C Golles میرے از دست Gegensag 6 2029 0. Ihr Lieb. dißt. O 8 Gulen. mit Leben berederen weichtlich trung Dieht erzeige hoch zubitieren träumphinen grüßen. CO her alle sehr beweiſen 14 211 667 Unly. Bibl. Giessen genügen. ful. Nur zur Benutzung Seßt und im Leséséat Füßen UB GIESSEN berzerwählten Der nach dem Sinne der katholic fingend 45fte mit einem zweiten Anhange vermehrte Auflage. Fulda. Verlag und Druck von J. 2. Uth. Schenk von Heinzell. enem Universitäts Biblio T GIES REN Wir Heinrich, von Gottes Gnaden Bischof und Abt zu Fulda, des heiligen römischen Reichs Fürst, Ihrer Majestät der römischen Kaiserin Erzkanzler, durch Germanien und Gallien Primas 2c. Entbieten allen Unserem Bisthume anvertrauten Christkatholischen Untergebenen Unseren Gruß in dem Herrn. Das künftige und ewige Leben, zu dem wir erschaffen sind, und zu dem wir uns während dieser Bilgerschaft auf Erden anschicken sollen, ist die allersüßeste Freude und Ruhe in Gott. Diese Ruhe ist nicht müßig und unthätig. Nein! sie hat ihre angenehmsten Beschäftigungen. So geistig aber des Menschen Seele ist: so ist sie doch, so lange sie an den sterblichen Körper gebunden, außer Stand jene geistigen Beschäftigungen der Seligen zu begreifen. Pein Auge hat es gesehen, fein Ohr gehört, was Gott jenen, die ihn ( hier) lieben,( dort) zubereitet hat."( 1. Kor. 2, 9.) Weit ist dieses alles über unsere Sinne erhaben, und wir können uns nur durch sinnliche Bilder eine. geringe Vorstellung davon machen. Daher geschah es, daß Gott, der dem Johannes und uns durch ihn einen Vorgeschmack jener himmlischen Freude geben wollte ihn in einer Erscheinung jener vier und zwanzig vor seinem Throne sigenden Aeltesten hören ließ, wie sic cin neues Lied sangen ( Off. Joh. 5, 9)." Ein andermal hörte Johannes die Stimme der Harfenspieler, die auf ihren Harfen spielten( Off. Joh. 14, 1)." Wieder hörte er, daß sie das Lied Moyses, des Knechtes Gottes und das Lied des Lammes sangen( Off. Joh. 15, 3)." Dies sind unsern schwachen Begriffen angemessene Bilder. " 1 Das irdische Jerusalem, die Kirche Gottes auf Erden, hat sich jederzeit bestrebt, jenes himmlische Jerusalem nachzuahmen, und durch Gesänge das Lob Gottes zu verbreiten. Um diese Absicht zu befördern, legen Wir allen Unserem Bisthume Angehörigen diese Sammlung deutscher Lieder vor. Sie bestehen größtentheils aus den Sequenzen und Rhythmen des Meßbuches. Wir wollen, daß ihr diese künftig in den Kirchen, bei den Umgängen und sonst gebrauchet, damit ihr in euren Bitten, in dem Lobe Gottes und seiner Heiligen die Meinung der Kirche um so weniger verfehlet. Der große Sänger David müsse jederzeit euer Muster sein, der sich vor Gott erklärte( Ps. 118, 54) Deine Gerechtsame, o Herr! waren mein Lied an diesem Orte meiner Pilgerschaft. Diese Gerechtsame machen den Inhalt meiner Gesänge aus, und du warst der Gegenstand meiner Lieder." Fern scien von eurem Munde die weltlichen, die unreinen Gesänge, welche das Herz verunreinigen, und den Mund entheiligen. Wir sagen euch nach dem heil. Petrus Chrysologus:„ Wer hier mit dem Teufel scherzen will", welches ohne Zweifel durch unflätige Lieder geschiehet, der wird sich dort mit Christus nicht freuen, noch das Lob Gottes vor seinem Throne singen können." Wir ermahnen euch also mit dem nämlichen Eifer, aus welchem der heil. Paulus die Kolosser( 3, 16) anredet: Lasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen. Lehret und ermahnet euch selbst in aller Weisheit mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern, und singet Gott mit Danksagung in euern Herzen." Singet diese Lieder; euer Verstand müsse den Inhalt derselben wohl fassen, euer Herz müsse mit der Stimme des Mundes übereinkommen, eure Zungen müssen sich hier in diesem fremden Lande dem Gott des Himmels weihen; damit ihr würdig gefunden werdet, sein Lob dort in dem Vaterlande ewig zu singen. Gegeben Fasanerie, den 17. Juni 1778. Heinrich, B. und F. Vorbericht zur 18ten Auflage. Dem Fuldaischen Bisthume wird allgemein die Ehre zuerkannt, vor andern ein neues, verbessertes Gesangbuch mit Beifall geliefert, es ohne Widerspruch eingeführt und mit Segen verbreitet zu haben. Dessen Verfasser, P. Augustinus Erthel, s. A., ein vaterländischer eben so frommer als gelehrter Priester, Benedictiner- Ordens, erwarb sich dieses große Verdienst durch eine getreue und glückliche Uebersegung der lateinischen Kirchen- Hymnen, zu denen er viele Lieder selbst verfertigte, und nur wenige anders woher entlehnte. Es sind unter den ersteren doch mehrere, die wohl zur Privatandacht, aber nicht ſo ganz für den gewöhnlichen Gottesdienst brauchbar sind. An deren Stelle hat man längstens und häufig andere Gesänge, als zum Hochheiligen Altarsopfer, von Gottes Vollkommenheiten, und Loblieder auf die Diocesan- Patrone u. s. w. gewünscht. Diesem Wunsche ist denn in der achtzehnten Auflage mit einem Anhange entsprochen; so daß das ganze Gesangbuch einerseits feine wesentliche Veränderungen erleidet, anderseits durch vermehrte Bogenzahl nicht vertheuert und in seiner Ausbreitung nicht gehindert wird. Es find nämlich die zum Lobe der Heiligsten Dreieinigkeit öfters wiederkehrenden Schlußstrophen, welche doch selten gesungen werden, nur mit Anfangsworten angezeigt, und ist dabei auf schon vorausgehende Ge fänge von gleicher Versart hingewiesen worden. 1 Ebenso wurden einige Melodicen, welche ohnehin bei ihrer Schwerfälligkeit leicht entbehrlich sind, mit andern, dem Charakter des Liedes mehr angemessenen vertauscht, und überhaupt dieselben an mehren Stellen, die schwer zu singen waren, vereinfacht und erleichtert, ohne den cantus firmus merklich zu ändern. Hierdurch, wie auch durch das nähere Zusammenrücken der Drucksäge, ward so viel Raum gewonnen, daß die oben gewünschten neuen Gesänge, mit Genehmigung des Bischöflichen General- Vicariats, in einem Anhang durften aufgenommen werden. Bei Verfassung dieser neuen geistlichen Lieder hat man immer die Aufschrift des Gesangbuches, nämlich den Sinit der heiligen katholischen Kirche vor Augen gehalten, worauf die lateinisch überschriebenen Hymnen der alten Kirchenväter hindeuten. Desgleichen wurden dieselben nur den bereits im Gesangbuch stehenden, oder andern in der Fuldaischen Diöcese allgemein üblichen Melodieen angepasſet. Was endlich den Inhalt der Kirchengesänge im Ganzen und deren erbaulichen Gebrauch beim Gottesdienste von Seiten des Christenvolkes, besonders aber der Vorsänger und Organisten betrifft, welche sich nach der, dem Choral- Melodieenbuche vorgedruckten Anleitung, und dem Circulare des B. Gen.- Vicar. vom 17. Nov. 1818 gewissenhaft richten sollen: so schließt sich dieser Vorbericht mit einer merkwürdigen Belehrung des Hl. Bernardus. In einem Schreiben ( Ep. 398) an den Abt Guido und dessen Ordensbrüder, welche ihn um einige Lesungen und Gesänge hr die Feierlichkeit des heil. Viktor ersucht hatten, antwortete er: Was in der Kirche dem Volke vorgebetet oder vorgesungen wird, soll kein Kram von Neuig- oder Eitelkeiten sein, sondern das Gepräge des Glaubwürdigen, des Unverfälschten und( christlichen) Alterthums haben; soll die Gemeinde erbauen, und dem Ernste einer gottverehrenden Versammlun entsprechen. Will man jedoch etwas Neues hören, und fordert das die Vernunft: so wähle man- was sowohl die Kraft des Ausdruckes, als den Ruf des Verfassers angenehmer, eindringender und nüßlicher macht. Bei allem dem aber muß doch überall Wahrheit zum Grunde liegen und Heiligung der höchste Zweck sein. Alles, was in den Kirchen ertönt, soll Demuth lehren, Liebe empfehlen, den Verstand aufhellen, die Andacht nähren, die Laste Frontzigen, die Sinnlichkeit in Zucht halten( Geist über das Irdische heben). Der Gesang sei so ernst und mild, daß er sich von den Regungen der Wollust, wie von den Ausbrüchen der Rohheit gleich rein und fern hält; er sei lieblich, ohne leichtfertig zu machen, und reizend für das Ohr, ohne die tiefere Regung des Herzens zu verfehlen. Er verscheuche den Trübsinn und sänftige den Zorn. Er drücke den Sinn des Buchstaben aus, und laffe den Geist nicht leer ausgehen. Wer beim Singen die Stimmung des Herzens zum Göttlichen verliert, hat viel verloren. Und wenn die Töne mehr darauf aus gehen, sich mit dem Zauber der Melodie in das Herz zu schleichen, als die Wahrheit, welche sie bezeich nen solen, in den Geist zu senken: so ist das ein Beweis, daß der Gesang zweckwidrig und das Buhören schädlich( wenigstens gefährlich sei." A. 8. G. E. G. キニー Erster Theil. Auf die Sonn- und Wochentage des Jahres. Für den Sonntag. Mettenlied. Primo die, quo Trinitas etc. Heut hat des Schöpfers Wundermacht Die Welt ausichts hervorgebracht. Heut ist der Tag, wo Jesus Christ Vom Grab und Tod erstanden ist. 2. Wir stehen auf zu früher Zeit, Eilfertig, ohne Schläfrigkeit. Nachts fleben wir den Schöpfer an, Wie David will, und selbst gethan. e 3. tWir bitten, daß er seine Hand Uns reiche hier im Elendsland. Und nach der Zeit, den Engeln gleich, 3 Uns führe zu dem Himmelreich. a 4. Caß wir, die zu gesetzter Zeit 8 Lobsingen seiner Herrlichkeit, Lins feiner Gaben mögen freu'n, Und ewig bei ihm selig sein. 5. Vater der du wohnst im Licht, Dia, bitten wir: Verschmäh' uns nicht; reit ab von uns den Geilheits Geist und alles, was nur sündlich heißt. 1 2 Erster Theil. 6. Nie werde durch Unlauterfeit Der dir geweihte Leib entweiht; Damit wir nicht des Feuers Wuth, Empfinden in der Hölle Glut. 7. Wasch uns in deines Blutes Bad, Erlöser! von der Missethat. Führ' uns beim Tod zum Himmel ein, Und laß uns ewig bei dir sein. 8. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Den unsre ganze Seele preist! Erhör' das Fleh'n der Christenheit, Der du regierst in Ewigkeit. Kürzeres Morgenlied. Nocte surgentes vigilemus omnes etc. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr verfloffen 2c. ei Nachtzeit laßt uns allzusammen 2.Bei Das Herz in feuscher Lieb entflammen, Und freudig wachen beim Gefang! Laßt uns den Geist zu Gott erschwingen Und Lieder ihm einhellig fingen un In jubelvollem Psalmentlang. 2.0 Laßt uns den Himmelskönig preiſen In engelförmig hohen Weisen, In dieser kurzen Lebenszeit! Damit wir ihn dereinst auch loben Mit seinen Auserwählten droben, Vor seinem Thron in Ewigkeit. 3. Uns Allen wolle dies verleiben Dort in der Auserwählten Reihen Gott Vater, Sohn und heil'ger Geift. no do Von dessen Lob die Welt erschallet, un endr aslin Zu dem von reiner Liebe wallet Der Seraph, und ihn heilig preiſt. Durch das ganze Jahr. Morgenlied. rerum Conditor etc. Sonn' ist jetzt heraufgestiegen, zc. Aeterne Mel. Lied 5: Die ott! Schöpfer Himmels und der Erde! 3.Gott Du machst, daß wechselweise werde, Jetzt heller Tag, jeßt dunkle Nacht. Den Ekel und Verdruß zu meiden, Genießen wir verschiedne Zeiten Von deiner schöpferischen Macht. 2. Der Mond, der irre Vandrer leitet, Und Nächte von den Nächten scheidet, Verbirgt allmählig seinen Schein. Der Hahn beginnt sich schon zu regen; Er schreit dem Morgenstern entgegen, Durch seinen Ruf holt er ihn ein. 3. Auf diesen Ruf fängt an zu glänzen Der Morgenstern nächst unsern Gränzen, Und schimmert an dem Firmament. Die Diebe ziehen sich zurücke! Sie schließen ihre bösen Tücke, Und machen ihrer List ein End'. Der Schiffmann schöpfet neuen Muth. Ja, seht den Betrus auf dies Schreiend Der Neue bittre Zähren weihen! Seht, wie er ernste Buße thut. 3 sta did 19 74.102 obiain 197 Jeßt hören auf die Meereswellend do? bisa dic Wie Berge schäumend aufzuschwellen: HE 5. 900/1 So laßt uns denn vom Schlaf erstehen, Und muthig zum Gebete gehen. da diğ Der Hahn geht mit dem Ruf voran. Sein Schreien ist ein lautes Schmählen: R Es trifft die Schläfrigkeit der Seelen: Die Gottesläugner schilt der Hahn.emad enn- M02 sabiend Erster Theil. 6. Die Zeit, zu der der Hahn laut fingte, Ist es, die neue Hoffnung bringet; Die Kranken fühlen neues Heil. Das Mordschwert legt der Mörder nieder; Den Sündern kommt der Glaube wieder; Sie nehmen an der Gnade Theil. 7. Auf uns, die wir auf Erden wallen, Und öfter in die Sünden fallen, 4 Schau, Jesus! mit liebreicher Huld. Wir fallen, wenn du dich entziehef Wir stehen, wenn du auf uns siehest, Und Thränen tilgen uns're Schuld. 8. O wahres Licht! leucht' unfern Sinnen, Dein Gnadenlicht sei stets darinnen; Zerstreu des Herzens Schläfrigkeit. Herr! der du wohnst im Himmel droben, Zu dir sei uns're Stimm' erhoben; Der erste Wunsch sei dir geweiht. 9. Der Vater sei von uns gepriesen, Dem Sohn sei gleiches Lob erwiesen, Und gleiches Lob dem heil'gen Geist! Von Engel- und von Menschenzungen Sei Jenem Dank und Preis gesungen, Der heilig, heilig, heilig heißt. Kürzeres Morgenlied. Ecce jam noctis tenuatur umbra etc. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr verflossen, 2c. 4. Die Nacht verschwindet mit den Schatten, hatten; Das schöne Morgenroth kommt schon. Laßt uns dem Herrn vor allen Dingen Mit demuthvoller Stimme singen, Und flehen mit zerknirschtem Ton! Durch das ganze Jahr. 2. Herr! hör' die Bitten deiner Kinder; Erbarme dich der armen Sünder; Vertreib die Furcht, schenk uns das Heil. Mit sanftem Blick schau auf uns nieder, Gib uns des Himmels wahre Güter; Bei dir sei ewig unser Theil. 3. Uns Allen wolle dies verleihen 2c.( w. 2, 3.) Zur ersten Stunde des Tages. 1. Jam lucis orto sidere etc. 5. Jan M Die Sonn' ist jetzt heraufgestiegen: Drum laffet 5 ELPED uns die Kniee biegen Vor Gott mit Bitt' um seine Huld! Pepp Laßt uns ihn fleh'n um seine Güte, Daß er uns diesen EL POR CIEJUIN Tag behüte Vor Schaden und vor Sündenschuld. 2. Ach, Herr! seß unsern Zungen Schranken; Wend' ab das ärgerliche Zanken, Das aus vergälltem Herzen rührt. Die Augen halt mit deinen Händen Zurück von eitlen Gegenständen; Zum Bösen sei kein Blick verführt. 3. Rein sei das Innerste der Herzen, Daß wir die Gnade nicht verscherzen; Fern sei von uns der Müßiggang. Dem Leib die Wollust zu verwehren, Soll Speis und Trank ihn nie beschweren; Er fühle stets Gewalt und Zwang. 6 Erster Theil. 4. Damit, wenn nun die Sonne fliehet, Wenn sie die Strahlen uns entziehet, Und uns verhüllt in finstre Nacht: Wir fern, vom eitlen Weltgetümmel, Dir singen, großer Gott im Himmel! Und preisen deine höchste Macht. 5. Der Vater sei von uns gepriesen, Dem Sohn sei gleiches Lob erwiesen, Und gleiches Lob dem heil'gen Geiſt! Laßt uns dem Schöpfer Ehre bringen, Ihm heilig, heilig, heilig singen! Wie ihn der Chor der Engel preist! 2. 6.5 Da Wach' auf, mein Herz! Ermuntre dich Durch εκά frohe Morgenlieder; Und weihe Gott herzinniglich Die nun gestärkten Glieder. Da jetzt das helle Tageslicht Vertreibt die dunkeln Schatten, O, so erfordert deine Pflicht, Dafür Dank abzustatten. 2. Ja, Vater der Barmherzigkeit, Voll Gnad' und voll der Güte! Hier steh ich, dir zum Dienst bereit, Mit dankbarem Gemüthe. Ich mache deine Wunder kund, Da tausend andre weinen; So seh ich wiederum gefund Die Sonne prächtig scheinen. e Durch das ganze Jahr. 3. Ich schlief, und deine starke Hand Hat gnädig mich bedecket, Daß mich kein Unglücksfall, fein Brand, Kein Räuber hat erschrecket. Herr! laß mich fernerhin mein Gut In Sicherheit genießen, Und endlich auch mit frohem Muth Den Lebenslauf beschließen. 4. Gestatte nicht, daß diesen Tag Die Welt mich überwinde, Und willst du, daß ich einen Schlag Von deiner Hand empfinde: So hilf mir, daß ich mit Geduld, Was mich betrübet, leide, Und daß ich neue Sündenschuld, Mit deiner Gnade meide. 5. Entzünde doch mein kaltes Herz; Verschafje, daß es brenne, So, daß mich weder Angst noch Schmerz Von deiner Liebe trenne. Auf dich soll stets gerichtet sein Mein Reden und mein Denken. Du bist mein Gott! nach dir allein, Soll sich mein Wille lenken. 6. Herr! führ' mich auf die rechte Bahn; In meines Jesu Namen Greif ich mein Werk mit Freuden an; Sprich du dazu das Amen. Ja, gib mir, trener Seelenfreund! Auch heute deinen Segen: So werd' ich, wenn die Nacht erscheint, Mich reich zur Ruhe legen. 8 7. Erster Theil. 3. Liebe muß mein Herz empfinden Zu dem allerFEET pdTP pp pr höchsten Herrn, Da die Schatten jetzt verschwinden Bei FREE PE dem hellen Morgenstern. Meine Zunge sage Dank Mit liebvollem Lobgefang. 2. Ruhig schlief ich in dem Bette, Ohne Sorgen, als wenn ich Keinen Feind zu fürchten hätte; Ich vertraute, Herr! auf dich. Mächtig hast du mich bewacht Und beschüßt in dieser Nacht. 3. Herr! du hast mir jetzt das Leben, Meiner allzeit eingedenk, Gleichsam wieder neu gegeben, Als ein köstliches Geschenk. Als ein neues Liebespfand Nehm' ich's an von deiner Hand. 4. Daß ich mich beim Lichte freue, Nach genoss'ner sanfter Ruh! Dieses schreib ich deiner Treue, Deiner Güte dankbar zu. Nimm auch beute meiner wahr; Sei mein Schild in der Gefahr. 5. Laß, o Vater! deinen Segen Heute wieder auf mir ruh'n. Leite mich auf deinen Wegen; Lehre mich das Gute thu'n. Durch das ganze Jahr. Gib mir neuen Unterricht Zur Erfüllung meiner Pflicht. 6. Hilf mir, daß ich die Geseße Innerlich durch böse Lust, Und mit Werken nie verletze: Heilig sei dir meine Brust! Laß mich, wie den treuen Knecht, Mäßig leben und gerecht. 7. Meines Pächsten Wohlergehen Soll mich heute herzlich freu'n. Dem Bedrängten beizustehen, Soll mein Hauptbestreben sein. Dir zur Ehre sei mein Luuf; Nimm du mich barmherzig auf. Zur dritten Stunde des Tages. Nunc sancte nobis Spiritus etc. 8.TOOSA Eins mit dem Vater und dem Sohn, Geist Gottes! steig vom Himmelsthron; Komm jetzt in unser Herz hinein, Und laß es dir ganz eigen sein. 2. Es mache Seele, Sinn und Mund Dein Lob dem ganzen Erdkreis fund! Füll uns're, füll des Nächsten Brust Mit deiner heil'gen Liebe Lust. 3. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Den unsre ganze Seele preist! Erhör' das Fleh'n der Christenheit, Der du regierst in Ewigkeit. 10 Erster Theil. Zur sechsten Stunde des Tages. Rector potens, verax Deus etc. Mel. Lied 8: Eins mit dem Vater und dem Sohn, 2c. 9.20 Umächt'ger Herrscher dieser Welt! Du ordnest sie, wie dir's gefällt. Der heitre Morgen glänzt durch dich: Der schwüle Mittag glüht durch dich. 2. Bezwing das Feu'r der Nach' und Wuth, Erstick in uns die böse Gluth; Bewahr, Herr! unsern Leib gesund, Gib Frieden in des Herzens Grund. 3. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Den unsre ganze Seele preist! Erhör' das Fleh'n der Christenheit, Der du regierst in Ewigkeit. Zur neunten Stunde des Tages. Rerum Deus tenax vigor etc. Mel. Lied 8: Eins mit dem Vater und dem Sohn, 2c 10.Gott! du erhältst durch deine Macht, Was du aus Nichts hervorgebracht. Du bist's durch den der Tag wegeilt, Und in verschiedne Zeit fich theilt. 2. Sei unser Licht zur Abendzeit, In der uns keine Sünd' entweiht. Laß uns im Tod nicht irre geh'n, Und dort dein Antlitz ewig seh'n. 3. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Den unsre ganze Seele preist! Erhör das Fleh'n der Christenheit, Der du regierst in Ewigkeit. Durch das ganze Jahr. Zur Besprengung mit Weihwasser. 1. ( Außer der österlichen Zeit.) Asperges me, Domine, hyssopo etc. 11. a plep Bespreng mit Yssop mich, o Herr! Erbarme dich, Barmherziger! Send her dein Wasser aus der Höh', Elpde So werd' ich weißer als der Schnee. 2. Bespreng mich, Herr! mit deinem Blut: Dein Leiden komme mir zu gut. Mach mich von meinen Sünden rein; Laß meine Schuld getilget sein. 3. Erschaff in mir ein reines Herz, Füll es mit liebevollem Schmerz: Ein Herz, das nach dem Himmel strebt. Und stets nach deinem Willen lebt. 4. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Den unsre ganze Seele preist! Erhör' das Fleh'n der Christenheit, Der du regierst in Ewigkeit. 2. ( Von Ostern bis Pfingsten.) Vidi aquam egredientem etc. 11 12. JE NE Mein Auge sah mit süßer Freude, Daß aus des Tempels rechter Seite Ein reines Waffer quoll. 12 Erster Theil. TEPPIPI J IT! Alleluja! Und jeder, auf den es gekommen, Hat an dem Heile Theil genommen, Und singet freudenvoll: Alleluja! 2. Lobsingt mit freudigem Gemüthe Dem Herrn für seine große Güte; Sie währt in Ewigkeit.* Alleluja! Lob sei dem Vater und dem Sohne, Lob sei dem Geist auf einem Throne, Jetzt und zu jeder Zeit!* Alleluja! 13. Zum Soun- und Festtäglichen Hochamte. I. Zum Eingange. Mel. Lied 46: Schöpfer aller Himmlssterne 2c. oder Von dem Himmel wird jeszt fommen Gott det höchsten Majestät. Vor dem, von Furcht eingenommen, Selbst der Seraph zitternd steht. Auf des Priesters heil'ge Worte Geht er aus des Himmels Pforte Hm auf den Altar zu uns, Her auf den Altar zu uns. Det Durch das ganze Jahr. 2. So wie er am Kreuz vor Zeiten Sich für uns geopfert hat; So wird er, doch ohne Leiden, Hier geopfert in der That. Jenes Blut wird wieder fließen, Das er wollte dort vergießen, Uns zum Heil auf Golgatha.:,: 3. en D, so laßt uns nahe treten, Mit dem Herzen zum Altar! Laßt uns tief das Lamm anbeten Mit der heil'gen Engelschaar! Laßt uns Lob und Dank ihm singen, Und zu ihm die Hände ringen Um Verzeihung uns'rer Schuld.:,: 2. Jesus! laß uns Gnade finden, Gottes Sohn, du wahres Lamm! Der du starbst für unsre Sünden Auf dem Berg am Kreuzesstamm! Hör zu deines Vaters Rechten Unser Fleh'n: laß deinen Knechten er Gnad' und Nachlaß angedeih'n.:: Zum Gloria in excelsis. Ehre sei Gott in den Höhen, Friede Jenen auf der Welt, Die mit gutem Willen gehen Jenen Weg, der Gott gefällt! Vater! dich anbeten, preisen, Dank für deine Lieb' erweisen, Sei für uns die süß'ste Pflicht.:,: 2. Her Heilig müssen wir dich nennen, Heilig bist du ganz allein. Für den Höchsten dich erkennen, Soll uns immer heilig sein. Sißend auf des Vaters Throne, Trägst du, Herr! die Glorietrone Mit dem heil'gen Geist zugleich.:,: NE 38 13 Erster Theil. Vor dem Evangelium. Herr! wir danken für die Lehren, Die dein Mund verkündet bat. Gib, daß wir sie immer bören, Und erfüllen in der That. Denn der Seele wahres Leben, Nach dem wir hier sollen streben, Ist dein Evangelium.:,: 14 3um Credo. Vater, Gott! dein Wort: Es werde! en Schuf in der bestimmten Zeit Alle Himmel und die Erde; Dieses glaubt die Christenheit. Jesus, deinem ew'gen Sohne, Der mit dir auf einem Throne Sißet, beugt sich unser Knie.:: F8 F 6111999# 2. 161 Als ein Mensch ward er geboren Aus Maria's reinem Blut. Alle waren wir verloren, 10 Und verdammt zur Höllenglut.00 450 An dem Kreuz ist er gestorben, Und so hat er uns erworben Neues Recht zum Himmelreich.:,: 3. Aus dem Grab ging er zum Leben An dem dritten Tag hervor. Bald sah man ihn sich erheben Zu des Vaters Thron empor. Einst kommt er auf einer Wolke, Und spricht seinem ganzen Volke Ein gerechtes Urtheil aus.: se tud 4. An den heil'gen Geist zu glauben, dat om Weiset uns Gott selber an.haton ud fd piling Nichts soll uns die Hoffnung rauben, anbod and Daß man Gott versöhnen kann. Einstens fehren unsre Glieder Bustotksid tun die Aus dem Staub zum Leben wieder; idad no i Gottes Hauch belebet sie.:,: ist neplied med Das Durch das ganze Jahr. Zur Aufopferung. Mel.: Schöpfer aller Himmelssterne! 2c. Laß das Opfer, so wir bringen Dir, Gott! durch des Priesters Hand, Bis zu deinem Throne dringen; Nimm von uns das Liebespfand. Diese Gabe von der Erde, Gib, daß sie verwandelt werde Bald in Jesu Fleisch und Blut.:,: 2. Nein, wir opfern dir nicht Kälber, Wie der Priester Aaron; Jesus Christus ist es selber, Vater! dein geliebter Sohn. Schau auf ibn und laß uns Armen, Wie wir hoffen, aus Erbarmen, Alle Schuld und Strafe nach.: Zum Sanctus. Mel. Lied 13: Von dem Himmel zc. Heilig, heilig sei gepriesen, Heilig, Herr, Gott Zebaoth! Der du uns die Gnad' erwiesen, Dich zu kennen, großer Gott! Himmel, Erde sind erfüllet Von dem Glanz, der dich umhüllet Hosianna in der Höh'!:,: 2. Der da kommt in deinem Namen, Herr, der sei gebenedeit! 1100 THO Alle singen fröhlich: Amen! Ehr und Ruhm sei dir geweiht. id losing of the Du, des Todes Ueberwinder, and iOS# 8 Hör' die Stimme deiner Kinder. Hosianna in der Höh'!:: ive cim pis is ind dor of dall Nach der Wandlung. Ein Mel. Lied 63: Jesus, wer an dich gedentet 2c. 80/2 5 Mittler, König, Gott! ich glaube, a obsl Daß du hier zugegen bist. Drum bet' ich dich an im Staube, O verborgner Jesus Chrift! moolam mad nolf he 16 Erster Theil. Du, o Schöpfer aller Dinge! Wie machst du dich so geringe In der kleinen Brodsgestalt!:,: 2. Schmerzlich hingst du durch drei Stunden An dem Holz, o höchstes Gut! Häufig floß aus allen Wunden Dein allhier verborgnes Blut. Wasch', o Blut! mich von den Sünden; Laß in dir mich Sünder finden Meiner Seele Lösegeld.:,: Zum Agnus Dei. D Lamm Gottes! das du büßest Für die Sünden dieser Welt. Und das Siegelbuch aufschließeft, Das das Leben in sich hält! D, erbarm' dich uns'rer Seelen, Die wir deiner Lieb' empfehlen; Gib uns deinen Friedenskuß.:,: 3ur Communion. D, wie wünscht' ich zu empfangen, Jesus, jetzt dein Fleisch und Blut! Komm zu mir, still mein Verlangen, Meiner Seele höchstes Gut! Doch, ach Herr! ich bin's nicht würdig; In der Sünd', aus Staub gebürtig, Bebt mein Herz vor dir zurück.:,: 2. Laß, o Jesus! dir gefallen, Zu eröffnen deinen Mund; Laß ein einzig Wort erschallen, s Und so wird mein Geist gesund. Herr! dein Leib, den du gegeben 65 Uns zur Speise, sei mein Leben, Das dort währt in Ewigkeit.: M Missa Nach dem Ite miffa eft. 1007 E Mel: Von dem Himmel wird jetzt kommen 2c. Vater! schau mit güt'gem Blicke Auf das Opfer deines Sohns; Durch das ganze Jahr. Schau sodann auf uns zurücke Von der Höhe deines Throns. Laß das Heil, das er erworben, Da er an dem Kreuz gestorben, Unsern Seelen angedeih'n.:,: 2. Nie laß uns im Glauben wanken; Unsre Hoffnung rub' auf dir. Dich zu lieben ohne Schranken, Gib uns, Herr! dies fleben wir. Alles, was wir werden denken, Sprechen, thun, das soll sich lenken Nur zu deinem Dienst und Lob.:,: 14. II. Zum Eingange. Gott, dem unsre Knie sich beugen, Dank und Metal Ehre zu erzeigen Deiner höchsten Majestät! Gnädig zeige dich uns Allen: Laß dir heute wohlgefallen Unser Opfer und Gebet. 2. Gott! vor dem die Engel stehen! Schau herab von deinen Höhen, Was vor dir der Priester thut. Auf dein Wort wird er nun handeln; Brod und Wein wird er verwandeln In des Mittlers Fleisch und Blut. 17 2 18 Erster Theil. Zum Gloria in excelsis. Ehre sei Gott in den Höhen, Friede sei der Menschenwelt, Die bemüht ist, zu verstehen, Was dir, PEETER unserm Gott, gefällt! Himmelskönig! Lobserhebung, Ehr' und Preis sei dir geweiht! Dank sei, Vater! und Anまま betung Dir für deine Herrlichkeit. 2. Du, der du der Menschen Sünden Tilgtest an dem Kreuzesstamm; Jesus, laß uns Gnade finden, Sohn des Vaters, Gotteslamm! Herr! sei gnädig deinen Knechten, Der du in dem Himmelreich Herrschest zu des Vaters Rechten Mit dem heil'gen Geist zugleich. Vor dem Evangelium. Mel.: Gott, dem unsre Knie sich beugen, zc. Gott! ein Licht find deine Worte Uns an diesem finstern Orte, Wo wir noch im Glauben geh'n. Herr! du haft sie uns gegeben; Laß fie uns, bis wir im Leben Deiner Herrlichkeit dich seh'n. Zum Credo. Mel.: Ehre sei Gott in den Höhen, zc. Einen Gott will ich bekennen Einen Vater, der die Welt Durch das ganze Jahr. Sammt dem, was man nur kann nennen, Aus dem Nichts hat dargestellt. Dieser Vater hat geboren Einen Sohn von Ewigkeit, Welcher( denn ich war verloren) Meinem Heile sich geweiht. 2. Ihn empfing vom heil'gen Geiste Jene, die voll Gnade war; Die, als sie nach Bethlem reiste, Ihn als Jungfrau uns gebar. An dem Kreuz ist er gestorben Für uns Menschen insgesammt; Durch ihn hat das Heil erworben Alles, was von Adam stammt. 3. Lebend ging er aus dem Grabe Bei des dritten Tages Lauf. Glänzend von der Gloriegabe, Hob er sich zum Himmel auf. Mit den Engeln wird er kommen Auf die Erde zum Gericht. Zittert, Sünder, sammt den Frommen! Denn die Stunde weiß man nicht. 4. Meinen Glauben will ich gründen Auf den Herrn, den heil'gen Geift! Und der Kirche mich verbinden, Die die Allgemeine heißt. Jede Sünde wird vergeben, Wenn der Sünder Buße thut. Alles Fleisch steht auf zum Leben, Aufgeweckt vom höchsten Gut. Zur Aufopferung. Mel.: Gott, dem unsre Knie fich beugen, zc. Gott! wie dir gefallen haben Abrahams und Abels Gaben, Aufgezehrt vom heil'gen Brand. 2* 19 20 Erster Theil. Eben so laß dir belieben, Was wir dir aus Liebestrieben Opfern durch des Priesters Hand. 2. Herz, Gedanken, sammt dem Willen Opfern wir dir: hilf erfüllen, Was du uns befohlen hast. Laß dies Opfer dich verföhnen, Um von uns hinweg zu nehmen Die so schwere Sündenlast. Zum Sanctus. Laffet uns zu Gott erschwingen, Und ihm heilig, heilig fingen! Heilig ist Gott Zebaoth! Ewig soll gepriesen werden Dort im Himmel, hier auf Erden, Unser Herr und unser Gott! 2. Neberall und ohne Gränzen Sieht man seine Glorie glänzen. Ofianna in der Höh! Der da kommt in Gottes Namen, Sei gebenedeiet, Amen! Dfianna in der Höh! Nach der Wandlung. Auf! erwache nun mein Glaube! Bet' jest an, gebückt im Staube, Deinen wahren Gott allhie. In den Brods- und Weinsgestalten Ist nun Jesus ganz enthalten; Beug' vor deinem Gott die Knie. 2. Jesu Gottheit war bedecket An dem Kreuz; hier ist verstecket Seine Menschheit selbst vor mir. Doch du, Herr! fannst nicht betrügen, Drum soll tief gebeuget liegen Meine Seel' und Leib vor dir. - Durch das ganze Jahr. Zum Agnus Dei. Laß uns Gnad' und Friede finden, Der du trugst der Menschen Sünden, Jesus, reines Gotteslamm! Dent der Lieb', aus der du starbeſt, Und Verzeihung uns erwarbest An dem blut'gen Kreuzesstamm. Zur Communion. Deiner Liebe war's zu wenig, Daß du, großer Himmelskönig! Dich für mich ergabst dem Tod. Größ're Liebe zu erweisen, Soll mich, Jesus! hier auch speisen Selbst dein Fleisch im Himmelbrod. 2. Würdig bin ich nicht, zu kommen, Herr! zu dir mit andern Frommen: Nein, dein Gast darf ich nicht sein. Sprich ein Wort: und alle Wunden Meiner Seele sind verbunden; Heile sie, und mach' mich rein. 3. Glaube, Hoffnung, Demuth, Liebe, Reu', Verlangen, diese Triebe Schenkst du, Jesus! selber mir. Komm denn, zeige deine Güte Meinem schmachtenden Gemüthe; Komm! so leb' ich neu in dir. Nach dem Jte Missa est. Nimm dies Opfer für die Sünden: Gott! laß dessen Kraft uns finden Jetzt und in der Sterbenszeit; Daß wir Alle selig sterben, Und das wahre Leben erben, Welches währt in Ewigkeit. 21 22 Erster Theil. Zur Berkündigung des göttlichen Wortes. 1. Vor der Predigt. 15.d dlop LP PTp Gott! wie dein Volk im alten Bund Am Fuß ma Leo!= H|*# des heil'gen Berges stund', Um dein Gesetz zu hören! So hören wir an diesem Ort Mit Lieb' und Furcht dein theures Wort, Und deine heil'gen Lehren. 2. Gib deinem Worte Stärk' und Kraft, Die neue Herzen in uns schafft; Gib unsern Herzen Ohren.. Denn deine Stimme dringt allein In diese Herzensohren ein; So geht kein Wort verloren. Nach der Predigt. Mel. Lied 15: Gott! wie dein Volk im alten Bund 2c. ür deine Lehren danken wir, 16.8 Herr Jesus! und wir fleh'n zu dir! Laß dich uns allzeit hören. Wir irren, wenn du uns nicht führst; Wir sterben, wenn du uns nicht rührst Durch deine heil'gen Lehren. 2. Des Lebens Worte hast du, Herr! Laß diese Worte, Gütigster! Tief unser Herz durchdringen. Anf uns wirf einen Gnadenblick; Leer kehre nie dein Wort zurück. Es müsse Früchte bringen. Durch das ganze Jahr. 2. Vor der Predigt. 17. OPPEMY J Komm, heil'ger Geist! mit deinem Licht, Ber streu die Finsternisse! Damit, was hier dein Diener spricht, Mit Nachdruck Jeder wisse. Es schallet aus 3 plod des Priesters Mund Für uns dein Wort vergebens, 10 Wenn du uns nicht im Herzensgrund, Bewegst, lo 23 Geist des Lebens! 2. Erreg' in uns, o heil'ger Geist! Geschmack an deinen Lehren; Damit wir das, was Wahrheit heißt, Mit heil'gem Reize hören. Geheime Salbung fließe heut Von dir auf uns herunter, Wie dort geschah zur Pfingstenzeit Mit offenbarem Wunder. Nach der Predigt. Mel. Lied 17: Komm, heil'ger Geist! 2c. 18.Dein Wort, Herr! macht in dieser Welt Die Menschenherzen fröhlich; Und der es hört und emfig hält, Den sprichst du hier schon selig. 48 24 Zweiter Theil. D gib uns Stärk' und Kraft und Muth, Dasselbe zu erfüllen; Es sei, was Jeder denkt und thut, Nach deinem heil'gen Willen. 2. Die Rührung, die wir durch dein Wort, D Gott! in uns empfinden, Erhalte bei uns immerfort; Nie müsse sie verschwinden. Furcht leg' in uns, die stets sich scheut, Dir fündhaft zu mißfallen. Saß unser Herz zu jeder Zeit Zu dir von Liebe wallen. 3. Vor der Predigt. Mel. Lied 107: D heil'ger Geist! komm' aus zc. 19.N achahmen laßt uns jenem Heere, Das ganz an Jesus Munde hing, Und aus Begierde seiner Lehre, * Ihm nach bis in die Wüste ging. Du sprichst, Herr! durch den Abgesandten Mit uns( der Priester ist dein Mund); Mach uns in diesen öden Landen Durch ihn heut deinen Willen kund. 2. Wir sind aus dir, o Gott! geboren, Drum hören dich mit Freuden wir. Es geh' bei uns kein Wort verloren: Dies wirke, Herr! wir fleh'n zu dir.* Leg' deinem Diener auf die Zunge Dein Wort; gib ihm der Salbung viel. Er heb uns auf mit heil'gem Schwunge Zu dir, zu unserm legten Ziel. Nach der Predigt. 20.Wenn Mel. Lied 17: Komm heil'ger Geist! mit deinem Licht, 2c. enn, Herr! der Same deiner Lehre In Dornen fällt und bald erftict; Wenn Sorgen für die Schäß' und Ehre. Bei uns die Lehren unterdrückt:* Durch das ganze Jahr. So gib uns deutlich zu erkennen, Wie bald dies All in Nichts zerfällt; Wie bald sich Leib und Seele trennen, Und schmachten, wie das Gras im Feld. 2. Wenn Vögel deinen Samen fressen, Weil er am offnen Wege liegt; Wenn sorglos wir dein Wort vergessen, Weil uns des Satans List betrügt:* So müsse, Herr! dein Droh'n uns schrecken, Der schnelle Tod und das Gericht; Zur Sorgfalt müff' uns auferwecken Der Lohn, den uns dein Mund verspricht. 3. Wenn auf dem Felsen nnf'rer Seelen Dein Same keimt, doch ohne Saft: Laß es an Feuchtigkeit nicht fehlen; Gib Gnade, die das Wachsthum schafft. Mach unser Herz zur guten Erde, Das hundertfält'ge Früchte trägt, Gib, daß dies stets erfüllet werde An uns, so lang der Puls sich regt. * Zur Mahlzeit. Vor dem Essen. Mel. Lied 187: Wir werfen uns im Staube nieder zc. 21. 8 schauen aller Menschen Blicke, O Gott des Himmels! nur auf dich, Daß deine Güte sie erquicke, Und du versorgst fie väterlich. Denn du gibst jedem seine Speiſe Zu rechter und gelegner Zeit; Damit er dich, o Vater! preise, Mit dankender Erkenntlichkeit. 2. Was lebt, erhältst du mit Gefallen, Drum nennt man dich den guten Herrn. Du thust die Hand auf und gibst Allen, Was sie bedürfen, und gibst gern. 25 26 Erster Theil. Nie suchet jemand dich vergebens, Wenn er mit Bitte dir sich naht. Du Quell der Gaben und des Lebens! Wer ist, der bei dir Mangel hat? 3. D großer Gott! du haft der Gaben Für Alles, was hier lebt, genug. Selbst die verlaffnen jungen Raben Machst du, sie zu ernähren, flug. Du sättigest mit deinem Segen Die auf dem Feld, die in dem Wald; Und allen Thieren, die sich regen, Ertheilefst du den Unterhalt. 4. Gott! segne denn uns und die Speise, Die du uns väterlich gewährst, Daß wir auf christlich- fromme Weise Genießen, was du uns bescheerst. Wir nehmen in gerechtem Maße, Was deine Vorsicht uns verleiht. Nur deiner Ehre, nicht dem Fraße, Sei dieses Mahl von uns geweiht! Nach dem Essen. Mel. Lied 187: Wir werfen uns im Staube nieder zc. 22.Mohlan! laßt uns den Herrn nun loben, Der uns Es werde Gott von uns erhoben, Der sich so liebreich uns erweist. Jhm sei für alle seine Gaben Anbetung, Lob und Preis und Dank! Das ganze Leben, das wir haben, Sei seines Namens Lobgefang. 2. Wir ängstigen uns nicht für morgen; Denn das verbietet uns der Herr. Wenn wir ihm dienen, wird er sorgen Für uns; wer kann es so, wie er? Unly, Bibl. Glessen Durch das ganze Jahr. Drum lasset uns, mit neuen Kräften Von Gottes Gütigkeit verseh'n, Zu unseren Berufsgeschäften, Zu seiner Ehre muthig geh'n! 3. Schenk Jenen, Gott! das ew'ge Leben, Die heute Gutes uns gethan. Laß über sie dein Antlig schweben, Und schau sie stets in Gnaden an. Den Seelen, die vom Leib geschieden, Verkürze, Gott! die Leidenszeit; Gib ihnen deinen beil'gen Frieden, Die Ruh, das Licht der Seligkeit. Zum Beschlusse des Tages. Vesper Lied. Lucis creator optime etc. 23. CE INCHI Vom Anfang riefest du,* o Schöpfer voller Liebe! 27 Das erste Himmelslicht aus seinem Nichts hervor. ===========Und täglich steiget noch die Sonn' aus deinem Triebe, Zu einem neuen Tag am Firmament empor. 2. Du willst, das jene Zeit* ein Tag genennet werde, Die von dem Morgen an bis zu dem Abend fließt. Hör uns're Seufzer an,* jest, da von uns'rer Erde Die Finsterniß der Nacht* nicht weit entfernet ist. 3. Mit Sünden sind wir zwar* vor dir, o Gott! beladen, Und täglich, stündlich noch erschwert sich ihr Gewicht. Doch nimm uns Sünder auf,* ertheil' uns deine Gnaden; Verwirf uns Arme nicht vor deinem Angesicht. Erster Theil. 4. Laß uns're Bitten, Gott!* zu deinem Herzen dringen; Schent uns das Leben dort, das bei dir ewig währt. 出 Gib uns den Bußegeist, durch welchen wir bezwingen Die Sünd' und Alles das, was unser Herz verkehrt. 28 5. D Gott der Gütigkeit!* Gott Vater mit dem Sohne, Und mit dem heil'gen Geist,* der aus euch Beiden geht! Gewähr uns, was wir fleh'n, von deinem hohen Throne, Herr! dessen Herrlichkeit* in Ewigkeit besteht. Abendlied. 1. Te lucis ante terminum etc. 24. p J JU PP p l d old O Gott! da es auf Erden Beginnet Nacht ELLE zu werden, So flehen wir zu deiner Macht: Schütz uns von deinem Hügel Im Schatten deiner Flügel; Sei =====unser Schirm in dieser Nacht. 2. Erhalt' uns frei von Träumen, Laß über uns nicht säumen, Was Schrecken, Angst und Furcht erweckt. Den Feind halt' angefettet, Daß wir, durch dich gerettet, Stets bleiben rein und unbefleckt. 3. Gott Vater sei gepriesen, Dem Sohn sei Chr erwiesen, Dem heil'gen Geist sei Herrlichkeit! Wir fleb'n zu deiner Güte Aus kindlichem Gemüthe! Hör uns zu dieser Abendzeit. Durch das ganze Jahr. 2. Mel. Lied 6: Wach' auf, mein Herz ic. 25.Die ie Sonne weicht, es kommt die Nacht, Umhüllt mit dunkeln Schatten; Drum sei, o Seele! drauf bedacht, Dein Opfer abzustatten. Bezahle, was du schuldig bist Dem Herrscher aller Dinge; Der heut dein Schild gewesen ist, Ermuntre dich und singe. 2. Du, Herr! haft heute mich erquickt, Am Leib und auch am Geiste; Mein Thun und Lassen wohl beglückt; Dein Segen that das Meiste. Dem Leibe gabst du Speis und Trank, Erhieltest mir mein Leben. Wie kann ich dir den schuld'gen Dank Für alle Güte geben? 3. Durch deine Güte, Herr! bin ich Recht inniglich gerühret; Denn wunderbarlich hast du mich An diesem Tag geführet. Vom Morgen an bis zu der Nacht Hast du mir Gut's erwiesen; Drum sei von mir, o höchste Macht! Für diese Huld gepriesen. 4. Verzeihe, Vater I wenn ich nicht Von Herzen dich geliebet, Und wenn ich wider meine Pflicht Viel Sünden ausgeübet. Ach, denke doch nicht mehr daran; Laß deinen Zorn sich stillen. Sieh meine Reue gnädig an Um Jesu Chrifti willen. 29 Zweiter Theil. 5. Ist meine Zeit noch nicht vorbei Die mir bestimmt auf Erden: So mache mich von Fehlern frei, Und laß mich frömmer werden. Befiehl, daß deiner Engel Schaar Bei meiner Ruh' mich decke; Damit mich keine Nachtgefahr, Kein böser Traum erschrecke. 30 6. Herr! strecke selber deine Hand Jeßt über mich im Schlafe. Beschüße Städte, Volk und Land, Denn wir sind deine Schafe. Wend' ab den Raub, die Feuersnoth Und allerlei Gefahren; Uud laß vor einem schnellen Tod Uns deinen Arm bewahren. 7. Jezt geh' ich hoffnungsvoll zur Ruh', Zur Stärkung meiner Glieder. Schließ, Jesus! mir die Augen zu Und weck' mich morgen wieder. Ich schlafe mit dir fröhlich ein; Laß meines Traums Gesichte Nur von der Leiter Jakobs sein; Was sündlich ist, vernichte. 3. 26. Ein Tag, ein Theil von meinem Leben, J mit der Sonne wieder hin. Jetzt soll ich dir, Gott Rechnung geben, Wie fleißig ich gewesen bin. 20 Durch das ganze Jahr. PIOF viel hat wohl mein Pfund gewonnen? Ist ohne Frucht die Zeit verronnen? 2. Wie hab' ich morgens angefangen? Wie hurtig war ich zum Gebet? Hab' ich zu dir auch mit Verlangen, Mein allerliebster Gott! gefleht? Dich recht geliebt, gebenedeiet, Und dir mein Werk und Thun geweihet? 3. War ich beslissen zu verrichten, Was mein Beruf mir auferlegt? Wie übt' ich meines Standes Pflichten? Was für ein Trieb hat mich bewegt? That ich's, um meinen Gott zu ehren? Etwa, um Menschenlob zu hören? 4. Wie hab' ich denn mein Herz beschüßet? That ich dem Bösen Widerstand? Hab' ich dem Nächsten auch genüßzet? Bot ich den Armen meine Hand? Hab' ich aus Liebe mitgetheilet, Was ihre Herzensqualen heilet? 5. Hat heut aus angewöhntem Triebe Die Zunge wohl zu viel geschwätzt? Hat sie vielleicht des Nächsten Liebe Durch Ehrabschneiden schwer verlegt? Verging sich auch mein Mund mit Lügen, Mit Fluchen oder mit Betrügen? 6. 31 Wie duldend war ich bei dem Kreuze? Nahm ich's still an von Gottes Hand? Was wirkt auf mich mit seinem Reize Ein eitler, schnöder Gegenstand? Hab' ich dem Fleische nachgegeben? Bemüht' ich mich, zu widerstreben? Zweiter Theil. 7. Und hat bei diesen Seelenwunden Mein flüchtiges, mein eitles Herz Sich bald entsetzt und Leid empfunden? Wie tief, wie bitter war mein Schmerz? Bin ich bereit, vor Gott zu stehen, Wenn ich jetzt müßte zu ihm gehen? 8. 32 Es ist umsonst, wenn ich verheble, Was heute meinen Geist beflect. Mein Gott du kennest meine Seele; Kein Fehler ist vor dir bedeckt. Ich fliehe d'rum zu deinen Armen, Du wolleft meiner dich erbarmen! 9. Umschließ, o Herr! mit einer Kette Mein Haus in dieser finstern Nacht; Bestell' auch um mein Ruhebette Die Engel wider Satans Macht. Und geht mein Leben heut zu Ende, So nimm den Geist in deine Hände. Für den Montag. Mettenlied. Somno refectis artubus etc. Mel. Lied 5: Die Sonn' ist jetzt heraufgestiegen, 2c. 27.Gestärkt vom Schlaf sind uns're Glieder; Nun kehren wir vom Lager wieder Zu dir, o höchste Majestät! Liebreicher Vater! hilf uns Schwachen, Die wir zu deinem Dienste wachen Mit Lobgesängen und Gebet. 2. Dir sei zuerst von unsern Zungen Dant, Ehre, Ruhm und Lob gesungen! Dir schlag' das Herz im Hochgefühl! Wir fleb'n zu dir um Gnad' und Stärke: Sei du der Anfang uns'rer Werke, Du, Heiliger, sei du ihr Ziel! Durch das ganze Jahr: 3. Es müsse bald vor uns verstreichen Die Finsterniß; bald müsse weichen Dem Tageslicht die düstre Nacht: Damit das Licht der neuen Gnade Uns wieder alle Schuld entlade, Zu welcher uns die Nacht gebracht. 4. Wir bitten, vor dir hingestrecket: Nimm weg von uns, was uns beflecket; Mach' uns von allen Sünden rein, Gib, daß wir dich nach Engel Weisen Auf Erden unaufhörlich preisen, Und ganz uns deinem Lobe weih'n. 5. Hör' unser demuthvolles Flehen, Und laß es in Erfüllung gehen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Laß endlich uns dorthin gelangen, Wo alle dich mit Lieb' umfangen: Wo dich der Seraph ewig preist. Morgenlied. Splendor paternae gloriæ etc. Mel. Lied 5: Die Sonn' ist jetzt heraufgestiegen 2c. 28.0 u, der du sein wirst, bist und warest, Der du dein Licht uns offenbareſt, Du Sohn, des Vaters Glanz und Licht! Du bist des wahren Lichtes Quelle; Von dir entspringt des Tages Helle, Die durch die Finsternisse bricht. 2. Fang' an, du Sonne! zu verbreiten Dein Licht auf uns, daß wir nicht gleiten Vom Wege, den du uns gezeigt. Den heil'gen Geist gib unsern Sinnen; Dein Gnadenstrahl weich' nie von hinnen; Zur Buße mach' er sie geneigt. 3 33 34 Erster Theil. 3. Laßt uns mit aufgehobnen Händen Nun zum mildreichen Vater wenden, Zum Vater der Barmherzigkeit. Last uns ihn flehn, daß er uns schüße Vor Sünden, und uns unterstüße In unserm schweren Kampf und Streit. 4. Hilf, Vater! daß wir tapfer streiten; Erleichtre alle Schwierigkeiten; Wend' ab von uns des Feindes Neid. In harten Fällen gib uns Stärke, Laß uns verrichten unsre Werke, So wie es dein Gesetz gebeut. 5. Sei, Herr! in unserem Gemüthe; Regiere da nach deiner Güte; Erhalt uns immer keusch und rein. Laß uns im Glauben niemals wanken; In Worten, Werken und Gedanken Laß uns dir treu ergeben sein. 6. Für uns sei Christus eine Speiſe Auf dieser unsrer Pilgerreise; Der Glaube sei für uns ein Trank. Von Gott des heil'gen Geistes Flüssen, Von seinen reichen Gnadengüssen, Trink unser Geist mit Freud' und Dank. Tag! flieh uns sanft, wie wir verlangen; Scham laß dich stets auf unsern Wangen, Wie jetzt die Morgenröthe, sehn. Sei, Glaube! unsre Mittagssonne; Füll' uns mit hoffnungsvoller Wonne; Nie sollst du in uns untergehn. 8. Das Morgenroth fängt an zu lachen, Und Alles schimmernder zu machen, Man merkt den Glanz der Sonne schon. Durch das ganze Jahr. - Uns suche beim von seinem Throne Der höchste Vater in dem Sohne, Im Vater sein ihm gleicher Sohn, 9. Der Vater sei von uns gepriesen, Dem Sohn sei gleiches Lob erwiesen Und gleiches Lob dem heil'gen Geist! Von Engel- und von Menschenzungen Sei Jenem Dank und Preis gesungen, Der heilig, heilig, heilig heißt. Vor der Arbeit. 29. PIP d Es ist wieder Zeit die Hand Zu der Arbeit de 11 auszustrecken. Herr! gib mir dazu Verstand, Hilf den Fleiß in mir erwecken. Hilf, wie du sonst oft gethan; Dir zu Liebe fang ich an. 2. Segne mich nach deiner Huld Bei dem angestellten Werke; Gib Gesundheit und Geduld, 35 Gib Geschicklichkeit und Stärke. Herr, ich traue feft auf dich; Denn ich weiß, du hörest mich. 3. Lindre meinen sauern Schweiß; Laß mir alles wohl gelingen. Lehre mich, was ich nicht weiß; Hilf mir den Verdruß bezwingen. Steb mir bei, wenn neue Noth Mich zu überfallen droht. 3* 36 Erster Theil. 4. Hilf mir aber, daß ich auch Bei der Arbeit christlich lebe, Und nach dem verkehrten Branch Mich dem Geize nicht ergebe. Lenke meinen eiteln Sinn Mehr auf himmlischen Gewinn. B. Kommt zuletzt die frobe Zeit, Wo die Arbeit meiner Hände, Aller Gram und Bitterkeit Mit dem Leben geht zu Ende: So gib, Vater! mir den Lohn Durch den Heiland, deinen Sohn. Abendlied. Immense coeli conditor etc. Mel. Lied 23: Vom Anfang riefest du zc. Pachdem du, großer Gott!* die Himmel aus: 30.Nachdem gestrecket, Wies deine Macht den Ort* dem Wasser weislich an, Dein Wink hat ihm genau* die Grenzen abgestecket, Daß es der Erde Bau* nicht untergraben kann. 2. Das Untre wälzte sich in weitgedehnte Flüsſe, Das Obre wurde fest* durch deine starke Hand. Die Hiße mäßigt es durch sanft gefall'ne Güsse, Damit sie nicht verbrennt das fest geschaff'ne Land. 3. Gieß' nun, o Mildester!* die Ströme deiner Gnade Auf unsre Seelen aus.* Fern sei der Schlange List; Daß wir uns nicht auf's neu* verirren von dem Pfade Der uns durch dein Gesetz zum Heil gezeichnet ist. 4. Laß unsern Glauben stets* fich tiefer auf dich gründen Es leucht' uns jederzeit der Wahrheit heller Schein. Kein Frrlicht dürfe sich vor unserm Aug' entzünden: Was falsch und eitel ist, das dringe sich nicht ein. 5. D Gott der Gütigkeit! 2c.( w. 23, 5.) Durch das ganze Jahr. Für den Dienstag. Mettenlied. Consors paterni luminis etc. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr' verfloffen zc. u, der du in dem Glanze wohnest, 31.0 Und mit dem Vater ewig thronest, Du heller Tag, des Lichtes Licht! Wir unterbrechen mit Gesängen Die stille Nachtzeit, und vermengen Dein Lob mit Fleh'n; verschmäh es nicht. 2. Nimm weg die Finsterniß der Seelen: Verjag' die Geister, die uns quälen Mit ihrer bösen Lift und Wuth. Erweck' die Schläfrigkeit der Sinne, Damit die Trägheit nichts gewinne; Erhalt' in uns wachsamen Muth. 3. Uns, Jesus! die wir dir vertrauen, Und unsern Glauben auf dich bauen, Sei deine Liebe so geneigt; Daß wir von deiner Hand empfangen, Was wir im Psalmgesang verlangen, Und was zu unserm Heil gereicht. 4. Hör' unser demuthvolles Flehen, 2c.( w. 27, 5.) Morgenlied. Ales diei nuntius etc. Mel. Lied 5: Die Sonn' ist jetzt heraufgestiegen, C. 32.S chon kräht der Hahn, der uns verkündet, Daß sich des Tages Licht entzündet: Schon kommt der Tag auf seinen Ruf. Gerufen werden wir zum Leben, Das Christus uns allein kann geben, Uns, die er zu dem Leben schuf. 37 38 Griter Theil. 2. Erhebt vom Lager eure Glieder, Spricht Christus, und die Augenlieder Entschlagen sich der Schläfrigkeit. Seid keusch, aufrichtig, treu und nüchtern, Bleibt stets vor aller Sünde schüchtern; Seid wachsam, ich bin nicht mehr weit. 3. Last uns nach Jesus brünstig sehnen, Ihm unsre Bitten, unsre Thränen, Und unsre Lobgesänge weihn! Bei einem eifervollen Flehen, Wo Seufzer aus dem Herzen gehen, Kann nie das Auge schläfrig sein. 4. Du, Jesus! kannst den Schlaf zerstreuen, Und uns von seiner Laft befreien; Zerstreu ihn, sammt der düstern Nacht. Lös' auf das Band der alten Sünden; Laß uns ein neues Licht empfinden, Das uns dir wohlgefällig macht. 5. Der Vater sei von uns gepriesen, 2c.( w. 28, 9.) Abendlied. Telluris alme conditor etc. Mel. Lied 23: Vom Anfang riefest du zc. 33. Es floben, großer Gott!* die Waffer von der Erde, * Sie* dem Winke deiner Hand. Der Erde riefst du zu, daß sie nun trocken werde, Und plößlich auf dein Wort stand da das trockne Land. * 2. Du ließest bald aus ihr Zur Weide wurde sie, die bunten Blumen keimen; das grüne Gras ihr Kleid. Die reife Frucht fing an* zu lachen an den Bäumen; Zur Speise war dir, Mensch, die süße Frucht bereit. Durch das ganze Jahr. 3. Ach möchte uns, o Herr!* dein Gnadensaft erquicken Und heilen, was an uns* die Missethat zerstört. Die Sünde hilf uns stets Des Fleisches wilden Trieb, beweinen und ersticken der sich in uns empört. 4. Mach' unser Herz geneigt * zu deinem heil'gen Willen; Von allem bösen Schein flieb es in großer Eil! Es trachte Tag und Nacht* mit Tugend sich zu füllen, Und fühle nimmermehr* den gift'gen Todespfeil. 5. O Gott der Gütigkeit! 2c.( w. 23, 5) Für den Mittwoch. Metteulied. Rerum creator optime etc.. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr versloffen, 2c. und der Erde! 34. Sieh, auf die Schafe deiner Heerde; Schau gütig unsre Schwachheit an. Befrei uns von dem trägen Schlafe, Der dir mißfällt und deine Strafe Auf uns're Häupter ziehen kann. 2. Dich, Jesus! bitten wir von Herzen: Bergib die Sünden, die uns schmerzen; 39 Verzeih uns uns're große Schuld. Sieh, wie wir wachend unterbrechen Die Nacht, um dir das Lob zu sprechen, Und anzuflehen deine Huld. 3. Was David, der Prophet, gelehret, Was Paulus mit der That bewähret Bei mitternächtlich stiller Zeit: Dies thun wir, und zu diesem Ende Erheben wir zu dir die Hände, Und flehen um Barmherzigkeit. 40 Erster Theil. 4. Du siehst das leiseste Verlangen; Und das, was wir vor dir begangen, Ist deinen Augen aufgedeckt. Sieh auf das bange Händeringen! Zu dir laß unsre Seufzer dringen; Verzeihe das, was uns befleckt. 5. Hör' unser demuthvolles Fleben, Und laß es in Erfüllung gehen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Laß endlich uns dorthin gelangen, Wo alle dich mit Lieb' umfangen; Wo dich der Seraph ewig preift. Morgenlied. Nox et tenebrae et nubila etc. Mel. Lied 5: Die Sonn' ist jetzt heraufgestiegen 2c. Entweichet, Finsterniß und Schatten, jedes Ding verhüllet hatten! Weich, was des Lichtes Strahlen hemmt! Das Firmament fängt an zu grauen; Das Licht bricht aus des Himmels Auen, Und Christus, unfre Sonne, kömmt. 2. Der Erde Dunkelheit verschwindet, Da sich das Sonnenlicht entzündet, Und weit umher die Strahlen streut. Die Schöpfung, furz vorher verstecket, Wird durch den Schimmer aufgedecket, Und ihre Schönheit wird erneut. 3. Wir kennen, Jesus! deinen Namen: Gib uns die Kraft, dir nachzuahmen In deines Sinnes Reinigkeit. Wir bitten dich mit Lobgesängen, Die wir mit unsern Zähren mengen; Wend' ab was unsern Sinn entweiht. Durch das ganze Jahr. 4. Wie sehr bleibt unser Geist verdunkelt, Wenn über ihm dein Glanz nicht funkelt, D Jesus! göttlich- reines Licht! D, laß sich deinen Glanz erweitern, Und laß sich über uns erheitern, Dein schimmerreiches Angesicht. 5. Der Vater sei von uns gepriesen, 2c.( w. 3, 9.) Abendlied. 41 Coeli Deus sanctissime etc. 36.⁰ Mel. Lied 23: Vom Anfang riefest du, o Schöpfer 2c. ott! der du aus der Nacht* ein prächtig Licht berführest, Und dieses mächtig streu'st* weit über Berg und Thal; Der du die weite Welt mit holdem Schimmer zierest, Und wunderbar bemalt'ft* mit feuerreichem Strahl! 2. Die Sonne fing nun an* am vierten Tag zu glänzen; Allmächtig hängtest du am Firmament fie auf. Du ordnetest den Mond* die Bahn und seine Grenzen; Dein Wort bestimmte fest* den Sternen ihren Lauf. 3. Sie sollen uns allhier* die Nacht vom Tage scheiden, Da sie, wie du gebeut'st,* in ihrer Ordnung geh'n. Sie sollen Zeichen sein der Jahr' und Jahreszeiten! Da sie sich ordentlich* im steten Wechsel dreh'n. 4. Die schwarze Nacht, o Gott!* nimm weg von unsern Seelen: Wasch unser flehend Herz* von allen Flecken rein. Entbind' uns, Gütigster! von Sünden, die uns quälen; Laß unsre Schuldenlast* vor dir getilget sein. 5. D Gott der Gütigkeit! 2c.( w. 23, 5.) 42 Erster Theil. Für den Donnerstag. Mettenlied. Nox atra rerum contegit etc. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr verflossen, 2c. ie Farben die Nacht 37.De und ihren schwarzen Flor geschwungen Um aller Dinge Glanz und Schein. Gerechter Richter, dem wir fingen, Und unser Herz zum Opfer bringen! Vor die kann nichts verdecket sein. 2. Wir bitten dich: Vergib die Sünden, Die uns von dir zur Schuld verbinden; Nimm weg von uns den schwarzen Gräu'l. Schenk uns, o Jesus! deine Gnade, Die uns vom lasterhaften Pfade Zurücke führt zu unserm Heil. 3. Im Elend schmachtet uns're Seele; Wer ist, der ihre Sünden zähle? Wer ist, der ihren Kummer mißt? Sie sucht sich aus der Nacht zu heben: Nach dir, o Herr! gebt ihr Bestreben, Nach dir, der du ihr Heiland bist. 4. D, laß uns nicht vergebens wimmern; In uns laß deine Strahlen schimmern, Vertreib die inn're Dunkelheit; Damit wir uns mit deinen Treuen In deinem Glanze mögen freuen Tereinst in froher Ewigkeit. 5. Hör' unser demutbvolles Fleben, Und laß es in Erfüllung gehen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Laß endlich uns dorthin gelangen, Wo Alle dich mit Lieb' umfangen; Wo dich der Seraph ewig preist, Durch das ganze Jahr. Morgenlied. Lux ecce surgit aurea etc. Mel. Lied 5: Die Sonn' ist jetzt heraufgestiegen 2c. 38. s steigt empor die goldne Sonne, Und bringet uns des Tages Wonne; Ihr weicht die graue Düsternheit. Fort mit der, Blindheit, die uns lange Herabgestürzt vom steilen Hange In lasterhafte Niedrigkeit. 2. O du, des Lichtes reinste Quelle! Mach Alles in und um uns helle, Mach uns're Herzen keusch und rein. Die Zunge soll von List nicht zischen; Nichts soll sich in Gedanken mischen, Was bös und schändlich könnte sein. 3. So soll der ganze Tag verstreichen, Daß wir in keinem Worte weichen Von dem, was wahr und redlich heißt. Der Hand, dem Auge sei verwehret, Was uns beflecket und entehret, Und was die Unschuld uns entreißt. 4. Der Herr sieht uns aus seinen Höhen, Wie wir auf seinen Wegen gehen: Sein Auge schaut auf uns und wacht. Was wir im ganzen Tage fleben, Was wir gedenken, thun und sehen. Zählt er vom Morgen bis zur Nacht. 5. Der Vater sei von uns geprieſen, Dem Sohn sei gleiches Lob erwieſen, Und gleiches Lob dem heil'gen Geist! Von Engel- und von Menschenzungen Sei Jenem Dank und Preis gesungen, Der heilig, heilig, heilig heißt! 434 44 Erster Theil. Abendlied. Magnæ Deus potentiæ etc. Mel. Lied 23: Vom Anfang riefest du, o Schöpfer zc. 39.D Schöpfer! auf dein Wort* fing häufig an zu wimmeln, Von Werken deiner Hand* das samenvolle Meer; Das federreiche Volk erhob sich zu den Himmeln; Im Wasser blieb zurück der Fische schuppig Heer. 2. So wurden Flüss' und See* mit Fischen angefüllet, Und das geflügelt Heer* sollt' in den Lüften sein. Was sich von einem Stoff durch deine Macht enthüllet, Das nahm verschied'nen Platz in deiner Wohnung ein. 3. Wir, deine Diener, Gott!* wir bitten: hilf uns Allen, Die in dem Taufebad dein Blut gewaschen hat. Laß in den Seelentod* uns nie zurücke fallen; Erhalt uns in der Furcht vor jeder Missethat. 4. Hilf, daß bei uns den Muth* die Schuld nicht unterdrücke; Die Ruhmsucht und der Stolz* bläh' unser Herz nicht auf. Gib uns Gelaffenheit im Wohlergeh'n und Glücke; Es unterbreche nie die Noth den Tugendlauf. 5. D Gott der Gütigkeit! 2c.( w. 23, 5.) Für den Freitag. Mettenlied. Tu Trinitatis unitas etc. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr verfloffen zc. u, der du in dem Weltgebiete 40.0", Negierst nach deiner weisen Güte, O Einheit, o Dreifaltigkeit! Hör' an das Lob, das wir dir singen; Nimm an den Zins, den wir dir bringen, In dieser dir geweihten Zeit. Durch das ganze Jahr. 2. Da uns die Schatten noch verhüllen, Verlassen wir um deinetwillen, O Gott! das Lager und die Ruh. Wir bitten dich bei stillen Stunden: Heil' unfrer Seelen tiefe Wunden, Die Niemand beilen kann, als du. 3. Was in der Nacht mit ihren Bissen Die Schlang' an unserem Gewissen Vergiftet bat aus Neid und Lift: Das wolle bei uns schwachen Sündern Die Salbung deiner Güte lindern; Das heile wieder, Jesus Christ! 4. Daß wir nicht mit beflecktem Leibe Hier steh'n; daß Unlust nicht betäube Das Herz durch träge Schläfrigkeit. Damit des Lasters schwarze Seuche Den Eifer nicht von uns verscheuche, Den Lieb' und Ehrfurcht uns gebeut. 5. Deswegen flehen wir einmüthig Zu dir, o Mittler! schent uns gütig Von deinem Lichte einen Strahl. Es leucht' uns, daß wir niemals fallen Auf deinem Weg, so lang wir wallen In diesem fremden Pilgerthal. 6. Hör' unser demuthvolles Flehen, 2c.( w. 27, 5.) Morgenlied. Aeterna coeli gloria etc. Mel. Lied 5: Die Sonn' ist jetzt heraufgestiegen 2c. 41.5 du, der Gottesgnad' Erfinder, Du Hoffnung aller Adamskinder, Du Glanz auf deines Vaters Thron; Du, den der Vater ewig zeuget, D Herr! vor dem sich Alles beuget, Der unbefleckten Jungfrau Sohn! Erster Theil. 2. Reich' uns beim Aufsteh'n deine Hände; Hilf, daß sich Jeder zu dir wende Mit Nüchternheit und munterm Geist; Mit einem Geist, der sich erfreuet, Indem er Lob und Dank dir weihet, Und dich für deine Gnade preist. 3. Der Morgenstern ist aufgegangen: Bald wird die Sonn' am Himmel prangen; Bald zeigt sie uns ihr Angesicht. 46 Der schwarze Flor der Nacht fällt nieder; Des Tages Licht erscheint uns wieder; Erleucht' uns, o du heil'ges Licht! 4. D heil'ges Licht! leucht' unsern Sinnen; Von Allem, was wir heut beginnen, Halt' ab die Finsterniß der Welt. Mach uns're Herzen dir zu Thronen, In denen allezeit zu wohnen, Es deiner Majestät gefällt. 5. Gib, das wir fest im Glauben stehen, Und stets auf jenen Wegen gehen, Die uns gezeiget sind durch ihn. Nie laß uns in der Hoffnung wanken; Die Liebe tenne keine Schranken; Von ihr soll unser Herz dir glüh'n! 6. Der Vater sei von uns gepriesen, 2c.( w. 3, 9.) Abendlied. Hominis superne conditor etc. Mel. Lied 23: Vom Anfang riefest du, o Schöpfer 2c. Schöpfer, unser Gott!* dein Allmachtswert: Es werde! 42.S Ist jedem Ding ein Ruf,* ein Leben und ein Schirm. Gebietend sprachst du es:* da kamen aus der Erde Der Thiere Gattungen,* das friechende Gewürm. Durch das ganze Jahr. 2. Die Körper, die dein Hauch* geruhte zu beseelen, Schuf deine weise Macht für Menschen insgemein; Denn dir gefiel es, Herr!* denselben zu befehlen: Dem Menschen sollet ihr zu deinem Dienste sein. * 3. Durch deine Gnade hilf die wilden Lüfte dämpfen, Die wider dein Geseß das thier'sche Fleisch erweckt, Daß wir an unserm Sinn und unserm Thun bekämpfen. Was sie und ihren Werth vor deinem Thron befleckt. 4. Gib uns ein ruhiges und freudiges Gewissen; Schenk' Jedem unter uns die Gaben deiner Huld. Es werde nie bei uns das Friedensband zerrissen; Ermüdet werde nie durch Zanken die Geduld. 5. D Gott der Gütigkeit!* Gott Vater mit dem Sohne Und mit dem heil'gen Geist, der aus euch Beiden geht, Gewähr' uns, was wir flehn, von deinem hohen Throne, Herr! dessen Herrlichkeit in Ewigkeit besteht. * Für den Samstag. Mettenlied. Summae parens elementiae etc. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr verflossen, zc. ott! der du durch dein Wort: Es werde! 43.6ott Den Himmel schufest und die Erde, Die du mit weiser Macht regierst! Du, nur Ein Gott in drei Personen, Die nur in Einem Lichte wohnen, Du, der du warst und bleiben wirst! 47 2. Erhöre, die nach dir sich sehnen; Nimm unsre Lieder sammt den Thränen, Nimm unsre Seufzer gnädig an; Daß unser Herz, mit dir vereinigt, Bon allem Sündenschlamm gereinigt, Sich deiner Huld erfreuen kann. 48 Erster Theil. 3. Wir bitten dich, du wollest senden Die reinste Flamm' in uns're Lenden! Entzünde sie mit heil'ger Glut. Laß sie in unsern Adern wallen, Damit wir wachsam dir gefallen Mit unentheiligt feuschem Muth. 4. Aus deiner Höh' schau auf uns nieder, Die wir dem Schlafe unfre Glieder Entziehen in der dunkeln Nacht. Uns, die wir mit Gesang dich) loben, Ertheil' das Gute, was dort oben Die Deinen ewig selig macht. 5. Bör' unser demuthvolles Flehen, Und laß es in Erfüllung gehen, Gott Vater, Sohn und beil'ger Geist! Laß endlich uns dorthin gelangen, Wo alle dich mit Lieb' umfangen; Wo dich der Seraph ewig preist. Morgenlied. Aurora jam spargit polum etc. Mel. Lied 5: Die Sonn' ist jetzt heraufgestiegen 2c. ie Morgenröthe fireut schon Rosen, 44.Die Auf's Neue will sie uns liebkosen; Nun bricht der neue Tag herein. Die Sonne fängt schon an zu glänzen, Mit Strahlen Alles zu bekränzen: Was unrein ist, soll ferne sein. 2. Das Nachtgewirre sei zerstreuet; Auch unser Herz sei ganz erneuet; Die Schuld ist fern, die Gnade neu! Was diese Nacht in Finsternissen Verletzt an unserem Gewissen, Das werde heil durch wahre Reu'. Durch das ganze Jahr. 3. Dies ist's, wonach wir eifrig ringen, Indem wir dieses Lied dir singen: Um dieses bitten wir dich heut. Laß uns in deinem Lichte wandeln, Daß wir nach deinem Willen handeln, Heut und zur letzten Lebenszeit. 4. Der Vater sei von uns gepriesen, Dem Sohn sei gleiches Lob erwiesen, Und gleiches Lob dem heil'gen Geist! Von Engel- und von Menschenzungen, Sei Jenem Dank und Preis gesungen, Der heilig, heilig, heilig heißt. Abendlied. Jam sol recedit igneus etc. Mel. Lied 23: Vom Anfang riefest du zc. 45. Gott! es fängt nun an* die Farbe zu verbleichen; Die Sonne hüllt vor uns ihr goldnes Antliß ein. D, wolle nie von uns mit deiner Gnade weichen! in unsre Herzen ein. Gieß deine heil'ge Lieb' 2. 49 Dich loben wir, o Gott!* mit Früh- und Abendliedern, Und schwingen unser Herz zu deinem Thron empor. Wir bitten: gib, daß wir mit unsern Himmelsbrüdern Dich preisen immerdar* in deinem Engelchor. 3. D Gott der Gütigkeit! Gott Vater mit dem Sohne, Und mit dem heil'gen Geist, der aus euch beiden geht, Gewähr' uns, was wir fleb'n* von deinem hohen Throne, Herr! deffen Herrlichkeit in Ewigkeit besteht. 10 Sm 4240 50 gong Zweiter Theil. Auf die verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres und Festtage des Herrn. 133 10 nous Auf das Advent. 1. Creator alme siderum etc. 46.IONING Schöpfer aller Himmelssterne! Licht der Chris ES sten, höchstes Gut! Der du das, was in der Ferne, Nahe bringst in deinem Blut! Höre, Mittler! unfer Flehen, ESTORATIO 1010) THE APPEL PITJ Die wir dir entgegen sehen, und uns deiner Ankunft freu'n, Und uns deiner Ankunft freu'n. dol 2. dallator per 80 305010 Wir verworfne Sünder lagen In dem Fluch und in dem Tod. Du, Herr! wolltest Mitleid tragen, Uns zu retten aus der Noth. Du, Erbarmer! hast uns Sünder Heimgesucht wie deine Kinder Und das Leben uns geschenkt.;;: Auf das Advent. 3. Da die Erde schon veraltet, Hast du dich am End' der Zeit In ein kleines Kind gestaltet, Wahrer Gott von Ewigkeit! Du bist, nach der Welt Verlangen, Als ein Mensch hervorgegangen Aus der reinsten Jungfrau Schoos.:,: 4. Dir, o König! muß sich beugen Alles, was auf Erden schwebt; Tief muß sich dir Alles neigen, imm Gott der Vater sei gepriesen, Lob sei ihm zu jeder Zeit! Dank sei ihm von uns erwiesen, Ruhm sei ihm und Herrlichkeit! Gleiches Lob sei auch dem Sohne, Und dem Geist im Himmelsthrone Jetzt und durch die Ewigkeit!:,: 2. dit Was dort in dem Himmel lebt. Alles lebt blos auf dein Winken; Alles, wenn du willst, muß sintentie In sein altes Nichts zurück.de 5. 761 Herr! der an dem jüngsten Tage Richten wird die ganze Welt; Der nach unverfälschter Wage Ein gerechtes Urtheil fällt! bon tuin models Inte Schau auf uns von deinen Hügeln, dom szin Schüß uns unter deinen Flügeln 0 811- sisit Vor des Satans Macht und Lift.:: tine sonhe 6.9 Tento plats 16 dni ne mol 2000 47.W ort des Vaters! unser Leben! Gottes Sohn von Ewigkeit! An dem Gaumen müsse kleben Unf're Zung' in dieser Zeit; SUHETE Eur Verbum supernum prodiens etc. Mel. Lied 46: Schöpfer aller Himmelssterne! 2c. Himmelsſsterne 1 c. ste niet geda home and 108 top sid 51. 4* 64 miste 52 Zweiter Theil. Wenn sie nicht dein Lob verkündigt, Der du uns, die wir gesündigt, Aus der Höh' zur Hilfe kommst.:,: 2. Tilg' in unserm Leib die Triebe Zur unreinen Sündenlust: Von dem Feuer deiner Liebe Flamme deiner Diener Brust. Leit' uns stets auf deinen Wegen; Gib, daß wir durch deinen Segen Streben nach dem Himmelreich. 3. Wirst dereinst du wieder kommen, Strenger Richter dieser Welt! Wo der Sünder mit dem Frommen Sich vor deinen Richtstubl stellt; Wo du den zum Himmelserben, Jenem aber sein Verderben Vor der ganzen Welt erklärst.:,: 4. Straf' alsdann nicht nach der Strenge Unsre große Sündenschuld. Handle mit uns nach der Menge Deiner sanften Gnad' und Huld. Und, dich ewig anzuschauen, Führ' uns in die Himmelsauen Zu der Auserwählten Schaar.:,: 5. Gott der Vater sei gepriesen 2c.( w. 46, 6.) SO 3. En, clara vox redarguit etc. Mel. Lied 64: Schöpfer aller Himmelssterne, 2c. 48.Christen! hört die Stimme schallen, Die bis in den Abgrund dringt. Höret sie, weil sie uns allen Die gewünschte Botschaft bringt. Wachet, spricht sie, und seid munter; Denn vom Himmel kommt berunter Jesus! euer Heiland kommt.:,: Thaung Ind Auf das Advent. 2. Geb' aus diesen niedern Gränzen, Geh', o träger Geist, hervor! Siebst du Jakob's Stern nicht glänzen? Himmelhoch schwing dich empor! Sieh', wie sich sein Glanz verbreitet! Folge diesem, denn er leitet Aus der Finsterniß an's Licht.:;; 3. Gott will uns ein Lämmlein senden, Aus unendlich großer Huld. Dieses wird sein Blut verpfänden, Zur Bezahlung unsrer Schuld. Herr! du willst uns glücklich sehen; Gib uns doch, um was wir flehen, Gnade, Nachlaß, Bußezeit.:,: 4. Schimmert dieser Stern einst wieder, Dann fährst du, o Menscheusohn; Auf den bangen Erdball nieder, Sißend auf dem Wolkenthron. Sieh, vor deinem Gnadenthrone Fleh'n wir jetzt: Ach, Richter! schone Uns zu jener Rachezeit.:,: 5. Gott der Vater sei gepriesen 2c.( w. 46, 6.) KO 4. 53 Sehnliches Verlangen nach dem Erlöser. 49. El ple d Wie langsam seid ihr zum Erhören, Ihr Himmel! schließt euch auf und thaut! Thaut den, den E===wir so sehr begehren, Nach dem das Auge längstens 54 Zweiter Theil schaut. Ihr Wolfen! regnet den Gerechten; O, regnet ihn zu uns herab! It's nicht der Herr der seinen Knechten Schon längstens dies Versprechen gab? 2. Eröffne deinen Schooß, o Erde! Nimm endlich weg von uns das Joch; Den, welcher die zerstreute Heerde Versammelt, den gebär' uns doch. Wann wird aus dir, o Erde, keimen Der zarte Sproß in Israel? D, thu dich auf! hör auf zu säumen! Es komme bald Emmanuel. 3. Jahrhunderte, langsame Jahre, D, wälzet euch mit schnellerm Schritt! Damit sich bald uns offenbare Der Mittler: eilt, und bringt ihn mit! Geh auf, du schöner Tag der Freuden, Du, zur Geburt bestimmter Tag! Fang an, den Schimmer zu verbreiten, Der allzulang verdunkelt lag. 4. Das Lamm, o Gott! send' auf die Erde, Du, deiner Schafe treuer Hirt! Daß sie von ihm beherrschet werde, Das ihre Sünden tilgen wird. Send' es vom Felsen in der Wüste Zum Berg der Zions Tochter her, Daß sich der Feind nicht länger brüste; Send' es, o Herr! verweil' nicht mehr. 5. Der Patriarchen langes Flehen, Judäens Wünsche sind erfüllt. 1812 Auf das Advent. Bald wird die Welt den Heiland sehen, Den Gott in Menschenfleisch gehüllt. Des Himmels Thau, der Wolken Regen Hat sich zu uns herab gesenkt: Des Ew'gen Sohn im Schooß gelegen, Wird nach neun Monden uns geschenkt. 6. Man siehet Jesse's Zweig schon blühen, Maria bringt die Frucht hervor. Drum soll mein Herz von Liebe glühen; Zum Mittler schwing es sich empor! Er kommt zu uns auf Liebeswegen; Ihm sei mein ganzes Herz geweiht! Mit Liebe schau ich ihm entgegen, Denn sein Geburtstag ist nicht weit. 5. Antiphon. O sapientia etc. Mel. Lied 49: Wie langsam seid ihr zum Erhören, 20. 50. Weisheit! die aus Gottes Munde Von Ewigkeit gegangen ist! Wir seufzen aus des Herzens Grunde Zu dir, der du der Heiland bist. Du reichst von einem End' zum andern, Und ordnest Alles liebreich an. D, komm zu uns, und lehr' uns wandern Auf deiner Weisheit ebner Bahn. 2. O Adonai! der du im Blige Des Busch's, dem Moses dich gezeigt, Und auf des Sina heil'ger Spitze Ihm die Gebote dargereicht! Romm, bring' uns Trost in unserm Harme, Du Fürst des Hauses Israel! Mit deinem ausgestreckten Arme Rett' uns vom Tod, Emmanuel! 3. Wurzel Jeffe! die da stebet Zum Zeichen aller Völkerschaft! Aus dir, von Gottes Geist gefäet, Entquillt des wahren Lebens Saft. 55 56 Zweiter Theil. Mit tiefem Schweigen werden treten Die Könige vor dein Gesicht; Die Heiden werden dich anbeten, Erlöser! komm, verweile nicht. 4. D Schlüssel Davids! was auf Erden Du öffneft, schließet niemand zu. Von keinem kann geöffnet werden, Was du versperrst. Die Macht hast du. Komm, den Gefangnen zu befreien, Der mit der Sünden Kette flirrt. Komm, laß den nicht vergebens schreien, Der in des Todes Schatten irrt. 5. D Aufgang, den uns aus den Höhen Der Schöpfer längst verheißen hat! Wann fängst du an, uns aufzugeben? Wann scheinest du uns in der That? D Glanz des ew'gen Lichts! wir weinen, Gleich Sißenden in Dunkelheit. Führ' aus der Todesnacht die Deinen O Sonne der Gerechtigkeit! 6. DKönig! den so sehr die Heiden Und Völker wünschten bald zu seh'n! D Eckstein! welcher Eins aus Beiden Macht, und es ewig läßt besteh'n! Komm um den Menschen zu erlösen, Den du aus mürbem Thon gemacht; Komm bald, komm, rett' uns von dem Bösen, Der uns zum Fall und Tod gebracht. 7. tule D du, Emmanuel! o König! Herr! der du uns Gesetze gibst! D fomm, wir flehen unterthänig: Erlös die Seelen, die du liebst. Du bist's, auf den die Völker harren; ng Komm, unser Gott und Herr! in Eil.c Nach dir wird unser Blick hinftarren, nodd but Bis wir dich seh'n, o unser Heil! 51.8 Auf das Advent. 6. Statuta decreto Dei etc." 3 GA Nachdem viel tausend Jahr verflossen, Kommt e plote ply Jold pl nun die Zeit, die Gott beschlossen, Und zu dem Heil der FEBREË Welt bestimmt. Der Tag fängt endlich an zu nahen, 57 Nach dem so lang die Väter sahen; An dem ihr Heil den Anfang nimmt. 2. Weil Adam sich an dem Verbote Vergriffen, ward er bis zum Tode Verwundet, sammt der Menschenschaar. In Todes Schatten saßen Alle, Weil mit des ersten Vaters Falle Der Kinder Fall verknüpfet war. 3, Der Himmel war für uns verschlossen! Auf ewig waren wir verstoßen Von unsers Gottes Angesicht. Es waren für uns allzusammen Der zweite Tod, der Hölle Flammen, Bestimmt im göttlichen Gericht. 4. Ach, weh! wo wird für uns gefunden Ein Heilungsmittel unsrer Wunden? Wo treffen wir den Arzt wohl an? Wer ist auf diesem Erdenballe, Der von so tödtlich tiefem Falle Uns Wimmernden aufhelfen kann? 15.98 Zweiter Theil. 5. Nur du, o Gott! fannst hier auf Erden Der Heiland unsrer Seelen werden, Wenn du willst steigen von dem Thron. Nur du kannst deinem Bild das Leben, Gestalt und Zierde wieder geben, O Gottes eingeborner Sohn! 6. 58 So thauet denn, ihr Himmel! Jenen, Nach dem wir uns so brünstig sehnen: Hört uns, ihr Wolken, regnet Ihn! D Erde! laß den Mittler gehen Aus deinem Schooß: laß uns ihn sehen; Bald nehm' er uns're Sünden hin. 7. Dir, Gottes Sohn! der du erscheinest Im Fleisch, und dich mit uns vereineft, Sei Dank und Lob zu jeder Zeit! Der Vater sei von uns gepriesen, Dem heil'gen Geift sei Ebr' erwiesen, Der heiligsten Dreieinigkeit! 52. 7. Rorate, coeli, desuper etc. 18 Thauet, Himmel! den Gerechten! Wolfen regnet ihn herab! Also rief in Langen Nächten Ginst die Welt, ein weites Grab. In von Gitt verlaff'nen Gründen EPIT Herrschten Satan, Tod und Sünden. Fest verschlossen BEELDE war das Thor Zu des Heiles Erb' empor. D Auf das Advent. 2. Doch der Vater ließ sich rühren, Daß er, uns zu retten sann; Und den Rathschluß auszuführen, Trug der Sohn sich freudig an. Gabriel flog schnell hernieder, Kehrte mit der Antwort wieder: „ Sieh, ich bin die Magd des Herrn, Was er will, erfüll' ich gern." 3. Dein Gehorsam ist mein Leben, Jungfrau, demuthvoll und keusch! Gottes Geist wird dich umschweben, Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen! betet an im Staube. Weh der Höll' und ihrem Raube! Aber, Adamskindern wohl, Weil ein Heiland kommen soll. 4. Einen Zuruf hör' ich schallen: ,, Brüder! wacht vom Schlummer auf." Denn es naht das Heil uns Allen; Nacht ist weg, der Tag im Lauf. Laffet uns die Werk' abbringen, Welche von der Nacht entspringen! Künftig ziehe jedermann Nur des Lichtes Waffen an. 5. Laßt uns wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit; Nicht nach Fleisches lüften handeln; Weit verbannt sei Bank und Neid! Jenem gänzlich nachzuarten, Deffen Ankunft wir erwarten, Dieses ist nun unsre Pflicht; So, wie sein Apostel spricht. Higio2 Q 199 Zweiter Theil. 6. Welterlöser! ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath. Komm in meines Fleisches Hülle, Wie dein Bot' verkündet hat. Komm und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden, Die von gutem Willen sind. Komm! ich bin es, göttlich Kind! 60 8. Ankündigung des Erlösers. 53. PEPE Der Väter Seufzen und Gebet War bis zu Gottes Ohr gedrungen, Sie hatten lang um Heil ge fleht! Die Hände lang nach ihm gerungen. In Gottes Herz drang unsre Noth. Er wollte nun die Seelen retten, El ple pl Zerbrechen unsre Sündenketten Und uns befreien von dem Tod. 2. Damit mun Gottes Sohn zum Heil Uns armen Menschen möchte werden, Nimmt er, o großes Wunder! Theil An unserm schwachen Fleisch auf Erden. Zur Mutter wird von ihm erwählt Die reinste Jungfrau unter allen: Maria nur bat ibm gefallen, Die mit dem Joseph sich vermählt. Auf das Advent. 3. Nach Gottes Rathschluß und Befehl, Ihr einen Gruß zu überbringen, Senkt sich vom Himmel Gabriel Auf Nazareth mit Engelschwingen. Er spricht zu ihr, von Ehrfurcht voll: Gegrüßet seist du voll der Gnade! Du bist die wahre Bundeslade, Auf der die Gottheit ruhen soll. 4. Der Herr des Himmels ist mit dir Auf außerordentliche Weise. Erlaube du, o Jungfrau! mir, Daß ich dich überselig preise. O Frau! du bist gebenedeit Vor allen Weibern, die zusammen Auf dieser Welt von Adam stammen: Kein Mensch gleicht dir an Heiligkeit. 5. Des Engels Rede schreckt dich zwar; Du denkst: Was will der Gruß bedeuten? Allein dir wird bald offenbar Das höchste Wunder aller Zeiten. Hör', was zu dir der Engel spricht: Du hast des Höchsten Huld gefunden, Dich hat die Lieb' an ihn gebunden. Darum, Maria! zage nicht. 6. Gott will, du sollst in deinem Schooß Den Sohn empfangen und gebären, Der Jesus heißet: er ist groß, Und als des Höchsten Sohn zu ehren. Denselben wird zu dieser Zeit Der Herr auf Davids Thron erheben, Und Jakob's Haus ihm übergeben; Sein Reich wird steh'n in Ewigkeit. # 56 103 7. Sag' doch, wie dies geschehen kann? Bernimmt von dir der Himmelsbote; Denn ich erkenne keinen Mann, Reusch will ich leben bis zum Tode. 61 62 Zweiter Theil. Der heil'ge Geist, des Höchsten Kraft, So spricht er, wird dich überschatten; Er wird das mit der Gottheit gatten, Was er in deinem Schooße schafft. 8. O Jungfrau! es ist Gottes Sohn, Der soll aus dir geboren werden. Verlassen will er seinen Thron, Und wandeln als ein Mensch auf Erden. sid Der Herr, dem nichts unmöglich ist, Wird deine Jungfrauschaft bewahren, Und mit der Mutterschaft sie paaren. Sieh, wie beglückt vor Gott du bist! 9. lo c 3 ota Du sprichst! Ich bin die Magd des Herrn, Mir soll nach deinem Wort geschehen. Das Heil( wir waren von ihm fern) Wird bald nun in Erfüllung geben. O welch' ein süßer Freuden- Quell! Der Wunsch der Väter ist erfüllet: In's Fleisch ist Gottes Sohn gehüllet; Nun ist er uns Emmanuel. 10. Wie dich Elisabeth zur Zeit Geehrt, da sie den Gruß gehöret: So sei von uns gebenedeit, b di mist afbli en G Oheil'ge Jungfrau! und verehret. Gebenebeit, spricht sie zu dir, Ist deines Leibes Frucht zu nennen, Die wir für unser Heil erkennen. Dies hohe Lob gebühret ihr. 11. haard aligt Ja, deine Frucht, die Jesus heißt, Ist unser Gott, den wir verlangen, Beschattet von dem heil'gen Geist, 19.01. dator Hast du, o Jungfrau! ihn empfangen. Bitt, o Maria! deinen Sohn, od 3 Bitt, Mutter! für uns arme Sünder; insu Für uns vertriebne Evenskinders Tritt hin zu seinem Gnadenthron. do 02 300-112 1135 Auf das Advent. 12. Bitt' jetzt für uns, da in dem Streit Der Feinde Schaaren uns umringen, Die aus erbostem Haß und Neid 1ns schen in den Tod zu bringen.. Für uns bitt' in der Sterbensnoth. 60 O Mutter! laß uns nicht verderben: Hilf uns, daß wir den Himmel erben. Rett' uns, o Frau! vom ew'gen Tod. 9.nodadils 29d- iting lot ajur Menschwerdung des Erlösers. 54. plate preljunt Maria, sei gegrüßet! Du lichter Morgenstern! a pletp Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn. Des Höchsten Mutter sein. 2. Egylet 2 Von jeder Mafel rein, Sollst du zum Menschenheile Dein Gott, zu dir gewendet, Ertheilet den Befehl; Es eilt von ihm gesendet, Der Engel Gabriel. Er spricht: O gnadenvoll, Gesegnet unter Weibern! Der Herr bedenkt dein Wohl. Op dit 63 Aseisture the 3. des Maria! zittre nicht; Denn du hast Huld gefunden Vor Gottes Angesicht. Hoordiraj G Bois Semist mole Dies konntest du nicht fassen, Und batest ihn dabei, sold admite alt Dich recht verstehn zu lassen, da do mbi] 18 Was diese Botschaft sei. die misd steber 20 eshit dhil solish Leisk hdsmade Zweiter Theil. 4. Er will, du sollst empfangen, Gebären einen Sohn, Der wird durch ihn gelangen Auf David's Vaterthron. Des Höchsten Sohn zugleich, Und Jesus soll er heißen; Unendlich ist sein Reich. 64 5. Wie soll denn dies geschehen? Ich kenne keinen Mann. D Jungfrau! du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. Er sendet seinen Geist, Der wird dich überschatten, Damit du Mutter seift. 6. In ihren alten Tagen Kann auch Elisabeth Von seinen Wundern sagen, Die schon gesegnet geht. Sie heißt zwar unfruchtbar; Doch dem ist nichts unmöglich, Der sein wird, ist und war. 7. Da sprachst du tief geneiget: Ich bin des Höchsten Magd; Was du mir angezeiget, Das sei, wie du gesagt. O freudenvolles Wort! Der Bote Gottes eilet Mit seinem Auftrag fort. 8.0 Von seines Vaters Freuden Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Zu suchen Tod und Grab. Es wählte deinen Leib, Mit Fleische fich zu kleiden, Gebenedeites Weib! Auf die Weihnachten. 9. Den Schatz, den du empfangen, O bring' ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen; Denn er ist jener Held, Der uns're Bande bricht, Und aus des Todes Schatten Uns rufet an das Licht. 10. Dies Lied sei dir gesungen, D Heils Gebärerin! Mit dir ergeb'nen Zungen, Mit dir ergeb'nen Sinn! Dein hochgelobtes Pfand Führ' uns auf deinen Fürspruch Hinauf in's Vaterland. Auf die Weihnachten. 1. Jesu, Redemptor omnium etc. 55. cfled loped p 65 he 1G 10 O Gottes eingeborner Sohn, Du Heil der 5 Adamstinder! Du sigest auf des Vaters Thron, O P== Heiland aller Sünder! Du bist allein Noch vor dem Schein Des Morgensterns geboren, Eh' Zeiten sich verSU Ioren. 66 Zweiter Theil. 2. Du bist des Vaters Glanz und Licht; Du bist sein Wohlgefallen. Sei du uns Trost und Zuversicht, Die wir auf Erden wallen. Hör das Gebet, Das heute geht Nicht nur aus unserm Munde, Nein! aus des Herzens Grunde. 3. Gedenk, o Gott! du habest Theil An unserm Fleisch genommen, Da du vorlängst zu unserm Heil Vom Himmel bist gekommen. Es hat ein Weib Aus keuschem Leib Dir jenes Blut gegeben, Durch das wir Sünder leben. 4. Heut kommt zurück der große Tag, Der Tag der stillen Freude, An welchem, da die Welt noch lang Gedrückt von Satans Neide. Du, Gottes Sohn? Vom Himmelsthron Gekommen, uns zu retten Von ew'gen Höllenketten. 5. Es lobt und preiset dich das Meer, Die Erd', und was da lebet; Dir dankt und singt das himmlisch Heer, Und was in Lüften schwebet; Denn du hast dich So feierlich Zum Mittler uns gegeben, Durch den wir ewig leben. 6. D Friedensfürst wir singen dir Heut' neue Jubellieder; Denn du erscheinest heute hier Zum Troste deiner Brüder. Auf die Weihnachten. Dein theures Blut, So auf uns ruht, Das Band von deiner Liebe, Schafft solche Freudentriebe. 7. Lob sei dir, Jesus! für und für, Der du als Mensch geboren; Der du zu einer Mutter dir Die Jungfrau auserkoren! Dem Vater sei, Dem Geist dabei, Lob, Ehr' und Preis gesungen Von allen Menschenzungen. 2. A solis ortus cardine etc. Mel. Lied 55: O Gottes eingeborner Sohn, zc. 56.Vom om Aufgang bis zum Niedergang, So weit die Sonne dringet, So weit soll schallen unser Klang, Der Christi Lob befinget; Dem es gefällt, Auf dieser Welt Zu uns herab zu steigen, Und sich als Mensch zu zeigen. 2. Und groß zu sehen, wird er klein, Der Herr von allen Dingen; Er will, damit wir selig sei'n, Mit Noth und Armuth ringen. Er wird ein Knecht, Und will das Recht Zum Heil uns Knechten geben; Wir sollen durch ihn leben. 3. Der Jungfrau keusches Herz empfängt Des Himmels Gnadengüsse. In diese sind für uns gemengt Geheime Gottesschlüsse. 5* S 67 68 Zweiter Theil. In seinem Leib Trägt dieses Weib Geheimnisvolle Gaben, Die wir empfangen haben. 4. Der reinen Jungfrau keusche Brust Wird Gottes Tabernatel. In diesem wohnet er mit Lust, Denn sie ist ohne Makel. Sie spricht ein Wort; Es wird sofort In ihr das Wort erfüllet, Da Gott in's Fleisch sich hüllet. 5. Ja, sie gebäret jenen Sohn, Den sie voraus gehöret; Den in der Mutter Leibe schon Johannes freudig ehret. Ihr machte kund Des Engels Mund Des Kindes schwere Leiden Und seine Herrlichkeiten. 6. Dies göttlich Kind trägt keine Scheu, In einem Stall zu liegen; Zum Bettlein wählt es rauhes Heu, Die Krippe soll es wiegen. Es saugt mit Luft An einer Brust, Der jedes Samkorn mehret, Der Thier und Pflanzen nähret. 7. Die Engel singen den Gesang Zu Gottes höchsten Ehren; Sie lassen ihren süßen Klang Die frommen Hirten hören. Den Hirten wird Der gute Hirt, Den man im Stall bewahret, Dadurch geoffenbaret. those tha SATE Single B Auf die Weihnachten. 8. Lob sei dir, Jesus! für und für, * Der du als Mensch geboren; Der du zu einer Mutter dir Die Jungfrau auserkoren. Dem Vater sei Dem Geist dabei, Lob, Ehr' und Preis gesungen Von allen Menschenzungen. 3. Mel. Lied 135: Jerusalem, du Himmelsstadt, 20. 57. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; will mich herzlich Auch mich hat heut der Herr bedacht; Ihm will ich Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schoos Heut allen Adamskindern sproß, Ist auch für mich geboren. Vor seiner Krippe sink ich dann, Und bete meinen Heiland an, cle In Wonne ganz verloren. 2. In meiner Bildung liegt der hier, Den keine Namen nennen. D Gott! o Kind! geläng es mir, Die Gutthat ganz zu kennen! Du steigest von dem Thron herab, Den dir mit sich dein Vater gab, Um hier für mich zu leiden. Du wählest, mir zum Nugen, heut Für Ueberfluß die Dürftigkeit, Den Stall für Himmelsfreuden. 