Ich une15.cingiaus whillen dem Herrn Tienen Gb 4718 GB 47 18 100 4 Univ.- Bibl. Giessen ED 10 Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfange und Schlu der öffentlichen Gottesverehrung. Nro. 1- 9. - 6140 Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehrer Nr. 10- 289. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nro. 10- 41. Dafeyn Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majest und Größe Gottes 13 17. Auch 11. 56. 5 Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18 20 Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21. 22. 2 25. Ullmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weish Gottes 26. 27. Aud) 50. 59. Heiligkeit und G rechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270 275. Wat haftigkeit und Treue Gottes 30. 31. Liebe, Gu und. Barmherzigkeit Gottis 32 39. Gedul Langmuth und Gnade Gottes 40. 41. 703. Von der heiligen Dreieinigkeit. Nro. 42- 4 Von den Werken und Wehlthaten Gottes. Nro. 47 242. - Schöpfung 47-53. 2uch 420 und 589. Borsehung oder Erhaltung und Regierung der Wel 54 66. Auch 26. 34. 36. Von den Enge 67-69. Der Mensch; seine Würde und Vorzüg 70- 73. Bestimmung des Menschen 74 77. - IV Erlösung 78 187. Sündhaftigkeit des Menschen - -3 78- 83 Folgen der Sünde 84 88. Erldsung und Veredlung des Menschen durch Christum 89 100. Würde des Erlösers 101- 103. Sendung und Geburt Jesu.( Adventslieder) 104- 109. 704. ( Weihnachtslieder) 110- 119. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Chrifti im Tempel 122. 123. Johannes, der Borgånger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thatin Jesu 126 134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jefu.( Passions lieder) 135.- 173. Auferstehung Jefu( Ofterlie184. 705. Christi Hemgang zum Vater 187. 706. r) 174 und Verherrlichung 185 242. Sendung des heiligen Geis 197. Vom Worte Gottes 198- 208. 707. Von der heiligen chriftlis chen Kirche 218 ftes( Pfingstlieder) 188 309. Am Reformationsfest 210. 224. Bei dem geilis 242. Auch 133. 161. 164. — Heiligung 188 Bei der heiligen Taufe 219 gen Abendmahle 225 165. 312. 335. - - - Von der Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243- 289. - Bom Tode 243 263. 665. 666. Von der Auferstehung der Todtin 264 269. Auch 669. 708. Vom júnaften Gerichte 29. 270 275. 709. 710. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276.- 287. 289. Auch 77. 178. 312. Berdammniß der Gott lofen 273. 275. 288. D 3 weite 2 btheilung. Lieber für die christlichen Lebenspflichten. Nr. 290 498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Algemeinen. Nr. 290- 354. Eigenschaften des Chriften überhaupt 290. 292. 293. 317. 325. 328, 336, 346. 347. 354. Berth und Bichtig Beit keit der christlichen Tugend 291. 296. 310- 312. 314, 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Celbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sunde und Reue 294. 306. 2uch 78. 79. 83. Buße oder Sinnensånderung und Lebensbesserung 298. 299. 301. 304. 711. Bitte um Gottes Beistand 979 zum Guten 337. 339. 340. Auch 80. Wider den Aufbub der Besserung 303. 307. Am allgemeinen Bustage 309. Trost der Sündenvergebung durch Shriftum 302, 305, 308. 316. Auch 144. Thåri ger Glauben an Jesum Chriftum, und würdige Gefinnungen gegen ihn 312. 3.0. 321. 326. 331 333. 335. 343 345. 347. 348. 504. Wachtsamkeit auf unfern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Bebarr: lichkeit und Fortschritte in der Befferung 315. 327. 332. 350- 352. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Nr. 355 420. Erkenntniß Gottts 355 358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361.( c). Liebe au Hott 362, 365. Gehorsam gegen Sott 366. 367. Freude in Gott 368 370. Vertrauen auf Gott 371 390. Gebet 391 403. Dankbarkeit ges gen Gott 404 411. 712. Rob Gottes 412 420. 713. 714. www - - wawe Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich 476. selbst. Nr. 421- MOR Gelbsterkenntniß und Demuth 421 425. Selbstliebe 426. S.bstachtung 71. 73. 76. 443.( 6). Gorge für die Seele 427 431. Sorge für Leib, Leben und Ge undheit 432 435. Berufetreue 436 4:39. Bürdigung und weiser Gebrauch der irdischen Guter 440 448. Beiser Gebrauch der Lebenszeit 445 dat VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter befonderen Umständen Nr. 625 702.. Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. In Kriegszeiten 628 630. 3ur Fries benefeier 631. 632. In Thuerung 633. In Was ferénoch 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunft 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Steife 639. Dur: reifende Jungling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644-652. 252 378. 382. 462. 463. 474. Abendmahlefcier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Gencfung 657. 274. Vorbereitung auf den Ted, und Troft für Sterbende 658 668. 247. 260 262. 268, 270. 282 287. Der sterbende Jungling 669. Das stirbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Ginsegnung cines Sters benden 673. Der Tod des Frommin 674. Beim Tode guter Keltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Chegats ten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnissen 679 702. Auch 243. 20. 258. 264. 265. 267. 269 276. 278 287. 289. m Trauerbause und beim Bug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 691. 258, 260, 262. 679. 680. Um Grabe 681 Beim Grabe eines Verunglückten 692 Um Grabe Frühverstorbener 693 695. Um Grabe eines vers dienftvollen Lehrers und Selforgers 697. roft und Gelübde auf Gråbern 698-700. Troft des Wire derjegens 701, 702. 690 - 80 80 ate 81 2028 .80 PO st 承 S iampli? de Allgemeine Lieder bei öffentlichen Gottesverehrung. Bei dem Anfang der Gottesverehrung. Komm, heiliger Geist! dich flehen wir: führ' uns, ner Erfüll' die Herzen deiGläubigen, und entzund' in ihnen das Feuer indeiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft, in Einigkeit des Glau: stårk' uns, und erhalt' uns dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in unsrer letzten Noth! Erbarme dich! Hallebens! luja! In eigener melodie. 3 Nob, Preis und Ehre bringen wir, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm In eigener Melodie. 2 Schöpfer, Gott, Herr erfüllet werden! Wie felig, aller Welt Zeit und ist dein keit, Vater der Barmherzigkeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme edich! Pel 2. Christe, flaricht, unser Heil und Trost an ind zuversicht, du Gottes berew'g ' ger Sohn, ach, unser Mittler vor des Hochsten thron, Heiland! brünstig heiteufzen wir zu dir! Erarme dich. geft 3. Heiliger Geist, dich, in deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns Gott! Vor der Predigt. In eigener Melodie. Niebster Jefu, wir find hier, um dein gottlich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu des Him20 2 Allgemeine Lieder Himmels heil'gen Lehren, Leib und keine Freude un daß das Herz jetzt von der von dieser Liebe scheide! Erde ganz zu dir gezogen werde von bister Eiche fisi 2. Dieses Ecbens Wissens 6 In veriger Melodie. emuthsvoll komm ich zu dir, dich im Ge fchaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht dei- fte zu verchren, Bater! nes Giftes Kraft und mit Licht von Gott erfüllet! Lehr' aufs Wort uns glaus bend merken: laß es und zur Tugend stärken. verleihe mir wahre Andal daß die Lehren deiner We heit mich recht rühren, n den Weg zum Himmel f ren. 2. Ach gib, daß dein ther res Wort meine Seele ganz durchdringe, und in mir o Herr, mein Hort, Fruch zum ew'gen Leben bringe gib, daß es mich mächtig starke zur Bollbringung gus ter Werke. 3. du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom licht aus Gott geboren, bir fei unser Herz geweiht, dir zum Tempel auserkoren! Lenke du Gebet und& bre, uns zum Heil und dir zur Ehre. Mel. Siebster Sefu wir find iter 5 H err! vor deinem 2ngeficht hat die Andacht uns versammelt. Ach berrirf das Flehen nicht, das bein Bolt bir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sich gnåbig auf uns nieder. 2. Laß das Wort, bas hier erschallt, gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unfre Seelen bringen; laß co unfern Cinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach uns so bein Wort bekannt, daß wir seine Vor: schrift üben, dich und den, den du gefandt, Jefum Chriftum, herzlich lieben; daß fin 3. Eaß es sein mein Troft, mein Licht, hert, auf allen meinen Wegen; meine starke Zuversicht, wann sich Zweifel in mir regen; meines Hers zens höchste Freude, wann ich von der Welt cinst scheide. Mel. Bom Himmel fam ber Gott, du bist mein und Ruhm: mein Herz sei ganz deir Eigenthum! Laß mir de Sonntag heilig syn, ut gern ihn deinem weihn! 2. Gib, daß ich mein much bewabr, wann ich beiner Ghriftenschaar zu nes Hauks Stätte geh, un so mit Ehrfurcht vor dir steh 3. CR 3. bei der öffentlichen Gottesverehrung. 3. Erinn're selber meinen Bei dem Schlusse der Geift, daß du mic gegenwärs öffentlichen Gottesvertig fei'ft, damit ich deines Wortes Schr' mit Andacht und mit Nugen hör'. ehrung. mel. Riebster Jesu! wir find 4. Drück alles tief in's Herz hinein, und laß mich 9 Höchfter Gott, wie nicht seyn; daß mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu mincm Segen feiern mag; bewahr' mich vor dem G.ist der Walt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Mel. Herr Jesu Chrift, dich 8 D er du stets unfre 3usei den Deinen, Jefu Chrift! send' uns den Geist, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wanken den Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leitet uns des Les bens Bahn. 3. Halleluja; einst singen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir, und schauen dich in dinim eicht, von Ungeficht zu Angesicht. du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er tpåtig sey durch Werke. 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glaus ben sollen; schenk uns deing Kraft dazu! Gib zum Wiffere auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Uuch jetzt was uns fromm und weife macht, Gottes Wort, den Troft der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stårken. 4. Unser Gott erhört Ges bet, gibt uns seinen Vaters segen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freubig seine Wege wallen! 5. Unfern Ausgang fegne Gott, Bon Gott, dessen Wesend Te 4 Gott, unsern Eingang und Guten Kräfte, daß wir, feiGeschäfte; er sei bei uns in der Noth, er verleih' zum nes Himmels Erben, ihm nur leben, ihm nur sterben! Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Daseyn Gottes. weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht von ohngefähr Himmel, Erd' und Meer; so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Kreatur ist alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die ge= schaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisheit fie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd' und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wuns sche Mel. Kommt her zu mir er könnte zwei fet, ba bu bist, TAMA 10 o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Beuge deines Lebens. 3u sichtbar ist's, daß Gut' und macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ordnung, die entzückt, im GroBen und im Kleinen; ich seh', and ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu einem Ziel vereinen 3. Eine muß dem andern nugbar seyn, daß die sich ihres Dafeyns freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre und sche Ziel nun nicht vergeb lich streben. 7. Mein Sehnen nach 3ufriedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hålt und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. Eigenschaften. 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. oft 5 3. Um seinen Thron her stromt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet: ihn fas sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleihet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo waren wir, wenn seine Kraft uns nicht gebile det håtte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. ihm ist Weisheit und VerBei stand, und Kraft und Stårs ke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen moge? umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von Ferne. bau ohne dich, o Herr, vor 6. Wer schüßt den Weltseinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, grådig, Geduld, Verschoner. voll ein ein Vater, Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 11 Dund Einer mehr. sterniß De und keiner mehr. er Herr ist Gott Frohlockt ihm alle From men! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß, er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganz zen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszuspre: chen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; ch noch die Erde war, war Er, noch eher als die Himmel 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, 20 3 bist Von Gott, dessen Wesen 6 bist filig, wirst cs ewig seyn, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdiencft Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Here! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig soll's kein Undercr seyn, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr als hier in deiner Größe schaue. Majestät und Größe Gottes. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 12 ist nur Einer Herr und Gott im Himmel und auf Erden. Nur fein allmächtiges Ge 13 bot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das fann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt foll nicht mehr seyn, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Ullgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer; der Sterne, die er ausgefåt, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That, kann er's der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath! wer sollte dich nicht preisen? 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es kennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir je weichen? von der Erde los! frei von In eigener Melodie. ( chwingt, heilige Gedanken, euch Gott allen Schranken, unaussprechlich groß. Gott, lobsingt Lobsinget vor seinem Angesicht! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. ist 2. Kein Sinn kann tha kein endlicher erreichen, Verstand; was kann sich ihm vergleichen? wer hat ihn gang erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise, zw seinem ew'gen Preise, mit herrlichkeit erfüllt. 3. Die Sonn' in hoker strahlenreicher Ferne mag glühn; glänzt hellir noch, ihr Sterne, was ſeid ihr gegen ihn? Ihr seid mit curer Pracht in eurem stonsten Lichte, vor seinem Ungee als und Eigenschaften. gefichte nur Schimmer feincr Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich Bater der Natur? Bas wissen wir? Wir tennen nur. Der Weiſen Scharf: finn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der klügste Meister, er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; Du haft die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem HeiligPhumt ertönen seiner Brüder Menge, zu deincs Namens Ruhm. 6. Stimm in der Engel Chore, o meine Seele auch; si voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte würdigsten Geschäfte, wozu dich) Gott erfchuf, dem 7. Im Geifte bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie felig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Leben; das Alles wird er gehen, dem, der sich ganz ihm weiht. begreifen können. O flöße meinem Gcifte die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Chrerbies tung seyn. 2. Du das höchste Gut, du weißt von teinens Leide; töchst selig in dir selbst, schmeckst du volla kommne Freude. Dein ift die Herrlichkeit; auch ohne Kreatur bist du dir selbst ges nug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, um Luft und Selige keiten aufe mannigfaltigste um furcht stets zu nennen, du bift unendlich mehr, als wir Du bist die Liebe selbst; Vers stand und Rath sind d.in: und du gebrauchst sie gern, zu fegnen, zu erfreu'n. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmäch tig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kraft'gen Wort trågst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchfter, bor dir Staub; auch Geifter kannst du tödten. Wen du ernies drigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß be14 A Gott, mit Ehr- stehn. Mel. Nun banket Alle Gott [ nortungswürd'ger 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der 20 4 3 Von Gott, dessen Wesen unsern Odem schüßet; den 15 Hot die gleichet? Leben giebt und nimmt, der Mel. Freu' eich sehr o meine ochster, wer ist's, Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zu vor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, Deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen: doch wird die grobe Hüll' dereinst hinweg genommen, die, Unbegreiflicher! dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sey auch schon hier dein Ruhm von uns befungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Bungen! Dort soll, menn wir dereinst vor dir verherrlicht stehen, ein beßrer Preisgesang dich, großer Gott, erhöhen. Was sind Engel? was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, wer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du, der höhern Geister Größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigkeit Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung aller Gaben, und Beherrscher jeder Welt, über Ulles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hålt, du bist unveränderlich, Alles, Alles, blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in einem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Ticfen finden, wer's versucht, sie zu ergründen. 5. Den haks 9 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, ſo genüge mir davon dein Unterricht! und Eigenschaften. 5. Dennoch soll mir meinen Glaubere, daß du bist, und auch für mich, nie der Thor und Spotter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir; dennoch bleib ich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. In eigener Melodie. rhabner 16 ha Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Bloße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir ge: bührt, und über Ulles steht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes We sen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand: von Engeln silbft wird es nie g nz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? mache mich 17 Gr ist der Gott solchem Dunkel frei, Sott Er In eigener Melodie. ott mein Lied! von daß mir dein Wort des der Stå ke; groß ist sein Glaubens Richtschnur sei. Nam', und groß sind seine Wer5 6 Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe Begreif ich's nicht, wie du die Welt regierst, so sei mir's g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren, einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle: zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen, froh in dir, dein ewig Lob und erhöhen! Herr! groß, und zeigst es mit der du bist That, Huld, an Macht und Rath. unendlich groß an 10 Von Gott, dessen Wesen Werke und alle Himmel 10. Nichts, nichts ist sein Gebiet. 2. Er will und sprichts! so sind und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmet wieder in ihr Nichts. mein, das Gott nicht ange höre. Herr! immerdar foll deines Namins Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 3. Licht ist sein Kleid, und fine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und sei nes Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? in jeder Staub, den du haft werden laffen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblicd und sein Psalm. 13. Du trånkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Tag und Nacht und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller W.lt wer ft dir glich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Here sind wig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; cr schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 14. Kein Sperling fällt. Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hålt? 15. 3ft Gott min Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und bicte f.lbst der ölle Truß. 7 Er ist d'r nah, du sitzest oder gehest. Cb du ans Meer, ob du gen Hmmel flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er f.nnt mein Flehn und all n Rath der Fe.le. thu und fihle, und tilt mir gnådig beizustehn. Er weiß wie oft ich Gutes Ewigkeit und Unveräuhiderlichkeit Gottes. 9. Er mog mir dar, was Mel. Ziebster Jefu, wir find er mir geben wollte, schrieb 18 Gott, du bist von lang Ewigkeit, und leben sollte, da ich noch unbed.in hrrlich großes Wesen reitet war. ändert sich zu teince Zeit. Du 30: 0 dru und Eigenschaften. Du bleibst ficts, was du gewesen. Laß dieß meinen Stift beleben, ehrfurchtes voll dich zu erheben! 2. Ewig und unwandelbar ift, o Gott, dein hohes Wesen! Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum 2.itstern wählen. 3. Herr! du bist kein Mensch.nkind, daß dich et was reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was bein Rathschluß vors mals wollte, willst du noch. O bilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen! 4. Sünden bleibst du ewig Feind; wehe denen, die sie licben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde åhn ich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist cvig der Ges treue, der da hålt, was er verspricht. O daß dicß mich ftits erfreu: Laß nur dei nn Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bliz ben. 6. Stets ist Wohlthun beine Lust: ewig währet d.ine Eube. 11 ner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn. Deine hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. S. Saß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden! diese deine Ewigkit einen starken Untrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor die der Heilige, dr Sünder. Wie schnell entflicht das&.ben doch) von mir! Du, Höchster, du nur bleibeft für und für. 3. Du bast vorhin die hat, Erde zubereitet; dein Urm Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie ver Wohl mir, gihn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden X 6 Wenn ich auch mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wirds mi Mel. Grabner Gott err Gott, du biſt 19 H die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allein Ewigkeiten. Du warst es schon ch Erd' und Him mel ward, eh nech dein Arm sie uns geoffinbart. noch die Hima 12 Von Gott, dessen Wesen seyn, der Himmel und der Erden. Himmel und die Erden, wie auch nie, sich gleich zu ein Gewand, von dir verwandelt werden, du bleibest, wie du bist, denn weiche Zeit umgrenzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 4. Gott, mit dir unveránderlich, bezeugte deine Weiss heit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Wetten, die du schufft, sich ferner offenbaren. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie find ewig dein. 6. Das sei mein Trost, in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich. o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Mel. Ich freue mich, mein Gott 20 S o wie du bist, so warst du schon, Gott, che du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, bericfft zu seyn, um deine Macht und Gute zu erfahren! 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn långst die Erde nicht mehr ist, wenn långst schon Ewigkeiten uns Kämpfer krönen, die wir hier um deinen Himmel streiten! 3. Von Ewigkeit zu Ewigkrit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden: bedarf 5. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6 Was zaget denn mein Herz in mir; was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dies Leben mir verfließe? 7. Was klag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Ungesichte? 8. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben? Hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's seyn. Von dir kann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Luft; nicht du und deine Freuden. All und Eigenschaften. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf Christenmensch. 21 №ie du, o Herr! mein ster, von uns fern: du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur Leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich g.denke, weif sest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu; du siehst es, wann ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entIn eigener Melodie. flichn; und nichts mich beis 22 2llgegenwärtiger! ner Hand ich verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenrothe bringen. 2. Flieg' ich zum Himmet hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken; so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Wann ich in stiller Ein: samkeit mein Hirz an dich ergebe und über deine Huld erfreut, lobfingend dich er: hebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer set.. de 13 4. Du merkst es, wann des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine boje That vor aller Belt verbeblet, so weißt du fie, und strafest mich zu meiner Beßrung våter ich. u 5. Du bör st meinen Seufzern zu, daß Hüfe mir erscheine. Voll Mitlid, Bater, zählest du die Chránen, die in weine! Du siehst und wågest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Ullgegenwärtiger! dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln: und stårke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln! Daß du, o Gott! ftets um mich sei'st: das tröst' und beßre meinen Geist! 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab; du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richter: stab auf schauervollen Wegen. 4. Der Ulles schuf, ist überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller Sunder Ohren! Sie fürchten 20 7 tei= Von Gott, dessen Wesen 14 keinen Ueberfall: nun zit tern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nab, das heiligste der Wesen sah, was wir im Her gen dachten; was in gehei mer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen sei nen Schrecken. 7. Noch kines Herzens böser Nath, ihr Surd.r, Eine schnobe That ist sein.m Aug' entronnen. Er kennet den geheimen Pfad des Graub.s und der Connen. 8. O gihe nicht, Harr, ins Gericht, w.inn wd.r die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Paß uns vor deinem anges ficht in frommer Chifurcht wandeln! weit, als selbst dein Wollen reicht. Nichts ist, das deiz ner Herrlichkeit und deinen Thaten gl ichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich war? 2. Du spricht, und auf dein mächtig Wort fällt Alls dir zu Füßen. Du d inen führeft Rathschluß soit bei allen Hinderniſſen. Wenn du g: beutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du raft dein großes Schöpfungswerk allmitig ( 58 bleibet ausgeführet. stets d.in uaenmerk, und wird durch dich regieret. Noch imm.rfort besteht die Belt, weil deine Allmacht fie erhält. deiner 4. Die Größe Thaten zuigt, daß, Schöpfer, din Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die Du die Natur bewegen. ble bit ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 9. Daß deinem Blicke nitts entflieht, was war und ist, und inft geschicht, 5. Was für ein Wunder fi mine Rub un Freude! Cin Gott, der Alls wiß und si.ht, der weiß auch, wann ich leide. diner Macht wird unser Aug nicht sehen, wann nach der lang n Grabcsnacht die Todten aufe ftehen, wann du von unſerm Saub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. Labai 6. Numächtiger! erstaunt err! deine: fall ich vor d.incm Throne 23 H so ni.der; mein bidour veist ver: Allmacht Gottes. In eigener Meloble. und Eigenschaften. verlierct sich, und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode ben stafft. 7. O, schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertraut; der Macht, die Hülf' und Troft verspricht, man auf dich nur bauct, auf dich und deines Urmes Kraft, die Allts kann und Aues schafft. wenn 15 4. Nehm ich auch, schnell zu flichn, die Fittige vom Morgen; felbft an dem fernften Meer b.ieb ich dir nicht verborgen Auch da uma schlesse mich doch deine Ullmachtshand, denn du bist überall und dein ist jedes land. 5. Sprách ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so fucht ich doch umsonst vor die mich zu verstecken; denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die 9tacht glänzt, wie der Tag vor deinem Ung sicht. Alwissenheit Gottes. unverborgen; Mel. O Gott, bu frommer Got 24 err, du erforschift mich, dir bin ich 6. Du warst schon über du kennst mein mi, in meiner Mutter ganzes Thun und alle mine- Leibe; du Sorgen. Was me ne Sale denkt, war dir bereits bes kannt, ch' der( ibanke noch in meiner Se l' entstand. bild test mein Harz, Gott, diß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, ch ich war, schon våterlich gedacht. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, uicht wisseft. Du schaffest was ich thu; du ordnest, du beschli. Best, was mir begegs nen soll. Erstaunt sch ich auf dich, wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Gefte flichen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Kug' entziehen? Führ ich gen Himm. auf, so bist du, Hochster, da; führ ich zur Zif binab, auch hie bist du mir nah. 7. Du fanntest mein Ges bein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunklen erst bie Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereit t war, und meiner Tage Lauf war dir schon off.nbar.in Dog 11 S Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! Unählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranka. Mt Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Sdöpfer! fehn, dir folgen, und din Lob, fo gut ich tann, erhöhn. 9. Eta 16 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von Außen scheine? Sieb, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte Von Gott, dessen Wesen 25 W o sind die Wisen, die mich lebren, wie unser Gott allwissend ist? Wer kann mir For: schenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Ange: sichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Pe kennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Mer, und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung ber; so war ich weifer, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden: doch wüßt ich ge gen Gett noch nichts. 3. Nichts gegen ihn, der fie durchsch uet, die Tiefe der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet und je den Punkt der Ewigkeit, O du, der Alles weiß und nendem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertraun, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, och dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in bem du wohnest, schau ich mit hei iger B.gier, du fichst es gnädig und belohneft mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich finden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dafeyn schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kinnet seines Her zens Tiefen? wir darf, o ( ott, sich selber traun? Allwinnender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchsbauen. Erblickst du m ch auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn, und laß mich einst am Biel den Segen der Frömmigkeit von dir impfahn! Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lie en Gett net, was ist, was wirden 26 Du weiser Schöpfer und war, wie bist du je aller Dinge, der All 17 decke 6. O Weisheit! meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Au- 7. Du hast mich durch gen fern und nah, steh'n als mein ganzes Leben nach Beweise deiner Stárke, als deinem weisen Rath geZeuge deiner Weisheit da. führt. Mein Geist muß dir Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau machts bekannt. die Ehre geben, daß du auf's Beste mich regiert: o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels und der Erde und Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß nichts so geringe, das nicht nach seiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maaß, Ziel und Regel vor. Eigenschaften. 3. Mit eben diesen Meisterhånden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorgebracht Du brauchst, 0 unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, tront auch, sobald du willst, die That; wenn tauſend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten 3weck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so ver schiedener Willen, wo jeder feinen Weg erwählt, muß doch den Deinen bloß er füllen, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 27 27 Unerforschlich fet mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat: doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ist's ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht verz steh! Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht ver agt? 3. Soll ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel faffen das, was du im Dunklen bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt' Von Gott, dessen Wesen 18 4. Collt' er zu Regiere rinnen seiner Werke, seince Belt meine Lüfte segen? sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was cin thöricht Herz begehrt! 5 Hier in meinem Pilger stande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Baterlande wohnt die wah: re Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel cin, mag er immer dunket seyn. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach! so tlage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Gegen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faff erft Gottes Sinn, wann ich ganz vollandet bin. Heiligkeit und Gerechtig feit Gottes. Mel. Frew' dich schr, o meine tott, vor desfen 28 Gott, Ungesichte nur ein reiner Wandel gitt; ew'ges Licht, aus d.ffen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt; deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig bringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Deilig ist dein ganzes Wesen, und kin Boses ist an dir. Ewig bist du so ge wesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Starke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld ers freun. Wer beharrt in fei nen Cünten, kann vor die nicht Gnade finden. Mod 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff' in uns stets reine Herzen; tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verdirbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin! O! so reinige vom Bosin uns.rn ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unfern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jide Neigung und Be gierde, jde Thar sti dir gereiht! Unsers Wandels rechtgrößte Zierde fei schaffne Heiligkeit! Mach' uns dinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst und Eigenschaften. wirst du, Herr! nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 29 Gerechter Gott, vor dein G. richt muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urs theil fällen. O! laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst befliffen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deis ne Kinder, bestimmteft jedem sein.n Echn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an; auf das allein, was wir gethan, sichst du, gerechter Richter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schügest sie vor manchem Leid, in das kommen. die Sünder 19 5. Doch dem, der dich o Gott! nicht scheut, dim frevelnden Verbrecher, der dein Geses und Recht entweiht, bist du ein strenger Nächer. Berachtung, Elind, Schmerz und Hohn, Gewif sensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 4. Du liebst, was recht ist, Herr! und gut. du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufg. nommen Sein Tugnofliß gefällt dir weht, ist er gleich nicht, so wie er sol, ganz hiig, ganz vollkommen. 6. Bleibt hier viel Boses unbestraft, viel Gutes unbes lohnet: so kommt cin Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonct. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig d.in Gericht: dann triumphrt der Fromme, 7. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben! Regt sich die Cünde noch in mir, so stárke mich die Furcht vor die, daß ich sie überwinde! Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. zeigtest du vor, aller Welt, daß dir der Eifer wohlges mel. Wer nur den l'eben Gott fällt, den man der Jugend 30 Noch nie haft du dein widmet. nie deinen Bund, o Bott! verlcht. Du håltst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorges.ht. W.nn Erd' und Himml auch verg.hn, wird ewig noch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Von Gott, dessen Wesen 20 dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach dei ner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wird wenn du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verletzet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht feft; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind, beweise dich, als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Wiel. Gott des Himmers und 31( a) eicht, ihr Berge, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fefter wird als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue seyn, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; feine Treue bürgt dafür Erd' und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüg lich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hålt! Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. 4. Draut die Welt mir, mich zu hassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt sein Ungesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten; so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt emport; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem n und Eigenschaften. nem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 7. Er, der Herr ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Urmer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht seyn; sollte nicht mein Herz sich freun? S. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er sagt, wird er auch thun! Erd' und Himmel mag vergehn! Ewig wird sein Bund bestehn. In eigener Melodie. 31 Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Sei nen nie. Gott ist getreu! Im Wohlseyn und im Schmerz erfreut und schützt er sie. Mich decken seiner Ullmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge! fallt, ihr Hügel; Gott ist getreu. 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß cr mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stårket mich, nach seinem Bunde, in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 21 sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Les ben weist, so irr' und gleit' ich nicht. Das Laster foll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen, Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt bigmich nach weisem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn des Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Trost durch Christum finden! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf ſeine Kinder Ucht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut ist gut. Auch Trübsal ist's; mein Vater bessert mich durch Ulles, was er thut. Die Trubsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Urglist seyn. Selbst falscher Menschen Neid und Tucke 22 Von Gott, beffen Wesen Zücke gereichen mir alsdann mit Herrlichkeit umgeben, zu Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Ver gib, o Stel', ce nicht, wie zártlich treu er ist! Jbm treu zu seyn, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fift an Gott, fi treu im Glauben! Las nichts ben starken Trost dir raubin: Gott ist getreu! Gott ewig schn wirst, wie er ift. Du haft ein Recht zu diesen Freuden, durch Gots tes Gûte sind sie dein. Auch darum mußte Christus teis den, damit du konnteft filig scyn. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Gute nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geſchrieben; sein Wort bestärkt ihn ewigs Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. In eigener Melobie. 32 Wie groß ist des All: lich. Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. macht'gen Gute; ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhår. tetem Gemüthe den Dank gerstickt, der ihr gebührt? Nein, feine Liebe zu ermes fan, sei ewig meine größte Pflicht Der Herr hat mein Enoch nie vergessen; vergiß, rmein Herz, auch seiner nicht. 22. Wer hat mich wunderepar bereitet? Der Gott, der Wer feneiner nicht bedarf. gat mit langmuth mich geeitet? Er, deffen Rath ich @ft verwarf. Wer stärkt den dFrieden im Gewissen? Wer stibt im Geiste neue Kraft? 5. Dicß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich diß Gebot erfülle, stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht! und ob ich schon aus Schwachs heit fehle, berrscht doch in mir die Sünde nicht. er läßt mich so viel Glück genießen? Ift'e nicht der beerr, der es schafft? K 3. Schau, o mein Geift! jenes Ecben, zu welchem erschaffen bist; wo du, be u 6. D Gott! laß deine Gut' und Liebe mir immers dar vor Augen seyn. Sie stårk in mir bie guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, fie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des lcße ten Augenblicks. Mel. und Eigenschaften.no 23 Mel. Herzlichster Jesu kiten währet die Güte Got Gott! der Er ist von gro Don Ber Gute, barmherzig und duldendem Gemüthe; will Ullen Heil und ew'ge Eust gewähren, die ihn vers ehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er gelibet werde, die Hulo des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. Uch leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! Mel. Mein Gott, das Herz Herz nicht saben, verschul- 34( 2) Wenn ich mein det 4. Wem bleibt sin ante ke, wann er's sucht, verborgen? Co weit der Abend ift entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. Co zärtlich sich ein Bater seiner Kinder erbar met, ſo erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, låst genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wisen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche wirde. 7. Von Ewigkit zu Ewig 8. So werd ich ewig dei ner Huld genießen, so wird mein Leben sanft vor dir verfließen, so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. mächtiger! der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr! so unverdient hefchenkt: 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor bheißer Dankbarkeit, nicht wie ce danken soll. 3. 218 ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen schlief, bestimme test du, o Herr! mein 2008, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterb lichen Geschick, ch er giboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die G.burt ein Ghrift. 5. Schwach an der Bru vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, neigtest du des Weincns Ton dein Ohr gefällig dar. und 6. Wann ich als Jüngling ( Jungfrau) von dem Pfad der 249 Von Gott, dessen Wesen der Tugend mich verirrt: Himmel trübt, so wie am hat mich unsichtbar, Herr! dein Rath oft wieder drauf geführt. Sonnenblicke. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr wie sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wann Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10. und welche Wohl: that, Herr! ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd'ger mir vergehn, als, Ew' ger, dir zum Preis; ich soll frohlockend dich erhöhn, als Jungling und als Greis. 12. In Schrecken, Ungst, Gefahr und Noth, trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. In eigener Melodie. 34) lebt ein Gott, 2. seh's an jeder dunklen Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet: am Mond, wann er in stil ler Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Ich seh's, wann Donnerwolken glühn, und Berg und Wald bewegen, ich seh's, wann sie vorüber fliehn, am fruchtbar sanften Regen. 4. Nicht nur, wann Frühlingslüfte wehn durch Landund junge Blüthe; nicht nur, wann reife Saaten stehn, seh ich des Schöpfers Güte; 5. Ich seh sie auch, wann tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh der Nord den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Natur allliebend meinem Blicke entdeckt, so seh ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glück, bei dieses Lebens Freuden: ich seh' sie mit bethrántem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh' ich ohne Thránen sie, noch heitrer, als die Sonne, und singe, frei von aller Müh, ihr Lob in ew'ger Wonne. liebt! Ich ſeh's, wohin ich 35 Gott, de starte der Menschen Mel. Mein ganzer Geist, Gott deß blicke, am Nebel, der den Hand Welt. er= und Eigenschaften 25 Erden, bis mir wird der Himmel werden. erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wann ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, Streckft du Hände voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Armen. Mel. Wer nur den lieben Gott 36 weit, Herr! deine Himmel reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Eh' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Gott, dir ist tein Geschöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst Alle deiner Sorgen, fie danken Luft und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn: dir, Gott! ift nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe, erheb' ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun. 4. Mit welchem reichen Ueberfluffe erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilft ihn Allen zum Ge muffe so väterlich, so reichlich aus. Herr! Unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bift. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich da von sehen kann; so seb ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig, dir zu fingen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß find deiner Hände Werke. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Waffer, Feuer, Schnee und Eis find deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr, dazu bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Unbank büte. Laß mich, was ich bitt', erlan gen; bir anhangen hier auf deiner B 5. Wir sehn, o Herr, in beiner Sonne ben Schatten Huld, dein Licht. Ents 26 Univ Bibl. Giessen Von Gott, dessen Wesen. Entzeuch uns deiner Güte Mond und Sterne; so bei Bonne, dein gnadenvolles ich dich voll Ehrfurcht an Antlig nicht! Herr, deine Was ist der Mensch, ruf id Huld erfreue die; die dich alsdann, daß du dich sei verehren, segne fie! erbarmeft! Miel. Herzliebster Jesu! ott ist die Liebe! 37 jott Gott fann nur beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst, wenn ich in die tieffle Gruft mich grübe, bich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geift der Liebe, ähnlich hier zu werden! der beißeste, Mel. Herr, wir singen der erste meiner Triebe sei 39 Hulbigt Gott, t Menschenliebe! Wiel.( 8 ist das Seil uns 38 Wie viele Freuden du mir, Herr, verlieben: und wie viel Sünden baft du mir aus Gnaden schon verzie. hen! O Gott voll Lang. muth und Geduld! noch täglich bäuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 3. Dein Auge schaut au ihn herab: so geht er nic verloren, nicht für die Welt nicht für das Grab ist er al lein geboren; die Welt ver geht mit ihrer Luft; der di den Willen Gottes thuß dein Glück soll ewig dauern 4. Wann ich erwache denk' ich dein, und wan ich schlafen geve: denn di mein Vater, kannst ve leibn, um was ich findlic flebe. Drum seufz' ich find lich stets zu dir: Herr, wa mir nüßet, schenke mir un deiner Güte willen! 2. Bedenk ich, Schöpfer, beine Macht, blick ich in iene Ferne, und übersch des Him. mels Pracht, und Sonne, Der Gott des Himmels i die Liebe! Er ift's in all O Ewigkeit! wo kann i finden, den Ruh der Liebe zu verkünden, ewig segnet und erfreut Wer bin ich, Herr! vor bir Nur ftammeln kann ich hie Liebe, Liebe! Kein Mens ermißt, wie gut tu bift; felbft der Engel faßt es nic 2. Bundervoll find beil Werke. Ich sebe Weishei Macht und Stärke, und mi ne Seele beuget sich. Ab hel und Eigenschaften. 27 beine Liebe thronet da auch, und empfinde, daß du, Erwo Macht und Weisheit wohnet; ich feb es und er hebe mich. Was ift's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Burm, der Donnersturm, und Alles preiſet sie. 3. Huldreich riefft du mich in's Leben, um hobe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu freun. Jeder Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ihres Himmels seyn. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschüßt und unterstüßt, burchlauf ich fröhlich meine Bahn. barmer, mich noch liebst. Du haft Geduld mit mir, und locft mich bin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigft du. 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbft deinen Sohn haft du gegeben, daß er ihr Seelenretter fie. Weisbeit kam mit ibm hernieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Nengflen frei. O Gott, was fühlt mein Geift! Wie flaunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du fandteft ihn! Wie doch haft du die Welt geliebt! 7. Gott, ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einft umstrablet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Babn. Dann schwebt mein Geift empor, und fingt im Sternenchor: Liebe, Liebe! O Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, baß du die Liebe bift. Vor 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerklage! nur du, mein Bater, trübeft fie. Licht ent. ftrömt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir be reiten, und Troft und Hoffnung fehlt mir nie. bir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir arErdbewohner gibft? Mel. Ein Lämmlein geht men Sünde häuf ich oft auf 40 Mit welcher Langund dennoch muth und 28-2 Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. Von Gott, dessen Wesen 28 bulb trägst du die Menschen finder, o Gott! Auch bei gehäufter Schuld trägst du die frechen Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, aus innigem Erbarmen. In eigner Melobic. fcher! Gott! bein 2. Du gönneft ihnen Zeit 41 Aller Wesen Herrund Raum, noch in ihr Herz ganz Gebiete ist ein Schauzu gehen, du läßt den un-- platz deiner Güte. Sie verfruchtbaren Baum nicht ohne berrlicht täglich fich auch an Pflege stehen. Du schoneft uns Allen, die wir noch auf fein von Zeit zu Zeit; ver- Erden wallen. Ja, Sie pflegt, zieheft, voll Barmherzig- nährt und trägt nicht nur keit, ihn gänzlich abzubauen. deine Kinder, selbst die größO welche Langmuth und ten Sünder. Geduld! Wer ſollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen? 2. Dieser Langmuth Gröse läßt fich zwar empfinden; aber, wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachficht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich haffen: Herr! wer kann dieß fassen? 3. Doch du ftrafft nicht gerne; liebst nur unser Leben; Zeit zur Beßrung uns zu geben, bringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum haft du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten, und nach Beßrung trachten. 4. O daß doch der Reichthum deiner Baterliebe uns zur Sinnesänderung triebe! 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder: so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und träg zu guten Werken: so zürnst du nicht; du dentft daran, wie leicht ein Herz fich täus schen kann, und ellest, fie zu stärken. 4. Laß diefe Langmuth und Geduld, Gott! unfre Herzen rühren! Nie müsse beine Baterhuld zur Sicherheit ung führen! Ach, kei ner häufe Schuld auf Schuld durch fühnen Mißbrauch deiner Huld! Nur Tugend sei uns Freude, damit uns in der Prüfungszeit der Reichthum deiner Gütigfeit zur wahren Beß'rung leite. und Eigenschaften. 29 O daß wir, voll Reue, unsre nicht nach Verdienft uns Schuld bedächten, und wir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns fränken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sei dir, o Vater, daß du unsrer schoneft, loben. Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. In eigner Melodie. 42 Allein llein Gott in der Höh sei Ehr' und Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohl zu thun, ist er bereit; er will nur unfre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! lohneft. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden 2. Ja, Vater! wir erheben dich mit freudigem Gemüthe; du herrscheft unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohl bedacht. Wehl uns, daß du regiereft! 3. O Jefu Chrift, des Höchsten Sohn! dich, feinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod: erbarm dich unser Aller! 4. O heiliger Geift, du Geift von Gott, erleuchte, beßre, tröfte, die Jesus Chrift durch seinen Tod vom Sündendienst erlöfte. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach! Leit uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich T. 43 Dant ank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littft für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seift du, Geift des Herrn! Wir waren einst von Chrifto fern. Du haft durch deines Wortes Macht uns Allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! B3 3n 30 Von der yetigen Dreieinigten. In eigner Melodie. Mel. Mein ganzer Geist Gott 44 Wir glauben an den 45 Nobfinget Gott! Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, unfre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt, und wacht, und Alles steht in seiner Macht. Dant, und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr, für alle feine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder; fallet nieder! ist herrlich; unaussprechlich. groß und selig. Gott 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben, uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen die durch dich zum Vater kommen. 2. Wir glauben auch an Jefum Chrift, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn. der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er achtete sein Leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den beil'gen Geift, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübfal feine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden. Er flöuns im des ew'gen Lebens Troft 46 Her ist dirgleich? Mel. Es well' uns Gett err, unser ins Herz. Du 3. Lobfinget Gott! Du Geift des Herrn, sei nie mit von unserm Geifte fern, Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weif' und rein, hilft uns getroft uud fiegreich seyn im Streit mit unsern Lüften. Leit' und, stärk uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Du bist das höchste Wesen! und doch haft du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit bir, du Allerhöchfter, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unsrer an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld felbft deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleib' uns Troft und Leben, daß wir dich findlich fürchten. Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O beil'ger Geift, du Geist von Gott, wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Gne ten Luft und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk' uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr und vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott! uns bein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns vor deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, bir wollen wir hier leben; und du wirst, nach vollbrachter Zeit, uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. 3. O Jesu, ew'ger Gottes Sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrei'n von Sünd' und Tod, kamst du zu uns auf Von den Werken und Wohltbaten Gottes. Von der Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns er machte diese Das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach zum Thau: erquide Saat und Blüthen? 2. Auf wessen mächtiges 47 Wer gah dem Geheiß entstanden Ström' Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde wehen? Wer rief der Thiere zabllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbft frohe Wesen? 34 3.. Das 32 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unfichtbarer! Du bist der Erfte, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ift auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und Was fer nüßen mir, und nüßen allen Menschen. Werke und Wohlthaten Gottes. Die müthe, Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud' und Leben bliebe: drum schufft du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst bes durfteft ihrer nie: Unendlicher: du ließeft sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreut nun die Wonne, Allen wohl zu thun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt bein Wohlthun, deinen Segen: wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott! deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben Ach! was sind wir, die deine. Macht aus tedtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Vater, welchem Keiner gleicht an Liebe wie an Stärke! Kein Dank, kein Lobgefang erreicht die Wunder deiner Werke; boch ift dir's angenehmer Dank, bir ist es mehr als Lobgefang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufft du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt, und Alen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeugen de Güte. Ich danke dir und denk' an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schufft und du erhältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigner Melodies 48 Lobfinget Gott! er schuf die Weit zum Schauplatz feiner Güte; lobsingt ihm, der fie noch erhält, mit freudigem Ge Schöpfung. Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Trofte mir, dich meinen Bater nenne! Auch will ich gerne liebreich seyn; will glücklich machen; will er freun; will belfen und dir gleichen. Von diesem Seil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen! 33 fer voll, mehr dich kennen lernen soll! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten: will ich deine Schöpfung fehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, find dem Aermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. Mel. Gott, der du die Menschen 49 ott! tott! aus deinen Schöpferbänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt' ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, dei ner Huld und Weisheit sehn, und doch stumm vorübergebn? 4. Du gedachteft meiner Leiden, eh' noch dieses Herz dir schlug; sorgteft schon für meine Freuden vor dem er sten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele haft du, Herr! mit Freundlichkeit ſo viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vermessen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vatersorge weiht, bu bift's, der auch mich erfreut, in der Stille wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! 2. Rings auf Erden Hallt es wieder: Gut und groß ift, der uns schuf! Betend werf auch ich mich nieder: Herr! dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Bater nenne, Preis, daß ich dich preifen kann, daß auch ich durch dich begann, meinen Schöpfer Mel. Sei Lob und Chr bem enn o Schöptenne, und von hohem Ei- 50 Wert eine Macht B5 bie 34 Werke und Wohlthaten Gottes. ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. die Weisheit deiner Wege, Ruhm und Preis, ift fich die Liebe die für Alles wacht, anbetend überlege; so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wobin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preift dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleiIn eigner Melodie. det fie mit Majestät? Wer 51 Die Himmel rühmen ruft dem Heer Sterne? Gottes 3. Wer mißt dem Winde ſeinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu fegnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, dei ne Güte reicht so weit, als Erd' und Himmel reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in feiner Pracht. mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder, bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den fein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung 6. Erheb ihn ewig, o mein Geift, erhebe feinen Namen, Gott, unser Vater, ſei gepreift, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Schall pflangt seinen Namen fort. Jhn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort? 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? Wer führt die Sonn' in ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms, und sich die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt! VerOrd kündigt Weisheit, nung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzähl baren Heere der Wesen fühl los wohl beschau'n? Durd Gib ihm wen ist Alles? Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde: an meinen Wers Werken kennst du mich. Ich werde feyn, der ich seyn werde, dein Gott und Va ter ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil. Ich bin's! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. Mel. Herr wir singen deiner 52 Une nfer Gott ist groß und mächtig, und feine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, sei ner Allmacht Heere, verkün. digt eures Schöpfers Ebre und preiset feine Herrlichfeit! Sein Kleid ist reines Licht, er bält im Gleichgewicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. Almacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehen vor ihrem Schelten, und finken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand, die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus feinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an, sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht, Vögel nährt er, speift die Heerde, erneuert die Geftalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und baucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt, und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr darnach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret, und fie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5 Gott voll Weisheit, Gott voll Stärke! Wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiten Meeren; da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zabllos wie der Sand. Mit Mannichfaltig feit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische näbret, B6 Läm 36 Werke und Wohlthaten Gottes. Lämmer weidet, der forgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, fei getroft, ermanne dich, vertraue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin. Er wird sorgen: er, der uns hört, und gern gewährt, was unser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu fingen, und stets mein Heil ihm darzubringen, soll meine höchste Freude seyn; laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich feiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. Alles zu: wie groß ist Gott! wie klein bist du! 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt' und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall: rühmt, Menschen! Gottes Güt' und Macht, die ench und uns hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd' ift deiner Güte voll. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich foll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lokten, höchftes Gut! daß fie mir nicht zum Fallstrick werden, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne feyn; mein legtes Ziel fet du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise, ich geh' nach jener Mel. Wer nur den lieben Gett 53 Gott des Himmels du allgegenwärtig bift; von niemand kannst begriffen werden; vor dem kein Ding verborgen ist. Ach ziehe mich doch ganz zu dir, und offenbar dich selber mir. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich bei ner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke Mel. Nun banket alle Gott. bein Werk, die prächtige 54 Nichts Dichts ist von unges Natur, so ruft mir alles, fähr! Ein großer Golf du mich fromm und weise, daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf. Vorsehung oder Erhal tung und Regierung der Welt. Vorfehung. Gott regieret, ein Gott, der feine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall beißt, iff, eh es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und einer Kette Glied. 2. Er sab vor aller Zeit, was fünftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird seyn, als was sein Rathschluß wollte: und Alles, was er will, ist weise, recht, und gut. Owohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen rubt! 37 mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 3. Wie dürft ich mißvergnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse feyn, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur flagt und murrt, und läs stert Gottes Rath; er bat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 6. Wie thöricht würd ich seyn, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Letdens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Mehr ift die Tugend werth, als Sinnenluft und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niebrer Freuden, und stark erscheinet fie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet fie der Welt, und überlebt die Zeit. 4 Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ift Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich follte, was ich bin, nicht etwas anders seyn, und mein besonders Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich wenn ich die Hände In eigner Melobie. ringe. Doch folg ich mei- 55 baten laß ich den Int n meinen nem Gott, fo lindert sich mein Schmerz, denn, was Höchften rathen, der Alles 37 fann 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O tebe du mir bei, daß selbst in Noth und Tob mein Herz dir folgsam fei! kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mein Helfer feyn mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich traue feiner Vaterhuld. 3. Es kann mir nichts ge6. Was über mich beschlossen, dem will ich unverdros fen, getrof entgegen gebn. Rein Unfall unter allen soll je zu bart mir fallen; ich will ihn männlich überstehn. gebeut. Sei mir mein End' verborgen, komm es heut oder morgen, er weiß dazu die beste Zeit. Mel. Es ist das Heil uns. schehen, als was sein Rath 56 Dir, unfer Gott, ift und mir für heilfam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind zufrieden: mir geh' es, wie es ihm gefällt. niemand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 4. 3ch traue seiner Gna, de, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verleßen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge siebt, da seh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrscheft über Alles. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr' ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen; so sei sein Wort mir Troft und Licht. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut, nach heiligen Gefeßen. Du willst auch deiner treuen Hut das Kleinste würdig schäßzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ift's dein liebes Wert, zu segner, zu beglücken. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott! über Alles führeft! Und wohl dem, der den 7. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink 8. So sei nun, Seele, ftille, dich leitet deffen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Dorschung. den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sich auf mich mit Gnade 5. Ich bin verderbt und feblervoll, bin auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Guten träge. Doch du bift gnädig und voll Huld, vergibst den Reuenden die Schuld. Drum hoff' ich auf Vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel. cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fäbig fei; auch mich hat er verföhnet. 7. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienft erge ben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem beiligen Gebot, durch dei nen Beistand wandeln. In eigner Melodie. 57 ommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, den Weisen, der keinen seis nes Gleichen hat. Der Herr thut große Werke. Wer beuget feine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will und Sonnen flammen; auch drängt das Waffer, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungefüm, des Simmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will und Bliße zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen; bis bieber! Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie riefeln und versiegen nie Er füllet Wüsteneien mit ſeinen Wundern an; heißt Thiere da fich freun, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneu'n? 4. Herr! bein ist alle Stärke, und alle Hülse, ( sott! ist dein. Das prei sen deine Werke, die beiner Allmacht sich erfreu'n. Auch wir erfreu'n uns ihrer: ibr Lob sei unsre Pflicht! D Va Werke und Wohlthaten Gottes. 40. Bater, o Regierer, wen hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkft in Allen; wir leben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir. Mel. Von Gott will ich, oder: Zeug ein zu deinen Thoren. 58 Gott, ber an allen Enden viel große Wunder thut! Du bist's, in deffen Händen mein ganzes Schicksal ruht; haft in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. und bein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name ſei gepriesen, der jederzeit an mir ſo herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von beiner Güte fingen feßund und immerdar. 6. Du haft mir wohl gerathen, und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen dei nen Frommen, dir danke fort und fort: 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sorgen. Ach! Bater, wie vers 59 Gott! verborgen, Mel. Wer nur den lieben Gott ürwahr, du bift, o mag mein dürftiger Verstand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? bein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst find alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug, zum Troft für mich. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh', so führt auch sie zum Segen, und du verfüßeft fie. Du bleibeft mitleidsvoll; hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern; beförderst Aets ihr Wohl. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; boch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, ver niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weis beit, deiner Macht; du kannst viel 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Troftes Licht von neuem Kraft gee geben und frobe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, fo seufat' ich und war ftille, ald Bour viel taufend Wege finden, wo die Vernunft fie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen, fei ftets unfre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlaffen mit Allem, was ich hab' und bin: und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß fiets dein Rath voll Güte war. Borsehung.he fore 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Geligkeit, und einft preif' ich vollkommen dich, und freue deiner ewig mich. Mel. Warum sollt' ich mich 60 Seizufrieden, mein Gemüthe! ift gut; was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preifen feine Macht; Tag und Nacht müssen fie beweisen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was fich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 41 nes nennen, Gras und Laub, felbft der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist sein Geschenke, auch der Geift, der ihn preift, mit dem ich ihn denke. 3. Schau die Werke feiner Hände, Mensch und Thier melden dir feinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so kleis 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Seßten mir des Kreuzes Plagen beftig zu, so halfft du, o mein Gott! fie tragen. War kaum noch Geduld vor handen, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. S. Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir femals bange, als wollt' er bich ganz verlaffen. Es geschicht wahr lich nicht; er kann dich nicht baffen. 9. Drum ergib dich feinem Willen, heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen. Denn er ift in allen Sa Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. 6. Soll ich hier noch länger leben, o so wollt du Kraft mir geben, daß ich ftets dir folgfam sei. Alles Irdische vergebet: nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. In eigner Melodie. 61 Alles [ lles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist Gut. Ueber Alles voch dich schäßen, und 62& fingi ibmDant, Mel. Lobt Gott, ihr Christen ott forgt für uns. auf dich Vertrauen setzen, gibt allein getroffen Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bift und bleibeft ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirft mein Helfer und mein Fübrer durch mein ganzes Leben seyn. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern fireben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken: du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich frob ergeben; Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir beimgestellt. 5. Jft mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirft du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst; so soll es bleiben; was du willst, ift Seligkeit. ihr Christen fingt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht ſeine Gnad' und Macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ift er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Nehre, die vom Segen finkt, ift fein; Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchfter! wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr als Speis' und Trank. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich seyn, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns deffen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die 3u zvrpyunус Zuversicht, dir ewig zu vertrauen, bis wir dereinst in deinem Licht, des Glaubens Aernte schauen. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, oder: Mein Gott, das Herz ich bringe TU 9. O betet, Menschen, 63 betet an! und denket nun: was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? 6. Wem ftrömt fie nicht, von dir erfüllt, Luft und Erquickung zu? Wer ift so gut, fo treu, so mild, so väterlich, wie du? leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einem mangelt deine Huld, wem strablet nicht dein Licht? Mit wel. cher Langmuth und Geduld verschont du unser nicht! och feln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr! wie du ftets gethan; du ſegneft und 64 Mein Auge fiebt, o Land mit deinen du Gütern an. 3. Von deinem Himmel Höchster! träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. dir, von deinem Throne hilf du mir; mein Heil kömmt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn einer Schatten sucht, ihm unter feinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 2. Getroft, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finferniß ift er mein Licht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell und die Natur ist unerschöpflich reich. 3. Kein lebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßet mich. Durch feine treue Vaterhand wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, sein Troft füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn, und nimmt mich einft zu Ehren an. 7. Herr! ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch, und dennoch Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe 5. Serr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Se. 44 Werke und Wohlthaten Gottes. Segen folg' aus dieser Zeit Seele, nie, weit mehr bin hinüber mir zur Ewigkeit! Mel. Gott Bater, an Erbarmen ich vor Gott, als fie. 65 Gott! ott! deine weise Macht erhält die ganze lebenvolle Welt, und Aller Augen freuen sich, und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, und Allen ihre Speise gibt. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt fie dein Aufsehn, und versäumt fie nie. Nie find Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil! noch täglich mein bescheiden Theil, gabft mirs mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für feinen Sohn, als du für mich. 4. 3ch bin's gewiß; bu kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thuft mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 6. Mich schufft du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabft mir Weisheit und Verstand, und machteft selbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speif' und Trank empfab'n. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du fie ohne sein Gebet; und fleht' ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genüg sam seyn, und deiner( Saben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich fo freundlich zeigeft gegen mich, der du des Lebens Quelle bift, aus welcher alle Wohlfahrt fließt. 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt mich mäßig im Genus; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott! mein Lebenlang. 5. Der Vogel bauet nicht Mel Sefus, meines Lebens Leben das Land: but nährst ibn 66 Bester, weifefter mit milder Hand. Du schmückt die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Regierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Vorsehung. Unter allen Millionen, bie on dein weites Neich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, und versorgt mich väterlich. 2. Kann ich dich genug erbeben? Du der Alles werden heißt, gabft mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preift. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit ftaunendem Gemütbe, das fich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr! mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogt du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. Owie preif' ich dich dafür! 4. Täglich wareft du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich fahe, zeigte mir, o Vater! dich. Ja, du kamft mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir bar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Ganbieft du auch eine Plage, o so kam auch Troft mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Ba45 terpulb verlich? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder bräun? Nein, o Herr! dich las ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun, und von Herzen dir vertraun. 8. Besser noch, als selbft das Leben, ift, o Vater! deine Huld. Was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbefter! immer inniger und fester hier mit dir vereinigt seyn, deiner Gnade mich zu freun. 9. O der seligen Verbindung, Allergütigfter, mit dir! Gib, o Vater, ftets Empfindung deiner Vaterliebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu, und in bir ganz ſelig ſei. Die 46 Werke und Wohlthaten Gottes. Die vorzüglichsten Geschöpfe. Jubeln gern dich, seinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglüd und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ibnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. an 7. Gott, laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie sie Tugendfrüchten reich dich, und die Brüder lieben so werd ich einst ganz engel rein, mich deiner, o mei Vater, freun. Engel und Geister. Mel. Auf Christenmensch gott deine Güte, 67 Gott deine Macht kann nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefften Schlünden: und noch begreift bei aller Müh', der größte Weise niemals fie. 2. Du bildeteft im Stufengang, uns deiner zu erfreuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen: vom Mens schen bis zum Thier und Baum, ift nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren GeiMel. Vom Himmel kam der sterblick kein schwaches Licht 68 Merzählte, Unendli Reib't begrenzet, und denen Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher; der Wesen Vater und ihr Herr! der Wesen, die sich deine freu'n, binauf zu dir, al Vater fehn, aus allen Wel ten zu dir flehn? 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, die uns so oft entebret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft und jeder guten That betreten fie der Tugend Pfad. 5. Boll Eifer und voll Tbätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was bein hoher inf gebeut, geborsam zu erfüllen, and preift in lauten nu 2. Unzählbar ist der Se len Schaar, die einst a Staub gefesselt war, losgewunden, diese W nicht mehr in ihren Schre ken hält. 3. Unzählbar ist der S len Schaar, die unbegrei lich wunderbar du noch Erde senden wirst, und dur den Tod zum Leben führt. 4. Auf diesem Erdb nicht allein sind Wesen, Vorsehung. 47 sich deiner freun, hinauf zu ne Herrlichkeit zu schaun. dir als Vater sehn, dir jauch. zen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geiflerheer riefft du ins Leben, Gütigfter! dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerböchfter! grenzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geift sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure sel'gen Reih'n mich, Mitarbeiter Gottes ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höh're Lied im Geisterchor, und meine Seele firebt und ringt euch nach, wann sie dem Vater fingt; 8. Dem Vater, dessen All. machtsruf auch sie mit euch verschwistert schuf, nur meiner Hülle hier ein Grab, Unfterblichkeit dem Geiste gab. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Bonn' uns dann entzücken: wir, erheben in dein Reich, werden deinen Ergeln gleich. 3. Dieses Heiles der Er löften, dieser Wonne, dich zu sehn, dürften wir im Too uns trösten, wenn wir beine Wege gebn; wenn wir, ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen fets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen, und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu seyn, wenn wir bülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen, wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beistand find, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einft an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen dieses große Seil versäumen; lehr uns deine Wege gehn: einft, wie sie, bich auch zu sehn. Mel. Alle Menschen müssen 69 Wa ann wir unsern Lauf vollenden, wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei bir zu seyn, cwig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden ans genommen, hoffen, Vater, Der Mensch Seine Würde und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben Gott voll Bertrau'n, auch wie 70 Dein bin ich Gott! fie, mit allen Frommen deis ist mein Werke und Wohlthaten Gottes. 48 Leben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du haft das Daseyn mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefft mich, aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabft mir die ver nünft'ge Seele; die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlfeyn fehle, dein Ruf zum höbern Geift erhebt. Du gabft Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir, 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz von Freude ganz entzückt. Ein ieder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preife mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Nührung preift dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn, und ftets ein Freund der Tugend feyn. seyn und seiner Liebe mich zu freun. Mel. Wer nur den lieben Gott 718 werde Gott von dir erhoben, feines Obems Hauch, mein Geift! Sollt ich nicht meinen Bater loben, den jedes seiner Werke preift, ihn, ber mich schuf, sein Bild zu 1 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; mir nur, dem Throne feiner Hand gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig, zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die fie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, find fie so herrlich; fie erzählen nur Geiftern meines Schöpfers Lob. O Seele jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geifte schuf. 5. Jch, Gott! fann denfen; ich gewinne, weil ich zu einem Geifte ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art. Auch strebt ich, alle Gott zu weihn; wie selig könnt ich hier schon seyn! du 6. Ich kann fie sammeln, fie verbinden, fie trennen; wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' Vorsehung. hab' ich Kraft, die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet mei ne Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld, du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebrache mir? Ach möchte meine Seele dein, mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum Erben, Gott, mich an, hab' ich nur dich, was fehlt mir dann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater lo ben, den jedes seiner Werke preift? Ihn, der mich schuf, fein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn. 49 Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Uug' und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so túnftlich ausgeſpannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Werk von dir, und deiner Weisheit Spies gel. 3. O hättest du mein Wüge nicht, so künstlich zubereitet, was nugte mir der Sonne Licht, der Glanz, den fie verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmücktest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden; froh bet' ich meinen Schöpfer an; überall zu finden, in allen ihn Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgesang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt fie auf, damit ich athmen möge; Mel. Es ist das Heil uns 72 Dir Gott, fei Preis Gott ist es, der dieß Alles und Dank ges bracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 6. Ja Werke und Wohlthaten Gottes. 50 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme parf' und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhal ter! Gib, daß ich nie mich felbft entweih', auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welhem dein Geist wohnet. Mel. Mein e: G: schäft hen Preis 73 welch ein Glück, D ein Mensch zu feyn! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu seyn, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Lcib, die Sinne bank' ich dir; bu gabft mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vor: zuzieh'n, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit mir verlichn, Gewiffen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ift's, der reden kann, sonst kein Geschopf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schop: fer, an, kann Andrer Lehrer Thaten Kraft und Ruh' und Troft im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, ers kenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dies find' ich selbst an mir, vou Weisheit, Gut' und Stärke. 8. Ich höre deinen heil's gen Ruf; die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch, und darf vor dich getroft und freudig treten, ich darf, du höreft liebreich mich, dich preifen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preifen, und des Berufs, ein Mensch zu seyn, mich würdig stets ers weisen. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. werden. Mel. Nun banket alle Gott 5. Ihn schufst du zur Ges felligkeit, gabft ihm ein Herz 74 mächtig großer voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. dich g'nug erheben? Du gabft der ganzen Welt Bes 6. Und dieser Gaben wegung, Kraft und Leben. Fülle schafft mir unzählbare Was Geist und Körper Freuden gibt mir zu eblen beißt, was Erd und pimmel begt Vorsehung. hegt, hat beine Huld gebaut, bie jest noch alles trågt. 2. Du schuf'ft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wollteft, Gutigster! daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch' cin großer 3weck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, höchster, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! Dwohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Eaß mir dieß große Biel doch stets vor Augen schweben; mein allerstårk: ster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, als lein, daß ich auch, so wie bu, gefinnet moge seyn. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit ftets muntrem Fleiß in Allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 51 freu'n, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 6. Eaß beine Heiligkeit mich stets zum Mufter nehs men. hilf mir die Sünde flicha, des Fleisches Lüfte gåhmen, nur das, was recht ift, thun, bes Guten mich ers 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächs sten gern erspart, sein Leben ihm versüßt, und wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit ent fernt, o Gott, von diesem Biele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alss dann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß Gott! deiner Gute freun. Mel. 75 Mein Gott; das Herz ch bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufst mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vers nünft'gen Geift, bewuns dernd einzusehen, wie dich, Herr! deine Schöpfung preift, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, ver Fundigt, mir, Gott! brine Univ.- Bibls 2 Giessen Serrs Werke und Wohlthaten Gottes. Herrlichkeit; zu ihrem Preise komm es mir aus meinem reizt mich hier selbst jede Sinn, was ich als Mensch Jahreszeit. vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Ich, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu faffen. 52 4. Und ich, ich sollte fühl tos seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel fei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ift's nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutft, ift für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der pimmel ein. Herr, laß nach bieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. Mel. Schon ist der Tag von Gott 76 err! lehre mich, Herr! den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und Ullem dem, was mich entehrt, voll Ubs scheu mich entwinden! Nie 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Ges selligkeit und für der Freund schaft Freuden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für Undrer Glück und Leiden, und setzteft auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich ers kennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne 3wang entfernen. Und wer, wer zeigt die Grenzen an, wo ich nicht weiter fires ben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Undacht kann mein Vorschung.com 53 Vorzugs würdig sei, den du mir haft verliehen. mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preist, Preis und Ehre geben. auch Ich Mel Es ist das Heil uns kann mich deiner Liebe freun, Wie wichtig ist doch dir dir ergeben seyn und deiner Vorsicht trauen. 1 7. Nicht blos für diese turze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr! wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel kam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernsts lich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schågen! 9. Und ich, ich sollte mich entweihn, und gleich den Thieren handeln, der Fleis schesluft ergeben seyn, und Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schånde! 10. Gib, daß ich jest, und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Ei fer trachte, dich liebe und mich deiner freu', und so des uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. 3um Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vax terland: allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns ift Set aufgehoben, das nie cin traurig Ende nimmt. Hier find wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts vers rücket werden, was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust ges winn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel reich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: laß mich dies nie vergessen; nur wenig Tage hast du mir zur Walls fahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Aus 3 54 Werke und Wohlthaten Gottes. Augen haben. Laß mich in Allen ein Mensch gang rein meiner Prüfungszeit, um von Sünden, vor hir, ene beßre Gaben, die mir Gott, zu finden? m Tode nicht entfliehn, am rsten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 3. Hier ist kein Unter shied. Dein Auge, Hochster, sieht auf alle Menschenkinder, und sieht fie alle Sünder. Vor dir, Herr, ist keiner ganz schulds los, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist das hin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Eust und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als bie die wir größern Leiden, auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt, und deines Sohne sich freuet, das in dem Glauben Zugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Untlig schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich moge auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von Süne den durch Christum. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott der kein Boses 11, 78 D thut, da schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum feligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eis genthum, wie tief sind wir gefallen, wo ist jegt unter 6. Dir folgen, dünkt uns 3wang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zur schnöden Sündenliebe: und wer vermage zu zählen, wie oft wir vor die fehlen? 7. D Herr, gib uns bein Licht, daß wir, was uns ges bricht, beschämt vor dir bes kennen, und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach zujagen. 8. Wohl dem, der sie ge winnt! Gott, fo verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen, und neue Kraft ets Erlösung. ertheilen, durch Chriftum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Baterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, das mit wir ewig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott Dein Mensch, o Gott, dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heus chelei? Du und Leben. Herz um sonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, roie oft wie frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geiftes edle Kraft dem Sünden= dienfte weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, vers scherzen wir oft unsre Zeit, und unsers Herzens Ruhe. kennest Umsonst, 55 dir kindlich zu vertrauen! Wie machtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Uns zufriedenheit mit deiner freien Gute! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, d'e dir, Gott! angehören; wir sollen aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den Nächsten, wie er Wer so, wie er könnte? 6. Oft wirkt auch unsere Beispiels Macht, daß Andre, wie wir fehlen. Sie sehn auf uns; die Luft ers wacht, das Böse zu erwäh len. Gleich uns, verschmähn sie deine Huld, und ihr Verderben, ihre Schuld mehret unsre Schulden. vers 7. O großer Gott! hier stehen wir verklagt von uns fern Sünden. Vor dir, All heiliger! vor dir ist keiner rein zu finden. Wie kümmert unsre Seele sich! Wir Alle fehlen wider dich! Ers barm dich unser Uller! 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Sccle merken: wir könnens auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen Mel. Alle Menschen müssen sterb. ater! heilig stärken. Und dennoch unter. 80 Vich leben, Rechts drücken wir so oft die Ehr furcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüften. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, thun wäre meine Luft; aber Lüfte widerstreben dem Ges seg in meiner Brust, und der Sündentricb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen. Mich beschweret der Werke und Wohlthaten Gottes. 56 der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 2. Sieh' um Kraft mich 6. Ja, du hörst mein kindSchwachen beten, mei lich Flehen! Du erquickst nem Vorsat trau ich nicht. mein Herz mit Ruh'! Leben Lockende Begierden treten werd' ich, nicht vergehen, zwischen mich und meine meine Stärke, Gott! bist Pflicht. Selbst den heil'gen du. Ueberwinden, überwins Andachtsstunden, wo, der den werd' ich durch dich niedern Welt entschwun- alle Sünden. Meine Seele, den, ich von dir und Tus fasse Muth! Endlich werd' gend sprach, folgten Sun- ich fromm und gut. dentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen Fall bercut, glaubig mich mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnådig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Bater! dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd' und Bahn zerstreut; mach' mich ledig von den Kets ten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite felbft zur Tugend mich! 5. Sich, mich dürftet nach dem Guten. Früh und spät ruf ich zu dir: laß mein Herz nicht langer bluten! beinen Geist verleihe mir! Hilf die bose Lust bezwin gen, und nach deinem Beifall ringen! Stårke mich Viel. O Gott du frommer Gott 81 liebt, wie leicht er nur Ein Lafter W fällt der in alle! Wer Ein Geseß entweiht, entheiligt in dem Falle die Undern auch zugleich in seinem Herzen mit, und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute ftritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermos gen, dann dreift und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsäglich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einz'ger Feh ler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn spflicht Erlösung. 57 Pflicht, der kleinsten Schuld um durch sie beglückt zu zu wehren und jede Zugend leben. tets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden seyn. 5. Durch Zugend steigen wir zum göttlichen Ge: schlechte, und ohne Tugend find felbst Könige nur Knechte. Sie, sie nur macht uns erst des Lebens Unmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 2. Sein Geseß ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ift. Mensch befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde haffen, kann nie ungestraft fie lassen. 3. Uber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünden Schuld erhöhn? O! die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Geset verstehn, es als wahrhaft gut zwar schagen, doch aus Leichtsinn oft verlegen. 6. Im letten Augenblick, wenn Ulle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 4. Sund'gen wir mit Ueberlegung wider des Gewissens Spruch: achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir vollbrachten, schon für größre Schuld zu achten. 7 Denn Tugend wird ins Reich der ew'gen Herr lichkeiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär' dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu seyn? was 5. Hat dich Gott hervor gezogen und mit Wohlthuns überhäuft und du bleibest dem gewogen, der Pflicht entgegen läuft: fo mehrt Undank deine Suns den, wichtiger wird Gott fie finden. Viel. Herr ich habe mißgehandelt 82 klein zu schägen. Nennt fie Elein, doch bringt sie Schuld. Denn sie wider spricht Gesegen, die mit Beisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, 6. Fühlest du in dir schon zu zu entfliehn, und eilst doch dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt' entzichen! wirst, gestärkt durch ihn nicht bess ser: so wird deine Schuld noch größer. ( 5 7. Wenn Werke und Wohlthaten Gottes. 58 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur inn're böfe Luft bloß nach solchen Dingen geizet deren Unrecht dir bewußt; o! so ist dann dein Vergehen größer, als sonst, anzuschen. 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schågest sie geringe, årgerft, aber befferst nicht großer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es råchen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Trok, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, das der Thaten Sündlichkeit bor dem Richter nur vermehret, weil es sein Gescß entehret! 10. Gott! laß mich dieß wohl bedenken, und entfernt von Sicherheit meines Le bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu', was dem gebühret, der ben Chriftennamen führet. 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig und oft in dem Gemüth, macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flicht. Ach ich seh mit Reu und Schrecken tausend Fehler tausend Flecken, und in der verderbten Bruft regt sich öfters böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaters hand! O! wie manche gute Gabe, hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähe mest du zurück, was dein, ach! was würd' mir übrig fyn? 4. Doch die Menge deiner meinen Gaben tlagt nur Undant an, weil ich fie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan, oft voll Leichts sinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. DI wie häuft sie meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! Mel. Alle Menschen müssen roßer Gott! trs 5. Sich, hier lieg ich in bem Staube tief vor dir, 83 mein Gott, gebückt: boch das, voll segnender Begier, mein bemuthsvoller Glaube, ber Menschen sich zum Dienst erlesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich und deine Größ' erwåge, was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie Elein muß ich mir nicht selber seyn? 11. Laß mir niemals eine Günde klein und unbedeus tend seyn! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgfam dem Gefes zu leben, und nach Tugend nur zu streben. Erlösung. 59 und der auf meinen Heiland Dienst macht krank blickt, hofft auf deine Ba- múde. Keine wahre Freude tergüte, und mein tief bes schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. blüht, wo des Herzens Uns schuld flieht. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Uch, erhalte selbst die Triebe treuer Dank barkeit in mir! Vater! laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefallen! Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 3. Druckend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande, und der Sklave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefften Sklaverti. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit! Herr, ich falle vor dir nieder, voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, dieß gelob' ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir gefällt! 4. In der ungeftúmen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenluft: angstvoll bebt sin Herz und bange, sucht vergebens Fried' und Ruh, und eilt neuen Laftern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wanbelt er mit trus bem Blicke; will und kann nicht fröhlich seyn, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Storer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön ges schmückte Welt ist umsonst menau und Saatenfeld, was für ihn geschmücket; Bluden Tugendfreund entzük tet; dem sein Herz entges gen wallt, läßt die stumpfe Seele kalt. Folgen der Sünden. 84 D Mel. Jejus, meine Zuversicht wie fanft ist, Herr, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt, und den Fleiß der Jugend lohnt. 7. Herr, dein heiliges Ges richt trifft die Sünder, die dich haffen, die Verachter 2. Aber, ach! ift er ents ihrer Pflicht! Herr, ich will flohn, des Gewissins sanfter dich nie verlassen, steh' mir Friede: dann wird Qual in Versuchung bei, und cre der Sünde Lohn, und ihr halte felbft mich treu. ($ 6 Md. 60 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Auf, Christenmensch ich dir, Gott, nicht folgsam 85 W der liebt nur Per Sünde thut, bin! Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen! O! hilf mir, Gott, daß ich dir treu, und fern vom Selbstbetruge sei! 6. Wer Sünde thut, vers wirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr, vor dir verklagt. 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vaz ter, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt. 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen: die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seis nem Geist benommen. Er liebte Gott und Jefum nicht; nun drohn ihm Tod und Weltgericht. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise seyn und stets den Reiz zur Sünde scheun! 8. So tauscht die Sünde ihren Freund, so lohnt ſie schon auf Erden! Ach, wenn die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm werden? Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn; o lehre mich auch Sünden fliehn! 4. Wer Sünde thut, der troßt dem Herrn, durch den Mel. Herzliebster Jesu Do wir sind und leben; er bleibt 86 Wo ist wohl Noth fern, und Elend auf von dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie undankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Vers wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem 2. O wären wir vom Ruf der Gnade. Ver- Jüngling bis zum Greife kehrt, verstockt wird sein dir, Gott, gehorsam, immer Gemüth, und tief ſein gut und weise; was würden Seelenschade. wir mit freudigem Gewissen ein frevelhafter Sinn, wenn für Glück genießen! welch' 3. Ers Erlösung. 61 3. Erhöhet würde jede 2. Und wie quält den sein Lust auf Erden, und jede Gewissen, der verworfne Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstunde! 4. Doch, ach, sie herrscht um Alles zu zerrütten, er schüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Lod und Grab und an der Zukunft Leben, und nicht erbeben? 6. Die Luft zum Bösen fesselt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was fie gebietet; sie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir feft uns an die Tugend halten, und siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! Mel.Herr, ich habe mißgehanbelt 87 God ott! wie schrecks lich sind Verbrechen, weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar råchen, Richter, dein Gefeß und dich! Uch! dem Easter folgt Verderben; Armuth, Schmach und frübes Sterben! Thaten übt! Kann er jencs Trost's genießen, den nur reine Tugend giebt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wans deln sollen, Gott! was vers nichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Rotht Uch! was müssen wir oft leiden, blos für Einer Thors heit Freuden? 4. Starke, Gott, verfol gen Schwache; Schwache Schwäch're! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durft nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit; wie erfüllen die mit Plagen deine Welt mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Peft im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könne ten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe kcines Elends Thránen, acht' auf unsre Laster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich; es sei kein Rácher? 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan, gingen Jungs linge und Greife immer auf ( 7 der 62 Werke und Wohlthaten Gottes. der Tugendbahn; owie Wahrheit Strahl berühret, ftrömte Heil und Segen dann schmeck ich Frieden, jeglichem von dir entgegen! fühle Kraft; doch schnell ent zieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgcht, jede Last erleichtert werden; jede wahre Luft erhöht, wenn den Lockungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: flig dort, und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 3. Der gute Vorfah, den ich faffe, er bleibt ein Traum der Phantafie; ich thu das Bose, das ich haffe, und scheue oft der Tugend Müh'. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 10. Laß des Laffers bittre Früchte mir stets in Gedan len scyn; mich nie zweifeln am Gerichte; auch den kleinften Fehltritt scheun! Står ke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! 4. Wer loft mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich vor mir felbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade genuget Genes Mel. Wie groß ist bes Allmächt'. cin 88 2 Kampf in mei jung mir; 9 send' ihn, daß und mein Glaube sieget, schenke Kraft zur Tugend mir! ner Eecle, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geift will, daß ich Gutes wähle, er sehnt sich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, den Sinnen unterthan, strebt, ihre Lüftern: 89 Heiner Ehre. Ers In eigener Melodie err, singen heit zu stillen, und schmiegt fich, ach! den Sünden an. 2. Ein doppeltes Gesch regierct min Wesen; o wie eithshaft! Wenn mich der barm bich unser, und ers höre, nimm gnåbig unfer Loblied an! Herr, wir dans ten voll Entzücken, wo ift cin Von der Erlösung, Eriöfung. Ertöfung. sin Gott, der so beglücken, fo tieben und fo segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, deffen Heil wir fehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie seyn. 2. Um zu dir uns zu er heben, hauchst du in unsre Reft uns Bruft das Leben und schender Erde uns zu erheben, Glück. say 63 geslied werd ihm gefungen! uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgefange tönt! tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einft Enieen wir an deinem Thron, und beten an. Um zu die entziehst du unsrer Brust das Beben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, und führst auch durch den Tod und zum Leben. Du fucht allein, uns zu ers freun; daß wir verderben, willst du nicht. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns empfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Baterblick durch Jefum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir ers wacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, the Jubels lieder der Sohn des Hochften stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sün: der Tod. Christus hat den Tod bezwungen in Sie 90 Ulber Welt, fajaut Mel Mache bich mein Geist bereit 90 unfer Gott, der Herr der Zukunft Zeiten, kann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heit der Welt einer unsrer Brüs der; freudig, wie zum Sieg der Held, kam zu und er nieder; rang mit Roth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit licß in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Bölkern offenbaren. Was geschah, fern und nah' wußt' er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 4. Preiset ihn voll Zuber: ficht, der die Welt regieret! Immer wird, was er vers spricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; folget ihm mit Freuden. Md. 64 Werke und Wohlthaten Gottes. Himmels Erbe; dies bin das ist mein Mel. Mein erst Geschäftsei Preis sedanke, der uns 91 Seit, wer Ruhm, auf den ich leb' und ich; kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt ges liebt uns seinen Sohn zu Schenken. 2. Hoch über die Vers aunft erhöht, umringt mit Finsternissen füllst du mein Herz mit Majestät und stilleft mein 3. Ich kann der Sonne under nicht, noch ihren Bau ergründen! und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein auch das Göttliche der That das kann mein Herz em pfinden. 5. Nimm mir den Troft, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; werd' ich stets irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wiffen. 7. Nein diesen Trost der Christenheit soll mir kein 3weifel rauben; ich fühle feine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des sterbe. Geist, 9. Du gibst mir deinen das Pfand im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Wers ten. S Herzen thue, 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zum Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig seyn, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken: wie follt' uns der, der ihn ges schenkt, mit ihm nicht Alles schenken. Mel. Erlösung. du stag 65 kennt ihn und den Vater der nur Fromme Mel Schwing dich auf zu 92 K vor Gottes Thron! liebet. Dank 6. Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch, und übernahm schwes rer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht' er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; Menschen trösten und er= freun immer sein Bestreben; und um Aller Heil zu seyn ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät, und mit Gnad' und Stärke, sammelt All' Met. Vom Himmel hoch, da uns in sein Reich, die wir 93 Auf! freue dich, mein darnach Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. in mir, und preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Hels fer gibt; preif' ihn, daß er so sehr dich liebt! 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen, Uller Knie sich des muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heis lig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Boses übet, Laßt uns Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Süns de fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: Es ist vollbracht! froh, wie er, cinst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wann die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten, leiten. 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Batertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die fichre Bahn zur Seligkeit dir kund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu keiner Zeit, die Größe seiner Güz 66 Werke und Wohlthaten Gottes. útigkeit; denk oft und stets mit Freuden dran, und bete Gott in Demuth an. 5. Uus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zuge hört und selig ist, wenn es ihn chrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung, das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab; dieß lehrte Jes fus glauben. Viel. Allein Gott in der Höh 94 № imm uns're Dankgefühle an, die wir dir, Vater, weihen; durch Icfum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von néuem. Ja, cwig, ewig Dank sei dir; belehrt durch Jefum können wir uns unfrer Würde freuen. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, cr gab sein Leben hin, aus edlem, reinem Zugendsinn, zum Besten für die Brüder. 4. Uuf Christen, ehrt ihn Lebenslang durch reine Tu gendliche! O daß ihm Kris ner diesen Dank, kein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset: Dank sei dir, o Vater! Mochten Alle wir frei von der Sünde leben. P 8. In diesem Preise übe dich mein Geist, so hilft er Mel. Sei Lob und Ehr dem sicherlich dir zu dem Glück, 95 Auf, Shriften, last Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unferm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ crbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden vollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von uns rer Schuld und Missethat cin Retter uns zu werden. Er ward's, und hat sein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, 2. Const sahn mit Furcht im Angesicht auf Gråber uns'rer Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem gen Himmel aufgeschwun bangen Herzen wieder. Des gen. Menschen Geist umschließt. 3. Wo ist des Todes Herra fchaft Erlösung. fchaft nun? Hier ist sein Ue: berwinder; die Furcht davor hinweg zu thun, starb er das Heil der Sünder. Gebrochen ist nun Bahn, die von der Erd' uns Himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 67 Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. uns bie 96 N fröhlich seyn, daß Wel. Schon ist der Tag von G. un laßt uns alle Gott uns Jesum fandte! Laßt uns des Gottes hoch erfreun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis feinem Sohn der uns zu Gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu Glück verschafft, das ist in 32. 3ur Reife der Vollkommenheit, die schon hies nicden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! unserm schen sind des höchsten Va ters Kinder! feinen Händen; sein ist das wohl mir, alle MenReich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb; als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. 6. D laßt uns ihm uns anvertraun, und seine Stim me hören, auf seine Mitte tershülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man frieden voll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne: so has ben wir an seinem Heil, zur 3. Er schaut auf alle mild herab, führt auf verschiconen Wegen uns Ulle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den icde Sprache nennt, der Gott, den niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und kindlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit ho hen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriefen! Trug 5. Die Wahrheit nie dem erliegt, wie Pflicht und 68 Werke und Wohlthaten Gottes. und Weisheit handelt; wie kommt, Rettung vom Verder Tugend über Ulles siegt, und ben uns Sündern zu erfest zum Biele wandelt, auch werben, fein hocherhabner wenn ihr Hohn und Marter Sohn. droht, verkündigt Jesu Lehr' und Zod: Gott sei dafür gepriesen! 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwers den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! O bringet Gott euern Lobges sang! Erlöfte Menschen, sin get dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 6. Wir zagen nicht; was tann uns je des Vaters Lie: be nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grámen, und für den schwe ren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab b; Gott sei dafür gepriesen! 7. O guter Gott, wie zagen nicht; du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl ans! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterbs lichkeit: sei hoch dafür gepriesen! 5. Du Freund der Mene schenkinder, verwirf' uns, Jesu nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden, denn dein, Herr, sind wir. 6. Bei dir fteht unser Les ben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn? Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. 97 Frhebt Mel. Zeuch ein zu beinen Thoren den Herrn ihr Frommen! Er hålt, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, bat uns zum Heil und Leben felbft seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; Batertriebe mit Tein perz zu uns geneigt! 98 une beinen Sohn Mel. Herzliebster Jesu sott, der du für Von seines Himmels Thron un ថិ ges Erlösung. 69 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde ew'gen mir, zu meinem Heile, nun auch zum Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Ges wissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen Willen treu zu FE COT ets guten füllen. gegeben: o wer kann g'nugs sam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkins der; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Uller Sünden tråget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schuld an den verlornen Schaafen 99 H nicht dürftest 4. Was ist der Mensch, saß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Ver: föhner schenkest? Was fins dest du an mir und an uns Ullen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verfchwendung unschäßbas rer Schage, verdient gehäufte gröbliche Verschuls dung so viele Duldung. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. ch! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Va ter nennen, und zum Gehorfam dir mein ganzes Le ben willig ergeben. In eigener Melodie eiland, den uns Gott verhieß, den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienft, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jefu, wir dein Eigenthum, ehren dank voll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du tamft wil lig in die Welt, uns von Sünden zu befreien, unser Licht und Troft zu seyn. K 4. Stark in deines Bas ters Kraft hast du leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, find, o Herr, durchdich erlöft. 5. Preis sei dir in Ewigkeit! Auf! die ihr erlöset seib, rühmt den, der mit Lehr und That euch vom Tod erldset hat! 6. Der 70 6. Der du liebreich zu uns tamft, unsre Rettung über nahmft, dein uns theu'r er werbnes heil sei auf ewig unker Theil. 7. Unfre Seele trau' auf dich unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir ges faut! Werke und Wohlthaten Gottes. In eigener Melobie 100 it froblockens the, schau ich, Gott, voll Dankbegier, in die Tiefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. D wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sundenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du haft nur Eust am Leben. 2. Ich verehre, Gott, voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe, unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dach teft du Rettung vom Vers berben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlaff'nen Armen Gnad' und reichen Troft verleiht! Dwie baft du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns gibt, die verscherzten Selige feiten wiederum uns zu be rriten. 1 4. Ja, du seigft aus weis ser Liebe und zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gldubt, soll befreit von dem Verderben, Hims melsseligkeiten erben. 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen: sterdeine Huld hilft auch Sunben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, ben trifft seines Fre: vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben, 6. Ewig sei mit Dank befungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Vater, hilf mir dars nach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugs niß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Mcberzeugt von beines Sngs Erlösung. Gnade, und gewiß, dich einst zu sehen will ich selbst des Todes Pfade ohne Grau'n und muthig gehn. hab' ich deine Gnade nur; so wird keine Kreatur mich von beiner Liebe trennen, mich dir nichts entreißen önnen. Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu beinen Thoren 101" u kamst herab zum Staube, herab von deinem Chron; in dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sohn, Glanz feiner Herrlichkeit! Wer kann dich g'nug erheben? Du schenkst uns neues Leben und HerzensfreudigZeit. 71 4. Du haft durch deine Lehren des Irrthums Racht zerstreut. Wenn wir sie folgs sam horen, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraftund Muth nach wahrer Zus gend streben, lernt für die Bukunft Icben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugeft Haß und Bande, und starbst bei Qual und Schande, mit göttlicher Geduld. 6. Doch Herr, im Siegsgeprånge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich Heiland, zu vers ehren, sei stets mir theure Pflicht! Befolg' ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was keiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; du bleibst es immerdar. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungereich fühlt jeder seine Blöße, fühlt keiner dir sich gleich. Du warst, eh' Meer und Land, ch' Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Untlig, fchweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glanz, wagt er's, sie zu er Mel. Kommt fommt ben Herrn gründen, wird er zu blenz 102 mein peilans auch er schaut ale fie ganz. geht über alle Himmel wit. Werke und Wohlthaten Gottes. 72 Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur, kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit; eh' noch die Welt geworden, warst du voll Herrlichkeit. groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Ere den. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden: wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schaffft ihm 3ufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkomm ner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit · u Freuden dir dienen, steh'n sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft's ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! ents stand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! Das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eis genthum. 3. Du trågest alle Dinge burch deiner Ullmacht stars kes Wort. Das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fört. Sohn Gottes, du regierest den der Welt; ganzen Kreis weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben, brum wird einft jene Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott låst dir Ehr ers zeigen, die keinem andern widerfahrt. Mel. Mein ganzer Geist groß, wie Alles beugen; denn göttlich 103 Webetet ift, dein 6. Sohn Gottes, ich vers ehre und bete dich in De muth an; beschäme und bes kehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld ge Ehre rauben. Theil' ihnen Gnade mit, dich glaubig zu die erkennen; laß nichts, dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land! Erlösung. dust entic dein Nam', o Heiland, Jefu Chrift! Wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolte! Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache was ren's die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo find fie? wo die Hohen? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, Lift nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, und den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erböhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbft, der Engel bohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, 73 haffen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Bom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar find die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jefu, werden schon auf Erden dir lobfingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Nam', o Hetland, Jefu Chrift! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh: o wie weit herrlicher wirft du den Frommen dann erscheinen! Ewig müffe, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel widerhallen! Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieber.) wenn wir an dich glauben Mel. Jesu, komm doch selbst zu wollen. 4. Du haft dich deiner 104 ott fei Dant in Herrlichkeit aller Welt, der entäußert eine sein Wort beständig hält, turze Zeit, für uns von Gott und der Sünder Troft und verlassen. Und nun mit Ehr' Rath zu uns her gesendet und Ruhm gekrönt, nun hat! machst du selig, die, vers föhnt, der Sünden Gräuel 2. Was der frommen Väter Schaar Bunsch und Trof 74 Werke und Wohlthaten Gottes. Troft und Hoffnung war, Mel. Aus meines Herzensgrunde was fie fern im Dunkeln 105 mit Erf fah; uns! im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ift sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. Menschenkinder, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr tönnt nun selig seyn. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, feid bereit, was ihm gefällt zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Gilt willig in sein Reich, verabscheut und verlaffet, was euer König haf fet, vertraut ihm, bessert euch! 4. Licht der Seelen, ew's ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschen freund, wie dank ich dir; du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laßt mein Herz dein eigen seyn, mach es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf' und Rettung aus Gefahr: so erscheine fiets auch mir Hülf' und Rettung Herr, don dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'. 8. Trifft mich Traurig4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einft erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergiebt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, nt mein Seligmacher, bereite fel. dann mein zagend Herz! Wann kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner and 3. Das hat der Herr geboten, sein Sohn hats felbft gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer gläubt, und wer nicht gläubt wird fierben. Ein jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 9. Und, o Jefu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheint, la mich freudig au dir gehn und gerecht vor bir beftehn! on Erlösung. omstree 75 selber mich! Schon seufzt das Leben: o was kannst mein Herz nach dir, es seuf du Größres geben? get bir entgegen: Komm, komm mit deinem Gegen, und wohne stets in mir! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durcha Buße, Reu und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln: ja, dir und unserm Nächften treu, aufrichtig ohne Heuchelei, zu denken und zu Handeln. Zu dir flehn wir bilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen, und des Fleisches Luft bezwingen. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 106 er Heiland kommt, lobfinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Deilig! Heilig! fingen. Er kommt der eingeborne Sohn, und fleigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Rettung finden, Höchftes Wesen! durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du fleideft dich in Fleisch und Blut, wirft Mensch, und willst, der Welt Mel. Befiehl du beine Wege zu Gut, ſelbst unser Bruder 107 Sie soll ich dich empfangen, werden. Ja du, Jesu, teichst Mie Arme voll Erbarmen uns entgegen, und verwandelst Web in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! Herr, wie viel zu schwach find wir, die Treue zu vergelten dir, die Bu an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verder ben müßten fierben, kommt 5. Laß uns zu unferm ew'gen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geift erlangen; auch, wenn wir leiden, auf dich fehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben, und in deinem Reiche leben. Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib felbft mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preis sen soll. Ichom 2. Einst fireute man dir Palmen: jetzt soll die Dank begier, mein Heil, in Freus denpfalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich 02 760 Werke und Wohlthaten Gottes. erbeben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben; o nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befrei teft, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sabeft, daß hier keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, ba kamft und halfeft du! 4. O du, an den ich glau be, was wär's, das dich bewog? Was wär's das vich zu Staube, zu mir hernieder zog? Dein gött liches Erbarmen. Ja, du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! flagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als o ob wär? auf! 3br babet den besten Selfer nah, der eure Seele la bet: der treue Freund ist da. nen von Anbeginn beschützt? Nicht fie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Luft. 7. Er übersichet Keinen, und weiß, was fedem nüßt. Hat er nicht stets die Seid 8. Er macht uns von dem Bande des Tod's auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd' und macht uns groß, gibt Weisbeit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, verfichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vergeht, wann da im hellen Lichte der Tugendfreund befieht. Wohl ewig Allen denen, die seine Wege gehn, und einft mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehnt Mel. Gott, der du die Menschen. 108 Der du und das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottes fohn! Ewig sey dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron, uns zu Gut, Fleisch gekommen; ber du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner anges nommen und mein Brus der worden bist, sey gelobt, Herr Jesu Chrift! 2. Sey gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch haft da geehret unser ferbs 6. Die ihr mit ernfter Reu fill eure Schuld be in weint, wißt, daß er euch, verzeihe. Er selbst, der Mens fchenfreund, ruft heilbegier gen Sündern der Gnade Troftwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ih. nen Seelenruh. Erlösung R 877 bin ich Gott vereint; Gott ist Bater und mein Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch fiets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme feyn! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz veriraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu meffen: gib, daß ich für deine Tren' dir auf ewig dankbar ſei. fterbliches Geschlecht! Herr, du haft es felbft vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zum Wohlthun dir erwäh let; ja in dir, du Gottesfohn herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3 Du, du bist der Völker Segen, kamst, von Noth uns zu befrein; und wir können beinetwegen jetzt schon Kinder Gottes seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o so haft du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und Mel. Nun banket Alle Gott die Tüchtigkeit erworben, 109 Er ist gekommen, einst von Sünde völlig rein, ähnlich dir, o Herr, zu seyn. er, auf den die Väter harrten, und länger dürfen wir nun feines Andern warten. Sein Lob erschalle laut in aller Welt um- her! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als Er? 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott verföhnt; haft der schwachen Menschheit Or den wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einft verklärt zu sehen. Fromme! faffet Zuversicht, glaubet feft: nur fündigt nicht. 2. Gott ist mit uns! wir fehn den Sohn, den Eingebornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlornen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut' des Erlösers euch, der selig machen kann! 15. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und bilflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der menen Jammer kennt, und mich gnädig Bruder nennt, fißt als Herr zu Gottes Rechten, durch ihn 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ifts! die Tauben hören; der Blinde fieht, und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße gebn; die Todten fehen auf. 4. Er ist gekommen, und D 3 dem Werke und Wohlthaten Gottes. 78 dem Vater zu verföhnen, und mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu frönen. Gott ift mit uns! Er will die Traurigen erfreun; Er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke ſeyn. schien, und es ward Friede durch ihn. Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! in 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquis dung trug er in der Wei nenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ge weint, selber geduldet, ge litten. 5. Gott sei gelobt! Er ist's, auf den die Väter harrten. Seil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern marten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sün, der an. Frohlockt, und betet ihn und seinen Vater an. Geburt Jesu. Top( Weihnachtslieder.) Mel. Sobet den Herren 110 bre sei Gott in der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchften aus Gnaden erkoren. Lafset uns fein dankvoll, ihr Chris ften, uns freun! Ift er nicht uns auch geboren? In eigener Melodie. 2. Schatten und Dunkel 111 obet Gott, thr bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten, Jefus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. Sid Chriften, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu sei nem Reich, und sendet sei nen Sohn. minlas 2. Er kommt nach feines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf de ew'gen Lebens Pfad bet Welt ein Licht zu seyn. 3. Bei seinem Eintritt i die Welt umgibt ihn tein Pracht, die glänzend in bi Au 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwie tracht und baßten sich vor den Altären. Jefus er5. Ebre fei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben bat er durch ihn, seinen Sohn uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab ftieg er vom Himmel herab, einst un zum Himmel zu heben. 6. Selige Hoffnung, ein Jefum, den Retter zu sehen, und mit den Schaaren der Herrlichen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, fing i dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! dins der Erlösung.neg Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmfien Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehen. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Troft der beffern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unfre Hülle fällt, uns weder Tod noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmelreich. Ihr Chriften, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! $ 1024 79 liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd' ihm gleich gefinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ift, der ehrt ihn nicht, der ift kein Chrift. Der Herr erkennt die Seinen! 3. In Dürft'gen last uns ihn erfreun, bekleiden, speifen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber feyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meiuen babt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird fein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelebrt, lobfingt ihm, ihr Erlöften! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! #G Mel. Mein aanzer Geist, ober: Wie schön feucht uns da. Mel. Allein Gott in der Höl 112 east uns mit ehr- 1130 fimm auch du furchtsvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlichem Lobgefang des Hetlands Feft begehen! Preis fei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam berab, und ward das Heil der Menschen. mit frohem Dank, mein Geift, in jenen Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt bernieder kam und unfre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ebre, 04 Gott, 2. 3f der ein Chrift, der dieses Heil nicht schäßt und 2018 Werke und Wohlthaten Gottes. 80 Gott, fei dir! Wie gna denvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du fandteft aus Erbarmen ion, die dem Verderben zu entzichn, die schnöden Lüften dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahnteft unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun bienieden Got tes Frieden schon empfangen und einst volles Heil er langen. 4. O gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beisand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh, und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach beinem Wort gewissen haft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und 100 einst oben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Fröhlich soll mein 114 Gott lobfingen! hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre flimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der fich fühlt verloren, freue sich inniglich; Chriftus ift geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen.pd 3. Wer kann Gottes Rathschluß faffen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwor fen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geift nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für ench gelitten. Er wird nie drig euretwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß Salto in Erlösung. s 38 81 groß erbulden. Lernt den viel treuer. Keine Kreatur, Menschenfreund erkennen: kein Leiden, keine Noth und Hagnadenreich will er euch sei kein Tod soll von dir mich ene Brüder nennen. scheiden. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann; a betet an; weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preift den Herrn, der euch gern feine Brüder nennet. 13. Du fömmft einst zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sün den fränken, eilt herzu, fuchet Ruh: er will fie euch 115 ottes Sift tommen! Mel. Jesus meine Freude Sohn ihn schenken. Schaut auf mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: ich will euch erquicken. Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er tam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nabm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Last uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sobne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Chrifto Theil, Theil durc feiner Sendung Gaben felbft an Gott zu haben! 9. Jhr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöfter zage! Bringet ihm zu seinem Fefte Zutrauen her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen? mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden, und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und felig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig foll freudevoll fie mein Herz empfinden! 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlöfen; hier fleht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht feine Brüder haffen oder hülflos laffen. D5 4. Wann TT8 82 4. Wann wir einst ermüs amben, führt er uns zum Frie» iden durch des Grabes Nacht. Unsre tobten Glieder gibt bie Erde wieder ihm, der fie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den bas Grab auch deckte. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Auf dem Nichterthrone werden wir im Sohne unfern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier verfucht, wie wir: überschwänglich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß' and glaub an ſeinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht fucht, fein Beispiel nachzuahmen. In eigner Melodie. uf! schicke dich, 116Auf! recht feierlich des Heilands Feft mit Danten zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottesſohn, bekleiden, fpeisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troff erfreuen, und dein dabei ges denken. 6. Eilet, eilt ihr Sünber! Werdet Gottes Kin ber! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! 6. Rath, Kraft und Held, Bleibet seiner werth! Preis fet ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben, durch ein göttlich Leben. durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preift dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er bilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trößten. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, thr Erlösten! Mel. Ermuntre dich, mein 2. Sprich dankbar froh: also, also hat Gott die Welt 117 Gott, deine Gnas in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß de fei gepreift! Sie schuf uns Heil und Le ben, Ermuntre dich in mir, mein Erlöfung.n યામાં astio mein Geift, ibr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn fich dargeftellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. D große That! er wünschte Nacht! von En geln felbft befungen! Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält; der Freund ber Menschenfinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt som Herrn, aus deinem Himmel fameft und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmeft, Sohn Gottes! o wie haft bu dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich den groBen Werth von deiner Huld recht faffen! Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so berab zu lassen? Hier warteten dein nichts Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. als 83 ftellteft, unfer Seil zu feyn, nach deines Vaters Rath dich ein, wardft Mensch und kamft, mit Freuden, uns den Tod zu leiden. für 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mich; du bift auch mein Erretter. Auch mir zum Trofte fandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die frets wähnen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bifts, der mich mit Gott vereint, du bringt mir Heil unb Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich obn' Aufhören mit Leib und Geift verebren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht: doch du wirst wieder kommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Chrift! dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, bas bei dir ist, erheben. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war Mel. Vom Himmel kam der deine Menschenliebe. Du 118 Dies ist der Tag, fabeft Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du den Gott gemacht; sein werd' in aller 06 Welt 84 Werke und Wohlthaten Gottes. Welt gedacht! 3bn preife, ler Seligkeit! du bist es was durch Jesum Cbrift im der das Herz erfreut. Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Tyron das Heil der Welt, dich, feinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geift vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnab' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unfrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 6. Herr, der du Mensch geboren wirft, Smmanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend fahn, dich bet auch tch, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirft unser Freund und Bruder hier, und Gotteskinder werben wir. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der fie erhält. Was zagt der Mensch, da der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße fißt. 8. Gedanke voller Majeftät! bu bist ed, der bas Herz erhöht. Gedanke vol10. Jauchzt Himmei, die ihr ihn erführt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm, Mel. Kommt, kommt ben im Buche flebt von mir: 119 Nom Grab, an wir Gott! deinen Willen thu ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 11. Dieß ist der Tag, den Goit gemacht; fein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jefum Chrift im Himmel und auf Erden ist! O len, foll, Jesu Chrift, dein Lobgefang empor zum Himmel schallen! Dir opfre fede Seele Dank; und jeder der Gebornen erfreu sich, Mensch zu seyn; und jeder der Verlornen rühm' es, erlöft zu feyn! Uns Sündern ward gegeben einst Jefus, Gottes Sohn: mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler, Jesus Christ, und danfen, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht 085 Erlösung. st402 gleicht der Morgensonne mit dir; weit über Sonn' und ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade, durchs Leben bis ans Grab. 3. Froblockt, ihr Mitgenoffen der Schwachheit und der Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobgefang. Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltverföhner Dank! Sterblichkeit! Nicht länger ift verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn: nun hebt er seine Brüder empor zu Gottesthron. Er ward das Heil der Sünder, und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder find, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder seyn, wenn sie entrückt der Erden, fich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah find wir dann dem Throne und schauen deine Majeftat. Nicht mehr aus dunkler Ferne bringt dann der Dank zu Erscheinung Chrifti. Mel. Was mein Gott will 120 Erfreue ich des Geist, das Goit für dich erkohren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bleibe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe. 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum boben Leben bringen, gutthätig seyn, wie Gott, erfreun, und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum fei uns sein Erscheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, troß aller Macht des Spottes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine frommen Kinder; und väterlich erbarmt er sich der reuerfüllten Sünder.. D'7 4. Mit 86 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Mit dieser froben Zu- gnadenreichen Zeit ftets versicht geh ich dem Tod ent fromm und weise handeln, gegen. Ich weiß, mein dunk- auf dich, bei treu erfüllter ler Pfad wird Licht, und Leid Pflicht, zufrieden und voll und Schmerz wird Segen. Zuversicht in Noth und Tod Schließt sich mein Lauf, vertrauen. werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Mel. Gottlob, ein Schritt z zur Nichts helfen Opfer des 121 Erd- dem, der da bet und doch stets der Sünde stlavisch dienet. freis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völ ter dienen den tobten Göttern nun nicht mehr; fie kennen ihn, den Herrn, und er läßt fie im Lichte wandeln. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. 2. Kaum fandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so fammelt er fich selber schon die Erftlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern führt fie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, Darstellung Jeſu im Tempel. it war uns nicht dein 122 Der weihte, am Mel. Christus, der ist mein em großen Va heiligen Altar jetzt die Gebenedeite den Sohn, den sie gebahr. Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Gößen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finfterniffen. sist 2. Da betete im Tentpel ein Greis zu seinem Gott, und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der 3. Gott sah ihn still und weise den Weg der Tugend gehn, in Erlöfung.stras gehn, verhieß dem frommen Greife, den Heiland noch zu seyn. du!! 4. Sept lag vor seinen Blicken, das Kind, des Himmels Luft; er nahm es mit Entzücken und drückt' es an 5. Und rief: nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Graft; voll Dankes will ich scheiden, fobald bein Wint mich ruft. 6. Dein Heil habe ich geseben; hier ist der Völker Hirt, der Ifrael erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerftabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatft am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8 Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geb, wie er den Tod nicht fcheue, mit Freuden Je: fum feb. 9. 3war werd ich ihn nicht sehen, nicht bier, wie Simeon; doch in des Lichstes Höhen erwartet er mich schon. hoe 10. Dort tönen meine Lieder: Heil mir, nun seb ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! Mel. Kommt her zu mir, spricht 1236ntreiße bich, me Geift, der Welt * 198 8887 dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch dars zustellen! Er ist das Licht; drum sei gewiß er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erbellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum fittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der nie. dern Sinnlichkeit, wer noch des Lafters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil; nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf feinen böfen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchften Sohn, zu feinem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Hei ligung sich sehnt, der opferi ächte( Saben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben feinen Heiland schaut, kann einft im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht: er wird sich einst in ſeinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. 