3115 Luber den Herrn meine Seels Gb 3628 3.80. yon Hallen an dem Vorbilde der heigſamen Worte, die au gen mir gehört hast, vom Glauben und von der Liebe in Gristo Jaju. 2. Timoth. 1, 13, Zur geſegneten Erinnerung den Confirmationstag.– Postenheim, den 15. April 1878. Schwart, drian. an. Mein lieber Path! s ist nun da, der Tag der Ehren, Bedenk's o Path! der heil'ge Tag, An welchem Du willst neu beschwören, Was ich für Dich einst Gott versprach: Bedenk' es, prüfe Deinen Sinn, Tritt würdig zum Altare hin. Du schwörst bei Jesu Mahl auf's Neue, Dein ganzes Leben ihm zu weih'n: Wohlan! Standhaftigkeit und Treue, Laß Deines Lebens Richtschnur ſein. Gott helfe nur, daß Du nie brichst, Was heute heilig Du versprichst. Nimm auch zum steten Angedenken Dieß Buch von meinen Händen hier, Gebrauch' es fleißig, laß Dich lenken Den Weg zur Tugend für und für. Dieß wünsch' ich als Dein treuster Freund, Der's stets von Herzen redlich meint. Stets sei Dir dieß als Erinnerung lebhaft vor Augen, das will Gott, und ist auch der Wunsch Deines treuen Pathen 3.80. Jur im Joſ. zug Dan. Pasſt. Domenichino gem. 85. Stahlstich v. Carl Mayer's Kunst- Anstalt Nbg. Ich war im Geiste am Tage des Herrn, und hörte hinter mir eine starke Stimme, wie einer Posaune. Offenb.1, 10. Verlag von Cart Mayer in Nürnberg gefangbuch für die evangel.- lutherische Kirche in Bayern. PEARLER 8: 1* Verkaufspreis ungebunden 85 Pfennig. xxx Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwen- Raffe zustehenden Verlagsrechts dermalen im Verlag bei U.E. Sebald, Buchdruckereibesizer in Nürnberg. 1878. III n. die robaBe= ven ohl, um elis Den ender ignd m= en, $ ch en, ere en el= Üs tt18, ប ប ២០ Gb- 3628 adani odblivered-.lapsus nedmiss on Univ.- Bibl. Giessen III Giday 1st stol Privilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Bayern. pedralla jah stid medad ademtril 108 Sumision toilpinti on sibirsts gididasprs Nachdem Wir unterm 26. December vorigen Jahrs die Einführung eines neuen Gesangbuches für sämmtliche protestantische Gemeinden Unseres Königreiches genehmigt haben, so finden Wir uns nunmehr bewogen, zur bessern Begründung einer Versorgungs- Anstalt für Pfarrers- Wittwen und Waisen das Privilegium auf dieses Gesangbuch sowohl, als auf alle noch erscheinenden liturgischen Schriften zum firchlichen Gebrauche, so wie auf die protestantischen Religionsbücher zum Unterrichte in Schulen, der zu errichtenden allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kassa zu verleihen. Wir ertheilen daher dieser allgemeinen Pfarr- WittwenKaffe das Recht, die obgedachten Bücher, zur Erzielung der möglich wohlfeilsten Preise und der nöthigen Gleichförmigfeit, ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben und feil zu haben, und dieselben durch ihre aufgestellten Kommissionarien im ganzen Königreiche verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten Wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten angesessenen Buchdruckern und Buchhändlern bei Vermeidung Unserer allerhöchsten Ungnade und einer Strafe von Ein Hundert Dukaten, wovon fedesmal die Hälfte Unserer Staats- Kasse, die andere Hälfte aber der allgemeinen Pfarr- Wittwen- Kaffe zufallen soll, sich unter feinerlei Form und Vorwand, weder mitteloder unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir die allgemeine Pfarr- Wittwen- Kasse- Administration zur Sicherung dieses Privilegiums, IV bet verspürten Eingriffen mit Hülfe Unserer Obrigkeiten gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten; weswegen auch zu Jedermanns Kenntniß und Warnung, die in dem Verlage der Pfarr- Wittwen- Kasse erscheinenden Schriften mit einem besondern Stempel vor der Abgabe bezeichnet werden sollen. Zu deffen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser königliches geheimes Insiegel aufdrucken lassen und die Bekanntmachung desselben durch das Regierungsblatt befohlen. Gegeben in Unserer Haupt- und Residenzstadt München den vierten August im Ein Tausend acht hundert und eilften Jahre, Unsers Reiches im Sechsten. Max Joseph. Graf von Montgelas. nonsoll dan m Auf königl. allerhöchsten Befehl, der General Secretär ante Exspil solo std logbogst mocom at sta bi Bet den 30 m F. Kobell. drse spletnems@ Inhalts- Verzeichniß. Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob- und Danklieder Nr. 1-14. Gebetlieder Nr. 15-31. Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieber Nr. 32-43 Bweite Abtheilung. Hohe Fest- und Feiertagslieder. 1) Die hoben Feste und Festzeiten. Advent Nr. 44-54. Anfang des Kirchenjahres Nr. 55-56. Weihnacht Nr. 57-71. Neujahr Nr. 72-82. Epiphanias Nr. 83-87. ( Darstellung Chrifti Nr. 88-89.) Passionszeit und Charfreitag Nr. 90-111. ( Begräbniß Jesu Nr. 112-114.) Oftern Nr. 115-133. ( Dftermontag Nr. 134.) Himmelfahrt Nr. 135-145. Pfingsten Nr. 146-161. Trinitatisfest Nr. 162-169. 2) Kirchliche Feiertage. Reformationsfeft Nr. 170-171. Kirchweihfest Nr. 172-173. Bußtag Nr. 174-177. Erntefest Nr. 178-179. Geburts- und Namenstag des Landesherrn Nr. 180-181. Dritte Abtheilung. Kirchliche Handlungen. 1) Die heiligen Sacramente. Taufe Nr. 182-186. Abendmahl Nr. 187-201. ( Nach dem Abendmahl Nr. 202-207.) i spisttag 2) Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation Nr. 208-211. Beichte Nr. 212-218. Ordination Nr. 219-220. Trauung Nr. 221-224. Begräbniß Nr. 225-230. ( Bei Kinderleichen Nr. 231-232.) sda 190 Inhalts- Verzeichniß. Vierte Abtheilung. Der christliche Glaube. Allgemeine Glaubenslieder Nr. 233-239. Gott der Vater. Wesen und Eigenschaften Nr. 240-248. Schöpfung und Erhaltung Nr. 249-254. ( Von den Engeln Nr. 255-256.) Vorsehung und Regierung Nr. 257-264. Gott der Sohn. VI Versöhnung und Erlösung Nr. 265-278. Jesuslieder Nr. 279-296. Gott der heilige Geift Nr. 297-300. Wort Gottes Nr. 301-311. Kirche und Reich Gottes Nr. 312-327. Missionslieder Nr. 328-336. Fünfte Abtheilung. Das christliche Leben. Sündenbekenntniß und Buße Nr. 337-349. Rechtfertigung und Gnadenstand Nr. 350-367. Kampf der Heiligung Nr. 368-380. Früchte der Wiedergeburt Nr. 381-402. Kreuz- und Trostlieder Nr. 403-430. Morgenlieder Nr. 431-456. Tischlieder Nr. 457-461. Abendlieder Nr. 462-485. ( Am Schluß der Woche Nr. 486-487.) ( Am Sonntagabend Nr. 488-489.) Haus- und Ehestand Nr. 490-495. Chade ( Kinder Nr. 496-497.) ( Freunde Nr. 498.) Obrigkeit Nr. 499-500. Krieg und Friede Nr. 501-504. Mißwachs und Theuerung Nr. 505-507. Krankheit und Seuchen Nr. 508-510. Allerlei gemeine Noth Nr. 511-514. Sechste Abtheilung. Von den letzten Dingen. Tod Nr. 515-546. ( Tod und Begräbniß von Kindern Nr. 547-549.) Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Nr. 550-568. 68 1. Ach Gott, erhör mein Seufzen 2. Ach, Gott und Herr 3. Ach, Gott vom Himmel Alphabetisches Melodieen- Verzeichniß. - 4. Ach Jesu, dessen Treu 5. Ach, was soll ich Sünder 6. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig 7. Ach, wir armen Sünder 8. Allein Gott in der Höh 9. Allein zu dir, Herr Jesu 10. Alle Menschen müssen sterben 11. Alles ist an Gottes Segen 12. Als Jesus an dem Kreuze 13. An dir allein, an dir Christ 14. An Wasserflüſſen Babylon Nr. 98, 199. 15. auf, mein 32. - - - Nr. 408. Nr. 338, 142, 309. Nr. 301, 506, 507. Nr. 24, 342, 426. Nr. 47, 51. Nr. 534. - - 1 du 16. Auf diesen Tag bedenken wir 17. Auferstehn, ja auferstehn 18. Auf, ihr Heiden, lobet 19. Auf meinen lieben Gott 20. Aus meines Herzens Grunde 21. Aus tiefer Noth schrei ich 22. Beschränkt, ihr Weisen 23. Beschwertes Herz, leg ab 24. Christe, du Lamm Gottes a. Christ fuhr gen Himmel 25b. Christ ist erstanden c./ Christus ist erstanden 26. Christ lag in Todesbanden 27. Christum wir sollen loben schon 28. Christus der ist mein Leben 29. Christus, der uns selig macht 30. Da Christus geboren war - the une res Nr. 346. - Nr. 91. Nr. 164, 10. —— - Nr. 331. - Nr. 337, 23. Nr. 556, 143, 184, 206. Nr. 260, 144, 290. Nr. 106, 259. Nr. 230. Nr. 136. Nr. 432, 49, 52. Nr. 174, 175, 341. Nr. 356, 363. Nr. 34. Nr. 406, 340. - Nr. 187. Nr. 135. Nr. 115. Nr. 118. Nr. 117. - Nr. 462, 463. Nr. 529, 21, 127 Nr. 90. Nr. 67, 514. #C VII TE 88 VIII 31. Dank sey Gott in der Höhe 32. Den die Hirten lobten sehre 33. Der lieben Sonne Licht 34. Der Tag mit seinem Lichte 35. Die güldne Sonne 36. Die Himmel rühmen Nr. 247. - - - - 37. Die Nacht ist kommen Nr. 464. 38. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz Nr. 468, 27 - - 167, 481. - 39. Dieß sind die heilgen zehn Gebot Nr. 302. 40. Dir, dir, Jehova, will ich- Nr. 26, 332. 41. Du großer Schmerzenmann Nr. 95. 42. Ein feste Burg Nr. 170. Nr. 475, 228. Nr. 469. Nr. 439. 284, 452. 63. Gott ist mein Lied 64. Gott lebet noch Nr. 249, 351. Nr. 294. 43. Eins ist noth; ach Herr- Nr. 288. 44. Erhalt uns, Herr Nr. 313, 314, 460, 465, 486, 500. 45. Ermuntre dich, mein schwacher Geist Nr. 65, 547. 46. Erschienen ist der herrlich Tag Nr. 120, 125, 137, 138, 449. - - 47. Es ist das Heil Nr. 267, 9, 123, 124, 235, 248, 254, 277, 326, 350. 50. G8 fostet viel, ein Christ 51. 8 spricht der Unweisen Mund 384. - 48.&& ist genug, Nr. 538, 536, 549. 49. 8 ist gewißlich an der Zeit Nr. 550, 191, 196, 197, 234, 344, 566, - - — Nr. 392, 393. - 52. 8 woll und Gott genädig Nr. 328, 182. 53. Fahre fort, fahre fort Nr. 320. 54. Freu dich sehr, o meine Seele Nr. 530, 153, 156, 160, 195, 243, 256, 300, 333, 348, 373, 385, 386, 388, 446. -- - 55. Freuet euch, ihr Christen Nr. 66. 56. Fröhlich soll mein Herze Nr. 62, 159. 57. Gelobet seyst du, Jesu Christ Nr. 57, 55, 63. 58. Gelobt sey Gott im höchsten Thron Nr. 119. 59. Gib dich zufrieden und sey stille Nr. 410. 60. Gott, den ich als Liebe tenne Nr. 508. 61. Gott, der Vater, wohn uns bei Nr. 163. 1 62. Gott des Himmels und der Erden Nr. 437, 33, 155 - - Nr. 246. Nr. 418. Nr. 181, 221, 264, 304, - - 65. Gott Lob! Nun ist die Nacht Nr. 451. 66. Gott sey gelobet und gebenedeiet Nr. 202, 193. 67. Gottes Sohn ist kommen Nr. 60, 531. 68. Gott sorgt für dich Nr. 414. 69. Herr Christ, der einig Gott's Sohn Nr. 25, 96. 70. Herr Gott, dich loben alle wir 71. Herr Gott, dich loben wir Nr. 1. 72. Herr Gott, nun schleuß- Nr. 528. 73. Herr Jesu Christ, dich zu uns 434, 454. 74. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut 510, 517. 75. Herr Jesu Christ, meins Lebens Nr. 298, 329, 473. 76. Herr, wie du willt- Nr. 521, 251, 345, 368, 425, 503. 77. Herzlich lieb hab ich dich- Nr. 18, 213. 78. Herzlich thut mich verlangen Nr. 524, 19, 77, 89, 100, - - - - - - 306, 409, 525, 533, 548. 79. Herzliebster Jesu, was hast du 80. Heut triumphiret Gottes Sohn 81. Hüter, wird die Nacht 82. Ich armer Mensch 83. Ich bin ja, Herr, in 84. Ich dank dir schon 85. Ich danke dir, o Gott - - - - - - - - - - - 86. Ich hab mein Sach 87. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Nr. 17. - 88. Ich ruhe nun in Gottes Armen- Nr. 198. 89. Ich will dich lieben Nr. 283. 90. Jehova, Jehova Nr. 14. 91. Jehova ist mein Licht 92. Jerusalem, du hochgebaute Stadt 93. Jesaia, dem Propheten Nr. 162. 94. Jesu, der du meine Seele 95. Jesu, bilf fiegen Nr. 377, 321, 505. 96. Jesu, meine Freude 423, 480. 97. Jesu, meines Lebens Leben 224, 272, 391, 498. Nr. 535. Nr. 262. - Nr. 453, 445. Nr. 215, 177, 218, 222, 310, 444. deiner Macht- Nr. 532. Nr. 455, 456. Nr. 435. Nr. 31, 46, 433, 438. Nr. 36, 37, 38, 372, 431, Nr. 212, 102, 103, - IX Nr. 93, 109, 317, 400. Nr. 121, 122. Nr. 552. Nr. 343, 105, 285, 299. Nr. 282, 158, 261, 295, 419, Nr. 97, 12, 134, 217, Nr. 116. Nr. 190. 98. Jesus Christus, unser Heiland, der den 99. Jesus Christus, unser Heiland, der von 100. Jefus, meine Zuversicht Nr. 558, 54, 86, 108, 131, 173, 269, 542, 544, 546, 561. - - SE X 101. Sn dich hab ich gehoffet Nr. 16, 183, 499. 102. Komm, Gott Schöpfer Nr. 147, 146, 150. 103. Komm, heiliger Geist, Herre Gott Nr. 148, 157. 104. Kommt her zu mir-Nr. 22, 238, 297, 316. 105. Lasset uns den Herren 106. Liebster Jesu, wir sind hier 311, 539. - - - - 107. Lobe den Herren, den mächtigen Nr. 8, 69. 108. Lobe den Herren, o meine Seele Nr. 13. 109. Lobet den Herren alle, die Nr. 440, 436, 513. 110. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich Nr. 61, 70. 111, Machs mit mir, Gott Nr. 526, 80, 252, 370, 371, -1 397, 398. 112. Macht hoch die Thür Nr. 44. 113. Mein Auge wacht Nr. 483. 114. Meinen Jesum laß ich nicht COD 291, 421. - Nr. 7, 129, 253, 389. 1 - 128. Nun komm, der Heiden 129. Nun laßt uns den Leib 466, 519. 115. Meine Seele, willst du ruhn Nr. 396. 116. Mein Freund zerschmelzt Nr. 292. 117. Mein Herzens- Jesu 447, 478. 130. Nun laßt uns Gott 131. Nun lob, mein Seel 132. Nun preiset alle 133. Nun sich der Tag 134. D daß ich tausend 364, 366. 135. D du Liebe meiner Liebe -- Nr. 28, 30, 319, 323, 327, 336, - - 118. Mein Jesu, dem die Seraphinen 119. Mein Seel erhebt den Herren 120. Mit Fried und Freud fahr ich 121. Mit meinem Gott geh ich 122. Mitten wir im Leben 123. Morgenglanz der Ewigkeit Nr. 442. 124. Nun bitten wir den heilgen Geist 125. Nun danfet alle Gott 126. Nun danket all und bringet 127. Nun freut euch, lieben 268, 280. Nr. - Nr. 39, 40, 41, 43, 161, 185 Nr. 4. - Nr. 281, 53, 78, 209, 216, - Nr. 149. Nr. 3, 165, 166, 504. Nr. 5, 6. Nr. 265, 56, 72, 81, 126, 139, 239, Heiland - Nr. 324. Nr. 266. Nr. 88. Nr. 472, 355, 484, 497. 515. - - Nr. 457, 75, 204, 258, 441, 443. Nr. 2, 82, 203, 236, 240, 502. Nr. 45, 334. Nr. 225, 111, 113, 229, Nr. 476, 227, 395, 448, 488. Zungen Nr. 11, 68, 178, 244 Nr. 104, 211 136. Durchbrecher aller Bande Ewigkeit, du Donnerwort 137. 138. Nr. 374, 271, 308. Nr. 555, 278, 330, 567. Gott, du frommer Gott Nr. 20, 42, 79, 219, 231, 237, 270, 390, 450. 141. O Jesulein süß 142. Lamm Gottes unschuldig 139. Herre Gott, dein göttlich Wort 140. Jesu Christ, meins Lebens Licht 192, 200, 276, 354, 467, 527, 560. Nr. 151. - - Nr. 189. liebster Herr Jesu Christ Nr. 394. - - - 143. 144. O Traurigkeit Nr. 112, 110, 114, 479. 145. D Welt, ich muß dich lassen Nr. 378, 424. Nr. 516, 99, 232, 255, 257, 362, 420, 427, 470, 482, 485, 489, 509, 537. 146. O wie selig seyd ihr doch Nr. 554, 553. 147. Ninge recht, wenn Gottes Gnade 148. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine Nr. 226. 149. Schaffe in mir, Gott Nr. 188. 150. Schmücke dich, o liebe Seele Nr. 194, 273, 274, 461. 151. Schwing dich auf zu deinem Gott Nr. 353, 367,401, 494. 152. Seelenbräutigam Nr. 286, 210, 153. Sollt es gleich bisweilen scheinen 154. Straf mich nicht in deinem Born 155. Unser Herrscher, unser König 156. Valet will ich dir geben 559, 562. 223, 289. Nr. 415. 1 - - - - - - - - - - - 157. Vater unser im Himmelreich Nr. 15, 339, 405, 512, 518 158. Verleih uns Frieden gnädiglich Nr. 501. 159. Vom Himmel hoch da komm ich her Nr. 58, 59, 71, 130. 160. Von Gott will ich nicht lassen Nr. 382, 50, 407. 161. Wachet auf, ruft uns Nr. 551, 132, 133, 201, 376, 565. Nr. 412. 162. Warum sollt ich mich denn grämen 163. Was Gott thut Nr. 416, 179, 263, 296, 399, 429. 164. Was mein Gott will Nr. 403, 369, 383, 411. 165. Weil nichts gemeiner ist- Nr. 145, 205, 275, 379. 166. Welt, ade, ich bin Nr. 557. 167. Wenn mein Stündlein Nr. 520. 168. Wenn wir in höchsten Nöthen 428, 458. 169. Werde Licht, du Stadt Nr. 84, 76. 170. Werde munter, mein Gemüthe 474, 477, 492, 496. -M Nr. 176, 29, 375, 568 Nr. 35, 361, 563, 564. Nr. 523, 48, 64, 83, 352, 545 - 1 X1 Nr. 303, 305, 540. Nr. 522, 74, 92 - - Nr. 511, 73, 381, 404, Rr. 471, 85, 128, 387. XII 171. Wer nur den lieben Gott läßt Nr. 413, 186, 208, 347, 349, 357, 358, 359, 360, 402, 417, 422, 487. 172. Wer weiß, wie nahe mir Nr. 541, 107, 543. 173. Wie groß ist des Allmächtgen Nr. 245, 322, 365, 430. 174. Wie schön leuchtet Nr. 279, 87, 140, 154, 169, 172, - d 207, 220, 335, 491, 495. 175. Wie wohl ist mir, o Freund 176. Wir glauben all Schöpfer 177. Wir glauben all Vater 178. Wo Gott, der Herr, nicht 179. Wo Gott zum Haus nicht 180. Wunderbarer König 181. 3euch ein zu meinen 182. 3euch meinen Geist183. 3ion flagt mit Angst - 28 - - - - 3020 - - - Nr. 168. Nr. 171, 312, 380. Nr. 490, 493. Nr. 250, 241, 242. Nr. 152, 141, 180. Nr. 307. Nr. 315, 94, 101, 214, 318. 1 - Nr. 287, 293. Nr. 233. casing na mide ACE that joming mod ear Die tyl no 001 tan takix list 201 him the LOTI 1. 20 Erste Abtheilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Erster Chor. Lob- und Danklieder. 1. Herr Gott, dich lo. ben wir, $ Eigne Melodie. dich, Ba ter in Ewig feit, 8 A En- gel und Him- mels- heer . auch Che- ru- bim und Seraphim H Het lig ist unser Gott! " 1000 1410 2. Dein göttlich macht undHerrlichkeit Der heilt gen zwölf Boten Zahl die theu ren Märtrer all- zu- mal Die gan ze wer- the Christenheit dich, Gott Ba- ter, im höchsten Thron, den hei- li- gen Geist und röster werth Pet. m. Not. ( Altkirchlich.) 1527. 3weiter Chor. Herr Gott, wir dan. ken dir; ehrt die Welt weit und breit. Beide Chöre. und was die net deiner Ehr, fin gen im mer mit hoher Stimm: S Heilig ist un ser Gott! Het lig ist unser Gott, der Herre 3e ba Erster Chor. oth! 3weiter Chor. " geht über Himmel und Erden weit. und die lie. ben Propheten all, lo- ben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden al le zeit: dei nen rechten und ei- ni- gen Sohn. mit rech- tem Dienst fie lobt und ehrt. $ 1 2 Lob- und Danklieder. Erster Chor. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, du haft dem Tod zer- stört sein Macht du figst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zu künf- tig bist Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel ha- ben Theil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg thr zu al- ler Zeit, 5. Täglich, Herr Gott, wir lo- ben dich Be- hüt uns heut, o treu- er Gott, Sey uns gnå dig, o Herre Gott, Beig uns dei- ne Barmherzig- keit, auf dich hoffen wir, lie- ber Herr, Beide A 3 weiter Chor. S Gott Va- ters ewiger Sohn du bist; S zur Io sen das menschlich Geschlecht; und all Christen zum Himmel bracht; mit al Ier Ehr ins Vasters Reich; al les, das todt und le bend ist. die mit deim theurn Blut er lö- set seyn; mit den Het li gen in ewigem Heil; " und se- gen, das dein Erbtheil ist; und heb sie hoch in E. wig. feit. und ehrn dein Namen ste- tig- lich. vor aller Sünd und Mis- se- that sey uns gnädig in aller No wie unser Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nim- mer- mehr. Chöre. men! Dr. Martin Luther, geb. 1483, † 1546. 2. BUE Lob- und Danklieder. Eigne Melodie. 1. Mun lob, mein Seel, den Herren, sein Wohlthat thut er meh. ren, 640 the hat dir dein Sünd ver ge. ben er rett dein ar mes Leben, mit rech tem Trost be- schüttet, " der Herr schafft Recht, behü. tet, 2. Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, darzu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unser Sünd dahin. 3. Wie sich ein Mann erbarmet über sein junge Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn findlich fürchten rein; er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, ein nichtiges 3. be1. Nun dan fet al. le Gott der große Din ge thut Eigne Melodie. was in mir ist, den Namen sein; vergiß es nicht, o Her- ze mein! 3 1540. und heilt dein Schwachheit groß, nimmt dich in seinen Schoß, ver- jüngt dem Ad. ler gleich; die lei den in seim Reich. Geschlechte, ein Blum und fallend Laub: der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine bleibt stet und fest in Ewigkeit bei seiner lieben G'meine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heiligs Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Graumann, geb. 1487, † 1541. Grüger. 1649. mit Her- zen, Mund und Händen, an uns und al len Enden 1* T 4 Lob- und Danklieder. der uns von Mut- ter leib un zäh lig viel zu Gut 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, ja, uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sey 4. und Kin- des- bei- nen an und noch jetz und ge. than. Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone: dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war, und ist und bleiben wird jetund und immerdar. Martin Rinckart, geb. 1586, † 1649. Eigne Melodie. S v. Löwenstern. 1644. 1. Nun prei- set al.le Got- tes Barmherzig- keit, lob ihn mit Schalle, wer- the- ste Chri ften heit! Er läßt dich freund- lich zu sich la den, s freu e dich. If ra el, sei. ner Gnaden. Freu- e dich, If ra el, # fei ner Gna. den. 2. Der Herr regieret über die 4. Er gibet Speise reichlich und ganze Welt, was sich nur rühret, überall, nach Vaters Weise sättigt alles zu Fuß ihm fällt. Viel er allzumal; er schaffet früh und tausend Engel um ihn schweben, spaten Regen, 1: füllet uns alle mit J: Psalter und Harfen ihm Ghre seinem Segen.:| geben.:| 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasfet das Trauern seyn, zu grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, 1: machet uns ledig von allen Sünden.:| 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wertheste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: 1: freue dich, Israel, seiner Gnaden.:] Matth. Apelles von Löwenstern, geb. 1594,+ 1648. 5. Lob- und Danklieder. Eigne Melodie. C 1: Nun dan, ket all und bringet Ehr, dem, dessen Lob der En- gel Heer 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. 1. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luft! Ich fing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seyst, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, daß uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist 5 Crüger. 1658. im Himmel stets ver- meldt. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in Ifraelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. Im obigen Ton. ihr Menschen in der Welt, 7. Er laffe seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sey er stets unser Heil, und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Beis ten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werthen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr mein Gott, daß kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wach an 6 unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. Lob- und Danklieder. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr; ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Chrifte wein, und was sein Kummer sey; kein Bähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Man gel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wann uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing 7. He und spring und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was tränfst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment. Nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich seyn. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Schop. 1641. Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. 1. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Denn ich seh in allen Dingen, Ist doch nichts als lau- ter Lie- ben, Sollt ich ihm nicht fröh- lich seynz wie so gut ers mit mir mein. das sein treu- es Her- ze regt, das ohn En de hebt und trägt, die in sei nem Dienst sich ü- ben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Lob- und Danklieder. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. O du ungegründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Negierer durch die Welt zur Himmelspfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7 re hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall Alles Ding ist meine Weide. währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Hee7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Ge müth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan umgeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu Gut, will mein Fehlen mit der Nuth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schlä ge, ob sie mir gleich bitter seind, 8 dennoch, wenn ichs recht erwäge, find es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinn entgehn: Christenfreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wann der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch 8. # 9. f Lob- und Danklieder. kom, met zu Hauf, nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Va= ter, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. 1. Lo be den Herren, den mäch- ti- gen König der Ch mei ne ge lie. Lob ge sang hö ren! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir immer gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen . ren, be te See le, das ist mein Be- gehren; Pial ter und Har fe, wacht auf, 1668. las set den 1 Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was Almächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! Mel. Es ist das Heil uns 2c. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lobend beschließe mit Amen! Joachim Neander, geb. 1640, † 1680. 1523. 1. Sey Lob und Ehrzem höchsten Gut, dem Vater al- ler Güte, dem Gott der alle Wun- der thut, dem Gott, der meinGemüthe Lob- und Danklieder. mit seinem reichen Trost er füllt, dem Gott, der al- len Jammer stillt: Gebt un- serm Gott die Eh re! 2. 8 danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! B 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit feiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 10. # PUE 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Voll geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhånden leitet er die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Nuh: Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, dein Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Shr, die ihr Gottes Macht befennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gößen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angeficht mit jauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jaf. Schüß, geb. 1640, † 1690. Mel. Allein Gott in der Höh zc.( Altkirchlich.) 1540. 1. Bringt her dem Herren Lob und Ehr aus freu- di- gem Gemü- the; ein Je- der Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. 10 Lob und Danklieder. Ach lo. bet, lo. bet al. le Gott, der uns be frei- et aus der Noth, und dan fet seinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum dantet seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seine Engel schützt und täglich gibet, was uns nüßt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns die selge Lebensfron durch seinen Tod erworben; der worden ist der Höll ein Gift und Frieden hat mit Gott gestift: drum danket seinem Namen. 11. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und alles Gute noch verheißt, uns stärket, fräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott, der auch dieß gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das ei hat Allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält: drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürstenthum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Cyriafus Günther, geb. 1650,+1704. Eigne Melodie. 1788. 1. O daß ich tausend Zungen hätte und ei- nen tausend- fachen Mund! so stimmt ich damit in die Wet te vom al- ler- tief- sten Herzensgrund ein Loblied nach dem an- dern an von dem, was Gott an mir ge- than. 2. O daß doch meine Stimme Laufe geht! Ach war ein jeder schallte bis dahin, wo die Sonne Puls ein Dank, und jeder Ödem steht! O daß mein Blut mit Sauch- ein Gesang! zen wallte, so lang es noch im 3. Was schweigt ihr denn, ihr Lob- und Danklieder. meine Kräfte? Auf, auf! braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir. Ihr schwanken Gräßlein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure 3ier zu Gottes Ruhm belebet seyn, und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sey, o allerliebster Bater, unendlich Lob für jede Gab; Lob sey dir, mildester Berather, für alles, was ich bin und hab, für alles Gute in der Welt, das du zu meinem Heil bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sey gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz fich mir so hülfreich hat er wiesen, und mich durch Blut und Todesschmerz von Satans Macht und Grausamkeit zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sey ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Gottes Geist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 11 Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher 10. Vor Andern füß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden haft. Wie viel thut sie mir doch zu Gute, und ist mir eine sanfte Last. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sey. 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage getreu durch alles hast geführt. Denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig seyn. 13. Ich will von deiner Güte fingen, so lange sich die Bunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wann der Mund wird kraftlos seyn, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 14. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wann ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Ichann Menger. geb. 1658,1734. 12 12. Lob- und Danklieder. Mel. Jefu, meines Lebens 2c. 1. Wo mit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Beba. oth? Sen de mir da zu von oben dei nes Geistes Kraft, mein Gott! S 1687. Denn ich kann mit nichts er reichen deine Gnad und Lie- bes- zeichen. Tau- send, tau- send- mal sey dir, 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich nur der Sündenstraßen, drauf ich häufte Schuld mit Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmuth und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen haft getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich fein Ziel zu finden, noch den Grund hie zu ergründen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausend großer König, Dank dafür! mal sey dir, großer König, Dank dafür! 6. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht; du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu berei ten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdems Kindern müßlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs Höchste kommen. Laufend, tausendmal sey dir, gros ßer tonig, Dank dafür! 9. ich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles Lob- und Danklieder. 13 dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! zu zerrinnen, ward ich deiner Hülf deine Freundlichkeit; und durch doch innen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 10. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten inmal mehr, ließest du mich doch begletten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöthen, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König, Dank dafür! 11. Bater, du haft mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, 13. bis in Lod; mei- nem Gott. 1. fo.be den Herren, o meine See• Ie! weil ich noch Stunden auf Er den zäh. le, Eigne Melodie. 1 12. Tausendmal sey dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir! Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, † 1735. Der Leib und Seel ge ge ben hat, 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu threm Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer die sen Herrn zum Beistand hat, findet 1713. Ich will ihn lo. ben will ich lob. fin- gen prie fen früh und spat. Hal. le. lu- ja, hal le luja! werde ge am besten Rath und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenstraft; die hart Gebund 14 nen macht er frei; seine Genad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truß; Wittwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen ver= tehrte Schritte, und fallen selbst 14. Gebetlieder. in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich. Bion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! Hei lig! er schal- len. 15. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Ödem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! 200 Eigne Melodie. Se ho va, Je ho va, Je ho va! S 3 1 3 Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675,+ 1723. Eh- re, Macht und Ruhm. Amen, A. men! Bis einst derTempel dieser Welt auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in un- sern Hal- len das Hei- lig! Heilig! Hal- le lu Eigne Melodie. Knecht. 1815. Deinem Namen sey ja, Gebetlieder. Hal le lu ja! B 1540. 1. Da ter un ser im Himmel reich, der du uns al le hei- ßeft gleich Brü der seyn und dich ru sen an, und willt das Be- ten von uns han; 3 Gebetlieder. # gib, daß nicht bet allein der Mund, bilf, daß es geb von Herzensgrund! 6. All unser Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht; wenn uns, der böse Geist ansicht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst, und durch des heilgen Geistes Trost! 8. Von allem Uebel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der letzten Noth; bescher uns auch ein seligs End, nimm unser Seel in deine Händ. 2. Geheilget werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Herr, behüt uns für falscher Lehr, das arm verführet Volt befehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigfeit; der heilig Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, für ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam seyn in Lieb und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibesnoth; b'hüt uns, Herr, für Unfried und Streit, für Seuchen und für theurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Gei zes müßig gehn. 16. fel 15 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärt unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, daß wir hiemit gebeten han; auf dein Wert in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen sein. Eigne Melodie. noch ewiglich zu Spotte; in deiner Treu, Herr Got. te Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 1. In dich hab ich ge- hof- fet, Herr, hilf, daß ich nicht zu Schanden werd 1536. das biti ich dich: er- bal- te mich 16 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil, bald mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöthen. Gebetlieder. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sey mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, wider mein Feind, der gar viel seind an mich auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Noth: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich 17. the gericht mit Lügen und mit falschem G'dicht viel Netz und heimlich Strice; Herr, nimm mein wahr in dieser G'fahr; b'hüt mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! wahrer Gott, aus aller Noth hilf mir am letzten Ende! 7. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sey Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen; die göttlich Kraft mach uns fieghaft durch Jesum Christum. Amen! Adam Reißner, geb. 1471, † 1563. Eigne Melodie. 1. Ich ruf zu dir, Herr Je su Christ, Ver- leih mir Gnad zu dieser Frist, meim nächsten nük seyn, 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gib daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser 1535. ich bitt, erhör mein Kla- gen! laß mich doch nicht ver- za- gen. Den rechten Weg, o Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu le- ben, dein Wort zu halten e. ben. Stund, schaff mir ein neues Les ben. Dein Wort mein Speiß laß allweg seyn, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; beständig seyn ins End gib mir; du hasts allein in Händen! Und wem dus gibst, der Gebetlieder. hats umsonst; es mag Niemand erwerben noch ererben durch Werk deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad al18. 17 lein ich kleb; du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst maßen, daß mirs nicht bring Gefähr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Paul Speratus, geb. 1484,+ 1551. Eigne Melodie. Vor 1577. 1. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr! Ich bitt, wolst seyn von mir nicht fern mit dei ner Güt und Gna den! Die ganze Welt nicht freu. et mich, nach Himm'l und Erden nicht frag ich, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zu- ver- sicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat er. löst. Herr Je su Chrift, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, S in Schan- den laß mich nim- mer mehr. 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk duldiglich! Herr Jesu Christ, mein und Gab mein Leib und Seel und Herr und Gott, mein Herr und was ich hab in diesem armen Le- Gott, tröst mir mein Seel in Toben; damit ichs brauch zum Lobe desnoth. dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag gePet. m. Not. 3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Als2 18 dann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland 19. $$$\ 20. Gebetlieder. Mel. Herzlich thut mich zc. und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, geb. 1532, † 1608 Haßler? 1613. Laß mich dein seyn und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben; da für will ich dir S Herr, laß mich nur nicht wan fen; dan ken $ Eigne Melodie. in al. le Ewigkeit. Nikolaus Selneder, geb. 1532, † 1592. 1. Gott, du frommer Gott, ohn den nichts ist, was ist, 3 ein unver leß te Seel 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, wuß mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnüglich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ge sun den Leib gib mir, 1 halt mich bei reiner Lehr. gib mir Bestán- dig- keit; 3 1710. du Brunnquell gu- ter Gaben, von dem wir al les ha ben: 1 und daß in folchem Leib und rein Ge wif. sen bleib. ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt fich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gil, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind Gebetlieder. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sey. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räum21. FE 19 lein gönn bei meiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten hab. 8. Wenn du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Mel. Chriftus der ist mein 2c. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht! Dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 9. Gott Vater, dir sey Preis hier und im Himmel oben! Herr Jesu, Gottes Sohn, ich will dich allzeit loben! O heilger Geist, dein Ruhm erschall je mehr und mehr! Dreieinger Herr und Gott, dir sey Lob, Preis und Ehr! Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Bulpius? 1609. 1. Ach bleib mit deiner Gnade 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr! Dein 22. daß uns hin fort nicht schade 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth! daß uns beid hier und dorte sey Güt und Heil beschert. bei uns, Herr Jesu Christ! des bösen Feindes Lift. Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held! daß uns der Feind nicht trupe, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Josua Stegmann, geb. 1588, † 1632. Mel. Kommt her zu mir 2c. 1534. 1. Ach Gott, gib du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Misse- that 2* 20 buß. fer- tig lich- - ANS 1 $ der zu helfen ein Meister ist, 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort, zu Ehren deinem Namen; 23. 1. Der gib uns, lie 1 er. fen- nen al fer Gü. Gebetlieder. 8 Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Chrift zc. 1 te, , ber her und glauben fest an Jesum Chrift, wie er sich selbst thut nennen. daß uns dein guter Geist regier, aufebnerBahn zumHimmelführ, durch Jesum Christum. Amen! Samuel Zehner, geb. 1594, † 1635. vor Schaden uns be- hü.. te, dir Herr, al. lein 2. Erbarm dich unser, Jesu Christ, du Brunnquell der Genaden, und hilf uns; denn allein du bist, der wehren kann dem Schaden. Errett dein Volk aus aller Noth, das du mit deinem theuren Blut erlöset hast von Schuld und Pein der Sünden sein, mit Trost und Rath allzeit erschein. 24. 8 re Gott, - all uns re Sünd und Mis, se. 1 du Va ter 1545. und wend von uns dein streng Gericht, mit deinem Geist ver laß uns nicht, daß wir im Glauben recht und rein. $ stets die- nen und ge hor sam seyn. $ Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. that, 3. Erhör, Gott Vater, unsre Bitt, hilf uns und sey uns gnädig! Herr Christ, hör uns und uns vertritt, von Sünden sprich uns ledig! Erhör uns, heilger Geist, zugleich in unsrer Nothnicht von uns weich! Du willst ja nicht des Sünders Tod, o treuer Gott: hilf uns endlich aus aller Noth! 1659. 1. Ach Gott, verlaß mich nicht! gib mir die Gna den Hän.de; ach füh. re mich, dein Kind, daß ich den Lauf vol. len. de ਸ Gebetlieder. zu meiner Se lig fett, # # 25. fe mein Stab, mein Hort, mein Schuß; 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen, gib mir dein guten Geist, gib Glaubens- Zuverficht, sey meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich ruf aus Herzensgrunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wann mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! sey du mein Lebens licht, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! ach lasse dich bewegen; ach Vater, fröne du mit reichem HimmelsSegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Franc, geb. 1659,+ 1725. Mel. Herr Christ, der einig 2c. 1. Herr Je su, Gna- den- son. ne, laß Le- ben, Licht und Wonne nach dei- ner Gnad er freu en B S 21 $ wahr haf- tes Lebens licht, mein biö- des An- ge sicht 3 1524. und meinen Geist er neuen; mein Gott, ver sag mirs nicht. 2. Vergib mir meine Sünden len den alten Adamssinn, und laß und wirf sie hinter dich, laß al- mich dich erwählen, auf daß ich len Zorn verschwinden und hilf mich forthin zu deinem Dienst ermir gnädiglich. Laß deine Frie- gebe und dir zu Ehren lebe, weil densgaben mein armes Herze la- ich erlöset bin. ben; ach Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner See4. Befördre dein Erkenntniß in mir, mein Seelenhort, und 22 öffne mein Verständniß durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Truß der Höllenpfort. 5. Komm, mich mit Kraft zu rüsten, und freuzge mein Begier fammt allen bösen Lüsten, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig 26. Gebetlieder. möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, † 1735. Eigne Melodie. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir 1704. 1. Dir, dir, Je- ho- va, will ich fin- gen; denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lie- der bringen: ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Bater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl, und dir darob im Herzen sing und spiel. vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sey, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dieß aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht, und wird gewiß Gebetlieder. von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dieß Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du 27. V$$$ 23 und thust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Craffelius, geb. 1677,+ 1724. Mel. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz 2c. 1. Ge den te mein, mein liebster Gott, im besten! Ich hoff auf dich; wes soll ich sonst mich trösten? 1555. 4. Gedenke mein; wie könntst du mein vergessen? Es war ja schon dein Lieben unermessen zu meinem Heil, da ich noch nichts bedacht; nun hat dein Sohn mich ganz zu dir gebracht. 5. Gedenke mein, wenn ich mein Das soll mein Trost im Tod und Leben seyn, wenn du nur sprichst: Mein Kind, ich den te dein. 2. Gedenke mein; doch denke Herz ausschütte, um etwas Guts nicht zum Schaden der Sünden- im Namen Jesu bitte. Dein heilschuld, damit mein Herz beladen. ger Geist steh meiner Schwachheit Es reuet mich, was ich von Jugend bei, daß jeder Wunsch in Jesu an, auch unerkannt, hab wider dich Amen sey. gethan. 3. Gedenke mein um meines Jesu willen! Laß ihn an mir sein Dentwort auch erfüllen und gültig seyn bei dir: es ist vollbracht. Sein Blut und Tod hat alles wohl gemacht. 6. Gedenke mein, daß ich stets christlich lebe, mit allem Ernst den Sünden widerstrebe. Ach, wirk in mir das Wollen und die That; mein Lebenlang sey du mein treuer Nath. 7. Gedenke mein und lasse mir genügen an deiner Huld, wenn ich muß unterliegen, wenn mich ein Kreuz und auch die Schwermuth drückt; denkst du an mich, so wird mein Herz erquickt. 8. Gedenke mein in frank- und schwachen Tagen; sey du mein Arzt, 24 so darf ich nicht verzagen. Ist es mir gut, hilfft du mir wieder auf; fommt meine Zeit, schließ ich getrost den Lauf. Gebetlieder. 9. Gedenke mein, laß mich mein End bedenken und mich zuvor in Jesu Wunden senken. Verlaß mich nicht im letzten Kampf und Streit; nimm mich zu dir im himmlischen Geleit. 10. Gedenke mein und denke 28. fe Mel. Mein Herzens Jesu zc. gib Je- dem immer- dar nach Noth auch der Meinen nach meinem Tod, laß Allen Hülf erscheinen, die mich geliebt und dir sind lieb und werth, daß uns zugleich der Himmel sey beschert. 1. Ach Gott des Himmels, las se mir den uns so vä ter lich von dir und ein genügsam Her- ze! 2. Gib Mäßigkeit und Dankbarkeit, wenn du uns viel beschieden; und wenn uns weniger bereit, so mach uns doch zufrieden. Leg uns nur deinen Segen zu; wo man dir traut, erstattest du durch Segen alle Mängel. 3. Gib, daß uns keine Sorge frißt; laß ein abgöttisch Geizen, daß alles Uebels Wurzel ist, uns nicht zu Lüsten reizen; laß mich die Lügen nicht zum Schild, das Gold mir nicht zum Gößenbild, den Bauch zum Gott nicht machen. 11. Gedenfe mein auch in dem stillen Grabe, daß Seel und Leib vereinte Freude habe. Vergiß mein nicht, ich denke ewig dein mit Ruhm und Dank, mein Gott, gedenke mein! Joh. Matth. Englert, geb. 1661, † 1733. 4. Laß mich nicht Ehre, Lust und Geld mir selbst zum Strick verlangen; gebrauch ich etwa die1668. und Allen auf der Er- den beschiednen Theil stets werden; sein zu ge- dach- tes täglich Brod ser Welt, laß mich nicht daran hangen. Die Zeit ist kurz, uns ruft das Grab; laß mich das haben, was ich hab, als wenn ich es nicht hätte. 5. Ach präge stets mir in den Sinn, daß ich, um hauszuhalten, geseßt in deine Güter bin, sie redlich zu verwalten. Es eilt ja schon der Tag herzu, da willst du, daß ich Rechnung thu von allen deinen Gütern. 6. Gib Frieden und Zufriedenheit auf allen unsern Wegen; verleih uns fromme Obrigkeit und fröne sie mit Segen; die Untern lehre insgemein gewissenhaft, ge Gebetlieder. horsam seyn und für die Obern beten. 7. Laß deiner Gnade Sonnenschein in unserm Lande glänzen; laß keine Feinde bei uns ein und 29. Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. 1. Bet Ge- mei- ne, heil- ge dich mit dem heil- gen De.le; 2aß den Mund Je su Geist er gie- ße sich dir in Herz und See- le. S 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sey es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 25 schüße unsre Grenzen; laß deiner Engel starke Schaar um uns bei drohender Gefahr zur festen Mauer werden. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. alle Stund vom Ge- bet und Fleb en bei Ilg über gehen. 6. O, so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder; heiliget das Gebet, das zu Gott fich schwinget; betet, daß es dringet. 3. Das Gebet der frommen Schaar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten! ( Rosenmüller 1655?) 1694. 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen! 7. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Schnen nach dem Tag, dem schönen. 8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und daß ist der Heilgen Kunst, beten, wie ers liebet; das gescheh je und je, wie ers vorgenommen, auf sein endlichs Kommen. 9. Dieß Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blizz und Stimmen, die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Christoph Carl Ludwig von Pfeil geb. 1712,+1784. 26 30. Gebetlieder. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. 1. Gott, dei- ne Gü- te reicht so weit, du frönft uns mit Barmherzig- keit Herr, met• ne Burg, mein Fels, mein Hort, auf mein Wort; 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. BEL 3. Ich bitte nicht um Chr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein 31. fe denn ich will vor dir be ten. so weit die Wolken geh- en; und eilst uns bei- zu- steb- en. 1668 vernimm mein Flehn, merk 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und froumer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. Univ.- Bibl. Giessen Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. 1. Ich kom- me vor dein An- ge sicht, ver- wirf, o Gott, mein Flehen nicht, 1555. ver- gib mir al le meine Schuld, du Gott der Gna- den und Ge- duld. 2. Schaff du ein reines Herz in Hand; von dir empfing ich den mir, ein Herz voll frommer Lieb zu Verstand: erhalt ihn mir, o Herr dir, ein Herz voll Demuth, Preis mein Hort, und stärk ihn durch dein und Dank, ein ruhig Herz mein göttlich Wort. Leben lang. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 27 mich lehrst; das sey mein Glück, verleih, daß ich sie nüß und dankdaß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sey. bar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, so ziehe du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mä Big Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir leberfluß, so laß mich mäßig im Genuß und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 10. Gib mir Gesundheit und 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: dann, Herr, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter- nicht! 32. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Ch. F. Gellert, geb. 1715, † 1769. Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. Eigne Melodie. 1. Auf, auf, mein Herz, und du, mein ganzer Sinn, 1830. wirf al- les heut, was Welt ist, von dir hin! Heut hat das Werk der Schöpfung an- ge- fangen, da die- sem Rund das Licht ist auf ge- gan- gen. 2. Auf, auf, mein Herz, leg alles du von Arbeit und von Sünden, Irdsche ab; heut Jesus ist erstan- daß er in dir mög seine Ruhe finden. den aus dem Grab; heut hat er sein Erlösungswerk geendet; heut hat er auch den Geist herabgesendet. 4. Gott gibet dir sechs Tage für den Leib: der siebente der Seele eigen bleib; sie muß ja auch von steben einen haben, daß sie sich mög mit Himmelsspeise laben. 3. Dieß heilge Heut heißt dich auch heilig seyn: Gott diesen Tag bei dir will ziehen ein. So ruhe 5. Viel Sünden dir die Woche Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 28 ladet auf: an diesem Tag mit Bitten Gnade kauf. Leg ab die Laft, geh, Gottes Wort zu hören; dieß laß dich heut die Wochenwege lehren. 6. Sechs Tage dich Gott segnet, schützt und nährt: heut er dafür mit Dank will seyn geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, daß Gott sie woll mit Segen überschütten. 7. Gott wöchentlich gibt sieben Tage dir: gib einen du, den ersten, ihm dafür; der erste wird die an dern sechse zieren, wirst du heut Gott im Mund und Herzen führen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, obschon die Welt nur 33. # 1. Großer Gott von al ten Bei- ten, dessen Hand die Welt re- giert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Ju gend auf ge- führt; heu te weckt des La ges Lauf Mel. Gott des Himmels ze. C deiner Andacht lacht; der Schad ist ihr, dir aber wirds gedeihen; Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am Herrn; was dein Herz wünscht, wird er dir geben gern; befiehl Gott heut all deine Weg und Sachen und hoff auf ihn: gewiß, er wirds wohl machen. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 10. Wirst aber du ihm nehmen seinen Tag, so macht er dir die sechse voller Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Sigm. v. Birken, geb. 1626, † 1681. 3. Habe Dank für deinen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt, und von Herzen bet und fingt, daß es durch die Wolken dringt. E Albert. 1642. mich zu lau. ter An. dacht auf. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. Amen, denn wir sind dein Eigen5. O mein Gott, sprich selber thum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es fünftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. 34. Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. Sor S gen, es kommt der an ge. neb me Mor• gen, Eigne Melodie. 1. Be- schwer- tes Herz, leg ab die ge- buck tes Haupt; da Gott zu ruh- en hat befohlen en hat er laubt, Ruhe ein ge weiht; auf, auf, du hast vor hin viel Zeit Her ren ab $ gestohlen. 2. Auf, laß Egyptens eitles Wesen, die Stoppeln und die Ziegeln, stehn; du sollst bethautes Manna lesen und in des Herren Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Bermehrung seines Ruhms die Werke deines Priesterthums in tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken Acht; wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schal mit reinem Weihrauch nicht bestreuet? 4. Kann meine Harfe lieblich flingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein süBes Opfer werden, wenn diese Flamm nicht in mich fährt und mich 29 Bahn. 1852. er he be dich. da Gott zu ruh. und selbst die dem Dienst des in deiner Lieb verzehrt, und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so theuer zu seinem Tempel eingeweiht; hier ist sein Herd, hier ist sein Feuer, die Fülle seiner Herrlichkeit, sein Heiligthum, sein Stuhl der Gnade, sein Licht und Necht; das Himmelbrod, die Geistesfrucht, und sein Gebot erfüllen diese Bundeslade. 6. Herr, höre, was ich innig bitte, vergönne meiner frommen Seel, die Thür zu hüten deiner Hütte, die ich vor großen Schlössern wähl. O Paradies, o liebste Kirche, o Außenwerk, o feste Pfort der Gottesstadt, o stiller Port, o Zions schönstes Vorgebirge. 7. Hier such ich mir ein Nest zu bauen; hier find ich meinem Grab ein Mal. Indessen geb sich mir zu schauen, o Lebenslicht, dein Gnadenstrahl, so feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Rub Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. 30 in dir; ach, habe du dein Werk in mir, vollführe, was du hast be gonnen. 8. Wann sich des Lebens Werktag enden, so ruh von allem Frohndienst los mein Geist in 35. Mel. Unser Herrscher, unser zc. deinen Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Christ. Wegleiter, geb. 1659, † 1706. Hier ist Got tes Angesicht; 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung haft genommen, da ist lauter Himmel hier. Beuch doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel seyn. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß meinSingen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 1. Chut mir auf die schöne Pfor- te, führt in Gottes Haus mich ein; ad), wie wird an diesem Dr- te meine See le fröhlich seyn! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn in mich fällt; gib mir Licht in dem 36. Neander? 1680. hier ist lauter Troft und Licht. Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laßbein theuresKleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zumLeitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrod, tröste mich in aller Noth. Benj. Schmolc, geb. 1672, † 1737. Eigne Melodie. 1651. 1. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heil- gen Geist du zu uns send, mit Lieb und Gnad er uns re- gier und uns den Weg zurWahrheit führ. Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der 37. 1. Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe seyn. 31 Herr, und schauen dich von Angesicht im ewgen Heil und selgem Licht. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von Sachsen. Weimar, geb. 1598, † 1662. Im vorigen Ton. 2. Dein Wort bewegt des Her zens Grund; dein Wort macht Leib 2. Der einig Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo 39. und Seel gesund; dein Wort ist, das mein Herz erfreut; dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Chr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. 38. Im vorigen Ton. 1. O Gott, du höchster Gna- haft; die Werk der Lieb sind diedenhort, verleih, daß uns dein gött ser Schein, dadurch wir Christi lich Wort von Ohren so zu Herzen Jünger seyn. dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist je mehr in deim Erkenntniß nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Hubert, † 1668. Eigne Melodie. 1. Lieb- ster Jesu, wir sind hier, len te Sinnen und Begier daß die Herzen von der Er den 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, Ahle. 1664. . dich und dein Wort an zu hören; auf die süßen Himmelsilehren, ganz zu dir ge zo gen werden. thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren 32 Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. mach uns allesammt bereit, öffne Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Herzen, Mund und Ohren; unser Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausnißer, geb. 1619, † 1684. 