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trüb sal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getren! Eigne Melodie. 308. Gott ift getreu! Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlseyn und 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn des ew'gen Heils hinan; ver= gibt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getren! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Baterblick auf seine Kinder acht. Auch freut es ihn, wenn schon ihr irdisch) Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, bilft er tras gen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 7. Gott ist getren! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freu'n? Sey Gott getreu, und fürchte nichts! Mag doch die Welt voll Arglift seyn! Selbst falscher Menschen neid und Tücke gereichen mir zum wahren Glücke! Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Bergis, o Seele, nicht, wie zärtlich treu er ist! Gott treu zu seyn, sey deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bift! Halt' feft an Gott, sey tren im Glauben![ aß nichts den starken Troft dir rauben: Gott ist getreu! Mel. Der du dein Wort mir hast zc. Wahrhaftigkeit und 309. Noch nie haft du dein Wort Treue, gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verlegt! Du hältst getreu, was du versprochen; vollführst, was du dir vorgesett! Wenn Erd' und Himmel gleid) vergeh'n, wird ewig doch dein Wort besteb'n! 2. Du bist kein Mensch, daß dich ges reue, was uns deiu Mund verheißen 8 114, Gott. bat. Nach deiner Macht, nach deiner Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem Treue bringst du, was du versprichst, Gott nur werth. Er, der meinen zur That. Scheint die Erfüllung gleich Kummer stillt, bleibt mir immerSchirm noch weit, so kommt sie doch zur rech- und Schild. ten Zeit. 3. Wie du unfehlbar das verleiheft, was deine Güte uns verbieß; so trifft die Strafe, die du dräueft, den SGün: der endlich auch gewiß. Die deine Langmuth, Gott, verschmäh'n, wie wollen fie vor dir besteh'n? 7. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen rut'n; will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun. Erd' und Himmel mag vergeh'n; doch sein Bund bleibt ewig steh'n! Güte und Barmherzigkeit. 4. O pflanze, Herr, in mein Gemüthe die Ehrfurcht, die dich findlich sdheut! Gib, daß ich mich vor Leichtfinn hüte, vor aller ungerechtigkeit! Eigne Melodie. Nie werde das von mir gewagt, was 311. Augütiger, mein Preisgefang dein Geset mir untersagt! 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer fan den Troft uns jemals rauben, den wir auf dein Bersprechen bau'n? Du bist ein Fels; dein Bund steht fest. Wohl dem, der fich) auf dich verläßt! 6. Gib, Herr, daß ich die Wahrheit liebe, und, allen meinen Pflichten treu, durch Falschheit keinen je betrübe, und ferne sen von Heuchelei. Dann bin auch ich des Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit beilig sind! 2. Die Sonne, Bater, ist dein Bild; ist segensreich und gut und mild; thut immer wohl, wie du. Es strömit von ibr mit jedem Strabt Licht und Erz quickung ohne Zahl der frohen Erde zu. 3. An iedem Schmucke der Natur, in jedem Blümchen auf der Flur fühl' ich's, wie gut du bist; selbst wenn dein Wettersturm uns draut, seh' ich), wie neue Fruchtbarkeit aus Wetterwols Een fließt. Eigne Melodie. 4. Ja, Herr, unendlich gut bist du! Morgen dem Abend zu, 310. Weicht, ihr Berge! fallt, ibr der Tag der stillen Nacht. Die Flur, Hügel! Berg' und Felsen, stürzet ein! bedeckt mit Schnee und Eis, das Erntez Fefter wird als Berg' und Hügel Got: feld ruft dir zum Preis: gut ist der tes Batertreue seyn! Laßt den Welt: Gott der Macht! Freis untergeh'n; Gottes Wahrheit muß besteh'n! 5. Nichts ist von deinem Wohlthun leer; das fleinste Sandkorn an dem Meer ist deiner Güte Preis. Der Wurm im Staube lebt durch dich; durch dich freut er des Lebens sich, und stirbt auf dein Geheiß. 2. Gnade bat er mir versprochen; das ist Gottes Bund mit mir! Die fer Bund wird nie gebrochen; feine Treue bürgt dafür! Erd' und Him mel mag vergeh'n; was er zusagt, muß gescheh'n. sey froblockt zu dir, und lebenslang dir mein Lob geweibt; denn du bist gut, und jed Drt, die Erde bier, der Himmel dort, rühmt deine Gütigkeit. 6. Aus deines Segens Ueberfluß schöpft unaufhörlichen Genuß der Engel an dem Thron. So lang wir pilbis zum Grab, strömt Selig= feit auf uns berab, der Tugend süßer Lohn. 3. Nicht auf Menschen will ich schau: en: wie betrüglich ist die Welt! Mei- gern nem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, aud) hält. Er, ein Feind der Huchetei, ist wahrhaftig und getreu. - 7. Doch wer begreift, wie gut du bist? 4. Dräu't die Welt mir, mich zu Undenkbar, wie dein Wesen, ist, Herr, hassen, und verfolat mich, will ich mich deine Freundlichkeit! Bont Staube immer auf den Herrn verlassen; er jauchzt mein Lied zu dir, und reiner, erbarmt doch meiner sich; denn er feuriger als hier, tönt's in der Ewigkeit! bleibet immerdar, was er ist und was er war. 5. zu Eigne Melodie. achten, und verbirgt ſein Angesicht, 312. Lobfinget Gott, und betet an, preist ihn mit frohen Liedern! Lobe sing' ihm, Seele! denn wer kann sein Wohlthun ihm erwiedern? Er ist die Liebe! Rühmt es laut, Geschöpfe, die 6. Er will Frieden mit mir halten, ihr ihm vertraut, die ihr ihn fennt wenn sich auch die Welt empört; ibre und ehret! Rühmt es daß seine Güs läßt mich rufen, läßt mich schmachten, doch vergißt er meiner nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. Gott. 115 tigkeit mit jedem Morgen sich erneut,| flieh'n die bangen, finstern Qualen, und ewig, ewig währet! wie leichte Wolken bin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sie auch sich verklärt. 2. Daß außer dir nicht Alles leer von Frend' und Leben bliebe, schufft du, o Gott, der Himmel Heer und diese Welt aus Liebe! Du selbst be: durftest ihrer nie, unendlicher, du lie: fest sie zu ihrem Heile werden! Sie wurden; und du füblest nun die Won: ne, Allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Ang' entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Lieb' erquickt. Erfreulich ist das Leben, und schanervoll der Tod; doch besser nod) als Leben ist deine Güte, Gott! Wie ist sie uns so theuer! denn sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer, und tröstender, als sie? 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermist, o Bater, diesen Segen; wie gürig deine Weisheit ist in allen ihren Begen! Gott, deine Liebe reicht so 4. Wer wollte sie nicht loben? fie, weit, als deines Reich's Unendlichkeit, die doch Allen Alles gab, vom Hohen weit über alles Denken! Ach, was Engel droben, bis zu dem kleinsten find wir, die deine Macht aus todtem Wurm binab. Bon so viel Kreaturen Staub bervorgebracht, ns ewig Heilläßt sie nicht eine leer; und ihres Sezu schenken? 6.000 gens Spuren verbreitet sie umher. 4. Undankbar wichen wir von dir und wie sie voll Entzücken stets für und folgten unserm Herzen, und seine den Himmel quoll, ist auch, wobin Thorheit büßten wir mit Reue und wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. mit Schmerzen. Da fandtest du den 5. Zu ihrem Lob erwecke vor Allem Sohn, o Gott! Unsterblichkeit bat du dein Herz, o Chrift! Komm her, uns sein Tod, und ew'ges Heil erwor- und sieb', und schmecke, wie freundlich) ben. Bersöhnt bist du; erlöst sind Gott, dein Bater ist! Auf, seinen wir. Preis, ewiger Erbarmer, dir, Rubm erzäble dein frommes Saiten: daß er für uns gestorben! spiel, und deine ganze Seele sev Inbrunst und Gefühl! Von seiner Güte fage, wie tren sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächsten Nacht 5. O Bater, welchem keiner gleicht an Liebe wie an Stärke; kein Dank, kein Lobgefang erreicht die Wunder deiner Werke! Doch ist dir's angeneh mer Dank, dir ist es mehr als Lob- 6. Wir sind viel zu geringe der gefang, wenn ich dich thätig liebe, Tren, die er an uns getban! Wir und gern in meiner Lebenszeit Er schau'n die großen Dinge mit heiliger barmen und Wohlthätigkeit an mei- Bewund'rung an. Er schenkt den Sohn nen Brüdern übe. uns Sündern, erlöset uns durch ihn, 6. Du bist die Liebe! Dank sey dir, erwäblet uns zu Kindern, will selbst daß ich dich so erkenne, und dir zum uns zu sich zieh'n. Auf, da in Jesu Rubm, zum Troste mir, dich meinen Namen ihm unser Lob gefällt; lobBater nenne! Auch ich will gut und singt ihm, Amen! Amen! Sein Lob liebreich seyn, will glücklich machen, füll alle Welt! will erfreu'n, will segnen und dir glei: chen. Bon diesem Sinn und dieser Eigne Melodie. Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich 314. Wie groß ist des Allmächt's nicht, so lang ich lebe, weichen! Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. 313. Mit fröblichem Gemüthe gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe ermesfen, sev ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergehen; vergik, mein Herz, auch seiner nicht! dankt, die ihr Chrifto angehört, dankt Gott, daß seine Güte so wie sein Daseyn ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an ihrem Segen waren, bleibt sie sich im mer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und forget immer tren; sie wird mit je: dem Morgen an den Geschöpfen neu. 2. Wer hat mich wunderbar bereis tet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer bat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Ber gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ift's nicht sein Arm, der Alles schafft? 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da lebet, zu erfreu'n. Welch fröhliches Gewimmel in ihrem 3. Blick' o mein Geift, in ienes Les milden Sonnenschein! Bon ihren ben, für welches du erschaffen bist; beitern Strahlen, wo sie hervorbricht, wo du mit Herrlichkeit umgeben, Gott 8 116 ewig seh'n wirft, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Gütte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn! 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht versteh'n? Er sollte rnfen, ich nicht bören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir in's Herz gefchrieben; fein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten, so wie mich. Me L. Dir, dir, Jehova, will ich zc. 5. Dies ist mein Dank, dieß ist sein 316. Last uns, dem Bater laßt uns Wille. Ich soll die Liebe seyn, wie er. Je mehr ich dieß Gebot erfülle, stellt singen aus voller Seel' ein dankbar sich sein Bildniß in mir her. Lebt seine frohes Lied! vom Irdischen zu ihm Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. uns schwingen, der immer freundlicy auf uns niedersicht! Er höret unsern Preis; und reine Luft strömt, wenn er herzlich tönt, in unfre Brust. 6. D Gott, laß deine Güt' und Liebe 2. Last uns ihm singen! Was wir mir immerdar vor Augen seyn! Sie haben, sind schwache Lieder und ein stärk' in mir die guten Triebe, mein dankbar Herz, für alle, alle seine Ga: ganzes Leben dir zu weih'n! Sie tröfte ben, für alle Batertren' bei Freud' mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite und Schmerz, für jeden Trost, den, zu mich zur Zeit des Glücks; und sie be: ihm hingewandt, ein blutend Herz fieg' in meinem Herzen die Furcht in seiner Liebe fand. des legten Augenblicks. 3. Er ist voll Liebe, voll Erbarmen; bat, eh' wir waren, uns als Gott ges Liebt. Mit immer off'nen Baterarmen Lang- nimmt er uns auf, auch wenn wir ion betrübt. Er ruft zurück uns von des Lasters Bahn, und leitet uns der Gott. Geduld und muth.. 4. Laß diese Langmuth, der nichts gleicht, doch alle Sünder rühren; sie, eh' der Tag des Heils entweicht, zu: rück zur Tugend führen! Ach, keiner Häufe Schuld auf Schuld durd) fre: chen mißbrauch deiner Huld! Hilf uns das Böse hassen, daß wir uns, Herr, durch dich erneu't, den Reichthum deiner Gütigkeit zum Himmel leiten lassen! Mel. An Wasserflüffen Babyl. zc. Tugend Pfad hinan. 315. Gott, welche Langmuth und gessen undankbar oft, was er an uns 4. Nur nur wir vers Geduld erzeigest du uns Ärmen; be- gethan; der Gnade, die kein Mensch reit, auch bei gehäufter Schuld, dich ermessen, des Heils, das unser Herz unsrer zu erbarmen! Ad), wie so man nicht fassen kann; vergessen sein, der cher Sünder lebt in stolzer Sicherheit, unsrer nie vergist, den Undank sieht, und strebt dir immerdar entgegen! und doch Erbarmer ist. Und doch, o Bater, such'st du ihn von seinem Irrweg abzuzieh'n, zur Bess' rung zu bewegen! 2. So nachsichtsvoll erbarmst du dich felbst unbiegsamer Sünder; wie lieb: reid), Gott, wie väterlich verschonst du deine Kinder! Läst ihrer Tugend Eifer nach), und werden sie im Glau ben schwach, und träg' in guten Werken, so jammert's dich; du denkst dar an, wie leicht ihr Herz sie täuschen kann, und eileft, sie zu stärken. 3. Du warnest sie vor der Gefahr, noch eb' sie irre geben; Gefall'nen reich'st du Stärke dar, gleich wieder 7. Gott, Gott, wie gut bist du! D aufzustehen. Berirrte rufest du voll Seele, fink' in den Staub, bet' ibn Huld; versprichst den kommenden die verstummend au! Fließ, Freudentbrä Schuld aus Gnaden zu vergeben; ne, fließ, erzähle, wie viel, wie viel schenk ft ihnen Muth, zur Bess rung der Herr an mir gethan! Ihm ähnKraft, und nach vollbrachter Pilger- lich werden, sey mein bester Dank, schaft Heil, Ruhe, Wonn' und Leben! mein Leben ihm ein steter Lobgesang! 5. Seit wir auf dieser Erde wallen, hat er uns mit Barmherzigkeit geführt; uns segnen, war sein Wohlges fallen, uns retten, wenn wir uns von ibm verirrt, uns trösten, wenn wir weinten, und aus Leid uns Freude schaffen, war ihm Seligkeit. 6. Und so mit treuen Baterhänden will er uns leiten bis an unser Grab; Todestbal uns seyn ein sich'rer Stab; uns vollbereiten, uns vollenden; im und, lebten wir ihm unsre Vilgerzeit, uns geben Leben und Unsterblichkeit. . Schöpfung. Schöpfung. Mel. Heilig, heilig ist dein Wille zc. Du Herr der Ewigkeiten, Regierer aller Zeiten, der ewig seyn wird, ist und war! 317. Uues rühmt des Schöpfers 3. Unerforschlicher, Allweiser, Schöz pfer, Herr! Wer zeichnete dem Winde die Bahn! Wer spaltete der Berge Schlund? Wer öffnete der Meere Grund! Wer bieß des Lichtes Strahe len das Blau der Lüfte malen? Wer Ehre, Alles rühmet feine Macht. Zahllos sind der Welten Heere, die sein Wink hervorgebracht. Lieblich strablet unter ihnen deine Sonne, Gott, es bricht durch des Himmets Raum ihr Licht mild hervor, auch uns zu zog mit Grün die Fluren an? dienen, deine Schöpfung zu erfreu'n;! Gott, wie herrlich mußt du feyn! 2. Allenthalben find' ich Spuren: Gott ist weise, gut ist Gott. Herr, dich lobet auf den Fluren früh der Thau, das Morgenroth! Herrlich glänzen die Gefilde, wenn der neue Tag erwacht. Gott, der weiten Schöpfung Pracht predigt deine Treu' und Milde! D, wer kann in deine Höh'n ohne Dank und Rührung seb'n! 3. Hüte dich, o Mensd), zu klagen, Daß der Herr nicht Liebe sey! Sieh' den Wurm; er wird dir's sagen: Got tes Huld ist täglich neu. ser ernätret im Gesträuche die Geschöpfe, wenn es schneit? Wer den Wurm zur Winterszeit? Und in deinem großen Reiche hättest du, der Alles macht, mich, den Menschen, nicht bedacht? 117 4. Du, deß starke Hand die Ele: mente band, als aus dem Schooße der. ewigen Nacht durch deines Schöpfers odems Web'n die Welt, wie sie dein Plan erseh'n, hervorging;- alles Leben und Regsamkeit und Streben nach Ordnung war durch deine Macht! 5. In den Lüften schallt, aus jeder Tiefe hallt das Zeugniß deiner gött lichen Kraft; der Löwe brüllt's bei seinem Raub, das Würmchen trägt's durch Schutt und Staub, es prangt durch Aebrenfelder, im Schatten fübs ler Wälder, quillt aus der Traub im Purpursaft. 6. Doch vor Allen preist, Gott, dich) des Menschen Geist! Ihn rüstete dein mächtiger Ruf zum Herrn von deinem neberfluß, gab ihm den köfts lichsten Genus; gab, daß er flüglich) 4. Keine Blume blüht vergebens, wähle, Vernunft ihm in die Seele, denn sie duftet und erfreut. Gib, o und Drang nach höherem Beruf! Bater meines Lebens, meinem Herzen! 7. Allgewaltiger! Ddu Allgütiger! Achtsamkeit, deine Absicht zu erfüllen, laut töne durch Erd' und Himmel dir mein Leben ganz zu weih'n, Alles dein Lob! Es preise jedes Wesen dich, um mich zu erfreu'n, und zu thun und freue seines Dafeyns sich; doch nach deinem Willen! Selbst die klein- mehr als tausend Chöre bringt, Gott, ste That entflieh', unbemerkt, o Herr, mein Geift dir Ehre, daß ihm dein 2ink zum Geist erschuf! mir nie! 5. Gabst du, Schöpfer deiner Werfe, die kein Auge völlig sieht, allen Thieren ihre Stärke, ihrem Mund ein frobes Lied; mir Berstand, es einzu: so Mel. Wachet auf, ruft uns die ic. foll mit der Natur auch mein Mund 1319. Betet an, ihr Menschen, brindein Lob erhöhen! Nimm, Herr, meinen Lobgefang! Mein Gehorsam sey mein Dank! get dem Höchsten Ruhm und Preis! Lobsinget. Gott, unserm Schöpfer, be tet an! Zahllos sind der Geister Schaaren, die, et' noch Erdgeschaff'ne waren, schon Wunder seiner Güte sah'n. Ihr Heer, umstrahlt von Licht, bedeckt das Boll Preis und Dank tönt ihr Gesang durch) alle Himmel Gottes hin. Eigne Melodie. 318. Uugewaltiger! Allgegenwär- Angesicht vor dem Schöpfer. tiger! die Himmel erzählen donnernd dein Sob; es ruft's der Sphären Wiederhall; verkündet's taut der Welten All, die einst dein Wint als Sterne in ungemess'ne Ferne aus altem Nichts in's Daseyn hob. 2. Er nur kennt die Millionen, die seiner Himmel Kreis bewohnen, und seiner Größe Ruhm erhöh'n. Heilig ist er, heilig! rufen fie tiefanbetend 2. Herr, Herr, unser Gott! Du, aller an den Stufen des hohen Throns, um Völker Gott! dich preiset der Wesen den sie steh'n. So weit er herrscht, unzählbare Schaar an allen Drten fern so weit geht seine Herrlichkeit! jauchund nah', als ihren Urquell, Jehova! zen Ale. Wer ist, wie er, frohlockt Univ.- Bibl. Giessen 118 Schöpfung. ihr Heer, wer ist, wie Gott, der uns[ thum, für feinen Ruhm ein großes, erschuf? schönes Heiligthum. 3. Hohe Seligkeit ist's ihnen, dem 4. Er gebent; der Erde Felder und Gott, der sie erschuf, zu dienen, und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder treu zu thun, was er gebeut. Win- blüh'n fruchtbar durch sein Wort voll den gleich, und gleich den Blizen, Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne geb'n sie vom Thron aus, segnen, schü- regiert den Tag, und Mond und Sters Ben, und fördern unsre Seligkeit. Sie ne regieren stiller in der Nacht. Er freu'n sich brüderlich, wenn Sünder spricht; da füllt das Meer ein taureuvoll sich der Tugend weih'n; wenn sendfältig Heer ihm zum Preise. Auch unser Dank den Preisgefang der Sim- singt und ruft das Bolk der Enft zum met hier schon wiederhault. Schöpfer, der's zum Leben ruft. 5. Und wie winimett's im Gefilde von Thieren! wie im Wald vom Witde! Bon Freuden ballen Berg und Thal. Wer bevölkerte die Erde mit dieser lebensfroben Heerde, so mannigz faltig ohne Zabl? Was sich auf Ers den regt, sich füblet, sich bewegt, schuf der Höchfte. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Er ist der Schöpfer, er ist Gott! 4. Gott, mit allen diesen Heeren foll, wer bier heilig wird, dich ehren, und ewig sich mit ihnen freu'n; soll, erlöst durch deine Gnade, zu dir ae: führt auf eb'nem Piade, wie sie ver: Flärt und selig seyn. Bernebmt's, ihr Menschen, hört: wer sich zu Gott bekehrt, wird am Throne in seinem Reich, den Engeln gleich, in seiner Herrlich: keit ihn schau'n! 5. Werdet beilig, gleich den from: men, verklärten Geistern! Gott wird kommen mit seiner Heerschaar zum Gericht. Welcher Rubm, wenn er uns Allen, mit einem Blick voll Wobl: gefallen, in ihrem Kreis das Urtheil spricht! Heil uns, wir beten dann mit allen Engeln an, gleich den Engeln! Ihr Preisgesang und unser Dank haut dann durch alle Himmel viu! 6. Tiefer betet an, und bringet des hohen Lobes mehr, und singet erhab's ner euren Preisgesang! Last uns, sprad) er, Menschen schaffen; ein Bild von uns, nach uns geschaffen, und Adam ward, und jauchzte Dank! Dank, rief er, Schöpfer, Gott! ich ward auf dein Gebot, Preis dir, Schös pfer! Du, Herr, bist Gott, du, Herr, bist Gott! Es ist kein andrer Herr, als Gott! 7. Ewig wollen wir lobfingen, und Mel. Wachet auf, ruft uns Rühm und Dank dem Schöpfer brin gen. Sein, fein ist Weisheit, Güt' und Macht. er hat uns die 2c. 320. Betet an, lakt uns lobsingen, erschaffen; nach seinem Bild auch uns und und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weisheit, Güt' und macht. Betet an, er bat erschaffen; er hat, was ist, aus Nichts er schaffen! Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wer ist dem Höchsten gleich? Er hat fein weites Reich sich bereitet; er schuf die Welt, die er erhält. Es rühm', es preif ibn seine Welt! erschaffen! Ihm werde Dank Preis gebracht! Wir sind, o Gott, von dir! Froblockend rufen wir: Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält; es rühm', es preis in seine Welt! 2. Fülle, Mel. Ich lobe, Herr, und preise ze. 321. Er rfreuender Gedanke: Gott fich mitzutheilen, war sein Wille; und was er wollte, das geschas. Er gebot schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich Alallmächtig: Werde! Da ward der les danke, rief auch in's Leben mich). Himmel, stand die Erde zum Preise Er, der mit Licht und Vracht den gans seiner Güte da. Der Allmacht erster sen Erdkreis fchmücket, und jeden Sohn, der Engel jauchste schon seinem Wurm beglücket, er tat auch mich Schöpfer: doch war's noch nicht auf gemacht. Erden Licht. Er sprach: Es sey! Da ward es Licht. 2. Erfreuender Gedanke, der mäch tig mich erhebt, und wenn ich) irr 3. Oben wölbt er seinen Himmel; und wanke, wohlthätig mich belebt! aus Wassern unter seinem Himmel Ich weiß, mein Schöpfer, Gott, aab wird jede Wolk' ein bangend Meer. mir dieß erste Leben, wird mir ein Wasser deckt der Erde Höhen; es bespres geben; er ist und bleibt mein fliebt auf sein allmächtig eben, und Gott! überströmet sie nicht mebr. Tief braust um sie die Fluth; am Strom des Lich tes ruht un die Erde, fein Eigene 3. Ich sollte mutblos Flagen, wenn mich mein Bater schlägt? Nicht gern ein Leiden tragen, das er mir aufer. Schöpfung. 119 legt? Es dient in meinem Beit; er nicht veralten, bis er kommt, Gericht kann und wird es enden. Bon seinen zu halten. treuen Händen erwart' auch ich mein Theil. 7. So hat mein Gott an mich ges dacht, hat über sie durch seine Macht zum Herrscher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib, gab auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich) Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele Jauchzend balle von dem Schalle dei: ner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 4. Erfreuender Gedanke: Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich Alles danke, rief auch in's Leben mich! Er wägt mein Glück mir zu, und machet meine Leiden zu Quellen größ'rer Freuden; Gedanke voller Ruh'! Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 322. G rhebe dich, mein Lobgefang, zu Gott, um Ruhm und Preis und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die Engel ihrem Herrn noch höh're Psalmen singen. Mich auch hat er mit den Heeren, die ihn ebren, zu den Stufen seines hohen Throns gerufen. Mel. Herr Gott, dich loben wir 20 323. Es war noch keine Zeit; es war nur Ewigkeit: jetzt schufft du, Gott, der Himmel Heer, und aller deis ner Geister Heer. Die Himmel sind, wie weit sie sich ausbreiten, wie ges schmückt durch dich, nur Hütten für den bessern Geift, der, selig nur, dich kennt, und preist: Erster! Unend sicher! Weiser! Aumächtiger! Gnäs diger! Heiliger! Jehova! unser Gott! 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, 2. Du bast den Erdkreis ausgeschmückt einträchtig Alle Gott erhöb'n, und seizmit Schönheit, die die Seel' entzückt; ne Größe preisen! Wie Alles Jubel nie, die die Himmel überstrahlt, die ist und Dank, ein hover, lauter Lob- Sonne, die uns Leben ftrahit, du fühgefang des Gütigen und Weisen! Ach, wie könnt' ich fühllos schweigen, fol cher Zeugen Lob vernehmen, und doch seines Ruhms mich schämen! rest sie zu uns berauf, und immer läuft sie ihren Lauf. Den fanftern mond hast du gemacht, den Führer und den Schmuck der Nacht. Wohin wir, unfer Schöpfer, geh'n, wie weit des Forschers Blicke seh'n. 3. Trieft, o Allmächtiger, dein Fuß von deiner Gnade Ueberfluß! Die Quelle rinnt, es träuft der hau; sie tränfet uns, er tränft die Au'. Der Berg, das That, der Wald, das Feld, der Erdkreis, den dein Arm erhält, ist schön, ist Gegen, ist bestreut, Allmächtiger, mit Fruchtbarkeit! Wir leben gern! des Lebens Müh', du, tinderst und versüßest sie! 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seyd! und zu dem Erdfreis: Werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's aus rief, da begonnen tausend Sonnen, und erbellten ein unzählbar Heer von Welten. 8. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet ibn an, und seiner Wunder Menge! Strömt hin aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen voll Lust, in bobe Dankgesänge! Schöpfer, Bas ter, did) erhebe, weil ich tebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 4. Er hat, o Sonne, dein Gezelt, die Himmel über seine Welt für mich auch ausgebreitet! Wer nützt die Erde mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich gegründet und bereitet? Lachen mir nicht alle Wälder, alle Felder frot entgegen, reich) für mich an seinem Gegen? 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüfe ten? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer in 4. Den Schweiß auf unserm AngeHöhen und auf Triften? Quellen rie- sicht bestrablet deines Segens Licht. feln, Winde wehen, Flüss' und Seen So bast du unsre Welt geschmückt werden Meere mir zum Gegen, ihm mit Schönheit, die die Seel' entzückt. zur Ebre. Doch was sie war, das ist sie nicht! 6. Noch strahlt mir ungeschwächt Sie trifft auch deines Fluchs Gericht: fein Licht; noch weigert die Natur| Erdbeben, Donner, Stürme, Meer, sich nicht, die Welt für mich zu schmü: Krieg, ungezählter Senchen Heer. Wir cken. Noch hat sie Freuden g'nug für sterben, und du schickft das Schwert, mich, noch immer schön und jugend- den Tod, den Tod, der uns verheert. Tid) mein Auge zu entzücken. Eher 5. Ach, Staub zu werden, sinken wir werden aud) die Werte feiner Stärkelin's Grab, furchtbarer Gott, vor dir! Schöpfung. 120 Ein schwaches Lüftchen weht, wenn du ihm winkft, dem naben Grab uns zn. Der Mensch, des Todes fich'rer Raub, was wär' des Elends Knecht, der Staub, hätt' ihn dein Mittler nicht verföhnt, mit dir, unendlicher, ver: föhnt? Gerechtester, was wären wir, Jehova, Richter, was vor dir? Mel. Aus deiner Quelle, Schöpfer zc. 324. Ich freue meines Lebens mich, und preise, Gott der Liebe, dich! Ich rufe dir mit Jubel zu: Mein Schö pfer und mein Gott bist du! 2. Wo du bist, Bater, bin ich froh! Wo ist ein Punkt der Schöpfung, wo der Strahl von deiner Herrlichkeit nicht jedes Aug' und Herz erfrent? 3. Wann aus des Schhlummers stilLer Nacht mein Aug' zum neuen Tag erwacht, und Alles lebt im nenen Licht, wer fühlt, wer fühlt did), Bas ter, nicht? 4. Mein Herz schlägt mächtiger in mir; es strebt empor, empor zu dir, du Quell des Lebens, böchster Geist, den jeder Hauch des Mundes preist! 5. Mit stiller Luft erfüllt es mich); wohin ich sehe, seh' ich dich; und Alles, was ich seh', ist dein, und Alles gut, und Alles mein! 6. Der Sonne Strahl, des Mondes Licht ist dein, und leuchtet dir doch nicht; ist mein, und ihre Herrlichkeit erfreut did), weil sie mich erfreut! Duft, 7. Mich füblet, mich belebt die Luft. und mein der Bach, der Quell, der See, die Tiefe mein, und mein die Höh' 8. Du fegneft mich durch Tag und Nacht, durch deines Himmels stille Pracht; und täglich und auf tausend Art hast du dich mir geoffenbart. 9. Was bin ich, Gott, was werd' ich seyn? Unsterblich einst, und ewig dein! Wer fühlt' die Lieb', und sinfet nicht lobpreifend auf sein Angesicht? 10. Empfindung deiner Herrlichkeit, ein Herz, das ganz fich deiner freut, das still in deiner Fügung rubt, und freudig deinen Willen tout, II. Das sey mein Dank, das sey mein Preis! Er ist dir angenehm Ich weiß, auch dieß, mein schwaches Loblied dringt hinauf, wo dir der Engel fingt! den Schöpfer großer Berke, den Bater jeder Kraft! Ift's Weisheit nicht und Stärke, durch die er Alles schafft? Er spannet, gleich Gezelten, die weis ten Himmel aus: er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will, und Sonnen flammen; es drängen Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern; das Meer wird ungeHimmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er schafft, wenn Blige zünden, wenn Inseln untergeh'n. Er winkt den raschen Winden; schnell wird sein Himmet schön. 3. Tief aus empörten Wellen hebt er Gebirg', und trocknet sie. Er legt in Felsen Quellen, sie rieseln und vers fiegen nie. Er ziert mit jungem Lichte das Antlitz der Natur, und Blumen, süße Früchte sind dann der Schmuck der Flur. Er füllt selbst Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da fich) freuen, wo Niemand wohnen tann.or 4. Herr, dein ist Huld und Stärke, und alle Weisheit, Gott, ist dein! Das rühmen deine Werke, das jauche zen, die sich deiner freu'n! Hoch in des Weltalls Chöre tönt unser Jubelruf. Preis dir und Dank und Ehre, dir, der auch uns erschuf! Sieh', Freudentbrä nen fallen, die Herzen schlagen dir! Du lebst, du wirkst in Allen; nur dir vertrauen wir! Mel. Bis hieher hast du stets zc. 326. Mit veilgem Schauer blick ich bin, Herr, zu des Himmels Höhen, wo Somn' auf Sonne, Welt auf Welt so schön geordnet stehen! 2. Auf deine Erde strahlt berab aus weiter, bober Ferne des Mondes sanfter Silberglanz, das milde Licht der Sterne. 3. Bom Staube wag' ich's binzus schau'n, wo deine Sonnen glänzen, und forschend sucht mein Auge dort, Herr, deines Reiches Grenzen! 4. Umsonst! den grenzenlosen Raum der fernsten Sonnenbeere, mißt fein Erschaff'ner, zahllos sind sie, wie der Sand am Meere. 5. Du zählst, o tinermeßlicher, der Sterne Millionen, und berrscheft hier, und fegnest dort, wo nur Geschöpfe wohnen! Eigne Melodie. 6. Auch dort ist deines Reichs Ges biet mit und 325. Kommt, kommt, den Herrn sie, wie ich, find, Herr, durch dich zur Ewigkeit erlesen! zu preisen, der groß von Rath ift, stark von Chat; den Gütigen, den 7. Frei werd' ich einft mit ihnen Weisen, der keinen feines Gleichen hat; I mich von Sonn' zu Sonne schwingen; Schöpfung. 121 3. unzählbar ist der Seelen Schaar, die jetzt und einft noch wunderbar du mit der Menschheit Hülle zierst, und durch den Tod zum Leben führst? Mel. Sey Lob und Ehr' dem böchsten ze. 4. 3abllose Geister preisen dich von Welt zu Welt und sehnen den 327. Wenn ich, o Schöpfer, deine Einzigen, dem sie vertrau'n, im Licht der Seligen zu schau'n! Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Bater! mit ihnen, Weltenschöpfer, dir Dank, Preis und Ehre singen! 2. Mein Auge fiebt, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmet, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer bat die Sonn' an ihm erhöht: Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mit dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Borrath zu seanen? D der Macht und Herrlichkeit: Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt, Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere!" Bringt," ruft auch der ge ringste Wurm," bringt meinem Schö: pfer Ehre!"" Mich)," ruft der Baum in seiner Pracht," mich," ruft die Saat," bat Gott gemacht; bringt un ferm Schöpfer Ehre!" 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe! 6. Erheb' ibn ewig, o mein Geift, erhebe seinen Namen! Der, den der Welten Loblied preist, sey angebetet! Amen. Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Reid'n der Schaaren, die sich deiner freu'n, hinauf zu dir als Bater seh'n, dir jauchzen, betend dich erhöb'n? 5. Wann, o ibr Himmlischen, mein Geist sich seinen Fesseln einst entreißt, drängt er auch sich in eure Reih'n, ein Mitanbeter Gottes, ein! 6. Entzückt vom Licht, das er ers rang, begeistert von dem Throngesang, frohlockt er Dank, und strebt und ringt euch nach, wenn er dem Bater fingt. 7. Dem Bater, dessen Allmachtsruf auch ihn mit euch verbrüdert schuf, der Erdenhülle nur ein Grab, Unsterb= lichkeit dem Geifte gab! 3. Bekehren, Gott, sich Sünder, und werden deine Kinder, die nun das Böse scheu'n; dann jauchzen ihre Lies der, daß ihre neuen Brüder sich einft wie sie, am Throne freu'n! 4. In solchen Geisterchören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von Sünden, sich, ihnen, gleich zu werden, freut. 5. D'rum, Höchster, laß auf Erden mich ihnen ähnlich werden, wie sie, dir folgsam seyn; laß retten und bewahe ren mich Menschen in Gefahren, mich Jeden gern durch Hülf' erfreu'n! Mel. Aus deiner Quelle, Schö pfer zc. 6. Was sind einst Müh' und Leis den, wann du zu ihren Freuden vor deinen Thron mich Dann 328. Unendlicher, wer zählt die ich laut und preise dich, Gott, in ih rem Kreise, daß du für mich auch) Enget schufft! 7. Frob lehren sie mich droben, dich würdiger zu loben, des Himmels böhern Dank! Ich stimm' in ihre Chöre; dann wird zu deiner Ehre der ganze Himmel ein Gefang! 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, und, die erzogen in der Zeit, sich nun in höhern Welten freut. Mel. In allen meinen Chaten 2c. 329. Wer zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, o Herr der Welten, schufft! Sie freu'n sich, deis nen Willen gehorsam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie, die nur Tugend üben, dich über Alles lieben, in Eintracht dich erhöb'n, fie eilen, in Gefahren uns Pilger zu bewahren, in Noth und liebreich beizusteh'n. 122 Vorsehung. 2314 Vorsehung, Erhaltung und Regierung. Eigne Melodie. 330. Die Sonne schmücket Berg bin ich vor dir, als sie! und Thal; es wärmet uns ihr milder 6. Strabi; und schon hat manch JabrHundert ihr mildes Feuer überaul em: pfunden und bewundert. 2. Doch ist sie nur dein schwaches Bild, o Schöpfer, der die Welt erfüllt! Du bist die wahre Gonne! Aus deiner Batergüte quilt Licht, Leben, Heil und Wonne. 3. Dein Auge, das für Alles wacht, hat auch auf unser Wohlfeyn Acht, und wird nie matt und trübe. Selbst in bewölkter Mitternacht umftrahit uns deine Liebe. 4. Du bist's, der die erschaffn'e Welt vom Engel bis zum Staub erhält; du fiehest unsre Sorgen. Kein Blättchen, das vom Baume fällt, bleibt deinem Blick verborgen. 5. D Wahrheit, Himmelsglanz vom Herrn, sey mir zu meinem Heil nicht fern! Get auf in meiner Seele, daß ich mein giet bier kennen lern', und fich're Wege wähle! 6. Ja, Herr, dein Wort sey stets mein Licht! Dlaß mich deiner Lei tung nicht muthwillig widerstreben! 3u treuer Uebung meiner Pflicht gib Wärme, Licht und Leben! nicht zur Arbeit eilt, wie ich; und Bater, ich verges' es nie, weit mehr bält die ganze lebensvolle Welt, und Aller Augen freuen sich, und warten Hoffnungsvoll auf dich; auf dich), der du sie Alle liebst, und allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt Herab, was Jedem nöthig ist: mit Wohlgefallen sättigt sie dein Auffeb'n, und versäumt fie nie. Nie sind Gee schöpfe deiner Hand dir unwerth) oder unbekannt. Mich schufft du nicht für diefe Beit; mein Ziel ist eine Ewigkeit. Ber nunft hab' ich von dir, o Gott; für mich ging Jesus in den Tod; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Bon dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis und Trank empfah'n. Dem Sünder selbst, der dich verschmäht, gibst du sie ohne sein Ges bet. Auch mich wirst du, Herr, auf mein Fleh'n, mit dem, was ich be darf, verseh'n! 8. Laß du mich nur genügsam seyn, und deiner Gaben mich erfreu'n; doch mehr noch deiner, der du dich so freunds lich zeigest gegen mich, und selbst die reiche Quelle bist, aus welcher jede Wohlthat fließt. 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß ers halt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach) und Unzufriedenheit! Du nährst mich, Bater; Preis und Dank bring' ich dir all mein Lebenlang! Eigne Melodie. 332. Got ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Name', und groß sind seine 2Berke, und alle Eigne Melodie. 331. Gort, deine weise Macht er Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so sind und leben Welten. Und er gebent: so fale len durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in Ewigkeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein beschei- 5. Was ist und war, im Himmel, den Theil; gabst mir's mit Huld und Erd' und Meere, das Fennet Gott, Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rech- und seiner Werke Heere sind ewig ter Zeit. Kein Bater sorgt so väter vor ihm offenbar. tich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht; ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so tang ich hier nod) teben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Bogel banet nicht das Land; doch nährt ihn deine milde Hand. Du 8. Er fennt mein Fleh'n end allen fmüc'st die Blume königlich, diel Rath der Seele. Er weiß, wie oft ic 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher rube; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nab', du sikest oder gebest; ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 123 Vorsehung, Erhaltung und Regierung. Gutes thu' und fehle, und eilt, mir Met. Odu Liebe meiner Liebe zc. 9. Er wog mir dar, was er mir 334. Ich will danken und lobfins geben wollte, schrieb auf sein Buch, gen Gott, der seine Welt regiert. wie lang ich leben sollte, da ich noch Preis und Ruhm will ich ihm brina unbereitet war. gen, der mich wie ein Bater führt. Deffen Augen nie ermüden, zu bes wachen, die er liebt; der mir Leben, Freude, Frieden, der mir Alles, Alles gibt. II. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers macht. 2. Alle liebst du, Aller Leben ist dein Werk und ist dir werth; Allen gibst und wirst du geben, was das fromme Herz begehrt. Alles Große, alles Kleine ift, Herr, offenbar vor dir, und für alle forget deine Batergüre für und für! 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr sevd sein Loblied und sein Psalm. 3. Meines kurzen Lebens Tage zäh 13. Du tränk'st das Land, führst test und bewahrest du; wiegeft auf ges uns auf grüne Weiden; und Nacht rechter Wage mir mein ganzes Schicks und Tag, und Körn und Wein und fat zu: überschütteft mich mit Segen, Freuden empfangen wir aus deiner sättigst mich mit milder Hand, führeft Hand. mich auf sichern Wegen, Gott, nach 14. Kein Sperling fällt, Herr, obne meinem Baterland! deinen Willen; sollt' idy mein Herz 4. In die Tiefen meiner Seele nicht mit dem Trofte stillen, daß deine blick'st du und ergründest sie. Was Hand mein Leben bält? ich denke, was ich wähle, birgt sich deinem Auge nie; du, du fiebst's, ob ich dich liebe, Geber der Unsterblichfeit, ob ich jede Tugend übe, die mir dein Gesetz gebeut. 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß! 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! Mel. Herr, du regierst, daß Alles 2c. 5. Heil mir, wenn ich ernstlich stres be, deiner Liebe werth zu seyn; o dann werd ich, weil ich lebe, deiner Aufs ficht midy erfreu'n! Täglich wirst du mir wie mild und gut 333. Gott forgt für alle, die auf u ift. Deine Güte werd ich preiz Erden wohnen; er ist der Bater aller Nationen, der Allen reichlich gibt, und gern gewähret, was sie ernähret. sen, daß sie unerschöpflich ist! Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 2. Er schaut die Erd' an; die Geer Thau, fie reid) zu machen. Sein Strom itt 335. Nie kann ich meines Gottes voll; er forget für die Saaten, daß fie gerathen. 3. Die tief gepflügten Furchen füllt fein Segen; die Erde lecit, und sie erfrischt sein Regen. Der Sommer glübt; es reifet das Gerreide zu unfrer Freude. Wege mit meinen Blicken überseh'n; noch, wenn ich Alles überlege, vollkommen ſeinen Rath versteh'n. Doch weis und beilig ist sein Plan: er herrscht als Gott; ich bet' ihn an. 2. Ich kann genug von ihm erkens nen, mich seiner Macht und Huld zu 4. Auf Bergen und in Thälern hü: freu'n, bewundernd Bater ihn zu nenpfen Heerden; er schaffet Gras, daß nen, mein ganzes Leben ihm zu weib'n; fie gesättigt werden. Dem Schnitter genug, ivm kindlich zu vertrau'n, und rauscht der vollen Felder Segen zur immer froh auf ihn zu schau'n. Ernt' entgegen. 3. Er wählt, was brauch' ich mehr 5. Sein Ruhm ertönt von den Ge- an wissen? nichts Böses, thut verges schöpfen allen, und Wald und Au' bens nichts. Selbst in des Lebens und Berg und That erschallen von Finsternissen bedarf ich keines beltern lautem, ibm frohlockendem Getümmel Lichts. Bas er hier werden läßt, ift Hinauf zum Himmel. ja zum Besten seiner Menschen da. 6. Dich preist, o Gott, entzückt auch meine Seete! Was ist's, das ihr an Glück und Woune fehle? Und wenn die Welt und alles Gut zerstäubet: ihr Segen bleibet. 4. Der Wolken Sturm, des Meer's Getümmel braust, oder ruht, wie er's beschließt, er, welcher höher als die Himmet, und tiefer als der Abgrund lift; er segnet seibst im Sturm, was Vorsehung, Erhaltung und Regierung. 124 lebt, wenn auch die Welt erschüttert| Eigne Melodie. bebt. 5. Was brauch' ich Alles zu ergrün: 337. Herr, mein Gott, durch den, was er beschlossen hat und macht? den ich bin und lebe, gib, daß ich mich Genug, id) kann den Bater finden im in deinen Rath ergebe; laß ewig deis Sonnenglanz und in der Nacht. Was nen Willen mein, und was du thust, er für seine einder thut, ist alles mir theuer seyn! recht, ist alles gut. 6. Kenn ich den Weg des Lichts, des Regens, des Blizes und der Winde Gang? Kenn' ich die Quellen alles Segens? Verfteb' ich's, wie das Meer entsprang? Sab' ich's, wie er die Berge wog, und seiner Erde Richtschnur zog? 7. Wer trägt die Himmel, die nicht wanken? Wer hält uns, daß wir nicht vergeh'n? Wer gibt verständige Gedanken, der Weisheit Lehren zu versteh'n? Der Herr, der weise nur beschließt, nur thut, was gut und heilig ist. 8. Ihm will ich folgen, Alles bassen, und meiden, was er mir verbeut thn will ich findlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich; er führt gewiß zum Lichte von der Finsterniß! träuft von Fett und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und fättigt und erfreut! 4. Wie herrlich glänzet jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. Mel. Du, Gott, bist über Alles Herr 2c. 336. Noch immer wechseln ordent- Tagen sterben; Herr, wie du willst! nach lich des Jahres Zeiten ab, und früh und spat ergießet sic) dein Regen, Gott, berab! Soll ich den Himmel erben, und dies ser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich seyn! 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du fegnest und du füllst das Land mit deinen Gütern an!, Dein Fustritt in den Wolken 5. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, in tausend Bächen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 6. D betet, Menschen, betet an! Erwägt's, und denket uun: was bat Gott schon an uns gethan? Was will er künftig thun? 2. Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst Du, du regierst, bist Weisheit, dich aller deiner Werke! Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück! 7. Läßt er uns seine Freundlichkeit schon hier so reichlich seyn: was wird in der Bollkommenheit der bessern Welt gescheh'n? 8. Nod tiefer dringt alsdann mein Blick in seine under ein. D Gott, laß dieß erbab'ne Glück mir stets vor Augen seyn! entschieden. Was du bestimmst, das 3. Bon Ewigkeit hast du mein Loos mein Glück, du wogst mein Leid; und dient zu meinem Frieden. Du wogst was du schickft, ist Seligkeit! plage sich zu mir nah'n; gib mir zus 4. Gefällt es dir, so müsse keine fried'ne Tage! Allein vermehrt's mein ewig Heil, so bleibe nur dein Troft mein Theil. 5. Aus Liebe gibst du uns der Erde Erde Leiden. Ist nur mein Weh Freuden; aus Liebe sendest du der nicht meine Schuld, so zag' ich nicht; du gibst Geduld! 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabft, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Fley'nt, mir dens noch eine Hülf' erseh'n! Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 338. Seb' ich erstaunt der Welten Vracht, und denk' ich dessen Gür' und macht, der sie erschuf: so steigt mein Geist empor, und betet an und preist. 2. Gott, der den Himmel ausges spannt, umfasset ibn mit starker Hand, und seines Reiches Herrlichkeit ist ohne Grenzen, Maß und Zeit. 3. Und diese Welt, im Schöpfungs reich ein Punkt nur, wie ein Schmuc so reich! Wie voll von Freuden obne Zahl, und Wundern Gottes überall! 4. Doch für das Ganze forgt nicht nur der gute Bater der Natur; er, der den kleinsten Staub beseelt, hat jedes Haupthaar auch gezählt. 5. Und ohne seinen Willen fällt kein Sperting nieder; denn er hält den Wurm, der sich im Staube nährt, des Schußes, wie den Engel, werth. 6. Und so forgt auch sein Baterfinn für mich, und was ich hab' und bin. Leib, Secle, Geist, Herz und Berstand verdank' ich seiner Baterhand! Natur, Würde und Bestimmung des Menschen. 125 7. Er wog nach meiner Fähigkeit, 3. Wie oft barbt nicht die stille Tn mir meine Wohlfahrt und mein Leid, gend, die weinend zu dem Himmel mein ganzes Schicksal bis in's Grab, blickt! Die Unsobnid seufzt, oft in der und meine Lebensdauer ab. Jugend schon vom Verfolger unters drückt; und oft ist des Verdienstes Lohn nur Müb' und Elend, Schmach und Hohn. 4. Ich sehe Sünder kühn sich brüs sten, und fest und unerschüttert steh'n. Sie folgen frech nur ihren Lüsten, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. als könnten sie nicht untergeb'n. Sie freveln und ihr Glück gedeiht; sie tros 339. Wie eingeschränkt ist alles gen der Gerechtigkeit. Wissen! 2Sie unerforschlich die na: tur! Umbüllt von tiefen Finsternis sen verlier' ich oft der Weisheit Spur. Ich bin ein Mensch, ein Mensch von Staub, und ach, wie leicht des Irrthums Raub! 8. Erbalte den Gedanken mir, o Gott: was fommt, das kommt von dir! Was deine Borsicht an mir thut, ist herrlich, weise, heilig, gut! 2. Was ist doch alle Lust auf Erden? Ein süßer Traum! Schnell fliebet sie. Sie wirkt oft Sorgen und Beschwer: den, und was sie gibt, befriedigt nie. Man bofft, genießt und wünschet mehr, und das getäuschte Herz bleibt leer. 5. Doch, Gott regiert! D Seele, zage bei unbegreiflichkeiten nicht! Er richtet einst; an jenem Tage wird, was hier Dunkel war, die Licht. Es folgt dem Sünder seine Schmach, dem Frommen seine Tugend nach. 6. Entreiße dich der Erde Lüften! Erhebe dich zur Ewigkeit! Gebt gleich dein Weg durch dunkle Wüsten, ges trost! kurz ist der Pfad der Zeit. Bald, bald wird er dir aufgebellt, und dich umstrahlt die beff're Welt! Natur, Würde und Bestimmung des Menschen. Mel. Erscheine meinem Beift zc.) 6. Las deine Heiligkeit mich stets mir die 340. Ulmächtig großer Gott, dich Sünde flieh'n, des Fleisches Luft bes soll mein Geift erheben! Du gabst zähmen, nur das, was recht ist, thun, der ganzen Welt Bewegung, Kraft des Guten mich erfreu'n, und dem, und Leben! Was Geist und Körper der's üben will, auch gern behülflich) heißt, was Erd' und Himmel hegt, seyn! hat deine Hand gebaut, die jetzt noch Alles trägt. 2. Du schufft, ich dank' es dir! auch mich zu deiner Ehre, und wollteft, daß dein Bild im Menschen sich verkläre. Darum hast du den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit, aus freier Huld geschenkt. 7. Gib, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohltbun Freude macht, der Kummer und Bes sein Leiden ihm versüßt, und, wo er schwerde dem Nächsten gern erspart, helfen kann, zum Helfen willig ist! 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir 3. D welch ein großer Zweck, dazu noch fehlt, und ich, ich selber fühle, du, Gott, midh) schufest! Wie herrlich ist wie wenig ich dir noch im Guten ähns das Glück, wozu du mich) berufest! lich bin! D bilde du mich ganz nach) Dir, Höchster, ähnlich seyn, wohlthä- dir und deinem Sinn! thig seyn, wie du: o wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir se bst dazu! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets immer mehr schon hier kann ähnlich) vor Augen schweben! Mein allerstärk- werden! Dann werd' ich ewig einst fter Wunsch, mein eifrigstes Bestre: mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' ben in allem meinem Thun sey dieß, unterlaß, Gott, deiner Güte freu'n! o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet möge seyn! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und Fleiß in allem dem Mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke 2c. mich üben, was mich zur useisbeit 341. Es werde Gott von dir er führt zur Weisheit, die dich ehrt, boben, du seines Odems Hauch, mein und Allem Beifall gibt, was du uns Geift! Sout' ich nicht meinen Bater felbft gelehrt! Floben, den jedes seiner 26erke preist? 126 Natur, Würde und de Jhn, der mich schuf, sein Bild zu feyn füht durchalübt, unendlicher, mein und seiner Liebe mich zu freu'n? 2. Schön ist der sounenreiche Him: met, den er zu seinem Throne wäbit; doch ist der sonnenreiche Himmet gedankentos und unbeseelt; doch mir gab seine Baterband Empfindung, Leben und Berstand. 3. Anmuthig, prächtig, zum Ent zücken ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Und doch, was nüßte diese Welt dem Menschen, könnt er nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, versteh'n. für 4. Für Enget nur, und nur Seelen, die zu den Geistern Gott er hob, sind sie so herrlich); sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf? 5. Gott, ich kann denken, ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne Gedan Fen tausendfacher Art. Ach, strebt' ich, alle dir zu weib'n, wie selig könnt' ich hier schon seyn! 4. Nicht ängstlich streb' ich nun auf DErden nach dem Genusse voller Selig feit; nur würdig will ich ihrer wers den, das Gute thun, weil es die Pflicht gebeut. Bin ich es würdig, dann ges wiß, o dann bet' ich dich einst in deis nem Himmel an! 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich) empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' ich Kraft; wer gibt sie? Gott, der Alles schafft. 7. 2Bie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist meiner Thorbeit Schuld, und schnöder Mißbrauch seiner Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Bernunft von dir, sollt' ich, o Gott, dich liebgewin: nen, dich nur, und nichts gebräche mir! Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften seyn! 9. Gott, meine Lust sey, dich zu kennen, dich, Urquell der Bollkommenheit! Bon deiner Liebe zu entbrennen, dieß sen mir Ruhm und Seligkeit! Nimm bin mein Herz; was fehlt mir dann, wenn es sich deiner rühmen kann! staunendes Gemüth! 2. Gefühl für meine Menschenwürde prägt ienes heilige Geset mir ein; selbst bei des Erdenlebens Bürde fühl' ich den hohen Werth, ein Mensch zu seyn, wenn ich mit Eifer und Ents schloffenheit erfülle, was mir dein Ges ses gebeut! 3. Ich soll, ich will das Gute lies ben, nicht darum, weil bier jeder Tus gendthat Belohnung folgt; id) soll sie iben, weil Tugend ihre inn're Würde hat. Sie hebt den Geift hoch über Grab und Zeit, belebt den Glauben an Unsterblichkeit. IO. Es werde Gott von dir erboben, du, seines Ddems Hauch, mein Geist! Auch ich will meinen Bater loben, den jedes seiner Werke preist. Jhn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, und seiner Liebe mich zu freu'n. 5. D Bater, segne mein Bestreben, dem boven Ruf zur Tugend tren zu seyn; taß mich ganz meinen Pflichten leben, nur ihnen meine Lebenskräfte weib'n! Dem Frommen nur, der treu war seiner Pflicht, strahlt einst der Tugend Werth im bellern Licht. Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. 343. Laß mich des Menschen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen, und dessen, was mich selbst entehrt, mich all'zeit innig schämen. nie komm' es mir aus meinem Sinn, was Alles ich vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Du bildeteft mir mein Gebein, du hauchtest mir die Seele allmächtig, o mein Schöpfer, ein, durch die ich denk' und wähle! Noch mehr, als was die Sinnen rührt und durch sie Schmerz und Luft gebiert, kann ich versteb'n und fassen. 3. Gott, diesen Borzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen! Was jenen fehlt, verlieb'st du mir, Bernunft und Freiheit, und mit ibr Gefühl für Recht und Unrecht. 4. Du schufft mid) zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden; noch mehr, ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freu'n und dich zu lieben! mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. 342. Hoch über mir, dein Sternenpimmer und dein Gesetz, o Heiligfter, in mir erhebt den Geist vom Erdge: tümmel, hebt ihn anbetungsvoll bin- den Erd' und Himmel preist, auch Preis auf zu dir; der Andacht heiliges Gesund Ehre geben. Auch ich kann thun, 5. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, Bestimmung des Menschen. 127 was dir gefällt, und um mich her in svollforum'ner zu versteh'n, was Sterbe deiner Welt, was nüglich ist, verliche nur dunkel seb'n! breiten. 6. Durch deiner Borsicht gnäd'ges 6. Nicht bloß für diese kurze Zeit Watten, die mich von Kinbeit an riefst du mich in dieß Leben; zu Freu umfing, bin ich so väterlich erhalten, den einer Ewigkeit soll sich mein Geist daß jede Noth vorüber ging. Jd) erheben. und wird auch gleich der lebe noch und preise dich, Herr, deine Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Rechte schüßet mich)! Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken 7. ilf, daß ich dir zur Ebre lebe, und willig ton', was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit: daß ich bis in den Tod dir treu, dir dankbar und gehorsam sey! 7. Bom Himmel kam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ibn geebrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Liserth zu schätzen! Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. weih'n, und meiner unwerth van: 345. Wie wichtig ist doch der Bez deln? der schnöden Luft ergeben seyn, ruf, den Gott uns hat gegeben! Gott, nicht deine Bege wandeln? Fern ievals uns deine Liebe sauf, da schuf von mir ein solcher Sinn! Bewabresie uns zum Leben; zum Leben, welz mich, Gott, deß ich bin, daß ich so ches ewig währt, wo uns kein Leiden tief nicht finfe! mehr beschwert, willst du uns bier erzieben! 9. Gib vietmebr, daß ich allezeit auf mein Gewissen achte, nach seisbeit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe, und mich deiner freu', und so des Vorzugs würdig sey, den du mir hast verliehen! 8. ent 2. Nicht hier ist unser Baterland; nur, Gott, bei dir dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand ein Glück uns aufgehoben, das feine Zeit uns wieder nimmt; hier sind wir aur von dir bestimmt, uns dessen werth zu machen! Mel. Wer mit dem reinen Gees lenblicke 2c. 3. D laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücker werden! 344. Gott, den Erd' und Him- bilft's, wenn ich auch noch so viet von mel ehren, von dir kommt aller Wel Geld und Lust gewinn', wenn ich das ütern dieser Erden, von Ebre, ten Pracht! Was wir Bollkomm'nes zu erben? sey'n und bören, hat deine Schöpfer- bei nicht tüchtig bin, dein Himmels Hand gemacht. An deine Weisheit, an dein Licht reicht aller Menschen las mich dies nie vergessen. Deur wes 4. Dein Pilger bin ich ja nur hier; Weisheit nicht. 2. Ich preise, Bater, deine Güte, nig Taae hast du mir zur Wallfahrt die mich auch wunderbar erschuf, und sugemessen. Schnell wie ein Traum mit froblockendem Gemütbe verebrind sie vollbracht, und dieser schönen ich deinen Schöpferruf, mich deiner Erde Pracht wird dann für mich) verz 2Sunder zu erfreu'n und Herold deines Ruhms zu seyn! geben. 5. D laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen baben, und bier 3. Du haft den Leib, obschon aus in dieser Prüfungszeit um jene beff're Erde, doch wunderbar und schön ge- Gaben, die mir im Tode nicht ents baut; daß er der Seele würdig werde, flieb'n, am ersten und mit Ernst bea ibm Sprach' und Sinne anvertraut. Und mich hast du zum Herrn der Welt, dem Alles dienen soll, bestellt. müh'n, damit ich einst nicht darbe! 4. Du gabst zum Denken und Em pfinden mir dieß Gefühl, mir diefen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergründen, wie herrlich du, mein Schöpfer, seyft; jedoch), was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann! 6. Ein Herz, das dich), o Bater, liebt, sich seiner Würde freuet, das so, wie Jesus, Tugend übt, und sid) vor Sins den schenet: ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n in jenem höhern Leben! Gott, Muth und Kräfte geben, damit 7. Zu diesem Sinne woll'st du mir, 5. Und diesen Geist, der in mir den ich immer möge bier nach den Geket, schufft du nicht bloß für dieſe Seit; seben leben, die selbst im Himmel nein, Herr, du baft ihn mir geschenket gültig find, bis ich als dein bewährzum Leben in der Ewigkeit, um dastes Kind dein Erbtheil einfit empfange. 128 Natur, Würde und Der Leib. Mel. In dich hab' ich gehoffet ze. 346. Obichon des Geistes Hülle nur, zeigt doch mein Leib auch deine Spur, Gott, der du ihn bereitet! Du gabst ihn mir, Herr, nur von dir bin ich so schön bekleidet! fich? Ich staune, Gott, der Nacht ents rissen, und finde Wunder im Bere stand; er ift's, durch den ich alles Wif sen, mir immer unbegreiflich, fand! 4. Er nur erkennt die Näh' und Ferne, der Dinge Stufenbahn und Lauf; nimmt, wie den Himmel voller Sterne, so auch) das Sonnenstäubchen auf; macht Alles, was die Sinn' empfinden, in mir durch stilles Anschau'n bell; vermag Gedanken zu verbinden, und wird sich selbst Erkenntnißquell. 5. Was wär ich ohne diese Gabe? Was ohne sie die Schöpfung mir? Du, dem ich sie zu danken habe, mein Dank froblockt hinauf zu dir! Du sieb'st Gedanken, eh' sie werden; sollt ich dir, Gott, nicht jeden weih'n? Nicht streben, als dein Bild auf Er den auch an Erkenntniß reich zu seyn? 6. Was werd' ich einst, o Gott, ers fennen, wann meine Sinnenhülle fällt, dort, wo zahllose Sonnen brennen, zu leuchten mir von Welt zu Welt! 5. Sanft, lieblich), oder fürchterlich, Da wird, ach, was kein Aug' erspätmalt jede Herzensregung sich im Aus- te, kein Ohr vernahm, mir offenbar; druck der Geberden. Will ich's auch und jede Welt, die ich betrete, weihs nicht, muß mein Gesicht beim unrecht ich dir, Gott, zum Dankaltar! schamroth werden. 2. Schon der Geschöpfe großes Heer, die du uns unterwarf'ft, wie sehr rühmt's deine Güt und Stärke! Wo: bin entzückt mein Auge blickt, erblick' ich Wunderwerke. 3. Doch lauter predigt nod) von dir des Menschen edter Blick an mir. Auch in des Körpers Hülle verkläret fich so sichtbarlich), Herr, deiner Gnaden Fülle! 4. Frob trägt der Mensch sein Haupt empor; obn' Unterlaß bringt Aug' und Ohr ihm neuen Stoff zum Denken; wobin es fey, kann leicht und frei er feine Glieder lenken. 6. Auch Andern soll mein inn'rer Sinn, gut oder böse, wie ich bin, nicht verstand und Ver ganz verborgen bleiben; mein Anblick foll, gleich tugendvoll zu werden, And're treiben. nunft. 7. Doch ist mein Leib die Hülle nur; Mel. Ich halt' an meinem Gott 2c. geistige Natur Gott, dein Bild erfaffen! D möcht's ich's feyn, 348. Dem Menschen, Schöpfer, nie bloßen Schein von Außen glänzen lassen! Der Geist. glänzt dein Licht! Mit heiligen Ges danken naht er sich dir; ihn hemmen nicht des Körpers enge Schranken. Er ist dein Bild im Wesenteer; mit Sinn und Trieb empfing nur er Bernunft, der Gaben höchste. Mel. Wie groß ist des Allmächt' gen 2c. 2. Mit ihr empfing er, Gott, von dir, die deiner 347. Ich bin, und Dank wird meine Schöpferkraft, daß Alles vier durch Freude; ich bin, und mein ist eine Welt. Ich seb' und hör', und unter scheide, was mir in's Dhr und Ange fällt. Ich, selber mir bewußt ,, gewinne Gedanken zahllos, ich bin. Zum Kunstwerk meiner äußern Sinne ward mir ein hoher inn'rer Sinn. ibn verschönert werde! Sie macht im Müh' und Arbeit leicht; und was nicht Aug' und Dhr erreicht, kann er durch sie ergründen. 3. Sie zeigt im Staub' ihm deine Spur, wie in der Weltenferne; führt von dem Schauplatz der Natur zu dir 2. Es wallt die Saat im gold'nen ihn über Sterne; zerstreut um ihn Lichte; es tönt Gesang; es wehet des Irrthums Wahn, und weiß des Duft; mich laden süßgereifte Früchte; Lebens dunkle Bahn ihm freundlich mich fühlt ein sanfter Hauch der Luft; zu erhellen. und Alles wird in mir Gedanke, schnell in's Bewußtseyn mir gestellt; ein Blick nur, und in enger Schranke laff' ich die weite Außenwelt. 4. Sie macht durch weisen Unterricht ihm schöner seine Freuden, und bringt ein überirdisch Licht in seine Nacht der Leiden. Sie zeigt ihm ſein erhab'nes Ziel, und weckt und nährt in ihm Gefühl für seine hohe Würde. 5. Sie gibt ihm Muth, fie gibt ihm 3. Doch wer eriorscht es, wie vertieren sich fremde Wesen in mein Jch? Wo steh'n die Grenzen? So berühren der Geist und die Erscheinung! Kraft, sich selber zu bezwingen; im Kampfe Bestimmung des Menschen. 129 Kampfe mit der Leidenschaft die Frei- das Licht der Wahrheit das Leben Heit zu erringen. Sie lehrt, daß nur mehr erhellt; wenn ich die Luft bes der Tugend Bahn zu einer schönern siege, die bald die Reue trübt, und Welt hinan, zu deinem Himmel führet. des Gewissens Stimme mir stillen Beifall gibt. 6. Durd) sie erkennet er das Band, das deine Baterliebe um alle, alle Menschen wand, und fühlet höh're Triebe. Tief rührt ihn nun der Brüder Schmerz; mild wird die Hand, und groß das Herz, auch Feinde zu beglücken. date somen 6. Wie ist so wohl dem Herzen nach ieder Edelthat! Wenn ich den Kums mer stilte, eh' mich der Dulder bat; wenn ich die Unschuld schüßte, die Hand dem Feinde, bot: wie süß ist dann die Ruhe im sanften Abendroth! 7. Es stürm' auf sie der etter Nacht mit fürchterlichen Bligen; fie 7. Ob auch des Bruders Leiden tief zager nicht, sie kämpft mit Macht, der Menschheit Recht zu schügen verläßt der Wahrheit Spuren nie ,, und selbst durch Zweifel dringet sie zu ihrem reinern Lichte. Jour meine Brust erfüllt; wohlthätig ist die Zähre, die aus dem Mitleid quillt. Fast Kummer selbst mein Leben; ge trost! es löst der Schmer; von dieser Erde Banden, von Sinnlichkeit mein Herz. 8. Durch Jesum, preist es Laut! per schien sie in des Himmels Klarheit. 28ir freuen uns, belehrt durch ihn, des höhern Lichts der WahrheitsmEv liebte stillen Prüfungsgeist, der sich dem Borurtheil entreißt, und haßte blinden Glauben. 8. Wenn einfam meine Seele zu dir, dem Retter, fleht, wie stärkt mich hoher Friede im findlichen Gebet! Und preist des Dankes Thräne dich, an des Leidens Ziel; o dann ist mein Ents zücken des Himmels Borgefühl! 9. Preis dir, der uns so herrlich 9. Es flieh'n die Erdgedanken; ich schuf! Dich mit Bernunft zu ehren, athme Seligkeit, wenn dir im Heiligs und folgsam stets auf ihren Ruf, auf thume die Andacht Opfer weiht. Da ihr Gefeß zu hören, dieß sey uns Al- knie ich mit den Frommen vor deinem len heil'ge Pflicht, daß wir des Men Thron, und du siehst freundlich unsre schen Würde nicht in schnöder Lust Rührung, und lohnft mit Himmels vergessen! ruh'. 10. Sieh' jetzt auch meine Thräne, fie rinnt voll Dank herab! Preis dir, des Batergüte ein fühlend Ber: mir gab! Nie schlag' es für die Sünde! Nein, nur der Unschuld Freuden, nie, nie der Reue Schmerz! Gefühlsvermögen. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 349. Wie schlägt voll Dank und Liebe dir, Gott, mein fühlend Herz! Du gabst mir Sinn für Freude, gabst mir Gefühl für Schmerz; und Wohl und Wehe bilden im Wechsellauf der Zeit mich zu dem höhern Me L. Alles ist an GottesSegen 2c. Leben in deiner Sprache. 2. Schön ist dein Land, die Erde, 350. Last dem Schöpfer Dank uns reich jeder Quell der Luft; und schneli singen! Preis und Jubel ihm zu brinwerd' ich des Guten und Schönen gen, sev uns heiliger Beruf! Wer mir bewußt; und jede reine Freude vermag von ihm zu schweigen? Unsre ist Lebensionnenschein, in dem des Worte selbst sind Zeugen, daß uns Geistes Kräfte zur Thätigkeit gedeih'n. seine Güte schuf. 3. Was fühl ich, wenn die Sonne, 2. Daß in Laute wir vermögen unwie neugeschaffen glüht, und aufer srer Seele Sinn zu prägen, welche stand'nes Leben auf Erden grünt und wunderbare Kraft! Ohne das Ges blüht! Was, wenn am Friedensstrahle schenk der Rede wär' des Menschen die schön're Saar gedeiht, die mild Leben öde. Sie ist's, die ihm Bildung umher die Weisheit und Menschen- schafft. huld gestreut! 3. Sie, im Bunde mit den Sinnen, 4. Schlingt in des Freundes Leben ordnet erst, was sie gewinnen, unter= fich freundliches Geschick; fällt selber richtet Aug' und Ohr. Sie verknüpfet mir zum Loose ein unverhofftes Glück; die Gedanken. Durch sie tritt aus ſeilohnt mir des Tages Mühe ein edles nen Schranken unser Geist zur Welt Herz mit Lust; welch' heilige Gefühle hervor. erfüllen meine Brust! 4. Was wir fühlen, denken, wäh5. Sanft hebt, was ich empfinde, len, wechseln schnell durch sie die Seemich zu der Geisterwelt, wenn mir ten; sie stimmt Herzen zum Berein. 9 130 Natur, Würde und Durch fie Herrschen, wir auf Erden; unter seiner Bürde von Erde Thier können Andrer Lehrer werden, und mit Rath und Trost erfreu'n. nur seyn? 6. Nein, frei gefinnt, serstören wir unsre Würde nicht. Nein, ungezwune 5. O wie schön verfließt die Stunde, wenn im treuen Freundschaftsbundé gen hören wir auf den Ruf der Pflicht. Jeder, was er denfet, spricht! Unsern Es fesselt Sinnlichkeit vergebens uns Gram hilft es besiegen; süßer wird sern willen! frei sind wir, und ers uns das Bergnügen, heller uns der füllen, was die Bernunft gebeut. Wahrheit Licht. 7. Am ziele lohnt der Friede uns 6. Gott, wie könnten wir auf Er- jeden heißen Streit; am Biele trinkt den weise je und glücklich werden, der müde vom Strom der Seligkeit. wären ohne Sprache wir? Welche Dort sammelt sie, dort frönt die Liebe Gabe! Mit Entzücken unsern Dank jeden Frommen, indeß um ihn: ,, Wille dir auszudrücken, tönt sie jest hinauf kommen!" der ganze Himmel tönt. zu dir. 7. Dankbar wollen wir sie brau- Mel. Ach, was soll ich Sünder chen; nie in Gift die Worte tauchen, machen zc. nie durch Sport und freche Reden Tu- 352. Freiheit gabst du meinem gend lästern, Unschuld tödten, und der Eintracht Störer seyn. 8. Nein, durch sie dich, Gott, verehren, Menschen rathen, Menschen Lehren, und sie trösten wollen wir. Danken noch für diese Gabe sollen an dem offnen Grabe unsre legten Worte dir! Willen; selbst durch dich), allweiser Gott, ward ich fähig, dein Gebot zu verlegen, zu erfüllen. Tod und Leben, Heil und Qual, beides steht in mete ner Wahl. Willensfreiheit. Mel. Jch lobe, Herr, und preise se. 351. s schuf die ew'ge Liebe; aus ihren Händen ging der Mensch, " der mehr als Triebe, der auch Bernunft empfing. Da sprach fie: Alles sev dir unterthan auf Erden; such' Schöpfer da zu werden; geh', wähle, du bist frei! 2. Preis ihr, die zu dem Range der Freiheit uns erhob! Im heiligen Ge: fange verfünden wir ihr Lob! Frei follen wir uns freu'n, selbst unser Glück bereiten, Glück überall verbreiten, der Gottheit ähnlich seyn. 3. Gefesselt ist durch Triebe das Thier in Luft und Meer; Zwang ist des Thieres Liebe; frei ist der Mensd), nur Er. Ihm folgt selbst die Natur; denn er ist Herr der Erde; wie er will, daß sie werde, so wird, so blüht die Flur. 2. Was ich seh', hat seine Schranz ken; selbst das Sternenheer der Nacht: schloß in Kreise deine Macht; nie ges leitet vom Gedanken, folgen Thiere knechtisch) nur blinden Trieben der Natur. 3. Aber mir ist mehr verliehen, fern von Zwang und Sclaverei. Ich kann denken, handeln frei, Gutes thun und Böses fliehen; bin der Herrschaft mir bewußt über jede niedre Lust. 4. Regt in mir euch), starke Triebe! Ihr verdrängt im Kampf mich nicht von dem Pfade meiner Pflicht, wenn ich sie von Herzen liebe. Meinem Geifte bleibt das Reich); will er, so besiegt er euch. 5. Binden kann man mir die Glies der, aber nie den regen Geist. Er ist frei, und er zerreißt alle Bande, fires ber wieder auf zur Wahrheit, auf zu Gott; allen Zwang macht er zu Spott. 6. O wie fiiht' ich mich erhaben! Wie durch Freiheit mich geehrt! Gott, wie ist sie mir so werth; sie, die schönste deiner Gaben! Frei vom Drucke der Natur, folgt mein Geist nun deis ner Spur, 4. Er drückt sein Herrschersiegel rings ihren werken auf; er ebnet That und Hügel, lenkt rascher Strö me Lauf; kann Selbstbeherrscher seyn; kann, was er will auf Erden, ein Tbier, ein Engel werden; er kann, wie Gott, sich freu'n. 7. Seine Freuden zu erhöhen, drängst du nicht gewaltsam ihn auf den Weg der Eugend hin; willig, soll er selbst ihn gehen. Zwar gesegnet ist sein Gang; doch dein Ruf ist ohne Zwang. 8. Menschenwürde, Menschenwürde, ja, du sollst mir heilig seyn!' Leichter wird, gedenk' ich dein, mir des Erdens 5. Er kann im Kreis der Pflichten lebens Bürde; stiller duld' ich Hohn der Gottheit, die ihn schuf, ein neues und Schmerz, und den Himmel hofft Reich errichten; und dieß ist sein Be- mein Herz. ruf. Und er wollt' ihn entweih'n? 9. Starke Gott, mich in dem Stres entweih'n der Menschheit Würde, und ben, meines Geiftes freie Kraft über Bestimmung des Menschen. wilde Leidenschaft immer fiegreich zu 3. Sah, wie dich, den Unsichtbaren, erheben! Mich) begleite jederzeit Sanft Erd' und Himmel offenbaren; sab muth und Besonnenheit. durch deines Wortes Kraft sich des Irrthums Nacht erhellen; trank aus tausend, tausend Quellen Bildung, Tugend, Wissenschaft. 4. Aber, Gott, was ist mein Wiss sen? Stur ein Strahl in Finsterniss sen, nur ein Tropfen aus dem Meer. Was mein Eifer, deinen Willen stets durch Thaten zu erfüllen? Nur ein Schwanken hin und her. 5. Doch, was kann der Mensch bes siegen! Welche Höhen sind erstiegen, Blut! Meine Brüder auf den Höhen selbst mit Kummer, Schweiß und nachzugehen; rufen: winken, ihnen 10. 25enn ich) frei und ungezwungen und mit christlich frohem Sinn, dir, o Bater, folgsam bin; welches Heil wird dann errungen! Mag die ganze Welt vergeh'n; ewig wird mein Heil besteh'n! Gewisse n. Mel. Schwing' dich auf zu dei nent 2c. 353. Welche Stimme spricht in mir, spricht zu meiner Seele, bei der Lockung der Begier, daß ich ängstlich wähle? Ruft mir muth im Kampfe zu, daß ich überwinde, lohnt den Sieg mit Himmelsruh' und mit Qual die Sünde? 131 Alles zwingt der Muth! 6. Treffen, meinen Geist zu nähren, nicht der Weisheit hohe Lehren allenthalben mein Gehör? Liegen nicht die Näh' und Ferne, hier die Erde, dort die Sterne immer lehrend um mich her? 2. Ist es Stimme der Natur? Stimme der Erfahrung? Nein, so spricht die Gottheit nur. Welche Of fenbarung! Aus dem Reich der Geister spricht sie in meine Seele, daß im Sinnenland ich nicht meines Biels verfehle. 7. Grenzenlos sind die Gebiete, die, o Schöpfer, deine Güte meinem Geiste übergab. Wenn ich von der niedern Erde durch dich abgerufen werde, übers flieg' ich Zeit und Grab. 8. Sonnen flammen, Erden glänz 3. D sey immer heilig mir, heilig, zen; neue Welten ohne Grenzen nehwo ich lebe, Stimme Gottes, daß ich men mich als Schüler auf. Jede Last dir niemals widerstrebe; mich auch ist abgefallen; zu des Sonnentemin verschwiegner Nacht nie vermessen pels Hallen trägt mich neue Kraft freue; auch da, wo kein Zeuge wacht, hinauf. jedes Unrecht scheue! 9. Wo ist Ziel und wo ist Ende? 4. Sey mir heilig, daß ich treu meine Wo ich hin das Auge wende, strömt Kräfte übe, für die Menschheit tyätig aus allen Welten Licht. Ewig zu ihm sev, nie ein Herz betrübe; daß ich aufzustreben, gibst du, Gott, unsterb auf der Vilgerbahn jeden Kampf belich Leben; diesen Geist zerstörst du stehe, und von Sieg zu Sieg hinan zu nicht! dem Ziele gehe.. Unsterblichkeit. 5. Einst zerrinnt mein Erdenglück; alle meine Habe nimmt die Erde einst zurück an dem dunkeln Grabe. und doch komm' ich reich zu dir, Gott, aus Mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke zc. Finsternisſen; denn ich hörte dich, 355. Ich bin zur Ewigkeit geboren, und mir folgt ein gut Gewissen. Fähigkeit vollkommner zu werden. für eine bes're Welt bestimmt; mein sehen ist nicht ganz verloren, wenn gleich das Grab die Hülle nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die unsterblichkeit. 2. Was ist die was Glück und Mel. Alles ist an Gottes Segen zc. 354. Mitten unter Wunderkreise Ehre war auch ihr ganzer Keichlegtest du, Herr, fanft und leise mich thum mein; er bliebe, wenn kein Hima als schwachen Säugling hin; decktest mel wäre, für meine Wünsche doch zu noch aus Baterliebe Ohnmacht über klein. Mein Geist hat nicht im Staube meine Triebe, Schlummer über jeden Ruh, er eilt erhabnern Gütern zu. Sinn. 2. Doch bald schien von allen Sei: 3. Er schuf mich ja, der Gott der ten mir die Belt sich auszubreiten; Liebe, zu höherm Glück, zu Höh'rer Aug und Dhr ward aufgethan. Täg Lust, und pflanzte selbst dazu die tich rief die Schöpfung lauter; unver- Triebe so stark, so tief in meine Brust. merkt mit ihr vertrauter stieg ich, Er, der mit Sehnsucht mich erfüllt, Gott, zu dir hinau! läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 9% 132 Natur, Würde und Bestimmung des Menschen. 4. Der Wunsch, thu ewig treu zu 4. 3ch sterbe nicht! Ich fab' die flitte lieben, der Wahrheit bell'res Licht zu Tugend so himmlisch), nahm zu ihr den seh'n, der hier noch unerfüllt geblie- schweren Lauf; ich opfert ihr die Freus ben, muß einst doch in Erfüllung geh'n. den meiner Jugend, und Glück und Gott, der auch diesen Trieb mir gab, Rub' für Müh' und Leiden auf. Bollvertilgt ihn sicher nicht im Grab. kommen wollt' ich seyn; und ich), voll 5. Er ist gerecht, er muß vergelten. Zuversicht, blieb unvollendet? Nein, Die Tugend wird von ihm gekrönt, ich sterbe nicht! und fern von seinen bessern Welten 5. Ich sterbe nicht! Bon Gott ges bleibt, wer sie lästert und verhöhnt. sandt zur Erde, reicht die Religion Das Laster, mag's auch hier sich freu'n, mir ihre Hand; sie, Engel mir in Trübe das Lafter kann nicht glücklich seyn. sal und Beschwerde, zeigt mir den 6. Einst führet er mich aus dem Himmel als mein Baterland. Und, Staube herauf, zum Leben und zum ach, mich tilgte Gott aus seinem Ans Licht. Es triumphirt mein frommer gesicht? Flieht, Zweifel! Schweige, Glaube! Ich zittre vor dem Tode Spott! Ich sterbe nicht! nicht, und froh erhebt sich nun mein 6. Ich sterbe nicht, muß gleich der Geist, dem Gott Unsterblichkeit ver- Leip verwesen, durch den ich mich und beißt! meinen Schöpfer fand. Der inn're 7. Mein Jesus lebt; wer will mich Mensch fängt an erst zu genesen, löst tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit: freundlich ihm der Tod sein irdisch er gibt mir muth in Todesnöthen, Band. Sobald der äußre fällt, schwebe und leitet mich zur Seligkeit. Auch jener auf in's Licht der hohen Geisters dieser Leib soll aufersteh'n, vollkom- welt. Ich sterbe nicht! men einst zum Himmel geh'n. 7. Ich sterbe nicht! Mein ist ein 8. Ihr Thäler, sinkt! Fallt, Berge, ewig Leben. D'rum sinke, Haupt, es nieder! Mein fester Glaube fürchtet schwinde jeder Sinn! Was ich verlier, nichts. Ich sehe einft den Morgen wird Gott mir wiedergeben am Aufs wieder, den Morgen jenes ew'gen erstehungsfeste mit Gewinn. Zum Lichts. Dann fängt mein wahres Le- Engel eingeweiht, entschweb' ich dem ben an; o Gott, wie selig bin ich dann! Gericht in die Unendlichkeit; id) 9. Herr Jesu, laß zu jenem Leben sterbe nicht! mich täglich hier die Aussaat streu'n. Laß deinen Geist mir Kräfte geben, im Glauben tugendreich zu seyn. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. Dann hältst du auch für mich bereit die onne der Unsterblichkeit! 357. Schuf mich Gott für Augen. Eigne Melodie. blicke, bloß für diesen Traum der Zeit? Nur zu ihrem eiteln Glücke, aber nicht zur Ewigkeit? Spötter jas gen: ein das Leben, 356. Ich sterve nicht; es mögen schwinder auch, wie ein Strahl in Nacht verschwindet, daß man seine Spur nicht findet. die Gestalten, die um mich blüh'n, ver welken und vergeh'n; es mag der Leib, der mich umgibt, veralten, mein Auge 2. Bin ich), wann ich sterben werde, seinen Tag sich neigen seh'n. Nein, völlig der Verwesung Raub? Dieser jenseits steht mein Ziel; die Ewigkeit Leib, ich seh's, wird Erde, und ein verspricht mir ein geheim Gefühl. Ich bald verwester Staub. Ach, erreicht sterbe nicht! ich hier mein Ziel, hätt' ich alles 2. Ich sterbe nicht! Die Kräfte, die Selbstgefühl, alles Leben dann verlos ich habe, der Sinn und Trieb nach ren, lieber wär' ich nicht geboren! der Unendlichkeit, vergehen nicht am 3. Ist dieß Leben nicht zum Leben schauerlichen Grabe; nur ihren Keim einer bessern Welt der Pfad; ſagt, entfaltet mir die Zeit. In Schatten warum mir's Gott gegeben, mir Bers ring' ich hier nach Wahrheir; doch nunft gegeben hat? Glücklich wär' ihr Licht winkt immer höher mir. ich, nähm' er mir's, gäbe mir die Luft Ich sterbe nicht! des Thiers, das in Freuden hüpft und 3. Ich sterbe nicht! Zu arm ist diespielet, und den Tod voraus nicht fes Leben für meinen Geist, zu eng fühlet. die Gegenwart. Die Zukunft nur 4. Nein, Berächter, meinen Glaus kann, was er wünscht, ihm geben, die ben, daß ich nicht ganz sterblich sey, Freiheit ihm, der er entgegen harrt. Laff' ich mir kein Blendwerk rauben, und nur gefesſelt seyn sollt er zum nicht des Leichtsinns Spötterei, als Kampf der Pflicht, um zu verschmach- vergehe, gleich dem Rauch, mit des ten? Nein, ich sterbe nicht! Mundes legtem Hauch, was den Leib Sittliches Verderben des Menschen. 133 von Staub belebet, in ihm denket, 8. Du, o Schrecken im Gewissen der Gott erhebet. L Berbrecher, du, o Ruh', und was 5. Geist, das ist mein hoher Name, Fromme nur genießen, Hoher Friede Dieser Leib ist Hülle nur; eines bes Gottes, du,- fichre Bürgen seyd auch fern Leibes Same auf der Auferste- ihr für die dunkle Zukunft mir, daß hung Flur. Wie das Korn wird auf mein Geist nicht sterben werde, wann gelöst, Frucht zu tragen, so verwest der Leib zerstäubt zu Erde! auch mein Leib, dem höhern Leben einen edlern keim zu geben.. 6. Nein, Gott schuf nicht unsre Seelen bloß für einen Augenblick; nicht durch Sehnsucht sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück.- See ten, Seelen sterben nie. Nach des kurzen Lebens Müh' wird er jegliche einst richten, aber feine ie vernichten. 7. Dieser heiße Durst im Herzen nad) der Unvergänglichkeit; dieser Drang, in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der Zeit, Beugen, Bürgen sind sie mir, daß ich, Schöpfer, mich) zu dir, daß. ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe. 9. Heil mir! ewig soll ich leben; ficher der Unsterblichkeit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich | fest und still jeden Pfad der Tus gend; will unverrückt zum Ziele stres bea, hier schon für den Himmel leben. 1 10. Aber daß mein Fuß nicht wans te, stärke mich, o Gott, dein Wort und der selige Gedanke: dort ist meis ne Heimath, dort! Dort ist weder Schmerz noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit! Dort, o Gott, vor deis nem Throne meines Kampfes Preis und Krone! Sittliches Verderben des Menschen. Mel. Vater unser, im Himmels[ heit, des Beispiels Relz, die Weich. lichkeit, des Fleisches Luft, der Seele Schmerz, wie leicht verderben sie mein Herz! 7. Wer kann mir beistet'n? Du allein sollst meine Hüls und Stärke seun! Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen seen, daß ich von dir nie weiche, daß ich standhaft sey und bis zum Tode dir getreu. reich 2c. 358. Die Luft zum Bösen wohnt in mir. Auch wenn ich schon, mein Gott ,, von dir geheiligt bin, versucht sie mich zur Sünde doch, und stärket sich durch Leidenschaft und Sinnlich keit zu thun, was dein Gesetz verbent! 2. Ich fühl's, die Tugend, Gott, ist schön; ich will auch ihre Bahn nur 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, geh'n; betrete sie voll Luft und Muth, von dir die Luft zum Bösen ganz, in gewiß, daß, wer nicht Sünde thut, mir vertilgt und ausgerottet wird, und seiner Pflichten nie vergißt, hier ruhig und dort selig ist. wo nie Berstand und Hers mehr irrt. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, wie herrlich und wie selig seyn! 3. Doch bald erwacht in meiner Brust die unterdrückte böse Lust, und locket mich zur Sicherheit, zu eitler Selbstgefälligkeit; gelingt es ihr, so Staub ich dann gar leicht, das ich Mel. Wo soll ich fliehen hin ze. 359. Du, der kein Böses thut, dat schufft den Menschen gut; du gabst ihm Sinn und Kräfte zum feligen Geschäfte, stets recht vor dir zu handeln, in Heiligkeit zu wandeln! 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief find wir gefallen! So ist iegt unter Allen Ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Berderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, zu wählen und zu lieben, und freudig auszuüben. nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald verführt, denn, ach! wer stolz und sicher wird, ist schwach, vergrößert seine Kräfte sich, verläßt sich mehr auf sich, als dich, verachtet Feinde, die ihm drau'n, wird träg' und laß, und schlummert ein. 5. Wie nat', wie nat' ist dann sein Fall, wenn er, versucher überall, dura) fein bethörtes eignes Herz, durch Lust, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun kämpfen soll! Wie leicht, wie leicht verliert er alle Scraft und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachheit, Gott! mich schrecken leicht Gefahr und 4. Der Sinne Luft und Schmerz Spott. Zerstreuung und Bermessens. rührt, leider! unser Herz mehr als 134 Sittliches Verderben des Menschen. die höhern Freuden, mehr als die 3. 1ns decket Dunkelheit vom Herrn. größern Leiden, die wir auf Ewigkei- Auf Erden sollen wir nur fern des ten selbst unserm Geist bereiten. Ewigweisen Rathschluß seh'n, im Bors hof steh'n, und noch in's Heiligthum nicht geh'n. 5. Dir folgen, dünkt uns Zwang; des Herzens eitler Hang reist uns zur Sündenliebe, erstickt die edlen Triebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft vor dir wir fehlen? 4. Wenn vor dem Schöpfer tief gebeugt die fühne Wißvegier auch fchweigt, so tragen wir der Sünde Joch, so flieh'n wir doch, du Heiligs ster, dein fanftes Joch. 6. D Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir erkennen, und von dem Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Bess'rung nachzujagen! 5. Ach wir, der Uebertretung Raub, wir Himmelserben, und wir Staub, wir Sünder, Gott, was wären wir, erhöben wir nicht glaubend unsern Blick zu dir? 7. Wohl dem, der sie gewinnt! Denn, so verderbt wir sind, so willst du doch zum Leben der Tugend Kraft 6. Wird hier der Sohn der Sterb uns geben, damit wir noch auf Erden dir gleich gesinnet werden. lichkeit nie von der Sünde ganz bes freit? Ach, wären's Schwächen nur allein, die uns entweih'n! Möcht unsre Schuld nie Bosheit seyn! 8. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld nicht freventlich) verscherzen! Erwecke, Gott, die Herzen, nach Heiligung zu streben, daß ewig dir wir leben! Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 7. Du, der uns Arme nicht vers stößt, von allem Elend einst erlöst, wie werden wir, von Sünden rein, uns deiner freu'n! wie dann uns dir, Bollender, weih'n! Mel.. O Gott, du frommer sc. 360. G meiner Seele, welch, freter Widerspruch 362. Wer bin ich, Gott, vor die ein Kampf in in mir! Mein Geist gebent, daß ich dich wähle; er sehnt, o Tugend, sich nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüsternheit zu stillen, schmiegt sich den Leidenschafwenn ich mein Innres prüfe? Es ist verderbt, darum verbirgt mir's seine Tiefe; es würde, ach, sich) selbst in seiner Blöße seh'n; d'rum weigert's trotzend sich, die Prüfung zu bestel'n! ten an. 2. Zwar kann mein Herz sich nie. der Wahrheit ganz verschließen, gleich 2. Der gute Befan, den ich fasse, deiner Stimme, spricht mein warnens entweicht oft, wie ein Traumgesicht; des Gewissen, ein Schimmer jenes das Böse thu' ich, das ich hasse, das Lichts, das du mir aufgesteckt, bricht Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben, in die Nacht hinein, mit der das wie ein Schiff vom Winde, dem Mast Herz sich deckt. und Steuerruder brach, reißt sie mich 3. Der Richter in mir selbst stört hin, die Macht der Sünde, zu späte dann die falsche Ruhe. Ich billige zwar Thränen folgen nach. nicht das Böse, das ich thue, ich flag' mich selber an, und steh' erschrocken still: und dennoch thu' ich nicht das Gute, das ich will. 3. Wer löst mich von den Sclaven ketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von der Günde retten? Nur du, Augütiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade g'nüget zur seligsten Genesung mir: o send' ihn, daß mein Glaube sieget! Und ewig, ewig dank' ich dir! 4. Ich weiß, wie groß es sen, aus ueberlegung bandeln; und dennoch eile ich, der Menge nachzuwandeln; ich folge ungezähmt dem finnlichen Gefühl, der Strom, reißt mich dahin, und ich verfeht' mein Ziel. Met. Ich hab' mein' Sach'Gott zc. 5. Ein gegenwärtig Gut versäum' ich zu genießen; im Glücke bin ich 301. Noch schauen wir im dun- stotz, verzagt in Kümmernisſen; ich feln Wort; noch reist uns Wahn und fliehe, was mich sucht, und suche, was Irrthum fort, und unser wankender mich flieht: so bin ich ohne Ruh' um Berstand hat, abgewandt von Gott, Rube stets bemüht. oft Gottes Rath verkannt. 6. Mein Nächster hat ein Recht auf 2. Auch der, der nicht aus Leicht- heil'ge Menschenpflichten; versagt er finn fehlt, der weiser denft, mit Vor- eine mir, wie eit' ich ihn zu richten! ficht wählt, stets forschet mit Beschei- und, o wie oft hab' ich sein beilig denheit, dringt hier nicht weit, um Recht entweibt! wie nahe grenzt ringt von tiefer Dunkelheit. Imein Recht an ungerechtigkeit! Erlösung. 155 Du hilfft, daß auch die Müh' der Schwächeren gedeiht. 7. So ist des Menschen Herz! Ser du gibst der Seelen Licht, dem Herzen hat dieß Herz verkehret? Er selbst Lauterfeit! aus Unbedacht hat Gottes Werk entehret. Der Mensch kam unbefleckt aus seines Schöpfers Hand; er sank und er verdarb, weil er sich ihr entwand. 9. Nie müsse dir mein Herz, o Rets ter, widerstreben! Du beutst den Him: met mir, du willst, auch ich soll les ben; mein Glück ist dein Gebot; noch steht mein Heil bei mir: o reich mir deine Hand; ich komme, Herr, zu dir! 8. Dod), so verderbt wir sind, du willst uns, Bater, heilen, uns deines Geistes Kraft zur Besserung ertheilen; Erldsung. Mel. Lobsinget Gott und betet Mel. Sey Lob und Ehr' dem Höchs sten 2c. 364 Uuf, Christen, taft uns unan Inbetung, Preis und Dank fev dir, o Jesu, unser Leben! Preis: würdig bist du für und für; wer kann dich) g'nug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon, groß, herrlich, und des Höchsten Sohn, Besiber seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herr lichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie; denn durch deine Kraft ward Himmel, Meer und Erde. Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach) zum Engel: werde! Du bist das Wort, durch welches Gott der ganzen Welt zu seyn gebot. Du bist's, 3. Wo ist des Todes Herrschaft der Alles träget, was sichtbar und un- nun? Hier ist sein ueberwinder! Die sichtbar ist, was Erd' und Himmel in Furcht vor ihm hinwegzuthun, starb sich schließt, und was im Meer sicher, das Heil der Sünder. Eröffnet reget! 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Miñethat ein Retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht, und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwungen. ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ew'gen Won ne feitet. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen, und hast selbst unser Fleisch und Blut freiwillig angenommen. Dein Leben gabst du willig dar, zu retten, was verloren war; du wardst ein Knecht auf Erden. D Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden! 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis sei nem Sohn, der, uns zu gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 4. Du wardst es uns, und bist es 5. Was er zum Leben uns verschafft, noch jetzt auf der Himmel Throne; das ist in seinen Händen. Sein ist nimmst liebreich weg der Sünde Joch das Reich, sein ist die Kraft, das Heil mit ihrem schnöden Lohne; suchst, die uns zuzuwenden, das er so liebreich ihr dienen, zu befrei'n; beschwerter uns erwarb, als er für uns am Kreuze Herzen Trost zu seyn, ist deines Her- starb. Wohl Allen, die ihm trauen! zens Freude; du gibst den Müden Seelenrub', und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts von dir ihn scheide! 6. D last uns ihm uns anvertrau'n und seine Stimme hören! Auf unsers Mittlers Hülfe bau'n, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll, auch schon auf Erden, wan delt. 5. Du hörft der Deinigen Gebet, und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sey ewig 7. Herr, leite uns auf dieser Bahn, Dank und Rühm für dieses Evange zieh' uns zu deinem Sohne! Er ging lium, für alle deine Liebe! Dir geb' als Vorbild uns voran; dort reicht er ich mich zu eigen hin; gib ,, daß ich uns die Krone. Dort haben wir air mich, so lang ich bin, in deinem Lob seinem Heil, an seinem Himmel ewig ftets übe! Theil, und preisen deine Liebe. 363. Unbet fern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Luft an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 136 Erlösung. Mel. Erscheine meinem Geist 2c. durch ihn mich tugendhaft, und reich an guten Werken. 365. Beginnt ein Lied voll Dank, mit feierndem Gemüthe, Erlöste Got tes, fingt dem Vater aller Güte, dem Allgewaltigen, dem, welcher groß von Rath, uns seinen eignen Sohn zum Heil erwecket hat! 2. Gefallen waren wir, und niemand konnte retten; kein Bater sein Geschlecht, kein Bruder Brüder retten: erlösen konnte nur der Abgefallnen Schaar fein eingeborner Sohn, er, der ihr Schöpfer war. 3. Er hat's gethan! Er hat erlöset, feiert, feiert! Er hat zur Seligkeit die Sünderwelt erneuert; er hat errettet, er! Durch seiner Liebe Macht hat er Unsterblichkeit für uns an's Licht gebracht. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbar. keit, so oft ich dich, Herr, nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst noch würdig seyn, für dich hier Schmach zu leiden, so laß mich feine Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden, so fördre doch dein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 16. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich) nod) sterbend denMel. Bis hieher warst du stets sken, wie sollt uns der, der ihn ges mit 2c. schenkt, mit ihm nicht alles schenken? 366. Gedanke, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Alsó hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch übe die Bernunft erhöht, umringt mit Finsternissen, lehrst du mich Gottes Majestät, und stillest mein Gewissen. 4. Wo sind die Götter nun, die Tempel, die Altäre? wo sind sie? Singer, dankt, bringt Gott, dem Bater, Ehre! Bringt Ehre seinem Sohn; er hat's, er hat's gethan, der Liebe größ tes Werk! Der Erdkreis ber' ihn an! 3. Ich kann der Sonne under nicht, noch ihren Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und Wärme froh empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Fehlt mir der Troft, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Chrifti Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich irren müssen, und wer Gott ist und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 10. So lang ich seinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl ich Freudigkeit im Herrn, und des Ge wissens Ruhe. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe, dies bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. und mich einst aus der Erde erweckt, Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, II. und zu dem Reich erhebt, da ich ihn schauen werde. 12. Und meine Liebe könnte hier für ihn jemals erfalten? Dies ist die Liebe, Gott, zu dir: dein Wort von Herzen halten. 11m 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. zu dir uns zu erheben, entziehst du unfrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, du sendest uns den Tod nur zum Segen; bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du! 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und 7. Nein, diesen Trost der Christen- Nacht des Todes uns umfing, fern beit soll mir kein Zweifel rauben; von deiner Wahrheit Pfade; da war ich fühle seine Göttlichkeit, und halté es, Gott, als deine Guade erbarmend fest am Glauben. vor uns überging. Da rief dein Baterblick in's Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir ers wacht, erwacht, um Gottes& icht zu seb'n! 4. Preiset ihn, ibr Jubellieder! Sur Erde stieg sein Sohn bernieder, ward Mensch und starb der Sünder 9. Er sendet mir den Geist- ber Kraft, im Glauben mich zu stärken, und macht Mel. Wachet auf, ruft uns die 2c. 367. Herr, wir fingen deiner Ehre! Erbarm' dich unser, und erhöre! Nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken! Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöh'n, er, dessen Heil wir seh'n, ift die Liebe; schon vor der Zeit, von Ewigs feit war Gott die Liebe, wird sie seyn. Erlösung. 137 Tod. Christus hat den Tod bezwun.[ licher Natur, ein Bolt dir zu erlösen, gen; ein Loblied werde ihm gesungen! erschienst du in der Zeit; doch eh' die Uns segnet und begnadigt Gott. Wir Welt gewesen, warst du von Ewige sind mit ihm versöhnt; ihr Lobge- feit! fänge, tönt, tönt zum Himmel! Er schallt schon hier! Einst knieen wir au seinem Thron und beten an. 2. Der Himmel und die Erde find durch dein kräftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde, entstand die 2selt in ihrer Pracht. D unser Herr und Meister, du schufft uns, wie das Beer der jetzt schon sel'gen Geister, doch liebtest du uns mehr! Die Stra Eigne Melodie. 368. Kommt mit Dank vor Got: fen unsers Falles nahmst du am Kreuz tes Thron! Preiset Gort auf Erden! auf dich), regierst nun über Alles, und Denn er sandte seinen Sohn, unser herrschest ewiglich! Heil zu werden. Ehret, preist ihn, 3. Du trägest alle Dinge, Allmächt'der da kam, daß wir selig würden.ger, durch dein kräftig Sort; das Er ward Meusch, und übernahm Große und Geringe geht bloß durch schwerer Leiden Bürden. deinen Willen fort. Sohn Gottes, 2. Treu vollbracht' er seine Zeit. du regierest den ganzen Kreis der Geines Baters Ehre, Wahrheit und Welt; weil du das Scepter führest, Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; geschieht, was dir gefällt. Bei dir Menschen trösten und erfreu'n, immer fein Bestreben; und um Aller Heit zu feyn, ließ er selbst sein Leben. stebt Tod und Leben; d'rum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft! 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, Herrscher er voll Maiestät, und mit Gnad' und Stärke; sammelt All' uns in sein Reich, die wir darnach streben. Fromme sot ten Engeln gleich mit ihm ewig leben. 4. Dir Ehre zu erzeigen, dieß ift des Baters Wille, soll vor die sich Alles beugen, die Welt sen deines Los bes voll! Du bist das Heil der Ers den: wer auf dein Wort nicht hört fann nimmer selig werden; wer aber 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm dich verehrt, dem hilfst du vom Bers der Mensch bezeugen, Aller Knie' sich derben, schaffst ihm Zufriedenheit, und Demuthsvoll vor dem Mittler beugen, machst ihn einst zum Erben vollkomm freudig jede Nation es mit Dank bener Seligkeit. kennen: Er sey Gottes höchster Sohn, 5. Wie herrlich ist dein Name schon unser Herr zu jest, o Herr, in unsrer Welt, wo der 5. Wer ihn chret, ebrt zugleich Gott, Gerechten Same vor dir, dich preis durch den wir leben; denn der Tugend send, niederfällt! Dort preisen Se heilig Reich ist ihm übergeben. Wer raphinen dich, großer Menschensohn! zu Jesu: Herr, Herr! spricht und mit Freude dir zu dienen, steh'n fie dodh) Böses üvet, kennt ihn und den vor deinem Thron. 25er sollte dein Bater nicht, der nur Fromme liebet. ich schämen? Du bist ia unser Ruhm, und würdig, Preis zu nehmen von deinem Eigenthum! nnen. 6. Laßt uns Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Günde flich'n, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Borbild sehen, und, wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 6. Mein Heiland, ich verehre dich, der auch meine Sünde trug. Beschäme und bekehre durch deiner Gnade sanften Zug, die deinem 2Bort nicht glaus 7. Können wir: Es ist vollbracht! ben, und dir, der für sie litt, die froh, wie er, einst sprechen: o dann schuld'ge Ehre rauben; their ihnen fahreckt uns nicht die Nacht, wann Kräfte mit, dich glaubig zu erkennen, die Augen brechen. Sicher wird uns und welche dich erkannt, die laß von feine Hand zu den Seligkeiten seines dir nichts trennen. Erleuchte jedes Reiches, in das Land der Berklärung, Land! leiten. Mel. Nun lob', mein' Seel, den 2c. Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 370. Wie Die groß, wie angebetet ist 369. Mei ein Heiland, fieh, im Staudein Name, Herrscher, Jesu Christ! be bet ich, o Ewiger, dich an! Ich 2sie theuer deinem Bolke! Wie hell weiß, an wen ich glaube, du hast als ward's in der Finsterniß durch deine Gott dich kund gethan. Du bist der Lehre! 23ie zerris, wie flob des IrrErstgeborne vor aller Kreatur; famst thums Wolke! Als du, Herr, famist, zwar für uns Berlorne in menfch-] börren Toube, und der Glaube balf Erlösung. 138 den Kranken; Stumme fangen, dir zu danken. deiner sich vergebens, fucht er dich nur, Herr des Lebens. 2. Nur Schwache waren's, die dein 3. Durch dich nur kann ich selig Licht verbreiteten, die weisen nicht. seyn. O drücke tief in's Herz mir 230 sind sie? wo die Hohen, und wo ein Empfindung deiner Liebe, damit die Reichen? wo die Macht, vor der ich ganz dein eigen sey, aus Weltsinn des Gößendienstes Nacht und ihre deinen Dienst nicht scheu', gern deinen Schatten flohen? Nicht sie; Jesu, Willen übe! Nach dir, nach dir, den deine Lehren, die wir hören, machen ich faffe, und nicht lasse, ewig wähle, weise, dir züm. Ruhm und Gott zum[ dürster meine ganze Seele! Preise. 4. Bon Gott strahlt mir ein Freus 3. Wir werden deinen Ruhm er denlicht, die Hoffnung, daß dein Ans Höh'n; wir werden deinen Himmel gesicht, ich einstens werd' erblicken. seh'n, den Preis von deinen Leiden Du wirst indeß durch deine Kraft, die genießen, weil du für uns starbst, Ruh in müden Seelen schafft, mich was du uns durch dein Blut erwarbst, stärken und erquicken. Tröste du mich der Engel Hohe Freuden. Was sind Seligmacher, daß ich Schwacher auf Menschen, daß auch Sünder Gottes der Erde Himmelsfreuden inne werde! Kinder werden sollen, wenn an dich fie glauben wollen? 5. Und wie, Gott Bater, preis ich dich! Bon Ewigkeit her haft du mich 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn entäußert, eine kurze Zeit für uns hat mich mit dir vereint, er ist mein von Gott verlaffen. Und nun mit Bruder und mein Freund: was ist's, Preis und Ruhm gekrönt, nun machst das mich betrübet? Seele, wähle, du selig, die versöhnt der Sünde Gräuel ihn, den Besten, ihn, den Größten, Hassen. Sündern willst du Heil und dir zum Freunde, und dann fürchte Leben wieder geben; richtest Alle, die keine Feinde. nur wollen, auf vom Falle. 5. Bom Aufgang schallt zum Niedergang dein Wort, und auch der Lobgefang erretteter Gerechten. Unzähl bar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Chron ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bes zwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschalten! Dem Lamme, das erwürget ist, dein Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tönet, Jubels lieder, schaller wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. 23ie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der 6. wie groß, wie angebetet ist dein Anfang und das Ende! Ich gebe, Name, Herrscher, Jesu Christ! 