3ch tomme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein, und laß 88 Werke und Wohlthaten Gottes. laß mich heilig leben, bis Kanaan, und Heiden riefen dn auch mich, wenn dirs Jesum an. gefällt, im Frieden wirft aus dieser Welt zu deiner Wonn' erheben. 4. Und wir, die Jefu Stimme hören, wir follten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns betehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Last uns entrinnen dem Verderben, fromm leben, um einst In eigener Melodie. 124 ging ein Mann fromm zu sterben! Dann voll und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt' er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. werden wir nie mutlos feyn, wenn Trübfal, Noth und Tod uns dräun. Es bebte, wer ihn reden In eigener Melodie.si mmer hörte, bekannte ſeine Fehler, fehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schreckte Heuchler, ftrafte Sünder. Er rief: das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der VerheiBene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, partheilos alle Thaten rich ten. Heil krönet die er füllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. 3. Ein himmlisch Licht ift seine Lehre, und Geist wird seine Taufe seyn. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon frömte froh es auf den Wegen nach dem erhellten Johannes, der Vorgänger Jesu. ugg 125 len seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge fterbend bricht: dieß nur ist, nach Jefu Lehre, wahre Weisheit, Tugend, Chris stenebre. 2. Heil dir schon auf Erden, Freund der Wahrheit und bes Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unfre höchste Würde. ben zu erfül 3. So, in höhrer Klarbeit, so umstrahlt mit Gottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wankte nicht, feft entschlossen felbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzugeben. 4. Und vergebens brohte Kera bottosto Erlösung. Ars 00 89 Kerfer, Marter, Blutge haft zu leben, chriftlich weise, rüft: treu dem Pflichtge bote, das Gebot des Ew'gen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. chriftlich gut, daß mich we der Schmerz noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. 5. Tugend, Segensfülle, du, o Ziel des höchsten Ruhms, du der Gottheit Wille, Geift des wahren Christenthums, durch dich auf Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 6. Tugend, unter Freuben dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammeft, und den Geift für's Göttliche entflammeft. 7. Du, o hehre Sonne, Atrahlst mit überird'schem Schein, schaffst dem Geifte Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelft unfre Freuden, du veredelft uns durch Schmerz und Leiden. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höben wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heil'ge mein Bestres ben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendLehre, Leben und Thaten Jesu. Mel. Liebster Jesu, wir sind 126 Führer zur VollLehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen, und mit frober Zuversicht unfern Schöpfer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet, und uns gibt, was wahrhaft nüßzet. 3. Du haft mns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Lafter überwinden 4. Dann auch, wann das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden Werke und Wohlthaten Gottes. € 8 90 ben, um mit frohem Muth zu scheiden. ipilih se ad 5. Dantet, Chriften, betet an! Laßt uns Chriftum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen feinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht au fehen! Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf G [ uf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Licb entflammt: dazu erschienst du Jesus, hier, von Gott gefandt, zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geift Vergnügen fand. Wie em und Kräfte beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menschen Seelen- Licht zu ſeyn! 3. 3hr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem fel'gen Pfade mit ficherm Schritt einber zu gehn; ihr Licht, mit freudigem Vertraun hin in die Ewigkeit zu schaun. 104. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwerden; und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugk du doch, voll Güt' und Huld, Gie gern mit himmlischer Geduld. 2 molds 5. Fürwahr noch immer ist das Leben, das du auf Erden haft geführt, ein Se gen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank ge bührt; ein Segen, dessen auch mein Geift sich freut, und dich Erlöser, preift. 6. Ja, Preis fei dir, du befter Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gefandt! O, würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deis ner Wahrheit treu, und ewig burch sie selig fei! Mel, Liebster Jesu! wir sind 128 Theuer fei mir allezeit, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgiam keit treulich ihre Vorschrift ebre, dem, was sie verbeißet, traue, fest mein Hoffen dar auf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit fro her Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, nach seinem heil'gen Wil len unsre Pflichten erfüllen! und treu 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet bas Erlösung. haben, das hast du uns aufgehellt; und durch deines Geiftes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckft uns unsre Schuld und der Sünde grofen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrft uns aller unsrer Sün- mything! den gnädige Vergebung fin- mel. Liebster Jesu! wir sind 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: fo nimmst du mich einft im Scheiden auf zu deinen hö hern Freuden.is er den. 5. Huldreich rufest du uns 129Shon auf Erden 3u; kommt zu mir beschwer te Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir an Trofte fehlen, wollt ihr anbers von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. können wir Simmelsseligkeit is empfinden, wenn nur Lieb' und Eintracht hier unsre Herzen feft verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diefe Herzensfreudig feit danken wir dir, Gott der Gnade; Jefu Chrifti Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lebrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbangs sten Leiden; sie erleuchtet unsern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet fie zum bessern Leben. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfülleft und der Seele Kummer ftilleft. 91 boben, will ich würdiger dich loben. 11923 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre meinen Lobgefang, den ich hocherfreut dir finge! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden, mat 8. Köftlicher, als Gold, fei mir, was bein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sei dir für den Troft, den es gewähret! Werd' ich einft zu dir er4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlaffen, bält sie unfern Muth noch fest, lehrt uns frobe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärke 92 Werke und Wohlthaten Gottes. Stärke zur Vollbringung ben! Wer hat nicht von deiguter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreuen, fei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth find, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, segnen die, die uns betrüben. nen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der ges beugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz ges brochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4 Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich felbft verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, war's mit Aufwand aller Kräfte. 6. Heil dem Menschen, der fie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, fich bestrebt, dich, Gott, zu eh ren! Ewig felig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben. 5. O wie hoch stieg bein da du für uns Armen, Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöh. nen, und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns LeMel. Schmücke dich, o liebe S. 130 Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die bein treues Herz regieret, und dich selbst da hin geführet, daß du un ferm Heil zu dienen, bift in Knechtsgestalt erschienen. Oben zu erwerben, willig wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber feine Feinde wei nen, jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Be trübten Klagen hören, sich in andrer Dienft verzehren; das find Proben wahrer Gü te, und so, Herr, war bein Gemüthe. warft am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu fegnen, deine Mörder zu vertreten und für fie zu Gott. zu beten. 3. Ddu Zuflucht der Elen 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, 0 Erlösung. the stat o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littft du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigung gen. Lob sei dir dafür ge fungen. zu 8. reichem Segen, beinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Ang der Sünden Troft und Hülfe bei dir finden! Heilige auch mei ne Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 93€ Welt noch zu erwarten hat; du machteft selbst durch detnen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies deiner Hand find uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gedie uns schwäche An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geift im Glauben fich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. Gott gelehrt. S mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5 Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinften Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir mit fleter Treu dir nachMel. Gott Vater, an Erbarmen 131 Kein Lehrer ist bir zufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Serr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, flammt: du machst durch treuer Lehrer Mund noch icßt dein Heil den Menschen fund. Begleite flets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 2. Du kamst zu uns, von Gott gefandt, und machteft uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sünden schulb, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in feinem Siege mächtig fort; du fendeft, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geift, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 3. Du saheft in der Gott heit Licht mit aufgeklärtem Angeficht, was nach bes 8. Mein Heiland send Höchften weisem Rath die ihn auch zu mir, daß iol mit 9402 Werke und Wohlthaten Gottes. mit beiliger Begier nach Wahrheit firebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei bir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut! Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn? risp andn 5. Wir danken, Höchfter, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, ber durch so große Wunderwerke als ein Gesandter sich Mel. Wer nur den lieben Gott bewährt. Wir nehmen solop 132 Wie Wie göttlich find then gläubig an, und find ihm willig doch Jesu ren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören,-wer, was für Wunder er vollbracht, und fimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser fei! 2. Erbarmen war es vol ler Gnaden, was man in seinen Zeichen fab. Nie wirkted 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu' bis in den Tod ergeben sei. Mel. Was mein Gott will es zu Zemands Schaden, 133 Kommt, die ihr wie von Propbeten selbst geschab; er raffte nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Zorne bin.md for 3. Er schenkte das Geficht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Ausfaß mußte vor ihm schwinden, der Stumme fang ibm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß hie Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst entfaget, die ihr nur ftets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wolluft fraget; fommt, schauet Jesu Vorbild an! Dies, dies muß eu beschämen. Kommt, lernt, gebeilt von curem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 4. Sein Segen speifle ganze Heere, da, wo es felbst. an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ibr Sturm gehorsam nach. O sah man nicht bei allem füllen. 2. Gott war sein Alles; nur an dem bing seine ganze Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weib't er seine Triebe. Wo zu er ftets fich willig fand, war dies: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gefandt, vollkommen zu er her 3. pod as Erlösung. dan 95 3. Hoch über Welt und blieb fein Herz an ihm, Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wann er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen; aber Gottes Wort geschah, quoll Freud' aus seinem Herzen. troß alles Spottes. Sein Sehnen war im bängsten Schmerz, nichts als das Antliß Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid nicht schwach, die Kraft dazu erftreiten. id con wann 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geift, ganz rein von allen Flecken. In Allem fab er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das aber a Seine. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen sebe; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud' und Leben schäße! 5. Stets flob er das Geräusch des Ruhms, blieb Mel. O Gott, du frommer Gott niedrig und geringe, ent 134( a) richeine meischlug fich alles Eigenthums, der Erbe aller Dinge Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, fein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. nem Geift, erhabnes Bild der Tugend, du Mufter jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jefu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und Arauchle nicht, seh ich nur fest auf dich! 6. Bar Gottes Hand auf ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Blut war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er war gehorsam bis zum Tod, ia bis zum Tod am Kreuze. 7. Bon Gott verlaffen, 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde floh deine Jugend hin! Wie heuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch fung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freubenlos 9601 Werke und Wohlthaten Gottes. los und allem Glanz ent- auch ich kann ohne Beben riffen, durch frühen Druck geübt in Müh' und Küm mernissen, floh dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. am Ziele einft den Geift dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwachheitssünden Schuld. 4. Gehorsam, warst du ftets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen; trugft mit Geduld und Muth des Lebens herbften Schmerz; bu sahst die Glücklichen und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie haft du deine Pflicht, die kleinste nie verleßet; nie leidende gefehn und nicht mit Troft ergößet; stets haft du Irrende ge warnt, belehrt, gerührt und fie mit Freundeshand auf beffern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeicheleien, bort lockender Gewinn, da bittrer Feinde Dränen umgaben, wo du gingst, dich Heiliger, doch du gingft mitten durch fie bin mit Feftigkeit und Rub'. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an bas Ende; da gabst du deinen Geift in deines Vaters Hände. Bollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn fabft du den großen Lohn der Ewigkeit bir nahn. 9. Schau drum, mein Geift, auf ihn; verschmäh des Lafters Freuden! Der Sünden Sold ift Tod und ihre Frucht find Leiden. Wie Jesus, weihe- Gott des Lebens turze Zeit! Dann geht auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. In eigener Melodie. 134( b) u bir erhebt müthe, du Freund der Menschen, Jesu Chrift, der du durch deines Herzens Güte der Welt ein Vorbild wors den bift! Du lebteft Sündern nur zum Besten; fie zu befreien, sie zu tröften, ente sagtest du der Herrlichkeit. Nur wohlzuthun war dein Bestreben: der Zweck von deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. 2. Nicht schrecklich was ren deine Werke: du tamst nicht Sündern zum Gericht. Du warbft der blöden See len Stärke, und der Bedrängten Zuversicht. Dein Blick war so wie dein Gemüthe, voll Mitleid, 8. Vollendeter, auch ich, Freundlichkeit und Güte, und Erlösung. 97 wie die freien Felder, entpfanden deine Gütigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein holder Zuspruch und dein Segen vertrieb des Lebens Bitterkeit. 6. So gingst du still auf deinem Pfade dem dir bes ftimmten Tode zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelsruh. Auch dann, als Schrecken und Gefahren von allen Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein Edelmuth. Du bliebst ein Schußgott deiner Freunde, bliebst ein Erbarmer deiner Feinde, und liebteft fie bei ihrer Wuth. 7. O Jeſu, wäre doch mein Leben dem deinen gleich! Wär ich, wie du, so ganz der Menschenlieb' er geben, so fanft, so mitleidsvoll, wie du! O pflanz in mich die bolden Triebe des Mitleids und der Menschenliebe, und gib mir deinen edlen Sinn! So ziert mein Wandel deine Lehre: so krönt vor dir mich einft die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. und deine Hand gab Armen Brod. Du fabft die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink entfloh der Tod. 3. Du fühlteft deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfandft. Du schmeckteft nichts von Nuh und Freuden, so oft du Menschen leidend fandft. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägliches Geschäfte, als Men fchenfreund umber zu ziehn. Eh' noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend thränend flagte, erquickte schon dein Beistand ihn. 4. Errettung, Nachficht und Erbarmen fand jeder, der sich dir genaht. Mit leidig schenktest du dem Armen die Hülfe, die er sich erbat. Dem Lahmen stärktest du die Glieder, dem Stummen kam die Sprache wieder, dir dankten Blinde das Geficht. Nie wurdeft du des Wohlthuns müde, Reuvolle fühlten Ruh und Friede: fie glaubten, und verzagten nicht. 5. Herr, wo du gingft, auf jedem Schritte, da folgten Lieb' und Mitleto nach; fie folgten in des Reichen Hütte und unter der Verlaffnen Dach. Der Tempel wie die öden Wälder, die Städte, Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Paffionslieder.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 135 Laß mir die Feier CS Werke und Wohlthaten Gottes. 98 o großer Dulber, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und dir mein gan zes Leben weihn, bir, ber so ruhig und entschlossen für mich die Laft des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut gefloffen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich deine Pein und Wunden mit tief gerührtem Dank er- 136 in Leiden zu Mel. Herzliebster Jesu! err, stärke mich, höhn; ich will die Lieb' und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was bu für mich erbuldet baft. 3. Mir sollen diese Feierzeiten der größten Liebe bei lig seyn; fie soll mich stärten, foll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, bein Tod mir seliger Gewinn. Dir schlage ftets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! 3hr Derter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sab! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und boffnungsvoll auf den vers trauen, der mir die Selige keit erwarb. N 5. Da will ich lernen Tugend üben, in Noth und Tod gelaffen seyn, die Menschen, so wie du, zu lieben, und felbft dem Todfeind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn, Dir schlage ftets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werben; an unsrer Statt ge martert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochbeiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen; Gott ift die Lieb', und läßt die Welt erlöfen. Dieß kann mein Geift mit Schrecken Entzücken am Kreuz und erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie ber; ♦ Erlösung. der; es fürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ihr darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ift: Gnad' und lieb erweifen. Uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preifen, zu fehn, wie hoch, wann Gott uns Gnad' erzeuget, die Gnade fleiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriefen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebteft mich; ich will dich wieder lieben, und fiets mit Freuben deinen Willen üben! O gib zu die fem feligen Geschäfte, Herr, felbft mir Kräfte! für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, du, der lieber wollt erblaffen, als mich im Verderben lasfen, ach, wie bank, wie dank ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet seines Raths Verkünder! längst haft du dein Werk vollendet: Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratft, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, fliegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg binan, bachteft nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preifen wir; unvergeßlich sei sie mir. 4. Meinetwegen trugft bu Bande, litteft frecher Läftrer Spott, achteteft nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warft werth der höchsten Freuden und trugft willig Gram und Leiden. O wie dank, wie bank ich dir würdig, Heiligster, dafür! 5. Frevler frönten dich zum Hohne; deine Stirne 137 efu, meines Le blutete unter einer Dornenaller Könige I fich meine Seele freut, berniibu gut haft bu gelitGiessn2 ten, In eigner Melodie. 99 100 Werke und Wohlthaten Gottes. ten, mir die Lebensfron' uns strömt Besrungskraft erftritten. Preis, Anbe- und Ruh' aus deinem bittung, Dank fei dir, Ehr- tern Leiden zu. furchtswürdigfler, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen, mir zu Liebe gern ertrug, deinem groß, muthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Troft in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür! 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Neuenden die Schuld vergiebt; daß ewig unsre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt! 5. Daß deine Lehre feft besteht, und daß dein Reich nie untergeht; den großen Troft von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 7. Ruh' im Leben, Troft am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzuftreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr! Ohne sichern Troft und Licht, mit ungewiffen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirft uns, wenn wir dich fehn, zu deines Himmels Mel. DJesu Christ, mein's Lebens Wonn' erhöhn. 138 A denken wir, Herr Jefu Chrift, und dans 139 Mauch für mich Mel. Schwing dich auf zu Dein fen dir, daß du so willig ihre Laft zu unserm Heil getragen haft. 2. Im Geifte folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan, und beten dich mit Freuben an. 3. Auch uns zu Gut, o Herr, betrat bein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch gingst du hin zum Leiden, und begabft, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sabft Bande, Schmerz und Hohn, sabft den Tod von ferne, doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entfloh nicht der Gefahr, die dem Leben brohte; als die Stund' ers fahise Erlösung. fchienen war, gingft bu froh zum Tode. Willig übergabft du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so Atill und trob zu leiden, und wenn es dein Rathschluß will, felig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dant, o Jesu, Dank fei dir für dein willig Leiden, denn dadurch erwarbft du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe: denn ich bin verföhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. 101 vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich fie, fie meine Brüder bassen? und nicht wie du, wenn sie mich unters treten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltft auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreus Mel. Herzliebster Jesu 140 Laß beinen Geift zes Schmerzen. Und Goit mich stets, mein gibt uns die Kraft in deinem Heiland, lehren, dein gött- Namen, dir nachzuahmen. lich Kreuz im Glauben zu 8. verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin verföhnt in deinem theuren Blute. Du haft mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Sa, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im & 3 Glaus 102 Werke und Wohlthaten Gottes. Glauben kämpf', im Glaus ben wach' und bete: so ift mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jefus lebet. 11. Lockt böse Luft mein Herz mit ihrem Reize: so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke: so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so fei's doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken: dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! In voriger Melodie. 141 Sei hoch gepries deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder, selbst dein Leben dahin zu geben. Troft auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einft scheide? 4. Für mich, o Herr, bift du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das haft du ja, von großer Treu geleis tet, auch mir bereitet. 3. D laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsſe mir ihn rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlöfter; du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein ganzes Leben zum Dienft ergeben! 1 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirft weiden, wo beine Liebe mit verklärten Zungen stets wird befungen. 2. Fürwahr, du trugeft unfrer Sünde Schmerzen. O welch ein Herz gleicht beinem edlen Herzen! Du lieseft unfre Schuld an dir be 142 Mottes Sohn, Mel. Schwing dich auf zu ein Erlöser, ftrafen, uns Heil zu schaffen. der du für mich litteft, und auch auf der Himmel Thron jeßt noch für mich bitteft, wel Erlösung. welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preif' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlich keit war dir, Herr, gegeben; und du konnteft jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Mis fethat noch Vergebung finden; denn du tarbst nach Gottes Rath, auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugeft du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Luft zur Beffrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu haft du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünder abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schreden gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenom1 103 men! Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen, gib mir Weise beit, gib mir Kraft: bu haft fie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben, und voll Dankes bir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, ftraft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Troft genießen: daß du auch für meine Schuld büsend bift gestorben, und Vergebung, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben! 9. Stärke mich durch dele nen Tod in den leßten Stunden! Wie du deine Todesnoth fiegreich überwunden: v so bilf dazu auch mir! Laß ' mich fröhlich scheiden! Herr, so bank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 143 Mel. Freu dich sehr, o meine esu, deine tiefen Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt' ich durch Sünd' entweihn? Nein, ich 4 bent 104 Werke und Wohlthaten Gottes. bent' an deine Pein; sie, fie lehrt mich Sünden las sen, und sie als mein Unglück haffen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Luft zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken! In eigener Melodie. 3. Will die Welt mein 144 W Sünden fränmich die Herz verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn: dann denk ich, o Jefu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Luft vertreibe. ten, so laß, Herr Jesu Chrift, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bift, und Rettung von der Schuldenlaft den reuerfüllten Sünvern am Kreuz erworben haft. 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Troft mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müffe mich dein Tod erfreun; denn du haft, da bu gestorben, diesen Troft auch mir erworben! 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, Jesu, meine 3uversicht. Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schadet er mir nicht. Sicher ift bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewig's Leben mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, fo beffeg' ich auch die Schmerzen von dem leßten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht; überwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. 2. O wundervolle Liebe, bedenks, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlers Tod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum fag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebelang Erlösung. 105 lang für deine Todesschmer- bis zum Tod und Grab, zen, Erlöser, Lob und Dank. aus mitleidsvollem Triebe Hilf, daß ich dir für deine zu unsrer Rettung gab, ach Treu auf ewig ganz ergeben unter welchen Plagen schloß und thätig dankbar ſei. fich dein Lebenslauf! Mit Zittern und mit Zagen fliegst du zum Delberg auf. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Chrift mit allem Ernst zu meiden, was vor bir sünd. lich ist! Nie komme mir aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, bilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt, und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt! 7. Laß mich an Ändern üben, das du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelei, und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu! 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärt meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau! 145 Mel. Befiebl du deine Wegc u, der fid einst voll Liebe selbst 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du saheft Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle, und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach! welche Angstigefühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt. 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing niemand fefter an seinem ott, als du. Wie sehnlich hat dein Flehen um Schonung, und wie ftill: es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So wareft du mit Freuden gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingft mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig fam 106 kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabft du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhes voll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl! 7. O Freund der Men schenkinder, den nun fein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unsre Opfer an. Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Wenn mich die Sünden 146 inft, als im Angstgebete, und Huld, wie sehr fie gleichwohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet, nah ich des Feindes Macht! 4. Du Trößter schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch nieder, verführt durch Aolzen Wahn! Ach! oftmals schlumm'r ich sorglos ein, bin rubig bei Gefahren, die meiner Seele bräun. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdrossen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröftung ein; sprich zu ihr: kämpf' und bete! balb ist die Krone dein! Herr, deine Seele rang, und immer heißer flehte; Mel. Herzliebster Jefu fo tief gebeugt, so bang: 147 Bete ekenner Jefu, da fandt du feinen Troft, kein Licht, da schwebte nichts als Marter vor deinem Angesicht. werdet nie vermessen! Der Fall ist nabe, wenn wir je vergeffen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Auch fie, die so entschloffen, so männlich dich bekannt, find mutblos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deiner Seele Schmerz und keiner deiner Brüder spricht Labíal in dein Herz. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Tünften, die durch Finsternisse schnell in die Höße schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb' 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wa Erlösung. Wachen und Gebet fich nicht im Bunde mit ihrem Herrn; sie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten fie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneingedenk des Hirten fliehn die Schaafe. Er ward verlassen, er, der unfre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du litteft, daß der Mensch sich deiner freue; ach laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 107 decket, dein trößte sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen fei meine Ruhe, Herr Jesu! Mel. O Lamm Gottes Staube 148 Erlöfer, ber im lag mit Angstschweiß be 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen, und trugft allzeit geduldig fie mit verzeihendem Herzen. Dein Geift soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jefu! 3. Am Kreuze hingst du, kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod belehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er müff' uns dir verbinden zu ew'ger Liebe, Herr Jeſu! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von In eigener Melodie. feiner Schwachheit! Einge 149 Sbrife, du Sohn denk des Falles der Jünger, streb er, sein Vertrauen auf dich zu bauen! Gottes! der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernftlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegèn; wir werden fiegen. 2. Chrifte, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, du Sohn Gottes, der du trägft die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. In allen meinen Thaten 150 Wer kann die Lei= den faffen, die 6 du, Werke nnd Wohlthaten Gottes. 108 du, o Herr, gelaffen für mich erduldet haft? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und über nahmst auch meine Laft. 2. Laß deine leßten Stuns den, und was du da empfunden, mich tröften und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünden meiden, und dir mich teßt und ewig weihn. 3. Du starbft mit einem Herzen, das auch in Todesschmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt' er auch nicht, was er that. 4. Du trösteteft den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wenn ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir ins Paradies. 5. Du sorgteft, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für ber Deinen Ruh'. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Troft und Muth mir zu! 6. Du mußteft, mait von Plagen, auch über Durft noch klagen und keiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich Trauer im bangen Todesschauer: verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblaffen, du wirst mich nie verlaffen; du fühlteft selbst des Todes Noth. 8. Du sprachft am Ziel der Leiden mit namenloſen Freuden: mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen, und einft zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabft am Leibensende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wann ich auch meine Seele, ihm einft, wie du, befeble: dann ist auch mir der Tod Gewinn. Mel. Befehl du deine Wege 151 Der Herrscher aller Lande muß fich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor seinen Knechten stehn, und hier sich richten laffen. Sie suchen ihre Wuth, womit fie längst ibn bhaffen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld feiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer war's, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen must'? Wem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, umgeben? du labft ja unein recht Gericht zu richte erquideft mich. aufs helligste verband? Du rie Doch hier wird Erlösung. 109 scher Zeugen Verleumdung mich die Rache meiden; gern gehört; hier wird durch Lästerungen der Heiligste entehrt; hier wird das Recht gebeuget, entweiht das Richteramt; hier wo die Falschheit zeuget, die Unschuld frech verdammt. und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht leiden, so trößt mich deine Huld! 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiliget dies Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen, und selbst der Lügner Mund, die wider ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. 5. O würde nie mit Ränfen der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld kränken, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie burch Läfterworte die Unschuld leiden mögt'! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei klug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trü gen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit fei! 7. Laß mich nie wieder Schelten, wenn mich die Bosheit schilt nie Haß mit Haß vergelten Mein Her san und mild Lebr Mel. So schlummerst du Durst nach Blut, o blinde erhört Erlöser grausam die kaum 152 Wuth, ift worden! den will fein Volk schändlich morden. 2. Da geht er hin, ach seht auf ihn! gefeffelt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdammen laffen 3. Sein Richter fieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 4. Doch zittert er, wankt bin und her, verlangt des Volkes Stimme; und fie rufen: Barrabaß! mit erbostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung bin, die Wache darf ihn höhnen; die mit einem Dornenkranz ihn zum König krönen 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Mögte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Sept, welch ein Mensch feb welch ein Mensch spricht selbst Pi Werke und Wohlthaten Gottes. 110 latus, ftellet ihn zur Schau dar, eh er noch ihm sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge; und der feige Richter kommt endlich ins Gebränge. 9. So fterb er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 3. Geschäftig war der Frevler Buth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenfron gekrönt, in Königskleidern ausgehöhnt, ftand er vor seinen Feinden. er 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch' ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war die MenschlichMel. Schon ist der Tag von Gott keit des Heiden; die auf 153 Sest, welch ein gebrachte wilde Schaar fab Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Laft der Sünden! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ihr Menschentinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde keinen je, als ihn, so wird auch teinef leiden. Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt fie als lein, fie stürmten auf den Richter ein, und schrien: er sterb am Kreuze! 2. Der Sohn des Höch10. Ach uns zu Gut floß hier dein Blut, trugst du mit fillem Herzen deiner edlen Seele. Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du haft's gethan. Wir beten an mit dankendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu' und Güte. flen, Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward frecher Missethäter Spott, und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. 6. Du denkeft ohne Schaudern nie an diese Wuth der Sünder, du sprichst: die Rache ftrafet fie! noch Araft sie ihre Kinder. O See Erlösung. Seele, denkst du auch dabei an deine Sünden? Bift du frei von Schuld am Tode Jesu? 7. Sieb, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn' ich, Sünder, dich mit Gott, und sterb um dei netwillen. 8. O hochgelobter Got tessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe Willen! 9. Ich schwöre, Welterlöser, dir, und willig will ichs halten: so wahr du lebeft, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod foll mich, so lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb' erinnern! 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde; fo rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: denk, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? 111 In voriger Melodie. Mie groß, o Herr, erscheineft du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenruh gingst du dem Tod ents gegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernftliches Bemühen, und selbst im Tode wolltest du für fie Heil, Troft und Seelenruh voll Großmuth noch erwerben. 3. Drum ftiegst du auf der Leidensbahn, voll Heldenmuth, mit Freuden getroft auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; bier zeigtest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichft Troft betrübten Seelen zu, und bitt'st mit edlem Herzen selbst in der leßten Todesnoth für deine Mörder noch. zu Gott; du ftirbft als Menfchenretter. 5. Ach, fieh ihn hier, erlöfter Chrift, schuldlos zumt Kreuze bringen! fich, wie sein Blut zur Erde fließt; Fieb Werke und Wohlthaten Gottes. 112 fieh ihn zum Tode ringen! Mel. Herzliebster Jesu! Sieh seine Wunden, seinen 155 Unschuldigter, du batteft verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gespros chen! Du, Heiligster, bift fa in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirft du verworfen und verhöhnet; mit einem Dornenkranz zur Schmach gefrönet, gegetßelt, und, von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Urfach aller solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. O große Lieb'! o Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern laffen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden! an liebevolles Herz! Ach, fich ihn duldend sterben! 6. Hier denk an fenen Zweck zurück, der ihn hieher getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, hier, o Chrift, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weißen! 7. Entfag den Sünden dieser Welt und fündenvollen Freuden; flich Men schenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 8. O Jesu! der du für uns starbft zur Nettung vom Verderben; uns so.viel Hell und Troft erwarbft durch Lehren, Leiden, Sterben, fleh uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unfrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Geduld durch deinen Tod be reiten; und naht einst un fer Tod heran, so laß uns dieſe Pilgerbahn als Glanbige beschließen 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu' ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisches Lüsie dämpfe; so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib felbft zu diesem hetligen Geschäfte mir Schwa Erlösung. chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! 8. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, dich lieben und die Luft der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, fein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich follen auch des dängsten Todes Leiden nicht 157 geriffen, ver Mel. Wenn mich die Sünden on Furcht dahin von dir scheiden. Bald läugnet Petrus dich straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er flebt zu dir um Grade, und du ftillft seinen Schmerz. 10. Empfang ich einft vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob befingen, und Dank dir bringen. 113 erschrickt; er flieht, eh' Bande drohen; schämt sich, daß er geflohen; kehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach; dort liegt er, tief im Staube; erloschen ift sein Glaube, fein kühner Muth gedämpfet. Ach, Chriften, wacht und fämpfet! Mel. Auf, meinen lieben Gett 2. Wie wuchs nun dei156 Mein Jefu, für nem Zeugen Beständigkeit dein Herz welch ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden fränkt dich, gleich deinen Feinden. und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte fein Tod. 2. Kaum naht fich die Gefabr: so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh' sie der Treu' vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Reu' und Schmerz, was hilft's, daß ich's verhehle? Du schauft mir ja ins Herz! Bekennen will ich's, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spöt 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Spötter dich schmähten; Gnade, fürcht ich selbst nicht wenn ihr Spott dich höhnte, den Tod. Wer ist es, der Welterretter! dich, ihren Herrn und Gott; dann schwieg ich furchtsam, schämte mich, ein Chrift zu seyn, und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. O du, der du dein Leben; du Herr der Ewigkeit, 158 DSterbenden für so willig hingegeben meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 6. Ach Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneu'n, Standhaftigkeit und Treue, dir mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. mir schade? Du bist mein Schild, o Gott; von meinem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von allen die schrecklichste Gefahr. 8. Ich will dich frei betennen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz- ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Mel. Wie wohl ist mir, o Freund größten zu sehn, schwing dich, mein Geift, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten sab! Erwäg an die fem heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Troft im Leben und einft den Troft im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei den größ ten Schmerzen nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter flebt liebreich noch für Miffethäter, Werkzeuge feiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel kindlich- frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, ber Erlösung. der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in meinen letzten Stunden weinen: so soll dies Wort mir Troft verleihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe fterbend spricht: du wirft, so ruft er ihm entgegen, noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese feyn! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese troftesvollen Worte mich auch im legten Kampf erfreun! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Chriftus an dem Kreuze rief: mein Gott, wie bast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlaffen da gehangen, o Herr, mein Troft, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Him115 mels und der Erde, von allem Labsal jeßt entblößt, wünscht, daß sein Durft gestillet werde. O Mensch, der dich so theu'r erlöft, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf er füllet! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. wer 7. Nun enden sich die schweren Leiden, der Hei land spricht: es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! darf es nun wohl wagen, uns, die Erlöften, zu verklagen? Der Friede ift mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuben fage: es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll, Jesu, auch das meine seyn! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufeft: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele: bu, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet, bu neigteft sanft dein Haupt und starbft. 9. Mensch! 116 Werke und Wohlthaten Gottes. 9. Mensch! kannst du ihm gefällt, den Weg zu ohne fromme Zähren den jener bessern Welt, euch Liebling Gottes sterben fag ich, die ihr um mich sehn? Must du ihn nicht weint: getroft, bald wermit Freuden ehren, und den wir vereint! willig seinen Ruhm erhöhn? O weine fromm bei seinen Plagen, und fröhlich fieh ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe anferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entehren, dort wirft du ibn als den Verklärten, zur Rechten ſeines 160" floffent, sobald Baters sehn! Mel. Befiehl du deine Wege dessen Augen Mel. O Jesu Christ, mein's u denkeft in der 159 ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößeft ihnen Troft ins Herz. 2. Du siehft die Mutter, siehst den Freund, und spricht zu ihr, die troftlos weint: fieh Mutter, diefer Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir seyn. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlichkeit; ich sei so willig, Andern beizustehn, und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er fegnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es 6. Den Trost, o Jesu, bank ich dir; du brachteft ihn vom Himmel mir. Du haft verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! fie Zion sahn, zur Frevelthat entschloffen, sich seinem Jefu, Falle nahn; wo ist das dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? If Jefus das, der Beste, den je die Erde fah? Er fühlte der Qualen größte! Er ist dem Tode nah! 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt, mit dem Gefühl sein Glaube im Kampfe dennoch fiegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volf im bittern Grim Erlösung. Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Nichtstuhl spricht: er ift ihr Hohngelächter; sie droh'n mit wildem Ton: Auf uns, auf Söhn' und Töchter, komm seines Blutes Lohn! 5 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreuz hinan. Sie freuz'gen ihn! Obete, mein Geift, mit Wehmuth an. Noch böhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: vergib es ihnen! vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer finkt auf die Bruft zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt fanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 7. O Freund der Men schenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgefang. Mel. Werbe munter, mein 161 D er am Kreuz ist meine Liebe! Meine Lieb' is Jesus Christ. 11 Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ift! Was du gibft, ift nicht von Gott; und womit du lohnft, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 2. Der am Kreuz ift meine Liebe! Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jefum Chriftum liebe? Sefus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen seyn, mich ganz feinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist zc. 4. Der am Kreuz ift meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewiffen! Er, die Liebe, Jefus ftarb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Chriftum mir. Der am Kreuz ift 2c. 5. Der am Kreuz ift mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ift, keines, feines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Chrift! Nicht Gewalt, nicht Gold, 118 Werke und Wohlthaten Gottes. Gold, nicht Ruhm! Engel 4. Du gingeft meinetwe nicht, gen dem Todeskampf entge= gen mit wahrem Heldenmuth; du starbßt, mir vom Verderben Errettung zu er werben, und litteft Alles mir zu Gut. kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; sterbend dir! Dich werd' ich schauen! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verfliebe; wird mein Geift mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärnte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. Mel. In allen meinen Thaten 162 Welt, fieb hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil finkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldvolle fühlt, was er am Leibe lei det, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt. 3. Wer ift's, der dich geschlagen, mein Heil, und diefe Plage dir aufgebürdet bat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, und rein von aller Miffethat. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefften Dantbarkeit! Dir sei mein gan zes Leben zum Opfer hins gegeben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen seyn, von meinen Chrienpflichten mich täglich unterrichten, und mir zur Tugend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchften ehren, ihm gern gehore sam seyn; auch meine Brüs der lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohltbun sie erfreun. 8. Als Chrift will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für fie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, bräun. Selbft Uns recht will ich bulden, dem Nächsten seine Schulden, wie Erlösung. wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernß entfagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getroft wie du, in deine Vaterhände den Geift an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh. Mel. Befiehl bu deine Wege er du voll Blut für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Troft erwarbft; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben: mein Heil, wie dank ich dir! 163 hat hilf mir aus 2. Wie viel baft du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfiengst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz bir brach. 119 Freunde; du warst der Leute Spott, dich höhnten beine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du von Sünden uns zu errets ten rangst? Die Laft gebäufe ter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine 5. Ach, diese Laft und Mühe hab ich auch dir gemacht! O mein Erlöfer, fiebe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich verschuldet men von meiner Miffethat! sehen mit aller Zuversicht; 6. Ich will auf dich fiets wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebft? wo Reinigung von Sünden, wenn du fie mir nicht giebft? dein Leiden zur Tugend 7. Du haft mir durch Muth und Kraft, in Trübsal, Troft und Freuden, die ewig find, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Troft und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einft fchei 120 Werke und Wohlthaten Gottes. scheiden, o so verlaß mich nicht: sei du in Todes. leiden mein Troft, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird in dem Herzen seyn, so reiß mich aus den lengsten Kraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gebn, und mich im Geiste offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit beiligem Entzücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! In eigener Melodie. 1642 den, bluten, ch fieh ihn dulfterben! O meine Seele, fag ibm frommen Dank! Sieh Gottes einz'gen Sohn dort sterben, weil Menschen, liebe ihn so beffig brang! Wo ist ein Freund, der ie, was er, gethan, der so wie er, für Sünder sterben kann? 2. Sa mir zum Troft und ihm zur Ehre gereicht fein ganzer Kampf, fein Kreuzestod; bestätigt ift nun seine Lehre; ich baue feft darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn, sep Seligfeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren, und willig thun, was sein Gefeß gebeut. Die Pflicht des Danks dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen: auch dies lehrt Jefu hohes Beiſpiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verlör auch gleich mein Pfad im Dunkel fich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 5. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst des Todes dunkLe Nacht erscheint! Der Gott, der ihm das Leben wieder gab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Netter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Geift unfterblich einft befingt. Dann ftimmen alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll ber ganze Himmel Zeuge fepa! Mel. antio Mel. Wer nur den lieben Gott 165 fa Er farb, der größ. te der Erlösung.ustrea 121 uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die TuTugend, er starb von seinem Volk verkannt, das In voriger Melodie. Till nicht in ihm den Freund 166 Du befter aller des nnd des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, verkennen, daß unser Herz es besser meint mit Jefu, deffen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebevollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde felbft verzeihn, und ihn mit Rath und Troft erfreun; 4. Wenn wir stets reinen Herzens leben; wie Jefus uns der Tugend weihn; und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben seyn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jefus that: 5. Dann können wir den Troft uns geben, daß unser Herz ibn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott fene Seligkeit der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie ges fühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ift in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht; du flebst: vergib, o Vater! ihnen; was fie ießt thun, verstehn sie nicht! Und rubig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Dein hohes Beiſpiel soll mich lehren, das Unrecht dulden und verzeihn. Will Nachsucht meinen Geift empören, Gekreuzigter, dann denk ich dein, wie du, gemartert und geschmäht, für deine Peiniger gesleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bift? Wie könnt' ich Einen noch betrüben, für den du litteft, Jefu Chrift? Wie nun nicht freudig Gutes thun, und still in Gottes Willen ruhn? der Uebertreter, und quält 5. Schreckt mich der Lohn F die Werke und Wohlthaten Gottes. 122 bie Schuld der Sünde mich; dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froßer Zuver ficht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begnadigung und Heil erfleht. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 167 Um m Gnade für die Sünder welt rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Notten. Dir blutet das gedrängte Herz, wann dich bei deinem herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht: denn was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend feh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er bat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erflebt. Er fagt auch uns zu unfrer Nuh, Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jefu Chrift! gelobt feift du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott! 3. Daß Gott mit langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frift zur Buße schenkt, eh nach Verdienft er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen fann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an; haft dur durch deis nes Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jefu Chrift, mein. Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Trofte leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann verfichre mich aufs neu, du ftehefst mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geift blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Chrift! Der letzte Kampf wird mir verfüßt, wenn du mein Trost im Tode bift. 5. Den fanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flös, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zore Erlösung. Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an; so erinnre mich daran, Herr Jefu Chrift, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erflebt! 6. Mich tröfte dein Verföhnungstod; es bilde mich dein Geißt, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zench mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der deinen Schuppanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt' ewig freun. Herr Jefu Chrift! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bift. Mel. Wer nur den lieben, Gott 168olgaiba, zu deinen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewäbrt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt: doch feines Muths Erhabenheit 123 zeugt laut von seiner Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten, und forgt für fie voll Zärtlichkeit; spricht hohen Troft und Fried' und Ruh den fummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, ſeines Vaters Willen, auch wann er leiden vor sich sab, durch Lehr' und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Ziele nah, und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jeßt nähert sich die ernste Stunde, wo Mancher schon nicht Faffung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getroft ihm seiuen Geist empfiehlt, und unsrer Seelen hohen Werth durch dieses letzte Wort er flårt! 6. So ftirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verfündiger des Worts zu seyn, und weder Schmerz noch Tod zu scheun. 7. Er flirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet, und Leidende gefund gemacht! So freubenvoll 82 ftirbt Werke und Wohlthaten Gottes. 124 flirbt auch der Chrift, dem Jefas Licht und Beiſpiel ist Fromme schieden, dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, empfanden jenen Seelenfrieden, den nur die uns verleibt. Ihr will ich denn mein weihn; förderte des Feindes Glück. Und diese Menschenfreund noch Heiterkeit. 5. Auf! laßt an Jesu Tos destage den Vorfaß lebhaft uns erneun: wir wollen unfre Lebenstage, wie Jewird nur weihn! Dann fitrahlt auch uns ein helles Licht, wenn sterbend unser Auge bricht. mein Tod, wie deiner, seyn. In voriger Melodie. cht, Chriften, 169 scheiden, wie er im Tode 170€ foruft am Kreu In voriger Melodie. ist vollbracht! flandbaft ift, wie nach dem bangfen Erbenleiden sein ze des sterbenden Erlöfers Ange fich so rubig schließt; Mund. O Wort voll Troft und wißt, daß, wer die Tugendbahn fiets wandelt, rubig sterben kann! und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ift geschebn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Die Welt mit ihrer Luft verachten, des Neich thums eitten Glanz verschmähn, und Tugend über Alles achten, in jedem Tugenekampf beftebn; das machte, daß auf Golgatha man Jefum ruhig flerben fah. 3. Des ewig guten Va ters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und gewiffenbaft erfüllen, war Jefu größte Seligkeit. Ibn schreckte Grab und Zukunft nicht: denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte berzlich feine Brüder, felbft noch im letzten Augenblick: shalt nie, ward er gescholten, wieder, bes 2 Mein Jefus ftirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Torte dringt ein neues Les ben, der Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde fracht, ter Welt Versöhnung ist voll. bracht. 3. Wie viel, mein Seil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch binweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch's Todes Nacht zur frohen Ewigkeit ge macht. 4. Dant Erlösung. 125 Cool Bo din singe 4. Dankvolle Thränen, auch ich in's Todes Nacht neßt die Wangen! Mein mit dem Triumph: Es ift Glaube fieht nun offenbar vollbracht! die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zumt Troft gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahDankbarkeit begehrt! re Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beß'rung ist vollbracht! 6. Du littft so viel zu meinem Leben. Wie follt' ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu er geben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienft, mein Seiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung auserfehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einft geendigt feyn! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in folcher Laft; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden haft! So tret In eigner Meloble. 171 ( o schlummerst du in stiller Ruh, der du für uns gestorben, uns am Kreuz in schwerer Müh ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblast, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben: 3. Doch, Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einft, bis du erscheinst, in fanf tem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab befiegen, 6. 3hr, die die Welt gefeffelt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich poff in Chrifto einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, ber Leib wird auferstehen, und zu Simmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 3 8. So 126 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. So fint ins Grab, der Lebensfürft sich des Tomein Leib, hinab; ich will des Banden. mich drum nicht fränken; Jefu, an dein Grab will ich, mir zum Troft, gedenken. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöfer, iss mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich: erforsche mich, und siehe, wie ichs meine; ja du siehst es, wenn ich fill meinen Dank dir weine. In voriger Melodie. 1722m Kreuz erblaßt, der Martern Laft und Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz burchbringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Bruft kann ich tiefgerübret fchlagen. 3. Du schüßest mich, und Mel. Nun laßt uns den Leib über dich gehn aller Trüb- 1732h endlich, Duls wollfindest du ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gebrückt, mit fanf tem Schlummer dich er. quickt! 2. Wohl bir, daß du gefunden haft, wo, nach des heißen Tages Laft, dein Haupt du legteft, einmal nun von langer Arbeit auszurubn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Hei. liger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferste bung Licht. 4. O daß, wenn einft mein ew'ger Geift der Ers denhülle fich entreißt, auch ich teft du für mich, einziger Erretter! 4. Du hafts gethan: bich bet ich an, du König der Erlöften! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getröften. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigt, daß du dein Leben, mein Verföhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einft erklären. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergeffen! Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden; leicht entschwingt Erlösung. 127 ich von edlen Thaten ruh! an Jesu Hand ihm Hingang auch Ruh verdiene, Herr, in ein beßres Land. wie du! 5. Ja, Chriften, fingt: er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgefang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorfam euer Dank! Nicht mehr Mel. Wer nur den lieben Gott der Welt und Eitelkeit, nein, Auferstehung Jesu. ( Oferlieder.) 174 Helmen ihm weiht eure Lebenszeit! Todesüberwinder! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Netter der verlornen Sünder em pfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preift ihn, des großen Gottes Sohn. 6. Ein Tag erscheint, erlöfte Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann kommt der Herr von neuein wieder, und Engelchöre folgen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Todtenweckers Ruf hinab. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch furzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle feine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, er schallt nun ein Triumphgefang. 3. Das fegenreichfte feiMel. Jesus, meine Zuversicht. ner Werke, bie Rettung 175 Jefus lebt, mit Menschenwelt, vollendet ists mit Gottes Stärke, die Nacht des Irrthums ift erbellt. Sein göttlich Evangelium fiebt feft zu seines Namens Ruhm. ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schreden? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da fein Erlöfer ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Stau be ihn zur Unsterblichkeit er. hebt. Nun wird der Tod 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und, mit des Himmels Glanz umgeben, getroft zum Richterftuhle gebn, dann wird euch der erstandne Held ein Führer in der bessern Welt. 2. Jesus lebt; ihm ift das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, 4 was 128 was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Jefus lebt; wer nun verzagt, läftert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verfößt in Chrifto nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her: gens will ich seyn, und den Lüften widerfireben. Er verläßt den Schwachen nicht, dieß ist meine Zuversicht.p 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, teine Herrlichkeit, tein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ift ber Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Troft in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wann fie gläubig zu ihm spricht: Herr, Serr, meine Zuversicht! Mel. Vom Himmel( kam der 176 Dich bet ich an, er standner Held, Erretter einer Sündenwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh buldigt meine Seele bir! 2. Um deinen Thron, der ewig tebt, glänzt Wabrbeit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöft, erlösetbaft du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamk, dein Leben gabst und wieder nahmft. 4. Wer ift's, der mich vers dammen kann? Ich glaub an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmel find, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste le ben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin. Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, fei der Schauplaß meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, und, Herr, wir werdens ewig seyn. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geift erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufe Grab mit unerschrock nem Aug' hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach die Erlösung. di st1789 129 voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erflanden ist! dieser Zeit! Dort findet der verklärte Chrift das Heil das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seelen wachst, fie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott 1772uf meine Seele, auf zur Freude! denn dein Erretter, Jefus, lebt, der dich nach überwundnem Leide einst zur Unsterblichkeit erhebt. Halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Dent' lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Vers fuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, fie zu befiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk' ihn, den Sieger, der erstand, im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das besre Land. Halt im Gedächtniß Jefum Cbrift, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch, wie sie nicht verlassen blies ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Gedächmiß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 7. 3a, ewig werth fet dir das Leben des Uleberwinders Jefu Chrift! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Ge dächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ift! 3. Dent ihn im ben, wenn die Bürde des Stan des und Berufs dich drückt, Mel. Christ lag, in Todesbanden denn, wer fie trägt, wird 178 Bringt Preis und dem zum feines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmers zen harter Leiden, denk, wie's dem frommen Dulber ging. Sein neues Leben ist 1918 land bar! Frohlockt ihm alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei ge lobt, o Jefu Chrift, daß du für uns gestorben bift, und siegreich auferstanden! Halleluja! F5 2. Dein 130 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unfern Glauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den großen Troft uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung haft ans Licht gebracht, den Himmel Baft geöffnet? Salleluja! 3. Gott felbft, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines Todes hohen Werth hat er aufs herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Halleluja! Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrscheft, um auch mir ein ew'ges Heil zu geben, meiner Seele Troft zu seyn, decken. Wie du auferstanden bift, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. O laß, so lang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und Handeln, daß ich, wann ich aufersteh, und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, mit allen Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe seyn, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! Met. Jesu, meine Freubel zur Tugend Kraft mir zu 179 Aus des Grabes zu zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Seil, bilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Rub' im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als bein Erlöfter wandle! Halleluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verflorbne zu erwecken. Dit rufft einft, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat gefieget: Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unfrer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jefus oben in der Herrlichkeit! Seiner Herrscherehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu Erlösung. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die fichren Pfade zu bes Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh frömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erbe, flieh von mir! ich werde nie dein Stlav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich nichts zu haben, als was Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich brückt, dort, nach überftandnen Leiden, Gott mit feinen Freuden. 5. Sterb' ich, meine See le, die ich Gott empfehle, freigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir Hervor. Mögt' ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöfte prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ift, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in fteter Wonne lebe, und dich froh erhebe! 131 lichkeit: halt im Gedächinis Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Fries de fei mit dir! O freue dich, mein Geift, in mir! 3. Schau über dich, und bet ihn an: er mißt ben Sternen ihre Bahn: er lebt und herrscht mit Gott vers eint, und ist bein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ift, und der da war! Sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht, was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geift mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in feinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn! Herr, welche Herrlichkeit ift mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb' und Vers wundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Angesicht. Mel. Vom Himmel kam der 8. Du, der du in dem 180 Grinnre dich, mein Himmel thronft, ich soll da Geist, erfreut des hohen Tags der Herr wohnen, wo du wohnft Und du erfüllst einst mein F6 Ver Werke und Wohlthaten Gottes. 123 Vertraun, im höhern Lichte bich zu sehaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürft, in Wolken göttlich kommen wirft, er weckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten fichn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch aufs erstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde fiets erneu! 13. Er ift's, der Alles in uns schafft: fein ist das Reich, fein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Was Gott thut, das ist 181 roblockt ihr ChriLobfingt dem Ueberwinder! Dbetet an; erhebt, erhebt den Retter aller Sünber! Er starb für sie; er Starb für uns Hell uns, nun lebt er wieder für alle Teine Brüder! 2. Er lebt, er lebt!~ weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Jbn preise jeder Festgefang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er flarb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo wal tet bier Gerechtigkrit? Wie konnt' er hier schon enden? O Chriften fauchzt! Er ift erhöht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt in seiner Feinde Macht, und er mit Ruhm gekrönet. Er bat fein gros ßes Werk vollbracht, und uns mit Gott verföhnet. Wer an ihn glaubt, wird felig seyn. O laßt euch dies sen Glauben durch feine Leiden rauben! 5. Schaut bin zu feiner Herrlichkeit, und lernt als Helden leiden! Schaut bin! Die leiden dieser Zeit sind Reime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach wenig bangen den. old one 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. D fanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher; dann fteben wir auf im Frieden. O Tag des Danks! bost Erlösung.com 2 133 O Tag des Hells! Gern frommen Freunde zu. Erwollen wir nun sterben; wir wachen werden wir zugleich, wissen, was wir erben. uns wieder sehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 7. Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln, und stets mit reinfier Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich seyn, unsterblich ſeyn, und einst dir näher kommen; o welch ein Lohn der Frommen! 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun; dich preifen noch an meiner Gruft, wenn liebe reich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu, und treu in meinem Wandel fei! So komm ich nicht in dein Gericht, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wenn dirs gefällt, von dieser unvollkommnen Welt, und führe mich an deinen Hand einst in das beßre Baterland! Preis ewig dir! Mel. Erschienen ist ber herrlich 182 rift erfanden Er Jesus Chrift, ber unser Troft und Helfer ift. Als Sieger trot er auf den Staub, binfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ. Drei Tage sollen nicht vergehn, so werMel. Kommt, kommt, den Herrn det ihr mich wieder fehn. 183 obfinge, meine Er hats erfüllt.gi Seele, dem 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, felig seyn mit mir. Ich tomme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 14. Er wirds erfüllen, Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich; und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine Welterlöfer, bet ihn an! Lobfing ihm und erzäble, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, und seiner Schrekfen Heer. Du darfst nun nicht mehr beben; ſein Sieg hat dich befreit. Dein ist unfterblich's Leben, dein Gottes Seligkeit. 2. Grob fibrte Gottes Sonne den f.ftlich boben 87 Tag 134 Werke und Wohlthaten Gottes. Tag herauf. Da fland, belohnt mit Wonne, nach turzem Schlaf mein Jesus auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der in Leiden mein Herz mit Troft belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er bebet: die Hüter fliehn; das Grab ift leer. Der todt war, Jesus lebet, und geht vor feinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehu, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. erhebt sich mein Gefang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn' in ihrer Majeflät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Chriftus aufersteht und herrlicher erwacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe flieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallete fein Sieg. 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ift nicht mehr des Todes Raub; Erlöfte, fingt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ift nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus feiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Troft und Ruh, und Hoffnung hoher Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden auferftehn; auf Hoffnung in das Grab gefät, um schöner aufzugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu feder Chriftenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! Mel. Lobt Gott, ihr Christen om Todesthal 184 V hinauf zu Gott Pfand! Dich feire dankbar 9. D Auferstehungsfest, du bist des beßren Lebens jeder 4. Herr, deine Boten fiegen, von dir und beinem Geift belehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Sch weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! Erlösung.d ALS 135 jeder Chrift, der deinen im Glauben; dort find ich sie Troft empfand. selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertrauen deiner Gläubigen durch Schaun, in unendlich große Freuden. und verwandelft ihre Leiden 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufft du frühe Grabes Rub, so erleuchte err, du mich meines du die Nacht, die des Todes Chal mir macht! Du haft ja den Tod bezwungen, und den Sieg für uns errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heil'ge und verklär' sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei von biesem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung. ( Himmelfahrtslieder.) Mel. Freu' dich sehr, o meine 185 mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herr lichkeit: doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge! 2. Laß mir deinen Geift zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Troft erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und du Mel. Es ist das Heil uns felber wollt im Beten bei 186( a) Nast das Bolldem Vater mich vertreten! endungsfest 3. Lehre mich die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was bort ift, trachten, wo du, mein Erlöser, bift! Wolluft, Ehrfucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müffe nichts mir rauben; du erwarb sie theuer mir! Jezzo seh ich sie uns heut in heil'gen Freuden feiern; froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, treu auch in Trübfal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 2. Er kam zu uns, von Gott gefandt, und heiligte die Erde, daß fie der Eintracht ftilles Land, ein Sig der 136 Werke und Wohlthaten Gottes. der Tugend werde.. Nach tenwerk der Zeit! Wer feinem Beispiel follen wir fann noch darnach streben? uns Alle bilden, Alle hier, Wer ruhn im Schooß der daß wir zum Vater kommen. Sinnlichkeit? dem Lafter sich ergeben? Die Zeit ift rafsch, oft schwer der Lauf; schaut, Christen, schaut zum Ziel binauf, und eilet zu vollenden. 3. 3um Vater! O wir tenuen ihn; um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, fein Gebot nur Lieb' 8. Ein Himmel wird schon und Tugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz, rang er sich zur Vollendung! Die Krone schönern Krone ward ihm dargereicht. Nun und leicht, fein Lohn die macht sein Sieg den Kampf Zukunft heiter. 5. Zerstörend war der Sünde Macht; er hat sie überwunden. Wir bebten vor des Grabes Nacht; sie ist durch ihn verschwunden. Seitdem er sich dem Grab entschwang, ist uns der Tod nur Hebergang zu einem beßren Leben. unfre Welt, wenn wir einander lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' ans Grab uns die Natur; aus einem Himmel gehn wir nur in einen schönern Himmel. 6. Er schwang zum Himmel fich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Himmel geht nun unfer Lauf; zu ew'gen Seligkeiten. So boch, so boch steht urser Ziel! Der schönen Woh. nungen sind viel in seines Baters Hause. 7. Bie finit das Schats 186 met peere erMel. Herr, wir singen beiner Ueber aller hobft du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Un sterblichkeit! Engel singen Freudenlieber, und alle die erlöften Brüder verehrek deine Herrlichkeit. Du, bu bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron feiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. e 2. Der du, deines Va ters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warft bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir deine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Erlösung. om$ 11922 137 nun Herr und Gott! Er von fern: dann sehn wir, höhter Gottes Sohn, wie hocherfreut, ganz deine Herr herrlich ist dein Lohn nach lichkeit, Welterlöfer: dann dem Siege! Wir folgen dir führeft du der Wonn' uns mit Freuden hier; einst loh- zu, dort in des Himmels net Gott auch uns, wie dir. ew'ger Ruh. 3. Deine trauernden Erlöften im Kampf zu stärken Mel. Vom Himmel kam ber und zu trößten, gabst du 187 Nuf, Jefu Zün vom deinen ger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu feie nem Reich. Er triumpbirt! Lobfinget ihm! Lobfinget Gib auch uns in unsern Leiben den Geist des Troftes und der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel fühs ren fann. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch dei nen Mittlertod find wir verföhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir, leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder sehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des böhren Lebens, dann schaun wir dich nicht mehr ihm mit hoher Stimm'! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott vere föhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit, gebt seine Macht und Herrlichkeit, ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsine get ihm mit boher Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er berricht als fieggewohnter Held; herrscht, bis unter ſeinem Fuß der Feinde Heer fich beugen muß. 5. Er schüßzet feine Chriflenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobfinget ihm! Lobfinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herjen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl 138 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Wohl nun auch uns, denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht, und dein find wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in unfrer Prüfungszeit, nur thum. dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlig schaun. 9 Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann fingen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im HeiligHeiligung des Menschen durch den Geist de Gottes. 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da tam von deinem Angesicht dein Geift, mit ihm der Wahrheit Licht. ( Pfingslieder.) Mel. Vom Himmel hoch, da 1882nbetung fei dir, gelium. Gott, gebracht! Du haft uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Chrift erleuchtet und geheiligt ift! 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen fichtbarlich. In fremden SpraChen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt, gehn fie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieder gang wird alles Licht und Lobgesang. gen stark durch ihn, o Gott! Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evan5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; fie fie6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdfreis überall; und selbst die fernfte Nation fennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort: noch fiegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geift treib uns zum Guten an, und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun, und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht fehn. In Heiligung. 189 N ben heil gen In eigener Melodie un bitten wir Geift welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, alle, die im Frrthum sind, bekebre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geift der Weisbeit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns feft ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum Himmlischen Vaterland! Er barm dich, Herr! 3. Du Geift der Lieb und Einigkeit, mach uns alle sammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Troft in aller Noth, bilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod: laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! 139 bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlöfers Thaten fund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurden leer; es stürzie jenes Gößenheer von seinen Prunkaltären. 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich, und tödteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth; und schwiegen sie, so sprach ihr Blut, und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Grenzen fort: der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 5. Auch wir begebn, o Gott, dies Feft, das deine Hulb uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher, und, helf uns Gott! auch beiliger, durch deines Soh nes Lehre. Mel. Kommt her zu mir, spricht In eigener Melodie 190 Vollendet hatte 191 Komm, o komm, Gottes Sohn, Geift des fein großes Wert auf Erden Lebens! Hilf uns Schwachen schon; und seine Jünger mächtig auf! Wir bemühn Jagten. Doch Gottes Geift, uns sonst vergebens hier in gab ihnen Muth, daß fie unserm Pilgerlauf um das Heil 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Heil, das Gottes Rath für Gute fcbafft, fördre in uns uns deine Werke, und im Kam¹2. Gib in unfer aller See. pfe gib uns Kraft, wenn len wahre Weisheit, helles Licht, daß wir uns zur Nichtschnur wählen Jesu Bort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei, und mach uns vom Irrthum frei! Versuchung auf uns bringt, daß uns dann der Sieg ges lingt. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge rauben! Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: nein![ aß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steb mit Troft uns bei: gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt! 200. 3. Zeig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Reue nach der That, wenn ber Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Beugniß haben, daß wir Gottes Kinder find! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn Ich Noth und Trübfal findt! Lehr uns, daß des Vaters Bucht einzig unfer Bestes ucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seihem Willen beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird inser Flehn erhört; und die Buversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Bülfe bange, feufzt das Herz boll Traurigkeit: ach, mein Gott! mein Gott! wie lange! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend ju, gib mir Muth, Geduld and Ruh! hm 7. O bu Geist der Kraft and Stärke, der in uns das 11Q Mel. Mein ganzer Geift Gott 1920 beiger Geift, uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn, du Beistand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, entzieb uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle, uns so viel Einsicht und Verstand, daß beilsam von und werd erfannt Heiligung, dit fannt des Höchsen gnäd'ger Wille! Ja, gib den Trieb unfern Seelen, nur zu wäh len und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steb uns stets bei mit deinem Rath, und führ uns auf den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Drückt Last uns faft muthloß nieder, laß uns wie der Troft empfinden, und die Trübfal überwinden. 4 Stärk uns durch dei ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu wer ben! Und find wie wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen, du fannst machen, daß wir siegen, und im ampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immer fort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jefum Chriftum ohn' Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig, und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre 141 Lebenszeit; du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenluft, mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! Mel. Gott des Himmels und eil'ger Beift, von 193H Gott gegeben, komm, erleucht und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dies vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu beffern, in mir neu! 2. Ach, ich irr in Finsternissen, Geift der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingeriffen, täuscht die trunkne Seele fich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Hims mel streben, der den Lobn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jefu leben, nicht den Lüften dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, beilig, wie mein Heiland, feyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Les ben bin; und mich flärke deine Gnade, wenn ich schwach und mutblos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele tommen mag! 5 Bib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und 142 Werke und Wohlthaten Gottes. und Luft und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu seyn bis zum Tod! wann ich sterbe; zeige meis 195 Gift vom Soh 6. Sei mein Beistand, Mel. Freu' dich sehr, o meine Vater und nem Geift von fern das mir aufbehaltene Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. ne, der du unser Trößter bift, von unsers Gottes und Throne bülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Mel. Mein Gott, das Herz 194 Nicht um ein flüchder Zeit, ich fleh um deinen Geift, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel flammt, o Vater, lehr er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld! 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket felbst dein Geift das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig ſeift. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich, und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster fich! 6. Er schaff in mir ein 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn, wann ich bange 3weifel bege, deine Wahrheit mich erfreun! Lenke fräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Na' men zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsſe mir durch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o fo rühre du- mein Herz, daß ich Heiligung. ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jefum Chrift, als auf meinen Mittler, schau, und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stebe mir in allen Leiden stets mit deinem Trofte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz: laß mich felbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden, deines Geißes Troft em pfinden! 143 der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geift, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und stehe mir in meiner Schwachheit bei, und führe mich von der Eitels feit zu dir! Gib einen Geift, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 4. Entzieh mir Schwas chen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht, und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geiftes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest beftehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geift des Glaubens nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Wer nur den lieben Gett großer Gott, 196 du reines We= Mel. Freu' dich sehr meine Vater sen, bu haft nur reine Her- 197 Der du uns als zen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüften fet! 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geift vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler seyn. Dann fühl ich hier schon in der Zeit treuer Gott, und deinen Geift denen, die dich bitten, giebest, ja uns um ihn bitten heißt: demuthsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geift erneue, und ihn die zum Tempel weiße! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wiffen, Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir entriffen und dem Dienst der Welt geweißt, wenn er nicht durch feine Kraft die Gefinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nen nen, stehet mir dein Geift nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre! 4. Ew'ge Quelle beil'ger Güte, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Troft erfreuft; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Prete fe heilig und zum Himmel weise! 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getroftem Muth seiner Baterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu' fets vor seinen Augen wandle und recht. schaffen benk und handle. 6. Geift des Friedens und der Liebe, bilde mich nach daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Feh ler sehn, fie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', fie zu beffern in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze begt; wann mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so seße durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 198Religion, von Gott gegeben, fei ewig meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Les Heiligung. Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führt an sichrer Hand den Pilger hin ins beßre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getroft ihn Vater nennen, darf sicher seyn, daß er mich hört. Du rufft mir au: dein Gott ist gut! Wohl bem, der seinen Willen thut. 3. Wer reizt mein Herz, kich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geiftes Blick 4. Du leiteft mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut: du machst mir jedes Glück zum Segen, und gibst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich trößten fann, da hebt dein wahrer Troft erst an. 145 5. Du gibst dem Geifte füBen Frieden, erheiterft mild den trüben Sinn, reicht dem Belafteten und Müden den fichern Stab ter Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Tobesschmerz erquickt und heilt bein Troft das Herz. 6. Du lebrst mich glau ben, lieben, hoffen, verkündigft mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ift seine Seligkeit. Ich glaube feft und zweifle nicht: du, du bist meine Zuversicht. Mel. Nun banket alle Gött zur bellen Einsicht meiner 199Von Herzen preif ich dich, Gott, und vom Bösen mich zurück? Du stärteft den Gewissenstrieb, und machst mir Recht und Tugend lieb. 7. Ja, du, des Lebens reinfte Bonne, begleite du mich bis ans Grab, und leuchte dann mir gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron fei: Dank für dich, Religion! für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Danke barkeit verebre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Klei nod, Troft und licht bis in die Ewigkeit. 2. 3um Licht, in dem du wobnft, kann die Vernunft nicht bringen; mit Zweifeln und mit Wahn müßt' ich voll Unrub ringen, hätt' ich dein göttlich Wort, den flaren Unterricht von dir und deis nem Sohn und meiner See le, nicht. 3. Wie kräftig ift bein Wort! Gott vielen tauſend Chriften gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüften. Sie beffert fanft das Herz, stärkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefabr mein 146 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Schuß, in Finsterniß geben Licht und Troft, im mein Licht. Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird geSünder tief erfchüttert, der Zweifier wird 200 Diper, ift Mel. Wer nur den lieben Gott Wort, o beschämt, bes Spötters Seele zittert; es tröftet fich am Grab der Seinigen der Chrift, wenn er vom Wie derfehn im beffern Leben lieft. 5. Hier lernt der Weisefte der wahren Weisheit Schäzje; hier faßt der Blödefte die göttlichen Gefeße; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und bellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geift und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum guten Werte, der mit bem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ebrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 7. So fann tein anders Buch die Größe Gottes preifen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunft wird so das Herz efquicft, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diefem Unterricht laß deinen Geift mich rüh ren, und seine Gottestraft an meinem Herzen spüren! Wer beinen Lebren folat, fühlt ihre Göttlichkeit; fie vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder wie dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unfren Wegen, zerfreut des Irrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unfer Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchfter, was du bift, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröftungen sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit löftlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was bein Wort gebeut, bem ist dein Segen fiets bereit. 5. So laß mich denn mit Luft betrachten die Wahrbeit, die bein Wort mich lehrt! iligung. lehrt! Laß mich auf das geborfam achten, was bein Befehl von mir begehrt; so fließen Troft und Seelenrub auch mir aus deinem Worte zu. Mel. Liebster Jesu! wir sind 201 err, mein Licht! daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchfter, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 147 zu Zeit meine Kenniniffe permehren! Find ich manche Dunkelheit bei gebeimnißs. vollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen I 6. Laß mich, Herr, in beis nem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Luft der Welt verachtet! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu andeln, und vor dir ge wiffenbaft, als dein treues Kind, zu wandeln; so wird einft in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet Mel. O Gott, du frommer Gott und mir, deinem Kind, ge 202 Soll bein verbühret! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folglam seyn, den er tannten Weg zu gehen! Denn sonst würd ich bei dem Wiffen doppelt Strafe leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Uinterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es fei in meinem Leiden mir ein Quell von Troft und Freuben! 5. Hilf, daß fich von Zeit zur Chrift, so versäume nicht, Heiligung genesen, das Wort des Herrn zu les sen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geift aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob bir Gott, dein Gott, gerufen bätte; merk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Luft und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernft, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: o Gott, 2 Werke und Wohlthaten Gottes. 148 vor dem ich meine Hände fal te, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geseß, am Wort vom Kreuze ſehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren laffen. Lies, Chrift, sein heilig Buch, lies oft; du wirft es faffen, so viel bein Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit gibt, wenn man fie redlich sucht, und aus Gewiffen liebt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäf, ten, und fammle deinen Geift mit allen feinen Kräfs ten. Der befte Theil des Tags, des Morgens Heiter keit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke: empfinde seinen Geift, und stärke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu, wastie Schrift gebeut; dann wirft du inne werden, die Lebre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bift. 8. Spricht fie geheimniß voll; so laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken, Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ift Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott fich of fenbaret, ift der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ists, bas glauben, wo Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Chrift, durch keinen Zweifel frånten. Hier bift du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schaun's, und bier res Glaubens Zeit. 11. Verehre flets die Schrift; und siehst du Dunkelbeiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du fiebt, leiten. Ein forschender Verstand, der fich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Haft feft an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel Heiligung.d mel werden. Verachte chriftlichgroß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch, da Mel Ach Gott und Herr 203 Gott, bellig fei 204 Gott ist mein dein Nam' und Recht dem ganzen mensch lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geift und in der Wahrheit Sort, und auf sein Wort foll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor bir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie beine Werke, überall, daß alle lernen, wer bu feift, der reinfte, aller böchste Geift. 3. Durch Jefum Chrift, ben bu gefandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unfer Vater bift, und er der Völker Heiland ist. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise und und tugendbaft. 149 7. Du fättight sie mit Se ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgefang. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn; das Lafter tilg aus unsrer Bruft und töbt' in uns die böse Luft. 6. So preifet deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt bein Eigenthum, und ihre Thaten find dein Ruhm. laß immerbar mich feine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glaus ben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verftünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichfeit und Leben; daß dieſe Zeit zur Ewigkeit mir ſei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Miffethat der Sünder zu verfühnen, den fennt' ich nicht, wär mir bies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeibst, lehrft meinen Geift im Glauben: Vater! ſagen. 7. Mich zu erneun, mich 3 bir Werke und Wohlthaten Gottes. weißn, ist meines 4. In der Seele Finsterniffen sei dein Wort uns fets ein Licht! Laß uns Troft daraus genießen, wenn es uns an Troft gebricht! Es versüß' uns jede Noth; es erquick' uns auch im Tod durch die Hoffnung ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. 150 dir zu Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ich's nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Sort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Mel. Fren' dich sehr, o meine Mel. Schwing dich auf zu 205 Gott, burch den 206 er bu felbft bie wir sind Wahrheit bist, Gott, zu dem ich finge, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; ſie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. leben, deine Güte sei gepreift, daß du uns bein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, er mahnet, ftraft, bekehrt, und tvenn, uns ein Leiden drüs det, uns mit reichem Trost erquidet. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernftlich ohne Heuchelschein, das darin Befoblne üben, und nicht bloße Hörer feyn; denn, wer deinen Willen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ift ärger als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine Rebren tief in unfre Seelen ein; laß fie uns mit Nußen hören, und derselben Thäter feyn; treib und dadurch träftig an, daß wir dich vor jedermann froh bekennen, findlich lieben, und mit Sünden nicht betrüben. 2. Vorurtheil und Finferniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, unfre Schlüsse fehlen; aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ift Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, fterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht läffet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret; glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völfer, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dros bung Heiligung. hung kann auch nicht leer vorüber geben. Haben Tausende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott teinen Troft dir rauben? Die die Himmel auf gebaut, kann die Wahrheit Lügen? Konn sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd' und Himmel wird vergebn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lafterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige find Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lacheft ihr, wann sie fich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglift voll, nicht er schüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübfal leiben, so belohnst du mirs doch bort, Gott, mit Ehr' und Freuden. 151 hams gebot! Verehre keinen Gott, als mich: mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! 2. Mißbrauche meinen Namen nicht. Web dem, der lästernd von mir spricht! Mit Ehrfurcht nenn den Schöpfer nur, und halte redlich deinen Schwur. Das will dein Gott! 3 Stets heilig fei mein Sabbath dir! Dein Knecht auch ruh und weiß ihn mir! Da stärke dich zu dem Beruf, zu dem dich meine Güte schuf. Das will dein Gott! 4. Ehr deinen Vater, ebre fie, die dich gebar, und fäume nie, den Aeltern liebreich wohl zu thun; dann wird auf dir mein Segen ruhn. Das will dein Gott! 5. Du sollst nicht tödten; follft dich scheun vor Zorn und Haß; die Rach ist mein. Wem ich die Sünd erlassen soll, der thu auch seinen Feinden wohl. Das will dein Gott! 6. Die Ehe halte keusch und rein: auch selbst dein Herz foll beilig seyn. Dein Leib und Geift sei mir geweiht, dein Ruhm ſei Zucht und Mäßigkeit. Das will dein Gott! Gefeß. In eigner Melodie. 7. Mit Unrecht mehre 207( a) ie gut, wie nicht dein Gut. Der Fluch beilig ist, was Gott den Kindern Abratrifft den, der Unrecht thut. Betrüge nie, und wuchre 4 nicht. Werke und Wohlthaten Gottes. 152 nicht. Den Armen zu erfreun ift Pflicht. Das will bein Gott! 8. Du sollst tein falscher Zeuge feyn; sollst Lügen und Verleumdung scheun. Des Nächsten Unschuld rette bu, und seine Fehler decke zu. Das will dein Gott! 9. Des Nächsten Haus begehre nie, auch nicht sein Weib, Gefind noch Vieh. Wenn meine Huld auch ihn erfreut, gönn ihm sein Glück, und flieh den Neid. Das will dein Gott! 10. Und wisf' es: eifrig ift der Herr; die Uebertretung ftrafet er, doch lohnt er auch dem treuen Knecht bis in das tausendfte Geschlecht. Drum folg' ihm treu. 11. Durch Jefum hat beftätigt Gott, was er durch Mosen einst gebot. Von ganzem Herzen liebe mich, und deinen Nächsten gleich als bich. So sprach der Herr! 12. Dies, Chriften, laßt zu aller Zeit erfüllen uns mit Freudigkeit; erfüllen treu bis in den Tod, was Gott aus Liebe nur gebot! Er sei gelobt! Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Guten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was tu befiehlft, vollbringe.. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf allein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Beis fall, Lob und Menschen gunft, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werbe. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Bater zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn' Ehrerbietung nennen. Gott, unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir ſo feierlich versprochen. 4. Am Tag der bir ge weihten Ruh laß mich), Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du befiehlst, vor dir erschei nen: dann deiner im Ges bet mich freun, ein Hörer beines Wortes seyn, und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ebr' und liebe, fie nie durch Wiberfeßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg' und Treu erkenntlich und gehorsam sei, und dei207 H und dein nen Segen erbe. Mel. Gottlob ein Schritt zur err, dein GeGebot, wornach wir sollen leben, haft ou, o liebevoller 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Haß, Rach und and Heiligung. dins 153 und Feindschaft übe, und und frohen Muth und beine wenn ich auch beleidigt bin, Gnade haben. verzeih und Feinde liebe und jedem gönne, was er bat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 11. Wie gern mögt ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern mögt ich ganz dein Ge bot, das du mir gabft, erfüllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 7. Laß mich, wie bu ge boten haft, unkeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verbast; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Ueppig keit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott, Vater, Gnad' und Stärke, daß ich, o Jefu, Gottes Sohn, stets auf dein Vorbild merke! Geist, hilf mir, daß ich Gott Oheil'ger über Alles, und wie mich, auch meinen Nächften liebe. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr' und böser Ränke schäme, mein Herz vom Geiz und Unrecht fehr, durch Macht und List nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrieden set, nicht karg und nicht verschwen drisch. Evangelium. Mel Jesus meine Freude 9. Silf, daß ich meines 208 Wort aus Gote Nächsten Ehr' zu retten mich befleiße, cas, was ich kann, zum Besten kehr, doch Böfes nicht gut heiße; ftets zeige Treu' und Redlichkeit, und Abscheu trage jederzeit an Falschheit, Schmähn und Lügen. tes Munde, Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wahrer Freuden, Troft in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbft von Gott gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Welt und Allen ausersehen hat; was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß seir Eid ihn nicht aereut, rühmen wir; fa 10. Laß mich des Nächften Haus mit Lift und Un, recht nicht begehren: das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewäh ren, doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz Werke und Wohlthaten Gottes. 154 in Jesu Namen wird er Ja and Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat fein Leben für uns dargegeben, willig gab er's dar. Ja, er hat des höchsten Nath gang vollbracht zu seiner Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig follt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünden haffen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen, und in bir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir seyn. So werd ich auch einst durch bich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben! Die heilige christliche Kirche. scher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit flarem Licht! Gewalt hilft dem Gewiffen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vor's Richteramt, bleib unter unserm Volf verdammt! Lobgefang! 2. Die Völker sey'n dir unterthan! Es weiche fal4. Nur geistig ſei der Wahrheit Krieg! Gib wis ber Irrthum ihr den Sieg. Durd Gründe fieg fie und Beweis, und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämm's rung, irren bald! Die Weis beit übet nicht Gewalt. Laß Fried' und Duldung allgemein, nicht mächtig die Verfolger feyn! 6. Der Scepter über Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ift, nicht Lafter lehrt, deß Freiheit bleibe ungestört. 7. Zerbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrheit fieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sklaverei! In eigener Melodie. 209 Erhalt uns, Herr, Am Reformationsfeste. deinem Wort; den finstern Irrthum treibe fort; bewahr uns vor Mel. Allein Gott in der Höh' sej Gewiffenszwang, so preift 210( a) or bir, Herr, erfreut an unfrer Väter Glauben. Der Feind erhob fich Heiligung. fich fühn zum Streit, bein Wort der Welt zu rauben: fie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Allmächtiger! durch bic; sie kämpften und sie fiegten 2. Dein Wort war ihnen Schwert und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang wars in Dunkel eingebüllt, der Christenwelt entzogen; sie brachtens wie der an das Licht, und achteten Gefahren nicht, sie fangen heldenmüthig. In eigener Melcbie. 3. Ein' fefte Burg if unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen, der alt' böse Feind, mit Ernst ers iegt meint, groß Macht und viel Lift sein grausam Rüftung ist; auf Erd ist nicht fein's Gleichen 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren! Es ftreit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkohe Fragst du: wer er ift? Er beißt Jesus Chrift, der Herr Zebaoth, und ist fein anderer Gott; das Feld muß er behalten. ren. 155 es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ift gericht. Ein Wörtlein kann ihn fällen. 5. Und wenn die Welt voll Teufel wär, und wollten uns verschlingen: so fürch ten wir uns nicht so sehr; 6. Das Wort fie follen laffen stahn und fein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geift und Gaben. Nehm'n fie und den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben... Mel. O Gott, du frommer Gott 7. So sangen fie: und weit erschollen ihre Lieter; die Völker kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube flob, es wich die düstre Nacht, das Evangelium ward an das Licht gebracht. 8. Triumph! die Wahrheit fiegt! Gott war mit ihren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! die ihr sie erkennt, und dankbar fie verehrt, auf! baltet fest an ihr! Sie sei uns ewig werth! Mel. Sei Lob und Ehr bem 210Dein Volk, o frohen Dank zu deines NaHerr, fingt mens Ehre. Es fimm auch கு 6 une 156 Werke und Wohltbaten Gottes. unfer Lobgefang in alle heil'. 6. So können wir bei defe gen Chöre, die heut in deinem Licht ein frohes Leben nem Heiligthum zu deines führen, wenn wir nach ungroßen Namens Ruhm, dir fers Wandels Pflicht nur Jubellieber fingen. deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod herein, so spricht dein Geift den Troft uns ein: von nun an seid ihr selig. 2. Dies ist ein Tag, von dir gemacht. Von dir, Herr, ifts geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit ses hen, daß wir, von Menschentand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, vernünftig ehren können. 7. So glücklich haft bu uns gemacht durch deines Wortes Lebre. Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Nuhin und Preis und Ehre! Dir jauchzet unser Herz und Mund. Es mach auch unser Leben fund, daß wir dich dankbar preifen! 3. O welche Wohlthat, Gott, ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finfierniß seit mehr als tausend Jahren. Du haft, troß aller Feinde Mel. Christus, ber ist mein Macht, es wieder an das 211 Ach bleib mit det. Licht gebracht. Wir freun uns dieser Gnade. ner Gnade bei uns, Herr Jefu Chrift! das mit kein Feind uns schade mit seiner Macht und Lift. 4. Du läffeßt hier im Heiligthum dein lautes Wort uns hören, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch zu unserm täglichen Gebrauch. Lehr' dieses Glück uns schäßen. 2. Entzieh uns deine fehre, bas Wort der Wahrheit nicht. Darch ihre Kraft gewähre uns immer Troft und Licht. 3. Laß deinen Geift uns treiben, daß wir von Irrthum frei, bei deiner Rede bleiben, dir folgsam, dir getreu. 5. In unfern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend. Man führt nach deinem Wort fie an zur Weisheit und 4. Komm uns mit Kraft hilf Dis Ansehn entgegen, unfrer zur Tugend. unfrer Obrigkeit bleibt un- Schwachheit auf, und stärke gefränkt, und Sicherheit das Vermögen zum ernsten und Ruh' und Ordnung Tugenblauf. herrschen. 5. Hilf uns die Lüfte däm pfen, Heiligung. Cur pfen, hilf uns den Reiz ber Welt und ihren Troß be tämpfen, du fieggewohnter Held. 6. Ja bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleis be, hilf uns aus aller Noth. Mel. Ein' feste Burg ist unter 212 err, che danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geißt zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jefu Chrift, befiege Macht und Lift, und herrsch in jedem Lande! 2. Set, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch, und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, haft du selbst erbaut. Ach, erhalt fie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 157 mer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wifsenschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt uns, gestärket durch dein und Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche ftreitet noch: hilf deiner Kirche fiegen! Wie schwer ihr Kampf ist: müffe doch kein Kämpfer unterliegen! Hör' ihr findlich, Flehn. Eil', ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, ftets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen! 3. Eins ist, was beine Mel. Herzliebster Jesu Treuen kränkt, daß unter 213 Cig, gefu, Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von feinen Lü ften. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb', und ach, fie bedenken nicht: es wart' ein schwer Gericht auf träge, fichre Chriften. wird bein Wort bestehen, und Erd' und Him mel werden eh' vergehen, eb eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 4. Und du, o Jesu, bist ſo treu! Ach, daß wir fröm2. Immer noch fammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir geborsam werden und deinen Fries 7 den 158 Werke und Wohlthaten Gottes. den bier schon im Gewiffen 4. Gott kam und stand fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, bift du ihr Beisland und hilfft überwinden. Nichts wird fie jemals deiner Hut entret ßen. Du hafts verheißen. der Kirche bei, da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub' und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, fingt ibm Dank! 5. Vereint nun, Chriften, jederzeit mit Wahrheitsfinn Verträglichkeit. Die Liebe 4. Wohl Allen denen, die bir Jesu, trauen! Was fie bir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, dich, und die Freuden, womit du beloh. neft da, wo du throneft. sei der Kirche Zier. Dann sieget sie; Gott ist mit ihr: er ist ihr Schuß. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spötter stolz die Wahrheit schmähn; verzaget nicht! Sie wird beftehn; fie ift von Gott. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobgefänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geift regieret, bort triumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich 214 obfinget Gott! denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß: der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobfinget ihm! 2 Verdunkelt war der Wahrheit Licht; felbft Chriftenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang; in barte Sklaverei versant das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfol7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den ganzen Raum der Welt. Laßt, Chriften, unfers Lichts uns freun, und Gott durch Thaten dankbar seyn, wie er fie liebt. 8. Lobfingt, lobfingt dem Herrn, und freut voll Hoffnung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heerde seyn. Lobfingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu: ger Buth! Wie frömte 215 Las boch, o Zefit, laß dein Reich treuer Christen Blut! Und ibre Würger rühmten doch fich ihrer Gottesliebe noch, Dwelch ein Wahn! auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden Heiligung.m ben wegen, Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte fie, daß sie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Hei land nennen! Olebre fie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. Laß fie die Schrift mit frommer Achtung ehren; benn sie enthält der wahren Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, fleure Herr, dem Toben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß fie prüfen, und dem Aberglauben die Herrschaft rauben! 5. Sei du ihr Licht in bangen Finsternissen, und wecke selbft ihr schlafendes Gewiffen! Erhebe trößtend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! 6. Herr, schüß uns mäch, tig vor der Lift der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirft erlösen, und wir zum Kreise der verklärten Frommen frohlockend kommen. In voriger Melodie 216 Süße die Dei nen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jefu, vor der Welt bekenLaß deinen Händen, wie bu felbft verheißen, nichts fie entreißen. nen. 159 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die fie leb ren, dein Reich zu mehren. 3. Du haft noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die deinen, wie du felbft versprochen, führe fie endlich aus dem Kampf bienieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig froblockend müsse dich einft loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! Mel. Ein' feste Burg ist 2 Menn Christus TRS seine Kirche schüß so mag die Hölle wütbeli; er, der zur Rechten Gottes fißt, bat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßzet feinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wäthen. 2. Und wenn auch Fürften auf dem Thron fich wider ihn empören; fiets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; nichts if der Großen Macht und Lift. Wie lange währ ihr Spott? Auch sie sind Staub Werke und Wohlthaten Gottes. 160 Staub vor Gott. Sie mögen fich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ibr widerstehn; wir halten feft am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Jünger ist, fein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Chriften, die ihr ihm vertraut, laßt euch tein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be decken. Der Herr. der starke Gott, hält über sein Gebot; gibt uns Geduld in Not, und Kraft und Tod. Was erschrecke her I A 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüftet sich der Spötter Heer; ach, fie nahen sich dem Falle, und dann toben sie nicht mehr! Ewig che, wird dein Reich bestehn; König etiof Schaar! Wahrheit kann nicht unter218 Sede Sinnenlun entweiche: bennoch beutst du Wonne bar, Wonne, die den Geist erhöht, und dem Strom der Zeit entgeht. ift Tugend, wo bein großer Geift regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deis nem Sinne ziert. Selbft ber Sünder preift sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge: nur von Liebe wallt dein Herz und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was find Kronen dieser Welt? Freunbe deiner Reichsgefeße find inst Engeln zugesellt. Edel andeln, ist ihr Ruhm, deine puld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palläften, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ift und bleibt dir ewig werth. gehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen fanten in den Staub, aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jeßt noch blickt dein Unterthan. hochentzückt zu dir binan. S. 3n den fernsten Himmestrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht; doch Heiligung. 161 doch der Weise bleibt dir ses Kind empfohlen! Wir treu und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst auch ben bich preifen, der 221 Herre er vor Miel. Liebster Jesu! wir sind hier ( a) wir ftes hen hier noch blind vor kniet! Zeig uns Allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! dir: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeuge dein Erbarmen, laß es hier bes glückt auf Erden, dort bes Himmels Erbe werden! bringen es dir flehend dar: o fegne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bift! Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt es gleich bisweilen 219 Dir, Gott, der fo gern erfreuet, immer feine Huld erneuet, ( Nach der Taufe.) Wiel. Kommt, kommt den Herrn weihen durch die Taufe wir 221Geweiht zum diefes Kind, o Vater! dir. Chriftenthume ist dieses Kind, dir, Gott, geweiht. Erzieh' es dir zum Rubme, zur Tugend und zur Seligkeit. Gib, daß es deiner Liebe sich immer dankbar free, und durch des Getkes Triebe bir fe ge horfants i es dem Lohne der Trea ents gegen geh, und vor bes Mittlers Throne fich einst verherrlicht seh! 2 Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es fiets das Böse scheuen, und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziebn. 3. Stärke fünftig feinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Troft, daß es ein Chrift, daß du, Gott, sein Vater bift. 4. Laß es stets dich froh bekennen, das es niemand von dir trennen, niemand auf der Tugend Bahn Heil 222 Jauf beinen NaMel. Wer nur den lieben Gott getauft und Rub' ihm rauben kann. men, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geift! Ich men, bin gezählt zu deinem Saa geheiligt heißt. O welch ein Glüd ward dadurch mein! das bir Mel. Wer nur ben lieben Gott 220 err, ber bu selbst len, dir, dessen Treu' un wandelbar, bir sei auch dies Werke und Wohlthaten Gottes. 162 mein! Laß, Herr, mich deffen würdig seyn! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein felig Theil haft du, 223Mever du mich Mel. Liebster Jesu! wir sind Jein Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geift Got tes, selbst mein Beistand seyn. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. Olaß mich nie die Pflicht vergessen, das zu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu; auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets fefte ftehn. Ja felbst, wann ich ihn über schreite, läßt du dein Vater herz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deis nem Opfer bin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! DSünde, weich! Gott hört es, ießt entsag ich euch. 6 Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater. und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise bich! Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich dein auch ewig seyn! bir zum Eigenthum erkaufet; als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn, das was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlfeyn achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich fuche zu erfüllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahres Chriftenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jün ger leben, daß ich einst auch, wann ich fierbe, das verbeißne Leben erbe! Mel. Wer nur den lieben Gott ( b) ch bin getauft 223 Lehren, dich, Bater, deis nen Sohn und Geift so zu bekennen und zu ehren, daß Herz Heiligung. Herz und Mund und That dich preift, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier schon und einft dort zu freun. 2. Du haft zu deines Reiches Erben, o treuer Vater, mich erklärt; es bat zie 224 Frucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weihn, soll felbft dein Geift mein Bei ftand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei beine Liebe, die mir, noch eb ich dich gekannt, aus freiem väterlichen Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich haft du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb. ich mich, mein Gott, aufs neue, nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu fteter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, fei fern von mir, und hei lig fei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Gelübd' aus Leichtfinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so verwirf mich nicht, o Herr, von beinem Angesicht! 163 mich auf ficherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich fets dein eigen seyn. 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum fteten Ernft der Besserung, und leite Mel. Jesus, meine Zuversicht wig, ewig bin ich dir, mein Gott, erkaufet, bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geift, getaufet! Deffen soll mein Herz sich freun; ewig ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich seyn; ewig, Bater, bin ich dein! 3. Ich gelobt' es, und dennoch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon, und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater feyr! 4. Dieß, o Gott, vers sprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, bir, dir, o Welt, mich nicht entreis ßen? Ja, ich will's; ich will nicht bein, ich will meines Gottes seyn! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut Werke und Wohlthaten Gottes. 164 Blut erkauft, Jefum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meis ne ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehu um Kraft, daß ich stets auf seinen Wegen, heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn; treu bis in den Tod zu feyn. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geift, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn. Das heilige Abendmahl. Mel. Befiehl du deine Wege 225 Verf erfammelt hat. te Jesus die Jünger feierlich; es nahte feine Stunde, die Abschiedsflunde fich. Die fich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, fie follten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben fehn. 2. Sie sollten nun Betenner der beil'gen Wahrbeit seyn; für Sie, und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er ießt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch lieb' und Treu empfahl! 3. Er sab am Kreuz fich flerben, und weihte Brob und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für fie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gabe, das ist mein Leib, mein Blut; o benfet mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergeffen, was ießt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jeßt, ach, so zärtlich bat! Nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dies Blut: o benket mein, ihr Lieben, so oft ihr folches thut! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treuften Freundes Bild, gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil ge Aliftet ward sein Gedächtnismahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergeffen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil bes trat? 7. D laßt uns am Altare uns seiner bankbar freun, und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund er neun! Sein Mahl färk un fern Glauben, färk ihn in Schmerz und Noth, mach bets Heiligung. 165 hellig unser Leben, mach in Licht zu wandeln, wie er freudig unsern Tod. zu handeln: dieß, Chriften, sei der ihm geweihte Dank. Mel. Liebster Immanuel. 226 Naht bem Altare, Unsterbliche, nahet, und feiert hier den Tag der Beßrung! Segnet ben Fefttag des Bundes! Empfabet bei Jefus Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! Dann Schon bienieden gewährt die Tugend euch Beſeligung. 2. Aber gebietet auf rau heren Wegen die Tugend euch zu gehn; o wanket nicht! blickt auf Jefum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Voll bringet den Ruf der Gottheit! Auf, und wanket nicht! 3. Bei dem Geständniß bes Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu feyn! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunfterbliche, den Schwur: Wir weihn in dies fer Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Buntes Erstem, Preis und Lobgefang! Er ist zum Ses gen der Menschheit gekoms men: vom Himmel bracht' er licht. Nun Lebenslang Mel. Ein Lämmlein geht 227 Du, Herr, haft aus Barmher zigkeit zum Tentmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Müh. fel'ge kommt zu mir! Ic komme, Heiland, ja zu dir erheb ich meine Seele. Ents zeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Troft, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden find weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch bu bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Troft mich nicht; du sieheft meine Reue. Erbarmer, nimm fie gnädig an; du bist, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Trofte fehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein trößt ich mich, und nur auf dich, Erlöfer, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, verspricht, den Schwachen beizustehn, die nach der Besrung trachten. EStets bleibst du deinen Worten treu, und wirft ein gläu Werke und Wohlthaten Gottes. 166 gläubig Herz voll Reu, und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Hulb, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Ers den lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verklärt, un. fterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. 4. Laß mich mit Ernft die Sünben scheuen, für welche du, dich opfernd, starbft; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du ſo theuer mir erwarbft! Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir bein Tod verleiht! 5. 3ch übergebe mich aufs Neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre bir beständ'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbft für mich; drum bin ich dein. mel. Wer nur den lieben Gott ier bin ich, Jesu, 2285 zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geiftes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für 7. Laß mich mit Ernst den mein Gewissen, dein Mahl Nächsten lieben, und, wenn ein tröftlich Unterpfand, daß er ftrauchelnd sich verfiebt, ich, der Sündenschuld ent-. Versöhnlichkeit und Sanft riffen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele fich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unfer Heil bedacht. Wie start find beine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht. Ogib von deinem Todesschmerz ießt neuen Eindruck in mein Herz! 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienftes, den man dir erweift: mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Ges wissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gefinnt zu feyn! muth üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlaft du mir aus Hulb erlassen haft! 8. Es färte sich in mir der Glaube, daß meine Sees le ewig lebt, und daß einft aus des Grabes Staube mich bein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, gros ser Lebensfürst, den Böl tern sichtbar zeigen wirft! 9. Ge 167 spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn! die Schuld ift dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich ers kauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch 229 Sieh, ich keine Sicherheit dir deine Mel. Ein Lämmlein geht ch komme, Herr vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir: so wirst du Früchte bringen. Sch helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. ist dein Gebot, ich will es 5. Ja, Herr, mein Glück treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preifen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Heiligung. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu' dein Abendmahl geſegnet sei! mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Nuh, und finde sie im Glauben der Erlöften. 2. Dich bet ich zuver sichtlich an: du bist das Heil der Sünder, haft ihre Schulden abgethan, und wir find Gottes Kinder. Ich dent an deines Leidens Nacht, und an dein Wort: es ist vollbracht! Du haft mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit fich verföhnet. Mel. Es ist das Heil uns 3. So freue dich, mein 230 J preife dich, o Herz in mir! Er tilget deis für deine Zodesleiden. Hab Herr, mein Heil, ne Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnab um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardft ein Opfer auch für mich; o gib, daß Werke und Wohlthaten Gottes. 168 daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was fann mein Geift durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquiffung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewiffensruh, zur Beßrung Kraft: das haft du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner gros Sen Güte. Wie viel haft bu an mich gewandt! O Rärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. 3ch füble, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Laft von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Troft empfinden, daß ich in deines Vaters 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen! Er ftärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Luft der Welt standhaft zu überwinden! undankbar nie vergeffen, daß ich aus ächter Gegentreu bir bis zum Tod ergeben sei, bir und den Brüdern lebe! 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir ftets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu geben, die mir bein beilig Vorbild weift, und die einst den erlöften Geift zu deiner Freude führet! Mel. Gott Bater, an Erbarmen Huld gewiß Vergebung mei 231 Chrift, eile nie mit ner auf finben werde! ficherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin, denk nicht, des großen Dals ders Blut macht jedes Sün ders Lafter gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und S.. cherheit! 2. Wer sich zu ibin un würdig naht, der bäuft die Schuld der Miſſethat. Sel nicht dein Feind; empfah es nicht dir, ach, zum fren geren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde 6. Laß mich mit Glaus bensfreudigkeit vom Bun desmable essen, und der Verbrüd'rung heil'gen Eid 8. 3um ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst dare nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben! Heiligung. Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst fei dein Vorfaß feft und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu seyn; erft gib zurück, was deine 169 pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gebn, dem Tode froh ente gegen sehn! Wiel. Meinen Jesum laß ich nicht Hand durch lift, durch Trug, 232 Naht mit Undacht Raub entwand; erft, Zürnender, versöhne dich Brüder, chriftlich dem Almit deinem Bruder brüs tare; wer in Jugendfülle derlich! blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm une reich, nabt; hier seid ihr Alle gleich! 4. Befiegst du fo in deiner Bruft des Lafters Macht, die böse Luft; bist du entschlosfen und bereit zu kämpfen manchen harten Streit: dann nabst du dich der Tugentbahn, dann gehe zum Altar hinan. 2 Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, der Lies be Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine ießt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel fich! 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn fchau auf den großen Dulder bin, der liebs reich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld er warb: dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 3 Stärkt euch, bleibet rein und gut; denket Alle: wir sind Brüder! Denfet: Jefu Chrifti Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschenfinn uns zu lehren, floß es hin. 6. So, frei von Heuchelei und Wahn, müff' jeder fich dem Mahle nahn, das du in deiner leßten Nacht, o Herr, zum Denkmahl uns gemacht! Da dämpfe der Gedank ans Kreuz der Thorbeit Luft, der Sünde Reiz! 7. Da rühr' uns tief bein göttlich Bild, und mach' uns liebreich, fanft und mild; da schenk' dein Geist uns Muth und Kraft zum Kam4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrbeit bin sein Blut, gab für Tugend hin fein Leben, hat, was er empfahl; geübt. O, wie hat er uns geliebt! 5. Denket feiner; Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode icßt genießt, wer vome Weine 170 Werke und Wohlthaten Gottes. Weine trinket, Brüder, den Mel. Fren' dich sehr, o meine S. ket an den Menschenfreund, 233 Voller Ehrfurcht, Dank und Freudenkt an Jesum, denkt, und weint! 6. Laßt mit heil'gem Gemüth All' uns nahen dem Altare; wer von Lebenskräften glüht, und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich; Brüder, hier find Alle gleich! 7. Alle gebn wir eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele edler Menschlichkeit binan. Voll der feligsten Gefühle bete jeder inniglich, färke für den Himmel fich! S. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brote jest genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne fliefet, ist mein Bruder, ist mein Freund; und ich habe teinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Simmelsfreuden fühle, wer as Mahl genießt, Kraft zum Guten, Troft im Leiben, fühlt cuch All' als Menfchen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Sefus Chriftus hat fein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geift und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn! den komm ich Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmahl deiner Leiden, und gedenk an deinen Tod. Mitte ler, der du für mich farbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ebre fiets zu leben, sei mein eifrigftes Bestreben! 2. Ich empfind es feßt aufs neues was ich dir, Herr, schuldig bin. Du, du gabßt mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wieseft mir den Weg zu Gott, und ertrugft den schwersten Tod, mir im Les ben und im Sterben sichre Tröftung zu erwerben. 3. Durch dich ift zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend fel'gem Pfare feft einbers zugehn verschafft und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an beinem Se gen nehme und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens tiefe deine Huld empfahn? Nicht zur Bess rung meines Lebens mich zu einem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Dies not Heiligung. 171 5. Diesen Vorfaß, den gläubig nach des Herrn Bes ich habe, thätig dankbar bir zu seyn, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziebn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! fehle, seinen Mittleriod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genuffe ſeiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuthsvoll entgegen, und nimm Theil an seinem Segen. Komm getroft, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 6. Laß mich über alles fchäßen dein mir theu'r er worbnes Heil, und nie aus den Augen feßen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden! 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Chrift fiets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so bilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8: Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher zig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Tren' beständig ift. Herr, ich hoff es froh und fest, daß fie mich auch nie verläßt. Zudes Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmücke dich, o liebe 234 Side dich, er. löfte Seele, he 3. Herr, id tomme mit Verlangen, Geelenruhe zu empfangen. Deine Liebe foll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüffen will ich Brod und Wein genies ßen, mich der Bruderliebe weiben, deines Todes mich erfreuen. 4. O, wie sehnt sich mein Gemüthe Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich ge= lob die neue Trene; fiehe, Herr, mein Herz voll Neue! Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Troft gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewisfensrube schenken! 5. Ja ich hoff auf deine Gnade, daß fie mich der Schuld entlade, und mit 52 neuer 172 Werke nnd Wohlthaten Gottes. neuer Kraft zum Werke mei ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns ftarbest, jedem, der Gott fucht, erwarbeft, Seelenruh und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich fets freuen, ganz mich meis nen Pflichten weiben, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froß erheben. Deine Hulb ist uners meßlich; Herr, fie fei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ebre, folgsam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die wie ich, auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel fingen, daß fie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einft dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Danklied weibe! trug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn badurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbftbetruge frei, will ich dein Mahl heut feiern! 3. 3um Eigenthume will ich mich auf's neue bir ergeben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben ſei mein Leben. So lang ich athme, will ich dein, und deiner Liebe mich erfreun, und sie noch sterbend preifen. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen, und unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung fleben. Laß mich mit gläubigem Vers traun auf dich, mein treuer Mittler, schaun, und Seelenruhe finden. 5 Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg' auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu, und voll der frohen Hoffnung Mel. Schon ist der Tag von G. ch will 235 mit meinem sei, den Himmel einst zu erben! Herrn bei seinem Mahl er neuern, ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Gedächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir Erlöser fich erheben! 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Be6. Hilf, daß ich, jeder Sünde Feind, Gott über Alles liebe, durch dein Vers dienft mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ift dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Lebenlang mit reinem Herzen bringen. Mel. Heiligung.d 173 gibt, der ifts, der Jefum Christum liebt. 236 Hein GedächtMel. Herr, wir singen beiner err, wir feiern niß. Uns freut das heilige Vermächtnis vor deinem blut'gen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und effen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes heil' gen Trank, und geloben vor dir aufs neu der Tugend Treu, daß uns dein Tod ftets Segen sei. Der Chor. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, bazu ward bieses Mahl geweiht. Wie fein Stifter wanMel. Herr, wir singen beiner du wollft fie beln, flets liebreich, gut 237 Hvorbereiten e und fromm zu handeln, sind wir entschlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand. Wir gebn ins Va. terland beßrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! deines Mahles Seligkeiten; sei mitten Gott! Seil und Leben zu unter ihnen, empfahn, laß sie, o Sohn, fich würdig naben, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein, find fie, o Jefu, dein, deine Freunde. Laß, laß fie sehn in jenen Söhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeinde. 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen; fie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jefus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lieben, treu jede Lebenspflicht uns üben, für sie auch fireis ten, wie er ftritt! Der Menschenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns Alle. Wer Mitlelb übt, gern bilft und 4. Gott zu leben, Gott zu sterben, und seinen Himmel zu ererben, dieß ift bes Lebens hohes Ziel. Jefus, hilf es uns erringen; bilf Sünd und Lafter uns bezwingen; richt' auf den Schwachen, welcher fiel! O ftärk uns All' im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wenn wir ferben! Von dir herab ftrömt Licht ins Grab; wir trock nen unfre Thränen ab. Mcl. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöfle Brüder, All' auf Chrifti To getauft, Alle seines Leibes Glieder, kommt, Verföhnte, $ 3 tommt, Werke und Wohlthaten Gottes. 174 kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmt hin, und eßt sein Brod. Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt! 3hr trinkt das Leben! Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbft fich für sie giebt. 3. Die mit voller Zuversicht, deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß fie fiets in diesem Licht wandeln, ewig dir fich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröße, die in Traurigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glauben: hilf den Schwachen! Die gebeugt von Ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet bin, und est sein Brod. Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünber Tod! 6. Hoherpriester, Jesu Chrift, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bift auch für diese eingegangen! Sprich sie los, Gott, Jefu Chrift, wenn sie nun dein Mahl empfangen! Laß fie fühlen, ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens! Theures Pfand des fünft'gen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin, und eßt sein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sün ber Tod! Der Chor. 2. Nehmt, und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt bin, und trinkt zum ew'gen Le ben! Der Friede Chrifti sei mit euch. Nehmt und est zum ew'gen Leben! Nehmt bin und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Der Weg ist schmal; klein Tod getreu! Amen! Amen! ist die Zahl der Sieger, die der Richter Frönt! Die Gemeinde. 10. Jefu Chrifti Mittlertod werd' in aller Welt verkündigt! Jefu Chrifti Mitt ler Heiligung. lertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Chrift, mit Preis gekrönt, bat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wann, von Seligen um ringt, wir vor dir einft niederfallen, singt ein beß rer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet wareft bu, warft, wie Wasser, bin gegoffen; suchteft, fandeft keine Ruh! Deine Todeswunden flossen, ftrömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut! 13. Nebmet hin und est sein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! 