40. Mel. Liebster Jesu, wir 2c. Ahle. 1664. 1. Nun Gott Lob! es ist voll- bracht Sin- gen, Be ten, Lehren, Hören; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob ver- mehren; unser Gott sey hoch ge preiset, 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen; so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite und uns alle wohl bereite. 41. 1. Herr, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sich gnädig auf uns nieder! Im obigen Ton. 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in 42. foe daß er uns so wohl ge. spei. ſet. 3. Unsern Ausgang fegne Gott unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk, geb. 1634,+1681. unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Troft erfreuen. komm zu mir durch dein Wort, 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es treulich üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler, geb. 1741, † 1771. 1710. Mel. D Gott, du frommer Gott 2c. 1. Bleib ja bei mir, mein Gott, so wird kein Irr- weg mich bring mich zur Friedens- stadt, laß mich dein Wort re gieren, be trü ben noch ver- führen; komm in der leg ten Noth, $ ins Leben durch den Zod. Adventlieder. 2. Komm mir zu Trost und in dein Reich zu deiner Herrlichkeit, Freud, wenn diese Welt vergehet, mein König, daß ich dich dort lob wenn Himmel, Erde, Gut und Ehr in Ewigkeit. nicht mehr bestehet, und führ mich 43. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 44. Gott ver- fieg le nun das Wort in uns, das wir an- ge. ho ret, daß die Herzen fort und fort blei- ben von dem Geist ge- leh- ret, a der uns durch das Wort er baue, daß man dessen Früchte schau. e. Bweite Abtheilung. Fest: und Feiertagslieder. I. Die hohen Feste und Festzeiten. Adventlieder. Eigne Melodie. Herrlichkeit, ein König al Ahle. 1664. 1. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der S Vet. m. Not. 33 1704. mein Schöpfer reich von Rath. ler Kö. nig reich, ein Hei- land al ler Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; der hal ben jauchzt, mit Freu- den singt: Gelo. bet sey mein Gott, '. 3 Adventlieder. 34 2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligfeit, sein Scepter ist Barmherzigfeit; all unsre Noth zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden fingt: Gelobet sey mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit fich lauter Freud und Wonn. Gelobet sey mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die 45. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein; dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sey ewig Preis und Ehr! Georg Weissel, geb. 1590, † 1635. Mel. Nun komm, der Heiden 2c.( Altkirchlich.) 1524. Thor macht weit, eur Herz zurk Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottfeligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sey mein Gott voll Rath, voll That, voll Gnad. 1. Gott sey Dank durch al. le Welt, 3.3ions Hüif und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohlzweigestammte Held, hat fich treulich eingestellt. 4. Sey willkommen, o mein Heil! dir Hosanna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. 3euch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thuft, rein von allem Sündenwust. und der Sün- der Trost und Rath 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnung war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. der sein Wort be ständig hält, zu uns her ge.wen. det hat. 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanftmuth, ohn Gefahr, also sey auch jederzeit deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Aengsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, um 1643 46. Adventlieder. Mel. Herr Gott, dich loben alle ze. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund demüthiglich zu aller Stund, daß du uns schenkest zum Erbtheil durch dein Zukunft das ewge Heil. 3. Wir bitten dich, o treuer Herr, weil nun das End nicht mehr ist 47. 1. Herr Je su Chri- ste, Got tes Sohn, der du vom hoh- en Himmelsthron H her ab bist kommen in die Welt und uns zu Gut dich ein. ge. stellt: 35 Mel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. 1555. fern, du wolleft uns zu Gnaden dein dir lassen stets befohlen seyn. 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraun- Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 4. Hilf, daß wir leben würdiglich und in dir sterben seliglich, daß wir lieben und loben dich hier zeitlich und dort ewiglich. David Böhme, geb. 1605, † 1657. 3. Able mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe. 1. Kommst du, kommst du, Licht derheiden? Ja, du kommst und säumeft nicht, 1657. weil du weißt, was uns ge- bricht. D du star- fer Kroft im Leiden, Je su, meines Her- zens Thür steht dir of fen, komm zu mir. $ Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelen- Gast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben: Liebe, Glauben und Geduld und Bereuung meiner Schuld mich zu dir seyn hoch erhaben: dann ſo will ich für und für Hofianna fingen dir. Ernst Christoph Homburg, geb. 1605, 1681. 3* 36 48. Adventlieder. Mel. Valet will ich dir za 1. Wie soll ich dich em- pfangen, und wie be- gegn' ich dir? Dal ler Welt Ver- lan- gen, o meiner See- len Bier! DJe su, Je su, se ge " da mit, was dich er go Be, . 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in fretem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlasser zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Sch lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. Teschner: 1615. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund aus fann sagen, so fest umfangen baft. mir selbst die Fa- ckel bei, mir kund und wis send sey. 6 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seyd unverzagt! ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröftet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihn flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach 49. Hugh Adventlieder. Mel. Aus meines Herzens 2c. zwar oh ne stol S # 1. Nun jauch- zet all, ihr From men, zu dieser Gna- den- zeit, weil un ser heil ist kommen, der Herr derHerr- lich- keit; S und gänzlich zu zerstö 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 37 fomm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1598. ze Pracht, # 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr berathen werden und gehn die rechte Bahn, die nach dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Born euch rührt. 50. fbeden Gott aus Gnad allein ren des Teu- fels Reich und macht. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seyd dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen und thut dem König singen; der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandelen in Freud. Er ists, der helfen kann; halt't eure Lampen fertig und seyd stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, geb. 1606, † 1673. doch mäch- tig, zu ver- hee. ren Mel. Von Gott will ich zc. 1. Mit Ernst, o Menschen. Fin- der, das Herz in euch be- stellt; bald wird das Heil der Sün- der, der wun- der- star- te Held, ver sprochen hat zu geben, 1571. der Welt zum Licht und Leben bei al len feh. ren ein. 38 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal laßt seyn erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was frumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das rich51. Adventlieder. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. der soll hoch ge. Io. bet seyn, tig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Beuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar seyn. Valentin Thilo, geb. 1607,+ 1662. 1. Ho fi an na Da- vids Sohne! der jetzt bei uns keh- ret ein, " Durch die Welt er schall und geh: 2. Den die Alten mit Verlangen oft gewünscht, gerufen oft, seinen Eintritt stets gehofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und gch: Hofianna in der Höh! 3. Friede muß vom Himmel thauen; denn erschienen ist die Zeit, daß der Herr der Herrlichkeit sich im Fleische Lässet schauen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 4. Kommt, dem Könige zu hulden treu nach Unterthanenpflicht; denn ihr sollet ferner nicht fremde Dienstbarkeit erdulden. Durch die Welt erschall und geh: Hoflanna in der Höh! 1657. der da kömmt vom Himmelsthro- ne. Ho si an na in der Söb! 5. Kommet her, ihr blöden Herzen, seht des Herren Sanftmuth an; seine Gütigkeit die kann heilen alle Sündenschmerzen. Durch die Welt erschall und geh: Hostanna in der Höh! 6. Seht, ihr Sünder, den Gerechten, der euch seine Heiligkeit anlegt als ein Ehrenkleid und will euer Recht verfechten. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 7. Seht den Helfer willig kommen, euch zu rathen in der Noth, in dem Leben, in dem Tod, den er hat auf sich genommen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! Adventlieder. 8. Seht, ihr Armen, seht den Armen, der von seiner Armuth euch hier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welt erschall und geh: Hostanna in der Höh! 52. 24 9. Herr, o Herr, laß wohl gelingen! Diesen Tag hast du gemacht, dieser Tag hat Freuden bracht; in der Höh! 39 drum wir alle billig fingen: durch die Welt erschall und geh: Hofianna in der Höh! 10. Hosianna Davids Sohne! der jetzt bei uns kehret ein, der soll hochgelobet seyn, der da kömmt vom Himmelsthrone. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna Christian Keymann, geb. 1607, † 1662. Mel. Aus meines Herzens 2c. Ihr Chri sten, geht her für, 1 1. Auf, auf ihr Reichs ge nos sen! Eur König kommt her- an. empfah et un ver drof. sen den großen Wun- der- mann! S $ ihm Ho si an na sin 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seyd fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Noth mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. $ 1598. $ 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder in vollem Lasterlauf auf Arges seyd bedacht, ja thut es ohne Sorgen; laßt uns vor allen Din gen mit hei li ger Be- 2 8 gen gier. gar nichts ist ihm verborgen, er gibt auf alles Acht. 5. Sehd fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht; laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlecht. Fürwahr, er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, welcher uns schickt, er- tragen mit unerschrocknem Muth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Thier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nurbegehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon 40 längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder seyn. Adventlieder. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er fommt geritten starf, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen 53. 1. Ho- sian- na! Davids Sohn Auf, be rei- tet ihm den Thron, Mel. Meinen Jesum 2c. streu et Pal.men, ma. chet Bahn, 2. Hofianna, sey gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will fich dir zu Füßen legen. Beuch in deinen Thoren ein; du sollst uns willkommen seyn. 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du bringen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort; ja König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 4. Hoflanna! lieber Gast, wir find deine Reichsgenossen, die du dir erwählet haft: ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar seyn, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die 10. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach: drum wollen wir all ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hofianna fingen und ewig dankbar seyn. Joh. Rift, geb. 1607,+ 1667. Nach Hammerschmidt. 1658. kommt in Bi- on ein gezo. gen. setzt ihm tausend Eh- ren bo gen, S daß er Ein- zug hal ten kann. Berheißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, o so fennet Bion schon seinen Herrn und Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmold, geb. 1672, † 173Z 54. Anfang des Kirchenjahres. Mel. Jesus, meine 3uversicht 2c. Grüger.( 1653) 1658. t 1. Sieh, dein König kommt zu dir! sprich: mein König, komm zu mir, zeuch mit deiner Sanftmuth 2. Komm, ich bin dein Eigenthum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, daß die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 55. ein; was du fin deft, das ist dein. 4. Komm in deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sey in dir! Anfang des Kirchenjahres. Mel. Gelobet seyft du, Jesu Christ zc. Halle lu ja! S 3 41 See le, das sind frohe Wor- te; sieh, ich öffne dir die Pfor- te, dein König kommt, drum freue dich, 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sey für seine Gnad gepreist, Halleluja! 1. Nun kommt das neue Kir- chenjahr, des freut sich alle Christenschaar; Altdeutsch. 1524. du wer- thes 3i- on e. wig lich, 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für, Halleluja! Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. 42 56. $ 5 Weihnachtslieder. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 57. 1. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treu- e des ew- gen Gottes of fen- bar; und nun will er aufs Neu- e ren. durch seinen Geist uns leb 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu fingen! Dein königliches Priesterthum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sev Gott, der durch sein Wort die Christenheit und die sen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn fie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 1523. den al ten hoch- be- schwornen Bund, den einzig fe- sten Glaubensgrund. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort semmt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Heerde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter seyn, damit kein heuchlerischer Schein des Glaubens Kraft verläugne. 4. Ach, Herr, gib uns den neuen 7. So halten und vollenden wir Geist und mach) uns durch die Güte, das Kirchenjahr auf Erden; dabei die sich an uns aufs Neu erweist, bejehlen wir es vir, wie wir es enerneuert im Gemüthe. Den neuen den werden. Hier bleibt die Kirche Menschen zieh uns an, der dir al- noch im Stezit; kommt aber einst lein gefallen kann in seinem ganzen die ewigkeit, dann wird sie triumLeben. phiren. Heinr. Cornel. Hecker, geb. 1699, † 1744. Weihnachtslieder. Eigne Melodie. Altdeutsch. 1524. 1. e. lo. bet seyst du, Jesu Christ, daß du Mensch ge- bo- ren bist Weihnachtslieder. von einer Jungfrau, das ist wahr, Kyrie leis. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4. Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 43 des freu- et sich der En- gel Schaar. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in seim Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. Dr. Martin Luther, geb. 1483, † 1546. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kindlein Jesu. 58. Eigne Melodie. der gu- ten Mähr bring ich so viel, 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau außerforn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne seyn. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Noth. Er will eur Heiland selber seyn, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß 1540. 1. Dom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gu- te neu- e Mähr, da- von ich singn und sa- gen will. ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich seyn und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem liebenSohn verehrt. 44 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin; was liegt doch in dem Krippelein? was ist das schöne Kindelein? es ist das liebe Jesulein. 8. Bis willekomm, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Glend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? Weihnachtslieder. 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und war die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu seyn ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Sei-, den dein, das ist grob Heu und Windelein, drauf du König so groß und reich herprangst, als wärs dein Himmelreich. 59. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: wie aller Welt Macht, Ehr und Gut für dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. lein, mach dir ein rein sanft Bette 13. Ach, mein herzliebes JesuSchrein, daß ich nimmer vergeſſe lein, zu ruhen in meins Herzens dein. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel zu springen, fingen immer frei das 14. Davon ich allzeit fröhlich sey, rechte Susannine schon, mit Herzenslust den süßen Lon. 15. Lob, Ghr sey Gott im höch sten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuen sich der Engel Schaar und singen uns solch neues Jahr. Mel. Vom Himmel hoch zc. Dr. M. Luther, geb. 1483, 1546. 1540. 1. Dom Himmel kam der En- gel Schaar, er- schien den hir- ten of- fen- bar; 2 sie sag. ten ihn: ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krip- pen hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids und die Höll: Gotts Sohn ist wors Stadt, wie Micha das verkündet den eur Gesell. hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich seyn, daß Gott mit euch ist worden ein; er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewig Gut. 5. Er will und kann euch lassen nicht, segt ihr auf ihn eur Suversicht. Es mögen euch Viel fechten an: dem sey Troß, ders nicht lassen kann. 6. 3ulegt müßt ihr doch haben Recht; ihr seyd nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich alle Zeit. Dr. M. Luther, geb. 1483, 1546 60. Weihnachtslieder. Eigne Melodie. 1. Got tes Sohn ist kom men hie auf die fe Er. den daß er uns von Sün 2. Die sich sein nicht schämen, und sein Dienst annehmen durch ein rechten Glauben, mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 3. Die also bekleiben, und beständig bleiben, dem Herren in allem 61. S de uns al. len zu From " Altkirchlich. 1531. in ar men Ge# ber# Eigne Melodie. 1 1. Lobt Gott, ihr Christen, al. le gleich men frei et' und ent bün trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen scheiden. 4. Ei nun, Herre Jesu, schicke unser Herzen zu, daß wir alle Stunden rechtgläubig erfunden verscheiden zur ewigen Freuden. Böhm. Brüder( Joh. Horn), 1544. men 45 " den, de. Hermann. 1560. und schenkt uns sei nen Sohn. 2. Er kömmt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß J: in einem Krippelein.: I 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, 1 der Schöpfer aller Ding.:||: die klare Gottheit dran.:| 4. Er liegt an seiner Mutter Brust; ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Luft, 1: denn er ist Davids Reis,:| in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Him- mel, reich und schenkt uns seinen Sohn, 5. Das aus seim Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Seit, durch welchen Gott aufrichten wollt 1: sein Reich, die Christenheit.:| 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in seins Vaters Reich 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel seyn! Wie könnt er doch seyn freundlicher, 1: der liebe Jesus mein!:| 46 Weihnachtslieder. 8. Heut schleußt er wieder auf der Cherub steht nicht mehr dafür; die Thür zum schönen Paradeis:: Gott sey Lob, Ehr und Preis!: Nikol. Hermann, † 1561. 62. Grüger. 1656. Eigne Melodie. 1. Fröhlich soll mein Her- ze sprin- gen dieser Zeit, da vor Freud al le En gel sin' gen. Hört, hört, wie mit vol- len Cho, ren S al le Luft lau te ruft: Christus ist ge bo ren! quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 2. Heute geht aus seiner Ram' mer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu Gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können haffen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns seyn gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod, Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: laffet fahren, o lieben Brüder, was euch laufen! Stellt euch ein, Groß und 7. Ei, so kommt und laßt uns Klein, kommt mit großen Haubrennet, schaut den Stern, der fen! Liebt den, der vor Liebe uns gernlicht undLabsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sey getrost, hier wirdgefunden, der in Eil machet heildie vergiften Wunden. 10. Die ihr arm sehd und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist mei Weihnachtslieder. nes Lebens Leben: nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Ich bin rein um deinetwillen; du gibst gnug Ehr und Schmuck mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein 63. Mel. Gelobet seyft du, Jesu 2c. Hal. le lu ja. 8 1. Wir sin- gen dir, Im- ma- nu- el, du Lebensfürst und Gnadenquell, 47 Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 13. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Beit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraun- Sohn, Herr aller Herrn! 3. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Vor Andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Heerd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wann er dir sang auf Saiz tenspiel. Halleluja. 2. Wir singen dir mit deinem Rub; bist klein und machst doch Heer aus aller Kraft Lob, Preis alles groß, bekleidst die Welt und und Ehr, daß du, o lang gewünsch- kommst doch bloß. Halleluja. ter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 5. Ach, daß der Herr aus Zion kam und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich seyn! Halleluja. Altdeutsch). 1524. 6. Nun du bist hier, da liegeft du, hältst in dem Kripplein deine 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein, trinkst Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller leid; bist aller Heiden Trost und Freud und duldest so viel HerzeLicht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 9. Du bist der süßte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 10. Ich aber, cein geringster Knecht, ich sag es frei un mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so Univ.- Bibl. Giessen 48 viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. Weihnachtslieder. 11. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider seyn mein armes Herz; und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 12. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht, warst arm und dürftig, nahmst vorlieb da, wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 13. Darum so hab ich guten Muth, du wirst auch halten mich für gut. O lieber Herr, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 14. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich gelebt, nicht wie ich soll, ei, kommst du doch deswe64. fc- 1 gen her, daß sich der Sünder zu dir fehr. Halleluja. 15. Hätt ich nicht auf mir Süns denschuld, hätt ich kein Theil an deiner Huld: vergeblich wärst du mir geborn, wenn ich nicht wär in Gottes 3orn. Halleluja. 16. So faß ich dich nun ohne mers frei; du trägst den Born, er Scheu, du machst mich alles Jamwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Noth. Halleluja. 17. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigenthum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets en dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 18. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden fingen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Teschner. 1615. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet 1. 3hr Chri- sten aus er foren, hört gu- te neu, e Mähr; der Hei land ist ge bo- ren, er kommt auf Er- den her. Des freuen sich dort D. ben die Gott den Va- ter to ben 2. So fingen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es gegeben, euch ist das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. der heilgen En gel Schaar, S jetzt und fort im mer där. Fried und Liebe; was wollt ihr traurig seyn? Den Himmel er dem schenket, der an ihn glaubet fest; an diesen Schaß gedenket, er ist der allerbest. 4. Nun seyd ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schaar; denn Christus hat zerbrochen, was euch Weihnachtslieder. zuwider war: Tod, Teufel, Sünd und Hölle jetzt liegen ganz geschwächt; Gott gibt die Ehrenstelle dem menschlichen Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß 65. Eigne Melodie. Dieß ist die Nacht, dar. in es kam 1. Er- mun- tre dich, mein schwacher Geist, und tra.ge groß Ver langen, ein Kind, das& wig va ter heißt, mit Freuden zu empfangen. # da- durch die Welt mit Treu- en 2. Willkomm, o süßer Bräutigam, du König aller Ehren! Willkomm, o Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 49 du herab von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. Georg Werner, geb. 1607,+ 1671. 3. O großer Gott, wie konnt es seyn, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Himmelspracht, ja selbst dein theures Leben für solche Feinde geben? 4. D großes Werk, o Wundernacht! dergleichen nie gefunden, du bast den Heiland hergebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Vet. m. Not. Schop. 1641. und menschlich We sen an sich nahm, S als sei- ne Braut zu fret en. Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. " 5. Sag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler 3weig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 6. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sey dir von mir gesungen, daß du mein Bruder wor den bist und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben! Johann Rift, geb. 1607, † 1667. 4 50 66. Eigne Melodie. Hammerschmidt. 1646. ( Das Lied beginnt und schließt mit einem vom Chor gesungenen Halleluja.) 3 4 Weihnachtslieder. Cher: Hal.leluja, hal le luja, sa le lu ja, Hal- le- lu- ja! 1 Spal le lu ja, Hal. le luja, hal. le luja, Hal- le- luja! ja! Halle. In ja, Hal, le luja, Halle lu- ja, Hal.le- lu 1 Gem.: 1. Freu- et euch, ihr Chri- sten alle, freu e sich, wer im- mer kann! Gott hat viel an uns ge- than. daß er uns so hoch ge acht, sich mit uns be- freundt gemacht. 50Freu- de, Freu de über Freu- de; Christus weh ret allem Lei- de; E Won- ne, Won- ne über Won- ne! 2. Sieh doch, sieh, o meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der dunkeln Höhle hart sich bettet dir zu Gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. Freu et euch mit großem Schal- le, 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr; so laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz Je- sus ist die Gna- den sonne. und Sinn Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 4. Jesu nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christenschaar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wenne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. Christ. Keymann, geb. 1607,+1662. = 67. Weihnachtslieder. 51 Mel. Da Christus geboren 2c.( Altkirchlich?) 1544. 1. Wun- der- ba- rer Gna- denthron, Got tes Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krip- pen findt, großer Held von Ewigkeit, des sen Macht und Herr- lich- keit O rühmt die ganze Christen- heit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott; als ler Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schaar, daß du Gott bist wunderbar. 68. fbe! Ma ri en Sohn, S Mel. D daß ich tausend Bungen 2c. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden wieder neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Noth und Tod anficht; laß mich deine Herrlichkeit, deine Wunt= dergütigkeit schauen in der Ewigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleis nen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 1. Dieß ist die Nacht, da mir er- schie- nen, des gro- ßen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem al le En- gel die- nen, bringtLicht in meineDunkelheit; 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wann Sonne, Mond und Stern vergehen vielleicht in noch gar furs 1738. und dieses Welt- und Him- mels- Licht weicht hunderttausend Sonnen nicht. zer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles seyn. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunfel seyn. 5. Drum, Jefu, schöne Weih 52 nachtsonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sey meine Weihnachtwonne und lehre mich die Weih69. Weihnachtslieder. Mel. Lobe den Herren, den 2c. feb et doch da, 3 1. Jauch- zet, ihr Himmel, froh'lo- det, ihr En- gel, in Chören! fin get dem Her- ren, dem Heiland der Menschen, zu Eh 1 s ren! 7 lor nen sich feb ren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen zu Freunden mun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut. Freuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dieß Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. nachtkunft, wie ich im Lichte wandeln soll und sey des Weihnachtglaubens voll. Casp.Fr.Nachtenhöfer, geb.1624, † 1685. Gott will so freundlich, so 4. Gott ist im Fleische! wer kann bieß Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu seben; tretet herzu, sucht bei dem Kinde die Ruh, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll von 70. 1668. nab zu den Ver. Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, du sollst es seyn, den ich erwähle allein; ewig entfag ich der Sünde. Me 1. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erforen. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; Herr, nimm mich hin, hilf mir, in findlichem Sinn ewiglich dir nur zu leben. Gerb. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. Hermann. 1560. 1. 9m- ma- nu- el! der Herr ist hier und nimmt mein Fleisch an fich; Weihnachtslieder. Im- ma nu el! ist Gott mit mir, wer ist dann wi der mich? $ a wer ist dann wi, der mich? 2. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den eingebornen Sohn uns gibt, 1: wie hat er uns so lieb!:| 3. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit von Jefu fest beschlossen hat,: das thut er in der Zeit.: 4. Er, unser Heil und höchstes Gut, der Alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, 1: doch ohne Sünde an.:| 5. Du wunderbarer Gottmensch wirst auch mir Rath, Kraft und 71. 53 Held, mein Retter und mein Friedes fürst, 1: du Heiland aller Welt.:| Mel. Vom Himmel hoch 2c. 6. Was mir zum Seligfeyn ges bricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, : das hab ich nun an dir.:] 7.Dein Mangel wird mein reiches Theil, dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, I: gewinn ich Herrlichkeit.:] 8. Gelebt sey Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! 1: Erheb ihn, Christenheit!:| Heinr. Corn. Hecker, geb. 1699, † 1743. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erbält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer 1540. 1. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt ge- dacht! Ihn prei- se, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, 3ion, fommt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern"; gelobt sey, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich Gott Messias, bet ich an 54 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier und Gottes Kinder wer den wir. Neujahrslieder. 72. 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie ers hält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters den ist. Schoße fißt? 10. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf ErNeujahrslieder. Chrifti. Fürdhteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 3. Die reine Lehr und Sacrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande; Gott krönt 1. Das lie be neue Jahr geht an, das al te hat ein Ende; drum freu- et sich heut Je- der- mann, er- hebt sein Herz undhän- de auch Gott dem heil- gen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gefandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren: im selgen, lieben Gottes Wort geschrieben ists an manchem Ort, und wird uns klar verkündet. 1523. fe zu unserm Gott ins Himmels Tyron, dankt ihm und seinem lie- ben Sohn, das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte; er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schaar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyriakus Schneegaß, † 1597. 73. Neujahrslieder. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. fe- add 1. Das alte Jahr ver- gangen ist; wir danken dir, Herr Je- su Christ, 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner alle Zeit. daß du uns in so gro- ßer G'fahr be hü- tet hast lang Beit und Jahr. S 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir von der Sünd ablan und fromm zu werden fahen 74. 55 1555. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 3. Gedenke nicht der Missethat, damit wir, Jesu, früh und spat so oft gehandelt wider dich; vergib und gib uns gnädiglich. an; kein'r Sünd im alten Jahr gedenk; ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 4. Bergib uns alle Sünd und Schuld, gik in der strengen Noth Geduld; dein guter Geist uns wohne 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn; 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. DJesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Joh. Steuerlein, geb. 1546, † 1613. 1. Das al te Jahr ist nun da hin; er neu- re, Jesu, Herz und Sinn, 1630. zu flieh- en aller La ster Schaar in diesem lie- ben neuen Jahr. bei, sein Hülf und Trost stets bei uns sey. 2. Gib neuen Segen, Glück und Heil; hilf, daß wir sämmtlich haben Theil an dem, was uns, du höchstes Gut, erworben hat dein theures Blut. 5. Gleichwie das güldne Sonnenlicht die Strahlen wieder zu uns richt, so laß, Herr, deinen Gnadenschein uns wieder zugewendet seyn. 6. Laß deine Hülfe allezeit, du Menschenfreund, uns seyn bereit, bis wir einmal nach dieser Zeit ein gehen in die Ewigkeit. Ernst Christ. Homburg, geb. 1605, † 1681. 56 75. the Neujahrslieder. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 20. 1. Mun laßt uns gehn und tre- ten $ zum Herrn, der un serm Leben 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wann Noth und Trübsal blißen, in seinem Schoße sigen. 5. Ach Hüter unsers Lebens! fürwahr, es ist vergebens mit unferm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sey deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sey den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen uns rer Freuden. 8. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und 76. ge mit Singen und mit Be ten. Neu- es Glück und neues Leben Selnecker? 1587. bis hie her Kraft gegeben. deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Noth und Leiden uns sehen begre Zeiten. 10. Sprich deinen milden Se gen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 11. Sey der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. Mel. Werde Licht, du Stadt 2c. 12. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 13. Und endlich was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 14. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1. Hilf, Herr Je- su! laß ge lin gen, Laß es neu- e Kräfte bringen, 1738. hilf, das neue Jahr geht an. daß aufs Neu ich wandeln kann. wol- left du aus Guaden ge. ben. Neujahrslieder. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müsse mir durch dich gerathen und ganz glücklich gehen sort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wann ich schlafe, wann ich wache, wollest du, Herr, bei mir seyn; geh ich aus, steh mir zur Seiten, fehr ich heim, wollst du mich leiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Herr, ich weiß, es wird vor allen dieß mein Opfer dir gefallen. 5. Laß dieß seyn ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd; hilf, daß sie mir nicht mög schaden, sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 77. $$$$ 茶 57 A 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, Gott, mein Flehen hin. Sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Anast und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dieß Jahr mir heilig sey, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jeſu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sey nur mein Begier; Jesu, sey mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. Mel. Herzlich thut mich 2c. € 1 dir, Gott, fey Lob ge sun 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, geb. 1607,+ 1667. x 1. Durch Trauern und durch Pla- gen, durch Noth, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Kla- gen, bin ich, Gott Lob! ge- drungen; Haßler? 1613. 6 durch man- chen Sor- gen- stein dieß Jahr ist hin ge. legt: gen! Das Herz ist mir be wegt. Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wobl Neujahrslieder. 58 erhalten, haft reichlich mich getröst; dich laß ich ferner walten, wenn Unfall mir zustößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich. Gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu seyn. 4. Nach dir soll ich mich schicken und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armuth drücken? ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Berachtung tragen? ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in 78. 1. Je- fus soll die 2o. sung seyn, Je- fu Name soll al lein 7. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sey heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer, geb. 1635, † 1699. Mel. Meinen Jesum laß ich ze. Hammerschmidt. 1658. die in sei. nem Bun.de stehn 2. Jesu Name, Jefu Wort soll in den Gemeinden schallen; und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. Aengsten schweben? mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? ich will gehorsam seyn. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 6. Soll ich zum Himmel dringen? gar gern, o Gott, mein Licht! Soll mich die Höll verschlingen? ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rothe Höllengluth; du aber bist verfühnet durch deines Sohnes Blut. da ein neues Jahr er schie- nen; de nen zum Pa- nie- re dienen, und auf seinem Wege gehn. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen seyn. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sey Sonn und Schild, her allen Kummer stillt. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 79. Neujahrslieder. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 1. Ein Jahr der Sterblich- keit, ist aber mals dahin und wie der um ein Theil nun mehr zu rück. ge. legt 1 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs Neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trußz, da findet allezeit dein Volk in Nöthen Schußz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit Niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. 80. 59 1710. der kurzen Lebens.ta.ge, mit seiner Lust und Pla- ge, durch Got- tes Schuß und Kraft. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen; und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen, so stärke die Geduld, und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten; verleih an Seel und Leib, was Jedem ist vonnöthen, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 1. Ein Jahr geht nach dem an- dern hin Ach, möchte doch der trä- ge Sinn von unserer Pil- ger- schaft Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 7. Wem du das Ziel bestimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten! Laß ihn im Glauben hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf! Henr. K. v. Gersdorf, geb. 1648,+1726. Schein. 1628. der Ewig- keit ent- ge- gen. bieß fleißi- ger er wä- gen! Ach, brächte doch ein je des Jahr viel neue, gute Früchte dar! B 60 2. Allein, allein wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Gs that ihm weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget. Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schläget, fomm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan. 81. Neujahrslieder. - 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn noch dieß Jahr stehen! Trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urtheils Lauf doch dieß Jahr noch, mein Vater, auf. 5. So gib denn, lieber Heiland, Kraft, dieß Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geiz stes Saft in unsre Zweige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jak. Rambach), geb. 1693,+ 1735. - Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1. Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, dieTag undJahr uns geben. Er schü- pet, was auf Erden wohnt, er si- chert unser Leben; B S mit Preis und Dank er he ben. 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten Zungen sey dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn, daß du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßzest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir ge1523. er ists, der schafft und sorgt und wacht; auf! laßt uns ihn, den Gott der Macht, fällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bes drängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unfern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sey: dieß, lieber Va82. 201 f & # Neujahrslieder. 1 61 ter, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! Chr. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Nun lob, mein Seel 2c. 1. Herr, der du deinen Namen durch Wohlthun an uns herrlich machst, und über dei nem Sa- men, den du erwählst, so liebreich machst, Je ho va, des sen Treu. e S S und stündlich sich aufs Neue Ent- flam- me mein Ge- mü. the, 1540. und für so rei che Gü- te S 3. Herr, wie muß ich mich schämen, daß ich so schlecht dafür gedankt! Du ließt mich alles nehmen, was ich von deiner Hand verlangt. Doch dir mich ganz zu geben, im Glauben dir allein mit Leib und Geist zu leben, dir redlich treu zu uns un ver ändert liebt, uns zu bewun- dern gibt! ein ar mes pfer bringt. 2. Unendlicher Erbarmer! Er- seyn und ganz in dich zu dringen, staunend bet ich vor dir an. Wer fehlt zwar der Wille nicht, wohl bin ich Staub, ich Armer, daß du aber das Vollbringen, zu dem ich so viel an mir gethan? Anstatt im mich verpflicht. Born zu lohnen, wie ich um dich verschuldt, trägst du mich mit Verschonen und zärtlicher Geduld. Dein vielfach milder Segen bekrönte jeden Schritt, und auf gebahnten Wegen ging Gnad und Wahrheit mit. das deinen Ruhm be- singt, 4. Wie manche schöne Stunden der schnell entflohnen Gnadenzeit sind ungebraucht verschwunden und im Geräusch der Welt entweiht! Wie viele von den Gaben, die du mir hast gegönnt, sind ungenüßt vergraben und freventlich verschwendt! Wie war ich doch so tras ge, zu thun, was mir gebührt, wie langsam auf dem Wege, der in den Himmel führt! 5. Laß, Jesu, Gnade finden die Seele, die nicht ruhen kann, als bis die Last der Sünden von dem 62 Gewissen abgethan. Ach, sprich ein Wort und blicke auf dein gebeugtes Kind, wirf hinter dich zurücke, was sich von Schulden findt; laß keine mich beschämen und in das neue Jahr nichts von dem alten nehmen, was dir mißfällig war. 6. Laß deinen Geist mich stärken, zeuch immer näher mich zu dir, und laß mich stündlich merken, wie mächtig deine Kraft in mir. Hilf, Herr, laß wohl gelingen, gib Glauben, Muth und Fleiß, dir viele Frucht zu bringen zu deines Namens Preis. Laß mich stets brünstig flehen und auf die Ewigkeit den guten Samen säen, der sich der Ernte freut. Epiphaniaslieder. 7. Soll mir ein Jahr der Leiden und Prüfungen bestimmet seyn, 83. Epiphaniaslieder. stellt sich auf allen Seiten bei mir des Kreuzes Trübsal ein: nun so gescheh dein Wille; nur schenke mir in dir Gelassenheit und Stille und halte fest bei mir. Ich weiß, von guten Händen kommt doch nichts Böses her; das Kreuz das sie mir senden, drückt doch niemals zu schwer. 8. Hast du, Herr meiner Tage, in diesem Jahr mein Ziel bestimmt, in dem der Wallfahrt Plage und Schmerz und Leid ein Ende nimmt: omit welch großen Freuden, wenndeineGottesmacht ihr gnädig Vollbereiten an mir zu Stand gebracht, sink ich dir in die Hände und feire mit der Schaar, die triumphirt ohn Ende, mein Hall- und Jubel- Jahr! Andreas Rehberger, geb. 1716, † 1769 S Mel. Valet will ich dir 2c. 1. König al ler Ehren, Herr Je su, Da- vids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß all hier auf Er den $ 9 dein Reich be- kannt mög wer den 2. Von deinem Reich auch zeu: gen die Drei aus Morgenland; die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt. Der neuStern auf dich weiset, dazu das göttlich Teschner. 1615. den Menschen weit und breit S zur ew gen Se lig, feit. Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt; doch achtest du gar wenig vergänglich S Epiphaniaslieder. Gut und Geld; prangst nicht auf einem Roffe, trägst keine güldne Kron, figst nicht in festem Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret; dein Glanz erstreckt sich weit; dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schüßzen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sigen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf! 84. 63 Dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf; mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Noth. 6. Du wollft in mir entzünden dein Wort, den schönsten Stern; laß falsche Lehr und Sünden seyn von meim Herzen fern; hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behemb, geb. 1557, † 1622. Eigne Melodie. 1. Wer- de Licht, du Stadt der Hei- den, schaue, welch ein Glanz mit Freuden 4. Gottes Rath war uns verborgen; seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen ist 1738. und du Sa- lem, werde Licht; über deinem Haupt anbricht: Gott hat de rer nicht. ver- ges- sen, die im Finstern sind ge- ses sen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dieß Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält: die nach die sem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dieß Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel Jedermann; unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit, und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüth in aller Noth Epiphaniaslieder. 64 dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen 85. freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist, geb. 1607, † 1667. Schop. 1642. Mel. Werde munter 2c. 1. Freu- et euch, ihr Gottes Kin- der! prei- set mit mir Got- tes Macht; freu- et euch, thr ar- men Sün- der! laßt der Welt den Stolz und Pracht; freut euch, daß euch Gott regiert daß wir ar men hei- den kön- nen 2. Seine Herrschaft sich erstrecket über alles, was da lebt; seine Hand schüßt und bedecket, was sich reget, webt und schwebt. Wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Bliz und Donner fort; es durchdringet Geist und Leben und kann Trost und Hoffnung geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs haben endlich gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei, so ändert euern Muth! Preiset 86. 1 1. Je su, großer Wun- der- stern, meine See le will so gern uns nun Gottes Kin- der nen- nen. Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. und zu sei ner kir che führt, 4. Aller Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schuß und Zuversicht. Preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Johann Dlearius, geb. 1611, † 1684. Grüger.( 1653) 1658. Mel. Jesus, meine 3uversicht 2c. nimm, ach nimm doch gnädig an, 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber der aus Ja- kob ist er schie- nen, dir an deinem Feste dienen; was ich Ar- mer schen- ken kann. habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es Epiphaniaslieder. auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen seyn. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 87. 1 Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. Wie herrlich strahlt der Mor- gen- stern! Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, Glanz geht auf vom Herrn! fin stre See len Licht, 65 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde. Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesu, nimm mein Opfer an! Erdm. Neumeiſter, geb. 1671, 1756. Dein Wort, Je= fu, 1599. $ und zum Leben; wer kann dich 2. Du hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des MenschenSohn, desHimmelsgroBer König! von ganzem Herzen preis ich dich; hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zudirkomm ich; wahrlich Reinertröstetdeinersichvergebens, sucht er dich nur, Herr desLebens. 3. Durch dich nur kann ich selig seyn; o drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sey, aus Weltfinn deinen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. Vet. m. Not. Dwelch ein du bringst in Wer sollte sein nicht achten? die nach der Wahr- heit schmach- ten. ist voll Klar- heit, führt zur Wahrheit genug er be- ben? 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstenswerd erblicken. Du wirst indeß durch deine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken und erquicken. Tröste du mich Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freun de, und dann fürchte keine Feinde. 5 66 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen! Dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Lönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu ich mich, o Jesu 88. Darstellung Christi. Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände. Ewig werd ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlig schaue. 1 1. Mit Fried und Freud ich fahr da hin 2. Das macht Chri- stus, wahr Gottes Sohn, 3. Den hast du Al len für ge stellt 4. Er ist das Heil und se lig Licht Darstellung Christi. Eigne Melodie. 1. Ge troft ist mir mein Herz und Sinn, 2. den du mich, Herr, haft seh Ian, 3. zu seinem Reich die ganze Welt . en 4. zur leuchten, die dich kennen nicht, 1. Wie Gott mir ver bei Ben hat, 2. daß er sey das Leben mein 3. durch dein theu er heil sam Wort, 4. Er ist deins Volks If ra el . 1 89. 1. Herr Jesu, Licht der Heiden, Joh. Adolph Schlegel, geb. 1721, † 1793. wir fom men jetzt mit Freu, den in die sen deinen Tempel in Gottes der treue mit großen für die 1 Luther? 1524. der Tod ist mein Schlaf worden. und Heil in Noth und Ster ben. an al lem Drt er schol. Ien. der Preis, Ebr, Freud und Won ne. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. Haßler? 1613. Wil. le. Hei. land, den, Gna Hei. den, S sanft und stil. le. und macht be heißen und zu la den wei- den. fannt, der Frommen Schaß und Lieb, durch deines Gei- stes Trieb und suchen mit Begier Passionslieder. # nach Si. me. ons Er em pel 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sey unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schreden unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Bagheit Gluth und Flamme, in Noth ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ fann fingen den schönen Schwanenton: Mir werden nun 90. dich, großer Gott, all- hier. mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen mich hart und ängstlich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds ge= schehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Joh. Franck, geb. 1618, † 1677. Passionslieder. Eigne Melodie. ( Christus, der uns selig macht.) hilf, Chri- ste, Got- tes Sohn, durch dein bit ter Let daß wir stets dir un ter than F 67 deinen Tod und sein Ur. sach Altkirchlich? 1531. 1 den, all Un tu gend mei. den, fruchtbar. lich be den. fen, dafür, wie wohl arm und schwach, dir Dank: o. pfer schen. ken. Mich. Weiß( 1531). 5* 68 91. Passionslieder. Eigne Melodie. 1. Ach, wir armen Sün- der! unsre Mis se that, da rin wir empfangen und ge bo- ren sind, bat ge- bracht uns al le in solch große Roth, Altdeutsch. 1534. daß wir un ter- wor- fen sind dem ew- gen Zod. Ky. ri. e e le. i. son! Christe e. le. i. son! 2. So nicht wäre kommen Christus in die Welt und an sich genommen unser arm Gestalt, hätten wir seyn müssen ewiglich in Noth; Christ hat sich gegeben für uns in den Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 3. Solche große Gnad und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Ky rie e le. i. son! Tod und nicht gar verzagen vor der Höllen Gluth. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 4. Darum wolln wir loben, danken allezcit dem Vater und Sohne und dem heilgen Geist; bitten, daß fie treiben all Noth von uns fort, und daß wir stets bleiben an Gotts heilgem Wort. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleiſon! Nach laus tibi Christe um 1559. 92. $ 1. Herr Christe, treu- er Heiland werth, einSchöpferhimmels und der Erd, Mel. D Jesu Christ, meins 2c. nimm un- ser G'bet mit Gna- den an, 2. Dein Güt so groß ans Kreuz dich bracht, dadurch wir ledig sind gemacht; denn Adams Sünd und Bande schwer trägst du und lösest fie, o Herr! 3. Dein ist der hohe Himmels1630. zu dei- nem Lob und Preis ge- than. thron, noch wirst du eines Menschen Sohn, und weigerst dich des Sterbens nicht, eins schmählichen Tods wirst hingericht. 4. Du läßt dir Bande legen an, auf daß wir Freiheit mögen han; Passionslieder. die Schuld du trägst, die ewig Schmach zu wenden und all Ungemach. 5. Am Kreuz du hängest angehaft't, die Erd bewegest du mit Kraft, befiehlst den Geist ins Vaters Hand, und Finsterniß bedeckt das Land. 93. am Eigne Melodie. 69 6. Bald stehst du auf, ein Siegesherr, und leuchteft in des Vaters Ehr; deins Geistes Kraft, du König fromm, uns allezeit zu Hülfe komm! fest 1. Herz- liebster Je su, was hast du ver- bro- chen, daß man ein solch scharf Vincentius Schmuck, geb. 1565, 1628. ( Nach Rex Christe factor omnium.) 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, mein Herr Jesu! babe dieß verschuldet, was du erduldet. Ur- theil hat ge- spro- chen? Was ist die Schuld, in was für Mis- se- tha ten 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. Crüger. 1640. bist du ge ra. then? 2. Du wirst gegeißelt und mit Scheitel war nichts Guts zu finDorn gekrönet, ins Angesicht ge- den. Dafür hätt ich dort in der schlagen und verhöhnet, du wirst Hölle müssen ewiglich büßen. mit Effig und mit Gall getränket ans Kreuz gehenfet. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen; Gott liegt gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der 7. D große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese marterstraße. Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten! Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten! Kein menschlich Herz vermag es außzudenken, was dir zu schenken. 9. Ich fanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebeskhaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß fie 70 aufs Neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. Passionslieder. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften: so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, 94. 支 Mel. Zion tlagt mit 2c. keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todese schmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dieß alles, obs für schlecht zwar ist zu schäßen, wirst du, o Herr, nicht gar bei Seite sehen. In Gnaden wirst du dieß von mir an nehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Chrenkrone: so will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob und Dank fingen. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 1. Se fu, deine tie- fen Wun- ben, ge ben mir zu allen Stun- den Fällt mir etwas Ar- ges ein, die er lau bet mei- nem Herzen 2. Will sich dann Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut: so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und seßt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubiliren, alsdann schau ich emfig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden haft: so fann ich in Andacht blei ben, alle böse Lust vertreiben. Krüger. 1640. dei ne Qual und bitt- rer Tod Trost in Leibs. und See- len- noth. denk ich bald an dei- ne Pein, mit der Sün- de nicht zu scherzen. 4. Ja für alles, was mich fränket, mir dein Leiden Hülfe schafft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpft es neue Lebenskraft; deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Dein Lod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. Passionslieder. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn alier Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit; ich 95. $ Eigne Melodie. 1. Du gro ßer Schmerzenmann, Herr Jesu, dir sey Dank 71 verberge mich in dich, welch Feind will verlegen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Bopelius? 