3. Du weinst, mein Jesus! sei gegrüßt, O gnadenreiche Zähre! Mit Ehrfurcht sei von mir geküßt, O Tropfen aus dem Meere, Das einstens blutig strömen soll Für mein und aller Menschen Wohl! 69 70 Zweiter Theil. Sei auch für mich geweinet! Erwärme falter Christen Herz, Das ihres Heilands ersten Schmerz Nicht zu empfindet scheinet. 4. Das meine soll dein Wohnplaß sein, Geliebtester aus Allen! Es soll, wie neu geschaffen, rein, Von Engeltrieben wallen. Komm aus der Krippe, komm zu mir! Bring ächte Frömmigkeit mit dir, Und wahre Christensitten. D, noch nicht Nichter, noch ein Kind! Dies macht mich hoffen: Kinder find Ja leichter zu erbitten. 5. Wenn diese Welt in Trümmern geht, Der Staub aus Gräbern dringet; Kommst du zurück in Majestät, Vom Engelheer umringet. Dann muß auch ich bin in's Gericht, Allweiser! vor dein Angesicht, Von Furcht und Angst durchdrungen. O sprich dann: ich erkenne dich; Du hast vor meiner Krippe mich Mit Inbrunst einst besungen. 4. 58. Auf, Christen! singt festliche Lieder, Und jauchzet mit freudigen Klang! G8 schall' an dem Erdeball wieder Süßtönender Jubelgesang! Der Vater hat unser Verlangen, Die Wünsche des Herzens erfüllt. Der Auf die Weihnachten. verhüllt. Heiland nach welchem wir rangen, Erscheinet im Fleische EG 2. Im Stalle, bei Bethlehems Thoren, Hat zu mitternächtlicher Zeit Maria, die Jungfrau, geboren Ein Kindlein das Engel erfreut. Sieb'! Rosen und Lilien blühen Im Antliß des Kindes hervor; Wie Lippen und Augen doch glühen Von Schönheit im reizenden Flor! 3. Dies schönste der menschlichen Kinder Ist Gott, in der Menschheit Gewand, Und ward uns als Mittler der Sünder, Aus zärtlicher Liebe gesandt. Dies große Geheimniß erklären Die Engel den Hirten im Feld. Sie singen dem Schöpfer zu Ehren, Und singen vom Frieden der Welt. 4. Es eilen aus Bethlehems Fluren Die Hirten zum Stalle geschwind, Und, werden auf englischen Spuren Geleitet zum göttlichen Kind. Sie werfen zur Krippe sich nieder, Jm tiefesten Staube gebückt; Sie singen ihm liebliche Lieder, Von himmlischen Freuden entzückt. 5. 71 O, lasset uns ihre Gesänge Verstärken mit fröhlichem Ton! O, laffet mit Jubelgepränge Uns singen dem göttlichen Sohn! 72 Zweiter Theil. Die Krippe kniefällig umringen, In welcher der Heiligste liegt; Jhm Lieder des Dankes zu singen Ist unsere süßeste Pflicht. 6. Eh' Sonnen und Sterne gewesen, Hat dich Gott der Vater gezeugt. Du bist unermeßlich im Wesen Das selbst nicht der Cherub erfleugt. Vom Vater, dem ewigen Lichte, O du widerstrahlendes Licht! Erhaben sind deine Gerichte; Selbst Seraphim fassen sie nicht. 7. D ewiger, himmlischer König, Der du alle Welten erschufft! Ift's denn deiner Güte zu wenig, Daß du in das Leben uns rufft? Muß selbst deine Hoheit sich neigen Zur niederen Menschengestalt? Wer könnte mehr Liebe mir zeigen? DWunder der Liebesgewalt! 8. Du steigest vom glänzenden Siße, Und wohnest im finsteren Stall; Du bist's, der aus Wolken die Bliße Hinschleudert mit schrecklichem Knall. Hier bist du, an Händen und Füßen Gebunden, in Windeln versteckt; Du, unter dem zittern müssen Die Himmel, zurücke geschredt. 9. Du wählest mit Schwächlichen schwächlich, Mit Sterblichen sterblich zu sein: Du zeigst dich, gleich Menschen, gebrechlich; Bei Kleinen erscheinest du klein. Du machest dich ähnlich in allen Gefühlen dem Menschengeschlecht? Wir Brüder,( o laß dir's gefallen!) Wir nennen dich Bruder mit Recht. Auf die Weihnachten. 10. Du bist es, der Zepter und Kronen Den Fürsten und Königen gibt; Doch hat dir's, auf Erden zu wohnen, In knechtlicher Bildung beliebt. So machst du den Hochmuth zu Schanden, Mit welchem die Menschen sich bläh'n; Und lehrtest, was Menschen nicht kannten, In tiefester Demuth uns geh'n. 11. Was athmet, soll Alles dich loben, O Vater, auf himmlischem Thron! Du sendest uns Menschen von oben Den ewigen, göttlichen Sohn. Gib, daß wir auch gründlich erkennen, Wie Jesus uns habe geliebt. Gib, daß wir vom Bösen uns trennen, Und wirken, was Jesus geübt. 5. Gloria in excelsis Deo etc. 59. dipplp pledled Gott in der Höh' sei Ehre! So singen Engel, 73 =====chöre Dem neugebornen Jesuekind: Und Friede müsse werden Den Menschen hier auf Erden, Die eines guten Willens find. Wir beten an und loben Dich, unsern Gott, dort oben Und preisen deine Herrlichkeit. Wir danken deiner Güte Mit findlichem Gemüthe, Du unzertheilte Wesenheit! 2. 74 Zweiter Theil. 3. Dir, Vater! Himmelskönig! Ist Alles unterthänig; Du sfißest auf dem Allmachtsthron. Du, Jesus! bist gekommen, Haft Fleisch hier angenommen, O Gottes eingeborner Sohn! 4. Von dir, dem Gotteslamme, Ward an dem Kreuzesstamme Die Schuld der Menschen abgethan. Zu deines Vaters Rechten Sei gnädig deinen Knechten! Nimm unsre Bitte gnädig an. 5.. Du bist allein der Große In deines Vaters Schooße, Der Heil'ge mit dem heil'gen Geist; Den mit den zwei Personen Auf ungetheilten Thronen Der Seraph ewig heilig preis't Anf das Neujahr und Namensfest Jesu. 1. Beschneidung Jesu. Debilis cessent elementa etc. 60.[ p_def_plpl Nicht weiter sollst du dich erstrecken, Du alter Jep Bund mit deiner Last; Der du die Herzen nur mit Schrecken, Mit banger Furcht erfüllet hat! Der neue plade HE Bund soll ewig dauern, Den Jesus heut' mit uns ge Auf das Neujahr. macht;& in Bund, wo ohne Furcht und Schauern Nur Freundlichkeit und Liebe lacht. 2. Du göttlich Kind, des Vaters Wonne, Du wahres Licht, vom wahren Licht; Du reinster Strahl der reinsten Sonne, Den dort der Engel heilig spricht. Heut' läsfest du dein Fleisch beschneiden, Und nimmst der Sünder Merkmal an. Du willst der Sünder Schande leiden: Der du die Sünde nie gethan. 3. Dein theures Blut, das deine Glieder, Durch die Beschneidung schmerzlich färbt, Versöhnt uns Gott, und heilt das wieder, Was Adams Sünd' an uns verderbt. Ja, da du heut beginnst zu bluten, Ertheilst du uns ein sichres Pfand. Du werdest bluten Blutesfluthen, Dereinst am Kreuzholz ausgespannt. 4. Man gibt dir heute jenen Namen, Vor dem die ganze Hölle bebt; Vor dem sich neigt der Menschen Samen Und Alles, was im Himmel lebt. Heut höret man dich Jesus nennen, Und Jesus fängst du an zu sein; Denn du fängst an, wie wir bekennen, Heut' unserm Heile dich zu weih'n. 75 Gott Vater sei von uns geprieſen, Der uns so große Gnade thut! Dem Sohn sei Ehr' und Dank erwiesen, Der uns erlös't mit seinem Blut! 76 Zweiter Theil. Dem heil'gen Geist sei Preis und Ehre Von uns erzeigt zu jeder Zeit! D, daß sie deiner würdig wäre, O heiligste Dreifaltigkeit! 2. Der Name Jesus. 61. pl. Noch eh' das Kind empfangen war, hat es El drept plu den Namen schon bekommen, Den Einer von der Engel, Platel schaar Aus Gottes Munde selbst vernommen. Den Namen Jesus soll es tragen, Ließ Gott der reinsten Jungfrau fagen. Er macht sein Volk von Sünden frei Und von der Hölle Sclaverei. 2. O Name Jesus! nicht die Welt, Nein! nur der Himmel kann dich geben. Der Werth, den er in sich enthält, Ist göttlich, und er bringt das Leben. Den Namen Jesus wahrhaft nennen, Zum Namen Jesus sich betennen Kann Niemand, wenn ihn nicht der Geist Hierzu durch seine Gnade weis't. 3. O Name Jesus! dessen Schein Und Glanz die höchsten Engel blendet! Vor ihm hüllt sich der Seraph ein Und schaut ihn an, halb abgewendet. Auf das Neujahr. D, könnte man den Glanz erblicken! Er würde jedes Herz entzücken Zur göttlichen Zufriedenheit, Auch hier in dieser Sterblichkeit. 4. D Name Jesus! dem ihr Knie Die Engel fammt den Menschen biegen, Vor dem die Höll'( er zwinget fie) Mit Zittern muß gebeuget liegen! Dich ehren wir mit Zung' und Munde; Dir fingen wir von Herzensgrunde. O Name Jesus! dir sei Ruhm Und Preis vom ganzen Christenthum! 5. O Name Jesus! den du, Herr! Zum Heil uns Menschen heut gegeben. 30 Durch ihn willst du, Barmherziger! Daß wir zum Himmel uns erheben. Kein Name findet sich auf Erden, In dem wir sollen selig werden, Als Jesus. Er, er ist's allein, Durch den wir können glücklich sein. 6. O Name Jesus! dessen Kraft Auf alle Schwachheit sich erstrecket; Der Kranken die Genesung schafft, Die Todten zu dem Leben wecket! Der Vater will uns das gewähren, Was wir mit Zuversicht begehren Im Namen Jesus. Sieh die Kraft, Die uns der Name Jesus schafft! - 77 7. O Name Jesus! o wie schwer Hat dich der Heiland sich erworben, Da er, versenkt im Schmerzensmeer, Am schaudervollen Holz gestorben! Du, Sünder! willst so unbesonnen Zernichten, was der Herr begonnen Mit seinem ganzen theuern Blut? O welche höllenwerthe Wuth! 78 Zweiter Theil. 8. O Name Jesus! welch Geschenk Und welche Gnad' ist's, für dich leiden! Bin ich nur deiner eingedenk, So bringt das Leid mir lauter Freuden. Wird mich der Name Jesus decken, So wird mich selbst der Tod nicht schrecken. Durch Jesus Namen wird versüßt, Was sonst so herb und bitter ist. 9. D Jesus! wahrer Menschenfreund! Dunbegreiflich höchstes Wesen, Der du, mit unserm Fleisch vereint, Uns wolltest von dem Tod erlösen! Laß deine Gnad' uns angedeihen, Daß wir uns deines Namens freuen. O Jesus! gib uns allen Theil An dem für uns erworbnen Heil. 3. Danksagung. 62.pdf Jd[ p= Tip plP O Gott, in dessen Hand sich immerdar EM20JI TINE Der Jahreszeiten Birkel drehet; Auf dessen Wink ein CALL ME MArenie neues Jahr Nach dem verfloss'nen Jahr entstehet! Jch danke dir heut feierlich, Und preise deine weise Macht Die mir ein neues Jahr gebracht. Auf das Neujahr. 2. Ich danke, Vater! dir für Alles das, Was von den Früchten dieser Erde Mir, deinem Kind', in reichem Maß Das Jahr durch deine Hand bescherte. Der Vaterliebe fag' ich Dank; Denn sie allein hat mir beschert, Was mich bekleidet und ernährt. 3. Für deine Gnade, Herr, Gott! dank ich dir, Die du im Jahre mir ertheilet. Sie ist der Seele wahre Zier; Sie tröstet mich, sie stärkt und heilet. Ich bin vor deinem Aug' ein Gräu'l, Wenn deine Gnade mich nicht ziert; Jch irre, wenn sie mich nicht führt. 4. Ich danke dir, o Gott! weil du, voll Huld, Mich Sünder gütig übertragen, Und aus verschonender Geduld Auf mich mit Strafe nicht geschlagen. Ich würde längst vertilget sein, Wenn nicht der Liebe starker Schild Dein Strafgericht zurücke hilt. 5. Wie bald, o Gott! wird sich mein Leben hier In diesem Erdenthal beschließen? Wie viel der Tage hast du mir Zu meinen Tagen angewiesen? Wann welkt mein Leib dabin, wie Gras? Wann fällt er, wie ein schmachtend Laub? Wann sprichst du, Gott: fehr' in den Staub? 6. Nur Augenblicke sind mir zugezählt, Zur Ewigkeit mich anzuschicken. Und ich, dem diese Gott verhehlt, Ich darf noch Eitelkeiten pflücken? D, machte doch die kurze Zeit, Der Augenblicke schneller Flug Zum Heilsgeschäft mich weis und klug. is de 79 80 Zweiter Theil. 7. Wo eilt ihr, Stunden, hin? wohin die Zeit? Jbr flieht und fallt in Abgrund nieder. Dort bleibet ihr in Ewigkeit, Und nimmermehr kommt ihr mir wieder. Weh mir! weil ihr so unbenutzt, Mit keiner guten That geschmückt, In Ewigkeit mir seid entrückt. 8. Von nun an sollet ihr mir heilig sein, Ihr Augenblicke meines Lebens! Ich weihe meinem Gott euch ein; Nicht einer schwinde mir vergebens! Zu deiner Ehr', o Gott! gib mir Im neuen Jahr auch neuen Muth, Der Alles dir zu Liebe thut. 4. Jesu, dulcis memoria etc. 63. PP plodd Epp lppl Jesus! wer an dich gedenket, Fühlet süße Freud' und Lust. Doch, wem du dich selbst geschenket, O was fühlet seine Brust! Zärtlichers hört man nichts klingen, Lieblichers kann man nichts singen. Nichts gibt einen süßern Ton, Als Herr Jesus, Gottes Sohn. 2. Der die Missethat verfluchet, Diesen hörst du, Jesus! gern. Jener, der dich eifrig suchet, Findet dich als beßten Herrn. bols Auf das Neujahr. Jesus, süße Herzens Wonne! Uns'rer Seelen helle Sonne! Quell des Lebens, aus dem fließt, Freude, die unendlich ist. 3. Keine Zunge kann's erklären, Keine Echrift bringt uns es bei: Nur Erfahrung kann es lehren, Jesum lieben, was das sei. Suchen will ich Jesum täglich, Aller Orten, wo nur möglich: Emsig suchen will ich ihn Durch das Lieben immerhin. 4. Mit Maria will ich eilen Bei der Dämmerung zum Grab'; Seufzend will ich dort verweilen, Bis ich ihn gefunden hab'. Jesu Grabort sollen gießen Meine Zähren.- Jhm zu Füßen Lieg' ich, bis durch Lieb' an ihn Ich ganz feft geheftet bin. 5. Jesus! großer Himmelskönig! Edler Sieger in dem Streit! Was man sagt, ist viel zu wenig Gegen deine Lieblichkeit. Herr! zerstreu' die Finsternisse; Mache, daß es jeder wisse, Daß du bist das wahre Licht, Bleib' in uns, verlaß uns nicht! 6. Wenn du unser Herz bewohnest, Strahlt in ihm der Wahrheit Glanz. Wenn du in dem Herzen throneſt. Flammet es von Liebe ganz. Jesus, unsre süß'ste Liebe! Uns're Luft! welch' süße Triebe Füllen deine Brust nicht an? Süßer als man sagen kann. 6 81 8 S Bweiter Theil. 7. Dies bewährt sein schmerzlich Sterben, Sein für uns vergoff'nes Blut; Denn so sind wir Himmels Erben. Sieh, was Jesu Liebe tbut! Menschen! lernt doch Jesum kennen; Sucht ihn, und ihr werdet brennen Von der Liebe, die erfreut, Und uns führt zur Seligkeit. 8. Der so zärtlich euch geliebet, Dem versagt die Liebe nicht. Wer sich nicht im Lieben übet, Der verleßet seine Pflicht. Jesus, Quelle wahrer Freuden, Die sich über uns verbreiten! Aus dir strömet Süßigkeit, Herzliche Zufriedenheit. 9. Laß in mir die Liebe wallen! Mach' mich dir im Lieben gleich. Laß dir, Jesus! einst gefallen, Mich zu sehen in dein Reich. Sagen kann ich dir zur Ehre Nichts, was deiner würdig wäre. Doch die Liebe macht mich dreist, Sie ist's die mich reden heißt. 10. Jesu Bieb' ist meine Speise, Die die Seelen kräftig nährt; Die ohn' Ekel, wunderweise Das Verlangen stets vermehrt. Die, so dich gekostet haben, Wollen stets in dir sich laben. Nichts verlangen sie, als dich! Den sie lieben inniglich. 11. Wer von deiner Liebe brennet, Schmeckt, wie süß du, Jesus! bist. Ald 102 10 T Nichts ist, was von dir ihn trennet; nomé Nichts, was er nicht gern vergißt. Auf das Neujahr. Jesus! Zierd' der Engelchöre! Süß bist du, wenn ich dich höre; Süß bist du für meinen Mund, Süß in meines Herzens Grund. 12. Herr! du bist mein ganz Verlangen; Jesus, ach! wann kommst du doch? Wann wird dich mein Herz empfangen? Ach! wie lang verweilst du noch? Deine Liebe schwächt die Kräfte Und verzehrt des Leibes Säfte. D, der süßen Lebensfrucht, Die mein Geist zu kosten sucht! 13. Jesus! unermesf'ne Güte Ich frohlocke nur in dir. Aus dem zärtlichsten Gemüthe Lieb' ich dich,- ach! schenk' dich mir! Jesum lieben, macht mich fröhlich; Jesum lieben, macht mich selig. Suchen will ich nichts, als Jhn, Dem allein ich eigen bin. 14. Jesus! nach dem ich mich sehne, Meiner Seele Zuversicht! Meiner Augen jede Thräne Fließet dir: verschmäh' sie nicht. D, daß allzeit, wo ich gehe, Jesus mir zur Seite stehe! Finden ihn, ist Freudigkeit; Haben ihn, Zufriedenheit. 15. Wenn ich Jesum nun gefunden, Läßt er mich zum süßen Kuß. Doch hier bleibt nur kurze Stunden Die Umarmung im Genuß. Jeßt umarm' ich zärtlich Jenen, Welchen ich gesucht mit Thränen. Jesu Liebe macht mich matt, Die mein Herz entzündet hat. 6* 83 DVIG 84 Zweiter Theil 16. Nie kann Jesu Lieb' erkalten, Wenn man ihn so zärtlich liebt, Selbst durch sich wird sie erhalten, Wenn man sich im Lieben übt. Diese Liebe flammt gleich Kerzen, Süßer wird sie stets dem Herzen; Durch sie wird das Herz entzückt, Unaussprechlich hoch beglückt. 17. Von dem Himmel ist gekommen Diese Lieb' in meine Brust. Ganz hat sie mich eingenommen, Wirkt in mir die reinste Luft. O wie selig sind die Flammen, Die von Jesu Liebe stammen! Jesum lieben inniglich O, wie süß erquickt es mich! 18. - Jesus! göttlich- schöne Blume, Reinster Jungfrau schönster Sohn! Von dem ganzen Christenthume Sei gelobt auf deinem Thron. Komm, o König! zu uns allen, Die wir hier auf Erden wallen; Leit' uns durch dein Gnadenlicht, Hin zu deinem Angesicht. 19. Jesus! heller als die Sonne, Lieblicher als Balsamfaft! Du, der Herzen süße Wonne, Du, der Seelen Stärk' und Kraft! D, wie wird der Geist gestärket, Wenn er deine Salbung merket! Nichts verlanget er, als dich; Nur an dir begnügt er sich. 20. Du, mein Ruhm, du, meine Liebe! Du, an dem mein Herz sich hält! D, aus welchem Liebestriebe Wurdest du das Heil der Welt! Auf das Neujahr. D Geliebter! fehr' zurücke Zu des Vaters sanftem Blicke. Herrsche dort in Hecrlichkeit, Sieger, groß und hehr im Streit! 21. Folgen will ich dr beständig Herr! der du mein Führer bist! Nichts macht mich von dir abwendig, Weil mein Herz dir eigen ist. Eilet, Engel aller Orten! Deffnet ihm die Himmelspforten, Ruft ihm Preis und Glorie zu, Wünscht ihm Glück zu seiner Ruh. 22. Gloriekönig! Ueberwinder! Der du Sünd' und Tod besiegt! Gnädig sei dem schwachen Sünder, Der zu deinen Füßen liegt. O Erbarmer, dem ich flehe! Gib, daß ich im Himmel sebe, Nach dem Dunkel dieser Zeit, Deinen Glanz und Herrlichkeit. 23. Jesus ist zurückgekehret Zu dem Vater in sein Reich. Meine Seele, die ihn ehret, Engelchöre fingen Lieder Dir zum Lob und preisen dich. Du verföhnst mit Gott uns wieder, Und vertrittst uns brüderlich. Jesus herrschet dort im Frieden, Den kein Sinn begreift bienieden. Dieses freudenvolle Heil, O wann wird es mir zu Theil! Discosa si 310 24. Schwingt sich auf mit ihm zugleich. Lasset uns im Jubel singen, Und ihm uns're Wünsche bringen! Daß wir, dort mit ihm erfreut, Leben durch die Ewigkeit. 85 10 indraut ni find that one 1012-42 86 Zweiter Theil. Auf die Erscheinung des Herrn. 1. Hostis Herodes impie etc. 64. p. P Herodes, du gottloser Feind! Was kann dich so bestürzen? Nein, Christus kommt nicht, wie dir's scheint, Um's Reich dich zu verkürzen. Sein Reich ist nicht von Eelp ppl JH JE PR dieser Welt; Es ist im Himmel fest gestellt; Dies kommt er uns zu geben. Was zwingt dich, hier zu beben? 2. Drei Weisen zieh'n aus Morgenland, Vom Wunderstern begleitet, Sie werden gleichsam an der Hand Bum wahren Stern geleitet. Sie beten an das göttlich Kind, Weil sie von Gott erleuchtet find; Sie ehren es mit Gaben, Die sie geopfert haben. 3. Es thun sich heut' die Himmel auf, Und Gottes Geist fäbit nieder Auf jenes Haupt, das durch die Tauf' Auch heiligt seine Brüder. Das Lamm steigt heut' in Jordanfluß Und läßt durch einen Gnadenguß Die Kraft auf's Wasser strömen, Die Sünde wegzunehmen. 10 $ 19E- 71bd Auf die Erscheinung des Herrn. Welch' eine nie erhörte Kraft! Ein Wink: und auf der Stelle Ergißt sich süßer Rebensaft Aus einer Wasserquelle. Es zeigt sich heut Herr Zebaoth! Zum erstenmal als wahrer Gott. Veränderte Naturen Sind seiner Gottheit Spuren. 5. Lob sei dir, Herr! der du dich heut Den Heiden wolltest zeigen. Sieh, wie wir deiner Herrlichkeit Anbetend tief uns neigen. Der Vater sammt dem heil'gen Geist Sei, wie den Sohn der Glaube preist, Gelobt zu allen Zeiten, Jeßt und durch Ewigkeiten. 2. O sola magnarum urbium etc. Mel. Sied 64: Herodes, du gottloser Feind 2c.in 65.0" u bist, o Bethlehem! die Stadt, Vor allen andern Städten, Die Gottes Sohn erwählet hat, Aus dir an's Licht zu treten. Denn als er sich in's Fleisch gehüllt, Und zur Geburt die Zeit erfüllt, Ist er an deinen Thoren Jm Stall zur Welt geboren. 2. Ein Stern, der aus den Wolken bricht Und seinen Glanz verbreitet; Der um die Schönheit, Wärm' und Licht Selbst mit der Sonne streitet; Verkündet in sprachlosem Ton Es habe Gottes einz'ger Sohn Das Fleisch an sich genommen, Und sei zur Welt gekommen. $ 14, 1995 87 .00 88 Zweiter Theil. 3. Nachdem die Weisen diesen Stern Zu Bethlehem erblicket; Sind sie von Freuden in dem Herrn Erfüllet und entzücket. Sie fallen nieder auf die Knie; Gold, Weihrauch, Myrrhen opfern sie Dem Kind, dem sie ihr Lebent, Ihr ganzes Herz ergeben. 4. Sie legen Gold zum Opfer hin, Als König ihn zu ehren. Als einen wahren Gott soll ihn Die Weihrauchsgab' erklären; Die Myrrhe ist der Schwachheit Bild, Die unser Gott, in's Fleisch gehüllt, Hat wollen an sich nehmen, Und sich zum Tod bequemen. 5. Lob sei dir, Herr! der du dich heut Den Heiden wolltest zeigen. Sieh, wie wir deiner Herrlichkeit Anbetend tief uns neigen. Der Bater sammt dem heil'gen Geist 10 Sei, wie den Sohn der Glaube preist, Gelobt zu allen Zeiten, Jetzt und durch Ewigkeiten. 1 66. Auf die Fasten und Leiden des Herrn. SHIS 1. Audi, benigne conditor etc. lé Die heißen Seufzer unserer Herzen, O Schöpfer steigen zu dir auf; Ou fennest unfre Reu' und Auf die Fasten. Schmerzen, Dir weiht sich unsrer Zähren Lauf. Hör', Schöpfer! unser Flehen Von deinen heil'gen Höhen; Hör' unser Herz, das zu dir schreit In dieser heil'gen Fastenzeit. 2. Was tief in Menschenherzen stecket Siehst du, o Schöpfer! sonnenklar; Wie weit die Schwachheit sich erstrecket, Ist deinen Augen offenbar. Herr! laß uns Gnade finden; Erlaß uns uns're Sünden; Da unser Herz in Thränen schwimmt, Und seine Zuflucht zu dir nimmt. 3. Dich haben wir, o Gott! betrübet; Gesündigt haben wir sehr viel. Wir haben vor dir ausgeübet, Was deinem Angesicht mißfiel. Doch wirst du nicht verlassen Die, so die Sünde haffen. Mach' von der Sünden Sklaverei Zu deines Namens Ehr' uns frei. 4. Der Leib, dem scharfe Zucht gebühret, Empfinde sie zur Fastenzeit. Zur Sünde hat er uns verführet; 89 D'rum leid' er durch die Nüchternheit. Gib, daß sich uns're Seele Nie wider dich verfehle! Steh' ihr mit deiner Gnade bei, Damit sie fern von Sünden sei. CH HI 10:55 12 BO Zweiter Theil. 5. Gott Vater, sei von uns geprieſen! Auch du, Gott Sohn und heil'ger Geist! Dank, Ehr' und Preis sei dir erwiesen, So wie dich dort der Seraph preist! 90 Nimm auf mit Wohlgefallen Das Fasten von uns allen. Laß uns den Abbruch nüßlich sein, Den wir dir, Gott! zum Opfer weih'n. 2. Ex more docti mystico etc. Mel. Lied 66: Die heißen Seufzer unsrer Herzen 2c. 67.Nach dem geheimnißvollen Brauche Sei unser Fasten und Gebet, Gleich einem allersüß'sten Rauche, Der bis zum Throne Gottes geht. Durch Fasten und Rasteien. Laßt uns dem Heiland weihen Der vierzig Tage Gnadenzeit, Die er zum Büßen uns verleiht! 2. Wie dort Elias ohne Speise Durch vierzig Tag zum Berg geeilt, Und Moyses auf gleiche Weise Vor Gott auf Sinai verweilt: So will der Herr der Zeiten Selbst strengen Abbruch leiden Durch vierzig Tage, die er weiht Zum Beispiel seiner Christenheit. 3. TIMES 23196 So laßt uns denn bei diesen Zeiten In Speis und Trank enthaltsam sein! Den Scherz, die Ausgelassenheiten Und Wort, und Schlaf schränk' jeder ein. Laßt uns in heil'ger Enge, In wohlgemess'ner Strenge Betreten jenen Tugendpfad, Den Jesus uns gezeiget hat. # 600 Auf die Fasten. 4. Vornehmlich laßt uns alles meiden, Was unser Herz beflecken kann; Was unsre Sinne kann verleiten Auf unerlaubte Sündenbahn. Sorgfältig laßt uns wachen, Daß wir des Satans Rachen Entgeh'n, der uns durch böse List Zu stürzen immer wachsam ist. 5. Laßt uns im Staube tief gebücket, Um Gnade zu dem Nichter fleh'n; E er auf uns sein Nachschwert zücket, Und wir vor seinem Zorn vergeh'n. Mit reuerfülltem Weinen Laßt uns vor ihm erscheinen, Bis nach vergebner Missethat, Er sich zu uns in Güte naht! 6. Wir haben, Gott! mit unsern Sünden Dich oft beleidigt und betrübt. D, laß uns wieder Gnade finden! Sieh! wie dich unser Herz nun liebt. Daller Güte Quelle! Verzeih die Sündenfälle. Vergib, was wir vor dir gethan, Und schau uns wieder huldreich an. 7. Zwar hast du mürben Ton gewählet, Aus dem der Leib gebildet ward; Doch ist der Geist, der ihn beseelet, Dein Bildniß, und von Engelart. D, laß doch nicht geschehen, Daß wir zu Grunde gehen! Dein Ebenbild gib nicht dem Feind, Der dir es zu entreißen meint. 8. Wir bitten unter Herzensthränen: Brich unser Sündenjoch entzwei. Das Gute, nach dem wir uns sehnen, Leg uns mit Vaterliebe bei. 91 80 14801 92 Zweiter Theil. So werden wir erfüllen In Allem deinen Willen, Hienieden in der Prüfungszeit, Wie dort im Reich der Herrlichkeit. 9. Gott Vater! sei von uns gepriesen! Auch du, Gott Sohn, Gott heil'ger Geist! Dank, Ehr' und Preis sei dir erwiesen, So wie dich dort der Seraph preist. Nimm auf mit Wohlgefallen Das Fasten von uns allen: Laß uns den Abbruch nüßlich sein, Den wir dir, Gott! zum Opfer weih'n. 3. O sol salutis, intimis etc. 68. P epid Ed Jesus wahres Licht der Seelen, Sonne Eppel der Gerechtigkeit! Nie wird der des Weg's verfehlen, Der in deinem Glanz sich freut. Schent uns mit dem neuen Morgen Einen neuen Gnadenstrahl, Daß wir dir mit neuen Sorgen, Dienen hier im finstern Thal. 2. Schaff' in uns, o Herr der Zeiten Bei so angenehmer Zeit, Schaff' ein Herz, das in dem Leiden Die gemachte Schuld bereut. A bald h Bieb' an diesen Heiles Tagen Uns zu dir, durch deine Huld, about Uns, die du haft übertragen Mit langmüthiger Geduld. Auf die Fasten. 3. Send' uns, Herr! von oben Stärke; Gib uns einen solchen Muth, Der dir durch die Bußewerke G'nug für unsre Sünden thut. Denn du nimmst aus lauter Güte Gnädig zur Versöhnung auf, Was aus büßendem Gemüthe Wir hier thun im Lebenslauf. 4. Herr! bald kommt dein Tag der Freuden, Da von neuem alles blüht; Wo dein Leib nach schweren Leiden Sich mit Glanz verherrlicht sieht. Zieh' uns, die wir zu dir schreien, Aus dem alten Sündenkoth: Laß uns auch mit dir erfreuen Jetzt und mehr noch nach dem Tod. 5. Von uns, Werken deiner Hände, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Sei verehret sonder Ende, Wie dich dort der Himmel preist! Wir, durch deine Gnad' erneuet, Stimmen in sein Loblied ein. Auch soll dir damit geweihet Unser Herz und Wandel sein. 4. Von den Todesleiden des Herrn. 93 ne 69.8 III Laß mich deine Leiden singen, Dir des Mits leids Opfer bringen, Unschuldvolles Gotteslamm, Das a von mir die Sünde nahm. Jesus! drücke deine Schmerzen 94 Zweiter Theil. PPI Tief in aller Christen Herzen. Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode sein. 2. In's Gericht für Menschen treten, Zum erzürnten Vater beten, Seh' ich dich mit Blut bedeckt, Auf dem Delberg hingestreckt.-Jesus! drücke 2c. 3. Dich zu finden und zu schlagen, Zu beschimpfen und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schaar, Und du gibst dich willig dar.- 4. Von den Richtern, die dich hassen, Wilden Kriegern überlassen, Strömet dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dornenkrone, 1 Jesus! drücke 2c. Jesus! drücke 2c. Die mein Heiland! scharf geſpißt, Deine Stirne schmerzlich rißt.- Jesus! drücke 2c. 6. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt, Und den Sündern Heil erwirbt. 7. Heiland! meine Missethaten Haben dich verkauft, verrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, An dem Kreuzesstamm verhöhnt. Ach es reuet mich von Herzen! Baß, mein Heiland! deine Schmerzen, Deines Mittlertodes Pein Nicht an mir verloren sein. Jesus drücke i HIGH Q ||||| 70.8 Auf die Fasten. 5. D großer Gott! von dem ich glaube, Daß du dich in das Fleisch gehüllt: Ich liege hier gebückt im 95 Staube, Mit Liebe gegen dich erfüllt. Dein Kreuz und Leiden will ich ehren, Dir sollen träufeln meine Bähren; Du bist's, zu dem mein Seufzen steigt. Stärk' mich dein Leiden zu bedenken, Mich in der Viebe Meer zu senken, PICTU xa Die du, o Heiland! uns erzeigt. 2. Was hat dich doch, o Herr! bewogen, Daß du erscheinst in dieser Welt? Die Liebsgewalt hat dich gezogen, Und dich uns Menschen beigesellt. Hier suchtest du uns arme Sünder, Und gibst dich für die Adamskinder Zum Opfer der Versöhnung dar. D'rum muß dein Leib so häusig bluten, Berrissen durch die schärfsten Ruthen Der möderischen Henkerschaar. 3. Mit spitz'gen Dornen ist durchstochen Dein göttlich Haupt, o höchstes Gut! Und strömend ist hervorgebrochen Dein schmerzlich ausgepreßtes Blut. 96 Zweiter Theil. Dein Antliß ist mit Blut bedecket; Es ist mit Speichelwust be lecket, Zerquetscht durch manchen Backenstreich. Sonst war es aller Engel Freude: Nun ist's zu ihrem größten Leide Geschwollen, ungestaltet, bleich. 4. Der Frevler Schwarm hat dich entkleidet, An's Holz geschlagen nackt und bloß. Er hat dein Kleid für sich erbeutet, Und wirft um dein Gewand das Loos. Es spotten deiner, die dich sehen; Dich lästern, die vorüber gehen; Sie lächeln höhnisch über dich. Du könntest rächend sie zerschmettern; Doch du verzeihest diesen Spöttern," Und lehrest so die Sanftmuth mich. 5. Jhr, meines Mittlers Allmachtshände! Die ihr mit Macht gebietet, reicht Von einem bis zum andern Ende, Was ist, das euern Schmerzen gleicht?* Die Sünder haben euch durchgraben Mit eisern Keilen;- und so haben Sie zwei Blutquellen aufgedeckt. Wer wird vom Mitleid nicht erschüttert? Welch' hartes Herz ist, das nicht zittert, Das dieser Anblick nicht erschreckt? 6. Noch nicht genug! noch andre Quellen Thun sich an deinen Füßen auf. Aus diesen sprudeln Bluteswellen In einem unermess'nen Lauf. Mit Lieb' umarm' ich diese Füße, Die ich mit zartem Kuß begrüße; Ich drücke sie sanft an mein Herz. O, könnt' ich doch mit ihnen theilen Das Weh; ich würde nicht verweilen, Zu lindern ihren herben Schmerz. Auf die Fasten. 7. Ich zitt're. Mein Gebein erbebet, e Bei deiner Henker Höllenwuth! Von keiner Menschlichkeit belebet, Tobt wider dich die böse Brut. Du seufzest zwischen Tod und Leben; Kaum kannst du deine Zunge heben; Kaum kannst du öffnen deinen Mund. Mich dürftet! rufft du, laut für Alle; Doch reicht man Effig dir und Galle, Um auch zu martern deinen Schlund. 18. So leidest du drei lange Stunden. Was kann dazu bewegen dich? 110 Hast du aus Zwang den Schmerz empfunden? d Nein! nur aus Liebe gegen mich. in as Ich denke deiner Qual und weine; Ach, Herr! du weißt es, wie ich's meine! Du siehst mein Herz, o Gottes Sohn! An dir ist keine Schuld zu finden: Doch leidest du für meine Sünden Der Missethäter Straf' und Lohn. z 9. Ach, Seele! höre Jefu Worte! Hör' ihn, er ruft: Es ist vollbracht? Nun naht er sich der Todespforte Doch thut er es aus freier Macht. Sieh, wie er seinen Lauf vollende! Er gibt in seines Vaters Hände Den Geist und neigt sein Haupt.- Er stirbt. Der stirbt, durch den sonst Alles lebet, Bet dessen Tod die Erde bebet, Der sterbend dir das Heil erwirbt. 10. Wer kann die Liebe Jefu fassen? Sie gleicht dem unerschöpften Meer. Sein Herz will er mir öffnen lassen Noch nach dem Tod mit einem Speer.ed ion 7 H - 97 98 Zweiter Theil. Mein Lösegeld soll überfließen; Drum will er all sein Blut vergießen, Den Nest, der noch im Herzen lag. Die Wunde wird nun eine Höhle, Die ich zur Zuflucht mir erwähle, In der ich sicher ruhen mag. 11. Zerknirschet lieg' ich armer Sünder, Und bete dich, mein Jesus! an. Mich schmerzt es, Freund der Menschenkinder, Daß ich dich nicht g'nug lieben kann. Wenn mich des Todes Arm umfasset, Da stehe du, für mich erblasset, Mir in den letzten Nöthen bei. Zu dir ring ich jetzt meine Hände; Herr! hilf, daß nicht an meinem Ende Dein Blut an mir verloren sei. 6. Vexilla Regis prodeunt etc. 71.1 A Seht, Christen! Gottes Unterthanen! Beschaut des Königs blut'ge Fahnen, Das Kreuz in seinem vollen Schein. Es starb an diesem Holz das Leben, Ein neues EN EEN Leben uns zu geben; Sein Tod sollt' uns das Leben sein. 2. Das Leben wollt' am Kreuzesstamme Uns waschen von dem Sündenschlamme, Drum duldet es den Lanzenstoß; Auf die Fasten. Und hier war diese große Stunde, In der aus seiner Seiten Wunde Das Blut und Wasser häufig floß. 3. In die Erfüllung ist gegangen Das Wort, nach dem die Väter rangen, Von ihrem Elend tief gerührt. Das Wort, das David uns gelehret, Der es von Gottes Geist gehöret: Der Gottmensch hat am Holz regiert. 4. D Baum, dem alle Bäume weichen, Dem keine Ceder zu vergleichen, Der heil'ge Schatten um sich streut! Du warst erwählet zu berühren Den behren Leib; dich sollte zieren Das königliche Purpurkleid. 5. D Baum, an dem der Preis gehangen, Durch welchen wir zum Heil gelangen! Du bist des Mittlers Blutaltar; Die Wage, die den Leib gewogen, Der wiederum an sich gezogen Den Raub, der sonst der Hölle war! 6. Dunsre Hoffnung! sei gegrüßet, D Kreuz, von welchem häufig fließet Das Heil in dieser Leidenszeit. Vermehre Gottes Huld den Frommen; Verschaffe, daß die Sünder kommen Zu Gott, von ihrer Schuld befreit. 7. Dich lobe, was im Himmel schwebet; Dich preise, was auf Erden lebet, O Quell des Heils, Dreifaltigkeit! Gib uns, die wir durch's Kreuz gesteget, Den Lohn, der schon bereit dort lieget, Für Ueberwinder in dem Streit. 7* 99 100 Zweiter Theil. Pange, lingua, gloriosi Lauream certaminis etc. 72.8 Sing, Bunge! von dem größten Sieg, Den ਜਗਰ= ਸ Erd' und Himmel je gesehen. Befing, wie nach blutvollem 11 Krieg, Am Kreuz die Siegspaniere wehen. Sing, wie sich El PIL PIl file potp Jesus für die Welt Am Kreuz zum Opfer dargestellt; Wie er den Tod im Tod bezwungen, Wte er die Höll' 3 im Sieg verschlungen. 2. Gott sah, von Mitleid tief gerührt, Wie sehr der erste Mensch betrogen, Und zum Genuß der Frucht verführt. Sich Tod und Hölle zugezogen. Dies wirkte Satans Neid und Stolz; Doch wählte Gott schon dort das Holz, Um durch das Holz uns frei zu machen bem? Vom Tod und von der Hölle Rachen. d Phil 3.10 1900 So sollt' es sein, und Gott beschloß, Daß List durch List vernichtet würde; Daß fromme List zu seinem Schooß Die Menschenschaar zurücke führte. Es war sein Rathschluß, daß sogar, Was selbst das Gift zum Tode war, Zum Heilungsmittel werden sollte. O Liebe, die er zeigen wollte! of t Auf die Fasten. 4. Da nun die Fülle jener Zeit, G Die Gott bestimmte, angebrochen; Stieg von dem Sitz der Herrlichkeit Der Mittler, längstens uns versprochen Aus einer reinen Jungfrau Schooß, In der sich Gottes Geift ergoß, dmt Nahm Fleisch der Schöpfer aller Dinge, po Und ward, gleich einem Kind, geringe. sidd 5. die tie g s -Prlet 10 allout a nfsall#G Q Dies göttlich Kind ward hingelegt Im Stall in eine harte Krippe. Wie wimmernd hat es doch bewegt Zum Weinen seine kleine Lippe! Bestrickt ward von der Mutterhand Sein Leib mit armer Windeln Band. Bald werden auch an's Kreuz, voll Wunden, Ihm Arm' und Beine festgebunden. Es müsse Preis in Zions Hallen Dem Vater, Sohn und Geist erschallen. 101 de 12 6. Dir will ich danken lebenslang, Herr, der du dich dem Tod ergeben! tdunr 2 Dir sei ein steter Lobgesang mayroll spied Mein Mund, ja selbst mein ganzes Leben.no de 162 Dir, heiligste Dreieinigkeit, and and of Sei Ehre, Lob und Dank geweibt! Mel. Lied 72: Sing, Zunge! von dem größten Sieg, 20. 73.Da a ihm das drei und dreißigst Fahr In seiner Pilgerschaft verflossen, is id Gibt er sich selbst zum Leiden dar, 093941 fi: 3 3d# 10 le 2 8. Lustra sex qui jam peregit etc. Ad C 946 1945 Er will des bittern Todes sterben, Um uns zu retten vom Verderben. and the list Weil er hierzu sich selbst entschlossen. and idlise Er wird als ein stillschweigend Lamm2 end up on? Erhöhet an dem Kreuzesstamm; Zweiter Theil. 2. Mit Dornen ist sein Haupt gekrönt, Mit Nägeln Hand und Fuß durchgraben. Er wird verspieen und verhöhnt, Sie wollen ihn mit Galle laben. In seine Brust stößt man den Speer; Da fließt ein Blut- und Wassermeer, Den Schlamm der Sünden abzuspülen, In den die Kinder Adams fielen. 102 3. Hochheil'ges Kreuz, du ebler Baum, Dem keiner von den Bäumen gleichet! Nicht ist in aller Wälder Raum, Der solche Blüth' und Früchte reichet. D theures Eisen, hehrer Stahl! O Baum des Heils, du Ehrenpfahl! Ihr tragt die wundergroße Bürde, Ihr tragt den Leib der höchsten Würde. 4. O rauher Stamm, sei sanft und zart! Erweiche deine starren Aeste; Laß ab von deiner harten Art, Du trägst ja den, der ist der Beste. Er ist der König aller Zeit, Er ist der Herr der Herrlichkeit. Sei sanft, daß ihm nicht die Beschwerden Des Tod's an dir vermehret werden. 5. Du bist der große Sühnaltar, Werth, über alle vorzuragen; Der unter allen würdig war, Das Opfer für die Welt zu tragen. Du bist die Arche, die die Welt Im Schiffbruch vor dem Tod erhält; Weil dich das theure Blut begoffen, Das aus des Lammes Leib gefloffen. 6. Dir will ich danken lebenslang 2c.( w. 72, 6.) Vie Auf die Charwoche. Einzug des Herrn in Jerusalem. 1. Am Palmsonntage: Gloria, laus et honor tibi sit etc. 74. Id! Lip Dir, Jesus! König, Mittler, Herr! Dir, Starter und Sanftmüthiger! Sei Lobserhebung, Preis und Ehre! Dem von dem zarten Jugendheere, Heut nach der feierlichsten Art, Osanna zugejauchzet ward. 2. 103 Du bist der Herr in Ifrael, Dir stehet Alles zu Befehl. Gesegneter vom Menschen Samen! Du kommst zu uns in Gottes Namen! Dir, Jesus! König! Davids Sohn! Gebührt sein Zepter und sein Thron.-Dir, Jesus! 2c. 3. Die Engelchöre singen dir In Freud' entzücket für und für. Anbetend werfen sie sich nieder, Und preisen dich durch Jubellieder. Auch wir, die Werke deiner Hand, Lobsingen dir in diesem Land.- Dir, Jesus! 2c. 4. Das Judenvolk hat, hocherfreut, Heut Palmenzweige dir gestreut. Den Weg, der dich zur Stadt geführet, Hat es mit Kleidern ausgezieret. Wir bringen dir im Hochgesang Gebet und süßen Psalmenklang. Dir Jesus! 2c. 163 104 Zweiter Theil. 5. Es fangen jene dir, o Herr! Da du noch als ein Wandererst mi Nach Gottes Rathschluß leiden wolltest, Sogar am Kreuze sterben solltest. Wir singen jetzt zu solcher Zeit, Da du regierst in Herrlichkeit. 6. Was Jene dir, o Herr! gethan, Nahmst du mit Wohlgefallen an. Laß uns're Lieder dir gefallen: Hör' gütig, was vor dir wir lallen. Du, König Himmels und der Welt, Dem alles Gute wohlgefällt!- Dir, Jesus! 2c. - copotunolmin S Dir, Jesus! 2c. 2. Ter Mel. Lied 13: Von dem Himmel wird jetzt ic. HI ions fromme Seele! 75.3 Sieh, bein König kommit heran. Sing aus jubelvoller Kehle, Was dein Herz ersinnen kann. Steh! er kommt nur deinetwegen; Sing frohlockend ihm entgegen: daugumal# 2 Ofianna! Davids Sohn! slun leis Nimm den Zepter und den Thron. 1998 is duo 2. Sonst schienst du der Gott der Rache; lenne sid Blize warfst du rings umher. Nun führst du selbst unsre Sache, s gins dan Süßer und Sanftmüthiger! 17 dil Tief gerühret von Erbarmen, is Kommst du, sanft uns zu umarmen.- Ofianna 20 3. Bringt die Eselin, das Füllen, 06. So sprichst du, o Herr der Welt! Schnell erfüllt man deinen Willen; Schnell sind sie dir dargestellt.ast tim 99 100 Kleider von den Jüngern schmücken sidd, il Dieser Thiere rauhe Rücken. Dfianna! 2c. ter s Auf die Charwoche. 4. Da dir so beliebt zu reiten, do 2 Wird vor Freuden Alles reg; Und viel hundert Menschen breiten Ihre Kleider auf den Weg. And're hauen Zweig von Palmen; Alle singen Jubelpsalmen. Ofianna! 2c. 6. Jeßt erblickst du Salems Mauern, Und dein Herz verliert die Ruh. O, woher so tiefes Trauern? Ach, warum Herr! weinest du? Weil die Stadt ihr Heil verkennet, Und in ihr Verderben rennet. 5. Delbaums Zweige, die man streuet, Schildern deine Gütigkeit. Palmen, die das Volk dir weihet, Zeigen deinen Sieg im Streit; Denn du wirst den Tod bezwingen, Und die Höll' im Sieg verschlingen. Oftanna! 2c. 5.05 26. 11 mandle Ofianna! 2c. no me sintoesia O, mit welchem Ehrgepränge Ziehst du endlich in die Stadt! O, wie jauchzt des Volkes Menge, 2 n Das sich dir gewidmet hat! Alles tönt zu deinen Ehren; Jeder läßt die Wünsche hören: 8. Zürnen heimlich über dich; Und man wird nach wenig Tagen a An ein Kreuz dich grausam schlagen. er June0 Ofianna! zc. Unser König sollst du sein. Unser Herz soll an dir hangen, Und mit Liebe dich umfangen. 3105 Freude bringst du den Hebräern, Nur die Priester grämen sich. ni mot me Diese, sammt den Pharisäern, 1 die anden 9. Is sis and and tradille Ofianna! 2c. Zieh, o Herr! in uns're Seelen Heut mit deinen Gnaden ein! des fondoit du 12 Denn du bist's, den wir erwählen; nil 1912 al momak mis Ofianna! xc. 106 Zweiter Theil. 3. Todangst des Herrn. 76.pple pida Wo eilst du hin, o Herr!" nach deinem Abendmahl? Verläsfest du so schnell* den stillen Speise faal? Und gehst aus Salems Stadt hinaus? Ist deine Lebenszeit schon aus? Ach, jene Stund' ist angekommen, Die du vom Vater angenommen; Nach der so lange du getrachtet: In der du als ein Lamm geschlachtet, Für uns am Kreuz verbluten wirst. 2. Folg deinem Herrn, mein Geist!* folg Jesu Schritt für Schritt; Er gehet und er führt die lieben Jünger mit. Sie sind zu schwach, mit anzuseh'n Den Kampf, in den er jetzt will geh'n. Bleibt hier im Hof, spricht er zu ihnen, Bis ich dem Vater werde dienen Aldort mit Wachen und mit Beten; Wo ich mit ihm auch werde reden Von dem, was euer Heil betrifft. Der Gottversöhner geht* Drei Jünger folgen ihm 3. von seinen Jüngern fort; auf sein ermunternd Wort. Sie geh'n mit ihm zum Garten ein, Um Zeugen seiner Angst zu sein. Auf die Charwoche. Noch weiter gehet er von diesen, Die er zum Wachen angewiesen. In tiefster Trauer und Gebärde Sinkt Jesus betend auf die Erde; Betrübt ist er bis in den Tod. 4. Tritt näher hin, mein Geist!* zu diesem Heiligthum! Anbetend schwebe still um diesen Berg herum. Hör', wie er zu dem Vater fleht In herzerhebendem Gebet. Ich bin, spricht er, nunmehr im Stande, Bu ehren dich durch Todesbande. Damit dein Zorn gestillet werde, Gabst du mir einen Leib von Erde, Der sterbend dich versöhnen kann. 5. In menschlicher Gestalt kam ich auf diese Welt! Für Menschen hab' ich mich* zum Bürgen dargestellt. Schon lange sprachst du wider mich Das Urtheil; es ist fürchterlich. Doch Liebe zu den Adamskindern Wird alle Marterschrecken mindern. Zu deiner Ehre will ich sterben, Damit die Menschen nicht verderben; Der Tod ist meines Herzens Wunsch. - 107 6. Raum hat zum leßtenmal* sich Jesus so erklärt, Schon ist er mit der Schuld* der ganzen Welt beschwert. Der Vater sieht dies Opfer an, Das ihn mit uns versöhnen kann. Er muß in vollem Maß empfinden Die Pein und Schmerzen aller Sünden. Von dieser Stund, ist er bedecket Mit Schimpf und Schande;- und er schmecket Die ganze Bitterfeit des Kelchs. 7. Auf einmal stellt sich ihm Sum voraus stürzen ihn das ganze Leiden vor. Spott, Backenstreich und Rohr, Dorn, Geißel, Nägel, Kreuz und Speer! Tief in ein bittres Schmerzenmeer. 108 Zweiter Theil. Kaum kann sein Geist es überstehen! Doch darf er nicht vom Körper gehen; tisa puit 20 21 2 Gott hält ihn feft. Er will noch dulden, C Was wegen aller Menschen Schulden, Des Vaters Recht zu fordern hat. 8. So kämpft er bis zum Schweiß,* so kämpft er bis aufs Blut. dstadre Er sinkt,- er fällt,- er liegt.* Ihn drückt der Schmerzen Wuth. Im Staube liegt sein Angesicht, Vor Blässe kennet man es nicht. Er wimmert mit gerungnen Händen: Wirst du mir keine Hilfe fenden? İHTACK bid dadal 200 Darf ich zu dir, o Vater! fleben? So laß den Kelch vorübergehen! Doch es geschehe, wie du willst. Daje sibiro 9. ond solusi te Aus seiner Ohnmacht hebt der Herr sich allgemach, Und wankend stüßt er sich,* von Angst und Zittern schwach. Doch wankt er zu den Jüngern hin. sie 60 Ihr schlaft und laßt mich aus dem Sinn! Un drick Könnt ihr nicht ein Stunde wachen? Kann euch die Noth nicht wachsam machen? O betet, daß ihr dem entrinnet, Der tückisch euch zu stürzen sinnet. si do Stark ist der Geist, das Fleisch ist schwach. to m and 10. Hood nd med 1 Zurücke kehrt der Herr* zum vorigen Gebet, Wo seine Seele fast* vor Todesangst vergeht.el and Zermalmet ist sein ganzes Herz, llor ni dne 30 Zu blut'gem Schweiß gepreßt vom Schmerz.s Die Furcht durchschauert seine Glieder. Zum Vater betet er nun wieder: i mol Laß ab, den Kelch mir auszugießen! Laß sich die Schmerzensstunde schließen! Doch es geschehe, wie du willst. 11. top si De d Arroc Ohnmächtig richtet er* vom Staube sich empor; Liebreich besuchet er* die Jünger, wie zuvor; Auf die Charwoche. Doch sieht er sie in Schlaf versenkt. Wer ist der seine Schmerzen denkt? Sollt ihr mit mir nicht wachen können? Wollt ihr mir diesen Trost nicht gönnen? ISC Sorgt, daß der Feind durch seine Tücke Nicht euer schwaches Herz berücke! Stärkt euch durch Wachen und Gebet. 12. 109 DE C Zum drittenmal fängt nun der Herr zu beten an. Mit welcher Bangigkeit* ringt dieser Schmerzensmann! Er liegt im Staub, von Angst gedrängt: In seinen Schweiß ist Blut gemengt. Blutquellen werden seine Glieder; Blut strömt vom Leib zur Erde nieder. So wie ein Lamm im Blut sich windet, Da es den Messerstich empfindet, So windet sich der Herr im Blut. Jest läßt er sich von ihnen stärken, Nimmt Trost von seiner Hände Werken; So tief ist er herabgesetzt. 16.10 13. Der Vater schaut herab,* er sieht des Sohnes Leide Und Stärke sendet er dem Sohn zu diesem Streit. Vom Himmel kommt ein Seraph her, d Den Mittler stärkt ein Endlicher. Sonst mußten Engel ihn anbeten, Gebücket vor sein Antlig treten: 14. Sieh da, wie hart den Sohn die Rache Gottes hält; Weil sie auf ihm erblickt die Sünden dieser Welt! Trägt er für fremde Sünden dies, So bleibt die Buße mir gewiß. 16 nois UN HO Er schwißet Blut für meine Sünden, Nicht, mich vom Leiden zu entbinden: Er opfert auf sein Blut und Leben, Um meiner Buße Kraft zu geben. D, büße denn, nun ist es Zeit! fordi Salt 15. Dir, Jesus! Mittler! Gott!* sei Dank und Lob und Preis Für deines Todes Angst,* für deinen blut'gen Schweiß. 110 Zweiter Theil. Da ich dir sonst nichts leisten kann, So nimm des Mitleids Zähren an. Wenn ich in Todesschatten sinke, Und aus dem Schmerzenskelche trinke, Misch du darein von deinem Schweiße: Laß mir denselben auf der Reise Aus dieser Welt zum Labsal sein. 4. Leiden und Sterben des Herru. Mel. Lied 70: D großer Gott, von dem zc. 77.Nimm, meine Seele! Seraphs Flügel, Erschwing dich nach Gethsemane. Dring hin bis zum Olivenhügel! Schau, was geschieht auf seiner Höh'. Hör'! Waffen rauschen, Lanzen klingen; Von Wuth geschwoll'ne Mörder dringen Mit Ungestüm zum Garten ein. Wer ist es doch, den sie verlangen? Wo ist er, den sie wollen fangen Bei Fackel- und Laternenschein? 2. Ach, Jesus ist es, der Gerechte, Des Höchsten eingeborner Sohn! Jhn suchen diese Sündenknechte: Des Judas Kuß verräth ihn schon. Wie! du, spricht er: du, mein Geliebter, Verräthst du mich?- Was ist betrübter, Was schmerzlicher für mich, mein Freund! Du stellst dich an der Henker Spiße! Du übergibst mich ihrer Hiße, Und wirst mein ärgster Todesfeind! 3. Er fragt die Schaar mit hoher Stimme: Wen suchet ihr im Dunkeln hier? Sie rufen mit verwegnem Grimme: Den Nazaräer suchen wir! Ich bin's."- Von diesem Allmachtsworte Sinkt nieder die betäubte Horde, Auf die Charwoche. Und Judas sinkt mit ihr dahin. Bald, da sie wieder aufrecht stehen, Spricht er: Laßt diese Männer gehen, Und wisset, daß ich Jesus bin. 4. Man greift und bindet ihn mit Ketten, Und Petrus schwinget fühn sein Schwert. Er haut, um seinen Herrn zu retten: Doch wird es ihm vom Herrn verwehrt. Du würdest, wenn ich wollte flehen, Viel Legionen Engel sehen, Zum Schutz vom Vater hergesandt. Allein, wo würde Jenes bleiben, Was die Propheten Gottes schreiben? Spricht er, zu Petrus hingewandt. 5. Zur Schaar: Ihr habt mich angefallen, Wie man bei Uebelthätern pflegt. Ich saß bei euch in Sions Hallen; Nichts ward mir in den Weg gelegt. Ich durfte frei im Tempel lehren; Nun will mich euer Grimm verzehren, Der euer Herz vergiftet hat. Doch eure Stunden sind erschienen, In denen ihr nun werdet dienen Der Hölle zu der schwärzsten That. 6. Von seinen Jüngern ganz verlassen, Mit starken Stricken hart geschnürt, Wird er geschleppt durch Salems Gassen, Zuerst dem Annas vorgeführt. Der fragte ihn um seine Lehren, Und Jesus spricht: Willst du sie hören? Frag Jene, die mich angehört. Und einer aus des Priesters Knechten Schlägt Jesu Wangen mit der Rechten, Was kaum den Sklaven widerfährt. 7. Jest wird er grausam hingerissen Zum Richterstuhl des Kajaphas. 111 112: Zweiter Theil. Der mit verblendetem Gewissen e Mar thout duit Das Nrtheil spricht aus Neid und Haß. Er ist der Priester Spöttereien, Des Volkes wilden Rasereien Die ganze Nacht durch ausgeſetzt. Von den vergällten Lästerungen, Von scharfen Pfeilen falscher Zungen, Wie schmerzlich wird sein Herz verlegt! 8. mad mult Indessen häufet Jesu Schmerzen, Was Petrus treuvergessen spricht, Der dreimal aus verzagtem Herzen Betheu'rt, er kenne Jesum nicht. So hart nun Jesus dies empfunden, Hat ihn die Liebe doch verbunden, Zu helfen dem, der es nicht meint. Er wirft auf Petrus Gnadenblicke, Und diese führen ihn zurücke, So, daß er bittre Thränen weint. 9. Der Tag bricht an, und neues Leiden, Folgt auf die leidenvolle Nacht. Er wird zum Richtstuhl eines Heiden Mit Ungestüme hingebracht. Wie beißend sind der Priester Klagen, Die sie aus Haß dem Richter sagen! Doch Jesus hört es mit Geduld. Pilatus merket es zur G'nüge, Daß Bosheit wider Jesum lüge, Und spricht ihn frei von aller Schuld. 10. thies BID sur Jindi offe Toode 1 asked Jast Ein Todesurtheil zu erzwingen, Stellt man ihn dem Herodes vor. Kannst du, o Zunge dieses fingen? Hier ruft man aus: Er ist ein Thor! Bei diesem spöttelnden Verächter Muß Jesus, zu des Volks Gelächter, In einem weißen Kleide geh'n. Bald muß er, abermal gezwungen, Von einer Menge Volks umrungen, 100 Vor Pontius, dem Nichter steh'n. Auf die Gharwoche. 11. Dem Heiland stellt man hier zur Seite Den allerärgsten Bösewicht. Wen wollet ihr( da schauet Beide 1) Frei haben von dem Strafgericht? Pilatus spricht's.- Die Juden schreien: Barabbas sollst du uns befreien, Und Jesum schlagen an das Holz! So schrecklich tief herabgefeßet, Geringer als ein Knecht geschäßet, Büßt unser Herr für unsern Stolz. 12. Die Wuth des Judenvolks zu ftillen, Das um den Kreuztod Jesu schreit, Befiehlt der Richter zu erfüllen An ihm die größte Grausamkeit. An eine Säule nackt gebunden, Schlägt man ihm tausend tiefe Wunden; Ihn überströmt sein eignes Blut. Man sieht's in vollen Fluthen fließen; Doch lassen die, die es vergießen, Nicht ab von ihrer Tiegerwuth. 13. Die Wuth, erfinderisch zu plagen, Flicht eine Kron' aus Dornen ihm. Sie wird ihm in sein Haupt geschlagen Tief, grausam, wild und ungestüm.! Man schlägt ihn jeßt und schlägt ihn wieder: Blut quillt von seiner Stirne nieder; Ein Rohr legt man in seine Hand. Mit Speichel wird er ganz beflecket, Mit Schimpf und Spott wird er bedecket Im alten purpurnen Gewand. 14. Pilatus sieht's und ist gerühret: Bom Tod befreite er ihn gern, Denn da er ihn zum Volke führet, Spricht er und zeiget auf den Herrn: Seht, welch' ein Mensch!- Könnt ihr ihn haffen? Ist er nicht elend und verlassen? Fühlt ihr zum Mitleid keinen Reiz? 8 113 114 Zweiter Theil. Es komme( schrei'n die frechen Sünder) Sein Blut auf uns und uns're Kinder! Fort, fort mit ihm, fort an das Kreuz! 15. Kannst du die Wehmuth noch verschließen, Du, o mein Herz, das in mir schlägt? Soll nicht in Thränen sich ergießen Das Mitleid, das in mir sich regt? Der Beste, Schönste wird umrungen Vom Mörderschwarm. Er wird gezwungen, Zum bittern Tod am Kreuz zu geh'n. Folg' ihm mit mitleidsvollen Schritten, Folg' seinen blutbespritten Tritten; Du wirst, du sollst ihn sterben seh'n. 16. Man ladet ihm auf seine Schulter Das Holz, an dem er sterben soll. Wie schwankend geht der große Dulder, Wie sinkt, wie fällt er ohnmachtsvoll! Er sieht die Töchter Zions weinen Und spricht in seinen größten Peinen: Um meinetwillen weinet nicht. Weint über euch und eure Kinder." Geschieht dies mir, wie wird's dem Sünder Ergeh'n im göttlichen Gericht? 11 17. - Den Hügel hat er nun erstiegen, Kaum, daß er sich noch aufrecht hält. Bald wird auf dem Altare liegen Das Opfer für die Schuld der Welt. Schon reißen sie mit raschen Händen Die Kleider weg von seinen Lenden, Die blut'ge Krone von dem Haupt. Er blickt zum Vater auf; Er zittert: Sein Körper wird von Furcht durchschüttert; Er seufzet, alles Trofts beraubt. 18. Aus Liebe zu den Menschenkindern ( D, welcher Muth beseelet ihn!) Reicht er den mörderischen Sündern Die Händ' und Füße willig hin. Auf die Charwoche. Ach sieh! wie sie mit eisern Keilen, Ihn durchzunageln grimmig eilen! Geschehen ist's.- Er blutet schon. Sieh! Nerven, Adern sind durchschnitten. Was keine Sterblichen gelitten, Dies leidet hier der Gottes Sohn. 19. Nun wird er mit dem Kreuz erhoben, Zur größern Schmach wird er erhöht. Er schauet auf das Volk von oben, Das schimpfend hin und wieder geht. Zu beiden Seiten hängen Schächer, Bestrafungswürdigste Verbrecher, Zum Schimpfe seiner Heiligkeit. Nur einen dieser hört man flehen. Mit mir, spricht Jesus, wirst du gehen In's Paradies, und zwar noch heut. 20. Man sieht die Priester und mit ihnen Die Neltesten zum Kreuze geh'n. Wie grausm fröhlich sind die Mienen, Mit denen sie auf Jesum seh'n! Wie bitter sind die Lästerungen, Die häufig von der Juden Zungen, Wie Gift hinströmen auf den Herrn! Doch bleibt er Langmuth und erduldet, Was er im Leben nie verschuldet; Er schweiget und verzeihet gern. 21. Die Sonne weigert sich zu scheinen, Zu dieser allerschwärzsten That. Sie scheinet blutroth zu beweinen, Was Juda heut verübet hat. Drum hemmt fie ihren Lauf und füllet Den Berg mit Dunkel; ja, fie hüllet Sich sammt der Erd' in schwarze Nacht. Drei schreckensvolle Stunden schwinden, Die dem ungläub'gen Volke künden Des Aufgehängten höchste Macht. 8* 1939 115 Zweiter Theil. 22. Inzwischen quillt aus Jesu Wurden Das purpurrothe Blut hervor. Er blutet schon durch ganze Stunden, Der Schmerz bhebt ihn am Kreuz empor. 116 In jeder Ader wühlen Dolche; O Schmerzen! wer ertrug je solche? Allmächtig drücket ihn der Schmerz. Er kann den Schmerz nun nicht mehr fassen: Wie hast du mich, mein Gott, verlassen!" Ruft durch den Mund sein mattes Herz. 23. ,, Mich dürftet!" spricht er, da er schmachtet, In kläglich ausgestoß'nem Ton: Und sehet, wie man ihn verachtet! Sein Labsal ist nur Spott und Hohn. Der Wein, den sie mit Galle mischen, Soll seine Zung' und Mund erfrischen In seiner letzten Ohnmachtszeit. Hauch, Jesus! hauch von dir die Seele, Damit man dich nicht länger quäle; Zum Sterben bist du ja bereit. 24. Mein Blick soll, Jesus! an dir hangen, Bis du beschließest deinen Lauf. Ach, deine ganz entfärbten Wangen! Ach, Todesschauer steht darauf. Du hebst dein Haupt, und hebst es wieder, Doch sinkt es allzeit tiefer nieder; 110 Tief sinkt es auf bie Brust herab. Dein sterbend Nug' ringt zu den Höhen; Jeßt bleibt es unbeweglich stehen; Jest starrt es hin zum Felsengráb. 25. Jeßt hebet er sein Haupt vom Herzen Hoch in die Höh' mit aller Macht. Dies ist das Ende seiner Schmerzen, Nun ruft er laut: Es ist vollbracht!" Dew'ger Vater! ich empfehle In deine Hände meine Seele;" Nimm du sie auf aus dieser Noth. 350 2010 Auf die Charwoche. Nun sinkt sein Haupt. Bis auf das Herz. Es ist gesunken Die Lebensfunken Sind ausgelöscht. Nun ist er todt. - - 26. Nun ist er todt. Die Erde zittert, Sie bebt und macht ihr Mitleid fund. Ringsum wird fürchterlich zersplittert Der Fels bis auf den tiefsten Grund. Des Tempels Vorhang ist zerrissen; Dem Hauptmann saget sein Gewissen: Dies, wahrlich, dies ist Gottes Sohn. Wie Manche, die von Herzen beben, Entschließen sich zum bessern Leben; Nur Juda, seht, spricht ihm noch Hohn. 27. Pun ist er todt. Die Wuth der Frechen, Ihr Blutdurst ist noch nicht gestillt: Bis sie das Herz ihm auch durchstechen, Woraus noch Blut und Wasser quillt. Nun fängt das Blut an still zu stehen: Der Leib hängt von des Kreuzes Höhen Mit tiefgefunk'nem Haupt herab. Zerrissen, schrecklich ausgestrecket, Bleich, stumm, mit starrem Blut bedecket, Wird er nun schlummern in dem Grab. 28. - Nun ist er todt. Die Engel weinen, Und der erlös'te Sünder schweigt? Geschaffen ist das Herz aus Steinen, Dem keine Zähr' in's Auge steigt, Nein, Jesus! Heiland! frommes Trauern Soll meine Seele ganz durchschauern; Ich weine dir den tiefsten Dank. Die unaussprechlich schweren Plagen, Dein Tod, den du für mich ertragen, Sei mir ein ew'ger Lobgesang. 29. Ergreifet mich bei meinem Scheiden Der Todes ängste schwere Last: So tröste, Jesus! mich dein Leiden, Dein Tod, den du gelitten hast. 117 118 Zweiter Theil. Mach' alle Furcht vor mir entschwinden! Hilf, Jesus! hilf mir überwinden Des Menschenfeindes Macht und Bift. Laß mich nach einem sel'gen Sterben Den Lohn der Ueberwinder erben, Der du, o Jesus! selber bist.. 78. 6. Die sieben letzten Worte des Herrn. iboelde ple pl toplote Die Seufzer, die du ausgestoßen, Herr Jesus! HOTE in der letzten Qual; Die letzten Worte, die geflossen Aus deinem Mund am Kreuzespfahl: Aus deinem Mund dies PEEP Epp dd J selben sammeln Ist, bester Heiland! meine Pflicht. Ich strebe TP PT pd I J JIJE sie dir nachzustammeln Zu meinem Trost und Unterricht. 2. Verzeihe, Vater! meinen Feinden; Sie wissen ja nicht, was sie thun, Gib ihnen, was du gibst den Freunden; Ja, Vater! höre du mich nun. D, welche Worte! welche Liebe! Ach, meinem Herzen drück' sie ein. Sie sind für mich die stärksten Triebe, Gern meinen Feinden zu verzeih'n. 3. Dem Mörder, welcher dir zur Seite Am Baum des Kreuzes aufgehängt, Hast du weil ihn die Sünde reu'te, So reichlich deine Gunst geschenkt. 163 Labo 51011 13 Auf die Charwoche. Ich sage dir, du wirst noch heute Mit mir im Paradiese sein! Laß, wenn den Tod dereinst ich leide, Dies Gnadenwort auch mich erfreu'n. 4. Sieh, Weib! den sollst du künftig achten Als Sohn; sprichst du im Sterbeton Johannes! du sollst sie betrachten Als deine Mutter! sei ihr Sohn. So gossest du aus deinem Munde Den Beiden Trost und Lind'rung ein. Laß jetzt und in der Todesstunde Maria meine Mutter sein. 5. Da dich mit eiferm Arm umfassen Des Todes Schmerzen, rufest du: Warum haft du mich so verlassen, Mein Gott! mein Gott! ach eil' herzu! Wenn ich in meinem letten Streite Voll Schmerzen bin, verlaß mich nicht! Sei mir mit deinem Trost zur Seite, Wenn mir das Herz im Sterben bricht. 6. Mich dürftet! sprichst du, nah' dem Sterben; Der Schmerz nahm dir den Lebensfaft. Denn schon vertrocknet war, gleich Scherben, O Jesus! deines Leibes Kraft. Du Quell! dein Wasser strömt in's Leben Dort in der frohen Ewigkeit. Heiß dürstend müsse sich erheben Zu dir mein Herz zu jeder Zeit. 7. Des Vaters Ford'rung ist gestillet, Den Bildern ist ein End' gemacht; Der Schrift Verheißung ist erfüllet, Denn, Herr, du sprichst: Es ist vollbracht. Wie selig wär' ich, wenn im Tode Ich sagen könnt': Es ist vollbracht! Erfüllt hab' ich des Herrn Gebote, Ich fürchte nicht des Todes Nacht. 119 ie Zweiter Theil. 8. Dir Vater! dir, in deine Hände, Rufft du, empfehl' ich meinen Geist. Du neigst dein Haupt und machst ein Ende Dem Leben, das man sterblich heißt. Wenn von dem Leib mein Geist wird scheiden, Nimm du ihn auf, Herr Jesus Christ! Der du, zum Himmel mich zu leiten, Auf Golgatha gestorben bist. 120 6. Begräbniß des Herrn. 79.85hpillelp PIEN P Wie öde bist tu Todeshügel! Wie trüb ist es um dich herum! Nur rauschen noch des Todes Flügel; E Sonst bist du einfam, still und stumm. Todt hängt in ET dledd Top 19 nächtlich schwarzer Wolfe, Der Mittler von dem Kreuz Help=== elf| ke ਤਸ herab. Getödtet von dem Judenvolke, Sehnt sich sein Leichnam nach dem Grab. 2. Sieh! Joseph läßt sich nicht verwirren Von Furcht; er bringt das Sterbgewand. Auch Nikodemus trägt die Myrrhen, Und bietet ihm hilfreiche Hand. D, unter welchen Liebeszähren Vollziehn sie den gefaßten Schluß! Sanft senken sie, mit vielen Ehren Den Leib herab zum Kreuzesfuß. L 2015 Auf die Charwoche. 3. Sie salben mit sorgvollen Händen Den Leib des Mittlers Jesu Christ, Um die Verwesung abzuwenden Von dem, der unverweslich ist. Mit Leinwand wird der Leib gebunden, Wie jener Brauch es mit sich bringt, Blut rinnet wieder aus den Wunden, So, daß es durch die Leinwand dringt. 4. Den Leib hebt Joseph von der Erde, Und Nikodemus hebt ihn auch, Damit er nun begraben werde Nach aller Sterblichen Gebrauch. Sie gehen langsam von den Höhen Des Golgatha dem Grabe zu. Der die Verwesung nicht wird sehen, Den bringen sie zur Grabesruh. 5. Die Mutter folgt verhüllt der Leiche, Mit Schritten, die voll Todes sind. Wo ist der Schmerz, der jenem gleiche, Den des Johannes Herz empfind't? Es folget voll von Todesschauer, Das Frauenvolk im Trauerflor, Lobsingend, doch in tiefster Trauer, Begleitet sie der Engelchor. 6. Wer ist's der dort im rothen Kleide Von Golgatha herunter steigt? Deß Kleid noch von dem harten Streite Mit Blut besprißte Spuren zeigt? Er ist der mächt'ge Seelenretter; Er redet die Gerechtigkeit. Warum, gleich einem Keltertreter, Ist er im rothgefärbten Kleid? 7. Von Jedermann war er verlassen, Die Kelter trat er ganz allein; Die nicht aufhörten ihn zu hassen, Schloß er in seine Kelter ein. 121 122 Zweiter Theil. So ward mit Blute der Empörer Sein Kleid gefärbet und befleckt; Und alle Kraft der Friedensftörer Ward nieder in den Staub gestreckt. 8. Der Tag der Rache war gekommen, Und das zum Heil bestimmte Jahr. Wer hat sich seiner angenommen? Er sah nach Hilf' und keine war. Er machte bis zum Tode trunken Die Schlang' und der Empörer Schwarm; Zum Untergang sind sie gesunken Vor seinem allgewalt'gen Arm. 9. Nun sind die Träger angekommen Im Garten bei dem Felsengrab. Wie mühsam wälzen diese Frommen Vom Grab den schweren Thürstein ab! Die Leiche senten fie, laut weinend, Sanft in das fühle Grab binein; Ihr müder Arm bedeckt, wohlmeinend, Die Grabesöffnung mit dem Stein. 10. Mein Auge! wein' ihm nach und klage, Wehklage laut: er ist nicht mehr! Ermüdet von der Todesplage, Ruht er im Grab. Er ist nicht mehr! Nach tausend mühevollen Stunden, Nach dornenvoller Lebensbahn Hat er im Grabe nun gefunden, Wo er sein Haupt hinlegen kann. 11. So schlummre denn den Todesschlummer, Du Tods bezwinger, Jesus Chriſt! Umschweben soll mein Geist voll Kummer Dein Grab, bis du erstanden bist. Zwei Jammernächte müssen gehen Bei deinem heil'gen Grabe hin; Vom Tod wirst du dann auferstehen, Wie ich durch dich versichert bin. The Auf die Ostern. 1. Rex sempiterne coelitum etc. 80.JVËNEN O Sohn, erzeugt von Ewigkeit! O Gott, du xp- 9 König aller Zeit! Du hast durch deine Macht, Was ist, E p 1 dd IP p lol hervorgebracht; Du bist dem Vater gleich am Wesen. 2. Du schufft, nachdem die Welt geschmückt, Den ersten Menschen höchst beglückt! Weil deiner Gottheit Bild Sein Geist in sich enthielt, Von deinem Athem eingehauchet. 3. Bald ward, vom Satan angezischt, Des Menschen Schönheit weggewischt; Und du, Erbarmender! Stellst diese wieder her, Da du in unserm Fleisch erschienen. 123 4. Du Heil des Menschen, den du schufst Und jetzt zum neuen Leben rufft! Dem Fleisch nach dir verwandt, Hat uns das engste Band Mit dir, o großer Gott! verknüpfet. 5. Vom Jungfrau- Schooß gingst du hervor; Heut steigest du vom Grab empor. Wir glauben feftiglich, Daß einst auch wir durch dich Vom Tode werden auferstehen. CRITE Zweiter Theil. 6. Du führst die Heerde hin zum Bad, Das deine Lieb' erfunden hat. 124 7 Im Taufebade wird Die Seel', o guter Hirt! Erneut; die Sünde wird begraben. 7. Du littest hier die größte Qual, Ja selbst den Tod am Kreuzespfahl. Du gabit zum Lösegeld Für die verlorne Welt Dein Blut bis auf den letzten Tropfen. 8. D, wasch' uns rein vom Sündenwust! Zu Ostern sei du unsre Lust! Daß uns, von Lastern frei, Und deinem Willen treu, Des Todes Stachel nicht berühre. 9. Gepriesen seist du, Jesus Chrift! Der du vom Grab erstanden bist. Preis sei durch alle Zeit Und durch die Ewigeit Dem Vater und dem heil'gen Geiste! 2. Aurora coelum purpurat etc. dfp Der Himmel ist in's Roth gehüllt; Die Luft 81. Ep ertönt vom Lobgefang; Der tiefe Schlund der Hölle brüllt; Die Erde hüpft im Jubelklang. 2. Denn unser König triumphirt, Da er der Hölle Riegel bricht! Da er die alten Väter führt Aus ihrem Kerker an das Licht. digke 350 3 Auf die Ostern. 3. Der, dessen Grab ein Stein bewacht, Geht triumphirend aus dem Grab. Die Wächter schrecket seine Macht, Und stürzt den Tod in's Grab hinab. 4. Es spricht ein englisches Gesicht, Das über seinem Grabe schwebt: Erfreuet euch, und weinet nicht! Frohlockt! der Todsbezwinger lebt! 5. Sei, Jesus! uns zur Ofterlust, Sei uns'rer Seele süße Nast! Von Sünden sei uns nichts bewußt, Uns, die du neu geboren hast. 6. Preis sei dem Vater und dir Sohn, Der du vom Tod erstanden bist! Preis sei dem Geist, der auf dem Thron Des Vaters und des Sohnes ist. 125 miline of sig 3. Ad regias Agni dapes etc. 3 82.hop I EL M 3 clonit C Laßt uns mit heil'ger Freudigkeit, Im weißen Unschuldskleid, Das köstlich Mahl des Lamms befingen 1 Laßt uns nach Uebergang des Meers Und Untergang des böfen Heers, Ein Lob- und Danflied Christo bringen! 30e Zweiter Theil. 2. Wie groß ist seiner Liebe Macht, Die es dahin gebracht, Daß er mit seinem Blut uns tränket! Und seinen Leib für immerdar, Wie einmal auf dem Kreuzaltar, Uns zum Versöhnungsopfer schenket! 126 3. Der Würger geht beim Haus vorbei, Und läßt es schadenfrei, Wo er das Blut des Lamm's erblicket. Das stehend Meer läßt trocknen Weg; Bei Feinden wird er wieder reg, Die es in seinem Schooß ersticket. 4. Geschlachtet an dem Kreuzesstamm, Ist Christus unser Lamm; Nun ist er uns zur Ofterfreude. Er ist, zermalmet durch den Tod, Für uns ein ungesäuert Brod, Der reinen Seelen reinste Weide. 5. D Opfer! kaum bist du vollbracht, So hat schon deine Macht Im Sieg das Höllenreich bezwungen. Berbrochen ist des Todes Pfeil, Erworben hast du uns das Heil; Den Himmel hast du uns errungen. 6. Der Ueberwinder läßt nunmehr, Hoch über Satans Heer, Die rothe Siegesfahne wehen. Bei wieder off'nem Himmelreich Muß Satan, einem Sclaven gleich, An seinem Siegeswagen gehen. 7. Sei, Jesus! uns zur Osterlust. Mach' freudig uns're Brust; tahir Auf die Ostern. Mach' uns zu deiner Freuden Erben, Nun ist der Seelen Leben neu; Gib, daß sie, immer dir getreu, Niemals durch neue Sünden sterben. 8. Dir, Gottes Sohn, sei Herrlichkeit, Der du nach kurzer Zeit Vom Tod zum Leben dich erhoben! Gleichwie dich, Vater! und dich, Geist! Der Cherub in dem Himmel preist; So wünschen wir, dich hier zu loben! 4. Solutus Christus vinculis etc. 83. P Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden, Der als ein wahres Osterlamm, Für mich den EET fetele Tod zu leiden tam.* Alleluja! 2. Nun ist der Mensch gerettet Und Satan angefettet. Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer.* Alleluja! 3. 127 Der Sieger führt die Schaaren, Die lang gefangen waren, In seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor.* Alleluja! 4. D, wie die Wunden prangen, Die er für mich empfangen! Wie schallt der Engel Siegsgefang Dem Starken, der den Tod bezwang!* Alleluja! Zweiter Theil. 5. Mein Glaube darf nicht wanken; O tröstliche Gedanken! Ich werde durch sein Aufersteh'n Gleich ihm, aus meinem Grabe geh'n.* Alleluja! 6. 128 Die Nacht, die mich dort decket, Bis mich der Engel wecket, Ist kurz; dann ruft mein Heiland mich In's Reich, wo niemand stirbt, zu sich. 7. Meer der Seligkeiten! Um sie mir zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir. Erstandener! ich folge dir.* Alleluja! 8. * Alleluja! Ja, durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo du mit deinem Vater thronst, Und jede gute That belohnst.* Alleluja! 9. Dann werd' ich im Gerichte Vor deinem Angesichte, Von deinem Blute glänzend steh'n, Und zu des Lammes Hochzeit geh'n.* Alleluja! 10. D du, der uns zum Leben Ein neues Recht gegeben! Wie du vom Grab' erstanden bist, Erwed' auch uns, Herr Jesus Christ!* Alleluja! 5. Victimæ paschali laudes immolent etc. 84. P Da sich das Osterlamm ergab Zur Schlacht bant und zum Sterben; So zinset ihm Lobopfer ab, Auf die Ostern. JIP HIP Plod Grlöfte vom Verderben! Mit Gott hat uns verföhnet * Pl Der, dem das Lob ertönet! Das Lamm hat seine Schaf erkauft, Und sie in seinem Blut getauft. 2. O feltner Zweikampf! denn es stritt Der Tod; es ftritt das Leben. Das Leben, das den Tod erlitt, Hat ihm den Stoß gegeben. Das Leben war gestorben, Und hatte sich erworben Des Vaters Reich und Herrlichkeit; Nun lebt es, stets vom Tod befreit. 3. Maria! sag, was sahst du dort Auf jenen Grabeswegen? Das Grabmal und den leeren Ort, 129 Wo Christi Leib gelegen. Den Herrn, der auferstanden, Ganz frei von Todesbanden; Die Engel, die im Glanze geh'n, Das Leichentuch hab' ich geseh'n. 4. Ja, Jesus stand von Todten auf, Bald werdet ihr ihn sehen; Denn ehestens zieht er hinauf Vor euch nach Galiläen. O Sieger! laß der Armen, Laß, König, dich erbarmen! Wir wissen, daß du, Jesus Christ! Vom Tode auferstanden bist. 9 130 Zweiter Theil. Auf die Lanze und Nägel des Herrn. 1. Pange lingua gloriose lanceæ præconium etc. ( Für den nächsten Freitag nach der Oster- Octav.) 85. E Sing, meine Zunge, feierlich Die schimmerreiche Lanze! Schmüct' sie( denn dies gebühret sich) Mit XU einem Ehrenfrange! Sie hat für uns das theure Herz Des Mittlers aufgeschlossen, Da er sein Blut im höch sten Schmerz Für uns am Kreuz vergossen. 2. Mehr als die Schäße dieser Welt, Ist dieser Speer zu achten. Er hob der Seelen Lösegeld Aus Jesu Herzens Schachten. Der Starken Pfeil ist dieser Speer, In Jesu Blut geſtählet. Die Nägel sind uns zum Gewehr, Wenn uns der Satan quälet. 3. Die Seite Gottes, werther Stahl! Hast du so tief versehret, Daß du sein Herz am Kreuzespfahl Von Blut ganz ausgeleeret. Ihr, theure Nägel! habt der Welt Die Reinigkeit ertheilet, Und sie, von Wunden hergestellt, Durch Jesu Blut geheilet. Auf die Ostern. 4. Die Lanze stüßt die Wanderer, Und bringt dem Schwachen Kräfte; Sie tränkt und speift die Märtyrer Durch die vergoss'nen Säfte. Die Nägel schaffen Heldenmuth; Das Herz ward durch sie munter; Sie zieh'n, geneßt von Jesu Blut, Den Himmelsthau herunter. 5. Herr, Jesus! der du durch den Speer Das Heil uns wieder bringest, Und durch die Nägel jenes Heer Der Höllenmacht bezwingest! Gib, daß in diesem Lebensstreit Uns dieje beil'gen Waffen Vor unfern Feinden Sicherheit Und stäten Sieg verschaffen. 2. Paschali jubilo sonent præconia etc. 131 86. PEPPEEEPER Ju Erschalle, hoher Lobgesang! Besing bei Oftes Edd Edp PP plod= d[ p!!!!! freuden Die Waffen, die beim Leiden, Die Wuth in Jefu 3 Glieder zwang. Die Nägel sing, das Kreuz, den Speer, Durch die wir triumphiren, Und im Triumphe führen E Den Satan und sein schwarzes Heer. 9* Zweiter Theil. 2. Das Kreuz beraubt die Unterwelt, Und nimmt ihr ihre Beute; Der Speer gibt Himmelsfreude Dem, der sich stets an Jesum hält. Die Nägel heften wunderbar Den Himmel an die Erde, Daß alles freudig werde, Was traurig und voll Elend war. 132 3. Da Jesu Händ' und Füß' am Pfahl Von den verruchten Schaaren Grausam durchnagelt waren, Zu unaussprechlich großer Qual: Da man in seinen Leib den Speer Bis an das Herz gestoßen: Ist uns zum Heil gefloffen Ein unerschöpflich Gnadenmeer. 4. Als dieser Speer mit größter Wuth Das Herz, das nicht mehr fühlte, Bis auf den Grund durchwühlte, Entsprang daher ein Quell von Blut: Ein großer Blut- und Wasserguß, Der unsre Welt erfreuet, Sie waschet und erneuet. Eilt, Menschen, her zu diesem Fluß! 5. Dir heiligste Dreifaltigkeit! Wird von den Engelchören Im Himmel ohn' Aufhören Lob, Jubel, Chr und Preis geweiht. Laß uns in dieser Sterblichkeit Mit unsern Lobgesängen In ihre Chör' uns mengen! Lob sei dir, Gott! zu jeder Zeit. Pay 38 Auf die Ostern. 3. Verbum supernum prodiens, Salvare etc. Mel. Lied 15: Gott! wie dein Volk im alten 2c. 87.Es steigt vom höchsten Himmelsthron Der eingeborne Daß er zum Heil uns werde. Er ist's, der uns das Heil erwirbt, Da er, an's Kreuz genagelt, stirbt Im Mittelpunkt der Erde. 2. Vor dir, o glorievoller Speer! Erschricht der bösen Geister Heer; Vor dir erbebt die Hölle. Du öffnest uns das Himmelsthor; Durch Jesu Tod schwingt sich empor Der Geist zur Freuden Völle. 3. Durch euch, ihr Nägel! trieft der Welt Das lang erwünschte Lösegeld Aus Jesu weiten Wunden. Daraus kommt ein so süßer Duft, Desaleichen hier in unsrer Luft Die Sinne nicht empfunde.i 4. Die Lanze ward mit Löwenwuth Von den verruchten Sünderbrut Durch Jesu Herz gestoßen: Und so ist aus des Starken Brust. Ein Born der honigsüßen Luft Und Speise hergeflossen. 5. Der Vater wollte, daß allein Sein Sohn die Schuld, die Straf' und Bein Für uns ertragen sollte: Weil er uns in den Himmelsfaal Zu seinem großen Abendmahl Aus Gnao' erheben wollte. 133 134 Zweiter Theil. 6. Aus dieser Brust, die offen ist, Fließt Milch und Wein, Herr Jesus Christ! Die uns zur Labung taugen. Gib, unsre Lust, wir flehen dir, Daß wir mit herzlicher Begier Stets diese Säfte saugen. 7. Sei uns in dieser Sterblichkeit Zum Trank, zur Speise jederzeit, D Herr von allen Dingen! Laß deine Waffen in dem Krieg, Den wir hier führen, und den Sieg, Am End' zuwege bringen. Auf die Bettage und in allgemeinen Nöthen. Glaubens- Bekenntniß. Credo in unum Deum etc. 88.pdf Ich glaub' in einen Gott und Herrn: Ich glaub' in drei Personen, Die in dem Lichte wohnen. Dies Ed pli pl pptil pliple! glaub' ich fest, vom Zweifel sern. Der Vater hat durch. I pad seine Macht Das, was im Himmel schwebet, Die Erd' ============= dded und was hier lebet, Aus ödem Nichts hervorgebracht. 2. Ich glaube fest an Jesum Christ, Den Mittler der Verlornen, Des Vaters Eingebornen, Mit dem er Eines Wesens ist. Auf die Bettage. Ein Gott von Gott, ein Licht von Licht, Wird er mit Recht genennet. Wer dieses nicht bekennet, Den leitet Gottes Wahrheit nicht. 3. Der ew'ge Sohn stieg in der Zeit Vom Himmel auf die Erde. Als Hirte seiner Heerde, Erschien er in des Fleisches Kleid. Umschattet von dem heil'gen Geist, Vor allen außerkoren, Hat ihn zur Welt geboren. Die Jungfrau, die Maria heißt. 4. Pilatus ließ, nach Hohn und Spott, Ihn an ein Kreuzholz schlagen. Todt ward zum Grab getragen Der unschuldvolle Mensch und Gott. Zur Hölle stieg sein Geist hinab; Und nach der Schriften Sage, Ging früh am dritten Tage Sein Leib lebendig aus dem Grab. 5. Er fuhr in's himmlisch Vaterland Mit seiner Siegeskrone. Dort sist er auf dem Throne, Zu seines Vaters rechten Hand. Von droben kommt er wieder her, Und spricht auf einer Wolke Das Urtheil seinem Volke. Sein Reich vergehet nimmermehr. 6. Ich glaub' auch an den beil'gen Geist, Der uns lebendig machet, Und für die Kirche wachet; Der die Propheten reden heißt. Er gehet aus von Ewigkeit, Vom Vater und vom Sohne, Ihm wird auf einem Throne Mit ihnen Lob und Dank geweiht. 135 136 Zweiter Theil. 7. An eine Kirche halt' ich mich, Die heilig, apostolisch, Die rein ist und katholisch; Ihr Mitglied bleib ich ewiglich. Die Taufe setzte Jesus ein; In diesem heil'gen Bade Macht er durch seine Gnade Die Seelen von den Sünden rein. 8. Es werden die Verstorbenen, Wie ich versichert glaube, Aus ihrem Grab und Staube Zum Leben wieder aufersteh'n. Nach dem Verlaufe dieser Zeit Erwarten wir ein Leben, Das uns der Herr wird geben, Ein Leben durch die Ewigkeit. Gebet des Herrn. 1. 89.COPPELJATI SA Mit heil'gem Zittern nähert sich Dir, höchstes Etted Top J T p p T JUP Wefen! meine Seele. Sie fürchtet, daß sie wider dich Und deine Größe sich verfehle. Kaum wagt mein Geist EXERENE den ernsten Blick Auf dich, o Gott! nach dem er strebet; 1 E|||| p== FTP= pt=[ v= d] 0| Und er entseget sich und bebet Vor deiner Majestät zurück. G Auf die Bettage. 2. Dunermess'ne Wesenheit, Die Himmel sammt der Erde füllet! Du bist der Gott der Herrlichkeit Vor dem der Cherub sich verhüllet. Und ich, ich Leimen und ich Staub, Wie darf ich vor dein Antlig treten? Wie kann vertraulich zu dir beten Ich Wurm, ich nichts, ich dürres Laub? 3. Jedoch, mein Geist, erhole dich! Gott lächelt sanft auf uns hienieden, Und will uns Menschen väterlich Die Zuversicht zu ihm gebieten. Er macht es uns zur süßen Pflicht, Daß wir die fühne Sprache wagen, Und findlich zu ihm: Vater! fagen O Liebe! wer erstaunet nicht? 4. Ja, Vater unser, der du bist Jm Himmel, und an allen Orten! Mein Herz schmeckt nun, wie süß es ist, Daß ich, o Gott! dein Kind geworden. Der Himmel, Himmel ist dein Thron Vor dem entzückt die Engel stehen, Wo dich die reinen Seelen sehen, Zum unaussprechlich großen Lohn. 5. Geheiligt werde von uns hier Dein Name, Schöpfer aller Dinge! D, daß doch jede Seele dir Ein Lob- und Dankesopfer bringe! Gib, Vater! daß auf dieser Welt Dich alle Völkerschaften kennen, Dich ihren Gott und Vater nennen, Dir dienen, wie es dir gefällt. 6. Zukomme, Gott! dein Reich. Komm, Herr! Mit deiner Gnad' in unsern Willen, Damit wir täglich fertiger Dein göttliches Geseß erfüllen. 137 138 Zweiter Theil. Es komme, Gott! dein Reich, wo du Dich deinen Engeln offenbareft; Wo du den Frommen aufbewabrest Die nie gestörte Frend' und Ruh'. 7. Dein Wille, Herr! der so gerecht, So heilig allzeit wird befunden. Geschehe hier von dem Geschlecht Der Menschenswaar zu allen Stunden. Wie dort im Himmelreich, so auch Auf Erden: gib, daß wir stets ringen, Was du gebietest, zu vollbringen Mit Lieb' und Fleiß nach Engelbrauch. 8. Ach, Vater! unser täglich Brod Gib uns, gib's heut uns, deinen Kindern; Laß deine Sorg' für unsre Noth Durch unsre Missethat nicht mindern. Das Engelbrod( wir bitten drum) ib, daß wir würdig es genießen. Saß auch, wie einen Thau stets fließen Auf uns dein Evangelium. 9. Vergib uns unsre Schuld wie wir Auch unsern Schuldigern vergeben. Vergib uns, Gott! die wir zu dir Um Nachlaß Herz und Hände beben. Das, was uns unser Feind gethan, Vergeben wir, wie wir verlangen, Von dir Verzeihung zu empfangen. Zum Freunde nehmen wir ihn an. 10. Herr! in Versuchung führ'uns nicht, In der wir würden unterliegen. Ertheil uns Muth, der uns gebricht, Welt, Fleisch und Teufel zu besiegen. Stärt uns mit deines Geistes Kraft, Daß wir im Streite nicht ermüden, Und uns vor jeder Sünde hüten, Bis an das Ziel der Pilgerschaft. I Auf die Bettage. 11. Erlöß uns, o Allmächtiger! Vom Uebel, das dein Leib beschweret: Von Best, von Krieg und was noch mehr Dir frei zu dienen, uns verwehret. Erlös uns von des Satans Wuth, Der wie ein Löw' uns will verschlingen, Und in den Tod uns sucht zu bringen. Bewahr uns vor der Höllenglut. 12. Du selbst, o Gott! hast uns gelehrt, Dir diese Bitten. vorzutragen. Du selbst hast uns so hoch geehrt, Daß wir dir dürfen: Vater! sagen. Laß denn dein Vaterherz uns seh'n; Laß dir, o Vater! wohl gefallen, Was wir jetzt findlich vor dir lallen. Sprich: Amen! sprich: es soll gescheh'n! 2. 90.S Mel. Lied 85: Sing, meine Zunge, feierlich sc. On Gott des Vaters und des Sohns Und seines Geistes Namen, Sprecht hier am Fuße seines Throns, D Christen, freudig: Amen! Sprecht Amen! und bereitet euch, Nach eures Meisters Lehren, Den Vater in dem Himmelreich, Mit Bitten zu verehren. 2. Vater unser, der du bist Im Himmel und auf Erden! Dein Name, der so liebvoll ist, Soll stets geheiligt werden! Dein Reich, von Anbeginn der Welt Bereitet allen Frommen, Laß auch, wenn dieser Staub zerfällt, Für uns, die Deinen, kommen. 139 Zweiter Theil. 3. So, wie auf jeden Wink von dir Die Himmelsgeister feben: Soll auch von allen Menschen hier Dein Wille stets geschehen. Das Brod, das unsre Seele nährt, Um dir, o Gott! zu leben; Auch jenes, das der Leib begehrt, Sei täglich uns gegeben! 140 4. Vergib uns, Vater! jede Schuld, Die wir vor dir bereuen; So, wie wir alles mit Geduld Den Schuldigern verzeiben. Ersticke, wenn Versuchung droht, In uns den bösen Samen; Erlös und jetzt und in dem Tod Von jedem Uebel: Amen! 3. Mel. Lied 29: Es ist wieder Zeit, die Hand zc. enn bei Gram und Leid 91.W ich mit bangem Summer nähret, Und bei stiller Traurigkeit Sich in Schmerzen ganz verzehret, Wenn euch aller Muth vergebt: D, so eilet zum Gebet! 2. Doch nicht nach der Heiden Art: Denn was hilft's, viel Worte sprechen, Gottes Vaterberz ist zart: Blos ein Seufzer kann es brechen. Das Gebet, das Jesus lehrt, Wird gewiß von ihm erhört. 3. Vater unser, beten wir, Der du in dem Himmel wohneſt, Und den Deinen, wenn sie dir Eifrig dienen, reichlich lobneft! Deines Namens Herrlichkeit Sei geheiligt allezeit. inte 13-2 Bel Auf die Bettage. 4. Auch zukomme, Herr! dein Reich, Wie im Himmel, so auf Erden, Soll von Menschen allzugleich, Was du willst, vollzogen werden. Gib uns täglich unser Brod; Halt uns frei von Hungersnoth. 5. Ach, vergib nach deiner Huld Uns, o Vater! alle Sünden, So wie wir auch alle Schuld Aus den reinsten Liebesgründen Unserm Nächsten gern verzeih'n, Herzlich, ohne falschen Schein. 6. In Versuchung führ' uns nicht, Der wir könnten unterliegen; Gib uns Kraft, die uns gebricht, Welt und Teufel zu besiegen. Vater! steh' uns gnädig bei, Mach' uns auch vom Ulebel frei. 7. Amen! Ja, es werde wahr! Also lehrt uns Jesus beten, Und verheißt, uns in Gefahr Bei dem Vater zu vertreten. Ja, er spricht: Es sei gewährt, Was ihr hoffnungsvoll begehrt. 141 Um Segen für die Feldfrüchte. 92.8 cpp pNTHEA9 Wie schön, wie blühend war die Erde, Da ihr die erste Sonn' aufging! Da noch dem Schöpfer, E![ ll= P| Hofo= do af der ihn lehrte, Der unschuldvolle Mensch anhing. Du 142 Zweiter Theil. & dp l pdf f p lold plod plp: PTE Vater! gabest deinen Segen, An dem allein es war Elle Ell gelegen: Daß für den Menschen hier auf Erden lächelnd alles konnte werden. 2. Es säuselten nur sanfte Winde, Und hauchten süßen Nardenduft. Der Nächte Thau fiel ganz gelinde, Und balsamirte diese Luft. Du, Vater! gabeft deinen Segen, An dem allein es war gelegen: Daß für den Menschen hier auf Erden Voll Anmuth alles fonnte werden. 3. Dem Auge lächelten entgegen Die reifen Früchte sammt der Blüh', Nicht an der Arbeit war's gelegen; Der Mensch genoß sie ohne Müh'. Du, Vater! gabest deinen Segen, An dem allein es war gelegen: Daß für den Menschen hier auf Erden So fruchtbar alles konnte werden. 4. Zum Erdbewohner aus den Höhen Ließ sich herab der Engelchor, Und lispelte, zwar ungesehen, Doch Himmelsfreuden in das Ohr. Du, Vater! gabest deinen Segen, An dem allein es war gelegen: Daß für den Menschen hier auf Erden Beinah ein Himmel konnte werden. 5. Allein, nachdem der Mensch gesündigt, Und übertreten dein Gebot; Hast du ihm, Schöpfer! angekündigt Fluch, Elend und zuletzt den Tod. Auf die Bettage. Du, Vater! nahmst ihm deinen Segen, An dem sonst alles ist gelegen: und ließeft alles hier auf Erden Voll Dornen und voll Disteln werden. 6. Er mußte nun sein Brod erringen Im sauern Schweiß des Angesichts. Die Erde mußt' er mühsam zwingen, Sonst gab sie ihm von Früchten nichts. Du, Vater! nahmst ihm deinen Segen, An dem sonst alles ist gelegen: Und ließeft alles hier auf Erden Voll Arbeit, Müh' und Kummer werden. 7. Wir sind die Erben seiner Sünden, Und seufzen unter seinem Fluch; Wir schmachten in den Elendsgründen Und nehmen Theil am Friedensbruch. Gib, Vater! gib uns deinen Segen, An dem allein es ist gelegen: Daß für uns alles hier auf Erden, Von Früchten blühend möge werden. 8. Zwar pflanzen wir mit Müh' und bauen Die Erd' und netzen sie mit Schweiß; Doch würden Necker sammt den Auen, Nie grünen, ohne dein Geheiß. Gib, Vater! gib uns deinen Segen, An dem allein es ist gelegen: Daß alles uns zur Speis auf Erden, Voll guter Früchte möge werden. 9. Wenn der Insekten Heere nagen Die Saat mit scharf gewetztem Zahn; Ach, Schöpfer! diese schweren Plagen Sieh mit gerührten Augen an. Gib, Vater! gib uns deinen Segen, An dem allein es ist gelegen: Daß, uns zu gut, die Saat auf Erden Im Wachsthum mög' erhalten werden. 143 UCIN Paul 144 Zweiter Theil. 10. Wenn auf des Windes schneidend Blasen Zur Unzeit Frost und Kält' entsteht; Schüß du die Saat vor diesem Rasen, Daß sie vor Kälte nicht vergeht. O Vater! gib uns deinen Segen, An dem allein es ist gelegen: Daß gegen Frost die Frucht auf Erden Geschützt, erhalten möge werden. 11. Gott! wenn du sprichst aus Ungewittern, Wenn's aus den Wolken blißt und kracht; Wenn wir vor deiner Stimme zittern, Und starrend fürchten deine Macht: Alsdann gib, Vater! deinen Segen, An dem allein es ist gelegen: Daß wir, sammt aller Frucht auf Erden, In deinem Schirm erhalten werden. 12. Gekörntes Eis, wenn es mit Prasseln, Stark schmetternd aus den Lüften fällt, Und wenn mit fürchterlichem Rasseln, Der Hagel an die Erde prellt: Alsdann gib, Vater! gib den Segen, An dem allein es ist gelegen: Daß wir, und alle Frucht auf Erden, Von Schaden frei erhalten werden. 