3hr trinkt das Le ben. Hingegeben in den Tob ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zuuge Durft war beiß; heißer noch der Durft der Seele! Müd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürch. terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Verföhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht! he 175 Mein 16. Jefus rief: Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? Starb darauf des Kreuzes Tod Wer kann diese Liebe faffen! Fluch und Tod find nun nicht mehr! Gebt, ach gebt dem Mittler Chr'! 17. Nebmet bin, und est sein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt and trinkt! 3hr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. nen Tagen der Märtyrer dir 3. Die dein Kreuz in jenachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Luft, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Mel. Wer nur den lieben Gott. 238 Nimm bin ben Dank für deine Licbe, erhabner Mittler, Jefus Chrift! Gib, daß ich nur mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ift! Es müsse deine Todespein mir immerdar zum Segen seyn! 2. Heil $ 4 Werke und Wohlthaten Gottes. 176 2. Heil mir! bein Brod ward mir gebrochen; ich trant, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen bab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt ich's dir: sei bu nun Hülf und Beistand mir! Mel. Schmücke dich, oliebe Seele eiland, groß 239 Heu und Treue, fieb, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal beiner Liebe, dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden ims mer dankbarer zu werden, und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir ge fallen! Du versprichst ja felbft es Allen, die nach deis nem Heil verlangen, daß fie Gnad' um Gnad' empfangen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie könnteft du das Flehen meines Hergens dann verschmähen! deine beil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren. 5. ſo vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig bir nur anzus hangen, ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du felbft nur meiner Seele, daß fie nicht dies Ziel verfehle! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du fannst es mir nicht brechen; denn du fiehest mein Bestre ben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusſe, dich und 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe: wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb auch mir zum Les ben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen. 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indessen mich pienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis fich meine Tage schließen. 7. D wie wird mein Herz fich freuen! Welche Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebeft, wo du ewig herrschend lebeft! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland dich zu ehren; und du wirkt mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. 177 Mel. Wann mein Stündlein follte mich erfühnen, den 240 eiland, des Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuevoll sich zu Gott befehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; erbarme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 6. Nein, göttlicher Ers retter, nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz der Sünde scheun, und Muth zum Kampfe faffen, dein Mahl nicht unbekehrt ents weihn und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freudigkeit vollbringen. 2. Ich nehm an beinem Segen Theil; daß ich nicht trofflos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Seil, dein Mahl, dieß Pfand der Ich nehm es und Mel. Schmücke dich, o liebe S. err, dein empfinde dann, wie viel du 241 Heures Leben auch mich viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich da hin gegeben: du starbft, der ganzen Welt zu gut; erwarbst auch mir das Leben.. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit bir vereint zu ſein, um ganz für dich zu leben. Heiligung. 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zu versicht, die es verschafft, treibt mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit böfen Lüften! 5. Wie? sollt' ich diefen Lüften noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr sklavisch Joh? 3h für mich in den Tod gegeben, mich soll beine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weiben, und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem To de, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lie ben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich ſoll weder Luft, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! Herzen, 3. Ich gelob aus treuem Noth und Schmerzen täg meiner Brüder $ 5 lich 178 Werke und Wohlthaten Gottes. lich brüderlich zu lindern, funft rüften, daß, wenn Elend, wo ich kann, zu heut dein Tag schon täme, mindern. Ich gelobe dir, feiner, Herr, vor dir fich mit Freuden auch das lin- schäme! Großes Abent. recht ftill zu leiden, unge- mahl der Frommen, Tag duldig nie zu klagen, an des Heils, wann wirst du Gott niemals zu verzagen. fommen? daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren. 4. Was du haffeft, will ich haffen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit Vorfaß dich betrüben, Alles, was du liebeft, lieben. Doch ich tenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. ( Nach der Kommunion.) wel. Wie groß ist des Allmächt'. Morgen ist wohl schon ge: 242 Vollbracht int was ich heute dir nun die heil's ge Feier; verkündigt ward von uns bein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer, und unvergeslich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erfal ten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herrlichkeit Herr, deine uns sehn! versprochen. 5. Darum bilf bu mir, und stärke mich zu jedem guten Werke; komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlöfen; bilf den ersten Reiz ber Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken, und der Unschuld Freuden schmekken! oder 6. Laß mich deine Treu' ermessen, deine Liebe nie Mel. Besiß ich nur ein ruhiges vergessen! Laßt mich, weich' Menschenfreund, mein eiland sei gepriesen, für alle Treu', die du an mir erwiesen! durch dich bin ich mit Gott vereint. ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das foll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Troft erquicken. 2. Dein Beispiel zeigt den Pfad, den ich foll wallen. O führe mich nach deinem Wohlgefallen, bis sich mein Haupt im Tobe neigt. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zu Der 200. Unsterblichkeit und Vergeltung. Der Tod. Mel. Befichl du deine Wege 243 Die ie auf der Erde wallen, die Sterblichen, find Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getroft gehn Gottes Kinder, die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder, verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. Mel. Was Gott thut, das ist 3. Wann diese Bahn zu 244 Nur kurz in hier gehen, dein Will einst mir gebeut; wann vor mir offen fehen Gericht und Ewigfeit; wann meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! mein Aufentbalt; ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüttet finkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 4. Hilf, Tobesüberwinder, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangft! Und wann des Kampfes Ende gewaltiger mich fast, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hakt 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meine Hülle. selbst bin nicht des Todes Ich Raub; mein Geift hat Le bensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er fauchzt, daß er noch Ic56 bet, 5. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Troft für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder fei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die, aufgelöft zu werden, mit heil'ger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, thr Gott, gebeut, gehn sie getroft durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. 180 Unsterblichkeit und Vergeltung. bet, und aus den Trüm- wie balb die Stimme schallt: mern schwebet. Verlaß das Land der Gråber! Dein Vaterland ift dir bekannt. O ſei nur gut und weise, und rüfte bich zur Reise! 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was fümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. Tag des Danks, Mel. Jesus, meine Suversicht des Preisgefangs! Wann 245 Wie im Herbste wirst Blicken das bunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, kein reines Freudenleben. Mein Geift begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wenn Alles andre scheitert. fällt das wirst du einft, mein Leib, zerfallen; wirft verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen, ruhen in des Grabes Schoof fedes Erdenfummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; bier ist nur mein llebungsftand, jenseits ist mein Vaterland. 2 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ihn ift, fämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor; und schaut empor; die Krone Arahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geift! Sei muthig: bu wirst fiegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du felbft wirft nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig bell; er tränkt nach kurzen Leiben dich mit des Siegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. Dank dem Freudengeber! Wer weiß, 3. Jenseits überm Staub beginnt erfst mein ächtes, wahres Leben; dort erft reift zum Mann das Kind, bort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erft ift mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort um gibt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit, dort erscheint mir unverhüllt fie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit bellern Der Tod. lern Blicken, was Erbarmer, bu gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einft schwingst du dich qut vom Staube! Heil mir! Einft belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegen geben, werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ift, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Chrift Eingang in den Himmel ift. M. Alle Menschen müssen sterben 246 5. Daß auch, was ich hinterlaffe, nie zur Ungerechleben, nie und bitterm Haffe, meinen Erben Reiz verleibt, will ich früh schon weislich forgen; denn mein Tod ist nicht verborgen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augenblicken fei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müff' ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seeke und die Meinigen empfehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen ſolchen Tod! $ 7 Mel. dir zu sterben, ewig, Vater, dein zu seyn, mit des Himmels from men Erben hier schon deis ner mich zu freun, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge fanft zu schließen; diefe Gnade wünsch ich mir; die erbitt ich mir von dir! 181 getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 3. Allen will ich nüßlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, fie zu reizen, dich zu fliehn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 2. Daß ichs könne, laß mich streben, frei vom Wahn und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben, und zu leisten, was ich foll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße gu ter Werke ich beständig dir 4. O wer wollte nicht auf Erden immer fireben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, daß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verflocken, und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlichkeit zu sehn. Unsterblichkeit und Vergeltung. 182 Mel. Valet will ich bir geben ern will ich 247 mich ergeben, dich zu verlassen, Welt; ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was Mel. Nun laßt uns den Leib wärs, was mich betrübte? 248 Wie ficher lebt Mensch, Dort schau den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gefehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: fommt her beladne Herzen, zu mir und findet Ruh! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner leßten Stunde mir Geift und Leben seyn! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überflebn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sebn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. 4. Der frohe Siegegedanke: Wo ist bein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ift, obgleich ich sterbe, doch Ster ben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen seyn. Dir der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk im Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frift zu un serm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, fo fet stets wachsam und bereit; prüf deinen Glauben als ein Der Tod. ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn; dieß macht dich nicht von Sünden rein. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirkft fie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe ftets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! 183 Treu' die Frucht des Geiftes in ihm sei; 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt Mel. Wann mein Stündlein I und sich vom Bösen kehrt, 249 Du wirft, o Baein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt: dieß ist es, was vor Gott nur gilt. für mein Wohl auch einft im Tode forgen; nur wann und wie ich sterben soll, das haft du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! 10. Der Zweck, zu welchem du hier lebst, dein Ziel, wornach du weise strebt, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. 3hr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß' ich diese Pflicht; Herr, geb mit mir nicht ins Gericht; drück tief des Todes Bild mir ein, und laß es in mir wirksam seyn; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und 14. Daß ich zu dir um Gnade fley, ftets meiner Schwachheit widersteh, und freudig durch des Glaubens macht im Tode ruf: es ift vollbracht! 2. Gib, daß ich meine böchste Luft an meinem Heis land habe, und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb, und Troft und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenns seyn kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt von diesem Leibe fich getroft und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach bil 184 hilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt verlasse! 5. Empfind ich keine Freudigkeit, entweit in großen Schmerzen die Stille der Gelaffenheit aus meinem bangen Herzen; dann, Unsterblichkeit und Vergeltung. guter Vater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn ich nicht beten, nicht den fen und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müff' ich dir nur jeyn; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Les ben und im Tode! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn, und Chris ftus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb' auch, wie ich wolle. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbars mung siehst! Allmächtiger, in bein Gericht gehst du mit mir Erlöften nicht. im Tod erheben, felbft nah am Grabe preif' ich dich: zum Segen gabft du mir mein Leben, nimmst du es mir, du fegneft mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tod soll auch bir heilig seyn! 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geift hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit je dem Schritte entgegen eis ner bessern Welt. Ich bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbft? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingft voran; ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen, und mir den letzten Schrecken dräun; du hälft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht Mel. Wer nur den lieben Gott 2503 So dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wann ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verScheucht, Der scheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preif' ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben, und ewig freu ich dei ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Jesus meine Zuversicht 251 H err, ich hab aus deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib, baß ich ftets eifrig fet, fie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink und ruft! Tod. 185 meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeibe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl, so benußte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Beffee rung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Heiligung mit ſo treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade fteht mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sei, und ich reif zum Himmel werde! Nahet dann mein Ende fich, o so flärk' und trößte mich. 2. Schnell und unaufbalt bar fliehn die mir zugezäh!ten Stunden. Wie ein Traum find sie dahin, und auf ewig dann verschwunMel. Dein sind wir, Gott, in den. Dieser Augenblick ist 252 Mein Leben flebt in Gottes mein; wird es auch der Fünft'ge feyn? 3. Laß mich auch der Flüchtigkeit meiner Tage nie vergeffen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen; wie, was hier von uns geschiebt, ew'ge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eb die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, fede Stunde auszukaufen, die zu Hand; er thu, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensftunden dar. 2. Ich nüße mit Zufriedenheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt fie Gott! Doc Müh' und Noth find ihr Gefolg', und dann der Tob. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blübt der Mensch und finkt ins Grab. Nicht 186 Unsterblichkeit und Vergeltung. Nicht Jugend schüßt, nicht ftirbft, wünschen wirft, geStand, noch Geld; nichts lebt zu haben! Güter, die in der Welt ist, was ihn du hier erwirbst, Würden, davor sicher stellt. die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter find nicht dein. 3. Nur ein Herz, bas Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringft mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des furzen Grams vergist, wo mancher Chrißt schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn birs gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf dein Wort: Gott, unser Sort, vereint uns bald auf ewig bort. 7. Den Troft, o Jefu, dank ich dir; bu brachteft ihn vom Himmel mir. Du haft's verheißen: Ihr seid mein, auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Jesus meine Zuversicht 253 Meine eine Lebenszeit verstreicht; Bündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ifts, das ich vielleicht bier noch zu erwar. ten habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, fäume nicht: denn Eins ift Noth. 2. Lebe, wie du, wann bu 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet und wache. Sorge nicht, wie bald du ftirbft; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, feiner dich erfreun. 6. Uleberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7, Tritt im Geift zum Grab oft bin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre Der Tod. lehre du mich selbst bedenten; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser wer den mag! 187 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe so nimm du meinen Geift zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mirs gleich, und geht mirs wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Wer nur ben lieben Gott 254 Mein ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig dauert und Mel. Mein ganzer Geist, Gott befteht. Drum zeige mir in 255 Wie wird mir Gnaden an, wie ich recht felig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick gebt sicher bin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! die Blumen müssen bald verblühn. Drum mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewig feit! dann, o dann mir seyn, wann ich mich, ganz des Herrn zu freun. in ihm entschlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und erwähle schon hienieden, was dir dient zum ew'gen Frieden. 2. Beficge denn des Todes Graun, mein Geist; er iß ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er fei dir nicht mehr fürchterlich! Ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Rub ift unvergänglich, überschwenglich! Die Erlöften wird sie unaussprechlich tröffen. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, weil auch der Tod viel Wege bält. Dem einen wird das Schei ben herbe, sanft gebt ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst, gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einft bedeckt Doch wenn ich nur den Troft ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt; so nehm ich jede Stelle ein: bie Erd' ist allenthalben bein. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eb' ich dieß Fleben noch 188 Unsterblichkeit und Vergeltung. noch vollbracht, mein Lob scheiden, auch heute schon dir ausgeftammelt. Vater, mein Gott; so geb ich hin Bater, ich befesle meine mit Freuden, und sterb auf Seele deinen Händen; laß sein Gebot. mich meinen Lauf gut enden! 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 4. Vielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert: laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 5. Dann eil ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. Mel. Wann mein Stündlein 5. Wie wird mir dann, 257 Wenn eine Be vorhanden ist, o wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn bort anbeten werde? Von feiner Sünde mehr entweiht, ein Mit genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! beilig! fingen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und seyn wird, Ehre! von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Chrift, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End' empfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Himmel haft gebildet. 2. Wenn Angst und To desfurcht mich drückt, mich mein Gewiffen naget: so wird mein Herz mit Troft beglückt, das sonst voll Un256 Jeben zu meis der letzten Noth bein Leizaget. in Mel. Christus, ber ist mein nem Tode hin! benn ChriAus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. den und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint: deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibeft auch mein Freund in Todesnoth und Schmer, zen. Und sterb ich, o so ferb ich dir; die frohe Hoffe nung 2. 3ch scheue nicht die Schrecken der nahen bunklen Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Uab rief mich, abzu Der nung haft du mir durch dei Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er ftanden bift, werd ich einft aufersteben, ins Neich, das mir verheißen ist, aus meinem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch feyn, und deiner Herrlich feit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Ster ben mir verfüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf kurze Frift, und Jesus wird mich wedken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit fich zu Gottes Thron ins ew'ge Leben führen. 189 laffen übergeben, ift wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollft es lieben, weislich nüßen, es dankbar, als ein Glück, besißen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen feyn. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht bindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermatteft du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage find! Sprich: follt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ift kurz, und Tod.infini Mel. Herr, wir singen deiner 258 Selig find des fie verfliegt geschwind. Himmels Er- 4. Denk an den Tod, ben, die Todten, die im wann böse Triebe, wann Herren sterben, zur Aufer- Lust der Welt und ihre ftebung eingeweiht. Nach Liebe dich reizen, und erden letzten Augenblicken des sticke fie. Sprich: kann ich Todesschlummers folgt Ent- nicht noch heute Afterben? gücken, folgt Wonne der Und könnt' ich auch die Unsterblichkeit. Im Frieden Welt erwerben, der Sünde ruhen fie frei von der Erde Lockung folg ich nie. Müh'. Gelobt sei Gott! Vor seinen Thron, zu sei. nem Sohn begleiten ihre Werke fie. 5. Denk an den Tod, wann Ruhm und Ehren, wann deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an bie Eitelkeit der Erden, daß, In eigerer Vielodie, 259 Was forgt du wann fie dir entriffen werängstlich für den, du dann dich nicht so dein Leben? Es Gott ge- sehr betrübft. 6. Denk Unsterblichkeit und Vergeltung. 190 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ift fie gut und unschuldevoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen, welch Glück werd' ich erst dort genießten, wo ich unendlich leben soll! er wird mich sterbend nicht verlaffen; dann zeigt er mir sein Angeficht. 11. So fuch dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weifer Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. 7. Denk an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen ftreben. Sprich: bin ich bier, um reich zu feyn? Heil Mel. Wer nur den lieben Gott mir, wann ich in Chrifto 260 Wer weiß, wie Aterbe! Dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. wann 8. Denk an den Tod, Leiden fommen Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; boch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlöfen; er ifls; der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod, wann freche Rotten des Glaubens und der Tugend fpotten, und Lafter stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei bir selbft: Gott-trägt die Frechen; drch endlich kommt er, fie zu rächen, und plößlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wann Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht haffen; im D mein Ende? Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende kann kommen Gott, meine Todesnoth! gebe dann mir Kraft und Muth, und machs mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Racht als leicht anders werden, es am frühen Morgen war; so lang ich lebe auf der Er den, leb' ich in fteter Tods gefahr. Ich, der ich fest gefund noch bin, fink, eb ichs denke, kraftlos hin. 3. Herr, lehr mich fiets ans Ende denken, und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken, und nicht verschie ben meine Buß', denn iener ernfte Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit Der Tod. ill reit fei für und für, und In voriger Wielobic. fagen könn' in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks 261 Noch leb ich. Ob mit mir! Hilf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag. ich morgen les be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechenschaft bereit. 2. Am Morgen bläht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So finkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eb er's denkt, ins Grab; und Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Luft. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, fei bewußt; so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geift in eine besre Welt. 6. Ach, Vater, deck all' meine Sünden um Jefu Chrifti Willen zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bei dir vollkommne Ruh'! Du warst mein Gott in jeder Noth; drum fet auch Vater mir im Tod! 191 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freude, mein Schuß, mein Alles in der Noth. Er endet selig meinen Lauf, und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. So komm mein End beut over morgen: ich weiß, daß mirs mit Jefu glückt. Er ifts, der mich in allen Sorgen, er ints, der mich im Tod erquickt. Er stärket mir dann meinen Muth, und machts mit meinem Ende gut. 3. Entziebe dich dem Weltgetümmel, hier ist der Kampf, dort ist die Rub'. Auf! fireb und ringe nach dem Himmel, eil deiner beßren Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit! 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bift, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ift dein; der nächste wirds vielleicht nicht seyn. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewisſenhaft und Unsterblichkeit und Vergeltung. 192 und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerntezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst mor gen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblaffen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum? im nicht! Nur dies In voriger Melodie er 262 Wald in tiefer ist Weisheit und ist Pflicht. 6. Die Kraft von meinen Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald besten Jahren sei Gott, dem Die man meines Geiftes Hülle Heiligen, geweiht. zu meinen Vätern schlafen Buße bis ins Alter sparen, legt? Wer weiß, ach, wer ist schreckliche Vermessen bestimmt die Zeit des Einheit. Zu spät verschwindet tritts in die Ewigkeit? oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 2. Du weißt es, Gott, ber meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vas ter blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberbiße mir Uleberlegung und Ver. stand! Wenn ich in Todesängsten schwitze, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr beffern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht. 8. Laß, Höchfter, deinen Geift mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu al len Zeiten mir nur ein Fries densbote seyn. Du kommt, vielleicht zu Mitternacht! wohl dann ewig dem, der wacht. 4. Vielleicht ist dies der leßte Arme, der kläglich mich Mel. 6. Dann wird mir ieder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit; ich lebe dann hier nicht vergebens, und nüße redlich meine Zeit, und seh, mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin. Der Tod.itemBets 193 Die Auferstehung. In eigener Melodie. Refus, meine ZuGrab! ver Müde; auf den Ent: 264 Jever, t schlummernden herab finkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht fillet; nur dann, wann diese Hütte fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. 3um Sternenchor steig ich empor, vom Schats tenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit; Mel. Was Gott thut, das ist 263 h bebe nicht Ja vor Tod und er3. Von hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Lafter fieget, bis der Vergeltungstag scheint, wo dieses unterlieget. Die Klage schweigt; der Jubel freigt! Der Unschuld schönste Freuden blühn aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unfrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist, er muß zu allen From men als Engel Gottes kommen. und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanten macht? 2. Jesus, mein Erlöfer, lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3 Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der felbft den Tod empfand, hat für mich ihn überwunden; auch im Tode blieb ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ift Staub; er nur finkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geif! O fel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einft zu sich erhebt. 5. Dann wird mich, ftatt diefer Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild' fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein Erlöser, ewig rich! 6. Ob dies Aug' im Tod auch bricht, wirds doch seis 3 nen Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 nen Retter kennen: und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich feit dieser Erde mich befreit! ftimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wann bier das Grab den Leichnam nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 7. Was hier leidet, feufzt und fleht, wird und kann 2. Was ist die Welt, was nicht untergehen. Irdisch Glück und Ehre? Wär auch werd ich ausgefät, bimm- ihr ganzer Reichthum mein; lisch werd ich auferstehen. er bliebe, wenn kein HimNimm, Verwesung, mein mel wäre, für meine WünGebein; ich, ich werd unsche dech zu klein. Mein Sterblich ſeyn! 8 Seid getreft und hocherfreut: Jesus kennt euch, feine Glieder! Chriften, wehrt der Traurigkeit; fterbt ihr, Jesus wedt euch wie der, wenn sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber ballt! 9. Bo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub hin. Ohne Graun folgen wir, wir werden Gott, wer ben den Erlöser schaun. Un fer ist der Sieg, und Seil ewig, ewig unser Tbeil! 10. Darum, Chriften, auf! erhebt euren Geist von diefer Erden; lebet bier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr follt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig feyn! Geift find't nicht im Staube Ruh: er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe, zum höhren Glück, zu höhrer Luft, und pflanzte felbft dazu die Triebe so ftark, so tief in meine Brußt. Er, der mit Sehnsucht mich erfüllt, läßt wahrlich fie nicht ungeftillt 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhren Wahrheit Licht zu sehn, der bier noch unerfüllt geblie ben, muß einf noch in Erfüllung gehn. So wahr Gott diesen Trieb mir gab, erfirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten: die Tugend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, vernichten; erhöhen, die man hier verhöhnt. Das Laster, mag es hier fich freun; dort fann es nimMel. Wer när den lieben Gett 265 J feit geboren, mer glücklich ſeyn. bin zur Ewigfür eine bere Welt be 6. Ifts möglich, fann Gott Die Auferstehung. 195 Gott anders handeln? Gilt und freundlich lächelt er mir benn fein Recht in seinem zu: unsterblich, freu bich, Reich? Die Frommen, die Mensch, bist dul hier vor ihm wandeln, sind die den lebelthätern gleich? Nein, Tugend fiegt! Ich sterbe drauf: Gott wedt mich zur Vergeltung auf. 2. Die Sonne löft dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, fieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhrer Luft mir zu: unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dies hofft mein Herz, dies fagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geift, da Gott ihn felbst unsterblich heißt! 3. Mir hat Gott Forschungsgeift gegeben, und Wünsche, die die Welt nicht ftillt. Seil mir! fie bürdes Höchften Rath enthüllt, gen mir ein Leben, wo fich D, Himmelsahnung, ruft mir zu: unsterblich, fren sich, Mensch, bist du! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er fichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auferstehn, In eigener melodie. vollkommner 267 Auferstehn, ta einst zum Himmel gehn. 9. Ihr Thäler finkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fefter Glaube fürchtet nichts. Ich sterbe; doch erwach ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und Gott, wie selig bin ich dann! In voriger Melodie. 2660 er Lenz erfreuet, was da lebet, er bricht des Winters Fesfeln los; der Blumen schöner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde School, wirst du mein Staub nach kurzer Ruh; unsterblich Le ben wird, der dich schuf, bir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gefät. Der Herr der ernte geht, und fammelt Garben uns ein, uns ein, die flarben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckft du mich. 4. Wie den Träumenden 32 wirds 196 Unsterblichkeit und Vergeltung. wirds dann mir seyn. Mit Gottes Rath am Kreuz verJefu geh ich einft zu seinen schied. Dann jauchze, daß Freuden. Der müden Pilger kein Wahn, kein Spott, Leiden find dann nicht mehr. dich hier getrennt von dei5. Ach, ins Allerheiligste nem Gott. führt mich mein Mittter dann; lebt ich im Heilig thume zu feines Namens Ruhme! Halleluja! 5 Wenn nun der Tag des Herrn erscheint, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereint, wird er unsterblich, so wie Mel. Wer nur den lieben Gott du. O Seele, zittre länger 268 Warum erbebft nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht! du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich Mel. Jesus, meine Zuversicht. umschließt einst feine Höble; 269Selig, Jefu, find, nur deine hinab. nun Nur fie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingft dich empor zu Gottes Licht, und schauft den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angeficht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirft du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weisefte umsonst be gehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht. und felbft die Finsterniß wird Licht. am 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube siebt, den, der, bich ewig zu beglücken, nach im friebenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens freun, mögten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron erftritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebteft hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Gött licher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, ftets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach nur eine kurze Stunde gegen jene Ewige teit. Die Auferstehung. O keit. Aber an der kurzen Stunde hängt( dies präge tief uns ein) ew'ge Wonn' und ew'ge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen! Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein find, nicht der Welt, daß du uns wirft auferwecken, dieſe Kraft der beßren Welt, laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns ießt den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu feyn! 7. Und wenn wir vom Kampfplaß nun zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unfre Todesnacht riefft du einft: es ist vollbracht! 197 len. Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für fece That dann Bergeltung widerfahren; wie er bier den Saamen streut, ärntet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler stehen dann und beben. Seilig und gerecht ift Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wenn er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier feine Zeit verträumt, nur nach Sinnenfreuben fchmachtet, fei nes Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und verachtet, und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weifes frontmes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Chriften wird kein Schmerz bort am Gnadenthron erschüttern. Heilig war ihm feine Pflicht; es verdammt fein Herz ihn nicht. Chriften, Chriften, nicht! Laßt den Das Gericht. In voriger Melodie. 6. richtet 270 tommt die Er bringt Alles einst ans näher Herrn das Urtheil fällen! Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles klar, wie ich lebte, wer ich war. Licht, wird einst jede Nacht erbellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 2. Selbst des Herzens ftil7. Last uns nur gewiffenhaft ftets nach Gottes Wil len bandeln, eingedenk der 33 Ne Unsterblichkeit und Vergeltung. Rechenschaft, fromm auch im wartet meiner, wenn ich Verborgnen wandeln, selbst mit brüderlichem Sinn den die kleinste Sünde scheun, Nächsten lieb', und gern und Verehrer Jefu feyn! mich seiner erbarm, und Jefu ähnlich bin. Wie könnt' ich hart und lieblos seyn? Betrübte sehn, und Mel. Wer nur den lieben Gott enn ich auf 271 Wottes er nicht erfreun? 198 gen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkündigt, fein Gericht ist unaus bleiblich, ftrauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und fteil, wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir fel ber sagen: die Welt vergeht mit ihrer Luft! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur feines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeber Noth befreit. 4. Einft werd' ich Jesu Stimme hören: der du zu meiner Rechten bist, du warft gehorsam meinen Lehren: nimm tin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei felig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Wonne 6. Dort, dort trifft den, der ohn' Erbarmen nie mens schenfreundlich sich beweift, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speift, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschloffen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brüder nicht erfreut, ift freudenleer die Ewigkeit! 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme fich ers freun, dem Bösen Alles schrecklich seyn. 9. Gib mir, o Bater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, bir getreu, geübt in jedem guten Werte, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig seyn, mich ewig deiner, Gott, erfreun. • Mel. Das Gericht. 10 199 Mel. Aus der Tiefe rufe ich tes Händen nimmt, nach272 Herr und Richter dem er bier gehandelt. Er aller Welt, auch mir mein Urtheil fällt, Jefu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann! kommt, er des schen Sobn; er kommt, und Wolken find sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Mache mich von Sünden frei, feft im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der ErAllwiffenden bekannt, de Bürger waren, nur dem zählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn fie vor dem Richter. un3. Millionen preifen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgefänge dir! 4. Die dir folgen, führeft du ficher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dabin ein, nur der Deine will ich feyn. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Chrift, selig hier vollendet ift. 6. Fröhlich hör ichs dann von dir: Komm, Gesegne ter, zu mir! Nimm an mei ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was bu, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. In eigner Melobie. 273 Son in der Tag von Gott be stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Got3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrbeit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde fiegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, bier gilt nicht mehr Betrug und lift; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgiam war: Verbrecher! Hinweg von mir, 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergebn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber ftehn im Licht des Frie34 dens, 200 Unsterblichkeit und Vergeltung. dens, und ihr Angesicht Zeit bier gemißbraucht habe! ftrahlt feliges Entzücken. Weh dann mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos fie verschwendet! 6. Froblockend ziehn fie in das Reich, das Gott für fie bereitet, wo er sie, feinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück werk wird Vollkommen beit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre selgen Freuden. 4. Mögte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Mögt' ich mich, fiets meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thörigt sie aus den Augen feße, nie sie frech verletze! 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst becenken! Es ftärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln! 5. Lebre mich gewissens haft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute, darauf vorbereite! Mel. Straf mich nicht in deinem 274 err, Eigenthum; dein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm haft du mirs gegeben! Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Eins kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden; dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht schonet nicht; Richter aller Welten, du, du wirft vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' eiflebe! mir droht, kann ich deinen WilIen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewiffen firafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde! Rufe du dann mir zu: bes ferst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einft am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig auf genommen. Wonnevoll, Sefu, soll dich im höbern Leben dann mein Dank erheben! Mel. HIT** Mel. Wann mein Stündlein roß wird Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligen 275 Günbers Elend verbannt, fühlt er, was er seyn, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind, in dem Dienst der Eitelkeit, vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Neu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz und Uebermuth, womit er andre fränkte? Ge= beugt ist feßt sein tropig Herz, und jede Luft wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lafters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ibn vermehrt, und jedes Glück durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernfte Stimme spricht: Weicht von mir, Ulebelthäter! und in ihm sein Gewinien spricht: sonst nie empfand: gerecht sei seine Strafe. 6. O Sünder, fichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben! Jeßt noch wil Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! Das künftige Leben. In eigner Melodie. 276 Alle Menschen müssen fterben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht fieht, Staub wird dieser Leib von Erde; doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und erhält Unsterblichkeit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, 35 wies 202 Unsterblayrett und Bergeltung. wieder geben, gern verlassen mein Geift wird ewig bleidiese Welt; denn nach die ben. Mir ist Sterben ein sem Erdenleben warten met Gewinn; denn ich geh' zum ner höhre Freuden. Vater hin. als Chrift, ich fürchte nicht Grab und Tod und Welt gericht. Ich 3. Nichts soll mir den Troft entreißen, er soll mir ftets heilig seyn; Gott erfüllt, was er verheißen: sei ner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesum ich erlange eine froße Seligkeit, wenn ich nüße diese Zeit. 4. Dort bei ihm ist wah. res Leben; Millionen stehen schon, ihren Ratter zu erheben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeifter ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Rubms so würdig ist, dem Erlöser, Jefu Chriß. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh; was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewähreft du; Freudenärnten schenkt Gott denen, welche hier gesät mit Thränen; alle Thränen trocknet er: Sünd' und Elend find nicht mehr. 6. Mögt ich doch, fie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn . 7. Welche Tröftung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; fie verwandeln sich in Freuden: wenn ich chriftlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 277 Eich in der Welt, Mel. Wann mein Stündlein. Cin bin und kurz find meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit verfüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärket mich im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, feufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft es fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz felig seyn; dies tröftet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, binauf zu bei ner Höhe. Mein schwaches Herz feufzt freudenteer, wenn ich den Morgen fete. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen Dus Tampuge ceven. nen stillen sich einst ganz in fenem Leben. 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn fie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärke mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einft, der jetzt noch ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer finket: so flerb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Troft, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh' und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil er wartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele Behe. Mel. Wer nur den lieben Gott 278 8 ist noch eine Rub vorhanden für jeden gottergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Got tes Willen einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, 483 wie felig bin ich dann! In deinem Himmel aufgenom men, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mutter ihre Kin der tröften, so tröftet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlöften nach wohl vollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle mei ne Klagen; da bringt mein froher Lobgefang dir selbfi für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank Froh jauchz ich dann: es if vollbracht; der Herr ha Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, fein Schmerz und keine Schwach heit mehr, ich füyle dant die reinsten Freuden, gekrön von dir mir Preis und Ehr' Fest steht mein Glück und Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den der dich redlich liebt, nich stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dies flöße Kraf und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn! 7. Mein Heiland, der di selbst auf Erden der Leider 36 Jod 204 Unsterblichkeit Joch getragen baft! will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Laft: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8 Gib, daß in Hoffnung fener Ruhe, die einft der Frommen Erbtheil ift, ich gern des Vaters Willen tbue, wie du darin mein Vorbild bift: so lohnt nach diefer Prüfungszeit mir einst vollkommne Šeligkeit. und Vergeltung. Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 3. Dem Lafter folget Schande. Zwar geht es oft umber im glänzenden Gewande, gekrönt mit Ruhm und Ehr'; doch wird den Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem 4. Ich hoff ein ew'ges Leben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins fiets zu freun; so wird auch unfern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu seyn. 5. Dies tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht troftlos flagen, und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich Gott leitet und reMel. Zeuch ein zu deinen Thorensehn. mein Schicksal: wie 279 ges Leben und ers führet, dient mirs zum J Wohlergebn. eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden, vollkomme. ner zu werden, mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden: doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das fie gehofft, umwölkt der Haß der Welt: dort aber wird sie siegen, dort ärntet fie Vergnügen, wo sie den Preis erhält. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. Sft auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ift nach dem Kampf mein Voos. 7. Wie ruhig kann ich fterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geift zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beßren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewig keit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungs zeit! Nach diesem kurzen Lauf Das tunstige veven. Lauf wird ewig selges Leben mens bober Ruhm von laumir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! ter frohen Zungen. Da ftrahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da 280 M Geift, Goit, ler, schneller, als hienieden, wird fie HelIn eigener Melodie. ohn' Ermüden sehn wir droben, ott, wie hoch du bift zu loben. wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, dahin dein Nath uns leitet: wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daſselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das bort ift, mich will erbeben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen fene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch bier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 205 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Bruft und unsre tausendfache Luft an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit bemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich bier beweint, die find' ich droben wieder. Dort fammelt deine Baterhand; die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, mit den Engeln mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trockneft du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte ist vergangen infort find 281 Nang turzer Nach einer PrüMel. Wer nur den lieben Gott ad dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem böhern Heiligthum schallt deines NaTage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. 37 Hier unterbitateit und Bergentung. Hier übt die Tugend ihren und lieblich Wesen, Heil die Fleiß und fene Welt reicht ihr den Preis. Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn euch fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge. schah; da denkt mein Geift mit Preis und Dank die Schickung im Zuſammen. hang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott mein Heil sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! fin gen dem Lamme, das erwürs get ward, und Cherubim alle und Seraphim und Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehen; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 206 2. Wahr ifts, der From me schmeckt auf Erden schon manchen fel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, find ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Nuh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kampft in feinem eignen Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als fällt; bald finkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Lafter öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit feyn. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht beil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o mögte Gott Das tunstige reden. 207 Gott es gebent vielleicht Auge sehn, deine Bulb auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du haft mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele seyn! sei überschwenglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unfern Seelen offenbaren, wie da bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 05. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienft und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst fein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen fie, ist doch ein Augenblick voll Müh! Mel. Alle Menschen müssen 282 wie D unaussprechlich selig werden wir im Himmel seyn! da, da ärnten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet haft, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch als fie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thränen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palme, unser Klagelied in Pialmen, unfre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer flört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen: dort mur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wach 208 unserontynen und Bergeitung, Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll frober Hoffnung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tus gendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner bier mein Herz, dich einft zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß Mel. Der unsre Menschheit fie nicht den Weg verfehle, 284 11 nfterblichkeit! Unsterblich: der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobfingt! Mel. Schon ist der Tag von G., 283 inf inft, freuet euch, cinst reift die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geift Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufft unire Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unire Seele; zum fteten Wirken schufft bu sie. Heil uns! Darum vergebt sie nie; fie lebt für Ewigkeiten. 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unfre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müb', ein guter Gott belohnet fie in jenem beßren Leben! keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geift zu Gott erbebet, der Troft für alle Schmerzen schafft, mit bo hem Muth, mit Gottestraft zum Todeskampf belebet! Fühlt des Gedankens Se ligkeit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Set's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einft der Sonne Licht, wir, mehr als Erd und Conne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Dafeyns erfier Zeit, fühlt dies das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geift, der ewig seinen Schöpfer preift. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt Das künftige Leben. 01209 mischt sich in den Schmerz nem Angesichte; führst mich gefang an unsrer Brüder vom Glauben hin zum Grabe der Ewigkeit Tri- Schaun, vom Dunkel bin umphlied ein. Nur unser zum Lichte. Dich preis' ich wird, dann und deinen Sohn, der Hoch mich des Himmels Vorschwingt sich, wenn die schmack schon im Glauben Hülle fällt, der Geist em- läßt genießen. por zu jener Welt. fterbliches Gebein Erde, deine Gabe. 4. Gott, bir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unfer würd'ger Lobgefang fet hier ein heil'ges Leben! Gott, Heiligster! wir weihn uns dir; nach Jefu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edlen Saamen streun; dort wird die Aernte uns erfreun. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs' ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ift in Glück mein Leid, und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End', ist ohne Zeit; kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ' empor, und falle mit der Engel Chor in frohe fauchzend nieder und stimme Zubellieder; und unsern bohen Lobgefang, voll Halleluja, Preis uno Dank, hallt jeder Himmel wieder. Mel. Schon ist der Tag von G. 285 Menn oft zu fe ner Seligkeit mein Geift empor sich schwinget, und über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Loblied singet; dann fühl ich Mel. Mein ganzer Geist Gott mich hier nur als Gaft, und 286 Wie freu ich mich der leicht wird Lebens Laft, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig seyn, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. O Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Bruft den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnft du mein Vertrauen vor dei zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückeft du: Gott läßt des letzten Abends Rub' mich in der Nähe sehen! Tröftlich, köftlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 2. Drum, o mein Geift, ermanne dich! Nimm deine Laft, 210 Unsterblichkeit und Vergeltung. Laft, und gürte dich zum leß- Geiz dir Schäße. Dros ten Wallfahrtstage! Bald ben toben keine Feinde; legst du deinen Pilgerfab, Engel, Freunde, Brüder legst deine Laft auf ewig üben ewig fich mit dir im ab, mit aller ihrer Plage. Lieben. Bange lange Pilgerstunden find verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 3. Und wenn nach einer kurzen Raft du, Müder! ausgeschlummert haft, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finsterniß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne ftrömt die Sonne dort her. unter, lächelt ewig, geht 6. Hier nähret oft zu fei nem Schmerz, ftatt eines Freunds, das traute Herj die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augenblick sein treufter Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drü ben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer', deine Seligkeit wankt nimmer. nie unter. 4. Dann támpfft du nicht mit Krankheit mehr, fiehft hinter dir der Schmerzen Heer, kennst keine Noth, kein Leiden, mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilft du von Welt zu Welten hin, trinkft stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer: wechselft nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ew'ger Friede. 5. Dort schielet nicht mit gift'gem Blick die Mißgunst nach der Geis fter Glück; dort flicht der Neid nie Neße; die Rache gräbt dir da kein Grab, fein Stolzer drückt auf dich herab; dort fliehlt kein 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, beimzugeben! Ge danke, wie entzückeft du: Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe se ben! Tröftlich, töflich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu bele. ben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Laft, die du mir, Gott, gegeben haft, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, fest ift fie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Trößlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, fie mit Himmelskraft beleben! Mel: Das künftige Leben. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 287 Der Freuden Quell ift, Gott, bei dir; dort in dem höhern Leben wird deine Vaterhuld auch mir in vol lem Maaße geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnfucht ftillt, und sich ohn' Ende mehret. $ 211 felbft durch Leiden diefer Zeit mich zu dem Glück ber Ewigkeit so väterlich bes reitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O wels the Quelle reiner Luft, fich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig bandeln! 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Grö ße kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geift ba fieht, wo er hier Aill vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Batergüte, als ich auf Erden fehen kann und mein ents zückt Gemüthe verliert voll Mel. Schon ist der Tag von Dank und Freude fich in 288 ergelten wirft denen, deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke.. 5. Da werd ich deinen heil'gen Rath noch mehr, als hier verstehen, dbir danken, daß du mich den Pfad der Tugend bießeft gehen, und 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort, ihnen zugefellt, in reinfter Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in meiner Bruft mein ganzes Herz voll Lieb' und Luft, die ich mit ihnen theile. 8. Ja ,, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinfte Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir flets unverfiegt und belle. Mein Glück währt da in Ewigfeit; nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, þilf es mir erreichen. Gott, die hier die Tugend übten; doch auch bestrafen nach dem Tod, die ftets bas Lafter liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, fich und dir, Richter, zu ents fliehn Unsterblichkeit und Vergeltung. 212 fliehn und deiner heil'gen Ordnung. 2. O schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzuklagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schulb zu tragen: die fie verführten, selbst zu sehn, wie fie umsonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. 3. Web dem, der nun ein höhres Glück als wirklich vor fich siehet, und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürd'gen fliehet, wie Sinnenluft im Tod zerfloß, und Freuden, die er bier genoß, er nun vergebens beischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtseyn sehen: Auch dir gab Gott der Mittel viel, kraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: 0, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, welches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammersohn des Schmerzes! O Vater, Vater, welch ein Bild! wenn sichs so jammervoll vergilt, von unfrer Pflicht zu weichen. 8. Was könnt' uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß, befigen? Nur fie währt ewig, fie beglückt! O, bilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schüßt vor solchem Elend. Mel. Gottlob, ein Schritt zur zum Heile einzugehen; und 289Pollendet freudig doch selbst Spur, des innern Richters Stimme nur zu fteter Qual zu hören! Pfad, bleibt, Christen! Gott er geben; einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret des Richters; wonnevoll denn wer glaubt, der foll Gott nicht als Nichter fürchten. 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren, Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allem widerfahren. welch ein Nuhm, den fie Selbst 5. Verbunden überdieß zu seyn mit vielen Lasterhaften, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leibenschaften, und gegenseitig sich zur Laft, weil jeder nur den andern haßt, zur ewgen Marter werden. 6. Und wer in dieser Leibennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lafterschlafe nun erwacht, und sich doch gewinnt! heilige Ges Das fünftige Leben. 213 Gedanken find bestimmit, half und brüderlich die Leis belohnt zu werden. denden erquickte, das fiehet der Gerechte an, als hätt' er solches ihm gethan; und er wills ihm vergelten. 3. Ben keine Wolluft, wen tein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüfte Neiz, die Stimme Gottes ehrte; wer ftrebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, dem wird Gott reichlich lohnen. 5. Laßt, Chriften! tugendhaft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter seyn und ew'ge Wonne ges ben; bort reift die hier ge4. Wer eines der Ge- ftreute Saat, dort lohnet ringsten fich erbarmte; was jede gute That mit himmihn drückte, ihm tragen lischem Entzücken. Zweite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag von G. 290 Wer er Jesum fennt, verehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet; wer in der Frömmigkeit sich übt, und sich der Tugend freuet, nie seines Dafeyns Zweck vergißt, nur der wird als ein wahrer Chrift ftets denten, leben, handeln, 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit feinem Willen, sucht er als Chrift, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht, und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Chrifen Herz, wie liebreich ges gen Brüder! Er theilt mit ihnen 214 Gesinnung und Verhalten des Christen. ihnen ihren Schmerz; und Mel. Erschienen ist ber herrlich freuet fich auch wieder, wenn 291 Empfinde deinen ihnen hoben Werth; Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Vere Band dich ausgeschmückt, und über Staub empor ges rückt. Vergiß es nie! auf des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedrängten Fleben, als Menschenfreund, erbarmend an, fann ihn nicht leiden sehen, cilt, ihn zu retten und erquickt den, den die Laft der Sor gen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 2. Du schmäheft, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens kurze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 5. Er betet; und er betet gern, weil ihn sein Herz dies lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Bater fromm verebret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei, mit Andacht 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollft ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden, und ihm Licht verleihn, so viel du tannst. 4. O fieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder find! Ihr Geift und mit sich der Geles umhüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufges wacht. Bedaure fie! 6. Er freut genheit, den Vortrag beilger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffent lich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Berfireuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Chriftenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtfinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig seyn; als Chrift fiets denken, handeln! 5. Entreiße dich der Dunkelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und firebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt bat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frohgefühl folft du sie sehn, und ihres Schöpfers Ruhm er höbn und dankbar feyn. 7. Er lenft mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt im Allgemeinen. 215 tönt der fanfte Ruf: o Herrn wohl mit ihrem Mun Fiebe, wie dein Gott regiert, und Alles, Alles herrlich führt und nichts versäumt. 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er bebe deines Geistes Blick vom wandelbaren glück zum höchften Gut! Erden9. Dich selbst, dein Stres ben, deine Kraft erforsche Bets gewissenhaft, und lerne schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Chrift, ein wahrer Chrift; dann sies heft du, was Weisheit ist dann fürzet des Unglaubens Reich, dann schwingt dein Geift fich, Engeln gleich, zum Licht empor. 292 daß erne sei der Irrde ehren, aber ihm nicht gleich gefinnt, nicht der Tugend Freunde find! 2. Ferne sei von uns ber Wahn: sich mit dem allein zu tröften, was einft Jefus hat gethan, einen Christen und Erlöften sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Chriften Pflicht! 11. Weisheit Jefu, leite mich! Ich bin ein Chrift und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele fchafft, bir treu zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblü'hn, und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geiffes Zierde seyn in Ewigkeit. In eigener Melodie. Mer hat Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht 293 W Sauben, auch diese Christen wären, welche Jesum zwar als 3. Schände nie, wer Je fum kennt, Jefum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernft bestreben, flets zu mandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geift, daß kein unfruchtbas rer Glaube, der dich nur durch Worte preift, mir den frommen Eifer raube, Chrift durch Werk und That zu seyn; jedes Unrecht fiets zu scheun! 5. Was wir fäen, ärnten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich fä'te hier für das fünft'ge beßre Leben. Laß mich reichlich Saamen freun, und mich dort der Ernte freun! er und einst deffen Früchte beweisen, daß vor seinem Angesichte der Tu gend hohen Preis erhält? 2. Der 216 Gesinnung und Verhalten des Christen. 2. Der, der durch seines ist des Glaubens Preis beGeiftes Triebe zu allem stimmt. Guten fich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist: 9. Der, der im Glücke fiets bescheiden, in Trübfal stets geduldig ist, der, Gott! erbt deines Himmels Freuden: der ist dein Kind, der ist ein Chrift! 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahr- 294 H heit sucht und spricht; 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und, Andre zu erfreun, sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht läßert und nicht stolz fich blähet und seinen Nächften nie verletzt; 6. Der die Verehrer Gottes ehret, und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür' er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gefeße, auf ungerech ten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schäße der Armen trauernd Herz erfreut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem Mel. Freu' dich sehr, o meine 294 Höchfter, bent ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefften Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig bein Gebot verlegt, und dich, der mich so geliebet mit Vergebun gen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnö den Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machteft du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie dantt' ich dir? O wie hab ich so ver meffen deines Wohlthuns Zweck vergesſen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde im Allgemeinen. Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meis ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem fanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sünbenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs nene. Gib, daß mein ges beugter Geift deiner Vater hulo fich freue, die bein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewiffen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich bir zu weihn; gib' daß mir's an Kraft nie feble, folgiam deinem Wort zu feyn! Stebe mir fets mächtig bei; mache du mich felbft getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernftlichstes Bestreben! Mel. O Bott, bu frommer Gott 295 Gott, du erfor: fcheft mich; dir Fann ich nichts verhehlen; 217 du fiebeft febe That, kennft jeden Rath der Seelen. Ich flebe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es fich. 2. Ich bin ein Chrift, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Chriftenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur: so chr' ich, Chrie stum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt, und durch ein weises Leben der Tugend mich geweiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebeffert und erfreut? War ich, was er befiehlt, auch fiets zu thun bereit? 4. Dankt' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Bertraut' ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt aufs Ewige bedacht? Und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geift mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, Hab ich für meinen Leib mit zu nüßlichen Geschäften? Weishelt stets gewacht, und keine böfe Luft genährt und angefacht? K 8. Bab 218 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebeffert und ers bauct? Sorgt' ich stets für In voriger Melobie. thr Wohl und ihre Selig: 296 Wer Gottes We und ftraft' ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7 Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, und regten fich in mir bes Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie berrlich ist sein Lohn, ihm selbft von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Luft, ift feis ner Tugend fich, sich ihres Werths bewußt. 8. War ich ber Unschulb Troft, und hab ich fie vertheidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Uebermuth, des eitlen Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz der Miß gunft und dem Geiz? 9. Hab ich, wie Jesus that, geſegnet, die mir fluch len? geliebet, Jefu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet Rets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden Zank und Streit? 10. Allwiffender, wer fann, wie oft er fehlet, merten? Sei gnädig, bandle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei bir; laß ihren Troft auch mein, und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Bes rung seyn. 2. Er merkt auf ſeinen Gang, geht ihn mit fe stem Muthe; wird in der Schwachbeit stark, liebt im mer mehr bas Gute. Ihn machet Gottes Geift gerecht und tugendhaft, nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. und er 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu be reun, und strebt mit ernstem Fleiß, der Tugend fich zu weihn. 4. Getren in feinem Stand, genießt er Gottes Gaben vergnügt; wenn ane dre gleich mehr Glück und Anfehn haben, als Chrift, bei Wenigem zufrieden, frei von Neid, von Habfucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt im Allgemeinen. 5. Schenkt Gottes Hand bringen: den Eugenbyfab, ibm viel, so wird er vielen nußen, des Freundes Glück erbobn, verlaßne Tugend schüßen. Auch selbit Beleitiger wird er in Roth erfreun, und wie sein Gott gefinnt, wird er auch gütig fipn. den ich so oft verlor, will tch, o Gott, mit neuer Treue gebn, und, groß durch fie, der Sünde Reiz verschmäbn. 2. Wobin sich nnr mein Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segensipur. Wer wachte für mein Gluck? Wer spendet der Freuren Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weib ich dir mit Freudenthränen. Ewiger, dafür! 3. Wenn einft vielleicht sich bang und leite zu meis nem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefäbrtin meiner Pilgerreife nun Sqwermuth wird, und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun, uno felbft im Schmerz dir findlich noch vertraun. 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad rer Tugend und des Rechttbuns fübri? Nie zagbaft ibn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkft, o Gott; Gehorsam ift mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Mutb und Zuversicht 5. Dir will ich ſuchen nachzuabmen, 0 Jesus! Men henfreund, der du so gern den Leidenden, die zu bir kamen, Erretter warft, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, ter vers laffen 2 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schüßt sein Glück, fein 2. ben. Er ift, nach Jefu Sinn, flets willig zum Vergeben, voll Achtung ebret er in ihm des Höchften Bild, denkt: Gott, der Heis lige, ift gegen mich ja milo. 7. 3m Guten sucht sein Herz die Brüder zu bestärs ten; er muntert Alle auf zu guten, edlen Werken. Mit Chriften finn nimmt er an ibrer Tugend Theil, und denkt: wir haben ja nur Einen Herrn, ein Heil! 8. Das Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, erhält fein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und fillet je den Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott: ergebnes Herz. In eigner Melodie. 297 hebt fich a Es der And Schwingen, Unenolių mein Geift zu dir empor, den frommen Borfaß dir zu 219 220 Gefinnung und Verhalten des Christen trauert, ich will ibm Hülfe, Troft und 298Gemütbe fehnMel. Alle Menschen müssen erhebe mein Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebe vollem Herzen, will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht abnden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmath fei mein Rubm, Gewissensruh' mein großes Eigentbum! 7. Die Kräfte, bie du mir gegeben, will ich getreu zu nüßen mich bemühn; zu großen Zwecken war dies Leben von dir, o Gott, aus Liebe mir verleihn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen umgeben, mein Blick in Laby inthe fich verirrt; der Günde Reiz zu widerstreben, tie täuschend lockt, oft schwer den Herzen wird: blick ich zu dir; tu wirft mir Muth verleibn, kein Opfer, das die Pflicht gebeut, zu scheun. 9. Ja, treu zu seyn, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme webt, gelobt mit heiligem Gefühle bir ißt mein Herz, das find lich zu dir flebt; gib Kraft dazu, und leit an deiner Hand den miden Pilger pin ins Vaterland! fuchtsvoll, mein Gott, zu dir. 3b verehre deine Gü te; o wie theuer ift fie mir! Gott der Liebe und des Lebens, feiner harrt auf dich vergebens; nur Vers ächter deiner Huld fürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ'! Gott, du siebest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreu ist ewig, wie du selber bift. 3. Ach gedenke, Hert, der Sünden meiner Jus gentjabre nicht! Eaß mich Gnade vor dir finden; geb nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeiben. D fo böre denn auch mich! Meine Seele hofft auf rich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; bir ift seine Seele werth. Gnädig willk du ihm vergeben, wenn er fich zu dir bekebrt. Mit ten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wobl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirft du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld bes im Allgemeinen. 221 stets mit Kraft und Zeit foll ich fir die Ewigkeit. betrübt, will du Troft und mir vergebens! Wuchern Rettung senden, wenn ihr Herz fich dir ergibt. Freude schenfet deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du feine Sündenlat ltebreich abgenommen haft. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohl zu thun, könnte träg und sicher ruhn; fuchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerfircut! 6 Herr, zu was für Seligkeiten du in jener beffern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarft du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern fand. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu feyn meiner ganzen Pflicht! Reine schnöde Luft der Sünden soll mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! Mel. Sollt ich meinen Gott 299 Bilden soll ich mich auf Erden, Gott, für deine Ewigkeit; bier, in ungewisser Zeit, täglich weifer, bener werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten, Jäbltest du, wogeft iede Kraft mir zu; teine gabit du 4. Gott, wie war mein Geift verblendet! Wie viel Tage sind mir schon ungenügt zum Heit entflohn! wie viel Kräfte schon verschwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich säume länger nicht. 5. 3 befrein mich von dem Hange meiner fündliden Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ewges Seil betrügt; eilen will ich, sott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. 3ch will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu beftehn, und zum Leben cinzugehn. 3 Mel. 222 Gesinnung und Verhalten des Christen 3003 Miel. O Gott, du frommer Gott blick empor au cir, du Ewiger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter. Richter ist, und fleb voll Innigleit: gerent der Sün den nicht, die tief mein Herz bercut! 2. Wie oft gelobt' ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiliges(" efet, o Gott, fei fets dein Bille! Du kennst mein Herz du weißt, es war der Vorfaß rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führt, zu feyn. 3. Und dennoch febli' ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Adb, bö'e tüfte, die so tief verborgen schliefen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft; betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft 4. Nun fba ich prüfend bin auf die durchlebten Tage; fie bringt kein Wunich 301 Mein zurück und keine bange Klage; doch ibre Thaten fuort mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Er innerung zurück. 5. Der Eole, der fein Her: fchon früh der Tugend weibte, füolt bobe Seligfeir fiebt er an ibrer Seite auf die durchlaufne Babn mit friller Heiterkett. Er bat gefät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diefe Geligkeit, des Herzens fäßen Frieden, das höchfte Gut, das bier den Sterblichen beschicken, erwarb ich mir noch nich! Den bleibenten Gewinn gab ich, von Schein ge täufcht, für furze Luft oft hin. 7. Ich unterließ tie Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwincen, ergebungevoll und still mit rubigem Ver traun, auf Dornenvollem Pfad zu Gott empor zº schaun. 8. Verzeib, Allaütiger Du fiebst der Neue 3+ hren. Du wirft dem Schwachen Kraft und Halfe gern ge währen: Mit neuer Treue will ich deine Wege gebn; laß einst am großen Ziel. 0 Gott, dein Heil mich schn Mel. Nun ist der Tag geenbet Der (" ott. Ba ter. will ich dir zum Eigen tbume weibn. Es fordert fi dein Wort von mir; drum sei es ewig rein! 2. 3war bat es durch den Hang der Welt, durch uff und Eitelkeit, die, Heiliger, dir nicht gefällt, sich oft ach oft entweibt. 3. Doch fich, es fühlet feine Schuld, gelobt dir Beffe im Allgemeinen. 223 Befferung und flebt zu dir hier in der Zeit; und laß um Gnad' und Huld, um Kraft aur Heiligung. es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit! 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; sey mir mit Gnade nah! Zu dir fiebt meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 12. Sünd! Euch dien ich nicht! Weg Welt und Nur Gott, nur Gott allein: dies, dies ist meine Zuverficht, kann ewig mich erfreun. 5. Dies bürgte mir, gefandt von dir, dein Sohn Mel. Wer nur ben lieben Gott mit ſeinem Blut; verleih 302 Mein Gott, zu durch deinen Geift nur mir zur Beßrung Kraft und Muth! ich weinend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sich auch feßt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater; gebe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben ftets getreu, und gegen Lift, Gewalt und Spott ini Guten standhaft sey! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei beine Baterhuld! 8. Hilf, daß ich gegen jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und so viel ich kann, zu dienen willig fei! 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu, und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 10. Dic, Golt, verebren, fei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum bir wohlgefällig feil 11. So nimm es denn zum Tempel ein, mein Herz 2. Wie oft haft du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Le ben, gereiniget von Miffethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Luft mit ihr, riß weinen frommen Vorfag nieder, und herrschte, wie zuvor, in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, slob ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt' ich, Vater, als im Traum, und sammelte mir Schmach und Plage, und füblte dies mein Elend kaum! Verwundet & 4 blu 224 Gesinnung und Verhalten des Christen blutzte mein Herz: betäubt im Glauben täglich an: ers empfand ich keinen Schmerz. balt mich, Herr, auf ebner Bahn! 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jetzt ist um Troft mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein rich tendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Rub? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seß ich auf dich: du, Freund des Lebens, retteft mich! 7. Für Alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlöfers Blut. O laß durch ihn mich Gnade finden, du meiner Seele böchftes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir, auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott fei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz foll dir geheiligt seyn! Dir, beinem Willen, beiner Ehre will ich mein ganzes Leben weibn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft beine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du fchon gefallen bift! Vergiß nicht mehr des Herrn Befeble, nicht mehr, daß er dein Retter ift! Ruf ihn Mel. Freu' dich sehr, o meine 303 Saffet, icaffet, der! schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewiffe Zeit! Unverweilt befehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, het lig hier auf Erden, strebet, felig dort zu werden! 2. Doch soll dieses recht geschehen, so müßt ihr mit feftem Muth jeder Sünde widefreben; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur seyn; es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf befteht, wer des Fleis sches Lüfte dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! D, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Chrifti Schmach! Wer den Himmel will ererben, muß erft seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit im Krieg im Allgemeinen. Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sie ger schmückt, zum Lobne feines Kampfs, die Himmelskrone. 225 Fehl ich, o so gebe nicht, Richter, mit mir ins Ges richt! Gib mir deines Geifes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 5. Sich voll Leichtsinn flets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüfte fcheuen, ist der Welt, nicht Chrifti Geist. Wer ihn baben will, der kann auf der Tugend rauben Bahn nicht im fichern Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 6. Brünftig beten, alle zeit machen, die Versuchung weislich flichn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt; dies nur wollen und vollbringen, heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefesselt seid, und bewei'et euch, als Chriften, muthig und getroft im Streit! Schont der liebsten Nei gung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Chrifti Worte: dringet durch die enge Pforte. 8. 3ittern muß ich vor der Sünde, und auf Jefu Vorbild fehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! 9. Gib zum Wollen das Bollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernft bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von deinem Thron den ver heißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 304 Soit lebre mich faffen, was Buße, wabre Buße sey! Hilf mir die Sünden ernftlich haffen, bas mit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, felbft mir treu, und dir, Herr, wohl. gefällig sey! 2. Dein Wort gebeut und spricht: Thu Buße, verändre, beßre deinen Sinn; fall deinem Gott voll Neu' zu Fuße; sey nicht mehr Sünder, wie vorbin; von nun an fet, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gefinnt! 3. Bezähme fets in dir die Liebe zu Allem dem, was Sünde heißt, und folge icdem guten Triebe, den Gott erweckt durch ſeinen Grift; flich, flieh die Lüfte dieser £ 5 Welt, 226 Gesinnung und Verhalten des Christen Welt, und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Näch ften wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand den Unterorückten lies bevoll; thu jedem, auch dem Feinde, wobl! 5. Flieb Neid, Verleum bung, Haß und Lügen, begebr nicht, was des Nächften ist; zeig durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lafters bift; sei friedlich, weise, ftets bereit, zu fterben, wenn den Gott gebeut! 6. Herr, dies befiehlt mir beine Lehre. Du weißt am beften, wie ich bin; bilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du felbft meinen Sinn. Sieb, Befferung grlob ich dir; gib Kräfte jum Vollbringen mir. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 305 So war ich lebe! spricht dein Gott, mir ist nicht lieb res Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst befebr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, gebeiligt mir und felig fei. 2. Vernimm, o Mensch, dies Gnadenwort, wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig seyn; gern alle Süns den dir verzeibn. Sei reuvoll; roch verzage nicht, und faffe Muth zu deiner Pflicht. 3. Nur bute dich vor Sis cherheit! Denk nicht: noch ift zur Behrung Zeit; erft will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde feyn, dann beß'r ich, dann befebr ich mich, und Go: t erbarmt noch meiner fich. 4. Wiß, der jeßt liebreich dir verzeibt; übt auch als Gott Gerechtigkeit: und Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, finkst du ins Grab frech von bes Lafters Pfad hinab! 5. Heut lebt du; heut bekebre dich! Eb Morgen fommt, fanns ändern sich. Wer jetzt gefund ift, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. 6. Hilf denn, o Vater, bilf, daß ich noch heute, heute beßre mich eb meine Schulo noch mebr fich bäuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sey bereit. Mel. Wer nur den lieben Gott 306 2 ander von Gott, wie den Tagen der mir beschirdmancher nen im Allgemeinen. nen Lebenszeit flob schon bahin, mich anzuflagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ges lebt, nicht stets der Tugend nachgefirebt. 2. Gar oft empörte fich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld: und fchenkteft du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld: genoß nicht, jede, wie ich foll, nicht immer reinen Dankes voll. 3 So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer fanft und liebevoll. Schlug mich erlitines Un recht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht, und folgte Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gefinnung hin, bis ich ganz frei von Jeh lern bin! Mel. O Gott, du frommer Gott 307 W illst du die Buße noch die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Befferung nicht deiner Seele Glück? 227 Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ifts nicht, sein eignes Herz bes kämpfen, Begierden widerfehn und seine Lüfte dämpfen? Ja, Sünder, es ift schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsageft du? 3. 3ft deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergeffen? Nach deinen Kräften selbst bat er fie abges meffen. Was weigerft du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich felbft: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich riene, und seiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übft, die Gott, dein Herr, gebeut, wem eienft du? Ringt du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerfst du dich noch, das Lafter zu verlassen? Weil es dein Unglück ift, befiehlt es Gott zu basnoch, der Tugend Freund zu fen. Was weigert du dich seyn? Weil fie dich glück lich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vells bringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu getorK6 chen 228 Gesinnung und Verhalten des Christen chen, zwingen? Er gab Seelen; ist keine Seele rein, dir die Vernunft: und du verläugneft sie? Er sendet dir sein Wort; und du ge horchft ihm nie? der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Lafter loszureißen; feßzt ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, des Höchsten Feind- zu seyn, um wie viel weniger wirft du dich morgen scheun! 9. 3ft denn die Buß' ein Werk von wenig Augen blicken? Kann 3. kein schneller Tod der Welt noch beut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Befferung, und Angst der Miffetbat, die wahre Heiligung? 10. 3fts gnug zur Seligkeit des Glückes der Erlöften, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getröffen; ift das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut; so ift fein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähft des Gei stes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuleßt dahin? 13. Hat Chriftus uns erlöft, damit wir Sünder bleiben, und, sicher durch sein Blut das Lafter höher treiben? Gebeut uns Chriftt Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht; so ist es nicht von Gott. Gott widers spricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebt, und seine Stimme bö reft, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehreft. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier verfäumtes Glück nicht ewig noch bereun? 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ift, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du?.Geht er gleich im Anfang langfam fort; sei wacker, Gott ist nab, und stärkt dich durch sein Wort! 16. Ruf im Allgemeinen. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gefeß erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß, ein Lafter ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt bas beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; fie führt zu dei nen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse seyn, und fich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 229 Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler fast! deine Güte, die alle Missethat vergibt, sobald voll Neue das Gemüthe die 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bift! Wie turz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben if! Gib, daß sie mir recht wichtig scy, daß ich fie meiner Beßrung weih'!" 3. 3war deine Gnade zu verdienen, find Reu' und Beßrung viel zu klein: doch darf sich, auch kein Mensch erkühnen, zu glauben, dir verföhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld guf Schulden häuft. Der fenn kein Herz zu Jefu faffen, der zwar auf sein Verdienft sich steift, bech in der Sünde noch beharrt, tafür er felbft ein Opfer wart. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und. heile mein verwundt Gew ffen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Mel. Wer' nur ben lieben Gott Ernst die Sünde scheun, und 308 Wie teuer, willig dir geborsam seyn. Gott, ift 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend m r verliehen sei, laß mich durch Ulebung guter Werke beweis 87 fen; 230 Gesinnung und Verhalten des Christen sen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! 7. Eaß mich zu deiner Ebre leben, der du die Missethat vergibt, das baffen, was du mir vergeben, das lieben, was du ſelber liebt! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Waudel feyn! Am allgemeinen Bußtage. mel. Herzlich lich hab ich bich 309 ott, Sjott, der du uns fre Zuflucht bist, Herr, unser Mitiler, Jefu Chrift, Geift Gottes, Geift der Gnaden, Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angeficht, mit Misfethat beladen. Nimm von uns unsre Sünbenschuld, du Gott der Langmuth und Gebuld! Erböre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2 Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unfers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o fieb, wir kehren voller Neu' zurück zu dir: laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade faffen! Sie feit uns auf den ebnen Pfad, den uns bein Wort bezeichnet bat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lafters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Fries dens Rub' genießen! Wend ab von uns der Flammen Buth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen broht! Du, Vater, wolleft mit uns seyn, daß wir uns deines Schußes freun! Herr, unser Gott, verleib uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thuft, is gut. 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gutt, bein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sei Licht auf unfern Begen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrbeit Glück, zu dir, die Irrenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch im Allgemeinen. 231 durch Chrifti Blut erlöft: o du, der Sünder nicht vers stößt, Herr, unfer Gott! erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! 5. Auch die Regenten lenke tu, daß weise fie in fichrer Ruh', der Völker Woblstand heben! Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange fey sein Vaterblick, uns, feinen KinO schütt' auf ihn und auf sein Haus und seine Näthe Segnung aus! Herr, unser ott, in deiner Hand ist unfer Land, beglück es, segne jeden Stand! Mel. Befiehl bu deine Wege ft kern Schuß und Glück! 310 ott für mich, 6. Vernimm der Leiden den Gebet! Wer in der Noth um Rettung flebt, rem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Rub'; die Sterbenden erlöfe du, erbör' ibr legtes Veten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waifen Theil, vereitle der Verfolger Rath und lebre fie den rechten Pfad! Herr, unfer Gott, durch als les teio der Pilgerzeit führ' und zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thuft weit mehr als wir verstehn, fannst mebr gewäbren, als wir flebn; laß und Erhörung finden! O neta auf unfer Flebn dein Obr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun gebeiligt seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was acht' ich aller Feinde? Er nimmt fich meiner an. 2. Ja dies ists, was mich ftärket: ich glaube feft, als Chrift, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Vater ift; daß er zu allen Zeiten mit Huld hernieder blickt, im Kampfe mir bilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorfaß nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Willen, so gut er immer fann, fucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröſtet meis nen Sinn; ftillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge bin; zeigt mir, daß Erdenleben nicht zu vergleichen set mit fenen Himmels freus 232 Gesinnung und Verhalten des Christen freuden, dem Lohn bewähr mich! So oft ich zu ihm ter Treu. 5. Auf dies mein Heil und Erbe seh ich voll Zuver ficht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich, auch unter Zähren, hier Bahn, nimmt bete, verliert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz voll Wonne! Was ists, das mir gebricht? Der Herr ift meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! Mel. Warum sollt' ich mich mich doch Gott zu Ehren 311 Mreinste Freude dereinft auf ewig an. 6. Dies stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu seyn! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkft fie mir zum Besten, bift mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Roos im Leben, nicht Anfehn, Ruhm und Macht, wornach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, nichts soll mir je den Glauben an deine Vatertreu vermindern oder rauben; nichts, was es immer sep! 8. Was könnte sont mich scheiden von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung, Trübfal? Leiden? Schwerd? Hunger? Blöfe? Tod? Nichts, nichts! Ich über winde in dem, der mich geliebt, und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. 3ft Gott für mich, so trete gleich Alles wider ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ebre, jeder, zeit Hocherfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt, ſanft und mild, ihren Geist mit Frieden; seine Laft ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er fennt die Leidenéstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft Er, unfer Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ibn zu allen Zeiten folg'am schaun, ihm vertraun, ärnten Geligkeiten. 5. Jefu, treufter Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durchs Leben wal im Allgemeinen. 233 wallen! Auch der Tod kann keit, vergänglich alles Glück mich nicht schrecken; denn der Zeit: im Himmel sei du wirst, Lebensfürft, einst mein Wandel! mich auferwecken. Mel. Wann mein Stündlein 3123 ch weiß, an wen mein Glaub' sich hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer beßren Welt, leb ich hier nur im Glauben: dort schau ich, was ich bier geglaubt. Wer ists, der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein tur zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ewgen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein befter Troft im Leben; einst wirft du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; bort hab ich Alles, was ich bier nur fuche und nicht finde. 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die fünft'ge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag scheint, dann werd ichs froh empfinden. er= Herr, seh ich hier, wo ich 6. 3m Dunkeln nur, dir gläubig traue, die Ses vollem Licht ich schaue. Hier ligkeit, die dort bei dir in ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichts bar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. ich erkauft, o Herr, durch 7. 3u diesem Glück bin deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheis den? Luft, nicht Leid und Noth, Nicht Glück und das Leben nicht und nicht der Tod! Mein find des Himmels Freuden! Herrlichkeit! Empfinde fie, 8. Wie groß ist meine o Seele! Vom Tand der 4. Herr, lenke meines Erde urentweiht, erhebe Geiftes Blick von dieser Gott, o Seele! Der Erde Welt Getümmel auf dich, glänzend Nichts vergeht; auf meiner Seele Glück, nur des Gerechten Glück auf Ewigkeit und Himmel! besteht durch alle EwigKurz ist der Erde Herrlich keiten. In 234 Gesinnung und Verhalten des Christen In eigener Melodie. 313 Min ich nicht! peinen Jefum laß Er hat sich für mich gege ben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist mei nes Lebens Licht; meinen Jefum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gefandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jefum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorfam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich feft Mel. Wie groß ist des Allmächt'. an feiner Liebe, traue dem, 314 as wär ich ohwas er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ift er mein Theil und Ruhn bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jefum laß ich nicht! mich erquicken. Ewig Airahlt Zefum laß ich nicht! mir dort sein Licht; meinen 7. Nichts auf dieser Erde ifts, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bifts, du nur, der fie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jefu, laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Labfal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort and laß ich Jefum nie, bange fiets an ſeinen Blicken; denn nach die ses Lebens Müh will er ewig 8. Dich, mein Jeſu, halt ich fest, lasse nichts von bir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! fen, was würd ich ohne dich, Herr, sepn? Zu Furcht und Aengften auserlesen, fländ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz fich tief bes trübte, wem that ich meine Sorge tund? 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien mir finster jerer Tag; ich folgte nur mit beißen Thräs nen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unrub im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im im Allgemeinen. im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Chriftus sich mir fund gegeben, und bin ich feiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodeniofe Finfierniß! Mit ibm bin ich erst Mensch geworten: das Schicksal wird verklärt durch ibn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben war zum. Freundidaftebunde;. die ganze Welt spricht lieb and Luft. Ein Balſam träuft für jede Wunce, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ibn erhalt ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ibn unter uns zu haben, wo zwei auch nur verfammelt sind. 5. O gebt hinaus auf allen Wegen, und bolt rie Irrenten berein! Reicht ferem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werten, auch denen ist er aufgetban. 6. Ein alter fcwerer Wahn von Sünde war feft an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinke, von Ren' und Luft zugleich entbrannt. Ein je des Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein 235 Gottesfeind zu feyn. Bang hörten tas Gefeß wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wefen wohnte brin, und wards in unserm Geifte belle: so ward nur Unrub' der Ge winn. Ein eisern Band bielt an der Erde den bebeu den Gefangnen feft; und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoff nung Ueberreft. 8. Da kam der Heiland der Befreier, ein Menschen sehn voll Lieb und Macht und hat ein allbelebent Feuer in unserm Innerr angefacht. Nun fahn wi erft den Himmel offen, al nnfer beil'ges Vaterland wir konnten glauben nut und beffen und fühlten un mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwan die Macht der Sünde, un fröhlich wurde jeder Schritt Man gab zum schönsten An gebinde den Kindern diese Glauben mit. Durch ibi gebeiligt, zog das Leben vor über, wie ein felger Traum und ew'ger Lieb' und Trei ergeben, bemerkte man de Abschied kaum. 10. Noch fleht im wurt dervollen Glanze der heilige eliebie bier. Gerührt vo feinem Dornenfrange ung fe 236 Gesinnung und Verhalten des Christen seiner Treue weinen wir. Mel. Jesu, meines Lebens Ein jeder Mensch ist uns 316weifel, schweiwillkommen, der seine Hand mit uns ergreift, und, in fein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Mel. Kommt ber zu mir, spricht 315 S o hoff ich denn mit feftem Muth auf Gottes Gnad' und Chrifti Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ift ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil; an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel has ben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deis nes Geiftes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort ber Seligkeit, wirkt götts liche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es fpricht uns Troft im Elend zu, versüßet uns des Lebens Nuh, und stärkt uns in Ges fahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens Willen; laß ibn mein Licht auf Erden seyn, ibn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Eroft erfüllen! get! Mein Erlöver ift getreu, und sein Geift in mir bezeuget, daß ich Gott verföhnet fei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichten: Gott ist größer, als mein Herz und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz fich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 3 Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde les ben, und in ihm einst selig seyn. Such ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend stets zu weihn, im Allgemeinen. weibn, fo will Gott mir gnädig seyn. 5. Theuer bin ich ihm er worben! Wohl mir, bier ift Jefus Chrift, Er, der auch für mich geftorben, auch für mich erstanden ift, nun zur Rechten Gottes figet, auf mich fiebt, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöft! 6. Nun so mag das Un: glück fürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. 237 3. Durch Jefum rein von Miffetbat, find wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der fliebt den Rath der Sünder; folgt Chrifi Beispiel als ein Chrift, und reinigt sich, wie er rein ift. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wann ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Cbriftenthum, das if des Glaubens Frucht und Rubm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die lieb ifts, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil bat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Auf Christenmensch 317 Wort nicht Mel. Jesu meine Freude hält, und ſpricht: ich kenne 318 Wie getroft und Gott; der trüget; in solchem ift die Wahrheit nicht, die durch den Glauben feget. Wer aber fein Wort glaubt, und hält, der ift von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, ben sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß fleigt, je mehr wird diese feigen. Der Glaub' erleuchtet nicht al. lein; er stärkt das Herz und macht es rein. mein Licht und Leiter, macht du meinen Geift! Alle, die dir trauen, führt du zu den Auen, wo du fie erfreuft.i Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröfter unsrer Seelen, mir Erquits kung fehlen. 2. Deinem Ratb ergeben, freu ich mich zu leben; wast du willst, ist gut, Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest; mich 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend drobt! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erbebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir if Sünde; doch ich überwince fie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder: bu erhebft mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllIten Knechte schenkst du Kindesrechte. 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, sei mir beil'ge Pflich! Was die Welt erfreuet und fie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wornach die Eitlen trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft nur ftets den Geift, und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie find mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer fann sie mir rauben? 5. Daß ich Gott erkenne, mund ihn Baier nenne, dank ich dir allein! Daß ich hier am Grabe Troft und Hoffmung habe, ewig dein zu eyn, daß dein Geift mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank ich einer Gnade! 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß sin meiner Noth ich nicht bülffos bliebe, groß ist deine liebe, stärker, als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich In eigener Melodie. peiner Huld nicht dankbar 319 ie wobhlift mir, freun? Dir mein Herz nicht weihn? o 10. Voll von deiner Güte jauchzet mein Gemütbe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geift der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und frob einst durchs Thal des Todes bringen, bort dein Lob zu fingen! Seelen, wenn ich in deiner Liebe im Allgemeinen. Liebe rub! 3ch traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Troft, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden; denn o wie viele hobe Freu» den genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt ich jemals muth. los werden? Du, du bist überall mit mir! 239 4. Gelobt feist du, o Freund der Seelen! In deis ner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. Ichdarf, ich will nicht ängstlich flagen: wer kann, wo Jesus ift, verzagen? Mein Freund ist mein, und ich bin ſein! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgft für mich. hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; ich bin Mel. Seelenbräutigam getroft; ich trau auf dich. 320 Dir ergeb' ich wenn die verklagen, darf ich nicht boffnungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät Alles wider mich zusammen: ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt fich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen: doch du bift meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht ftrahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe, ich, der ich dich zum Freunde babe, kann über Tod und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig seyn. der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod haft bingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, seyn! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewiffen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, fündenrein hier auf Erden seyn! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, Alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Ird'ichen hin; o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfeble! 240 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott im Himmel und 321efum ewig zu ver ehren, ist mir sanfte, beil'ge Pflicht; ſeine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geifte Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. 2. Sollt' ich den nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ift? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so ,, wie Je fus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hoben, feften Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ibm fluchten, feine Qual zu mehren such ten; feble! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leis te mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn: leit mich himmelan. 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wochen und mit Beten findlich vor den Vater treten; so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Chrift. Willft du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht vers lieren! In der Trübfal Nacht nimm mich, Herr, 11 in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern a um deinetwillen laffe, und i des Fleisches Lüfte baffe, gib zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr! 9. Sefu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde, und burch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Chrift treu und standhaft ift! 10. Wird's von hinnen gebn, wollst du bei mir Rehn, mich durch's Todes thal begleiten, und zu dei nem Himmel leiten, daß fich da mich dein ewig möge freun! 4. Den tein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos fich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil' an deinem Bilce gern, erhabner Mens schenfreund, wo mit so viel fanfter Milbe hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find ich Antrieb bier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich aut im Allgemeinen. 241 zu preifen, sei mir hobe, der himmlischen Weisheit heil'ge Pflicht: dich, den mit Andacht zu hören, um Liebevollen, Weisen, dich fern in den Rathschluß der der Menschheit Heil und Gottheit zu sehn, und freue Licht! Aehnlich, Jesu, dir dig die Wege der Tugend zu werden, sei mein höchftes zu gebn. Ziel auf Erden! In eigener Melodie. 322 ins in oth Und, Herr, dies Gine ift, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Laft, worunter das Herz fich oft ängftigt und quälet, und immer der Ruhe, der wahren, verfehlet. Es wohnet kein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen, ist das Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit bir vereine, nichts so innig lieb, als bich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Verdienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierbe der Menschheit, wie du? Wer brachte mehr Licht thr, mehr Segen und Ruh? 3. 3n dir ift der Weisheit Fülle. Du nur zeigt, was mich beglückt, durch dein Bort hur wird mein Wille niebrer Erdenluft entrückt. Gern will ich mich sammein, die heiligen Lehren 4. Mit Vergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, ben bie Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden; ich bin ja beim Vater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Simmel erfeßt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, haft du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie sollt ich, nach bir mich zu bilden, nicht' ftreben! Dit ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jefu, du mein Alles seyn. Siebe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, flets weifer auf Erden, entfündigt, gebet ligt, bir ähnlich zu werden, und treu bir zu bleiben im 242 Gesinnung und Verhalten bes Christen Leben und Tob! Dies Herr, ist das Eine; dies Eine if Noth. 1 mid m suvri dun Bewunbrung fauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße diese schönsten Reiche ausgerebnt. Auf folge! und Judäa krönt dich, knieend vor dem Königfiße. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort Satan, hebe dich von mir! 3ch tret in diese Nacht der Leiden, und hange, Bater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluthen umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. In eigner Melobie.id 323 Da aß ich der Tugend Höb' er Himme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hindernis befiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dies eine Ziel nur glänzend steht: ach Gott, erhöre mein Gebet! nur barum bet ich, flebe, weine. 2. Es flieg voran die steis len Stufen der Menschen sohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich gee rufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluth; und geht, baß er zur That fich rüftes die außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum fillen Denen in die Wüfte. 3. Da feht er an dem Scheidewege; vor ihm die chauberhafte Wahl; hier Donnerschläge Juf feinem Weg zum blut gen 324Jbe: befter rof In eigener Melcbie. Refu, meine Fren Pfahl. Gott, was nur Menchen reizt, verlaffen? felbft pre Liebe? Müh und Noth and Angst und Schmach, dileßt den Tod mit seiner härfsten Qual umfaffen? im Leide! Meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Hell! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erten nie recht glücklich werden. 4. Dort liegt der Erde ficher Segen; bort hängt r Erbe schöner Kranz; 2. Unter 6. Entschloffen nun, voll innern Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt; er tämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held; und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah an die Todesnacht, jum lauten Siegesruf: Vollbracht! ben leßten Athemzug verwendet. im Allgemeinen. 247 Gutes, wo er tann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jefus ihm gebietet. 6. Der ächte Jünger Jefu trägt getroft des Lebens Bürde. Auch Roth, die Gott ihm auferlegt, erböhet feine Würde. Er bleibet felbft im herben Schmerz noch muthvoll und geduldig; bes Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er bier unschuldig zur Ehre Jefu wandelt. 100 dan sitt 7. Der ächte Jünger Jesu fiegt auch über Todes: schrecken; denn feinen Geift, ver aufwärts Aliegt, wird Grabesflaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn farb, und ihm durch Tobesleiden des Himmels Seligkeit erwarb; drum fauchzt er im Verscheiden: Ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar fich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glduben recht verebre! Nimm nach vollbrachtem Pilgerlauf zu fenen Seligkeiten den Geift, der dich verehret, auf! 3bm Wohnung zu bereiten, bist du vorangegangen. sdim erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war bein Ziel, dein böchtes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warft mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du chricht auch im größten Schmerz ibn mit zufriedner Stille. Selbft auf der allertaubsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchteft nichts als fein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfft dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Vollender feines Raths zu seyn. 4. 3um Streuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu ere werben; bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefften Schmach gefaßt, und trugft der schwerften Leiden Laft. 5. Herr, lebre mich, bein Eigentbum, nach deiner Tu gend streben! Dir gleich ge finnt feyn, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! O bilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Ba ters thu! Mel. Auf Ghristenmensch. u 329 Ders Ebenbild, 330 Sout Mel. Schwing bich auf zu test ihm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jefu, ganz schon beine Güt' erschienen, 2.4 bich noch, da mir 2 3 V fel in 2. Hab ich doch allein bei bir meine Ruh' gefunden; Mittler, heiltest du boch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, haffen, und mein Recht an beinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Chrift, folge beinen Lehren, laffe weder Macht, noch len Lift meinen Glauben fiören. fob Sielen Tausend ab; nicht Er ich; mags die Welt verMel. Freu' dich sehr, o meine ruf brüßen! Sie wird mein 331 Göttlicher, dich mi Bertraun auf dich doch bat gönnen müffen. Die 4. 3eigt fie mir ein Heil, beg wie du? Bringt fie Kraft Se den Müden, den Bedrängen ten Troft und Ruh', Sünbern Gottes Frieden? Gibt Sd fe mir die Zuversicht, daß che ich, troß bem Grabe, bei alle ner Ewigkeiten Licht zu ers Auf warten habe? 10fc erheben und mit frommer Zuversicht deis ner Tugend nachzustreben, ift dein Ruf und meine Pflicht! Sieb, ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geift, es zu erreichen! 248 Gefinnung und Verhalten des Christen dich verlaffen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüften dieser Zeit wie der mich beflecken, und nicht mehr bie Freudigkeit beiner Liebe schmecken? gli er] da schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thörigt, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar bort Gnab' und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von bir scheiden. Welt und Sünd' und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 5. Rettet fie mich, wann che vor Gott einst die Bölhre ter stehen, und das Leand ben und den Tod ihm zur ile Seite sehen; wann der hä Sichre nun zu spät aus 4 dem Schlaf erwachet, und fid der Spötter, ber bier 2. Armuth, Haß, Vere folgung, Schmerzen trugf du still und mit Geduld; du vergabft mit eblem Herzen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaßnen Flebn, eilteft ihnen beizufleba; fannteft feine höhre Freuden, als die Lindrung ihrer Leiden. 3. 34 im Allgemeinen.no im Allgemeinen. 249 3. Ich auch will in Noth len ew'ge Freuden werben. und Schmerzen standhaft Was ist gegen folch ein Glück und geduldig seyn; will mit dieses Lebens Augenblick! liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie foll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; feft und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebeft meine Seel' empor. Wann ich wanke, wann ich feble, schwebe mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geift! Wann er sich dem Staub entreißt; dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn' auf ewig erben. 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn fie ihn verschmäßn, wenn fie fich und ihren Wiß vergöttern! Was vermag der Läffrer Spott wider Jesu, wider Gott? Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 332 Sanft, Chrift, o Jefu und was kann bei ihm uns fehlen? O wie felig sind wir doch durch den Retter un frer Seelen! Welche Bonn' und Herrlichkeit wartet un frer nach der Zeit. 2. Freue deines Glaubens bich, deines Gottes, feines Sohnes! Deine Sees le rühme sich ihrer Hoffnung, feines Lohnes, voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein Betenntniß hier feine Leiden und Beschwerden; dennoch ſei ihm treu; benn dir fols 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben? Gottes Beis fall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Salte dich an dem nur feft, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'ges Heil geftritten? Jene Schaar der Märtirer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Tod, litten fie getroft für Gott. 7. Und der Spötter Wig und Sohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Chrift, nein, wanke nie, fleb um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tob; denn du glaubeft nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne fenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit front dich seine Herrlichkeit. 25 Mel. 558 CURRENTES ESPE 250 Gefinnung und Verhalten des Christen bie theg Se en Mel. Auf Christenmensch 333 Weld elch hohes Bets spiel gabft du mir, mein Heiland, burch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier, dir nachzuahmen fireben? nicht gehn den Weg, den du betratft, nicht freubig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein, wie beine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Endzwedk Gottes Ehre; bier Leitung zur Vollkommen heit und dort der Menschen Seligkeit. Mel. Wer nur ben lieben Gott 3. Drum führtest du zur 334 Beglüdt, beglid 1 ift, wer auf Er ben mit allen seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, ftets vorwärts dringt, und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 6. Dies große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlaffen, daß ich gefinnet sei, gleich dir, in meinem Thun und Laffen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und fieb auf mich! an, standhaft ihr ergeben, gingft bu uns felbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und wenn du litteft ohne Schulb, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Troft zu seyn; zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war 15d deine Sorg und Freude; che und jede Thräne, jeder ille Schmerz drang in dein Juf Liebevolles Herz. 10fa And 5. Du trugft mit Sanft che muth und mit Huld die ihre Schwachheit deiner Freun de; mit Sündern hatteft ile du Geduld und batft für på deine Feinde. Du warst ge horfam bis zum Tod und ehr. test selbst im Tode Gott. 4 ich 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich nur den beinen nenne, damit ich deinem Vorbild treu auch Andern gutes Beiſpiel ſei! 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so spre chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er fäet früh und nüßt die Zeit zur Aussaat für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Luft daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein gutes Werk vollen im Allgemeinen. enden kann, und nüßet je den Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 251 Seile ringen, gern laffen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; getroft den Pfad der Trübfal gebn; und standhaft in Versuchung ftehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß: noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft, auf dieser turzen Pilgrimschaft. 4. 3bn schrecken keine Hindernisse, burch edle Thaten flärkt er sich und feine beiligen Entschlüsse find feft und unerschütter lich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Borsaß doch zur That. 5. Er widerfeßt mit fe stem Muthe dem Unrecht fich geflärft burch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Ver. folgung oder Spott; so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebent. 6. So laß auch uns als Chriften handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht; last uns die Bahn der Tugenb wandeln; da ftrahlet immer belles Licht, und unser 2008 in Ewigkeit ist reiner Tugend Seligkeit! 4. So lang ich noch ein Frembling bier, in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geift zu dir binan! 5. Es fei mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutft, zu üben; mein höchftes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben, mein Troft, auf deinen Schuß zu baun, und bir, Alliebender, zu traun! Mel. Auf Christenmensch 335 Ba ald oder spät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Er den; doch nur mein Leib wird wieder Staub, ich foll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew's ges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu 2. Mit Ernst und Eifer michs erwerben; du, der soll der Christ nach seinem für seine Menschen farb, 86 laß, 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen hoben Glauben, dies Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert fonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einft den Tod? THURRENE gl er ba Ier fot Er ruf baj die beg Se en 15d che Kille ipfa he re And Bils äbă 1: 4 SHA 252 Gesinnung und Verhalten des Christen laß, Jefu, bir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tob bir sei! pflicht, den Bund mit defnem Herrn? 5. Haft du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du haft, als Mel. O Gott, ba frommer Gett Gottes Kind Gehorsam ihm 336 Du fagft: ich bin versprochen; baft bu mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? ein Chrift! Wohl dir, wenn Herz und Leben bir deffen, was du fagft, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein böhrer Rubm? Welch Glück kann größer fepu, als Gottes Wege gehn und seiner Huld fich freun? 6. Du fagft: ich bin ein Chrift, betrachte, lef und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lepre, Wohl bir! Doch thuft du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ift, wers thut, nicht, wers blos lief't und hört. 7. Du fagft: ich bin ein Chrift! Mit Gott mich zu verbinden; nehm ich oft Jes su Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget fich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Ge brauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt find in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Chriftus war, ein Freund der Menschen bift, gerecht und wahr und mild; dann sag: ich bin ein Chrift! 2. Du fagft: ich bin ein Chrift! Der ifts, der Chris ftum tennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thuft du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du fagft: ich bin ein Chrift! Mit Ernst das Böse haffen, den Lüften wider febn, gewohnte Sünden laffen, bies ift des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; tein todter Glaube führt zur ew'gen Wohl fahrt bin. 4. Du fagft: ich bin ein Chrift, getauft zu Gottes Erben, fein Kind und Freund zu feyn und selig einft zu sterben! Du bifts, doch prüfe dich, erfülleft bu auch gern, treu deiner Christen 9. Wenn, Gutes aus zuftreuen, die Unschuld zu beschüßen, und selbst dem Feind, 229 814 im Allgemeinen. Fein, so viel du immer fannst, ju nüßen, ohn' Eis gennuß und Stolz, dein Herz ftets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt: dann sag: ich bin ein Chrift! 10. Denn, wenn noch Leidenschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wolluft, Ei telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut: so tennest du noch nicht die wahre Heiligkeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Chrift! bis daß dir Herz und Leben von diesem Rußme erft ein fichres Zeugniß geben. Der Nam' ist nicht genug. Ein Chrift muß ohne Schein, das, was er heißen will, in seinem Wandel seyn, 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernslich zu befleißen, ein wahrer Chrift zu feyn und nicht blos so zu beißen! Denn, wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt fich und gelangt nicht in dein Himmelreich. 253 vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die bes gangnen Sünden mit inni ger Beschämung sehn; burch Christum vor dir Gnade fins den, und standhaft beine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun, und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du tennft und lenkeft die Gedanken! Gib meinem Vorfaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz ie wanken, so bilf der Unentschloss. senheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geift nur nicht von mir! 4. Gib, baß er mir stets Hülfe leifte, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei: fo fieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich fe aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wann fie dich sucht, dein Angesicht; Mel. Wer nur ben lieben Gott und mache in Bekümmerniß 337 Gott, bir gefällt mich deiner Gnad und Huld fein Wesen; wer bös' ift, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich geneſen, und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich 312 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden: so balt ich mich, mein Gott, 27 2 FERRETES TE 3 fet in fen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines HerJens Tiefen; ach, entdecke fie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meis nem Wandel fei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigen liebe find die Gößen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, beren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner rul Seele liebt, Richter, dem gibst du dic Krone der Ges bat rechten nicht zum Lohne. die mi en 3. Die um deiner Liebe theg Willen wandeln, wie dein Se Wort gebeut, diefe, diese nur erfüllen das Gefeß der Frömmigkeit. Nicht nur Sd das, was wir getban, auch che die Absicht fiebst du an; deiille ne Liebe foll uns dringen; Auf gute Werke zu vollbringen! 1bfc 4. Wie ein leichter Nehe bel schwinden meine Tu re genden vor dir; denn noch And trennen Lieblingssünden mich, Bile o Heiligster, von dir! Dei på ne Liebe trieb mich nicht zur 4 Erfüllung meiner Pflicht; id ich vergaß an dich zu denken, Ar erl da 254 Gefinnung und Verhalten des Christen zu bir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Dei nen Erbtheil mich erfreut. len fob Mel. Freu' bich sehr, o meine 338 ott, ich will mich ernstlich prü ließ von Eigennuß mich lenfen. 5. Oft gehorcht ich beinem Rechte nur, daß meine Folgfamkeit mir bei Menschen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie füß war mir dies Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, beinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach wie tönnt ich dich vergeffen, wie so undanks bar dir seyn, deine Liebe nicht ermessen, beines Beis falls mich nicht freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit ſeinem Troft erfreut, sei mir gnädig und verzeibe die unlaus tre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben, und vor allem dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe feyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, bein Eigenthum; dieß fei mir der höchfte Ruhm! Was ist mir das 2ob der Erde, wenn ich deiner würdig werde! Mel. 355 - im Allgemeinen. 255 Mel. O Gott, du frommer Gott du mit deiner Huld der 339 Herr, böre mein Freuden Quelle bift. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unter liegen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwahen fiegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgsam seyn, und dann dir froh vertraun. es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf dei her Bahn zu wallen. Er greife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, fagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heilig, teit, in guten Werken seyn; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dies will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele, und der Versuchung Retz, daß ich so oft noch feble. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche gut zu feyn: und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieb es mit Erbarmen, und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geifte Licht; gib meinem Vorsaß Kraft, so kämpf ich glück licher mit Welt und Leis denschaft. 5. Eröffne den Verstand, fiets heller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht; daß wahres Wohlergebn, 340 music ringen, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt err, wie muß und innrer Friede nur aus reinem Herzen fließt, daß eb ich auf der seilen Bahn dets 7. Ich bin ein Pilger bier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel fönnte leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Berführung Gift, des Leichtfinns frecher Spott bem Geift gefährlich wird; dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Ge müth, daß mich, bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu' und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen seyn! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz fich dir geheiligt hat. 256 Gesinnung und Verhalten des Christen deines Rechts zum Himmel und bir fingen, baß bu bringen, und vom Kampfe Stärke giebst zum Ringen. ruhen kann? Werd ich meis nen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Luft 341 babe, Gott, mir ernftlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. der Erbe, ober kühner Sünder Spott reizet, daß ich # träger werde, wirft du mein vergessen, Gott? Wirft du, mich zu unterstüßen, eilen? fe wirst du dann mich schüßen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich tämgpfen? Diefer Streit mei einer Schwachheit in macht mir bange, bei so viel Gefähr lichkeit, daß ich doch noch le unterliege und mein Kleiso nod nicht erfiege. 4. Schaue der zu deinem ru Kinde; höre mich und steh m mir bei! Herr, bewahre da mich vor Sünde; mache di mich getroft und treu, daß be ich standhaft deine Wege Swandeln, und nicht strauke cheln möge; 5. Daß die Welt mich S nicht verführe, daß sie mich nicht untreu mach, und spottend triumphire, daß ich u auch gefallen sei, daß fie 10 fich nicht ihrer Siege rüh Ich me, weil ich unterliege. $ 1 6. Der du Kraft und in Muth gewähreft, hilf des dil Schwachen Schwachheit auf! tb Ba, ich hoffe, daß du höteft, und ich freue mich ff barauf. Rühmen will tchs, Mel. Herzliebster Jesu! d 2. Erforsche mich, fieh, ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mit als len Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wo mich fin Mensch sieht, leitet; wie sicher werd ich deine Wege. wallen! Wie kann ich fals len? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hö ren, dich thätig ehren! 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; so mag die Welt, wie ibra gefällt, mich richten! Eyrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Berachtung leiden. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen; ges recht wirst du einft richten und belohnen, mit Herrliche Feit im Allgemeinen. feit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bollend ich meines Le bens Prüfungsstunden, und werd ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! 257 will belohnen? Was ist die eitle Luft der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? 2. Mein Glaube fleht and wanket nicht; stark, feft ift er gegründet! Er füßt voll hoher Zuversicht auf Jefum sich, und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat erworben. 3. Mich soll baber nicht Eitelkeit, nicht Bitterkeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jefu glaubt und freubig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiben dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in ber Ewigkeit bie Frommen 5. So foll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht Mel. Wann mein Stündlein 342 Gott ist mein Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte feinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beMel. c) steb ihn bulden Herrsch ich jede Leidenschaft, 343 Dir immer ähnim Dulden wie im Handeln. licher zu wer den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Ers ben, das bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geift entgegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. allem Erdenleib, in seines Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, bie felbft den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun tein fierblich Auge fiebt; dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den eblen Zweck betrachte, zu dem er ftets CASSIC SEA SARREBROG le DC di 15 nd 258 Gesinnung und Verhalten des Christen Bets die besten Mittel wäh't, und felbft mit Weisheit handle, so wie er; dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute lies be, wie finnenreizend auch das Lafter lacht; und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt: dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. gleich ich dem, der ewig gütig ist, und keines Menschen, feines Wurms vergißt. 8. So fei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchftes Ziel schon hier auf Erben, mein Ziel, zu wel chem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geift zu bringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. Mel. Freu cich sehr, o meine 5. Wenn ich, um Tugend 344 Kommt und last auszubreiten, helfe, lohne Fleiß und Tren'; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler firafe; selbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Derz verzeiht. uns Chrifti ren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er felig preift! Die im Glauben feft beftehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlö'er frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 6. Wenn ich durch Täufchung nie betrüge, die Wahrheit ehre, Feind der Falschheit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt' es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich ich dem, der es auf richtig meint, und stets es ift, dem großen Wahrheitsfreund. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich felbft voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ift fein: Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft verleihn; froh 7. Wenn ich mich leiden der erbarme mit brüderlis chem, liebevollem Sinn: nicht flolz erft frage, ob der Arme es werth sei, daß ich -fein Erretter bin, dann im Allgemeinen. stins 259 froh im Geift schon hier ben, werden Gottes Antauf Erden, soll er bort lig seben. ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, niemals feinem Feinde flucht; gern Belei bigern vergiebet, nie fich felbft zu rächen sucht; rubig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz be zwingt, Gott wird über ihn fets wachen, und ihn reich an Segen machen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh' und Einigteit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit, ſeiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens fich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Ihrer warten Heil und Segen, wenn fie bier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und wird sie für ihre Treu' einst mit Wonn und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wolleft selbst mich leiten auf der Tugend fichrer Bahn, wo ich dieser Seligkeiten bier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz fich durch deines Geiftes Stärke ftets befleiße guter Werke. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und ges recht zu seyn: welche feft am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr be gehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, fie mit höh rer Kraft erfüllen. 6. Selig find, die, voll Erbarmen, feinem ihre Hülf entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn: gern behülflich find mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen, und Barmhergigkeit erlangen. 7. Selig find, die ihrer In eigner Melodie. Herzen reine Unschuld nie 345 Laß mich, o Herr, in allen Dingen entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verbacht des Leichtfinns scheun, die dem Reize böser Luft, regt er fich in ihrer Bruft, dennoch stanbhaft widersteauf deinen Willen sein, und dir mich weihn; gib felbft das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt feyn! Nimm meta 260 Gesinnung und Verhalten des Christen meinen Leib und Geift zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, und laß ihn in der Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärte mich in meiner Pilgrimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang ich bier foll leben, in gut und bösen Tagen seyn vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Beften Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückft; Geduld und Troft, wann du mir Trübfal schickft! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich bir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, bir, der du Alles haft so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unentweibt, bein Lob verkündi gen in Ewigkeit. Ruhm, mein Gott, bas wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abges ftorben sei; laß mich dir sterben und dir leben, und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach wirk in mir, zu beinem Ruhm, mein Gott, das wahre Cbriftenthum! 3. Reiß los mein Herz von biefer Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deis nem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! Ach wirf in mir, au deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere bu felbft meine Seele, damit ich Chrifto følge nach, und stets den schmalen Steg erwähle, ja Ebre such in Chrifti Schmach. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, bas wabre Cbriftenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, bas ich dir verbleibe treu, daß ich an Chrifti Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt fei. Ach, wirk iu mir, zu deinem Ruhm, Mel. Wer nur ben lieben Gott. mein Gott, das wahre 346 Mein Gott, ach fennen ben Selbebetrug und Heuchelschein, daß Tausend, die fich Chriften nennen, mit nichten Chrifti Glieber fep'n. Ach, wirk in mir, zu deinem Christenthum! mich er6. Eaß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, beständig fest und thätig seyn; daß ich bis an mein Ende übe bas Cbriftenthum obn' Heuchel. schein. Ach wirk in mir, zu bris im Allgemeinen. 261 deinem Ruhm, mein Gott, gib, daß ich auch, wie mich, das wahre Chriftenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt werde, fchmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirt in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Ehriften thum! den ärmsten Bruder liebe, und fegne meinen Feind! Herr, was ich hab, ift dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden feyn! 5. Dein Himmel sei mein Glück; das Irdische vergehet; weh jedem, deffen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß Wunsch, Gott, dein Ererster kenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wann er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Lafter weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir find, aus unverdienten Enaden. Spaß, Falschheit, Heuchelei, und Stolz und Bruberneid sind unsrer Tage Peft, und kurz ist unsre Zeit. 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schrß in allen Nöthen, früh fuch ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein 347 Mein ein Mel. O Gott, du fremmer Gott. Schöpfer, deffen Hauch mich, torten Staub, beseel: te; Sinn und Vernunft mir gab, in Chrifto mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer preift. 2. Laß, da du þeilig bist, mich alle Lüfte flieben, und mich nur um den Schaß, der broben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir; und Foffnung zu dem Sieg; er fommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Chrift, nach Chrifi Lebre wandeln; mein ganzer Gote tesdienst sei Glaub' unb richtig Handeln! Die Luft an dem Gefeß ist mehr, als Luft der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Siebe; Stand sei bir geweibt, bei meines Amtes Pflicht vergeffe ja mein Herz des Chrifen Pflichten nicht! 8. 3ulegt erlöse mich von mir befchieknem Leiden; laß meinen Grift voll Troft aus seiner Hütte scheiden! Herr, itn befehl ich dir; mich führe deine Hand burchs öte Tobese thal ins rechte Baterlanb.. Mel. CODO 262 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. O Gott, du frommer Gott 348 Mein Vater und der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich bem folgsam sei, was Cott, dein Wort mich heißt! ben Tagen seyn! mein Gott, 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ift, ach te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, em pfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erbalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung start und feft gegründet fel! 4. Gib, daß ich als ein Chrift, mich Chrifto ähnlich zeige, und achtsam mein Ge müth zu seiner Liebe neige! Sein Geift regiere mich, und . nicht der Geist der Welt! So wandl' ich, Herr, vor dir den Weg, ber bir gefällt. frei von Ungeduld in trüs 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und 6. Nie müffe fich mein Herz des Fleisches Luft er geben, und nie dem schnöden Geiz! Mein bir geweihtes Leben, sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 7. Will deine Hand mich hier auf raube Wege leiten; so unterflüße mich, wann meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch wann sie verzieht, dir doch getroft vertraun! 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterben den mit Troft und froher Hoffnung nicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 349 Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind das Arauchelnd gebt. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, im Allgemeinen. der, wenn sein Nächster fällt, noch fieht. Auch die bekämpfte böse Luft ftirbt nie mals ganz in unsrer Brust. Die 3. Nicht jede Besserung if Tugend, oft ift fie nur das Werk der Zeit. wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittfamkeit; und was Natur und Zeit gethan, fieht unfer Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlft, wie Stolz und Ruhm fucht quälen, und dämpfft fie; doch du wechselft nur: dein Herz fühlt einen an dern Reiz, dein Stolz wird Wolluft oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern frenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkt dich ein, fliebst nicht die Schmäßsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Undern Tugend fällt; so werde nichts bein Herz verführen: doch jedes Herz hat feine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7 Oft schläft der Trieb in 263 deinem Herzen Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jest sollst du eine Schmach verschmerzen, und sich, dein Herz wallt auf und bräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst geschole ten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unfre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferft Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliebst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit. Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zant; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht: bift du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dicneft gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Eastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Set LEDD 264 Gesinnung und Verhalten bes Christen 12. Sei nicht vermessen! mit Sanftmuth überwind', Bach und freite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, bie greift der Feind der Wohlfahrt Die Sicherheit broht dir den Fall; brum wache stets, wach überall! an. In eigener Melodie. Gott, du from 350mer Gott, du ohn' Quelle aller Gaben, den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geift gefund, rein mein Gewissen fet! 2. Gib, daß ich fleißig thu, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet! Gib, daß ich bald es thu, zu der Zeit, da ich foll; und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets womit ich fann bestehen; laß fein unnüßes Wort aus meinem Munde geben! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib ben Worten Kraft, boch ohne Bitterkeit! 4. Gerath ich in Gefahr, fo laß mich nicht verzagen: gib wahren Chriftenmuth, Kreuz bilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind und sende Hülf' und Rath, wenn fie mir nöthig find! 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Eintracht leben, so weit es chriftlich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Chr' und Glück: so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch ficher sei! 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ebren graues Haar! 7. Laß mich auf Chrifti Tod getroft von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es rube sanft der Leib in seiner fillen Gruft, bis in dein Allmachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen seyn! Mel. Was mein Gott will 351 Oft flagt bein Herz, schwer es fei, den Weg des Herrn im Allgemeinen. 265 Herrn zu wandeln, und glücklich seyn, brum gab er täglich, seinem Vater treu, zu denken und zu handeln. Wahr ifts, die Tugend fos ftet Müh', fie ist der Sieg der Lüfte; doch richte felbst, was wäre fie, wenn sie nicht kämpfen müßte? uns Gefeße. Sie find es, die das Herz erfreun, fie find des Lebens Schäße. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe feiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 2. Die, die sich ihrer£ afer freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie find die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der bie Lüfte dämpft, hat oft feine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. au 3. Des Lafters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Beg durch Auen; allein fein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ift An fangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unfers Fleisches Willen, wann Wolluft, Neid und Born entbrennt, die Lüfte frei zu ftillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu fränken, den Menschenbas: was würdeft du von diesem Gotte benfen? 5. Gott will, wir sollen 6. 3hn fürchten, das ift Weisheit nur, und Freiheit ists, fie wählen. Ein Thier folgt Feffeln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geiftes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Rahm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du freiteft nicht durch eigne Kraft; brum muß es dir gelingen. Gott ift es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Bann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet' oft; Gott müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der M Tue 266 Gesinnung und Verhalten des Christen. Tugend Pfad das Beispiel 2. Er trachtet nach dem sel'ger Geifter: ihn zeigte dir, und ibn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade pindern! Der wahre Ruhm ift Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit: denn wenn ihr das befißt, spricht Jesus, ist Alles Andre euch bereit: ihr habt dann Friede, Seelenruh', und Alles Andre fällt euch 311. 10. Sei start, fei männlich allezeit, tritt oft an deine Babre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruh auf deiner Thätigkeit. Wer. bloß nach äußerm Glanze ftrebt, der täuscht sich selbst, so lang er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm, ſei fromm, wenn auch nicht immer die 352 was fromme Absicht dir gelingt! 11. Und endlich, Chrift, sei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, fiets neue Schwachheit drücket! Gott fiebt nicht auf die That allein, er siebt auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist bein! Dies muß das Herz dir fillen. Mel. Wer nur ben lieben Gott er flets mit rei 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir fiets auch Erdenglück verschafft! Wie mancher fand seit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie Mancher forgte für sein Herz, und fühlte dennoch oft auch Schmerz. gefallen der Tugend hobe Schönheit fiebt, und, frei vom Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glübt, wer fecem Lafter sich entreißt, der fammelt Schäße für den Geift. That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten; so set gefroßt und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tus gend, im Allgemeinen. 267 trafl heilig seyn. gend, und er, dein Gott, freun! Wer heilig ist, muß belohnet fie. Ein Herz, Sünd' und Laftern rein, kann nicht auf immer elend seyn. von 2. Gott ist der Seligkei ten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ift Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit 7. Ja, leb und flerb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einft, und du gewinneft noch im Tode, in dem du zu verlieren scheinft! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort in nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier find oft beide nicht vereinet: nur droben ift Vollkommenheit, Da schwingt der Edle fich empor, der hier im Dunkeln sich verlor.. 9. Drum will ich, Gott, fiets edel handeln, dem Mufter treu, das Jefus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch ins öde Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: wer chriftlich denkt, wird selig seyn. In voriger Melodie. 353 on ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt' ichs, wie würd' ich mich her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsterniffe mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgenträumen gleich, dahin. wähl ich, was dir Gott, gefällt, bald deinen Sklavendienst, o Welt! Bald 4. Jch Armer! Darum kommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechfels müde! Wann werd ich feft im Guten seyn? wann nicht mehr firaucheln, alles zeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller gus ten Gaben Quell! Sie Icuchte mir in voller Klarbeit und mache mein Erkenntniß bell, daß nie ver Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde fei! 6. O bilde, Vater, metne Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das ute flets erwäble, das Böse immer ernstlich flich! M 2 Um TAYFDAANE MAR 268 Gefinnung und Verhalten des Christen Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du er höreft mich. Mel. Gin Lämmlein geht 354 Was as hilft es mir, cin Chrift zu seyn, wenn ich nicht christ lich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würbig mich beweife, und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preife? 2. Was hilft der Glaub' an Jefum Chrift, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ift und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ihre Zef feln liebe, und, fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffahrt, Fleischeslüfte, Griz und andre Lafter übe? 3. Weit ftrafenswerther bin ich dann, ich, der ich Chriftum fenne, weiß, was er einft für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in ter Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nußet mir der Wahrheit licht; was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht darnach handle? 4. Und woher nehm ich Troft und Ruh', wann Leiden mich umgeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der leßten Noth, wann sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewiffen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufe zudecken? 5. Web mir! was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Chriflum und sein Wort zum Schein geglau bet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben bier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch ächte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. 6 Gott, biefer Hoffnung werth zu seyn bilf, daß ich chriftlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leidenschaft im Glauben überwinde, und dann, nach wohldurchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde! Ge in Hinsicht auf Gott. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Lotsinget Gott! ich kennen, Gott, ift Ich weiß, der mir ges schenkte eift, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. 4. O laß von deiner HerrSeligkeit; und sich zu dir lichkeit mich immer mehr erheben, ist Vonne, die entdecken, und wenn mein nicht Welt und Zeit mir Geift sich ihrer freut, ihn fonft vermag zu geben! Sie immer mehr erweden, daß stärkt mein Herz, fich dir zu er nur Wahrheit sucht und weihn, und läßt das Glück, liebt; doch, wenn er sich ein Mensch zu seyn, mich im Forschen übt, laß ihn inniger empfinden; lehrt bei Dunkelheiten, wo er mich, daß du mein Vater fich leicht zu weit verliert, bift, und daß dein weifer wo Täuschung leicht ihn Rathschluß ift, schon hier irre führt; die Pflicht des mein Heil zu gründen. Glaubens leiten! 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur, in allen ihren Zwecken, zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 355 Di 269 3. Je mehr ich lerne, was du bift, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdentend überlege: ie mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück, ein künftig beß'res Leben. 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe feben, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will fie das ihr gefeste Ziel aus Vorwiß überschreiten: so laß mich diesen Vorwiß scheun; du wirft mir einst mehr licht verleihn, nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehn; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter ſehen, dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen, M 3 Ere Erkenntniß Gottes. 270 Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. Mel. Wer nur den lieben Gott 356 Mein Gott, du wohneft zwar im Lichte, dahin kein flerblich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkennt niß bringt, was du, o Allerhöchfter, bist, und was mit uns dein Endzweck ift. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht am dunkeln Ort; und wenn ich ernftlich es betrachte, so bilf felbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz stets offen seyn! 3. Silf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Luft noch Wahn mir raube, was den besten Troft gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir binderlich! 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Bater, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erböhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst burch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weiß! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig fei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes seyn! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort feh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Schon ist der Tag von G. Gott, der bu 357 mein pfer bist, Herr, dem ich ans gehöre, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre, stets heiliger durch dich zu seyn, mich deis ner immer mehr zu freu'n, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich kann fa, Ewiger, schon hier durch eifriges Bes fireben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geift Erkenntniß Gottes. Geift erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und, wie in deinen Werken du dich uns zeigeft, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du, voll Weisheit, Macht und Huld, uns jeden Tag ernävreft; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf taufend Wegen entgegen kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann, und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichkeit, zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; und wirds gewiß, es seyen deine Pfade ftets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meines Lebens dein Wort, das ew'ges Heil verspricht! Nie merk ich drauf vergebens. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen 271 die Wahrbeit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leis den, und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirft du näher dich mir offenbaren, dann werd' ich, was wir hier dunkel nennen, im höhren Licht erkennen. 6. So werd ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer, ein größres Maaß der Weisheit gibt dem, der 8. O laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon bier ftets beffer zu erkennen, daß ich, von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr geborsam sei, und täglich mehr mich übe, o Goit, in deiner Liebe. In eigener Melodie. 358 Was ist im hims was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; du bis der Wefen Fülle, und weife, beilig ist dein Wille. 2. Dich kennen, ſei die erfle meiner Sorgen! Bift du gleich unerforschlich und verborgen; so können wir doch überall dich finden, und deinen Rath mit uns ergründen. 3. Mit Lauter Stimme M 4 Leh Ehrfurcht vor Gott. 272 Ehrfurcht vor Gott. Lehren beine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh' erMel. O grøßer Gott, von zählt von dir, von dir die 359 Wie groß bis bu der BluGott! Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. men, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unfrer Seele uns zu: das Böse flieb, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum lichte zu erbeben, dein Sohn zum Füßrer uns gegeben? du 5. Und immer mehr willst dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, und auch den Weg, den wir betreten fol len, mit Ernft und Eifer wandeln wollen. 6. 3u diesem großen, heiligen Geschäfte erheb' und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 7. Gib, daß ich demuthsvoll aus meinem Staube zu bir hinauf schau; freudig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zwei. fel ringe und immer näher zu dir bringe! 8. So werd ich immer beffer bich erkennen, und immer findlicher dich: Bater! nennen; dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz bir leben. 2. Du haft durch deine Kraft die Himmel ausge ftreckt, der Erde Grund ge legt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und flürzt fie in des Meeres Schlund. Ber kann, wer fann ents ' fliehen, um dir sich zu ent ziehen? 3. Wir Alle sind durch dich, find Werke deiner Hand; Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrft das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir deinen Willen mit Kindestreu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5, Laß Ehrfurcht por Cott. 273 5. Laß beine Gegenwart thun mich ernstlich schäme, mir immer heilig sepn; laß auch im Dunkeln mich dein belles Auge scheun. Erinnre mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! was bir, mein Gott, zuwie der ift. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem fa nicht, der dir mißfällt. 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sey; befreie mein Gemüth von 3wang und Heuchelei, daß ich, was dein Gesetz gebeut, erfülle ftets mit Freue digkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehors fam übe. Met. Wer nur ben lieben Gott 360⁰* or bir, o Gott, fich findlich scheuen, ist unfre allergrößte Plicht. Kein Mensch kann deiner Huld fich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirf in mir durch deinen Geist die Ehrfurcht, die dich findlich preift. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lente: vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Euft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu 4. Laß immer dein Ges richt mich scheuen, und wirke fteten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienft zu weißen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich bei mancher Misfethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn; mich nur um deine Gunft bemühn! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübfal schen',` urd mache von den Hinderniſsen der wahren Tugend felbst mich frei! Nie störe Furcht und Luft der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich ſei, nach deinem heil'gen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelet. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Bater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben; so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel 52 5 ers Ehrfurcht vor Gott. 274 erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun: wie felig, Gott, wie selig feyn! In voriger Melobie. 361) il bu der W Weisheit Quelle fennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weif und flug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, voll bringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle beine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörigter Vermessen beit, zu tadeln, was fein tath beschließt, der wunhar, doch heilig ist. Wirkt du den Höchkindlich scheuen; so bir keine Pflicht zur Laft. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du fie oft verfäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wann Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was nem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den höchten öffent... lich verehren sowohl als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was sie ges beut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Laßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich ebel schäßen lernst. Wer Gott, dem Höchften, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheun, gibt Heldenmuth und Freudigfeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräun, was Unrecht ist, zu thun, gebeut. Jf Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchfien, sehn! Laß sie mich hier zur Weisheit führen: so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der stets sich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ift Seligkeit. Mel. O Gott, but frommer Gott Unrecht ist, auch dann zu 3610Bewahre mei, aur, vor seinen Mund, fo Heilighaltung des Eides. fo oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit heil'ger Furcht der Geifter Heer erkennet, daß nie durch Unbedacht ich ftrafbar ibn entweih; daß nie mir Spiel und Scherz dein großer Name fei! 2. Stets heilig bleib er mir! Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren; fo reiße nie der Strom der Frevler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenoffe bin. 3. Auch Jesus Christus fei zu jeder Zeit und Stunbe, so oft ich fein gedent, so oft in meinem Munde fein hoher Name tönt, mir heilig! Ihn entweiht nur der, der ihn nicht fennt, nicht feines Heils sich freut. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören! Fern sei schamLoser Scherz! Der Mund kann dich nicht ehren; auf deffen Lippen schwebt, was wahre Tugend schmäht. Den Beter hörst du nicht, der bich ohn' Ehrfurcht fleht. Mel. Es woll' uns Gott 361 0 Du u schauft mein Schöpfer und mein Herr, ins Innerste der Seelen, und niemand kann, Allwis sender, dir, was er denkt, verpehlen. Laß deine Macht 275 und Hoheit mich mit Ehrfurcht ganz erfüllen, wann ich als Wahrheitszeuge dich, nach meiner Obern Willen, anruf und bei dir schwöre! 2. Argliftig können Menschen zwar oft Menschen hin tergehen; doch dir ist Alles offenbar; du siehst, was sie nicht sehen. Im Zorn schauft du die Lügner an. Verbeimlichte Verbrechen, die Menschenmacht nicht firafen kann, wird deine Macht einst rächen, die jeden Frevel richtet. 3. Und ich, ich könnt' aus Geiz, aus Neid, aus falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Nächsten Sache; könnt' ihm durch Meineid frech den Ruhm der Redlichkeit entwenden, und so der Unschuld Eigenthum, Wahrheit frevelnd den und mich ins stürzen? 4. Gott! nein, so frech, so freventlich beug ich nicht deine Rechte, daß ich den schwersten Fluch auf mich durch folch Verbrechen brächte! Ach, ein. Verdammter würd' ich seyn, schon hier in diesem Leben, des nagenden Gewiffers Pein, von mir selbft übergeben; was brächte mir die Zukunft? 5. Nein! Lug und Erug M 6 276 Heilighaltung des Eides. will ich, o Gott, aus vollem Webh ihm, er stürzet freHerzen haffen, der Wahrheit ventlich in ewiges Verder treu bis in den Tod, von ben sich. deinem Wort nicht lassen. Kein Glück, so groß es sei, foll mich je reizen und bes thören, daß ich es wage, wiffentlich deßwegen falsch zu schwören, und mir den Himmel raube. 4. O Seele, wenn bu noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibft: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer fann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Mel. Der unsre Menschheit 361) Gott, der bu Welt? Nichts bat fie, was dich schadlos hält. Herzens kenner bift, dem Falschheit ftets ein Gräuel ist, und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht ie ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es fund, und einft wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit ſeyn! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bift, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe, wenn bei den Leiben dieser Zeit dein Troft nicht mehr mein Herz erfreut, dein Treft nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual bes frein? Dann beffer, nie geboren seyn! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Frevelrotten. Zwar seine Langmuth ift bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten; ift Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steb, hinauf zu deinem Himmel seh, und meine Hand erhebe, wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: bann ſei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn, und fred vor bir mit Lügen stebn; dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der dich und beine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, fie vor der Welt zu decken! 7. Drum foll nicht Ehre, Gut und Gelb, und nicht die Macht der ganzen Welt, mich blenden und verfübten; Peilighaltung des Cides. ren; und drobten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. gilt tein Leid, kein Glück der Zeit, nein es gilt Gott und Ewigkeit! Es 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidfchwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit froHent Mutbe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott ( e) 361er Gott, beideinem Namen schwöret und treulos sein Versprechen bricht, der ist ein Frevler, denn er ehret bich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er fann nicht frob, nicht mit Ver. traun zu dir hinauf gen Himmel schaun. 2. Wir sollen ja nach deinem Willen, wie du der Wahrheit Freunde seyn, und, was sie fordert, gern erfüllen und uns vor feinen Laften scheun. Wer sie verlegt, verwirft sein Heil ibm wird bes Meineids Dual zu Theil. 3. Wie darf ber hoffen, bich au sehen, der bier die Wahrbeit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hinterges hen und falsch bet deinem Namen schwört? Vor deie nem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 4. Und flöh er zu dem fernsten Meere: du findest allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, kann er der Allmacht sich entziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunft und Schuß der Welt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich erwogen, was ich ihu, und den Gedanfen oft erneuern: des Eides Richter, Gott, bift du! Du ſchauft ins Herz und dein Gericht bringt auch mein Jnnerstes ans Licht. Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich dich, mein A Gott! gedens ken, ist Pflicht und Troft für mich. Wann Sorg' und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor gen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich boch erfreut! mit dankbar frohem Triebe M 7 füßt 362 278 fühl ich mich dann bereit, dir ml. Alle Menschen müssen sterben ganz mein Herz zu weihn, 363 Gott der Liebe, wie dich freudig erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. Liebe zu Gott. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu'; denn, Vater, deine Güte ift alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. 4. Du gabft mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit er warb. Mit ihm ist Alles mein: du willst mirs gnäbig schenken, willst liebreich án mich denken und stets mein Vater seyn. 5. Wie gut ifs, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte feft an Gott; dies bringt mir wabre Freude, dies stärkt mich, wann ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Mag man ins Grab mich senken; mein Geist fleigt himmelan! Vergesse mich die Welt; du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. meine Seele fich in mir! Wie getröftet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befretet er mein Herz von Bes kümmerniß und Schmerz! 2. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt dir, daß fie dich erkennt, dich durch Jefum Vater nennt. 3. Seil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß bein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bangsten Streite, felbft mit seinem Blute weißte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geift der Liebe mir. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt' ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? obne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 5. Heil mir, da ich es emis Liebe zu Gott. 279 rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! empfinde, welcher Liebe auf meine Willigkeit und werth du bist; meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ift! Einst, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und er füllen, mich der reinften Liebe freun, und in dir ganz felig feyn. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt: drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde Mel. Wer nur den lieben Gott u 3640 zu laß, Vatet, mich beflissen feyn! 6. Aus Liebe las mich Alles leiden, was mir dein weifer Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Laft gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. Menschenkinber, der du die Liebe felber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Her zen bein, laß michs mit allen Kräften ſeyn! 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gefinnt zu feyn nich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibt! Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn: dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein, und liebend wird sie ſelig seyn. 3. Bewahre mich durch beine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung" übe, wenn Sinnenluft zu febr In eigner Melobie. mich rührt! Wie ſollt ich 365 Wenn zur Erfüldir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe Willen gern thun, was mir bein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen: fo fich Pflicht, dich Gottes Liebe nicht befeelet, so rühme dich der Zugend nicht, und wiffe, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigen sinn und Stolz dir nur das Gut 280 Liebe zu Gott. Gute rathen: so thue noch macht zwingen. Vor ihm, fo große Thaten; du haft vor Gott den Lohn dahin. der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werte, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt gechrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gas ben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Erbauz Kirchen; brich bein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schuß und Segen; gib alle deine Habe hin: vor Gott haft du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ift dir Alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch femals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß beinen Leib für Andre brennen! Befeelet dich nicht Lieb und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: fo schüß und rette ganze Staaten; Gott achtet bei ner rke nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur; so könnt' er uns, sie zu vollbringen, fehr leicht durch Feffeln der Natur, durch Kräfte seiner All6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von bes Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe, dies ift's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz befißen: so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit der größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein; fieb auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Angeficht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirft die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig ohne Neid und Tücke, ist fittsam, ift nie stolz im Glücke, langs müthig und erbarmenvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Feb Gehorsam gegen Gott. Fehler zu; und freut sich niemals seines Falles. Sie fuchet nicht blos ihre Rub'; fie bofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchften Wort gern zu erfüllen; macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Gehorsam gegen Gott. 366( a) über Alles Mel. So fliehen unsre Tage u, Gott, bift Herr; die ganze Welt ift Mel. Wer nur den lieben Gott dein. Wer sollte dir, Al 366 Gott, einen gern heiligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam seyn, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und die mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist ge recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! fam sepn? 2. Was du gebeutft, ist recht und gut, ift für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut, und gut zu feyn fich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur, was bös' und schädlich ist, verbeutft du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Gefege gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und hältst uns blos, weil du uns liebst, bir zu gehorchen an. 281 Wort; es droht, verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlöffe deinem Geift gefühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht bört, dein Kind, o Vater, seyn? Nur die sind dieses Namens werth, die deinem Dienft fich weihn. 8. So sei dir denn mein Herz geweiht! Ich bin bein Eigenthum. Gib diesem Willen Feftigkeit; bir fol gen, sei mein Ruhm! 5. Nehm ich auf mich dein fanftes Joch, so seß ich meinen Lauf mit Freuden fort. Und fall ich noch, so bilfft du felbft mir auf. 6. Mich warnt dein 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind, thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne: o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jes fus bir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Gehorsam gegen Gott. 282 und Noth, er wars felbft bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Gefeße mir immer gegenwärtig seyn; laß mich, daß ich fie nie verleße, dich, den Allwiffenden, stets scheun! Dein Joch ist fanft, leicht ist die Laft, die du uns auf geleget baft. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, was fie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein; ich foll zugleich auch Thäter feyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf uner» laubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das fie mir geben fann? Im Anfang Luft, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Wilfen treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe, und hab ich des Gewiffens Ruh', den Himmel bier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit! Mel. Was mein Gott will Zet Gott getreu, 367 halt feinen Bund; bekenn ihn durch bein Leben! Dein Glaube ruht auf festem Grund; drum bleib ihm ftets erges ben! Dent, wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend fichre Pfade! 2. Sei Gott getreu! Du must als Kind ihn auch im Leiden ehren; dein Vater waltet ja gelind und bildet dich zum Höh'ren. Ein edler Muth macht still und gut: der wird durch Gott dir werden, wenn Jesus Chrift dein Führer ift zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gan zen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn feine Treu ist täglich neu; ſein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, bricht er nicht; daran laß dir genügen! das 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich seßzet; dann schüßt dich feine starke Hand. Wer ist, der dich verleßzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen; dir wird, was dir begegnet bier, zum Beften dienen müssen. 5. Sei Gott getreu, fein theures Wort freimüthig zu befennen, vor Jedermann an jedem Ort dich feinen Freund zu nennen! Was diese Freude biefe Welt nur in fich hält, muß Alles einft vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudig. teit den treuen Kämpfer finden. Verleßze nicht die kleinfte Pflicht; doch wirst du dich vergehen, daß dann die Neu' nur ernstlich fei, um fünftig zu bestehen! 7. Sei Bott getreu bis in den Tod; laß nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir feinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter mah; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater fei; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt bort die Zeit, wo Gott einst feine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem auf ewig wird erfreuen. Lohn Freude in Gott. 368 Deines eines Mel. Schwing dich auf zu Gottes freue dich, in Gott. 283 dank ihmt, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich feine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Jft's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch fein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Simmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so wohl; wie ift mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! s * 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meiner Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, tröften und erböbn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! So jauchz' ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann, mein ift deine Gnade! Dir ist meinet Wohlfahrt werth! Du gabfil mir mein Leben, wirft auch, was Freude in Gott. 284 was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekom men; alle meine Miſsethat hat er weggenommen. Ihm Mel. Jesus meine Zuversicht vertrau ich, bet ihr an, glaub 369 Habe eine Luft ihm an Leiden, treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. am Herrn! Bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was vir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 7. Dich, du Troft der Sterblichkeit, Heil des beß ren Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuben. 8. Meine Freud' an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar fei der Tod; er wird sie nicht fören, Willig werd ich mein Gebein der Verwesung geben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir babe, sey mein Heil in dieser Zeit, und mein Troß am Grabe. 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüfte selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir beinen Geift, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Beinen sich vers lehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Luft am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Luft am Herrn flärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet, Luft am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Luft am Höchften hat, hat auch Luft an seinem Willen, fuchet ihn durch Wort und That unverbroßen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Laft; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten baft, wird bir 285 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du 370 Imein Gott, in man mir flucht, und wer In eigener Melodie. freue mich, wenn hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht ges lingen. Selbst, was mich kränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. Freude in Gott. dir ew'ge Freude werden; und im Himmel haft du dann, was dein Herz nur wünschen kann. dir! Du bist mein Troft, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bift mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du haft mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, haft gnabenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an feinem Heil; dies tröRet meine Seele. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Eins werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein mensch lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glau ben. Vollkommnes Heil ift da mein Theil, das wird mir niemand rauben. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Befte mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, bas ift Du stehst mir bei und bleibt 371 Nuf Gott, und mir treu, wann Berg und Hügel weichen. nicht auf 5. Du bist mein Leben, Troft und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde! fchen Rath, will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er say von aller Ewigfeit, = 286 Pflichten gegen Gott, keit, wie viel mir nüßen lich, ihr Gerechten! Der würde, beftimmte meine err hilft seinen Knechten. Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt Mel. Was mein Grtt will mein Herz? Ift auch ein 372 Vertrauen ist zu bens Ehre nicht zu befie gen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, ch ichs bat, gewährt, wenns feine Weisheit litte. forgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, fein Wille, der geschebe! Er 4. 3ft nicht ein ungeflörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Laft wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. Pflicht, ein kindliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern: du kannft ihn nie verschmähen, du ſegneft und errettest gern; und höreft auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die ftolze Hoffnung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, verfagen. Wenn gleich bei aller unfrer Schuld dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Baterhuld von Weisheit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, fann deine Macht des Menschen Wansch erfüllen! Wie leicht, noch eb er es gedacht, des Herzens Klage ftillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt, und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein kühner Wunsch gewährt: er fündigt durch sein Fleben. 4. Wer deiner Huld versichert ift, darf deinen Segen hoffen. Ihm fteht, weil du fein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch, wer dich nicht als Vater- liebt, und auf 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gefundheit, Ehre, Glück und Pracht find nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen, die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ift fie verschwunden! Was lift das leiden dieser Zeit? Wie bald ifts überwunden! hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröh Vertrauen auf der Bahn des lebens nicht dir fein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 5. Ja, wenn er auch mit In eigener Melobie. Sicherbeit fich seiner Un- 373 Bege und 21Al= dacht freuet, und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung faffen: er füblt bei des Gewissens Schmerz sich endlich doch verlassen les, was dich fränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Simmel lenft. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ibre Babn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. 6 Wie mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln doch entziehen. Der Thor! Will er fie felbst nicht fliehn, fie dürfen ihn nicht fliehen. auf Gott. 287 soll, um getroft auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von drobenden Gefahren, die obne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligkeit uns auch beim Leichifinn ſchügen. S. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht: fie last mich ibn verlieren. Nur Findlich fell ich dir vertraun, nie ipörigt, nie vermessen; 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's foll wohl ergebn: auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läft durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich feine Wohlthat negmen; fie muß erbeten seyn. deiner 3. Dir, Vater voller Gnate, dir ist allein bekannt, was gut sei oder Schare Geschöpfen Hand: und was du auserseben zum Beflen deiner Welt, das wird und muß ges schehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dir's, Allweifer, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk nichts hindern: du willst, so ists vollbracht! 5. Und Pflichten gegen Gott. 288 5. Und wollten Welt und Teufel bir boshaft wider ftehn; o nähre keinen Zweifel, dein Glück wird doch beftehn. Was er sich vor genommen, was er vollen den will: aufs herrlichste wirds fommen zu dem bes fimmten Ziel. 6. Hoff nur, bedrängte Seele, hoff und sei unverzagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne ſcheinen mit neuer Hetter feit. 7. Auf, auf! Gib dei nen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus deinem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott figt im Regimente, und er führt Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun uud walten: er ist ein weifer Fürst und wird sich so verbal. ten, daß du ihn preisen wirft, wenn, er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Berzög der Trost auch lange, weil bir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe fenden, wenn du's am mind'ften glaubft, und all bein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner. Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick hin auf ſeinen Lohn; steh feft im größten Leide, das dir begegnen kann; bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Friebens an. 11. Mach, Herr, ein fröh lich Ende mit aller unfrer Noth; särk unser Herz und sende uns Troft bis in den Tod! Laß ftets uns deiner Pflege und Tren' empfohlen feyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Was Gott thut, das ist er meie 374Dne Zuversicht, mein höchfter Trost im Leben! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich. dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Ge bot wirds in dem Herzen Aille. Ihm gnügt des Baters Wille. des 2. Wer wollte dir, Herr, Du bist nicht vertraun? Schwachen Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, seyn deine Wuns derwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadezvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch Vertrauen auf Gott. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läß'st ihn, wann ihn Noth umgibt, Beruhi gung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, boff auf Gott! Der Thoren Troft verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf' und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein er wenn zittern, ein Fels in Unge wittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung bin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein heiland starb, und er erwarb, auf seines Todes Sügel, bir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wann um dich her fich Ungewitter fammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenfeer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl jählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weist, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. 289 Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einft im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlik schaue. Mel Jesus, meine Zuversicht. 375 Wer auf feinen traut, ängftigt sich durch keine Sorgen; thút, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dies ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, buldreich felbft noch gegen Sünder, er, ber uns hervorgebracht, bat auch, uns zu helfen, Macht. 3. Jbm, ihm ist es immer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beiftand fehlt. 4. Und wer ift ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an Segen? Niemanb bilft, wie er, so gern * auf P Pflichten gegen Gott, 7 290 auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unsrer denkt, und zum Glück die Trübfal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe febe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht fets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Troft verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich feiner mir entdeckt, wo der Bukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, per auch den Wurm erhält, ann und wird mich nicht perlaffen. Bleib ich nur er Tugend treu; so sieht r mir huldreich bei. Sorge quält, und quält vergebens; meine Kräfte zetrt sie ab, flürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eb noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des Höchften milder Hand: und ist Kreuz mir zuerkannt, o so saß ich Muth, zu leiden! Gut ift Alles, was Gott will; willig bulb ich, dulde ftill. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; denk id: was mir Glück erft schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlihat ifts für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so Mel. Sollt' ich meinen Gott reichen Segen, als dem 376 Selig, wer mit Nächsten, mir verlieh; soll Andrer nie Neid in meiner Bruft erregen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und fränkt: hält sie Gottes Macht umschränkt. Drobt der Tod mit seinen Schrecken; der vom em Alweisen, der uns liebt, anz fein Schicksal übergikt, nb auch in den tiefften Schmerzen seinem Kummer uthig wehrt, durch Geduld en Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal meies Lebens, sorgt' ich auch on Jugend auf, nimmt um einen andern Lauf! Vertrauen auf Gott. vom Tode retten kann, Schmerz geftillt; nimmt fich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und beiter; im Vertraun auf Gottes Wort seß ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, bilft mir weiter; er bält feft, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht! 291 bald haft du, Gott, mein Flehn erbört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobfing ich hier mit dankerfüllter Seele dir. Mel. Herzlich lieb hab ich bich ir trau ich, 377 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirft offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron, mit treuer Kämpfer Schaaren, und danke dann dir, Gott, verklärt, der jeßt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger! feft, obne Graun, will ich dir traun; denn einft werd ich dein Antliß schaun! wante nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der lette Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bift du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher haft du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit fegensvoller Baterband fo 378 Seele fille Mel. Wer nur den lieben Gott err, mache ne manche Noth von mir gewandt. Unendlicher! ich trau auf dich; du leiteft mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. Bei jedem Leiden, das mich fränkt, geschieht doch nur bein weiser Wille, der Alles mir jum Besten lenkt. Du bifts, der Alles ändern kann; und, was du thuft, ist wohl gethan. 2. 3war ist der Kampf ber Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu fiegen; doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele 2. Du führft uns selbf auf rauben Wegen, zu höhe rer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Ce gen für Jeden, welcher di fich weiht. Sieht's gleid blöde Geist nicht ein N 2 wirl der ULLA TU 192 Pflichten gegen Gott. virb doch der Ausgang für mein Heil gewacht, errlich seyn. hat Alles mit mir wohlgemacht! 3. Drum laß mich stille epn und hoffen! Haft du ir Prüfungen bestimmt; Mel Auf, schicke dich steht dein Vaterherz dent 379 3 herrscht ein ffen, der seine zu ir nimmt. Wer fill in deier Fügung ruht, mit dem achst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was is nüßt, verborgen; genug r uns, du hasts erfannt! jie oft sind unfre Wünsch' o Sorgen turzsichtig und Gott, der schüßt in Noth, und hilft, wenn fie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh' und Trost nach kurzem Weinen. Unverstand! Du fiebst, he schädlich ist, von fern, b deine Güte hinderts 5. Nur du erkennst und Shift das Beste! O Vater, che selbst mein Herz in Fem boben Glauben fefte; n überwältigt mich kein merz. Ich dulb ihn mit " affenheit; was mein It will, gescheh allzeit. Die Stunde wird doch ich kommen, da mich Blommnes Glück erfreut; endlich führest du die Enmen zur völligen Zu Senbeit: und dann wird m offenbar, daß, Gott, Nath der beste war. Dann wird auch mich allen plagen ein ewiger inn erfreun, dann wird Herz ftatt aller Klavoll Dankes und voll sepn: der Herr hat 2. O murre nicht, wann dir gebricht, was öfters lü ftet den bethörien Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und für's Ew'ge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb' Geduld, wann du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ibn um Gnad', geh seinen Pfad getroft, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die fichern Wege, die dein Heil bezies len. Scy'n fie auch hier oft dunkel dir; entzückt wirst du ihr End' einst sehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allbier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh!. Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Vaterlande. Mel. Vertrauen auf Gott. 380 Grun, i nen mögten! Mel. Was Gatt thut, das ist gott, dir vermeine Pflicht, ift Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen Zuverficht und Troft und Freude geben. Des Lebens Müh' versüßet sie, und läffet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flicht, die Freude blüht; und taum ist sie empfunden, ift wieder fie verschwunden. 3. Wie würde da voll Nengftlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuverficht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und rubig bleiben lehrte? 4. Du theilft das Alles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch flets gefegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch, so weise werben wollten, als wir, o Gott, es sollten! 293 sinn nie an unsern Seeler schwächten, sie nie verken und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leicht6. Dann würde diefe lebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Le bens Widerwärtigkeit un niemals muthíos finden Dann fähen wir, vol Hoffnung hier, mit Pal men und mit Kronen di Leberwinder lohnen. 7. Gott, heilige du felbf mein Herz, damit ich di vertraue, und mit Gelaf fenyeit im Schmerz binau gen Himmel schaue. Einf preis? ich auch auf ewi dich für überfiandne Leider im Lande fichrer Freuden. Wiel. Befehl du beine Wege 381( Sbrift, wann die Trübfal fränkes vertraue nur dem Herrn Er, der die Himmel lenket ist auch von dir nicht fern Erwach aus deinem Schlum mer, zu Gott erhebe dich er siehet beinen Kummer er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinen Leiden ein Chrift, vol Muth und Kraft; einst tom men deine Freuden, bleib 5. Nicht unser Wille foll du nur tugendhaft. Erwart geschehn; du wähleft ftets nur im Glauben getrof das Beste. Wenn Erd' die Ewigkeit; wer kan das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 3. Set froh, dein Goi 3 te Pflichten gegen Gott: 294 regieret, fein Rath ift wunderbar. Einst wirft du überführet, daß er der befte war. Und denkeft du vermessen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; so höre, was er spricht: 4. Ift auch der Mütter Eine, die ihres Kinds ver: gißt? Denk an dies Wort und weine Gott Freudenthränen, Chrift! Und fönnt fie es vergessen; ich will doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ifts, der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, weil seine Vatergüte dich ewig nicht verläßt. Was ift das größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einft der Tag der Freuden, des ew'gen Friedens an? mein Erbarmer, stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient und hat Gedulb. Er hat nicht Luft an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ift die Lieb', wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Chrift? Was könnte mir ein Gott verfagen, der fo unendlich gütig ift? Erhabner Troft, der nimmer trügt, und je den Zweifel überwiegt. 5. Ich harre feiner und bin stille. Wie bald verftreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus feiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leitet mich Mel. Wer nur den lieben Gott nach seinem Rath, wie er 382 Mein Dort ist mir zugefaget hat! Mel. Kommt her zu mir, ſpricht laß ich walten; ich hoff auf ibn: er kennet mich. 3bm 3836rfülle redlich deis Ihm Feblts, die zu erhalten, an Mitteln nie, und fein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. ne Pflicht, und hoffe dann mit Zuversicht: Gott forgt mit Baterliebe für deines Lebens wahres Glück! zu ihm erbebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! 2. Mas quäl' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ift? Nein, das ist meines Her zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist: Hilf, 2. Die Wolten werden fich verziebn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird Vertrauen auf Gott. ud 295 mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' wird mit jedem Morgen neu. wird zur Wohlfahrt dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit fichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater thut, ift Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benuße felbft gewissenhaft Verstand und Zeit, und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle; zu dem Entschlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! 3. Der die Vögel alle nähret, föniglich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret: sollte der verlaffen mich? Nein; weit mehr, als sie, bin ich! 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit fuche meine Seligkeit, und fi über Alles achte: segnet Gott mir früh und spa Wort' und Werke, Ratt und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht; wa fünftig ist, quält mich nicht ich bin ein Christ. Ich la meinen Vater sorgen, fro bei Allem, was sein Nat über mich beschloffen hat. 6. Gott fei Lob! Wa mich erfreuet, stehet uner schütterlich: er, der Höchfte forgt für mich. Ewig wir ers mir beweifen; Seele freue feiner dich! Ewig for get Gott für mich! In eigner Melodie. 384( ollt' ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich? der so berzlich sorgt für mich? Sollt' ich Mel. Wer nur den lieben Go auf den Herrn nicht bauen, 385 Entschwinge bid welcher, unbewegt und fest, feine Kinder nie verläßt? Geift, de Nächten, in welche dich b Schwermuth hüllt! Will du mit deinem Schöpfe rechten, daß er nicht i den Wunsch erfüllt? Je N 4 tenr 290 Priten gegen Gott. fennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein böbres Licht. 2. In Finsterniffen wankt bienieden des Menschen ungewiffer Schritt: was Got was ihn erfreute, was er litt, klärt fich am Ziel von feinem Lauf für ibn als gleiche Wohlibat auf. 3. Dort findest du von Licht umflossen, auch deiner Erbenthränen Lohn. Schau, thre Saat ist aufgeschoffen; fie blüht der nahen Nernte schon. Im Kummer ward fie ausgestreut, balb reift fie für die Ewigkeit. 4. Drum peb empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. O denk zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn ou uns erhöreft, oft gnädiger, wenn du den Plan, den infre Thorheit schuf, zerstöreft, dich, Vater, bet ich indlich an. Ich hoff auf ich mit festem Muth; denn vas du sendeft, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad eftimmet, den ich auf Er en wandeln soll. Ob er sich uch durch Dornen krümmet, bgeh ihn hoher Ahnung. voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit fehn. Mel. Fröhlich soll mein 386Warum willst du für gen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich forgen? Wozu dient dein táglich Grämen? Nur dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als' er hat bisher Alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war, immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geift, der ihn preift, diesen Leib, dies Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Lebensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der Allweise. Sollt' er meis ner te vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er desGrafes Blume nicht mit Pracht, feiner Macht, feiner Hulb zum Ruhme? 6. Nur Vertrauen auf Gott. 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott bülflos mich verschmachten? Nein mir soll vor nichts mehr grauen. Väterlich führt er mich: ihm will ich vertrauen. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte; widmen fie spät und früh nüßlichem Geschäfte; immer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen 3ukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb' ich; bin ich Morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befeble glaubensvoll, wie ich foll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du, dir halt ich stille; ich soll dein ewig feyn: es gescheh dein Wille! Mel. In allen meinen Thaten 387 Mas foll ich ängstlich kla297 dirs noch klage, mein Leid und eilft mir beizuftehn. gen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er forgt, daß meiner Seele tein wahres Woblseyn fehle Genug zum Troft, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich forgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entge gen gehn? Du, Vater, meiner Tage, kennst, eh ich 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, bas, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleideft, und alle Thiere weideft, du Schöpfer der Natur, fichft Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe fehnen, so klag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater! diz befehle ich jeden Wunsc der Seele; du hörst, du hilfft, du fegneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken, und stets zum Besten lenken, was mich bekümmert, quält und fränkt. 8. Du führeft, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Ob ich mich auch N 5 bes 298 Pflichten gegen Gott. betrübe, bleibt doch dein der Weg, der ihm gefällt, Nath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlöften, gewiß dereinst zu Ehren an. zum Heil dir, ihm zum Preise. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Leiden zumn lichte reinrer Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. O glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch jeder walle, hält allenthalben Alle. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich bir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. 5. Was zagst du? Gdtt regiert die Welt; und Gott ist ja bie Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell bes Elends bliebe. Auf, faffe Muth! Selbst Jesu Blut fagt dir bei jedem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zag du? Gott regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig 3war wenn er vors Gericht uns stellt, find selbst die Frommen schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. Mel. Was Gott thut, das ist 388 Was zagt bu? Gott regiert die Welt: und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon er eilet hätten, so kann er boch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist bennoch ihm wohlwissend. Sein Auge fieht in bein Gemüth. Die Bitte, die ou thateft, vernahm er, eb on bateft. 3. Was zagft du? Gott fregiert tie Welt, und Gott ist der Allweise. Stets dient 7. Nun, Gott! da bu die Welt regierft; wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff auf dich. Du läsfest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen! 3n Vertrauen auf Gott. 299 uns deinen Willen zu unwar wird serm Heil erfüllen. In eigener Melodie. 389( a) 3" noch mans che Thräne auf Gottes Welt geweint, doch laß den Muth 389( b) nein, wirke, Menschenfreund, voll Glauben fort auf Erden! Es wird doch besser werden! 2. Nie werden wir hienieden, von allem Schmerz befreit, nur über Blumen wan deln. Vollkommne Seligkeit erwartet nicht auf Erden. Doch besser wird es werden! 3. Wir schaffen selbst uns Leiden durch Unzufriedenheit, durch Leidenschaft und Thorheit und Ungerechtigteit. Wenn wir nur weiser werden, wirds besser auch auf Erden. 4. Wenn wir bescheidner wünschen, und uns zufried ner freun; wenn Pflicht uns über Alles wird theu'r und heilig seyn; wenn wir selbst besser werden: wirds besser auch auf Erden. 5. Wenn nun des Irrthums Binde von unsern Augen fällt: wenn wir das Unrecht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereinigt wirken werden: wirds besser auch auf Erden. Mel. Was Gott thut, das ist in Gott rea giert! zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel geben: wir werdens überstehen! 6. Uns selbst hier zu veredeln, und dann mit Zbätigkeit zum Wohl der Welt zu wirken; dies ists, was Gott gebeut. Gott, laß 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben, und über Alles, was uns plagt, uns fiegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geift besteht. O laßt den Schöpfer walten! Er will den Geißt erhalten. 3. Der Geift erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Neiche der Natur, in Wälbern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Winterfturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbftes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter feinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geift für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchften walten! 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen N6 und Pflichten gegen Gott. 300 und zerstäuben! So drobe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleiben. Er leitet gut, wir haben Muth; es mag und übel geben: wir werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Lei ben für das Gute rührst, so fegnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir werden's über Reben! In eigner Melobie. nur den 390 Werottläst erwählt, der weiß auch gar wohl, was uns feblt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wann Hülfe nüßlich sey. Wenn er uns nur hat treu erfunden, geduldig ohne Heuchelei: so kommt er, eh wirs uns versehn, und läffet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshiße, daß du von Gott verlassen seift und der dem Glück im Schoose fige, den alle Welt für glücklich preißt! Die Zukunft ändert oft sehr viel und seßet teglichem sein Ziel. ja Gott sehr leichte Sachen, und ſeiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr/ der Jedermann leicht boch erhöhn, leicht stürzen kann! walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf einen Fels gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traus rigkeit. 3. Man halte nur ein wes nig stille und sei doch in fich selbst vergnügt, wie unsers Gebet. Gottes Gnadenwille, wie Mel. O Gott, du frommer Gott fein allweifer Rath es fügt! 391 2 Gott, verlag Gott, ber uns ihm hat & - mich nicht; reich dit 7. Sing, bet' und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuversicht auf Gott feßt, den verläßt er nicht. Gebet. 301 du mir selbst die Hände, daß Mel. Wer nur ben lieben Gott ich die Pilgrimschaft des le 392 Dein Seil, v o Chrift, nicht bens wohl vollende! 3rr ich im finstern Thal; so sei du felbft mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmer mehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geift, des Glaubens Zuverficht; und, wann ich frau cheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren, und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. 3ft mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Troft, o Gott! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, gib Wollen und Vermögen, in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach Gott, verlaß mich nicht! 5 Ach Gott, verlaß mich nicht; bilf, daß ich dir ergeben voll Lieb' und Hoffnung fet; feft glauben, chriftlich leben und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Goit, verlaß mich nicht! Ach zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ift die Liebe felbft; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Fle hen oft und gern. Er läffet, was dir nüßt, geschehen, ift dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu ftehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? If des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu seyn, und stößt das tým bestimmte Glück, feindselig gegen fich, zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet N 7 gibt 302 Pflichten gegen Gott. gibt Muth; Gebet gibt pfing ich den Verstand; erKraft zur Dämpfung jeder halt ihn mir, o Herr, mein Leidenschaft. Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor meinen Augen seyn! Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn! 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräftiger den Geift erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärten, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquiden kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Luft und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus rei tem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht: o höre mich von deinem Chron durch Jefum Chritum, deinen Sohn. In eigner Melodie. 393 3 fomme vor dein Angesicht; erwirf, o Gott, mein Fleen nicht; vergib mir alle eine Schuld, du Gott der nade und der Huld! 2. Schaff du ein reines erz in mir, ein Herz voll eb' und Furcht vor dir, in Herz voll Demuth, Preis id Dank, ein ruhig Herz ein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßzer Gefahr: ich harre deiner merdar. It wohl ein lle1, das mich schreckt, wann ne Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in ner Hand. Von dir em 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrft. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sei! 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber giebst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, fo viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiterfeit! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, ſo laß mich mild und gütig seyn, und dürft'ge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüßz' und dankbar sei, doch, sie zu schonen, zagbaft nie mich einer höhern Pflicht entzieb! 11. Erwecke mir ftets eie nen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint; mit Gebet. mit mir in deiner Furcht fich übt, mir Rath und Troft und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: so sei, Herr, meine Zuversicht: verTaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an, und fei durch Chriftum, deinen Sohn, mein Schirm, mein. Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 3946.com Somm betend oft und mit Vergnügen, o Chrift, vor Gottes Angesicht. Nie müffe Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! O übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 2. Bet oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geift. Wie kann es dir an Borten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten beißt? Der Glaub an Gott und feinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten fucht, der ebret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entebret Gott. Wer schnell vergißt, was 303 er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater ift! Bet oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid verfüßt! Gott börts, Gott ist's, der Hülfe schafft: Er gibt den Müden Troft und Kraft. 5. Bet oft, und heiter im Gemüthe schau dich an feinen Wundern fatt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrteft du: er trug Geduld; erkenn und preise feine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wander der Barmherzigfeit deß, der mit seinem 02 theuern Blute uns von der Sünde Joch befreit: und eigne dir, zu deiner Ruh' und Heiligung, fein Opfer zu! 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, in keiner minder oder mehr; denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. 3ft, was du wünscheft, recht und gut; so sei gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und feinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu er böhn! 304 Pflichten gegen Gott. höhn! Fühl der vereinten 3. Erstickt die Sinnlich Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Mens fchen als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder: es sei kein Glieb des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, eyrt Gott, der selbst die Liebe ift. teit in mir des Herzens fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in reiner Tugendliebe. Was fündlich ist, kann ich, als Chrift durch deine Kraft bezwingen, und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder; so flieh ich betend zu dir hin, und fen und das Böse scheun, haffe nun nicht wieder. an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und reich an gu ten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und See lenrub' fagt Gott dem frommen Beter zu. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit, und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet, mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und fann sich nie mein Herz von Stolz gereizt, erheben. Ich mir! 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüMel. Was Gett thut, das ist 395 el bobes schenkst du mir, o du, dem und du willst gern verzeihen, Seraphinen mit Ehrfurcht und mich mit Troft erfreuen. und mit Dankbegier im 6. Wenn Kummer mich höhern Leben dienen! Es zur Erde zieht, und wenn darf mein Geift, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen, und betend zu dir bringen. mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück ent flieht, und edle Freunde feblen; so wend ich mich getroft an dich: du lehrft mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 2. Ich darf mit froßer Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich 311 ben Deinen Du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, und findlich zu dir bete. 7. In stillen Stunden denk ich oft: was feid ihr, eitle Freuden? Ach, wie gefchwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! Uno denk ich dies, so fühlt ge= Gebet. 305 gewiß mein Herz sich anges der Lafterhaften seyn: fo trieben, nur dich, Herr, bet ich demuthsvoll im ftets zu lieben. Stillen zu meinem Gott. Er fört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und flärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu fränken fucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Underftande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohneft dem, der zu dir fleht, mit Weis. heit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den fröneft du mit Segen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geift der Kraft und des Gebets, du Geift der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten; so lehre du mich beten! Mel. Wer nur den lieben Gott 396 M Dein bester Troft in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wann mein Gewissen mich verklagt, wann bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt?, Nichts tröftet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Gewissens Willen, ein Spoit dom 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Troft in diesem kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf ich ibn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieb: so fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir fie. Er gibt, aus väterlicher Huld, mir Segen Klugheit und Geduld. 7. Wann, böser Lüfte Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt ich Gott: er hilft mir fämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht: und stark durch meines Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im letzten in this Rampf Pflichten gegen Gott. 306 Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann: so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Troft und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, felbft meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre dich, mein Mie fanft, mein 397 Wi Bater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren; nicht mit dem Wahn, was mir gebricht, das müsſeft du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erflehn; nicht, andern Pflichten zu entgehn; nicht, träge, dich zum Segen durch Bitten zu bewegen; 3. Nein, guter Bater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Denn, wann ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ew'ger Freuden. 5. Mit keiner Welt vertausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glaube wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu je der Tugend tüchtig! Wann böse Luft in mir sich regt, eil ich, von deinem Geift bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederiege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Luft mein. Aug' erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Luft erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blick Gebet. blick ich, Gott, zu dir hinauf, und will im Geifte beten. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vieles Gute mir im Les ben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! 307 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde; so sei auch dies mein herzlich Flehn, daß ihr Befiß mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erböhn, daß ich von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit fie gebrauchen lern. Mel. Wer nur den lieben Gott u dir, o Gott, 398 3 er heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben, und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergeffen; laß mich, bekannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank er messen, welch Heil von dir, mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und Allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, bir mciMel. Es ist das Heil uns nen fillen Wunsch vertrau; 399ott, beine Güte reicht so weit, wenn ich in meinem Kummer bete, und auf zu dir nach Hülfe schau; dann fei mein Geift von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müff' ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt: nie bilten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du er höreft kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 6. Wünsch ich bei kummermich frei zu ſehn, und vollen Leiden von ihrer Laft ich mich nach Lebensfreuden; so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist! 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich troftlos sehn; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörst gewiß mein kindlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübfal Ruh' und Heiterkeit. so weit die Wolken geben; du frönft uns mit Barmherzigkeit, und eilft, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels und Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade 308 Pflichten gegen Gott. Gnade werden. Gib mir Dankgefühl bei deinen Ganur Weisheit und Ver- ben, Luft am Guten, Freud' fland, dich, Gott, und den, in dir, und Gewiffensruh' den du gefandt, und mich zu haben; dies, Allgüt'ger, felbft zu erkennen. wünsch ich mir! 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meis nem Nächsten wohlzuthun; Troft und Stärke, wann ich leide, fanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Lafter zu bekämpfen; ihre Reize zu verschmähn, jede Leidenschaft zu dämpfen: dies, Herr, ist mein kindlich Flebu. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, fonft Niemand scheun, feft in deiner Liebe stehen, und dir, Vater, ähnlich seyn, diesen beißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, um deiner Liebe Willen wirkt du, was ich bat, verleihn. 3. Ich bitte nicht um Chr' und Ruým, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. 3m Glücke Demuth, Muth in Noth, das wolltest du mir geben! In deiner Hand fteht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! In eigener Melodie. 400 Nicht um Reichthum, nicht um Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn Das Gebet des Herrn. Mel. Erschienen ist der herrlich ich Weltbesitzer wäre: ohne 401( a) Du, bet fich alle dich, wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage fteigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann! 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich in Schmerz meinen Bater froh zu nennen; dies erflehet fich mein Herz! mel freun, auch unfre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du Gott, unser Vas ter bist, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Den ken weit, gebt beines Namens Herrlichkeit. Ihn heilige, von Lieb entbrennt, wer deinen großen Nas Gebet. Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deines Reiches Ruhm durch Jesu Evangelium! Herz ipm Mach unser unterthan; fo beten wir dich freudig an, Allgütiger! In eigener Melodie. 4. Der du in deiner Wahl 401Bater, ben nie irrst, und wohlzuthun nie müde wirst, dein Wil le, Weisester, gescheh' auf Erden so wie in der Höh, mit Freudigkeit! uns Jesus offenbaret, den der Geift mit hoher Andacht nennt; Vater, den kein Himmel von der Erde, keine Macht von seinen Kindern trennt! 5. Sei mit uns in des Lebens Noth, und gib uns unser täglich Brod; in dieser Erde Freud und Schmerz sei still in die und froh das Herz und voll Vertraun! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag unfre Schwachbeit mit Geduld; wir wollen auch, von Sachsucht rein, des Nächten Fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 7. 3u hart sei die Versuchung nicht; Herr, färk ans, wann uns Kraft ge bricht; steh uns zum Siege mächtig bei; mach uns im Guten fest und treu. Er barmender! 309 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herre lichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah! 8. Erlöf, erlös' uns unser Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem beffern Le Sen auf! Alllicbender! 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube, von der Wiege bis zur Ewigkeit. 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Chriftus baute, das die Menschen für den Himmel ziebt! 4. Es gefcheb' dein Wille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach wir bitten nicht um Gold und SchäBe; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 6. Wann 310 6. Wann wir auf dem Pfad der Tugend firaucheln, so vergib uns Schuld und Miffethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wann ein Nächster uns gefränket hat. 7. Schüße uns in der Versuchungsstunde, wo die Zugend mit dem Lafter ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wann die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöfe uns von al lem Uebel, das den Geift und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke! Ewig währet beis ne Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit. Pflichten gegen Gott. der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig deinen Ruhm; er denfe gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum, und er dein Unterthan! 6. Der über Chriften, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schuß und Zier, ein edler Mensch und Chrift! 7. Er zeig in ſeinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Laktern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn, und fein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn. 9. Um seinen Thron ſei immerdar Recht und Gerechtigkeit, und dann beschüß ihn in Gefabr, wann ihm und uns fie dräut! 10. Sein eignes Beiſpiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um Kraft und deines ibn her zu jeder Tugend adida 11. Vers Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 40208 C8 freu der Fürst des Landes fich, Gott, deiner allezeit! Sein Auge sehe ftets auf dich; sein Herz fei dir geweiht! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Geiftes voll, gedenk er fiets. Muth! Gebet. 11. Verdienste heb er gern empor; er felge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wann ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er erreichen soll; Herr, mache seis ner Tage viel und jeden fegensvoll! 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott: tann jauchzen wir und preisen deine Macht. 311 matchin daß wir in Gottfeligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht der Tugend ärnten! 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen; laß ruhig unter ibrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, 4. Beschirme sie durch deinen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit aller Lift, Gewalt und Troß ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen! 5. Gib denen Eiser, Fleiß und Treu', die du ihr untergeben, daß jeder freudig thätig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres Amtes Müh'; mit deinem Segen kröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 6. Laß fie mit uns beflissen seyn, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hobeit gebt, Regent und Volt sich beuge! Mel. Sei Lob und Ehr den 402) Srhalt uns, Herr, die Obrigkeit! Tu gabft sie uns, auf Erden mit Wohlfand und mit Sicherheit durch fie beglückt zu werden! Verleih ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lante schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen! 2. Gib, daß fie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen und dein Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Allgemeine Fürbitte. mel. Wo Gott zum Haus Schirm und Wächter sei, 403 Für alle Menschen wir, o Vertienft Redlichkeit erfreu, dem Unrecht kräftig feure! Höchfter, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib jedem, was ihm heilfam ift! 2. Dir tönet unser Lobgefang; wir bringen Ebre dir und Dank, daß du sie Alle, 312 Alle, Alle liebst, und liebend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; Pflichten gegen Gott. Dankbarkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen dies preifen wir, und beten 404 Du bifts, bem herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. Ehr' und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert und stets warst du mit mir. 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite fie auf ebner Bahn; es sei zu det nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer und 2. Wann Angst und Noth sich mir genaht; so hörte Gott mein Flehn, und ließ durch feinen gnäd'gen Nath mich nicht darin vergehn. 3. 6. Entreiß der Lafter Tprannei die Sünder; mache, Gott, fie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn, und freudig einst dein Antlig sehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie er freun. 8. In ihrer Noth verlaß fie nie: und sind sie traurig, tröfte fie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort der Frommen Seligkeit. von dir sich führen läßt, rief: Herr, rette mich! so der werd' im Guten treu und fest! half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott! erheb ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß: so klagt ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richt'gen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Troft die Seele rang, Gott fich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich pielt feine Hand. 9. Wir Alle einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, un ser Aller Bater, dir. Wann ich in Schmerz Krankheit fank, und 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ift fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und gibt zur Tugend Muth, 8. Herr Dankbarkeit. 8. Herr, für die Seiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milber Gegen gibt! 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke bir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns voru bergehn, will uns, nach kurs zer Prüfungszeit, zu ew'gem Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott; was er an dir gethan! Verehr und halte fein Gebot und bet ihn ewig an. Mel. Nun danfet Alle Gott urch dich, o 405 großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschichts; wenn du gebeutft, stehts da. Mit Allmacht bist du 313 mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel pres digen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dans kend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich nichts; denn du deckft mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet: so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du fein denkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Uuen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das Herz mit Freuden. Du dachtest mein, eh mich die Muts ter noch gebahr, ja sahst mich, ch der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage 3ahl war in bein Buch ges chries ' Pflichten gegen Gott. 314 schrieben. Du bist der Frommen Schuß, Du bist der 406 let nieder! Bes Mel. Alle Menschen müssen allct fal= Müden Ruh: ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnádig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertraun, als dir; du Gott der Götter? wen chren so, wie dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: gib mir bin Herz, mein Cohn, und wandle meinen Weg: ich bin dein Echild und Lohn! tet Gottes Hobeit an! Men= schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Keiner rühme seiner Stárke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, jeder rühme dich! Voll von tiefer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! Ihre Kraft and ihr Vera stand sind Geschenke deis ner Hand. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben, Wie könnt' ich einem Gott der Liebe wis derstreben? Der Lafter hafte mag im stolzen Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Netze zichn! * 9. Auch wenn kin Minsch mich sieht, will ich die Sun de flichen; denn du wirst Uller Werk vor dein Gericht einft zichen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Boses noch gilust't, bedens ken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 3. Dich, mein Vater will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Him mel und auf Erden keiner dir an Größe gleicht, keis ner je dich ganz erreicht! 10. Cour' ich nach Ehr' Mel. Sollt' ich meinen Gott und Ruhm mit Günd und 407 Alles hast du mir Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich chrst! mag mich die Welt ver achten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mit Wandel stets dir wohlge: fällig fri! gegeben, Gott, bin ich durch dich; du nur, du beglückteft mich! Glieder, Kräfte, Cinne Leben, Triebe, Freiheit gab mir und Verstand deine Schöpferhand. 2. Eh ich noch dich Bater nannte, Dankbarkeit. nannte, eh ich reif zum Dakeyn war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und ou schon väterlich für mein 408 Het Ehre, Preis In eigener Melodie. allelujah! Brindu Dasein und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, egneteft du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich, Vater, nur von dir: Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden: und wie oft trågt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Taglich kann ich es erfahren, wie du deine Menkchen liebst, ihnen Schuß und Beistand gibst, fie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie versorgst und nährst, hnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du ftets mich weise führeft, väterlich an mich gedenkst, uebel auch zum Guten lenkst, wie du mein Geschick regiereft, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr verstehn. 315 fleh auch künftig mir Segen, Trost und Heil von dir. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich der Wohlthat Werth, die mir táglich widerfährt, preise deine weise Güte, und er und Ruhm, ihr Jubelchore; jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, finget eure Jubel= tone; er, der Herr, beglückt uns gern! er= 2. Sollten wir dem Herrn nicht fingen, ihm nicht Freudenopfer bringen? schafft und er erhålt! im Staub verehrt ihn, der, Kinder heißt er uns, uns Sünder; er ist Vater feiner Welt! Tief Kin3. 3war sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unfre Bieder schweigen, seht die Millio nen Jeugen, laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen hea ben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Be ben hier. Welche göttlichhohe Freuden, welchen Troft für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern saget: er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte 02 fich 1 Pflichten gegen Gott. 316 fich zum großen Zeugen stellt! 6. Naht euch zu ihm, stine Kinder! Zittert nicht, Mel. Lobt Gott, ihr Christen feid ihr gleich Sunder, 410 Auf, Shriften, Lieb' ist er! Denkt den göttlichen Gedanken, fühlt die Wonne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr, Jubelchore, jauchzt, Befeligte des Herrn! Bringet Kuhm, ihr Erdensöhne, finget eure Jubeltone; er, der Herr beglückt uns gern. Sn eigner Melodie. 409 N Gott mit Herz zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns so våterlich von unsrer Kind: heit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewigreiche Gott woll' uns, so lang wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort 3. Lob, Chr' und Preis fei Gott, dem Vater und bem Sohne und sein m beil'gen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sicht, bleibt, wie rewig war, unendlich groß und gut. ihm immerdar! Lob fei und Ehr' dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält! 2 Froblockt mit jubelreichem Schall Gott, unferm höchsten Gut, große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! der 3. Von unsrer zarten Kir.dh it an hat er uns unterstügt, er, der allein uns helfen kann, und gern un danket Alle uns hilft und schügt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was und unsern uns náhrt, Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weifer Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu, sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hålt, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der beßren Welt. & Eingt, Shriften, fingt ihm Dankbarkeit. ihm Preis und Dank für feine Gütigkeit! Einst wird fie Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. euer 5. Ja, ich hab aus deiner Mel. Jesa, meines Lebens Leben Fülle, was mein Herz nur 411) alte ich mit wünschen mag, Speif und und Hülle, Schuß und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir ents gegen, und, wo mir ein Uebel droht, Rettung oder Trost in Roth. an dem Herrn, und opfre Dank! Weih ihm jeden deiner Triebe! Seele, Gott, fei dein Gefang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh und fühl ich's wonnevoll, was ich tünftig werden soll. 317 Müh' und Sorgen; sie entflohn und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmer. zen, die ich leide, werden Segen mir und Glück Ries seln nicht im Pilgerlande Quellen auch im durrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht, aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mirs, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Lust mir und Vergnügen zu? Ifts, o Gött, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft Ueberfluß? 4. O wie viele frohe Tage floffen, weil mir nichts ge brach, ruhig hin und frei von Plage, frei von jedem Ungemach! Hatt' auch einer 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Geseg und Recht, dieſe starken, festen Bande für das menschliche Geschlecht, und des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Beistand hab auch ich; Gott, wie preif' ich würdig dich! 7. Dies gewährst du dies fem Leben, dieser kurzen Uebungszeit. O was wirst du, Herr, mir geben cinft in jener Ewigkeit! Ewig selig dort zu werden, schufft du mich; und schon auf Erden seh' ich's, fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. Mel. Nun banket alle Gott 41 411( 6) er du von Der Jugend auf mit Huld und Vatergute für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Ges 03 müthe 318 Pflichten gegen Gott. müthe denk ich voll Rührung quillt, mit falschem Trost nach, was du an mir gethan, nicht schmeichelt, die Jefu wie wenig ich verdient, wie Geist und Sinn nachahmt schwach ich danken kann. und in sich nährt, hast du von Jugend auf mich, guter Gott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte ja mein Fuß vom Tugendwege wanken; o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft, durch mein Gewissen, mich der schweren Rechenschaft. Lob Gottes. Leicht werden wir fein 412 Vmein tont dit, Mel. Mein Gott, das Herz. on allen An treuer Weltern Hand entfloh die erste Jugend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund, und machte redlich mir der Weisheit Schräge kund 3. Wie weit war ich viel leicht vom Tugendpfad ent fernet, hätt' ich durch ihren Nath nicht die Gefahr gelernet, zu der das Lafter führt! Raub, uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Man cher von der Last der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mich, die unter Blumen lauscht, verlegt, eh' man sie sicht! Herr, ein froher Lobgefang. 3u dir, Anbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Cank! 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht, wirft durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht, und, Gett, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist une Seligkeit: dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich 5. Doch 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nüget, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall deschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, haft du mich, guter. Gott, von Kindheit an gelehrt, 6. Die achte Frömmigkeit, die nicht in Micnen heuchelt, die aus dem Herzen Lied. Lob Gottes. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde fein; stets unser Herz voll Dankbarkeit fich deiner Güte freun. Das Te Deum. In eigener Melobie. err Gott 413 bon wir! Herr Gott, wir dans ken dir! Der Höchste ist Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit! Die ganze weite Schópfung preist, Gott Vater, dich! dich Sohn! dich Geist! Dich Cherubim, die Seras phim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Hei lig ist unser Gott, der allgewalt ge Gott! Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wun derbar bekehrten deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich Jefu Cbrist, des Vaters Sohn, I 319 und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! Prophet, du König, Reich nie vergeht! wardst ein Mensch, doch sundenrein, um uns von Sunden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes figeft du; mit Macht und Güte herrscheft du. O der für uns geblutet hat, du deß Du that, im Grabe låsseft du uns nicht; du kommst, du kommst und hältst Gericht. Einst sei im Himmel ew'ges Heil, mit allen Frommen unser Theil, hilf deinem Volke, Jesu Christ, und fegne, was dein Erbtheil ist! Leit uns durch unsre Prů fungezeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch sie erfüll stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines helles Licht; wer ihm ge horcht, der fündigt nicht und wer noch fällt und e bereut, der findet da Barm berzigkeit. Tie Erd' er füll', Herr, stets bein Ruhm so wie des Himmels Hei ligthum! Amen! 0 4 3 320 Pflichten gegen Gott. Recht zurück. Das Feld be lohnt durch dein Geheiß des dich- Landmanns regen Fleiß; es blühe Kunst und Wissenschaft, und Alles, Herr, durch deine Kraft. In unserm Staube flehen wir voll froher Zuversicht zu dir, zu dir, der uns im Hims mel hört, und liebreich unsre Freuden mehrt. Kein Wes sen ist vor dir zu klein; du willst sein milder Vater seyn. Von deines hohen Namens Ruhm erschall auch jest dein Heiligthum! Wie woht hast du an uns gethan! Nimm unsers Dankes Opfer an, und öffne deine Baters hand auch ferner noch für uns ser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Segens freun! Dann tönt einst lauter noch als hier, Gott, unser Dank, hinauf zu dir! Amen! In voriger Melobie 413( 6) bih loben treuen err Gott, wir! Herr Gott, wir danten dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält! Drum steig im hohen Jubelton, auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie du? Uns rufen alle Himmel zu: Der uns erschuf, ist groß, an Macht und Weisheit groß, an Huld und Liebe groß, ist unermeßlich groß! Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Unbeginn der Zeit! Doch wolltest du, und es geschah: zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wink mit Freuden an. Nie hob ihr Gleichge wicht sich auf, noch immer lenkst du ihren Lauf, und froh ist jeder, der es denkt: du bist's, der auch die Erde Mel. Mein ganzer Beift, Gott lenkt. Wie weiſe, groß und 414 Ertone, feiernder herrlich was dein Rath beschließt! Die Kronen sind in dei ner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Heldenmuth: und Alles, was du thust, ist gut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Ruh und mich gerufen. Glück, die Ordnung ud das 2. Wie groß ist Gottes Herrs Gesang, betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höh'ren Psalmen singen. Darum hat er mit den Hees ren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch Lob Gottes. Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde, Wie ers ausrief, da. be gonnen tauſend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen hohes Belt, die Himmel, über diese Welt für mich auch aus gebreitet; hat seiner Erde Lustgifild für mich auch lie In eigner Melodie. bevoll und mild bepflanzet 415 Lobet den Herren, und bereitet. nicht alle Wälder, alle Filder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wim tönt und schwebt der Sånger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen riesen, Winde wehin, Flüss' und Scen werdin Mcere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 321 Gute wird die Werke seiner Stärke stets erhalten; schůzs zend über mich auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! strömt aus meiner vollen Bruft, strömt hin, Empfindungen der Luft, den Gü tigen zu loben! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 5. Noch strah't mir an geschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmük ken. Noch strömt ihr Freudenquell für mich; noch ist sie fchon und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine König der Ehren! Laßt uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet beran; stimmet ein Freu denlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs Beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhålt in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unfirer Seclen gedenkit, geistlichen Segen in imm lischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zicht, wann zeitlich' Trubsal es krånket! 4. Lobet den Herren, de große Barmherzigkeit übet der, wann wir Menscher 05 322 Pflichten gegen Gott. mit Sünden ihn häufig be- mein Gemüthe mit seinem trůbet, noch mit Geduld reichen Troft erfüllt, dem göttlicher Gnade und Huld Gott, der allen Jammer uns trägt und Sünden ver- ftillt. Gebt unserm Gott giebet! die Ehre! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe besches ret, der und Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 2. Es danket dir des Himmels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unferm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Konigreich ist Alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein W Ithun geregnet. Denket daran, was der Allmächtige kann, wie er uns huldreich begegnet! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht läffet vergehn und vers derben, und nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewige Freuden låßt erben. 8. Lobet den Herren und feinen hochheiligen Namen! Pobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden: cr, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Mel. Allein Gott in ter Höt Heil und Frieden. Mit sei416, Chr und ner Allmacht leitet er, der Preis dem hoch ften Gut, dem Vater aller Büte, dim Gott, der so viel Bunder thut, dem Gott, der Herr, durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Benn Menschenkraft nicht Lob Gottes. nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an; der Allerbarmer neiget zu unserm Ungstgebet sein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst sollen meinen Lobgesang auch dei ne Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue fich! Gebt unserm Gott die Ehre! 323 und alle Himmel gehet seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Untlig kommen, und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, feine Kinder: singt zu seinem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! War wollte Gott nicht von Herzen licben? S. 3hr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Gögen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unferm Gott die Ehre! 9. Kommt, kommet vor ein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bee zahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Danklied, und geußt der Freuden viel in unfre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud und Leben uns aus seiner Gnade Doch größre Seligkeit ist dort bercitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, er neut zu seinem Bilde, ver klärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Hallelujah! Amen! O welche Seligkeit ists, sin sich freun; hier und einst im Himmet ihm ganz sich hi ligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, In eigener Melodie. 417 reis und Anbe Pr tung fei unserm Gotte! Dinn er ist sehr freundlich; weit über Eid' seine Kinder. 324 Pflichten gegen Gott. Mel. Jeju, meines Lebens Herz befleckt: 0 dann ließist 418 Schöpfer der er du mich finden Gnade, die zur schaffnen Hees re, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig meinen Dank von mir! lichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften ausgeziert: wunderbar ward ich gelitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gett, fi dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich haft du Ort und Zeiten für mein Daseyn auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Beifer Gott, ich bringe dir ewig und 4. Herr, du zähltest meine Thränen, ch' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merk: test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 6. O was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß ſo viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Zil hinauf! Mit des Himmels Erstges bornen, mit des Mittlers Auserkohrnen jauch ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. Vict. Wer nur ten lichen Gott 419 könnt' ich dich, mein recht preifen, wie du des Prcises wundig bist! Könnt ich dir ganz den Dank beweisen, den dies mein Herz die schuldig ist, dies Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt 5. Hatt' ich, Heiligfter, mir mit, was mir gébricht? mit Sünden mein verführtes Wer schůzet mich auf meinen Lob Gottes. 325 und dem Geifte Licht? Wer gibt zu meis nem Thun Gedeihn? Allgútiger, du bists allein. nen Wegen. Wer schenkt Dank und Ehre bringen, Troft so lange sich mein Herz bes wegt; und wird mein Mund einst kraftlos seyn: so stimm ich noch mit Eeufzen ein 3. 3u zählen sind sie nicht, mein Vater, bie Werke dei ner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch ch' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in fel'ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. 4. Du stårkst mir das geschenkte Leben, und läsfest es nie freudenteer: zum In voriger Wielobie. höhern Glück mich zu erhez 420 Gott, den alle ben, schickst du auch manche Trübsal her, doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. Wesen ehren, von dir kommt, aller Welten Pracht Was wir empfinden, schn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisheit Licht crforscht der größte Weise nicht. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freudenthránen mich gerührt, wie du mich) untir manchen Plagen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfft du mir treu und wunderbar! 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, und ihnen Lust und Wohlsyn schenkt; du bist is, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tránkt, du bist's, Erhab ner, dessen Kraft dem Frütting fine Anmuth schafft: 6. Wie sollt' ich denn nicht voller Freuden, bestándig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt' ich, auch im tüfften Leiden, nicht freudigtrauend auf dich schn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer syn. 7. Von deiner Güte will ich fingen, so lange sich die Bunge regt; dir will ich * 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farbin ſpilt. Der Blume Wohlgeruch und Pracht verfündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell 07 alles 326 Pflichten gegen Gott. alles Lichtes, der Sonne Gottes milde Gabe; nichts Wärme; gab ihr Schein; ist mein Eigenthum! Für du bist der Schöpfer des Gesichtes, und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt bellstrahlend in die. Augen fällt. das, was ich besige, wo durch ich andern nüße, gebührt dir, Herr, nicht mir, der Ruhm! 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Welten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über meine Faffung weit, geht, Schöpfer, deine Herr lichkeit. 6. So oft ich sie bewuns dernd sehe, führ' mich ihr Anblick, Gott, auf dich: und wo ich steh' und wo ich gehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst. 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! 2aß mich, mit dankendem Entzücken, dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner ſchönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Undacht weihn! Selbsterkenntniß und Demuth. Wel. In allen meinen Zbaten Das ich nur Guz 421 23 tes habe, ist 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine Huld. Durch dich allein gerathen mir meine guten an Fehlern bin Thaten; allein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun ers heben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider= fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor: gezogen? Bin ich auch ic mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe, der Huld, die ich besinge, und werd' es civig syn. Dies will ich nie vergessen, so werd' ich nie vermessen, durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwens den, was du mit Baterbánden mir gütig zugewandt: dies sei in diesem Leben mein eifrigstes dazu gib Verstand. Bestreben; und Demuth Selbsterkenntniß und Demuth. 327 In eigener Melodie. ihn redlich mir gestchn, und Hülfe flehn! ie leicht vers voll Vertrauen zu die um kenn' ich meis nes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Wahn, aus Stolz und Eigensinn nicht sehen will, wie klein, wie schwach ich bin! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Fehler kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir emport, zum Bösen reizt und meine Ruhe stort! 422 3. Entdecke mir der Tu gend wahre Größe und jes des Lasters Niedrigkeit und Bröße; daß nie sein Reiz mich blendet und verführt; daß immer nur der Tugend Werth mich rührt. 4. Nie laß, o Herr, mich felbft die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheblich finden! Gib, daß ich fie voll tiefer Scham bereu', und ernstlich auch den kleinften Febler scheu! 5 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich, von Eigendun kel frei, sie recht zu würdigen stets sorgsam sei! 6. Verhehl' ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stol. zem Wahn din Mangel mei ner Kräfte: so lehe mich 8. Wie manche That entspringt aus niedrem Triebe, aus Eigennuß und nicht aus Menschenliebe! Wie man= dhe That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, gefällt! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie find mein Glück, befördern stets mein Wohl: und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. Olehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhchle, und führe du, zu meinem wahren Glück, mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg versch. let, gern gut sein will, und bebas Böse wählet, leicht 423 ich dir biene; finnnig ist und nicht den Mel. In allen meinen Thaten ib, Gott, wenn doch thum sicht: so gib ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu scyn! Wer kann bei seinen Werken, wie oft cr fcblet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2 Such ich stets dimen Wil 328 Pflichten gegen uns selbst. Willen so cifrig zu erfüllen, 8. Sollt' ich mich deß erals es dein Wort gebeut? heben, was du mir, Herr, Trag' ich der Tugend Bürde gegeben? Hab ich zum Stolz aus Kenntniß ihrer Würde, ein Recht? Könnt' ich auch auch mer mit Zufrieden Alles üben, was du mir vors heit? geschrieben, wer bin ich? Ein unnüger Knecht! 3. Entzich ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft find die 424 Hist, von dein Mel. O Gott, du frommer Gott err, der du guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. ich Ulles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut, darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Náchfter nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, besige; bin ich drum mehr als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Züchtigkeit? Ach, Alles kommt von dir. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mångel mei ner Tugend, o Herr, ges denke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft fie Alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch, die zur Ehre, rein meine Tugend ware; weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unter: richten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich fehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsge schafte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schafft, daß ich dich wähle; du rufft mich), wann ich fehle, auf rechten Weg zurück: du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßung Glück. 3. Wenn mir ein größer Gluck nach deinem Rath begegnet und deine Gutigkeit mich mehr, als andre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden ste he, und andre unter mir in kleinerm Glücke she; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Selbsterkenntiß und Demuth. mein Nachster oft viel würs diger, ats ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten über beben? Was ich besie, ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich Nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum las mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes Wel. Wer nur den lieben Gott sorgen? Was ist, das den er bin treibt? Sich 425 Welche wich selbst recht kennen, ist Verstand, drum mache mich mit mir bekannt! t'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht felbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüglich anzu wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 329 4. Du kennest meines Her zens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gefinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann! 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiefen, geh, und ob ich auch im Glaus ben steh'! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Bater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwählet; so gib, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht, so tauſchen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt; so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich vers liert! Gib mir zur Behrung Lust und Kraft; du bist's, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan O laß michs nicht bis dahin. sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug und frei von Bahn und Selbstbetrug! Selbst. 330 Pflichten gegen uns selbst. Selbstliebe. Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergångs Mel. O Gott, bu frommer Gottlich Gut ist's, was uns se426 Dein Bille ift's, lig macht. Gott; ich 6. Ein Gott ergebenes Herz, ein unverleht Gewis sen, nur das kann mir allein des Lebens Last versüßen; das bleibt mir auch im Tod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. foll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schránke selbst den Trieb: froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grenzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge findlich scheue! Wer als ein Chrift fich liebt, der flicht auch als ein Chrift, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ift. 3. Kein schnöder Eigen nug beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn. auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leis det, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! Der Erde Reiz entflicht ja doch im Tod auf ims mer. Was hilft uns turze 7. O selig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Stück, Gott, deinen Beifall achtet, der liebt allein sich recht; der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst voll kommne Seligkeit! 8. Dies sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringent Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt, gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefält! Sorge für die Seele. Mel. Kommt her zu mir, err, meiner 427 ßen Werth, den mir Ver nunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich foll den größten Eifer lenken! 2. Wit Sorge für die Seele. 331 2. Wie huldreich hast du in dir, Gott, ruhig leben; uns bedacht; wie viel hat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein Bild zu seyn, und haft, in uns es zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben! 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich die ses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit der einst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich auf diesem Pfade väterlich zu jenem Biele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld mir zug dacht, verlieren! 5. Mit dir, o Gott, ver: eint zu seyn, mich ewig dei ner Huld zu freun und dich zum Trost zu wählen: das Fei mein 3ict und mein Be= mühn! Laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen! 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe felbst, Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsat keine Pflicht entwelht, für Alles Gute glühet! 7. Wie werd ich dann fo felig seyn! Schon hier werd' ich mich deiner freun, Mel. Es ist das Heil uns 427( 6) ach meiner Scele Ce ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzus gehn, muß reines Hers zens werden. 2. Erst, wann die legten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden, und die Bahn der Cünde meiden wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Chriftum zeiget. 3. Du rufest uns zur Hei ligung; drum soll schon hier auf Erden mic meines Herzine Bifferung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Luft und Trieb; nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewann ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Luften wohlgefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was hulfen Glück und Schage mir, was Macht und Glanz, wenn 332 Pflichten gegen uns selbst. wenn ich dafür mein ewig gelingt mir mein Bemühn? Heil verscherzte? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, cin Nege bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn' ich hier? 5. Was führt mich, zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Roth und Tod noch ger ben? Nicht Menschengunft; nicht irdisch Glück, nur Got tes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich bor allen Dingen trachten, mich immer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend ach ten! Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht vor dir besteh', ſei meine größte Sorge! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 428 Hier ist noch unfre in jeder Prüfung fei! pier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrict, die die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch bòfes Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land, Drum hute dich Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit, und flich den Schlaf der Sicherheit. 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein, oft ihre Lafter künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, beit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jeſu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf die beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stárke mir verleihn, daß ich unüberwindlich treu, o Herr, 3. Mein Vorsaß ist: ich will ihn fliehn! Doch, wie Der Sündendienst scheint zu erfreun, und ens digt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein guz ter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde fei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. 3war ist mein Glaub' oft klein; doch du, du star ter Feld, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübfal Sorge für die Seele. 333 fal auf mich Angst mich bringt, und sem eicht sich anvertraun. überall um Denn die folgsam darauf ringt, bleib ich doch stets schaun, ihre Hoffnung dar in deiner Hand, und balt auf gründen, werden Heil in jeder Prüfung Stand. und Leben finden. Du, du bist durch den Blauben mein: nun muß mir Alles heiljam styn. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sklav der La fter ist. Ich will nicht zagen. 3ns Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger feil Mel. Freu' bich sehr, o melne 429 Lehre ehre mich, Herr recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei, meinen Fleiß darauf zu lenten, steh mir selbst mit Gnade beil Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unfre Scelen sich, Herr, dei nes Wortes Licht nur allein zum Eitstern wählen mit festir Zuversicht dies und 3. Weisheit ist es, dar nach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler ſebn, reuig fie vor Gott geftehn; cifrig stets nach Behrung streben, und doch nie sich tolz erheben. Y 4. stum Weisheit ist es, Chriehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seiz nem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert; fern sich halten von den Freuden, die der Sündindienst gewährt; titlen Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; nein, nach bessern Gütern trachten, 6. Weisheit ist es, Got tes Gnade sich zu seinem Biet erschn, und auf seiner Wahrs heit Pfade diesem Glück entgegen gehn: gern auch Got tes Willen thun; froh in seis nor 334 Pflichten gegen uns selbst. ner Fügung ruhn, und, wann den Prüfungen von Gottes Beiden uns befchwerin, hof Hand noch betreffen werden. fend mit Geduld ihn chren. Der fällt leicht, dem es daucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ift, vergcht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; feine Blicke unverwandt nach, dem ew'gen Vaterland rich ten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Dieſe Weisheit ist auf Erden, Hochster, unfer best 8 Theil. Die von dir geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! verleibe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens kiten! 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch Lift bethore. Wach und sieh', daß dich nie die Verführer fållen, die dir Nege stellen. 6. Wach' und hab auf dich wohl Ucht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Luft erwacht, schimpflich überwinIn eigener Melodie. 430 Mache bich, mein de. Sie betrügt und befiegt le cht den, 4. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott låßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest; in Versuchung falleft. wache, bet und flihe, daß auch in der bösen Zeit feft dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Verfuchung kommen. 2. Sage nicht: ich habe Beit; jest noch darf ich Ichlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh', der Lob, der bir drobt, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 3. Wache! dir ist unbe kannt, ob dich nicht auf Er fest zu stehn sich schmeichelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen: das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch seine Gnade, auf dem rechten Pfade. 8. Drum so will ich im merdar wachen, beten, flee hen, um in jeglicher Gefahr glorr.ich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone. Mel. Sorge für die Seele. 335 auch noch unterstügest bestehen, er sei so schwer. Du mich, mich selber zu bes kåmpfen, der Lüfte Macht zu dåmpfen; ich siege, Gott, durch dich! Vel. 3euch ein zu beinen Theren 431( a) Mich nich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn: das Gute zu vollbringen, die Sünden luft zu scheun; muß ich mit edlem Muth mich auf den wagen, mir Mel. Alle Menschen müssen ( 6) manden Bunsch versagen 431 U nser Wandel und jedes falsche Gut. ift mel! Köstlich Wort, wie strömst du mir, umringt 2. Ich soll kein ucbel fliehen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unterziehen; soll mit Entschlos fenheit da, wo Gefahren find, auch die Gefahr nicht Scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Se= der Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, imer näher zu. Wort, wie hoch erfreueft du! 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherrchung Kraft? Wie schwach find meine Kräfte! Wie Start die Leidenschaft! Du, Bater kannst allein zu meincm treuen Etreben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleihn! ( 4 Auf jeden meiner Triebe, laß, Herr, mich achtsam seyn; laß mich die Eigenliebe und jeden Dün kel scheun! Will Wollust, Born und Geiz mein schwa: ches Herz berücken, hilf mir fie unterdrücken, besiegen ihren Reiz! 5. Auf dich nur will ich schen; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir 2. Haltets feft ihr theus ren Bruder, haltets feft dies werthe Wort! Nichts schlag' eure Hoffnung nieder! wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; viele schon ere griffins, vicle! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreif.ns auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pil ger müssen, blibet wacker, feyd nie laß! Etets des hos hen Zwecks befliffen, wacht und Empft ohn' Unterlaß! Feinde ftebn an curen Wegen: Stürme toben euch entgegen; Nibel, Klüfte, " Felsen drohn; fast nur muth: groß ist der Sohn. 4. Was kein Auge je gee sehen, was fein Ohr gehöret hat 336 Pflichten gegen uns selbst. hat, was kein Herz hier zu beschügen, gibst du mit miterflehen je sich unterwunden der Vaterhand die Mittel, hat, das, das hat Gott dem die uns dazu nügen, und bereitet, der hier tapfer zum Gebrauch gibft du kämpft und streitet. Drum Verstand. Dir ist die Sor verlaße nicht eure Bahn ge nicht zu klein: wie sollte Jesus selbst ging euch voran. sie denn mir es seyn? 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf mein Geist, ermúde nimmer! Schon seh ich des Bieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, und getragen ist das Joch. 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit sei nen Leib beschwert? Ift nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlfeyn stort, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deis ner Ruh; du zogft dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und als le Glieder mich zu bewahren gsam seyn! Druckt mich die last der Krankheit nie: der; so flöße selbst Gedulb mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 432 Des Leibes war Mel. Wer nur den lieben Geit ihn nähren, das ist, o Schopfer, meine Pflicht. Muthwillig feiren Vau versehren, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 2. Sollt ich mit Vorsag das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt' ich gering in Kunstwerk schäßen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu 1 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Bei bes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geseß mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein der Endzweck meiner Sorge seyn! 8. Mein Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 337 zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüften ftrebt. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß fie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. Mel. Wer nur den lieben Gott 433 Reiz zu wis er Wolluft Höchster, derstreben, laß, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleb ich de muthsvoll zu dir; o schaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wolluft fürzet unfre Tage: fie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plagen sind Früchte die fer Leidenschaft. Der haßt fich selbst, der Wollust liebt, und sich in ihre Feffeln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke: schwächt den Verstand, der Seele Licht; erfickt den Eifer cdler Werke, den Ernst, die Luft zu jeder Pflicht: führt Rene und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch finkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, 5. So schimpflich sind der Wolluft Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; fie find vor dem Gewiffen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt ,, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel er ben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu fein mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen böfen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteb', und fiets, dawider mich zu rüsten, auf dich, Allgegen wärt'ger, seh'! Wer dich, Gott, vor Augen bat, flicht auch verborgne Missethat. 433) In eigener Melodie. ei, aller Wolluft Reiz zu wehren, o Mensch, ein Freund der Nüchternheit! Laß Speif und Trank dich nie beschweren und steure deiner Sinnlichkeit! Sei deiner Schwachbeit dir bewußt, und meid' oft selbft erlaubte Luft! 2. Um rohe Triebe zu verhüten, sei schamhaft ge P gee. 338 Pflichten gegen uns selbst. gen deinen Leib; laß nicht That vollbringen? 3ft, dein Auge dir gebieten, der's nicht thut, schon tuflieh' eitlen Scherz und Zeit- gendhaft? Nein, auch den vertreib! des frechen Wiß- Trieb soll ich bezwingen, lings freier Scherz ernie- den Hang und Wunsch der drigt und verdirbt das Herz. Leidenschaft! Nicht unser 3. Entzieh' der Wollust Wandel nur soll rein, auch ihre Kräfte durch Fleiß unfre Seele soll es seyn. und edle Thätigkeit! Der Keuschheit Schußwehr sind Geschäfte; die Trägheit nährt die Sinnlichteit. Bei Spielsucht und bei Müßig gang beffegt uns jeder böse Hang. 4. Willst du den Trieb der Wollust dämpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekämpfen, fobald er sich in dir empört! Hast du ihn nicht schon früh erstickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. 5. Oft täuschen dich des Lafters Triebe, und du erblickft nicht die Gefahr; oft wird zu unerlaubter Liebe, was Anfangs nichts als Freundschaft war; ein langer Umgang macht dich dreift, und du vergißt, was Unschuld heißt. 6. Dein fühlend Herz wird sichs verzeihen, daß es des Lafters Triebe nährt; es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird kleine Fehler übersehn, nnd so zu größern übergehn. 7. 3fts Sünde nur, die 8. Die Lüfte find es, die uns schänden, und sie verleßen unfre Pflicht, auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht, so lange nicht dein guter Geift der Lüfte Herrschaft dich entreißt. 9. Denk oft den mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück, und werfe, fängst du an zu wanken, auf Gott und Zukunft deinen Blick! Dir gibt dein ganzer Lebenslauf sie nicht zurück, gibst du fie auf. 10 Drum fliche vor der Wollust Pfade, und lockt dich schmeichelnd ihre Bahn, so rufe brünstig Gott um Gnade und Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Fall; du fällft gewiß mehr, als Einmal. Mel. Werde munter, mein 433tandhaft ſei, o Gott, mein Wille, züchtig stets und keusch zu seyn; in der linschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freun! Reine Freuce dieser Welt, wenn Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 339 wenn sie noch so sehr ge- Heil und Segen; himmlifällt; laß mich wider mein sche Zufriedenheit leitet auf Gewissen, wünschen, suchen der Unschuld Wegen mich zu und genießen! größrer Seeligkeit. Reinen Herzen fließ der Quell feder Wonne rein und hell und fie können feft vertrauen, Gottes Antlig einst zu schauen. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte, die so reich und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Beften nur gebeut dein Gefeß Mel. In allen meinen Thaten Enthaltsamkeit, Zucht und 434 Was ist mein Ordnung im Genusse, MäBigung im Ueberflusſe. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unfer Alter darf fich freun. Auch die Freude, Gott, ift Tugend, aber hei lig muß fie feyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte soll ich scheuen, und die Seele nie entweihen. zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben! Ein unschäßbares Gut. Du gabft mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Bruft toben nie der Reue Schmerzen, wohnet Nuh' und wahre Luft. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. O so will ich ernstlich freben, reines Herzens fets zu seyn; teusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüfte scheun. Keine lodung täusche mich, und mein Herz ergebe fich keiner schändlichen Begierde! Rei nigkeit fei meine Zierde! 6. Dann umgibt mich 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn fie wohl gedeihet, wird reich die Aernte seyn. Je länger ich hier lebe, und gut zu hanbeln strebe, ie größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der fünft'. gen Nerntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben, dir soll ichs wieder geben, wenn du gebeutft, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krankheit flürzet, das Leben leicht P2 vers 340 Pflichten gegen uns selbst. verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehen; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu haft du mirs verliehn. 6. In deine Vaterhände befehl ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es fei mein ganzes Leben dir hier zum Dienft ergeben; bilf du Aur felbft der Schwachheit auf! 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben Gott 435 Wie mannigfal tig find die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärten und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freunds lich, Gott, du bift! 2. Du fegneft Auen und Gefilde mit nnerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dankbar sei. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibft noch mehr, bu gibst uns auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß, zum Wechsel im Genuß, ift deiner Gaben Ueberfluß! 4. Drum will ich mäßig im Genusfe der Gaben deiner Güte seyn, und nichts von meinem linbeifluffe durch niedre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. 5. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren, ift schimpflich, ziemet Chriften nicht. Gott gibt fie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ift's, das mehr den Geist entweibt und schwächt, als robe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streits macht treulos im Berufsgeschäfte, raubt des Gewiffens Seligkeit: sept zu den Thie ren uns herab, und stürzet vor der Zeit ins Grab. 7. Ach, mancher starb schon längst und mobert durch Trunk zu früh ins Grab geftreckt, von Gott zur Rechenschaft gefordert, mit Schmach im Grabe noch bedeckt. Gott, laß mich ia dies Lafter scheun; enthaltsam, mäßig, nüchtern seyn! 8. So oftich Speif' und Trant genieße, so laß es mit Bernunft geschehn, und, daß ich Arbeitsamkeit und Berufstrene. 341 ich beides mir verfüße, mit jenes leben sehn, wo wir Dank auf dich, den Geber, fehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibft! nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. Mel. In allen meinen Thaten um Fleiße ward Arbeitsamkeit und 437 3m lede wor Berufstreue. Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, Mel. O Gott, du frommer Gott 436 Dbaft uns, so folgt dem Fleiße Segen; Herr, die er uns Pflicht zur Arbeit auferle- Freuden zu. get, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müssiggang verhaft: für uns des Unheils Quell, für Andere der Laft. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich be. quemen, und Bürden des Berufs entschloffen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Urbeit Schweiß beneßt: woblauf! du haft mich selbst in den Beruf gefegt. 3. Bewahre nur mein Serz vor eitlen Nahrungsforgen! Gib mir mein täg. lich Brod, und sorge du für Morgen! Ich will an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuverficht in beiner Fügung rubn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werte meiner Hände, den Anfang segne bu, beglücke du bas Ende! Laß mich bei jeder Laft auf 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Ge. schäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns fü> ßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbften Schmerz. 3. Er hilft den Hang bes fiegen zu sündlichem Vergnügen. Was mehr, was fets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüzzen, das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden: du gabft der Kraft uns viel! Dich, unfern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, fei immer uufer schönstes Ziel! 5. Wenn Andre troftlos lagen, dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauren müssen; dann spricht 3 und 342 uns das Gewiffen getroften Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einft viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichen Früchten stehn, wenn Taufende fich freuen und heißen Dank uns weiben; wie ift dann unser Lohn so schön! Pflichten gegen uns ſelbst. Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gebe, die mir dein heilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müssiggang und Trägbeit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich ſoll, gestärkt durch und mit Mel. Es ist das Heil uns ott ift's, 438 Gas Vermögen Freuden, daß ich in mei1 nem Stande treu, und meis nen Brüdern nüßlich ſei, und dir zur Ehre lebe! schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt fie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen fimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, bem gibt er auch auf Erden vom Irdiſchen mit mil. 439( a) 3icht zum Mel. Schon ist der Tag von Gott Our Arbeit der Hand so viel, beim Fleiß in feinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und teine Mißgunft schade. Mit feinem Schuß bedeckt er sie, und fegnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Troft und Hoffnung. 6. Set überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir! hilf, daß ich sie vollende zu deines gro ßen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Müssiggang, find wir, Herr, auf Erden; drum laß auch mich mein Lebenlang durch Arbeit nüßlich wer den! Gib mir Verstand und Luft und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Werk hier zu verrichten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, bein Wille. O flöße felbft den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle; bilf, daß ich Arbeitsamkeit und Berufstreue. 343 ich stets an Willigkeit, an ich thu, mein Heil, dein Einsicht und an Tüchtigkeit Wohlgefallen, so werd' ich zu meinem Amte wachſe. mit Gewissensruh' auf ebnem Wege wallen! Denn wer, dir, Heiliger, mißfällt, was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren Schä#gen? 3. Laß auch vor träger Weichlichkeit mich stets mein Herz bewahren! Laß mich, wenn es die Pflicht gebeut, nie meine Kräfte sparen! Wann sie ermatten will ich durch reine fille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. nur, 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises Allmachtswort erschuf, doch eine Leiter werden worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Würden steige! 4. Gib Weisheit, Herr, und laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen und mit Versäumniß meiner Pflicht verschwenderisch verbringen! Das müffe mein Vergnügen feyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget! mit 5. Ein beil'ger Trieb belebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, Freuden zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie beftrickt. Gewissenhaft handeln; mein Leben bei nem Dienst zu weihn; so nüßlich, als ich ich kann, zu seyn; das sei mir Ehr und Reichthum! zu 7. Mir sei bei Allem, was Vel Allein Gott in der Höh 439( 6) 1118 ns ftrömt aus deiner Segenshand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum See gen. Durch dich firömt rings aus der Natur Gedelhn auf jede Kreatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir fommt Weisbeit und Verstand; di machst die Reiche blühen; du führeff Weise in das Land und segneft ihr Bemüben; du gibft dem Geifte Thätigkeit; du bift's, der jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entleguen Völkern her, P 4 das 344 Pflichten gegen uns selbst. damit gesegnet werde mit Würdigung und weiser allen Gütern deiner Hand Gebrauch der irdischen bas fernste Volk, das Güter. fernste Land und deine Liebe preise. be u zeigeft ihren Wir. 440 4. Du tungskreis den Bürgern dieser Erde, daß jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nüßlich werde. Daß jeder, den dein Wink erschuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis' uns brauchen unsre Zeit, nach unsern besten Kräften! Hilf nüßlich werden jedermann, wenn Rath und That ihm Helfen kann zu seinem beffern Glücke! 6. Wie du für Alle Vater bift, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Troft begehrt, find' er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater per erfreut, verbreitest deiten Segen; du rufft: zum Segnen feid bereit, Brüdern gebt gern entgegen! Bie du bie Lieb und ift, so fel ein jeder, Güte der Chrift nach Jesu Christo ennet! Mel. Es ist das Heil uns. err, laß mich V och gewisſen haft mein zeitlich Gut verwalten! Gib felbft mir Weisheit. gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in fener Welt an ew'gen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir, es ift dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen; du gabft es mir zum wahren Wohl. So bilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 3. Was ist das mir ge schenkte Gut? Vergänglich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Ulebermuth dadurch verleitet werde! Nie reiß' ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergeffe! 4. Was bülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu setzen, was meiner Seele Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt? wie strafbar würd' ich handeln? 5. Mein Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 345 5. Mein erstes Trachten baß fie mein Abgott wersei allhier nach deines Gei- ben! Oft fehit beim Ueberfes Gaben! Wie reich bin fluß doch die Zufriedenheit, ich, o Gott, in dir, wenn und was ist ohne fie des ich nur dich kann haben! Lebens Herrlichkeit? Hab' ich nur, Höchfter, teine Huld, bin ich voll Glaus ben und Geduld, was fehlt bann meiner Seele? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche ftillen? Es steht ja sein Befiß nicht stets in unserm Willen; nicht fiets wird's dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt: und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gnt, das unfern Geist wahrhaftig soll beglükken, darf nicht vergänglich sepn, muß für den Geift sich schicken. Der Thor bat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr: er darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewiffenspein tann Reich thum nicht erlöfen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 7. Lepr du mich weife Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabft; nein, in der Zeit es nüßlich anzuwen den! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, bes Lebens Müb' erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich ftets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Ird'schen lenken: daß selbst von Gütern die fer Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärnte! Mel. O Gott, du frommer Gott. 441 aß mich doch nicht, o Gott, den Schätzen diefer Erden, so meine Neigung weihn, 4. O Gott, so wehre boch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nie das zu sebr zu lieben, was man mit Müh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden! Sonft Alles, nur nicht dies, kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein; dies folgt mir aus der Zeit, zum felighten Ge winn, bis in die Ewigkeit. 6. Was find, wenn dieses fehlt, die herrlichsten VerP 5 gnü 346 gnügen? Nur füße Träume find's, die unsern Geift betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Geiftes, Kraft, zu ew'gen Gü tern hin! Pflichten gegen uns selbst. Goit gibt jeden Tag mehr als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. So fährt die Seele felig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. 442 3% Mel. Wer nur den lieben Gott ch bin der reich ste Mensch auf Erden: ich hab genug; Mel. Kommt her zu mir, spricht drum hab ich viel! Ein An- 443( a) er fich mit drer mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott bescheert, dem ist der größte Schaß gewährt. der Tugend weiht, ist auch ein Freund der Sparsamkeit: er scheut sich, zu verschwenden. Du, Vater, du beglückteft ihn, nun sorgt er, was du ihm verliehn, flets weislich anzuwenden. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern: wer sich begnügt, ift nimmer leer Viel bleiben arm bei großen Gütern: denn fie verlangen immer mehr: und wer sich felber nicht befigt, hat einen Schap, der Niemand nüßt. 2. Dies Gut ist nicht sein Eigenthum; er soll es nur zu deinem Ruhm mit Redlichkeit verwalten. Er weiß es und voll Dankbarkeit forgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, damit wohl hauszuhalten. 3. Ein Geizhals hat bei feinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er bats, und darf sich boch nichts nehmen, weil er sich's immer felbft verbeut: mehr als sich selbst liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist immer mäßig im Genuß erlaubter Sinnenfreuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut; doch trügend Spiel und Ueppig feit heißt ihn die Klugheit meiden. 4. Er suchet, was sein Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genügfamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Bufriedenheit, und denke: er Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 347 er weiß, der Wechsellauf der Vater, immer méin Ruhm, 3eit bringt mangel oft und Dürftigkeit und mancherlei Gefahren. 5. Doch nie verlegt er seine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er spart mit mildem Herzen. Wie rührt ihn seiner Brüder Noth! Er theilt mit Hungrigen fein Brod, er lindert Gram und Schmerzen. 6. Er hilft im Stillen, wo er fann; was er durch Sparsamkeit gewann, wird zu der Menschheit Segen. Ihm ftrömet Dank und Freude zu, und froh kann er sich einst zur Ruh des Grabes niederlegen. 7. Sollt' ich, o Gott, nicht sparsam ſeyn, nicht, weislich die Verschwendung scheun, den Mißbrauch dei ner Gaben? Ja, heilig sei mir diefe Pflicht! Ich kann zu dir dann Zuversicht auch selbst im Mangel haben. Mel. Wann mein Scundlein 4435) Nas, Herr, nach eitten Ehren mich niemals geizig seyn! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nic blende mich der Schimmer des Ansebns vor der Welt! Nur das sei, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfadez verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Besiß von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich seßen; fie find doch Eitelkeit; sie find doch nur des Thoren Glück:' verlaffen uns im Tode, und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äußre Würde verblenden meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde bin! Verdienst und Tugend fet allein der Ruhm, nach dem ich ringe, nur er bleibt ewig mein! 5. Dich kennen: meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu' verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und jberall mein Christenthum nach Ze. su Beiſpiel üben, das fei mir wahrer Ruhm! 6 Es fei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimi für die Ewigkeit; und o dein Beifall lohnet mich mit Zufriedenheit. 7. Wenn einst die ernfte Waage du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergeltungstage der Thaten Werth beslimmst; dann müsse meis P6 nem 348 nem ew'gen Geift des Himmels Krone werden, die mir bein Wort verheißt! Pflichten gegen uns selbst. Mel. Auf Christenmensch Lohl dem, der liebt, als Schäße dieser Erben! Wohl dem, der fich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, fich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ift es, Gott ver wehrt uns nicht, hier Güter zu befißen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit fie zu nüßen. Sie dürfen unfer Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb feyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele fchmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got tes Reiche trachten; ist diefes eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt ber Tugend Liebe, und machet der Vernunft zum Spott, ein elend Geld zu beinem Gott. 5. Der Geiz, fo viel er an fich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie fönnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohl. that Freuden schmecken; und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Bater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsſest dich des Goldes Reiz, ibr Herz zu bilden, hindern, und glaubft, du habft fie wohl bedacht, wenn du fie reich, wie dich gemacht. 9. Du haft ein richterliches Amt; und du wirft dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an die sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geift, die Wahrheit frei zu lehren; du schweight, wann fie dich reden beißt, ehrft, wo du nicht sollst ehren, und wirst um Weiser Gebrauch der Lebenszeit. um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern' und base. Ein weises Herz und guter Muth fei meines Lebens gröstes Gut! Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 445 Dugabst mir, fes Leben nicht für den Augenblick der Zeit: du haft es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier ist der Vorberei tungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenkteft mir Verstand und Willen; die Wahrheit 311 erkennen, Licht, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen und lehr test selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl, und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gosseft war auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmückteft durch dein mächt'ges Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabft mir der Sinne fein 349 Gefühl und auch dadurch der Freuden viel! 4. Doch einst muß ich dies Leben schließen; weil dies mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöff' ich ihrer nicht. Jch soll der Sinne Lüfte fliehn, wann fie mich zu der Erde ziebn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wolluft, Ehr' und Gold Mensch so lüstern geizt; nie nicht trachten, wornach der scheuen, was die Pflicht ge. es auch voll Bitterkeit. 6. Dein Unterricht fei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Genuffe dieses Lebens einft auch zu jenem tüchtig ſei! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese furzen Uebungstage Gott und der Tugend ganz zu weisn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum beßren Leben führt! den Hang zur Sünde, die 8. Wohl mir, wenn ich Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die meinem Herzen Neße stellt, wenn ich: o P7 fe Pflichten gegen uns selbst. 350 feliger Gewinn! als Sieger dort gekrönet bin! 9. D gib mir beines Gei fles Stärke, der du in Schwachen mächtig bift, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch so finnlich ift! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gefun den Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn, und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben sehn; damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei! Mel. Wer nur den lieben Gott 446 S8 eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebeft, Mensch, herbei; erkauf die Zeit, und statt zu klagen, fie sei zu kurz, gebrauch fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: fie flieht! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zwedk, ver. ichiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfft so sicher Jahre weg. Bist du, zu kühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Glück einst zu befigen, sollst du des furzen Rebens Zeit als beine Saateit, weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ift Noth! Was säumest du? 4. Drum eil' und rette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! Set wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne die ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gots tes Reiche hier gestrebt, in Gott- gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben fagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörft du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Baterhände befehl ich meinen Geift, o Herr! Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 351 Herr! Er schwingt sich nicht deine Pflicht erfüllft; über Grab und Welt zu dir, wann ſeine Hütte fällt. Mel. Wer nur den lieben Gott Mo eilt ihr hin, 447 W thr Lebensftunden? Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von mei ner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. du haft den Tag nicht überflüffig, den du so frech verschwenden willst. Wiff', ein Verluft, der ewig reut, ift der Verlust der edlen Zeit. 6. Gib dir von einem jeden Tage, den dir Gott schenket, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg' ihn auf die Waage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? Haft du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern tann? 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geift, ermuntre dich! Dies sei dein Gram, dies fei dein Kummer, daß man, cher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augenblick 7. Herr meines Lebens, sei doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, fo leb als Chrift ich tugendhaft; fo bank ich dir in Ewigkeit für die bringt keine Reue dir zurück. mir hier verlieh'ne Zeit. 3. Der Thor durchlebet feine Jahre, eh' er des Le- Mel. Wer nur den lieben Gott bens het früher sich der Bahre, 448 Blick bin in die als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Men schenleben werth, das un genüßt vorüberfährt? vergangnen Zeiten, mein Geift, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitelkeiten, der Tugend dich alLein zu weis'n. Nur fie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück Zufriedenheit. 4. Mensch, sei ein Mensch! Fang an zu leben und nüßlich für die Welt zu seyn! fang an, dem Guten nachjuftreben, bring das Verfäumte doppelt ein, daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtnis lebt! 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Frenden, womit dich feine Huld erquickt; doch dank ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles was er an dir thut, ist weise, fteté, ift ewig gut. 3. Ver5. Sei nicht den klein flen Zeitpunkt müffig, da du 352 Pflichten gegen uns selbst. 3. Vergiß nicht, wie er Genügsamkeit und dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht: dir Zufriedenheit. schenkte, was dir wahrhaft nüßte, oft eb ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je bein Wunsch von ihm be. gehrt. 4. Denk an die hingefloß. nen Stunden, die der Allliebende dir gab. Sind fie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ift die hier verfloßne Zeit Gewinn bir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Neue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel bir zur Weisheit seyn. 6. Ermanne dich, dies kurze Leben dem weifesten Gebrauch zu weih'n; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Samen auszustreun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Nernte dich erfreut. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Rub' in das Vergangne bin, und freueft dich der Seligkeiten des Himmels mit entzück tem Sinn, der Wonne, die bort den umgibt, der hier Fich treu im Guten übt. Wiel. Wie groß ist des Allmächt'. 449 u klagft und Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst, du ftrebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebt. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren, doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht haft. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Laft. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er fets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Wilft du zu denken dich erfühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufrie Genügsamkeit und Zufriedenheit. 353 Glück. friedenheit; beforge deines du? Wenn er dich nährt, reStands Geschäfte und nüße giert und schüßet, was febdeine Lebenszeit. Bei Pflicht let dann noch deiner Ruh'? und Fleiß fich Gott ergeben, 4. Du prangeft nicht in ein ewig Glück in Hoffnung hohen Würden; beneide fehn, dies ist der Weg zu nicht der Großen Ruh' und Leben. Herr, leh. Sie seufzen unter schweren re diesen Weg mich gehn! Bürden; und oft flürzt fie ein Augenblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich be= darf, und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz bestreben, die Unzufriedenbeit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz fich üben, Gott, deiner Büte sich zu freun; dich ehren, dir ver. traun, dich lieben, müff' ewig meine Wonne seyn. In voriger Melodie. ntebre nicht mein Herz, mit Klagen, den Gott, der dich zum Glück erfchuf! Des Lebens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ift dein Beruf. Erbulde standhaft die Beschwerden, die feine Klugheit hindern fann; schaff nur, daß fie dir heilsam werden, und bete Got. tes Willen an. 2. Gott selbfit hat dir dein Loos beschieden; nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand! Erfülle jede Pflicht zufrieben, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir Mel. Wer nur den lieben Gott. Munterfeit und Kräfte, und 451 Jott zufrieden, nährt und stärkt fie väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte und ihr Gebrauch ist Glück für dich. mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden: fein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Er weiß allein, wodurch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werden. 450 3. Hat andern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf bies wohl deinen Neid erregen? Dent: wer ift Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht beffer, was dir nüßet, und deinem Nächsten frommt, als 354 Pflichten gegen uns selbst. Erreicht er diesen Zweck an terhand; nicht, wie wir's zu mir, so bin ich ruhig und wünschen pflegen; nur wie vergnügt mit Allem, wie ers er es heilsam fand. Auch mit mir fügt. mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zuges messen. 3. Muß mir die Freudensonne scheinen: so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübfal weinen; so nehin ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ift Alles ewig recht und gut. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt cheint mir freu 4525 thun, Leben, freudenteer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Streben, reich zu seyn, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg' und Plage. 2. Lernt ich mäßiger begebren, mäßiger in Bünschen seyn, jetzt genießen, dann entbehren: glücklich würd' ich seyn! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufriedenheit: wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend grünbet. 5. Ringet um der Tugend Willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geißlesheiterkeit. Gram, im Herzen tief verschlossen, macht zu jeder Pflicht verdrossen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben reblich meine und findlich vir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! 4. Gott vertheilet feinen Segen stets mit weiser VaStreben nach Herzensund Gewissensruhe. o wie 453 Non, nicht In eigener Melodie. icht auf den 0 Höh'n, in den stillften Gründen bift, süßer Friede, du zu finden, der Paradiesespal men trägt! Dein Reich ift nicht der Welt Getümmel; du herrscheft fegnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Chrift? Hier weis len Streben nach Herzens- und Gewissensruhe. 355 len Kampf und Streit und 3. Welch ein Gewinn, Mühen, willst du ins Land wenn meine Sünde schweides Friedens ziehen, so ler get, und Gottes Geift in ne, wo der Himmel ift. meinem Geifte zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 3. Nicht Alle, die zu Chriftus fich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, find würdig, auserwählt zu seyn. Drum fuchen viele falsch bienieben, in Gold und Ehre ihren Frieden, und geyen nicht zum Himmel ein. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Difteln Feigen le fen; und bringt der Dorn auch füßen Wein? Die Welt fann dir mit nichhten geben, was fie nicht hat. Das rechte Leben büllt ftill in frommer Bruft sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten: vann haft du, was dich till erhält. Laß toben Schrecken und Gefahren; du fannft nur Himmlisches bewahren! Das Andre aber, das zerfällt. 4. Und diese Ruh', den Trost in meinem Leben, sollt' ich für Luft, für Luft der Sinne geben? Dies laffe Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ift's; doch welch Vergnügen wird fie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu fich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Luft entbrennen, doch, Dank sei Gott! ich schüßte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz verfüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im schwersten Kreuz mit Freuden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriedIn eigner Melodie. 454Befis ich nur ein nes Herz. rubiges Gewissen so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dies fei mein Theil! Dies soll mir niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 9. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wonach so ängstlich niedre Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gu 556 Gute thut, hat Ruhm bei Gott. Pflichten gegen uns selbst. 11. Im Herzen rein, hins auf zum Himmel schauen, und sagen: Gott, du Gott, bift mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann grö-, Ber feyn? 12. Wenn Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was fann alsbann dir deinen Tod verfüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Chrift, der diese Rub empfindet, und der sein Glück auf das Bewußt. feyn gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ift! 14. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, deffen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. 455 DTb Mel. Nun banket alle Gott u, der so gern beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer von dir an Vaterhand geleitet, nur dann fich glücklich fühlt, wann er zu dir fich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt. gern erhebet: wenn er die Freude kennt, dir näher, Gott, zu feyn, erstaunt, fich deiner Macht und deiner Huld zu freun. 2. Wie felig, wenn sein Geift zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und 3. Wie selig, wenn er felbft der Erde kleinre Freu den mit Maaß und Weisheit wählt! Jhr lebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh' erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich leberdruß. D 4. D, gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn fie nach Freude strebt, nie iene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brußt, durch Lafter nie entweiht, nur für die reine Luft! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müffe nie vor meinem Scherz errös then! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Rub' mich freun; doch keinen Augenblick den falschen Freuden weih'n. 6. Vernunft und Tugend seid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie fein Furzes Glück beneiden! Was mir an Reichthum fehlt, erfeßt Zufriedenheit: der froßfte Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlichfeit Weiser Genuß der Lebensfreuden. 357 4. Doch ich soll des Lebens Luft menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschließen. Deine Hand gab VerHand, Triebe zu beschränfen, die zum Bösen lenken. teit sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es ftärfe sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8 Nie soll durch meine Luft der arme Bruder lei: den! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! 3ft er verlebt: wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dant, für den, der mich erfreut! Mel. Mache dich mein Geist bereit 456 Viele Freuden ftreußt du hin auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vaterfinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreuft unfern Geißt, um ihn anzutreiben, fiets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Ses gen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, finkt dem Gram entgegen. Was ift Noth, was der Tod, gegen so viel Gaben, die den Weisen laben. 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich; denn du bast mir Leben und Gefühl gegeben. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht ents locken; nie mich, Vater, gegen dich und mein Heil verflocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch les bet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie mancher hängt fein Herz feft an Erdenfreuder Schmerz, wenn sie von den! Und wie tobt in ihm ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geift gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen, o wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewiffen rächen! Steh mir bei! Gott, verleih, daß, wenn ich erkranke, doch mein Troft nicht wanke! 8. Nur ein mäßiger Genuß färkt des Lebens Kräfte; er verscheucht den Ueberfluß, fördert die Geschäfte, und mein Geift, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. weise fei, wenn mir Freuden Gib denn, daß ic winken! Laß mich nie, dir ungetreu, in den Taumel fins Pflichten gegen uns selbst. 358 finken! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre, und mein Heil nicht flöre! 10. Alle Luft der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur, was Geist und Herz erfreut, werd' ich stets genießen. Guter Gott, laß im Tod, wenn die Sinne schwinden, mich dies Glück empfinden. Mel. Gott des Himmels und 457 Bis der Tod ihm winkt zum Grabe, dante feinem Gott der Chrift, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ift, der auch nie fie frech entweiht, immer fich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt fein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, bleibet von dem Chriften fern, dessen heitrer, fefter Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und die Erbe freudenleer ihm vor feinen Augen stände, Hoffnung flieht ihn nimmermehr; muthvoll geßt an ihrer Hand er ins befre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß fie sich zum Guten neigt: gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. 458 uns Teben gab, Mel. Mein erst Geschäft sei Preis aß Gott deß wollen wir uns freuen, und von der Wiege bis ans Grab ihm unfern Dank erneuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. und 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund Kühlung wehn die Wogen. Am Himmel zeugt von fei nem Bund der schöne Regenbogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum fönnen wir bei frommem Fleiß getroft auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott ges Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 359 froher Zuversicht, mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges, unruhvolles Herz, unfähig sich zu fassen, wird fich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trofilos überlassen, bekämpfet feinen Kummer nie; wünscht zwar, ihn zu vermindern: und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', umsonst ihn zu verhindern. genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wun der feiner Hand aus unsern tiefen Fernen, und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unferm leben schwimmt, wie Schaum, ein wenig Müh' und Kummer. Das Leben ist ein Morgen traum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir finten freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Wür mern ihren Raub; weil Gott uns auferwecket. Geduld und Gelassenheit im Leiden. Mel. Was mein Gott will 459 Gott, immer groß an weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüßen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Beften dienen müffen. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht, du kenneft meine Leiden. Wie leicht verwandeln fie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Laft, die du mir auferlegt, tann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirft du mich bald beglücken. Vaterhuld, vermehre meine Leiden, vergeff' oft des Berufes Pflicht und quäl mich ieden Morgen, beim Mangel 5. Gott, deine Hülfe ift nicht fern; wenn man fich ganz dir weibet; du retteft, trößteft, segneft gern den, der sich ihrer freuet. laß mein bir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen: so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen! 2. Ich raube mir durch Mel. Jesus, meine Zuversicht Ungeduld selbft viele meiner 460 Sãe deine präFreudeu, deine frommer Dulder, hier im Glauben! Noch so dunkel sei dein Pfad: laffe dir den Troft nicht rauben, das nach diefer 360 Pflichten gegen uns selbst. fer Dunkelheit dich ein hel- Nächte Grauen! Wann der les Licht erfreut. 2. Ausgerungen baben schon Viele, die im Glauben litten. Sich', sie stehn vor Gottes Thron; ihre Krone ift erftritten. Du, auch du wirft Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm it deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziebn. 4 Es if Liebe, wend er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer fränfet. Gott ift Vater, mild und gut: Lieb ift Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenbeit, Unterwerfung und Vertrauen! Einft am Ziel der Prüfungszeit wirst du frob bernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier gefloffen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Troft ins Herz gegossen, und vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ew'ges Glück. 7. Drum set, Dulder, unverzagt, harr' in deiner große Morgen tagt: wirft du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen ftehn; dir die Krone winken fehn. 8. Dort verschwindet alles leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heil'ge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu seyn. Wiel. Wer nur den lieben Gott 461 Bolthätig find den. Dies glaube feft und murre nicht! Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelaffenbeit und Muth die leiden dieser Zeit! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Luft der Welt, zur Weisheit leiten und dich lebren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt: du sollst mit findlichem Vertrauen auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erbenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn vermeiden? So gern der Sänbe Lockung scheun? Wird nicht, wern nie ein Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 4. Was Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 361 4. Was predigt stärker Mel. In allen meinen Thaten dir die Lehre: Bergänglich 462 bin guter Stunden des ist Luft Welt! als wenn in Trübsal manche Zähre herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stügen brechen, auf welche sich dein Arm gefüßt, wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen, und Macht und Reichthum dich nicht schüßt: dann lernst du freudig Gott vertraun, und nur auf seine Hülfe baun. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie seloft künft'ge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Chrift, die ftrafend felbst noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weise Zucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüfte fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unfterblichkeit. 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle ohne Furcht und Grauen auch auf der allerrauhften Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun, und Wonne, Ruh' und Friede seyn. Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden faffen, welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft dut gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mi era geben: nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertraun, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du erretteft gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jeßt hat mein Geift noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Troft und Leben seyn. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tob bedenken. Der Herr wird Ale 362 Pflichten gegen den Nächsten. Alles lenken, und was mir Andacht des Gebets und gut ist, wird geschehn. stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. Mel. Allgegenwärtiger, ich Trübfal, 463 Chrift fet unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz fich wagt, erheitere dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu, und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu driner Pflicht dir Trieb und Eifer feble. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermnth; erflickt der Wolluft wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Ver trauen; lehrt im Verluft dich nun mit Luft aufs Unfichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht erhebt dich fiets zu größrer 7. 3war stört das Kreuz oft deine Ruh'; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Chrift, hoffe doch! es wird dir noch zur reichen lernte werden. 8. Verschmerzt ift bald ein irdisch Leid; kurz ist der Aus genblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß, obn' lleberfluß, wie ihn der Geift begehret. 9. Auch bleibet fiets bein Gott getren; fteht dir als Vater liebreich bei; forgt, daß er dich erquide. schafft dir Raft, daß deine Laft dich nie ganz niederdrücke. 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dies raube deinen Wuth dir nicht! Gott kann fein Kind nicht bassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. 11. Durch Trübfal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jefu, eingegangen. Denkst denn nur du, in träger Rub' die Krone zu erlangen? 12. Demüth'ge dich, gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erbört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; ju feis Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 363 feiner Zeit wird dich dein fie uns, die Miffetbat zu Gott erhöhen! baffen, züchtigen laffen. Mel. Herzliebster Jesu 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird 464 in Herz, o Gott Alles mir zum Besten dienen in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir fo oft vergessen, täglich ermessen. müssen. Du, Herr, regierst und ewig wirkt bein Wille Gutes die Fülle. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, evdulden wir nur unfrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsql der Frommen. 4. 3ft Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, find Haß und Pein, die Stolz und Wolluft tragen, des Schwel gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, des Chriften Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Nath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thorbeit Freuden, chriftliches Leiden? 6. Doch felbft, o Gott, in Strafen unfrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir 8. Jd bin ein Gaft und Pilger auf der Erden; nicht hier, erft dort, dort soll ich glücklich werden; und was find gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbft verschulde, wenn ich als Chrift gelaffen leid' und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlöften sicher getrösten. 10. Jch bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraum, dies stärket unfre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: bis hierher, zu dem Meere? Jft er nicht auch dein Helfer und Berather, dein befter Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du leiden müssen: allein du wirft, was feine Wege waren, nochmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, bie D2 Hei 364 Pflichten gegen uns selbst. Heiligung des Geiftes zu trauervellen Mitternächten empfahn, und mit dem ist dir der Ewige nicht fern. Troft der Hülfe, die wir mit deinen Leiden, deinem merken, Andre zu stärken. Harm wirf seiner Huld dich 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch fefte. Hoffe das Beste. Mel. Wer nur den lieben Gott roß ist Herr, 4656 Die Berge it- Seele, thue, was bir ge 6. Gott fehlet nicht! O bührt, sei fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Mutb, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröftet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterbänden, wenn er den frömmsten Wunsch verfagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. ern vor seiner Gottesmafeftät, wenn er in dunklen Ungewittern, ber Heilige, vorübergeht. Doch Liebe ftrömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus, berrscht sein Gesch; als Bas ter waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. in den Arm! bid empor 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage fich; zu ihm blick auf, und bet und glaube; versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heil'ge Duntel seiner Huld! 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Vertraun zu ihm ift deine Pflicht. Er, der den Wurm 466W Chränen Miel. Wann mein Stündlein. ir trocknen unim Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erbebe bankend iha, mein Geift! 4. Vergiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In ab: erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab, und weiter hin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod, wir wollen nicht verzagen! 2. Und Geduld und Gelassenheit im Leiden. 365 2. Und wären wir auch empor zum Ziele. Wir trocknoch so arm und hätten nen unsre Thränen ab, und nichts als Sorgen, und schauen über Tod und Grab, Mängel, Blöße, Frost und und wollen nicht verzagen. Harm, und ach! kein Brod für morgen; zur Beisheit Mel. Jesu meine Freude führt des Lebens Noth, und 467 Shrift, aus deiund Fülle bringt der Tod; wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so frank; zur Tugend führen Schmerzen. Für jedes Leiden Preis und Dank! Erhebt cuch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück; wir wollen nicht verzagen! nem Herzen banne Gram und Schmerzen! Faffe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drükket: Gott ists, der es schikfet, was er schickt, ift gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohl machen. 4. Wir blicken auf so manes Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt herab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, fie find im Vaterland. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; fehf du wie verwaift, schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geift; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohl machen. 3. Bürden abzunehmen; dazu bient fein Grämen: Gram sei dir verhaßt! Ungeduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erft zur Felfenlast. Zagend Herz, beffeg en Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwachen: doch wirds Gott wohl machen. 4. Du führst Chrifti Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und 3 der 5. Sie wandeln dort auf böhrer Bahn, fie blühn in neuer Jugend: wie frei ist nun ihr Geift von Wahn wie lauter ihre Tugend! Drückt uns auch mancher heiße Tag! fie gingen vor, wir fommen nach. Wir wollen nicht verzagen; 6. Das leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt die Gefühle, es ftärkt und läutert unsern Geift, und führt 366 Pflichten gegen uns selbst. der Himmel bricht! Der harre ftill; er gibt, wann fteht feft, wer Gott nicht und wie er will. läßt. Las rings um dich Wetter frachen: doch wirds Gott wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Chrift zum Lohne feines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet, und dann froh erbuldet, was bein Gott verhängt! Steb als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoff nung lachen; doch wirds Gott wohl machen. 6. Dabei foll es bleiben! Nie will ich mich fräuben, Gott geireu zu seyn. Stets, im Tod und Leben, bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei fiets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigner Meløbie. ollt es gleich bisweilen 468 So scheinen, als verließ der Herr die Seinen: auch im Sturm und Finsterniß glaubich doch; er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben.-Hilft Gott nicht zu jeder Frist; hilft er doch, wanns nöthig ift. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wornach ihre Kinder freben? Weis ist Gott, ich 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hülfe trößten: er isft gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gefinnt. 5. Laß den Feind mit bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer sei meines Kreuzes Joch; Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Rube sehne; jede, die mein Auge weint zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd' ich gleich ver. folgt vom Neide; leb' mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Läftrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle laffen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück ver. schimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab! In Geduld und Gelassenheit im Leiden. 367 In eigner Melodie. 469W mich denn grä. Eil' fie zu Schanden machen. spotten, laß fie lachen! arum follt' ich Gott, mein wird in 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt' er zu schmerzlich finden? Selbst den Tod bilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geift aus viel tausend Nöthen; endet dieses Lebens Leiden, und gibt mir einft dafür alle Himmelsfreuden. men? Hab ich doch Chriftum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nichts bracht' ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben. Nichts nehm ich mit von der Erde, wann ich sie, nach viel Müh, einft verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib Seel' und Leben ist nicht mein: Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs beßre Leben. er mir 4. Schickt er mir ein ein Kreuz zu tragen, dringt berein Angst und Pein: follt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenben; er weiß wohl, wie er foll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößzt; sollt ich jest nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er feine treuen Kinder! 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, bu bift mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Sch bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 6. Stolz, Haß, Neid und ihre Rotten fönnen mir 12. Du bist mein, weil nichts mehr hier thun, als ich dich fasse und dich nicht, meiner ſpotten. Laß fieo mein Licht, aus dem Her2.4 zen 9. D dann wird an höhern Schäßen Geift und Herz frei von Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, fie enthält Güter, die verschwinden. 10 Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Laften der Gemüther? Dort, bort find die edlern Gaben: denn mein Hirt, Christus, wird dort mich ewig laben. 368 jen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. Pflichten gegen uns selbst. scheinet, wie treulich er es meinet. tera 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem thut, ich mich doch nicht schrecken; weil mich zuleßt mein Gott ergößt mit füßem Troft im Herzen: da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben: so wird Gott mich doch väterlich in seinem Schuß erhale ten. Drum laß ich ihn nur walten. In eigener Melodie. 470 Was ist wohl gethan! Voll Weisheit ist fein Wille. Ihn bete ich in Demuth an, und halt' ihm kindlich ftille. Er ift mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, bas ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen; er fühe ret mich auf rechter Bahn zum feligsten Vergnügen. Troft und Geduld gibt feine In eigener Melodie. Huld; er wird mein Unglück 471 Was mein Gott wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ift wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen fann, wird er mir Hülfe schenken. Ja seine Treu' ift täglich neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ift wohlgethan! Er ift mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt die Seit, da öffentlich erallzeit! Sein Will ist stets der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Der treue Gott hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Troft und Zuversicht, Ruh', Hoffnung, Freude, Leben; drum, was er will, dem will ich nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchflen Macht, die für mich wacht, gibt Geduld und Gelassenheit im Leiden. 369 ge Freuden, mein Geift, in deinem lebungsstand: denn bleibst du frei von allen Leiden, wie würde deine Treu' erkannt? Vollkommne Rub' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so fummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Troft: er schüß dein Wohl. Einft dankst du ihm nach der Gefahr, daß er bein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß Dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft, zu helfen, nicht! Dies stärke deine Zuversicht! gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen: so will ich voll Ergebenheit in seinem Rath mich faffen. Dir, Gott, befehl' ich meine Seel' in meinen legten Stunden: dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch überwunden. Wiel. Wer uur den lieben Goit as ist mein Le 472 W ben auf ber Erde? Ein Wechsel ist's, von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterkeit; bier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Web soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Seil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach dei ner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärfst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelaffen sie ertrage, und machen endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Danf, auf Klagen froher Lobgefang. 4. Erwarte nicht beständ' 7. Befieht dich seiner Vaterpflege; hoff' und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem allerranysten Wege sieh fröhlich hin zur Ewigkeit, da wirst du frei von aller Pein, ganz selig ganz zufrieden seyn. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir; dies stärke mich! Wer deffen stets versichert ift. der lebt und stirbt getroft' als Chrift! 05 In 370 Pflichten gegen den Nächsten. In eigner Melobie. 473 Serr, mein mir dennoch eine Hülferfehn. Gott, durch 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen fterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie fann der Tod mir schrecklich seyn? den ich bin und Lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; las ewig deinen Willen mein, und was du thuft, mir theuer feyn! 2. Du, du regiert, bift Weisheit, Lieb' und Stärte.-474 Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was jag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmft, das dient zu meinem Frieben. Du wogst mein Glüc, du wogst mein Leid, und was du schicft, ift Seligkeit. 4. Gefällt es dir, fo müsse teine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriebne Tage. Allein verwehrts mein ewig Hell; fo bleibe nur dein Troft mein Theil. 5. Du gibst aus Hulduns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unfre Leiden. Jft nur mein Beh' nicht meine Schuld: so jag ich nicht. Du gibst Geduld. Mel. In allen meinen Thaten. as ift's, daß ich mich 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörft mein Flehn, Harr' Seiner, meine Seele. harr' und' sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbft noch fannte, eb' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Laft der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im -Segen den Grund zum Gladk zu legen, das ewig, wie mein Geift, beftehk 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir ge währet! Gott, du gewährft es Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 371 es gern. Was dieses Glück Troft und Hülfe fliehen. verleget, wenns alle Welt auch schäßet, fei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! Ich weiß einst bringst du meinem Blick der Sonne fanftes Licht zurück, das Dunkel mir verbüllet. 6. Sind auch der Krant. heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe. rer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gesched', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfabren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! Mel. Schon ist der Tag von G. 475 Wen enn gleich aus tiefer Mitternacht Gewitter um mich bliz, ten, so zag' ich nicht, mein Vater wacht, er wacht und wird mich schüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlaffen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zäblen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen Er fandte mir das Leiden zu, baß nicht mein Herz in stolzer Rub des Ewigen vergesſe. 3. Gesegnet sind die Leiden mir, die mich der Welt entziehen; mich lehren, Gott, allein zu dir nach 4. Wie will ich dann vom Schmerz befreit, Herr, deine Suid erheben; wie freudig dir felbft für das Leid, Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertrau'n, und ihre Hoff nung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. Mel. In allen meinen Thaten 476 Will mich, o nieden des Lebens Laft ermitden, jo stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden kränfen, so laß mich wohl bedenken auch das fei gut, was Trübfal heißt! 2. Nicht ewig soll sie wäh ren: oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. Und feufzen wir: wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Troft das Herz erfrischt. 3. Du wendeft folche Bürden, die uns erbrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder zieben, zu thun, was dir gefällt. 6 Du 372 Pflichten gegen den Nächsten. Du willft die Lüfte schwä der die Welt gegründet; ist chen, den eignen Willen geknüpft, daß beffer mir brechen, und bilden für die feine Welt gefalle! Einen beffre Welt. Schöpfer haben wir, Einen Vater Alle! 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Gebuld; daß, wenn uns Feinde baffen und Freunde uns ver Laffen, wir ftets vertrauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, dei nen Erben, bes Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenent beffern Leben willst du auch mich erheben! der Tod ist mein Gewinn. Mus gleich mein Leib ver wesen, wird doch mein Geist genesen, er eilt zu seinem Schöpfer hin. 8. D brücke meinem Her zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dies doch aufs tieffte ein: der, den du, Vater, liebeft, kann, wenn bu ihn betrübeft, doch nie mals unglückselig feyn. Allgemeine Men fchenliebe. Mel. Schwing dich auf zu eilig, beilig ift 2. Einen Bater; Einen Gott, der uns Alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürfenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen find alle meine Brüber. Froh und herzlich sollen wir uns einander lieben; wohlthun, Elend mindern hier, keinen je betrüben. 4. Und ich fühlte feinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Brus ders Freuden? Und es sollt' in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Luft meinen Vater nennen? 5. Brüder, nein, dies Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg' und Müh' liebreich euch verfüßen: Alle, Alle leben wir, um uns zu be477 mir, wenn euch Letglücken; und ihr seid nur den brücken. bie Menschen bindet; ist geknüpft von deffen Hand, 6. 3mmer will ich, wie tch Allgemeine Menschenliebe. 373 ich kann, fie euch helfen tra- entzwein? Lieblos uns eingen; lann ich's nicht, euch trösten dann, trößten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Bruft euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, bann werdet ihr froh den Vater preisen, und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wenn mich leider drüden, mitleidsvoll und brüderlich tröften und erquicten. Mel. Jesus meine Zuversicht 478 ander hassen? Uns, zu unfrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lasſen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ift fürwahr fein Mensch, kein Chrift. hat der Herr dies vorge schrieben: euren Nächsten follet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig fei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüber, die er huldreich All' erhält: Alle Eile G nes Leibes Glieder, die fein weifer Allmachtsruf Alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine fterbliche Natur hat er Allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. nur: 4. Und wir sollten uns 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher als Anbre, haben: Ansehn, Reichthum, hober Stand, Leibes träfte, Geiftesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werven; der llen Christen Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zn seyn. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenlicbe, daß an Andrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern bas übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein, Sohn erklärt. 8. Diesem großen Menschenfreund last uns Alle ähnlich werden, daß wir bier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb' uns ganz erfreun! In eigener Melodie. enschenfreund, 479 M 2.7 Bil 374 Pflichten gegen den Nächsten. Bilde, bilde sich mein ganzer Ob er Böses von mir denket: Sinn! Deine Sanftmuth, besser will ich sein, als er. deine Milde neig auch mich Wenn mir jemand Gram zur Güte hin! Unwerth bereitet, irrt vielleicht nur wär' ich, dich zu fennen, sein Verftand, und ich reich' liebt' ich meine Brüder ihm, wenn er gleitet, dennicht; unwerth, mich nach noch liebreich meine Hand. dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! 2 2. Bo du, Jesu! Menfchen nabteft, folgte Wohl thun deiner Spur; wo du, fegnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager franter Brüder, wo du je nur hinge blickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe fich zu weibn! O es schafft ſo füßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun? Wer nach Dank und Lohn nur ringet, bat schon feinen Lohn daHin: wen das Herz zur Liebe bringet, ärntet dauernden Gewinn. 7 3war der Wehmuth 3ähr' entfließet dem, der reiche Saat geffreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ibm beut; doch des Segens feiner Güte freut er einst fich, wär's auch spät; endlich, Heil uns! fteigt zur Blüthe, was die Liebe ausgefäet. 3. Menschenfreundlichster von Allen, keinen haft du ie verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Troft zu dir geflebt, bat für alle seine Wunden, Herr, in beiner treuen Hand Rettung, Heil und Troft gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in Mel. O Gott, bu frommer Gett meine Arme, wer ba leidet, 480 Gib mir, o Gott va rube hier! Wenn mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Obne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, fein Vergeben, omein Herz, ftets üb ichs gern! ein Herz, das jeden Menschen, liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei feiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte fliebt; und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! 5. Ob mich auch mein Nächster tränket; Jefus denk ich, litt wohl mehr. 2. Seb' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen von dem, was du mir gibft, ihm Allgemeine Menschenliebe. 375 ihm bülfreich mitzutheilen: allein auf zeitlich Wohlnicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu seyn, nein Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, müs' Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erft Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunf, mit dem mein Dienst dem Durftigen begegnet; ein Blick voll Troft, mit tem mein Herz Bedrängte ſegnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt: nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. $ ergeben mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten seben! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück ers freun; noch mehr sein Seelenheil mir angelegen seyn! 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken: den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und fegne mein Bemühn! 9. heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrbeit, Gott, mir stets vor Augen seyn! 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, fo laß mich sorgfam fepu der Mel. Wer nur den lieben Gott Brüder Zwift zu schlichten. 481 Vereinigt fast Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Rub: er rühme sein Verbienft, deck' feine Fehler zu! uns Gutes wirken! O Christen, füget Hand in Hand! Es schlins ge sich um unfre Herzen der Menschenliebe fanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug' im Tode bricht. 6. Die Rach ist dein; o Gott, du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich fille seyn, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich baßt, den fegne, der mir flucht! 2 Wir find ja Eines Vaters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen 7. Doch laß mich nicht wir 376 wir uns freun, einander Hülf' und Beiftand seyn. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men schenwohl auch unser Herz! und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz. Sein beitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! O Won ne, Menschen glücklich sehn! Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Men fchenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Goltes und verkündigt den Lohn der Men: schenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; du fä'teft für die beßre Weit. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der Areut zu einer reichen Ernte den Saamen für die Ewigteit. D laft uns diesen Saamen ftreun! O laßt uns Menschenfreunde feyn. Pflichten gegen den nächsten. 482) Mel. Auf, Christenmensch o Jemand spricht. ich liebe Gott! und hast doch feine Brüder, der treibt Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächfier ist ſein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen laffen? Daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen: Ich aber sollte nicht Geduld mit meis nen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und ben nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frominen hier gethan, dem Kleinsten. auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich foll' ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, Gerechtigkeit und Billigkeit. Gott, durch deinen Geift ein Herz, das dich durch Liebe preift! Mitfreude und Mitleid. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 482( 6) lliebender, du schufft mein Herz, bei meines Nächften Freuden mich mit zu freun, und fühlt er Schmerz, dann auch mit ihm zu leiden. Mel. Kommt her zu mir, ſpricht Gerechtigkeit und. Billigkeit. 2. Dlaß mich diese beil'ge 483 D liebt, o Gott, Gerechtigkeit, Pflicht nie aus den Augen feßen, und auch an dem Geringsten nicht gering sein Wohlfein schäßen. und ftrafest den, der fie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bifts, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist, zu dem, was recht und billig beißt, stets meine Seele lenfen! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöber Habfucht, um Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken! 3. Nie reize mich des Nächsten Glück zu Mißgunft und zum Neide; nie Anbrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude! 4. Hilf mir vielmehr, in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich kann, auch, wie ich soll, gern. ihre Wohlfabri gründen! 377 Wort verspricht mir dies, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirft du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich dir, im Reich der Deinen werd' erfreut, belohnt von leben. 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thräne weihen, und ihn, wenn er im Unglück weint, mit Hülfe gern erfreuen! 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß und unter deinem Segen geh' ich, dein meine Brust und laß mich 3. Pflanz Redlichkeit in stets mit wahrer Luft der. Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre fränkt: wie fann das Brüder lieben? mich! Mein ganzes Herz 4. Nie seufze jemand über bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht 378 Pflichten gegen den Nächsten. Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig dabin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich feines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maas, womit ich hier den Nächften messe, wirft du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit und Laffe mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! Mi. Alle Menschen müssen sterben 484( a)[ ller meiner Brüder Rechte laß mir, Gott, stets beilig seyn! Wenn ich sie zu tränken dächte, ihres Kum. mers mich zu freun, über fie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann verleßt ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigenfinn oder Neid und Getz verfagen, was ich ihnen schuldig bin; tönnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rau ben, welchen Haß verdient' ich nicht, welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht bassen; Recht erzeigen Jedermann, jedem geben, jedem lassen, was er hat und fordern fann. Licber will ich Unrecht leiden, als begehen und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Ünrecht reich und groß. 4. Würden der Bedrängten Zähren, würden töre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht einft zittern müffen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken bräun, und ihr erfter Rächer seyn? 5 Eines Unterdrückten Thränen, o, wie furchtbar find nicht vie! Eh' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe fie. Und wenn du nicht eilen sollteft, wenn du, Richter, säumen wollteft, barrt gewiß dem Bösewicht einft ein schreckliches Gericht. 6. Nein, ich will gerecht und billig felbst auch gegen Feinde feyn; keinen brücken, vielmehr willig dem Beleis diger verzeih'n. Hab ich macht: ich will sie nüßen, den Bedrängten zu beschü zen: eilen, wo Verlaff'ne flebn, ihnen liebreich beizuflehn. 7. Schüßen will ich meine Rechte, aber fanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist deis Gerechtigkeit und Billigkeit. deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeihn? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Welten, wirft mir alles einst vergelten, was ich meinen Brücern that, wenn dein großer Tag fich naht. Mel. In allen meinen Thaten 484 Na Jach Jefu Weisheitslehren darf ich nicht stets begehren, was vor dem Rich ter gilt, nicht immer darauf bringen, den durch Gewalt zu zwingen, der meine Fordrung nicht erfüllt. 2. Oft mangelts ihm an Kräften, an Fortgang in Geschäften, bei aller Thätigkeit; und bei dem besten Willen fann er oft nicht er füllen, was ihm Gefeß und Pflicht gebeut. 3. Wie sollt' ich es denn wagen, dem Nachsicht zu versagen, der nicht mit Vorfaß fehlt; und, taub bei feinem Fleben, es ohne Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 4 Nein, lieber will ich 37 dulden, als deffen Grat verschulden, für den sein Ur glück spricht! Zur Schonun mich zu neigen, und Billig feit zu zeigen, das forder meine Chriftenpflicht. gen, gewaltsam fie erzwin 5. Auf seine Rechte drin gen, und feine Härte scheun sich nicht der Noth des A men und Dürftigen erba men, heißt schändlich alle Recht entweihn. 6. Wenn du mit deine Knechten, o Höchfter, wol teft rechten, wer könn du streng die richten, die tr dann beftehn? Doch wir Bend allen Pflichten der Bi ligkeit, aufs Recht nur feb finde, laß mich, o Gol 7. Daß ich einft Gnat gelinde, mild und barmhe zig seyn, mein Recht nic übertreiben, und immer bi lig bleiben von aller Stren und Härte rein! bart Miel. Gott des Himmels un 484) Nichte nic Strenge, wenn du And fehlen fiehst! Groß ist au der Fehler Menge, die t selber noch nicht fliehst. S bedachtsam, richte nich Schonung ist des Chrift Pflicht! 2. Siehst du fets die ti fern Gründe von des Näc sten Handlung ein? aud Pflichten gegen den nächsten. 380 auch, was du tabelft, Sünde? oder trüget dich der Schein? Urtheilft du gewinenhaft? oder reizt dich Leidenschaft? 3. Haft du auch in seiner Jugend ftets ben Blick ihm zugewandt? Und die Feinde feiner Tugend, find fie Alle bir bekannt? Ach, was rechneft du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; feblt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bos beit übt er nicht. 5. Chrift, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich nicht kränken, griff er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig dich nachfichtsvoll, wie er! 6. Selbst bei wirklichem Vergeben meide mit Bescheidenheit alles unbefugte Schmähen, Härte, Spott und Bitterfeit! Menschenfreundlich dece du deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinfien Her: zen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte, aus der Irre ihn zurück! Hüte felbft dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begebst! 8. Siehe nicht des Nächften Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib ſeinen froben Sinn scheinbarfrommer Schmäbsucht hin! 9. Laß die Liebe dich beseelen, die nur ungern Argwohn hegt, und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler fanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz! Rühre, beßre nur ihr Herz. 10. Gott, ber Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Uleberlaß ihm das Gericht! Richte du den Nächsten nicht! Wohlthätigkeit und en Barmherzigkeit. Wiel. In allen meinen Thaten 485, ( a) us aller Menschen Vater, du gütigfter Berather in Allem, was uns drückt! Was wir hier Gu tes haben, sind einzig deine Gaben! du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! Zu ew'gen Seligkeiten und Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen ſein. 3. Wie groß ist deine Milde! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 381 de! Barmherz'ger Vater, die Jesus selbst uns lebret, bilde mein Herz nach deinem und die Gott, den Höchsten, Sinn! Daß ich der Noth ehret! der Armen mich willig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe; mich, wohlguthun, bestrebe, so wie mein Hei land that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. ger leiden, und die durfiig 2. Epeiset die, die Hun sind, die tränkt; kommt, die Nackenben zu kleiden, tröftet die, die Kummer fränkt: Schwache unterflüßen, zu beschüßen. eilt zu Unterdrückte 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um 5. Erhalt' in mir die Tries Hülfe flehn, Allen eilt, von be der mitleidsvollen Liebe! Gott getrieben, nach VerWie du mir Gut's gethan, mögen beizustehn; führt zu so laß um deinetwillen mich unverhofften Freuden die Andrer Notbdurft Aillen, fo- auch, die im Stillen leiden! oft ich fie nur ftillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung flärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, fei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! 7. Laß mich hier reichlich fäen; denn das, was bier geschehen, folgt uns in fene Zeit. Wer hier den Nächs ften liebet und sich im Wohl. thun übet, der ärntet dort die Seligkeit. Mel. Herr ich habe mißgehandelt 485( 6) W obizuthun und mit zutheilen, Chriften, das vergeffet nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizufehn, ist Pflicht; Pflicht, 4. Liebe sei dir keine Bürde, keine Laft, beglückter Chrift! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bift! Welch ein Ruhm für den Erlöften, arme Brüder Chrifti tröften! 5. O wie lohnt's mit fü Ben Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz crquicken, schafe fet himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf friedenheit, Huld bei Menunsern Wegen, innige Zuschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit! Was ift Mühe, was Beschwerden, wenn sie so belobnet werden! Gaben, weil es Zeit ift, aus 7. Laßt uns eilen, unfre Jus Pflichten gegen den Nächsten, uftreun! Was wir hier sie beschirmt, mit Härt' und jefäet haben, ärnten wir port reichlich ein. Seid armherzig; belft den Arnen! Gott wird eurer sich rbarmen! Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht ftraft und stürmt, sobald fein Nächster feblet: wie bleibt bei seinem Ungefüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? $ 82 Mel. Auf Christenmensch diefer Erden 6. Wer für der Armen und mit Rath 186 Wouter hat und und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft fie dürftig machet; nur sorglos ibnen Gaben gibt: der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du mein Herz, vermagft es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszus üben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgft dafür: so liebeft du. eht den nächsten leiden, nd macht den Hungrigen icht fatt, läßt Nackende licht kleiden: der übertriit ie erfte Pflicht und liebt ich Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ebre fchmäßt und gern sie hmähen höret; sich freut penn sich sein Feind vereht, und nichts zum Besten bret; nicht dem Verleumer widerspricht: der liebet einen Nächsten nicht. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! Denk oft: Gott ist die Lieb' und mir hat er fein Bild gegeben. Ja, Höchfter, was ich hab', ist dein; follt, ich, wie du, nicht gütig seyn? 3. Wer zwar mit Rath, hit Troft, mit Schuß den lächsten unterstüßet, doch ur aus Stolz, aus Eigenuß, aus Weichlichkeit ihm üßet: nicht aus Gehorsam, icht aus Pflicht: auch der ebt seinen Nächsten nicht. Mel. O Gott du frommer Gott 4 Wer harret, bis, in 487( a) ie felig lebt ein erst rscheinet; nicht eilt, dem rommen beizustehn, der im Serborgnen weinet; nicht itig forscht, obs ihm gericht; auch der liebt seinen ächften nicht. 5. Wer Andre, wenn er der Dienstbegierde kennet, und Andern wohlzuthun, aus, Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't! 2. Dir, Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 383 tigkeit; er sicht auf feinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gefinnt, mein Gott, durch Chris ftum werden! Voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nüßlich als ich kann, dem Nächsten stets zu feyn; tann geb ich einft, o Gott, ins Reich der Liebe ein. 2. Dir, Höchfter, ahmt er nach, bir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbefliffenbeit fucht er dies zu er reichen. Er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt vor dir hervorge bracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienft und Kräfte; ihr nüßen ift für Als Glieder schuf uns Gott, mich ein seliges Geschäfte. als Bürger einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Undern hält. 4. So denkt der Men schenfreund, und das ist sein Bestreben, ſo treu, als er fich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächften Heil sein eignes Himmelreich, er füblet fremde Noth, als träf' ihn felbft der Streich. 5. Er eilt; dem, der's be darf, mit Hülfe beizusteFreund, sein Stand und Wohlergeben find Miltel, die er braucht, wohltbätig ftets zu feyn, und auch den Leidenden gern tröflend zu erfreun. 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reizet feine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Menschenliebe. Nicht Stolz, nicht Eigennuß treibt ihn zur Gü487 MenMel. Gott des Himmels und Seib barmberschen! Höret, hört das bheilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret; seid barmherzig, feid's, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ifts, der uns erschuf. Wir find Alle Chrifti Glieder; allge= mein ist Gottes Nuf. Seine Sonne läßt er scheinen ſo 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmherzig, seid's wie er! den Dürftigen und Armen; Gebt was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen, euern Brüdern beizuftehen! 4 Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter seyn, Kummer lindern, Wunden heilen woblthuê, 384 Pflichten gegen den Nächsten. thun, trösten und erfreun, und den Frieden sucht und und dieß thun aus eblem liebt, das statt Rache, Triebe, das ist wahre Men- Sanftmuth übt! fchenliebe! 3. O wie wird das Herz beschweret durch des Zornes Leivenschaft! Zwietracht, Zorn und Haß verzehret selbst des Stärksten Lebenstraft; fürzt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Jäbzorns Raserei nie des Herzens Meister fei! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos seyn, wo Brüder weinen; unfer Mitleid tröfte fie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Troft und Hülf' empfahen! Sanftmuth, Friedlich feit und Eintracht. In eigener Melodie. 488) ot fott, der du die menschen liebeft, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnabe übeft an dem fündigen Geschlecht: laß mich deinen Geift beleben, daß ich, Vater, als bein Kind liebreich sei, wie du, gefinnt! Herr, du wollft den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachficht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 4 Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, will dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürft, wenn du Menschen richten wirst, ausgesöhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft bazu! 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht firebt! Höchfer, gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen: bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. er das Mel. 2. Laß mich meines Nächflen schonen, ihm erleichtern feine Laft: und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Jantsucht mir verhaßt. Denn das ift, o Gott, dein Wille; Fried' und Eintracht liebeft du: o so bilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, daß die Stille Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 385 488 Gott gebeut. Sie, Herr, ftets hoch zu schäßen, ihr fie nimmer zu verlegen, soll ganz mein Herz zu weihn, meine Weisheit seyn! Mel. Befiehl du deine Wege ach frommer Eintracht Atreben, mit Allen in der Welt, ist's möglich, friedlich leben, dies ift's, was Gott gefällt. Doch dem nur kann's gelingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Belei digung vergibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er fich ftets geſellig, erhält sich seinen Freund. Er fucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder fränkt, weil er von fich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3 So oft fie Zwift erres gen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen und ftiftet Einigkeit. Der lleber eilung Sünden entrüften nie sein Herz er läßt sie Nachficht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie ſpottet er der Brüder, so viel er Wiß tefißt; und zürnet nicht gleich wie. der, wenn sie ihr Zorn erbigt. Er freut sich ihrer Freuden, treßt und erbittert nicht, und hält fich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht, 5. So Fried' und Eintracht lieben und nie durch Haß und Streit des Nächsten Tage trüben, ist Pflicht die 6. Mich selbst zu überwinden, gib, Eifer, Muth und Kraft; dann werd' ich frob empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst felig seyn, und mich im ew'gen Frieden des Lohns der Liebe freun Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Viel. Herzliebster Jeſu 489 err, deine Sanfts muth ist nicht zu ermessen. Wie viel haft du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segneteft, die dir, Erlöser, fluchten; du heilteft selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigteft ftets bek deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 4. 3ch muß es wehmuthsvoll, ach Herr, dir flagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer R weiß 386 weiß ich, wenn Andre mich haffen, mich recht zu faffen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läst fich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach ftrengem Rechte dem harten Knechte. Pflichten gegen den Nächsten. 6. So bilf mir benn die Rachbegier erflicken! Laß fich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich verföhnlich finden laffen, nicht wieder haffen. 7. Flucht mir mein Feind; ſo gib, daß ich ihn segne, und feinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8 Verleih mir das um beiner Sanftmuth Willen; so erb ich auch im Larde deiner Stillen, die Selig keit, wozu fie jenes Leben einst wird erheben. nicht blos Freunde, auch deine Feinde! Mel. Herzlichster Jesu err, mein Ver3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? 3ch sollte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchften sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm slehn, mir zu verzeiben, und Rache schreien? 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geift der wahren Liebe, daß nie b'e unglücks fel'ge Luft der Rache mich frafbar mache! 7. Wenn Brüber fich an mir worin vergeben, so lebre mich ihr Unrecht übersehen, und sollten sie mich 490 bitter an dich nur denken! 5. Wer nicht vergibt, der wird für feine Günden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jüns ger ift nur, wer, wie du, vergiebet und Feinde liebet. für mich litteft, und noch zur Rechten Gottes für mich bitteft, ermed' in mir, du Mufter wabrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Echmerzen, die du in deinen schweren Leidensflunben für mich empfunden! 2. Wann bast du jemals Haß mit Has vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man tich gescholten. Du segneteft mit Woylthun nen, ben, der mir flucht, 9. Laß mich mit Sanfte muth meinem Feind begege boll Versöhnlichkeit und Feindesliebe. voll Großmuth, wie du, fegnen, Herr, mache gegen Alle, die mich haffen, mein Herz gelaffen. 10. Will zu der Nachfucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganjes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu wider Behen, auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der reblich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden bir ähnlich werden! 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute fehn, und Gutes von ihm sprechen, wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu erműden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Chrift Mel. Christus, der ist mein 491) Nie will ich zum Frieden, zu Diensten willig wieder fluchen, wenn mir mein Haffer flucht; nie dem zu schaden fu chen, der mir zu schaden fucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht droben, wenn er droht, schilt er, so will ich fegnen, dies ift des Herrn Gebot. 3. Mein Jefus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder fchelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er ben Haß vergalt? 387 enn das Gewiffen für meine Unschuld spricht. 6. Dies will ich treu bewahren: so beffert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir erfann: auch die will ich bestreiten, die er nicht wiffen kann. 5. Verleumbung bulden müsſen, if schwer; doch diese Pflicht wird leicht, 10. Wann, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhißt: so will ich für ihn beten, und Gott vertraun, Gott schüßt! Mel. Auf, Christenmensch 491 Verbittre bir dein Leben nicht, o Chrift, durch eigne Rache! Vergeben ift des Menschen Pflicht; vergels ten Gottes Sache. Die Sanftmuth, bie sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und erfreut. 2. Wahr ift's, empfindlich ift der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und dennoch soll des Cbriften Herz, Zorn, Haß und Rachsucht S2 meis Pflichten gegen den Nächsten. 388 meiden, soll nicht sein eigner Nichter seyn, vergessen soll er und verzeihn. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du fie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorge schrieben. Empört dein Herz dawider fich: ſo sieb auf ihn, befiege dich! 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern Hier erbuldet, als er, ber Herr, der Schmach und Fluch von Andern nie verschuldet? Und dennoch fleht' er langmuthsvoll zum Vater für bes Feindes Wohl. 5. 3hm folgen ist dein größter Ruhm! Beleidigern verzeihn, gebietet dir das Chriftenthum. Dich ihres Falls nicht freuen; den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Woblergehn. 6. 3m 3orne bentet nie. mand nach, was Gott gefallen sollte; die Rach vermehret noch die Schmach, die man beftrafen wollte. Kein Schimpf wird ungescheh'n gemacht, wenn wilde Nach begier erwacht. 7. Die Nachgier reißt der. Menfchlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerftört des Geiftes Freudigkeit, und straft mit bittern Schmer jen; fie bindert Dant, Gebet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth übe nur die Pflicht! wirft du den Feind besiegen. O raube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter seyn! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit. Wiel. Alle Menschen müssen 492 Raß mich, Höchfter, darnach freben, flets der Wahrheit Freund zu seyn! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Ange scheun; ja vor deinem Angefichte wer den sie beschämt zu nichte, weil Verstellung, Trug und lift, dir, o Gott, ein Abscheu ift. 2 Andern zu Gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu seyn, und durch Heuchet betrügen, Herr, bas falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen Or ten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Hers zens Grund, redlich ſprech auch stets der Mund! 3. Die der Falscheit fich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräul, und ein unglück selges Leben ist gewiß ihr tünftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schante fie bei Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 3. bei Redlichen im Lande; nie verleßzet, weil er an jedem denn ein jeder Menschen Ort es sich vor Augen seßet: freund ist der Gott merkt auf jedes Wort! Ränken Feind. Falschheit 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Verleumber Läntermund, Herr, so laß mich's fill erdulden; einst wird doch die Wahrheit fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß fiets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bift; daß kein einz'ges meiner Worte deinem Obr verborgen ist: dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn zu liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. Mel. Befehl du deine Wege. 493 230 ohl dem, der richtig wanbelt, ber als ein Wahrbeitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie Boppelzün gig spricht, nie Redlichkeit blos beuchelt, nie Treu' und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen " baffet, der, wie die Pflicht gebeut, fiets feine Reden faffet, und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gefahr und Lift; für Wahrbeit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirft ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen ftets ferne von mir seyn; behüte mich vor Trigen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen: du haffest Henchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit fei! 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten tann, mich nie Zufagen brechen, die ich einmal gethan; nie Leichtfinn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht! 6. Doch laß zu allen Zeis ten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse: wann ich für Andrer Wobl, wann für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Wann je, um mich zu brücken, des Feindes Rath gelingt, wann er mit böſen R 3 Tüf Pflichten gegen den Nächsten. NYERER Mensch zu groß, für Weitgewinn zu lügen. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Neiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicbt; binweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schüße jes des Land, und wohn' an jedem Heerde; o Menschen, blidt hinauf Brüder, brechet nicht, was zur Ewigkeit, und verspricht! Hinweg mit fes der Lüge! 390 Tücken in Kümmerniß mich bringt: so ftärke meine Seele, daß fie nicht unterliegt, und Alles dir befeble, durch den die Unschuld fiegt! 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir fich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einft mit der Hoffnung geben: ich werde als bein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens find. Mel. Allein Gott in der Höh' 494 empor vom Staube, Brüs der! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 2. D, was find Schäße, was ist: Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn Mel. Werde munter, mein des Herzens innern Frieden 495 b wir find, wie mit und wir Lügen! 3. Ach! Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt' es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemoofter Hügel ist hier des Menschen legtes loos: fürwahr! drum ift der 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Himmel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begege nen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schö nen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Lafter! ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchfter, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres seyn, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit. 391 2. Herr, du gabeft uns bie Sprache, was uns deine Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menfchenwohl geweibt! Un fer Ja und unser Nein möge fest und redlich seyn! Wir find deines Reiches Glie der, deine Kinder; wir find Brüder. fer Ruhm unter meinen Brüdern, und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eiteln Schäßen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Reblichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 5. Zwar sucht mancher Bösewicht, Redliche zu drükfen, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu seinen Mel. Schwing dich auf zu 496 Reblichkeit! mit Tücken. Aber dieses rückt fie dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich seyn mit Herz und Mund, nach Gewiffen bandeln; sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben, und entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben; nie aus der Wahrheit Wegen, ihnen wird, das wissen fie, dennoch Gottes Segen. 6. Menschenvater, Geld und, Gut will ich gern vers schmerzen; aber einen fros hen Muth, Redlichkeit im Herzen, Reblichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dent Lebenspfad nie, o nie vermiffen! 2. Dieser schönen Tu gendpflicht sei mein Herz ergeben! Redlich bis mein Auge bricht, redlich will ich leben, redlich, wenn die Welt mich fieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die- Nacht verschweigen? 7. Ich will redlich seyn, bis ich bier vollendet habe! Gute Menschen fegnen mich dann noch einft im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer; und wann auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. 3. Finsterniß ist ihm, wie Licht: Mitternacht, wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk' und thu', erspäht er im hellsten Lichte: und kein Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen Lügengeist entgeht seinem 497 Von dir, ber Strafgerichte. meine Freude 4. Meines Namens höch- schuf, ist auch mein heiliger R4 Bes 392 Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüßlich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist keiner wahren Freude werth. 2. Es war, o Bater, deine Sand, die mit den Menschen mich verband. Ich follte redlich mich bemühn, Bescheidenheit. auch sie zum Guten hinzu. Mel. Wer nur den lieben Gott ziehn; und leuchtet ihnen 498 Bon dir in dieſe mein fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Bei spiels Macht! O würd' es fiets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! Pflichten gegen den Nächsten. 4. O webe dem, der forglos bleibt und fühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwachen gern berückt und liftig in sein Neß verstrickt! 5. Wie troftlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verjagt! 6. Fern sei so schwere Andrap Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Tugend nur und Frömmig keit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und, was sie haben; kommt von dir; du macheft arm, du machest reich: doch vor dir sind wir Alle gleich. 2. Nicht jeder hat, was Andre haben; und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du, als Bater, Alle liebst; es sollen Alle glück: lich seyn und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Versland und jener braucht, was er erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld bewogen; denn alles Gate fommt Glückseligkeit wahrer Christen. 393 dann! kommt von dir. Ich gab arm, wie hü'flos wär' ich dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von allem Stolze feyn; ich den, der mehr empfing beneiden, mit ihm mich feines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt' ich mehr als er, auch beffer dann und seliger? 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verebret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! Denn mit 3ufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 8. Sie schmückt das Alter, giebt der Jugend Reiz, Lies benswürdigkeit und Werth; gibt Würd' und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schimmer gern entbehrt. Sie ſei, o Gott, mein Eigentbum, vor dir und vor der Welt 6. Nein, gerne will ich Andre ehren: wie arm, wie niedrig fie auch sey'n. Sie können meiner nicht entbeb ren; ich kann mich ohne sie nicht freun'n. Nähm keiner meines Glücks sich an: wie mein Ruhm! Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 499 ntfernet euch, unsel'ge Spöt ter! Shr zittert, wo der Fromme glaubt: mein Herz hat einen Gott zum Nets ter, und eine Hoffnung, die nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben, schau ich ihn einst im Himmel an. 2. Was seid ihr stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung feblt? Dem Höchften feid ihr viel geringer, als each der Stlave, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrfucht Raub! Man rühmt euch heute, baßt euch morgen; ihr waret Götter, und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wollust, die euch trunken macht? Ein Chrift follt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Jbr rechnet mit erhigtem Blute des fernen Tages Wolluft ans? Die nahe foreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. Jhr seid dahin. Des Chriften Größe geht auf, bes R 5 fiegt Glückseligkeit wahrer Christen. 394 fiegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Betts ler den Monarchen gleich; der Tag gibt Adel dem Gerechten, und macht bes Chriften Seele reich. 5. Ein Blick in meine 3ufunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels ftets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ift weiß, mein Glück entgeht mir nie: ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet fie. N 6. Du leßte Stunde meines Lebens, die du den Chriften heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ift. Du lehrft mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie fanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geift, erblickt sein Vaterland. Mel. In allen meinen Thaten 500 in rubiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen; denn hab' ich dieses nur, so ift für mich in Tagen, wann Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geift bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Troft erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschäßbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die inn're Pein, mich selber zu verklas gen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit seyn! 4. Sein eignes Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht: doch, wenn wir uns befiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts fann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig Herz; das schaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, dies größte. Gut. 7. 3u dir, gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlöften, darf ich mich deiner trösten, welch' Glück, mein Gott, tann größer sepn? 8. läßt Glückseligkeit wahrer Christen. 395 8. Läst du mich im Ge- Schein. Gott wird die Unwiffen einst diesen Troft genießen, wenn Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet und fich mein Le ben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. schuld retten. 4. Sein Geift sicht mit Zufriebenheit der künft'gen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen ſeinen Wegen. Denn dort macht selbft, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme fiegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein unverießt Gewiffen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei befliffen. Mit dir, Gott, dein Mel, Schon ist der Tag von G. welch ein un 501 fäßbares Gut heilig Recht nicht zu entweihn: das sei mein größe ter Eifer! 6. Gib, daß ich des Gewiffens Spruch als deine Stimme ebre, und immer aufmerksam, genug auf seine Warnung höre. Erine nert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, beine Huld voll Reu' und Glauben suchen! 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Beisheit leiten, und mache felbft mich tren! Zum Fleiß in guten Werken laßt mich die Hoffnung stärken, daß nichts verdammlich an mir fey! ift, Herr, ein gut Gewiffen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Undre zagen müffen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewust, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Bruft; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn be droht. 3hn tröffet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch bier zu weilen noch das Gift der läfterungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Genug, er weiß davon fich rein, und auch 7. Mit deiner Gnade tröfie mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden büte sich, und nie aus Vorfag fehle. Denn wer nur reines Herzens ift, hat immer dich, durch Jesum Chrift, Allwissender, zum Trofte. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 502 Nom Geräusch der Welt geR 6 ſchie 396 Glückseligkeit wahrer Christen. schieden, schmeck ich des Er Mel. Wer nur den tieden Gott Töfers Frieden und die Freu 503 Menn ich ein gut de schon auf Erden; Herr, mit bir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir verschwinden, und das Heil von fenem Leben den entzückten Geift umgeben. 2. O was achten weise Chriften jenen Reiz von niebern Lüften, tenen Glanz der eitlen Freuden, und des Lebend furze Leiden, wenn fie schon im Geift am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der fie dort einft wird entzücken? 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur find des Jammers Pfade: ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes ftillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter feiner Bürde finken, und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du haft selbst ber Menschen Plagen, Heiland voll Geduld ertragen, taufendfaches Leid gelitten, und den schwersten Kampf gestritten. Gib, wann ich ermattet bebe, daß mich beine Kraft belebe! Hilf mir wachen, kämpfen, fie gen! Friede lobnet nach den Kriegen. be, so hab ich große Seligkeit, es ist des Himmels befte Gabe, das höchfte Glüc in dieser Zeit: in Freud' und Leiden gibt es hier die wahre Rub' der Seele mir. 2. Jch bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ift. Mein Herz gibt Zengniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift; des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lebrt. 3. Getroft wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir vers leiht, und fedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; fie find ein berber Augenblick; doch des Gewiffens innre Freuden find füßer, als der Erde Glück: und was kann höhern Troft verleihn, als ohne Schuld in Leiden seyn! 5. Die Freudigkeit in meis nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getroft, wann eine Welt erzittert. und in Trümmern fällt. 6. Der Glückseligkeit wahrer Christen. 397 6. Der bangen Todes- unter Albams Kinder verfurcht entwöhnet, cil ich der breitet, sie erleuchtet, und legten Stunde zu, dem Lei die Sünder durch Thaten be, der nach Raft fich feb reizt, mit einem bessern Lenet, zeigt sich im Grabe sanf- ben dich zu erheben; te Ruh', indem mein Geift, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiz land gibt mir Troft und Muth; ich weiß, daß ich fets Rube finde in der Verföhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Miffethat. 8. O Gecle! darum sei befliffen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt' ich ohne dich! mel. Liebster Jeju! en wird, o 4. Wer, was er glaubt, gewiffenbaft auch übet, die Menschen all' als seine Brüder liebet, nicht lästert, fie nicht fränkt, nicht stolz fich blähet, und keinen schmäbet; 5. Wer Sünden haffet, und doch mit den Sündern Mitleid fühlet, und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret; hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen ſpeift, die Nackten fleidet, frob, ohne Wucher auch mit milden Gaben, genüßt zu haben, 7. Wer züchtig in Gedanken, feusch auch lebet; wer feines Weribes sich nie überhebet, im Glücke mäßig, beſcheiden, 504 Wonne der Erlöften nach diefes Lebens kurzem Kampfe trößten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Böfen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlöfen; wer an den Sohn glaubt, feinen Herrn ibu nennet, ihn frei beken. 505 Wie groß ist unf= Mel. Mein ganzer Geist Gott net; re Seligkeit, o Gott, fchon in der Prüfungezeit, felbft unter viel Be R7 schwer. 3. Wer deine Wahrheit im Leiden; 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlöften nach diefes Lebens kurzem Kampfe trößten; den schmückt im Himmel einft vor deinem Throne des Mittlers Krone. 398 Glückseligkeit wahrer Christen. schwerden, wenn unser Herz 5. Wie glücklich, Gott, fich dir ergiebt, und treit in Jefu Dienst sich übt! Wie groß wird fie einft werden, wenn sie herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freude ärntet von der Saat der Le! find wir alsdann! Wie viel haft du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit; fo tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib ten Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gänzs lich zu ergeben. 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenkteft, dein Geschlecht und Bundesvolt zu heißen! Bei dir ift unser Vaterland; und wer Viel. Schon ist der Tag von Gott will beiner ftarken Hand, 506 Wie beiter fließit Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich bier müssen Atreiten, und zu Zeiten schwach uns finden, bilfft du uns doch überwinden. mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenluft entfage, von jeder bösen Neigung frei, und beiner heil' gen Vorschrift tren, rechtschaffen denk' und handle! 3. Du deckeft unsre Schulden zu, gibst unsern Seelen wabre Rub', und stärkeft uns mit Freude. Dein Sohn ift unser Haupt und Ruhm; wir sein erkauftes Eigenthum, und Schaafe seiner Weide. Gutes Muthes find auf Erden, in Beschwerden, unsre Seelen, Herr, was kann bet dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einft hält, bann wird er sichtbar wer. den. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 2. Sanft führt dann deine Vatertreu', mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird fie neu zu reicherm Heil und Segen. Du, deffen- Allmacht mich beschüßt, gewährft mir Alles, was mir nüßt, lenfft Böses selbst zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, bir traut mein Herz; wie könnt' ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Laft mir tragen. Verlaffen fannst bu, Gott, mich nicht, stets warst du meine Zuversicht; wirft es ewig bleiben. du 4. Wenn Glückseligkeit wahrer Christen. 399 4. Wenn deine Gnade ner zu schmücken. Die irmich erquickt, und Rub ins bischen Gaben find Labfal Herz mir fendet, Gott, ihm nur; drum beut fie ihm wenn dein Friede mich be füßer die holde Natur. glückt, und keine Reu' mich fränket: wie felig bin ich dann in dir! Wie abn' und fühl ich dann schon hier des Himmels pobe Freuden! 3. Furchtlos und mit sich im. Frieden geht er feine bohe Bahn. Keine kann ihn ermüben, täuigen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen und Ruh' ftrömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diefe Freuden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht felbft im tiefften Leiden auf Mel. Eins ist Noth, ach 507 Lieblich find der der Bahn der Tugend gebn? Tugend Pfade; Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Got tes Gnade und der hohen Freuden viel. Was bilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist jedes Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend entfliehen mir nicht; fie Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben ihn wieder sanft fühlende Schatten. Drum muthig, ihr Chriften! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit bleiben, wenn Alles auch 508 Mein Glaub' ift und bricht. Lebens 2. Die Natur ftreut Luft und Wonne jedem in den Pilgerlauf aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm ftrahlet von Sternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen vie Auen sich schö5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirft zu dem Bestreben, fie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht verfagen! Rub' und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Troft der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es metnem Herzen ein, welch' Glück Glückseligkeit wahrer Christen. 400 Glück es sei, ein Chrift zu feyn. 2. Du baft dem fterblichen Geschlecht zu deiner Ewigteit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Stau be kehr zurück der Staub; mein Geift wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöser bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöft und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmer. zen dieses Lebens. Ich dul. de, was ich dulden soll, und bin des hohen Troftes voll: ich leide nicht vergebens, Gott selber mißt mein Theil mir an; bierfurzen Schmerz, bort ew'ge Rub'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Rub' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich be lohnet und erquickt er mich, weil ich ihm bier vertraue; bald, bald verschwindet al. ler Schmerz, und Him melsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Tauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht und wenn ich gleich bienieben nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Troft: Gott hat Geduld und ftraft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angft, die ich verdient, geriffen! Dir, dir verdank ich meine Ruh', du beileft meine Wunden zu; du ftillest mein Gewisſen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richteft du mich wieder auf. 7. Gelobt fei Gott! Ich bin ein Chrift, und seine Gnad' und Wahrheit ift an mir auch nicht vergebens. Jch wachf' in meiner Heis ligung; ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. 3ch fühle, daß des Geiftes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium feft glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig, es erfreut und führet mich zur Seligkeit, drum will ichs willig üben. Hier rühm' ich meines Glaubens mich; für ihn preif' ich dort ewig dich! Mel. Wer nur den lieben Gott 509 D em Wandrer gleich, der auf der Reife das feftgefeßte Ziel verfehlt, burch Wüsten irrt, und sich im Kreife von Furcht Glückseligkeit wahrer Christen. 401 Furcht und Hoffnung for- seiner Brüder Noth, beckt gend quält, lebt auch der er die Blöße nackter Armen, Chrift, des Leitstern nicht theilt mit dem Hungrigen ist Jesu Lehre helles Licht. fein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 2. Er irrt umper auf düfterm Pfade, sucht See lenrub', und sind't fie nicht; wünscht den Besitz von Gottes Gnate, allein er wan delt ohne Licht; greift nach dem Salm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht fest 3. Willst du das Glück des Chriften kennen, so sammle tur Erfahrung ein. wird die Segnungen nennen, die ihn bienieden schon erfreun. Sein Glau be hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. Sie dir 4. Betracht' ihn im Besiß der Güter, der Ehr' und Hoheit dieser Welt; das Chriftenthum ist sein Behüter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; tein irdisch Gut ist ihm ein Neiz zur Wolluft, Heppigkeit und Geiz. 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick 6. Wirf einen Blick auf ihn, wann Leiden und Trübfal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, bat durch Freuden in guten Tagen mich erquict. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag die Prüfung mit Geduld. 7. Sieh ihn im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Chrift dir nicht! Gewiffenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung feiner heil gen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wann nun das Ende dem Wirkungskreise ihn ents reißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich sterbend meinen Geift. Du bist mein Troft: auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte 402 Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in besondern Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besons dern gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott der 510 W in dem Ebes bei unfern Freuden fich freut 4. Wohl uns, wenn auch der Nachbar und der Freund; wenn er, an unfern Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend, mit uns weint; die Bruberhand uns willig reicht und Hülf' und Beistand gern erzeigt! 5. Ja, denen, die dich findlich ehren, o Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam deinen Lehren, und trau'n auf dich und finden Ruh'; fie finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deta nen, Herr, von bir gefandt; oft muß die Tod und Tren nung scheiden, die Blut und Treue feft verband; oft flört des Grams, des Unfalls Wuth bunde in treuer Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird des Lebens schnelle Stunde mit hoher Seligkeit durch webt; er blickt mit heiterm frohen Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 2. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen; in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! tracht unb Zufriedenheit bas Haus zum Sig des Segens weißt! 3. Wohl denen, deren Hausgenosfen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn jeder treu und unverbrossen das, was er soll, zu leisten strebt, wenn Ein Gesinnung und Verhalten des Christen. 403 fehlen, tein Segen der Zufriedenbeit. Buth, oft Krankheit ihren heitern Muth! 7. Doch trinken fie den Kelch gelaffen, den du, ihr Bater, eingeschenkt: du wirft, du kannft fie nicht verlaffen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen; wir werden einft und wiederseh'n, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. frieden mit Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zu dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben gebht; von Herzen ihm vertrauet, und fest auf das nur bauet, was mit der Frömmigkeit befteht! 2. O felig, wenn die Herzen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint burch Einen Sinn, fich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 3. Es wohnet schon hie nieden des Himmels boher Frieden bei stiller Hauslichkeit. Der Liebe reiner Seelen tann keine Freude 4. Sie mildert Sorg' und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im feft vereinten Streben, durch's furze Pilgerleben, zum Ziel im bessern Vaterland. Der Ehestand. Miel. Wer nur ben lieben Gett 512 Mon bir, Gott, Freuden, du, der du Mann und Weib erschufft, und fie im Glück, so wie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weih'n, laß unsers Bundes Endzweck seyn. 2. Erhalt' uns ftets auf deinen Wegen: nimm gnädig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jes den Segen mit Dank aus deiner Hand empfab'n, und fördre unfrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geiftes Triebe; erfülle unfer ganzes Herz mit reiner, fefter, treuer Liebe im Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem Andern je durch 404 Gesinnung und Verhalten des Christen. durch Ungestüm; und trifft ein Haus, ein rebenreicher den Einen Laft und Plage: so mildre fie der Andre ihm! Das Glück, deß fich der Eine freut, schaff auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, fanftmüthig nachsehn und verzeihn, und stets, mit dir geweihten Seelen, im Guten uns zu wachfen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unfrer Tugend unser Glück. Weinstock aus; so blühn auch Eh'genoffen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssproffen. Gorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Be ter zählt ihr Väter, zählt ihr Mütter! Sorg und Müh' ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden haft, erleichtre ihres Lebens Laft; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie fie ihren Bund entweih'n, laß freu fie, züchtig, friedsam fein, Ein Herz und Eine Seele! Lenke, lenke, Geift der Liebe, ipre Triebe, weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! Mel. Mein ganzer Geist 513 Der er Ebeftand foll heilig seyn! Du Schöpfer, septeft selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entge gen. Vater! Vater! dich erhöhen, die in Ehen dein fich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die fein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Heil euch, peil euch, gute Gatten! dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe. 3. So strecket weit sich um 5. O leite fie von leppigfeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden äch ter Tugend, damit auch einft ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei, und beiter, wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Bes rather frommer Eben, alle fie, die auf dich sehen! Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel kam ber ott, Schöpfer, 3n 514 ger Eh', schau auf dies Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund in besondern Verbindungen. 405 haft sich hier geliebt, einander ewig wieder gibt. Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf fie berab, daß sie zusammen Vel. Mein ganzer Geist, Gott bis ins Grab verträglich, 515 Ron dir, du Gott Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß fie einanter inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und feusch in Wort und Werken seyn! 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel' erbau'n; zusammen deinen Ruhm erhöb'n und deinen Segen fich erfleb'n! 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß fie thun mit Freudigkeit, und so geling' ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfah. ren sie des Erdenlebens Laft und Müh', fo trage jeder gern fein Theil zu feines Gatten Troft und Heil! Nach der Trauung. 7. Willst du durch Kinder fie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gebeihn, daß an den 516 G Gott der EiMel. Mein Gett, das Herz bin! Der Pfändern ihrer Eh' ihr Herz nie Gram und Jammer feh! 8. Wenn dein Rath ibnen Trübfal schickt, laß sie darin nicht unergickt; gib heitre Tage nach dem Leid, und segn' es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch fie der Tod, so sei ihr Troft: daß unser Gott, die tugendward einft der Ehe Bund ges weiht; o weih auch sie zum Segen, die bier vor deinem Angesicht entschloffen stehn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß fie, Vater, bir ergeben, einig les ben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglücft, so liebreich zu uns niederblickt auf allen unfern Wegen, Herr, laß fie flets sich deiner freun; gib auch zu ibrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß fie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig flers ben und vereint den Himmel erben! nigkeit bat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. 36m beiliget Beruf und Stand! ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. 3. Euch 406 Gesinnung und Verhalten des Christen. 3. Euch nehme, schließt Mütter, Pfleger, Lehrer, nach seinem Rath ihr einst Fürsten und die Obrigkeit, ben Pilgerlauf, er, der euch mit vereinter Sorgfalt wa hier vereinigt hat, in seinen hen, unsre Jugend fromm Himmel auf. zu machen; sie durch Lehr und Beispiet ziehn, felber Sünd' und Lafter fliehn! 5. Pflanz' in aller Kinder Herzen weisen, frommen Tugendsinn, daß fie nicht ihr Wohl verscherzen; laß fie Trägheit, Eigenfinn, Aer. gerniß und Leichtfinn flie hen, und um Unschuld fich bemühen! Führe fie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem Angefichte werden die Erzieher Febn; selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn, und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für fie: Gott vergilt nur ihre Müh! 7. Menschen weis' und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch ein wichtiges Bemühen! welch' ein feliger Beruf! Laß, 0 Heil'ger, deinen Willen alle Neltern treu erfüllen, lohne hier schon ihre Müh', lohn', Vergelter, ewig sie! Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterb. 517 Menschen weis' und gut eraleben, die zum Leben Gott erschuf: welch' ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Rubm, der Welt zum Segen, ihres eignen peiles wegen, Kinder weif' und gut erziehn: welch ein wichtiges Bemühn! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend rob und ohne Zucht heran, ohn' Erkenntniß, obne Tugend: taun er dann des Lebens Bahn würbig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbeten? feinem Nächsten nüßlich seyn? deiner Liebe fich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, forge, daß sie weife werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh fie Tugend lieben, und das Gute willig üben! Diese Pflicht ift ernft und groß; nichts, ihr Neſtern, ſpricht euch los. 518 He Mel. Wer nur den lieben Gott err! welch ein 4. Menschenschöpfer! gendmehrer! Eaß, zu förbern Menschlichkeit, Bäter, schäfte für Aeltern: Kinder zu erzieb n! Gib Segen, Welse in besondern Verbindungen. Weisheit, Luft und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst, fie follen glücklich seyn; haft ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man fie früh zu weifer Ordnung an 3. Wobl Aeltern, welche. deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn, und diese Absicht zu erfüllen, fich nach Vermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einft in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohlseyn ihrer Jugend zu deines groBen Namens Preis; fie lehren Weisheit fie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gebeihn fleht ihr Gebet zu dir, in beffen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir bie tieffte Ehrfurcht ein. Viel Gutes ibnen zu erzählen und fich mit ihnen fromm zu freun, ift guter Väter, Mütter Luft, fößt Tugend in der Kinder Brust. 407 ihre Sorgfalt ftets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weife Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch eine wonnes reicher Segen für Aeltern. Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Luft strömt den Aeltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch einseliger Gewinn, wenn junge Bürger wohl gerathen, erzogen, herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried! und Rub' nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt nicht versäumte Kinderzucht! Sie $ äuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Läffigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr' Aeltern dies erwägen: erweck' und stärke ihr Bemühn, daß, unter deinem milden Segen, fie ihre Kinder wohl erziebn! Olaß fie einst fo glücklich seyn, mit ihnen sich noch dort zu fre un! 6. Mit weifer Liebe fie zu lenken, mit Freundlichkeit Mel. Wo Gott zum Haus in ihr Gemüth die edlern 519 Groß ist, be Triebe zu fenten, ift Heltern, eure Pflicht 408 Gesinnung und Verhalten des Christen Pflicht! Verwahrloft eure euch der Uebertretung eurer Kinder nicht! Gewöhnet sie Pflicht in eurer eignen Jus von früher Zeit mit Gott gend nicht! zu frommer Thätigkeit. 9. Muthwillen nennt nie Wiß; nie preift des Knaben schadenfrohen Geift als Munterfeit; ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie und g'nügsam seyn, entbehren und sich dennoch freu'n; tilgt Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst und Fleiß, und lehret fie, daß Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen ſei! 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu' vor ihm die beste Klugheit fei! 3. Lehrt fie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Beforgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umber, was ihter Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tu gend an.! 5. Erstickt durch gute Lehr' und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun follt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 8. 3hr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren 13. Erwägt's und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böfes Beiſpiel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unverstand! 7. Wist, daß fie recht und irre gehn, so wird fie Mels Bom Himmel kam der euren Wandel sehn! Sie 520 Die ie Kinder, defind durch Beiſpiel leicht regiert; web', weh' euch wenn ihr sie verführt! ren wir uns freun, find alle, Gott und Vater, dein; find deine beste Gab', o Herr: bewahre fie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Aeltern Lies offin besondern Verbindungen. ns409 Liebe fucht sie aufzuziehen Seele, Preis und Dank, o in der Zucht; so steh, damit Herr, dafür! Ach verlaß, fie glücklich sei, mit deiner verlaß fier nie, segne und Weisheit ihnen bei! behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon Noise 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb' und Lust zu dir; und laß sie meiden, ohne 3wang, Trok, Eigensinn und Mús figgang! 4. Gesegnet fei ihr Unter richt! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er kennen; laß sie nie gefähr lich irren, leite fie! 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Uer gerniß, und naht Versuchung ihnen sich, so ftárke du sie våterlich! e 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Zugend, Bucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn; und Bürger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhore, Hochster, dieß Gebet; verleih', was wir von dir erfleht! Dann dan ten einst, Allvater, wir mit allen unsern Kindern dir! Mel. Freu' dich sehr, o meine 521 Meine eine Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer deine Wege wallen! 2. Uber ach, wie viel Gefahren, warten ihrer in der Welt! Wer vermag fie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hålt? Unbezwinglich laß sie seyn allen Lüsten; fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihrer Jugend hier schon lohnst, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoff nung gleich erfüllst; nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebenss reise, wie es långst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück; ihr verlornes Seelenglück war mit allen Erdenschaßen nimmer ihnen zu ersehen. 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Ge hör! Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich, o so sei es våterlich, und dann laß es ihren Se 410 Gesinnung und Verhalten des Christen Seelen nicht an Trost und Stárkung fehlen! dn 6. Keins von meinen Kine dern werde durch das Laster tein's manche Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nüglich laß der Welt sie seyn, keine Müh und Arbeit scheu'n, still sich ihres Fleis ses nähren, und durch ihn dem Mangel wehren! 7. Jener Sieg'stag ber Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer keis nes fehlen mag! Dann frohoct? ich, Vater, sich, hier bin ich; hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, fie zum Himmel zu erzichen! um Kinder, nie Schranken. belohnt ihr sie, danken aber könnt' ihr, danken euren Uels tern Lieb' und Müh', danken Kindespflicht. dan od Viel. Gott des Himmels und voll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgs sam seyn; nie mit Vorsat sie betrüben, jede Kránkung schnell bereun; ohne Klugeln ihnen traun, und auf ihre Winke schaun; 5.• Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege eurem hohen Rufe treu, jedem Laster troßend, geht, bis ihr einst am Biele steht; 6. Eure Kraft den Weltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Troft und Hülf erfreuen bei des Ulters Ungemach: dies ist und Pflicht. Kinder, dies vergesset nicht! 522 Kinder, die ihr Kindesdank noch im Kreise eurer guten Weltern weilt, und um Kleidung, Trank Miel. Jesus, meine Zuversicht und Speife forglos nur zu 523 Gott, men B ihnen noch in ter, Dank ſei Leib jeder Pflicht Lehr empfangt dir: du haft Gutes, 0 und Unterricht! saber und Leben durch die Hand 2. Kinder, 9 bedenket der Weltern mir ohne mein Mir frühe, was sie thun für Verdienst gegeben. euer Glück! denkt der na beglückst du ihre Müh', und menlosen Mühe, die sie euch auch mir erhältst du sie. vom Augenblick eures Auf 2. Oft hab' ich sie zwar blühn's bis zur Zeit eurer betrübt, fie, die von den Reife ftets geweiht. dersten Tagen, doch so zärtlich 3, Uelternlieb ist ohne mich geliebt, mich mit viel Sea mijn in beſondern Verbindungen.. 411 8. Ehrerbietig laß mein ich auch Herz wirklich seyn, und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thránen weinen; ihnen beine Hürf erflehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Weltern Schuß sei du! Ihrer Wallfahrtss zeit auf Erden lege viele Jahre zu; laß sie alt im Segen werden, und erhör' auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit fleht! Geduld getragen. Gott, dadurch krånkt' wie beugt mein 0 dich; Undant mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigenfinn niemals ihre Gunst verscherzen, gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede kinde pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg' und Ungst sie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, Mel. Wer nur den lieben Gott das Heil der Sünder, er wat 524 Wir flehn für un frer Weltern doch von Kindheit an seinen Weltern unterthan. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! dann wird auch mein dein verheißner Segen feyn! 7. Laß auf ihre Wünsche mich kindlich und mit Sorgfalt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvorzukommen trachten: nicht für sie Beschwerden scheun, und ihr Glück mir Freude feyn! 10. Alles Kreuz mach ihnen leicht hilf es, Vater, selber tragen; und wenn sie ihr Biel erreicht nach den spåtsten Lebenstagen, ſo gib du vor deinem Chron ihnen frommer Weltern Lohn! Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Baterliebe dir. 2. Verleih' uns ftets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz, und laß uns gern und kindlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Keltern Herzen krånkt, und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Gib ihnen deinen bes ften Segen und Alles, was 2 ihr w 412 Gesinnung und Verhalten des Christen ihr Herz erfreut! Beschirme fie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Geseg net sei ihr Erdenloos, und einst ihr Lohn im Himmel groß! 3. Mit entschloßnem frohen Herzen üben sie, was Gott gebot; theilen Freude, Gram und Schmerzen; mindern jedes Tages Noth, warnen fich, so oft sie fehlen, und veredeln ihre Seelen. Apt 00 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Neltern seh'n sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle Hausgenoffen streben, sich mit Freuden zu umgeben. Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 525 We enn Geschwister fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen Allen Gottes Blick und Wohlgefallen. Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht 2. Durch das Band des 526 Duvertheilft der Menschen Bluts durchs Leben gehn, und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und er= höhn; sollen Haß und Neid entfernen, und auch Andre lieben lernen. 4. O wer wollt' in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich seyn? Aus den Häufern bringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird der Undre redlich lieben? 6. Liebe! Komm herab vom Himmel! Komm in un= ser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Loos, Gott, nach deinem weisen Rath; machst oft Einen reich und groß, wenn der Undre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Ges schick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Gluck treu sich meinem Dienste weiht; durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. wer 3. Er hat Recht auf Gut und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Borsak fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, das er's sei? 4. Hoch tra in besondern Verbindungen. 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Verlegung meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin: den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos hart und geausam seyn, heißt: der Menschheit Recht entweihn. 5. Herr der Herrn, gib mir Kraft, daß ich stets ges recht urd treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält fein Recht durch dich. 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zu höherm Leben: für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleiches Recht. 6. O pråge dieses tief mir ein! Nie muss ich mich er kühnen, gefühllos gegen die 527 Durch dich, Gott, zu seyn, die meinem Hauſe Mel. Auf, Chrisßenmensch bin ich, was ich ist deine Gabe, Herr, so viel årmern Brudienen. Der mir hier dient, ist Mensch, wie ich, ich soll ihn lieben, gleich als mich. bin, und es daß ich, als Gewinn vor dern habe. 413 vergönne, gern feine treue Reblichkeit, gern feinen Werth erkenne, und ja aus nicht'gem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh! Für Dienende. Erfüllen sie mit Red- 528 Gen Willen foll Mel. In allen meinen Thaten ott, deinen Sie leihen ihre Dienste mir: dies, höchster Herr, verdank' ich dir. 2 lichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Jeder hier erfüllen; Pflicht gebeut, in ihrem ihn mir heilig seyn! Dienstgeschäfte, so gib, daß alle meine Kräfte mich ich für ihre Treu' auch dank rig dem Geschäfte, zu dem bar und gefällig fei! du mich berufen, weihn! 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht auf's möglichste verfüße, daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er sie von mir genieße, daß ich ihm Fehler gern verzeit)', und wird er krank, sein Pfleger sei! 4. Sib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm laß' Laß' eif2. Du heißt mich Undern dienen; und dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen; dies ist dein Wille; dein Gebot! gen 3. Lehr' ohne bitt're Klades Lebens Last mich S3 tras 414 Gesinnung und Verhalten des Christen tragen, und Weichlichkeit Mel. Mein erst Geschäft sei Breis verschmähn; im Reden und 529 Berufen haft du im Schweigen mich ehrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn! mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden ab. zuwehren, soll meine Freude seyn! Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsag nie betrüben, verdrößnen Sinn und Frechheit scheun! 5. Ich will sie nie bes neiden; will alle Trägheit meiden, und alle Zanksucht fliehn; will Recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen, und allem Leichtsinn mich entzichn! 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Freude mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er bes reut ſein Leben nicht. 7. Du bist stets der Ges rechte, der Herr der Herrn und Knechte, und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste, Theil. 8. Dies laß mich stets erwagen; denn dies gibt Trost und Sigen, und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüglich war. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nügen, und du, Gott, willft mit Vaterhand mich dabei unterstügen. 3. Olaß in meinem Dienst dies nie mich aus iesnie and to: den Augen segen, stet mir's auch Kampf und nie meine Pflicht Müh', verlegen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie mei nes Dienst's sich freu', mit Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Ihrige be trachte; auf alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier's gen hånden, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr et was zu entwenden! 7. Die Freude, dir ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Ulles sei auch mir so werth, als ob's das Meine wäre! 8. Erkennt fie meine Treue nicht, so sei's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, def= nem in besonderen Verbindungen. nem Ungesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen fiehst du sie, und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an, und schenkst mir ew'gen Frieden. mod Für Wittwen.bh 1907 oie Mel. In allen meinen Thaten 530 Auf uf Gott nur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen, und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Proft und Freude, der Fels, auf den ich bauen tann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dies Troftwort will ich faffen; es ist mein stårkster Wanderstab. me 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte der Betrübten, wenn sie nur ftets ihn liebten, und wandelten nach feinem Sinn, d 4. Auch mich wird er be merken, mich trösten, seg415 nen, stårken und mir zur Seite steh'n. Wie groß ist seine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen geh'n. 5. Ich will ihn gläubig ehren, und meine Tugend mehren in stiller Einfamkeit. Er sieht ja, wie ich's meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz ers freut. 6. Uuch, wenn ich mehr noch litte, bis zu dem legten Schritte will ich ihm folgfam feyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu hohern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage, wie Trdume, leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder, und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einst geh' ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist, und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danken für die Zähren, die ich als Wittive hier ge weint! ne 9. Dann find ich, die ich liebte, und deren Zod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein Tod uns wieder: dann schallen unsre Lieder durch's thránenfreie Baterland. 54 Für 416 Gesinnung und Verhalten des Christen Für Waisen. non In voriger Melodie. m 531 ner Jahre, Gott, 7. Ja, du wirst mich erz nähren, mir Rath und Hülf gewähren: wo ist ein Gott, wie du? Nur was mir nutt, das schenke mir, deinem Kind, und lenke mir from mer Menschen Liebe zu! sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt' ich ihr Grab schon sehn. 2. Unwissend, was mir nuge, so schwach und ohne Stüße muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Fleh'n? 3. Doch wer war's, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst du's nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 360 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweiund Armen Gutes thun: Verlaßne willst du hören, die Welternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruh'n. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, sahn, Gott, zu deinen Fu: Ben ihr heißes Fleh'n von dir erhört. 6. 2uch mich kannst du nicht haffen, du wirst mich nicht verlaffen; ich will dir gang vertrau'n. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, nur dich in 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Lafter um mich sind: o dann sei, treuer Rater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag' von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und unschuld nur mein Herz! Fromm seyn auf deinen Wegen, fei meine Luft, mein Segen, und Unrecht thun und sehn, mein Schmerz! 10. Urbeitsamkeit und Treue, begang'ner Fehler Rene, ein wahres Christenthum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies sei mir mehr, als Glück und Ruhm! 11. Und die, die mich er ziehen mit redlichem Bemuhen, an eltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, fie dankbar lieben, wie ihr Kind. 12. Ihr Lohn sei, Gott! dein sin besonderen Verbindungen. dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer seyn, und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freu'n. 13. Verklärt werd' ich dann stehen, die Weltern wieder sehen, um die ich hier geweint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, be ten: lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott Menschen 532 Wreben, bir an Gute und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn; wenn Jie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreu'n: mit reichem Segen ſegne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ih. rer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster ſeyn; und kann ich lindern ihre Noth; mit Freuden will ich's thun, o Gott! 3. Und kann ich's nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf jeden komme 417 Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will fie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch andre liebt, nie neidisch seyn und nie betrübt. Erfreue sie mit deiner dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden sic Gefahr und Schmerz: tröst' und heile selbst ihr Herz! To 5. Gute; Nimm sie zu deines ErReiches Erben, wenn einſt sie scheiden, gnådig an! quicke sie mit Trost im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrsich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Geſellschaft. Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gett zum Haus as Amt der 533 Dehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Umt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von 65 Zeit 418 Gesinnung und Verhalten des Christen Zeit auf Zeit dein heil'ges sie thun, mit Freuden, nicht Wort, und Licht mit ihm mit Seufzen thun. und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er er leuchtet durch dich, ben Jüngern Jefu gleich gefinnt, viel Geelen für dein Reich gewinnt! selbst 10. Ja, Gott, wir wollen sie erfreun, und dankbar fromme Hörer seyn: fo führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise find und tugendhaft, in Lehr' und That voll Geift und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Herer seyn, und schäßen deiner Wahrheit Werth, uns ihr Unterricht erklärt! die 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie; so weig're, wer fie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst. 8. Das ist der Lehrer beßter Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unfrer Tugend sehn, mit uns den Weg zum Himmel gehn. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank fie, durch Haß und Spott zu krånken; daß sie, was Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Mein ganzer Geist, Gott ohl 534 Wuns baß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen Rühmet, preiset rühren! Wieder neue seine Treue! ward sie heute. Dank sei unsre heil'ge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zu bilden uns hier in der Zeit, zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr' ihn, hilf ihm dulden, thun und leiden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn ſein Umt mit Freuden thun; nichts sci, was ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er na in besondern Verbindungen. re lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt: o gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen, um den Treuen wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand: wir gehn mit dir in's Baterland: du führst uns. Umen! Umen! Heilig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! 1 419 Geist das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gots tes Sohn, und deine heil'ge Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wann Súnder sich bekehren; so laß auch heute Freude seyn, da diese Kinder dir sich weihn, und ihren Bund erneuen! 3. O laß fie Gnad' und nicht Gericht in dieser Stund' empfahen, wenn sie mit Glaub' und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es starte sie dies Lebensbrod, damit sie, Jesu, deinen Tod verkünd'gen durch ihr Leben! 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so bilf du ihres Schwachheit auf; und wann sich Lüfte regen: so laß sie glaubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, und muthig überwinden! 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jest auf ihre Lebenszeit sich hier mit dir vermählen! O treuer Heiland, sie sind dein! Bei der Konfirmation. Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor bei- Schreib heut in's Buch des nem Untlig stehn, find, Jesu, deine Lebens ein die Namen dieser Christen! Glieder. Blick, wenn ver= eint wir für sie flehn, erMel. Mitten wir im Leben barmend auf ſie nieder, gib 536 Stärke, Mittler Herr, Herr, fie, deine theur' 56 420 Gesinnung und Verhalten des Christen theu'r Erlösten! Laß sie ihr Bertraun auf dich unaus sprechlich trösten! Wach' über ihre Seclen! Sie flehn und schwören alle dir: Herr, 4. In der Todesnoth laß sie, deine theu'r Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trosten! Herr, laß sie bei dir dein Eigenthum sind wir! leben! Einst sammle sie mit Schöpfer, Gott! Heiliger Heiliger Mittler, Gott! Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir, bis an's Ende! 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Bieb' erkalten; Verderben ward ihr Ende. uns zugleich in dein unvergånglich gånglich Steich! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Heiliger, Mittler Gott! Gott, Lehrer und Dreieiniger Gott! Tröster, Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir bis an's Ende! Mel. Fren dich sehr, o meine Beständig laß bir dieſe seyn, die die 537 Sei getreu in deischwören, dir sich weihn! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Zugend. nem Glauben; laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Herz durch's Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der m ihm treulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt: auch die Lieb' am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft b betrübt! Denke, 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wolleft sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbot'ner Luft dampfe früh in ihrer Brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit überwie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verges ben, auch verzeihn und lieb reich leben. winden. 3. Sei getreu in deinen Leiden, und laß dich kein ungemach, kein Noth von Sefu scheiden; murre nicht in in besondern Verbindungen. 421 in Weh! und Ach! Denn du vor allen Schlingen, vor machest deine Schuld größer den Lockungen der Welt; durch die Ungeduld. Selig laß es nimmer ihr gelingen, ist, wer willig tråget, was daß sie ihre Tugend fällt. der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört', und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünscheft, werth. Halt an seiner Treu' dich fest; glaub', daß er dich nie ver läßt; seine Hülf' ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben bort in seinem Freudenleben! Mel. O bu liebe meiner 538 Mittler schau' auf sie her: nieder, die sich deiner Gnade freun, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, segnend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir gehei ligt seyn, daß sie nie vom Pfad der Zugend in der Jrre sich zerstreus! Schüße sie 3. Laß fie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch de ines Gei stes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben geha! nie 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, feft; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, keines, ach von Allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden seyn! Herr, verfiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; keinem laß die Krone rauben, die du Allen zugedachi! 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jegt zu dir gewandt; sich die Thränen, die sie weinen, 3eugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß sie treu im Glauben stehn! 37 7. Samm: 422 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Sammle fic einst Alle und gern dem Nächsten diewieder dort in deines Vaters nen, ja, Gott, das wollen Reich! Sie sind deines Bun- wir. des Glieder; einst den EnGlieder geln Gottes gleich, fingen sie dir, Herr, zu Ehren, dann ihr Loblicd hocherfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. wollen jede Sun7. Wir de, das kleinste unrecht scheu'n und immer besser werden, und uns schuld freu'n. in uns ( Die Konfirmanden allein.) 5. Gott, welche heil ge Stunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer kindlich lieben, gehorchen willig dir, 8. O blick auf uns mit Segen von deinem Thron berab, und laß uns dem Gelübde getreu seyn bis ans Grab. Vor der Einsegnung. Mel. Christus, der ist mein ( Die Gemeinde allein.) 539 ich diese jun= gen Seelen, die, Vater, dir sich nah'n! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfah'n. 540 Kinder, dieſer 2. kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weihn, und heilig zu geloben, bir ewig treu zu seyn; no 3. Versuchungen zur Sunde mit Muth zu wider: stehn; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. D blick auf sie mit Ses gen, Auliebender, Herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis an's Grab! Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott des sei eurem Herzen ewig werth; denn das Verspre chen eurcs Mundes hat der Ullwissende gehört. Ihr jungen Christen denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu seyn. Von neuem habt ihr euch vers Leben pflichtet, Gott euer ganz zu weih'n. O heilig sei euch diese Pflicht! Vers geffet dieses Tages nicht! ( Die Konfirmirten allein.) Mel. Werde munter, men 3. Heilig soll ups diese Stunde; ewig upoergeßlich. seyn! Mit dem Herzen, mit dem Munde sewuren wir, Gott in besondern Verbindungen. 423 Gott treu zu seyn; nicht Mund versprach, werde nie zu weichen von der Pflicht, von euch gebrochen! Bleibt bis das Aug im Tode bricht. auch in Gefahr. und Noth Gott, der alles weiß und fromm und treu bis in den richtet, weiß, wozu wir uns Tod. verpflichtet. molto 4. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt, und in unserm ganz zen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier sået in der Zeit, ärntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott ( Die Konfirmirten allein.) samkeit haben wir uns die 3. Ja, zu treuer Folgs verpflichtet. Unser Herz sei dir geweiht; unser Geist auf dich gerichtet! O wie felig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stárk und nur mit deiner Kraft! Schüß uns vor der Macht der Sünden! Gib, daß wir gewissenhaft böse Lufte überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unsre Tugend sei' ( Xlle.) 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. om manbals ( Die Gemeinde allein.) Mel. Jesus meine Zuversicht 541 Sie ottes Gnade fei ( 3um Schluß der Konfir: mationshandlung.) verleih' euch Kraft und Se- Mel. Allein Gott in der Höh gen! Ballet freudig, En= 542 Herr Gott, was gleich, eurem hohen Biel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. irdisch ist, vergeht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht 2. Heilig sei euch dieser Tag; heilig, was ihr jetzt versprochen! Uch, was euer 5. Sieh, o Herr, wir Alle flehn, stårke liebreich uns're Seelen! Laß uns niemals irre geh'n, nie die Bahn des Heils verfehlen! Ulles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. 424 Gesinnung und Verhalten des Christen Pflicht und Jefu heil'ge 4. Hier sollen am Ultar Lehre. 2. Die Lehre bleib' uns bis an's Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbund'nen nah'n, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb' und damit ihr Leben dir stets wohlgefällig fei. 5. Hier wird mit Dank: gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild je der Tugend; hier schwört es einst den Schwur: Gott ewig treu zu seyn, und tritt on heiligem Ge- dann in den Bund erwachs' des Herzens Trost und Se gen! Sie leit' in aller Freud' und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun danfet alle Gott 543 V fühl der Undacht tief durchbrungen, sei, Gott, dir heut von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freu'n; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein. 2. Unbetend dir sich nah'n, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum. 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre fas sen, und zur Befolgung uns, zur Treu' ermuntern laffen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, 0 ner Christen ein. 6. Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern: ers innern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn, durch Leben und durch Tod, uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Ses gens seyn, und seiner wird sich noch die spåte Nachwelt freu'n. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr Gott, Geduld und Frost 544 Last dankbar uns zu. Grip odioid die Lehrer eh ren, sin besondern Verbindungen. 425 ren, die stets mit Ernst und im Lehrgeschäfte stets ihren Sorgfalt sich bemühn, den Ruhm und ihre Freude sein! Geist der Jugend zu beleh- Erfülle sie mit Achtung für Heil Fehlern abzuzieh'n! O wel che Saat wird durch sie ausgestreut! Sie keimt empor für Beit und Ewigkeit. die durch 2. Bedauernswürdig sind Seelen, die unbelehrt dieses Leben gehen. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt Werth? Woihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? her kommt 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend, auch unter uns, mit Baterhuld gedenk'st, und zu der Weisheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lent'st! Wie weife, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch ström'st du uns Segen zu. 4. Froh seh'n der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort: so seßen sic dein Werk auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weih'n! Laß treuen Fleiß so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich zieh'n, auch, wenn sie strafen, noch belehren, und folgsam felbst den Schein des Unrechts flieh'n! Neligion und reine Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu jeder Bett. 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh' auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getroft und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn chrt und dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht; dann laß' ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Chrift, der muthig wirkt, so lang es Tag noch ist. 9. O Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt seyn! laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreu'n, und einst erheb ihn die beglückte Schaar, 426 Gesinnung und Verhalten des Christen Schaar, für die er hier ein weiser Führer war. Ruh' fließt uns durch dies se Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht Bürgerliche Gesellschaft. thätig seyn, nicht seines Standes sich erfreun: auf der ihm angewiesnen Bahn Mel. Herr Jesu Christ, dich 545 Nach Gottes nicht wirken was er wirken weisheitsder Alles kann? vollem Rath, angeordnet hat, wird Vil fern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. e 2. Nur Surch vereinte Thätigkeit, die fich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Be Vaterlandsliebe. Mel. Schon ist der Tag von G. as Land, das müh'n fieht man der Bürs 546 Darba ger 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Orde nung und Zusammenhang; der nügt durch Kunst dem Baterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Eins sicht, Kenntniß, Wissen schaft; der nügt mit seinem kühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpfft du, Gott, durch jeden Stand der alls gemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reich thum, Ueberfluß und aller feitiger Benuß, Bequem lichkeit 8. Wer jede ihm verlieh' ne Kraft gebraucht, und durch sie Gutes schafft, der les bet, wie es Gott gefällt; zum Segen sich und für die Welt. Sportho terlich zur Wohnung ange wiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth genießen; es gibt mit Nahrung, Sicherheit; erhält Recht und Gerechtigkeit und schüßt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets ers kenntlich seyn, durch nußliche Geschäfte mich der ges meinen Wohlfahrt weih'n, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt, und mir und meinen Brüdern núßt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Ruh' und Sicherheit im Staate fre velnd stören; will meine Landesobrigkeit, als Got tes Ordnung, ehren, und ih mit treuer und Freud und ren Willen jederzeit, min besondern Verbindungen. 427 treuer Unterwürfigkeit, nach sie fließt Sicherheit und JOUS Möglichkeit erfüllen. Ruh' der Bürgern aller Stånde zu. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermindern; will freundlich die nen jedermann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf Brüder, die ihr's redlich meint, nügt eurem Vaterlande, das euch zu gleichem 3weck vereint, in jedem Amt und Stande! und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott steh uns bei, daß Alle wir nach unsern Pflichten leben, und schon, als gute Bürger, hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte geh'n, die in dem Dienste hier besteh'n, zu dem du sie berufen! Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 ott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein nied'rer Stand sein Loos; doch Jeder, klein fann als Bürger seyn. sei er noch so achtungswerth 4. Er iste, wenn er den Fürsten liebt, und den Ges segen, die er gibt, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut. 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt; und das, was er entrichten soll, gern beitrågt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie and'rer Bürger Rechte kränkt, und fern von schlauer Ránke List, zum Wohl des Landes thắtig ist. 7. Er weiß: nur des Gefeges Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgfam dem Gefeß und treu, und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. O Gott, laß mich ge wissenhaft, und stark durch deines Geistes Kraft, mich alten 428 Gesinnung und Verhalten des Christen allen meinen Pflichten weihn; so kann ich deiner Huld mich freu'n. und sieh' nur du, daß du selbst gerecht sei'st, zu. the 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott den Hochsten, an! Fürchtet ihn; denn sein Gericht wird gerecht Mel. Aus der Tiefe rufe ich er gehorcht, 548 Hoher Stand. Luft! Jeder Bürger, sich be: wußt, daß nicht jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Bist du niedrig, bist 549 Weburt fon Mel. Vom Himmel kam der höher durch du groß; sei vergnügt mit deinem Loos! Scham' dich deines Standes nicht; nó thig ist ja Jedes Pflicht. ist, als seine Brüder, kenn', als Christ des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl' er, den entbehr' er nicht. 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gesete stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sey ihr Vater, kein Tyrann; so mild und liebreich als gerecht; er ist wie sie, auch Gottes Knecht! 3. Nicht wähn' er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, cr sey erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn' soll er nicht! Sib, 4. Er sehe, mehr beglückt 4. Schaue Jesum Christum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Geset gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr' gebührt! Schoß und dem, der regiert! " ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissen haft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn, 1936 1 von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er haffe Grausamkeit und 3wang, verprasse nicht durch Müssiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu seyn, mit Undern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm fei in besondern Verbindungen. seine Felder pflügt! Wohl thätig soll er seyn: denn er ward darum nur des Urmen Herr! 7. Er,( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat! 8. Verächtlicher, als Sklaven, ist im Tod einst jeder, der vergißt, daß er des Vaterlandes Wohl auch mehr, als Undre, fördern soll. 9. Doch, wenn er's nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich stets bestrebt. 10. und spricht in seinem Tode dann: das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Nichter. Mel. Schon ist der Tag von ewohne dich, 550 und That Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dies je vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zer stört das Glück der Erde. 2. O wehe denen, welche 429 nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte bougen! Sie fåen Fluch und årnten Fluch durch ihren feilen Richterspruch, denn ott beschüßt die Wahrheit. pana 3. Wenn sie nicht treu im Umte sind; Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissens qual, erscheinen sie im To desthal und am Vergel tungstage. minisd 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt, und nie die Unschuld schmähet. gibt und nimmt und redet nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt wers den konnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gefeßes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. O nur und Ge= wohl dem Land, wo jederrechtigkeit in allen Stånden blühen! 6. Laß jeden hier sein Umt getreu, o Gott, vor dir verwalten, und sein Gewiffen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr', 0 Va= 430 Gesinnung und Verhalten des Christen Bater, jeden Stand vor uns recht und vor Frevel. 7. Es suche jeder, der dich tennt, im Guten sich zu stårten, und wer den Namen Jefu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Jugend Quelle! 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie wers de Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. 5. Zieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Andrer; schůzet sie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets leit' euch Ehrgefühl und Pflicht! bewacht, beschützt das Baterland und stehet dem Gesege bei, damit sein Uusspruch wirksam fei. 6. O daß nicht einer Frebel treib! Daß jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstchn nicht mag noch kann! 7. Wer vor euch niedere fällt, den hebt mit Bruders armen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie vers gießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! 8. Gerechter Gott, belohne die, die sich vom Unrecht wenden! Erquicte sie nach Kampf und Müh', wenn sie den Lauf vollenden! Zu deinen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende beglückte.insid Der Soldat. Mel. Erhalt' uns, Herr, bei 8. Dann seys ihr wahre 551 Bewaffnete, der Helden, feyd Bertheibiger Menschlichkeit, dem Volk, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 2. Gehorsam, Treu nnd Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 9. Sott sei mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort bes glück euch Gott! 3. Welch wicht'ger Ruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh! wer ihn aus den Augen sett Der Landmann. und frevelnd feine Pflicht 552 Mobt ofer Mel. Erschienen ist der herrlich mir, Schöpfer denn verlegt! RING 34907 in besondern Verbindungen. denn mein Stand ist auch von dir; du schufft das Land für meinen Fleiß; und våterlich beglückst und segneft du auch mich: gelobt seist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines Angesichts arbeite ich: doch wann gebricht's mir, wann ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an zufriedenheit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus, mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus: doch auch mehr Sorg' und Ueberdruß; bei allem feinem Ueberfluß mehr Furcht und Gram; 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh' und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut sin, werd' ich selig, wie der Fürst der Erd', wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Rub und Lust auch 431 gern, doch nur in deffen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Berke Herrs lichkeit seh' ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der Wald, Thal und Berg und stille Mond; Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weisen Uchtung fehlt mir nicht, erfüll' ich redlich meine Pflicht; ich bin ein Mann fürs Vaterland, ich nåhr' es und durch meine hand lebt Volk und Fürst. ebt 20 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Ucker Gots tes, meines Herrn, und årnt* ich nicht schon hier den Lohn, ich årnt' ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. in Der Nachbar. Mel. Was Gott thut, das ist 553b, pöchster, daß ich fromm und treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Gluck erfreulich sei, ihr unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen, und ihnen beizustehen! 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich, das Gut, das sie bes figen, 432 Gesinnung und Verhalten des Christen figen, nach Möglichkeit zu schügen! 3. Gib, daß ich gern verschwiegen sei und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch unrecht hier; hab ich's nur nicht verschuldet; so wird es leicht erduldet. 4. Was hilft ein feindschaftlicher Sinn? Er führt Verderben. nur ins Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Spaß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wir einst, wenn Feinde beben, in ew'gem Frieden leben! 01 net, fleht und droht, kann heilen und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der schone; Wahrheit Rechte daß ich, von niedrer Schmei chelei, von Schmåhung und Verstellung frei, was sündlich ist, nie rede! 3. Auf deinen Ruhm und Undrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken; hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dies bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nußen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verweg nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund; wie oft zu spát bes reuet! Uch, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet mehr von Gott! immer Herr, lehr' es mich bedenken! Umgang( zu Seite 390.) Mel. Schen ist der Tag von G. ie 3unge, die 554 Die Bunge vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie 6. Was züchtig, keusch stürzt in Unglück, hilft in und ehrbar ist, was wohl Noth; sie flucht und seg- und lieblich klinget, das 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt, und dessen Wor te trügen, der seinen Näch sten gern betrübt mit Falsch heit und mit Lügen! Nut Redlichkeit, nur off'ner Cinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns begleitet. res anilor in besondern Verbindungen. 433 retet überall der Chrift; wenn er mir zu irren scheint, fpricht, wenn es Nußen so warn' ich treulich ihn als bringet, und scheut den Freund. Zorn der Menschen nicht; doch wird auch Schweigen Ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz, unb laß mich Spöttercien und frechen, fittenlosen Scherz mit from mem Eifer scheuen! Zum Eprechen gabßt du mir die Kraft: doch soll ich einft auch Rechenschaft von meinen Borten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel fam ber gen ein 555 welch ein Ses Freund, der, ott, burch bich mit mir vereint, mit Herzlichem Bertraun mich liebt, mit mir fich freuet and betrübt! 7. Trennt auch das Schicks fal Freund von Freund: die Herzen bleiben toch vereint burch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir können durch die That. 8. Bollenden wir einst unfern auf; fo nimmt uns dann ein Dimmel auf. Uns endlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. 2. Der, feft vereinigt erst In eigner Melodie. is, mit bir, in einem Geifle 556 Herrlich( 86, an dann mit mir Freundes Hand durch das Leben wandeln, und durch Tugend und Vers fland fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Bohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde babe! nnr und Tugend lebt, mit mir nach einem Ziele firebt! 3. Bir theilen brüberlich dein Licht, ermuntern uns Ja jeber Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm au ſeyn, gleich tu gendhaft. 5. Nicht Argwohn, Miss traun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigfeit, auch nicht des Glückes Unbestand, trennt unfrer Freundschaft feftes Band. 4. Bom Irren hält er mich Jurück durch weisen Math durch sanften Blid; und 6. Bir theilen Alles, Freud und Leid mit brüderlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl verfüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 3. Aber da ist Freund schaft nicht, wo nicht Tugend nwohnet, wo nicht auf £ bem 434 Gefinnung und Verhalten des Christen dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittfam ift fie; nicht beim Spiel; nicht bei Trinkgelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber o, du findest sie bei unschuld'gen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bet bösen Herzen. 6. Freundschaft lehrt bescheiden seyn, Andrer Vorzüg' ebren; Freundschaft wird dir manche pein in Vergnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir klar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht dabet fröhlich deine Seele. 8. Lächelft du, fie lächelt mit, weint bei deinen Leiden; unter ihrem fanften Tritt sproffen tausend Freuden. 9. Mögt ein jeder doch recht früh ihrer würdig wer den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. Chriftliches Verhalten in Ansehting der Thiere und Bäume. Mel. Es ist das Heil uns 557 D er weise Schö pfer, deffen Ruf einst mächtig scholl: Es werde! und Aller Welt Bewohner schuf, bestimmte biese Erde nicht für den Menschen nur allein, auch Thiere schuf er, sich zu freun auf seiner schönen Erde. 2. Jhm, der für Alles Sorge hegt, dem Vater aller Dinge, ist nichts, was seine Erde trägt, zu klein und zu geringe. Er, deffen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen Vater ift, ift auch des Wurmes Schöpfer. 3. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu raus ben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, gefühl. los zu zerstören? 4. Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag, was mich übers Thier ers hebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild; allein sie lehrt auch göttlich mild Glück um mich her verbreiten. 