28ie Heiland, meinen Geist, wann er sich Herrlich bei den Deinen. Doch, führst einst dem Staub entreißt, in deine du uns zu deiner Ruh)', o wie weit treuen Hände. Ewig werd' ich, Herr, Herrlicher wirst du den Deinen dann dort oben hoch dich loben, dem ich erscheinen! Ewig müsfe dir zur Ehre traue, wann ich nun dein Antlis ihrer Chöre Lob erschallen, durch die schaue! Himmel wiederhallen! Me L. Wie schön leucht't uns der zc. mel. Dich, Gott, täuscht Wahnt 371. Wie herrlich ftrahlt der Morund 2c. genstern!& weld ein Glans gebt 372. Wo ist ein solcher Gott, wie auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht du? Du schaffst den Müden Trost achten? Glanz Gottes, der die Nacht und Ruh'; Ruh', die nicht zu ergründurchbricht, du bringst in finstre See- den. Du bist ein Gott, der gern ers len Licht, die nach der Wahrheit freut; d'rum sollen wir Barmherzigs schmachten. Dein Wort, Jesu, ist keit durch dich, o Jesu, finden! Segvoll Klarheit, führt zur Wahrheit und nend kamst du zu uns nieder, deine zum Leben; wer kann dich genug er Brüder zu dem Leben, das aus Gott heben? ist, zu erheben. 2. Du, hier mein Trost, und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König: von ganzem Herzen preif' ich dich hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm' ich; wahrlich keiner tröftet 2. Auch mich hast du vom Fluch befreit; wer fast, Herr, diese Seligkeit, und deines Mitteids Triebe? Erwäg' ich, was du mir erwarbst, ais du für mich am Kreuze starbst, so glüht mein Ber; voll Liebe. Ewig laß mich voll Bertrauen auf dich schanen, Schmerz Wandel Jesu auf Erden. 139 men; willst Gebrechen nicht am schwas den Menschen rächen! und Freuden sollen nie von dir mich scheiden. 5. Die Gnade macht uns ewig frei 3. Du, hier und dort mein bestes Theil, wie sehntest du dich nach dem von jeder Sünde Sclaverei; sie hilft uns überwinden. Nach dieser Freis Heil der tief gefallnen Kinder! Du heit dürft auch ich; o Jesu, Jeſu, stelltest dich als Mittler dar, verbandest, was getrennet war, Gott und laß sie mich im Glauben an dich fins verlorne Sünder. Freude! Beide werden! Herzlich will ich dich nur lieben, den Eines; ungemeines Werk der und mich üben, deinen Willen freudig immer zu erfüllen. Güte! Jesu, du bist unser Friede! 6. Gib Kräfte mir, denn ich bin 4. Mitleidig, Heiland, siehest du den schwach; von dir gestärkt folg' ich dir Fehlern schwacher Kinder zu; noch nach auf steilem Tugendwege; daß ich beugt uns Sünde nieder. Doch, strau im Tod und Leben dein, unsträflich cheln wir in unserm Lauf, so hilfft und von Sünden rein, dein Antlig du uns voll Sanftmuth auf, und stärks schauen möge. Reiner, reiner laß mich) zum Kampf uns wieder. Schwache werden schon auf Erden, bis ich dros trägst du voll Erbarmen auf den Ar- ben dich kann ohne Ende loben! Wandel Jefu auf Erden. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc.[ nicht erkannt! Laß deine Wahrheit jeden Wahn zerstreu'n, und deiner sich 373. Uuf Erden Wahrheit auszu- noch alle Menschen freu'n! die reine Wahrheit, die vom breiten, Himmel stammt, und die, zum Him- Mel. Wer weiß, wie nahe mir 20. met uns für Gott und gend unser Herz entflammt, dazu er- 374. Der du auf Erden haft ge schienst du, Jesu, in der Welt; und wandelt in unbefleckter Heiligkeit, und freudig seh'n wir ihre Nacht erhellt! stets gerecht und gut gehandelt, gib, 2. Um Wahn und Irrthum zu zer- daß in meiner Prüfungszeit ich auch stören, was für Beschwerden nahmst so eifrig und so treu in allen meinen du über dich! Es mochten Rotten sich Pflichten sey.. empören; du lehrtest frei, nichts war dir fürchterlich. Du starbst für deine Lehre; hell und rein wird sie nun stets das Licht der Menschen seyn. 2. Las mich nach deinem Bespiel leben, denn dieß ist Weisheit, ob die welt auch dieses selige Bestreben für Aergerniß und Thorheit hält. Nur unverfälschte Frömmigkeit belohnt mich mit Zufriedenheit. 3. Bilf, daß mein eigenes Gewissen mir stets ein gutes Zeugniß gibt; dann werd' auch ich das Glück genies sen, daß Gott, der Heilige, mich liebt, und was er über mich verhängt, ges wiß zu meinem Besten lenkt! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade, zu ihrem Heil, das nie vera geht, zu seh'n; ihr Licht, auf diesem fel'gen Pfade mit sicherm Schritte muthig fort zu geh'n; ihr Licht, mit immer freudigem Vertrau'n zu Gott, zur Ewigkeit empor zu schau'n. 4. D wie erhebend ist die Wahrheit, die, eh' du kamst, auch nicht die Wei sen sah'n! Des Menschen Ziel umleuchtet Klarheit; die Tugend führet Eigne Melodie. uns zu ihm hinan: führt uns zu Gott, 375. Erscheine meinem Geist, er Reuevolder väterlich uns liebt, und len gern die Schuld vergibt. erleicht're hab'nes Bild der Tugend, mir den 23eg, den steilen 2eg der Tugend! Bon Kindheit an betratst du, Jesu, diesen Pfad, und ehrtest deis nen Gott mit Herz und Mund und That. 5. Ihn lieben, weis und heilig te ben, dem Nächsten Rath und Trost und Hülfe seyn, wie Gott, den Schuldigern vergeben, und selbst den Todfeind segnen und erfreu'n, das wollen wir, wie du es uns gelehrt; dann 2. Mit Freuden stets bereit, des werden wir des höhern Lebens werth. Baters hohen Willen, wär' er auch 6. Dank, Ehre dir, erhab'ner Leh: Kreuzestod, gehorsam zu erfüllen, rer, und dem, der dich zu unserm Heil trugst du geduldig still, Entbehrung, gefandt! Ach, würde jeder dein Ber- Müh' und Schmerz, sahst die Beglück ehrer, der irrend dein Berdienst noch teren, und meidlos blieb dein Herz. 140 Wandel Jefu auf Erden. 3. So menschlich schlug dein Herz für Mel. Gott, deine weife Macht Jedes Menschen Leiden; theilnehmend erhält zc. Menschenfreuden. Dein himmliſch hoher sinn, 377. Kein Lehrer ist dir, Jeft, von Eigennuß wie rein! nur selig im Gefüht, stets Andre zu erfreu'n. 4. Bersuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, hier bitt'rer Feinde Dräuen umgaben, wo du gingst, dich, Heiliger, doch du gingst standhaft durch sie hin mit Festigkeit und Ruh'! gleich! An 2Beisheit und an Liebe reids bist du, sowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sich'rer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich), und preist für deine Lehre dich! 2. Du kamst zu uns, von Gott ges sandt, und machtest uns den Weg bes fannt, wie wir, befreit von Sündens 5. Bou hohen Friedens blieb bis ichuld, theilhaftig werden seiner Huld. an des Lebens Ende dein schuldlos Auf ewig sey dir Dank und Rühm, Her;; der Geist gab in des Baters Herr, für dein Evangelium! Hände sich ohne Beben hin; vollendet 3. Die Wahrheit, die du uns ges war die Bahn; mit jedem Schritt lehrt, wird nicht durch under nur sahst du den großen Lohn dir nah'n! bewährt; auch ihre Gründe wanken 6. Bollendeter, auch ich, auch ich nie, und die Erfahrung spricht für sie. kann ohne Beben in meines Baters nie schwäche mir der Frevler Spott Hand die Seele übergeben, wenn sie, den Glauben an dies Wort von Gott, voll Eifer, rein von des Gewissens 4. Und wie bewährt es deine That! Schuld, dir ähnlich wird an Treu', Du zeigtest uns der Tugend Pfad, an Tugend und Geduld. und gingst als Vorbild uns voran. Wie könnt' ich, dir auf solcher Bahn zu folgen, träg' und muchlos seyn 3 wie je mich einer Sünde freu'n? 7. Schau auf, mein Geift, auf ihn! verschmäh' des Lafters Freuden! Der Sünde Sold ist Tod und ihre Frucht find Leiden. Wie Jesus, weihe Gott 5. Du bist es, Herr, von dem das des Lebens kurze Zeit; dann erbst du Amt, das die Bersöhnung predigt, auch, wie er, das Reich der Herrlichkeit! stammt! Du machst durch treuer Leb rer Mund noch) jetzt dein Heil den Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c.ner Kraft ihr Umt, damit es Nutzen Menschen kund. Begleite ftets mit deis 376. Fübrer zur Bollkommenheit, schafft. Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesi ,, dir, der Mensch heit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, Lehrtest uns Gott näher kennen, uns mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Bater nennen, der uns liebt, versorgt. beschüßet, und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 6. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie es uns verbeißt, noch ime mer deinen guten Geist, der Jedem, welcher Wahrheit liebt, zum Guten Licht und Kräfte gibt. mir, das ich mit heiliger Begier nach 7. Mein Heiland, send' ihn auch zu Wahrheit strebe, fromm und tren den sehren deiner Weisheit sen, bis mich bei dir in Ewigkeit der reinern Wahre heit Licht erfreut! 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns geMel. Dieß ist der Tag der Fröh, lehrt des Geistes Ehre, nur auf wahre 378. Mir nach, spricht Christus, lichkeit zc. Tugend gründen, und das Lafter überwinden. unser Herr, folgt meinem Vorbild, 4. Dann auch, wann das Auge bricht, Chriften! Kommt, heiliget euch inte Todesschrecken uns umgeben, blickt, mer mehr; entreißt euch allen Lüften. erhellt von deinem Licht, unser Geift Jch litt für euch, und ihr send mein; in jenes Leben, in das Land vollkomm- ihr Alle sollt mir ähnlich seyn. ner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. mir zu einem frommen Leben! Mit 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchte Ernst und Freude will ich dir zu fols 5. Danket, Christen, betet an! Last gen mich bestreben. Du jeigft zur uns Christum herzlich ehren, wandeln Tugend uns die Bahn, auf der man auf der Tugend Bahn, willig folgen sicher wandeln kann! feinen Lehren, treu durch Noth und 3. Nie suchtest du bei Menschen Leiden gehen, um fein ew'ges Licht Rubm, warst gütig, sanft und stille; au jeten! Idu farbst, wir sind dein Eigentum; Wandel Jesu auf Erden. 141 das war des Baters Wille. Du dach- du hoffteft, ist gescheh'n; Gott hörte test nur an unsre Rub', und selbst für Feinde batest du. deiner Stimme Fley'n. 4. Dein Beispiel lehrt, was schäd: lich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich mein Herz der List und Heuchelei entziehen. Dwohl mir, wenn ich deinem Sinn in Wahrheit, Heiland, ähnlich bin! 7. Mit Ehr' und Preis von ihm ges Frönt, lebst du zu seiner Rechten voll Maiestät, und dir ertönt von allen Gottesknechten das Lob, deß du so würdig bist. D selig, wer dir ähnlich ist! 5. Du gingst als Führer einst voran, und siehst mir noch zur Seite; du kämpftest selbst, du brachst die Bahn, und stärkst auch mich im Streite. Wie könnt ich denn noch zaghaft seyn, gung ruh'! und mich dir nachzufolgen scheu'n? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; Mel. O liebster Jesu, was 2c. bei dir verlieren scheint, wirst du dazu führen; wer mit dem 380. Still, niedrig, ohne rauschens Mund nur dich verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. Dir, Herr, zu folgen, wünschen wir! Gewähr im Kampf uns Allen Standhaftigreit; gib Stärke mir, der Tugend Weg zu wallen! Wer hier nicht kämpft, trägt auch den Lohn des ew'gen Lebens nicht davon. Eigne Melodie. 379.0 Jesu, wahrer Frömmigkeit vollkommenstes Erempel, dein Herz, dem Bater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel; dein Wandel rein von aller Schuld, Gott angenehm, werth seiner Huld! 2. Wer war wohl eifriger als du, zu thun des Baters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh', ihn treulich zu erfüllen; dir keines. Eigen ruhms bewußt, war, ihn zu preisen, deine Lust. 3. Wenn je dein Auge Frevler say, wärst du voll edler Schmerzen; doch), wenn des Vaters Wort geschah, quoll Frend aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer Sinn; auf ihn sah stets dein Auge bin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ist, so warst du's auch, Herr Jesu Christ! 5. Du zeigtest, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize, warst Gott gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Auch da war feste Zuversicht auf ihn dir ewig theure Pflicht. 6. Bon ihm verlassen blieb dein Herz an ihm, troß alles Spottes; dein Hoffen war im bängsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. und, was 8. Gib, daß nach deinem Beispiel hier gewissenhaft ich lebe, in Geist und Wahrheit Gott, gleich dir, stets zur verehren strebe; mit Freuden seinen willen thir, und ganz in seiner Füs des Gepränge, entfernt von dem, was sonst der Menschen Menge für groß hält, wandelte der Herren Größter, der Menschen Bester. 2. Ach, nicht sich dienen laffen, Ans dern dienen wollt Er, der Herr, der uns zum Heil erschienen. Freiwillig wählte er, statt Erdenfreuden, Armuth und Leiden. 3. Doch groß war er bei aller äußern Blöße. groß durch die stille, ihm nur eigne Größe; erhaben, groß durch Alles, was er dachte, sprach und vollbrachte. 4. Erbarmen, Güte war sein gans zes Leben, der Menschen Wohl ges weiht und Gott ergeben; voll Thätigkeit, sein Wert und Gottes willen treu zu erfüllen. 5. Kraftvolle Lehren wahrer Weiss heit floßen von seinem Münde; um ihn her ergoßen sich Ströme von Holdseligkeit und Gnade auf jedem Pfade. 6." Ihr Müden, sprach er einst mit sanften Blicken, kommt, folget mir! und ich will euch erquicken. 28er mein Wort hört und glaubet, der wird leben, ja ewig leben." 7. Untadelhaft, von keiner Sünd' entweihet, sprach er, wer ist, der michh nur Einer zeihet? Und zeihen konnte seiner Tadler keiner ihn auch nur Einer. 8. Wer hat wie er gefebet und ges lehret? Wer so viel Licht und Heil der Welt gewähret? Wer bat ie solcher Thaten Ruhm erreichet, der seinem gleichet? 9. Er war's, der uns zum Heil ers scheiner sollte, durch den uns Gott bes guad'gen, segnen wollte. Ihn kennen und verehren, macht auf ewig beglückt und selig. 10. Herr, gib uns Kraft, mit Eifer nachzuftreben dem großen Borbild, das du uns gegeben: an Tugend und Wandel Jefu auf Erden. 142 an Weisheit groß zu werden schon hier auf Erden. 8. Laß mich, Herr, zu meinem Ses gen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Troft und Hülfe bei dir finden! Gib zur wahren Menschenliebe Kraft und ima Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 381. Vorbild wahrer Menschentie- mer rege Triebe! Laß mich immer be, Jesu, deines Mitleids Triebe zogen mehr auf Erden ähnlich deinem Bilde dich herab auf Erden, der Berlornen werden! Heil zu werden, und für sie dein theures Leben in den Tod dahin zu Mel. O Jesu, wahrer Frömmig geben. Wo ist Jemand, der die Größe keit zc. deiner Lieb' und ermäße? 2. Ohne Bortheil zu begehren, fich 382. Welch hohes Beispiel gabft in Andrer Dienst verzehren, Gutes du mir, mein Heiland durch dein Les Jedem gern erzeigen, zu Beleidigungen ven! Solle ich nicht gern und mit schweigen, auch an Feinden Wohlthun Begier, dir nach; uahmen, streben? üben, das heißt Menschen göttlich lie: nicht geh'n den Weg, den du betratst, ben. Und wie voll von dieser Güte nicht freudig thun, was du, Herr, war, Erlöser, dein Gemüthe! thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie ents 3. D du Zuflucht aller Armen, jeder fand bei dir Erbarmen; jeder hat auf sein Berlangen Ruh' und Troft weiht, war rein, wie deine Lehre; von dir empfangen! Dwie pflegtest dein ganzer Wandel Heiligkeit, dein du zu eilen, das Erber'ne zu ertheilen! Endzweck Gottes Ehre. Du littst Freude war dir's, Seligkeiten schon und starbst, uns zu befrei'n, und auf Erden auszubreiten. unfre Seligkeit zu seyn. 4. Menschenseelen zu beglücken, Reu- 3. Du führtest uns zur Tugend an, erfüllte zu erquicken, unverständige und, standhaft ihr ergeben, gingst zu lehren, Abgewich'ne zu bekehren, du selbst ihre schwere Bahn, mit Muth Sünder, die sich selbst verstocken, lieb- uns zu beleben. So große Leiden, reich zu dir hinzulocken; dieß war, ohne Schuld, ertrugst du alle mie Herr, in deinem Leben dein bestän- Geduld. diges Bestreben. 4. Der Kummervollen Trost zu seyn, 5. Und wie hoch stieg dein Erbar- zu wehren jedem Leide, stets wohl zu men, da du, Mittler, von uns Armen thun und zu erfreu'n, war deine Sorg' Gottes Strafen abzuwenden, unter und Freude; und eines jeden Mens frecher Mörder Händen Angst, und schen Schmerz durchdrang dein liebes unerhörte Schmerzen littest mit ge- volles Herz. laff'nem Herzen, als ein Missethäter starbest, und uns ew'ges Heil er warbest! 5. Du trugft mit Sanftmuth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; auch Sünder trugst du mit Geduld, und barst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod, und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; Haß mit Haß nicht zu vergelten; deine Schmäher nicht zu schelten; Allen freundlich zu begegnen; die dich lästerten, zu segnen; deine Mörder zu vertreten, und für sie zu Gott zu veten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Tugend Schmuck und Krone. Nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Baters heil'gen willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 6. Ein solches Vorbild hast du mir, o Jesu, hinterlassen, wie du zu leben, ähnlich dir in deinem Thun und Lass sen! Nimm, sprichst du, meine Last auf dich; komm', folge mir, und thu', wie ich! 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sey und nicht mich deinen Freund nur nenne, damit ich deinem Vorbild treu, auch Undern felbst ein Beispiel sey! Christliche Kirche. Heiligung des Menschen. 143 Christliche Kirche. Eigne Melodie. 383. Ein' feste Burg ist unser Gott, er hilft mel schau'n, und unerschüttert im Bere trau'n auf deine Zukunft warten! 5. Uns, deine Christen, wollest du ein' gute Wehr und Waffen, fest in der Wahrheit gründen, daß uns frei aus aller Noth, die uns jetzt wir durch sie Heil, Trost und Ruh', hat betroffen. Der alt böse Feind mit für unsre Seele finden. Mach' une Eruft er's jest meint, groß' macht und sers Glaubens uns gewiß! Vor Irra viel Lift sein' grausam' Rüstung ist, thum und vor Finsternis bewahr' uns, auf Erd' ist nicht sein's gleichen. weil wir leben. 2. Mit unsrer Macht than, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein ander Gott, das Feld muß er behalten. ist nichts ge- 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen! Lehr' uns mit jedem Tage mehr treu dein Gesetz erfüllen! Gehorsam deiner Borschrift seyn, und dann uns deiner Gnade freu'n, sey unser Heil auf Ers den! 3. Und wenn die Welt voll Teufel 7. So werden wir, die unterthan, wär', und wollt uns gar verschlingen, mit Ernst die Sünde meiden, und du so fürchten wir uns nicht so sehr, es führst uns auf ebner Bahn zu deines foll uns doch gelingen. Der Fürst die Reiches Freuden; und herrlich wird fer Welt, wie sauer er sich stellt, thut in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigs er uns doch nicht, das macht, er ist feit dein großer Name werden! gericht't, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stay'n, Mel. O Herre Gott, dein göttlich und kein'n Dank dazu haben, er ist bei Wort zc. auf dem Geift und Gaben. Nehmen sie den 385. Herr, unser Hort, dein götte Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein' Gewinn, das Reich) muß uns doch bleiben. Dr. M. Luther. Mel. Ich halt' an meinem Gott ze. lich) Wort blieb lange Zeit verborgen! 2ir sahen nicht der Gnade Licht, bis der Erleuchtung Morgen nun wieder skam; dann erst vernahm dein Bolk das Wort der Wahrheit. Die Nacht entwich, du zeigtest dich der Welt in Himmelsklarheit! 384. Die Feinde deines Kreuzes droh'n, dein Reich), Herr, zu verwüsten. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, be: schüßest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkin dern; d'rum konnt auch keine Macht 3. D'rum dankt, o Herr, dir weit der Welt, Herr, seinen Fortgang hin- umher dein Bolk für diese Lehren! dern. Dir können deine Feinde nie, Doch viele sind noch stolz und blind, dein Erbe rauben; selbst durch sie und wollen sie nicht hören. Zer wird es vergrößert werden. trümm're doch des Irrthums Joch, 3. Weit woll'st du deine Herrschaft daß Alles Eine Heerde, von dir ges noch in deiner Welt verbreiten, und führt, o guter Hirt, in Geisteseinheit unter deinem sanften Joch die Völker werde! alle leiten! Bom Aufgang bis zum 4. Gib auch, daß wir von Herzen Niedergang bring alle' Welt dir Preis dir für diesen Segen danken. Entzieh und Dank, und glaub' an deinen Na- uns nicht der Wahrheit Licht; las men! uns nicht ferner wanken von einem 4. Auch deine Feinde, die dich schmäh'n, Sinn zum andern hin; gib Hoffnung, die frevelnd sich empören, laß deiner Glauben, Liebe; ein Herz, das treu Gnade Wunder seh'n, daß sie sich noch und christlich frei fich stets im Guten befchren! Lebr' sie mit uns gen Him- übe! 2. Bergebung, Heit, am Himmel Theil, gibt, Herr allein der Glaube! Er führt zu dir, sonst würden wir dem Fluch) und Tod zum Raube. Er zieht das Herz auch himmelwärts, und füllt's mit heil'gen Trieben; er lehret mich, vor Allem dich, und meinen nächsten lieben. 144 Christliche Kirche. 5., Wir können's nicht; die Kraft nie; du hältst und du beschüßeft fie gebricht; uns stärkt nur deine Gnade. durch deines Geistes Weisheit. Doch wissen wir, vertrau'n wir dir, daß uns fein Unfall schade. Bestürmen gleich dein Königreich der Feinde große Heere; mag's immer seyn! Der Sieg bleibt dein, und dein bleibt alle Ehre! 6. Bergebens ist der Feinde List, der Hohngefang des Spottes. Der Spott vergeht, dein Reich besteht; du bleibst Gesalbter Gottes. Doch bitten wir, o Herr, von dir: zum Haufen dei ner Zeugen bekehr auch sie; laß jedes Knie sich deinem Scepter beugen! 7. Fest, wie ein Fels, Gott Israels, steht uns noch dein Bersprechen " enn auch die Welt in Trümmer fällt, soll doch mein Bund nicht bre chen." Empören sich gleich wider dich der Völker große Schaaren; du kannst und wirst, o Friedefürst, die Kirche doch bewahren! 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Ers den; doch werden zur Bollkommen. heit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh'; dann fröneft und belohn'st du sie mit Preis und ew'ger Freude! nie 7. Dann seh'n wir dich in Majestät, und uns, gleich deinen Engeln, zu empfundnem Glück erhöht, bez freit von allen Mängeln. Dann preis/ sen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht! 8. Du bist ihr Herr; was will sie mehr? Du hast, als du gestorben, zum Eigenthum, zum ew'gen Ruhm in dir und du in ihr; nichts kann ſie 387. Wenn Christus seine Kirche Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. bleibt dir entreißen; was ihr Gebet von dir erfleht, gibst du, wie du verheißen. 9. Dir traut, o Gott, in jeder Noth die Kirche deines Sohnes! Noch har ret sie in Kampf und Müh', o Jesu, deines Lohnes. Doch wird sie einst, wann du erscheinst zum letzten deiner Siege, fich freu'n mit dir, daß ewig ihr der Feind zu Füßen liege! schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sitzt, bat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; wenn er gebent, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. Mel. Ich halt' an meinem Gott 2c. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr: nichts ist der Großen Macht und Lift. Wie lange währt ihr Spott? Auch Staub sind sie vor Gott. Sie mögen sich empören. 386. O Jesu, Licht und Heil der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthält, zur Richtschnur uns gegeben, du bist der Herr der Christenheit, die du, voll Huld und Freundlichkeit, dir aus den Menschen sammelst! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n; uns kann er sie nicht raus ben. Der Unchrist mag ihr widers steh'n; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort vom Hers zen hält, dem kann die ganze Welt die Setigkeit nicht rauben. 2. Du willst sie, als dein Eigenthum, zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That; und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß er füllen! 4. Auf, Christen, die ihr ihm vers traut, last euch kein Droh'n erschres den! Der Gott, der von dem Hims met schaut, wird uns gewiß bedecken. 3. Du bist der Deinen Trost und Der Herr, der starke Gott, hält über Heil. So viel nur an dich glauben, sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, die haben an dem Segen Theil, den und Kraft und Much im Tod; was uns kein Feind kann rauben. Zufrie- kann uns denn erschrecken? denheit und Himmelsruh' fließt Allen schon auf Erden zu. Dein ist des Gu- Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 4. Mag auch der Spötter immerhin 388. Wohl dem, der Christo anges ten auf deinen Ruf nicht hören, und man höret! Auch er hat Freunde: denn cher in verkehrtem Sinn sich wider sein Freund ist Christus und wer dich empören; es fällt doch deine Kirche Christum ebret, durch Einen Sinn Wort Gottes. 145 mit ihm vereint. Nicht einsam wan-] Da soll sein Diener nicht allein, mit delt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen hat. Allen soll er selig seyn. 2. Er sey auch unbekannt: ihn lieben und achten alle die, die sich im Glauben, in der Tugend üben, auf richtig, treu und brüderlich, so bald sie seh'n, daß er ein Christ, ein wahrer Jünger Jesu ist. 6. Er sprach ja selbst:" sie sollen le= ben; ich will, daß, wo ich bin, die seyn, die, Bater, mir von dir gegeben, sich meiner hier im Glauben freu'n: Eins dort, wie schon im Glauben hier, auch in der Herrlichkeit mit mir!" 3. Kein Eigennug, kein Stolz, kein Leiden, kein Wechsel ihres Glücks, fein Schmerz entzieht ihm ihrer Treue Freuden, ihr fest mit ihm verbund'nes Herz. Sie haben an einander Theil durch Einen Trost, Ein Glück, Ein Heil. 4. Ja, alle Christen auf der Erde, wie weit sie auch getrennet sind, find alle doch nur eine Heerde, in Liebe Jesu gleich gefinnt, durch Glauben, Hoffnung, Liebe gleich, an Früchten guter Werke reich. 7. D Trost, zu Jesu Auserkornen zu kommen zu der Bäter Schaar, zu uns sers Gottes Erstgebornen, zu Jedem, der hier heilig war, mit denen dort am Thron zu steh'n, mit ihnen Allen Gott erhöh'n! 8. Mach' uns, o Jesu, dazu tüchtig, dein würdig Eigenthum zu seyn! D mach' das Christenthum uns wichtig! wie hier in dieser Pilgerzeit, so dort denn was kann uns so sehr erfreu'n, einst in der Ewigkeit. 9. Schenk' uns den Geist der Bruderliebe, der Nachsicht und der Einig5. Und welche Freunde, welche Brü- keit! Gib, daß sich Jeder eifrig übe der hat nicht im Himmel dort der in edler Dienstbeflissenheit, daß Alles Christ, wo Jesus seines Leibes Glie unserm Bunde treu, Ein Herz und der versammelt, wo er sichtbar ist! Eine Seele sey! Wort Gottes. Eigne Melodie. Kreuz bewähret seyn, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht't 389. Ug, Gott, vom Himmel fich start in die Lande. darein, und laß dich deß erbarmen, 6. Das wollst du, Gott, bewahren wie wenig sind der Heil'gen dein, verrein, vor diesem argen Geschlechte, lassen sind wir Armen, dein Wort man und laß uns dir befohlen seyn, daß läßt nicht haben wahr, der Glaub' ist sich in uns nicht flechte, der gottlos auch verloschen gar bei allen Menschenkindern! Hauf sich umher find't, wo diese lose Leute sind in deinem Bolk erbaben! 2. Sie lehren eitcl falsche List, was 7. Ehr sey Gott Bater allezeit, auch eigen Wiß erfindet, ihr Herz nicht Christ, dem Eingebornen, und dem eines Sinnes ift in Gottes Wort ge- Tröster, heil'gen Geist, ggr hoch in gründet, der wählet dieß, der Ander Himmelschoren! Wie es im Anfang das, sie trennen uns ohn' alle Maß und auch jest gewesen ist, und bleibet und gleißen schön von Außen. stets in der Welt, der Welt. Amen. D. M. Luther. 3. Gott. wollt' ausrotten alle Lahr, die falschen Schein uns lehren, darzul ihr Zung' stolz, offenbar spricht: Troß, wer will's uns wehren? 2sir haben und was wir Eigne Melodie. Ben, das gilt gemein, wer ist, der uns 390. Dick sind die heil'gen zeh'n fout' meistern? Gebot', die uns gab unser Herre Go 4. Darum, spricht Gott, ich muß durch Mosen, seinen Diener trendy auf seyn, die Armen sind verstöret, auf dem Berg' Sinai. Kyrietei ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich 2. Ich bin allein dein Gott, Herr, hab' ihr Klag' erhöret, mein heilsam kein' Götter sollt du haber mehr; du Wort soll auf dem lan getroft und sollt mir ganz vertra did), von frisch sie greifen an, und seyn die Herzensgrund lieben mich. Kyrieleis! Kraft der Armen. 5. Das Silber, durch's Feuer siebenmal bewährt, wird lauter funden, an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden, es will durdy's Kyrieleis! 3. Du sollt nicht brauchen zu Unehr'n den Namen Gottes, deines Herrn; du sollt nicht yreisen recht noch gut, ohn' was Gutt selbst red't und thut. 10 146 Wort Gottes. 4. Du follt beil'gen den fiebten Tag, 4. Herr, deine Tröstungen sind bes daß du und dein Haus ruben mag; ser, als alles Silber, Gold und Geld; du sollt von deinem Thun las'n ab, ein Schatz, weit köstlicher und größer, daß Gott sein Werk in dir hab. Ky- als alle Schäße dieser Welt! Wer das rieleis! thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Du sollt ehr'n und g'borsam seyn dem Bater und der Mutter dein, und 5. D'rum laß auch mich mit Luft wo dein' Hand ihn'n dienen kann, so betrachten, was mich dein Wort, o wirst du lang's Leben ban. Kyrieleis! Höchster, lehrt! Laß mich darauf ge= 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, borsam achten, was dein Befehl von nicht bassen. noch selbst rächen dich, mir begebrt: so fließen Trost und Geduld haben und sanften Muth, und Seelenruh' auch mir aus deinem auch dem Feind thun das Gut'. Ky Worte zu! rieleis! 7. Dein' Eh' follt du bewahren rein, daß auch dein Herz kein Ander mein'. Eigne Melodie. und halten keusch das Leben dein, mit 392. Der du dein Wort, mir haft Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrieleis! 8. Du sollst nicht stehlen Geld nod) gegeben, wie preif ich dich, mein Gott, Gut, nicht wuchern Jemand's Schweiß dafür! Nie kann mein Dank dich a'nug und Blut; du sollt aufthun dein' milde erheben. Durch Christum schenkst du Hand, den Armen in deinem Land. Weisheit mir. Kennt ich die Lehre Jefu nicht, wie wenig hätt' ich Trost Kyrieleis! und Licht! 2. Auf ungewissen, finstern Pfaden würd' ich ein Raub des Irrthums fenn; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Richters Strafe Ich hätte keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Doch allen diesen Finsternissen des 11. Die Gebot' all' uns gegeben sind, Irrthums und der Sünde Macht hat daß du dein' Sünd', o Menschenkind, Jesu Lehre mich entrissen; ihr Licht erkennen sollt, und lernen wobl, wiel zerstreut des Zweifels Nacht. Sie zei man vor Gott leben so Kyrieleis! get mir des Höchsten Ratb, und führt 12. Das helf uns der Herr Jesus mich auf der Wahrheit Pfad. Christ, der unser Mittler worden ist, 4. Ich weiß, wozu mich Gott gees ist mit unserm Thun verlor'n, verschaffen; id) kenne meine ganze Pflicht, dienen doch eitel Zorn. Kyrieleis! mein Geist wird nicht im Tod entichlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wobt besteh'n, in deiner Herrlichkeit dich seh'n! Dr. M. Luther. 9. Du sollt kein falscher Zeuge seyn, nicht lügen auf den nächsten dein; sein' Unschuld sollt auch retten du, und seine Schand' decken zu. Kyrieleis! 10. Du sollt dein's Nächsten Weib und Hans begehren nicht, noch etwas scheu'n. d'raus; du sollt ihm wünschen alles Gut', wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis! Mel. Der du dein Wort mir haft zc. 5. Gott, laß mich dieser guten Lebre gehorchen mit stets größ'rer Lust; und 301. De ein Wort, o Höchster, ist keines Spötters Wahn zerstöre ibr vollkommen! Es lehrt uns unsre ganze Troftgefübt in meiner Brust! Mein Pflicht; es gibt dem Sünder und dem ganzes Leben preise dich! Dein Heil Frommen zum Leben sichern unter: erfreu' im Tode mich)! richt. selig, wer es achtsam hört, Mel. Ach Gott und Herr zc. bewahrt und mit Gehorsam ebrt! 2. auf ge serstreut des Irrthums Finster: 393. Gott ist mein Hort, und auf nik; erfündigt Gnade, Heil und Se sein Wort soll meine Seele trauen! gen, hp machet unfer Herz gewiß. Ich wandle hier, mein Gott vor dir, Es lebrens, Höchster, was du bist, im Glauben, nicht im Schauen. und was die wohlgefällig ist! 3. Dein Wut ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen 2. Dein Wort ist wahr; lak im= merdar mich) seine Kraft empfinden; daß ich dir treu im Glauben sey, und gibst, die dein Gebot mit Freuden rein, o Herr, von Sünden! üben, und wie du väterlich) uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahe und trüget nicht! 3. Wo bätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrbeit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte! nomin Wort Gottes. 147 4. Dein Wort erklärt der Seele sternissen des Irrthums wird, wer Werth, Unsterblichkeit und Leben. Licht begehrt, durch deine Wahrheit Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir nur entrissen, die uns den Weg des mir übergeben. Friedens lehrt. Getäuscht von Trug und Thorbeit irrt, wer nicht von dir erleuchtet wird. 2. Zur wahren Weisheit oft zu träs ge, fennt er nicht sich, noch seine Pflicht, nicht seinen Gott, noch seine Wege, und selbst sein tiefes Elend nicht; vergißt in eitler Sicherheit, Tod, Rechenschaft und Ewigkeit. 5. Den ew'gen Ratb, die Missethat der Sünder zu versöhnen, den kennt ich nicht, wär' mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht ver: geben; nein, du verzeih'ft, lebrst meinen Geist recht kindlich zu dir fleyen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist deines Heils Geschäfte. Durch eig'ne Müh' vermag ich's nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, du hast dieß Wort zu meinem Troft gegeben! Es sey mein Heil, mein bestes Theil, mein Weg zum ew'gen Leben. bens Zwei Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 394. Herr, mein Licht, erleuchte Schuld, das Elend unfrer Sicherheit, Tod, Rechenschaft und Ewigkeit. mich, daß ich dich) und mich erkenne; daß ich voll Bertrauen dich meinen Gott und Bater nenne. Wahrheit lebrt dein Wort auf Erden; laß mich dadurch weise werden! 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen. Hilf du selbst mir immerfort deutlicher es einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret! 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mich auch befliffen seyn, den erkannten Weg zu geben; sonst würd' ich bei allem Wissen seinen Trost entbehren müssen. 4. Folg' ich seinem Unterricht, so werd' ich's an mir erfahren, was es denen fest verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Frenden. 5. Laß mich) bier schon in der Zeit dein' Erkenntniß stets vermehren. Find' ich manche Dunkelheit bei des Glau- Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. felſucht entfernen, und in Demuth 396. Soll dein verderbtes Herz sur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht das Wort des Herrn zu lesen! Bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält! glauben lernen. 6. Immer tenke meinen Sinn von dem Wechselglück der Erde auf den ewigen Gewinn, daß ich frei und selig werde. Was sind Güter dieser Zeiten gegen jene Herrlichkeiten? 7. Gib mir täglich neue Kraft, dei nem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft als ein treues Kind zu wandeln, so wird einst, in jenem Leben, mich ein hell'res Licht umgeben. 3. Dank dir, o Geift, und Preis und Ebre! Du hast uns Himmelslicht gewährt. Durch Jesu Wort, der Wahrheit Lehre, wird uns das Dunfel aufgeklärt. So lernen wir durch dich, wie blind, wie thöricht und verderbt wir sind. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 395. O Geist des Lichts, den Fin4. Du zeigt uns Gott iu feiner Größe, in seiner Heiligkeit und Huld; seig'st uns sein Recht, des Menschen 5. Das sehen wir durch dich und beben. Doch sollen wir verzagen? Nein. Du zeigst uns auch den Weg will verzeih'n. Du führst zu dem, der zum Leben, und lebrest uns: Gott uns versöhnt, und uns mit Heil und Gnade frönt. 6. Auch schauen wir in deinem Lichte der Frömmigkeit und Tugend Werth, und alle Frommen im Gerichte von Gott begnadigt und verklärt, und ihre Leiden in der Zeit, wie nichts in jener Herrlichkeit. 7. D laß dieß Licht, zu Gottes Ehre und unserm Heil, uns Alle seb'n; und das Geschenk der besten Lehre nicht Gib, daß wir thun, was du uns lehrst, undankbar, noch frech verschmäh'n! bis du bei Gott' uns einst verklärft! 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott gerufen bätte. Merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te. So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Luft und mit Bertrau'n, und mit dem from= men Ernst, in Gott dich zu erbau'n. 3. Sprich fromm: D Gott, vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Gebot für ew'ge Wahrheit bal: te, laß mich das Göttliche in deiner 10% 148 Wort Gottes. Lehre seh'n, und immer mehr den wenn nachy reiner Sittlichkeit mein Rath von meinem Heil versteh'n. Geist oft irrend strebet; so gibt dein Er, aller Wahrheit Gott, kann Wort, o Gott, zur Pflicht dem Herdich nicht irren lassen. Lies, Chrift, zen Muth, dem Geiste Licht; gibt sein heilig Buch, lies oft; du wirst es Trost und Seelenruhe! fasſen, so viel dein Heil verlangt: Gott ist's, der Weisheit gibt dem, der fie redlich sucht, und sie von Herzen liebt. 2. Gott, welches Glück! zu dir kann sich mein Geist und Herz erheben, zum frohen Glauben, daß auch ich soll ewig, ewig leben; daß ich zu reins 5. Lies, frei von Leidenschaft und rer Sittlichkeit, zu immer größ'rer Seledig von Geschäften, und sammle deiligkeit ohn' Ende reifen werde! nen Geist mit allen seinen Kräften. 3. Die Tugend hofft einst Seligkeit; Der beste Theil des Tags, des Mor- der Glaube kann nicht trügen. Reizt gens Heiterkeit, sey wie der Tag des mich die Sinnlichkeit zum Streit, kann Herrn, von dir der Schrift geweiht. die Bernunft nun siegen. Ein Blick hin auf die Ewigkeit und, Gott, auf deine Heiligkeit stärkt sie bei ihrem Kampfe. 6. Rührt dich ein schöner Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, oft bei des Tages Müh' in dein Gemüth zurücke; empfinde seine Kraft, und stärke dich durch ihn zu dem gefaßten Schluß, das Gute zu vollzieh'n! 4. Ja, Bater, meine Besserung, sie wird, sie muß gelingen; ich will nach meiner Heiligung mit Muth und Ei7. Um tugendhaft zu seyn, dazu fer ringen! Rein wird dann meine sind wir auf Erden. Thu', was die Tugend seyn; ich werde jedes Lafter Schrift gebeut; dann wirst du inne scheu'n, gestärkt durch diesen Glauben. werden, die Lehre sey von Gott, die dir verkündigt ist; du wirst das Wort versteh'n, dem du gehorsam bist. 5. Wenn hier der Fromme dulden muß, der sich der Tugend weihet; und wenn der Sünder im Genuß des Glües sich erfreuet, so stört dieß meine Ruhe nicht; ich übe standhaft meine Pflicht. Du, Gott, bist einst Bergelter! 8. Spricht es geheimnisvoll, so laß dich das nicht schrecken; ein endlicher Berstand kann Gott nicht ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht, was dein Wik begehrt. 6. Und wenn mein Aug' auf Gräber blickt, wo meine Brüder liegen; dann denk' und führ ich hochentzückt, daß Grab und Tod nicht siegen; daß über sie der Geist sich hebt, und dort in bessern Welten lebt, wo Tugend nicht mehr weinet. 9. Sich seines schwachen Lichts vor Gott nicht überheben, fern von Bernünftelei, ihm Dank und Ehre geben, wenn er sich offenbart, ist der Ge schöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glauben, was er spricht. 10. D'rum laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel kränken. Hier bist du Kind; dochy dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit. 7. D Glaube, der das Herz erfreut, nichts, nichts soll dich mir rauben! Mich lehrt an Gott und Ewigkeit ein heilig Wort fest glauben. Dich, Bater, will ich lebenslang für diese Fühs rerin mit Dank, im Tode noch dich preisen! mel. Jesu, meine Freude zc. 398. Wort, von Gott gegeben, wort, voll Heil und Leben, Evange: lium! Du verkündigst Freude uns im tiefsten Leide, zu des Höchsten Ruhm! Seinen Bund mach'st du uns fund; seinen Frieden, ew'gen Segen bring'st du uns entgegen. 2. Was den Menschen allen Gottes Wohlgefallen ausersehen hat; was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Nun ist klar, was dunkel war, daß sich seiner Gnad' und Treue stets die MenschHeit freue. Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den 307.2 enn hier in dieser Uebungs- gesendet, der verheißen war. Jesus seit mein Herz voll Uuruh' bebet; und hat sein Leben für uns dargegeben Schrift; und fichst du Dunkelheiten, so la bich einen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Wahrheit freut, ein schon geprüftes Herz, Hebt oft die Dunkelheit. 12. Salt fest an Gottes Wort;, es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmet werden. Berachte christlich groß des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die er schmäht, ist doch) und bleibt von Gott! Selbstprüfung, Reue und Besserung. 149 auf dem Blutaltar. Er, erhöht zur von der Sünde lassen, Muth zur TuMajestät, hat bestätigt seine Lehre, gend fassen. von dem Thron der Ehre. 5. Ich will mein Bertrauen auf dieß Trostwort bauen, Jesu, dir mich 4. Alle, die sie hören, sich zu Gott weih'n! Fromm, wie du, zu leben, soll bekehren, finden Trost und Heil. Im- hier mein Bestreben, meine Freude mer höh're Freuden werden, wann sie seyn! So werd' ich auch einst durch scheiden, dort ihr ew'ges Theil. Gott dich, o mein Heiland, selig sterben und vergibt uns, die er liebt, wenn wir den Himmel erben! Selbstprüfung, Reue und Besserung. Mel. O Gott, du frommer Gott zc.. 399. Uuwisſender, ich will jest Eigne Melodie. meines Herzens Tiefen und meinen Lebenslauf nach deiner Vorschrift prü: 400. Un dir attein, an dir hay fen. Ich möchte gern, von Schuld und von Bergegen rein, mich meiner ich gesündigt, und übel, Gott, vor dir Besserung und deiner Gnade freu'n! gethan! Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein frommes Leben von dieser Liebe auch Beweise die gegeben? Hab' ich dich tren serehrt, im kommer dir vertraut, und durch mein Beispiel stets die Meinigen erbaut? 2. Dir ist mein Fleh'n, mein Seufsen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräften, Berstand und Willen stets zu nützlichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht, und keine böse Lust genährt und angefacht? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; lak mich dein Antlig finden, du Gott der Langmuth und Geduld! Tugend weih'n, und wieder fanftmuthsvoll den Fehlenden verzeih'n! 4. War ich gerecht und treu? Bewies ich Menschentiebe, und regten sich in mir des Mitteids edle Triebe bei jeder fremden Noth? Floh ich des Stolzes Reiz, der Schadenfrende Hohn, und Schmähsucht, wie den Geiz? 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade trösten, Gott, Vater der Barmherzigkeit! D, schenke mir den Frieden der Erlösten; du bist ein Gott, der gern erfrent! 5. Hab' ich, wie Jesus that, gefegnet, die mir fluchten. Durch Güte die beschämt, die mir zu schaden such ten? Bezwang ich meinen Zorn? Uebt ich Bersöhnlichkeit, und sah ich Andrer Glück mit Lust und ohne Neid? 5. Laß deinen Weg mich wieder eifrig wallen, und lehre mich, dein heilig Recht mit Freuden thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht! 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen, und leite mich auf eb'ner Bahn! Er hört mein Schrei'n, der 6. War ich der Unschuld Schuß, Herr erhört mein Flehen, und nimmt und hab' ich sie vertheidigt? Dura) sich meiner Seele an! Spott und Bitterfeit nie Redliche beleidigt? Hab ich Geringere durch Mel. Au Wasserflüssen BabyHärte nicht gedrückt, und, soviel ich lons 2c. vermocht, beglückt? 7. War mir das Seelenveit des 401. Erbarm' dich, Herr, mein Nächsien immer theuer? Goß ich in schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, keine Brust der Wollust wildes Feuer? läßt bald durch Freude, bald durch Reizt ich zum Leichtsinn nicht? Ber Schmerz, sich auf den Irrweg leiten! lor durch meine Schuld auch keiner Gleichwie ein Rohr vom Wind regiert, feinen Trost, auch keiner deine Huld? so irrt, von Leidenschaft verführt, auch 8. Allwissender, wer kann, wie oft oftmals meine Seele. Wann komm' er fehlet, merken! Sey guädig, handle ich zu der wahren Ruh', daß ich das nid) t mit mir nach meinen Werken! Gute gerne thu', und nur, was Recht Ich) will mit größerm Fleiß mich jederlist, wähle? 150 Selbstprüfung, Reue und Besserung. 2. Laß doch mein Herz nicht ferner: I mit dem Reichthum deiner Gnaden; bin in seiner Neigung wanken. Er sey Erbarmer, gebe nicht, Bater, mit hebe den verirrten Sinn zu himm- mir in's Gericht! lischen Gedanken. Wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geiz ftes Kraft befreit, so wird es mir ge: lingen. Ich halte deinem Geiste still; ich will mich ändern, Herr, ich will! Gib selber das Bollbringen! 3. Umsonst such' ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und mich, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leiteft. Du haffest jeden falschen Schein; mit Ernst willst du verebret seyn. Herr, hilf mir redlich kämpfen! Erhebe den gebeuaten Muth; hilf mir der Leidenschaften Gluth durch deine Gnade dämpfen! 5. Dich von ganzem Herzen lieben, deinem Wink gehorsam seyn; auch am nächsten Liebe üben, und mich seines Wohlfeyns freu'n; fromm bei allen meinen Pflichten, Gott, auf deis nen Willen seh'n; deine Wege folgfam 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke geb'n; redlich, was du willst, verrich)nicht der Sünden meiner Jugend! ten; Sündenwege ernstlich flieh'n; Wie hart schien mir oft meine Pflicht! dieß sey täglich mein Bemüh'n! Wie rauh die Bahn der Tugend! Und doch trugst du mich mit Geduld. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 4. Dein Erbarmen überwieget alle Schuld, die mich verklagt; deines Geis ftes Beistand sieget, wenn mein Geist erschrocken zagt. O wie soll mein Herz dich lieben, der du mich in Chrifto liebst, und mir neue Kräfte gibst, gern die Pflichten auszuüben, die das Wort der Seligkeit den Begnadigten gebent! undankbar nicht verachten! Dir folgen, 403. Gott, bilf mir, daß ich Buße bringt mir wabres Heil; las mich thue, weil mich noch deine Stimme nach diesem bessern Theil von ganzer lockt! Bespa mich vor falscher Seele trachten! Her; fich leicht verz Rube Bavel 5. Ich bin ein Mensch, du kenneft, wenn du gisich das Gewissen mich). Wie schwach sind meine Kräfte! rührst, und zum Gefühl der Sünde Doch meine Seele bofft auf dich; Du führst. wirft zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleih'n, und mich mit deiner Hülf erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Dafür will ich, dein Eigens thum, o Bater, deines Namens Ruhm in Ewigkeit erhöhen! 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines eing'gen Sünders Tod; d'rum ved du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sünden= notb. Wohl dem, der deine Stimme hbri, und redlich sich zu dir befebry! Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 3. Den rettest du, Herr, vom Bers derben, nimmst seine Buke gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Ers ben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Baterhuld! Er tilget meine Sündenschuld. 402. Dott, aus dessen Gnadenfülle lauter Segen auf uns fließt, Alles, * was dein Rath und Wille fordert, 4. Sout' ich die Güte'denn verach)= ordnet und beschließt, ist der Weg ten, die mir noch Kraft zur Bess'rung zum wahren Leben. Wabre Sinnes: reicht? Bom Troste leer muß der besserung, steter Fleiß der Heiligung verschmachten, von dem, Gott, deine soll uns immer mehr erheben, bis Gnade weicht; sie aber weicht von wir, ganz von Sünden rein, deines dem zulegt, der frevelt und gering Heils uns ewig freu'n! sie schäßt! 2. Bon den Sterblichen ist keiner 5. So gib, daß deiner sanften Lodeiner großen Gnade werth; unter dung, o Gott, mein Herz ftets offen Allen auch nicht Einer, der nicht oft sev; weil frevelmüthige Berstockung, von dir sich kehrt. Dennoch willst du und ach, ein Leben, ohne Reu' im das Berderben deiner schwachen Kin- Sündendienste zugebracht, einst ewig der nicht; rufeft sie zu ihrer Paicht; unglückselig macht! rufeft: Warum wollt ihr sterben? 6. Sich bessern ist der Weg zum Les Sünder kehrt zu eurem Glück, fehrt, ben: d'rum laß mich in der kurzen auf meinen Weg zurück! Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, mur dafür sorgen, daß mein Geist den Sündenelend sich entreißt. 3. Laß, Herr. dieses Bort mich rühren, reu'voll dir mein Herz zu weih'n; laß es mich zur Tugend führen, um aefällig dir zu seyn. Komm' 7. Berleibe mir dazu die Gnade, ich mühvoll und beladen mit der Sün die uns vom Sündendienst befreit, dentaft zu dir: o so nahe du dich mir und leite mic) selbst auf dem Pfade Selbstprüfung, Reue und Besserung. 151 der christlichen Rechtschaffenheit. Wie Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. selig bin ich dann schon hier! Wie glücklich einft, mein Gott, bei dir! 405. Höchfter, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich ge= ring geschätzt, dein Gebot hintange: 404. Gott ich will mich ernstlich feszt, und dich, der du mich geliebet, Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. mit Bergehungen betrübet. prüfen, ob ich redlich bin vor dir. Du Fennst meines Herzens Tiefen; ach), entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich) treu dir in meinem Wandel sey; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Gößen dieser Welt; aber sie sind nicht die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum THEIR( OURE( 97 8316 Lobne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, dieje, diese nur erfüllen das Geset der Fröm: migkeit. t nur das, was wir gethan; au die Abs the fiehst du an; deine Liebe soll as bringen, gute Werke zu vollbringen. 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Hei ligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß an dich denken, ließ von igennuß mich lek..n. 5. Oft gehorcht' ich deinem Rechte nut, daß meine Folgsamkeit mir bei Menschen Ehre brächte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erbob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich trei ben, dem Gesetze treu zu bleiben. 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zur Geschäfte deines Dienstes fertig seyn. O wie hab' ich sie entweibt! Ach), zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden! 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu! Bon wie manchen schweren Sorgen machte fie das Herz mir frei! Was mir nütte, gabst du mir. Aber ach), wie dankt ich dir? O wie hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen? 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde flieh'n, und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstecken. 5. Ach, an dir hab' ich gefündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu! Dir hab' ich oft aufgekündigt meine schuld ge Kindestreu'. Ach) vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade!. 6. Dir ergeb' ich mich auf's Neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen ach, das las auch mich) genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele dent Entschluß, mich dir zu weih'n. Gib, daß keine Kraft mir feble, folgsam deinem Wort zu seyn! Stebe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig fey! Dich zu lieben, dir zu leben, sey mein herzlichstes Bestreben. 6. Ach, wie konnt' ich dich vergessen; wie so undankbar dir seyn, deine Liebe nicht ermessen, deines Beifalls nicht mich freu'n! Meinen Lohn hab' ich dabin; eitler Ruhm ward mein Ge: winn; aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Du, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Troft erfreut, sey mir gnädig und verzeihe die untautre FrömMel. O Gott, du frommer Gott 2c. migkeit! Mache reiner meinen Sinn; 406. Ich blicke prüfend hin auf ihn zu dem dich zu lieben, und vor Allen dir, o Höchster, die durchlebten Tage; fie bringt kein zu gefallen! Wunsch zurück, sie fesselt keine Klage. Doch was fie thaten, führt, mit richs terlichem Blic, mir, ernst und war: nend, jetzt Erinnerung zurück. 8. Lak, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe seun; gib mir täglid) neue Stärke, ganz der Tugend mich) zu weih'n! Ich bin, Gott, dein 2. Des Menschen Seligkeit, des Her Eigenthum; d'rum sey dieß mein böch: zens süßen Frieden, das höchste Gut, fter Ruhm, daß ich hier schon auf der das bier den Sterblichen beschieden, Erde deiner Liebe würdig werde! erwarb ich mir noch nicht zum bleis 152 Selbstprüfung, Reue und Besserung. benden Gewinn; gab es, vom Schein| Ernst sich nah'n; mein Heiland nimmt getäuscht, für kurze Lust oft hin. die Sünder an! 3. Ach, ich vergaß der Pflicht, die 9. Komm glaubensvoll! Er stillt Reizungen zu Sünden, durch Weisheit dein Sehnen und schließt des Jamund durch Muth gestärkt, zu überwin- mers Pforte zu. Er trocknet liebreich den; ergebungsvoll und still, mit ruhi- deine Thränen und schenkt den Mügem Bertrau'n, auf dornenvollem den süße Ruh'. O selig, wer noch weis Pfad zu Gott empor zu schau'n. nen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Bernimm denn seinen Ruf, und zähle mit Borsicht jeden Tag des Heils! Ach, eit', errette deine Seele, und triff die Wahl des besten Theils! Flieh heute noch der Sünde Bahn und komm; heut' nimmt dich Jesus an! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. II. Hier sind wir, Heiland aller Sünder! Erbarme dich, und mach uns wollen der Gnade 407. Mein Jesus. ist ein Freund Kinder, dir ewig dafür dankbar ſeyn! der Seelen, die in der Angst und Sün- Weil dann ein Jeder rühmen kann: dennoch nur ihn zu ihrem Trost sich Gottlob, auch mich nahm Jesus an! wählen, der sie geliebt bis in den Tod. Sie sollen Ruh' von ihm empfah'n; mein Heiland nimmt die Sünder an! 2. Wenn das verdammende Gewiss sie bis wenn Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. Thränen ohne Hoffnung, fliesien, if's 408. Wie fürche ich mich, mein Jesus doch, der ihnen zeigt, wie man dem Fluch entrinnen kann; mein HeiLand nimmt die Sünder an! Herz zu prüfen, mich zu erforschen, wer ich bin! Wie blick ich über seine Tiefen bald lässig, bald mit Borsatz hin! Mich warnet heimlich mein Ges wissen: betrüg', o Mensch, dich selber nicht! Geneigt, mein unrecht nicht zu wissen, vergess' ich Alles, was es spricht. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtsinns und der Eitelkeit. Gott, durch den Mißbrauch deiner Gnade versinke ich in Sicherheit. Nach tausend gern vollbrachten Sünden denk' ich einmal an Jesum Christ, und hoffe dich versöhnt zu finden, weil er für mich gestorben ist. 3. Ausschweifend bleiben meine Tries be, und unerleuchtet mein Verstand. Mein Herz ist leer von deiner Liebe, mit meinen Pflichten unbekannt; mein Glaub' ist todt und ohne Früchte; mein Wandel ohne Besserung; und dennoch hoff' ich im Gerichte, o Gott, von dir Begnadigung! 4. Berzeih', Allgütiger, du siehst der Reue Zähren! Du wirst dem Schwa chen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Bege geh'n. Laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich seh'n! 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch) zu werden für die Welt. D dankt ihm laut, erlöste Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, indem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. Wie willig hat er einst sein Le ben zur unerhörten Todespein für uns am Kreuz dahingegeben! Wer wollte nun noch traurig seyn? Er zeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an! 5. Hört dieß, ihr angefocht'nen Seelen; cilt Alle, flieht in Jesu Schook! Er macht von Allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zugethan; mein Heiland nimmt die Sünder an! 6. Er bringt in seinen offnen Armen versöhnt zu eurem Gott euch hin, und neigt zum ewigen Erbarmen des liebevollen Baters Sinn, den Jesus nur versöhnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. Ich Unbesonnener, wie lange werd' ich mich selber hintergeh'n! Ich nahe mich dem Untergange, und will doch die Gefahr nicht seh'n. Erwecke, Gott, mich aus dem Schlafe; ach, groß ist freilich meine Schuld! Doch eile nicht mit deiner Strafe, und hab', o Bater, noch Geduld! 5. Ob ich mich vor mir selbst ver 8. Nichts, nichts tilgt seines Mit hehle, verhehl' ich mich vor dir doch leids Triebe. Wenn auch kein Strahl nicht; denn in der Tiefe meiner Seele. der Hoffnung scheint, so zage nicht; ist alles deinen Augen Licht. Reiß er ist die Liebe; er ist dein Retter mich aus meinen Finsternissen! Entund dein Freund! Heil Allen, die im falte du mein Herz vor mir! Dann 7. Auch sendet er in unsre Herzen den wahren Tröster, seinen Geist; der stillet aller Sünden Schmerzen, wenn er auf Jesu Tod uns weist. Wer ist, der uns verdammen kann? Mein Heiland nimmt die Sünder an! Selbstprüfung, Reue und Besserung. treibe mächtig mein Gewissen zur Buße mich und, Gott, zu dir! 6. Der du die Herzen prüfft, bekehre, erleuchte, bes're, leite mich auf deiner eb'nen Bahn, und lehre mich dann Gehorsam gegen dich! Auf dich, o Heilger, laß mich sehen; vor dir sey Herz und Wandel rein, so werd' ich der Gefahr entgehen, betrogen von mir selbst zu seyn! 153 schneller Tod der Welt noch heut' entrücken? Ist denn ein Fleh'n zu Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst, durch Schuld erzeugt, die wahre Heiligung? 10. Genügt's zur Seligkeit, des Glü: des der Erlösten, wann uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; reicht das Bekenntniß hin, das uns die Sünde reut: so ist kein leichter Werk, als deine Geligkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; ist keine Seele 400. Wi Pillst du die Buße noch, die rein, der Glaub' und Liebe fehlen; Gott gebeut, verschieben, so schändest ist dieses dein Beruf, Gott dienen, selbst, du fein Wort, und must dich ſelbst den du liebstert verschiebst! wenn dieß nicht lieben. deine nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 12. Der Geschäfte dich). Ift dieſer dein 2. Allein, wie schwer ist's nicht, sein Nein, Mensch! eigen Herz bekämpfen, Begierden wi Und du verschmäh'st des Geistes Gotdersteh'n, und seine Lüste dämpfen? tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu Sünder, der beharrt, nicht Gott zu Wort? Gibt in verkehrtem Sinn den deiner Nuh ist es der einz'ge Weg. lebt dahin? Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie 13. Hat Christus uns erlöst, damit kannst du sie vergessen? Nach deinen wir Sünder bleiben, und, sicher durch Kräften selbst hat er sie abgemessen. sein Blut, das Laster höher treiben? Was weigerst du dich noch? Ist Gott Gebeut uns Christi Wort nicht Tus denn ein Tyrann, der mehr von mir gend, Recht und Pflicht: ſo ist es nicht verlangt, als ich ihm leisten kann? von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, 14. Entschließe dich beherzt, dich selwenn ich ihm kindlich diene, und seizber zu besiegen; der Sieg, so schwer ner werth zu seyn, im Glauben mich erfühne? Wenn du die Tugend übst, was zagst du? Geht er gleich im Aner ist, bringt göttliches Bergnügen. die Gott, dein Herr, gebeut, wem fang langsam fort; sey wacker! Gott dienst du? Ringst du nicht nach dei- ist nah', und stärkt dich durch sein ner Seligkeit? Wort. 5. Was weigerst du dich noch, das Lafter zu verlassen? Weil es dein Un15. Ruf ihn in Demuth an; er til: glück ist, befiehlt es Gott zu hassen. get deine Sünden. und läßt dich sein Was weigerst du dich noch, der Tu- Gesetz erst ihren Fluch empfinden: so gend Freund zu seyn? Weil sie dich widerstreb' ihm nicht; denn diese Trans glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. rigkeit wirkt eine Reu' in dir, die 6. Gott beut die Kraft die an, das niemals dich gereut. Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugnest sie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorch'st ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Schen'st du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn: um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! 16. So süß ein Lafter ist, so gibt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 17. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott fennt und liebt dein Glück; sie führt zu seis nen Freuden, und schafft ein reines Herz voll frommer Zuversicht, gibt Weisheit und Berstand, und Muth zu deiner Pflicht. 18. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück mit ruhigem Gewissen die Güter diez ser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem Gez 9. Ist denn die Besserung ein Wert nusse seyn, und sich der Seligkeit schon von Augenblicken? Kann dich kein hier im Glauben freu'n? 154 Glaube und seine Wirkungen. 19. Noch heute, weil du lebst und suche deinen Gott, willst du zu deiner feine Stimme hörest, noch heute schicke Pein dein hier verscherztes Glück nicht dich), daß du vom Bösen kehrest! Dewig dort bereu'n! Glaube und seine Wirkungen. Mel. Wer weiß, wie nabe mir mel. O Gott, du frommer mein 2c. 2c. 410. Gott, deine Gnade bringt uns 411. Herr, ohne Glauben kann Leben; sie schafft uns Heil und See kein Mensch vor dir bestehen; d'rum lenruh'. Dein ist's, die Sünden zu verwend' ich mich zu dir mit demuths= geben, und willig ist dein Herz dazu. vollem Fleben: o zünde selbst in mir Du nimmst die Sünder gnädig an, den wahren Glauben an, weil ich die sich voll Reue zu dir nah'n. durch meine Kraft ihn mir nicht gez ben kann! 2. Uns, uns Berlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. 2. Laß mich, Gott, daß du bist, mit Er litt, damit wir Frieden hätten, Ueberzeugung glauben! Nichts müsse für uns den Tod, der Sünde Lohn. mir den Trost aus meinem Herzen D Gott, wie Hast du uns geliebt! rauben, daß du dem, der dich sucht, Welch ein Erbarmen ausgeübt! stets ein Bergelter seyst, und bier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuft. 3. Dank, ewig Dank sey deiner Treue, die Niemand g'nug erbeben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt und glaubig seinen Mittler ehrt! 3. Wahrhaftig ist dein Wort; gib, daß ich ihm vertraue, und meine Hoffnung fest auf deine Treue baue. Giv, daß ich dir im Glück und Unglück immer treu, und dem, was du gebentst, von Herzen folgsam sey. 4. Du rettest ihn von allen Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; er 4. Andh hilf mir, daß ich den, den kann getroft und freudig sagen: Gott du gesandt, erkenne, ihn meinen Herrn ist für mich, ich bin sein Kind. Mein und Gott von ganzer Seele nenne, Jesus ist's, der für mich) litt und mich und dankbar für das Heil, das mir noch jetzt bei Gott vertritt. sein Tod gewährt, stets thue, was er mich in seinem Wort gelehrt. 5. Sein göttliches Berdienst sey mir beständig theuer; erfülle mich) mit Troft, und mache mich stets freier vom schnöden Sündendienst; es stärke mich) mit Kraft zu deines Namens Rubm, in meiner Pilgerschaft. 6. 2ie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Dann schau' ich, was ich hier, Herr, auf dein Wort geglaubt, und meine Krone wird mir nimmers mehr geraubt! 5. D Herr, wie ruhig ist die Seele, die ganz sich deiner Guade freut! Sey's auch, daß irdisch Glück ihr feble; nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit die Welt und ihre Herrlichkeit? 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe das Her; auch in der größten Noth, gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und macht getroft selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Borschmack jener Seligkeit. 7. Laß, Water, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey! Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frei. Mel. O Ewigkeit, du Donners Denn der, der Aller Sünden trug, that sterbend genug. wort 2c. 8. D las mich dieß im Glauben faf: 412. Ich schäme mich des Heiz fen, und, Bater, mic) voll Zuversicht lands nicht, vor dem voll froher Zus auf deine Treue stets verlassen! Wenn versicht mein Knie sich dankbar beus Alles wankt, wankt sie doch nicht. get. Gott, welch ein theures wertbes Wohl dem, der sich auf dich) verläßt! Wort: ich bier dein Kind, dein Erbe Gein Heil steht unbeweglich) feft. dort, wie mir dein Geist bezeuget, ich soll durch Jesum Chriftum rein, durch ihn gerecht und selig seyn! 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freu'n, und deinem Dienst mein ganzes Leben in 2. Froh fühlt mein Herz die Got: findlichem Gehorsam weih'n. Herr, du teskraft, die in der sel'gen Wiſſen vergabft mir meine Schuld; nie, nie schaft von dem Erlöser lieget: die vergess ich diese Huld! alle Kenntniß dieser Welt und was Glaube und seine Wirkungen. 155 fie Reizendes enthält, unendlich über- 6. Im Dunkeln nur, Herr, feh' ichy wieger. Mein größtes Glück, mein hier, wo ich dir glaubig traue, die höchster Ruhm ist Jesu Evangelium. Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sicht= bar, wann dein Bild in mir sich ganz 3. Auf ewig ist's mein bestes Theil. In keinem andern ist mir Heil und Recht zum ew'gen Leben, Bergebung meiner Sündenschuld, der Beifall Got- verkläret. tes, seine Huld und Seelenruh' ge= geben. Ich steh' im Glauben, bin ein Christ, an dem nun nid) ts verdammlich ist. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf dei nen Tod bin ich getauft; was fann von dir mich scheiden? Nicht Glück und Last, nicht Leid und Noth, das Leben nicht, und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden. 4. Mir widerfuhr Barmherzigkeit Mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Ich bete voller Zuversicht; mich schreckt fein 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Tod und kein Gericht, mein Geist Empfinde sie, o Seele! Bom Tand fühlt Gottes Frieden. Auf ewig ist der Erde unentweiht, erhebe Gott, mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine o Seele! Der Erde glänzend Nichts Gnade mein! vergeht; nur des Gerechten Glück bes steht durch alle Ewigkeiten! 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht. Nichts raubt mir meinen Trost und Muth, nicht Leiden, nicht Gefah den vermag, mein Gott, wird bis auf ienen Tag mein Erbtheit mir bewahren. Ja du, der mich) berief, bift tren; gib, daß ich)' s aud) im Glauben sey! Mel. Ich halt' an meinem Gott zc. 413. Ich weiß, an wen mein Glaube hält; fein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt; wer ist, der mir mein Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ew gen Siegeslobne! Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt; du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärk'st mich, daß ich siege. Mel. Jesu, meines Lebens zc. 414. Oft noch will mein Glaube wanken; stärk' ihn, Gott, ich bitte dich! Dwie wird mein Herz dir danfen und frohlocken! Höre mich! Las mich nicht an dir verzagen! immer fühn're Bitten wagen! Sinkt mein Glaube, gieße du Del dem schwachen Lichte ju! 2. Wollen Zweifel sich erheben, blendet mich des Jrrthums Schein, o so laß mein Herz nicht beben, den Ber: stand nicht dunkel seyn! Zeig' als: dann dein Licht mir wieder! Ströme Glauben auf mich nieder! Deiner Wahrbeit reiner Glanz, Herr, enthülle mir sich ganz! 3. Auf dein Wort nur, nicht auf Lebren schwacher Menschen, las mich feh'n! Deine Stimme laß mich hören, deine Stimme recht versteh'n! Mehr als Zeugniß aller Welten, laß mir, Gott, dein Zeugniß getten! Richte meinen ganzen Sinn nur auf deine Wahrheit hin! 3. Du, Herr, du bist mein ganzer Rubm, mein bester Troft im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, 4. Wahren Glauben schenk' vor al: zu deinem Reich erheben! Der Freulen andern Gaben, Bater, mir! Wem den Fülle ist bei dir; dort hab' ich er fehlt, muß dir mißfallen; wer ihn Alles, was ich hier nur suche, und bat, ist Eins mit dir. Er belebe meine nicht finde. Triebe, sey der Stab, die Hand der Liebe! Er befiege, wie ein Held, meine Sünde, Fleisch und Welt! 4. D lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich), auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Kurs ist der Erde Herrlich feit, vergänglich alles Glück der Zeit; im Himmel sey mein Wandel. 5. Glanben, als wenn ich dich fäbe, föße mir, mein Heiland, ein! Im Ge fühl von deiner Nähe laß mein Herz sich täglich freu'n! Jesu, willst du 5. Jer, da mich dieser Leib be- dich nicht zeigen? Höre mich)! wie schwert, ist mir noch nicht erschienen, kannst du schweigen? Gib mir Glanwas jene be're Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Bollendungstag erfcheint, dann verd' ich's frot empfinden! ven; nahe dich meinem Geist, und stärke mich! 6. Unaussprechlich schwach und flüchtig ist mein tiefverderbtes Herz. Heut' ist mir die Zugend wichtig, morgen 156 Glaube und seine Wirkungen. mir die Sünd' ein Scherz! Wäre nur daß meiner der gedenket, der mir ſeimein Glaube fester! Stärk' ibu, mehr' nen Sohn geschenket, und mich nimihn, Allerbester! Jesu, eile, stärk' ihn mermehr verläßt. Dieser Fels steht du! Ach, sonst find' ich keine Rub'! ewig fest! Eigne Melodie. Mel. Jefu, der du meine Seele zc. 415. Schweiget, vange Zweifel, 416. Sahwing' zu deinem Gott dich auf, schwermuthsvolle Seele! Hemme schweiget! Mein Erbarmer ist getren; deiner Thränen Lauf, bange, blöde und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Seele! Zweifel nicht, nicht Drot'n Gott versöhnet sey. Mir droh'n kei- noch Lift sollen dir den Glauben und ner Rache Flammen; will mich auch den Trost, den Jesus Christ dir ermein Herz verdammen, fass' ich den- worben, rauben. noch Muth im Schmerz; Gott ist gröker, als mein Herz! 2. Er, der das Berborg'ne kennet, kennt auch mich, und weiß allein, wie dieß Herz von Sehnsucht brennet, ganz sich seinem Dienst zu weih'n; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle; und nicht meiner Zweifel Wahn, meinen Glauben sieht er an. 3. mir auch ist sein Sohn gegeben, durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig seyn. Mich sah Gott von seinem Throne; mich erwählt' er in dem Sohne, eh' noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. 4. Wer will nun noch den verklagen, den Gott selbst zum Leben wählt? den noch zu verdammen wagen, den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott; mich kann nichts schrecken. Gottes Huld wird mich bedecken. War ich gleich der Sünde Knecht; er, mein Gott, macht mich gerecht! 5. Thener bin ich ihm erworben. Heil mir! hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, der zur Rechten Gottes figet, auch mich sieht, mich mächtig schüßet, mich vertritt und nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst. 2. Auf, ermanne dich zum Streit! Sieh die Palme wehen! Kämpf um's Glück der Ewigkeit! Gott will bei dir stehen. Sprich: nimm von mir, was mir dräut! Ich bin durch das Leiden meines Heilands eingeweiht zu des Himmels Freuden. 3. Was ich Böses je gethan, reuet mich von Herzen. Glaubig schau' ich Jesum an, ihn, den Mann der Schmer zen. Bater, dein geliebter Sohn starb für mich mit Freuden; nun darf ich) der Sünde Lohn im Gericht nicht leiden! 4. Stürme Welt nur, stürme Tod! Wer ist, der mir schade? Deckt mich doch in jeder Noth Gott mit seiner Gnade. Sie, mein Schild im schwersten Streit, süßer noch als Leben, kann mir Trost in Traurigkeit, Ruh' in Stürmen geben! 5. Quält der Zweifel mich, es sey Gott mir nicht gewogen; Täuschung ist's, denn er ist treu; er hat nie gelogen. Wärest du, o Gott, mein Feind, Fönnt' ein Trost mich laben? Könnt ich Jesum dann zum Freund und Erlöser haben? 6. Gagt, was ist im Himmelszelt? Was im tiefen Meere? Was ist Guz tes in der Welt, das für mich nicht wäre? Wer hat Sonn' und Sternenglanz für mich leuchten lassen? Gottes Huld umfließt mich ganz, und mich sollt' er hassen? 6. Troß der Welt und ihres Spot tes! Troß der Höll und ihrer Wuth! Ich, gewiß der Liebe Gottes, überlass mich seiner Hut. Was will ie von 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; ihm mich scheiden? Nein, ich werd' wer ist, der uns scheide? dringen Leiin allen Leiden mehr als nur geduldig den auf mich ein, schwindet alle Freuseyn; selbst mich meiner Trübfal freu'n. de; nun so kommt die Prüfung doch von geliebten Händen, und ein Tag muß endlich noch all mein Unglück enden. 7. Last denn rauhe Wetter stür men! Alles um mich her sey Nacht! Gott, mein Gott, wird mich beschirmen, der für meine Wohlfahrt wacht. 8. Gottes Kinder fäen zwar traurig Wenn ich lang auch bülflos bliebe, und mit Thränen; doch es kommt feitet doch mich seine Liebe in die ein Frendenjahr einst nach langem Wohnungen des Lichts, durch die Sehnen. Ja, sie kommt, die ErnteNacht; d'rum fürcht' ich nichts. zeit, wo die Saat auf Erden, wo die 8. Ich beharr' in meinem Glauben. Thränen dieser Zeit lauter Jubel Nichts, wenn man auch Alles raubt, werden! kann mir Gottes Liebe rauben; d'rum erheb' ich froh mein Haupt. G'nug, 9. O so faffe dich, mein Herz! Wanke nicht im Glauben! Laß nicht Freude Wachsthum im Guten. 157 laß nicht Schmerz dir die Krone rau- Theil an dem Himmel haben; int ben! Preis ihm, der den Tod bezwang! Herzen durch den Glauben rein, dich Seinem großen Namen tön' auf ewig lieben und versichert seyn von deines mein Gesang! Er wird helfen! Amen. Geiftes Gaben! Mel. Kommt her zu mir, spricht ic. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns im Elend uns 417. So hoff ich denn mit festem des Lebens Ruh' und stärkt uns in Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewig Leben. Mein Gott, ein Bater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben! 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Wachsthum im Guten. Mel. Es wolle Gott uns gnås dig zc. 418. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn, nie mein Gemüth bethöre, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur äuß're Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist! Erinn're mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist dich die verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht in's Himmel reid), die" Herr" zu Jesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läss'st du als deine Kinder, o Gott, in ew'gem Frieden ruh'n, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden! Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihu täg= lich mehr mein Herz ernewn, und mich mit Trost erfüllen! 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln: o las in Freude und im Schmerz mich richtig por dir wandeln! Dein Wille sey mein Augenmerk; hilf selbst mir ihn vollbringen! Durch dich muß je des gute Werf dem immer wohl gelingen, der deine Hülfe suchet. 2. Du sagst: ich bin ein Chrift! Nicht Jesum nur bekennen, nur seinen Gott und Herrn ihn mit dem Munde nennen, ist ächtes Christenthum. Befolge deine Pflicht, wie dir sein Wort sie lehrt; die Heuchler kennt er nicht. 3. Zum Guten willig seyn, mit Ernst das Böse hassen, den Küsten widersteh'n, gewohnte Sünden laſſen, dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner 3. D'rum laß mich doch vom Glau- Lehre Sinn; kein todter Glaube führt ben nie ein heilig Leben trennen; mich zur ew'gen Wohlfahrt hin. nicht für Jesu Jünger hie bloß äußer: 4. Nur dann erst, wenn dein Sinn, lich bekennen! Gib, daß mein Glaube wenn alle deine Triebe, dem Herrn thätig sey, und Tugendfrüchte bringe; geheiligt sind, in unverfälschter Liebe, daß ich, vom Sündendienste frei, mit wenn du, wie Christus war, voll stilEifer darnach) ringe, im Glauben zuter Sanftmuth Bift, voll Demuth und zunehmen! Geduld, dann sag': ich bin ein Christ! 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle, so thu' an mir Barmherzigkeit; sey gnädig meiner Seele, und hilf ihr auf von ihrem Fall! Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dort würdiger dir diene! Mel. O Gott, du frommer Gott zc. Wohl dir, wenn Herz und Leben von 419. Du sagst: ich bin ein Chrift! deinem Christenthum ein sich'res Zeugniß geben! Wo ist ein höh'rer Ruhm? 2elch Glück kann größer seyn, als Christi Wege geh'n, und Gottes Huld sich freu'n? 5. Jedoch, so lang dich noch der Sinn der Welt regieret, dein Stolz zur Eitelkeit und Schmahsucht dich verführet; nicht Sanftmuth in die herrscht, nur Zorn und Haß und Neid, so bist du noch entfernt von wahrer Heiligkeit. 6. Wenn, Jedem wohlzuthun, die Unschuld zu beschüßen, mit möglichst treuem Fleiß den Brüdern gern zu nügen, ohn' Eigennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist; auch wenn's Berläugnung gilt, dann sag': ich bin ein Chrift! 7. Gott, Allbarmherziger, o schenke. doch uns Allen, die Christi Namen im Guten. 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben vin; und mich stärke deine Gnade, wenn ich) schwach und muthlos bin, daß ich näber jeden Tag meinem Ziele kom men mag! 5. Gib zur Uebung guter Werke mir und und im Kampfe flöße Stärke mir in die verzagte Brust; gib mir Trost in jeder Noth, bilf mir treu seyn bis zum Tod! 6. Gey mein Beistand, wann ich sterbe; zeige meinem Geist von fern das mir aufbehalt'ne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! Dann, ges stärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgrimschaft! 158 Wachsthum schmückt, auch Kraft, dir zu gefallen! Berleih uns, Bater, Kraft, zu folgen Jesu Ruf, zu wandeln würdiglich dem himmlischen Beruf! Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 420.Ermuntre, Seele, dich, und sey dem Gott, der dich erschaffen, treu, und folge dem Gewissen! Nie, glaub' es, wird es dich gereu'n, hast du, unsträflich fromm zu seyn, von Herzen dich beslissen. 2. Des Lasters Ruf geborche nicht. Gehorche Gott; er täuscht dich nicht; was er gebeut, ist Segen. Er liebt uns Menschen väterlich, führt durch Geduld und Tugend dich dem höchsten Mel. Was mein Gott will, das 2c. Gott theilt dir ſelbſt die Stärke 422. Hilf mir, mein Gott, verGlück entgegen. mit; d'rum gebe stets mit festem Schritt fort auf der Engend Pfade. Die Luft verführt, die Tugend nie, und Gott, dein Gott, belohnet sie mit ewig grofer Gnade. leihe mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verebre; daß ich in Noth dich, meinen Gott und Bater, 4. Las dir die schreckenvolle Pemalaubig nenne; daß weder Leid, noch der Sünde stets vor Augen seyn; dich Glück und Freud' mich jemals von täuschen ihre Freuden. Bald, bald dir trenne! verwandelt ihr Genuß in Unruh' sich und Ueberdruß, und endigt sich im Leiden. 5. Gott fennt der Tugend Hoben Werth, und den hat Jesus dich ge lehrt, den wolltest du verachten, und nicht mit aller deiner Kraft die Selig: feiten, die sie schafft, früh zu besigen trachten? 2. Erfülle mich mit wahrer Reu', wenn ich dich, Gott, betrübe! Gib, daß ich alles Böse scheu', und nur das Gute liebe! Las meine Pflicht, mein Gott, mich nicht mit Borsag je verleben! Der Seele Heil, mein bestes Theil, das laß mich theuer schätzen! 3. Mein Gott, ich bitte dich), verleib' mir einen festen Glauben, der 6. Nein, wache, kämpfe, bete du, standhaft, treu und thätig sey; nichts dein Gott sieht deinem Kampfe zu, soll mir diesen rauben! Gib, daß ich einst wird er dich belohnen! D bleib' mich allzeit auf dich und auf dein ihm treu, und wanke nicht! Denk Wort verlasse, und in der Noth, ia an den Tod, denk' an's Gericht und selbst im Tod dein Heil getroft um= faffe! an des Sieges Kronen! Mel. Gott des Himmels und 2c. 421. Fern vom ziel, wornach ich 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß Kaltsinn von mir hin; gib, daß ich ich den Heiland liebe! Nimm allen nachzugeh'n, mich seiner nicht zu schästets mich übe, auf zu seh'n, ihm ringe, flet' ich, o mein Gott, zu dir! Hilf, daß ich den Lauf volbringe; wirke Muth und Kraft in mir! Madhe täglich Ernst und Treu', mich) zu besfern, in mir neu! Kreuz auf mich zu nehmen! men, und allezeit mit Frendigkeit sein 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Hak und Zorn und Bitterfeit zur 2. Ach, ich irr' in Finsternissen, Geist Rache mich verführen. Dein Wort der Wahrheit, ohne dich! Bon Begebeut Berföhnlichkeit, verdammt der gierden bingerissen, täuscht oft meine Rachsucht Triebe; nicht bloß mein Seele sich, suchet Rub' und findet sie Freund, auch selbst mein Feind er: in den Erdengütern nie. fabre meine Liebe. 3. Hilf mir nach dem Himmet streben, der den Lohn mir aufbebält; 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, tak, Herr, mich ja nicht Gott und Jesu laß mich leben, nicht trachten! Laß mich die Ehren dieser den Lusten dieser Welt! Lebre mich von Sünden rein, eifrig nur im Guten seyn! seit nicht für das Höchste achten, und nie nach Pracht, nach Hobeit, Macht und Würden ängstlich) streben; Wachsthum im Guten. taß mich vielmehr nach deiner Lehr' in wahrer Demuth leben! 7. Betrug und Lift und Heuchelei hilf mir mit Sorgfalt flieben! Nie müff ich mich durch Gleißnerei um Menschengunft bemühen. Laß Ja und Nein mir beilig seyn; laß mich nie Mel. Befiehl du deine Wege zc. und mit Freundlichkeit, mit Lieb und 424. Ich soll zum Leben dringen, Sanftmuth schlichten! 8. Herr, tebre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Luft mich hüte! Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, muß ich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 159 7. Bollend' ich einstens meine Prüfungsstunden, und werd' ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang und alle Trägheit fliehe, und meinem Nächsten levenslang zu dienen mich bemühe! Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott, mir wohl gelingen; und fegnest du das, was ich) thu', so laß mich dir lobsingen! 10. Ach, gib mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mid), wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen fübre; so wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir den Lohn der Treue geben! für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Beruf. In einer welt voll Sünden soll ich nur ihm mich weih'n, fie flieh'n, sie überwinden, und dann erfi selig seyn. er mich das gelehrt. Schön, göttlich 2. In meiner früh'ften Jugend hat ist die Tugend, und meines Eifers werth. und wer, was Gott will, that, hat Ihr folgen reine Freuden; selbst in seinem Leiden zufriedenheit und Muth. der Sünder Lust verschmäbt, wenn 3. Und wenn der Vilger Gottes pfade geht: was wird ihm nicht zum er, trog ihres Spottes, auf seinem Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war; welche Krone! welch' eine Se: ligkeit! dein Kind, o Gott, zu seyn; und 4. Das glaub' ich; mich verlanget, meine Seele banget doch) nicht an dir allein! Ich lasse nach zu ringen; und doch ist's mein Beruf, ich soll zum Leben dringen, für welches Gott mich Mel. O liebster Jesu, was hastzc. 423. Ich hab', o Gott, mir ernst- schuf. tid vorgenommen, nie auf der Ueber: treter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben ganz zu ergeben! 2. Erforsche mich, sieh', ob ich's redlich meine; giv, daß ich nicht bloß, was ich seyn soll, scheine; gib, daß ich nie ermüde, deinen Willen treu Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall 425. Kommt, und last uns Jefu begleitet, und meinen Gang, wann mich kein Mensch) fiebt, leitet: wie sicher werd' ich deine Wege wandein; wie richtig handeln! Lebren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihan hören, hören, wen er seliq preist! Die im Glauben fest besteh'n, treu der. Tugend Pfade geh'n, und ihn vor der Welt bekennen, dürfen sich die Seiz nen nennen. 4. Las auch im Dunkeln mich dein Auge schenen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, und thätig ebren! 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergist; nie 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu voll Stolzes fid) erhebet, wenn er meinen Pflichten: fo mag die Welt, groß und glücklich) ist. Gottes Huld wie ibr's gefällt, mich richten! Ebrt wird ibn erfreu'n, und das Himmel: mich dein Beifall, so kann ich mit reich ist sein; Gott wird Heil und Freuden Berachtung leiden. ew ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 6. Du achtest nicht das Anseh'n der Personen, gerecht wirst du einst richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 3. Selig ist, wer seine Sünde webmuthsvoll vor Gott bereut, und das mit er Gnade finde, ernstlich alle Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld 5. Dir seufz' ich, anzuhangen, Er: barmer, dir allein! Du haft es angefangen, das gute Werk ist dein! Bollende, Gott, vollende, was mir dein Wort verheißt! In deine Bater= Hände befehl ich meinen Geist! • 160 verzeih'n, raft zum Guten ihm verleih'n; glücklich soll ich hier auf Erden, seliger im Himmel werden. Wachsthum im Guten. 4. Setig ist, wer Sanftmuth übet, seinem Fein de niemals flucht, gern Beleidigung vergibet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht pollbringt, und sein eig'nes Herz bezwingt. Mächtig wird der Herr ihn schüßen; er wird Gottes Reich besigen. 2. Die, die sich ihrer Lafter freu'n, trifft die kein Schmerz, hienieden? Sie sind die Sklaven eig'ner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. Mel. Durch Adams Fall ist ganz 2c. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter hin führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn; welche fest am Guten hangen, nicht bloß an des Guten Schein; deren Herz nichts mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Berlangen stillen, sie mit höh'rer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Erbarmen Keinem ihre Hülp entzieh'n; bei den Kranken, bei den Armen, nie des Elends Anblick flich'n; gern behülflich find mit Rath und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweih'n; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Berdacht des Leichtsinns fcheu'n. Die dem Reize böser Luft, regt er sich in ihrer Brust, immer standtjaft widerstehen, werden Gottes Antlig sehen. 8. Gelig, tver im Frieden lebet, wer stets Ruh' und Einigkeit zu erhalten 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, nur, und Freiheit ist's, sie wählen. Haß und Streit seiner Brüder Glück Ein Thier folgt Trieben der Natur, zerstört, sie die Pflicht der Eintracht ein Mensch dem Licht der Seelen. lehrt; die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die ohn' Verschulden Schmach, Berfolgung, Haß und Pein, als Verehrer Christi dulden, und Gott 7. Lern' nur Geschmack am Wort mehr, als Menschen, scheu'n. Gott des Herrn und seiner Gnade finden, steht ihnen nächtig bei, und will sie und übe dich getreu und gern, dein für ihre Trew' auf das Herrlichste be- Herz zu überwinden. Wer Kräfte lohnen, bei it m sollen sie einst wohnen. hat, wird durch Gebrauch von Gott 10. Herr, du wollest selbst mich lei: noch mehr bekommen; wer aber nicht ten auf der Zugend sichern Bahn, daß hat, dem wird auch das, was er hat, ich dieser Seligkeiten hier und dort genommen. mich freuen kann: Gib, daß ich in 8. Did) stärket auf der Tugend Freud' und Schmerz treu dir bleibe; Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn daß mein Herz sich, durch deines Geistes Stärke, stets befleiße guter Werke! cigte dir, und ihn betrat dein Gott, dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Mens schenkindern. 426. O 9. Sey stark, sey männlich allezeit, ft Flagt dein Herz, wie tritt oft an deine Bahre; vergleiche schwer es sey, den Weg des Herrn zu mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer wandeln, und täglich seinem Worte Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube treu zu denken und zu handeln. Wahrhält, wird neuen Muth dir geben, und ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist jene Kraft der bessern Welt allmächder Sieg der Lüste; doch, richte selbst, tig ihn beleben. was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 4. Nimm an, Gott hätt' es uns ver gönnt nach unsers Fleisches Willen, wenn Wolluft, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß; was würdest du von diesem Gott wohl denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich seyn; d'rum gab er uns Gefeße. Sie sind es, die das Herz erfreu'n; fie sind des Lebens Schäße. Er spricht in uns durch den Verstand, er redet durch's Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, flieh'n oder wählen müssen. Was ist des Geistes Eigenthum und sein Beruf auf Erden? Die Tugend; was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ähn= lich einst zu werden. 10. Und endlich, Christ, sey unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket; wenn Wachsthum im Guten. 161 Hülfe seh'n; muß jeden Reiz zur Sünde und ihre Luft verschmäh'n. 3. Die Täuschungen der Sinne muß ich behutsam flieh'n; daß ich mein Heil gewinne, mich eitlem Stolz entzieh'n; muß standhaft in Gefahren, die oft mir furchtbar dräu'n, den Glauben Mel. Deine Schöpfung, Erd, treu bewahren, und ohne Tadel ſeyn. und 2c. 4. Wie schwach find meine Kräfte wie 427. Tugend ist der Seele Leben. Herr, zum Geschäfte der wahren Hei Wie sollt' ich denn nach ihr nicht stre- ligung! Doch sollt' ich darum zagen? ben? Des größten Eifers ist sie werth. Nein, im Bertrau'n zu dir, Gott, will Gott, du kenneft mein Berlangen! ich's muthig wagen; sey du nur ftets Dir und dem Guten anzuhangen, ift, mit mir! was mein ganzes Herz begehrt. Ach, 5. würde mir doch Kraft von dir dazu verschafft! wie innig würd' ich mich freu'n, wär' ich ganz rein! Wer beilig ist, muß selig seyn. 2. Gott, du bist der Freuden Fülle, denn dein Berstand ist Licht; dein Willé ist Ordnung und Bollkommenbeit. Du liebst mit stets gleicher Stärke das Gute nur, und deine Werke sind Wahrbeit und Gerechtigkeit. O bilde mich nach dir, so finde ich schon hier Rut der Seele; bis, nach dem Leid' der Prüfungszeit, vollkommne Wonne mich wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets nene Schwachheit drücket. Gott fennt des Herzens Redlichkeit und sieht auf dein Bestreben; er ist ein Bater, der verzeiht, und er hat Luft am Leben! Berleih' zu diesem Werke mir nur, durch deinen Geist, die Weisheit und die Stärke, die mir dein Wort verheißt. Durch ihn gib meiner Seele die Einsicht und die Kraft, daß ich das Eine wähle, was ewig's Glück mir schafft. 6. Werd' ich im Guten träge, so stärke mich zum Lauf; fall' ich auf meinem Wege, so bilf mir wieder auf, und mache jedes Laster, ob Sünder gleich sich freu'n, mir jeden Tag vers baster, um treuer dir zu seyn. selbst, die Welt, den Tod, und Alles 7. So kann ich alle Sünden, mich überwinden, was mir Berderben droht. ich, so lang' ich hier noch walle! Zer- in's Reich des Lichts; ich bin gewis Ich werde nicht erliegen; ich dring' streut ist hier noch oft mein Sinn. erfreut! 3. Ad), wie ausgesetzt dem Falle bin Wachsam g'nug bin ich nicht immer, zu fiegen. Dein Wort, o Gott, ver: oft blendet mich ein falscher Schim: spricht's! mer und oft reißt Leidenschaft mich drückt mich dieses Joch! Ach, ich Ar= 420. Vater, beilig möcht' ich tes hin. So febr ich häufig noch; wie Mel. Jesu, der du meine Seele zc. mer! Wann nimmt kein Schein mich täuschend ein? Wann werd' ich fest ben, Rechtthun wäre meine Luft; aber im Guten seyn? Lüfte widerstreben dem Geseß in meis ner Brust. Ach die Flüchtigkeit des Herzens ist noch oft ein Quell des Schmerzens! Schwer drückt mich der Sünde Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 4. Herr, du kannst allein mich stärken! Bon dir kommt Kraft zu guten Werken, du, aller guten Gaben Quell! Leite mich nach deiner Wahrheit; sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell. Wer sich dich verläßt, wird in der Tugend fest. Mein Erbarmer, ich hoff' auf dich; o mache mich im Guten unveränderlich! auf 2. Sich um Kraft mich Schwachen beten; meinem Borías trau' ich nicht. Lockende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den beil'gen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach), folgten Sündentage nach. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 428. Um als ein Ehrift zu leben, muß ich die Sünde scheu'n, und immer mich bestreben, von Herzen fromm zu seyn; muß Gottes Wege wandeln; auch bei dem Haß der Welt nach sei ner Borschrift handeln, und thun, was ihm gefällt. 2. Ich muß mit Ernste ringen, und 4. Bater, du nur kannst mich retftets gewissenhaft bekämpfen und be- ten, wenn mich Niemand retten kann! zwingen die Macht der Leidenschaft; Beten will ich, brünstig beten: schau' muß, daß ich überwinde, auf Gottes mich mit Erbarmen an! Reiß' die 11 3. Tausendmal hab' ich geweinet, schmerzlich meinen Fall bereut, glau big mich mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut. Gnädig fahst du auf mich nieder; aber bald vergaß ich wieder, Bater, meine Pflicht und dich, und mein Herz besiegte mich! 162 Burzel meiner Schmerzen, reiß' die Sünd' aus meinem Herzen. Tief im Staube bitt' ich dich: heilige du selber mich! 5. Sieh mich dürften nach dem Guten; früh und spät ruf ich zu dir. Laß mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir. Laß mein Fleh'n nicht seyn vergebens; sende doch den Geist des Lebens. Zieb' mit neuer Kraft mich an, daß ich dir gefallen kann. 6. Ja, du hörst mein kindlich Fle Hen und erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd' ich, nicht vergehen; meine Wachsthum im Guten. überwinden werd' ich durch dich alle Sünden, und in jenen Himmelshöh'n rein vor deinem Antlig steh'n! beut, muß ihn durch wahre Frömmigs feit in guten 2Berken preisen. 3. Weit strafenswürd'ger bin ich dann, ich), der ich Chriftum fenne; weiß, was er einft an mir gethan, ibn Herrn und Meister nenne; als der, der in der Finsterniß des Irrthums lebt noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nügt mir seines Wortes Licht? Was hilft mir aller Unterricht, wenn ich darnach nicht handle? 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu feyn, bilf, daß ich chriftlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe; daß ich), an Muth und Kraft ein Held, der Sünde Reiz, die Lust der Welt im Glauben überwinde, und dann nach wohl durchlebter Zeit den Lohn in jener Ewige feit für meine Treue finde! Mel. O liebster Jesu, was haft zc. 431. W en wird, o Gott, die Wons ne der Erlösten, nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne der Sieger Krone? Mel. An Wasserflüssen Babyl. 2c. vom Bösen, sich von der Sünde Herrs 2. Nur den, o Herr, der, abgewandt fchaft läßt erlösen; der an den Sohn 430. Was hilft es mir ein Christ glaubt, ſeinen Herrn ihn nennet und frei bekennet; zu seyn, wenn ich nicht chriftlich lebe, und heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln mich) bestrebe; wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft es, wenn hier Jesum Christ mein Mund Erlöser nennet, wenn keine Tugend in mir ist, und ihn mein Herz verkennet? Was bilft's, sein Borbild anzuseh'n, doch ohne Luft ihm nachzugeh'n? Was hilft mir seine Lehre, wenn mich sein Geist nicht stets regiert, wenn, von der Sünde Reiz verführt, ich seinen Ruf nicht höre? 3. Der deine Wahrheit unter Men. schen Kinder verbreitet, fie erleuchtet, und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Leben dich zu ers heben; 4. Der, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all' als seine Brüder liebet, nicht lästert, fie nicht fränkt, nicht stolz sich blähet, und keis nen schmähet; 5. Der Sünden hafset, und doch mit den Sündern Mitleiden füblet, und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Der nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, felbst reich, die Armen speist, die Nackten kleider, froh, ohne Bucher auch mit milden Gaben ges nügt zu haben; 7. Der, züchtig in Gedanken, feuſch auch lebet; der seiner Hoheit nie sich) überhebet; im Glücke mäßig gütig und bescheiden, getroft im Leiden; 8. Den wird, o Gott, die Wonne 4. Und woher nehm' ich Trost und der Erlösten nach dieses Lebens furs Ruh', wann Leiden mich umgeben, zem Kampfe trösten; den schmückt im und meine Sünden noch dazu mir Himmel einst vor deinem Throne des dann vor Augen schweben? Wer hilft mittlers Krone! mir in der letzten Noth, zeigt sich der schauervolle Tod mir einst mit seinen Schrecken, dro: hend auf, von meinem ganzen Lebens: lauf die Schuld mir aufzudecken? Mel. Dieß ist der Tag der zc. 432. Wer Gottes Wort nicht hält, und spricht: ich kenne Gott; der trüs get; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber sein Wort glaubt und bält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 5. Weh' mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier 2. Der Glaube, den sein Wort ers bezeichnet hat, den Glauben zu beweis zeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je fen? Denn Glaube, wie ihn Gott geel höher dein' Erkenntnis steigt, ie mehr Glückseligkeit des Christen in diesem Leben.$ 163 wird diese steigen. Der Glaub- er- nimmt: der findet auch bei Gott Ers leuchtet nicht allein; er stärkt das barmen; dem ist des Glaubens Preis Herz und macht es rein. bestimmt; 3. Durch Jesum rein von Miffethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer folche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, und reinigt fich, wie Jesus Christ, der hier sein hohes Vorbild ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, 150 wenn ich übe. seinen Willen thut, in dem ift wahre Got tesliebe. Ein täglich thätig Chriften: thun, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ift's, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Eigne Melodie. 433. W er hat den Glauben, dessen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt, und einst vor seinem Angesichte der wahren Tugend Preis erhält? 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; 9. Der, der im Glücke ftets bescheis den, in Trübfal stets geduldig ift: der, Gott, erbt deines Himmels Freuden, der ist dein Kind; der ist ein Chrift! 12 Mel. Wer mit dem reinen Gees lenblicke ze. E 434. Wer stets mit reinem Wohle gefallen der Tugend hohe Schönheit sieht, und, frei von Stolz und Eigens nuße, für alles wahre Gute glüht; wer jedem Lafter fich) entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigs feit; und Jesus spricht: Wer darnach trachtet, der findet auch Zufriedenheit; ihn lohnet innre Seelenruh', und als les Andre fällt ihm zu. 3. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleibt; nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruht auf deie ner Thätigkeit. Wer bloß nach äu. ferm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, fo lang er lebt, 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht; 4. 3um Guten sey nicht dann nur willig, wann es dir sichern Bortheil bringt. Sey fromm und gut, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag' nicht: Was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn! 4. Der alle Menschen ernstlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und Andre zu erfreu'n sich freut; 5. Doch übst du redlich deine Pflich ten; so sey getroft und zage nie: Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er, dein Gott, belohnet fie. Ein Herz, von Günd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend seyn. 5. Der, der den Ruhm, selbst seiner Feinde, durch keine Lästerung verlegt; wenn er gleich seines Gottes Freunde nur seiner Freundschaft würdig schäßt; 6. Ja, leb' und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Bergeltung einst, und 6. Der die Berehrer Gottes ehret; du gewinneft noch im Tode, indem mit ihnen thut, was Gott gefällt; der, du zu verlieren scheinst. Auch Jesus was er seinem Nächsten schwöret, und gab sein Leben hin, und Herrlichkeit schwür' er sich zum Schaden, hält; ward sein Gewinn. 7. Der nie, zum Troße der Gesetze, auf ungerechten Bucher leiht, und durch gerecht erworbne Schäße der Armen traurend Herz erfreut; 7. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Bollkommenheit. Wer 8. Der die Bedrängten mit den hier der Tugend Saaten fä't, wird Urmen erquicket und in Schuß fie dort zum ew'gen Glück erhöht! Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. mel. Wer mit dem reinen Seesan guten Werken reich) zu werden; lenblicke 2c. und nicht für diese Welt nur lebt: ftets vorwärts dringt, und nie vers 435. Beglückt, beglückt ift, wer auf gift, daß seine Seel unsterblich ist. Erden mit allen seinen Kräften strebt, 2. Er forfayt nach seines Gottes 11* $ 164 da? Glückseligkeit des Christen bal Wegen, was gut ist, gern und schnell su thun; spricht nicht im Sommer, gleich dem Trägen: Noch will ich fchlummern, will noch rub'n; sä't früh, und wuchert mit der Zeit, zur Ernte für die Ewigkeit. 