1682. für det ne See len angst, S für deine Gei. ße lung, 2. Ach, das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet. Ach, unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst gethan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Theil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenfron, wenns 96. vom Ba- ter 10 ge schlagen, für al le deine Pla gen, " für dei ne Band und Noth, für dei nen bit tern Tod. kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu Gut, wenn wir in Aengsten liegen; durch deinen Todeskampf laß uns im Tode stegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir freuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden seyn die Heilung unsrer Sünden; laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen; o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Bein dein Leiden, Angst und Noth ja nicht verloren seyn. Adam Thebesius, geb. 1596, † 1652. Mel. Herr Christ, der einig zc. 1524. 1. Wenn meine Sünd mich fränken, o mein Herr Je- su Christ, so laß mich wohl be- den- ken, wie du ge- stor- ben bist. 72 Pastonslieder. und alle meine Schulden last auf dich ge- nom- men haft. 2. Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Gluth. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für solche Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Noth und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Be97. am Stamm des heil- gen Kreuzes gier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch seyn Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich verläugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jedermann, ohn igennuß und Heuchelschein, und wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. Tausend, tau- send- mal sey dir, 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, geb. 1601,+ 1671. Eigne Melodie. 1. Je- su, meines Lebens Leben, der du dich für mich gege. ben 1687. Je su, mei- nes To, des Tod, in die tief ste See- len- noth, in das äußer ste Ver der ben, nur daß ich nicht möchte ster- ben. lieb- ster Je su, Dank dafür. Passionslieder. 73 trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach ei haft ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes- Sohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden läsfest du dir schlagen; alle Marter trägest du, um zu heilen meine Plagen und zu seßen mich in Ruh; ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergößen, mir die Ehrenfron aufseßen. Tausend, tauſendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen seyn geschlagen, mich zu lösen von der Pein; fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher seyn; daß ich möchte 98. 6. Du hast dich mit Schmach bedecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen seyn gequälet. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat gebüßet meinen Stolz und Uebermuth; dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu Gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tauſendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für die gesammte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Für dein Bittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar seyn. Ernst Chr. Homburg, geb. 1605, † 1681. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 1525. 1. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ih. rer Kinder; es geht und trä get mit Geduld die Sün- den al ler Sünder; es geht dahin, wird matt und frank, ergibt sich auf die Wür- ge- bank, verzeiht sich aller Freu- den; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wun- den, Strie- men, Kreuz und Lud, und spricht: Ich wills gern 74 1 Passionslieder. oder: lei den. 1 let. den. 2. Das Lämmlein ist der große zu Gut gethan, das will ich stets, Freund und Heiland meiner See- so tief ich kann, in mein Gedächtlen; den, den hat Gott zum Sün- niß schließen. denfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornes Ruthen; die Straf ist schwer, der Born ist groß; du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. S * 3. Ja, Bater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund; mein Wirken ist dein Sagen. Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollt seyn meines Herzens Licht, und wann mein Herz in Stücke bricht, follt du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollt ein Schathaus werden der Schäße, die viel größer seyn, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt, weg Ehre, Wollust, Pracht und Geld! Ich hab ein Bessers funden: mein großer Schatz, Herr Jefu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es seyn mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wann mir nichts mehr schmecken will, soll mich dieß Manna speisen; im Durst solls meine Quelle seyn, bin ich verlassen und allein, soll es mein Tröster heißen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wann mich der Sonnen Hißze trifft, so kann mirs Schatten geben. Seßt mir der Wehmuth Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker; und wann des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 9. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so laß dieß Blut mein Purpur seyn, ich will mich darein kleiden; es foll seyn meines Hauptes Kron, in wel Passionslieder. cher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohl99.5 Mel. D Welt, ich muß dich 2c. 1. Welt, sieh hier dein Leben dein Heil sinkt in den Tod; läßt wil. lig sich beschwe- ren 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpftem Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3 Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 75 geschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, daß dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch; dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal seyn. 1598. am Stamm des Kreuzes schweben: der große Fürst der Eh- ren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 7. Du sepest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben will ich thun: es soll dein Tod und in diesem armen Leben; Eins aber Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sey auch, wo ich sey; es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie schrecklich seine Nuthen, wie zornig seine Flue Passionslieder. 76 then, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Muth; und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse Bungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 100. 14. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Geist gelüft. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Rub. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Mel. Herzlich thut mich zc. 1. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und vol·ler Hohn! D Haupt, zum Spott ge bun den Haupt, sonst schön gezie. ret S jegt a. ber höchst schimpfi ret, Haßler? 1613. mit ei ner Dornen fron! mit höchster Ehr und Zier, ge grü Bet seyst du mir! 1 2. Du edles Angesichte, davor selbst verschuldet, was du getragen sonst schrickt und scheut das große hast! Schau her, hier steh ich ArWeltgewichte, wie bist du so be- mer, der Zorn verdienet hat, gib speit, wie bist du so erbleichet, wer mir, o mein Erbarmer, den Anblick hat dein Augenlicht, dem sonst kein deiner Gnad. Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es 4. Erkenne mich, mein Hüter; mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost; dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelsluft. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 6. 8 dient zu meinen Freuden und kömmt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines 101. Passionslieder. 77 Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sey. $ 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Bein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken; da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, geb. 1606. † 1676. Mel. Zion flagt mit Angst 2c. 1. Sey mir tausendmal gegrü. Bet, Je su, der du selbst ge bu. Bet . ach, wie ist mir doch so wohl, an dem Kreuze, da du stir best -2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich qualen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht, und ich selber mir gemacht; wird, o Grüger. 1640. der mich je und je ge- liebt, das, wo mit ich dich be- trübt; wann ich fnien und lie- gen soll und um meine See le wie best. Arzt, dein Blut mich neßen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen seyn; du bist doch Passionslieder. 78 mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, auf das Best ich immer kann; schaue meiner Hände Falten und 102. mich selber freundlich an von des hohen Kreuzes Baum, und gib meiner Bitte Raum; sprich: Laß all dein Trauren schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 1. Herr Je fu, dei ne Angst und Pein laß mir vor Augen all- zeit seyn, Laß mich an dei- ne große NothPaul Gerhardt( nach Bernhard von Clairvaux), geb. 1606, † 1676. die weil ich le.. be, den ken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach, liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen seyn, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rath und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 1594. und dein betrübtes Lei- den die Günde zu ver- mei- den. und deinen herben, bittern Lod, 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen; und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch vielmehr zusammt dem ganzen Hims melsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht seyn, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Noth und selig sterbe. Amen. 103. 3m obigen Ton. 1. 3ch danke dir für deinenTod, die Verdienste solcher Bein ein Herr Jesu, und die Schmerzen, Labsal meiner Seelen seyn, wenn die du in deiner letzten Noth mir die Augen brechen. empfandst in deinem Herzen. Laß 2. Ich danke dir für deine Hulb, Passionslieder. die du mir hast erzeiget, da du mit Bahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach, neig dich auch zu mir, mein Gett, wenn ich gerath in Todesnoth, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner 104. Eigne Melodie. 1. du Liebe meiner Liebe, die du dich aus höchstem Triebe det nes Lei dens, mir zu Gu- te, 79 Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sey umsonst dein theuer werthes Leiden; nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr liebster Jesus bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler, geb. 1624, † 1677. und bezahlt mit deinem Blu- te 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Born und Eifer trägt, den, so Niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da sich Kraft und Athem endt; Liebe, die fich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich, als seine Braut, unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch 1698. S du er wünschte Se lig feit, in das jam- mer- vol- le Leid als ein Schlachtschaf ein gestellt, " D S al le Mis se that der Welt. meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutverwundten Herzen sanft in dir gestillet seyn. 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft in deiner Seiten rub! 6. Liebe, die sich todt gekränket und für mein erkaltes Herz in ein faltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dant, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erwor ben; nimm mich ewig liebend an! S4 Scheffler, geb. 1624,+ 1677. 80 105. Passionslieder. Mel. Jesu, der du meine Seele 2c. $ 1. Je su, der du wol len bü. Ben durch dein theures Blut- ver- gie- Ben, als ein Opfer für die Sün- der, S 1662. für die Sünden aller Welt der du dich haft dar gestellt $ die ver- dammten A. dams- fin- der: ach, laß dei ne To des pein 2. Rétte mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt; laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt: hilf, daß mich dein Angstschweiß fühle, wenn ich Drangsalshizze fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine 7. Ach, laß deine tiefen Wunden Kron und Ehre sey. Trost der See- frische Lebensbrunnen seyn, wenn len, Heil der Erden, laß mich nicht mir alle Kraft verschwunden, wenn zu Schanden werden! Ach, laß ich schmacht in Seelenpein. Senk deine Todespein nicht an mir ver- die Schuld, die mich beladen, in den loren seyn! is der Abgrund deiner Gnaden. Ach, laß 4. Rede durch dein Stilleschwei- deine Todespein nicht an mir vergen, liebster Jesu, mir das Wort. loren seyn! Wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet und mir mit Verdammniß drauet: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! nicht an mir ver lo ren seyn! Todespein nicht an mir verloren seyn! 6. Heile des Gewissens Striemen, nimm von mir der Schmerzen Last durch die Geißeln, durch die Riemen, welche du gefühlet hast, daß ich böser Knecht der Sünde Satans Streiche nicht empfinde. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren seyn! b 8. Ach, zerbrich des Eifers Nuthe, ach, erzeige Gnad und Huld, tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; laß mich in der Angst von Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach, laß deine Lodespein nicht an mir verloren seyn! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, 9. Jesu, komm, mich zu befreien nahe dich zu mir! Kröne mich mit durch dein lautes Angstgeschret: Huld und Gnade, daß kein Sün- wenn viel tausend Sünden schreien. dendorn mir schade. Ach, laß deine stehe doch mir Armen bei; wenn Passionslieder. 81 mir Wort und Sprach entfallen, Laß mir deine Todespein Leben, laß mich sanft von hinnen wallen. Heil und Himmel seyn! 106. f Eigne Melodie. 1. Als Je- sus an dem Kreuze hing, das faß, o Mensch, zu Herzen. 2. Die erste Nede, wie er bat, betraf des Baters Güt und Rath: Vergib dem Volk die Sünden; es kennt nicht seine Missethat; ach, laß es Gnade finden! da hatt er Angst und Schmerzen. Was da aus seinem Mun- de ging, 3. Das andre Wort, womit er lehrt, ward zu des Schächers Trost gehört: Dein Leid wird in Vertrauen, dein Tod ins Paradies verkehrt, mich heut allda zu schauen. 4. 3um dritten stund die Mutter dar, da sprach er: Weib, daß mich gebar, dieß ist dein Sohn geblieben; Johannes, nimm der Mutter wahr, die sollt du kindlich lieben. 5. 3um vierten rief er aus: Mich dürft! Wornach, du großer Lebensfürst? den Menschen Heil zu bringen. Wenn du von hinnen scheiden wirst, so wird es dir gelingen. 6. 3um fünften schrie er heftig107. feud Altdeutsch. 1545. der Tod schier Seel und Leib um- fing, lich: Mein Gott, mein Gott, entzeuchst du dich? Wie? hast du mich verlassen? Ich leide Noth und ängste mich; doch kannst du mich nicht hassen. 7. 3um sechsten nehmet dieß in Acht: Mein Leiden ist nunmehr vollbracht, so viel die Schrift erweiset. Ein Sünder, der in Buß erwacht, wird hier mit Trost gespeiſet. 8. Das siebent ist sein letztes Wort: Herr, zeuch mit meinem Geifte fort; es geht nunmehr zum Ende; den übergeb ich dir, mein Hort, in deine Baterhände. 9. Wer recht hierüber in sich schlägt, wer Christi Pein und Wort erwägt und sich zu Gott erhebet, dem wird die Gnade beigelegt, wodurch er ewig lebet. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 1. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, der Frie- de- fürst entschläft im Frieden; Vet. m. Not. 1715. mein Je- sus schließt die Augen zu; die Lebens son ne geht zur Rub S 6 82 Passionslieder. + v großes Wort: es ist voll- bracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Leichnam hin; dich wünschen Engel zu umfangen: ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Naum gemacht; o tröstlich Wort: es ist vollbracht! und sinkt in stil le To- des nacht; 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos seyn; das Herz der Treue wird gebrochen; den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht; o wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist vollbracht! 108. fe 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhie zugegen; ich schlummre sanft mit Jakob ein: die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomon Frand, geb. 1659, † 1725. Grüger.( 1653) 1658. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. See le, geh auf Gol gatha, und be den te, was dich da 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von fet dich unter Je su Kreuze für ein Trieb zur Buße rei. ze; willst du un empfindlich seyn, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild des Kreuzes Stamm, wie ich mich zwischen Erd und Himmel hangen, um dich betrübe. Dein im Blute wie das Blut mit Strömen quillt, wallend Herz sezet mich in tausend daß ihm alle Kraft vergangen. Ach Schmerz. der übergroßen Noth! es ist ja mein Jesus todt. 3. D Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Bein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich and Kreuze hin. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten; du verbindest mich zu sehr; alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallentrank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben. Dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du Passionslieder. mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Noth verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft, bis du mich erquicken wirst. 83 hen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen; führ in allem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Noth auch geduldig überwinden; nirgend sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden finden. Wer sich hier ein Bette macht, spricht zuleßt: Es ist vollbracht!" Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Grüger. 1640. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmä109. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 1. Herr, stär- te mich, dein Leiden zu be denken, mich in das Meer der Liebe zu ver senken, die dich be wog, von aller Schuld des Bösen uns zu er lösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch aus Gottes Feinde zu Gottes gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll Hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, fie demuthsvoll zu preiſen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich 9. So sey denn ewig auch von tief, und es erhebt mich wieder, mir gepriesen für das Erbarmen lehrt mich mein Glück, macht mich das du mir bewiesen. Du hast, 6* 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 84 mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Passionslieder. 110. Freuden deinen Willen üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte mir neue Kräfte. Mel. D Traurigkeit 2c. e- d 1. Am Kreuz erblaßt, der Mar- ter Last, 2. Ein heilger Schmerz durchbringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Bruft fann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du liebtest mich und gabest dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größre Liebe je, größre Huld zu finden? 4. Du hasts gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei babest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth eh111. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715,+ 1769. findet mein Er lö- ser erst in dem Grabe Frie. de. R. Haffe? 1641. der To- des- qua- len mü- de, ren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erfiären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten, sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich den Todesbanden. 8 Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du stehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 1. Wir dan- ten dir, Herr Je- su Christ, 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Christoph Friedr. Neander, geb. 1724, † 1802. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. und hast uns durch dein theures Blut 1544. daß du für uns ge- stor- ben bist, gemacht vor Gott ge- recht und gut. Begräbniß Jesu. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden roth, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der legten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, rett uns durch dein allmächtig Hand, daß wir im Kreuz Begräbniß Jesu. Eigne Melodie. Siche Nro. 110. 112. 1. Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott, des Vaters einigs Kind, wird ins Grab getragen. 85 geduldig seyn, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen drauß die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer, † 1600. 2. O große Noth, Gott selbst liegt todt; am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 113. Mel. 1. Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 2. Verleih, o Herr, und Stärk und Muth, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der Jungfrauen, Niemand kann dein heißes Blut sonder Reu anschauen. 7. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gefentet. Nun laßt uns den Leib ze. Siehe Nro. 111. 8. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Johann Rift, geb. 1607, † 1667. Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getödtet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben seyn. Georg Werner, geb. 1607,+1671 86 114. 1. So rub- est du, 115. $$$$$$$ Ofterlieder. und erweckst durch deinen Tod 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Aufenthalt! das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. Christ ist Mel. D Traurigkeit zc. 4. D Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 15 o mei- ne Ruh, er mei ne tod te Seele. 5. Sie wird mir seyn ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. Osterlieder. Eigne Melodie. stan den " in deiner Gra- bes- höb- le, 6. Gar nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indeß will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken, und an deinen bittern Lod bis in Tod gedenken. Salomon Franck, geb. 1659, † 1725. N. Haffe? 1641. von der Mar- ter al Kyrie leis! Wär er nicht er stan. den, S war ver gangen; feit daß er er- stan- den ist, Altdeutsch. 1535. des solln wir al. le froh seyn, Christ soll unser Trost seyn. 1 le; Herren Jefum Chrift! Kyri. e. leis! Hal ledie Welt die so lob'n wir den Iu. ja, $ Hal. le " 116. Ofterlieder. lu. ja, Hal le. lu ja! al le froh seyn, Christ soll unser Trost seyn; Ky ri. e. leis! Alte Kirche. Eigne Melodie. Ky ri. e e. le. i. son! 2. Der ohn Sünden war geboren, trug für uns Gottes Born, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison! 117. - ZE 1. Jesus Christus, un ser heisland, der den Tod über wand, 1 ist auf er stan. den; die Sünd hat er ge fangen. S 8 1 Eigne Melodie. 1. Chrift lag in To.des. ban den, 2. Den Lod Niemand zwingen konnt 3. Je sus Christus, Gottes Sohn, 4. 8 war ein wun- der- lich- Krieg, 5. So feiern wir das hob- Fest · 87 Des folln wir - $ 1535. 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat. Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 1524. für un ser Sünd gegeben; bei allen Menschen- fin- dern; an unsrer Statt ist kom men da Tod und Leben run- gen;, mit Herzens- freud und Won- ne, 1. der ist wie der er stan. den 2. das macht alles un ser Sünd, und hat uns bracht das Leben. fein Unschuld war zu finden; 3. und hat die Sünde abge.than, da mit dem Tod genom- men 4. Das Le ben be hielt den Sieg, es hat den Tod verschlun- gen; die Sonne. 5. das uns der Herrscheinen läßt; er ist sel ber 88 1. Des wir fol len fröhlich seyn, 2. da von kam der Tod so bald 3. all sein Recht und sein Gewalt; 4. Die Schrift hat ver- fün- det das, 5. der durch seiner Gna- den Glanz 118. sterlieder. 1. und fin- gen: Hal- le. lu.. ja, 2. hielt uns in seim Reich ge- fan- gen. 3. den Stachel hat er ver lo ren. 4. ein Spott aus dem Tod ist worden. 5. der Sünden Nacht ist ver- gangen. 1. Christus ist er. ftan den Eigne Melodie. 3 6 des freu- et sich der En- gel Schaar Halle luja! 2. Der für uns sein Leben in den Tod gegeben, der ist nun unser Osterlamm, daß wir uns freuen alleſammt. Halleluja! Gott To ben und dankbar feyn und nahm über uns Gewalt; da bleibt nichts denn Todsgestalt; ein Tod den an- dern fraß; leucht un ser Herzen ganz; wie er 3. Der am Kreuz gehangen, kein Trost fonnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwiegen zur Höllen gestiegen, den wohlgerüsten Starken band, der wird nun in der Höh erkannt. Halleluja! 119. S S Halle. Iu. ja! Hal. le. Iu- ja! Halle. Iu- ja! Halle. Iu- ja! Halle. In. ja! Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Altdeutsch. 1531. von des To. des Ban den; Eigne Melodie. 4 und singt im Himmel im- mer- dar. 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und sein Thun wird fräftig erweist und in der Christenheit gepreist. Halleluja! 6. Er läßt nun verkünden Vergebung der Sünden, und wie man die durch rechte Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja! 7. O Christe, Osterlamm, freis uns heut allesammt, nimm weg all unser Missethat, daß wir dir fingen früh und spat. Halleluja! Böhmische Brüder 1531. Vulpius? 1609. 1. Gelobt sey Gott im höchsten Thron sammt seinem ein ge bor nen Sohn, 豆 Osterlieder. der für uns hat ge- nug ge than. Hal le.lu- ja, Hal le lu. ja, Hal- le luja! 2. Des Morgens früh am dritten Tag, weil noch der Stein am Grabe lag, erstund er frei ohn alle Klag. Halleluja:,::,: 3. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Noth, versühnet Sünd und Missethat. Halleluja:;::;: 120. hal . le. Iu- ja! 89 4. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja!:,::,: Eigne Melodie. 5. O mache unser Herz bereit, damit wir, von der Sünd befreit, dir mögen singen allezeit: Halleluja:,::,: Böhmische Brüder 1531. 1. Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich Niemand gnug freu- en mag. 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Noth hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her; das Leben siegt und ward ihm Herr; zerstört ist nun all seine Macht; Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! Chrift, un- ser Herr, heut trium- phirt; all sein Feind er ge- fan- gen führt. N. Hermann. 1560. 4. Die Sonn, die Erd, all Creatur, und was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich seyn, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Chrift, zum Troft du uns erstanden bist. Halleluja! Nikol. Hermann, † 1561 90 121. Osterlieder. Eigne Melodie. 1. Heut tri- um- phi- ret Gottes Sohn, der von dem Tod er- stan- den schon, Sal- le- lu- ja, Hal. le luja! mit großer Pracht und Herr- lich- keit, S des dank'n wir ihm in Ewig. feit. Sal- le. luja, hal- le luja! 2. Dem Teufel hat er sein Gewalt zerstört, verheert in aller G'stalt, Halleluja, Halleluja! wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr. Halleluja, Halleluja! Er liegt bestegt, der arge Feind, dagegen wir Gotts Kinder seind. Halleluja, Halleluja! 6. Dafür danken wir alle gleich und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja, Halleluja! Es ist am End; Gott helf uns all, so fingen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 7. Gott dem Vater im höchsten Thron, sammt Christo, seinem lieben Sohn, Halleluja, Halleluja! dem heilgen Geist zu gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja, Halleluja! Basilius Förtsch, † 1619. 3. O süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! führuns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja! 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Noth; wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja, Halleluja! der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Lod. Halleluja, Halleluja! 1601. 122. 1. Früh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Halleluja, Halleluja! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja!:,: Im obigen Ton. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Noth verschlossen, gleich als wär ich todt, Halleluja:,: läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn, Halles luja!:,: 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang. Halleluja:: Den dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja!:,: Osterlieder. 91 sich nicht regt, Halleluja:,: geht aus dem Grab in eigner Kraft; Lod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Halleluja!:,: 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz ge fangen hält. Halleluja:,: Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja!:,: 5. In Kurzem wach ich fröhlich auf; mein Ostertag ist schon im Lauf. Halleluja: Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja!:,: 13. Lebt Christus, was bin ich 6. Am Kreuz läßt Christus öf- betrübt? Ich weiß, daß er mich herzfentlich vor allem Volke tödten sich.. lich liebt; Halleluja:,: wenn mir Halleluja:,: Da er durchs Todes gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß Kerker bricht, läßt ers die Menschen ich Christum bei mir hab. Hallesehen nicht. Halleluja!:,: luja!:,: 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt; kein groß Gepräng ihm bie gefällt. Halleluja:,: Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste seyn. Halleluja!:,: 8. Hier ist noch nicht ganz tund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, Halleluja:,: der große Schat, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja!:,: 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, was er für Thaten hat gethan, Halleluja:,: wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Lod zerdrückt. Halleluja!:,: 10. Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud; Halleluja:,: ich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja!:,: 12. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja:,: Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja!:,: 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst todt und 14. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja:,: Wo er jetzt lebt, da muß ich bin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja!:,: 15. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Halleluja:,: Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja!:,: 16. Mein Herz darf nicht entseßen sich; Gott und die Engel lieben mich. Halleluja:,: Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furch und Traurigkeit. Halleluja!:,: 17. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Halleluja!:: Dort wollen wir auf besre Weiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja!:,: Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. 92 123. Osterlieder. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 1. 0 Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jeßt derTeufel thun, wie grausam er sich stel.le? Gott sey ge- dankt, der uns den Sieg durch Jesum Chrift ge ge • ben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang; jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so steget fie doch darum nicht; der Kopf ist ihr zertreten. # 1523. 3. Lebendig Christus kommt herfür; den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen; nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Ueberwinder. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpset seind; ihr Zorn ist fraftlos worden. so herr- lich hat nach diesem Krieg Christi Worten glaubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht, und unvergånglich Wesen. 7. Das ist die rechte Osterbeut, der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Chrifti verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jett der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sey gedankt, der und den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. Justus Gesenius, geb. 1601,+1671. 5. Es war getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So Jemand 124. Im obigen Ton. 1. Der Hölle Pforten sind zer- des Satans Reich ist ganz verheert; stört; der Tod ist nun verschlungen; Lob sey dir, Gott, gesungen! der Ofterlieder. Sünden Macht ist abgethan; durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erforen. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen, und stecket auf das Heilspanier, gleichwie er hat versprochen; er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschäße. 4. Drum lasset uns in Fröhlich keit Herz und Gemüth erheben, weil 125. Hal le luja! S 93 uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel neu gegeben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Noth, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugniß obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, wie Christus, auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer, geb. 1606, † 1673. N. Hermann. 1560. Mel. Erschienen ist der 2c. 1. Wir danken dir, Herr Je su Christ, daß du vom Tod er- stan- den bist, und haft dem Tod zer stört sein Macht und uns das Le- ben wiederbracht. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener seyn. Halleluja! 126. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron sammt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sey Lob und Preis. Halleluja! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. 1. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegan- gen; er mun tre dei- nen Geist und Sinn, den Heiland zu empfan- gen, 94 Ofterlieder. der heu- te durch des To- des Thür der ganzen Welt zur Won- ne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sey erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und siehe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut fiegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslomm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. 127. .. ge- brochen aus dem Grabberfür 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Scheu weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar der Höllen Nachen; dein Jesus lebt, es hat kein Noth; er ist noch bei den Schwa chen und den Geringen in der Welt, als ein gefrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. rett 8. Ach, mein Herr Jesu, der du bist von Todten auferstanden, uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sen hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden. Laurent. Laurentii, geb. 1660, † 1722. Bulpius? 1609. Mel. Christus der ist mein Leben 2c. 1. Willkom- men, held im Strei. te, Wir triumphi ren heu te S S aus deines Gra- bes Kluft! um dei ne lee re Gruft. Osterlieder. 2. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 95 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, theile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret seyn, uns einen Schaß hier finden, der ewig kann erfreun. 128. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Werde munter 2c. 1. Jauchzet Gott in allen Lan- den! Jauchze, du er löste Schaar! Denn der Herr ist aufer- stan- den, der für uns ge- töd- tet war. Je sus hat durch seine Macht Schov. 1642. welches er auf sich ge- nom- men, 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Noth; alle Schuld, die mich beladen, ist bezahlt durch Christi Tod; das Gesetz hat er erfüllt, also Fluch und Zorn gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtigkeit gegeben. 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Gefängniß frei; und wie seine Höllenfahrt im Triumph vollzogen das Erlö fungs- werk vollbracht, da er in das Fleisch ge- kommen. ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu find begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, dein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen 96 Dank und Preis! Singet, singt Halleluja! Nufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Ofterlieder. 129. & Mel. Lasset uns den Herren zc. Landen: Heut ist Christus aufers standen! Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756. 1. Me- ber- win- der, nimm die Palmen, Das mit froh- en D ster psalmen ま Wo ist nun der Fein- de Pochen da des To- des Nacht vorbei, Tod und Höl le liegen da: 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sey Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs Liebliche gefallen. Freud und Wonne grünen da: Gott sey Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß fie geistlich auferstehn. Hält der Schop. 1641. die dein Volk dir beu te bringt, den er- kämpf- ten Sieg be fingt. und der Wür- ger Mord- ge- schrei, und sein Sta- chel ist zer- bro- chen? . Gott sey Dank, Halle lu ja! Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf; denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sey Dant, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die legte Stunde schlägt, wie du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sey Dank, Halleluja! 6. Beige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das fühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab. und der Staub ist unverloren; un Osterlieder. fer Hirte hütet da: Gott sey Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst 130. Mel. Vom Himmel hoch 20. Halt im Gedächt- niß Je- sum Ghrift. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint; er ist dein König und dein Freund. 1. Erinnere dich, mein Geist, erfreut des hoh- en Tags der Herrligkeit. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein Name sey gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 97 du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erbeben, und wir sprechen auch allda: Gott sey Dank, Halleluja! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig seyn, Herr, diese Herrlichkeit ist mein. Christian Ludw. Taddel, geb. 1706, † 1775. 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vet. m. Not. 1540. der von dem Tod er- stan- den iſt. Bertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 8. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. chem Nuhm erhebt uns nicht das 10. Zu welchem Glück, zu welChristenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 11. nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu. 12. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod ers standen ist. Christi. Fürchteg. Gellert geb. 1715, 1769. 7. 98 131. Ofterlieder. Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653) 1658. 1. Be sus lebt, mit ihm auch ich: Er, er lebt und wird auch mich) 1 Er ver flärt mich in sein Licht; 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine 3uversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, fündigt wider Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder fich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn und den Lüften widerstreben. Er ver132. dieß ist meine 3u ver sicht. läßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, feine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. Tod, wo sind nun deine Schrecken? von den Tod ten auf er we den. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 1. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre, Er, der Held, zer rig die Banden Wie groß, wie heilig ist sein Tag! er, der für uns im Gra be lag. singt Je su Christo Lob und Eh.re! des To- des und ist auf- erstanden, 1599. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ibm, er hats vollbracht! Hal- le- lu- ja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des To- des und des Grabes hat. Osterlieder. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, find nun mit ihm versöhnt, find Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist! Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir 99 theuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig seyn, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide; lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt. Seyd ihr gleich des Grabes Kinder, er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigkeit; zu aller Seit ist er zur Hülfe uns bereit. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns seyn, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht. Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk, geb. 1734, † 1814. 133. Im vorigen Ton. 1. Lobt den Höchsten, Jesus le- 3. Tod, wo sind nun deine bet! Erlöfte Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät. Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erböht. D Seele, dein Gesang erschall auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre. Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft.& inst wird er zum bessern Leben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie erneut zur Frühlingszeit die junge Schöpfung sich erfreut. 4. Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Nie gefühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst krönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja, der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da. 100 134. Ostermontag. Oftermontag. Mel Jesu, meines Lebens Leben 2c. 1. Bween der Jünger gehn mit Sehnen ihre Au gen sind voll Thränen, und sie wechseln Klage worte; un ser Jesus gar nicht weit 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; fie bejammern voller Schmerzen ihre Noth und lingemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jefus ist dabei, fragt, was man so traurig sey? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist Christ der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er fann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen. Er hat alles im Gesicht; seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückfelgen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Noth gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als 1687. über Feld nach Em- ma- us; ihre See le voll Verdruß, doch es ist von ihrem Dr- te und ver- treibt die Trau- rig- keit. ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir. Kommt die Welt, mich anzus feinden, ach, so sey du auch allhier. Wenn die Teufel auf mich blißen, wollst du trösten und beschüßen; komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzusinnen. daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht, weilen, ach, so nimm mich auch mit Himmelfahrtslieder. 101 dir; laß mich deine Freuden thei- dich deine Kinder bitten. Dank sey len, sey und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dir, o lieber Gast, daß du mich ges tröstet hast. Joh. Neunherz, geb. 1653, † 1737. 135. fe $$$$$$$$ Himmelfahrtslieder. Christ fuhr gen Himmel, Eigne Melodie. Sal le. Iu- ja! 136. Christ will un ser Troft seyn. Den Trö- ster, den hei- It- gen Geift, zu Trost der ar men Chri- stenheit. #= Kyrt. e. lets! Hal. le. Iu ja, Halle. In. ja, was fandt er uns her nie. Altdeutsch. 1545. uns ar me Sün- der hie auf Erd, Eigne Melodie. ohn ihn kein Hoffnung haben. 2. Drum sey Gott Lob, der Weg ist g'macht, und steht der Himmel offen. Christus schließt auf mit 6 der? des solln wir alle froh seyn, Ry, ri e leis! Alte Kirche aus dem 15. Jahrhundert. 1. Auf diesen Tag be- den- ten wir, daß Chrift gen Himmel g'fah ren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll be wahren # 1537. die wir von wegen mancher G'fährd Hal le lu ja, Hal- le.lu- ja! großer Pracht; vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freubenvoll; dabei er sich doch Himmelfahrtslieder. 102 rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts: oll der seyn recht, wird auch gewiß das Leben schlecht zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, bis wir den Vater finden und flichen stets die weltlich Bahn, 137. Mel. Erschienen ist 2c. thun uns zu Gottes Kindern: die sehn hinauf, und Gott herab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wann uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir dann jetzt bekennen! Da wird sich finden Freud und Muth zu ewger Zeit beim höchsten Gut; Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Job. Zwick, † 1542. 1. Nun freut euch, Gottes Kinder all! Der Herr fährt auf mit großem Schal. Lob. fin- get ihm, lob. fin. get ihm, Hal le luja! # 2. Die Engel und all Himmelsheer erzeigen Christo göttlich Ehr und jauchzen ihm mit frohem Schall, das thun die lieben Engel all. Halleluja! 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, wahr Gottes Sohn, Mensch worden ist, des freuen sich die Engel fehr und gönnen uns gern solche Chr. Halleluja! 4. Der Herr hat uns die Stätt bereit, bei ihm zu seyn in Ewigkeit. Wir erben nun das Himmelreich, wir find den lieben Engeln gleich. Halleluja! 5. Es hat mit uns nun nimmer N. Hermann. 1560. Lob- fin- get ihm mit lau- ter Stimm. Noth. Die Sünd, der Satan und der Tod allsammt zu Schanden worden sind durch Gottes und Marien Kind. Halleluja! 6. So dantet nun dem lieben Herrn und lobet ihn von Herzen gern; lobsinget mit der Engel Chor, daß es zum Himmel schall empor. Halleluja! 7. Gott Vater in der Ewigkeit, es sagt dir deine Christenheit groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. Halleluja! 8. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, gewaltig, herrlich, prächtig, Himmelfahrtslieder. schön, es dankt dir deine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! 9. O heilger Geist, du wahrer 138. 1. Es fähret heute Gottes Sohn hinauf zu seines Vaters Thron. Er gehet ein zur Herrlichkeit, die überall ist ausgebreit't. Halleluja! 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, sein Heer erlegt und umgebracht, wie mit Gewalt ein starker Held im Treffen seine Feinde fällt. Halleluja! 103 Gott, der du uns tröst in aller Noth, wir rühmen dich, wir loben dich und sagen dir Dank ewiglich. Halleluja! Erasmus Alberus,+ 1553. Im vorigen Ton. gedämpft, weil du uns hast das Heil erkämpft, tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel empor. Halleluja! 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich als Gotteskinder in dein Reich, da wir ein ewig Freudenlied dir aufzuopfern sind bemüht. Halleluja! 3. 3wing unser Fleisch, Herr Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, daß wir, indem du uns machst rein, theilhaftig deines Sieges seyn. Halleluja! 4. Laß seyn den Feind in uns Mund. Halleluja! 139. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. " 6. Gott Vater, sey von uns gepreist sammt deinem Sohn und heilgen Geist, der heilge unsrer Seelen Grund, damit dir danke Herz und 1. Auf Christi himmel- fahrt al.lein ich meine Nachfahrt gründe, und al len 3wet- fel, Angst und Pein biemit stets über- win- de. 1523. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird sei ne Glie- der Jesus Chrift zur rech- ten Beit nach- ho len. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Echap gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dieß mein Flehen. Josua Wegelin, † 1640. 104 140. tra ger Schaar ge S 3 1. Ach, wun der großer Sie- ges- held, zur Rechten deines Vaters Kraft, S mach. tig, Mel. Wie schön leuchtet 2c. Himmelfahrtslieder. aller Welt, bracht zur Haft, präch S J tig 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich, Siegesfürsten, loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, flinget, rühmt und ebret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. beut hast du dich bis auf den Tod Tod und Leben ist, Herr Chrift, dir unter geben. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärt und Kraft, Erquickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüthe, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Chr erweise. tri um phi reft, ju bi li rest: 4. 3euch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel seyn, wo Zucht und Demuth tritt 1599. du Sünden. der Fein de ge. ſe. Bet ver le. Bet; herein, all Ueppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sey zu finden. 5. Sey, Jesu, unser Schuß und Schap, sey unser Ruhm und fester Plaß, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Da vids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist allein uns zu Gut, o Jesu, durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen; komm schier, hilf mir, denn so sollen, denn so wollen wir am Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg, geb. 1605, 1681. 141. Himmelfahrtslieder. Mel. Beuch ein zu meinen zc. Lob- fingt, lob- sin- get Gott! 1. Gott fäh- ret auf gen Himmel mit froh em Ju- bel- schall, mit prächtigem Ge- tüm- mel und mit Po sau. nen hall. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herre macht uns Plaz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schap. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sey das Verlangen, dorthin sey euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen 142. hin, da du bist. dem Könige der Hei den, dem Her ren 3e ba. oth! 2. Der Herr wird aufgenommen, mit herzlicher Begier, laßt uns zuder ganze Himmel lacht, um ihn gleich auch singen: dich, Jesu, sugehn alle Frommen, die er hat frei chen wir, dich, o du Gottes Sohn, gemacht. Es holen Jesum ein die dich Weg, dich wahres Leben, dem lautern Cherubinen, den hellen Se- alle Macht gegeben, dich, unsres raphinen muß er willkommen seyn. Hauptes Kron. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach sich lassen; er zeiget und die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 1. Beuch uns nach dir, 105 Grüger. 1653. lob- fingt, lob- singt mit Freu- den Mel. Ach, Gott und Herr 2c. 6. Fahr hin mit deinen Schäßen, du trugesvolle Welt! Dein Koth kann nicht ergößen; weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis; der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; zu ihm gilt unsre Reis. 7. Wann soll es doch geschehen? wann kommt die liebe Beit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichfeit? Du Tag, wann wirst du seyn, daß wir den Heiland grüßen, ihn ewig nicht mehr missen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699. o Jesu Christ, 1627. so lau- fen wir mit herz- li- chem Ver- lan- gen aus dieser Welt ge- gan- gen. Himmelfahrtslieder. 106 2. Beuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege. Wir irrn sonst leicht und find verscheucht vom rechten Lebenswege. 3. 3euch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß 143. uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. 3euch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Schaaren. Ludämilia Elisabetha, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1640, 1672. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. Hinge? 1690. 1. Sie- ges- fürft und Ehren könig, Alle Himmel sind zu wenig, wenn mein Glaubens- aug entzückt 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, sch ich, wie der Engel Schaaren alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuße fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubilirt, weil mein König triumphirt? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt, und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, ich armes Kindlein hier, schrei auch Hofianna dir! follt ich nicht zu Fuß dir fallen, du ver flär. te Ma. je. ftät! du bist drüber hoch er höht; $ und mein Herz vor Freu- de wal- len, det ne Herr lich feit er blickt? 1 nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überflieken; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Scepter sende weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe seyn; meines armen Herzens Pforten stell ich of fen, fomm herein! Komm, du könig aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, 7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah; lehr mich nur im Geiste leben als nicht vor Welt und Teufel grauen, vor deinen Augen da; fremd der Himmelfahrtslieder. 107 Welt, der Zeit, den Sinnen, bei Himmelreich verseßt, da mich Jesus dir abgeschieden drinnen, in das nur ergößt. Gerh. Tersteegen, geb 1697,+ 1769. 144. the Mel. Alles ist an Gottes 2c. 1. Jesus Christus herrscht als Kö- nig; al les legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge foll be ken. nen, 1738. alles wird ihm un- ter- thänig. Je sus sey der Herr zu nennen, dem man Ehre ge ben muß. s 3. Gott ist Herr, der Herr ist Giner, und demselben gleichet feiner; nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, defsen Reich ein ewig Reich. 2. Fürstenthümer und Gewaiten, und Himmel Enden hat er alles in Mächte, die die Thronwacht halten, den Händen; denn der Vater gab geben ihm die Herrlichkeit. Alle es ihm. Herrschaft, dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 4. Gleicher Macht und gleicher Ghren sigt er unter lichten Chören über Gottes Cherubim. Aller Welt 145. 5. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schaar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 6. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, weil ich noch ein Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König; alles sey ihm unterthänig; ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 1731. 1. Bum Himmel bist du ein gegangen, mit Preis ge- frönt, Herr Jefu Chrift; wie foll- te mich nun nicht verlangen, auch dort zu seyn, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; nimm in die Heimath mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum mel ein; so muß sich auch mein Leben und gingst verklärt zum Him- Geist erheben, soll ich nicht todt in 108 Sünden seyn. Ein neues Leben wirk in mir, so komm ich einst gewiß zu dir. Pfingstlieder. 3. Am Delberg fingen deine Leis den mit bittern Lodesängsten an; am Delberg gingft in hohen Freuden du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände beim Scheiden von den Deinen auf; o hilf, daß einst auch ich vollende, von dir gesegnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, dann fahr in Frieden ich dahin. 5. Ich sehe dir mit Glaubensblicken in deinen Freudenhimmel nach; mein Herz soll sich an dir ers quicken, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, doch bleibst du meine Zuversicht. 6. Ginst wirst du herrlich wiederkommen, gleichwie du aufgefahren bist; dann werd ich völlig aufgenommen, wo mir bereit mein Erbtheil ist. So leb ich nun im Glaumit dir. ben hier, im Schauen aber dort Pfingstlieder. 146. ť 1. Komm, heilger Geist, v Schöpfer du, Mel. Komm, Gott Schöpfer zc. 4. 3ünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärf unser schwaches er- füll mit Gnaden, sü- ßer Gast, 2. Der du ein Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnadengut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. Altkirchlich. 1524. sprich deinen armen Seelen zu; die Brust, die du ge- schaffen haft. Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Muth 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Alte Kirche Pfingstlieder. Eigne Melodie. 147. 6 1. Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist, be such das Herz der Menschen dein, mit Gnaden sie füll, wie du weißt, 2. Denn du bist der Tröster genannt, des Allerhöchsten Gabe theur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. 3ünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunst, das schwach Fleisch in uns dir bekannt, erhalt fest dein Kräft und Gunst. 4. Du bist, mit Gaben siebenfalt, der Finger an Gotts rechter Hand; des Vaters Wort gibst du gar bald mit Bungen in alle Land. 148. daß dein Geschöpf vor hin seyn. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deim Leiten folgen gern und meiden der Seelen Schad. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu Jesum Christ, sein Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 7. Gott Vater sey Lob und dem Sohn, der von den Todten auferstund, dem Tröster sey dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Altdeutsch? 1524. Eigne Melodie. 1. Komm, hei li ger Geist, Herre Gott! 109 Altkirchlich. 1524. $ Erfüll mit deiner Gnaden Gut dei- ner Gläubgen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. D Herr, durch deines Lich- tes Glast zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sey dir, Herr, zu Hal- le- lu- ja, Hal- le- lu ja! s Lob ge sun gen: 2. Du heiliges Licht, edler Hort! und lehr uns Gott recht erkennen, Laß uns leuchten des Lebens Wort, von Herzen Vater ihn nennen. 110 Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jefum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen: Halleluja, Halleluja! Pfingstlieder. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! Nun hilf uns fröhlich und 149. 1. Mun bit- ten wir den bei. $ Eigne Melodie. getroft in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein Kraft uns bereit, und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir bie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen! Halleluja, Halleluja! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Altdeutsch? 1524. Glau ben aller meist, daß er uns be. bû. te wann wir heim- fahrn aus die- fem 2. Du werthes Licht, gib uns deinen Schein; lehr uns Jesum Chrift fennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von 150. li gen Geist S von Herzensgrund ich ruf dich an, 2. Ach, sey mein Trost und Zuversicht, laß mich in Sünd verzagen nicht; wend ab von mir des FeinMel. Komm, Gott Schöpfer zc. 1. heil- ger Geist, du ew- ger Gott, um den rechten Ky ri e leis! . len de. Herzen einander lieben und im Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. an unserm En.de, Altkirchlich. 