5. Vernunft du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lebren! Sn der Geschöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Got tes Aufficyt ftebt, entehrt auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und ges in besonderen Verbindungen. gefühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgeschöpf bes trübt, und Härt' und Graufamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. Mel. Kommt her zu mir, spricht ie Thiere, deren 558 erwäg es oft mit Ernst, o Chrift, sind auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bürgerrecht verlieh Gott ihnen auch; drum blick auf fie nicht mit Verachtung nieder. 2. Sie Wunder auch von Mensch, dir nah verwandt, durch innern Bau und Triebe; fie zeigen oft des Dentens Spur, find alle Kinder der Natur, und freun fich ihrer Liebe. 3. Du haft durch Geißes übermacht sie unterwürfig dir gemacht, kannst ihre Wildheit zähmen; darfft, was dich stärket, was dich schüßt, was dir zu deinem Leben müßt, von ihrem leben nehmen. 4. Doch ihnen auch, vergiß es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu feyn, und nicht dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir untergeben. 5. Du kannst, was beine 435 Hand gemacht, was bein Verstand hervorgebracht, gefällt dirs nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tod, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. 6. 3war find für dich, Thiere Herr, o Mensch, der noch Pflichten für die Armen, doch sollst du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. Mel. Es ist das Heil uns son deiner Weis 559V Macht, und deiner Vatergüte zeugt auch der Baum in seiner Pracht, zeigt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt' ihn deine Hand, zur Luft und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 2. Wie könnt' ich denn je einen Baum aus Frevelmuth zerstören! Onein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baume, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 3. Wenn mich in ſeiner Blütbenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl T.2 der 436 Gefinnung und Verhalten des Christen reich tie Zweige senkt und Freundlich feine Gaben fchenkt zur Nahrung und Erquicung; der Sonne; und wenn er Bürbe fchänden, nur der kann Gaben der Natur mit frevelbaften Händen and Schadenfreud', aus Saß entweibn, fann ftrafbar ibr Zerstörer fepn. 3ch, ich will Gutes schaffen! 6. 3d will dem Urbild ähnlich seyn, mit ihm zum nach Wohl des Ganzen gern ers Kräften wirken, freun, auch für die Nach welt pflanzen. In deiner Schöpfung Heiligtbum, s Gott, laß nur zu deinem Rubm mich, dein Geschöpf 4. Benn mich fein Solz erwärmt und schüßt vor Froft, um frob zu leben, wenn es der Hand bes künf lere nüßt, mir Hausgeräth zu geben; wenn Wohnung und Bequemlichkeit, wenn Hain und Garten mich er freut: dann will ich freubig Danken. 5. Rein guter Mensch, Der böse nur fann seine Rets leben! Gesinnung und Verhalten des Christen zu besonderen Zeiten. Am Morgen. Mel. Mein ganzer Geist ich feb' ich wie 560 licbt, und freue mich ber erlen Pflicht, dem Höchften Lob zu fingen. Ich will, ents brannt von Dankbegier, o mitbeßter Erbarmer bir, mit beil'gem Muth lobfingen. Schöpfer, Vater, beine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Frob empfind' Ich deine Güte. 2. Du warst auch biefe Nacht um mich. Was war' ich, bätteft bu nicht dich fo bülfreich mir bewiesen? 3u meinem Leben septeft du fest einen neuen Tag hinza, fei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ic merle neue Stärke: dich erbebe Ber: und so lang ich lebe. 9 3. Berleib', o Gott det lieb' und Macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht auf ewig von mir fliehe, daß ich bie furze Lebenszeit in driftlicher Zufriedenheit n nugen mich bemühe! Prüfs, Fiebe, wie ich meine, bir if teine meiner Gorgen, au bie fleinfte nicht verborgen. 4. 36 bin ein Chrift, o Herr, verleib', das ich bes Wamens wärdig fey! Mein Ruhm fei deine Gnade! Denn zu besondern Zeiten. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Jrrenber! Erhalte mich, mein Gott, auf meinem Pfade. Stärt mich, daß ich freis mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Such im Geräusch der Belt foll mich der beilige Gedank' an dich oft ftill zu bir erheben. Im dunklen Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinaut zu bir, zum Licht und böhern Leben. Auf dich hoff' ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, die bort ewig Lob zu fingen. 2. Wem bank ich's son, als beiner Güte. taß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Ges müthe dan! ich dir Stärlung, Rub' und Schlaf! auch beute wirst du mit mir fepn, und Kraft zum Guten mir verleibn! 437 fehen nicht die Sonne wies der, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit! 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur dei nen Beistand nicht. Mel. Wer nur ben lieben Gott 561 Vod oll Dank an diefem neuen Morgen, blick ich zu dir em por, mein Gott! Du börft nicht auf, für mich zu for 5620 gen, mein Schuß zu feyn vor feder Noth; du schüßteft mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. 3. Wie viel Taufend meis ner Brüder find ißt nicht mehr mit mir erwacht; sie 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen; brum fchrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute fich mein auf, ſo cilt mein Geift zu dir hinauf! In eigner Melobic. gott des Himmels und der Erden, Bater, Sohn und heil'ger Geift, der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen beißt, deffen starke Hand die Welt. und was brinnen ift, erhält; 2. Gott, ich danke vir von Herzen, daß du mich in diefer Nacht vor Gefabr, Angst, Rotb und Schmerzen haft bebütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägt mit Vaterbuld. 3. Gleich der Nicht last meine Sünden vor der Gna£ 3 438 Gesinnung und Verhalten des Christen de Glanz vergehn, die durch Chriftum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele forgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Richters Antliß dann ohne Schrecken schauen kann. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht; und verleihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gnadenzeit, werde nie von mir entweiht! 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich hab' und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, fegne mich dein Eigentbum! 7. Hülfe wollefst du mir ſenden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich bin, wo ich nicht mehr flerblich bin! Mel. Befiehl du deine Wege 563 Lob fei Gott, der den Morgen uns fendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut: Gott, der die Erde schmükfet, und, was er schuf, erfreut! 2. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin. Und dies mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode bin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. O süßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Staube; mein Geift wird nicht vergebn! Ach, laß mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 4. Sollt' ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Neu' und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein ein Tempel Gottes werden, ganz ihm gebeiligt feyn! 5. Getroft, mein Geift! ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuverficbt. Ermunt're dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getroft! vielleicht ift heute des Kampfes Ende da. In zu besondern Zeiten. 439 meine Seele! Sei mir ein ein erst Ge- Retter in Gefahr, ein VaIn eigner Melodie. 564 Meshäft fei ter: wenn ich feyle! Preis und Dank; erhebe. Gott, o Seele! Der Herr bört deinen Lobgefang; lobfing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen obne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer fchafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge feine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr, Mel. Von Gott will ich nicht Gott der Welt, und bein ist 565 Allmächtiger, ich unser Leben. Du es, der es uns erhält, und mir's ießt neu gegeben. hebe Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein fanfter Schlaf erfrischt: dies dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch fie bin 24 ich 6. Gelobet seyft du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen; und lebre du mich felber tbun nach deinem Boblgefallen! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das feine Pflicht erkenn' und willig thue; 10. Daß ich mit Freudig keit und Muth mich ftets zu bessern strebe, gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 11. Daß ich dem Nächften beizustehen, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft 440 Gesinnung und Verhalten des Christen ich auf's neue mit heitrem Muth erwacht. 3. Beschüßer unfrer See len; ich traue ftets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gib, was mir beilsam ift! Gott, dem ich Alles banke, mich stärke der Gedanke, daß du flets um mich bift. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröfte mich im Leiden; und will die Luft der Welt mich jemals nach sich ziehn; helf' er mein Herz bewahren, belf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Meis nen nach deiner Gütigkeit! Berlaß der Armen feinen; wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilft Allen beizuftehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig feyn. 6. Gott, dem ich ange höre, bein Friede rub' auf mir! Mein Seufzen, meine Zädre. Erbarmer, ist vor dir. Deß foll mein Haz fich freun. Wer eir nicht traut, ber bebe, ich farbe oder lebe, so bin ich ewig rein! Lieder, und mein Herz erbebet dich: denn dein Aug bat in der Nacht über mich, bein Kind, gewacht. füble und empfinde mich. Berr, bir bring to meine 2. Benn ich einst vollendet habe diefe meine Pilgerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in diefer Tangen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, nnd mein Lobgefang mit mir; dann erschallen meine Lieber mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen tepu; ewig schlaf" ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über meine Tage, Gott, du meine Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, wenn du kommt zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählft da vergebens, Gott, durch bew ich bin, mir zu. Jeder lit ein Theil des Lebens, feden, jeden richtest du. Lebr' mich wachen, daß mir nie unge müßt ein Tag entflieb'! 6. Heute leb' ich; lab auch heute nicht umsonst mein Leben feyn! Eaß mich nach vollbrach em Streite diefes Tags auch mich erMel. Gott bes Himmels und 566 5 freun; zu 3 ott sei Dank, gib mir beute Stärke, Luft, Gelegenheit! Mel. 441 Met. Christus, bet ift mein Ser; auf dich[ aß fets 567 Nu läst ber mich fevn in Freude, wie Herr mich ben! Mit fröblichem Gemüth eil' ich ihn zu erbeben; er hört mein frübes tied. au befontern Zeiten. 2. 3u ibm entzückt mich wieder der Morgenfonne Pracht; ich falle vor ibm nieder, der fie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher atter Belten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir ge: ban? 4. Wirkt du nach Opfern fcbauen? Sie gelten nichts vor dir. Du fordert nur Bertrauen, nur Liebe, Gott, mir. 5. Dein fei mein ganzes 56831 an, wis Mel. Es ist das Heil uns Gottes Ramen ang ich 18 mir zu than gebubret Mit Go: t wird Alles wohlgetban und findbait a tögefubret. Bas man in Gottes Namen that mit frommem Sinn uno festem Muib, das muß gulcht gedeihen. 2. Gott ift's, ber bas Bermögen fobafft, das Gute 3 vollbringen. Er gibt Bertano uno tuf und Kraft und läßt das Bert gelingen. 3 er mit unt fo fehlt uns nibt, was unserm wabren Bohl gebricht, er fronet uns mit Segen. Leben, mein Herz fet ewig brin! Dir will ich Ebre geben are Deiner Dulo m: ch freun. 6 O Tilger meiner Süns den, mein Mittler, Jefu Chrif, laß mich cen Troft empfinden, daß du mir gnäs dig biff. 7. Dir bab ich mich erge ben, ich freue mich in dir; du Bester. mehr als Leben ist deine Güte mir. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was die gefällt, mebr reinen Beifall acte, als allen Ruhm der Belt! 8. Sie fübre mich auch Beute auf deiner Tugend Piao! Du. Ewigweiser, leite mich felbft nach einem Rarb! 9. Nur eins laß mich erSeben; gib mir ein weifes 11. Daß ich, bir innig trauend, das Gute stanodaft thu' nao frob, gen Himmel fbauend, dent: Herr, mich fi.best ou.\ 12. Bereit den Kauf zu sal eßen, auf deinen Wint, o Gott, und fanter im Ges wiffen: so finde mich der Too! 3. Drum leite mich fein queer Seift, ren Mußiagang zu meiden, und das, was er midh £ 5 442 Gesinnung und Verhalten des Christen mich wirken heißt, geschehe flets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewisfenhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, fegne Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände, und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ift vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. In eigner Melodie. 3. Dein Wert, Herr, ift gescheben; ich kann das Licht noch fehen: du macht daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 569 each auf, mein Mel. Werd munter, mein und finge dem aller jenem Dinge, dem Geber aller Güz 570 Wenn ich einst ter, des Menschen treuem Hüter! 2. Gott, Vater, mit Erbarmen bedeckteft du mich Armen; du sprachft, schlaf, ohne Grauen; die Sonne follit du schauen. Schlummer, welcher Tod beißt, aufersteh, und von diefes Lebens Kummer frei, den schönern Morgen feb'; o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pil gers Gorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ebre! Anbetung Preis and Ebre! 5. Hör', ütigfter, mein Flehn; du kannft in's Herze febn: ach möchte vir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber ras then; mich fiets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen: dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreife! 2. Hilf, daß keiner mei ner Tage, Geber der Un fterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich fträflich ihn entweiht! Auch noch beute wacht' ich auf! Dank sei dir! Zu bir hinauf müffe jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr leßter nun erscheint; wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein 443 mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein, und laß mich den Stärksten sein, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preisen. mich erhoben! Hier hör' ich Gott, im Geifte schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! fingen, 5. Hier seh ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du. mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Pilgerschaft, Am Sonntagmorgen. Mel. Es ist das Heil uns 571 roblockend, Bas zur Liebe und zur Hoffnung. wach' ich 6. Tag, zu besondern Zeiten. auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer bringt hinauf in's Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh' und Zeit zur Seelenbildung fchenfet. 2. Dich beten Erd und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! Auch ich darf mich dir nahn: du hörst, wann ich dir finge. Du felbft bedarfft zwar meiner In eigner Melobie. nicht; doch ewig bleibt es 572 Sei mir gegrüßt meine Pflicht, dich findlich zu verehren. 3. Drum heilig fei die Stätte mir, wobin, Gott, deine Frommen mit Dank und Luft und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Haufe Gottes meines Herrn, mit ihnen anzubeten. zu meines Gottes Ehre, du, feiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 4. Hier fühl ich durch den frommen Dank, womit dich Cbriften loben, durch ihren heiligen Gefang zum Himmel o Bater, mir ein Tag des Segens werden! So seh' ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prüs fungszeit einft im Genuß der Seligkeit, verklärt dich ewig preisen. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne. 2. Daß alle Welt anbetend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für Alle mit ſeiner Allmacht wacht; 3. Taß überall bis zur entfernt'sten Zone, die stau26 nend 414 Gesinnung und Verhalten des Christen nend deine Größe ficbt, Zufriedenheit und Lieb' und Eintracht wohne, die oft den Erefreis Aliebt! 4. Und fo fei du, was du ihm fiets geweien, rem Erdenoolte Gottes Blick, dem Lande Frucht, bem Kranken frob Genefen, dem Armen Troft und Glück! 3. Von ihm fommt febe Gabe; das teben, das ich habe, die Rube dieser Nacht.. Er ift der Quell der Güter, mein Schuß und treuer quter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster wer den und büllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wobnt er mit seiner Fulle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Auch mir, wenn ich in Unmutb aufwäits blicke, weil Gottes Weg ich nicht verfich', gieß Selterkeit in's franke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's verfieb! 6 Und lebre mich in Freus digkeit bienieden mich jeder Cbriftentugend weib'n; poll Duld'amkeit bereit zum fel's gen Frieden und mild, wie du, zu feyn! Am Abend. 6 Groß, wenn der Morgen grauet; groß, wenn der Abend thauct; groß in der fillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, aut Mel. In allen meinen Thaten un 573 Nonne nie groß, Bater! zeigst du deis finft und am Wurme ne Mact. der, die fille Nacht kommt wieder und mit ihr Solaf und Rub', fie fchenkt uns neue Kräfte, befchließt des Tags Befdäfte und brückt die müden Augen zu 2. Noch wach' ich und ergäble mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir qe tban. Mit dankendem Gemütbe lobfing ich deiner Gü te: er bört mein frommes Loblied an. 5 Er führt aus dunkler Ferne den Mond und taufend Sterne mit Majeftät her. Sie leuchten, ibm auf. zur Ehre, hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren auf. I 7. Voll Majeftät und Stärke fteb'n lauter Bun terwerke in deiner Schöp: Wie kann ich fung da. birs vergelten? Du Gott Herr der Belten und warft auch mir Armen heus te nab. 8. Bober mein Glück, mein Leben? Di baft es mit gegeben; bu bit's der für mich wacht. Woyer auf melRen zu befondern Zeiten. 445 nen egen fo mancher reis mir unb der Welt genügt che Segen? Du bift's, der Alles wohlgemacht. und icten Dienk gethan, weil ihn ter Herr gebot, nicht weil mich Menschen fab'n? 9 Gott, groß von Macht und Treue, ißt da ich dein mich freue, wird auch rie Radt mir licht. Leg ich die muren Glieder in deinem Namen nieder: so wacheft du; ich sorge nicht. 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des verrn, der unser Fleb'n bemerkt? und bab' ich im Bertrau'n auf ibn mein Herz geftärkt? 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Krafte geben; so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirft du mich vol lenten, mein Gott auch noch im Toce seyn. Pr Mel. O Gott, bu frommer Gott 574 wieter bin; und diefen Theil des Lebens, wie bab ich ihn vollbracht? Ent flob er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernft rem Gus ten nachjeftrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht mei ner Pflicht gelebt? 2. Bar's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Danf und mit ebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geswöpf von Gott, mich feinem Dienft zu weibn, und züch. H. und gerecht und Got. tes Freund zu feyn? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, burch Eifer und durch F'eiß ihn, meinen Gott, geprtefeu; 5. Dacht' ich bei dem Ges muß der Güter tiefer Erden, an den Allmächtigen, durch den wir find und werden? Verebr't ich ibn im Staub? Empfand ich feine Huld? Trug ich das Glück mit Dink, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genos mein Herz des Umgangs fuße Stunden? Füblr' ich der Freuneschaft Glück. fprach ich, was ich empfunden? War auch mein Eraft noch fanft. mein Scher; noch unfchuldsvoll? Und hab' ich nichts gefagt, was ich bereuen foll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir ver= pflichtet, fie durch mein Beifpiel fill zum Guten unters richtet? War zu des Mitleies Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Gluck bas andre traf, war dieß mir angenehn? 27 8. Bar 446 Gesinnung und Verhalten des Christen 8. War mir der Fehltritt bat; du wandteft allen Schaleid, sobald ich ihn begane den, warft mir Vertrau'n gen? Beftritt ich auch in und Licht und übergabft aus mir ein unerlaubt Berlan Gnaden mich dem Verders gen? 11nd wenn in dieser ben nicht. Nacht Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu Rehn auch willig und be reit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Chrifti Blut mir die verleßte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeiheft dem, den feine Sünden kränken; du liebst Barmherzigkeit und wirft auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, fo leb ich dir: sterb ich, so flerb' ich dir! 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir getban; verebr' des Herrn Befehle, bet' ihn, in Des muth an, ihn, der von feinem Size gern auf dein Flehen hört, und auch der Laft und Hiße der Kreuzestage webrt! 2. Du gabft Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabft Segen dem Beschäfte, für das ich Segen 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich nichts erschrecke, auf daß wann ich erwacht, und durch den Schlaf erquicket, mein Geift befreit von Gram, froh nach der Höhe blicket, von wel. cher Hülfe kam! 5. und Die Meinen, Weib Kinder und Freund' und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Mel. Befiehl du deine Wege 575 Ermüdet von der Nie wird dein Auge müde, Sorgen und der Hüter du, Geschäfte Laft, die du mir gib unserm Lande Friede, jeden Morgen hier auferle gib Jedem Glück und Ruh! get haft, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Nub, weint dir vorber im Stillen Dank meine Seele zu. 6. Versag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diefe morsche Hütte des Leibes einft ver bricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich seyn, und nimm mich, reinen Erben, in deinen Himmel ein! Mel. me zu besondern Zeiten. Mel. In allen meinen Thaten 576 H err, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibt mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott welche Rub' der Seele, nach deines Worts Befehle einber im Leben gebn; auf beine Güte Hoffen, im Geist den Himael offen und bort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreift! Mein Leben und mein Ende ift dein; in deine Hände be fehl ich, Vater, meinen Geift. 447 Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibeft, wie du bist; du schläfft und schlummerft nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. In eigner Melodie. 577 C o fliehen unfre Tage bin! auch dieser ist nicht mehr; die 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? mich schüßzet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; fo fürcht' ich nichts in der Natur! so scheu ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld; mit Reue fühl' ich fie: doch, mein Erbare mer, deine Huld, wie troftvoll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Fliebt, finfire Sorgen, weit von mir! Herr Jefu, du allein feift mein Gedank'; weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. Mel. 448 Gefinnung und Verhalten bes Christen Rel. In allen meinen Thaten lockt und ist gewiß, daß mich 578 Die fillen Abend bein Auge fiebt. wie schnell find sie entschwunden in bäußlich frober Rub'! Nun fenkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit fanfter Band die Augen zu. 2. O laft und ibn erwägen, den unverdienten Se gen, den uns der Tag ges bracht! East uns von Dank entorennen, und tiefgerübrt bekennen, der Herr hat Alles woh'gemacht! 3. Du haft, o Gott. vol Gnate, auf fegenvollem Pfade uns bis hierber ges fubrt. Nicht uns, nur dir fi Ebre! Ein jeder Tag vermehre in uns ten Danf, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, ben b den Müren nach Tageslaft beschieren, auch er sei dir geweibt! Wir schlummern obne Sorgen; denn du er. widt uns morgen hier oder in der Ewigfeit. 3. Der Tag ift schnell bas bin geeilt, und peine Baters han hat mir viel Gutes zuz gerbeilt, viel Böses abgewandt. 4. Auch in der Notb umb wenn ich litt, nahmt eu bich meiner an, und fo in nun ein neuer Schritt zur Ewigfeit getban. 5. Du, Herr, wirkt auch noch immerdur mern guter Bater seyn, und iebt und auw bei grauem Haar mich, segnen und erfreu'n. 6. Doch dir befebl' ich meine Zeit. 3d leb in diefer Welt, o Bater der Barme berjiakeit, so lang es dir gefällt. 7. 3d trau auf did und jittre nicht, fein Unfall wird fich nab'n: du warit fa meine Zuversicht von meiner Ju geno an 8 3d fbließ auch i gt in dunkler Nacht getrof eie Augen zu; ich furdre feine ird' dhe Macht: du flyer meine Rub'! Mel. So fliehen unfre Lage Mer unter 579 We hirute Mel. Freu' bich fehr, o meine 580.2uf, Tuf, o Seele, fet rubt, o Gott, bon bir bewacht, der tropt mit uneridrocurm Mutb dem Graun bunkler Racht. . Umringt von Atiller Zin. Gerais fing i dir, Herr, ein tied. Mein Herz frob noch menter! Gottes Lob i deine Pflicht. Seine Sonne gebet unter. aber feine Güte nicht. Er bat mich beut ernäbr*, manche Frence mir gewäbrt, BOR zu besondern Zeiten. vor Gefahren mich beschüßet, mich in Schwachheit unter füßet. 2 Stets verehrt und hochgepriesen seift bu, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ich's gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun' bis zum froHen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen: wenn ich schlafe, wacheft du. Leib und Seel' befehl ich bir, walte gnädig über mir! Cet auch du der Gott der Meinen, zähl' fie alle zu den Deinen! 449 anders ein. Beg ans tiefes Lebens Pein, wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch ftritten. 2. 3.ßt entschlaf ich, aufe zuwachen noch für Tage diefer Zeit! Laß mich fertig sets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Laften dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. mer aus dem Reiner mebr ers wacht geb ich aus der Welt voll Kummer, Todesrub, in beine Nacht; o dann schlaf ich 3. Gern laß einst den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint: wenn mit nicht erhörtem Fleben, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, fei mein hoff nungsvolles Herz, und, noch fterbend dich zu preifen, las mich ihn gen Himmel weisent Mel. Wo Gott zum Haus 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feversgluth plößlich aus 582 dem Schlummer wecken, balt uns feft in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im fichern Schlafe drobt, oder laß uns, wenn wir ferben, deines Himmels Freuden erben! feb im rothe schön, Herr, beine Sonne unters gehn. Roch untergebenb freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer balben Welt nimmt sie den Segen mit, und sucht ihn nie So gebt von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den Mel. Werbe munter, mein int ich einft in 581 Sen Slum- man ihm weint. 3. Sie finkt; ich blick ges rübrt ihr nach; nicht mehe ift ießt mein Aua zu schwach. So scheucht zu starter Glanz zu* 450 Gesinnung und Verhalten des Christen zurück, bescheid'ne Tugend nur weise werden und vor stärkt den Blick. dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich seyn! 4. Verfunken ist sie; so versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unfre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie fank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugebn, die jest fich ihrer Ankunft freun, und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir dereinft, erwacht vom Schlummer unsrer leßten Nacht, schließt hier sich unser Lebenslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Mel. In allen meinen Thaten er Mond ist 583 D aufgegangen; Untergestirntem Himmel. Mel. Nicht um Reichthum 584 Einfam bin ich tiefe Stille herrscht um mich in der Natur! Unter deiner dunkeln Hülle liegt der Farbenschmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken: mir noch lohnet wach die Zeit; aufgethan vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! Heil'ge Schauer fas fen mich! Wie viel tausend Welten dreben hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Grenzen, wo 3. Gott, laß dein Seil uns sich keine Welt mehr dreht, schauen, auf nichts Ver- keine Sonnenstrahlen glängänglichs bauen, dem Eit- zen, und kein Lebensobem len nie uns weihn! Laß uns weht? 3. Wie die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wie sen steiget der weiße Nebel wunderbar. 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen, durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämm'rung Hulle so feierlich und hold; gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Lebens Jammer verschlafen und vergessen follt. 5. So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abend. hauch. Berschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und uns're kranken Brüder auch! zu besondern Zeiten. 451 3. Wie viel Millionen Le- lich Leben, führt mich zur ben freuen fich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben. der sie schuf und sie erhält! Und wer ift's, der stets sie Alle liebend, fegnend überschaut? Wer, der feines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? Vollendung bin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefften Dunkelheit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen; und sein Name beißt: Ich bin. Ja du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se ligkeit ist's, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenbarung liegt ießt aufgeschlagen da; und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte die sen Bogen und der Sterne, Kreis bewegt, haft den Puls auch aufgezogen, der in meis nen Adern schlägt; 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt! diefen Geift, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeift, dich, bei seiner beil'gen Feier, frei vom Staub der Erde, preift. 7. O dies Sehnen, o dies Streben, diefer hohe Lebensfinn bürgt mir ein unend8. It mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang binan. Jo fleig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Der Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh 585 ob sei Gott, ber den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis fei ihm, Ehr, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält, er liebt und segnet feine Welt; lobfinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erflorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es ftrömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antliß ift verjüngt; erheitert glänzt der 452 Gesinnung und Verhalten des Christen der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erflingt von freudigem Getümmel. Mit Bohlgefallen schaut berab, mel. Gott, ber bu bie Dienschen der Allen Seyn und Leben 586 Bottes Sonne, gab, auf feiner Schöpfang Berke. 4. Lobfinget ihm, er ist ans nab! Singt, alle feine Beere! Der Herr ift in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preife dich, ich finge dir: denn du bift, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und ftillft den Durft der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gelegnet werde. Du macheft Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freuden Quellen. 6. Selbft, wenn von Dons nerfturm bedräut, erschrock ne Länder zittern, Strömt Garfung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Un gewittern, dann bricht die Gonne nen hervor, und Alles fauchst zu dir empor, vor dem die Wetter schweis gen. 7. Von dir fommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirft du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Bobl, wobt den Menschen, die schon hier fich bir erge ben und einfti dir, als Chris ften freubig sterben! länger ftrahlt uns nun ihr Lichi; Alles athmet neue Bonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder auf die Flur. Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preif' ipn fröhlich. mein Gefang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Zeld, und fein frohes Loblied schallet laut empor jum Herrn der Welt. Er vertraut bie Saat der Erbe, chrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß fie wobl gerathen werde; bringt fchon hoffnungsvoll ibm Dank. Preif' auch du ihn, mein Gefang! 3. Glänzend und im Feierfleide prangt eie blutben reiche Flur. Jere Blume duftet Freude, preift den Schörfer der Natur, ter den Thau schafft, den sie trinket, daß fie nicht zu bald verblüh', eer ibr Saamen gibt, wenn sie welkend enda lich niederfinket Bring auch bu ihm Lob und Dank, preif zu befondern Zeiten. 453 prelf ibn fröhlich, mein blaue Himmelsraum: cin Gefang! unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Füblt, was unnennbar ift: wie ist unsers Cottes schön Welt! 4 Dieser Frühling, wie geschwinde, n wie schnell wird er verblübn! Bie die Spreu, verweht vom Win de, so wird seine Pracht entfliehn! Aber. Gott, vor dei nem Tbrone, wird ein ew'ger Frühling fepn, ewig wird er uns erfreu'n, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preife mein Gefang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Sicht, das ich ewig fchauen werbe dort vor Gottes Angesicht. Auch das freubenreiche Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen ienes, was mir Gott bort verbeißen hat zu geben. Dir, mein Sott, ſei Cob unb Dant! Ewig preift dich mein Gefang! 5. Doch nur bem Tugendhaften, rur dem Menschen. freunde lacht die schöne berre liche Ratur in aller ihrer Pracht. 6. Drum feib und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand; nabt dann der Tod, so gebt mit Muth ins unbekannte Land. 3- Mit reichen Blüthen prangt ber Baum, und oben ausgespannt, wie Arahlt ber 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wirb in fenen Höb'n der Sel'gen Wohnung scpn! Jim Sommer. Diel. Zobt Gott, ihr Christen Mel. Wie woblist mir, e Freund Deit um mic ift Alles 587 Det. Freude; verschönt ist, Schöer Free Reize 588 Weber in Erbe Auf Bergen, wie im Thal, is pfer, beine Welt! Es prangt Frend' an Freude bingeftreut in einem Feiertleide Gebirg and Schönheit überall. und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stättel Bobin ich ſeb, wobin ich trete, bist du mir naß, und fühl ich dich; wo bin ich schau, auf allen Fluren, in allen deinen Areaturen, erblick ich, Welters halter, dich. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel Tausend Blumen blähn im Garten der Natur? 2. Bir 454 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Wie haft du, Gott der und deinen Kindern allen Macht und Güte! so liebe voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Sommers ernfte Pracht. Zumt vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueberfluffe, o Gott, was lebet, Speif und Trank: Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Gegen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob erschallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen, so wobl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre; dir, Gott, sei Preis, bir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist. Mel. Wer nur den lieben Gott 589 2gütiger, dir will ich fingen auf jeder segenreichen Flur; dir meine Danfgefühle bringen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgefang. 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schöpfer, bist du, Gott! Den Seerden gibst du ihre Weide Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, fich. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Bruft; fie gibt den Blüthenthälern Wonne, und allen Wesen neue Luft. Verjüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsere Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wanderer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor, aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, meine Seele, und rühme deines Schöpfers Macht! Dein lauter Lobgefang erzähle, wie berrlich alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! Mel. Herzliebster Jesu weit nur Men590Sien deine Welt bewohnen, bist du der Vater zu besondern Zeiten. 10 455 Frucht befreit zu seyn, um Gottes Menschen zu erfreun. ter aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren rein Heil begehren. 2. Du blickft hernieder und die Sturen lachen, du wäsferft fie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du forgeft für die Saaten, daß fie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Furchen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getraide zu unfrer Freude. 4. Die Höh'n und Tiefen schmückteft du mit Heerden, und schaffest, daß fie froh gefältigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Seegen zur Aernt' entgegen. 5. Und Dank und Freud' und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockendem Getümmel, bis in den Himmel. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhällt von Berg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich, ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch, wenn du alterft, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, gesegnet haft, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht ſucht. 8. So blüh' und reife in der Zeit zu größerer VollStill feimt Im Herbste. Vel. Vom Himmel kam ber geärntet ist der 591 Gelber Gaat. ver Tugend Saat bervor und reift zur reichen Wernt' empor. Tom Herrn der Zeit gerufen, nabt der Herbst mit seiner Fülle fich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der fegenreiche Garten 592 S rüb, mit umwölfF prangt mit vollen tem Angesicht, und verlangt von seiner geht schon die Sonne neder; und Mel. Lobsinget Gott! 456 Gefinnung und Verhalten des Chriften und spät erscheint ihr schwä fein Futter geben; unb cher Light am trüben Himmel Wein, der unser Herz ere wierer. Die schönste Zeit freut, und unsers Lebens ift nun entflohn; die rauben Kraft erneut, quillt aus Stürme rauschen schon durch der Frucht der Reben. die bereiften Felder. Die legte Blame neigt ihr Haupt; des Herbftes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 5. Wie icht das Feld um uns verblübt, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns fieht, ist mächtiger Erhalter! Er ift es, ber die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterflüßt, die an dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Bater, dir wie in der Jugend danken. 2. Berlaffen steht die öbe Blur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet fieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Bögel, die dem groft entfliehn, begins nen schon daher zu ziehn weit Aber Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ibre Bahn und sättigt ihre Heere. 6. Wohl Allen die fich ih rer Pflicht von ganzem Her zen weiben! Sie werben ihre Jugenb nicht im Alter einf bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seis ner Jahre Kraft noch blüht ber Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugenb sepn, und dankbar wird er fich noch freun in seinen legten Tagen! 3. Uns, seine Menschen, will er bier im Winter felbft versorgen. Ja, feiner Bulb vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. fcbafft, daß wir in Sicherbeit des Herbies rauhe Jahreszeit beginnen und vollen den. Die Erbe ruht, doch er gewährt voll Liebe bas, was und ernährt, mit väs terlichen Händen. Er Im Winter. 4. Bie kind nicht unfre 593 Nicht für ber at Mel. Vom Himmel kam der Fel Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns näbren soll, vom Borrath uns zu laben! Durch deine Vorficht mus't * Gott, das Land uns für den Winter Brop, dem Bieh auch für den Schlummer der Natur, für Froß und Wine ter danken wir, Berr, unfer Gott und Bater, bir. 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee zu besonderen Zeiten. 457 Schnee und Eis und Sturm Mel. Auf, Chriftenmensch verheert; ein weites, weißes 594 Vi der Erbe Berge, Grabgewand deckt Dügel, Thal und Land. 3. Doch begt die Erde fill und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwiks feln und uns nähren ſoll. Pracht, nur Schnee bedeckt die Felder. Der Winterfurm durchbrauft mit Macht Gebirge, Thal und Wälder! Das Land erstarrt vom Fros Ale nun, und seine Rahs rungsfäfte rubn. 2. Wohl mir in dieser raus hen Zeit! Ich darf, vor Froft nicht beben: mich schüßt mein Dach, mich wärmt mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und laun mich fanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das nöthige gebricht, den Froft und Hunger quälen. Und breifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Reim die Mutter mit verborgner Euft in ihrer gar ten Kinder Brust. der 5. So thut, was Andre fegnen tann, der gute, der bescheione Mann, fucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat; aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen ernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag braufen dann wohl um und her des Winters Sturm: auch er, auch er if deines Segens Diener, Gott, fo fürchterlich er immer droht. 8. Und wie viel Freuden banken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägft, und fättigeft, erwärmt und pflegt! 9. Durch alle Zeiten, Bater, sei dir, wer dich finde lich ehrt, getreu! Saß jeden deinen Ruhm erböhn und freudig deine Wege gebn! 4. O jaudre, jaudre nicht, mein Derz, ihm liebreid juquellen! Fühl' feinen Jammer, feinen Schmerz, bein Brod mit ihm zu theilen! Wer feines Nächfien Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Bor Taufenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauben Tagen. frohes Herz. in mir, und Tagen. Lobfinge, opfere Gott Dank dafür! # 1 6. Strp 458 Gefinnung und Verhalten des Christen 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt und mancher mehr befißet; nein, auf die Roth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschüßet! Ach Vater, lind're jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! 4. Wir trauen auf dich, o großer Gott; du du wirft gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, haft Ja, ausgehalten. lange Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dies Jahr wieder sorgen. Zur Saatzeit. Diel. lein Gott in der Hob' 8 baut, o Gott, 595 8 Nach einer reichen Aernte. Mel. Wie groß ist des Allmächt. auf dein Ge 596 Wir ir Alle, Menheiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gefegnet werde. Auf dein Verfprechen trauen fie, bu sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebeft, effen. 2. Dies Wort traf Herr, noch immer ein. Gib ießt auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Vater, deine All machishand nicht seine Ar beit fegnet. 3. Drum fröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach beiner Güte, und wenn die Ausfaat dann gebeiht: Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth thr zum Verderben SPR werbe. schenvater, bringen dir unfern feierlichen Dank, und unfre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgefang! Ge frönt haft du mit deiner Milde rings um uns her bas ganze Land: dein Gegensloß auf die Gefilde aus reiher, väterlicher Hand. 2. Du schenkteft Sonnen schein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit, und gabft Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte nicht im Feierkleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unfer Herz, o Herr der Welt! 3. O welchen Reichthum beiner Gaben bast du mit liebevoller Hand, uns zu er nähren und zu laben, von neuem uns berab gefendi! Für Millionen beiner Kine ber zu besondern Zeiten. 459 der ift jegt ein voller Tisch und Preis und Dank ihm bereit; du nährst den From- men, nährst den Sünder und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar verges en, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich ver- 4. Preis, Herr, sei deiner ehren, durch Thaten, wie durch Lobgefang. Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wieder gaben! 5. Preis sei dir, unferm Netter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unjern Saaten. Dank dir, 5. Was du uns gabi, wohl anzuwenden, verleih und Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wir's aus deiner Hand. Du willft, wir sollen frob genießen, doch mäßig, mild und dankbar feyn; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. 6. Drum freu den Armen auch der Segen, den beine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen: wir trocknen seine Thränen ab! Er dant' auch heute mit uns Allen, froblocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns gethan. Mel. Wach auf mein Herz 597 Gott foblingen Commt, laßt uns bringen für alle milde Gaben, die wir geärntet haben! 2. Aus seinem Ueberfluffe zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern find voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. fie find gerathen. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Neben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließeft froh uns ärnten. O daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen. 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken: so wirft bu, was zum Leben wir brauchen, ferner geben! 9. Du wirst einft beine Treuen, die gute Saat hier ftreuen, zu höhern Festen glücken. schmücken, und ewig sie bes Bet 11 2 460 Gefinnung und Verhalten des Christen Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, bas ift änderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brod wirst du in Noth und Theurung und gewähren, wenn 598 reift, Cbriften, Helt, preift Gott, den Herrn Der Sernte, daß fich niet ganz die Fruchtbarkeit von anfter Flur entfernte! Noch flets erhält er seine Welt; wae nöthig ift zum Leben, roird er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr; in feiner Sand fteht, was die Erbe bringet. Der Menfchen Mühe baut das Land; Gout gibt, daß fie gelinget. Bon ihm allein kommt das Gebeib'n; nur er, er läßt die Saaten blühn, relfen und gerathen. 3. Bas trauern wir? Er forgt ia boch; Gott forgt für unser Leben. D laßt uns felbft beim Mangel noch im Ruhm und Ehre geben! Preis fei dem Herrn! Bon Nawath fern' last ibm zum Bohlgefallen ein frobes Lieb erschallen; 4. Bie manches segens reiche Jahr bat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen, und dei ner Vorsicht trauen? 5. 3a, Höchfter, wir verehren dich in allen beinen Wegen, und trauen unver6. Wir beten bemuths. voll dich an, der Alles weiss lich füget, des Vorsicht nie mals irren kann, des Wohlthun niemals trüget. Frob danken wir, Erhalter dir, und preifen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. Flehn um Regen. Mel. Komm, o fomm bu ott, von gro 599 und Güte, beine Hülfe fu chen wir; mit geängstetem Gemüthe schauen wir em por zu dir, Herr, du weißt, was uns gebricht; o verlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach dem todten dürrem Sande, gleichet bald, Herr, unser Land; und verlengt vom Sonnenbrande wellt die Frucht, die fraftvoll fland. Schrecklich droht une ihr Verlust; Sorge nagt an unfrer Bruft. 3. O erhalt uns beinen Segen, laß uns wachſen unser Brod! Ende bald durch milden Regen umire Angst und unfre Noth! Gott, wir trauen bir es ju was uns gut ist, schickeßt du. 4. Stärke bu uns bies Bers zu besonderen Zeiten. 461 Bertrauen: unfer Wohl ver- ben beiner Hulb empfehn! fäumst bu nicht. Auf dich, Gnabenvoller, bauen wir die fefte Zuversicht; du, der belfen will und kann, nimmf gewiß dich unsrer an. Du fenbeft Thau und Regen, gibt milden Sonnenſchein; du eilft, mit deinem Gegen und Alle zu erfreun. Bir wollen dich erheben, dir Höchfter fets vertraun, unb fromm und weife leben, bis wir dich ewig schaun. Nach verliehenem Regen. Wel. Kommt, fommt, den Heren 600 Ein milder Re Flehn um Sonnenschein. gen finfet erquickend auf die dürre Flur; wie labt fie fich, wie trinket ihn jeßt die schmachtenve Natur! Die sanften Ströme fühlen die Lüfte weit umber, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg das Land; traurig fehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht beine Pand, find fie balb zu nichte. Zeig uns und schwer. Gott spricht: doch Gnade noch, Bater und Seufzer schweigen und voll Erbarmen, Hig' und Dürre fliehn, und hilf uns Armen! fromme Lieder steigen empor und preifen ihn. hilf, ach 2. Du regiert der Bolfen Lauf, und befehlft dem Regen. Sprich ein Bort, so hört er auf, und uns bleibt bein Segen. uns bei und zerfireu, Herr, Steb mit starker Rechte unsers Kummers Rächte! 2. Mit Freud' im Ange fichte beschaut der Landmann nun fein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ift Versorger seiner Welt. Bie wallen nun die Aehren, vom Mark der Erde voll, das feine Menschen näbren, daß fie erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ifts, der Regen schickt und lechzende Gefilde voll Va terbuld erquickt. 3. Erbalter unfers ebene, Gott, dem wir uns ießt dankbar nahn, o las une nicht vergebens die Gas Mel. Mache bich mein Geift 601 chmerz und 3. Sende warmen Son nenschein, der die Frucht er quicke! Sieb, wir scaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freubentage! 4. Preis und Ruhm fet dir geweiht, Bater aller Gnabe! Bilf baß uns die schwere Zeit nicht am Her* 3 gen 462 Gesinnung und Verhalten des Christen zen schade! Dir, nur dir wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Sonnenschein. Götter, vor dem der Engel niederfällt: Gott redet donnernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wind ertönt' es bebt die Flur, und Bliße saMiel. Nun laßt uns Gott 602 Ertönt, ihr Freu- gens Blißen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. denlieder! Sie scheint, fie scheinet wieder! Wir fehn fie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. 2. Uns brückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolfen thürmten und Regenwetter ftürmten. 3. Das Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier' und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4 Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüß teft unfre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder: doch du erhobft fie wieder. Herr der milden Sonne, du fegneft uns mit Bonne. 6. Wir preifen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unfer ganzes Leben sei ewig dir ergeben. Beim Gewitter. Mcl. Wie groß ist des Allmächt! 603 Der er Mächtige, der Herr der 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, fei ganz Empfindung, o mein Herz; Den Dank, das lob, die ihm gebühren, entweihe kein Auch unheil'ger Scherz! Donner rufen Gottes Kinbern des Weltenvaters Segen zu; fie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagt's das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Shr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen. Er kennt, er straft euch; er ist GOTT. Mel. Lobt Gott, ihr Ghrifted 604 Der er hohe Himmel bob dunkelt fich; ein Wetter Goties braut, ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; bu bift der Men zu besondern Zeiten. 463 Menschen Freund. Nicht Kraft bewies, den Weltenbläffer wird mein Ange ficht, wenn uns dein Bliz erscheint. herrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, den Blißen ihre Strahlen lenkt, und gnädig feines Volks gedenkt! 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du Herr, fürchterlich; dem -aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blißes Pracht. 3. Nimm mit Bewuhbrung seine Güte auch ſelbst im Ungewitter wahr: denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplaß dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie fräftig hebt fich das Getraide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betrilt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so fanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! Nach dem Gewitter. 5. Herr, deine Güte fei erhoben, im Wetter wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willß uns stets erfreun. Mich schrecken Blizz und Donner nicht; denn du Mel. Wer nur den lieben Gott 605 Wie gnädig ist des Höchbist meine Zuversicht. ften Wille! Der Donner schweigt; die Blige fliehn; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben Golt das frische Grün. bu 606 Des neuen JahMormein Geift, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lob gefang. 2. Ja, preise freudig den Erretter, der feine große 5. Du reinigft durch den Bliß die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balfamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Aengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein; du bist die Licb', o Gott! gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu ede len Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst # 4 du 464 Gefinnung und Verhalten des Christen by the treu, folgt bu ihr mach, so weckt bich einft ein fchöner Tag. bu fagst, o welche Wonne! dann, ich habe meine Pflicht getban; 2. 7. Und fegneft noch an Gottes Throne, eles Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Chrift, halt aus in deinem Streit, du fämpfeft für die Ewigkeit. Was ist es anders benn, als Gnade, daß Gott bir dieses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf feine Pfade mit treuen Vaterhänben lenkt? Was ist es ans bers, als Geduld, als Nach Ficht gegen deine Schuld? 3. So nüß' auch dieſes Jahres Tage, als Tage beis ner Prüfungszeit, daß keis Mel. Es ist bas Seil und ner bich vor Gott verklage, 607 Got u, eu baß keiner im reut. Gott forbert, bem denk immer nach, ein Rechenschaft von jedem Tag. 4. Ermuntre dich zu beis nen Pflichten, sei zu den schwerften auch gefaßt: fie gern und willig zu verrich ten, fuch dir den Mutb, befieg die Laft! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenußt laß sie nicht fliehn! 5. Gebrauch', o Chrift, bies Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn, zur Tugend hat ers dir geges ben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste 2008 der Ewigkeit. 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für bein und deis ner Brüder Glück, fo fiebt bu einft auf dieses Leben mit rubig beiterm Blick zurück; der Zeit und auch der Ewigs keiten. Laß mich auch feßt mit Freurigkeit bein hobes Lob verbreiten! Ein Jahr ift abermals dahin. Wem bank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2 Dich, Ewiger, bich bet ich an, unwandelbas res Wefen! dich, den frin Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehen durch dich; nur du bist unverän derlich, du warst und bift und bleibest. 3. Herr, ewig währet dels ne Treu' mit Huld und zu begegnen: und jeren Morgen wird fie neu. mit Woble ibun uns zu segnen Ich tenne feinen Augenblick, da nicht von dir fets neues Glüd mir zugefloffen wäre. 4. Du as au besonderen Zeiten. 465 150 4. Tu haft auch im ver: ne Rube einft bi dir lein Koffnen Jahr mich väterlich Wechsel weiter föret! geleitet; und wann mein Herz voll Sorgen war, mir Bülf und Troft bereitet. Bon ganzer Seele preif ich dich; aufs neue, Gott, ergeb ich mich ganz deiner weifen Führung 5. Vergib mir also meine Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre les benslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Luft und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Las mich, Herr, stets gewiffens haft mit mir und Undern handeln! Dein Geift belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchfies Gut, und nicht die Welt, zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dies reize mich, die Luft der Welt zu fliehen; um befre Freuden müffe sich mein Geift mit Ernft bemühen! Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dabin, Herr, laß mich trachten! 8. D lehre felbft mich met ne Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn jur Ewigkeit mit beil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Eaft erleichtre mir, bis meis Mel. Allein Gott in der Höh 608 ott ruft der Sonn' schafft ben Mond, bas Jahr darnach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heist die Zeiten ellen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt und ibm dem Gott der Macht, Rubm, Preis und Ehr' ertheilen! 2. Herr, der da ift, und der da war, von bankerfäßten Zungen fei bir für das verfloßne Jahr ein heilig lied gefungen; für Leben, Wohlfahrt, Troß und Rath. für Fried' und Ruh', für jebe That, die uns durch dich gelungen! 3. Eaß auch dieß Jahr gefegnet feyn, bas bu uns neu gegeben! Verleib uns Kraft, die Kraft ift bein, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns, und du vermehrt der Menschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche fireben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Rnh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: fo gib mir Kreuz und Zeiben. Nur ftärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 11 5 5. Silf 466 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaß nen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Nath auf unsern Fürften nieder; ben. Hüll' und Fülle, Tranf und Brod haft du mild gewähret, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns fei; dies, lieber Vater, dies verleih in Chrifto deinem Sohne! 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleis tet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelun gen: Gott, dafür ſei Dank und Preis herzlich dir gesungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirft uns fernerhin, wenn wir bir nur leben, Unterbalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. Mel. Schyming dich auf zu 609 wig und unwan delbar, Gott, ist deine Gnabe, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich und wir felbft veralten, doch du bleibeft, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Se gen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt Jeden Morgen sendest du Les 610 Gott, mit allen benskraft und Wonne; du verbreiteft fanfte Rub' mit oer Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Ga6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten; lehr' uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute fromme That laß uns wohl gelingen! Frucht laß jede Tugendfaat für den Himmel bringen! schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand bieß Jahr; und, Gott, ich bin, lebe noch und foll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor affDu besondern Zeiten. zu 2. Vor so manchem, man chem Grabe führtest du vor über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preif' ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch fie find nun verschwunden, und fie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erdenleben, Bildung für die besre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dies soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne te zurückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit! Nichts fann Zeitverluft erseßen: laß den Werth der Zeit mich schäßen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur Befferung, es verfließe nicht vergebens für des Geiftes Deiligung! Laß mich, Gott, nach deinem W len meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich babe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Perr, ist bei467 ne Gabe! Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns Allen deinen Segen! Knüpfe feft ber Liebe Band! Auf der Tugend heil'gen Wegen las uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! Diel. O Jesu Christ, mein's Lebens 611 11widerbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verz lich. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank fei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 3. Dank dir, wenn jeßt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verlegten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unfre Neu'; um Chrifti Willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dert Strom der Zeit stets näher bin zur Ewigkeit. Du haft 16 bie 468 Gesinnung und Verhalten des Christen bie Stunden zugezählt, die legte weislich und verbeblt. lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Him mel nach. 6. Du gi ft, uns länger zu erziebn. uns Tage, Monden, Jahre bin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechens schaft. 6. 3m Staube beug' ich mich vor dir. Bis hierher haft du, Höchfter, mir mit liebevoller Vaterband mehr, als ich werth bin, zuges wandt. 7. O bann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit 7. Sich ferner, Gott, mit vor dir beftehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt. hat thöricht, hat umsonst gelebt. Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glüd! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod. 8. Behüt und in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Une treffe keiner Seuche Buth, kein zehrend Feuer, feine Fluth! 9. Entferne jeben Un glücksfall! Gib Hell und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns ere träglich fein. 10. Ja, fegn' uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da fagen wir die ewig Danf; da preift dich höhrer Lobges fang! Mel. Werbe munter, mein 612un in das alte Jahr eniflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie mancher, der im alten Sabr froh und voll Kraft noch um uns war, fant, eb wirs bachten, schnell bahin, nun deckt des Grabes Hügel ihn. 3. Schauplaß der Vergänglichkeit! schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer feft fich auf das nächste Jahr verläßt! 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und foll; vann flieve 613 Mund treten vor Mel. Wach auf mein Herz hit meine Zeit dahin, sie bringt doch herrlichen Gewinn. 5. Auch komm' ich durch die Flucht der Zeit bir näber, Himmelsfeligkeit! Gott Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Leben bisher bat. Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger, wan dern zu besonderen Zeiten. 469 bern von einem Jahr zum und kleinen die Gnadene andern; bie faelle Fucht fonne scheinen. der Grunden wird faum vou und empfunden. 11. Sei der Verlaßnen Bater, der Irrenden Berather, der Unverforgten Gabe, der Armen Sülf und habe! 3. lind diefe Wandertage And nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauben Begen der Ewigkeit entgegen! 4. Doch du bist voll Ee barmen, und wirft mit Vas Berarmen in Nötben und Gefahren und schüßen und bewahren. 5. Erhalter unfers Lebene, wir forgen nur vergebens, wenn du uns nicht befchüßeft, mit Kraft und unterstüßeft! 6. Rob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob beinen Baterbänden, die so viel Noth abwenden. 12. Dilf gnädig allen Kranken, gib fröbliche Gedanfen den fummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleipe uns deinen Geift aufs neue, der und mit Tugend ziere, und so zum Himmel führe. im Leiden. 8. Gib uns und allen des nen, die sich von Herzen seh nen, ju thun, Serr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 9. Herr, wehre du den Kriegen! Lap Menschen liebe fiegen, und wo nur Thränen fließen, fih ceinen Troft ergießen. 10. Gib Deinen milden Segen zu allen guten Wegen, laß Großen, Herr, 14. Das wolleft bu und geben: du Herr von unferm Leben, so geben wir im Se gen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. 7. Hör ferner unfer Fles hen, und eil', uns beizufteGib Mäßigung in Freuden, Geduld und Troft 614 FBund, wie Mel. Wer nur ben lieben Gott eft steht dein Felfen fiehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergeben; doch deine Güt' ift täglich neu. Wie bringen heute, Bater, wir dir würbig unfern Dank dafür? 2. Rein Reind zerflörte die Altäre, kein Feind zers trat dein Heiligthum. Noc fingen wir von deiner Ehre, noch predigt man von reis nem Ruhm. Durch Taue UT fe, 470 Gesinnung und Verhalten des Christen fe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch, fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unfern Wer ken uns zu richten; Gott, Richter! so bestehn wir nicht. Du irugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geift gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo fie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Golt, auf's neu' dir und der Tugend ew'ge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es freble Sünder schreckt, so wie, die deine Wege wal len, zu freubenreicher Hoffs nung weckt! Laß, wenn wir hier in Andacht flehn, uns Alle deine Gnade sehn. Gott, der du mirs gegeben; ich danke dir dafür. Du haft, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, haft mich bereitet; mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabft mir froye Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu ges ringe, mit der du mich be wacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glück lich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörteft ſchon mein Sehnen und zählteft meine Thränen, eh' ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobfinget dir mein Geift! Er, den bu mir geschenket, er ifte, ber bein gebenket, und freudig dich, o Vater, preift. 6. Daß du mit Kraft mich rüfteft, und mir mein Leben frifteft: dies Vater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geift reglereft, dies Alles, Bater, dank ich dir. 7. Was mir in diesem les Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten ir dank ich für 615 D mein Leben, ben noch näßt, wirst du mir 88: 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren, als bein geweihtes Deiligthum! Einft führft du uns zu fenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns bort befeelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. 40 471 mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den leßten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag feyn. Die Lebensalter. fehn, da ich, nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wel. Wer nur den lieben Gott Wohlergebn, des Lebens 617 Der du den Men schen schafft und leiteft, und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereiteft, Heil ihm in jedem Alter gibt: es lebc, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! zu besonvern Zeiten. geben: du gibt's! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich kindlich Leib und Seele; Herr, fegne, Herr, behüte mich! Mel. Mein Gott, das Herz 616 Du läst den Tag mich wieder Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preif' ich dich, daß mich dein Arm bis jeßzt noch unverdient so väterlich gefegnet und beschüßt. 3. D! hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienft geweißt, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir; vergib mir meine Schuld, und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Vaterhuld! 5. Silf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deiner Treu', von inniger Erfenntlichkeit dir thätig dank bar fei! 6. Schnell flieben meine Tage hin. Mein Auge fieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin; dein Auge flehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zelt, die mein noch ist, 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäßigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenu Gefahr ihm dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn. 3. Dem Mann hilf wirfen: hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Raft, die Luft der Welt, sich selbst bezwingen, und tragen seiner Arbeit Laft; fein Lebenstag sei nicht zu schwül, und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint fein Abend dann dem Greife, so gib dem Müven einen Glab; er freue 472 Gesinnung und Verhalten des Chriften Freue fish des Guten weife, was er bier that, was er hier gab; dies fei ihm, wenn er Perbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! und gefällig, aber nur durch Tugend feyn, offen ohne Schmeichelei, ftets bescheis den und doch fret, ohne Frechheit, ftets bebächtig, immer unfers Herzens mächs tig! Für die Jugend. Mel. Werde munter, mein nire unfre Jugend, feres Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ift Tugend, aber beilig muß sie feyn; nicht ein Taumel der bethört, der Gefühl und Kraft erftört; wilde Lüfte muß sie scheuen und die Seele nicht entweiben. 5. Eaß die Frechbeit wilder Sitten niemals unser 618 entweihn! o Gott, Palläft und Hütten ftets der Tugend Wohnung feyn! Jeder firebe, wer ein Chrift, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß die Erde nur durch Tugend schöner werde. in Derzen, nur in einer feu fchen Bruft toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh' und Luft. Un beherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leicen. 3. Reiner Sinn und Un schuld schmücket mehr, als Schönbeit; denn sie mehrt jede Euft, die uns entzücket, fedes Glückes Reiz und Berth. Reinen Herzen fließt der Qiell jeder Wonne rein und hell: fie nur tön nen voll Vertrauen- boffen, Gott dereinft zu schauen. 4 Drum, o Gott. Laß uns gefellig, frob und willig au erfreun, liebenswürbig Mcl. Wie groß ist des Allmächt'. Dobl 619 Mob bem ber feines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weibt! Beschäftigt mit den edlen Sors gen der Ausfaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Luft der Jugend und fedes Lafters Reize flichn; sein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glübn. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit feftem Schritte immer wei ter und blickt getroft zu Gott binan, beffegt durch fortgefeptes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit, Berführer, wenn sie ihn miedo zu besonderen Zeiten. 473 umgeben, und feine eigne gebren; band wird er oft Sinnlichkeit. fchon mehr, wenn dirs nüßt, gewähren. 5. Auch in den gefunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche fern von dem Vers berben Seelenruh; dann wirft bu Himmelssegen erben. 3. Ble thatenreich sind feine Tage! Wie schon entNieft thm feine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er fä't den Saamen jeder Tugend, und freut sich seiner Aernte schon; die schöne Blüthe seiner Jus gend verheißet ihm im Alter Lohn. Mel Warum soll ich mich 620 Hugen, im abe beine Luft, mer gern an dem Herrn, und dem Reiz der Tugend! Bas bein schwaches Herz begebret, bein Berstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Gonell muß nicht vor überrauschen diese Luf; deine Bruft muß fie nicht vers taufchen gegen Lüfte diefer Erben, die dein Herz, vols ler Schmerz bald vergiften werben. 3. Nicht erft, wann bes Alters Sorgen dich zer Freun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blütbe deines Lebens dien' ihm gern, und dem Herrn dient du nie vergebens. 4. Glüd, Gefundbeit, lans ges Leben wird dafür willig Nir dein Erschaffer geben. Beisheit fei nur dein BeFür Jünglinge. Mel. Ermuntre bich, mein trete vor bein du Schöpfer meiner Jugend! 621 3 Fles Verwirf mein kindlich hen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wann sich mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite. 2. Mein Herz von Laftern zwar noch rein, doch fung und unerfahren, wird leicht geblendet burch den Schein, und fürzt fich in Gefahren: o mache mich mir felbft bes kannt, unb gib mir Weiss heit und Verstand, damit ich meine Bege unsträflich wandeln möge! 3. 3um Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böfe zu erwählen; zum Ebr geiz, der den Stolz gebiert, dies Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, dir den Geift verzehrt und jeben Trieb Verhalten des Christen 474 Gesinnung und Trieb zum Lafter nährt; laß nie zu diesen Sünden in mir fich Neigung finden! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Neß zu ziehen, Verführer fich voll Arglift nabu, so laß mich weislich fliehen. 3br Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankent machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einft mein Troft im Alter! Erbalte mein Gewissen rein; laß keiner meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre bich, mein ch 622 Einsamkeit zu dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein gauzes Herz geweibt, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, fie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel ſeyn, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu ges fallen! 3. Vor eitler Selbstgefäl ligkeit bewahre meine Zugend! Mein Vorzug fei Bescheidenheit und meine Gib Schönheit Tugend! mir den sanften stillen Geift, der dich durch fromme Des muth preift, den Nächsten liebt und achtet, sich ſelbst zu beffern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und meine Rub zerstören. Ein eit ler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt: drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Umgang mir mich ihn meiden, und lenke ftets mein Herz, o Gott, zut reinen edlen Freuden! Die Unschuld sey mein höchfter Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den ieder gern mir gönne, und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres finden, damit in frommer Eintracht wir der Freunds schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe fanft und rein, wie zu besondern Zeiten. 475. wie deiner Engel Umgang, 5. Viel heitre Tage gabit feyn, daß nimmer unfre Seele Neid oder Argwohn quäle! du mir, von Sorgen frei und Grämen; wie ſollte ich denn nicht von dir jeßt auch die trüben nehmen? 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehreft, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhöreft. Durch Unschuld, Sanft 6.- Es währet janur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann brückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich Für das Alter.meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und dieß Mel. Mein erst.Geschäft sei Breis mir immer näh're Glück zu meinem Trost bedenke! 9. So bleib ich in Zufriedenheit auch bei des Alters Schwäche, nud harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. muth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häuslich feit laß, Bater mich auf Erden geliebt und glücklich werden. 623 Stets warst du meine Zuverficht, und bist es noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. 3ch fühle die Beschwerlichkeit gebäufter Lebensam Miel. In allen meinen Thaten meiner Zeit. Nab sind mir 624 Du! Herr von Sarg und Bahre. 3. Gelobt fei deine Vatertreu, die mich bis hie, ber brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! meinen Ta gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jue gend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenkteft meinen Lebenslauf. 4. O fei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und voll Vertraun zu dir, das Leben wohl vollende! 2. Ich hatt' oft große Sorgen; doch, wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so bab' ich's ftets erfahren. Der Herr weiß 476 Gesinnung und Verhalten des Christen weiß zu bewahren, und führt durch Finfterniß aum Sicht. und Friede; du stebßt mir in der Schwachheit bei. 3. War Menschenrath sergebens, so kamft bu, Perr des Lebens, und halfft und machteft Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thuft große Thaten und nimmst bid unfrer buldreich 6. Jch barre fromm und fille, bis, Herr, mein Gott, 4. Du willst in meinem dein Bille mich nach dem Alter mein Stab fepn, mein Kampfe trönt. An meiner Erhalter, nach deiner Baters Laufbahn Ende fink ich in treu'. Bin ich gleich schwach Jesu Hände, denn er hat und mübe, bel bir ist Troft mich mit dir versöhnt. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiben. O welche hohe Freuben erwarten meine Seele da! Gesinnung und Verhalten des Christen unter besonderen Umständen. men und Neben befeßt, die Auen mit schlängelnden Bä chen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen fie immer an um Himmel ers Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und und Künfte im Land, Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild werden hier Fleiß und Verdienste belohnt; hier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da, wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt fle und Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuch tung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Bei allgemeinem Wohl ftande. In eigner Melobie. 6253 bebe dich, Freu dengefang! Soch töne aus fröblichem Herzen der Dank! Auf, Alle von Boterlands liebe durchglüht, fingt mit und dem Höchften ein feierndes Lied. 2. Er läßt uns bewoh nen ein glückliches Land; bes schirmt und erfreut es mit wohlthät'ger Hand, sein Segen ergießt fich auf Alle berab; und väterlich wenbet Gefahren er ab. 3. Die Berge mit Bäu unter besonderen Umständen. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein jeder bezeuge mit freudigem Blick: er fäße das Gute dem HöchBen zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 7. Uns bleibe das Chris fenthum theuer und werth; Gott werde durch Beisheit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürstliden Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Zohn. 8. Wohl jedem, ders fühe let, wie glücklich er ist im Tande, wo Eintracht und Liebe ich füßt! Ein jeder beförd're, so viel er nur kann, des Vaterlands Befte, und freue sich dann! 9. Gott, ſei uns stets freundlich, und fördere du das Werk unfrer Hände in Frieden und Ruh'; so leben wir glückich und wallen von bier, zum Vaterland broben, o Bater, zu dir! 477 2. Du fiebßt des Lambes Roth, fie tam auf bein Ges bot. Du kannst mit Alarken Händen fie lindern und auch enden. Ein Wort aus dete nem Runde verändert Zeit und Stunde. Ber, jeßt das Land. Zu bei nem Baterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Gefchrei der Armen; erhör' es mit Erbarmen! 3. D Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht, bei Allem, was wir dulden; denn groß find unfre Schulden. Du züchtigk doch noch minder, als wirs vere dient, wir Sünder. 4 Ja, Bater, deine Hulb ift größer als die Schuld. Gedente denn der Deinen, die reulg vor dir weinen; las tiefgebeugten Seelen nicht Troft und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Summer flehn, las bald Erleicht'rung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübfal zu entfernen, so stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor bir uns findlich beugen! In allgemeiner Noth. er Mel. Auf, meinen lieben Gott 7. Herr, deine Züchtigung 626 Es süchtigt beine leit uns zur Befferung! Las die Schlummernden und Reblichfromme stärken, erwecken auf dein Gebot zu merfen! die 8. Wenn unser Herz dich liebt: ſo wird, was uns be 478 Gefinmung und Verhalten des Christen trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuleßt er freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunk lem Pfade. 9. So ftärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm feble. O sprich zu unfrer Seele: Getroft! dich foll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. geft du fie Allen, die brum bitten, zu, durch den, der unser Mittler ift, durch unsern Heiland Jesum Chrift. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und kla gen die all' unsre Noth. Ach deine Bateraugen schn, wie bülflos, Herr, wir vor dir stehn. 10. Am Schluß von un ferm Lauf flärt einst fich Alles auf! Dann wird die Aussicht beiter; dann thränt fein Auge weiter; dann finden unsre Herzen Wonne nach den Schmerzen. 6. Nur du bift unfre Zuversicht! Vergilt nach unfrer Schuld uns nicht; steh uns in unfern Nöthen bei und mach uns aller Plage frei. nur 7. Dann danken und lobfingen wir mit freubenvol lem Herzen dir, gehorsam deinem theuern Wort; Herr, preisen wir dich hier und dort. In eigener Melodie i 627 Wenn wir in höchften In Kriegszeiten. Nöthen seyn und wissen nicht, wo aus, noch ein; und finden weder Hülf' Met. Wer nur den lieben Gott noch Rath, ob wir gleich 628 68 zieht, o Gott, und spat; ein Kriegeswet ter jeßt über unserm Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter, so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Bölkern und den Ländern droht. 2. Dann bleibt das unser Troft allein, daß wir uns deiner Hülfe freun; wir fliehn zu bir, bu treuer Gott, du einz'ger Helfer in der Noth! 3. Wir beben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unfers Elends Linderung. 4. Nach beiner Gnade sa2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo andre trofilos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nigt, unter besondern Umständen 479 nügt, wenn deine Macht Steb' uns bei, Allliebender, uns nicht beschüßt. Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüftung, Elend, Tod. 2. Ach des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Ruh' und Segen fliehr. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bift meine Zuversicht! Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor BlutvergieBen und vor Brand! 5. Doch findet dein Allweifer Wille noch härtre Prüfungen uns gut; so faffen wir in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du ung wieder wohlgethan; Gott brach nach uns verborgnen Schlüffen, zum Hell uns auch durch Noth Bahn. Du bleibeft unfre Zuversicht! Barme herziger, verlaß uns nicht. In eigener Wieloble 629 11m m Erbarmen fleben wir, Gott und Bater, jeßt zu bir. 3. Du, der zu dem Meere spricht: bis hieher und weie ter nicht! Sprich, o Höchfter, nur ein Wort, und die Schrecken flichen fort; Fried' und Ordnung, Glück und Ruh' eilen uns von neuem zu. Unsre Zuflucht, Gott, bist du! 4. Gibst du Frieden: bann o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir Alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, ießt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu bir! Mel. Wann mein Stündlein aft bu benn gang vein Angesicht, 630 o Herr, vor und verborgen? Vernimmst du unsre Seufzer nicht; entgehn dir unfre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht; Gott, wenn nicht 480 Gefinnung und Verhalten des Christen nicht deine Borficht wacht, nun dich finden! Ach bämpfe fo müffen wir verberben. unfrer Feinde Buth, lösch aus bes Krieges wilde Glut, eb' fie uns ganz verzebret? 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth brückt bas Sand, bas sonk dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freubenleer und keine Ruh erquickt uns mehr; fie ist von uns gewichen. 7. Gib deiner Gnade theus res Pfand, gib und den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, bie Opfer unfrer Dankbarkeit in fichern Tempeln bringen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächft mit jebem Tage. Sind wir von turzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der Barten Krieger wilde Buty broht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer fann uns schüßen! 8. Regiere du felbft unsern Sinn, daß wir dir gang ergeben, des Lafters Bahn mit Abschen fliehn und nur der Tugend leben! Wir lafe fen dich, Erbarmer, nicht, bis und dein brloreich Angeficht zum Gegen wieder Arablet! 4. Du kannst es, du er habner Golt. Es fteht in deinen Händen, uns zu er retten, unsre Noth zu une ferm Glück zu wenden. Du fannft dem Elend, das und Zur Friedensfeier. Mel. Herr, Gott! bid loben drückt, das bein Gericht und 6313 her, ju dir, Aljugeschickt, allein allmächtig Beuern. 5. Es baben Lanzen, Spieß unb Schwert, mit welchen Feinde brohten, schon oft in Sicheln fich verkehrt; so balb bein Wint geboten. So mächtig bist du immer noch; ach so gebeut, fo rebe doch! Was du sprichft, muß geschehen. gültiger, der Bölfern Aill ju seyn gebot und Frieden fandte, zu bir, Gott fleigt unfer Jubelton empor! 3u unfrer höhern Brüder Chor fingt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hoben obgefang: Belobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrs scher, Gott! Der Weltves glücker, Gott! der Frie densgeber, Gott! 2. Wer ist an Majestät dir gleich! An Güte und an Macht 6. Bergib uns gnädig unfre Schuld, vertilge unfre Sünden! Du bist ein Gott voll Baterhulb: so laß auch unter besonderen Macht so reich! Du spricht ein Wort: der Himmel schweigt. Du spricht ein Wort: der Ertkreis neigt fich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret fchweigend bein Gebot! Du ficheft Völker sich entzwei'n, mit Schwert und Waffen sich bedräun; die Waffen sinken und der Streit wird fill, wird Ruh' und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut, und Völkern still zu feyn gebent. Umständen. 481 5. Laß ihn, laß ihn bes ständig seyn, den Frieden, deß wir uns jeßt freun; in seinem Schooße laß uns nun, und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O fegne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geift den treuen Führer Aller seyn! Dann führ zur ew'gen Ruh' uns ein! Amen! 3. verheerend war empörter Bölfer Zwift! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; effen stand das Grab, und unsre Brüder fanken hin, bei Schaaren in das Grab bahin; und Schmerz der Mütter Herzen brach, und blut's ge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwift. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beige legt! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist wegs gelegt, aus deinem Schooß frömt uns des Friedens fanfte Ruh' und lieberfluß und Segen zu. Hier liegen wir unb beten an dich, Gott, der dies an uns gethan! wie schreckend, wie 632 Nem Gnädigen, Mel. Lobet den Herren abet anbetend Beglückte! nahet Singt ihm; er ift's, der den Fries den vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch, weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Bater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; große Verhees rungen sind noch die traurigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleis nen! Friede gabft du, Friede und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie find erouldet, * die 482 Gesinnung und Verhalten des Christen die Leiden, die über uns Wärme, Thau und Regen: kamen; fern ist die Noth! so kehrt dein reicher SeSegnend erhalt uns, o gen zurück in unser Land. Gott, was du verliehen haft! Amen. In Wassersnoth. 634 Jeren zu je Mel. Herzliebster Jesu! will dem u befter Trost der Zeit vertrauen, und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säulen zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wellen zum Himmel schwellen. 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. 3um wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herrscherwille, der Strom gehorcht, die Wozen finken nieder und ruben wieder. In Theuerung. Mel. Von Gott will ich 633 Der Urmen, Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; erbarme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Erbarmender, ach wende der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden Hände, uns zu versorgen auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uns auch, schaff uns Allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und zu erfreun die Armen, ein mitleidsvol les Herz, damit sie mild ihr Brod troftlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: geht hin; es belf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen. uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib 5. Wer bänderingend sein Geschick beklagte, ten Abgrund offen sah und schon verzagte, froblocket dann und rufet: Gott ift Retter im Sturm und Wetter! 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Eid unter besonderen Umständen. 483 Eisgebirge fich im Strome daß du durch deine Macht beben, und furchtbar drohend jeden Damm erschüttern; ich will nicht zittern. die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach fie los, gleich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon faft über uns daher. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren! 2. Doch mitten in der Fluth erwieseft du Erbarmen und halfft uns väterlich. Du zeigteft an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie 635 Wir sind in Noth: verlaffen kannst, uns auch im Mel. Was mein Gott will Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! Du kannst die Wogen hemmen. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht, gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden! 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jefu Chrifti Willen! Ach du allein fannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, bilf väterlich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. 3. Dies thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig fie auch wütben! Du schüßeft, du erhältst, du hilfft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Bater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Nach überstandner Noth. Mel. Wann wir in höchsten sott, deffen 637 Mel. Nun banket Alle Gott Macht des 636 Lob, Ehr und Feuers Kraft zum Segen Dank fei dir, 0 großer Gott, gefungen, und Verderben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt 2 ver 484 Gesinnung und Verhalten des Christen verwüstets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häufer hats verzehrt, und mancher Auch dies hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und verehren doch auch deine Huld; fie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unfern Brüdern feufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß fie nicht hülflos, trößte die, die du gebeugt haft; fegne fie! 5. Ach, der Verschonte fiche nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu er freun, barmherzig durch die That zu seyn! 6. Uns wieder segnen fannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weife, liebevoll, und gut ist Alles, was bein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß unsteiner Baterhuld mit frommer Zu-. versicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Baterland vor Mangel, Seuchen. Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bift, und Allen, was uns heilſam ift! Nach großem Verlust. Mel. Herzliebster Jesu! 638Du haft es mir gegeben und genommen: Preis dir, o Herr! 3war ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube foll nicht wanken; ich will dir banken! 2. Verborgen mir, toch gütig ist dein Wille! Du bift mein Gott, und meine Seel' ist ftille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwiffender, gemäß gewefen wäre; du bätteft lieber Glück mir zugewendet, als Roth gesendet. 4. Du fahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen: ich würde ftolz des Glücks mich über heben und fündlich leben. 5. Gott, wenn ich dies im Stillen überlege, so preif ich dich und ehre reine Wege. Was hülf' es mir, die ganze Welt zu erben und zu vers berben? 6. Und viel des Guten ift mir noch geblieben, mein guter Name; Freunde, die mich lieben, und, Dank fel bir, es ist mein gut Gewif fen mir nicht entriffen 7. Wie nsford unter besonderen Umständen. 7. Wie sollt' ich nicht auf deine Güte schauen: nicht ruhig seyn und flandhaft dir vertrauen? Auch künftig wirft du, was zu meinem Leben mir Noth ift, geben. 8. Herr, feque du die Arbeit meiner Hände, und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allen, was du fügft und mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reife. Miel. Befehl bu deine Bege, 639 Beife; Gott, meine ich vertraue dir! Sei gnädig und beweise, wie treu bu bist, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite väs terlich mit deinem Heil und Segen, mit deinen Schuße mich! 2. Ich bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich freun; denn du fannst Hülfe fenden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott, du wehreft allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalter meiner Kräfte, beglücke mets nen Fleiß und meiner Pflicht 485 Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 0 4. Laß dir auch' meine Lieben empfohlen feyn, Gott! Nichts müffe fie bes trüben, fein Unfall, teine Noth! Gefund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unfre Lieder, Herr, dankbar dich hörehn! Der reisende Jüngling. Mel. Lobt Gott ihr Ghriften 640 2uch außer mele wirft bu, Gott, mit mir nem Vaterland seyn. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. Wahrheit nicht; bin ich 2. Vergeß ich dieser von Herzen gut und üb' ich treulich meine Pflicht, so hab' ich frohen Muth. mich noch schwach; brum 3. Doch, Herr, ich fühle flärte du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 4 Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke bir mich nie! Was furz vergnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieb! und Freund mich nennt, laß 5. Bo man mich fiebt tugendhaft mich seyn,- und dort auch, wo kein Mensch € 3 mich 486 Gesinnung und Verhalten des Christen mich fennt, das Lafter ernst. lich scheun! Fürbitte für liebe Abwesende. 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beiführt zu dir; o du, ver Alles hat und gibt, 641 teine Welt Mel. Der unsre Menschheit welchen Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von lift und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppig keit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der flöße Graun mir ein; vor dem Versuchten, der dich schmäßt, erzittre mein Ge bein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten Wegen gehn, und, wenn ich kann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Aeltern Luft, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meinen Geift, der die gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der linsterblichkeit, erhebe meinen Geift! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! umschließt, der du allgegenwärtig bist mit allen deinen Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bift ihnen nab auf allen ihren Wegen! Dies ists, was meine Thränen ftillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach ihnen mild das ferne Land, und laß, an deiner Vaterhand, sie dort auch Freude finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in der Noth; bewahre fie vor Sünden! Auch dort ſei ftets der Tugend Ruhm ihr unverleßtes Eigenthum. 3. zurück: tehren sie mir einst des Wiedersehens großes Glück macht frøh schon meine Seele. Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht; was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, 0 Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 4. O wie gedenk ich bein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wieder gibt, unter besonderen Umständen. 487 und wir sind deine Kinder. gibt, die trauernd meine allein kannst uns befrein, Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unfre Seele freun! Wie se lig werden dann wir seyn! Bei ansteckenden Krankdheiten. Mel. Allgegenwärtiger, ich 642 n unserm Kummer fallen wir gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder. 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und Gott, wen haben wir, als dich, der seine Wuth ihm raube? Wo deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube. 3. Ach viele fanken schon ins Grab so unerwartet schnell binab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 4. Oft rettet Kunft und haben reine Zuversicht, als nur zu deiner Güte; du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder. Denn du 6. In deiner treuen Vaterhand ruht Tod und leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns bin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, ſo lehr uns doch geduldig seyn, und dir uns ganz ergeben: und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil, und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum beffern Leben führen! 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu oir um Gnade fleht, dir, Vater, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobgesang wird dann bei uns erschallen. Dank für Gottes Hülfe. Mel. Ein Lämmlein geht ir kommen, 643 Welfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank foll, Retter, dir lobfingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken € 4 dro 488 Gesinnung und Verhalten des Christen brohen. Nun wüthet feiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; fie find vor dir entflohen. 2. Wir fahen dort und fahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und fürchtbar die Gefahr und alle Kunft vergebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der lepte feines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du heileft unfre Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, du haft nach unfrer Sünden schuld auch diesmal nicht gelohnet. Bezüchtigt, o wir preifen dich, gezüchtigt haft bu väterlich und väterlich verschonet. 4. Dich, der du von Ges fabr befreift, dich müffen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete jeber an! Es fauchze, wer nur danken kann, und ehre dei nen Namen, und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! In Krankheiten. Mel. Wie groß ist bes ich, 644 Herr, in Angst und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, auß vollem, tiefgerührtem Herzen dich findlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in diesen Stunden? Wer fennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlagenen Wunden? Wer fendet mir Erquickung zu? 2. O Gott, du Vater aller Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher frommer Beter, und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles fehen, was Freude mir gewähren kann! 3. Du wirst ja nie des Helfens made; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibt ibm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dies sagt mir, der ich bir vertraue, zu meiner Rub' tein göttlich Wort; dies treibt, fo oft ich auf dich schaue, die Furcht aus met ner Seele fort 4. Auch dieser Krankheit schweres teiden verbingkt du liebreich über mich. Auch bier unter besonderen Umständen. hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß ich dich stets empfinde! O tärke selbst mich in Geduld! Vergelt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meis ner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur bir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden! dann hebe meinen Geißt zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o, guter Gott, was fehlet mir? Plagen, die mich brücken, still ertragen, und mit finde lichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleicht'rung meines Schmerzee nur auf deine Vorsicht schaun! 2 Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen faffen, und mich ganz bir überlaffen, der du auch mein Vater bift. 489 Last nicht zu vergrößern, bilf mir meine Seele benern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Vater, Helfer aller Kranken, Qrelle tröftender Gedanken, fich mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken, lebre mich auf fie stets merken, die aus Leiden Freuden schafft! Mel. Wer nur ben lieben Gott Mel. Alles ist an beinem Segen 646 Nicht mehr, te 645 Hantveit tragen, Barmbergiger, legft ilf mir, meine Kräfte du mir auf! Nicht immer wird der Schmerz mich nas gen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krantentager bier lossing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt za fehr zerftreute, rufft du mich in die Einfamkeit: weil ich den Kampf zu ängftlich scheue te, fübrst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz, mein von Geduld Herz entvöhnted 3 Den Kelch der Träbfal soll ich leeren! Ach, Hert, du weißt, das Fleiich ift * 5 schwach 3. Sanfter Antrieb, ernfte Lehre, daß ich in mich ſelber febre, ſei der Schmerz, die Krankheit mir! Spre 5. Guter Muth und heitres Wesen fei in meinem Blick zu lesen; Nih' erfülle meine Bruft! Hoffnung stärke mich, und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide; dir zu fol gen, meine Lußt! 490 Gesinnung und Verhalten des Christen schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! Ostärke, Gott, voll Vaterhuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Bater; Kind bist du! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, berau: bet mich der fanften Rub'; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf' ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer seyn. 3. Odu, mein befter Vater, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den fü Ben Troft: Gott ist bei mir! Ja, Vater deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 5 Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen: so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleib mir Weisheit und Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur getroft und hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbängften Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid' ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich Mel. Wer nur den lieben Gott ist, umfließt mich dann vor 647 Gott, der du seinem Thron. Wie mein Leiden, so mein Lohn! Schmerz und Freude fendest, mit Weisheit unfer Schicksal lenkst, und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du haft nicht Luft on meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geift. Der stille Dulder nur darf hoffen; darf boffen das, was Gott verbeißt. Zu solcher Hoffnung stärke mish: so preis ich auch in Schmerzen dich! 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand und deine Tröftungen, wie Mel. Wann mein Stündlein. viele haft bu mir schon ins 648 Es ist ein Billen Herz gefandt! Wie oft ruft Herr, Gott, unter besonderen Umständen. 491 mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! Gott, daß ich jetzt Schmer- Kampfes Schmerz erleichtre zen leide: doch du bift Helfer in der Noth und kehrft fie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß foll mein Herz fich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dit allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig! 3. Verhüte, daß der Krankheit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, erleichtre die Beschwerde. Du Bater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag, bilf und erbarm dich meiner! 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, ſo lang ich lebe bier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! Mel. Wer nur den lieben Gett Morgen 649 Dommt, und meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage ,. wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 4 Erquice, Gott, und särke fie, die liebreich meiner pflegen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen! Gib gegen fie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelaffenheit, Geduld mit meiner Schwäche. 3. Erbarm dich; eil' mir beizuftehn! verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Bib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig bir ergebnes Herz. 5. Soll tödtlich meine Krankheit seyn, und steht mein Grab schon offen; so laß mich Herr, von Sünden 4. Noch ist mein Schicksal rein, auf deinen Himmel mir verborgen, das diesen hoffen! Des leßten bangen Tag mich treffen soll; doch 6 ich 492 Gesinnung und Verhalten des Christen ich bin ohne Gram und Sorgen, du, Bater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist beilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Laft noch länger tragen, ich halte deis ner Fügung fia. Dein W l' geschehe, will ich sa gen, wie du, Herr, willt, nicht, wie ich will! So, Bater, laß bei Schmerz und Pein geduldig mich, wie Jefus, feyn! 6. Einft fommen doch der Rabe Stunden; einst rückt mein Abend auch herbet! bann, dann ist Alles über wunden, ich bin von aller Trübfal fret; dann folgt auf Sorgen, Gram und teid, bort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diefen hoben Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts foll mir meine Hoffnung rau ben; auch dann nichts, wann der Tod mir nabt. Vielleicht noch beut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hinauf zu bir. Mel. ann mein Stündlein rung nur; ich danke dir auch Troft, Geduld und Fiffung. 2. So trag ich ruhig meinen Echmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erbebe fich mein Herz, du Shöpfer meiner Tagel Dirch leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Va, ter, bist du mir ein Felsauf den ich baue. feb ich den Morgen wierer. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; bich preifen meineLieder. In großer Angst verliehst du mir nicht finde 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet, dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Ich bin getroft, wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jeßt um mein Leben zittern 4. Auch fie verlaß, o Vater, nicht; stärf ihre bane gen Herzen, erfülle fie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! 31. dir empfehl ich fie, o Herr! Sei du thr Schuß, Allgütiger, und trockne ibre Thränen! 5. Doch, follten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch ferm von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Bater, deine Kraft, ach einer die in Leiden 650N vollen Nacht schafft, die kämpfen hilft mer und fiegen. Mel. Wann wir in höchsten 651 Son wieder Nacht und Gram unter besonderen Gram und Schmerz zernas gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht bab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist so öd' die Einfamkeit! Ich feufz und rinz'um' ont nach Rub', kein Splaf mir die Augen z't. 3. Doch trenn' ich mich noch nicht von dir, o yoffs nung! Nein, da bleibest mir. Gelegt, zu lindern Roth und Schmerz, bat Gott dich hiebend an mein Herz. 4 Er ift's, der Muth und 3 wersicht durch dich zu diefem Herzen spricht. Die Hilfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulbers Lobm. 5 wär' kein Himmel, der einst lobnt; du, Bater, bätteft mich verschont mit diesem Kelch voll BitterFeit, verfüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch flebt vor dei nem Angeficht dein leidend Kind: ins möglich nicht, daß diefer Kelch vorüber geb? doch nur dein Wille, Herr, gescheb'! 7. Fett halt ich immer mich an dich! Ach, ktárk in meiner Schwachbeit mich! Du bist so reich, so reich an Rub'; fend mir nur ei nen Tropfen zu! Umständen. 493 8 Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr fein Bruder, ach, der Tod, der lepte treue Freund in Roth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 S mit aller o it Plage nun abermal ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Laft ertrage, bilfft du mir immer, Sott der Macht. Auch heute warst du Beifand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jett bange; denn immer mebrt fie memen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne matte Herz; da zähl' ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flicht der Schlaf vor meinem Kummer; die ( Glücklicben befacht er nur. Nur selten finkt ein leifer Schlummer auf die entkräftete Natur; doch schließt er mir die Augen faum, fo schreckt mich schon ein schwerer Traum. 4. Wie trauriq ift ein folches Leben! Wie sch ver ein Loos voll Noth und Schmerz! Wird dies mir nur zur Qal gegeben? jum Dulden nur ein füh# 7 lend 494 Gesinnung und Verhalten des Christen lend Herz? Flieb, lästern- mich Schmerz und Krankder Gedanke, flich: Ein heit plagt, ist diese Freude Gott der Liebe quälet nie. mir versagt. 5. Er läßt nur Trübfal mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich foll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Men schen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ift hier mein Aufenthalt. Oft weht mir's auch schon fühl entgegen; heim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es fanft und kühl zur Ruh: den Geist führt er dem Himmel zu. 2. Ach hier, wo ich im Stillen bete, fei'r ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß; an jeder Stätte haft du verbeißen, nah zu seyn. Wo je cin Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Troft und Kraft verleihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels seyn. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer; mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Gericht. O mich erfüllt dein Leib und Blut so hier wie dort mit frohem Muth! Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 653 A% ( ch, könnt' ich doch mit meinen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und froh mit deines Reiches Glie. Miel. Wer nur den lieben Gott dern, Herr, deines Todes 654 Davir, der mit Mahl begehn! Doch da Er unter besonderen Umständen. Erbarmen auf seine schwachen Kinder blickt! Wie haft du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heil'ge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelft Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele fich des Herrn. Ich bin erlöft; drum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt; wohl mir, ich steh mit dir im Bunde, ein frobes Urtheil hofft mein Geift. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Fürbitte für Kranke und Leidende. Met. Alle Menschen müssen der Tage, 656 Gott der Näch te, unfre Seele barret dein, bofft auf deine starke Rechte, du ferne Laß den seyn. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich seynte, Herr, zu finden dich. Miel. Befiehl du deine Wege 655Barmherziger, ers 495 Thu, feiner 2. Du pflanzteft ia dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer feyn? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Vater, thu, was von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder fleben für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunde und hilf ihm väterlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorübergehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehn! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron; dann steb ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! beißes Flehn! ( die) wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir fehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Vater, viele Menfchen weinen, viele Kranten 496 Gefinnung und Verhalten des Christen fen fchmachten ießt! Aber du verläsfest keinen, der auf dich Vertrauen fegt; trockneft liebreich Kummerthränen und erfüllt der Deinen Sehnen, die um Rub' und Lindrung flesn und auf dich voll Hoffnung si bn. 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen. Licht in fe des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen, laß die Waisen, deine Huld und Treue preifen! Gib den Kranken fanfte Rup'! Sterbenden sprich Tröftung zu! 4. O du treuer Menschen hüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deinen Schuß erfleben wir! Allen, Allen, die iegt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ih rer Pein, deiner Sulo fich dankbar freun! Nach der Genesung. erfüllt der 657 M Dant fann Mel. Nun banket alle Gott welchem dich, o Gott, mein Lied erheben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standft mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 5. Jesus Chriftus, viele Nächte haft du für uns durchgewacht, und menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh' gebracht. Tröfter, willst du deinen Kindern nicht burch Schlaf den Kummer lindern: o fo lenke ihren Sinn hofftungsvoll zum Him.nel pin! 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach), Verwandte, Freunde, beb: n; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geist, say ich getroft hinab. 3. Allmächtig stärkteft du bie halb erstorbenen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurüc! Dir bank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Leben selbst will ich dir Dank beweifen, durch frommen Wandel dich an fedem Tage preifen, und reolich meine Kraft dem Wohl der Menschen weibn, um ewig einst bei dir des Lebens weeth zu fepa. Vore unter besonderen Umständen. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende. Mel. Mein Gott, das Herz 658 Bat alb leg ich Sorg und Schmerzen ab, und diesen Prüfungsstand; die Erde nebme, was sie gab; ich ruh in Gottes Hand! 2. Ich geh den Weg zum ew'gen Licht: er mag mir dunkel seyn; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweibt; die unerforschlich weise Macht führt mich zur Seligkeit. 497 60 gen; laß fie fich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht; die ibn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. daß im Tod mein Leib zu 4. Wie könnt' ich trauern, Staub vermodert? könnt' ich klagen, da ihn Wie Gott vom Tode wieder fornach kurzer Rub mein Leib dert? O Hoffnung, daß erwacht, wie groß bist du, und welch ein Troft im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten und mit getrostem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten, und mich dem Ziele freudig nabn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. Mel. Wann mein Stündlein 659 gott, wann mein sterbend Auge bricht, mein leßter Hauch verschwindet, mein Leib er starrt, und ſelbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Ents schlummernden, nun alle Mel. O Gott, bu frommer Gott meine Lieben flebn, und 660 Schon nabt fich mich beweinen: meines Laufes 2. Dann, Bater, nimm und meiner Leiden Ende. ibn auf, den Geift, der Gott, meines Lebens Herr, freudig zu dir flebet, ber ich fall in deine Hände! Du dankbar deine Gute rreift, bift, o Vater, nie mit deiner daß er den Tod nicht siebet; Hulfe fern; du rufft; hier dann tröfte, die betrübt bin ich, Herr, bir folgen um mich mit Thränen fla- will ich gern. 2. Preis 498 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Preis dir, der seine wahre Rub' und Quelle volHand stets über mich ge- ler Seligkeiten; dort ärntet breitet, dir Gott, der bis man der Tugend Lohn, und an's Grab mich wunderbar bei dem Vater hat der Sohn geleitet! Wie oft vergaß auch eine Stätte mir bereimein Herz sein Heil und tet, wohin er gnadenvoll seine Pflicht; doch gingst mich leitet. Er ist es, der du, Heiliger, mit mir nicht nun meinen Geist auf ewig ins Gericht. jeder Noth entreißt. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu gering, der Treu' viel zu geringe und der Barmherzigs feit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Himmeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen, und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, und Gnade für und für; mein Geift wird selig seyn: denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unfterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Nach einem kurzen Kampf: so krönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der lleberwinder Lohn! G In eigner Melodie. Rch eile meiner 661 zu ins ew'ge Paradies der Freuden; bort, dort nur ist die 2. Hier lieg ich, wie gebunden da; dort werd ich voll von Kraft und Leben dem göttlichen Befreier nab, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligfeit. 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verleßen; dann wirst du ewig rich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Siß der Seligkeit, zu der verklärten Geißer Chören; ich werde ihr: Willkommen hören, und wen ich hier im Herrn ge fannt, den finde ich im bes sern Land. 4. drum mein Geist! D fieb, in welche göttlich große Freuden des kurzen Pilgerlebens Müh' ver unter besonderen Umständen. 499 fen kann. Stärk' mich im Guten bis ans End', damit ich treu den Lauf vollend'! verwandelt wird nach die- denn du bists, der mir helfem Leiden! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Vaters Lieb' und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst verfehn, wirst du verklärt dort oben stehn! 5. Mein Heiland treib die Furcht zurücke, besiege meinen leßten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Troft und Freude zu, mach' Ende, bringe mich Mel. Wer nur ten lieben Gott ch faffe, Bater, 662 J beine Hände, zur Ruh! und halte fie im Glauben feft; verlaß den nicht an feinem Ende, der ewig fich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du haft nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir geiban, erhör auch meine letzte Bitte: nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach noch Eins ift Noth; ein gutes End', ein sel'ger Tod! 3. Du haft mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft erquicdt, durch Leid oft wunderbar, ftets wohl geführt, wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jeßt foll ich ewig selig werden; drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, Gott, bist's, wenn das Eitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit; laß ihnen stets dein Troftlicht scheinen, und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach, und bringe mir fie selig nach! Mel. Christus, der ist mein ald 663 Bato in file, mut vollendet, die kurze Prüfungszeit; mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getroft und hoffnungsvoll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist, und ist 3. Und 4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette, fieh meine Noth, o Vater, an! Er quicke, lindere, errette; ihm wohl. 500 3. Und manche gute Thas ten, Heil mir, daß ich sie that! fiehn vor mir, schön, wie Saaten, die Gott ges fegnet hat. 4. Sie reifen nun entge gen dem großen Aerntetag. Welch' fchöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geb, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bift! Seht Schwestern, fehet Brüder; fo selig stirbt ein Chrift! Gesinnung und Verhalten des Christen in ihrem Schöpfer sterben: denn es spricht der Geift des Herrn, daß sie ew'ge Ruhe erben, daß von nun an Alle fie ruhen von des Lebens Müh'. weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Pein, keinen Schmerz dein Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 5. Aus dem Staube neu gebaut ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts als Sel'ge, nichts als Engel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 664 Serrn, die noch Mel. Jejus meine Zuversicht elig find, die in 6. Gönnet mir mein nabes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur o Tod, wann du willst zu meiner Hütte; mich, mich macht das Wort von Gott pa.rk bet jedem deiner Schrits ni Da der Herr sein Wort ficht bricht, schreckt mich auch tein Droben nicht. 4. Schrecklich magst du Zweiffern seyn; mir, ich einen Augenblick: dann, dann wohn ich bei Verklärten. Faffet Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung haft errangen, auch in meiner Todesnoth, Jesu, sei dir Preis gefungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. 2. Göttlich Wort, wie Labeft bu feden Schwachen, jeden Müden! Wie so trös stend fendest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch felig seyn, ewig mich der Rube freun! In eigner Melobie. 3 Nun so komme denn, 665 mein Leben und der ist Sterben mein Gewinn. 3bm bab ich mich ergeben: in Frieden scheid' ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben; mein Heiland nimmt mich auf. 3. Balb unter besonderen Umständen. 501 3. Bald hab ich überwun- mir die Weisheit ein, flets den des Lebens Angst und auf mein Heil bedacht zu Noth; nach wenig Prü seyn! fungsstunden, leb ich bei tit, mein Gott. 4. Wann mir die Augen brechen, set, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht. 5. Wann Sinnen und Gedanken, wie ein verlöschend Licht, bald bie- bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke fich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich vollens de im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände; • Jefu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben Geit 666" Bater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, bie irdisch und zers brechlich find; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Biel bestimmt, und daß die Zeit, die mir ge geben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen und um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu gefchickt, eh' mich der Tod der Welt ente rückt. 4. nein, Nicht auf der Erde, nur broben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufges hoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jefus ift, da sei mein Herz! Herr, lente felbft es himmel wärts! 5. Hier allen Sünden abe zusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichkeit mir mein Gott, vor Augen seyn, und deine Hülfe mich erfreun! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Seil geschehn: doch soll ich heute noch erblaffen, so böre, Bater, auf mein Flehn; sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Troft und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, deffen Eigenthum ich bin: bift du, mein Heiland, nur mein le ben Gesinnung und Verhalten des Christen 502 ben, so bleibt felbft Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; fei nur mein Trost, so gnüget mir. wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, balb seh ich von 667 in deinem Licht, Gott, das Licht. Mel. Herr, wir singen deiner eil Gott erscheinet. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel fleigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; baid i es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, foll ewig dein mich freun. 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Strei ter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe, sehnt ich mich oft nach Nuh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wanderer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit; schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und Mel. Ermuntre dich gott, öffne deinen Himmel mir! Bald nahn die letzten Stun den; bald steigt mein Geift empor zu dir; bald habe ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. 6686 2. Herr, meine Seel' empfehl ich dir in deine Vaterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater mir, und mache fanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Rub' und Freuden von dieser Erde scheiden. Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein mein Vertrauen, du führst 669 Nicht lange vom Glauben mich zum Pilger die Schauen; Dank dir! Mir fer Zeit schon reif zum iß der Tod Gewinn. Wer, bessern Leben, steh ich am Rand unter besonderen Umständen. Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglanz umgeben; bald geht der freie Geift bervor aus seiner Hütte, 670 steigt empor, empor zum Siß der Sonne. 2. D Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüften, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und eingedenk der Rechenschaft, und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schaudern fäh ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; vor mir säh ich den Richterthron, an dem, zum wohlverdienten Lohn, Verdammung mich durchbebte. 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Chriftus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Daseyn hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner letzten Noth, daß ich an glaube! Willkom503 Das sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben Gott jedoch ich flerbe, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt fich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Simmelspflanze Gott geweiht. 2. An meiner Gruft stärkt euern Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einft euch wieder giebt. Dank sei dir, Vater! dargebracht, für deine Sorge falt! Gute Nacht! 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden, reißt mich der Tod aus viel Gefahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treufte Dank gebracht. Getreue Mutter; gute Nacht! men er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. 4. Beruhigt euch, ihr andern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht troftlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht; wir sehn uns wieder; gute Nacht! 5. Gleich Früblingsblumen wird mein Leben beim Auf 504 Gefinnung und Verhalten des Christen Aufblühn schon des Tores Raub; dies kann dir, Mensch, die Lehre geben: du feißt, wie ich, nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Cw'gen bin! 3. Nimm, da er uns nicht verstehen, und zu dir nicht beten kann, feines Herzens stummes Fleben, seiner Lips pen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht, und, durch deiner Zehren Licht, auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von deis ner Gnade! 6. Ich erbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Eind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmels herrlichkeit; so denkt: fie gebn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an! 4. Taß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick bin auf die Gruft, frob den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft; daß er sicher deiner Huld, und befreit von Sünd' und Schuld ruhig und gelaffen sterbe und das Glück des Himmels erbe! Fürbitte für Sterbende. Mel. Fren bich sehr, o meine nter 671 U manchen bangen Schmerzen ist er( sie) schon dem Met. Dein sind wir, Gott, in Tode nab. Er, so thener 672 Da wollft erhö und bülflos liegt er da, ißt sich feiner nicht bewußt, röchelnb athmet seine Brust; obne Kraft, sich auszudrücken, spricht er bloß in starren Blicken. ren, Gott, sein( ihr) Flehn, nicht ins Gerichte mit ihm gehn, der tego deiner Ewigkeit fich näht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Bald, ach bald entflieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du im, o Gott, gegeben, bin auch feiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt enträckt: jede Laft, die ihn gedrückt, feines Jammers bange Stunden find bald durch den Tod verschwunden. 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du haft gezählt des Haups tes Haar, sein Todesjahr beftimmt, als teine Zeit noch war. 3. Erfüllt ift feiner Leis den Zahl, er leidet jest zum leßtenmal. Ach fei in seiner Todesnoth fein Freund und Gott; ein Schlum Unter besonderen Umständen. Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seinen Lauf; nimm ihn zu deinem Frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den leßten Schmerz! Von dir erquicket, rub' sein Herz! Durch Jesu Todesfchweiß and Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, Särk ihm den Muth! 6. In ihm vermehre deine Rub' fein armes Herz erquicke du! Geift Got tes, laß ihn mit Vertraun auf Jesum schaun, und so entgehn des Todes Graun! 7. Mach ihn getroft, o Feift des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern: laß ihn den Himmel offen fehn, und Jefum ftehn, bereit, ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach Gnade, Gnad' er geb für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ift felbft der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl, mein Gott, ohne deine Huld fich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme feiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet- fie; erhöre fie, erlöse Gott, erlöfe fie! 305 10. Behüte ihn in fei nem Tod; ihn fegne, fege ne, segne, Gott! Wann nun fein Auge sterbend bricht, leit ihn bein Licht; tröft ihn vor deinem Angesicht! Einsegnung eines Sterbenden. Mel. Herr, wir fingen deiner 673 ei geſegnet, Amen! Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem fich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entfleugt. Heil dir, erlöfter Geift, der bald am Thron ihn preift! Jesus Christus hat dich verföhnt; von ihm gefrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. dich 2. Welcher Glanz wird empfangen, iſt nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh fanft in Jesu Chrifti Namen! für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab von Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand; der Serr erstand, und der Ersandne nimmt dich auf. 9 3. Nimm 506 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Auf seinem Angefichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Widerschein. Oft spricht aus ſeinen Blicken ein feliges Entzücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er fegnet, froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet fie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diefen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 3. Nimm von uns den leßten Segen! 3war finkt dein Leib dem Grab entge gen; doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und schauen deines Gottes Licht. Geh ein zu deiner Ruh'! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Todter, bu, nach kurzer Ruh wirst du zum Leben auferftehn! 6. Er faltet noch am Ende zur Gottbeit seine Hände, um bankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Vater, meine Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 7. O laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dies Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Selige keit einft flerben, wie der bewährte Fromme ftirbt. Der Tod des Frommen. Mel. In allen meinen Thaten te fanft fehn 674 Wie wir den Seele! Frommen, wie frei, wie unbeklommen, sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgetsan. 2. Er sieht fein Pilgerle ben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu' am Ziel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für feine Thaten ihm Ruh' und reines 3. Bon feiner Angst be- 675 troffen, fieht er sein Grab nun offen; er geht und fürchtet nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichte. Beim Tode guter Eltern. metrifft Mel. Auf, schicke dich ott, welch Schmerz unser Herz! Wie groß und bart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! ஆல் unter besonderen Umständen. Rch, einen Blick warf er ( fie) noch felbft auf unfern bangen Kummer. Doch ach, er( fie) neigt das Haupt, erbleicht und finkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Troft die jammervollen Herzen. O weint für fie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 507 uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn wir fromm find, des beften Vaters Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindesfinn auf seinen Tod auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; boch wir find schwach, o reich uns gnädig deine Baterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier getreu und feft den Pfad der Tugend gehen, damit wir einft, wann du erscheint, im bef fern Land die Aeltern wieder sehen! 4. Ach Sorg' und Müh' war spät und früh für uns fein ftets eifrigftes Geschäfte; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allezeit nach Pflicht ganz 6765 mel reiften fie, Mel. Der unsre Menschheit ür willig ihm dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trößten? Du fannst allein nun Helfer seyn, du bist ja flets Erbarmer der Erlöften. ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften fie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 7. Du nenneft dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen: so mildre doch, Herr, unfer Joch, wie du uns selbst fo gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, särk Beim Tode hoffnungsvoller Kinder. 2. Ach meine Kinder find nicht mehr! Mein armes Herz ist boffnungsleer und freudenloos mein Leben! Ich sah sie, wie den Frühling, 12 blühn 508 Gesinnung und Verhalten des Christen blühn; dir, bir hofft ich fie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter follten fie erfreun, und Troft mir noch im Tode sein. 3. Da, Ew'ger, sprachßt du: gib fie mir! Ich selbst, ich selbst erzieb sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden freun, nicht Troft dir noch im Tode sein; du sollst fie Sterben sehen. Dein Wille, Serr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben Mel. Der unsre Menschheit nicht dein Alter 677 Es ist nicht mehr, für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben? Wie eine Rofe fah ichs blühn; und weis' und fromm es zu erziehn, war immer mein Bestreben. Ach meine Hoffnung fant ins Grab, und alle Luft mit ihr hinab. 4. Herr, ich verehre dein Gebot; nur laß mich meiner Kinder Tod, ach laß mich ihn beweinen! Du, der du aller Vater bift, du weißt, wie schwer mein Herz mir ift! Wie könnt ich froh erscheinen? Verzeih Gefüh. ten der Natur! nicht murren, weinen will ich nur. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, tlag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch in Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar ich du gabst, du nahmft, es war ja dein. 5. Auch meine Thränen preifen dich! Sie find die Kinder sehn, mit ihnen bankend vor dir stehn, mich nicht mehr troftlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein, und ewig mich mit ihnen freun. liebte, die du liebeft, und mun im lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seufzer banken bir; du, du dertrauteft fie nur mir. 6. Mit Thränen preif' ich bich auch einft, wann du zum Weltgericht erscheinst; boch dann mit Freudenthranen! Dann werd ich meine 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz, ges fichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sande, Welt und Eitelkeit, zu swach für schwere leiden. Gerettet ifts in deiner Hand; ging mir voran ins Baterland. En Beim sie unter besonderen Umständen. Beim Tode eines guten Ehegatten, oder eines Freundes. Miel. Kommt her zu mir, spricht 678 ch, hier nicht 210, mehr! ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o theure gute Seele! Dich fucht umsonst mein trüber Blick; du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin, dein Troft, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum beffern Land, und mit ihr alle Freude! 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch so groß; bu rus heft nun in Gottes Schoos: vor Gott will ich mich beugen. Du lebfi, geliebte Seele, noch, erlößt von deines Leidens Joch: geduldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur bedt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Laft der Leiden. Emporge. hoben ist der Geift zu Gott, der Aller Vater heißt, aut feines Heilands Freuden. zu 509 Klagen! Die Seele, die hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt' ich heidnisch zagen! mein Auge bricht, mein Ohr 6. 3war hört, wenn einft von dir, o Theurer,( Theure) nicht Gebet und Troft und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geift sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir ente gegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen seyn: o freudenvolle Stunde! Ich eil bir dann voll Wonne zu, unfterblich ich, unsterblich du, zum schaftsbunde. neuen Freunde 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele fingen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn, und preifen Gott und seinen Sohn für unsre höhre Freuden. 9. Gedanke der Unsterklichkeit! erheitre jede Dunkelheit, und stärk mich, warn ich wanke; veredle jede Leis denschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himme lischer Gedanke! Bei Begräbniſſen. Mel. Nun last uns den Leib Dir gebn, ans Grab und Hofe 5 O Troft, o hoher Troft für mich! mein banges Herz, 679 Wir erheitre dich, und fille deine 3 510 Gesinnung und Verhalten des Christen hoffen doch: bein Geift, zu Staub und Erde werden Entschlafner, lebet noch, muß. von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unfterblichkeit. 2. Er bleibt nicht immer Erd' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern' hier, was unser Leben ist! Nach Sorg' und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zuleßt der Tod. 2. Rub' fanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh'! Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh ins fille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich seyn; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit Lift und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Gottes Vaterhand. 5. O Gott, nun blickt bei fanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Chriftus, unser Hirt, all' unfre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, fet, Jesus, unfre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! In eigner Melodie. 680 un bringen wir den Leib zur Rup' und decken ihn mit Erde zu, ben Leib, der nach des Schöpfers Schluß 4. Schnell schwindet unfre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O fichrer Mensch, befinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thuft, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt' durch Chrifti Blut, machs einst mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun; vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir find unter besonderen Umständen. find hier immer in Gefahr; nimm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unfer Lauf vollendet ist, so fei uns nah, Herr Jefu Chrift! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zeuch unsre Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einft, du Lebensfürft, die Gräber mächtig öffnen wirft, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Antlig ewig sehn! 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 511 5. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jefu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. Nun, du Erlöfter, schlaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit. Mel. Nun laßt uns den Leib Mel. Sesus, meine Zuversicht 681 Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Slim- 682 Senkt ben Leichme ruft! Wir fäen ihn; einst blüht er auf und feigt verklärt zu Gott hinauf. nam, senkt ihn ein, ehret noch des Geiftes Hülle, ruh, zerfallendes Gebein, in des Tod= tenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du rudeft, ruhn einft wir. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wird's nunmehr. Er schläft, er ruht, und einft erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 2. Was du, Todter, tha teft, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirkteft, folgt bir nach. 7. Ach, Jesu Chrift, dein Mittlertod stärk' uns in unfrer leßten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und felig unser Ende seyn! 3. Die wir hier am Grabe stehn, finken All' ins Grab einst nieder: laßt an unser Werk uns gehn, weif und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Y 4 Was 512 Gesinnung und Verhalten des Christen Was wir thaten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) enkt nun 683 Sei in feine Gruft, und preifet Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. is( Der Chor.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. 3.( Verf.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lafterhaften Strafgericht. Sie, fetig auch im Tode schon, empfängt der Außerwählten Lohn. 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit fich den Tugendfreund; ihn führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht. 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todes thal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat euch mich Gott erquickt: doch hat auch Trübsal mich gedrückt. Im finstern Thale wandelt' ich, doch führte Gottes Nechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jest weint, mit mir einft wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Vers) Nach dieser kurzen Lebenszeit erwartet uns Unsterblichkeit; wenn wir uns hier der Tugend weih'n, kann uns der Tod nicht schrecklich sein. Mel. Schwing dich auf zn 684 Last dem Tode ſeinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gote tes Wille. Weinet nicht, er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Ihn erweckt Trocknet kein Klageten! eure Thränen! 3. Stime unter besonderen Umständen. 513 nimmermehr verderben. 3. Stimmet an das hohe er Jesus Chrift: die in fei Lied von der Auferstehung! nem Namen sterben, sollen Wist, als Jesus einst verfchied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in fanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Aerntefeld! Hier ruben sie, Chriften, unfre Brüder: kämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der bier fand fanfte Rub der Müden! Für das kere Vaterland folummre er hie nieden! 5. Saaten der Unsterb lichkeit! Heilige Gebeine! Bald verströmt auch unfre Zelt, ruft der Tod: er fcheine! Ruf er bann: wir find bereit. Wer des Le: bens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. Mel. Herr, ich habe mißgehanbelt 685 Rue uhet wohl, ihr Tobtenbeine, in der ftillen Einsamkeit; ruDet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 3. Und wie sollt' im Gras be bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er felbst durch Blut und Sterben hat erkauft zu Himmeiserben? bet leben! Der das Leben felber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, 4. Nein, die kann ber Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Last den Leib im Tod erkalten, laßt, weil wir von Erde find, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einft mit Macht führen auß des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ew'gen Himmelsfrica ben, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl ihr Tob: tenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da bes Nichters Stimm' euch ruft! Nach bes Lebens kurzen Leiden geht ihr ein zu ew'gen Freuben. ur getroft, ihr wer. 686 S fromme ChriMel. Nun laßt uns ben Leib gib denn, ftenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut g5 bem 514 Gesinnung und Verhalten des Christen dem Müden Ruhe hier in ihrem Schoos, so wie einst dir. dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du leßter Troft des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der hier Feinde Truß; hier findet der Bedrängte Schuß; wird im süßem Schlaf erquickt, den manche schwere Laft gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leihenkleid find nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Chriften auf, vollendet ist der schwere Lauf; der Geift eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnere uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verfiehn und freudig ihr entgegen gehn! Mel. So schlummerst du 687 Noch fehen wir, o Gott, vor dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns 3. O gib uns Kraft, gewissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! Mel. Su allen meinen Thaten a wir, 688 Die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablieb an der Gruft. Wir fingen auf vom Staube, und stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einft zum leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterbli cher beschließet des Lebens ließet b kurzen Lauf. Nimm, müts terliche Erde, dein Kind frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! 3. Set ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Frieden, den sanften Schlaf der Müden: hier find' er die erfeufate Rub! 4. So wie in beil'gen Hai nen naht sich hier den Gebeinen nicht Frost, nicht Sons nengluth. Shr Stürme, brauf't gelinde, und wehet sanft ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 5. Senkt dann den Leich: nam nieder zum Staube sei ner Brüder, die längst die Er unter besonderen Umständen 515 Erde deckt. Im Grab ist gestillt: unsre Wünsche, nnfanfter Schlummer; ihn ser Sehnen, Alles, Alles stört kein Erdenfummer; wird erfüllt. Herzen, die Gott ist es, der ihn einst sonst heiß gewallt, liegen erweckt. ruhig dann und falt. wo 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schoos verborgen, nichts feinen Frieden stört! Kühles Grab; 0 wann nimmst du mich in deine ftille Rub? 6. 3um Leben ohne Sørgen weckt ihn der frohe Morger, wo eine Welt erwacht. Heil diesem tobten Staube, so fingt der Christenglaube: auch er erwacht, auch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Betrübte! Dort wandelt, der Geliebte im hohen HimVergönnt ihm Mel. Christus, der ist mein seine Freude und wehret 690 Dund fille, und eurem Leide, und wischt die Thränen vom Gesicht! schauberhaft sein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes Land. Mel. Gott des Himmels und 689 Juhig ist des Tound der Schoos der Erde fühl: da stört unsre Rub' kein Kummer, nicht der Leidenschaften iel. Unfre Sorgen, groß und klein schlummern alle mit uns ein. 2. Ueber unfern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmähsucht Stimme bringet nicht ins dunkle, stille Grab. Fehler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. 3. Unfre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seilings Blüthen fallen nur auf des Hügels Moos. 3. Verlaßne Theure ringen auf ihm die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an feinem Orte wohnt die ersehnte Ruh', nur durch die dunkle Pforte Sest man der Hefmath zu. 5. Das arme Herz bienieden von manchem Sturm bewegt, erlangt den ew'gen Frieden erst, wann es nicht mehr schlägt. Y 6 Mel. 516 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit und oft ift Notb zugegen, wo unser Herz sich freut. Mel. Seclenbräutigam till erheben wir 691 S unfern Blick zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du bists, der uns liebt, wenn er nimmt und giebt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einst freuden reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Troft und Licht, und du willst zum beffern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten. die unser Herz erfüllt! Wir fehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menschen Kraft? Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dabin gerafft! 6. Doch Alles, was gee schiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tob entfliehet. Du willft, s kommt der Tod. 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in dei ner Hand, und gnädig is dein Wille, allweise deix Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück, und lentft von trübern Tagen uns wunder bar zurück. 692 Vein Trauer, trauen. Mel. Christus, der ist mein Derzeih der tieGeift. 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einber. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich niederreißt, darf unser Geift dir Du liebeft unsern 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt fich den Berderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten, und fiets besonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von und unter besonderen Umständen. uns hin. Da sehen wir und schmecken, der Tod war nur Gewinn. Am Grabe Frühverstorbener. In eigner Melodie. ur 693 3 wir bu von wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft; ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprech lich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Benn der Tod im edlen Sohne seine Luft dem Va ter raubt; wenn des Hanfes Stüß und Krone finket mit bes Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was glei het diesen Zelden! uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet, und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade, und lenkte detnes Lebens Lauf. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuben, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiben. Was Gott thut, das ift wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Ent ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Chriften schon sein Ziel verrückt. 517 hat es euch geliehen. O gebt's ibm gern! Laßt euren Liebling ziehen! zieht ja in sein Vaterland. Er 5. In steter Rub, in ungestörtem Frieden, wohnt nun dein Geift, und tröfend fiebt hienieben Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht fo febr bei eures Kindes Bahre! Es ging ju Gott im Frübling feiner Jabre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er Mel. Herr ich habe mißgehandelt enn der Stifter 6942 der Geschlech 4. Ach, es müßte unterliegen, diefes arme, schwache Herz, bilfft du nicht, Herr uns fiegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Nechte schlägt uns nieder; beine Rechte hebt und wieder. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unfre Lieben dort am Thron? Sollten wir ke 3 T nicht 518 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht beneiden um den früh Schoos! Süße Hoffnung! errungnen Lohn? Du wirft Holder Glaube! Alles wine uns im bessern Leben die det einft vom Staube herr. Verlornen wieder geben! licher sich wieder los. 6. Vater, deines Trostes 5. Leibesschönheit wird Quelle trocknet auch am verblühn; Seelenschönheit Grabe nicht. Selbst des nie entfliehn; sie ist für Todes Nacht wird helle die Ewigkeit. Reiner Sinn durch des Glaubens mil- und ächte Tugend lohnt mit des Licht. Alles was wir ewig froher Jugend, lohnt hier beweinen, wird uns mit Himmelsseligkeit. bort als Glück erscheinen. 6. Himmelsfeligkeit bestehet; nur der Erde Glück Mel. Alles ist an deinem Segen vergehet, nur das Eitle 695 Erbentöchter, Erbleibt zurück. Wie die Gott denföhne, feyd nicht stolz auf Reiz und Schöne; troket nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, heit unvergänglich, wie der Himmel überschwenglich, ift des Christen wahres Glück. Am Grabe eines edeln und verdienten Mannes. feyd nicht traurig, wenn so 696 W Eifer ftrebte, Mel. Alle Menschen müsſen mit und früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft: ebler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther, überfliegt der Geist die Gruft. seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, foll uns unvergeßlich feyn! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nachwelt flag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer was gut ift, schätzen kann. 3. O was ist bes Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab zu sehn! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß ftehn. 2. Laßt uns Ülle heute tlagen, denn es starb ein edler Mann! D wie viele müffen fagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn 4. Nein umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unverloren in bes ew'gen Baters und unter besonderen und unser eignes Herz, ehret unser feid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nachzuahmen; edel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft verleihn. Am Grab eines verdienstvollen Lehrers. Miel. Liebster Jesu! wir sind 697 Sanft, wie er gewandelt hat, endete, zum Troft der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. O er hat uns treu belehrt und zum Guten hingekehrt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das bat er verkündet, und, ge stärkt durch deinen Geist, vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigfles Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende, und gab nun nach deinem Rath feinen Geift in deine Hande. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuths, zähre. Umständen. 519 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat ausgestreut von unferm Lehrer, fruchtbar seyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden! Trost und Gelübde auf Gräbern. Mel. Auf Christenmensch 698 Gem eweihter Ort, wo Saat von Gott gefä't, dem großen Tag der Aernte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruhe fand, der fie auf Erden nie gekannt. 2. 3war flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schickfal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch felbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon geweint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt 520 Gesinnung und Verhalten des Christen bringt jum ew'gen Frieden. Sklavenbande zerris, der Weint, Freunde, nicht; in der Prüfungszeit sein denkt: Wiedersehn! Die Herz der Tugend treu ges Todten werden auferflehn! weiht. 4. Belebend finkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume; seht. fie blüht, vom Frühlingshauch um webt! 5. Und was man hier der Mel. Es ist das Heil uns Erde gibt, ist nur des Geis 699 Mein Heiland ftes Hülle. Unsterblich ift des Menschen Geist; Vernunft und guter Wille er hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Scligkeit! 6. Drum fann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel fich erheben; und winkt auch mir das kühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. 30 pflücke nach vollbrachter Zeit die Blume der Unsterb. lichkeit. 7. Was ihr einft war't, das bin ich ießt, ein Pilger hier auf Erden, was ihr, entschlafne Brüder, seyd, werd ich vielleicht bald werden. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, mein Geift, dem Baterlande zu! 8. Doch bem nur wird der Uebergang zu fenem Baterlande ein Weg zum Heil, der muthig bier bes Lasters 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ew'ge Treue! Ja, heilig fei mir jede Pflicht, bis einst mein flerbend Auge bricht! hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und fiege reich aus des Grabes Nacht zu Gott fich aufgeschwuns gen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer bein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ifts, was mich zufrieden fellt, felbft bei der Gräber Grauen. Ich bin getroff und unverzagt, weil bu ben Deinen zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird boch wieder leben, und einft aus der Verwesung Staub fich neu gebild't erheben. Wann bu, o großer Lebens fürst, nun deinen Todten Tue unter besonderen rufen wirft, zum Leben auf zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich In eigner Melodie. geben. Forthin von keiner 700 wie felig feid D an und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. Frommen, die ihr durch den ihr Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 5. O welch ein fel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ift bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier fol gen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, genießen Deine Herrlichkeit. O was sind leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dabin erheben, wo teine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. Umständen. 521 deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröfte felbft das mit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben! 8 Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jüngger, dir zum Preis, nach 3. Jbr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward be schieden. Kein Schmerz, kein Leiden flört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet find all eure Thränen; ihr genieß't schon, wonach wir uns feb nen: ihr hört und fehet, was das Menschen Geift hier nicht verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und ftatt Erdenglücks, den Himmel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jefu, ernft haft darnach streben! Komm und führ' uns zu dem höHern 522 Gesinnung und Verhalten des Christen hern Leben, wo deine Frommen erst zur vollen Ruh' und Freude kommen! Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle gute Seelen find in Gottes Stadt beisammen. schon Hand in Hand, auf 5. Drum laßt uns hier Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird wann wir uns sehn, wann wir uns froh entgegen gehn, forts hin uns nie zu trennen! 6. So seid getroft und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns Alle wieder finden! O Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wist du unser Glück erhöhn; wie tröftest du die Seele! Trost des Wiedersehens. Mel. Wann mein Stündlein 701 Shwer liegt ber auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir diese Frage weinen: ich, nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? mich werd' 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geiftes Stimme wehen; fie ruft mir zu mit sanftem Ton: du wirst sie wieder sehen! Bist du nur fromm, sind sie nur Mel. Halleluja! Bringet Ghre gut, bort oben unter Gottes Hut wirft bu fie 702 Wiedere ras wieder sehen. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich gefinnten Frommen. Sie werden All' in Gottes Licht auf's neu zusammen kommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der fie kennt, führt Alle dort zufammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die gen klopft dir jede Brußt entgegen! Nimmer kann das untergehen, was ins Herz wir liebend schloffen; und wenn Abschiedsthränen flossen, hoffte Freundschaft Wiedersehn. 2. Wiedersehn! In hol den Bildern will uns die Natur sich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen; spricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wie unter besonderen Umständen. 523 3. Wiedersehn! Zu dei- Höhn! Theure, aller Welt nen Freuden wachsen Blu- Gewalten follen meinen men frisch und kleiden herr- Fuß nicht halten: ja, ich lich sich im Frühlingswehn; werd' euch wiedersehn! und der frohen Nachtigallen kummerfreie Lieder schallen: hofft 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen! O, ich seh Wiedersehnt getroft ein den Himmel offen, winkt der Herr mir, heim zu gehn! Theure! in der letzten Stunde ruf ich mit schon blaffem Munde: ewig, ewig Wiedersehn. 800 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen, o wie schmacht' ich dir entgegen über Auen, Ström' und e unt muni astuteng E 47 lagi 2101 br oped dur t -nd nourt sig f And as 803 3 802.m 524 Nachtrag einiger, bei Mehreren beliebten, älteren Lieder. Mel. Wunderbarer König 703 Un numschränkte mtur 3. Was wir davon denfen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulDen fo viel Millionen Schulben, und dazu ohne Rub' lieben, die dich haf. fen! Herr, wer kann das faffen? 4. Du vergiebest Sünde, hörft der Sünder Flehen, vor blöden Augen, die zum Jr dischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmüfken, und zugleich freudens reich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. hen. Deine Rechte dräuet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch fie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir ge 2. Wasser, Luft und Er- gangen, statt der Gnade de, ja dein ganz Gebiete ist Recht empfangen: wer zu ein Schauplaß deiner Güte. deinen Füßen sich mit ThräDeiner Langmuth Ehre nen senket, dem wird Straf wird durch neue Proben und Schuld geschenket. Uns immer herrlicher erhoben. ser Schmerz rührt dein O wie weit, o wie breit ftreckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel. Herz und du willst der Armen gnädig dich erbar. men. 6. Höchfter! fei geprie fen, daß du so verschoneft, und uns nicht nach Werken lohneft. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszus üben, und die Welt zu lieben! Mel. Nachtrag. Mel. Schon ist der Tag von G. 704 Chrifti; fein, wer auf der Erde wohnet! deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er fegnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlöften? Wer darf, des hohen Segens werth, fich feiner Herrschaft tröften? Der, der zu dir, o Mittler, fich bekehrt, und gläubig wird, und dich zu seinem Herrn erwählt. 3. Und wer in deinem Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüften gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Misfethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vol len Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlöften. 5. Kommt, Sünder, komt met in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König; er 325 will euch auch segnen, auch ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbant. 6. Kommt willig, willig, in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Eme euch auch segnen, auch repfangt den König: er will gieren. Wer, fragt ihr, dieser König fei? Der Sohn, der seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. Mel. Mein ganzer Geift Gott 705 Tris Lob und Dank dem, der umph! und des Toves Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hobe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in heller Morgenröthe. Bebet! gebet, ftolze Spötter, unferm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph? das Grab ift leer. Feft steht es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen! O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, macht Nachtra g. 526 macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir ge= grüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernfter Stille. Nur wenig Tage werden's seyn, o so empfängst du Gebein in deiner Schatten Hülle. Emig se lig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. mein läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geift, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; fiets sorgen, was dem Herrn gefällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Treu nicht ab, bis wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht und dort dem Sohne gleich, und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! D Gott, schenk uns dies Leben. fahrt führet. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. 3bn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wer glaubt, deß Herz ist freubenvoll, nur daß er sich bestreben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er ben pimmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der 706 Mel. Es ist das Heil uns bit lautem Schall frohlocken wir: der Herr ist auf gefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefahren; doch finkt drum unser Muth nicht wissen wir, wohin und unsre Wall- 707 Globtott, für Mel. Nun danket Alle Gott seyft deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen feyn! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil era wählen! O Höchfter, leite selbft den forschenden Verstand: so wird, was bu mich lehrt, auch recht von mir erkannt. 3. Wie Nachtrag. 3. Wie thörigt ift es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Troft auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit feftem Glauben ehre! Verleih mir deinen Geift, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! 5. Herr, diefen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ift meine Zuversicht! 6. Mel. Auf, Christenmensch 708 Heine Zuz stärke mich! Laß mich den err, du bist Verwesung versicht! Du lebst; auch Troft empfinden, den großen ich werd' leben! Du wirst Trost, daß ich durch dich mir, was dein Wort ver- den Tod soll überwinden. spricht, Unsterblichkeit, einft. geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dies stärket meine Zuversicht! 2. Hier geh ich oftmals Mel. Der unsre Menschheit weinend hin, den Saamen 709 Erböhter Jefu! Gottes Sohn! der herrlichste Gewinn der Nernie mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht: denn du bist meine Zuversicht! 527 nennt's fälschlich schwere Bürde. Sünder dein Gericht, und Einst trifft den dann siegt meine Zuversicht! 4. Sink immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trofts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 3. Hier trag ich deine fanfte Laft. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht fast, Grab und schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirft dereinst zu rechter Zeit, in groser Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer 528 Nachtrag. 2. Wer fast, o Heiland! sein und auch die kleinste feßt die Pracht, die beinen Sünde scheun! Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolten einft mit deiner En gel Heer erscheint, die sich vor dir, Herr, beugen; dann Fieht die Welt die Majeftät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller und schafft ein neues Leben. Auf 710 Gerichte, du Mei. Besteht du deine Wege Rch an dein deinen Wink muß Erb' und Meer, das große unzählbare Heer der Todten wieder geben. Sie stehn durch dich, Herr, neu befeelt, nun Alle auf und keiner fehlt. Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein götte lich Licht und mein Gewife sen lehren: du halteft einft Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heil'ge Menge erhabner Engel fteht. Welch herrlides Gepränge! Welch hohe Majestät! 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach feiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein: Den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jefu Chrift, daß du der Erde Richter bift. 5. gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde, das ich mit Freuden vor dir fleh, und mit bir in den Himmel geb, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft 6. Dein Name sei mir ewig werth und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Nies mals ermüde hier mein Geist, dich, den schon ießt der Himmel preift, aus ale ler Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. 3. Umsonst sucht nun ber Sünder vor deiner Macht zu fliehn, Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft und sie erscheinen vor deis nem Richterthron; den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Froß Nachtrag. 4. Frohlockend sehn die Stimme lockt. Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöf't von aller Müh', sehn sie den Him met offen, und du, Herr, Fegneft fie. 5. Wie angstvoll aber be ben, die hier dein Wort verböhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst der Sünde Knechten ihr Thil in ew'ger Pein; und fübreft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen fryn und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß mich fromm wandeln, und hier zu aller Brit, so wie ein Weiser handeln, der seinen Rich: ter scheut. 7. Ist dann dein Tag vor: handen; wird diese Welt vergehn: so hoff' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 529 Bewahre mich vor falscher Ruhe, das bei das Herz sich leicht vers stockt, wenn du selbst das Gerriffen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte, nicht eines eing'gen Sünders Tod: drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, dir deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an: machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Sündenschuld! 4. Sottt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Bißrung reicht? Vom Trofte leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleht, der frevilhaft ge= ring sie schåßt. 0 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, mein Herz stets offen sei; Gott, damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im EunMel. Wer nur den lieben Gott dendienste zugebracht, 341 711 Gotthilf mir, deinem 3orzgefäße madit. daß Buße thue, weil mich noch deine 6. ich biffern ist der Weg zum Leben; drum laß 3 mich Nachtrag. 19 530 mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündens elend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Súndendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaf fenheit! Wie felig bin ich dann schon hier; wie glück lich einst, mein Gott, bei dir! 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn In voriger Melobie. mich das Elend ganz er: greift, so legt sich dein Er712 Mein Herz, ere barmen brein, mich vom zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise bu ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets bein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. mir deine Treu' mit Segen, Trost und Hülfe bei. 2. Herr, deine Hand ift immer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt. 3. Unendlich groß ist bein Erbarmen. Nur wohl zu thun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mit Armen, von dir nicht nach Verdienst ges lohnt. Noch immer steht 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deis nes Ruhms, mein Retter, voll. O könnt' ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht bahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. und hätt ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Wohlthans Preis nie würdig gnug von mir be sungen, auch bei bem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir ges than. 8. Jeboch, ba fiebst mit Wohlgefallen auch auf des und Herzens Reblichkeit; drest felbft drest felbft das schwache Sak Nachtrag. Lallen der Deinen mit 3ue friedenheit; du hörst es wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Gute beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. Mel. Herzliebster Jesu! alle deine jauchzend Deine Frommen 713 ott,( bu o wollen aus allen ihren Sträfmein ten sich bestreben, dich zu erheben! nig, dir lobsingen, und ewig Ghre deinem Namen brins gen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 8. Ja, ewig will ich dei nen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 2. Der Herr ist groß, ter kann ihn g'nug erheben, wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden; wer Gott gründen? Gott er 3. Von unsern Båtern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kins der loben, und deine Macht befingen deiner Stärke preisvolle Werke. 531 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahr heit, deine Huld befinge und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barms herzig, gnådig, und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an Allem fein Wohlgefallen. 7. Jehovah, Werke sollen dir 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und präch tig, wie groß in deinen Bundern Herr, wie mach tig! Das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde: Mel. Allein Gott in der Höty 714 Stimmt unferm lied an mit freudigem Ges müthe; es rühm' und preise, wer da kann, den Geber als ler Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wuns derwerke: die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem 32 er Nachtrag. 532 er alle Ding' erhält; drum danket feinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns er: schaffen bat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Ullen C In eigner Melodie. hat gegeben; der une durch 715 in aller Noth, o auf mich seinen Engel schütt; der täglich schenket was une nugt; drum danket seinem Namen. ren, großer Gott, Herr aller Hirs wann Catans Buth die Höllenrott, den Rachen gegen mid) aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlins gen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt' ich dich herzinniglich, mein Vater, so bab' Ucht auf mich. 4. Lobt Gott! Er gibt und seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durd; seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott ge macht, und seinen ganzen Rath vollbracht; drum danEet feinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Bei stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt; drum banket seinem Namen. 6. Lobt Gott: er hat dies gute Werk selbst in uns an: gefangen, vollbrinat es auch, gibt Kraft und Stárk', das Kleinod zu erlangen, das er am Biel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hålt; drum banket finem Namen. lobt Gott, und preist ihn früh und spat; in Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! 2. Hab' Acht auf mich, wann mich die Cund' will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vaterhånden; bhibk du mir stets in den Gidanken; laß mich von deinem Wort nicht wankin; wann Cünden in mir regen sich, Icht mein Vater, fo hab' auf mich. 3. Hab' Ucht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn' will scheinen, die meine Stel' macht freubenvoll, daß fie nichts wiffen mag von Wei nen, daß ich dem blinden bait Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue: weil oft das Glückerad sich, mein Vater, so hab wendit 4. Sab' 7. Lobt Gott, ihr star: ken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! Acht auf mich. Nachtrag. 533 daß ich 4. Hab' Ucht auf mich, mich nicht ungebuldig wers und steh mir bei, wann mir das Unglück braus't entgegen, daß ich nicht zu verzaget scy, und weichen mög' von deinen Wegen, die mir zu wandeln find befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. den, und denke, Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 5. Hab' Ucht auf mich wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen, wann keine Klag' in meinem Mund, noch Trauer ist in meinem Herzen; damit ich bei gefundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie vergesse dich, mein Bater, so hab' Ucht auf mich. 6. Hab' Xcht auf mich, auch wann ich frank, wann die Gesundheit will ver: schwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm' die Urzenei der Sünden; laß CAT 7. Hab' endlich dann auch Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd in deine Hånde; daß ich bei dir leb' ewiglich, mein Bater, so hab' Ucht auf mich. 8. Ach! laß mich doch nicht aus der Ucht, wenn uns dein jungfter Zag erscheinet: der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn, und zu des Eammes Hochzeit gehn; mein Jefu, dann hab' Ucht auf mich, so will ich ewig preisen dich. Register. Seite Seite 156 Anbetungswürd'ger G. 2n deine Leiden denk. 7 126 100 2n dich, mein Gott! 277 485 Auch außer meinem 316 Auf, Christen, bringet Nuf, Christen, laßt une 66 2uf, dich, Erldser, stets 243 Auf Erden Wahrheit 90 Ach bleib mit deiner 300 226 509 120 62 29 Uch endlich, Dulder, Uch Gott, verlaß mich Ach Gott, wie mancher Ach, hier nicht mehr, Uch könnt' ich doch mit 494 Uch sieh ihn dulden, bl. Uch welch ein Kampf Allein Gott in der Höh' Alle Menschen müssen Allen Christen und auch Aller meiner Brüder Uller Welten Herrscher, Alles hast du mir gegeb. Alles ist an deinem S. Allgegenwärtiger! ich Allgütiger, dir will ich Alliebender du schufft Ullmächtiger, ich hebe Ullmächtig großer Gott Um Kreuz erblaßt Anbetung sei dir, Gott 138 126 201 373 378 28 314 Auferstehn, ja auferst. 195 Auf, freue dich, mein 65 Auf Gott nur will ich 415 Auf Gott und nicht auf 285 137 Auf, Jesu Júnger fr. 129 Auf, o Seele, sei noch 448 Auf, meine Seele auf Auf, schicke dich, recht f. 82 Aus des Grabes Band. 130 42 13 454 377 439 Bald ist sie nun voll. 499 50 497 Bald leg ich Sorg und Bald oder spåt des T. 33 251 Barms Register. Seite 495 Dem ganzen Erdkreis 287 Dem großen Vater w. Demuthsvoll komm ich 485 Barmherziger, erhöre Befiehl du deine Wege Beglücke meine Reise Beglückt, beglückt ist, Begrabt den Leib in s. Bekenner Jesu, werdet Berufen hast du mich Besiß ich nur ein ruhig. Bester, weisefter Reg. Bewaffnete, der Krieg. 430 Bewahre meinen Mund, 274 Bilden soll ich mich auf 221 Bis der Tod ihm winkt 358 Blick hin in die vergang. 351 Bringt Preis und R. 129 250 511 106 414 355 44 Chrift, 365 107 hrift, aus deinem H. Christe, du Sohn G. Christ eile nie mit sich. 168 Christus, der ist mein 2. 500 Ghrift, wann dich Trüb. 293 Dank und Anbetung Dank, Vater dir, der Das Amt der Lehrer, Das Grab ist tief und Das Land, das Gott Daß ich der Tugend Daß unser Gott uns e. 358 Da stehen wir, die Dei. 514 Dein bin ich Gott! D. Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, n. Dein Volk, o Herr, f. Dein Wille iste, o G. Dein Wort, o Höchst. 47 29 494 417 515 426 242 283 301 155 Dem Wandrer gleich, 400 3 Den größten Sterbend. 114 Der am Kreuz ist meine 117 Der du den Menschen s. 471 Der du selbst die Wahr. 150 Der du stets unsre 3ufl. Der du uns als Vater 143 Der du uns das Heil er. 76 Der du voll Blut und 119 Der du von Jugend auf 317 Der Ehestand soll heilig 404 Der Erde Reize sind er. 453 Der Freuden Quell ist 211 Der Heiland kommt, I. Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Der Herrscher aller L. Der hohe Himmel dunk. Der Lenz erfreut, was Der Mächtige, der H. Der Mond ist aufgeg. Der Morgen kommt u. 75 5 Der Tag ist wieder hin; Der weise Schöpfer, d. Der Wollust Reiz zu Des Leibes warten und Des neuen Jahres erst. Dich bet ich an, erft. Dich kennen, Gott, ift Dich seh ich wieder, Die auf der Erde wal. Die Erde ist Jesu Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir Seite 86 86 330 Dies ist der Tag, den 146 Die stillen Abendstund. 288 108 462 195 462 450 491 445 434 337 336 463 128 269 436 179 525 419 34 408 83 448 Die Register. Seite Seite Die Thiere, deren Herr 435 Du, welchen keine Welt 486 432 Du wirst o Vater, für 183 470 Du wollst erhören G. 504 239 Die Junge, die vern. Dir dank ich für mein Dir ergeb ich mich, Dir, Gott, der so gern Dir, Gott, sei Preis u. 38 181 380 Dir immer ähnlicher zu 257 Dir trau ich, Gott, u. 291 Dir, unser Gott, ist Die zu leben, dir zu Du, aller Menschen V. Du bester aller Mensch. 121 Du bester Croft der 2. 482 Du bist's, den Ehr' und 312 Du, deines Vaters Du denkest in der tief. Du, der kein Bofes thut, Du, der sich einst voll. Du, der so gern begl. Du, deffen Kuge floff. 116 Du, deß sich alle Himm. 308 Du gabft mir, Ew'ger 349 Du,( Bott, bist über U: 281 Du, Gott, du bist der 464 Du hast es mir gegeben 484 Du haft uns, Herr, die 341 Du, Herr, haft aus B. 165 Du, Herr und Vater 501 Du, herr von meinem 475 Du kamst herab zum Du klageft und fühlest Du låst den Tag mich 191 49 247 116 54 105 356 71 352 471 377 Du liebst; o Gott, G. Durch dich, Gott, bin 413 Durch dich, o großer G. 313 Du faast ich bin ein Ch. 252 Du schaust, mein Sch. 275 Du Vater deiner Men. 279 Du vertheilst der Min. 412 Du weiser Schöpfer 16 S hre sei( Bott in der Ein fest' Burg ist Ein Gott regiert; was Ein Herz, o Gott, in Ein milder Regen sinket 461 202 394 450 Ein Pilgrim bin ich in Ein ruhiges Gewissen Einsam bin ich; tiefe Eins ist Noth! Und H. 241 Einst, als im Angstgcb. 106 Ginst, freuet euch, einst 208 214 363 393 97 78 155 299 363 Empfinde deinen hohen Entehre nicht, mein H. 9 154 311 68 Entfernet cuch, unfelg'e Entreiße dich, mein G. Entschwinge dich, mein Erdentochter, Erdens. Erfreue dich des Heils 85 Erfülle redlich deine P. 294 Erhabner Gott, was r. Erhalt uns, Herr, bei Erhalt uns, Herr, die Erhebt, den Herrn, ihr Erhöhter Jesu! Gottes 527 Erinnre dich, mein G. 131 Er ist erstanden, Jesus 133 Er ist gekommen, er, Erlöser, der im Staube 107 446 Ermüdet von den S. Erscheine meinem Geift, 95 Er starb, der größte Fr. 121 Ertone, feiernder Ges. 462 Ertónt, ihr Freudent. Es baut, o Gott, auf 458 34 320 295 518 77 Register. Seite 350 Es eilt der Liste von Es freu' der Fürst des 310 Es ging ein Mann voll 88 Es hebt sich auf der A. 219 Es herrscht ein Gott, d. 292 Es ist dein Wille, Herr 490 Es ist nicht mehr, für 508 Es ist noch eine Ruh v. 208 Es ist nur einer Herr Es ist vollbracht, so r. Es lebt ein Gott, der Ge preifet Gott, wer J. Es werde Gott von dir Es zicht, o Gott, ein K. 478 Es züchtigt deine Hand 477 Evrig, ewig bin ich duin, 163 Ewig, o Jefu, wird dein 157 Ewig und unwandelbar 466 6 124 24 246 48 Fallet nieder, fallet Ferne fei der Irrthum Fest steht dein Bund, Froblockend, Vater, w. Frohlockt ihr Chriften, Früh, mit umwölktem Führer zur Vollkomm. Für alle Menschen b.t. 311 Für deinen Himmel 507 Fürwahr, du bist, o G. 40 89 314 215 469 443 132 455 Gearnt 64 earntet ist der Feld. 455 Gedanke, der uns L.b. Geht hin! der Gott Seift vom Vater und Gelobt seist du, o Gott Gerechter Gott, vor d. 405 142 526 19 Seite Gern will ich mich erg. 182 Geweihter Ort, wo S. 519 Geweiht zum Christent. 161 Gewöhne dich, durch 429 451 374 33 82 46 307 281 413 Gib, Gott, wenn ich d. 327 Gib Höchster, daß ich Gib mir, o Gott, cin Gott, aus deinen St. Gott, deine( Gnade sei Gott, deine Güte, deine Gott, deine Güte reicht Gott, deinen heiligen Gott, deinen weisen W. Gott, deine weife Macht Gott, der an allen End. Gott, der du die Men. Goit, der du für uns Gott, der du Herzensk. Gott, der du Schmerz Gott, der du unfre 3uf. Gott der Liebe, wie er. Gott der Tage, Gott d. Gott, der zum Gegen f. Gott des Himmels und 44 40 384 68 276 490 230 278 495 427 437 483 Gott, dessen Macht des Gott, dir gefällt kein Gott, dir vertraun ist Gott, du bist von Ewig. 10 Gott, du erforschest mich 217 Gott, durch den wir sind 150 Gottes Gnade fei mit 423 Gottes Sohn ist kom. Bort, heitig sei din N. Gott, bilf mir, daß ic) Gott, ich will mich e. Gott immer groß an Gott ist die Liebe, Gott 253 293 81 149 529 254 359 26 Gott ist getreu, se'n p. 21 Gott ist mein Hort und 149 Gott ist mein Lied, er 9 Gott Register. Seite 466 404 Gott ist's der das Ver. 342 Gott, lehre mich verst. 225 Göttlicher, dich zu erh. 248 Gott, mein Vater, D. 410 Gott, mit allen seinen Gott, öffne deinen Him. 502 Gott ruft der Sonn' u. 465 Gott, Schöpfer, St. Gott sei Dank, ich lebe Gott sei Dank in aller Gott sorgt für uns. O 42 Gott von großer Macht 460 Gott, vor desfen Anges. Gott, wann mein sterb. 497 Gott, welch ein Schm. 506 Gott, wie schrecklich ſ. Großer Gott, erhabnes 440 73 18 Groß ist der Herr, die Groß ist, ihr Weltern, Groß wird des Súnd. 61 58 364 407 201 284 92 ab' Acht auf mich in 532 Habe deine Lust am Habe deine Lust, o 3. 473 Hallelujah, bringet Ch. 315 Halte dich mit hoher L. 317 Hast du denn ganz dein 479 Heiland, deinc Mensch. Heiland, den uns Gott Heiland, groß an Huld Heil dir, Seele, Gott Heiliger Geist, von G. Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Todes Herr, deine Ullmacht 14 Herr, deine Kirche dan. 157 Herr, deine Sanftmuth 385 Herr, dein Gefeß und 152 Herr, der du alles g. 328 372 127 69 176 502 141 Seite 177 447 161 527 135 173 319 Herr, der du dein th. Herr, der du mir das Herr, der du selbst die Herr, du bist meine 3. Herr, du erforschest mich 15 Herr, du fährst mit Herr, du wollst fie Herr Gott dich loben Herr Gott, dich I.( 6) Herr Gott, du bist die Herr Gott, was irdisch Herr, höre mein Gebet 255 Herr, ich bin dein Eig. 200 Herr, ich hab aus deiner 185 Herr, laß mich doch g. 344 52 Herr, lehre mich den w. Herrlich iste an Freund. 433 Herrlich ist's in deinem 320 11 423 160 291 330 147 Herr, mache meine S. Herr, meiner Scele g. Herr, mein Licht erl. Herr, mein Versöhner Herr, stårke mich, dein Herr und Richter aller Herr, unser Gott, wer Herr, vor deinem Ung. Herr! welch ein wicht. Herr, wie lange muß Herr, wir feiern dein Herr, wir singen dei. Herr, wir stehen hier Hier, bin ich, Jesu, zu Hier ist noch unsre P. Hier lieg ich, Herr, in Hilf mir, Gott, der K. Hochster, denk ich an höchster Gott, wir d. Höchster, wer ist's, der Höher hebt sich Gottes 452 Huldigt Gott, ihr froh. 35 Jauchzt 26 386 98 199 30 2 406 255 173 62 161 166 332 488 489 216 3 Register. Seite Seite Jaud auchzt unserm Gott 23 In allen meinen Thaten 37 441 In Gottes Namen f. 346 In Trübfal, Christ, sei 257 In unserm Kummer 161 3ft Gott für mich, so 162 353 51 S bebe nicht vor Tod 193 Ich bin der reichste M. Ich bin ein Chrift! G. Ich bin getauft auf d. Ich bin getauft nach J. Ich bin in meinem G. Ich bin, o Gott, dein Ich bin zur Ewigkeit Ich blick empor zu dir Ich denk an dein G. Ich eile meiner Heim. Ich erhebe mein G. Ich fasse, Bater, deine 499 Ich freue mich mein G. 285 Ich geh einst ohne B. Ich habe, Gott, mir e. Ich hab' in guten St. 220 188 256 361 204 Ich hoff' ein ew'ges 2. Ich komme, Herr, und 167 194 222 528 498 362 487 231 Kein Lehrer, ist dir 3. 93 Kein Mensch, o Gott, 55 Kinder, die ihr noch im Kommt betend oft und Komm, o komm, du G. Kommt die ihr nicht Kommt, kommt den H. Kommt, laßt uns Gott Kommt mit Dank vor Kommt und laßt uns 410 303 139 94 39 459 65 258 komme vor dein Ich preiſe dich, o Herr, 107 Laß deinen Geist mich 101 135 Ich seh im Abendrothe 449 Ich sterbe schon, jedoch 503 Ich trete vor dein Ung. 473 Ich weiß an wen mein 233 Ich will dem Herrn zu 482 Ich will den Bund mit 172 Ich will dich noch im 184 Ich will in stiller Einf. 474 Ich will, mein Gott, du 531 Jesu, deine tiefe Wund. 103 Jefu, meine Freude, Jesu, meines Lebens L. 99 Jesum ewig zu verehr. 240 Jefus lebt, mit ihm 127 Jesus, meine Zuversicht 193 Im Frühling meiner 3. 416 Immer näher kommt 197 Immer sich bestreben Laß doch, o Jesu, laß Laß, Herr, nach eitten Laß mich doch nicht, o Laß mich, Höchster, d. Laß mich, o Herr, in Laß mir die Feier deiner Laß dankbar uns die Laß das Vollendungsf. Laßt dem Tode seinen 512 Laßt uns mit ehrfurchts. 79 Laft uns unserm Gott 80 Lehre mich, Herr, recht 333 Lieblich sind der Tugend 399 Liebster Jesu wir sind 1 Lob, Ehr und Dank fei 483 Lob, Ehr' und Preis Lobet den Herrn, 88 Lob, Preis und Ehre br. 242 522 321 1. Lob 157 347 345 388 259 97 424 Register. Seite Lob sei Gott, der den F. 451 Lob sei Gott, der den 438 Lobfinge, meine Seele, Lobfinget Gott! Dank Lobsinget Gott, denn s. 158 Lobsinget Gott, er schuf 32 Lobt Gott, ihr Christen, 78 Seite Mit Ernst, o Menschenk. 74 Mit Freuden laßt uns 468 133Mit frohlockendem G. 30 70 it lautem Schall fr. Mittler, schau auf fie Mit welchem Dank Mit welcher Langmuth SCE 334 Nach einer Prüfung 205 Nach einer schmerzenv. 492 Nacy frommer Eintracht 385 Nach Gottes weisheits. 426 Nach Jefu weisheitst. 379 Nach meiner Seele Sel. 331 Nabet anbetend dem 481 tahet dem Altare, unft. 165 Mache dich, mein 305 409 232 Mein Auge sieht, o Gott 43 Min bester Trost in Meine Kinder,( Hott, Meine Lebenszeit ver. Minen Icfum laß ich Mein Eriefer, auch für Mein Erlöser, der du Mein Erlöser, Gottes Mein erst Geschäft Meines Herzens reinste Mein ganzer Geift, G. 205 Main Glaub ist meines 399 Mein Gott, ach lehre 260 Mein Gott, du wohneft 270 Mein Gott, ich weiß 187 Mein Gott, zu dem ich 223 Mein Heiland, deine 71 Mein Heiland lebt und 520 Mein Herz, ermuntre d. 530 Mein Herz, Gott, V. 222 186 234 100 162 102 439 526 421 496 27 294 113 Mein Hort ist Gott! Mein Jefu, für dein Mein Leben steht in G. 185 Mein Schöpfer, dessen 261 Mein Vater, und mein 262 Menichenfreund, nach 373 Menschen weis und gut 406 Mich selbst muß ich bez. 335 Mir nach, spricht Chr. 245 Naht mit Undacht im 169 Nicht auf den Höh'n, n. 354 262 436 502 489 36 Nicht, daß ich's schon 66 Nicht für der Felder Nicht lang ein Pilger Nicht mehr, als meine Nichts ist von ungefähr! Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum, Stie bist du, Hochster, Nie will ich wieder fluch). 387 Nimm unfre Dankgef. Noch immer wichseln Noch läßt der Herr 441 Noch leb ich. Ob ich m. 191 Noch nic haft du dein 19 Noch stehen wir, o G. 514 Nun bitten wir den h. 139 Nun bringen wir den 510 Nun dankit Alle Gott 316 timm hin den Dank Sun ist das alte Jahr 43 175 142 308 13 468 Nun Register. Seite Nun laßt uns Alle fröhl. 67 Nun sinkt die Sonne 444 Nur kurz ist hier mein 179 , blickt hinauf zur E. 390 Ob wir sind, wie wir 390 O Durst nach Blut, o 109 Oft flagt dein Herz, w. 264 D Golgatha, zu deinen 123 O Gott, den alle Wesen 325 O Gott, der du mein 270 O Gott des Himmels 36 24 2 O Gott, deß starke H. O Gott, du bist mein O Gott, du frommer O großer Sott, du r. 422 403 O Heiland, dessen hoh. D heil'ger Geist, kehr O Herr, mein Gott, d. Kinder, dieser Tag O konnt' ich dich, mein 324 O Menschenfreund, mit 178 O selig, wer zufrieden O fimm auch du mit O welch ein Glück cin O welch ein Segen ist O welch ein unfchågb. Welt, sich hier dein O wie selig send ihr O wie sanft ist, Herr, O wie unaussprechlich Preift, Shriften, mit Preis und Anbetung 264 143 177 140 370 79 50 433 395 118 521 59 207 460 323 R.dlichkeit, dlichkeit, mit dir 391 Religion, von Gott geg. 144 Ceite Richtet nicht mit harter 379 Ruhet wohl, ihr Tedt. 513 Ruhig ist des Todes 515 She deine Thränens. 359 91 199 267 Canft, o Chrift, ist 3. 249 Ganft, wie er gewand. 519 Echaffet, schaffet, M. 224 Scheint mir freudenteer 354 Schicke dich, ertofte S. 171 Schmerz und Klage füllt 461 Schon auf Erden könn. Schon ist der Tag von Schön ist die Zugend, Schon naht sich meines Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. Schöpfer, Gott, Herr Schüße die deinen, d. Schweiget, bange 3w. Schwer liegt der Treu. Schwingt, heilige G. Scht, Christen. sehct 3. Seht, welch' ein M.! 497 402 324 1 Sei, aller Wollust Reiz Seid barmherzig, M. Sei gesegnet! Umen, Sei getreu in deinem Sri Gott getreu, halt Sei hochgeprieſen, H. Sei mir gegrüßt zum Sei zufrieden, mein G. Selig, Jesu, sind, die Slig sind des Himmels Selig find, die in dem Selig, wer mit stillem Senkt den Leichnam, Genkt nur den Seib in Sieh' diese jungen S. 159 236 522 6 124 110 337 383 505 420 282 102 443 41 196 189 500 290 511 512 422 Register. Seite 449 unter manchen bangen 447 Unumschränkte Liebe! 513 236 Sink ich einst in jenen So fliehen unsre Tage So gib denn fromme So hoff' ich denn mit Go jemand spricht: ich So ist mit aller ſeiner 493 Vater, den uns Jefus 309 376 Soll dein verderbtes 147 Bater, hellig mögt' ich 55 Verbittre dir dein Leben 387 Vereinigt laßt uns Gut. 375 Bergelten wirst du den 211 Versammelt hatte Jesus 164 Verschwunden ist der 457 Vertrauen ist des Chr. 286 Verzeih der tiefen Trau. 516 Viele Freuden streust du 357 178 437 Vollbracht ist nun die Boll Dank an diesem Vollendet freudig euren 212 Vollendet hatte Gottes 139 Voller Ehrfurcht, Dank 170 Vom Geräusch der W. 395 Vom Grab, an dem wir 84 Vom Todesthal hinauf 134 Von allen Himmeln t. Von deiner Weisheit; Bon dir, der meine Bon dir, du Gott der dir, der 318 435 391 405 Ueber atler Himmel H. 136 Bon bir in dieſe Welt 392 403 Bon Furcht dahin ger. 113 Von heiligem Gefühl 424 0 Von Herzen preif' ich 145 154 273 366 247 Gollt es gleich bisw. Sollt' ich jetzt noch da Gollt' ich meinem Gott 295 So schlummerst du in 125 So wahr ich lebe! f. 226 So weit, Herr, deine H. 25 So weit nur Menschen 454 Go, wie du bist, so Standhaft sei, o Gott, Stimmt unserm Gott Stärke, Mittler, stårke Stets warst du meine Still erheben wir uns. Sünde ist nie klein zu 12 338 531 419 475 516 57 € heuer 90 heuer fei mir allezeit Triumph! Triumph! u. 525 Um Erbarmen flehn um Gnade für die S. Unerforschlich fei mir Unschuldigster, du hatt. Unser Gott, der Herr d. Unser Gott ist groß u. Unser Wandel ist im H. 335 479 122 17 112 63 35 Geite 504 524 Unwiederbringlich schen. 467 Bor bir, Herr, denken Bon bir, o Gott, sich Uus strömt aus deiner 343 Wach auf, mein Herz, 442 Unsterblichkeit, Unsterbl. 208 Wann wir unsern Lauf 47. B Register. 326 298 Seite Warum erbebst du, m. 196 Warum, sollt' ich mich 367 Warum willst du doch 296 Was Gott thut, das ist 368 Was hilft es mir, ein 268 Bas ich nur gutes h. Was ist im Himmel, Was ist mein Leben Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich Was mein Gott will, Was soll ich ångstlich Was sorgst du ängstlich 189 Was wär' ich ohne dich 234 Was zagst du? Gott Beicht, ihr Berge, fallt 20 Weit um mich her, ist 2. 453 Belch' hohes Beispiel Belch' hohes Vorrecht Welterlöser dich zu l. Wenn Christus seine Wenn der Stifter der Wenn Geschwister fr. Wenn gleich aus tiefer Wenn ich auf Gottes 198 Wenn ich ein gut Gew. 395 Wenn ich einst von jen. 442 Benn ich, o Schöpfer, Benn meine Zeit vorh. Benn Wenschen streb. Wenn mich die Sünd. Benn oft zu jener S. Wenn sich mein Geist Wenn wir in höchsten Wenn zur Erfüllung Wenn wir, o Gott, die 250 304 244 159 517 412 371 33 Ber auf seinen Gott v. Wer bin ich? welche Wer dieser Erden G. Wer gehorcht, der 271 369 339 370 368 297 188 417 104 209 23 478 279 397 289 329 382 428 215 Wer, Gott, bei dei. Wer Gottes Wege g. Wer Gottes Wort n. Wer hat den Glauben, Wer höher durch Geb. Wer Jesum kennt, ver. 213 Wer kann die Leiden f. Wer könnte zweifeln, 428 107 4 Wer machte diese schöne 31 Wer mit Lust und Eifer 518 Wer nur den lieben G. 300 Wer nur ein Laster 1. 266 56 Wer sich mit Ernst der 346 Wer stets mit reinem Wer Sünde thut, der 60 Wer unter deinem Sch. 448 Wer weiß, wie bald in 192 Wer weiß, wie nahe m. 190 Wer zählt, unendlich. Wiedersehn! mit laut. 46 522 209 237 463/ 94 Wie freu ich mich der Wie getroft und heiter Wie gnädig ist des Hoch. Wie göttlich find doch Wie groß bist du, o G. Wie groß ist des Allm. Wie groß ist unsre S. Wie groß, o Herr, ers. Wie groß, wie angebet. Wie gut, wie heilig ist Wie beiter fließt mein Wie im Herbste fällt ie leicht verkenn' ich Wie mannigfaltig sind Wie sanft, mein Vater, Seite 277 218 237 Wie sanft sehn wir den Wie felig lebt ein M. Wie ficher lebt der M. Wie soll ich dich empf. ie theuer, Gott, ist ar 272 22 397 111 72 151 398 180 327 340 306 506 382 182 75 229 Wie Seite Wie viele Freuden dank 26 Wie wichtig ist doch der 53 Wie wird mir dann, o 187 Wie wohl ist mir, o Fr. 238 Will mich, o Gott, hic. 371 Willst du der Weish. 274 Willst du die Buße noch 227 Wir Ulle, Menschenv. 458 Wir flehn für unsrer X. 411 509 Wir glauben an den ein. 30 3u Du bir erhebt sich mein 96 Wir kommen, Helfer, d. 487 Wir sind in Noth, laß 483 Wir trocknen unfre Th. 364 Wo cilt ihr bin, ihr Leb. 351 Wohl dem, der beßre 348 Wohl dem, der in dem Wohl dem, der richtig Zu dir, o Gott, das$. 307 3u dir, Unendlicher, zu 480 3um Fliße ward das 341 3um Himmel erhebe 3ur Arb it, nicht zum 3ur frühen Gruft 476 342 402 517 389 3war wird noch manche 299 de Register. SC di othe stens Crite 472 60 Wohl dem, der seines Wohl mir, o Sdöpfer; 430 Wohlthätig sind der E. Wohl uns! Wohl uns Wohlzuthun u. mitzu. Wo ist woh! Noth und Wort aus Gortes M. 418 381 60 153 Wo sind die Weisen, d. 16 BROC u thoug God niei mlijamp piljadsjour trouded indus wid Gebete ( 2 zur Hausandacht. D Morgengebet am Sonntage. St roßer und heiliger Gott! du Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden! bei dir ist Allmacht, Weisheit und Güte, und du bist würdig, von allem, was auf Erden und im Himmel ist, verchret, gefürchtet und geliebet zu werden! Dich preiset mcine Seele für deinen mannigfaltigen Segen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausgebreitet haft, für deinen väterlichen Schuß über uns in der abgewichenen Nacht, und insonderheit für die großen Wohlthaten, die du an diesem heiligen Tage erneuern wirst. Deine Weisheit und Gnade hat uns denselben zu deiner feierlichen Verehrung, zur Beförderung unserer Ruhe in dir dem lebendigen Gott, und zu unserer nähern Vorbereitung zu deiner ewigen Gemeinschaft geheiliget. O wie gesegnet wird er auch mir seyn, wenn ich ihn nach dieser deiner licbreichen Absicht, zur Erquickung und Heiligung meiner Seele, durch dein seligmachendes Wort anzuwenden suche! Dein großer Name sey gelobet, daß du mir die öffentliche Feier dieses heiligen und frohen Tages in Gesundheit, Ruhe und Gewissensfreiheit verleihest. Verherrliche dich heute, o Gott! in den öffentlichen Versammlungen durch einen allgemeinen Gegen. Heilige du selbst die Opfer unsers Gebets und unsrer Lieder, daß wir dich im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Allwissender! du tenneft infonderheit meinen und der Meinigen Seclenzustand. Uch laß uns cach heute die göttliche Kraft deines 20 Wor 3 Abendgebet am Sonntage. Bortes also an unsern Seelen erfahren, daß wir nach unserer Beschaffenheit dadurch wahrhaftig gebessert, im Glau ben und allen dir wohlgefälligen Tugenden gestärket, durch deine Tröftungen beruhiget und in deiner Gnade zum ewigen Leben befestiget werden. Laß uns nicht nur in deinem Heiligthume deine wohlthätigen Absichten erfüllen, sondern auch in unserm ganzen Verhalten uns befleißigen, daß wir dir geheiliget werden. Die Ruhe, die du uns heute von unsern leiblichen Geschäften verstattest, werde doch insonder heit zur wahren Erholung unserer Kräfte, zur Sammlung des Gemüths, und zu dessen Richtung auf unser ewiges Heil angewandt. Bewahre uns, gütiger Gott! daß wir nicht burch unnöthige Geschäfte und unnüße 3erstreuungen den Segen dieses Tages und deines Wortes an uns vereiteln. Unser ganzer Wandel müsse dich verherrlichen, und es be weisen, daß wir dir dienen. Insonderheit laß uns dieses alsdann beweisen, wenn du uns Gelegenheit giebst, unsere Liebe zu dir durch eine thätige Liebe gegen unsern Nächsten an den Tag zu legen. Heilige, o Gott! auch alle unsere Vergnügungen an diesem heiligen Tage. Laß uns nichts vergnügen, als was mit Versicherung deiner Gnade genossen werden kann. Laß uns durch die Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Leiblichen schenket, immer mehr zu dir, der Quelle aller Freuden, geführt werden, damit also dein Tag uns in allem eine wahre Vorbereitung zu deiner ewigen Unbetung, und zu der ewigen Ruhe und Seligkeit seyn möge, die du den Deinen verheißen hast. 2 Segnest du, Herr! deinen Tag zum ewigen Heil uns ferer Seele, so wirst du uns auch im Leiblichen nicht ver lassen. Du, mein himmlischer Vater! weiseft, was wir be dürfen. Dir sey unser Leben und unsere ganze Wohlfahrt auch heute, auch auf diese Woche, und auf die ganze Zeit unserer hiesigen Wanderschaft empfohlen. Leite du uns nach deinem Rath, und nimm uns endlich zu Ehren an, um Jesu Chrifti willen, men. Abendgebet am Sonntage.c nådiger und liebreicher Gott! dein Name ist herrlich in die Himmel. Dank sey dir für die erneuerten Gelegenhei ten Abendgebet am Sonntage. 3 ten, die ich diesen Tag gehabt habe, dich in deinem Hause anzubeten, mich mit andern Chriften zu deinem Dienste zu vereinigen, die Erklärung deines Wortes zu hören, und dadurch unterrichtet, gestårket und auf die Wege der wahren christlichen Zugend geleitet zu werben. Gieb mir, o Gott! daß ich nun auch die Vortheile, die du mir verschafft, ge= hörig nußen möge, und es nicht blos bei dem Hören bewenden lasse, sondern durch die That beweise, daß ich sie zu den Absichten, zu denen sie gegeben find, anwende. Mache mich geschickt, daß ich meinem hohen Berufe gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferlegt sind, und gemäß den Verheißungen, die ich zu gewarten habe. Bergieb mir, gütiger Bater! die unvollkommenheiten, die meine Undacht heute noch begleitet haben. Vergieb die Trägheit und Unthätigkeit meiner Empfindungen, die Zer= streuung meiner Gedanken, die wenige Aufmerksamkeit meis ner Seele auf deine Gebote. O gieb, daß ich deine Ruhes tage immer heiliger zubringen, immer weiser und ernsthafter, andächtiger und himmlisch gefinnter werden möge, als ich bisher gewesen bin. Erhebe mich über diese Welt, so lange ich in ihr lebe. Laß mich nicht den irdischen Dingen so nachjagen, als ob ich diese Welt blos zu meinem Untheil erwählet, und auf kein schöner Erbtheil die Auss sicht bätte; sondern lehre mich erkennen, daß hier nicht meine bleibende Ståtte sen, sondern daß mir eine festges gründete ewige Wohnung vorbehalten werde. Gieb, daß ich mich hier als einen Pilger und Fremdling ansehe, und als ein Bürger des Himmels lebe. Ja, mache mich durch deine Kraft, o gütiger Gott! geschickt, alle Schwierigkeiten, Be schwernisse, Gefahren und Versuchungen zu überwinden, die mir auf meinem Wege zum Himmel aufftoßen, und las mich durch einen täglichen Zuwachs an Heiligkeit und Tus gend immer des glorreichen Erbtheils fähiger werden, das deiner Heiligen im Lichte wartet. Gelobt sey dein Name, o liebreicher Gott! der du mich bis auf diesen Tag mit so vielen und großen Wohlthaten an Leib und Seele begnadigt hast! O laß die Empfindung deiner unverdienten Güte stets mein Herz rühren, und gib, baß ich dich nicht nur durch meine Worte, sondern auch durch mein Leben preifen möge. Und nun, o Gott, nimm X 2 mich Morgengebet am Montage. mich auch diese Nacht unter deine gnädige Aufsicht! Beschuge mich vor allem Uebel, und erquicke mich durch eine fanfte und stärkende Ruhe. Deiner liebreichen Fürsorge empfehle ich alle die meinigen. Thue ihnen Gutes und segne sie mit allen solchen geistlichen nud leiblichen Gütern, von denen bu weißt, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe den Unglücklichen bei. Breite deine wohlthätige Barmherzig keit über das ganze menschliche Geschlecht aus. Erhöre, gütiger Vater! dies mein unvollkommenes Ge bet, und laß dir mein demüthiges Lob und Flehen' in Gnaden gefallen. Erhalte mich mein kurzes und ungewiffes Leben hindurch in der Liebe zu dir. Tröste und stärke mich in meinen legten Augenblicken, und nach dem Tode sey du mein Theil und großer Lohn, durch Jesum Chriftum, dei nen lieben Sohn! Dir, mein himmlischer Vater! sey Lob, Preis und Ehre, jegt und immerdar! Amen. Morgengebet am Montage. Herr! durch deine große Barmherzigkeit fange ich mit diesem Morgen meine Wochenarbeit von neuem an. Deine ewige Liebe und Treue, die mit deinem Segen mich und die Meinigen bisher überschüttet hat, gehe denn auch heute mir von neuem auf, wie die Morgenrd he! Wer bin ich, o Gott! daß du mich bis hieher gebracht hast! Ich bin ja leider! noch immer ein Sünder, dem es an allem Ruhme mangelt, den er vor dir haben sollte. Ich thue leider! nicht immer, noch völlig, was ich thun sollte. Meine Gedanken sind eitel; mein Herz ist bald trohig, bald verzagt. Uch fo siehe denn, mein Bott! mich auch heute ja nicht an, wie ich an mir selbst von Natur und in meinen Sünden bin. Ge denke aber, lieber Vater! an deines Sohnes Gehorsam und Gerechtigkeit, daß ich durch ihn vor dir gerecht, und von dir gesegnet sey. Verlaß mich nicht, und thue nicht die Hand von mir ab, Gott mein Heil! Lehre mich auch heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Ich weiß nicht, was mir in dieser angefangenen Woche begegnen wird, behüte du mich aber vor allem Uebel, behüte meine Seele, behüte ma nen Leib, behüte meinen Eingang und Ausgang. Wchre al lem Bösen, welches mir das Ziel meines Christenthums vet rücken Abendgebet am Montage. rücken könnte. Laß mich leben im Glauben deines Sohnes, und dadurch alles, was ich thue, in dir gethan scyn. Sib zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Freudigkeit, bei einer gewissenhaften Sorgfalt, und erfreue mich mit deinem göttlichen Gedeihen. Erhalte mir den Segen, den du mir bisher haft zufließen laffen. Ernähre mich, versorge mich, beschirme mich. Gib mir Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Begest du mir dabei eine East auf, so hilf mir auch, und laß mich alles zeit erfahren, daß du der seyst, der uns von allem Ucbel erlöset hat, und noch ferner erlösen wird. Segne die Meinigen, und zeige ihnen dein Heil. Und wie alles auf dich, mein Gott! wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle gute Nahrung und dir wohlgefällige Arbeit, und gib, daß ein jeder dabei sich redlich nähre, und mit allem guten Gewissen vor dir wandele. Ja, thue deine milde Hand allenthalben auf, und erfülle alles, was da lebet, mit Wohle gefallen. Denke an uns alle und segne uns, segne die dich fürchten, beide Kleine und Große, segne uns je mehr und mehr, um deines lieben Sohnes Jesu Christi, und um sei ner kräftigen Fürbitte willen. Umen. 5 Abendgebet am Montage. Niebreicher Gott! ich danke dir, und bete deine Macht und an, und Meinigen auch Tag erfahren haben. Was bin ich, daß du mich dis hicher gebracht, beim Leben erhalten, mir so viel Gutes gethan, und mich so reichlich gesegnet hast. Von deiner Gnade, o mein Gott! bin ich auch, was ich bin, und deine Gnade ist nicht von mir abgewichen. Also hast du auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Leibes dich herzlich angenommen; meine Arbeit gesegnet, meinen Unterhalt mir verschaffet; alle meine geistliche und leibliche Nothdurft in Gnaden angesehen! ja, überhaupt meiner Schwach heit mit deiner Kraft måchtig geholfen. Wer ist, o Herr! wie du, der du dich so hoch geseget haft, und doch auf das Niedrige so gnädig sichest? Nun, o mein Gott! da du nicht nur wohnest in der Höhe und im Heiligthum, sondern auch bei denen, die zerbrochenen und zerschlagenen Geistes sind, auf daß du erquickest den Geist der a 3 Gede Morgengebet am Dienstage. Gedemüthigten und das Herz der 3erschlagenen: so bitte ich dich demüthig, tilge alle an mir noch befindliche Sündenflecken durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi. Du bist der Herr, nach dessen Worte alles geschehen, und dem alles dienen sollte; wie finde ich hingegen meinen Wil len deinem heiligen Willen oft sehr zuwider, und mein Herz so kalt gegen das Undenken deiner Gnadengegenwart! Um Christi willen, schone meiner! vergib mir alle, auch meine verborgenen Fehler! erfülle ferner an mir deine gnas denreiche Verheißung: ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Du bist ja nicht ein Gott, der ferne sey, du erfüllest vielmehr Himmel und Erde und umgiebest auch mich, wo ich size oder liege. So fey demnach auch in dieser Nacht nicht ferne von mir, eile auch mir beizustehen Gott, meine Hülfe! Beweise auch in mir deine große Gnade, du Heiz land derer, die auf dich hoffen. Beschirme mich und alles, was du mir verliehen haft, unter dem Schatten deiner Flü gel. Sen du für mich, so wird nichts wider mich seyn. Ja, Bater! wie du deines geliebten Sohnes nicht verschonet, fondern ihn für uns alle, und auch für mich dahin gegeben haft, so schenke mir und allen, die ihn angenommen haben, heute und allezeit mit demselben alles andere, was wir an Leib und Seele bedürfen. 2men, um Jesu willen, Umen. 6 Morgengebet am Dienstage. ott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue, fagt es dem andern, und eine Nacht thut es tund der andern, wie geschäftig du Herr! in jedem Augenblicke meines Dafeyns, zu meiner Erhaltung, zu meiner Freude und Glückseligkeit bift: du schaffest es, daß ich sicher ruhe. Wann Finsternis die Erde bedeckt, und wann ich selbst von mir nichts weiß, dann wacheft du, mein Leben zu bewahren: aber auch du bist es, Herr und Gott der Welt, der an jeglichem Morgen, bem Lage und seinem Lichte wieder ruft, die Seele zu eriveden; du macheft es, daß ich nach einer sanften Nacht mich wieder eines neuen Tages erfreuen kann. Was ist denn billiger, was ist eines vernünftigen Geschöpfes, welches dich zu ets tennen fähig ist, würdiger, als dir, dem Gott und Vater meines Lebens, aus dessen Hand ich es auch jest wieder, wie Bell Abendgebet am Dienstage. 7 neu empfangen habe, dafür zu danken, und deinen Namen zu preisen? Dieß sey denn auch jetzt in dieser frühen Mor. genstunde, mein erstes Geschäfte! Meine Seele lobe dich, den Herrn, und alles, was in mir ist, einen heiligen Namen! Meine Seele lobe dich, und vergesse des Guten nie, das du bis diesen Augenblick an mir gethan hast, daß ich ficher und ruhig geschlafen habe, daß kein Unfall mich in dieser Nacht betroffen hat, daß ich das Licht dieses Tages eben ſo gefund wieder erblicke, als ich es gestern verlöschen fah, daß ich nicht nur meine Glieder zu den Geschäften dieses Tages wieder brauchen, sondern auch mit erneuerten Kraften brauchen, und was noch mehr ist, daß ich vernünftig denken, und von den såmmtlichen Kräften meiner Seele einen solchen Gebrauch machen kann, der einem vernünftigen Wesen anståndig ist; das alles, o Gott! habe ich deiner Güte und Treue zu danken. Verleihe mir nun auch die Gnade, daß ich den Werth der Güter, die deine Hand mir an diesem Morgen gleichsam von neuem geschenket hat, erkennen und schågen, und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher du sie mir gegeben hast. Gib, daß ich heute, in allem, was ich beginne, in meinen Geschäften, in meinen Vergnügungen, in allen Umständen und Verbindungen, wors ein ich kommen kann, dich vor Augen und im Herzen habe, und an deine Gerechtigkeit, an dein heiliges Gebot, und an meine zukünftige Rechenschaft vor dir, dem wiffenben, fleißig benten möge. Dadurch werde ich am sichersten be wahret werden, daß ich in keine Sünde willige, noch irgend etwas mit Vorsak thue, was wider dein Gebot ift. Erhalte mein Herz auch an diesem Tage bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte; denn die dich, Herr! fürchten, haben feinen Mangel an irgend einem Gute, das wahrhaftig glücks lich macht! Erhöre mich um des Mittlers Willen, in deffen Ramen ich zu dir bete. Amen. Abendgebet am Dienstage. mich Danken vor dein Ungeficht; jeder Tag, jeber Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnabe, und legt mit neue Bers Pflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich X 4 mete komme mit jede Stunde, 8 Abendgebet am Dienstage. meinen Vater und Wohlthäter auf. Auch heute hast du dich Auch heute an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Wie kann ich dir, dem Herrn, meine Dankbarkeit genugsam beweisen? nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein, und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig ge heiliget seyn! Mochte nur mein Eifer, dir zu gefallen, bes ständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Aber, o mein Gott! wie weit bin ich noch vor dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit nnd Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Wie beschämt bin ich, wenn ich an meine Sünde gedenke! Uch Herr! ich bereue sie von gan zem Herzen. Ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott! in diesem guten Vorsage. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib daß ich alles, was mir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich alles, was dein heilis ger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger seyn als den heutigen, laß mich täglich an Weisheit und Zugend wachsen und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und die Meinigen auch in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Plage sich zu unsrer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott! tröste alle Elenden, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Erbarme dich Trubsal, der süßen Ruhe beraub et sind. aller Menschen. Dir, Herr mein Gott, übergebe ich nen Leib und meine Seele. Leite mich nach deinem wei met: sen Morgengebet am Mittwochen. 9 sen Rath und nimm mich endlich in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen, und als ein Junger Jesu Chrifti unsers Mittlers und Seligmachers! Amen. Morgengebet am Mittwochen. dunet Gott! ott! Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen! Dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerschöpf liche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich in dieser Nacht mit deinem mächtigen Schuße bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir drohten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du dich meiner so väterlich annimmst? Ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohlthaten öfters gemißbraucht, der sich des schåndlichen Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdient hat. Über du handelst nicht mit uns nach unseren Sünden, und vergilist uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen, und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Wie reuet es mich, o Gott! daß ich dich, meinen Vater und Wohlthåter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam vers weigert habe! Uch, strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sey mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe ich hei lige mich dir ganz und gar Ich verabscheue das Bose, das ich bisher gethan habe. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Borsag, alle unordents liche Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle böse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestrei ten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem a 5 Wil: 10 Abendgebet am Mittwochen. Billen meines Fleisches, oder nach dem Beispiel der Rafters Baften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Ges boten zu richten. Ach Herr! stehe mir selber mit deiner Gnade bei, diesen guten Borsaß mit Treue zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich nichts. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Las mich oft an den Tod an das Gericht und an die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite fie mit deinem Gegen. Dir und deiner Gnade, o Gott! em: pfehle ich alle Menschen. Gegne infonderheit diejenigen, bie du durch die Bande des Blutes und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Berufes treulich erfüllen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum lekten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhòre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sey mir gnädig, um Jesu willen. Amen. Abendgebet am Mittwochen. Barmherziger Gott! nach deiner Verordnung bedeckt jest wiederum Finsterniß unser Erdreich: bei dir aber, du Vater des fichts! muß auch die Finsternis Licht seyn. Auch diesen Tag legte ich unter deinem gnädigen Schuß zurůck, und preise deinen heiligen Namen, für alle deine gute und vollkommenen Gaben, die mir deine Gnade heute geschenket oder erhalten hat. Ich danke dir nicht nur, daß du mir das Licht meiner leiblichen Augen verliehen und bisher bewahret haft, sondern auch uud vornehmlich, daß du dein heiliges Wort noch immerfort meiner Seele leuchten läsfest, als ein ticht auf meinen Wegen. 3war muß ich, o mein Gott! auch heute vor dir bekennen, daß ich nicht stets nach diesem heiligen Lichte gewandelt habe; stelle aber meine heutige mir bewußte Uebertretung nicht im 3orne vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte; sondern wirf sie hinter dich zurück, und sey mir um Chrifti willen gnådig. Bleibe du nun ferner bei mir, mein Gott! da, es jegt Abend worden ist. Bist du mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Bist du meines Lebens Kraft, Morgengebet am Donnerstage. 11 Straft, vor wem sollte mir grauen? Wenn meine Augen gefchloffen find, fo laß deine Augen über mir offen stehen. Laß meine Seele und meinen Leib und alles, was ich habe, unter beiner liebevollen Vorsorge wohl verwahret feyn. Sorge für mich und die Meinigen: sorge für alle Menschen! erbarme dich aller Armen, aller Kranken und Elenden! hilf ihnen und lindere ihren Schmerz und ihren Kummer! gib ihnen tröstliche Gedanken, die sie aufrichten und stärken tonnen und laß sie deine Macht und Liebe empfinden. Soll ich nach deinem gnädigen Willen noch långer hier leben, so laß mich morgen mit einer dankbaren Empfindung von deiner Gûte erwachen, und mich den Tag zu der Erfüllung deiner gütigen Absichten anwenden. Sollte aber in dieser Nacht die Zeit meiner Vorbereitung zur Ewigkeit aufhören, o! so vergib mir, was ich von diesem großen Endzwecke versäumt habe, um Jesu Christi willen, und erfülle deine theure Verheißung, daß du mich um seiner großen Erlösung willen, als völlig begnadigt annehmen, und bei dir ewig felig machen wolleft. Erhöre mich, mein Gott! mein Vater durch Jefum Chriftum. Amen. Morgengebet am Donnerstage. tott! Quelle meines Lebens und desselben Erhalter! mein Gott, durch dessen Güte ich von neuem einen Tag anfange! sey du mein erster Gedanke! Dankbarkeit und Liebe gegen dich müssen die ersten meiner heutigen Empfinduugen seyn! Noch sind Leben und Gesundheit mein; beide hast du mir auch in dieser Nacht erhalten; deine Güte wachte über mich, daß kein Unglück sich zu mir nahen durfte. Daß ich heute von neuem thátig in meinen Geschäften, und zu meinem und meines Nächsten Nugen wirksam seyn kann, das ist dein Geschenk und kommt nur von dir. Was habe ich, das ich nicht von dir empfangen hätte? Wer ist mein Vater, mein Wohlthäter, mein Freund, wenn du es nicht bist? Wer ist mehr als du, meine sicherste Zuflucht? Du Allmächtiger, Allweiser, Gútigfter! du bist mein Schöpfer, mein Gott, mein Vater. Wie glücklich bin ich! Könnte ich es wohl mehr seyn, als ich es dadurch bin, daß ich von dir, von dir allein abhänge? Dein bin ich und dein will ich ewig bleiben; dir sey mein Schicksal gånzlich heimgestellt; regiere 20 6 dit 12 Abendgebet am Donnerstage. du es nach deinem Wohlgefallen; dein Wille ist auf alle Weise der beste; dein Wille geschehe! führe mich immer nach deinem Rath; dein Rath ist Seligkeit für mich, ich kenne Ein feliger Glück, als das, dir zu gehorchen; dein Wille allein sey mein Gesek! sey du allein der Herr meincs Herzens! Herrsche du über seine Gesinnungen, über feine Neigungen, über seine Wünsche; verstatte nicht, daß irgend etwas, das dir zuwider ist, sich in dasselbe einzuschleichen suche! Fehle ich, so lehre mich meine Fehler erkennen und verbessern. Dir zu gefallen ist mein erster Wunsch; fo lange ich denken kann, will ich so denken. Ich empfehle mich und die Minigen auch an diesem Tage deinem máchtigen Schuße. Laß deine Huld mich auch heute begleiten, auch heute über alle meine Schritte wachen; sey mein, sey aller Menschen Beschüßer! Sollen meiner Tage noch mehr werden, so seyen sie dir alle geheiliget! Laß mich keinen, und auch diesen nicht erleben, ohne daß ich besser werde. Gott, deiue Güte müsse sich mit jedem Tage über mich erneuern: aber auch mit jedem Tag laß mich deiner Liebe und Gute würdiger werden. Erhöre mich, und erfülle meine dir wohlgefälligen Wünsche, wie du es mir und allen, die nach deinem Willen bitten, durch Christum verheißen hast. Dir sey Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen. Abendgebet am Donnerstage. bermal von der mir beſtimmten Lebenszeit ein Tag vorbei. Dir gütigster Vater, dessen Geschenk er war, dir müssen auch noch seine legten Augenblicke geweiht, dir müssen die letzten meiner heutigen Empfindungen heilig seyn! Nur deiner Huld allein, unendlich gütiger Gott! habe ich es zu danken, daß du mir bis hierher geholfen haft! alles, was ich bin, und was ich habe, bin ich, und habe ich nur allein von dir. Wie viel Gutes hast du mir heute erwiesen! Wie viel Boies hat dein gnädiger Schuß von mir abgewendet! Du bist doch nur allein mein wahres und auch mein höchstes Gut; du wirst es ewig seyn. Da ich dich habe, was sind mir Himmel und Erde? Deine Huld verwandelt das Mißvergnügen meiner Tage in Heil und erhöhet das Vergnügen meines Lebens zur Seligkeit. Diese Welt, so weit entfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von deiner Morgengebet am Freitage. 13 ner Gute! Was wird denn jene seyn, wo der Freuden Fülle vor deinem Angesichte, und volle Seligkeit zu deiner Rechten ist? Welche Glückseligkeit wartet denn auf mich in dem Stande meiner Vollendung? O, wann wirst du, Vater! mich würdig finden, mich unter deine Hausgenoffen aufzus nehmen? Könnte doch nur mein Leben dir immer angenehm seyn, und mein Wandel dir immer gefallen! Mit allsehenden Blicken erforschest du mein Herz. O möchte es doch immer rein, doch immer rechtschaffen von dir erfunden werden! Herr ich gelobe es dir, und will es auch halten, daß ich nach dem Rechte deiner Gerechtigkeit leben will. Hilf du mir nur bei meiner natürlichen Schwachheit, und ersege mein Unvermögen durch den kräftigen Einfluß der guten Triebe deines Geistes. Auf dich verlasse ich mich in allem, was meine Glückseligkeit befördern kann. Jeht über: lasse ich mich der Ruhe; laß mir, laß den Meinigen, laß diesem Hause, laß allen Menschen deine mächtige Beschirmung widerfahren: verhüte gnädig unglück und Schaden! Soll ich in dieser Welt wieder erwachen, so sey ferner mein Gott, wie du es bisher gewesen bist; so führe mich an deiner Hand auf dem Wege, den ich noch durch diese Welt zu gehen habe! so laß dein Auge mich leiten, daß ich nicht von deinen Geboten abweiche! so regiere mich, daß ich als ein Erbe der unsterblichkeit, mich immer würdig meinem Berufe betrage, und schon auf Erden mein Wandel im Himmel sey! Amen. pipe Morgengebet am Freitage. eiland der Welt! Treuester Mittler! du bist darum für ihnen selbst leben, sondern dir, der du für sie gestorben und auferstanden bist. Dir widme ich heute mein Leben und Denken von neuem, da ich mich erinnere, daß du an einem Freitage dein theures Leben aus Liebe für mich gelassen hast. Ach, laß mich nie vergiffen, wie viel Mühe und Arbeit dir meine Sünden gemacht haben, damit ich keine derselben gering achte. In deinem Leiden laß mich die Güte und den Ernst Gottes schauen. Gib, daß ich mich dieser Güte im Glauben freue und dich, o Gottes Sohn! lebenslang für meinen höchsten und besten Freund halte, indem ja Niemand größere a 7 Liebe 14 Morgengebet am Freitage. Liebe hat, als die, daß er sein Leben lässet für seine Frinde. Und da ich in deinem Leiden, mein Bürge! sehe, wie ernstlich Gott die Sünde hasse und ftrafe, so gib mir Gnade, folche auch ernstlich zu haffen und zu vermeiden. Du riefeft an deinem Kreuze: mein Gott, mein Gott, warum haft du mich verlaffen? Ach! bitte deinen himmlischen Vater für mich, daß er weder heute noch jemals mich verlasse, noch versäume. Du trugest dein Kreuz felbst zu deinem Tode, und unterwarfeft deinen Willen dem Willen deines himmlifchen Vaters. Gib, daß auch ich mich diesem heiligen Wil len in Eindlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich nehme, und dir auf allen Wegen deiner Tugenden be ständig nachfolge. Und wie du mitten in deiner Pein der Deinen nicht vergaßest, sondern auch auf deren leibliche Wohlfahrt und Erhaltung dachtest, so laß mich auch heute dieser deiner treuen Vorsorge ebenfalls genießen. Wende babei alles Uebel von mir ab, und alles nöthige Gute mir gu. Bewahre mich und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerzen; oder wenn wir ja an unserm Fleische leiden follten, so gib, daß wir uns mit demselbigen Sinne gegen alle ungeduld waffnen, mit welchem du gelitten hast. O herr Jesu! du bist am Kreuze ein Fluch für uns worden, auf daß alle Bolter in dir gesegnet wurden; laß auch mir deis nen reichen Segen an Seele und Leib, und zu allen guten Verrichtungen zufließem. Bilde mich nach deinem Sinn; und wie du fogar für deine Feinde, die dich gekreuzigt haben, voll Sanftmuth batest, so gib auch mir standhafte Sanftmuth bei allen unangenehmen Vorfällen, die mir etwa heute durch Menschen begegnen möchten. Ja, du Lamm Gottes, das der ganzen Welt Sünde getragen hat! erbarme dich aller, und bekehre alle, die dich noch nicht kennen, die nicht wissen, was sie thun, wenn sie dich verwerfen und durch vorsägliche Sünden beleidigen. Laß das Wort von deinem Kreuze immer mehrere göttliche Kraft und göttliche Weiss heit werden. Gedenke an mich und alle die Meinen. Herr! der du im Reiche deiner Herrlichkeit herrscheft, und laß uns dereinst mit dir im Paradiese seyn. In deine Hände befehle ich heute und allzeit meinen und ihren Geist; du haft une erlöset, Herr! du getreuer Gott! Umen. Abend Abendgebet am Freitage. Abendgebet am Freitage. der erhalten haft, ich dante dir für deine fortgefegte Sorge und Güte gegen mich. Gib, daß ich dir meine Dankbarkeit durch mein aufs richtiges Bestreben bezeige, beinen Willen in allen Dingen zu erfüllen. Ich bitte dich bemüthig um Vergebung wegen jebes Bergehens, beffen ich mich schulbig gemacht habe, und es ist mein ernftlicher Wunsch, daß ich mich nie durch den gefährlichen Selbstbetrug verleiten laffe, als werdest du mir meine Sünde vergeben, wenn ich sie auch nicht von nun an zu vermeiden suche. Laß mich fest überzeugt seyn, daß ich nie bir wohlgefallen tonne, wofern ich nicht ein heiliges und nügliches Leben führe; und daß, wo ich mir irgend eine Art des Verbrechens erlaube, selbst mein Gebet dir ein Abscheu seyn werde Gib mir die Gnade, so zu leben, daß ich vor deiner Allgegenwart nie erschrecken darf: und da dir alle meine Gebanken, Worte und Werke bekannt sind, so las mich niemals weder dem Willen nach, noch in der That irgend einer Sache schulbig seyn, bie bir mißfallen könnte. Laß mich in der Zugend und Frömmigkeit täglich zunehmen, jede üble Gewohnheit abzulegen suchen, und jeder lasterhaf ten Neigung widerstehen. Erleuchte du mich selbst, daß ich mein Verderben immer lebendiger erkenne, und mit wahrer Ueberzeugung einsehen möge, wie nothwendig mir deine Gnade sen und wie sehr ich der beständigen Führung deines Geistes bedürfe. Laß mich als ein weiser Christ, vorsichtig auf Erden wandeln, und lehre mich oft an den Tod gedenken, damit ich nicht vergesse, wie eitel diese Welt und ihre Herrlichkeit ist, und nicht müde werde, den Weg zu den Freuden des ewigen Lebens, wenn ich auch auf rauher Bahn wandeln muß, fortzufegen. Wache auch in dieser Nacht über mich, über die Meinigen, und über alle Menschen, insonderheit über alle nothleidende und bekümmerte Menschen, mit deiner gnädigen und allmächtigen Fürsorge: Und wenn es dein gnädiger Wille ist, daß ich mit dem morgenden Tag nicht wieder zu diesem Leben erwachen soll, so nimm mich, als bein um Chrifti willen begnadigtes Kind, mit Erbarmung an, und laß mich zu dir, und zu ihm geführet werden, nach seiner liebreichen Verheißung, daß seine Er löseten 15 16 Morgengebet am Sonnabend. löseten da seyn sollen, wo er ist. Gefällt es aber deiner Weisheit und Güte, daß ich hier noch långer leben soll, so laß mich die noch übrige Zeit dieses flüchtigen Lebens zu deinem Lobe und zum dankbaren Gehorsam gegen die Abs fichten, wozu du deinen Menschen Leben und Kräfte gibst, mit redlicher Sorgfalt anwenden. Ich rufe dich hierum an, durch Jesum Christum, deinen ewigen und eingebor nen Sohn, um dessen Willen du auch mich zu lieben und zu erhören verheißen hast. Umen. Morgengebet am Sonnabend. mächtiger, barmherziger Gott! ich erkenne in dieſer und Huld, dadurch du mir von meiner Geburt an bis auf diese Stunde so viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Auch den legten Tag dieser Woche habe ich durch deine Güte erlebet. Ich preise dich, o Bater! für solche unzählige Wohlthaten, und bitte dich herzlich, gib, daß ich deiner großen Gnade nimmermehr vergesse, sondern dich mit stetem Danke dafür ehre. Laß mich stets vor dir, o allwissender und allgegenwärtiger Gott! wandeln und fromm seyn. Laß mich immer wohl bedenken, daß du mein steter und genauer Aufseher senest, alle meine Worte hörest, alle meine Werke schauest, alle meine Gedanken bemerkeft, und alle meine Wege erforschest. Laß auch heute alles mein Thun gesegnet seyn. In deinem Namen fange ich es an. Sey mit mir, und laß es zu deiner Ehre, und meinem und anderer Nugen wohl gerathen. Laß mich, o HERR! auch in dem äußerlichen Berufe, darin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und fleißig seyn, und dabei nicht blos auf Menschen, sondern auf dich, den Richter aller meiner Gedanken und Handlungen, sehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich nicht blos Menschen diene, sondern dein Knecht sey, der du einem jeglichen vergelten wirst, was er Gutes oder Böses gethan hat. Laß mich aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Geschäfte so verrichten, daß ich dir zu gefallen suche, redz lich dabei handle, und deinen Willen nicht allein mit Dienst vor Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen thue. egne meine Arbeit und was mir deine Hand gege= ben hat, daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Nothdurft * Abendgebet am Sonnabend. 17 durft haben möge. Soll ich nach deinem Willen, an diesem Tage, oder sonst mit Noth und Trübsal belegt wer den; so reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht verzage; stårke mich, daß ich Geduld habe, und auf dich hoffe. Erbarme dich, nach deiner unendlichen Güte, aller Menschen, die dich suchen und lieben. Laß aller Nothleidenden und Verlassenen Gebet von dir erhöret seyn und schaffe ihnen Rath und Trost. Insonderheit gib mir ein Herz, das dich ehret, liebet und dir vertrauet. Verlaß mich nicht, mein GOTT! denn ich hoffe auf dich Meinen Leib und meine Seele, und alle die Meinigen, meine Ehre und alles, was ich habe, empfehle ich jetzt und allezeit in deine mächtige Obhut. Uch HERR! sey mein Schuß und mein Heil, mein Helfer und Erretter heute und so lange ich hier bin. Erhöre mich, mein Gott! um Jesu Christi willen. Amen. Abendgebet am Sounabend. pate o Schöpfer und Erhalter meis nes Lebens! habe ich nun von neuem eine Woche vers lebet; um einen beträchtlichen Theil bin ich nun auf dem Wege diefes Lebens, dem ernsten Augenblicke nåber gekoms men, der alle meine Wochen und Tage endigen wird. Wie schnell sind mir auch diejenigen entflohen, welche die vergangene Woche ausmachten! Wie geschwind habe ich das Ende derselben wieder erreichet! Vergnügen und Mißvergnügen, Freude und Kummer, Zufriedenheit und Unruhe, Empfindungen von verschiedener Natur machten ihren Inhalt aus. Gott, Vater der Zeit und Ewigkeit! wie wenig wichtig, wie gar nichts würde mir mein Leben ohne dich seyn! Urs heber meines Daseyns, und meines Daseyns höchstes Gut! Nur deine Güte gibt den Augenblicken meiner Tage einen Werth! du ließest mich werden, um mich glücklich zu machen! du låsfest meiner Tage mehr werden, um mein jegiges Glück zu verlängern, und mir Zeit zu geben, für mein Fünftiges wirksam seyn zu können. Unter der Leitung deiner gnädigen Vorsehung sind alle Theile meines Schickfals Mittel zu meiner Siligkeit, und muß alles, selbst das, was mir böse scheint, zu meinem wahren Besten dies nen. Wie voll von Spuren deiner Huld ist die zurückgelegte Woche gewesen!, In wie vielen Fällen habe ich in derselben den MANER 18 Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung zc. den Segen deiner weisen Führung empfunden! Dank sey bir dafür, ewig gütiger und liebreicher himmlischer Vater! wie soll ich deine Wohlthaten vergelten? wie deine Güte würdig genug preisen? Ich will dich liebeu, dir vertrauen, dir gehorchen; diese sollen mir die heiligsten meiner Pflichten seyn; schon hier will ich nach meinem besten Vermögen deine Gebote erfüllen; bei dir in der Ewigkeit werde ich es einst vollkommener thun können. Deine Absichten sind auch die meinigen; dein Witte ist mein Geset. Vergieb gnädig nach deiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, die du in deinem Sohne Jefu Chrifto offenbaret hast, wenn ich dawider gehandelt habe. Laß dir meine aufrichtige Reue darüber wohlgefallen. Stårke mich in der Ausführung gua ter Vorsäge und Entschließungen, die ich gefaffet habe, mich zu bessern, und verhute, daß ich nicht in die vorigen Sunden zurückfalle, oder neue Sünden begehe. Sey in dieser Racht mein Schuß! deiner gnädigen Obhut empfehle ich mich, und alle, die mir angehören, Bekannte und unbe Fannte, Freunde und Feinde! Laß mich den morgenden heis ligen Tag zu deinem Preise erwachen, und gib, daß ich ihn so begehe, wie es dir angenehm und meiner Seele heil fam ist. Erhöre mich, mein Gott! um meines theuersten Erlösers Jefu Chrifti willen. Amen. Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung der Sünden. heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater! Ich betenne und Elage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch so herzs lich bereue, als es wohl seyn sollte. Uwissender Gott! du sellest auch unsere unerkannten Günden ins Licht vor deis nem Angesichte. 2ch gib mir die Größe, die Abscheulichkeit und Mannigfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkennen, #elle fie mir in diesem Leben unter die Augen, auf daß fie mir nicht am jungsten Lage unter die Augen gestellet, und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge. Rühre und erweiche mein hartes Herz durch dein träftiges Bort, daß ich meine Sünden recht ernstlich beund reue. Gebet um Vergebung der Sünden. 19 reue. Eine jede Sünde verdienet ja den Fluch; denn bu fagft selbst: verflucht ist, wer nicht alle Worte dieses Gesetzes erfüllt, daß er darnach thue; und wer auch nur an einem Gebote fündiget, der ist das ganze Geset schuldig. Ist der Fluch schon da, wenn nur ein Gebot übertreten wird, ach! fo habe ich unzähligen Fluch verdienet, weil ich unzählig mal gefündiget, und deine Gebote übertreten habe. Dieß laß mich doch, o gerechter Gott! Iebendig erkennen, und zugleich den Reichthum deiner Gute recht bedenken, die du an mir Unwürdigen mit so väterlicher Langmuth bisher bewiesen hast, um mich dadurch zur Buße zu leiten, die ich Undankbarer aber oft so gering geschåbet, und wohl gar gemißbrauchet nnd verachtet habe. O Herr Jesu! der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes um meiner Sünden willen vergossen hast, laß mich aus dieser theuern Erlösung lebendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Sunden sey, da es dich so viel getoftet hat, sie zu bezahlen, auf daß ich so mühselig und beladen zu dir kommen möge, daß ich deiner Erquickung fähig, und dein heiliges Blut und theures Leiden an mir nicht verloren sey. O heiliger Geift! der du dein Gnadenwert in der Seele mit einer träftigen Ueberzeugung von der Sünde anfångst, erleuchte auch mein Herz, daß ich das große Elend desselben aufrichtig erkenne, meine Sünden herzlich bereue, und so zu Jesu, meinem Erldser, in wahrem Glauben flehe, daß er auch mir zur Beisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlöfung gemacht werde. Erhöre mich, o Gott, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen. Gebet um Vergebung der Sünden. err! du haft liebreich gesprochen: Wer zu mir kommt, Berheißung komme ich zu dir, und glaube feft, ich werde nicht hinaus gestoßen werden. Ich tomme aber als ein Mühe feliger und Heladener. Es brácket und beschwert mich der Sunben Laft. Ach Bater! vor bir habe ich gefündiget, und bin nicht werth, das ich dein Kind heiße. Wie oft habe ich sich beleibiget! ie unvollommen ist die Beobachtung meince 20 Gebet vor dem Genuß des heil. Abendmahls. neiner Pflicht bisher gewesen! wie oft habe ich deinem heis igen und guten Willen entgegen gehandelt! Wie oft in Bedanken, Worten und Werken; auch noch unwiffentlich ges undiget! und wie wenig geneigt und tüchtig bin ich von Natur zu allem geistlichen Guten. Ich erkenne, daß ich, burch mich felbst, deiner Gnade und der Vergebung meiner Sünden gänzlich unwürdig bin. Aber, o Gott! der du auch gegen den Undankbaren barmherzig bist, und ihm zern alle seine Uebertretungen vergibst, wenn er mit bußfertigem und glaubigem Herzen, in Christo deine Gnade ſucht, siehe auch meine aufrichtige Reue und Betrübniß mit båterlichem Erbarmen an, und sey auch mir um Jesu Christi willen gnädig! Ich sehe, in völliger Ueberzeugung von meis ner unwürdigkeit und Verwerflichkeit, allein auf deine freie Erbarmung in Christo Jesu, welche den Sünder, ohne sein Verdienst gerecht spricht, mein inniges und mein ganzes Vers trauen, und habe keine andere Gerechtigkeit als die durch den Glauben an Jesum Christum kommt. Vergib mir um seines theuern Leidens, und um deiner erbarmungsvollen Gute willen; alle meine Sünden; und befestige meinen guten Vorsag, dir künftig mit mehrerer Treue und Sorgdeinen falt gehorsam zu seyn. Erleuchte meinen Verstand, Willen zu erkennen, und heilige meinen Willen nach dei nem Wohlgefallen zu thun, damit ich in deiner Gnade bleiben, und dadurch endlich zum Genuß der vollkommensten Guter gelangen möge. Erhöre mein demüthiges Gebet, nach deiner großen Barmherzigkeit, um Jesu Christi, meines theuers sten Erlös.rs willen! Umen. Gebet vor dem Genuß des heil. Abendmahls. Söttlic öttlicher Erlöser! Herr Jesu! du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stun den vor deinem Leiden scgtest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer, und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich noch jetzt zu dieser Gnadentafel einladen, wo ich deines für mich geopferten Leibes, und deines für mich vergossenen Blutes, der Siegel und Unterpfänder meines Heils, theilhaftig werden soll. Wie glück lich Gebet vor dem Genuß des heil. Abendmahls. 2 lich bin ich, o Herr! daß ich dich, den einzigen und voll kommnen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ic deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herr und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft ruh men, und zu deinen Erlöften und Freunden zählen darf! wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! wi unwissend, wie verderbt, wie troftlos, wie elend würde ic ohne dich und deine Gnade seyn? Wie unerträglich würd mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartun der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Unbli des Tedes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selb den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du die nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und un durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erwor ben hättest Ja, alles Licht, was mich crleuchtet, alle Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebe sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer fo mir dann nicht dein Gedächtniß seyn! Würde ich nicht de Undankbarste, der Niederträchtigste unter allen Sterbliche seyn, wenn ich dein vergaße, wenn ich mit Kaltsinnigke und Gleichgültigkeit an dich gedächte; wenn ich mich we gerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir g bühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreiche Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich o fentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen. S komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Rut für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertige Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das grof Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leide und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthur aufzuopfern, und den heiligen Borsag zu erneuern, nich mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mi geftorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemein schaft mit allen Gläubigen zu unterhalten und mich auf neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn. Gib nicht zu, da ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herze ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geis und laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfest, al Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. La mich 2 22 Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. n mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß i Glauben, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestartet, 3 und ich auf das fråftigste bewogen werde, die Versprechun igen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. yErhöre mich, mein Heiland! um deiner ewigen Liebe wils Ten! Amen. Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. sütiger Gott und Bater! ich preise dich, daß du auch & mich fündhaften Menschen nicht verworfen, sondern ndeinen Sohn, Jesum Chriftum auch zu meinem Mittler und nSeligmacher verordnet hast. Wenn ich seinem göttlichen Worte glaube und darnach lebe, so bin ich gewiß mit dir gversöhnet, völlig von dir begnadiget Diffen tröfte ich mich mit freudigem Vertrauen, durch das heilige Abendmahl meines Erlifers Jesu Christi, durch welches ich jego die Versicherung davon empfangen habe, da ich mir in meinem Gewiffen bewußt bin, daß ich alle Vergehungen und Fehltritte meines bisherigen Lebens schmerzlich vor dir bereue, und den aufrichtigen Vorsatz der Besserung bei mir hege. Ach! wie soll ich dir für deine unverdiente Barmherzigkeit genugsam danken? Nimm das schwache Lobopfer meines gerührten Herzens gnädig an, bis mein künftiges Leben beweiset, daß ich ganz von deiner Vaterhuld durchdrungen pin. Ich will deine Gnade nicht vergeblich empfahen. Sie soll einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth machen, meine Gesinnungen regieren, und meinen Wandel leiten. D Herr! segne den Genuß des heiligen Abendmahls so an meiner Seele, daß ich dadurch kräftig angetrieben werde, ber Sünde zu widerstehen, und mich aller christlichen Tugenden zu befleißigen. Und da ich den redlichen Vorsak, mich deinem Dienste nach Jesu Lehre zu widmen, an seiner Gnadentafel erneuert habe; so bitte ich in Demuth: hilf du elbst, der du alles Gute in uns schaffeft, mir ihn treulich pollbringen. Laß mich durch das Undenken des Todes deines Sohnes, die Sünden in mir tödten, damit, so lange ich noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diesen deinen Bohn lebe, der auch mich geliebet, und sich selbst für mich geges Gebet in Noth und Trübfal. gegeben hat. Gib mir Kraft, dich auch in den Trubsalen dieses Lebens, mit Geduld und Vertrauen zu ehren, und im Leben, Leiden und Sterben meine túnftige Verherrlichung bei dir in völliger Gewißheit zu hoffen: bis ich endlich zu deiner vollkommenen Unbetung und zu der himmlischen Ges meinschaft mit dir in der Ewigkeit gelange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Heiland, erlöset hat. Erhöre mich, Gott, mein versöhnter Bater! um deiner Barmherzigkeit willen. Umen. 23 * mein Heiland, du hast mich abermal in dem Genuß deines heiligen Abendmahls auf das träftigste versichert, daß du auch für mich deinen heiligen Leib in den Tod gegeben, und dein theures Blut vergossen hast. Durch dich habe ich Friede mit Gott und einen freien Zutritt zu sei ner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn dus hast mich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebet. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der deinige seyn. Dir will ich leben, dir will ich sterben! Dir sey mein Leib und meine Seele, dir sey mein ganzes Leben heilig. Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner nåhern Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dieß foll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und bestån diges Geschäfte, meine ganze Seligkeit seyn. Stårke mich, o Herr! in diesem heiligen Vorsaße, und erhalte mich in deiner Treue, bis an mein Ende! Amen. Gebet in Noth und Trübsal. Stof roßer und heiliger Gott, der du die ganze Welt mit höchster Weisheit regiereft! ich glaube deine allgemeine Bors Gebet in Noth und Trübsal. Vorsehung; ich glaube von Herzen, daß alles, was mich und die Umstände meines Lebens betrifft, durch deine weise heilige und gütige Veranstaltung so eingerichtet sen, wie es ist, daß mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann, und beides, mein Glück und mein Unglück, aus deiner Hand kommt. Wie oft, mein Gott! habe ich gesprochen: Dein Wille geschehe! und nun wird mir dein Wille schwer und fast unerträglich! Soll ich denn nun widerrufen, was mein Mund so oft wiederholet hat? Das sey ferne! viel lieber will ich mich in tiefster Demuth vor dir niederwerfen, und dcine heilige Regierung verchren. O Herr!- du bist gerecht in allen deinen Wegen! Ich bekenne vor deinem Angesichte, daß ich alles, was ich leide, und noch weit mehr verdienet habe. Blos Gute ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ist; unverdiente Güte ist es, wenn du mich, wegen meiner Sünden, mit zeitlichen Plagen, und nicht mit dem ewigen Verderben heimsuchcft: Gerechter Richter! ich unterwerfe mich deinem Willen. Aber auch in deinem Ernst verehre ich dich als meinen barmherzigen, als meinen in Christo Jesu versöhnten Bater. Ich weiß, daß deine heiligen Absichten allein auf meine wahre Glückseligkeit abzielen Auch meine gegenwärtige Trübsal soll zu meinem Besten dienen. Sie fell mich die Folgen meiner Vergehungen empfinden lassen; fie soll die Liebe der Welt und ihre Eitelkeit in meinem Herzen vermindern; sie soll mich antreiben, dich, meinen Gott, zu suchen, dich zu lieben, dich zu fürchten, dir zu vertrauen, und mein ganzes Leben, zu meiner wahren Seligkeit, nur nach deinem Willen einzurichten. O Herr! laß diese geseg nete Endzwecke an mir erreichet werden, und erfreue mich wieder, zu rechter Zeit, mit deiner gnädigen Hülfe! Du ertörcst, du rettest alle, die dich in kindlichem Vertrauen in der Noth anrufen. Du wirst auch mir helfen, wenn meine Stunde kommt. Diese will ich in Demuth und Gelassenheit von deiner Weisheit erwarten. Laß unterdessen deine Kraft in meiner Schwachheit mächtig seyn! Unter deinem Schuß, mit Hülfe deiner göttlichen Liebe, kann ich alles ertragen. Ich will auch gern alles ertragen, alles ausstehen und er dulden, was du mir auflegest. Stärke du nur meine Ge duld und meine Hoffnung auf deine gnädige Hülfe Die Zage meiner Trübsal werden ein Ende haben! Ja endlich wird 2012 24 nos pnd Gebet eines Kranken. niyo 25 wird die Stunde erscheinen, die felige Stunde, da all mein Kummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird, da ich aus diesen Hütten des Elends in das Land der Freiheit, des Friedens und der Freude hinübergehen werde! Dann wird meine Trubsal, die zeitlich und leicht ist, eine ewige und über alle Maaße wichtige Herrlichkeit schaffen! Was betrübst du dich denn meine Seele, und bist so uns ruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, ewig danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist! Amen. Gebet eines Kranken. err, allmächtiger Gott! Schöpfer Himmets und der Erden! der du das Leben, die Gesundheit und jeden andern Segen giebst, aber auch wieder nimmst, wann es dir gefällt; lehre mich erkennen, daß alles, was mir bes gegnet, von deiner Hand kommt, damit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Vorsehung nur auf dich sehen, und sie mir zu deiner, als ihres Urhebers Ehre, zu Nuge machen moge. Du hast mich jest mit einer Krankheit heimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme indessen meine einzige Zuflucht zu dir, und bitte dich um deinen väterlichen Beistand. Erleichtere meis ne Schmerzen, befreie mich, wenn es dein heiliger Wille ist, bald wieder davon; verleihe mir aber vornehmlich die Gnade, daß ich diese Krankheit, wenn sie långer anhalten follte, nicht nur mit Geduld und Gelassenheit ertragen, sons dern sie auch zu meiner Heiligung anwenden möge. Gieb, daß ich dadurch gebessert werde, und auf die Absicht, die du bei dieser Büchtigung hast, merke, damit sie auch an mir erreicht werde. Ist sie eine Strafe für meine Sünden, fo laß fie meine Seele kráftig ermuntern, die Sünden, deren ich mich in meinem bisherigen Verhalten schuldig weiß, zu erkennen, fie aufrichtig zu bereuen, und dir künftig in waha rer Heiligkeit und rechtschaffner Gerechtigkeit zu dienen. laß mich in keiner andern Absicht mein Leben lieben, als bir zu gefallen, und meine Seele zu retten. Wenn ich zu diesem Endzweck leben soll, so schenke mir den Genuß meis B ner, 26 Gebet bei heftiger und anhaltender Krankh. ner vorigen Gesundheit und Stärke wieder, und die Gnade, sie auch alsdann zu diesem Endzweck anzuwenden. Soll aber der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit seyn, so gieb, daß ich diese Welt als ein rechtschaffener Christ verlassen möge! Gieb, daß ich sie verlassen möge mit einer ungeheuchelten Bereuung aller meiner Vergehungen und Sünden, mit einem festen Vertrauen auf meinen göttlichen Erlöser Jesum Christum, mit einer freudigen Erwartung der mir durch ihn erworbenen ewigen Seligkeit, und mit einer willigen Ergebung meiner Seele in deine Hände, als in die treuen Hånde meines Schöpfers, und barmherzigen himmlischen Paters! Erhöre mich, o Gott! um Christi willen! Umen. Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. schen nicht von Herzen plagest, auch verheißen hast, die zu retten, welche dich in ihrer Noth anrufen! ich koms me jetzt, da deine Hand schwer auf mir liegt, und deine Pfeile tief in mich gedrungen sind, mit meinem Gebet vor dich, und bitte dich demüthiglich, versage mir in dieser hef= tigen und anhaltenden Krankheit deine Hülfe und deinen Bristand nicht! Sen mir gnädig, o Gott, denn ich bin schwach, heile mich, denn meine Gebeine sind erschrocken, hilf mir um deiner Güte willen! Siche an meinen Jammer, und laß dir mein Elend zu Herzen gehen! Von dir allein muß meine Hülfe kommen, wenn du willst, kannst du mir wohl helfen, meine Schmerzen lindern, und mich wieder gesund machen. Ich bekenne zwar, daß ich noch weniger leis de, als ich verdient habe, und daß ich es deiner Güte allein zu danken habe, wenn es noch nicht gar aus mit mir ist. Ich weigere auch deiner Züchtigung mich nicht, und bin nicht ungeduldig über deine Strafe; denn ich weiß, daß du meine Besserung und Heiligung dabei zur Absicht hast. Indessen wage ich es dennoch, deine Barmherzigkeit anzuflehen, daß du nicht nach meinen Uebertretungen und Sünden, sondern nach deiner großen Güte mit mir handeln, und mich nicht in beinem 3orne, sondern mit Maaße zuchtigen wolleft. Befreie mich Gebet nach der Genesung von einer Krankh. 27 mich, wenn es deiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen, die ich jetzt so empfindlich leide. Segne diejenigen Mittel, welche ich in dieser Absicht gebrauche. In allem aber, was du auch über mich beschlossen haft, gieb, daß ich mich deinem heiligen und weisen Willen, mit einer gänzlichen Ergebung in denselben, und mit einem völligen Vertrauen, daß du, Herr, alles wohl mit mir machen werdest, unterwerfe. Erhalte mir den Glauben an deine alles regierende Vorsehung, und laß auch diefe schmerzhafte Krankheit dazu bienen, mich in demselben zu stårken! Gieb, daß ich auch in dieser Anfechtung bewährt von dir möge er= funden werden, damit ich die Krone des Lebens empfahe, die du verheißen hast denen, die dich lich haben! Gewähre mir meine demüthige Bitte; ich flehe darum um Jeſu Chrifti, meines Heilandes willen! Amen. Gebet nach der Genesung von einer Krankheit. ott, von unendlicher Erbarmung, der du gnådig bist allen, die auf dich trauen! Auch ich weiß es jegt aus eigner Erfahrung, daß du mit deiner Hülfe nahe bist denen, die dich mit Ernst darum anrufen, denn da ich in meiner Noth zu dir rief, da erhörtest du mich und halfest mir wieder von meiner Krankheit, so, daß ich dich jetzt mit fröhlichem Herzen dafür preisen kann. Lobe denn, meine Seele, den Herrn, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der mein Leben vom Tod errettet! und mich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit! O daß mein Herz durch diese neue Wohlthat so gerührt würde, daß ich es nie wieder wagte, eine so außerordentliche Güte zu mißbrauchen, sondern je den Tag, den du, Gott, zu meinem Leben hinzuthuft, zu einer treuen Beobachtung deiner Gesetze, und zu deiner Berherrlichung anwendete! Ich bin nun wieder genesen. Möchte ich mich doch auch von nun an fleißig húten, daß ich nicht wider dich sundige, damit mir nicht noch etwas Wergeres widerfahre! Laß die öftere Erinnerung der Umstände, in welchen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüth machen, daß ich alles dasjenige sorgfäl tig vermeide, was mich von neuem auf das Krankenbette 62 werfen, 28 Gebet eines Sterbenden. odst) werfen und in Gefahr des Todes bringen konnte. Gieb, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu sey, und mit allem Ernst für meine Seele sorge. Du schenkest mir nun Zeit zur Besserung; gieb mir denn auch ein Herz, das sich zu bessern bemüht sey. Lehre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, sondern auch plöglich sterben kann, und daß, wenn es nicht diese Krankheit gewesen, es vielleicht eine andere seyn wird, die meinem Leben hier auf Erden ein Ende macht, damit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünsche gethan zu haben. Laß keine Sünde über mich herrschen, keine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theuren Pflichten, die ich dir und meinem Erldser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten, nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter, und wenn du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirft so führe meine Seele in das bessere Leben ein, wo kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird! Amen. Gebet eines Sterbenden. da es dem Herrn über Leben und Tod, gefällig zu seyn scheinet, mich aus dieser Welt abzufordern; so danke ich dir in der tiefsten Demuth meines Herzens, für deine unzählige geiftliche und leibliche Wohlthaten, die du mir in meinem ganzen Leben so váterlich erzeigt hast, und bitte dich inbrünftig, du wollest mich auch bei meinem Uebergange in die Ewigkeit nicht verlassen, noch versäumen. Wende dich, o Bater! mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siehe an meinen Jama mer und meine Noth, und vergieb mir alle meine Guns den! Erleichtere mir mein Leiden, und verkürze mir die Schmerzen des Todes! erhalte mich bei dem wahren be ständigen Vertrauen auf das blutige Verdienst deines lieben Sobnes, meines göttlichen Mittlers, Jefu Chrifti! Laß beinen freudigen Geist, den rechten Tröster, in meinem Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmernis, Unges bulb, Geelenangst und Anfechtung von mir treibe, und mit bas Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 29 das Zeugniß gebe, daß ich um Chrifti willen in deiner Gnade stehe und vor nichts erschrecken dürfe! Laß mich mein Leben selig beschließen! In deine Hände befehle ich meinen Geist; du haft ihn erlöset, Herr, du getreuer Gott! Uch, Herr Jefu! auf dich gründe sich mein ganzes Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Todesstunde nicht verlassen. In dir allein habe ich die Gerechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünden, und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnade, wenn meine schwache Natur davor erzittern will, und gieb mir Lust abzuscheiden und bei dir in der Seligkeit zu seyn, die du mir so theuer erworben hast. Uch, Gott beiliger Geist, verlaß mich nicht in dieser legten Noth. Hilf meiner Schwachheit auf, und vertritt mich mit unaussprechlichen Seufzern. Berktåre meinen Heiland in meiner Seele, und bringe mich vom Glauben zum Schauen. Dreieiniger Gott! dir befehle ich mich mit Leib und Seele, die du erschaffen, die du erlöset, die du geheiliget haft, und die also dir allein zugehören, demüthig und gläubig. Herr! laß mich deinen Diener ( deine Dienerin) in Frieden fahren; nimm meinen Geist in deine Hände, und erwecke und verklare dereinst auch meinen Leib zum ewigen Leben, wie du verheißen hast. Erhöre mich um Chrifti willen! Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Barmherziger Gott und Vater! der du Tod und Leben in deinen Händen haft! Du willst, daß wir dich in der Noth anrufen und verheißest uns Erhörung und Gnade. Darum treten wir auch jest in tiefster Demuth vor dein heiligstes Angesicht, und bitten dich für diese kranke Person, die in ihrer äußersten Schwachheit und Noth, außer dir ih rem mächtigen Schöpfer, niemand hat, der ihr helfen kann: Wir bitten dich in dem Namen Jesu Christi, in wahrem Glauben auf seine theure Verheißung: Sey ihr um Chrifti willen gnädig und barmherzig! Vergieb ihr alle begangene Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines heiligen Geistes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht wers 63 dent, 30 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. den, sondern laß auch diese ihre legten Leiden ein gnädiges Ende gewinnen! Sey du durch deine Kraft in ihrer Schwachheit machtig! Lindere und verkürze ihre Angst und Schmerzen! Eröfte fie, du kräftiger Eröfter! Hilf ihr, du starker Nothhelfer! Beruhige ihre Seele, und erquicte fie mit der gewissen Hoffnung der ewigen Seligkeit. Gottli cher Erldser, Herr Jesu! wir bitten dich um deiner ewigen Liebe, und um deines bittern Leidens und Sterbens willen: erbarme dich auch jetzt über diese sterbende Person! wie du sie in ihrem Leben, durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir gezogen, und ihr Herz nach dir und deinem Heil gelenket haft; so ziehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hütte ihres Leibes zu dir, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Fin sterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben tomme. Wenn ihre Augen finster geworden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen, und in die sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr höret, so erquicke und tröste durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr Mund nicht mehr reden kann, so sey, Herr Jesu ihr Fürsprecher bei deinem und ihrem Bater, und laß auch deinen Geist in ihr mit unaussprechlichen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heiland! nimm ihren Geist, wenn, er sich nun vom Leibe scheidet, zu dir auf, und laß ihn bei dir einer ewigen und vollkommenen Ruhe genießen. Erhöre uns, o Herr! und erfülle unsere demüthige Bitte um deiner allerhöchsten Liebe willen! Umen. Das god ozofi Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu Christ, nach den vier Evangelisten. 1. & war aber nahe das Fest des süßen Brodes, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gefreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftge= lehrten und die Weltesten im Volk, in dem Palaft des Hohenpriesters, der da heißet Caiphas, und hielten cinen Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volke. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. 2. Und da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Si monis, des Ausfäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit unverfälschtem und köstlichem Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas, und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath! Man könnte das Wasser mehr, denn um dreihundert Greschen verkauft haben, und dasselbige den Armen geben; und sie murreten über fie. Da das Jesus mertete, sprach er zu ihnen: Laffet sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib, sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Urme bei euch! und wenn ihr wollt, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit, sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß fie dies Wasser auf meinen Leib gegoffen, damit ist sie 64 zuvor 32 Historie vom Leiden Christi. zuvor kommen, meinen Leichnam zu falben, zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jest gethan hat. Es war aber gefahren der Satanas in den Judas, ge nannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn rerrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? ich will ihn euch verrathen. Da sie das höreten wurden sie roth, und boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 3. Uber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hin gehen, und dir bereiten das Osterlamm zu essen? und er fandte Petrum und Johannem und sprach: gehet hin, in die Stadt, sehet wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm nach in das Haus, da er hinein gehet, und sagt zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist herbei kommen: ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm efsen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie giens gen hin, und funden, wie er ihnen gesagt hatte, und be reiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er, und segte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: mich hat Herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich fage euch, daß ich hinfort nicht mehr dabon effen werde, bis daß erfüllt werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte, und sprach: Nehmet denfels Historie vom Leiden Christi. 33 denselben, und theilet ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reiche. 4. Und indem sie aßen in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankte, und brachs, und gabe den Jüngern, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den, und sprach: Trinfet alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergoffen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und fie tranken alle daraus. slag modto 5. Vor dem Fefte aber der Ostern, das ist auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so licbete er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verrieth, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, und zu Gott gieng; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete sich; darnach goß er Wasser in einen Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. 65 Da 34 Historie vom Leiden Christi. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? wortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jest nicht; du wirsts aber hernach erfahren. sprach zu Jesus ant Da sprach Petrus zu ihm: nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, son dern er ist ganz rein; und ihr seyd rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verråther wohl, darum sprach er: ihr send nicht alle rein. 6. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr; und saget recht daran, denn ich bins auch. So ich nun, euer Meister urd Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr euch auch unters einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahra lich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht gröBer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seyd ihr, so ihrs thut. Der Nichts sage ich von allen: ich weiß, welche ich erwäh let habe, sondern daß die Schrift erfüllet werde. mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen, jegt sage ichs euch: ehe dann es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. 7. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geis fte, und zeugete, und sprach: wahrlich, wahrlich, ich fage euch Historie vom Leiden Christi. 35 euch, einer unter euch, der mit mir isset, der wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verråthers ist mit mir über Tisch. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst: welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ichs? und der andere, bin ichs? er antwortete und sprach: Einer aus den zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und geschrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird: Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren ware. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi! er sprach zu ihm: du sagsts. es Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß, an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer wäre, von dem er sagte? denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus antwortete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche, und gebe. Und er tauchete den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis Ischarioth. und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thuft, das thue bald. Dasselbige aber wußte niemand über Tische, wozu ers ihm fagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hätte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns Noth ist aufs Fest; oder daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus, und es ward Nacht. 8. Da aber Judas hinausgegangen war, erhub sich ein Bank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man 66 gnädige 36 Historie vom Leiden Christi. gnådige Herrn; Ihr aber nicht also: Sondern der GröBeste unter euch soll seyn wie der Jüngste, und der Fürnehmste wie ein Diener: Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische figet, oder der da dienet? Ifts nicht also, daß der zu Tische siget? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener. Ihr seyde aber, die ihr bei mir beharret habt in meinen Anfechtungen; und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr effen und trinken sollt über meinem Tisch, in meinem Reiche, und figen auf Stühlen, und richten die zwölf Ge schlechte Ifrael. Da sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verKlåret, und Gott ist verklåret in ihm. Ift Gott verklåret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, and wird ihn bald verklaren. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Und fage euch nun, ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seyd, so ihr Liebe unter einander habet. 9. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jeſus antwortete: da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir auf diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben bei dir lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben bei mir laffen? Simon, Simon, siehe der Satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten, wie den Waizen, ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre, und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Sefängniß und in den Tod zu gehen. mind milos spidiing Historie vom Leiden Christi. 37 Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir Petro, der Hahn wird heute nicht zweimal fråhen, ehe denn du dreimal verläugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Taschen, und ohne Schuh, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: nie teinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer keinen Beutel hat, der nehme ihn, derselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwerdt, denn ich sage euch: Es muß auch das vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 10. 35 daki Und da sie den Lobgefang gesprochen hatten, ging Jeſus hinaus, nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach). Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir årgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schaafe der Heerden werden sich zerstreuen. Wenn ich aber aufstehe, will ich für euch hingehen in Galiláam. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir årgern, so will ich mich doch nimmermchr an dir årgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich fage dir! Heute in dieser Nacht, che der Hahn zweimal fråhet, wirst du mich dreimal verläugnen. Er redete aber noch weiter: Ja, wenn ich mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verläugnen. Desselbigen gleichen jagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger; Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Seket euch hie, auf daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jacobum, 38 Historie vom Leiden Christi. bum, und Johannem, die zween Söhne Zebedái, und fing an zu trauern, und zu zittern, und zu zagen, und sprach zu ihnen: meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hie, wachet mit mir und betet, auf daß ihr nicht in Ans fechtung fallet. 11. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und Eniecte nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber gienge, und sprach: Abba! mein Vater! Es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs! doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und er sprach zu Petro: Simon, schläfst du! vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. 3um andernmal gieng er aber hin, betete und sprach: Mein Vater! ift's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und gieng aber hin und betete zum drittenmale dieselbigen Worte, und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stårkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. 12. Und er stund auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu Historie vom Leiden Christi. 39 zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Süns der Hände. Stehet auf, und laßt uns gehen; siehe, der mich verråth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, siehe, Judas, der Zwölfen einer, da er nun zu sich hatte genommen die Schaar und die Diener der Hohenpriester und Pharisder, der Ueltesten und Schriftgelehrten, gieng er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen und Schwerdtern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich túffen werde, der ist's, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach zu ihnen: wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins; wichen sie zurücke, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habs euch gesagt, daß ichs sey. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: ich habe dir keinen verloren, die du mir gegeben haft.e 13. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Und alsbald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüßet seyft du, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verräthest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn. Da 40 Historie vom Leiden Christi. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerdt drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Laffet sie doch so ferner machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwerdt in die Scheide. Denn wer das Schwerdt nimmt, der soll durchs Schwerdt umkommen. Ober meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legion Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. 14. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Weltesten, die über ihn kommen waren: Ihr seyd, als zu einem Mörder, mit Schwerdtern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fahen; bin ich doch täglich geseffen bei euch, und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt. Über dies ist eure Stunde, und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet werde. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Da vers ließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jungling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn: Er aber ließ den Leinwand fahren, und flohe blos von ihnen. 15 bodu drif Die Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Die ner der Juden, nahmen Jesum und banden ihn, und füh reten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwä her, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caipbas, Historie vom Leiden Christi. 41 Caiphas, der den Juden rieth: Es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führeten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas, ( das ist zum Fürsten der Priester,) dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Keltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgete Jesu von ferne, und ein anderer Jünger, bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus stund draußen vor der Thür. Da ging der andere Junger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Petrum hinein. Es stunden aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlfeuer gemacht, danieden mitten im Pallaft; denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stund bei ihnen, und wärmete sich, auf daß er såhe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Lichte, da er sich wärmete, und sahe eben auf ihn, und sprach: Und du warst auch mit dem Jcsu von Galilda? bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er läugnete aber vor allem, und sprach: Weib, ich bins nicht; ich kenne sein nicht: ich weiß auch nicht, was du sagest. munded 16. 25/0 Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger, und um seine Lehre. Jesus antwortete: ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule, und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nicht im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, dieselbige wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß 42 Historie vom Leiden Christi. daß es unrecht sey: Habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden ges fandt zu dem Hohenpriester Caiphas. 17. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verläugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, kråhte der Hahn, und eine andere Magd sahe ihn, und hub abermal an zu sagen denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit den Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er läugnete abermal, und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bins nicht, und kenne auch den Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräfti gets ein anderer mit denen, die da stunden, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Gali låer, denn deine Sprache verråth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Befreundeter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verflus chen, und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, kråhte der Hahn zum andernmal. und der Herr wandte sich, und sahe Petrum an. Da dachte Petrus an die Worte Jesu, als er zu ihm' gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kråhet, wirst du mich dreimal verläugnen, und ging hinaus und weinete bitterlich. 18. Die Hohenpriester aber, und die Weltesten, und der ganze Rath suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und funden keines, wiewohl viel falscher Beugen herzutraten, denn ihre Beugnisse stimmten nicht Historie vom Leiden Christi. 43 nicht überein. 3ulegt stunden auf, und traten herzu zween falsche Zeugen, und gaben falsch Zeugniß wider ihn, und sprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Hånden ge macht ist, und in dreien Tagen will ich einen andern bauen, der nicht mit Hånden gemacht ist. Und ihr Zeug niß stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stund auf unter sie, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das biese wider dich zeugen? Jefus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwore dich bei dem lebendigen Gott, das du uns fageft, oder du seyft Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagst, ich bins. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn siken zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelåstert, was dürfen wir weiter Beugniß? Siehe jetzt haben wir seine Gotteslästerung ge höret: was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 19. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn, und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ists, der dich schlug? und viel andere Låsterungen sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten, und die Weltesten des Volks, und der ganze Rath, und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: bist du Christus? sags uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht. Frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los. 44 Historie vom Leiden Christi. los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sizen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr fagets: denn ich bins. Sie aber sprachen: was dürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens selbst gehört aus seinem Munde. 20. Und der ganze Haufe stund auf und bunden Jesum führeten ihn von Caiphas vor das Richthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sahe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Weltesten, und sprach: ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen aber: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, und Sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Topfers Ucker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund worden allen die zu Jerusalem wohneten, also, daß derfelbige Acter genennet wird auf ihre Sprache Ukeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Das ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, der da spricht: Sie haben genommen dreißig Gilberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, als mir der Herr befohlen hat. 21. Historie vom Leiden Christi. 45 21. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten aber, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gefeß. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand todten. Auf daß ers füllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. 22. Da fingen an die Hohenpriester und die Weltesten ihn hart zu verklagen, und sprachen: diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut den Schoß dem Kais fer zu geben, und spricht: Er jey Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesu, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Jus du das von dir selbst, oder habens dir andere von mir gefaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet wurde. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: du fagst. Ich bin je ein König; ich bin dazu geboren, und in die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern, und Keltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abers 46 Historie vom Leiden Christi. abermal und sprach: Untwortest du nichts? Siehe, wie hart fie dich verklagen: hörest du nicht? Und er antwor tete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Randpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk rreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganen jüdischen Lande, und hat in Galilda angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläam hörete, fragte er, ob er aus Balilda wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in enselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. 23. Da aber Herodes Jesum sahe, war er sehr froh, denn r hatte ihn långst gerne gesehen; denn er hatte viel von hm gehöret, und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm ehen. Und er fragte ihn mancherlei. Er antwortete ihm ber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten tunden und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit sei em Hofgesinde verlachte und verspottete ihn, legte ihm ein veißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf en Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; enn zuvor waren sie einander feind. 24. Pilatus aber rief die Hohenpriester, und die Obersten, ind das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt iesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abvende; und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und inde an dem Menschen der Sache keine, der ihr ihn bechuldiget, Herodes auch nicht. Denn ich habe euch zu ihm rfandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das es Todes werth sey; darum will ich ihn züchtigen, und 8 geben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit em Volke einen Gefangenen los geben, welchen sie begehren. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war faft Historie vom Leiden Christi. 47 faft rüchtig, nehmlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Ges fångniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er that, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus, ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch los gebe? Barrabam. oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Chriftum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. 25. Und da er auf dem Richterstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Welteften überredeten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten und Jesum umbrachten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe, und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum los lassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesum, den man Christus nennet? Sie schrien abermal: Kreuzige, treuzige ihn. Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Ucbels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und los laffen. Aber sie schrien noch vielmehr, und sprachen: Kreuzige ihn. Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuziget würde; und ihr und der Dohenpriester Geschrei nahm überhand. 26. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsthechte aber des Landpflegers führten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte und zo gen 48 Historie vom Leiden Christi. gen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen, und sprachen: Gott grüße dich, lieber König der Juden. Und schlugen ihm ins Ungesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Kniee, und bes teten ihn an. 27. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprad) zu ihnen: Sehet ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie, und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn. Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und freuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: wir haben ein Geseß, und nach dem Gefeße soll er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu kreuzigen, und macht habe, dich loszugeben? Jesus ants wortete: du hätteft keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herabgegeben. Darum, der mich dir überantwortet, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrien, und sprachen: Låsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht. Denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. 28. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus, und segte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heis fet Historie vom Leiden Chrifti. 49 set Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüfttag in den Oftern, um die sechste Stunde, und er sprach zu den Juden: Gehet, das ist euer König. Sie schrien aber: Weg, weg, mit dem! Freuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzis gen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein großer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilete, daß ihre Bitte gefchahe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk, und sprach: Sein Blut ser über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen fie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget würde. 29. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Gyrene, mit Namen Simon, der vom Feld kam, der ein Vater war Alexandri und Rufü, den zwungen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jefu nachtrüge. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Bolks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Jesu aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Tochter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kom men, in welcher man sagen wird: Eelig sind die Unfruchts baren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüfte, die nicht gefäuget haben! denn werden sie anfahen zu fagen zu den Bergen: Fallet über uns! denn so man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden. Es wurden aber auch hingeführt zween andere Uebels thäter, daß sie mit ihm abgethan würden. ( S 30. Und 50 Historie vom Leiden Christi. 30. Und sie brachten ihn an die Ståtte, die da heißet auf ebräisch Golgatha, das ist verdollmetschet, Schädelståtte, und fie gaben ihm Essig und Wein, mit Myrrhen und Gallen vermischet, zu trinken, und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten den andern zur linEen Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da faget: Er ist unter die Utebelthåter gerech net. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Bater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 31. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und segte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Inden, denn die Stätte, da Jesus gekreuziget ist, war nahe bei der Stadt. Und es war ges schrieben auf ebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schrei be nicht der Juden König, sondern, daß er geſagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, darzu auch den Rock. Der Rock aber war ungendhet, von oben an gewurket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht theilen, sondern darum loosen, weß er seyn soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stund und fahe zu. 32. Es Historie vom Leiden Chrifti. 51 32. Es stund aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siche, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siche, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu fich. Die aber vorüber gingen, låsterten ihn, und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbrichst du den Tempel, und bauest ihn in drei Tagen: Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander, mit den Schriftgelehrten und Weltesten samt dem Volke, und sprachen: Er hat andern geholfen, und kann sich selbst nicht helfen. Ist er Christ, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er sich selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen, und glauben ihm., Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüftet ihn, denn er hat gesaget: Ich bin Gottes Sohn. Daffelbige rückten ihm auch die Mörder vor, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, nud brachten ihm Effig, und sprachen: bist du der Juden König, so hilf dir selbst. 33. Über der Uebelthåter einer, die da gehenkt waren, låsterte ihn, und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere: ftrafe ihn, und sprach: und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist, und zwar wir find billig drinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind. Dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt, und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich tommest. Und Jesus sprach) zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese seyn. 34. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Fins fterniß über das ganze Land, bis um die neunte Stunde, und C 2 die 52 Historie vom Leiden Christi. die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jefus laut, und sprach: Eli! Eli! lama asab thani! Das ist verdollmetschet: Mein Gott! Mein Gott! warum haft du mich verlaffen? Etliche aber, die da stun den, da sie es höôreten, sprachen sic: Er rufet dem Elias. Darnach, als Jesus wußte, daß alles schon vollbracht war, daß die Schrift erfüllt würde, sprach er: Mich dür stet. Da stund ein Gefäß mit Effig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllete ihn mit und ein und hielte ihm dar zum Munde, und tránkete ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme? Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermal rief e laut, und sprach: Bater, ich befehle meinen Geift in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geift auf Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte und die Felsen zerriffen, und die Gråber thaten sich auf, und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gråbern, nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm über, und die bei ihm waren, und bewahrten Jesum, da fie fahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschracken sie sehr, und preiseten Gott, und sprachen: Wahrlich, diefer ift ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Bruft, und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne, und viele Weiber, die ihm aus Galiláa waren nachgefolget, und fahen das alles, unter welchen Maria Magdalena, und Maria des kleinen Jacobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder 3åbedái, welche ihm nachgefolget war, da er in Galiláa war, und gedienet hatten, und viel andere, Historie vom Leiden Christi. andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. 53 35. Die Juden aber, dieweil es der Rüfttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben am Sabbath,( denn def felben Sabbathstag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen, und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war; als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das geschen hat, und hat es bezeuget, und fein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Darnach am Abend, dieweil es der Rüfttag war, wels der ist der Borsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes war tete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, der wagets, und ging hinein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den leichnam Jefu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben ware? und als er es erkundiget von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte ein Leinwand. Es kam aber Auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu koms men war und brachte Myrrhen und Aloen unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Beine wand, ¢ 3 54 Historie vom Leiden Christi. wand, und bunden ihn in leinene Tücher, mit Specereyen, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, wo er gekreuziget war, ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches niemand je gelegt war; daselbst hin legten sie Jesum, um des Rusttags willen der Juden, daß der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war. Und wälzten einen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die segten sich gegen das Grab, und andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget nach Galilda, beschaueten, wohin, und wie fein Leib geleget war. Sie kehreten aber um, und bereites ten die Specereyen und Salben, und den Sabbath über waren sie still nach dem Gesek. Des andern Tages, der da folgete nach dem Rüsttage, tamen die Hohenpriester und Pharisder sämmtlich zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Ver führer sprach, da er noch lebete: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befieht, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zu dem Volke: er ist auferstanden von den Zooten und werde der letzte Betrug årger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin, und verwahrets, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hutern, und versiegelten den Stein. Episteln & v Episteln und dobles 5000 a ngeli a auf alle Sonntage und hohe Fe st e. Am 1. Sonntage des Advents. Epistel, Rom. 13, v. 11-14. men. Nieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, ( sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glauben,) die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei komSo laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde.. Evangelium, Matth. 21, v. 1-9. Dª a fie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden anges bunden, und ein Füllen bei ihr, löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so 4 fprecht: 56 Episteln. fprecht: der Herr bedarf ihr, sobald wird er sie euch lafsen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Sa dein fanftmüthig, und reitet auf einem Efel, und auf einem Füllin der laftbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Efelin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und festen ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die andern hieben die Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosiana, dem Sohn David. Gelobet sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosiana in der Höhe. Am II. Sonntage des Advents. Epistel, Rom. 15; v. 4:13. Lieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Troftes gebe euch, daß ihr einerlei ge= finnet feyd unter einander nach Jesu Chrifto, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott, und den Bas ter unsers Herrn Jesu Chrifti. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jefus Chriftus fes ein Diener gewesen der Beschneibung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Bås tern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, die geschrieben stehet:. Darum will ich dich loben unter den Heiben und deinen Namen fingen, und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit seinem Bolt. Und abermal: Lobet den Herrn alle peiden, und preiset ihn alle Völker. Und abermal ſpricht Efaias: Es wird sein die Wurzel Jeffe, und der auferfreben und Evangelia. 57 ftchen wird zu herrschen über die Heiben, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede in Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium, Lucă 2, v. 25-36. Jefus refus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen ges schehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und werden zas gen, und das Meer, und die Wasserwogen werden braufen, und die Menschen werden verschmachten für Furcht und für Warten der Dinge, die da kommen follen auf Erden: Denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und hcbet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigens baum, und alle Bäume, wenn sie jest ausschlagen, so sehrt ihrs an ihnen, und merket, daß jegt der Sommer nahe ist. Ulse auch ihr, wenn ihr dieß alles sehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrs lich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erden werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Freffen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seyd nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget zu entflichen diesem allen, das geschchen soll, und zu stehen vor des Menschen Schn. Am III. Sonntage des Advents. Epistel, 1. Cor 4, v. 1-5. Dafür halte uns jedermann, nehmlich für Ghrifti Diener und Haushalter über Gottes Geheimniffe. Run sus chet € 5 58 Episteln chet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ifts ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr aber ists, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren, alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium, Matth. 11, v. 2-10. a aber Johannes im Gefängniß die Werke Chrifti hdihm sagen: Bist du der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepre digt. Und selig ist, der sich nicht an mir árgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was send ihr hinaus gegangen in die Wüsten zu sehen? Wollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was send ihr hinaus gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Menschen in reichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser. Oder, was send ihr hinaus gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich fage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bes reiten soll. Am IV. Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 4, v. 4-7. iebe Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und laffet und Evangelia. 59 fet kund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset cure Bitte im Gebet und. Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jefu. Evangelium, Joh. 1, v. 19-28. Und dieß ift das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: wer bist du? Und er bekannte und läugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Untwort geben denen, die uns gesandt haben, was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten, richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisdern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, fo du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Am heiligen Christtage. Epistel, Titum 2, v. 11-14. Es ist erschienen die heilſame Gnade Gottes allen Menuns, daß wir sollen verläugnen das ungöttliche Wesen und die menschlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit c 6 60 Episteln d lichkeit des großen Gottes, und unsers peilands Jesu Chrifti. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf baß er uns ertöfet von aller ungerechtigkeit, und reinigte ihm felbft ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werten. Evangelium Lucă 2, v. 1-14. Cons gebåren sollte oute und sie gebar ihren ersten Sohn, s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Raifer Augufto ausging, baß alle Welt geschåget würde. Und diese Schägung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war, und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Gas lilda, aus der Stadt Stazareth, in das jüdische Land zur Stadt David, die da heißet Bethlesem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war. Auf daß er sich schågen ließe mit Maria feinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krips pe. Denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. und es waren Hirten in derselbigen Segend auf dem Felde, bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heers de. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Füchtet euch nicht; siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland ges boren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Das vid. Und das habt ihr zum Seichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott, und ſprachen: Ehre sey Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. CAU 03 Am und Evangelia. Am Tage St. Stephani, des ersten Märtirers. Neuen Testaments. Epistel. Ap. Gesch. 6 u. 7. Cap. tephanus aber voll Glaubens und Kräften, that Wun der und große Zeichen unter dem Volk. Da stunden etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner, und der Syrener, und der Alexanderer, und derer, die aus Cicilia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano: und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit, und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret edfterworte reden wider Mosen und wider Gott. und bewegten das Volk, und die Weltesten, und die Schriftgelehrten, und traten hinzu und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rath, und stelleten falsche Beugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gefeß. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und andern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geiftes war, sab er auf gen Himmel, und sah die Herrs lichkeit Gottes, und Jesum neben zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stchen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, und stießen ihn zur Stadt hins aus, und steinigten ihn. Und die Beugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht, und als er das gesagt, entschlief er. 61 Evangelium, Matth. 23, v. 34-39. Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehrten, und Obersten der Juden: Siehe ich sende zu euch propheten und Weisen und Schriftgelehrten, und C 7 dersel 62 Episteln die derselben werdet ihr etliche ode tödten und Freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euern Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern. Auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Barachide Sohn, welchen ihr ges tödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du töbtest die Propheten, und steinigest, die zu dir gefandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt? Sehet, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet sey, der da kommt in dem Namen des Herrn. Am Tage St. Johannis des Apostels und Evangelisten. Epistel, Sirach 15, v. 1-8. olches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hålt, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfahen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn trånken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seiz nen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeine. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigen Namen begaben. Über die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Evangelium, Joh. 21, v. 15-24. Da fie nun das Mahl genommen hatten, ſpricht Jeſus zu mich lieber, und Evangelia. 63 ber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andermal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm saget: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr du weißest alle Dinge, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe., Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich ſelbst, und wandeltest, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Junger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr, wer ists, der dich verråth? Da Petrus dies sen sahe, sprach er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So, ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet das dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht; sondern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dieß geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Am Sonntage nach dem Christtage. Galat. 4, 1-7. Epistel, Ich ein ist un= ob er ter ihm und einem Knechte kein Unterschied, wohl ei Herr ist aller Güter: Sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit bom 64 Episteln vom Vater. Also auch wir, da wir Sinder waren, was ren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, ges boren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gefeße waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder feyd, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes, in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater. Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder: Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium, Luc. 2, v. 33-40. nd sein Vater und Mutter verwunderten sich deß, das 1nb von Jesu geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe dieser wird gefest zu einem Fall, und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Ges schlechte Affer, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach der Jungfrauschaft. und war nun eine Wittwe, bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu, zu derselben Stunde, und preisete den Herrn und res dete von ihm zu allen, die auf Erlösung zu Jerufalem warteten. Und da sie alles vollendet hatten, nach dem Gesege des Herrn, kehrten sie wieder in Galildam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Am neuen Jahrstage. Epistel, Galat. 3, v. 23:29. SS.be he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesce verwahrt, und verschlossen auf den Glauben, der und Evangelia. 65 der da sollte offenbar werden. Also ist das Gefeß unser Suchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seyd alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Chrifto Jesu. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Chriftum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seyd allzumal einer in Christo Jesu. Send ihr aber Christi, so send ihr Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Evangelium, Luc. 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Namen genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel, Zitum 3, 4: 7. a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten; sondern nach seiner Barmherzigkeit, macht er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heilgen Geistes, welchen er ausgegossen hat, über uns reichlich, durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch deffelbigen Gnade gerecht, und Erben seyn des ewigen Lebens, nach der Hoffnung, das ist gewißlich wahr. Evangelium, Matth. 