13. Wenn aus zerriff'nen Wolken brauset Die Fluth und Ueberschwemmung droht; Wenn angeschwellt das Wasser sauset, Und Frucht und Menschen setzt in Noth: Alsdann, o Vater! gib den Segen, An dem allein es ist gelegen: Daß wir, wie auch die Frucht auf Erden, Für deinen Dienst erhalten werden. 14. Hingegen, wenn die Früchte schmachten, Verwelkt auf wasserlosem Land; Wenn sie, die vorher grünend lachten, inde Verschrumpft hinsinken in den Sand: Auf die Bettage. Ach, Vater! da gib deinen Segen, Laß träufeln einen sanften Regen: Daß, uns zu gut, die Frucht auf Erden Zur reichen Erndte möge werden. 15. Zur Reife, wenn die Frucht gediehen, Bewahre sie uns zum Genuß, Erhalte, was du uns verliehen, Von dem sich jeder nähren muß. Ach, Bater! gib uns deinen Segen, An dem allein es ist gelegen: Daß, was du gibst von Frucht auf Erden, Mit Dank benußet möge werden. 16. In uns, o Gott! soll allzeit glühen Lieb', Lob und Dank für dein Geschenk. Wir werden allzeit uns bemühen, Zu sein der Gaben eingedenk. Am Ende gib uns deinen Segen, An dem allein es ist gelegen: G Daß uns're Seele von der Erde Zum Himmelreich geführet werde. Um Abwendung jeder schädlichen. Witterung. 145 Costic 93.jljjfl Strenger Richter aller Sünder! Treuer Vater Wp php PHENTI M deiner Kinder! Der du in dem Himmel wohnst, Drohest, noth; Gib uns unser täglich Brod! strafest und verschonst! Höre gnädig unsre Bitten: Wende weg von unsern Hütten Krankheit, Krieg und Hungers10 Zweiter Theil. 2. Alle kannst du wohl versorgen, Ohne was dazu zu borgen; Du bist unermeßlich reich. Wer ist dir an Weisheit gleich?- 3. Du gibst Sonnerschein und Regen; Du verschaffst durch deinen Segen, Daß die Erndte wohl gedeiht Bei der Felder Fruchtbarkeit. 146 - Wenn bei vielen Regengüssen Saat und Frucht verderben müssen: So hat's deine Hand gethan; Uns're Sünd' ist Schuld daran. 6. 4. Wenn Heuschrecken sich so mehren, Daß fie uns're Frucht verzehren: So geschieht's nach deinem Rath, Wegen uns'rer Missethat.- Höre gnädig 2c. 5. Wenn in heißen Sommertagen Schlossen alles niederschlagen, Was in Feld und Garten grünt: paben wir es wohl verdient. Höre gnädig zc. - Du gabst dem Aegyptenlande, Wie es Joseph voraus kannte, Sieben Jahre Fruchtbarkeit; Und darauf kam theure Zeit. 9. 7. Wenn bei Blik und Ungewittern Wir an allen Gliedern zittern: So wird deine starke Hand Uns, als Sündern, recht bekannt. 8. Höre gnädig 2c. 155108 512 In des Königs Achab Tagen Schlugst du Israel mit Plagen, Daß die Erde steinern war Drei und noch ein halbes Jahr. Höre gnädig 2c. Höre gnädig 2c. 20 29 - Höre gnädig u Höre gnädig 2c. Höre gnädig. Auf die Bettage. 10. Auch kein Regen kam geflossen, Denn der Himmel war verschlossen; Weil die Menschen ohne Scheu Trieben die Abgötterei. - 11. Ihre Buße brachte Segen, Du gabst ihnen wieder Regen, Höre gnädig 2c. Und verziehst die Missethat, Als Elias für sie bat. Höre gnädig 2c. d 1 12. Laß auch uns Erbarmen finden, Wenn du wegen unsrer Sünden In den Zorn gerathen bist, Und das Wetter schädlich ist. 13. Du gabst wunderbarer Weise Dem Elias seine Speise, Da indessen alles Land Harte Hungersnoth empfand. 14. Voll vom heiligen Vertrauen, Wollen wir die Felder bauen; - - Du wirst immer für uns sorgen, So wie heut und jeden Morgen. Drum zielt uns're Zuversicht, Herr! auf dich und wanket nicht. 15.H Höre gnädig 2c. Höre gnädig 2c. 1 id ft tolehels Höre gnädig 2c. Jsor Deffne deine Segenshand Ueber unser Vaterland.- Höre gnädig 2c. 147 Vorsehung Gottes. Mel. Lied 129: O Gott vor deffen 2c. 94. Gott! bu Schöpfer aller Weſen! Du hast den Menschen außerlesen Zum Bürger in dem Himmelreich. Du hast ihm Seel' und Leib gegeben, Und machtest ihn, um dir zu leben, Halb Thier, und halb den Engeln gleich. o 10* Zweiter Theil. 2. Der beff're Theil soll sich erschwingen Zu dir empor, und stets bezwingen Des niedern Theiles böse Luft. Was nöthig ist, ihn zu erhalten, Ist dir, dem wir die Hände falten, Und deiner Güte wohl bewußt. 3. 148 Doch läsfest du, Gott! uns belehren, Wir Kinder sollen selbst begehren, Von dir, als Vater, unser Brod. So laß denn, Vater! dir gefallen, Uns, die wir vor dir kindlich wallen, Zu helfen in der Leibesnoth. 4. Nach dir, Gott! schauen uns're Blicke, Damit uns deine Hand erquicke In uns'rer größten Dürftigkeit. Herr! du erhältst mit Wohlgefallen, Was lebt; und deine Hand gibt Allen, Was sie bedürfen, jederzeit. 5. Wie leicht ist dir, Gott! uns zu segnen, Der du dein Manna ließest regnen Auf Israel in seiner Noth! Das Volk fing an ganz neu zu leben, Sobald du ihm herabgegeben Das wunderbare Himmelbrod. brom 2006. Wir pflanzen zwar und wir begießen; Doch läßt uns dein Apostel wissen, Nichts sei, der pflanzt,- nichts, der begießt. Nur du, du kannst das Wachsthum geben, Zu dem wir uns're Etimm' erheben, Dem keine Sach' unmöglich ist. ET2 an 100% Ha 7. Wenn um und um aus deinem Sißend bonus Die Donner schallen, wenn die Blige Sich schlängeln um die Erde her; Auf die Bettage. Wenn volle Wolken sich ergießen, Und Alles, wie ein Meer, umschließen; So thust du's Herr! tein Ohngefähr. 8. Wie groß ist deines Armes Stärke! Wie wunderbar sind deine Werke, Die du uns zeigest in der Höh! Wie Asche streuest du den Reifen; Wer kann, o Gott! dein Wert begreifen? sir do site Wie Wolle streuest du den Schnee. 9. Wie Steine fallen oft die Schlossen, Von oben aus der Luft gestoßen, Wenn dein allmächtig Wort es spricht. Dein Sturm ergreifet so die Erde, Daß sie vom Frost versteinert werde. Wer starret da, wer bebet nicht? 10. Du, Mächtiger! willst nur; du rufest Den sanften Winden, die du schufest: Gleich schmilzt das Eis, die Kälte flieht. Du hauchst; schnell thaut es auf. Die Erde Fühlt, daß sie ganz erneuert werde; Und Alles lebt auf's neu und blüht. 11. Die Hand voll Korn, in's Land gefäet, Schießt auf und blüht, vom Wind durchwehet; Sie nimmt bis zu der Reife zu. Den Schnittern rauscht zur Ernt' entgegen Der vollen Felder reicher Segen. Wer thut dies Alles, Gott! als du? 12. Dein Segen läßt die Felder lachen, Du kannst sie reich an Früchten machen; Durch dich, Herr! reifet das Getreid'. Durch dich grünt Gras auf jeder Aue; Du wässerst sie mit deinem Thaue, Und so wird jedes Thier erfreut. The stoong is 149 00091 BA G Zweiter Theil. 13. Die tiefen Furchen füllt dein Segen, sonde Das trockne Land erfrischt dein Regen, Und machet die Gefilde weich. 150 Du krönft das Jahr mit deiner Gnade; Gedeihen folget deinem Pfade, Und macht die Erd' an Früchten reich.dr sies 14. Wie herrlich bist du, Gott! wie prächtig, Wie groß, wie gütig und wie mächtig! Wer sollte sich in dir nicht freu'n? So weit wir deine Himmel sehen, So weit die fernsten Wolken gehen, So weit sollst du gepriesen sein. 15. Zwar dich betrüben uns're Sünden: Doch hör', wie wir beim Händewinden Zerknirscht zu dir um Gnade schrei'n! Von Dürre, Hagel, Frost und Fluthen, Und andern wohlverdienten Ruthen Laß unser Land befreiet sein. 16. Dein Segen ruh' auf unsern Saaten, Er schüße sie vor jedem Schaden; Er lenk auch unsern Geist hinauf: Damit wir dein Geschenk genießen Zu deinem Dienst, und endlich schließen, In deiner Huld den Lebenslauf. 95. Einst diese Welt gebauet! Du, dessen Vorsicht immerfort Auf die Geschöpfe schauet! D, neige dein barmherzig Ohr Zu deiner Kinder Flehen, Und laß uns, Vater! wie zuvor, Dein gnädig Antlig sehen. 1987 1 ME dislo Um Erlangung eines Regens. Mel. Lied 6: Wach' auf, mein Herz! ermuntre tich cc. Schöpfer! dessen Allmachtswort TRE Auf die Bettage. 2. Zwar haben wir unendlichmal Dein Vaterherz betrübet; Zwar Missethaten ohne Zahl Und ohne Scheu verübet. In uns'rer Noth sind wir nicht werth, Von dir erhört zu werden: Doch hast du Büßern oft gewährt, Was sie von dir begehrten. 3. So gieb denn uns'rer Bitte Statt, Und laß dich, Herr! bewegen. Es seufzt der Weinberg und die Saat Schon lange Zeit nach Regen. Der Himmel scheinet Erz zu sein, Die Wolken dichtes Eisen; Der Erde Schooß ist hart wie Stein, Und will uns nicht mehr speisen. 4. So war es einst, als Jsrael, Gott, deiner sich entschlagen; Den Wolken gabst du den Befehl, Das Wasser zu versagen. Doch, als Elias, dein Prophet, Sich in's Gebet gesentet: Da ward auf deines Knechts Gebet Das dürre Land getränket. 5. O, daß auch uns'rer Stimme Schall Zu deinem Throne reichte, Und gegen unsern Erdeball Zur Gnade dich erweichte! D, sende deinen Regen aus; Laß uns're Frucht gedeihen; Damit wir uns in deinem Haus In Dankesliedern freuen. 6. Laß auch von deinem Gnadenthau Auf uns're Seelen fließen; Den angefang'nen Tugendbau In deinem Segen sprießen! - 151 30 Le 152 Zweiter Theil. Damit wir durch die Lebenszeit Dir werthe Früchte häufen, Uud endlich zu der Seligkeit An deinem Tage reifen. 7. Dir, Vater! voll der Majestät, Dem eingebornen Sobne, Dem Geiste, der aus Beiden geht, Sei Lob auf seinem Throne! Durch dich, Maria! bitten wir, In deines Sohnes Namen; Fleb' für uns arme Sünder hier. Wir fingen tröstlich: Amen! Um heiteres Wetter. 96. pledd Allmächtiger Schöpfer! wir flichen zu dir. TUE HP P O, welche Bedrängniß empfinden wir hier! Weil alle Geschöpfe zu Diensten dir steh'n, So kannst nur du retten, sonst ist es gescheh'n. 2. O rechne, Gott! jeßt uns das Uebel nicht an, Das wir oft vor deinem Gesichte gethan! Es reu't uns von Herzen. Wir sagen es laut: O hätten wir niemals auf Bosheit gebaut. 3. Wir fühlen schon vielfach des Strafenden Hand; Du züchtigst mit Wasser das fündige Land. Du hast uns den Anblick der Sonne geraubt, Nur trübe Gewölke beschweren das Haupt. me se Auf die Bettage. 4. Wir bauen die Erde mit möglichstem Fleiß, Im Schweiß des Gesichtes, nach deinem Geheiß. Jeßt faulen die Früchte, die Nahrung ist hin. D, lenke zur Gnade noch diesmal den Sinn! 5. Als einstens die Sündfluth den Erdkreis bedeckt, Hat Noe, dein Diener, dein Mitleid erweckt. Die Wasser verschwanden, die Welt stieg empor, Und dankbare Lieder erfüllten dein Ohr. 6. Die Anzahl der Frommen ist zwar jetzt sehr klein; Es schleichet die Bosheit fast überall ein. Doch Sünder und Fromme vereinen sich hier, Und rufen um günstiges Wetter zu dir. 7. Es schlagen die Sünder zerknirscht an die Brust, Verfluchen den Kaltsinn, die schändliche Luft. Die Frommen erneuern mit Herz und mit Mund Den lang mit der Tugend geschlossenen Bund. 8. So laß dich erweichen, o Gott der Geduld! Vergib den erschütterten Sündern die Schuld! Erböre den Frommen, der laut zu dir ruft, Beförd're das Wachsthum, erheitre die Luft! 9. Dem himmlischen Vater, der ersten Person, Dem Menschenerlöser, dem göttlichen Sohn, Dem Geiste, dem Tröster, der heilig uns macht, Sei ewig das Opfer der Ehre gebracht. Zur Zeit der Thenerung. ALA 153 97. amblou Gott des Himmels und der Grde!* Dir ist Alles unterthan. Cu bist Herr von unserm Leben, 154 Zweiter Theil. Kannst es nehmen, fannst es geben; Kannst auch jene, die dich hassen, Deine Straf' empfinden lassen. Aber S Büßer, die dich suchen, Hörst du stets barmherzig an. 2. Dieses heißet uns vertrauen,* richtet unser Haupt empor, Machet, daß wir tröstlich wagen, Uns're Trübsal dir zu klagen; Daß wir hoffen, unser Singen Werde durch die Wolken dringen. Laß uns nicht zu Schanden werden;* neig' uns, Herr! dein Gnadenohr. * 3. Schau herab von deinem Himmel,* wie die Theurung uns bedroht. Wie die Erde nichts erzeuget, Wie der Preis der Nahrung steiget, Wie die Armen und die Kleinen Schmachten und vor Hunger weinen; Wie sie rufen: Menschenvater!* Gib uns unser täglich Brod! 4. Schöpfer! ohne deinen Willen* fällt kein Haar von unserm Haupt. Du bist's, der die Wiesen Kleidet, Der sogar die Vögel weidet. Bist du deinem Ebenbilde Weniger, als Vögeln, milde? Nein, du sorgest für den Menschen.* Selig ist, der dieses glaubt! 5. D, so steck, auf unser Bitten* nun dein Rachschwert wieder ein! Gib den Segen, Gott! der Erde, Daß sie wieder fruchtbar werde; Auf die Bettage. Daß wir deine Güte preisen, Wenn wir unsern Körper speisen. Alles wollen wir, o Schöpfer!* deiner Vorsicht schuldig sein 6. Gib auch unsern theuern Seelen,* ihre Nahrung jederzeit; Fülle sie mit deiner Gnade, 155 Daß kein Unfall ihnen schade. Speis' uns, Herr! mit deinem Worte Bis an unsers Todes Pforte. Mit dem Engelbrod gestärket,* führ' uns dann zur Seligkeit. 7. Gott der Vater, Sohn und Tröster* sei gepriesen immerdar. Jhm sei stets in unserm Leben Ehre, Lob und Ruhm gegeben, Daß wir ihn dereinst dort oben Mit den Auserwählten loben. Dieses hoffen wir und singen:* Amen! o es werde wahr! In Kriegsnöthen. 98.8 ppi Herr! wir tragen uns're Schuld, Ganz unHO würdig deiner Huld. Deine Geißel fühlen wir, Seufzen voll der Scham zu dir. 2. Weil wir dein Geseß mißkannt, Gott! darum hat deine Hand Dieses Krieges scharfes Schwert Auf der Sünder Haupt gekehrt. 3. Wie viel Unheil, wie viel Noth Wird den Ländern angedroht? Raubsucht plündert Hab und Gut, Aller Orten fließet Blut. 156 Zweiter Theil. 4. Uns hat uns'rer Feinde Macht Das Verderben zugedacht; Und sie sagen ohne Scheu, Daß für uns fein Retter sei. 5. Höre, Gott! auf deinem Thron Uns'rer Gegner Spott und Hohn; Höre, fie vermessen sich; Ihre Kühnheit trifft auch dich. 6. Wider ihre Macht und List Beige, daß du stärker bist; Zeig' uns Büßern deine Huld. Größer noch, als uns're Schuld. 7. Als dein Israel einst floh Vor dem stolzen Pharao, Da begrub das rothe Meer Auf dein Wort sein ganzes Heer. 8. Als hernach Senacherib Seinen Spott auf's höchste trieb, Schlug dein Engel in der Nacht Dieses Frevlers tolle Macht. 9. Herr! dein Arm ist nicht verkürzt, Der so manchen Feind gestürzt; Wider uns'rer Gegner Truß Sei auch diesmal unser Schuß. 10. Andre mögen ihr Vertrau'nun g Stolz auf Roß und Wagen bau'n: Uns macht nur dein Name Muth Rett' uns, Herr! wir sind dein Gut. 11. Unserm Kriegsheer geb' voran; Zeige, was dein Beistand kann. Sei mit uns in jedem Streit; Gib den Sieg der Billigkeit. Auf die Bettage. 12. Schlag die Feinde!- doch vielmehr Stelle bald den Frieden her. Laß die Menschen insgemein, Gott des Friedens einig sein. 13. Voll des Trostes werden wir Deine Güte preisen hier; Nicht mehr, wie bisher gescheh'n, Deinem Zorn entgegen geh'n. 14. Wenn des Krieges Mißgeschick Fördert deiner Kinder Glück: Heiligste Dreifaltigkeit, Sei dafür gebenedeit! 99. 1195 In andern allgemeinen Nöthen. Herr! wir sind getroffen Von deiner starken 157 Hand. Kein Retter ist zu hoffen Für unsern UnglücksE stand. Verschließest du die Ohren, Und höreft uns nicht an! So ist das Heil verloren; Es ist mit uns gethan. ELIGE Ryrie, eleison! 2. Zwar dürfen wir's kaum wagen, Zu dir hinauf zu seh'n, Dir uns're Noth zu klagen, Um deine Hilf' zu fleh'n. Zweiter Theil. 158 Wir mußten dich erbittern Durch uns'rer Sünden Graus! Wir sprechen nur mit Zittern Den Namen Vater aus." Kyrie, eleison! 3. sont sid Doch reicher an Erbarmen Ist niemand, Herr! als dit. your Du rufft mit offnen Armen Die Büßenden herzu. Sobald man sich bekehret, Die Bosheit recht bereut: So wird man auch erhöret, Und mit der Hilf erfreut.* Kyrie eleison! 4. Als sich dein Volk vergangen, Zu murren wider dich; Da kamen Feuerschlangen, la zona 22 Und tödtlich war ihr Stich. Kaum aber stieg sein Schreien Hinauf zit deinem Thron: Da kam von dir Verzeihen, Die Schlangen wichen schon.* Kyrie eleison! 5. Wie ging's den Niniviten, Der lasterhaften Stadt? Es war ihr eifrig Bitten, Das Gnad' erhalten hat. Das Urtheil war beschlossen, Ergangen der Befehl; Doch als die Thränen flossen, Floß auch dein Gnadenquell. Kyrie, eleison! 6. Die Qualen, die wir dulden, Sind dir, o Herr! bekannt; Nur wegen uns'rer Schulden Schlägt auf uns deine Hand.. Doch, weil wir jetzt beweinen Der Sünde Sclaverei; Se laß dein Heil erscheinen, Brich unser Joch entzwei!* Kyrie eleiſon! 16 sk WIN BARilis digit sans Auf die Bettage. 7. D treuster Freund aus allen, Sei unser Lobgefang! Dein Tempel soll erschallen, D Gott! von unserm Dank. Wir werden uns bestreben, In Zukunft, Groß und Klein, Mit engelreinem Leben 100- gro@ Dir angenehm zu sein.* Kyrie, eleison! 8. Maria, Trost der Sünder! Du hohes Engelchor! Jhr Seligen nicht minder! Tragt unsre Seufzer vor. Helft uns den Herrn erbitten, Der euch im Himmel krönt. Wenn wir genug gelitten, Dann sei er ausgeföhnt.* Kyrie, eleison! Lob: und Dankgesang. Te Deum laudamus etc. 159 100. ITERU Goit! wir preisen deine Güte Mit frohlockendem Gemüthe; Du bist unser Herr allein. Alles muß dich Vater nennen, Deine höchste Macht bekennen; Jede Kreatur ist bein. 2. Engel, Kräfte mit den Thronen, Alle, die im Himmel wohnen, Cherubim und Seraphim Preisen dich, Gott! ohn' Aufhören In vereinten Jubelchören; Heilig tönet ihre Stimm'. TELE 160 Zweiter Theil. 3. Heilig, der du bist und wareft, Der du dich uns offenbarest, Heilig, bist du, unser Gott! Himmel, Erde sind erfüllet Von dem Glanz, der dich umhüllet, Großer Gott, Gott Zebaoth! 4. Die Apostel und Propheten, Die dich, Höchster! dort anbeten, Preisen deine Majestät. Von den Zeugen, die ihr Leben Und ihr Blut für dich gegeben, Wirst du immerdar erhöht. 5. In Personen unterschieden Bist du, Gott! dies glaubt hienieden Deine Kirche festiglich. Dir, dem Vater, dir, dem Sohne, Dir, dem Geist auf einem Throne, Unterwirft und neigt sie sich. 6. Jesus, großer Himmels- König! Was man spricht, ist viel zu wenig Gegen deine Herrlichkeit. Dich, dem Alles tief sich beuget, Hat der Vater schon gezeuget Vor dem Anfang aller Zeit. 7. Von der Sünde, von dem Bösen, Um uns Menschen zu erlösen, Nahmst du Fleisch im Jungfrau Schooß. Durch dich sind des Himmels Pforten Deiner Kirch' eröffnet worden; Von dem Tod machst du sie los. 8. Sißend auf des Vaters Throne, Trägst du nun die Gloriekrone; Glanz und Klarheit ist dein Kleid. was wrist 100 4 B015 deco able thank Auf die Bettage. Einstens wirst du wieder kommen, Und die Sünder sammt den Frommen Richten in Gerechtigkeit. 9. Herr! wir flehen: Hilf uns Allen; Laß uns in den Tod nicht fallen, Für die du am Kreuz erblaßt. Gib, daß wir nach unserm Sterben Jene Himmelsgüter erben, Die du uns erworben baft. 10. Herr! hilf deinem Volk auf Erden; Laß es dir gefällig werden; Segne hier dein Eigenthum. Leit' es stets nach weisem Rathe Auf dem sichern Lebenspfade, Und erhöh' es, dir zum Ruhm. 11. Deinen Namen täglich preisen, Allezeit dir Ehr' erweisen, Ist für uns die süß'ste Pflicht. Laß uns deinen Schuß empfinden; Halt' uns heute frei von Sünden, Rein vor deinem Angesicht. 12. Herr! du willst nicht, daß wir sterben; Nein! wir sollen nicht verderben. D, so zeig' uns deine Huld! Schone gnädig aus Erbarmen, Nimm uns auf mit Baterarmen: Tilge jede Sündenschuld. 13. Gott und Vater! das Vertrauen, So wir findlich auf dich bauen, Laß doch in Erfüllung geh'n. Nichts soll uns die Hoffnung rauben; Stärke sie, stärk unsern Glauben; Laß uns nicht in Schanden steh'n. 11 161 Zweiter Theil. Auf das Fest der Himmelfahrt des Herrn. 162 1. Salutis humanæ sator etc. Mel. Lied 100: Gott! wir preisen deine 2c. 101. Heiland aller Erdbewohner! Schöpfer der erlösten Welt! Edler Seelen helle Sonne: Keuscher Herzen süße Wonne; Dessen Hand das Ganze hält! 2. O der wunderbaren Güte, Die in deinem Herzen glühte, Da du uns're Sünden trugst. Und dich, uns von Tod zu retten, Den wir sonst gelitten bätten, Durch den Tod in's Mittel schlugst. 3. Du begibst dich in die Höhlen: Dort führst du der Väter Seelen Siegend aus dem finstern Land Jetzt Herr! bist du triumphirend, Und den Allmachtszepter führend, Zu des Vaters rechter Hand. 4. Laß doch deine Güte walten, So daß wir von dir erhalten Nachlaß uns'rer Sündenschuld. Laß es endlich auch geschehen, Daß wir dort dein Antlig sehen, Hingeführt von deiner Huld. 5. Jesus! fich'rer Weg zum Leben! Gib, daß uns're Herzen streben Stets nach dir, o süße Ruh! Sei der Trost für uns're Zähren, Sei der Lohn den wir begehren; Unser höchstes Ziel sei du. L wa Auf die Himmelfahrt des Herrn. 2. Aeterne Rex altissimi etc. Mel. Lied 100: Gott, wir preisen 2c. Refus! König aller Zeiten! 102.S Der du hier dem schwersten Leiden Und dem Tode dich geweiht! Durch den Tod, den du bezwungen, Hast du dich empor geschwungen Zum Triumph der Herrlichkeit. 2. Von der Welt dich zu entfernen, Hebst du heut dich zu den Sternen, Zu des Vaters goldnem Thron. Ewig sollst du triumphiren Und mit höchster Macht regieren, Selbst als wahrer Menschensohn. 3. Engel müssen dir sich beugen, Menschen müssen dir sich neigen, Als dem allerhöchsten Gott. Satan muß vor dir sich schmiegen Und au deinen Füßen liegen, Ausgesetzt dem ew'gen Spott. 4. Staunend bleiben Engel stehen, Die das Fleisch erhoben sehen Zu so göttlich hohem Stand. Fleisch verdammet sich; Fleisch bringet Seligkeit; Fleisch Gottes schwinget Sich zu Gottes rechter Hand. 5, Sei uns Freude, die entzücket; Sei der Lohn, der uns beglücket, Den dort deine Hand uns reicht. Leer ist hier im Weltgebäude Jede Luft und jede Freude, Wenn man sie mit dir vergleicht. 6. Laß demnach uns Gnade finden, Und verzeih' uns uns're Sünden, Nimm hinweg die schwere Schuld: 11* 163 164 Daß kein Flecken an uns klebe; Daß das Herz zu dir sich hebe, Unterstützt von deiner Huld. 7. Zweiter Theil. Wenn du sißest auf der Wolfe, Und das Urtheil sprichst dem Volke, D, alsdann verwirf uns nicht! Laß die Straf' uns nach und schone! Gib uns die verlorne Krone Bei dem schrecklichen Gericht. 8. Jesus sei von uns geehret, Der zurück im Siege kehret In des Himmels Herrlichkeit! Vater! sei von uns gepriesen! Ehre sei dir, Geist! erwiesen, Lob fei dir zu jeder Zeit! 103. Auf die Pfingsten. 1. Veni Creator Spiritus etc. Komm Schöpfer, komm o heil'ger Geiſt! Du, den der Vater uns verheißt! Ach komm, und E bleib in unsern Seelen! Füll' unsre Herzen, die bu schufft, Mit Gnaden, der du sie berufft, Mit dir fich ¥ E= ewig zu vermählen. 2. Du bist und wirst mit Recht genannt Ein Tröster im betrübten Stand; Auf die Pfingsten. Du bist die Lieb' und Lebensquelle, Ein Geist der Salbung, Feuer, Licht; Die Gabe, die uns Gott verspricht, Der Herzen schimmerreiche Helle. 3. Du bist des Vaters Unterpfand, Der Finger seiner rechten Hand; Und siebenfach sind deine Gaben. Von dir fließt die Beredtsamkeit; Du bist's, von dessen Wesenheit Die Menschenzungen Salbung haben. 4. Zünd' an in unserm Sinn ein Licht, Das alle Finsterniß durchbricht; Von Liebe mach' die Herzen glühen. Ertheil' den Leibern deine Kraft, Die ihnen neue Kräfte schafft, Zu deinem Dienst sich zu bemühen. 5. Von unsern Grenzen treib' den Feind! Gib, daß durch Liebe wir vereint In Ruh' und Frieden dich bekennen. Sei unser Führer, geb' voran, Damit wir auf der Tugendbahn Von allem Sündlichen uns trennen. 6. 1 Lehr' uns in der Dreifaltigkeit, Von falschem Wahn und Zweifel weit, Den Vater und den Sohn erkennen; Und gegen dich, den heil'gen Geist, Der uns den Weg zum Heile weist Von glaubensvoller Liebe brennen. 7. Lob, Ehr' und Preis sei, Jesus! dir Bon allen Zungen für und für, Der du vom Tode dich erschwungen. Dem Vater und dem heil'gen Geist, Den dort der Cherub ewig preift, Sei Lob und Preis von uns gesungen. 165 166 Zweiter Theil. 2. Jam Christus astra ascenderat etc. 104.8** ZuEJ Schon war der Herr zurückgekehrt Dorthin, woher er längst gekommen! Vom Gloriethron, der ihm Erle= plp_p= lp ulddelel gehört, Hat er schon den Besitz genommen. Er wollte nun den heil'gen Geist, Den Gott der Vater uns verheißt, Vom Himmel auf die Erde senden. 2. Nachdem von Ostern siebenmal Der Wochenzirkel fich gedrebet, Bricht an, nach der bestimmten Zahl, Der Tag, den Juda hoch begehet: Ein Jubel- und ein Freudentag, In dem das Heil verborgen lag; Der gute Zeiten mit sich führet. 3. Du nun die dritte Stund' erscholl, Entstand vom Himmel her ein Brausen; Das Haus der Jünger wurde voll Von diesem wunderbaren Sausen. Es zeigte Gottes Ankunft an, Der sich den Jüngern wollte nah'n Auf außerordentliche Weise. 4. Vom Vater geht ein Feuer aus, Und läßt sich auf die Jünger nieder; Mit Himmelsglanz füllt es das Haus, Doch mehr die Herzen und Gemüther. Nun wallt in ibnen reine Glut Und unbezwinglich großer Muth, Die Lehre Christi zu verbreiten. Auf die Pfingsten. 5. Vom Geifte sind sie angehaucht; Erfüllt sind sie mit seinen Gaben. In Freuden sind sie eingetaucht, Weil sie den Geist nun in sich haben. Verschied'ne Sprachen reden fie; Ihr Mund verkündet ohne Müh' Die herrlichsten der Thaten Gottes. 6. Lateinern, Griechen wird es fund, Auch Wilden, was sich zugetragen. Sie starren bin mit öff'nem Mund; Erstaunen läßt sie endlich fragen: Wer sind die, die seit kurzer Zeit Mit fertiger Beredtsamkeit Die Sprachen aller Völker reden? 7. Judäa nur, am Geiste blind, Will nichts von diesem Geiste wissen. Es spricht, was Gottes Thaten sind, Vom falschen Wahne hingerissen: Die Männer, spricht es, sind verrückt, Wie man in ihrem Thun erblickt; Sie sind vom süßen Weine trunken. 8. Wie falsch der Juden Meinung sei, Gibt Petrus ihnen zu verstehen, Daß Gott des Joels Wort hierbei In die Erfüllung lasse gehen. Er thut auch solche Wunderwerk', Die eines jeden Augenmerk Für diese Wahrheit auf sich ziehen. 9. Der Tod und Teufel überwand Dem Gottessohn, sei Lob gesungen! Ihm, der von Todten auferstand, Sei Preis von allen Menschenzungen! Dem Vater und dem heil'gen Geist, Den dort der Cherub ewig preist, Sei Lob und Preis durch alle Zeiten! 167 Zweiter Theil. 3. 105.2 Beata nobis gaudia etc. Mel, Lied 103: Komm, Schöpfer! komm, zc. elch Christenherz fühlt sich nicht heut Von heil'ger Luft und Freudigkeit An diesem Jahrstag eingenommen? Da von der Höh' der heil'ge Geist, Wie uns der wahre Glaube weist, Auf die Apostel ist gekommen. 2. 168 Wie Zungen, die vom Feuer glüh'n, Schwebt er auf ihren Häuptern hin, Jhr Herz mit Liebe zu beleben, Und ihrer schwachen Zungen Kraft, Die feuervolle Worte schafft, Zum Lehr- und Predigtamt zu geben. 3. In allen Sprachen macht ihr Mund Die großen Wunder Gottes fund. Erstaunt vernehmen's alle Schaaren; Bald aber ruft der Jud' und schilt: Seht, wie der Wein aus ihnen quillt, Da sie vom Geist erfüllet waren. 4. Geheimnißvoll war jene Zeit, Als fünfzig Tag' von Ostern weit Bur Pfingstenfeier dies geschehen. Dort löften sich die Schulden auf Nach neun und vierzig Jahre Lauf; Und frei ließ man die Sclaven gehen. 5. D Gott! anbetend liegen wir Vor deinem Thron und flehen dir: Gib das, was wir so nöthig haben; Was den Aposteln dort gescheh'n, Laß gnädig uns erfüllet seb'n; Ertheil' auch uns des Geistes Gaben. 6. Der Jünger und Apostel Schaar, Die dir schon längst geweihet war, Erfülltest du mit deinen Gnaden. Auf die Pfingsten. Tilg' auch in uns die Sünden aus! Den Krieg wend' ab von unserm Haus! Beschüß uns stets vor allem Schaden! 7. Dem, der vom Tode auferstand, Der Tod und Teufel überwand, Sei Lob und Preis von uns gesungen! Dem Vater und dem heil'gen Geist, Den dort der Cherub ewig preiſt, Sei Preis von allen Menschenzungen! 106. 4. Veni, s. Spiritus! Reple etc. Komm, heiliger Geist! o dritte Person! Von 3 169 einer Natur mit Vater und Sohn! Der du von seiner ESPE Sündenlast, So manches Herz befreiet hait. Komm heiliger Geist! erwünschtester Gast! 2. Romm, heiliger Geist! auf uns jetzt herab, So, wie dich einst Gott den Gläubigen gab: Als ihre noch geringe Zahl, Versammelt im verschloss nen Saal, Sich sehnte nach dir, du göttlicher Strahl! 3. Romm, heiliger Geist ein Tröster genannt. Es werde durch dich der Kummer verbannt, Der uns oft stört in unsrer Pflicht. Die Trägheit übermannt uns nicht, Wenn du uns entflamnist, o mächtiges Licht! 4. Komm, heiliger Geist du Lehrer der Welt! Die Straße des Heils wird niemals verfehlt! Zweiter Theil. Wenn man von Sekten unversehrt, Die Kirche, die dein Beistand lebrt, Mit kindlicher Treu' als Mutter verehrt. 5. 170 Komm heiliger Geist! vom himmlischen Thron! Dir werde zugleich mit Vater und Sohn In unzertheilter Wesenheit, Von nun an bis in Ewigkeit, Anbetung und Dank und Jubel geweiht! 5. Veni, s. Spiritus, et emitte coelitus etc. 107. UN JIJA Oheil'ger Geist! komm aus den Höhen! Eppelp PP PPP Send einen Strahl von deinem Licht. Komm du, zu IPPI JGJE dem hinauf wir sehen Mit unverwandtem Angesicht. 2. Komm, o du Vater deiner Armen! Kemm du, der heil'gen Gaben Quell! O, laß dich über uns erbarmen, Dein Licht mach' uns're Herzen hell! 3. Du kannst allein uns wahrhaft trösten, O süßer Gast für uns're Brust! Und du allein bringst den Erlös'ten Des Ceistes allerreinste Luft. 4. Du bist die Rub' in den Beschwerden, Und in der Hitze fühlest du. Den frommen Weinenden auf Erden Schließt sanft dein Trost die Augen zu. 5. Füll' an die Herzen deiner Treuen, O wonnevolles, sel'ges Licht! Laß sich in deinem Glanze freuen Dein Volk, wie Jesus uns verspricht. Auf die heilige Dreifaltigkeit. 6. Nichts ist der Mensch mit seiner Stärke, Wenn ihn dein Athem nicht belebt. Nichts sind des Menschen beste Werke, Wenn sie nicht deine Gnad' erhebt. 7. Wasch ab in uns den Wust der Sünden, Feucht an das, was vertrecknet ist! Laß uns're Wunden Balsam finden, Der sich von dir herab ergießt. 8. Was steif in uns ift. beuge nieder, Erwärme, was erfaltet ist. Fühe auf die rechten Wege wieder, Was irrig seines Heils vergißt. 9. Schenk deine siebenfachen Gaben Uns Gläubigen, die dir vertrau'n; Laß diese jeden von uns haben, Die wir voll Hoffnung nach dir schau'n. 10. Die Tugend müsse sich verbreiten In uns, wie dein Gesetz gebeut; Daß wir nach einem sel'gen Scheiden Gelangen zu der Seligkeit. Auf das Fest der heil. Dreifaltigkeit. 1. Abendlied. Jam sol recedit igneus etc. 108. 171 Die Sonne fliehet und verhüllt Vor uns ihr 3 ENER goldnes Angesicht. Du göttlich Licht, das alles füllt, EPIC UP Toep 1 pl ptPbp IJ Entzieh' uns deine Strahlen nicht. Einheit! o Dreis Zweiter Theil. 172 89°: p 10 J1d Plpd T faltigkeit! Gieß Bieb' in unsre Herzen ein, Die wir verlangen, bein zu sein. Wir singen deiner Majestät Den Frühgesang mit Freudigkeit! Und da die Sonne niedergebt, 2. Sei dir dies Abendlied geweiht! D Einheit! o Dreifaltigkeit! Heb' uns dereinst zu dir empor, Bu singen dir im Engelchor. 3. Preis sei dem Vater und dem Sohn, Preis sei zugleich dem heil'gen Geist, Den droben auf dem Himmelsthron Der Seraph unaufhörlich preift. Einheit! o Dreifaltigkeit! Anbetung, Ehr' und Preis und Ruhm Sei dir vom ganzen Christenthum! 2. Mettenlied. Summæ parens clementiæ etc. 109.mene Der Lobgefang erschalle laut Dem, der den Allmachtszepter hält; Dem Herrn, der diese Welt ge EENTEANUE baut, Die er auch stüßget und erhält. Der einfach in der Auf die heilige Dreifaltigkeit. Wefenheit, Und dreifach in Personen ist; Von dem die höchste Gütigkeit, Als eine reiche Quelle fließt. 2. Da uns der Tag vom Schlafe weckt, Und wir, o Gott! zu dir uns nah'n, Sei über uns dein Arm gestreckt, Sieh uns mit Vateraugen an! Damit wir nüchtern aufersteh'n, Und eifervollen Dank dir weih'n; Auch dich durch Lob und Preis erhöh'n, Und deiner Hoheit uns erfreu'n. 3. Lob sei dem Vater und dem Sohn, Lob sei zugleich dem heil'gen Geist, Den droben auf dem Himmelsthron Der Seraph unaufhörlich preift! Von nun an und zu jeder Zeit Sei dir Anbetung, Preis und Ruhm, O Einheit! o Dreifaltigkeit! Von uns, vom ganzen Christenthum! 4. Morgenlied. Tu Trinitatis Unitas etc. Mel. Lied 109: Der Lobgesang erschalle laut 2c. 173 110. Einheit! Dreifaltigkeit! Die du, geschmückt mit Stärk' und Pracht, Die Welt erschufest in der Zeit, Und sie regierst mit großer Macht! Zu dir erwacht das Auge wieder; Hör' unsers Mundes frohe Lieder, Die deinem Lob geweihet sind.:,: 2. Schon leuchtet uns der Morgenstern, Der großen Sonne heller Bot'; Er geht voraus, sie ist nicht fern, Schon färbt der Schimmer Alles roth. 174 Zweiter Theil. Drum send' uns, da die Nacht verschwindet, Dein Licht, das uns den Tag verkündet, Der ewig in dem Himmel währt.:,: 3. Lob sei dem Vater und dem Sohn, Lob sei zugleich dem beil'gen Geist, Den droben auf dem Himmelsthron Der Seraph unaufhörlich preist! Es müsse sich bei uns verbreiten Dein Lob durch alle Ewigkeiten, O Einheit! o Dreifaltigkeit!:,: 4. Anbetung. 111. dold appl Ich bete drei Personen In einer Gottheit an, Die in dem Lichte wohnen, Dem niemand nahen kann. Im Wesen unzertrennet, An Eigenschaften gleich, Dreieinigkeit genennet, An Macht und Güte reich. Epleid Alleluja!( oder:) Kyrie eleison! 2. O großer Gott! ich preise Die unumschränkte Macht, Die wunderbarer Weise Die Welt hervorgebracht. Mit dankendem Gemüthe, Mit füßem Freudenruf, Erheb' ich deine Güte, Die uns aus nichts erschuf.* Alleluja! In allgemeinen Anliegen. 3. Gott Vater! dem Erbarmen Und Lieben eigen sind! Sieh nieder auf mich Armen, Mich, dein begnadigt Kind! Du hast mich angenommen; Verschmäh' mein Bitten nicht! Laß bald zu dir mich kommen, Und schau'n dein Angesicht!* Alleluja! 4. Sobn Gottes! den die Liebe Zur Welt vom Himmel zog, Und durch die stärksten Triebe Für Menschenheil bewog, Den bittern Tod zu leiden! Hilf durch dein theures Blut Mir neue Sünden meiden; Zum Guten gib mir Muth!* Alleluja! 5. Geift Gottes! o, entzünde Mit Liebe meine Brust; Gib Abscheu vor der Sünde, Zur Tugend gib mir Lust; Daß ich von dir nicht weiche, Bis ich nach dieser Zeit, Von dir geführt, erreiche Das Land der Seligkeit.* Alleluja! 5. In allgemeinen Anliegen. Mel. Lied 111: Jch bete drei Personen 2c. 112.6° ott Vater! sei gepriesen Im höchsten Himmelsthron! Und Ehre sei erwiesen Dem eingebornen Sohn! Der Geist sei auch geehret! Gott! eine Wesenheit, ( Wie uns der Glaube lehret) Gott in Dreifaltigkeit! Kyrie eleison! $ 175 176 Zweiter Theil. 2. D Gott! mach' uns're Brüder Von jedem Irrthum frei, Und sie, sammt uns, als Glieder Der wahren Kirche treu. Den christlichen Regenten Gib Ruh' und Einigkeit, Daß sie sich stets verwenden Zum Schutz der Christenheit. Kyrie, eleison! 3. Herr Gott! gib uns den Frieden, Den Niemand geben kann. Es bete dich binieden Die Kirche Gottes an. Wend' ab des Kriegs Gefahren, Zerbrich des Feindes Schwert; Halt', um uns zu bewahren, Uns deines Schußes werth.* Kyrie, eleison! 4. Ach, Herr! in unsern Tagen Behüt' uns väterlich; Pest, Krankheit, and're Plagen Wend' ab, wir bitten dich. Hör gnädig unsre Bitten! Gib uns das täglich Brod; Treib' ab von unsern Hütten Mord, Brand und Hungersnoth.* Kyrie, eleison! 5. Gib uns zur letzten Speise Am End' das Himmelbrod; Geleit' uns auf der Reise Zum Himmel, nach dem Tod. Zu loben deinen Namen, Führ' uns zur Engelschaar! Wer dies begehrt, sprech': Amen! Dies alles werde wahr. Kyrie, eleison! Von der Ewigkeit Gottes. Auf die Vollkommenheiten Gottes. Von der Ewigkeit Gottes. 113. cipele O Gott! du Ewiger! Den feine Zeit ums schränket! Es ist kein Endlicher, Der deine Dauer denfet. Du bist von Ewigkeit; Kein Anfang läßt sich finden. Denselben zu ergründen, Strebt nur Verwegenheit. 2. Mein Gott! schau ich zurück In Millionen Jahre; Verdoppelt sich mein Blick: Was ist's, das ich erfahre? Mein Blick, zurückgeschreckt, Kann keinen Anfang sehen. Er muß vor dir gestehen, Er habe nichts entdeckt. 177 3. Du bist von Ewigkeit, Eh' noch die Sonne glänzte; Eh' noch zu seiner Zeit Das Meer die Erd' umgränzte. Noch war kein Mensch, kein Thier, Kein Engel dir zur Seite; Du selbst warst deine Freude, Und nichts war außer dir. 4. 0 Gott! es ist vor dir Ein Kreis von tausend Jahren Raum wie der Tag, der mir Schon gestern hingefahren. 12 Zweiter Theil. 178 Derselbe bleibest du In alle Ewigkeiten; Du zählest keine Zeiten, Dein Alter nimmt nicht zu. 5. Ich schau' hinauf zu dir Mit kindlich frohem Blicke. Das Leben gabst du mir Zu meinem größten Glücke. Zwar erst von gestern her Hast du es mir gegeben; Doch soll ich ewig leben Bei dir, o Ewiger! 6. Lehr' mich die Ewigkeit, Die du mir dort willst schenken, In dieser kurzen Zeit Mit reifem Ernst bedenken. Ertheil' mir Stärk' und Muth, Gerecht vor dir zu leben, Und ohne Raft zu streben Nach dir, o ew'ges Gut! Von der Allmacht Gottes. Mel. Lied 49: Wie langsam seid ihr zum Erhören zc. 114.Nie Pie können g'nug bewundert werden, D Gott! die Werke deiner Hand; Du machst am Himmel und auf Erden Durch selbe, deine Macht bekannt. Wie schimmern deiner Allmacht Strahlen Zum Erd- und Himmelskreis hervor! Drum steigt zu dir aus goldnen Schalen Der Weihrauch deines Lob's empor. 2. Die Himmel sind wie eine Decke Von deiner Allmacht ausgespannt; Und jene grenzenlose Strecke, Wer wölbte sie, als deine Hand? Wie schön hast du die blaue Ferne Mit lichten Körpern ausgeziert! Und ungeheuer große Sterne, Gleich einem Heer dort aufgeführt! Von der Allmacht Gottes. 3. Sie sind als himmlische Herolde Hoch über unser Haupt gestellt; Daß jeder uns verkünden sollte, Du seist der höchste Herr der Welt. Erstaunen muß in uns erregen Ihr immer ordentlicher Gang: Ihr majestätisches Bewegen Ist deiner Allmacht Lobgesang. 4. Wer hat dem Firmament, der Sonne Gesagt: geh' aus dem Nichts hervor? Geh', sei der Thier' und Menschen Wonne, Bring' alles Erdgewächs zum Flor? Wer hat dem Mond geboten: werde? Den Menschen lenchte bei der Nacht! Wer gab das Dasein uns'rer Erde? Wer anders, Gott! als deine Macht? 5. Wer bebet nicht, wenn du mit Stürmen, Allmächtiger! vorübergehst? Wenn sich des Meeres Wellen thürmen? Wenn du im Donner Blike wehst? Wer wollte deine Macht nicht wissen, Da er bedenkt die finst're Nacht, Und siehet, wie nach Finsternissen Das Morgenroth am Himmel lacht? 6. Wer legt den Reim in alle Saaten? Wer kleidet sie in's grüne Kleid? Wer läßt fie hundertfach gerathen Beim Wechsel jeder Jahreszeit? Mit Früchten segnest du die Fluren, Mein Gott! wer könnt' es sonst, als du? Hier seh' ich deiner Allmacht Spuren: Mit Dank, erstaunt, seh' ich dir zu. 7. Will ich auf meinen Körper schauen, O welches Wunder deiner Macht! Un dem( wer könnt' ihn sonst so baueu?) Du Gott! der Kunst viel angebracht. 12* 179 180 Zweiter Theil. Dem Geist, den du mir eingebauchet, Hast du dein Bildniß eingedrückt; Mit Freiheit die er stets gebrauchet, Hast du ihn weislich ausgeschmückt. 8. Allmächtiger! wie sollt' ich zittern Vor schwacher Feinde bösem Schwarm? Welch' eine Furcht kann mich erschüttern, Wenn mich bedeckt dein starker Arm? Wenn wider mich ein Heer sich leget, So zag' ich doch- und zitt're Von Schrecken werd' ich nicht beweget, Denn du bist meine Zuversicht. 9. Allmächtiger! ich will nur leben Nach dem, was dein Gesetz gebeut; Um deine Gnade mich bestreben, Sei mein Geschäft zu jeder Zeit. Der Weltbau mag alsdann zersplittern; Dem Umsturz seh' ich ruhig zu. Umächtiger! wie sollt' ich zittern? Mein Schild, mein Schuß, mein Gott bist du. Von der Gerechtigkeit Gottes. - nicht Mel. Lied 49: Wie langsam seid ihr zum Erhören 2c. roblocket, Fromme! zittert 115. Sürcht unsern Gott, du Erdgeschlecht! Zwar ist er gütig' doch nicht minder In seiner Handlung höchst gerecht. Gerechtigkeit steht ihm zur Seite; Gericht geht aus von seinem Thron, Daß er des Sünders Straf' entscheide, Des Frommen wohlverdienten Lohn. 2. Zwar zum Fußschemel ist die Erde Vor Gottes Throne hingelegt; Raum werth, daß sie bemerket werde Von dem der ew'ge Kronen trägt. Wie niedrig sind wir Staubbewohner, Wie unvollkommen und wie klein: Doch will Gott Richter und Belohner Von allen unsern Thaten sein. Von der Gerechtigkeit Gottes. 3. Die Tugenden, die wir versäumen, Die er mit Recht uns üben heißt; Die Neigung, die wir nicht bezäumen, Die uns zum Unerlaubten reißt; Die Lafter, welche wir begeben, Und uns're Pflichtvergessenheit: Dies alles( o wer wird bestehen!) Zählt er, zum Strafgericht bereit. 4. Wähnt nicht, daß er auf gleicher Wage, #Wie wir, den Werth der Dinge wiegt. Wähnt nicht, daß er es übertrage, Wenn Falschheit auf der Wage liegt. Er sieht den innern Werth der Dinge, Nach welchem er- das Urtheil fällt. Rein Umstand ist ihm zu geringe, Den er nicht strafenswürdig hält. 5. Jhn täuschet keines Menschen Größe; Jbm ist nichts groß, ihm ist nichts klein Er sieht des Menschen ganze Blöße; Jbn blendet kein geborgter Schein. Er siehet nicht auf die Personen; Fern ist er von Parteilichkeit. Sein Etrafen ist, wie sein Belohnen, Ganz der Gerechtigkeit geweiht. 6. 3war folgt nicht gleich der Sünden Strafe, Gott schlägt nicht gleich mit Blizzen zu. Als läg' er in dem tiefsten Schlafe, So hält ihn Langmuth in der Ruh'. Doch wie ein Held vom Schlaf erwachet, Der seiner Feinde eitles Dräu'n Vernichtet und sie niedermachet; So schlägt Gott öfters plößlich drein. 7. Durchstich, o Richter! mit dem Pfeile Der heil'gen Furcht mein Eingeweid; Damit mich niemals übereile Zur Buße gib mir Zeit. Dein Tag. - 181 182 Zweiter Theil. Es müsse meinen Muth bestärken Zu deinem Dienst dein Strafgericht, Daß jeder an mir fönne merken, Die Hölle sei mir kein Gedicht. 8. Glückselig, willst du, Gott! mich haben, Drum schreckst du mich mit Drohungen; Du lockest mich mit Himmels Gaben, Mit herrlichen Belohnungen. Doch sollen nicht allein die Schrecken, Auch nicht der Lohn, den du mir gibst: Die Liebe soll mein Herz erwecken deinem Dienst, der du mich liebſt. Von der Allwissenheit Gottes. 116. Leple Wer, o Gott Zebaoth!* darf sich mit dir vergleichen? Und deine Kenntnisse,* wer könnte sie ers reichen? Vor deinen Augen, Herr!* ist Alles offenbar. EPE PEP Allwissender! du schaust* mit unbegränztem Blicke In Ed===============alle Zufunft hin;* du schauest auch zurücke In das, was längstens schon* in deiner Schöpfung war. 2. Vom höchsten Cherub an* bis auf die kleinste Milbe Ist Alles dir bekannt,* so wie mir eine Sylbe; Du überschauest es mit einem einz'gen Blick. Was Engel je gedacht,* was sie noch denken werden; Was jeder Mensch gedacht, und denken wird auf Erden, Ist dir, Allwissender!* bewußt von Stück zu Stück. Von der Allwissenheit Gottes. 3. Nichts ist geschehen, Gott!* und Nichts wird je geschehen, Was nicht dein Auge sieht; denn Nichts kann dir entgehen, Und Alles wird von dir* an's belle Licht gebracht. Dein Licht, Allwissender!* durchstrahlt die Dunkelheiten, Und keine Finsterniß kann sich vor dir verbreiten; Dein Licht durchglänzet schon* der Zukunft lange Nacht. 4. 183 Geh, Heuchler! heb zurHöh* dein Haupt mit frommen Mienen; Laß deine Lippen nur der Engelsprache dienen; Den Augen dieser Welt* stell' einen Heil'gen vor. Allein der Herr durchschaut des Herzens tiefste Gründe, Die leiseste Begier, die tiefversteckte Sünde, Die Wünsche böser Luft hört sein allwissend Ohr. Geh, Sünder! Sünderin!* sucht die geheimsten Winkel, Sprecht: hier sind wir allein,* nach eurem blinden Dünkel. Sprecht: niemand siehet uns,* in Finsterniß versteckt. Ach, Gott! der Alles weiß, wie sollt' er das nicht sehen, Was ihr entschlossen seid, im Dunkeln zu begehen? ist Alles aufgedeckt. * Vor seinem weisen Aug' 6. Was hilft's, wenn wir dir, Gott!* die Wunden uns'rer Seelen Im heil'gen Richterstuhl verschweigen und verhehlen? Sie bleiben ungeheilt, wenn wir sie nicht gesteh'n. Dir, der du Alles weißt, durch Schweigen vorzulügen, Wer traut sich, um sich selbst* mit Schaden zu betrügen? Die Sünde weißt du ja:* du hast sie selbst geseh'n. 7. Ja, Herr und Gott! vor dir* sind offen uns're Sünden; Vergebens wähnen wir, du werdest sie nicht finden. Du sieh'st und zählest sie und stellst sie an das Licht. Dir ist es schon bekannt, wohin dereinst wir gehen: Ob wir zur rechten Hand,* ob wir zur linken stehen; Ob Haß, ob Liebe wir* verdienen im Gericht. 8. Laß mich, Alwissender!* vor deinen Augen wandeln, Und ehrbar, wie am Tag, nach deinem Willen handeln, Dein Antlig leuchte stets* hellstrahlend über mir. Ich will mit heil'ger Furcht auf meine Tritte merken; Laß, wenn ich straucheln will,* mich deine Gnade stärken: Führ' mich auf deiner Bahn nach meinem Tod zu dir. Zweiter Theil. Von der Allgegenwart Gottes. 117. PU PICH Wie heilig ist es um mich her, Vom Himmel JEP JEP Pld bis zum Staube! O du, Allgegenwärtiger! Bist hier, wie 184 ich fest glaube. Der Himmel und der Erdeball Sind Eddoldpl pt fold ganz von dir erfüllet. Du bist mir zwar verhüllet, Doch bist du hier und überall. 2. Mein Schöpfer! du bist über mir, Du bist zu beiden Seiten. Mein ganzes Wesen schwimmt in dir Jeßt und zu allen Zeiten. Gleichwie ein Schwamm, in's Meer gestreut, Vom Wasser ganz durchdrungen; So bin ich stets umrungen Vom Wesen deiner Göttlichkeit. 3. Mein Gott und Schöpfer! du bist da, Steig' ich zum Firmamente; Du bist der ganzen Schöpfung nah, Wohin ich mich auch wende. Stürzt' ich mich in den tiefsten Grund, Bis in die tiefste Hölle; Du bist an dieser Stelle, Und machst da deine Rechte kund 4. Nähm' ich früh morgens meinen Zug. Auf hohem Adlers Pfade; Wagt' ich geflügelt meinen Flug Bis an des Meers Gestade: Auf den Frohnleichnam des Herrn. Wer führt und hielte mich, wie du, Deß Hände sich verbreiten Durch die Unendlichkeiten? Du, meine Stüße, meine Ruh! 5. Wie, meine Seele! bebst du nicht? Sollst du vor ihm nicht zittern? Du stehst vor seinem Angesicht; Kann Furcht dich nicht erschüttern? Er sieht in jedem Augenblick Den Wust, der dich beflecket, Nichts ist vor ihm verstecket, Und du, du bebest nicht zurück? 6. Wer würde selbst im Himmel sich Zu fündigen erkühnen? Und du,( dein Gott umringet dich) Du willst der Sünde dienen? D liebe, fürchte kindlich ihn! Du bist ihm dieses schuldig. Er bleibt nicht stets geduldig; Ein Wink von ihm,- so bist du hin. 7. Laß stets, o unsichtbarer Herr! Vor mir dein Antlig schweben, Daß ich, Allgegenwärtiger! 118. Dir allzeit möge leben. Gib, daß ich in Gerechtigkeit Nach deinem Willen wandle, Und unverbrüchlich handle Nach christlicher Vollkommenheit. Auf das Fest des Frohnleichnams des Herrn. 185 1. Pange lingua, gloriosi corporis etc. Sing, meine Zunge! feierlich Besing die PHOTO ANTTp d Brodsgestalten, Die( denn der Glaube lehrt es mich) Zweiter Theil. de plold II JIP P1 po to, Ein göttlich Fleisch enthalten. Besing das große Lösegelb, 86 Das Jesus dargeschossen, Da er für die verlorne Welt, Sein theures Blut vergossen. 2. Die reinste Jungfrau hat uns ihn Durch Gottes Geist geboren. Heil uns! wir wären sonst dahin, Wir gingen sonst verloren. Der Lehre Same war gestreut Auhier mit vielem Fleiße; Nun schloß er seine Lebenszeit Auf wunderbare Weise. 3. Da er bei letzten Abendmahl Das Osterlamm genossen, Und so wie das Gesetz befahl, Die Mahlzeit schon geschlossen: Gab er sich selbst mit eigner Hand Zur Speise seinen Brüdern; Und so empfingen sie das Pfand Von allen Himmelsgütern. 4. Er hat durch's Wort den Wein in Blut, Das Brod in Fleisch verwandelt; Als Gott hat er so, uns zu gut, Aus höchster Macht gehandelt. Der Sinn begreifet dies zwar nicht; Nur Glaube kann's erreichen. Sein Grund ist, daß die Wahrheit spricht; Drum muß der Sinn hier weichen. 5. Dies Sakrament laßt uns denn nun Anbetend hoch verehren, Und nach dem wahren Glauben thu'n, Wie uns die Väter lehren! Auf den Frohnleichnam des Herrn, Ein chriftlich Herz muß sich hierbei Vom Glauben leiten lassen, Und so, vom Trug der Sinne frei, Hier Gott im Geiste fassen. 6. Gott Vater auf dem Himmelsthron, Sei hoch von uns gepriesen; Dem eingebornen Gottes Sohn Sei gleiches Lob erwiesen! Es soll der heil'ge Geist zugleich Gelobt auf ewig werden, Von Allen in dem Himmelreich, Von Allen hier auf Erden! 2. Sacris solemniis juncta sint gaudia etc. 119.8 Opdf TP P de pligt Heut müsse Freud' und Jubelschall Grtönen 187 auf dem Grdenball An dieses Tages Fei'rlichkeit. Das RE Alte sei hinweggeschafft! Die Werke, Wort' und Denks ungskraft, Sammt erzen seien heut erneut! 2. Wir feiern heut das Abendmahl Des Heilands in dem großen Saal, Eh' er den Lebenslauf beschloß; Da er das ungesäuert Brod, Das Lamm, wie es der Bund gebot, Mit seiner Jünger Schaar genoß. 3. Nachdem das Lamm verzehret war, Gab er sich selbst der Jünger Schaar Mit eigner Hand zur Speise hin. 188 Er gab sich jedem ganz allein, Und gab sich allen insgemein, Wie ich durch ihn versichert bin. 4. Zweiter Theil. Sein Fleisch gab er den Schwächlichen, Sein Blut gab er den Trauernden, Den heil'gen Kelch gab er und sprach: Nehmt hin und theilt ihn unter euch, Er ist für alle hier zugleich; Trinkt alle daraus nach und nach. 5. Er setzte so dies Opfer ein: Die Priester sollten Brod und Wein Verwandeln in sein Fleisch und Blut. Die Priesterschaft ist beim Altar Dies Opfer und reicht's andern dar, Indem sie Jesu Willen thut. 6. Mit Engelbrod wird nun genährt Der Mensch.- Jetzt haben aufgehört Die Bilder mit dem alten Bund. D Wunder! seinen Herrn genießt Der Knecht, der Staub und Leimen ist; Gott selbst kommt in des Wurmes Mund. 7. Wie wir dich suchen in der Zeit, So such' uns heim Dreieinigkeit! Von deiner Höhe, wo du wohnst. Nimm gnadenvoll dich unser an! Führ' uns auf der Gebote Bahn Zum Licht, in dem du ewig thronst. 3. Verbum supernum prodiens, nec Patris etc. 120. J Das ew'ge Wort, der Gottes Sohn Ver. 1 p ließ dort seines Vaters Thron. Doch wich er nie von Auf den Frohnleichnam des Herrn. feiner Hand. Wir sollten durch ihn selig werden, Drum PAR JU JE lebt er Tage voll Beschwerden, Und fam an seines Lebens Rand. 2. Des Jüngers Bosheit war bereit, Jhn seiner Feinde Haß und Neid Bu überliefern in den Tod. Da gab er noch, o welche Liebe! Aus unerforschlich hohem Triebe, Den Jüngern sich zum Lebensbrod. 3. Weil, wenn die schwachen Menschen sich Ernähren wollen, eigentlich Ihr Mahl in Speis' und Trank beruht: Gab er in zweierlei Gestalten, Den ganzen Menschen zu erhalten, Als Speis' und Trank sein Fleisch und Blut. 4. Er gab sich zum Gefährten dar, Da er im Stall geboren war; 189 Zur Speise ward er bei dem Mahl, Ein Lösegeld ward er im Sterben; Er machet uns zu seinen Erben, Und wird uns Lohn im Himmelsfaal. 5. Wir Menschen nehmen an dem Heil Durch dich, o Opfer! ew'gen Theil; Der Himmel wird uns aufgethan. Im Streite steh'n wir mit der Hölle: Wend' ab von uns die Sündenfälle; Hilf uns, und nimm dich unser an. Zweiter Theil. 6. Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist, Den dort der Seraph ewig preift, Sei stetes Lob, und Ehr' und Preis! D Einziger in drei Personen! Schent' uns, wo deine Sel'gen wohnen, Das Leben, das kein Ende weiß. 4. Adoro te devote, latens, Deitas etc. 190 121.RPLANINA Gott! der du in den Brodsgestalten Allhier wahr PREDMEME haftig bist enthalten! Dich bet' ich an, gebückt im Staube, Weil ich dies unbezweifelt glaube. Wahrhaftig bist du E Jesus! hier. Mein ganzes Herz ergibt sich dir, Das, dich HIPP Hp di dold betrachtend, zart gerühret, Vor Liebe sich in die verlieret. * 0 Hier ist's, Gefühl! Geschmack und Augen: Wo eure Kräfte gar nichts taugen. Hier ist's, wo euer Urtheil täuschet: Das Ohr ist's, das der Glaube heischet. Schweigt hier, ihr blöden Sinne, schweigt! Dem Glauben sei das Ohr geneigt! Das Wort, das Jesus offenbaret, Ist Wahrheit, die mein Herz bewahret. 3. Die Gottheit nur ward nicht erblicket Am Kreuze: hier ist auch entrücket Die Menschheit Jesu selbst dem Sinne; Die Augen werden hier nichts inne. - Auf den Frohnleichnam des Herrn. Doch bist du Gott und Mensch allhier Geglaubt, bekannt, geehrt von mir. Gib, was dem Schächer du gewähret, Der sich am Kreuz zu dir bekehret. 4. Zwar kann mein Auge dich nicht sehen, So wie bei Thomas einst geschehen. Ich schaue nicht die Seitenwunde: Doch ehr' ich dich mit Herz und Munde. Hier bet' ich an ganz frei und gern, Dich, meinen Gott, dich, meinen Herrn. Gib meinem Glauben, meiner Liebe Stets neues Licht, stets neue Triebe. 5. O hoher Werth des Himmelbrodes, Das zum Gedächtniß deines Todes Der Herr beim Nachtmahl uns gegeben, Das lebt, durch das wir sollen leben. Mein Herz, o Brod! verlanget dich! Sei meine Speise, nähre mich! Vermehr' in mir stets das Verlangen, Boll Lieb', o Brod! dich zu empfangen. 6. d Herr Jesus! der du mich ernähreſt, Und mir dein eignes Blut gewährest, So, wie der Pelikan den Kleinen! et. Mit deinem Blut wasch mich Unreinen! Es komme, Jesus, mir zu gut Ein Tropfen nur von deinem Blut, Der g'nug ist, daß der Kreis der Erde Bon allem Wust gewaschen werde. 7. Herr Jesus! dem in Brodsgestalten Sich meine Hände gläubig falten, Den ich im Glauben hier erkenne; Bu dem ich auch von Liebe brenne: Ach, gib mir, Herr! nach dieser Zeit, Daß ich in deiner Herrlichkeit Dein Antlig unverhüllt erblicke, Daß ewig mich dein Licht beglücke. 191 Zweiter Theil. Zur Procession am Feste des Frohnleichnams des Herrns. 1. Lauda, Sion, Salvatorem etc. Mel. Lied 60: Nicht weiter sollst du dich erstrecken 2c. 192 122.¹ fuf, Zion! preise deinen König, Den Heiland preis', o Christenthum! Wag' alles: es ist doch zu wenig, Was du beginnst zu seinem Ruhm. Such' deinen Hirten hoch zu loben, Jhm töne lauter Jubelklang! Sing' was du kannst; er ist erhoben Hoch über allen Lobgesang. 2. Dem Brod gebühren Lobgesänge, Das lebt und Leben in sich hält, Das man mit christlichem Gepränge Uns heute vor die Augen stellt. Dies ist das Brod, das in dem Saale, In jener großen Salems Stadt, Bei Jesus leßztem Abendmahle Der Jünger Schaar genossen hat. 3. Süß, muthig, prächtig müsse schallen Ein jauchzend Lob- und Freudenlied; Es müsse lieblich wiederhallen Im ganzen Christenvolts Gebiet! Denn heute wird der Tag gefeiert, An dem der Herr der Zwölfen Zahl Sein Fleisch, in Brodsgestalt geschleiert, Zur Speise gab zum Erstenmal. 4. Bei diesem Tische ward geschlossen Des Neuen Königs Testament. Die neuen Ostern sind entsproffen, Die alten haben nun ein End'. Der Vorzeit Schatten sind verschwunden, Die Wahrheit glänzt mit aller Pracht. Das neue haben wir gefunden; Das Licht vertreibt die finst're Nacht. Auf den Frohnleichnam des Herrn. 5. Was Jesus uns hat wollen schenken Beim Tisch, und was er da gethan, Das soll zu seinem Angedenken Gescheh'n sein Will' geschieht hieran. Drum fahren Priester fort zu wandeln, Das Brod, den Wein auf dem Altar; Und bringen, da sie also handeln, Gott ein gefällig Opfer dar. 6. Das Brod wird wunderbarer Weise Zu wahrem Fleisch, der Wein zu Blut. Sie sind der Seelen Trank unb Speise; Sieb, was die Kraft der Worte tbut! Kein Mensch kann dieses Wunder fassen; Den Sinnen bleibt es zugedeckt. Die Seele muß sich führen lassen Von Glauben, welchen sie erweckt. 7. Kein Wesen, nein! nur Brodsgestalten Sind es, die unser Aug' erblickt, Es ist darin für uns enthalten, Was selbst die Seraphim entzückt. Das Fleisch ist eine wahre Speiſe, Das Blut ein Trant für Jung und Alt. Doch ist der Christus, den ich preise, In jeder Brods- und Weinsgestalt. 8. Wenn wir sein Fleisch und Blut genießen, Bleibt Jesus ganz und unzerstückt. Sein heil'ger Leib wird nicht zerrissen Kein Glied zerbrochen und verrückt. Wenn Einer ist, und Tausend effen, So werden Alle gleich ernährt; Sein Leib( das sollst du nicht vergessen) Wird durch das Essen nicht verzehrt. 9. Es stellt der Böse sammt dem Frommen Bei diesem heil'gen Mahl sich ein; Doch weil sie Beide ungleich kommen, Muß ungleich auch die Wirkung sein. 13 193 194 Zweiter Theil. Da ist der Fromme sich das Leben, Der Sünder ist sich da den Tod. O Sünder! wolle dich bestreben, Zerknirscht zu essen dieses Brod. 10. Wenn nun das Sakrament gebrochen, Zerstücket und zertheilet wird, Muß sich dem Glauben unterjochen Der Sinn, der sonst sich leicht verirrt. In jenem Theil ist ganz verborgen, Was noch zuvor im Ganzen war. Dies halte fest und ohne Sorgen Für so gewiß, als wunderbar. 11. Nur jenes, was die Sinn' erreichen, ( Das da verborg'ne Wesen nicht) Nur jenes äußerliche Zeichen Ist es, das man in Stücke bricht, Die Stellung wird nicht umgestürzet, An dem, der hier bezeichnet ist. An seinem Leib wird nichts verkürzet, Ganz unverlegt bleibt Jesus Christ. 12. Ecce panis Angelorum etc. Das Brod der Engel, das das Leben Sammt Gott- und Menschheit in sich hält; Zur Speise wird dies Brod gegeben Uns Wanderern auf dieser Welt. Fürwahr ein Brod der Gotteskinder, Das man dem Hund nicht geben soll. Das Brod ist nicht für dich, o Sünder! Du seist denn schmerz- und reuevoll. 13. In figuris praesignatur etc. Zum Voraus ward dies Brod in Bildern, Gezeigt auf manche Weis' und Art; Im Schatten sollt es Isaak schildern, Da er dem Herrn zum Opfer ward. 120 Auf den Frohnleichnam des Herrn. Das Himmelbrod, mit dem sich nähert Das Volk im alten Testament; Das Lamm, das dort der Jud' verzehrte, Erreichten hier ihr Ziel und End'. 14. Erbarm' dich, Jesus! uns'rer Seelen, O guter Hirt, du wahres Brod: Verzeih' uns, die wir öfters fehlen Und übertreten dein Gebot. Ach! weide die, die dir vertrauen, Und schüße sie in dieser Zeit. Laß uns im Himmelreiche schauen Dein Antliß durch die Ewigkeit. 15. D du, vor dem sich nichts verhüllet, Vor dem sich nichts verbergen kann; Du, dessen Hand mit Speis' uns füllet, O Gott, hör uns're Seufzer an! Laß uns, o Herr! dereinst gelangen Zu deinem Tisch im Himmelreich; Und mach', ist diese Zeit vergangen, Uns dort den Himmelsbürgern gleich. 3. Bei dem ersten Altare. Mel. Lied 60: Nicht weiter sollst du dich 2c. 123.A ch, Menschen! kennet ihr die Ehre, Die uns der Gottessohn erzeigt? Erstaunend stehn die Engelchöre, Da Gott der Herr vom Himmel steigt. Er lebet drei und dreißig Jahre Hier in dem Fleisch, uns Menschen gleich, Damit er Allen offenbare Den rechten Weg zum Himmelreich. 2. Zwar liegen Kleider dort und Palmen, Das Volk singt ihm mit lauter Stimm'; Boblieder bringt man ihm und Psalmen, Und ein Osanna tönet ihm. 13* 195 196 Zweiter Theil. Doch bald in Ketten und in Banden, Schlägt man den Herrn und lästert ihn. Man führet ihn mit Schimpf und Schande Durch Salems lange Gassen hin, 3. Du, der du in den Brodsgestalten Hier wahrhaft gegenwärtig bist! Dich schadlos für den Schimpf zu halten, Bestreben wir uns, Jesus Chrift! Wir liegen vor dir auf den Knieen, O du Anbetungswürdigster! Steh gnädig, wie wir uns bemühen, 3u retten deine Ehr', o Herr! 4. Wir führen dich mit Liebesketten Gebunden; unser Herz ist dein. D, daß wir tausend Herzen hätten! Sie sollten dir geheiligt sein. Wir führen, Ehre dir zu bringen, Dich im Triumphe heut einher. Wie süß ist es, dein Lob befingen, Du Lieb- und Lobenswürdigster! 1 3. Bei dem zweiten Altare. 124. gada Frohlocket Christen! jauchzet, feiert! Das Angedenten sei erneuert, Als Jesus sich in Händen trug. JIP Ihm müsse heute hier auf Erden Triumph und Preis pled lj pop gefungen wercen Von unserm feierlichen Zug. Auf den Frohnleichnam des Herrn. 2. Nachdem der Herr in jenem Saale Das Brod, den Wein beim Abendmahle Verwandelt in sein Fleisch und Blut; Ch' er begann es auszuspenden, Trug sich in seinen eignen Händen Das Mensch geword'ne höchste Gut. 3. Zwar David trug nach seinen Worten Sich selbst herum an allen Orten; woch war dies Wort verblümt geſtellt. Buchstäblich ist es hier erfüllet, Da, in die Brodsgestalt gehüllet, In seiner Hand sich Jesus hält. 4. Kein Engel durfte dieses wagen. Wer ist so würdig, dich zu tragen, Als du, o Unermeßlicher! Auf eine rühmlichere Weise Kann Niemand auf dem Erdenkreise Dich tragen, als du selbst, o Herr! 5. Doch läßt die heil'ge Kirche heute, Mit Lautem Jubel und mit Freude, Dich tragen durch des Priesters Hand. Hierzu hast du selbst wählen wollen, Daß dich, o Gottmensch! tragen sollen Die von dem priesterlichen Stand. - 6. Ach, Herr! du weißt, wie leicht wir fallen, So lang wir hier auf Erden wallen. Ach, nimm dich uns'rer Schwachheit an! Trag' uns in deinen Gnadenhänden, Damit wir nie von dir uns wenden, Nie gleiten von der rechten Bahn. 197 198 Zweiter Theil. 4. Bei dem dritten Altare. 125. 2017 pl Weil Josephs weifer Rath Dem hungrigen Aegypten Und anderen Betrübten Das Brod verschaffet hat; Drum ließ in Pharao, Von ganzem Herzen froh, EJEJTEN JIJ JE Auf einen Wagen steigen, Und ihn dem Volke zeigen Im ELPP REP Herrlichsten Triumph. 2. Gleichwie der König hieß Das Volk, den Joseph ehren; Und dessen Ruhm zu mehren, Durch's Reich ihn fahren ließ: So läßt die Kirche heut Dich, Gottes Sohn! erfreut Durch alle Straßen tragen. Sie will, daß Alle sagen: Dank, Ehr' und Preis sei dir! 3. Preis sei dir, Gottes Sohn! Dein Leib ist hier enthalten In diesen Brodsgestalten, Gleich als auf einem Thron. Hier gibst du uns das Brod, Das aller Hungersnoth Der Seelen kräftig wehret! Und unsern Geist ernähret Zur ew'gen Seligkeit. Auf den Frohnleichnam des Herrn. 4. Wir werfen uns vor dir Im Sakramente nieder, Und singen Jubellieder; Anbetend singen wir. Es müsse heut dein Ruhm! Vom ganzen Christenthum Durch alle Welten schallen, Es müsse Jeder wallen Von Liebesglut zu dir! 5. Durchreiset bist du, Herr! Die Städt' in Galiläa, Die Flecken in Judäa, Als noch ein Sterblicher. Doch ließest du zurück, Den Dürftigen zum Glück, Die Zeichen deiner Güte. Du wurdest niemals müde, Den Menschen Gut's zu thun. 6. Du gehst vom Tempel aus, Und ziehst durch uns're Straßen. Willst du nicht hinterlassen " Den Segen unserm Haus? Streck' aus, Herr! deine Hand, Und segne heut' das Land. Laß deine Hilf' empfinden Die Kranken, Lahmen, Blinden; Dein Segen sei ihr Heil 5. Bei dem vierten Altare. 199 126. MA Es zischt die Schlung' aus ihrer Höhle Durch Berengar's verwegnen Mund. Sie speit ihr 200 Zweiter Theil. Gift, und was fie quäle, Macht ihr neidvolles Bischen fund. Uns Erdbewohnern gönnt sie nicht Die Gnade die uns Gott beweiset, Der uns mit seinem Fleische speiset. Dies ist es, dem sie widerspricht. 2. Wie Viele sucht sie zu verleiten, Die wider Gottes Gegenwart Im beil'gen Sakramente streiten Mit einer unverschämten Art? D Christen pflichtet ihr nicht bei! Sie hat sich wider Gott verschworen, Daß er, für uns als Mensch geboren, Nicht wirklich gegenwärtig sei. 3. Ihr Irrthum ist schon längst zernichtet; Triumph dem heil'gen Sakrament! Dein Wort, Herr! das uns unterrichtet, Soll triumphiren bis an's End'. Gott deines heil'gen Wortes Macht Schlägt alle Schwärmerei darnieder; D'rum singen wir die Jubellieder Bei dieses Tages heil'ger Pracht. 4. Es müsse vor den Brodsgestalten Dir, unserm höchsten Gott und Herrn, Ein Jeder seine Hände falten, Von Widerspruch und Zweifel fern. Nicht Brod, nein! Jesus ist allhier. Zwar mein Verstand kann es nicht fassen: Dem Glauben will ich's überlassen, Er trüget nicht,- er sagt es mir. Auf den Frohnleichnam des Herrn. 5. Frohlockt, Bewohner dieser Erde! Lobsinget unserm Gott und Herrn, Damit er bier verherrlicht werde; Bringt Lobesopfer, bringt sie gern! Hier ist des Mittlers Fleisch und Blut: Es müsse diese Wahrbeit glänzen Bis an des Weltalls letzte Gränzen, Troß, Schlange, deiner List und Wuth! 6. Wirf, Jesus deine Gnadenblicke Auf uns aus diesem Sakrament. Gib, daß uns deine Lieb' entzücke, Indem dich Herz und Mund bekennt. Verschmäh', Herr! uns're Bitten nicht; Durch deine Gnade laß geschehen, Daß wir nach diesem Leben sehen Dein unverhülltes Angesicht. 3um Sakramentalischen Segen. 127. lppijal Segne, Jesus! deine Heerde, Die dir hier PI ANJE zu Füßen liegt; Daß sie frei erhalten werde, Vor dem 201 PEPPER H Wolf, der sie bekriegt. Führe hin die Heerd' o Hirt! e PPPPPT Tp Tpdl Wo ihr nichts ermangeln wird,- Auf die ewig grüne HJE Weide: Denn da blüht die reinste Freude. 2. Ruf uns, Herr! zu deinem Tische, Den du hier bereitet haſt. Daß die Seele sich erfrische, Sei fie oft dein werther Gaft. Zweiter Theil. Tränke sie mit deinem Blut In der angenehmsten Flut; Tränke sie aus diesen Bächen, Wenn sie Durst und Hiße schwächen. 202 3. Herr! du haft für uns gelitten, Mach' uns auch von Sünden frei. Ach! gewähre, was wir bitten: Segne, Herr! und steh' uns bei; Daß wir in der Todeszeit, In dem allerschwersten Streit, Allen Feinden widerstehen, Und dein klares Antlitz sehen. Anbetung des hl. Altar- Geheimnisses. 128.5 PEEP a O Christ! bemerk' dies große Werk; Glaub felf feftiglich: Dies Brod enthält den Herrn der Welt, Gott JJATE MOLE selbst in sich. Dir, o Jesu! ruft mein Herz zu: Welch Brod FLEEP Tpdlpp: 1pp= lp== dId= d[ IE gibst du? Ich preise dich, ich liebe dich herzinniglich. 2. D Brodsgestalt* du Aufenthalt Für meinen Herrn! Hier ist verhüllt, der alles füllt: * Dies glaub' ich gern.- Dir, o Jesu! 2c. 3. Kein Brod ist da,* noch fern noch nah, Im Engelbrod. * Das, was da ist, ist Jesus Christ, Gott Zebaoth.*- Dir, o Jesu! zc. Zur hl. Communion. 4. Du, Gottes Sohn,* steigst von dem Thron Der Herrlichkeit; Und deck'st hier ganz* den Glorieglanz Mit Dunkelheit.*-- Dir, o Jesu! 2c. 5. Unendlicher nichts ist, o Herr! Was dich umfaßt. * Doch denkt man kaum so engen Raum Als du hier hast.*- Dir, o Jesu! 2c. 6. Die Cherubim und Seraphim, Herr! singen dir. Dir sing' ich auch nach Engelbrauch, O Jesus! hier. Dir, o Jesu! 2c. 7. vom Leibe reißt * Wenn sich mein Geist Bei meinem Tod: Ach, speise mich,* ich bitte dich, Mit diesem Brod.*- Dir, o Jesu! 2c. Zur Ausspendung der hl. Communion. Vor der hl. Communion. 203 129. CHADE O Gott! vor dessen goldnem Throne In unMUNTAMENT aussprechlich süßem Tone Gin unaufhörlich Lob erschallt! Vor dem der Cherub sich verhüllet, Weil ihn mit heil'gem Schrecken füllet Dein Glanz, und deines Arm's Gewalt. Zweiter Theil. 2. Du wohnest, Gott! in einem Lichte, Das dich vor unserm Angesichte Verbirgt; Glanz ist dein Gloriekleid. Nur körperlose Geister können Dich fühlen, dir sich nah'n, dich nennen, Dich sehen, Gott der Herrlichkeit! 204 3. Jedoch, welch' zärtliches Erbarmen Erzeigtest du, o Gott! mir Armen, Du Gott und Herr von Ewigkeit! Du wollest mich zu dir erheben, Und mir dich zu erkennen geben; D'rum nahmst du Fleisch an in der Zeit. 4. Mit Geißeln ward dies Fleisch zerrissen; Man sah dein Blut vom Leibe fließen. Was trugst du nicht für schwere Last! So hast du mich mit Gott versöhnet, Da du am Kreuzholz ausgedehnet, Dein Haupt im Tod geneiget haſt. 5. Noch nicht genug war's deiner Liebe, Dich selbst aus liebevollem Triebe Durch deinen Kreuztod mir zu weih'n. Du willst( wer hätt' es je vermuthet?, Nachdem du mir zum Heil geblutet, Auch meiner Seele Speise sein. 6. Um mir zur Speise hier zu werden, Bist du, als Gottmensch, noch auf Erden In diesem Sakrament allhier. Der Engelchor, der dich hier siehet, Und tief anbetend vor dir knieet, Flammt ganz von Liebesglut zu dir. 7. Dich decken zwar die Brodsgestalten: Doch will ich meine Hände falten, Vor dir, mein Gott und Mensch zugleich! Zur hl. Communion. Dich bet' ich an von Herzensgrunde, Bekenn' auch dich mit Herz und Münde: Hier bist du, wie im Himmelreich. 8. Unendlicher! du bist das Leben; Du kommst, das Leben uns zu geben, Du schließeft in mein Herz dich ein. Obschon du dich herabgelassen So tief zu mir,( wer kann es faffen?) Hörst du nicht auf, mein Gott zu sein. 9. Was bin ich, daß du mich so achtest, Und mich mit Liebe so betrachtest? Ein lebend Nichts, der Würmer Raub. Wie magst du meiner doch gedenken, Und mir so große Gnade schenken, Mir Asche, Staub und dürrem Laub? 10. Und überdies, o wie vermessen, hab' ich, o Gott! dein Recht vergessen, Und mich mit Sündenkoth befleckt! Den Rücken hab' ich dir gekehret, Mit Missethaten mich beschweret, Und deine Ungnad' oft erweckt. 11. Dem Busch, den Moses flammen sahe, Trat er, wie Gott befahl, nicht nahe, Bis er die Schuhe hingelegt. Und ich, als Sünder, darf ich's wagen, Dem mich zu nahen ohne Zagen, Der diese Welt am Finger trägt? 12. Darf ich zu dir mein Aug' erheben? Muß nicht ich- Sünder vor dir beben, Vor dir, dem Gott der Reinigkeit? Ach, Herr! wie kann ich mich getrauen, Dich nur von weitem anzuschauen? Was wär' es, als Vermessenheit? 205 Zweiter Theil. 13. Doch nein! du rufest ja den Sündern, Und machest sie zu Gottes Kindern, Wenn sie zu dir um Gnade schrei'n. Sieh, wie ich mich im Staube winde! Nimm weg von mir die Last der Sünde; Seh' mich zum Kinde Gottes ein. 14. 206 Dich, meinen Gott, hab' ich entehret, Mich wider dein Geset empöret; Vor dir bekenn' ich meine Schuld. Sieh, wie mein Herz, das dich jetzt liebet, Um deinetwillen sich betrübet, Vergib: erzeig' mir deine Huld. 15. Herr! jederzeit hast du verziehen, Und Gnade durch dein Blut verliehen Dem, der dich um Verzeihung bat. Ich hoffe nun auf deine Treue, Auf deine Güte, die der Rene Barmherzigkeit versprochen hat. 16. Mit dieser Hoffnung will ich gehen Zu deinem Mahl, das aus den Höhen Von dir mir zubereitet ist. Ich sehe zwar nur Brodsgestalten; Doch glaub' ich fest, daß sie enthalten, Dein Fleisch und Blut, Herr Jesus Christ of 17. 10418 Ich bin nicht werth, dich zu genießen, Und in mein Herz dich zu verschließen, O du, mein Gott der Herrlichkeit! Doch weil du selbst mich haft geladen, So ziere mich mit deinen Gnaden! an id in do 100 Gib' meiner Seel' ein Hochzeitkleid! 18. 100 md d da sol Ihr Engel, die ihr hier geschmieget#dl slurred Vor unserm Gott anbetend lieget, Ach schenkt mir eure Liebesbrunft! Bur hl. Communion. Laßt mich von gleicher Liebe wallen! O könnt' ich Gott, wie ihr, gefallen! Erwerbt mir seine Gnad' und Gunst. 19. Nun, meine Seele! geh' entgegen Dem Bräutigam, der deinetwegen Sich hier in Brodsgestalt gehüllt. Empfang' ihn! er ist eine Speiſe, Die dich auf wunderbare Weise Ernährt und deinen Hunger stillt, 20. Gleichwie der Hirsch zur Quelle rennet, Wenn Qual des Durstes in ihm brennet; So eilt mein Herz, o Gott! zu dir. Es dürstet, schmachtend vor Verlangen, Dich, meine Liebe! z empfangen, Dich, meine Hoffnung und Begier! 21. Ach komme, Herr! du meine Liebe! Still' meines Herzens heiße Triebe! Den Reiz erwecket fie in mir. Romm, Jesus, Quell der Seligkeiten! Komm, Ursprung wahrer Himmelsfreuden! Mein ganzes Herz verlangt nach dir. Nach der hl. Communion. Mel. Lied 78: Die Seufzer zc. un hab' mein Gott! 130.Dein Fleiſch und Blut beim Liebesmahl. Was kann ich Größeres verlangen? Sei mir willkommen ohne Zahl! Gesegnet und gebenedeiet Sei deine Ankunft mir, o Herr! Dir sei zur Wohnung eingeweihet Mein ganzes Herz, Allgütiger! 2. D Gott im Himmel und auf Erden! Magst du in meiner Hütte sein? Um so von dir besucht zu werden, D, welchem Engel fiel es ein? 207 sine 208 Zweiter Theil. D Gott! den keine Himmel fasſen! O Mensch! vor dem der Seraph bebt! Magst du so weit herab dich lassen Zum Menschen, der im Etaube lebt? 3. Dank sei dir, Herr! für deine Güte Kraft, Segen, Herrlichkeit und macht! Dir sei aus dankendem Gemüthe Ruhm, Klarheit, Lob und Preis gebracht! DirHeilig, beilig, heilig!" fingen, Soll mein Geschäft auf Erden sein. D, könnt' ich mich so hoch erschwingen, Ich stimmte mit den Engeln ein! 4. Laß deine Ankunft, o Erbarmer! Mir nicht gereichen zum Gericht. Auf dich, o Herr! vertrau' ich Armer; Stärt mich in meiner Zuversicht! Du bist mir, Gott! zwar noch verhüllet, Doch bet' ich dich im Glauben an; Daß, ist die Zeit dereinst erfüllet, Ich dort dich ewig schauen kann. 5. D Gott! der du im Lichte wobnest, Der du das Licht der Menschen bist; Der du in meiner Brust jest thronest, Erhell' in mir, was finster ist. Stets müsse mein Verstand betrachten, Was wahr ist, und was dir gefällt; Er müsse wissen zu verachten Das falsche Blendwerk dieser Welt. 6. Es müsse mein Gedächtniß immer, f Gott! sich beschäftigen mit dir, Und deines scharfen Auges Schimmer Verbreiten sich allzeit vor mir. Mein Wille sei an dich gebunden; Nichts zieh' er deinem Willen vor. Es schwinge sich zu allen Stunden Mein Herz zu dir durch Lieb' empor. Zur hl. Communion. 7. D Jesus! dem es jetzt zu nächsten Am Herzen mir zu rub'n gefällt! Die Liebe zu dem Allerhöchsten Willst du verbreiten in der Welt. Mach' denn mein Herz vom Feuer glühen, Von dem du selbst entzündet bist; Es müsse jene Liebe fliehen, Die nicht, gleich deiner, heilig ist. 8. Und handle deinem Wort gemäß. Du, Jesu Leib, der ausgedehnet 209 92 medisine@ Das Denkmal, Herr! von deinem Leiden, Mit welcher Liebe gibst du es! Ich denk' an deines Geistes Scheiden, ese and sig Vom Haupte bis zu deinen Füßen Sahst du fast keinem Menschen gleich; Denn alles war an dir zerrissen d Durch Dornen und durch Geißelstreich. Du wurdest von der Welt gehaffet; Am Kreuze hing, du bist in mir. Mit Gott hast du mich ausgeföhnet: Ja Für deine Liebe dank' ich dir. 9. 1922 la JUST 153 Du bist, nach Speichel, Hohn und Spott, Getränkt mit Gall' am Holz erblaffet; D du, mein Mittler, Mensch und Gott! 10. Warum kann ich nicht Thränenflüsse Vergießen, o mein Herr! für dich; his lei tipat Nicht waschen deine Händ' und Füße, Die durchgebohret find für mich? D, laß mich deinen Leib umfassen, Der ganz für mich zerfleischet ist. Dich lieben und die Sünde haffen Ist mein Entschluß, Herr Jesus Christ! 14 11. med Esisid 202 Der Leib, der aus des Grabes Staube off and of Hellglänzend im Triumphe ging; sed con- dim Den in dem Himmel, wie ich glaube, lamirate the Der Vater auf dem Thron empfing; 210 Zweiter Theil. Denselben Leib hab' ich genossen, Ich armer Wanderer allhier, Noch ist in meinem Beib verschlossen i d Der Sel'gen Lust, der Engel Zier. md in 12 12. 151191 Sollt' ich nicht wie ein Seraph brennen Vor dir, o Gott! in meiner Brust? Sollt' nicht mein Geist vom Leib sich trennen in Vor Freuden und vor süßer Lust? lis Sollt ich nicht durch mein ganzes Leben, Das deine Güte mir verleiht, Mit Dank und Lob dich hoch erheben nur T Für deine große Gütigkeit? G 13. suisd sidand du Allein, du Gott! weißt meine Schwäche Ist öfters vor der Tugend scheu. Dir ist bekannt, wie leicht ich breche Die dir geschworne Lieb' und Treu'. Ach, sei mein Licht, sei meine Stärke! sind Weck auf mein Herz und meinen Sinn; siqu Damit ich unermüdet merket manist fet no des Auf das, was ich dir schuldig bin, at all t? diantils 14. findinet Gib Herr! bevor du von mir scheidest, no duetas Gib mir an deinem Segen Theil. Der du gern deine Huld verbreitest, Sprich jetzt zu mir: Ich bin dein Heil. 3 Fast will ich an mein Herz dich drücken, com All tim at Ich übergeb' es dir allein; in di mot mark Nichts soll dich meiner Lieb' entrücken, 0.0002 Mein Gott sollst du mir ewig sein. bing bi 15. i dodaghand D Jesus! du der Seelen Leben, und oh, in! OPfand der ew'gen Seligkeit! olar at ang m Der du dich mir verhüllt gegeben, sidde medail Enthülle dich mir nach der Zeit.ism 10 Laß dieses doch dereinst geschehen; Ich bitte dich versag' es nicht: un 796 ding m Laß mich nach diesem Leben seheni diping Dein glorievolles Angesicht. ste mig mit at m Sada na Von der Liebe Gottes. 0 mi Deus, amor meus etc. 211 10 pm G 131.p= ddddd Mod SH O mein Gott! o meine Liebe! Meines Herzens heiße Triebe Zielen nur allein auf dich. Nie busi nisi duit soll mich das Fleisch verblenden, Noch die Welt von dir abwenden. Ihrer will ich mich entschlagen, Daß ich dir d[ p==== d[ pº= 1º1 mein Gott! kann sagen: O mein Gott! ich liebe dich; Ja! von Herzen lieb' ich dich. 3dsi2 bon tim ni Ice 12 gissa 2. 2.10 and dis2 nis dit D mein Gott! o meine Liebe! 2c. an mom loé Meine Wünsche, meine Kräfte, Meine Sinne, meine Säfte 4]## Sollen deiner Liebe fröhnen, Und nach dir allein sich sehnen.- O mein Gott! 2c. 3.od 1000mA O mein Gott! o meine Liebe! 2c. Willst du mich mit Troſt ergögen, mich in me Ser Soll mein Herz zu dir sich lenken, e Und mit zarter Regung denken:- O mein Gott! ac. 1100 4. O mein Gott! o meine Liebe! 2c. not bid Nicht der Lohn für deine Freunde, Nicht die Pein für deine Feinde, k sobal< wod Nein! nur Liebe soll mich dringen, Dir in dieser Zeit zu fingen:- O mein Gott! xc. 14* ied 700 da Zweiter Theil. s 5. 5. 196 O mein Gott! o meine Liebe! 2c. Stürmen auf mich Unglücksfluten, Fühl' ich deiner Strafe Ruthen: Weit entfernt, daß ich da wanke; Stärken wird mich der Gedanke: O mein Gott! 2c. 212 - 6. O mein Gott! o meine Liebe! 2c. Wenn du mich durch Krankheit prüfest, Und mein Fleisch in Weh vertiefest, Soll mein Geist zu dir sich schwingen, Und dir diese Seufzer bringen:- O mein Gott! 2c. 7. O mein Gott! o meine Liebe! 2c. Wenn die Sterbestund' anrücket, Und die Todesangst mich drücket; Bei erstarrter Zung' und Kehle Soll noch sprechen meine Seele:- 8. D mein Gott! o meine Liebe! ac. Wird mein Geist von dir sich trennen, Soll in mir noch Liebe brennen; O mein Gott zc. Wird mein Leib im Grab verwesen, Soll man noch im Herzen lesen:- O mein Gott! xc. sching artis Auf das Herz Jeju. Sume su 1. Auctor beate saeculi etc. Mel. Lied 15: Gott, wie dein Volk im alten 2c. 132.2 Uweiser Schöpfer dieser Welt, Die auch dein Arm allmächtig hält, Du Heil und unser Leben! Du Gott von Gott, du Licht von Licht! Wer wird vor deinem Angesicht Wenn er dich kennt, nicht beben? ROHK d 2. Intole Doch, welche Liebe nahm dich ein, Da du, gleich uns, ein Mensch zu sein, 3 Im Fleisch erschienst auf Erden? 4412 Auf das Herz Jefu. Was Adam uns geschadet hat, Das sollte( welche Wunderthat!) Durch dich ersetzet werden. 3. Ja, jene Liebe, die das Meer, Den Erdball und das Sternenheer Erschuf, erhält, regieret; Sie ist's, die aus Barmherzigkeit Von Sündenketten uns befreit, Und hin zum Leben führet. 4. D, diese Lieb' erlösche nie! D Jesus! niemals müsse sie Aus deiner Brust verschwinden. In diesem Quell der Gnad' und Huld Laß, Herr! Vergebung ihrer Schuld Die armen Sünder finden! 5. Durchstechen ließest du dein Herz, Und wolltest nach dem herbsten Schmerz Dein ed'les Leben enden; Daß wir im Wasser und im Blut, In der hervorgequollnen Flut Die Seelen waschen könnten. 6. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Den uns're ganze Seele preist, Mach' uns von Liebe wallen. Dir, heiligste Dreifaltigkeit, Sei Ehre, Lob und Dank geweiht! O, laß es dir gefallen! depsit darts 213 2. 133.S En ut superba criminum etc. Mel. Lied 15: Gott wie dein Volk zc. chau, Christ! wie uns'rer Sünden Schwarm Den stolzen und verweg'nen Arm Auf Jesu Herz geschwungen! Schau, wie er sein unschuld'ges Herz, Zu unaussprechlich großem Schmerz, Gleich einem Speer durchbrungen. 214 Zweiter Theil.m 2.1 dsdsp 8 med ADOR Des Kriegesknechtes blut'gen Speer Hat unser Sünden wüthend Heer In Jesu Herz gestoßen. he did tha Die Sünde hat den Stahl gespißt, did sosiksust Und dieses Herz tief aufgerigt; Durch sie ist Blut geflossen. 3. had damn Undoi m Aus dieser Seite ward gebaut, Die Kirche, die als eine Braut id duif Sich Jesus auserkoren. Die Wunde stellt der Arche Thors 12 spid stonsin( ant? Zum Heile aller Völker vor; Sonst gingen sie verloren. 17 64. D, welcher blut'ge Gnadenguß Ist als ein siebenfacher Fluß Aus dieser Brust gequollen! In welchem wir der Seele Kleid Von sündlicher Unsauberkeit Bußfertig waschen sollen. an 5. Wie grausam wär's, wenn wir auf's neu, ar Dem beßten Mittler ungetreu, Sein Herz durchstechen wollten! Da alle Herzen insgesammt, Von Jesu Liebe angeflammt, Beständig glühen sollten. 12 GANT 6. Gott Vater, Sohn und 2c.( Nr. 132.) 3. Cor, acra legem continens etc. Mel. Lied 15: Gott! wie dein Volk im alten Bund zc. erz Jesu, dich verehren wir, Find att 134. Sesetestafeln sind in dir, Du bist die Bundeslade:- Gesetze, nicht der Dienstbarkeit, nisi ya std 65 Nein, sondern der Gewogenheit, Der Freiheit und der Gnade. Auf die Kirchweihe. 2. Du bist für Gott die süß'ste Ruh; Das reinste Heiligthum bist du Im neuen Gnadenbunde. Du bist der Tempel beff'rer Art, Der Vorhang, der zerrissen ward, Zerrissen durch die Wunde. 3. Herr Jesu! daß du dich so sehr Durchgraben ließest mit dem Speer, Dies kam vom Liebestriebe. Du wollteft gänzlich offen steh'n, Daß wir in deinem Grunde seh'n Die Größe deiner Liebe. 4. Durch dich, o Herz! hat Jesus Christ, Der unser Hohepriester ist, Den alten Bund geschlossen. Ein neues Opfer bracht er dar; Der Kreuzesstamm war der Altar, Wo du dein Blut vergossen. olas 5. Wer wollte nicht zu dem der liebt, Der sich für uns dem Tod ergibt, s 2010 215 Auf die Feier der Kirchweihe. 1. 101 10-612 Von Gegenliebe glühen? Wer unter Christen wollte sich In diesem Herzen ewiglich Zu wohnen, nicht bemühen? 6. Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, 2c.( w. 131, 6.) HAS Urbs Jerusalem beata etc. 135.8cfeller UN Jerusalem, du Himmelsstadt, JIn der der Friede wohnet! Die Jesus fest gegründet hat, In der 216 Zweiter Theil. er ewig thronet! Hoch über jeden höchsten Stern Bist I PIEPT du gebauet von dem Herrn Aus lebensvollen Steinen. Gleich einer Braut umgeben dich, Viel tausend Engel, welche sich In deinen Dienst vereinen. 2. Zur Braut des Sohn's bist du geweiht! Wer kann dich mehr erheben? Dir ist des Vaters Herrlichkeit Zur Morgengab gegeben. Dich hat die Gunst des Bräutigams Und das kostbare Blut des Lanıms, O Königin! geschmücket. Dich, Himmelsstadt, hat Gott erwählt, Mit dir hat Christus sich vermählt, Du hast sein Herz entzücket. 3. Von Perlen glänzt hier jedes Thor! Hier schimmert jede Pforte; Man geht zu dieser Stadt empor Von einem jeden Orte. Der Mensch, der in der Pilgerzeit Sein Herz mit ächter Frömmigkeit, Mit Tugendwerken zieret; Der hier aus Liebe Christi trägt Das Kreuz, das Gott ihm auferlegt, Wird dort hinein geführet. 201 4. Wenn der geheimnißvolle Stein, Den hier der Meisel schneidet, Durch Schläge, Trübsal und durch Bein Zum Bau wohl vorbereitet: H o .68 Auf die Kirchweihe. Verseßet ihn aus dieser Welt Der Bauherr, wenn es ihm gefällt, Zum himmlischen Gebäude. Er füget Stein an Stein alldort, Bestimmet jedem seinen Ort In süßer Ruh' und Freude. 5. Dem höchsten Gott sei Lob und Ruhm Von aller Menschen Zungen! Jhm sei von seinem Christenthum Dank, Ehr' und Preis gesungen! Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist, Den dort der Cherub ewig preist, Sei Lob zu allen Zeiten! Macht, Klarheit, Kraft und Herrlichkeit Sei Gottes Majestät geweiht In allen Ewigkeiten! 2. Alto ex olympi vertice etc. Mel. Lied 135: Jerusalem, du Himmelsstadt zc., 136. bu, des höchsten Gottes Sohn! Du kommst zu uns auf Erden; Du steigest von des Vaters Thron, Ein Mensch, gleich uns zu werden. Du willst der abgeriff'ne Stein Vom höchsten Berg des Himmels sein, Der Grundstein aller Steine. Du hast die Kirche dieser Welt Der Himmelskirche zugesellt; Aus beiden machst du Eine. 2. Dir, heiligste Dreifaltigkeit! Singt jene Kirche droben; Sie preiset dich zu jeder Zeit, Nie hört sie auf zu loben. Dem heil'gen Zion loben wir Von weitem nach und singen hier 217 218 Zweiter Theil. 1 Dir, Gott in drei Personen! ashig Wir singen dir mit Cherubim, Wir preisen dich mit Seraphim, s Mit Kräften und mit Thronen. in the bat 17. 3. Gib, daß an diesem Ort dein Licht, D Himmelskönig! scheine; Wend' her dein holdes Angesicht Zur seufzenden Gemeine. Sei deinem Volke hier geneigt, Da es dir seinen Dienst erzeigt, Und seine Wünsch' erkläret. Schenk' Allen deiner Gnade Kraft, Die reine Herzen in uns schafft; Laß keinen unerhöret. 4. Laß, Vater! dir zu Herzen geh'n Der Gläubigen Verlangen! Laß sie die Gnad', um die fie fleh'n, Von deiner Hand empfangen. In diesem deinem Gnadenhaus! Theil' ihnen deine Güter aus, So lang sie hier noch leben; Bis du sie nach der Lebenszeit Zum Size deiner Herrlichkeit Im Himmel wirst erheben. 5. Dem höchsten Gott sei Lob und Ruhm Von aller Menschen Bungen! Ihm sei von seinem Christenthum id Dank, Ehr und Preis gesungen! Dem Vater, Sohn und heil'gen Geist, Den dort der Cherub ewig preift, bidang ins 0.081 Sei Lob zu allen Zeiten! Macht, Klarheit, Kraft und Herrlichkeit de Sei Gottes Majestät geweiht In allen Ewigkeiten! 219 Dritter Theiler mailid nis@ der 052 sic A14-0910 Auf Maria, die Mutter Gottes. 19 An jedem Festtage Maria's. des 1. a Ave maris stella etc. mgrt sic 137. MENA Meerstern, sei gegrüßet, Du unsers Heils Gebärerin! Der Glanz, der dich umfließet, Ers leuchte jedes Menschen Sinn! Du warst, o Jungfrau! allzeit rein; Du bist vom ew'gen Worte Bestimmt zur Himmelspforte! Durch dich geh'n wir zum Leben ein. 2. Wie hoch warst du geehret Auf Gottes eigenen Befehl, Da du den Gruß gehöret Vom Himmelsboten Gabriel! Erwirb uns Gottes Lieb und Huld; Mach' jenen Fluch zum Segen, In dem wir längst gelegen Aus uns'rer Mutter Eva Schuld. 