1524. du böchster Trö- ster in der Noth, wollst meine Bitt nicht feh- len lan. des List, erhalt mich fest an Jesum Christ; 3. Daß ich demselben allezeit 111 Bahn, christlich mein Lebn zu stellen an, daß ich nach dieser Sterblichkeit erlangen mög die ewge Pfingstlieder. treulich zu dienen sey bereit, und ihn in wahrem Glauben rein erkenne für den Heiland mein. 4. Leit mich auf rechter, ebner Freud. 151. # Mel. DJejulein süß, o Jejulein mild 2c. 1. bei li ger Geist, o hei. li. ger Gott, 1 2. D heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort, zünd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben allesammt. heiliger Geist, o heiliger Gott! al Ier Noth, du bist ge- fandt vons Himmels Thron, von Gott dem . Vater und dem Sohn. Ohei li ger Geist, o hei li- ger Gott! lich Wort, lehr uns den Vater fennen schon, dazu auch seinen lieben Sobn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort, laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Noth und Tod. Wir singen dir Lob, Chr und Dank allzeit und unser Lebenlang. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Grüger. 1653. 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort. An Christum Niemand glauben kann, es sey denn durch dein Hülf gethan. Dheiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein gött152. fee1 Eigne Melodie. 1. Beuch ein zu meinen Tho- ren, der du, da ich ge boren, v hoch gelieb.ter Geist 1650. du Tro. ster werth in mit bei den glei- chen Thrones, jey meines Herzens Gast, mich neu ge bo- ren hast, des Vaters und des Sohnes, mit bei den gleich ge preist. $ Pfingstlieder. 112 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie mit einer Fluthe mit dessen Tod und Blute, der uns im Lod erquickt. 4. Du bist das heilig Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schüßt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen flinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der Allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit; willst nicht, daß uns betrübe Zorn, 3ank, Haß, Neid und Streit. Der Feind schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zue sammen, die voller 3wietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt; kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsrer Fürsten Thron, daß sie und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit, Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. reiner Glaubenszier, die Häuser und 10. Erfülle die Gemüther mit die Güter mit Segen für und für'; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 11. Gib Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 12. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn; und wenn wirs follen geben ins Lodes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. 153. Pfingstlieder. auf et dus Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. du al ler süßte Freu.de, der du uns in Lieb und Lei de ohn Aufhören al le Dinge, 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen an. Ach, ergib dich, fomm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel außerkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit: laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du haft und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir fund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund: nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sey; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sauber ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, haffest Schlangentrug und List: mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß Pet. m. Not. 113 Geift des Höch- sten, böchster Fürst, der du hältst und halten wirft 1555. o du al.ler- schön- stes Licht, un be fu chet läf- seft nicht: $ S bö re. bö re, was ich fin ge. mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommes Herzens, sanftes Muths, bleibst im Lieben unbewe-. get, thust uns Bösen alles Guts: ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich gnug getröst. Laß mich seyn dein Eigenthum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entsage, Herr, dem allen, was dir deinen Ruhm benimmt; meiner Seel soll nichts gefallen, als allein was von dir kömmt. Was der Satan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich stärfest und mir treulich steheft bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Univ.- Bibl. Giessen 8 114 daß mir Hülfe nöthig sey. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß sich mein Gott meiner freue. 10. Sey mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sey mein Stab; 154. Son ne, Pfingstlieder. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. heil ger Geift, fehr bei uns ein Du Himmels licht, laß dei- nen Schein $ deine Wohnung seyn, in uns träftig seyn wenn ich sterbe, sey mein Leben; wenn ich liege, sey mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein' Auserwähl ten weiden. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mon ne, 1599. und laß uns bei uns und o fomm, du her zens. son ne! zu ste ter Freud und Won- ne! wenn wir be ten: zu dir kommen wir ge. tre ten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigfeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugniß lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Troft zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamhimmlisch Le- ben willst du geben, kraft empfinden und zur Nitterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner Weisheit reichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüthe, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und Pfingstlieder. schent uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sey dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müfsen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit 155. Mel. Gott des Himmels 2c. 115 wir führen unsre Lebenszeit, sey un sers Geistes Stärke, daß uns forthin sey unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, geb. 1606, † 1673. 1. Komm, o fomm, du Geist des Lebens, wah- rer Gott von E. wig feit! Deine Kraft sen nicht ver- ge- bens, sie er füll uns je. der. • zeit; 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Nath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege; das, was wider dich gethan, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht sey um und an. Wirke Reu an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. Albert. 1642. so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen seyn. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? o so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu und gib Muth, Geduld und Ruh. 4. Laß dein Zeugniß uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Noth und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Ruth ist uns alle Wege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wann wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht gemehrt. 8 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Leufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versich'r uns mehr und mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Joachim Neander, geb. 1640, † 1630 8* 116 156. fre Pfingstlieder. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Gott, gib ei nen mil- den Re- gen; Va ter, gib vom Himmel Se- gen, Laß des heiligen Geistes Gab wie die ftar ken Ströme fließen 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir seyn und lehren mich in der Wahrheit feste stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sey tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel seyn. Neinige du selbst das Haus meines 157. 1555. denn mein Herz ist dürr wie Sand. trän ke du dein dur- stig Land! über mich von o ben ab und mein ganzes Herz durchgießen. Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe baben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. Morig Kramer, geb. 1646, † 1702. Altdeutsch. 1524. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. 1. Wer recht die Pfingsten fei ern will, der werd in seinem Herzen still; S wo rin der heilige Geist regiert: Rub, Friede, Lieb und Einigkeit find Zeichen einer solchen Zeit, der ist es, der zur Andachtführ: Pfingstlieder. Er kann kein Weltgetümmel lei. den; die ses mei den 3 und Gott al- lein ge- hor- sam seyn. 2. Sein Tempel ist da aufge- uns erleucht, ein Licht, dem Nacht richt; da dient man ihm nach rechter Pflicht, da gibt er Klugheit und Verstand, da wird der Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt; er zeigt, was Niemand sonst vernimmt, schenkt das Vermögen auszusprechen, was der Vernunft, dem Wiß der Frechen und aller List zu mächtig ist. und Schatten weicht, ein Lehrer, der aufs Gute dringt, ein Helfer, welcher Stärke bringt, ein Rath, der uns zurechte weiset, ein Labsal, das mit Gnade speiset und den erquickt, den Elend drückt. 3. Nun dieses ist der Geist aus Gott, der Frommen Trost, der Bösen Spott. Die sich der Sündenluft entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein. Er geht zu keinem Stolzen ein, verleiht der Demuth reiche Gaben; der geistlich Arme soll fie haben; denn sein Gebet wird nicht verschmäht. 4. 8 ist der Odem und der Wind, der Seelen anbläst und entzündt, der von des Herren Munde webt und, was erstorben ist, belebt. Es ist ein Wort, das neu gebiert, des Deutung man im Werke spürt, ein Zeugniß, das zum Glauben treibet und das Gesetz ins Herz einschreibet, daß Jedermann es wissen tann. 117 5. Es ist die Kraft, die alles regt, ein Strahl, der durch die Felsen schlägt, ein heller Glanz, der wer je nes liebt, muß . Höh, der Weisheit unerschöpfte See, 6. Es ist der Ausfluß aus der ein Wasser, das vom Unrecht wäscht, ein Quell, der Durft und Sehnsucht löscht, ein Brunnen, welcher ewig quillt und das Gemüth mit Gütern füllt, ein Vorrath und verheißner Segen, ein Himmelsthau und milder Regen, der das erzieht, was grünt und blüht. 7. Es ist ein Del, des Lauterkeit zu Königen und Priestern weiht, die Salbung, die, uns mitgetheilt, die Wunden und Verderbniß heilt; ein Abgrund, drin die Wahrheit steckt, die sich dem innern Aug entdeckt, wogegen Kunst und menschlich Wissen der Thorheit ähnlich werden müssen; sie machet frei von Heuchelei. 8. Du theurer Gast und höchste Gab, sey unser Beistand, Trost und Stab, an den sich das Vertrauen hält, wenn uns Versuchung überfällt. Vermehr in uns die Zu versicht, wehr aller Furcht, verlaß 118 Pfingstlieder. uns nicht, daß wir in Noth nicht Tod besiegen, wenn uns die Zeit unterliegen, vielmehr beherzt den das Ende draut. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. 158. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 1. Schmückt das Fest mit Mat en, denn der Geist der Gna den zün det Dpfer an; ma chet ihm die Bahn. 1 . Grüger. 1656. $ euch mit Licht und Heil er fül. len 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unferm Pfad, gib uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß und deine theuern Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor. Gib uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Deuth, du höchstes Gut, tröst uns träftiglich von oben bei der Feinde Zoben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; Lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; huns dertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, beilge Liebesgluth; laß dein sanftes Wehen über uns ergehen, dämpfe Fleisch und Blut; laf set Blu- men streu en, B hat sich ein ge. la. den: Nehmt ihn ein, so wird sein Schein 1 und den Kum- mer stillen. laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße und durch Finsternisse ser du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Noth mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werther Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 159. Pfingstlieder. Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. 1. Höchster Trö- ster, komm ber nie der, Geist des Herrn, sey nicht fern, 119 sal be Je su Glieder. Er, der nie sein Wort ge brochen, 4. Beig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Unsre Sünd wird nicht gerochen; Jesu Blut mas chet gut, was die Welt verbrochen. Crüger. 1656. Je sus, hat dei nen Rath sei nem Volk versprochen. 2. Schöpfer, unsers neuen Le- allen durch dein Licht Unterricht, wie bens, jeder Schritt, jeder Tritt ist wir Gott gefallen; lehr uns freudig ohn dich vergebens. Ach, das See- vor Gott treten, sey uns nah und lenwerk ist wichtig! Wer ist wohl, sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; Fins ist noth für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu undScham empfinde. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen; laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verLornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gib uns 160. Mel. Freu dich sehr zc. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sey in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, geb. 1713,+1780. 1555. s 1. Der du uns als Va ter lie best, treuer Gott, und deinen Geift de nen, die dich bit- ten, gi best, # ja nur um ihn bitten heißt; de muths voll fleh, ich zu dir: Bater, sen de ihn auch mir, 120 Pfingstlieder. daß er meinen Geift er neue 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entriffen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Chre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erfennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stebet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn fräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich dich, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth deiner Baterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor deinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der 161. und ihn dir zum Tempel weih. e. Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen fann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre du mich selber kennen, die verborgnen Sünden sehn, fie voll Reue Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bes sern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Bittern hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mir vollende! David Bruhn, geb. 1727, † 1782 Ahle. 1664. Mel. Liebster Jesu, wir find 2c. 1. Aomm auf uns, o Geist des Herrn, lehr uns zu dem Vater beten, und be. Leb uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm tre ten, Trinitatisfestlieder. 162. so wird er um Chri fti wil- len un fer Bit- ten gern er.• füllen. 2. O du Geist der Herrlichkeit, auß nach Wohlgefallen. Reich sind wohn und wirke in uns allen; jedes wir versehn mit Gaben, wenn wir Herz sey dir geweiht, schmück es deine Salbung haben. [ Siehe Lieder vom heiligen Geist.] Trinitatisfestlieder. Das Sanctus deutsch. Eigne Melodie. 121 â Lutber. 1526. Je sai a. dem Pro- phe. ten, das geschah, daß er im Geist den $ $ Her ren i Ben sah auf einem hohen Thron in hel- lem Glanz, feines Klei- des Saum den Chor fül let ganz. Es stun den zween Se. fie die Füße gar, raph bei ihm dar an; sechs Flü- gel sab er ei nen je den ban; mit zween ver- bar.gen sie ihr Ant- liz flar, mit zween be deck ten E und mit den an- dern zween fie flo gen frei; gen an der rie fen sie mit großem G'schrei: Hei lig ist Gott, der . Her re 3e ba oth! Heilig ist Gott, der her re 3e ba otb! $ · . Heilig ist Gott, der Herre 3e. ba. oth! Sein Ebr die ganze 122 Welt er- fül let hat! Von dem G'schrei zittertSchwell und Balken gar; 163. Trinitatisfestlieder. das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. 1. Gott, der Vater, wohn uns bei mach uns al- ler Gün- den fret Eigne Melodie. für dem Teu fel uns be- wagr, dir uns laf sen ganz und gar, und auf dich laß uns bau. en, entflieh en Teu- fels Li. sten, 164. tu A men, A- men! das sey wahr, 2. Jesus Christus wohn uns bei u. s. w. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Altdeutsch. 1524. und laß uns nicht verder. ben, und helf uns se lig ster ben: # . halt uns bei fe. stem Glauben, mit al len rech- ten Christen 1 all Fehd hat nun ein Ende. aus Herzensgrund vertrauen, mit Waffen Gotts uns fri sten: â so sin gen wir Halle luja! 3. Heilig Geist der wohn uns bei u. s. w. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. ( Altkirchlich.) 1540. Eigne Melodie. 1. Al- lein Gott in der Höh sey Ehr und Dank für seine Gnade, da- rum daß nun und nimmermehr uns rüheren kann kein Scha- de. T Ein Wohlge falln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Un- ter- laß; Trinitatisfestlieder. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, zu wir uns verlassen. du Stiller unsers Haders: Lamm 165. Mel. Nun danket alle 2c. du höchste Ma- je stät, . 1. Du drei mal großer Gott, dem Hei- lig, Heilig! singt du al. ler Herren Herr, 2. Dich bet ich jegund an, dir Lob und Dank zu lallen, mein Hale leluja laß dir gnädig wohlgefallen, du allerhöchstes Gut und gnadenvolle Sonn, du aller Gaben Meer und unerschöpfter Bronn. 123 Gottes, heilger Herr und Gott! nimm an die Bitt von unsrer Noth; erbarm dich unser aller. 3. Mein Schöpfer! Mensch und Thier und alles andre Wesen läßt deiner Allmacht Pracht ganz klärlich an sich lesen; ein jedes Wunder lobt dich ja in der Natur: Stern', Element, Gewölk und alle Creatur. 4. Es muß dich Jedermann den treuen Bater preisen; du führest wunderbar, willst reib und Seele speisen, erhörest das Gebet, erfrischeft unsern Muth; wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Lod! Abwend all unsern Jamm'r und Noth, daNikolaus Decius, um 1526. Crüger. 1649. dem Erd und Himmel die nen, die Schaar der Seraphinen; du Helfer in der Noth, " Je ho B va Be ba oth! 5. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes ohne Sünden, mein Jesu, deine Lieb kann kein Verstand ergründen; das Halleluja fingt dir, als dem wahren Christ, das menschliche Geschlecht, daß nun erlöset ist. 6 # und tratest in die Mitten, trugſt 6. Du nahmest Fleisch an dich unsre Sündenschuld, hast bis aufs Blut gelitten. Doch dieß dein Blut macht, daß wir selbst an Gott nun und Tod erwirbt uns lauter Heil, können nehmen Theil. 7. D Herr, Gott heilger Geist, du Geist voll reiner Flammen, durchs Evangelium bringst du das Volk zusammen, das Christum kennt und ehrt; du machest alles licht, gibst Trinitatisfeftlieder. 124 neue Feuergluth, damit kein Glaub gebricht. 8. Ach, allerhöchster Trost und bester Weisheitslehrer, Erleuchter, Heiliger, Aufrichter und Befehrer, du theilst die Gaben aus, erfüllest uns mit Kraft, die der Verderbniß wehrt und Gutes in uns schafft. 9. Gott, Bater, Sohn und Geist, Ein Gott und Eins in Dreien, gez 166. priesne Majestät, die stets zu bene. deien: laß auf der rechten Bahn uns allezeit bestehn, und durch ein seligs End zu unserm Erb eingehn Mel. Nun danfet alle 2c. 1. Ge. To bet sey der Herr, mein Schöpfer, der mir bat 10. Caß, o dreieinger Gott, dein Gnadenantlig leuchten; dein edler Segensthau woll unser Herz befeuchten! Wir hoffen ja auf dich, du läßt uns nicht im Spott; wir singen: Gloria! Gelobt, gelobt sey Gott! Grüger. 1649. S der je den Au- gen. blick 2. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, daß höchste Gut. 3. Gelobet sey der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir inein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Troft und Hülfe schafft. 167. mein Vater, der mich schüßt mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Leib und Seel gegeben, von Mutter. lei be an, viel Guts an mir ge than. 4. Gelobet sey der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sey der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der heilge Geist, 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig! fin gen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sey mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius, geb. 1611, † 1684. Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. 1. Drei einig feit, der Gottheit wab. rer Spiegel, 1555. o Licht vom Trinitatisfestlieder. Licht, als des sen Allmacht- flügel . 3. O reicher Schatz, o unumschränktes Wesen, wer hat wohl je dein Heimlichkeit gelesen? O tiefer Brunn, o unerforschte Pracht, wie groß, ach Gott, wie groß ist deine Macht! diesen Erd- freis streckt und alle Welt mit seinem Schirm be- deckt! 2. Wir loben dich, sobald die 5. Drum lehre, Herr, du selbst Sonn erwachet, und wenn sie jetzt uns, ohne Trennen, in Einem Drei, den späten Abend machet; was lebt in Dreien Eins erkennen! Ach, und webt auf dieser Erde weit, ist lehr uns doch, Gott Vater, Sohn alles, Herr, zu deinem Dienst be- und Geist, daß du ein Gott in drei reit. Personen heißt. 4. Wer kann doch hier, Herr, deine Weg erfinden? Wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Wo Gott nicht selbst mich unterweisen wird, so bleibe ich verloren und verirrt. 168. 125 Eigne Melodie. der uns hilft in aller Roth, sich um und um durch 6. Gib, daß dieß Wort tief unsern Sinn durchdringe: von ihm, durch ihn, in ihm sind alle Dinge!. Dem großen Gott sey Ehr in Ewigfeit! Ja, Amen, ja, fingt alle Christenheit. 1. Wir glauben all an Ei- nen Gott, 7. Dein Nam ist groß; dein Neich, Herr, in uns wohne; dein Will uns leit; ernähr uns und verschone; Versuchung wehr; erlös aus böser Zeit. Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Franck, geb. 1618, † 1677. 1699. Ba- ter, Sohn und heilgen Geist, den die Schaar der En- gel preist, der durch seine große Kraft alles wir fet, thut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum uns führt ins Himmels Thron, der Christ, Gottes und Marien Sohn, uns durch sein Blut und Tod hat der vom Himmel kommen ist und erlöst aus aller Noth. 126 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist 169. Klin get, Trinitatisfestlieder. 1. Hal le. In. von · · Mel. Wie schön leuchtet zc. ja! Lob, Preis und Ehr Ewig feit zu Ewig. feit Gott je mehr und mehr al. Ten ihm bereit . " fin get: wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sey gepreist zu aller Zeit! Tobias Clausnißer, geb. 1619, † 1684. Drei- mal bei lig, 3. Halleluja! Gott heilger Geist sey ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit lauben ausgeziert, dem Bräutisey un fey in . 1599. serm uns für a. le fet ne Wer. fe; Dank, Weisheit, Kraft und Stär- te! hoch und herr- lich! Preis und Ehre sey dem Herrn der Himmelsheere! 2. Halleluja! Preis, Ehr und gam uns zugeführt, den Hochzeittag Macht sey auch dem Gotteslamm erkoren! Heil uns, Heil uns! Da gebracht, in dem wir sind erwählet, ist Freude, da ist Weide, da ist das uns mit seinem Blut erkauft, Manna und ein ewig Hofianna. damit besprenget und getauft, und fich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schaar und finget nun und immerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, finget: Dreimal heilig, hoch und herrlich! Preis und Ehre sey dem Herrn der Himmelsheere! Barthol. Craffelius, geb. 1677, † 1724 170. Reformationsfestlieder. II. Kirchliche Feiertage. Reformationsfestlieder. Eigne Melodie. 1. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waf. fen. Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat be troffen. sein grau sam Rüstung ist; 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth; und ist kein ander Gott; das Feld muß er behalten. Der alt bö se Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List 3. Und wenn die Welt voll Zeufel war und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. 171. 127 Luther. 1529. Eigne Melodie. chen. auf Erd ist nicht seins glei Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, daß macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. S 1535. 1. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält, wenn un- fre Fein de to. ben; und er uns rer Sach nicht zu fällt im Him- mel hoch dort o. ben; 128 wo er í ra els Schuß nicht ist $ 1 so ists mit uns ver lo ren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er siget an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rath aufdecken. Wenn fies aufs flügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. Reformationsfestlieder. 3. Sie wüthen fast und fahren her und wolln sich hoch vermessen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gott ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen hochher gehn, nach Leib und Leben sie uns stehn, des wird sich Gott erbarmen. 172. 4. Ach, Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen! Der Gnaden Thür steht nimmer zu; Vernunft kann das nicht fassen. " [ Siebe Kirche und Wort Gottes.] und selber bricht der Fein- de Lift: Kirchweihfestlieder. Got tes Freundlich- keit, Her ren Be- ba▪ oth Sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hülf erwarten. 5. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschläg find dir wohlbekannt: hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftig will fie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 6. Den Himmel und auch die Erden hast du, Herr Gott, gegründet; dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis ans End beständig seyn, die Welt laß immer murren. Justus Jonas, geb. 1493, † 1555. Mel. Wie schön leuchtet zc. 1. Kommt ber, ihr Chri ften, vol. Ier Freud, die Stimm des Dan. tes un serm Gott, Sin get, brin get . . 1599. · kommt ber und laßt er flin. mit froh em Münde sin. gen. gen schöne Weisen, er zäh. let laßt uns dem lagt uns prei- fen Kirchweihfestlieder. die wir bier ge Got tes Ga, ben, 2. Wir gehn in diesem Gotteshaus ein Jahr nun wieder ein und aus, und hören da verkünden den edlen Schatz, das Gnadenwort, das uns entdeckt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 3. Da sehen wir mit Freuden an die Dienste, die man leisten kann dem Herrn in seinem Tempel; da hört man mit Erstaunen zu, was Gott für große Thaten thu, die Wunder ohn Erempel. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 4. Da wird Gerechtigkeit gelehrt; da wird Gottseligkeit gemehrt; da wird der Glaub entzündet, Geduld, Lieb, Hoffnung, keusche Zucht und was noch mehr des Geistes Frucht, wird alles da gegründet. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 5. D große Wohlthat, die Gott thut! o heilig, gnadenreiches Gut! Kommt her, kommt, liebe Christen! Da wohnt der Herr der Herrlichkeit; wohl denen, die sich allezeit zu seinem Dienste rüsten. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 6. Das ist der Ort, den David liebt, dahin er seine Seufzer gibt, Vet. m. Not. 129 nos sen haben. da ihm das Reich genommen; er wünscht nicht seine Königszierd; wann werd ich, sagt er mit Begierd, in Gottes Tempel kommen? Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 7. Und zwar wie sollte doch jetz und nicht seyn voll Jauchzen unser Mund? Was Andre müssen meiden, die gerne mit der Kirchgemein im Hause Gottes wollten seyn, genießen wir mit Freuden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 8. Wie mancher Ort ist nun zerstört, da sonst ward Gottes Wort gelehrt! Die Kirchen sind zerfallen. Hier stehn noch Thür und Pfeiler feft; wir hören Gottes Wort aufs best in seinem Tempel schallen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 9. Da Andre mit betrübtem Klang anstimmen müssen den Ge sang, ja gar wohl gänzlich schweigen, da singen wir noch voller Freud, man hört der Orgel Lieblichkeit, man darf sich fröhlich zeigen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. 10. Bedenke dieß, o Christgemein, und jetzt mit Dank vor Gott erschein, laß dich mit Rühmen hören: Gelobt sey Gott, durch dessen 9 130 Güt hier dieses Kirchhaus ward behüt vor feindlichem Zerstören. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. Kirchweihfestlieder. 11. Ja, der du hier hast Feur und Herd, o Gott, dein Nam werd hoch geehrt, der Nam von großen Thaten. Gelobt sey Gott an diesem Ort, allwo sein heilig theures Wort bisher so wohl gerathen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt 173. fed uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. 12. O Herr, noch Eines bitten wir, laß uns auch künftig für und für allhier zusammen kommen; bewahr die Kirch und die Gemein und die darinnen Lehrer seyn; so werden dir die Frommen fingen, bringen schöne Weisen und dich preisen für die Gaben, die sie zu genießen haben. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 1. Ach, wie heilig ist der Ort! Hier, hier ist des Himmels Pfort; 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen; und hier rufet Jesus aus: Selig find, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß fie seine Tempel seyn. hier er schallt sein theu res Wort; 3. D welch Heil ist bis hieher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? Joh. Chrift. Arnschwanger, geb. 1625, † 1696. Grüger.( 1653) 1658. Ach, wie se lig ist die Stät- te! hier er höret Gott Gebe. te; 8 v wie bei. lig ist der Ort! 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier erlangt man zum Gewinnste einen Schat, der ewig währt, den kein Rost noch Naub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jeſu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! Benj. Schmolc, geb. 1672, † 1737. 174. Bußtagslieder. Bustagslieder. Eigne Melodie. 1. Aus tie fer Noth schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Ru. fen; dein gnä- dig Oh.ren febr zu mir und mei- ner Bitt sie öf. fen. e wer fann, Herr, für dir blei- ben? BB Denn so du willt das seh. en an, was Sünd und Un- recht ist ge.than, 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Für dir Niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten Jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein werthes Wort, das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 175. 1. Aus tiefer Noth laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er aus seiner Gnad uns woll vom Uebel freien, uns alle Sünd und Missethat, die unser Fleisch begangen hat, als ein Vater verzeihen. 131 1524. Im obigen Ton. 2. Wir flehn: D Gott Bater, fieb an uns virmen und Elenden, 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. die wir sehr übel habn gethan mit Herzen, Mund und Händen, und verleib, daß wir Buße thun, und die in Christe. deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Unser Schuld ist sehr groß und schwer, von uns nicht auszurechnen; doch dein Barmherzigkeit ist mehr, die kein Mensch kann aus9* 132 sprechen. Die suchen und begehren wir, hoffen, du werdests, Herr, an dir mit nicht lassen gebrechen. 4. Du willt nicht, daß der Sünder sterb und in Verdammniß fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin bewahre. So hilf uns nun, o Herre Gott, auf daß uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. 5. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rechten, o wie würden wir da bestehn, und wer würd uns verfechten? Herr, sich uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die ahn zur Pforte der Gerechten. Bußtagslieder. 176. C f 6. Wir opfern uns dir, arm und bloß, durch Reu niedergeschlagen; Amen! o nimm uns auf in deinen Schoß, und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir getrost und frei, ohn arge List und Heuchelei, dein Joch zum Ende tragen! 7. Sprich uns durch deine Boten zu, bezeug unser Gewissen; stell unser Herz durch sie zur Ruh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus für deim Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht: des Trofts laß uns genießen. 8. Erhalt in unsers Herzens Grund deinen göttlichen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden in aller Wahrheit, also der Kronen der Klarheit versichert werden. Böhmische Brüder. 1531. Eigne Melodie. 1. Straf mich nicht in det nem Zorn, ach, laß mich nicht seyn ver forn, dei nes Grim- mes Flam- me. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Beig mir deine Baterhuld, stärk/ mit Trost mich Schwachen; ach, Herr, hab mit mir Geduld, mein ( Rosenmüller 1655?) 1694, Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lam me â großer Gott, ver- schone; nach Verdienst nicht loh- ne! Gebeine trachen; heil die Seel mit dem Del deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Ach, sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe harren; ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. Bußtagslieder. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen: wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermuthshöhle? 133 sein Antlig treten. Teufel, weich; Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sey ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sey gepreist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Gg. Albinus, geb. 1624, † 1679. 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor 177. Mel. Ich armer Mensch 2c. 1. Wir lieigen hier zu dei- nen Füßen, ach, Herr von großer Güt und Treu, und füh- len leider im Ge wissen, wie sebr dei Born entbrennet sey. Möd. 1820. Das Maß der Sünden ist er füllt; ach weh uns, wenn du stra- fen willt! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder. Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns längstens hätte aufgezehrt. Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen; gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeuget selbst davon: du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Der Mittler steht ja in der Mitten; wir schaun zu seinen Wunden auf. Er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren seyn. 5. Dieß theure Blut von deinem 7. Steck ein das Schwert, das uns will schlagen, den Würger laß vorüber gehn. Gib unser Brød in unsern Tagen. Laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns theuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 8. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile 134 Seit. Laß Lieb und Treu sich stetig füssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer brin" 178. Erntefestlieder. Erntefestlieder. Mel. D daß ich tausend 2c. Dein Segen macht uns alle reich); 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gen? Doch muß die Nothdurft keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn, und schaffest, daß ein jedes Land sein Brod bekommt aus deiner Hand. 179. fe- 11 gen und deine seyn mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Ifrael wird in der Hütte Jakobs sehrein: Der Herr soll mein Gott ewig seyn! Benjamin Schmold, geb. 1672,+ 1737. 1. O Gott, von dem wir al les haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du a ber thei- lest dei- ne Ga ben recht wie ein Vater drinnen aus. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brod; es mehret sich vielfältger 1738. ach, lie- ber Gott, wer ist dir gleich? Weise, was anfangs schien, als wär es todt, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer fanns genug bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So reich als du kann Niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle werth. 6. Wir wollens auch niemals vergessen, was uns dein Segen bringet ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal seyn; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. 1690. Mel. Was Gott thut 2c. 1. Was Gott thut, das ist wohl ge.than; so den- ken Got tes Kinder. Er sich, et sie oft sau er an 3 und liebt sie doch nicht min- der Zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. 135 Er zieht ihr Herz nur him- mel- wärts, wenn er sie läßt auf Er- den ein Ziel der Pla- gen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; gibt er, so kann man nehmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weist uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schaß will seyn, so macht er andre Güter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wenn man nach reichem Säen doch wenig Garben ernten kann, so ists vielleicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch hat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, wir müssen besser werden; man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht auf Erden. Den Mangel muß ein Ueberfluß zu andrer Zeit ersetzen und Feld und Herz ergößen. 6. Was Gott thut, das ist wohl. gethan; das Feld mag ledig stehen, wir gehn getroft auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brod, so hats nicht Noth; die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan; so wollen wir stets schließen, und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genung zur Sättigung, wenn Gott die Nothdurft segnet, obs auch nicht Vorrath regnet. 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wie er es nun gefüget, ſo nehmen wir es billig an und find dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß, was uns noth; laßt in Geduld uns fassen: er wird uns nicht verlassen. Benjamin Schmolck, geb. 1672, 1737. [ Siebe Lob- und Danklieder.] Lieder zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. 180. Mel. 2euch ein zu meinen 2c. 1. Dir, höch- ster Herr und König dir ist man un. terthänig, Grüger. 1653. der Könige und Herrn du herrschest nah und fern, 136 Zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. du un ser Herr und Gott, zum Schu- ße stark und mächtig, 2. Nach deines Wortes Lehre ist auch die Obrigkeit von dir und dir zur Ehre; ihr Schwert, daß Frevlern draut, empfing sie nur von dir. Wer ihr zuwider lebet, der, Höchster, widerstrebet dir selbst sowohl als ihr. 3. Du, höchster Herrscher, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich den König ehre, wie es dein Wort uns heißt. Er trägt ja, Gett, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht und Lieb erfüllen, wird dein Will auch erfüllt. 4. Laß deines Geistes Gaben stets reichlich auf ihm ruhn; laß ihn, auch hoch erhaben, gern deinen Willen thun. Du herrschest selbst im 181. an Ehren groß und prächtig, ein Hel. fer in der Noth. Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. du bist al lein ihr Herr 2. D Weltbeherrscher, laß sie nie die rechte Bahn verlieren; bewahre dem Könige dein Licht; Gerechtig5. Es leuchte, Gott der Güte, keit behüte ihn allzeit im Gericht. Laß stets durch sein Bemühen die ihn Frevler schonen, selbst stets das Frommen sicher wohnen; nie laß Unrecht fliehn. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 1. Der Throu der Welt. be herrscher ist Sie sind nur Staub; du a. ber bist * 6. Gib, daß durch sein Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du fegnest gern; wir bitten ohn Ermüden: Gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unfern Herrn! 1524. Das Reich ist dein und dein die Welt; du, der sie schuf und sie erhält, ein Schemel deinen Füßen. Gott, dem sie dienen müssen. scher. stets vor Schmeichlern sie, daß die sie nicht verführen! Lehr sie ihr ei Taufe. gen Herz durchschaun und nur mit Furcht sich selber traun und dich um Weisheit bitten. 3. Gib Friede, halte sie zurück vor ungerechten Kriegen! Ihr Ruhm sey der, mit strengem Blick die La ster zu besiegen. Wenn aber Völter sie zum Streit durch Unrecht reizen, dann gebeut dem Siege, fie zu schützen! 4. Unendlicher, regiere sie, daß fie getreu dir dienen; verlaß mit deiner Huld sie nie, noch ihr Geschlecht nach ihnen. Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit und Weisheit 182. 137 und Gerechtigkeit sey ihres Hauptes Krone. 5. Ach, laß dein Wort auch auf dem Thron, Ichova, Glauben finden; laß Fürsten auch auf deinen Sohn fest ihre Hoffnung gründen. Gett, sie sind Sünder sowie wir; laß sie doch nicht ihr Theil bloß hier in diesem Leben suchen. Dritte Abtheilung. Kirchliche Handlungen. I. Die heiligen Sacramente. Taufe. 6. Erhöre, Bater, dieß Gebet, sey gnädig uns und ihnen. So weit dein Reich, die Erde geht, soll, Herr, dir alles dienen. Nimmst du dich allzeit unser an, so werden Fürst und Unterthan in deinem Schatten wohnen. Balth: Münter, geb. 1735, † 1793. Mel. Es woll uns Gott 2c. 1. Christ, unser Herr, zum Jordan kam nach seines Vaters Wil len, von Sanct Johann's die Taufe nahm, sein Werk und Amt zur füllen. . Da wollt er stif. ten uns ein Bad, es galt ein neues Le ben. er säufen auch den bit tern Tod 3 1525. zu waschen uns von Sünden, durch sein selbst Blut und Wunden; Taufe. 138 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe gläuben soll, zu meiden Keßerhaufen: Gott spricht und will, daß Wasser sey, doch nicht allein schlecht Wasser; sein heiligs Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maßen, der ist allhie der Täufer. 3. Solchs hat er uns beweiset flar mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle und folget seinen Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht in feiner zarten Menschheit; der heilig Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet han, damit bei uns auf Erden zu wehnen sich ergeben. 5. Sein Jünger beißt der Herre 183. Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, daß Himmelreich soll erben. Mel. In dich hab ich zc.. er zeig ihm dei- ne Gna- de. 1 daß ihm die selb nicht schade. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod, tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigen Heiligkeit, all sein Thun ist verloren; die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren, vermag ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sicht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist für ihm ein rothe Fluth, von Christus Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 1. Gott Va- ter, hô.re unsre Bitt, 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Lauf zu deinem Glied und Erben, 1536. theil die- fem Kind den Se- gen mit, Es sey dein Kind; nimm weg seinSünd. damit es dein mög allzeit seyn im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwerthster Geift, Taufe. fammt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit zur Stund in deinen Bund es werde aufgenommen. 184. Mel. Alle Menschen müssen stérben 2c. Nach der Taufhandlung. 4. Dheilige Dreieinigkeit, dir sey Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte. Gib, daß dafür wir dienen dir; vor Sünden uns behüte. 1. Lasset mich mit Freuden sprechen: der bei menschlichen Gebrechen was sind alle Schä- ße nü ße, der mir al les Heil gebracht 2. Keine Sünde macht mir bange; ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das theure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 185. 139 Hinge? 1690. # Ich bin ein ge tauf. ter Chrift, dennoch ein Kind Got tes ist; da ich einen Schaß be- fi- ße, 3 und mich e wig se lig macht? 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn das bringt mich zu dem Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir doch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. $ 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens seyn. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756. Ahle. 1664. T 1. Lieb- ster Je. su, wir sind hier, deinem Worte nach zu leben; die ses Kind- lein kommt zu dir, weil du den Befehl ge geben, 140 Taufe. daß man sie zu dir hin. füh. re, 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsre Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Fluth deinen Purpurmantel decken; schenk 186. denn das Himmelreich ist ihre. ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schenk du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Die Sündfluth geb.et û ber bin, 2. Wie groß sind, Jesu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir diese Schäße haben, so erben wir das höchste Gut. Wenn ich damit gezeichnet bin, so ist der Himmel mein Gewinn. 6. Nun wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Eeufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolc, geb. 1672, † 1737. 3. Was frag ich nach der eitlen Ehre? ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in deren Zahl gehöre, die aus Gott selbst geboren find. Kein Ehrenstand ist diesem 1. Du un- er- forschlichs Meer der Gnaden, wie se lig ist dein Wasser- bad! es hei- let an mir allen Schaden, den Adams Fall ver- ur- facht hat. Neumark. 1657. wenn ich in dieser Arche bin. gleich; das ist mein Necht zum Himmelreich. 4. Du schreibest mich ins Buch des Lebens, du, meines Lebens Leben, ein. Ach, lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet seyn. Ja, schreibe mich so kräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gib mir, Jesu, deine Gnad, auch dem Versprechen nach zuleben, das selbst dein Geist verfiegelt hat. Des Satans Werk und Wesen sey kein Hinderniß an meiner Treu. 6. Erhalte mich durch deine Taufe 187. fe Abendmahlslieder. 1. erbarm dich un- ser! 2. erbarm dich un- ser! 188. Abendmahlslieder. 1. Christe, du Lamm Gottes, 2. Chri ste, du Lamm Got- tes, 3. Chri. fte, du Lamm Gottes, 2 Schaf- fe in mir, Gott, 189. 141 im Bündlein der Lebendigen und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenslande steh! Benjamin Schmolc, geb 1672, † 1737. Eigne Melodie. 3. gib uns deinen Frie- den! Eigne Melodie. von dei- nem An- gesicht und nimm deinen hei. It. Eigne Melodie. der du trägt die Sünd der Welt: der du trägst die Sünd der Welt: der du trägst die Sünd der Welt: all Sünd hast du ge tra " 1545. ein reines Her- ze und gib mir einen neuen, ges wissen Geist. Verwirf mich nicht, verwirfmich nicht von deinem Ange- sicht, gen, HA men! Er- barm dich unser, D Je su! s Wiener? 1651. 1. O Lamm Got- tes unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge- schlachtet, all zeit ge fun. den dul- dig, wie wohl du wardst verachtet: gen Geist nicht von mir. 1540. sonst müßten wir ver za gen. 142 Abendmahlslieder. 2. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlacham Stamm des Kreuzes geschlach- tet, allzeit gefunden duldig, wietet, allzeit gefunden duldig, wiewohl wohl du wardst verachtet: all Sünd du wardst verachtet: all Sünd hast hast du getragen, sonst müßten wir du getragen, sonst müßten wir ver- verzagen. Gib uns deinen Friezagen. Erbarm dich unser, o Jesu! den, o Jesu! 3. Lamm Gottes unschuldig, Nik. Decius, um 1526. 190. 1. 92. sus Chri. stus, un ser Heiland, Zorn Eigne Melodie. wandt, durch das bit ter aus der Sör half er uns 2. Daß wir nimmer des vergessen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen! Wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäbt. 4. Du sollt Gott den Vater preiz sen, daß er dich so wohl wollt speisen, und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, daß ein Speise sey den Kranken, den ihr Herz von Sünden schwer und für Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer s der von uns den Got- ted Let den . 1524. fein len Pein. Arbeit; ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; fein Arzt ist dem Starken noth, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was fonnt erwerben, was dürft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzendgrunde und bekennest mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollt du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 191. Abendmahlslieder. Mel. Es ist gewißlich an der 2c. zu deiner Lie.be Herr- lich- keit 1. Herr Je su Christ, du böch- stes Gut, du Brunnquell al- ler Gna- den! Wir kommen, dei- nen Leib und Blut, wie du uns haft ge la den, zu ef fen und zu trinken. 1 2. D Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste seyn, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 192. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, unrein, nackt und bloß, blind, arm: ach Herr, mich nicht verstoß. 143 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitfleid. 1535. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich: In meiner Schwachheit heile und un- frer Seelen Se- lig feit S 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Noth uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dørt ewig selig werden. 1. Je- su, du mein Brâu- ti- gam, der du aus Lieb am Kreuzes stamm B für mich den Tod ge- lit ten hast, genommen weg der Sünden Last. S 1630. mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubensferz; in Reichthum meine Armuth kehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das rechte Himmelsbrod, dich Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ghrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 144 7. Lösch alle Laster aus in mir; mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gib, was mir nüßt an Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. Abendmahlslieder. 9. Hilf, daß durch dieser Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 193. mich be wir the! du mir ge ben. 1. Herr Je su Chri- ste, mein ge treu. er hir te, bei dir al let ne find ich heil und Leben; Mel. Gott sey geløbet und zc. 10. Vertreibe alle meine Feind. die sichtbar und unsichtbar seind; den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach, laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. S Ky ri e le i " Ky ri. e. le. i. son! Dein arm Schäf.lein wol lest du wei den auf If. ra els Bergen in Freu. den son! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens; du bist selbst das Brod des Lebens. Kein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergiffet. Kyrie leison! Du bist die lebendige Quelle, zu der ich mein Krüglein stelle; laß Altdeutsch? 1524. und zum frischen Was ser führn, da das Leben her thut rührn. komm, mit Gnaden was ich darf, kannst S mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glau ben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyries Abendmahlslieder. leison! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze, noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligfeit. Kyrieleison! 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewissen; ach, laß ein Blutströpflein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist am Kreuz gehangen. Kurieleison! Wird damit mein Herze gerühret, wirds von Stund an rein gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget; o süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott! hilfst du nicht, so bin ich todt. Kyrieleison! 6. Du rufest Alle zu dir in Genaden, die mühselig und beladen; all ihre Missethat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrieleison! Ach, komm selbst, leg an deine Hände, und die schwere Last von mir wende. Mache mich 194. 145 von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih. Kyrieleison! 7. Du wollest Geist und Herze zu dir neigen; nimm mich mir, gib mich dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin deine Nebe; nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach, in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich selig seyn. Kyrieleison! 8. Komm, o mein Freund, o komm, du schönste Krone! Jesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrieleison! Komm und schenke mir deine Liebe, so wird nichts seyn, das mich betrübe, deine Sanftmuth und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dieß sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft ertheilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyrieleison! In dir hab ich, was ich soll haben, deiner Gnaden Brünnlein mich laben. Laß mich ewig seyn in dir und bleib ewig auch in mir. Kyrieleison! Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Eigne Melodie. Crüger. 1649. 1. Schmücke dich, o lie. be See le! Laß die dunk le Sündenhöh- le, komm ans hel- le Licht ge gangen, fan- ge herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Ga- ste la den; Pet. m. Not. 10 146 Abendmahlslieder. der den Himmel faun ver- walten, will jetzt Herberg in dir halten. nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. Oder großen Heimlichkeis ten, die nur Gottes Geist fann deuten! 2. Gile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Eile, ste ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen; von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deiner Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Heilge Lust und tiefes Bangen nimmt mein Herze jetzt gefangen; das Geheimniß dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist wohl auch ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 5. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dieß Wunder nicht erreichen, daß dieß Brod nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend 195. fre 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preiſe. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergoffen, das uns jest kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sey zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dieß Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, geb. 1618, † 1677. 1555. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Herr, du hast für al le Sün der wo das Brod der armen Kin- der einen rei- chen Tisch ge- deckt, nach des Vaters Lie. be schmeckt. Heu te nun bin ich dein Gast, wie du mir be. foh. Ten bast; S Abendmahlslieder. aber hilf auch, daß mein Herze 2. Räume, bitt ich, mein Gemüthe rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir zum halben Himmel werden. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so bilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut; und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jeßt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Berlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Noth und mich sehne nach dem Brod, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt, denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seyft: drum er196. 147 nicht mit dei- ner Wohlthat scherze.. höre, was ich bitt, theile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. boren, nähr uns auch durch deine 6. Sind wir doch aus dir geKraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hülfe schafft: ach, so laß dein Brod und Wein meines Herzens Manna seyn, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. und die Güter jener Welt; oder 7. Laß mich deine Liebe schmecken wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmuth, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch Niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch Niemanden hassen, der mit mir genießt dein Brod; nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir seyn und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Cafp. Neumann, geb. 1648, † 1715. Mel. Es ist gewißlich 2c. 1535. 1. Halt im Gedächtniß Je- sum Chrift, o Mensch, der auf die Er- den vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bru.der da zu werden. 10* 148 Abendmahlslieder. H Vergiß nicht, daß er dir zu Gut dank ihm für diese Lie be. S 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der auch am dritten Lage fiegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die 197. hat an- genommen Fleisch und Blut; Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der einst wird wieder kommen und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. D denke, daß du da bestehst und mit ihm in fein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahren Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Gyriakus Günther, geb. 1650,+1704. Mel. Es ist gewißlich zc. 1535. 1. Wie heilig ist die Stätte bier, wo ich voll An- dacht steh- e! Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich of fen sebe! Le bensthor, o Tisch des Herrn! vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Got: tes Näh. e. 2. Wie heilig ist dieß Lebens- vor dem des Herzens Angst und brod, dieß theure Gnadenzeichen, Noth und alle Qualen weichen Abendmahlslieder. O Brod, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüth mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. O Lebenstrank, o heilges Blut, das einst gefloffen mir zu Gut, dich will ich jest empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben. 149 mit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sey und bleibe. Von dir sen ganz mein Herz erfüllt, Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! Nach Bal. Ernst Löscher, geb.1673, † 1749. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, da198. fel 1. Mein Je- su, der du vor dem Scheiden in deiner leg- ten Trauernacht uns bast die Früchte dei- ner Leiden in einem Te- sta- ment vermacht, Mel. Ich ruhe nun in Gottes 2c. 1713. es preissen gläubige Gemü- ther dich, Stifter dieser hohen Gü. ter. 2. So oft wir dieses Mahl ge- den in deinen blutgen Wunden nießen, wird dein Gedächtniß bei finden. uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sey. Dein Blut, dein Lod und deine Schmerzen verneuern sich in unsern Herzen. 4. Das Band wird fester zugezogen, das dich und uns zuſammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stüßen friegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu Einem Geist verbunden. 