3. Erfüllet mit der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Luft dar an, wie er, hier sichtbar, dort verborgen, ein edles Werk vollenden kann; und nußet jeden Augenblick für Gott und seiner Brüder Glück. 7. Und welch Gericht, selbst zu sich sagen müssen: Ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht! ibn treff im Kampfe für das Gute der Welt Berfolgung oder Spott: ibm bleibet doch der Preis des Streit's. Er kämpft, und ringt, denn Gott gebeut's! 7. Er zählt der großen Siege viele, und alle werden ihm belohnt, wenn er nun, nach erreichtem Ziele, im Paradiese Gottes wohnt. Wohl euch, die ihr ihm gleicht, wohl euch! Nur ihr send groß; nur ihr seyd reich! Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein rubig Herz versüßt im Wohlergehen dir jeden frohen Augenblick. 9. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im schwers sten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 10. Was gibt dir Muth, die Güter zu verachten, wornach mit Angst die niedern Seelen trachten? Ein ruhig 4. Nie abgeschreckt von Hindernissen, stärkt er durch Gottes Stärke sich zu ſeinen heitigen Entſchlüſſen, gleich Fel: und er auch zu kämpfen hat, wird jeder dod) vollführt zur That. II. Was ist der Spott, den ein Ges rechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet das Gute thut, bat Rubm bei Gott. 5. Beschwerden scheut er nicht, gerüftet mit Selbstverläugnung, und entbehrt, was Sinn und Phantasie ge- 12. Im Herzen rein, hinauf gen lüftet, großmüthig, größrer Freuden Himmel schauen, und sagen: Gott, werth; wie schmeichelnd auch das Ladu Gott bist mein Bertrauen! Welch fter sey, er bleibt sein Feind, und Glück, o Mensch, kann größer seyn? Gott getreu. 13. Sieh, Alles weicht, bald wirft du sterben müssen. Was wird als 6. Er widerfekt mit festem Muthe Ein gut Gewissen macht ihn 14. Heil dir, o Chrift, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts Berdammlich's an ihm ist! 15. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß unter mit den Bau der Erde brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Mel. Eigne Melodie. Kommt mit Dank vor Gottes 2c. 436. Bent efig' ich nur ein ruhiges 437. Deines Gottes freue dich, Gorget er Gewissen: so ist für mich, wenn An- dank ihm, meine Seele! dre zagen müssen, nichts Schreckliches nicht väterlich, daß kein Gut dir febs in der Natur. te? Schützt dich seine Borsicht nicht, 2. Dieß sey mein Theil! Dieß soll wann Gefahren dräuen? It's nicht mir Niemand rauben. Ein reines Seligkeit und Pflicht, seiner did) zu Herz von ungefärbtem Glauben; der freuen? Friede Gottes nur ist Heil. mes nide 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, 3. Welch ein Gewinn, wenn meine was mein Herz begehret, einen Bas Sünde schweiget; wenn Gottes Geist ter, welcher mir, was mir nüßt, ges in meinem Geifte zeuget, daß ich sein wäbret; der mich durch sein göttlich Kind und Erbe bin! Wort hier zum Guten lenket, und 4. Und diesen Troft im Tode und mit Himmelswonne dort meine Seele im Leben, soll ich für Luft, für Luft tränket. der Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Laß auch die Pflicht, dich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ift's! Doch welch) Bergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich fürcht' und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freu: den übe, o wie ist mir dann so wobl! wie ist mein Gemüthe feliger Empfins dung voll, voll von deiner Güte! 6. Welch Glück, zn sich mit Wahr- 4. Dann darf ich mit Zuversicht auf heit fagen können: Ich fühlt' in mir zum Himmel blicken: selbst der Leiden des Bösen Luft entbrennen; doch, acht' ich nicht, wie sie mich auch Dank sey Gott! ich schüßte mich! drücken. Hoffnung und Zufriedenheit in diesem Leben: in 165 4. Ihr seyd dahin! Des Chriften Größe gebt auf nach kurzer Todess nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Schauspiel aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten, und Bettler den Monarchen gleich der Tag gibt Adel den Gerechten, und macht des Christen Seele reid). 5. Ein Blick in jene Zukunft treis bet Berdruß und Ungft aus meiner Brust. Ein Herz, das nicht auf Ers den bleibet, ist sich des Himmels stets bewust. Kein Unglück kann mich nies derschlagen; ich weiß, mein Heil ents gebt mir nie; ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. wohnen mir im Herzen, tröften und erhöh'n mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Misse: that hat er weggenommen. Fhm vertrau' ich, bet' ihn an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich), du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Bollkommenheit, such' ich nicht ver gebens! Wenn mein Lauf vollendet ist, und voubracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 6. Dich, lebte Stunde meines Les vens, die du dem Christen heilig bift, did), dich erwart' ich nicht vergebens; ich thu', was deiner würdig ift! Du lebrst mein Leben mich genießen: du 8. Gib mir nur, so lang' ich hier bist mein Sohn aus Gottes Hand. als ein Pilger walle, das Bewußtseyn, Wie sanft wird sich mein Auge schlies daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! sen! Mein Geist erblickt sein Baters Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir land! ich habe, sey mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lift zur Sünde nie dieses Mel. Der du dein Wort mirHeil mir rauben! Rüfte selbst mich haft zc. Glauben! Gib mir deinen Geift, der mich und 439. Es ftrömen unfre Lebenstage mein Thun regiere, daß ich mein Bertrau'n auf dich ewig nicht verliere! Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz zc. aus ihrer Quelle fort und fort; es hemmt die flücht'gen keine Klage; nichts hat auf Erden sichern Drt: und dennoch hängt dein Herz fich leicht an das, was immer dir entweicht. 2. Ein Fremdling bist du nur hies nieden. Bergiß es nie, dein höh'res 438. ntfernet euch, unfel'ge Spöt- Biel! und wisse: Nur im Seelenfries ter! Jhr zittert, wo der Fromme den besitzt der Mensch des Gegens viel. glaubt. Mein Herz bat einen Gott Das Andre gibt und nimmt die Zeit: zum Retter, und einen Trost, den nichts mir raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; ich weiß, mit diesem Leib umgeben, schau' ich einst Sesum Chriftum an. es bleibt nur innre Seligkeit. 3. Doch, wo erringst du diesen Fries den? Nicht, wo des Glückes Sonne lacht. Die füße Rub' labt nur den Müden, und Licht geht aus der Mits ternacht. Durch Schmerz, durch Miss geschickt allein erringt der Mensch das beff're Seyn. 2. Was seyd ihr, ftolze Weltbezwin: ger, wenn euch die beste Hoffnung fehit? Gott achtet eure Macht ge- 4. Der Tugend Fülle, ihre Tiefe, ringer, als ihr den Sclaven, den ibr wer fände sie, wenn bei dem Schmerz quält! Wie kurze Zeit, mit wie viel nicht eine böy're Stimme riefe:" Er= Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht manne dich! gib Gott dein Raub! Ihr sieget heut, man hast euch morgen; ihr waret Götter, und feyd Staub! Her;!" Ja, Gott, mein Gott, dein weiser Rath er leite mich den Lebenspfad! 5. Wenn ich nur dich, mein Vater, 3. Weltmenschen, was sind eure babe, dann fürcht' ich keine Erdena Freuden? Die Wolluft, die euch trun: noth; von dir kommt jede gute Gabe, ken macht? Kein Christ wird euch und muthvoll tro' ich selbst dem dieß Glück beneiden; es folgt nicht in Tod. Heil dem, der freudig beten des Grabes Nacht. Ihr rechnet mit kann: Was Gott thut, das ist wohl erbittem Blute des fernen Tages Mißi= gethan! brauch aus; die nabe schreckliche Mis nute tilgt euer Glück auf ewig aus. 6. Nach diesem Heile will ich rins gen. Nur dann besiege ich die Welt, 1661 Glückseligkeit des Christen wenn inter allen Erdendingen mein| Berleih auch mir Beständigkeit, bak Herz nichts mehr gefangen hält. Dem diesen Trost der Sterblichkeit nichts freien Geift, dem reinen Sinn wird meiner Seele raube. Tief präg' es auch das Mißgeschick Gewinn. meinem Herzen ein, welch Glück es sey, ein Chrift zu seyn! 7. Ich preise meines Gottes Güte, und er ist meine Zuversicht; geduldig barre ich der Blüthe, die aus dem Dorn der Leiden bricht. Sie blüht, im ew'gen Himmelsglanz, noch dort in meinem Siegerkranz. Mel. Was sorgst du ångftlich zc. 440. Liegt Gottes Beifall mir am Herzen; will ich nicht Ruh' und Heil verscherzen, nicht zittern, wenn mir Menschen dräu'n; will ich den Frie: den im Gewissen, und süßer Hoffnung Troft geniesien: so muß ich treu der Tugend seyn. 2. Sie ist mein Schmuck und meine Würde; leicht wird durch sie mir jede Bürde; fie ift in finftrer Nacht mein Licht. Wenn mir Berleumder Treu' und Glauben, Tyrannen Glück und Freiheit rauben; ruft sie mir zu: Berzage nicht! 3. Ich fühl im Innern Muth und Kräfte zu jedem nüglichen Geschäfte, wenn ihr mein ganzes Herz sich) weiht. Zum Himmel hebt sich meine Seele, und läßt mich hoffen, daß die Fehle der Schwachheit Gottes Huld verzeiht. 4. Den Bruder, wie mich selber, ehren, stets seines Lebens Woblfahrt mehren, ihn warnen, wenn Gefahr ihm droht; und wenn ihn berbe Leiden drücken, mit Troft sein wundes Herz erquicken; das ist ihr beiliges Gebot. 5. Mein Lohn, wenn ich sie redlich übe, ist Gottes Huid, der Menschen Liebe; dem Tode kann ich ohne Grau'n, wenn er mir winkt, entgegen blicken; ich kann mit freudigem Entzücken em: por zu Gott, dem Richter, schau'n. 6. Dann weiß ich, Gott, sie wird mir werden, die Geligkeit, nach der auf Erden, mit frommer Sehnsucht ich gestrebt. Zu deiner Rechten werd' ich stehen, umringt von Seligen mich se: ben, die tugendhaft, wie ich, gelebt. 7. Mit allen Guten, allen Weisen werd' ich, dich, ew'ger Bater, preifen, und höh'rer Wirksamkeit mich weis'n! Mit den Berklärten, mit den Engeln werd ich, befreit von Erdenmängeln, dir, Heiligster, dann ähnlich seyn! 2. Du haft dem sterblichen Ges schlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch Jesu Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, nicht mehr des Todes ew'ger Raub; er ist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. bin bin ein Chrift; mein Herz ist rubig, und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des ho= hen Troftes voll, ich leide nicht vers gebens. Gott selber mist mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh. 4. Was seyd ibr Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft mich) Gott, und ewiglich belohnet und ers quickt er mich, wenn ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet als Ter Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht; und kann ich aleich hienieden nicht ganz frei von Feblern werden, so ist mein Troft: Gott hat Geduld, und straft mich) nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bes zwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die mich umfing, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh', du heilteft meine Wunden zu, du stillteft mein Gewissen; und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wies der auf! 7. Gelobt sey Gott! Ich bin ein Chrift, und seine Gnad' und Wahrbeit ist an mir auch nicht vergebnis. Ich wachse in der Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens; ich fühle durch des Geis ftes Kraft mich stark, getroft und tugendhaft. 8. Dank sey dir, Bater, Dank und Rubm! Mich lehrt dein Evangelium fest glauben, Liebe üben. Es macht mich ruhig und erfreut, führt mich zur wabren Seligkeit; wie fout' ich es nicht lieben? Erhalte stets mein Herz dabei, so preif' ich ewig deine Treu'! Eigne Melodie. 441. Mein Glaub' ift meines Le Mel. Du, Gott, bist über Alles 2c. bens deinem Himmel zu, o Gott, an den ich glaube! 442. Schon hier lebt felig und in diesem Leben. vergnügt, wer Gottes Wege geht, die schnöde Luft der Welt besiegt, fest in Bersuchung steht. 2. Sein Theil ist hier Zufriedenbeit, die im Gewissen wohnt, wenn er des Beifalls sich erfreut, mit dem ihn Gott belohnt. 3. Welch größ'rer Lohn erwartet ibn in jener Ewigkeit, wenn er mit Gott ergeb'nem Sinu gethan, was Gott gebeut. 4. Herr, laß mit allem Eifer mich den Weg der Wahrheit geh'n, so werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Bonne seh'n! Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 443. Selig find des Himmels Erdie Todten, in Chrifto ben; te geben ein zur Herrlichkeit. Nach den legten Augenblicken des Tobesschlummers folgt Entzücken und Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie von aller Sorg' und Müh. Gelobt sey Gott! Vor seinen Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Herrlichkeit und Ehre sey dem Bersöhner, unserm Herrn! Siegend find fie eingegangen zum Heil, nach dem sie weinend rangen: nun seh'n sie es nicht mehr von fern. Nun weinen sie nicht mehr; der Tod ist nun nicht mehr. Preiset Jesum! Er sank hinab, wie wir, in's Grab: Er ging zu Gott; wir folgen nach). 167 5. Mag die Welt mich immer hass sen, kann ich dich im Geist umfassen, und verdammt mein Herz mich nicht, o so bin ich voller Freude, und vers lier, auch wenn ich leide, nicht den Muth zu meiner Pflicht! 6. Laß den Reiz der Eitelkeiten nie von dir hinweg mich leiten; bleibe du mein höchstes Gut! Hilf mir den Betrug der Sünden feh'n, und standhaft überwinden: gib dazu mir Kraft und Muth! 7. Lenke, Bater, mein Bestreben hin zu jenem bessern Leben; lehre mich schon in der Zeit mich am Ewigen ers gößen, hier den Werth der Dinge schäßen, wie dort in der Ewigkeit! Eigne Melodie. 445. Wer Gottes Wege geht, nur der hat wahren Frieden; er widers steht der bösen Luft; er kämpft, und ist des Lohns, den Gott dem Kampf beschieden, ist seiner Tugend sich) bes wußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit beil'gem Muthe; wächst an Erkenntniß und an Kraft; wird in der Schwachheit stark, liebt immer mehr das Gute, das Gott durch sein Wort in ihm schafft. 3. Gott hat er alle Zeit vor Augen und im Herzen, prüft täglich ernstlich sich vor ihm; bereut der Fehler Zahl, und stillt der Sünde Schmerzen durch Jesu Huld, und traut auf ihn. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 444. Vater, meine Seele kennet 4. Getreu in seinem Stand ges nießt er Gottes Gaben, bleibt frei von Habsucht, Geiz und Neid; und ist, wenn Andre gleich mehr Glück Gott ihm gibt, erfreut. und Anseh'n haben, bei dem, was dich, und ehrt dich gern, und nennet 5. Schenkt Gottes Huld ihm viel, gut und heilig dein Gebot. Ewig so wird er Bielen nügen, und, wie wünscht sie, dich zu lieben, deinen sein Gott, gutthätig seyn; des FreunWillen gern zu üben, dein allein zu des Glück erhöh'n, verlass'ne Tugend seyn, o Gott! schüßen, und selbst den Feind in Noth erfreu'n. 2. Ohne dich ist doch kein Friede, und die Seele jagt sich müde nach dem Blendwerk dieser Zeit. shren Durst kannst du nur stillen; möchtest bu fie ganz erfüllen, hier und dort in Ewigkeit! 6. Jbm ist es leichtè Laft, die Pflichten auszuüben, die er dem Nächsten schuldig ist; die Liebe gegen Gott heißt ihn die Menschen lieben; und durch die Liebe siegt der Chrift. 3. Gib, daß aller Tand der Erde 7. Er fränket nie dein Glück, schüßt nie für mich verführend werde; kei: deinen Ruhm, dein Leben; denn er nes Wunsches ist er werth. Tugend ehrt Gottes Bild in dir. Er trägt ist das Glück der Seele; gib, daß ich dich mit Geduld, ift willig zum Berz nur diese wähle, Gott, der mein Ge- geben; denn Gott- denkt er- vers bet erbört! gibt auch mir. 4. Frieden werd' ich im Gewissen, 8. Sein Beispiel sucht dein Herz im hier den Himmel schon genießen, lieb' Guten zu bestärken, er nimmt an deiz ich herzlich dich allein; such' ich, Ba- ner Tugend Theil; denn Alle sind von ter, mehr als Allen, such' ich dir nur Gott beftimmt zu guten Werken, und su gefallen, o fo ist dein Himmel mein! baben Einen Herrn, Ein Heil! Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 168 9. Dieß Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, erhöht sein Glück, stillt seinen Schmerz, gibt ihm Geduld und Muth. Kein Cod, der ihn erschrecket! Jm Tode noch freut fich sein Herz. 10. Wie selig, wer aus dir geboren, ein nenes Herz von dir empfängt, und dir zum Eigenthum erkoren, der Sünd' entsagt, und göttlich denkt, und göttlich lebt! wie selig dein Kind, dein Eigenthum, der Chrift! Mel. Jesu, meine Freude zc. 447. Wie getroft und heiter, Herr, Mel. Von dir kommt jede gute 2c. 446. W er, e mein Gott, aus dir geboren, ein neues Herz von dir ent- mein Licht und Leiter, machst du meis pfängt, zum Eigenthume dir erkoren, nen Geist! Der du, die dir trauen, der Sünd' entsagt, und göttlich denkt, führst auf grüne Auen, und so gern und göttlich lebt: wie felig ist dein erfreu'st; niemals wird bei dir, mein Kind, dein Eigenthum, der Chrift! Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Befreit aus seinen Finsternissen, und von der Sünde Sclaverei; be: gnadigt, ruhig im Gewissen, vom Fludhe des Gefeßes frei, fiebt er in dir, Nichts vermag ich Schwacher, du, mit dir vereint, den Bater nur, und keinen Feind; 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. mein Seligmacher, waffneft mich mit Muth! Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schre den, wirst du mich bedecken. 3. Darf Alles, Gott, von dir verlangen, was ihm dein eigner Sohn erwarb; wird Alles auch von dir em: pfangen, weil der zu seinem Heile starb; Licht, wo er's braucht, und Muth und Kraft zum Kampfe in der Pilgerschaft; 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen, mein Erlöser lebt. Sch weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm er= hebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern, ich, ich darf nicht zittern! 4. 3um sichern Siege deiner Stärke, und deinen Geift der Heiligung zu einem jeden guten Werke; im Leiden Troft und Linderung; und selbst in seiner Prüfungszeit den Borschmack jener Herrlichkeit. 5. In seinem findlichen Gebete ist er der froben Zuversicht, daß ihn dein Sohn vor dir vertrete; und du be: schämst dein Kind auch nicht. Ja, deine Baterhuld gewährt ihm immer mehr, als er begehrt! 6. Bereit zu helfen und zu trösten, lenkst du mit väterlicher Huld, was nur geschiebt, zu seinem Besten, und haft, wenn er auch feblt, Geduld; Hilfft gern von seinem Fall ihm auf, und förderst seiner Tugend Lauf. 7. Er wandelt gern auf deinen We: gen; liebt alle Menschen brüderlich. Was er nur thut, wird Heil und Se gen; auch freut er deines Beifalls fich. Mag doch der Sünder ibn ver: schmäh'n; er wird von dir, o Gott, geseh'n! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink' ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder; du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie wird reuevollen Seelen dein Erbars men fehlen. 5. Daß ich Gott erkenne, frob ihn Bater nenne, und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir allein; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf ebnem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. 23ürdig dir zu leben, dieß set mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt ergößet, o mein Gott, das schäget meine Seele nicht! Habs ich dich, wie gern will ich das, wors nach die Thoren trachten, reich in dir, verachten! 7. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? 8. Er, ficher, daß er felig werde, Sind nicht auch die Ehren, die die zufrieden hier mit seinem Loos, ist Welt bethören, Traum und Eitelkeit? für die eitle Lust der Erde zu selig Du erfreu'st des Menschen Geist; du schon, zu reich und groß, und seine willst die, die dich verehren, ewig Wünsche, Gott, begrenzt kein wieder ehren. der Welt, wie sehr es glänzt! Glück 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, und zittert nicht; er ist sein Freund. Bon dir zum Erben ange nommen, frohblockt der Christ, wenn er erscheint. Er endet fröhlich seinen Lauf, und schwinget sich zu dir hinauf. fie mir rauben? 8. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon bienieden; und was hoff' ich dort? Unbegrenzte Zeiten, voller Se ligkeiten, boff' id) auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein; bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann Vom Tode. 169 9. Voll von deiner Güte jauchzet Mel. Du, Gott, bist über Alles mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, Herr 2c. mich im Leiden, weiche nicht von mir! 449. Wobt euch, ihr Glaubigen, Laß mich so beherzt und froh einst wohl euch, daß ihr dem Herrn nur durch's Thal des Todes dringen, dort lebt, das ihr an guten Werken reich dein Lob zu singen! zu werden euch) bestrebt! Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit Luft, was Gort befiehlt, hier lernt, und, eures Vorzugs euch bea 448. Wi Sie fanft seh'n wir den From wußt, von Sünden euch entfernt! men, wie frei, wie unbeklommen sich. Daß ihr dem folgt, was er ge= seinem Ziele nah'n. Wo Erdenglück beut, und, von ihm unterstüßt, Licht, und Leiden von ihm auf immer schei- Kraft, Gelegenheit und Zeit zu edlen den, wird ihm der Himmel aufgethan. Thaten nüßt! 2. Er fieht sein Erdenleben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu' am Ziel. Es blühen seine Saa ten; schon lohnt für seine Thaten ihn Ruh' und reines Selbstgefübl. 3. Bon keiner Angst betroffen, sieht er das Grab nun offen; er gebt und fürchtet nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor; nah' ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter wie derschein. Oft spricht aus seinen Bli den ein seliges Entzücken; ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er fegnet froß die Seinen, die um sein Lager weinen; ermahnt und tröstet fie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende zu Gott die kalten Hände, um dankend sich zu freu'n. Preis dir, Herr!- Ich befehle dir, Bater, meine Seele! Er spricht's, und schlummert lächelnd ein. 7. D last, wie er, uns leben, uns nach dem Sinne streben, der ihm dieß Glück erwarb; damit auch wir, als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bewährte Fromme starb! 4. Daß ihr die Selbstverläugnung nicht, der Tugend Kampf nicht scheu't; auch, wenn sie schwer ist, doch der Pflicht getreu zu seyn euch frent! 450. Ud ch, daß fie bald der müden Geele schlüge, die Stunde, die mich fanft hinüber trüge, wo ich, befreit von jeder Last der Erde, Gott schauen 5. Daß, leidet für die Tugend ihr Berfolgung oder Spott, ihr recht thut vyne Rubmbegier, und keinen scheu't, als Gott! 6. Wohl dem, der Glauben hat und übt, und alles Gute bloß um seines Gottes willen liebt! Wohl ihm! Sein Lohn ist groß. 7. Wo wohnet die Zufriedenheit, wo wahre Ruh' und Luft? Nur bei der wahren Heiligkeit; nur in des Frommen Brust. 8. Wenn er ein traurend Herz erquickt; sieht das nicht Jesus an, der Herr, der ihn so hoch beglückt, als hätt' er's ibm gethan? 9. Die Ernt ist reicher als die Saat, die hier sein Glaube fä't; ihm folget jede gute That, wenn er zum Bater gebt. 10. Zu dürftig ist die ganze Welt dem, der der Sünd' entfloh'n, fest an dem Unsichtbaren hält; der Himmel ift sein Lohn! V o m Tode. Mel. Oliebster Jesu, was hast ze.[ nes höhern Seyns entgegen, wo ich ein Wanderer am hellen Tage, vor nichts mehr zage! 4. Doch ist's auch recht, voll Uns geduld und Thränen sich nach dem Ziele seiner Laufbahn sebnen? Ift's beffer nicht, vor Gott sich findlich beus gen, und männlich schweigen? werde! 2. Sen mir willkommen, heiß er: sehnte Stunde, wann scheidend ich, mit schon erblastem Munde, Ihn ster: 5. Der Vater nur weiß, was dem bend preise, der mich nun gerufen auf Kinde nüßet; Er ift's, der mich mit höh're Stufen. Liebe unterstüßet; an seiner Hand, 3. Komm, führe mich auf lichtum- wann wär' ich) je erlegen auf rauben strahlten Wegen, dem Morgen mei- Wegen 2 170 Vom Tode. 6. Ja, beitsam find mir dieser Erde zu höh'rer Würde mein Jesus, der Leiden, daß ich, wann einstens sich mich ruft. Sein Bote ist der Tod. die Schlacken scheiden, geläutert, reif Er, schrecklich nur den Sündern, will für höhere Genüsse, die Heimath grüße. kommen Gottes Kindern, führt mich 7. Bis ich die letzte Thräne ausge: hinauf zu Gott. weinet, bis mir auf dein Geheiß der Tod erscheinet, gebeut dein veiliger, dein weiser Wille mir tiefe Stille. 8. So will ich, dir ergeben, ruhig warten; du wirst auch mich, wie Alle, die dein harrten, wenn ich vollendet dieses Prüfungsleben, zu dir erheben. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Sonnen bebt mich mein Glaub empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder, in ihre hos hen Lieder stimm' ich, selbst Engel, ein. 5. Gott schaut von seinem Throne 9. Er kommt gewiß, mein hoher mit Huld auf mich herab, dem er in Feierabend, der endlich mir sich na- seinen Sohne das Recht der Kinds het, still und labend; im Arm des schaft gab. In seiner Ewigkeit wird Todes, nach des Tages Schwüle, mich) er mit höbern Freuden die Ausers bringt in's Kühle. wählten weiden, die hier sich ihm ges weiht. Eigne Melodie. 451. Chriftus, der ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben; mit Freuden geh' ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich sein Reich ererben; mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald hab' ich überwunden des Lebens Angst und Noth; nach kurzen Prüfungsstunden leb' ich bei dir, o Gott! 4. Wann mir die Augen brechen, fey, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat, von Gott gesä't; der Freudens tag wird kommen, da' reif die Ernte steht. Dann wird der Erntetag ein neues ew'ges Leben auch meinem Staube geben, der tiéf im Tode lag. 7. Mit dir steb' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirft! Erhalt mich stets bereit imGlauben deiner Frommen; laß dann die Stunde kommen, die mich und sie befreit! 8. Dann wandt' ich frei von Kums mer des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurzem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, der lette meiner Tage, er kommt, und meine Klage wird Lobe gesang dem Herrn! 5. Wann Sinne, wann Gedanken, wie ein verlöschend Licht, hieher und dahin wanken; ach, dann verlass' mich nicht! einst scheiden von der Welt; doch, es 453. Die auf der Erde wallen, 6. Las, Serr, mich fanft und stille Mel. Befiehl du deine Wege zc. gescheh' dein Wille, thu', wie dir's wohlgefällt! 7. Dann fing' ich mit der Menge, die dich im Himmel preist, dir ewig Lobgesänge, Gott, Bater, Sohn und Geist! die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf, und fallen, des Todes fid'rer Raub. Berborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. Mel. Ich lobe, Herr, und preise zc. 2. Getroft geh'n Gottes Kinder die zu der verstockte 452. Der Leste meiner Tage ift Sünder verzweiflungsvoll sich nah'n; wo felbft der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. mir vielleicht nicht fern: o dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn! Dann endet sich mein Lauf, und jedes meiner Leiden; mich nimmt zu seinen 3. Wann, diese Bahn zu gehen, dein Freuden der Herr, mein Mittler, auf. Will' einst mir gebeut; wann nahe 2. Für seines Reiches Erben hat vor mir steben Gericht und Ewigkeit; Jesus mich erklärt: was fürcht' ich wann meine Kräfte beben, und nun mich) zu sterben, wenn er mich sterben das Herz mir bricht: Herr über Tod lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Das und Leben, o dann verlass' mich nicht! ich unsterblich werde, entschwing' ich mich der Erde, ich, der ich Erde bin. 3. Nur meines Leibes Bürde, nicht mich verschließt die Gruft. Michh bebt 4. Hilf, Todesüberwinder, bilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst! und wenn des Kampfes Ende gewale Vom Tode. 171 tiger mich fast, nimm mich in deine] lisch Batertand wird mich deine treue Hände, den du erlöset haft. Hand hin zu deinem Bater führen, 5. Des Himmels Wonn' und Freu- um bei dir zu triumphiren. den fast nie ein sterblich Herz. D 8. Dort, zu deiner Wonn' erhoben, Trost für kurze Leiden, für furzen übt mit neuen Kräften sich meine Todesschmerz! Dem Todesüberwin- Seele, dich) zu loben, preist, Erlöser, der sey ewig Preis und Dank! Preis ewig dich), sicher, daß ihr Leib dereinst, ihm, der auch für Sünder den Kelch wann du zum Gericht erscheinft, aufs des Todes trank! erwecket aus der Erde, auch, wie sie, verherrlicht werde. 9. Darum freue dich, o Seele, felig, selig solst du seyn; Gottes, dem ich dich befeble, sollst du ewig dich er= freu'n! Aus der Trübsal dieser Zeit führt er dich zur Seligkeit, hin zume Throne seines Sohnes, zum Genuffe seines Lohnes. 6. Heit denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weih'n, die, aufge: föst zu werden, mit heil'ger Furcht fich freu'n! Bereit, es Gott zu geben, wann er, ihr Herr, gebeut, geb fie getroft durch's Leben hin zur Unsterblichkeit! Eigne Melodie. Eigne Melodie. 454. Freue dich, o meine Seele, felig, felig sollst du feyn; Gottes, demi 455. Gott hab' ich Alles heimge ich dich befehle, sollst du ewig dich er stellt; er madhy's mit mir, wie's ihme fren'n! Aus der Trübsal dieser Zeit gefällt, Berlängert er die Prüfungsa führt er dich zur Geligkeit, zu dem zeit, ich bin bereit zu Allem, was der Throne seines Sohnes, zum Genusfe Herr gebeut. seines Lohnes. 2. Dank ihm für dein Pilgerleven. Wie viel Gutes hat er schon dir in dieser Welt gegeben, und wie groß ist dort dein Lohn! ueberschwänglich fegnet Gott jede durchgekämpfte Noth derer, die auf's Künft'ge schauen, und im Glauben ihm vertrauen. 2. Die Stunde wähl' er, wie er will; ich harre seiner und bin still. Er, der auch meine Haare zählt, hat schon gewählt, auch meine Tage find gezählt. 3. Er schmückt zwar auch mein irs disch Haus mit seinen reichen Gaben aus. Und doch bleibt meine Lebenszeit Mühseligkeit, ein schwerer, sorgen. voller Streit. 3. Reine, ganz vollkommne Freuden kennen Gottes pilger nicht; dennoch find sie auch im Leiden rubig und voll Zuversicht. Ihres Glaubens Läute rung ist die Frucht der Züchtigung. Alle Dinge müssen ihnen endlich doch zum Besten dienen. 4. Hier finden wir kein dauernd Glück, wir blüh'n nur einen Augens blick, wir fallen gleich den Blumen ab, dann nimmt das Grab den Leib, den uns der Schöpfer gab. 5. Jest sind wir jung, gesund und stark, doch bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angeseh'n du bist, ach, bald vergißt die Welt, was du gewesen bift! 6. Ach, machte doch, o Ewiger, der Tod mich sters bedächtiger! Hält doch um keinen Augenblick ihn Jugend, Glück, Stand, Reichthum oder Macht zurück. 7. Das ist der Sünde Schuld, o Gott, denn sie allein gebar den Tod! Bon seiner Macht ist Niemand frei, wie groß er fen; denn, wer ift, Gott, von Sünden frei? 4. Sey bei allen deinen Sorgen Gottes Willen unterthan; bricht doch auch ein heit'rer Morgen auf die läng: ste Nacht einst an. Endlich rubt der Wandrer aus, und sein väterliches Haus tröstet, nach dem Pilgerleiden, ihn mit tausend süßen Freuden. 5. Ringe, dich von allen Sünden foszureißen, und die Welt, und dich selbst zu überwinden; liebe nur, was Gott gefällt. Schmücke dich mit Tu gend; sey Gott bis in den Tod getrev, um, erscheint die Zeit zu sterben, sei: nes Sohnes Reich zu erben. 6. Jesu, den ich bier bekenne, gib, daß weder Luft noch Schmerz mich 8. Und, ach, wie wechseln Luft und von deiner Liebe trenne; wo mein Leid in meiner kurzen Pilgerzeit! Schat ift, sey mein Herz! Mache du D'rum geh' ich mit gelaff'nem Sinn mich selbst bereit für das Heil der zum Grabe hin; denn Sterben ist für Ewigkeit! Ich, von dir erlöst zum mich Gewinn. Leben, will mich ewig dir ergeben. 7. In des Todes bittern Stunden will ich deiner Huld mich freu'n; dann auch sollen deine Wunden meiner Seele Zuflucht seyn. In mein bimms 9. Ich fühl's, wie Sünd' und Zus funft dräu'n; doch will ich frohen Muthes seyn. Litt' ja dein eig'ner Sohn, o Gott, für mich den Tod; litt alles, was bein Fluch mir drobt! Vom Tode. 172 10. Und er erstand, das tröstet mich; denn auferstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir verspricht, voll Zuversicht; er läßt auch mich im Grabe nicht. II. Was er mir auflegt, trag' ich gern; id) leb' und sterbe meinem Herrn. Ich werde leben, Gott, und dann ber ich dich an, wo mich kein Tod mehr tödten kann! 12. Jch schaue dann dein Angesicht; das glaub' ich fest und zweifle nicht. Ich lebe dann in Ewigkeit, durch dich befreit, in deiner Wonn' und Herr: lichkeit. 13. Nimm, Gottes Sohn, mein Heil, mich an, wenn keine Welt mich trö ften kann. Schließ' du in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Leben und im Tode seyn! 14. Erhöre mich, erhör' uns, Gott! Gib Allen einen fel'gen Tod! Auch mad)' uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit führ' uns in deine Herrlichkeit! 3. Bon hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Laster sieget, bis der Bergeltungstag erscheint, wo die fes unterlieget. Die Klage schweigt; der Jubel steigt! Der unschuld schön ste Freuden blüh'n aus der Sagt der Leiden. ich es dir zu weiß'n; dann bleib' ich auch im Tode dein. 4. D'rum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes beff're Leben; denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott und dort einst geben. Was Tod uns beißt, befreit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen! 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd' entzieh'ft auf mich, den du getreu erfunden, voll schonender Erbarmung sieb'st! AU= mächtiger, in dein Gericht geh'ft du mit mir, Erlösten, nicht! 3. Der Leib wird schwach; die mors sche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Jch bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode bes ben, da du, Erlöser, für mich starbst! Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran; id) folge dir; zum Les ben wird der Tod auch mir. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 456. Ich bebe nicht vor Tod und Grab. Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. was meine Sehnsucht ftillet; nur daun, 458. In Gottes Rath ergeben, vera 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, Mel. Valet will ich dir geben zc. wann diese Hütte fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig' ich empor, vom Schattenthal, zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrbeit. las ich gern die Welt; ich geh' zum besſern Leben, sobald es ihm gefällt, Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn geseh'n. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu:" Kommt her, beladne Herzen, ihr findet bei mir Ruh'!" Dies Wort aus deinem Munde, laß, Herr, mich zu erfreu'n, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu übersteh'n. Im glaubigen Entzücken laß meine Seele seh'n, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ibn bezwangst! 5. Und mag auch in des Grabes Nähe mir die Verwesung furchtbar dräu'n; du, Herr, auf den ich hoffend sehe, du wirst auch dann mir Beis stand seyn! So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, so nah' am Ziel vers zag' ich nicht. 6. Ich will dich noch im Tod erhes ben, Herr, noch am Grabe preiß ich dich; denn ewig werd' ich bei dir les ben, und ewig freu' ich deiner mich! Durch dich) ist Sterben mir Gewinn; wohl mir, daß ich erlöset bin! 4. Der frobe Siegsgedanke: wo ift dein Stachel, Tod? start' mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnoth! So Mel. Ich sterbe täglich und 2c. 457. Ich will dich noch im Tod ift, mein Gewinn. Ich bin des Himmels erheben, Herr, noch am Grabe dank Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. ich) dir! Zum Segen gabst du mir 5. Du schriebst in's Buch des Lebens das Leben, und auch zum Segen auch meinen Namen ein; dein Blut nimmst du's mir! Wohl mir! sucht kann nicht vergebens für mich) vers Vom Tode. 173 goffen feyn. Dir trauet meine Seele;| wand wird er mich dann in's Baters dich lobt, was in mir ist, dich, dem ich sie empfehle, der du die Liebe bist! land der Auserwäblten führen. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 459. Komm nur, geliebter Todes tag, komm, Ende meiner Leiden! Der Pilger, der in Schmerzen lag, ent fchlummert nun mit Freuden, und dürftet, seinen Gott zu seh'n, im Kleid der Unschuld hinzugeh'n zu seinem Guadenthrone. 12. Ich zittre zwar, ein Mensch bin ich, in's Grab hinab zu schauen. Der Tod, o Gott, ist fürchterlich, er füllt das Herz mit Grauen! Oft ist der Geift zwar schreckenteer; doch oft nod), Herr, erzittert er vor jenem Todes: schauer. cui some 3. Doch kann ich, mein Erlöser, dich in jener Nacht einst finden; wachst du, Allmächtiger, um mich, so muß die. Angst verschwinden! Mit Freuden scheid' ich dann von hier. Ich bebe nicht, ich will mit dir durch finstre Thäler wallen. 4. Du, mein Erbarmer, lässeft mich nicht ewig untergehen; nach jenem letzten Kampf will ich von Angesicht dich sehen, will mich in deiner Liebe freu'n, und ewig, ewig bei dir seyn, mein Gott und mein Erlöser! 10. Mich wird er, wann ich sterben foll, zu seinem Reich erheben, und ich dann ewig leben. Boll göttlicher Zus werd', hober Sonne voll, vor ihm friedenbeit will ich in alle Ewigkeit ihm Halleluja singen! 5. Du kämpfteft auch; einst schreck: ten: dich des Todes schwere Bande, Du gingst den finstern Weg für mich voran zum Baterlande. Den letten Schritt aus dieser Zeit, den Ueber: gang zur Ewigkeit, wirst du mir einft erteichtern! Mel. Gott hab' ich Alles heims 10% gestellt zc. 460. Mein Leben steht in Gottes Hand. Er thu', was er für heilsam fand! Er zählte ja, so wie mein Haar, mir, eh' ich war, auch meine Lebensstunden dar. 2. 3war nüß' ich mit Zufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit; denn du versüßest sie, o Gott! doch Müh' und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Tod! 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft auf's Ende meiner Pilgerschaft? und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir! 5. Du bringst mich, bin ich nur bes reit, zum fichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergist, und selig ist, und ewig lebt mit Jesus Chrift. 6. Froh werd' auch ich, wann's dir gefällt, ein Bürger deiner bessern Welt; dann sag' ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einst wieder froh vereint. 56. D'rum zage, meine Seele, nicht! Du leb'st, du lebst ohn' Ende. Wirf dich voll hoher Zuversicht in deines 7. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir; Schöpfers Hände. Berlass' den Leib des du brachteft ihn vom Himmel mir! Todes gern! Bielleicht ist jener Tag auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und Du haft's versichert: ihr seyd mein, nicht fern, an dem ihn Gott erwecket. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt in's Grab. Nicht Tugend schüßt, nicht ist, was ihn davor sicher stellt. Stand, noch Geld, nichts in der Welt 7. Bald weicht der Stand der Dun- euch ewig freu'n. Tetheit, und Jesus fährt hernieder. Der Treue kommt mit Herrlichkeit zu wieder. uns seinem Bilde gleich, damit wir Me L. Jesus, meine Zuversicht 2c. 401. Selig find die, welche nun dort in seinem Reich wie Sterne Gots tes glänzen. in dem friedevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruh'n, und sich Gottes 8. An uns stirbt nichts, als Sterb- größter Gabe, eines ew'gen Lebens lichkeit; der Geist bleibt unverloren; freu'n. Möchten wir schon selig seyn! wir werden nur der Last befreit, und 2. Gott, du willst's, wir leben noch himmlisch neu geboren. Denn was mühsam vier in Pilgerhütten. Alle wir hier verweslich fä'n, wird dort trugen einst dieß Joch, die des Lebens unsterblich aufersteh'n in Kraft und Kron' erstritten. Endlich aber führt' Hoher Klarbeit. der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 9. Du Todeshülle, lege dich mit 3. Jesus selber lebte hier vormals Freuden in die Erde! Rubt, ihr Ge- auch in Pilgerhütten. Mehr, unbeine, ruht, bis ich von Gott gerufen endlich mehr als wir, hat der Gött werde! Im neuen himmlischen Ge- liche gelitten. Lehr' uns glaubig auf 174 Vom Tode. ihn seh'n, und durch ihn im Kampf| che, freu' des Grabes dich, mein Herz! besteh'n. Liegt sie da, die kalte Leiche, weggez 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, weint ist jeder Schmerz, und der Thränur eine kurze Stunde gegen jene nen Quell versiegt, wann mein Staub Ewigkeit. Aber an die kurze Stunde beim Staube liegt. knüpfteft du, o beil'ger Gott, für uns Leben oder Tod! 2. Tod, du heilest jede Wunde; jes den Kummer endest du! Flieht der 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, Odem mir vom Munde, eil' ich HimDiese Stunde wohl zu nüßen, und melsfreuden zu. Deckt die Grabnacht beim Schluß der Pilgerschaft wollest mein Gebein, werd' ich Licht und Freis du uns unterstüßen, daß wir freudig heit seyn. auf dich seh'n, und getroft zum Tode geh'n. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirft auferwecken; Diese Kraft der bessern Welt laß uns, wann wir sterben, schmecken; flöße Ruh' und Trost uns ein, selbst im Tode frob zu ſeyn. 7. Wann wir auch, um auszuruh'n, zu den Todten Gottes gehen, woll'st du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todes: nacht riefst du einst: es ist vollbracht! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 3. Nimm für alle Erdenfreuden, Bater, frommen Dank von mir! Dant für alle meine Leiden bringt die frohe Seele dir! Doch entführst du beiden mich, preis ich herzlicher noch dich. 4. Hier nicht, dort nur, dort nur quillen Geligkeiten ohne Zahl. Eins, mit deinem Baterwillen, ernt' ich Freuden, frei von Qual. Mich, von Erd' und Sünde los, nimmt die Ruh' in ihren Schoos. 5. Wann ich in den besten Stunden, an des treu'sten Freundes Hand, innigs lich mit ihm verbunden, jeden Wunsch befriedigt fand, fühlt' ich doch mit stil tem Leid jeder Freude Nichtigkeit. 462. Wann einst mein sterbend 6. Alles flieht. Was soll mich befe Auge bricht, mein letzter Hauch ver- ten an die Erde, an die Zeit? Nein, schwindet, mein Leib erstarrt, und fel- mit allen meinen Kräften ring' ia ber nicht, daß er entschläft, empfindet; nach Unsterblichkeit. Weiche, Furcht wann meine Lieben um mich steh'n, des Grabes, weich! Engeln macht und mich in dir entschlummern seh'n, der Tod mich gleich! a und meinen Tod beweinen: 7. Frei von jeglicher: Beschwerde, ferne von der Leiden Nacht, flieg' ich über Zeit und Erde, im Gefühl: es ist vollbracht! ueber Bitten und Bers steh'n werd' ich fühlen, werd' ich seh'n. 8. Nie gehörte Preisgesänge hört dann mein entzücktes Ohr; und zur 3. Mein bingefallner Leib bleibt hier, auserwählten Menge tragen Engel ihn wird das Grab verschließen. Heit mich empor. Selig bin ich einft, wie mir, das Grab wird einstens dir ihn wieder geben müssen! Du kommst, Erwecker, deine Macht, die ihn aus Staub hervorgebracht, kann ihn aus Staub erneuern. sie; fliebe, Furcht des Todes, flieh'! 2. Dann, Gott, empfange meinen Geist, der sich zu dir erhebet, der dankbar deine Güte preist, daß er nun ewig lebet! Dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen; laß sie fich mehr meiner Bonne freuen. 4. Was sout' ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Ich weiß ia, daß ihn einst mein Gott vom Tode wieder fordert. D Hoffnung, daß nach kurzer Rub' mein Leib er wacht, wie groß bist du! und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wann er nun kommt, nicht achten; mit glaubensvollem Blick auf dich, nach meinem Ziele trachten; will mich dem felben freudig nab'n, mein himmlisch Kleinod zu empfah'n, das Jesus mir bewahret! 9. Bald, o bald ist's überstanden; rubig barr' ich, Herr, auf dich! Biele Tausend überwanden; überwinden werd' auch ich. Lauter noch, als die Natur, ruft mir Jesus, glaube nur! 10. Soll id) zagen, soll ich beben? Du, mein Heiland, rufest mich durch des Todes Nacht in's Leben; mir ist sie nicht fürchterlich, da mich der, der ewig lebt, zu sich in sein Reich erhebt. II. Fliehe denn von meinem Munde, Lebensodem! In das Grab blick' ich, naht die letzte Stunde, ohne Furcht und Grau'n hinab. Herr, du starbst, du lebteft mir; frendig, freudig sterb ich dir! Mel. Dich, Gott, täuscht Wahn und 2c. Mel. Gott des Himmels und 2c. 464. Wie wird mir dann, o dann 463. Weiche, Todessprecken wei mir seyn, wann ich, mich ganz des Auferstehung. 175 Herrn zu freu'n, in ihm entschlafen nicht, die mich, wann nun mein Auge werde? Bon keiner Sünde mehr ent- bricht, zu deinen Todten sammelt. weiht; entladen von der Sterblichkeit; Bielleicht umgibt mich ihre Nacht, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seete! Stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben! eh' ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Bater, Bater! Ich befehle meine Seele deis nen Händen; jego, Bater, deinen Händen! 2. Ich freue mich, und bebe doch. So drückt mich meines Elends Joch), der Fluch der Sünde nieder! Der Herr erleichtert mir dieß Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Je sus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Baters Reich zu erben! 5. Bielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Bier, an dem die Krone schimmert! Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zertrümmert: laß mich), Bater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 3. Berachte denn des Todes Grau'n, 6. Wie wird mir dann, ach, dann mein Geist, er ist ein Weg zum Schau'n, mir seyn, wann ich, mich ganz des der Beg im finstern Thale! Er sey Herrn zu freu'n, ibn dort anbeten bir nicht mehr fürchterlich! In's Al- werde? Bon feiner Günde mehr ents lerheiligste führt dich der Weg im fin- weiht; ein Mitgenoß der Ewigkeit; stern Thale. Gottes Rub' ist unver- nicht mehr der Mensch) von Erde! gänglich, überschwänglich! Die Erlös Heilig, heilig, heilig fingen wir dir; ten wird sie unaussprechlich trösten. bringen Preis und Ehre, dir, der war 4. Herr, Herr, ich weiß die Stundel und seyn wird, Ehre! Auferstehung. Eigne Melodie. 2. Ich sinke zu verwesen ein, und Erde; werd' 465. Aufersteh'n, ja aufersteh'n nicht auf ewig seyn, was ich im Grabe wirst du, mein Staub, nach Eurzer Ruh'! Unsterblich's Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! werde. Im Schoose Gottes ruht mein Geist ven diesem Leben aus, und fleust von Wonn' anbetend über. Ach, mein Auge sahe nie, meinem Ohr ertönte nie solch Heil in diesem Leben! Herz, was denen Gott bereitet, den 3. Das kam in keines Menschen Pilgern, die oft trüver Schmerz zum ew'gen Leben leitet. Wir schauen in denn Gott ist der, der unser sich er das tiefe Meer, erforschen's nicht; barmet. Mehr, viel mehr, als wir versteh'n, mehr, als unsre Thränen fleb'n, gibt uns, der ewig liebte. 4. Sen, Seele, stark, und fürchte nicht, durch's finstre Thal zu wallen! Nah' an des Thales Nacht ist Licht; Seufzen der Natur. Der bei sich selbst der Engel Jubel schallen in's lette dir Gnade schwur, sein Haupt am Kreuze neigte: er erfüllt des Bundes Eid; er ist ganz Barmherzigkeit; Dank sey ihm, Preis und Ehre! 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gefä't. Der Herr der Ernte geht, und fammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Dank's, der Freudenthränen Tag, du, meines Gottes Tag, wann ich im Grabe genug geschlummert babe, erweckst du mich). 4. Wie den Träumenden wird's dann uns seyn. Mit Jesu geb'n wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich mein Mittler! Dann leb' ich im Hei: Ligthume, zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Eigne Melodie. 466. Einft reift die Saat: mein 5. Anbetung ihm! Des Bundes Staub ersteht zu Jesu Chrifti Leben. Eid erfüllt er, der sein Leben mit HerzD, die ihr meinen Glauben schmäht, licher Barmherzigkeit hin in den Tod wie werdet ihr dann beben! Im Wet: gegeben: in jenen Tod auf Golgatha. ter des Gerichts gefä't ward, wer als: Dein Bater, der dich bluten sah, ward dann zum Tod ersteht. Fallt über da, ward mir versöhnet. Sohn, er ibn, ihr Berge! Hosianna! Jesus würgt bist du für mich, eh' die Welt Chrift, der für mich gestorben ist, ist war. Dein bin ich, eb' ward, was auch für mich erstanden! ift, und ewig! 176 Auferstehung. Mel. Jesus, meine Zuversicht ic.[ dir, dir folgen wir zu deines Baters Herrlichkeit! 467. Von dem Grab stand Jeſus auf. Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wann ich ausgeschlummert habe. Mich er: schreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. 3. Ew'ges Lob sey dir gesungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen; genießen nun der Tugend Lohn. Chris ftus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ibn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. 2. Frob befieg' ich nun das Grau'n, Kein Auge sabe sie, das Ohr empfand das die Todtenhügel decket; meinen sie nie, diese Wonne. In Ewigkeit Heiland werd' ich schau'n, den der Basey dir geweibt, Herr, unser Dank ter auferwecket, der durch seines Gra- und Lob und Preis! bes Macht mir mein Grab hat froh Mel. Valet will ich dir geben 2c. gemacht. 3. Keine Zukunft macht mir bang; 469. Wann einft in meinem Grabe ewig, ewig werd' ich leben. Froh will ich mit Lobgesang meinen Leib des Todes stille Nacht ich durchge= ihm wieder geben; weil den bessern schlummert habe, so weckt mich Jesu Theil, den Geist, nichts aus seinen Macht. Ja, ja, mein Leib wird leben, wann ihm mein Heiland ruft! Heil Händen reißt. mir! ich darf nicht beben beim Ans blick meiner Gruft. 4. Jhm sey Preis! er hat die macht dir, o Tod, o Grab, genommen! Mich heißt iene finstre Nacht nur zu meinem Freunde kommen. Ruft sie später, ruft sie früh; meine Seele stirbt doch nie. 2. Du, der uns zu erlösen, sich selbst dem Tode gab, haft unvergänglich Besen, Sieg über Tod und Grab uns liebevoll erworben, und an das licht gebracht; du nahmst, da du ges storben, dem Tode seine Macht. 3. Wie riefen deine Boten der Welt so trostvoll zu: Er kommt, und weckt die Todten aus ihrer Grabes- Ruh'! Wer an ihn glaubt, soll leben, sich feines Heits erfreu'n, sich aus dem Grab erheben, und ewig bei ihm seyn. 4. Ja, Jesu, deine Brüder, die Glaubigen, dein Ruhm, sind deines Leibes Glieder, find Gottes Heiliathum, durch deinen Geist erneuet, zum Erbtheil dort im Licht versiegelt und geweihet, 5. Ruhe dann, und schlafe füß, du mein Leib, im kühlen Grabe, den aus feiner Hand gewiß ich verherrlicht wieder habe. Gott, wie werd' ich dann mich freu'n, ein verklärter Mensch zu seyn! 6. Wohlthat wird das Sterben mir; Gottes Liebe denkt der Seinen. Ewig sollen wir nicht hier kämpfen, dulden, Flagen, weinen. Unser Morgen eilt berzu, und bringt frommen Streitern Ruh'. 7. Schwinge dich, mein Geift empor! Jesus ging den Weg mir vor; Jesus lebt, und ich soll leben. Heiland, bist du nur bei mir, o so leb' und sterb ich dir! Heilig sey dein ganzes Leben! noch eh' ihr Auge bricht! 5. Wann ich denn nun im Grabe des Todes stille Nacht einst durchge schlummert habe, erweckt mich deine Macht. Nie müsse diesen Glauben ein finstrer Zweifel mir aus meinem Herzen rauben! Er kommt, mein Heil, von dir! Eigne Melodie. 468. W. Pachet auf! ruft einst die 6. D hoher, fel'ger Glaube: der Stimme, des Sohnes Gottes Almachts- Herr kommt zum Gericht, und weckt ftimme. Berlaßt, ihr Todten, eure mich aus dem Staube, und führt mich Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! dann zum Licht! Bewahre meine Seele, Bersammelt euch, ibr Gotteskinder! damit ich, dir getreu, nicht Tod für Der Welten Herr ist's, der euch ruft. Leben wähle; dein ewig, Jesu, sey! Des Todes stille Nacht ist nun vorbei; erwacht! Lob den Höchsten! Machi Mel. Ich sterbe tåglich und zc. euch bereit zur Ewigkeit; sein Tas, 470. Warum erbebst du, meine fein großer Tag ist da! 2. Erd' und Meer und Felsen beben, Seele, bei dem Gedanken an das die Frommen stehen auf zum Leben, Grab? Nicht dich umschließt einst zum neuen Leben steh'n sie auf. Ihr seine Höhle, nur deine Hülle sinkt Erlöser kommt voll Klarheit, vor ihm hinab. Sie schuf des Schöpfers Hand ist Gnade, Treu' und Wahrheit, der aus Staub; d'rum wird sie der Bers Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht wesung Raub. ist um deinen Thron und Leben, Gottessohn! Preis dir, Heiland! Erlöser, 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingft dich empor zu Gottes Licht, und Welt- Gericht. 177 und schau'st den Ursprung aller Wes blicken, den bier allein der Glaube sen von Angesicht zu Angesicht; wunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. be: siebt; den, der dich) ewig zu beglücken, Berbrechern gleich) am Kreuz verschied! Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott did) hier getrennt von deinem Gott! 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was feines 2eisen Mund er klärt; was hier vollkommen einzusehen des Wissens Trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich Babu und Irrthum nicht, und selbst die Finster: niß wird Licht. 5. Wann mun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräs ber Rub'. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. D Seele, zitt're länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht! 4. Dann wirst du den, ach), den er Welt Mel. O Ewigkeit, du Donners wort 2c. 471. Der unfre Menschheit an sich mich erlöst! Gericht. testes Urtheil spricht, auch mich, den llebertreter. Du, der die Sünder nicht verstößt, du, Jesu, haft auch stone nabm, als er uns zu versöhnen kam, kommt einst zu richten wieder. Gewiß ist seiner Zukunft Zeit; in aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. Bernimm's, o Welt, und bespre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich). 2. Wo bleibt der Rächer? fragt der Spott; warum verzeucht denn Gott? Hört's, Sünder, hört Beben! Euch), die ihr fred) derstrebt, und in der Boshe lebt, zur Bes'rung Frist st Bald ist der Sünden Maas bald kommt der Richter und 7. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme! Reist, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn schrecklich wird der Sünder Pein, und der Frommen Wonne seyn. Tefus, meine Zuversicht zc. tend rückt mein Tod bers lich eil ich ihm entgegen, n, was ich gethan, Rechenabzulegen. Thaten in der eit lohnt erst ganz die 3. Dann öffnet um euch weit der Abgrund jener Ewig allen seinen Schrecken; dann euch, wann der Richter drott, m A nach seiner Niedrigkeit einst mmel aufgenommen, Jesus wird Berg und Meer, nicht Grab und Tod, poll Herrlichkeit zum Gerichte wieder kommen, in der Engel lichten Schaar wird der Richter offenbar! vor seinem Zorn bedecken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich). 4. 2ann schrecklich) seiner Donner Schall und tönender Posaunenball der Erde Grund erschüttern: wann nun des Sünders ganze Welt wankt, krachend stürzt, zertrümmert fällt, richt. wann selbst die Himmel zittern, und 4. Auch von Worten muß ich dann, vor den Richtern hingerückt, der Spöt: wie von Werken, Rechnung geben, ter glaubet und erschrikt; um Bergeltung zu empfab'n, wie ich 5. Dann ist nicht mehr zur Buße that bei Leibes Leben; wie ich Sas Zeit. Wo werdet ihr Barmherzigkeit men bier gestreut, erut' ich in der und Gnad und Rettung finden? Die Ewigkeit! ihr der Bosheit Maas noch häuft: 5. Selbst der Herzen stillen Rath fühlt, eb' euch dieser Tag ergreift, die wird der Richter offenbaren; jedem Lasten eurer Sünden; daß ihr euch wird für jede That Lohn auf ewig felbst nicht einst verflucht, wenn ihr bergebens Hülfe sucht! widerfahren. Jener Tag, o Gott, macht klar, daß dein Dienst umſonst nicht war! 6. Mein Her; erschrickt; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir; ich bin ein Missethäter! Beguadige, wenn dein Gericht mir einst mein auf ewig, Engeln gleich, unaussprech 6. Daun glänzt in des Baters Reich der Gerechte wie die Sonne; fühlt 12 3. Zabllos, wie der Sand am Meer, sammeln dann sich) Millionen. Alle siebt und fennet er, Allen kommt sein Tag zu lohnen. Alles schweiget, wenn er spricht; jeder fühlt, Gott hält Gez 176 Auferstehung. Me L. Jesus, meine Zuversicht 2c.[ dir, dir folgen wir zu deines Baters 467. Von dem Grab stand Jesus Herrlichkeit! 3. Ew'ges Lob sey dir gesungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen; genießen nun der Tugend Lohn. Chri stus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. 2. Frob befieg' ich nun das Grau'n, Kein Auge sabe sie, das Ohr empfand das die Todtenhügel decket; meinen sie nie, diese Wonne. In Ewigkeit Heiland werd' ich schau'n, den der Basey dir geweiht, Herr, unser Dank ter auferwecket, der durch seines Gra- und Lob und Preis! bes Macht mir mein Grab hat froh Mel. Valet will ich dir geben 2c. auf. Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wann ich ausgeschlummert habe. Mich er: schreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist teer. gemacht. 3. Keine Zukunft macht mir bang; 469. Wann einft in meinem Grabe ewig, ewig werd' ich leben. Frob will ich mit Lobgesang meinen Leib des Todes ihm wieder geben; weil den bessern Theil, den Geist, nichts aus seinen Händen reißt. stille Nacht ich durchge= schlummert habe, so weckt mich Jesu Macht. Ja, ja, mein Leib wird leben, wann ihm mein Heiland ruft! Heil mir! ich darf nicht beben beim Ans blick meiner Gruft. 5. Ruhe dann, und schlafe mein Leib, im kühlen Grabe, seiner Hand gewiß ich verher der habe. Gott, wie werd' mich freu'n, ein verklärter seyn! 4. Jhm sey Preis! er hat die macht dir, o Tod, o Grab, genommen! Mich heißt iene finstre Nacht nur zu meis 2. Du, der uns zu erlösen, sich selbst nem Freunde kommen. Ruft sie spä- dem Tode gab, haft unvergänglich ter, ruft sie früh; meine Seele stirbt Wesen, Sieg über Tod und Grab doch nie. liebevoll erworben, und an das ebracht; du nahmst, da du ges dem Tode seine Macht. riefen deine Boten der Welt U zu: Er kommt, und weckt In aus ihrer Grabes- Ruh'! ihn glaubt, soll leben, sich its erfreu'n, sich aus dem seben, und ewig bei ihm seyn. Jesu, deine Brüder, die Glaudein Ruhm, find deines Leibes eder, find Gottes Heiliathum, durch deinen Geist erneuet, zum Erbtheil dort im Licht versiegelt und geweihet, 6. Wohlthat wird das Ste Gottes Liebe denkt der Seine sollen wir nicht hier kämpfen, Flagen, weinen. Unser Morgen berzu, und bringt frommen Streitern Ruh'. 7. Schwinge dich, mein Geift empor! Heilig sey dein ganzes Leben! noch eh' ihr Auge bricht! Jesus ging den Weg mir vor; Jesus! 5. Wann ich denn nun im Grabe lebt, und ich soll leben. Heiland, bist des Todes stille Nacht einst durchge du nur bei mir, o so leb' und sterb schlummert habe, erweckt mich deine Macht. Nie müsse diesen Glauben ich dir! ein finstrer Zweifel mir aus meinem Herzen rauben! Er kommt, mein Heil, von dir! DEREC 380 Eigne Melodie. 468. Wachet auf! ruft einst die 6. D hoher, fel'ger Glaube: der Stimme, des Sohnes Gottes Almachts- Herr kommt zum Gericht, und weckt stimme. Berlaßt, ihr Todten, eure mich aus dem Staube, und führt mich Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! dann zum Licht! Bewahre meine Seele, Bersammelt euch, ibr Gotteskinder! damit ich, dir getreu, nicht Tod für Der Welten Herr ist's, der euch) ruft. Leben wähle; dein ewig, Jesu, sey! Des Todes stille Nacht ist nun vorbei; erwacht! Lob den Höchsten! euch bereit zur Ewigkeit; sein Tag, fein großer Tag ist da! Machi Mel. Ich sterbe täglich und zc. 2. Erd' und Meer und Felsen beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben steh'n sie auf. Ihr Erlöser fommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit, der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Got tessohn! Preis dir, Heiland! Erlöser, 470. Wat Parum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle, nur deine Hülle sinkt hinab. Sie schuf des Schöpfers Hand aus Staub; d'rum wird sie der Bers wesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingft dich empor zu Gottes Licht, und Welt- Gericht. 177 und schau'st den Ursprung aller Wes blicken, den bier allein der Glaube sen von Angesicht zu Angesicht; wunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. be: siebt; den, der dich) ewig zu beglücken, Berbrechern gleich) am Kreuz verschied! Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott did) hier getrennt von deinem Gott! 3. Dann, Seele, wirst du das versteben, was feines Weisen Mund er Flärt; was hier vollkommen einzusehen des Wissens Trieb umsonst begebrt. Dann täuscht dich Babu und Srrthum nicht, und selbst die Finster: niß wird Licht. 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräz ber Rub'. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. D Seele, zitt're länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht! 4. Dann wirst du den, ach), den er Welt Mel. O Ewigkeit, du Donners wort 2c. 471. Der er unsre Menschheit an sich nabin, als er uns zu versöhnen kam, kommt einst zu richten wieder. Gewiß ist seiner Zukunft Zeit; in aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. Bernimm's, o Welt, und bespre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich). 2. Wo bleibt der Rächer? fragt der Spott; warum verzeucht denn euer Gott? Hört's, Sünder, hört's mit Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Beben! Euch), die ihr frech ihm wi derstrebt, und in der Bosheit sicher 472. Ei ilend rückt mein Tod vers an; stündlich eil ich ihm entgegen, um von dem, was ich gethan, Rechenschaft Gott abzulegen. Thaten in der Prüfungszeit lohnt erst ganz die Ewigkeit. # Gericht. letztes Urtheil spricht, auch mich, den Uebertreter. Du, der die Sünder nicht verstößt, du, Jesu, haft auch mich erlöst! 7. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme! Reist, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn sdrecklich wird der Sünder Pein, und groß der Frommen Wonne seyn." lebt, zur Bes'rung Frist zu geben. Bald ist der Sünden Maas erfüllt, bald kommt der Richter und vergilt. 3. Dann öffnet um euch ber sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wann der Richter drott, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod, vor seinem Zorn bedecken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich). 3. Zabllos, wie der Sand am Meer, 4. Wann schrecklich) seiner Donner sammeln dann sich Millionen. Alle Schall und tönender Posaunenball fiebt und kennet er, Allen kommt sein der Erde Grund erschüttern: wann Tag zu lohnen. Alles schweiget, wenn nun des Sünders ganze Welt wankt, er spricht; jeder fühlt, Gott hält Gez krachend stürzt, zertrümmert fällt, richt. wann selbst die Himmel zittern, und vor den Richtern hingerückt, der Spöt: ter glaubet und erschrikt; 4. Auch von Worten muß ich dann, wie von Werken, Rechnung geven, um Bergeltung zu empfah'n, wie ich that bei Leibes Leben; wie ich Sas men bier gestreut, ernt' ich in der Ewigkeit! 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit. Wo werdet ihr Barmherzigkeit und Gnad' und Rettung finden? Die ihr der Bosheit Maas noch häuft: 5. Selbst der Herzen stillen Rath fühlt, eb' euch dieser Tag ergreift, die wird der Richter offenbaren; jedem Lasten eurer Sünden; daß ihr euch wird für jede That Lohn auf ewig selbst nicht einst verflucht, wenn ihr widerfahren. Jener Tag, o Gott, vergebens Hülfe sucht! macht klar, daß dein Dienst umsonst nicht war! 6. Mein Her; erschrickt; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir; ich bin ein Missethäter! Begnadige, wenn dein Gericht mir einst mein auf ewig, Engeln gleich, unaussprech 6. Daun glänzt in des Baters Reich der Gerechte wie die Sonne; fühlt 12 2. Den nach seiner Niedrigkeit einst der Himmel aufgenommen, Jesus wird voll Herrlichkeit zum Gerichte wieder kommen, in der Engel lichten Schaar wird der Richter offenbar! 178 Welt Gericht. tich füße Wonne. Aber fern vom Ba| gerichts erschreckt; zur Rechenschaft terland bleibt, wer Jesum nicht er: ibn fordert. kannt. 2. Berschwendet ist die Gnadenzeit! 7. Spötter, schmäht nicht Gottes Wie viele seiner Stunden sind in dem Huld, schmäht nicht der Bersöhnung Dienst der Eitelkeit vergebens ivm Lebre! Ach, Gott hat mit uns Geverfdwunden! Er hat des Lebens buld! will, daß ieder sich bekebre! 3weck verfehlt, o welche Reu' ergreift In des Herrn Barmherzigkeit suchet und quält zu spät nun seine Seele! eure Geligkeit! 8. Sünder, die ihr euer Herz, wie auf einen Schlachttag, weidet, flagt, und weinet bei dem Schmerz, den ibr selbst euch zubereitet! Zum Gericht führt euer Pfad; zittert, wann der Richter naht! 3. 230 bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich) lenkte? Wo bleibt der Stolz, der levermuth, woz mit er Andre fränkte? Gebengt ift iest sein trotzig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 9. Jüngling, deines Lebens Luft näße frob in allen Dingen; aber wiffe, was du thuft, wird Gott vor Gericht einft bringen; frühe, frübe denk an ihn, um der Eünden Reiz zu flieb'n! E 4. Nun flucht ihm, wer des Lafters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte. Und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 10. Richte, Mensch, nicht vor der Beit, bis der Tag des Herrn erschet- 5. Des Richters ernste Stimme net. Fromme, blickt zur Ewigkeit, spricht:" Beicht von mir, lebeltbäs wenn ihr unter Leiden weinet! Bald ter!" und selber sein Gewissen spricht: geht er zum Himmel ein, ewig bei" Du bist ein Uebelthäter!" Bon Gots dem Herrn zu seyn. tes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist ges rechter Richter! II. Siehe, Chrift, ein Uckersmann bofft geduldig warmen Regen für die Saaten zu empfah'n, sieht der kostbar'n Frucht entgegen; sey auch du geduldig, Christ, da der Richter nabe ift! 12. Heil mir, wer an Jesum glaubt, dringt vom Tod bindurch in's Leben, Fann beim Weltgericht sein Haupt als Bersöhnter froh erheben! Dies, Erlöſer, sagtest du jedem deiner Jünger zu. 13. Ein Geringes soll mir's seyn, wenn ein Sterblicher mich richtet. 6. D Sünder, sidhre Sünder, cilt, ench ren'voll zu bekehren! Last nicht, weil das Gericht verweitt, euch durch den Wahn bethören: zur Beff'rung sey noch immer Zeit, und fern sey noch die Ewigkeit, fern des Gerichtes Strafe! 7. Sie fommt; ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben. und leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beffrung rauben! Jest noch) will Gott Erbarmer feyn, will D gefiel ich Gott allein, der zur Trene eure Sünden noch verzeih'n; o suchet mich) verpflichtet! Hilf mir, Bater, seine Guade! daß ich treu, treu in meinem Wandel sey! Mel. Straf' mich nicht in 2C. 14. gewissenhaft, und beitig vor dir wandeln! inge: 474. Herr, ich bin dein Eigentum; denk der Rechenschaft, fromm auch im Berborgnen handeln, ſelbst die Fleinste Sünde scheu'n, dir auch meine Freuden weih'n. dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm bast du mir's gegeben. Bäterlich führst du mich auf des Lebens 2Begen meinem Ziel entgegen. 15. Dir, der schonend im Gericht über mich das Urtbeit fället, und 2. Einst kommst du mit großer Kraft mich vor sein Angesicht unbefleckt mit zum Gericht auf Erden; und ich soll Freuden steller, dir sey Preis und zur Rechenschaft dann gerufen wer Herrlichkeit nun und bis in Ewigkeit! den. Dein Gericht schonet nicht, Riche ter aller Welten: du, du willst vers gelten. Mel. Aus tiefer Noth schrei'ic. 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine meine Kräfte, 473. Groß wird des Sünders Elend meine Zeit hier gemißbraucht habe! seyn, unendlich schwer zu tragen. Ach, 28ebe mir! bab' ich hier sie nicht treu unter des Gewissens Pein wird seine verwendet, so: glos sie verschwendet! Seele zagen, wann ibu, den nichts 4. Möchte täglich dein Bericht mir zur Buße weckt, der Tag des Welt: vor Augen schweben! Möcht' ich im. Welt Gericht. 179 mer, meiner Pflicht tren zu bleiben, Lichte feitet. Das Stückwerk wird streben, daß ich nie thöricht sie außer Augen setze, nie sie frech verlege! Bollkommenbeit; fein Summer, keine Traurigkeit stört ihre sel'ge Freude. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedent der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen. Gib, daß ich ernstlich mich täglich, und auch heute, darauf vorbereite! 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken. Es reize mich, gewissenbaft, und eingedenk der Res chenschaft, nach deinem Wort zu wane deln! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furcht: bar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflebe! Wann der Tod schon mir droht, kann Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen! 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gugde such) und finde. Rufe du dann mir zu: besſerst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschau'n deines Lichts gnädig aufge: nommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höbern Leben dann mein Dant erheben! 476. Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder! Erwacht! denn euch, ihr Menschenkinder, erwartet Grab und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leven, bat Gott in eure Hand gegeben. Erwacht! noch ist zur Bess rung Zeit. Gerecht, gerecht ist Gott! Er hört der Frevler Spott. Frevler, zittert! Wist, was er spricht, gerent ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht! Mel. Es ist gewißlich an der 2c. 475. Schon ist der Tag von Gott 2. Sünder werden angstvoll zagen, sid) vor dem Richter selbst verklagen, und bebend steh'n vor seinem Thron. Jauchzet, jauchzt, ihr seine Frommen! er wird zu eurem Heile kommen bestimmt, da, wer auf Erden wan: bald kommt er, und mit ihm fein delt, sein Loos aus Gottes Händen Lohn. Euch schrecket kein Gericht; nimmt, nachdem er hier gehandelt. der Herr verwirft euch nicht. Euer Er kommt, er kommt des Menschen Mittler bat euch versöhnt, mit Gott Sohn; er kommt, und Wolken sind versöhnt; wer überwindet, wird ges sein Tyron, der Erde Kreis zu richten: frönt. 3. Eeyd bereit, ihn mit Berlangen, mit reinem Herzen zu empfangen; denn plößlich bricht sein Tad berein; und der Richter wird vom Bösen ſein Bolk, die Frommen, ganz erlösen, von Sünd' und Tode sie befrei'n. 3. Hier muß der falsche Wahn der Dann ist vollkomm'nes Heil in Ewige Welt der Wahrbeit unterliegen. Hier, feit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen, wo das Recht die Wage bält, wird seyd stets bereit auf diese Zeit, und keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße singt Gott Dank in Ewigkeit! nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr. Betrug und List; hier gilt kein fal- Mel. Ich fierbe täglich und zc. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit versammeln sich die Schaaren, die feit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzähtbar, wie des Meeres Gand; hier steh'n sie vor dem Richter. 4. Der Richter spricht, der Himmet 477. Wenn ich auf Gottes Wegen schweigt, und alle Völker hören erwar- wanke und strancheln will, so schrecke tungsvoll und tief gebeugt. Kommt, mich der herzerschütternde Gedanke: erbt das Reich der Ehren! so spricht Gott richtet einst die Welt und dich! er zu der frommen Schaar; zu der, Er bat's verkündigt; sein Gericht ist die ihm nicht folgsam war: hinweg unausbleiblich: strauchle nicht! von mir, Berbrecher! 5. Sie geh'n verzweifelud, jammern, fleb'n: Stürzt über uns zusammen, ibr Welten! fallt, daß wir vergeh'n, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber steh'n im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sen rauh und steil; wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und stande baft bin, gestärkt durch seine Baters huld zur Selbstverläugnung, zur Ges duld. 3. Oft will ich zu mir selber sagen: 6. Froblockend zieh'n sie in das Reich, die Welt vergeht mit ihrer Luft! das Gott für sie bereitet, wo er sie, wohl mir, bin ich bei allen Plagen feinen Engeln gleich, von Licht zu nur keines Frevels mir bewust! Es 12* 180 Vom ewigen Leben. fommt, es kommt die Ewigkeit, die den nächsten lieb', und gern mich seie mich von aller Noth befreit. ner erbarm', und Jesu ähnlich bin! 4. Einst werd' ich Jefu Stimme 2Sie könnt' ich hart und lieblos seyn; hören; der du zu meiner Rechten Betrübte seh'n, und nicht erfreu'n? bist, du warst gehorsam meinen Lebren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Baters Reich); sey selig und den Engeln gleich! 7. Den aber, der bier, ohn' Erbars men, nicht menschenfreundlic) sich beweist; der, fühllos bei der Noth der Armen, sie ihrem Elend nicht ents bricht, verwirft der Herr einst im reißt, den Hungrigen sein Brod nicht Gericht! 5. Du hast in deinen armen Brüdern Barmherzigkeit an mir gethan; ich nahm in meiner Kirche Gliedern den Eegen deiner Wohlthat an. Komm mun, Gesegneter, zu mir; des Him mels Freuden werden dir! 8. D Herr, verleih' mir muth und Stärke, damit mein Glaube dir ges tren, und reich an Früchten guter Werke, bewährt und unverwerflich 6. D welche Wonne wartet mei iey! So werd' ich ewig selig seyn: ner, wenn ich mit brüderlichem Sinn mich ewig deiner, Gott, erfreu'n! Vom ewigen Leben. Eigne Melodie. schenkt Gott denen, welche hier gefä't mit Thränen; alle Thränen trocknet 478. Uue Menschen müffen ster- er; Sund" und Elend find nicht mehr! ben, ihre Herrlichkeit verblübt; fei-.7. Möcht' ich doch, sie zu empfangen ner kann den Himmel erben, der zu diese große Herrlichkeit, hier nur thun vor den Tod nicht sieht. Staub wird und nur verlangen, was im Tode dieser Leib von Erde, doch, damit er noch erfreut! Diese Hütte mag zers Himmlisch werde, wird er einst von stäuben; wird mein Geist doch ewig Gott erneu't, und erhält Unsterblichkeit. bleiben. Sterben wird mir zum Gez winn; denn zum Bater geh' ich hin. 2. Gerne will ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Bater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt! Denn nach diesem Erden leiden warten meiner höh're Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht! 8. 23eldhe Tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ichh nicht in Kümmernissen, die ich bier nodh dulden foll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich) sie ers trug, bis Gott spricht: Es ist genug! 3. Nichts soll mir den Trost entrei seu, er soll mir stets beilig seyn. Gott erfüllt, was er verbeißen; sei: ner will freu'n. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. macht nun der Tod nicht bange; ruft 479. Des Todes Grau'n, des Graer mich, o dann erlange ich das Heil bes Nacht fliebt, Herr, vor deiner der Ewigkeit, wenn ich nützte diese Wahrbeit Macht; mein Geist, erleuch Beit! tet durch dein Licht, erbebt vor der Verwesung nicht! 4. Dort, bei Jesu, find' ich Leben. Millionen steben schon, ibren Retter zu erheben, um des Hocherbabnen Thron. Schaaren sel'ger Geister ringen, mit: anbetend ihm zu singen, der des Ruhms fo würdig ist, dem Erlöser, Jesus Christ. 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich bier umgeben bin; mein Geift, noch lebend, wie zuvor, schwingt aus den Trümmern sich empor. 5. Alle, die ihm nachgewandelt, seh'n des Glaubens Dunkelbeit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in ons ne jedes Leid; weiben ihm die neuen Lieder, werfen sich voll Ehrfurcht nie: der vor dem Herrn, und opfern Dank ihm, der einst den Tod bezwang. 6. Baterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was Fein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewähreft du; Freudenernten 3. Ein inn'res, mächtiges Gefühl verfündigt mir mein höh'res Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dic), Höchster, hab' ich hier er kaunt, voll Liebe Bater dich genannt; Gott, welch) ein Borzug! In ihm liegt ein Hoffnungsgrund, der nims. mer trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die bess're Welt, an der des Christen Glaube hält. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jefu Lehren aufgeklärt! Vom ewigen Leben. 181 6. D fel'ge Aussicht auch für mich!| banden für jeden Gott ergeb'nen Geist, Entzückt hebt meine Seele sich; ich wann er sid) dieses Körpers Banden fet' im Geist des Christen Lohn, ich auf seines Schöpfers Wink entreißt, sebe meinen Himmel schon.. und nun nicht mehr so eingeschränkt, als bier auf Erden, lebt und denkt. 7. Da find' ich, was dein heil'ger Rath zu meinem Wohl.geordnet bat; von Angesicht schau ich dich dann, und bete deine Führung an. 8. Biel Freude gabst du mir schon Hier; Allgütiger, wie dank' ich's dir! 2sie oft folgt fleinerm Ungemach bald felige Bergütung nach! 9. So hat schon dieser Kindbeitsstand der höhern Hoffnung Unter pfand; die Huld, die segnend bier erfreut, bleibt und beglückt in Ewigkeit. 10. Des freudigsten Bertrauens voll, erwart' id), was mir werden soll, wann einst von Sünd' und Noth befreit, ich reife zur Bollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nie furchtbar seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft befegt mein Herz der Krankheit und der Trennung Schmerz. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der Lette auch bat ausgeweint; dann wird ein frohes Wiederseh'n, auf ewig unser Glück erhöh'n. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns Alle diesem Ziele zu! Mach)' uns im Guten fest und treu, daß uns der Tod erfreulich sey! 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinem Himmel aufgenommen, fang' ich das besf're Leben an, wo nach der Laft, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. 23ie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Gütigkeit mich mit der Wonne der Erlösten, mit ewiger Sufriedenheit; dann wird mir völlig offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Slagen; da bringt mein frommer Lobgefang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz' ich dann: sie sind vollbracht; der Herr hat alles woblgemacht! 5. Auf ewig trifft mid) dann fein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk' und fühle nichts als Frenden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'. Mein Glück wird fest, und alles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich dieß zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt; dieß föße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden tren zu seyn. 7. Gib, daß in Hoffnung jener Rube, die einft der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Baters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so folgt auf meine Prüfungszeit gewiß voll. komm'ne Seligkeit! Mel. Es ist gewißlich an derzc. 480. Die Hoffnung naber Ewigkeit voll reiner Himmelsfreuden, ver füßt in dieser Pilgerzeit dem Christen alle Leiden. Er blicket, trifft ein Kum mer ihn, getroft nach seiner Heimath hin, wo ihn fein Schmerz mehr quälet. 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, find Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu er: heben; zu dir, der sie zum Besten gnädig an Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. denkt, wann wir im Stillen weinen! 482. Jesus wird einst wiederkom3. Du siehst, o Bater, unsern Schmerz; du zäbleft unsre Zähren, du stärkest das gebeugte Herz, und wirst uns Trost gewähren! Du schau'st auch liebevoll auf mich); mein Gott, mein Gott, ich boff auf did)! du bist mein Fels, mein Retter! men; erlösen wird er seine Frommen von allem Elend dieser Zeit. Dann, an seinem großen Tage verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zus friedenheit. Sen fröblich, Bolk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter. Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig, ewig Heil. 4. Soll ich in dieser Lebenszeit noch manche Trübsal leiden, so barr' ich in Gelassenheit auf deines Himmels Freu: 2. Augenblicke dieser Leiden: was den. Bald sind sie deiner Frommen seyd ihr gegen jene Freuden der un Theil; dort schau' ich dich, o Gott, begrenzten Ewigkeit? Sebt die Kron' mein Heil, und segne meine Thränen! am Biele prangen, und kämpft, und. ringt, fie zu ertangen, die ihr dazu Mel. Ich sterbe täglich, und zc. berufen feyd. Euch balt' in euremt des Lebens auf, 481. Es ist noch eine Ruh' vor- Ueberwinder! das Ziel ist nah; bald 182 Vom ewigen Leben. feyd ise da, und eure Leiden sindsendfache Luft an deiner großen Güte. nicht mehr. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die nun ewig nicht mehr fehlen. 5. Gott, welche Schaar ist dort vers eint! Die Frommen, die ich hier bes weint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder! Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Segen dort die reinste Freunde schaft pflegen. 6. Dort ist mein Freund, des Höchs sten Sohn, der mich) geliebt. Wie glänzt sein Thron in jenen Himmels= Höhen! Dort werd' auch ich, Herr Jesu Christ, der du der Deinen Wonne bist, dich mit Entzücken seven! Dann wird, mein Hirt, nichts mich scheiden von den Freuden, die du droben deis nen Freunden aufgehoben. 7. Wie berrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. Der du vorangegangen bist, zieh' dir mich) nach, Herr Jesu Christ, hilf mir dein Reich ererben! Ach, ein Strahl nur iener Freude nach dem Leide leucht niir Schwachen, mir mein Ende frob zu machen! 3. Der sich euch zum Bolk erwäblet, der eure Thränen alle zählet, stritt auch mit unerschöpftem Muth. Ach, wie hat er selbst gerungen! Wie tief war er von Angst durchdrungen! wie feufzt' er laut! wie floß sein Blut! Doch sah'n die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken. Treu blieb er Gott bis in den Tod; dann fuhr er herrlich auf zu Gott. 4. Mitgenossen seiner Leiden sind wir; einst ernten wir auch Freuden mit ihm, dem tteberwinder, ein. Last uns kämpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt bindurch zu dringen, und seines Himmels werth zu seyn! Er, unsre Zuversicht, verläßt die From: men nicht; Halleluja! die ihm ver: trau'n, die werden schan'n, wie berr lich er die Seinen führt. 5. Ja, Herr Jesu, du wirst kommen, wirft einst erlösen deine Frommen; wir freuen uns und danken dir! In den trüben Leidenstagen soll unser Herz nur nicht verzagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer dein Erlöster ist; wir find stille. Und wenn die Welt in Trümmer fällt, bist du's, an den der Christ sich hält! Mel. Wie schön leucht't uns deric. 483. Mein ganzer Geift, Gott, wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns berei: tet; wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du dort haft verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben jener Welt mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen iene Herrlichkeit, die bei dir ist zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch bier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden sets umgeben; dort nur ist vollkomm'nes Leben. 3. Dort ist kein Tod mehr und kein Grab. Du trockneft alle Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Kein Leid ist mehr, der Schmerz ist fern; dort ist die Herrlichkeit des Herrn im Glan; uns aufgegangen. Böllig gibt fid) den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Bater Mel. Ich sterbe tåglich, und 2c. 484. Nach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in götts liche Zufriedenheit. Hier übt die Tus gend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Aus genblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoukomm'nes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele av und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfters fiegt, als fällt; bald sinkt er durch des nächsten Schuld in Kummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leiz det, das Lafter öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt; bier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachbeit seyn. nennen. 4. Mit neuer Inbrunst lieben wir, 5. Hier such' ich's nur, dort werd' o Gott, dich dann, und dienen dir mit ich's finden. Dort werd' ich heilig und fröhlichem Gemüthe! Nichts stört den verklärt der Tugend ganzen Werth Frieden unsrer Brust und unsre tau- Lempfinden, den unaussprechlich großen Vom ewigen Leben. 183 Werth; den Gott der Liebe werd' ich| Feit nun Dauer gibt! Q dich sicher seh'n, ihn lieben, ewig ihn erhöh'n! zu erleben, will ich unablässig streben, 6. Da wird der Borsicht heil'ger weise, gut und fromm zu seyn: so Wille mein Will' und meine Wohl werd' ich mich deiner freu'n! fahrt seyn, und lieblich) Wesen, Heil 4. Dann werd' ich dort keinen fes die Fülle, am Throne Gottes mich erben, dessen Anblick mich erschreckt; freu'n. Dann läßt Gewinn stets auf kein Berführter wird dort stehen, der Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. mit Vorwurf mich bedeckt; so wird 7. Da werd' ich das im Licht erken- mir kein Feind erscheinen; über mich nen, was ich auf Erden dunkel sah; wird keiner weinen, daß ich fübllos das wunderbar und heilig nennen, ihn verlies, grausam in der Noth was unerforschlich hier geschab; da versties. denkt mein Geist, mit Preis und Dank, die Schickung im Zusammenhang. 5. Allen, die ich werde sehen, werd ich) jenseits boffnungsvoll und getrost 8. Da werd' ich zu dem Throne drin. entgegen gehen, reiner Gottesliebe gen, wo Gott, mein Heil, sich offen: voll. Liebte ich hier treu die Brüder, bart; ein heilig, heilig, heilig fingen fegnend find' ich sie dort wieder, und dem Lamme, das erwürget ward. Und durch jeden Augenblick wächst mit Cherubim und Seraphim, und alle sihrem Heil mein Glück! Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Schaa. ren mich ihnen gleich und heitig seh'n, das nie gestörte Glück erfahren, mit Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Frommen stets fromm umzugeh'n. Da 486. Noch wallen wir im Thräs wird durch jeden Augenblic ibr Seit mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen bieß, und ihn zu Millionenmalen noch fegnen, daß er mir ibn wies; da find' ich in des Höchften Hand den Freund, nenthal, gedrückt von Kummer, Müh und Qual, doch nur noch wenig Tage. Dann fliehen wir aus dieser Zeit hins über in die Ewigkeit, weit weg von ieder Plage. 2. Dann sinkt der Leib in's Fühle den ich auf Erden fand. Grab, der Staub zu allem Staub binab, nicht sterblich mehr zu leben. Mit freiem Flug und hohem Blick fehrt der entbundne Geist zurück zu II. Da ruft, o möchte Gott es ge: ben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du bast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Ddein, der ihn gegeben. Gott, wie muß dieß Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 12. Was seyd ihr, Leiden dieser Er, den, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von EwigFeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll müh'! Mel. Alle Menschen müssen zc. 485. Nirgends ift Genuß bienie, den immer rein und unvergällt. Hat dieß Leben steten Frieden? ungetrübte Luft die Welt? Gelbft an treuer Freunde Herzen drohen uns der Trennung Schmerzen, und des Lebens schöastes Glück währt kaum einen Augenblick. 3. D wohl ihm, war er fromm und gut, wenn er von seiner Arbeit ruht, wenn Thaten ihn begleiten! wenn er, vereint mit Jesu Chrift, unsträflich, rein und fähig ist zum Glück der Ewigkeiten! 4. D hohes Glück, vor Gott zu steb'n! D Frende, Jesu, dich zu seh'n, und mit dir deine Glieder! zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Ans gesicht, dich, Erster aller Brüder! 5. Ich, ich, der jetzt noch Thränen weint, id) werde, wann der Herr ers scheint, dann leuchten, wie die Sonne! Jch, Sünder, werd' von Sünden rein, ich, Sterblicher, unsterblich seyn; ich Gottes Bild und Wonne! 6. Wie wird mir dann zu Muthe fevn, wann alle Todten, groß und 2. Aber einst stillt Wiederfinden klein, o Jesu, vor dir stehen! wann jeder Trennung berben Schmerz. Wo du mich dann mit Namen nennst, wir treuer uns verbinden, schließt sich vor Gott und Engeln mich bekennft, fester Herz an Herz. Und der Edlen ich ewig dich soll seben! Kreis wird größer, der Berbundnen 7. Wann ich in meines Gottes Frende besser; die wir tiebten unge: Stadt, die seine Hand erbauet hat, seh'n, freu'n sich mit uns umzugeh'n. im Anschau'n mich verliere! wann ich 3. D des Wiedersehens Stunde, in deinem Himmelreich, den Engeln von der Trennung ungetrübt, wo und die selber gleich, ein neues Leben dem reinen Freundschaftsbunde Ewigsführe. 184 Vom ewigen Leben. 8. Befreit, und ewig fern von Qual, uns erfreu'n; wo sich unser Kampf erquickt mit Freuden ohne Zahl, komm' in Palmen, unser Klagelied in Psal ich Gott immer näher. Dann steigt men, unsre Angst in Luft verkehrt, mit jedem Angenblick der Seele un- die forthin fein Kummer stört. aussprechlich Glück noch unausspred)lich höher. 9. Und aller Seraphinen Schaar, und wer auf Erden heilig war, sind Alle meine Brüder, sind alle nur Ein Leib mit mir, und singen ewig, Jesu, dir aus Einem Munde Lieder. 7, Was ist unser Loos auf Erden? Db's auch noch so köstlich sey, ist's doch niemals von Beschwerden, Sors gen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt bier auf Lust oft einen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Uebel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 10. Wie ist der Seligkeit so viel! D Freuden, ohne Maas und Ziel, hoch über alles Sehnen! Ewigkeit! o Ewigkeit! was ist das Leiden die fer Beit? Wie nichts sind alle Thränen? II. Sey start, sey freudenvoll, mein Geift! Gott lebt! Gott hält, was er verheißt! Gott ist ein Gott der Frommen! Nichts, glaub' es, ist für dich zu groß, für dich, zu dem aus Gottes Schooß selbst Jesus ift gekom men! Mel. Alle Menschen müssen 2c. 487. wie werden wir im da ernten wir 8. Sey, o Seele, hoch erfreuet über das erbabue Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glaus bens Blick oft nach dieser Stadt der.. Frommen, voll Begier dahin zu kommen, trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! 9. Ohne Heiligung wird feiner, Herr, in deinen Himmel get'n! Mache du mein Herz nur reiner, daß auch ich dich möge seh'n! Hilf, ach hilf verfeble, der mich sicher dahin bringt, du meiner Seele, daß sie nie des Wegs wo man ewig Lob dir singt! unaussprechlich felig Himmel sevn! Da, unzählig, was wir gesäet, ein. Da wird ohne Leid Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. und Zähren unser Leben ewig wag 488. Neiß dich tos, mein Geift, ren. Gott, zu welcher Seligkeit fübrst du uns durch diese Zeit! von Sorgen! die Todesnacht hat hels len Morgen, hat ew'ges Licht im Hins 2. Hier zwar kann, was du den terhalt. Denn so spricht, der wahrhaft Deinen dort für Glück bereitet baft, zenget: id) komme! Du, den Elend nicht in vollem Licht erscheinen; noch beuget, hör's und sey froh, ich komme bar's fein Berstand gefast. Nach der Erde kurzen Leiden findet einft an Himmelsfrenden ieder, der dich treu verehrt, mehr, als ie sein Herz be gehrt. bald; ich), und mit mir mein Lobn! Schau', dich erwartet schon deine Krone. Halt aus im Streit! Kurz ist die Beit; wer glaubt, der überz windet weit. 3. Neue Wunder deiner Güte wer: 2. Zuruf, der mich ganz beseelet, den unser Glück erhöh'n, und mit mein Heiland lebt; weg, was mich dankbarem Gemüthe werden wir einst quälet! denn, wo er ist, da soll ich dort es seh'n, deine Huld sev über- feyn. Mir die Stätte zu bereiten, schwänglich, und die 25ohlfahrt un- schmeckt' er des Todes Bitterkeiten, vergänglich, die dem, der dich redlich; nahm er das Reid) als Sieger ein. liebt, deine Baterhand dort gibt. Bon seinem Himmel her fließt nun 4. Dann wirst du dich) unsern See: len offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Selig: Feiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als er an dem Kreuze starb. 5. Da wird deiner Frommen menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Liebe, Dank und Lobgesänge dir, erbabner Gott, zu weit'n; dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns bingegeben! Mit ihm, unserm großen Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. D wer sollte sich nicht sehnen, 4. Strene denn nur noch mit Weis aufgelöst und da zu seyn, wo nach nen die edle Saat! Gott kennt die ausgeweinten Thränen ew'ge Güterl Seinen. Für Ewigkeiten säest du. ein Gnadenmeer auf mich nieder. Er ist mein Hort, sanft wie sein Wort, mein Seligmacher fort und fort. 3. Dieses weiß ich); töunt ich beben, zu schwach vom Staube mich zu hes ben, zu dem mich Kummer niederreißt? Nein, das Haupt liebt seine Glieder, der Bruder schämt sich nicht der Brüder; groß ist, was Jesus uns verheißt, was er schon hier erfüllt. Die Thräne, die jetzt quillt, Luft und Prüfung flieb'n schnell vorbei; doch seine Treu' wird jeden Morgen an uns neu. Vom ewigen Leben. 185 Nach des rauhen Winters Wüthen seiner kurzen Frist auch von mir ers erscheinen frische Frühlingsblüthen, rungen ist. eilt bald die Erntezeit herzu. Dann geht der Christ hervor, hebt froh sein Haupt empor, Hosianna! Er, auf dem Thron, des Höchsten Sohn, ist seiner Treuen großer Lohn! 5. Wirf alsdann in eine Wage, was mun dich drückt, die ganze Plage der schweren Pilgerschaft hinein; ach, was wird dann alle plage der Pilgerschaft, was aller Tage ertragne Last und Hiße sevn? Ein leichter, dünner Raud), von dem die Spur sich auch schnell verlieret; den Tropfen Leid der bit: tern Zeit verschlingt das Meer der Seligkeit. 6. Tag voll himmlischem Entzücken, mit nassen sehnsuchtsvollen Blicken zög' ich dich gern schon beut' berbei! Doch noch soll ich Fesseln tragen, noch oft vielleicht im Stillen klagen, wie schwer der Leib des Todes sey. Getroft, zu meinem Glück bringt jeder Augenblick mich ihm näher! Bald beißt es ja: das Grab ist da; und Jesus kommt, Halleluja! Mel. Wer mit dem reinen See: lenblicke zc. We 490. enn oft in feierlicher Stille, vom Todesgran'n der Welt entführt, mein Herz in tiefer Wehmuthsfülle sich über Zeit und Grab verliert; dann hör' ich), daß es in mir spricht:" Ich bin! und d'rum vergeh' id) nicht!" 2. Wenn tiefgebeuget von Beschwers de des Lebens Freude mir entflieht, und nirgends auf der Seiten Erde mein Herz sich Rath und Trost ersieht, dann tönet mir ein Engelwort:" Hier ist die Saat, die Ernte dort!" 3. Wenn in der Nacht beim Glanz der Sterne mein Aug' am Grab der Theuren weint, und Tröstung bietend aus der Ferne, der Geist der Liebe mir erscheint; dann steht es bell vor meinem Blick:" Auch) was beweint ward, fommt zurüd." 4. D Himmelshoffnung, lächle ims mer, wenn Freud', wenn Leid das Herz bewegt! Umglänze mich wie Morgenschimmer, wenn Nacht auf tief dem Schwachen ein:" Was götts lich ist, muß ewig seyu!" meinen drück' es Mel. Alle Menschen müssen 2c. 489. Unter ander ist im Himmel! Köftlich) Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fuß- Mel. Es ist ein Gott! Ver: tritt, den ich thue, bringet mich) dem Land der Rube näher, immer näher zu. Wort, wie boch erfreuest du! stumme 2c. 491. W enn oft zu jener Seligkeit 2. Haltet's feft, ihr theuern Brüder, mein Geist empor fich schwinget, und Haltet's feft, dies werthe Sort! Nichts Gott, von jenem Glück erfreut, schon schlag' eure Hoffnung nieder, wallet hier ein Loblied singet: dann fübl' ich immer muthig fort! Muthig blicket mich hier nur als Gast, und leicht bin zum Ziele! Biele schon erreich: wird dieses Lebens Laft, die sonst so ten's, Biele! Wir, so wahr es Gott oft ermüdet. verhieß, wir erreichen's auch gewiß! 3. Nur, wie fromme Wandrer müs fen, bleibet wacker, send nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn' unterlas! Feinde steh'n an euren Wegen, Stürme toben euch entgegen; mancherlei Gefahren drob'n. Faset Muth! groß ist der Lohn. 2. 3war der kann hier schon selig seyn, der sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich fren'n, der Gott und Tugend liebet. O Bors schmack jener Himmelsluft, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend! 3. Dort, Gott, belohnst du mein 4. Was kein Auge ie gesehen, was Bertrau'n vor deinem Angesichte; kein Ohr gehöret hat, was kein Herz führst mich vom Glauben hin zum hier zu erflehen je sich unterwunden Schau'n, vom Dunkeln zu dem Lichte! hat, das hat Gott dort dem bereitet, Did) preif ich dann und deinen Sohn, der hier tapfer kämpft und streitet: der dir zur Rechten auf dem Thron d'rum verlaßt auch eure Bahn; Jesus der Macht und Ebre fizet! selbst ging euch voran! 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit 5. Diese Bahn führt uns zum Him- wachs ich durch Ewigkeiten. Ber mel. Dwie strömst, Gedanke, du, wandelt ist in Glück mein Leid, und mir, umringt vom Weltgetümmet, in Triumph mein Streiten. Und dieſe Muth und süße Hoffnung zu! Auf, hohe Seligkeit hat nie ein End', ist mein Geist, ermüde nimmer! schon ohne Zeit, kein Tod ist mehr, kein feb' ich des Bieles Schimmer, das nach Weinen! Christliches Verhalten gegen Gott. 186 5. Dann heb' ich meine Händ' empor, und falle fauchzend nieder, und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern boben Lobgefang voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder! Mel. Was Gott thut, das ist zc. 4. Wie Manden haben wir gefannt, der weit hinaus noch blickte, und, v so bald, mit matter Hand an's Herz uns scheidend drückte! Längst ward beweint der Jugendfreund; es wankt der Greis am Stabe zu seiner Enkel Grabe. 5. Wir gleichen All' der Feldessaat, vom Sommerwind umwebet, sie weiß nicht, wann der Schnitter naht; ein Wink: die Sichel mähet. Es ruft, cs ruft aus jeder Gruft:" Mensch, gedent' an's Ende!" Wir denken, Gott, an's Ende! 492.3um Himmel schauen wir hinauf, und falten frob die Hände. Einst endet sich des Lebens Lauf; doch segnen wir das Ende. Nicht furcht bar droht der nahe Tod; die Leiber nur zerstäuben; froblockt! die Seelen bleiben. 6. 3um Himmel führt des Lebens Lauf; d'ruin seguen wir sein Ende; 2. D lasset in Unsträflichkeit uns zum Bater schauen wir hinauf, und nach dem Ziele streben; wir wallen falten froh die Hände. Der Bater hier nur kurze Zeit, Ein Tag ist un- beut Unsterblichkeit. Das Grab mag fer Leben. Der Tag entflieht, ach, oft einst uns decken; das Grab kann uns verblüht im Morgenroth der Knabe; nicht schrecken. und wer ist fern vom Grabe? 7. 2ohlan, von Herzen wollen wir 3. Hier waren vor uns Biele schon; die Bahn der Tugend geben! Wer wer mag die Zahl ermessen? Sie flo: weiß, ob wir uns Alle hier noch eins ben, wie die Jahre flob'n; die meisten mal wiederseben? Wir seh'n uns find vergessen. Wo Menschen geh'n, doch im Himmel noch). Mag denn wohin wir seh'n, weht Staub zerfall: das Grab uns decen: es soll uns ner Glieder der Bäter und der Brüder! Inimmer schrecken! 11.084 2) Christliche Pflichtenlehre. Christliches Verhalten gegen Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Vor dir ist Alles offenbar 2c. 493. De er du, o Gott, mein Schöpfer bist, du, den ich findlich ehre, dich richtig zu erkennen, ist des Christen Lust und Ehre! Stets feliger durch dich zu seyn, dich immer mehr zu lieben, sich deiner immer mehr zu freu'n, müss er sich täglich üben, von dir stets mehr zu lernen. 4. Wer fromm und gut ift, fiebt's erfreut; sieht täglich mehr Beweise von deiner Grök und Herrlichkeit, zu deinem Ruhm und Preise. Zum Lichte wird die Finsterniß, die dich und deine Pfade ihm oft verbirgt; er wird ges wiß, daß Herrlichkeit und Gnade stets deine Werke krönen. 2. Wir können uns zu dir auch hier schon immer näher schwingen; wie schwach wir sind, mit dir, mit dir wird uns dies Werk gelingen. Nur laß uns auf den Unterricht von dir in deinen Werken, und auf der Offenbarung Licht getreu und forschend merken, damit wir weiser werden. 5. Was er nicht fast, verschmäht er nicht, empört sich nicht dawider; und, wo er zweifelt, sucht er Licht, fragt seine weisern Brüder; fragt seine Lehrer; barrt und schweigt, daß er nicht frevelnd richte, was er nicht einsiebt; überzeugt: im Dunkeln und im Lichte seyst du gleid) groß und herrlich). 6. Bie liebt er nicht dein Wort, o Herr, das doch die Spötter basſen! Er ebrt's, und täglich strebet er ganz 3. Nur Sünder geben, Herr, nicht seinen Sinn zu fassen. Wenn's ihm Acht, wie du dich sonst verkläreft; mit nun zeiget deinen Sohn, und deiner welcher Weisheit, Huld und Macht Liebe Thaten, der Seele Wert, der du uns erhältst und nährest; wie Al- Tugend Lohn, die Ernten ihrer Sags les, schön geordnet, sich zum allgemei- ten; was fühlt er da für Freuden! nen Segen vereinigt; wie so väterlich du uns anf tansend egen mit Bust und Heil begegneft! 