3. Löp auf das Band der Sünden, In welchem wir gefesselt geh'n. Dein Licht ertheil' uns Blinden, Daß wir die Wege Gottes seh'n. ist ephed T 220 Dritter Theil. Dein Bitten wend' die Uebel ab, Die Leib und Seele schaden. Erfleh' uns Gottes Gnaden, Die er dir überflüssig gab. 4. Wir sind zwar schwache Sünder Und haben Böses oft gethan; Doch sind wir deine Kinder; Sieh uns mit Mutteraugen an. Trag' unsre Noth vor Gottes Thron, Der Alles dir verleihet; Ja, der sich nicht gescheuet, Bu sein, dein eingebor'ner Sohn. 5. Du Wunder der Jungfrauen, Sei hoch von uns gebenedeit! Laß, Jungfrau! auf uns thauen Huld, Güte, Lieb' und Mildigkeit. Mach' uns von Sündenschulden frei; Hilf, daß wir widerstreben Dem Fleisch, daß unser Leben Stets unbefleckt und heilig sei. 6. Bring' uns den Schuß zuwege, Der unsern Feind zurücke hält; Daß er nicht Fallstrick Lege Auf unsern Weg aus dieser Welt: Daß wir des Mittlers Angesicht In seiner Glorie sehen, Jhn lieben, ihn erhöhen, Und uns erfreu'n in seinem Licht. 7. 11 Der Vater sei gepriesen, Gepriesen sei auch Gottes Sohn! Anbetung sei erwiesen Dem heil'gen Geist auf einem Thron! Der heiligsten Dreifaltigkeit Sei Ruhm und Preis gesungen Von aller Menschen Zungen; Gelobt sei sie zu jeder Zeit! 290 3000 and the dat Auf Maria, die Mutter Gottes. 2. Quem terra, pontus, sidera etc. Mel. Lied 135: Jerusalem, du 2c. 138.Der er, dem der Himmel Ehr' erweist, Dem alle Stern' fich neigen; Der, den die Erde lobt und preist, Dem Meer und Winde schweigen, 15000 20 Dem alle Dinge dienstbar sind, Der wählt zur Wohnung als ein Kind Den keuschen Schoos Mariens. Der Sonn' und Mond in ihrem Gleis Gebietet, daß fie eilen, Um so in einem steten Kreis, Die Zeit von Zeit zu theilen; Den hat Mariens Jungfrauschaft, annot vide Beschattet von des Geistes Kraft, Als ihren Sohn empfangen. 3. Der mit der Hand die Himmel wägt, Der Schöpfer aller Dinge; Der uns're Welt am Finger trägt, Der macht sich so geringe, Und hält es für die süß'ste Luft, afghans Zu ruhen unter deiner Brust, O höchst beglückte Mutter! Faris2 2510 exioja NO RUA 2016 2 19 4. Ein Himmelsbot' erklärte dir, Du solltest Mutter werden. Du sprachst: Dein Wort gescheh' in mir, Im Himmel und auf Erden! So hast du aus des Geistes Kraft Den Heiland aller Völkerschaft Empfangen und geboren. anne) 221 mann effi 5. Dir, süßer Jesus! der du kamst 2c.( w. 140, 3.) AIDE ON STREITO 30430500 750 222 sst Dritter Theil. 3. O gloriosa Virginum etc. TEN BIJHOUSTICS Mel. Lied 135: Jerusalem, du Himmelsstadt zc. 139.Glorreiche Jungfrau! o wie hoch Vist du von Gott erhoben! 3.881 Wer auf der Erde wird dich doch Zur G'nüge können loben? Der Herr, der dir das Leben gab, Läßt sich als zartes Kind herab, Und sauget deine Brüste. Mas apmi 20 me 2. Was Evens, Schuld uns dort geraubt, Verführt durch Satans Tücke, se on ne ng Gibst du uns, weil du fest geglaubt, and sid senis ni of ins Durch deine Frucht zurücke. atait Du öffnest uns des Himmels Thor! Wir können uns zum Heil empor nou dis and not Durch dich, o Jungfrau! schwingen. ad nod tech sit 3. Du bist das Thor, durch das zur Welt Der Gottmensch ist gekommen; Du bist der Saal, der ihm gefällt, dodd am Den er zum Sitz genommen. l 14000 190 Durch dich, o Jungfrau! wird das Heil 91H 190 Uns armen Sterblichen zu Theil Freut euch, erlös'te Völker! msidui és ing dala 48 4. Dir, süßer Jesus! der du kamst 2c.( w. 140, 3.)@ 4. Memento, rerum Conditor etc. to Mel. Lied 135: Jerusalem, du Himmelsstadt zc. 413 140. Schöpfer, unser Gott und Herr! Gedente deiner Liebe od 09 Erinn're dich, Allgütiger! ple dreing Der wunderbaren Triebe, da dan segnolymd Aus denen du, o höchstes Gut! Von einer reinen Jungfrau Blutdat dit i Die Menschheit angenommen. Auf Maria Empfängniß. 2. O Mutter der Barmherzigkeit, Maria, Trost der Sünder! ad sit si' quolbe si? Du Helferin der Christenheit, nos o Schau ber auf deine Kinder! ad a Beschüß' uns jetzt und an dem End', non nel Wo sich der Geist vom Leibe trennt, k nale Empfiehl ihn Gottes Händen. omistust n om 3. st glasa sid ld spd 2 Dir, süßer Jesus! der du kamstag is spot of Vom Himmel unsertwegen, 223 Und Fleisch von einer Jungfrau nahmſt, Sei Dank und Ehr' und Segen! rict op te Dem Vater und dem heil'gen Geist, mis t Den dort der Cherub ewig preist, sorg om drif Sei Lob zu allen Zeiten! das isid tamil 191910 fle taplit mods2 amen 20 Auf das Fest Mariä Empfängniß. word anu isdsig sdon 3 1. G, dtok a diphonsllo, rolle buk Debitam morti sobolem crearat etc. 141.Wa Mit Schmerzen einst zur Welt gebar, Mel. Lied 109: Der Lobgesang erschalle laut zc. as Eva, jene Sünderin, Das war schon todt, eh' es erschien, sinun tul am dobio Weil es der Sünde zinsbar war. Der neuen Eva freut sich heut Die ganze Welt, weil durch ihr Kind ignor R Wir von des Todes Dienstbarkeit in dom sid@ Befreit, des Lebens Erben sind. 2. Die Wunde, die der Schlange List he Der Eva in dem Garten schlug; uisisipilis Die auch, weil sie die Mutter ist, du do and Das menschliche Geschlecht ertrug; olsid tuo ist ai? Die heilt, und quetscht, zu unserm Glüc, o R Der aufgeblaf'nen Schlange Hauptde Die Jungfrau, und stellt uns zurück, dien as Rack Was uns der Schlange List geraubt.ttust 02 Dritter Theil. 3. Die Schlang', als sie den Fall geseh'n- Der Mutter, hofft, von Wuth entflammt, sing, G Es werde mit ihr untergeh'n, Was immer von der Mutter stammt. Allein Mariens einz'ges Kind, Das sie zu seiner Zeit gebiert, Ift's, das die, die verloren sind, Zum ew'gen Heil zurücke führt. 224 4. Der Schade wird durch Gottes Huld Uns armen Menschen zum Gewinn, Und uns're große Sündenschuld Nimmt dieser Sohn Mariens hin. Das neue Leben tilget aus Den alten längst verdienten Tod; Be Die Gnade ziehet uns heraus Aus aller Höllenangst und Noth. 5. Dich, o Maria! nennen wir Auch uns're Mutter mit Vertrau'n, D'rum wollest du, wir fleh'n zu dir, Auf uns als eine Mutter schau'n! Versöhn' uns deinem liebsten Sohn! Nimm mütterlich dich unser an! Trag' unser Fleh'n vor dessen Thron, e spes Der dir wohl nichts versagen kann. and 6. Dir, heiligste Dreieinigkeit, Sei Ehre, Lob und Preis und Dank! the han e Dir sei auf dieser Welt geweiht Von uns ein steter Lobgesang 1 th Du, der uns Arme nicht verschmäht, Haft es gefügt so gnadenvoll, Daß jene Mutter heut entsteht, holpe Die uns das Heil gebären soll. Auf Maria Empfängniß. 2. Unus bonorum fons, Deus etc. Mel. Lied 51. Nachdem viel tausend Jahr verfloffen 2c. 142. Gott, du eing'ger Quell der Güter! Wie reichlich schüttest du hernieder Die Schäße deiner Gütigkeit! Du zierft mit unerhörten Gnaden, Und schüßest vor der Sünde Schaden Mariens erste Lebenszeit. 2. Zwar ist ihr Eintritt in das Leben, Gleich einer Rose, rings umgeben Mit Dornen; doch sie fühlt es nicht. Die Gnade hält das Gift zurücke; Sie ist vom ersten Augenblicke Ganz rein vor Gottes Angesicht. 3. Wer kann genug die Jungfrau loben? Sie ist in Reinigkeit erhoben Hoch über der Jungfrauen Chor. Er tritt ihr nach nur in der Ferne; Sie gehet über alle Sterne, Als Königin denselben vor. 4. Im Himmel fich kein Engel zeiget, Der dieser großen Jungfrau gleichet, Die Engel stehn vor Gottes Thron: Sie fist am Thron nach Mutterwürde, Weil sie einst trug die hehrste Bürde, Den Mensch gewordnen Gottes Sohn. D Zuflucht der betrübten Sünder! D Schußfrau deiner Pflegekinder! Jungfrau, Königin der Welt! Bring unsre Wünsche zu dem Throne, Empfiehl sie träftig deinem Sohne; Du bist's, die Alles uns erhält. 15 225 226 Dritter Theil. 6. Dir, o Dreifaltigkeit! sei Ebre Von uns, wie von dem Engelbeere, Der du so väterlich uns liebst; Und uns, daß bald zu dieser Erde Der Welterlöser kommen werde, CASH Ein Pfand durch diese Jungfrau gibſt! stæ Auf das Fest Maria Reinigung.duit 1. Templi sacratas pande, Sion, fores etc. 143. THESE Zion, öffne deine Pforte! Deffne sie dem ew'gen Worte! Christus geht zum Tempel ein: Der das Opfer für die Sünden, Die uns arme Menschen binden, Und der Priester selbst will sein. 2. Weichet, Bilder und Figuren, Jhr, der Wahrheit leere Spuren, Weicht!- die Wahrheit läßt sich sehn. Was ihr längstens vorgebildet, Was im Schatten ihr enthieltet, Wird jetzt in Erfüllung gehn. 3. Nun wird man nicht mehr vergießen Kläberblut, nicht mehr soll fließen Lämmerblut auf dem Altar. Gottes Rathschluß zu erfüllen, Gibt sein Sohn aus freiem Willen Sich für uns zum Opfer dar. di 150 90 put fimis sil 14 Auf Maria Reinigung. 4. Seht, die Jungfrau tief gebücket, mis annadig find Trägt auf ihrem Arm entzücket ofer Gott, den sie geboren bat. dig Fest gegründet in dem Glauben, Bringt sie ein Paar junge Tauben, Wie man dort aus Armuth that.d davilh? 5. Gott, in unser Fleisch gehüllet, Hat mit seiner Gnad' erfüllet bliv Jedes Alter und Geschlecht. Was sie glaubten, ist erschienen, Was sie hofften, zeigt sich ihnen: D'rum frohlocken sie mit Recht.nd son 17 S 6. Gott! bei allen diesen Zeugen Opfert dir ein tiefes Schweigen Deines Sohnes Mutter auf. sd Was ihr der Prophet entdecket, Hält sie in der Brust verstecket Durch den ganzen Lebenslauf. 7. Jean Gott dem Vater und dem Sohne, Und dem Geist auf Einem Throne, Werde Lob und Dank geweiht! de Dir sei durch das ganze Leben Unser Herz mit Lieb ergeben, 1800 Heiligste Dreifaltigkeit! dallgadelt ent das#comisie astrofe ni 12- ditur 227 14191-83 $ 2 90m dis tardole dar se 2. Mel. Lied 1: Heut hat des Schöpfers Wundermacht zc. 144.0¹ u, die du voll der Gnaden bist, Du, reinste Jungfrau ſei gegrüßt! Auf deren Arm Gott, der uns liebt, Sich Gott zum Opfer übergibt! 2. Den Tempel zu betreten heut, Erfordert meine Schuldigkeit; Um Jesus, meinen Gott zu sehn, Muß ich ihm heut entgegengehn. 15* 228 Dritter Theil. 3. Heut weibet als ein Sterblicher Sich seinen Tempel unser Herr. Hier, wo ihr Gott ist, sind zugleich Die Engel, wie im Himmelreich. 4.₁ Der Tempel, welcher Jesum Chrift Sammt seiner Mutter in sich schließt, Wird, daß der Himmel sich erfreut, Erfüllt von Gottes Herrlichkeit. 5. Es tönet Jubel, Preis und Ruhm Dem Herrn in seinem Heiligthum; Mit süßer Freude bringt man dar Das Morgenopfer zum Altar. 6. Das Abendopfer wird mit Leid Vermischet werden zu der Zeit, Da es in Marter und in Qual Sich enden wird am Kreuzespfahl. 7. Dies Opfer ist's, durch welches wir Versöhnet werden, Gott! mit dir. Es macht uns von der Sklaverei Des Todes und der Hölle frei. 8. Drum wollen wir, Gott! dir allein Hier unser ganzes Leben weih'n. Wir sterben uns, und leben dir; Dir, wenn Du winteft, folgen wir. 9. Entlaß uns, Herr! aus dieser Welt; Nichts ist, was uns zurücke hält. Zeig' uns dein klares Angesicht, Wenn unsers Lebens Faden bricht. 10. Laß uns bei längerm Leben hier Mit Jesu wachsen für und für. Gib, daß wir seine Wege gehn Und endlich durch ihn auferstehn. 426 Auf Maria Reinigung. 3. Stupete, gentes: fit Deus hostia etc. Mel. Lied 14: Ehre sei Gott in den Höhen 2c. taunet Völker! Gott wird beute 145.S Gott zum Opfer dargestellt. Dem Gesetz folgt der mi Freude, Der Gesetze gibt der Welt. Den erlöset man durch Gaben, Der die Welt erlösen soll. Gottes Mutter hoch erhaben, Kommt zum Tempel demuthsvoll. 2. Nach dem jüdischen Erempel, Wie des Herrn Geseß gebeut, Hält sie sich entfernt vom Tempel, Bis nach vierzig Tage Zeit. Jungfrau! willst du nicht betreten Gottes Tempel? Sag, warum? Doch du kannst in dir anbeten, Denn du bist sein Heiligthum. 3. Ein dreifaches Opfer brennet Auf dem nämlichen Altar. Diese, die man Mutter nennet, Bringt der Jungfrau Ehre dar. Seine Glieder will ergeben Zu dem Tod, das zarte Kind; Der Betagte gibt sein Leben, Deffen Wünsch' erfüllet sind. 4. Mutter! welche Dolche werden Einst durchschneiden deine Brust! Deine Schmerzen hier auf Erden Sind dir schon voraus bewußt. Ach! das Blut von diesem Lamme, Das du heut geopfert hast, Wird dereinst am Kreuzesstamme Fließen, bis es ganz erblaßt. 229 SOLD Dritter Theil. 5. Jesus will heut voraus zeigen, Daß sein Haupt, zwar jetzt noch zart, Sich im Tode werde neigen Auf die schmerzenvollste Art. Wachsen wird er und verbluten 230 An dem Kreuzbolz, wie ein Samm, Uns zu waschen in den Fluten Seines Bluts vom Sündenschlamm. 6. Gott dem Vater und dem Sohne Sei in seinem Heiligthum, Mit dem Geist auf Einem Throne, Ehre, Lob und Preis und Ruhm! Dir sei durch das ganze Leben, Heiligste Dreieinigkeit! Inser Herz in Lieb ergeben: Dir allein sei es geweiht! 4. Mel. Lied 129: D Gott, vor dessen 2c. ls nach erfüllten vierzig Tagen 146.2018 Zum Tempel Jesus ward getragen, Kam auch der alte Simeon. Lobsingend hielt er in den Armen Den, der sich unser wollt' erbarmen, Den eingefleischten Gottes- Sohn. 2. 2134 Sal 2013 Nunc dimittis servum tuum etc. Er sang: Laß Herr nach deinem Worte Mich, deinen Knecht zur Todespforte Im Frieden gehen in das Grab: Nachdem mein Auge nun gesehen Das Heil, das du von deinen Höhen Gesendet haft zu uns herab." 3. ,, Vor aller Völker Angesichte Hast du dies Heil gestellt zum Lichte, Für das verirrte Heidenthum. Besonders hast du es gegeben Für deines lieben Volkes Leben, Und deinem Israel zum Ruhm." Auf das Fest der schmerzhaften Mutter Maria. 1. 147. Stabat Mater dolorosa etc. Seht die Mutter voll, der Schmerzen, Wie FAP ALTI sie mit betrübtcm Herzen Bei dem Sohn am Kreuze steht! Wie sie weinet, wie sie leidet, Wie ein Schwert ihr Herz durchschneidet, und durch ihre Seele geht. 2. Seht der Mutter tiefes Trauern; Seht, wie ihr die Glieder schauern, 231 Und vom Schmerz durchdrungen sind. Jesum fiebt sie in den Beinen; Und wie sollte sie nicht weinen Ueber ihr geliebtes Kind? 3. Wer enthält sich hier der Thränen, Wenn er hört die Seufzer tönen, Und ihr Herzenleid erwägt? Wer kann ohne Wehmuth sehen Sie vor Mitleid fast vergehen, Das sie mit dem Sohne trägt? 4. Jesum fiebt sie voller Wunden An dem Kreuze durch drei Stunden Bluten für die Schuld der Welt. Endlich sieht sie ihn erblaffen; Sie erblickt, wie er, verlassen, In des Todes Schatten fällt. Dritter Theil. 5. Schaff', o Mutter schöner Liebe! Daß ich mich mit dir betrübe; Laß mich fühlen deinen Schmerz. Schaff', daß ich von Liebe walle, Daß dem Heiland wohl gefalle Mein von Lieb' entflammtes Herz. 6. Drück' o Mutter! Jesu Wunden So, wie du fie selbst empfunden, Drück sie meinem Herzen ein. Theil' mit mir die schweren Plagen, Die dein Sohn für mich ertragen; Jste Gib mir Theil an seiner Bein. 232 7. Mach', daß ich mit dir beweine Jesu Tod, und stets vereine Mein mitleidend Herz mit dir. Dir zur Seite will ich stehen, Mit dir Jesum leiden sehen, Mit dir trauern für und für. 8. O du Jungfrau höchster Würde! Schwer drückt dich des Mitleids Bürde, Gib mir Theil an deinem Leid; Daß ich Jesu Tod bedenke, Und in seine Wunden senke Mich durch alle Lebenszeit. 9. Mach', daß ich am Kreuz stets hange, Und mit Jesu Wunden prange, Selig durch des Mittlers Blut. Mächt'ge Frau! von dir beschirmet, Wenn auf mich die Hölle stürmet, Spott' ich ruhig ihrer Wuth. 10. Schütz', o Jungfrau! mich Elenden, Wenn ich in des Richters Händen Stehen werde vor Gericht. 904 Auf die schmerzhafte Mutter. Bitt', daß er mich nicht verdamme Zu dem Tod, zur Höllenflamme, Wenn er mir das Urtheil spricht. 11. Jesus! in den letzten Zügen Laß mich durch die Mutter siegen Ueber meinen Feind im Streit. Wenn mein matter Leib wird sterben, Laß, Herr! meine Seel' erwerben Deines Reiches Herrlichkeit. 2. Mel. Lied 147: Seht die Mutter 2c. 148. Präge Christen! brecht den Schlummer, Seht die Mutter voller Kummer, Stimmt in ihre Klagen ein. Hört, Maria weint und ächzet! Seht, wie sie vor Wehmuth lechzet; Könnt ihr ohne Mitleid sein? 2. Gleich den ungestümen Wettern Fängt die Angst an, zu zerschmettern Ihr beklemmtes Mutterberz. Jesus wird geschleppt in Ketten 3u ergrimmter Richter Etätten. O, für sie welch' herber Schmerz! 3. D, in welchen Bitterkeiten Schwimmt ihr Herz, da sie sieht leiden Jesum in der Geißelung! D, ihr Herz schwißt Blutesfluten, Da sie ihren Sohn sieht bluten Auf der scharfen Geißel Schwung. 4. Schmerzlich ist ihr Herz durchwühlet Von dem Dorn, den Jesus fühlet Durch die Kron' auf seinem Haupt. Jeder Stachel ist gesenket In ihr Herz; sie ist gekränket Schmerzlicher, als man es glaubt. 233 Ford I sallal Dritter Theil. 5. Mutter! du siehst Jesum wanken Und ihn kraftverlassen schwanken Unter schwerer Kreuzeslast. Matt stürzt er zur Erde nieder, Und ihm bluten alle Glieder. O der Schmerz, der dich hier faßt! 6. 234 Da an's Holz man Jesum henket, Ihn mit Gall und Effig tränket: Mutter! o, was fühlest du? Da er schien von Gott verlassen, Und ihn alle lästernd hassen, O, wie schmachtend siehst du zu! 7. Stundenlang hat er gehangen; Nun erblassen seine Wangen, Und sein Augenlicht verlischt. D, dein Herz muß ganz zerfließen: Denn nun sieht man dich vergießen Zähren, die mit Blut vermischt. 8. Schau! jetzt sinkt sein Haupt darnieder, Jeßt schließt er die Augenlieder Und den ganzen Lebenslauf. Schmerzensmutter! o wie bange Ist dein Herz! und, o wie lange Starrt dein Aug' am Kreuz hinauf! 9. Da man noch nach Jesu Scheiden, In sein Herz, es zu zerschneiden, Wüthend eine Lanze stößt: Wird, o Mutter! ganz in Schmerzen Deine Seele sammt dem Herzen Unaussprechlich aufgelöst. 39d mode ແລງ ມາ im 100 ind TOIL. 10. D, wie ist's um dich so trübe, Da man Jesum, deine Liebe, Senkt vom Kreuz in deinen Schoos! ho ril 2012 2012 110 O WRE Algamar Auf die schmerzhafte Mutter. Ach, wie viele Thränenflüsse Weihst du ihm und welche Küffe Gibst du ihm, der Leiden los. 11. Müde Mutter, darf ich fragen: Rannst du dieses Leid ertragen, Da in's Grab man Jesum streckt? Nein! ganz, ganz schmilzt deine Seele, Da man in der Felsenhöhle Jesum mit dem Steine deckt. 12. Reich' o Mutter! mir die Hände, Wenn mich an des Lebens Ende Schrecken, Furcht und Angst befällt. Bitt, daß Gott mir Gnad' verleihe, Die mich in der Lieb' und Reue, In der Hoffnung aufrecht hält. 3. 45 O quot undis lacrymarum etc. Mel. Lied 72: Sing, Zunge, von dem größten Sieg 2c. 149. Jungfrau! welch ein Thränenbach Stürzt über deine Wie kläglich stöhnest du dein Ach! Von Schmerzen ganz umfangen! Da du, o jammervolles Weib! Des Mittlers, deines Sohnes Leib, Vom blut'gen Holz gelößet, Erblasset, starr, entblößet, In deinem Schooße liegen siehst. 1752. Die sanfte Bruft, den süßen Mund, Die Augen, die gebrochen; Die Hände, die so tief verwund't, Die Seite, die durchstochen; Die Füße, die vom theuern Blut Noch träufeln, wäscht die Zährenflut, Die, selbst mit Blut vermenget, Von Schmerzen hart gedränget, Aus deinem Auge quillt. 235 Dritter Theil. 3. Bon Lieb' entflammet, tausendmal Umarmst du den Entseelten; An's Herz drückst du ihn ohne Zahl, Den Gottes- Auserwählten. 236 Du küffest ihn mit Zärtlichkeit Auch in dem größten Herzenleid, Bis dir zu deinen Füßen Vor Lieb- und Schmerzensküssen, Das Herz im Leibe schmilzt. 4. Durch deine Zähren bitten wir, Durch deine Bitterkeiten; O Mutter! ja, wir fleh'n zu dir Durch deines Sohnes Leiden; Durch seinen bittern Kreuzestod, Durch seiner Wunden Purpurroth: Drück' tief in unsre Herzen, Die unnennbaren Schmerzen, Die du empfunden hast. 5. Dir, Gott dem Vater und dem Sohn, Sei Ehr' und Lob erwiesen! Gott heil'ger Geist auf einem Thron, Sei hoch von uns gepriesen! Dir, heiligste Dreifaltigkeit, In unzertheilter Wesenheit, Sei Dank und Preis gesungen Von aller Menschen Zungen, Jeßt und zu aller Zeit. AMER 4. Jam toto subitus vesper eat polo etc. Mel. Lied 216: Erbarme dich, Gott! 2c. 150. lich, schwarze Nacht, vom Firmament! Brich, Sonn' aus deiner Hülle! Eil', mach' der Finsterniß ein End'! Romm, Tag, in deiner Fülle! Auf die schmerzhafte Mutter. Da jeßt mein Herz des Mittlers Tod, Und seine Schmach betrachtet; Da seiner grauenvollen Noth Mein Aug' entgegen schmachtet. 2. Du, Mutter! stebst beim Marterpfahl, Betäubt von Mitleids Schmerzen; Du blickest auf die Todesqual Mit wundenvollem Herzen. Du fiehest Jesum, deinen Sohn, Am Kreuz in Echmerzen lechzen; Du höreft ihn im Sterbeton Die tiefsten Seufzer ächzen. 3.. Dein Sohn, der vor dir aufgehenkt, Von Wunden ganz zerrissen; Die zarten Glieder, die verrenkt; Das Blut, so du siehst fließen: D, welche Dolche find's für dich, Die deine Brust durchschneiden! D Mutter! laß empfinden mich, Was du allhier mußt leiden. 4. Die Speichel, Schläg', der Henker Wuth, Die Geißel mit den Spornen, Die Backenstreiche sammt dem Blut, Die Nägel mit den Dornen; Den Speer, den Durst, den Gallewein Wie muß dein Herz sie fühlen! Wie müssen sie dir Mark und Bein Mit Grausamkeit durchwühlen! 5. Inzwischen trägst du diese Noth Standhaft und ungebeuget. Rein Martyrer hat je im Tod So starten Muth gezeiget. Fürwahr ein Wunder, daß du nicht, Dein mattgequältes Leben In deines Sohnes Angesicht Vor Schmerzen aufgegeben. - 237 238 Dritter Theil.ju 6. Der heiligsten Dreifaltigkeit Sei Ehr' und Lob erwiesen; Die unzertheilte Wesenheit! Sei hoch von uns gepriesen. Sie wolle solche Stärk' und Muthanthite and Zum Leiden uns verleihen, Daß wir, wie hier Maria thut, Dem Kreuz uns christlich weihen. 5. Summae Deus clementiae etc. P Mel. Lied 24: D Gott! da es auf Erden 2c. 151. Gott der höchsten Gütigkeit Gib, daß ich recht bedenkesating No Der Jungfrau fiebenfachen Schmerz; Hilf, daß ich mit Ergebenheit 13 In Jesu Wunden senke Mein reu- und mitleidvolles Herz. 2. Laß mich zum Heil den rechten Pfad and to Durch deine Mutter finden; Sieh ihre Zähren huldreich an, Denn diese sind ein Heilungsbad, In dem von allen Sünden Die Welt sich waschen kann. 3. dari siblat Da ich, o Herr! mit Bitterfeit Betrachte deine Wunden: Sei es für mich ein Freudenpfand. Und deiner Mutter Herzenleid, Das sie beim Kreuz empfunden, Erhebe mich zum Vaterland. 4. Herr Jesus! dir sei Herrlichkeit Von aller Menschen Zungen, Der du für uns gestorben bist! Dem Vater sei auch Lob geweiht! Es sei auch Preis gesungen Dem Geist, der unser Tröster ist! MES $ 3 75300-115 Auf das Fest Maria Verkündigung. 1. O IN CA 152.8the ppl CHE Adams Kinder, stillt das Klagen! Hemmt die Seufzer, weinet nicht! Freudig ist vor allen Tagen Tief gefallen sind wir alle Durch des Adams Missethat. Uns zu helfen von dem Falle, Seht was Gott beschlossen hat. 3. 239 HE SIDER Der, der uns das Heil verspricht. sis do mus 2. Sie gehorsamt; auf der Stelle Wird in ihr durch Gottes Macht, Gleich als aus der reinsten Quelle, Reines Fleisch hervorgebracht. 6. Daß uns Gott erlösen wolle, Wird der Jungfrau heute kund; un chia us Daß fie Gott gebären solle, Hört sie aus des Engels Mund. 4. Jungfrau! sieh, vor allen Frauen Fällt auf dich allein das Loos. Gottes Sohn als Mensch will bauen Seinen Siß auf deinem Schoos. 5. Der von Ewigkeit gezeuget, Gottes Sohn, trägt in der Zeit, Da er von dem Throne steiget, Dieses Kleid der Sterblichkeit. stoli 17 and 18 bi live magnit WORR nie ander tel nzil 30%! 16:30 Dritter Theil. 7. Dieses Fleisch wird er einst geben, Als ein Opfer für die Welt; Und sein Blut, damit wir leben, Gibt er hin zum Lösegeld. 8. 240 Ferne von dem Vaterlande Hatte sich mein Fuß verirrt; Der sogar den Weg nicht kannte, Der zur wahren Freude führt. 9. Jesus, der herabgekommen, Nimmt sich meines Elends an; Er ist selbst der Weg der Frommen, Dem ich sicher folgen kann. 10. D du Wahrheit! die verstecket In des Fleisches Schleier ist, Meinem Geist sei aufgedecket; Leuchte mir, Herr Jesus Christ! 11. Du, die du dich nur willst nennen Gott ergeb'ne Dienerin; Die wir doch mit Recht erkennen Für die Himmels Königin! 12. Mutter! trag vor Gottes Throne Unsere Mühseligkeit; Bitt für uns bei deinem Sohne Durch die ganze Pilgerzeit. 455mtadio 2. Haec illa solemnis dies etc. Mel. Lied 8: Eins mit dem Vater und dem Sohn 2c. 153. Dies ist der Tag der Fei'rlichkeit, Der Tag, der zu bestimmter Beit Die Erd' erfreut nach dunkler Nacht, So wie die Sonn' am Himmel lacht. Auf Maria Heimsuchung. 2. Nach eines Menschen Missethat, Die alle tief gestürzet hat, Will aus den Höhen sich uns nah'n- Gott, der allein uns retten kann. 3. Des ew'gen Vaters ew'ger Sohn Verläßt des Himmels Gloriethron, Und wird ein Mensch, der in der Zeit Den Schoos der Jungfrau nicht gescheut. 4. Zum Söhnungsopfer war bestimmt Sein Fleisch, das er für uns annimmt; Sein Blut wird tilgen, voll der Huld, Der armen Evenkinder Schuld. 5. Der Herr, der Erd' und Himmel füllt, hat sich in unser Fleisch gehüllt; Er nimmt an unsern Gliedern Theil, Weil er will werden unser Heil. 6. Lob sei dem Sohn, dem es gefällt, Mit Gott zu föhnen diese Welt! Dem Vater und dem Geist zugleich Sei Preis und Dank im Himmelreich. Auf das Fest Maria Heimsuchung. 1. Quo sanctus ardor te rapit etc. Mel. Lied 86: Erschalle hoher Lobgesang! 2c. 154.2 o reißt dich heut dein Eifer hin, Du Blüthe der Jungfrauen? Wer zieht dich aus den Auen? Was führst du, Jungfrau, in dem Sinn? Barum besteigt in solcher Eil' Dein Fuß die rauhen Höhen? Der Berg, den du willst gehen, 3ft deiner Liebe nicht zu steil. 16 241 242 Dritter Theil. 2. Dich treibet Gottes heil'ger Geist; Erfüllt bist du mit Gnade, Die dich auf diesem Pfade Aus lauter Liebe wandern heißt. Zwar Gottes Mutter bist du nun: Doch dieses kann nicht hindern, Noch deinen Eifer mindern, Der Menschenliebe g'nug zu thun. 3. Du eilest zu Elisabeth, Zu deiner theuren Base: Weil nach der Liebe Maße Ihr Schicksal dir zu Herzen geht. Du wünschest ihr zum Kinde Glück, Das fie, gleich den Fruchtbaren, In ihren hohen Jahren Empfing durch göttliches Geschick. 4. Wer ist, der eure Freud' ermißt? Du staunst, daß die Betagte, Wie dir der Engel sagte, Mit einer Frucht gesegnet ist. Sie staunet, rühmt und preiset dich, Weil Gott, in's Fleisch gehüllet, Dich, Jungfrau! ganz erfüllet. Wie ehrt sie dich! wie freut sie sich. 5. Als unter einer Wolke lag In deinem Schoos die Sonne, Die zu des Menschen Wonne Mitbringt den hellen Gnadentag: Die Sonne der Gerechtigkeit, Die, wundervoller Weise, Am ganzen Erdenkreise Den Glanz des Gnadenlichtes streut. 6. Von nun an und zu jeder Zeit Sei dir, dem Gottes Sohne, Der du vom Himmelsthrone Als Heiland steigeft, Dank geweiht! Auf Maria Heimsuchung. Dir, Vater, sammt dem heil'gen Geist, Sei stets von unsern Zungen Lob, Ehr und Preis gesungen, Wie droben dich der Seraph preist! 2. Caeteri nunquam nisi vagiendo etc. Mel. Lied 119: Heut müsse Freud' 2c. ie insgemein 155. mit Weinen in dies Leben ein, Das Aechzen ist ihr erster Laut. Johannes hüpft vor seinem Lauf, Im Mutterleib vor Freuden auf, Eh' er das Tageslicht noch schaut. 2. Des ew'gen Vaters, ew'ger Sohn Hat in der Mutter Schoos ihn schon. Sich zum Propheten eingeweiht. Daher weissagen in dem Geist Das, was die Zukunft erst erweist, Die beiden Mütter hocherfreut. 3. Hier kennt der beiden Mütter Werth? Wer ist, der hoch genug verehrt Der beiden Mütter Leibesfrucht? Wer ruht Gott als ein Sterblicher; Dort jener, welchen Gott der Herr Sich zum Propheten ausgesucht. 4. Erbitt' uns hier im finstern Thal, D Jungfrau! einen Gnadenstrahl Vom Heiland, den du uns gebracht: Der heute, noch im Mutterschoos, Johannes in der Gnade groß Vor allen Menschenkindern macht. 5. Es führe gnädig uns die Bahn Auf der du, Jungfrau! gingst voran, 16* 243 244 Dritter Theil. Als Gott zur Mutter dich ernannt; Da hast du dich von Hochmuth fern, Als eine Dienerin des Herrn, Von tiefer Demuth voll, erkannt. 6. Lob sei dem Vater und dem Sohn! Dem heil'gen Geist auf gleichem Thron Sei höchster Dank und Preis und Ruhm! Die heiligste Dreifaltigkeit Sei hoch gelobt zu jeder Zeit In ihres Himmels Heiligthum. 3. Mel. Lied 60: Nicht weiter sollst du dich erstrecken 2c. Paria, groß 156.Maving eilend fort von Nazareth: Sie kam mit ihres Schooßes Bürde Zur ihrer Bas' Elisabeth. Das Kind ist in mir aufgesprungen, Sprach diese: da dein Gruß erklang. Maria hat hierauf gesungen, Voll Demuth diesen Lobgesang. 2. Magnificat anima mea Dominum etc. Verherrliche du, meine Seele! Und lobe deinen Gott und Herrn: Sing ihm aus freudenvoller Kehle, Frohlock' in ihm und preif' ihn gern! Es müff' aus jauchzendem Gemüthe Sich freuen in dem Herrn mein Geist, Der seinem Volk so große Güte Durch das gesandte Heil erweis't. 3. Der Herr sah von des Himmels Höhen Herab auf meine Niedrigkeit, Auf mich, die ich mich angesehen Als eine Magd zu jeder Zeit. Drum preist mich selig hier auf Erden Der Säugling aufgeschloff'ner Mund. Mich preisen, die noch sollen werden, Und machen es den Enkeln fund.. Auf Maria Himmelfahrt. 4. Denn der Allmächtige, der Große, Der, dessen Name heilig ist, Hat große Ding' in meinem Schooße Gewirkt, die kein Verstand ermißt. Und von Geschlechte zu Geschlechte Erweiset er Barmherzigkeit Denjenigen, die seine Rechte Verehren mit Ergebenheit. 5. Der Allmacht Werke seht erneuet, Die seinen Händen eigen sind. Der Herzen Stolz hat er zerstreuet, Wie Spreu, zerstoben von dem Wind.. Der Fürsten Stuhl hat er zerbrochen, Und ihre Macht wie Staub verweht; Und die im Staub voll Demuth krochen, Hat er unendlich hoch erhöht. 6. Die Hungrigen, die ihm vertrauten, Hat er mit Ueberfluß beschenkt; Die Reichen, die auf Schäße bauten, Hat er in Dürftigkeit versenkt. An Israel, dem treuen Knechte, Läßt er nun seine Gnade sehn; Und was dem Abrahams Geschlechte Verheißen war, ist nun geschehn. Auf das Fest Maria Himmelfahrt. 1. Mel. Lied 1: Heut hat des Schöpfers Wundermacht zc. 157.hmückt euch mit eurem Feierkleid, Verkündet Jhr, die ihr vor dem Höchsten steht, Und jeden seiner Winke seht. 2. Die Arche Gottes, unsers Herrn, Erhebt sich über jeden Stern; heut geht sie ein zur Himmels Rub: Frohlockt, und wünscht ihr Glück dazu! 245 246 Dritter Theil. 3. Seitdem der Herr vom Himmel kam, Und von Maria Fleisch annahm. Ist keines, wie Marien's Fleisch, So rein, so heilig und so keusch. 4. Da sie aus diesem Elend geht Und Chriftus fie zu sich erhöht; Besteiget sie nach Gottes Sohn Den allerhöchsten Gloriethron. 5. Die dich, o Jesus! hier gebar, Und deren Milch dein Labsal war, Die spricht nun selig unser Mund; Wir preisen sie von Herzensgrund. 6. Ja, wir erkennen, Jesus Christ! Daß fie deswegen selig ist, Weil sie geglaubet deinem Wort, Und stets gewählt den letzten Ort. 7. D Frau! du bist gebenedeit Vor allen Weibern.- Ja, sehr weit Gehst du den Himmelsbürgern vor, Und selbst dem höchsten Engelchor. 8. Zum nächsten stehst du, Jungfrau! nun Bei Gottes reichem Gnadenbrunn. Schöpf da für uns in dieser Zeit, Das Wasser der Barmherzigkeit. 9. - Es steigen unsre Wünsch' empor Durch dich, o Frau! zu Gottes Ohr,- Der dich als seine Mutter ehrt, Und jede Bitte dir gewährt. Auf Maria Himmelfahrt. 2. O vos aetherei plaudite cives etc. Mel. Lied 187: Wir werfen uns im Staube nieder, zc. 158. Gingt heute lauten Siegsgefang! Seht, wie Maria triumpbiret; Hüpf auf, o Erd', im Freudenklang! Getragen von des Seraphs Flügeln, Erschwingt sie sich zu ihrem Sohn! Er führt sie zu den ew'gen Hügeln, Und setzt sie auf den Gloriethron. 2. O Frau! mit welchen Herrlichkeiten Bist du gekrönt von deinem Sohn! D, welche Schäße, welche Freuden Empfängst du dort zu deinem Lohn! Du hast das Wort allhier gekleidet Mit Fleisch, mit sterblichem Gewand, Ein Gloriekleid hat dir bereitet Das Wort im ew'gen Vaterland. 3. Der hier in unsers Fleisches Hülle So lange Zeit verborgen war, Umgibt dich mit der Gottheit Fülle Und zeigt sich dir dort hell und klar. Den du hier auf so keusche Weise, Genährt mit Milch aus deiner Brust, Der gibt dir dort sich selbst zur Speise, Zur unaussprechlich süßen Lust. 4. Wie groß, o Jungfrau! und erhaben Ist deine dir ertheilte Macht! Wie viel der Gnaden und der Gaben Hast du uns schon herab gebracht. Von allen, die im Himmel wohnen, Ruft dir, o Mutter! jeder zu: Hoch über alle sollst du thronen. Wer ist von Gott geehrt, wie du? 247 Dritter Theil. 5. Die du dem Throne deines Sohnes Am nächsten bist, o Königin! Wir fleh'n zur Höhe deines Thrones Und bringen unsre Seufzer hin. Hör' du sie, denn du kannst ja lenken, O Mutter! dein geliebtes Kind. Fleh' ihm: es wird uns Gnade schenken, Uns, die wir deine Kinder sind. 248 6. Laßt uns den Vater hoch erheben, Lob sei ihm, Preis und Herrlichkeit, Der seinem ew'gen Sohn gegeben Hier eine Mutter in der Zeit! Dem Gottes Sohn sei Ehr' erwiesen, Der Fleisch von dieser Jungfrau nahm! Der heil'ge Geist sei hoch gepriesen, Der, sie zu überschatten, kam! Auf das Fest Maria Geburt. 159.Last Mel. Lied 1: Heut hat des Schöpfers Wundermacht zc. Last Christen uns befingen heut Den Anfang unsrer Fröhlichkeit! Den Tag, der uns das Heil verspricht! Wer freut sich und frohlocket nicht? 2. Der Tag, der uns die Jungfrau bringt, Der ist's, von dem die Freud' entspringt: Denn er verheißt uns Gott zugleich, Der kommen wird vom Himmelreich. 3. Die Gott zur Mutter sich erwählt, Die ist's, die er wohl würdig hält, Daß ihr Geburtstag, sündenfrei, Mit Gnaden überschüttet sei. 4. Die Weisheit bauet sich ein Haus, Und schmücket es vollkommen aus, In dieses schließet sie sich ein, Sie geht daraus, bei uns zu sein. Auf Maria Opferung. 5. D, dies Gefäß der Herrlichkeit, Das Gott dem Herrn selbst eingeweiht, Wie köstlich ist es ausgeschmückt! Selbst Engel schauen es entzückt. 6. Wie viel der Wunderwerke sind Versteckt in diesem Wunderkind; Bald breitet sich das Wölklein aus, Und großer Segen quillt daraus. 7. Du, Tochter, bist gebenedeit, Du Wunder aller Heiligkeit! Voll bist du von der Gnadenzier, Und keine Makel ist an dir. 8. Durch deine Fürsprach bei dem Herrn, Leit' uns, o Jungfrau! wie ein Stern, Zum Himmelreich, wo du schon wohnst Und über alle Engel thronst. 9. Wir haben deine Straf' verdient, D Jesus! weil wir Sünder sind; Durch deine Mutter mach' auf's neu, Uns von der Sünde Folgen frei. 10. D Gott und Heiland dieser Welt, Dem es mit uns zu sein gefällt! Weih uns, zuerst von Sünden rein, Und dann für dich zu Tempeln ein. Auf das Fest Maria Opferung. Mel. Lied 119: Heut müsse Freud' und Jubelschall 2c. 160.0 u, Zions Tempel, öffne dich! Der Opferpriester schmücke sich! Ein Opfer tritt schon wirklich nah. Ein Opfer, dem die ganze Welt Noch nie ein gleiches dargestellt; Desgleichen nie der Himmel sah. 249 250 Dritter Theil. 2. Kein Engel ist, der es ermißt, Wie unbefleckt dies Opfer ift; Wie Gott gefällig und wie rein. Dreijährig zwar, doch voll Verstand, Tritt es, geführt von Gottes Hand, Voll Unschuld in den Tempel ein. 3. Maria, die von David stammt, Und ganz von Liebe Gottes flammt, Gelobet ihm die Jungfrauschaft. Sie will Gott ibrem Herrn allein Mit Leib und Seele eigen sein. Dies thut der Liebe Wunderkraft. 4. Die Sünde hat sie nie befleckt; Der Drach, von Gott zurück geschreckt, Ließ diese Jungfrau unberührt. Gott hat von Anbeginn sie mehr Als seiner Engel reines Heer, Mit hohen Gnaden ausgeziert. 5. Sie ist zur Weltbeherrscherin, Sur großen Himmelskönigin, Zur Mutter Gottes selbst ernannt. Sie wird den Kopf der Schlange bald Zertreten, ihr ist die Gewalt Vom Gott der Geister zuerkannt. 6. Dank sei dem Vater, Ehr' und Lob, Der dich, o Jungfrau, hoch erhob Zur Mutter für den ew'gen Sohn! Dem Sohn, der Fleisch von dir annahm, Dem Geist, der dich zu segnen kam, Sel Ehr' und Preis im Engelton! AR Schluß- Antiphonen. Von Advent bis Maria Lichtmeß. Alma Redemptoris Mater etc. 161. p O du, des Heils Gebärerin, Du offne Himmelspforte! Erleucht' o Meerstern unsern Sinn An diesem ========düstern Orte. Hilf deinem Volke wieder auf, Das aufs Zum letzten Biele störet. 2. Selbst deinen Gott gebarest du, Den Schöpfer aller Wesen. Erstaunt sah die Natur dir zu: Hierzu warst du erlesen. M 251 zusteh'n begehret. Wend' ab von uns, was unsern Lauf O Jungfreu! die der Engel dort, Gesandt vom Himmel, grüßte; O führ' vor Gottes Thron das Wort Für uns in dieser Wüste. Von Maria Lichtmeß bis Gründonnerstag. Ave, Regina coelorum etc. 162.JPP ploppip JEPA Gegrüßet seist du Königin! Nimm unsre N ***** PPPPPPPPoop bel en Wünsche hin, Dich findlich zu verehren. Der 252 Dritter Theil. Herr des Himmels und der Welt Hat dich zur Königin PEPPER plote bestellt von allen Engelchören. 2. Du Wurzel Jesse, sei gegrüßt, Aus der die Blume Jesus Christ 3u blühen angefangen! OPforte! durch dich ist das Licht, Das uns den ew'gen Tag verspricht, Zu uns hervorgegangen. 3. Gegrüßet seist du ohne Zahl! Freu' dich dort in dem Himmelssaal, Du Lieblichfte vor allen! O Jungfrau! tritt hin zu dem Thron; Um Gnade bitt' bei deinem Sohn Für uns, die wir hier wallen. Von Ostern bis zum Feste der hl. Dreifaltigkeit. Regina, coeli, laetare! Alleluja! etc. 163. Appl Alleluja! PIPI * Freu' dich, o Himmels Königin! Epledd plold Denn der, den du getragen, Edolold dipso dreien Tagen,* Alleluja! dips ip Alleluja! Der ist nach * FELPE ple Von Grab und TodesbanEMPI PER plod* Alles den,* Alleluja!* Nach seinem Wort erstanden, * Tuja!* Bitt' Gott für uns, o Königin! Alleluje Antiphon auf Maria 2c. Vom Feste der hl. Dreifaltigkeit bis Advent. Salve, Regina, mater etc. 164.=' 6 TUM|-plo Wir grüßen dich, o Königin, Aus findlichem 253 Gemüthe: Du unsre süße Trösterin, Du Mutter voll der Güte! Am Gaumen müsse kleben Die Zunge, welche del p die nicht grüßt, Dich, die du unser Leben, Und nach Gott, unsre Hoffnung bist. 2. Zu dir, o Mutter! rufen wir Aus diesem finstern Lande; Wir Evenskinder schrei'n zu dir In unserm Elendsstande. Zu dir ächzt unsre Kehle Bei ungehemmtem Zährenlauf; Zu dir seufzt unsre Seele, Und jammert hoch zu dir hinauf. 3. Wohlan denn, schau von deinem Thron, O Frau! auf uns Elende, Und zeig' uns Jesum, deinen Sohn, An unfres Lebens Ende. Sieh, Gütige! fieh, Milde! Sieh, süße Jungfrau! unsre Noth; Sei uns zum starken Schilde, Maria! jegt und in dem Tod. FITH 254 Vierter Theil. Auf die jährlichen Gedächtnißtage der Heiligen Gottes. Auf den hl. Erzmartyrer Stephanus. Mel. Lied 89: Mit heil'gem Zittern nähert sich zc. iebt eure 165.& hut Gutes denen, die euch haffen;" Ihr sollt für sie, den Freunden gleich, Bu beten niemals unterlassen. So lautet unsers Herrn Gebot, Der jenen, die es übertreten, Aus Liebe nicht für Feinde beten, Die strengste Rach' und Strafe droht. 2. Der heil'ge Stephanus gibt heut Ein Beispiel von der Feindesliebe. Sieb, wie er das, was Gott gebeut, Mit lieberfülltem Herzen übe. Obgleich die Juden wider ihn, Mit Zähne knirschend, zornig röcheln, Hört doch sein Herz nicht auf zu lächeln: Von Liebe glüht es immerhin. 3. Wenn er Verstockung, Haß und Neid An ihnen straft mit scharfen Worten, Und schilt auf die Verwegenheit, Den Welterlöser zu ermorden; So ist es Liebe, welche spricht, Nur eingehüllt in bittre Schalen, Er wünscht, es möge sie bestrahlen Das seligmachend Glaubenslicht. 4. Allein die Juden bleiben blind: Sie fluchen ihn und seinen Reden; Sie schleppen ihn hinaus geschwind, Als einen Lästrer ihn zu tödten. -1 2 Auf den Hl. Stephanus. Doch Stephanus versäumet nicht, Für sie aus Liebe Gott zu stehen. Nicht Zorn, nicht Haß läßt er sie sehen: Vor Liebe lacht sein Angesicht. 5. Nach Mörderthat zerschmettern sie Sein Haupt und seinen Leib mit Steinen; Er senket sich auf seine Knie, Und betet unter diesen Beinen: Halt ihnen, spricht er, dies zu gut; Vergib, Herr! ihnen ihre Sünden. Ach, laß sie Gnade bei dir finden!" So schrei't sein häufig strömend Blut. 6. Gott hört des Martyrers Gebet, Das er zu ihrem Heil verrichtet. Gott gibt ihm jenes, was er fleht, Von eigner Treu hierzu verpflichtet. Denn Saul, der blinde Wütherich, Der seiner Mörder Kleider hütet, Und so durch ihre Hände wüthet, Wird Paulus, und bekehret sich. 7. Sein rauchend Blut fließt um ihn her, Er liegt zu Boden hingestrecket. Mit Todesblässe wird nunmehr Sein englisch Antlig überdecket. Er ruft: Nimm auf, Herr! meinen Geist, Den ich für deine Liebe gebe. Gib, daß er bei dir ewig lebe, Wie selbst dein Wort es uns verheißt." 8. Nun schließet sich sein Auge zu; Er ist in sanften Schlaf versenket. Nun ist sein Leib in süßer Ruh, Den man bisher so hart gekränket. Sein Geist schwingt sich zu Gottes Thron, Und schwimmt in himmlisch- süßen Freuden. Dort gibt ihm Gott für seine Leiden Den unaussprechlich großen Lohn. 255 OBL Vierter Theil. 9. Einst war es, o Levit! dein Amt, Den Tisch der Armen zu bedienen: Du sorgtest für sie insgesammt; Was nöthig war, das gabst du ihnen. Nun fißest du im Himmelssaal, Wo( keine Zunge kann es sprechen) Du trinkest aus den Wollustbächen, Beim göttlich süßen Abendmahl. 10. 256 Dir hat der Pharisäer Wuth Ein festliches Gewand bereitet. Du bist durch dein vergossnes Blut In sanftes Purpurroth gekleidet. Drum hat das göttlich Lamm auch dich Zu seiner Hochzeit eingeführet, Das dich mit einer Krone zieret. Dem Lamme folgst du ewiglich. 11. Wie weit kann es der Mensch durch dich, D Gott! hier in der Tugend bringen! Wie hoch kann er sich über sich, Wenn deine Gnad' ihn trägt, erschwingen! Gib, Herr! daß wir mit Zärtlichkeit Die Liebe zu den Feinden üben, Und sie nach dessen Beispiel lieben, Dem dies Triumphlied ist geweiht. Auf den Hl. Apostel und Evangelisten Johannes. 166.pptrap di Den Lieblingsjünger singen wir, Den po dolp Jesus zärtlich liebte: Weil seiner reinen Seele Bier Nie eine Matel trübte Johannes hielt durch Gottes Auf den Hl. Evangelisten Johannes. 82 Kraft Die engelreine Jungfrauschaft Durch seinen ganzen Lebenslauf. 2. Johannes! welche süße Lust, Welch' himmlisches Vergnügen Genoffest du an Jesu Brust, An der du durfteft liegen! Aus diesem Quell trankst du den Saft Der göttlich boben Wissenschaft, Die du uns Christen mitgetheilt. 3. Man sah zu jeder Zeit dein Herz Von Jesu Liebe brennen; Dich konnte keine Furcht, kein Schmerz Von dieser Liebe trennen. Auf Thabor haf du Freudigkeit, Auf Golgatha das schwerste Leid Mit Jesus, deinem Herrn, getheilt. 4. Du standst bei Jesu Kreuzespfahl In mitleidsvoller Trauer; Dein Herz durchftrömte Schmerz und Qual, Und banger Todesschauer. Vom Leibe riß dein Herz sich los, Und hing am Kreuz in Jesu Schoos, So lang der Herr am Kreuze hing. 5. Du hörst am Kreuze sprechen ihn: Bald endet sich mein Leben; Nimm du jeßt meine Mutter hin, Dir sei sie übergeben. Weil selbst du eine Jungfrau bist, Wird die, die eine Jungfrau ist, Dir zur Beschüßung anvertraut. 257 17 258 Vierter Theil. 6. Für dich, Johannes, Jesu Knecht! D, welche Freuden- Quelle! Du trittst mit füßem Kindesrecht An Jefu Chrifti Stelle. Für ihren Sohn erkennet dich, Als eine Mutter zeiget fich Die große Himmelskönigin. D, daß ich Jesu Lieb' in mir, Wie du, Johannes, spürte! D, daß die Liebe mich gleich dir, Auf Jesu Wege führte! Vom Gott der Lieb' erflebe mir, Daß ich ihn liebe für und für, Wie ihn dein Herz geliebet hat. 8 Dir Vater, und dir Sohn, sei Vant, Und Ehr' und Preis erwiesen! Sei du mit gleichem Lobgefang, D heil'ger Geist gepriesen. Der heiligsten Dreifaltigkeit, In unzeribeilter Wesenheit, Sei Lob und Ruhm zu jeder Zeit. Auf den hl. Bischof und Martyrer Valentinus. 167. Kommt Christen! finget Gott zum Ruhm; 0 Weil Gott der Ruhm gebühret. Gr ist es, der fein Chri stenthum Mit tapfern Helden zieret. Er gab dem heil'gen Valentin So reiche Gnad' und starken Sinn, Daß et, Auf den hl. Balentinus. Tip pld zum Martyrted bereit, Die schwersten Peinen nicht gescheut: Wofür Gott Nühm gebühret. 2. Der fromme Bischof strebte sehr, Gott Seelen zuzuführen; Durch Lehr' und Beispiel mehr und mehr Der Heiden Herz zu rühren. Er that viel Wunder und erwies, Daß selbst der Herr ibn reden hieß. Sein heil'ger Eifer war so groß, Daß ihn kein Schritt, kein Tritt verdroß, Gott Seelen zuzuführen. 3. In Kraton's Haus begibt er sich, In Absicht auf die Seelen. Sieh', wie er einem Weisen glich, Hierzu den Weg zu wählen. Er spricht zu Kraton: Wirst du heut Das thun, was Jesus dir gebeut, So wird nach deinem Wunsch geschwind Am Leib gesund gemacht dein Kind. So heilt er auch die Seelen. 4. Mit seinem Haus sagt Kraton auf Dem Irrthum und den Gößen; Er richtet seinen Lebenslauf Nach christlichen Gesetzen. Sein Sohn, der nun vor Valentin In grader Leibsgestalt erschien, Fing an zn preisen Jefum Christ, Der aller Menschen Heiland ist; Und stieß von sich die Gößen. 5. Man zieht den Bischof vor Gericht, Da soll er Strafe leiden; Weil sich durch ihn des Glaubens Licht Begann weit auszubreiten. 102 259 17* 260 Vierter Theil. Der unerschrockne Glaubeusheld Wird zwar auf harte Prob' gestellt; Doch weicht er nicht von Gottes Wort; Denn Jesus Christus ist sein Hort, Er ist bereit, zu leiden. 6. Er wird entblößt, gleich einem Knecht, Man schlägt auf ihn mit Ruthen; Er wird durch Geißel abgeschwächt, Man sieht ihn häufig bluten. Die Schläge dringen bis zum Mark, Sein Geist steht unbeweglich stark. Aus Liebe leidet er für Gott, Von Schergen trägt er Schmach und Spott, Und freuet sich der Ruthen. 7. Man schließt ihn in den Kerker ein, Und läßt ihn Fesseln tragen; So häufet man ihm Bein auf Bein, Die schwerste Plag' auf Plagen. Doch sintet nicht sein edler Muth: Er ist bereit bis auf das Blut Das Wort des Heilands dieser Welt Zu lehren. Er will als ein Held Die schwerste Marter tragen. 8. Das Todesurtheil ist gefällt, Er tritt aus seinem Kerter. Der Glaube Jesu, den er hält, Wird immer in ihm stärker. Das Schwert, so vor ihm wirklich blinkt, Und ihm zum schnellsten Tode winkt, Schaut er mit unverwandtem Blick; Weil es ihn führt zum größten Glück, Zu Gott aus diesem Kerker. 9. Der Scherg' führt mit dem Schwert den Streich; Man sieht ihn schon erblaffen. Sein Haupt soll in dem Himmelreich Die Martyrkron' umfassen. Mit welcher Wonn' und Herrlichkeit Ist seine Sele dort erfreut! Auf den hl. Joseph. Wie selig ift es, ohne Schuld, Aus Liebe Gottes, in der Huld Des Heilands hier erblassen! 10. Laßt uns frohlocken inniglich, Und Gott zum Lobe fingen! Und ihm für Valentinus Sieg Ein Dankesopfer bringen! Wie glücklich haft du, Gottes Freund, Im Kampf besieget deinen Feind! Nach überstandner Todespein Geh' im Triumph zum Himmel ein, Gott ewig Preis zu singen. 11. Von deinem Leib verehren wir Hier einen Theil mit Freuden; Dadurch soll Gottes Ehre hier Sich immer mehr verbreiten. Derselbe wird einst aufersteh'n; Man wird ihn in der Glorie seh'n! Zwar ist er jetzt noch nicht verklärt, Doch ist er aller Ehren werth. Wir ehren ihn mit Freuden. 261 12. Du warst geneigt, hier in der Zeit Den Nächsten zu erhören. Mehr kann uns in der Ewigkeit Dein Fürwort jest gewähren. Trag' denn die Bitt' o Valentin! Zu Gottes Gnaden Throne hin. Beschüß uns vor dem ew'gen Tod, Wie auch vor aller Leibesnoth. Der Herr wird dich erhören. Auf den hl. Joseph, den Nährvater Jesu Christi. 1. Te, Joseph, celebrent etc. Mel. Lied 118: Sing, meine Zunge, feierlich 2c. 168.8 s müsse, Joseph! heut dein Ruhm Durch alle Himmel schallen, Und in dem ganzen Christenthum Auf Erden widerhallen! ie 268 Vierter Theil. Denn zu Mariens Bräutigam Hat Gott dich auserwählet, Und dich der Braut aus Davids Stamm, Durch keuschen Bund vermählet. 2. Die Jungfrauschaft, die dir bewußt, Siehst du gesegnet gehen. Ein Zweifel ängstigt deine Bruſt, Wie dieses doch geschehen. Du staunft, ein Engel lehret dich, Wie dietes Kind entsprossen. Der heil'ge Geift, spricht er, hat sich In ihren Schoos ergossen. 3. Wie sanft umarmst du deinen Herrn, Das Kindlein, den Geliebten! Von des Herodes Zorne fern, Trägst du es in Aegypten. Du findest das verlorne Kind In Salems beil'gen Hallen: Dein Schmerz, der aus der Liebe rinnt, Läßt Freudenthränen fallen. 4. Den Andern wird erst nach dem Tod Des Himmels Glanz enthüllet; Die werden nach der Sterbensnoth Mit Herrlichkeit erfüllet; Dir ist vergönnt, schon in der Zeit Den Gottessohn zu sehen, Und mit des Kindes Göttlichkeit Vertraulich umzugehen. 5. D heiligste Dreifaltigkeit, Verzeih uns armen Sündern! Gib uns den Lohn nach diesem Streit, Gleich frommen Ueberwindern. Gib uns durch Josephs Herrlichkeit Daß wir zu dir uns schwingen; Um dort, für deinen Dienst geweiht Dir ewig Lob zu singen. 3.801 Auf den hl. Joseph. 2. Coelitum Joseph decus etc. Mel. Lied 97: Gott des mels und der Erde 2c. 169. Joseph! Zier der Himmelsbürger,* wahrer Ruhm der Christenwelt! 268 Unser Vorbild in dem Leben, Den wir heut mit Lob erheben! Würdig müff' es heut erschallen! Und du läff'st es dir gefallen: Wenn es uns zu thun ermuntert,* was dem Höchsten wohlgefällt. 2. Zum Gemahl der keuschen Jungfrau hat der Herr dich auserwählt. Jesu Vater hier auf Erden Solltest du genennet werden. Gott, der hier im Fleisch erschienen, Solltest du zum Werke dienen, Das der Menschen Heil gegründet, und mit Tugendfraft beseelt. 3. D, wie süß ist deine Freude!* Süßer als man denken kann; Da dein Aug' im Stall erblicket Jenen, den der Vater schicket; Und den längstens die Provheten In dem Geist weissagend flebten. O, wie tief im Staub gebücket, betest du dies Kindlein an! 4. Jesus, unser Herr und König,* unter dem der Himmel bebt! Dem die Seraphim sich beugen, Dem die Wind und Wellen schweigen; Deffen Wink die Erd' erschüttert, Unter dem die Hölle zittert- Jesus will als Mensch gehorchen* dir, wo er im Stillen lebt! 5. Dir, oGott in drei Personen, werde Ruhm und Dank geweiht. Daß nun dort vor deinem Throne Joseph trägt die Glorietcone. Auf sein Fleh'n wollst du uns geben Deine Gnad' und jenes Leben, Welches bei den Auserwählten währet durch die Ewigkeit. 264 Vierter Theil. 3. Iste, quem laeti colimus etc. 170. OF J Der, dessen edlen Sieg Wir feierlich beEa HE fingen; Der alles überstieg, Um sich zu Gott zu schwinE gen. Den wir mit Freudigkeit An diesem Tag verehren Er, Joseph, schwingt sich heut Hin zu den Engelchören. 2. O welches Glück für ihn! D welche Seligkeiten! Da seine Stund' erschien, In der er sollte scheiden: Stebt Jesus um ihn ber, Maria steht zur Seite. Welch' Labial foftet er! Denn hilfreich sind ihm Beide. 3. Ganz sanft schläft er nun ein, Die Todsangst ist verschwunden; Der frohe Sieg ist sein, Die Höll' ift überwunden. Er steiget zu dem Thron, Wo Gottes Antlig glänzet; Wo ihn der Gottessohn Mit Glorieglanz umkränzet. 4. Da er nun dort regiert, So laßt uns zu ihm slehen: Er wolle, zart gerührt, Auf uns zurücke sehen, Auf den hl. Benedictus. Und Nachlaß jeder Schuld Bei Gott für uns erwerben, Daß wir in Gottes Huld, Im Friedenstusse sterben. 5. Gott! der du deinen Knecht Dort unaussprechlich lobneft, Du gibst ihm auch das Recht, Zu fißen, wo du thronest. Gott in Dreifaltigkeit! 265 Sei für das Heil gepriesen, Das du der Cbriftenbeit Seit Joseph's Zeit erwiesen. Auf den hl. Abt und Beichtiger Benedictus. 1. Laudibus cives resonent canoris etc. 171. lppp pl Laßt, Christen! frohen Lobgefang, Durch PETE Of TAP PERIÊ alle Tempel schallen! Laßt süßen Dank- und Freudenklang E========== pdapt to Am Himmel wid erhallen! Denn Benedictus gehet heut PEECEMEN Ep====Aus seines Leibes Hülle Hin zu des Himmels Herrlichfeit, Zu aller Freuden Fülle. 2. Albier, wie sanft nmkränzen ihn Die Rosen zarter Jugend! Und dech, wo eilt er beimlich hin Aus Liebe strenger Tugend? 266 Vierter Theil. Er flieht mit seinem Vaterland Die Fallstrick seiner Seele; Er geht, geführt von Gottes Hand, In eine Felsenhöhle. 3. In Dornen wälzt er bis zum Blut Die zartgewohnten Glieder, Und schaffet, nach erstickter Glut Dem Geist die Ruhe wieder. Alsdann schrieb er den schönsten Plan, Die Tugend zu erwerben, Nach dem man sicher gehen kann, Das Himmelreich zu erben. 4. Er wirft Apollo's Tempel ein, Und was dazu gehörte; Verbrennet auch den Götterhain, Wo man die Venus ehrte. Er bauet zu des Täufers Ruhm Ein Haus auf die Ruinen, In dem das neue Christenthum Dem Heiland sollte dienen. 5. Nun singt er Gott vor seinem Thron Das Lob in Seraphs Saiten, Genießet seiner Arbeit Lohn Im Reich der Seligkeiten. Doch unterläßt er nicht, auf die Von oben ber zu schauen! Die seiner Lieb' und Huld allhie Sich findlich anvertrauen. 6. Dir, Gott dem Vater und dem Sohn, Sei Ehr' und Ruhm erwiesen! Gott heil'ger Geist auf Einem Thron, Sei hoch von uns gepriesen! Dir, heiligste Dreifaltigkeit, Sei Lob und Preis gesungen! Der tiefste Dank sei dir geweiht Von aller Menschen Zungen! Teles Lisn't Auf den Hl. Benedictus. 2. Quidquid antiqui cecinere vates etc. Mel. Lied 171: Laßt, Christen! frohen 2c. 172.2 as je durch der Propheten Mund Der Geist vorher verkündet; Was immer im geschrieb'nen Bund Merkwürdiges sich findet; Dies alles stellt uns prächtig vor Des Patriarchen Leben, Den Gott beschloß, so hoch empor Vor Andern zu erheben. 2. Wie groß war Moses Mildigkeit! Sein Muth, wie sehr erbaben! Wie hoch war Abraham erfreut Durch Jsat, seinen Knaben! Er, Jsat, überließ dem Schwert Des Vaters gern sein Leben, Und ward mit einer Braut beehrt, Die ihm der Herr gegeben. 3. Allein der Patriarch, den wir Heut feierlich befingen, Wußt' alle diese Tugendzier Durch Gott sich zu erringen. Ein Isak, Moses, Abraham War er in seinen Sitten, Der Theil an ihren Werken nahm, Und litt, was sie gelitten. 4. Gott, der durch seine Gnadenhand Uns aus des Meeres Wogen, Und von des Unterganges Rand An's feste Land gezogen:- Geleit uns stets durch sanften Wind Dorthin, wo Schrecken fliehen; Wo Friede, Ruh' und Freuden sind, Wo Lebenspalmen blühen. 5. Dir, Gott dem Vater 2c.( w. 171, 6.) 267 268 Vierter Theil. 3. Inter aeternas superum coronas etc. Mel. Lied 171: Laßt, Christen! frohen Lobgefang zc. nie schimmern dort um Gottes Thron, Der Auserwählten Kronen, 173.2 Mit denen sie der Gottessohn Auf ewig will belohnen! Doch strahlst du, Benedict! hervor In jener Himmelsferne, Und dein Verdienst hebt dich empor Weit über alle Sterne. 2. Schon reife Tugend zierte dich Ju deinen jungen Jahren, Dein Herz, das von der Wollust wich, Hat nie ibr Gift erfahren. Die ganze Welt schien dir verblüht, Verwelkt, verdorrt, verloren. Im Himmel wohnte dein Gemüth, Für ihn warst du geboren. 3. Du flobst darum dein Vaterland, Die zart geliebten Eltern. Du wähltest den einsamen Stand, Und wohntest in den Wäldern. Ster ließest du dein zartes Fleisch Die Kreuzigung empfinden, Und wolltest, fern vom Weltgeräusch, Mit Christus dich verbinden. 4. Doch, weil du in dem dunklen Wald Nicht lange solltest leben, So mußten deine Werke bald Dich zu erkennen geben. Gerübmet wird in aller Welt Dein Name und dein Orden, Von welchem, als von Gott bestellt, Die Kirch' erleuchtet worden. 5. Dir, Gott dem Vater 2c.( w. 171, 6.) Anf den hl. Priester und Martyrer Johannes von Nepomuk. Mel. Lied 85: Sing, meine Zunge, feierlich zc. 174. Jeſus, unfer Gott und Herr! Laß in dir Indem wir deinem Martyrer Heut Siegespalmen streuen. Johannes, dieser Glaubensheld, Der bis zum Tod gestritten, Eröffnet uns zum Lob das Feld Da er für dich gelitten. 2. Als kaum Johann geboren war, Ließ sich ein Wunder sehen. Man sah sein Haus ganz wunderbar In hellen Flammen stehen. Dies Licht weifsagte, daß sein Herz Vor Liebe würde brennen; Daß ihn selbst nicht des Todes Schmerz Von Jesu würde trennen. 3. Voll dieser Liebe war sein Herz Schon in den frühsten Tagen, Indem er allen Kinderscherz Sich pflegte zu versagen. Er weihete der Frömmigkeit All seine jungen Jahre; Ihm brachte nichts Zufriedenheit, Als Dienen am Altare. 269 4. Zum Priesterthume war Johann Nunmehr erhoben worden; Da fing schon seine Liebe an Zu flammen aller Orten. Er übernahm das Predigtamt Aus reinem Liebestriebe, Und durch sein Wort ward angeflammt Das Volk zur Gottes Liebe. 270 Vierter Theil. 5. Das Feuerwort des Heils gewann Ganz neue Kraft zu zünden; Mit Eifer wußte auch Johann Die Liebe zu verbinden. Denn selbst der König hörte gern Des Priesters heil'ge Lehren, Und ward bewogen, Gott den Herrn Zu fürchten und zu ehren. 6. Allein, da bald der König wich Von frommer Christen Pflichten, Befahl er: Du, Jobann, sollst dich Nach meinem Sinne richten! Sag mir, was pflegt die Königin Dir beichtend zu vertrauen? Es soll, gehorchst du nicht hierin, Dir vor der Strafe grauen. 7. Nun wird man zwar Johannes Herz Auf harte Probe stellen; Doch wird es auch bei allem Schmerz Noch mehr von Liebe schwellen. In finstern Kerker wirft man ihn, Der Hunger soll ihn plagen. Sein Schmerz vermehrt sich immerhin, Doch weiß er nichts von Zagen. 8. Im Manne Gottes, der den Lauf Des Lasters sucht zu hindern, Steigt seine Flamme heller auf, Anstatt sich zu vermindern. Zwar wird sein Körper hart gedrückt, Doch wird sein Geist ermuntert. 3um Himmel ist sein Herz entzückt, Daß alles Volk sich wundert. 9. D König! nie wird deine Wuth Mich schwach im Glauben finden. Ich werde nie( Gott gibt mir Muth) Der Beicht' Geheimniß künden. CON Auf den Hl. Johannes von Nepomuk. Ich bleibe meinem Jesus treu, Treu seinem heil'gen Willen; Willst du gleich deine Naserei Durch Mordthat an mir stillen. 10. Die Worte spricht Johannes aus, Und bleibt dabei gelassen. Darüver kann nun Wenzeslaus Vor Wuth sich nicht mehr fassen. Er spricht und treibt die Schergen an: Stürzt ihn! er sterb' im Flusse! Schon stürzt, schon schwimmt, schon stirbt Johann In Jesu Friedenskuffe. 11. Kaum stirbt er, und Gott schmücket ihn Mit einer Sternenfrone, Die über seinem Körper hin Hell strablet ihm zum Lobne. Man sieht im Wasser um und um Zertheilte Fackeln glänzen, Die feines Körpers Heiligthum Mit ihrem Licht bekränzen. 12. Der Leib wird in die Erde zwar Nach Christenbrauch begraben; Doch machet Gott bald offenbar, Wie sehr sein Werth erhaben. Denn seine Zunge bleibet roth, Auch nach dreihundert Jahren, Die nach dem heil'gen Martyrtod Bereits verstrichen waren. 13. So ehret Gott, Johannes! dich, Und zeigt durch Wunderwerke, Wie treu und wahrhaft väterlich Er dein Verdienst bemerke. Drum machen wir es uns zur Pflicht, Dich feierlich zu preisen, Und vor des Himmels Angesicht Dir Ehre zu erweisen. 271 279 Vierter Theil. 14. Wir ehren die Verschwiegenheit, Die deinen Mund gebunden, Durch welchen du die Seligkeit Im Himmelreich gefunden. Beschüß uns vor Verläumdungen, Die unsre Unschuld fränken, Und laß bei eignen Handlungen Auf fremde Ehr' uns denken. 15. Du hast, o Gott der Herrlichkeit! Den wir von Herzen loben, Johannes, der sich dir geweiht, Zur Herrlichkeit erhoben. Durch sein Verdienst gib uns ein Herz Das nie den Nächsten kränket, Das Mitleid fühlt bei seinem Schmerz, Und rühmlich von ihm denket. 16. Steh, Gott! uns in der Beichte bei, Daß zu des Priesters Füßen Wir voll der Demuth und der Reu, Stets jede Sünde büßen. Sodann von dir geführt, geschüßt, Wird unser Geist dort oben, Durch deine Gnade unterstüßt, Dereinst dich ewig loben. Auf den hl. Bischof und Martyrer Bonifazius. 175. TopId Wie heilig hast du, Gottesfreund, Hier E propte aled D nach dem Heil gestrebet! Wie selig bist du bort vereint Ejus de Jo Dit Gott, dem du gelebet! HO Nun schaust du Gottes Auf den hl. Bonifacius. Herrlichkeit In himmlischer Zufriedenheit. Für uns, die 3 * O wir noch ringen Nach unserm Heil im Jammerthal, Bitt Gott, dem wir hier singen, Dort in dem großen Himmels saal, heil'ger Bonifacius! 2. Du warst dir kaum noch selbst bewußt In deiner zarten Jugend; Doch wallte schon in deiner Brust Die Liebe zu der Tugend. Mit Adlerblick sahst du hinauf Zu Gott im ganzen Lebenslauf. 3. 1 Du hast in Rosen dieser Welt Die Schlange bald erblicket; Die manchen Menschen überfällt, Und durch ihr Gift ersticket. Du eiltest schon zum Klosterstand, Eh' du die falsche Welt gekannt. 4. - Für uns, 2c. Für uns, 2c. 273 Wie hart hast du dein Fleisch gedrückt Durch Abbruch bis zum Schmachten! Wie himmlisch war dein Geist entzückt Im Beten und Betrachten! Gereift warst du in kurzer Zeit Sur englischen Vollkommenheit. Für uns, 2c. 5. Zum Priester, da du warst geweiht, Das Opfer Gott zu bringen; Wie hoch fing an die Frömmigkeit Sich da empor zu schwingen! Gleich einem Seraph glühtest du, Die Liebesglut nahm immer zu.- Für uns, 2c. 18 274 Vierter Theil. 6. Die Liebe zu des Nächsten Heil, Von Gottes Lieb' entsprungen, Hat tief, gleich einem scharfen Pfeil, Dein zärtlich Herz durchdrungen. Es wünscht, daß alle im Verein Mit Jesus möchten selig sein. 7. Mit großem Muth gehst du zu Werk, Der Heid' soll Gott erkennen; Auf Friesland zielt dein Augenmerk, Der Fries soll Jesum nennen. Doch nein! denn noch kein Gnadenstrahl Erscheint den Heiden diesesmal. Für uns, 2c. 8. Für uns, 2c. Der Oberseelenhirt zu Nom Ertheilet dir den Segen; Nun strömt die Gnad' in sanftem Strom Dem Heidenthum entgegen. In Friesland auch stieg nun empor Die Himmelslehr' in vollem Flor. 9. Welch' Liebe wallt in deiner Brust Zu so entfernten Seelen! Wer machte dir die feur'ge Luft, Das deutsche Reich zu wählen? Wie recht, hält dich das deutsche Neich In Ehren, den Aposteln gleich. Für uns, 2c. 10. - - Es taumelten der Hölle zu Die Deutschen jener Zeiten. Wer hielte sie zurück, als du? Du kamst zum Heil der Heiden. Verdrängt hast du das Heidenthum, Gelehrt das Evangelium. Für uns, 2c. Für uns, 2c. 11. Es ward die Heerde Christi groß Im Glauben allenthalben; Der Oberhirt in Rom beschloß, Zum Bischof dich zu salben. Er falbte dich, da er dir gab mi Für's deutsche Reich den Hirtenstab.- Für uns, C. Auf den hl. Bonifacius. 12. Nun ließest du, o treuer Hirt! Ganz neuen Eifer spüren, Die Seelen, die sich noch verirrt, Auf rechten Weg zu führen. Du stärkteft auch durch Jesu Wort Die Neubekehrten immerfort.- Für uns, 2c. 13. Wie oft sab man dein Angesicht Von saurem Schweiß umflossen! Wie schwere Reisen nahmst du nicht Oft vor, ganz unverdrossen! Dir war aus Liebe zu dem Heil Kein Thal zu tief, kein Berg zu steil. Für uns, 2c. LO 14. Zur reichen Ernte wolltest du Noch mehr Arbeiter senden; Du wähltest jene nur hierzu, Die von der Welt sich wenden. Um zu erreichen dieses Ziel, Erbautest du der Klöster viel. - 15. Die Gößentempel stürzten ein, Wo du dich hingekehret; Den Opfertisch, den dunkeln Hain Hat deine Hand zerstöret; Dagegen der Dreieinigkeit Viel neue Tempel eingeweiht. - - Für uns, 2c. 16. Den Baum, zu dem das Heidenthum Blind und abgöttisch eilte, Warfst du mit wenig Hieben um, Der sich in vier Stück theilte. Es ward hierdurch der Heid' gerührt, Und so zum Glaubenslicht geführt. 17. Für uns, 2c. THE Mold 22437 275 Für uns, 2c. Nachdem die Christen nun so sehr Durch dich vermehret waren: Hast du durch Hirten dieses Heer dit Beschüßet vor Gefahren. ano de ContasİĞ Du setztest dem bekehrten Chorina: 391 SbR A Vier Bischöfe i Hirten vor. Für uns, 2C. 18* Vierter Theil. 18. Dein Wandel war so keusch und rein In allen seinen Zügen, Daß Engel selbst, bei dir zu sein, Es hielten für Vergnügen! 276 Denn Michael, der dir erschien, Bewährt es, und du sahest ihn. Für uns, 2c. 19. - Wie den Elias Gott ernährt Durch einen wilden Raben: So hat er Fische dir bescheert, Den matten Leib zu laben. Der Herr sah deine Dürftigkeit, Und gab dir Speis zur rechten Zeit. 20. Da du an deines Lebens Rand Nach vieler Müh' gekommen, Hast du den Weg in's Friesenland Zum leßtenmal genommen; Weil dir die Martyrkrone dort Bestimmt war von dem ew'gen Wort.- Für uns, 20. - - 21. Den Christen warest du bereit Die Firmung zu ertheilen; Allein dich überfiel der Heid Mit Dolchen und mit Reulen. Der blut'ge Tod war dir schon nah, Doch stand'st du unerschrocken da. Für uns, c. 22. Der Heid' zwingt dir den Stahl mit Wuth In's Haupt, dein Leib sinkt nieder; Die Erde trinkt dein theures Blut, Es starren deine Glieder. 3u Gott steigt deine Seel' empor, Und freut sich in dem Engelchor.- 23. Für uns, 2c. S Zwar Mainz und Utrecht rüsten fich, Dich herrlich zu begraben: Doch nein! du willst, nur Fuld soll dich Und deinen Körper haben. Hierdurch ertheilst du deinem Fuld Ein Pfand der wahren Vaterhuld. Für uns, 2c. Für uns, 2c. Auf den hl. Täufer Johannes. 24. D Glaubensvater! sieh die Noth, In der wir uns befinden. Still' Gottes Zorn, wenn er uns droht, 3u strafen unsre Sünden. Bitt ihn, daß seine starke Hand Uns schüße sammt dem Vaterland. 1 Auf den hl. Täufer Johannes. 1. Für uns, 2c. Ut queant laxis resonare fibris etc. Mel. Lied 68: Jesus, wahres Licht 2c. 176.W eib', Johannes! unsre Zungen, Deinem Lobe weih' sie ein. Würdig nur wirst du befungen, Sind das Herz, die Lippen rein; Weil wir von den Wunderdingen, Die du in der Welt geübt, Und von jenem Vorzug singen, Den dir selbst der Heiland gibt. 2. Einer aus den Engelschaaren Kommt gesandt von Gott und spricht, Daß du aus der Unfruchtbaren Treten werdest an das Licht. Groß nennt er dich und erzählet Deinem Vater, daß für sich Gott aus Allen dich erwählet, Und Johannes nennt er dich. 3. Weil dein Vater diesem Worte, Das der Engel spricht, nicht glaubt: Wird er an demselben Orte Wo er steht, der Sprach' beraubt. Aber, als du warst geboren, Bringst du wunderbares Glück; Denn die Sprache, die verloren, Kehrt mit dir zugleich zurück. 277 278 Vierter Theil. 4. Noch im Mutterschoos verstecket, Ehrest du durch Freudenstoß Jenen, der mit Fleisch bedecket, Ruhet in der Jungfrau Schoos. Beide Mütter offenbaren Durch der beiden Kinder Geift Dinge, die verborgen waren, Die der Geist sie reden heißt. 5. Schon in deinen zarten Jahren, Was, Johannes! suchtest du? Vom Geräusch der Menschenschaaren Eileft du der Wüste zu; Daß dein Wandel auf der Erde Auch nicht durch ein leises Wort Deinem Herrn mißfällig werde; Tugendliebe reißt dich fort. 6. Ein Kameelfell soll dich kleiden, Eine Schafshaut gürtet dich. Wie viel Raubes mußt du leiden! Doch du trägst es williglich. Wasser, Kräuter, wildes Hönig Koftest du:( die Wahrheit spricht's) Ja, hiervon nimmst du so wenig, Daß es schien, du äßest nichts. 7. Daß der Mittler kommen sollte, Ging aus der Propheten Mund; Wie er uns erretten wollte, Ward durch fie nur dunkel kund. Du darfst den mit Finger weisen, Der erschien als Gotteslamm, Und den gegenwärtig preisen, Der die Schuld der Welt hinnahm. 8. Deiner Heiligkeit muß weichen, Was vom Weib geboren ist. Niemand darf sich dir vergleichen, Der du Groß genennet biſt. 20tomat106 1674 Auf den hl. Täufer Johannes. Du allein darfft jenen taufen, Der uns tauft in seinem Blut, Und vor dem als Herold laufen, Der im Schoos des Vaters ruht. 9. Gott dem Vater und dem Sohne Sei Lob, Dank und Herrlichkeit! Und dem Geist auf Einem Throne Sei ein gleiches Lob geweiht! Gott, den Ewigen, den Weisen, Der zu aller Zeit regiert, Sollen alle Zungen preisen: Weil ihm alles Lob gebührt. 1. O nimis felix, meritique celsi etc. 177.W er tann dich g'nug erheben? Mel. Lied 171: Laßt, Christen, 2c. ie selig bist du, o Wie groß, o engelreiner Mann, War dein Verdienst im Leben! Wie hoch erhebt dich selbst der Herr, Du größter der Propheten! Du unerschrockner Martyrer! Die Wüste war dein Eden. 2. Wie Manche haben sich allhie Erworben eine Krone! Und Andere, nach größrer Müh', Empfingen zwei zum Lohne. Der Himmelskronen hast du drei Mit größter Müh' erfochten, Die Gott, in seinen Worten treu, Dir, seinem Knecht, geflochten. 3. 3191 Schaff weg von unserm Geist den Stein, Daß er erleichtert werde; Laß unser Herz geschlichtet sein, Gleich einer sanften Erde. 279 280 Vierter Theil. Die krummen Wege mach' gerad, Mach' auch die rauhen eben. ( in wohlgebahnter Tugendpfad Sei unser ganzes Leben. 4. Laß dich herab, o Herr der Welt! O Mittler, voll der Liebe! Dem nur, was rein ist, wohlgefällt! Aus eignem Liebestriebe. Sent' dich in unsern schwachen Geist, Daß er für dich stets lebe; Und dann, wie uns dein Wort verheißt, Sich rein zu dir erhebe. 5. Es müssen dich, Dreifaltigkeit, Die Engelchöre preisen! Dir müsse Lob zu jeder Zeit Die Menschenwelt erweisen! Hör', o Erbarmer! niemals auf, Uns Sünder hier zu trösten Und sei nach diesem Lebenslauf Die Freude der Erlösten. 3. Mel. Lied 60: Nicht weiter sollst du dich erstrecken zc. Klisabeth gebar Johannen, Die Freude ward bald allgemein. Die Freunde staunten und sie fannen Wer dieses Kind doch würde sein. Der stumme Mund des Zacharias Zum Lobe Gottes aufgelöſt, Befang die Ankunft des Messias, Wie ihm der Geist es eingeflößt. 2. 29 Benedictus, Dominus, Deus Israel etc. Gelobt sei Gott! Ihm will ich fingen: Ihm weih ich diesen Lobgesang, Der seinem Volk das Heil zu bringen, Uns heimgesucht hat, Ihm sei Dank! - Auf den Hl. Täufer Johannes. Der Herr hat uns hier aufgerichtet, Ein Horn des Heils in Davids Haus. Die Wuth der Feinde wird vernichtet, Und stößet sie von uns hinaus. 3. Der kommt, von welchem die Propheten, Die Gott von Zeit zu Zeit erweckt, Aus unfehlbarem Munde reden, Den sie schon längstens uns entdeckt. Der kommt, der Alle, die uns haffen, Mit ihrer Macht und List beschämt. Wit starkem Arm wird er uns fassen, Bis sie geschwächt sind und gelähmt. 4. Auf unsre Väter wird er gießen Die Schäße der Barmherzigkeit; In seinen Bund wollt' er auch schließen Uns, denen er ihn oft erneu't. Was er dem Abraham geschworen, Das soll jetzt in Erfüllung gehn! " Der Heiland wird aus dir geboren," Dies wird nun unser Auge sehn. 5. Er kommt, daß wir von Feindes Händen Durch seine Gegenwart befreit, Uns, ohne Schrecken, ganz verwenden Zu deinem Dienste jederzeit. Er will, wir sollen allzeit leben Gerecht vor seinem Angesicht. Nach Heiligkeit uns zu bestreben, Ist sein Befehl und unsre Pflicht. 6. Und du, mein Sohn! wirft einst genennet Des allerhöchsten Herrn Prophet. Du bist's, der seine Wege kennet, Der vor ihm her als Herold geht. Des Heils Erkenntniß wird verkünden Dem auserwählten Volk dein Mund. Buß' und Vergebung ihrer Sünden Machst du dereinst den Menschen kund. 281 282 Vierter Theil. Nachdem du, Sonn'! uns aufgegangen, Und dich herab zu uns geneigt, Da du nach sehnlichem Verlangen Uns deine Gütigkeit erzeigt: So leuchte Jenen, die noch sitzen Hier in des Todes Dunkelheit, Um fie zu leiten und zu schützen Auf Friedenswegen jederzeit. Auf die Hl. Apostel Petrus und Paulus. Decora lux aeternitatis etc. 179. ff pr Du unerschaffnes Licht, das strahlet Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie schimmerreich hast du bemalet Den goldnen Tag ber uns erfreut! Der die Apostelfürsten frönt, An welchem Lob und Jubel tönt, Weil heut des ER AP10 Plp. 111 Paradieses Pforten Den Sündern sind geöffnet worden. 2. Der, dem die Himmelsschlüssel eigen, Und jener, der die Heiden lehrt, Die sich dereinst als Richter zeigen, Die Nom als seine Väter ehrt! Da jener starb am Kreuzespfahl, Und dieser durch den blut'gen Stahl. Sind nun zum Gottes Thron entrücket, Wo fie der Glorie Lorbeer schmücket. Auf den Hl. Petrus. 3. Wie selig bist du, Rom, zu nennen! uf Dich weibet beider Fürsten Blut; Mit Dank mußt du dein Glück erkennen, Weil beider Segen auf dir ruht. 3hr theures Blut bepurpurt dich So schön und außerordentlich, Daß keine Schönheit deiner gleichet, Und aller Glanz vor dir verbleichet. 4. Lob sei dem Vater und dem Sobne, Lob sei zugleich dem heil'gen Geist, Den auf dem hohen Himmelsthrone Der Seraph ewig heilig preist! Der heiligsten Dreifaltigkeit, In unzertheilter Wesenheit. Sei Jubel, Dank und Preis und Ehre Von uns, wie von dem Engelheere! Auf den hl. Apostel Petrus. Beate Pastor Petre etc. 180. Mel. Lied 179: Du unerschaffnes Licht 2c. treuer Hirt! hör' unsre Stimme Und deiner Schafe Bittgeschrei; Beschüß uns vor des Wolfes Grimme; Von Sünden mach' uns, Betrus! frei. Es ist die Kirch' auf dich gebaut, Dir sind die Schlüssel anvertraut. Du öffnest uns die Himmelspforte, Du schließest sie mit deinem Worte. 2. Lob sei dem Vater und dem Sohne, Lob sei zugleich dem beil'gen Geist, Den auf dem hohen Himmelstbrone Der Seraph ewig heilig preist! Der heiligsten Dreifaltigkeit, In unzertheilter Wefenbeit, Sei Jubel, Dank und Preis und Ehre Von uns, wie von dem Engelheere! 283 2.181 4 284 Vierter Theil. Auf den Hl. Apostel Paulus. Egregie Doctor Paule etc. 181. Leb Mel. Lied 179: Du unerschaffnes Licht, 2c. Lebr' uns, o Paulus! großer Lehrer! Mach' unsre Sitten deinen gleich. O du, des Höllenreichs Zerstörer! Heb' unser Herz zum Himmelreich. Bis dort der helle Tag anbricht, Den uns das Glaubenslicht verspricht; Wo Liebe herrschet ohne Ende, So wie die Sonn' am Firmamente. 2. Lob sei dem Vater und dem Sohne, Lob sei zugleich dem heil'gen Geist, Den auf dem hohen Himmelstbrone Der Seraph ewig heilig preist! Der heiligsten Dreifaltigkeit, In unzertheilter Wesenheit, Sei Jubel, Dank und Preis und Ehre Von uns, wie von dem Engelheere! Auf die hl. Maria Magdalena. 1. Pater superni luminis etc. 182.elopp MEPPER Ounser Gott, du himmlisch Licht! Kaum PE wendest du dein Angesicht Auf Magdalena hin: schmilzt des Herzens Gis in ihr, Von keuscher Liebe flammt zu dir, Die Brust der Büßerin. Auf die Hl. Maria Magdalena. 2. Bor Liebe läuft sie hin und gießt Auf Jesu Füße, die sie küßt, Viel Zähren tief betrübt. Sie trodnet sie mit ihrem Haar; Sie salbt sie und macht offenbar, Daß sie von Herzen liebt. 3. Sie scheut sich nicht, am Kreuz zu stehn; Sie will vom Grab des Herrn nicht gehn, Wo sie voll Kummer bleibt. Sie achtet nicht der Wächter Wuth, Weil die entflammte Liebesglut Ihr alle Furcht vertreibt. 4. O wahre Liebe, Jesus Chrift! Dem das Erbarmen eigen ist! Mach' uns von Sünden rein. Erfüll' mit Gnaden unsre Brust; Dich lieben sei uns höchste Luft! Führ' uns zum Himmel ein. 5. - Dir Vater, Sohn und heil'ger Geist, Den dort der Seraph heilig preist, Sei Lob und Preis geweiht! Dir, unserm Gott, sei Ehr' und Dank! Dir töne süßer Lobgesang Jeßt und in Ewigkeit! 2. Maria castis osculis etc. Summi parentis unice etc. Mel. Bied 129: D Gott, vor dessen ze. aria liegt zu Jesu Füßen, 183.Mar Und ehret sie mit keuschen Rüssen; Den Zähren läßt fie freien Lauf. Mit ihres Haar's zerstreuten Locken Macht sie die Füße wieder trocken, Und schüttet Nardenöl darauf. 285 286 Vierter Theil. 2. Schau her auf uns mit Liebesblicken, Die wir im Staub vor dir uns bücken, O Gottes eingeborner Sohn! Du schenkest heute Magdalenen, Nach bittrer Reu' und heißen Thränen Im Himmelreich den Gloriethron. 3. Die Silbermünz, die unglückselig Verloren war, bringt man nun fröhlich Zurücke zu dem Schaß des Herrn. Der edle Stein, den Koth verdunkelt, Ist neu geschliffen, daß er funkelt Und heller glänzet als ein Stern. 4. Bei dir hat stets für seine Wunden Der Büßende sein Heil gefunden, Herr Jesus! unsre Zuversicht! Dlaß durch Magdalenens Thränen, Durch ihre Buße dich verföhnen; Versag' uns deine Gnade nicht. 5. Der Vater sei von uns gepriesen, Dem Sohn sei Lob und Preis erwiesen, Dem heil'gen Geist sei Lob geweiht! Gott sei gedankt für seine Gnaden, den Der nach erlass'nen Missethaten Auf's neu uns seine Huld verleiht! me tote do 19. 32 e # 19 Auf den hl. Beichtiger Rochus. Mel. Lied 78 oder 60. 184.rbebet heut in vollen Chören Den heil'gen Rochus! singt sein Lob! Bestrebt euch heute den zu ehren, jein Lob! Den Gottes Gnade hoch erhob! Groß von Geburt war er auf Erden, Vornehmer Eltern edler Sohn. Ein reicher Erbe sollt' er werden; Das ganze Weltglück winkt' ihm schon. Auf den hl. Rochus. 2. Allein sein Herz verschmäht die Freude, Die Pracht der Welt, sein glänzend Haus; Er theilet unter arme Leute Das Erbe seines Vaters aus. Freiwillig arm, im Pilgerkleide, Sucht er sich seinen Unterhalt. Wer sieht nicht, welche Noth er leide, Welch immerwährende Gewalt! 3. Liebvoll pflegt er die Schaar der Kranken, Die an der Pest darnieder liegt; Sein Eifer weiß von keinen Schranken, Der über jeden Ekel siegt. Sich für des Nächsten Dienst und Liebe Zu opfern, ist er stets bemüht. Hierzu fühlt er die stärksten Triebe, Weil er von Gottes Liebe glüht. bart, wie 4. Die Peft wirft endlich selbst ihn nieder, Und man( o Undank!) weist ihn fort. Er schleppet seine franken Glieder Getrost an einen öden Ort. Daselbst, obgleich er darbt und schmachtet, Gebt keine Klag' aus seinem Mund; Und Gott, der seine Diener achtet, Versorget ihn durch einen Hund. 5. Genesen kehrt er nun zurücke, Und zeichnet mit dem Kreuz die Stadt; Die Best entweicht im Augenblicke, Die bis daher gewüthet hat. Wohin es ihm beliebt zu ziehen, Dort geht Gesundheit vor ihm her. Es scheint die Best vor ihm zu fliehen; Wer treibt sie in die Flucht, wie er? 6. Gott will, und er tritt an die Reiſe. In sein verlaff'nes Vaterland; Daselbst geprüft auf harte Weise, Schweigt er, und bleibet unbekannt. ANG 287 hope e 109 den 3.681 minig mod pe Vierter Theil. 288 In einem Kerker eingeschlossen, Was leidet er? doch ohne Schuld. Fünf Jahre sind bereits verfloffen, Doch wankt er nie in der Geduld. 7. Es sind jetzt deine Tag' erfüllet, Er schließet seinen Lebenslauf. Im Glanze, welcher ihn umhüllet, Lös't sich sein Geist vom Körper auf. Nach vielen Widerwärtigkeiten, Nach qualenvoller Lebenszeit, Genießet er die Himmelsfreuden, Die süße Rub' in Ewigkeit. 8. Des Nächsten Liebe, die wir preifen, Von der des Rochus Herz geglüht, Gib, Gott! daß wir sie auch erweisen, Dem, der nach unsrer Hilfe sieht. O wolle, Gott! von gift'gen Seuchen, Auf seine Fürsprach uns befrei'n, Und Pest und Sucht von uns verscheuchen, Und was uns sonst kann schädlich sein. 9. Durch sein Verdienst, Gott! wolle heilen, Was unsern Geist verwundet hat. Nimm, Herr! von uns die Sündenbeulen, Schüß uns vor jeder Missethat; Daß wir nach deinem Wohlgefallen In dieser kurzen Lebenszeit, Dhn' auszugleiten, immer wallen Die Bahn zur ew'gen Seligkeit. Auf die heiligen Schußengel. 1. Har Custodes hominum psallimus Angelos etc. 185. Laffet uns die Mel. Lied 14: Ehre sei Gott in den Höhen 2c. uns die Engel fingen, Die auf göttliches Geheiß Sich vom Himmel niederschwingen Her auf unsern Erdenkreis! Auf die hl. Schußengel. Die so liebreich unterstüßen Unsere Gebrechlichkeit, Und uns vor dem Satan schüßen Hier in dieser Prüfungszeit. 2. Denn weil aus des Himmels Size Der gerechte Gott und Herr Tief gestürzt von seinem Blige Jenen Engel Lucifer: So strebt er aus gift'gem Neide, Daß er zu der Höllenkluft, Durch die Sünden die verleite, Die der Herr zum Himmel ruft. 3. Eilet denn auf schnellen Schwingen, Engel, die Gott uns erschuf! 4 Seid besorgt, uns beizuspringen; Merkt auf unsern Hilferuf. Fern sei, was die Ruhe störet, Von dem euch vertrauten Land. Was vor Gott den Geist beschweret, Wendet weg mit starker Hand. 4. Gott dem Vater und dem Sohne 2c.( w. 176, 9.) 2. Aeterne Rector siderum etc. Mel. Lied 93: Strenger Richter aller Sünder 2c. 186.6 ott, du Schöpfer aller Sterne, Die dort funkeln in der Ferne, Du, o Gott, von Ewigkeit! Schufest Alles in der Zeit. Deiner Vorsicht helle Spuren Sind uns alle Kreaturen; Wie du sie hervorgebracht, So regiert sie deine Macht. 2. Höre heut' der Sünder Fleben, Eil', uns gütig beizustehen; Neige her dein Vaterohr Unserm dir geweihten Chor. 19 289 290 Vierter Theil. Mach' die Finsterniß verschwinden, Laß uns deinen Glanz empfinden; Gib dem Geiste neues Licht, Da der neue Tag anbricht. 3. Herr! daß keiner von uns gleite, Steh' dein Engel uns zur Seite, Den zum Schuße, zum Geleit' Deine Vorsicht uns verleiht. Er bewahr' uns vor der Seuche Aller Sünden, und verscheuche Weit von uns, was uns befleckt, Und vor dir mit Schande dect. 4. Jenen Feind, den Höllendrachen, Der mit aufgesperrtem Rachen Stets uns zu verschlingen sucht, Treib' er mächtig in die Flucht. Daß er uns durch seine Tücke Nicht verblende, nicht berücke Daß vor seiner Sklaverei Unser Herz befreiet ſei. 5. Wider unsrer Feinde Schrecken Laß den Engel uns bedecken; Fern von unserm Vaterland Sei der Krieg durch ihn verbannt! Friede sei in unsern Grenzen! Hungersnoth und Pestilenzen, Gähen Tod und frühes Grab Wend' er gnädig von uns ab. 6. Du, Gott Vater, sei gepriesen! Deinem Sohn sei Ehr' erwiesen! Ehre sei dem heil'gen Geist, So wie dich der Seraph preiſt! Die dein Sohn mit Blut erfaufet, Die dein Geist mit Liebe taufet; Schüß, o Vater! vor Gefahr Durch die Engel immerbar. 3051 005 200 0 Auf die hl. Schußengel. 3. 187. PEEUN AA Wir werfen uns im Staube nieder Vor dir, E PE pl p p I L p I J M o Gott! der Herrlichkeit! Hör' unsre Lob- und DankesEEEEEE lieder, Die jetzt dir unsre Zunge weiht! Unendlich groß MIELE PEN ist deine Stärke, Groß deine Weisheit, Kraft und Macht; 291 ENTE Plofd Plp d Ip Groß sind auch alle deine Werke, Die tu aus Nichts herਅਸ vorgebracht. 2. Der schönsten Engel Legionen 3og deine Hand aus Nichts hervor; Der edlen Geister Millionen Erhob dein Allmachtswort empor. O wundervolle Creaturen, Die du mit Schönheit ausgeziert! Sie sind der Hoheit belle Spuren, Der Majestät, die dir gebührt. 3. Du hast, Herr! diese Geisterheere ( Weil du ein Gott der Ordnung bist) In schönster Ordnung, in neun Chöre Getheilt, wie man in Schriften lieſt. Herrschaften, Fürstenthümer, Thronen, Mit Kräften und mit Cherubim, Gewalt, Erzengel, Engel wohnen In deinem Reich mit Seraphim. 19* 292 Vierter Theil. 4. Wie selig sind sie, da sie steben Vor dir aus Ehrfurcht tief gebückt! Wie selig sind sie, da sie sehen Dein Angesicht, von Lieb' entzückt! Dir Heilig, heilig, heilig" fingen Ist ihre Luft und Süßigkeit; Dir immer neues Lob zu bringen, Ist ihr Geschäft zu jeder Zeit. 5. Du willst auch, Gott! daß diese Geister, Die deinem Dienste sonst geweiht, Sei'n unsre Führer, unsre Meister In diesem Land der Sterblichkeit. Du sendest sie zu uns hernieder, Daß sie uns lehren dein Gebot; Sie sollen uns als schwache Brüder, Beschüßen, wenn Gefahr uns droht. 6. D, laß uns mit den Herzen dringen, Hinauf bis zu der Engelschaar; Und Heilig, heilig, heilig" fingen Dem Gott, der kommt, der ist und war! Der durch die Engel uns beschüßet; O weiche Lieb' und Gütigkeit! Der uns so liebreich unterstüzet, Ihm sei gedankt zu aller Zeit! 7. Ja, Gott, ihr Engel! hat befohlen, Daß ihr uns traget auf der Hand. Wir sollen uns durch euch erholen Vom Fall in diesem Pilgerstand. So schüßet denn uns vor Gefahren; Sie seien weit durch euch verbannt; Um eure Brüder zu bewahren, Stredt aus auf jeden eure Hand. 8. Wenn Basilisken, Drachen, Löwen, Und wenn von Nattern ein Gezücht Hienieden öfters uns umgeben, Wer zittert und wer zaget nicht! Auf die hl. Schußengel. Doch nein, wir können sicher gehen, D Engel! unter eurem Schutz; Wollt ihr uns nur zur Seite stehen, So bieten wir der Hölle Truß. 9. Wenn wir des Tugendwegs verfehlen, So führt uns auf den rechten Pfad. Wenn wir, verführt, das Böse wählen, Entdecket uns die Missethat. Ermüdet nicht, uns zu begleiten Mit eurer Weisheit, Stärk' und Treu; Was Gott mißfällt, lebrt uns vermeiden; Erhaltet uns von Sünden frei. 10. Wie oft saht ihr, o reinste Geifter! Den Gott im Himmel tief betrübt? Da wir die Sünden immer dreister Vor euren Augen ausgeübt! Fleht ihm, er wolle die Verbrechen Nur züchtigen nach Vaterart; Weicht nicht von uns, denn wir versprechen Zu ebren eure Gegenwart. 11. Wenn einst an unsers Lebens Rande Uns überfällt die letzte Noth; Wenn sich des Körpers schwache Bande Auflösen wollen durch den Tod: Dann treibet, Engel! treibt den Drachen Von unserm Lager in die Flucht, Der uns mit aufgesperrtem Rachen Auf ewig zu verschlingen sucht. 12. Stärkt uns in unsern Todesschmerzen; Bewahrt in uns des Glaubens Licht; Ermuntert unsre matten Herzen Zur Gotteslieb' und Zuversicht. Helft, daß wir mit dem Heiland sterben Großmüthig, in Ergebenbeit, Und dann von Gott dem Vater erben Die Lebenskron' in Ewigkeit. 293 294 Vierter Theil. Auf den hl. Erzengel Michael. 1. Te splendor et virtus Patris etc. Mel. Lied 89: Mit heil'gem Zittern nähert sich zc. du 188.Dir, bu des Vaters Kraft und Glanz, Dir, Jesus, unsrer Seelen Leben! Dir, dem sich unsre Herzen ganz In unzertheilter Lieb' ergeben! Mit deinen Engeln, die vor dir Um deinen Thron lobsingend stehen, Und stets auf deine Winke sehen, Herr! dir zum Lobe singen wir. 2. Es kämpfen, großer Gott! für dich) Der Engel viele Millionen; Ihr Kriegesheer erstrecket sich Auf ungezählte Legionen. Sie führet Michael zum Krieg, Das Kreuzpanier läßt er hoch weben, Vor seiner Macht kann nichts bestehen, Er ist der Held; sein ist der Sieg. 3. Er schlägt den Satan auf das Haupt Mit seinem donnervollen Bliße; Jhn, seiner Stärke ganz beraubt, Vertreibt er aus des Himmels Site. Des Helden wetterleuchtend Schwert# Stürzt die Rebellen sammt dem Drachen Hinunter in den Höllenrachen. Wo die Verzweiflung ewig währt. 