5. Dieß Brod kann wahre Nahrung geben; dieß Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief fen zerriffen, daß unsre Handschrift sey zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sün 150 innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. Abendmahlslieder. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele seyn. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du 199. fe uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O theures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dieß Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sey Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher boher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig seyn. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommner loben. Met. An Wasserflüssen 2c. 1. Ich komme, Herr, und suche dich müh. se lig und be. Gott, mein Erbar mer, würdge mich sten. Joh. Jakob Rambach, geb. 1693, 1735. la den. des Wunders dei ner Gnaden. ich suche Ruh und fin. de fie oder * Ich lie- ge hier vor dei- nem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, 1525. . mich deiner zu ge trösten. Ich fühle ei- ner Sün. den Müh; 16 IB. sten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an; du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an sich verfühnet. im Glauben der Er dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit Abendmahlslieder. 3. So freue dich, mein Herz in mir!& r tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sey getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sich, ich vereine mich mit dir; ich bin der Wein200. Mel. O Jesu Chrift, meins 2c. 151 stock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 2. Hier feir ich deinen Mittlertod; hier nährst du mich mit Himmelsbrod; hier ist das unschäßbare Gut, daß du mir gibst, dein Leib und Blut. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Laß Christi. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769 1. Herr, der du als ein stil. les Lamm am mar ter vollen Kreuzes stamm 3. Hier labet mich als deinen Gost der Leib, den du geopfert hast, dein Blut, das, o Herr Jesu Christ, am Kreuzesstamm vergossen ist. 4. Heiland, hilf mir, daß ich ja mit tiefer Ehrfurcht dir mich nah! Herr, mein Mund empfahe nicht des Lebens Speise zum Gericht. zur Tilgung meiner Sün- den- last dich auch für mich ge opfert haft: 5. Hilf, daß mühselig und beschwert mein gläubges Herz dar1630. S nach begehrt, der Wohlthat ganze Größ ermißt und deiner Liebe nie vergißt. 6. Ich, Erd und Asche, bins nicht werth, daß so viel Heil mir widerfährt; du willst, o Höchster, nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugehn. 7. Mein Herz steht offen, richte du dirs selbst zu deiner Wohnung zu; wirf alle Laster ganz hinaus, schmück es mit jeder Tugend aus. 8. Du kommst; gesegnet seyft du mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir; ich end in dir einst meinen 152 Lauf, und du weckst mich vom Tode auf. 9. Ich liebe dich, Herr, unverrückt, wenn auch das schwere Kreuz mich drückt; wenn Leib und Seel verschmachtet mir, doch lieb ich dich und bleib bei dir. 10. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft auf meiner ganzen Pilgerschaft, mit Allen in den Kampf zu gehn, die mir nach meiner Seele stehn. 201. Abendmahlslieder. Einst feiern wir 202. 11. 3 steuert allem Stolz und Neid, verknüpft zu Lieb und Einigkeit, gibt Trost, der nie das Herz verläßt, und macht den guten Vorz saß fest. fey mit ten unter uns, o Gott! und sprich uns los von Sünd und Tod! 12. Und wenn du mich, o Lebensfürst, zur Seligkeit vollenden wirst, erquickt mit Freuden obne Zahl mich dort dein ewges Abendmahl. Mel. Wachet auf, ruft 2c. Herr, du wollst uns vor be- rei ten zu deines Mah- les Se- lig- fei- ten; Laß uns, Lesben zu empfah- en, mit glaubensvol- lem Herzen nah- en bat ge spei set Gott, zu Gu te. 1. Gott sey ge. lo. bet mit seinem Fleische dein laß uns e.. wig seyn. Amen, A. men! An be tung dir! 6 Joh. Adolph Schlegel, geb. 1721, † 1793. Wir sind, o Je. su, dein; das große Abendmahl bei dir! Nach dem Abendmahl. Eigne Melodie. 1599. Friedr. Gottl. Klopstock, geb. 1724, † 1803. und gebe ne dei et, und mit seinem Blute; Ky ri e le. i, son! Altdeutsch? 1524. der uns sel ber das gib uns, Herr Herr, durch deinen 2 Abendmahlslieder. heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Ma ria kam, [ 2. dich- zwungen hat] [ 3. uns- nim- mer laß] und das hei. li ge Blut 1 Ky ri. e. le. i, son! 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte fonnt er uns geschenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that, und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! 203. $ 0E H hilf uns, Herr, aus aller Noth. 3. Gott geb uns allen seiner Gnaden Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1-183, 1546. Mel. Nun lob, mein Seel 2c. S 1. Wie wohl hast du ge. la bet, ja mich so reich be- ga S bet, Dwun der sa me Spei. se, 1 # 153 o Liebsmahl, das ich prei fe wie hast du doch er. qui cet 1540. o liebster Je su, dei- nen Gast, daß ich jetzt füh- le Freud und Rast. D füßer Lebenstrank, mit einem Lob- ge- sang, mein Leben, Herz und Muth! s Mein Geist der hat er bli det das aller höchste Gut. 154 2. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir voll gemessen den edeln Kelch, der mich erfreut. Ach, Gott, du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz in Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das edle Himmelsbrod; hinfort kann mich nicht schreden Welt, Teufel, Sünd und Tod. 3. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich läsfest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket mit deinem theuren Blut, dich mir ins Herz gesenket, o unvergleichlich Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rath. Abendmahlslieder. 4. Wie kann ich aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich haft so tief gelassen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge, besucheft deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, daß fromm und recht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 5. Du bists, der ewig bleibet; 204. fe ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich; du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht ist an dir; ich, sündhaft im Gemüthe, kann fehlen für und für: noch kommest du hernieder und nimmst mich Sünder an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 1. Je su, mei- ne Won- ne, V 6. Ein Herz, das recht bereuet, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das ist, was dich erfreuet, mein Gott und Herr, zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; hilf, daß ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen; dir sey von Herzensgrund jetzt Lob und Preis gesungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 7. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engelstrant; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr wohl, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand; ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr wohl, dort werd ich leben ohn Angst und Herzeleid; mein Gott, du wirst mir geben die ewge Seligkeit. Joh. Rist, geb. 1607, † 1667. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. Selnecker? 1587. du meiner See len Sonne, du Freund- lich ster auf Er. den, laß mich dir dankbar werden. Abendmahlslieder. 2. Wie kann ich gnugſam ſchägen dieß himmelsüß Ergößen und diese theuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranken geſpeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heißvergoßne Thränen.. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jest schmecket mein Gemüthe dein übergroße Güte; dieß theure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 205. 155 8. Herr, laß mich nicht vergeſſen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben! Was kannst du Werthres geben? 11. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Leibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 13. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rift, geb. 1607, † 1667. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 1731. 1 1. Gott Lob! th bin aufs Neu er- qui- cket mit Chri- sti theu rem Leib und Blut. Das Heil, das hier mein Geist erblicket, macht al- len meinen Schaden gut. Mein Glaube jauchztund freuet sich; denn Je- sus Chri- stus starb für mich. 2. Gott Lob! die ganze Last der Sünden ist nun aus Gnaden weg geschafft. Mich aller Schulden zu entbinden, hat Jesu Blut die volle Kraft. Heut nahm ich ja der Freiheit Pfand beim Abendmahl aus seiner Hand. wissen fühlt sich in Jesu Tod gestillt. Ich seh die Handschrift ganz zerrissen, die mich vorhin mit Furcht erfüllt. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, werd an sein Vaterherz gewöhnt. 3. Gott Lob! mein zagendes Ge4. Gott Lob! der süße Seelenfriede kehrt wieder in mein Herz Univ.- Bibl. Giessen 156 zurück. Wie war ich doch so frank, so müde, bis meines Jesu Gnadenblick aufs Neue sich zu mir gelenkt und Trost und Ruhe mir geschenkt. 5. Gott Lob! in dem erfreuten Herzen wohnt Jesus und die Seligkeit. Der Hoffnung weichen alle Schmerzen; leicht wird das Leiden dieser Zeit. Ein ewigs Glück lacht 206. Abendmahlslieder, A Mel. Alle Menschen müssen sterben ze. mir von fern; drum harr und glaub und duld ich gern. 1. Dan- fet, dan- fet Gott mit Freu- den, Macht die großen Se lig: kei, ten was der Herr für Gna de schen- ket, 6. Gott Lob! mit Freuden will ich sterben; der Himmel ist mir aufgethan. Dort darf ich auch mit Jesu erben nach einst durchwallter Leidensbahn, und mit der außerwählten Zahl halt ich erst dann recht Abendmahl. Maria Cl. Silberrab, geb. 1750, † 1815. Hinge? 1690. dan ket ihm vor dem Al. tar, 2. Ja, wir preisen Gottes Güte; denn sie währet ewiglich. O wie freut sich das Gemüthe, daß der Herr so gnädig sich gegen uns auch jetzt erwiesen! Immerdar sey er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu, und auch heute ward fie neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Himmel sammt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, fingen Seraphinen dreimal 207. dan- ket ihm mit Herz und Mund! die ses heil- gen Mah. les fund, da er selbst uns speist und tránfet; daß er uns so freundlich war. Heilig, die dir dienen. Droben in dem Heiligthum schallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, segne uns in seinem lieben Sohn; und des Vaters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja, Amen! sprecht Halleluja! Nit. Kaiser, geb. 1734,+ 1800. Mel. Wie schön leuchtet 2c. Wir nab en uns, o Gottes Sohn, im Nacht mahl dei ner Leib, dein Blut; 1599. von Dank durch. dieß komm auf Confirmation. drun gen deinem Thron; $ e. wig uns zu Gut du bast uns nun ge. ge ben und stärk in uns dein Leben. men, A. men! Welche Freu- den war ten droben, wo wir dich ohn En. de To II. Die andern kirchlichen Handlungen. Confirmation. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster seyn. 208. # 1. Ich bin getauft auf deinen Na- men, Gott Bater, Sohn und heilger Geift; ich bin gezählt zu dei- nem Sa- men, zum Volk, das dir ge- bei- ligt heißt; 3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigenthum zu seyn gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werfen ab. 157 nach dem Lei- den . ben. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste ich bin in Chri- stum ein- ge- senkt, ich bin mit jei- nem Geist be- schenkt. stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs Neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besig von meinem Sinn; es sey in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. Neumarf. 1657. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut be 158 sprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich; Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsag nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und 209. Confirmation. heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Job. Jak. Rambach, geb. 1693, † 1735. Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. Nach Hammerschmidt. 1658. 1. E. wig, e wig bin ich dein, bin auf dich, um dein zu seyn, Dessen soll mein Herz sich freun; 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Vater habe! Deine Gnade macht mich rein; droben soll ichs ewig seyn. 3. Ich, ein Sünder von Natur, ich Gefallner soll auf Erden eine neue Creatur, soll, o Gott, dir ähnlich werden. Heilig, heilig soll ich seyn; Jesus und sein Geist ist mein. 4. Treue hab ich oft gelobt, doch verleßt den Bund der Taufe. Wenn die Luft in mir getobt, ließ ich ab vom Glaubenslaufe. Aber nimm mich wieder ein; dein, Herr, will ich ewig seyn. 210. theu er dir, mein Gott, er fau- fet; Va- ter, Sohn und Geist gestau- fet. e. wig, e. wig bin ich dein. 5. Ich entfag, o Satan, dir, dir, o Welt, und dir, o Sünde. Euch entsag ich, weicht von mir, dem erlösten Gotteskinde! Gure Lust ist Tod und Pein; ich will meines Gottes sern. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich auf dem schmalen Wege übe gute Ritterschaft und nur Jesu leben möge. Er wird Gnade mir verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich; denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Laß mich hier im Glauben dein, dort im Schauen selig seyn. Joh. Andreas Cramer, geb. 1723, † 1788. Drese. 1698. Mel. Seelenbräutigam 2c. 1. Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist derStärke; # gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, e. wig dein zu seyn. Confirmation. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen theures Blut floß auch uns zu Gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, daß wir unsern Bund erneuern und mit Wahrheit dir betheuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zu verschmähn. 211. 159 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot, geb. 1770. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 1698. s 1. Bei dir, Je fu, will ich blei- ben, stets in det- nem Dienste stehn; nichts soll mich von dir ver. trei.ben, will auf det. nen Wegen gehn. Du bist mei nes Lebens Leben, mei.ner See. le Trieb und Kraft, wie der Wein- stod sei- nen Re, ben 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen theuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib zu.strömt Kraft und Lebenssaft. ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Russ aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimath reist. Carl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801. 1 160 212. Beichtlieder. Beichtlieder. Eigne Melodie. 1. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, sieh doch, wie ich in meinem Muth und in mir hab der Pfei- le viel, . mich ar- men Sün 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet haft am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht mit großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. der drü den. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und fast beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und wollte gern S ACAR 1594. du Brunnquell al- ler Gna den, mit Schmerzen bin be- la- den, die im Gewis- sen oh- ne Ziel im Blute dein von Sünden abges waschen seyn, wie David und Manasse: 6. So komme ich zu dir allhie in meiner Noth geschritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergib mir alles gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. Ach, Herr, vergib mirs doch, mein Gott, um deines Namen willen, und thu in mir die große Noth der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb, und dir hinfort zu Ehren leb im findlichen Gehorsam. 8. Stärf mich mit deinem Freudengeift, heil mich durch deine Wunden; hilf mir zu deines Namens Preis in meiner letzten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Barth. Ringwaldt,' geb. 1530,+ um 1598. 213. 备案 Beichtlieder. Mel. Herzlich lieb hab ich zc. Bor G'richt, Herr Je su, steb ich bie, beug in Demuth meines Herzens Knie und seufze mit Web klagen: Mein große Sünd und Mis- se- that 214. mich ver- klagt und ver- dammet hat; doch will ich nicht ver za gen. Herr Jesu Chrift, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, 161 Vor 1577. weil ich fest glau be und dabei im Herzen ha be wah- re Reu. ich will mich bef. fern, hilf du mir! Herr Jesu Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, Mel. Zion tlagt mit Angst 2c. Met ne Sün- den ängsten mich, . e und be kenne mei- ne Sün- den; 2. Weil du heißest Alle kommen, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen, noch gewiesen von der Thür deiner Gnaden, sondern du willst und wirst mich noch Pet. m. Not. C 1. du Schöpfer al ler Din.ge, bö re, höre mein Ge- bet, das ich je zo vor dich bringe, • weil mein Herz in Nengsten steht. Grüger. 1640. da rum komm ich auch vor dich S ach Herr, laß mich Gnade fin den! dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet ungebrochen, das du cinmal hast geredt: 11 Beichtlieder. 162 nun hast du, o Gott, gesprochen: Such mein Antlig im Gebet. Darum fomm ich auch vor dich, such dein Antlig; ach, laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe hier in deine Hand, o Gott, drin du sprichst: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden, und begehr ewiglich mit mir zu leben, so will ich ihm alls vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen; ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demuth biegen meine Knie an diesem Ort, und bekennen meine Sünd: Ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft verblendet deine Güte hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gefündigt dir; aber sey doch 215. gnädig mir; ich fall dir in deine Arme: ach Herr, meiner dich erbarme. 7. Ich verläugne nicht die Sünden, ich verläugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld; alles, was ich schuldig bin, will ich zahlen, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! denn er hat erseßt den Schaden; er hat für mich gnug gethan. Durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich jego tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Nuh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genießen Christi wahren Leib und Blut, meiner Seele und Gewissen zur Er quickung und zu Gut. Gib, daß würdig ich genieß, Jesu, dich, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Joh. Heinr. Califius, geb. 1633, † 1698. mid, 1820. Eigne Melodie. 1. Icharmer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes An- gesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelin- der und geh nicht mit mir ins Gericht! 25 Er- bar- me dich, er- bar- me dich, 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd, bis daß ich Gnad von dir erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich zc. Gott, mein Er- bar- mer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du allerliebstes Vaterherz! Wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich 2c. Beichtlieder. 4. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand heilet außer du. Ach, aber ach! gib Gnade, Gnade! ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich zc. 5. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich zc. 216. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich 2c. Christoph Titius, geb. 1641, † 1703. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Nach Hammerschmidt. 1658. 1. Je fus nimmt die Sün- der an! welche von der rechten Bahn Hier ist, was sie ret ten kann: 2. Keiner Gnade sind wir werth; doch hat er in seinem Worte eidlich fich dazu erklärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf verloren ist, fuchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an! 163 6. Sprich nur Ein Wort, so werd ich leben; sag, daß ich armer Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur sündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich zc. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort fa get doch dieß Trostwort Al. Ien, auf ver- fehr- ten Weg ver- fallen. F Je fus nimmt die Sün der an! mich trösten kann: Jeſus nimmt die Sünder an! 6. Ich bin ganz getroften Muths; ob die Sünden blutroth wären, müssen sie fraft deines Bluts dennoch sich in Schneeweiß fehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Mein Gewissen nagt mich nicht; Moses darf mich nicht verflagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an! Auch mich hat er angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdm. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. 11* 164 217. Beichtlieder. Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 1. Ich er, he be mein Ge- mü- the denn ich ken ne dei ne Güte, Gott der Liebe und des Lebens, Kei- ner harrt auf dich ver- ge- bens. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht. Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 1687. sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; o wie theu er ist sie mir! Nur Ver. ächter dei. ner Huld stür- zet ihre eig.ne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; ficher kann ich auf dich bauen. Deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, welchem du die Süns denlast liebreich abgenommen hast. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten 218. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. Mel. Ich armer Mensch zc. Möct. 1820. 1. Mein Jesus ist ein Freund der Seelen, die in der Angst und Sündennoth nur ihn zu th- rem Trost sich wählen, der sie ge liebt bis in den Tod. 5 Sie sol len Ruh von ihm empfahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. Beichtlieder. 2. Wenn das verdammende Gewissen sie bis zur Hölle niederbeugt; wenn Thränen ohne Hoffnung fließen, ists Jesus doch, der ihnen zeigt, wie man dem Fluch entrinnen fann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch zu werden für die Welt. O dankt ihm laut, erlöste Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, indem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie willig hat er einst sein Leben zur unerhörten Todespein für uns am Kreuz dahin gegeben! Wer wollte nun noch traurig seyn? Er zeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Hört dieß, ihr angefochtnen Seelen; eilt alle, flieht in Jesu Schoß! Er macht von allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zugethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Er bringt in seinen offnen Armen versöhnt zu eurem Gott euch hin, und neigt zum ewigen Erbarmen des liebevollen Vaters Sinn, den Jesus nur versöhnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 165 7. Auch sendet er in unsre Herzen den wahren Tröster, seinen Geist; der stillet aller Sünden Schmerzen, wenn er auf Jesu Tod uns weist. Wer ist, der uns verdammen kann? Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Nichts, nichts tilgt seines Mitleids Triebe. Wenn auch kein Strahl der Hoffnung scheint, so zage nicht; er ist die Liebe; er ist dein Retter und dein Freund. Heil Allen, die im Ernst sich nahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Komm glaubensvoll! Er stillt dein Sehnen und schließt des Jammers Pforte zu. Er trocknet liebreich deine Thränen und schenkt den Müden süße Ruh. O selig, wer noch weinen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Vernimm denn seinen Ruf und zähle mit Vorsicht jeden Tag des Heils. Ach eil, errette deine Seele und triff die Wahl des besten Theils! Flieh heute noch der Sünde Bahn und komm; heut nimmt dich Jesus an. 11. Hier sind wir, Heiland aller Sünder! Erbarme dich und mach uns rein; so wollen wir, der Gnade Kinder, dir ewig dafür dankbar seyn, weil dann ein Jeder rühmen kann: Gott Lob, auch mich nahm Jesus an! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. 166 219. fre Ordinationslieder. Ordinationslieder. Mel. D Gott, du frommer 2c. 1. Herr Je- su, der du selbft und, was du aus dem Schoß den rechten Weg zu Cott fey für dein Pre digt. amt a 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren; doch gibst du noch der Welt dein Wort mit groBen Schaaren, und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs und sest ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Amt, wodurch man dich selbst höret, das uns den Weg zu Gott und die Verföhnung lehret, durchs Evangelium ein Häuflein in der Welt berufet, sammlet, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. 4. Erhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden, und weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden, send selbst Arbeiter aus, mach solche flug und treu, daß Feld und Baumann gut, die Ernte reichlich sey. 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche haft gegeben, erhalt bei reiner Lehr und einem heilgen Leben; leg deinen Geist ins Herz, das 1710. von Gott als Lehrer fom- men des Vaters hast ge- nom men, mit Wort und Werk gelehrt, ge lobt von deiner Heerd. Wort in ihren Mund; was jeder reden soll, das gib du ihm zur Stund. 6. Ach, fegne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; such das verirrte selbst, bind das verwundte zu, das schlafende week auf, das müde bring zur Ruh. 7. Bewahr vor Keßerei, vor Menschenlehr und Dünfel; lehr uns nach deiner Art im Tempel, nicht im Winkel; behüt vor Aergerniß, vor Spaltung, welche trennt; er halte rein und ganz dein Wort und Sacrament. 8. Bring, was noch draußen ist, zu deiner kleinen Heerde; was drin nen ist, erhalt, daß es gestärket werde; durchdring mit deinem Wort, bis Heerde und der Hirt im Glauben, Herr, an dich zusammen selig wird. Eberhard Ludwig Fischer, geb. 1695,+ 1773. 220. fre Het Drdinationslieder. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. Je su, Herr der Herr- lich- keit, du siehst auf die er löste Welt, dei ner Christen- heit, wie es dir ge. fällt, Von Dir sind wir B du Hir. te sorgst, daß sie auch er wäh. let, den Erlösten, die du 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, gottselig und gewissenhaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gefandt; Herr, segne sein Geschäfte. Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sey, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer S 167 1599. du König re. gierst fie, dei• ner Heerden, se lig werden. s zu gezäh let seg. nen willst und trösten. Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein theures Pfand; laß keine ihn verlieren! Sesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 6. Sey uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. DO Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Joh. Daniel Carl Bickel, geb. 1737,+1809. 168 221. the f Trauungslieder. Trauungslieder. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 1. Herr Gott, der du den Ch. e. stand daß dein Geschöpf durch dieses Band und se ße ihn zu " # o laß durch deinen Gna den schein ihn al. le zeit voll Se- gen seyn Eb 1524. ren. 3. Die Seelen laß in Lieb und Leid getreu beisammen stehen und in der wahren Frömmigkeit auf deinen Wegen gehen. Wohl dem, der dich vor Augen hat! In allem wird ihm Rath und That nach seinem Wunsch gelingen. 4. Laß auch dabei Beruf und Stand sich deiner Güte freuen, durch deine reiche Segenshand die Arbeit wohl gedeihen; so fehlet unsrer Nahrung nichts, ob wir im Schweiß des Angesichts das Brod gleich müssen essen. 5. Herr, wenn du Jemand segge S ordnet bast auf Er. den, foll froh und glücklich werden; 2. Du wollst des Feindes Hin- nen willt, so kann es Niemand terlist durch deinen Schutz verweh- wehren. Der Delkrug, welchen du ren; du weißt, wie er geschäftig ist, gefüllt, ist niemals auszuleeren. dein heilsam Werk zu stören. Daß Aus Mangel machst du Ueberfluß, nun durch seine Bosheit nicht des und sprichst du nur ein Wort, so Herzens Fried und Eintracht bricht, muß auch Wein aus Wasser werden. so steure seinen Werken. herein, so darf man nicht verzagen. 6. Dringt auch das liebe Kreuz Es muß ja wohl ein Wechsel seyn von gut und bösen Tagen. Du haſt uns schon den Trost geseßt, daß alle Dinge doch zuletzt zu unſerm Besten dienen. 7. Das Brod des Lebens wirst du uns im Himmel endlich schenfen. Die Quelle deines Freudenbrunns wird uns da ewig tränken, so daß uns hier und dort nichts fehlt; denn wir sind hier und dort vermählt dem Bräutgam unsrer Seelen. Erdm. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. 322. Trauungslieder. Mel. Ich armer Mensch 2c. 1. Es hat der Herr zu al- len Zeiten der Seinen ganzenlauf bedacht; er ist es, der auf al- len Seiten von Anfang ihren Weg bewacht Mel. Seelenbräutigam 2c. 1. Je- fu, geh vor an bis auf ein haar von ihrem Haupt; wohl dem, der seiner Führung glaubt! 2. Er spricht: Befiehl mir deine Wege; sie sind in mir schon außersehn. Trau meiner treuen Vaterpflege, so wird es gut und selig gehn; so geb ich dir auf jedem Schritt auch meines Geistes Leitung mit. 3. Sich nun, o Herr, auf diese Seelen und laß sie dir befohlen seyn; laß sie nur deine Wege wählen, mach fie mit deinem Blute rein, bis sie zu deinem Reich eingehn und ewig jauchzend vor dir stehn! 223. 169 Möcf. 1820. 3. Rühret eigner Schmerz jemals unser Herz, fümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu bei224. auf der Lebensbabn; und wir wollen nicht verweilen, dir ge treu- lich nachzu ei. len; führ uns an der Hand bis ins Vaster- land. den; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. Dreje. 1698. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. Mach, Herr, Ein herz aus den zweien gie Be Segen und Gedeih- en 3 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nif. Ludwig, Graf v. 3inzendorf, geb. 1700, † 1760. 1687. durch der Lie. be fe. stes Band; auf den neu erwählten Stand; 170 Begräbnißlieder. laß sie alt bei fam- men werden und viel Gutes sehn auf Er den. S 225. fe Steh bei ihnen in der Noth, und sey e. wig unser Gott. Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715. [ Siehe Haus- und Ehestand.] Begräbnißlieder. Eigne Melodie. 1. Nun laßt uns den Leib be- gra- ben, er werd am jüngsten Tag aufstehn 2. Grd ist er, und von der Erden, wird auch zu Grd wieder werden, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu eim selgen End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch). 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklä226. 1544. dar an wir kein 3weifel ha- ben, und un- ver- wes. lich hervorgehn. ren und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen; dort aber wird er genesen in ewiger Freud und Wonne, leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier schla fen, und gehn all heim unfre StraBen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kömmt uns gleicher Weis. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat eriöst vons Teufels G'walt und ewger Pein; ihm sey Lob, Preis und Ehr allein. Eigne Melodie. 1. Rub.et wohl, ihr Tod ten bei. ne, M. Weiß( 1531). Störl. 1711. in der stil. len Ein- sam- keit! Begräbnißlieder. rub- et, bis das End er. scheine, 3. Und wie soll im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr licß einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst mit Blut und Sterben hat gemacht zu Himmelberben? ru fen wird aus euren Grüf. ten zu den frei en himmelslüften. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, da man nichts als Asche findt, wird weil das Leben, euer Hort, die Ver- doch Gott, was vor gewesen, wieheißung hat gegeben durch sein der neu zusammen leſen. theuer werthes Wort: Keiner soll im Tod verderben, die in seinem Namen sterben. 5. Jesus wird, wie er erstanden selber an dem dritten Tag, gleichfalls seine Reichsverwandten führen aus des Todes Schmach zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 6. Nuhet wohl und sanft im Kühlen eine noch so kurze Zeit; es läßt sich schon nahe fühlen die so frohe Ewigkeit, da ihr sollt mit neuem Leben euch vor Gottes Thron erheben. Friedr. Conrad Hiller, geb. 1662,1726. 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, 227. Mel. Nun fich der Tag 2c. da der Herr euch zu der Freud 171 Ho und liegst nun da in süßer Ruh 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Pein; fein letztes Wort: Es ist vollbracht! das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwandelung in dieß Gefilde sän, mit Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. 1. Et, wie so fanft entschliefest du, nach manchem schweren Stand, 4. Verbirg dich unserm Angesicht im fühlen Erdenschoß! Du hast das 1698. in det nes Heilands Hand. Deine ausgericht, empfängst ein selig Loos. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, die sich zu ihm gesellt, und die ihm ist so theur und werth, auch vol lends durch die Welt! Gottfried Neumann, um 1736. 172 228. Begräbnißlieder. Mel. Der lieben Sonne Licht zc. 229. fe 1. Die Christen gehn von Ort zu Ort und kommen in den Frie- densport Gott nimmt sie nach dem Lauf das Waizenkorn wird in sein Beet 2. Wie seyd ihr doch so wohl gereift! Gelobt seyn eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jest verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch, Glieder, deckt mit fanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 1. Mun bringen wir den Leib zur Ruh 1723. durch mannig- faltgen Jammer und ruhn in ihrer Kammer. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuleßt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lemit seinen Ar. men auf; auf Hoffnung schöner Frucht ge- sät. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid in hei liger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! Nik. Ludwig, Graf v. Zinzendorf, geb. 1700,+ 1760. 1544. und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Er.de werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele benszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. neu vereint. 5. So währen Reichthum, Chr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, turze Zeit. 6. fichrer Mensch, besinne dich! Lod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll Jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm Jeder seiner Seele wahr! 230. Begräbnißlieder. 173 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sey uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlig ewig sehn. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713, † 1780. Eigne Melodie. 231. 1. Auf- er- stehn, ja aufer- stehu wirst du, mein Staub, nach kurzer Rub! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds Unsterblichs Le- ben wird, der dich schuf, dir ge. ben. Hal.le.lu. ja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die mit ihm starben. Halleluja! dann uns seyn. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. zu Je su, welcher mich 6 Stadler. 1820. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Mel. O Gott, du frommer 2c. 1. 3hr Elstern, gute Nacht! ich fahr zu Je su hin " Friedrich Gottlieb Klopstock, geb. 1724, † 1803. in. nun geht es an ein Schei- den; in sei ne Himmels.freu- den, " 1710. wig. feit an. lacht; 174 Begräbnißlieder. ach, wei. net, wei net nicht, 2. Ihr Eltern, gute Nacht! hört auf, um mich zu klagen, da jest mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht; ach, weinet 2c. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht; ach, weinet zc. 232. ihr Eltern, gu- te Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht; ach, Mel. D Welt, ich muß dich zc. 1. Wenn flei- ne Himmels er ben $ E so büßt man sie nicht ein; vom Vater auf ge- boben, 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? weinet 2c. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! die Angst und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht; ach, weinet 2c. 1598. in ihrer Unschuld ster- ben, sie werden nur dort o ben damit sie un ver. Io. ren seyn. 3. D wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu geschwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu find Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, † 1758. B. H Der Glaube im Allgemeinen. Vierte Abtheilung. Der christliche Glaube. Der Glaube im Allgemeinen. 233. Eigne Melodie. 175 1. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Va- ter ge- ben hat, daß wir sei.ne Kinder wer. den. al- lem Un- fall will er weh ren, " Luther. 1524. Er will uns all- zeit ernähren, Leib und Seel auch wohl be- wah- ren; kein Leid soll uns wi- der- fah ren; er for get für uns, hüt't und wacht, hüt't und wacht, es steht alles in fei• ner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Eh ren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir warn verloren. am Kreuz gestorben 1: und vom Tod: 1 wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, und mit Gaben zieret schöne; die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben. Hier 176 Der Glaube im Allgemeinen. all Sünd vergeben werden; das diesem Elend 1: ist bereit:| uns ein Fleisch soll auch wieder leben, nach Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 234. LEH Mel. Es ist gewißlich an der 2c. 1. O Gottes Sohn, Herr Je su Christ, nicht Je- der- man- nes Ding es ist, Drum hilf du mir von o. ben her, und daß ich drin ver- har re. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil das wahr Erkenntniß finden, wie der nur an dir habe Theil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, ins Herze es wohl fasse, daß fich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, mein lebendiger Glaube. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen, und durch den Glauben auch die Welt, und was 1535. daß man recht könne gläu- ben, noch standhaft zu ver- bleiben. des wahren Glaubens mich gewähr, dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig seyn, daß deine Gnad mich stärke, die das zerbrochne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sey, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sey lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sey fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sey thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich Der Glaube im Allgemeinen. 177 wende in meiner letzten Stund und was sich vom Glauben in mir findt, Noth, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit erlange. 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen, du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. 235. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 1. Der Glaub ist ei- ne 3u- ver- sicht zu Gottes Gnad und Gü- te; der bloße Beifall thut es nicht, es muß Herz und Gemü- the zu Gott völlig ge richtet seyn und gründen sich auf ihn al lein ohn Wan- ken und ohn 3wei fel. p S 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem BVertrauen, und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Verdienst thut bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, der Glaub kommt von dem Herren; drum bitt, daß er ihn in dir stärk und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, bei dir seyn; sonst ist dein Glauben eitel. 236. 1523. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens fich wolln rühmen und böse Werke nehmen an, so Christen nicht geziemen. Wer das tbut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur sey Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst seyn angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sey und vor dem Nächsten leuchte. Ludw. Andr. Gotter(?), geb. 1661, † 1735. Mel. Nun lob, mein Seel 2c. 1. Ich weiß, an wen ich gläube. bei dessen Wort ich blei. be, S Vernunft darf hier nichts sa gen, Vet. m. Not. 1540. Mein Je- sus ist des Glaubens Grund, und das be ken- net Herz und Mund. sie jey auch noch so klug. 12 178 Der Glaube im Allgemeinen. Wer Fleisch und Blut will fra gen, 1 Ich folg in Glaubens- leh. ren was die se mich läßt hören, 1 2. Herr, stärke mir den Glauben; denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dieß Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach, segne mein Vertrauen und bleib mit mir vereint: so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 237. muß un be. weg. lich seyn. 3. Laß mich im Glauben leben; soll auch Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben seyn. Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, daß mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seelen Seligkeit. Erdm. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. 1. Herr, ob ne Glauben kann ach, da rum le ge mir der fällt in Selbstbe trug. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. den wah ren Glauben bei: 1 der heil- gen Schrift al. lein; nicht Je der man- nes Ding 2. Laß mich insonderheit, daß du seyst, herzlich gläuben; was mir dein Wort verheißt, bei dem laß fest mich bleiben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und daß ihn deine Hand aus allen Nöthen reißt. 1710. dir Niemand wohlge- fallen; vor an dern Ga- ben al len denn der ist, wie du weißt, und kommt von deinem Geist. 3. Herr, laß mich auf dein Wort von ganzem Herzen trauen, und stets auf deine Treu und Wahrheit feste bauen. Gib, daß ich dir in Noth und Kreuz und Tod getreu und durch des Glaubens Kraft allzeit gehorsam sey. Der Glaube im Allgemeinen. 4. Mein Jesu, laß mich dich im Glauben wohl erkennen, dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schutz und Heiland nennen. Laß mich im Glauben thun, was mir dein Mund gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als den Erlöser ehrt. 5. Mein König und Prophet, komm, herrsch in meiner Seelen. Regier und führe mich, wollst dich mit mir vermählen. Du sollst mein König seyn, dem ich gehorchen will, mein Lehrer und Prophet, des Willen ich erfüll. 238. 179 6. Ich will auch, Herr, an dich, als Hohenpriester, gläuben; laß, Jesu, dein Verdienst den Grund des Glaubens bleiben, daß meine Seele sich hierauf getreu und fest, als auf mein einzig Heil und wahren Trost verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich in diesem meinem Glauben; laß mir ihn weder Tod, noch Welt, noch Teufel rauben. Bleib in demselben stets genau mit mir vereint, daß ich dein und du mein, o theurer Seelenfreund! Mel. Kommt her zu mir 2c. hat mir das Recht zur Se- lig- keit 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! ich hoff ein e.. wig Le ben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Glend zu, 239. Peter Busch, geb. 1682, † 1744. 1. So boff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; 1534. Gott ist ein Baster, der verzeiht, in seinem Sohn ge. ge. ben. versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens wit len; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Troft erfüllen! Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. Mel. Nun freut euch), lieben 2c. 1523. 1. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bür- ger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben. 12* 180 Wesen und Eigenschaften Gottes. Dort schau ich, was ich hier ge- glaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Je su Hän. den. 1 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit, erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr, du bist mein gan= zer Ruhm, mein Er in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 240. $ 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sey mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt: mein sind des Himmels Freuden. 7. Wie groß ist meine Herrlichfeit, empfinde sie, o Seele! Bom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Gott der Wesen und Eigenschaften. Mel. Nun lob, mein Seel 2c. 1. Man lobt dich in der Stille, Des Rühmens ist die Fül. le Christoph Christian Sturm, geb. 1740, † 1786. Du bist doch Herr auf Erden, Vater. 1540. du hoch- er- hab. ner 3i. ons- Gott! vor dir, o Herr Gott Ze- ba oth! " der Frommen zu versicht; Wesen und Eigenschaften Gottes. in Trüb.sal und Beschwer den Drum soll dich stünd- lich ehren und deinen Ruhm ver- meh ren, 2. Dein müssen, Herr, sich freuen die Gläubigen von ganzer Seel und unaufhörlich schreien: Gelebt sey der Gott Israel! Sein Name sey gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. 3. Herr, du hast deinen Namen 241. BE $ Er den tau. gen, wär- mend schmücken, läßt du. die Dei nen nicht. so lang er lal Ien fann. sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigfeit. Joh. Rift, geb. 1607, † 1667. Mel. Wunderbarer König 2c. mein Mund vor Je der mann 1. Inumschränkte Lie be, gönne blöden Augen, daß sie in die Strah- len deiner Langmuth blicken, 181 Dei nen 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte; deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, mit der Sonne scheinen. Neander? 1680. und zugleich freu- den- reich Bö. sen und den die sonst kaum auf die den Erdkreis o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu Wesen und Eigenschaften Gottes. 182 leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte drauet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Beßrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade 242. B Mel. Wunderbarer König 2c. Necht empfangen. Wer deinen zu Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sey gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand sey Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Sions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, † 1735. 1. Gott ist ge- gen- wär tig; las set uns an beten Gott ist in der Mit- ten! alles in uns schweige vor ibn tre ten. vor ihm beu ge. nie der, kommt, er gebt euch wie. der. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Lag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig! fingen alle Engelchören, wann sie dieses Wefen ehren. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unfre Opfer bringen. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen Neander? 1680. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es seyn, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. und in Ehrfurcht und sich in- nigst 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geift dir Dienst erweisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder! Ich fent mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. Wesen und Eigenschaften Gottes. 6. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag 243. VE 183 in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts, wie ein Adler, schweben und in dir nur leben. Mel. Freu dich sehr zc. 8. Herr, komm in mir wohnen, laß mein Geist auf Erden dir ein Heiligthum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. 1. Gott, vor dessen An- ge. sich. te ew ges Licht, aus dessen Lichte . dei nes Namens Heilig, keit 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für; was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder ähnlich deinem Bilde seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. 1555. nur ein rei- ner Wandel gilt; stets die reinste Klar- heit quillt, laß sie uns doch kräftig drin- gen, nach der Heiligung zu ringen. Schaff in uns stets reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt; und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? wer de stets von uns ge- scheut; 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Sierde sey rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns dei 184 Wesen und Eigenschaften Gottes. nem Bilde gleich; denn zu deinem die erheben, die im Glauben heilig Himmelreich wirst du, Herr, nur leben. 244. Mel. O daß ich tausend zc. 1. Geht hin, ihr gläubi- gen Ge- dan- ken, ins weiste Feld der Ewig- feit; er hebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. er wägt, daß Gott die Lie- be sey, tie ewig alt und e wig neu. der Creaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, wo mit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Nuh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du! Laß Erd und Himmel untergebn, dieß Wort der Wahrheit bleibet stehn. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebor nen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute follt ich rein, geheiliget und selig seyn. 3. 6. Zimmermann, geb. 1702, † 1783. 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 1738. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugniß gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Muth und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Beit. Der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich Wesen und Eigenschaften Gottes. der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbtheil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 245. Eigne Melodie. 185 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Nein, seine Liebe zu er- messen, Der Herr hat mein noch nie vergessen; 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 1. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit ver- här- te- tem Ge- mü the den Dank er stickt, der ihr ge- bührt? # 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind fie dein. Sieh, darum mußte Chris stus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? und seine Güte nicht verJob. Gottfr. Hermann, geb. 1707,+ 1791. Phil. E. Bach. 1787. fey ewig mei ne größte Pflicht. ver- giß, mein Herz, auch seiner nicht. stehn? er sollte rufen, ich nicht hö ren? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. Je mehr ich dieß Gebot er fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lept seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu 186 Wesen und Eigenschaften Gottes. weihn. Sie tröste mich zur Zeit meinem Herzen die Furcht des leßder Schmerzen, sie leite mich zur ten Augenblicks. Zeit des Glücks, und sie besieg in 246. f 1. Gott ist mein Lied! Eigne Melodie. er ist der Gott der Stärke; und groß sind seine Wer ke, 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war in Himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sigest oder geheft; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. Quanz. 1760. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, groß ist sein Nam und al- le Himmel sein Gebiet. wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seyd sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trug. Christian Fürchteg. Gellert. geb. 1715,+ 1769. 247. Wesen und Eigenschaften Gottes. Eigne Melodie. 1. Die Him- mel rühmen des E.wi- gen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen 187 Na men fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preissen die Meere; 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Berkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? Quanz. 1760. ver nimm, o Mensch, ihr gött. lich Wort! 2. Wer trägt der Himmel un- fühllos beschaun? Durch wen ist zählbare Sterne? wer führt die alles? O gib ihm die Ehre! Mir, Sonn aus ihrem Zelt? Sie kömmt ruft der Herr, sollst du vertraun. und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub 248. Mel. Es ist das Heil uns 2c. ba 5. Mein ist die Kraft, mein Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde seyn, der ich seyn werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins; mich liebe von ganzem Gemüthe und nimm an meiner Gnade Theil. Chrift. Fürcht. Gellert, geb. 1715, † 1769. 1523. 1. Der Herr ist Gott und keiner mehr! Frohlockt ihm, al. le From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so voll. kom- men? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß! Er ist un end lich, gren- zen- los in seinem ganzen We. sen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. auszusprechen? wer ermißt die Wer strebet nicht vergebens, ihn Dauer seines Lebens? Wir Men 188 schen sind von gestern her; eh noch die Erde ward, war er, war, eh die Himmel waren. Schöpfung und Erhaltung. 3. Des Ewgen Thron umgibt ein Licht, daß ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit ſeiner Hand die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er fiehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 249. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle; du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnadig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn Unsterblichkeit allein, bift felig, wirt du vergiltst mit Wonne; du hast es ewig seyn, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere. Der Herr ist Gott und keiner mehr; wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Joh. Andr. Cramer, geb. 1723, † 1788. Schöpfung und Erhaltung. Mel. Dank sey Gott in der Höhe zc. 1 1. Du, meine See le, finge, dem, welchem al le Dinge, Ich will den her ren dro ben 1605. wohl auf und sin. ge schön zu Dienst und Wil.len stehn. hier prei- sen auf der Erd; € ich will ihn herzlich Io. ben, so lang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch leh- euch doch nicht bethören die Welt ren, es wird euch nüßlich seyn; laßt mit ihrem Schein. Verlaffe fich ja Schöpfung und Erhaltung. feiner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie, wie unser einer, nichts sind als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß erblafsen und sinken in den Tod; er muß den Geist auslassen, selbst werden Erd und Koth. Allda ists denn geschehen mit seinem klugen Rath, und ist frei klar zu sehen, wie schwach sey Menschenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Theil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch' unzählge Heerde im großen, wilden Meer. 189 schicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnoth; macht schöne, rothe Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die Niemand Unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, ge250. 8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht; er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wann sie kommen, an ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte; die Waisen nimmt er an, erfüllt der Wittwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hafsen, bezahlet er mit Grimm; ihr Haus, und wo sie saßen, stürzt er mit Ungestüm. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Belt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Neander? 1680. Eigne Melodie. 1. Wunder- ba- rer König, Herrscher von uns allen, Deine Basters- Gü- te hast du lassen trie- fen, laß die Stimm er flin. gen. laß dir un ser ob wir schon von Lob gefallen. Hilf uns noch, stärkuns doch, laß die Zungen fingen, lie- fen. dir weg. Schöpfung und Erhaltung. 190 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Connen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seyd bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. D du, meine Seele, singe fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in 251. B Mel. Herr, wie du willst 2c. den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. 1. Herr Gott, du bist von Ewig.feit die Welt so groß, das Meer jo breit zeugt uns von dei nem We 2. Du bist voll Glanz und Majestät, voll Herrlichkeit und Stärke, und wer dein Wesen nicht versteht, dem zeigen deine Werke, daß du ein Herr der Herren bist, und deine Macht unendlich ist im Himmel und auf Erden. 3. Ich ehre dich in solcher Pracht im Herzen und mit Worten; mein Geist erwäget Tag und Nacht dein Heil an allen Orten; mein Mund bekennet Jedem frei, daß sonst kein Gott und Herrscher sey, als du, den wir verehren. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja finge, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joach. Neander, geb. 1640, † 1680. des Himmels Bau, der Erden Last, 15 4. Ach, aber wie entseßlich blind find Menschen, die doch sehen! Ja, Menschen, die vernünftig find, verläugnen dich und schmähen: Wo ist 1525. und blei best son der En. de; sind Wer ke det ner Hän. de; S und was du, Herr, ge- schaffen hat, sen. der Herr? es ist kein Gott! Vermeßnes Wort, verruchter Spott, der aus der Hölle stammet. 5. 3eigt euch denn nicht der Sinnen Licht, was euer Wahn bestreitet? Wer hat das Erdreich zugericht, den Himmel ausgebreitet? Wer hat der Sterne großes Heer, das tief und reich belebte Meer so wunderbar geschaffen? 6. Es muß ein großer Meister seyn, ein Wesen, dem nichts glei chet, das diesem allen Glanz und Schein, Kraft und Bewegung chet. Gewiß, wer dieses überlegt, dem wird sein steinern Herz bewegt, den wahren Gott zu glauben. rei7. Ach, Gott, erwecke doch die 191 Schöpfung und Erhaltung. Welt, die ganz im Argen lieget, Gott, und will es Alle lehren, sollt dich und dein Wort verächtlich hält und Sünd zur Sünde füget; du schlägest fie, sie fühlens nicht; ach, wenn sie doch dein Strafgericht noch zur Erkenntniß brachte. auch der fremden Kinder Spott sich noch darüber mehren; ich weiß gewiß, ich traue dir, du wirst noch ihnen und auch mir, daß du regierest, zeigen. 