7. Ist dieß bloß Morgenröche, spricht der Heilige voll Wonne, was wird der Tag eingt seyn, weich Licht der Christliches Verhalten gegen Gott. Zukunft volle Sonne! Wie theuer Me I. Herr, du regierst, daßAlleszc. find ihm dann, o Herr, nicht deines Worts Gesete! viel theurer, Gott, viel herrlicher, als aller Reichen Schätze, als jedes Glück der Erde! 8. So wird er fiets erleuchteter, von Borurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und ge- 2. Sey du, mein Schöpfer, wenn treuer. Mehr Weisheit, mehr Er ich dich betrachte, mein einziger Ges Fenntniß gibt mehr Freudigkeit im danke! Herr, ich schmachte dich recht Leiden; gibt, weil er brünstiger dich zu kennen, und nach deinen Lehren liebt, mehr Trost, gibt hohe Freuden, dich zu verehren! selbst in der Angst des Todes. 9. Laß denn von beiliger Begier und Sehnsucht mich entbrennen, did), Gott, und deinen Sohn schon hier ftets besser zu erkennen; daß ich von jedem abne frei, dich immer treuer Liebe, dir immer mehr gehorsam sey, und täglich mehr mich) übe, dich würdig zu erheben! Mel. Der du dein Wort mir haft zc. 494. Mein Gott, du wohnst in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt; doch gibst du mir zum Unterrichte dein Wort, das mich zur Weisheit bringt, und dich und meiner Seele werth, und deinen Rath mich kenuen lebrt! 187 495. W enn sich, o Gott, mein Geist zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden sich bestrebet, so müss' er nicht an Eitelkeiten denken; dich müsf er denken! 3. Was ist im Himmel, Höchster! was auf Erden, das, so wie dut, vers dient, erkannt zu werden? Nichts ist, das meinen Durst nach Heil so stille, als deine Fülle. 4. Dich kennen, fey die erste meiner Sorgen! Bist du gleich nnerforschlich und verborgen, so willst du doch, wenn wir dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine werke uns deine Weisheit, deine sey yoch dafür gepriesen! selbst unters du wiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Leba ren treu bewahren; wenn wir den Weg, den sie uns führen sollen, nur wandeln wollen. 2. Gib, daß ich es stets theuer achte, dieß Licht in meiner Finsternis; und mache mich, wenn ich's betrachte, von seiner Göttlichkeit gewiß. Für deiner Wahrheit hellen Schein laß, Gott, mein Herz stets offen seyn! 7. Bu diesem, mir so seligen Ges schäfte erbeb' und stärke meiner Seele Kräfte! Gib, wenn ich dich in deinem Worte höre, dak nichts mich störe! 8. Ach, mein Verstand ist träg', ift leicht zerstreuet, und irrt, weil er den Ernst des Denkens scheuet, dir, Gott, entrissen, eh' ich's inne werde, zurück zur Erde! 3. Dein Wort sey mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisbeit führt. Laß mir doch keinen Frr thum rauben, was mir mein ewig 9. Auch täuscht oft Stol; ibn, macht Heil gebiert. Kein Zweifel sey mir ihn leicht vermessen, verführt ihn, ſeiz hinderlich; kein frecher Spott ver- ner Grenzen zu vergessen; will mehr, als führe mich. deine Lehren uns vergönnen, von 4. Bor Allem laß bei mir lebendig dir erkennen. die Lehre deines Wortes seyn, und 10. Steh' mir denn bei und leite mich, wie sie gebeut, beständig dir meine Seele, daß sie den Weg zur meine ganze Liebe weih'n. Gib, daß idh thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. Wahrheit nicht verfeble! Verleit ihr, daß sie nicht so leicht ermüde, Ernst, Lust und Friede! 5. Was hilft das richtigste Erkennt: niß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? D'rum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig ſey! II. Dann werd' ich immer besser dich erkennen; dann täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen; dir gern ges horchen, fröhlich dich erheben, dir ewig leben! Ehrfurcht. 6. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahres Trostes seyn, Mel. O Gott, du frommer zc. und Seele den, mit Kraft und Muth und Licht 496. Bewahre meinen Mund, fo erfreu'n. Dort seb' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit Ehrfurcht selbst der Geister Heer 188 Christliches Verhalten gegen Gott. erkennet, daß nie durch Unbedacht ich| sen, nach deiner Borschrift redlich banz strafbar ihm entweih'; daß nie mir deln; du hasseft alle Heuchelei. Wer Scherz und Spott dein großer Name dich von Herzen scheut und chrt, nur sey! der ist dir, o Bater, werth! 2. Stets beilig bleib' er mir; und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren: so reiße nie der Strom der Spötter mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. 3. Auch sey der Name deß, durch den ich), Gott, did) kenne, mir heilig, daß ich ihm stets ehrerbietig nenne! Die kennen Jesum nicht, die nicht sich feiner freu'n, und ſeinen Namen frech durch Lästerung entweih'n. 4. Bon meinen Lippen fernsey Fluch, fey freches Schwören! Fern sey schamLoser Scherz! Der Mensch kann dich) nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; und nicht gefallen kann dir, Höchster, fein Gebet! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 497. Vor dir, o Gott, fich kindlich scheuen, ist unser Glüd, ift unsre Pflicht! Kein Mensch kann deiner Huld fich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht; d'rum wirk' in mir durch dei nen Geist die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 5. Ja, Bater, laß mit Furcht und Bittern mich schaffen meine Seligkeit; Taß mich nicht deinen Geist erbittern durch Eigensinn und Sicherheit. Stärk mich zu allem Guten hier, daß ich den Himmel nicht verlier'! 8. In deiner Furcht laß einst mich sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab. Ich werde ienes Leben erben, zu dem dein Sohn das Recht mir gab. Gott, deine Furcht bringt Gegen ein; ihr Lohn wird groß im Himmel seyn! 2. Bei Allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, dieß meine Weisheit 4. Wenn Nacht und Dunkelheit fen, daß ich mein Herz zur Sorgfalt did decken, die dem Verbrecher Muth tenke, vor ieder Sünde mich zu scheu'n! verleih'n, wird dich die Furcht des Denn wer noch Luft zur Sünde hat, Herrn erwecken, auch dann das Under fürchtet dich nicht in der That. recht noch zu scheu'n! Denk' nur: vor seinem Angesicht ist Finsternis wie Mittagslicht. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, ein Gräuel ift. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke frommen Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich, bei aller Missethat, so liebreich noch getragen hat. 6. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sev, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich) frei. Nie halte Furcht und Luft der Welt mich ab, zu thun, was dir gefällt. Mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke 2c. 408. Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weiß und Elug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, volls bringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Des Ew'gen Größe lern' empfins den, und fühle deine Nichtigkeit, fo wirst du nicht dich) unterwinden, mit thörichter Berwegenbeit zu tadeln, was fein Rath beschließt, der wunders bar, doch heilig ist. 3. 2irst du den Höchsten kindlich ideuen, so wird dir keine Vflicht zur Laft. Nur das wirst du vor ihm bes reuen, daß du sie oft vergessen hast. Wer Gott als Beugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 5. Den Höchsten vor der Welt verz ehren sowobt als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut; auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das übt, was ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Berachtung merken, wenn du dich fromm von mir entfernst, so wird die Gottesfurcht dich stärken, daß du auch diek ver: schmerzen lernst. Wer seinem Schöpfer wohlgefällt, ift glücklich selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, gibt Kraft und Muth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Sauß, mein Heil und Licht, so bebe ich vor Menschen nicht! 1 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, v Höc 7. Laß stets in deiner Furcht mich ster, seh'n; laß sie mich zu der Weisz wandeln, und überall, wo ich auchl heit führen, so werd' ich niemals irre Christliches Verhalten gegen Gott. 189 geh'n! Wohl dem, der dich stets find- 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, lich scheut! Dich fürchten, Gott, ist daß ich nie frevelnd Sport und Scherz Geligkeit! mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem mutbe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Grau'n dem Tode selbst in's Antlig schau'n! Der Eid. Mel. O Ewigkeit, du Donner wort zc. 499. Gott, bist, dem Falschheit fiets ein Grenel Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. ist, und Lügen ein Verbrechen; kein 500. Heilig, heilig sey der Eid Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund; und einst wirst du es rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! euch, ihr Christen, die ihr schwöret! Furchtbar ist die Heiligkeit eures Richters, der euch höret; furchtbar aller Lügen Feind, hier, und wann er einft erscheint. 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel set', und meine Hand erhebe; wenn ich voll heilgen Ernstes dich), Allwissen der, anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sey von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 2. Er, der Wahrheit Gott, begehrt, wenn wir ihm gefallen wollen, daß wir ihren hohen Werth fühlen, und auch ehren sollen; denken, wie wir reden; sie nie verstellen, läugnen nie. dann ergreif euch beitges Schrecken. 3. Wenn ihr eure Hand erhebt, Denkt: Gott ist uns nat', er lebt, er wird Alles doch entdecken, was Bes trug und Lift verstellt, er, der Richter aller Welt. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmäh'n, und frech vor dir mit Lügen steb'n; dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der dich und deine Macht zur Hölle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh' ihm! er stürzet freventlich in ewiges Ber: derben sich). 4. Wenn ihr freveln wollet, ach), eures eignen Herzens Klage folgt auf jedem Tritt euch nach), quält bei Nacht euch) und am Tage; Selbstgerichtwas ist ihm gleich! alle Ruhe raubt es euch. ott, der du Herzenskenner 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Ber: wirf nicht mit Berwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, das dich schadlos bält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz er. freut, dein Trost nicht, wann ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrei'n? Dann besser, nie geboren seyn! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott fiebt es nicht! Gott ach: tet's nicht! So lästern Spötterrotten. Zwar seine Langmuth ist bekannt; er läbmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, ein Richter in der Ewigkeit! 5. Fluch, und Elend würde dann Alles um euch her auf Erden; Alles, was sonst segnen kann, würde Pein und Rache werden; und Berzweife lung täm' zugleich ohne Rettung über euch). 6. Nein! für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die ueberzeugung hin, daß das recht ist, was ich thue, daß mir, was mein Gott befiehlt, mehr als meine Neis gung gilt. 7. Dann kann ich zu Gott empor voll Bertrau'n und Hoffnung seben; gnädig neigt er dann sein Ohr allez zeit zu meinem Flehen. Er, der Herr, der Lügen Feind, ist mein Bater, ist mein Freund! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 501. Wer, Gott, bei deinem Na7. D'rum soll nicht Ehre, Gut und men schwöret, und treulos sein Bers Geld, und nicht die Macht der ganz sprechen bricht, der ist ein Frevler; zen Welt mich blenden und verfüh- denn er ebret dich, Gott, den Gott ren; und drohten mir auch Schmerz der Wahrheit nicht! Er fann nicht und Leid; ich will doch meine Seligsfroh, nicht mit Bertrau'n zu dir hinkeit muthwillig nicht verlieren. Es auf gen Himmel schau'n. gilt fein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit: 2. und flöt er zu dem fernsten Meere, du findest allenthalben ihn; 190 Christliches Verhalten gegen Gott. er kann, so mächtig er auch wäre, Lichts! Mein Daseyn und mein Leben fidh deiner Allmacht nicht entzieh'n; ward mir von dir gegeben, und ohne ibm hilft nicht Ebre, Macht und Geld, dich vermag ich nichts. nicht Beifall, Gunst und Schuß der Welt. 2. Berstand und Luft und Kräfte zum nüßlichen Geschäfte hab' ich von 3. D'rum las mich eher nichts be- deiner Huld. Dein ist's, wenn gute thenern, bis ich erwogen, was ich! Thaten dem Borsag wohl gerathen; thu', und den Gedanken oft erneuern:[ an Feblern bin allein ich schuld. des Eides Richter, Gott, bist du! Du schau'st in's Herz, und dein Gericht bringt einst mein Inn'res an das Light! 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? Deine Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest meine Tage, ihr Glück und ihre Plas ge, wie dir's, Allweiser, wohlgefällt! Demuth. Mel. In allen meinen Chaten 2c. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gue tes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? war ich deß mehr, als Andre, werth? 502. ₁ ib, Gott, wenn ich dir die ne, daß ich mich nicht erfühne, darüber stolz zu seyn! Wer kann bei sei nen Werken, wie oft er feble, merken? Wer ist von allen Mängeln rein? 2. Such' ich wohl deinen Willen 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn. Das las mich nie vergessen; so werd' ich nie vermessen vor dir mich) meines Borzugs freu'n! so eifrig zu erfüllen, als mir dein 6. Das nüßlich anzuwenden, was Wort gebeut? Trag' ich die sanfte Bürde, aus kenntniß ihrer Würde, wohl immer mit Zufriedenheit? du mit Baterhänden mir gütig zue gewandt; gehorsam dir zu werden, das sey mein Fleiß auf Erden, dazu giv Demuth und Verstand! 3. Sud) ich den Trieb zu Sünden in mir zu überwinden aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Trie: be nicht Früchte deiner Liebe; nein, Freude an Gott und und Zeit! Liebe zu ihm. Früchte nur 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, wie viel sind ihrer nicht! Welch unbeständ'ges Wanken in Thaten und Gedanken, bei deiner hellem Licht! mel. Wer mit dem reinen Sees lenblicke zc. 5. Dod), wenn auch), bir zur Ebre, 504. Dich lieb' ich, Gott, denn rein meine Tugend wäre, ist das mein deine Gnade verjüngt mit jedem More Eigenthum? Wer lick mich unter: gen sich; bewahre mich auf deinem richten? Wer ließ in meinen Pflich- Pfade, und stärk in deiner Liebe mich), ten mein Glück mich seh'n und mei- daß ich, dir ganz geweiht und treu, nen Ruhm? versichert deiner Güte sey! 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte zum Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Du lebrst uns weise wählen; du rufft uns, wenn wir fehlen, auf deinen Weg zurück; entwöhnest uns von Sünden, lebrit uns die Tugend finden, und in der Tugend unser Glück. 8. Fern sey's, wenn ich dir diene, Gott, daß ich mich erfühne, darüber ftolz zut seyn! Nie, nie will ich ver messen, wie schwach ich bin, verges fen; der Demuth soll mein Herz sich weih'n! Mel. Was ist's, daß ich mich quale 2c. 503. Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Bater alles 2. Laß mich), weil ich noch leb' auf Erden, stets fest in deiner Liebe steh'n; laß nie, dem Frevler gleich zu were den, mich) Wege des Berderbens geb'n! Ich habe meine Lust an dir, und diese, Gott, erhalte mir! 3. Wo deine Frommen dir lobsins gen, wo sie vor deinem Sohn, dem Herrn, die Opfer ihres Dankes bringen, da, lieber Bater, blieb' ich gern; dazu gib selber mir die Kraft, die alles Gute in uns schafft! 4. So lern' ich, Gott, dich findlich lieben, und deine Wunder recht vers steh'n; in deinem Dienst willst du mich üben, mich vorbereiten, dich zu seh'n, bis einst in jener Herrlichkeit mid) deine Liebe gan; erfreut! 5. Erhalte nur mir diese Liebe zu Gott; wird über mir der Himmel trübe, und häuft fich) Angst, Gefahr und Christliches Verhalten gegen Gott. 191 Noth, fo laß auch da mich standhaft mag mich die Welt doch haffen! Du seyn, in deiner Liebe mich zu freu'n! liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll 6. Lieb' ich nur dich), so kann im Leben kein Schicksal mir erschrecklich sevn. Wenn Todesschatten mich um: geben, kann ich noch dein, o Gott, mich freu'n! Ich weiß, nichts scheidet dort und hier mich), o Barmherzigster, von dir! De h mich nimmermebr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Ges duld, vergibst durch Christum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil; dieß tröstet meine Seele! 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es auf's Beste mit mir meint; wo Mel. Wernurden lieben Gott zc. find ich deines Gleichen? Du stehst 505. Du, Bater deiner Menschen- Berg und Hügel weichen. mir bei und bleibst mir treu, wenn kinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist: las mich) von ganzem Herzen dein im Le ben und im Tode seyn! 5. Du bist mein Leben, Troft und Licht, mein Fels und Heil: d'rum frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulid) werde! 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Borschrift gibst! Bas dir gefällt, gefall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe durch die Welt, und gib, daß ich Berläugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt! Wie könnt' ich je die Kreatur dir vorziey'n, Schö pfer der Natur! 8. Noch hat's kein menschlich Obe gehört, was uns dein Himmel einst ges 4. Laß mich um deines Namens wil- währt; doch seh' ich's schon im Glauben. len gern thun, was mir dein Wort Bollkommnes Heil ist dort mein Theil, gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, und Niemand wird mir's rauben! erfüllen, so sieh' auf meine Willigkeit, und rechne mir nach deiner Huld die Mel. Gott der Wahrheit und der Schwadiheit, Bater, nicht zur Schuld! Liebe zc. liebt nicht, noch mit Freuden, das thut, was dir, o Gott, 507. Deuelle der Bollkommenbeis misfällt! D'rum laß es mich) mit Sorg: ten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich falt meiden, gefiel es auch der gan- dich)! und mit welchen Seligkeiten zen Welt. Die kleinste Sünde felbft fegnet deine Liebe mich! Könnt' ich zu scheu'n, laß, Bater, mich) beslissen je nach Weltlust trachten? Mehr, als feyn! dich, ein Gut hier achten? Mir foll deine Lieb' allein mehr als Erd' und Himmel seyn. 6. Aus Liebe, laß mich Alles leiden, was mir dein weiser. Rath bestimmt. Auch) Trübsal führt zu ew'gen Freu 2. Denk' ich deiner, wie erhebet den. Wer ibre Last gern auf sid meine Seele sich in mir! Wie getrös nimmt, sie willig trägt und weislich stet, wie belebet, fübt' ich mich, o Gott, nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. von dir! Jeder Blick auf deine Wers 7. In deiner Liebe laß mich sterben, ke, deine Weisheit, Huld und Stärke, so ist auch Sterben mein Gewinn; wie entlastet er mein Herz von Bes so werd' ich deinen Himmel erben, wo fümmerniß und merz! ich dir ewig nabe bin. Da lieb' ich in Bollkommenbeit dich, Bater der Barmherzigkeit! 6. Du segneft mich, wenn man mir flucht; und wer auch mein Berderben sucht, der wird zu Schanden werden. Du stebst mir bei mit Batertreu', fo lang' ich leb' auf Erden. 7. Und schließt sich einst mein Les benslauf, so nimmst du mich zu dir hinauf, dem Ursprung wahrer Freuden. Wie leicht vergißt, wer selig ist, des Lebens kurze Leiden! 3. Floß aus deiner Gegensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich) noch bin, wirfest du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Bater, meis Seele; dankt dir, daß sie dich ers Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 506. Ich freue mich, mein Gott, fennt, dich durch seium Bater neunt! in dir, und bin getrost, wenn ich dich 4. Heil und unvergänglich Leben hier zu meinem Theil mir wäble. Du, that'st du, Gott, durch ihn mir kund! Herr, bist mein, und ich bin dein; 1tut zu dir mich zu erheben, schloß was mangelt meiner Seele? dein Sohn der Liebe Bund, den er in 2. Du hast mich vor der Welt ge- dem bängsten Streite, selbst mit seis wählt und deinen Kindern zugezählt; nem Blute weihte. Und nun zeigt 192 Christliches Verhalten gegen Gott. den Weg zu dir nur der Geist der Falschheit hast, dem großen WahrLiebe mir. heitsfreund! 5. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt' ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 6. Heil mir, daß ich es empfinde, 8. So sey, dir ähnlicher zu werden, welcher Liebe werth du bist; meiner du hohes Urbild der Vollkommenbeit das nur würdig finde, was dir wohl mein höchstes Ziel schon hier auf Era gefällig ist! Einst, Herr, werd' ich den; mein Ziel, zu welchem einst in deinen willen ganz erkennen und er- Ewigkeit mit höh'rer Kraft mein Geist füllen, mich der reinsten Liebe freu'n, zu dringen strebt, ob er sich gleich nie und in dir ganz selig seyn! ganz dazu erhebt! Streben nach Aehnlichkeit mit Gott. Mel. Dir, dir Jehova, will ich sc. 508. Dir immer ähnlicher zu werden, du hohes Vorbild der Bollkommenbeit, das ist mein Ziel schon hier auf Erden, das bleibt mein Ziel noch in der Ewigkeit! Bie felig ist, wer stets ihm näher strebt, obschon er sich nie ganz zu ihm erhebt! 7. Wenn ich mich Leidender er barme, mit liebevollem, brüderlichem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sey, daß ich sein Era retter bin: dann gleich ich dem, der ganz die Liebe ist, und keines Mens schen, feines Wurms vergißt. Gehorsa m. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 509. Gott, deinen heiligen Befehlen will ich gehorsam fie sters zu meiner Richtschnur wäh ien, und dir mein ganzes Leben weih'n. Dein Will' ist heilig, recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam ist die beste Gabe, ist mehr als Opfer und Gesang. Wennich dir die geopfert habe aus Liebe nur, und nicht aus Zwang; o dann erfüllet Himmelsluft schon hier auf Erden meine Brust! 3. Dein Sohn gehorchte dir so gere ne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Bater, so geborchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war! Er war's auch unter Schmach) und Noth: er war gehorsam bis zum Tod. 4. Laß deine heiligen Gefeße mir immer gegenwärtig seyn; gib, Herr, daß ich sie nicht verletze, und ernstlich fürchte, was sie drau'n! Dein Joch ift fanft, leicht deine Last; wohl dem, der dieß im Glauben fast! 2. Wenn ich aus reiner Menschen Riebe, die selbst den Schein des Eigennubes flieht, des Wohlthuns edle Pflich ten übe, auch wenn die That kein fterblich Auge sieht; dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, und liebevoll erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit 2Beisheit handle, so wie er: so gleich ich meinem Vorbild immer mehr. 4. Wenn ich mit immer regem Trie: be das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sehr auch oft der Sünde Luft erwacht; wenn in Gefahr mein Herz sich nie vergift: dann gleich ich dem, der rein und Beilig ist. 5. Wenn ich), Herr, deine Stimme böre, so mache du mich selbst bereit, daß ich sie durch Gehorsam ebre, und thue, was sie mir gebeut! Laß mich nicht Hörer nur allein, laß mich zus 5. 2senn ich, um Tugend auszugleich auch Thäter seyn. breiten, Berdienste fördre, lohne Fleiß 6. Berspricht die Welt mir tausend und Tren'; wenn ich, zur Besprung Freuden, daß ich dir ungehorsam sev, ihn zu leiten, den Frevler strafe, selbst so laß mich ihre Lockung meiden, und das Unrecht schen': dann gleich ich mache mich vom Eitten frei; bis, frei dem, der mit Gerechtigkeit belohnt von allem Menschenwahn, ich dir mit und straft, so gern sein Herz verzeiht. Freuden folgen kann. 6. Wenn ich durch Täuschung nie 7. Wenn ich mich) im Gehorsam betrüge, die Wahrheit ehre, Feind der übe, dann fühl ich Bater, daß ich Falchbeit bin; mein Wort nie bre- dich mit jedem Tage stärker liebe; che, niemals lüge, und brächt' es mir und thu' ich das, so liebst du mich, der ganzen Beit Gewinn: dann gleich und lohnst die Mühe dieser Zeit mit id) dem, der es aufrichtig meint, und Freuden deiner Ewigkeit! Mel. Christliches Verhalten gegen Gott. 193 Mel. Sollt' ich meinem Gott ze. I wenn du mich liebst, mag mich die Welt nicht achten! Gib, daß ich nur 510. Gut und heilig ist dein Wille, allein der Frömmigkeit mich weiß, und wie du selbst es bist, o Gott! Du ge: daß mein Leben stets dir wohlgefäls beutst! in tiefer Stille hört die Schö- lig sey. Treue. pfung dein Gebot. Die im Himmel bir lobsingen, steh'n um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen Willen zu vollbringen; nur der Eigne Melodie. Menich erkennt's oft nicht für sein 512. Du Gott, haft mich so väters Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne beiner Engel zahllos Heer. Deine Feste, deine Sonne, Sturm und Don ner, Erd' und Meer, Alles dienet deis nem Willen; Alles, Höchfter, was du schufft, eilt und drängt sich, wenn du rufft, dein Gebot stets zu erfüllen; nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht! lidh), so treu bisher geleitet; errettet oft aus Trübsal mich, mir Glück und Luft bereitet; im dunkeln Leben mir Licht gegeben! Sieh, wie bewegt mein Herz dir schlägt! Wie könnt' ich nun auf Erden dir jemars untreu werden. 2. Der MenschenGunft verändert sich, stammt oft von niederm Triebe. Nur du bist unveränderlich; du bleibst der Gott der Liebe. Im Lauf der Zeiten zu Seligkeiten mich zu erzieb'n, ist dein Bemüv'n. Wie sollt ich deinen Wils len nicht immer gern erfüllen! 3. Stolz empört sich meine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich! Deine göttlichen Befehle wirft fie thöricht hinter sich, läßt sich nicht von dir res gieren; glücklicher nach ihrem Wahn, wählt sich eine andre Bahn, die sie foll zum Himmel führen; sie geht mit bethörtem Sinn auf verkehrten Wegen hin. 3. Ein Wechsel ift's von Freud' und Leid, das Leben auf der Erde; oft weichet Glück und Heiterkeit vor un fall und Beschwerde: doch soll nicht Leiden, noch Luft mich scheiden, noch frecher Spott von dir, mein Gott! Du reichst des Himmels Krone der Treue nur zum Lohne. 4. Las es doch uns tief empfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle Luft der Sünden uns zuletzt den Tod gebiert. Mach' und deinen Witlen wichtig, führ auf deine Bahn uns uns denn dein Weg allein ist richtig. Mach uns unfern Pflichten treu, daß der Wandel heilig sey. 5. So wird auch bei uns auf Er den, wie im Himmel, dein Gebot dank bar ausgerichtet werden, heiliger und großer Gott! Alle Werke deiner Hände werden unterthan dir seyn; alle dei: ner Huld sic) fren'n, bis an deiner Schöpfung Ende. Denn, wer deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. www Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 511. Herr, dein Gebot bringt Heil, und deine Lehren Leben; wie könnt' ich dir, dem Gott der Liebe, widerstreben? Mag auch des Lasters Freund im Glücke stolz hier blüh'n: mich soll dies dennoch nicht in seine Neßze zieh'n. Mel. Was mein Gott will, das ic. 513. Sev Gott getreu, valt ſeinen Bund; bekenn' ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund; drum bleib' ihm stets ergeben. Wie hat Gott dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade! Bertrau' dem Herrn, und wandle gern der Tugend fichre Pfade! 2. Sey Gott getren von Jugend auf; laß keine Lust, kein Leiden dich ie in deines Lebens Lauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu' ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, pas bricht er nicht; daran las dir genügen. 3. Sey Gott getreu in jedem Stand, in welchen er did sebet; dann schüßt dich seine starke Hand: wer ist, der dich verließet? Wer seinen Rath zum Beistand bat, ist immer wohl beras tben. Wer mit Gebet zur Arbeit geht, hat Glück in seinen Thaten. 2. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich mein Herz bewahren; 4. Sev Gott getreu, fein theures was hier verborgen blieb, wirst du Wort freimüthig zu bekennen vor einst offenbaren. Wenn mir die böse Jedermann, an jedem Ort, dich seinen Lust unwidersteblich ist, dann will ich Freund zu nennen! Was in der Welt denken, Gott, daß du mein Richter bist! dir wohlgefällt, muß Alles bald verges 3. Sollt ich der Menschen Gunft hen; nur Gottes Wort bleibt immers nur zu erringen trachten? Nein; Herr, fort zum peil der Frommen stehen. 13 194 Christliches Verhalten gegen Gott. MODE 5. Sey Gott getreu in jedem Streit, Grenzen ist deine Gütigkeit! So weit dann wirst du überwinden; denn er die Himmel glänzen, übst du Barmläkt Muth und Freudigkeit den treuen berzigkeit. Du siehst mit WobtgefalKämpfer finden! Berleße nicht die len auf das, was du gemacht; und kleinste Pflicht. Doch wirst du dich haft auch) uns, uns Allen viel Gutes vergehen: so nüß' die Reu', um künf zugedacht. tig treu die Prüfung zu bestehen. 6. Sen Gott getren bis in den Tod; laß nichts von ihm dich scheiden! Er ift mit dir in jeder Noth; er ischüßt in Glück und Leiden. Und seine Macht wird durch die Nacht des Graves selbst dich leiten. Dann lobnen dich einst ewiglich des Himmels Seligkeiten. 2. Uns ewig zu beglücken, erschufft du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sic) bält; noch grökrer Güte Proben bat für uns deine Hand im Himmel auf: geboben, der Bonne Baterland. Da hin uns zu erheben, sandt'st du den Sohn berab, der huldreich selbst sein Leben für uns Berlorne gab. Dankbarkeit. 3. Mit jedem neuen Morgen ist ima mer deine Güte neu, und allen uns fern Sorgen kamst du zuvor mit Badu weißt, was uns gebricht; und was Mel. Ach, was soll ich Sünder ze. 514. Uues bast du mir gegeben, aller alles bin ich), Gott, durch dich; du nur du beglückest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Frei: heit und Berstand, gav mir deine Schöpferhand. nicht. Wie sind doch unsre Tage, wir nöthig haben, versagest du uns Herr, deiner Güte voll! selbst ihre Laft und Plage leukst du zu unserm Wohl! 2. Eh' ich noch dich Bater nannte, eh ich reif zum Denken war, eb' ich Schmerzen und Gefahr, eb' ich Glück und Freude kannte, forgtest du schon väterlich) für mein Daseyn und für mich). 3. In den Jahren. meiner Jugend, 4. 26er foute dich nicht lieben? Du treu geblieben, wie viel wir wider haft uns ia zuerst geliebt, und bist stets dich verübt. Mit Gnaden uns zu ſegs dir zu begegnen, sey stets auch unfre nen, ist ewig deine Lust; mit Dank Luft! zu ehren deinen Willen, uns dis zu erfüllen, sey unfer bestes Theil! selbst zum Glück und Heit, ihn freuz wo id) schwadh an Einsicht war, warne test du mich vor Gefahr, gabst du mir wort vor Augen hat und hält, den 5. Wer bier auf seinen wegen dein Gefühl für Tugend, segnetest du mein feßest du zum Gegen, in dieser und Bemüh'n, mich) Berführern zu entzieh'n. 4. Alle meine Lebensfreuden bab in iener Welt. Du schaffft ibm felbft ich, Bater, nur von dir; Glück und aus Leiden den herrlichsten Gewinn, Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth und führeft ihn zu Freuden, die ewig in jedem Leiden; und wie oft trägt wäbren, bin. Wie groß ist deine Güte! deine Huld meine Fehler mit Geduld! mich ihrer stets zu freu'n, lasi, Gott, 5. Täglich fann ich es erfabren, wie auch mein Gemüthe voll Liebe zu dir du deine Kinder liebst, ihnen Schuß seyn! und Beistand gibft, fie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch ge währst. Vertrauen. du stets mich führeft, Mel. Ach, was soll ich Sünderze. väterlich an mich gedenkst, Böses auch 516. Uch, wie ist der Menschen zum Guten lenkst; wie du mein Ge: fabic regierest, meine Wohlfahrt zu erhöh'n, lern' ich immer mehr versteh'n. 17. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohltbat Werth, die mir täglid) widerfährt; preise deine weise Güte, und erfleh' auch künftig mir Gegen, Troft und Heil von dir. Liebe so veränderlich, so falt! Wie erstirbt sie doch so bald! Seele, seg auf diese Liebe, die nicht bält, was fie verspricht, nimmer deine Zuversicht! Höch2. Aber deiner Liebe trauen, ster, das gerenet nie; denn ein starfer Fels ist sie! Die auf diesen Felsen bauen, wobnen unverlegt und jeb'n ruhig Welten untergeb'n. Mel. Nun lob', mein'Seel', denze. 515. Gott, du bist die Liebe; uns wohlzuthun ist deine Lust. D'rum 3. Taglich sag' ich's meiner Seele: liebt Treu' wird mit jedem Morgen neu. Sym, den Ewigen, erwähle dir zum Freund und preist mit frohem Triebe dich unsre jandhze daun, daß kein Feind dir schas dankerfüllte Bruft. Wie so gar ohue( den kann. Christliches Verhalten gegen Gott. 195 4. Darum will ich dich erwählen, keit bestehet; alles Irdische vergebet, Bater, ich will nur allein gan; dir und fährt wie ein Strom dahin. mein Bertrauen weih'n! Aber ach), die Kräfte fehlen meinem Borsas; Mel. Was Gott thut, das ist zc. bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 518.2 Auf Gott, und nicht auf meis 5. Plößlich überfällt mich wieder nen Rath, will ich mein Glück stets Sorge der Bergänglichkeit, irdisch Hofbauen, und dem, der mich erschaffen fen, irdisch Leid, und dann fink' ich hat, mit ganzer Seele trauen. Er, muthlos nieder, suche bei den Men der die Welt allmächtig hält, wird schen Ruh', und mein Helfer bleibst mich in meinen Tagen als Gott und doch) du. Bater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nügen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde: 2Bas zagt mein Herz? kann auch ein Schmerz bei diesem festen Glauben mir meine Ruhe rauben? 6. Ad), vergib mir, wenn im Staube dieses Lebens sich mein Geist oft so schwer der Welt entreißt! Ach, ver gib mir, wenn mein Glaube hier noch wankt, und sich nicht fest, fich) nicht ganz auf dich verläßt! 7. Täglich laß mein Herz empfinden, daß ihm Menschengunft nicht nüßt, wenn es nur auf sie sich stützt. Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir, und dann, Bater, hilf du mir! 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, der du sie selbst beten lehrst; laß mich fest im Glauben stehen; und erfahren, wie so treu deine Baterliebe sey! Eigne Melodie. 517. U lles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen: du bist unser böchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schätzen, und auf dich die Hoff nung seßen, gibt allein getroffen Muth. 2. Du, der mich bisher ernähret, manche Freude mir gewähret, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Vater und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Le ben seyn! 3. Soll ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' ma: Mel. Herzlich thut mich vers chen, und vergänglich sind, bemüh'n? langen ze. ich nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und in 519. Beficht du deine Wege und Tode nicht entflieh'n. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken. Was ich wünsche, wird sich schicken, wenn es anders dir gefällt. Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Trübfal, Tod und Leben, Alles sev dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit! Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Geligkeit. 3. Gott kennet, was mein Herz bes gehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eb' idy's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich). Nicht, was ich mir ers sebe, sein Wille nur geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Grück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ebre, Glück und Habe verläßt mich einft am Grabe. 5. An dem, was ewig glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundnicht das Glück der Seelen. heit, Ebre, Reichthum, Pracht sind Wer Gottes Rath vor Augen bat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal einft versüßen. 6. Soll ich hier noch länger feben: o so wollst du Kraft mir geben, mich um das nur zu bemüh'n, was in Ewig: 6. Was ift des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ift's überwunden! Herrn! er bilft uns gern. Send fröh Hofft auf den lich, ihr Gerechten! der Herr hilft seinen Knechten. Alles, was did) kränkt, der treuen Bas terpflege deß, der den Weltkreis lenkt. Den Sternen, Wolken, Winden, be zeichnet er die Bahn; sollt' er nicht Wege finden, wo dein Fuß gehen kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergeh'n; auf sein Werk mußt du schauen, dann wird dein Werk besteh'n. Er läßt durch Sorg' und Grämen, und selbst ge machte Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten seyn. 3. D Bater voller Gnade, dir ist at: fein bekannt, was gut sey, oder schade Geschöpfen deiner Hand! Und was du dann erlesen zum Besten deiner Welt, 13% Christliches Verhalten gegen Gott. 196 das kommt zum Stand und Besen, sobald es dir gefällt. 4. An wunderbaren Wegen fehlt's bir, Allweiser, nicht; dein Tbun ist lauter Segen, dein Gang ift lauter Licht! Dein Serf kann niemand hinz bern, wenn du entschlossen bist zu toun, was deinen Kindern wahrhaf: tig nüblich ist. 5. Und brausten alle Stürme und Better ber auf fie; Gett, unter deis Hem Schirme verzagten nie doch nie! Im Himmet und auf Erden fann nichts bir widersteh'n. Saß du gebeurft, muß werden, und was du willst, gescheh'n. 6. D'rum, Seele, laß ibn walten Er will dein Woblergeb'n. Er wird auch dich erhalten; bewundernd wirft du seh'n, wie gut er did regieret, wie wunderbar sein Rath das Werf bin: ausgeführet, das dich) bekümmert bat. 7. Bersieht der Troft auch lange, weil's fo dir beitiam ift: so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt! Er wird dir Hülfe senden, um die dein Auge tbränt, und all dein Unglück wenden, aus dem du dich gelebnt. ner an. 2. Bei ihm ist Himmel, Erde, und Mensch und Engel gleich. Er spricht: " vergeh' und werde!" zum Staub und Königreich. Er straft, und kann be: hüten, denn sein ist Rach' und Lobn. Hier läßt er Donner wüthen, dort läst er sie nur droh'n. 4. Wenn aber trübe Stunden, wenn mancher Jammertag, wenn bier ges beime Wunden, und wenn dort Schlag auf Schlag, und Schrecken schnell auf Schrecken den Untergang mir drob'n. ist Gott mir Stab und Stecken, und Schild und großer Lohn. 5. Den Frommen, die Gott lieben, ift Alles Seligkeit. Ihr Jauchzen, ihr Betrüben, ihr Siegen und ihr Streit, ibr Glück und ihre Plage, ihr ganzer Lebenslauf löst sich am legten Tage in Himmelsfreuden auf. 8. Bobl dir! denn deine Treue trägt einft den Sieg davon. Daß dich dein Kampf nicht reue, dent' feinen großen Loon! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du Angst Freudenpfalmen dem, der dein Leid gewandt. 9. Mach', Herr, ein selig Ende mit aller unfrer Nots! Stärk' aller Müs Mel. Ermuntre dich, mein schwas cher 2c. den Hände, und laß bis in den Tod 521. Du bist ein Mensch, n d Gote uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn; fo geben unsre wege gewiß zum Himmel ein! tes Rath ift Sterblichen verborgen; noch derrscht er, wie er immer that, was nügen deine Sorgen? Was irs rest du mit bangem Sinn durch) taus send kümmernisse hin, und denkst: Mel. Valet will ich dir geben sc. 520. Dem Herrn will ich vertrauen, wie will's auf Erden doch endlich) mit verlassen mich auf Gott, auf Sand mir werden? nicht Schlösser bauen, nicht zagen in 2. Was quä! ft du dich, und wittft der Noth. Er ist's, der mich gefübret, in Echmer; und Sorgen did) verlies so lang ich denken kann. Er, der dieren? Ist Gott nicht weiser, als dein Belt regieret, nimmt sich auch) mei Herz? Laß ihn allein dich führen! Denn all dein Gram dient nur dazu, daß du dich selbst aus deiner Ruh' in Angst und Schwermuth stürzest, und dir dein Leben kürzeft. 3. Die Thräne, die ich weine, fließt oft aus inverstand. Wann ich ver: Taffen scheine, bält mich des Höchften Hand. Was id) heur' Unglück nerne, ist morgen schon mein Glück. Ich, der ich mich nicht kenne, keun' auch nicht mein Gefaitk. 6. Hinweg mit bangen Klagen, mit Gram und ingeduld! Durch Zittern und durch) Zagen bäuft Strafe fich und Schuld. Wir mehren unsre Schmerzen, vergrößern unsre Pein, und flößen unserm Herzen geheimes Gift nur ein. 7. Sie tröftlich sind die Lehren, die Gottes Wort mir gibt! Mein Fieb'n will Gott erbören; er züchtigt, den er liebt. Nach trüben Augenblicken geb' ich zur froben Rub'. Mein Geist eilt mit Entzücken der Schaar der Sel'gen zu. 8. Kur; sind der Christen Leiden, fur; ibre Trüfungs; eit, nicht werth der ew'gen Freuden und der Unsterba lichkeit. D Trost, wie kannst du trö ften, wie sehr das Herz erfreu'n! Ich geb' mit den Erlösten zum Loon des Himmels ein. 3. 2irf deine Sorgen doch) auf ihn, der schon so lang regieret, und viels mals, was unmöglich schien, voll Weiss yeit ausgeführet. Ergib dich seiner Baterbuid, and trag dein Leiden mit Geduid! Er wird, was gut ist, schis den, und dich gewiß beglücken. 4. E' deine Mutter dich gebar, als nech in ihr verborgen dein schwaches Leben schlummerud war, wo waren deine Sorgen? 2ser bat fchon da dein Christliches Verhalten gegen Gott. 197 2Bohl bedacht? Wer hat dich an das die Augen, die auf dich unr schau'n, Licht gebracht, und Seele, Leid und seb'n deine Wunderwerte. Herr, groß Leben aus Gnaden dir gegeben? von Ratb und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirft du dein 2erk vollenden! 5. Wer bat gesorgt, daß nichts gebrach, als du die Welt betratest; noch ebe deine Zunge sprach, und du durch Beinen bateft? Wer hat an deiner Mutter Bruft gesunde Nahrung, stille Luft dir schon voraus bereitet, und dich bisher geleitet? 3. Noch nie bat fich, wer dich ges liebt, verlaffen feben müssen; du läst ihn, wenn ihn Noth umgibt, doc) deie nen Troft genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmers; der Sünder eitles Dichten eilft du, Herr, zu ernichten! 1 6. Erhebe nur dein Angesicht! Hier unten und dort oben, wo siebst du Got tes Güte nicht, nicht seiner Weisheit Proben? Wie oft vat er dir väter tich ein Stück bereitet, das du dich zu boffen nicht erfübnteft; und mehr, als du verdienteft? 4. D'rum hoff, o Seele, bon auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wann der Gerechte in der doth Hülf' und Erbarmung findet! Wann jener fällt, ift er ein Held: er ftcht, wann Sünder zittern, ein Fels in Ungewit. tern.*** 5. Sieh auf das große Beispiel hin, das Jesus dir gelassen; fich' ihn im Kampf, sieh' sterbend in den Bater noch umfassen! D möchtest du zu deis ner Rub' auf Jesum Chriftum schauen und lernen, Gott vertrauen! 6. D'rum bebe nicht, wann um dich ber fich Wetterwolken sammeln. Gott hilft, wann Christen freudenteer zu ibm um Gnade ftammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen, und wälzt fie weg vom Herien. 7. Herr, du bist meine Zuversicht! auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wann ich mich sorgend quäle. Wer wollte fid nicht ganz auf dich, Allmächtiger, vers lassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand empfehl' ich mich, mein Wohlfeyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Gey du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue! Mel. Lobsinget! Gottes Huld 7. Doch willst du niemals rubig seun; willst Gott nicht walten lassen. Dringst du in seine Weisheit ein, die Menschen doch nicht fassen? Wenn du nicht siehst, wie er regiert; wenn er nicht deinen Weg dich führt, so fängst du an zu zagen, zu murren und zu klagen. 8. Bedenke doch, wie manches Mat du nicht zum Biel gekommen, wann obne Gott, auf eigne Wahl, du etwas 2Sas aber dir dein Gott erseh'n, das mußte seyn, das ist gescheh'n, und Niemand konnt' es hin dern von allen Menschenkindern. unternommen. 9. Er richtet die Betrübten auf, macht gut, was wir verwirren; er leitet Liebreich unsern Lauf, und lenkt uns, wo wir irren; gibt immer das nur, was uns nüßt, errettet uns, und hilft und schüßt, eh' wir Gefahren sehen, und ihn um Hülfe flehen. 10. Und diesem Bater wolltest du dein Heil nicht anvertrauen? Nicht deines Lebens ganze Rub' auf diesen Felsen bauen? Bertran' ihm, und dann zage nicht! Ein Herz, voll fester Zuversicht darf auch in lingewittern nicht ohne Hoffnung sittern. II. Wirf als ein Kind voll Glaubens und 2c. dich in deines Gottes Arme, und fleb' 523. Gott lebet noch! Ich forge ihn, daß er väterlich auch deiner sich erbarme. So kommt dein ängstlich nicht, denn er ist meine Zuversicht. Herz zur Ruh'; vertrau' auf ihn, so Stürzt auch der ganze Weltkreis ein; findest du auf deines Baters Wegen er wird mein Schuß und Retter seyn! zuteßt nur Heil und Gegen! Gott lebet noch! 2. Gott lebet noch)! Was gräm' ich mich? Sorgt nicht mein Schöpfer väs terlich? Ist er's nicht, der die ganze Welt durch seine weise Macht erhält? Gott lebet noch! Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 522. Dut u, Herr, bist meine Zuver ficht, mein bester Troft im Leben! Nie 3. Fehlt mir's an Einsicht, Macht und fehlt es mir an Troft und Licht; dir Rath, wann mich Gefahr umgeben hab' ich mich ergeben. Du bist mein bat: so denk' ich voll Bertrau'n dar. Gott; auf dein Gebot wird meine Seele an, daß Gott regiert, und bet ihn ftille; mir g'nügt dein weiser Wille. an. Gott lebet nod)! 2. Wer wollte dir, mein Gott, nicht 4. Gott lebet noch, und weiß gar trau'n? Du bist der Schwachen Stärte; I woht, wie er mein Schidsal lenten 198 Christliches Verhalten gegen Gott. foll! Mein Bater meint und macht nicht verlaffen. Deiner Führung folg' es gut, wann er mid) prüft; d'rum ich still; wie du willst, nicht wie ich will. hab' ich Muth; Gott lebet noch! 5. Legt Gott auf mich ein schweres Joch, wie schwer's auch sey, so hoff ich doch); denn er hilft tragen, was uns plagt; er stärker den, der nicht versagt; Gott lebet noch! 6. Naht der Bersuchung Stunde fich, so sieht er liebevoll auf mich. Er gibt mir Kraft zum Kampf und Lauf; und fall' ich, so hilft er mir auf; Gott lebet noch! 8. Ich empfehl' mich deinen Händen, Bater, voll Zufriedenheit! Jede Klage wird sich enden, jeder Schmerz wird 7. Mein Bater, forge du für mich), Geligkeit. Kann ich von des Himmels denn ich vertraue nur auf dich! Silf Höben einst mein Schicksal übersehen, mir in meiner legten Noth; so sing' o dann sprech' ich tiefgerührt: selig ich fröhlich selbst im Tod: Gott lebet haft du mich geführt. noch! Mel. Was mein Gott will, das ic. Mel. Gott der Wahrheit und 525. Ich hab' in Gottes Herz und der 2c. 524. Sinn mein Herz und Sinn ergeben. ott, mein Troft und mein Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Bertrauen, ewig meine Zuversicht! Tod selbst ist mein Leben; denn Gott Deine Hülfe werd' ich schauen, seh' ich) ist mein, und ich bin sein; was ift sonst auch nirgends Licht. Auch auf wobt, das mir schade? Ob er gleich ranhen, dunkeln Wegen find' ich Freu- schlägt, und Kreuz auflegt, ist doch) de, find' ich Segen. Deiner Führung sein Thun voll Gnade. folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 2. Es kann mir fehlen nimmermehr, mein Bater muß mich lieben. Läßt er mich auch oft freudenleer, so will er mich) nur üben. Er will mein Herz, auch unter Schmerz, gewöhnen fid) zu fassen. Trau' in Geduld ich seiner Huld, wird er mich nicht verlassen. 2. Seit der Jugend ersten Jahren haft du treulich mich geführt. D wie oft bab' ich erfabren, wie dein Baters Herz gerührt Hülfe mir und Rettung fandte, wann mein Flet'n zu dir sich wandte! Deiner Führung, folg' ich 3. Gebildet bat mich seine Kraft, still; wie du willst, nicht wie ich will. mir Seel und Leib gegeben. Er ist's, 3. Alles sey dir übergeben; was du der Nahrung mir verschafft; er friftet thust, ist wohlgethan, es sey Sterben mir das Leben. Erbarmend hat auch oder Leben; dankbar nehm' ich alles mich sein Rath gezählet zu den Seis an. Mag die Laft auch schwer mich nen. Der so mich liebt, so viel mir drücken, du fanust stärken und erqui- gibt, er fann's nicht böse meinen. den. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 4. Bei ihm ist Allmacht und Bere stand; gut ist der Herr, und weise. Mein Weinen ist ihm wohl bekannt; kein Seufzer klagt zu leise. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 5. Trifft dich ein Leiden, duld' es nur; auch Leiden sind uns Segen. Kein Baum trägt Früchte, keine Flur blüht ohne Sturm und Regen. So dringt mein Herz auch oft durch Schmerz zu meines Gottes Freuden; nimmt er mich dann zu Ehren an, was schaden alle Leiden? 6. So fall', o Bater, denn auch ich getrost in deine Hände! Ich traue dir; du sorgft für mich bis an der Laufbahn Ende. Wie treu du seust, das wird mein Geist zu deinem Preis erfahren. Du wirst's auch einst, wann du erscheinst, vollkommen offenbaren. 4. Fübre mich), Herr, wie du denkest, daß ich vor dir wandeln soll! Wenn nur du mein Schicksal lenkest, o so gebr mir's ewig wohl. Steh' ich nur bei dir in Gnaden, welcher Feind kann dann mir schaden? Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 5. Muß ich manchen Schmerz empfinden, fühl ich oft, wie schwer es sey, sich durch Leiden durchzuwinden; weiß ich doch, mein Gott ist treu. Jede Last hilfft du mir tragen, und ich follte troftlos zagen? Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. 6. Bin ich niedrig hier auf Erden, trifft mich unverdienter Hohn, hoff' ich doch erhöht zu werden. Ewiger, vor deinem Thron! Mögen dann mich Menschen hassen! Du, du wirst mich 7. Würden nicht, die Menschen geben, nicht der Sinnen Luft, nicht Geld, such ich; nur ein frommes Leben sey mein Reichthum auf der Welt. Meine Lust sey, did) zu schauen, und mein Stolz, dir zu vertrauen. Deiner Führung folg' ich still; wie du willst, nicht wie ich will. Christliches Verhalten gegen Gott. 199 20 7. Willst du mir geben Sonnen- erhalten, an Mitteln nicht, und sein fdein, ich nebm' ihn an mit Freuden; bin ich. Ich sebe meine Zuversicht doch sollte Glück mir schädlich seyn, auf diesen Fels und wante nicht. so gib mir Kreuz und Leiden. Die bängste Nacht ist bald durchwacht, dann folgt ein ew'ger Morgen. Wie du mich führst und führen wirst, laff' ich dich gerne sorgen. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ift? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bift. Hilf, mein Erretter, stärke mich! denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr ersieht hier seine Kins der zur Ewigkeit mit weiser Huld; er schont, er züchtigt viel gelinder, als ich's verdien', und hat Geduld. Er hat nicht Luft an unserm Schmerz, er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Liebe! Sollt' ich zagen? Er gab mir dich, o Jefu könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Troft, der nimmer trügt, und über jeden Unmuth siegt! 5. Ich harre feiner und bin stille, Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er feite mich nach seinem Rath, wie er mir. zugefaget hat. 8. Auch noch im Tode bin ich dein; mir soll vor ihm nicht grauen; er führt zum bessern Leben ein, und leitet mid) zum Schauen. Dort wird mir klar, was dunkel war in meinem ersten Le: ben; und dann werd' ich voll Wonne dich für Leiden selbst erheben! Eigne Melodie. 526. In allen meinen Thaten taff ich den Höchsten rathen, der alles kann und bat. Er muß in allen Dingen, soll etwas mir gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein banges Gorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine ungeduld. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich traue seiner Baterhuld. 3. Es kann mir nichts geschehen, er Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. vorher gesehen, und weise mir bestimmt. Die will ich mehr begeh- 528. Selig, wer mit ftillem Her ren, und willig das entbehren, was feine Baterhand mir nimmt. 4. Wohl mir, daß seine Gnade auf meines Lebens Pfade mich leitet und beschüßt! Hab' ich mich ihm ergeben, wie freudig kann ich leben! Nichts fehlt mir, was mir ewig nüßt. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder; und weckt der Tag mich wieder zu neuer Lebenspflicht; irr' ich auf dunkein Wegen Gefahr und Noth entgegen: so ist sein Wort mir Troft und Licht. 6. Ja, Herr, was du beschlossen, dem will ich unverdrossen und froh entgegen geh'n! Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; mit dir will ich ihn übersteh'n. zen dem Alweisen, der uns liebt, ganz fein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kum, mer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt! 2. Ach, kein Schicksal meines Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt d'rum einen andern Lauf! Sorge quält mich nur vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich in's Grab. 3. Eh' ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ebe mich noch Kummer drückte, eb' noch meine Thräne rann, sab mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nebm' ich Glück und Freuden aus des Höchsten milder Hand; 7. Dir hab' ich mich ergeben, zu ster- und ist Kreuz mir zuerkannt: o so faff' ben und zu leben, wie mir's dein ich Muth zu leiden! Gut ift Alles, Sink gebeut; es sev beut' oder mor- was Gott will; willig duld' ich, gen, dich, Bater, laff' ich sorgen; du dulde ftill. weißt allein die beste Zeit. 5. Will mein Auschlag nicht gedei8. So sey nun, Seele, stille; dich hen, und mißlingt mir mein Bemüv'u; leitet Gottes Wille, der dich erschaffen denk' ich: was mir Glück erst schien, hat! Es gehe, wie es gehe; dein Ba- muß ich oft nachher bereuen. Wohl= ter in der Höhe, Er weiß zu allen that ist's für mich gewiß, daß mir's Sachen Rath. Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Se: Mel. Von dir kommt jede gute zc.gen, als dem Nächsten, mir verliet'; doch Andrer nie neid 527. Mein Hort ift Gott, ihn laff in meiner Brust erregen! Fremden ich) walten: ich hoff' auf ihn, er kenfreu'n; fremdes net mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu Glück wird dadurch mein. Glücks will ich mich 200Christliches Verhalten gegen Gott. 7. Wenn mir Frevler Angst erwe: mir Gott versüßen, was ich hier duss den; wenn ihr Haß mich drückt und den müssen; dann ist mir's ewig wohl. tränft, bält fie Gottes Macht um: 9. Das ist des Baters Wille, das ist schränkt. Droht der Tod mit seinen fein weiser Rath. Aus seines Sohnes Schrecken; der vom Tode retten kann, Fülle, der mich erlöset hat, empfang' nimmt sich meiner gnädig an. ich) Troft und Licht. Sein Geist ist's, 8. Ich bin unverzagt und heiter; der mich) leitet, zum Himmet michh bes im Bertrau'n auf Gottes Wort, ses' reitet. wie selig bin ich nicht! ich meine Wallfahrt fort. Der bis bieber half, hilft weiter; er hält fest, Eigne Melodie. was er verspricht. Gott, mein Gott, 530. Warum sollt ich mich denn verläßt mich nicht! grämen? Hab' ich doch Christum noch); wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Eigne Melodie. 529. Von Gott will ich nicht las Glauben? fen, denn er verläßt mich nicht; im 2. Nackend kam ich in das Leben, Kummer mich) zu fassen, gibt er mir da es mir ward von dir, Herr, zuerst Kraft und Licht. Er steht mir bülf- gegeben! Nackend geh' ich von der reich bei; mit jedem neuen Morgen Erde, wann ich sie nach viel Müh' weiß er mich zu versorgen, ich sey einst verlassen werde. auch, wo ich sey. 2. Der Menschen Gunst und Liebe wankt oft und ändert sich; doch Got tes Batertriebe sind unveränderlich). Er weiß aus jeder Roth, eh' wir's vermuthet hätten, uns wunderbar zu retten; er hilft uns selbst vom Tod, 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben, ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Nimmt er's wies der, wer kann's wehren? Nehm' er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 3. Nur ihm will ich vertrauen, und in der schwersten Beit auf seine Hülfe bauen; er wendet alles Leid. Ihm fey es beimgestellt! Leib, Seele, Gut und Leben will ich ihm übergeben; er mach's, wie's ihm gefällt! 4. Schickt er mir ein Krenz zu tras gen, bringt berein Angst und Pein, soat ich d'rum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was uns nißlich ist. Gut meint er's mit uns Allen; er gab uns Jesum Cbrift. Hat er so viel gethan, so wird er auch gewähren, was unsern Leib ernähren, den Geift erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt! Geseg net ist die Stunde, darin man sein gedenkt. So braucht man recht der Beit. Wir sollen ja auf Erden in ihm schon selig werden, noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergeben mit aller ihrer Pracht! Das Glück bleibt ewig steben, das Gott mir zugedacht. 3war schließ' ich hier den Lauf; doch, wann auch ich im Grabe nun ausge schlummert habe, weckt er mich wieder auf. 7. Mein Geift ist unverloren in Gottes Baterhand; der Leib wird neu geboren zum bessern Baterland. Wie selig werd' ich seyn! Mit Gott und seinen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freu'n. 8. Db ich schon Trübsal dulde, und Leiden dieser Zeit, das ich auch oft verschulde, kommt doch die Ewigkeit. O die ist freudenvoll! Dann wird 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; soll ich jetzt nicht auch ets was tragen? Er liebt mich) im tiefften Leide; väterlich führt er mich von dem Schmerz zur Freude. 6. Spötter mögen mich verachten! Kränkt in Noth gleich der Spott, will ich's doch nicht achten. Eaßt sie spote ten, laßt fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Ehrift, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Nichts wird er zu schreck= lich finden. Auch den Tod bilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Denn kein Tod kann ganz mich tödten; nein, er reißt meinen Geift aus viel tausend Nöthen, endigt auch die schwersten Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann wird sich an bessern Schätzen unser Herz auf den Schmerz ewig dort ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand; Kummer der Gemüther. Wohl mir, daß mit edlern Gaben dort mein Hirt, Chriftus, wird mich ohn' Ende laben! 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein; Christliches Verhalten gegen Gott. Niemand fann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben, und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse! Laß mich), laß mich bin gelangen, wo du mich, und ich dich ewig werd' umfangen! Eigne Melodie. 531. W as Gott thut, das ist wohl getban! Gerecht bleibt ftets sein Wille. Ber dieß von Herzen glauben kann, der ist vergnügt und stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; d'rum laff' ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlge: than! Sein Wort kann ja nicht trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; fo laff ich mir genügen an seiner Huld und hab' Geduld. Er wird mein unglück wenden; es steht in seinen Händen. 201 eb' ich ibn Bater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah'. 3. Die kleinste meiner Sorgen if dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und, was er mir bes schieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Laft der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Se. gen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sen mir von dir gewähret! Gott, du ge währst es gern! Was dieses Glück vers lehet, wenn's alle Welt auch schäßet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so barr' ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheb', o Gott! aller deiner Werke erbarmst du ewig 7. Du bist der Müden Stärke, und 3. Was Gott thut, das ist wohlge- dich. Was kann mir widerfahren, than! Nur er weiß, was mir nüßet. wenn Gott mich will bewahren? Und Der irrt auf ungewisser Bahn, der er, mein Gott, bewahret mich! fich auf ihn nicht stüzet. Ja, seine Treu' ist täglich nen; d'rum will ich auf ihn bauen, und Güte trauen. Eigne Melodie. 4. Was Gott thut, das ist wohlge: 533. Was mein Gott will, gescheb than! Er ist mein Licht und Leben; ihm, der nichts Böses wollen kann, ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. allzeit! Er wählet stets das Beste. Zu helfen ift er dem bereit, der an ibn glaubet feste. Aus jeder Noth bilfft du, mein Gott, und züchtigest mit Mas sen! Wer dir vertraut, fest auf dich baut, den wirst du nicht verlassen. 5. Was Gott thut, das ist wohlge: 2. Herr, meine Seele hofft auf dichy; than! Muß ich den Kelch gleich du bist mir Ruh' und Leben! Dein trinken, der bitter ist nach meinem Thun ift Liebe! nie will ich dir murs Wahn, soll doch mein Mutb nicht rend widerstreben. Dein Wort ift finken, weil Gott zulegt auch mich wabr, und in Gefahr werd' ich von ergößt mit süßem Trost im Herzen, dir beschüßzet. Herr, deine Macht, die dann weichen alle Schmerzen. für mich wacht, gibt mir stets, was mir nüget! 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Das soll mein Troft stets 3. Wenn es dein Wille mir gebeut, bleiben. Es mag mich auf die raube das Leben zu verlassen, so will ich Bahn Notb, Tod und Elend treiben: voll Ergebenheit in deinen Rath mich so wird Gott mich doch väterlich) in faffen. Erbarme dich), und rette mich seinen Armen halten; d'rum las ich in meinen legten Stunden! Dein ihn nur walten. Sohn, o Gott, hat Grab und Tod aud) für mich überwunden! Eigne Melodie. Eigne Melodie. 532. Was ift's, daß ich mich quäle? 534. Wer nur den lieben Gott Harr' seiner, meine Seele; barr' und sey unverzagt! Du weißt nicht, was läßt walten, und hoffet auf ihn alles dir nüßet; Gott weiß es, und Gott zeit, den wird er wunderbar erhalten schüßet; er schüßet den, der nach ihm in aller Notb und Traurigkeit. Wer fragt. Gott, dem Allerhöchften, traut, der hat auf keinen Sand gebant. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt 2. Was helfen uns die schweren noch fah; eh' ich mich selbst noch kannte, Sorgen? Was hilft und unser Web 202 Christliches Verhalten gegen Gott. und Ach? Was hilft es, daß wir allel nem Heiligthume mit Bonne, Preis Morgen beseufzen unser Ungemach? und Rubme! Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 5. D dann wird alle Traurigkeit aus meiner Brust verschwinden; vers 3. 3u Gott sey deine Seete stille, gessen werd' ich) all mein Leid, und und stets mit seinem Rath vergnügt! nur mein Glück empfinden. Mein Erwarte, was sein guter Wille zu Lobgesang voll Preis und Dank wird, deinem Wohlergeh'n verfügt. Gott, dir zum Wohlgefallen, durd) deinen der uns ihm hat auserwählt, weiß Himmel schallen! doch am besten, was uns fehlt. 6. D'rum will ich dieses Lebens 4. Er kennt die rechten Freuden: Schmerz, mein Gott, geduldig tragen! stunden, und weiß wohl, was uns nüß- Beruhigen soll sich mein Herz, und lich sey. Wenn er uns nur bat treu nicht voll Unmuth klagen. Du bist erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei; bereit, zu rechter Zeit, o Gott, von kommt er, eb' wir's uns verseh'n, allem Bösen mich herrlich zu erlösen! und lässet uns viel Gut's gescheb'n. bike, daß du von Gott verlassen seyft; 536. Ein Herz, o Gott, in Leid 5. Denk nicht in deiner Drangsats- Mel. O liebster Jesu, was zc. daß jeder wahres Glück besitze, den alle Welt als glücklich) preist. Bei und Kreuz geduldig, das bin ich dir allem Scheinglück ist das Herz oft und meinem Heile schuldig! Las mich voller Unruh', Sorg' und Schmerz. die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen! 6. Es find ia Gott geringe Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den 2. Bin ich nicht Staub, wie alle Reichen klein und arm zu machen, den meine Bäter? Bin ich vor dir, Herr! Armen aber groß und reich. Er ist's nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu allein, der Jedermann vald stürzen, viel, wenn ich die schweren Tage stande bald erhöhen kann. haft ertrage? 7. Sing', bet' und geb' auf Gottes Wegen! Berrichte deine Pflicht getreu! Trau' ihm und seinem reichen Segen, so wird er täglich bei dir neu! Denn, wer nur seine Zuversicht auf Gott fest, den verläßt er nicht. 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorbeit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen! 3. Du lebrest mich den hohen Werth der Trübfal, die ich leide, daß fie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freu'n, nur dieser Welt be gehren, wenn keine Leiden wären. 4. Ift Dürftigkeit, in der die Träs gen klagen, find Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwels gers Schmerz, des Neids vermiste Freuden, christliches Leiden? Geduld und Ergebung. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 5. Ist deren Qual, die deinen Rath und Glau: 535. Die Bahn ift ranh, auf der ben nie getrachtet, und die sich jetzt ich hier nach meiner Heimath eile. in finftrer Schwermuth quälen, Prüs Wie viel Gefahr seh' ich vor mir! fung der Seelen? Wie droht sie meinem Heile! Gott, 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen wärst du nicht mein Trosft und Licht, unsrer Sünden läßt du den Weg zu mein Heil in finstern Tagen, so müßt' unserm Heil uns finden, wenn wir fie ich längst verzagen. uns, die Missethat zu hassen, züchtis gen lassen! 2. Bor dir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht verhehlen; darf 7. Jag' ich nur nach dem Frieden meinen Kummer, meinen Schmerz im Gewissen; wird Alles mir zum Bevertraulich dir erzählen! Dann schafften dienen müssen. Du, Herr, regierst, fest du mir Trost und Rub' aus dei- und ewig wirkt dein Wille Gutes die ner Gottheit Fülle, und meine Seer Fülle! ist stille. 8. Ich bin ein Gaft und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und gegen euch, was sind, ihr ew'gen Frenden, dieser Zeit Leiden! 9. Wenn ich nur nicht mein Elend felbst verschulde; wenn ich als Mensd), 4. Dein Wort gibt mir die Zuver- als Christ hier leid' und dulde: so ficht, du sorgft für meine Tage. Dein kann ich mich der Hülfe der Erlösten Auge schläft und schlummert nicht; ficher getrösten! du höreft meine Klage. Du frönst 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden mich einft, wann du erscheinst, in dei- müssen fränken; doch in der Noth an Christliches Verhalten gegen Gott. 203 feinen Schöpfer denken, und ihm ver- 1 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. trau'n, dieß stärket unsre Herzen mit- 538. Herr, mache meine Seele stille! ten in Schmerzen. II. Schau über dich! Wer trägt Bei jedem Leiden, das mich kränkt, der Himmel Heere? Merk' auf! wer geschieht doch nur dein weiser Wille, spricht: Bis hieber! zu dem Meere? der Alles mir zum Besten lenkt. Du Ift er nicht auch dein Helfer und Be- bist's, der Alles ändern kann, und, rather, ewig dein Bater? was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf unsern wegen zu höherer Bollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geift nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich seyn. 3. Laß denn, mich stille seyn und hoffen! Haft du mir Prüfungen bes stimmt, so steht dein Baterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung rubt, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nügt, verborgen; genug für uns: du bast's erfannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen kurzfichtig und voll un derft du; das Gute sendest du uns zu. verstand! Was schädlich ist, das hine fome 5. Und endlich wird die Stunde men, da mich vollkommnes Glück erFrommen zur völligen Zufriedenheit. freut; denn endlich führest du die und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der befte war! 6. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreu'n; dann wird mein Herz, statt aller Kla= gen, voll Dankes und voll Lobes seyn: und alles mit mir wohl gemacht! Der Herr hat für mein Heil gewacht, Mel. In allen meinen Chaten 2c. 12. 2Bilst du so viel, als der Allweise wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, dort einst erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfaben, und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärfen. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz stebt in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Wer nur den lieben Gott2c. 537. S ntschwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth büllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jest fennst du, was bir gut ist, nicht; einst strahlet dir sein höh'res Licht. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen ungewisser Schritt; was Gottes Borsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, flärt fich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort du, von fen, auch deiner Erdentbränen Lohn. Schau'! ihre Saat ist aufgeschlossen, fie blüht der nahen Ernte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift fie für die Ewigkeit. 539. Ich bab' in guten Stunden des Lebens Glück empfunden, und Frenden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen. Welch Leben hat nicht seine Qual? 4. D'rum heb' empor die trüben 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Blicke, wann sich in Nacht dein Weg und stets strafft du gelinder, als es verliert: dich leitet Gott. Odenk der Mensch verdient! Sollt' ich), bes zurücke, wie gut er immer dich geschwert mit Schulden, kein zeitlich führt; wie oft, wann Dunkel um dich Web' erdulden, das doch zu meinem lag, das Licht dir selbst aus Nächten Besten dient? brach)! 5. Gott, gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorbeit schuf, zerstöreft, dich, Bater, bet' ich findlich an! Ich toff auf dich mit festem Muth; denn, was du sendest, ist mir gut. 3 Dir will ich mich ergeben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern! 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bes 6. Die Liebe bat den Pfad bestim reu'n. Jest hat mein Geist noch met, den ich auf Erden wandeln soll. Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, Ob er sich auch durch Dornen früm dein Wort mir Troft und Leben seyn. met, ich geh' ihn hoher Ahnung voll. 5. Wenn ich) in Ebristo sterbe, bin Einst werd' ich in des Himmels Höh'n ich des Himmels Erbe; was schreckt ganz deiner Führung Weisheit seh'n. mich Grab und Tod? Auch auf des 204 Christliches Verhalten gegen Gott. Tobes Pfade vertrau' ich deiner Gna 2. Weß soll ich mich), o Bere! Dena de; du, Herr, bift bei mir in der Notb! tröften? Nur deiner Huld. Du bift 6. Ich will dem Kummer webren, mein Heil, und bleibst, wenn auch die Gott durch Geduld verehren, Im Glau- Noth am größten, doc) meines Her ben zu ihm fleh'n. Ich will den Tod zens Troft und Theil, und stebft, nach bedenken. Der Herr wird Alles lenken, deiner Batertreu', mir stets mit Rath und, was mir gut ist, wird gescheh'n. und Hülfe bei. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c.. Gott, auf mein Gebet den Muth, 3. Du stärkft mir unter aller Plage, daß ich gelassen sie ertrage, und machst zuleßt doch Alles gut! Auf Kummer folgt zufriedner Daut, auf Klagen fro her Lobgefang.. 540. Säe beine deine Thränenfaat, frommer Dulder, hier im Glauben Dunkel sey dein Lebenspfad; doch lak nie den Trost dir rauben, daß nach die fer Dunkelheit dich ein belles Licht erfreut. 2. Ausgerungen haben schon Biele, die im Glauben litten. Sieb, fie fteb'n vor Gottes Thron; ibre Kronen, find erstritten. Du, auch du wirst Sieger feyn, und dich bald der Krone freu'n! 3. Weislich hat des Baters Hand manches Kreuz dir auferleget. Jom nem Trost. ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Bäterlich ist sein Bemüh'n, dich zum Himmel zu erzieh'n. mein Geift, in deinem Prüfungsstand! 4. Erwarte nicht beständ'ge Freuden, Denn bleibst du frei von allen Leis den, wie würde deine Treu' erkannt? Boukommne Rub' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. in deiner Noth so kummervoll? Bers 5. 2as bist du denn, o meine Seele! traue Gott. Nur ihn erwähle zu deis Er schüßt dein Wohl. einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es scyn. Ruf' in Gefahe ren ihn als den besten Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, feblt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dieß stärke deine Zuversicht! hoff, und vertrau' ihm allezeit. Auch 7. Befiehl ihm alle deine Wege; auf dem allerraubsten Stege blid freus dig auf zur Ewigkeit: da wirst du frei von aller Pein, zufrieden einst und see lig seyn. schauen, und dann mit starkem Muth 8. Go laß mich), Gott, ftets dabin auf dich, auch in der größten Noth, vertrauen! Du bist bei mir, das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. 4. Es ift Liebe, wenn er dir Lebens: glück und Freuden schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer kränket. Gott ist Bater, mild und gut; Lieb' ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, unter: werfung und Bertrauen! Einft am Biel der Prüfungszeit wirst du froh berniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich in's Land des Lichts gebracht. 6. D dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, wie ihr hier gefloffen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost in's Herz gegoffen; und vor dem verklärten Blic schwebt des Himmels ewig Glück. 7. D'rum sey, Dulder, unverzagt; barr in deiner Nächte Grauen! Mel. Gott hab' ich Alles heimges Wann der große Morgen tagt, wirsi 542. Wenn du durch widerwär. stellt zc. du die Gefilde schauen, die dem Sie ger offen steh'n; wirst die Krone winken seh'n. tigkeit mich) läutern willst, ich bin bereit, die Last zu tragen, die du hier, mein Bater, mir auflegen willst; sie. kommt von dir! 2. Kann ich), was deine Blicke feb'n, kurzsichtig, wie ich biy, versteh'n? Ift, was für Einen Augenblick fid) mir als Glück darstellen mag, auch wirklich Glück? 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor die liegt die Ewigkeit und das heitre Land der Wonne. In den Himmer geh'st du ein, ewig felig da zu seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 541. W 3. Kaum seh' ich eine Spanne weit; as ist mein Leben hier auf du siehst durch Zeit und Ewigkeit, und Erden? Ein Wechsel ist's von Luft wähleft, übergeb' ich mich getroft an und Leid. Hier stören Sorgen und dich, was ewig Wonde bringt, für Beschwerden nicht selten die Zufrie: mich). denheit. Hier wohn' ich noch in ei 4. Jch jittre#war, benn id) bin ner Welt, die Fein vollkomm'nes Glück schwach, bin finnlich, eir auch dem enthält. oft nac), was der, bent feinen wahren Christliches Verhalten gegen Gott. 205 Werth dein Wort erklärt, nicht schägen 8. Ich nehm' in Demuth und Ver. kann und gern entbehrt. trauen den Kelch des Leidens willig 5. Die Selbstverläugnung fordert an, und walle ohne Furcht und Grauen, Muth; doch ist sie nicht ein föstlid aud) auf der raubften Lebensbahn. Gut? Wer ist ein Chrift, und gleicht Ihr Ende wird mich einst erfreu'n, nicht gern den Märtyrern, nicht gern mir Bonne, Rub' und Friede sevn! auch Christo, seinem Herrn? 6. Wo ist der Held, den je ein Streit, wie hart und mühvoll er war, reu't, wenn er nur kämpfte wie ein Mann, das Feld gewann, und dann bes Gebet. Eigne Melodie. 7. Das werd auch ich; denn deine 544. Vater unser im Himmers Huld belohnet Hoffnung und Geduld. Ich will in jedem Leiden dein, will standhaft seyn, und mich, daß du mich läuterst, freu'n! reich, der du uns Alle heißeft gleich willst das Beten von uns ba'n; gib, Brüder seyn, und dic) rufen an, und daß nicht bet' allein der Mund, hilf, das es geb' von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd' der Name dein, dein Sort bei uns bilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich), nad) deinem Namen würdiglich; behüt' uns, Herr, vor falscher Lebr', das arm' vers führet Bolk bekehr'! 3. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit, und dort bernach in Ewigkeit. Der heilig' Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, des Satans Sorg' und groß' Gewalt zerbrich), vor ihm dein' Kirch' erhalt'. 4. Dein Will' geschet, Herr Gott, zugleich, auf Erden, wie im Himmels reich), gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam seyn in Lieb' und Leid, wehr' und steur' allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut! 5. Gib uns heut' unser täglich Brod, und was man darf zur Leibes Noth z b'büt uns, Herr, vor Unfried' und Streit, vor Seuchen und vor theurer Zeit, daß wir im guten Frieden steh'n, der Sorg' und Geizes müßig geb'n! Mel. Wer weiß, wie nahe miric. 2. Gebeiligt werd' 543. W Soblthätig find der Erde Leiden; dieß glaub' ich fest, und murre nicht. Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Grau'n folgt Sonnenlicht. In Glauben und Gelassenheit vollend' ich diese Lebenszeit. 2. Durch Leiden will mich Gott be: währen, entwöhnen von der Lust der Welt; will mich das weise Streben lebren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt. Ich soll mit kindlichem Bertrau'n auf ibn und seine Hülfe schau'n. 3. Würd' ich bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorbeit Pfad vermeis ben? so sehr der Sünde Lockung scheu'n? Wär ich ftets frei von Noth und Schmerz, wie leicht verführt wär' dann mein Herz! 4. Nichts predigt mir so laut die Lebre: Bergänglich ist die Lust der Welt! als Trübsal, wann die beiße Bähre der Wehmuth auf die Wange fällt. Sie lebret mich Beständigkeit, Geduld und Gottergebenheit. 6. All' unser Schuld vergib uns, Herr, daß fie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl' vergeben gern; zu dienen mach' uns All' bereit, in rechter Lieb' und Einigkeit! 5. Wird einst der letzte Stab zer brechen, auf welchen sich mein Arm gestüst; wann Krankbeit, Schmer; und Gram mich schwächen, und macht und Reichthum mich nicht schützt: dann folg' ich gern der süßen Pflicht, zu fuchen Gottes Angesicht. 7. Führ' uns, Herr, in Bersuchung nicht; wenn uns der böse Geift ansicht zur linken und zur rechten Hand, bilf uns thun starken Widerstand, im 6. Ja, Leiden sind die weisen Wege, Glauben fest sund wohigerüst't, und wodurch mich Gott zur Tugend führt; durch des heiligen Geiftes Troft! wohlthätig find die sanften Schläge, 8. Bon allem Uebel uns erlöf, es wodurch er mein Gewissen rührt. Ich sind die Zeit und Tage bös, erlöf uns ehre seine Baterhand, die mir das von dem ew'gen Tod, und tröst' uns e m Leiden zugesandt. in der letzten Noth, bescher' uns auch ein sel'ges End', nimm unser' Seer in deine Händ'. 7. Gott will, wie gute Bäter bandein, durch Züchtigung mich auferzieh'n; ich soll vor ihm unsträflich wanbeln, die Welt und ihre Lüfte flieh'n; mich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. 9. Amen, das ist, es werde wahr, stärk' unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln d'ran, das wir hiemit gebeten ba'n, auf dein 206 Christliches Verhalten gegen Gott. Wort, in dem Namen dein, so spre- durch Glück und Kreuz zur Tugend; chen wir das Amen fein. erkenn' und füble seine Huld. Dr. M. Luther. Mel. Wie groß ist des Allm. 2C. 545. Dein Heil, o Chrift, nicht zu Glück von Millionen Jahren, welch verschersen, sey wach und nüchtern Glück! Dodh ist's von jenem zum Gebet! Ein Fleb'n aus reinem das dem der Herr wird offenbaren, guten Herzen hat Gott, dein Bater, der ihm hier dient, kein Augenblick. 8. Bet oft, und schau' mit sel'gen und schmeck' in glaubigem Entzücken Blicken hin in des Ewigen Gezelt, die Kräfte der Welt. Ein Glück, nie verschmätt. Erschein' vor seinem Angesichte mit Dank, mit Demuth, oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte, und klage deine Noth dem Herrn. 9. Bet oft; durchschau' mit beil': gem Muthe die herzliche Barmherzigs feit deß, der mit seinem theuern Blute die Welt, der Sünder Welt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; nein, es ist eine Gottes That. Erfreu' dich ihrer rein von Sünden, und ehr' im Glauben Gottes Rath. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu steh'n! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Fleh'n? Sagt Gott nicht: Bittet! daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt fid), Gottes Freund zu seyn. 10. Bet oft; entdeck am stillen Drte Gott ohne Zagen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, nicht von den Worten auf das Herz. nicht dein gebog'nes Knie, nicht Thränen, nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, nicht dein Gelübd' rübrt Gott, dein Sehnen, dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dieß denn eine schwere Pflicht? und seine Wünsche Gott er klären, erhebt dieß unsre Seele nicht? II. Bet oft; Gott wohnt an jeder Sich in der Furcht des Höchsten stär- Stätte, in keiner minder, oder mehr. ten, in dem Bertrau'n, daß Gott uns Dent' nicht: wenn ich mit Bielen liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, bete, so find' ich eh' bei Gott Gehör. ist diese Pflicht für dich betrübt? Gott ist kein Mensch; ist dein Begeh4. Bet' oft in Einfalt deiner Seeren gerecht und gut, so hört's Gott len; Gott sieht auf's Herz, Gott ist gern; ist's nicht gerecht, so gelten ein Geist. Wie können dir die Worte Zähren der ganzen Welt nichts vor fehlen, wofern dein Herz dich beten dem Herrn. heißt? Nicht Töne find's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Kunst gebeut. Gott ist kein Mensch; ein glaubig Lallen, das ist vor ihm Be redtsamkeit. 12. Doch säume nicht, in den Ges meinen auch öffentlich Gott anzufleh'n, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöy'n; dein Herz voll Andacht zu entdecken, wie 5. Wer das, was uns zum Frieden es dein Mitchrift dir entdeckt, und ihn dienet, im Glauben sucht, der ebretur Inbrunst zu erwecken, wie er zur Gott. Wer das zu bitten sich erküh- Inbrunst dich erweckt. net, was er nicht wünscht, entebret 13. Bist du ein Herr, dem Andre Gott. Wer täglich Gott die Treue dienen, so sey ihr Beispiel, sey es fchwöret, und dann vergißt, was er stets, und fei're täglich gern mit ihnen beschwur, und klagt, daß Gott in die sel'ge Stunde des Gebets. Nie nicht erhöret, der spottet seines Schö- schäme dich des Heils der Seelen, die pfers nur. Gottes Hand dir anvertraut. Kein Knecht des Hauses müsse fehlen; er ist ein Christ, und werd' erbaut! 6. Bet' oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Bater, ist. Bet' oft zu Gott, und 14. Bet' oft zu Gott für deine Brüführ' in Leiden, wie göttlich) er das der, für alle Menschen, als ihr Freund; Leid versüßt. Bet oft, wann dich denn wir sind Eines Leibes Glieder; Bersuchung quälet; Gott hört's, Gott ein Glied davon ist auch dein Feind. ist's, der Hülfe schafft. Bet oft, Bet oft, so wirst du Glauben halten, wann innrer Troft dir feblet; er gibt did) prüfen, und das Böse scheu'n, an den Müden Stärk' und Kraft. Lieb' und Eifer nicht erkalten, und gern zum Guten weise seyn. 7. Bet oft, und heiter im Gemüthe, schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Eruft, schau' auf die Eigne Melodie. Güte, der geleitet hat. Hier irreft du in deiner Jugend, m 546. Dir, dir, Schova, will ich Alter dort, er trug Geduld, rief dich singen; wer ist au Huld und Macht Christliches Verhalten gegen Gott. Bich so reich, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; o gib mir deines Gei: ftes Kraft dazu, daß ich es thu' im Namen Jesu Christ, wie es allein dir wohlgefällig ist! 2. Zieh' mich, o Bater, zu dem Sohne, damit dein Sohn vereine mich mit dir; dein Geist in meinem Herzen wohne, und meine Sinnen und Berstand regier'; daß ich mich ganz, Herr, deinem Willen weih', und in dem Frieden Gottes selig sey! 3. Berleih'mir, Höchster, solche Güte, so bet' ich dich in Geist und Wahrbeit an; so preist aus dankendem Gemüthe mein frommes Lied, was du an mir gethan! Es hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, und deinen Him: mel ahn' ich dann schon bier. 4. Dein Geift treibt mich vor dich zu treten mit Seufzern, die mir un aussprechlich sind; er lehret mich recht Geift, daß ich dein Kind und ein Mit= erbe Jesu Christi sev; er stärkt mich auch im Kreuz zu frommer Treu'. meinem 5. Wenn mich) dein Geift selbst beten lehret, so bitt' ich nur: dein Will', o Herr, gescheh'! und Alles wird von dir erhöret, was ich im Namen deines Sohnes flet', durch welchen ich) mit dir vereinigt bin, und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dich, Bater, habe ich bin nun voller Trost und Freudigkeit, und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlange jeder: zeit, die gibst du; und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 7. Wohl mir! ich bet' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist Alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob' dir, jest und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! 207 3. Sieh' in Freud' und Nöthen deia nen Jesus beten! Wer sein Jünger ist, bet' in Geist und Worten, bet an allen Orten, bete stets als Christ. Ruf' Gott an; er will und kann dich in aller Noth erquicken, liebreich dich bes glücken. 2. Wie kann ich Troft und Rube finden, wenn mein Gewissen mich vers flagt? wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Rich= ter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht! 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Sport der Lasterbaften seyn, so bet' ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott; er hört mein Schrei'n, nimmt väterlich sich meiner an, und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken ſucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Rach' ist ein Gebet, das um Bergebung für ihn flebt. Mel. Jesu, meine Freude zc. 5. Und wann ein Kummer mich vers den ich der 547. Kommt, und last uns beten! kann, dann ruf ich Gott, der mich ers Oft vor Gott zu treten, ist der Chri: sten Pflicht! Ruft! Der Gott der Eh ren wird als Bater hören; ruft mit Zuversicht! Naht zum Herrn; er sieht es gern, wenn die Kinder vor ihn tre: ten. Kommt, und last uns beten! höret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuvers sicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf' ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieb, so fleb' ich nicht umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir fie. Er gibt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugs heit und Geduld. 2. Betet, daß die Heerde nicht zer streuet werde, die an Jesu hält. Betet für die Feinde, werdet betend Freunde Freunde aller Welt. Welche Noth auch immer droht; dein Gebet und deinen Glauben muß sie dir nicht rauben. 1 4. Geh' in deine Kammer, flag' ihm beinen Jammer, der dich muthlos macht. Gott hat auf die Seinen dann auch, wann sie weinen, als ihr Hüter, Acht. Gottes Herz fühlt uns fern Schmer;; kann nicht ungerührt es tragen, daß wir jammernd klagen. 5. Scheint Gott auf dein Beten fern von dir zu treten, bleibt er d'rum doch nab'. Er wird die Getreuen endlich doch erfreuen, ist nur Glaube da. Sprich): mein Hort! es sagt dein Wort:" ruf, ich will dir Hülf' ers weisen, und du sollst mich preisen." Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 548. Mein bester Troft, in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dieß kann mir Kraft in Schwachbeit geben, Geduld und Muth in ieder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 7. Wenn meine böse Luft zu däms pfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt' ich Gott; er hilft mir fämpfen, und gibt mir Muth zu 203 Christliches Verhalten gegen Gott. leder Pflicht, und, start durch meines zur Ehrfurcht feiertich die Seele zu Gottes Kraft, bezwing' ich jede Leis entzünden, zur Demuth, Liebe, Freunds denschaft. lichkeit, zu findlicher Ergebenbeit, zum Fleis in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken! 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf' ich Gott doch nicht vers 4. Wann ich in stiller Einsamkeit gebens um seinen Trost und Beistand mein Herz zu dir erhebe, dir, Bater, an, der, wann die Sprache mir ver- voll Zufriedenveit mein Schicksal übers geht, doch meine Seufzer noch versteht. gebe; dann schöpf' ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leis Mel. Wer nurden lieben Gott zc. denschaft, Erquickung in dem Leiden, und Hoffnung ew'ger Freuden! 549. W ann ich vor meinen Schö 5. Hier fleb' ich, warm von Zärtlich. pfer trete, und oft in beil'ger Einfam feit, für meine Herzensfreunde; im feit zu ihm aus voller Seele bete, was Geiste der Bersöhnlichkeit, dem Mitta fühl ich da für Seligkeit! Mein Geist ter nach, für Feinde. Ich bete für erhebt sich; Alles flieht, was mich zur das Wohl der Welt, der Obern, die Erde niederzieht. mir Gott bestellt, um rubig unter ih nen, als Bürger treu zu dienen. 2. Dann acht' ich nicht der niedern Freuden, durch die die Welt mit ihrer 6. Mit keiner Welt vertausche ich Pracht die Menschen, die sic) d'rum die wonnevollen Stunden, wo betend beneiden, hier oft zu ihren Sklaven dich mein Herz, o dich), nein Vater, macht, und freue mich des Glücks al bat empfunden; wo ich mit Thränen Lein, Gott angenehm und werth zu vor dir stand, tief deine Baterbuld feyn. empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte! 3. Dann weichen auch die schwer ften Sorgen; kein Leiden, dessen Laft mich drückt, bleibt dem Allwissenden verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Er bleibt mein Bater, der mich liebt, auch wann er mich durch Lei den übt. 7. Gott, laß mich nur durch Nüchs ternheit der Andacht Gluth entzünden, und der Orbörung Freudigkeit auf meis nen Heiland gründen! Geift des Herrn und des Gebets, laß in dem Stück und Unglück stets, zu meiner Tugend Segen, mit Gott mich Umgang pflegen! 8. Bin ich) am Ziel von meinem Lauf zu schwach, um laut zu beten, dann blicke ich, Gott, zu dir hinauf, und will im Geiste beten! Noch fterbend, Bater, dank' ich dir, der du so 5. D'rum bitt' ich nicht in meinen vieles Gute mir im Leben hast erwies Leiden:" Bater, nimm du sie von sen. Sey ewig, Herr, gepriesen! mir!" Auch bitt' ich nicht in meinen 4. Ja, das Gebet gibt Kraft im Leiden, erhebt zum Glauben unsern Geist, und hilft uns Alles, Alles meiden, was uns der Tugend leicht entreißt; nur müssen unsre Bitten rein und eines Christen würdig seyn. Freuden:" Erhalte, Schöpfer, diese Mel. Der du dein Wort mir mir!" Nur um ein Gott ergeb'nes hast zc. 551. Zu dir, o Gott, das Herz er Herz bet ich in Freuden und im Schmerz. heben, zu dir mit frommer Andacht fleb'n, um uns zum Guten zu beleben, und unire Tugend zu erböh'n, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket Mel. Ermuntre dich, mein schwa cher zc. 550. Wie füß, o Bater, ist die meine Zuversicht! Pflicht, als Kind vor dich zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht, o Gott, zu dir zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz dir, Bater, weite! 3. Wann ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stillen Wunsch vers 2. Allwissender, ich bete nicht, um dich erst zu belehren; nicht in dem Wahn, was mir gebricht, das müsseft du gewähren; nicht, Wunder von dir trau'; wann ich in meinem Kummer zu erfleh'n; nicht andern Pflichten zu bete, und auf zu dir um Hülfe schau'; entgeh'n; nicht träge, dich zum Segen dann sey mein Geist von Heuchelei, durch Bitten zu bewegen! von Stolz und Eigendünkel frei. 3. Nein, guter Bater, nur um did) recht innig zu empfinden, zum Dank, 4. Nie müss' ich) das von dir begeh ren, was deine Weisheit nicht erlaubt; tie 2. Laß dieser Pflicht mich nie vers gessen; laß mich), bekannt mit ihrem werth, es täglich und mit Dank ers messen, welch) Heil von dir mir wie derfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und allen gern, was gut ist, gibt. Christliches Verhalten gegen Gott. 209 nie bitten, das mir zu gewähren, was wann des Leibes Hütte bricht, sterb Undern ihre Wohlfabrt raubt. Denn ich mit dem Gedanken: mein Freund du erhöreft kein Gebet, das zu des ist mein, und ich bin sein; er ist mein Undern Schaden fleht. Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster! 5. Wünsch' ich mir Güter dieser Erde, so sen auch dieß mein herzlich Fleh'n, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder zu Eigne Melodie. daß ich, von Geiz und Kargheit fern, 553. Dich will ich lieben, meine mit Weisheit sie gebrauchen lern'. 6. Wünsch' ich bei kummervollen Beiden von ihrer Last mich frei zu seb'n; und bitt' ich dich um Lebensfreuden; so laß mich, Gott, um das nur fleb'n, was deiner Weisheit Rath beschließt, und was mir wahrhaft nüglich ist! 7. Dann wird dir mein Gebet ge: fallen, und nie werd' ich mich bülflos seh'n; du, Herr und Bater von uns Allen, erbörst gewiß mein kindlich Fleb'n; gibst mir im Glück Zufrieden beit, in Trübsal Ruh' und Heiterkeit! Gesinnungen gegen Jesum. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 552. Dich, Jefumt, laff ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben! Du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben! Du, du allein, du sollst es seyn; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Him: met werden! land hier, nicht nur mit Worten, auch Stärke, mein Heiland dort, mein Heis durd) Werke und immerwährende Bes gier, nur dir zu folgen, o mein Licht, bis mir mein Herz einft bricht! 2. Dich soll ich lieben, o mein Leben! Du bist mein Herr, du bist mein Gott! Ich will dich sterbend noch erheben; du liebtest mich bis in den Tod! Sieb', wie mein Aug' o Menschenfreund, des Dankes Thränen weint! und dich, mein Troft und höchstes Gut, 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, nicht früher meinen Retter nannte, da doch mein Heil auf dir beruht! es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich dich nicht geliebt! 4. Ich lief verirrt und war verblens det; ich suchte Ruh' und fand sie nicht; ich von da drang in meine Nacht ein Licht. Ich folgte ihm, da schenktest du mir wies der Seelenruh'. 5. Erhalte mich in deiner Gnade, und laß mich nicht mehr irre geh'n! Laß meinen Fuß auf deinem Pfade nicht straucheln oder stille steh'n! Du reines Licht, du Gnadenglanz, füll' meine Seele ganz! 6. Im höchsten Glück, im tiefften Leide nur dich zu lieben, sev für mich, so lang' ich lebe, Pflicht und Freude. Noch reiner lieb' ich, Jesu, dich, ers haben über Welt und Zeit, dort in der Ewigkeit! 2. Dich), Jesum, laff' ich ewig nicht; ich hatte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Günder in's Gericht, und büßtest mich Eigne Melodie. will id) erfreut, um deines Leidens 554. Jefu, meine Freude, befter willen, die Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht; du stärkest mich von oben! Auf dich steht meine Zuversicht, wann meine Feinde toben! Ich flieb' zu dir; du eift zu mir; wann mich), die Feinde Hassen, wirst du mich nicht verlassen! Troft im Leide, höchstes Gut im Glück: alle meine Triebe richten fiets in Liebe nur auf dich den Blick! Hab' ich dich, wie reich) bin ich! Ohne dich kann ich) auf Erden nimmer glücklich werden! 5. Dich, Jesum, laff' ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden! Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh' ist dann vorhanden. 2. Wenn der Sünde Schrecken Za= gen mir erwecken: Jesus hebet fie! mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen: Jesus läßt mich nie! Mich schreckt nicht das Weltgericht; freudig, daß ich Jesum sehe, blick' ich auf zur Höhe. 3. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? 6. Dich, Jesum, laff' ich ewig nicht; Bei der Hölle Toben stimm' ich, Gott nie soll mein Glaube wanken; und zu loben, Freudenlieder an. Mich bes 14 Christliches Verhalten gegen Gott. 210 wacht des Mittlers Macht: die Fann aler Feinde Wüthen mächtig Rub 556. Meinen Jesum taff ich nicht; Eigne Melodie. gebieten. er bat es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laff ich nicht! 2. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, wenn ich übe, was er liebevoll gebeut, balt' ich fest an feiner Liebe, trane dem, was er vers spricht, und vertas in ewig nicht. 3. Er nur ist mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigentbum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jefum laff ich nicht! 4. Wann mein Auge schon verlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labial mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, lass' ich meinen Jefum nicht! 5. Auch im Himmel ist er mir Les ben, Licht und sel'ge Freude; dort bes lohnt er, was ich bier ihm zu Ehren willig leide. Dort schau' ich sein Ans gesicht; meinen Jesum taff' ich nicht! Eigne Melodie. 6. Weder Welt, noch Weltlust ist's, was mit Ruhe mich nur, 555. Jefum ewig zu verehren, ist Jesu, du nur bist's, der des Herzens mir eine beit'ge Pflicht; seine weis: heitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt fein Beispiel Kraft und Stärke. Wünsche stillet! Dich, mein Reichs thum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, las' ich nicht! 7. Dich, mein Jesu, balt' ich fest, laffe nichts von dir mich scheiden! Weh' euch, die ihr ihn vergeßt! ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: meinen Jes sum laff ich nicht! 4. sey der Göße der betrog'nen Welt: mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich) treu erhält. Elend, Noth, Krenz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden! 5. Weich des Eiteln Liebe, weicht des Fleisches Triebe: Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, thr Sünden, nie mehr willig finden; fliehet fern mir. Heppigkeit, Geiz, Hochmuth, Neid, ihr beschweret das Gewissen euch will ich nicht wissen. von 6. Weicher Sorg' und Bagen! schwei get, bange Kiagen! Jesus ist ja mein! Wenn mein Herz ihn liebet, muß, was jetzt betrübet, endlich mich erfren'n. Hab' ich hie viel Angst und Müh': Sesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude! 2. Sollt ich ihn nicht folgsam preifen, der das Heil der Menschen ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, welcher so wie Jesus Chrift, reine Tugend, die er lehrte, durch sein götttich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hoHen, festen Muth verband; der selbst bei Mel. O Jesu, wahrer Frömmigs Feit 2c. gegen die empfand, die mit Grausam: 557. Preis, Evr und Dank, Erfeit ihm fluchten, seine Qual zu meh ren suchten; 4. Den fein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werfen zeigte, göttlich edel, göttlich) groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben. löser, dir! dich rühmet meine Seele. Den Frieden Gottes gibst du mir; was ist noch, das mir fehle? Du führst mich deinem Himmel zu; wo ist ein solcher Gott, wie du? 2. Mein Glück ift's, deiner mich) zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein böchster Rubm, dir werth zu seyn; was du gebeutst, zu üben; mein Troft, auf deinen Schutz zu trau'n, und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 5. D ich weil an deinem Bilde gern, erhab'ner Meuschenfreund, wo mit so viel fanfter Mitde hohe Würde fich vereint; und zu jedem guten Werke find ich) Antrieb hier und Stärke. 3. Heil mir, ich bin dein Eigenthum; nichts foll von dir mich scheiden, nicht Wolnst, Güter oder Ruhm, nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden; du baft mich durch dein Blut erkauft: auf deinen Tod bin ich getauft! 4. Du, der gern Allen Freude gibt, du wirst mich nicht vernichten; du, ber mich bis zum Tod geliebt, du wirk 6. Durch mein Leben dich zu prei sen, sey mir hohe, beir'ge Pflicht; dich, den liebevollen Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Nehmlich, Sesu, dir zu werden, sey mein höch: fres Biel auf Erden! Christliches Verhalten gegen Gott. 211 mich gnädig richten, wann Erd' und mein Freund; was ist, das mich) bes Himmel untergeh'n, werd' ich zum trübet? Ewig liebt er. Ihn erwähle Leben aufersteh'n. dir, o Seele, nur zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde! 5. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid, noch Schmerz, betrübt dort uns, die Deinen; nicht klagen mehr wird uns ser Herz, nur Freudenthränen weis nen. Du, der für uns sein Leben gab, bu trockneft alle Zähren ab! 5. Ihm, welcher Tod und Grab bes zwang, ihm soll auch unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ift, dem Freunde, der uns nie vergist, zum Ruhm und Wohls gefallen. Singet, finget, Jesu Brüder, Freudenlieder! Gottes Kinder! singt dem großen Ueberwinder! 6. Dort schauen wir und beten an vor deinem Angesichte; wir, die wir hier im Dunkeln fab'n, wir werden dort im Lichte die Wunder deiner Liebe seh'n, und ewig deinen Ruhm erhöh'n. 7. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jefu, mich's erwerben; du, der für seine Menschen starb, las, Jesu, bir mich sterben; gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey! 8. Mit Furcht und Bittern laß mich stets nach deiner Gnade ringen; gib mir den Eifer des Gebers, zu dir mich Mel. Schwing' dich auf zu zc. aufzuschwingen; standhaft mich im Stampfe freh'n, getroft den Pfad 559. Sour ich jetzt noch, da mir der Trübsal geh'n. 9. So lang' ich noch als Fremdling hier in diesem Leben walle, so schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das schon deine Güt' erschienen, dich vers lassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? Mit den Lüften dieser Zeit wieder mich dir gefalle; so dank ich dir auf Er: die Seligkeit beden, und nicht mehr den und reiner einst vor Thron. Mel. Dich, Gott, täuscht Wahn und 2c. GIGA 558. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, du, hier mein Troft und dort mein Lohn, des Himmels großer König! Bon ganzem Herzen lieb' ichy dich. Hab' ich nur dich, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Laß mich), bitt' ich, Quell des Lebens, nicht ver gebens dich verlangen! Laß mich Heil und Trost erlangen! 2. Ich streb', o Jesu, Himmelwärts; entzünde du doch selbst mein Herz mit Flammen reiner Liebe; damit ich gan; dein eigen sen, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu', und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den id fasse, und nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 3. Hier seh' ich zwar dein Angesicht, o göttlicher Erlöser, nicht; dort werd' ich's einst erblicken! Doch kannst du Hier durch deine Kraft, die müden Seelen Ruhe schafft, mich stärken und er quicken. Jesu, bilf du, daß mein Glaube hier vom Staube mich erhebe, mir des Himmels Borschmack gebe! 6. Wie freu' ich mich, o Jesu Chrift, daß du der Erst' und Lette bist, der Anfang und das Ende! Du endest selig meinen Lauf, und nimmst mich einft zu dir hinauf; ich eil in deine Hände. Amen! Amen! Ja, ich werde von der Erde freudig gehen, und dein Antlik ewig sehen! 4. Gott Bater, o wie preis ich dich! Bon Ewigkeit ber hast du mic) in dei nem Sohn geliebet. Mit dir hat Jesus mich vereint; er ist mein Bruder und 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden! Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, bassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Chrift, halt' auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mag's die Welt verdrießen! Sie wird mein Bers trau'n auf dich mir doch lassen müssen. 4. Beigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden? den Bedrängten Troft und Ruh'? Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen? wann der Sich're nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, glaubt, und nicht mehr lachet? 6. D wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Sesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen 2ort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, nicht Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von 14* 212 Christliches Verhalten gegen Gott. dir scheiden. Sünde, Welt und Eitel: ren Banden uns zu lösen, ausgestans teit, und des Fleisches Triebe, Alles den; bast durch deinen Tod uns vers überwind' ich weit, Herr, durch deine föhnt mit Gott! Liebe! 4. Deine Majestät, König und Proz phet, will ich demuthsvoll verehren, und auf deine Stimme hören; denn dein Reich besteht, wann die Welt vergeht! Mel. Wie schön leucht't uns der2c. 560. Weta Glüc, o Jesu, dein zu 5. Zieh zu dir mein Herz; Laß in seyn, und hier in deinem Dienst allein mit Freuden sich zu üben! Wer liebt, Freud" und Schmerz mich an deine wie du? Wer rettet mich? er gab Trene denken, und wann Noth und fich in den Tod für mich? D, sollt' ich Furcht mich fränken, o so gib im dich nicht lieben? Mein Theil, mein Heil! Dir ergeben sey mein Leben, sey mein Sterben, deinen Himmel einst zu erben. Schmerz Muth und Trost in's Herz! 6. Bilde mich nach dir, daß ich eifs rig hier mich in wahrer Sanftmuth übe, und wie du die Demuth liebe; Stolz und Rachbegier Herrsche nie in mir. 2. Herr, laß mich unerschüttert dein, im Tod und Leben treu dir seyn; dieß bitt' ich dich) mit Thränen! Befrei' 7. Neiget sich mein Sinn zu dem Eis mich von der Sünde Schmach; ir tein bin; o dann warne meine Seele, Reiz ist groß; ich bin zu schwach, von daß sie nicht ihr Ziel verfehle! Lente ihr mich aber alles meines Falles Tröst' mich, meinen Sinn auf das Ew'ge hin! 8. Wecke stets mich auf, daß in dann mich schäme, und zur Gnade meinem Lauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht ers Zuflucht nehme! alte! Auf der Tugendbahn führ midy himmelan! wenn 3. 3war Alle, die sich, Jesu, dir er geben, drückt manch Leiden hier. Es fordert deine Liebe Gehorsam, Demuth, willigkeit, Berläugnung mancher Eis relteit, felbft meiner liebsten Triebe und fie, die nie Laster meiden, fast fein Leiden hier empfinden, spotten mein bei ihren Sünden. 9. In Bersuchungszeit stärke mich zum Streit; las mich wachen, und mit Beten findlich vor den Bater treten; bis nach Kampf und Streit mich) der Sieg erfreut! 10. Will der Trübsat Nacht und der Menschen Macht meine bange Secte schrecken, müsse mich dein Schild bes decken. Hab' in solcher Nacht huldreich auf mich Acht! 4. Doch wanke, meine Seele, nicht! Gerecht ist Gott und sein Gericht; schau' über's Grab hinüber! Das Glück sey auch dem Sünder hold: die Tugend lohnt Gott nicht mit Gold; ist dir sein Heil nicht lieber? Glaube! bleibe treu, und streite: dir zur Seite hilft die Sünden dir dein Heiland überwinden. 11. Einen edlen Muth, daß ich irdisch Gut, Alles, und auch selbst mein Lez ben mög' für's Gute willig geben; dies sen Heldenmuth gib mir, höchstes Gut! 12. Soll's zum Sterben geh'n, las 5. Ja, dennoch bleib' ich, Herr, bei auf dich mich seh'n, und auf deine dir! Nichts raubet meinen Himmel Lieb' und Treue, daß ich mich im Glauz mir, nichts kann von dir mich scheiden. ben freue, um zu dir zu geh'n, um du, der einft starb und ewig ist, lohnft dort mit höhern Freuden! Selig, felig ind werd' ich enden; deinen Händen, Herr, Eigne Melodie. is mind befehle ich noch stervend meine Seele! 562. Wie wohl ift mir, o Freund Mel. Seelenbräutigam! Jesu zc. der Seelen, wenn ich in deiner Liebe traure was fann mich quälen? Mein Troft, mein Licht, mein Heil bist du! Bei dir vergess ich meine Leiden; denn, o wie viele hohe Freuden genieß' ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit 561. Wer ist gut, wie du, Stifter wahrer Ruh'? Jesu, Freund der Menschenkinder, Retter der verlornen Sünder, Licht und Seelenrub' fließt von dir uns zu! 2. Herr der Herrlichkeit! zur befimmten Zeit kamſt du uns zum Heir auf Erden, warst zur Beschwerden unsrer Niedrigkeit liebe: voll bereit. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? Du sorgst 3. Du haft Schmerz und Noth, selbst für mich! Hätt' ich auch eine Welt den Kreuzestod, von der Sünde schwes voll Feinde; ich bin getrost, ich trau Christliches Verhalten gegen uns selbst. 213 auf dich. Auch wenn die Sünden mich den Deinen. Bald wird nicht mehr verklagen, darf ich nicht rettungslos mein Auge weinen; bald werd ich verzagen; ich weiß, was du für mich ewig selig seyn. gethan. Trät' Ales wider mich zu sammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 4. Gelobet feyst du, Freund der Seelen! In deiner Huld, wie woht ist mir! Du liebest mich, was kann mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei 3. Hier wall' ich zwar auf ranhen dir. In noch so drückenden Bes Wegen; doch du bist meine Zuver- schwerden bab' ich den Himmel sicht! Auch Leiden werden mir einst schon auf Erden; denn du bist durch Gegen; aus dunkeln Nächten strahlt den Glauben mein! Weg, Welt, dein Licht. Nur Sünder zittern vor mit deinen Schmeicheleien! Du bast dem Grabe; ich, der ich dich zum nichts mehr, mich zu erfreuen! Freunde habe, kann über Tod und Mein Freund ist mein, und ich bin Grab mich freu'n; denn ich gehöre au sein! Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. Achtung für MenFrage! Gott, lehre sie mich recht vers steh'n! Gib, daß ich mir die Wahrs beit fage, um mich so, wie ich bin, zu nen lernt, bleibt von der Weisheit seh'n! Ber nicht sich selbst recht kenweit entfernt. schenwerth. Sota Mel. Wie groß ist des Allmächt' gen 2c. 563. Wie groß ist meine Menschen würde, wie hoch mein Rang schon in der Welt! Dort werd' ich, daß ich felig würde, selbst Engeln Gottes zu gefellt. Wie hoch bin ich schon hier erhoben, wie herrlich ist mein Erden: stand! ich kann Gott kennen, ehren, Loben ,terland. - 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; du schufft mich, Gott, zu deinem Preis! Mein Leben nüßlich Geheiß. Doch leb' auch ich, dein Eis anzuwenden, ist mein Beruf, und dein genthum, wie mir's gebührt, zu deis nem Ruhm? und dort ist einst mein Ba| fenntniß. Beweist es aber auch die 3. Ich bin ein Chrift, nach dem Bes That? Ach, öffne du mir mein Vers. Pfad, den Jesus mir gewiesen, geb', ständnis, recht einzuseh'n, ob ich den und ob ich auch im Glauben steh'! 2. Mein Geift, bestimmt noch fort: suleben, wann dieser Leib in Staub zerfällt, wird über Sonnen sich erheben, in Wohnungen der bessern Welt. Erinn're mich an diese Würde, Gott, dessen Hand mich dazu schuf! fie sey mir bei des Lebens Bürde Ermuntrung, Trost und Tugendruf. 3. Sie stärke mid) zu allen Pflichten, zu Allem, was dein Wort gebeut; das Alles freudig zu verrichten, sey hier für mich schon Seligkeit. Sie lehre mich) das Alles meiden, was meinen Menschenrang entehrt; denn jene Welt mit ihren Freuden ist auch des größ: ten Opfers werth. 4. Nie will ich meine hohe Würde vergessen, noch sie je entweih'n; sie sey mein Adel, meine Bierde! Nie will ich ihrer unwerth feun. Getreu dem himmlischen Berufe will ich auf Jeſu Vorbild seh'n, um ftets zu einer höhern Stufe des Lichts zu ihm binanzugeh'n. fen, die mir selbst unergründlich find; 4. Du kenneft meines Herzens Tie: d'rum tas mich oft und ernstlich) pris fen: trag' ich dein Bild? bin ich dein Wahn, der auch den Klügsten täuschen Kind? Bewahre mich vor eitlem kann. borgen und unbekannt sich selbst noch 5. Wer Alles weiß, und doch ver: bleibt, wie kann der für sein Bestes forgen? Was ist, das ihn zur Beſſ rung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Berstand; d'rum mache mich mit mir bekannt. fehlet, mein Bater, das entdecke mir! 6. Was mir zu meinem Heit noch Hab' ich der Wahrheit Weg erwäblet, leuchte mich mit deinem Licht, so taufo gib, daß ich ihn nicht verlier'! Er= schen mich Berführer nicht! Selbstkenntniß. 7. Doch bin ich von dem Tugendpfade, der mich zum Leben führt, noch fern: fo wecke mich durch deine Gnade, daß ich ihn ernstlich) suchen lern'! Gib mir und Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 564. Wer bin ich? welche wichtige du bist's, der beides in mir schafft! 49 214 Christliches Verhalten gegen uns selbst. Selbstschäßung. 8. Ich muß es einmal doch erfah-| ren, was ich hier war und hier ges than. D las mich's nicht bis dahin Mel. Der du dein Wort mir sparen, wo Reue nichts mehr fann hier niache mich zum Himmet 566. Von dir in diese Wert gerite haft zc. flug, und frei von Wahn und Selbstbetrug. fen, steh'n, Schöpfer, alle Menschen hier auf vielerlei verschied'nen Stus fen der Kräfte, die du gabft, vor dir; nie gleich einander an Gestalt, an Neigung, Ständen und Gewalt. Vernünftige Selbstliebe. Mel. OGott, du frommerGott 2c. 2. Nicht Jeder hat, was Andre has und das ist Güte; denn du gibst 565. Du willst es, Here, mein dem dieſe, jenem andre Gaben, weit Gott, ich soll mich selber lieben. Hilf du, als Bater, Ate liebst; denn alle denn mir diese Pflicht nach deiner sollen glücklich seyn, und Einer sich Borschrift üben, und schränke selbst des Andern freu'n! den Trieb, frob und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in beilge Grenzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weibe, das Gute willig thu', das Böse ernstlich scheue! Wer als ein Chrift fich liebt, der flieh' auch als ein Christ, was der Bernunft und dir, o Gott, zuwider ist! 3. Kein nied'rer Eigennuß beherr. fche meine Seele; und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wäh: le, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schau'n, und nie mein Bohlergeh'n auf Andrer Unglück 3. Beglücken, Herr, und glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos! Nur darum, Gott, ift der auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mebr Kraft, der mehr Bers stand; und jener braucht, was der erfand. 4. Wer bat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir Du thuft's, durch freie Hand bewo gen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Laß mich in meinem ganzen Les ben mich meines Glück's und Vorzugs nicht zu Andrer Kränkung überheben, verkennen nie der Demuth Pflicht nicht bloß auf meinen Vorzug seh'n; nicht Andrer Gaben stolz verschmäh'n! 6. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sey'n; sie können meiner nicht entbehren, ich kann mich ohne sie nicht freu'n. Nimmt keiner meines Glücks sich an, wie arm, wie niedrig bin ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringern gern ers fennt und schäßt und ehrt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm! denn Bescheidenheit ist aller Stände Herrlichkeit. bau'n! 4. Kein Segen wohnt bei dem, der nicht das Unrecht meidet; das kann mein Glück nicht seyn, wodurch mein Nächster leidet. Wer unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht; wie könnt' er einst besteh'n vor dir, Herr, im Gericht? 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelfeiten Schimmer! Die Welt mit ihrer Luft vergeht doch einft auf im mer. Was hilft ein flüchtig Glück? Was nüßet eitle Pracht? Wo ist ein zeitlich Gut, das stets zufrieden macht? 6. Ein dir ergeb'nes Herz, ein unverTest Gewissen, dies, dieß allein kann uns des Lebens Müh' versüßen; dieß bleibt uns auch im Tod, und folget aus der Zeit, wenn alles Undre weicht, uns in die Ewigkeit. 7. D felig, wer darnach mit Ernst und Eifer trachtet, und für fein größ: tes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der, nur der liebt sich) reast; der findet, in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkommne Seligkeit! 8. Dieß sey mein Ziel, mein Fleik! segne mein Bestreben; dann werd ich wahrhaft frob schon hier auf Er den leben; dann nur lieb' ich mich Eigne Melodie. fe, wie dir es wobtgefällt, lieb' liber 567. Was ist mein Stand, mein Altes bich, dich, Gott, und nicht die Welt! Glück, und jede gute Gabe? Ein un 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Liebenswürdigkeit und Werth, und Glanz und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schimmer gern entbehrt; denn Demuth und Bescheie denheit ist unsre wahre Herrlichkeit. 9. Gib, Herr, zu allen deinen Gaz ben auch diese: Laß vom Stolze rein, uns Alles branchen, was wir haben, uns mit einander zu erfreu'n! Dann werden All' in deinem Reich an Ses ligkeit einander gleich. Christliches Verhalten gegen uns selbst. 215 verdientes Gut. Bewahre mich, offühle fie, bie rege Kraft, die Gott in Gott, von dem ich Alles babe, vor Stolz und Uebermüth! meiner Seele schafft, dir treu zu seyn. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster nüße: wer gab mir Kraft dazu? Und wenn ich mehr Bersrand, als er befißt, besige: wer gab mir ihn, als du? 3. Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, begegnet: bin ich dein Knecht? Gibt deine Gütigkeit, die mich vor Andern ſegnet, mir wohl zum Stolz ein Recht? 4. Wenn ich), geehrt und groß, in Bürden mich erblicke: Gott, wer er böhte mich? Ist nicht mein Nächster oft, bei seinem kleinern Glücke, viel würdiger als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben, und meines schwa chen Lichts? Was ich besig ist dem! Du sprichst: so bin ich Lebenz du sprichst: so bin ich nichts. 6. Bon dir kommt das Gedeih'n und jede gute Gabe, von dir, du höchstes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles babe, vor Stolz und Uebermuth! Sorge für die Seele. Mel. Lobsinget! Gottes Huld und 2c. 568. Erwache, Sobin der Ewigkeit! entreiße dich der Dunkelheit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit bin! Mensch, du bist Geift! 2. Die Tausend Wunder seiner Welt bat Gott umsonst nicht aufgestellt; mit Forscherblick sollst du sie seh'n, und ihres Schöpfers Ruhm erhöh'n; du, Wunder selbst! 3. Gott lenft mit Weisheit, was er schuf; und dir ertönt der innre Ruf: beacht' es, wie dein Gott regiert, und Alles, Alles herrlich führt, in Macht und Huld!. 4. Erkenne, was die Menschheit ebrt, und reine Freuden ihr gewährt. Erhebe deines Geistes Blick vom wandel: baren Erdenglück zum höchsten Gut! 5. Dich selbst, dein Streben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und wandle, blindem Wahn entfloh'n, im Lichte der Religion; es ftrabit aus Gott. 8. Mag jeder Reiz der Welt vers blib'n; mag dieses Lebens Hauch ents flieb'n; d weisheit! du wirst mich ers freu'n, und mich zum Anschau'n Gote tes weit'n in Ewigkeit! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 569. Nach meiner Seele Seligkeit ich, Bater, meine Zeit in Leichtsinn soll ich hier eifrig streben; d'rum will nicht verleben! Wie könnt' ich sonst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht einzugeh'n, muß reines Hers gens werden. bahn auf sein Berderben sehen; wann 2. Erst an dem Schluß der Lebensum Erbarmung fleben, das ist der man nicht fündigen mehr kann, dich Weg zum Leben nicht, den uns, Gott, dein Unterricht in deinem Work bezeichnet! so laß denn schon auf Erden des Hers 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; zens wahre Besserung mein Haupts geschäfte werden! Gib dazu Weisheit, Luft und Trieb! Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, das ich dir nicht aufopf're.. 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt das, was dir gefällt, o Gott, darüber mit allen ihren Freuden, und sollte meiden: was hülfe mir's? fann auch die Welt mit Allem, was sie in sich hält, mir deine Huld ersetzen? heit schon vier in diesem Leben? Was 5. Was führt mich zur Zufriedens fann mir Trost und Freudigkeit auch selbst im Tode geben? Nicht Mens schengunft, nicht irdisch Glück; nur deine Gnade, nur ein Blick in jenes Lebens Freuden. mich vor allen Dingen trachten, und, 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß ist die Welt mir hinderlich, die Welt deinen Wegen geb', und im Gericht mit Muth verachten! Daß ich auf or dir besteh', sey meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du und mich zur Treu' in dieser Pflicht nicht vor Trägbeit mich beschüßest, mit Kräften unterstützest? D stärke mich, mein Gott, dazu! so find ich hier schon wahre Rub'. und dort ein ewig Leben. 6. Es leuchtet dir auch: sey ein Christ! Dann wird dir's klar, was Wahrheit ist. Dir stürzt des Aber- Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. glaubens es dein Geift fich, Engeln gleich, zum böhern Licht. 570. Schaffet, fchaffet, Menschen. 7. D Weisheit, Weisheit, leite mich! Finder, schaffet eure Seligkeit! bauet ich bin ein Chrift, und liebe dich. Ich nicht, wie freche Sünder, nur auf 216 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. gegenwärt'ge Zeit; sondern schauet lausführ'. Er, er gebe Kraft und über euch, ringer nach dem Himmel: Stärk, und regiere selbst das Werk, reid), und bemühet euch auf Erden, daß ich wache, bete, ringe, und also wie ihr könnet felig werden! zum Himmel dringe! 2. Daß nur dieses mög' geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut. Streben nach Weisheit und desselben Neigung gehen; sondern, und Tugend. was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur seyn, es mag Fleisch und Blut Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. in Allem übel oder wohlgefallen. 571, Lebr, o Gott, mich recht bez 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Süude steckt; daß denken, was die wahre Weisheit ſey; ibr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe euch lauter Elend deckt; und daß Got- mir aus Gnaden bei! Denn was tes Gnadenkraft nur allein das Gute eitler Wahn der Welt oft für hohe schafft; ja, daß außer seiner Gnade Weisheit hält, fördert nicht mein in euch nichts, denn Seelenschade. Woblergehen, und kann nicht vor dir 2016 bestehen. 4. Selia, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, und die Sünden in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kren zesschmach jaget man dem Frieden nach); wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 2. Weisheit ift's, mit Ernste trach. ten, sich von Mängeln zu befrei'n; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendütukel scheu'n; oft auf seine Febler feb'n, reuig sie vor Gott gea steh'n; eifrig fiets nach) Bes'rung stres ben, und doch nie sich stol: erheben. 3. Weisheit ist es, Alles meiden, 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg' und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure was mit Reu' das Herz beschwert, Hoffnung ein; obne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg: wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. fern sich halten von den Freuden, die der Sünde Dienst gewährt; eiteln Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genusse flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; stets nach bessern Gütern trachten. 6. Mit der Welt sich luftig machen, hat bei Christen teine Statt: fleisch lich reden, thun und lachen, schwächt den Geist, und macht ihn matt. Ach, bei Chrifti Kreuzesfah'n geht es wahr lich niemals an, daß man doch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen! 4. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel erseh'n, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen geh'n; gern nach Gottes Willen thun: froh in seiner Fügung ruh'n, leidend durch Geduld ihn ehren, nicht im Grame sich verzehren. 5. und 7. Furcht muß man vor Gott stets Weisheit ist es, stets bedenken, tragen, denn er kann mit Leib Seel' uns zur Hölle niederschlagen; daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dorthin lenken, wo das er ist's, der des Guten Quell, und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Ziel des Glaubens steht; seine Blicke Bollbringen gibt. D so laß uns zu unverwandt auf das wahre Baterland ihm gehen, ihn um Gnade anzufleben! richten und mit Ernste streben, für 8. und dann schlagt ihr, Christus die Ewigkeit zu leben. 6. Weisheit ist es, Christum ehren, Glieder, die der Geist des Höchsten regt, in den Kreuzestod darnieder, feiner Mittlerhuld vertrau'n; glaubig was zum Bösen euch bewegt. Hauet feine Stimme bören, und auf seinen Händ' und Füße ab, was euch ärgert, Wandel schau'n. Solche Weisheit fenft in's Grab, und denkt mehrmals an die Worte: dringet durch die enge Pforte! kommt von dir; Herr, verleihe fie auch mir; las fie mich zu allen Zeiten auf des Friedens Wege leiten! 9. Bittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jefum seh'n, bis ich seinen Beistand finde in der Gnade Selbstbeherrschung. zu besteh'n. Ach), mein Heiland, get' Mel. Von Gott will ich nicht zc. doch nicht mit mir Armen in's Ge: 572. Mich selbst muß ich bezwinricht! Gib mir deines Geiftes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! gen, um dir, Gott, treu zu seyn; das 10. Amen, es geschehe, elmen, Gott Gute zu vollbringen, der Sünde Luft versiegle das in mir; auf daß ich in zu scheu'n, muß ich mit Christenmuth Jesu Namen so den Glaubenskampf den Kampf der Tugend wagen, mir Christliches Verhalten gegen uns selbst. 217 manchen Wunsch versagen, und fedes falsche Gut! 5. Ja, ring' ihm nach dem Sieger! streite, bis du die Krone einst erringst, 2. Ich soll kein Uebel flieben, wenn und an des Ueberwinders Seite Tri mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu umphgefänge feiernd singst. Dort unterziehen; soll mit Entschlossenheit wehen einst der Sieger Palmen, hier da, wo Gefahren sind, aus Pflicht Ge- übt die Tugend sich im Streit; dort fahr nicht scheuen, um mich des Lohns schallt dein Lob und ihre Pfalmen zu freuen, den Kampf und Sieg ge von Ewigkeit zu Ewigkeit! winnt. 3. Wer gibt mir zum Geschäfte Umgang mit guten Menschen. der Selbstbeherrschung Kraft! Wie schwach) sind meine Kräfte! wie stark die Leidenschaft! Dit, Bater, fannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleih'n! 22 00 4. Auf jeden meiner Triebe laß, Herr, mich achtsam seyn; laß mich die Eigenliebe und jeden Dünkel scheu'n! Will Wollust, Zorn und Geis mein schwaches Herz berücken, hilf mir fie unterdrücken, besiegen ihren Reiz! 5. Auf dich nur will ich sehen; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir bestehen, er sey mir noch so schwer! Du unterstützest mich, mich selber zu bekämpfen, der Lüfte Macht zu dämpfen; ich siege, Gott, durch dich! Mel. O liebster Jesu, was hast 2c. 574. In deiner Liebe, Gott, nicht zu erfalten, will ich mich stets zu deis nen Kindern halten; durch sie erleuchtet, freudiger mit ihnen nur dir zu dienen. 2. Der Heiligung Gemeinschaft, Herr, verbinde uns in dem Kampfe wider jede Sünde, daß der Berfuung keiner unterliege, daß jeder siege! 3. Laß ihren Eifer in der Tugend erken mich seh'n, und meinen Fleiß und Eifer stärken, um nicht, wenn sie dein Werk mit Eifer treiben, zurück zu bleiben. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 4. Laß mich mit Luft den Rath der mich zu belehren; und brauch)' ich Weisen hören, und mache sie geneigt, Trost, mich, ihren Miterlösten, mits leidig trösten; 573. Shwer ist der Kampf! denn nur errungen will jeder Preis der Tugend seyn; wer bis zum Ziele durchgedrungen, kann sich der Sieges5. Daß sie mich liebreich warnen, Frone fren'n. Hier ist der Kampfplaß eh ich falle; und mir's entdecken, jeder Tugend, das angewies'ne Ue: wenn ich richtig walle, wie ich der bungsfeld; hier, wo das Alter, wie wahren Tugend Hindernisse besiegen die Jugend wankt, strauchelt, und müsse. gar öfters fällt. 6. Sind wir nicht darum deine Kinder, Brüder; und Alle, Bater, Eines Leibes Glieder, daß wir, um Einen Himmel zu besitzen, einander nüßen? 2. Schwer ist es, Lüfte zu besiegen, für die das Herz empfänglich ist, das, oft geneigt, sich zu betrügen, schon wählt, ey' sich der Geist entschließt. 7. Nun darum laß, Erbarmer, uns Es strömt die Luft durch alle Sinnen zusammen einander stets zur Tugend in's offne Herz und siegt geschwind! mehr entflammen; und so vereint, o Schwer ist's, den Sieg da zu gewin- laß es uns gelingen! zum Himmel nen, wo in uns selbst die Feinde find. dringen! 3. Die Tugend soll der Macht der Ginnen, dem Spott der Welt, der Eitelkeit der Siege schwersten abge= Ginsamkeit. winnen: ein großer, aber edler Streit! Sie soll die feinsten Lieblingssünden, Mel. Gott des Himmels und ze. erregter und böſe Wünsche überwinden, schon früd 575. Ja, zur Stille will ich flieim Herzen angefacht. ben, will durch Eingezogenheit dem 4. Wahr ist es: Ach! nicht leicht Geräusche mich entziehen, das mich) errungen wird hier des Sieges Krone störet und zerstreut; rubig will ich seyn; und doch ist's Tausenden gelun- und allein, Gott, mit dir beschäftigt gen, die nun sich ihres Sieges freu'n! seyn! Berzage d'rum nicht, edler Streiter! 2. Nicht aus Wahn, noch Aberglau: Schwer ist dein Kampf, doch groß dein ben, oder nur aus Eigensinn; nicht, Lohn. Ermanne dich, und dringe weis der Welt den Fleiß zu rauben, den ter, bis au des größten Siegers Thron. ich Brüdern schuldig bin; weder wild Christliches Verhalten gegen uns selbst. 218 noch menschenscheu; nicht aus Stolz und Gleißnerei. 3. Nur zu prüfen mehr im Stillen, wie entschlossen, wie getreu, deinen Willen zu erfüllen, meines Herzens Borsaß sev; ob, von nied'rer Selbst: fucht fern, ich dir redlich dien' und gern? 4. Jeder Täuschung dann entriffen, seh' ich näher, Gott, mein Ziel; freier fieht auch mein Gewissen, wo ich siegte, wo ich fiel; stärker flammt mein Herz sich dann zu der Tugend Kämpfen an. 5. Mehr empfind' ich deine Liebe, wo mich fein Geräusch zerstreut, stärter deines Geistes Triebe, mebr der Zukunft Herrlichkeit; beller seh' ich dein Gericht, mehr die Würde mei ner Pflicht. 5. Bewahre denn, o Bater, mir ein unverleßt Gewissen! Nie werde dies bier Sünde mir entrissen. Dein heilig Recht nie zu entweib'n, und deiner Huld gewiß zu seyn, sen meine größte Gorge. 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als Stimme Gottes ehren; laß mich mit Widerwillen nicht auf 6. 2ohl mir, Gott, denn ich ge seine Warnung bören! Erinnert's winne dann für meine Pilgerschaft mich an meine Schuld, so laß mich), über alle meine Sinne mehr Gewalt, Bater, deine Huld voll Ren' und mehr Licht und Kraft; deiner Gnade Glaubeu suchen! mir bewußt, mehr zum Guten Muth und Luft! 7. Benn, in dir geweihter Stille, meine Leidenschaften ruh'n, werd' ich fester, strebt mein Wille froher, was du willst, zu thun; hab' auch dann durch deine Huld in der Trübsal mehr Geduld. 8. und so kehr ich, theure Brüder, frendiger zu dem zurück, was mein Amt ist; lebe wieder unter euch für euer Glück; um eud) nüßlicher zu seyn, um mich auch mit euch zu freu'n! nicht verschulde. Erhalt ich mein Ge wissen rein, und meid' ich auch des Bösen Schein; dann wirst du, Herr, mid) schüßen! 4. 3ch sehe mit Zufriedenheit der fünft'gen Welt entgegen; sie gibt mir Muth und Freudigkeit auf allen meis nen Wegen. Dort macht, Wahrhafs tiger, dein Mund den wahren Werth der Menschen Fund, dort wird der Fromme siegen! 9. Aber meine Seel' erbebet nur zu dem, was sie erfor, zu dem Himmet, dem sie lebet, sich mit leichterm Flug empor, daß, von jeder Bürde frei, fie nun bald ganz selig sey! 7. Mit deinem Beifall tröfte mich), und stärke meine Seele, daß fie vor Sünden hüte sich, und nie aus Bors saß fehle! Denn wer stets reines Hers zens ist, nur der kann, als ein wahrer Christ, sich deines Beifalls freuen. Mel. Wer nur den lieben Gott sc. 577. 3um Troft in meinen Küm. mernissen, zum Licht auf meiner duns keln Babn gab mir der Schöpfer das Gewissen; es zeigt mir jeden Irrweg an; es ist ein beiliges Gericht, durch das die Stimme Gottes spricht. den, und wäre Frevels mir bewußt; 2. Hätt' id) ein Paradies auf Ers Gewissenhaftigkeit. es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle wär' in meiner Brust! Diedes Kleinod gäbest du bei ihren Qualen hin um Ruh'! Mel. Ich halt' an meinemGott ze. 3. Und ob ich über's Meer entflöte, und eine mir meis 576. welch ein unschäzbares Gut ner Wohnung ausersäbe; ein bös ist doch ein rein Gewissen! Besit' ich das, so hab' ich Muth, wenn Andre zagen müssen. Dann zittert meine Geele nicht; mich schreckt fein Tod und kein Gericht; ich habe Gott zum Freunde. 2. Herr, deines Beifalls mir be wußt, freu' ich mich deiner Gnade; dein Friede woont in meiner Brust, und wer ist's, der mir schade? Ich feh' auf dich in jeder Roth, womit die Zukunft mich bedroht; mich tröftet deine Liebe. Gewissen folget mir. Kein Jauchzen kann es überschrei'n, kein Bild der Wollust schläfert's ein. 4. Wohl dem, der in sich selber fins det, was ihm die Welt nicht geben fann; sein Glück auf das Bewußtseyit gründer, treu hab' er seine Pflicht ges than; der höher, als den Ruhm der Welt, ein freudiges Gewissen hält! 5. Es lehrt mich, wenn ich schulds los leide, Geduld, auch in der größten Vein; ein dürftig Glück, die kleinste Freude, wird mir, mit ihm, Entzüs den seyn. Der Friede wohnt in meis ner Brust, bin ich mir Böses nicht 3. Und ob ich auch oft Läfterung und Schmach bienieden dulde; so ist mir's doch Berubigung, daß ich fie bewußt. Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 219 niemals ganz in unfrer Erust. 6. Und einft, wann ich vollendet auch die bekämpfte böse Luft stirbt habe, wann Todes: Nacht mein Auge deckt; wohl meinem Herzen dann am 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; Grabe, daß mich) fein inn'rer Richter oft ist sie nur ein Werk der Zeit. Die schreckt! Dann, Trost der Unschuld, wilde Hige roher Jugend wird mit führest du mich) einem ew'gen Frieden Jahren Sittsamkeit; und was den zu! Natur und Zeit gethan, ficht unser Stolz für Tugend an. Wachsamkeit. 4. Oft ist die end'rung deiner Sees le ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, daß Stolz und Ruýmsucht quale, und Eigne Melodie. 578. Mache dich, mein Geift, be- felft nur; dein Herz fühlt einen ana dern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. reit! wache, fleb' und bete! Schlummre nicht in Sicherheit; du erwachst zu späte, wenn die Noth und der Tod dich vielleicht in Sünden unbereitet finden. 2. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es daucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 3. Wadh! sonst bringt des Feindes List dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, leicht dich überwinden. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du forglos walleft, in Bersuchung falleft. 4. Wache! daß dich nie die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn fie sich verstellt, liftig an sich bringe. Wach' und sieh', daß dich nie die Ber: führer fällen, die dir nebze stellen! 5. Wach' und hab auf dich wohl Alat! Trau' nicht deinem Herzen! Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. es ist voller Lift, kann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln! 6. Aber bet' auch stets dabei, bete bei dem Wachen! Gott muß dich von Trägheit frei und behutsam machen. Er verleiht Munterkeit auf dem rechten Pfade durch erbetne Gnade. 7. Nun so will ich immerdar wachen, fley'n und beten, und vermehrt sich die Gefahr, brünstiger noch beten. In der Noth, selbst im Tod, werd' ich froh bestehen; Gott wird mich erhöhen! Mel. Der du dein Wort mir haft zc. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmäh sucht Triebe, erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränfft dich ein, flieh'st nicht die Schnähsucht, nur den Schein. 579. Nicht, daß ich's schon ergrifs fen bätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Geele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachfamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz vers führen; doch jedes Herz bat feine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; iegt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst ges scholten ward. 10. Du fliebst, geneigt zur Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Eins famkeit; dod) bist du, fordert's Gots tes Wille, auch dieser zu entflieh'n bes reit? Dein Herz bast Habsucht, Neid und Bank; flieht's tinmuth auch und Müßiggang? II. Du bist gerecht; d'rum auch bes fareiden? Liebst mäßigkeit; d'rum auch Geduld? Du dienest gern, wann Ans dre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Bon allen Lastern foust du rein, zu aller Tugend willig seyn! 2. So lang ich hier im Leibe walle, 12. Sey nicht vermessen! Wach bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. und streite; denk nicht, daß du schon Der sehe zu, daß er nicht falle, der, g'nug gethan. Dein Herz hat seine wenn fein Nächster fällt, noch stebt. schwade Seite, die greift der Feind 8. Oft denkt, wann wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugends haft. Kaum lachet uns die Welt ents gegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenss lauf; doch opferst du, will's seine Lies be, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Ehrift entreißen muß. 220 Christliches Verhalten gegen uns selbst. der Wohlfahrt an. Die Sicherheit] 2. Im hellen Sonnenglanze, tm drobt dir den Fall; d'rum wache ftets, fanften Morgenlicht, im bunten Blüs wach' überall! thenkranze, den uns der Frühling flicht, im goldnen Fruchtgefilde, und in des Winters Ruh' sprichst du mit Batermilde dem Menschen freunds Mel. An Wasserflüssen Babyl. 2c. 580. Wenn ich, o Gott, von dir lich zu. geführt, auf deinen Wegen wandle; 3. Wer überall dich findet, du, Höchwenn ich, durch deinen Geist regiert, fter, groß und gut, auf dich sein Hofs nach deinem Willen handle; wenn fen gründet, und seinen Troft und mir mein Herz das Zeugniß gibt, daß Muth, dem wurde mehr gegeben in meine Seele mehr dich liebt, als alles Gut' der Erden: so kann ich dieser Seligkeit durch Stolz und durch Bermes fenheit gar leicht verlustig werden! engbeschränkter Zeit, als auch das längste Leben dem undankbaren beut! 2. Wie bald erliegt ein sichrer Sinn, bekämpft durch seine Lüste; sieht ru hig auf Gefahren bin, wovor er zit tern müßte. Bollkommen glaubt er schon zu seyn; denkt, diese Sünde sey nur klein, und jene Pflicht nicht wichtig: nun ist er seinem Falle nah', fällt anvermerkt, und glaubt noch da, er wandle fest und richtig. 4. Daß wir vereint mit Andern, in Frieden, Hand in Hand das: Erdens that durchwandern in's beff're Baters land, das Recht und Lieb' und Treue, in aller Freud' und Noth, uns für den Himmel weihe, das, Herr, ist dein Gebot! 5. Wer deine Stimme höret, auf deine Weisheit traut, stets, wie es Jesus lebret, binauf zum Himmel schaut, und nach des Geistes Frieden mit regem Eifer ftrebt- wohl dem! der bat hienieden stets lang genug gelebt. 6. Um fünft'ger Tage Morgen will ich nicht ängstlich fleb'n, und nicht mit bangen Sorgen hinaus in's Weite seb'n; bis sich die Augen schließen, das Gute freudig thun, das Gute frob ge. nießen, und dir ergeben rub'n. 4. D'rum lebre mit Behutſamkeit auf meine Bahn mich schauen, laß nie mich), Gott, in Sicherheit auf meine Tugend trauen! Wenn mich Bersuchungen bedroh'n, so zeige sie von fern mir schon, daß ich mich) zeitig rüste. Bedachtsam wende sich mein Blick auf Diese Welt, auf Zeit und Glück, und auf die Macht der Lüste. 7. Du läsfest jest mich leben, ich fülle diesen Tag mit dir geweihtem Streben; so folgt ibm Friede nach). Der Tag kommt nimmer wieder; ich will mich beute freu'n, und was euch nüßet, Brüder, in treuer Kraft euch weih'n! 401 05ean 8. Der du die Sterne führeft am Himmel auf und ab, auch meinen Lauf 5. So werd' ich), Gott, von dir geregierest du, Bater, bis in's Grab; du führt, auf deinen Wegen wandeln, schenfest Gnad' auf Gnade, du führst durch deinen guten Geist regiert, nach aur bessern Welt. D sebe meinem deiner Vorschrift handeln; ich werde Pfade sein Ziel, wie dir's gefällt! nicht durch Sicherheit ,, durch Stolz und durch Bermessenheit von deinen Rechten weichen. Heil allen From Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. werden, Preis und Dank sey dir! des Glaus 582. Cilt, Furse Tage meines Les bens Ziel erreichen! bens! eilt in dem schnellsten Flug das hin! Ich weiß, ich lebe nicht verges bens, weil ich) dereinst unsterblich bin. Sie flieh'n, die kurzen Augenblicke, wie süße Morgenträume flieb'n; und ieder ist mir doch) zum Glücke der gan3. So schwach ist, Herr, der Mensch! fo bald zur Sünde fortgerissen; sein Eifer wird gar leichtlich falt, nachgebend sein Gewissen, Web' ihm, wenn er vermessen ist, wenn seine Schwachbeit er vergist, in sich nur Stärke siehet! Der Irrthum und die Sinn= fichkeit besiegen ihn in kurzer Zeit, wenn er nicht wacht und fliebet. Weiser Gebrauch der Zeit. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 581. Bestimme meinem Pfade, zen Ewigkeit verlieh'n. Herr, wie du willst, sein Ziel! Du 2. Wie fur; ist meine Pilgerreife schenfest mir die Gnade, auf kurzem hinüber in das Baterland! Doch dies Weg aud), viel; du, Bater, gabst das ist Woblthat, dieß ist weise Regierung Leben, und dein Rath weiß es wohl, einer Baterband. Nah' ist vielleicht was er dem Kinde geben, wie lang der Wallfahrt Ende, und nah am es leben soll! großen Biel mein Lauf; dann eil ich Christliches Verhalten gegen uns selbst. 221 in des Baters Hände zu seiner Herr. Wie viel ist jede Stunde werth, die lichkeit binauf. deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier ge= firebt, in gottgefälligen Geschäften die Vilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Fleh'n bet meis nem Ende vernimmst du, meine Seele 4. Wohl mir dann, wenn ich keine preist dich sterbend noch, in deine Hänz Stunde verschwendet von der kurzen de befett' ich, Bater, meinen Geist! Zeit; wenn ich mit dem verlieb'uen Er schwingt sich über Grab und Wett Pfunde gewuchert für die Ewigkeit! zu dir, wenn seine Hülle fällt. Früh oder spät mag sie dann schlajedem gen, die Schmerz, und ohne zagen er Sterbeglocke; sie befreit von 3. Was ist alsdann dieß Erdenleben mit aller seiner schweren Pein? Wie frob wird sich mein Geist erheben, und seiner Seligkeit sich freu'n! Wie Fur; ist dieses Lebens Dauer! Biel leicht, daß bald die Stunde schlägt, da sich des nahen Todes Schauer in allen meinen Adern regt. 584. Menschen, euer Leben eilt! Mel. Jesu, Jesu, komm zu mir zc. sie Dyne Raft und unverweilt fließt hin, die kurze Zeit, in das Meer der Ewigkeit. 2. Nebmt auchy Stunden wohl in Acht! Wirket Gutes! denn die Nacht, da man nicht mehr wirken kann, kommt, und rückt oft schnell heran. 3. Jetzt noch ist der Tag des Heils; trefft die Wahl des bessern Theils! send an guten Werken reich). Stellt euch dieser Welt nicht gleich, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 583. Es eile der letzte von den 4. Die ihr eure Zeit verträumt, sie in träger Ruh' versäumt, ſie in eittem Tand verderbt, weh' alsdanne euch, wann ihr sterbt! Tagen, die du bier lebst, o Menich, Herbei! Erkauf die Zeit! Und, statt zu klagen: sie sey zu kurz, gebraucy' 5. Der Versäumnis eurer Pflicht fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie folgt im göttlichen Gericht, wann der Tod euch hingerafft, eine strenge Res wart' ich Tod und Ewigkeit. 5. Sie ist mir Ruf zu hoher Wonne in einer Welt voll Troft und Licht, wo nichts den Mittagsglanz der Sonne des neuen Tages unterbricht. Dann gäbe ich nicht mehr Tag und Stunden; mein Maßstab ist die Ewigkeit, und mein Gefühl, der Erd' entbunden, des Himmels ganze Seligkeit. 2. Getäuscht von Tand und Eitelkeiten, verfehlst du deines Lebens Ziel; verschiebst dein Heit auf ferne Zeiten; bast du der Jahre noch so viel? Wer kann dir dafür Bürge seyn, der näch ste Morgen sey noch dein? 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als theure 8. Jede Stunde, die er nüßt, WaiSaatzeit weislich) nügen, und thun, sen bilft und Wittwen schüßt, Arme was dir der Herr gebeut. Er ruft mit speist, die dauert dort stets in ihrenz hohem Ernst dir zu: Sieh', Eins ist Lobne fort. noth! Was säumeft du? 9. Laß mir diesen Werth der Zeit 4. D'rum eil', errette deine Seele, und des Frommen Thätigkeit täglich, und denke nicht ein andermat! Auf! Gott, vor Augen seyn, daß ich Träg* sammle dich! und überzähle der Menheit ferne scheu'n! fchentage kleine Zahl. Gefeßt, dein 10. Steh' mit deiner Kraft mir bei, Ende wär' auch fern: sey fromm und daß ich meiner Pflicht getreu, dir zum wandle vor dem Herrn! Preis und mir zum Glück, nüße jeden Augenblick! thist 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht; sprichy: Dir, o Gott, ist nichts verbor: gen, ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freu'n, mein Leben ganz der Tugend weih'n! 6. Erleucht' und stärke meine Seele, Me L. Wer nur den lieben Gott ze. weil ohne vermag! Du gönnst, daß ich mein Heit erwähle, 585. O das von meinen Lebensaus Gnaden mir noch diesen Tag! tagen doch keiner ganz verloren sey! 6. Aber so ist nicht der Chrift; weise lebt er, und vergißt nicht der nahen Ewigkeit, und nügt sorgsam seine Zeit. 7. Jede Stunde, da sein Geist sich der Erde mehr entreißt, bringt ihm, Gewinn. gleich dahin, einen ewigen 11. Dann vertaufch' ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit, und empfang' vor deinem Thron meiner Arbeit Gnas denlohn. 223 Christliches Verhalten gegen uns selbst. Berlorne Stunden, ach, fie nagen das, Bollbracht' ich ihn auch tugendhaft? Herz zu spät mit Gram und Reu', und jede Stunde meiner Zeit sey dir und den entwich'nen Augenblick bringt und meiner Pflicht geweiht. Reue nicht, nicht Fleh'u zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir werth und theuer seyn; Sorge für Leben und Taß mich die Zeit, die du zum Glücke Gesundheit. mir gabft, durch Sünde nie entweih'n, nie durch die Luft der Eitelkeit, die Mel. Wer nur den lieben Gott zc. doch zuletzt bereut! 3. Noch ist es Tag; jest las mich 587. Des Leibes warten und ihn Werke der Tugend wirken; denn die nähren, dieß ist, o Schöpfer, meine Nacht, wo Niemand wirkt, kommt Pflicht; durch eigne Schuld ihn zu bald; es stärke zum Tugendfleiß mich zerstören, verbietet mir dein Unters deine Macht. Wie viel ist noch für richt. Oftebe mir mit Weisheit bei, mich zu thun! und ich), ich sollte jetzt das diese Pflicht mir beilig sey! schon ruh'n? 2. Sollt' ich, o Herr, nicht theuer 4. Wie schwach ist noch mein Herz, schäßen, was deine Hand mir anvers wie schwanket es zwischen dieser Belt traut? den wundervollen Bau vers und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, legen, den du, mein Schöpfer, felbst wanket der Bruderliebe Sinn in mir! erbaut? es ist mein Leib? Er ift Wie viel ist noch für mich zu thun! ja dein; wie dürft' ich sein Zerstörer und ich, ich sollte jetzt schon ruh'n? seyn? 5. Auf, auf, mein Geist, laß feine 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, Stunde des Lebens ungenügt vorbei! gibst du mit milder Baterhand die Ich schwör' es, Gott, mit Herz und Mittel uns, daß wir sie nüßen, und Munde- erhalte mich dem Schwure zum Gebrauch gibst du Berstand. Dir tren! dir, Herr der Zeit und Ewig- ift die Sorge nicht zu klein; wie sollte Feit, sey jeder Augenblick geweiht! fie denn uns es seyn? 1 6. Geht dann mein Tagewerk zu Ende, und ist am Ziele mun mein Lauf; so heb' ich freudig meine Hände zu dir, mein Gott und Bater, auf, und ruf: Es ist vollbracht; nicht mein, dein sey der Ruhm, die Ehre dein! 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte sind mehr als alle Schäße werth. Wie leiden des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit unsern Leib beschwert! Ift nicht der Erde größtes Gut Gesunds heit und ein froher Muth? Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 5. D'rum gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlseyn wenn ich 586. Wo eilt ihr hin, ihr Lebens- zen leide, mein Geift den innern Bor= wurf hört: du selbst bist Störer deis ner Ruh'; du selbst zogst dir dein Leis den zu! ftunden? Ach, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie viele Tage sind verschwunden, seit ich der Erde Pilger vin! Ein großer Theil von meiner Zeit floß schon in's Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich) aus deinem Schlummer; auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sey dein Gram, dieß sey dein Kummer, daß mancher Tag um sonst verstrich). Den ungenügten Augenblick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh' er des Lebens Werth versteht; er nähert früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Doch, ach, was ist das Leben werth, wenn es nicht unsre Tugend mehrt? 4. Stunde will ich Mel. In allen meinen Chaten 2c. verdroffen, nie zur Arbeit feyn; Fein 588. Was ist mein zeitlich Leben? Augenblick ist überflüßig: d'rum soll mir jeder wichtig seyn; denn ein Berluft, zu spät bereut, ist der Berlust der edlen Zeit. 6. Doch niemals will ich übertreis ben, was auf des Leibes Pflege zielt, und stets in jenen Schranken bleiben, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl soll nie allein mein Wunsch und meine Sorge seyn. 7. Mein größter Fleiß auf dieſer Erde sen meiner Seele, Gott, geweiht, daß sie zum Himmel weise werde, und reife zur Boukommenheit! Bergängs lich ist der Leib vom Staub; mein Geift wird nie des Todes Raub. Wozu ist mir's gegeben? Es ist, Herr, dein Geschenk! Ich lebe, um auf Ers den zum Himmel reif zu werden; des sey mein Herz stets eingedenk! 5. Bon jedem meiner Lebenstage, 2. Hier wird die Saat gestreuet; Gott, forderst du einst Rechenschaft. dort, wenn sie wohl gedeihet, werd' D'rum sev an jedem meine Frage: lich mich ihrer freu'u. Je länger ich Christliches Verhalten gegen uns selbst. 223 Hier lebe, und gut zu handeln, strebe, deine Hand des Kummers Thränen je reicher wird die Ernte seyn. von deiner Brüder Auge wischt, und, die sich nach Erquicung sehnen, durch einen Labetrunk erfrisd) t. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? Gib, Herr, daß mir, im Glauben der fünft'gen Erntezeit, mein Leben auf der Erde so werth und wichtig werde, wie mir's dein heilig Wort gebeut! 6. Dann blübt mit süßerem Ents zücken die Schöpfung Gottes um dich ber; es gibt dir stärkendes Entzücken die Luft von Blumendüften schwer; dann gießt wohlthätiger die Sonne ihr Licht auf deinen Lebenspfad; und reiner wird der Schöpfung Wonne durch das Bewußtseyn guter That. 7. Genieße, was dir Gott beschieden, doch so, daß nie dein Herz vergist, daß auch die reinste Luft hienieden nur Bors bereitungsfreude ist; daß nicht allein für diese Erde, was in dir denkt, ges schaffen ist; genieße mäßig, weiß, und werde der höhern Freuden werth, als Christ. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich in's Le ben; dir soll ich's wieder geben; wann du gebeurst, doch früher nicht! 5. Die Luft, die leicht bethöret, des Lebens Kraft zerstöret, laß mich mit Sorgfalt flieh'n; doch laß mich auch nicht zagen, es für die Pflicht iu wa gen; auch dazu hast du mir's veriietu. 6. 2as nüßt ein langes Leben dem, der nicht Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? 2er Gott und Men schen liebet, im Guten treu sich übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 9D2& Big Fe if. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 589. Gott will, wir sollen uns der Jugend und jeder Zeit des Lebens Freu'n; denn selbst die Fröhlichkeit ist Tugend, nur, o mein Herz, genieße rein! Genieß der Freuden dieser Erde, Gott will's! Nur Hüte dich, mein Herz, daß keine Lust dir unluft werde, und niemals deine Freude Schmerz. 2. Brich jede Blume, die des Lebens verschlung'ne Pfade für dich schmückt! Sie blüht und duftet nicht vergebens; nur der ist weise, der sie pflückt! Um sonst blüht nicht die Rosenlaube, der Gärten Schönheit jedes Jahr; und nicht umsonst färbt sich die Traube, fie beut dir ihre Freuden dar. Mel. Erscheine meinem Geist 2c. 500. Herr, deen Baterbuld uns so viel Luft bereitet, wie selig ist der Mensch, der, gern von dir geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und jede Luft vers schmäht, die dir nicht wohlgefält! 2. Wie selig, wenn sein Geift zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, anbetend sid) erbebet; wenn er mit Eifer strebt, Gott, deis ner werth zu seyn, und dieß ihn fähig macht, sich deiner Huld zu freu'n! 3. Wie felig, wenn er stets der Erde furze Freuden mit weiser Vorsicht wählt! Jhr Uebermaß wird Leiden, und hinterläßt oft Reu', oft Kummer und Berdruß; doch neue Kräfte schenkt ein heiliger Genuß. 4. Berleih', Allgütiger, daß meine schwache Seele, wenn sie nach Luft sich sehnt, nie solche Freuden wähle, die später mich gereu'n; es schlage meine Brust, zu meinem eignen Wohl, nur für die reine guft. 3. Gott füllet seine schöne Erde mit neuem Segen jedes Jahr, daß sie der Freude Schauplatz werde, für feine 5. Daß leerer Zeitvertreib nie meine Menschen immerdar. Thal, Hain und Tage tödte; daß fromme Tugend nie Flur ruft uns entgegen: Gott liebt bei meinem Scherz erröthe! Denn die Menschen, die er schuf; genießt, nach vollbrachter Pflicht darf ich mich genießt von seinem Segen! tönt über zwar erfreu'n, doch keinen Augenblick all der Schöpfung Ruf. dem Dienst der Sünde weih'n. 4. Folg' diesem Ruf, und nimm die 6. D'rum sey die Unschuld stets Ges Freude mit frohem Sinn, die Gott dir fährtin meiner Freuden. Dem Schwel beut, freu' dich, so oft im Blumen: ger will ich nie sein blendend Glück be. Fleide fich rings um dich die Flur erneut, neiden; was mir an Reichthum fehlt, so oft der Schimmer reicher Nehren ersetzt Zufriedenheit; das schönste Les im Sommer dir entgegen blinkt, so bensglück gibt stille Häuslichkeit. oft im Herbst aus traubenschweren Weinbügeln Gottes Segen winkt. 7. Des Zweckes eingedent, zu wele chem ich geboren, geb' mir kein Freus 5. Freu' dich der Welt, doch nie ge- dentag ganz ungenügt verloren. Ers nieße die Freude ganz allein für dich; holung sey er mir; er stärke mich mit getheilte Luft ift doppelt süße, und Muth, des Guten mehr zu thun, so böb're Woun' erfüllet dich, wenn oft ich ausgeruht. 224 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 8. Nie soll durch meine Luft der mit seinem Willen stimmt, nicht ohne ärm're Bruder teiden; der Tag, der Fortgang bleiben. mich erfreut, erfüll' auch ihn mit Freu- 2. Nie müsig seyn soll meine Hand, den; dann darf ich mich getroft, Gott, das freudig zu verrichten, wozu mich) deiner Güte freu'n, und süß wird mir Kraft, Beruf und Stand, die Gott davon einst die Erinn'rung feyu! mir gab, verpflichten! Dann wird mir sd feine Gütigkeit auch von den Gütern Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. dieser Seit, so viel mir nüget, geben. 3. o Gott, auf 591. Wie mannigfaltig find die dich bei meiner Arbeit ſehe! Mit Liche Gaben, womit uns deine Güte nährt, und Weisheit fegne mich, daß deinen die uns zu stärken, uns zu taben, so Weg id gebe; nach deines Reichs Ges viet des Guten uns gewährt! Ja, at- rechtigkeit, nach Tugend und Bollkomles, was der Mensch genießt, beweist, menbeit laß mich vor Allem trachten! wie freundlic), Gott, du bist! 4. Las Müßiggang und Trägheit mich mit allem Ernste meiden; und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Buft und Freuden in meis mem Stande thätig sey! Dein Segen fröne meine Treu', daß sie auch Andern nüße& 2. Du segneft Auen und Gefilde mit unerfahöpfter Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Aumacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, fich sättige und dankbar feur u l 3. lässeft uns nicht mangel tei den; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, gibst uns auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! wie groß, zum Wechsel im Genuß, ist deiner Gaben Ueberfluß! 4. D'rum will ich mäßig im Genussepasbiy der Gaben deiner Güte seyn, und nichts mel. Wernur den lieben Gott 2c. von meinem durch nied're Schwelgerei entweih'n. Denn schon 593. Mit dir geb' ich an mein des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis und Trank den Leib beschweren, ist strafbar, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geift entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? Geschäfte, o Gott! Du gibst durch deinen Geist mir gütig auch zur Ars beit Kräfte, so lange du mich leben beiß'st! Laß, dieser Hoffnung mich) zu freu'n, auch deinen Rath mir heilig seun! 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streit; macht fräge zum Berufsge: schäfte, und bemmt des Geistes Thatigkeit. D'rum laßt uns dieses Lafter ſcheu'n; last mäßig uns und nüchtern fevn! 7. uns den Genuß mehr zu versüßen, las, Gott, auf dich) uns findlich seh'n, so oft wir Speis und Trank genießen, und dich durch Dankbarkeit erhöh'n, dich), der uns, seine Kinder, liebt, und Nahrung uns und Freude gibt! 5. Sen überall, o Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl' ich, Allerböchfter, dir; bilf, daß ich sie volls ende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! son 2. Der ehrt dich nicht, der seine Tage in tragem Müßiggang verlebt, und, sich und Andern nur zur Plage, das ihm verlieh'ne Pfund vergräbt. uns den gebot; Du bist on über, ebet dich, Gott! 3. Du gabst mit so viel andern Tries ben uns auch den Trieb zur Thätigs keit, und ibn auf's Nüklichste zu üben, rennest unsrer Arbeit Müh', und deine gibst du uns auch Gelegenheit. Du Kraft erleichtert ſie. 4. Ich will auf diese Ordnung sehen, ihr folgen, und mich ihrer freu'u. wie sollt' ich dabei irre gehen, und nicht vielmehr gesegnet seyn von dir, der du der Arbeit Last auch reichen Arbeitsamkeit und Besohn beschieden haft? rufstrene. Mel. Sey Lob und Ehr dem sc. 5. So wart' ich denn auf deinen Segen, und sorge nicht, wie's werden foll; ich geb' ihm doch gewiß entgegen, und bin des hohen Trostes voll: mein 592. Gott ist's, der das Vermögen Fleiß, o Höchster, ist vor dir; du ſiehst und du vergiltst ihn mir! schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und 6. 3d) tröfte mich deß nicht ver= Läßt sie uns gelingen. Was unser gebens, bleibt er gleich unvergolten Fleiß hier unternimmt, wird, wenn's bier; du reich'ft am Abend meines Les bens Christliches Verhalten gegen uns selbst. 225 Mel. In allen meinen Chaten 2c. bens auch mir der Trene Sohn dafür. 4. Ein heit'ger Trieb belebe mich, Dann freu' ich mich in Ewigkeit des Herr, meines Standes Pflichten in dei nüglichen Gebrauch's der Zeit. ner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das fich des Guten freut, gibt bei der Ure beit Heiterkeit, versüßet jede Mühe. 594. 3um Fleiße ward das Leben 5. Gib, daß mein Fleiß in dem Bes vom Schöpfer mir gegeben, ruf, zu den mich auf der Erde dein zu träger Rub'. isie Fruchtbarkeit weifer Rath, o Gott, erichuf, mir Borbem Regen, so folgt dem Fleiße Se- bereitung werde, damit ich hier schon gen; er strömt uns Glück und Freu in der Zeit zur böbern Kraft und den zut. G 1990 Thätigkeit des bessern Lebens reife! und nicht 2. Er stärkt des Leibes Kräfte: er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Her;; er schafft uns füßen Schlummer, erleichtert Grant und kummer, und lindert oft den herbKeuschheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 506. Der Wollust Reiz zu widers streben, lak, Höchster, meine Weis. heit seyn. Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. D'rum fley' ich demuthsvoll zu dir: o schaff' ein reines Her; in mir! 2. Die Wolluft kürzet unsre Tage; fie raubt dem Körper seine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmer; und Plage sind Früchte dieser Leidenschaft. Der bast sich selber, der sie liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Berstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edter Werke, und Ernst und Luft zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissenss schmerz in das ihr preisgegeb'ne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers her. ab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein beil'ger Schöpfer gab; vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn er nach) niedern Lüften strebt. mel. Sey Lob und Ehr' dem höch: 5. So schimpflich sind der Wolluft sten 2c. Bande! Schon vor der find fie Spott. Gewis 595. 3ur Arbeit, nicht zum Mü- fen Schande, und noch weit mehr vor Figgang bin ich bestimmt auf Erden. dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechte D'rum will ich jetzt und Lebenslang schaft gibt, wird nie von dir, o Gott, durch) Arbeit müglich werden; will geliebt. gern mit aller meiner Kraft, will eifs rig und gewissenhaft, was mir gebührt, verrichten. 6. D'rum will ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh'n, und, um mich gegen sie zu rüsten, auf Wer 2. Hast du ein Amt, so warte sein! dich, Allgegenwärt'ger, seh'n! So, Herr, gebeut dein Wille. Du dich, o Gott, vor Augen hat, fliebt gibst zu meinem Thun Gedeih'n, wenn auch verborg'ne Missethat! id) ibn treu erfülle; gibst, daß ich an Bollkommenheit, an Einsicht und an Mel. Werde munter, mein 26. ften Schmerz. 3. Er bilft den Hang besiegen zu fündlichem Bergnügen. Nur das, was ftets erfrent der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüBen- das ist das Glück der Thätigkeit. 4. D'rum laß uns, Gott, auf Erden nie träg' im Guten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sey immer unser böchstes Biel! 5. Wann Andre troftlos klagen; dann werden wir nicht zagen, und Feinen Tag bereu'n. Wann Träge trauern müssen, dann spricht ein gut Gewissen uns Muth und frohe Hoff nung ein. 6. Wann einst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichem Gegen steb'n; wann Tausende sich freuen, und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! im 3. D'rum will vor, träger 2Beichlich: 1597. Cifrig sev und feft mein Wille, feit ich standhaft mich bewahren, und, reines Herzens, Gott, zu seyn, in der wo die Pflicht mir Müh' gebeut, nie Unschuld heitern Stille deiner Gnade meine Kräfte sparen. Wann sie er mich zu freu'n! Keine Freude dieser matten, dann will ich durch reine Welt, wenn sie noch so febr gefällt, stille Freuden mich) zu neuer Arbeit laß mich wider mein Gewissen wüns stärken. Ifchen, suchen und genießen! 15 226 Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte schwer wird diese Pflicht, wenn guter viel zu reich und freundlich ist, als tame mir gebricht, und Jeder mich daß fie aus Neid verbiete, was das verachtet! Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Geseß Bescheidenbeit, Bucht und Ordnung in Genusse, MäSigung im Ueberfluffe.. 2. So fen denn mebr als alles Gold, mir dieser Name theuer! Ift meiner Brüder Herz mir hold, fo leb' ich for genfreier; und wann der Tod zu dir mich ruft, dann weinen sie an meiner Gruft noch Thränen wahrer Liebe. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freu'n. Auch die Freude selbst ist Tugend, aber heilig 3. Bermag ich auch fein großes muß sie seyn; nicht ein Taumel, der Glück den Meinen zu gewähren; mein betbört, der Gefühl und Kraft zer guter Name bleibt zurück, und wird stört, der im Sturme wilder Lüste auch sie noch ehren. Sie finden leichs paradiese macht zur Süsteor e ter dann den Freund, der's gut und 4. Nur in unbefleckten Herzen, nur treu mit ihnen meint, ihr Leben gern in einer keuschen Brust toben nie der versüßet. Reue Schmerzen, wobnen wahre Rub' und Luft. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die 3ufriedenheit; fie vergifter alle Freuden, und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittfamkeit und Unschuld schmüt- troft! im bessern Baterland nimmst det mehr als Schönheit; fie vermehrt du mich an mit Ehren. 4. Ja, Gott, ich will durch from men Sinu nadh gutem Namen streben, und ist und bleibt er mein Gewinn, doch nie mich stolz erheben! Wird aber hier mein Werth verkanirt, ges jede Luft, die uns entzücket, jedes Glüdes Reiz und Werth. Reinen Her- Mel. Wenn mich die Sünden zc. zen flickt der Quell jeder Bonne rein 599. Herr, tas nach eitler Ehre und bell, und sie boffen voll Bertrauen, Gott, dein Antlis einst zu schauen. 6. Keusch und züchtig stets zu leben, unbefleckt an Geist und Leib, sollen Deine Jünger streben, Jungfrau, Jungting, Mann und Weid. Bor Berfüb. rung schüße sie, und ihr Her; gehorche nie einer schändlichen Begierde: Heiligkeit sey ihre Zierde! mich niemals geizig feyn! Gib, daß dein Geist mich lehre, der Ebre mich zu freu'n, die ewig einst vor dir bes steht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Die blende mich der Schimmer des Auseyn's vor der Welt! Nur das sey, Bater, immer mein Rubm, was dir gefäut! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 7. Laß fie fröhlich und gesellig, sanft und willig zum Erfreu'n, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend seyn; hold und ohne Schmeiche lei, ftets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit stets bedächtig, immer ihrer feiber mächtig! 3. Nicht im Besitz von Schäßen und Gütern dieser Seit tak meinen Ruhm mich sehen; sie find doch Eitelkeit; fie find so oft des Thoren Glück, vers lassen ums im Sterben, und bleiben hier zurück. 8. Laß die Frechheit wilder Sitten nimmer unser Herz entweih'n! Laß Palläfte, laß die Hütten jeder Tugend Bohnung seyn! Gib, daß jeder als ein Chrift, dessen Wunsch der Himmel ift, fich) bestrebe, daß die Erde deines Himmels Borhof werde. 4. Nicht Stand und äußre Würde Wie oft verblende meinen Sinn! zieht ibre Bürde den Geist zur Erde bin! Berdienst und Tugend sey allein der Ruhm, nach dem ich) ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Tren' verrichten, wie mir dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Vorbild üben, das sey mir wahrer Ruhm! 9. Dann umfab'n uns Heil und Se gen; göttliche Zufriedenheit leitet uns auf unsern Wegen zu noch grökrer Geligkeit; bis zum Heiligthum auch wir aus dem Borhof dringen, dir reiner Herzen Opfer bringen, ewig dir, o Gott, lobsingen! Vernünftige Ehrliebe. Mel. Ich halt' an meinem Gott 2c. 598. Du gabft, o Gott, der Alles schafft, das Leben mir auf Erden; ich 7. Wann einst die ernste Wage du, foll mit immer reger Kraft den Men- Weltenrichter, nimmst, und am Bers fchen nüglich werden. Doch, ach, wie geltungstage der Thaten Werth bes 6. Sey's auch, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die auffeimt für die Ewigkeit, und, Herr, dein Beifall lohnet mir mit Zufries denheit! Christliches Verhalten gegen und selbst. 227 stimmst, dann müfe meinem ew'gen dem Reichtbum dieser Erde fo meine Geist des Himmets Krone werden, die Neigung weib'n, daß er mein Abgott mir dein Sort verheißt. werde! Oft febit beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne Weiser Gebrauch irdisie des Lebens Herrlichkeit? scher Güter. 2. Kann ein vergänglich Gut des Geiftes Wünsche stillen? Und reich zu werden, Gott, steht das in meinem Mel. Wo Gott der Herr nicht zc.2illen? Nicht stets wird Reichthum dem, der rastlos darnach ringt, und 600. Herr, tebre mich gewissenhaft oft verliert ihn ber, dem sein Bemüb'u mein zeitlich Gut verwalten! Gewäbre gelingt. mir Berstand und Kraft, damit wohl 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrs pauszuhalten, wie mir es nützt und haftig foll beglücken, muß unvergänge dir gefällt, daß ich die Güter jenerlich sevn, und nichts darf's ihm ents Belt darüber nicht vertiere. rücken. Der Thor bat Geld und Gut; 2. Mein Hab und Gut femmt nur er hat's, und wünscht noch mehr; von dir; es ist dein milder Segen. doch immer bleibt sein Herz von Rub Nicht zum Berderben gabst du mir und Freude leer. mein zeitliches Vermögen; zu meinem und zu Andrer Wobl verliebst du mir sey mein Schatz auf Erden! 4. Ein weises, frommes Hers, das es; dazu soll ich weislich es benügen. Alles, nur nicht dieß, kann mir ents Sonst 3. Es ist das mir geschenkte Gut rissen werden. Dieß bleibt im Tod vergänglic), ist nur Erde. Gib, daß ich auch mein; dies folgt mir aus der nie zum Uebermuth dadurch verleitet Zeit zum seligsten Gewinn, bin in die werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn Ewigkeit. mein Herz so weit zum Eiteln bin, das ich mein Heil vergesſe! mit allen ihren Schägen, verblenderen 602. Neichthum ift des Höchsten 4. Was müßte mir die ganze Welt Mel. Gott des Himmels und zc. mich) Gut und Geld, die Pflichten zu verlegen, die mich dein heilig Wort gelehrt? Die Tugend nur bat wab: ren Werth; nach ihr nur will ich trachten. Gabe, ist des wärmsten Dankes werth. Schwerer wird der Gang zum Grabe dem, der alles Glück entbehrt, und mit jedem Morgenrotb kläglich ruft: woher nun Brodk 2. Aber nichts find alle Schätze, wenn uns Tugend nicht belebt, und wenn über die Geseße fühn sich unser Stotz erhebt. Reichtbum in des Thos ren Hand ist nur segenloser Land. 5. D schenke dazu gnädig mir, Gott, deines Geistes Gaben; so werd' ich, reich genug in dir, die besten Güter haben; so bin ich sicher deiner Huld, voll Frieden, Freude und Geduld; nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Bon Unrub und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen; er nüset mir im Tode nichts, und wird am Tage des Gerichts die Seele nicht erretten. 7. Was du mir schenktest, will ich nicht, dem Thoren gleich verschwenden; nein, sorgen will ich, es nach Pflicht mit Nußen anzuwenden. Hilf mir damit aus Dankbegier auch meinem Nächsten, nicht bloß mir, des Les bens Last erleichtern! S 8. Es kommt ein Tag der Rechen: schaft; dieß laß mich stets bedenken, und ernstlich, treu, gewissenbaft mein Streben dahin lenken, daß von den Güz tern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Gegen ernte. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 3. 2Ben die Habsucht quält und drans get, wer sich nie gefichert glaubt, wem der Geiz das Herz verenget, und des Lebens Frieden raubt, wen nur golde ner Staub entzückt, uein, der ist noch nicht beglückt. 4. Flüchtig sind der Erde Freuden, flüchtig, wie die Blüthenzeit. Nur ein Thor kann den beneiden, der sein Herz durch Sinnlichkeit und durch Glüc der eitlen 20elt seinen Geißt gefesselt bält.. 5. D wie bald ist bingeschwunden, was nur glänzt und Lüste reizt! Noch hat Niemand Heil gefunden, der nur eitle Pracht ergeizt. Oft zerstört ein Augenblid selbst das böchste Erdenglück. 6. Sey es auch von langer Daner! Mensch, dich treffe feine Noth! Jest ergreift dich Todesschauer, morgen schon vielleicht der Tod. Ach, nun finkt in's dunkle Grab auch dein gaus 15* 601. Las mich doch nicht, o Gott, ses Glück hinab! 228 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 7. Reiße denn von schnöden Ketten Glauben, deß er lebt, fich über diefe beine freie Seele los! Lerne deinen Welt erhebt! Himmel retten! Sev für diese Welt 2. Wahr ist es, Gott verwebrt uns zu groß! Alles, was du siebst, zer- nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab stäubt; nur das unsichtbare bleibt. 8. Nuße deines Gottes Gabe! Min d're seiner Kinder Noth! Gib dem Kranken, was ihn labe! Brich dem Hungrigen dein Brod! Folge redlich beiner Pflicht! Diese Freuden fliehen nicht. 9. Gott, wie reich an Seligkeiten ist der Menschenfreund schon bier! Friede wandelt ihm zur Seiten, Kronen schimmern ihm bei dir, und in deinem Heiligthum tönet einst ihm Dank und Ruhm! fie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreu'n, und unsers Fleis ßes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit soll nicht die Seele schmachten; ich soll zuerst nach Frömmigkeit, nach Gottes Reiche trachten; dieß ift des Menschen bober Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf! 4. Der Gei; erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein fchimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vers nunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. Mel. Der du dein Wort mir haft 2c. 5. Der Geis, fo viel er an sich reißt, 603. Wenn uns, o Gott, durch läst dich kein Gut genießen; er quält deine Milde, dieß Leben wie ein Bach durch Habsucht deinen Geift, und tödverfließt, der durch beblümte Luftge: tet dein Gewissen, und reißt durch filde in größre Ströme fich ergießt; schmeichelnden Gewinn dich blind zu dann tebr' uns dankbar nicht allein, jedem Frevel hin. lebr' weise uns und wachsam seyn! 6. Um wenig Bortheit wird er schon 2. Die Gunst des Glückes bringt aus dir mit meineid sprechen; dich Gefahren; o lehr' uns, durch Beschei- swingen, der Arbeiter Sohn harthers denheit vor seinem Mißbrauch uns be- zig abzubrechen; er wird in dir der wahren, vor Uebermuth und Ueppig Wittwen Fleh'n, der Waisen Thrä. keit, daß Jeder, deinem Rufe treu, nen widersteh'n. id thu 11 nie unwerth seines Glückes sen. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize 3. Des hohen Werthes deiner Ga- hart, des Wohltbuns Freuden schymes ben und ihres Zweckes eingedenk, be den, und in des Unglücks Gegenwart weise Jeder, was wir haben, sey nicht den Ruf zur Hülf' entdecken? Und verdient, sey dein Geschenk; sey ein wo ist eines Standes Pflicht, die nicht Geschenk nur für die Zeit, und nicht der Geiz entehrt und bricht? für eine Ewigkeit. 8. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß 4. Daß nie der Schimmer ihn ver- ich mir g'nügen lasse, Gei; ewig als blende, daß er dir nicht, durch ihn be Abgötterei von mir entfern und hasse. thört, sein Herz und seine Lieb' ent- Ein weises Herz und guter Muth sey wende, die, milder Geber, dir gehört; meines Lebens größtes Gut! so stärke liebreich) seinen Geist, daß er der Weltluft sich entreißt. 5. Und daß kein Armer sich be kümm're, nicht so beglückt, wie er, zu Zufriedenheit. seyn; so strahl umber sein Glück und Mel. Die Tugend wird durch's schimm're auf Arme hin, sie zu erfreu'n. Kreuz 2c. Er sey durch Macht und Ueberfluß des 605. Du Flagft, und fühleft die Schwachen Stab, des Lahmen Fuß! 6. D dann wird seiner Milde wegen, Beschwerden des Stand's, in dem du die Andre zu erfreu'n fich freut, für dürftig lebst; du strebest glücklicher ihn aus dieses Lebens Segen ein Reich zu werden, und siehst, daß du verges thum für die Ewigkeit! Der folget bens strebft. Ja, klage! Gott erlaubt ihm, denn nie vergißt sein Gott, daß die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das er ihm ähnlich ist. wir begebren, für uns auch stets ein wahres Glück? Mel. Dieß ist der Tag der zc. 2. Nie schenkt der Stand, nie schens Menschen die 604. Wohl dem, der beffre Schäße denheit. Die wahre Rube der Gemüs liebt, als Schäße dieser Erden! 2oht ther ist Tugend und Genügsamkeit. dem, der sich mit Eifer übt, an Tu Genieße, was dir Gott befchieden; ents gend reich zu werden; und in dem behre gern, was du nicht hast; ein Chriftliches Verhalten gegen uns selbst. 229 jeder Stand hat seinen Frieden, ein Mel. Auf meinen lieben Gott zc. jeder 3. Gott ist der Herr, und seinen 607. Mein Loos in dieser Welt Gegen vertheilt er stets mit weiser sey stets, was Gott gefällt! Dich, Ba Hand; nicht so, wie wir's zu wün- ter, las ich wählen; mir, wählst du's, schen pflegen, doch so, wie er's uns kann nichts fehlen; wenn ich nur beis beilsam fand. Willst du zu denken lig tebe, und die mich ganz ergebe! did) erfühnen, daß seine Liebe dich verz 2. Laß meine Seele nie, denn dir gist? Er gibt uns mehr, als wir gehöret sie, an eiteln Gütern hangen, verdienen, und niemals, was uns fie nie so sehr verlangen, als ob fie, schädlich ist. zu entbehren, zu schön und herrlich 4. Berzehre nicht des Lebens Kräfte in träger unzufriedenbeit; besorge Deines Stand's Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß wents Edlers habe, vom fid) Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung seh'n, dieß ist der Weg zu Ruh' und Leben, Herr, lebre diesen Weg mich get'n! Schrecken vor dem Grabe, und von Bekümmernissen ein zagendes Gewife ſen? del Giap 19 103 103 Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 20.1st bid wären! und 3. Erretten Stand Macht, Rang, Gold und Pracht, 606. En Entebre nicht, Chrift, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertra gen und frob zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die Feine Sorgfalt bindern kann, daß sie dir einst zum Gegen werden, und bete Gottes Führung an! ich mich deiner freu'n, und dich, mein Gott nicht fürchten, was hab' ich dann 3u fürchten? Was kann mir diesen Glauben mit seinen Freuden rauben? 5. Wek nimmst du dich nicht an? was ewig freuen kann, das gibst du, Bater, Allen mit Huld und Wohl gefallen, und was du weigerft, sollen wir gern entbehren wollen! 6. Wobin, o Gott, dein Chrift von dir berufen ist, da kann er deinen Willen zu deinem Ruhm erfüllen auch selbst in allen Leiden durch deine Kraft mit Freuden! 7. Harrt deine Seligkeit nicht nach der Vilgerzeit, fie ewig zu erfreuen, die Heiligen und Treuen? Die wünsch ich zu erstreben; die wolleft du mir geben! 8. Gewährst du diese mir, dann werde mir von dir von dieses Lebens Freuden, und auch von seinen Leiden, was dir gefällt, beschieden; ich habe dei nen Frieden. 2. Gott bat dir selbst dein Loos be schieden; nimm's dankbar an aus sei: ner Hand erfülle jede Pflicht zufrieden, die seine Huld mit ihm verband. Er gibt dir Munterfeit und Kräfte, er nährt und stärkt fie väterlich); sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und beides, Glück und Ruhm für dich. 3. Hat Andern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, fodenfe fröhlich: mehr Bermögen verweigert er aus Güte mir. Weiß er nicht besser, was mir nüget, was meinem Nächsten nüßt, als ich? Wenn Mel. Herr, ich habe mißgehans er mich nährt, wenn er mich schüßet, wie gütig sorgt er dann für mich! delt zc. 608. Scheint dir freudenteer das 4. Du prangest nicht naeft nicht in Hohen Wür- Leben, frendenteer dein Stand, dein den; beneide nicht der Großen Glück! Loos; ist dein höchster Wunsch, dein Sie feufsen unter schweren Bürden; Streben, reich zu seyn, geehrt und oft stürzet sie ein Augenblick. Dir ist groß: dann verfließen deine Tage un Fein Ueberfluß gewähret; ihn wünfchen ist ein Selbstbetrug. Wer gern, ter Mißmuth, Sorg' und Plage. was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich) genug. im Wünschen seyn, jetzt genießen, dann 2. Lerne mäßiger begehren, mäßiger entbehren; o wie glücklich wirst du 5. Du hast, o Gott, zum frohen seyn! Deine Freuden, deine SchmerLeben mir, was ich brauch', und mehr zen fließen dir aus deinem Herzen. verlieh'n; las täglich sich mein Herz 3. Hoher Stand und große Güter bestreben, die unzufriedenheit zu flieh'n. schaffen nicht zufriedenheit; wahre In Demuth laß mein Herz sich üben, Ruhe der Gemüther wohnt nur bei und sich stets deiner Güte freu'n. Dich Genügsamkeit, die mit Weisbeit sich fürchten, dir vertrau'n, dich lieben, verbindet, und ihr Glück auf Tugend foll ewig meine Freude seyn. gründet. 230 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 4. Gott vertheilet seinen Segen stetsspfe nenen Muth! Weun schon Kreuz mit weifer Baterhand, nicht, wie wir's dich drücket, Gott ift's, der erquicket; zu wünschen pflegen, immer, wie er's was er schickt, ist gut. Wenn didy beilsam fand; dich auch bat er nicht noth ringsum bedrobt, Sorgen stets vergessen, auch dein Theil dir zuges mit dir erwachen; wohl wird's Gott messen. dodh machen. 5. Ringe, um der Tugend willen, 2. Jft der Himmel trübe, wankt ringe nach Bufriedenheit! Schwere der Freunde Liebe, wird die Last dir. Pflichten zu erfüllen, brauchst du Geiz schwer; stürzt mit jedem Tage eine ftesbeiterfeit. Gram, im Herzen tief verschlossen, macht zu jeder sicht vers droffen. neue plage über dich daher; weicht das Glüd stets mehr zurüd, scheint's dich nicht mehr anzulachen; wohl wird's Gott doch machen. 6. Laß mich), Gott, in meinem Les ben redlich meine Pflichten thun, ftill und findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung rub'n; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! 3. Lasten abzunehmen, hilft nicht nast noch Grämen, schaft auch keine Raft. Ungeduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erft zur Fel feulaft. Bagend Herz, zähm' deinen Schmerz! Drückt die Bürde schon den Schwachen: wohl wird's Gott doch machen. Mel. Gott des Himmels und zc. 600. Unerforschtich fev mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sey obne Schimmer, die mich Bier umscháttet bat; ist doch alles, was er thut, wie's auch scheine, weiß und gut. 4. Du führst Chrifti Namen; Chris stum nachzuabmen, das ist deine Pflicht, werde nicht erschüttert, wenn die Erd erzittert und die Welt zerbricht. Der steht feft, der Gott nicht läst. Rings um dich laß Donner Frachen; wohl wird's Gott doch machen. 2. Sollt' ich das von Gott nur los ben, wo auch) ich schon Beisbeit seb'? Ift's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich feinen Weg versteh'? Frevelt der nicht, welcher Flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Eren' ema pfängt. Nur nichts felbft verschuldet, und dann frob erduldet, was dein Gott verhängt! Sieg' als Held! Mag doch die Welt deiner Hoffnung spöt tisch lachen! wohl wird's Gott doch machen. 3. Soll ein Bater unterlaffen, was fein Kind für Thorbeit hält? Soll Gott, was nicht Engel fassen, ordnen, so wie mir's gefällt? Hier sollst du dem Herrn vertrau'n, glauben bier, und dort erst schau'n. 6. Dabei soll's denn bleiben! Ich wil nie mich sträuben, folgfam Gott zu seyn. Stets, im Tod und Leben, 4. Soll er deine Wünsch' erbeben, bleib' ich ihm ergeben; ich bin sein, an Beherrschern seiner Welt? Kanner mein. Ihm, dem Herrn, vertrau er beilig seyn und geben, was doch ich gern. Wunderbar mag Gott es Lüften nur gefällt? Wobi uns, wenn machen; wohl wird er's doch machen. er nicht gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! mein Theil Zufriedenheit. Dort in 611. Den Herrn, der an mein 5. Hier in meinem Pilgerstande sev Mel. Herr Jesu Christ, du 20. Leiden denkt, mich, wenn ich's ihm ers säble, aus seinem Freudenbecher träuft, erbebet meine Seele. Er ist mein Lobs gesang, mein Heit, mein starker Fels, mein Licht, mein Theil, das ich auf Erden wähle. and den Himmel ausgebreitet. sie 2. Er hat durch Weisheit und Bere groß ist er, wenn seine Hand den Muth und Gelassenheit Gang der Blige feitet! Wie gnädig, im Leiden. wenn Frommer weint, er feiner Macht erscheint, und für den Frommen ftreitet! Mel. Jesu, meine Freude zc. 610. Chrift, aus deinem Herzen 3. Er fandte Schrecken über mid); ba war um Troft mir bange. Ich rief: warum verbirgst du dich Mein Gott banne Sorg' und Schmerzen! Sayo- ad) wie so lange! Bie lange foll ich meinem Baterlande wohnt die wabre Seligkeit. Find' ich dort gewiß mein Heil, o so sey mein Weg bier steil! 6. Wandelst du auf rauhen 2Begen, meine Seele, flage nicht! Was bier schmerzet, wird dort Segen; was bier Nacht ist, wird dort Licht; und einst faff ich Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Christliches Verhalten traurig feyn? 2aß ab, daß ich nach deinem Drau'n Barmherzigkeit er lange! 4. Da sab' der Herr mein Elend an, wie seine Hand mich drücke; ließ Guad' in meiner Angst sich nah'n, damit er mid) erquice, und sprach, als ich im Glauben bat: ich werfe deine misse. that weit hinter mich zurücke. 5. Er strafte, wenn ich von ihm wid, mit väterlichen Schlägen, und fchlug mit Menschenruthen mich nicht über mein Vermögen; und kam mir, wenn ich zu ihm rief, damit ich nicht im Tod entschlief, mit Rath und Trost entgegen. gegen uns selbst. 231 3. Was ist der Frommen fangstes Leiden? Ein kurzer schwerer Traum;wie oft erquicket ibn dafür mit Freus den sein Gott; er bilft ihm unverhofft, und strömet Heiterkeit und Ruh' dem fummervollen Herzen zu, 6. Oft muß fich meine Redlichkeit von Frevlern spotten lassen; oft suz chen mit mir Bank und Streit, die 6. Woblan, es stürmen Noth und mich obu' Ursach' hassen. Oft redet Plagen, es stürmen Feinde auf mich hart und trosiglich die böse Bunge wizu! Ich bin ein Chrift, ich will nicht der mich: der Herr hat ihn verlassen. sagen; denn meine Hülfe, Herr, bist du, zu dem umsonst kein Schwacher flebt; und meine Waffen sind Gebet! 7. Daun schütt' ich aus vor ihm mein Herz, wenn ich deß inne werde, und weine findlich meinen Schmerz sum Himmel von der Erde. Da nimmt der Herr sich meiner an, und läßt mich) Troft und Schuß empfah'n, daß ich errettet werde. 8. Er spricht: ich habe dich erlöst; wenn ich nach Troft verlange, vers nimmt mein Fleben, und verstößt mich nicht, ist mir gleich bange; er stärket den betrübten wider aller Feinde Wuth ich Rath und Hülf er lange. 7. Hilf, Jesu, jeden Feind bekämpfen, und Glauben vatten, und besteh'n; hilf mir die Leidenschaften dämpfen, und stets auf dich, Bollender, seh'n! Dann gib mir nach vollbrachtem Streit die Krone der Gerechtigkeit! Eigne Melodie. 613. Du klagst, o Chrift, in schwe ren Leiden, und seufiest, daß der Geift der Freuden von dir gewichen ist. Du klagft und rufft: Herr, wie so lange? und Gott verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. metne Sünden mir verges ben; hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verlieh'n: Wo sind denn seines Geistes Triebe? Was rum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 2. Sind 3. Mühselig, sprichst du, und belas den hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht; bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich bet, und kann nicht glaubig beten; denn, ach, es fehlt mir Zuversicht! Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 4. Sonst war mir's Freude, seinen von ganzem zu 612. Der wahren Christen ganzes sein Wort war mir gewis. Jeßt kann Leben ist eine ftete Pilgerschaft. Inlich's nicht zu Herzen fassen, und meine viel Gefahren hingegeben, braucht Kraft hat mich verlassen, und meinen Hier der Wandrer große Kraft; braucht Geift deckt Finsternis. Borsicht, Treve, Wachsamkeit, braucht Eifer und Entschlossenbeit. 5. Oft führ ich Zweifel, die mich quälen, und wein' voll unrub' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich fuche Rub', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unmuth, keine Furcht des Herrn. 9 Und wenn sein Zorn die Bölker schlägt, trägt er mich auf den Händen, wie seinen Sohn der Bater trägt, Gefabren abzuwenden. Empöre, 2Belt, dich wider mich! Gott wacht, und wird mir väterlich) Hülf' und Errettung senden. 10. Er ist mit mir, ich) zittre nicht; er richtet meine Gänge. Kommt mit mir vor sein Angesicht im heiligen Gepränge! Bersammelt euch herzu von fern! Gerechte, singt mit mir dem Herrn! Dem Herrn singt Lob gefänge! 4. 3war Fleisch und Blut pflegt's oft zu grauen, es hält das Streuz für überschwer; die aber auf zum Himmel schauen, die fürchten sich davor nicht mehr. Wenn unser Geift nur willig ist, so hilft der Sieger, Jesus Chrift. 5. D'rum soll die Hoffnung feft mir stehen, daß alles Leiden dieser Zeit, das, gleich der Erde, wird vergehen, nicht werth sey jener Herrlichkeit, die schon am Ziel der Laufbahn glanzt, und treue Streiter dort umkränzt. 2. Kein wahrer Christ hat immer Frieden; von Kampf zu Kampfe muß er geh'n. Nur denen ist der Lohn be fchieden, die in dem Streit als Helden fteb'n; nur diese labt einft Himmelsrub'; d'rum kämpf', oSeele, tämpfe du! 6. Bag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind kichre Beugen beffrer 232 Christliches Verhalten gegen uns selbst. Bergen, als dir das deine scheint. Wie 2. wirst du auch) fiber deinen Glans Fönntest du dich so betrüben, daß dir ben an Gott und Jesum stolz vers die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär' lacht; fey stark, und lak dir ion nicht nicht dein Herz mit ihm vereint? rauben! Gott, der allmächtig für dich) 7. Kein Mensch vermag Gott zu erwacht, der Herr und Richter aller kennen, noch Jesum einen Herrn zu Welten, der aller Frommen Zuflucht nennen, als durch den beil'gen Geist. ist, wird dir's einst tausendfach vers Hast du nicht diesen Geift empfangen? gelten, wenn bis an's Ende treu du Er ift's, der dich nach Gott verlangen, bist. SH und sein Erbarmen suchen beißt. 79 3. Berachten dich der Tugend Feinde, 8. Bertrau auf Gott. Er wohnt wenn du in Einfalt Tugend übst; bei denen, die sich nach seiner Hülfe verlachen dich selbst deine Freunde, Tebuen; er kennt und will dein Glück. weil du Gott mehr als Freunde liebst; Er fiebt dein Leid, er hört dein Wei- fey standhaft! Jesus wird dich nennen; nen, und läßt dir Trost und Hülf' er sein Freund, sein Liebling wirst du fdheinen, nach einem kurzen Augenblick. seyn; vor Engeln wird er dich) bekens nen, did) ewig lieben und erfreu'n. 9. Gottließ so manchen seiner From men in dieß Gefühl des Elends kom: men, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, follft das Bertrau'n auf dich entfer nen, und seh'n, was Gottes Gnade sey. 10. Bor Sidherbeit dich zu bewah ren, läßt er oft Strenge dich erfahren, und schickt dir diese Laft. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir Das Heil der Seele theuer, damit du Haltest, was du haft. 11. Go wie ein Bater fiber Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die feinen Namen scheu'n. Dein Seufsen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn. 12. 3war ist um Troft dir jeßo bange; denn alle Züchtigung, so lange fie da ift, scheint uns bart. Doch nachmals wird sie Frieden geben, Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geüvet ward. 13. Fabr' fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mächtig in den Schwachen, ift Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade g'nügen. Sein Wort ist wahr, und kann nicht trügen: Jch stärke dich, ich betfe dir! 14. Auf, fase dich in deinen Nöthen! Sprich: Wollte mich der Herr auch tödten, so barr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich) Gott nicht eher tröften, wird er mich doch im Lod erfreu'n. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 614. Rag'nicht, mein Herz, wenn alle Freuden des Lebens ferne von dir flieh'n; wenn schwere Vrüfungen und Leiden dir oftmals allen Troft entzieh'n. Trag' standhaft jegliche Be schwerde; wie bald verfließt die Prü: fungszeit! Erhebe dich vom Staub 4. Bemübst du dich, der Deinen Segen, des Baterlandes Glück zu seyn; flebt dir die ganze Welt entgegen, laß dein Bemüh'n dich nicht gereu'n! Bald wallst du nicht mehr hier auf Erden; es ist ein Himmel, Seete! dort wird deine Treu' vergolten were den; d'rum sey beherst, und kämpfe fort! 5. Wenn man dich einen Heuchter nennet und deine Tugend Laster schilt, so zage nicht, weil Gott dich kennet, bei dem nicht Menschenurtheilugilt. Sey still! dem Herrn gebört die Rache; wenn er nur redlich dich erklärt. Et fennt und führt der Unschuld Sache, und ebrt den ewig, der ihn ehrt. 6. Mußt du mit Leidenschaften rins gen, und beugen ihre Stürme dich; bist du zu schwach, dich zu bezwingen empört in dir die Sünde sich; so bete! Gott hilft; bet' und leide; bald kommt des Kampfes lebte Zeit. Erfiege dir des Himmels Freude! Gott hilft; ergreif die Ewigkeit! $ 25.000 7. Wenn Traurigkeit dein Herz er füllet, und du vor Angst nicht leben magst; wenn Gott sein Angesicht vers büllet, dich nicht erhöret, wann du Flagst; so darfst du dennoch nicht vers sagen, weil er dein Trost und Retter ist; dein fünftia Schicksal wird dir sagen, daß du sein Freund und Liebe ling bist. 8. Sey start, mein Geift, in deinem Leiden! dein Glaube kämpfe ritterlich)! Sen redlich, Laster stets zu meiden; der größten Trübsal rühme dich! Sey Gott ruft nach threm Kampf zu seinem Thron, und fegnet ewig seine Kinder! Sey start! Gott selber ist dein Lohn. Me l. Herr Jesu Chrift, mein's ic. 615. Nun ist die Leidensstunde! rub'n, der Erde, und freue dich der Ewig. Nun soll ich in Gott anbetend Feit! foul glauben, wo mein Ang' nichts Christliches Verhalten fiebt; Allmächtiger, stärk' mein Ges mütb! 1010 2. Db Bangigkeit mein Herz umgibt, so weiß ich doch, daß Gott mich) liebt; und wenn er noch so ferne scheint, so weiß ich) dod), wie gut er's meint. 3. Er ist ein Bater; er verzeiht die Sünden, die mein Herz berent, und wären meiner Fehler mehr, als meiner Saar', als Sand am Meer. 180 4. Wenn ihn mein Glaube fest um 31607 335 fast, erleichtert er die schwerste Laft; ud puis wann Elend und Gefahr mir drau't, Mel. Jesu, Jesu, komm zu mir sc. ist er's, der mein Her; erfreut. Christliche Zodeserin nerung. 1571580 5. Doch nie hat er, mir Trost ver: fagt, wann Angst mein banges Her gernagt; fliebt nur mein banges Her ibm zu, so schenket er mir Seelenrub. 6. 25ann folgte nicht auf Nacht der Tag? Wenn nur die Seele war ten mag, so harret sie vergebens nicht auf Gott und seines Trostes Licht. 7. Heil mir! Gott ist und Gott ist mein, so nah er sev, so fern er schein' ob ibn mein Herz auch nicht empfind, er ist mein Vater, ich sein Kind. 8. Sch warte, schweige, dulde nur, seh' ich von ihm auch keine Spur, such ich auch lang vergebens ihn; mein ist er, so gewiß id) bin, hn 9. Sein bin ich, so gewik er ift; sein, so gewiß als Jesus Christ zu uns vom boben Himmel kam, und Theil an unserm Elend nahm. TO. Ich feb' ihn nicht; doch er sieht mic); er kemut mich, weiß es. Staub bin ich. Der Vater zürnt von Herzen nicht! Gedanke, sey mir Troft und Licht! din Eigne Melodie. 616. W. enn auch Widerwärtig teiten wider meine Ruhe streiten, will ich) dennoch voll Bertrau'n auf zu dir, mein Bater, 2. Dann mag, was da will, mich Fränken, Alles mich in Noth versenken, dennoch hab' ich Trost und Muth, was mein Vater thut, ist gut. gegen uns selbst. 233 7. Mächtig ist der Herr, mein Ret ter; denn er ist der Gott der Götter. Auf sein 23ort verlaff ich mich; seis nes Wortes rütm' ich mich). 8. Schweiget alle meine Klagen! Hoffen will ich und nicht zagen, und in deiner Güte rub'n, und mit Luft, was recht ist, thun, isid in ad fo 10 ( USWAST 3. Wann ich in Gefahren lebe, mein Erbarmer, so erhebe meine Hoffnung sich zu dir; Trost sey deine Liebe mir! 4. Rühmen will ich sie, nicht zagen; Alles, was du zuschickft, tragen, und in deiner Güte ruh'n, und mit Luft, was recht ist, thun. 5. Muß ich) seufzen: Bater, zähle jeden Seufzer meiner Seete! Zeichne meine Thränen an; ja, du zeichnest, Gott, fie an! 617. Corist, gedenk an deinen Tod, eb er in der Nähe droht, daß du von ihm weisen Ernst, früb dein Heil zu schaffen deraft: id 2. Daß du, wann er nun erscheint, nicht ihn fliebst, als einen Feind, aus der Furcht dich strack's ermannst, gern die Hand ihm bieten fannst! 3. Kennst du ihn, so sagst du nicht, blicft ivm beiter in's Gesicht. fübrt Gottes fel'ger Ruh', deinem großen Biet dich zu. Mel. Ich sterbe täglich und 26. 618. Jetzt leb' ich; ob ich morgen lebe? ob diesen Abend? weiß ich nicht. Wobt mir, wenn ich mich Gott ergebe! dann kenn' und thu' ich meine Pflicht; dann bin ich durch des Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh' er's bea forgt, in's Grab. Und, Seele, du misbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel! Hier ist der Kampf, dort ist die Rub'. 6. Einft erfahr' ich's, und mit Freu- Ach, streb' und ringe nach dem Himden, daß in allen meinen Leiden deinemet! eit einer bessern Heimarb zu! Huld unendlich ist; daß du, Gott, un- Wie bald verfließt der Prüfung Zeit! endlich bist! D'rum lebe für die Ewigkeit! 4. Ueberfiel er dich auch früh! wobl dir: dieses Lebens Müh' endet er und du kommst dann an dem Ziele früber an. 5. Da, Beglückter, findest du nach der Arbeit deine Rub'; da reicht Gott von seinem Thron ewig dir der Tus gend Lohn! 6. Nur sey weise, nur tas iegt keine Stunde ungenütt, las, des Guten viel zu thun, Geist und Kräfte nies mals ruh'n. 7. 2Sann dann früh dein Tod fich naht, reift and) früh dort deine Saat: Wer früh viel zu mügen strebt, hat auch jung schon viel gelebt. 234 Christliches Verhalten gegen uns selbst. 4. Berschiebe niemals beine Pfliches dankbar, als ein Glück befißen, vers ten; was du zu thun iest fchuldig lieren, als verlör'st du's nicht. bist, das ile heute zu verrichten; wer 2. Der Tod soll nicht dein Herz er. weiß, ob's morgen möglich ist? Nur schrecken; doch, dich zur Weisheit zu dieser Augenblick ist dein; der nächste erweden, soll er dir stets vor Augen wird's v elleicht nicht seyn. seyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch nicht in deiner Pflicht dich hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleih'n. 5. Es sey), o Bater meines Lebens die Warnung: wachet! send bereit! an meiner Seele nicht vergebens, ver: foren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 619. Meine Bebenszeit verstreicht, Und stündlich eil ich zu dem Grabe. wie wenig ift's vielleicht, das ich noch su leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod! Säume nicht; denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirft, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, Die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage find. Sprid): follt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist fura, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wann böse Triebe, wann Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute ster. ven? und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging ich) doch solch Uebel nie. Olmezs 5. Denk an den Tod, wann Ruhm und Ehren, wann deine Schäße fich vermehren, daß du fie nicht zu beftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Er. den, daß, wann sie dir entrissen wer den, du dann dich nicht zu sehr betrübft. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, atur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird einst deinen Tod versüken. Dieses von Gott erneut, gibt im Tode digkeit. 6. Denk an den Tod bei frohen Tas gen! Kann deine Luft sein Bild vers Herz, tragen, so ist sie gut und unschuldss Freu- voll. Sprich, dein Bergnügen zu ver füßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unsterblich leben soll! 4. Wann in deiner festen Noth Freunde Hülflos um dich beben, dann 7. Dent' an den Tod, wann deinem wird über Welt und Tod dich dieß Leben das fehlt, wonach die Reiden reine Herz erheben. Dann erschreckt streben; sprich: bin ich hier, um reich) dich kein Gericht; Gott ist deine Zu- zu seyn? Heil mir, wann ich in Chris versicht. sto sterbe, dann ist ein unbeflecktes 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Erbe, dann ist der Himmel Reichs fürchte Gott, und bet und wache! thum mein. Gorge nicht, wie früb du stirbft; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheu'n, lern' auch feiner dich erfreu'n. 6. Ueberwind ihn durch Bertrau'n! Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schau'n; einst erweckt er mich vom Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Gei zum Grab oft hin, siebe dein Gebein versenken! Sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre in der Bersuchung seyn. du mich stets bedenken! Lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser wer. den mag. dein Leben? Es Gott gelassen über geben, ist wahre Rub' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nügen, 8. Denk an den Tod, wann Leiden fommen! Sprich: alle Trühsal eines Frommen ist zeitlich), und im Glaus ben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. So fuche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen, so wirft du ihn nicht zitternd scheu'n; so wird er dir cin Trost in Klagen, ein weis ser Freund in guten Tagen, ein Schild Eigne Melodie. 621. We er weiß, wie nahe mir Eigne Melodie. mein Ende! Schnell flieht die Zeit, fommt wie unver. 620. Was forgst du augstlich für mutbet, wie behende kann kommen meine Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! Christliches Verhalten gegen uns selbst. 235 2. es kann vor Abend anders wer- der Staub! Sein Leben ist ein fals den, als es am frühen Morgen war. lend Laub; und dennoch schmeichelt So lang ich tebe hier auf Erden, leb' er sich gern, der Tag des Todes sey id in steter Tod'sgefahr. Mein Gott, noch fern. ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr; und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Laß mich mein Ende stets beden fen, und Buße thun, wenn ich gefehlt, und nicht in Lüste mich versenken, nicht wählen, was mich ewig quält. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich noch in gefunden Lagen mein Haus bestellen, umu dir mit wahrer Freudigkeit zu ſagen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir: Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 145701& him 5. Erhebe meinen Geist zum Himmel, und lebre mich das Eitle flieh'n! Lent' meinen Wunsch auch im Getümmel der Welt auf ew'ge Güter hin! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Bater, ded' all' meine Sünde mit dem Berdienste Jesu zu, damit ich bier Bergebung finde, und dort bei dir vollkommne Rub'. Mein Gott, ich bitr durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu fcheide, nichts, es sey Leben oder Tod; im Leben ist er meine Freude, mein Trost in meiner legten Noth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Ich weiß, ich weiß, an wen ich glaube, der Tod ist mir nicht fürchter: lich. Die Seele lebt und aus dem Staube erhebt auch einst mein Körper sid). Mein Gott, ich bitt' durch Christi Slut, mach's nur mit meinem Ende gut! 9. D'rum leb' ich in gelaff'ner Stille, II. Ihr alle seine Tage weih'n, heißt und so gelassen sterb' ich auch. Wie eingedenk des Todes seyn; und wachs Gott es füget, ist sein Wille mir heissen in der Heiligung, ist wahre Tod'sliq bis zum lesten Hauch. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! erinnerung. 10. Mein Ende komm' heut' oder morgen! Ich weiß, mit Jesu glückt es mir: er wird für meine Seele for gen; er bringt fie, Bater, einst zu Bir! Mein Gott, ich bitt' durch Chris fti Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, bat nie mit Ernst an ihn ges dacht. 4. Wir leben für die Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frift zu unserm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen vor Ge: richt; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. D'rum, da der Tod dir täglich dräut, so sey stets wachsam und bes reit; prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen fehrt; ein glaubig Herz von Lich' ers füllt, dieß ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket fie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der 3wed, zu welchem dit hier lebst, dein böchstes Ziel, nach dem du strebft, und was dir ewig Glück vers schafft, ist Tugend durd) des Glaubens Kraft. 