4. ob siekt Bei dieses Helden Siegspanier Laßt uns mit aller Stärke kämpfen, Und jenes aufgeblaf'ne Thier Sammt seinen Ränken muthig dämpfen; Bis wir nach wohlgelungnem Streit Die unverwelfte Gloriefrone Empfangen vor des Lammes Throne In ewiger Glückseligkeit. Auf den Hl. Michael. 5. Der Vater, voll der Majestät, Sei mit dem Sohn von uns gepriesen!! Dem Geiste, der aus Beiten geht, Sei Ehr' und Dank von uns erwiesen! Der heiligsten Dreifaltigkeit Sei, wie von allen Engelzungen, So auch von uns allhier gesungen Lob, Ehr' und Dank zu jeder Zeit! 2. Christe Sanctorum decus Angelorum etc. Mel. Lieb 124: Frohlocket, Christen, jauchzet 2c. 189.5 err Jesus, du der Engel Zierde, Den unsrer Seelen Tod so rührte, Daß du für uns am Kreuze ftarbft! D, heiß uns Sünder sammt den Frommen Zu dir dereinst in Himmel kommen, Den du am Kreuz für uns erwarbst. 2. Es laffe von des Himmels Höhen In unsern Wohnungen sich seben Der Friedensengel Michael. Er treibe fern in unsern Tagen Von uns die schweren Kriegesplagen Durch seinen mächtigen Befehl. 3. Es wolle Gabriel verjagen Die alten Feinde, die uns plagen; Der Sieger zwinge sie zur Flucht. Er komme wieder, zu befeben Die Tempel, die durch ihn bestehen; Sie seien oft von ihm besucht! 4. Es eile Raphael, der Engel, Der Wunderarzt für alle Mängel; Er steig' herab, uns beizusteh'n. Er heile gütig unsre Kranken, Und führe, die aus Zweifel wanken, Den fichern Weg zu lichten Höh'n. 295 296 Vierter Theil. 5. Die reinste Jungfrau der Jungfrauen, Maria, wolle niederschauen Auf unsre große Dürftigkeit! Die Engel alle, die wir ehren, Die Sel'gen vor des Lamm's Altären, Beschützen uns zu jeder Zeit. 6. An uns, als Wanderer auf Erden, Laß alles dies erfüllet werden, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Von dessen Lob die Welt erschallet, Das in dem Himmel wiederhallet, Den immerdar der Seraph preist. 0.021 3. 190.S Mel. Lied 187 oder Lied'78.¹ Glanz des Vaters, unser Leben! O Gottes eingeborner Sohn, Zu dem wir unsre Stimm' erheben Jm preiserfüllten frohen Ton! Die Erd' und Himmel, wo du wohnest, Sind dein Gebiet, dein Eigenthum. Die Engel, über die du thronest, Befingen ewig deinen Ruhm. 2. Wir freu'n uns, dich zu benedeien In deinen Engeln allzugleich, Die in den allerschönsten Reihen, Steh'n vor dem Thron in deinem Reich. Besonders sei von unsern Zungen, ( Die Glaube, Lieb' und Dank beseelt) Für Michael dir Lob gesungen, Den du vor Andern auserwählt. 3. Du haft ihn, Herr! aus weisem Rathe Mit Glanz und Schönheit so geschmückt, Daß deine wundervolle Gnade Die andern Engel selbst entzückt. Auf den Hl. Michael. Du hast, zu deiner größern Ehre, Zum Engelfürften ihn bestellt: Er ist das Haupt der Engelbeere, Er ist ihr Führer und ihr Held. 4. Durch ihn ließt du den Satan schlagen, Der sich erhob zu deinem Stuhl; Du ließest ihn vom Himmel jagen, Und stürzen in den Schwefelpfuhl. Zwar kämpfte noch der Drach verwegen, Und führte tollkühn seinen Krieg: Doch Michael, ihm überlegen, Trug bald durch dich davon den Sieg. 5. Dein Volk, o Herr! hast du geschützet, Von Abel bis zur Synagog, Wenn es, auf deine Macht gestüket, Nur dir allein die Kniee bog. Du mußt' es Michael bewahren Mit seinem feuerigen Schwert: Er wandte von ihm die Gefahren, Und hielt es seines Schußes werth. 6. Wenn er sich widerseßt dem Drachen, Wenn er vereitelt dessen List; Wenn keinem er bekannt will machen, Wo Moses Leib begraben ist: So zeigt er seine treue Liebe, Und hintertreibt des Satans Ziel, Daß Israel aus blindem Triebe Nicht in Abgötterei verfiel. 7. Wie Michael im alten Bunde Ein Schild des Volkes Gottes war, So schüßt er noch bis diese Stunde, Die Kirche Christi vor Gefahr. Er opfert Gott, zu dessen Preise, Der Christen Seufzer und Gebet; Er bittet, daß uns Gnad' erweise Des höchsten Gottes Majestät. 297 298 Vierter Theil. 8. So lang wir hier auf Erden wallen, Sind wir dem Falle ausgesetzt; Die Feinde die uns übirfallen, Sind wider jeden aufgebetzt. Drum laß uns auf dem Weg erfahren, D Gott! des Engels starken Arm; Laß uns durch Michael bewabren Vor dem erbos'ten Höllenschwarm. 9. enn endlich in den letzten Tagen, Wo unsre Seele scheiden soll, Der alte Drach auf uns wird wagen Den stärksten Angriff, grimmevoll: Steb, starker Engel! uns zur Seite. Wer ist, wie Gott? sprich, Michael! Daß so dein Schrecken sich verbreite Auf ihn; es zwing' ihn dein Befehl. 10. Wenn unsre Seele, losgeriffen Vom Leib, erscheinet vor Gericht; Wenn sie mit ängstigem Gewissen Stebt vor des Nichters Angesicht; Wenn wir in Furcht und Hoffnung schweben: Hilf, Michael und weiche nicht, Bis der versöhnte Gott zum Leben Uns ein erwünschtes Urtheil spricht. 11. O milder Gott und Herr! wir flehen: Hilf uns hienieden in dem Etreit; Schüß uns von deinen Himmelsböhen Durch deiner Engel Wachsamkeit; Damit wir, die wir vom Verderben Erlöset sind durch deinen Sohn, Auch dort von dir, o Vater! erben Die Seligkeit vor deinem Thron. Auf den Hl. Michael. 4. 191.pdf Ap Wie gütig bist du und wie mild, O Herr und LEATHER PA Gott! Die Engel gibst du uns zum Schild: Sie sollen kämpfen Und helfen dämpfen Des Satans Macht. 2. Drum, heil'ger Engel, großer Held,* O Michael! Komm uns zu Hilf, zieb mit zu Feld: Hilf uns hier kämpfen,* Die Feinde dämpfen,* O Michael - 3. Dein Kriegsheer ist die Engelschaar,* O Michael! Die Gott getreu geblieben war. Hilf uns 2c. 4. Zu sagen weiß von deiner Macht,* O Michael! Der Drach bei der verlornen Schlacht. 5. Mit Lucifer hast du gekämpft,* O Michael! Und ihn sammt seinem Heer gedämpft. 6 299 - Hilf uns 2c. Wie mächtig ist der Drach besiegt,* D Michael! Der nun zu deinen Füßen liegt.- Hilf uns 2c. - Hilf uns zc. 7. Wer ist, wie Gott! sprichst du beherzt,* O Michael! Weich, Drach! du hast das Heil verscherzt.- Hilf uns zc. 8. Du haft ihn aus dem Himmelreich,* O Michael! Gestürzet in den Schwefelteich. Hilf uns 2c. 9. Die Kirche, Jesu keusche Braut,* D Michael! Ist deinem Schuß von Gott vertraut. Hilf uns 2c. 5 300 Vierter Theil. 10. Die Kirche schüße mit dem Schwert,* O Michael! Die dich als ihren Schußherrn ehrt. Hilf uns 2c. 11. Zeig' uns die Stärke deiner Hand,* O Michael! Sowohl zu Meer, als auch zu Land. Hilf uns 2c. - 12. Errett' uns von der Hungersnoth,* O Michael! Von Best, von Krieg, vom gähen Tod.- Hilf uns 2c. 13. Wenn Krankheit uns zu tödten dräut,* O Michael! Steh uns mit Rath und Hilf bereit.- Hilf uns zc. 14. Halt ab von uns den bösen Feind, O Michael! Der uns das Heil zu rauben meint. Hilf uns 2c. - 15. Stell' dich mit deinem Engelheer,* O Im letzten Streit für uns zur Wehr. 16. - 1 Nimm unfre Seele gnädig auf,* O Michael! Wenn sie beschließt den Lebenslauf. Hilf uns 2c. 3 1 - 17. Wenn wir erscheinen vor Gericht,* O Michael! Erfeße das, was uns gebricht. Hilf uns 2c. 18 Michael! Hilf uns 2c. Führ uns zu jener Herrlichkeit,* D Michael! Wo man in Gott sich ewig freut. Hilf uns 2c. Auf alle Heiligen Gottes. 1. Placare, Christe, servulis etc. 192. D Sei gnädig deinen Knechten, Du, zu des Vaters Rechten, Herr Jesus, Gottes Sohn! Sieh auf Auf alle Heiligen Gottes. der Jungfrau Flehen, Laß das an uns geschehen, Was PTP plip lapE vor des Vaters Thron. Für uns Maria bittet. 2. D ihr neun Engelchöre, Ihr heil'gen Gottesheere! Werft einen Blick berab. Helft uns, damit wir finden Vergebung unsrer Sünden; Und wendet von uns ab, Was uns beflecken könnte.. 3. D, wollet ihr Propheten! Mit den Aposteln treten Zum strengen Richter hin, Und ihn auf unsere Thränen Durch euer Fleh'n versöhnen; Damit wir gnädig ihn Bei unserm Tode finden. 4. Jhr, die ihr Blut und Leben Für Christus dargegeben, Sammt allen Beichtigern! Ruft uns zum Vaterlande Aus diesem Elendsstande Zum Angesicht des Herrn, In dem ihr euch erfreuet. 5. Ihr, die ihr in den Wüsten Entsagt habt jeden Lüften, Und du, Jungfrauenchor! Helft euern schwachen Brüdern; Zieht zu den wahren Gütern Des Himmels uns empor, Daß wir mit euch frohlocken. 6. 301 Was in dem Glauben irret, Und das, was ihn verwirret, Schafft fern von unserm Land; $ 10 5 Vierter Theil. 302 Damit nur eine Heerde Aus allen Menschen werde, Die Eines Hirten Hand In Einen Schafstall leitet. 7. Dem Vater und dem Sohne, Dem Geist auf Einem Throne, Sei Lob und Dank geweiht! Wie dir die Engelchöre Lobsingen, so sei Ehre, Dir, o Dreifaltigkeit, Von uns zu allen Zeiten! 2. Salutis aeterne dator etc. Mel. Lied 192: Sei gnädig deinen Knechten 2c. 193 Las, Jeſus! die Erlös'ten D. Sich deiner Hilf getrösten, Schüß uns in jeder Noth. D Jungfrau, voll der Güte; Bitt, daß uns Gott behüte Vor einem bösen Tod. Hör, Mutter, deine Kinder. 2. Ihr heil'gen Engelheere, Ihr Patriarchenchöre, Und du, Prophetenschaar! Erbarmt euch eurer Brüder, Bringt uns die Gnade wieder; Stellt euch dem Richter dar, Den wir zum Zorn gereizet. 3. Der Jesu Weg bereitet, Er, der zur Buße leitet, Der Jesu Täufer war; Und Petrus wollen lösen Uns von dem Joch des Bösen; Und du, Apostelschaar! Entlad' uns von den Sünden. Auf die hh. Apostel und Evangeliſten. 4. Ihr Priester und Leviten, Und ihr, die ihr gestritten Bis zum vergoffnen Blut! Auch ihr, Jungfrauen! alle, Helft Allen auf vom Falle; Tilgt vor dem höchsten Gut, Was wir verschuldet haben. 5. Ihr alle, die ihr stehet Vor Gott, und ewig sehet Sein fröhlich Angesicht! Erwerbet uns die Gaben, Die wir so nöthig haben! Des Geistes Kraft und Licht, Die uns zum Heile führen. 6. Dem Vater und dem Sohne,( w. 192, 7.) 194.8 Allgemeine Lieder auf die Heiligen Gottes. Auf die hh. Apostel und Evangelisten. 1. Exultet orbis gaudiis etc. 393 Im Himmel müsse Lob erschallen! Auf Erden müsse jeder Christ Von Freude an dem Tage wallen, Der E JETE den Aposteln heilig ist! Die Welt singt ihre Herrlichkeit, Der Himmel preist sie jederzeit. 5 304 Vierter Theil. 2. Zu euch erheben wir die Hände, Jhr wahren Lichter dieser Welt! Die ihr an aller Zeiten Ende Von Gott zu Richtern seid bestellt. Hört unser demuthvolles Fleh'n, Und macht es in Erfüllung geh'n. 3. Den Sündern schließt ihr zu die Pforte, Die zu des Himmels Erbe führt; Ihr öffnet sie mit einem Worte Den Sündern, die die Rene rührt; Löst uns in diesem Lebenslauf Von allen Sündenbanden auf. 4. Die Krankheit weicht im Augenblicke, Wenn euer Wort sie weichen heißt; Auch fehrt der Seelen Heil zurücke. beilet unsern schwachen Geift! Erwerbt bei Gott uns Muth und Kraft, Die neue Tugend in uns schafft. 5. Kommt Jesus einstens auf der Wolke Und fizet mit euch zu Gericht; Dann flehet, wenn er allem Volke Ein ewigwährend Urtheil spricht, Daß er zu jener Schreckenszeit Uns führe in die Seligkeit. 6. Der Vater sei von uns gepriesen, Gepriesen sei auch Gottes Sohn! Dem heil'gen Geist sei Ehr' erwiesen Auf einem und dem höchsten Thron! Der heiligsten Dreifaltigkeit Sei Lob und Dank von uns geweiht! 101 Auf hh. Apostel und Evangelisten. 2. Aeterna Christi munera etc. Mel. Lied 194: Jm Himmel müffe Lob 2c. 195.5 err! die Apostel, diese Gaben, Mit denen du die Kirch' erfreut; Die Siegespalmen, die sie haben In deines Vaters Herrlichkeit: Ihr himmlisch- hoch erhabner Rang Sind uns ein freudiger Gesang. 2. Sie sind die Hirten deiner Heerde, Die Fürsten deines Christenthums; Sie find Heerführer auf der Erde, Zum Schuß des Evangeliums. Ein jeder ist ein Himmeläheld, Zugleich ein wahres Licht der Welt. 3. Der Glaube, welchen sie bekennen, Die Hoffnung, die ihr Herz belebt, Die Liebesbrunst, von der sie brennen, Die ihren Geist zu Gott erhebt, Besiegt der Richter Tyrannet Und lachet ihrer Raserei. 4. Es leuchtet flar aus diesem Werke Des Vaters Herrlichkeit hervor. Zu diesem schwinget sich die Stärke Des Sohnes Gottes hoch empor; Des Geiftes Weisheit zeiget sich, Der Himmel jauchzet feierlich. 5. Der Vater sei von uns gepriesen 2c.( w. 194, 6.) 3. F( Bur österlichen Zeit) Tristes erant Apostoli etc. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr verfloffen zc. 196.Ba ang waren der Apostel Herzen, Berriffen waren sie von Schmerzen, Zur Eide war ihr Blick gebeugt: 20 305 5 306 Vierter Theil. Weil Jesus, an das Kreuz geschlagen, Nach unerhörten schweren Plagen Erblaßt, zum Tod sein Haupt geneigt. 2. Ein Himmelsbot' im weißen Kleide Verkündigte zur größten Freude Den frommen Frauen dieses Wort: Bald werde Jesus seine Treuen Durch seine Gegenwart erfreuen; Er lebe nunmehr immerfort. 3. Da nun die frommen Weiber eilen, Um den Aposteln mitzutheilen Das, was der Engel fund gethan: Erscheinet Jesus ihren Blicken, Sie knieen vor ihm mit Entzücken, Und beten ihn mit Freuden an. 4. Die Jünger ziehen aus Judäa Hin zu dem Berg in Galiläa, In Hoffnung, Jesum dort zu seh'n. Sie sehen ihn,( o welche Wonne!) Gleich einer strahlenvollen Sonnte, Vor ihren Augen glänzend steh'n. 5. Daß uns von dir kein Uebel scheide, Und du uns hier zur Ofterfreude Seist immerdar, Herr Jesus Christ! So schüß' uns vor dem Tod der Sünden; Uns Neugeborne laß empfinden, Daß du der Seelen Leben bist. 6. Der Vater sei von uns gepriesen, Und Ehre sei dem Sohn erwiesen, Der aus dem Grab zurückgekehrt; Dem heil'gen Geist sei Lob gesungen! Von uns, von aller Menschen Zungen Sei Gott in Ewigkeit geehrt! Auf einen Hl. Martyrer. 4. ( 3ur öfterlichen Zeit.) Paschale mundo gaudium etc. Mel. Lied 124: Frohlocket, Christen, jauchzet zc. 197.De er Sonne glänzendes Geschmeide Verkündiget die Osterfreude Durch außerordentlichen Schein; Da die Apostel Jesum sehen Vor sich in vollem Glanze stehen, Und seiner Herrlichkeit sich freu'n. 2. Sie sehen zu verschiednen Stunden Des Mittlers schimmerreiche Wunden, Die er an seinem Fleisch behält. Was sie als treue Zeugen sehen, Bewundern sie; und was geschehen, Verkünden sie der ganzen Welt. 3. Dir, Jesus, König, unser Leben! Sei unser ganzes Herz ergeben; Nimm es zu deiner Wohnung ein! Damit, die Engel nachzuahmen, Wir dir und deinem heil'gen Namen Ein dankerfülltes Opfer weih'n. 4. Daß uns von dir kein Uebel scheide 2c.( w. 196. 5.) 1 5. Der Vater sei von uns gepriesen 2c.( m. 196, 6.) Auf einen hl. Martyrer. 1. Deus, tuorum militum etc. Mel. Lied 143: Zion, öffne deine Pforte zc. 198. Gott, bu deiner Helden Krone! Der du ihnen dich zum Lohne Gibst, und selbst ihr Erbtheil bist! Lös' uns gnädig auf von Sünden, Die wir dessen Lob verkünden, Der sein Blut für dich vergießt. 307 20% 308 Vierter Theil. 2. Dieser wußte zu vermeiden, Was die Welt von niedern Freuden Ihren Lieblingen gewährt. Nur die Freude, die du jenen Schenkeft, die nach dir sich sehnen, Hielt er seiner Wünsche werth. 3. Er ertrug die schwersten Schmerzen, Mit gestähltem Muth und Herzen; Wunden litt er, Spott und Hohn; Und, nachdem er hier sein Leben Und sein Blut für dich gegeben, Freut er sich vor deinem Thron. 4. Da er, im Triumph erhöhet, Heut zu dir, Gott! für uns flehet, Höre du den Martyrer. Auf sein Wort verzeih' uns Sündern; Nimm uns wieder auf zu Kindern, O du Allergütigster! 5. Gott der Vater sei gepriesen, Ehre sei dem Sohn erwiesen, Ehre sei dem heil'gen Geift! Gottes Ruhm soll sich verbreiten, So dahier zu allen Zeiten, Wie ihn dort der Seraph preift. 2. Invicte Martyr, unicum etc. Mel. Lied 120: Das ew'ge Wort, der Gottes 2c. Blutzeug, 199. Den bu zur Nachfolg dir gewählt du Den eingebornen Gottes Sohn! Du haft der Feinde Macht bezwungen, Und dir den Siegeskranz errungen; Nun lebeft du vor Gottes Thron. Auf hh. Martyrer 2. Bitt Gott für uns um seine Huld, Daß er vertilge jede Schuld, Die seine Gnaden uns entrückt. Schüß uns vor sündlichem Genusse Und vor des Lebens Ueberdrusse, Der unsre Seelen niederdrückt. 3. Längst hat des Henkers rasche Hand Zerrissen deines Leibes Band; Dein Geist ist von der Erde fern. Um uns von Fesseln loszuwinden Die an die Welt die Herzen binden, Erwirb uns Beistand von dem Herrn. 4. Lo sei dem Vater und dem Sohn, Lob sei dem Geift auf einem Thron Von nun an und zu jeder Zeit! Von uns und von dem Engelheere Sei Herrlichkeit und Preis und Ehre Der heiligsten Dreieinigkeit! Anf mehrere hi. Martyrer. 1. Sanctorum meritis inclyta gaudia etc. 200.JPN 309 Laßt uns mit Freuden singen Den heil'gen ed Martyrern zum Rühm! Siegslorbeern laßt uns bringen Den Helden in dem Chriptenthum! Denn das Verdienst der Helden Entflammet billig unsre Brust, Und machet ihren Ruhm zu melden, Das Singen uns zur heil'gen Lust. 5 Vierter Theil. 2. Sie wurden hier verachtet, Die Welt sprach ihnen bittern Hohn. Weil sie nach dir getrachtet, O Jesus, König, Gottes Sohn! Sie wußten zu verachten 310 Die Weltlust, die so reizend winkt. Wie möchten wir noch thöricht trachten Nach dem, was böse Früchte bringt? 3. Dein Glaub', o Herr! macht rege Auf sie die ganze Grausamkeit! Sie litten blut'ge Schläge, Und was ward ihnen nicht gedräut? Mit Haken ward zerrissen Ihr Leib bis auf das Eingeweid'; Doch sah man immer sie genießen, Des Herzens stille Heiterkeit. 4. Man schleppet fie wie Schafe, Zur unverdienten Schlachtbank fort, Doch geht bei dieser Strafe Aus ihrem Mund kein Klagewort. Nichts strafet ihre Herzen Vor Gott, sie kennen keine Schuld; Drum tragen sie die größten Schmerzen Mit unbezwinglicher Geduld. 5. Wer wird den Lohn erklären, Herr, den du ihnen hinterlegt! Wer kennt den Kranz der Ehren, Den jeder Martyrer dort trägt? Gefärbt im eignen Blute, Schwebt jeder in dem Glorieglanz; Und vor dem allerhöchsten Gute Schmückt jede Stirn ein Lorberkranz. 6. Du, Gott in drei Personen, heiligste Dreifaltigkeit! Du wolleft uns verschonen; Vergib die Sünde, die uns reut. 2009 Auf hh. Martyrer. Gib deinen Dienern Frieden, Was schädlich ist, halt' von uns ab, Damit wir dir, o Gott! hienieden Lobsingen mögen bis zum Grab, 2. Christe profusum sanguinem etc. 3 201. PP pa Das Blut der Martyrer, Der Sieg, den jeder sich erwarb, Da er für dich, o Herr! Für deine Lehr' und Ehre starb; Der Lorbeerkranz, Der Glorieglanz, Den * jeder sich errang, Sei unser Lobgesang. 2. Sie werden nicht geschreckt Von den Bedrohungen der Welt. Von Bein und Schmach bedeckt, Bleibt jeder unbesiegt ein Held. So gehen sie nach kurzer Müh', Durch abgekürztes Leid, Zum Sitz der Seligkeit! 3. 311 In fürchterlicher Glut Beschließen sie den Lebenslauf; Und wilder Thiere Wuth Zerreißt ihr Fleisch und frißt sie auf.* Welch Tyrannei!* Man reißt entzwei ( Wer ist dem es nicht graut?) Mit Haken ihre Haut. 4. Ihr Leib ist aufgerißt, Man sieht bis auf das Eingeweid': Ihr Blut ist ganz versprißt, Von Henkersfüßen frech entweiht. 312 Vierter Theil. Doch jedes Herz* erträgt den Schmerz Aus hoffnungsvollem Muth Zu Gott, dem höchsten Gut. 5. Dir, Jesus! flehen wir! Verleih', daß wir dir, unserm Herrn, Im Himmel, so wie hier, Lobsingen mit den Martyrern. Zu ihrem Chor* heb' uns empor, Nach dieser Prüfungszeit In deine Herrlichkeit. 6. Dem Vater und dem Sohn Sei Lob, wie sie der Seraph preist! Lob sei auf gleichem Thron Dem Geist, der unser Tröster heißt! Vom Christenthum sei Preis und Ruhm Dir, o Dreifaltigkeit, Jetzt und zu jeder Zeit! 3. Rex gloriose Martyrum etc. Mel. Lied 201: Das Blut der Marthrer c. Herr der Martyrer! 202.O Du König deiner Heldenschaar! Du Kranz der Beichtiger! Nimm unsre heißen Wünsche wahr. Am ew'gen Heil Der von der eitlen Welt Sich abgesondert hält. gibst du dem Theil, 2. Herr! unser Siegeslied Ist dir in Martyrern geweiht. Mach' uns davon erglüht, Für dich zu leiden stets bereit. Denn sieh! vor dir beseufzen wir Die Sünde die uns reut. Erzeig' Barmherzigkeit. * THE HA Auf Hl. Bischof 2c. 3. Du stärkst die Martyrer, In ihnen sieget deine Macht. * Du schonst die Beichtiger, In Liebe wird ihr Lauf vollbracht. Schent uns aus Huld die Sündenschuld, Und gib uns deine Gnad' Zu jeder guten That. 4. Dem Vater und dem Sohn Sei Lob, wie sie der Seraph preist! Lob sei auf gleichem Thron Dem Geist, der unser Tröster heißt. Vom Christenthum sei Preis und Ruhm Dir, o Dreifaltigkeit, Jetzt und zu jeder Zeit! Auf einen hl. Bischof und Beichtiger. Iste Confessor Domini etc. Mel. Lied 118: Sing, meine Zunge, feierlich! zc. 203.5 eut ist der fromme Beichtiger, Den alles Volk verehret, Den schon in dieser Welt der Herr Durch Wunderwerk verkläret, Heut ist er zur der Herrlichkeit Des Himmels eingegangen, Wo alle mit dem Gloriekleid, Lobsingend, ewig prangen. 2. So lang er in dem schwachen Fleisch Gewandert hier auf Erden, War er andächtig, rein und keusch, Und sittsam in Gebärden. Er ließ die strengste Nüchternheit Stets einen Leib empfinden, Und konnte, fern von Eitelkeit, Die wahre Weisheit finden. 313 314 Vierter Theil. 3. Heil läßt durch ihn der Himmel oft Den Menschen widerfahren, Und rettet sie, wie sie gehofft, Aus nahen Todsgefahren. Gesundheit, die verloren war, Belebt die matten Glieder; Gott gibt fie ihnen wunderbar Auf seine Fürsprach wieder. 4. Darum verehrt ihn unser Chor Mit freudenvollem Singen, Und unser Herz schwingt sich empor, Jhm Ehr' und Lob zu bringen. Er wolle dort durch sein Gebet Uns Gottes Gnad' erwerben, Daß wir dereinst, für die er flebt, Des Himmels Güter erben. 5. Dir, Gott dem Vater 2c.( w. 171, 6.) Auf einen hl. Bischof. Jesu, Redemtor omnium etc. Mel. Lied 171: Last Christen! frohen 2c. Welterlöser Jesus Chrift! 204. O du der Hirten Krone! Der du der Hirt der Hirten bist, Schau her von deinem Throne! Sei zärtlicher als sonst geneigt, An diesem Tag zu hören, Wie tief sich unser Herz dir beugt, Mit Hymnen dich zu ehren. 2. Der fromme Bischof, der sich dir Und seiner Pflicht geweibet; Der deiner Lehre Samen hier Mit Sorgfalt ausgestreuet; Der ist es, den die Christenheit Aljährlich heute preiset, Und mit des Geistes Freudigkeit Durch ihn dir Ehr' erweiset. Auf hh. Beichtiger. 3. Er hat die Freuden dieser Welt Mit edlem Muth verachtet, Und was nur in die Sinne fällt, Der Lieb' unwerth geachtet. Drum steht er jetzt vor Gottes Thron In süßen Engelsfreuden Die sich zu seiner Tugend Lohn Auf seinen Geist verbreiten. 4. Erhör', o Jesus! unser Fleh'n; Verleih' uns deine Gnade, Daß wir mit gleichem Muthe geh'n Auf seinem Tugendpfade. Zeig uns die Größe deiner Huld Auf Bitten des Gerechten; Verzeih' uns Sündern; und die Schuld Erlaß uns, deinen Knechten. 5. Dir, Gott dem Vater 2c.( w. 171, 6.) Auf einen hl. Beichtiger. 1. Hent ist der fromme Beichtiger 2c..( Lied Nr. 203.) 2. Jesu corona celsior etc. 205. Herr Jesus, höchste Wahrheit! Du Krone, 3 315 la ples ple Glanz und Klarheit! Der du im Himmel thionst, Und El plp plgp LTE TE dem, der dich betennet, Der nie von dir sich trennet, Mit ew'ger Krone lohnst! Cesv 316 Vierter Theil. 2. Laß dir zu Ohren kommen Die Fürsprach dieses Frommen, Den unser Chor verebrt. Berreiß das Band der Sünden, Die unsre Seelen binden, Wie er für uns begehrt. 3. Der Jahrstag ist erschienen, An dem mit sanften Mienen Sein Blick am Tode hing; Als er des Leibes Hülle Verließ und in die Fülle Der Himmelsfreuden ging. 4. Was nur die Sinne reizet, Wonach die Welt stets geizet, Das ward von ihm verschmäht. Nun ist er höchst beglücket, Da er in Freud' entzücket Am Throne Gottes steht. 5. Dir, Jesus, Himmelskönig! War er stets unterthänig; Dir hing er immer an. Die List der alten Schlange Macht' ihm nicht angst und bange; Sie war ihm unterthan. 6. Mit Tugenden gezieret, Vom Glaubenslicht geführet, Hat er dich stets geehrt. Hier war er nüchtern; dorten Genießt er, was mit Worten Rein Sterblicher erklärt. 7. Sieh, Herr! von deinen Höhen Auf deines Dieners Flehen, Erzeig' uns deine Huld. Auf hh. Jungfrauer. Laß uns dort nicht empfinden Sie Strafen unsrer Sünden; Erlaß uns unsre Schuld. 8. Dem Vater und dem Sohne, Dem Geist auf Einem Throne Sei Lob allhier geweiht! Bis wir ihn einst dort oben Mit allen Engeln loben, In froher Ewigkeit. Auf hh. Jungfrauen. Jesu corona Virginum etc. Mel. Lied 143: Zion, öffne deine Pforte ac. Sesus, der Jungfrauen Krone! 206. Der bu Der du dich vom Himmelsthrone Zu der Jungfrau Schooß geneigt; Die nichts, da sie dich geboren, Von der Jungfrauschaft verloren, Hör' uns, hier vor dir gebeugt. 2. Bei den Reihen der Jungfrauen Wohnst du in des Himmels Auen, Unter Lilien weidest du. Dort von Herrlichkeit umgeben, Schenkst du in dem ew'gen Leben Deinen Bräuten süße Ruh. 3. Mit entzückendem Vertrauen Folgen immer die Jungfrauen, Wo dich, Herr! dein Weg hinführt. Dieser keuschen Bräute Menge Singt dir süße Lobgesänge Von der Liebe tief gerührt. 4. Herr! mit ihren Lobgesängen Soll sich unser Lied vermengen; Hör, wie unser Herz dir fleht. Hilf uns, daß wir gründlich lernen, Üns von allem zu entfernen, Was der Keuschheit widersteht. ARANY 317 318 Vierter Theil. 5. Gott der Vater sei gepriesen, Ehre sei dem Sohn erwiesen, Ehre sei dem heil'gen Geist! Gottes Ruhm soll sich verbreiten, So dahier zu allen Zeiten Wie ihn dort der Seraph preist. Auf eine hl. Jungfrau und Martyrin. Virginis proles, opifexque etc. Mel. Lied 109: Der Lobgesang erschalle laut zc. 207.D Sohn der Jungfrau, Jesus Chrift! Der du der Jungfrau Schöpfer bist, Die, da sie deine Mutter war, Als eine Jungfrau dich gebar. Wir singen heut den Lorbeerkranz, Sammt den Triumph und Glorieglanz, Den unsre Jungfrau sich erwarb, Als sie des Martyrtodes starb. 2. Herr! doppelt ist der Palmenzweig, Der ihr in deinem Himmelreich Für Siege von zweifacher Art Von deiner Hand gegeben ward. Denn sie erhielt ihr schwaches Fleisch In strengem Zwange, rein und keusch, Und des Tyrannen Grausamkeit Bezwang sie mit Gelassenheit. 3. Sie scheute nicht den blut'gen Tod, Noch was ihr der Tyrann gedroht. Was nur die Wuth ersinnen kann, Dies nahm sie unerschrocken an. Gestärkt durch dich, o Gottes Sohn! Sprach sie den Henkersknechten Hohn, Und nach siegreich vergofsnem Blut Schwang sich ihr Geist zum höchsten Gut. 4. Nimm ihre Fürsprach' an, o Herr! Schenk' uns durch sie, Erbarmender! T Auf eine Hl. Jungfrau. Die Strafe, so die Missethat Von deinem Zorn verdienet hat; Damit wir dir mit Herz und Mund Von unsrer ganzen Seele Grund Sobfingen hier in dieser Zeit, Und dort in froher Ewigkeit. 5. Lob sei dem Vater und dem Sohn Auf dem erhabnen Himmelsthron! Lob sei von uns den heil'gen Geist, Wie ihn der Seraph ewig preist! Der heiligsten Dreifaltigkeit In unzertheilter Wesenheit, Sei Ehre, Jubel, Preis und Ruhm Von uns, vom ganzen Christenthum. Auf eine hl. Jungfrau. Virginis proles etc. Mel. Lied 109: Der Lobgesang 2c. 208. Sohn der Jungfrau, Jeſus Chrift! Der du der Jungfrau Schöpfer bist, Die, da sie deine Mutter war, Als eine Jungfrau dich gebar. Wir fingen heut den Glorieglanz, Den unverwelkten Ehrenkranz Den eine Jungfrau fich erwarb, Als sie in deiner Liebe starb. 2. Nimm ihre Fürsprach' an, o Herr! Schenk' uns durch sie, Erbarmender! Die Strafe, so die Missethat Von dir gerecht verdienet hat; amit wir dir mit Herz und Mund us unsrer ganzen Seele Grund Lobsingen hier in dieser Zeit, Und dort in froher Ewigkeit. 3. Lob sei dem Vater und dem Sohn 2c.( w. 207, 5.) 319 Vierter Theil. Auf eine hl. Frau. Fortem virili pectore etc. 209.De Last uns mit Freuden fingen, Mel. Lied 118: Sing, meine Zunge, feierlich 2c. es Weibes Und Gott, der durch sie Wunder thut, Ein Lobesopfer bringen! Die Strahlen ihrer Herrlichkeit Verbreiten sich auf Erden; D'rum müsse durch die Christenheit Ihr Ruhm verbreitet werden. 2. 320 Zur Welt und ihrer schnöden Luft Bezähmt sie ihre Triebe! Entflammt war ihre ganze Brust Von reiner Gottes Liebe. Ihr Blick hing stets und unverwandt Am Heil im ew'gen Leben; Den steilen Weg zum Vaterland Zu geh'n, war ihr Bestreben. 3. Ihr Geist hielt in der Dienstbarkeit Den Leib durch strenges Fasten. Nie durft er bis zur Lüsternheit, Nie bis zur Wollust rasten. Den Geist hat sie durch das Gebet Gestärket und genähret. Im Himmel ist sie nun erhöht Zur Ruh', die ewig währet. 4. Herr, Jesus, König, groß an Macht! Der Starken wahre Stärke! Durch dich hat dieses Weib vollbracht So heldenmüth'ge Werke. Auf ihre Fürsprach' sei geneigt, Uns Schwache zu erhören, Und uns,( wir bitten tief gebeugt) Die Stärke zu vermehren. 5. Dir, Gott dem Vater 2c.( w. 171, 6.) Todesgedanken. 14. Bald liegt mein Körper in der Erde, Und wird von Würmern aufgezehrt. Damit er wieder Erde werde, Wird er vom Tode bald zerstört.. 15. Bebst du zurück vor dem Gedanken, Mein Körper? Bebe nicht zurück. Er nüßet dir, hält dich in Schranken; Er leitet dich, und schafft dir Glück. 16. Ja, Leib! du wirst die Würmer speisen, Sobald du bist des Todes Raub. Da wird es sich sogleich erweisen, Daß du nur Erde bist und Staub. 17. Fang' an, o Seele, heut zu eilen; Streck' aus zum Richter deine Hand. Unendlich schadet das Verweilen; Schon stehst du an des Grabes Nand. 18. Wie eitel, ach! ist hingeschwunden Die mir zum Heil verlieh'ne Zeit! Bin ich denn auch in allen Stunden Zum Tode, zum Gericht bereit? 19. Wie, wenn ich müßte heut erscheinen Vor meines Richters Angesicht? Vergebens würd' ich vor ihm weinen, Da späte Buße nichts verspricht. 20. Schüß' mich, o Gott! vor dem Verderben, Entreiße mich der Hölle Pein. Laß mir noch vor dem bangen Sterben, Das Grab der Klugheit Schule fein. 21* Muns 13 323 324 Fünfter Theil. 2. 211. A Der Tod mit seinem scharfen Pfeil Bielt Elep= r= 1= nach des Menschen Leben. Er spannt den Bogen oft in Gil'; Wer kann ihm widerstreben? Jung, Reich PUP plop PPPPP EEEP und Alt muß der Gewalt Des Todes unterliegen. Das edle Blut,* Der Heldenmuth Kann wider ihn nicht fiegen. 2. D Sterblicher! bedenke doch, Was du nicht kannst vermeiden: Daß endlich auch dein Geist vom Joch Des Leibes sich wird scheiden. Es wird der Freund, der dich beweint, Auch selbst dereinst erblassen. Drum gib dich d'rein, es muß so sein; Lern in Geduld dich fassen. 3. Die bleichen Wangen fallen ein; Die matten Augen brechen. Dein Herz wird voller Nengste sein, Die Zurge nicht mehr sprechen. Des Blutes Lauf* hört plößlich auf, Der Puls will nicht mehr schlagen. Des Todes Schweiß macht dir sehr heiß, Wenn Sünden an dir nagen. Todesgedanken. 4. Zum Kirchhof wird man deinen Leib Bald nach dem Tode tragen. Woselbst das Kind, der Freund, das Weib, Was sie geliebt, beklagen. Wer Gut's gethan,* ist wohl daran, Winkt ihm der Tod zum Sterben. Das Gut, das Geld* bleibt in der Welt, Und nüßet nur den Erben. 5. Noch über's Grab geleitet dich, Was lebend du begangen. Du wirst vom Richter( fürchterlich!) Dein Urtheil dann empfangen. Es dringet ein* in Mark und Bein, Es ist gefällt auf immer. D Schreckenswort!* es leuchtet dort Nicht Einer Hoffnung Schimmer. 6. O Mensch! der Tod pflegt wie ein Dieb, Des Nachts herein zu schleichen; Und wär' es dir auch gleich nicht lieb, So kannst du nicht entweichen. Wenn er dich trifft, so kann das Gift Auf Erden Niemand heilen. Drum sei bereit* zu jeder Zeit, Sonst schadet das Verweilen. 7. * Vielleicht ist dies der letzte Tag, Den du noch lebst auf Erden. Du kannst durch einen starken Schlag Bald fortgerissen werden. Ach, dent' daran:* der reiche Mann Mußt in den besten Jahren, Um Mitternacht,* eh' er's gedacht, Zur Hölle traurig fahren. 8. Bergiß dein Ziel und Ende nicht! Denn wirst du fleißig wachen, So wird der Tod und das Gericht Dir keine Schrecken machen. and the 3309 325 326 Fünster Theil. Dies sei dein Schluß:* Ich weiß, ich muß; Drum will ich mich ergeben. Ich sterbe gern in Gott dem Herrn, Der mich erweckt zum Leben. * 3. Mel. Lied 211: Der Tod mit seinem scharfen Pfeil zc. 212.Wer ist der Menſch, der fagen darf, werde niemals Der Zahn der Zeit ist allzuscharf; Was irdisch, muß verderben. Die Zeit zermalmt den Marmorstein, Sie kann das Eisen brechen; Und schwaches Fleisch* will fester sein? Wer kann sich dies versprechen? 2. Ach, ja! der Tod ist uns gewiß; Kein Arzt kann ihn verhindern, Gott strafet Adams Apfelbiß An allen seinen Kindern. Deitler Mensch! vertraue nicht Auf deine frischen Jahre, Das schönste Roth* im Angesicht Schüßt Keinen vor der Bahre. 3. Es ist umsonst, die Menschen sind Dem Tode hingegeben, Hier stirbt ein Greis, dort stirbt ein Kind; Es hilft kein Widerstreben. Der Wittwe Sohn zu Naim ward Vom Tode fortgerissen. noch jung und zart, Auch Jair's Kind, Hat gähling sterben müssen. 4. Es hält uns wohl der Herr mit Fleiß Die Todeszeit verborgen. Wir müssen fort, und keiner weiß, Ob heute noch, ob morgen. Zum Traueramte für die Verstorbenen. Wir sollen stets* Jungfrau'n gleich, Mit vollen Lampen wachen, Und täglich uns zum scharfen Streich Des Todes fertig machen. * Drum nimm, o Mensch! die Zeit in Acht; Hier schadet das Verweilen. Du weißt, daß dich zu Mitternacht Der Tod kann übereilen. Dich aber kann, stehst du bereit, Der Tod nicht sehr erschrecken. Ein Chrift wird* dessen Bitterfeit Durch Jesum wenig schmecken. Zum Traueramte für die Verstorbenen. Zum Eingange. Requiem aeternam etc. 327 213. My d Grhör' uns Gott! und gib* den abge EPAMEJNI P schied'nen Seelen Den Frieden und die Ruh';* laß fie ===========}{}}}=# d== nicht länger quälen; Wir bitten inniglich: Laß sie nicht XD ohne Trost dort in den Qualen weinen. Vertreib' die Finsterniß;* dein Licht laß ihnen scheinen. Ach, Herr erbarme dich. 328 Fünfter Theil. 2. Dein Volk wird, großer Gott!* dir Lob in Zion singen, Und in Jerusalem* dir, Herr! Gelübde bringen; Denn dies gebühret sich. Hör' unsre Bitt', o Herr!* neig' dich zu unserm Flehen: Laß doch die Seelen bald* dein Angesicht dort ſehen Im Himmel ewiglich. Zur Epistel. Dies irae, dies illa etc. 214. juun Am Tag des Zorns, an jenem Tage, Nach Besl 20 David des Propheten Sage, Versinkt dereinst in Asche EAN UP PECAH diese Welt. O, welch ein Schrecken wird entstehen, Wenn FEROOLI wir den Richter fommen sehen, Der dann Gericht von 美 時間 unserm Leben hält. 2. Wenn der Posaune Schall erklinget, Der in die tiefsten Gräber dringet: Wird kein Geschöpf des Richters Aug' entgeh'n. Der Tod sammt der Natur wird beben, Wenn alle Menschen zu dem Leben Und zu der strengen Rechenschaft ersteh'n. 3. Dann wird ein Buch von allen Tagen, Von allen Werken aufgeschlagen, Nach dem der Erdekreis gerichtet wird. Zum Traueramte für die Verstorbenen. Dies wird auch die geheimsten Thaten Vor seinem Nichterstuhl verrathen; Nichts bleibet ungerächt, nichts unberührt. 4. Was werd' ich, Armer, dort denn sagen, Wo die Gerechten selber zagen? Zu wem werd' ich um Schutz und Beistand fleh'n? D großer König, Quell der Gnaden! Der nur aus Güte mich geladen Zum Leben, laß mich nicht zu Grunde geh'n! 5. O Jesus! denk, daß du das Leben Für mich empfangen und gegeben! Verdamme mich dann nicht zur Höllenpein. Du saßeft müde, mich zu suchen; Du ließest dir am Krenze fluchen! Laß alles dieses nicht verloren sein. 6. Gerechter Richter uns'rer Sünden! Laß uns bei dir Vergebung finden, Noch vor dem Tag der strengen Rechenschaft. Ich seufze, tief in Staub gestrecket, Im Angesicht mit Scham bedecket: Verschon', o Gott! gib meinen Bitten Kraft! Du hast Marien gern verziehen; Dem Schächer Gnad' am Kreuz verliehen; Dies ist, was mir auch Trost und Hoffnung bringt. Ich bin zwar unwerth;( weh mir Armen!) Doch mach', o Herr! durch dein Erbarmen Daß mich dereinst die Hölle nicht verschlingt. 8. Laß mich zu deiner Rechten stehen, Mich unter deinen Schafen sehen; Zu deiner Linken stelle mich nicht hin. Wenn diese dann dein Fluch ergreifet Und in dem Flammenmeer ersäufet: Heiß mich zu dir mit deinen Erben zieh'n. 329 Fünfter Theil. 9. Sieh hier mein Herz zu deinen Füßen Vor Neu, wie Staub zermalmet, Lüßen! Sorg für mein Ende, Gott! verlaß mich nicht. Gib, daß mich niemals überrasche Der Tag, an welchem aus der Asche Ich Schuld'ger auferstehe zum Gericht. 10. 330 Schau dann auf den von deinem Throne, Verschone gnädig, den verschone, Den es, gesündiget zu haben, reut. Den Seelen, für die wir jetzt bitten, Für welche du den Tod gelitten, Schenk', Jesus! die gewünschte Seligkeit. Zur Aufopferung. Mel. Lied 213: Erhör' uns, Gott! 2c. Wir bringen, Gott! Gebet* und Opfer für die Seelen, Für jene nimm es auf, die wir bir anempfehlen Aus treuer Liebespflicht. Der Engel Michael* geleite fie zum Leben, Wo Engel in dem Licht-» und Glorieglanze schweben Vor deinem Angesicht. Zum Sanctus. Mel. Lied 79: Wie öde bist du ac. Laßt uns mit unsern Herzen dringen Zu Gottes höchstem Himmels Thron, Ihm Heilig, heilig, heilig" fingen, Im Engel- und Erzengelton! Voll sind die Himmel und die Erde Von unsers Cottes Herrlichkeit. 11 D, daß gebenedeiet werde Gott Zebaoth zu aller Zeit! Nach der Wandlung. D Gott! was sind die Menschenkinder, Für die du solche Liebe zeigst! Was sind doch wir elende Sünder, Zu denen du vom Himmel steigst! Zum Traueramte für die Verstorbenen. Du neigst die Himmel, um zu kommen Herab zu uns in Brodsgestalt: Hier hast du deinen Siß genommen, Gezogen von der Liebsgewalt. 2. Was Sinn und Witz nicht können fassen, Das bringt der Glaube sicher ein. Nichts ist vom Brod zurückgelassen, Nichts von dem Wein, als nur der Schein. Wir liegen dir, o Gott! zu Füßen, Wir beten dich, o Jesus! an. Wer wird genug zu preisen wissen, Was deine Liebe hat gethan! Zum Agnus Dei. O Gottes Lamm! du hast vergoffen Am Kreuz für uns dein theures Blut. Es ist aus dir der Werth geflossen, Der g'nug für uns're Sünden thut. Laß deines Blutes Wirkung dringen Bis zu den Seelen in der Qual; Damit sie mögen sich erschwingen Zu dir in deinen Freudensaal. 3ur Communion. Dich decken zwar die Brodsgestalten, D Gott! vor meinem Angesicht; Doch darf ich nur an dich mich halten, Denn deine Worte trügen nicht. Hier bet' ich an den Gott der Götter, Den Herrn der höchsten Majestät. Du bist mein Hort und mein Erretter, In dem allein mein Heil besteht. 2. Ich bin nicht würdig, zu genießen Dich, Jesus, o mein höchstes Gut! Ich bin nicht würdig, einzuschließen In meinen Leib, dein Fleisch und Blut. Doch meine Seele trägt Verlangen In diesem Sakrament zu dir! O, könnt' ich würdig dich empfangen; Welch eine Gnade wär' es mir! 331 332 Fünfter Theil. Absolution. ( Nach dem Seelenamte am Leichenspriegel.) Libera me, Domine etc. Mel. Lied 213: Erhör' uns Gott! 2c. wo bang die Erde zittert; D Herr! an jenem Tag, Wo Schrecken, Angst und Furcht die Himmel selbst Wend' ab von mir den Tod! * * An jenem Schreckenstag, wo du auf einer Wolke Als Richter sprechen wirst das Urtheil deinem Volke, Hilf uns aus aller Noth. 2. Vor Angst bebt mir das Herz, erschüttert, 215. wenn du dort wirst ergründen, Was ich allhier gethan.* Mit welcher Last der Sünden Erschein' ich vor Gericht! D Tag, der diese Welt durch Feuer wird verheeren, Wo alles schmachten wird vor Jammer und vor Zähren; Wer zagt und zittert nicht! 3. Erhör' uns, Gott! und gib 2c.( w. 213.) Bitten für die leidenden Seelen. PET Wie der Hirsch in schwülen Tagen, Bei PTPPE des heißen Durstes Plagen, Nach der frischen Quelle schreit: Also schreit nach ihrem Scheiden Jede Seel' in P ihrem Leiden Nach des Himmels Seligkeit. Bitten für die leidenden Seelen. 2. Der allhier nicht heilig wandelt, Der nicht heilig denkt und handelt, Geht dort nicht zum Himmel ein. Der nicht rein ist, muß bezahlen Seine Schulden in den Qualen, In des Kerkers schwerer Bein. 3. Steig' im Glauben, meine Seele! In des Kerkers finstre Höhle; Neige hin dein horchend Ohr. Schwerer sind hier unsre Beinen, Als die Erdbewohner meinen! Diese Stimme tönt empor. 4. Die Begier, bei Gott zu leben, Da wir hier noch müssen schweben, Ist uns noch die größte Qual. Uns, die wir so hart gebunden, Scheinen alle Tag' und Stunden Als so vieler Jahre Zahl. 5. Jhr, die ihr noch lebt auf Erden, Könnet uns're Tröster werden; Ach! und ihr verschiebt es noch! Euch hat Gott Gewalt gegeben, Uns aus dieser Bein zu heben; Ach, erbarmt, erbarmt euch doch! 6. Folgt dem frommen Machabaer, Der die Seelen der Hebräer, Die geblieben in der Schlacht, Zu erlösen, in dem Tempel, Zum erbaulichen Erempel, Gott ein Opfer dargebracht. 7. Opfert Gott das Blut vom Lamme, Das einst floß am Kreuzesstamme, Und genießt das Engelbrod. 333 3 334 Fünfter Theil. Betet, fastet, gebt den Arment Laßt euch ihrer Noth erbarmen: Dies befreit uns von der Noth. 8. Unsern Brüdern beizuspringen, Laßt uns Gott das Opfer bringen Durch den Priester am Altar. Beim Almosen und Kusteien Lasset uns zum Himmel schreien! Gott nimmt uns're Wünsche wahr. 9. Jesus, Bräutigam der Seelen! Laß sie doch nicht länger quälen! Lindre ihre Pein geschwind. Mache, Herr! fie frei vom Leide: Schmück' sie mit dem Hochzeitskleide, Die längst deine Bräute sind. list 10. Vater! freilich sind sie Sünder; 75 Doch sind sie auch deine Kinder, Und du hast ein Vaterherz. Lange seufzen sie vergebens, Gott! nach dir, dem Quell des Lebens; Ende, Vater! ihren Schmerz. 11. Milder Hirt! sie sind die Schafe Deiner Heerde. Laß die Strafe, Die sie drückt, geendigt sein.. Führe sie zu jener Weide, Wo des immels Lust und Freude Grünt, wonach sie seufzen, ein. D Bei Begräbnissen der Erwachsenen. 1. 50. Psalm: Miserere mei, Deus etc. 216. platte Erbarme dich, Gott! über mich Nach e plot beiner großen Güte. Erbarme dich, ich bitte dich, Mit Zu Begräbnissen. & PIP IP HI trauerndem Gemüthe. Nach Menge der Erbarmungen, Die deinen Thron umgeben, Tilg' aus die Uebertretungen, Die immer vor mir schweben. 2. Gott! wasche meine Seele rein Von allen ihren Sünden; Laß sie vor dir getilget sein, Die deinen Zorn entzünden. Ich weiß die Laster, welche sich Des Tags und in den Nächten Gerecht empören wider mich; Sie droh'n mir Ungerechten. 3. Gefündigt hab' ich dir allein, Vor dir ist mein Vergehen; Du strafft du bist gerecht und rein; Dies muß ich jetzt gestehen. Doch siehe dessen Schwachbeit an, Den Sünde schon befleckte, Als er das Leben kaum begann, Als ihn der Schoos noch deckte. 4. Du hast die Wahrheit stets geliebt. Das Dunkle zu verstehen, Hast du in Weisheit mich geübt; Du gabst es mir zu sehen. Bespreng mit Yssop mich, o Herr! So werd' ich rein auf Erden. Bre Ach, wasche mich, Barmherziger! So werd' ich schneeweiß werden. - 5. Laß Freud' und Luft zu meinem Ohr Durch deine Gnade dringen; So hebt sich mein Gebein empor, Dir fröhlich Lob zu singen. 335 193 ador Bob trd mas inflore OP tied 75% 7650 Fünfter Theil. 336 Dein Angesicht, Grundgütigster! Wend' ab von meinen Sünden. Vertilge fie: laß mich, o Herr! Bei dir Vergebung finden. 6. Erschaff' ein reines Herz in mir, Und eine reine Seele, Die heilig denkt und fühlt von dir, Nur deine Wege wähle. Wirf nicht von deinem Angesicht Mich hin, daß ich verderbe; Und deinen Geist entzieh mir nicht, Daß ich nicht ewig sterbe. 7. Gib, daß ich mich in deinem Heil Auf's neu und standhaft freue; Gib mir an deinem Geiste Theil, Der meine Furcht zerstreue. Ich will dein unbeflecktes Recht Die rohen Sünder lehren. Zu dir soll jeder Sündenknecht Von Herzen n bekehren. 8. Vom Blute, das um Rache schreit, Eil', Gott! mich zu entbinden; Und meine Zunge, dir geweiht, Soll deinen Ruhm verkünden. Eröffne mir, o Herr! den Mund; Er wird dein Lob verbreiten. Daß du gerecht bist, macht er fund Der Welt auf alle Zeiten. 9. Mein Gott! Brandopfer liebst du nicht, Ich wollte sie sonst schlachten. Vor deinem heil'gen Angesicht Sind sie für nichts zu achten. Ein Herz voll Kummer und voll Leid, Dich, Gott! erzürnt zu haben: Dies waren dir zu jeder Zeit Die angenehmsten Gaben. Bu Begräbnissen. 10. Sei gnädig!- Wenn es dir gefällt, So baue Zions Mauern. O, wären sie doch hergestellt! Laß Salem ewig dauern. Mit Kälbern, Lämmern wird man dann Erfüllen die Altäre; Dann fangen Opfer wieder an Zu rauchen dir zur Ehre. 11. Den Seelen, die aus dieser Zeit Von ihrem Leib geschieden, Gib in der frohen Ewigkeit, D Gott und Herr! den Frieden. Laß sie vor deinem Angesicht In dir sich ewig freuen, Und laß in Ewigkeit dein Licht Auf sie die Strahlen streuen. 2. 129. Psalm: De profundis clamavi etc. Mel. Lied 216: Erbarme dich, Gott! 2c. 217.5 err! aus der Tiefe ruf' ich dir; Herr! höre du mein Flehen. Es neige sich dein Ohr zu mir Von deinen heil'gen Höhen. Siehst du auf meine Sünden, Herr! Wie kann ich vor dir leben! Doch nein, Herr, wer ist gnädiger, Als du? du willst vergeben. 2. Ich trau auf deine Gütigkeit, Obgleich ich mich betrübe. Denn der zu dir aus Reue schreit, Den tröstet deine Liebe. Es hofft auf Gottes Wort mein Geist, Wie jammernd ich auch weine. Ich warte, wie er mir verheißt, Daß er mir bald erscheine. 3. Vom Morgen bis zur späten Nacht Soll Israel vertrauen. PARTIT 22 337 de 2 11 388 Es werde die hilfreiche Macht Des Herrn getröstet schauen. Ja, Israel! hoff' auf den Herrn, Bei ihm ist Heil und Güte; Sein Arm ist stark und rettet gern, Im Retten niemals müde. T Sp V D Fünster Theil. 4. Vertran'! Er wird dich von der Last Der aufgehäuften Sünden, Von dem, was du verschuldet haft, Erlösen und entbinden. Nie unterlaß, ihn zu erhöh'n; Er kann, er wird der Armen, Die seiner Hilf' entgegen seh'n, Sich väterlich erbarmen. - 5. Den Seelen, die aus dieser Zeit( w. 216, 11.) Bei Begräbnissen der Kinder. 050 56 1. NP R 112. Pfalm: Laudate pueri, dominum etc. Mel. Died 86: Erschalle hoher Lobgesang! 2c. 2hr Diener Gottes, lobt den Herrn! POTS O 2. Vom Aufgang bis zum Niedergang Erschalle seinem Namen, Die Engel nachzuahmen, Ein dankerfüllter Lobgefang! Hoch über alle Völker ist Der Herr der Welt erhoben. Wer könnte den g'nug loben, Den keine Himmelshöh' ermißt! 3. 218. Sein Name sei gepriesen! Hapion Dem Herrn sei Ehr' erwiesen! nad nisa Holl Erhebt und preist, und preist ihn gern. Von Ewigkeit zu Ewigkeit Wer ist, wie unser Herr und Gott? Er wohnet in den Höhen; SIS Sei Gottes Nam' erhoben! Wir freu'n uns, ihn zu loben.se od ad suf Sein Name sei gebenedeit! un stag Herab Hoch i Sakramentalischer Segen. Nach dem Gottesdienste. Matori genitoque, Un Er aus et jubilatio, us, honor, virtus quoque, Errit et benedictio! Und dem Geist der Heiligkei Sei von uns im Jubeltone Ehre, Lob und Dank geweiht rocedenti ab utroque, Hier und dort vor seinen Throne 343 Jompar sit laudatio! Amen. In der fel'genEwigkeit! Amen + ( Factus cibus viatorum, Vere panis filiorum, Non mittendus canibus. Gott dem Vater, und den Sohne, Am Frohnleichnamsfeste, nach der Epistel 223. Ecce panis Ange- Sich! das Brod der Engel In figuris præsignatur, Cum Isaac immolatur, Agnus Paschæ deputatur, Datur manna patribus. Bone pastor, panis vere, Jesu, nostri miserere, Nos hic pastos fac videre Illic bona cœlitum. Wird auf dieser Pilgerreise Gottes Kindern eine Speise, Die man nicht hinwirft dem Hund. In des Jsats Gang zum Tode, In des Ofterlamms Gebote, In der Väter Mannabrode, Ward dies Brod uns voraus fund. Sefus guter Hirt und Nährei Teiner gläubigen Verebrer Sei der Gnade Gottes Mehrey Uns imLand der Sterblichkei + Zu Abendbetstunden, vor dem letzten Sege. D 224. Defensor noster, unser Schußgott! schan Insidiantes reprime! Der Feinde Lift treib' von uns ab; Die du erkauft mit deinem Blut', Guberna tuos famulos, Quos sanguine mercatus es. Erhalte stets in deiner Hut. 344 Anhang. Zur Sonn- und Festtäglichen Meßandacht. I. Zum Eingange. Mel. Lied 53: Der Väter Seufzen 2c. u tamst, Sohn Gottes! in die Welt, $ 225.0( welche Huld!) in unserm Wesen ha u dich opfernd dargestellt* dem Vater, um uns zu er lösen. Dies Opfer einst am Kreuz vollbracht,* willp bu unblutig jetzt erneuern. Gib, daß wir es so würdig eiern,* als es uns deiner theilhaft macht. Zum Gloria. Mel. Lied 109: Der Lobgefang 2c. * ,, Gott, Ehre sei dir in den Höb'n!"* So fingen wir nach Engelart.* Dein Sohn ließ sich auf Erden seh'n, durch den uns Heil und Friede ward.* Auch ihm, dem Menschenretter, schallt dies dankerfüllte Jubellied, gleichwie das Herz von Liebe wallt zu dir, Gott Geist! durch den es glüht. Zur Epistel. ( w. Eingang.) D Gott! bei uns laß immerhin* verkünden deines Sohnes Lehren.* Wir finden Licht und Kraft darin,* dich, deiner würdig zu verehren.* Nach deinem Evangelium getreu die Uebung aller Pflichten, auf ihn vertrauend einzurichten,* dies, Herr, sei unser größter Ruhm! Zum Credo. ( w. Gloria.) Dich, Vater! Schöpfer der Natur! Bekennen wir mit Jerz und Mund.* Sie zeigt uns deiner Allmacht Spur,* and macht uns deine Liebe fund. Auch dich, Gott Sohn! verehren wir,* der du der Menschen Heiland bist, sammt Gott dem Geiste, welcher hier* in Trübfal unser Tröster ist. Zur Aufopferung. ( w. Eingang.) 1. Wir opfern, Gott! dir Brod und Wein.* 3war ift's nur ein Geschenk der Erde,* jedoch bestimmt,( du pirkest ein)* daß es ein himmlisch Opfer werde. Die Zur M.sandacht. 3451 Herab deines Bundes zeigt die Wunder deiner BoterSoch it und weckt in uns die Gegenliebe* zu dir, der uns geneigt. Wa Er s Unie könnten doch wir Menschen dir* erwiedern, ou uns gewähret?* Von deiner Hand empfingen was jetzt der Priester dir verehret. Doch, Herr! llest auf uns seh'n:* Wir weih'n zugleich dir unfre durchdrungen von der Reue Schmerzen;* und che wirst du nicht verschmäh'n. Er F czen, 3um Sanctus. C ( w. Gloria.) * Von uns, wie dort im Engelton, erschalle heilig, eilig dir, o Gott hinauf zum Himmelsthron!* Denn eilig bist du für und für.* Die Schöpfung, deines Ruhmes voll, verkündet deine Herrlichkeit. Zugleich sei- der da kommen soll,* gesandt von dir, gebenedeit! * ISS) Zur Wandlung. Mel. Lied 162: Gegrüßet seist du zc. 1. Nun, Gottmensch! bist du wirklich da, wie man am Kreuz' dich bluten sah, zur Tilgung unsrer Sünden. Hier opferst du dich für das Heil der Menschen, Jesus! laß uns Theil an deiner Gnade finden. * 2. Wie bist du doch, o Herr, so gut!* Du opferst jelbst dein theures Blut, das schmerzlich du vergossen.* Nimm, Bater! es zum Opfer an:* der Seelen Heil hängt ganz daran,* weil es für uns geflossen. Zum Agnus Dei und zur Communion. Mel. Lied 108: Die Sonne fliehet 2c. 1. Aus Liebe dargegebnes Lamm,* zur Tilgung aller Menschenschuld!* Dir sei gedankt! Am Kreuzesstamm' erwarbst du uns des Vaters Huld.* O Liebe, die den Frieden gab!* Flöß Frieden unsern Herzen ein,* daß wir uns deiner Liebe freu'n. 2. Die Welt gibt uns den Frieden nicht, der nur vom Himmel kommen kann.* Sie wandelt nicht den Beg der Pflicht, auf dem du, Heiland gingst voro Liebe, die den Frieden gab!* Flöß Frieden erzen ein, die wir der Nächstenliebe weih'n. * 5 34 346 Anhang. 3. Willkommen uns, o Gottesgast!* Du Quell Tugent kraft! In deinem Himmelbrode haft* du matten Geist verschafft.* D Liebe, die den Frieden Flöß Frieden unsern Herzen ein, daß sie sich Guten weih'n. Ge 9 1 S S S 2 fei Zum Ste, Missa est. ( w. C Vollbracht ist nun die Wunderthat* der Liebe, die i Vater fühnt.* Hätt' unser Dank doch jenen Grad,* w Jesu Liebe ihn verdient!* Von ihr ermuntert, geb. wir,* o Gott! zur Uebung unsrer Pflicht.* Der gute Wi kommt von dir;* versag' auch deine Kraft ihm nicht. DI D Mel. Lied 135: Jerusalem, du Himmelsstadt zc. 226.S * ei, Tag, den du dir, Gott! geweiht, ge grüßt! Sei bod gefeiert, daß deines Sohnes Wandel heut* in unserm sich erneuert.* Er gibt g sich jetzt auf dem Altar,* Gott Vater! dir zum Opfer dar und uns im Mahl der Liebe. II. an Zum Eingange. 2. Des Jrrthums und der Sünde Nacht ward durch fein Wort zerstreuet, und von der Hölle Furcht und Macht bat uns sein Tod befreiet.* Durch Reinigung in seinem Blut* wirst du verfühnt; und Kraft und Muth wird uns verlieh'n zur Tugend. kr Zum Gloria. Mel. Lied 81: Der Himmel ift 2c. 1. Stimmt, Christen! in den Jubel ein, von dem einst Bethlehem erklang! Mit Gottes Engeln laßt uns weih'n ibm Dank und Lob im Hochgefang! 2. Der Friede Gottes nahe sich dem Menschen, der das Gu e liebt, und seines Gleichen brüderlich umfaßt; bi auch Fehler gern vergibt. * 211 * Zur Epistel. ( w. Eingang) Gott! deine Lehre leitet uns* dem hohen Ziel entgegen;" Sie sei der Leitstern unsers Thuns auf dieses Leben ift's egen. Denn deines Sohnes Wort und Gnad' h wirfest gezeigt den Heil im ew'gen Seb * Zu Begräbnissen. Es hört nicht auf zu sehen Herab auf uns, Gott Zebaoth. Hoch ist er: dennoch schauet er, Was sich im Staube windet, Und faum sein Dasein findet. Er schaut in jede Tief' umher. 4. m 8 Er hebet den, der arm und bloß, Sich unter den Geringen Der Sohn sei hochgepriesen! Dem Geist sei Chr' erwiesen Von seinem ganzen Christenthum. g 2. Empor nicht kann erschwingen, Er hebt ibn, macht ihn reich und groß. Er setzt ihn zu den Fürsten hin, Die seinem Volk gebieten, So droben als hienieden; Bu solcher Höh' erhebt er ihn! 5. Die Unfruchtbare wird verjüngt, Die sich der Kinder freuet, 8 Die ihr der Herr verleihet, ot und die sie ihrem Hause bringt. 10. er Dem Vater sei Lob, Dank und Nubm! Beichnam Chrifti inte mich,* der 5 Eng! Mel. Lied 17: Komm, heil'ger Geist! 2c. 219. Lebt Lebt wohl, ihr Eltern, gute Nacht! Ich mußte von hier scheiden. O Mein furzes Leben ist vollbracht, Gott ruft mich zu den Freuden. Sie sind im Himmel mir bereit; Ich soll das schon genießen, Was Andere mit schwerem Streit Mühsam erwerben müssen. 2. Ich geb' aus dieser Welt hinaus, Ch' ich sie recht geschmecket. Ich komme zu dem Hochzeitshaus Des Lammes unbeflecket. 349 rdienten : Gnade sterben 99* pmst die teden! sen mir eine TON. 90 346 Fünfter Theil. 3. W noch mit dem weißen Kleid' Tugentallen Engeln prangen, mattery von Gott vor kurzer Zeit Flöß Taufebad empfangen. Guten w 3. enschen müssen immerzu schwerer Arbeit schwitzen, Bjelten können sie in Ruh' Vashr Hab und Gut besitzen. ist die Welt dem Meere gleich, wiholl Sturm und Ungewitter; fom mancher schwere Unglücksstreich Nacht hier das Leben bitter. 4. Ich Glück für mich! Bei gutem Wind Bin ich in zarten Jahren ch dieses tobend Meer geschwind 220 ofen zugefahren; Schnes Wandmeine Segel blies, fich jetzt auf dEngel fandte, dar und unsallem Unglück riß, 62. Des Irrth erkannte. fr 5. Ich wohne nun in süßer Ruh, Dort, wo die Engel singen; Und sehe nur von weitem zu, Wie schwer die Menschen ringen Mit Angst und Kummer, in Gefahr, door Den Himmel zu verlieren, Umringt von einer Feindesschaar, Die leicht sie kann verführen. 6. Laßt, Eltern! euern bittern Schmerz In eurer Brust sich stillen! Gott wird bald euer banges Herz Mit süßem Trost erfüllen. Macht euch zum Sterben wohl bereit, Und meidet alle Sünden, Daß ihr mich in der Ewigkeit Mögt fröhlich wieder finden. 13 Hot Pay Maide 173 To in th Zur Meßandacht. b ch deinen Tod* laß uns nach die wohlverdienten lo afen.* Heiland, Mittler, Herr!* Verleih' uns Gnade Heiligung. O Jesus! wir leben dir;* wir sterben * dir, der du für uns starbst und lebst. f Zum Agnus Dei. v. D du Lamm Gottes,* welches du hinnimmst die Sünden der Welt!( 3mal.) R. Erbarme dich unser!:,: Verleih' uns den Frieden! ( In Seelen- Messen.) R. Gib den Seelen ihre Ruhe!:,: Gib den Seelen ihre Ruhe in Ewigkeit! $ Zur Communion. D Herr!* Ich bin nicht würdig, eingehst;* sondern sprich nur ein Wort, Seele gesund.( 3mal.) 349 Zur Ausspendung der hl. Communion.aut Mel. Lied 11: Bespreng mit Yssop 2c. * daß du zu mir so wird meine * 1. Die Seele Christi heil'ge mich der Zeichnam Chrifti fegne mich,* das Blut des Heilands tränke mich, * der Seite Wasser rein'ge mich. 2. Das Leiden Christi stärke mich, o guter Jesus! höre mich; verbirg in deinen Wunden mich,* nichts trenn' von deiner Liebe mich! - 3. Vor'm bösen Feinde schüße mich,* in meinem Tode rufe mich zu dir, daß ich dort, ewiglich* verklärt, im Himmel preise dich. - Zum Segenswunsche. * Der Segen Gottes des Vaters,* und des Sohnes und des heil'gen Geistes* sei mit uns Allen,* mit uns Allen. Amen. clap- 307 ( In Seelenmessen.) *. Sie ruhen in Frieden! Amen. R. Amen. PRIC Sipsisse Anhang. Zur T Sonn- und Fest, auch Täglichen Vesperordet oder Abendandacht. Jog TEAIS BUTA 34 PERS 350 An jedem Sonntage des Kirchenjahres. Unerforschliche Größe Gottes. 1159 Mel. Lied 23: Vom Anfang riefest du zc. 228.A nbetungswürd'ger Gott!* Wer könnte dich ergründen? Kein Mensch, kein Engel ist,* der dich vollkommen fennt.* O möchte unser Geist in Demuth dies empfinden, so oft er im Gebet* dich Gott und Vater nennt! * 2. Du schufest uns, daß wir* erst gut, dann selig werden, und richteteft die Welt dazu. so weislich ein.* D du, die Liebe selbst für uns schon hier auf Erden!* Wie herrlich und wie gut wirst du im Himmel sein. 3. Wir beten gläubig an dich, als den Allerhöchsten. Auf dir, o Herr! allein* soll unsre Hoffnung steh'n. Flöß Liebe uns in's Herz zu dir und unserm Nächsten* daß wir dereinst im Tod dir frob entgegen seh'n. * # 4. Noch sind wir da, wo sich, Gott! was du bist, nur spiegelt; wo deine Fügung oft* uns ein Geheimniß ist.* O zeige gnädig uns* die Alles dort entsiegelt, wo wir im Lichte schau'n, wie groß, wie gut du bist. Gott, das einzige und höchste Gut. 229.maj Mel. Lied 100: Gott! wir preisen deine Güte zc. Pajestätisch glänzt die Sonne;* was hier lebt, dem bringet Wonne* ihre Wärm', ihr goldner Schein.* Der du sie entstehen ließest,* und uns wohl zu thun sie bießest,-* Gott! wie gut mußt du nicht sein. # 2. Alles, was wir sind und haben,* strömt, als so viel gute Gaben, täglich uns in Menge zu. Gott, du Geber alles dessen!* Wer wird deinen Reichthum meffen? Gnädig mild und gut bist du. $ Zur Vesper oder Abendbandacht. 351 * 3. Du bist mächtig, weise, gütig,* ewig, heilig und langmüthig, selig, wahrhaft und getreu. Was wir höchst vollkommen nennen;* mehr noch, als wir denken fönnen, bist du, Gott! Nichts kommt dir bei. 串 4. Unser Geift wird hoch entzücket,* und der Dunkelheit entrücket;* denkt er, höchstes Gut! an dich.* Standhaft wandeln deine Pfade,* und bewußt sein deiner Gnade, dies beglückt uns ewiglich. * 5. Quelle der Vollkommenheiten!* Kurz und eitel find die Freuden, die sich nicht auf dich bezieh'n.* Du verdienest vorzugsweise, daß wir uns mit allem Fleiße* stets um deine Huld bemüh'n. befiehlst, s 6. Die vor deinem Auge wandeln, wie du, heilig denken, handeln, nahen sich dir, höchstes Gut!* Gib uns, herzlich dich zu lieben, und, was du befiehlst, zu üben* bis zum Tode, Kraft und Muth. 7. Daß sich Jesus dargegeben, sei Blut und Leben, böchster, liebenswerther wird mit dir besessen:* zeig' uns einst die Wahrheit dessen nach dem Kampf mit Sünd' und Tod. - uns mehr als Gott!* Alles Gütigkeit Gottes. Mel. Lied 89: Mit heil'gem Zittern nähert sich c. 230.u nendlich bist du, Gott und Herr!* Kein Siun * kann, was du bist erreichen. So wirst du auch nicht seliger, wenn wir dir Lob und Dank erzeigen.* Doch liebst du uns. Den Vätern gleich,* gibst du dich immerdar zu sehen; und willst, daß wir wie Kinder fleben,* zu dir um Gnade und dein Reich). sid 2. Wer gibt uns Nahrung sammt dem Kleid',* und alles was den Leib vergnüget?* Du, Gott! und zwar aus Gütigkeit, die, wie dein Reichthum nie versieget. Wer hob uns über jedes Thier,* und gab dem Geiste so viel Kräfte? Du, Vater! machst dir's zum Geschäfte, uns wohlzuthun. Dich preisen wir. * la ** 3. Woher der Wahrheit belles Licht und Kraft zum Guten dem Gemüthe?* Von dir, o Gott! Wer weiß 參 es nicht? Für Alles sorget deine Güte.* Was thatst bu nicht für unser Heil? Sogar dein Sohn ward Mensch auf Erden; und, daß durch ihn wir selig uns zu Theil. werden, ward deine Gnade * 352 Anhang. 44. Du staunest, Geist! stumm wird der Mund* bei dieser großen Liebe Zeichen. Doch, Dankgefühl im Her F zensgrund!* Du kannst bei Allem dem nicht schweigen.* So dränge denn im Kindersinn* dich, Gegenlieb'! aus deinen Echranken. Mach' unsern Mund beredt zu danfen; beug' uns vor Gott dem Vater hin. 5. Hilf, Vater! uns in dieser Zeit* das Böse mächtig überwinden;* und laß für unsre Frömmigkeit* den Lohn dort in dem Himmel finden. Der Geist will deine Wege geh'n, doch unser Fleisch ist allzuträge auf dem so rauhen Tugendwege.* Drum, Heiland! eil' uns beizusteh'n. * Schöpfung und Erneuerung der Welt. Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr' verflossen, zc. Daum ist das Licht hervorgedrungen,* schon sind gelöst der Menschen Zungen* zu ihres großen Schöpfers Rubm.* Vernimm, o Gott! die Sobgesänge der dankerfüllten Christenmenge* auch hier in deinem Heiligthum. * 2. Die Erde freuet sich der Sonne; doch Christus schafft uns größ're Wonne;* sein Glanz verschlingt den Sonnenschein. Wir sind von ihm erlöst, ihm eigen; drum müssen wir ihm Tank erzeigen, und heut uns seiner herzlich freu'n. 3. Daß einst dies schöne Weltgebäude* dein Wort, o Gott! mit Licht umstreute;* dies war ein Wunder deiner Macht.* Du wecktest, uns das Heil zu geben,* auch deinen Sohn vom Grab in's Leben! Dies zeigt von deiner Liebe Macht. 14. Du überschautest, Herr! im Blicke die Welt; gleich einem Meisterstücke stand vor dir Alles; sie war gut. Doch schaust du jetzt, noch mehr erfreuet,* auf sie herab; denn ganz erneuet prangt sie in deines Sohnes Blut. 5. Gott Vater! deine Welt erfüllet* jetzt neuer Glanz, der uns enthallet, was in dir selbst unsichtbar ist.* Denn näher läsfest du dein Wesen in Jesus, deinem Sohn, uns lesen, der uns im Fleisch erschienen ist. 6. Beleb', o Gott! uns mit Vertrauen, daß wir in Allem auf dich schauen,* der du die Allmacht selber bist.* Und deine große Vaterliebe erwed' in uns die Gegenliebe, wie sie uns zeigte Jesus Christ. Vesper- oder Abendandacht. 353 7. Laß uns in Jesu Opfer finden* Vergebung unfrer vielen Sünden, daß wir dir moblgefällig sei'n.* Und die Verkündung seiner Lehren* flöß uns, dich thätig zu verehren, auch Licht und Muth und Eifer ein. 8 Gott Vater, der du uns erschufest* und uns in deinem Sohn berufeft,* zur Heilig- und Gerechtigkeit!* Laß alles dies an uns, wir fleben, durch deines Geistes Kraft geschehen,* zu deinem Ruhm in Ewigkeit. Borsehung Gottes. 1. Mel. Lied 55: O Gottes eingeborner Sohn zc. agt, Christen! nicht wie Heiden thun,* wenn fie ein Uebel fränket. Auf Gott laßt eure Sorgen ruh'n: er ist's, der Alles lenket.* Dem, der fich fest* auf ihn verläßt,* hat er das Heil versprochen,* und nie sein Wort gebrochen. 2. Was du, o Gott! hervorgebracht* im weiten Weltgebie: e,* erhebt die Größe deiner Macht und deine weise Güte. Mit deinem Ruf,* der sie erschuf,* erhältst du alle Dinge;* nichts ist dir zu geringe. 3. Kann sich auf unserm Haupt kein Haar,* Herr! ohne dich verrücken: so stehst du vor auch immerdar* uns, deinen Meisterstücken.* Wer dennoch nicht mit Zuversicht* dir trauet, Gott der Götter!* ist deines Daseins Spötter. 4. Oft scheint dein Rath uns wunderlich und sich nicht gut zu enden:* doch muß, du sprichst es, Ales sich zum Glück der Frommen wenden. Hat Noth bewährt* den, der dich ehrt!* gewiß; wie deinem Sohne, wird Heil ihm dort zum Lohne. * * 5. Wir hoffen auf dich unverrüdt!* Du, Gott! wirst Alles walten, und uns bei Allem, was hier drückt, so wahr du bist, erhalten.* Hör' uns in Noth* und einst im Tod dir kindlich Vater sagen, und laß uns nicht verzagen. 6. Erhalt' uns treu der Christenpflicht,* Herr unsers Tod's und Lebens!* Dann hoffen wir( du trügest nicht)* den Himmel nicht vergebens. Dort sehen wir,* o Gott! bei dir, wie weise du uns führtest,* und alle Welt regierteft. 23 Anhang. 2. ( Abends.) Luminis fons, lux et origo ete. Mel. Lied 170: Der, dessen edlen Sieg 2c. 233. * du des Lichtes Quell, in dem das Licht wir sehen! Erhöre, Gott der Huld!* uns, die wir zu dir flehen:* daß frei von Finsterniß der Sünde, unsre Seelen nur das, was dir gefällt, * das Gute glücklich wählen. 354 * 2. Du haft des Lebens Kraft* in uns, dein Werk geſenket, und uns durch Jesum Christ* der Seelen Heil geschenket.* Wie sollten wir nicht stets mit Freuden auf dich schauen?* und, Vater! kindlich dir* voll Zuversicht vertrauen? * * ** 3. Der Glaube hält sich fest* an deines Sohnes Worte; die Hoffnung schaut von fern* des Himmels offne Pforte; und mächtig ziehet uns zu dir mit heil'gem Triebe, o Gott!( du selbst bist sie) die ew'ge * höchste Liebe. * 4. Vollendet sind nun bald des heut'gen Tags Geschäfte.* O Herr, du gabst dazu* uns Schuß, verliehst uns Kräfte.* Vernimm dafür den Dank, den billig hoch erfreuet,* für jetzt und immerdar* dir jede Seele weihet. 5. Wird auch entflohen sein* die Sonn' aus unsern Gränzen: so seh'n wir jene doch selbst in dem Dunfeln glänzen, die Sonne nie umwölkt, dort in des Himmels Höhen, wo alle Engel dich in voller Glorie ſehen. * * 6. Keusch übergeben wir dem Rubbett' unsre Glieder. Erwecke sie, gestärkt zum neuen Leben wieder.* Und deines Geistes Kraft regier' allein in ihnen,* daß wir, zu unserm Heil,* dir morgen treuer dienen. Vesper oder Abendandacht. 3u verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres. Erwartung der Ankunft Jefu Chrifti. Instantis adventum Dei etc. 355 Mel. Lied 129: D Gott, vor dessen 2c. 234.Ringt, Menschen! unter heißem Flehen die * Hände nach des Himmels Höhen, * 311 Gott, der uns das Heil versprach.* Lobsingend laffet uns begegnen* dem, der da kommen soll, zu segnen* die Menschheit, die verworfen lag. 2. Der Sohn des Vaters, längst vor Zeiten* entschlossen, sich mit Fleisch zu kleiden,* liegt schon verhüllt im Jungfrau- Schooß.* Der Herr, damit er uns bedächte, kommt selbst herab, gleich einem Knechte,* und macht uns von der Sünde los. * 3. Eil', Zion, freudig ihm entgegen!* denn sieh! er kommt aus Huld, mit Segen, zu deinem Troft, nicht zum Gericht.* Bald kommt er, dir den innern Frieden* mit Gott dem Vater anzubieten. Verschmähe seine Gnade nicht. * 4. Laßt diese Gnadenzeit uns nüßen, daß, wird er zum Gerichte sißen, wir seiner Wiederkunft uns freu'n* Dann zieht er in den Himmel wieder,* und mit ihm seines Leibes Glieder,* die thätig glaubten, fiegreich ein. 5. Vor diesem nahen Tag entschwinde,* Geburt der Finsternisse- Sünde!* und dein Gefolg'- Verdor benheit! Der sünd'ge Adam sei veraltet! Zum neuen * werd' er umgestaltet, wie Gott ihn schuf, in Heiligkeit. * * Ankunft Jesu Christi in der Welt. Mel. Lied 125: Weil Joseph's 20. reu dich, o Christenheit! 235. * des Tags zu Gottes Ehre, den selbst des Himmels Heere * lobsingend eingeweiht.* Des Vaters ew'ger Sohn* stieg von dem Gloriethron, ward Mensch im JungfrauSchooße* und trat zum bessern Loose* der Sterblichen an's Licht. 2. Gott in den Höh'n sei Ehr'! den guten Mentschen Friede! So tönt's im Jubelliede bei Davids 23* 356 Anhang. Stadt umher.* O That, die Reiner faßt:* Gott selbst wird unser Gast.* Dem Schöpfer aller Dinge* ift es nicht zu geringe,* gleich uns, ein Kind zu sein. 3. O Liebe! Alles Heil, das Adam uns verloren, ward mit ihm neu geboren, und aller Welt zu Theil. Ihn macht der Hirten Mund* alsbald den Juden kund; dann läßt Gott auch die Heiden von einem Sterne leiten zur Krippe seines Sohnes. * 4. Der Vorzeit Deutung ist nun herrlich aufgeschlossen, und Leben ist entsprossen in dir, o Jesus Christ! Heil dir, erlöste Welt!* Dank ihm, wie's Gott gefällt. Du haft dein Licht erblicket,* das jedes Herz erquicket, und zu der Tugend stärkt. ** 5. Nimm, Gott und Heiland! an* dies Lob' das dir gebühret. Durch deine Huld gerühret* laß deinem Bild uns nah'n. Gib uns, die mit Vertrau'n* nach deiner Gnade schau'n,* daß thätig wir dich loben,* und dir geweiht dort oben* dich in der Glorie seh'n. Lehramt und Wandel Jesu Christi. Fac, Christe, nostri gratia etc. Mel. Lied 63: Jesus, wer an dich gedenket 2c. 236.Gottmensch! weih' dir unsre Zungen!* Nimm * von uns dein Loblied an.* Würdig werde das besungen, was du eirst an uns gethan. Ja für uns ist's Pflicht und Ehre, daß dein Lob durch uns sich mehre.* Herz und Lippen stimmen ein;* laß es angenehm dir sein. * 2. Jesus! Wahrheit, neues Leben* hat dein Wort der Menschen- Welt, sie zu Gott empor zu heben, wundervoll an's Licht gestellt.* Heil uns! daß wir dich erkennen, und durch dich Gott Vater nennen. Nimm uns dieses Glaubenslicht und die Kraft zur Tugend nicht. * # 3. Sündern bot'st du deine Lehren, deine Gnaden liebreich an:* Heil uns Allen zu gewähren, liefst du deine Dornenbahn.- Jefus, laß im Glück auf Erden* uns nicht übermüthig werden. Nur nach Gott und Menschenglück* ziel' wie dein, auch unser Blick. Vesper- oder Abendandacht. 357 . 4. Wie von vielen blinden Feinden, denen deine Lehr' mißfiel littst du auch von schwachen Freunden bis an deiner Leiden Ziel.*- Weiche nicht von frommen Seelen, *. welche, Jesus! dich erwählen.* Ew'ge Wahrheit, lehre fie! ew'ge Lieb' entflamme sie. 5. Reich an Thaten, wie an Worten schloß am Kreuze fich dein Lauf!* und nun stiegst, des Todes Pforten* sprengend du vom Grabe auf.*- Jesus, Rebstock! wie die Ranken, laß uns dein sein, und nie wanten in dem Glauben, bis wir dich* einstens schauen ewiglich. - * Nachahmung der Fasten Jesu Christi. Dies absoluti praetereunt etc. Mel. Lied 201: Das Blut der Martyrer etc. * 237.Erſchienen ist die Zeit, die uns zum Wachen, Faften, Heiland eingeweiht, * den Kampf der Tugend zu besteh'n. Seid dann bereit,*/ aus dieser Zeit, die seine Huld, verlieh'n des Heiles Frucht zu zieh'n. 2. Entfernt von Eitelkeit und den Zerstreuungen der Welt, werd' unser Geist erneu't* zu Allem, was nur * 家 Gott gefällt. Auf dieser Bahn gingst du voran:* O Herr! dir folgen wir;* zieh' uns hinauf zu dir. 3. Des Fleisches Nüchternheit,* die unserm Geiste Stärkung gibt, sei auch voll Thätigkeit,* die Gott in dürft'gen Brüdern liebt. Du thatst, o Herr!* an uns noch mehr:* Du gabst dich für uns hin;* so- bild' auch unsern Sinn. 4.& s lämpfe immerfort der Geist mit Reizen böser Luft. Wie stählt nicht Gottes Wort, sie zu besiegen, unsre Brust? So, Jesus Christ!* hast du die Lift* des Satans weggeschafft. Auch uns gib solche Kraft. 5. Es schwinge himmelwärts sich, wie der Weihrauch, das Gebet' Gott hat ein Baterherz, das unsre Bitte nicht verschmäht.* Zu Gottes Thron* hast du, sein Sohn!* hinauf für uns gefleht.* O stärk' uns zum Gebet. 6. Auf dem so rauhen Pfad' in's ew'ge sel'ge Vaterland,* den selbst dein Fuß betrat,* o Christus! leit' uns deine Hand. Denn uns zu gut floß einst dein Blut,* das uns für Gott erneu't und Tugendkraft verleiht. * * Anhang. Leiden und Tod Jesu Christi. Prome, vocem mens canoram, etc. Mel. Lied 29: Es ist wieder Zeit, die Hand 20. lagt nur, Christen! im Gesang über Jesu Todesschmerzen:* nüßt jedoch, was er errang,* auch zur Beff'rung eurer Herzen.* Denn zur Tilgung unsrer Schuld* starb er sündlos und aus Huld. 238. 2. Jhn zerfleischet wilde Wuth,* unsrer Missethaten wegen.* Sieh, er will in seinem Blut* Abscheu gegen fie erregen. Unsrer Seelenwunden Gräu'l,* wird durch seine Schmerzen heil. 3. Hangen will er an dem Pfahl,* daß er unsre Fesseln breche; seiner Wunden große Zahl* fließen uns wie Gnadenbäche;* und mit Nägeln trägt und hält* er am Kreuz das Heil der Welt. 338 * 4. Seine Brust wird mit dem Speer, als er schon erblaßt, durchstoßen;* Blut und Wasser ward daher uns geheimnißvoll vergossen;* Wasser- uns zu reinigen,* Blut, uns ihm zu einigen. 5. Heiland gib uns, wir sind krank,* Wasser stets aus dieser Schleuse:* hier als einen Heilestrank,* dort, zu unserm Tugendpreise;* daß die Welt, durch dich befrei't,* preise dich in Ewigkeit. Auferstehung und Erscheinungen Jesu Chrifti. Mel. Lied 124: Frohlocket, Christen, jauchzet 2c. er Heiden Licht, Judäens Wunder,* sank zwar zur Todesnacht hinunter,* als dort des Tempels Vorhang riß:* doch seht, wie Jesus wiederkehrte,* als guter Hirt zu seiner Heerde,* für die er Blut und Leben ließ. * 2. Allmächtig hob er, troß der Wache, vom Grabe sich am dritten Tage, vom Tode frei und unversehrt. Zum Schrecken wonnetrunkner Feinde,* zum Trofte tief betrübter Freunde,* erschien er, lebend und verklärt. 3. Der Schönste aller Menschenkinder* ist nun bewährt als Heilsbegründer,* als wahrer Gottmensch vor der Welt. Der Priester Pläne geh'n in Trümmer,* und unser Glaube prángt im Schimmer* des Himmels, fiegreich festgestellt. Vesper oder Abendandacht. 359 * 4. Mit Jesus, den sie wieder sehen,* noch vierzig Tage umzugehen, ist seinem Jüngerchor erlaubt, und seinem Mund entfließen Lehren, die Jedem Licht und Trost gewähren, der ihm, dem Sohne Gottes, glaubt. * 5. Nach dem am Kreuz errung'nen Frieden, legt er zu seinem Reich hienieden* den Grund auf Lieb' und Einigkeit. Er gab's den Seinen zu verwalten,* und sprach! Ich selbst will es erhalten* bis an das Ende dieser Zeit".on * 6. Sie sah'n nur kurz den guten Hirten, damit sie so erhoben würden vom Irdischen zur höhern Welf.* O, gib auch uns, nicht hoch zu achten, was sichtbar ist, und lehr uns trachten nach dem, was nicht in's Auge fällt. * Himmelfahrt und Wiederkunft Jefu Chrifti. Vita Sanctorum, decus Angelorum etc. Mel. Lied 170: Der dessen edlen Sieg, 2c. 240. * er Heil'gen Leben du,* der Himmelsbürger Wonne!* Du, Heiland Jesus Christ!* bist auch der Gläub'gen Sonne.* In dir frohlocken wir, daß du am Kreuze littest* und in der Todesqual* uns ew'ges Heil erstrittest. * * 2. Beschüß', Erlöser! uns* vor Leibs- und Seelenplagen,* uns, dein erwähltes Volk, in diesen Freudentagen. Laß sie auch diesmal uns* und Allen, die dich ehren, zur neuen Heiligung,* des Herzens wiederkehren. 3. Triumph dir, Held! daß du den Feind zu Boden streckteft, und aus der Gruft mit dir selbst die Entschlaf'nen wecktest. In vollem Glanz erschienst* du, treuer Hirt, den Deinen zu ihrem Trost, um sie* im Glauben zu vereinen. * 4. Doch war dein Aufenthalt nicht lang bei dieser Heerde,* daß so ihr Blick von hier* hinauf gerichtet werde,* wohin du dich erschwangst, weit über'm Sternenbeere,* in Gottes rechter Hand,* gekrönt mit Macht und Ehre. 5. Herr unser König! nun* regierst du in den Höhen, woher dich alles Fleisch soll wieder kommen sehen,-* dich( dem die Sterblichen das Todesurtheil fällten) in Gottes Majestät, als Nichter aller Welten. * * 360 Anhang. * 6. Erhebe denn zu dir im Himmel uns're Herzen, daß wir, o Mittler! nicht der Seelen Heil verscherzen." Und werden wir dereinst dich, unsern Richter, sehen,* dann laß begnadigt uns, zu deiner Rechten stehen. * * Sendung des heiligen Geistes. Organum mentis tibi, quaeso, nostrae etc. Mel. Lied 65: O Gottes eingeborner Sohn 2c. 241.Dich, o Gott, Geiſt der Heiligkeit!* und deine * * Kraft zu loben,* fühlt, gleich den Jüngern Jesu, heut sich unser Herz gehoben.- D gib, daß wir, dir nach Gebühr ein Lob- und Danklied fingen, und uns zum Opfer bringen. 2. Du bist, und zwar von Ewigkeit,* des Vaters reinste Biebe, und füllst, die sich sein Sohn geweiht,* auch uns mit gleichem Triebe. So ward zu Theil* das volle Heil uns, wie der ersten Heerde, die Jesum gläubig ehrte. * * 3. Geist Gottes! wie so wunderbar kamst du in Feuerzungen, und bist der frommen Beterschaar* in Sinn und Herz gedrungen!* Mit deiner Kraft,* die neu sie schafft,* verkünden diese Schwachen den Herrn in allen Sprachen. 4. Jhr finstrer Sinn ward aufgebellt, die Wahrheit zu erkennen;* entflammt ihr Herz, vor aller Welt* fie standhaft zu bekennen.* Geist Gottes! dir* fei Dank dafür, daß uns, was sie verbreitet, dein Wort noch immer leitet. 5. Noch schenkest du des Glaubens Sicht, und zeigst uns Gottes Willen; den Büßern gabst du Zuversicht,* ihr banges Herz zu stillen.* D Geist des Herrn!* Halt' von uns fern den Irrthum und die Sünden, die an die Höll' uns binden. 6. Noch wirkst du, quält der Neue Schmerz,* als heil'ge Quell der Thränen. Das dann von Schulden reine perz empfindet neues Sehnen: und freudig weih'n wir Gott allein,* das Beste, was wir haben, der thät'gen Liebe Gaben. * Vesper- oder Abendandacht. 361 7. Sei, Führer auf dem Zugendpfad,* Gott heil'ger Geist, erhoben;* Sohn Gottes, der ihn uns erbat, dich müsse Jeder loben!* Dreieinigkeit!* Dir sei geweiht Anbetung, Dank und Ehre* vom ganzen Christenheere! Aufenthalt Jesu Christi unter seinen Gläubigen. Quisquis, o! sacram properas ad aedem etc. Mel. Lied 86: Erschalle hoher Lobgesang! 2c. 242.3 erfammelst du, o Christ! dich gern* hier in * * der Brüder Mitte!* so seien deine Tritte* beseelt vom Glauben; sonst bleib' fern!* Bedenke, daß nach Gottes Wort, der in dem Himmel thronet,* auch hier verhüllet wobnet.* Wahrhaftig, hier ist Gottes Ort. 2. O Gottes Freundlichkeit! Er geht gern um mit Menschenkindern. Doch ihm zu nahen, hindern wird uns des Höchsten Majestät.* Drum will,- der unermeßlich ist, um uns nicht abzuschrecken,* hier wunderbar bedecken den Himmelsglanz, der ihn umfließt. * * 3. Zwar blitt und donnert er hier nicht, wie einst dem Judenvolte sein Wort aus dunkler Wolke;* noch hält er nicht sein Weltgericht.* Doch sei auch da vor seinem Thron* voll Lieb' und ehrerbietig, wo er fich zeigt so gütig in Jesus, seinem lieben Sohn. * * 4. Die Opfer, die einst Gott gebot* im alten Testamente, sind ewig nun zu Ende;* am Kreuze hob sie Jesu Tod. Jetzt stellt er stets noch unsichtbar, nach feines Wortes Lehren, den Vater zu verehren, als Priester sich zum Opfer dar. * 5. Hier läffet Gott, der Alles nährt, des Heiles Wort verkünden und Sündennachlaß finden das Herz, das ich zu ihm bekehrt.* Hier gibt( wie ist der Herr so gut!)* zur Uebung guter Werke den Seelen Gnad und Stärke* sein Sohn in seinem Fleisch und Blut. 6. So wag' es denn, o Sünder, nicht,* hierher mit Gottes Frommen* ganz unbekehrt zu kommen.* Wie magst du fleh'n mit Zuversicht? So spricht uns an dies Heiligthum aus vielen Glaubensgründen,* uns rein da einzufinden, zu unserm Heil und Gottes Ruhm. * 362 Anhang. 7. Laß, Gott und Vater! unser Fleh'n* zu dir wie Weihrauch steigen, und dort dein Herz erweichen* durch den, nach dem wir gläubig seh'n.* Er sammle sich in deinen Höh'n* zu Wolken die dann regnen,* uns insgesammt zu segnen, mit Allem, was wir uns er, leh'n. * An besondern Festen der Heiligen Gottes. Hohe Würde der jungfräulichen Mutter Jesu Christi. Quis ore digno te canat etc. Mel. Lied 86: Erschalle hoher Lobgesang 2c. 243. Wrzungfrau zu erheben, die uns gebar das er weihet wie* die * Leben,* Gott selbst, in dem sie sich gerühmt?* Helft Engel uns und seid bemüht mit uns, ihr höhern Kräfte!* Macht es euch zum Geschäfte,* zu preisen sie im hohen Lied! - 2. Wer dringt so tief, wie Gott es kann,* in ihres Herzens Gründe, daß er ihr Lob da finde?* Wer stimmt es ihr gefällig an?* Ja, welcher Sprache wird es nicht, um ihren Werth zu zählen, an WortenReichthum fehlen? Und doch ist's, sie zu ehren, Pflicht. * * * 3. Maria, fag' es selbst! Was zog des Ew'gen Sohn herunter? Es war der Liebe Wunder, die ihn mit uns zu sein bewog.* Er ward in ihrem reinsten Schooß* ein Mensch, um uns von Sünden aus Gnaden zu entbinden; und so ward uns ein beff'res Loos. * 4. Was war's, da sie empor sich schwang, da Gott fie auserkoren* für den, den sie geboren?* War's etwa hoher Stand und Rang? Nein! ihres keuschen Wandels Lob,* ihr Glaube, der, zu lieben den Herrn, sie angetrieben, und Demuth war's, das sie erhob. * * 5. Doch diese Tugend deiner Magd,* die nie sich selbst gefallen, bast du, o Herr, vor Allen,* bemerkt und gnadenreich bedacht!* Sie hatte sich vor dir gebeugt auf deines Engels Worte,* als aus des Himmels Pforte dein Sohn herab sich zu ihr neigt. * AR Vesper- oder Abendandacht. 363 6. So, Höchster! bist du noch bereit,* gern umzugeh'n mit Jenen, die stets nach dir sich sehnen, und wandeln, wie dein Wort gebeut.* O schenk' auf Jesu Mutter Fleh'n, vor deinem Thron, uns Armen dein väterlich Erbarmen, daß wir uns dort erhöhet seh'n. * * Verehrung der Hl. Apostel und Evangelisten. Quem misit in terras Deus ete. Mel. Lied 179: Du unerschaffnes Licht zc. 244.0" u, den uns Gott zum Heil geschicket,* haft dir Apostel beigesellt.* In deinem Tod hast du beglüdet,* durch fie belehrt- die ganze Welt.* Zu deiner Ehre, Jesus Christ, der du ihr Herr und Meister bist! verehren wir heut diese Väter,* als deiner Liebe Stellvertreter. 2. O Gotteslamm, zerfleischt von Wölfen, das unser Söhnungsopfer ward!* Du gabst Befehl auch deinen Zwölfen* zu Wölfen einer andern Art.* Du warst mit ihnen, Jesus Christ, der du ihr Herr und Meister bist! daß bald der Heiden wilde Horden, wie Lämmer durch sie ahm geworden. * * * 3. Die Erde, die bisher gefloffen von Strömen Bluts aus Menschenwuth, ist nun mit ihrem Schweiß begossen,* und dir zum Preis mit Martyrblut.* Du stärkteft fie, Herr Jesus Christ, der du ihr Herr und Meiſter bist!* Daraus erhellet bis zur Klarheit,* daß sie nichts lehrten als die Wahrheit. * 4. Von ihnen ist bepflanzet worden die Erd', wozu Gott Wachsthum gab.* Der Himmel pflückt nun aller Orten sich reiche Segensfrüchte ab. Das führst du fort, o Jesus Christ, der du ihr Herr und Meister bist!* Noch immer bis zum End' der Zeiten, wird deine Anstalt sich verbreiten. * * 5. Verleih' uns, Heiland, deine Gnaden zu guter Werte Fruchtbarkeit,* daß wir jetzt reifen wie die Saaten, auf jene große Erntezeit.* Kommst du zu richten, Jesus Christ, 串 der du ihr Herr und Meister bist:* dann laß auf der Apostel Flehen,* uns dort zu deiner Rechten stehen. Anhang. Berehrung des hl. Erzbischofes und Martyrs Bonifacius, Apostels der Deutschen und Patrons des Bisthums Fulda. 364 Mel. Lied 51: Nachdem viel tausend Jahr' verfloffen, zc. 245. Gott, du alles Lichtes Quelle,* aus der nach jener Zeiten Völle* ein Strahl in Deutschlands Haine drang!* Heut', da wir Bonifazens denken, der kam, den Glauben uns zu schenken,* tönt dir ein Lob- und Dankgesang. an. * * 2. Geweiht der Wissenschaft und Tugend* war Bonifazens frühste Jugend.* Dazu triebst du, o Gott! ihn * Daß unser Heil mit dir beginne,* so mach' in Christus unsre Sinne der Geistesherrschaft unterthan. 3. Du führtest, daß er deinen Willen sich übte- strenger zu erfüllen, ihn in des Klosters Einsamkeit.* Halt unsern Geist beim Weltgeräusche in fich gekehrt, daß ihn nichts täusche,* und stets auf deinen Ruf bereit. 4. O Gott! gleichwie du einst die Friesen* durch seinen Eifer angewiesen, daß sie in Jesu dich erkannt;* so Leite stets auch unsre Seelen, daß wir als Pilger nicht verfehlen, den Weg zum rechten Vaterland. * 5. Wie du, o Gott! im Buchenwalde, der nur von Wodan! Freya! hallte,* durch ihn die Gößen niederhiebst; so gib, daß niemals sich empöre* ein Lafter gegen Jesu Lehre, die du in unsre Herzen schriebst. * * 6. Du schüßtest ihn auf jenen Reisen, die er, getreu sich zu erweisen,* zum Stuhle Petri unternahm.* Lak nicht aus unserm Herzen rauben das köstlich Kleinod, jenen Glauben, den er uns zu verkünden fam. - 7. Gib, Gott! uns, feines Glaubens Erben, wie er, zu leben und zu sterben* für deine Ehre, Kraft und Muth.* Verleih', uns deine Gnadenstärke,* daß jedes unsrer Wort' und Werke dich preise als das höchste Gut. ( 3u Fulda an seiner Grabstätte.) * 8. Du läsfest, Gott!( dies war sein Wille)* hier ruben seines Geistes Hülle, als seiner Vaterliebe Pfand.* Erhalte, wie er es bekehrte, stets rein im Glauben, den ter lehrte, das ihm geliebte Buchenland. * 9. Dir, Vater, Sohn und Geist sei Ebre* für Bonifazens Glaubenslehre! Erhöre. seiner Kinder Fleh'n. Laß uns dereinst, auf dessen Bitten, dich dort in jenen sel'gen Hütten mit unserm Glaubensvater seh'n. * Vesper oder Abendandacht. 365 Verehrung des hl. Priesters und ersten Fuldaischen Abtes Sturmius, Apostel der Sachsen und Patrons des Fuldaischen Bisthums. Mel. Lied 13: Von dem Himmel zc. 246.6 * roßer Gott, durch dessen Güte,* Fulda, unser Vaterland, einst des Gözendienstes müde,* dich den wahren, Gott erkannt! Dir sei Lob von allen Zungen für des Glaubens Licht gesungen! Sturm, dein Diener sei verebrt, der uns dein Geseß gelehrt. 2. Sturmius, vom Anbeginne* seines Lebens Gott getreu,* und Bezwinger seiner Sinne* hielt den Geist von Sünden frei. Seine Tugend zu bewahren* schloß er sich von ersten Jahren, noch von aller Sünde rein,* in des Klosters Mauern ein. 3. Nunmehr kam der Zeiten Völle,* Völker! eures Heiles Tag;* Völker, deren Geist zur Hölle* weit von Gott gebeuget lag.