8. Ich glaube, Herr, du bist mein Martin Günther, geb. 1720. 252. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 1. Herr, deine All macht reicht so weit. Nichts ist, das deiner Herr- lich- feit 3. Die Menge deiner Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, so die Natur bewegen. Du hast gemacht der Ordnung Band und hebst es auf durch deine Hand. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun un- mög- lich wär. 2. Du hast dieß große Weltgebau allmächtig aufgeführet; es zeugen Erd und Himmel frei, daß sie dein Arm regieret. Dein Wort, daß fie geschaffen hat, ist ihnen an der Pfeiler Statt. 5. O welche Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Todesnacht die Leiber auferstehen, wenn du des Leibes armen Rest mit Herrlichkeit umkleiden läßt! 6. O Allmacht, mein erstaunter Geist wirft sich vor dir zu Boden; Herr, der mit Recht ein König heißt von Lebenden und Todten, mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 4. Die Größe deiner Wundermacht, die Christum auferwecket, der todt war in das Grab gebracht, wird fund und aufgedecket, wenn unfres blöden Glaubens Licht durch alle Nacht der Zweifel bricht. 253. $ Schein. 1628. als selbst dein Wesen rei- chet. und deinen Thaten gleichet. 7. Ach, zünd in mir den Glauben an, der einzig an dir hange, daß mein Herz muthig werden kann, indem ich dich umfange, und traue deiner Gotteskraft, die alles kann, die alles schafft. Nach Joh. Jak. Rambach).(?) Schop. 1641. Mel. Lasset uns den Herren 2c. 1. Gott, durch dessen Wort entsprossen des sen Allmacht aus- ge- flos sen S Himmel, Er de sammt dem Meer, in der Gre a tu. ren Heer, 192 Schöpfung und Erhaltung En- gel machst du gleich den Winden und zu Flam- men det ne Knecht, daß dir die net ihr Geschlecht, die zu deinem Preis sich finden: He und dort in der Ewigkeit. ganze Feld; deiner Güt ist voll die Welt; alles rühmet hoch auf Erden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. Gott, dich lob ich in der Zeit 2. Herrlich ist dein schönes Wesen; Licht und Sonne ist dein Kleid, der du vor der Welt gewesen unverändert ohne Zeit; der den Himmel du gezieret mit den Sternen ohne Zahl, sie mit Schönheit allzumal majestätisch aufgeführet: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 4. Herr, dir wollen wir lobsingen, ewig rühmen, preisen dich, Jauchzen soll dir, Vater, klingen, der uns führt so gnädiglich, bis du 3. Welche Zunge kann erreichen schönen Himmelsstadt, die kein Aug uns wirst Wohnung geben in der deine Weisheit, deine Macht? Herr, wer ist dir zu vergleichen, wer hat erschauet hat; da soll Herz Mund erheben deinen Ruhm nach solches je erdacht? Um von dir gespeist zu werden, reget sich das dieser Zeit in der süßen Ewigkeit. und 254. fx- 11 Mel. Es ist das Heil 2c. 1. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner We die Lie- be, die für Al- le wacht. an be tend über. le • 1523. ge, ge, so weiß ich, von Be wundrung voll, nicht, wie ich dich er- he- ben soll, $ mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es wer kleidet sie mit Majestät? wer blickt, die Wunder deiner Werke. ruft dem Heer der Sterne? Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schoß der Schöpfung und Erhaltung. Erden auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den 355. Von den Engeln. Mel. D Welt, ich muß dich lassen 2c. und zu Ge. bo te stehn, 193 deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. der reinen Himmels- gei- ster, 2. Die- Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte im höchst vollkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in Acht. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater sey gepreist, und alle Welt sag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, † 1769. 1. Du Herr der Se ra phi.nen, dem tau send En- gel die nen 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese Wunderschaar; ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüthen durch diese Himmelswach; laß fie auf meinen Vet. m. Not. 1598. du wunder großer Mei- ster mein Mund soll deinen Ruhm er höhn. Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; fie leben keusch und rein: o laß mich nichts beflecken, und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, 13 194 Schöpfung und Erhaltung. so führe mich zur Freude auf ihren leben und in dem Himmel droben Armen ein; da werd ich dich erst dir und den Engeln ähnlich seyn. Nach Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737 256. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 1. Schuß- gott, dessen star- te Rech te der das menschliche Geschlech- te der in die. fer großen Welt der als Herr der Engelschaa- ren 2. Viele heilge Seraphinen fingen dir ein Heilig für; zehnmal Hunderttausend dienen, viele tausend jauchzen dir. Was bekannt und unbekannt, ist ein Werk von deiner Hand. Die Herrschaften und die Thronen loben Gott in lichten Kronen. 3. Herr, was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern gibst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, follen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schüßen Sünder. 4. Engel finds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, 1555. 3 Zuflucht, Schirm undSchatten gibt, wie ein treu er Vater liebt, al. les, was er schuf, er hält, 1 al les kann und will be wahren. keusch und rein, die der Menschen Freunde seyn, die ihr Antlig ohne Flecken doch vor dir- in Demuth decken. 5. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott; diese sehn in deinem Licht, Bater, stets dein Angeficht; Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müſsen. 6. Gott der Engel, Herr der Helden, ach, was sind wir Menschen doch, daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. 257. Borsehung und Regierung. Vorsehung und Regierung. # Mel. D Welt, ich muß dich lassen zc. der alles kann und hat; 1. In allen meinen Tha ten laß ich den Höchsten ra then, ff folls an ders wohl ge- lin. gen, 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe; mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Batergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir geliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verleßen, nichts fehlen, was mir ewig nügt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 195 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in 1598. er muß zu allen Dingen, selbst ge, ben Se- gen, Rath und That. Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen; mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sey heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sey nun, Seele, deine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nüßen einem Stande, zu dem er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüsten, 13* Borsehung und Regierung. 196 so bin ich doch bei Christen, und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren, wie dorten, ebenso auch hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und fie; durch seinen 258. der Brunn der ew- gen Güter, 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichthum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Auen weiden, führt mich zum frischen Quellen, schafft Nath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. Schuß den frommen sind wir so weit nun kommen, und wissen selber fast nicht wie. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren zc. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüthe nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 1. Der Herr, der al. ler En den 6. Und ob ich gleich vor Andern in finsterm Chal muß wandern, 15. Indeß wird er den Meiner mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß wie meiner seyn, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Bähren ihn bitten können überein. Paul Flemming, geb. 1609,+ 1640. Selnecker? 1587. re. giert mit seinen Händen, der ist mein Hirt und Hü. ter. fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schätzst mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. Borsehung und Regierung. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommseyn wohl belohnest. 259. Mel. Als Jesus an dem Kreuze zc. 197 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, sing'n und loben. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk auf deinem Wil- len ruhn, von dir kommt Glück und Se gen: was du re- gierst, das geht und steht 3 S auf rech- ten, guten We gen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß sein Rath werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rath der machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. Altdeutsch. 1545. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolken bligest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du fizest. 5. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 6. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sey du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. 7. Prüf alles wohl und was mir gut, daß gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, daß verwehre. Der höchste Zweck, das beste Theil sey deine Lieb und Ehre. 8. Ifts Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen; was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in Kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihm sonst vor 198 Borsehung und Regierung. graut, mit tapfrem Muth bezwin- Kind; was ich bei mir nicht hab gen; sein Sorgenstein wird in der und find, hast du zu aller Gnüge; Gil in tausend Stücke springen. so hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein 14. Dein soll seyn aller Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1738. 260. the Eigne Melodie. 1. Al- les ist an Gottes Se. gen über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein Hoffnung se. Bet, der be hält ganz un ver le get 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer seyn. und an seiner Gnad ge- le- gen 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was der Seele Ruh kann bringen, und man jest gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt; 261. ei nen frei en hel den muth.. meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Um 1676. Mel. Jesu, meine Freude zc. the 1. Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen Er hat mich er- ko- ren, eh ich noch ge boren Grüger. 1656. allzeit beim- ge- stellt. bin in die- se Welt; Vorsehung und Regierung. hat mir auch nach seinem Brauch, was von nö- then, stets ge. ge. ben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt, der mich nie vergesfen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen; er wird selber machen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 4. Gott der wirds wohl machen; mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der 262. Mel. Jehova ist mein Licht zc. 199 auf ihn gestellet alles Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 5. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 6. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunderlich: sey bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott der wirds wohl machen. Ernst Stockmann, geb. 1634, † 1712. 1. So führst du doch recht se. lig, Herr, die Dei- nen, Wie könntest du es böse mit uns mei- nen, E mei- stens wunder lich! fann ver läugnen sich? 1698. ja se lig und doch da dei- ne Treu nicht Die Wege sind oft krumm und doch ge- rad, dar- auf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wun- derfelt sam aus zu sehn; doch tri um phirt zuletzt dein hoher Rath. 1 200 Vorsehung und Regierung. 2. Dein Geist hängt nie an doch nie so frei; die Sachen sind menschlichen Geseßen, so die Ver- zu klar, der Sinn zu grob. xunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verlegen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei, was sich entgegen fest, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 6. D Herrscher, sey von uns gebenedeiet, der du uns tödtest und lebendig machst! Wenn uns dein Geist der Weisheit Schaß verleibet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Luft, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, theilt dein Verstand in Oft und Westen aus; was Mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; fie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten seyn; dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber Niemand will dieß Zeugniß weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst fie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sey? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nicht taugen; du gibst den Nachdruck durch des Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, fie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie, 7. Du kennst, o Bater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinnen Unverstand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sey bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo Niemand meint, daß etwas deine sey, da hegst du selbst dein Schäfchen je und je. 8. Also gehst du nicht die gemeinen Wege; dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rath gefaßt, der wird am End ein Anders oft gewahr. 9. Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir der Kluge heit scharfen Unterscheid, dadurch Natur von Gnade wird entscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; cra Vorschung und Regierung. weck die Luft, die sich nur dir ergibt and tadelt nie dein heimliches Gericht. 10. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und beg und führ dein armes Kind; dein innres Zeugniß soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüfte überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nun nach dir in Liebsbegier; wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 263. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 201 11. Drum muß die Creatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, daß dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfr. Arnold, geb. 1666,+ 1714. 1. Bu, Herr, bist mei- ne 3u- ver- sicht, mein bester Troft im Leben. Nie fehlt es mir an Troft und Licht, dir hab ich mich er geben. mir gnügt dein wei- ser Wille. 2. Wer wollte dir, mein Gott, nicht traun? Du bist der Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 1690. Du bist mein Gott; auf dein Ge- bot wird meine See, le stil. le; 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten eilst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wann der Gerechte in der Noth Hülf und Erbarmung findet. Wann jener fällt, ist er ein Held; er steht, wann Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Sich auf das große Beispiel hin, das Jesus dir gelassen; sich ihn im Kampf, sie sterbend ihn den Bater noch umfassen! O möchtest du zu deiner Rub auf Jesum Christum schauen und lernen Gott vertrauen! 6. Drum bebe nicht, wann um dich her sich Wetterwolken sammeln. Gott hilft, wann Christen freuden 202 Vorsehung und Regierung. leer zu ihm um Gnade stammeln. Allmächtiger, verlassen und sich im Die Zeit der Qual, der Thränen Kummer fassen? Bahl zählt er; er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuverficht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wann ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, 8. In deine Hand empfehl ich mich, mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. Chr. Christi. Sturm, geb. 1740, † 1786. 264. 2# E Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 1. Der Herr ist mein ge treu er Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hü. ter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil er wählen. Er wei- det mich auf grü ner Au, Die Speisse gibt vom Lebensthau H des Geistes seiner Gina 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüth beglücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Muth erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn; er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. $ 3. Und ob ich wall im finstern Thal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich; auf seine Treu und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch 1524. 。 de. bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurigkeit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Del, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja, Gutes und Barmherzigkeit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden; und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Dr. Joh. Friedr. v. Meyer, geb. 1772,+ 1848. 265. Gott der Sohn. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlösung. Eigne Melodie. was Gott an uns ge- wen det hat, 1. Mun freut euch, lie- ben Chri- sten gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir ge trost und all in Ein mit Luft und Lie- be sin gen, gar theur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälet' Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein: die Sünd hat mich beseffen. The 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haffet Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn sterben bei mir blieb: zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammerts Gott in Ewigfeit mein Glend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Baterherz, es war bei ihm fürwahr fein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Schn: Die Zeit ist hie zurbarmen; fahr hin, meins Herzens werthe Kron, und sey das Heil dem Ar203 P 1523. und seine süße Wun- derthat; men, und hilf ihm aus der Sünden Noth, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt; er ging in meiner armen G'stalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollt du seyn; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben: daß leid ich alles dir zu Gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein: da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater 201 Versöhnung und Erlösung. mein fahr ich von diesem Leben. gelehrt, das sollt du thun und lehDa will ich seyn der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübniß trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. ren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich für der Menschen G'sazz davon verdirbt der edle Schatz. Das laß ich dir zur Lette! 10. Was ich gethan hab und Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 266, Mel. Mein Seel erhebt den 2c. 1. Durch Adams Fall ist ganz ver- derbt menschlich Natur und We sen; das selb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht mochten g'ne- jen 1 ohn Got tes Trost, der uns er. löft 1525. 3. Wie uns nun eine fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christus Tod verneut, das war verdorben. dar ein die Schlaug E- vam bezwang, Gotts Zorn auf sich zu la den. Pein erlöst, so wir vertrauen in diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt für Sterben grauen? 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, welchs sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war je noth, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in em wir möchten leben. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rath und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schuß, daß wir mit Truß an ihn fest sollen glauben, darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht; sein Heil ist auch noch ferren, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, der wird je nicht zu Schan4. So er uns denn sein Sohn hat g'schenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getödt't, gen Himmel g'fahren, dadurch wir seyn von Tod und hat von dem großen Schaden, Gott der Sohn. den; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zu Handen viel Unfall hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der fich verläßt auf Gottes Trost, er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus HerzensGrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld seß ich all mein 267. Eigne Melodie. 205 Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns auf. geht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist den'n g'wiß verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, geb. 1479, † 1534. 1. Es ist das Heil uns kommen ber von Gnad und lauter Gü ten; die Wer ke helfen nimmermehr, nie mogen nicht be hüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all ge.than; er ist der Mitt ler worden. 2. Was Gott im G'ses geboten hat, da man es nicht fonnt halten, erhob sich Zorn und große Noth vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'seß erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'seß drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 1523. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen, wiewohl es oft versuchet ward, noch mehrt sich Sünd ohn Maßen, wann Gleißners Werk er hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Noch muß Geseß erfüllet seyn, sonst wärn wir all verdorben; darum schickt Gott sein Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Geseß hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jest ein frommer Chrift des Glaubens recht Gestalte: Nicht mehr denn: lieber Herre mein! dein Tod wird mir das Leben seyn, du hasſt für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag 206 dein Wort kann nicht betrügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: wer glaubt in mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht wird verloren. Versöhnung und Erlösung. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'seß erkannt und schlägt das G'wissen nieder: das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Nur freuch zum Kreuz herzu, im G'sep ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, wolltstihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der 268. bep rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wenn das geschehen soll zur Freud, sest Gott kein g'wisse Tage; er weiß wohl, wenns am besten ist, er braucht an uns kein arge List, daß solln wir ihm vertrauen. 12. Ob fichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort das laß dir g'wisser seya, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sey Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heiltg werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd steh wie im Himmels throne, das täglich Brod noch heut uns werd, wohl unsrer Schuld verschone, als wir auch unsern Schuldgern thun, mach uns nicht in Bersuchung stehn, lös uns vom Uebel. Amen! Paul Speratus, geb. 1484, † 1554 Mel. Nun freut euch, lieben 2c. um meiner Sün- den wil. Ien. 1. Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kom men und hätt, da ich in Sün- den todt, mein Fleisch nicht angenommen; so müßt ich ganz ver- lo- ren seyn 1523. und ewig lei- den Qual und Pein Gott der Sohn. 2. Jeßt aber hab ich Ruh und Was mir durch seine Marterkron Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ tödten sich, auf daß ich selig würde. erworben hat dein lieber Sohn, soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Geseß herrühret; wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet; des Herren Jesu Werk allein, das machts, daß ich kann selig seyn, der ichs mit Glauben fasse. 6. Gott Bater, der du alle Schuld auf deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Hüld all meine Sünde träget, o heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! Jeh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Grüger.( 1653) 1658. 3. Drum ist getroft mein Herz und Muth mit kindlichem Vertrauen; auf dieß sein theures Mittlerblut will ich mein Hoffnung bauen, daß er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad und hoff auf dich, von dir soll mich nichts scheiden. 269. 1. Got tes und Ma- risen Sohn, Priester, Kö- nig und Pro. phete, Mittler, Bür- ge, Guadenthron, der am Kreuze sich er höh. te, 207 gib, daß dich mein Glau- be fenn 2. Du, mein süßer Jesus, bist mir geboren, mir gestorben. Was zerstört in Adam ist, hast du wiederum erworben; gib, daß ich in wahrer Treu auch dein Eigenthum stets sey. 3. Alles Heil kommt mir von dir, Heiland aller armen Sünder. Dein Tod war die Lebensthür und des 270. $ und dich meinen Je sum nenn. Todes Ueberwinder; laß auch deines Leidens Pein mein Verdienst und Glaube seyn. 4. Tod und Hölle sind durch dich, großer Sieger, überwunden, und durch diesen Sieg hab ich Ruh im Tod und Grab gefunden; durch dich werd ich auferstehn und getrost zum Richter gehn. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. 1710. Mel. D Gott, du frommer 2c. 1. Du wesentliches Wort, du Gott von Gott ge zeugt, vom Anfang her gewe. fen, von Ewig feit er le sen 208 Versöhnung und Erlösung. zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, will fom men, der du 2. Was hat, o Jesu, dich vom Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Lieb und meine große Noth hat deine Gluth entflammt, die stärker als der Tod. mir zum Heil ge. bo ren bist. was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 3. Gib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen seyn und dir bis in den Tod gewidmet seyn allein. 4. Laß gar nichts in mir seyn, 271. ť 1. Du bist in die Welt ge fom- men, Gottes Sohn, du höchstes Gut, da bast du an dich genommen unser menschlich Fleisch und Blut; 5. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; ach, laß an mir dein Glanz, mein Gott, nicht seyn vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sey mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laur. Laurentii, geb. 1660, † 1722. Mel. D Durchbrecher aller zc. und wir all zu mal, wir Sün- der, 1 daß er nun als seine Kinder 2. Ich, auch ich kann mich des trösten und ist ewig mein Gewinn, daß ich unter den Erlösten und dein Bruder worden bin. Liebster Jesu, o mein Leben, sage doch mir Armen an, was ich dir dagegen geben, und wie ich dir danken kann. 3. Mag dir denn mein Herz ge1704. sind durch dich mit Gott ver- söhnt, uns mit Heil und Gna de frönt. flein? fallen, ist die Gabe nicht zu Ach, gewiß vor andern allen wire dir das gefällig seyn. 3war das pfer ist geringe und verächtlich an zusehn; doch weil ichs im Glauben bringe, wirst du solches nicht verschmähn. 4. Nun so legt mein Herz sich Gott der Sohn. nieder, o Immanuel, vor dir; aber ich will auch hinwieder dein getreues Herz dafür. Ohne dieß kann ich nicht leben und nicht leben ohne dich; doch du hast dein Wort gegeben, daß du mein bist ewiglich. 5. Leib und Seele mag verschmachten, Erd und Himmel fahre hin! Nichts ist neben dem zu achten, daß Gott worden, was ich bin. Und ich armer Staub und Erde 272. 209 habe diese Herrlichkeit, daß ich auch, wie er ist, werde, wenn ich ende meine Zeit. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. den auf dem er. hab. nen Throne al les Heer der E wig feit 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich ausgemacht; da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. S 1. Großer Mittler, der zur Rechten sei nes großen Vaters fitt und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gna- den schüßt. $ 6. O wie hoch bin ich geſegnet! Ob mir Elend, Schmach und Noth, ob mir alles Kreuz begegnet, ob auch endlich selbst der Tod, Jesu, mich will von dir reißen, reißt mich dennoch nichts von dir; denn dieß Wort muß ewig heißen: Ich in dir und du in mir! E. Neumeister, geb. 1671, † 1756. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligthum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird und durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werthe Namen trågest du auf deiner Brust, und an Pet. m. Not. 1687. in der könig li. chen Kro- ne s mit ver. hüll tem Ant- lig scheut. den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust; du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben; bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Er barmen über ihrem Glend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. 3war in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit 14 210 Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Beit! Versöhnung und Erlösung. 7. Aber nun wird deine Bitte. von der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit sigt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch nieder. schlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar, und vertrittst vor ihm mit Freuden deine 273. theur erlöste Schaar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft flichn. 9. Großer Mittler, sey gepriesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen; dir sey Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letter Noth, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693,+ 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. dem das Recht ge hört zum Throne 1. König, dem kein König glei- chet, dem als Gott das Reich ge- büh- ret, den so viel Voll- kom- men- bei- ten 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Men schen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des GnadenbunGrüger. 1649. dessen Ruhm fein Mund er- rei- chet, der als Mensch den Scep- ter füh- ret, als des Vaters eingem Sohne, trö- nen, zie- ren und begleiten! des, sich von dir regieren laſsen und, wie du, das Unrecht haſsen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Reichen, dir ist Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesepe, an Voll Gott der Sohn. 211 kommenheit der Gaben, welche deine genießen, gläubig dich ins Herze Bürger haben; du beschüßest deine schließen, ehren, fürchten, loben, Freunde, du bezwingest deine Feinde. lieben und mich in Gehorsam üben; 6. Herrsche auch in meinem Her- hier mit ringen, dulden, streiten, zen über Zorn, Lust, Furcht und dort mit herrschen dir zur Seiten. Schmerzen; laß mich deinen Schuß 274. Im vorigen Ton. 1. Heiland, deine Menschenliebe men, da du für die ärmsten Armen war die Quelle jener Triebe, die dein unschäßbar theures Leben in dein treues Herz bewogen, dich in den ärgsten Tod gegeben, da du in unser Fleisch gezogen, dich mit der Sünder Händen, alle Leiden Schwachheit überdecket, dich vom zu vollenden und den Segen zu Kreuz ins Grab gestrecket. O der erwerben, als ein Fluch hast wolwunderbaren Triebe deiner treuen len sterben. Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder: das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Glenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! Johann Jakob Rambach), geb. 1693,+ 1735. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu dir locken, mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein tägliches Gefchäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbar6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu fragen, Allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schaar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlech te; diese Demuth, gleich den Tauben, war ohn Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret und durch Vorsicht wohl bewahret. 8. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Geseß erfüllet, des Geseßes Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. Johann Jakob Rambach, geb. 1693,+ 1735. 14* 212 275. Versöhnung und Erlösung. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. 1. Herr von un end- li- chem Er- bar- men, du un- er- gründlich Lie besmeer, ich dan ke dir mit an dern Armen, mit einem ganzen Sün- der- heer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt ge we sen ist. 2. Für dein so allgemein Erlö- mich auf diesen Grund. Erhalte sen, für die Bezahlung aller Schuld, nur durch deine Treu mich bis ans für deinen Ruf an alle Bösen und Ende auch dabei. für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt, für die Befestigung darin dankt dir mein neu geschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sey; wenn Berge bersten, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 1731. 5. Für deine theuern Sacramente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift, für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Gwigkeit. 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe 7. Und fechten Satan, Welt und Lüste mich in dem bösen Stündlein an, gib, daß ich mit dem Schild mich rüste, der ihre Pfeile löschen kann. Doch weil ich schwach, so lasse du kein allzustark Versuchen zu. 8. Laß mir dein allgemein Erbarmen, das allgemeine Lösegeld, den allgemeinen Ruf der Armen, den allgemeinen Trost der Welt, die Mittel, welche allgemein, zum festen Grund des Glaubens seyn. 9. Du gabst ja mir auch solche Gnaden, auch ich, ich habe Theil daran; ich lag ja mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan; an deinen Worten, Trost und Heil gehört mir mein besondres Theil. 10. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe seyn; versichere mein Herz daneben, es reiße weder Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 11. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Höll. in sich schließt, nichts soll mich von Gott der Sohn. der Liebe scheiden, die da in Christo Treu, zähl mich den Auserwählten Jesu ist. Ja, Amen! Vater aller bei. 276. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 213 3. Ich glaube, daß sein theures Blut das allerunschätzbarste Gut, und daß es Gottes Schäße füllt und ewig in dem Himmel gilt. 4. Und würd ich durch des Herrn Verdienst auch noch so treu in seinem Dienst, gewänns auch allem Bösen ab und stürb der Sünde bis zum Grab; 5. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern ums Lösgeld selig wär! 1. Christi Blut und Ge- rech- tig- keit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, 6. Wird dann die Frage vorge bracht: Was hast du in der Welt gemacht? so sprech ich: Dank sey meinem Herrn, konnt ich was Guts thun, that ichs gern. 277. Phil. Friedrich Hiller, geb. 1699,+ 1769. damit will ich vor Gott be stehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Das heilige, unschuldge Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Seel gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. 7. Und weil ich wußte, daß sein Blut die Sünd wegschwemmt mit seiner Fluth, und daß man nicht muß willgen ein, ließ ich mirs eine Freude seyn. 8. Wenn nun kam eine böse Luft, so dankt ich Gott, daß ich nicht mußt; ich sprach zur Lust, zum Stolz und Geiz: Dafür hing unser Herr am Kreuz. 9. So lang ich noch hienieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesu Blut bezeugen mit getrostem Muth. 10. Gelobet seyst du, Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist, und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. 1630. Mel. Es ist das Heil zc. 11. König der Ehren, Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. Nit. Ludwig, Graf v. Zinzendorf. geb. 1700, † 1760. 1523. 1. Auf, Christen, laßt uns un- sern Gott mit froh- em Dank er he ben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir e. wig le. ben. 214 Versöhnung und Erlösung. Was uns zum Hei le nö. thig ist, das hat er uns durch Jesum Chrift 278. f er bar mungsvoll be rei " S 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder! Die Furcht vor ihm hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu Gut sich bis zum Tod erniedrigt! . mein Knie sich dank- bar beu get. wie mir dein Geist be zeu get; tet. S 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf unsers Mittlers Hülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite uns auf dieser Bahn, zich uns zu deinem Sohne! Er ging als Vorbild uns voran; dort reicht er uns die Krone. Dort haben wir an seinem Heil, an seinem Himmel ewig Theil und preisen deine Liebe. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721,+1797. Grüger. 1653. Mel. D Ewigkeit, du zc. 1. Ich schäme mich des Heilands nicht, Gott, welch ein theures, werthes Wort: . durch ihn gerecht und se lig seyn. . # vor dem voll froh- er 3u- ver- sicht ich hier dein Kind, dein Erbe dort, ich soll durch Jesum Christum rein, Jesuslieder. 2. Froh fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der selgen Wissenschaft von dem Erlöser lieget; die alle Kenntniß dieser Welt, und was sie Neizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ist mein bestes Theil; in keinem Andern ist mir Heil und Recht zum ewgen Leben, Vergebung meiner Sündenschuld, der Beifall Gottes, seine Huld und Seelenruh gegeben. Ich steh im Glauben, bin ein Christ, an dem nun nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzig279. Jesuslieder. keit; mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hienieden. Sch bete voller Zuversicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht; mein Geist fühlt Gottes Frieden. Auf ewig ist mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine Gnade mein. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir meinen Trost und Muth, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles hier vermag, mein Gott wird bis auf jenen Tag mein Erbtheil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bist treu; gib, daß ichs auch im Glauben sey. Friedr. Wilh. Loder, geb. 1757, † 1823. Eigne Melodie. 1. Wie schön feucht uns der Morgen- stern du Sohn Da vids aus Jakobs Stamm, Wahr- heit von dem Herrn, und mein Bräu- ti- gam, 215 1599. voll Gnad und mein König die süße Wurzel Jef- fe; haft mir mein Herz be. fef- fen, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig er ha. ben. 1 lieb lich, freundlich, schön und herr lich, groß und ehr. lich, Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du bist des Herzens schönste Blum; dein süßes Evangelium ist lauter 2. Ei meine Perl, du werthe Milch und Honig. Ei mein Blümlein, Hosianna! himmlisch Manna, daß wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz 216 Jesuslieder hinein, du heller Jaspis, edler bin sein Braut, sehr hoch in ihm Stein, die Flamme deiner Liebe. erfreuet. Eia, Gia, himmlisch Le= Ach, möcht es seyn, daß ich durch ben wird er geben mir dort oben. dich an deinem Leibe ewiglich ein Ewig soll mein Herz ihn loben. ebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüthe, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe es entzündet. 6. 3wingt die Saiten zu süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freudenreich erschallen: daß ich möge mit Jefu fein, dem wunderschönen Bräutgam mein, in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. 4. Bon Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein so freundlich thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein Arme, daß ich warme werd von Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starter Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut; er ist mein Schaß, ich 280. fx- 1 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schaß ist das A und D, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, geb. 1556, † 1608. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 1523. 1. Such, wer da will, ein an der Ziel, die Se lig feit zu finden; mein Herz allein be- dacht soll seyn, auf Christum sich zu gründen. all Feind zu über win den. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu f Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund. Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr. Jejuslieder. der cuch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird seyn dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein 281. th Eigne Melodie. Er ist meines Lebens Licht; 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle meine Sinne weichen; laß das legte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 217 Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich 282. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel, geb. 1590, † 1635. 1. Meinen Je sum laß ich nicht; weil er sich für mich ge. ge. ben, so er for dert mei ne Pflicht, un verrückt an ihm zu kle ben. 1. Je su, mei ne Freude, Ach, wie lang, ach lan. ge Nach Hammerschmidt. 1658. met nen Je sum laß ich nicht. erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und stöhnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für zu den Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jeſum laß ich nicht. Christ. Keymann, geb. 1607, † 1662. Eigne Melodie. Grüger. 1656. mei- nes Herzens Wei de, ist dem Herzen ban ge $ 218 Se su, meine Bier! # und ver langt nach dir! Jesuslieder. 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß sie Unheil brüten, laß den Satan wüthen, mir steht Sesus bei. Ob die Welt gleich bricht und fällt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trop dem alten Drachen, Troß dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar fichrer Ruh; Gottes Macht hält mich in Acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. Got tes Lamm, mein Bräuti gam, au ßer dir joll mir auf Er. den nichts sonst Lie- bers werden. 4. Weg mit allen Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören, bleibt mir 283. unbewußt! Glend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, daß die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sey ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister; denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Manna seyn. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. " Eigne Melodie. 1. Ich will dich lieben, meine Stär- fe; ich will dich lieben mit dem Wer- fe Johann Franck, geb. 1618, † 1677. 1738. ich will dich lie- ben, mei- ne Bier; und immer währen der Be- gier; ich will dich lieben, schön- stes Licht, 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. bis mir das Her. ze bricht. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. Jesuslieder. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ist durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund. 284. 219 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. Mel. Gott des Himmels ze. Liebe, dir er. geb ich mich, 2. Liebe, die du mich erforen, eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Noth; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Albert. 1612. 1. Lie- be, die du mich zum Bil- de Lie- be, die du mich so mil de 4. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, 285. deiner Gott- heit haft gemacht; nach dem Fall hast wieder bracht: dein zu bleiben ewig lich. dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet und für meine Seele bitt: Liebe, die das Lößgeld gibet und mich träftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 1 6. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Mel. Jesu, der du meine 2c. 1662. 1. Je su, meiner See- le Leben, mei- nes Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz er ge ben, je po und in E. wig feit. 220 Jesuslieder. Meinen Gott will ich dich nen- nen und vor aller Welt be- ten- nen, daß ich dein bin und du mein; 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt umfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich an das Licht gekommen: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüth, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder kam mit Beten: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du haft meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 5. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, 286. ich will keines An.dern seyn. fie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, trotz daß mich was von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigenthum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuverficht und Freude, meine Süßigkeit im Leide: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich seufzend doch noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines Andern seyn. ( Shristian Scriver, geb. 1629, † 1693. Dreje. 1698. Eigne Melodie. 1. Seelenbräuti- gam, Je- su, Gottes Lamm! ha- be Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der SündenSchlamm, Jesu, Gotteskamm! 2. Deine Liebesgluth stärket Muth und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemuth deine Liebesgluth. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu erseßen, was verloren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. Jesuslieder. 5. So werd ich in dir bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst! wie haft du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefft: Mich dürft! großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 287. tepu 221 9. Wer der Welt abstirbt, emsig fich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß Niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß meine Thränen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß bald sich stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs Neu wiederum erfreu, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs Neu mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenfron folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde, und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, werthe Himmelsblum! in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werthe Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, geb. 1630, † 1718 Eigne Melodie. 1704. 1. Wie wohl ist mir, o Freund derSeelen, wenn ich in dei- ner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermuth Höhlen und ei. le dei- nen Armen zu. 222 Jesuslieder. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so an- ge- nehmen Freuden $ die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden: wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir su- chet Rub und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sey also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blißt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle mir im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flich in deine heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil, wer will verdammen? die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolfenbrüsten und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in dir, der du verläſfest Keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschreden, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüthe nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack seyn. Weg, Welt, mit allen Schmeis cheleien! nichts kann als Jefus mich erfreuen. Dreicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler geb. 1660, † 1722. 288. Jesuslieder. Eigne Melodie. 1. Eins ist noth; ach Herr, dieß Ei- ne Alles Andre, wie's auch scheine, 223 ( 1680.) 1704 leh- re mich erfen nen doch! ist ja nur ein schweres Joch, dar unter das Herze sich na get und plaget und dennoch kein Ob 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Viele zum größeren Haufen sich kehren, so soll doch mein Herze dir einzig gehören; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was wah- res Ver- gnü- gen er= ja.= get. Er lang ich dieß Ei- ne, daß al- les er. feßt, so werd ich mit Ei nem in Al.lem er- gößt. 2. Seele, willt du dieses finden, ist wohl, daß man nicht in Jesu fuchs bei keiner Creatur; laß, was geneußt? irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Gin und mein Alles, mein seligstes Heil. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen. die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein theures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienek 224 zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Luft; dein Leben sey, Jesu, mir einzig bewußt. Jesuslieder. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenfluth; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da. hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jezzo meine Seel ergößt, 289. 1. Wer ist wohl wie du, Mel. Eeelenbräutigam 2c. weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Gin und Alles seyn. Prüf, erfahre, wie ich meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Koth, und Jesum gewinne: Dieß Eine ist noth. Joh. Heinr. Schröder, geb. 1666, † 1728. Drese. 1698. Je- su, süße Ruh! Un- ter Bie- len aus- er- ko- ren, ô Le ben de rer, die ver- lo- ren, und ihr Licht da zu, 2. Leben, daß den Tod, mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch verfenfet in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts o Held! Je su, fü ße Ruh! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! deinen Scepter will ich küssen; ich will sizen dir zu Füßen, wie Maria that, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigenthum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigenthum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmuth Schild deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Born noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der Jesuslieder. 225 zur Welt will hin, daß ich nicht in der trüben Nacht will des Hermög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sey du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsege, und mich nicht in seinem Nepe Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht 290. zens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, böchstes Gut, durch dein theures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Mel. Alles ist an Gottes Segen zc. 1738. 1. wie se lig sind die See- len, die mit Je su sich vermählen, die sein Lebenshauch durchweht, daß ihr Herz mit heißem Trie be stünd- lich nur auf sei. ne Liebe und auf seine Nähe geht. 2. O wer faffet ihre Würde, die nichts, das herrlicher, geschaut, als bei dieses Leibes Bürde im Ver- ein Herz, daß er erlesen, und mit borgnen schon sie schmückt! Alle dem das höchste Wesen sich zu eiHimmel sind zu wenig für die nem Geist vertraut. Seele, der ihr König solches Siegel aufgedrückt. 3. Wenn die Seraphim mit Schrecken sich vor seinem Glanz bedecken, spiegelt sich sein Angesicht in der Seele, die ihn fennet und von seiner Liebe brennet, hier schon mit enthülltem Licht. 5. Drum wer wollte sonst was lieben und sich nicht beständig üben, dieses Königs Freund zu seyn? Muß man gleich dabei was leiden, sich von allen Dingen scheiden, bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüthe, 4. Nach Jehovas höchsten Eh- einen königlichen Geist, mich als ren wird in allen Himmelschören dir verlobt zu tragen, allem freudig Pet. m. Not. 15 226 Jesuslieder. 8. Ohne Fühlen will ich cauen, bis die Zeit kommt, ihn zu hauen, und vorbei die letzte Nacht, da mein Geist zum obern Leben aus der Tiefe darf entschweben und nach seinem Bild erwacht. Nach Christian Friedrich Richter ( aus Knapps Liederschap), geb. 1676, † 1711. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Nach Hammerschmidt. 1658. abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 7. So will ich mich selbst nicht achten, sollte gleich der Leib verschmachten, bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich keinen Trost er blicken, will ich mich damit erquicken, daß ich meines Jesu sey. 291. 1. See le, was er- müdst du dich die doch bald ver- zeh- ren sich Suche Je sum und sein Licht; 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Nuh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliche die unselge Pein, die das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal seyn, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. in den Dingen dieser Er den, und zu Staub und A. sche werden? al. les Andre hilft dir nicht. 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist gebo ren; bleib nicht liegen in dem Tod! bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Jesuslieder. 10. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 292. Mel. Mein Freund zerschmelzt 2c. 1. Wie herr- lich ists, ein Schäflein Chri- sti werden, Kein höherer Stand ist auf der ganzen Erden, Huld des treusten hir ten stehn! rückt dem Heiland nach zu gebn. 1 227 11. Sey im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, geb. 1684, † 1754. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; kein Auge kann die Gnade überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt; hier wird ein Leben mitgetheilt, das unaufhörlich ist und nie vorüberdas trifft ein solches Schaf bei seinem Hir- ten an. eilt. 3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders seyn. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn gleich vor Born der ganze Abgrund schnaubt; es wird es ihm kein wilder Wolf 1704. und in der als un ver= Was al.le Welt nicht ge- ben kann, entwenden, weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit, und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, der mache sich zu dieses Hirten Stab; hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 6. Doch dieß ist nur der Vorschmack größrer Freuden; es folget noch die lange Ewigkeit; da wird das Lamm die Seinen herrlich weis den, wo der kristallne Strom daß Wasser beut. Da fichet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu sep. Joh. Jak. Rambach), geb. 1693,+ 1735. 15* 228 293. Jesuslieder. Mel. Wie wohl ist mir zc. ter 1. Ich will dich immer treu- er Iteben, mein Heiland.gib mir Kraft dazu. Die Welt hat mich lang umgetrieben; nun schenkst du mir die wahre Rub: BEE die Ruh, mit der nichts zu ver- gleichen, der alle Königstronen weichen, 1704. die uns den Himmel of fen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zer- flö- ke vor deiner Liebe Wun- der größe, 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich flohe dich und griff betrogen nach Herzeleid und Ungemach; du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue mein ganzes Herz, das ich dir weihe; entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an deinen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen baben, ich will auch so zufrieden seyn. Bertausch den Trieb nach Süßigkeiten mit der Begierde, still zu leiden, und mach in allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du mehr übrig sey. die al. les Wissen ü- ber steigt. 4. Mir ist am seligsten gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu; ein Andrer sinn auf große Thaten; mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich hof fen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flich zum Reichthum deiner Güte, durchleucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne selber ist. 3. Adam Flessa, geb. 1694, † 1776. 294. Jesuslieder. Mel. Den die Hirten lobten 2c.( Altkirchlich?) 1559. 1. Je- su, dei- ner zu ge- den ken, kann dem Her zen Freude schen- fen; doch mit welchen Himmels- trän- ken labt uns deine Ge. gen. wart! 2. Lieblicher hat nichts geklun- mich dich im Geist erblicken, Herr, gen, holder ist noch nichts gesun- in deiner Glorie. gen, sanfter nichts ins Herz gedrungen, als: Mein Jesus, Gottes Sohn! 10. Wo ich lebe auf der Erde, such ich dich, o Hirt der Heerde, fröhlich, wenn ich finden werde, selig, wenn ich dich erhalt. 3. Tröstlich, wenn man reuig stehet, herzlich, wenn man vor dir flehet, lieblich, wenn man zu dir gehet, unaussprechlich, wenn du da. 4. Du erquickst das Herz von innen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Freude muß vor dir zerrinnen; Niemand sehnt sich gnug nach dir. 229 5. Schweigt, ihr ungeübten Zungen! welches Lied hat ihn besungen? Niemand weiß, als ders errungen, was die Liebe Christi sey. 6. Mit Maria will ich flehen; ich will früh zum Grabe gehen und ihm nach dem Herzen sehen mit den Augen des Gemüths. 7. Jesu, wunderbarer König, dem die Völker unterthänig; alles ist vor dir zu wenig, du allein bist liebenswerth. 8. Wenn du uns trittst vors Gefichte, wird es in dem Herzen lichte, alles Eitle wird zunichte, und die Liebe glühet auf. 9. Milder Jesu, laß mire glücken, laß mich deine Füll erquicken, laß 11. König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit ohne Grenze, komm der Seele näher, glänze, bleib du, längst Erwarteter! 12. Jesu, Glorie der Zeiten, gehst du? ich will dich begleiten; bleibt mein Herz nur dir zur Seiten, o so raubt dich Niemand mir. 13. Himmelsbürger, kommt ge zogen, öffnet eurer Thore Bogen, ruft, von Freuden überwogen: Holder König, sey gegrüßt! 14. Brunnen der Barmherzigkeiten, Licht der unumschränkten Weiten, treibe weg die Dunkelheiten, gib uns deiner Klarheit Blick. 15. Dich erhöhn des Himmels Heere, dich besingen unsre Chöre; du bist unsre Macht und Ehre, du haft uns mit Gott versöhnt. 16. Jesus herrscht in großem Frieden; er bewahrt sein Volk hienieden, daß es von ihm ungeschieden, fröhlich ihn erwarten kann. 17. Jesus ist zum Vater gangen, hat den vorgen Glanz em 230 pfangen; aber meines Geists Verlangen ist ihm dorthin nachgeeilt. 18. Jesus, den wir jetzt mit Loben und mit Psalmen hoch er295. fe 1. Je sus ift mein er ist mei, ne Jesuslieder. Mel. Jesu, meine Freude 2c. feft bis in den Tod; in der größten Noth. Leben, Son- ne, hoben, Jesus hat aus Gnaden droben Friedensstätten uns bestellt. 