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht in's Gericht; drück" selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß id) mein Herz mit fedem Tag vor dir, o Gott, erforschen maga ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu die Frucht des Geistes in ihm sey; Mel. Nun lasset uns den Leib 2c. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner Schwachheit widersteh', und in des Glaubens Macht 622. Wie ficher lebt der Mensch, mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! 236 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. Menschen a chtung und Menschenliebe. Andrer Glück, wie um sein Glück des müht. 2. Erblick' ich Dürftige, so laß ges rührt mich eilen, von dem, was du mir gabst, gern ihnen mitzutheilen; nicht aus dem eitlen vor der Welt zu seyn, und mich geehrt zu feb'n; nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Es sey mir beil'ge Pflicht, selbst unbemerkt von ihnen, den Brüdern, wo ich kann, mit Rath und That zu dienen! Nicht Dank erst treibe mich zu milder Wohlthat an; nein, was ich Gutes thu', das sey, Herr, dir ges than! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst 2. Dein Leben in der Sterblichkeit dem Durstigen begegnet; ein Blick war für die Menschen Gegen; dir voll Troft, mit dem mein Herz Bes folgten Lieb' und Freundlichkeit auf trübte fegnet; ein Ratb, mit dem allen deinen Wegen. Wohin du gingft, mein Mund im Kummer Andre stärft; ging obitbun mit; dein Wort, nichts bleibt, so flein es ist, von dir, dein Werk, und jeder Schritt war Gott, unbemerkt! Mel. Lobsinget Gott, und betet an 2c. 623. Der du die Liebe felber bist, und gern die Menschen segnest, auch jedem, der dein Feind noch ist, mit Freundlichkeit begegneft; o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier auf deinen We gen wandeln! Die können keine Chriften seyn, die sich nicht Andrer Wohl fahrt freu'n, nicht menschenfreundlich handeln. Segen und Erbarmen; du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Berderben zu befrei'n, und starbst zum Heil uns 5. Sucht Bosbeit irgendwo nur 3wietracht anzurichten, so will ich sorgsam seyn, der Brüder Zwift zu schlichten. Aus Schmähsucht störe nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme sein Berdienst, und decke Febler zu! Armen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder; auch da noch bleibst du, Gottessobn, ein Freund der Menschenkinder! Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Berirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten; du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchst nur deine Majestät, um Segen auszubreiten. 6. Fern fey's, o Gott, von mir, das Böse zu vergelten! Still, dulds sam sey mein Sinn, wenn Andre drau'n und schelten! Bergeben will ich dem, der mir zu schaden sucht, den lieben, der mich hast, den segnen, der mir flucht. 4. Laß denn in meiner Pilgerschaft mich auf dein Borbild sehen. Erfülle 7. Auch laß mich nie allein auf zeite mich mit Luft und Kraft, dem Nächlich Woblergeben, mit eingeschränk ften beizustehen, betrübter Herzen Trost tem Blick, bei meinem Nächsten fes zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu ben. Noch mehr, Herr, müsse mich freu'n, mit Weinenden zu klagen. fein Seelenwohl erfreu'n, und über Nie müff' ich dem, der meinen Rath, Alles werth sein ewig's Heil mir seyn! der meine Hülfe nöthig hat, was er bedarf, versagen. 8. Den, der im Guten wankt, im Tugendsinn zu stärken; den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzue zieh'n; dazu verleih' mir Kraft, und segue mein Bemüs'n. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler decken, durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld zur Bess'rung ihn erwecken; und fündigt er oft gegen mich, so freue meine Seele fich, ihm willig zu vergeben. Dann werd' ich dich, Herr Jesu Chrift, der du die Liebe selber bist, stets würdiger erheben! 9. D heilige du selbst, Gott, meis nes Herzens Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschentiebe! 2er nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrs beit, Gott, mir stets vor Augen seyn! Mel. O Gott, du frommer Gott ze. 624. Gib mir, o Gott, ein Hers, das alle Menschen liebet, bei ihrem Wohl sich freut, bei ihrer Noth be: Neide, und vom Eigennuße tribet; ein Herz, das Eigennuß und erm Glücke, eurer Freude, Brüder, Neid und Bärte flieht, und sich um Beit und Kräfte weih'n, und dem UnMel. Gott des Himmels und der zc. 625. Immer will ich, frei vone rein, ente Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 237 ich meine Brüder nicht; unwerth mich nach dir zu nennen, ehrt' ich nicht der Liebe Pflicht. recht herzlich feind, leben als ein Menfchenfreund. 2. Gern zu rathen, frob zu geben, hier zu helfen, dort zu leib'n, Unterdrückte zu erheben, und Beleidigern verzeih'n, trösten, wo der Trost ae bricht, sey mir Freude stets und Pflicht. 3: Treuer Freundschaft Band u schlingen, zu entfernen, was sie trennt, Feinde zur Bersöhnung bringen, lö: schen, wo die Streitsucht brennt, Unschuld schüßen in der Noth, sey mir beiliges Gebot! 3. D du Gütigster von Allen! Keinen hast du je verschmäht; wer ver irrt war, wer gefallen, wer um Troft zu dir geflebt, hat für seines Herzens Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand! 4. Rettend streck' ich meine Arme, 5. Freudig, thätig will ich nügen, du, Berlass'ner, aus nach dir; wenn Gott, für Licht und Besserung, jede An- ich dein mich nicht erbarme, wende stalt unterstüßen für des Elends Mil- fid) mein Gott von mir. Ohne Liebe derung;, wo ich kann, sen Kraft und ist kein Leben; liebend nur gleich ich Beit meiner Brüder Glück geweiht. dem Herrn; sein Berschonen, sein Ber geben üb' auch meine Seele gern. 6. Dieß ist wahre Menschentiebe, die Bernunft und Schrift uns lehrt; wenn ich sie mit Freuden übe, dann wird Jesu Reich vermehrt. Daß ich)' s mehre, stärke du, Gott der Liebe, mich dazu! 5. Mag man mich auch bitter Fränz ken; er, mein Heiland, litt wohl mehr. Mag man Arges von mir dens ken; dulden will ich es, wie er. Wenn ein Mensch mir Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Berstand; und ich reid)' ihm, weil er gleitet, um so wil4. Arme suchen, die verborgen in der Noth jum Himmel flet'n, Wittwen, Waisen gern versorgen, bülfreich) nach den Kranken seh'n, lindern des Bedrängten Schmerz: dieß sey Sonne für mein Herz. Eigne Melodie. 626. Las mich, o Gott, die Achtung liger die Hand. nie verlegen, die ich als Mensch dem Menschen schuldig bin! Ibn nie gering, ihn wie mich selbst zu schätzen, zu bieten ihm die Hand mit Bruderfinn; dieß sey mir immer heil'ge Pflicht! Wer nicht den nächsten ehrt, der schäßt sich selber nicht. 2. Bo du dich nur Menschen nah. teft, folgte Woblthun deiner Spurt wo du segnend Gutes thateft, in den Hütten, auf der Flur; an dem Lager Franker Brüder, wo du je nur hins geblickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward ers quict. 2. Er sey entblößt von Reichthum, Macht und Ehre; folch Außenwert gibt nicht dem Menschen Werth!- er wohne fern; er fenne nicht die Lebre, die mich so froh dich, Gott, anbeten lehrt; verkenn' in seinem Wahn auch mich; er ist mit mir verwandt; ist, Gott, dein Kind, wie ich! 3. Und ich solt' ihn aus Uebermuth aus Recht entweih'n? aus Zorn und hat ihn nur zu kränken trachten? Nein, Gott, ich will ihm wohltbun, ihn erfreu'n; ihm wohlthun, wär' er auch mein Feind! D segne mein Gelübd', du großer Menschenfreund! 6. Nimmer foll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weih'n Es gewährt so hohen Frieden, wohlzuthun und zu erfreu'n. Wer nach Dank und Ruhm nur ringet, hat ja seinen Lohn dahin. Wen das Herz zur Liebe drins get, erntet dauernden Gewinn. 7. Zwar der Webmuch Zähr ents fließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig, Frucht ihm beut; doch des Segens reiner Güte freut er einst sich), wär's auch spät; endlich- Heil uns!- kommt zur Blüthe, was der Menschenfreund gefä't. Mel. Ich halt' an meinemGott zc. 628. Säh' ich der Dinge tiefften Grund, und spräch mit Engelzungen; mache ich der Zukunft Thaten fund, versette, ganz durchdrungen von Glanz venskraft, auch Berg' in's Meer, und fam' das nicht aus Liebe her, so wär's für mich vergebens. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 2. Gab' ich mein ganz Vermögen hin die Armen; ich hätte 627. Menschenfreund, nach dei- deſſen nicht Gewinn, that ich's nicht nem Bilde, bilde sich mein ganzer aus Erbarmen. Ja, stürzt' ich mich Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde, mit Heldenmuth, gleich Märtyrern, in neig' auch mich zur Liebe hin. Un- Fenersgluth; umsonst wär's ohne werth wär' ich, dich zu kennen, liebt' Liebe. 238 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. 3. Die wahre Lieb ist fanftmuth- and Gehorsam, nicht aus Pflicht, der voll, ist schonend und gelinde; sie meis liebt auch seinen Nächsten nicht. det Bitterfeit und Groll, und deckt des Nächsten Sünde. Bon Neid und Mikaunft ist sie fern, und rühmt die guten Thaten gern, die sie am nächften findet. 4. Nicht ihre Größe sieht sie an, be schämet nicht den Schwachen. Die 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, Hoffnung eignen Bortheils kann sie mit Härt' und Borwurf quälet, und niemals wankend machen. Sie zürobne Nachsicht straft und stürmt, so net nicht; auch selbst im Scherz betrübt bald fein Nächster fehlet; wie bleibt fie nicht des nächsten Herz; zum Be- bei seinem ungestüm die Liebe Gottes ften fehrt sie Allès. wohl in ihm? 5. Bo Lafter stol; das Haupt erhebt, da trauert still die Liebe; fie freut fich) deß, der eifrig strebt, daß er die Tugend übe. Nur bei der Wahrheit wohnet sie; des nächsten Schaden sucht sie nie, sist nie im Rath der Spötter. 6. Die Liebe trägt den Schwachen gern, glaubt willig alles Gute; scheint oft die Hülfe noch so fern, sie hofft mit starkem Muthe. umgibt fie Leiden ohne Schuld, auch das erträgt fie mit Geduld, und niemals wird sie 5. Wer harret, bis ihn anzufleh'n, ein Armer erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizusteh'n, der im Bers borgnen weinet, nicht gütig forscht, was ihm gebricht, der liebt auch seis nen Nächsten nicht. müde. 7. Wann endlich jede Wissenschaft, wann Alles hier vergehet; wann dort, wo Gott ein Neues schafft, kein Stück: werk mehr bestehet; bleibt Liebe doch nach dieser Zeit, und bleibt in alle Ewigkeit des Himmels größte Tugend. 8. So gib denn Kraft zu lieben mir, bu Schöpfer guter Triebe! Mein gan zes Herz gehört nur dir; erfüll' es ganz mit Liebe! daß ich, Gott, über Alles dich, und meinen Nächsten gleich als mich, nach Jesu Borbild, liebe! 7. Wer für den Armen Heit und 3ucht mit Rath und That nicht was det, dem lebel nicht zu wehren sucht, das oft fie dürftig machet, nur sorge los ihnen Gaben gibt, der hat sie wes nig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreus lich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst dafür, ſo lies best du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so Sprich oft: such' ihn zu beleben. Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein; sollt' ich, gleich dir, nicht gütig seyn? 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; d'rum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich). Mel. Dieß ist der Tag der 2c. 629. So Semand spricht: Ich liebe erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, II. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich foute Brüder hassen, die Gott durch Sohnes wie mich), Gott und hast doch seine Brüder, der und mich verfühnt, hab' ich dieß mehr treibt mit Gottes Wahrheit Spott, als sie verdient? und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleid) als mid). 12. Du schenfft mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meis nen Brüdern tragen? dem nicht vers zeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 2. Wer dieser Erde Güter hat, und fieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der er ften Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäbt, und gern sie schmäben böret, fich freut, wenn sich sein Feind vergebr, und nichts zum Besten febret, nicht den Berläumdern widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 14. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergeben, der nicht barms 4. Wer zwar mit Rath, mit Troft berzig ist, der nicht die rettet, die ion und Schuß den nächsten unterstüßet, fleben. D'rum gib mir, Gott, durch doch nur aus Stolz, aus Eigennut, deinen Geist ein Hers, das dich durch aus Weichlichkeit ibm nüßet, nicht Liebe preist! 13. 2as ich den Frommen hier ges tban, den kleinsten auch von diesen, bätt' ich's ihm erwiesen; und ich, ich das siebt er, mein Erlöser, an, als foult ein Mensch noch seyn, und Gott in Brüdern nicht erfreu'n? Christliches Verhalten gegen den nächsten. 239 Mel. Ach, was soll ich Sünderzc. winnt durch Geschäftigkeit und En gend, die die besten Schäße sind; wers det angeseh'n und reich: Alles, Alles gönn' ich euch. 630. Sollten Menschen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich sie nicht gern erfreu'n? Sie find Alle Chrifti Glieder; Christi, der für Alle starb, Allen Gottes Huld 3. Immer will ich frei vom Neide, und vom Eigennuge rein, eures Ses gens, eurer Freude, eures Glücks und Rubms mich freu'n; froh, daß unser Gott euch liebt, euch so mild und reich. lich gibt. 4. Allen helfen; eifrig ihnen wohls thun, wie mein Heiland that; Schas den webren; Allen dienen, dem mit Hülfe, dem mit Rath; willig; jedes Unrechts Feind; aller Menschen wahrer Freund. 5. Lasset uns einander lieben, gern einander glücklich seh'n; keinen träns ten und betrüben, keinen drücken, keinen schmäh'n; aller Zwietracht, alles Streits Feinde seyn; denn Gott gebent's. 6. Last uns halten Treu' und Glaus ben; flieh'n, was Andern schädlich ist; Arme, Schwache nicht berauben durch) Gewalt, Betrug und Lift. Welch ein Gräu't vor Gott ist nicht falsches Maß und falsch Gewicht! 7. Last uns nie, was wir verspres chen, widerrufen, weil's uns reut; nie, was zugesagt ist, brechen, oder schänden unsern Eid; von Betrug und Tücken rein, lieber arm, als treulos seyn. Schmäbsucht; Jeder sey offenherzig 8. Saffen laßt uns alle Lügen, alle und verschwiegen; in der Freundschaft fest und tren: Jeder nebnie, wo er kann, der Berläumdeten sich an. 9. Last uns Gutes gern belohnen, wie's uns unser Gott belohnt; und der Brüder Fehler schonen, wie der Herr auch unser schont. Ach, er schont, mit welcher Huld, welcher Langmuth und Geduld! 8. Laß mich's hören, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit; daß ich, wie du liebtest, liebe, redlich liebe, mild 10. Also last, von Gott getrieben, getreu, sanft und leicht versöhnlich sey! uns einander gern und treu und als 9. ihr, Eines Hauptes Glieder, seine Kinder lieben ohne Zwang und Chrifti, der für Alle starb, Allen Gnad' Heuchelei! O wie felig werden wir und Heil erwarb; lieben will ich euch), dann nicht werden dort und hier! ibr Brüder; für euch) beten, ench) erzeih'n! fren'n, wohithun, dulden, und ver- Sorge für die geistige und fittliche Wohls Mel. Gott des Himmels und ze. fahrt des Nächsten. 631. Thener, wie mein eignes Le- Mel. Dieß ist der Tag der zc. ben, wie mein Nam' und Eigenthum, 632. Daß ich das Böse nie, bes wähle; sey mir, Menschen, euer Leben, euer Eigenthum und Rubm; Alles, was thört durch böses euch Gottes Rath gab, und noch be- nicht, wo man Böses sieht und hört, stimmet bat. nachahmend mich) verfehle: o Gott, Beispiel, 2. Strebt schon in der Zeit der Ju- der alles Gute schafft, gib bazu Weisgend nach Berdiensten; werbt, geslbeit mir und Kraft! erwarb. is 2. Er hat All' aus Einem Blute stammen lassen; Alle sind Gottes; Je der ist sein Kind. Alle sind mit Einem Blute ihmr erfauft, und Eines Throns Erben Erben seines Sohns. 3. Gottes Kinder wollt ich bassen? lieblos, unbarmherzig seyn? meinem Feinde nicht verzeih'n? seine Schuld ihm nicht erlassen? und der Herr erläßt mir doch meine Schuld, und trägt mich noch! 4. Der du für die. Uebelthäter um Geduld bat'st, und die Last unfrer Schuld getragen bast, unser Mittler und Vertreter, es veriöhnte Gott durch dich eine Sünderwelt mit sich). 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde bingeriffen, dich verkennt, und su Haß und Rady entbrennt; überwind', o überwinde meinen Haß, und laß mich seh'n in den Tod für uns dich geb'n! 6. Deine Thränen, wie sie Roßen, als dein Aug' um mich) geweint, laß mich seh'n, o Menschenfreund; las mich feb'n dein Blut vergossen, ausgeschüt tet, Herr, für mid), und von Gott verlassen dich! 7. Dringe dann zu meinen Ohren, Wort des Herrn: Jch liebte dich; wer den Bruder liebt, liebt mich; wer nicht lieber, ift verloren; Gottes Born bleibt über ihm! Gottes Zorn bleibt über ihm! 240 Christliches Verhalten gegen den nächsten. 2. Gib Kraft und Weisbeit, daß ich nur auf gutes Beispiet acte, mich freue jedes Edien Spur, und gleich zu werden trachte den Frommen, die, treu jeder Pflicht, froh wandeln, Gott, Mel. Gott, deine weise Macht in deinem erhält zc. 3. Es leucht auch meines Glaubens 634. Von dir, der meine Freuden Licht in Worten und in Werken, daß Andre sich zu frommer Pflicht auch schuf, ist auch mein heiliger Beruf, durch mein Beispiel stärken, und Tu im Herzen und im 2Bandel rein, und gend, die an mir sich zeigt, der Brünüßlich in der Welt zu feyn. Wer der Herz zur Tugend neigt. diese große Pflicht nicht ehrt, der ist 4. Web' mir, wenn auf des Lafters auch keiner Freude werth. Bahn mein Beispiel Andre führte. fie das, was ich gered't, gethan, zur Günde reizen würde! Weh mir, wenn je durch mich verführt, ein Mensd) den Pfad des Heils verliert! 5. Bewahre mich), o Herr, mein Gott, daß nie mein Thun und Leben durch Leichtsinn, freden Scher; und Spott mög' Andern Anstoß geben! Mein Herz und Wandel müsse rein, und Wort und That stets nüslich) seyn! sie abgewendet; o so vergib mir diefe Schuld, und laß mich wieder deine Huld durch ihre Beffrung finden! 2. Es war, 0 Bater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband! Ich sollte redlich mich bemüh'n, auch e zum Guten hinzuzieb'n; und wird mein Beispiel ihnen Licht, so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! D würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich ber es täglich wirkt, und immer mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! Mel. Sey Lob und Ehr' dem höchsten 2c. 4. D wehe dem, der sorglos bleibt, und fühn des Lasters Werke treibt, den nie der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lafters Taumel weckt; 633. Las meines Nächsten bestes Theil mich werth und theuer achten, o Gott, und feiner Seete Heil zu fördern, ernstlich trachten! Du schufft sie zur Unsterblichkeit, und baft sie felbft zur Geligkeit durch deinen Sohn berufen. der selbst die Schwachen gern berückt, und listig in sein Nes verstrickt! 5. Sie trostlos wird er einst sich seh'n, wann um ihn die Berführten steh'n, und wann nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verzaar! mon 2. Den Nächsten zur Berschlimmerung, zu Thorbeit, Eitelkeiten, zum 6. Fern sev so schwere Schuld von Irrthum, zur Verfündigung durch List mir! Ja, Bater, ich gelob' es dir! und Zwang verleiten; durch) That und mein Beispiel reize jederzeit zur Tus böses Beispiel ihn in Lafter und Ber- gend nur und Frömmigkeit! Gib derben ziet'n; o Gott, welch ein Ber- selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu brechen! 3. Hilf mir nach seiner Besſerung dem, was Heit und Segen schafft! 8090 im Glauben und im Leben, durch Rath und durch Erinnerung, durch lehrreich Sorge für des Nächsten Les ben und Gesundheit. Beispiel streben, daß Achtung für Religion und Jesum Christum, deinen Sohn, in ihm sich stets vermehre! du mir Kinder, Herr, Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. Gott, gibst du mir Hausgenomen; las 635. Heilig sey des Menschen Les mich dein heiliges Gebot fie febren unverdrossen! Du gabst sie mir, und deine Hand wird dieß mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 5. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben, so laß fie doch das größte Gut, die Tugend, von mir erben! Sas mich dir, Gott, fie zu erzieh'n, selbst Sünd' und La fter eifrig flieh'n, und stets behutsam wandeln! ben, beilig jeder Menschenbrust! Gott, Gott war es, der's gegeben, der es schuf für Schmerz und Lust. Jedes Leben schaffet Freuden; nimmer bricht ein Menschenherz obne eines Andern Schmerz unsre Sorgen selbst und Leiden säen für ein fremdes Glück, leichtern ähnliches Geschick. 2. Schon des Kindes erstes Lächeln scheuchet Muttersorgen fort; noch des Greises mattes Röcheln spricht der 6. Und hätt' ich eine Seele, Gott, Lebr' und Warnung Wort. Wer das geärgert und verblendet, durch Leicht Leben auch als Bürde von sich wirft, finn, Bosheit, frechen Spott von dirift Andern doch theuer, unentbehrlich noch! Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 241 noch! und zu seiner Menschenwürdesteit treu bewahren. Welch ein Ges kann ein redliches Bemüh'n selbst den winn harrt bier mein schon, und höh's Böswicht noch erzieh'n. rer dort am Richterthron, wird mit der Ruhm gegeben; du rettetest ein Leben! 3. Weh' darum dem Mörder! wehe! Aber weh' auch mir, wenn ich, je bedrängt ein Leben sähe, und ihm kalt entzöge mich). Wehe, wenn des Todes Same, mit des Lasters Gift getränkt, in ein Leben sich gesenkt, wenn es tang: sam stirbt am Grabe- Mensch), durch deine Schuld, wenn früh fich's ver: zehrt in Sorg' und Müh'. 6. Ich will des Lebens heilg'es Gut als dein Geschenk, Herr, ehren; und mit der Liebe frohem Muth der Mens fchen Freuden mehren. Wann dann der Tod sie scheiden heißt, so quält kein Borwurf meinen Geist, und ich kann ohne Grauen auf ihre Gräber schauen. 4. Heil, o Heil dem weichen Herzen, M Heil der zarten, festen Hand, wenn durch dich vom Tod, von Schmerzen Sorge für des nächsten Ehre. je sich los ein Leben wand; Heil dir, s wenn gebeugte Kranken in der düstern Einsamkeit du mit deinem Trost er Mel. Oliebster Jesu, was hast zc. wie danD fen Seufzer, Wort und Ton und Blick, 637. Hilf, Gott, daß ich den näch flehen dir vom Himmel Glück! bsten redlich liebe, durch Schmäh'n und 5. Menschen! einem Menschenleben, Richten nimmer ihn betrübe, ihn nicht wall' es unbemerkt auch hin, Dauer, verläumde, noch durch Tück' und Ränke Kraft und Freuden geben- welch ein sein Wohlseyn kränke, seliger Gewinn! Müssen wir auch d'rum entbehren, kostet es der Stirne Schweiß, gilt es manches Opfers Preis: fröhlich wollen wir's gewähren. Nur in fteiler Höhen Glanz schwebt der Liebe Siegeskranz. nächsten Fehle, wo es die Pflicht vers 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des gönnt, der Welt verbehle, und strans helt er, auf mich, der ich noch stehe, mit Borsicht sebe. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 636. Mein eignes Leben nicht 3. Hilf, daß ich weise ihn zu bessern trachte, und seiner Seele Wohlfahrt theuer achte, für die ja auch der Heis ligste sein Leben dabin gegeben. allein, auch meiner Brüder Leben soll mir, o Bater, heilig seyn, und deinen Ruhm erheben! So will ich stets denn ihnen gern, von Kaltsinn, Neid und Rachsucht fern, ihr Leben zu beschügen, durch Rath und Hülfe nüßen. 4. Was andre Menschen Gutes an sich haben, laß mich erkennen, Herr, als deine Gaben! Es fülle nie mein Herz mit eitlem Neide, vielmehr mit Freude. 5. Gib, daß ich stets in wahrer Des 2. Mit Ernst ermahnen will ich sie, mutb lebe, und Jedermann das Seine mit Freundlichkeit sie bitten: den Sewillig gebe; nichts Arges denke, suche gen der Gesundheit nie durch Leichtsinn oder übe, gern helf' und liebe! zu zerrütten. Was ibres Lebens Frie: 6. Laß mich, o Bater, immer mehr mehrt, das will ich fiets mit Freuden entfernen und vermeiden.n 3. Es müsse, wer mir dienstbar ist, nie über Härte klagen! Wie dürfte ich), als Mensch und Chrift, die Scho Me L. Gott des Himmels und zc. nung ibm verfagen, die mir, o Herr, 638. Richte nicht mit bittrer Strenz dein Wort gebeut! Wie dürft' ich, fern von Menschlichkeit, mein eignes Wohl zu mehren, der Brüder Last er saweren! ge, wenn du Andre fehlen siebst; groß ist auch der Fehler Menge, die du selbst nicht sorgsam flichst. Lieblos richten sollst du nicht; Schonen ist des Chris sten Pflicht: 4. Des Schwachen Führer will ich seyn; den Kranken will ich pflegen; den Traurigen mit Troft erfreu'n auf seinen Leidenswegen; will eilen bei zusteb'n in Noth; will retten aus Gefahr und Tod; will Schmachtende er quicken; will belfen und beglücken. 2. Siehest du auch stets die Gründe von dem Thun des Nächsten ein? Ift auch, was du tadelst, Sünde? trüget dich nicht oft der Schein? Urtheilst du gewisſenhaft? Oder reizt dich Leis denschaft? 5. Mein Herz, zur Rettung stets be: reit, soll sich, auch in Gefahren, vor 3. Chrift, vergiß nicht zu bedenken, Härt und Unempfindlichkeit und Feig- was dein Nächster fordern kann! 16 lich werden! Gib Kraft dazu, so hab ich schon hienieden, Herr, deinen Frieden! 242 Christliches Verhalten gegen ben Nächsten. Dwie würde did) es frånken, griff er lentwenden? Allwissender, du börft deine Ehre an! Nein, auch deiner der frechen Schmähung zu; ihr Riche schont der Herr; schonend sollst du ter, Heiliger, ihr Rächer bist einst du! seyn, wie Er. 7. Hab' ich durch Lästerung je Schuld 4. Selbst bei wirklichen Bergehen auf mich geladen; so laß durch Wi meide mit Bescheidenheit alles unbe- derruf mich tilgen ihren Schaden. Des fugte Schmähen, Härte, Spott und Nächsten Ehre sey mir stets ein Heis Bitterfeit. Menschenfreundlich decke Ligthum! nicht lieblos richten, nein, du deines Bruders Fehler zu. sie schützen sey mein Ruhm! 5. Irrt dein Nächster, o so biete ihm die Hand zur Leitung dar! Warne Sorge für des nächsten Eigenthum. du mit Ernst und Güte ihn vor drohender Gefahr; und fällt er in seinem Lauf, hilf mit sanftem Geist ihm auf. Mel. Freu' dich sehr, o meine ze. 6. Siehe nicht des Nächsten Leiden gern als Strafe Gottes an; gönne 640. Uues, was ich bin und habe, dem erlaubte Freuden, der sie noch) genießen kann! Nie gib schuldlos fro- kommt, o Gott, aus deiner Hand! hen Sinn heuchlerischer Schmähsucht Wie so manche gute Gabe haft du mild mir zugewandt! Bater, all mein hin. Glück ist dein; deinem Ruhme will ich's weih'n! Niemals laff' mich mehr verlangen, als was ich von dir eme pfangen. 7. Er, der Richter aller Welten, rich tet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Beit. Ueberlass' ihm das Gericht; richte du den nächsten nicht! 2. Laß mich dankbar und zufrieden im Genuß der Güter seyn, die mir deine Huld beschieden; über Andrer Glück mich freu'n; nie auf meiner Brüder Glück neidisch seh'n mit schee. enn ich mit Freuden hör' lem Blick; nie, was du mir gabst, des Andern Ehre schmälern, und rede verachten, nie nach fremden Gütern felber gern von meines Bruders Feh- trachten. tern; aus Mißgunft oder Stolz verklein're seinen Rühm; dec' seine Schwächen auf: wo bleibt mein Chriftenthum? Mel. O Gott, du frommer 2c. 639. We 3. Dem, der Arbeit und Geschäfte, die mir nüßten, übernahm, der mit Aufwand seiner Kräfte meinem Fleiß zu Hülfe kam, laß mich lohnen seine Müh', redlich ihm vergelten sie; Trug und Unrecht laff' mich fliehen, Nies mand Lohn und Sold entziehen. 4. Eigenthum, das ich entwende, muß Berderben für mich seyn; aber halt ich meine Hände von Betrug, und Raube rein: dann darf ich mit Zus versicht treten vor dein Angesicht. Dess sen Fleh'n, Gott, wirst du hören, den Berbrechen nicht entebren! 2. Wenn ich aus Argwohn bloß von ihm nur Böses denke, und durch ein falsch Gerücht ihm schade und ihn tränke; wenn ihn mein Neid, mein Haß, mein Stolz, mein Sport entehrt: bin ich dann noch ein Christ, und die ses Namens werth? 3. Wer, wenn er Läft'rer hört, und bei Berläumdern sißet, aus nied'rer Menschenfurcht nicht Andrer Unschuld schüßzet; wer aus Gefälligkeit selbst ein Berläumder ist, und nichts zum Besten fehrt: bleibt der auch noch ein Chrift? 5. Hätt' ich mich durch Andrer Schätze und durch) Arglist reich gemacht: Laß mich, Gott, daß ich's ersege, bald und eifrig seyn bedacht! Lieber arm und dürftig seyn, als mich eines Unrechts freu'n, und nach bald entfloh'nen Freus den des Gewissens Quaten leiden! 4. Wer jeden Schein ergreift, den Nächsten hart zu richten, verleget der nicht frech die beiligste der Pflichten? Ist dieß nicht eitter Stolz, ist's nicht Bermessenheit? Bergist er dabei nicht der eignen Fehlbarkeit? 6. Heil ger Gott, ein frommes Les ben liebest und belohneft du. Gib mir Kraft, und laß mich streben, stets ges 5. Gott ist mir immer nah'; er recht zu seyn, wie du; daß mein Leben bört an jedem Drte, wo ich nur im- ohne Rew', ohne Qual mein Ende sey; mer sev, ein jedes meiner Worte; er daß mich, wann ich einst erwache, keine gab die Sprache mir; darf ich mich Schuld verdammlich mache! untersteh'n, mit dieser Gabe nun unschuldige zu schmäh'n? Me 1. Aus meines Herzens Grunde 2c. 6. Darf ich mit Spott und Hohn in Würdigen das Lob, das er verdient, 041. Beförd're, Herr, mein Etre. Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 243 ben, den Eigennuß zu scheu'n, frét] und Glauben Andern Gut und Ehre vom Betrug zu leben, gerecht und treu rauben: welchen Haß verdient' ich zu seyn; daß ich aus Habsucht nicht nicht! welch ein schreckliches Gericht! durch schlau erdachte Ränke des Nächsten Rechte kränke, so viel mir auch gebricht! 2. Ich soll sein Glück vermehren, weil ich sein Bruder bin, nicht seine Wohlfahrt stören durch schändlichen Gewinn; das, was er mir gelieb'n, gelieh'n zu treuen Händen, darf ich ihm nicht entwenden, und liftig an mich zieh'n. 3. Nein, ich will das Unrecht bassen, Recht erzeigen Jedermann; Jedem ges ben, Jedem lassen, was er hat, und fordern kann. Lieber will ich unrecht leiden als begeben, und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Unrecht reich) und groß. 4.1 Würden der Bedrängten Zähs ren, würden ihre Seufzer nicht Rets tung, Gott, von dir begehren, und ers schweren mein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken dräu'n, und ihr erster Rächer seyn? 5. Eines unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe fie. Wolltest du auch mein Berbrechen langmuthsvoll nicht hier schon rächen: harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklicher Ges richt? 3. Gewinn, der ihm gebühret, wird durch Betrug nur mein; was er das durch verlieret, kann nie mir Segen seyn; sein Recht gehört mir nicht, nie darf ich es verlegen, ich muß es heilig schäßen, das ist Gewissenspflicht. 4. Er soll durch mich nicht leiden; und raub' ich ihm sein Gut, raub' ich ihm seine Freuden aus Geiz und Ue: bermuth; so wird sein tiefer Schmerz, der Gram, der ihn verzehret, das Glück, das er entbehret, ein Borwurf für mein Herz. 5. Ich muß mir das verbieten, was Undern Schaden bringt; und Scha: den auch verhüten, wo kein Gefeß mich zwingt. Was ich erstatten soll, das darf ich nicht verschieben; Gerechtigfeit stets lieben, ist Pflicht für And'rer Wohl. 6. Wer, Schaden zu ersehen, aus falfcher Scham sich scheut, weiß nicht das Glück zu schäßen, das dauerhaft er freut; raubt sich sein ew'ges Heil, hat, weil er Brüder kränker, und an ihr Recht nicht denket, auch nicht am Himmel Theil. 7. Gott, dieß will ich ermessen, den Reiz der Habsucht scheu'n; die Fol gen nie vergessen, die Tod und Zukunft drän'n, wenn sträflicher Gewinn, der teicht mein Herz bethöret, mein Eis genthum vermehret, und ungerecht ich bin. Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Gott, der Wahrheit und der Liebe zc. 6. Nein, ich will gerecht und billig selbst auch gegen Feinde seyn; Keis nen drücken; lieber willig dem Bes teidiger verzeih'n. Hab' ich macht; ich will sie nügen, die Bedrängten zu beschützen; eilen, wo Berlasfne fleh'n, ihnen liebreich beizusteh'n. 214 33151 7. Sichern will ich meine Rechte, aber fanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir so viel Schulden: sollt ich denn kein unrecht dulden; nicht gelind seyn, mich nicht freu'n, wie du, Bater, zu verzeih'n? 2. Könnt' ich taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich in nen schuldig bin; tönnt' ich obne Ereu 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und von allem unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Er, der Rich ter aller Welten, wird mir Alles einft vergelten, was ich meinen Brüdern that, im Gericht, das mir sich naht. Mel.kommt her zu mir, spricht ze. 043. Du liebst, o Gott, Gerechtigs keit, und ftrafest den, der sie entweiht, am unrecht übet! Er kann 642. Uuer meiner Brüder Rechte vor dir, Herr, nicht besteh'n; nur der follen, Gott, mir heilig seyn! Wenn wird einst dein Antlit seh'n, der Recht id) fie zu tränken dächte, ihres Kum- und Wahrheit liebet! mers mich zu freu'n, über sie mich zu 2. Gerechter Gott! las deinen Geift erheben, oder mir allein zu leben: zu dem, was recht und billig heißt, dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte stets meine Secte lenken. Nie komm' deinen Willen nicht. es mir in meinen Sinn, verführt durch schändlichen Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Bruft, und laß mich stets mit wahrer Luft 16% 244 Christliches Verhalten gegen den Nächsten. der Liebe Pflichten üben. Ein Herz,[ betrügt mit seinem Auge nicht; spricht, das gern auf unrecht denkt, das Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? wie er denkt; denkt, wie er spricht. 4. Er rühmt für feinen Preis der Welt der Großen Laster, und enthält sich auch des Scheines von Betrug; klug, aber ohne Falschheit klug. 4. Nie seufze Jemand über mich. Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immer fort mit Jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Was aus der Liebe Quelle fließt, was seinen Brüdern nüßlich ist, und wohlgefällig Gott dem Herrn, das res det er, und redet's gern; 5. Laß mich beständig darauf seh'n, mit Jeglichem so umzugeh'n, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr, mit dem Maß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen! Dieß reize mich zur Billigkeit, und lasse mich) zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! Mel. Wenn wir in höchsten Nd then 2c. 644. Fern fey mein Leben jeder: seit von aller ungerechtigkeit. Wie könnt' ich sonst dein Jünger seyn, und deiner Gnade, Gott, mich) freu'n? 2. Wer seines Nächsten Rechte kränkt, auf seinen Schaden boshaft denkt, ver Leget des Gewissens Pflicht, und ehrt dich, Gott der Liebe, nicht! und irgend ihn ersetzen kann, doch dek 3. Wer Andern Schaden hat gethan, fich) weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 4. Er kann nicht wahre Buße thun; dein Segen wird nicht auf ihm ruh'n, eh' er das Böse, das er that, nach Möglichkeit ersetet bat. 5. Wohl dem, o Gott, der dieß be denkt, und nie durch Unrecht Andre fränkt! Du bist gerecht, dieß sey auch ich; in diesem Borsag stärke mich! 6. Entdeckt nicht alles, was er denkt, verschweigt, was schadet oder Fränkt; nimmt gern des Frrenden sich an, wann ihn sein Rath erleuchten kann. 7. Er spricht mit Wahl und Bora bedacht; scheut aber keines Menschen macht, wann Wahrheit und Gerechtigkeit der Unschuld Rettung ihm ges beut. 8. Wohl ihm! denn Er, der Lügen Feind, der Gott der Wahrheit, ist sein Freund. Er fürchte nichts; er wird besteh'n, wenn alle Lügner untergeh'n. 9. Mit ihm ist Gott! mit ihm ist Gott! Träf' ihn Berläumdung oder Spott, träf' ihn der der ganzen welt: was achter's der, der Gott ges fällt? 10. Er wird vor seinem Angesicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervore glänzt und die Nacht zerstreut. 646. Wohl dem, der richtig wane Mel. Befiehl' du deine Wege zc. delt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält! 2. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gewalt und Lift, für Wahrheit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirft ihn erhöhen, wann einst in ihrem Licht beschämt die Fals stehen, enthüllt durch dein Gericht. 3. D Herr, las alles Lügen, fiets ferne von mir seyn; nie soll die Lippe trügen; nie sey die Tugend Schein! Erinn're mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Aufrichtigkeit und Wahrschen heitsliebe. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt 2c. 645. Aufrichtig, redlich), offen, frei Eren' und Bahrbeit sey! ist Jesu Jünger; stets getren der Wahrheit, die er nie verlegt, und über 21les liebt und schätzt. 2. Er, irrt er gleich, und oft auch leicht getäuscht von Heuchlern, bast, und fleucht der schleichenden Verstel: lung List, die Gott und ihm ein Gräuel ist. 4. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht wohl bedacht; auch dann mein Wort nicht brechen, wann mir's Beschwerde macht; nie Leichtsinn mich verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht. 5. Doch, laß zu allen Zeiten, auch 3. Er haft Berläumdung, Schmeis deiner Weisheit Licht, Herr, meine delci und glatter Worte Täuscherei: Seele leiten, damit ich meine Pflicht Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 245 mit Stugbeit üb' und wisse, wann ich| Gemeinnüßigkeit und für Andrer Wohl, und für mich reden müsse, und wann ich schweigen foll. Dienstfertigkeit. ben, das, Gott, zu dir sich hält, das 648. Herr, segne mein Bestreben, 6. Ein Herz voll Treu und Glau- Mel. In allen meinen Thaten zc. foll mir Niemand rauben! So geb' ich aus der Welt im freudigen Bertrauen, wann einst dein Tag erscheint, mit Wonne dich zu schauen, dich Gott, der Wahrheit Freund! nicht bloß für mich zu leben, auch Menschenfreund zu seyn; auch Undern gern zu nüßen; des Glücks, das sie besißen, mich, wie des meinigen zu freu'n! Verschwiegenheit. 2. Laß nie bei Andrer Klagen mich, eb' ich helfe, fragen: was wird mein Lohn denn seyn? Ich will, nach deis Mel. Dieß ist der Tag der zc.nem Bilde, mit reiner Herzensmilde 047. ev heilig mir, Berschwie- sur Hülfe schnell und willig seyn. 3. Bei meinen guten Werken, laß genheit, du schöne Pflicht der Freunde! stets mich darauf merken, ob Stolz Wer nicht aus Leichtsinn dich entweiht, und Prahlerei, ob Luft, die zu bes der macht sich selten Feinde; er spricht schämen, die Gutes von mir nehmen, mit Vorsicht, wenn er spricht, und scha- nicht meines Wohlthuns Quelle sey? det und erbittert nicht. 4. Wenn ich des Dankes Zähre für Wohlthun auch entbehre: so laß doch nie mein Herz des Wohlthuns müde werden; ia selbst auch mit Beschwer den vermindre gern es fremden Schmerz! 2. Wer dich bewährt im Freunde fand, welch Heil ist dem beschieden! Du knüpfest fest der Herzen Band, und sicherst Ruh' und Frieden; du minderst Gram, beförderst Glück, ver bütest manches Mißgeschick. 5. Es liebe nicht nur Freunde; es 3. Wie oft entzweit Geschwäßigkeit forge felbst für Feinde, voll Großmuth, verbundne gute Herzen! Wie oft er voll Geduld! Du hilfft ja in Gefabregt sie Zank und Streit, und Kum- ren, o Gott, auch Undankbaren; selbft mer, Gram und Schmerzen! Des Gus Böse segnet deine Huld! ten würd' auch mehr gethan, zerstörte sie nicht oft den Plan. 6. Laß mich dir ähnlich werden; dann lobnt mein Fleiß auf Erden mich schon mit Seligkeit. Noch größern Lohn verkündet dein Wort mir, Herr, ihn findet mein Geist einst in der Ewigkeit! 4. D'rum will ich sie von Herzen scheu'n, und jedes Wort bedenken; will, wenn ich's soll, verschwiegen seyn, um Andre nicht zu kränken. Nein, durch sie werde niemals laut, was mir 5. Wenn mir nicht höy're Pflicht Mel. Von dir kommt jede gute zc. 649. Vereinigt last uns Gutes gebeut, es frei zu offenbaren, will wirken! D Christen, füget Hand in ich es stets mit Sorgsamkeit in meiner Hand! Es schlinge sich um unsre Hers Bruft bewahren. Brächt auch Berzen der Menschenliebe sanftes Band; rath mir Glück und Ruhm; es blei- und jeder liebe Recht und Pflicht, bis bet mir ein Heiligthum. einst sein sterbend Auge bricht! 6. Würd' auch mein Freund mir ungetren, und bräch' er sein Bersprechen, will ich doch durch Berrätherei nie meine Treue brechen; will dann auch noch verschwiegen seun, der Freundschaft Rechte nicht entweih'n. 2. Wir sind ja Eines Baters Kins der, in jedem Stande vor ihm gleich: sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sevn oder reich. In Eintracht sollen wir uns freu'n, einander Hülf' und Beistand seyn. 3. So schlage denn für Menschenfreu de, für Menschenwohl auch unser Herz! 7. Auch sollen meine Lippen nicht des Nächsten Ruhm beflecken, nicht Fehler, die der Liebe Pflicht mich ber- und leidet irgendwo ein Armer, ges gen beißt, entdecken. Geheime Sorge mildert sey durch uns sein Schmerz! foll mir's seyn, ihn davon warnend Sein beitrer, dankerfüllter Blick ers zu befrei'n. höht dann unser eignes Glück. 8. So laß, Gott, durch Borsichtig- 4. D Wonne, Menschen glücklich Feit mich meines Nächsten schonen; machen! D Wonne, Menschen glücks durch Tren' und durch Verschwiegen- lich seh'n! Durch dich wird Gottes schö heit ihm sein Vertrauen lohnen; und ne Erde, dem Herzen noch einmal so nie aus Rachsucht, Haß und Grou schön. Ja, eine freudenreichy're Pflicht, mich reden, wann ich schweigen soll. als Menfchentiebe, gibt es nicht. 246 Christliches Verhalten gegen den nächsten. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes, und verkündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Gra: bes Nacht wird dir erhellt; du sä'test für die bes're Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hie nieden der reinsten Menschenliebe weibt, der streut den Samen edler Thaten, und erntet hohe Seligkeit. Auf, laßt uns diesen Samen streu'n! Auf, laßt uns Menschenfreunde seyn! Theilnahme. Mel. Bis hieher hast du stets 2c. 650. Autiebender, du schufft mein Herz, bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freu'n, und, fühlt er Schmerz, auch gern mit ihm zu leiden. 2. D'rum will ich diese heil'ge Pflicht nie aus den Augen sehen, und wär's auch der Geringste, nicht gering sein Wohlseyn schägen. 10 3. Nie reize mich ein fremdes Glück sur Misgunst und zum Neide; nie Andrer widriges Geschick zu Hohn und Schadenfrende 4. Ich will vielmehr in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich kann, auch wie ich soll, gern ihre Bohlfahrt gründen! 5. Ich will auch ſelber meinem Feind des Mitteids Thräne weiben; wann er in ſeinem unglück weint, ihn gern mit Hülf' erfreuen. 6. Gott, welch ein feliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 3. Wobt mir! auch auf mich, fein Kind, blickt er freundlich nieder. Menschen, nah' und ferne, find alle meine Brüder. Froh und herzlich solz len wir uns einander lieben; wohlthun, Elend mindern hier, keinen je betrüben. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb' mein Herz bei des Brus ders Freuden? und es sollt' in meis ner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Luft meinen Bater nennen? 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschließen: immer will ich und Müh' liebreich euch ver süßen. Alle, Alle leben wir, um uns zu beglücken; und ihr seyd nur theurer mir, wenn euch Leiden drücken. 6. Immer will ich), wie ich) kann, fie euch betfen tragen; kann ich's nicht, so will ich dann tröften, mit euch klas gen. Dann sollt' ihr an meiner Brust enern Gram verweinen, bis die Sonne neue Luft euch in's Herz wird scheinen. 7. D gewiß! dann werdet ihr froh den Bater preifen, und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet- welch ein Trost!- auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleids voll und brüderlich) trösten und erquis den. das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ift geknüpft, daß beffer mir seine Welt gefalle. Einen Schöpfer haben wir, Einen Bater Alle! Me I. Freu' dich sehr, o meine zc. 652. Sout ich den beneiden kön nen, den Gott mehr, als mich), be glückt? Sollt' ich ihm das Leiden gön nen, das ihn kränkt und niederdrückt? Sout' ich je so grausam seyn, seines Unglücks mich zu freu'n, hämisch feine Noth vermehren und sein Glück aus Misgunst stören? 2. Nein, so wär' ich ein Empörer als frecher Ruhestörer, auch von eigs in dem Reiche meines Herrn, blieb' ner Ruhe fern, wäre nicht des Glü des werth, das der Herr auch mir ges währt; ja, ich würde selbst mich) base sen, und den Weg des Herrn verlas fen. 7. Dein Beifall ist mir dann gewis, und unter deinem Segen geh' ich, dein Wort verspricht mir dies- frob jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen leben! Mel. Kommt mit Dank vor Gottes 2c. Darum will ich stets 651. Heitig, beitig ist das Band, daß wir Alle Brüder sind. Auch mein Nächster fleht um Segen, und auch er ist Gottes Kind. Der wird durch sich selbst entehrt, wer, von niederm Neid empört, feines nächsten Werth vers fennet, und sein Wohlseyn ihm mißs gönnet. 2. Einen Bater, der uns Brod und Gesundheit schenket, der im Glück und 4. Gottvertbeilet feine Gaben, wann in der Noth unfrer gleich gedenket; und wie es ihm gefällt. Aues, Alles, der nicht nur mit Freundlichkeit schaut was wir haben, kommt von ihm, dem auf Fürstenthronen, der auch segnet Herrn der Welt. Geb' er wenig oder und erfreut, die in Hütten wohnen. viel, unser 2Bobt ist nur sein Biel. Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 247 Thorheit wär' es, darauf denken, seine Liebe zu beschränken. Herr der Welt, was macheft du? 5. Keiner hat ein Recht zu fragen: Leutseligkeit. 654. Nicht mürrisch, finster, uns Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. gesellig ist, wer ein Chrift zu seyn sich freut; ist ohne Schmeichelei gefällig; vereinigt Ernst und Freundlichkeit; ist traurig mit den Traurigen, und fröhe lich mit den Fröhlichen. 2. Es liegt in keinem seiner Blicke, als wie in einem Hinterhalt, auflaus rend schadenfrohe Zücke, und Haß in Sein Blid, tein lächelnder Gestalt. Blick der Heuchelei, ist liebreich, offen, gut und frei. list Fourt 3. Sein Antlitz, heiter wie der Mors 7. Einft entflieh'n der Erde Freu- gen, wird trüb' und seine Freud' ente den; auch der Reiche stirbt dahin. fliebt, wann er Bekümmerniß und gd, wie könnt' ich ihn beneiden, wenn Sorgen in seines Bruders uge siebt, ich fromm und beiter bin? Nein, ich und strahlt in neuer Herrlichkeit, will mich treu bemüh'n, Neid und wann ein Getrösteter sich freut. Misgunst stets zu flieh'n; will mit Fröhlichen mich freuen, Traurigen mein Mitleid weihen. 4. Bescheiden, fittsam, ehrerbietig ist, wer ein Jünger Jesu ist; nie sclavisch, auch nicht übermüthig, wenn er vor Andern glücklich ist. Er ist, weit er wie Jesus liebt, die Brüder zu ers freu'n geübt. 8. Schenke mir, o Gott der Liebe, Liebe gegen Jedermann, daß ich stets aus reinem Triebe fremden Glücks mich freuen kann! Hilf mir, daß ich mitleidsvoll fremde Leiden, wie ich foll, sorgsam mir zu Herzen ziehe, und zu lindern mic) bemühe!. Mürrisch seyn, und neidisch klagen, zieht uns seine Strafen zu. Weislich und mit Batersinn geht er fest und still dahin. Wer kann seine Wege tadeln, ohne selbst sich zu entadeln? 6. Gut in meines Nächsten Händen bienet oft zu größerm Heil; um es edler zu verwenden, ward's nur ihm, nicht mir, zu Theil. Aber, wenn er forglos ist, und des Menschenwohl's vergißt; o dann wird sein Glück auf Erden ihm ein Quell des Schreckens werden. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, nicht traurig, Heuchlern gleich, einher; doch freche, lüfterne Ges berden hast, wie sein Gott fie bast, auch er; in seinem Blick auch keusch und rein, stets fröhlich, ohne frech zw feyn. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 6. Durch liebliches Gespräch erheis tert er auch des Blöden Angesicht; 653. Wer Per Menschen, feine Brü- und jedes Herz fühlt sich erweitert ber, liebt, der freut sich ihrer Fren- und freudenvoller, wann er spricht: den; und wenn ein Unfall sie betrübt, denn, was er sagt, und was er thut, so theilt er ihre Leiden. ift anmuthsvoll, ist wahr und gut. 2. Sein edles, liebevolles Herz ist 7. Er muß gefallen, er gebiete, er fern von allem Neide, und füllet nie warn', er straf auch; er gebeut, er bei fremdem Schmerz die Regung wil- warnt, er firaft voll Lieb und Güte, ber Freude. mit Ernst, und doch mit Freundlich 3. Er wird, sucht ihn auch mancher feir; und tröstet er: wie kräftig spricht Feind durch Haß und Spott zu krän- sein Wort zum Trost des Bruders fen, dem Feinde, der im Unglück weint, nicht! des Mitleids Thräne schenken. 8. Nicht rauh, noch hart, noch mens schenfeindlich, nein, eifrig, Jeden zu erfreu'n, und fanft, und anmuthsvoll und freundlich soll jeder Jünger Jesu seyn. Ach, wären wir's! Ach, glichen 4. Er wird voll menschlichkeit sich freu'n, des Nächsten Wohl zu meh ren; gern in der Noth sein Beistand seyn, gern seinem Kummer wehren; 5. Wird, wenn er's kann, selbst An- wir, o Borbild aller Liebe, dir! d'rer Glück mit frohem Eifer grün9. In allen Worten und Geberden, ben, und immer mit zufried'nem Blick in allen Thaten laß, o Herr, uns ale darin das Seine finden. ter Menschen Freunde werden, dir, Heiland, immer ähnlicher; so werden wir uns ewig freu'n, und Gottes wahre Kinder seun! 6. Gott, laß mich deiner werth zu seyn, so meine Brüder lieben; gern Leiden mildern, gern erfreu'n, und nie ein Herz betrüben. 7. Dann werd' ich immer, Herr, vor dir, froh und zufrieden leben, und du wirst, guter Bater, mir das 655. Was Menschen träufet, will Glück der Zukunft geben! Mel. Herr Jesu Chrift, du böchs stes 2c. 248: Christliches Verhalten gegen den nächsten.) ich) flieh'n, fie zu erfreuen finnen; will 4. Dem rufft du lauter, jenem leife! mich durch Freundlichkeit bemüh'n, Ein Gott ist, welcher dich erschuf: auch Niedre zu gewinnen. Der Mensch- Nur der ist froh und gut und weise, heit Werth würd' ich entweih'n, wollt' der gläubig bört auf deinen Ruf; ich) je übermüthig seyn, und stolz auf und wer dich fromm und kindlich ehrt, And're blicken. deß Flehen wird von dir erhört. 5. Kein Erdensohn bat and're Pflich ten, als seinem Lichte treu zu seyn. Wie könntest du den strenge richten, dem du mehr Licht versagteft? Nein! Begnadigtest du nicht selbst den, der's wagte, dir zu widersteh'n? 6. Und wir, wir sollten strenge richten? Wir lieblos seyn, wo die verschonft? die Einfalt und die Tugend richten, die du vielleicht mit Ebre lohnst? den schmähen, der dich anders ehrt, als uns der Bäter Glaus be lehrt? 2. Boll Sanftmuth, Nachsicht, Freundlichkeit will ich der Schwachen schonen; mit Gegenlieb und Dankbarkeit will ich der Liebe lohnen, die meine Wünsche gern erfüllt, und meines Herzens Kummer stillt, mich tröftet, warnet, besſert. 3. Der stille Dulder, der sich scheu't, die Sorgen, die ihn nagen, aus Ehr: gefühl und Schüchternheit, vertraulich mir zu klagen, der seb' ich meinem Blick ein Herz, das Mitgefühl bei seinem Schmerz und milder Sinn belebet. 7. Wer heilig deinen Namen nens 4. Nie, nie will ich mit Bitterfeit net, dir ehrfurchtsvoll zu dienen meint; mir Spott und Scherz erlauben; mir so gut dich ehrt, als er dich kennet, nie durch Unbescheidenheit des Nächsey Bruder uns, mit uns vereint! sten Zutrau'n rauben. Nie schrecke D wehe dem, der sie verdammt, die der Berachtung Blick den Hülfsbe Andacht, die zum Himmel flammt! dürftigen zurück, mir seinen Wunsch zu äußern. 8. Erwecke Fürsten, bilde Lebrer, voll weiser Menschenfreundlichkeit. 5. Darf ich, als Freund der Tugend, Entwaffne mächtig, Herr, den Störer nicht zu freniden Fehlern schweigen; der Eintracht und Berträglichkeit; gebeut es meines Standes Pflicht beim und heller strahle bald dein Licht, wo Unrecht Eruft zu zeigen: dann lehr' noch an Duldung es gebricht! mich weise mäßigung, und Tadel undmel. O liebster Jesu, was zc. Erinnerung sey Ausdruck edler Liebe. 6. Wann ich aus Pflicht gebieten 657. Uns schuf Ein Gott; uns muß, und auf Gehorsam dringe: fern sey's dann, daß ich mit Berdruß, was ich befahl, erzwinge; auch war nend will ich freundlich seyn, mich vor des Unmuths Härte scheu'n, und stra: fend auch noch lieben. ließ von allem Bösen er liebevoll durch seinen Sohn erlösen, daß jeder num mit gleichem Ernst und Triebe den Andern liebe. HIG 2. Wie darf denn die, die Einen Gott bekennen, der Streit, wer mehr Friedfertigkeit und Erkenntniß habe, trennen, und Hers Duldsamkeit. zen, die sich Eines Heilands freuen, zum Haß entzweien? Mel. Von dir kommt jede gute 2c. die Schwächern tragen? Soll er der 3. Soll denu, wer stark ist, nicht Einigkeit, der Und 656. Dir, Bater, Dank und Preis- du, Allvater, schonteft doch der Schwaund Ehre von aller deiner Kinder chen, sie stark zu machen! Schaar; dir, Herr der hohen Ster: nenbeere, bring' ieder mund Unbe: tung dar! Du unser Aller Bater, gib zu preisen dich, uns Kraft und Trieb! 2. Bereit, dich dem zu offenbaren, den Sehnsucht drängt, sich dir zu nah'n, nimmst du von allen Völker schaaren Gebete, Lieder, Opfer an. Ganz ohne Strahl von deinem Licht ist keines Menschen Angesicht. 4. Wenn wir, wie Brüder, bei einander wohnten, und, irrt ein Brus der, seiner Schwäche schonten; wie würden wir, dir ähnlich schon auf Erden, wie selig werden! 5. Wer heller sieht, sey froh des Lichts, und preise dich, der es gab; er sey in Demuth weise; den Brüdern leucht' er vor; an Einsicht größer, sey er auch besser. 6. Er liebe mehr, damit, wer irrt, 3. Bon Allen keiner, welche leben, aus Liebe sich freier in der Wahrheit ist fern, unendlicher, von dir! Ju dir, Prüfung übe, und gern zum Lichte, du Bater Aller, weben wir alle, find frei vom Bruderbasse, sich leiten lasse. und athmen wir; und dich zu suchen, 7. D dazu müsse deine Lieb' uns rufeft du, voll Liebe, allen Herzen zu. Idringen! Du wolleft, Herr, dieß große Christliches Verhalten, gegen den nächsten. Werk vollbringen, daß unter Einem Versöhnlichkeit. Hirten Eine Heerde aus Allen werde! Mel. O liebster Jesu, was haft zc. Mel. Herr, du regierst, daß Al. 659. Herr, mein Bersöbuer, der les 2c. 658. Wer Ser leben will, und glücklich, der betrübe nie seine Brüder, fliehe Zank, und liebe stets selbst die Eintracht, herzlich, treu, verschwiegen, ein Feind der Lügen. du für mich fittest, und noch zur Rech ten Gottes für mich bittest! Erwed in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe!. 2. Wann bast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schalt'st nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht nur Freunde, nein, selbst auch Feinde. 2. Er sey gerecht, sey billig; übertreibe nie seine Rechte bis zur Härte, bleibe stets ruhig, sev im Eifer seiner mächtig, und stets bedächtig. 3. Er freue sich nicht, wenn nun die, die irren, aus Eifer, recht zu haben, fich verwirren; nie stolz, stets frei, daß er sie leicht gewinne, vom Eigensinne. 3. Und ich, Herr, follte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich Bater! zu dene Höchsten sagen; und Groll im Herzen 4. Im Tadel sanft; nie bitter im gegen Brüder tragen? Wie kann ich Verweise; stets herzlich in des Bruzzu ihm fleb'n, mir zu verzeihen, und ders Ruhm und Preise; stets forg- Rache schreien? DE fam, wenn er Fehler sucht zu bessern, 5. Wer nicht vergibt, der wird für nicht zu vergrößern. 5. Nachgebend, wo nicht Recht und Wahrheit leiden; in jedem Streite fittsam und bescheiden, auch sittsam, wann er siegt; holdselig, gütig, nicht übermüthig. feine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden! Dein Jüns ger ift nur wer, wie du, vergibet, und Feinde liebet. 6. Demüthig, wie auch Chriftus war; stets billig; zu tragen Schwache, fie zu schonen willig; nicht träge, die Gefallnen aufzuheben; schnell zum Vergeben. 249 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets versöhnlich finden lasse, und Rachgier basſe! 7. Wann meine Brüder sich an mir vergeben, so lebre mich, ihr Uns recht übersehen. Laß mich, auch wenn sie mich empfindlich fränken, an dich gedenken! 7. Daß Brüder sich mit Brüdern nicht entzweien, eil' er, Verdacht und Mistrau'n zu zerstreuen; und lind're Flüglich Unmuth und die Schmerzen 8. Laß mich mit Sanftmuth meia gefränkter Herzen. nem Feind begegnen, und, so wie du, den, der mich fluchet, segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gekassen! 9. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren; so laß, o Herr, mich ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen! - 8. Bersöhnlich, eit' er selbst der Feinde Reue entgegen; fordre sie nicht; und erfreue, noch eh' sie bitten, ohne Selbsterbebung, sie mit Bergebung. 9. Er wird in Sicherheit und Friede wohnen; ihn wird man preisen; wann er fehlt, ihn schonen; ihn, wann er spricht, zu warnen und zu lehren, mit Freuden hören. 10. Du schüßeft den, der redlich vor 10. Sein Beifall ist Belohnung; dir wandelt, und überall nach deinem felbft Berweise von ihm sind lieblich, Borbild handelt. D'rum laß in Allem sich zum Ruhm und Preise wird er mich schon hier auf Erden dir ähnlich nicht Fehler, die er straft, vergrößern; wird gern sie bessern. II. So wird zur Freude jeder seiner Tode seufzt der Brüder Klage: ach, er war gut, nic werden! Mel. Dieß ist der Tag der ze. 660. Herr, der du sterbend noch für stolz, nie übermüthig, stets sanft und die, die dich erwürgten, batest; der du gütig! vor deinem Bater fie so liebevoll vera 12. Froblockend geht er und em- trateft; wann werd' ich doch dir ähnpfängt am Throne des Sohnes, dem lich seyn, und meinem Feinde gern er folgte, seine Krone. Da wohnt er, verzeib'n? Gott, in einem böhern Frieden in deinem Frieden! 2. Ein Sünder, dem noch Rache glübt im aufgebrachten Herzen, der 250 Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 3. D Stimme Gottes, schalle mir durch meine ganze Seele: wie du vergibst, vergibt Gott dir! Erwäg' es, schmäh'n? und dann wähle! Der wählt den Gegen, der vergibt, und der den Fluch, der Rache liebt.indd noch sein Wohlgefallen fieht an seiner 4. Ich will die Fehler scheuen, die Feinde Schmerzen, besteht vor deinem er von mir ersann; auch die will ich Angesicht, o Gott der Lieb' und Lang- bereuen, die er nicht wissen kann. muth, nicht! Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute seh'n, und Gutes von ihm sprechen; wie könnt' er länger 5. Auch ihm will ich mit Freuden mit Freude zu dienen willig seyn, ihn gern in seinen Leiden mit Rath und Hülf ers freu'n. Wie wird es mich) erquicken, wenn endlich er, erweicht, mit reues vollen Blicken, die Bruderhand mir 4. Sen, Seele, werth der Seligkeit, did) selbst zu überwinden. Duld und vergib; auch Gott verzeibt, und straft nicht deine Sünden. Nicht Rache, reicht! Gegen rufe du, Gott ähnlich, deinem Feinde zu! 5. Auch mein Beleidiger bat Theil am Heiland aller Sünder; mit Blut ihm das der Todes: Fürbitte. Eigne Melodie. überwinder. Un mich und ihn ergeht 662. Der du fo gern uns Mens s der Ruf des Gottes, der uns beide schuf. Som int fchen segneft, uns immer liebevoll bes 6. D könnt ihn meine Sanftmuth gegneft, bilf uns dir treu ergeben noch zur Seligkeit bekehren! ihn, der seyn, um deiner Huld uns stets zu mich hast, das sanfte Joch der Liebe freu'n! HIDONE tragen lebren! Wie göttlich würd' 2. Bermehre, Gott, die Zahl der es mich erfreu'n, könnt' ich des Fein- Frommen; laß Alle näher zu die koms des Retter seyn! men, stets näber ihrer Seligkeit, die dir bereits ihr Herz geweibt! 7. Wie würd' er mich am Weltge: richt dann seinen Bruder nennen, und als ein Freund sich ewig nicht von meiner Seite trennen, und Gott er: heben, dessen Hand uns für die Ewig 3. Beglücke jedes deiner Kinder; mach alles Elends täglich minder, gib Frieden unserm Vaterland und Glück und Heil zu jedem Stand! Feit verband! 4. Laß, die an deiner Statt regies ren, den Herrscherstab mit Weisheit führen; ihr Herz sey der Gerechtigfeit und wahrer Menschenhuld geweiht! 5. Laß treue Hirten, fromme Heers den Ein Herz und Eine Seele werden; lak jene weise Fübrer seyn, und diese stets den Irrweg scheu'n! Mel. Befiehl du deine Wege zc. 6. Las Aeltern an dem Wohlerges ben der Kinder ihre Freuden sehen; 661. Nie will ich wieder fluchen, die Kinder bilde deine Kraft verstän dig, fromm und tugendhaft! 7. Ja, Bater, komm mit deinem Segen dem Jüngling und dem Greis entgegen; laß jeden, was ihm nügt, empfab'n, und nimm dich aller Krans Een an! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Berfolgung lei den; wie gern verzeih'n, da du mir's dort vergiltst mit ew'gen Freuden; wenn mir im Himmel einst mein Feind dankbare Freudenthränen weint! wann mir mein Hasser flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wann er droht; schilt er, so will id) segnen; dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, ver: galt die Schmach) mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wieder fdhelten, da er nicht wieder schalt? Mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Berläumdung dulden müssen, ift fchwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dies will ich treu beMel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. wahren, so besſert mich mein Feind, 663. Für unsern nächsten beten tebrt weiser mich verfahren, indem er'e böse meint. wir, o Bater, wie für uns, zu bir! 8. Erhöre das Gebet der Deinen; ach), laß sie niemals troftlos weinen, und sende Jedem Hülf' und Rath, der feinen Freund und Retter hat! t 9. Gib, daß uns Allen schon die Erde ein Vorhof deines Himmels werde! Wer Mensch ist, freue dankbar sich, Gott, deiner Huld, und preise dich! Christliches Verhalten gegen den Nächsten. Gib, der du Aller Bater bist, gib Jes dem, was ihm heilsam ist! 2. Dir tönet unser Lobgesang, wir bringen Ehre dir und Dank, daß du, auch unsre Brüder liebst, und ihnen so viel Gutes gibst! 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, den Eingebornen ihnen schenkst, zu deinem Himmel sie auch schufft, zum Glauben sie, zur Tugend rufft. 4. Daß mit dem Glück der Zeit sie auch durch seinen heiligen Gebrauch gesegnet find; daß nach dem Tod auch fie dich sollen seh'n, o Gott! 251 bloß aus Pflicht. Nicht stolz noch übers müthig, sind sie, weil du's bift, gütig: beschämen, wenn sie geben, nicht. 5. Des Dankes frohe Zähre ist ihres Herzens Ehre, ist Seligkeit für sie. Fließt keine, so ermüden sie doch, in dir zufrieden, dir, Bater, nachzuahmen, nie! 6. Sie, aller Menschen Freunde, fie sorgen selbst für Feinde voll Großmuth, vol Geduld. Du hilfft ia in Gefah ren, o Gott, auch Undankbaren; selbst Böse segnet deine Huld! 5. Deß freu'n wir uns und danken dir, und beten brünstig, Gott, zu dir: laß stets fie deine Kinder seyn, und ewig deiner Huld fich freu'n! 6. Nimm ihrer väterlich dich an, und leite sie auf deiner Bahn, und mache sie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum! 7. Berirrte fübre, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; den, der von dir sich führen läßt, den mad) im Glauben treu und fest! 8. Entreiß' des Lafters Tyrannei die Sünder; mach, o Gott, fie frei, das fie nur deine Pfade geh'n, und einst dein Vaterantlitz seh'n! 9. Gib Allen einen frohen Muth; bewahr ihr Leben, Haus und Gut; bewahr ihr beftes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm! 10. In ihrer Noth und sind sie traurig, tröste fie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, dort deines Himmels Seligkeit! 11. Einst preisen wir, den Engeln gleich, erhöht, versammelt in dein Reich, dich ewig; ewig danken wir, o unser Aller Bater, dir! 7. Die fröhlich geben, werden erfahs ren, selbst auf Erden, wie werth sie, Gott, dir sind; weit mehr noch in dem Lohne, den einst vor deinem Throne ihr menschenfreundlich Herz gewinnt Mel. Oliebster Jesu, was haft ze. 665. Ich bin des feften, redlichen Entschlusses, die milden Gaben deines ueberflusſes zum Besten meiner Brüs der anzuwenden, mit treuen Händen. 2. Sft, Gott, dein eigner Sohn doch nicht erschienen, daß er sich dienen ein Knecht der Menschen, um vom ließ; er fam, zu dienen, und ward Bösen sie zu erlösen. 3. Er brauchte seine Größ' und macht, die Armen zu trösten, sich der Kranken zu erbarmen; Berlornen verlaß sie nie; Heil und Gnade zu erwerben; für uns zu sterben. 4. D wie verschönert sich nicht Gots tes Erde, wo, daß er sanft und mild, und gütig werde, sein Jünger strebt, zu Ehren seinem Namen, ihm nach znahmen! 5. Ich will denn auch durch ein wohlthätig Leben mich zu der Lehnlichkeit mit ihm erheben. Gib Kraft, daß ich das Glück, das ich besige, für Andre nüße! 6. Nicht suche nur, was mein ist; meinen deines Leibes Gliedern, mit Rath und Hülfe beisteh'; Allen, Allen, dir zu gefallen! 7. Denn darum gibst du uns fo viele Gaben, daß Alle Segen auszuz theilen haben, daß Jeder glücklich werd', und frei vom Neide, der Mens Wohlthätigkeit. Mel. In allen meinen Chaten 2c. 664. Das stets noch Chriften stre: ben, nicht bloß für sich zu leben, und wohlzuthun fich freu'n; gern ihren Brüdern nüßen, sie segnen, sie beschü Ben: das ist, o Gott, dein Werk allein! 2. Daß fie bei ihren Klagen nicht, eh', sie wohlthun, fragen: was wird mein Lohn dafür? Solch eine reine schen Freude. Milde, die sie zu deinem Bilde verklären soll, entspringt von dir. Mel. Jesum ewig zu verehren zc. 3. Dir ähnlich, geh'n und freuen 666. Seyd barmherzig, Menschen, sie ihre Saat aus, freuen, gefä't zu haben, sich, und preisen, daß sie Ga- höret, hört das heilige Gebot, das ben für Andrer Wohlfahrt haben, o uns Jesus Christus lebret:" Send alles Guten Geber, dich! barmherzig, so wie Gott!" Gebt, so wird auch euch gegeben Leben bier, und dort das Leben! 4. Nicht, um geseh'n zu werden, er leichtern sie Beschwerden; beglücken 252 Christliches Verhalten gegen den nächsten. 2. So viel Menschen, so viel Brüt- wir bier gefäet haben, ernten wir der; Ein Gott ist es, der uns schuf! dort reichlich ein. Seyd barmherzig, Bir sind Alle Christi Glieder; allge- liebt die Armen! Gott wird euer fich mein ist Gottes Ruf. So den Bösen, erbarmen. wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. Dankbarkeit. 3. Gottes Bild in euch zu sehen, send barmherzig, so wie er! Eitt, dem mel. In dich hab' ich gehoffet zc. was empfängt der Herr. Weiß es Gott 668. Ich fleb', Alliebender, zu dir; und dein Gewissen, warum soll die was du mir gabst, erhalte mir, den Welt es wissen? 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, wahren Dankbarkeit für Mitgefühl regsten aller Triebe, den Sinn der ihnen Schuß und Retter seyn; Kum- und Liebe! mer lindern, Wunden heilen, wohl= thun, trösten und erfreu'n; und diek cherheit ie meiner Brust die Seligkeit 2. Weh' mir, wenn Stolz und Sis thun aus edlem Triebe, das ist wahre des Dankgefühls entrissen! Wie Menschenliebe! niedz rig würd' ich dann, wie klein mir selbst erscheinen müssen! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos seyn, wo Menschen weinen; unser Mitleid tröfte sie; daß, wann wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen! Mel. Jesum ewig zu verehren 2c. 667. W. Sobtzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizusteh'n ist Pflicht, Pflicht, die Jesus selbst uns lehret, und die Gott den höchsten ehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die tränkt. Eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet die, die Kummer kränkt. Schwache sucht zu unterstüßen, Unterdrückte zu be: schüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben und zu euch um Hülfe fleh'n, Allen eilt, von Gott getrieben, nach Bermögen beizusteh'n. Die auch, die im Stillen leiden, führt zu unverhofften Freuden. die Stunde der Berlassenheit, wo ich 3. Mir ift's, als fühlte ich noch beut' nach Hülfe fragte, und mir, in tiefer Dunkelheit, kein Hoffnungsschimmer tagte. 4. Da stand die Liebe nah' bei mir, und rief: ich rath', ich helfe dir! und bot mir ihre Rechte; wie tief gesuns fen wäre ich, wenn ich deß nie gedächte! 5. Wenn jetzt, da ich geborgen bin, ein thöricht eitler Erdenfinn mit uns dank mich befangen; wenn ich) viels leicht seit Jahren schon gefühllos hingegangen! 6. Nein! immer in der Gegenwart der kleinsten Wohlthat, die mir ward, soll sich mein Herz erheben, und, war es wenig oder viel, für Liebe Liebe geben. 7. Bergelten freilich kann ich nie, was mir zu meinem Glück gedieh'; doch kann ich's rein empfinden, und mit des Dankes Thränenblick der Welt und dir verkünden. 4. Liebe sey dir keine Bürde, keine 8. Erhalte, Herr, mir dies Gefühl, Last, beglückter Christ! Hobeit ist es, bis ich an deiner Hand das Ziel der Ruhm und Würde, wenn du mild und Wallfahrt einst gefunden! Dort wird Hülfreich bist. Welch ein Ruhm für dann reiner, frommer Dank, was ich die Erlösten, arme Brüder Christi hier schwach empfunden. trösten! 5. was wirkt's für sanfte Freu- Mel. Von dir kommt jede gute zc. 669. W enn Menschen streben, dir feb'n, wie sie in ihrem Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreu'n! Ein be an Güte und Wohlthun, Bater, gleich trübtes Herz erquicken, schafft uns zu seyn, und mich mit willigem Ges himmlisches Entzücken. müthe durch ihren Rath und Trost 6. Heil und Glück auf unsern We- erfreu'n: mit reichem Gegen segne gen, innige Zufriedenheit, Huld bei dann, die ich nicht wieder segnen kann! Menschen, Gottes Segen folgen auf 2. Es zeige meiner Freude Zähre Barmherzigkeit; und einst dort zum von meines Herzens Dankbarkeit; mit Gnadenlobne schenkt uns Gott des was für Eifer ich begehre, was ihre Himmels Krone. Herzen, Gott, erfreut; mit welcher Inbrunft mein Gebet für sie zu dir, 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ift, auszuftreu'n! Was mein Vater, fleht! Christliches Verhalten gegen den nächsten. 3. Ich will mich aller ihrer Freuden, und ihres Glücks von Herzen freu'n; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster seyn; und kann ich lindern ihre Noth: mit Freuden will id)' s thun, o Gott! 4. Ich will sie lieben, will sie ehren, will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, stets fittfam, überlästig nie; wenn ihre Hand auch Andern gibt, nie mürrisch), neidisch und betrübt. 5. Kann ich, was ihnen schadet, hindern, befördern, was ihr Wunsch begebrt, erleichtern, was sie drückt, und lindern, was sie bekümmert und be: schwert: frohlocken will ich, Bater, dann, wann ich's durch deinen Beistand kann! 6. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe mein brünstiges Gebet zu dir; und was sie wünschen, das gelinge; denn, Herr, sie thaten wohl an mir! Auf Jeden komme Freud' herab, der Freude gibt und Freude gab! 7. Umfahe sie mit deiner Güte, und deine Huld verlaff sie nie! Sey stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie; und trifft sie doch Gefahr und Schmerz, so tröst' und heile selbst ihr Herz! JONE 8. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wann einst sie scheiden, gnädig an! mit im Sterden, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron, sev unaussprechlich groß ihr Lohn! 253 gern, wann mich ein Kummer Fränkt, meiner Seele Wunden heilen, mich er heben, wann ich) sank: Preis dir, Bas ter, Preis und Dank! 2. Dank dir, Herr, mit Herz und Munde, daß an treuer Freunde Hand manche frohe sel'ge Stunde, reich) an Gegen mir verschwand! Dank für alle reine Freuden, die mir deren Liebe gab, die bereit, bis an das Grab mit zu danken, mit zu leiden, deine treue Baterband mir so unverdient verband! 3. Dant, daß viel der bessern Seelen, mir ein Segen und der Welt, mich zu ihren Freunden zählen, von dir selbst mir zugesellt; die das Gute mit mir theilen, das mir deine Güte schenkt, 4. Dir geheiligt sey die Freude, die für mich) aus Freundschaft quillt, voll Erquickung, wann ich leide, immer rein, und sanft und mild. Nur an frommer Freunde Händen, die, o Heis liger, sich dir ganz zum Opfer weib'n mit mir, sey mir wohl!- o dann voll enden schnellern Schritts wir unsern Lauf, und er führt zu dir hinauf! 5. Alle, die mich nah' und ferne lies ben, Albarmherziger, segne fie, dit segneft gerne- segne sie, Allgnädiger! ibrer Seele stilles Sehnen, ihr Bedürfe niß, ihr Gebet, das vielleicht für mich) ießt flebt, ihre Freuden, ihre Thränen, ihre leiseste Begier, Alles, Herr, ems pfehl ich dir! 6. Hebe, wann der Tod die Bande, die uns binden, nun zerreißt, zu der Freundschaft Baterlande, zu dem Hime mel unsern Geist! Drüben laß uns wieder finden, was hier unsrer Lieb entfloh; doppelt glücklich, doppelt froh, himmlischer uns dann verbinden dort, o Bater, wo verklärt unsre Freunds schaft ewig währt! 1 Mel. Aus deiner Quelle, Schös pfer zc. 671. O welch ein Segen ist ein Freundschaft. Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Bertrau'n mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in Einem Geifte dann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach einem Ziele strebt! Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 670. was wären meine Freu 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich gut zu seyn, gleich tugendhaft. den, theilte sie kein Freund mit mir! und wie trüg' ich meine Leiden, irrt' ich öd und einsam hier, wär' ich wie Wüsteneien auf die Erde hingebannt, 4. Bom Irren hält er mich zurück lebt allein und unbekannt, müßte ohne durch weisen Rath, mit sanftem Blick; Freund mich freuen, fände hier in und wann er mir zu irren scheint, so Freud' und Schmerz nie ein gleichge- warn' ich treulich ihn, als Freund. stimmtes Herz! 5. Nicht Argwohn, Mistrau'n oder Streit, nicht Freude und nicht Traus rigkeit, auch nicht des Glückes Unbes stand trennt unsrer Freundschaft fes stes Band. 6. Wir theilen Alles, Luft und Leid, in inniger Bertraulichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schicksal Freund und Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch) Liebe, durch Gebet, durch Rath, und, wo wir können, durch die That. Christliches Verhalten gegen den nächsten. 254 8. Bollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf; unendlich ist die Geligkeit, die ewig uns vereint erfreut! 3. Ihn macht des Alters Bürde, wenn er mit stiller Würde sie trägt, der Achtung werth; viel hat der Greis erfahren, gekämpft oft mit Gefahren, und manchen Dienst der Welt gewährt. ruft vom Geschäfte der Verhalten gegen das mangel seiner Kräfte, und nöthigt ihn zu rub'n; id) soll in jungen Jahren nie Fleiß und Eifer sparen, für ihn, so viel ich kann, zu thun. Alter. Mel. Nun ruhen alle Wälder ze. 672. Auch noch im späten Alter fühlt sich, o selterhalter, der Mensch beglückt durch dich! Der fromme Greis am Stabe, bald reif zur Ruh' im Grabe, freut noch des Erdentebens sich. 2. Er rufet nicht vergebens im Herbfte seines Lebens dich, Ewigguter, an! Du troftest ihn im Leiden, und läsfest Jugendfreuden ihm oft noch blüh'n auf seiner Bahn. nah am Ziele leben, wie du, Gott, 5. Ja, ich will mich bestreben, die zu erfreu'n! Ich will die Alten ehren, will ihre Rub' nicht stören, will its nen Trost und Beistand seyn. 6. Du Führer meiner Jugend, von dir kommt Kraft zur Tugend; o las mich jeder Zeit gern diese Pflicht erfüls len; dann ehr' ich deinen Willen, und werd' im Alter auch erfreut! Pflichten in besondern Verhältniffen. Häusliche Gesellschaft. ein Glück! Mel. Es ist genug! so nimm zc.[ fie zum Guten mehr beleben; o welch spisni 6. D welch ein Glück! Gott, gib es doch auch mir! Erfüll' mit Frömmigkeit mich und mein Haus; dann leben Alle wir schon in der Seligkeit. Dann werden einst ich) und die Meis nen nur seliger vor dir erscheinen. D welch ein Glück! 673. welch ein Glück, bei seinen Lieben ruh'n, fern vom Geräusch der Welt! Mit frobem Muth das für die Seinen thun, was Gott selbst wohlgefällt; belohnt für Arbeit und Beschwerden von einer treuen Seele werden; o welch ein Glück! 2. D welch ein Glück, umringt von Kindern seyn, die frohen Muthes blüh'n; mit Luft und Fleiß sich ihrer Bildung weih'n, für Gott fte zu er: zieh'n; still, wie ihr Geist erwacht, Ehegatten. Mel. Kommt her zu mit, bemerken, ihn immer fanft im Guten 674. Die Ehe soll uns heilig seyn! spricht ze. stärken; o welch ein Glück! 3. D weld) ein Glück, sich in der Der Schöpfer feste felbst sie ein der Lieben Kreis von Gott gefegnet seh'n, Welt zum Glück und Segen. Noch und seine Huld mit Ehrfurcht, Dank immer fließt in diesem Stand aus feis und Preis vor ihnen laut erhöh'n; ner milden Baterhand den Frommen vereint mit ihnen vor ihn treten, und Heil entgegen. für ihr Wohl mit Andacht beten; o welch ein Glück! 946 4. D welch ein Glück, von stillem Wohl umblüht, in Eintracht fröhlich seyn, und, wenn es welkt, der Freund selbst treulos flieht, sich noch der Seinen freu'n! Wie wird so klein das Maß der Schmerzen an ihrem lieben, treuen Herzen! D welch ein Glück! 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn er die liebt und ehren kann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Gats tin, die ihm Gott gesandt, ihm hülf reich beizustehen! 5. D welch ein Glück, wenn stille Sittlichkeit auch Hausgenossen ziert; wenn Jedes, stets mit Fleiß zu thun, fich freut, was ihm zu thun gebührt! 4. Gib unsern Geelen Einigkeit, daß Auch ihnen frobe Stunden geben, auch wie im Glück, uns auch im Leid Zus 3. Gott, der du uns verbunden hast, mach' leicht uns jede Lebenstaft; las jede still uns tragen. Ein Herz, das findlich dich verehrt, soll nicht, wenn Freud' in Schmerz sich kehrt, wild und verzweifelt Flagen. Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 255 friedenheit nie fehle. Laß nie uns Ehen, Preis fen dir! jauchzt die unsern Bund entweih'n; las treu uns, Menschheit für und für. redlich, friedsam seyn, Ein Herz und Eine Seele! Aeltern. 5. Lenk' ab den Sinn von Ueppig: teit auf Freuden, die man nie bereut, mel. Gelobet feyst du, Jesus 2c. auf Freuden Selbst unser spätes Alter sey von drückenden 676. Die ihr beglückt mit Kindern Beschwerden frei, und weiter wie die Jugend! seyd, die Gott fürchten, freut euch; freu't ench eures Glücks, und last nicht ab zu danken dem, der sie euch gab! Lobsingt dem Herrn! 2. Dank sey dem höchsten Bater, Dank, daß es euch durch ihn gelang, dem Himmel Bürger zu erzieh'n, deß freuet euch, und preiset ihn! Lobfingt dem Herrn! 3. Der Segen eurer Bärtlichkeit, dessen ihr vor ihm euch freut, ist seine Gabe, sein Geschenk; deß bleibet ewig eingedenk, und dankt dem Herrn! mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 675. Heirger Bund der Lieb' und Trene, ja, vom Himmel stammest du, Ehe, und mit deiner Weibe fübrest du dem Himmel zu! Geister rufest du in's Leben, leichterst jeden Lebensschmerz, füllst mit Seligkeit das Herz: aber uns zu Gott zu heben, zu der Tugend Hochgefühl, das, das ist dein böber Ziel. 2. Wer allein durch's Leben gehet, füblet minder Schmerz und Luft; inniger zum Himmel flehet eine liebe: mir Frenden; sey in meiner Noth mir nah'! mir nicht, mir nicht gilt es ja; Jene freu'n sich, Jene leiden, deren Schicksal deine Hand segnend an das meine band." 4. Wenn Söhn' und Töchter um euch her blüh'n, und täglich eifriger, was gut ift, lieben: welche Lust durch strömet täglich eure Brust! Lobsinge dem Herrn! 5. Kinnt dann, ihr Freudenthränen, rinnt, daß fie fromm und glücklich sind; die Tochter keusch und sanft und gut; der Sohn zu thun voll Lust und Muth, was Gott gebeut! 6. Schaut in die Zukunft froh hina aus! Gott bau't ihnen auch ihr Haus. Auch er wird Mann und Bater seyn; auch sie wird Weib und Mutter seyn! Lobsingt dem Herrn! 3. Wer nach Gott nie wollte fragen bei des Kindes Todeskrampf, bei der Gattin Jammerklagen, betet er im Glaubenskampf. und, wenn in der Gräber Staube nun ein Herz vermodern soll, einst von sel'ger Liebe voll spricht der Zweifel felbft:" Ich glaube!" Was sich hier vereint ge= feb'n, nein, es kann nicht untergeb'n! 4. 3u des Lebens Ernst erziehet ernst des Hauses Müh' und Pflicht, 8. Ihr könnt auch wohl noch Enkel und die treue Liebe siebet edel auf seh'n auf den Pfaden Gottes geh'n; das Ihre nicht. Eignes Glück im sie euren frommen Kindern gleich, und fremden finden, raftlos um sich her einst versammelt all' nm euch, bei erfreu'n, ftill entbehren, mild verzeih'n, Gott, bei Gott. hohen Sinn's sich überwinden, selig feyn in Herzensrub lehrest, Bund der Ehe, du. 9 Wann ihr dann hingeht, redet dann segnend eure Lieben an: Bleibt qut und fromm, so werdet ihr auch 5. In des Hauses trauter Stille felig sterben, froh, wie wir! auch Feimt das zartere Gefühl; dort erstar froh, wie wir! fet auch der Wille für das weite Welt- 10. Die ihr beglückt mit Kindern gewübl. Menschheit, buldige der Ebe! seyd, die Gott fürchten, freu't euch; Sie nur bat zur Menschlichkeit pffe: freu't euch eures Glücks, und last gend dich zuerst geweiht; sie bob zu nicht ab zu danken dem, der sie ench der Geisterhöhe, von der Erde niedern gab! Lobsingt dem Herrn! Bahn, zu dem Himmel dich hinan! 6. Darum waltet ob den Ehen Mel. Wo Gott zum Haus nicht wunderbar, o Gott, dein Rath; und gibt zc. wie du es baft erſehen, also nur wird 677. Die Kinder, deren wir uns es zur That. Auch auf dunkeln, rauben Wegen hält die Treuen deine freu'n, find alle, Gott und Bater, dein; Hand, frönt mit Segen ihren Stand. sind deiner Menschheit Blüthen, Herr, Für der Ehe reichen Segen, Herr der bewabre fie, Barmherziger!" 7. Gesegnet wird auch ihr Geschlecht: denn das ist der Frommen Recht und Gegen; also wird belohnt ein jedes Haus, wo Tugend wohnt! Lobsingt dem Herrn! 256 Christliches Verhalten gegen den nächsten. 2. Wenn treue Weltern sich bemüh'n, 1. 9. Erweckt des Guten schnell Geführ fie dir zum Preise zu erzieh'n; so gib in ihrem Herzen; euer Ziel sey nicht zu dieser schweren Pflicht Geduld und bloß Anstand vor der Welt; sey Liebe Weisheit, Kraft und Licht. deß, was Gott gefällt. 10. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst, an Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit feine Sclaverei, daß sie das Glück des Menschen sey. 3. Nie fehle wahre Zärtlichkeit, die erustlich droht, doch auch verzeibt, die Tiebreid) warnt und weislich schont, zu rechter Zeit bestraft und lohnt. 4. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Luft und Furcht vor dir, zeig' ibnen in der Jugend schon des stillen Fleißes füßen Lohn. 5. Gesegnet sey ihr Unterricht in deines Wortes höherm Licht. Früh schau' ihr Geist zu dir hinauf, früh schließ ihr Herz der Pflicht sich auf. 6. Im Glauben mache sie gewiß; bewahre sie vor ergernis, und tilg' auch in der eignen Brust der Selbst: verführung böse Luft! Mel. Alle Menschen müssen sters ben 2c. die freudig deine Wege geb'n; bei 679. Menschen weise zu erziehen, 7. wir in ihnen Christen Mühe auch voll Luft und Muth, zu thun, was edel ist und gut. 8. Dann gib, so viel als dir gefällt, einst ihnen von dem Glück der Welt; bleibt deine Huld nur stets ihr Theil, Heil ihnen dann, auf ewig Heil! Pflicht! Berzärtelt eure Kinder nicht; gewöhnet sie in früher Zeit zu nüß Licher Geschäftigkeit. II. So nehmt euch ihrer Seelen an! Gott richtet einft, und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. eur die zum Leben Gott erschuf, welch ein wichtiges Bemühen! welch ein wichs tiger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weiß und gut erzieh'n, welch ein wichtiges Bemüh'n! Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt zc. 2. Wächst der Mensch von früher Jugend ohne Zucht und Bildung auf; febit Erkenntniß ihm und Tugend, o traurig Lauf! Unbekannt 678. Groß ift, ihr Aeltern, eure mit ſeiner Würde, ist er sich und Undern Bürde; kann nicht deiner, Gott sich freu'n, nicht dem Nächsten nüßlich seyn! 2. Wohl euch, wenn keines je ver gißt, was aller Weisheit Anfang ist! Das Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Weisheit sey. 12. Erwägt's, und fürchtet sein Ges richt, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreu'n; denn sie sind sein Geschenk, und sein! 3. Lehrt sie, wann ihr Berstand erwacht, Gott kennen, feine Lieb' und Macht; lehrt sie auf seine Werke seh'n, und, was sie lernen, auch versteh'n. 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie früh zur Tugend an. 5. Erstickt durch unterricht und Zucht der ersten Sünde Keim und Frucht; damit sie Gottes Evenbild früh werden, liebreich, sanft und mild. 6. Gedenkt, daß Kinder leicht ver steh'n, wenn sie auf euern Wandel feh'n, was gut, was bös ist, leicht ge: rührt von dem, wozu ihr sie verführt! 7. Rühmt, denn ihr Herz ist schwach und weich), o rühmt vor ihren Ohren euch der uebertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend nicht! 8. Muthwillen nennt nie Wit; nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterfeit; ein trüglich Herz und Lügen nie als bloßen Schers. 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder tiebreich anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohl= fahrt baut; lebre früb sie Tugend lies ben, und das Gute willig üben. Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts, nichts spricht von ihr uns los. 4. Menschenschöpfer, Tugendlehrer, laß, zu fördern Menschlichkeit, Bäter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter Sorgfalt wachen, unsre Jugend fromm zu mas chen; siedurch Lehr' und Beispiel zieh'n, selber Sünd' und Laster flieh'n! 5. Pfianz' in aller Kinder Herzen weisen frommen Tugendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägbeit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen. Führe sie auf ebner Bahn sicher zu dem Ziel hinan! 6. Dort vor deinem Angesichte wers den die Erzieher steh'n; selig, wann sie im Gerichte ihre Kinder vor dir seh'n, und dann können sagen: Keis nen, Herr, verlor ich von den Meinen! und dann Kinder fleh'n für sie: Gott, vergilt unn ihre Müh! 7. Mene Christliches Verhalten gegen den nächsten. 257 6. Muttertreue, Baterliebe! Jede Tugend, Kunst, Geschick, unsre Bildung, unser Glück, ist das Werk der treuen Liebe; alles Gute fommt von ibr; Dank sey, Gott der Liebe, dir! 7. Liebend guter Aeltern pflegen, sey bis einst ihr Auge bricht, guter Kinder füße Pflicht! Heil dem Kind und Gottes Segen, das den Weltern lebenslang Ehrfurcht weitet, Lieb' und Dank! 7. Menschen weis und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf, weldh ein wichtiges Bemühen! welch ein se: liger Beruf! Laß, o Heil'ger, deinen 2Billen alle eltern treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh', lohn', Bergelter, ewig sie! Kinder. Mel. Gott des Himmels und 2c. 680. Gott, du baft mir viel gege: ben; o wie dank' ich dir dafür! Lievreich gabst du mir das Leben; gabst auch gute Weltern mir; Aeltern, deren Zärtlichkeit immer sorgt und mich erfreut. 2. Sie vergessen, mich zu schüßen, ihre eigne Sicherheit; sparen, thätig mir zu nüßen keine Strafte, Müb und Zeit; zur Tugend zu er: zieh'n, ist ihr eifrigftes Bemüh'n. 3. Laß mich sie doch wieder lieben, ihnen immer dankbar seyn; um ihr Herz nicht zu betrüben, Alles, alles Böse scheu'n. Niemals reiße Eigensinn mich zum Ungeborsam hin. 4. Laß auf ihren Wink mich achten, sie durch Folgsamkeit erfreu'n, ihre Warnung nie verachten, trotzig nie und zornig seyn. Fehler, die sie mir ver: zieh'n, laß mich immer sorgsam flieh n. 5. Sorge für ihr Wohlergehen; laß sie der Erziehung Müh' nicht durch mich vereitelt sehen! Segne, Bater, fegne fie! Langes Leben sey ihr Theil; einst ihr Lohn dein ew'ges Heil! Herrschaften. Me L. Nicht so traurig, nicht so zc. 682. Du vertheilst der Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath; machst den Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; bist gleich gut und gleich gerecht; dieß erkenn' der Herr und Knecht. 2. Wer bei ärmlichem Geschick seine 3eit und Kraft mir leibt; wer zut meines Hauses Glück tren sich meinem Dienste weiht; wer durch) Folgfamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt' und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er Ich bin selbst obne Borsag fehlt. nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß er's sey? 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Berletzung meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, dennoch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, streng und grausam seyn, heißt der Menschheit Recht entweih'n. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets gerecht und treu, liebreich 681. Keine Liebe gleicht der Liebe, und gewissenhaft gegen jeden Menschen und reich), die in Weltern Herzen wallt. Leicht sey. Hoch und niedrig, arm wird jede and're falt; aber, o die Alle sind vor dir wir gleich. heißen Triebe guter Weltern wechseln nie, treu und lieben sie! Mel. Gott, mein Trost und zc. 2. Wie besorgt in Kindes Pflege ist 683. Höchfter Herrscher, du regiedie Mutter! 2Sie so treu stehet ihr deine der Bater bei! Jmmer wach und rest weise, mit Gerechtigkeit; immer rege, fühlt nie ihre Zärtlichkeit große Herrschaft führest du mit Huld Unluft und Verdrossenbeit. 19 3. Für der Kinder Glück ertragen beide willig jede Müh'; und kein Opfer fcheuen sie, kein Entbehren, kein Entsagen, wenn es ihren Lieben nügt, vor Gefahr und Schmerz sie schüßt. und Freundlichkeit. Laß, die herrschen und befehlen, Alle, Herr, den Trieb beseelen: gleich wie du gerecht zu seyn, und der Milde sich zu freu'n. 2. Gib, daß sie mit Ernst erwägen, daß du Herr der herren bist, daß die Quelle deiner Segen auch für die, so dienen, fließt; daß vor dir, dem Herrn der Welten, Tugend nur und Weis: beit gelten: denn vor deinem höchsten Thron ist kein Anseh'n der Person. 4. Welcher Bater, um aus Fluthen feine Kinder zu befrei'n, stürzte sich nicht selbst hinein? 2ürde nicht die Mutter bluten, riffe Blut ihr Kind aus Noth? Mutterliebe trott dem Tod! 5. Muttertreue, Baterliebe, überschwänglich groß seyd ihr! D wie elend wären wir ohne diese Himmelstriebe, die, an huld unendlich groß, Gott in Heltern Herzen goß. 3. Und dann werden sie auch geben nach) Gerechtigkeit den Lohn; fich), gelind zu seyn, bestreben, fern von Stolz und hartem Droh'n; werden zwar dem unrecht wehren; doch auch treue Die: 17 258 Christliches Verhalten gegen den Nächsten. ner ehren; fromme Diener zu erfreu'n, werden sie stets willig seyn. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sey's mein Troft auf Erden, daß sie, 4. Aber, Gott, aud) fie erfreue, wer Gott, deinem Angesicht nicht taun ent: nun ihnen Dienste weiht, durch Gezogen werden. horsam, Ehrfurcht, Treue, Liebe, Zucht 9. Mit Wohlgefallen fichst du sie, und Redlichkeit. Hilf, daß Alle, welche und wirst schon hier im Leben mir dienen, sich nicht fred), o Gott, erfüh- unter meiner Last und Müh', Herr, nen, zu verleßen ihre Pflicht, nicht zu deinen Frieden geben! achten das Gericht. 10. Kommt meines Lebens Abend 5: Treu und emfig alle Pflichten, dann, so nimmst du, der die Müden wie sie ihr Beruf gebeut, auch die gern aufnimmt, mich zu Ehren an, schwerern, auszurichten, gib du ihnen und schenkst mir ew'gen Frieden. Willigkeit. Daß sie nicht bloß Menfchen dienen, nein, dem Herrn: das rufe ihnen dein Geist zur Ermunt rung zu, das geb' ihrem Herzen Ruh'. 6. Die befehlen und die dienen, beide tebre, Gott, dein Geist so zu bandeln, wie es ihnen Jesu Lehr' und Beispiel weist. Die Gerechten nur bestehen, Herr, vor dir; die Frommen sehen, wie du ewig nicht vergiß'st den, der treu im Kleinen ist. Mel. Nun ruhen alle Wälder ze. 685. Gott, deinen weisen Willen soll Jeder hier erfüllen: laß ihn mir beilig seyn; und alle meine Kräfte, von Herzen dem Geschäfte, zu dem du mich beriefest, weih'n! 2. Ich soll hier Andern dienen; und dient ich treulich ihnen, so folg' ich dir, mein Gott! Las meiner Herrschaft Willen mich gern und tren erfüllen, als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr' ohne bittre Klagen des Lebens Last mich) tragen, und immer auf dich seh'n. Im Reden und im Schweis gen will ich als Christ mich zeigen, und auf dem Pfad der Tugend geh'n. 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden abzuwehren, soll mein Bestreben seyn. Ich will sie herzlich lieben, mit Borsas nie betrüben, ver: dross'nen Sinn und Frechheit scheu'n. 5. Ich will sie nie beneiden, will alle Trägheit meiden, und alle Sanksucht flieh'n will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen, und altem Leichtsinn mich entzieh'n. 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, 6. In meinem Dienst auf Erden stets stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Dienst's sich freu', mit Einüßlicher zu werden, sey Frende mir und Pflicht. Ich bin ja, wo ich wandle, fer mög' erfüllen. 5. Bertraut sie etwas meiner Hut, bei Allem, was ich handle, o Herr, so lass mich darauf achten, und im vor deinem Angesicht! mer, als mein eignes Gut, das ihrige betrachten. 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herr'n und Knechte, und beiz der Troft und Heil. Der Niedrigste auf Erden kann groß im Himmel wer den, hat, wie der Reiche, an dir Theil. Dienende. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 684. Be erufen haft du mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich) Brod in die fer Welt zu geben. 2. Auch ich soll bier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen; und du, du willst mit Baterhand dabei mich unterstützen. 3. Laß dieß in meinem Dienste nie mich aus den Augen setzen; und foftet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflidt verlegen. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier'gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr etwas zu entwenden! 8. Laß mich dieß oft ermesser, nie 7. Die Freude, die ihr widerfährt, meine Pflicht vergessen, und meines ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles Ruf's mich freu'n: so wirst du, Herr sey auch mir so werth, als ob's das der Welten, es reichlich mir vergelten, Meine wäre. und ich werd' ewig glücklich seyn! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Wo Gott zum Haus nicht ze.| Bölkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 686. Nach Gottes weisheitsvollem Rath, der Aules angeordnet hat, wird 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, gegen den Nächsten. 259 6. Um überall aus Dankbegier des Landes Ruhm zu gründen, soll auch der Fremde stets in mir den Freund der Menschen finden. Ich will gerecht und liebreich seyn, ihm in Gefahren Schuß verleih'n, und Freuden ihm gewähren. 7. Wie könnt' ich, ist mein Vaterland mir wertb, mich so vergehen, ein fremdes Bolk mit Unverstand zu Berdienst haffen und zu schmähen. und Tugend, nah' und fern, soll immer meine Seele gern an jedem Menschen schätzen. 8. D wohl dem Lande, wo der Geist des Christenthums regieret; wo Jeder dich, o Bater, preist, und sich mit Weisheit zieret; wo nie die Bürgertreu' entfliebt, und keiner sich der Pflicht entzieht, Gemeinwohl zu befördern! Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 688. Web dem, der im Falten Herzen stets das eigne Wohl nur trägt, seine Freuden, seine Schmerzen für die Schwestern nicht und Brüder? Alle Gegenwart nur wägt! Sind wir Eines Hauptes Glieder? Ward nicht uns vertraut das Recht selbst für's künftige Geschlecht? 2. Der du frevelnd willst zerstören, der du, träge, nicht magst ban'n! möchtest du die Seufzer hören, möchtest du die Thränen schau'n von den Söhnen und den Töchtern, spät von fünftigen Geschlechtern, wenn ihr Elend, in die Gruft noch, ein" Wehe!" nach dir ruft. 2. In heitrer Unschuld lernt' ich hier die ersten Worte stammeln, und mir Begriffe, Gott, von dir, und deinen Werken sammeln! Ich sah mit Aeltern mich vereint, und sie und mancher Jugendfreund versüßten meine Tage. 3. Aber Heil den treuen Händen, Heil dem zarten milden Sinn, die im 2Birken, die im Spenden seh'n den eigenen Gewinn! Wachs auch spät, in fremdem Raume, einst der Kern empor zum Baume, froh doch senken sie ihn ein: Menschen wird er ia erfreu'n! 4: Hätt' uns Dunkel auch umzogen, würde Theures auch vermißt: dennoch 3. Wie Biele waren um mich her werde treu erwogen, was die Pflicht geschäftig, mein zu pflegen! Wie Biele der Zeiten ist. Stürme reinigen die führten immer mehr der Wahrheit Lüfte, Blumen schmücken auch die mich entgegen! Hier war mein Bür- Grüfte; unter Druck und Noth her: gerrecht bereit; hier fand ich Ruh' und vor drängt sich Menschenkraft empor. Sicherheit im Schuße der Geseße. 5. Nein, ihr sollt uns nicht verklagen, Enkel dieser ernsten Zeit! Nein, wir wollen nicht verzagen, was auch drückt, und was auch dräut! Weisheit rathe! Pflicht gebiete dem erhobenen Gemüthe! Freudig gibt ein edler Sinn sich dem Heil der Nachwelt hin. Christliches Verhalten durch gegenseitiges Bemüh'n beginnt der Bürger Wohl zu blüh'n. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nüßt durch Kunst dem Baterland, und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Berstand und Geifteskraft, durch Einsicht, Kenntnis, Wis senschaft; der nützt mit seinem fühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpf'st du, Gott, durch jeden Stand, der allgemeinen Wohlfabrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueber fluß, und immer wechselnder Genuß, Bequemlichkeit und Freud' und Ruh' fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nichtthätig seyn? erfreu'n? auf der ihm angewiefnen Bahn nicht wir: ken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verlieb'ne Kraft gebraucht, und durch sie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen fich, zum Glück der Welt. Vaterlandsliebe. Mel. Es ist ein Gott! Vers stumme 2c. 687. Be eim theuren Namen: Baterland, erwachen heil'ge Triebe. Ich fühle mich) mit ihm verwandt; ich fühle, daß ich's liebe. Hier ging des Lebens Tag mir auf; o Land, in dir begann mein Lauf zum hohen Ziel des Lebens! 4. So will ich denn auch dankbar seyn, und meinen Brüdern nüßen, will rathen, helfen und erfreu'n, und Gutes unterstüßen. Was Ordnung, Recht und Eintracht nährt, und was des Landes Wohlstand mehrt, soll stets mir theuer bleiben. Obrigkeit. 5. Ich will durch Fleiß und RedlichFeit dem Baterlande dienen, und, was mir das Gesetz verbeut, mich nie zu Jedem geben, Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. was ich ſoll, und ohne Zwang und 689. Du gründest, Allgewaltiger, ohne Groll die Borgesetzten ehren." der Weltbeherrscher Thronen, und 17% 260 Chriftliches Verhalten gegen den nächsten. fchaffest, o Allgütiger, daß wir hier sicher wohnen! Preis deiner Huld, die sie er: hält! Dein ist ihr Reich, und dein die 2elt; du bist auch ihr Beberrscher! 2. Unendlicher, regiere sie, daß fie dir willig dienen! Berlaß mit deiner Huld sie nie; nicht ihr Geschlecht nach ihnen! Huld, welche wohlzuthun sich freut, und Weisheit und Gerechtigkeit sev ihre schönste Krone! Mel. Herr Gott, dich loben Alle wir 2c. 3. Gib, Bater, daß sie dir getreu, Wahn, was Allen nüglich ist. dir ähnlich, uns regieren! Nie müsse Stolz, nie Heuchelei zu Lastern sie verführen! Laß sie ihr eig'nes Herz durchschau'n; voll Furcht vor dir, sich selbst nicht trau'n, und dich um Beis: heit bitten. II. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als sein Gefeß; weit um sich her vers breit' es Luft zu dem, was gut und recht ist, und zur Tugend Muth. 12. Er, seinem großen Rufe treu, sey der Berlass'nen Zuflucht; sey der 4. Gib Friede, halte sie zurück von Armen Reichthum, und in Noth ein ungerechten Kriegen! Ihr Ruhm sey sichrer Schirm, wie du, o Gott! ibres Landes Glück, sein Segen ihr 13. Berloren rechn' er seine Zeit, Bergnügen! Wenn aber Bölfer sie wo er nicht wohlthut und erfreut! zum Streit durch Unrecht zwingen, Doch werd' auch) Wonne jeder Schmerz, dann gebeut dem Siege, sie zu schützen! den er geheilt hat, für sein Herz! 5. Es müsse, Gott, auf jedem Thron 14. So herrsch' er, und ihm opfre dein Wort Berehrer finden! Auch dann mit Freuden Gut und Blut, Fürsten Laff' auf deinen Sohn der wer Mann, wer gut und muthvoll, Zukunft Hoffnung gründen! Sie sind wie ein Chrift, solch eines Herrschers auch Sünder, Gott, wie wir; las' würdig ist! Gnade denn auch sie vor dir in ihrem Tode finden! 690. We Per herrscht, wer Fürst, wer König ist, der wisse, daß du Richter bist! Wer Macht hat, wisse, sein Beruf, sey von der Macht, die Alles schuf! 