* Buchenländer, Sachsen, Hessen, Gottes lang genug vergessen! Sturm ist's( hebt das Haupt empor!) welchen Gott für euch erfor. * * 4. Aber du, o Fuld! von Allen, du sonst unbewohnter Wald!* Du,( so hat es Gott gefallen,)* du wirst Sturmens Aufenthalt.* Jbm, sammt sieben Mitgesellen, bau'st du weltentwöhnte Zellen;* und sie werden dieser Schaar, was die Arch' acht Seelen war. * 5. Von dem Heiland trägt den Namen* das von Sturm erbaute Werk:* denn nur Jesus nachzuahmen* war des Stifters Augenmerk. Und nun ruft er:„ Meine Brüder! Seid des Hauptes würd ge Glieder!* Jesus sucht der Menschen Heil;* dieses sei auch euer Theil!" 6. Und so machte Riesenschritte,* von dem Geiſte Gottes reg, stets sich gleich und in der Mitte,* Sturmius auf dem Tugendweg* Treuer Knecht! empfang zum Lohne die verdiente Himmelskrone,"* sprach der Herr; und Sturm entschlief in dem Herrn, der ihn nun rief. * 11 * * 7. Gott! wir danken für den Segen, welchen du nach deiner Huld, unsers ersten Vaters wegen ausgegossen über Fuld Mache, daß an Seel' und Leibe uns, was er verheißen, bleibe,- Segen nicht nur für die Zeit, noch mehr für die Ewigkeit. * 366 Anhang. Seligkeit der Gerechten im Himmel. Ad perennis vitae fontem etc. 247. Mel. Lied 36: Jesus, wahres Licht der Seelen 2c. ach des ew'gen Lebens Quelle* sehnt im Glauben sich der Geist,* bis er aus des Leibes Zelle seinen Fesseln sich entreißt.* Nechzend unter Last und Mühen* blickt zum Himmel er empor,* wo ihm wieder Freuden blühen, die uns Adams Schuld verlor. * 2. Gleich der Sonne strahlen alle* Heiligen im Himmelssaal;* jeder rühmt im Jubelschalle der erkämpften Siege Zahl. Dort ist alle Schuld vergeben und verbannt des Fleisches Streit;* einen Sinn ein himmlisch Leben führt es, mit dem Geist erneu't. 3. Dort der Sterblichkeit entkleidet,* forscht der Geist der Dinge Grund,* und die Wahrheit, neu bereitet,* macht sich ihm von Freiem kund. Von dem Wechsel dieser Zeiten sind des Himmels Bürger frei;* weg find Alter, Thränen, Leiden;* und für sie ist Alles neu, ** * 4. Ewig währet, wie ihr Leben,* alles, was ihr Herz erfreu't und unsterblich blühend schweben sie in voller Seligkeit. Wo nur Gottes Weisheit schaltet,* ift fie auch in jeder Brust; nur ein einz'ger Wille waltet über sie zur höchsten Lust. * * 5. Ist auch dort der Lohn verschieden nach des Wandels Würdigkeit;* doch ist jeder höchst zufrieden, und des Andern Glücks erfreu't.* Was ihr frommes Herz begehret, beut sich ihnen zum Genuß. Dieser, weil ihn Gott gewähret, macht doch keinen Ueberdruß. * 6. Heil den Frommen, die im Himmel* vor des Schöpfers Antlig steh'n!* Die dort fern vom Weltgetümmel, unter sich die Erde seh'n! Christus, deiner Kämpfer krone!* Führ' in jenes Reich uns ein,* wo vor deinem Gloriethrone* wir mit ihnen selig jei'n. 7. Ist noch unser Streit hienieden nicht vollbracht: so gib uns Muth,* Christus! daß wir nicht ermüden in des Tugendkampfes Glut.* Hilf uns siegen, und gewähre, daß nach dieser Leidenszeit,* wir, zu deines Vaters Ehre, dich erhöh'n in Ewigkeit. Vesper oder Abendandacht. Bitten um geistliche Güter. Nach eigener Melodie. * 248.Swach fühlen unsre Seelen sich zum Hei* * ligungs- Geschäfte. Wer kann und wird uns gnädiglich* verleih'n die nöth'gen Kräfte* zum Leben wahrer Christen, wenn du, o Gott, fie nicht gewähreft? 2. Wir können ohne Glauben nicht den Weg zum Heile wandeln. Du gabst, o Gott! ihn als ein Licht, um stets darnach zu handeln.* Vermehr' in uns den Glauben, daß wir auch thätig ihn bekennen. * 3. Die Hoffnung auf die Seligkeit, die du uns Gott gegeben, ermuthigt uns im Tugendstreit, und mildert dieses Leben. Bestärk' uns in der Hoffnung,* daß fie an uns auch wirksam werde. 367 4. Die Liebe ist das Hauptgebot,* daß du uns vorgeschrieben,* o Gott! wir wollen bis zum Tod* dich in dem nächsten lieben.* Entzünd' in uns die Liebe,* daß wir sie auch im Wandel zeigen. 5. Zwar kann fich nie des Menschen Herz* o Gott! ganz schuldlos finden; doch läsfest du bei Reu' und Schmerz ihm gnädig nach die Sünden. Vergib, o Herr und Vater!* auch uns, was wir vor dir verschuldet. * * * 6. Wer stets nach deinem Willen thut,* o Gott! und für dich leidet, den hältst du für gerecht und gut,* und ihm den Lohn bereitet.* O gib, auf unser Flehen,* dazu uns Licht und Muth und Stärke. * * 7. In Trübsal ist es dein Geschenk,* dir, Herr! sich überlassen, und deines Sohnes eingedent, sich in Geduld zu fassen.* Verleihe diese Gnade auch uns im Leiden und im Tode. Fürbitten für die Lebendigen. Mel. Lied 211: Der Tod mit seinem scharfen Pfeil zc. 249.⁰ ott Vater! dir gefällt's, wenn wir* für * * Andre liebreich flehen. Indem wir dieses thun vor dir, so sprich: Es soll geschehen!* Du zeigest bich stets liebevoll, wenn wir dich auch nicht baten. Doch unsre Bitt'* um fremdes Wohl, erwirkt besondre Gnaden. 2. Du willst, o Herr nach deinem Wort* die heil'ge * Ques 30 14339 L if € b * 4. Zum Staatenflor befestigst du,* o Gott! der Fürsten. Throne. Gib, daß ihr Volk in Glück und Ruh,* und stets sie segnend, wohne. Du, der uns schuf,* hieltst Jeden an zum eigenen Geschäfte;* gib ihm dazu* auf seiner Bahn,* Lust, Treue, Fleiß und Kräfte. 5. Du spendest, milder Herr! uns hier durch Menschen manchen Segen. Erfreue sie mit Glück dafür auf allen ihren Wegen. Erbarmer' send',* wir bitten dich, für Alle, die noch streiten, Hilf' oder Trost* aus deinen Höh'n; ende bald ihr Leiden. * * * 6. Bring' endlich auch nach deiner Huld;* o Gott die harten Sünder zur Buß', und nach erlaff'ner Schuld* begnad'ge sie als Kinder.* Des Mitleids voll* fleh'n wir zugleich* für Juden, Türken, Heiden:* du wolleft sie zum Gnadenreich in Christo Jesu leiten. e * d n d fi 368 Anhang. Kirche schirmen.* Der Hölle Macht laß immerfort* vergebens auf sie stürmen. Zur Einigkeit der Christenheit* ist ihr ein Haupt gegeben.* Laß dieses blüh'n zu jeder Zeit, das Ganze zu beleben. 1 * 3. Du läsfest, Herr! an deiner Statt* uns stets nach Hirten weiden.* Verleih', daß sie nach weisem Rath auch uns zum Himmel leiten. Ihr treues Volt,* lent auch dahin, daß ihm, wie Einer Heerde, dereinst vor dir des Heils Gewinn dort zugetheilet werde. * * An Gedächtnißtagen der Abgestorbenen. Mel. Lied 70: D großer Gott, von dem 2c. 250.D ir fallen wir, voll Andacht nieder,* o Gött des Trostes und der Huld!* das Erhör' büßen ihre ** * Fleh'n für unsre Brüder, die dort noch Schuld.* Laf sie, wo ihre Blicke hangen, zur ewig fel'gen Ruh gelongen;* zeig ihnen bald dein Angesicht. Ach! reite sie aus ihren Beinen, und laß auf ewig ihnen scheinen das längst ersehnte Himmelslicht. * * 2. Nimm, Vater! auf mit Wohlgefallen* zum Dankesopfer den Gesang* dafür, daß wir im Fleisch noch wallen, daß uns die Gruft noch nicht verschlang. Gib, daß wir schon hienieden büßen, wofür noch jene leiden müssen, um deren Heil wir zu dir schrei'n. Nimm weg von ihnen alle Mängel,* und führe sie durch deinen Engel aus ihrer Qual zum Himmel ein. * Bei besonderen Anlässen. 369 3. Wir sollen ja uns gläubig trösten* in dir, o Mitt= ler Jesus Christ!* Nichts werde jemals uns Erlöften* versaget, was uns heilsam ist.* Verleih' uns, die wir hier noch kämpfen, die Kraft, die böse Luft zu dämpfen," die auch zur Tugend uns erneut.* Den Seelen aber die dort leiden, verwandle bald in ew'ge Freuden* $ ie qualenvolle Prüfungszeit! 4. Es ruhe sanft im Schooß der Erde* die Asche der Entschlafenen,*- mit Trost, daß sie verkläret werde* am Richttag mit den Heiligen. Dann, Richter! laß zu deiner Rechten* fie hören mit den treuen Knechten: ,, Kommt, geht in ew'ge Freuden ein!"* D, laß auch uns, die wir sie segnen, verherrlicht ihnen dort begegnen,* und ewig bei dir selig sein. Andacht bei besonderen Anlässen. Zur Einsegnung der Eheleute. Mel. Lied 85: Sing, meine Bunge, feierlich 2c. 251.Der er Eh'stand soll eheilig sein!* Dies ist * des Schöpfers Will Er setzte selbst den Eh'stand ein in Edens heil'ger Stille. Aus Adams Rippe ward gebaut die, die wir Eva nennen;* dem Adam gab sie Gott zur Braut;* nie sollten sie sich trennen. * * 2. Der Eh'stand soll euch heilig sein!* Jhr seid der Heil'gen Kinder.* Drum sollet ihr ihn nicht entweih'n,* wie die verruchten Sünder.* Jagt ihr nur nach des Fleisches Luft, wie Roß und Maulthier pflegen, so treibt ihr Gott aus eurer Brust* sammt allem Himmelssegen. 3. Der Eh'stand soll euch heilig sein!* In unser Fleisch gekleidet, geht Gott mit ihm ein Bündniß ein, das selbst der Tod nicht scheidet.* Die Kird hat der Herr zur Braut* in Liebe sich vermählet. Sum Beichen dessen( sagt es laut!) hat er die Eh' gewählet, * 4. Der Eh'stand soll euch heilig sein!* Von euch, ihr Eheleute!* erwartet Gott lebend'ge Stein, zum himmlischen Gebäude.* Erhabnes Ziel! zu dem der Stand* der Eh' ist eingeseßet!* Web! wenn ihr von ihm weggewandt, durch Unart es verleget. $ 5. Der Eh'stand soll euch heilig sein! Er soll euch beilig machen. Er müsse niemals euch zerstreu'n,* für 24 370 Anhang. euer Heil zu wachen* Wenn Kinder, den Delzweigen gleich, einst euern Tisch umgeben;* so leitet sie zum Himmelreich; pflanzt sie für's ew'ge Leben. * 6. Der Eh'stand soll euch heilig sein, als eins der Sakramente! Zur Hochzeit ladet Jesus ein, daß er * zu euch sich wende. Der Trübsal Wasser wird zu Wein* des Trosts der Herr verwandeln;* wollt ihr nur friedsam, keusch und rein* vor seinen Augen handeln. zu 7. Die Eh' laß ihnen heilig sein* Gib ihnen, Herr! den Segen, daß sie in deiner Furcht sich freu'n, geh'n auf deinen Wegen. Laß sie der Kinder Kinder feb'n bis in die spät'sten Zeiten.* Laß endlich sie mit ihnen geh'n* in deine Himmelsfreuden. * Bitten in jeder allgemeinen Noth. Utricibus nos undique etc. Mel. Lied 26: Ein Tag, ein Theil 2c. 252.S Gott! du haffest alle Sünden,* und läsfest allenthalben ber uns die verdiente Straf doch nicht aus Zorn, Allliebender! D Herr! wer sonst? Du kannst am besten in Noth uns helfen oder trösten. empfinden; 2. Zwar auch die Welt schafft unsern Seelen* in Leiden ihre Tröstungen;* doch eitel sind, wenn Sünden quälen.* all' ihre Gunstbezeugungen.* Gar oft verhärtet fie und nähret* des Lasters Uebel, dem sie wehret. 3. Uns schrecken deine Geißelhiebe, wenn du uns ziehst vor dein Gericht; doch machet deine Baterliebe uns wieder neue Zuversicht.* Gelassenheit in allen Schmer* ist Wein und Del in wunde Herzen. zen * * 4. Die wahren Uebel, die uns tränken, sind Fleisch, der Satan und die Welt. Ach, Vater! hilf uns sie be schränken,* wenn ihre Macht uns überfällt.* Gleich einem Arzt komm', zu ertheilen uns deine Gnad'; fie wird uns heilen. 5. Warum verweilest du so lange?* Herr! sei mit uns im Tugendstreit'. Hilf jeder Seele, wenn sie bange* in Leibesnöthen zu dir schrei't.* Laß uns, in Jesus deine Erben, für die er flehet, nicht verderben. * 6. Wir fallen bittend vor dir nieder! Barmherziger, verschmäh' uns nicht.* Bald glänz' uns Abgehärmten wrieder der Hoffnung angenehmes Licht durch den, der an dem Kreuz gestorben, und alle Gnaden uns erworben. Bei besonderen Anlässen. Bitten in allgemeinen bestimmten Nöthen. Mel.: Verleih uns Frieden 2c. * 253.Bebrängt von allen Seiten her sind wir für Sünden. Und ach! es ist kein Anderer, der uns befreit, zu finden;* eilst du, o Gott! nicht, uns zu helfen. 2. Um Segen für die Feldfrüchte. 3war fördern wir den Ackerbau,* doch nicht der Frucht Gedeihen. Den Regen, Sonnenschein und Thau kann Niemand uns verleihen, gewährst du, Gott! sie nicht von oben. * * 3. Um gedeihlichen Regen. * Sieb, Gott! wie uns're Erde lechzt nach einem milden Regen.* Erhör' dein Volk, das zu dir ächzt.* Wer sonst gibt seinen Segen, als du, o Gott!- Erbarm' dich unser. 4. Um Nachlassung des Regens. * * Ersäufet schwimmt die Erde da,* von häuf'gen Regengüssen; und Niemand ist mit Hülfe nah, die Wolken zu verschließen,* als du, o Gott!- Ach, sei uns gnädig. 5. Um heitere Witterung. Bei trübem Himmel will sich nicht,* Gott! unser Herz erweitern.* Wer sonst kann mit dem Sonnenlicht* die Erd' und uns erheitern, als du, o Gott!- Sei uns barmherzig. 6. Zur Zeit der Theuerung. * # * Ach, Jammer! unser täglich Brod fängt an sich zu vertheuern,* Wer rettet uns aus dieser Noth?* Sonst kann ihr Niemand steuern, als du, Gott, unser Herr und Vater! 7. Zur Zeit einer großen Sterblichkeit. Schwer drücket unser Vaterland der Tod mit seinen Schrecken. Wer ist von Menschen da im Stand,* uns gegen ihn zu decken, als du, o Gott! Ach, Herr, verschone! 8. Zur Zeit einer Viehseuche. * Hält nicht der Herr ab von dem Stall* den Würger unsrer Heerden:* so kann in diesem Unglücksfall* uns sonst kein Nett er werden, als du, o Gott! Gil' uns zu Hilfe! 9. Zur Kriegs- und jeder andern Zeit. Da pacem, Domine etc. - * - 371 Verleih' uns Frieden gnädiglich,* Herr, Gott! in unsern Beiten. Es findet ja kein Andrer sich, der für uns könnte streiten, als du, Gott, unser Herr! alleine. 24** 372 Anhang. Zu Leichenbegängnissen. Bei Begräbnissen der Kinder. Zur Begleitung der Leichen. Justus, si morte praeoccupatus etc. 254.Staum entsproß* dem mütterlichen Schooße. bald uns verwelkt die Blume,* die die ihr 2. Doch, Elterrn! stillt die bittern Thränen, vergießt* beim Scheiden eures Lieblings. 3. Wie Balsam trief in eure Herzen* das Wort des Herrn, zu heilen eure Wunden. 4. ,, Stirbt gleichwohl, spricht er, jung der Fromme; so kommt sein Geist auch früher in die Ruhe. 5.( Des ehrenwerthen Alters Wesen besteht ja nicht ,, in vielen Lebensjahren; 6. Verstand ist's und ein heil'ger Wandel, der wie den Greis- des Kindes Alter zieret.) * # 1 * 7. ,, Gott hatte an ihm Wohlgefallen; drum nahm er weg* ihn aus der Sünder Mitte. 8. Run ist er frei von Falsch- und Bosheit,* womit die Welt* ihn sonst getäuschet hätte. * 9. ,, Denn mächtig ist selbst für Gerechte des Lasters Reiz;* es blendet und beflecket. 10. Allein schon früh ist er gereifet* zur Frömmig,, keit,* und für das beff're Leben. 11 11.3n kurzer Zeit hat er vollendet,* was Viele ,, kaum* im hohen Alter werden. 12. ,, Drum eilte Gott, dem seine Seele* so wohl gefiel,* der Welt ihn zu entreißen. 13. Merkt's Völker! so liebt Gott die Frommen. Er sorgt für sie;* als seine Auserwählten." 11 - Zur Einsenkung der Leichen. Sinite parvulos etc. Venite, benedicti etc. Laßt nur, sprach einst der Herr,* die Kleinen 255.// zu mir kommen!* Ihr ist das Himmelreid), wie der erwachs'nen Frommen." * * Kommt also her, die Gott, mein Vater benedeite!* Befißt das Reich, das er* vom Anfang euch einweihte." Dem Vater, der uns schuf,* dem Sohn, der uns erneuet, dem Geiste, der uns heilt,* sei ewig Lob geweihet! Bei Begräbnissen. Bei Begräbnissen der Erwachsenen. Zur Begleitung der Leichen. Osculo, agite fratres complectamur etc. tt 256.Laßt, Brüder, uns dem( der) Abgeschiednen,* # 373 2. Er( Sie) ward uns von dem Tod' entrissen, und wandert nun,* beweint von uns, zum Grabe. 3. Hier ist kein Gut, daß immer währet, und keine h Luft, die nie ein Schmerz verleidet. 4. Gleich Träumen sieht man alles schwinden.* Wer wollte noch darnach so gierig baschen? 5. Doch, Christus! dort in deinem Reiche* hältst du bereit* den Deinen höh're Güter. t t * 5 ie * 6. Die wollest du jetzt dem( der) verleihen, den( die) du beriefst und uns, die um ihn( fie) trauern. 3 7. Hienieden sind wir noch im Dunkeln; erst dort, o Herr! erscheinst du uns im Lichte. 8. D, laß es nun auch den( die) umstrahlen, der ( die) dir geglaubt, und uns, die für ihn( sie) flehen. 9. Hier sind nur Sorgen, Müh' und Kämpfe;* erst dort, o Herr!* gibst du den Frommen Ruhe. 10. Erquid' auch den( die), der( die) ausgerungen, mit ew'ger Ruh' und uns dereinst im Himmel. * 11. Wer wird nicht öfters hier gekränket?* Erst dort, D Herr! bei dir blüht ew'ger Friede. 12. Ihn schenke denn auch dem( der) Entschlafnen, der( die) ibn gehofft,* und uns sammt allen Brüdern. 13. Nicht ewig soll die Gruft uns decken;* du wirst o Herr einst alles Fleisch beleben. 14. Dann, Richter! sei uns allen gnädig:* führ' ihn ( sie) und uns* verklärt in's ew'ge Leben. Zur Einsenkung der Leichen. In Paradisum etc. 257.3 um Paradiese geleiten die Engel dich;* bei deiner Ankunft empfangen dich die Martyrer,* und führen dich in die heil'ge Stadt Jerusalem.* Chöre fel'ger Geister nehmen dort dich auf, und mit Lazarus,* jenem Dürftigen,* genieße Ruh' in Ewigkeit. 374 Zweiter Anhang. ( Mit bischöflicher Approbation.) Erster Meßgesang. 3um Eingange. * 258. * ier liegt vor deiner Majestät im Staub die Christenschaar;* das Herz zu dir o Gott! erhöht die Augen zum Altar.* Schent uns, o Vater! deine Huld, vergib uns unsre Sündenschuld!* O Gott, vor deinem Angesicht* verstoß uns arme Sünder nicht! Verstoß uns nicht, verstoß uns Sünder nicht. 2. Wir haben, Herr! dein Gut verschwend't* wie der verlorne Sohn; die Sünde hat uns so verblend't.* Doch schau' von deinem Thron* mitleidig her auf unsern Schmerz,* verwirf nicht ein zerknirschtes Herz;* entzieh' die Vaterhuld uns nicht, uud sende uns dein Gnadenlicht, dein Gnadenlicht, dein göttlich Gnadenlicht. * 3. Wir sind ja deiner Hände Werk, der Schöpfung unterthan.* D gib uns Echwachen Kraft und Stärk', fieb uns in Gnaden an! Hier bringen wir auf dem altar* dir ein Versöhnungsopfer dar.* Gott! der Werth des Blut's ist groß, das einst dein Sohn für uns verfür uns vergoß,* am Kreuz für uns vergoß. 3 um Gloria. 9° 6, * Gott soll gepriesen werden,* sein Nam' gebenedeit im Himmel und auf Erden, jegt und in Ewigkeit!* Lob, Ruhm und Dank und Ehre sei der Dreieinigkeit! Die ganze Welt vermehre,* Gott! deine Herrlichkeit. * 3um Evangelium. Aus Gottes Miunde gehet* das Evangelium.* Auf diesem Grunde stehet das wahre Christenthum.* Gott selbst ist's, der uns lehret, der ew'ge Wahrheit iſt.* Wer seine Lehren höret,* wie glüdlich ist der Christ. 3um Credo. Allmächtiger! vor dir im Staube* bekennt dich deine Kreatur,* D Gott und Vater! ja ich glaube an dich, du VW. und RR. 385 V. Angelus Domini nuntiavit Der Engel bracht' vom Herrn die Mariae, Botschaft an Maria; R. Et concepit de Spiritu fanc- Und sie empfing alsbald von Gott dem hei gen Geifte. to. V. Post partum, Virgo, invio- Nach der Geburt bliebst du, o lata permansisti: Jungfrau, ohne Makel: R. Dei Genitrir, intercede pro Verwende dich für uns, o Mutter nobis. unsers Gottes! V. Dignare me laudare te, virgo sacrata! R Da mihi virtutem contra hostes tuos. Und gieb uns Muth und Kraft zum Kampfe mit den Feinden. V. Gaude et laetare, Virgo Maria! Freue dich, die du den Maria! Alleluja! Herrn geboren; R. Quia furrerit Dominus vere. Denn dieser( Gott sei Lob!) ist Alleluja! V. Ora pro nobis, sancta Dei genitrix! R. Ut digni efficiamur promiff ionibus Chrifti. indsil V. A porta inferi, R. Erue, domine, animam ejus ( oder) animas eorum. V. Requiem aeternam dona ei.. Domine, R. Et lur perpetua luceat et and Jungfrau! Weihe uns, dich nach Gebühr zu loben: V. In manus tuas, Domine, In deine Hånd', o Herr! ems commendo spiritum meum; pfehl' ich meine Seele; R. Redemisti me, Domine Deus Denn du beschirmeft mich, o veritatis! Gott! nach deiner Treue. V. Requiescant in pace! R. Amen. wahrhaft auferstanden. Gebärerin des Herrn! du wolleft für uns bitten: Damit, was er verheißt, auch uns zu Theile werde. 3u Traueramtern. .• Erlös, o Herr! die abgeschiedne.. Seele.. von aller Schuld und aus dem Läuterungsorte. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe! Und das ewige licht erleuchte fie ( ihn)! Sie( er) ruhe.. in Frieden! 101402 soangis( E 249 159 mi Clour elung 2008 20% TE posis 196 190 mid smroda SF08 able: 25 HORA POT 374 erb deir Go nich Nr. Seite Nr. Seite 262 Ach Gott! mein letzte8380 211 Der Tod mit seinem 324 123 Ach Menschen! 2 152 Adams Kinder! 195 53 Der Väter Seufzen 60 Des Licht's erhab'ner 341 Des starken Weibes 320 Dich, o Gott, Geist 360 2 ver De Sd die lich unt fieb Alt des gºf im Lol Di die fell 386 Kr ABC disches Register der Lieder. 239 220 9 Allmächt'ger Herrscher 10 209 96 AllmächtigerSchöpfer 152 241 132 Allweiser Schöpfer 212 37 Die Farben hat die 42 146 Als nach erfüllten 230 66 Die heißen Seufzer 88 214 Am Tag des Zorns 328 155 Die Kinder treten 243 228 Anbetungswürd'ger 350 44 Die Morgenröthe 48 58 Auf, Christen, singt 70 4 Die Nacht verschwindet 4 122 Auf, Zion! preife 192 227 Die Seele Christi 349 305 57 Dies ist der Tag, den 69 196 Bang waren der 253 Bedrängt von allen 371 153 Dies ist der Tag der 240 2 Bei Nachtzeit faßt 2 78 Die Seufzer, die du 118 11 Bespreng mit Ysop 11 108 DieSonne fliehet und 171 Brüder! Singt im 383 5 Die Sonn' ist jetzt Christen, betet an 383 25 Die Sonne weicht 48 Christen! hört die 52 188 Dir, du des Vaters 294 73 Da ihm das dreiund 101 250 Dir fallen wir voll 368 Da sich das Osterl. 128 74 Dir, Jesus, König 103 Das Blut der Mart. 311 65 Du bist o Bethlehem 87 5 29 84 201 18 Dein Wort, Herr! 188 244 Du, den uns Gott 363 343 31 Du, der du in dem 37 23 40 Du, der du in dem M. 44 138 Den, dem der Him. 221 29 Du, der du sein wirst 35 166 Den Lieblingsjünger 256 144 Du, die du voll der 227 170 Der dessen edlen Sieg264 225 Du kamst, Sohn 344 251 Der Ghstandsoll euch 369 179 Du unerschaffnes 282 239 Der Heiden Licht 358 160 Du Zions Tempel 349 83 Der Heiland ist 127 223 Ecce panis Angel. 343 240 Der Heil'gen Leben 359 8 Eins mit dem Vater 9 81 Der Himmel ist in8 124 26 Gin Tag, ein Theil 30 109 Der Lobgefang 172 178 Elisabeth gebar J. 280 227 Der Segen Gottes 349 35 Entweichet, Finsterniß 40 197 Der Son neglänzend 307 217 Grbarme bich Gott 334 120 Das ew'ge Wort 224 Defensor noster 337 184 Erhebet heut in vollen 286 227 Heilig, heilig, heilig 348 213 Erhör' uns Gott! 327 64 Herodes, du gottloser 86 86 Erschalle, hoher Lobg. 131 216 Herr! aus der Tiefe 337 37 Erschienen ist die Zeit 257 195 Herr! die Apostel 305 33 G8 flohen, großer 38 205 Herr Jesus, höchste 315 29 G8 ist wieder Zeit 35 189 Herr Jesus, tu der 295 168 G8 müsse, Joseph! 261 98 Herr! wir tragen 25 134 Herz Jesu! dich 155 21 68 schauen aller 214 16 Für deine Lehren 38 68 steigt empor die 43 1 Heut hat des Schöpf. 1 87 68 steigt vom höchsten 133 203 Heut ist der fromme 313 126 68 zischt die Schlang'199 119 Heut müsse Freud 187 150 Flieh, schwarze Nacht 236 258 Hier liegt vor deiner 374 235 Freu dich, o Chrift. 355 111 Jch bete drei Person. 174 163 Freu dich, o Him. 252 88 Ich glaub in Ginen 134 124 Frohlocket, Christen 196 135 Jerusalem, du Himm. 215 115 Frohlocket, Fromme 180 206 Jesus, der Jungfrauen 317 22 102 Jesus, König aller 163 162 Gegrüßet seist du 251 68 Jesus, wahres Licht 92 222 Genitori genitoque343 63 Jesus! wer an dich 80 27 Gestärkt vom Schlaf 32 218 hr Diener Gottes 338 139 Glorreiche Jungfrau! 222 158 Jhr Himmelsbürger 247 14 Gott, dem unsre Knie 17/194 Jm Himmel müsse 303 222 Gott, dem Vater 343 90 In Gott des Vaters 139 36 Gott, der du aus 41,169 Joseph, Bier der 263 43 Gott, der bu durch 47 231 Raum ist das Licht 352 du 121 Gott, der du in ben 190 238 Klagt nur, Christen 358 97 Gott des Himmels 153 17 Komm, heil'ger Geist 23 198 Gott, du deiner 307 106 Komm, heiliger Geist 169 10 Gott! du erhältſt 10 103 Komm, Schöpfer! 164 186 Gott, du Schöpfer 289 167 Kommt, Christen! 258 559 Gott in der Höh 73 260 Kommt und lobet 378 236 Gottmensch! weih' 356 185 Lasset uns die Engel 288 3 Gott, Schöpfer 3 193 Laß, Jesus! die 302 210 Gott felbst ist meines 321 69 Laß mich deine Leiden 93 240 Gott Vater dir 367 256 Laßt, Brüder, uns 373 112 Gott Vater! ſei 175 171 Laßt, Christen, frohen 265 15 Gott! wie bein Bolt 22 159 Laßt, Christen, uns 248 100 Gott! wir preifen 159 255 Laßt nur, sprach einst 373 246 Großer Gott, durch 365 200 Laßt uns mit Freuden 309 161 Großer Gottwir loben 379 82 Laßt uns mit heil'ger 125 4201 Heiland aller Erdbw. 162 222 Taßt uns tief gebrugt 342 7 9 to 4 0 1 0 0 2 8 8 4 9 9 0 8 1 5 9 4 8 3 7 3 7 3 388 219 Lebt wohl, ihr Eltern 339| 129 O Gott, vor desfen 203 181 Lehr' uns, o Paulus 284 75 O großer Gott, von 95 7 Liebe muß mein Herz 8 165 Liebt eure Feinde sag 254 229 Majestätisch glänzt 350 156 Maria, groß durch 244 183 Maria liegt zu Jesu 285 54 Maria! sei gegrüßet 63 12 Mein Auge sah mit 11 89 Mit heil'gem Bittern 136 247 Nach des ew'gen 366 159 382 382 211 107 O heil'ger Geist! 170 202 Herr der Martyrer 312 227 D Herrlich bin nicht 349 227 D Herr und Gott 348 99 Herr! wir sind Jesus! Jesus O Jesus! sei mir 227 O Jesus! sei uns 348 174 O Jesus, unser Gott 269 149 O Jungfrau, welch 235 131 O mein Gott! o 137 O Meerstern, sei 39 D Schöpfer! auf 95 O Schöpfer, dessen 159 34 Schöpfer Himmels 39 42 O Schöpfer, unser 46 140 O Schöpfer, unfer 222 207 O Sohn der Jungfrau318 80 O Sohn, erzeugt 123 180 D treuer Hirt, hör 283 182 D unfer Gott, du 284 224 O unser Schußgott 343 50 O Weisheit, die aus 55 219 19 Nachahmen laßt uns 24 30 Nachdem du, großer 36 67 Nach dem geheimnißv. 90 51 Nachdem viel tausend 57 60 Nicht wetter sollst du 74 € 114 Nie können g'nug 178 77 Nimm, meine Seele 110 61 Noch eh' das Kind 130 Nun hab' ich dich 207 199 Blutzeug, unbesiegt 308 128 O Christ, bemerk 41 D du, ber Gottes 45 161 D du, des Heils Geb. 251 136 O du, des höchsten 217 44 76 202 233 D du, des Lichtes 354 204 elterlöser, Jesu 314 d C n DSCDH d 343 9 d 9 V 227 O bu Lamm Gottes 349 110 Einheit, o Dreifalt 173 190 O Glanz des Vaters 296 24 O Gott, da es auf 28 151 Gott der höchsten 238 221 O Gott, der du mit 342 245 Gott, du alles 364 142 O Gott, du eing'ge 225 113 Gott, du Ewiger 177 252 O Gott, du hasfest 370 94 D Gott, du Schöpfer 147 45 O Gott! es fängt 49 55 D Gottes eingeborner 65 62 D Gott, in deffen 259 O Gott und Vater 376 78 234 Ringt, Menschen 355 133 Schau, Christ! wie 213 157 Schmückt euch, mit 245 46 Schöpfer aller Himm. 50 32 Schon fräht der Hahn 37 104 Schon war der Herr 166 248 Schwach fühlen 367 127 Segne, Jesus, deine 201 71 Seht, Christen, Gottes 98 147 Seht die Mutter 231 192 Sei gnädig deinen 300 226 Sei, Tag, den du 346 223 Sieh das Brod der 343 118 Sing, meine Bunge 185 85 Sing, meine 3. feierl. 130 389 254 So bald ist uns verw.372 243 145 Staunet, Völker! 229 215 3 Strenger Richter 145 191 222 Tantum ergo Sacr. 342 175 52 Thauet, Himmel, 72 Sing, Bunge, von 100116 Wer o Gott Zebaoth 182 Wer weihet uns, wie 362 Wie der Hirsch in 332 Wie gütig bist du 299 Wie heilig bist du G. 272 58 117 Wie heilig ist es um 184 148 TrägeChristen! brecht233 49 Wie langfam seid ihr 53 230 Unendlich bist du, 351 173 Wie schimmert dort 268 242 Versammelit du 361 92 Wie schön, wie blüh. 141 27 177 Wie felig bist du o 279 67 79 Wie öde bist du, Todes 120 12 164 Wir grüßen dich o 253 6 187 Wir werfen uns im 291 76 Wo eilst du hin o 106 172 Was je durch der 267 22 Wohlan! laßt uns 176 Weih Johannes! 225 Weil Josephs weiser 23 Vom Anfang riefest 56 Vom Anfang bis 13 Von dem Himmel 6 Wach auf mein Herz 141 Was Eva, jene Sünd 223 26 51 277 154 Wo reißt dich heut 241 198 47 Wort des Vaters 105 Welch Christenherz 168 232 Zagt Christen nicht 353 91 Wenn das Herz bei 140 143 Bion! öffne deine 226 20 Wenn Herr! der Same 24 75 Zions Tochter, 212 Wer ist der Mensch 326 257 Bum Paradieſe 104 373 bag sile viel d 1398 hind sun wait 3 390 t 9 ( how opta pre 37 de dilates, and aff Gebete. 109 # 19 Morgenandacht. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Im Namen meines gekreuzigten Herrn Jesu Christi ſtehe ich auf und fange diesen Tag an. Jefus Christus segne, regiere, behüte und führe mich zum ewigen Leben. Amen. Lobet den Herrn, alle Geschöpfe Gottes! Lobet, ehret, und preiset ihn mit mir in alle Ewigkeit! Chre sei dent Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste! Chre fei der heiligften und ungetheilten Dreifaltigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. I O mein Herr und Gott! Ich sage dir demüthigen Dank für jede Wohlthat, welche du mir von dem ersten Augenblicke meines Lebens bis auf diese Stunde verliehen haft. Du hast mir die Gnade gegeben, den heutigen Tag zu erleben; ertheile mir auch deine kräftige Gnade, denselben zu deiner Ehre und meiner Seligkeit wohl anzuwenden. Stehe mir bei, damit ich durch keine Sünde von dir abweiche, sondern alle Worte, Werke und Gedanken zu deiner größeren Ehre richte. Durch Christum, unsern Herrn. Amen. f O wahrer und wahrhaftiger Gott! Ich glaube alles, was du geoffenbaret hast. O allmächtiger, barmherziger und getreuer Gott! Ich hofie alles, was du versprochen hast. O gütigster und liebenswürdigster Gott! Ich liebe dich über Alles, und bereue von Herzen, daß ich dich, mein höchstes Gut, jemals mit der geringsten Sünde beleidiget habe. Ich nehme mir fest vor, dich nimmermehr vorsäßlicher Weise zu beleidigen. Besonders will ich mich ernstlich befleißigen, damit ich dich mit dieser Sünde heute nicht entebre. Gib mir deine Gnade dazu, o allmächtiger und höchst gütiger Gott! Alles, was ich heute thun oder leiden werde, will ich thun oder leiden zu deiner Ehre. Ich opfere dir auf alle meine Gedanken, Worte und Werke mit all demjenigen, Morgenandacht. 391 was heute in der ganzen Welt Gutes geschehen wird, in Vereinigung der Gedanken, Worte und Werke Jesu Christi und aller Heiligen. Ich bitte dich um jene Gnaden, welche mix, heute am nothwendigsten sind. O heilige Maria, Mutter der Gnaden, Mutter der Barmberzigkeit! Unter deinen Schuß und Schirm fliehe ich. Feilige Gebärerin Gottes! Beschüße mich vor allem Mebel des Leibes und der Seele, und stehe mir dereinst bei in der Stunde des Todes. O reinste Jungfrau Maria Laß mich dir allezeit empfohlen sein. Durch deine heilige Jungfrauschaft und unbefleckte Empfängniß reinige mein Herz, meinen Leib und meine Seele. O heiliger Schußengel! Laß mich dir empfohlen sein. In allen Nöthen steh mir bei und halte mich von Sünden frei. An diesem Tag ich bitte dich, beschüße und regiere mich. Alle meine heiligen Patrone und alle Heiligen Gottes! Bittet für mich, damit ich heute alles meinem Gott zu Ehre wirke und leide, ihn mit keiner Sünde erzürne, sondern in seiner Gnade lebe und sterbe. Alles meinem Gott zu Liebe! Vater unser 2c. Gegrüßet zc. Ich glaube in Gott ze. V Uebung der göttlichen Tugenden. Glaube. O mein Gott! Ich glaube fest Alles was du geoffenbaret und mir durch deine wahre Kirche zu glauben vorgestellt haft; weil du, die ewige Weisheit und unfehlbare Wahrheit, solches gesagt haft. Hoffnung. O mein Gott! Ich hoffe von dir zu er langen die ewige Seligkeit, wie auch das, was wir dazu nothwendig oder nüßlich ist; weil du, allmächtiger, barmherziger und getreuer Gott, solches versprochen hast. Liebe. O mein Gott! Ich liebe dich von ganzem Herzen über Alles, weil du bist das allerhöchste und liebenswürdigste Gut. Neue und Leid. O mein Gott! Alle meine Sünden bereue ich von Herzen, weil ich durch dieselben dich, meinen Gott, meinen Schöpfer und Erlöser, meinen größten Wohlthäter und sirengsten Richter beleidiget und eine Strafe von dir verdienet habe. Vornehmlich aber bereue ich von Herzen meine Sünden darum, weil ich dadurch dich als das allerhöchste und beste Gut, welches ich von Herzen über Alles liebe, entehret und beleidiget habe. - Abendandacht. Vorsaß. O mein Gott! ich nehme mir fest vor, mit deiner Gnade nicht mehr zu fündigen; sondern lieber zu sterben, als dich, meinen Gott, noch einmal mit einer einzigen Sünde zu beleidigen. 3 392 Abendandacht. Himmlischer Vater! Ich sage dir Dank durch Jesum Christum deinen Sohn, meinen Herrn und Erlöser, für alle Gnaden und Wohlthaten, welche du mir mein ganzes Leben hindurch, besonders an dem heutigen Tage erwiesen haft. Ich opfere dir zu einiger Danksagung auf alle 1 guten Werke, welche heute in der ganzen Welt zu deiner Ehre sind verrichtet worden. O, daß ich alle diese tausend- und tausendntal vermehren könnte! 1 Wie habe ich aber vergolten deine Gnaden und Wohlthaten, o Gott! Welche Dankbarkeit habe ich dir erzeigt? Erleuchte meinen Verstand, damit ich erkenne alle Sünden 1 und Fehler, mit welchen ich deine liebenswürdigste Majestät heute beleidiget habe. Besinne dich jetzt, worin du dich heute besonders verfündiget hast. Alsdann bete: 12 Gütigster Gott! Ich erkenne, daß ich dich an diesem Tage abermals beleidiget habe; ich bereue aber solches von Grunde meines Herzens. Jch bereue alle Sünden meines ganzen Lebens, weil ich durch dieselben dich, meinen höchsten, vollkommensten, allerLiebe und Anbetung würdigsten Gott, beleidiget habe, den ich jetzt liebe und zu lieben begehre bis an den letzten Augenblick meines Lebens. Mein ernstlicher Wille ist, dich im Geringsten nicht mehr zu beleidigen. Durch das kostbare Blut Jesu Chrifti bitte ich dich: Verzeihe mir meine Sünden, und behüte mich in dieser Pacht vor allem Uebel des Leibes und der Seele. Ich glaube an dich, o mein Gott! als an die ewige Wahrheit. Ich hoffe auf dich, als auf die unendliche Barmherzigkeit. Ich liebe dich von Herzen, als das böchste Gut. Ich verlange allein nach deinem höchsten Willen zu leben und zu sterben. In deine heiligen Wunden o Jesus! empfehle ich meinen Leib und meine Seele. Beschüße mich und die Meinigen im Leben und im Tode. Beichtandacht. 393 Oheilige Jungfrau Maria du Zuflucht der Sünder! Nimm mich diese Nacht hindurch unter deinen Schuß: bewahre mich durch deine kräftige Fürbitte vor allem Uebel des Leibes und der Seele. O heiliger Schutzengel! Laß mich dir empfohlen sein. Steh mir bei im letzten Streit und führe mich zur glückseligen Ewigkeit. Jesus! Maria! Joseph! In euern Schuß empfehle ich meinen Geist. Im Namen des Herrn will ich jetzt ruhen und schlafen. Jesus von Nazareth, König der Juden! Behüte mich vor allem lebel des Leibes und der Seele. Alles meinem Gott zu Liebe! Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Ich glaube in zc. Hierzu die Tugendübungen, w. S. 380. Abiria Beichtandacht. olantan INS Vor der Beichte. 1. Sage Gott Dank für die Zeit zur Buße. Dheiligste und unzertheilte Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Wahrer und einziger Gott! Ich armer Sünder werfe mich nieder vor dem Throne deiner unendlichen Barmherzigkeit. Ich sage dir unendlichen Dank für die Wohlthaten, welche du mir bis auf diese Stunde erwiesen hast. Ich sage dir Dank, daß du mich erschaffen, erlöset und geheiliget, in deine wahre allein seligmachende katholische Kirche aufgenommen, bisher nicht gestraft und ewig verdammet hast, wie viele tausend Andere, welche vielleicht nicht so schwer und nicht so oft, als ich gefündigt haben. Du hast mir aus unermessner Güte vor tausend Andern jest Zeit gegeben, Buße zu thun, und kraft dieses heiligen Sakramentes mich mit dir wieder zu verföhnen. Zur Dankbarkeit für diese unschätzbare Gnade opfere ich dir auf das unendlich kostbare Blut meines Heilandes Jesu Christi, welches er für mich Sünder aus unendlicher Liebe vergoffen hat in feinem bittern Leiden und Sterben. 2. Bitte um Gnade, deine Sünden recht zu erkennen, zu bereuen und zu beichten. 3 394 Beichtandacht. O gütigster Jesu! Du hast das heilige Sakrament der Buße in deiner wahren Kirche eingeseßt, damit wir arme Sünder dadurch Verzeihung unserer Sünden erlangen könnten. Durch deine unbegreifliche Liebe und Güte verleihe mir die Gnade, daß ich es würdig empfange. Jesus, du wahres Licht der Welt! Erleuchte mein Gedächtniß, damit ich recht erkenne, worin ich mich bisher versündigt babe. Jesus, du Gott meines Herzens! Bewege mein Herz, damit ich alle meine Sünden recht bereue. Jesus, du ewiges Wort des himmlischen Vaters! Regiere meine Zunge, damit ich meine Sünden aufrichtig beichte, und also ( fraft des heiligen Sakramentes der Buße durch deine unendlichen Verdienste vollkommene Verzeihung derselben erhalte. Heilige Maria, du Zuflucht der Sünder! Bitte für mich. Grwirb mir durch deine mächtige Fürbitte jene göttliche Gnade, die mir nothwendig ist, meine Sünden recht zu bereuen und zu beichten. Alle Heiligen Gottes, besonders die ihr durch eifrige Ulebung der Buße selig geworden! Bittet für mich, damit ich in eure Fußstapfen trete und eine wahre Buße wirken möge. 3. Erforsche dein Gewissen... dann 4. erwecke Reue und Leid. Allmächtiger, ewiger Gott! Sch armer elender Sünder unterstehe mich zu erscheinen vor deinem göttlichen Angei fichte, von dessen glückseliger Anschauung ich wegen meiner Sünden und Missethaten ewig ausgeschlossen zu werden verdient habe. Ich bin nicht würdig, auch nur meine Augen zu dir in den Himmel zu erheben; weil ich, wie ein verlorner Sohn, in den Himmel und vor dir gesündigt habe. Wohin soll ich aber fliehen, als zu dir, o barmherziger Vater? W hr ist es: ich fürchte mich: ich erzittere in Betrachtung deiner strengsten Gerechtigkeit, die ich mit meinen Sünden so oft zum Borne gereizet. Aber ich stelle mir zugleich vor und umfasse mit beiden Armen, mit Vertrauen und Liebe, deine unermeßliche Barmherzigkeit. Ich weiß du verlangst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Ich weiß, du fannst, du willst mir meine Sünden verzeihen. Du verstößeft Keinen, der mit zerknirschtem Herzen zu dir kommt. Siehe! ich verlange und seufze nach einem zerfnirschten Herzen. Ich komme, ich wende mich zu dir, o mein Gott! Ach! wende deine barmherzigen Augen auf mich. Verstoße mich Beichtandacht. 395 nicht. Nimm mich wieder auf zu Gnaden, so wird meine Seele wahrhaftig leben und dich ihren gütigsten Gott lieben und loben in Ewigkeit. O allwissender und wahrhaftiger Gott! Ich glaube, ich halte für gewiß und unfehlbar Alles was du geoffenbaret hast. Ich glaube fest, daß du seiest der gerechteste, barmherzigste, allmächtigste und getreuefte Gott; ein Belohner des Guten und ein Bestrafer des Bösen. Ich glaube, daß du seist das allerhöchste Gut, das letzte Ziel und Ende des Menschen. Ich glaube, daß dir nichts mißfälliger sei, als die Sünde, welche dennoch durch das heilige Saframent der Buße nachgelassen werde. Dieses und alles Andere, was du mir dura) deine wahre Kirche zu glauben vorgestellt hast, glaube ich, weil du, o ewige Weisheit und unfehlbare Wahrheit solches geoffenbaret haſt. O gerechtester Gott! Jch bekenne vor dir und dem ganzen himmlischen Heere, daß ich durch meine vielfältigen Sünden deinen gerechten Zorn wohl verdient habe. Ich habe verdient, von dir wegen meiner Sünden auf das Entfeßlichste gestraft und von dir auf ewig verstoßen zu werden. Dennoch hoffe ich, kraft des heiligen Sakramentes der Buße Verzeibung meiner Sünden. Ich hoffe durch die Verdienste meines Heilandes die ewige Geligkeit, zu welcher du mich erschaffen haft. Ich hoffe alles dasjenige, was mir zur Erhaltung derselben nothwendig oder nüßlich ist; denn du allmächtiger und getreuer Gott! haft mir alles dieses so gnädig verheißen! Auf dich hoffe ich. Laß mich nicht zu Schanden werden. O liebenswürdigster Gott! Dich liebe ich von Grunde meines Herzens über Alles, weil du das unendliche und vollkommenste Gut bist. Ich freue mich, weil du ein so großer und unumschränkter Herr bist. Ich wünsche von Herzen, daß alle Menschen dich erkennen, ehren und lieben. Dir zu Liebe, wenn auch keine Hölle, kein Himmel, teine Belohnung, keine Strafe wäre, bin ich bereit, deine heiligen Gebote und Gesetze zu halten bis an mein Ende, und in allem nur nach deinem heiligsten Willen zu leben. Ach! hätte ich dich doch jederzeit geliebt! Liebte ich dich wenigstens jetzt auf jene Weise, wie du verdienst geliebt zu werden! Barmherziger Gott! Ach! wie habe ich gefehlt! Mein 396 Beichtandacht. Herr, mein Gott, was habe ich gethan! Ach! dir allein habe ich gesündiget und Böses vor dir getban. Wäre ich doch eher gestorben, als daß ich dich beleidiget hätte! O, könnte ich mit meinem Blute meine vielfältigen Sünden und Fehler abwaschen und vertilgen! Mein Gott! was habe ich gethan! Habe ich dich denn beleidigen können! Ich... elendes Geschöpf tich,... meinen allmächtigen Schöpfer? Ich armer Erdwurm... deine unendliche Majestät!... Ich boshafter und undankbarer Mensch dich.. meinen großen Gott! D, wie bast du diese meine entseßliche Bosheit und Undankbarkeit so lange dulden und ertragen können? Ich erkenne wohl, o Gott, daß du unendlich gütig und barmherzig, sogar noch bereit bist, mich in Gnaden wieder aufzunehmen, wenn ich nur meine Sünden mit reumüthigem Herzen, mit wahrer Begierde zur Besserung, vor deinem Diener, dem Priester, bekenne. Mein Gott! Ich erkenne und fühle meine Bosheit, meine Undankbarkeit. Ich verwerfe, hasse, verfluche und verwünsche von ganzem Herzen alle und jede Sünden meines ganzen Lebens, vornehmlich jene, welche ich jetzt beichten werde. Ich bereue all diese von Grund meines Herzens, weil ich dadurch gehandelt habe wider alle gesunde Vernunft; weil ich dir, meinen größten Gutthäter so undankbar gewesen; weil ich dein Mißfallen und große Strafen von deiner Gerechtigkeit verdienet habe. Vornehmlich aber, ja ganz allein deswegen schmerzen mich meine Sünden, weil sie eine Beleidigung deiner ehrwürdigen Majestät sind; weil du, o reinster und heiligster Gott! dieselben hasfest und verabscheuest. Jch bereue sie, weil ich dadurch deine aller Ebre, Liebe und Anbetung würdigste Majestät beleidigt habe. Deine unendliche Güte und Vollkommenheit, welche ich jetzt von Herzen über Alles liebe, und mehr und mehr zu lieben verlange, be weget mich, daß ich meine Sünden mehr als alle Uebel der Welt basse, bereue und verwerfe. O Vater der Barmherzigkeit! Nimm mich wieder auf in deine Gnade; verzeihe mir meine Sünden. Erbarme dich meiner, o gütigster Gott! nach deiner großen Barm berzigkeit, und nach der Menge deiner Erbarmnisse lösche aus meine Bosheit. Handle mit mir nach deiner unend Beichtandacht. lichen Güte, nicht nach meinen Sünden und Missethaten. Dieses hoffe und bitte ich demüthig durch die unendlichen Verdienste meines Heilandes Jesu Christi. 397 3. Mache einen Vorsak dich zu bessern. Ich nehme mir jetzt ernstlich vor, mein Gott! dich nimmermehr vorsätzlich zu beleidigen; was ich aber bisher Sündhaftes begangen, reumüthig zu beichten und deiner beleidigten Gerechtigkeit so viel möglich genug zu thun. Dich allein will ich künftig von Herzen und beständig lieben. Nichts will ich so hassen und meiden als die Sünde. Ich will auch flieben die Gelegenheiten und Gefahren zur Sünde. Ich will mir Gewalt anthun, meine bösen Gewohnheiten ernstlich auszuräuten und meine bösen Begierden zu bezwingen. O barmherziger Gott! Verleihe mir dazu deine Gnade. Denn aus mir kann und vermag ich nichts; in dir kann und vermag ich Alles. O Gott! merke auf meine Hilfe. Herr! eile mir zu helfen. Kurze Seufzer vor der Beichte. 1. Gott Vater von dem Himmel, erbarme dich meiner und gib mir Gnade, meine Sünden recht zu erkennen! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich meiner und gib mir Gnade, meine Sünden recht zu bereuen! Gott heiliger Geist, erbarme dich meiner und gib mir Gnade, meine Sünden recht zu beichten. Heiligste Dreifaltigkeit, ein einziger Gott, erbarme dich meiner und nimm mich wieder auf in deine Gnade! 2. Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus! fei mir armen Sünder gnädig und barmherzig! Jesus, laß dein bitteres Leiden und Sterben an mir nicht verloren sein! Jesus! gib mir ein zerknirschtes Herz, und verwirf mich nicht vor deinem Angesichte. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone meiner! erhöre mich! erbarme dich meiner! Nimm von mir alle Sünden, womit ich dich Zeit meines Lebens beleidiget habe. 3. An dich, o ewige Wahrheit! glaube ich; auf dich, o unendliche Barmherzigkeit! hoffe ich; dich, o allerhöchstes Gut! liebe ich von Herzen über Alles. Ach, hätte ich d dich allezeit von Herzen und über alles geliebt! sisuunt 4. Dir allein habe ich gesündiget, o Gott und vor dir Böses gethan. Ich habe gesündiget in den Himmel 398 Beichtandacht. und vor dir, o himmlischer Vater! Ich bin nicht mehr würdig, dein Kind genannt zu werden. Dennoch bitte ich durch das kostbare Blut Jesu Christi: Sei mir Sünder gnädig und barmherzig! 5. Mein Herr und Gott! Es schmerzet und reuet mich, von Herzen, daß ich dich jemals beleidiget habe! Ich will lieber sterben, als dich noch einmal freiwillig beleidigen! Keine Sünde mehr! Gib mir, deine Gnade dazu! 6. Liebreichster Jesu! der du die große Sünderin MagdaLena nicht verstoßen; der du Petrus, der dich verläugnet, mit gnädigen Augen wieder angesehen; der du den mit dir gekreuzigten Mörder zu Gnaden aufgenommen haft! Verstoß auch mich nicht; siehe auch mich wieder mit gnädigen Augen an; nimm auch mich wieder auf in deine Gnade. Sei mir ein Jesus und reinige mich von meinen Sünden; verwirf mich nicht ewig, sondern mache mich selig. Nach der Beichte. suis in 1. Sage Gott Dank für die Nachlaffung deiner Sünden. Barmherziger Gott! Wie unbegreiflich ist deine Gütigteit gegen mich armen Sünder! Tausendmal habe ich die Hölle verdient wegen meiner Sünden und du nimmst mich wieder so mild und väterlich zu Ghaden auf! Ich sage dir demüthigen Dank für die unendliche Gnade, welche du mir traft des heiligen Sakramentes der Buße jetzt, wie ich hoffe, erzeiget hast in Vergebung meiner Sünden. Gelobt und gepriesen sei diese deine unendliche Barmherzigkeit gegen mich! Ach! hätte ich so viele Zungen, als Sandförnlein am Ufer des Meeres sind, damit ich dich genug preisen könnte! Deine heiligen Engel, o Gott! und alle Heiligen rufe ich an, sie wollen dasjenige ersehen helfen, was ich nicht vermag. Mit diesen begehre ich dereinst dich zu loben und zu preisen in dem Himmel; jetzt aber will ich mit deiner Gnade den Anfang machen auf Erden. 2. Verrichte die auferlegte Buße, dann bete: Himmlischer Vater! Du hast mich jetzt in Ansehung der Verdienste meines Heilandes Jesu Christi wieder in Gnaden an und aufgenommen. Siehe in Vereinigung aller Bußwerke, die eben dieser mein Heiland, dein geliebtester Sohn, für die Sünden der ganzen Welt verrichtet und deiner strengen Gerechtigkeit aufgeopfert hat, will ich jetzt T e r Beichtandacht. 39. jene Buße verrichten, welche mir der Priester auferlegt, zur gänzlichen Nachlassung aller Strafen, die etwa nach verziehener Schuld meiner Sünden noch übrig geblieben sind. Zu eben diesem Ziele opfere ich dir auf alle guten Werke, welche ich mit deiner Gnade jemals verrichten, alle Widerwärtigkeiten, alles Kreuz und alle Verfolgungen, welche ich jemals leiden werde. Würdige dich, mein Gott! alles dies gnädig aufzunehmen und mir zum Heile meiner armen Seele gereichen zu lassen. 3. Rufe Gott um Gnade an zur Besserung des Lebens mit Erneuerung des Vorsatzes. Ja, mein Gott! Nun ist der feste Entschluß gefaßt; ich will nimmermehr fündigen, nimmermehr will ich dich wieder beleidigen. Deine unendliche Gütigkeit lasse doch nicht zu, daß ich wieder fündige. Ach! hätte ich dich nur eher erkannt und dir eifriger gedient! Nichts reuet mich so febr, als jene Zeit, welche ich zugebracht habe in der Beleidigung deiner göttlichen Majestät! Ach! könnte ich alle Augenblicke derselben wieder zurückrufen und mit meinem Blute erkaufen! Künftig soll mein ganzes Leben, all mein Thun und Lassen gerichtet sein allein zu deiner Ehre, zu deinem Dienste. Mein Eifer soll ersetzen, was ich bisher versäumt habe. Nichts will ich so boch schäßen nichts so innig lieben, als dich, mein Gott! Nichts will ich so sehr hassen und fliehen, als die Sünde, weil sie eine Beleidigung deiner unendlichen Hoheit ist. Ja, lieber will ich sterben, als bich beleidigen. Dieses ist mein ernstlicher Wille, mein fester Vorsag, o mein Gott! Diesen habe ich durch deine Gnade gemacht; diesen erneuere ich vor deinem Angesichte, und will ihn mit eben dieser Gnade bis an das Ende meines Lebens halten. Aber meine Schwachheit und Gebrechlichkeit ist dir, o Herr! bekannt. Du allein kannst mich stärken, damit ich das ins Werk sebe, was ich bei mir fest beschlossen habe. Mit deinem Beistande habe ich den Vorsaß gemacht bir künftig eifriger zu dienen; mit deinem Beistande will ich solchen auch unverbrüchlich halten. In dir, o starker Gott! kann und vermag ich alles; ohne dich bin ich aber zu schwach. So zeige denn, allmächtiger Gott! deine Barmherzigkeit ferner an mir, und gib mir jene kräftige Gnade, um welche ich durch die Verdienste Jesu Chrifti bemüthig bitte, damit ich dich nicht mehr beleidige. Du 400 Beichtandacht. bist mein Gott, mein Erlöser, meine Stärke, meine Zuflucht. Waffne mich in allen Gefahren und Versuchungen, beschüße mich wider alle Nachstellungen des bösen Geistes. Laß mich niemals mehr in eine Sünde fallen. Gib mir einen lebhaften, unversöhnlichen Haß gegen die Sünde, einen wahren beständigen Eifer in deinem heiligen Dienste, eine wahre, allzeit brennende Liebe gegen deine Majestät. Denn dir allein will ich leben, dir will ich sterben, dein will ich sein todt und lebendig. Heilige Maria! Du Zuflucht derjenigen Sünder, welche fich zu Gott ernstlich bekehren! Mein ernstlicher Wille ist, von ganzem Herzen mich zu Gott zu wenden, ihn fünftig nicht mehr zu beleidigen, sondern auf das eifrigste und beständigste zu lieben. Sei du meine Fürsprecherin bei Gott und bitte für mich, damit ich den jetzt gemachten Vorfaß niemals breche, niemals ändere. Heilige Maria, bitte für mich! Alle Heiligen Gottes bittet auch ihr für mich, damit ich jene Gnaden niemals mehr verscherze, zu welchen nich mein Heiland wieder aufgenommen. Bittet für mich, damit ich wider alle Versuchungen herzhaft streite, und nach eurem Beispiel lieber mein Leben, als die Gnade Gottes durch eine neue Sünde verliere. Bittet für mich, damit diese Etunde ein rechter Anfang sei zum wahren, christlichen und gottgefälligen Leben, der Anfang eines brennenden Eifers im Dienste Gottes und einer steten Liebe gegen die göttliche Majestät. Alle Heiligen Gottes, bittet für mich! Gott Vater von dem Himmel, erbarme dich meiner und stärke mich in meinem Vorsatze! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich meiner und erhalte mich in deiner Gnade! Gott heiliger Geist, erbarme dich meiner und entzünde mein Herz mit dem Feuer der göttlichen Liebe! Heiligste Dreifaltigkeit ein einziger Gott, erbarme dich meiner und laß mich von dir nimmermehr abgesondert werden durch irgend eine Sünde. Amen. sin onle 03 Abborot 401 Communionandacht. Vor der bl. Communion. 1. Rufe Gott an um Gnade, würdig zu communiciren. Allmächtiger, ewiger Gott! Zwar bin ich vor dein Angesicht zu treten, allerdings unwürdig; dennoch im Vertrauen auf teine unendliche Güte und Parmherzigkeit gedenke ich jetzt das allerheiligste Sakrament des Altars zu empfangen, und meine Seele mit dem Brod der Engel, welches mir Jefus aus unendlicher Liebe zubereitet hat, zu speisen. Ich weiß es, o Gott! daß ich ohne deinen göttlichen Beistand nichts Gutes wirken kann. Daher bitte ich durch die Liebe, welche meinen Heiland bewogen hat, dieses heiligste Sakrament einzuseßen, verleihe mir kräftige Gnade, dasselbe also zu empfangen, damit ich dadurch in dem Abschen vor der Sünde und in der Begierde zur Tugend gestärkt werde, und also dir, meinem Gott, künftig eifriger dienen möge bis an mein Ende. Heilige Maria, du gebenedeite Mutter meines Heilandes Jefu Chrifti! die du eben denjenigen in deinem jungfräulichen Leibe vor Zeiten getragen hast, den ich jetzt empfangen werde! Jch bitte durch die Liebe, welche du gegen diesen deinen allerliebsten Sohn hattest, erbitte mir jetzt Gnade, mich auf diese heilige Communion so zu bereiten, wie es mein Gott von mir fordert; damit solche mir nicht zur Verdammniß, sondern zum Heile meiner Seele gereiche. Alle meine heiligen Patrone, bittet für mich, damit ich meinen Herrn und Gott mit gebührender Vorbereitung empfange, und also theilhaftig werde jener Gnaden, welche der gütigste Jesus jenen ertheilt, welche dieses heiligste Geheimniß würdig empfangen. Alle Heiligen Gottes, bittet für mich! 2. Bedenke, zu welchem Ziele und Ende du communiciren wollest. Christe Jesu, mein Heiland und Erlöser! Du haft alle Menschen zu dir eingeladen, mit dem Versprechen, daß du fie erquicken, trösten und stärken wolleft. Sieh, ich komme zu dir und verlange dich zu empfangen zu jenem Ziel und Ende, welches du gehabt haft in Cinsehung dieſes heiligsten Sakramentes: zu größerer Ehre der allerheilig26 40 402 Communionandacht. bi sten Dreifaltigkeit, zum dankboren Gedächtniß deines bittern fli Leidens und Sterbens, zur Danksagung für alle mir erbe zeigten Gnaden, zur Genugthuung für meine Sünden, zur Vermehrung der göttlichen Gnade, zur Stärkung ei wider alle Versuchungen! besonders aber verlange ich ei diese meine Andacht zu verrichten, damit ich von dir erei halte diese Gnade... Ich flehe dabei auch um Heil T und Segen für meine Freunde und Feinde, besonders für meine Wohlthäter, für Alle, für die ich schuldig bin zu beten: auch für die Abgestorbenen, besonders für... w fi ti Jesu Christe! Nimm an diese meine gute Meinung und gib mir Gnade, das heiligste Sakrament so zu empfangen, damit ich, was ich verlange, auch von deiner Barmherzigkeit erhalte. Denn ich weiß, daß du dieses bi heiligste Sakrament deßwegen eingesetzt hast, daß wir V daraus, wie aus einer Quelle der Gnaden, in unsern bi Anliegen Hilfe und Stärke schöpfen können. m m fi ft 3. Erwecke folgende Tugenden langsam und ernstlich: u O mein Jesus! Ich glaube fest alles, was du geoffenbaret hast, insbesondere glaube ich daß du wahrhaft gegenwärtig bist in dem heiligen Sakramente des Altars: weil du, o ewige Wahrheit, solches gesagt haft.- D mein Jesus! Ich hoffe auf dich. Ich hoffe von dir zu erlangen die ewige Seligkeit, wie auch alles, was mir dazu nothwendig oder nüßlich ist; weil du, allmächtiger und getreuer Gott, solches versprochen hast.- O mein Jesus! Ich liebe dich von Herzen über Alles; weil du d bist das allerhöchste und liebenswürdigste Gut.- O mein Jesus! Ich bete dich an in diesem heiligsten Sakramente als meinen Herrn und Gott, meinen Erlöser und SeligFmacher. O mein Jesus! Alle meine Sünden bereue nich von Herzen; weil ich dadurch dich, meinen Gott entn ehret und beleidiget habe.- D Herr! Ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein Herz, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gefund.- O mein Jesus! Mein Heiland und Erlöser, mein Gott und Alles! Ich verlange nach dir. Komm, suche mich heim, Rärke und erhalte mich in deiner Gnade. fi f ei el E Andere Communion- Gebete. O barmherziger Jesus! der du vor deinem Leiden dieses allerheiligste Sakrament als ein ewiges Denkmal deiner Liebe gegen uns eingesetzt hast, damit die menschliche Seele ihre Speise, ihre Zuflucht und ihren Trost darin haben könnte; ich bete an diese deine unendliche Liebe gegen mich, und sage dir demüthigen Dank für dieselbe. O, daß ich dich recht würdig empfangen könnte! O, daß ich in meinen Herzen versammelt hätte alle heiligen Begierden, alle Andacht und allen Eifer, welche deine heiligen Diener auf Erden gehabt, da sie zu diesem heiligsten Saframente getreten sind! D, daß ich vorbereitet wäre, wie es deine unendliche Majestät von mir verdienet! Ich weiß zwar, daß dieses nicht möglich ist; aber ich weiß auch, = daß du diese meine Sehnsucht nicht verachten und verwerfen werdest. Deßwegen opfere ich dir auf allen Fleiß, welchen die Heiligen auf die heilige Communion verwendet haben, und bitte dich: Sieh an ihren Eifer und ihre Andacht, nicht aber meine Trägheit und Lauigkeit. Ich schenke und übergebe dir mein Herz und meine Seele; bereite dir in derselben eine Wohnung auf eine Weise, wie es deiner Majestät wohlgefällig ist. Denn dir allein soll meine Seele zur beständigen Wohnung eingeräumt und überlassen sein. Komm, o Jesus! besiße mein Herz. Du Gott meines Herzens! entzünde es mit deiner heiligen Liebe. I I t T t e Gommunionandacht. -1 403 Aber wer bin ich, o Jesus, daß ich dich einladen darf in mein Herz? Johannes, dein heiliger Vorläufer, hat sich unwürdig geschätzt, dir deine Schuhriemen aufzulösen, und ich Sünder darf dich berufen in mein sündhaftes Herz? Ich darf dich einladen in meine dir so oft ungehorsame Seele? Ich. dich?... Wer bist du? und = 3 e wer bin ich? o Jesus! Du bist ein Gott von unendlicher Majestät! Vor dir zittern die Engel, du bist der Herr des Himmels und der Erde, du bist der große unermessene Gott; ich bin ein schwaches elendes Geschöpf ein boshafter Sünder, der tausendmal die Hölle verdient hat. O mein Jesus! ich zittere, wenn ich an deine Heiligfeit und an meine Unwürdigkeit gedenke! Jch betenne es vor dem Himmel und der Erde: Ich bin nicht würdig, 26* - 404 Communionandacht. meine Augen zu dir zu erheben, vielweniger, daß du in mein Herz eingehst. Dennoch verzweifle ich nicht; ich laſſe mich nicht durch einige Furcht von dir abhalten, sondern komme wit großem Vertrauen zu dir, weil du es also befohlen hast. Du bist zwar ein Gott der schreckbaren Majestät; aber zugleich ein Heiland von unaussprechlicher Barmherzigkeit. Wie kann ich verzweifeln? Wie kann ich kleinmüthig werden? Ja, warum soll ich nicht auf deine Einladung kommen? Besonders wenn ich bedenke, was für Gnaden du in diesem hochheiligen Sakramente dem zubereitest, der dich würdig empfängt. Gütigster Jesus! Ich erkenne meine Armuth und Dürf tigkeit. Ich weiß, wie sehr ich deine Hilfe nöthig habe. Deswegen komme ich zu diesem heiligsten Sakramente als zu einem Brunnen der Gnade, damit ich daran schöpfe von der Fülle deiner Barmherzigkeit. Du bif derjenige, von welchem die Pharifäer gesagt: ,, Er nimmi die Sünder auf und isset mit ihnen." Wohlan, meir Heiland! Da hast du einen großen, einen undankbaren, zugleich aber auch einen büßenden Sünder! Nimm mic an als einen Gast; ja, gib dich selbst mir zur Speise, damit meine Seele dadurch gestärkt, in dem geistlicher Leben bis zum Ende des zeitlichen beständig verharre. D Jesus, wahrer Gottmensch! Deine unermessene Liebe hat dich zwar unter der Gestalt des Brodes vor meiner leiblichen Augen verborgen. Weil ich aber dich als wahr haft gegenwärtig durch den Glauben erkenne, desweger bete ich dich mit tieffter Ehrerbietigkeit an, als meinen Herrn und Gott! An dich, o verborgener Gott! glaube ich, als an die ewige Wahrheit. Auf dich hoffe ich, als an die unendliche Barmherzigkeit. Dich liebe ich von Herzen als das allerhöchste Gut. Ach hätt' ich dich mit keiner Sünde jemals beleidiget! Ich verfluche alle meine begangenen Sünden, weil sie dir, meinem Gott mißfällig find; ich bin bereit, lieber alles lebel auszustehen, als dich noch einmal vorsäßlicher Weise zu beleidigen. Komm, mein Jesus! und stärke mich in diesem Vorfaße. Komm, warum verweilest du so lange? Komm, Geliebter meines Herzens, komm und erfreue mein Herz mit deiner Gegenwart! Du wirst mir ein Troft sein in meinen Betrübnissen, eine Stärke in den Versuchungen, eine Zuflucht im Leben und Tode. Komm, erfülle die Begierde meines Herzens! Communionandacht. 405 Alle Heiligen Gottes! Bittet für mich in dieser Stunde, damit ich würdig hintrète zu meinem Heiland und Erlöser. Erflehet mir jenen Eifer, mit welchem Euer Herz entzündet war, da ihr eben diesen meinen großen Gott vor Zeiten empfangen und zu eurem größten Nußen genossen babt. Du besonders, o Königin der Heiligen! Stebe mir bei, jenen würdig zu empfangen, den du vor Zeiten so oft in deinen jungfräulichen Armen getragen haft, damit ich durch diesen Genuß gestärket und bis an das Ende erhalten werde. Heiliger Schußengel! Geleite mich zu dem Tische meines Herrn, und flöße mir eine englische Ehrerbietung und Andacht gegen dieses liebevolle und allerheiligste Geheimniß ein. Anbetung Jesu nach dem seligen Thomas von Aquin. Gott, der du in den Brodsgestalten 2c.( Lied 121.) Im Hingehen zur Communion. Nun will ich aufstehen, geben und suchen, den meine Seele liebet. O Jesus! ich komme zu dir! komm, verweile nicht länger. Ich glaube an dich, o Jesus, ewige Wahrheit! Ich hoffe auf dich, o Jefus, unendliche Barmherzigkeit! Ich liebe dich, o Jesus, allerhöchstes Gut! Ich verlange und seufze nach dir. O Jesus, Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt; komm, erbarme dich meiner! Jesus! ich bin nicht würdig, daß du eingeheft in mein Herz, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gefund. Jesus, mein Gott und Alles! Mein Heiland und Erlöser, komm zu mir! Nach der hl. Communion. 1. Ergebung an Jesus. Jesus! Dir lebe ich! Jesus! Dir sterbe ich! Jesus! Dein bin ich todt und lebendig. O mein in mir verborgener Jesus! Ich glaube an dich, als an die ewige unsichtbare Wahrheit.- Ich hoffe auf dich als auf die unendliche Barmherzigkeit.- Sch liebe dich von Herzen, als das allerhöchste Gut. O mein Jesus! Woher kommt mir dieses, daß du, großer Gott, dich würdigeft, zu mir zu kommen? Ich 406 Communionandacht. bete dich an als meinen Erlöser und Seligmacher. Ich sage dir Dant, daß du dich gewürdiget haft, bei mir einzukehren.- O mein Jesus! ich opfere dir auf meinen Leib und meine Seele mit Allem, was ich habe, zu deinem heiligen Dienste. Bleibe bei mir mit deiner Gnade, und stärke mich durch die Kraft deines heiligsten Sakramentes, jetzt und in der Stunde meines Todes. Die Seele Christi heilige mich 2c.-( Seite 349.) ww 2. Sage Gott Dank. So habe ich denn in meinen Herzen dich, o Jesus, meinen Heiland und Erlöser! dich meinen Gott, mein lettes Ziel und Ende, meinen Trost, meine Rube, mein Alles. Sei tausendmal gegrüßt du Heil der Welt und Quelle aller Güte und Barmherzigkeit! Du, meine einzige Zuflucht, mein Herr und mein Gott. Jch bete dich an als meinen Gott; ich fürchte dich, als meinen Richter. Ich liebe dich, als mein höchstes Gut. Ich umfasse dich, als meinen Heiland und Seligmacher. O, welche große Gnade ist mir dieses, daß du dich gewürdiget hast, bei mir armen Sünder einzukehren. Woher kommt mir diese Gnade, o mein Jesus! Nur von deiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit. O, welchen großen Dank bin ich dir schuldig! Nichts Größeres konntest du mir auf dieser Welt erzeigen. Keine Mutter hat eine so zarte Liebe gegen ihr Kind, als du mir jetzt erwiesen hast. Den tiefsten Dank sage ich dir alfo, o Jesus! Und was ich nicht vermag, das wollen statt meiner deine Heiligen, wie auch alle Geschöpfe des Himmels und der Erde thun. Heilige Maria! du Mutter desjenigen, den ich jetzt empfangen habe! Sage Dank meinem Jesus für die große mir erwiesene Gnade; lobe ihn anstatt meiner von nun an bis in Ewigkeit. D meine heiligen Patrone und alle Heiligen Gottes! Saget mei Saget meinem Gott ewigen Dank für seine unendliche Gütigkeit, die er an mir armseligsten Kreatur jetzt erwiesen hat. Alle Geschöpfe Gottes! Lobet meinen Jesus in Ewigkeit; denn der allmächtig und barmherzig ist, hat an mir große Dinge gethan. 3. Opfere dich Gott auf. Was soll ich aber dir dagegen beweisen, o Jesus! Alles was ich habe, ist ohnehin dein. Weil ich nun nichts Communionandacht. 407 anders habe, so bringe ich dasselbe zu einem Dankopfer deiner göttlichen Majestat dar. Nimm darum an, o Jesus! meinen Leib und meine Seele; nimm bin alle Gedanken, Worte und Werke, alle Kräfte der Seele, alle Glieder des Leibes, alles was ich habe. Richte Alles nach deinem Woblgefallen, zu deiner Ehre und zu meinem Heile. Weil aber dieses noch viel zu wenig ist, so vereinige ich folches Opfer mit Allem, was deine Heiligen dir Angenelmes und Wohlgefälliges jemals aufgeopfert haben. Laß es dir gefallen, o Gott, und erzeige ferner deine Barmherzigkeit an mir. Tir aber, himmlischer Bater! opfere ich deinen selbst eigenen Sohn mit allen seinen Verdiensten, zur D. nksagung für jede mir erzeigte Wohlthat, zur Tilgung meiner Echulden, zur Erlangung jener Gnaden, welche mir zu meiner Seligkeit am nothwendigsten sind. Eich an das Angesicht deines geliebten Sohnes, und erbarme dich meiner! 4. Begehre Hilfe von Christo. Tu bist jetzt zu mir gekommen, o mein Jesus! mich zu erquicken, mir zu helfen, mich zu trösten! Wohlan! vollbringe, weswegen du gekommen bist. Du kannst mir helfen, wenn du nur willst, denn du bist der allmächtige Gott. An deiner Barmherzigkeit kann ich auch nicht zweifeln. Denn wenn du nicht unendlich barmherzig wärest, so wäreft du nicht zu mir gekommen. Warum soll ich denn nicht loffen? Warum soll ich mit findlichem Vertrauen meine Bitten nicht vorbringen? Herr, dir ist der Zustand meiner Seele besser bekannt, als mir. Tu weißt, wo ich deine Hilfe am meisten nöthig habe; oder wo ich die größte Gefahr habe, dich zu beleidigen und zu Grunde zu gehen. Ach, Herr! da hilf, da zeige deine Barmherzigkeit. Gib mir Gnade, daß ich dich und mich erkennen lerne, damit ich einen unversöhnlichen Haß wider die Sünde feffe. Drücke in mein Gemüth eine ehrerbietige Furcht vor deiner göttlichen Majestät, eine Begierde und Liebe zur Tugend und Andacht. Gib mir die Gnade der Beständigkeit in meinen guten Vorfäßen, wie auch deinen Beistand, alles Widrige von deiner Hand anzunehmen und mit Geduld zu tragen, alle Versuchungen zu überwinden, endlich so zu leben, daß ich dich nimmermehr beleidige und zu Grunde gehe. Jesu Christe! laß 408 Communiondacht. den theuern Werth deines heiligsten Blutes an mir nicht verloren sein. Verwirf nicht jene Seele, in welche du jetzt einzugehen dich gewürdiget hast. Jesus erhöre mich. 5. Erneuere den Vorsatz, Gott fleißiger zu dienen. Dein Ziel und Ende, o mein Jesus! warum du dieses Geheimniß eingesetzt, war nicht allein, deine Liebe zu zeigen, sondern auch mich mit dir beständig zu vereinigen. Erfülle dieses an mir, bleibe bei mir durch deine Gnade und laß mich in Ewigkeit nicht von dir getrennt werden. Ich verwünsche von Herzen jene Zeit, da ich mich durch die Sünde von dir getrennt habe. Könnte ich dieselbe mit meinem Blute wieder erkaufen, so wollte ich es von Herzen thun. Künftig soll eine so unglückliche Zeit nicht mehr sein. Ich erneuere meinen Entschluß: Ich will dir eifriger dienen, o Gott! Sorgfältiger will ich meiden die Sünde; auch die Mittel anwenden, die du mir gegeben hast, besonders will ich meine Besserung zeigen darin.. Diesen Vorsatz lege ich an dem Throne deiner Barmherzigkeit nieder. Du, o Jesus! haft mir die Gnade gegeben, solchen zu machen; nun stebe mir auch bei, denfelben in's Werk zu sehen. Verzeihe mir alle Fehler, die ich in dieser heiligen Communion begangen, und laß mich spüren die Früchte deiner Gegenwart. Laß mich nicht sterben, o Jesus! ehe ich zur Reise in die Ewigkeit gestärkt worden mit eben diesem deinem heiligsten Fleisch und Blute, damit ich dereinst dahin gelange, wo ich dich von Angesicht zu Angesicht schauen und loben kann in Ewigkeit. Heilige Maria, du Zuflucht der Sünder! bitte für mich und erhalte mich in der Freundschaft deines liebsten Sohnes bis an das Ende meines Lebens. Alle Heiligen Gottes! bittet für mich, damit ich den gewünschten Nußen aus diefer heiligen Communion schöpfen und forterhalten möge. 6. Bitte Jesus Christus um seinen Segen. Ich habe gefunden, den meine Seele lieb hat. Ich habe ihn gehalten und will ihn nicht von mir lassen. Ich verlasse dich nicht, o Jesus! du habest mich denn zuvor gesegnet. Segne, o Jesus! meinen Leib und meine Seele, segne mein Gedächtniß, meinen Verstand und Willen, fegne alle mir Angehörigen, segne meine Freunde und Feinde, segne meine Arbeit und Mühe; segne die ganze übrige Zeit meines Lebens, damit ich in deinem Dienste beständig Communionant acht. 409 verharre bis an mein Ende. Denn dir allein lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig. Was ich künftig denken, reden, wirken und leiden werde das soll Alles zu deiner größeren Ehre gedacht, geredet, gewirket und gelitten sein. Gib mir Gnade. Alles auf jene Weise zu denken, zu reden, zu wirken und zu leiden, wie es dir, mein Gott! am wohlgefälligsten ist. Segne mich in meinem Leben, o Jesus! Gib mir Gnade, alles zu erkennen, zu suchen und zu erfüllen, was dir wohlgefällig ist. Stärke mich in Freuden und Leiden, damit ich mich in jenen nicht erhebe, und in diesen nicht unterliege. Laß mich nichts erkennen, als was mich zu dir führet, hingegen nichts betrüben, als was mich von dir abwendet. et. Gib, daß ich Reinem begehre zu gefallen oder fürchte zu mißfallen, als dir allein. Ich verlange keine Ruhe, keine Freude, keine Ehre, welche dir zuwider ist. Hingegen alle Arbeit, welche zu deiner Ehre gereichet, soll meine Freude und mein Trost sein. Verleihe mir, o Gott! ein Herz, welches die begangenen Sünden schmerzlich bereuet; ein Herz, welches sich von dir nimmermehr absondern läßt, weder im Leben noch im Tode. Segne mich in meinem Sterben. Bewahre mich vor einem jähem und unvorbereiteten Tode. Beschüße mich wider alle Anfechtungen des bösen Geistes. Laß mich nicht sterben ohne würdigen Empfang der beisigen Sakramente, die du mir und allen Sündern zum Troste in deiner wahren Kirche eingesetzt haft. Die Kraft derselben stärke mich in den Schmerzen des Leibes; verlaß mich nicht in so vielen Gefahren meiner Seele. Wende in meiner letzten Stunde von mir ab alle Vermessenheit und Kleinmüthigkeit. Leite und regiere mich also, damit ich in deiner Gnade lebe und sterbe, und hierauf dich mit den Heiligen im Himmel ewig dankbar lobe und preise. Amen. 410 Meßandacht. Zum Eingange der hl. Messe. Mein liebster Gott und Heiland, Jesu Christe! Tu haft aus unendlicher Liebe gegen uns Menschen das heilige Altaropfer eingesetzt, damit wir ein beständiges Gedächtniß hätten desjenigen heiligsten und schmerzlichsten Opfers, welches du am Kreuze für uns dargebracht hast; zugleich aber auch ein Mittel, uns der Verdienste desselben theilhaft zu machen. Ich will jetzt dieser heiligen Messe mit möglichster Andacht beiwohnen. Ich opfere dieselbe dir, allerheiligste Ereifaltigkeit, auf zum Lobe und zur Ehre deiner göttlichen Majestät; dir, o Jesus! zum Gedächtnisse und zur Verehrung deines bittein Leidens und Sterbens,- zur Tanksagung für alle mir erwiesenen Wohlthaten, zur Genugthuung für meine Eünden, zur Erlangung aller Gnaden, die mir zum Heile meiner Seele, vornel mlich heute, nothwendig oder nüßlich sind. Insonderbeit will ich diese heilige Messe anhören zu diesem Ziel und Ende... Verleihe mir deine Gnade, daß ich dieses mit lebhaftem Glauben, mit fester Hoffnung, mit inniger Liebe, mit wahrer Demuth und Ehreibietigkeit also verrichte, damit ich die liebreid ste Absicht deiner Einfeßung erreichen möge.( Amen.) Heilige Jungfrau Maria! die du auf dem Kalvariaberge bei dem Kreuze gestanden, da mein Erlöser sich an demselben für das Heil der Welt aufgecpfert hat! Bitte für mich, daß ich dieser heiligen Messe, worin er sich abermal wiewohl auf eine unblutige Weise, seinem himmlischen Vater aufopfert, mit schuldiger und ehrerbietiger Aufmerksamkeit beiwohne zur Ehre der göttlichen Majestät und zu meinem ewigen Heile.( Amen.) Zur Aufopferung. - D himmlischer Vater! Nimm von der Hand des Priesters dies Opfer auf zur Ghre deines heiligen Namens, zu unserm Rußen und zur Wohlfahrt deiner heiligen Kirche. In Vereinigung dieses heiligen Meßopfers bringe ich dir auch mit tiefster Temuth dar mein sündbaftes Herz. Nimm es bin, und gleichwie das Brod und der Wein bei diesem Opfer durch deinen kräftigen Segen in Meßandacht. 411 das wahre Fleisch und Blut Jesu Christi verwandelt werden; also wollest du mein Herz von allem Wust der Sünden und böser Begierlichkeit reinigen, und zu einem deiner Majestät wohlgefälligen Tempel verändern. Ich lege mein Herz bei dem Fuße deines heiligen Altars nieder; zünde es an mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe; laß es fammt allen meinen Gedanken, Worten und Werken ein dir geheiligtes und wohlgefälliges Opfer sein. Zur Wandlung. Wenn der Priester die hl. Hostie in die Höhe hebet: O mein gekreuzigter Gott und Heiland, Jesu Christel an dich glaube ich. Jesus! auf dich hoffe ich. Jesus! dich liebe ich von Herzen. Du bist hier unter den Gestalten des Brodes wahrhaft gegenwärtig, der du vor Zeiten mir zu Liebe an dem Kreuz in bittersten Schmerzen dich haft erheben und dem Volfe zeigen lassen. Ich bete in tiefster Demuth dich an, als meinen Herrn und Gott, obschon du meinen leiblichen Augen verborgen bist. Wenn der Priester den hl. Kelch in die Höhe hebet: Mein Jesus! an dich glaube ich, auf dich hoffe ich, ich liebe dich von Herzen. Dein heiliges Blut, das Blut des neuen Bundes, welches du ehedem für mich am Kreuze vergossen hast, ist allhier wahrhaftig gegenwärtig. Ich bete es demüthig an, und bitte dich: Laß es an mir nicht verloren sein. Laß auch den Seelen im Reinigungsorte den Segen deines theuersten Blutes zu Theil werden, damit sie von ihren Qualen erlediget, die ewige Ruhe und Freude erlangen. Drei Stunden lang, o Jesus! hingest du mir zu Liebe am Kreuze, schmerzlich angenagelt und ausgedehnet. Drei Stunden rangst du mit dem Tode, bis du endlich deine Seele in die Hände deines himmlischen Vaters aufgabest. Ich sage dir unendlichen Dank dafür, und nehme mir ernstlich vor, daß ich in Zukunft nicht anders, als dir zu Liebe lebett, leiden und sterben wolle. 3ur Communion. heilige Mahlzeit, darin Christus genossen wird! o Brod der Engel! o göttliche Speise! O könnt' ich jetzt 412 Meßandacht. in der heiligen Communion dich wesentlich in mich auf. nehmen. Aber, o Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach; sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gefund. Ich schenke dir mein Herz, bereite dasselbe nach deinem Wohlgefallen, damit es durch die nächste heilige Communion dir zu einer angenehmen Wohnung dienen möge. Die Seele Christi heilige mich 2c.( Seite 349.) Am Ende der Hl. Messe. Nimm auf, o himmlischer Vater dieses hochheilige Opfer in Vereinigung desjenigen, welches dein geliebter Sohn, mein Erlöser, auf dem Altar des Kreuzes für das Heil der ganzen Welt verrichtet hat. Verzeihe mir alle Fehler, welche ich jemals in Anhörung der heiligen Messe begangen habe, und laß mir zu Theil werden jene Gnaden, die du denen reichlich ertheilest, welche diesem hei ligen Opfer andächtig beiwohnen. Jesu Christe! durch die unendlichen Verdienste deines blutigen Kreuzopfers bitte ich dich demüthig um kräftige Gnade in meinem Leben und Sterben. Heute besonders bewahre mich vor der Sünde. Stehe mir bei, damit ich den Pflichten meines Standes getren nachkomme. Alles, was ich heute denken, reden, thun und leiden werde, soll zu deiner größern Ehre gerichtet sein. Alles dir zu Liebe! Durch dich, o seligste Jungfrau Maria! widme ich der allerheiligsten Dreifaltigkeit dieses heilige Opfer fanımt allen, welche heute in der ganzen Welt verrichtet werden. In Ansehung derselben erbitte mir von Gott die Gnade, alle noch übrigen Augenblicke meines Lebens allein zur Ehre Gottes und zum Heile meiner Seele anzuwenden. Alle Heiligen Gottes! bittet für mich, daß ich mich vor jeder Sünde hüte; Gott zu Liebe arbeite und leite; in der Gnade Gottes lebe und sterbe. Amen. Litaneien. Bom allerheiligsten Namen Jesu. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Christi, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Jesu, höre uns! R. Jesu, erhöre uns! Gott Vater von den Himmeln, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Jesu, Du Sohn des lebendigen Gottes, Jesu, Du reiner Glanz des Vaters, Jefu, Du reiner Glanz des ewigen Lichtes, Jesu, Du König der Herrlichkeit, Jesu, Du Sonne der Gerechtigkeit, Jesu, Du Sohn der Jungfrau Maria, Du liebenswürdiger Jesu, Du wunderbarer Jesu, Jesu, Du stacker Gott, Jesu, Du Vater der zukünftigen Ewigkeit, Jesu, Du Verkündiger des großen Rathschlusses, Jesu, Du Mächtigster, Jesu, Du Geduldigster, Jesu, Du Gehorsamster, Jefu, sanft und demüthig von Herzen, Jefu, Du Liebhaber der Keuschheit, Jesu, Du Liebhaber des Menschengeschlechts, Jesu, Du Gott des Friedens, Jesu, Du Urheber des Lebens, Jesu, Du Vorbild der Tugenden, Jesu, Du Eiferer der Seelen, Jesu, unser Gott, Jesu, unsere Zuflucht, Jesu, Du Vater der Armen, Jesu, Du Schaß der Gläubigen, Jesu, du guter Hirt, 413 R. Erbarme Dich unser! 414 Jesu, Du wahres Licht, Jesu, Du ewige Weisheit, Jesu, Du unendliche Gütigkeit, Litanei. Jeiu, unser Weg und Leben, Jesu, Du Freude der Engel, Jesu, Du König der Patriarchen, Jesu, Du Meister der Apostel, Jein, Du Lehrer der Evangelisten, Jesu, Du Stärke der Märtyrer, Jesu, Du Licht der Bekenner, Jesu, Du Reinigkeit der Jungfrauen, Jesu, Du Krone aller Heiligen, Sei uns gnädig!- Verschone uns, o Jesu! Sei uns gnädig! Erhöre uns, o Jesu! Von allem Uebel, - Von aller Sünde, Von Deinem Zorne, Von den Nachstellungen des Teufels, Von dem Geiste der Unlauterkeit, Von dem ewigen Tode, Von der Vernachlässigung Deiner Einsprechungen, Durch das Geheimniß Deiner hl. Menschwerdung, Durch Deine Geburt, Durch Deine Kindheit, Durch Dein göttliches Leben, Durch Deine Mühen und Arbeiten, Durch Deinen Todeskampf und Dein Leiden, Durch Dein Kreuz und Deine Verlassenheit, Durch Deine Todesschwächen, Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß, Durch Deine Auferstehung, Durch Deine Himmelfahrt, Durch Deine Freuden, - R. Erbarmech unser! R. Erlöse uns, o Jesus! Durch Deine Herrlichkeit, O Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, Verschone uns, o Jesu! D Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt, Erhöre uns, o Jesu! Du Lamm Gottes, welches Du hinnimmst die Sünden der Welt,- Erbarme Dich unser, o Jesu! Seju böre uns!- Jesu, erhöre uns! Litanei. Laßt uns beten! O Herr Jesu Christi, der Du gesagt haft: bittet, und hr werdet empfangen; fuchet, und ihr werdet finden; opfet an, und es wird euch aufgethan werden; wir itten Dich, gib auf unser Flehen uns den Geist Deiner Attlichen Liebe, auf daß wir Dich lieben mit ganzem zen, in Wort und That, und nimmermehr von Deiat Lobe ablaffen. Deinen heiligen Namen, o Herr, laß uns immerdar ürchten und lieben, weil Du denen niemals Deine Leitung Entziehst, die Du in Deiner Liebe befestigest. Durch Jefum Chriftum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Inmerk. Der Hl. Vater, Pius IX. Hat Denen, welche diese Litanei andächtig beten, 300 Tage Ablaß verlichen. ( Congr. sacr. rit. 21. Aug. 1862.). Die Lauretanische Litanei. jerr, erbarme Dich unser! Thriste, erbarme Dich unser! Ferr, erbarme Dich unser!- Christe, höre uns! hriste, erhöre uns! ott Vater vom Himmel!- Erbarme Dich unser! Bott Sohn, Erlöser der Welt!- Erbarme 2c. Bott heiliger Geist!- Erbarme 2c. peilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! Erbarme 2c. heilige Maria, heilige Gottes- Gebärerin, heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Nutter Christi, Mutter der göttlichen Gnaden, Du allerreinste Mutter, 415 Du allerkeuschefte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbarliche Mutter, Du Mutter des Schöpfers, du Mutter des Erlösers, " Du allerweiseste Jungfrau, R. Bitte für uns! 416 Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gnädige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sitz der Weisheit, Du Ursache unseres Heils, Litanei. Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinener Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Helferin der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Du Königin der Beichtiger, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Du Königin, ohne Makel der Erbfünde empfangen, O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden o Herr! der Welt! Verschone uns, Ry. C Bitte für uns! O du Lamm Gottes, 2c. Erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, 2c.- Erbarme dich unser, o Herr! Vater unser, der du bist 2c. Gegrüßet seift du, Maria 2c. Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottes Gebärerin! Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren. O glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsere Litanei. 417 Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne! N. Bitt' für uns, o heilige Gottes- Gebärerin! R. Auf daß wir würdig werden der Verheikungen Christi. Wir bitten dich, o Herr! du wollest deine Gnade in unsere Herzen ausgießen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi deines Sohnes erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden. Durch denfelben Christum unsern Herrn. V. Bitt' für uns o seligster Joseph! R. Auf daß wir würdig werden 2c. Wir bitten dich, o, Herr! daß uns durch die Verdienste des Bräutigams deiner heiligsten Gebärerin geholfen werde, damit was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde. Der du lebest und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zu allen Heiligen Gottes. Herr, erbarme Dich unser!- Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser!- Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel!- Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt!- Erbarme 2c. Gott heiliger Geist!- Erbarme 2c. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! Heilige Maria, Erbarme 2c. Heilige Gottes- Gebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, Heiliger Täufer Johannes, Heiliger Joseph, lle heiligen Patriarchen und Propheten, iliger Petrus, iliger Paulus, 27 R. Bitte für uns! 418 Heiliger Andreas, Heiliger Jakobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Jakobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Matthias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Litanei. Aue heiligen Apostel und Evangeliften, Alle heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Heiliger Vincentius, Heilige Fabianus und Sebastianus, Heilige Johannes und Paulus, Heilige Kosmas und Damianus, Heilige Gervasius und Protasius, Heiliger Bonifacius, Alle heiligen Martyrer, Heiliger Sylvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrofius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, Heiliger Rhabanus, Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, Alle heiligen Kirchenlehrer, Heiliger Benedictus, Heiliger Antonius, Heiliger Sturmius, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominikus, R. Bitt'( bittet) für uns! Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anaftafia, Heilige Lioba, Litanei. Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, Alle Heiligen Gottes, Sei gnädig! Verschone uns, o Herr! Sei gnädig! Erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Vom jähen und unversehenen Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Vom Geiste der Unkeuschheit, - Von schädlichem Blitz und Ungewitter, Von dem ewigen Tode, Durch das Geheimniß deiner Hl. Menschwerdung, Durch deine Ankunft, Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und heil. Faſten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine heil. Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heil. Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns verschonest, - Daß du uns verzeihest, Daß du uns zur wahren Buße führen wollest, Daß du deine hl. Kirche regieren und erhalten wollest, Daß du den apostolischen obersten Hirten und alle geistlichen Stände in der hl. Religion erhalten wollest, 419 B. Bitt'( bittet) für uns! R. Erlöse uns, o Herr! R.Wirbitten 2c. 420 Litanei. Daß du die Feinde der hl. Kirche erniedrigen wollest, Daß du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Eintracht verleihen wollest, Daß du dem ganzen christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß du uns selbst in deinem hl. Dienste stärken und erhalten wolleſt, Daß du unsere Herzen zu himmlischen Begierden erheben wollest, Daß du allen unsern Wohlthätern die ewigen Güter) verleihen wollest, Daß du unsere und unserer Brüder Verwandten und Gutthäler Seelen von der ewigen Verdammniß erledigen wolleft, Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, Daß du allen abgestorbenen Rechtgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleft, Daß du uns erhören wollest, Du Sohn Gottes! D du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, Verschone uns 2c. du Lamm Gottes, 2c. Erhöre uns 2c. Ddu Lamm Gottes, 2c.