2. Die mit Jesu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenfeld; die mit Jesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich bestellt. Ihre Kron und Siegeslohn sind, wo Gott die Engel loben, ficher aufgehoben. so werd ich mit ihm re gie ren 1 1 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden, wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dulden, wird sie Gott ergößen mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Qualen bringet durch die Welt; die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt; denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn die Sünden fränken, Nik. Ludwig, Graf v. 3inzendorf ( nach Bernhard v. Clairvaux), geb. 1700, † 1760. Grüger. 1656. dem ich mich er. ge. ben meine Freud und Won ne Leid ich gleich in sei nem Reich, I und dort trium- phiren. so laßt uns bedenken, daß nach Gottes Nath Jesus Straf erduldet, und was wir verschuldet, aus gestanden hat. Kämpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen kämpfen und die Sünde dämpfen. des Kreuzes Schmerzen bis an euer 6. Seyd getreu, ihr Herzen, bei End! Jesus wird euch trösten, wenn er den Erlösten ihr Gefängniß wendt. Nach dem Nu folgt eine Ruh; Gott wird lassen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke, die des Satans Werke und das Reich der Welt in sich lassen stören und sich zu ir kehren, sey ihr starker Held, ey ihr Schuß und starker Trup, Truß im Leben und im Sterben, bis sie alles erben. ( Aus Freylinghausens G 296. Gott der heilige Geist. Mel. Was Gott thut zc. 1. Dich, Je sum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz er- ge- ben. Du kennst dießherz.das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. mein Glück im Himmel werden. 2. Dih, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubenssund hat festen Grund: Die deinen sich nicht schämen, die kann dir Jiemand nehmen. 3. Did, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du fir Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leiders willen die Pflicht der Treu erfillen. 297. Du du allein, du sollst es seyn; du sollst mein Trost auf Erden, 231 1690. 3 flich zu dir; du eilst zu mir; wann mich die Feinde haffen, wirst du mich nicht verlassen. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: 4. Dich, Jesum, laß ich ewig Mein Freund ist mein, und ich bin nicht; du stakest mich von oben. sein; er ist mein Schußz, mein TröAuf dich stet meine Zuversicht, ster, und ich bin sein Erlöster. wann meine Feinde toben. Ich Ehrenfried Liebich), geb. 1713, † 1780. Gott der heilige Geist. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. Mel. Kommt her zu mir zc. 6 1534. 1. Gott Vaer, sen de dei- nen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, P aus dei- neshim mels Höhen! Wir bit- ten, wie er uns ge- lehrt; 232 Gott der heilige Geist. laß uns doch ja nicht un er hört 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe werth; bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 3. Es jammert deinen Vaterfinn der große Jammer, da wir hin durch Adams Fall gefallen; durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Geistes leider! bracht auf ihn und auf uns allen. 4. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Theil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk; in uns ist kein Vermögen. Wie bald würd unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht stündest bei, sich in die Asche legen! 6. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt darwider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns fich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg; wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn Gott, der Herr, erhebt die Hand, liegt alles schon bei Haufen. von dei nem Thro ne geben. 1 8. Er reißt der Höllen Band entzwei; er tröst und macht das Herze frei von allem, was uns kränket. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der uns schüßt und deckt viel besser, als man denfet. 9. Er macht das bittr: Kreuze süß, ist unser Licht in Fnsterniß, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine Heerd in tieer Nacht mit Fried und Ruhe schlife. 10. Der Geist, den Gott vom Himmel gibt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebanten Wegen. Er segt und richtet unsern Fuß, daß er nicht awers treten muß, als wo man finde Segen. 11. Er macht geschict und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leber bauen; er ziert ihr Herz, Muth und Verstand, läßt ihnen, was und unbekannt, zu unserm Besten schauen. 12. Gr öffnet unsers Herzens Thor, wann sie sein Vort in unser Ohr als edlen Samn streuen; er gibet Kraft demselber Wort, und wenn es fället, brint ers fort und läffets wohl gedeiher 13. Gr lehret unidie Furcht des Herrn, liebt Reinigeit und wohnet gern in frommen, fufchen Seelen. Was niedrig ist, ws Tugend ehrt, was Buße thut nd sich bekehrt, das pflegt er zu ersählen. 14. Er ist undbleibet stets ge Gott der heilige Geist. 233 Gottes Hütte tragen. treu und steht uns auch im Lode wird er dort zur ewgen Freud in bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre legte Qual, läßt uns hindurch zum Himmelssaal getrost und fröhlich gehen. 16. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüth uns allen diese Gabe. Gib deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe. 15. O selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen. Wer ihn aufnimmt in dieser Seit, den Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 298. Mel. Herr Jesu Chrift, meins 2c. 1. Er- neu- re mich, o ew ges Licht, und laß von deinem An- ge- ficht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und er fül. let ſeyn. $ 2. Ertödt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sündenwust; ach, rüst mich aus mit Kraft und Muth, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Ge299. fe 1676. horsam leist und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp, † 1708. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 1. Geist vom Vater und vom Sohne, in dem höchsten Himmelsthro- ne, und die Stär fe deiner Hand 2. Komm, erleuchte meine Sinne; komm, durchstrahle den Verstand, daß die Finsterniß zerrinne 1662. . glei- cher Ma je stät und Kraft gie.ße neu. en Le bens saft b in mein Herz, Seel und Gemü- the, daß der Reichtbum deiner Gü te an mir Schwachen werd er fannt. und nicht nehme überhand. Deffne meiner Seelen Augen, daß sie zu erkennen taugen der Geheimniß tie 234 fen Grund, die uns lehret Christi Mund. 3. Niemand ohne dich verspüret reiner Gottesliebe Brunst; wen nicht deine Gnade rühret, den bethöret eitler Dunst. Komm, ach komm, mein Herz entzünde, daß ich nichts in mir empfinde, als der Liebe heiße Gluth, die allein in Jesu ruht. Gott der heilige Geist. 4. Laß mich alles Eitle hassen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Liebesarmen fassen, dem sich Seel und Geist ergibt, Jesum, den die keuschen Seelen fich für ihren Schaß erwählen, daß ich dessen ganz allein und zu eigen möge seyn. 5. Ach, der Unflath meiner Sünden ist dir mehr als mir bewußt. Du allein, Herr, kannst ergründen, wie die angeborne Lust, die von Adam ist ererbet, Leib und Seele hat verderbet; drum so steure Fleisch und Blut, daß sonst nichts als Böses thut. 300. fbe 6. Gib mir Kraft, zu widerstehen, wenn die böse Luft sich regt. Laß es nimmermehr geschehen, daß ich werde gar erlegt; steh mir in dem Kampf zur Seiten, hilf mir ritterlich bestreiten diesen Feind, der in mir wohnt und mit Tod und Hölle lohnt. 7. Du bist heilig, laß mich werden rein und heilig immer mehr; tödt die Glieder, die auf Erden widerstreben deiner Ehr. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit Gottes Bild auf ein Neues werd erfüllt. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Heiland folgen nach, und zu meines Herren Freuden gehen durch viel Ungemach: leite mich durch deine Güte, daß mein Geist, Seel und Gemüthe lobe dich in süßem Ton sammt dem Bater und dem Sohn. Gottfr. Hoffmann, geb. 1669, † 1728. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. d. ler Geist im Himmelsthro- ne, mit Gott Vater und dem Soh- ne, ach, er gieße dei ne Treu 1555. Ei nes We sens, Ei.ner Kraft schwacher See- len Lebens- saft: in mein Herz und mach es neu, daß Gott selbst mit sei- ner Ga. be 2. Du bist Gottes starker Finger, der der Sünden Macht zerbricht, Satans mächtiger Bezwinger. meiner Seelen helles Licht; nung Gottes werden. . Lust, in mir zu woh- nen, ha kehrest du nur bei mir ein, ach, so wird mein Herze rein und auch schon auf dieser Erden eine Wohbe. Wort Gottes. 235 3. Geist der Weisheit, komm gen niederdrückt, wenn ich traurig und leite mich zum rechten Weiß- und gebückt und vor Jammer muß beitsquell, geh und stehe mir zur vergehn, ach, so bleib du bei mir Seite, mach mein finstres Herze stehen. hell; Himmelsglanz es ganz durch leucht, daß es Gottes Sinn erreicht, bis ich nach den Trauerstunden jene Seligkeit gefunden. 4. Geist des Trostes, in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei; wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu; gib mir ein gelassen Herz, daß ich in dem größten Schmerz Troft der Seelen bei dir finde und mich stets mit dir verbinde. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe suchet an dir seine Lust. Schmeckt mein Herz nur deine Güte, so verlachet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt; Weltluft nur die Seele kränkt; rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens, lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten kräftig sey; steh mir stets mit Seufzen bei, sprich in mir in Gottes Namen nach dem Flehn ein kräftig Amen! 5. Geist des Raths, wie oft verschwindet Rath und That in Angst und Noth! Wenn mein Herz nicht Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod Herz und Au301. Wort Gotte 8. Psalm 12. Eigne Melodie. 1. Ach, Gott vom Himmel, fieh dar ein Wie we nig sind der Heil- gen dein, Dein Wort man läßt nicht ba- ben wahr; Johann Gottfried Hermann, geb. 1707, 1791. bei allen Menschen kindern. 2. Sie lebren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet. Der wählet dieß, 1524. und laß dich des er- bar- men! ver las sen sind wir Ar. men. der Glaub ist auch ver- lo- schen gar der ander daß; sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle Lahr, 236 die falschen Schein uns lehren; dazu ihr 3ung stolz offenbar spricht: Troß! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir seßen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf seyn; die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein; ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und seyn die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur 302. fe Wort Gottes. Eigne Melodie. 1. Dieß sind die beil- gen zehn Ge, bot, Kyrie e. le. 6 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr; kein Götter sollt du haben mehr; du sollt mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrund lieben mich. Kyrie eleison! siebenmal bewährt, wird lauter fune den; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret seyn da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. durch Mo- sen, sei nen Die- ner treu, jon! 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen seyn, daß sichs in uns nicht flechte! Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese lose Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 3. Du sollt nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollt nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrie eleison! 4. Du sollt heilgen den siebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollt von deim Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrie eleison! - 1525. die uns gab un ser Herre Gott hoch auf dem Berg Si- na. i. 5. Du sollt ehrn und gehorsam seyn dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrie eleison! 6. Du sollt nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich; Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feind thun das Gut. Kyrie eleison! 7. Dein Eh sollt du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrie eleiſon! Wort Gottes. 8. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern Jemands Schweiß und Blut; du sollt aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrie eleison! 9. Du sollt kein falscher Zeuge seyn, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollt auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrie eleison! 10. Du sollt deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollt ihm 303. 237 wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrie eleison! 11. Die Gebot all uns geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollt und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrie eleison! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unserm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1516. Eigne Melodie. 1. Herre Gott, dein gört- lich Wort bis durch dein Gnad uns ist ge sagt, und an de re A po stel mehr 3 1527. Das dan fen dir mit Fleiß, daß wir 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klärlich ist vor Augen. Ach Gott, mein Herr, erbarm dich der, die dich noch jeßt verläugnen, und achten sehr auf Menschen lehr, darin sie doch verderben. Deins Worts Verstand mach ihn'n bekannt, daß sie nicht ewig sterben. 3. Hilf, Herre Gott, in dieser Noth, daß sich die auch bekehren, die nichts betrachtn, dein Wort verachtn, und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht, es sey nicht recht, und habens nie gelesen, auch nie gehört das edle Wort; ists nicht ein teuflisch Wesen? . ben, ist lang verdunsfelt blie was Paulus hat ge- schrieben aus deim göttlichen Munde. er le bet bab'n die Stunde, 4. Ich glaub g'wiß gar, daß es sey wahr, was Paulus uns thut schreiben. Eh muß geschehn, daß alls vergeh, dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit, war es auch leid viel hart verstockten Herzen; kehrn sie nicht um, werdn fie darum leiden gar große Schmerzen. 5. Gott ist mein Herr! so bin ich der, dem sterben kommt zu( Sute. Dadurch uns hast aus aller Last erlöst mit deinem Blute. Das dank ich dir, drum wirst du mir nach dein'r Verheißung geben, was ich dich bitt; versag mirs nit im Tod und auch im Leben. 238 6. Herr, ich hoff je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht als treue Knecht im Herz und Glauben fassen. Gibst 304. Wort Gottes. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. Herr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben. Paul Speratus(?), geb. 1484, † 1554. 1. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geist- lich ist, un- tüch- tig; dein We sen, Wille und Ge bot ist viel zu hoch und wichtig: den Weg zu dir nicht wei 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein Will und deine Rechte; zum legten ist dein lieber Sohn, o Bater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil, Herr, sey gepreist; laß uns dabei verbleiben, und gib uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, das selb annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött sammt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht wir wissens und versteh.ens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht H . 1524. fet. fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Same fort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande und seyn an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. Wort Gottes. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg seyn die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir drauß genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß 305. # 239 wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiLehr erleuchten mög und leiten. D ten. Hilf, Jesu, daß uns deine heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, geb. 1603, † 1680. Mel. D Herre Gott, dein 2c. 1. Herr Be- ba- oth, dein heilges Wort, daß wir darnach an al. lem Ort ist worden kund aus dei nem Mund rein, schlecht und recht, durch dei- ne Knecht, 2. Dieß Wort, das jetzt in Schriften steht, ist fest und unbeweglich; zwar Erd und Himmel untergeht, doch Gottes Wort bleibt ewig; fein Höll, kein Plag, noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll seyn ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen, hell und klar, die Nichtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre, und wie man soll hie leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. 3m Kreuz gibts Luft, in 1527. S das du uns haft gege ben, folln richten Lehr und Leben, und in der Schrift beschrieben vom beilgen Geist ge- trie- ben. Traurigkeit zeigt es die Freudenquelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entreißt es aus der Hölle, gibt Trost an Hand und macht bez fannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Nun, Herr, erhalt dein heilges Wort, laß uns sein Kraft empfinden; den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden, so wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken Cbriftian Knorr von Rosenroth, geb. 1636, 1689. 240 306. FE Wort Gottes. 1. Wohl dem, der Je sum lie bet : Wo Je Mel. Herzlich thut mich ze. der wird niemals be trü- bet 1 sus sich be. fin. det, wer sich auf Je. sum gründet, 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret; fomm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, darauf du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Noth geübet: komm, hier ist Gottes Wort; dieß wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollten unterdrücken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blenden, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wänden: komm, hier ist Gottes Wort; dieß machet, daß 307. Haßler? 1613. und dessen Him- mess- wort, vons Teu- fels Hol len mord. . da steb. et al. les wohl; der le bet le bens voll. die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. 5. Wirst du gleich auch geführet durch den stockfinstern Ort, da sonst der Tod regieret: komm, hier ist Gottes Wort; dieß ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich vors Teufels List und Schrecken beschüßen mächtiglich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ichs in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Anna Sophia, Landgräfin v. Hessen, geb. 1638,+ 1683. Mel. Zeuch meinen Geist 2c. 1698. 1. Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern des Geistes Trieb in mir verhindern und nicht, bei so viel Heu- chel- schein, ein treu- er Beu- ge Gottes seyn? Wort Gottes. 241 2. Sollt ich des Höchsten Wort 9. Wes ist das Amt, das ich verschweigen, und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schändlich sichs vor Gott verstellt, darum, weils Menschen nicht gefällt? hier trage? Wer forderts, daß ichs ihnen sage? Ists nicht des großen Gottes Mund, der thut durch mich sich ihnen fund? 3. Sollt ich den falschen Christen heucheln und der gottlosen Notte schmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 4. Sollt ich die Bösen selig preifen, die weder Licht noch Glauben weisen, um deren Gunst und Liebeswind, die doch nur Feinde Got tes find? 5. Wer sind sie denn, die mich verlassen und mich als ein Fegopfer hassen? Wer sind fie, die so zorniglich ihr Herz verbittern wider mich? 6. Es sind nur Menschen, die mit Sünden und losen Stricken sich verbinden, ein Nichts, ein Gras, ein schnödes Heu, ein Dampf und leichtverwehte Spreu. 7. So hoch sie sind in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß all ihr Thun zur Hölle fährt und nur auf kurze Zeit hie währt. 8. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Ists denn auf mich nur angesehen? Ist Gott nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werther Geist? 308. 10. Gi, sollt mein Gott mich nicht auch schützen, wenn sie mit Wüthen auf mich bligen? Sollt dessen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal seyn? 1. Herr, dein Wort, die ed. le denn ich zieh es aller Pet. m. Not. 11. Du kennst mich ja, du Menschenhüter, daß mirs nicht um die schnöden Güter zu thun, noch um die Gunst der Welt, die Manchen so gefangen hält. 12. Die Liebe Christi, die mich dringet, die ists, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 13. Darüber will ich gerne leiden, kein Kreuz noch Spott der Bösen meiden; sey du mir nur bei Hohn und Spott nicht schrecklich, du getreuer Gott! 14. Ich weiß, dein Wort wird endlich siegen, das finstre Reich muß unterliegen; den Sieg wird man in Kurzem sehn, sollts auch durch Märtrerblut geschehn. 15. Ach, stärke du mich doch, mein Retter, damit auch unter Sturm und Wetter mein Zeugniß fest und freudig sey. Es ist ges wagt! Gott steh mir bei! Joh. Jos. Winckler, geb. 1670,+ 1722. Mel. D Durchbrecher aller 2c. 1704. Gabe, die sen Schaß er bal te mir; ha. be und dem größten Reichthum für. 16 242 Wort Gottes. Wenn dein Wort nicht mehr soll gel ten, worauf soll der Glaube rubn? 1 Mir ists nicht um tau send Wel- ten, 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich schn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich 309. 1. Gott ist mein Hort, Mel. Ach, Gott und Herr 2c. a. ber um dein Wort zu thun. eifrig seyn beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sißen, wie Maria that. nit. Ludwig, Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, 1760. und auf sein Wort soll meine See le trauen. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Secle Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. im Glauben, nicht im Schauen. Ich wand- le hier, mein Gott, vor dir 2. Dein Wort ist wahr; laß im- Licht nicht durch dein Wort ermerdar mich seine Kräfte schmecken; schienen. laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 1627. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sey mein Theil, es sey mir Heil und Kraft zum ewgen Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mod. 1820. 5. Des Ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Leben! 310. Mel. Ich armer Mensch 2c. 1. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen; es lehrt uns unsre gan ze Pflicht* es gibt demSünder und dem Frommen zumle- ben sichern Un- ter- richt. 24, Wort Gottes. O se lig, wer es achtsam hört, 2. G8 leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben, lehrt, wie viel Guts du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Herr, deine Tröstungen sind 311. be- wahrt und mit Ge- hor jam ebrt! besser, als alles Silber, Gold und Geld, ein Schaß, weit köstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt: so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. 243 Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. J. A. Gramer, geb. 1723, † 1788, ( nach dem bayr. Gesangbuch von 1811.) 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mich auch beslissen seyn, den er kannten Weg zu gehen; sonst würd bei allem Wissen seinen Trost entbehren müssen. 4. Folg ich seinem Unterricht, so Ahle. 1664. 1. Herr, mein Licht, erleuchte mich, daß ich dich und mich er. ken.ne; daß ich voll Ver trau en dich meinen Gott und Va ter nen ne. E Wahrbeit lehrt dein Wort auf Erden; laß mich dadurch wei- fse werden. 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort; lehre mich es recht verstehen; hilf du selbst mir, immerfort deutlicher es einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret. werd ichs an mir erfahren, was es denen fest verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 5. Laß mich hier schon in der Zeit dein Erkenntniß stets vermehren. Find ich manche Dunkelheit bei des Glaubens hoben Lehren: laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen. 6. Immer lente meinen Sinn von dem Wechselglück der Erde auf 16* 244 den ewigen Gewinn, daß ich frei und selig werde. Was sind Güter dieser Seiten gegen jene Herrlichfeiten? 7. Gib mir täglich neue Kraft, Kirche und Reich Gottes. deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Nach Heinr. Corn.Hecker.geb.1699. † 1743, v. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, † 1797. Kirche und Reich Gottes. 312. feped $ 1. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Is.. ra. el sa gen, war Gott nicht mit uns die je Beit, wir hätten mußt ver zagen, Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. die an uns se gen al. le. $ die so ein armes Häuflein sind, ver. acht von so viel Menschenkind, fed 1535. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn als die ein Fluth ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der 313. fe 1. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steuere det ner Feinde Mord, nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unser Seel entgangen; Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Altkirchlich? 1543. Eigne Melodie. die Je sum Christum, dei- nen Sohn, wol len stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr stenheit, daß sie dich lob in EwigJesu Christ, der du Herr aller Her- feir. ren bist, beschirm dein arme Chri3. Gott, heilger Geist, du Tro Kirche und Reich Gottes. 245 ster werth, gib deim Volk ein'rlei letzten Noth, gleit uns ins Leben Sinn auf Erd, steh bei uns in der aus dem Tod. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 314. 1. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlichs Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. Im vorigen Ton. 2. In dieser schwer'n, betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sacrament rein b'halten bis an unser End. 3. Du aber selbst dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, schaff, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirchen Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel 315. zu; auf dieser Erd ist keine Ruh viel Secten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den frechen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch, und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Lehr und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern ja dein ist; darum so steh du denen bei, die bei deim Wort sich finden frei. 8. Dein Wort ist unsers Hers zens Truß und deiner Kirchen starker Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Bessers suchen mehr. 9. Gib, daß wir leben in deim Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. Nit, Selnecker, geb. 1532, † 1592. Grüger. 1640. Eigne Melodie. 1. Bi on tlagt mit Angst und Schmerzen, 3i. on, Got- tes werthe Stadt, die er trägt in seinem Her- zen, die er ihm er- wäh- let hat. ka Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich ver lassen in der Noth, und läßt mich mit Jammer pres- sen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand in dem Leid, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, vorhin, erbarmen? Mei- ner hat er ganz ver ges. sen. will er denn für und für grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jeßt nicht, wie 246 3. 3ion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein; wo mag eine Mutter seyn, die ihr eigen Kind fann haffen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn man auch sollte finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe könnt verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin; meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Bier! mein Herz hast du mir besessen; deiner kann ich nicht vergessen. 316. Kirche und Reich Gottes. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; schau doch, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie kann es denn anders seyn? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen; du liegst mir in meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Tren zu dir ist groß. Dich und mich soll keine Zeit, keine Noth, Gefahr noch Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 317. Mel. Kommt her zu mir zc. 1. Der- za- ge nicht, du häuflein klein, obschon die Fein de wil lens seyn, dich gänzlich zu ver- stö- ren, 1 + da- von dir wird recht angst und bang; 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist 1534. und su- hen dei- nen Untergang, es wird nicht lange wahren. und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. Jak. Fabricius, geb. 1593, † 1654. ( Gustav Adolphs Schlachtgefang bei Lüßen.) Mel. Herzliebster Jesu, was 2. 1. Chri ste, du Bei- stand deiner Kreuzge mei- ne, Grüger. 1640. ei le, mit Hülf und Kirche und Reich Gottes. Rettung uns erschei- ne; teu re den Fein den, ihre Blut- ge- rich, te ma che zu nich, te. $ 2. Streite doch selber für uns Herzen, Friede dem Gewissen gib arme Kinder; wehre dem Teufel, zu genießen. seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben; also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Heerde, Himmel und Erde. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere; Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem 318. Mel. Zion klagt mit Angst ze. 247 Wenn er straft, so liebt er auch, 1. Bi on, gib dich nur zu frie den, Gott ist noch bei dir da rin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Va- ter- finn. 3ion, ler ne dieß be- den- ken; 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: 3ion, laß dich nicht bewegen; diese Fluth wird bald sich legen. Matthä. Arelles von Löwenstern, geb. 1594, † 1648. Grüger. 1640. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Noth in dem Leben und im Tod: Zion, du kannst doch f dieß ist sein ge- liebter Brauch: wa rum willst du did so kran- fen? nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen oft dein Trank und Speise seyn; stimmt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein; kränkt der Neid dir Herz und Muth, kommst du hier um Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht 248 Kirche und Reich Gottes. zu Schanden, denk nur an die schöne Gnadensonne, Jesus ChriEwigkeit; sey getrost und wohlgemuth; denn der Herr ists, der es thut: 3ion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. ftus, naht zu dir, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß: Zion, wo ist nun dein Klagen? jetzt kannst du von Freuden sagen. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron: Zion, Gott, dein Schuß, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7. Halleluja! deine Wonne bricht anjeßt mit Macht herfür; denn die 319. Mel. Mein Herzens Jesu zc. 8. Freuet euch, ihr Himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schö nen Himmelssaal: Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, um 1660. 1. Vater der Barmherzigkeit, ge- sam- melt zur N. po.stel. zeit du hast durch deines Geistes Kraft zu deinem Reich berufen.. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie in der Welt zerstreut sich von einander brachen, hat sie dein guter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sey doch auch zu dieser Beit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns von dem Zank und Streit hinwieder frei und ledig. Gib, daß dein Häuflein für und für in Ginem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. 1668. der du dir deine Heer den und herr lich lassen werden, die große Schaar der Hei- denschaft 4. Ach, sich doch, wie des Satans List sie jammerlich zertrennet, wie man im Streit der Lieb vergißt, im Unverstande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da Eins das Anore nicht versteht und sich um nichts entzweiet. 5. Ach, Herr, hilf solchem Uebel ab, versammle deine Heerde, daß unter deines Wortes Stab sie wieder einig werde, und das Band der Vollkommenheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe Kirche und Reich Gottes. 249 6. Wie lieblich ists, wenn Brü- Wohlgeruch erfüllet, und wie vom der sich in rechter Treu verbinden, Hermon fällt der Thau ringsum im Haus des Herrn einmüthiglich auf Zions Berg und Au und alles sich stets zusammenfinden, wenn sie Land erquicket: im Geist zusammenstehn, zu Gott in Einem Sinne gehn und halten an mit Beten. 7. Gleichwie der edle Balsam dort von Aarons Haupte quillet, der ringsumher den ganzen Ort mit 320. 8. Also fleußt Gottes Geist und Gnad von Christo zu uns nieder auf die, so er erwäblet hat, auf alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben alle Zeit und alle Himmelsgüter. Heinr. Georg Neuß, geb. 1654, † 1716. Eigne Melodie. 1701. 1. Fab. re fort, fab- re fort, 3i. on, fah- re fort im Licht! mache deinen Leuchter hel.le, laß die er ste Lie be nicht, fu che stets die Lebensquel- le; 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich sucher groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an das Bild des Drachen! Bion, wenn fie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prufe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides das, was $ 3i on, drin ge durch die enge Pfort! fab re fort, fağ re fort! 2. Leide dich, leide dich, 3ion, frumm und schlecht, prüfe recht, leide ohne Scheu Trübsal, Angst prüfe recht! mit Spott und Hohne, sey bis in den Tod getreu, fiehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich: leide dich, leide dich! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben; sey nicht wie die Andern todt, sey du gleich den grünen Reben; 3ion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Sion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Bion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion halte deine Treu, laß dich ja nicht 250 Kirche und Reich Gottes. laulich finden; auf, das Kleinod hinten: Zion, in dem letzten Kampf rückt herbei; auf, verlasse, was da- und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Eufeb. Schmidt, geb. 1669, † 1745. Mel. Jefu, hilf siegen 2c. 321. 1698. 1. Großer Im- ma- nit et, schau e von oben auf dein er- lo. ftes, er neb.e doch, wie die Ty ran nen noch to ben, wie sie ver- feh- ren die kauf tes Geschlecht; Lügen und Irr- thum muß gel- ten auf Er den; Wahr- heit und Recht! Unschuld und Wahrheit muß Ke. Be rei werden. $ 2. Seclen, die sonsten sehr eifrig nen, recht zu gebrauchen, was du gerungen, werden jetzt müde und uns geschenkt. Wolln wir dir dieschlafen fast ein. Scheints doch, nen in heiliger Stille, sagt man, als wenn sie der Arge bezwungen, es sey das nur eigener Wille. nicht mehr so eifrig im Kampfe zu seyn. Alles wird irre, weil Argwohn regieret, und auch einfältige Herzen verführet. 5. Weil denn die Armen so seufs zen und stöhnen, komm doch, o Jesu, und mache dich auf; rett uns von Allen, die tropig uns höhnen und uns aufhalten in unserem Lauf; kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, wollest du schenken, dem Vater zu Ehren. 3. Schmerzlich erfährt man, wie Kinder sich trennen, welche die himmlische Mutter gebiert; wie auch die Brüder einander nicht fennen, herzliche Freundschaft sich täglich verliert, Viele fich scheiden, und Viele sich spalten, weil man die Liebe so lässet ertalten. 4. Lange, ach lange schon seufzen die Deinen, daß man uns Freiheit und Freudigkeit fränkt, mit dir, o. Heiland, es treulich zu mei322. fe- the 6. Willige Opfer wird alsdann dir bringen nach dem Triumphe die heilige Schaar; liebliche Lieder da werden erklingen, wenn nun beginnet das selige Jahr, welches zu Žions Errettung erscheinet und uns zur völligen Freude vereinet. Christian Andr. Bernstein, † 1699. Pb. E. Bach. 1787. Mel. Wie groß ist des c. 1. Ich lo. be dich von ganzer Seelen, dir wol- len eine Kirch er- wäh- len, daß du auf diesem Er- den- freis o Gott, zu deines Na- mens Preis Kirche und Reich Gottes. f da rin nen sich viel Menschen finden auf daß von allen ihren Sünden 2. Du rufest auch noch heut zu Tage, daß Jedermann erscheinen soll; man höret immer deine Klage, daß nicht dein Haus will werden voll; deswegen schickst du auf die Straßen, zu laden Alle, die man findt, und willst auch die berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind. 3. Du hast dir, Gott, aus vielen Zungen der Völker eine Kirch erbaut, darinnen dein Lob wird besungen, die deinem Worte gläubig traut; du hast ihr Christum ja gegeben zu ihrem königlichen Haupt: so führ es nun zum rechten Leben, was deine heilge Kirche glaubt. 4. Wir wollen auf nichts Andres 323. Del. Mein Herzens Jeju zc. 1. Ich glaube, daß die Heiligen weil jie in Ei. Her Gua de stehn gründen, als auf den Grund, den du gelegt; hilf uns aus Gnaden überwinden, weil stets auch noch der Feind sich regt; und wo noch Runzeln find und Flecken, die Christi Braut sich angehängt, die wollst du mit der Liebe decken, mit der du uns den Sohn geſchenkt. 5. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben und frommen Leben bis ans End; ach, laß uns ja den Schatz nicht rauben: dein heilig Wort und Sacrament. Erfüll die Herzen deiner Christen mit Geistessegen, Fried und Freud, daß sie in Lieb und Treu sich rüsten zur ungefärbten Einigkeit. Fr. Sonr. Hiller, geb. 1662, † 1726. So Vie le Christus machet rein, und al.le Himmels- schä. ze. 2. 3war nicht das gleiche Schickfal fällt hienieden jedem Gliede; es dauern noch in dieser Welt die äußern Unterschiede: dem Eiren fällt ein armes Loos, der Andre ist geehrt und groß; das will ein Christ nicht ändern. 251 zu einer bei li gen Gemein, sie Christi Blut nun wasche rein. 1668. im Geist Gemeinschait ba- ben, und Eines Gei- stes Gaben. die ha- ben all sein Gut ge- mein 3. Doch in der neuen Creatur ist keiner klein, noch größer; wir haben Einen Christus nur, den einigen Erlöser, das Licht, das Heil, den Morgenstern; Wort, Tauf und Nachtmahl unsers Herrn ist Allen gleich geschenket. 252 4. Da ist kein Knecht, noch Freier mehr; da sind sie alle Kinder; der Reichthum macht hier keine Ehr, die Armuth keinen Sünder. Gott sieht hier nicht Personen an, indem der Reiche arm seyn kann, der Arme reich an Gnaden. Kirche und Reich Gottes 5. Die Sonne der Gerechtigkeit will Allen Gnade geben; der Geist gibt Allen allezeit als Gottes Odem Leben, weil uns der Vater alle liebt, so wie der Himmel uns umgibt; wir haben gleiche Güter. 6. Ein Himmel, Eine Seligkeit, Ein Vorbild und Ein Hoffen, Ein Recht, Ein Vaterherz im Leid, Ein Segen steht uns offen. Uns führt Ein Weg dem Himmel zu, wir hoffen alle Eine Ruh, allein durch Einen Glauben. 7. Wir leiden mit, wir ziehen an ein herzliches Erbarmen; und wenn das Herz nichts weiter kann, so seufzt es für die Armen. Denn solch ein Glied, dem durch sein Herz nicht geht der andern Glieder Schmerz das hat gewiß kein Leben. 8. So trägt ein Glied des andern Last um seines Hauptes wil len; wer seiner Brüder Lasten faßt, lernt das Geseß erfüllen, wo Christus uns zum Vorbild geht; dieß königlich Gebot besteht in Einem Wörtlein: Liebe! 9. Wie ist der Heilige so groß, der mir hier vorgegangen, mit dem ich als ein Kreuzgenoß Gemeinschaft soll erlangen! Bedenk, mein Herze, wer es ist! es ist der Heiland, Jesus Christ, der Sohn des Allerhöchsten. 10. Ich will mich der Gemeinschaft nicht der Heiligen entziehen; wenn meine Brüder Noth anficht, so will ich sie nicht fliehen. Hab ich Gemeinschaft an dem Leid, so laß mich an der Herrlichkeit auch einst Gemeinschaft haben! Phil. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. 324. fel 1. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stebn; es läßt an uns die sü- gen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn; Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. 1704. wir werden durch das Wort der Gnaden auch zurGemeinschaft jenerSchaar, die um das Lamm beständig war, 2. Nur Menschen, die von Gott foren, die läßt er Wunderliebe geboren, die unter Ginem Haupte sehn. Gemeinschaft mit dem Bater stehn, die hat der Herr sich auser haben und mit dem Sohn im beilge lockt und kräftig ein ge la den. $ Kirche und Reich Gottes. 253 gen Geist, das ist, was ihre Seele Schmerzen; eins reicht dem andern speist; nur das kann sie vollkommen laben. seine Hand, und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Genuß des großen Guts: ich, ich in ihnen! 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein theures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns umschlingt; die Seelen all, die er durchdringt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die süßen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hie wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Dele des Friedens und der Freude zu; dann schmeckt das Herz die Gottes- Ruh; die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für Einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an; fie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Aus Bunsens Gesangbuch. 325. Wenn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christenthum; mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts, des Heiz lands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod; was will uns denn erschrecken? Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 254 326. Kirche und Reich Gottes. Mel. Es ist das Heil: c. 1. Die Feinde dei- nes Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du a- ber, Mistler, Gottes Sohn, kannst ih- rem Troße web- ren. Dein Thron besteh- et ewig- lich; ver geb- lich wird sich wi der dich die Macht der Höl. le ru. sten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Wert von Menschenfindern; drum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Bom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehen, daß sie sich noch bekehren! Lehr fie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 327. 1523. 5. Uns, deine Gläubgen, wolleft du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenfinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen, und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 1. Je- su, Licht und Heil der Welt, dein Wort, das Got- tes Rath ent- hält, 1668. der du in diesem Leben zur Richtschnur uns ge- ge- ben, Missionslieder. du bist der Herr der Christen- beit, die du voll Huld und Freundlichkeit dir aus den Menschen fam- melft. 2. Du willst sie als dein Eigenthum zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil; so viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen Theil, den uns kein Feind kann rauben. 3ufriedenheit und Himmelsruh fließt allen schon auf Erden zu; dein ist des Guten Fülle. 4. Mag auch der Spötter immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher in verkehrtem Sinn sich wider dich empören; es fällt doch deine Kirche nie; du hältst, und du beschüßest sie durch deines Geistes Weisheit. 328. fe 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 6. 3wvar kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh; dann krönest und belohnst du sie mit Preis und ewger Freude. 7. Dann sehn wir dich in Majestät, und uns gleich deinen Engeln zu nie empfundnem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln. Dann preisen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht! Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, † 1797. Missionslieder. Eigne Melodie. 1. Es woll uns Gott ge nå dig seyn und sei- nen Se- gen ge. sein Antlig uns mit hel- lem Schein er- leucht zum ewgen Le daß wir er kennen jei ne Werk, 255 S S 1 * 1525. ben; ben, und was thm liebt auf Erden, 256 Missionslieder. und Jesus Christus heil und Stärk und sie zu Gott be. keb. ren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volf erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich 329. B bekannt den Hei- den werden ** V. 3. bei lig al. ler das Volk in guten Thaten; daß Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl gerathen. Uns segen Vater und der Sohn, uns segen Gott der heilig Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; die Stummen richtig reden 330. - 1. O Jesu Christe, wah- res Licht, er leuch- te, die dich kennen nicht, 1 1 und brin ge fie zu deiner Heerd, daß ihre Seel auch se lig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnaden- lehr, die nicht bekennen wollen frei, schein, die in Irrthum verführet seyn, was ihres Herzens Glaube sey. auch die, so heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 5. Erleuchte, die da sind verblendt; bring her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gehn; mach feste, die im Zweifel stehn: Mel. Ewigkeit, du zc. F 1. Die Macht der Wahrbeit bricht herfür des Reichs Erkenntniß gehet auf 1676. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Crüger. 1653. und klopft an vieler Herzen Thür, und füb ret- ib- ren schnellen Lauf Missionslieder. daß man sie woll ein las sen; durch aller Völ fer Straßen; er öffnet sich nun all zu. . 2. Seht, was der Herr für Wunder thut! Er gibet seinen Boten Muth und Kraft den Wahrheitszeugen, die er aussendet spät und früh; was sie gehört, posaunen sie und könnens nicht verschweigen. Sie breiten aus zu seinem Ruhm das ewge Evangelium. 3. Ich lasse, spricht das A und O, vom ewgen Evangelio die Botschaft nun ertönen; ich laß ausrufen Fried und Freud, wie alles Volk soll seyn bereit, mit mir sich zu versöhnen. Mein Engel, der die Botschaft bringt, sich mitten durch den Himmel schwingt. 4. Er wird gesehen überall; man höret seinen Friedenshall; den Völfern, Sprachen, Bungen wird meine Gnade weit und breit, der Reichthum meiner Gütigkeit verkündigt und gesungen; man rufet aus bald hier, bald dar das große Hall- und Jubeljahr. 331. Vet. m. Not. zu dem wah- ren Licht gebracht, 257 ja, das Erkenntniß fammt dem Reich gleich. 5. Es hören die Geheimnisse jetzt Würdge und Unwürdige, die hier auf Erden leben; sie hören diese Freudenpost, dieß große Zeugniß nun getroft und können sich ergeben dem großen König aller Welt, der Liebe, Bund und Gnade hält. Eigne Melodie. her in der vergangnen Zeit aus 6. Ich habe die Unwissenheit bisGnaden übersehen; nunmehro da aufgeht das Licht, werd ichs so übersehen nicht, wie bis daher geschehen. Die Wahrheit will, wie sichs gebührt, mit Dank seyn zu Gemüth geführt. 7. Ich, ich will machen alles neu; die Creatur soll werden frei vom Dienst der Eitelkeiten. Wohl dem, der dieses fassen kann, und nimmt in meinem Sohn mich an zu diesen frohen Zeiten. Wie selig ist, der diesen Tag des Heiles jetzt erkennen mag! Aus v. Raumer's Ges. Buch. 1713. 1. Auf, ihr Hei den, Io. bet Gott, der euch aus des To- des Schatten, so euch in der Fin. sterniß vor mals ganz um ge- ben hat. ten ,, und euch Ar- me nicht ver acht't; 17 258 Missionslieder. . To bet seine große Gü te stets mit dankba- rem Gemü, the. 2. Alle Völker, preiset Gott, der 3. Gnad und Wahrheit, die da aus unverdienter Gnade hat durch ist durch den Herren Christum komfeinen Sohn gemacht, daß der alte men, so wir auch von seiner Füll Fall nicht schade, der euch hilft durch den Glauben angenommen, durch Christi Tod aus der Sünd walte mächtig allezeit über uns in und aller Noth; preiset solche große Ewigkeit; rühmet solche große Güte Güte stets mit dankbarem Gemüthe. stets mit dankbarem Gemüthe. 332. Mel. Dir, dir Jehova 2c. 1. Wach auf, du Geist der er sten Zeu- gen, die Tag und Näch- te nimmer schwei- gen, 3t ons Mauern stehn, S Feind entgegen gehn, und aller Böl- fer Schaa- ren zu dir bringt. 1704. ja de ren Schall die ganze Welt durchdringt 2. daß doch bald dein Feuer brännte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Ernte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. Ofiche, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünftig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: G8 soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten seyn; laß eilend Hülf uns der Wächter, die auf und die getroft dem widerfahren und brich in Satans Neich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! G3 sey kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Missionslieder. Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O beßre 3ions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege. Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, 333. 259 daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sey. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes seyn; ja, sige du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer überall erstehn, die für die ganze Kirche be tend flehn. E. Heinr. v. Bogazky, geb. 1690,+1774. Mel. Freu dich sehr, o 2c. DE 1. Herr, wie sind noch viel der Hei- den, die in To- des- schat ten gebn! Komm, o Hirt, auch sie zu wei- den; kannst du sie ver. ir ret sehn? Nimm der Heer de selbst dich an, all auf wei. tem Er- den- run- de 2. Herr, laß deine Boten eilen, sende Knechte mehr noch aus, deine Gaben auszutheilen, sie zu laden in dein Haus. Manchen Jüngling, dir versöhnt, laß mit Gnad und Geist gekrönt dem gebundnen Knecht der Sünden deinen großen Namen tünden. 334. 1555. 1. Je su, bit tend kommen wir " s fü ge zu dem Gnaden bun de. 3. Herr, wir sind ja deine Christen, sollten wir nicht Herz und Hand zu dem großen Baue rüsten deines Reichs in allem Land? Gib ein Herz in Liebe warm, daß des Jammers sich erbarm, und die vielen weit Verirrten bring zu dir, dem guten Hirten. Mel. Nun komm, der Heiden 2c.( Altkirchlich.) 1524. hör auf un fer find. lich Flehn, 2. Jesu, ziehe bei uns ein, laß uns ganz dein eigen seyn; schenk füh. re fie des Lebens Bahn; â mit den Dei- nen jetzt zu dir; was wir bitten, laß ge- fchehn! uns allen deinen Geift, den dein theures Wort verheißt. 17* 260 Missionslieder. 3. Weck die todte Christenheit keine List noch Macht; schaffe Licht aus dem Schlaf der Sicherheit; in dunkler Nacht. mache deinen Ruhm bekannt überall im ganzen Land. 4. Laß dein Wort zu dieser Zeit kräftig schallen weit und breit! Allen Heiden werde fund deiner Gnade Friedensbund. 6. Gib den Boten Kraft und Muth, Glaubenshoffnung, Liebesgluth; laß viel Früchte deiner Gnad folgen ihrer Thränenfaat! 7. 3ion, danke deinem Herrn, was du bittest, thut er gern; ja, er kommt mit seinem Reich; was ist seinen Freuden gleich? 5. Thu der Völker Thüren auf; deines Himmelreiches Lauf hemme 335. Mel. Wie schön leuchtet zc. 1. Wie groß, wie an ge be= tet ist Wie hell wards in der Fin ster.niß Herr- scher Jesu Christ, Leh. re, wie zer riß, wie theu er wie flub des Als du, Herr, kamst, hör. ten Eau be, $ half den Kranken; Stum- me 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo find sie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gözendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Nicht fie, Jesu, deine Lehren, die wir hören, machen weise, dir zum Ruhm und Gott zum Preise. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel fehn, den Preis von deinen Leiden genießen, weil du für uns starbst, was du uns durch dein Blut erwarbst, der Engel hohe Freuden. # 1599. dein Name, durch deine dei nem Vol. ke! Irr- thums Wol- ke! und der Glau. be san- gen, dir zu danken. Was sind Menschen, daß auch Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn an dich sie glauben wollen? 4. Du hast dich deiner Herrlichfeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun mit Preis und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünde Greuel haffen. Sündern willst du Heil und Leben wieder geben; richtest Alle, die nur wollen, auf vom Falle. 5. Vom Aufgang schallt zum Niedergang dein Wort und auch der Lobgefang erretteter, Gerechten. Missionslieder. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Herrscher Jesu Christ, 336. 261 wie herrlich bei den Deinen! Doch, führst du uns zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Ewig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Nach dem bayr. Ges. Buch von 1811. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. G 1. Wir sind ver- eint, Herr Je- su Chrift, der Menschensohu al lein du bist, der Acker ist die ganze Welt; dir dei nes Rei- ches Kinder! 2. Ja Erstgeborner, ewger Fürst der Könige auf Erden, von allen Heiden sollst und wirst du angebeDas glauben und drum hoffen wir, die du zum Werke rufst, von dir auch unsrer Saat Gedeihen. tet werden. 3. Gib uns durch deines Gei. stes Kraft, Herr Jesu, heiße Liebe, die Eintracht, Muth und Eifer schafft, daß sich ein Jeder übe, für 1668. in dei nem heilgen Na- men; der så et gu- ten Sa- men; o pflan- ze selbst im wü- sten Feld sich und Andre stets zugleich nach dem verheißnen Gottesreich vor allem Ding zu trachten. 4. Was wirds doch einst für Freude seyn, wenn deine Schnitter ernten, und Alle dann sich ewig freun, die deiner harren lernten! Wir harren dein; o siege du in deis nen Gliedern, bis die Ruh für Gottes Volk erscheinet. Rud. Stier, geb. 1800. † 1862 262 337. pra Sünde und Buße. Fünfte Abtheilung. Das christliche Leben. Sünde und Buße. steht auf Er: den. Eigne Melodie. 1. Allein zu dir, Herr Je su Christ, tein Trost mag mir sonst wer. den. 1545. Ich weiß, daß du mein Erö. ster bist; mein Hoffnung ich ruf dich an, 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß, und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und Los durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. Von An- be- ginn ist nichts er- forn, auf Er den war kein Mensch ge- born, der mir aus Nö. then hel fen kann; zu dem ich mein Vertrau. en han. Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich; am letzten End dein Hülf mir send, das durch behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Chr sey Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seim liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott 3. Gib mir nach dein'r Barm- dem werthen heilgen Geist, der alherzigkeit den wahren Christenglau- lezeit uns Hülfe leist, daß wir ihm ben, auf daß ich deine Süßigkeit seyn zum Dienst bereit hier in der mög inniglich anschauen; vor allen Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Johann Schneesing, † 1567. 338. Sünde und Buße. Eigne Melodie. 1. Ach, Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sün- den; 4. Solls ja so seyn, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, 339. da ist nie- mand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser so fahr hie fort, nur schone dort und Zeit, bis an der Welte Enden, und laß mich hier wohl büßen. wollt los seyn des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. 3u dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich verfühnet. 5. Gib, Herr, Geduld, vergib die Schuld, verleih ein g'horsam Herze; laß mich nur nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 263 Mel. Vater unser 2c. 1627. 6. Handle mit mir, wie's dünfet dir, durch dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius, geb. 1550, † 1618. vielmehr ist dieß mein Wunsch und Will, daß er von von sei ner Bos.heit kehre sich 2. Dieß Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen theuern Eid; o selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: es ist noch gute Zeit; ich will erst fröhlich seyn auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, 1. So wahr ich le- be, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; 1540. ün- den hal- te stin, und le be mit mir ewig lich. alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott 264 von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund. Sünde und Buße. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und roth, ist morgen frank, ja wohl 340. te gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sey bereit. Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. 1. Wo soll ich flieh, en hin, Wenn al le Welt ber fä, me, 2. O Jefu voller Gnad, auf dein Gebot und Nath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Durch dein unschuldig Blut, vergoffen mir zu Gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihr nicht mehr gedenk, ins Meer fie tief versenke. 4. Du bist der, der mich tröst, weil du mich haft erlöst. Was ich gefündigt habe, hast du verscharrt sen, da wirds auch bleiben müssen. im Grabe; da hast du es verschlos5. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Kreuz umfasse, und mich darauf verlasse; wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 1605. mit viel und großen Sün- den? wo kann ich Ret tung finden? weil ich be schwe- ret bin mein Angst sie nicht weg näh. me. 6. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu Gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tød, Teufel, Höll und Sünde. 7. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen: dein Blut darf ich nur schweigen. zeigen, so muß ihr Truß bald 8. Dein Blut, der edle Saft, hat fann reine, ja gar aus Teufels Rasolche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt chen frei, los und ledig machen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß Sünde und Buße. ich ererben; denn du hast mirs er worben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß 341. Mel. Aus tiefer Noth 2c. 265 ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. 