2, v. 13-15. Da a die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, fiehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: stehe auf, und nimm das Kind kein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir fage. Denn es ist fürhanden, daß 66 Episteln daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich in der Nacht, und entwich nach Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Am Feste Epiphaniä oder der Erscheinung Christi. Epistel, Jesaid. 60, v. 1-6. prist ache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, auf dir. Denn siehe, Finsterniß dedecket das Erdreich, und Dun1 kelheit die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und erscheinet über dir. Und die Heiden feine Herrlichkeit 1 werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammlet kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Tochter zur Seiten erzogen werden. Denn wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret; und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Cameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn 1 Lob verkündigen. Evangelium, Matth. 2, v. 1-12. a aber Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis: Siehe, da kamen die Waisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind tommen ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, nnd erforschete von ihnen, wo Chriftus und Evangelia. 67 Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die Kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berif Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wenn der Stern erschienen wäre. Und weisete sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so faget mirs wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam, und stund oben über da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet; und gingen in das Haus, und funden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und be teten es an, und thåten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 12, v. 1-6. ch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigda lebendig, heilig, und Gott wohlgefällig scy, welches scy euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneue rung cures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Got tes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir geges ben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern, daß er von ihm máßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: Also sind wir viel ein Leib in 68 Episteln in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium, Lucä 2, v. 42-52. 1 D a Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wåre unter den Ges fährten, und kamen eine Tagreife, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fans den, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, funden fie ihn im Tempel siten mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragte. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsagten sie sich. Und seine Muts ter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmer zen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Hers gen. Und Jefus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 12, v. 6:16. Lieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben nach der uns Weisfagung, o fey fie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so varte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnt jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jes mand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so fer er orgfältig; übet jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Luft. und Evangelia. 0169 Luft. Die Liebe ser nicht falsch. Haffet das Urge, hans get dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sen herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd nicht tråge, was ihr thun sollt. Send brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid frdhs lich in Hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, fegnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium, Joh. 2, v. 1-11. Und nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galilda; und die Mutter Jesu war da. Jefus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jcsu zu ihm: Sie haben nicht Wein Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch faget, das thut. Es waren aber allda sechs steic nerne Wasserkrüge gesegt nach der Weise der jüdischen Reis nigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maas. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußtens, die das Wasser geschos pfet hatten, rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern, du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Gana in Galilda, und offenbarete feine Herrlichkeit, und seine Junger glaubten an ihn, Am la Episteln 1070 Am III. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 12, 17:21. Nieben Brüder! Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Boses mit Bosem, fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Ráchet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem 3orn( Gots tes). Denn, es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so trånke ihn, wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt fammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium, Matth. 8, v. 1-13.11 a Jesus vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Uussäßiger kam, und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, und rührete ihn an, und sprach zu ihm: Ich wills thun, sey gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussag rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester und opfre die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jefus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach geheft; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: Komme her, so kommet er, und zu meinem Knechte: Thue das, so thuet ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich fage euch, solchen Glau ben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viele und Evangelia. 71 Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaac und Jacob im Himmelreich figen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die auBerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi Epistel, Rom. 13, v. 8-10. ( end niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den andern liebet, der hat das Gesch erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du soust nicht ehebrechen: Du sollst nicht tödten: Du sollst nicht stehe len: Du sollst nicht falsch Zeugniß geben: Dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Bos ses. So ist nun die Liebe des Gefeßes Erfüllung. Evangelium, Matth. 8, v. 23-27. efus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward, und er schlief. und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum styd ihr so furchtsam? Und stund auf, und bedrohete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Am 1,9 72 Episteln Am. V. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epiftel, Coloffer 3. v. 12:17. ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Hei ligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth und Geduld. und vertrage einer den andern, und vergebt euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Chriftus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. und der Friede Gottes regiere in euern Herzen, zu wels chem ihr auch berufen send in einem Leibe, und seyd dankbar. Laffet das Wort Chrifti unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit. Lehret und ermahnet euch selbst mit Pfalmen und Lobgefangen und geistlichen leiblichen Sie dern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium, Matth. 13, v. 24- 30. esus legte ihnen ein ander Gleichniß für, und sprach: ist " ten Samen auf seinen Acker fået. Da aber die Leute schliefen, kam der Feind und fåete Unkraut zwischen den Waizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Ucker gefået? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du, daß wir hingehen, und es ausgåten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgåtet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammlet zuvor das Unkraut, und bindet es in Búndelein, daß man es verbrenne, aber den Waizen fammlet mir in meine Scheuern. Am und Evangelia. Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 1, v. 16:21. W ir haben nicht den klugen Fabeln gefolgt, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschahe von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein liebster Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in eurem Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus cigner Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht: sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium, Matth. 17, v. 1-9. istan 11 nd nach sechs Tagen nahm Jesu zu sich Petrum und Jacobum, und Johannem, seinen Bruder, und füh rete sie beiseits auf einen hohen Berg, und ward verklåret vor ihnen. Und sein Ungesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr! hie ist gut seyn; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen. Dir eine, Mofi eine, und Elia cine. Da er noch also redete, siche, da überschattete fie eine lichte Wolke, und siche, eine Stimme aus den Wolken sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, filen fie auf ihr Angesicht, und erschracken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stebet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufs ils Episteln aufbuben, saben sie niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dieses Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. 74 Am Sonntage Septuagesima genannt. Epistel, 1 Cor. 9, v. 24 u. 10. Cap. v. 1-5. niffet the nicht, daß die, so in den Schranken laufen, iſt ihr Laufet nun also, daß ihrs ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich allis Dinges, jene also, daß fie eine vergångliche Krone empfahen, wir aber eine un vergångliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs unges wiffe. Ich fechte also, nicht als der in der Luft streichet, sondern ich betäube meinen Lib, und zähme ihn, daß ich nicht andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, licben Brüder, nicht verhalten, und unsere Båter sind alle unter den Wolken gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft mit den Wolken, und mit dem Meer, und haben alle ei nerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei fie trunken aber von dem geistlichen Trank getrunken, durgeistlichen Fels, der mit folgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn fie sind niedergeschlagen in der Wüsten. Evangelium, Matth. 20, v. 1-16. aefus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ift gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Urbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tages lohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben was recht ist, und fie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig ftes hen, und Evangelia. hen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag músig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Schet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht syn wird, soll euch werden. Da es nun Abend war, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gib ihnen ten Lohn, und hebe an an den Legten bis zu den Er sten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget was ren, und empfingen ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten kamen, meincten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten fie wider den Haus vater, und sprachen: Diese legten haben nur eine Stun de gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht, eins worden um einen Groschen? und gehe bin. Ich will aber diesen Legten geben, gleich wie dir. Oder, habe ich nicht macht zu thun, was ich will mit dem Meinen? Siehst du darum so scheel, daß ich fo gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Legten seyn. Denn vile sind berufen, aber wenige auserwählt. bist du nicht mit mir Nimm was dein ist, Am Sonntage Seragesima genannt. Epistel, 2 Cor. 11, 19:33 u. 12, 1-9. Liebe Brüder! Ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug send. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knech ten macht, so euch jemand schindit, so euch jemand nimmt, so euch jemand troget, so euch jemand ins Gesicht streichet. Das sage ich nach der Unchre, als wären wir schwach wors den. Worauf nun jemand kühn ift,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch kühne. Sie sind hibråer, ich auch; sie find Ifracliten, ich auch; sie sind Abrahams Samen, ih auch. Sie sind Diener Chrifti,( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schlä de erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Zodcenöchen ges west. 76 Episteln 20 west. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäubet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Dördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichfcit in Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern. In Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße: ohne was sich sonst zuträgt, nemlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorgen für alle Gemeinen. Wer ist schwach und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herru Jesu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht luge. Zu Damasco der Landpfleger des Königs Ureta verwahrete die Stadt der Damascer, und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korb zum Fenster aus durch die Mauern niedergelassen, und entrann aus seinen Hån den. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Chrifto vor vierzehn Jahren,( ift er in dem Leibe gewesen, so weiß ich nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs dritten Himmel. Und ich derſelbige ward entzückt bis in d auch nicht, Gott weiß es) kenne denselbigen Menschen.( Ob er in dem Leibe oder au ßer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es.) Er ward entzückt in das Paradies und hörete unaussprech liche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühs men! ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte! that ich darum nicht thöricht, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir sichet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenba rung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nem lich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, au daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal den Herr geflee und Evangelia. 77 die an geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir ge sagt: Laß dir an meiner Gnade genügen: Denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chrifti in mir wohne. 2010 Evangelium, Luca 8, v. 4-15. drand: a nun viel Volk bei einander war, aus den Städten zu Seju cileten, ſprach er durch ein Gleich niß: Es ging ein Siemann aus zu såen seinen Saamen, und indem er fåete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. den es verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen giengen mit auf und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der hore. Es fragten ihn aber feine Jünger und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob fie es schon sehen und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Saame ist das Wort Gottes; die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und felig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wann sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel; eine zeitlang glauben sie, und zur Beit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. 07500 vir 20 mnd 3 ce and Am sibodu Episteln 78 Am Fasmacht Sonntage, Esto Mihi genannt. Epistel, 1 Cor. 13, v. 1-13. Brüder! Wenn ich mit und mit zungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tonend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle ErKenntniß und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verfeste, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gåbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir nichts nuße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe ei fert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie blåhet sich nicht, sie stellt sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ih re, fie låßet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Scha den. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie vertråget alles, sie glaubet alles, fie hoffet alles, fie duldet alles. Die Liebe wird nicht müde. Es müssen aufhören die Weissagungen und aufhören die Sprachen, und das Erkenntniß wird auch aufhören. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene ,. so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Unschläge. Da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Ungeficht zu Angesicht. Jeht erkenne ichs stückweise, dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erkennet bin. bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drci: Liebe ist die größte unter ihnen. Nun aber aber die 303 Evangelium, Luca 18, v. 31-43. Jefu efus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerufalem, und cs wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden und Evangelia. 79 werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmå- de het, und verspeiet werden. Und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was da gefaget war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk dasa. durchhin ging, forschete er, was da wäre? Da verkůndigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief, und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne angingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, er barme bich mein. Jesus aber stund stille, und hicß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willt du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach, und preisete Gott, und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit genannt Epistel, 2 Cor. 6, v. 1:10. Lieben Brüder, wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit ers höret, und habe die am Tage des Heils geholfen. Sehet, jgt ist die angenehme Zeit, jest ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand irgend ein Ucrgerniß geben, auf daß unser Umt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen laßet uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trubsal, in Nöthen, in Hengsten, in Schlágen, in Gefängnisfen, in Aufruhren, in Arbeit, in Bachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Sangmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist,-in ungefärbter Licbe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rech ten und zur Linken, durch Ehre und Schande, 84 durch böse 80T Episteln un böfe Gerüchte und gute Gerüchte. Als die Verführer, und doch wahrhaftig. Uls die Unbekannten, und doch bekannt. 2018 die Sterbenden, und siche, wir leben. Als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, aber allezeit fröhlich. Als die Armen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium, Matth. 4, v. 1-11. D a ward Jesus vom Geiste in die Wüsten geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde: und da er vierzig Tage, und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrie ben: der Mensch lebet nicht von Brod allein, sondern von einem jeden Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Sinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch ge schrieben: Du sollst Gott deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällest und mich anbeteft. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Eatan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. adme tau Um und Evangelia. Am II. Sonntage in der Fasten, Reminiscere genannt. TUTE Epistel, 1 Teff. 4, v. 1-7. Weite eiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfan= gen habt, wie ihr sollt wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset welch Gebot wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemaud zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel, denn der Herr ist Rácher über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. sid 81 Evangelium, Matth. 15, v. 21-28. Und nd Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gee gend Tyro und Sidon. Und siehe ein Cananáisch Weib ging aus derselbigen Grånze, und schrie ihm nach, und ſprach: Ach Herr, du Sohn David! erbarme dich mein, meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er ant wortete ihr kein Wort. ihr ein 23 Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen, von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man Kindern ihr Brod nehme, und werfe es für die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündicin von den Brosamen, die von ihrer Herrn Tische fallen. Da antwortete Jesus, und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward ge fund zu derselbigen Stunde. hegeh mi) studios who just id agi Am - 85 82 Episteln Am III. Sonntage in der Fasten, Oculi genannt. Epistel, Ephef. 5, v. 1:19. ( o feyd nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns ges liebet hat, und sich dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber, und alle Unreinigkeit, oder Geiz laffet nicht von euch geſagt werden, wie den Heiligen zuftehet. Auch schandbare Mor te und Narrentheidungen, oder Scherz, welche cuch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger ( welcher ist ein Gögendiener) Erbe hat an dem Reich Chris fti und Gottes. Lasset uns niemand verführen mit vergeb: lichen Worten, denn um unser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gútigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium, Luca 11, v. 14-28. Refue trieb einen Teufel aus, der war stumm, und es geUnd das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihs nen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm, vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanke, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr faget: Ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beets zebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch, Wenn ein starker Gewappneter seinen Pal und Evangelia. 83 Palaft bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden: Wenn aber ein Stárkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geift von dem Menschen ausfähret; so durchwandelt er dürre Stätte, sucht Ruhe, und findet sie nicht. So spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kommt, so findet ers mit Besen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die árger sind denn er selbst. Und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demfelbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Sclig ist der Leib, der dich ges tragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Am IV. Sonntage in der Faften, Lätare genannt. Epistel, Salater 4, 21-31. aget mir, die ihr unter dem Geset seyn wollt, habt ihr das Gefeß nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben: Daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Borte bedeuten etwas. Denn das sind die drei Testamente, eines von dem Berg Sina, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Ugar. Denn Agar heißt in Urabia der Berg Sina, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Über das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Sen fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich herfür, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann 86 hat. 84 Epistelnu 3 hat. Wir aber lieben Brüder, sind Isaac nach der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der 3.it, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium, Joh. 6, 1-15. Darnach fuhr Jefus weg über das Meer, an der Stadt in und es zog ihm viel nach, darum, daß fie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und sagte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese es fen?( das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: 3weihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeder unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Si monis Petri: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrod, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort, da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die fich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und fülleten zwolf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das 3.ichen sahen, das Jefus that, sprachen fie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da, Jesus nun merkete, daß sie kommen wür den, und Erangelia. 85 den, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am V. Sonntag in der Fasten, Judica genannt. Epistel, Ebråcr 9, v. 11-15. SUD Shriftus aber ist kommen, daß er ſey ein Hoherprieſter der eine voll kommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist. Auch nicht durch der Bocke oder Kälber Blut; sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Bocke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit. Wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, un: fere Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen( die unter dem ersten Testament waren) die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. V Evangelium, Joh. 8, v. 46-59. Jem Resus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum g'aubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr send nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufil? Jesus ant wortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meis nen Bater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht mei ne Ehre, cs ist aber einer. der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage cuch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. 87 Da 314 86 Cpitelnoit mein Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, und daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben, die Propheten, und du sprichst: So jemand Wort hålt, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher ge= storben ist, und die Propheten sind gestorben, was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, euer Gott, der mich ehret, welchen ihr ſprechet, er fey enet fo ich und kennet aber kenne ihn. würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lüge ner, gleich wie ihr seyd. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und aft Abraham gesehen. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Übraham war, bin ich. Da buben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jefus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Am VI. Sonntage in der Fasten, Palmarum genannt. Epistel, Phil. 2, v. 5:11. ward & in in jeglicher sey gefinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich zu seyn, sondern außerte sich selbst, und nahm Knechts- Gestalt an, gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: Daß in dem Namen Jefu sich beugen sollen aller derer Knice, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde sind, und alle 3ungen bekennen und Evangelia. Ennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelum, suche am ersten Sonntage des Advents. Matth. 21, v. 1-9. Am heiligen Ostertage. 87 Epistel, 1 Cor. 5, v. 6-8. Fuer Ruhm ist nicht sein. Wiſset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig fend, gleich wie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht in dem alten Saucrteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium, Marc. 16, v. 1-8. und nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi und Salome Spe= ceren, auf daß sie kámen, und Jeſum falbeten, und sie kamen zum Grabe, an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, hatte ein weiß und fie Er aber sprach zu ihnen: Entseßet euch nicht. Ihr fu chet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten, er ist aufer standen, und ist nicht hie. Siehe da die Stätte, da sie ihn 314 88 Episteln ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es feinen Jungern und Petro, daß er für euch hingehen wird in Galilaam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch geſagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen angekominen, und fagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Am Oster montage. Epistel, Apostelgesch. 10, v. 34-41. metrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun P erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet, sondern in allerlei Bolk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Iſrael gefandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Chris ftum,( welcher ist ein Herr über alles), die durchs ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galilda, nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umhergezogen ist, hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerufalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen: Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn laffen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwähnten 3eugen von Gott, die wir mit ihm gegeffen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. HELG inso sid Evangelium, Lucä 24, v. 13-35. Un nd siehe, ziveen aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jes und Evangelia. 89 Jerusalem sechziz Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jeſus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und send traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen von Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Wor ten, vor Gott und allem Bolk; wie ihn unsere Hohepriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen: sie haben ein Gesichte der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fundens also wie die Weiber sagten, aber ihn funden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und tráges Herzens, zu glaus ben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Chriftus folches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und fie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabe ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns ridete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselben Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem, und funden die Eilfe versammlet, und die bei ihnen waren, welche 31,4 90 Episteln Inn welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wåre an dem, da er das Brod brach. Onu 830902 Am Osterdienst age. pe& midi S Epistel, Apostelgesch. 13, v. 26-33. hr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abraham, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gefandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht erkenneten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbather gelesen werden, haben dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursach des Todes an ihm funden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ift, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten, und er ist erschienen viel Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiláa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Våtern geschehen ist, daß dies felbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, indem, daß er Jesum auferwecket hat. Evangelium Lucă 24, v. 36-47. a fie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten Sie erschracken aber, und fürchteten sich, meineten, fie få hen einen Geift. Und er sprach zu ihnen: Was send ihr ſo erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bins fel ber, fühlet mich, und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte und Evangelia. 91 zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubeten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hie etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch und Honigſeims, und er nahms und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir ge schrieben ist im Geset Mofis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstunden. Und er sprach zu ihnen: Also iste ges schrieben, und also mußte Christus leiden, und auferstehen von den Todten an dem dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti genannt. doen lig gir Epistel, 1. Joh. 5, v. 4:10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unfer Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser iste, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß grdBer. Denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, hat folches Zeugniß bei ihm. Evans ie Episteln Evangelium, Joh. 20, v. 19-23. Am m Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger vers sammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch. Und als er das sagte, zeigete er ihnen jeine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gefandt hat, so fende ich euch. Und da er das fagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünde eriaffet, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie bes haltet, denen sind sie behalten. 92 Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Epistel, 1 Petri 2, von 21-25. enn dazu seyd ihr berufen. Sintemal auch Christus das ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen. Welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Bunden ihr seyö heil worden Denn ihr waret wie die irrenden Schaafe, aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seele. Evangelium, Joh. 10, v. 12-16. ch bin ein guter Hirt, ein guter Hirt låsset sein Leben ber ist, des die Schaafe nicht eigen sind, sichet den Wolf kommen, und verläßet die Schaafe, und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und und Evangelia. 93 und bin bekannt den Meinen. Wie mich mein Vater kens net, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andre Schaafe, die find nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate genannt. Epistel, 1 Petri 2, v. 11-20. Nieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge, und Pilgrimme, enthaltet euch von den fleischlichen Lüs sten, welche wider die Seele streiten. Uud führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure gute Werke sehen, und Gott preisen, wenns nun an den Tag kommen wird. Send unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Un wissenheit der thörichten Menschen. Als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, son dern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte send unterthan mit aller Furcht den Herren, nich allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunder lichen. Denn das ist die Gnade, so jemand um des Gewis sens willen zu Gott das Uebel vertrågt und leidet das Un recht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Misse that willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltha, willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium, Joh. 16, v. 16-23. eber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, un Ueber aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ic gehe zum Bater. Da sprachen etliche unter seinen Jur gern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: übe ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber übe ein 314 94 Episteln ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er faget über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Ein Weib, wann sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen. Wann sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit, aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz foll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Epistel, Jacobi 1, v. 17-21. Atte lle gute Babe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeiget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir waren Erftlinge seiner Greaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch siy schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum 3orn. Denn des Menschen 3orn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum, so leget ab alle unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen felig machen. Evangelium, Joh. 16, v. 5-15. Nun un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fraget mich, wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz und Evangelia. 95 Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrs heit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch: So ich aber hingehe, so will ich ihn zu euch senden. Und wenn dersels bige kommt, der wird die Welt ftrafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gerichte. Um die Sünde, daß sie nicht glanben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfert nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt ges richtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr kdnnets jest nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden. und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird ers nehmen, und euch verkündigen. Ulles, was der Vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt, er wirds von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Epist el, Jacobi 1, v. 22:27. end aber Thåter des Worts, und nicht hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ift ein Horer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel bes schauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stunde an davon, und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseg der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, fondern ein Tháter, derselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich jemand unter euch låffet dúnken, er diene Gott, und bålt seine Zunge nicht im 3aum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wittwen in ihrer Trubsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. ndi maipagare so mmojng of Evans 3 96 nilan Episteln Evangelium, Joh. 16, v. 23-30. ahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredt, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei beraus verkündigen von meinem Vater. Un demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausge gangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weissest, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage: Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. 1 GO Am Tage der Himmelfahrt Christi. i drone do Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 1:11. ie erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln,( welche er hatte auserwählet) durch den Heil. Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach feinem Leiden lebendig gezeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie vers ammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusa lem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn, und Sprach und Evangelia. 97 Sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit und Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat. Sondern ihr werdet die Kraft des H. Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Beugen seyn zu Jerufalem, und in ganz Judda und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er folches gesagt, ward er aufg hoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachs fahen gen Himmel fahren, siehe da stunden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Månner von Galilåa, was stchet ihr hie und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr Ihn habt gesehen gen Himmel fahren. Evangelium, Marci 16, v. 14-20. ulegt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Hårtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstehen. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Greas tur: wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glau ben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Jungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht scha den. Uuf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und figet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen, und kräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am VI. Conntage nach Ostern, Eraudi genannt. Epistel, 1 Petri 4, v. 8-11. fend nun mißig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe, denn 31,2 Te 98 Episteln denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Gcyd gaft: frei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, ate die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. Co jes mand ein Umt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott ges priesen werde durch Jesum Christum, welchim sey Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium, Joh. 15. und 16. Cap. enn aber der Tröfter kommen wird, welchen ich euch W senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgchet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr send von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht drgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solchs werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredit, auf daß wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran denket, daß ichs euch gesagt habe. Colches aber habe ich euch von Anfang nicht gefagt, denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingstage. Epistel, Up. Gefch. 2, v. 1.13. nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle 11 einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus da, sie saßen. Und man sahe an ihnen die Jungen zertheilt, als wären fic furig, und er fagte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des Heil Geiftes und fingen an zu predigen mit andern Bungen, nachdem der stift ihnen gab auszusprechen. E waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem himmil ist. Da nun diese Stimme geschab, kam bie Mens ge und Evangelia. 99 ge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörete ein jeg= licher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entfagten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden aus Galilda? Wie hören wir denn ein jeglicher Seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mefopotamia, und in Judda, und Capadocia, Ponto und Asia, Phrygia, und Pams philia, Egypten und an den Enden der Lybien bei Cy. renen, und Ausländer von Rom, Jüden und Jüdengenof sen, Greter und Uraber. Wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entfaßten sich aber alle und wurden irre, und sprach einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten's ihren Spott und sprachen: sie sind voll süßen Weins. Evangelium, Joh. 14, v. 23-31. er mich liebet, der wird mein Wort halten, und wird ihn lieben, und wir zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der bålt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gefandt hat. Solches habe ich zu euch ges redet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der H. Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habet gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater, denn der Bater ist größer denn ich, und nun hab ichs euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde fort mehr nicht viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Uber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. € 2 Am 31,2 Episteln di Am Pfingstmontage. neja Epistel, Apost. Gesch. 10, v. 42-48. Der er Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richs ter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünde empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der H. Geift auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Bes schneidung, die mit Petro kommen waren, entfaßten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Griftes auss gegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit 3ungen res deten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht ges tauft werden, die den heiligen Geift empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. 100 30 Evangelium, Joh. 3, v. 16-21. esus sprach zu Nicodemo: also hat Gott die Welt ges liebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, fondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen licbten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Urges thut der haffet das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht geftrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Am und Evangelia. Am Pfingstdienstage. Epistel, Apoft. Gesch. 8, v. 14-17. a aber die Apostel höreten zu Jerusalem, daß Samas fie 101 zu ihnen Petrum und Johannem, welche, da sie hinab tamen, beteten sie über sie, daß fie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Chrifti Jefu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist. Evangelium, Joh. 10, v. 1-11. Ju der ist ein cfus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Wer nicht zur Thüre hincin gehet in den Schaafftall, sondern steiget anderswo hinein, Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thür hinein gehet, der ist ein Hirte der Schaafe. Demselben thut der Thürhüter auf, und die Schaafe hören seine Stimme, und er rufet seine Schaafe mit Namen, und führet sie aus. Und wenn er seine Schaafe hat ausgelassen, gehet er vor ihnen hin, und die Schaafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen von ihm, denn sie kennen des Fremden Stimme nicht. Difen Spruch sagte Jesus zu ihnen, sie vernahmen aber nicht, was es war, daß er au ihnen sagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahr lich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schaafen. Alle, die vor mir kommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen, aber die Schaafe haben ih nen nicht gehorchet. Ich bin die Thür, so jemand durch mich eingehet, der wird selig werden, und wird ein und ausgehen, und Weide finden. Ein Dich kommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin kommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben follen. 30in € 3 Am Egisteln Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Rom. 11, b. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weis heit und Erkenntniß Gottes! wie gar unbegreiflich find seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn crkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor ge= geben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit. Umen. 102 D Evangelium, Joh. 3, v. 1-15. Is war aber ein Mensch unter den Pharisdern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott kommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thuft, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus. spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß diche nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: 3hr müsset von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißest nicht von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zuges hen? Jeſus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meifter in Israel, und weißest du das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wir reden, was wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht 103 und Evangelia. nicht an? Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, nemlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat: also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 4, v. 16-21. Soft tott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts: denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein, wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebt. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und haffet ſeiz nen Bruder, der ist ein Lügner: denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sichet? Und dies Gebot haben wir von- ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium, Lucä 16, v. 19-31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur lich und in Freuden. Es war aber ein armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brodsamen, die von des Reichen Tische fielen. Da kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, bub er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, e 4 und 61,2 104 Episteln und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das Acußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und fühle meine 3unge, denn ich leide pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Boses empfangen, nun aber wird er ges tröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: so bitte ich dich Vater, daß du ihn sene dest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeige, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Ubraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dies felbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, fondern, wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstunde. Am II. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 3, v. 13-18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir licben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der blibet im Tode. Wer feinen Bruder haffet, der ist ein Todschläger, und ihr wiffet daß ein Todschläger nicht hat das ewige Leben bei ih, m bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelaffen hat, und wir follen auch das Leben für die Brüder taffen. Wenn aber jes mand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laffet uns nicht lieben mit Vorten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evans 105 und Evangelia. Evangelium, Luca 14, v. 16-24. & Ce war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl, und lud viele dazu. Und fandte seinen Knecht aus zu der Stunde des Abendmahls, zu sagen den Gelades nen: Kommet: denn es ist alles bereit. Und fie fingen an, alle nach einander sich zu entschuldigen; der erste ſprach zu ihm: Ich habe einen Ucker gekauft, und muß hinaus geben und ihn besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Odsen ges kauft, und ich gehe jest hin, sie zu b.sehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich haz be ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht tam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knecht: Sche aus bald auf die Straßen und Eassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppcl, und Lahmen, und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen und an die 3dune, und nöthige fic herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen find, mein Abendmahl schmecken wird. Am III. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Petri 5, v. 6:11. ( o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand( HotAll: cure tcs. daß er euch ertöhe zu seiner Zeit. Corge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Siyd nüchtern und wachet, denn cur W.dersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, wels chen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wiffet, daß eben dieselbigen Leiden über cure Bruder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen bat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Chrifto Jesu, derulbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit Leidet, vollbes € 5 3 106 Episteln vollbereiten, stårken, kräftigen und gründen. Demselben fey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Evangelium, Lucä 15, v. 1-10. s naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisder und Schrifts gelehrten murreten, und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und iffet mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dieß Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat, und so er der eins verlieret, der nicht laffe die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, fo leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Ulso wird auch Freude seyn im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre bas Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn funden hat, rufet fie ihren Freundinnen, und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Am IV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 8, v. 18-23. D enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offene bart werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Gintes mal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deswillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von 107 und Evangelia. von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichchen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Greatur sehnet sich mit uns, und ångstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evangelium, Luca 6, v. 36-42. arum send barmherzig, wie auch euer Vater barmhers richtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht vers dammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüßig Maaß wird man in euren Schooß geben, denn eben mit dem Maaß, da ihr messet, wird man euch wieder messen. Und er faget ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden fie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Junger ift nicht über seinen Meister, wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber ei nen Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie fannst Ich du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder! will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du sichest felbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! zieb zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiche bann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am V. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Petri 3, v. 8-15. Endlich aber send allesammt gleich gesinnet, mitleidig brüderlich, barmherzig, freundlich Bergeltet nich Boses mit Bosem, oder Scheltworte mit Scheltworten sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr duzu berufen seyd, e 6 31,2 108 Episteln send, daß ihr den Gegen beerbt. Denn wir leben will, und gute Tige fehen, der schweige eine Bunge, daß sie nichts Biss rede, und seinen Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes, er suche Frieden und jaze ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht aber des Herren siehet auf die, so da Boses thun. Und wer ist, der euch fo ihr dem Guten nachkommt? und gaden könnte, auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch feliz. Fürch tet euch aber vor ihrem Troße nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evangelium, Lucä 5, v. 1-11. Es begab sich aber, daß sich das Volk zu Jeſu drang, Gottes, und er am Genezareth. Und sahe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Nege. Da trat er in der Schiffe eines, welches Eimonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Land führete. Und er sehte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut, und Simon antwortete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht ges arbeitet, und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das N.ß auswerfen. Und da sie das thaten, beschloss fen sie cine große Menge Fische, und ihr Nck zerris. und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kámen, und hütfen ihnen ziehen. Und fie famen und fülleten beide Schiffe voll, daß fie fanten. Da das Simon Petrus sahe, fil er Jesus zu den Knicen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fundiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken an kommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fische zug, den sie mit einander gethan hatten. Deffelbigin gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zeb.dii, Simonis Gesellen. und Jesus sprach zu Si mon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Minsden und Evangelia. 109 Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Sande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Am VI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 6, v. 3-11. W taufet sind, die sind in seinem Tod getauft? Go sind wir mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Tods tcn, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der fundliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht diehen. Denn, wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Ghrifto gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden. und wissen, daß Christus von den Todtin auferwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sunde gestorben, zu einem Mal; daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seyd, und lebet Gott in Chrifto Iefu unserm Herrn. Evangelium, Matth. 5, v. 20-26. D enn ich sage euch: Es sey denn eure Gerechtigkeit bes ser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich Eommen. Ihr habt gehöret, daß zu den alten gefagt ift: Du soust nicht tödten, wer aber tödtet, soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig, wer aber zu seinem Bruder sagt, Racha, der ist des Rads schuldig. Wer aber sagt: du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, e 7 wenn 31 110 Episteln wenn du deine Gabe auf dem Altar opferft, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann tomm und opfre deine Gabe. Sey willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins über: antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich, du wirst nicht von dannen herausKommen, bis du auch den legten Heller bezahleft. Am VII. Sonntage nach Trinitatis: Epistel, Rom. 6, b. 19:23. 38% willen eures Fleisches. Gleichvie ihr eure Glieder 2ch muß menschlich davon reben, um der Schwachheit begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von eis ner Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun aure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knecht waret, da was ret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht, welcher ihr euch jest schämet. Denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber fend von der Sünde frei, und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Chris fto Jefu unserm Herrn. Evangelium, Marc. 8, v. 1-9. der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts 3 feine zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu offen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche waren von und Evangelia. 111 von ferne kommen. Scine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß fie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode und dankete, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten. Und fie legeten dem Volke vor. und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete, und hieß dieselbiger auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegeffen hatten. Und er ließ sie von sich. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 8, b. 12-17. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geift Got tes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen Enechtischen Geist empfangen, daß ihr euch aber mal fürchten müsset, sondern ihr habt einen findlichen Geift empfangen, durch welchen wir rufen: Abba! lie ber Vater. Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geist daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wird auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miter ben Christi: so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15-23. vor den die in Schaafskleidern zu euch kommen, inwendig aber find fie reißende Wölfe, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, Kann man auch Trauben lesen von den Dornen; oder Fei gen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum brin get gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früch te. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, uni ein 318 1980 112 Episteln ein fauter Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abs gebauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich kommen, fondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr! Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weidhjet alle von mir, ihr Uebelthäter. Am IX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 10, v. 6:13. Das as ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelus stet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener ets liche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk sigte sich nieder zu essen und zu trinken, und stund auf zu spiel.n. Auch laffet uns nicht Hurerci treiben, wie etliche unter jenen Hurer.i treiben, und ficlen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Eaffet uns aber Christum nicht vers fuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, glich: wie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Colches alles widerfuhr ihnen zum Vors bilde: es ist aber uns gefchricbin zur Warnung, auf wits che das Ende der Welt gekommen ist. Darum wer sich Låffet dunken, cr stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der cuch nicht läßt versuchen über cuer Vermögen, sondern machet, daß die Vers suchung so in Ende gewinnct, daß ihre könnet ertragen. Evangelium, Luca 16, v. 1-9. € ³ 8 war cin reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berichtiget, als hätte er ihm seine Gü ter und Evangelia. 113 ter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so scháme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gefeget werde, daß fie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bift du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sege dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind kluger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Am X. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 12, v. 1:11. Von on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden gewesen send, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß nies mand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes rebet. Und niemand kann Jefum eincn Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Und es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geift. und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen ers zeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Eis nem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit. Dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist. Einem andern der Glaube in demselbigen Geist. Einem andern die Gabe gesund zu machen, in demsels bigen 12 114 Episteln bigen Geift. Einem andern Wunder zu thun.- Einem andern Weissagung. Einem andern Geister zu unterscheiden. Einem andern mancherlei Sprachen. Einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige cinige Geist, und theilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium, Lucä 19, v. 41-48. Und als er, der Herr Jeſus, nahe hinzu kam, ſahe er die an, weinete Und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient: Uber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich, und deine Kinder mit dir, eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ångsten. Und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht er kannt haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften. Und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Bornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß fie ihn umbråchten. Und funden nicht, wie sie ihm thun follten, denn alles Volk hieng ihm an, und hörete ihn. Am XI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1-10. 3% ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündet habe, welches ihr auch ange nommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr behalten habt, es wåre denn, daß ihrs umfonft geglaubet håttet. Denn ich habe euch zuvörderst gege ben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestor= ben fey für unsere Sünde, nach der Schrift. Und daß er begraben sen, und daß er auferstanden sey am dritten Tage, nach der Schrift. Und daß er gesehen worden ist von Kephas, und Evangelia. phas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gefehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Um lehten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein poftel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Uber von Gottes Gnaden bin ich das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, fondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium, Lucä 18, v. 9-14. D er Herr sagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß fie fromm wären, und verachteten die andern, ein folch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisder stund und betete bei sich selbst alſo: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Rauber, ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Bollner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Sehenden von allem, was ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Hpimmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott sey mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am XII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. in zu Gott. Nicht, daß wir tuchtig sind, von uns seiber etwas zu denken, als von uns selber, sondern, daß wir tuchtig find, ist von Gott. Welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tootet, aber 312 114. 116 Episteln aber der Geist machet lebendig.' So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebil det, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mofis, um der Klarheit willen seines Ungesichts, die doch aufhöret: Wie follte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Umt, das die Verdammniß pre diget, Klarheit hat, vielmehr hat das Umt, das die Ges rechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Evangelium, Marc. 7, v. 31-37. Und da der Herr Jefus wieder ausging von den Gränzen kam er an mitten unter die Grånze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk befonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßete und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist: thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band feiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie solltens niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße, und sprachen: er hat alles wohlgemacht, die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Galater 3, v. 15-22. Nicben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden. Berachtet man doch eines Menschen Testament nicht, ( wenn es bestätigt ist) und thut auch nichts darzu. Nun ist je die Verbeißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht: Durch die Saamen, als durch viele, fons dern als durch einen; durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Chriftum, wird nicht aufgehos ben, daß die Verheißung sollte durchs Geseß aufhören, wel ches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gescß erworben würde so würs de und Evangelia. 117 de es nicht durch die Verheißung gegeben. Gott aber hats Abraham durch die Verheißung frei geschenket. Bas soll denn das Geseg? Es ist darzu gekommen um der Sünde willen, bis der Saame káme, dem die Verheißung gesche hen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einzigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesch wider Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Gefeß gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so kame die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesch. Über die Schrift hat es beschloffen unter die Sünde, auf daß die Verheißung kame durch den Glauben an Icfum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Luc. 10, v. 23-37. esus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach infons fehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige woll ten schen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, was ihr höret, und habens nicht gehöret. Und fies he, da stund ein Schriftg.lhrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz ges schrieben? Wie liefest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüs the; und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du haft recht geantwortet; thue das, so wirst du les ben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinab zog, und da er ihn sabe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein levit, da er kam bei die Stätte, und fahe ihn, ging er vorüber. Gin Camariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn ſah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darin Del und Wein, und hub ihn auf kin cuol 1 Fie 118 Episteln sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reisete er, und er zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 16:24. Lieben Brüder, wandelt im Geist, ſo werdet ihr die Lúste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch ge lüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dies felbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wol let. Regicret euch aber der Geist, so seyd ihr nicht unter dem Geset. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da find: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgöt terei, Sauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Bank, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Fressen, Saufen, und dergleichen. Von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und fage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ift Lie be, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Reuschheit. Wider solche ist das Gefeß nicht. Welche aber Chrifto angehören, die kreuzi gen ihr Fleisch samt den Lüften und Begierden. Evangelium, Luc. 17, v. 11-19. Und es begab sich, da Jeſus reifete gen Jeruſalem, zog er Samariam und er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussäßige Måns ner, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Master, erbarme dich unser! Und da er fie fabe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden fie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er ges fund worden war, Lehrete er um, und preisete Gott mit laus und Evangelia. 119 lauter Stimme. Und fiel auf sein Ungeficht zu seinen Fus Ben und dankete ihm. Und das war ein Camariter. Jes fus aber antwortete, und sprach: Sind ibrer nicht gebn rçin worden? Wo sind aber die neune? hat sich sonst keis ner funden, der wieder umkehre, und gebe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stihe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Am XV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 6, v. 1:10. o wir im Geift leben, so laffet uns auch im Geist wan: deln. Laffet uns nicht eitler Ehre geizig feyn, unter einander zu entrusten und zu lassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurechte mit langmüthigem Geist, die ihr geiftlich seyd. und fiehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest Einer trage des andern East, so werdet ihr das Gefeß Chrifti erfüllen. So aber sich jemand låffet dunken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher prüfe aber selbst sein Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine East tragen. Der aber unter= richtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem der ihn unterrichtet. 3rret euch nicht, Gott låffet fich nicht fpotten. Denn was der Mensch sået, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch sået, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geift sået, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laffet uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zet werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an jedermann, after meist aber an den Glaubenégenoffen. Matth. 6, v. 24-34. Evangelium, Niem iemand kann zweien Herren dienen, entweder, er wirb cinen haffen, und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sors Fie 120 Evisteln Corget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Schet die Vögel unter dem Himmel an. Sie fden nicht, sie erndten nicht, fie fammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Ceyd ihr denn nicht viel mehr denn sie? wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum fors gct. Und warum forget ihr für die Kleidung? Schaurt die auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derfelben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidete, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er euch nicht vielmehr das thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden: denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird cuch solches alles zus fallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn Es ist ges der morgende Tag wird für das seine sorgen. nug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Epheser 3, v. 13-21. darum bitte müde wers det um meiner Trubsalen willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden. Daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum feiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurs zelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite und die Läns ge, und Evangelia. 121 ge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben, viel besser ist, denn alles missen, auf daß ihr erfüllet werdet mit aller Gottes Fülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wurs ket, dem sen Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Evangelium, Lucä 7, v. 11-17. nd es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt, viel mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat hinzu, und rührete den Sarg an, und die Tråger stunden. Und er sprach: Jungling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn feiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und preiseten Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns auferstanden, und Gott hat sein Volk heimges sucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jus dische Land, und in alle umliegende Länder. Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, v. 1-6. ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich gebühret eurem Beruf, barin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe. Und feyb fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen send, auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evans F Rie mg 1: 122 Episteln os Evangelium, Luca 14, v. 1-11. Und is begab ſich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisácr, auf einen Sabbath das Brod zu essen, und sie hulten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war waffersüchtig. und I sus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ists auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille? Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fället und er nicht alsobald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkete, wie sie erwählten oben an zu sigen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so she d ch nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey, und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Wiche diesem, und du müssist denn mit Schaam unten an sigen: Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sie dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, und spreche zu dir: Freund, rücke hinauf: denn wirst du Ehre. haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich felbst erniedriget dir soll erhöhet werden. Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 1, v. 4: 9. J% ch danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnas de Gottes, die euch gegiben ist in Christo Jesu. Daß ihr sind durch ihn in allen Stücken rich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Pres digt von Chrifto in euch kräftig worden ist: also, daß ihr kainin Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet. nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jefu Cbrifti. Wil cher quch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr unfträflich sind auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn und Evangelia. 123 Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen scyd zur Ges meinschaft seines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn. Evangelium, Matth. 22, v. 34-46. a aber die Pharisder höreten, daß Jesus den Saddus fich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, vers suchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das fürnehms ste Gebot im Gesch? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzım Gemüthe. Das ist das fürnehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gefeß und die Propheten. Da nun die Pharisder bei einander waren, fragete sie Jefus, und sprach: Wie dünket euch um Chris sto? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. sprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geist ei nen Herrn? Da er sagt: Der Herr hat gesaget zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege meine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephef. 4, v. 22-28. So nun von nach dem Wander den alten Menschen, der durch Lüfte in Irrtbum fich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste curts Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschafe fen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget dic Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einan der Glieder find. Zürnet und. fündiget nicht, laffet die Sonne nicht über curcm 3orn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lásterer. Wer gestohlen hat, der steh f2 le fie 1: 124 Episteln le nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Håns den etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium, Matth. 9, v 1-8. Da a trat er, der Herr Jesus, in das Schiff, und fuhr Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sey getrost mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben. Und siche, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser låstert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wis die set, baß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, Sunben zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und Da das Volk das sahe, er stund auf, und ging heim. verwunderte es sich, und preifete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 5, v. 15:21. ( o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. und schi det euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit, darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern werbet voll Geistes. Und redet unter einander von Psalmen und Lobgefangen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eus rem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsere Herrn Jesu Christi. Und send unter einander unterthan in der Furcht Gottes, Evangelium, Matth. 22, v. 1 14. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der ſeinem Sohn S machte. aus, fie und Evangelia. 125 kommen. sie den Gästen zur Hochzeit riefen, und sie bollten nicht Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthirung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zus sammen, wen sie funden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und haft kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dies nern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zahnklappern. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Am XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. 3 Gotulegt, meine Brüder: send stark in dem Herrn, und in tes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftige Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nemlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wenn das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, nnd das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und ange30gen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen ges f3 sties fie 126 Episteln. stiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friebens, damit ihr bereitet foyd. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geis stes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium, Joh. 4, v. 47-54. und nd es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Sawar pernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judáa in Galildam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab káme, und hülfe seinem Sohn, denn er todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder schet, so glaubet ihr nicht. Der Konigifche sprach zu ihm: Herr, komme hinab, che denn mein Kind stirbet. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging bin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm, und Sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und fie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fiber Da merkete der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jeſus that, sa er aus Judáa in Galilia kam. Am XXII, Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 1. v. 3:11. ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke. Wel le, und thue das Gebet mit Freuden. Ueber eure Gemeinfchaft am Evangelio, vom ersten Tag an bis hieher. Und bin deffelbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefans gen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen, bis an den Tag Jefu Chrifti. Wie es denn mir billig ist, daß ich bermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in mi nem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich und Evangelia. 127 ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein Beuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrunde, in Chrifto Jesu. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde, in allerlei Erkennt: niß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sen, auf daß ihr seid lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Je fum Chriftum geschehen( in euch) zur Ehre und Lob Gottes. Evangelium, Matth. 18, v. 23-35. D as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib, und seine Kinder, und alles was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging der felbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sond.rn ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlete, was schuldig war. Da aber seine Micknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schaltsknecht, alle deine Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mih batest. Goll: st du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bizahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun: so ihr nicht vergebet von Herzen, ein jeglicher sein.m Bruder seine Fehler. er 4: Um 3 fie 128 Episteln das Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 3, v. 17-21. Colget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn vies le wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, des rer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Je su Christi, des Herrn, welcher unfern nichtigen Leib vers klären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. 22, v. 15-22. D a gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jefum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Junger, samt Herodis Diener und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest denn den Weg Gottes recht, und fragest nach Niemand, du achteft nicht das Ansehen der Menschen. Darum fage uns, was dunket dich? Jsts recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkete ihre Schalt heit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weis fet mir die 3insmünze; und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwuns derten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Coloffer 1, v. 9:14. von dem wirs ret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß ſeines und Evangelia. 129 nes Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Vers stand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn, zu allem fie Gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken. Und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht, welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß; und hat uns versehet in das Reich seines lieben Sohncs, an, welchem wir haben die Erldfung durch sein Blut, nemlich, die Vergebung der Sünden. Evangelium, Matth. 9, v. 18-26. mit ihnen da kam der obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jegt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesne stund auf, und folgete ihm nach, und seine Jünger. und siche, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang ges habt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus, um, und sahe sie, und sprach: Sey ge= troft, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe de Pfeifer und das Getummel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand: da stand das Magdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in baffelbige ganze Land. Am XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Theff. 4, v. 13-18. ir wollen euch aber lieben Brüder, nicht verhalten Won fehlafen, rig send, wie die andern, die keine Hoffnung haben. f5 Denn mt 18 130 Episteln Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind curch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Chrifto werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zus gleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium, Matth. 24, v. 15-28. enn ihr nun sehen werdet den Gráuel der Verwü D stung, davon gesaget ist durch den Propheten Da niel, daß er stehet an der heiligen Ståtte,( wer das lie set, der merke darauf!) Wisdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Saugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht Denn es wird geschehe im Winter, oder am Sabbath. alsbann eine große Trúbsal seyn, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nie werden wird. Und wo diese Tage nicht werden verkürzet, so wür de kein Mensch felig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifti, und fal sche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich ware) auch die Auserwählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu ench sagen werden: Giche, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleich wie der Blig aufgchet vom Unfang, und scheinet bis zum Nies und Evangelia. 131 Niedergang: also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber in Was ist, da sammeln sich die Adler. Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Teff. 1, v. 3-10. Dir sollen Gott danken allezeit um euch, licben Brües euer wachſet sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander. Ulso, daß wir uns euerer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von wegen eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trubsalin, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trubjal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trubsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, unb. über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Ungesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Evangelium, Matth. 25, v. 31-46. W enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, glich als ein Hirte die Schaafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schaafe zu seiner Rechten stellen, und die Bocke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kom met her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das cuch bereitet ist von Unbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich f6 bin 3 fie m 132 Episteln d bin durftig gewesen, und ihr habt mich getránket. Ich bin ein Gaft gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich ges speiset? Oder durstig, und haben dich getránket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir ihr Verfluchten in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespei fet. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getránket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen geves sen, und ihr habt mich nicht besuchet. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gefehen hungrig oder durstig, oder einen Gaft, der nadend, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt eis nem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Petri 3, v. 3-13. Lieben Brüder, wiffet das aufs erste, daß in den legs ten Tagen kommen werden Spotter, die nach ihren eige non Lüften wandeln. Und sagen. Wo ist die Verbeißung feiner Bukunft? Denn nachdem die Båter entschlafen fins und Evangelia. 133 find, bleibet es alles, wie es von Anfang der Creatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, fie daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch die felbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jegund und die Erden werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerich's und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eis nes aber sey euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag für den Herrn ist wie tausend Jahr, und tausend Jahr wie ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße bekehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel vergehen werden mit gro Bem Krachen, die Elemente aber werden für Hige ver: schmelzen, und die Erde, und die Werke, die drinnen find, werden verbrennen. So nun das alles soll zerge hen, wie follt ihr dann geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Him: mel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hige zers schmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Evangelium. Suche am VI. Sonntage nach Epiph. Gpwelr 31 Episteln und Evangelia auf die Feiertage. Am Tage St. Andre ä. Epistel, Rom. 10, v. 10:18. o man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hie kein Unterschied zwischen Juden und Griechen, es ist aber allzumal ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen fie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? Wie follen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen. Über sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jefaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehö ret? 3war es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. # 7701 Evangelium, Matt. 4, v. 18-22. Als [ ts nun Jcfus an dem Galiläischen Meere ging, sab, er zween Brüder, Simon, der da heißet Petrus und Undream, seinen Bruder, die warfen ihre Neße ins Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mit nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald und Evangelia. 135 Bald verließen sie ihre Neße, und folgeten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sahe er zween andere Brüder, Jacobum, den Sohn Zebedåi, und Johannem, feinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Nege flicketen, und er rief ihnen. Bald verließen fie das Schiff und ihren Vater, und folgeten ihm nach. Am Tage St. Thom ä. Epistel, Eph. 1, v. 3-6. Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Gegen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns den erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten seyn heilig und unstråflich vor ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens: Zum Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. Evangelium, Joh. 20, v. 24-29. Thomas aber, der zwölfen einer, der da heißet 3willing, war bei ihnen, kam. Da ten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sey denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmahl, und lege meinen Finger in die Någelmahl, und lege meine Hand in seine Seite will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschloffen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sen mit euch. Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siche meine Hände und reiche deine Hand her, und lege fic in meine Seite, und sey nicht unglaubig, sondern glaubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott. Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen haft, Thoma, so glaubeft du. Gilig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Um fie 136 Episteln Am Tage Pauli Bekehrung. Epistel, Apofteigesch. 9, v. 1-22. Sing aulus aber schnaubete noch mit Drauen und Morden wider die Jünger des Herrn, und ging zum Ho henpriester und bat ihn um Briefe gen Damascus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fånde, Månner und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damascus kam, umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel, und er fiel auf die Erde, und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer wer: den wider den Stachel lecken. Und er sprach mit 3it tern und 3agen. Herr, was willst du, daß ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, stunden und waren erstarret, denn fie höreten eine Stimme, und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Ere de, und als er seine Augen aufthåt, sahe er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führeten ihn und aß gen Damascus, und war drei Tage nicht sehend, nicht, und trant nicht. Es war aber ein Junger zu Das masco, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Gesichte: Unania. Und er sprach: Hie bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Gasse, die da heißet die Richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo mit Namen von Tharsen, denn fiche, er betete, und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Unanias, zu ihm hinein kommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend we de. Unas nias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Uebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem, und er hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dies fer ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden, und vor den Königen und und Evangelia. 137 vor den Kindern von Ifrael. Ich will ihm zeigen, wie bicl er leiden muß um meines Namens willen. Und Unanias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gefandt,( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest, daß du wieder sehend, und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest). Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend, und stund auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Lage bei den Jüngern zu Damascus. Und alsbald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn sey. Sie entsegten sich aber alle, die es höreten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörete alle, die diesen Namen anrufen, und darum herkommen, daß er sie gebun den führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr kräftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damascus wohneten, und bewährte es, daß dieser ist der Christ. Evangelium, Matth. 19, v. 23-30. Jeſus wer gefus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sa: ge euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Juuger höreten, entsetzten sie sich sehr, und sprachen: Ei! kann denn selig werden? Jefus aber sahe sie an, und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ists unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus, und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und find dir nachgefolget, was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich fage euch, daß ihr, die ihr mir send nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sizen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sigen auf den zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlech ter Israel. Und wer verlässet Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder oder Necker um meines Namens willen, der wird hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. fie E: 139 Episteln ben. Aber viel, die da sind die Ersten, werden die Lehten, und die Leßten werden die Ersten seyn. Am Tage Mariä Reinigung. Epistel, Maleachi 3, v. 1.4. iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, den ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen, denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sigen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen, und läutern wie Gold und Silber, dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen, in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda und Jerusalems, wie vorhin und vor Tangen Jahren. Evangelium, Lucă 2, v. 22-32. Und nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geset Mofis tamen, brachten sie das Kind Jefum gen Jerufalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn.( Wie denn geschrieben stehet in dem Gefeß des Herrn: Allerlei Mannlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn ge heiliget heißen.) und daß sie gåben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein paar Turteltauben, oder zwo junge Zauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem mit Namen Simeon; und derselbige Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Ifrael, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden, von dem heiligen Geist, er follte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen, und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thåten, wie man pfleget nach dem Gesek, da nahm er ihn auf seine Urme, und lobete Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in und Evangelia. 139 3 in Frieden fahren, wie du gesagt haft. Denn meine Au- fie gen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Am Tage Matthiä. Epistel, Apostelgesch. 1, v. 15-26. nd in U fra, den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, Haufen bei hundert und zwanzig): Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zus vor geſagt hat der heilige Geist, durch den Mund David, von Juda, der ein Borgånger war derer, die Jefum fiengen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte dies Amt mit uns übernommen. Dieser hat erworben den Ucker um den ungerechten Lohn, und sich erhenket, und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Eingeweide aus geschüttet. Und es ist kund worden allen, die zu Jerufalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf die Sprache: Hackeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sey niemand, der darinnen wohne. Und sein Bisthum empfahe ein anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind, die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus und eingegangen, von der Taufe Johannis an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Beuge feiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten ziveen, Joseph, genannt Barsabas, mit dem 3unamen Just, und Matthiam, beteten und sprachen: Herr! aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter diesen zweien, daß einer empfahe diefen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an sein Ort. Und sie warfen das Loos über sie; und das Loos fiel auf Matthiam, und er ward zugeordnet zu den eilf Aposteln. Evan 140 Episteln Evangelium, Matth. 11, v. 25-30. derselbigen Seit antwortete Jesus, und sprach: Ich 3 Sen, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen haft, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja Vas ter, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und nie: mand kennet den Sohn, denn nur der Vater; und nie mand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seyd, ich will euch erquit ken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig, ſo werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä. Epistel, Jesaiá 7, v. 10-19. nd der Herr redete abermals zu Ahas, und sprach: Fors U sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Über Uhas sprach: ich wills nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach cr: wohlan, so höret ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute bes leidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Dare um so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn ge båren, den wird sie heißen Imanuel. Butter und Honig wird er effen, daß er wisse, Boses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böſes verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlassen seyn von seinen zween Königen. Evangelium, Luca 1, v. 26-38. Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt zareth, zu einer Jungfrau, die Manne, mit Namen Joseph, vom vertrauet war einem Hause David, und die Jungs und Evangelia. 141 Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit dir, du gebenedeite unter den Weibern. Da fie aber ihn sahe, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du haft Gnade bei Gott funden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, des Name sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchften ges nannt werden. Und Gott der Herr wird ihm den Stuhl feines Vaters David geben. Und er wird ein König seyn über das Haus Jacob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria zu dem Engel, wie soll das zugehen? Sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete, und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genennet werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundin, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Ulter, und gehet jest im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß fie unfruchtbar sen. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Am Tage Philippi und Jacobi. Epistel, Ephef. 2, v. 19-22. Lieben Brüder, so send ihr nun nicht mehr Gäste und sondern und Gottes Hausgenoffen, erbauet auf den Grund der Upo= stel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung Gottes im Geift. Evangelium, Joh. 14, v. 1-14. efus fprach zu feinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so gaubet ihr auch an mich. In meines fie he 142 Episteln meines Vaters Hause sind viel Wohnungen. Wenns nicht so wäre wollt ich zu euch sagen: ich gehe hin, euch die Ståtte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Ståttr zu bereiten, will ich doch wieder kommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seyd, wo ich bin. und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingeheft, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, ſo kennetet ihr auch meinen Vater, und von nun an kennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr zuige uns den Vater, so genüget uns. Jefus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kenneft mich nicht? philippi, wer mich sichet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Beige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu cuch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist, wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird großere denn diese thun, denn ich gehe zum Bater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohn. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Am Tage Johannis des Täufers. Epistel, Jefaid 40, v. 1.5. röftet, tróftet, mein Volk, spricht euer Gott. Redet Ritterschaft eine Ende hat, denn ihr Missethat ist vergeben; denn sie hat zweifáltiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme des Predigers in der Wüsten: Bereitet dem Herrn den Weg, macket auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht und Evangelia. 143 richt ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evangelium, Lucä 1, v. 57-80. 11n nd Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebåren sollte, und fie gibar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Ge= freundeten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie zu beschneiden das Kindlein, und tüßen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern es soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch nümand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winktin seinem Vater, wie er ihn wollte heißen laffen? Und er forderte ein Tåflein, schrieb und ſprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle., Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgettan, und redete, und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und diese Geschichte ward alle ruchbar auf dem ganzen Südischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nahmens zu Herzen, und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagete und sprach: Gelobet sey der Herr, der Gott Ifracl, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seincs Dieners David. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten daß er uns errettet von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns haffen; und die Barmherzigkeit er zeigete unsern Båtern, und gedachte an seinen heiligen Buno; und an den Eid, den er geschworen hat unserm Bater Ubratam, uns zu geben, daß wir erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefäl lig ist. Und du, Kindlin, wist in Prophet des Hochsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest; und Erkenntniß des Heils gebeft feinem Volk, die das ist in Virgebung ihrer. Günden; durch 3 fie n: 18 he 144 Episteln durch die herzliche Barmherzigkeit unfers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe; auf daß er scheine denen, die da sigen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüsten, bis daß er sollte hervortreten, vor das Volk Israel. Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Apost. Gesch. 12, v. 1.11. m dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände von aber Jacobum, Johannis Bruder mit dem Schwerdt. Und da er sahe, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß, und überantwotete ihn vierviertheilen Kriegs Enechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorftellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hus ter vor der Thür hüteten des Gefängniffes. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und we dete ihn auf, und sprach: Stehe behends auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich, und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen er ging Mantel um dich), und folge mir nach. Und hinaus und folgete ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrs haftig folches geschähe durch den Engel; sondern es bauch te ihn, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, und tamen in der eisern Thur, welche zur Stadt führet, die that sich ihnen von ihr selber auf. Und traten hinaue, und gingen hin eine Gaffe lang und alsobald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ibin und Evangelia. 145 ihm selber kam, sprach er: nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr einen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volks. Evangelium, Matth. 16, v. 13-19. kam Jesus in die Gegend der Stadt Gåsarea Philips 31 Am Tage Mariä Heimsuchung. Epistel, Rom. 12, v. 9.18. Die Liebe fey nicht falſch. Haffet das Urge, hanget dem brüderliche Liebe unter sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zus vor. Seyd nicht tråge, was ihr thun sollt. Send brünftig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffe nung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; fegnet, und fluchet nicht. Freuet cuch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weis nenden. Habt einerlei Sinn unter cinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Riedrigen. Haltet euch nicht filbft für Elug. Bergeltet niex fie gen die Leute, daß des Menschen Sohn sey? Sie sprachen: B: Etliche sagen, du seyft Johannes, der Täufer. Die ans deren, du seyest Elias. Etliche, du seyest Jermias, oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer saget denn sey? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Chriſtus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbaret, sondern mein Vater im Himmel, Und ich sage dir auch. Du bist Petrus und auf diesen Felfen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreiche Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden seyn, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Him mel los seyn. 146 Epifteln niemand Boses mit Böscm. Fleißiget cuch der Ehrbarkeit gegen jebermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, fo habet mit allen Menschen Friede. Evangelium, Luc. 1, v. 39-56. Ma aria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endlich, zu der Stadt Juda. Und kam in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariá horete, hüpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll und rief laut, und sprach: Gebenedeyt bist du unter den Weibern, und gebenedeyet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Rutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o felig bist du, die du geglaubt haft, denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geift freuet sich Gottes meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Urm, und zerstreut die hoffärtig find in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen erfüls let er mit Gütern und lässet die Reichen leer. Er dens let der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Saamen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr drei Monden, darnach kehrete sie wiederum heim. Am Tage St. Jacobi. Epistel, Rom. 8, v. 28-39. Wi ir wissen aber, daß denen die Gott licben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsak berufen sind. Denn welche er zuvor berufen hat, die hat er auch verordnet, daß fie gleich seyn sollen dem Ebenbilde kinis Eohnes, auf daß und Evangelia. 147 daß derselbige der Erstgeborene sey unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; wel che er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was sollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns seyn? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben: wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenten? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet. Wer will will verdammen? Chris stus ist hie, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trubsal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag, wir find geachtet wie Schlachtschaafe. Uber in dem allen überwinden wir weit, um deswillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärs tiges noch 3ukünftiges, weder hohes noch Tiefes, noch teine andere Greatur, mag und scheiden von der Liebe Gottes, die in Chrifto Jesu ist, unserm Herrn. Evangelium, Matth. 20, v. 20-23. trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedái, mit ihs niedern 1 ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sigen in deinem Reiche, einen zu deiner Nechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinten: und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden. Aber das Siben zu meiner Rechten und Einken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. $ 2 Xm fie m 18 Episteln Wi Am Tage Bartholomäi. Epistel, 2. Cor. 4, v. 7:10. Mir haben aber solchen Schaß in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sey Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trúbfal, aber wir ånge ften uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 148 ne Evangelium Lucă 22, v. 24-30. € 5.8 8 erhub sich einen 3ank unter den Jüngern, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen und die Gewaltigen heißet man gnädige Herrn. Ihr aber nicht also: Sondern der Größefte unter euch soll seyn wie der Jüngste, und der Fürnehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische siget, oder der da dienet? Ist nicht also, daß der zu Tische fizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber sends, die ihr behar ret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mire mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reich, und sißen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Ifrael. Am Tage St. Matthäi. Epistel, 1. Cor. 12, v. 4-11. s find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es find mancherlei 2emter, aber es ist ein Herr. Und es find mancherlei Kråfte, aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes, zum gemeinen Nußen. Einem wird geges ben durch den Geist zu reden von der Weisheit, dem ans deren wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach dem felbigen Geist. Einem andern der Glaube in demselbigen Geift. Einem andern die Gabe gefund zu machen in dem felbis und Evangelia. felbigen Geist. Einem anderen Bunder zu thun. Eincm anderen Weissagung. Einem andern Geister zu unterschei den. Einem andern mancherlei Sprachen. Einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket dersel bige einige Geist, und theilt einem jeglichen Seines zu, nachdem er will. 149 3 Evangelium, Matth. 9, v. 9-13. U am der nd da Jesus von dannen ging, sabe er einen Menschen 1 1 Am Tage St. Michaelis. Epistel, Off. Joh. 12, v. 7:12. und es erhub fich ein Streit im Himmel: Michael und ſeine Engel ftritten mit dem Drachen, und der Drache ftritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihrer Stätte nicht mehr funden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drach, die alte Schlange, die da heißet der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurs den auch dahin geworfen. und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich, und die Macht unsers Gottes seis nes Christus worden, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden, durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebet, bis an den Zod. Darum freuet euch, the Himmel, und die darinnen wohnen. Evanfie Folge mir. Und er stund auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viel Zöllner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die pharisder saben, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit diesen s 3öllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin, und lernet, was das sez): Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin kommen die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen. Pr 150 Episteln Evangelium, Matth, 18, v. 1-10. u derselbigen Zeit traten die Jünger zu Jefu, und 3- fus rief ein Kind zu sich, und stellte es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich ich sage euch, es sey denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst ers niedriget, wie das Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Ges ringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehånget wurde, und er ers fäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Xergerniß halben! Es muß ja Kergerniß kommen. Doch wehe dem Menschen, durch welchen Wergerniß kommt? So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir; es ist dir heffer, daß du zum Leben lahm, oder ein Krüppel eingeheft, denn daß du zwo Hánde oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge drgert, reiße es aus, und wirf es von dir, es ist besser, daß du eindugig zum Leben eingeheft, denn daß du zwei Augen habeft und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet; denn ich Fage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Am Tage Simonis und Judă. Epistel, 1 Petr. 1, v. 3.9. selobet fey Gott und der Vater unfers Herrn Jesu Chris sti, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Aufers stehung Jesu Chrifti von den Todten; zu einem unvergångs lichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das bez halten wird im Himmel. Euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welde zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der legten Zeit, welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jeßt eine kleine Zeit ( wo es sein soll) traurig seyd in mancherlei Anfechtungen: und Evangelia. 151 Auf daß euer Glauben rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergångliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus. Welchen ihr nicht gesehen, und doch lieb habet, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unause sprechlicher und herrlicher Freude. Und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. rm Evangelium, Joh. 15, v. 17-25. Jeffre efus sprach zu seinen Jüngern: Das gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die Welt baffet, so wiffet, daß sie mich vor euch gehaffet hat. Wäret ihr von der Welt, so hatte die Welt das Ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt seyd, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, fie werden euch auch verfolgen. Haben sie mein Wort ges halten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen: denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gee kommen wäre, und hätte es ihnen gesagt, hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, ihre Suns de zu entschuldigen. Wer mich hasset, der hasset auch meie nen Bater. Hätte ich nicht die Werke gethan unter ihnen die kein anderer gethan hat, so hatten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und hassen doch beide, mich und meinen Bater. Doch daß erfüllet werde der Spruch in ihrem Gesche geschrieben: Sie haffen mich ohne Urfach. Am Tage der Kirchweihung. Epistel, Offenb. Joh. 21, v. 2-5. Und ich Johannes sahe die heilige Stadt, das neue Jerus herab fahren, zuz Und bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Sies he da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein feyn, und er selbst Gott mit ihnen, wird ihr Gott seyn. Und Gott wird, ab: fie 3 18 fr n ( s n 152 Episteln und Evangelia. abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergans gen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Evangelium, Lucä 19, v. 1-10. 30g Und he, da war ein Mann, genannt Zachaus, der war ein Oberster der 3öllner, und war reich. Und begehrte Jeſum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dies felbige Stätte, sah er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Bacháe, steig eilend hernieder, denn ich muß heute in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das fahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkeh rete. Bachâus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den ärmen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wiedet. Jefus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil wiederfahren, fintemal er auch Abrahams Sohn ist, Denn des Menschen Sohn ist kommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. ENDE. 20 Verlag der Invalidenanstalt. Gedrucht in der C. f. Wittich'schen Hefsuchdruckerei. Sim ta Der kleine tine Catechismus D. M. Luthers. Frage und Antwort für die Kinder, so da sollen in: confirmiret und zum erstenmal zur Communion gelassen werden. Bist du ein Chrift? Ja, Herr. ' Woher weißt du das? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Christi, und die christliche Lehre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Fünf. Die in den Schriften Mosis, der Propheten und Apo- n stel verfasset und begriffen ist. Is Wie viel Hauptstücke hat die chriftliche Behre? 馆 Das erste. Die zehn Gebote Gottes. Das andere. Die Urtikel des christlichen Glaubens. Das dritte. Das Gebet des HERRN. Das vierte. Vom Sacrament der heiligen Taufe. Das fünfte. fie Das Ubendmahl des Herrn oder das Sacrament des Beibes und Blutes unsers Herrn Jefu Chrifti. Wozn hô Das erste Hauptstück. Wozu bienen uns diese allesammt insgemein? Das wir erkennen: erstlich, mit unserm Herrn Gott stehen. Gott sey, nnd wie wir mit bereiniget werden. 2. wer wir seyn, und wie wir Darnach, wer unser Herr ihm mögen verföhnet und Das erste Hauptstück. Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? Du sollst keine andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. Das andere Gebot. Du sollst den Namen deines HERRN nicht unnüglich führen. Was ist das? Bir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seis nem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen ober trügen, sondern denfelbigen in allen Röthen anrufen, bes ten, loben und danken. Das britte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Pres digt und sein Wort nicht verachten: sondern baffelbige heilig halten, gern hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe, und du lange lebeft auf Erben. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unfere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzurnen: fon bern Das erste Hauptstück. 3 bern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, fie lib und werth halten. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unferme Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch leid thun: fondern ihm helfen und fördern in allen Seibesnöthen, Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Bir follen Gott fürchten und lieben, daß wir teusch und züchtig leben, in Worten und Werken, und ein jeglicher fein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? i Bir sollen Goft fürchten und lieben, daß wir unserm Nachften sein Geld und Gut nicht nehmen, noch mit fals fcher Waare oder Handel an uns bringen: fondern ihm sein Gut und Nahrung helfen beffern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst tein falsch Zeugniß reden wider beis nen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreben, oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschulbis gen, Gutes von ihm reben, und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines nächsten Haus. Was ist das? Wir follen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit Eift nach seinem Erbe oder pause stehen, noch mit einem Schrin des Rechtens an uns bringen: fons 2 berna 4 Das erste Hauptstück. dern ihm dasselbe zu behalten, forderlich und dienstlich seyn. Das zehente Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vich, oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vich abspannen, abbringen, oder abwendig machen: sondern bei denselbigen anhalten, daß sie bleiben, und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein starker eifriger Gott, der über die, so mich haffen, die Sünde der Väter beimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, aber denen, so mich lieben, und meinen Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. Was ist das? Gott drauet zu strafen alle, die diese Gebote übertrés ten, darum sollen wir uns fürchten für seinem Born und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Wozu sind uns die zehn Gebote Gottes nuh? 3u zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an, und offenbaren Gottes 3orn über die Sünden, dadurch wir vers ursachet werden, Vergebung der Sünden, und Troft wis der Gottes Born und den ewigen Zod, bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. 3um andern lehren sie, welches die guten Werken seyn, so die Glaubigen und Neugebornen zu thun schuldig find, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Bas ter im Himmel damit zu beweisen, Das andere Hauptstück. Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebot und Gesek erfüllen? Ach nein! denn unsere gute Werke sind nicht vollkommen gut, dieweil wir arme Sünder sind und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Rom. am 7. Wer hat denn das Gesetz und die zehen Gebote Gottes erfüllet? 58 Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Geseß genug ge= than, anders nicht, als ob wir selbst das Geset gehalten hätten: Und um desselbigen willen gefallen Gott auch unfere gute Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun: ihm zu seinem Lob und Ehren, und unferm Nächsten zu Dienst, obschon Mangel an denselbigen ist. Das andere Hauptstüd. Von den Artikeln des Christlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens? Die sind fie: Der erste, von der Schöpfung. Der andere, von der Erlösung Der dritte, von der Heiligung. Wie lautet der erste Artikel? im Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Bater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott erschaffen hat, sammt allen Greas turen, mir Leib und Seel, Uugen und Ohren, und alle Glider, Vernunft und alle Sinne gegeben hat, und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Ucker, Vieh und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahruug des Leibes und Lebens, reichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit bes schüßet und beschirmet, und für allem Uebel behütet und be* 3 wahret, 6 Das andere Hauptstück. wahret, und das alles aus lauter våterlicher, göttlicher Gute und Barmherzigkeit, ohn' all mein Verdienft und Würdigkeit, daß alles ich ihm zu danken, und dafür zu dienen, und gehorsam zu seyn, Das ist gewißlich wahr. und zu loben, schuldig bin. Wie lautet der andere Artikel? Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist; geboren aus Maria der Jungfrau; gelitten unter Pontio Pilato; gekreuziget, gestorben und begraben; niedergefahren zu der Höllen; am dritten Tage auferstanden von den Todten; aufgefahren gen Himmel; sigend zu der Rechten Gottes des allmächtigen Baters. Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Chriftus wahrhaftiger Gott, vom Bater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sey mein Herr, der mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlös fet hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuren Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sey, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene, in ewiger Gerechtigkeit, uns fchulb und Seligteit, gleichwie er ift auferstanden von bem Tode, lebet und regieret in Ewigkeit: Das ist ges wißlich wahr. Wie lautet der dritte Artikel? Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche; die Gemeinschaft der Heiligen; Verges Das andene Hauptstück. Vergebung der Sünden; Auferstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben, Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Chriftum, meinen Herrn, glauben, oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Gift hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Chriftenheit auf Erben berufen, fammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jefu Chrifto erhält, im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Glaus bigen tåglich alle Sünde reichlich vergibt, und am júngs ften Tag mich und alle Todten auferwecken wird, und mir, fammt allen Gläubigen in Chrifto Jefu, ein ewiges Leben geben wird, das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel bes Chriftlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sey, in seinem Wesen, und was fein gnädiger Wille gegen uns sey. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn, und Gott der Heilige Geift, drei unterschiebliche Personen, in einem tie nigen, ewigen, ungertrennlichen Wesen. 7 Sind denn drei Götter? Nein: Es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Bille Gottes? Daß er uns will unsere Günden vergeben, und mitthei len das ewige selige Leben. Bozu nuget uns die Erkenntniß des göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen, und durch den Glauben selig werben. Welche unter den breien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, ale námlich, der ewige Sohn Gottes. Wer ist nun Chriftus unser Erldfer in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott, vom Baler in Ewigkeit geboe * 4 ren, 8 Das andere Hauptstück. ren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren: Mein Herr. Oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat dieses deines Erldsers Jesu Christi? Er hat mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sey, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Glaubest du auch, daß Christus dein Herr bei seiner lieben Kirche allhier auf Erden, und auch bei dir sey? Ja mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Glaubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schüket und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Neich nach diesem Leben aufnehmen. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein ander Werk, als durch den ganzen allerheis ligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Christi, und durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben, das halt ich mit festem Glauben, und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Chriftum? 1 gibt der mir sie, durch sein heiliges Wort und Evangelium und die heiligen Sacramente. Se ala Das dritte Hauptstück. Das dritte Hauptstück. Vom Gebet des HERRN. Wie lautet das Gebet des Herrn? he be Es lautet also: Vater unser, der du bist in dem Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, Er sey unfer rechter Vater, und wir seine rechte Kinder, auf daß wir getrost, und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Bater. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geheiliget werde. Wie geschieht das? 9 Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes, darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes, da behüte uns vor, lieber himmlischer Bater. Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohn unser Gebet, von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort, durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. ne * 5 Was Das dritte Hauptstück. Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ehn unfer Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. 10 Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt, und unsers Fleisches Wille, sondern stårket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben, bis an unfer Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Die vierte Bitt. Unser täglich Brod gieb uns heute. Was ist das? Gott gibt das tägliche Brob auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen: Uber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Alles, was zu Leibesnahrung und Mothdurft gehöret, als Effen, Trinken, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, Necker, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherrn, gut Res giment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn, und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unfern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Bater im Himmel nicht ansehen wolle, unsere Sünde, und um derselben willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, daß wir bitten, habens auch nicht verdienet, sons dern er wolle uns alles aus Gnaden geben, denn wir tåglich viel fündigen, und wohl eitil Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne woht thun denen, die sich an uns versündigen. Die Das dritte Hauptstück. then utomst Die fechste Bitte.it uni Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? 113 Gott versuchet zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt, und unser eigen Fleisch nicht betrüge noch verführe in Mißglauben, Verzweifelung und andere große Schand und Laster. Und ob wir damit an gefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen, und den, Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Ulebel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel, von allerlei Uebel, Leibes und der Seele, Gutes und Ehre, erlöse, und zuleht, wenn unser Stündlein kommt, ein feliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel, Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß seyn, solche Bitten seyen dem Vater im Himmel angenehm und erhöret, denn er selbst hat uns gebo ten also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen alles, was zur Aufrechthaltung dieses zeitlichen, und Erlangung des ewigen Lebens gehöret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gett, und es des rohalben von ihm mit gläubigen Herzen bitten und erlangen. Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Taufe. Was sind die heiligen Eacramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in Kinem Wort verfaßren Ele * 6 menten 12 Das vierte Hauptstück. menten,) die unsichtbare verheißene Gnadenguter versiegelt und übergibt. Wozu sind die Sacramente eingeſetzt? Zur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Vers BONNE BO heißung. Wie viel sind Sacramente im Neuen Testament? 3wei: Die Taufe, und das Abendmahl des Herrn. 3um ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort, unsere Sünde gnädiglich um Christi willen vergiebt, nimmt uns an zu seinen Kindern, und macht uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter. Oder: Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot verfasset, und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matthái am legten: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, 3um andern: Was gibt oder nußt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset von Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet. Zum dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ift Das vierte Hauptstück. 13 ist das Wasser schlecht Wasser, und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ifts eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagte zu Tito am dritten Capitel. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jeſum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seyn des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. 3um vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reu und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich heraus kommen, und auferstehen ein neuer Mensch, der in Ges rechtigkeit und Reinigkeit für Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sanct Paulus zum Römer am sechsten spricht: wir sind fammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleich wie Christus ist von den Todten auferwecket, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Wozu nutet uns die Taufe. Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu seinen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Dingen als cin gnädiger Vater gegen uns erzeugen. Warum sprichst du in der Auslegung des Catechismi: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und giebt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat. Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben in feinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat ers uns geschenket und zugeeignet. * 7 760 14 anu me Das 14 Das fünfte Hauptstück. Das fünfte Hauptftf Vom Abendmahl des RRN. oder vom Sacrament deß Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament ober göttli the Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übergiebt uns mit Brod und Wein seinen wahren Reib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben, und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jefu Chrifti, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu effen und zu trinken, von Chrifto selbst eingefegt. Wo steht das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangeliften und Apostel, Matthaus, Marcus, Lucas und Sanct Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da Er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gege= ben wird: solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, danfete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet bin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden: Solches thut, so oft ihrs trinkt, zu meinem Gedächtniß. Was nuget denn solch Effen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte an:( Für euch gegeben und vergoffen, zur Vergebung der Sünden). Nemlich daß uns im Das fünfte Hauptstück. 15 im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Gelig Feit durch solche Worte gegeben wird: Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. ie lank teiblich Effen und Trinken solche große Dinge thun? Effen und trinken thuts freilich nicht, sondern die Borte, fo da stehen:( Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden) Welche Worte sind neben dem leiblichen Effen und Trinken, als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten: Nehmlich, Vers gebung der Sünden. Wer empfängt benn solch Sacrament würdiglich? Faften und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine aufs ferliche Bucht: Aber der ist recht würdig und wohl gefchickt, der den Glauben hat an diese Worte:( Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden.) Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt, denn das Wort( Für cuch) erforbert eitel glaubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl bes Herrn nuh? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unfern Bater im Himmel erzurnt haben, will er uns doch solches verzeihen, und unser gnådiger Vater seyn und bleiben. und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat. Das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfangst du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Chrifti, unter dem Brod und Wein. Warum gehest du zu dem Tische des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum, durch die Nießung seines Leibes und Blutes stärke: und meine arme Scele tröste. Glaubest du und bekenneft diefes alles von Herzen, was du von der christlichen L.hre jegund gesagt haft? Ja, Herr. Wilft 16 Von der Beichte. Willst du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubeft und bekenneft, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusageft, thun und gefreulich halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jefu Chrifti.in Von der Beichte. Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eine, daß man die Sünden bekenne: Das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seyen dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man denn beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen Welche sind die? Da siehe deinen Stand an, nach den zehn Geboten: Ob du Bater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd senest, ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzuchtig, häßig gewesen senest? Ob du jemand Leid ges than habeft mit Worten oder Werken? Ob du gestohlen, ver fáumet, verwahrloset, oder sonst Schaden gethan habest? Ein Mensch, wenn er beichten will, soll also zum Beichtiger sagen: Würdiger lieber Herr, ich bitte euch, Ihr wollet, meine Beichte hören, und mir die Vergebung meiner Sünden sprechen um Gottes willen. Wann dann der Beichtiger Ja gejagt hat, fagt er weis ter alſo: Jch charmer Sünder erkenne in meinem Herzen, und bekenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünden Von der Beichte. 17 Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit allerhand wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken, Gott meinen Herrn gröblich erzürnet, und hiemit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Solches ist nun mir von Grund meines Herzens leid, habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigkeit, und bitte ihn demüthiglich, daß er um des Todes Jesu Chrifti, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Damit ich aber der Vergebung derselben desto gewisser sy, auch das hochwürdige Abendmal des Herrn, morgen geliebts Gott, desto freudiger empfangen möge: So bitt ich Euer Ehr würden, ihr wollet mir, vermöge Eures Amts, aus Gottes Wort mit Trost zusprechen, und diese heilige Absolution meiner Sünden, an Chrifti Statt, wiederfahren lassen. Ich will ins künftige, durch die Gnade Gottes und den Bistand des heiligen Geistes, mein Leben bessern und frommer werden. Eine kurze Beichte für die Einfältigen. ürdiger lieber Herr, ich bekenne Gott und euch, daß denn ich habe get wider Gott und meinen Nächsten: bin auch sonsten in allen Geboten Gottes stråflich. Das ist mir nun von Herzen leid, aber ich bitte um Gnade, ich will mich bessern, und mit der Hülfe Gottes frommer werden. Besondere Fragstücke, gestellet durch Doct. Martin Luther, ed u für die so zum heiligen Abendmahl gehen wollen, mit ihren Antworten. Glaubest du, daß du ein Sünder bist? Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder, au Wie Besondere Fragstücke Wie weißt du das? Aus den zehn Geboten, die hab ich nicht gehalten. 118 Sind dir deine Günden auch leid? Ja es ist mir leid, daß ich wider Gott gefündiget habe. Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdienet? Seinen 3orn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammniß. Rom. 6. Hoffest du auch selig zu werden? Ja, ich hoffe es. Wes tròftest du dich benn? Meines lieben Herrn Chrifti. Wer ist Christus? Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wie viel find Götter? Nur einer, aber drei Personen, Vater, Sohn und heiliger Geift. Was hat denn Chriftus für dich gethan, daß du dich fein getroftest? Er ift für mich geftorben, und hat sein Blut am Kreug für mich vergoffen, zur Bergebung meiner Sünden. Ist der Vater auch für dich gestorben? Nein, denn der Vater ist nur Gott, der heilige Geift auch: Aber der Sohn ist wahrer Gott und Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut für mich vergoffen. Wie weißt du das? Xus dem heiligen Evangelio, und aus den Worten vom Sacrament, und bei seinem Leib und Blut im Saerament, mir zum Pfand gegeben. Wie lauten diese Worte? Unser Herr Jesus, in der Nacht, da Er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs, und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin Besontere Fragstücke. bin und esset, das ist mein Leib, der für euch ge gegeben wird; Solches thut zu meinem Gedächtniß. 19 Deffelbigen gleichen nahm Er auch den Kelch, nach dem Abendmahle, dankete und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament, in meinem Blut, das für Euch und für viele vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden: Solches thut, so oft ihre trinfet, zu meinem Gedächtniß. So glaubest du, das im Sacramert der wahre Leib und das wahre Blut Chrifti sey? Sa: ich glaube es. Was bewegt dich, das zu glauben? Die Worte Chrifti: Nehmet hin, und effet, das ist mein Leib: Trinket alle daraus, das ist mein Blut, Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib effen und fein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Wir sollen seinen Tod und Blutvergießen verkündigen und gebenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, fo oft ihrs thut zu meinem Gedächtnis. Barum sollen wir feines Todes gedenken, und densels bigen verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß keine Greatur habe kön nen genug thun für unsere Sünden, denn Christus wahrer Gott und wahrer Mensch. und daß wir lernen erschrecken für unsern Günden, und dieselbige lernen gros achten, und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselbigen Glauben selig werden. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünden zu sterben, und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und zu ans dern Gündern, wie geschrieben stehet. Joh. 14. Rom. 5. Gal. 2. Ephef. 5. Ephes. 5. S Barum Besondere Fragstücke. Warum willst du zum Sacrament gehen? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde billen aus großer Liebe gestorben sey, wie gesagt: und dars ach auch von ihm lerne, Gott und meinen Nächsten lieben. Was soll einen Christen vermahnen und reißen, Sacrament des 20ltars oft zu empfahen? das 20 Von Gottes wegen soll ihm beide des Herrn Christi Ge ot und Verheißung! darnach auch seine eigne Noth, so hm auf dem Halse liegt, treiben, um welcher willen solch Sebieten, Locken und Verheißung geschieht. Sie foll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst zum Sacrament empfindet? Dem kann nicht besser gerathen werden, denn daß er estlich in seinen Busen greife, und fühle, ob er auch noch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was ie davon sagt. Gal. 5. Rom. 7. 3um andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sey und denke, daß es an Sünden und Noth nicht ehlen werde, wie die Schrift sagt, Joh. 15. und 16. Joh. 2. und 5. 3um dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben der hm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden nnerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nenet, Joh. 8 und 16. 1. Petri 5. Ephef. 6, 2. 2. Tim. 2.Cap. Die Haustafe Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, dadurch dieselbigen, als durch eigne Lection ihres Amtes und Dienstes zu bewahren. Den Bischöfen, Pfarrern und Predigern. Fin Bifchof soll unstråflich seyn, eines Weibes Mann, nüchtern, måßig, fittig, gastfrei, lehrhaftig, até ein Die Haustafel. 21 ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinfäufer, nicht häffig nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Haus wohl fürstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehr barkeit nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, da gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sey zu ermahnen durch die heilsame Lehre, und zu strafen di Widersprecher. 1. Tim. 3, 2. Tit. 1, 6. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelforgern zu thun schuldig sind. & ffet sfet und trinket, was sie haben, denn ein Urbeiter if seines Lohnes werth. Luc. 10, 17. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium ver kündigen, sollen sich vom Evangelio náhren. 1 Cor. 9, 14 Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mi allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet: Irret euch nicht Gott låsset sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. Die Weltesten, die wohl fürstehen, die halte man zwic facher Ehre werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du soll dem Ochsen der da drischet, das Maul nicht verbinden 1 Timoth. 5, 17. 18. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, di an euch arbeiten, und euch fürstehen in dem Herrn, uni euch vermahnen, habt sie desto lieber, um ihres Werk willen, und seyd friedsam mit ihnen. 1 Theff. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, denn si wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafin geben sollen, daß sie es mit Freuden thun und nicht mi Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Bon der weltlichen Obrigkeit. edermann sey Unterthan über ihn hat. der Obrigkeit, die Gewal Denn es ist keine Obrigkeit ohne vor Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet Wer sich nun wider die Obrigkeit seßet, der widerstrebe Gottes Ordnung. Die aber w.derstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen. Denn sie trågt das Schwer nicht umsonst, fie ist Gottes Dienerin, eine Rácherin zu Strafe über den, der Böses thut. Rom. 13, 1. 2. 3. Von Die Haustafel. Von den Unterthanen. na Gottes ist. Matth. 22, 21. ebet dem Kaiser, was des Kaisers ift, und Gott, was 22 So send nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derohalben müffet ihr auch Schoß geben, denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schug sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seyd: Schoß, dem der Schoß gebühret; 3oll, dem der Zoll gebühretz Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Rom. 13, 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man für allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung, für alle Menschen, für die Könige, und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn folches ist gut, bagu auch angenehm für Gott unserm Heiland. 1. Tim. 2, 1. 2.3. Erinnere fie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit une terthan und gehorsam seyn. Tit. 3, 1. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn Willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthåter, und zu Lobe den Frommen. 1. Petri. 2, v. 13. 14. Den Chemännern. ghr und gebet dem Weiblichen, als dem schwächsten Werks zeuge, seine Ehre, als Miterbe der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petri 3, 7. und fepd nicht bitter gegen sie. Coloff. 3, 18. Den Ehefrauen. ie Weiber seyen unterthan ihren Männern, als bem war, und ihn herr, welcher Tochter ihr worben feyd, so ihr wohl und nicht so schüchtern syd. 1. Petri 3, 6. Den Die Haustafel. Den Eltern. 23 fie nicht ſcheu werden, ſondern zichet fie auf in der Buche und Vermahnung zum Herrn. Ephef. 6, 5. Den Kindern. hr Kinder seyd gehorsam euren Eltern in bem Herrn, das erste Gebot das Verheißung hat: Auf daß dirs wohls gehe, und du lange lebeft auf Erden. Ephef. 6, 1. 2. 3. Den Knechten, Mägben, Eaglöhnern und Arbeitern. Jahr hr Knechte, feyd gehorsam euren leiblichen Herrn, mit Furcht und Bittern, in Einfältigkeit eures Hers gene in Chrifto. Nicht mit Dienft allein für Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte, Christi. Daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Laffet euch důnken, daß ihr bem Herrn bienet und nicht den Menschen. Und wisset, was ein jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sey Knecht oder ein Freier. Ephef. 6, 5. 6. 7. 8. Den Hausherrn und Hausfrauen. he Herrn, thut auch daffelbige gegen ihnen, und lass und euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephef. 6, 9. Den Alten. D u aber rebe, wie es sich geaiemet, nach der heilsamen Lehre. Den Alten, daß sie nüchtern sehen, züchtig, gefund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. ehrbar, Den alten Weibern desselbigen gleichen, daß fie fich stellen, wie den heiligen geziemet, nicht Såfterinnen seyn, nicht Weinfäuferinnen, gute Lehrerinnen, daß sie die jungen Weiber lehren züchtig seyn, die Männer lieben, 24 die Haustafel. Kinder lieben. Sittig seyn, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes verlåstert werde. Tit. 2, 1. 5. Der gemeinen Jugend. Jbr hr Jungen, send den Ulten unterthan, und beweiset darinnen die Demuth, denn Gott widerstehet den Hoffartigen, aber den Demüthigen giebt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petri 5, v. 5. 6. Den Jungfrauen. Fine fromme christliche Jungfrau soll nicht sorgen, wie sie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle,( wie Maria, die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen einé rechte Krone gewesen ist, gethan hat,) auf daß sie heilig sey, beide am Leibe und auch am Geist. 1. Cor. 7, 34. Und so fie Eltern oder Oberherrn hat, soll sie sich ohne derselben Rath und Willen nicht verändern oder verhei rathen. 2. Buch Mofis 22, 17. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einſam iſt, die ſtellet ihre Gott am und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist le bendig todt. Tim. am 5, 5. 6. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst, in dem Worte find alle verfaffet. 13, 9. und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1. Tim. 2, 1, Ein jeder lern sein Lection, So wird es wohl im Hause stohn. Verlag der Invalidenanstalt. Gedruckt in der L. E Wittich'schen Hofbuchdruckerei. was Odem bat lo ine den orn. Den Inches Centimetres Blue ¹2 3 4 Cyan 2 5 4.4 6 17 Farbkarte# 13 Green 3 68 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 14 ( O 6 15 Magenta White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8