- Erbarme dich 2c. Christe, höre uns, Christe erhöre uns! Herr erbarme dich unser!- Christe erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser!- Vater unser 2c. - - R. Wir bitten dich erhöre uns! - Psalm 69: V. D Gott, merk' auf meine Hilfe! Herr, eile mir zu helfen! R. Die meinem Leben nachstellen, sollen schamroth und zu Schanden werden. V. Die mir Böses gönnen, sollen zurückweichen und sich schämen. R. Eilends sollen mit Schande zurückweichen, die höhnisch zu mir reden. - V. Alle aber, die dich suchen, sollen sich in dir erfreuen und frohlocken; und die dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Der Herr sei hochgepriesen! R. Jch aber bin elend und arm. O Gott! hilf mir. V. Du bist es, der mir hilft, und mich erlöset. Herr, verweile nicht. Ehre sei dem Vater 2c. R. Wie es war zc. *. Mein Gott! hilf deinen Dienern, R. Die auf dich vertrauen. Litanei. 421 X. Sei uns, o Herr! ein starker Thurm. R..Vor dem Angesicht des Feindes. V. Laß den Feind nichts an uns gewinnen. R. Und der Boshafte schade uns nicht. V. Herr, verfahre mit uns nicht nach unsern Sünden! R. Und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. V. Laßt uns beten für unsern obersten Hirten N. R. Der Herr bewahre ihn, und erhalte ihn am Leben. Er be glücke ihn auf Erden, und übergebe ihn nicht dem Willen seiner Feinde. V. Laßt uns beten für unsere Wohlthäter! R. Herr, schenke Allen, die uns Gutes thun, wegen deines Namens das ewige Leben. Amen. V. Laßt uns beten für die abgeschiedenen Rechtgläubigen! R. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Sie ruhen in Frieden. R. Amen. V. Laßt uns auch beten für unsere abwesenden Brüder! R. Errette, o Gott! deine Diener, die auf dich hoffen. V. Sende ihnen Hilfe von deinem Heiligthume. R. Und beschüße sie von oben. X. Herr! erhöre 2c. R. Und mein 2c. Lasset uns demnach beten: O Gott! dem allzeit das Erbarmen und Verschonen eigen ist! Nimm unser Gebet auf, damit uns und alle deine Diener, die mit den Sündenketten gebunden sind, deine Erbarmniß gnädig erlöse. Wir bitten dich o Herr! Erhöre das Gebet der Demüthigen, und schone derer, die ihre Sünden reumüthig bekennen; damit du uns die Verzeihung zugleich und den Frieden gnädig ertheileft. Erzeige uns, o Herr! deine unaussprechliche Barmherzigkeit; damit du uns von allen Sünden erledigest, uns die Strafe, die wir dafür verdienen, schenkest. D Gott, der du durch die Sünden erzürnet und durch die Buße versöhnet wirst! Siehe an das Gebet deines demüthigen Volkes und wende ab die Geißel deines 3ornes, die wir für unsere Sünden verdienen. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme dich deines Dieners, unseres obeisten Hirten N., und leite ihn nach deiner Güte auf dem Wege des ewigen Heils: damit er durch 422 Litanei. deine Gnade nach demjenigen, was dir wohlgefällt, trachte und es mit aller Kraft ins Werk richte.- O Gott, von dem die heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen! Gib deinen Dienern den Frieden, den die Welt nicht geben kann; damit unsere Herzen sich deinen Geboten ergeben, und unsere Zeiten, von der Furcht der Feinde befreit, durch deinen Schuß rubig sein mögen. D Herr! entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer des heiligen Geistes; damit wir dir mit keuschem Leibe dienen, und mit reinem Herzen gefallen mögen. O Gott, du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! Ertheile den Seelen deiner Diener und Dienerinnen die Nachlassung aller Sünden, damit sie die Verzeihung, welche sie jederzeit gewünscht haben, durch das andächtige Gebet erhalten mögen. D Herr! wir bitten dich, du wollest unserm Thun und Laffen mit deiner Gnade zuvorkommen, und dasselbe durch deine Hilfe fortseßen, damit alle unsere Gebete und Werke immer von dir anfangen und durch dich vollendet werden. Allmächtiger, ewiger Gott! der du über die Lebendigen und Todten herrschest, und dich aller jener erbarmest, von denen du voraus weißt, daß sie durch liebethätigen Glauben dir angehören werden! Wir bitten dich demüthig: Laß diejenigen, für welche wir uns zu beten vorgenommen, und die entweder noch auf dieser Welt im Fleische wandeln..., oder nach abgelegtem Leibe schon in der künftigen fich befinden..., auf die Fürbitte aller deiner Heiligen, durch deine gütigste Barmherzigkeit die Nachlassung aller ihrer Sünden erlangen. Durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste in Einer Gottheit lebt und herrschet in Ewigkeit. Amen. V. Der allmächtige und barmherzige Herr erhöre uns. R. Amen. V. Auch die Seelen der abgeschiedenen Rechtgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. R. Amen. Tugendübungen.( f. Seite 380.) Litanei. Zum heil. Bonifacius. V. Herr, erbarme Dich unser! R. Chrifti, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! R. Christe, erhöre uns! . Gott Vater von den Himmeln, R. Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, Erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, Erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Erbarme 2c. Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Bonifacius, Du großmüthiger Verachter der Welt, Du Muster der Reinheit, Du Liebhaber der Armuth, Du Vorbild des Gehorsams, Du Vermehrer der Ehre Gottes, Du Eiferer der Seelen, Du Lehrer der Unwissenden, Du Ausbreiter des Evangeliums, Du Vertilger der Abgötterei, Du Bekehrer der Heiden, Du Bekämpfer der Laster, Du Lehrmeister der Tugend, Du Apostel der Deutschen, Du Beschüßer des Glaubens, Du standhafter Blutzeuge Chrifti, Du Helfer der Nothleidenden, Du besonderer Patron des Vaterlandes, Sei gnädig, Verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, Erhöre uns, o Herr! Bon allem Uebel, aller Sünde, aller Nachstellung des Teufels, Best, Hunger und Krieg, schädlichen Bliß und Ungewitter, ewigen Tode, die Verdienste des Hl. Bonifacius, feine große Liebe, seinen Eifer für die Ausbreitung des chriftn Glaubens, 423 R. Bitte für uns! R. Erlöse uns, o Herr! 424 Durch seine unermüdeten apoftolischen Arbeiten, Durch seine beschwerlichen Reifen, Durch seine vielfältigen Verfolgungen, Durch seine Marter, Durch seine Fürbitte, Litanei. Am Tage des Gerichts, Wir Sünder, Wir bitten dich, erhöre uns! Daß du deine hl. Kirche regieren und erhalten wollest, Daß du unser Vaterland wider alle seine Feinde Dbeschüßen wolleft, aß du alle Bekenner deines Hl. Namens auf die Fürbitte deines heil. Dieners Bonifacius in der Einigkeit des wahren Glaubens erhalten wollest, Daß du diejenigen, welche die Einigkeit verlassen haben, dabin zurückführen wollest, Daß du die Verehrer deines hl. Dieners Bonifacius in ihren Anliegen erhören wollest, Daß du den Abgestorbenen die ewige Ruhe verleihen wollest, Daß du uns in deiner Gnade erhalten wollest, R. Erlöse 2c. O du Lamm Gottes 2c., Erhöre uns, o Herr! D du Lamm Gottes 2c., Erbarme dich unser, o Herr! R. Wir bitten dich, erhöre uns! 5 D du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, Verschone uns, o Herr! V. Christe, höre uns! R. Christe, erhöre uns! V. Herr, erbarme dich unser! R. Christe, erbarme dich unser! W. Herr, erbarme dich unser! Vater unser 2c. V. In aller Trübsal und Noth! R. Komme uns zu Hilfe! heil. Bonifacius! V. Herr, erhöre unser Gebet! R. Und laß unser Geschrei zu dir kommen! Lasset uns beten: D Gott, der du eine große Menge Volkes in Deutschland durch die Lehren und Predigten des heil. Bischofs und Martyrs Bonifacius zu der Erkenntniß deines heiligen Namens zu bringen dich gewürdigt haft! Verleihe gnädig, daß wir auf seine Fürbitte im wahren Glauben standhaf und in der Liebe eifrig verharren und von allen Uebel des Leibes und der Seele befreit sein mögen. Du Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. Unterweisungsund Andachts- Büchlein für die Mitglieder der Erzbruderschaft vom heiligsten und unbefleckten Herzen Mariä zur Bekehrung der Sünder. LVI TO Mit Approbation des Bischöfl. Drbinariats. Fulda 1873. Drud von Johann Leonard Uth. @ung និង បង្ក ប .581 vi a bhiopusor peg at DAP ST Doctor POIR $ I5\ d{ I69% L#Hutugutiqu Der hochheilige Name MARIA des Christen Trost, Hoffnung und sichere Zuflucht. 10: Vorwort. Der heilige Bernardus, der größte, innigste Berehrer Maria's, schreibt über diesen hochheiligen, süßen Nainen folgende, von allen Christen wohl zu beherzigende Worte: Der Name Maria bedeutet Meerstern. Sehr schön wird Maria einem Sterne verglichen, denn wie ohne Befleckung und Schwächung seiner selbst der Stern seine Strahlen aussendet, so hat Maria ohne Verletzung ihrer jungfräulichen Reinigkeit den Sohn Gottes geboren. Sie ist daher der berühmte Stern, der uns aus Jacob aufgegangen, dessen Strahl die ganze Erde erhellet, desſen Schimmer in des Himmels Höhen leuchtet. Alle Tiefen durchdringt dieses Sternes Glanz; alles Dunkel der Welt verklärt er, mehr die Seelen als die Leiber erwärmend; der Tugend zarte Keime pflegt er und macht verschwinden die Laster. Maria ist fürwahr der herrliche Stern, der da lieblich schwebet über dem großen und weiten Meere der Welt, strahlend an Verdiensten, vorleuchtend durch Beispiele. O du, wer du immer bist, der du dich auf dem Meere dieses Erdenlebens von Sturm nnd Wogen hin- und hergetrieben fühlest und kein festes Land gewinnen fannst, wende nie dein Auge weg vom Schimmer dieses milden Gestirnes, wenn du von den Wellen nicht willst bedeckt und verschlungen werden. Wenn der Versuchung Stürme sich erheben: wenn du auf Klippen der Trübfale stoßeft, - - 4- blicke auf zu dem Sterne, rufe zu Maria! Wenn von den Wogen des Hochmuths du hin und hergeworfen wirft, oder die Ungewitter des Ehrgeizes, die Verläums dungssucht und der Eifersucht dich verfolgen, blicke auf zu dem Sterne, rufe zu Maria! Wenn Zorn oder Hab. sucht, oder des Fleisches schnöde Versuchungen das Schifflein deiner Seele erschüttern, blicke auf zu Maria! Wenn die Größe deiner Laster dich erschrecket, und dein Gewissen wegen schändlicher Lafter dich verwirrt; wenn des Gerichtes Schauer dich durchbebt, und du stehest am schwindelnden Abgrunde der Troftlosigkeit oder am Rande der Verzweiflung, ge denke an Maria! In jeglicher Gefahr, in allen Nöthen, in bangen Zweifeln gedenke an Maria, rufe zu Maria! Ihr Name schwinde nie aus deinem Munde und weiche nie aus deinem Herzen, und auf daß du ihrer Fürsprache Schuß und Hilfe zuversichtlicher erlangest, laß nicht ab von der treuen Nachfolge ihres heiligen Wandels. Folgest du ihr nach, so irrest du nimmer vom rechten Wege; betest du zu ihr, so darfst du nimmer verzweifeln; gedenfeft du ihrer stets, so sündigest du nimmer; hältst du dich an ihrer Hand, so wirst du nicht fallen; wandelst du unter ihrem Schuß und Schirm, so hast du nichts zu fürchten; ist sie deine stete Begleiterin, so ermattest du nicht auf deiner Pilgerreise; ist sie dir gnädig, so gelangst du glücklich zum Biele und kommst wohl an bei ihrem göttlichen Sohne." - ( Aus dem Brevier am hbren Namensfeste der allerseligsten Jungfrau Maria, bas gefeiert wirb am Sonntage nach dem Feste Mariä Geburt.) mist dns upto 37 5- Kurze Unterweisung. 1. Entstehung und Verbreitung dieser Erzbruderschaft. Die Erzbruderschaft vom heiligsten und unbefleckten Herzen Mariä zur Befehrung der Sünder" wurde, unter unverkennbaren Zeichen des göttlichen Wohlgefallens, im Jahre 1836 zu Paris in der Pfarrkirche zu 1 Unferer Lieben Frau vom Siege", welche auch der Mittelpunkt und die Mutterkirche dieses in so furzer Zeit über die ganze fatholische Welt verbreiteten Gebets Vereines ist, durch den frommen Seeleneifer eines anspruchlosen Priesters gegründet. Das Folgende soll eine furze Geschichte der Entstehung und BVerbreitung dieser frommen Liebesversammlung bieten. 9 Ziemlich in der Mitte von Paris, der großen Hauptstadt Frankreichs, liegt die schon genannte weitschichtige Pfarrei zu Unserer Lieben Frau vom Siege", welche eben wegen dieser Lage der Mittelpunkt des Handels und des mannigfaltigsten Verkehrs, aber auch der Sammelplat des frechsten Unglaubens, des schauerlichsten Sittenverderbnisses, der unerhörtesten Gottlosigkeit und der abscheulichsten Laster ist. Es herrschte dort nicht etwa eine beklagenswerthe Gleichgültigkeit in religiösen Dingen, sondern geradezu die schnö deste Verachtung und der bitterste Haß gegen die Religion und ihre Vorschriften und zumal gegen die Priester. Diese durften im eigenen Pfarrsprengel nicht mehr in ihrer geistlichen Kleidung sich zeigen, wollten sie nicht vielfachem Spotte, bittern Kränkungen und argen Mißhandlungen sich ausseßen. Dem Gottesdienst wohnten nur noch sehr Wenige bei, und selbst an den hehrsten Festtagen war die Kirche so zu sagen leer; der Empfang der hl. Sakramente wurde dergeitalt vernachläßigt, daß im Jahre 1835 bet einer Anzahl von 26,000 Pfarrfindern dieses Kirchspiels nur 720 heilige Kommunionen Statt hatten; ja Unglaube und Gottlofigkeit hatten in der schauerlichsten Weise und 6in einem solchen Grabe überhand genommen, daß man selbst auf dem Sterbebette von dem Troste und ter Stärkung der Hl. Sakramente nichts mehr wissen wollte. nicht ent In einem solchen äußerst betrübten und schauer. lichen Zustande hatte im Jahre 1832 ein neuer Pfarrer, Herr Tufriche: Tesgenettes( spr. Tüfrisch. Deschenett), die genannte so sehr verkommene Pfarrei angetreten und mit allem Eifer und Fleiße unter Gebet und mit fefem Vertrauen und möglichster Kraftanstrengung feine feelsorgliche Wirksamkeit begonnen und rastlos fortgefegt. Aber all fein Beten und all sein Wirken schien vergeblich. Da erbarmte sich endlich der Allerböchste um Hülfe zu senden von seinem Heiligthume, und die Art und Weise, wie diese Hilfe aus den Höhen sich anfündigte, was das offenbarite Zeugniß, daß, wie schon so oft, so auch diesmal es der unergründ lichen Weisheit und Barmherzigkeit Gottes gefallen habe, im liebreichsten Herzen der hoch gebeneteiten jungfräulichen Mutter eine Zufluchtstätte der Frömmigkeit und des Vertrauens zur Rettung der Sünder zu eröffnen und die sieg reiche Fürbitte der Himmelskönigin zum Troste der sündigen Welt zu verherrlichen. Es war am 3. Dezember 1836, am Feste des heiligen Franziskus Xaverius, als der Herr Pfarrer am Muttergottesaltare die hl. Wiesse feierte. La fam ihm tenn auf einmal ter Getante, seine Pfarrei in besonderem Vertrauen dem heiligsten und unbefleckten Herzen Maria zu empfehlen und zu dem Zwecke einen befonteren Gebetkverein unter feinen wenigen noch treuen Pfarrkintern zu gründen. Wie sehr er sich auch Viühe gab, tiefen Gedanken, welchen er Anfangs für eine eitle Andächtelei hielt, zu verdrängen, er kehrte stets mächtiger und lebhafter wieder, so daß er endlich bei sich dachte:. Bleibt mein Unternehmen auch ohne Erfolg, immerhin es ist ja ein Beweis der Ghrfurcht und Andacht gegen die Heiligste Jungfrau; ich will also wenigstens den Versuch machen, kann ja ein solcher in keinem Falle schaden." Ge fagt-gethan. Kaum in feine Wohnung zurückgekehrt, ging der fromme Seelsorger daran, die Satzungen zu dem angeregten Gebetsvereine zu entwerfen, welche er am 10. Dezember dem Herrn Grzbischofe von Paris zur Prüfung vorlegte. Dieser genehmigte denselben nicht nur, sondern = 7= erlaubte auch, die Gebete und Anbachten sogleich am folgenden Tage zu beginnen. 8 war dies ter dritte Adventéfonntag, und der Herr Pfarrer theilte nach dem Mora gengottesdienste den anwesenden Gläubigen sein frommes Vorhaben mit, und verfündigte, daß die erste Andacht zum Herzen Maria nech am selben Abende um 7 Uhr gehalten werden sollte. Nach der geringen Zahl der gerade Anwesenten durfte er faum auf 50-60 Theilnehmer rechnen; aber wie wurde er freudig überrascht, und wie mächtig sein Vertrauen gehoben, als er des Aber ds eine Verfamms lung von etwa 500 Personen in der Kirche erblidte! Tie Andacht begann mit Abhaltung der D'arianischen Vesper, wobei eine ziemliche Andachtslosigkeit bei Vielen sich fund gab; hierauf folgte ein Vertrag über Veranlassung, Beweggründe, Bedeutung, Zweck und Errichtung des zu gründenden Gebetsvereines, wobei von Minute zu Wiinute die Aufmerksamkeit und Theilnahme sich sichtlich steigerte. Als hierauf die Lauretarische Litanei vor ausgesetztem hochwürdigsten Gute gesungen wurde, fühlte sich die ganze Versammlung so tief ergriffen, daß die Fürbitte: Du Zuflucht der Sünder: bitte für uné!" aus freiem Antriebe und wie auf höhere Gingebung dreimal wiederholt wurde, indeß der Herr Pfarrer vor dem Allerheiligsten knieend mit fichtlicher Rührung also betete: O meine Mutter! du hörst dies Rufen der Liebe und des Vertrauens; du wirst diese armen Sünder retten, welche dich ihre Zuflucht nennen. O Maria! nimm diesen frommen Verein in deinen Schuß und gib uns zum Zeichen des Wohlgefallens die Belehrung des Herrn N. Ich werde morgen in deinem Namen zu ihm geben." Herr N. war ein 80jähriger Greis und sehr angeschener und hechgestellter Diann Von seinem 15ten Lebensjahre an hatte er allen Religionsübungen entfagt und war entlich ein gänzlicher Gottesläugner geworden. Echon seit einiger Zeit erblindet, war er jetzt so betentlich ertranft, taß feine baldige Auflösung bevorzus stehen schien. An der Befehrung dieses im Unglauben verbärteten Greises war dem Herrn Pfarrer sehr viel ge legen. Gewiß zebrmal hatte er sich an der Thüre des Kranken zum Besuche gemeltet, war aber jedesmal abges wiesen worden. Am 12. Tezember, Tags nach der gemels .8 deten ersten Andacht ging er wieder hin und wurde diesmal ohne viele Mühe zugelassen. Die mächtige Him. melstönigin, die Zuflucht der Sünder, hatte geholfen und dem Verirrten die zuvorkommende Gnade erfleht. 11 " Kaum war der Herr Pfarrer in das Krankenzimmer eingetreten, so hob nach einer Weile der Greis also an: Herr Pfarrer, ertheilen Sie mir Ihren Segen," und fuhr nach Empfang desselben fort: Wie wohl thut mir doch Ihr Besuch; ich kann Sie zwar nicht sehen, aber doch fühle ich Ihre Gegenwart. Seitdem Sie bei mir sind, foste ich einen Frieden, eine Ruhe und Freude, wie ich sie nie in meinem Leben gekannt habe." Das Verlangen zu beichten, und mit dem Brode des Lebens im heil. Altarssakramente gestärkt zu werden, wurde alsbald gestillt und der Empfang der heiligen Sakramente öfter wiederholt, bis der ganz ums gewandelte Greis am 10. April 1837 im seligen Frieden Gottes verschied. Die Gnade der ersten Bekehrung, um welche der eifrige Seelenhirt vor dem allerheiligsten Sakramente bie Hilfe der Gnadenmutter vertrauensvoll angerufen hatte, war wunderbar erhört, und hiermit zugleich Mariens Wohlgefallen an dem frommen Gebetsvereine bezeugt worden; denn wem anders fann diese wunderbare Bes tehrung zugeschrieben werden, als der mächtigsten Fürs sprache der heiligsten Gottesmutter, welche mit Recht von der Kirche die Mutter der göttlichen Barmherzigkeit, die Trösterin der Betrübten, die Helferin der Christen und die Zuflucht der Sünder genannt wird? E8 konnte darum auch nicht fehlen, daß diese Bekehrung großes Aufsehen und ties fen Eindruck machte. 32 Unter dem 16. Dezember 1836 hatte nun auch der Hochwürdigste Herr Erzbischof von Paris die Bestätigungsurfunde des Gebetsvereines zu Ehren des heiligsten und unbefleckten Herzens Maria" ausfertigen und dem Herrn Pfarrer zu 11. 2. Frau vom Siege zustellen lassen, zugleich aber verordnet, daß das Einschreibe- Verzeichniß für die dem Vereine einzuverleibenden Mitglieder erst am 22. Ja nuar 1837, als am Sonntage vor Septuagesima aufgelegt werden sollte. Am genannten Sonntage fand sodann die eigentliche förmliche Errichtung der Bruderschaft als solcher 9 mittelst Eintragung der Namen der einzuverleibenden Mitglieder in das Bruderschafts- Verzeichniß Statt; daher denn auch dieser Sonntag als das Haupt- und Titularfest der Grzbruderschaft in der Mutterkirche zu 11. 2. Frau vom Siege zu Paris alljährlich gefeiert wird. Am 1. Februar hatten sich schon 214 Mitglieder, fast sämmtlich aus der Pfarrei U. 2. Frau vom Siege, in die Bruderschaft aufs nehmen lassen und von Tag zu Tag meldeten sich neue Vereinsgenoffen zur Aufnahme. Die segensreichen Wirs fungen des gemeinschaftlichen Gebetes und die auffallenden Gnadenerweisungen auf die mächtige Fürsprache der himmlischen Gnadenmutter gaben sich immer häufiger und augenscheinlicher fund. In der Pfarrei zu U. L. Frau vom Siege jeigte sich ein erfreulicher Umschwung im religiösen Leben und in firchlicher Gesinnung. Waren, wie schon gesagt, in der genannten Bruderschaftsfirche im Jahre 1833 nur 720 heil. Kommunionen vorgekommen, so war im Jahre 1837 die Zahl derselben schon über 10,000 und im folgenden Jahre über 12,000 gestiegen. Die Kirche wurde nicht nur an Sonn- und Feiertagen sehr stark, sondern auch an den Wochentagen von zahlreichen Andachtigen besucht, und aus allen Theilen Frankreichs famen An neldungsgefuche zur Aufnahme in die Bruderschaft und wurden verhärtete Sünder dem Gebete in der Mutterkirche empfohlen. Es folgte eine wunderbare Befehrung auf die andere und in allen offenbarte sich eine ungewöhnliche Kraft der göttlichen Gnade. Hieraus nahm der eifrige Gründer der Bruderschaft Veranlassung, die Statuten dem apostolischen Stuhle zu Rom zur Bestätigung mit der Bitte vorzulegen, daß diese zunächst für die Pfarrei U. 2. Frau vom Siege errichtete Bruderschaft zu einer Erzbruderschaft für ganz Frankreich erhoben und mit geistlichen Vortheilen und Ablässen beschenkt werden möge. Der heilige Vater Gregor XVI. aber, innigst erfreut über die großen Gnadenwirkungen, welche bei Anrufung des heiligsten Herzens Mariä selbst an den größten Sündern fortwährend sich fund gaben, und von dem herzlichsten Wunsche beseelt, daß die ganze Christenheit an derselben Antheil haben möge, willigte in das fromme Begehren nicht nur gerne ein, sondern gewährte viel mehr, als begehrt worden war; 1 - 10- denn er erheb durch ein apoftolisches Breve vom 24. April 1838 die in der Pfarrkirche Unserer Lieben Frau vom Siege zu Paris erridtete Pruterschaft vom heiligsten und unbefledten Herzen Dariä für die Fefkebrung ter Eünter zur Grzbruderschaft für die ganze fatholische Welt und ertheilte tem bod würtigen Pfarrer der genannten Kirche au Paris, als ersten Tirektor der Grzbiuterid aft, tie Vollmacht, alle Vereine, welche zu gleichem Zwicke wo immer sich bilden würden, als Filialbruterid aften der Grabruderschaft einzuverleiben. Zugleich wurten derselben alle jene Ablässe verliehen, weldbe Ceite 15 u. 16 näher angegeben sind, und welche auch den übrigen Prudersebaf: en dieses Namer 8, sofern sie mit der Hauptbruders sdast zu Paris vereinigt sind, gemeinschaftlich zu gute tommen. Ta der Statthalter Jefu Chrifti auf Erten die böchste firchliche Bestätigung dieser Andacht ertheilt und den Mits gliedern derselben so freigebig die Gnadenschäße der Kirche eröffnet hatte, natm tiefelbe einen außerordentlichen Aufs schwurg und auffallend schnelle Verbreitung, zumal in Felge so überraschender Lekehrungen, wie die des Alphons Maria Ratiebonne zu diem, welche vem heil. Etuble felbst als ein Wunder erklärt worden ist. Auf dem Cenfforn nuchs bald ein starker Koum, ter seine Aste idnell über den ganzen tatbolisden Gitkreis ausbreitete. Bildöfe, Klosters vorstände und Pfarrer verlangten die Verpflanzung der Grabruterschaft in ihre Tiscesen, Gencssenichaften und Pfarreien, und so ist dieselbe in allen Fiethimern Franks reide, in der Edweiz, in Teutschland, Stalien, Epanien, Portugal, Pelgien, Hellard, England, Irlard und dres den verbreitit. Fren me Wishionäre rerpflanzen dieselbe nach Asien, Afrika, Australien, und in merita haben die dertigen cifrigen Vifdöfe sie längst eingeführt. Gegens wärtig mag die Grzbruderschaft wehl über 20,000 Zweigs vereine zählen und über 30 Dafienen Mitglieder mögen ihr einverleibt sein, welche die Hände täglich empoi biben in gemeinschaftlichem Gebete zum heiligsten und unbiflicten Ferzen Doria, im tunch Kermittelung tiefs liebevolsten Herzens von der Barn herzigkeit Gettes die Bekehrung der Sünder zu erflehen. - 11 Für umfassendere Belehrung über die Erzbruderschaft können besonders den Vorständen einzelner Vereine folgende christen empfohlen werden: 1) Die Erzbruderschaft zum heiligen und unbefleckten Herzen Het Mariä 2c. Einsiedeln 1843. 2) 3) Hand, Lehr- und Gebetbuch zum Gebrauche der Mitglieder der Erzbruderschaft Maria. Regensburg bi Manz. Annalen( Jahrbücher) der Erzbruderschaft des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä, von Dufriche: Teêgenettes selbst verfaßt und ins Deutsche übersetzt von M. Einkel. Regense burg bei Manz. Dieses Werkchen enthält eine genaue Bes schreibung über die Verbreitung der Erzbruderschaft, sowie über die merwürdigsten Bekehrungen. dulla 2. Endzweck der Erzbruderschaft. Diese Grzbruterschaft ist gestiftet zu dem Zwecke der Befehrung der Eünder." Wahre Bekehrung und Besserung des eigenen Herzens und liebevolle und eifrige Mitwirkung zur Befehrung aller Cünter, sowie aller Irr und Ungläubigen von Nah und Fern- tas ft tus große und erhabene Ziel und die gottgefällige und verrien volle Aufgabe der Grzbruderschaft. Innige Verehrung des liebs wertheften, heiligsten und unbefleckten Herzens Maria, findlich: frommes Vertrauen zur göttlichen Gnadenmutter und zuversichtliche Anrufung ihres mächtigen Echußes und ihrer stets bewährten mütterlichen Liebe, Fürsprache und Hilfe, sowie eifrige Nachahmung ihrer reinsten, himmlifchen Tugenten, tas sind die vorzüglichsten Wittel zur Grreichung jenes schönen und Gott dem Herrn so überaus wohlgefälligen Zwicke8. Weil aber vereinte Kräfte leichter und sicherer zum Ziele führen und ter liebe Gott das gemeinschaftliche Gebit seiner Kinder eher erhört, so vers einigen sich fromme Verehrer und Pflegekinder der gött. lichen Gnadenmutter zu dem heiligen Lubes-, Gebets- und Tugend Bündnisse der Erzbruderschaft zum heiligsten und unbeflecten Herzen Mariä. Tie Mitglieder empfehlen täglich in der angegebenen frommen Dieinung ihre Gebete, Antachtsübungen, Almosen, Abtörtungen und Bußnerke dem heiligsten Herzen Mariä, um solche durch dieses reinste und liebevollste Herz, welches Gett ohne Unterlaß die reinste Huldigung und Anbetung darbringt und dem der 12 Herr keine Bitte versagt, der allerheiligsten Dreifaltigkeit und dem göttlichen Herzen Jefu aufauopfern und auf diesem Wege die Bekehrung der Sünder, der Irr- und Ungläubi gen und insbesondere die Rückkehr des gesammten deutschen Vaterlandes in den Schooß der einigen, heiligen, fatholischen und apostolischen Kirche zu erflehen. Zur Erreichung des der Erzbruderschaft gesteckten so schönen, frommen und überaus vertienstreichen Zweckes follen die nachfolgens den Sagungen, Andachten und Feite führen, zu deren forgs fältigen und eifrigen Haltung die Mitglieder sich besonders verpflichten. 3. Statuten und Sagungen der Erzbruderschaft. 1. In der Domkirche zu Fulda ist eine Filiale der Erzbruderschaft des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä errichtet, der Erzbruderschaft in der Kirche zu Unserer Lieben Frau vom Siege zu Paris einverleibt und zugleich aller Privilegien und Bruderschafts- Ablaffe derselben theilhaftig gemacht worden. 8 ist aber der Wunsch des hochwürdigsten Herrn Bischofs, daß diese Bruderschaft in sämmtlichen Pfarreien der Diocese verpflanzt werde und zahlreiche und eifrige Mitglieder erlangen möge. 2. Alle Katholiken von jedem Alter, Geschlechte, Stande und Sande fönnen in die Bruderschaft aufgenoms men werden. Auch die größten Sünder sind eingeladen, im Geiste wahcer und aufrichtiger Buße dieser Bruders schaft beizutreten, jedoch wird bei der Aufnahme solcher der Vorstand mit weiser Vorsicht zu Werke gehen. Das dagegen haben bereits aufgenommene, aber unwürtige, d. h. in offenbarer Unbußfertigkeit lebende und schweres Aergers niß gebende Mitglieder sich gefallen lassen, auf eine Zeit lang oder ganz aus dem Vereine wieder ausgeschlossen zu werden. 3. Die Aufnahme ist bei dem Vorstande der Ortsbruderschaft, welcher in der Regel der Pfarrer ist, zu bes wirken und wird ertheilt durch Eintragung des Namens des sich Meldenden in das Mitglieder- Verzeichniß, wobei in der Regel dem Neuaufgenommenen gegen ein belie 13 biges Opfer eine Muttergottes- Mebaille; ein AufnahmeZettel und auch gegen Entrichtung eines mäßigen Preises dieses Andachtebüchlein behändigt wird. An dem Titus larfeste der Bruderschaft werden nach der NachmittagsAndacht die Namen der neuaufgenommenen Mitglieder verfündigt. - - zum 11 4. Jedes Mitglied betet täglich am geeignetsten nach dem Morgengebete oder bei der heiligen Messe, wenn es einer solchen beizuwohnen Gelegenheit hat- Zwecke und im Geiste des Vereines ein Gegrüßet seift du Maria" mit der Anrufung: D Maria, du Zuflucht der Sünder! bitte für uns!" Auch wird empfohlen, recht oft das bekannte Memorare des heiligen Bernardus zu beten, sowie die auf der Medaille stehende Anrufung: " O Maria, ohne Sünden empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen!" und nebsidem das tägliche Aufopferungsgebet. Für ängstliche Gemüther sei bemerkt, daß, wer selbst das vorgeschriebene tägliche Ave Maria" zu beten ein oder das andere Mal verabsäumt, darum nicht fündigt, fondern sich nur besonderer Verdienste und Ablässe beraubt. Das Andachts- Buüchlein enthält noch andere Gebete, welche nach Zeit und Umständen verrichtet werden können. 11 5. Jedem Mitgliede steht es zu, diesen oder jenen Sünder, dessen Bekehrung ihm besonders am Herzen liegt, dem gemeinschaftlichen Gebete der Bruderschaft durch den Vorstand besonders empfehlen zu lassen, wobei natürlich Namen und nähere Bezeichnung der betreffenden Personen nicht genannt werden. 6. Die Vereinsgenossen sollen vor allem eine mit leibsvolle Liebe für die in so gefährlichem und bedauerlichem Buftande schwebenden verirrten Seelen und ein heißes und herzliches Verlangen nach ihrer Bekehrung in fich tragen und das fromme Werk der Bekehrung der Süne ber, wobet sie dem göttlichen Heilande und guten Hirten beim Suchen so manch vertornen Schäffeins gewissermaffen behilflich sind, für überaus wichtig und verdienstlich achten, babet aber auch der eigenen Schwächen und Mängel fich allezeit in Demuth bewußt sein. 14 7. Außer dem gemeinsamen Zwecke, für die Bekch=" rung aller Sünder eifrig zu beten und zu wirken, sollen die Mitglieder sich beeifern, noch besondere Sorgfalt zur Bekehrung und Besserung der Sünder und Verirrten in ihrer Nähe und Umgebung anzuwenden, alles Aergerniß zu beseitigen, durch gutes Beispiel Alle zu erbauen und mit einer Liebe und Geduld, die nie ermüdet, alle jene, über welche sie etwas vermögen, zu warnen, zu ermahnen und zu belehren; wobei sie, was die Irrgläubigen angeht, wohl beachten sollen, daß denselben niemals durch eitles und unfruchtbares Streiten und leeres Wortgezänke, wohl aber durch liebevolle Belehrung und mehr noch durch wahre Herzensdemuth, durch eigene fromme Gesinnung und ungeheuchelte Gottesfurcht, so wie durch reinen und unsträflichen Wandel, wie durch demüthiges und inbrünstiges Gebet der Weg zur Erkenntniß der Wahrheit gewiesen und angebahnt wird. 8. Die Frömmigkeit des Herzens ist ganz besonders geeignet, den Schuß des heiligiten und unbefleckten Herzens Maria zu erlangen. Daher soll jedes Mitglied trachten, fich diese liebliche Tugend, durch öftere und würdige Beichten und Kommunionen anzueignen, sie zu üben und zu bewahren. 4. Gemeinsame Andachten und Feste der Erzbruderschaft. 1. In der Domkirche zu Fulda wird jeden Sams tag, Morgens jur bestimmten Beit nach der Meinung der Erzbruderschaft, um für das Wert der Bekehrung der Sünder und Jrrgläubigen auf die Fürsprache der gött lichen Mutter Gottes Gnade zu erflehen, zugleich auch für die noch lebenden und schon abgeschiedenen Bruderschaftsgenossen, eine heilige Messe gelesen, und während derselben der Rosenkranz, die Lauretanische Litanei oder die Litanei vom heiligten Herzen Mariä nebit entsprechenden Kirchengebeten mit 3 Bater unser oder 3 Ave Maria ges betet. Die anderen Herrn Pfarrer werden Bedacht nehmen, dieselbe Andacht monatlich einmal, nämlich am Sonntage vor dem Bruderschafts- Sonntage, wenn thunlich, in ihren Pfarrkirchen zu halten. 15 2. Als Bruderschafts- Sonntag ist jedesmal der erste Sonntag im Monat verordnet, an welchem, wie auch an den nachverzeichneten Bruderschaftsfesten, feierliche Abendandacht gehalten wird. 3. An jedem Sonntage ist Abends eine Muttergottes- Andacht, bei welcher sich die Mitglieder fleißig einfinden werden. 1 - Haupt- und Titularfest der Erzbruderschaft iſt der Sonntag vor Septuagesima. Außerdem sind befonbere Feite: das Fest der Beschneidung des Herrn, Mariá Lichtmeß, Marid Verkündigung, Mariä Schmerzen, Mariá Himmelfahrt, Maria Geburt, Maria Empfängniß, Pauli Bekehrung[ 25. Januar] und das Fest der hl. Magdalena [ 22. Juli]. 5. Geistliche Vortheile, Verdienste und Ablässe, die den Mitgliedern der Erzbruderschaft zu gute kommen. Die Mitglieder der Erzbruderschaft haben Antheil: 1. an der Bekehrung der Sünder, Irr- und ingläuBigen, gewiß ein erhabenes und Gott wo, lgefälliges Werk!- an der Errettung der Seelen, ein Verdienst, worüber die Engel im Himmel sich erfreuen? sida 2. an den Verdiensten, Gebeten und guten Werken aller Mitglieder, deren Zahl jetzt schon über 20 Millionen sich belaufen mag; 3. an den vielen tausend heil. Messen, welche in allen Theilen der Welt vor und nach ihrem Tode für sie gelesen werden; 4. an allen Ablässen, welche Se. Heiligkeit Gregor XVI. durch die beideu Breven vom 28. April 1838 und vom 14. Februar 1841 der Erzbruderschaft verliehen hat, und welche unter den gewissenhaft zu erfüllenden Be bingungen, insbesondere nach würdigem Empfange der heiligen Sakramente der Buße und des Altars an den bestimmten Tagen gewonnen werden können, und zwar sind es: 16- A. Bollkommene Abläffe: a) Am Tage der Aufnahme in die Erzbruderschaft, b) an allen Bruderschaftsfesten, c) am Jahrestage der Taufe des Mitglietes, wenn es nicht unterließ, täglich für die Bekehrung der Sünder ein Ave Maria" zu beten; d) in der Sterbestunde, in welcher die andächtige Anrufung des Namens Jesu genügt, wenn der Kranke die hl. Sakramente nicht empfangen kann; e) an zwei beliebigen Tagen eines jeden Monats. Die Monats Ablässe können sürbittweise auch den armen Seelen im Fegfeuer zugewendet werden.( Zur Gewinnung dieser Ablässe sind besonders die Bruderschafts- Sonntage geeignet, welche ohnehin passende Kommuniontage für die Mitglieder find.) Gregor XVI. am 28. April 1837 und 4. Februar 1841. B. Unvollkommener Ablaß von 500 Tagen, welchen Alle( auch Nichtmitglieder) gewin nen können, welche andächtig der samstäglichen Bruderschaftsmesse oder dem Bruderschaft8gottesdienste beiwohnen und nach der Meinung des heiligen Vaters für die Bekehrung der Sünder beten. psiphg 571, 71 sex mardi man 3 205 The ted maailyst 1607 Andachten zum heiligsten und unbefleckten Herzen Mariä. gebete, welche von den Mitgliedern der Erzbruderschaft allein, oder auch gemeinsam als Hausandacht verrichtet werden können. 1. Das Memorare des hl. Bernardus. ( Wie S. 47.) 2. Anrufung. Dheiligste Jungfrau, du Ehre und Stüße der Kirche deines göttlichen Sohnes Jesu Chrifti, du Freude und Troft aller deiner Kinder! Ich freue mich der Vorzüge, welche dich über alle Geschöpfe erheben, und nehme Theil an allen Ehrenbezeugungen, welche dir auf Erden und im Himmel dargebracht werden.- Voll des Vertrauens auf deinen mütterlichen Schuß werfe ich mich zu deinen Füßen und wähle dich zu meiner Mutter, meiner Gebieterin und meiner Fürsprecherin bei deinem göttlichen Sohne. Ich weihe mich dir ganz und für immer; nimm mich auf in die Zahl deiner liebsten Pflegefinder; ich übergebe dir meinen Leib und meine Seele! und-fest entschlossen, mit dem Beistande Gottes unermüdet zu streben, durch treue Nachahmung deiner glorreichen Tugenden mich deiner Huld 2 18 würdig zu machen überlasse ich mich ganz deiner mildesten Barmherzigkeit und deiner zärtlichsten Sorgfalt für mein ewiges Heil. Ich fasse den ernsten Vorsatz, dein heiligstes und unbeflecktes Herz allzeit findlich zu verehren suno und deine Wohlthaten freudig zu verkünden. O glorwürdige und hochgebenedeite Königin des Himmels und der Erde! Hilf mir und steh mir bei, daß ich, nachdem ich mich der heiligen Familie deiner Pflegkinder beigesellt habe, durch deine mächtige Hilfe ein wahres Kind Gottes und ein lebendiges Nachbild Jesu Christi werde und in diesen Gesinnungen und in diesem Streben bis ans Ende meines Lebens verharre. Amen. 3. - Tägliche Aufopferung. ( Mit dem Morgengebete zu verbinden.) Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade; der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes- Jesus. So grüße ich dich in tiefster Demuth mit dem hl. Erzengel, o heiligste Jungfrau, und opfere dir auf alle meine Gedanken, Worte und Handlungen dieses Tages, damit sie durch dich zum Throne deines göttlichen Sohnes gelangen. Alles Gute das ich heute thun, und alle Trübsale, die ich leiden werde, sollen deinem mütterlichen Herzen gewidmet sein! Erflehe mir die Gnade, daß ich alles stets aus der reinsten Abjicht und mit dem sehnlichsten Wunsché verrichte, mir dadurch Gottes Wohlgefallen zu erwerben, das allein mich beglücken kann. Alle meine Leiden und guten Werke vereinige ich mit den Verdiensten deines heiligsten Herzens, damit sie in Vereinigung mit demselben desto wohlgefälliger vor den Augen Gottes erscheinen und mir und allen Sündern die Gnade einer wahren Bekehrung und Aussöhnung bei Gott erlangen. O Maria meine gütigste Mutter, bewahre mich heute durch deine Fürbitte und deinen mäch tigen Beistand vor aller Sünde und laß mich in der Liebe zu Gott und dem Nächsten mit jedem Tage zunehmen. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns arme Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen. 19- 4. Lob- u. Bittgebet zum hl. Herzen Mariä. ( Mit einem Ablasse von 60 Tagen.) O süßestes Herz Mariä, der Mutter Gottes und unserer Mutter! Liebenswürdigstes Herz, Gegenstand des Wohlgefallens der anbetungswürdigsten Dreieinigkeit und würdig aller Verehrung und Liebe der Engel und Menschen! Herz, welches du ammeisten dem Herzen Jesu gleichest, dessen vollkommenstes Ebenbild du bist, Herz voll der Güte und des innigsten Mitleids gegen unser Elend! D, würdige dich, die Eisrinde von unseren erstarrten Herzen hinweg zu nehmen, und mache, daß fie ganz umgewandelt werden in das Herz unseres göttlichen Erlösers. Flöße ihnen die Liebe zu deinen Tugenden ein und entzünde in ihnen jenes heilige Feuer, von welchem du allezeit entflammt warest. Wache über die Kirche Gottes, beschüße sie und sei ihr stets eine füße Zuflucht und eine unüberwindliche Veste gegen die Anfälle ihrer Feinde. Sei du unser Weg, der uns zu Jesu führt, und der Kanal, durch welchen uns alle Gnaden zufließen, deren wir zu unserem Heile bedürfen; sei unsere Hilfe in der Noth, unser Trost bei Versuchungen, unsere Zuflucht bei Verfolgungen und unser Beistand in allen Gefahren, besonders aber in dem letzten Kampfe unseres Lebens, in der Stunde des Todes, wo die ganze Hölle sich rüsten wird, um unsere Seele zu rauben! Ach, in diesem furchtbaren und erschrecklichen Augenblicke, von welchem unsere ganze Ewigkeit abhängt, verlaß uns nicht! Alsdann, o mitleidigste Jungfrau, laß uns empfinden, wie überaus zärtlich dein mütterliches Herz gegen uns ist, und wie viel du vermaaft bei dem Herzen Jesu, indem du uns in dieser Quelle der Barmherzigkeit eine sichere Zuflucht eröffnest, damit wir ihn in alle Ewigkeit im Himmel preisen. Amen. Lobspruch: Erkannt, gelobt und gebenedeit, geliebt, geehrt und verherrlicht seien allezeit und überall das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Maria. Amen. 2* 20 5. Empfehlung in den Schutz Mariä. Oglückseligste und preiswürdigste Jungfrau Maria! O glorreiche und jungfräuliche Mutter Gottes! Erhabene Gebärerin, deren Schooße der Schöpfer des Himmels und der Erde sich anvertraut hat! Wer kann genugsam dich preisen, die du der verlornen Welt, durch deine Zustimmung in den Auftrag des Erzengels, zu Hilfe gekommen bift? Welche Lobsprüche vermag das schwache Menschengeschlecht dir zu zollen, die du durch die Annahme der MutterGottes- Würde uns den Weg zum Leben wiedergefunden haft! Nimm aber dennoch unsere Danksagungen an, so schwach sie auch seien, und so sehr sie hinter deinen Verdiensten noch zurücksteben. Durch dich, o mächtige Fürsprecherin, möchten wir erlangen, um was wir mit vertrauensvollem Herzen bitten. Denn du bist die einzige Hoffnung der Sünder, und wir finden unter allen Menschenkindern keinen Höhern an Verdienst, um den Zorn des Richters zu besänftigen, als dich, die du gewürdiget worden bist, Mutter unseres Erlösers und Richters zu sein. Durch dich hoffen wir Verzeihung unserer Sünden zu erlangen, und auf dir, o Selige, ruhet die Hoffnung unsrer Belohnung. Heilige Maria, hilf also uns Elenden, erhebe die Verzagten, tröste die Trauernden, bitte für das christliche Volk, lege Fürsprache ein für die Geistlichkeit. Mögen Alle deine Hilfe verspüren, die deinen heiligen Namen verehren. Habe Mitleid mit den Betrübten und zeige dich milde gesinnt gegen uns heimathlose Pilger, und da du dich selig fühlest, so bringe gütig unser Weinen und Klagen vor den Herrn und sei unsere Fürsprecherin bei Jesu, deinem Sohne. Denn wir sind auf dieser Erde noch den Leiden ausgesetzt, und schmachten unter der Last großer Mühseligkeiten und Gefahren. Du aber bist im Himmel über alle Chöre der Jungfrauen erhoben. Dich vor Allem liebt der König der Könige, als seine wahre Mutter und schönste Braut. Kein Wunder, wenn Gott, der aus dir Mensch geworden ist, und den als Kind auf Erden du so oft und zärtlich geliebkoset hast, jetzt, da er im Himmel herrscht, seine Freude an dir bezeigt! - 21 O jungfräuliche Mutter Maria, wende dich nun, da du in deiner Seligkeit bist, zur Linderung unseres Elendes, zu unserem Heile! Höre bereitwillig die Bitten der Flehenden, und erwirke uns Allen schnelle Erhöhung. Laß dir angelegen sein, immerwährend zu bitten für das Volk Gottes, du, o Gebenedeite, die du den Erlöser der Welt getragen hast, der. da lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2₂ Reue- u. Bittgebet zum hl. Herzen Mariä. O Maria! Königin des Himmels und der Erde! Reumüthig werfe ich mich dir zu Füßen und bekenne, daß ich in deinem Dienste sehr nachlässig und untreu gewesen bin. Ich bin nicht mehr würdig, dein Pflegekind genannt zu werden; dennoch rufe ich in meinem Elende voll Vertrauen zu dir; denn du hörest nie auf, eine barmherzige Mutter zu sein Allen, die deine Hilfe anflehen. Du bist die Hoffnung der Elenden, der Trost der Betrübten, die Zuflucht der Sünder. Dein liebreiches Mutterherz steht Allen offen, weil du Alle retten und zu Gnaden bringen willst. O, laß daher auch mich in deinem licbreichen Mutterherzen Gnade und Erbarmung finden! Durch meine Untreue, meinen Undank und meine Trägheit habe ich nichts als Strafe verdient: aber siehe nicht auf meine Bosheit, sondern bedenke, daß du die Mutter der Gnade bist. Meine Sünden klagen mich an, aber dein liebevolles Herz ist mein Schuß und fleht für mich um Erbarmung. Doch nicht nur um Verzeihung flehe ich, sondern auch um neue und große Gnaden, damit ich nicht wieder in mein Elend zurückfalle. Aendere und erneuere mein Herz, erfülle mich mit Abscheu gegen die Sünde, gib mir Eifer zu allem Guten, besonders zu deinem Dienste. O, wenn doch mein Herz nach dem deinigen gestaltet würde! O, wenn ich doch recht inbrünstig dich lieben könnte, denn durch die Liebe zu dir wird mir alles Gute zukommen. Verleihe mir also, o liebevolle Mutter, diese inbrünftige Liebe. -22 7. Abbitte bei dem hl. Herzen Mariä. O Maria, heiligste Mutter meines Herrn und Erlösers, mächtigste und liebreichste Königin des Himmels und der Erde, die du von aller Ewigkeit auserkoren wurdest, den Kopf der höllischen Schlange zu zertreten und der verlorenen Menschheit einen Retter zu geben! Du bist nach Gott der würdigste Gegenstand unserer Lobpreisung, Verehrung und Liebe, und nie werden alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden dir hinreichenden Dank für deine Verdienste um unser Heil darbringen können. Dennoch aber warest du von jeher eine Zielschiebe des Hasses und der Lästerungen nicht nur der Hölle, sondern auch so vieler gottlosen Menschen, so vieler Jrr- und Ungläubigen, die sich bemüht haben und sich noch fortwährend bemühen, deinen Ruhm zu vernichten, deine unvergleichlichen Vorzüge und Borrechte zu leugnen, deinen heiligen Namen zu schmähen, deine Bildnisse zu entweihen und dein Andenken bei den Menschen zu vertilgen! Erhabenste Muttter meines Gottes, und meine gnadenreichste Gebieterin! Hingestreckt zu deinen Füßen, erweise ich dir meine innigste Theilnahme an allem Schmerze, welchen dein mütterliches Herz über diese Frevel der Menschen empfindet, und bitte dich bei deiner überschwenglichen Milde, du wollest diesen Unglücklichen Gnade und Erbarmung von deinem Sohn erfleben. D, wäre es mir doch möglich, durch meine Verehrung, meinen Dank und meine Liebe deinem allerheiligsten und liebenswürdigsten Herzen für alle erlittene Schmach den vollkommensten Ersaß darzubieten! Weil ich aber dieses nicht vermag, so vereinige ich mich nun und für immer mit allen deinen treuen Dienern auf Erden und mit der unzähligen Schaar der Auserwählten und der seligen Gei ster im Himmel, die unaufhörlich dein Lob singen und dich als ihre erhabenste Königin in tiefster Demuth verehren: ja mit deinem göttlichen Sohne selbst, der nebst dem Vater und dem heiligen Geiste durch die hohe Stufe der Ehre, zu welcher er dich in seinem ewigen Reiche erhoben hat, mehr als alle Geschöpfe deine unermeßlichen Ver 23 dienste anerkannt, und allen deinen Vorzügen Gerechtigkeit widerfahren läßt. Auch ich will mich bestreben, in der Liebe und Verehrung deines heiligsten Herzens immer mehr zuzunehmen, alle Menschen mit möglichst größter Hochachtung, Dankbarkeit und Liebe gegen dasselbe zu entflammen, und deine unvergleichlichen Vorzüge, deine unbefleckte Empfängniß, deine ewige Inngfrauschaft, deine Würde als Mutter Gottes, deine leibliche Aufnahme in den Himmel, deine Krönung als Königin des Weltalls und die allvermögende Kraft deiner Fürbitte um so eifriger zu ehren und zu vertheidigen, je mehr sie von verblendeten und gottlosen Menschen angegriffen und gelästert werden. O Maria, nimm diese geringe Huldigung eines unwürdigen Dieners gnädig auf, und hilf mir, dieses mein Versprechen tren zu erfüllen. Deffne mir dein Herz, o Mutter der Barmherzigkeit, und räume mir darin mit deinen treuen Verehrern ein Pläßchen ein. Laß mich die Güte, Liebe und Erbarmung desselben immer besser e:kennen und lebhafter empfinden und der Nachahmung seiner erhabenen Tugenden immer mehr beflissen sein. Dann werde ich auch nach diesem Leben fortfahren können, dich zu ehren und zu lieben, und die unendliche Macht des Vaters au preisen, der dich so groß, so heilig und liebenswürdig gemacht hat, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 8. 11 Gebet um Bekehrung der Irrgläubigen. O allerfeligste Jungfrau und Mutter unseres Herrn und Erlösers. Zu dir wenden wir uns in findlichem Vertrauen mit der Bitte, daß du ansehen mögest den betrübten und gefahrvollen Zustand aller Jener, die nicht im wahren katholischen Glauben leben, sondern wie schwankendes Rohr von jedem Winde der Lehre hin und hergetrieben werden. Aus christlicher Liebe flehen wir für sie zu deinem göttlichen Sobne um die Bekehrung zum wahren Glauben. Gewiß bist auch du mit mütterlicher Liebe für sie erfüllt; du bist ja die Mutter der Gnade 24 und Barmherzigkeit. D, so bitte denn auch für sie, vereinige deine vielvermögende Fürbitte mit unseren schwachen Gebeten und erseße, was diesen unseren Gebeten wegen unserer Sünden an Kraft gebricht. Bitte für unser deutches Vaterland, daß Einheit des Glaubens wieder das starke Band werde, welches uns Alle als Brüder umschließt. Erflehe auch für alle katholische Christen, daß sie eifrig und standhaft bei ihrer Religion verharren und allezeit getreu nach den Vorschriften derselben wandeln, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 9. Bitte zum hl. Herzen Märiä. O liebevolles Herz Mariä, unter dem Herzen aller erschaffenen Wesen das erhabenste, dem Herzen Jeſu das nächste und voll Mitleid mit uns armen Sündern! Erlange für mich, um was ich bei dem füßesten Herzen deines und meines Jesus jetzt bitte.( Hier trage die Bitte vor.) Ach, liebreichste Mutter! Eine einzige Regung, ein Seufzer deines lieberfüllten Herzens, gerichtet an das Herz deines Sohnes, kann mir vollkommenen Trost verleihen. Ich bitte dich: Versage ihn mir nicht; versage mir nicht diese Bitte, die ich an dich richte, bei dem göttlichen Herzen, dem du so nahe bist, und das immer eine findliche Liebe zu dir getragen hat, und allezeit tragen wird. Amen. 10. Drei Gebete um einen seligen Tod. ( Von der Hl. Mechtildis.) 1. O meine Gebieterin, heilige Maria! Bei der überaus großen Gewalt, welche Gott der Vater durch seine Allmacht dir verliehen hat, bitte ich dich: Stebe mir bei in der Stunde meines Todes und wende mächtig von mir ab alle Gefahren von Seiten meiner Feinde. Gegrüßet seist du, Maria zc. 25 2. O meine Gebieterin, heilige Maria! Bei der Erkenntniß und Weisheit, womit der Sohn Gottes dich erfüllt hat, bitte ich dich: Erflehe meiner Seele in der Todesstunde das Licht des Glaubens, damit kein Frrthum und keine Unwissenheit sie verblende und in's Verderben führe. Gegrüßet seist du, Maria 2c. 3. O meine Gebieterin, heilige Maria! Bei der überschwenglichen Liebe, welche der heilige Geist dir eingegossen hat, bitte ich dich: Erflebe mir bei meinem Tode die Süßigkeit der göttlichen Liebe, damit ich durch dieselbe von aller Gefahr befreit und mein Herz von himmlischem Trofte erquicket werde. Gegrüßet seist du, Maria 2c. Ein anderes Gebet um einen seligen Tod. Oheiligstes Herz Mariä, du gebenedeites Erdreich der Gnade, das uns das Brod vom Himmel gebracht hat, das Brod der Engel, das alle Süßigkeit in sich enthält! Erlange mir durch deine Fürbitte, daß ich mit diefer Speise des Heiles erquicket werde, wenn meine Kraft mich einst verlassen wird, auf daß ich in der Stärke dieses Himmelsbrodes wandle bis dorthin, wo die Seelen nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, sondern in Gott vollkommen und ewig gesättigt werden bei Jesu Christo deinem Sohne, unserem Herrn. Amen. 11. Andacht zu Ehren des schmerzhaften Herzens Mariä. ( Mit einem Ablasse von 300 Tagen, der auch den Abgestorbenen fürbittweise zugewendet werden kann.) N. O Gott, merke auf meine Hilfe! R. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sei dem Vater 2c. 1. Jch trage herzliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jenes Kummers, der dein zartes Herz bei der Vorhersagung des heiligen Geiſtes 26 Simeon empfunden hat. Durch dieses dein kummervolles Herz erbitte mir, liebe Mutter! von Gott die Tugend der Demuth und die Gabe der heiligen Got tesfurcht. Gegrüßet seist du, Maria 2c. 2. Jch trage herzliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Angst, die dein zartfühlendes Herz bei der Flucht nach Egypten empfunden hat. Durch dieses dein beängstigtes Herz erbitte mir liebe Mutter! die Tugend der Freigebigkeit gegen die Armen und die Gabe der Frömmigkeit. Gegrüßet seist du, Maria 2c. 3. Ich trage herzliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Bestürzung, in die dein sorgfames Herz gerieth, als dein lieber Jesus während dreier Tage verloren war. Durch dieses dein so sehr be= kümmertes Herz erlange mir, liebe Mutter! die Tugend der Keuschheit und die Gabe der Wissenschaft. - Gegrüßet seist du, Maria 2c. 4. Jch trage herzliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jenes Entseßens, welches dein mütterliches Herz ergriff, als du Jesus, mit dem schweren Kreuze beladen, begegnetest. Durch dieses dein liebendes, vor Schmerz brechendes Herz erflehe mir, liebe Mutter! die Tugend der Geduld und die Gabe der Stärke. Gegrüßet seist du, Maria 2c. 5. Ich trage herzliches Mitleid mit dir schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Marter, die dein stark müthiges Herz erduldete, als du bei der Todesangst Jeju am Kreuze gegenwärtig warst. Durch dieses dein so sehr gequältes Herz erbitte mir, liebe Mutter! die Tugend der Mäßigkeit und die Gabe des Rathes. Gegrüßet seist du, Maria 2c. 6. Ich trage herzliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Schmerzens wunde, mit der dein mitleidiges Herz geschlagen ward, als der 27 Stich der Lanze die Seite Jesu öffnete und sein göttliches Herz durchbohrte. Durch dieses dein so tief verwundetes Herz erflehe mir, liebe Mutter! die Tugend der Nächstenliebe und die Gabe des Verstandes. Gegrüßet seist du, Maria 2c. 7. Ich trage herzliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener tiefen Trauer, welche dein liebevolles Herz empfand, als Jesus in das Grab gelegt wurde. Durch dieses dein äußerst betrübtes Herz erlange mir, liebe Mutter! die Tugend des Eifers und die Gabe der Weisheit. Gegrüßet seist du, Maria 2c. V. Bitt' für uns, o schmerzhafte Jungfrau! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chriſti. Gebet. Wir bitten dich, Herr Jesu Christo! du wolleft gütigst verleihen, daß die seligste Jungfrau Maria, deine Mutter, deren heiligste Seele in der Stunde deines Leidens das Schwert des Schmerzes durchdrang, jetzt und in der Stunde unseres Todes bei deiner göttlichen Milde für uns fürsprechen möge. Der du lebeft und regiereft mit dem Vater und dem heiligen Geiste in alle Ewigkeit. Amen. 12. Anleitung zur Abhaltung einer Novene oder neuntägigen Andacht. Um irgend eine geistige oder leibliche Wohlthat von Gott zu erflehen, pflegen fromme Seelen nach dem Beispiele der Apostel, die sich neun Tage hindurch auf die Ankunft des heiligen Geistes vorbereiteten, eine Novene oder neuntägige Andacht zu halten, und die Erfahrung hat schon oft bewiesen, welch ein kräftiges Mittel dies sei, um die erwünschte Gnade zu erlangen. Wer nun eine solche Povene zu Ehren des heiligen und unbefleckten Herzens Mariä anstellen will, um dadurch die Bekehrung 28 eines Vaters, Kindes, Bruders, Freundes 2c., oder eines abirrenden Menschen von Gott zu erflehen, kann es auf folgende oder ähnliche Weise thun: 1. Er bete während der neun Tage an jedem Morgen die( Seite 18 stehende) tägliche Aufopferung, um dadurch alle seine guten Werke und Gebete durch das heiligste Herz Mariä Gott darzubringen. 2. Er wache in dieser Zeit mit besonderem Fleiße über alle seine Worte, Gedanken und Handlungen, damit nichts Sündhaftes darin zugelassen werde. 3. Er erfülle mit der größten Pünktlichkeit und aus reinster Absicht alle seine Berufspflichten; nach Maßgabe seiner Verhältnisse kann er auch ein geistliches oder leibliches Werk der Barmherzigkeit, eine äußerliche Abtödtung seiner Sinne und eine innere Selbstverleugnung, einen Att der Demuth, der Geduld 2c. ausüben. 4. Er empfange, wenn es seine Umstände erlauben, während der Novene ein oder das andere Mal die beiligen Sakramente der Buße und des Altars; er verrichte täglich einige Gebete zum heiligen Herzen Mariä, besonders das Memorare und auch den Rosenkranz 2c. 1 5. Er erhebe bei seinen täglichen Geschäften oft das Herz zu Maria, um ihr seinen Wunsch vorzutragen durch diese oder ähnliche Stoßgebete: O Maria, Zuflucht der Sünder, erbarme dich seiner( ihrer)!- Mutter der Barmherzigkeit, laß jene Seele nicht verloren gehen, für welche dein göttlicher Sohn gestorben ist! 2c. Je reiner unser Herz und je größer unser Vertrauen dabei ist, desto eher können wir auf einen sichern Erfolg rechnen. 29 13. Stoßgebete. O Maria, du Zuflucht der Sünder! bitte für uns. O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen! Erkannt, gelobt und gebenedeit, geliebt, geehrt und verherrlicht seien allzeit und überall das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Maria. Amen. 14. Der hl. Rosenkranz mit Geheimnissen. Ich glaube an Gott Vater 2c.- Ehre sei dem Vater 2c. Vater unser, der du bist 2c.- 3 Gegrüßet seist du, 2c. 1. der in uns den Glauben mehre, 2. der in uns die Hoffnung stärke, 3. der in uns die Liebe entzünde,- Ehre sei 2c. 1. Die freudenreichen Geheimnisse. ( Vom Advent bis zur hl. Fastenzeit.) 1. Den du, o Jungfrau! vom hl. Geist empfangen hast. Mel. wie zum Gloria im III. Meßges. des dompf. Bruderschaftsbuches. Gef.: Maria hat empfangen* den Retter dieser Welt; das Heil, das wir verlangen, wird nun uns hergestellt! Wir preisen dein Erbarmen, Gott, daß * du uns so liebst,* und deinen Sohn uns Armen zu unserm Heiland gibst. * * Gef.: 2. Den du, o Jungfrau! zu Elisabeth getragen hast. Bring' uns das Heil entgegen Erlöser, Jefu Chrift! Erfüll' uns mit dem Segen, womit Jos hannes ist erfüllet worden; weihe uns dir zur Wohnung ein: von Sünden uns befreie und laß uns heilig sein. 3. Den du, o Jungfrau! geboren hast. Gef.: Gott macht in unserm Leide* uns seine Huld bekannt;* Trost, Gnade, Heil und Freude hat * er uns hergesandt.* Gott, dir sei Ruhm und Ehre* und Dank dafür geweiht!* Beglück' die Welt, gewähre* ihr Lieb' und Einigkeit. 30 4. Den du, o Jungfrau! im Tempel aufgeopfert haft. Gef.: Laßt Jesus uns lobsingen, der einst das Opfer war,* nach seinem Beispiel bringen* uns Gott zum Opfer dar!* Nimm, Vater, was wir haben,* nimm Seele, Herz und Sinn:* nimm uns mit allen Gaben* zu deiner Ehre hin! - 5. Den du, o Jungfrau! im Tempel wieder gefunden hast. Ges. Du lehrst des Vaters Willen,* o Jesu, treu vollzieh'n;* selbst wollt'st du ihn erfüllen, selbst führst du uns dahin.* Verleih' uns Licht und Stärke, ach treib' uns an dazu, daß wir des Vaters Werke,* verrichten gern wie du! - 2. Die schmerzenreichen Geheimnisse. $ 102 med 157 san ( Von der Hl. Fastenzeit bis zu Ostern.) 1. Der für uns Blut geschwißt hat. Mel. Lied 111 es Gesangb.: Ich bete drei Personen ic. Sef.: * Furcht, Traurigkeit und Klagen,* o Jesu, welche Angst, womit du unter Zagen im Todeskampfe rangst! Du nahmst den Kelch der Schmerzen, du Büßer uns'rer Schuld! Wir danken dir von Herzen für deine große Huld.* Kyrie eleison! * 2. Der für uns gegeißelt worden ist. et * Gef.: O Geißeln, Striemen, Wunden, grausamer Feinde Wuth,* die Jesus hat empfunden,* ge= geißelt bis auf's Blut!* Kommt her, ihr Sündenknechte,* fommt, seht, wie Gottes Sohn, der Heil'ge, der Gerechte, hier büßt der Wohlluft Lohn! Kyrie eleison! 3. Der für uns mit Dornen gekrönt worden ist. * - * - * Gef.: Seht, welch ein Mensch! Zum Hohne, wirst du, der Herr der Welt,* mit einer Dornenkrone, Jesus, ausgestellt!* Nun will ich auch nicht schmähen bet Feinde Schmach und Spott,* will auf dein Beispiel sehen, und dulden, wie du, Gott!* Kyrie eleison 31 4. Der für uns das schwere Kreuz getragen hat. * Gef.: Er hört sein Urtheil sprechen:* An's Kreuz mit ihm! Sein Blut kann sich an uns nur rächen! Jhm gibt der Feinde Wuth* das Kreuz; er trägt's. Ich weine, mein Jesu, über dich; du gebst zum Tod. Auch weine ich Sünder über mich.* Kyrie eleison! * * * 5. Der für uns gekreuzigt worden ist. und und deine Todespein uns zum Troste sein! an dem Kreuze quoll, Gef.: Herr, laß dein Bluten, Ringen Heilsfrüchte an uns bringen Ertheile uns das Leben, das das uns dein Tod gegeben, daß keiner sterben soll.* Kyrie eleison! - - 3. Die glorreichen Geheimnisse. - * * ( Von Advent bis Ostern.) 1. Der von den Todten auferstanden ist. * Gef.: Gott ruft zum neuen Leben* die Todten einst hervor;* die Frommen dann érheben* zur Glorie fich empor. Laß uns verklärt erstehen, wie du, Herr, Jesu Christ und laß uns mit dir geben, wo du verherrlicht bist!* Alleluja! 2. Der zum Himmel aufgefahren ist. Gef.: Lobsingt, ihr Engelchöre,* dem Heiland Jesu Christ, der voller Macht und Ehre* hinaufgefahren ist!* Laß uns im Pilgerstande* hier, Jesu, beilig sein, daß wir im Vaterlande* mit dir uns ewig freu'n!* Alleluja! 3. Der den heiligen Geist gesandt hat. * 1801 * Gef.: Komm, Tröster uns'rer Seelen* fomm, fehre bei uns ein! Komm, Freund, den wir erwählen, stets unser Schutz zu sein!* Komm, heil'ger Geift, belebe das Herz mit neuer Kraft,* daß es nach Gott hinstrebe!* Komm, mach' uns tugendhaft! Alleluja! 4. Der dich, o Jungfrau! in den Himmel aufgenommen hat, Ges.: Laßt uns gen Himmel blicken,* Gott gibt da großen Lohn! Maria voll Entzücken* empfängt die IREY * 32 Ehrenfron'; Herr, gib für Müh' und Leiden, für Tugend, Arbeit, Streit* auch uns die reinen Freuden der ew'gen Seligkeit!* Alleluja! 5. Der dich, o Jungfrau! im Himmel gekrönt hat. Gef.: Du warst der Menschen Retter* und Mittler Gottes Sobn! Du bleibst stets ihr Vertreter vor deines Vaters Thron!* Laß deine Huld uns sehen, du unsre Zuversicht!* Schenk' uns, die zu dir flehen,* Trost, Gnade, Heil und Licht!* Alleluja! 15. Antiphon: Salve Regina.*) Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit! Du unser Leben, unsre Wonne und unsre Heffnung, sei gegrüßt! Zu dir rufen wir verwiesene Kinder Evä; zu dir seufzen wir, trauernd und weinend in diesem Thale der Thränen. Eja, unsre Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen zu uns, und zeige uns nach diesem Elende Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! V. Mache mich würdig, dich zu loben, o heil. Jungfrau! R. Gib mir Kraft wieder deine Feinde. V. Gebenedeit sei Gott in seinen Heiligen. R. Amen. *) Wer an jedem Morgen die Antiphon: ,, Sei gegrüßt, o kö nigin 2c. mit dem Zusaße: V. Mache mich würdig, dich zu loben, o heilige Jungfrau! R. Gib mir Kraft wider deine Feinde. V. Ge benedeit sei Gott in seinen Heiligen. R. Amen" und an jedem Abend die Antiphon: Unter deinen Schutz und Schirm 2c.( S.42.) mit demselben Zusaze betet, um die Maria, und den Heiligen zugefügten Unbilden wieder gut zu machen, gewinnt an zwei Sonntagen in jedem Monate und an den Hauptfesten der Mutter Gottes, so wie auch am Feste Allerheiligen und in der Sterbestunde einen vollkommenen Ablaß: an den übrigen Sonntagen des Jahres jedesmal einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen( 280 Tagen), an den andern Tagen aber einen Ablaß von 100 Tagen, aus Verleihung Pius VI. vom 5. April 1786. 33 Oeffentliche, gemeinschaftliche Andachten zum heiligsten und unbefleckten Herzen Mariä. 1. Audacht beim Morgen- Gottesdienst. Bei der Bruderschaftsmesse an den Samstagen wird das tägs liche Aufopferungs- Gebet gesprochen, der Rosenkranz mit den Ges heimnissen gebetet, die Litanei von der heiligen Maria, darauf: Laffet uns beten für die Bekehrung der Sünder. 3 Vater unser und 3 Gegrüßet seist du zc., zuletzt das Memorare. I. Meßgefang zum feierlichen Hochamte an den Bruderschaftsfesten. Zum Eingange. Mel.: Nicht weiter sollst du zc. Gesangb. Nr. 60. # 1. Maria würdig zu verehren,* von Liebe zu dem Sohn beseelt, den sie als Jungfrau zu gebären von dir, o Gott, ward auserwählt, versammeln wir uns vor den Stufen des Thrones deiner Majestät.* Erhöre deiner Kinder Rufen, für die Maria zu dir fleht. 2. Schenk' uns Vergebung aller Sünden nach deiner Lieb' und Vatertreu';* damit das Lob, so wir verkünden, dir, Heiligier, gefällig sei.* Gib uns ein Vorgefühl der Freuden, die einst dein Himmel dem gewährt,* der hier dich stets in Glück und Leiden* so kindlich wie Maria ehrt. * 3um Gloria. Mel.: Jesus! wahres Licht 2c. Gesangb. Nr. 68. Lieblich aus Mariens Munde tönte, Gott, dein hobes Lob, wenn sich in der Andachtsstunde ihr Gemüth zu dir erhob.* Laß dir unser Lied gefallen,* das Maria selig preis't, die uns auserwählt vor Allen, freudig zu dir kommen heißt. 3 34 Zur Epistel. Melodie wie zum Gloria. Gott, dein Wort war ibr so theuer,* ihre Lust auf dieser Welt;* daran hielt sie fest und treuer, als ein Mensch je auf der Welt.* Deiner Mutter nachzukommen,* send' uns, Herr, des Geistes Kraft, die im Herzen aller Frommen Liebe, Luft und Freude schafft. Just 3 um Credo. d boduk Mel.: Schöpfer aller Himmelssterne 2c. Gesangb. Nr. 46. Groß, Maria, war dein Glaube,* fest und unerschütterlich, beugten auch hinab zum Staube* Ungemach und Leiden dich.* Gottes Wille soll geschehen;* seine Wege will ich gehen,* sprachst du, ich befolg' ihn gern: ich bin eine Magd des Herrn. j Zur Aufopferung. Mel.: Es ist wieder Zeit 2c. Gefangb. Nr. 39, oder: Jugend, tritt das erste Mal 2c. * 1. Großer Gott, dir will ich mich ganz zum Liewie Maria will auch ich* freudig mich Freudig gab von Anbeginn sie sich besopfer geben, zu dir erbeben. dir zum Opfer hin. 2. Hilf, o Herr und Heiland mir,* diesen Vorsatz auszuüben, treu, wie deine Mutter, bier* dich von Herzen stets zu lieben, daß, wenn einst mein Auge bricht, leuchte mir dein Gnadenlicht. * 3um Sanctus. Melodie wie zur Aufopferung. " Heilig, Heilig, Heilig" schallt* himmlisch schön in Engelchören. Auch der Mensch im Staube lallt,* den dreiein'gen Gott zu ehren.* Bring', Maria, unser Lob dort vor Gott, der dich erhob! Zur Wandlung. Mel.: Der Väter Seufzen und Gebet 2c. Gesangb. Nr. 53. 1. Maria, ach, mit welchem Schmerz* sahst du das Gotteslamm erblassen.* O, könnte jetzt auch unser Herz die grenzenlose Liebe fassen!* Wie du dort bei dem Kreuzaltar so seh'n wir hier den Heiland sterben, um uns zu retten vom Verderben; hier gibt er sich unblutig dar. * - 35 2. Kannst du, o Schmerzensmutter fleb'n beim Tode des geliebten Sobnes für Christen, die gefühllos steh'n* am Fuß des Altars, seines Thrones:* so rede jest dein heil'ges Herz, der Zufluchtsort der armen Sünder, für diese undankbaren Kinder;* erbitte ihnen Reueschmerz. * Zur Communion. Mel.: O Gott, vor desfen 2c. Gefangb. Nr. 129. 1. O Jungfrau, leit' uns jetzt zum Mable,* das Jesus einst im behren Saale als Reichthum seiner Liebe gab Ach, helfe unsre Herzen schmücken, weil Jesus kommt uns zu beglücken als höchstes Gut, der Schwachen Stab! 2. Gib, daß deine Glaube uns belebet,* daß deine Hoffnung uns erhebet, daß deine Liebe in uns brennt." Gib, daß wir deine Demuth üben,* aus wahrer Reue uns betrüben,* nur Jesum uns're Sehnsucht fennt! * ** * 3. Mit welchem seligen Verlangen hast du das ew'ge Wort empfangen in deinem keuschen Jungfrauschooß. O, helfe unser Herz erneuen,* zur Wohnung deines Sohnes weihen, und mache unsre Sehnsucht groß. 4. O Wonne, er hat uns zum Leben sein heil'ges Fleisch und Blut gegeben; im Herzen ist nun sein Altar!* Da soll nur seine Liebe brennen, nichts soll von ihm und dir uns trennen,* euch weihen wir uns immerdar! 5. Verklärte, die ihr hoch entzücket* auf's heilige Mahl herniederblicket,* lobsingt mit uns dem Engelbrod! Geht mit der Königin zum Throne, bringt Preis und Dank dem ew'gen Sohne, der sich uns hier zur Speise bot! 6. Sieh auch, o Mutter, die Verirrten!* Sie hören nicht den guten Hirten, drum führe sie zum Kreuze bin.* Da zeige ihnen ihre Sünden,* bis Schmerz der Neue sie empfinden, zerknirscht durch wahren Büßersinn. * 7. Gib, daß sie dann zum Altar. eilen, mit Freuden hier bei Jesu weilen* im hochgepries'nen Sakrament;* fich oft im Engelbrod erquicken, und Engel Gottes so entzücken* durch Treue bis zum Lebensend'! 3* mobila 36 3um Segenswunsche. Met.: Segne, Jesus, deine Heerde ic. Gefangb. Nr. 127. Segne, Jesus, deine Kinder, eb' sie scheiden hier von dir. Bu dir, Zuflucht aller Sünder,* Herz Mariens flehen wir:* Schüß' uns stets und steh' uns bei, daß wir, von der Sünde frei,* wandeln stets auf Gottes Wegen und erlangen seinen Segen! * * II. Meßgefang. Zum Eingange. Mel.: Gott, dem uns're Knie 2c. Gesangb. Nr. 14. Hilf, Maria, recht zu beten, da wir zum Altare treten, wo sich opfern will dein Sohn.* Weil nicht rein wir vor ihm stehen, wolle Reue uns erflehen; bitt' für uns an Gottes Thron! Zum Gloria. Mel.: Adam's Kinder 2c. Gesangb. Nr. 152. Dem Dreieinigen sei Ehre für die hohe Seligkeit,* die er über Engelchöre,* Jungfrau, ewig dir verleiht! Vor dem Evangelium. Mel. wie zum Eingange. * Laßt auch uns die Mutter preisen, Ehre freudig ihr erweisen, weil sie Gottes Sohn gebar!* Doch laßt uns auch, wie sie hören* Gottes Wort, und Jefu Lehren thun und lieben immerdar! Zum Credo. Mel. wie zum Gloria. O Maria, führ' zum Glauben* Alle, die im Finstern geh'n.* Deinem Schne laß nicht rauben, die am Rand des Abgrund's steh'n. M Zur Aufopferung. Mel. wie zum Eingange. 1. Mit des Priesters Opfergaben* opfern wir Gott, was wir haben, durch die reinste Jungfrau dir.* Was wir so zum Himmel schicken, schauft du mit huldvollen Blicken* mit Maria opfern wir. 37 2. Du, Maria, hast ergeben dich dem Herrn durch's ganze Leben,* nanntest dich die Magd des Herrn, Da du am einsamen Orte sprachit so freudenvolle Worte, ging une oer Hoffnung Stern. Zum Sanctus. Melodie wie zum Gloria. Heilig, Heilig, Heilig! finget ehrfurchtsvoll der und die Jungfrau- Mutter bringet unser Engelchor, Lob zu Gottes Ohr. Zur Wandlung. Mel.: Laß mich deine Leiden 2c. Gesangb. Nr. 69. 1. Große, betl'ge ernste Stunde, da ein Wort aus Jefu Munde, das er sprach vom Kreuze berab, dich auch uns zur ter aab! Zum Kreuzopfer laßt uns eilen, dort mit i': Mutter weilen, wo sie tren beim Sohne steht und für uns um Gnade flebt. 2. Sünder, wagt ihr's nicht schauen auf den Sichter mit Vertrauen:* fommt mit w..hrem neueschmerz,* sucht Maria's Mutterherz. Sie wird hin zum Sohne treten, wirksam für die Sünder reden und de Bißern komint das Blut ihres Sohnes dann zu gut. Zur Communion. - Mel.: Bion, öffne deine Pforte ac. Gefangb. Nr. 143. * 1. Christen, heiligt eure Scelen, Jefu will fie jest erwählen- ihr sollt seine Wohnung sein! Wie Varia lust uns ühen jede Tugeno, Jesum lieben, Leib rud Seele ganz ihm weih'n. 2. Wer kann heilig g'nug bintreten,* wo die Engel tief anbeten ihren Gott in Brods gestalt? Doch er jelbst hat eingeladen, und die Mutter voll der Gnaden führt uns hin mit Liebsgewalt. # 3. Liebe wecket Gegenliebe!* Daß dies Feuer brennend liebe, Jesus, unser höchstes Gut!* wolleft gnädig du verleiben,* Liebe stets in uns erneuen,* die für dich gern Alles thut! 3um Segenswunsche. Mel.: Segne, Jesus 2c. Gesangb, Nr. 127. Vater, Sohn und Geist! den Segen* spende uns - 38 in deinem Haus.* Sei mit uns auf allen Wegen,'* deine Huld bleib' uns nie aus!* Wie Maria möchten wir allzeit freudig dienen dir. Laß uns auf der Jungfrau Flehen diesen Wunsch erfüllet sehen! * III. Meßgefang. statured ( Wechselgesang.) 3um Eingange. to do? Mel.: O heil'ger Geist 2c. Gesang. Nr. 107. Chor: Wie herrlich bast du, Gott, gezieret* die Jungfrau, die das Heil gebar! Wir legen Dank, der dir gebührt, beim Opfer jetzt auf den Altar. * Gem.: Zur Tochter, Mutter, Braut erhoben* vom Vater, Schn und Leil'gen Geist,* laßt uns die JungfrauMutter loben,* die Königin des Himmels heißt! 1977 tim S 3um Gloria, Mel.: Heut hat 2c. Gesangb. Nr. 1. Chor: Dem höchsten Gott steig' Ebr' empor* von uns, wie einst vom Engelchor:* Ten Frieden, der in Gott entspringt,* wer ist, der ihn auf Erden bringt? Gem.: Den Frieden von dem höchsten Thion bringt uns die Jungfrau mit dem Sohn. das Vor dem Evangelium. Mel.: Komm, heiliger Geist, 2c. Gesangb. Nr. 106. son Beseligend ist dein göttliches Wort,* o Jesus, du lehrft am bheiligen Ort, wie dort, als dich die Mutter fand, da fie entzückt im Tempel stand: sie hörte dein * Wort von Liebe entbrannt. * Zum Credo. Mel. wie vor dem Evangelium. Maria, erfleb' uns Glauben und Muth,* der freudig bekennt und treu darnach thut; der heiligsten Preis einigkeit* in Wort und That sich dankbar weiht; zut wandeln, wie du stets findlich bereit. # 39 and Zur Aufopferung. Mel. wie zum Eingange. md bor: O beil'ger Vater, sieb in Gnaden* das Opfer jetzt auf dem Altar.* Wenn Prichter und dein Volk recht baten,* ward Heil der ganzen Christenschaar. Gem.: D wandle um die armen Eünder,* so fleht Maria's Mntterberz. Zum Altar schauen deine Kinder und dann zum Vater himmelwärts. * * unor and dinin 20: 100 once od Zum Aito Zum Sanctus.od ne Sanctus. Mel. wie vor dem Evangelium. 10U2 son Vor Gottes Thron tönt ein himmlischer Chor; D, stieg' unser Lob tabin auch in por!* Maria, trag' in's heilige Belt zum dreimalbeil'gen Herrn der Welt* ein würdiges Lied, wie Gott es gefällt! membri de Zur Wandlung. Eigene Melodie. * Chor: Betet an die große Liebe! Jesus wohnt im Safiament, daß er einz'ges Cpfer bliebe,* bis zu aller Zeiten End'! Gem.: Etets will er vor uns erneuern, was auf Golgatha gefchab,* als den besten Sohn, den theuern,* ihn die Mutter leiden sah. Zur Communion. Melodie wie zur Wandlung. 1. Chor: Jelgt des guten Hirten Stimme; nun ruft er zum Festesmahl. So entgeht des Wolfes Grimme, bleibt kei seiner Schafe Zabl!. * Gem. Tas sei uns're größte Freude, diesem Hirten treu zu sein.* Er nur führt zur besten Weide, feßt sein Leben für uns ein! vor 2. Chor: Ach, es war am heil'gen Abend* dem großen Leidenstag, da er, seine Jünger labend, gab, was Eott allein vermag. * uns Gem.: Lange schen war's sein Verlangen, 冰 sein Fleisch und Blut zu weib'n;* Menschen sollen Gott 專 empfangen, Eeelenspeise will er sein. 40 3. Chor: Seine Jünger sind gerühret,* staunend schaut die Engelschaar. Wenn uns Liebe zu ihm führet,* nährt er auch uns wunderbar. 2. Gem.: Laßt uns oft be: as weilen,* mit den Eugen heten an, oft zum heil'gen Mahle eilen;*. Ahm wie gute Kinder nah'n! 3um Segenswunsche. Mel. wie zum Gloria. Chor: Wer ist zum Danke nicht bereit, wenn Segen uns der Herr verleiht!* Uns gibt, was Gottes Wort verheißt der Vater, Sohn und heil'ge Geist. Gem.: Wend' ftets uns Gottes Segen zu, benedeite scau du! ges Zum Hochamte kann auch eines von den nachfolgenden Mas rianischen Liedern gefungen werden, obe: nur bis zur Aufopferung und von da an zur Liturgie fende Gefänge. Wenn der Bruder arts- Sonntag mit hohen Kirchenfesten zus sammenfällt, werden statt der Marianischen Lieder andere, diesen Festen entsprechende gesungen. 2. Abendandacht am Bruderschafts- Sonutage und an anderen Bruderschaftsfesten. Nach dem Zeichen mit der Glocke und vor dem Segen wird ein Lied gesungen, während ich das oit verjammelt.-Segen. Dana otro vorgesungen nach eigener Melodie: 1. Scr: Mutter Christi, hocherhoben, in dem schönen immel droben, aller Engel Königin, uns're Frau und Mittlerin! - * Dann singt das Volk nach bekannter Melodie: Tutti: Bitt' an Gottez nadenthrone, bitt' für uns bei deinem Sobne!* O Maria! steh' uns bei, daß uns Gott barmherzig sei! 2. Chor: O du Zuflucht aller Sünder!* fieb uns an als deine Kinder:* M! auf dich hoffen wir,* jucen nebend Trost bei dir! Tutti: Bitt' an Gottes Gnadenthrone 2c. 41 3. Chor: Daß er uns die Sünd' verzeihe, Re zu meiden Gnad' verleihe, daß wir leben in der Buß, ftesben in dem Friedens.uß! Tutti: Bitt' an Gottes Gnadenthrone ac. Wenigstens an den Hauptfesten wird eine kurze auf den Zweck der Bruderschaft sich bezieh nde Anrede gehalten. Deur pricht der Priester: Lasset uns demüthight niederfallen und unfern Herrn Jesu verherrlichen.n seiner hochfeligen Mutter, von welcher er die menschliche Natur annahm, um die Sünder zu ertjen! Gemeinde: Anbetung, Lob und Dank sei Jefus im clerheiligsten Sakramente des Altars, Ebre und Verherrlichung| dem allerreinsten Herzen Maria's, seiner jungfräulichen Mutter. Hierauf: Die Lauretanische Litanei. Serr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Chrifti, erböre uns! - Got: Vater vom Himmel!- Erbarme Dich unfer! Gott Sohn, Erlöser der Welt!- Erbarme zc. Gott, heiliger Geift!- Erbarme 2c. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! Leilige Maria, Feuge Guites- Gebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Cyrytt, Mutter der aöttlien Gnaden, Du auereinste Mutter, Du allerkeuschefte Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbeflecte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbarliche Mutter, Lu Mutter des Copters, Du piutter des Erläfers, Du auerweijeste Jungfrau, Erbarme z. R. Bitte für uns! Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Tu mächtige Junafrau, Du gnätige Jungfrau, Du getreue Jungfrou, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sitz der Weisheit, sd Du Ursache unseres Heils, 42 Tu geiftliche Nose, Tu Thurm Davids, Tu elfenbeinener Thurm, Du goldenes Haus, Du Urche des Bundes, Du Pforte des Himmels, jinois Du Morgenstern, 13 de b 6 Du geistliches Gefäß, bis id tothisur med asthe Tu ehrwürdiges Gefäß, 38 39 930 Du vortrefflices Gefäß der Andacht, mes.. - did of the 021ms miri 35i nadi un sie # Distalamii Du Heil der Kranken, Tu Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Helferin der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Tu Königin der Beichtiger, Tu Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, Du Königin, ohne Makel der Erbfünde empfangen, Ddu Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt!- Verschone uns, o Herr! D du Lamm Gottes, 2c.- Erböre uns, o Herrl D du Lamm Gottes, 2c. Eibarme dich unser, o Herr! Vater unser, der du bist 2c. Gegrüßet feist du, Maria 2c.ei shilin die smands die smandis 15mmic mod si R. Bitte für uns! 50 list Unter Deinen Echuß und Echirm flieben wir, o bet lige Gettes- Gcbärerin! Verschmöbe nicht unser Gibet in unsern Nöthen, sondern erlöfe uns jederzeit von allen Ge 43 fabren. D alorwürdige und gebenedeite Jungfrau! unfere Frau, unsere Mittlerin, unsere Finsprecherin! Veriöbne uns mit deinem Schne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Eohne! commer: 10 phod. 13. Pr.: Bitt' für uns, o heilige Gottes- Gebärerin! Gem.: Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. and 10 spidation 31 and 1st Gebet. Wir bitten dich, o Herr! du wollest deine Gnade in unsere Herzen ausgi ßen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi deines Sohnes erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstebung gefübrt werden. Turch denfelben Christam unsern Herrn. Amen. plo G Pr.: Bitt' für uns, o seligster Joseph! G Gem: Auf daß wir würdig werden der Verheiß ungen Christi. Gebet. Quel G Wir bitten dich, o Herr! daß uns durch die Verdienste reines Bräutigams deiner heiligsten Gebärerin ge holfen werde, damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenkt werde. Der du lebest und regiereft mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Oder: in Die Litanei zum hl. Herzen Mariä. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe höre uns! Christe, erhöre uns! - d 132 1102 Gott Vater vom Himmel! Erbarme dich unser! Gott Cohn, Erlöser der Welt! Erbaime dich unser Gott beiliger Geist!- Erbarme dich unser! 17:05 Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott!- Erbarme 2c. - 44- gstes Herz Maria, Herz Maria ohne Sünden empfangen, Du vielgeliebtes Herz der Tochter des himmlischen Vaters, Du hochgebenedeites Herz der Mutter des göttlichen Sohnes, Du auserwäbltes Herz der Braut des heil. Geiftes, Du bewunderungswürdiges Herz der Mutttes des Schöpfers, Du liebenswürdiges Herz der Mutter des Erlösers, Herz Maria, du Sit der Weisheit, Herz Mariä, tu Spiegel der Gerechtigkeit, erz Mariä, du Thron der Barmherzigkeit, Herz Mariä, du Inbegriff aller Heiligkeit, Herz Maria, du Arche des Bundes, Herz Mariä, du Pforte des Himmels, D glorreiches Herz Mariä, O mächtiges Her Mariä, O gütiges Herz Mariä, getreues Herz Mariä, D liebwürdiges Herz Mariä, D liebreiches Herz Mariä, D fanftmüthiges Herz Mariä, bemüthiges Herz Mariä, D geduldiges Herz Mariä, Herz Mariä für uns mit dem Schwerte der Schmerzen durchbohrt, Serz Waria, du Licht der Verirrten, Herz Mariä, du Zuflucht der Sünder, Ser Mariä, du Stärke der Gerechten, Herz Maria, du Trost der Betrübten, Herz Mariä, du Kraft in Bersuchung, Herz Miria, du Hoffnung der Sterbenden, Lecz Maria, du fise in allen unfern Trübfalen, Herz Marie, du Unterpfand der Bergerhangen Jesu, Herz Mariä, du vollkommenes Brandopfer er gutte inchen Liebe, Cerz Moziä, du Freude aller Herzen, era Mariä, mit Herrlichkeit und Elorie im Linimel gefrint, R. Fitte für uns! 45 O bu Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt! Verschone uns, o Jesu! - D du Lamm Gottes, 2c. Erhöre uns, o Jesu! D du Lamm Gottes, zc.- Erbarme dich unser, o Jesu! Chrifte höre uns! Chrifte, erhöre uns! Vater unser, der du bist 2c. Gegrüßet seist du, Maria 2c. Pr.: Heiligstes Herz Mariä, bitt' für uns! Gem.: Auf daß wir würdig werden dich von ganzem Herzen zu lieben. Gebet. Gott der Güte! der du das heiligste und unbeflecte Herz Mariä mit den nämlichen Gefühlen des Erbarmens und der Zärtlichkeit für uns erfüllet hast, von denen das Herz Jesu Christi, deines und ihres Sohnes, immer durchdrungen war; verleihe Allen, welche dieses jungfräuliche Herz verehren, daß sie durch die Verdienste desselben eine vollkommene Uebereinstimmung der Gefühle und Neigungen mit dem heiligsten Herzen Jesu Christi erlangen und bis zu ihrem Tode bewahren; durch denselben Christus, deinen Sohn 2c. Amen. Mel.: Heut hat des Schöpfers 2c. Gesangb. Nr. 1. ( Der letzte Theil der Melodie wird wiederholt.) Gef.: Du aller Herzen Königin, und aller Menschen Führerin,* fieb' mitleidsvoll die Brüder an auf ihres Irrthums Unglücksbahn;* erwecke sie mit sanfter Hand aus ihrem Schlaf' am Abgrundsrand! 11 Pr.: Lasset uns beten für die in Irrthum und Sünden befangenen Brüder! Gem.: Herr, erbarme dich ihrer| und führe sie auf den Weg des Heils. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der du nicht willst, daß Jemand verloren gehe, sondern Allen deine Hilfe anbieteft, fieh gnädig berab auf Alle, die durch Jrrthum und Leidenschaft verblendet sind, und verleihe, daß sie den strafbaren Irrthum 46 ihres Lebens erkennen, ihre Verirrungen und bösen Wege verlaffen, ihr Herz vollkommen bessern und als lebendige Glieder deiner wabren Kirche erbaulich wandeln. Durch Jefum Christum deinen Sohn, unfern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste in Einer Gottheit lebt und herrscht in Ewigkeit! Amen. Br.: O Maria, ohne Sünde empfangen! Gem.: Du, unsere Zuflucht| bitte für uns! 3 Gegrüßet seist du, Maria 2c. Gef.: Du aller Herzen Königin, und aller Welt Fürbitterin, wirf du dich hin am Gnadenthron, bitt' um Barmherzigkeit den Sobn. Er will ja nicht des Sünders Tod, bricht gern mit ihm das Lebensbrod. Pr.: Lasset uns beten für die Bekehrung aller Sünder! Snd Gem.: Serr, erbarme dich ihrer und führe fie zu einer wahren und aufrichtigen Buße. Soffabrips 3779 Gebet. id Ewiger, barmherziger Gott, der du bei dir selbst geschworen: Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sih bekehre und lebe! Siehe die Menge Derjenigen an, die deine heiligen Gebote verachten und in ihrer Verblendung und Unbußfertigkeit dem ewigen Verderben entgegeneilen: Siehe die große Zahl Derer an, welche verDerblichen Lehren und Grundfäßen, die deiner heil. Kirche entgegen sind, buldigen und sie verbreiten! Siehe an die Unzahl Derjenigen, die jetzt noch im Unglauben den allein wahren Gott und deinen Sohn Jesum Christum nicht erkennen und im finstern, Schatten des Todes sißen!