2. Er, wie der Unterthan, dein Knecht, sey, Gott, dein Bild, und sey gerecht; sey menschenfreundlich, herrsch allein, ein Segen ſeines Bolks zu seyn! 3. Nie brauch' er seine Größ' und Macht zur Ueppigkeit, zu eitler pracht; nie zu des Armen Druck und Last, den du, wie ihn, geschaffen haft! 4. Nie flamm und strahl feiner Hand sein Schwert durch ein verödet Land! Er suche seinen Ruhm als Held nicht im zerstörten Glück der Welt. 5. Nie stürz' er fremde Thronen um; des Friedens Delzweig sey sein Ruhm! Doch, heischt der Schuß der Seinen Krieg, so folg' ihm Muth zur Schlacht, und Sieg! 6. Für Andrer Jammer voll Gefübl, sey schnelle Hülfe, Herr, sein Ziel; nie frecher Lüfte Sättigung, nie sclavische Bergötterung! denn hört, wer Macht hat, Schmeich) s ler an, wie leicht, wie leicht wird er Tyrann! 7. Der Unschuld Rechte beug' er nicht! Als ging er selbst in dein Gericht, so müss' er richten, und allein des Trugs und Frevels Schrecken seyn! 8. Er zeige, daß nur der, der frei die Wahrheit spricht, sein Liebling sey: 9. Er ehre dich; doch zwing' er nie Gewissen, schon' und achte sie; gewiß, daß durch Gewalt, wer irrt, nie mehr, als bloß ein Heuchler wird. 10. Berdienste heb' er gern empor; sey überall selbst Aug' und Ohr; und sebe, nie getäuscht durch List und Unterthanen. Mel. Gott des Himmels und 2c. 691. Gott der Ordnung, Herr der Stände, Höchfier, dessen macht die Welt, alle Werke deiner Hände ftets in weiser Ordnung hält; Preis sey dir der Herren Herr! Ewig Allgewaltiger! 2. Ruh' und Ordnung fest zu gründen, riefst du Herrscher auf den Thron. Schus soll hier die Unschuld finden, das Berdienst gerechten Lohn, und das Schwert der Rache droht jedem Frevler Schmach und Tod. 3. Aehnlich deiner Gottheit Bilde soll des Landes Bater seyn, durch) Gerechtigkeit und Milde schüßen, segnen und erfreu'n; ehren, schirmen soll der Thron Wahrbeit und Religion. 4. Weiser, besser soll auf Erden un ser brüderlich Geschlecht, ruhiger, bes glückter werden durch der Ordnung Licht und Recht. Segnend soll die Saat gedeih'n, welche gute Fürsten fireu'n. 5. Herr der Herren, für die Gaben deiner Ordnung danken wir; was wir Gutes durch sie haben, kommt doch Alles nur von dir. Gütig sieht dein Baterblick auch auf uns und unser Glück. 6. Walte ferner, fegnend walte über uns, dein Eigenthum! Unsern König, Gott, erhalte! Wohl des Lan= des sey sein Ruhm! Heil ihm, der uns Gutes gibt! und sein Scepter sey geliebt! Christliches Verhalten gegen den Nächsten. 261 7. Laß nach deines Wortes Lehren bereit; des Thrones Schuß, des ReiUnterthan und Obrigkeit nur des Lan- ches Wehr, steht stark und muthig des Wohl begehren, und mit frommer unser Heer.. 2Billigkeit thun und geben, was die Pflicht fordert, Gott, und dein Gericht! 2. Mit uns ist Gott! mit uns ist Gott! Wir scheuen nicht Gefahr noch) Tod. Wir stehen All' in Gottes Hand, und sterben gern für's Baterland. 8. Gib uns, gib auch unsern kin: dern Frieden, Ruhe, Sicherheit. Laß dein Wohlthun nie sich mindern; und führst du in schwere Zeit: o dann fieh' uns gnädig bei, daß auch sie uns heilsam key! 3. Umgib uns, Gott, du Herr der macht! Dein ist der Sieg, das Glück der Schlacht! D führ' durch uns des Friedens Glück, führ' uns gekrönt mit Sieg zurück! 9. Leit' uns, Gott, mit Baterhäuden, deiner Ordnung stets getren, daß, wann wir den Lauf vollenden, uns das Reich beschieden sey, das auf ewig die beglückt, die des Himmels Krone schmückt! 4. Wir geben muthig in die Schlacht; du bist es, Gott, der für uns wacht! Dich fürchten wir, nur das gibt Muth; wir fürchten keiner Feinde Wuth. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt zc. 692. Gott, der zum Segen für die Welt uns Ob're gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen jeder tren, und folgsam dem Gesete sey. 5. Und beilig ist uns unsre Pflicht! Wir lassen unsre Fahnen nicht! Wir trachten nicht nach Raub und Gold, und sind vergnügt mit unserm Gold. 8. möchten wir gewissenhaft, und stark durch innre Tugendkraft, uns redlich diesen Pflichten weih'n; wie glücklich würden dann wir seyn! 6. Dem stolzen Feinde furchtbar, sind wir schonend gegen Weib und Kind, und Greis und Säugling und den Mann, der uns nicht widerstehen fann. 2. Sie wachen stets mit off'nem Blick und sorgsam für des Landes Glück; Durch fie fließt Sicherheit und Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 7. Der Arm des frommen Kriegers hebt den liebreich auf, der vor ihm bebt; und schüßzet ihn, und nie vers 3. Nicht Jeder ist an Würde groß, gießt er dessen Blut, der wehrlos ist. 8. Er übet gern nach beißem Streit oft ist ein niedrer Stand sein Loos; die schöne Pflicht der Menschlichkeit. doch Jeder, sey er noch so klein, kann Dem Baterland, dem Fürsten werth, achtungswerth als Bürger seyn. 4. Er ist's, wann er die Bürger- wird er von Freund und Feind geehrt. 9. Mit uns ist Gott, der uns bewacht! pflicht nicht öffentlich, nicht beimlich und fällt auch einer in der Schlacht, bricht, ihr seine Sorge, Kraft und Zeit die Himmelskron' ihm der erwarb, der mit Freude, Treu' und Eifer 5. Er ist's, wann er als Bürger für uns All am Kreuze starb. denkt, nie andrer Bürger Rechte Fürbitte für den König. Fränkt, und, fern von niedrer Räufe Lift, zum Wohl des Ganzen thätig ist. M el. Wachet auf, ruft uns die ze. weiht. nur und war es auch noch mangelhaft, 694. Herrscher, dir; der mächtig gewährt dem Bolte Sicherheit, und waltet, und überall mit Weisheit schals Ordnung und Zufriedenheit. tet, der Herrschaft gibt und Herrschaft 7. Er lebt, von Trug und Unrecht nimmt; dir, der bösen Anschlag wenfrei, stets folgfam dem Geseß und treu, det, und Heil der Erde Völkern spen= und fühlt, wenn er es gern vollführt, det, in Einklang jeden Mislaut stimmt, fich dann so frei, als der regiert. dir, Gott, tönt unser Dank, dich preist der Lobgesang, Hocherbabner! Allwattender, der Welten Herr, sey unsers Königs Schirm und Schild! 2. Licht, Gerechtigkeit und Wahrheit 9. Du kannst uns helfen, Gott, nur umleucht' mit ewig schöner Klarheit du; o gib uns selbst die Kraft dazu! des Königs Herz, des Königs Thron! Dann werden Streit und Zwietracht keinen Tag müs er verlieren! Du, flieb'n; Glück wird in jedem Stande höchster Herr, hilf ibm regieren; gib blüh'n. du ihm Kraft, sen du ihm Lohn! Der Vaterlandsvertheidiger. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Sein milder Herrscherblick seh auf im ganzen Land auf jeden Stand durch seine weise Menschlichkeit. 693. Wir find, wenn es die Pflicht de o Gott, ihn mit des Landes Glücke, 3. Für des erquigebeut, zum Kampf für's Baterland mit seines Bolfes treuem Giun; und, 262 Christliches Verhalten gegen den Nächsten. gedrückt von Fürstenforgen, nehm' erzier' unfre Männer, unsre Jugend, am Abend und am Morgen im Lan- und Wahrheit jegliches Gemüth! Erns deswohl den Lohn sich hin. Durch ste Zucht und fromme Gitte sey über: treue Herzlichkeit sev sein Gemüth er all in unsrer Mitte, von Andacht sey freut! Herr, versüß ihm des Lebens das Herz durchglüht! Des Glaubens Müh', verlass' ihn nie, und stärk' ihn helles Licht entzeuch uns, Bater, nicht! stets auf seiner Bahn. denn es leuchtet durch Erdennoth, durch Schmerz und Tod, hinauf in's bess're Baterland. 4. Weisheit woll'st du, Herr, ge währen des Fürsten Rächen und sie lehren, was recht, was wahr ist, was beglückt. Jeder acht' nur das für's Größte, und Jedem sey nur das das Beste, was unser ganzes Land erquickt. Der Eintracht holdes Band verbinde Stand mit Stand! Auf zuopfern gemeinem Heil sein eigen Theil ist Christenpflicht, sey Bürgerruhm! 6. Herr, erhalt' dem König Frieden! Ihm sey das schöne Loos beschieden, der Trost von Tausenden zu seyn! Schütt' auf seine Lebenspfade die Se gensströme deiner Gnade! Nur du kannst dauernd uns erfreu'n. Wer, allem Bösen feind, es wohl mit Allen meint, den beglücke! Herr, unser Hort, sey hier, sen dort des Königs Wonne, Trost und Theil! 5. Redlichkeit und lautre Tugend Gesellschaft. Gott, welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts Berehrer! Dies lehrt uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns Allen kund, uns kund der Weg zum Leben. Kirchliche Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus nicht ze. 695. Da as Amt der Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, nod) immer treue Lehrer gibst! 2. Gesegnet sey ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, mit treuem Fleiß dein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 2. Weld) großes Amt, Betrug und Wahn und Laster zu bestreiten, und Seelen auf der Wahrheit Bahn zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel, aber auch wie schwer! Laß alle Lehrer tägs lich mehr des Amtes Würde fühlen. 3. Gib ihnen deiner Weisheit Licht; stark ihres Geistes Gaben, die sie zu Andrer Unterricht von dir empfangen baben. Laß ihre Lehren wahr und rein, fest ihren eignen Glauben seyn, ihr Leben fromm und heilig. 4. An Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß sie die Schwachen tragen, und feimt der Same nicht sogleid), nicht an der Frucht verzagen. Laß sie mit uns verdrossenheit, und ohne Haß und Bits terkeit vor Sünd' und Laster warnen. 5. Gib, Herr, der alles Gute schafft, wenn sie uns unterweisen, daß sie, voll Geiftes und voll Kraft, der Tus gend Würde preisen; gib, daß nicht nur ihr Unterricht, daß uns auch ihres Beispiels Licht auf deine Wege leite! 6. Las sie den Frrenden zurück zu deinem Pfade führen, besorgt für seis ner Seele Glück, zur Besserung ihn rühren. Laß sie geduldig und gelind, nicht stolz, nicht hart seyn, stets ge= sinnt, wie's Chrifti Dienern ziemet. 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott, o dann laß sie mit Freuden, mit uns erschrocknem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden! Du fandtest sie; fie ebren dich. Umsonst empören Frevler Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. 696. Dein ist das Licht, das uns sich, die Wahrbeit zu vertilgen. erhellt; von dir das Amt der Lehrer. 8. Belohne, Herr, sie aud) schon hier. 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn; erkannte Wahrheit üben treu, daß sich ihr Herz auch) unsrer freu'.6. Das ist der Lehrer bester Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unsrer Tugend seh'n, mit uns den Weg zum Himmel geb'n. 7. Fern sey von uns der Frevel, Gott, durch undank fie, durch Haß und Spott zu fränken; daß sie, was fie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun. 8. Ja, Gott, wir wollen sie erfreu'n, dankbare, fromme Hörer seyn; dann führest du einst uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich)! Chriftliches Verhalten gegen den Nächsten. 263 Dein Segen sey mit ihnen, wenn siel 8. Wenn ihn des Tages Lasten drüuneigennüßig dir und ihren Brüdern den, wenn ihm der heitre, frohe Sinn dienen! Laß sie mit Borsas nie be- entweicht: dann laß ihn jenen Lohn trübt, von allen Redlichen geliebt, ge- erblicken, den deine Hand einst treuen schätzt von Allen werden. Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang es Tag noch ist! 9. Und wenn sie ihrem Rufe treu, durch deines Geistes Gaben, viel Sees len aus der Sclaverei der Sünd' errettet haben, so laß sie, Gott, im reinsten Licht des großen Lohns erfüllter Pflicht, des ew'gen Heils sich freuen! Vor dem Schulunterricht. Mel. Ich halt' an meinem Gottic. 698. Herr, unser Gott, wir bitten Schullehrer. dich um Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. Weisheit und um Tugend! Regiere du uns väterlich in unsrer Jugend. Laß deinen 697. Last dankbar uns die Lehrer auf uns ruh'n, nur das zu lieben und ehren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemüh'n, den Geist der Suzu thun, was deine Wahrheit lebret. 2. Nach Einsicht und Geschicklichkeit gend zu belehren, ihr Herz von seinen las täglich mehr uns streben. Fehlern abzuzieh'n! Durch sie wird Saat des Guten ausgestreut; sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. Mach' uns zum Dienst der Welt bereit, bereit zum böhern Leben. Dann werden wir mit Freudigkeit zurück auf unsre Jugendzeit in jeder Zukunft blicken. 2. Bedauernswürdig sind die See len, die unbelehrt durch dieses Leben geh'n. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auf das Licht der Wahrheit seh'n! We bleibt ihr Werth? Wo bleibet ihre Kraft mit Tugend sinn zu thun, was Nußen schafft? Nach der Schule. Mel. Christus, der ist mein 2c. 699. Die Stunden weiser Lebre 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend auch unter uns mit Baterhuld find abermals dahin! Wobl uns, gedenkst, und zu der Weisheit und wenn wir sie müßten zu bleibenden der Tugend durch treue Führer ihre Schritte tenkft! Wie weise, Gott, wie liebreich segnest du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. Gewinn! 4. Wir seh'n der Zukunft froh entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und nabt uns einst der Tod sich auf dein Wort, so seßen sie dein Werk auf Erden fort. Bei der Schulprüfung. Mel. Du, Gott, bist über Alleszc. 5. D'rum gib, o Gott, den Lehrern 700. Siev uns versammelt, Gott, Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weih'n. Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude seyn. Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! vor dir, versammelt feierlich)! Mit tiefer Rührung preisen wir an dieser Stätte dich). 2. Bon dir kommt Weisheit und Berstand, von dir der Wahrheit Licht; 6. Laß sie durch Ernst dem Leicht- du machst uns mit uns selbst bekannt, finn wehren, durch Freundlichkeit diel nnd lehrst uns Recht und Pflicht. Herzen an sich zieh'n; auch wann sie 3. Du läsfest gute Schulen blüh'n ftrafen, noch belehren, und sorgsam zum Glück für Welt und Staat; und selbst den Schein des Unrechts flieh'n. junge Menschen da erzieh'n, zu geh'n Religion und reine Sittlichkeit ver- der Tugend Pfad. breite sich durch sie zu jeder Zeit. 4. Du bildeft sie zum Dienst der 7. D welche Pflichten! Welche Wür Welt; gibst ihrem Fleiß Gedeih'n, de! Gott, stet' auch hier dem treuen um nüßlich einst, wo dir's gefällt, in Lebrer bei! Erleichtre seines Amtes jedem Stand zu seyn. Bürde, damit er stets getroft und 5. Wer immer treu nach seiner muthvoll sey: und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ebrt, das dankbar ist, und seine Freuden mehrt! Pflicht gebrauchte Zeit und Kraft, der frenet sich, und bebet nicht, bei seiner Rechenschaft. 2. Wem wohlgenußt die Stunden des Tags vorübergeh'n, den lohnet Ruh im Herzen dem ist der Abend schön. 3. Der wird sich seiner Jugend noch spät im Alter freu'n; wird froh zu Grabe gehen; dann ewig glücklich seyn! 264 In besondern Zeiten und Lagen. 6. Ihn lobnet Preis, und stille Luftfsah'n, mit Freuden hörten wir, was erfüllt sein gutes Herz. Bang schlägt Fleiß und Eifer hier gethan; nimm dem Trägen nur die Brust, und ihn unsern Dank dafür! trifft Scham und Schmerz. 7. Laß treu uns nüßen Kraft und Zeit, o Gott, gewissenhaft; dann geben wir mit Freudigkeit auch dir einst Rechenschaft! Nach der Prüfung. 8. Preis, Bater, dir! Mit Freuden Vierte Abtheilung. Gesänge in besondern Zeiten und Lagen, hauptsächlich für die Privat Erbauung. 9. Laß diese Schule fernerhin der Weisheit Tempel seyn; mach' Drdnung, Fleiß und Tugendsinn hier ims mer allgemein. 10. Beglücke, Herr, die Obrigkeit; belohn' der Lehrer Treu'; gib, daß noch in der Ewigkeit die Saatzeit uns erfreu'! 2. Daß nicht in tiefen Schlummer des Lebens Licht erlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein fanfter Schlaf er: frischt; dieß dank' ich deiner Macht und deiner Batertreue. Durch sie bin ich auf's Neue mit beiterm Muth erwact. Morgenlieder. mel. Aus meines Herzens Grun- 1 Mel. Mein Gott, nun ist es wies de zc. der Morgen? c. 701. Ullmächtiger, ich hebe mein 702. Da hat sie sich emporgehoben, Ang' empor zu dir; Preis dir, durch die Sonne Gottes, wie so schön! Sollt den ich lebe, und neuer Dank dafür! ich nicht ihren Schöpfer loben, der sie Herr, deine Huld ist groß, und nie- erhält in ihren Höh'n? Wie groß ist mals hat das Lallen des Dankes dir sie, wie strahlenreich! Nichts ist an mißfallen, das aus dem Herzen floß! Herrlichkeit ihr gleich. 2 3. Beschüßer meiner Seele! ich traue stets auf did). Daß ich nichts Böses wähle, so wähle du für mich! Gib, was mir nüglich ist, Gott, dem ich Alles danke! Mich) stärke der Gedan ke, daß du stets um mich) bist. 2. Sie gießt auf Tiefen und auf Höhen ein Meer von Freuden, bringt den Tag, heißt Millionen Augen sehen, weckt, was in tiefem Schlummer lag. D Strahlenquelle, welche Luft ergies Best du in meine Brust! 3. Jedoch nicht dir, dem schwachen Funken vom Licht der Lichter, nein, nicht dir gebührt mein Lied; herabs gesunken bist du aus Gottes Hand zu mir und Allen, die mit mir sich) freu'n, hier Bengen seiner Huld zu seyn. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich) 4. Anbetung ihm! Er schuf mich im Leiden; und will die Lust der Welt höher. Ich kenne mich, weiß, daß er mich jemals nach sich zieh'n, helf' er ist; bin ihm viet tausend Stufen näs mein Herz bewahren, und glücklich die ber; ein Mensch, ein Geift, sein Kind, Gefahren der Sünde seh'n, und flieh'n. ein Christ! D dieses Borzugs mich 5. Beglücke du die Meinen nach dei zu fren'n, will ich ihm ganz mein Les ner Gütigkeit. Berlaß der Armen kei- ben weit'n! nen; wehr' allem Herzeleid. Du willst so gern erfreu'n, und eilft, uns bei zusteben; so laß der Liebe Flehen dir wohlgefällig seyn. 5. Du magst dann auf sein Wort vergehen; es mag das Heer der Sterne flich'n: ich werde jene Sonnen seven, die für verklärte Wesen glüh'n; dich sehen, der mich rief aus Nichts, dich), Gott, den trquell alles Lichts! 6. Du kennst mein stilles Sehnen, und neigst dein Dhr zu mir. Mein Seufzen, meine Thränen, Erbarmer, 6. Gott! laß auf meines Lebens Wefind vor dir! Deß soll mein Herz sich gen mir theuer diesen Glauben seyn. freu'n. Nichts ist, wovor ich bebe; ich Du leireft mich dem Licht entgegen, sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein. laugh wo des Todes Schatten dräu'n; In besondern Zeiten und Lagen. 265 führst mich an deiner treuen Hand, 4. Hilf, daß ich auch diesen Mor= durch's dunkle Thal in's Baterland. gen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß, wann nun Mel. Wie schön leucht't uns der tc. dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 703. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, und übe froh die heilige Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will, voll frommer Dankbegier, mein Vater und Erhalter, dir Preis und Berehrung bringen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt auf's Neue, mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort! Nirgends, denn von dir allein, kann ich recht bewahret seyn. 6. Meinen Leib und meine Seele übergeb' ich deiner Treu'. Du, dem ich mich ganz befeble, steh', auch dies sen Tag mir bei. Sey mein Schuß, mein Glück, mein Ruhm; denn ich bin dein Eigenthum! 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben fetest du jetzt einen neuen Tag hinzu; sev hoch dafür ge priesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke. Dich erhebe Herz und Mund, so lang ich lebe! 7. Was ich thu' und treu vollende, sey, Herr, eine stille Saat für den Himmel; kommit mein Ende, sanft wird es durch gute That! Nach der 3. Berleih', o Gott der Lieb und Arbeit führeft du freundlich mich in's Macht, daß Sünd' und Gram, wie Land der Ruh'. diese Nacht, auf ewig von mir fliebe; daß ich die kurze Lebenszeit in drist: licher Zufriedenheit zu nüßen mich bewie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 705. In Morgenroth gekleidet, be kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Chrift! D Herr, ver- ginnt sie ihren Lauf, die schöne, große leib, daß ich des Namens würdig sev! Sonne, wie herrlich geht sie auf! Mein Ruhm sey deine Gnade. Leicht in die Frre führet mich das eigne Herz, erhalte mich, o Herr, auf red): tem Pfade! Stärk' mich, daß ich stets mich übe deine Liebe zu betrachten, Alles dich; achten. 2. Willkommen uns, willkommen, des guten Gottes Bild! So groß und so erhaben, und doch so sanft und mild! 3. Du weckft zu neuem Leben die schlummernde Natur, und Wohlgerüche duften auf blumenreicher Flur. übe 4. Und Alles, Alles freuet des neuen Lebens sich. Auch du, mein Geift, erfreue des neuen Lebens dich! 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Tha: le wall' ich hier: verklärt erschein' ich einst vor dir im höhern Licht und Leben. Auf dich hoff' ich, Herr, ich wer: de mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig lobzusingen. 5. Dank ihm, dem Ewigguten, mit frommem Lobgesang! Singt, Men= fchen, meine Brüder, singt euerm Schöpfer Dank! 6. Zum Glücke zweier Welten schuf er, der Bater, euch. Und ist die schöne Erde an Freuden schon so reich: dereinst für Eingeweihte feyn! Des Herzens Güte weibet zu Gottes Himmel ein. 8. Seyd gut und reines Herzens! Gott, laß mich's immer seyn! So kann ich mich der Erde, wie deines Himmels freu'n. Eigne Melodie. 704. Gott des Himmels und der Erden, Bater, unerschaffner Geist, der uns Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt; dessen starke Hand die Welt, und was d'rinnen ist, erhält! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefah ren, Angst und Schmerzen haft behü: Mel. Ich dank' dir schon durch ze. 706. Mein erst Gefüht sey Preis tet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Baterbuld, und Dank! Erhebe Gott, o Seele! 3. Laß die Nacht auch meiner Sün- Der Herr bört deinen Lobgefang; lob: den jetzt mit dieser Nacht vergeh'n! sing' ibi, meine Seele! Laß vor dir mich Gnade finden, glan- 2. Mich selbst zu schüßen viel zu bensvoll auf Jesum seh'n; tren nun schwach), lag ich und schlief im Frieden; wandeln, seinen Pfad; scheuen jede wer war indessen für mich) wad)? wer Missethat. ( fchenkte Schlaf dem Müden? 266 In besondern Zeiten und Lagen. 3. Du bist es, Gott und Herr der Verwandte, Freunde, Ehr' und Gut. Welt, und dein ist unser Leben! Du, Willst du mir Kreuz zu tragen geben, dessen Kraft es uns erhält, haft mir's so gib auch dazu Kraft und Muth; jest neu gegeben. und willst du mich mit Glück erfreu'n, laß mich auch dafür dankbar seyn. 4. Gelobet seyft du, Gott der Macht, gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags Mel. Befiehl du deine Wege zc. 5. Laß deinen Segen auf mir rub'n, 708. Noch läst der Herr mich les erfreue! mich deine Wege wallen. Herr, lebre ven! Mit fröhlichem Gemüth' eil' ich, du mich selber thun nach deinem ihn zu erheben; er bört mein frühes Wohlgefallen! Lied. Zu ihm entzückt mich wieder 6. Nimm meines Lebens gnädig der Morgensonne Pracht; ich falle vor wahr; auf dich hofft meine Seele. ihm nieder, der sie und mich gemacht. Sey mir ein Retter in Gefahr; ein Bater, wenn ich fehle. 2. Du, Herrscher aller Weiten, nimmst dich auch meiner an! Wie soll ich die 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, vergelten, was du an mir gethan? erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein wei- Wirst du nach Opfern schauen? Sie ses Herz, das seine Pflicht erkenn' und gelten nichts vor dir. Du forderft nur willig thue. Bertrauen, nur Liebe, Gott, von mir! 8. Daß ich als dein gehorsam Kind 3. Dir will ich mich ergeben; ich dir zu gefallen strebe, dir treu ergeben, freue mich in dir. Erfreuender als fromm gesinnt, in deinem Reiche lebe. Leben ist deine Güte mir. Sie führe 9. Daß ich, dem Nächsten beizusteh'n, mich auch heute auf deiner Weisheit nie Fleiß und Arbeit scheue; mich über Pfad. Du, Ewigweiser, leite mich Andrer Wohlergeh'n und ihre Tugend selbst nad) deinem Rath! freue. 4. Nur eins laß mich erfleben: ein 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit christlich frommes Herz, auf dich stets in deiner Furcht genieße, und meinen aufzusehen, in Freuden wie in Schmerz; Lauf mit Freudigkeit, wann du ge- laß mich am ersten trachten nach dem, beutst, beschließe. was dir gefällt; mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. 5. Laß mich dir fest vertrauen, das Gute frob gen HimEigne Melodie. 707. Mein Gott, nun ist es wie- met schauen, in deinem Willen ruh'n. der Morgen; die Nacht vollendet ih- Bereit, den Lauf zu schließen, bewährt ren Lauf. Nun wachen alle meine durch Glück und Noth, und lauter im Sorgen mit mir, o Bater, wieder auf! Gewissen; so finde mich der Tod! Die Rub' ist aus, der Schlaf ist hin, und ich seh' wieder, wo ich bin. Eigne Melodie. 2. bin immer auf der wo jeder Tag sein Elend hat; hier, 709. Wa Pach' auf, mein Herz, und wo ich täglich älter werde, reifer, der sich naht. D mich) beschüßt und nährt, doch deiner Liebe werth! zum Tode singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Gott, der Geber aller Güter, der Menschen wär' id) treuem Hüter. 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, stets gern zu thun, was dir gefällt! Es gebe mir nach deinem Wil ten, o weiser Herrscher aller Welt! Schließ' mich in deine Borsicht ein, dein will ich todt und lebend seyn! 2. Ja, Bater, voll Erbarmen bez schüßtest du mich Armen! Schlaf', sorachst du, ohne Grauen! Du solist die Sonne schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch seben! Du aibst, daß ich auf's Neue mich) meines Lebens freue. 4. Steig' auf, mein Dank, zum Throne! dem Bater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sey Ehre, Aubetung, Preis und Ebre! 5. Bernimm, o Gott, mein Flehen! Du kannst, in's Inn're sehen; dit, Zärtlichster der Bäter, erhörst den frommen Beter! 6.Dein Werkwoll'st du vollenden, mir deine Hülfe senden, und mich zu gutent Werken durch deine Gnade stärken. 6. Behüte Seele, Leib und Leben, 7. In allen meinen Thaten woll'st du 4. Bergib mir, Bater, alle Sünden! Bergib, was ich nicht recht gethan. Dlaß mid) Gnade vor dir finden; nimm mich durch Jesum wieder an! In seinem Namen fleb' ich dich; er litt und starb ja aud) für mich. 5. Hilf du in allen Sachen rathen; ich bin mir selber nicht genug. Be büte mich vor Missethaten, vor böser Menschen ist und Trug. Erhalte mich auf ebner Bahn, und, was ich thu', fen wohlgethan. In besondern Zeiten und Lagen. mir selber rathen, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten. 8. Auf allen meinen Segen begleite mich dein Segen; dein Wort sey meine Speise auf meiner Pilgerreise. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 710. Wann ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, auf: ersteh', und, von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh': o dann wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Zauf! Träume find des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 267 Sie ist mein bestes Theil; mein Trost und meine Zuflucht bier, und dort mein volles Heil. 2. Hilf, daß feiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, jenem Rich tenden einst sage, er sey ganz von mir entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf: Dank dir, Herr! zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage. 3. Daß ich's ohne Zittern sebe, wann mein letter Tag erscheint, wann zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lind're dann des Todes Pein; laß mein End' ihm lehrreich seyn, daß ich ihn zum Himmel weise, und den Herrn des Todes preise. Mel. Du, Gott, bist über Alles zc. 711. 3u deinem Preis und Rubm erwacht, bring' ich dir Ruhm und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh' der Nacht mich zu erquicken weiß! 2. D Schöpfer, deine Gütigkeit ist alle Morgen neu! Du bist ein Bater, der erfreut, und groß ist deine Treu'. 3. Jetzt schenkst du mir zu meinem Heil von Neuem einen Tag. Gib, daß ich davon jeden Theil, mit Weisheit nüßen mag. 4. Die Zeit, in deiner Furcht voll bracht, bringt ewigen Gewinn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin! Morgenlied eines Leidenden. Mel. Mein Gott, nun ist es wies der ze. 712. Der morgen kommt, und meine Klage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen mir die Tage der Erdenpilgerschaft vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich um ringt; wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleb' ich unerhört um Stärs tung, die mein Herz begehrt. 3. Herr, eile doch, mir beizustehen; verlaß den schwachen Dulder nicht! Ach, neige zu mir, auf mein Fleben, dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, und bei dem Schmerz ein stilles, dir ergebnes Herz! 4. Noch ist das Schickiat mir vers borgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch lass ich dich, o Bater, fors gen: du kennst und willst mein wahres Bohl; und was dein Rath beschließt und thut, ist beilig, ist gerecht und gut! 5. Soll ich die Last noch länger tras gen, so halt' ich deiner Fügung still. In dir zufrieden, will ich sagen: Es gehe mir, wie Gott es will! Ich will auch unter Schmerz und Pein geduldig und voll Hoffnung seyn. 5. Gib, daß ich, fern von Müßiggang, in meinem Stande treu, und, wenn ich kann, mein Lebenlang bereit zu die nen sey. 6. Einst kommen doch der Rube Stunden; es rückt mein Ende doch herbei; dann ist das Leiden überwunden; ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorge, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glaus ben, geh' ich getroft der Leiden Pfad. Nichts soll mir diese Hoffnung rauben, auch dann nicht, wann der Tod Bielleicht noch heut' ersich nabt. scheint er mir. Wohl mir! ich leb und sterbe dır. 6. In Allem, was ich denk' und thu', sey dein Gebot vor mir; und, wann Me L. Ich halt' an meinem Gott zc. ich von Geschäften ruh', so sey mein 713. Nach einer schmerzensvollen Herz bei dir. 7. Was du mir zum Bergnügen gibst, vermehr' in mir die Luft, gan; dein zu seyn, der du mich liebst, mir so viel Gutes thust. Nacht seh' ich den Morgen wieder. Der über alles Leben wacht, fah' auch auf mich hernieder. In großer Angst verlieb er mir nicht Lind'rung nur, er schenkte mir auch) Trost und Seelens stärke. 8. Wann Sorg' und Kummer mich befällt, so laß auf dich mich schau'n, und deiner Borsicht, Herr der Welt, mit frobem Muthe trau'n! 2. So trag' ich willig jeden Schmerz und meiner Krankheit Plage. Zu 9. An deiner Gnade g'nüge mir!( dir erhebet sich mein Herz, auch an 268 In besondern Zeiten und Lagen. dem bösen Tage. Durch Leiden ziehst Troft und fromme Zuversicht, und du mich zu dir, und bleibst, mein Ba- linderst ihre Somerzen. Dir, Ewi ter, ewig mir der Fels, auf den ich baue. ger, empfehl ich sie; wenn Alles stirbt, Herr, du stirbst nie, du bleibst der Waisen Bater! 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Du bist es, der mir Ruhe gibt, wann Kinder, Freunde tief betrübt an meinem Lager trauern. 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; wär' ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden; so gib mir, Bater, 4. Auch sie verläßt du, Bater, nicht; deine Kraft, die Muth in jedem Leiden du stärkst die bangen Herzen, gibst schafft, und frohe Hoffnung wirket! Abendlieder. Mel. Wenn wir in höchsten Nö- 13. Hab' ich in dem Beruf, den er then 2c. mir angewiesen, durch Eifer und durch 714. Ugh, Gott, wie unbemerkt mir und der Welt genügt, und was meinen ich that, gethan, weil es der Herr ge= bot, nicht, weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eis gen Herz regieret? Hat mich im Stilverfließt die Zeit, die mir geliehen ist; fie rauscht vorbei, schnell wie ein Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach)! 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit; ich len oft ein Blick auf Gott gerühret? sey alsdann auch, was ich sey, ein Erfreut' ich mich des Herrn, der unSünder, oder Gott getreu. ser Flet'n bemerkt? und hab' ich im Bertrau'n auf ibn mein Herz gestärkt? 3. Da wall' ich hin, da wartet mein das Anschau'n Gottes, oder Pein; ach Gott, mein Heil und mein Vertrau'n, Laß selig mich dein Antlig schau'n! 4. Duschenkst den Müden sanfteRuh', und, wann wir schlummern, wacheft du; doch wie viel Seelen wallen nicht im Schlummer hin vor dein Gericht! 5. Wir sind nur wie ein Traum vor dir; wie Gras, so blüh'n und welken wir. Bald forderst du uns vor Gericht; vor dir besteht der Sünder nicht. 6. Berzeihe denn nach deiner Huld aud) mir, Erbarmer, meine Schuld; schenk' mir an Jesu Chrifto Theil, und deine Gnade sey mein Heil! 7. Gib mir ein reines, frommes Hers, lenk' meine Wünsche himmelwärts; so leb' und sterb' ich dir allein, im Leben dein, im Tode dein. 8. Jch fürchte nichts, von dir bewacht, mein Gott, auch nicht des Grabes Nacht! Im Todesthale beb' ich nicht; denn du bist meine Zuversicht! Mel. OGott, du frommerGott zc. 5. Gedacht' ich im Genuß der Güter und der Freuden an ihren Geber froh? War ich im Glück bescheiden? Ertrug ich Müh' und Last und Unfall mit Geduld? Half ich in Noth? Bergab ich meinem Feind die Schuld? 6. Bie nütt' ich für mein Herz des 11mgangs füße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Bar mir der Febltritt leid, fo bald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu steh'n, auch willig und bereit? ich nichts verheble, ich fühle täglich 8. Gott, der du Alles weißt, du, dem noch die Schwachheit meiner Seele! Bergib dem Reuigen die oft verlegte Vflicht; vergib und geb', o Herr, mit mir nicht in's Gericht! 715. De er Tag ist wieder hin; und 9. Ja, du verzeiheft dem, den feine diesen Theil des Lebens, wie hab' ich) Sünden kränken; und wirst, Barmihn verlebt? Entfloh er mir verge- berziger, nicht meiner Schuld gedenbens? Hab' ich mit allem Ernst dem ken! Auch wann ich schlafe, wacht Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht dein Auge über mir; leb' ich, so leb nur mir, nicht meiner Pflicht, gelebt? ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen, mit Dank und Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. mit eifrigem Berlangen, als ein Geschöpf von Gott der Jugend 716. Die Sonne sinket nieder; die mich zu weity'n, fromm, züchtig und stille Nacht kommt wieder, und mit ihr gerecht, und Gottes Freund zu seyn?! Schlaf und Ruh'. Sie bringt uns neue In besondern Zeiten und Lagen. 269 Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte, 4. Kann mich hier sein Name trüs und drückt die müden Augen zu. gen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ibn mit Flammenzügen; und sein Name heißt: Ich bin! Ja, du bist, den Gott wir nennen, der des Weltalls Schöpfer ist! Setiakeit ist's, dich zu kennen, der du Aller Bater bist. 5. Deiner Werke Offenbarung liegt mir aufgeschlagen da; und im Lande 3. Bon ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich babe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter; der Erfahrung fand ich dich mir imer ist mein treuer Hüter, der, wann ich schlummre, für mich) wacht. mer nah'. Du, der wölbte diesen Boz gen, und der Sterne Laft bewegt, bast den Puls auch aufgezogen, der in mei= nem Herzen schlägt; 4. Er läßt es finster werden, und büüt den Kreis der Erden in tiefe Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt Gott mit Segens- Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 6. Haft den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt; diesen Geift, der in das Leben aufstrebt aus 5. Aus unermess'ner Ferne führt er der Sinnenwelt; in das Leben, wo das Heer der Sterne am Firmament er freier, näber schaut dich, Welten: herauf; sie leuchten ihm zur Eyre, geist; dich), bei seiner heil'gen Feier, hoch über Erd' und Meere, und seine frei von Staub der Erde, preist. Hand lenkt ihren Lauf. 7. D dieß Sebnen, o dieß Streben, dieser hohe Lebenssinn, bürgt mir ein unendlich Leven, führt mich zur Bollendung bin! Nein, dein Kind wird nicht versinken in des Grabes Dunkelbeit; dem die lichten Welten winken in der Unermeßlichkeit.. 2. Noch wach' ich), und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir getban; mit kindlichem Gemüthe lob fing' ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 6. Groß, wann der Morgen grauet; groß, wann der Abend thauet; groß in der stillen Nacht; im Sonnenschein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß seigst du, Bater, deine Macht! 7. Boll Majestät und Stärke steb'n lauter underwerke, in deiner Schö pfung da. Sobald dit riefft: Es wer de! so stand auch Meer und Erde mit allen Himmeln herrlich da. 8. Du, Mächtigster und Größter! Du Gnädigster und Bester! Du sorgeft auch für mich. Ja, Bater, ich empfehle dir freudig Leib und Seele; du bist mein Gott; ich trau' auf dich! mir neue Kräfte geben, so schlaf ich 9. Soll jetzt der Schlaf zum Leben fröhlich ein; soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, und auch mein Gott im Tode seyn. 718. Gott der Tage, Gott der Mel. Jesu, der du meineSeele zc. Nächte! unsre Seele barret dein, bält sich nur an deine Rechte, nie kannst du uns ferne seyn; auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, und sich aus dem Lärm der Eigne Melodie. 717. Einfam bin ich; tiefe Stille Welt einsam bei dir eingeſtellt. herrscht um mich in der Natur. Unter 2. Bater, viele Menschen weinen, einer dunklen Hülle liegt der Farben viele Kranken schmachten nun: aber schmuck der Flur. Alles rubt, sich zu du verlässfest feinen, heißest wachen, erquicken; mich hält wach die stille beißest rub'n: trockneft viele tausend Beit; aufgethan vor meinen Blicken Thränen, und erfüllst das beiße Sehhat sich die itnendlichkeit. nen Aller, die zu deinen Höh'n hoffnungsvoll um Ruhe fleb'n! 8. Ist mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o daun leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan! Ich steig' auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! beil'ge Schauer faffen mich! Wie viel 3. Bater! sende Muth den Schwatausend Welten drehen hier um ihre chen, Licht in jedes dunkle Herz. AlSonnen sich! Und wo sind des Rau- len, die bekümmert wachen, lindre du mes Grenzen, wo sich keine Welt mehr den heißen Schmerz. Laß die Witt: dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen, wen, laß die Waisen deine Lieb' und und kein Lebensodem weht? Treue preisen! Gönne Kranken sanfte 3. Wie viel Millionen Leben freuen Rub'; Sterbenden sprich Tröftung zu! fich in jeder Welt, freuen sich, den zu 4. D du treuer Menschenhüter! erheben, der sie schuf und sie erbält! Nacht ist vor dir wie der Tag. AllUnd wer ist's, der ftets sie alle liebend, fegnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle in's Unendliche gebaut? gewaltiger Gebieter! du verwandelft Schmerz und Plag' unverbofft in Dank und Freuden. Ach! laß Alle, die jest 270 In besondern Zeiten und Lagen. leiden, bald erlöst aus ihrer Pein, dei- mit Sündenschuld beladen, fleh' ich: ner Baterhuld sid) fren'n. ach, vergib die Schuld! Deine große 5. Bater! dieser Nam' erweitert Batertreu' werd' auch diesen Abend jede Brust voll Angst und Schmerz. neu. Hilf mir, künftig deinen Willen Wie der Mond die Nacht erheitert, immer freudiger erfüllen! kommt die Ruh' in jedes Herz, das nach) deinem Troste weinet, eh' die Sonne wieder scheinet. D, wie oft verwandelst du bangen Schmerz in süße Rub'! 4. Heilig werde mein Gemüthe, daß mein Schlaf nicht fündlich sey! Steh' mit deiner großen Güte auch in dieser Nacht mir bei! Nimm dich unser Aller an! Wehre dem, was schaden kann, daß ich morgen mit den Meinen keinen Unfall darf beweinen. 6. Jesus Christus! manche Nächte haft du für uns durchgewacht, und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh' gebracht. Tröster! du willst deinen Kindern auch durch Schlaf den Kummer lindern: wachen, oder schlummern sie, weichst du dod) von ihnen nie. 5. Laß mich dir zum Preis erwachen, dir mein Herz geweihet seyn, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe kann erfreu'n. Doch, bestimmt dein Rath, o Gott, mir noch heute meinen so Ende wel. Was ist's, daß ich mich 2c. Eod, o jo nimm an meiner 719. Herr, der du mir das Leben Mel. Nun sich derTag geendet zc. bis diesen bet' ich Findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe. Wie viel haft du an mir gethan! 721. So flieben unsre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, cilt wieder zu uns her. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gabft mir Kraft und Stärke, Gedeih'n zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Rub' der Seelen, treu heiligen Befehlen durch's ganze Leben geh'n! Auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens seh'n! 3. Dir übergeb' ich voll Bertrau'n mich auch in dieser Nacht; und wofür sollte mir dann grau'n? mich schüßt ia deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, mein Herr und Gott, so fürcht ich nichts in der Natur, und scheue nicht den Tod! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nabe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld ent: laden, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Tbeil.. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Rene fühl' ich sie; doch es verstößt 5. Beschirmt von deinem Segen, eiria deine Huld den Reuevollen nie. 6. Jch eit im Glauben zu dir hin, ich der Rub' entgegen, wofür mein und weiß, wie sicher ich im Schatten Herz dich preist. Mein Leben und deiner Flügel bin; duwachest über mich). mein Ende ist dein; in deine Hände empfehl' ich, Bater, meinen Geist! 7. Flicht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sey mein Gedanke! Weihe dir mein Herz zum Tempel ein! Mel. Werde munter, mein Ge. müthe zc. 720. Herr, es ist von meinem Le ben wiederum ein Tag dahin! Könnt ich mir doch Zeugnis geben, daß ich ihn nach deinem Sinn recht und nüz lich zugebracht, und zur Freude mir's gemacht, die mir anbefohl'nen Pflichten treu und emsig zu verrichten! Mel. O Ewigkeit, du Donners 2. Aber fann ich dir, dem Zeugen dessen, was ich denk' und thu', meine Fehler wort 2c. de fabest du; Gott, wie oft verging 722. So hab' ich, Gott, durch deine ich mich nicht auch heute wider dich! 23er kann merken, wer kann zählen, Heiliger! wie oft wir fehlen? Macht nun wieder einen Tag voll bracht; sey boch dafür gepriesen! Mit froher Rührung dank' ich dir 3. Aber, o du Gott der Gnaden, für alle Wohithat, die du mir so uns habe body mit mir Geduld! schwer verdient erwiesen. D laß mich ferner 2. Herr, du nur bleibeft, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht! die Finsternis, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 8. Ist dieß vielleicht die letzte Nachtin so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod! Du, mein Era retter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth! In besondern Zeiten und Lagen. 271 mit Bertrau'n auf dich und deine Lei- fund deine Baterhand hat mir viel Gu tung schau'n! tes zugetheilt, viel Böses abgewandt. 2. Auch des verfloffnen Tages Schuld 4., Du sahest auf mich, wann ich verzeibe mir nach deiner Huld, und litt, und nahmst dich meiner an, und fördre mein Bestreben, in deiner Fü- so ift nun ein neuer Schritt zur Ewig= gung still zu ruh'n, und deinen Willen feit gethan. gern zu thun, nicht mir, nur dir zu leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, geb' ich in deine Hände hin! 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' du auch in dieser Nacht Erquickung mir, dem Müden. Beschir met deine Rechte mich; hab' ich zum Schuße, Höchfter, dich: so schlafe ich im Frieden; erwache froh; und dir geweiht sey dann die neue Lebenszeit! Mel. Gott des Himmels und ze. 723. Stiller Friede sinket nieder, wann die Nacht die Erd' umfaßt. Friede stärk' auch meine Glieder, müde von des Tages Last! Auch mein Geist sehnt sich nach Ruh'; drücke mir die Mel. Befiehl du deine Wege zc. Augen zu! Bann ich fie geschlossen habe, 725. Willkommen, Abendstille, willbin ich halb entrückt der Welt; liege, wie in meinem Grabe einst der To desschlaf mich hält. Ohne Sinne, Kraft und Licht leb' ich noch und weiß es nicht. 5. Gott, wie ist deiner Huld so viel! Du machst die Prüfung leicht. Die Tage flieh'n, bald ist mein Ziel der Pilgrimschaft erreicht. 6. Doc) dir empfehl' ich meine Zeit; so lang es dir gefällt, du Bater der Barmherzigkeit, leb' ich auf dieser Welt! 7. Ich trau' auf dich, und zitt're nicht; fein unfall wird sich nah'n; denn du bist meine Zuversicht von meiner Jugend an. ich die Augen verend zu; denn du, mein Bater, bist um mich), und seg= nest meine Ruh'! kommen, Zeit der Ruh'! Es legte Gottes Wille heut' einen Tag mir zu. Er ist datin! verschwunden in die Bergangenheit; und näher viele Stunden bin ich der Ewigkeit. 3. Und so weit sich Nacht erstrecket, 2. Wohl mir, wenn feine Stunde fchläft die Sorge, schläft der Fleiß. in ihrem schnellen Flug dem Herzen Finsterniß und Ohnmacht decket einen eine Wunde qualvoller Rene schlug; halben Erdenkreis. Frevel nur und Wohl mir, wenn ich jetzt müde nach Kummer wacht hier und da noch in guten Thaten rus'! des Gewissens Friede, wie himmlisch lohneft du! 3. Es bring' dem großen Ziele mich näher jeder Tag! Mit Ruh' und Dankgefühle seh' ich dann jedem nach. Zum Himmel reif zu werden, dient Freude mir und Noth; mich Wanderer auf heim der Tod. Mel. Du, Gott, bist über Alles zc. 724. W Per unter deinem Schirme ruht, o Gott, der ewig wacht, der troßt mit unerschrocknem muth dem Grauen dunkler Nacht! 2. Aus öder, stiller Finsternis sing' ich dir, Herr, ein Lied! Mein Herz froblockt und ist gewiß, daß mich dein Auge fieht. 3. Der Tag ift schnell dahingeeilt, der Nacht. 4. Dennoch geht in tiefer Stille Gottes Schöpfung ihren Lauf. ueber dieser Todtenhülle thun sich weite Himmel auf; Sonn' an Sonne, Stern an Stern, eine neue Stadt des Herrn. 5. lind, wann von dem Sternenbeere Erden führt freundlich keiner mehr am Himmel glüht; wann die granenvolle Leere ew'ges Dunkel überzieht, find' ich an des Baters Brust ew'ges Licht und ew'ge Lust. Abendlied eines Leidenden. dieser Nacht und jener Nacht. Bleibt 726. Auch diesen Tag hab' ich voll6. Freudig geh ich ihr entgegen Mel. Nun sich der Tag geendet ic. Nur mir dochy des Baters Segen; schüßet mich doch Gottes Macht; und ein schö: nes Morgenroth weckt vom Schlaf mich und vom Tod. bracht mit aller seiner Noth. deiner Baterlieb' und macht verdank ich es, o Gott! 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Retter und mein Heil, so würd' in meiner Pilgrimschaft kein Trost mir je zu Theil! 3. Ach, obne dich), wie läge schwer auf mir des Lebens Noth; von Trost und aller Hoffnung leer wär' ohne dich der Tod. 4. Doch, welchen Troft fühlt mun mein Herz! Du bist und bleibst mein Gott! dein Wort versüßt mir jeden Schmerz und lindert jede Noth. 272 In besondern Zeiten und Lagen. 5. Frob kann ich mich dem Schlaff 6. D'rum weck uns aus der Sichers vertrau'n; auch schlafend bin ich dein. heit, daß, eingedenk der Sterblichkeit, Bor feinem Unfall soll mir grau'n; du wirst mein Helfer seyn. wir stets dem Tod entgegen seh'n, und iminer in Bereitschaft steh'n. 6. Und sollte, Bater, diese Nacht 7. 3ft einst die Zahl der Tage voll, des Leidens lette seyn; wohl mir! die Jeder hier durchleben soll, dann Dann ist mein Lauf vollbracht, dann führ' uns aus der Prüfungszeit zu ist dein Himmel mein! deiner froben Ewigkeit. Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 727. Ein Tag des Kummers und der Last ist überstanden! Herr, du bast dem Schwachen Kraft geschenket. Du, treuer Gott, haft selbst die Noth Mel. Wer nur den lieben Gottic. zu meinem Heil gelenket! 2) Cante, freudig dank ich dir 729. Die Woche gehet zwar zu o auch für die Leiden, die du mir, Bater, zugetheilet! Er kommt von dir, der Trost, der mir ein Herz voll Wunden beilet. Ende, doch Gottes Batertreue nicht: wobin ich meine Blicke wende, schwebt sie vor meinem Angesicht. Ich leb", o Gott, allein durch dich; du schüßtest und erhieltest mich! 2. Mein Dank soll auf zum Himmet steigen für deine große Gütigkeit! weint, Bon ihr kann diese Woche zeugen, wie meine ganze Lebenszeit: die Hand, die mir viel Gutes gab, hielt auch viel Böses von mir ab. 3. Doch, Bater, meine Seele bebet, wenn sie mit Scham zurücke denkt, wie übel ich vor dir gelebet, und dich durch Undank oft gekräuft! Ich sehe meine große Schuld: wie unwerth bin ich deiner Huld! 3. Leid' ich, so ist's auf dein Gebeiß; du gibst mich nicht dem Zufall Preis, der Bosheit nicht zum Raube. Wenn ohne Freund mein Kummer weiß ich), an wen ich glaube. 4. Du, Herr, bist meines Lebens Licht; mein Führer, darum graut mir nicht, durch Dunkelheit zu wallen. Laß mich in Noth, und einst im Tod in deine Hände fallen! 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! mehr, wie hier. Du ew'ges Licht, Schluß der Woche. Mel. Erhalt' uns, Herr, bei ze. 728. Unwiederbringlich schnell entflieh'n die Tage, die uns Gott verlieh'n. Die Woche kommt und eilt davon; vergangen ist auch diese schon. 2. Dank sey dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu'; denn deine Huld war täglich neu! 3. Wenn unser Herz von Schuld befreit, sich mancher guten That er= freut; wes war die Kraft? Wer gab Gedeih'n? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! 4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht; verzeit uns die verletzte Pflicht. Du siebst, Erbarmer, unsre Reu'; um Christi willen sprich) uns frei. 5. Wir eiten mit dem Strom der Zeit stets näver hin zur Ewigkeit. Du haft die Stunden uns gezählt, die legte weislich uns verhehlt. 4. Wie unwerth bin ich deiner Treue! Ich fühl es tiefgebeugt vor dir! Berwirf, verwirf nicht meine Reue! Vergib um Jesu willen mir! Gott, der so viel an mir gethan, nimm mich zum Kinde wieder an. 5. Soll ich noch länger auf der Erde dein Pilgrim seyn, so steh' mir bei, daß meine Seele frömmer werde, mein Leben dir gebeiligt sey: laß, unver= führt vom Reiz der Welt, mich willig thun, was dir gefällt. 6. Nun leg' ich mich zur Ruhe nieder, und fürchte nichts: du bist bei mir! Weckt mich der neue Morgen wieder, dann dank' ich und lobsinge dir, daß du in grauenvoller Nacht für mich, dein schwaches Kind, gewacht. 7. Doch soll in meinem Pilgerleben dieß meine letzte Woche seyn: ich will, in deinen Rath ergeben, mich), Herr, auf jene Ruhe freu'n, die mein Erlös ser, als er starb, in seinem Reiche mir erwarb! Jahres In besondern Zeiten und Lagen. Jahrszeiten. Frühling. Mel. Es ist ein Gott! Vers stumme 2c. auf allen Fluren, in allen deinen Creas turen erblick ich), Welterhalter, dich! 2. Das Rauschen in belaubten Bäus men ruft: freudig müßt ihr Gott erDie in zu 730. Lob sev Gott, der den Früh- verträumen, ist Gottes Welt zu reich, zu schön! Mir sagt, beglänzt vom Morgenstrahte, der Felder Reichthum in dem Thale: wie fegnet unser Gott so gern! Mir fagt das Wogen seiner Flus tben: Gott ist der Urquell alles Guten! Die Bäche murmeln: lobt den Herrn! ling schafft; Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis sey ihm, Ehre, Stärk' und Kraft, der, was er sd) uf, beglüt det! Der Herr erschafft, der Herr erhält, er liebt und segnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder; es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu vernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, der Bogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlik ist verjüngt, erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freu: digem Getümmel; mit Freundlichkeit schaut er herab, der allen Wesen Leben gab, auf seiner Hände Werke 4. Lobsinget ihm, er ist uns nah'; fingt alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere. Ich preise dich, ich singe dir denn wo ich bin, bist du bei mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade! 5. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du macheft Hagel, Thau und Wind, die, Höchster, deine Boten sind, zu Quellen deines Segens! 6. Selbst wann, vom Donnersturm bedräut, erschrock'ne Länder zittern, strömt Segen, Heil und Fruchtbarkeit aus Nacht und ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Welten schweigen. 7. Bon dir kommt, was uns hier er: freut, du Brunnquell aller Gaben; dort wirst du uns mit Geligkeit in reichen Strömen laben! Wohl, wohl den Men schen, die schon bier sich dir ergeben, und einst dir in Chrifto freudig sterben! 273 3. Wie beugen sich der Saaten Spie Ben! Wie schwellen sie von Segen an, das kaum der Halm die ehre stüßen, die reiche Last kaum tragen kann! Der kühlen Düfte Lieblichkeiten, die Wälder um sich her verbreiten, haft du, o Gott, für mich gemacht! Gott! groß an Weisheit, Huld und Stärke, wie viel, wie groß sind deine Werke, wie milde hast du mich bedacht! 4. Wie haft du, Gott der Macht und Güte, so liebevoll an uns gedacht! Schön war des Frühlings junge Blüthe; reich ist des Sommers ernste Pracht! Zum vollen, fröhlichen Ges nusse empfängt von deinem Ueberflusſe, o Gott, was lebet, Speis und Trank. Gebirge geben, Thäter geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle jauchzen froh dir Dank! 5. Weit um mich her ist Alles Freude. D freu' auch, meine Seele, did), in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich) segnet er auch mich! Laß dess sen Lob umber erschalten, der dir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre: Dir, Gott, sey Preis, dir Dank und Ehre, der du der Ewiggute bist! Herbst. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt zc. 732. Neif ist nunmehr der Felder Saat; vom Herrn der Zeit gerufen, nabt der Herbst mit seiner Fülle fich, und öffnet sie uns mildiglich. 2. Der früchtevolle Garten prangt mit seinen Gaben, und verlangt von seiner Last befreit zu seyn, um Gottes S D m m e r. Eigne Melodie. 731. Weit um mich her ist Alles Kinder zu erfreu'n. Freude, verschönt ist, Schöpfer, deine Welt; es prangt in seinem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld. 23ie beilig ist mir jede Stätte! 2obin ich seh', wohin ich trete, erblick ich dich, o Schöpfer, dich; wohin ich seh' 3. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhalt von Berg zu Berg; denn Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 4. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! 18 274 In besondern Zeiten und Lagen. Der Jingling und der Mann, der 4. So wird auch unser Leib ermita Breis, sey fröhlich, Gott zum Ruhm den; und ruhen in des Grabes Nacht. und Preis. Sanft wird er schlummern da in Fries den, von dem, der nimmer schläft, bes wacht. Daß unser Staub geläutert 5. Auch wann ich alt bin, sorgt für mich mein Herr und Gott noch väter tich; er, der, auch wann mein Herbst werde, finkt er zur Aussaat in die fidy nabt, für mich noch viele Freuden bat. 6. Frob kann ich sterben, wenn ich nur, wie seine segnende Natur, auch Segen gab, und er die Frucht, die er verlangt, umſonst nicht sucht. Erde. Gott fordert ihr ihn wieder ab. Sein ew'ger Frühlingstag wird kommen, und dann verlassen seine Frommen, voll neuer Lebenskraft, das Grab. 5. D Tag des Lebens, Tag der 7. Auch die Natur verblüht und Wonne, wie sehnet sich mein Geist ftirbt, nur daß ihr Same nicht verdirbt, nach dir! O du, der Auferstehung und schöner auflebt, wann ihr Freund, Sonne, wann wirst du aufgeh'n über der Frühling, wiederum erscheint. mir! Zum Leben führt mich Gott durch Sterben! des Keimes Hülle muß verderben, soll er entwickeln sich und blüh'n. Der Chrift kann seinen Tod nicht scheuen; der Christ muß sich des Todes freuen: ein ew'ges Leben folgt auf ihn. 8. So blüh' und reif' ich in der Zeit zu größerer Bollkommenbeit: still Feimt der Tugend Saat hervor, und reift zur reichen Ernt' empor. Winter. Eigne Melodie. Saatzeit. 733. Gott winkt: so stürzen Re- Mel. Sey Lob und Ehr' dem zc. gengüsse die Felder dinger Sturm, die ausgetret'nen 734. Es bauet, Gott, auf dein Gez Flüfe, die trüben Nebel preisen ihn. Die Sonn' in ibrer weit'sten Ferne am kurzen Tage, Mond und Sterne in langer heller internacht; die wit den, ungestümen Meere verkündigen des Schöpfers Ehre, lobsingen seiner Güt' und macht. Landmann baut umsonst das Land, wenn deine milde Baterhand nicht seine Arbeit segnet. 2. Dieß Wort traf, Herr, noch im2. Er rief der Sonne: Kehre wie: mer ein. Gib ferner deinen Segen, der auf deiner weiten Bahn zurück! daß Saat und Pflanzen wohl gedeih'n; Sie ging, sant täglich früher nieder, gib Sonnenschein und Regen! Der und immer matter ward ihr Blick. Er rief den Winden: stürmt! fie fubren gewaltsam ber; bedeck' die Flu ren! rief er den Schnee; er deckte sie; 3. So fröne denn mit Fruchtbars gerinnt, ihr Ströme! sie gerannen; keit das Land nach deiner Güte; und ibr Meere, wüthet! da begannen sie, wenn die Aussaat dann gedeiht, Allihren Kampf, da brausten sie. vater, so verhüte, daß weder Frost 3. Bon ihrer Arbeit rubt die Erde, noch) Sonnengluth, noch Hagelsturm sie schläft, von Gottes Hand bedeckt, und Regenfluth ihr zum Berderben daß ihre Kraft erneuert werde, bis werde! fie der Frühling wieder weckt. Ber= 4. Du, Gott, bist unsre Zuversicht! traut hat in des Schöpfers Namen Gern lassen wir dich walten. Du der Landmann ihr den späten Samen; siehst, woran es uns gebricht, kannst der Schöpfer wacht auch über ihn. mächtig uns erhalten. Ja, Herr, du Todt liegt er da; ihm wird das Leben wirst zu deinem Ruhm, für uns, dein der Sonne Rückkehr wieder geben, Werk und Eigenthum, forthin auch und reich an Hoffnung soll er blüh'n. gnädig sorgen! Witterung. Gewitter. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. 735. Der beiß, der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Bersprechen trauen fie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebeft, effen. er hohe Himmel dunkelt fich, ein Wetter Gottes dräu't; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiz ner Herrlichkeit! 2. Du zürneft, wann du donnerst, nicht, du bist der Menschen Freund, In besondern Zeiten und Lagen. 275 Nicht blaffer sey mein Angesicht, wann athmen wir, von leicht'rer Luft ums uns dein Blig erscheint. geben, mehr Kraft und Leben. 3. Dem. Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du fürchterlich); dem aber, der dich Bater nennt, zeigst du als Bater dich. 4. Gut ist für uns der Sonne Strabl, gut für uns Tag und Nacht; gut ist auch deines Bliges Strahl, der Zeuge deiner Macht. 5. Du reinigft durch den Blitz die Luft, dein Regen kühlt die Saat, ein frischer, balsamvoller Duft stärkt, was geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Aengsten seyn, wann uns dein Wetter drobt! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb', o Gott! 6. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine Frommen, geprüft zu werden, oft in Trübsal kommen. Wir leiden, durch Geduld zu edlen Werken uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten zu mannigfaltigern und schönern Thaten. Sie werden, wenn die Trübfal sie bewähret, nur mehr ver: kläret. Mel. Herr, du regierst, daß Alles zc. Mel. Mein Jesu, dem die ic. 737. Mit reinem Glanz bestrahlt 736. Kommt, last uns Gott und Welt; in ihrem Licht strömt neue die Sonne nun wieder Gottes schöne feine Größ' erheben; vor ihm, und nicht vor seinem Donner beben, und nicht, denn er kann schrecken, und auch schüßen, vor seinen Blißen. Bonne auf Menschen, Thiere, Wald und Feld. Des Donners furchtbar rollend Droten hallt nicht mehr durch die schwüle Luft; Erquickung folgt 2. Sie können tödten, euch und eure dem fühlen Duft, und Angst und Heerden; Zerstörer seyn, und auch Sorge sind entflohen. wohlthätig werden; ihr aber sollt, 2. In der Natur ist Friedensfeier; wann sie die Welt erschüttern, nicht die Hügel stev'n in Höh'rer Pracht; heidnisch zittern. 3. Nicht wähnen, daß wir nur erneue Lebenskraft erwacht. Der Lands und Alles, Alles athmet freier, und beben sollen, wo Donner unter sei mann sieht durch milden Regen die nem Fustritt rollen; nicht, daß, wo Saat und Pflanzen satt getränkt; froh Blige flammen, dann zur Rache sein schlägt sein Her;; im Geiste denkt er Born erwache. 4. Sie zeugen, Gott, wie alle deine sich den nahen Erntesegen. 3. D Bater, laß uns dich erkennen Werke, von deiner Weisheit, deiner im Donner und im Sonnenschein; Huld und Stärke. Gleich herrlich ist dich frendig unsern Helfer nennen, im Sturm und in der Stille dein und deinem Ruf gehorsam seyn! Du Rath und Wille. auch durch Uebet uns beglückt, auf bleibst der Bater von uns Allen, der Alle huldvoll niederblickt! D las dir unser Lob gefallen! 5. Bon tiefer Ehrfurcht, Herr, vor dir, durchdrungen, seh'n wir in der Natur Erschütterungen auch Güte, die sie schmücket und belebet, selbst, wenn sie bebet. 8. So ftrahlt, wann Donner die Natur erschüttern, in größrer Schön heit fie nach Ungewittern, als schmückte fie nun eine neue Gonne mit neuer Woune! 10. So steigt, wann einst am größs ten aller Tage für Fromme nicht mehr seyn wird Leid und Klage, empor aus deines Weltgerichts Getümmel, ein neuer Himmel. II. Wir werden dann zu einem neuen Leben hervorgeh'n, werden dir entgegen schweben, in diesem neuen Himmel aufgenommen mit allen Frommen. 9. Berderbenschwang're Dünste flich'n, und Seuchen, die uns und unfern Heerden droh'n, entweichen; auch 12. Weil wir noch hier find, sey von uns erhoben; dann werden wir mit neuer Kraft dich loben; dir bringen, Herr, für alle deine Werke, Preis, Dant und Stärke! Durre. Mel. Gott des Himmels und zc. 738. Gott, von großer Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir, mit ge= ängstetem Gemüthe schauen wir em: por zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht; o verlaff, verlas uns nicht! 2. Bald dem todten, dürren Sande gleichet weit umber das Land; und, versengt vom Sonnenbrande, welkt die Frucht, die kraftvoll fraud. Schrecklich drobt uns ihr Berluft; Gorge füllet unfre Brust. 3. D erhalt uns deinen Segen, treuer, liebevoller Gott! gib uns eis nen milden Regen, und verkürze unsre 18% 276 In besondern Zeiten und Lagen. Noth. Gott, wir trauen es dir zu,| ken thürmten, und Regenwetter was uns gut ist, fügest du! stürmten. 4. Stärke du uns dieß Bertrauen: 3. Des Feldes Früchte sahen wir unser Wohl versäumst du nicht. Auf dem Verderben nahen. Was Thier dich), Gnadenvoller, bauen wir die fefte und Menschen nähret, schien durch die Zuversicht: du, der helfen will und Fluth verheeret. kann, nimmst dich unser gnädig an! Mel. O Gott, du frommerGott 2c. 739. Herr, allerhöchster Gott im 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Herzens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder; Himmel und auf Erden, dem Wolken, doch du erhobft sie wieder. D Herr Luft und Wind allzeit geborsam werder milden Sonne, du gibst uns neue den; was du befiehlst, geschieht: o laß wonne! auch unser Fleh'n durch dich, Allmächtiger, jetzt in Erfüllung geh'n! 6. Wir preisen deine Güte mit frötlichem Gemüthe; und unser ganzes 2. Wir bitten kindlich dich um dei- Leben sey kindlich dir ergeben! nen Batersegen: gib uns, o Bater, gib uns einen milden Regen! Staub ist jegt unser Land, erstorben ist die Flur; es schmachtet Feld und Thier, es tranert die Natur. Geburtstag. Eigne Melodie. 3. und jeßt unsre Felder! Dein Regen träufle 742. Dir dank' ich heute für mein fanft auf Anger, Gärten, Wälder! Leben; am Tage, da du mir's gegez Das, was bisher gelechst, erquicke, ben, dank' ich dir, Gott, dafür! Durch Herr, auf's Neu', daß jede Creatur freie Gnad' allein bewogen, hast du mich aus dem Nichts gezogen; durch dir freudig dankbar sey! deine Güte bin ich hier. 2. Du hast mich) wunderbar bereis tet; an deiner Rechten mich geleitet bis diesen Augenblick! Du gabst mir tausend frohe Tage, verwandeltest felbst meine Klage und meine Leiden. in mein Glück! 3. Sch bin der Treue zu geringe, mit der du, Herrscher aller Dinge, sters über mich gewacht! D Gott, damit mich Staub und Erde, von Ewigkeit du an her schon gedacht! 4. Du sahst und hörtest schon mein Sehnen, und zählteft alle meine Thränen, eh' ich bereitet war; und wogst, eh' ich zu seyn begonnte, eb' ich zu dir nod) rufen konnte, mir mein beschei den Theil schon dar. 5. Für alle Wunder deiner Treue, für Alles, dessen ich mich freue, lobs. singet dir mein Geift. Er selber ist dein größt' Geschenke; dein ist's, daß ich durch ihn dich denke, und dein, daß er dich heute preist. 4. Eraies' zugleich dein Wort gleich einem milden Regen, auf unser träges Herz mit tausendfachem Gegen! Der Fromme nur kann sich), Gott, deines Gegens fren'n; o laß uns Alle reich an wahrer Tugend seyn! Nässe. Mel. Mache dich mein Geifst 2c. 740. Sorg' und Klage füllt das Land; Gott, hör' unser Flehen! Soll der Segen deiner Hand uns verloren geben? Herr, wir schau'n voll Vertrau'n auf zu deinen Höhen; laß uns Hülfe sehen! VENT AS 01 2. Herr, du lenkst der Wolken Lauf, du gebeurst dem Regen! Sprich ein 26ort, so hört er auf, und uns bleibt dein Gegen. Steh' uns bei, und zerftreu', Herr, mit starker Rechte un fers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke! Auf dich schauen wir allein mit des Glaubens Blicke. Stets ist gut, was Gott thut. In den trübsten Tagen darf kein Herz verzagen. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 741. Ertönet, Freudenlieder, sie 7. Soll ich, o Gott, noch länger les ben, so wirst du, was mir gut ist, ges ben; du gibst's, ich hoff' auf dich! Dir, Gott, befehl ich Leib und Seele! 2. Uns drückten bange Sorgen an Der Herr, Herr, dem ich sie befehle, jedem neuen Morgen, so oft sich Wolder segne und behüte mich! scheint, fie strahlet wieder! Wir seh'n fie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. 6. Daß du mein Leben mir gefristet, mit Stärk' und Kraft mich ausgerüstet, dieß, Bater, dank' ich dir; daß du mich wunderbar geführet, mit deinem Geiste mich regieret, dieß Alles, Bater, dank' id) dir! In besondern Zeiten und Lagen. 277 Mel. Womit soll ich dich wohl zc.| wird leicht geblendet durch den Schein und sich in O 743. Schöpfer der erschaffnen mich mir ſelbst bekannt, und gib mir Heere, freudig rühm', ich deine Macht, Weisheit und Berstand, damit ich daß du mich auch dir zur Ehre haft meine Wege unsträflich gehen möge! an's Sicht der Welt gebracht! Sinne, 3. 3um Leichtsinn, der das Herz Leib und Seel' und Leben hat mir verführt, das Böse zu erwählen; zum deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, Ehrgeiz, der den Stol; gebiert, dieß nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! Merkmal schwacher Seelen; zur Trägs beit, die den Geist verzehrt, und jeden laß nie zu Trieb zum Lafter nährt;; diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 2. Wunderbar bin ich bereitet und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zu geführt. Für die treue Baterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sey dir ewig Dank und Lob von mir! 4. Wann mir auf meiner Jugend Bahn, mich in ihr Neg zu ziehen, Berführer sich voll Arglist nah'n, so laß mich weislich fliehen! Ihr Beis spiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und seiner Pflicht; ihr Spots ten und ihr Lachen soll nie mich) wane kend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz, und sey mein Trost im Alter! Erhalte mein Ges Wissen rein; laß keinen meiner Tage seyn, der nicht, zu deiner Ehre, ges weiht der Tugend wäre! 6. Aud) lebre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie verschwende; daß 5. Wann ich, Heiligster, mit Sünden ich mit weiser Thätigkeit zum Guten mein verführtes Herz befleckt, ließeft fie verwende. Gott, meiner Jugend du mich Gnade finden, Gnade, die Fleiß und Müh' sen nicht umsonst; zur Buße weckt. Mit unendlichem o segne sie! Laß auch durch) mich auf Erbarmen überströmtest du mich Ar- Erden dein Werk gefördert werden! men. Nimm, Barmherziger, dafür 7. Erhöre gnädig mein Gebet, du reinen Herzensdank von mir! Führer meiner Jugend; erhör' es! Meine Seele flebt um Weisheit und Mein ganzes Leben um Tugend. dank' ich dir. Nie weiche, Gott, dein Geist von mir, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 6. was bin id), Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und damit ich heilig werde, mich zu dir so treu: lich lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Laß mich fromm und chriftlich enden, Führe mich mit Batervänden zu den hohen Ziel hinauf! Mit des Him mels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserfornen jauchz' ich dort, o Höch: ster, dir ewig, ewig Dank dafür! 3. Weislich) bast du Ort und Zeiten für mein Dafeyn ausgewählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu wer: den, ie gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen, eb' ich weinte, sabst du sie! Liebreich) merktest du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh'; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Bater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! • Mel. Wie groß ist des Allm. zc. 745. Wohl dem, der feines Lebens Morgen ganz seinem Herrn und Schöpfer weiht, beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit! Er wird die wilde Luft der Jugend und jedes Lasters Reize flieh'n; sein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glüh'n. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher 2c. Sorgen voll Muth, 744. Ich trete vor dein Angesicht, und heiter wallt er der Tugend hohe du Schöpfer meiner Jugend: verwirf Bahn mit feftem Schritte immer weimein kindlich Flehen nicht um Weis- ter, und blickt getroft zu Gott hinan. heit und um Tugend. O nimm dich Auch wo Berführer ihn umgeben, bez meiner Schwachheit an, und wenn sich siegt er sie durch Wachsamkeit; ermüs mir Gefahren nah'n, so stebe mir zur det nie in seinem Streben nach. Uns Seite, damit mein Fuß nicht gleite! schuld und Bollkommenheit. 2. Mein Herz, von Lastern zwar 3. Wie freudenreich sind seine Tage! noch rein, doch jung und unerfahren, 2sie sanft entfließt ihm seine Zeit! 278 In besondern Zeiten und Lagen. Er fürchtet feiner Zukunft Plage, ihnser dir noch mehr gewährt, als je von reut nicht die Bergangenheit. Er ihm dein Herz begehrt. streut den Samen jeder Tugend, und 4. Erinn're dich der Gnadenstunden, freuet sich der Ernte schon; die schöne die der Allliebende dir gab: sind sie Blüthe seiner Jugend verheißet ihm in seinem Dienst verschwunden, so des Alters Lohn. fürchte nicht das nahe Grab. Dir bleibt von der verschwundnen Zeit dann noch Gewinn in Ewigkeit. Reifere Jahre. Eigne Melodie. 5. Doch sieh' auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zus rück, und lerne bes're Treue 746. Ich kam aus meiner Mutter und größ're Sorge für dein Glück: Schook, ein Sohn des Schmerzens, so sammelst du noch Weisheit ein, nackt und blos, mit Schwachheit an: selbst aus den Fehlern, die dich reu'n. gethan; ich kam in's ungekannte Land 6. Ermanne dich, dieß kurze Leben des Lebens, meinen neuen Stand trat dem weiseften Gebrauch zu weih'n; ich mit Weinen an. vom Schöpfer ward es dir gegeben, 2. Ich wußte nicht wober? wohin? bier guten Samen auszustreu'n, der noch schlummerte Gedank' und Sinn für die Ewigkeit dir reift, und dir unthätig, schwach und zart; der Blume, der Frenden Ernte häuft. die allmählig sich am Sonnenstrahi 7. Dann siehst du einst am Ziel der entfaltet, glich ich Blume böy'rer Art. Leiden zufrieden auf's Bergangne hin, 3. Die Blüthezeit ging schnell vor- und abneft fünft'ge Seligkeiten, die bei, der Kindheit süßes Einerlei, der nicht, wie hier, vorüberflieh'n; dort, Jugend Frühlingstraum. Ich wur- wo ein ew'ges Glück dir lacht, wenn zelte, bei Sonnenschein und Sturm, du das Gute treu vollbracht. in's Leben tiefer ein; die Blume ward ein Baum. Alter. 4. Einst Kind, nun Mann!- Wie fern, wie tief liegt mir die Bahn, die Du nab', du, den nie mein Auge fah, und doch ich durchlief, durchlief an wessen Hand? Mel. Ich ruf zu dir, Herr zc. 748. Sich, Seele, hinter dich zumein Herz empfand! rück, auf die durchlebten Jahre; doch 5. Du Unsichtbarer über mir, ich wirf auch vorwärts einen Blick; was kam von dir und geh' zu dir; du siehst du? Sarg und Bahre. Schon weißt es, wie und wann? Mein Le bin ich alt; wie bald, wie bald find ben welkt dahin wie Laub; du bist's, meine Lebensstunden hier verschwunder auch aus Todesstaub mich neu beden! Nach tuzem Aufenthalt werd' leben kann. ich nicht mehr gefunden. 6. Ich wandle freudig meinen Pfad; 2. Gott, was ich bin, bin ich durch der bis bieber geholfen hat, hilft wahr: dich; du bist voll Huld und Gnade! lich fernerhin! Dort werd' ich un- Mit Baterbänden frugst du mich auf verhüllt ihn schau'n; in diesem seligen jedem meiner Pfade. Wie dank' ich) Bertrau'n ift Sterben mein Gewinn! dir? Herr, du hast mir in meinem Mel. Von dir kommt jede gute 2c. ich dir dafür? Wie soll ich dich ers langen Leben viel gegeben! Was geb' 747. Shau' bin in die vergangheben? nen Zeiten, o Christ, und sammie Weisheit ein! fern von dem Dienst der Eitelkeiten, der Tugend aan; dein Herz zu weih'n. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück, 3ufriedenheit. 3. Du, meines Lebens Quell' und Kraft, mein Bater, sen gepriesen! du bast in meiner Pilgerschaft dich groß an mir bewiesen! Wie hast du mich stets väterlich), oft wunderbar geführet, wohl regieret! In jeder Noth bab ich dein Wohltbun, Herr, gespüret! 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit er dich so oft erquickt; doch dank' ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. In Allem, was er an dir thut, bleibt stets sein Rath doch weis und gut. 4. Durch dich) ist meiner Redlichkeit mandh gutes Werk gelungen; doch that ich auch nicht jederzeit nach deis nen Forderungen. Du, Gott der Huld, haft mit Geduld, auch in der Schwachheit Tagen, mich getragen! 3. Bergiß nicht, wie er dich beschüßte, Gedenke nicht der Schuld von meinen wann sich Gefahr zu dir genabt; die vielen Tagen! gab, was deiner Seele nüßte, so oft 5. Du, Herr, bist meine Zuversicht, ein frommes Fleh'n ihn bat; und wiel mein Schöpfer nud Erhalter! Ich In besondern Zeiten und Lagen. 279 boff auf dich; verlaf mich nicht, ver- mit deinem Heil und Segen, mit deis laff' mich nicht im Alter! Mein Haar nem Schutze mich! verbleicht, die Kraft entweicht; es neigen sich die Jahre hin zur Bahre. Mach) einst mein Ende leicht, wann ich von binnen fabre! 2. Ich bin in deinen Händen, deß darf mein Herz fich freu'n. Du kannst mir Hülfe senden, wo mir Gefahren drän'n. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht' ich keine Noth; du webrest allem Schaden, und sicherst vor dem Tod. 6. D Gott, erlöse mich! ich bin von langem Kampfe müde. Nimm meine Seele zu dir bin, bei dir ist Rub' und Friede. Schließ' meinen Lauf! froh hoff' ich d'rauf: ich werde aud) im Sterben nicht verderben; verklärt steh' ich einst auf, die Seligkeit zu erben. 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich) Glück und Gut dir, Bas ter, übergeben, und geh'n mit frobem Muth! Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und mein Berufsges schäfte, zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben, o Herr, empfohlen sevn! Nichts müsſe fie betrüben; dein Segen fie erfreu'n! wir uns wieder im Glück Kummervolles Alter. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 749. Gott vat in trüben Tagen und Wohlergeb'n, wie werden unſre mich väterlich getragen von meiner Lieder, Gott, deinen Ruhm erböy'n! Jugend auf. Ich sah auf rauhen Wegen des Höchsten Hand und Segen; er tenkte meinen Lebenslauf. 2. war doch wie der beitre Morgen aus dun: Feln Nächten bricht, so bab' ich stets erfahren: der Herr weiß zu bewah ren, und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschen Rath vergebens, so kam der Herr des Lebens, und half und machte Bahn. Ibn lass' ich thun und rathen! denn er thut große Tha: ten, und nimmt sich unser mächtig an 4." Bis zu des Alters Tagen will ich dich stärken, tragen, und dein Er: retter seyn:" dieß hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; des soll sich meine Schwachheit freu'n. 5. Er will auch schwachen Alten, was er versprochen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei ihm ist Troft und Friede; er steht in aller Noth mir bei. Mel. Der du dein Wort mir haft zc. 751. Dank dir, Erhalter meines Lebens! Du haft mich froh zurück. gebracht. Ich flebte nicht zu dir vers gebens; mich schüßte gnädig deine Macht. Dir, dir, o Herr, gebührt mein Dank; dich preise fröhlich mein Gesang! 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner Batergüte freu'n, mit ihnen mein Gebet vereinen, dir meines Dankes Opfer weih'n. Mein Thun gelang, o Gott, durch dich); du schüßteft, du beglückteft mich! 3. Sev ewiglich von mir gepriesen! Wie viel des Guten hast du mir auch iegt von Neuem, Gott, erwiesen! Mein schwaches Lob gefalle dir! Auch künf tig will ich dir vertrau'n, und stets auf deine Hülfe schau'n! Armuth. 6. Nach wen'gen bangen Stunden bab' ich ganz überwunden; ich bin dem meiner Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Leiden. D, welche Hohe Freuden er: 752. Du, Schöpfer, haft mein Loos warten meine Seele da! gewählet; dir unterwerf ich willig mich! Du kennst am besten, was mir fehlet, d'rum balt' ich weinend mich dem Streit. An meiner Laufbahn an dich. Schwer drückt der Armuth Ende sink ich in Jesu Hände, und er führt mich zur Seligkeit. 7. Ich barre froh und stille, bis Gottes Gnadenwille mich krönet nach vittre Noth, und Kummer ist mein täglich Brod. Reise. 2. Laß nur an dir mich nicht vers zagen, wann Alles wankt und Alles weicht; dann wird auch in den trüb: ften Tagen mir selbst die schwerste Bürde. Der größte Reichthum Mel. Beficht du deine Wege zc. 750. Beatücke meine Reife; Gott, dieſer Zeit ist doch zuletzt Bergängich vertraue dir! Sev gnädia, und lichkeit. beweise, wie treu du bist an mir! Auf 3. Oft seh' ich Reiche dieser Erde allen meinen Wegen begleite väterlich voll Sorg' und Unzufriedenheit; der 280 In besondern Zeiten und Lagen. Mächtige Fämpft mit Beschwerde, den 2. Berborgen mir, doch gütig ift Stolzen drückt die Eitelkeit. Sind sie dein Wille. Du bist mein Gott, und denn glücklicher, als ich? Und sorgt meine Seel' ist stille. Du führst ge= mein Gott nicht auch für mich? wiß mich auch auf rauhen Wegen 4. Ja, forge ferner! It's dein dem Heil entgegen! Wille, so mindre meine Dürftigkeit: 3. Wenn's nützlich mir, und wenn wo nicht, so hofft in frommer Stillejes meiner Ehre, Allwissender, gemäß mein Herz auf eine beff're Zeit. Auch gewesen wäre; du hättest lieber Glück kleiner Gaben mich) zu freu'n, laß mich mir zugewendet, als Noth gesendet! für wenig dankbar feyn! 4. Du fahst vielleicht, ich würd' in 5. Bei Müh' und Fleiß sich dir guten Tagen nicht mehr nach dir und ergeben, ein ewig's heil in Hoffnung deinen Rechten fragen: ich würde seh'n, dieß sey mein Glück im dunkeln stolz des Glücks mich überheben, und Leben, um freudig meinen Weg zu sündlich leben. geh'n. Dann wird gewiß der Mangel mir zur Segensfülle, Gott, bei dir! 5. Mein Herz vor Sünd' und Thor: heit zu bewahren, ist mir vielleicht dieß Unglück widerfahren. Auch Trübal läsfest du uns, Herr, begegnen, um uns zu segnen! viel des Guten ist mir nod) Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. 753. Nein, murren will ich nicht, geblieben, mein guter Name, Freunde, Gott, meine Zuversicht, daß ich nur die mich lieben, und, Dank sey dir! es ist wenig habe. Auch dieß ist deine Gabe. mein gut Gewissen mir nicht entriffen. Ich soll auch dafür danken; nicht im Bertrauen wanken. 7. Wie sollt' ich nicht auf deine standhaft dir vertrauen! Auch fünfs Güte schauen, nicht ruhig seyn, und dieß bleibt mein bestes Theil, die Quelle tig wirst du, was zu meinem Leben meiner Freude, auch wenn ich) Man2. Du bist mein Gott, mein Heit; gel leide. Ward mir nicht viel beschie: mir Noth ift, geben! den, ist doch mein Herz zufrieden. 3. So war's auch Jesu Christ. Er, der mein Borbild ist, wie arm war er hienieden! Jedoch in Gott zufrie: den hat er der Armuth Plagen mit stillem Muth ertragen. 8. Herr, segne du die Arbeit meiner mein Ende! Mit Allem, was du fügst Hände, und leite gnädig mich) bis an und mir beschieden, bin ich zufrieden! Krankheit. 4. Ihm, meinem Haupt und Herrn, stes zc. folg' ich, sein Jünger, gern. Ich wiú Mel. Herr Jesu Christ, du höchs nicht ängstlich sorgen, nicht für den andern Morgen mit Kummer mich be: 755. faffen; Gott wird mich nicht verlassen. Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide; s ist dein Wille, Herr, mein 5. Ja, Herr, ich trau' auf dich; du doch du bist Helfer in der Noth, und forgst gewiß für mich! So lang ich kehrst sie gern in Freude. Was ich hier sou leben, wirst du mir Alles gebedarf, ist dir bekannt; mein Leben ben, was ich in meiner Lage bedarf steht in deiner Hand; dein soll mein mit jedem Tage. 6. 3war drückt der Armuth Joch. Herz sich trösten! Doch soll ich länger noch mit ihrer 2. Boll Last mich plagen, so hilf mir sie er- 3 dir; tragen, daß dieser Laft Beschwerden mir nicht zum Fallstrick werden! 7. Schließt dieses Leben sich, so wird auf immer mich kein Mangel weiter drücken; mit freudigem Entzücken werd ich dann deiner Gaben, mein Gott, die Fülle haben! Hoffnung wend' ich mich ich bleibe dir ergeben. Herr, Sterben oder Leben! Bei dir allein wie du willst, so schick's mit mir, zum stebt meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig! 3. Berhüt' es, daß der Krankheit rein zu schwer mir Schwachen werde! Laß mir Erquickung angedeih'n, erleichtre die Beschwerde! Du, Bater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf, und erbarm dich meiner! Bei großem Verluste. Mel. O liebster Jesu, was 2c. 4. Erquicke, Gott, und stärke fie, die 754. Du haft es mir gegeben und ihnen ihre Treu' und Müh mit deiz genommen; Preis dir, o Herr! 3war nem besten Segen! Gib gegen fie ist mein Herz beklommen: doch mein mir Freundlichkeit, gib ihnen, Herr, Bertrau'n, mein Glaube foll nicht Gelassenheit, Geduld mit meiner wanken; ich will dir danken! Schwäche! Sn besondern Zeiten und Lagen. 281 5. Soll tödtlich meine Krankheit| dir, mit weiser Baterbuld- ich trink feyn, und steht mein Grab schon offen; ihn still; du reichst ihn mir, du gibst so laß mich, Herr, von Sünden rein, mir auch Geduld! auf deinen Himmel hoffen! Des leßten bangen Kampfes Schmerz erleichtre mir, und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen. 6. So willst du neue Kräfte mir zu längerm Leben schenken; dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit aller Treu' und Redlichkeit der Tugend Wege wandle. 5. Ich weiß nicht meiner Tage Ziel; vielleicht ist es noch fern; doch laut spricht in mir ein Gefühl:" Dein Les ben weih' dem Herrn!" 6. Soll ich mich neu des Lebens freu'n, so will ich, Herr, es dir in guten, edlen Thaten weih'n; gib neue Kräfte mir! 7. Doch soll ich jetzt nach deinem Rath vollenden meinen Lauf, so nebme denn der dunkle Pfad in seine Nacht Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. mich) auf. 8. faffe 756. Nicht mehr, als meine Kräfte du, meine Zuversicht; fie leitet mich tragen, Barmherziger, legst du mir in's Baterland: ihr Lieben, weinet auf. Nicht immer wird der Schmerz nicht! mich) nagen; es folgt gewiß Erquickung d'rauf. Auf meinem Krankentager hier Lobsing' ich), o mein Bater, dir! Genesung. mel. Von Gott will ich nicht zc. 2. Weil mich die zu sebr zerstreute, rufft du mich in die Einfam: 758. Als in der Krankheit Schmerz keit; weil ich den Kampf zu ängstlich fcheute, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. zen die Seele fast versank, und nun aus vollem Herzen mein Fleb'n zum Himmel drang: da hörte Gott mein Fleh'n, da half mir seine Liebe. Nun foll voll frommer Triebe ihn Herz und mund erhöh'n. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich Leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Bergib, wenn eine Fluth von Zähren aus meinen matten Augen brach! D stärke du, voll Baterhuld, mein Herz zu Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh'; ich bring', o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf' ist schwach und klein: doch du, du wirst mein Helfer seyn! 5. Dein Wille mag allein entscheiben, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 757. Schwer drückt der Krank2. In meinen Nerven wühlt der Schmerz; wer kann mir Helfer seyn? wer Tröster für das kranke Herz? Du, du, o Gott, allein! 2. Herr über Tod und Leben, du meiner Väter Gott, wie soll ich dich erheben, mein Retter von dem Tod? Was ist des Menschen Dank? Wer hat dich g'nug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, der Engel Lobge= sang. 3. Ich weiß ja: Alles, was mich trifft, kommt, Herr, von deiner Hand; du saheft, Freude war mir Gift; du haft mir Schmerz gesandt! 4. Den bittern Kelch), gefüllt von 3. Und doch von dir zu schweigen, wär' eine Frevelthat. Ich will, ich will's bezeugen, wie Gott errettet vat. Hört's, Menschen: Gott nur kann uns von dem Tod erretten! D wenn wir ihn nicht hätten, wer hülf uns Armen dann? Bürde mich, Kraft und Muth, durch meine Adern wir 759. Mit welchem Dank, o Gott, det sich nur matt das träge Blut. 4. Ja, laßt uns ganz ihm leben, wir sind sein Eigenthum; und jedes Tags Bestreben sey seiner Gnade Ruhm! Ihm widmen unsre Zeit, vor seinen Augen wallen, ihm dienen, ihm gefallen, ist Ehr' und Seligkeit. Mel. Nun danket Alle Gott zc. soll dich mein Lied erheben! Nur deine Baterbuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich nah'; schon sah' ich für mein Leben, um meine Lagerstatt, Berwandte, Freunde, beven; allein ich bebte nicht, mich schreckte In besondern Zeiten und Lagen. 282 nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geift, sah ich getroft hinab. 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank' ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Leben selbst will ich dir Dank beweisen, durch fromme Thätigkeit stets deine Liebe preisen, und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weih'n, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu seyn! 2. Ach, ein mir theures Leben fukt hinab in Todesschmerz; wenn nicht dein Auge Rettung winkt: so bricht das kranke Herz! 3. Darf ich das Leben nicht erfleh'n, so nimm es bald zu dir! Doch kann ich es gerettet seh'n, If, und schenk' es mir! 4. Ach, wenn ich ihn( sie) verlieren muß, entheb' ihn( sie) sanft der Qual, und eines Engels heitrer Gruß wink ihm( ihr) in's Ruhethal! 5. Du selber schlangst der Liebe Band so innig um mein Herz; o reich' mir deine Baterhand im Hoffnungslosen Schmerz! Fürbitte für Abwesende. 6. Im Augenblicke, da ich mich ver lassen sehen soll; was wär' ich, Bater, ohne dich? Mein Herz ist glau= bensvoll. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. u, welchen keine Welt um760. Dut 7. Ich weiß, im größten Schmerz wirst du an meiner Seite steh'n; ich schließt, der du allgegenwärtig bist, mit höre dich, du rufft mir zu:" Es gibt allem deinen Segen; wo meine Lie- ein Wiederseh'n!" ben sind, auch da bist du, mein Gott, bift ihnen nah', auf allen ihren Wegen. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 2. Du selber von mir; da feufste laut mein Herz in mir, da 762. Ein Sterbender ringt, Bater, floßen meine Thränen. Doch schwand, hier mit bangen Todesschmerzen! Er Herr, meine Zuversicht zu dir, zu ihrem Bater, nicht; dir weint' ich meine Thränen. fleht, und mit ihm fleben wir: D sende ſeinem Herzen Muth in der letzten Todesnoth! Laß ihn in einem sanften Tod der Leiden Ende finden! 2. 3. Du, Herr, du bleibst ihr Freund und Gott, ihr Schuß, ibr Retter in der Noth, auf den sie sicher bauen! Gib ihnen auf der Pilgerschaft durch's Leben Klugheit, Muth und Kraft, und laß sie dir vertrauen! Mit Reu' im Herzen denket er an sonst begangne Sünden, und flehet: finden! Du hast fie ia dem zugesagt, Laß mich, Gütiger, bei dir Berzeihung der ernstlich sein Bergeb'n beklagt, und sich zu bessern strebet. 3. So schenk' ihm denn die Freudig: keit, daß er Vergebung habe, Bers dunkeln Pfad zum Grabe! Laß ihn trau'n und unerschrockenheit, bei'm auf Jesum Christum schau'n, der, dir ergeben, voll Bertrau'n, auch diesen - 4. Erleichtre ihres Lebens Müh', dein bester Segen komm' auf sie, daß fie uns nie betrüben! Gesegnet sey durch sie ihr Land, beschüße sie mit deiner Hand, sie Alle, die wir lieben 5. Bielleicht feh' ich ihr Angesicht nie wieder, und es soll uns nicht ein zweiter Abschied trüben. Bald kehren fie- o füßes Glück!- vielleicht in Weg einst wallte. meinen Arm zurück! Ift's hier nicht, deine Baterhände, und seufzt: Herr, 4. Nun übergibt er seinen Geist in ist's doch d'rüben. 6. D wie gedenk' ich dein so gern, wie dein Wort verheißt, gib mir ein du Tag des Lebens, Tag des Herrn! fel'ges Ende! Ich sehne mich daheim Wann wird dein Licht erscheinen! zu seyn, wo deiner Liebe ich mich freu'n, Tag, der aewiß mir wieder gibt, die ia, ewig freuen werde! ewig meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! gehrt, und ende feine Leiden! Zeig' 5. D gib ihm, was sein Herz bes ihm, wenn seine Angst sich mehrt, den Borschmack höy'rer Freuden! Und, wenn er nicht mehr sprechen kann, so nimm sein stöhnend Seufzen au ,. und laß ihn selig enden! Fürbitte für Sterbende. Mel. Nun sich der Tag geendetze. 761. Barmherziger, wie gern Mel. nimmst du des Mitleids Seufzen an! D gib auch mir, dem Schwachen, Ruh', 763. der nur noch) beten Fawn! Deine Schöpfung, Erd' und zc. Gott sen mit dir! Amen, In besondern Zeiten und Lagen. 283 Amen. Entschlaf in jenem großen die Welt zu eng mir scheint, wann Namen, den Erd' und Himmel tief mein Ang' in Nächten weint! verehrt. Deine Laufbahn hat ihr 9. Hör' auf meines Glückes TrümEnde; dein Schöpfer nimmt in seine mérn die verlaffnen Waisen wimHände die Seele, die ihm angehört. mern; forge du, daß sie gedeih'n, und Hör', o erlöster Geist, der bald am laß nie uns hülflos seyn! Thron' ihn preist: Jesus Christus hat 10. Gib, daß ich in frommer Stille dich versöhnt! Bon ihm gekrönt, em- jede Pflicht getroft erfülle, bis einft pfängst du nun des Glaubens Lohn. das zerris'ne Band wieder knüpft des Todes Hand! 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist dir der Tag nun aufgegangen des Lebens nach der Todesnacht! Sey gesegnet! Amen! Amen! Entschlaf' in Tod der Gattin. dich und hat's vollbracht. Er, er 765. Sie ftarb, ach, starb mir viel Jefu Chrifti Namen! Er starb für Mel. Wenn mein Stündlein zc. macht dich allein und ganz von Sünden rein. Und du fündigst nun bald zu früh, zu früh auch für die meinen, nicht mehr; der Brüder Heer, der die Alle wehmuthsvoll um sie mit mir, Engel Heer nimmt dich nun auf. den Bater, weinen. Gott, welches Leiden, welcher Schmerz! Mir blutet immer mehr das Herz bei meiner Kinder Thränen. 3. Nimm den letten Trost und Segen: du eilest zwar dem Grab ent gegen, doch zittre deine Seele nicht! Zwar wir gehen hin und säen dich irdisch aus, doch auferstehen sollst du mit ienes Tages Licht. Geb' ein, zu deiner Ruh'! Der Herr schließt nach dir zu. Auferstehen nach kurzer Rub' wirst, Todter, du, zum bessern Leben aufersteh'n! 2. Du weißt, was ich in ihr vers lor, um die so tief ich leide. Sie, die mein liebend Herz erfor, war meines Lebens Freude; vergalt mir liebreich iede Müh', und sorgte treulich spät und früh für mich und unsre Lieben. 3. Du gabst sie mir; wie dankt' ich dir für diese schöne Gabe! Sie ward dann immer theurer mir; nun ruht sie schon im Grabe. Stillsehnend blick ich um mich her, und, ach, ich finde sie nicht mehr, die Freundin meines Lebens! Lod des Gatten. Eigne Melodie. 764. Last mich weinen! Ach, sie 4. D du, des Rath mir heilig ift, haben meinen besten Freund begraben. blick tröstend auf mich nieder! Ich Er ging heim, ließ mich) zurück, und zerstöret ist mein Glück. 2. Er, der zärtlichste der Gatten, ruht schon in des Grabes Schatten; und die weite Welt umber ist für mich nun öd' und leer. weiß, daß du voll Liebe bist; und du nahmst mir sie wieder. Doch bleib' ich nicht getrennt von ihr; du nahmst sie früber nur zu dir, um früher ihr zu lohnen. 3. Wie so schön war mir das Leben, seit ich ihm mein Herz gegeben! Was war Mühe, Sorg' und Schmerz? Alles theilte ja sein Herz. 5. Ja, dort werd' ich sie wieder seb'n, in deinem bessern Leben! Als Engel wird aus deinen Höy'n sie mir entgegen schweben. Wie wird mir dann, o Bater, seyn, wann sie mich) durch verklärte Reih'n zu deinem Throne führet! 4. Froh und glücklich mich zu sehen, meine Freuden zu erhöhen, sorgt' er immer. Unsre Zeit war voll stiller Seligkeit. Tod der Kinder. 5. Nun zerstört vom Sturm der Leiden sind die Blüthen meiner Freu: Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. den, und voll Dornen ist der Pfad, 766. Bald müssen wir oft wiederden der Wittwe Fuß betrat. 6. Ach, ich rang, und rang verge geben, was Gott uns hier zur Freude hens um die Seele meines Lebens; gab. Oft fordert er aus diesem Leben du, o Gott, riefft sie von mir! Doch so früb schon unsre Kinder ab! Gott, ich hadre nicht mit dir. wie verwundet dieß das Herz! wie weint aus ihm der bittre Schmerz! 2. Doch, was hilft unser banges Sebnen? ruft es die Schlummernden zurück? Was helfen unsre heißen 8. Hilf, daß ich den Gram bezwinge, Ebränen? was hilft der schwermuthswann ich bang die Hände ringe, wann volle Blick? Berdoppeln wir nicht 7. Nein, auch bei des Kummers Zähren will ich deinen Rath verehren. Höre nur in deinen Höh'n der verlaff'nen Wittwe Fleb'n! In besondern Zeiten und Lagen. 284 unser Leid durch allzugroße Traurigfeit? 3. Sind denn die Todten zu beweinen, die sanft im stillen Grabe ruh'n, und deren Seelen zu den Seinen, um ihnen ewig wohlzuthun, nach feinem liebevollen Rath, schon Jesus aufgenommen hat? fair hoffen ja mit Freudentbränen für uns auch dieses Himmelsglück; du, und, die es fanden, ach, die seinen sich nicht in diese Welt zurück. Im Himmelsglanz vor Gott verklärt, sind fie nicht mehr bedauernswerth. 5. dieser Glaube gibt im Leiden uns Kraft, Trost und Zufriedenheit; verwandelt dann in stille Freuden durch Hoffnung unsre Traurigkeit, und überzeugt uns, was Gott thut, sey weise, väterlich) und gut. der seh'n, vor dir mit ihnen dankend steh'n, mich nicht mehr trostlos sebnen. Dann werd' ich stets bei ihnen ſeyn, und ewig mich) mit ihnen freu'n! Mel. Nun bringen wir den 2c. 708. So finke denn in's stille Grab, deines Gottes Saat, hinab! für eine bess're Welt bestimmt, die dich in ihre Pflege nimmt. 2. Dein Leben war ein kurzer Traum, du ahntest seine Freuden kaum; doch) auch, daß Leben Leiden hat, verbarg dir deines Gottes Rath. 3. Schon in des Lebens Morgenroth umarmte dich als Freund der Tod; der Mittag ist oft heiß und schwül, der Abend schauerlich und kühl. 6. Woblan! so geben wir, zufrieden 4. Du sanfest auf der Mutter Schook mit Gottes Rath, die dunkle Bahn, in sanftem Schlummer sorgentos; wir did), den( die) der Tod von uns ge- sinken, ach, erst schwer gedrückt, in's schieden, dich treffen wir dort wieder stille Grab, das uns erquickt! an; dort, wo einst Jesus, unser Hirt, die Seinen ewig segnen wird! 5. Du kanntest treue Liebe nicht; doch auch kein lächelnd Angesicht, das viel von beil'ger Liebe lügt, und tief verwundend dich betrügt. fie; doch meinen Wünschen noch zu früh. Es war, o Herr, dein Wille! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf' ich wider meinen Schmerz! Wo find ich), was ihn stille? Zwar für den Himmel reiften fie; doch mei: nen Wünschen noch zu früh). Mel. O Ewigkeit, du Donners wort zc. 767. Für deinen Himmel reiften in deinen Freudenhimmel ein. 6. Dein Herz war ohne Schuld und Reu'; dein Geist von Borurtheilen frei; so zogst du unentweiht und rein 7. Geborgen vor des Schicksals Dräu'n, bist du, wo wir einft werden seyn; all' unsre Sorgen, Kind, um dich, nahm eine höb're Macht auf sich. 8. Wo du nun lebst, da reifest du. Wo du nun wandelst, da ist Ruh'. Die Liebe hat sich ausgeweint, mit Engeln sieht sie dich vereint. 9. Bor des ertellten Auges Blick kehrt dein geliebtes Bild zurück. Du reichest uns die Palme zu, und rufft: kommt auch in's Land der Ruh'! 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Wie ist mein Herz so hoffnungsleer, so freudentos mein Leben! Ich fab voll Jugendkraft sie blüh'n, und hoffte, dir fie zit erzieh'n, dir, der sie mir ge: geben. Mein Alter sollten sie erfreu'n, und Troft mir noch im Tode seyn. Tod der Aeltern. 3. Herr, ich verehre dein Gebot! Doch darf ich meiner Kinder Tod mit heißem Schmerz beweinen. Vor dir, Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. voll Mitleid unsern Sammer fiebst, vor dir, Herr, 709. Ach, so soll denn Alles enden in des Sarges dunkelm Staub! Schen darf ich) weinen! Auch Aelternliebe stammt von dir; nicht zürnen kannst du, Bater, mir! felbst der Blick fich wenden von des Todes Moderraub! und es blieb im Schmerzgewübt nur das mabnende Gefühl: Was sich auch das Herz ers koren- ach), verloren ist verloren! 2. Nein, du bist uns nicht verloren, Theurer, den( Theure, die) der Sarg umschließt! Heil dir, dich hat, neugeboren, eine höh're Welt begrüßt! 5. Rufft du, o Bater, cinst auch Was du Wahres bier gedacht, was mich auch dann preif' ich mit Thrä- du Edles treu vollbracht, reift, in nen dich;- doch dann mit Freuden- ew'ger Wonne Segen, dort vergeltend thränen! Dann werd' ich meine Kindir entgegen. 4. Auch meine Thränen preisen dich. Sie sind die 3eugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und jetzt in rein'rer Heiligkeit und himmlischer Bollkommenheit vor deinem Throne übest. Bisber vertrautest du sie mir, Herr, meine Seufzer danken dir! In besondern Zeiten und Lagen. Dank für Lieb' und Andenken an Vollendete. nassen Auge Dank! 3. Dank dir! Trene, aus dem Dank für deines Beispiels Weihe; Eigne Melodie. aus Dank! D es leitet, licht und mild, durch das 771. O wie selig fend ihr doch, ihr Leben uns dein Bild; und der Erde schönste Habe ward dir- Liebe noch im Grabe. Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seyd entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leven immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beschieden. Nicht Schmerz und Leiden stört den Geist in seinen Him4. Daß du, Gott, ihn( sie) uns geschenket, deiner Güte Preis dafür! Der du ihn( sie) an's Ziel gelenket, Anbetung, Erbarmer, dir! Auch im dumpfen Grabgesang dir, o Jesu, frohen Dank! Unser barrt ja, was wir fleben, selig's, selig's Wiedersehen! Tod geliebter Freunde. metsfreuden. Eigne Melodie. 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen, ihr genießt schon, wornach wir uns sehnen; ihr bört und sehet, was 770. Ud, hier nicht mehr, ach fern des Menschen Geist hier nicht verz von mir bist du! Nichts seh' ich mehr von dir, o liebe, trene Seele! Ent flob'n aus meinen Armen weit, aus diesem Thal der Sterblichkeit entflot'n bist du, o Seele! 2. Der Freundschaft Labsal ist da: hin; dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Mir fehlt, mir fehlt die treue Hand am Weg in's bespre Baterland; mir fehlt des Lebens Freude. 3. Doch sey mein Schmerz auch noch mein Freund nun in Gottes Schoof; vor Gott will ich mich beugen. Seliger, genieß' dein Glück! Ich wünsche dich nicht mehr zurück; geduldig will ich schweigen. 285 4. Ja, stille will ich Gott vertrau'n, auf seine gute Führung schau'n, und geb'n auf seinen Wegen. Einst schwingt mein Geist sich auch empor; ich finde, was ich hier verlor; mein Freund fliegt mir entgegen! 5. Du, Seliger, wirst vor mir steh'n, did werd' ich fröhlich wieder seb'n! O freudenvolle Stunde! Ich fliege deinen Armen zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. 6. Da schau' und bet' ich an mit dir: Ein Herz und Seele, fingen wir vom Segen unsrer Leiden, und von des Glaubens großem Lohn. Schon dank' ich Gott, und fühle schon des Himmels vote Freuden! stehet. 5. D, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenalücks den Himz mel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Bater, ernstlich darz nach streben! Führ uns gnädig zu dem höhern Leben, wo deine Froms men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen! Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 772. Ruhen sie in Gottes Frieden, fie, die, bier begrüßet kaum frühe schon vinüber schieden, aus des Lebens Morgentraum; und die erst nach langer Qual aus der Erde dunkelm That mit zerrissnem Herzen schieden.. All', ihr Seelen, rubt im Frieden! nicht streb, 2. Die nach Irdischem ten, ew'ges Glück in Hoffnung sah'n, tren der ernsten Pflicht nur lebten, troß der dornenvollen Bahn; und, wie groß das Opfer war, freudig ihr es brachten dar; ungern d'rum vom Wirken schieden; ruhet, ruhet sanft, ihr Müden! 3. Die fich still nach Liebe sehnten, wie der Mensch dem Menschen gibt, einsam ihren Pfad bethränten; ach, verkannt und ungeliebt; und von de ren treuer Hand kaum Ein Herz den Druck verstand, die doch liebend, seg= nend schieden; ruht, ihr Dulder, ruht im Frieden! 4. Die nicht Glück, nicht Ruhe kanns 7. Gedanke der unsterblichkeit, er: ten, auf des Kampfes off'nem Feld, heit're jede Dunkelbeit, und stärk' mich, aber Muth und Stärke fandten in wann ich wanke; bèsiege jede Leiden: die tiefentschlafne Welt; die die Gei fchaft, erfülle mich mit Muth und sier aufgeweckt, nie durch MenschenKraft, du himmlischer Gedanke! furcht geschreckt; die noch waruend, 286 In besondern Zeiten und Lagen. mahnend schieben; rubt, ihr From. Der sterbende Christ. men, ruht im Frieden! 5. Alle Geister, die voll Klarheit, Mel. Ermuntre dich, mein schwas streitend für das Heiligthum, wurden cher 2c. nicht des Streitens Ruhm; die, auf ihrem 774. Got ott, öffne deinen Himmel Pfad im Licht, bin sich opferten der Pflicht, und als Sieger Gottes schie: den; ruht, ihr Kämpfer, ruht im Frieden! mir! Es nah'n die letzten Stunden. Bald steigt mein Geist empor zu dir, bald hab' ich überwunden. Bald tröz stet mich, nach Schmerz und Leid, des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. 6. Ruht auch ihr, o theure Seelen, die ihr meiner Tage Glück, bei des Lebens Drang und Quälen, trugt in eurer Liebe Blick! Dort noch, in des 2. Herr, meine Seel' empfehr ic Baters Reich, mit euch selig, dank' dir in deine Baterbände! Sey gnädig, ich's euch! Ach, daß ihr dahin ge- Gott, mein Bater, mir, und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, und will mit Ruh' und Freuden von dieser Erde scheiden! fchieden! Rubt in Gottes heil'gem Frieden! Mel. Befiehl du deine Wege zc. 773. Wir denken, Gott, der Lieben, Mel. Deine Schöpfung, Erd' und 2c. von Wir zurückgeblieben; sie find in Frieden 775. Still, o Seele, Gott erscheie nun. Sie hörten unsre Klage, fie theilten unser Leid; sie haben froher Tage sich oft mit uns gefreut. 2. D Gott, das ist vergangen! Was irdisch ist, vergeht; doch inniges Ber: langen nach ihrem Glück besteht. Gib ibuen Wohlergeben, in deiner bessern Welt; laß uns sie wiedersehen, wann unsre Hülle fällt! net! Mein Auge hat bald ausgeweinet; der Himmel öffnet sich vor mir. Gotz tes Engel steigen nieder! Bald werd' ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne steb'n, wie ibr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entfloh'n: doch ein höhers, Gott, wartet mein: unsterblich seyn soll ich, soll ewig dein mich freu'n! 3. Ihr Loos ist nun gefallen; du, Herr, verwirfft sie nicht! Wo nun die Lieben wallen, ist Friede, Recht und Licht. Wir wollen würdig handeln; nicht lang ist unsre Bahn: zu dir, o Bater, wandeln wir, ihnen gleich, hinan! 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter Frönt. Matt am schweren Pilgerstabe sehnt ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! Ich bin dem Ziele nah'; von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing' ich mich über Welt und Zeit. 4. Der Geist entflieht der Hülle, die fid) zum Grabe neigt, wann zu der Wonne Fülle er siegreich aufwärts steigt. Die Guten blicken nieder; wir feh'n im reinern Licht euch, die wir lieben, wieder, und trennen dann uns nicht! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich) zum Schauen: Dank dir! mir ist der Tod Gewinn. 2er, wer winkt mir 5. D stille, Herr, dieß Sehnen nach dort am Throne? Weß ist die hohe Unvergänglichkeit; so trocknen unsre Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne Thränen, so schwindet unser Leid! hin. Wie wird mir?- Wie entstellt Wir wollen dir auf Erden mit fefter Hoffnung trau'n, und reines Herzens werden, um ewig dich zu schau'n. finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh' ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht! Register. NB. Die Lieder sind nach den Numern, nicht nach der Seitenzahl, bezeichnet. Ach, abermal bin ich gefallen 207] Auf Gott und nicht auf meinen 518 144 645 450 Auf, Jesu Jünger, freuet euch! 389 Aufrichtig, redlich, offen, frei 714 Auf, und dankt dem Herrn 770 Ausgerungen hast du nun, 266 III 83 B. Ach), daß sie bald der müden Ach, Gott, vom Himmel sieh Ach, Gott, wie unbemerkt verfließt Ach hier nicht mehr, ach fern Ach, sieh ihn dulden, blüten, Ach, so soll denn Alles enden Ach, wiederum ein Jahr Ad), wie ist der Menschen Liebe Ad), wird denn dein Erlöster 208 Allein Gott in der Höh' sey Ehr' 170 Alle Menschen müssen sterben, 478 Aller meiner Brüder Rechte Alles bast du mir gegeben, Alles ist an deinem Segen, Alles rühmt des Schöpfers Ehre, Alles, was ich bin und habe, Allgewaltiger! Augegenwärtiger! 318 Allgütiger, mein Preisgefang Auliebender, du schufft mein Herz 650 Allmächtiger, ich hebe mein Aug' 701 Allmächtig großer Gott, Allwissender, ich will jetzt 516 Bald müssen wir oft wiedergeben 766 Barmherziger, wie gern nimmst 761 Befiehl du deine Wege Befördre, Herr, mein Streben, 642 Beginnt ein Lied voll Dank 514 Beglücke meine Reise; Gott, 517 Beglückt, beglückt ist, wer 317 640 311 340 Als in der Krankheit Schmerzen Begrabt den Leib in seine Gruft Beim theuern Namen: Bater: land, erwachen Bekenner Jesu, werdet nie Bereite dich, o Christ, wir Berufen hast du mich), mein Besitz' ich nur ein ruhiges Bestimme meinem Pfade, Betet an, ihr Menschen, Betet an, last uns lobsingen Bewahre meinen Mund, Bewahre mich, Herr, daß Bis hieher halfst du mir, 84 Blick herab aus deinen Höhen, 12 Bring' Seele, Preis dem Höchsten 124 400 Bringt Ehre Gott, bringt Ehr 273 175 Bringt Preis und Ruhm dem 726 55 363 37 227 Also hat Gott die Welt geliebt, Amen, Lob und Preis und Stärke 122 Am Kreuz erblaßt, der Marterlast 110 Anbetung, Preis und Dank An deine Leiden denken wir, An deinem Throu, Allmächtiger, An dir allein, an dir hab' ich An dir, an dir, Gott, haben wir Auch diesen Tag bab' ich vollbracht Auch noch im späten Alter Auf, Christen, laßt uns unsern Auf Christi Himmelfahrt darf sid) Auf Erden Wahrheit auszus breiten 125 672 Auferstanden, auferstanden ist Aufersteh'n, ja aufersteh'n Auf cuch wird Gottes Segen: 769 76 399 758 287 364 143 ( CS. Chrift, aus deinem Herzen 373 Chrift, eile nie mit sicherm Sinn 123 Chrift, gedenk' an deinen Tod, 465 Chrift lag in Todesbanden 2421 Christus, der ist mein Leben 519 641 365 750 435 246 687 96 101 684 436 581 319 320 496 418 610 224 617 120 451 288 Register. 201 702 742 256 508 7 157 656 276 521 Dieß sind die heil'gen zeh'n Gebot 390 Dir bleibe, Herr, geweihet, Dir dank' ich heute für mein 751 Dir, dir, Jehova, will ich singen; 546 695 Dir, höchster Herr und König 632 Dir immer ähnlicher zu werden 195 Dir unserm Gott sey Lob für 664 Dir, Bater, dankt mein Herz 437 Dir, Bater, Dank und Preis 545 Du bester Trost der Armen, du 696 Du bist ein Mensch, und Gottes 391 Du bist, o Gott, gerecht; du gibst 305 81 Du bist's, dem Ruhm und Ehre 23 520 Du, dem wir unsre Herzen weih'n, 158 348 Du denkest, in der tiefsten Noth 103 611 Du, der kein Böses thut, du 359 374 Du, der Menschen Heil und Leben, 85 392 Du, dessen Herz voll Liebe sich 86 623 Du, deß sich alle Himmel freu'n 38 156 Du gabst, o Gott, der Alles schafft, 598 493 Du, Gott, du bist der Herr der 67 185 Du, Gott, bast mich so väterlich 512 662 Du gründest, Allgewaltiger, der 689 102 Du hast es mir gegeben und 262 Du hast, gekrönt mit Preis und 21 Du hast, o gnadenreicher Gott, 280 Du, Herr, bist meine Zuversicht, 293 Du flagst, o Chrift, in schweren 613 735 Du flagst, und fühlest die 277 522 605 419 752 452 Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit 643 712 Du sagst: ich bin ein Chrift! 715 Du, Schöpfer, bast mein Loos 189 Du, Bater deiner Menschenkinder, 505 471 Du vertheilst der Menschen Loos, 682 612 Du, welchen keine Welt Da hat sie sich empor gehoben, Dank dir, Erhalter meines Das Amt der Lehrer, Herr, ift Dak ich das Böse nie, bethört Daß ich in deiner Christenheit ,. Daß stets noch Christen streben, Deines Gottes freue dich, Dein Heil, o Christ, nicht Dein ist das Licht, das uns Dein Wort, o Höchster, ist Dem finstern Erdkreis ist Dem Herrn will ich vertrauen, Dem Menschen, Schöpfer, glänzt Den Herrn, der an mein Leiden Der du auf Erden haft gewandelt Der du dein Wort mir hast Der du die Liebe selber bist, Der du, Gott, an uns gedenkest, Der du, o Gott, mein Schöpfer Der du selbst die Wahrheit bist, Der du so gern uns Menschen Der du voll Schmach und Der du vom Himmel Licht Der Herr ist Gott! Singt ihm Der Herr ist Gott, und keiner Der Herr ist in den Höhen, Der Hobe Himmel dunkelt sich, Der letzte meiner Tage Der Morgen kommt, und Der Tag ist wieder hin; Der Thron der Weltbeherrscher Der unsre Menschheit an sich Der wahren Christen ganzes Der Welten Herrscher, dir, Der Wollust Reiz zu widerstreben, 596 Des Leibes warten und ihn Des Todes Grau'n, des Grabes Dich bet' ich an, erstandner Held, Dich, Gott, dich) preisen wir; Dich, Höchster, preisen wir! Dich), Jesum, las' ich ewig nicht, Dich lieb' ich, Gott, denn Dich preisen, Herr, Gesang und Dich seh' ich wieder, Morgenlicht Dich will ich lieben, meine Die auf der Erde wallen, Die Bahn ist raub, auf der Die Ehe soll uns heilig seyn Die Feinde deines Kreuzes Die Himmel preisen deine Die Himmel rühmen des Ewigen 299 Die Hoffnung naber Ewigkeit, Die ihr beglückt mit Kindern Die ihr seine Laufbahn lauft, Die Kinder, deren wir uns Die Luft zum Bösen wohnt in Die Sonne schmücket Berg und Die Sonne sinket nieder; Die Stunden weiser Lehre Die Woche gebet zwar zu Ende, Dies ist das freudenvolle Fest, Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag, jum Segen 480 676 190 Du willst es, Herr, mein Gott, 587 479 126 Eifrig sey und fest mein Wille 272 Eilend rückt mein Tod heran; 754 145 760 565 597 472 582 22 Eilt furze Tage meines Lebens! 552 Ein' feste Burg ist unser Gott, 504 Ein Herz, o Gott, in Leid und 13 Einsam bin ich; tiefe Stille 703 Ein Sterbender ringt, Bater, 553 Einst reift die Saat: mein Staub 453 Ein Tag des Kummers und der 535 Eltern, weinet auf das Grab 674 Entebre nicht, o Christ, mit 384 Entfernet euch, unsel'ge Spötter! 438 186 Entschwinge dich, mein Geist, den 537 Erbarm' dich, Herr, mein 401 Erforsche mich, erfahr' mein Herz 87 Erfreuender Gedanke: Gott schuf, 321 228 Erhab'ner Gott, wir unterwinden 176. 677 Erhalt uns, Herr, bei deinem 184 358 Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit 257 330 Erhebe dich, mein Lobgesang, zu 322 716 Erhebt den Herrn, ihr Frommen! 47 699 Erheb' uns zu dir, du, der ist, 729 Erhöre, Bater, unser Fleb'n für 199 127 Erinn're dich, mein Geist, erfreut 128 56 Er ist erstanden aus des Todes 129 14 Er lebt! D Freudenwort! er 130 Erlöser, 383 536 717 762 466 727 252 606 289 718 692 Gott des Himmels und der Erden, 704 Gort, dir gefällt fein gottlos Gott, du haft mir viel gegeben Gott, endlich wachet mein Gottes Gnade sey mit euch, stärke Gott, grenzenlos, undenkbar Gott hab' ich Alles heimgestellt; Gott hat in trüben Tagen mich Gott, hilf mir, daß ich Buse 300 455 749 403 Gott, ich will mich ernstlich prüfen 404 Gott ist getreu! Sein Herz 113 58 Gott ist mein Hort, und auf sein Gott ist mein Lied! Er ist der 79 Gott ist's, der das Bermögen 282 Gott lebet noch! Ich sorge nicht, 351 Gott, mein Trost und mein 279 Gott, mit allen seinen Freuden 439 Gott, öffne deinen Himmel mir! 323 Gott ruft der Sonn' und schafft 341 Gott sey Dank in aller Welt, Gott sey gelobet und gebenedeiet, Gott sen mit dir! Amen, Amen. Gott sey Preis und Dank gebracht! 9 Gott forgt für alle, die auf Gott, unser froher Lobgefang Gott, von großer Macht und Gott, vor desfen Angesichte nur Gott, weld) ein Kampf in meiner Gott, wie du bist, so warst du Gott, welche Langmuth und 8 F. 229 315 131 290 644 Gott will, wir sollen uns der 589 Feierlich vereinigt hier, deines Feiern laßt uns diese Stunden; Fern sey mein Leben jederzeit Fern vom Ziel, wornach ich) Freiheit gabst du meinem Freude sey des Kirchenjabrs leste Freue dich, o meine Seele, selig, 421 Gott winkt: so stürzen Regengüsse 733 352 Grab meines Herrn, ich weile 114 80Groß ist, ihr Aeltern, eure Pflicht! 678 Groß wird des Sünders Elend 454 473 Fröhlich last uns Gott lobfingen! 60 Gut und heilig ist dein Wille, 510 Frohlockt dem Herrn! Bringt 132 Poop Froh versammelt sind wir hier, Führer zur Bollkommenheit, Register. 57 Gott, der zum Segen für die 755 281 481 112 Erlöser, fieb, ich falle anbetendavo 881 Gott der Tage, Gott der Nächte! Ermuntre dich, mein schwacher Ermuntre, Seele, dich, und sey 420 Ericheine meinem Geist, erhab'nes 375 Ertönet, Freidenlieder, sie scheint, 741 Erwache, Sohn der Ewigkeit! 568 Erzeig' an mir, Erbarmer, deine 209 Es bauet, Gott, auf dein Geheiß, 734 Es eilt der letzte von den Tagen, 583 Es ist dein Wille, Herr, mein Es ist ein Gott! Berstumme Es ist noch eine Rub' vorhanden Es ist vollbracht, das Opfer für Es ist vollbracht! ruft nach dem Es kam die gnadenvolle Nacht! Es kommt ein neues Kirchenjahr Es lebt ein Gott, der Menschen Es schuf die ew'ge Liebe; aus Es soll, Herr, unser Lobgesang Es strömen unsre Lebenstage Es war noch keine Zeit; es war Es werde Gott von dir erhoben, Es woll' uns Gott genädig seyn, Es züchtigt deine Hand, o Höchst. Ewig, ewig bin ich dein, Ewig sey dir Lob gesungen, 267 196 59 178 680 210 200 308 393 332 592 523 524 68 774 69 48 219 763 333 274 738 306 360 15 376 H. Für deinen Himmel reiftent fie; 267 Für unsern Nächsten beten wir, 663 Halte dich nicht länger, fließe, 25 Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, 221 Hebt das Herz! bebt die Hand! 259 Heil'ger Bund der Lieb' und 675 S. dont niste poiss Gedanke, der uns Leben gibt, 366 Heitig, heilig ist das Band, das Geist des Herrn, der von dem 159 Heilig, beilig sen der Eid euch, Geist vom Bater und vom Sohn, 160 Heitig fey des Menschen Leben, Gelobet feyst du, Jesus Chrift, 54 Heilig sen uns dieser Tag, diese Gelobt, gelobt sen Jesus Chrift, 133 Helft Gottes Huld mir preisen! Geweiht zum Christenthume ist 192 Herr, allerhöchster Gott im Gib, Gott, dem Lehrer Glück und 264 Herr, deine Allmacht reicht so Gib, Gott, wenn ich dir diene, 502 Herr, deines Lebens letzte Nacht, Gib mir, o Gott, ein Herz, das 624 Herr, dein Gebot bringt Heil, Gott, aus deinen Schöpferbänden 24 Herr, der du mir das Leben bis Gott, aus dessen Gnadenfüllen 402 Herr, der du sterbend noch für Gott, deine Gnade bringt uns 410 Herr, dessen Baterhuld uns so Gott, deine Güte reicht so weit 39 Herr, du erforichest mich, dir bin Gott, deinen heiligen Befehlen 509 Herr, du wollft uns vorbereiten Gott, deinen weisen Willen 685 herr, es ist von meinem Leben Gott, deine weife Macht erhält 331 Herr Gott, dich loben wir! Gott, der du Herzenskenner bift, 499 Herr, ich bin dein Eigentbum! Gott, der du unsre Zuflucht bist, 177 Herr Jesu Christ, du böchstes Gott der Drdnung, Herr der Herr, las nach eitier Ebre mich 691 19 651 500 635 211 70 739 301 222 511 719 660 590 294 225 720 20 474 212 599 290 Register. 555 121 Jesus Christus, unser Heiland, der von uns Gottes Zorn Jesus, Jesus ist erstanden! Jesus ist gekommen! Dankt ihm 385 Jesus lebt, mit ihm auch ich! Herr, lehre mich gewissenhaft 600 Jehova, Jehova, Jehova! Deinem 10 Herr, lehr' mich thun nach 40 Jesu, Freund der Menschenkinder, 234 Herr, mache meine Seele stille! 538 Jesu, meine Freude, bester Trost 554 Herr, mein Licht, erleuchte mich, 394 Jesum ewig zu verehren, ist Herr, mein Bersöhner, der du 659 Jesus Christus, unser Heiland, Herr, ohne Glauben kann kein 411 der den Tod überwand, Herr, segne mein Bestreben, nicht 648 Herr, stärke mich, dein Leiden 89 Herr, unser Gott, auf dessen Ruf 260 Herr, unser Gott, wir bitten dich 698 Herr, unser Hort, dein göttlich Herr, vor deinem Angesicht hat 2 Jesus, meine Zuversicht, lebt, Herr, wir singen deiner Ehre 367 Jesus nimmt die Sünder an. Herrscher, dir, der mächtig waltet 694 Jesus wird einst wiederkommen; 482 Heut' öffnet sich die neue Bahn 71 Jetzt leb' ich; ob ich morgen lebe? 618 Hier bin ich, Herr, mein ganz 72 Immer will ich frei vom Neide, 625 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, 230 In allen meinen Thaten lass' 526 Hilf, Gott, daß ich den nächsten 637 In deiner Liebe, Gott, nicht zu Hilf mir, mein Gott, verleihe 422 In deiner Stärke freue sich der Hin an dein Kreuz zu treten, 104 Hoch über mir dein Sternenhimmel 342 Höchster, denk' ich an die Güte, 405 Höchster Herrscher, du regiereft 683 Höchster Tröster, komm hernieder! 161 215 574 191 In Gottes Rath ergeben, verlass' 458 In Morgenroth gekleidet, beginnt 705 3ft dieß unser Ziel? und endet 247 220 134 61 Tome ( 75 BE TH 135 136 J. 665 115 Ja, Gott, bör' uns, wir geloben, 201 Ja, Tag des Herrn, du sollst 16 Ja, zur Stille will ich fliehen, 575 Ich armer Mensch, ich armer 213 Ich bebe nicht vor Tod und Grab. 456 Ich bin des festen, redlichen Ich bin erlöst! Es floß des Ich bin getauft nach Jesu Lehren, 197 Ich bin, und Dank wird meine Ich bin zur Ewigkeit geboren, Ich blicke prüfend hin auf die Ich erhebe mein Gemüthe Ich fleb', Alliebender, zu dir: Ich freue meines Lebens mich, Ich freue mich, mein Gott, in dir, 506 Ich glaube, Bater, Gott an dich! IZI Ich hab' in Gottes Herz und Sinn 525 Ich hab' in guten Stunden des Ich hab', o Gott, mir ernstlich) Ich kam aus meiner Mutter Ich komme, Herr, und suche dich, Ich komme vor dein Angesicht, L. 343 539 Laß deinen Geist mich stets, mein 90 423 Laß meines Nächsten bestes Theil 633 746 Laß mich des Menschen wahren 231 Laß mich doch nicht, o Gott, dem bor 41 Laß mich, o Gott, die Achtung 626 Ich lobe, Herr, und preise 303 Las mir die Feier deiner Leiden, 91 Ich preise dich, o Herr, mein 223 Last dankbar uns die Lehrer Ich schäme mich des Heilands 412 Last das Vollendungsfest uns Ich finge dir mit Herz und Mund, 27 Last dem Schöpfer Dank uns Ich soll zum Leben dringen, für Ich steh voll Dank und Liebe Ich sterbe nicht; es mögen die Ich trete vor dein Angesicht, du Ich weiß, an wem mein Glaube Ich weiß, daß Gott ist; er bat Ich weiß, mein Gott, daß, was Ich will danken und lobsingen Ich will den Bund mit meinem Ich will dich noch im Ich will, mein Gott, 235 350 424 Last mich weinen! Ach sie haben 764 232 Last uns, dem Bater last uns 316 356 Last uns den Bund der Liebe 744 Last uns mit ehrfurchtsvollem 62 413 Lebr', o Gott, mich recht bedenken 571 283 Lernt den theuren Lehrer schäßen, 82 42 Liebster Jesu, wir sind hier, um 334 Liegt Gottes Beifall mir am 233 Lobe den Herren, den mächtigen 28 ben, 457 Lob sey Gott, der den Frühling 730 Snig, 26 Lobsinge, meine Seele, dem 137 3 440 K. 153 Keine Liebe gleicht der Liebe, Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleid)! Klag' nicht, mein Herz, wenn Komm, Geist des Herrn, du Komm, Gott, Schöpfer, beil'ger Komm, heiliger Geist, Herre Komm nur, geliebter Todestag, 459 Komm, o Geist von Gott gegeben, 162 Kommst du, Jesu, Licht der Heiden 49 Kommt, kommt, den Herrn zu 325 Kommt, last uns Gott lobsingen 179 Kommt, laßt uns Gott und 154 736 347 355 406 Kommt mit Dank vor Gottes 214 Kommt, und last uns beten! 668 Kommt, und laßt uns Jesu Lehren, 425 324 368 547 681 377 614 263 697 146 Register. Lobfinget Gott, Dank, Preis Lobsinget Gott, und betet an, Lobsingt dem Mächtigen, dem Lobfingt! denn Gottes Huld Lobsingt! Gott hat sein Wort Lobt den Höchsten! Jesus lebet! Lobt Gott, ihr Christen, freuet 172 Nimm hin den Dank für deine 312 Nirgends ist Genuß hienieden 29 Noch läst der Herr mich leben! 187 Noch immer wechseln ordentlich 50 Noch nie haft du dein Wort 138 Noch schauen wir im dunkeln 63 m. 706 483 441 494 Mache dich, mein Geift, bereit! Mein bester Trost in diesem Leben Mein eignes Leben nicht allein, Meine Lebenszeit verstreicht, Meinen Jesum laff' ich nicht; Mein Erlöser, Gottes Sohn, der 92 Mein erst Gefühl sey Preis und Mein ganzer Geist, Gott, wird Mein Glaub' ist meines Lebens Mein Gott, du wohnst in einem Mein Gott, nun ist es wieder Mein Gott, zu dem ich weinend Mein Heiland lebt, und hat die Mein Heiland, sieh, im Staube Mein Hort ist Gott, ihn laff' ich Mein Jesus ist ein Freund der Mein Leben steht in Gottes Hand. Mein Loos in dieser Welt sey Mein Vater, o wie dank' ich dir! Menschen, euer Leben eilt. Menschenfreund, nach deinem Menschen weise zu erziehen, die Mich selbst muß ich bezwingen, Mir nach, spricht Christus, unfer Mit diesem Tag geht nun auch Mit dir geh' ich an mein Mit Freuden laßt uns treten Mit fröhlichem Gemüthe dankt, mit heil'gem Schauer blick' ich Mit reinem Glanz bestrahlt die Mitten unter deinen Schmerzen Mitten unter Wunderkreise Mittler, schau' auf sie hernieder, 202 Mit welchem Dank, o Gott, soll 759 Mit welcher Zunge, welchem 354 105 361 Noch wallen wir im Thränenthal 486 Nun bitten wir den heiligen Geist, 155 Nun bringen wir den Leib 248 Nun danket Alle, bringet Ehr' 30 Nun danket Alle Gott mit Herzen, 31 Nun ist die Leidensstunde! Nun 615 548 Nun ist es Alles wohl gemacht. IIZ 636 Nur Einer, nur der Herr ist 288 619 578 556 707 216 326 737 97 Bater, sieh auf uns herab, was wären meine Freuden, O welch ein Glück, bei seinen O welch ein Segen ist ein Freund D welch ein unschäßbares Gut D Welt, sieh hier dein Leben am D wie selig seyd ihr doch, ihr D wie unaussprechlich selig 686 jeuch mich), Heiliger, zu dir, n. Nach einer Prüfung kurzer Tage 484 Nach einer schmerzensvollen Nacht 713 Nad) Gottes weisheitsvollem Nach meiner Seele Seligkeit soll 569 Nach tiefgefühltem Schmerz Naht mit Andacht im Gemüth 116 236 291 239 485 708 139 369 527 D Geist, den Jesu Liebe auch 407 D Geist des Lichts, den 460 D Golgatha, zu deinen Höhen 607 D Gott, den Erd' und Himmel 198 D Gott, du bist die Liebe! uns 584 D Gott, du frommer Gott, du 627 D Gott, ein furchtbar Kriegesw. 679 D heil'ger Geist, kehr' bei uns 572 Herr, mein Gott, durch den 378 D Jesu, Licht und Heil der Welt, 77 D Jesu, wahrer Frömmigkeit 593 D Lamm Gottes im Staube, mit 73 Blut und Thränen bedecket! 313 D Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes liebster Jesu, was hast du 1094 99 stimm' auch du mit frohem 64 Tag, der uns des Baters Rath 166 D Bater, send' uns deinen Geift, 4 336 309 D. 346 585 Dbschon des Geistes Hülle nur, daß ich rein're Lippen hätte und 32 daß von meinen Lebenstagen du, den feine Sprache nennt, D du, der bis zum Tode am Oft flagt dein Herz, wie schwer Dit noch will mein Glaube 245 Nein, murren will ich nicht, 753 Nicht, daß ich's schon ergriffen 579 Nicht mehr, als meine Kräfte Nicht mürrisch, finster, ungesellig Nicht um ein flüchtig Gut der Nicht um Reichthum, nicht um Nie bist du, Höchster, von uns Nie kann ich meines Gottes Wege 335 Nie will ich wieder fluchen, 6611 01 237 426 414 164 395 106 344 515 44 270 165 337 386 379 93 P. 140 Preis dem Todesüberwinder! 256 Preis dir, dem Heiligen! 307 654 Preis dir, du haft aus deiner 240 163 Preis, Ehr' und Dank, Erlöfer, 557 43 Preis ihm, er schuf, und er erhält 173 295 Preist, Chriften, mit Zufriedenh. 183 preist den Allgütigen, preist ihn, mit uns, ihr Brüder 51 19* 180 670 673 671 576 POT 771 487 17 292 Register. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' 507 R. 488 Reichthum ift des Höchften Gabe, 602 Reif ist nunmehr der Felder Saat; 232 Reiß dich los, mein Geist, von Reuvoll nah ich mich zu dir, Richte nicht mit bittrer Strenge, 638 Ruben sie in Gottes Frieden, 772 Ruhe sanft hier, wo die Schwüle 254 217 Sollt' ich den beneiden können, 652 Sollt' ich jetzt noch, da mir schon 559 Sollt' ich meinem Gott nicht 35 Sorg' und Klage füllt das Land; 740 So finke denn in's stille Grab, 768 Stiller Friede sinket nieder, wann die Nacht die Erd' 723 Still, niedrig, ohne rauschendes 380 Still, o Seele, Gott erscheinet! 775 T. 75 Tausend Jahre sind vor dir, Theuer, wie mein eignes Leben, Tiefe Trauer eint uns hier, wo Triumph! ihr Himmel, frenet Trockne deines Jammers Thränen; 251 Tugend ist der Seele Leben. 631 250 147 427 11. 428 271 108 743 609 489 657 Säe deiner Thränensaat, frommer 540 Säh' ich der Dinge tiefsten Grund, 628 Ganft und ruhig sey dein 249 Schaffet, schaffet, Menschenkinder, 570 Schau' hin in die vergangnen 247 Ueber aller Himmel Heere erbebst 148 Scheint dir freudenleer das Leben, 608 um als ein Chrift zu leben, Schicke dich, erlöste Seele, 226 Um Erbarmen fleben wir, um Schnell eilen Jahr' auf Jahre 74 Um Gnade für die Sünderwelt Schöpfer der erschaff'nen Heere, umsonst ist's, daß ich mir mein 218 Schon hier lebt felig und vergnügt, 442 Umsonst, umsonst verhüllst du dich 296 Schon ist der Tag von Gott 475 Unendlicher, den keine Zeit 291 Schuf mich Gott für Augenblicke, 357 Unendlicher, wer zählt die Reih'n 328 Schweiget, bange 3weifel, 415 Unerforschlich sey mir immer Schwer drückt der Krankheit 757 Unser Wandel ist im Himmet! Schwer ist der Kampf! denn 573 Uns schuf ein Gott; uns ließ Schwingt, heilige Gedanken, euch 284 Unwiederbringlich schnell entflieh'n Schwing' zu deinem Gott dich auf, 416 die Tage, die uns Gegne sie, die dir, o Gott, Treu' 203 Urquell aller Seligkeiten, die Seh' ich erstaunt der Welten 338 Seh'n wir nur Trübsal um uns 268 Seht aus des Himmels goldnem 18 Seht, welch ein Mensch! wie lag 100 Selig find des Himmels Erben, 443 Gelig find die, welche nun in Selig, wer mit stillem Herzen Seyd barmherzig, Menschen höret, 666 Gey Gott getreu, halt seinen 513 Sey heilig mir, Berschwiegenheit, 647 Sey Lob und Ehr' dem höchsten Sen uns gesegnet, Tag der stillen 5 Sie eift, sie kommt, die Zeit, Giegreich stand mein Heiland auf; 141 Sieh diese jungen Seelen, die, Sieh, Seele, hinter dich zurück, 748 Sieb' uns bétend, Gott, vor dir, 193 Sieh uns versammelt, Gott, vor Sie starb, ach starb mir viel Singt unserm Gott ein neues So fliehen unsre Tage hin! So hab' ich, Gott, durch deine Sohn Gottes und des Menschen So hoff' ich denn mit festem Go Jemand spricht: Ich liebe So lang ihr auf der Erde lebt, Soll dein verderbtes Herz zur Sollten Menschen, meine Brüder, 630 461 528 33 52 150 o Welterlöser, unser Boller Ehrfurcht, Dank und 238 Bom beiligen Gefühl der Andacht 188 700 Vom Himmel kommt der starke 65 765 Bon dem Grab stand Jesus auf. 467 34 Bou dir, der meine Freuden schuf, 634 721 Bon dir, du Gott der Einigkeit 243 722 Bon dir, Gott, sind der Ebe 558 Bon dir in diese Welt gerufen, 417 Bon Gottes Throne fließt ein 629 Bon Gott will ich nicht laffen, 205 Borbild wahrer Menschenliebe, 396 Bor dir, o Gott, sich findlich scheuen, ist unser Glück, 728 45 V. II 429 Bater, dir sey Preis und Ehre, Bater, heilig möcht ich leben, Bater, mach' uns fromm und weise 78 Bater, meine Seele kennet dich, 444 Bater unser im Himmelreich, 544 Bereinigt last uns Gutes wirken 649 Bergeßt die Leiden dieser Zeit! 142 Berleib uns Frieden gnädiglich 269 Bollendet freudig euern Lauf! Bollendet ist dein Werk; vollendet, 149 244 566 167 529 38í 497 Register. M. Wach' auf, mein Herz, und finge 709 Wachet auf! ruft einst die Stimme, 468 Wachet auf vom Schlaf, ihr 476 Wann einst in meinem Grabe 469 Wann einst mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch Wann ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, Wann ich vor meinen Schöpfer Wann oft zu jener Geligkeit Wann sich, o Gott, mein Geist Wann uns, o Gott, durch deine Warum erbebst du, meine Seele, Warum sollt' ich mich denn Was Gott thut, das ist 23as hilft es mir, ein Chrift zu was ich nur Gutes habe, ist Was ist mein Leben hier auf Was ist mein Stand, mein Was ist mein zeitlich Leben? Was ist's, daß ich mich) quäle? Was mein Gott will, gescheh Was Menschen fränket, will Was sorgst du ängstlich für dein Weg von Allem, was ich sehe, 2eh' dem, der im kalten Herzen Weh' dem, der läugnet, daß du 2weiche, Todesfchrecken, weiche Weicht, ihr Berge, fallt ihr Weit um mich her ist Alles Welche Stimme spricht zu mir, Welch Glück, o Jesu, dein zu seyn, Welch hohes Beispiel gabft du Wenn auch Widerwärtigkeiten 616 Wenn Christus seine Kirche schüßt, 387 Wenn der Schöpfer der 253 Wenn du durd) 2Biderwärtigkeit 542 2Benn hier in dieser Uebungszeit 397 Wenn ich auf Gottes Wegen wanke und straucheln will, 477 Wenn ich mich ganz durchdrungen 98 Wenn ich mit Freuden hör' des 639 Wenn ich, o Gott, von dir geführt, 580 Wenn ich), o Schöpfer, deine Wenn Menschen streben, dir Wenn mich die Sünden fränken, 109 Wenn oft in feierlicher Stille 490 2Benn uns dein Auge nicht bewacht 278 Wen wird, o Gott, die Wonne 431 Wer bin ich, Gott, vor dir, wenn 362 Wer bin ich? Welche wicht'ge 564 Wer gehorcht, der thu's mit Luft. 258 Wer gleicht dir, Gott? Undenk327 669 bar ist die Baht von deinen Wer Gott, bei deinem Namen Wer Gottes Wege geht, nur der Wer Gottes Wort nicht bält, Wer hat den Glauben, dessen Wer herrscht, wer Fürst, wer Wer ist dir gleich), du Einziger? Wer ist gut, wie du, Stifter Wer kann, o Gott, wie groß Wer leben will und glücklich 293 653 Wer Menschen, seine Brüder, Wer mit Luft und Eifer strebte, 255 Wer nur den lieben Gott läßt 534 Wer, o mein Gott, aus dir 446 Wer stets mit reinem Wohlgefallen 434 Wer unter deinem Schirme ruht, 724 Wer weiß, wie nahe mir mein Wer zählt der Engel Heere, Wie eingeschränkt ist alles 621 462 710 Wie fürcht' ich mich, mein Herz 549 Wie getrost und heiter, Herr, 491 Wie Gott belohnt, belohn', 329 339 408 447 151 495 Wie, großer Dulder, danken wir, 95 603 Wie groß ist des Allmächt'gen 314 470 Wie groß ist meine Menschenw. 563 530 Wie groß, wie angebetet ist dein 370 531 wie beilig ist mir diese Stunde, 206 430 Wie herrlich), Jesu, starker Held, 503 du Retter einer Sünderwelt, 152 541 Wie berrlich strahlt der Morgen: 367 stern! Dwelch ein 371 588 Wie mannigfaltig sind die Gaben, 591 532 Wie mild und gütig ist doch 181 533 Wie sanft seh'n wir den Frommen 448 655 2Sie schlägt voll Dank und Liebe 349 620 Wie sicher lebt der Mensch, der Wie sollen wir dir, Bater, Wie soll ich dich empfangen, 622 46 66 688 409 285 Wie füß, o Bater, ist die Pflicht, 463 Wie wichtig ist doch der Beruf, 310 Wie wird mir dann, o dann, 731 Wie wohl ist mir, o Freund der 353 Willkommen, Abendstille, 560 Willkommen in der Menschheit 382 Willst du der Weisheit Quelle Willst du die Buße noch, die Wir Alle, Menschenvater, bringen 182 Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, 118 Wir danken freudig dir für 36 Wir denken, Gott, der Lieben, 773 Wir glauben All' an Einen Gott, Herrn und Bater aller 2Bir glauben All' an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der 174 169 693 Wir naben uns, o Gottes Sohn, 241 Wir sind, wenn es die Pflicht Wir singen hier der Andacht Wo eilt ihr hin, ihr Lebensstun: 19 den? Ach edle Zeit, 292 501 euch, daß ihr dem Herrn 445 Wohlthätig sind der Erde Leiden 432 Wohl uns, wenn wir, o Geift 433 Wohl uns! wohl uns, daß Gott 690 Wohlzuthun und mitzutheilen 289 230 ist ein solcher Gott, wie du? 561 Wort, von Gott gegeben, Wort 304 Wo sind die Weisen, die mich 658 2o tönt der Pfalm, der dich 53 550 345 464 562 725 194 498 586 286 Wo find' ich Gott, den meine Wohl dem, der beff're Schäße Wohl dem, der Chrifto angehöret! 388 Wohl dem, der richtig wandelt, 604 der als ein Wahrheitsfreund 646 Wohl dem, der seines Lebens 745 Wohl euch, ihr Glaubigen, wohl 449 543 168 265 667 372 398 297 302 294 3. HARY Zeige dich und ohne Hülle; 3u deinem Preis und Ruhm Zu dir erhebt mein Glaube sich) Bu dir, o Gott, das Herz erheben Zu dir, Unendlicher, zu dir 3u Gott, o Seele, schwing' dich 60% EC dier 521 JRgs and Trad 181 Forma 241 Sites and Pre 100% sild Time 1100 Fistm 174 2012 pod 204 Pos 381 58 211 49 mi vese sic 100 Register. ન આઇ બેબઇમા ATE 001 996 688 200 no 109 Tyt 106 TOUT NEBOL to vipind and 155 0 50 statessames pulang 82211940906 4102116 8E0 60 ctivitandr ms in 194 Zum Fleiße ward das Leben vom Schöpfer mir gegeben, 594 577 6 3um Himmel schauen wir hinauf 492 711 Zum Trost in meinen Kümmer: 287 nissen, zum Licht auf 551 3ur Arbeit, nicht zum Müßiggang 595 275 3ur Grabesruh' entschliefest du, 2981 der du für uns gestorben, 119 3-6 Anhang ridie Jod saving him ond- dun 1970 111 Anhang von Gebeten. dio HA 295 37703 Morgengebet auf alle Tage in der Woche. Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Bater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit, demüthigst an! Dir danke ich mit Freus den für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geiftliche und leibliche Vorzüge, die ich besiße. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht geschüßt, daß du alle Gefahren von mir abgewandt, daß du mich durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet haft! Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Wer bin ich, daß du auch mein gedenkest, und dich meiner so väterlich) annimmst? Ich bin ein Sünder, der deine beiligen Gesege oft übertreten, der deine Wohlthaten oft gemißbraucht, der sich oft undankbar gegen dich bes wiesen, und nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnt' ich vor dir bestehen, wenn du mit mir in's Gea richt gehen wollteft? Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schonet. Noch fähreft du fort, mich zu segnen, und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämt mich deine Huld und Güte, o Gott! Wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Bater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam vers weigert habe! Ach), strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe! Sey mir gnädig in Chrifto, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siebe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und Heiliger zu werden. Ich erneure hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Borsatz, alle unordentliche Bea gierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken; alle böse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, oder nach dem Beiſpiele der Lafterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner feligsten Gemeinschaft fähig zu werden; dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstlichste Bemühung und meine Seligkeit seyn! Ja, ich schwöre es, und will es balten, daß ich die Rechte deiner Ges rechtigkeit balten will. Gott, stebe mir selber mit deiner Gnade bei, dies sen guten Borsatz mit Treue zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich nichts! Schenke mir deinen Geift, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und Tugend fübre. Bewahre mich auch heute vor allen Bersuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insbesondere vor den Sünden, zu denen ich am meisten ge= neigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gib, daß ich 296 Morgen und Abendgebete auf alle Wochentage. 8 forgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehet, unverzüglich unterdrücke. Laß mich stets bedenken, daß du ein allwissender und allenthalben gegenwärtiger Gott bift. Gedanken mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefften Ehrfurcht Laß diesen gegen dich) und deine Gesetze erfüllen. Laß mich) oft an den Tod, an das Ge= richt und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Se= ligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich geseket hast, erlauben! Berleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Gegen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oft zu dir erhebe, deine Borsehung in Allem, was mir begegnet, demüs thig verehre, und weder dem Geize, noch der ungerechtigkeit, noch irgend eis nem andern Lafter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Guade, o Gott, empfehle ich alle Menschen haben unglauben und dem rung über ausbreiten. Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reiches der Wahrheit und der Tugend. Segne die Landesobrigkeit, die du über uns gesetzt hast. die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und Segne aller christlichen Tugenden seyn. Segne diesen Ort, diefes Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Blutes und der Freundschaft mit mir verbunden haft. Gib, daß wir alle Pflichten unsers Berufes treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste uns ferm befondern Nußen vorzieben, und deine Ehre, und das Heil unsrer unfterblichen Seelen zum lesten Endzweck aller unsrer Bemühungen machen. Erhöre mich), Bater der Barmherzigkeit, und sey mir gnädig um Jesu Christi spillen! Amen. NG And Di Abendgebet auf alle Tage in der Woche. Jas ch freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Ans gesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Berpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Bater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebet hast du durch deine gnädige Borsehung von mir abgewandt! Bor wie vielen Sünden hast du mich Schwachen bes wahret! wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten babe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir all das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein; und deinem Dienste, deiner Berherrlichung, sollen sie auf ewig geheiliget seyn. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger; möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christ= lichen Bollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Bergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor dei nem Angesichte anklagen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in allen Abz fichten so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Chriften, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart sorgfältig in mei= ner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heiz landes zum Muster der Nachahmung vorgesegt, und durch mein Berhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmü: thigen, des wahlthätigen und himmlisch gesinnten Jesu sey? habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Andern nüßlich zu werden, begierig ergriffen; allen Reizungen zuni Stolze, zur Eitelkeit, zumt Zorn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und mich sorgfältig ge hütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch) mit Worten und Werken zu fündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl an: gewandt, als ich es hätte thun follen und können? Habe ich meine Pflichs A Join Morgengebet am Sonntage. 297 #gost ten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllet, als es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Berfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? D Gott, wie beschämt, wie erniedrigt ich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Berzeihe mir auch die verborgenen Feh ter! Gebe nicht in's Gericht mit mir; denn vor dir ist kein Lebendiger ges recht! Ich bekenne dir meine Sünden und bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich), in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckun= gen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Borsake! Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib, daß ich Alles, was dir zuwider Gib, daß ich Alles, ist, basse, und als das größte Uebel meide und fliebe. was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Gib, daß ich den morgenden Tag heiliger hinbringe, als den heutigen! Lak mich täglich an Weisheit und an Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid ge= gen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeigen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben, und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Plage sich zu unsrer 2Sohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf! Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen, und gib, daß ich fie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröfte, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Berlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stärke die Ster: benden, und laß fie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsternis; erbarme dich der Sünder, und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und alle meine Schick fale. Führe mich selbst bei meiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um pieses Alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers! Amen. Morgengebet am Sonntage. ott aller Gnade und Barmherzigkeit! ich fange nun wieder eine Woche meines kurzen Lebens an, von welcher ich nicht weiß, ob ich sie noch durchTeben werde. Ich bitte dich findlich: laß diese Woche mir eine Woche der Gnade und des Segens feyn! Laß alle meine Wünsche fromm und dir ge= fällig; alle meine Gedanken christlich; alle meine Worte nüglich; alles mem Beten andächtig; alle meine Verrichtungen gewissenhaft, und alles mein Thun und Lassen gesegnet seyn! Dieser Tag ist mir vorzüglich zu meiner Erbauung und zu gottfelis gen Uebungen gegeben. Laß mich keinen Tag der Eitelkeiten und des sträße lichen Müßiggangs daraus machen. Laß michAllem ausweichen, was mich von dir, nach der Prüfung meiner selbst und von der Ueberlegung dessen, was zu meinem Besten dient, abziehen könnte. Las alles Beten und Singen in der Gemeine mich zur wahren Andacht ermuntern, und dein Wort, wann ich es böre oder lese, mir wichtig, aber auch so reichlich gesegnet seyn, daß ich es recht verstehe, wohl zu Herzen fasse, und die ganze Woche den Geborsam dagegen in der That zeige. Laß auch den Hausgottesdienst bei mir und Andern wohl eingerichtet und reichlich gesegnet seyn, damit die Woblthaten der Schöpfung, der Erlösung und der Heiligung sowohl, als die besondern Proben deiner Fürsorge und Führung einen Eindruck machen, der seine Kraft im ganzen Leben, und seinen Segen bis in die Ewigkeit hin: ein offenbare. Es sev dieser Tag ein gesegneter Tag durch Jesum Chriftum und in seiner Gemeinschaft! Amen. 298 Morgen und Abendgebete auf alle Wochentage. Abendgebet am Sonntage. Bis hieher haft du geholfen, gnädiger Gott! Dein Name sey gelobet! Biel Nüßliches hast du mich heute aus deinem heiligen Worte wissen und auf's Neue daran erinneru laffen. Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung ist vor deinen Thron gebracht worden. Unbezeugt hast du dich nicht gelassen. Wenn ich dieses Alles überdenke, so schäme ich mich meines Kaltsinns, meiner Untreue und meiner Unbeständigkeit im Guten. nehme ich meine Zuflucht zu dir, und bitte dich, erbarmender Gott! du wolMit reuigem Herzen left mich in Christo, deinem Sohne, zu deinem Kinde annehmen, durch deis nen heiligen Geist mich zu deinem Bilde in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit erneuern, und dein heute gehörtes Wort seine Kraft an mir be: weisen lassen, damit ich ein wahrer und gesegneter Thäter desselben werde, und im Bleiben an deinem Worte Seligkeit suche und finde. Ich bitte dich darum, und auch um deine Aufsicht, Beschirmung und Regierung in dieser Nacht. Thue uns wohl nach deiner Gnade, so wollen wir uns deiner freuen und in deiner Kraft dir dienen! Amen. Morgengebet am Montage. Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und auch jetzt deinen Namen rühmen, daß du mich in der vergangenen Nacht unter deiner Obhut ruhig schlafen lassen, und alles Unglück gnädiglich abgewendet baft. So bewahre mich denn auch heute diesen Tag, daß mir kein Uebel begegne, und keine Plage zu meiner Hütte sich nahe. Auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit, neige deine Dh= ren zu mir, eilend hilf mir, sev mir ein starker Fels, und eine Burg, daß du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. Thue mir fund den Weg, darauf ich gehen soll; denn mich verlanget nach dir! Ich weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfeft, und Aufrichtigkeit ift dir angenehm. So reinige nun meine Seele von aller Heuchelei, und erwecke in mir eine ungefärbte Liebe zu dir und meinem Nächsten. Gib, daß ich meine Stunden nicht mit fündlichem Mükiggang zubringe, sondern stets an die Rechenschaft gedenke, die ich dir einstens für die ganze Zeit meines Lebens werde geben müssen. Mache mich demnach fertig zu fleißiger Ber= richtung meines Berufes: laß mich aber auch unter der Arbeit deiner nicht vergessen, und bei meinen irdischen Geschäften den Seelenfrieden nicht ver: tieren! Gib Segen und Gedeihen zu allem meinen Bornehmen, und fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja das Werk unserer Hände wolleft du fördern, um deines Namens Ehre willen! Amen. Abendgebet am Montage. Herr Gott Bater, und Herr meines Lebens, es ist nun abermal ein Theil meines Lebens verflossen, welches du mir gegeben haft, dir darinnen zu dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, die dir gefällig ist. Wenn ich aber mich selbst prüfe, so muß ich, leider! bekennen, daß ich diesen Tag nicht ohne Sünden zugebracht, sondern dich, mein frommer Gott, vielfältig beleidiget habe. Ja, wer kann merken, wie oft er fehle? Berzeibe mir die verborgenen Fehler. Sey mir gnädig nadh) deiner Güte, und tilge meine Günde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde durch das Blut Jesu Christi, deis nes lieben Sohnes. Erneuere mich anbei durch deines Geistes Gnadenwirkung, damit ich mich je mehr und mehr bessere, und forthin würdiglich wandle, dir zu allem Gefallen, und in allen guten Werken fruchtbar sey, und in deiner Erkenntniß wachse, und mit aller Kraft gestärket werde, nach deiner Morgen und Abendgebete auf alle Wochentage. 299 Herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Wache auch in dieser Nacht, voll Gnade, über mich und alle meine Angehörige! Behüte uns, wie einen Augapfel im Auge, beschirme uns unter dem Schatten deiner Flügel. Was du mir gegebßen hast, das erhalte durch deine starke Hand, und bewahre uns vor Feuer, vor Diebstahl vor Kriegsgefahr, vor unruhigem Wachen, vor Schrecken und allem Uebel. Unter deinem Schirs me rube ich sicher, auch wenn ich schlafe, und meine Seele ist stille zu dir, der mir hilft; denn du bist mein Hort, meine Hülfe, mein Schuß, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist! Amen. Morgengebet am Diensttage. Herzlich lieb hab' ich dich, Herr, meine Stärke, Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, und mein Schuß! Durch deine Gnade hab' ich diesen Tag erlebet, und danke dafür deiner unendlichen Barmherzigkeit. Durch dich, Allgütiger, bin ich, was ich bin! Du bist freundlich dem, der auf dich harret, und der Seele, die nach dir fraget. Darum will ich auch ferner deinen Namen anrufen. Erhöre meine Stimme, verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien. Nahe dich zu mir, und sprich zu meiner Seele: fürchte dich nicht, ich bin deine Hülfe! Stärke meinen schwachen Glauben, laß den glimmenden Docht nicht verlöschen, und das zerstoßene Rohr nicht gar zerbrochen werden. Gib, daß ich deine ewige Baterliebe recht erkenne, aber auch hinwiederum dich kindlich liebe, und um deinetwillen meinen Nächsten liebe, als mich selbst, daß ich mich der Elenden erbarme, meinen Beleidigern vergebe, und dem Frie den gegen Jedermann und der Heiligung nachiage, ohne welche Niemand dein Angesicht sehen wird. Bertreibe aus meinem Herzen alle unreine Gedanken und böse Lüfte, und regiere mich so durch deinen heiligen Geist, daß ich stets an deine Alwissenheit und Allgegenwart gedenke, Niemand Unrecht thue, sondern ein unverlegtes Gewissen allenthalben vor dir und den Menschen behalte. Beschirme mich auch vor Hoffart, und laß mich wohl bedenken, daß stolzer Muth vor dem Fall gehe. Darum will ich mich unter deine gewaltige Hand demüthigen, und mich allein auf deine Gnade verlaffen. Ach verbirg dein Antlik nicht vor mir; wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erden. Erhalte, ernähre, versorge mich) und die Meinigen, bewahre uns vor allem Uebel. Gedenke meiner, mein Gott im Besten. Ja, gedenke an uns Alle, und nimm dich unser an! Amen. Abendgebet am Diensttage. Herr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du haft alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen haben sie das Wesen, und find geschaffen. Deine Macht und Güte hat auch mir das Leben bis auf Leben und diese Stunde gefristet und mich mit deinen Gütern gelabet. Wohlthat hast du an mir gethan, und dein Aufsehen hat auch an diesen Tag meinen Odem bewahret. Darum danke ich dir von ganzem Herzen, und ehre deinen Namen ewiglich, denn deine Güte ist groß über mich! Desto mehr aber schmerzet mich die Menge meiner Uebertretungen, womit ich dich, meinen Gott und Bater, heute und die ganze Zeit meines Lebens vielfältig beleidiget habe. So dit willst, Herr, Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Ach! gedenke nicht meiner Uebertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, die du uns in Jesu Christo verheißen haft. Erquicke meine matten Glieder durch einen sanften Schlaf, damit ich morgen gefund wieder aufstehe, und noch ferner tüchtig sey, dir in meinem, Leben zu dienen. So oft ich erwache, so sey dieß mein erster Gedanke, daß ich), was ich bin, durch dich bin, und ohne dich nichts vermag. Deine Güte ist ia besser, denn Leben, und ob ich in Finsterniß liege, so grauet mir doch nicht: denn du bist mein Schuß und mein gnädiger Gott. Auf dich allein verlasse ich mich, und dieses Vertrauen läßt mich nicht zu Schanden wera den! Amen. 300 Morgen und Abendgebete auf alle Wochentage. Morgengebet am Mittwoch. Gott, mein Bater, durch deine Gnade trete ich aus einer dunkeln Nacht an das Licht dieses Tages, und komme im Namen Jesu Christi vor dein Angesicht, dir zu danken, daß du mir bis hieher geholfen haft. Ach, schaffe mir ferner Beistand in allen meinen Nöthen; denn Menschenbülfe nüket nicht. Darum harret meine Seele nur auf dich! du bist meine Hoffnung, mein Hort und mein Schuß, der mich nicht fallen läßt. Bei dir ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist auf dich! Thue aber auch zu deinen vielen Wohlthaten noch diese hinzu, daß du meine Seele in wahrem Glauben und in der Furcht deines heiligen Namens bis an mein seliges Ende erhälteft, auf daß ich dein Eigenthum sey, dir lebe und dir sterbe. Stärke mich durch deine Gnade, daß ich deine beiligen Gebote balte, und an dich auf allen meinen Wegen gedenke. Du kennest mein Herz, und siebest wohl, wie es oft den Irrweg will, Wie leicht können wir fündigen, und von deiner ebnen Bahn abweichen, da wir es felbft nicht meinen! So behüte mich nun vor schädlichem Selbstbetrug, laß meinen Gang gewiß seyn in deinem Wort, und laß kein Unrecht über mich Herrschen. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich, und erfahre, wie ich's meine, und siebe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf den Weg zum ewigen Glück. Gib mir Weisheit, daß ich nur das Gute wähle, und erhalte mich in dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte! Sen du, o Gott, mein Freund und treuer Rath, lenke mein Herz zu dem, was dir gefällig, und zu meinem Frieden dienlich ist! Mache mich vorsichtig in allen meinen Worten und Werken, auf daß ich nicht in Irr= thum und Sünde falle und deine Gnade nicht verliere! Laß mich diesen und die übrigen Tage meines Lebens in Friede und Ruhe zubringen. Gib mich nicht in den Willen derer, die mir lebels gönnen: laß mich) nicht zu Schanden werden, denn ich traue auf dich. Schlecht und Recht, das behüte mich, denn ich harre dein. Gott erlöse uns aus aller unfrer Noth!. Amen. Abendgebet am Mittwoch. Ich freue mich in dem Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, welcher an dem heutigen Tag seine Hand über mir gehalten, und mich väterlich geführet hat. D du Gott alles Trostes, wie reichlich tröftest du! D Bater der Barmherzigkeit! Keine Stunde gehet vorüber, darinnen ich nicht deine Wohlthaten genieße, welche mein Mund nicht alle er zählen, ja, mein Berstand nicht alle erkennen kann. Wie theuer ist deine Güte, die du auch im Berborgenen erzeigest denen, die dich fürchten! Ach, wie unzählig vielen Leibes- und Seelengefährlichkeiten ist ein Mensch ohne fein Wissen unterworfen! Wie vielfältiges Unglück wäre mir begegnet, wenn du mich nicht geschüßet hättest! Daß ich) nun noch lebe und heute vielem Elend entgangen bin, viel Gutes aber empfangen habe, das bab ich, o gütiger Bater! bloß deiner über mich waltenden Borsebung zuzus schreiben. Du hast mich noch in keiner Noth verlassen: desto getrofter will ich auch in's künftige auf dich hoffen, aller ängstlichen Sorgen mich entschlagen, und Alles, was mich beunruhiget, deiner Güte und dem Rath deis ner Weisheit anheim stellen. Du hast mich je und je geliebet; so laß mich nun auch in dieser Nacht unter dem Schuß deiner Liebe, wie ein Kind in dem Schooß seiner Mutter, schlafen, und morgen sammt den Meinigen ge= fund und fröhlich zu deinem Dienst wieder erwachen. Sey mir gnädig, Gott, sen mir gnädig! Denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich lasse dich nicht, du segneft mich denn! Amen. Morgengebet am Donnerstage. elobet feyft du, mein Gott, daß du mich auch in der vergangenen Nacht väterlich behütet bast! Jah lebe noch und empfinde deine Güte. Dank sey Morgen und Abendgebete auf alle Wochentage. 301 dir, Erhalter meines Lebens! Gütigster Bater, durch den ich Alles bin, laß mich heute in deinem Namen und in deiner Furcht mein Tagewerk vollbringen! Laß mich den großen Zweck des gegenwärtigen Lebens niemals aus dem Gesicht verlieren, und immer daran denken, daß ich mich hier zur feligsten Gemeinschaft mit dir, und zum Genuß der himmlischen Güter, die mir Christus erworben hat, unter dem Beistand deines Geistes, geschickt machen soll! Jesus lehrt mich, daß ich mich selbst verläugnen, allem Bösen ents sagen, meine sündlichen Lüfte, und was mich an meiner Pflicht und Glück: feligkeit hindert, verachten und fliehen soll. Ich soll dem Guten nachiagen, und nicht müde werden. Ich soll nicht mir selbst leben, sondern Christus soll leben in mir. Ach, Herr, mein Gott! wer ist zu diesen Dingen geschickt? Wie werde ich diesen wichtigen Forderungen ein Genüge thun können, wenn anir der fräftige Beistand deines Geistes fehlt? wenn du nicht selbst in mir Schwachen mächtig bist? Ach, Herr, ich erkenne mein Unvermögen, ich) fühle mich deiner Gnade höchst bedürftig! Aber ich weiß auch, daß Alle, die nach Gerechtigkeit hungern und dürften, nach deiner unwandelbaren Berheißung gesättiget werden sollen. Laß denn deinen guten Geift auch mich zu allem Guten beleben! Laß mir deinen Beistand zur Unterdrückung und Beherrschung aller sündlichen Leidenschaften und Lüfte keinen Augenblick fehlen! Laß mich aber auch redlich allen guten Antrieben folgen, die deine Gnade heute in meinem Herzen erwecken wird! Bewahre mich vor Nachlässigkeit im Gebet, und gib, daß ich recht aufrichtig wünsche und suche, heilig, und frei von allen bösen Gedanken und Lüften zu werden! Laß mich allen Gelegenheiten zur Günde gewissenhaft ausweichen, und mit meinen Augen und Ohren einen Bund machen, sie vor Allem zu verschließen, was mich von dem Weg der Tugend ablocken kann! Nun denn, o mein Gott, da ich deinen Willen weiß, so verleihe mir auch die Gnade, denselben redlich zu erfüllen! Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; denn du bist mein Gott! dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn! Amen. Abendgebet am Donnerstage. Gott, böre mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Fleben, merke auf mich, und höre mich: bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneigét! Du hast heut', wie allezeit, Alles wohl gemacht: aber mein Thun ist mit vielem Bösen beflecket! Hast du Luft mit mir zu Hadern, so kann ich dir auf tausend nicht eines antworten. Darum demüthige ich mich vor dir und bitte dich, du wollest meine Missethat vertits gen, wie eine Wolke, und meine Sünde, wie den Nebel! Heilige mich hinfort durch und durch, damit mein Geist ganz sammt Seele und Leib bes halten werde unsträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Chrifti! Hier ist mein Herz, nimm es hin, und bilde es nach deinem Willen! Du bist mein Schaß, so soll auch mein Herz Tag und Nacht an dir hangen! Ju deiner Liebe will ich einschlafen, und wann ich erwache, bin ich noch bei dir! Laß mir dein Antlik leuchten: so muß die Nacht auch Licht um mich feyn! Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsterniß ist wie das Licht. Du bist mein Licht, mein Heil, und meines Lebens Kraft: darum will ich mich nicht fürchten, noch mir grauen lassen, sondern zuversichtlich glauben, du werdest auch in dieser Nacht mich mit deinem Schuß bedecken! Shne deinen Willen kann mir nichts begegnen: dein Wille aber ist allezeit gut, und auf mein Bestes gerichtet. Darum vertraue ich dir, denn ich weiß, daß du es treu mit mir meineft, und väterlich gegen mich gefinnet bist! Wer ist jemals zu Schanden wor den, der auf dich gehoffet hat? Wer ist jemals verlassen, der in deiner Furcht geblieben ist? So wende dich denn auch zu mir, stärke mich mit deiner Macht, und nimm dich meiner Seele herzlich an, daß sie nicht vers 302 Morgen- und Abendgebete auf alle Wochentage. derbe! Nun, ich hoffe darauf, daß du so gnädig bift, mein Herz freuet fichy, daß du so gerne Hilfeft! Ich will dem Herrn fingen, daß er so wohl an mir thut! Amen. Morgengebet am Freitage. Gott, du bist mein Gott, früh wache ich zu dir, es dürftet meine Seele nach dir! Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und deiner Barmherz zigkeit hab' ich's zu danken, daß ich abermals das Tageslicht erblicket habe! Herr, was ist der Mensch, daß du dich sein so annimmst? und des Menschen Kind, daß du ihn so achtest? Du läsfest deine Sonne aufgeben über die Bösen und über die Guten: ach! daß ich nicht unter die Zahl der Undankbaren und Boshaften gehören, und deine Langmuth nicht mißbrauchen, sondern dir, meinem Schöpfer und Erhalter, mit rechtem Ernst dienen möchte! Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten! Be= hüte meinen Mund, und bewahre meine Lippen! Bewahre mich, daß ich nicht bösen Beispielen folge, sondern meine ganze Gesinnung, nach der Ans weisung deines Wortes einrichte! Laß mich diesen Tag in meinem Chriftenthum nicht ab, sondern zunehmen! Lehre mich wachen und beten, auf daß ich nicht in Anfechtung falle, noch auf eine Thorheit gerathe! Das gute Werk, das du in mir angefangen hast, vollführe bis an den Tag Jesu Chrifti, und wirke in mir beide das Wollen und das Bollbringen dergestalt, daß ich im Glauben nicht schwach, und in Uebung der Gottseligkeit nicht laut werde, sondern mit Wahrheit sagen könne: ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir! Mit dem, was meine zeitliche Wohlfahrt betrifft, mache es so, wie du nach deiner unendlichen Weisheit erkennest, daß es zu deiner Ehre und meinem Heil dienlich sey! Willst du mich durch Kreuz prüfen, so verleihe mir dazu Muth und Stärke des Glaubens, Geduld, Ges laffenheit, und die Hoffnung, daß mir durch deine Borsehung alle Dinge zum Besten dienen müssen! Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und dein freudiger Geift treibe die Traurigkeit aus meinem Herzen! Auf dich, Herr, Herr, sehen meine Augen, ich traue auf dich! Amen. Abendgebet am Freitage. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Heilig, beilig, beilig bist du, Herr Zebaoth! Alle Lande sind deiner Ehren voll! So soll dir nun auch aus meinem Munde ein Lob bereitet werden: meine Lippen und meine Seele, die du erlöset haft, find fröhlich, und preisen dich für alle deine bekannte und unbekannte Wohlthaten, welche du mir an dem heutigen Tag erzeiget haft! So sey mir ferner gnädig, und schüße mich auch in dieser Nacht! Laß mich mit guten Gedanken einschlafen, behüte mich) vor unglück, sende deine Engel, daß sie mich bewachen, und dein Friede res giere in meinem Herzen! Mein beschiedenes Theil Trübsal mache mir durch deine Güte erträglich, und komme auch allen andern Mühseligen und Bes ladenen zu Hülfe, auf daß du erquickest den Geist der Gedemüthigten, und das Herz der Zerschlagenen! Wir leben in der Welt, umgeben mit unzäh= Ligen Gefahren: doch du kannst uns aus aller Noth erlösen, du verbirgeft uns heimlich vor Jedermanns Troß. Herr! weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich, und bin gewis, du verläsfest mich nicht; ja, ich werde dir noch danken, daß du meines Angesichtes Hülfe und mein Gott bist! Amen. Morgengebet am Samstage. o habe ich denn durch deine Güte, Bater im Himmel, auch den letzten Tag in der Woche erlebt! Deine Barmherzigkeit währet von einem Tag zum andern. Du wirst nie müde, uns Gutes zu erweisen, wenn wir gleich wft so bald müde sind, dich für deine Wohlthaten zu preisen! Morgen und Abendgebete auf alle Wochentage. 303 Wie glücklich bin ich, daß ich auch noch diesen Tag erlebt habe! Heute fann ich mich noch mehr in der Reinigkeit meines Herzens, in der Ausübung des Guten, und in einer weisen Borbereitung auf die Ewigkeit üben. Ach, vielleicht bin ich schon oft mit größter Seelengefahr eingeschlafen, und habe deine Stimme verachtet, die mir so ernstlich zurief: Wache auf, der du schläfeft; stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten! D mein Gott, wie gut ist es für mich, daß ich noch den heutigen Tag erlebt habe! Ich bete deine Güte an, und freue mich des Lebens. Jede Stunde, jeder Augenblick soll mir auf's Neue wichtig seyn! Ich will eilen, und nicht säumen, deine Gebote zu halten. D könnte ich heute alles das nachholen, was ich in dieser Woche versäumt habe! Gib nur, daß dieser lette Tag derfel ben nicht verloren sey! Laß mir die Kürze und Ungewißheit des menschlichen Lebens tief im Sinne liegen, und erwecke mich dadurch, jede Stunde, die du mir gönneft, weislich zu nüßen! Laß doch nicht zu, daß ich so leicht= finnig, wie so Biele, lebe, und mich weder um die Anwendung der gegens wärtigen Zeit, noch um die darauf folgende Ewigkeit bekümmere! Deffne allen gedankenlosen Sündern, die ihre Buße von einem Tag zum andern aufschieben, die Augen, daß sie den Abgrund, an dem sie schwindeln, mit Schrecken wahrnehmen! Laß ihnen die schnelle Flüchtigkeit ihres kurzen und ungewissen Lebens recht fühlbar werden! Gib, daß ihnen der letzte Tag dieser Woche ein Bild von dem Ende ihrer Gnadenzeit sey, damit er auch der letzte ibres lasterhaften Lebens seyn möge! Ach), laß fie Alle dich suchen, weil du noch zu finden bist! Gib, o ewige Liebe, daß sie heute noch ums kehren und bedenken, was zu ihrem Frieden dienet! Sey heute, barmherziger Bater, mit deinem Segen bei mir, wie du es diese ganze Woche warest! Laß mich dem Ziel der Bollkommenheit immer näher kommen, und Alles mit Eifer thun, was mich) in deiner Furcht und in der freudigen Ausübung der Tugend erhalten und stärken kann! Möchte ich endlich auch meine Gedanken oft auf dein Grab lenken, o mein verherrlichter Erlöser! An diesem Tage feiertest du auch einen Sabbath nach vies tem Leiden! Möchte ich einst auch so ruhig, und mit so süßen Hoffnungen einer fröhlichen Auferstehung entschlafen! Möchte ich nicht in das Grab sinken, bis auch ich so viel Gutes gethan habe, daß ich mich mit Freuden niederlegen, und die Verwesung nicht fürchten darf! D Herr! hilf mir zu diesem Glück, um deiner unaussprechlichen Liebe und Barmherzigkeit willen! Amen. Abendgebet am Samstage. Pater der Barmherzigkeit, der du unerschöpflich an Güte und unermüdet im Wohlthun bist,- ewiger und unendlicher Gott! wie soll ich dir danken für alles das Gute, das du mir diese Woche hindurch vom ersten bis zum legten Augenblicke erzeigt haft? Wo soll ich die Empfindungen und Worte Hernehmen, mit denen ich dein Lob nach Würde verkündigen könnte? Ich kann nichts anders sagen, als: Du bist mein Vater! du bist die Liebe! Ich aber bin unwürdig, und viel zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast! V. R Dwie viel Gutes hast du mir in dieser nun geendigten Woche erzeigt! Du hast mich erhalten, ernährt, mein Herz mit Speise und Freude erfüllt; so manches Unglück, was mich hätte treffen können, gnädig abges wendet; vor vielen Sünden und Bersuchungen mich bewahret, mich Unter= richt, Stärkung und Troft aus deinem Worte schöpfen lassen; mir viele gute Gedanken und Empfindungen eingeflößt; meine Arbeit und meine Berrichtungen geſegnet, und mich deine Güte auf mannigfaltige Weise empfinden lassen! Das Alles soll mich billig zur herzlichsten Dankbarkeit erwecken, und mich beschämt machen, wenn ich mir des geringsten vorsäßlichen Uns dankes bewußt bin. Herr, mein Gott! ich bitte dich um den Geist des rechten Ernstes, der mich diese Woche nicht beschließen lasse, ohne daß ich dir gefälliger sey. Möchten mir doch alle Wohlthaten, die ich dir zu danken habe, und alle meine Sünden, noch ehe ich einschlafe, wieder in den Sinn kommen, damit ich beschämt, demüthig und zerknirscht, mich deiner Erbarmung und Gnade auf's Neue versichern könne 304 Selbstprüfung vor der Beicht. Gib auch, o barmherziger Gott, allen andern Menschen eben diese Gesinnung in's Herz, daß sie nicht leichtsinnigerweise in sündlicher Sicherheit einschlafen, und ihre Uebertretungen so wie deine Wohlthaten vergessen! Ach, vielleicht ist dieß der letzte Tag in meinem Leben! Möchte dieser Gedanke nichts Schreckliches für mich haben! Möchte ich mit Freuden an das Anschauen meines Erlösers denken können! Möchte Christus mein Lez ben, und Sterben mein Gewinn seyn! Ach, Herr, Herr! daß doch einmal die Liebe dieser Welt, und dessen, was in der Welt ist, in meinem Herzen erlöschte! daß mir doch von einem Tag zum andern das Unsichtbare und Ewige wichtiger und wünschenswürdiger würde! Eine Woche nach der andern geht hin, wie ein Tag nach dem andern; aber ich), ich bleibe; meine Seele bleibet, und vergeht nicht. Die Beit wird immer kürzer, die Ewigkeit immer näher für mich. Ach, laß mich doch allen Leichtsinn und alle Sündenliebe mit dieser Woche ablegen, und morgen heiliger erwachen, mit innigster Begierde, alle Gelegenheiten zu bes nüßen, wo ich mich erbauen kann, und alle Gnadenmittel zu gebrauchen, die mich in der Gottseligkeit stärken, damit ich das Ende meines Glaubens, der Geelen Seligkeit davon bringen möge! Amen. Selbstprüfung vor der Beicht. Uawiffender Gott, der du die Herzen der Menschen prüfeft, und unsre verz borgensten Gedanken besser, als wir selbst, fenneft, ich bitte dich um deinen gnädigen Beistand zu dem wichtigen Werke der Prüfung meiner selbst! Behüte mich dabei vor Heuchelei und gefährlichem Selbstbetrug, daß ich mit meine Schwächen und Fehler nicht verheble! Ich muß ja doch einst offen= bar werden vor deinem Richterstuble! Wie unglücklich wäre ich, wenn ich mich da erst recht kennen lernte, und meine Therheit zu spät bereuen müßte! Liebte ich denn, stets und wie ich sollte, Gott mehr, als mich und alle andern Geschöpfe? Dankte ich ihm für alle Wohlthaten, die ich aus seiner milden Ba terband empfing? Seßte ich vornehmlich auf ihn, nicht auf meine Geschicklichkeit, nicht auf Menschengunft oder Hülfe mein Vertrauen? Redete oder handelte ich) nie wider mein Gewissen, und fürchtete ich die Menschen nicht mehr, als Gott? Habe ich an allen Orten mich vor dem allgegenwärtigen Gott gea fcheuet? That ich Gottes Willen stets mit kindlicher Bereitwilligkeit? Entehrte ich seinen heiligen Namen nie durch Fluchen und Schwören, durch Lüge oder Aberglauben? Erhob ich im Gebet oft und mit Andacht mein Herz zu ihm? Hatte ich an seinem göttlichen Worte meine Freude? Besuchte ich die heiligen Bersammlungen der Christen, so oft es seyn konnte? Hörte ich das Wort des Herrn mit Aufmerksamkeit, und war ich auch ein treuer und fleißiger Thäter des Wortes? Habe ich den Tag des Herrn allezeit nach Gottes Willen heilsam angewendet, und nie durch eine sündliche Ruhe, oder unnöthige Arbeit, oder allzugroße Zerstreuungen entweiht? Suchte ich meine( eltern und) Borgeseßte stets durch Hochachtung, willige Folgsamkeit und Liebe zu erfreuen? Hab' ich sie nie erzürnet, nie betrübt, nie ihre Wohlthaten vergesſen? Sin ich meinen untergebenen nicht zu hart begegnet? Habe Selbstprüfung vor der Beicht. 305 Hab ich nichts gethan oder geredet, wodurch die Glückseligkeit irgend eines meiner Nebenmenschen gestört worden wäre? Bin ich den Armen, so viel es seyn konnte, mit Wohlthaten zu Hülfe gekommen? Habe ich die Betrübten gerne getröstet? Habe ich keinen Menschen geschmäht und gelästert? Keinen mit Troß und feindseligen Geberden betrübt? Habe ich meinen Zorn stets gemäßiget? Nie eine unerlaubte Rachgierde im Herzen unterhalten? War ich stets bereit, mich) mit meinem Feinde zu versöhnen? Habe ich meinem Feinde auch Gutes gewünscht und Gutes gethan? Habe ich nicht durch Unordnung im Essen und Trinken, durch hefs tigen Zorn, oder durch allzuviel Arbeit meiner Gesundheit geschadet und meinen Leib geschwächt? Habe ich alle unzüchtige Gedanken und Begierden zu unterdrücken gesucht? Gab ich mir alle Mühe, meinen Leib und meine Seele rein und uns befleckt zu erhalten? how Juni Habe ich meinem Ehegatten stets die gebührende Treue geleistet, demselben mit Liebe begegnet, und sein Wohl, wie mein eigenes, befördert? habe ich mich nie durch irgend eine ungerechtigkeit an dem Nächsten verfündiget? Meinen Obern und Borgeseßten nie etwas veruntreut oder vernach)läffigt? Meinen Untergebenen ihren gebührenden Lohn und ihre gebührende Kost nie versagt, oder geschmälert? Nie auch den geringsten Betrug im Handel begangen? Die Wohlfahrt, meines Nächsten, wie meine eigene, zu befördern gesucht? Habe ich auch das Meine weislich zu Rathe gehalten, und durch) Arbeit zu vermehren gesucht? Wahrheit abgewichen? War ich mit dem, was mein Gott mir gab, auch zufrieden? Bin ich nie auf eine unerlaubte Art von Habe ich nie zum Schaden des Nächsten eine Unwahrheit geredet? Nie gegen meine Borgeseßten die Wahrheit geläugnet? Nie durch bösen Argwohn mich an dem nächsten verfündigt? Nie die Heimlichkeiten des Nächsten unbefugt und zu seinem Schaden entdeckt? Habe ich keinen Menschen je durch böse Nachreden betrübt? Nie etwa sogar vor Gericht ein falsch) Zeugniß gegeben? War ich im Reden stets vorsichtig? Habe ich nie nach den Gütern des Nächsten liftig getrachtet, sondern einem jeden das Seine gegönnt, und die Begierde nach irdischem Gute gemäßigt? Habe ich nie durch Ehrgeiz und Hoffart mich verfündigt? habe ich dir, o du treuer Heiland, der du dich für mich in den Edd gabft, für deine Liebe genugsam gedankt, meinen Leib und meine Seele dir wieder zum Opfer übergeben, mich in deiner Nachfolge geübt, dem Geist der Gnade nie muthwillig widerstrebt, und überhaupt den theuren Eid gez halten, den ich dir, o Gott, in der Taufe und auch nachher öfters feierlich gethan habe? 20 Gebet vor der Beicht. Ach, du barmherziger Bater! gehe nicht mit mir in's Gericht, denn ich kann dir auf Tausend nicht Eins antworten. Vergib mir, um deines Sohnes willen, alle meine nun erkannten, oder auch unerkannten Sünden! Schenke mir Kraft, fünftig aus Liebe zu dir, durch den Beistand deines Geistes, das Böse zu meiden, und das Gute zu thun, täglich vollkommner, und endlich von aller Sünde befreit, deinem Bilde ganz ähnlich zu werden! Amen. 306 Gebet vor der Beicht. Uuwissender und allgegenwärtiger Gott, der du das Herz prüfeft, und dem die Aufrichtigkeit angenehm ist! Ich bereue alle Sünden, welche ich bisher begangen habe, und bitte dich um die Bergebung derfelben. Du hast ja deis nen eingebornen Sohn auch für mich leiden und sterben lassen. Ich glaube von ganzer Seele an ibn, als meinen Erlöser. In dies fem Glauben, der allein mein Herz beruhigen kann, will ich mich abermals durch den würdigen Genuß des heiligen Abendmahls stärken. O segne dies fes mein Vorhaben, und verleihe mir die Gnade, daß ich, durch den würdigen Genuß des heiligen Gnadenmahls beruhigt, erquickt und gestärkt, dir mit neuem Eifer diene und chriftlich lebe! Gib, daß daß auch jetzt das trostvolle Wort, welches mir dein Diener in deinem Namen verkündigen wird, einen tiefen Eindruck auf meine Seele mache! Amen. Severhuisd Beicht. Na wiffe: der, beiliger und gerechter Gott! der du die Herzen der Menschen erforschest und alles Böse hasseft; aber auch, barmherziger Bater! der du des Sünders nicht willst, sondern ſeine Besserung und Seligkeit, im fiebe, vor deinem Angesichte. Smannged Ach, du weißt es, und ich klage mich selbst an, daß ich oft und mannigfaltig mit Gedanken, Begierden, Worten und Werken wider deine Ges bote ge ündigt babe! Deine Gaben und die mir verliebenen Kräfte habe ich oft zur Günde mißbraucht und den Weg deiner Gebote und der Tugend verlassen und bin auf bösen Wegen gewandelt. Ich erkenne es demüthig und mit tiefer Rene, daß ich mich deines Mißfallens und deiner gedrohten Strafen dadurch schuldig gemacht habe, und flebe beschämt, doch glaubensvoll, zu dir: Gott sey mir Sünder gnädig! Barmherziger Bater! Schone deines fehlenden Kindes! Handle nicht mit mir nach meiner Sünde, und vergilt mir nicht nach meiner Misses that. Du hast ja auch mich durch deinen Sohn, Jesum Christum, erlöst, und ihn auch für mich leiden und sterben lasſen. D so laß auch mir Guade und Bergebung widerfahren, die du durch ihn Allen verbeißen haft, die im Glauben zu dir kommen und sich bessern! Siebe, ich gelobe dir ernstlich eine aufrichtige und beständige Besserung meines Lebens. Feierlich) entsage ich allen böfen Lüften und Werken, und allen sündlichen Gewohnheiten, und es ist mein fester und beiliger Borsaß, Sinn und Wandel nach deinem Willen einzurichten, und vor dir zu leben in Gerechtigkeit und Heiligkeit, die dir gefällig ist. Doch, Herr, ich bin ein schwacher Mensch, und ohne deine Kraft vermag id) nichts. Darum flehe ich zu dir um deinen Beistand, mein Bersprechen zu erfüllen. Befestige durch deinen Geist in mir gute Gesinnungen und Entschließungen. Hilf mir der Sünde Reiz besiegen. Hilf mir ein reines Herz und ein gutes Gewissen bewahren bis an's Ende meines Les bens; erhalte mid) treu im Glauben und in der Gottesfurcht, und führe mich zur ewigen Seligkeit, wozu du mich durch Jesum Christum berufen haft! Amen. Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. 307 Gebet nach der Beicht. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen beiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan bat! Der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Berderben errettet, und dich) mit Gnade und Barmherzigkeit krönet! Wer vermag die Langmuth und Geduld unsers Gottes auszusprechen? Er ist der gute Bater, den des verlornen Sohnes jammert, der ihn mit Freuden zu seinem geliebten Kinde wieder aufnimmt, wenn er in sich geht, und mit Erkenntniß seiner begangenen Missethaten, mit Reue über dieselben, zu ihm zurücke kehrt, und um Bergebung bittet. Dieß habe ich jetzt ju meinem Trofte erfahren. Ich hatte mit mei nen Gedanken, Worten und Werken unzählbare Günden wider dich, meinen Herrn und Wohlthäter, begangen. Ich kam zu dir, im festen Vertrauen zn deiner unendlichen Barmherzigkeit und zu der versöhnenden Kraft des Todes Jesu. Ich seufzte: Bater! ich habe gefündigt vor dir; ich bin hinfort nicht mehr werth, daß ich dein Kind heiße. Bergib mir meine Schuld, Gott, mein heiliger Richter! Ich preise dich, Gott, mein Vater und Richter! Du gabst mir in deinem Worte die tröstende väterliche Versicherung: fürchte dich nicht, dir find deine Sünden vergeben! Sey getrost, du sollst nicht sterben, sondern leben! Gott, Bater! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß du mir, nach deiner unendlichen Barmherzigkeit, alle meine Schuld erlässeft, und in Jesu Chrifto Frieden mit dir schenkest. Herr Jesu Christe, mein Heiland und Fürbitter! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß du die Bersöhnung für meine Sünden geworden bist, und mich zur Rechten Gottes vertrittst! Ewiger, heiliger Geift Gottes! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, daß dit meinem Geiste das Zeugniß gibst, ich sey Gottes Kind! Nun habe ich Frieden im Gewissen. Nun habe ich Freudigkeit zu Gott; id) rufe mit kindlicher Zuversicht zu ihm das Abba, lieber Bater! Ich sage getrost: wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da ge= recht machet! Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns! Hochgelobter Gott! Bater, Sohn und heiliger Geiß! Anbetung, Preis und Ehre sey dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mich so hoch begnadiget haft! Ach! wie freuet sich mein Herz über deine unaussprechliche Wohlthätigkeit, und mein Mund frohlocket über dein großes Erbarmen. Erwecke meine Seele, daß sie dich dafür immer erhebe! Ich wäre das un dankbarste Geschöpf, wenn ich deine Barmberzigkeit, mit der du mich) zu deinem Kinde wieder angenommen, je vergessen könnte, wenn ich für die neugeschenkte Gnade dir nicht von ganzem Herzen dankbar wäre. Laß mich diese Gnade nie wieder durch vorsäßliche Sünde verlieren, sondern darin bis an mein Ende verharren. Dir übergebe ich mich auf das Neue zu deinem Dienste. Dir will ich leben, die mit einem heiligen Wandel auf Erden danken, dich) einst mit verklärten Lippen ewig preisen! Amen. Gebet vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Göttlicher Erlöfer, Herr Jesu Christe! du haft dein Gedächtnis der Wuns der deiner Liebe gestiftet, und dein heiliges Abendmahl zum Troft und zur Glaubensstärkung für deine Berehrer angeordnet, und auch mich läsfest du noch jegt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchristen zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß id) deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu demen Erlösten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heiland, zi danken! Wie unwissend, wie verderbe, wie trofflos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade feyn; wie unterträglich würde mir die Last meis 308 Gebet bei und nach dem Genuß des heil. Abendmahls. ner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre GSünden dahingegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht das mich erleuchtet; aller Troft, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtnis seyn! Würde ich nicht der undankbarfte unter allen Menschen seyn, wenn ich dein vergäße; wenn ich mit Kaltfinn und Gleichgültigkeit an dich gedächte; wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser! ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Berehrer zu bekennen, und es Jedera mann zu sagen, daß ich es für mein Glück und meinen Ruhm halte, dein zu seyn. Ich komme, als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit busfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbieteft, und das große Heil, das du gestiftest haft. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum zu weihen, und den heiligen Borsas zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu befestigen, und mich auf's Neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. D Herr! laß mein Bors haben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich bloß mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen fern von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfeft, alle Falschheit und Vorstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoff= nung dadurch in mir gestärkt und ich auf das Kräftigfte bewogen werde, die Bersprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten! Amen. Gebet bei dem Genuß des heiligen Abendmahls. Herr, mein Heiland! ich komme jeßt mit einem Herzen, das sich deiner freuet und tröfstet, zu deinem Abendmahl: denn es versichert mich von deis ner auch für mich vollbrachten Erlösung. Gib, daß ich es in wahrem Glaus ben halte, und die für dein Leiden und Sterben mein Lebenlang in treuem Gehorsam recht dankbar seyn möge! * Herr Jesu! bu bist das Brod des Lebens. Wer zu dir kommt, den wird nicht hungern; und wer an dich glaubet, den wird nimmermehr dürften. Mit dieser Empfindung meiner unwürdigkeit komme ich zu dir. Stärke und erquicke mich durch dein heiliges Mahl. Dein Mahl sey mir ein Mahl des Lebens, eine stärkende Beruhigung gegen die Menge meiner Sünden, eine Kraft zur Heiligung und Besserung meiner Seele! Unmittelbar nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. Ich lebe; aber doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir! Chriz ftus ist mein Leben. Wie selig bin ich, wenn du in mir lebeft, göttlicher Heiland! Ich bin mit dir durch den Glauben vereinigt. Jch bin dein: denn du hast mich theuer erkauft. Du bist mein. Ich umfasse dich im Glauben. Niemand soll uns scheiden. Ach! laß mich dir getreu, bis in den Tod getreu verbleiben! * Erhebe dich, mein Geist, zu deinem Gott empor, und danke dem Herrn für seine unanssprechliche Guade, der dich gewürdiget hat, seinen Gebete vor und nach Gewittérn. 902 309 Bund auf eine so feierliche Weise mit dir zu erneuern! möchte ich doch, o Jesu, von nun an täglich in dankbarer Erinnerung an den erneuerten Eid der Treue leben! Gib, daß ich das, was ich dir jetzt bei deinem Gnadens mable angelobet habe, niemals vorsäßlich brechen, sondern demselben auf's Möglichste nachkommen möge. Laß mich dir on nun an in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen, bis ich dereinst nach vollendetem Pilgrimslauf in deine ewige Herrlichkeit aufgenommen werde! Dankgebet nach dem heiligen Abendmahl. Ich danke dir, Herr Jesu Christe! daß du mich durch diese heilsame Gabe, deines Leibes und Blutes erquicket hast, und bitte deine Barmherzigkeit, daß du mir solches gedeihen lasseft zu einem starken Glauben an dich, und zu brünstiger Liebe gegen meinen Nächsten; zu christlicher Geduld in allen Leiden, zu schuldigem Gehorsam im Leben und Tod, der du mit Gott dem Bater in Einigkeit des heiligen Geiftes lebest und regierest immer und ewiglich! Gebet bei Donnerwettern. Gott, ott, du allmächtiger Herr der Welt, der du große Dinge thuft, im Hims mel und auf Erden, Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich, wenn du den Himmel mit schwarzen Wolken verdeckest, und aus deinem heiligen Dunkel deine Blige leuchten und deine Donner hören läsfest! Ich bete dich an, mein König und mein Gott! Ich ebre dich in deis ner majestätischen Pracht, und freue mich, daß du dabei auch die Liebe bift und daß ich dich Bater nennen darf, meinen Bater, durch Jesum Chriftum. Wie groß ist deine Macht im Wetter, du Gott der Ehren! Du siehest die Erde an, so bebt fie; du rühreft die Berge an, fo rauchen sie. Aber wie groß ist auch deine Weisheit und Güte, welche unfrer Erde auch in Wettern wohl thut, die schwüle Luft von schädlichen Dünsten reiniget, die welkenden Gewächse erfrischet, und die schmachtenden Geschöpfe erquicket! Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du haft fie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güte. D laß mich jest mit findlicher Ehrfurcht und Freude hinaufsehen nach deiner heiligen Höhe! Laß meine Andacht nicht seyn, wie das Gebet der Sünder und Heuchler, die im Wetter sclavisch zittern, aber bei heiterm Himmel dich vergessen und deiner spotten. Ich weiß, daß du, mein Schöpfer, alle Dinge in der Welt zu Werkzeugen deiner Gerechtigkeit machen, und zum Berderben der Sünder brauchen kannst; das Sandkorn eben sowohl, als den Blig einer Wetterwolke. Aber wenn ich nur immer fromm und gottesfürchtig wandle, und dazu gib du mir Gnade! alsdann kann ich mich jederzeit deiner Gnade freuen, die sich unser in Chrifto Jesu erbarmet, und keine Lust hat am Bers derben des Sünders: alsdann kann ich) den Troft haben, daß ohne dich kein Haar von meinem Haupte fällt; daß ohne deinen Willen kein Berderben meine Hütte, kein Schaden unsre Felder trifft; oder wenn du auch eine Prüs fung über mich wollteft kommen lassen, daß doch Alles zu meinem Besten von dir wird gelenket werden! Hier bin ich denn, mein Bater! Mit Allem, was ich bin und habe, ergebe ich mich in deine Baterhuld, und überlasse mich deinem Schutz! Bewahre mich und die Meinigen und alle Menschen! Behüte die Früchte des Landes, und segne uns an Seele und Leib mit deinen Gütern! Gott, tröste uns! Laß leuchten dein Antlig über uns, so genesen wir! Amen. Danksagung nach dem Ungewitter. Du, Herr, baft Großes an mir gethan, und aus Gnade den Schaden abgewendet, den dieses fürchterliche Wetter hätte anrichten können! Lob und 310 Morgen und Abendgebet eines Reisenden. Dank bringt unser Herz: denn von dir allein und deiner väterlichen Erbarmung kommt diese Hülfe. Stets wollen wir daran gedenken, daß du Alles gebrauchen kannst, um uns deine Macht zu unserm Unglücke fühlen zu lassen. Immer wollen wir in deiner Furcht wandeln, auf deine heilige Gebote sehen, und durch deine Gnade unser Gewissen vor der Schuld muthwilliger und vorsätzlicher Sünden sorgfältig bewahren. Immer wollen wir dich lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe! Das sind wir deiner schonenden Güte schuldig; diese chriftliche Ges finnung wird auch unsre Seelen mit Hoffnung, Ruhe und Muth erfüllen, wenn neue Gefahren drohen. Herr, immer sey uns deiner Hülfe nahe, und deine mächtige Hand schüße uns! Amen. Morgengebet eines Reisenden. Numächtiger Gott! du bist mit deiner unsichtbaren Kraft und Wirkung bei allen deinen Geschöpfen zugegen: du umgibst uns an allen Orten, und fiebeft alle unsre Wege. D wie tröstlich ist dieser Glaube dem, der dich fürchtet! Wie tröstlich ist es auch mir in diesem Augenblicke, daß ich, fern von den Meinigen, mich unter deinem Schuße sicher weiß! Du hältst gewiß deine Hand über mir, daß mich kein unfall treffen wird. Wer unter dem Schuß des Höchsten ist, und unter dem Schatten des Allmächtigen wohnet, der spricht zu Gott: du bist meine Zuversicht und mein Trost; meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat." In diesem festen Bertrauen zu deiner Macht und Güte( fange ich jetzt meine Reise an) seße ich denn mit getroftem Muthe meine Reise nun fort. Sey du mein Schuß wider alle Gefahr, die mir begegnen kann. Sey du auch der mächtige Schuß aller der Meinigen, die ich zurückgelassen habe; behüte sie vor Sünden und allen betrübten Zufällen. Bringe mich gesund an den Ort, an den ich kommen will. Segne meine Berrichtungen, und Laß mich) Alles, was ich vorhabe, in deinem Namen thun. Laß mich an allen Orten vor dir wandeln, und von Herzen fromm seyn. Dich will ich für alle diese Wohlthaten täglich loben und preisen; mein Leben zur Berherrs lichung deines Namens anwenden, und endlich wann ich diese Pilgrimschaft geendiget habe, dir dort in meinem himmlischen Baterland ewig Dank fagen! Amen. Abendgebet eines Reisenden. Fürchte dich nicht: ich bin bei dir! weiche nicht, ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir, ich erhalte dich durch die rechte Hand meis ner Gerechtigkeit. Esaia 41, 10. Täglich erfüllest du diese tröftliche Berheißung an mir, o du getreuer Gott! Und ich habe auch an dem heutigen Tag aus der Erfahrung gelernet, daß die, welche dich fürchten, kein Utebel trifft. Du warst bei mir mit deiner unsichtbaren Kraft; du haft mein Les ben und meine Gesundheit erhalten, meine Glieder zur Bollendung der Zagreise gestärket, Gefahren von mir abgewendet, und mich die Stätte erreichen lassen, da ich ruhen und mich wieder erquicken kann. Nimm meis nen demüthigen Dank für alle Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan haft! Bergib mir nur, geliebter Bater! alle Schuld, wo ich mich irgend auf eine Art an dir versündiget haben mag. Laß, um Chrifti willen, deine Gnade nicht von mir weichen. Bedecke mich mit deinem mächtigen Schilde wider alle Gefahren der Nacht. Laß mich den Morgen fröhlich wieder sehen, daß ich mit frohem Herzen rühmen und sagen könne: Gott ist bei mir, ich bin sicher und fürchte mich nicht. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, wovor sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, wovor sollte mir grauen? Seine rechte Hand schüßet mich; seine Güte leitet und segnet mich." Amen! das wolleft du an mir gnädig erfülBen, um Jesu Christi willen! Amen. 311 Gebet nach der Reise, und in Krankheit. Gebet nach der Reise. Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen; daß sie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßeft. Psalm 91, 11. 12. Ge Pelobet seyft du, treuer Gott, daß du diese deine Berheißung auch an mir erfüllet; daß du mein Gebet erhöret baft; daß du mein Schuß auf allen meinen Wegen gewesen bist, und meine Reise zu einem guten Ende gebracht haft! Biele Gefahren hast du von mir abgewandt; ich gedenke jeßt, da ich in Sicherheit bin, mit einem gerührten Herzen daran. Der Unglücksfälle, die mir im Berborgenen droheten, die mir unbekannt geblieben sind, sind gewiß noch weit mehrere. Aber du haft mich immer behütet, und sicher zu den Meinigen ges leitet. Id froblocke jett: es ist gut unter der Obhut Gottes stehen, und sich seinen beschüßenden Händen voll Bertrauen überlassen. Diese Erfahrung, die ich nun auf's Neue gemacht, stärke mich in meinem Glauben an deine Borsehung. Allmächtiger Gott! laß ferner deine Augen über mich zum Schuß offen stehen; dein Segen sey allenthalben mit mir! Behüte meinen Auss gang und Eingang, von nun an, bis in Ewigkeit! Amen. Gebet in Krankheit. Unendlich gütiger und barmherziger Gott, der du der Arzt der Kranken, der Troft der Betrübten und die Zuflucht der Berlassenen bift! Ich bekenne und Flage dir meines Herzens Schwäche, die sich in meiner Krankheit so oft durch Ungeduld, Mißtrauen und Kleinmüthigkeit äußert. Bergib es mir um Christi willen, wo ich irgend durch ängstliches Zagen und Murren mich an dir verfündiget habe, und schenke mir die Geduld, die mir so nöthig ist. Laß mich oft an deine Verheißungen gedenken, und laß mich die Kraft derselben an meinem Herzen erfahren, damit ich mit fester Uebers zeugung glaube: du werdest meiner nicht vergessen, du werdest mich nicht verlassen, noch versäumen. Du willst nicht, daß ich mein gegenwärtiges ( langes) Leiden gering achten, oder unempfindlich dagegen seyn soll. Aber gib auch, daß ich dasselbe nicht als ein Zeichen deiner Ungnade ansehe, sons dern solches als eine weise und väterliche Züchtigung, die von deiner Hand kommt, verehre. Laß mich feft überzeugt werden, daß diese Krankheit nach deiner weisen Fügung mein wahres Seelenheil und den christlichen Vorfag bea fördern werde, am meisten nach dem zu trachten, das droben ist. Gib mir aber auch den freudigen Trost, daß du zwar Wunden schlägst, fie aber auch wieder heileft, und daß der Lohn derer, die in Trübsalen aushalten, groß seyn wird. Erwecke mich dabei, immer auf das Muster meines Erlösers zit seben, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuze: damit ich nach seinem Erempel wabre Gelaffenheit und Geduld beweise, und von dir und deiner Huld nicht geschieden werde! Amen. Ein Anderes. Proßer Gott, der du die ganze Welt und die Schicksale eines jeden eins zelnen Menschen mit der höchsten Weisheit regiereft. Ich bin überzeugt, daß auch diese Krankheit, auch dieses Leiden, das mich betroffen hat, von dir aus weiser, väterlicher Absicht, über mich verhängt ist. Darum schenke mir deine Gnade, daß ich vertrauensvoll in deiner Führung ruhe. Las mich stets bedenken, daß dein Wille ein guter und gnädiger Wille ift, der immer mein Beftes wählet. Ach! wie oft will mein Herz den Irrweg. 312 ala Gebet nach der Genesung. und wie selten will es sich deine Wege wohlgefallen laffen! Siehe mich zurück, wenn ich meinem eigenen Willen folgen will, und lehre mich, mich felbft verläugnen, meinen eigenen Reigungen und Wünschen entsagen, und mich ganz deinen Fügungen unterwerfen. Berleibe, daß ich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen sage: Herr, dein Wille geschebe! Dann wird meine Seele rubig, denn ich weiß, du wirst mir nichts geschehen lassen, als was mir nüßlich und heilsam ist. So schane denn, großer Gott, bernieder auf mich, der( die) ich hier vor dir liege; nimm mein Herz, und mache es so gefinnet, wie es dir wohl= gefällig ist! Mit Freuden kann ich bis bieber sagen, daß deine Hand mich ges leitet, daß dein Arm mich geschüßet, daß dein Trost mich erquicket hat. Nun, o Gott! du lebeft noch, deine Treue ist noch immer groß, und deine Güte ist noch täglich neu. Was du willst, das geschehe! Dir ergebe ich mich in kindlichem Gehorsam, es sey zum Leben oder Sterben. Es gehe, wie es gehe, du, Bater in der Höhe, weißt doch zu allen Sachen Rath! Amen. Gebet nach der Genesung. Großer Gott, böchster Gebieter über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder herausführeft, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder, und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückriefeft! Ich rief zu dir: ewiger Gott! ist es möglich, so friste mir mein Leben noch auf einige Zeit. Da hörtest du meine Klagen, und fahest meine Thränen an, und gabst mir Leben und Gesundheit wieder. D daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würden erheben könnte! Ich bekenne es mit freudigem Danke, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit und Sorgfalt der Menschen ist ohne dich vergebens. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, in meiner Krankheit und in meinen Aengsten versprochen! Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann: ich versprach, dir bis in den Tod treu zu bleiben. Gib denn doch nicht zu, daß ich so heiliger Zusagen je vergesse, sondern präge sie mir tief in's Herz, daß ich alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß mich von nun an dir leben! Ziebe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in die Welt tres ten läsfest, in welcher uns so viele Bersuchungen zur Sünde umgeben. Du allein kannst mich erretten. Gib mir Einsicht und Kraft, gib mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen und alle Lockungen einer verführerischen Welt verachten möge. Sey dut mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erbalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist regiere mich! Der Glaube sey mir anstatt des Schils des, und dein Wort anstatt eines Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. Nie komme mir doch die Ermahnung aus dem Sinne: Siehe zu, du bist gesund worden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas ergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt Leben und Gesundheit wieder schenkest, ich doch einst diese Welt verlassen muß. Ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Borbereitung auf die Ewigkeit dienet; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Baterland ist, und unser Herz und Bestreben dahin gerichtet seyn müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahrt lieget. Ach! so laß mich denn dergeftalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vors theilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundbeit und Heilung meiner Seele mir noch weit wichtiger und angelegener fen, weil ich ohne diese dein Angesicht uicht schauen und an deinem Reiche Feinen Theil baben kann. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken! Höre ihr Bitten! Stebe ihnen bei, und gewähre ihnen Alles, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet! Hilf auch allen denen, die du mit mir von ihrem Krankentager aufe fiehen, und die Sonne mit Freuden wieder erblicken läffeft! Gib einem Seufzer eines Sterbenden. 513 jeden unter uns, daß wir weder deiner Wohlthaten, noch auch unsrer Bere sprechungen jemals vergessen. Erhöre, Bater im Himmel, mein Gebet, das ich im Bertrauen auf deinen Sohn, Jesum Chriftum, zu dir thue! Amen. buonis Seufzer eines Sterbenden. Mein Jesu, der du für mich gestorben bist, gib, daß mich mein Tod zur unvergänglichen Freude des Himmels bringe! Deine erbarmende Liebe, deine rettende Hülfe suche ich. Es ist nur noch ein Schritt zwischen mir und dem Tode, und dann das Gericht. Stehe mir bei, daß ich selig sterbe. Bertritt mich mit deiner Fürsprache, daß mich kein verdammendes Urtheil treffe. Du zur Rechten Gottes erhöhter Jesu! denke an mich, und laß mich bald mit dir im Paradiese seyn! Amen. * Gelobet seyft du, mein Heiland! Sie gehen zu Ende, die Tage der Eitelkeit, der unvollkommenheit und der Plage. Ich sehe, im Glauben auf dein Berdienst, den Himmel offen, in den du fiegend eingegangen bift, mir daselbst eine Stätte zu bereiten. Ach, Herr! ich warte auf dein ewiges Heil. Laß mich bald genießen Freude die Fülle und liebliches Wesen vor dir ewiglich! Amen. Komm her, du Gesegneter( Gesegnete) meines Baters! Komm, du frommer und getreuer Knecht;( du fromme und getreue Magd) ererbe das auch dir bereitete Reich! Ach! so empfange mich, so rede mich an, mein Heiland! wann ich nun werde vor dein Antlig kommen. Beige dich mir als einen Freund meiner Seefe! * Sterben ist mein Gewinn. Es ist besser, außer dieser Hütte wallen, und daheim seyn bei dem Herrn. So nimm nun meine Seele auf, mein Heiland, der du sie mit deinem Blute erkauft und von Sünden rein gemacht hast! Du lebst, mein Heiland! und ich soll auch leben. Ewig soll ich bei dir seyn. Deine Herrlichkeit soll ich sehen. Welch ein Troft für mein mats tes Herz in dieser schweren Stunde! An dich will ich mich halten, wenn mich Alles verläßt. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. * Mein Gott! ich bin dein Kind, dein mit dir versöhntes Kind. Mache Laß mich mich nun auch zu deinem Erbeu, zum Miterben Jesu Chrifti. dich sehen, wie du bist, herrlich, gnädig, als meinen Bater. Bater! ich bes feble meinen Geist in deine Hände! * * Herr Jesu! nimm meinen Geift auf! Du hast mich theuer mit deis nem Blut und Tod erkauft, daß ich dein eigen sey, in dem Reiche deiner Herrlichkeit lebe, und dir diene in ewiger Gerechtigkeit, unschuld und Ges ligkeit: ch! schenke mir nun das ewige Leben! Du höchfter Tröfter in aller Roth! Du Stärke der Schwachen, du Beistand der Sterbenden, verlaß mich nicht! Jest, jest stärke meinen Glauben, meine Liebe, meine Hoffnung, meine Geduld. Hilf mir meinen Kampf vollenden! Laß mich das verbeißene Kleinod erlangen! Fürbitte für einen Sterbenden. Gottlob! mein Lauf ist vollbracht, mein Kampf gekämpfet! SO glaube, ich hoffe, ich halte mich fest an dich, mein Gott! mein Erlöser! mein Beistand! Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! 314 Fürbitte für einen Sterbenden. Uumächtiger Erbarmer! trener Schöpfer und Bater der Menschen, um deiner großen unaussprechlichen Barmherzigkeit willen fleben wir dich an, erquicke diese scheidende Seele in ihrer Todesangst! Hilf ihr nach deiner ewigen Gnade, daß sie bald möge überwinden alles Leiden dieser Zeit! Ers barmender Bater, die du zum ewigen Leben erschaffen haft, bringe ste bald zur Freude desselben! Stärke sie im Glauben, so lange der legte Kampf noch anhält. Heiliger, barmherziger Heiland! verlaß sie nicht in ihrer Todes Noth! Auch für sie hast du dein Blut vergossen. Erbarmender Heiland! gedenke ihrer jetzt zum Besten, da der Menschen Hülfe und Troft bei ihr aus ist! Sey ihr gnädig, und laß sie nicht verzagen in der letzten Angst. D Jesu Christe, Gottes Sohn, erbarme dich über sie! Durch deinen Todess kampf und blutigen Schweiß hilf ihr! Durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Aufersteh'n, hilf ibr iegt in der letzten Noth. Wir armen Sünder bitten, du wolleft uns erhören, lieber Herre Gott! Da nun das Auge bricht, der Mund nicht mehr redet: so vertritt du sie mit unaussprechlichem Seufzen! D gib ihr deinen Frieden, den Frieden des Gewissens, den Friedere sterbender Gerechten, gib bald ihr deinen ewigen Frieden! Umen. AUS Chasis 30-450 bes 113.60% dit suic 13 Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 5 12 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8