- Wir flehen zu dir im findlichen Vertrauen durch das reinste, unbefleckte Herz seiner jungfräulichen Mutter: Strecke aus die Hände deiner allmächtigen Erbarmung, erleuchte die Welt mit deiner Erkenntniß, zerstreue die Finsternisse des Jrrthums, fübre Alle deiner Heerde zu und verleihe allen Sündern Gnade, daß sie von ihren Irrwegen zu dir und deiner Gerechtigkeit sich befehren und der Glückseligkeit deines Reiches theilhaftig werden. Durch Christum unsern Herrn. Amen. 47 Pr.: O Maria, ohne Eünde empfangen! Gem.: Du, unsere Zuflucht| bitte für uns! 3 Gegrüßet seist du, Maria 2. Die der Fürbitte empfohlenen Fälle werden bekannt gemacht Dann spricht der Pr.: Lasset uns andächtig beten für die der Fürbitte besonders Empfohlenen! 3 Gegrüßet seist du, Maria 2c. Ehre sei dem Vater 2c. Gei.: Du aller Herzen Königin und deiner Diener Schüßerin, hilf uns, die wir für And're fleh'n,* daß wir nicht selbst verloren geh'n;* in Keuschheit, Demuth, Frömmigkeit* erlangen uns're Seligkeit! - Pr.: Lasset uns beten, daß wir selbst gerecht vor Gott wandeln und nicht verloren gehen. Gem.: O Maria, steh' uns bei, das uns Gott barmherzig sei. Darauf betet der Priester und Alle mit ihm laut und langsam bei dem abseßend Das Memorare des hl. Bernardus. Gedenke, o süßeste Jungfrau Maria!| es sei noch nie erhöret worden, daß Einer, der unter deinen Schuß eilte, deine Hilfe anrief| oder deine Fürbitte anflebte,[ von dir verlaffen worden sei. Von solchem Vertrauen beseelt, fliehe ich zu dir,| Jungfrau der Jungfrauen und Mutter Jesu Christi!| Zu dir komme ich, zu dir eile ich| bor dir stehe ich seufzend und zitternd als armer Sünder. Verschmähe meine Worte nicht, o Herrin der Welt, o Mutter des ewigen Wortes! sondern neige gnädig dein Ohr| und erhöre mich Armseligen, der ich zu dir rufe in diesem Thale der Thränen. Stehe mir, I ich bitte dich, in allen meinen Nöthen bei jeßt und allezeit und besonders in der Stunde meines Todes, 1 o gnädige,| o milde,| o süße Jungfrau Marial i ed H'erauf werden die Namen der seit der letzten BruderschaftsAndacht Verstorbenen abgelesen. 48 Br.: Laffet uns beten für die verstorbenen Brüder und Schwestern dieser Erzbruderschaft! Gem.: Herr, erbarme dich ihrer| in deiner großen Güte! Gebet. D Gott der Lebendigen und der Todten! Vater der Erbarmungen und alles Trostes! Erbarme dich der im Fegfeuer leidenden Seelen unserer abgeschiedenen Brüder und Schwestern; tröste sie in deiner Milde durch vollkommene Nachlassung ihrer Strafen und Qualen, und erfreue sie mit der sehnlichst gewünschten Anschauung deiner Glorie und Herrlichkeit. Herz Maria, du Zuflucht und Hoffnung auch der armen Seelen! bitte für sie und genehmige es, daß ich heute alle meine guten Werke, Andachten und Ablässe zu ihrem Troste und Beistande aufopfere. Amen. 3 Gegrüßet seist du, Maria 2c. Pr.: Herr, gib ihnen die ewige Ruhe! Gem.: Und das ewige Licht leuchte ihnen. Pr.: Laß sie ruhen in Frieden. Gem.: Amen. Wenn eine kurze Verkündigung zu machen ist, so hat sie hier Statt. Darauf das Lied Nr. 6 oder: Das Magnificat. & prºdu 1. Den Herrn erbebet meine Seele: Gott ist mein Heil, in dem mein Geist frohlocket. * 2. Denn gnädig sah er von den Höhen* auf seine Magd* in ihrem niedern Stande. 3. Gewiß! Von nun an wird die Nachwelt,* die von mir hört,* mich hochbeglücket preisen. 4. Denn er that an mir große Dinge, der mächtig ist, und der sich Heilig nennet. # 49 5. Er zeigte so, daß sein Erbarmen stets über die, die ihn verehren, waltet. MES RE im 6. Mit seinem Arm, der mächtig wirket,* hat er zersträubt, was Stolz im Sinne führte. 7. Die Mächtigen stieß er vom Throne,* und hob hinan* die Demuth aus dem Staube. 8. Die Hungrigen füllt er mit Gütern,* und ließ verarmt* die Reichen von sich gehen. 9. Sein Israel bracht' er zur Höhe,* ftets ein gedent des Bund's mit unsern Vätern. 10. Wie er dem Abraham verheißen,* für sein Geschlecht auf alle künft'ge Zeiten. * 11. Rob sei dem Vater und dem Sohne,* dem heil'gen Geist* sei gleiches Lob geweihet! 12. und einst Gleichwie es war vom Anbeginne, so jest durch Ewigkeiten. Amen. Hierbei ist zu bemerken, daß allemal der 2., 4., 6., 8. und 10. Vers still gebetet, der 11. und 12. aber ganz gesungen werden. Hierauf der heilige Segen. Darnach vom Bolte noch einige Strophen von einem Liede. An den Titularfesten Nr. 4. - Sonntägliche Abendandacht. Unter Absingung einiger Stropben eines von den angedruckten Liedern sammeln sich die Andächtigen. 1. Der Priester spricht nachfolgendes Gebet. D Herr! eröffne unsern Mund, zu loben deinen heiligen Namen! Reinige unsere Herzen von allen eitlen, unnüßen und ausschweifenden Gedanken! Erleuchte unsern Verstand, entzünde unsern Willen, damit wir unser Gebet mit wahrer Aufmerksamkeit und Andacht also verrichten, daß wir durch die Fürbitte der allerfeligsten Jungfrau und Mutter Maria vor deinem göttlichen Angesichte würdig erscheinen und vor deiner unendlichen Güte erhört werden. 4 50 Durch Jesum Chriftum deinen Sohn unsern Herrn, de mit dir und dem heiligen Geiste lebet und herrschet von Ewigkeit zu Ewigkeit. R. Amen. He Oder folgenden ni - - brord mos 30 an Gebet. annid dodi Wir werfen uns, o Jesu! vor dir nieder, und bes kennen mit Herz und Mund, daß kein Name ist im Himmel und auf Erden, in dem wir selig werden können, als in dir. Du hast uns durch deine Menschwerdung zu Kindern Gottes gemacht, du hast durch deinen Tod unsern Schuldbrief ausgelöscht, durch deine Auferstehung und Himmelfahrt uns das verlorne Paradies wieder geöffnet. Schenke uns deine Gnade, daß wir bei Betrachtung dieser heiligen Geheimnisse zu einem lebendigen Glauben und einer findlichen Gegenliebe zu dir erweckt werden, der du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.- Du aber, o Mutter Jesu! bitte für uns, daß wir nach deinem heiligen Beispiele in frommer Andacht das Wort deines Sohnes betrachten und treu im Herzen bewahren mögen. R. Amen. 2. Darauf folgt der Rosenkranz mit den Geheimnissen; das zwischen werden die Gesänge gesungen, wie Seite 29 2c. Statt dessen können auch einige Strophen gesungen, und die Litanei, wie Seite 40 oder 43, gebetet werden. 3. Darnach 3 Gegrüßet seist du, Maria 2c. für die dem Ge bete besonders Empfohlenen und was der Priester noch passend einschalten will. Ehre sei dem Vater 2c. 4. Das Memorare, Seite 47, wird gemeinschaftlich gebetet. 5. Gebet um einen guten Zod, S. 24. 6. Die Abbitte, Seite 22 und dann: Erkannt, gelobt und gebenedeit 2c., Seite 29. Hierauf gibt der Priester still die Bes nediction mit der Hand: Non cum Prole pia benedicat Virg Maria und ein Lied schließt die Andacht. tout sideraly strade disubur di 300 sinu stot Jsidirisu olin to combi Gau union pigia stoippmS me de de silidest aid sou dun nemis 197dnat ting ministrelo 16 sixidas sed dovne vtat find 51 - Marianische Vesper. Or Je nach Umständen können zwei Pialmen ausgelassen werden. Bei Orgelbegleitung wird jedesmal der 2., 4., 6. 2c. Vers ausges laffen, Die Ehre sei" 2c. ganz gefungen. V. O Gott, merke auf meine Hilfe! R. Herr, eile mir zu helfen! Alle zusammen: Ehre sei dem Vater| und dem Sohne und dem heiligen Geiste| wie es war im Anfange jetzt und zu allen Zeiten. Amen. Psalm 109. xon. 1.& elepleelpel- leelep| dd| p1-18| 1. Es hat der Herr zu meinem Herrn gesprochen; Nimm deinen Siß zu meiner Rechten. 2. Zum Schemel deiner Füße will ich legen, Herr, alle deine stolzen Feinde. 3. Meffias, Gott der Herr läßt seinen Scepter Von deiner heil'gen Stadt ausgehen. 4. Mit Macht und Sieg wirst immerdar du herrschen In Mitte aller deiner Feinde. 5. Die Herrschaft ist bei dir am Tag der Stärke, Bist groß in deiner Heil'gen Glanze. 6. Längst vor dem Morgenstern hab ich gezeuget Dich, meinen Sohn, aus meinem Innern. 7. Der ewig treue Herr hat dir geschworen, Und nimmer wird es ihn gereuen. 8. Mein Sohn! du bist in Ewigkeit ein Priester Nach Art Melchisedechs, des Königs. 9. D Welt, der Herr zur Rechten wird selbst Fürsten Dereinst am Tag des Zorns zertreten. 10. Und dann wird er gerecht die Völker richten, Der Tod wird alle vor ihm beugen. 4* - 52 11. Mit macht wird er die Häupter seiner Feinde An allen Orten dann zerschmettern. 12. Den Kelch des Leidens wird er vorher trinken Und dann verklärt das Haupt erheben. - Die Ehre sei dem Vater und dem Sohne, Und ebenso dem heil'gen Geiste. Gleichwie es war im Anfang, also heute, In Zeit und Ewigkeiten. Der Priester betet: O liebevolles Herz Mariä 2c.( Seite 24) und Jebes gederkt seines Anliegens. 6. 7. 8. Lon 7.1 ppl 6166| p6| 11 1. Jhr Diener Cottes lobt den Herrn Und preiset seinen Namen! Der Name Gottes jei gelobt Jeßt und durch Ewigkeiten. 2. 3. 4. 5. 9. Psalm 112. Vom Aufgang bis zum Niedergang Sei Ehre diesem Namen. Hoch über alle Völker ist Der höchste Herr erhaben. Wer ist wie unser Gott und Herr, Der in der Höhe wohnet? Der dennoch auf das Nied're schaut Im Himmel und auf Erden? Geringe zieht er aus dem Staub Und aus dem Koth die Armen. Er amtet sie den Fürsten gleich, Den Fürsten seines Volkes. Es dankt die Mutter fröhlich ihm Für wohlgerathne Kinder. * 01 53 Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geist Sei hoch von uns geehret, Wie es von Anfang war, so jetzt Und unaufhörlich. Amen. Der Priester betet: Allmächtiger, ewiger Gott, 2c.( Seite 45.) Zon 6. - - 9. Psalm 121. lpppple4@1.lpp|pd|pl=IJE 1. Freudig höre ich, wenn man mir saget: Laßt zum Haus des Herrn uns gehen! Wonne bringt mir allzeit der Gedanke, Salems Vorhof zu betreten. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 19 Gottes Stadt steht herrlich auf dem Berge, Fest durch heilige Gemeinschaft. Alle Stämme sollen zu ihr wallen, Gottes Name stets zu loben. Denn da steh'n die heil'gen Nichterstühle Für des Reiches Christi Glieder. Bringt Jerusalem nur Friedenswünsche, Herrlich fließt dann auf euch Segen. Deine Kraft, o Herr verleih' uns Frieden, Ueberfluß in deinen Tempeln. 8. Um des Heiles meiner Brüder willen Wünscht mein Herz der Kirche Frieden. Weil du Gottes Wohnung bist, o Kirche, Wünsch' ich, Mutter, dir nur Gutes. Gott dem Vater, Sohn und heil'gen Geiste, Unser'm einen Gott, sei Ehre! Wie es war im Anfang, jetzt und allezeit Und in ew'gen Zeiten. Amen. 2. Der Priester betet: Ewiger, barmherziger Gott 2c.( Seite 46.) 3. - 4. 54 Lon. 8. Juppipelºtpriprdprl= 11_1 1. Wenn Gott der Herr das Haus nicht bauet, So bau'n umsonst die Leute. - Psalm 126. 8. Und wenn der Herr die Stadt nicht hütet, So wacht umsonst der Hüter. Kommt selbst zuvor dem Tageslichte, Die Arbeit ist vergebens. Verkürzt ihr auch die Zeit der Ruhe, Ihr eßt das Brod der Schmerzen. 5. 6. Und Kinder gibt er euch zum Lohne, Als Pfänder seiner Liebe. Doch, seid ihr seiner Liebe würdig, Schenkt Gott euch Seelenruhe. 31: 7. Wie Pfeile in der Hand des Starten So werden Kinder schüßen. Glück für den Mann, der sein Verlangen An ihnen sieht erfüllen. BU 9. Zu Schanden wird er nimmer werden Im Streit mit seinen Feinden. Dem Vater, Sohn und heil'gen Geiste, Bringt, Christen, freudig Ehre; INN Wie Anfangs, also ist und allezeit, In ew'gen Zeiten. Amen. All Der Priester betet: D heiligstes Herz Mariä 2c.( Seite 25.) - 5. 55 - Psalm 147. dana sift Ton 5. 1. 2. 3. 4. Mit Frieden hat er dich umgränzet, Den besten Weizen dir geschenket.dst2* Er sendet aus sein Wort auf Erden, Schnell gehet seine heil'ge Rede. 1500 dippppIPI Jerusalem, den Herrn lobpreise; Ja, rühme deinen Gott, o Sion! Denn er, der Herr, hat dich befestigt, Gab deinen Kindern seinen Segen. pppppp Und seine Macht gibt Schnee wie Wolle, Den Reif fireut er umber wie Asche. 6. 7. Die Schlossen wirft er durch die Lüfte, Wer kann besteh'n vor seiner Kälte? Mit seinem Wort macht er sie schmelzen, Und weht sein Hauch, so fließen Wasser. Sein Wort sprach er zu Jacob's Kindern, Gab Israel Recht und Gesetze. 9. Nicht allen Völkern that er also, Sie kennen nicht die Offenbarung. Die Ehre sei dem Vater und Sohne Und ebenso dem heil'gen Geiste; Wie es im Anfang war, so jetzt und allezeit, Durch alle Ewigkeiten. Amen. Der Priester liest das Rapitel Eccl. 24. Ich bin die Mutter der schönen Liebe und Furcht der Erkenntniß und heiligen Hoffnung. Bei mir ist alle Gnade des Lebens und der Wahrheit, bei mir alle Hoffnung des Lebens und der Tugend. Kommt her zu mir Alle, die ihr mein begehrt, und sättigt euch an meinen Früchten. R. Dem Herrn sei Dank. 56 Nun werden einige Strophen von dem Liede: O Meerstern fei gegrüßet" 2c. oder von einem andern der nachfolgenden Lieder gefungen. Hierauf betet der Priester und die versammelte Ges meinde das Memorare, Seite 47. Sodann singt die Versammlung das Magnificat, Seite 48. Darauf: V. Liebe Brüder! der Herr sei mit euch! B. Er sei auch mit deinem Geiste. - Basset uns beten. Gott der Güte! der du zc.( Seite 45.) V. Liebe Brüder! der Herr sei mit euch! - R. Er sei auch mit deinem Geiste. V. Lasset uns den Herrn lobpreisen! R. Ja, Gott sei Dank. V. Die Seelen der abgeschiedenen Rechtgläubigen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. R. Amen. sito il sin Die Segnung. Unter Absingung eines Liedes zerstreut sich die Versammlung. ga hitz gefänge. impus its biroju 1. O Meerstern, sei gegrüßet du unsers Heils Gebärerin! Der Glanz, der dich umfließet, erleuchte jedes Menschen Sinn! Du warst, o Jungfrau, allzeit rein; du bist vom ew'gen Worte bestimmt zur Himmelspforte; durch dich geh'n wir zum Leben ein. 2. Wie hoch warst du geehret auf Gottes eigenen Befehl, da du den Gruß gehöret* vom Himmelsboten Gabriel! Erwirb uns Gottes Lieb' und Huld;* mach' jenen Fluch zum Segen, in dem wir längst gelegen aus unsrer Mutter Eva Schuld. 3. Lös' auf das Band der Sünden, in welchem wir gefesselt geb'n!* Dein Licht ertheil' uns Blinden, daß wir die Wege Gottes seh'n. Dein Bitten wend' die Uebel ab, die Leib und Seele schaden. Erfleb' uns Gottes Gnaden, die er dir überflüssig gab. 4. Wir sind zwar schwache Sünder* und haben Böses oft gethan:* doch sind wir deine Kinder;* fieb uns mit Mutteraugen an. Trag' uns're Noth vor Gottes Thron, der Alles dir verleihet;* ja der sich nicht gescheuet, zu sein dein eingeborner Sohn. 5. Du Wunder der Jungfrauen, sei hoch von uns gebenedeit! Laß, Jungfrau! auf uns thauen* Huld, Güte, Lieb, und Mildigkeit.* Mach' uns von Sündenschulden frei; hilf, daß wir widerstreben dem Fleisch, daß unser Leben* stets unbefleckt und heilig sei. 58 6. Bring' uns den Schuß zuwege, der unsern Feind zurücke hält,* daß er nicht Fallstrick lege* auf unsern Weg aus dieser Welt;* daß wir des Mittlers Angesicht* in seiner Glorie sehen, ihn lieben, ihn erhöhen und uns erfreu'n in seinem Licht. 7. Der Vater sei gepriesen,* gepriesen sei auch Gottes Sohn! Anbetung sei erwiesen dem heil'gen Geist auf Einem Thron! Der heiligsten Dreifaltigkeit* sei Ruhm und Preis gesungen von aller Menschen Zungen;* gelobt sei sie zu jeder Zeit! 2. 1. Maria sei gegrüßet, du lichter Morgenstern!* Der Glanz, der dich umfließet, verkündet uns den Herrn. Von jeder Makel rein,* sollst du zum Menschenheile des Höchsten Mutter sein. 2. Dein Gott, zu dir gewendet, ertheilet den Befehl; es eilt, von ihm gesendet,* der Engel Gabriel. Er spricht: O gnadenvoll, gesegnet unter Weibern!* Der Herr bedenkt bein Wohl. * 3. Dies konntest du nicht fassen, und bateft ihn dabei, dich recht verstehn zu lassen, was diese Botschaft sei. Maria! zittre nicht; denn du haft Huld 事 * gefunden vor Gottes Angesicht. 1000) * gebären einen * 4. Er will, du sollst empfangen,* Sohn, der wird durch ihn gelangen auf David's Vatertbron.* Des Höchsten Sohn zugleich soll er heißen;* unendlich ist sein Reich. * und Jesus * * 5. Wie soll denn dies geschehen? Ich kenne feinen Mann. O Jungfrau du wirst sehen, was Gottes Allmacht fann.* Er sendet seinen Geift,* der wird dich überschatten, damit du Mutter seist. * * 6. In ihren alten Tagen* fann auch Elisabeth von seinen Wundern sagen, die schon gesegnet geht. Sie heißt zwar unfruchtbar;* doch dem ist nichts un möglich, der sein wird, ist und war. od sims 4 * 59 7. Da sprachst du, tief geneiget: Jch bin des Höchsten Magd, was du mir angezeiget, das sei, wie du gesagt.* O freudenvolles Wort! Der Bote Gottes eilet mit seinem Auftrag fort. bordo in tod - - * 8. Von seines Vaters Freuden* tam jetzt das Wort herab,* für Sünder hier zu leiden, zu suchen Tod und Grab. Er wählte deinen Leib,* mit Fleische sich zu kleiden, gebenedeites Weib! 14 9. Den Schatz, den du empfangen, o bring' ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen; denn er ist jener Held, der unsre Banden bricht, und aus des Todes Schatten uns rufet an das Licht. 10. Dies Lied sei dir gesungen,* o Heils Gebärerin, mit dir ergeb'nen Zungen,* mit dir ergeb'nem Sinn! Dein hochgelobtes Pfand* führ' uns auf deinen Fürspruch hinauf in's Vaterland. 3. Mel.: nicht weiter sollst du dich zc. Gesangb. Nr. 60. 1. Verherrliche du, meine Seele! und lobe deinen Gott und Herrn;* sing' ihm aus freudenvoller Kehle, frohlod' in ihm und preis' ihn gern! Es müss' aus jauchzendem Gemüthe sich freuen in dem Herrn mein Geist, der seinem Volk so große Cüte durch das gefandte Heil erweis't. 2. Der Herr sab von des Himmels Höhen herab auf meine Niedrigkeit, auf mich, die ich mich angesehen* als eine Magd zu jeder Zeit.* D'rum preis't mich selig hier auf Erden* der Säugling aufgeschloss'ner Mund.* Mich preisen, die noch sollen werden, und machen es den Enkeln tund. 3. Denn der Allmächtige, der Große, der, deffen Name heilig ist, hat große Ding' in meinem Schooße gewirkt, die fein Verstand ermißt. Und von Geschlechte zu Geschlechte erweiset er Barmherzigkeit* Denjenigen, die seine Rechte verehren mit Ergebenheit. med G 60 64. Er hat die Allmachtswerk' erneuet, die seinen Händen eigen find.* Der Herzen Stolz bat er zerstreuet wie Spreu zerstoben von dem Wind.* Der Fürsten Stuhl hat er zerbrochen und ihre Macht wie Staub verweht; und die im Staub voll Demuth krochen,* hat er unendlich hoch erhöht. - 5. Die Hunarigen, die ihm vertrauten, hat er mit Ueberfluß beschenkt;* die Reichen, die auf Schäße bauten, hat er in Dürftigkeit versenkt.* An Israel, dem treuen Knechte, läßt er nun seine Gnade seh'n;* und was dem Abrahams- Geschlechte verheißen war, ist nun gescheh'n. Arts 04. Mel.: Großer Gott, wir zc. Maria, wir loben dich, danken dir für deine Liebe. Alle Herzen freuen sich deiner Huld; des Dankes Triebe drängen jubelnd sich empor* in der Engel Freudenchor. * 1 bingh 2. Aller Wesen Königin* nennen dich des Himmels Heere;* dir, des Heils Gebärerin,* singen Preis wir, Dank und Ehre.* Helferin, wir jauchzen dir, uns'res Bundes höchste Zier! 3. Bitt' für uns bei Gottes Thron, hilf, o Mutter voll Erbarmen, deinen Kindern durch den Sohn; habe Mitleid mit uns Armen!* Dir vertrau'n wir in der Noth, wirst uns beisteh'n bis zum Tod. 4. Uns zu helfen in dem Streit, in Versuchung, in den Nöthen, bist du Mutter stets bereit,* wenn wir eifrig zu dir beten.* In des Herzens Liebesband, gabst du uns das Unterpfand. 5. Schüßz' im Leben uns, im Tod,* hilf zu einem fel'gen Ende;* führe uns dann hin zu Gott* durch den Trost der Sakramente; durch dein Fürwort, durch dein Fleh'n laß uns nicht verloren geh'n. * -65 11. Nach eigener Melodie. Shout Wunderschön prächtige,* große und mächtige,* liebreich holdselige, himmlische Frau!* Welcher ich ewiglich findlich verbinde mich,* der ich stets Leib und Seel' gänzlich vertrau'. Willig mein Leben möcht' ich dir geben.* Alles, ja alles, was immer ich bin, geb' ich mit Freuden, Maria, dir hin. Peme 2. Sonnen umglänzen dich,* Sterne bekränzen dich,* Urbild der Tugenden himmlischer Art!* Von der verderblichen Sünde der Sterblichen hat dich des Vaters Macht allzeit bewahrt.* Aus allen Wesen warst du erlesen,* von allen Menschen nur würdig allein,* Mutter des heiligen Gottes zu sein. 3. Gnadengewährerin!* Gottesgebärerin!* Wundersam Mutter und Jungfrau zugleich;* berzenserquickende,* seelenbeglückende Quelle, an bimmlischen Tröstungen reich! O du Getreue!* zu dir, voll Reue,* schauen wir flehend und hoffend hinan:* Mutter, ach, führ' uns auf sichere Bahn. 4. Du bist die Helferin, du bist die Retterin,* Fürstin des Himmels und Mutter des Herrn!* Spiegel der Reinigkeit,* Stärke der Christenheit, Arche des Bundes,* hellleuchtender Stern!* Liebreich dich wende, Frieden uns spende;* Mutter, ach wende die Augen uns zu,* lehr' uns in Demuth zu wandeln wie du. * * * 5. In diesem Jammertbal seufzen wir allzumal* zu dir, o Mutter, im Elend und Schmerz! Niemand je uns tergeht, der findlich zu dir flebt,* Keinen verachtet dein mütterlich Herz.* Tröst' uns im Leiden,* stärk uns im Scheiden, bitte für uns deinen göttlichen Sohn,* bitte um Gnade am ewigen Thron! disc br 5 * 6612. Mel.: Jesus! wahres Licht zc. Gesangb. Nr. 68. Wenn mein Schifflein sich will wenden in den Port der Ewigkeit;* wenn sich wird mein Leben enden* in dem letten Seelenstreit:* o Maria, steh' zu Seiten,* laß mich dir befohlen sein;* leit' mein Schifflein, hilf mir streiten,* hilf, o liebste Mutter mein! 2. Wenn die Kräfte mich verlassen* und ich keinen Trost mehr find', wollst mich liebreich dann umfassen,* nicht gedenken meiner Sünd'!* O Maria mich errette,* steh' mir bei, verlaß mich nicht, wenn mich von dem Todesbette Gott der Herr ruft in's Gericht. 3. Wenn mein Loos sich soll entscheiden, lege deine Fürbitt' ein! Laß nicht ew'gen Schiffbruch leiden,* ach die arme Seele mein!* O du Mutter aller Gnaden,* reich' mir deine Friedenshand;* laß die Feinde mir nicht schaden,* rette mich in's Vaterland. 4. Fest zu dir steht mein Vertrauen, will von dir nicht laffen ab;* will auf dich all' Hoffnung bauen,* ja bis über Tod und Grab!* Will dich ewig, ewig lieben, ewiglich dein Diener sein;* führe mich mit diesen Trieben* in den Port des Himmels ein! 13. Mel.: Heut hat des Schöpfers 2c. Gesangb. Nr. 1. Du, aller Herzen Königin, du aller Welt Beherrscherin!* Es schüße deine Mutterhand* das liebe deutsche Vaterland, und heile seiner Wunden Schmerz,* die tief verleßt dein Mutterherz. 67 * 2. Du, aller Herzen Königin, und aller Menschen Führerin, fieb' mitleidsvoll die Brüder an* auf ihres Frrthums Unglücksbahn;* erwecke sie mit treuer Hand aus ihrem Schlaf am Abgrundsrand. * 3. Du, aller Herzen Königin,* und aller Menschen Retterin, mach' frei fie von des Teufels List,* der fie belügt, ihr Mörder ist!* Richt' ihre Augen himmelwärts,* und laß sie schau'n dein Mutterherz. 4. Du, aller Herzen Königin,* du, aller Welt Fürbitterin, wirf du dich bin am Gnadentbron, bitt' um Barmberzigkeit den Sohn! Er will ja nicht des Sünders Tod, bricht gern mit ihm des Lebens Brod. * * * 5. Du, aller Herzen Königin du aller Christen Helferin, verleih' was ibnen noch gebricht, des reinen Glaubens Kraft und Licht;* gib ihnen des Vertrauens Muth, der in der Liebe Wunder thut. * * 6. Du, aller Herzen Königin und aller Welt Verföhnerin, vereine durch der Liebe Band im ganzen deutschen Vaterland die Herzen aller Kinder dein, laß uns des Friedens wieder freu'n! * 7. Du, aller Herzen Königin* und deiner Diener Schüßerin, hilf uns, die wir für And're fleb'* daß wir nicht selbst verloren geb'n;* in Reuschheit, Demuth, Frömmigkeit erlangen uns're Seligkeit. 14 Mel.: Kommt und lobet 2c. Gesangb. Nr. 260. Gnadenquelle! sei gegrüßt,* Quelle, die beständig fließt. Trost der Christen, o Maria! Jungfrau, sei * gegrüßt! * 2. Sei gegrüßt in jeder Stund' in dem Herzen mit dem Mund;* Alles mache deine Würde, deine Gnade fund. * 3. Liebste Mutter! wir sind dein,* zeig' dich, Mutter stets zu sein. Schreib' uns Alle* deinem Herzen unquslöschlich ein. 68 4. Du warst noch zu jeder Zeit* Ursach' unf'rer Fröhlichkeit;* sei es bis zum* Lebensende* und in Ewigkeit. Bovens 5. Mutter, es ist unerbört,* daß dein Sohn dir nicht gewährt,* was du deinen* treuen Dienern* gütig haft begehrt. 6. Wenn Gefahr der Seele droht,* in des Lebens jeder Noth, rettet uns in deinem Namen der versöhnte Gott. 7. Schreckt der Sünden schwere Last, sei zu dir Vertrau'n gefaßt,* die du dich der* Sünder Zuflucht* stets gezeiget haft. 8. Wer dich in Betrübniß bat, fand bei dir, Maria, Rath: Trost, wer immer dir als Mutter* sich empfohlen hat. 9. Auch zu streiten bis auf's Blut* um des Himmels großes Gut, bringst du Reinste! den Versuchten* neue Kraft und Muth. * * 10. Groß ist uns'rer Feinde Zahl bier in diesem Thränenthal. Rette, Mutter!* deine Kinder* vor dem Sündenfall. 11. Und wenn Seel' und Leib sich trennt,* nur noch schwach das Herz dich nennt:* o, dann bitte,* Mutter, bitte* um ein selig End'. * 12. Nach vollbrachtem letzten Streit führ' uns in die Ewigkeit; milde Jungfrau! zeig uns Jesum* in der Herrlichkeit. # 15. Melodie wie Nr. 7. * i. O Maria, du vor Allen haft dem Höchsten woblgefallen; nie verlorst du seine Huld,* frei bliebst du von aller Schuld!* R. O Maria, Trost der Sünder, fichre Zuflucht deiner Kinder, öffne uns dein Mutterherz, heile gütigst unsern Schmerz! 2. V. Reine Sünd' hat dich beflecket,* feine Makel angestecket;* voll der Gnad' und Heiligkeit* war dein Herz zu jeder Beit.* R. O Maria 2c. bilgi 69 3. V. Einzig Gott dich ganz zu schenken,* nur auf Ihn dein Herz zu lenken, willst du ewiq keusch und rein,* allzeit eine Jungfrau sein. R. O Maria 2c. POM 4. V. Schnöde Lust hast du verachtet, nach dem Himmel nur getrachtet; deinen Gott nur liebest du; er ist deiner Seele Rub'.* R. D Maria 2c. 5. V. Gottes Sohn will in dir wohnen* und in deinem Herzen thronen;* reich an Gnaden ziebt er ein" in dein Herz, o Jungfrau rein! R. O Maria 2c. $ 6.. Du vereinst die Mutterwürde mit der reinften Unschuld Zierde. Dieses ist dein höchster Ruhm* und allein dein Eigenthum.* R. O Maria 2c. 7. V. O Maria, voll Erbarmen! du verstoßest nicht die Armen,* die zu dir in Hoffnung geh'n* und um Hilfe dich anfleh'n. R. O Maria 2c. 8. V. Ja, du fühlst im eignen Herzen* ihre Drangfal, ihre Schmerzen;* du erquickest in der Noth* und versöhnest sie mit Gott. R. O Maria 2c. # 9. V. Ach, wie quält des Sohnes Scheiden, all sein grauenvolles Leiden das durchbohrte Mutterherz;* wie durchwühlt's der herbe Schmerz. R. O Maria 2c. # 10. V. Alle Mater, alle Wunden hat dein Mutterherz empfunden! Uud du willst nach aller Pein* doch der Sünder Mutter sein. R. D Maria 2c. 11. V. Aber nach dem kurzen Leiden herrfchest du in ew'gen Freuden* rubst bei Jesu, deinem Sohn* auf dem hohen Himmelsthron. R. O Maria 2c. # * 12. V. Herz Mariä, voll der Gnade!* Du des neuen Bundes Lade, stehst mit deiner Hilf' allzeit* deinen Kindern gern bereit.* R. O Maria 2c. 13. V. Alles Leid willst du verfüßen,* deine Huld auf uns ergießen, sorgft so treu für unser Heil,* deine Lieb' ist unser Theil. R. O Maria 2c. # 14. V. Ewig wollen wir dich preisen,* dir als Mutter Ehr erweisen, armer Sünder Mittlerin,* aller Engel Königin!* R. D Maria z. join = 70 15.. O verschmähe nicht uns Sünder, fieb uns an als deine Kinder!* wie im Leben, so im Tod* bitte du für uns bei Gott.* R. O Maria 2c. moky 16. V. Hilf, daß wir nach diesem Leben vor dem Richter nicht erheben;* daß wir mit dir allezeit* preisen Gott in Ewigkeit.* R. O Maria 2c. 1990 montad 16. Mel.: Adam's Kinder 2c. Gesangb. Nr. 152. 196 1910 Seele! fage alle Tage* Lob der Himmelskönigin; ihre Feste ehr' auf's Beste mit der Andacht frommem Sinn! - 9 2. Voll Entzücken sollst du blicken* auf die JungfrauMutter hin, auf die große, makellose,* göttliche Gebärerin. 3. Sie verehre und bekehre* dich, durch ihren Schuß beschirmt;* zu ihr flehe, wenn das Wehe* deiner Sünden auf dich stürmt. 4. Himmelsgaben, die uns laben,* sind durch ihre Hand bescheert;* Gnadenfülle hat der Wille* Gottes 30-30 uns durch sie gewährt. 5. Darum singe Wunderdinge* zu der Gottesmutter Lob, die erforen, den geboren, der den Fluch der Menschen hob. ind FIT JOGE 6. Zu ihr wende ohne Ende deine Dankeslieder laut.* Ihre Tugend hat die Jugend, hat das Alter oft erbaut. 7. Eva's Fallen schloß uns Allen* Eden zu, das fie verlor. Sie, die Treue, schließt auf's Neue glaubend auf des Himmels Thor. * 8. Eva's wegen ward der Segen von dem Menschen abgewandt;* mit Maria kann er ziehen* hin zum ew'gen Vaterland.is * 9. Dafür sollen Lob dir zollen* die Erlösten allezeit, und in Nötben zu dir beten, daß sie deine Hand befreit. 10. Durch dich werde uns'rer Erde* angezündet neues Licht.* Es berücke uns're Blicke* finstrer Mächte Schatten WENU nicht. - 71- 11. Laß in Plagen mich nicht zagen,* Hilfe, Troft und Mittlerin! Laß für Sünden Gnad' mich finden, wenn ich nab' dem Tode bin. * 12. Meine Wunden laß gefunden; dies ist einzig mein Begehr. Gib voll Güte dem Gemüthe,* Theil an deinem Gnadenmeer; 13. Daß ich nüchtern, keusch und schüchtern* sittsam und behutsam sei,* stark in Leiden, still, bescheiden,* fern von jeder Heuchelei; 14. Reif an Wissen und beslissen im Geseße heil'ger Schrift,* Gott ergeben, fromm im Leben,* heilig, was den Geist betrifft. 15. Sei uns Stüße, und beschüße* Heilige! die Chris stenheit;* gib hienieden mild uns Frieden, daß uns Satan nie bedräut. 17. Maria ohne Sünde empfangen. Mel.: Gott wir preisen 2c. Gefangb. Nr. 100. Jungfrau, hehre, die vor Allen* Gott, dem Höchften wohlgefallen,* aller Himmel Königin! Laß uns herzlich dich befingen,* Ehre dir und Liebe bringen; hör' auf uns, o Mittlerin! # 2. Großes hat dir Gott gewähret,* dich vor Allen hochgeebret, Gnad' um Gnade dir geschenkt. Biſt die ewig Auserkorne, Mutter, Braut und Erstgeborne f deß, der Erd' und Himmel lenft. 3. Du warst stets mit Gnad' gezieret,* von der Sünde nie verführet* in der Erde Jammerthal. Du bist ohne Sünd' empfangen,* bist dem großen Fall entgangen, einzig du, durch Gottes Macht. 津 4. Neue Eva, haft das Leben aller Welt zurückgegeben, das die erste ihr geraubt;* du besiegtest jenen Drachen, schlosseft seinen gift'gen Rachen* und zertratst das Schlangenhaupt. 5. D du allzeit Makellose, du geheimnißvolle Rose,* lilienreine Gottesbraut!* Wunderbare Gnadensonne,* du erfüllst die Welt mit Wonne, die nächst Gott, sich dir vertraut. 72 6. Wollst, o Meeresstern! uns lenken. Laß den Sturm uns nicht versenken,* nicht in Fluthen untergeh'n.* Führ' durch dich, o Himmelspforte, die geöffnet ward dem Wors te,* uns hinauf zu Himmelshöh'n. 1 M 7. Milde Jungfrau, voll der Gnade!* Leit' uns auf des Heiles Pfade* durch des Lebens Thränenthal.* Deinem Schuß wir uns vertrauen;* Mutter, laß uns einst dort schauen* dich und deinen Sohn zumal. 8. pilf, daß wir im Kampfe siegen, wachen, beten, nie erliegen; sei der Gnaden Mittlerin. Mutter, deinen Segen spende, Allen deine Hilfe sende;* sei der Kirche Schüßerin. 1190 9. Wollst den Glauben fest begründen,* Hoffnung, Liebe neu entzünden:* schüße Herzensreinigkeit Schirme buldreich Hirt und Heerde, daß der Friede Allen werde jetzt und durch die Ewigkeit. 18. suds nian02 Salve Regina. Wir grüßen dich, o Königin!* Dich Mutter voll Erbarmen; wir grüßen dich mit Kindersinn* im Thränenthal, wir Armen. 2. Zu dir, Maria, seufzen wir* mit Thränen deine Kinder, und rufen alle auf zu dir: Verschmähe nicht uns Sünder! * $ 3. O wende hold dein Angesicht auf uns vom Himmelsthrone;* versag' uns deine Hilfe nicht bei Jesu deinem Sobne. 19 4. Daß wir nach dieser Prüfungszeit dort Jesu AntLizz sehen;* o Mutter der Barmherzigkeit erhöre unser Flehen. 006 19 1919 d S Berichtigung. Seite 16 Beile 6 von oben lies: Monats Abläsffe wie alle übrigen." aid of 410 Bruderschaftsbüchlein für die Verehrung des hl. Michael. Für die Diözese Fulda. 6 Mit Bischöflicher Approbation, 2 Fulda 1873. Buchdruckerei von J. 2. Uth. តាមពិត តែ វា ទ័ រ លោក ខ 410 Zweck und Satzungen der Bruderschaft vom hl. Erzengel Michael. § 1. Die Bruderschaft bezweckt die Unterstützung des apostolischen Stuhles in der Regierung der Kirche, durch Gebet und Almosen. § 2. Jedes Mitglied betet täglich für die Anliegen der katholischen Kirche ein Vater unser" und„ Ave Maria", und opfert wöchentlich wenigstens Einen Pfennig als Peterspfennig". Durch die Erfüllung dieser Verpflichtungen werden Alle, auch die Kinder, von selbst Mitglieder der Bruderschaft. § 3. Die Feste, welche die Bruderschaft kirchlich begeht, sind: a. Das Titularfest vom heiligen Erzengel Michael, an dem Sonntage, an dem dieses Fest gefeiert wird; b. das Fest der unbefleckten Empfängniß der seligſten Gottesmutter Maria, ebenfalls an jenem Sonntage, an welchem es gefeiert wird; c. die Stuhlfeier des heiligen Apostels Petrus zu Rom, an dem Sonntage, welcher dem 18. Januar vorausgeht, sofern dieser nicht selbst auf einen Sonntag fällt. Jeden vierten Sonntag im Monat, oder im Falle, daß dieser in einer Gemeinde schon eine andere Bestimmung hat, an einem andern Sonntage, wird der NachmittagsGottesdienst vor dem ausgesetzten Hochwürdigsten Gute wie nachstehend gehalten. 4- § 4. Die den Mitgliedern der Bruderschaft durch ein Breve des heiligen Vaters vom 9. März 1860 verliehenen Ablässe sind folgende: ADG a. Vollkommener Ablaß, welcher nach würdigem Empfange des heiligen Buß- und Altarssakramentes gewonnen werden kann am Tage des Eintritts in die Bruderschaft; am Feste der unbefleckten Empfängniß der feligsten Jungfrau Maria; am Feste des heil. Erzengels Michael, sowie überhaupt einmal in jedem Monate an einem beliebigen Tage. b. Ein Ablaß von hundert Tagen für das tägliche Beten des Vater unser" und„ Ave Maria" nebst dem apostolischen Glaubensbekenntniſſe". Prosp c. Ein Ablaß von ebensoviel Tagen, so oft man für die Zwecke der Bruderschaft noch irgend ein anderes gutes Werk verrichtet. Diese Ablässe können auch den Seelen der Abge= storbenen zugewendet werden. mos 040 SIST 1 barshe 512 K Bruderschafts- Andacht. Nach dem Segen mit dem Hochw. Gute. Vorbereitungsgebet. Hlad rad Priester. Gütigster Jesus, der Du hier unter der Gestalt des Brodes wahrhaft gegenwärtig bist, siehe gnädig herab auf die Andacht, welche wir Dir zur Verehrung der Königin der Engel, Deiner unbefleckt empfangenen jungfräulichen Mutter Maria, und unseres glorreichen Schuppatrons, des heil. Erzengels Michael, darbringen. Volk. Herr, laß unser Gebet als liebliches Rauchopfer vor Deinem Angesicht emporsteigen! Pr. O Jesus, wir glauben an Dich und an Alles, was du uns geoffenbaret haft und durch Deine heilige katholische Kirche zu glauben vorstellst. V. Herr, vermehre in uns den Glauben! Pr. O Jesus, wir hoffen auf Dich und auf Alles, was Du uns für Zeit und Ewigkeit verheißen haſt. V. Herr, stärke in uns die Hoffnung! Pr. O Jesus, wir lieben Dich aus ganzer Seele und aus allen Kräften. V. Herr, entzünde in uns die Liebe! Br. O Jesu, es reut und schmerzt uns von ganzem Herzen, Dich jemals beleidigt zu haben. V. Herr, verzeihe uns alle unsere Sünden! 6 Pr. O Jesu, wir nehmen uns fest vor, unser Seben zu bessern und Dich nie mehr mit einer Sünde zu beleidigen. V. Herr, gib uns Deine Gnade dazu! Pr. O Jesu, erbarme Dich Deiner heiligen Kirche; erhalte und verbreite sie, damit alle Menschen durch sie zur Erkenntniß der Wahrheit gelangen und selig werden. V. Herr, beschirme Deine Braut durch den heil. Erzengel Michael! Pr. O Jesu, demüthige und bekehre die Feinde der Kirche; laß alle Irrlehren und Spaltungen aufhören, damit Ein Hirt und Eine Heerde sei. V. Herr, verleihe Deiner Kirche den Sieg über alle ihre Feinde durch den heil. Erzengel Michael! Pr. O Jesu, schenke den christlichen Fürsten und Völkern Friede und Eintracht, damit wir ein ruhiges Leben führen können in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. V. Herr, beschüße die christlichen Fürsten und Völker durch den heil. Erzengel Michael! Pr. O Jesu, erleuchte und stärke den apostolischen Oberhirten, unsern heiligen Vater, Papst N., damit er der Kirche allezeit würdig vorstehen und mit der ihm anvertrauten Heerde zur ewigen Seligkeit gelangen möge. V. Herr, fübre den Hirten und die Heerde in's Himmlische Vaterland! Amen. ( Statt des vorstehenden Gebetes kann auch das S. 12 gewählt werden.) Semiass 1192 - - 7- 1 Gesang zur Verehrung des hl. Erzengels Michael. Melodie: Wie gütig bist du 2c. Nr. 191 des Gesangbuches. Unüberwindlich starker Held* Sanct Michael!* In unserm Kampf zieh' mit zu Feld! Steh' uns zur Seite im heißen Streite,* Sanct Michael! 2. Dich hat erwählt zum Schußpatron,* Sanct Michael! Für seine Kirche, Gottes Sohn.* Steh' uns zur Seite im heißen Streite,* Sanct Michael! * 3. Des Himmels Geifter ohne Zahl,* Sanct Michael!* Sind dir gewärtig allzumal.* Steh' uns 2c. 4. Die Siege, so erfocht dein Heer,* Sanct Michael!* Verkünden Himmel, Land und Meer.* Steh' uns 2c. 5. Hinabgestürzt liegt Lucifer,* Sanct Michael! Im Höllenpfuhl durch deinen Speer.* Steh' uns 2c. 6. Glorreicher Engel, dein Panier,* SanctMichael!* Sei allzeit Deutschlands Schirm und Zier!* Steh' uns 2c. 7. Zum Kampf, zum Kampf, ihr Engel all'!* Sanct Michael! Erschall' der Ruf allüberall!* Steh' uns 2c. 8. Berstreue weit der Feinde Schaar,* Sanct Michael! Bring' Hilfe uns in der Gefahr!* Steh' uns 2c. 9. Dem hart bedrängten Vaterland,* Sanct Michael!* Verleih' des Friedens theures Pfand. Steh' 2c. * * 10. Bewahr' vor Pest und Hungersnoth,* Sanct Michael! Vor Sünde uns und ew'gem Tod!* Steh' 2c. 11. O Michael, der Engel Fürst,* Sanct MiHael! Auf unser Fleh'n du hören wirst. Steh' uns zur Seite im heißen Streite,* Sanct Michael! ( Statt des vorstehenden Liedes kann auch das S. 13 oder S. 14 gesungen werden.) - 8- Litanei vom heiligen Erzengel Michael. Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! V. Herr, erbarme Dich unser! Christus, höre uns! R. Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, R. Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, R. Erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, R. Erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, R. Erbarme Dich ic. Heilige Maria, R. Bitte für uns! Heilige Maria, obhne Makel der Erbsünde empfangen, Heilige Maria, Königin der Engel, Heiliger Erzengel Michael, Heiliger Erzengel Michael, der du stets das Angeficht Gottes schaueft, Heiliger Erzengel Michael, der du Gott unser Gebet vorträgst, Heiliger Erzengel Michael, du heldenmüthiger Ueberwinder des Teufels, Heiliger Erzengel Michael, du mächtiger Beschirmer des auserwählten Volkes, isur sit Heiliger Erzengel Michael, du glorreicher Schutzpatron der katholischen Kirche, indema eiliger Erzengel Michael, ausgesandt zum Dienste derer, welche die Erbschaft des Heils erlangen sollen, Heiliger Erzengel Michael, der du dich freuest über die Buße der Sünder, 3 Heiliger Erzengel Michael, der du die Seelen der Gerechten dem Throne Gottes vorstellst, Heiliger Erzengel Michael, der du am jüngsten Tage die Gerechten von den Gottlosen absondern wirst, Bitte für uns! 9 Sei uns gnädig, B. Verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, R. Erhöre uns, o Herr! Vor allem Uebel, R. Behüte uns, o Herr! Vor aller Sünde,' i ww Vor Unglauben, Irrglauben und Spaltung, Vor Fleischesluft, Aagenluft und Hoffart des Lebens, Vor vermessenem Vertrauen auf deine Barmherzigkeit, Vor Kleinmuth und Verzweiflung,{ Vor allen Gefahren der Seele und des Leibes, Vor den Nachstellungen des bösen Feindes, l Vor Best, Hungersnoth und Krieg, I Vor Blitz und Ungewitter, i Vor einem jähen und unversehenen Tode, Vor der ewigen Verdammniß, Wir Sünder, R. Wir bitten dich, erhöre uns!} Daß du die heil. kathol. Kirche beschüßen wolleft, Daß du die Feinde der Kirche demüthigen wollest, Daß du unsern hl. Vater, den Papst N. und alle katholischen Stände beschirmen wollest, Daß du unter den christlichen Fürsten Frieden und Eintracht erhalten wolleft, Daß du dem christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß du die Früchte des Feldes geben und bewahren wolleft, Daß du uns in Krankheiten und Widerwärtigkeiten Hilfe und Trost bringen wollest, Daß du uns im Leben und im Tode beistehen wolleft, Daß du den Seelen der Abgestorbenen die ewige Behüte uns, o Herr! Wir bitten dich, erhöre uns! Ruhe verleihen wollest, D Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, R. Verschone uns, o Herr! 10 D Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, R. Erhöre uns, o Herr! D Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, R. Erbarme Dich unser, o Herr! Christus, höre uns! R. Christus erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! R. Christus, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! 1 Vater unser 2c. Gegrüßet feist du 2c. V. Bitte für uns, heiliger Erzengel Michael! V. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chrifti. Sebet. Fürst der himmlischen Heerschaaren, heiliger Erzengel Michael, der du den stolzen Lucifer mit seinem Anhange in den Abgrund der Hölle gestürzt hast, du Beschüßer der streitenden Kirche, komme dem Volke Gottes zu Hilfe; vertheidige die Kirche, welche dir anbefohlen ist, gegen alle Anschläge ihrer Gegner. Du Beschüßer der Seelen, welche aus dieser Welt scheiden, wenn wir einst in den letzten Zügen liegen werden, dann stehe unserer Seele gnädig bei, bewahre sie vor allen Anfällen threr Feinde; nimm sie, wenn sie abgeschieden ist, in deinen Schuß, und führe sie ein in die Freuden des Himmels, um dort mit allen Engeln Gott zu loben und zu preisen in Ewigkeit. R. Amen. = 11= Gebet. D Gott, der du die Dienste der Engel und der Menschen in wunderbarer Ordnung vertheilest, verleihe gnädig, daß diejenigen, welche im Himmel allzeit dienend vor dir stehen, auf Erden unser Leben beschüßen. Durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, welcher mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lasset uns beten für unsern heiligen Vater: O Gott, du Hirt und Regierer aller Gläubigen, fiehe gnädig herab auf deinen Diener Papst N., den du zum obersten Hirten deiner Kirche gesetzt haft; erhöre unser Gebet und laß ihn durch deine Gnade in aller Noth gestärkt und aus aller Gefahr errettet werden. Durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet seist du 2c.( 3mal) Schlußantiphon ( Nach Verschiedenheit des Kirchenjahres.) Segen. 12 Gebet. D Gott, der du alle Menschen nach deinem Ebenbilde erschaffen, und durch Jesus, deinen lieben Sohn erlöset hast; laß auch uns und Alle die Wirkungen deiner Liebe empfinden. Erhalte zuvörderst, schüße und regiere deine hl. Kirche und das Oberhaupt derselben. Bewahre die Glieder der Kirche vor falscher Lehre, vor Lauigkeit und Gleichgiltigkeit gegen das Christenthum; bewahre unsre Gemeinde vor Spaltung, unsre gottesdienstlichen Versammlungen vor Aergerniß, unsre Religion vor Verfolgung! Laß alle Gläubigen Eins sein mit ihren Bischöfen, alle Bischöfe Eins mit dem Oberhaupte der Kirche, und dieses mit Jesu Christo; damit die ganze Kirche Jesu Ein Gebäude sei, aufgeführt auf dem Grunde der Apostel, auf dem Felsen Petrus, und gegründet auf dem Eckstein Jesus Christus. Erleuchte die Frrenden, bekehre die Ruchlosen, schone der Schwachen, vergib den Büßenden! Laß die Feinde des Glaubens die Wahrheit erkennen und annehmen; dämpfe die Wuth des blinden Eifers für Frreligion und Unglauben; befestige dein Reich und laß die Ehre deines heil. Namens immer mehr ausgebreitet werden. Dies verleihe uns durch deinen Sohn Jesum Christum, auf die Fürbitte der allerfeligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria und des hl. Erzengel Michael. R. Amen. ind - 13- Lieder auf den hl. Erzengel Michael. Mel.: Jesus wahres Licht zc. Nr. 68 des Gesangbuchs. * * Der du Satan überwurden starker Held; Sanct Michael! Einst als Schirmer treu verbunden mit dem Volke Israel, auch die christliche Gemeinde,* die der Herr dir anvertraut, schüße gegen alle Feinde,* da fie fest auf dich gebaut. * 2. Sieh'! dort auf dem breiten Wege* zieh'n der Wanderer gar viel;* doch nur auf dem schmalen Stege* kommen wir zum wahren Ziel.* Reiche uns aus Himmelshöhen, heil'ger Engel deine Hand!* Laß voran die Fahne wehen als des Siegers Unterpfand! * * 3. Schweifen rauhe Kriegerschaaren* feindlich über Berg und Thal, bringet Krankheit und Gefahren,* und der Hunger bitt're Qual:* O dann leiste deinen Kindern* Hilfe, großer Schuppatron!* Wende liebreich von uns Sündern* alle Uebel, die uns droh'n. * * * 4. Sind des Leibes kranke Glieder auf das Lager hingestreckt, senkt die Todesnacht sich nieder, deren Gau'n die Seele schreckt, so erscheine uns zur Seite,* Engel Gottes, unser Hort!* Uns're Seele dann geleite glücklich in des Himmels Port. 5. Blick herab auf das Vertrauen, welches du so gern belohnst,* wenn zu dir hinauf wir schauen,* der du hoch auf Bergen thronft! Und bewahr' uns Haus und Fluren* vor der Elemente Wuth;* hilf, daß ohne Unglücksspuren sich verzieh' der Bliße Gluth! * 14 6. Kommst du einst am jüngsten Tage* mit dem Heiland zum Gericht,* in gerechter Hand die Wage, um zu scheiden Nacht und Licht;* laß uns dann zur Rechten stehen bei der Auserwählten Schaar, daß wir Gottes Antlig sehen mit den Engeln immerdar! * # * - Mel.: Mit heil'gem zittern 2c. Dir, du des Vaters Kraft und Glanz,* dir, Jesus, unsrer Seelen Leben!* Dir, dem sich unsre Herzen ganz in unzertheilter Lieb' ergeben! Mit deinen Engeln, die vor dir* um deinen Thron lobsingend stehen,* und stets auf deine Winke sehen, Herr! dir zum Robe singen wir. * * 2. Es kämpfen, großer Gott! für dich* der Engel viele Millionen!* Jhr Kriegesheer erstrecket sich auf ungezählte Legionen.* Sie führet Michael zum Krieg,* das Kriegspanier läßt er hoch wehen.* Vor seiner Macht kann nicht bestehen, er ist der Held; sein ist der Sieg. 3. Er schlägt den Satan auf das Haupt* mit seinem donnervollen Bliße;* ihn, seiner Stärke ganz beraubt, vertreibt er aus des Himmels Size.* Des Helden wetterleuchtend Schwert* stürzt die Rebellen sammt dem Drachen* hinunter in den Höllenrachen,* wo die Verzweiflung ewig währt. 4. Bei dieses Helden Siegspanier* laßt uns mit aller Stärke kämpfen, und jenes aufgeblaf'ne Thier sammt seinen Ränken muthig dämpfen;* bis wir nach * * 15 wohlgelungnem Streit* die unverwelfte Gloriekrone empfangen vor des Lammes Throne* in ewiger Glückfeligkeit. * 5. Der Vater, voll der Majestät,* sei mit dem Sohn von uns gepriesen! Dem Geiste, der aus beiden geht, sei Ehr' und Dank von uns erwiesen!* Der heiligsten Dreifaltigkeit sei, wie von allen Engelzungen, so auch von uns allhier gesungen* Lob, Ehr' und Dank zu jeder Zeit! * * e Sir SSDER 35 Stationen oder der Schmerzenweg unseres Heilandes Jesus Chriftus zu Jerusalem. christliche Seele, höre die Stimme deines Jesus, höre die Stimme deines Erlösers! D ihr alle, die ihr auf dem Wege vorübergehet, merket und sehet, ob irgend ein Schmerz sei, gleich wie mein Schmerz. Klagl. 1, 13. So jemand zu mir kommen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Matth. 16, 24. andächtige Seele! gehe fleißig den schmerzhaften Kreuzweg; betrachte und verehre würdig das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi, deines Erlösers und Seligmachers; nimm dein Kreuz auf dich, und folge Jesus nach, so wird dir der Kreuzweg der Himmelsweg sein; du wirst da Demuth und Sanftmuth, Geduld und Feindesliebe, Gehorsam und vertrauensvolle Ergebung in den Willen Gottes lernen, und für deine Sünden bei bußfertiger Gesinnung Verzeihung, wie auch Nachlaß der zeitlichen Strafe erlangen. Kreuzweg Andacht. Vorbereitungsgebet. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr Himmels und der Erde! Ich bekenne mit zerknirschtem und demüthigem Herzen. meine so vielen und schweren Sünden, mit denen ich dich, meinen liebwertbesten Gott, so oft beleidiget habe! O mein Herr und Gott, es thut mir leid, daß ich gefündiget habe! O Vater der Barmherzigkeit, ich bitte dich um Gnade und Verzeihung. Diese Gnade zu erlangen, will ich den Kreuzweg gehen, welcher jenen schmerzhaften Weg vorstellet, auf welchem Jesus Christus, dein allerliebster Sohn, als er sich selbst für unsere Sünden zum blutigen Opfer gab, aus dem Richthause des Pilatus bis auf den Kalvarienberg das Kreuz getragen hat. Laß mir diese Andacht ermunternd zum Guten, tröstlich in Widerwärtigkeiten, abschreckend von allem Bösen, eine Bußübung für meine Sünden und eine Erhebung zum ewigen Leben sein. Laß sie mir zugleich als ein Mittel dienen, meine Sündhaftigkeit besser zu erkennen und den Nachlaß auch jener zeitlichen Strafen zu erlangen, die ich dafür verdienet habe. Amen. 2 Gesang im Hingehen zur ersten Station: Du Gottes Sohn, stehst vor Gericht,* du Richter aller Welten! Nicht Einer ist, der für dich spricht;* man hört nur Schmäh'n und Schelten.* Zum Tod verdammt der Richter dich,* und ich bin voll Verbrechen.* O Unschuld! dir läßt du für mich* das Todesurtheil sprechen. Die 1ste Station. Christus wird zum Tode verurtheilt. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station die Verurtheilung Christi zum Tode. Jesus, der Sohn Gottes, der Sohn der Jungfrau, der Erlöser der Welt, wird gefangen und ins. Richthaus des Pilatus gebracht. O wie groß ist hier die Bosheit der Juden, die Ungerechtigkeit des Pilatus und die Unschuld Jesu! Die boshaften Juden rufen: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Pila tus, der ungerechte Richter, findet keine Ursache des Todes 3 Kreuzweg- Andacht. an ihm, und dennoch übergibt er ihn, daß er gefreuziget werde. Jesus, der Allerunschuldigste, läßt das ungerechte Urtheil über sich ergeben, er wird seinem himmlischen Vater r. gehorsam bis zum Tode des Kreuzes, und dieses wegen uns ch Menschen, uns vom ewigen Tode der Verdammniß zu erlösen. Anmuthung. D göttliche Gerechtigkeit! sieh ich habe gefündiget, ich bin des Todes schuldig: weil aber mein Jesus für mich leidet, so verschone meiner. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, gefangen und fälschlich angeklagt, erbarme dich unser. Jesus, für uns gegeißelt und mit Dornen gekrönt, erbarme dich unser. t, Jesus, zum Tode verurtheilt, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von allem Uebel, erlöse uns, o Jesus. Von aller Sünde, erlöse uns, o Jesus. Durch deine Verurtheilung zum Tode am Kreuze, erlöse uns, o Jesus. 5 Daß du uns von dem Urtheile der ewigen Verdammniß errettest, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich, erhöre uns. Du Sohn Gottes, wir bitten dich, erhöre uns. D du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß zc. je Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. B Daß du unsern gnädigsten Fürsten und Vater beschüßen n und erhalten wolltest, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du uns zur wahren Buße bekehrest, wir bitten dich erhöre uns. t Kreuzweg- Andacht. DJesus! du Sohn des lebendigen Gottes, der du aus unbegreiflicher Liebe, uns Menschen zu erlösen, vom Himmel gekommen bist und das Urtheil des allerschmählichsten Todes über dich haft ergehen lassen; durch diese Verurtheilung zum Kreuzestode bitte ich dich ganz demüthig, du wollest das Urtheil des ewigen Todes von mir abwenden, und am Tage des Gerichtes mich bören lassen: Kommt, ihr. Gebenedeite meines Vaters!" Der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr, die ewige Ruhe. R. Und das ewige Licht leuchte ihne 4 Im Hingehen zur zweiten Station: D Jesus! welche schwere Last* legt man dir auf den Nücken! Du, der du nichts verschuldet bast,* wie hart läßt du dich drücken!* Wie tief wird deine Schulter, Herr!* vom Marterpfahl zerrissen!* Wie häufig muß, Mildherziger,* dein Blut für mich hier fließen! Die 2te Station. Jefus nimmt das Kreuz auf seine Schultern. Betrachtung. O meine Seele! dein Jesus, dein Erlöser ist zum Tode am Kreuze verurtheilt. Er wird nun ausgeführt, wie ein Uebelthäter zu der Kreuzigung. Er gehet hinaus, und trägt sein Kreuz selbst. Ach, Jesus, der Allerheiligste, der Unschuldigste geht aus der Stadt Jerusalem! er gehet auf den Kalvarienberg! er gehet hinaus mit einer Dornenkrone auf seinem Haupte, voll Blut an seinem Leibe wegen der Geißelung; er gehet binaus mit bloßen Füßen, mit dem schweren Kreuze auf seiner Schulter! Wie ein sanftmüthiges Lamm wird er zur Schlachtbank geführt, nämlich zum blutigen Opfer für unsere Sünden. 11 Anmuthung. Mein Jesus, mein kreuztragender Heiland! Du haft gesagt: Wer zu mir kommen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Sieh, ich bin bereit, dir das Kreuz bis in den Tod nachzutragen. D Jesus! gib mir Gnade und Kräfte. Kreuzweg- Andacht. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, auf den Kalvarienberg ausgeführet, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von deinem Zorne, erlöse uns, o Jesus. Von dem gähen und unversehenen Tode, erlöse uns 2c. Durch deine Ausführung, erlöse uns 2c. Durch deine Kreuztragung, erlöse uns 2c. Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. D du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß 2c.. Okreuztragender Herr Jesus! verleihe gnädig, daß ferne von mir sei, mich zu rühmen, als allein in deinem Kreuze; daß ich mich in den Willen Gottes ergeben und mein Kreuz dir beständig nachtragen möge, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Den Abgestorbenen gtb, o Herr 2c. Im Hingehen zur dritten Station: Allmächtiger Herr Jesus Christ, was kann dich so erschüttern? Du Held, der du die Stärke bist,* wie fängst du an zu zittern!* Ach, bingefunken auf die Knie',* stürzt er nun ganz zur Erden. Sieh! seine Glieder, ach, wie sie* vom Fall zerfleischet werden. * $ Kreuzweg- Andacht. Die 3 te Station. Jefus fällt zum ersten Male unter dem Kreuze. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station den ersten Fall Christi unter dem Kreuze; schaue an! Jesus der Allerheiligste und Allerunschuldigste trägt für dich aus lauter Liebe das schwere Kreuz. Und sieh, ganz abgemattet, voll Schweiß und Blut, fällt er unter dem Kreuze zu Boden. Keiner ist, der helfe, ja was unmenschlich, die tyrannischen Schergen schlagen und stoßen ihu, ziehen ihn mit Gewalt in die Höhe, das schwere Kreuz weiter fortzuschleppen. 6 Anmuthung. O mein kreuztragender Heiland! mein Fall in die Sünde ist eine Ursache deines Falles unter dem Kreuze. Jesus! durch deinen Fall hilf mir auf und verleihe mir Gnade, daß ich nicht wieder falle. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, unter dem Kreuze gefallen, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von dem Fall in schwere Sünden, erlöse uns, o Jesus. Von den heimlichen Nachstellungen des Teufels, erlöse 2c. Durch den ersten Fall unter dem Kreuze, erlöse uns 2c. Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du den apostolischen obersten. Hirten und alle geistlichen Stände in der heiligen Religion erhalten wolleft, wir bitten dich 2c. Daß du die Feinde der heiligen Kirche erniedrigen wollest, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Chriftgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleft, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. D du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß 2c. Kreuzweg- Andacht. 7 O Gott, der du durch deinen unter dem Kreuze niederfallenden Sohn der Welt vom Falle aufgeholfen hast, verleihe mir die Hilfe deiner Gnade, daß ich ohne Anstoßen den Weg deiner Gebote laufen, und von dem Falle in schwere Sünden errettet werden möge. Durch denselben Christum unseren Herrn. Amen. N. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Im Hingehen zur vierten Station: * * Die Jungfrau, die dich uns gebar, kommt, Jesus! dir entgegen; ihr Herzenleid wirst du gewahr;* sie fühlt es deinetwegen. Das Schwert, wie Simeon einst rief,* durchwühlt nun beide Herzen.* Der Mutter Mitleid gräbt sich tief* dir in das Herz mit Schmerzen. Die 4te Station. Der Kreuztragende Jefus begegnet feiner betrübten Mutter. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station die traurige Zusammenkunft des Sohnes und der Mutter; betrachte, wie schmerzvoll die zärtlichste Mutter den Sohn unter dem Kreuze, der liebende Sohn die Mutter in Ohnmacht, anschaut. O wie groß ist das Leiden des Sohnes, wie groß ist das Mitleiden der Mutter! Anmuthung. O Jesus! o Maria, o höchstbetrübte Herzen! ach, wie groß sind meinetwegen eure Schmer, en! Durch diese bitte ich: Tröstet, beschüßet mich in der letzten Noth, in meinem Tode. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, du Sohn derschmerzbaften Mutter, erbarme dich unser. Jesus, der du mit dem Kreuze deiner lieben Mutter begegnet bist, erbarme 2c. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, erlöse uns 2c. 8 Kreuzweg- Andacht. Vom Geiste der Unkenschheit, erlöse uns 2c. Durch deine schmerzhafte Mutter, erlöse uns 2c.dalint Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Einigkeit verleiben wolleft, wir bitten dich zc. Daß du dem ganzen christlichen Volke Friede und Einigfeit verleihen wolleft, wir bitten dich 2c. Daß du unter christlichen Ehen Frieden, Treue und Einigkeit erhalten wolleft, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß zc. O freuztragender Jesus! laß mich auch zu dir kommen! D schmerzhafte Mutter! wenn meine Seele ausfahren wird, dann komm ibr entgegen und, zeige ihr die gebenedeite Frucht deines Leibes, Jesus, welcher lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. the Im Hingehen zur fünften Station: * Nicht Mitleid ist's, nein! Grausamkeit, da sie den Simon zwingen und ihm mit Unbescheidenheit,* dein schweres Kreuz aufdringen. Es will ihr grimmig Auge dich am Kreuze sterben sehen;* weit über jeden Tod soll sich dein Martertod erhöhen. * - Die 5te Station. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station, wie Christus und Simon von Cyrene das Kreuz tragen; sieh, dein Erlöser ist ganz verblutet, ganz schwach Kreuzweg- Andacht. und kraftlos, ist unvermögend, die Kreuzlast weiter fortzuschleppen; Simon, ein heidnischer Bauersmann, muß das Kreuz tragen helfen, welches jeßt Könige und Raiser tragen. 9 Anmuthung. Auch ich, mein Jesus! will dir das Kreuz nachtragen; ich will dir zu Liebe alles geduldig leiden. Gib dazu, o Gott! Gnade und Stärke. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, dem Simon von Cyrene das Kreuz nachgetragen hat, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Vom schädlichen Blitz und Ungewitter, erlöse uns, o Jesus. Von dem ewigen Tode, erlöse uns, 2c. Durch deine Kreuztragung, erlöse uns 2c. Wir Sünder, wir bitten dich erhöre uns. Daß wir das Kreuz dir geduldig nachtragen mögen, wir bitten dich 2C. Daß du uns in deinem Dienste stärken und erhalten Iwolleft, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß 2c. Herr Jesus Christus! bereit ist mein Herz, bereit, mit dir das Kreuz meiner Sorgen und Widerwärtigkeiten zu tragen; verleih auch, daß ich dich am Tage des Gerichtes zu deiner himmlischen Glorie begleiten möge, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. *. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Kreuzweg- Andacht. Im Hingehen zur sechsten Station. Dein Angesicht ist glühend beiß* vom schweren Martergange; beträufelt sind mit Blut und Schweiß* dir, Heiland, Stirn und Wange;* drum reicht man dir ein Schweißtuch hin,* aus wahrem Mitleidstriebe; dein Bildniß zeichnet sich darin* zum Denkmal deiner Liebe. * Die 6te Station. 10 Veronika reicht Jesus das Schweißtuch. Betrachtung. Schaue an, o christliche Seele! das allerheiligste Angesicht Jesu ist voll Blut, voll Schweiß und von grausamen Backenstreichen aufgelaufen und verunstaltet, Veronika reicht Jesu das Schweißtuch, Jesus drückt in selbiges sein heiliges Bildniß und gibt es Veronika zurück. Anmuthung. D Herr Jesu! du wollest in meine Seele abmalen dein heiliges Bildniß, damit ich dies beständig in meinem Herzen trage, ein wahrer Christ sei, und fähig werde, der seligmachenden Anschauung deines göttlichen Angesichts in dem Himmel zu genießen. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, der du von Veronika das Schweißtuch angenommen hast, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von Sünde und Laster, erlöse uns, o Jesus. Von armseligen und betrübten Zeiten, erlöfe 2c. Durch deine Angst und Schmerzen unter dem Kreuze, erlöse 2c. Wir Sünder, wir bitten dich, erböre uns. Daß wir vor deinem göttlichen Angesichte in christlicher Gerechtigkeit wandeln mögen, wir bitten dich 2c. Daß du uns dein heiliges Angesicht nicht abwendest, wir 2c. Daß wir dein heiliges Angeficht in dem Himmel anschauen mögen, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Cbriftgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich 2c. Kreuzweg- Andacht. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß 2c. 11 Oliebreichster Heiland! du wollest in meine Seele dein heiliges Bildniß drücken, zum Zeichen, daß ich ganz dein sei, und als dein stets an dich gedenke, dich von Herzen liebe, dir getreu diene, und also fähig werde, der seligmachenden Anschauung deines göttlichen Angesichtes in dem Himmel zu genießen, der du lebeft und regierest in Ewigkeit. Amen V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Jm Hingehen zur siebenten Station: 3war gehet Jesus mit dem Holz* fort in des Volks Gedränge;* zur Seite geht ihm, grausam stolz,* der Schriftgelehrten Menge;* doch ach! Er schwankt Er fällt dahin, ermalmt sind seine Glieder. Zum zweiten Male drücket ihn* mein Sündenjoch darnieder. Die 7te Station. - Jefus fällt zum zweiten Male unter dem Kreuze. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station den zweiten Fall Christi unter dem Kreuze. Stelle dir deinen kreuztrasenden Heiland vor. Er kommt an die Pforte zu Jerusalem. Er fällt allda zum zweiten Male. Er fällt, weil er Vieler Sünden trägt. Er fällt, weil an ihm von der Fußsohle bis an den Hauptscheitel wegen der grausamen Geißelung und Krönung nichts Gesundes ist. Anmutbung. Ach, mein Jesus! wie oft haben mich meine Sünden zu Boden geworfen! Richte mich auf o, Jesus! und halte mich, daß ich nimmer falle. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, der du bei dem Gerichtsthore zu Jerusalem unter dem Kreuze gefallen bist, erbarme dich unser. 12 Kreuzweg- Andacht. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von aller Unbußfertigkeit, erlöse uns, o Jesus 2c. G Vom Wiederfalle in die Sünde, erlöse uns, 2c. Durch deinen zweiten Fall unter dem Kreuze, erlöse 2c. Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du die Kinder und Untergebenen unseres Vaterlandes in wahrer Unschuld und Buße erhalten wollest, wir bitten dich 2c. Daß wir dich aus ganzer Seele und aus allen Kräften lieben, wir bitten dich 2c.Daß du allen abgestorbenen Cbriftgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleft, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß 2c. D Herr Jesus! verleihe gnädigst, daß ich dir auf dem Kreuzwege beständig folge, bis ich endlich durch die Verdienste deines bittern Leidens zu dir in das Paradies eingehe; der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Im Hingehen zur achten Station. Die Töchter von Jerusalem* vergießen heiße Zähren. Zwar sind sie, Herr, dir angenehm,* doch willst du sie belehren;* nicht mich, sprichst du, beweinet euch,* beweinet eure Kinder. Hält man mich den Verbrechern gleich, was wartet auf die Sünder? Die Ste Station. Jefus redet zu den weinenden frauen. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station, wie bitterlich die betrübten Weiber von Jerusalem, da sie Jesus so erbärmlich zugerichtet sahen, geweinet * Kreuzweg- Andacht. 13 haben. O wohl glücklich weinende Weiber! denn Christus hat sie Töchter genannt, und ganz liebreich getröſtet. Anmuthung. D Jesus, damit ich würdig sei, von dir getröstet zu werden, so wollest du meinem Haupte Wasser geben und meinen Augen Thränen, damit ich weine über die große Marter und Pein, welche du ausgestanden hast, und weine über meine Sünden die solche Leiden verursacht haben. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, der du auf dem Kreuzwege von vielem Volke bist beweinet worden, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von Uebertretung deiner Gebote, erlöse uns, o Jesus. Von Pestilenz, Hunger und Krieg, erlöse uns, o Jesus. Durch deine Traurigkeit bis zum Tode, erlöse uns 2c. Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß wir den Zorn und die Rache Gottes wegen unserer eigenen und des Vaterlandes Sünden durch wahren Bußgeist abwenden mögen, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du unsere Gemüther zu himmlischen Begierden erhebest, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleft, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet R. Und laß 2c. O gütigster Jesus! du wollest mir reichliche Thränen verleiben, mit welchen ich gegen dein bitteres Leiden ein herzliches Mitleiden trage und die Sündflecken meiner Seele auswaschen möge; der du lebest und regiereſt in Ewigkeit. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Kreuzweg- Andacht. Im Hingehen zur neunten Station: Stets größer wird, Herr, deine Qual'* die Keiner dulden würde.* Du fällst nun auch zum dritten Mal* bei dei nes Kreuzes Bürde o Jesus, o was leidest du,* mit Gott mich zu versöhnen! Siehst du, mein Herz so fühllos zu? Zerfließ, zerfließ in Thränen! * in Die 9te Station. Jefus fällt zum dritten Male unter dem Kreuze. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station den dritten Fall Christi unter dem Kreuze! Sieh, Jesus kommt endlich mit seiner schweren Kreuzeslaft zum Fuße des Kalvarienberges, allda fällt er zum dritten Male zu Boden. Schau an! er liegt unter dem Kreuze voll Schweiß und Blut. Er liegt in großer Angst und Schmerzen, ohne alle Hilfe, ohne Mitleid, ohne Labung. 14 Anmuthung. O schwere Sündenlaft, so den Allerstärksten zu Boden drückt. Soll ich denn so thöricht sein, und diese Last mir ferner aufladen? Nein, inein Jesus! das soll nimmer geschehen; durch deine Gnadenhilfe will ich im Guten bis an mein Ende verharren. 1 Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, der du unter dem Kreuze zum dritten Male gefallen bist, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Vom Sündefalle, erlöse uns, o Jesus. Durch deinen dritten Fall unter dem Kreuze, erlöse uns 2c. Wir Sünder, wir bitten dich erhöre uns. Daß du aus unserm Vaterland Hoffart, Unzucht une Untreue vertreiben wolleft, wir bitten dich 2c. Daß wir in deiner Gnade leben und sterben, wir 2c. Daß wir durch die Kraft deines Kreuzes die Welt, das Fleisch und den Teufel überwinden mögen, wir 2c. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich 2c. Kreuzweg- Undacht. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und la 2c. 15 D Heiland der Welt, Herr Jesus Christus! ich bitte Ich durch deinen dritten Fall unter dem Kreuze: Erhalte mich beständig in deiner Gnade, daß ich nimmer in schwere Sünden falle, und durch die Sünden in den Abgrund der Hölle; der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Im Hingehen zur zehnten Station: Nun stehst du, Herr, auf Golgatha,* nächst an der Todespforte.* Entblößt der Kleider wirst du da von einer Henkerhorde.* Entkleidet von verwegner Hand,* beschämt durch diese Blöße!* Ach, Herr! fein englischer Verstand* faßt dieses Schimpfes Größe. Die 10te Station. Jefus wird seiner Kleider entblößt. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station die Auskleidung Jesu. Gedenke, wie spöttisch, wie schmerzlich diese Auskleidung sei. O wie spöttisch, weil Jesus der Allerkeuscheste war, und vor so vielem Volte ist entblößet worden; o wie schmerzlich! weil die anklebende Haut der Wunden von der Geißelung mit dem Kleide abgerissen worden ist. Anmuthung. Du bist ausgekleidet, mein Jesus! damit ich mit dem Gnadenkleide bekleidet werde; um dieses bitte ich, mit diesem bekleide mich, in diesem erhalte mich. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, der du vor so vielem Volke bist entblößet worden, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. 16 Kreuzweg- Andacht. Von Ungeduld in Kreuz und Leiden, erlöse uns, o Jesus. Von Gefahr des Leibs und der Seele, erlöse uns 2c. Durch deine Entblößung, erlöse uns 2c. Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns 2c. Daß du in unserm Vaterland Unschuld und Gerechtigkeit, Bedrängte und Arme, Witwen und Waisen schüßen wollest, wir bitten dich 2c. Daß du unser Haus und Vaterland segnen und vor allem Uebel bewahren wollest, wir bitten dich 2c. Daß wir das Böse meiden und das Gute wirken, wir 2c. Daß du allen abgestorbenen Cbriftgläubigen die ewige. Ruhe verleihen wolleft, wir bitten dich, 2c. Du kreuztragender Jesus! wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. W. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß 2c. Herr Jesus Christus, ich bitte demüthig: Stehe mir bei, daß ich das Gnadenkleid der Unschuld niemals verliere, sondern mit diesem geziert, in den Himmel eingehen möge; der du lebeft und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Im Hingehen zur eilften Station: Ans Kreuz schlägt dich der Henker Wuth* mit blutbesprißtem Hammer.* Aus Händen, Füßen strömt das Blut; * o Marter, Qual und Jammer!* Anbetend sink ich vor dir hin;* mein Auge soll dir weinen.* Weh mir weil ich ein Sünder bin,* Ursache deiner Peinen. Die 11te Station. Jesus wird an das Kreuz genagelt. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station die Annagelung Christi ans Kreuz. Schaue an, der Sohn des Allerhöchsten wird aufs Kreuz gelegt, wie ein sanftmüthiges Lamm auf die Schlachtbank; sein hei 817 Kreuzweg- Andacht. ligen Hände und Füße werden ausgestreckt, durchbohrt, mit groben Nägeln ans Kreuz genagelt. O wie peinlich, wie schmerzlich ist dem allerzartesten Jesus die unerbörte Annagelung gewesen! da aus seinen Händen und Füßen wie aus Kanälen und Röhren das allerheiligste Blut häufig herausgeflossen ist. O Marter! o Schmerzen! o Pein! Anmuthung. O liebster Jesus! gib mir unter Kreuz und Leiden deine Gesinnung frommer Ergebung und Ge duld, damit ich in Wahrheit sagen könne: Ich bin mit Christus ans Kreuz geheftet; mit Christus will ich leben und sterben. Stationsgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, ans Kreuz genagelt, erbarme dich unser. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von zeitlicher und ewiger Strafe, erlöse uns, o Jesus. Am Tage des Gerichts, erlöse uns, o Jesus. Durch die Wunden deiner heiligen Hände und Füße, erlöse uns, o Jesus. Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du die Kinder und Untergebenen im wahren Gehorsam und in Gottesfurcht erhalten wolleft, wir bitten 2c. Daß du alle Völker zur Erkenntniß des wahren Glaubens bringen wolleft, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du uns, unsere Wohnung und Felder segnen wollest, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß 2c. Herr Jesus Christus, der du um die sechste Stunde zur Erlösung der Welt haft wollen auf das Kreuz gelegt, ausgestreckt und angenagelt werden: ich bitte durch diese 2 Kreuzweg- Andacht. schmerzhafte Annagelung: In die Wunden der heiligenhände und Füße verbirg mich, und wider alle Feinde beschüße mich; der du lebest und regierest ewiglich. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. 18 Im Hingehen zur zwölften Station: Es blutet, Jesus; mir mein Herz:* nur Seufzer kann's dir senden.* Wie lange ringst du mit dem Schmerz!* Wann wird dein Kampf sich enden?* Erblaßt ruft er: Es ist vollbracht! Er athmet aus und schweiget.* Todt ist er nun, tief in die Nacht* hat er sein Haupt geneiget. Die 12te Station. Jesus wird erhöht und stirbt am Kreuze. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station die Kreuzigung Chrifti. Schaue an! Jesus, der Sohn Gottes in angenommener Menschheit, gibt sich selbst zu einem blutigen Versöhnungsopfer für die Sünden der Welt! Er hängt entblößt am Kreuze drei Stunden in den größten Schmerzen, auf seinem Haupte eine spißige Dornentrone, seine Hände und Füße sind feft angenagelt, aus welchen, als Gnadenquellen, Blut und Wasser häufig fließt. Endlich spricht der sterbende Weltheiland: Es ist vollbracht! neigt das Haupt und gibt den' Geist auf. Anmuthung. D mein am Kreuze sterbender Heiland, durch dein vergoffenes heiliges Blut, durch deine Todesangst und bittern Tod verleih mir eine glückliche Sterbestunde, und nach dieser bei dir das ewige Leben im Himmel. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, der du dich selbst zum blutigen Opfer für uns gegeben haft, erbarme dich unser. Jesus, der du mit geneigtem Haupte deinen Geist aufgegeben hast, erbarme dich unser. Jesus, dessen heilige Seite mit einer Lanze geöffnet worden ist, erbarme dich unser. Kreuzweg- Andacht. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von dem ewigen Tode, erlöse uns, o Jesus. Durch deine Kreuzigung, erlöse uns 2c. Durch dein vergossenes heiliges Blut, erlöse uns 2c. Durch deinen bittern Tod, erlöse uns 2c. 19 TORT doba Sand Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß wir in deinem heiligen Blute von allen Sünden gereinigt werden, wir bitten dich zc. Daß du uns in unsern Todesnöthen stärken und beschützen wolleft, wir bitten dich zc. Daß du uns und unsere abgestorbenen Freunde und Gutthäter in deine Glorie einführen wolleft, wir bitten 2c. Du gekreuzigter Herr Jesus, wir bitten 2c. O du Lamm Gottes 2c. perschone 2c.( 3mal) V. Herr, erhöre mein Gebet. R. And laß 2c. O Gott, ewiger Vater! der du deinen Sohn für uns am Kreuze haft sterben lassen; verleihe gnädig, daß wir uns durch Geduld zum Tode vorbereiten, in deiner Gnade Leben und sterben und der glorreichen Auferstehung tbeilhaftig werden, durch diesen deinen Sohn Christus, unsern Herrn. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Im Hingehen zur dreizehnten Station: Steig von dem Kreuz, so glaubt man dir!* rief dir der Jud' vergebens.* Du harrtest dort ein Beiſpiel mir,* bis zu dem End' des Lebens. Man nimmt vom Kreuz mit Zärtlichkeit,* den Leib, da er gestorben.* Verstrichen ist des Kampfes Zeit;* den Sieg hast du erworben. Die 13te Station. Jesus wird vom Kreuze herab in den Schooß Mariä gelegt. A Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station die Abnahme Christi vom Kreuze. Jesus ist auf Begehren der Juden vom Kreuze nicht herabgestiegen; als aber das Werk der Erfüllung, vollbracht war, ist sein hei 20 Kreuzweg- Andacht. liger Leib abgenommen, und wie man glaubt, in den Schook Mariä, seiner liebsten Mutter, gelegt worden. O was Schmerzen, Seufzen und Weinen, da diese liebevolle Mutter den Leichnam ihres liebsten Sohnes grausam zerfleischt, und voll Wunden und Blut gesehen hat. Anmutbung. D Jesus! ich will auch vom Kreuze nicht abgenommen werden, bis dein heiliger Wille an mir vollbracht ist. Erschaffe in mir ein reines Herz, in welches, wie in einen jungfräulichen Schooße, dir beliebig sei, deinen verklärten Leib durch die heilige Communion zu legen. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, der du vom Kreuze bist abgenommen worden, erbarme dich unser. Jesus, der du in den Schooß deiner lieben Mutter bist gelegt worden, erbarme 2c. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von Feuer- und Wassernoth, erlöse uns 2c. Von allem Uebel Leibes und der Seele, erlöse uns 2c. Durch deine Abnehmung vom Kreuze, erlöse uns 2c. Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. Daß du die Kinder unsers Landes vor öffentlichem Nergerniß und vor Schande bewahren wolleft; wir bitten dich 2C. Daß du in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe vermehren wollest, wir bitten dich 2c. Daß du uns zu wahren Liebhabern des Kreuzes machen wolleft, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Rube verleihen wollest, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich, erhöre uns. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. W. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß zc. DJesus, der du nach vollbrachtem Leiden vom Kreuze abgenommen und unter frommen Thränen der Deinigen, in Leinwand gewickelt und in ein Felsengrab gelegt worden bist; verleihe uns die Gnade, so zu leben, daß gute Kreuzweg- Andacht. 22 Menschen nach unserm Tode noch mit Erbauung sich an uns erinnern, und wir würdig seien, zur herrlichen Auferstehung von dir geführt zu werden, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. V. Den Abgestorbenen gib, o Herr 2c. Gesang im Hingehen zur vierzehnten Station: Folq' nur, mein Christ, bis in das Grab,* in das man Jesus leget. Er, der für dich sein Leben gab, sei dir in's Herz gepräget.* Hier liegt er zwar, doch wird er nicht des Grabs Verwesung sehen;* er, wenn der dritte Tag anbricht,* wird aus dem Grabe gehen. * Die 14te Station. Jesus wird in das grab gelegt. Betrachtung. Betrachte, o meine Seele! bei dieser Station das Begräbniß Christi. Von dem Grabe Christi hat der Prophet Isaias vorhergesagt: Sein Grab wird herrlich sein. O wie herrlich ist dieses Grab! herrlich durch den allerbeiligsten Leib, welcher in demselben gelegen und glorreich auferstanden ist! herrlich durch die heiligen Engel, welche in demselben gesessen sind! herrlich durch den schönen Tempel, welchen die heilige Kaiserin Helena darüber hat bauen lassen: herrlich durch die vielen Wallfahrten, die dahin aus der ganzen Christenheit gescheben. Anmuthung. Mit dir o Jesus! will ich leiden, in dir will ich leben und sterben, damit ich mit dir glorreich auferstehe und ewig lebe. O mein Gott, es geschehe. Stationgebet. Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser. Jesus, der du ins Grab bist gelegt worden, erbarme 2c. Sei uns gnädig, verschone unser, o Jesus. Von allem Uebel, erlöse uns, o Jesus. Von ewiger Verdammniß, erlöse uns 2c. Durch deine heilige Auferstehung, erlöse uns 2c. Wir Sünder, wir bitten dich, erhöre uns. 12 Kreuzweg- Andacht. Daß du unsere und unserer Freunde und Gutthäter Seelen von der ewigen Verdammniß errettest, wir bitten 2c. Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, wir bitten dich 2c. Daß du allen abgestorbenen Chriftgläubigen die ewige Ruhe verleihen wolleft, wir bitten dich 2c. Du Sohn Gottes, wir bitten dich 2c. O du Lamm Gottes 2c. verschone 2c.( 3mal) Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. W. Herr, erhöre mein Gebet. R. Und laß 2c. O Herr Jesus Christus, du Sohn des lebendigen Gottes! stelle dein Leiden, Kreuz und Tod zwischen dein Gericht und meine Seele, jetzt und in der Stunde meines Todes; verleihe mir deine Gnade und Barmherzigkeit, den Lebenden und Abgestorbenen Ruhe und Vergebung der Sünden, deiner Kirche Friede und Einigkeit und uns Sündern die ewige Glorie und Seligkeit. Der du lebest und regiereft mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste in Ewigkeit. Amen. Für die Gutthäter des Kreuzweges. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. V. Den Lebendigen gib, D Herr, die Gnade, den Abgestorbenen die ewige Ruhe. R. Und das ewige Licht leuchte ihnen. Amen. Aufopferung. O gütigster Herr Jesus Christus! diesen meinen Kreuzweg opfere ich dir auf zu Ehren deines bittern Leidens und Sterbens, zur Verzeihung meiner Sünden und Nachlaffung der verdienten Strafe, auch zum Troste und zur Hilfe der büßenden Seelen im Fegfeuer. Endlich bitte ich dich, o Jesus! du wollest dein heiliges Blut an meiner armen Seele nicht verloren sein laffen; der du lebest und regiereft mit Gott dem Vater von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen. Von der vierzehnten, nämlich der letzten Station, gehtet man ( doch nach Belieben) in die Kirche vor den Hochaltar zu der SchlußStation, welche die Station des allerheiligsten Sakraments, mit vollkommenem Ablaß, ist. Auf dem Rückwege zur Kirche kann man zur Ablaßgewinnung beten. Kreuzweg- Andacht. Zu den heiligen fünf Wunden. 3n der rechten hand. Christus Jesus! für uns am Kreuz gestorben, ich ver ehre die Wunde deiner rechten Hand, und bitte demüthig: Durch das Blut, so daraus floß, gib mir die Gnade, also zu leben, daß ich im Gerichte zu deiner Rechten gestellt werde. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Jesus Christus! für uns am Kreuz gestorben, durch die, heilige Wunde deiner rechten Hand erbarme dich unser. 3u der linken Hand. Christus Jesus! für uns am Kreuz gestorben, ich verehre die Wunde deiner linken Hand, und bitte demüthig: Durch das Blut, so daraus floß, gib mir Geduld in aller Widerwärtigkeit, Stärke des Gemüthes an meinem Lebensende und die Gnade, dem ewigen Tode zu entgehen. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet zc. Jesus Christus 2c. 3u dem rechten fuße. Christus Jesus! für uns am Kreuz gestorben, ich verehre die Wunde deines rechten Fußes und bitte demüthig: Durch das Blut, so daraus floß, gib mir Gnade, allzeit auf dem Wege deiner Gebote fortzuwandeln und würdig in meinem Berufe zu bestehen. Amen.- Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Jesus Christus 2c. 3u dem linken fuße. Christus Jesus! für uns am Kreuz gestorben, ich verehre die Wunde deines linken Fußes, und bitte demüthig: Durch das Blut, so daraus floß, befreie mich von aller Gefahr Leibs und der Seele, und gib mir Gnade, alle Sünden und Gelegenheiten derselben zu vermeiden. Amen. 11 - 23 Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Jesus Christus 2c. Bu der heiligen Seite. Christus Jesus! für uns am Kreuz gestorben, ich verehre die Wunde deiner heiligen Seite, und bitte demüthig: Durch das verwundete Herz, entzünde mein Herz mit in brünstiger Liebe gegen dich und nimm von mir alle unordentliche Neigung zu den Geschöpfen, damit du alleinmein Herz bewohnest. In diese deine heiligen fünf Wunden, o Herr Jesus Christus! befehle ich alle Lebendigen und Abgestorbenen, für welche ich zu beten schuldig bin, und für welche dir mein unwürdiges Gebet angenehm ist, 24 Kreuzweg- Andacht. Du wollest den Lebendigen deine Gnade und den Abgestorbenen die ewige Ruhe geben. Amen.- Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Jesus Christus 2c, Gesang im Hingehen zur Kirche, vor dem hochwürdigen Sakramente. 1. Gottes Sohn, du Heil der Welt! den dieses Saframent enthält,* ich bet' dich an, o höchstes Gut,* dir dank' ich für dein Fleisch und Blut. 2. Für mich, der ich ein Sünder bin, gabst du dich einst zum Opfer hin; geschlachtet an dem Kreuzesstamm* für mich, o wahres Gottestamm! 3. Ein berrlich Denkmal deines Tod's,* sind die Ge stalten dieses Brod's!* Dir glaub ich fest, Herr Jesus Christ, daß du hier gegenwärtig bist. 4. Ja, Jesus, Gott und Mensch zugleich,* hier bist du wie im Himmelreich!* Du bist das Pfand der Seligfeit, die du den Frommen haft bereit. 5. Mein Taufbund sei hiermit erneut:* Dir sei mein ganzes Herz geweiht!* Dich lieb' ich, Jesus! dich allein;* dein will ich ewig eigen sein. * 6. O Jesus, wabres Himmelsbrod, o möcht' ich doch nach meinem Tod, von jedem Hinderniß befreit,* dich lieben durch die Ewigkeit. N. Gelobt sei das allerheiligste Sakrament des Altars. R. Von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c. Ehre sei dem Vater 2c. V. Das Himmelbrod, o Herr, hast du uns gegeben! R. Welches alle Süßigkeit in fich hat. D Gott, der du uns unter dem wunderbaren Saframente das Gedächtniß deines Leidens hinterlassen hast, verleih uns, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes also zu ehren, damit wir die Frucht deiner Erlösung in uns kräftig empfinden. O Herr, wir bitten dich, du wolleft unserm Thun und Laffen mit deiner Gnade zuvorkommen, und selbiges mit deiner Hilfe fortseßen, auf daß alle unsere Gebete und Werke jederzeit von dir anfangen, und wie durch dich angefangen auch geendigt werden. Durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. W. Ehre sei dem Vater 2c. R. Wie es war im Anfange 2c. Verlag und Druck von J.&. Uth in Fulda. 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