1. Va ter der Barm- her- zig. feit, ich fal le dir zu Fuße; ver- stoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Bu. ße; durch deine große Gû. te. 2. Durch deiner Allmacht Meiserthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rath, worin es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, steh an mein täglich Rufen. 1. O laß was ich begangen wider dich, ver zeih mir al les gnä. dig lich 3 4. Laß deiner Wunden theures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu Gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt du 342. 1524. den Vater, daß er mir im Born nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Noth und dann der letzte Feind, der Tod, nur sey die Thür zum Leben. David Denice, geb. 1603, † 1680. Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. Jesu, vol. ler Kraft! dei ne Lieb und Kraft D Hei- land, vol.ler Gü erfüllen mein Ge, mü 1659. te! the; 266 Sünde und Buße. ich weiß sonst keinen Trost auf die ser ganzen Welt, 1 wo nicht sich dei ne Gnad 2. Betrübt ist mir mein Herz von wegen meiner Sünde, die ich mit Traurigkeit und tieffter Reu empfinde; o wie hat doch das Gift, das auf uns ist geerbt, aufs allergreulichste uns durch und durch verderbt! 3. Wie oft hat mir dein Wort das Böse untersaget, und mein Gewissen mich in Aengsten angeklaget! Wie oft hat mich dein Wort bald so, bald so geschreckt, und mein Verderben mir im Grunde aufgedeckt! 4. Doch bleib ich immer noch in meinem Glend liegen, und kann nicht über mich und meine Sünde flegen; mich schließet ihre Macht in ihre Fesseln ein; ich muß ein Sclav der Lust und meines Fleisches seyn. 5. O Jesu, der du hast die Finsterniß der Höllen durch Blut und Tod bestegt, du kannst die Feinde fällen, die jego wider mich und meine Seele stehn; sprich nur Ein Wort, so muß ihr Troß und Macht vergehn. 6. Ach, laß mir offen stehn die 343. Eigne mir Ar men zu ge sellt. Quelle deiner Wunden, dadurch hab ich doch schon die Sünden überwunden; dem Vater bin ich ja durch dich schon ausgeföhnt, daß mich nun seine Gnad durch dein Verdienst bekrönt. 7. Dieß glaub ich, fühl ich schon die Menge meiner Sünden, drückt mich gleich ihre Last, muß ich gleich Zorn empfinden, so weiß ich doch, du hast schon solchen Zorn gestillt, der Sünden Macht zerstört und das Geseß erfüllt. 8. Ich wende mich zu dir, der du mich kannst erquicken; läßt du mich deine Huld und Freundlichkeit erblicken, so weicht die Unruh weg der Sünden Macht zerbricht, ich finde Fried und Ruh in deinem Angesicht. 9. Nun du, mein Heiland, du kannst mich doch nicht verlassen, da meine Glaubensarm' dich suchen zu umfassen; schließ ewig mich in dich und deine Liebe ein; dein will ich hier und dort, und keines Andern seyn. Melodie. s 1. Se su, der du mei. ne See le aus des Zenfels finst.rer Höhle fräf- tig- lich heraus- ge. ris- sen, 1662. haft durch dei- nen bittern Lod und der schweren Sün- den- noth und mich sol- ches laissen wis- jen Sünde und Buße. durch dein gna- den- rei- ches Wort: sey doch jest, o Gott, mein Hort. 2. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. Herr, fannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seyd von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dieß mein Herz von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen aller meiner Fehler Zahl; mein Gemüth ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Qual, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach, vergib mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu Gut; und dieweil du so serschlagen haft die Sünd am Kreuz getragen, o so sprich mich endlich frei, daßß ich ganz dein eigen sey. 5. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, 344. 267 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; deine Treue wird erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht; du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht; deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist, geb. 1607. † 1667. Mel. Es ist gewißlich zc.. 1535. 1. Ich will von mei- ner Mis- se- that zum Her ren mich be- feh- ren; du wol.left selbst mir Hülfund Rath hiezu, o Gott, be sche- ren und dei- nes gusten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, 268 Sünde und Buße. aus Gna den mir ge. wäb. ren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub und todt in Sünden. Verkehrt ist Wille, Sinn und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Bater, mich entbinden. 3. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluthen; es hat mir sonst auch nicht gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sey, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruthen. 4. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beflissen? Nein! eines Andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, von Sündenschuld zerrissen. 5. Die Thorheit meiner jungen Jahr, die Menge meiner Sünden verklagen mich zu offenbar; fie find nicht zu ergründen. Und ihrer feine ist so klein, daß sie nicht sollte schon allein dein Strafgericht entzünden. 6. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fäbret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dieß alles jetzt zugleich er wacht, mein Herz will mir zersprin gen; ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. ein, ich flieh zu deinen Wunden; 8. Herr Jesu, nimm mich zu dir laß mich da eingeschlossen seyn und bleiben alle Stunden; du hast ja, am Kreuzesstamm gebüßt und übero du Gotteslamm, all unsre Sünd wunden. daß er sein Herze lenke, und gnädig 9. Dieß stelle deinem Vater für, wiederkehr zu mir, nicht meiner Schuld gedenke, und alle meine men hast, ins tiefe Meer versenke. Sündenlast, die du auf dich genom10. Hierauf will ich nun jederzeit mit Ernst und Sorgfalt meilieber alles leiden, denn daß ich den der schnöden Lüste Eitelkeit und Sünd mit Willen thu; ach Herr, gib du stets Kraft dazu, bis ich von hinnen scheide. Louise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, geb. 1627, † 1667. ( Nach dem Bayreuth. G.B.) 1525. 345. the 1. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz ver.der.bet; es fühlt von Sünden großen Schmerz, die ihm sind an ge er. bet, Mel. Herr, wie du willst 2c. Sünde und Buße. und die es noch thut ohne Scheu; ach ma che, daß es wie der sey, wie du es bast er schaf.. fen. 2. Gib mir auch einen neuen sche mein Herz, Sinn und Muth Geist, der wie du sey gesinnet, der durch deinen Geist, so ist es gut im stets dir anhangt allermeist und was Leben und im Sterben. du willt, beginnet; gib, daß ich hasse Fleisch und Blut, den Glauben üb in sanftem Muth, Zucht, Demuth, Hoffnung, Liebe. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergib die Sünden, und sucht dann meine Seele dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist: Troß Sünde, Tod und Teufel! 3. Verwirf von deinem Angesicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus mich verfühnet. Ach, laß doch nun und nimmermehr mich fallen als dein Kind so sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den beilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich, als nie entführt von dir, stets deine sey und bleibe; beherr346. bir ge. 269 6. Dein heilger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele; sey du mein Freund, o Herr, allein; ach, laß mich deine Freude seyn und führe mich zur Freude. Eigne Melodie. Ludäm. Elis., Gr. zu Schwarzb. Rudolst., geb. 1640, † 1672. # 1. An dir al lein, an dir hab ich ge fün- digt und ü bel oft an 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott! wie lange soll Sieh, Gott, auch mei- nen Jam- mer an. Knecht. 1815. than. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch ver kündigt. ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir Sünde und Buße. 270 nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Bater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Schnes willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder 347. $ 6 1. Herr, der du in der Höb.e woh- neft, ich lie ge tief ge- beugt vor dir. Herr, der eu richtest und be lob- nest, wie tief ist Sünd undSchuld in mir! $ Wie hoch, wie heilig dein Ge- bot! 2. Aus meiner Noth, aus meiner Tiefe ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem Andern riefe, es würde doch vergeblich seyn. Mein Schreien steigt zu dir empor: Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. Mel. Wer nur den lieben 2c. 3. Herr, willst du ins Gerichte gehen, der du unendlich heilig bist: ach, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, trifft überall noch Fehler an. 4. Und, ach, mir wird die Welt zu enge, wenn des Gesetzes Donner schlägt, und meiner Uebertretung Menge das ängstliche Gewissen regt, daß dich als einen Richter scheut, der Rechnung heischt und Strafe draut. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seelen an. Chr. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 5. In deiner Hand steht Led und Leben; du bist es, den man Neumart. 1657. D Abgrund tiefer Seelen noth! fürchten muß. Doch, Herr, du kannst und willst vergeben aus deis ner Gnaden Ueberfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: du willst den Tod des Sünders nicht! 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, und gibt mir alles, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mich erfreuen, und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig seyn. O Licht, das durch die Seele bringt und Licht in finstre Tiefen bringt! 8. Trifft mich denn hier das Loos der Deinen, dein Kreuz, daß jeder Jünger trug: o endlich wird ein Sünde und Buße. Tag erscheinen, da du mir rufft: 68 ist genug! Nur sey mein Leiter, bis es tagt, mein Trost, wenn alles Trost versagt! 9. Ich hoff auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsterniß, auf dich, mein Hüter, du wirst wachen, mein Heil, du kommst und hilfst gewiß, wie angst mir auch die Trübsalsnacht um Hoffnung, Trost und Hülfe macht. 10. Genug, ich bin befreit von 348. 271 Sünden, ich bin von Straf und Knechtschaft los. O Gnade, die nicht zu ergründen, Erlösung, die unendlich groß, die aus der tiefsten Noth befreit, und führt zur höchsten Seligkeit! Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 11. O Vater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm, und mich zu deis nem Eigenthum. Paul Gottl. Werlhof, † 1767. 1. Höchster, denk ich an die Güte, o so wird mein ganz Ge- mü the S daß ich dich gering ge schäßt, dein Ge- bot hint ange. sept und dich, der du mich gelie bet, 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn. O wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 1555. die du mir bis. her er zeigt, zu der tiefsten Scham ge- beugt, mit Ver- geh- un- gen be, trü. bet. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu; dir bab ich oft aufgefündigt meine schuldge Kindestreu. Ach, vergib, was ich gethan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 272 6. Dir ergeb ich mich aufs Neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Baterhuld fich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, daß laß auch mich genießen. 349. Sünde und Buße. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Gott, dir gefällt kein gottlos We- sen; Drum laß von Sünden mich ge- ne- fen ein Herz, das sich vom Sinn der Welt 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung fehn, durch Christum vor dir Gnade finden und standhaft deine Wege gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig sey; dich zu lieben, dir zu leben, sey mein herzliches Bestreben. 3. S. Diterich, geb. 1721,+ 1797. 3. O stärke mich in dem Gedanfen, gib meinem Borsaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Neumarf. 1657. wer bös ist, blei- bet nicht vor dir. und schaff ein reines Herz in mir, entfernt und un be fleckt er hält! Geiste dir bis zum Tod ergeben sey; so sieg ich über Sünd und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der be trübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit deinen Freu den, schaff ein getroftes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit mich uns gestörtes Glück erfreut. 3. S. Diterich, geb. 1721, † 1797. 350. Rechtfertigung und Gnadenstand. Rechtfertigung und Gnadenstand. $ 7 Mel. Es ist das Heil 2c. e- p TH 1. Der Glaube macht al.lein ge recht durch Chriftum, ders er- wor- ben; tein Werk er wirbt das Himmelreich, weil alls an uns verdorben; thu Bu ße, glaub und lie. 6 doch ist ohn Lieb der Glaube todt; drum, willst du mei den ew- ge Noth. 2. Die Liebe ist des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Herzen; dabei nur glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen kehren. 351. Mel. Dank sey Gott in der Höhe zc. 1. Ich bin bei Gott in Gna- den was kann mir end lich scha. den? Ist er auf mei ner Sei. ten, . be. und seinen Tod du seyst gerecht, und flich, zu seyn der Sünden Knecht: Gott will uns all belaß im mer mich bestrei ten 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armuth, Leiden und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten; man mag durch tausend Pein mich für ein Schlachtschaf halten: der Sieg bleibt dennoch mein. I 273 3. Ich kann um dessentwillen, Pet. m. Not. 1523. durch Chri fti Was acht ich 1605. Blut und Tod; al. le Noth? gleichwie er wahr.lich ist. auch al. le Höl- len. list. der mich geliebet hat, gnug meinen Unmuth stillen und fassen Trost und Rath; denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben und feiner Engel Macht, wie hoch sie möchte schweben, kein Fürstens 18 274 Rechtfertigung und Gnadenstand. thum, kein Pracht, nichts dessen, oder raffen. Denn diese gründet was zugegen, nichts, was die 3ufunft hegt, nichts, welches hochgelegen, nichts, was die Tiefe trägt, 5. Noch sonst, was je erschaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden sich auf Christi Tod und Sterben; ihn fleh ich glaubig an, der mich, sein Kind und Erben, nicht lassen will noch kann. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. 352. Mel. Valet will ich dir 2c. Teschner. 1615. 1. It Gott für mich), so tre. te fo oft ich ruf und be. te, Hab ich das Haupt zum Freun- de was fann mir thun der Fein- de 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Barer sey, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sip: ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhiß. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Lod; der gleich alles wi. der mich; weicht alles hinter sich. und bin ge liebt bei Gott, und Wi. der. sa. cher Rott? ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist roth; in ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmuth, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Muth; die Höll und ibre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urtheil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Se gen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und Rechtfertigung und Gnadenstand. 275 meinem Munde, Gott aber wohl ich lassen sorgen, dem ich mich zugebewußt, der an des Herzens Grunde sagt. Es koste Leib und Leben und erfiehet seine Lust. alles, was ich hab; an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Rub, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglich Brod. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; dich will 353. 13. Die Welt die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hungern und kein Dürsten, kein Armuth, feine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung seyn. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur fann erdenken, es sey klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig seyn, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. 1. Schwing dich auf zu dei nem Gott, du be trüb. te See le! Wa rum liegst du Gott zum Spott in der Schwermuthshöh- le? Mer fest du nicht Satans Lift? Ebeling 1666. er will durch sein Kämpfen dei nen Trost, den 2. Schüttle deinen Kopf und was erneurst du deinen Stich, prich: fleuch, du alte Schlange! machst mir angst und bange? Ift 18* Jesus Chrift dir er wor ben, däm pfen. . & Rechtfertigung und Gnadenstand. 276 dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten; damit ist der ganzen Welt und auch mir gerathen. 4. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, fein Berdienst mein Gigenthum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 5. Stürme, Teufel und du Lod, was könnt ihr mir schaden? deckt mich doch in meiner Noth Gott mit feiner Gnaden; der Gott, der mir feinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 6. Nun auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüthe, sche, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüthe; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet; aber schändlich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? 354. Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruthen; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkomm ne Lust dort in Chrifti Garten, dem er einig recht bewußt, endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach fie fich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da fie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf fie fröh lich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr; er wird helfen. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1630. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 1. Herr Jesu Christ, dein theures Blut ist meiner See- len höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht al.lein mein Herz von allen Sün- den rein. Nechtfertigung und Gnadenstand. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein theures Blut, dein 355. Mel. Mit meinem zu meinem Theil mir wähle. 277 Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 1. Ich freue mich, mein Gott, in dir und bin getroft, wenn ich dich hier was mangelt meiner See 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mag mich die Welt doch has sen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlaffen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an feinem Heil: dieß tröstet meine Seele. 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dieß mein Labsal seyn: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. Gott geh ich zc. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint, wo find ich deines gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, daß mir erfreulich werde. 1594. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein: [ e? 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich fingen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ers gehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 9. Noch hats fein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Salomo Liscow, geb. 1640, † 1689 278 356. Rechtfertigung und Gnadensband. 1. Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt, und läugnet, daß sich Gott ge fellt auf die Gleichen nicht er. ret. Eigne Melodie. chen; 1731, ift Gott schon alles und ich nichts, er noch so rein, ich noch so schnö- de, die Freundschaft immer mit de nen, die ibu ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so stark, ich noch so blö. de, 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seinen Thron, auch seine Krone; ja was er redet, hat und thut, sein Wort, sein Geist, sein Fleisch und Blut, was er geleistet und erstritten, was er gewonnen und erlitten, daß räumet er mir alles ein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 4. Ich finde Nußen, Lust und er noch so groß, ich noch so klein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 2. Mein Goel, mein Immanuel, Ehr bei unsrem Bund im höchsten mein Mittler konnte Mittel finden, Grade; er heischet von mir sonst sich meiner hochbedrängten Seel, nichts mehr als Glauben, und ich die ihn herabzog, zu verbinden; nichts als Gnade. O wohl der mein Salomo, mein Jonathan, Wahl, die uns gefügt, weg Neu mein Bräutigam, mein Gott und und Tausch, ich bin vergnügt in Mann kam von dem Himmel auf ihm und er mit mir zufrieden; drum die Erden, mein Muth- und Blu- bleibt bei beiden ungeschieden ein tesfreund zu werden, Ein Leib und Herz und Mund, ein Ja und Nein! Geist, mein Fleisch und Bein: mein mein Freund ist mein, und ich bin Freund ist mein, und ich bin sein! sein! 5. 3war fann er aller Christen Muth mit seiner Liebe sattsam weiden; wir dürfen um das höchste Gut nicht eifern, noch einander neiden. Durch unsern größesten Genuß erschöpft sich nicht sein Ueberfluß; so will ich ihn zwar keinem läugnen, doch mir vor allen Andern eignen. Welt, zank dich um das Mein und Dein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 6. Mein Freund ist meiner Seele Rechtfertigung und Gnadenstand. 279 Geist, mein Freund ist meines Le- an mir habe, ist alles seine Gnabens Leben; nach ihm, der mich sein eigen heißt, und sonst nach Keinem will ich streben, dem ich mich, der sich mir ergibt, den ich und der mich wieder liebt, von dem ich nichts mehr kann begehren, der mir nichts Beßres kann gewähren. Dieß Licht verdunkelt jeden Schein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Ohn ihn ist mir der Himmel trüb, die Erd ein offner Höllenrachen; hingegen kann mir seine Lieb die Einöd selbst zu den machen. Ohn ihn ist mir trotz aller Meng die Weil zu lang, die Welt zu eng; ich bin, wenn Feind und Freunde flichen, wenn sich die Engel selbst entzichen, zwar einsam, aber nicht allein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 8. Sein ist mein Leib und meine Seel, die er erschuf und auch erlöfte, hier nährt und salbt mit seinem Del, bis er dørt beide ewig tröste. Sein ist mein Muth, sein ist mein Sinn, sein ist, was ich vermag und bin; ja was ich in und 357. dengabe, die macht mich auch vom Undank rein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Sein ist mein Glück und meine Zeit, sein ist mein Sterben und mein Leben, zu seinem Ehrendienst geweiht, von ihm bestimmt und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, von ihm her und ihm wieder zu; sein sind auch alle meine Schmerzen, die er ihm zärtlich zieht zu Herzen, er fühlt und ahndet meine Pein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 10. szürn und stürme jeder Feind; er macht nicht, daß ich viel erstaune. Der Richter ist mein bes ster Freund; drum schreckt mich nicht die Weckpofaune. Ob Erd und Himmel bricht und fracht, ob Letb und Seele mir verschmacht, ob mein Gebeine muß verwesen, so wird mein Wahlspruch doch zu lesen noch haften an dem Grabes- Stein'. mein Freund ist mein, und ich bin sein! Christ. Wegleiter, geb. 1659, 1706. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der Neumark. 1657. 1. Ich ba- be nun den Grund gefunden, der meinen An.ter e wig hält; wo anders als in Je su Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der un- be- weg- lich steht, wenn Erd und him- mel un ter- geht. sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 280 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen seyn; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Him mel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. Rechtfertigung und Gnadenstand. 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Lod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 7. Beginnt das Irdische zu drüs den, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vie len Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, darüber sich mein Geist zerstreut, doch hoff ich auf Barmherzigkeit. Werken, darinnen ich gewandelt 8. Muß ich an meinen besten bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost be reit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun; und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit! zigkeit. 358. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. bleiben, so lange mich die Erde 10. Bei diesem Grunde will ich trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing ich einstens hocherfreut: o Abgrund der Barmher= Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, † 1758. 1. Ich weiß von keinem an- dern Grunde, ich weiß von keinem an- dern Bunde, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Neumarf. 1657. als den der Glaub in Chri- sto hat; von keinem an- dern Weg und Rath, als daß man e. lend, arm und bloß sich legt in seines Ba- ters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun ers Rechtfertigung und Gnadenstand. funden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher seyn; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir aicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und flein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in allem ihn nur 281 rücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sey! 7. Und da ich so in Christo bleis be, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm flet, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam an, nach seinem Wink einherzu- seyn, so reißet nichts den Grund gehen, daß nichts mein Ziel ver- mir ein. 359. 1. Ich bin im Himmel angeschrieben; ich bin ein Kind der Seligkeit. Was kann die Sünde mich betrüben und alles Leiden die fer Beit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Christo auserwählet bin. 8. Ich bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn, und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig seyn. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in des Lebens Buch, und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 3. Obgleich im schwarzen Buch Im vorigen Ton. Carl Heinr. v. Bogatky. geb. 1690, † 1774. der Sünden viel Stunden aufge schrieben stehn, läßt Jesus mich doch Gnade finden und läßt das Lebensbuch mich sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in seiner Kinder Zahl. 4. Auf Jesum will ich fröhlich sterben; ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abendmahl. O freudenvolle Gnadenwahl! 5. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von 282 Rechtfertigung und Gnadenstand. Anbeginn, daß ich aus Gnaden sterbe drauf. Auf Christum schließ durch den Glauben an Christi Blut ich meinen Lauf. erlöset bin. So leb ich denn und 360. Joh. Ernst Wenigt, um 1732. Neumark. 1657. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 1. Mir ist Er- barmung wi- der- fah- ren, das zähl ich zu dem Wunder- baren, Nun weiß ich das und bin erfreut 2. Ich hatte Gottes Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden seyn; er hat mich mit sich selbst verfühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind!- Er barmung hats so treu gemeint! - 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 361. Erbarmung, de- ren ich nicht werth; mein stol; es Herz bats nie be. gehrt. und rüh me die Barmher- zig- keit. 4. Dieß laß ich kein Geschöpf mir rauben, dieß soll mein einzig Rühmen seyn; auf dieß Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich noch im Tod. Die ses macht mich un- verzagt, 2. Das sind Worte für die Blöz den, die sind alles Glaubens werth; das heißt an die Herzen reden, das ist Troft, wie man begehrt: Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmer nicht von mir und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Neander? 1680. Mel. Unser Herrscher, unser 2c. 1. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr hu gel! und der Frie- de hat dieß Siegel, Got tes Gua de weicht mir nicht; daß Gott set- nen Bund nicht bricht! weil es mein Er, bar- mer sagt. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches Elend beugt. Man findt Gnade, man hat Frieden, welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du dieß in allen Nöthen zu. Rechtfertigung und Gnadenstand. 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen und der Strafen lange Pein, ach, so rede meinem Herzen deinen Trost und Frieden ein: daß du mir in Jesu Christ ewig ein Erbarmer bist. 362. Mel. Welt, ich muß dich laffen 2c. 1. Die Sün- den sind ver ge ben! für den ge qual, ten Geist; 283 5. Gib mir einen starken Glauben, der dein Wort mit Freuden faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenket hast; auch die Hölle nimmt mir nicht, was mein Heiland mir verſpricht. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. in dem ist Ja und A- men, 2. Das ist auch mir geschrieben, auch ich bin von den Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gnade finden; ich glaube, daß er mir vergibt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Vergebung werden, so wird mein Tod nicht schwer. O in den Sünden sterben, ist ewiges Verderben; denn Gott vergibt dort keine mehr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu ruhn, die Seele 363. das ist ein Wort zum Leben 1598. fie sinds in Je su Na men, 1 was Gott uns Sündern je ver- heißt. zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in Jesu Namen thun. 5. Ach Gott, laß meiner Seelen es an dem Trost nicht fehlen, daß du die Schuld vergibst; wenn ich mich betend beuge, so sey dein Geist mein Zeuge, daß du dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin! Im Glauben der Vergebung, in Hoffnung der Belebung geh ich alsdann im Frieden hin. Ph. Friedr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Mel. Beschränkt, ihr Weisen 2c. 1. Mein Heiland nimmt die Sün- der an; kein Mensch, kein En gel trösten kann, 1731. die un ter ib rer die nir gend Ruh und 284 $ Rechtfertigung und Gnadenstand. Last der Sünden Ret tung finden, den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel seyn, den'n Moses schon den Stab ge- bro- chen und sie der Hölle zu- ge- spro- chen, wird die se Freistatt auf- gethan: mein Heiland nimmt die Sün- der an. 2. Sein mehr als mütterliches nen eigen übergeben, und selbst die Herz trieb ihn von seinem Thron Thür zum ewgen Leben wird ihnen auf Erden; ihn drang der Sünder fröhlich aufgethan. Mein Heiland Weh und Schmerz, an ihrer Statt nimmt die Sünder an. ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Noth und litt für sie den bittern Tod; nun da er denn sein eigen Leben zur theuern Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß gejagter Seelen; er spricht sie von dem Urtheil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen; es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut versenket; der Geist, der ihnen wird geschenfet, schwingt über sie die Gnadenfahn: mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbefloßnen Armen; das neiget dann den Vaterfinn zu ewig währendem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindesstatt, ja alles, was er ist und hat, wird ih5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern seh net, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thranet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachai Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der bittern Reuethränen, und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen. Nun dieß hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zu gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sünden. Rechtfertigung und Gnadenstand. 285 seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. greul betrübet, zu dem, der Keinen die Hände binden, und du sollst von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begibet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? nein! verlaß die Sündenbahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch kriechend angenommen. Sich, wie sein Herz dir offen sicht, und wie er dir entgegengeht; wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: ich habe zu arg gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden zu lang und schändlich umgebracht; er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus jegt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts 364. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu; wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz; und wenn wir unser Glend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen tann: Gott Lob! auch mich nimmt Jesus an. Leov. Franz Friedr. Lehr, geb. 1709, 1744. Mel. O daß ich tausend zc. 1738. 1. Aus Gnaden soll ich se lig werden; Herz.glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gesberden? Ifts Bahr- heit, was dieSchrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit seyn: aus Gna- den ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! hier gilt kein Heil gebracht und uns aus GnaVerdienen, die eignen Werke fallen den selig macht. hin; Gott, der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das 3. Aus Gnaden! merk dieß Wort: aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der 286 Rechtfertigung und Gnadenstand. Satan schaden, so oft dich dein Dann, wann der Sünder sich beGewissen nagt. Was die Vernunft fehret, so lernt er erft, was Gnade nicht fassen kann, das biet't dir sey; beim Sündgen scheint die Gott aus Gnaden an. Gnad gering, dem Glauben iste ein Wunderding. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt' ihn, dein Freund zu werden? sags, wenn du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrbaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! doch du, sichrer Sünder, denk nicht: wohlan! ich greif auch zu. Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh. Doch den geht seine Gnad nicht an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dieß Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. 365. f 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wanns unter den Verzweiflungsschmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich beilen soll; mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade felig macht. 10. Aus Gnaden! die wird mich bedecken; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getroft trop aller Schrecken und Zweifel fort nach Kanaan. Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. Mel. Wie groß ist des 2c. 1. Verlaß mich nicht, bis ich er. kal- te! Stärkmich, daß ich dich glaubig halte, Fübr mich in mei- nen Prüfungsjah- ren Ich bin, wie mei- ne Bå ter waren, ( briftian Ludw. Scheidt, geb. 1709,+ 1761. Ph. E. Bach. 1787. Erleuchte mich, mein Lebenslicht! o Herr, du mei- ne Zu- ver- sicht! den Weg, den ich nicht fin. den kann! dein Bürger und dein Wandersmann. 2. Erhör mich, wann ich zu dir Treue mit Waffen deiner Ritterichreie, gib meiner Seele große schaft! Und wenn, gleich Löwen Kraft; umgürte mich nach deiner nach dem Raube, der Feind nach Rechtfertigung und Gnadenstand. 287 meiner Seele brüllt, dann sey dein Jesu wohnen; ich soll, wie er, unWort, dein Geist, dein Glaube mein Schwert, mein Harnisch, Helm und Schild! 3. Ich suche dich, laß mich dich finden! Laut seufzt mein durstig Herz nach dir; verbirg im Aufruhr meiner Sünden dein gnädig Antliß nicht vor mir! Was willst du mit dem Etaube rechten? du kennst mein fündiges Geschlecht; prüfst du, so ist von deinen Knechten kein einziger vor dir gerecht! 4. Sollt ich vor deinem Fluche beben? Mich trifft er nicht, denn ich bin rein; mein Heiland starb, so muß ich leben; er überwand, der Sieg ist mein! Was schaden mir der Hölle Flammen? ich erbe meiz nes Vaters Gut! Ich bin sein Kind, wer will verdammen? Ich bin versöhnt durch Christi Blut. 5. O fomm, du Blut des Menschensohnes mit aller deiner Seligfeit! Gib mir zur Rechten deines Thrones das Erbe deiner Herrlichfeit! Ich mag sie nicht, die Erden fronen, sie sind für meinen Wunsch zu klein! Weg, Staub, ich soll bei 366. sterblich seyn. 6. 3um selgen Anschaun Gottes kommen, den großen Bundesfürsten sehn, mit Gottes Heer, mit tausend Frommen durch alle Himmel ihn erhöhn; ohn Thränen, Furcht, Gefahr und Leiden, mehr Glück genießen, als ich weiß: das, Herr, find deines Reiches Freuden, und nach vollbrachtem Kampf der Preis. 7. So gib denn Glauben deinem Streiter, der durch die Liebe tätig sey. Mach mich getroft, in Hoffnung heiter, demüthig, feusch), versöhnlich, treu, gutthätig, weich Gebet und still im Spott, zum bei fremden Schmerzen, heiß im Tode reif, voll Ruh im Herzen, arm vor der Welt, und reich in Gott. 8. Und wird nun bald der Tag erscheinen, der Tag des Kampfes und der Ruh: dann lächle mir, wenn Freunde weinen, die Freude jenes Lebens zu. Dann sey mein Ende, wie dein Ende; dann schmück sich meine Seele schön, um im Triumph durch deine Hände zu deinen Wonnen einzugehn! A. G. L. Hering, † 1770. Mel. O daß ich tausend zc. Du nimmst die Sünder gna- dig an, 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen 1738. 1. Gott, deine Gna de bringt uns Le- ben; sie schafft uns heil und See- lenrub. Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. die sich voll Reu.e zu dir nabn. Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, für uns den Tod, der Sünde Rechtfertigung und Gnadenstand. 288 Lohn. Gott, wie hast du uns geliebt, welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dant, ewig Dank sey deiner Treue, die Niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt und glaubig seinen Mittler ehrt! 4. Du rettest ihn von allen Plagen, die dem Gewissen furchtbar find; er kann getrost und freudig fagen: Gott ist für mich, ich bin fein Kind. Mein Jesus ists, der für mich litt und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. D Herr, wie ruhig ist die Seele, die ganz sich deiner Gnade freut! Seys auch, daß irdisch Glück ihr fehle; nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit die Welt und ihre Herrlichkeit? 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe das Herz auch in der größten Noth, gibt Hoffnung zu dem 367. ewgen Gute und macht getroft selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Vorschmack jener Seligkeit. Schüßt dich sei. ne 7. Laß, Bater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sey! Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ihren Strafen völlig frei. Denn der, der Aller Sünden trug, that sterbend auch für mich genug. 8. O laß mich dieß im Glauben fassen und, Vater, mich voll 3uversicht auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt; sein Heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich er heben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeß ich diese Huld! 3. S. Diterich, geb. 1721, † 1797. Ebeling. 1666. Mel. Schwing dich auf 2c. 1. Dei nes Got- tes freu.e dich, Sor get er nicht vä. ter. lich, 6 Vorsicht nicht, dank ihm, met ne See.le! daß kein Gut dir feb. le? wann Ge fah ren drauen? . . S T Ists nicht Se lig feit und Pflicht, jet ner dich zu freu. en? 2. Ja, mein Gott, ich hab an lich Wort hier zum Guten lentet dir, was mein Herz begehret, einen und mit Himmelswonne dort meine Bater, welcher mir, was mir nügt, Seele tränket. gewähret; der mich durch sein gött3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! Kampf der Heiligung. 4. Dann darf ich mit Zuversicht auf zum Himmel blicken; selbst der Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub 368. CHEN 289 an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblich feit, Heil des bessern Lebens, himm lische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wann mein Lauf vols lendet ist, und vollbracht mein Leis den, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Gib mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sey mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthaf Münter, geb 1735, † 1793. Kampf der Heiligung. Mel. Herr, wie du willst 2c. 1525. 1. Laß, Ba- ter, dei nen guten Geist mich in ner lich re. daß ich allzeit thu, was du heißt, und mich nicht laß ver. führen, gieren, daß ich dem Argen wi.der. steb und nicht von deinem Weg ab geh zur Rech ten o. der Lin ten. 2. Ob böse Lust noch mannig- hilf, daß ich ihr alsobald im Anfalt mich anficht, weil ich lebe, so fang widerstrebe, und daß ich da Pet. m. Not. 19 290 Kampf der vergesse nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 3. Gib, daß ich denke jederzeit an diese legten Dinge und dadurch alle Sündenfreud aus meinem Herzen bringe, damit ich mög mein Leben lang dir dienen ohne Furcht und 3wang in willigem Gehorsam. 369. Heiligung. 4. Gott Vater, deine Kraft und Treu laß reichlich mich empfinden. O Jesu Christe, steh mir bei, daß ich könn überwinden. Hilf, heilger Geist, in diesem Krieg, daß ich da immer einen Sieg erhalte nach dem andern. David Denicke, geb. 1603, † 1680. Mel. Was mein Gott will ic. $ 5 1. Sey Gott ge treu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Le.. ben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm al lein er ge.. ben. Dent an den Kauf in dei- ner Tauf, bei sei nem Eid, in E- wig teit " 1540. 3. Sey Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von dessen Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du fühnlich glauben. da er sich dir ver- schrie- ben als Vaster dich zu lie.. ben. um einen her, so bleibt ihm wohl gerathen. 2. Sey Gott getreu, laß keinen kein Teufel schaden; ist diese Wehr Wind des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dieß höchste Gut macht rechten Muth; kann seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 5. Sey Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sey Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; wär ja der Fall geschehen, so sey bereit, durch Buß bei Zeit nur wieder aufzustehen. 4. Sey Gott getreu in deinem Stand, darein er dich geseßzet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verleget? Wer seine 7. Sey Gott getreu bis in den Gnad zum Schilde hat, dem kann Tod und laß dich nichts abwenden Kampf der Heiligung. 291 er wird und kann in aller Noth treu, wird er sich dir erweisen, daß dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. er dein lieber Vater sey, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufseßen, da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergößen. 8. Wirst du Gott also bleiben 370. Michael Franck, geb. 1609, † 1667. Schein. 1628. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 1. Mir nach, spricht Christus, un- ser Held, mir nach, thr Chri- sten al, le! Ver läug net euch, ver laßt die Welt, folgtmei- nem Ruf und Schalle; nehmt eu er Kreuz und Un gé- mach auf euch, folgt meinem Wan- del nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht wenn er den Feldherrn an fieht euch für mit heilgem Tugendleben; gehn. wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 5. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer fie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 3. Mein Herz ist voll Demüthigfeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von süßem Sanftmuthöle. Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Fällts euch zu schwer, ich geh boran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, 371. 6. So laßt uns nun dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemuth, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Im obigen Ton. 1. Auf, Christenmensch! auf, 2. Der Teufel kommt mit seiner auf zum Streit! Auf, auf zum List, die Welt mit Pracht und Ueberwinden! In dieser Welt, in Prangen, das Fleisch mit Wolluft, dieser Zeit ist keine Ruh zu finden. dich, o Christ, zu fällen und zu fanWer nicht will streiten, trägt die gen; streitst du nicht wie ein tapfrer Kron des ewgen Lebens nicht davon. Held, so bist du hin und schon gefällt. 19* Kampf der Heiligung. 292 3. Gedenke, daß du zu der Fahn deins Feldherrn hast geschworen; denk ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist außerkoren; ja denke, daß ohn Streit und Sieg nie Keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wer überwindt und kriegt den Raum der Feinde, die vermessen, der wird im Paradies vom Baum des ewgen Lebens essen. Wer überwindt, den soll kein Leid noch Tod berührn in Ewigkeit. 5. Wer überwindet, der soll dort in weißen Kleidern gehen; sein guter Name soll sofort im Buch des Lebens stehen; ja, Christus wird 372. ihn offenbar bekennen vor der En gel Schaar. 6. Wer überwindt, soll ewig nicht aus Gottes Tempel gehen; er soll drin wie ein himmlisch Licht und güldne Säule stehen; der Name Gottes, unsers Herrn, soll leuchten von ihm weit und fern. 7. So streit denn wohl, streit keck und fühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Muth und Sinn, daß du dieß Gut mögst finden. Wer nicht will streis ten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Joh. Scheffler, geb. 1624, † 1677. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend zc. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüth, o Brunnen unerschöpfter Güt. 1. in reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, ver- trei- be sie und laß nicht zu, 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 1651. daß fie in meinem Herzen rub. 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Rath, Verstand aus deiner milden Gnas denhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigens thum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Hetur. Georg Neuß, geb. 1654,+1716 373. be 1. Schaf- fet, schaf- fet, Menschen- tin- der, schaf- fet eu.re Se lig, feit; bau et nicht wie fresche Sün der nur auf ge- gen wärt ge Zeit. Mel. Freu dich sehr, o 2c. 1555. Kampf der Heiligung. sondern schau et über euch, rin. get nach dem Him- mel reich, und be müb et euch auf Er den, wie ihr mö- get se lig werden. S 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur seyn, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 293 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dampfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Chrifto sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. S Statt; sündlich Reden, üppig Lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott und Seel uns zur Hölle niederstets tragen; denn er kann mit Leib schlagen; er ists, der des Geistes Del und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. D so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sün. denglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch ärgert, senkt ins Grab und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 9. Bittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen! es geschehe, Amen! 6. Mit der Welt sich lustig Gott versiegle dieß in mir, auf daß machen hat bei Christen keine ich in Jesu Namen so den Glau 294 Kampf der Heiligung. benskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst 374. BE Eigne Melodie. das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661,+1735 1. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lau ter Lust und Him- mel ist: bis dein treu- es An- gesich- te 2. Jsts doc) deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führeft zu. der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht't und schnöd gemacht. u be fer ner dein Gerichte wi. der unsern A. damssinn, 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Greatur um Erlösung seufzen, beten von der Schwachheit der Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn auch schon der Geist in Zeiten sich auf etwas Begres schickt. 1704. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir durch die Weltgeschäfte durch uns führt aus dem Ker fer hin. gebrochen stehen frei; weg mit Menschenfurcht und Sagen, weich, Vernunftbedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, brich und reiße die verboste Macht entzwei, denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nüße sey. Heb ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeithaus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nöthig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche; Sieger, flege; König, brauch dein Regi ment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Aus dem Kerker laß die Seelen durch Kampf der Heiligung. des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns, zu rufen, alle schreien wir dich an; zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. D 10. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu seyn; drum se wahr du bist ge375. denn es ist Mel. Straf mich nicht in zc.( Rosenmüller. 1655?) 1694. 1. Ma che dich, mein Geist, bereit, daß dich nicht die böse Zeit Sa- tans Lift 295 storben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen und verklärt ins beste Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gekreuzigt seyn, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan! du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig seyn; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, geb. 1666, † 1714. zur Ver- su chung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Noth sammt dem Tod, möchte dich in Sünden unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu wache, fleh und be. te, un ver hofft be tre. te; ů. ber vie. le From men 6 überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wach dazu auch über dich, über Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 296 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten seyn, wenn er soll was geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 376. Kampf der Heiligung. f 9. Doch wohl gut! es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Ges bet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschätten, wenn wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein, † 1720. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 1. Ku stet euch, ihr Christen- leu- te; Wappnet euch mit Gottes Worte ja Satan selbst hat eur be, gehrt. damit ihr blei bet un ver. jehrt. durch die sen Held, 2. Reinigt euch von euren Lusten, besieget fie, die ihr seyd Chri sten, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens. Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seyd zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; die Fein de fu- chen euch zur Beu- te, und kämpfer frisch an je dem Dr. te, hier ist Im- ma- nu. el. Ho. sti. an na! 1599. Ist euch der Feind zu schnell, Der Star- te fällt und wir be bal. ten mit das Feld. kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wann Gott wird die Todten wecen, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freu den auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu Ueberwindern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe 377. Kampf der Heiligung. brin get her ein; schädlich zu seyn; 1 Mel. Jesu, hilf siegen 2c. 1. Je fu, hilf fiegen, du Für. fte des Lebens; sieh, wie die Finster- niß wie sie ihr höl- li- sches Heer nicht ver ge- bens mächtig ausführet, mir 297 fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends,(?)+ 1721. Satan der fin. net auf al- ler hand Ränke, wie er mich sich te, ver stö. re und frän fe. 2. Jesu, hilf fiegen, der du mich erlaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken ganz grimmig anlaufet, oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüthen die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hülfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf fiegen! ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für; laß es zu meiner Demüthigung dienen, und mich doch schmecken dein träftig Verfühnen. 1698. 4. Jesu, hilf fiegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Macht der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt; hilf, daß ich dann vor mir selber erröthe und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch tödte. Mat 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken, wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken; laß dann viel heller doch deine Kraft sehn; steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, bilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfest und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du verheißen, mein Fürsprech zu seyn; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 298 8. Jesu, hilf stegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß seyn ein verschüchtertes Neh; ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. Kampf der Heiligung. 9. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang, so will ich ewig dir Lob und Dank fingen, Jesu, mein 378.hrp FE Eigne Melodie. 1. Rin- ge recht, wenn Gottes Gna- de 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. Heiland, mit frohem Gefang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu, hilf fiegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich könne recht nennen dein'n Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! Joh. Heinr. Schröder, geb. 1666, † 1728. daß dein Geist sich recht ent- la de 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelsfaal. 4. Ringe, daß dein Gifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich teine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 1784. dich nun zieh- et und be kehrt, von der Last, die ihn beschwert. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Bittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das Beste, Nückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaf fen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen; fliehe träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen; gib der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele falt und sicher, frech und stol;; frißt hinweg des Glaubens Dele, läßt nichts als ein faules Holz. Kampf der Heiligung. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wolluftpflege, hält sich selber nichts zu Gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: du bist toll! weil es, wann Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dieß bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte sey; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Del herbei. 379. 299 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Gluth? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Gile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Boar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Gile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Gile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bes reit, nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürft nach der Ewigkeit! Joh. Jos. Windler, geb. 1670, † 1722. 1731. Mel. Weil nichts gemeiner ist als sterben 2c. मागे 1. Du Va- ter dei- ner Menschenkin- der, der du die Lie. be selber bist, und dessen Herz auch ge- gen Sün- der noch gu tig und voll Mit- leid ist, laß mich von ganzem Herzen dein 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gefinnt zu seyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. im Leben und im To.de seyn. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie könnt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deines Namens Kampf der Heiligung. 300 willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sich auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beflissen seyn. 380. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Nath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew. gen Freuden; wer ihre Last gern auf sich nimmt, fie willig trägt und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. Gib, daß ich ob ne heu.che. lei 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Ge winn; so werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Balthasar Münter, geb. 1735, † 1793. dein e. wig Lob ver. fün. de. 2. Ich weiß, es geht der Beugen Pfad durch manches Ungewitter; denn wen dein Licht erleuchtet hat, dem wird die Weltlust bitter. Je mehr er Welt und Sünde haßt, um desto schwerer wird die Last; des Kampfes wird kein Ende. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, mag nicht die Wahrheit hören; und wer ihm von der Buße spricht, will nur den Frieden stören. Das Wort vom Kreuz war allezeit der armen Welt, und ists noch heut, gar eine harte Rede. 4. Und doch will ich verzagen 1. Herr, står te meinen schwachen Muth, dich treu- lich zu be- fen- nen und trop der Fein de Hohn und Wuth den Dei- nen mich zu nen- nen. 1535. durch dei- ne Gna de start und frei nicht, mag fie gleich drohn und lügen; denn Gottes Wort und Gettes Licht muß doch am Ende siegen. Wie sollt ich zweifeln noch daran? Hat er doch mein Herz aufgethan, das troßge und verzagte! 5. Und der mein stolzes Herz gewann, das ganz und gar verkehrte, der Allen helfen will und kann, gleichwie er mich bekehrte: ſein Scepter bleibt in: Ewigkeit; zulept doch werden weit und breit die Starken seine Beute. 6. So bleib ich ruhig denn dabei, von seiner Huld zu zeugen, Früchte der Wiedergeburt. und stören soll mich kein Geschrei, ihm meine Knie zu beugen! Es hilft mir ja der starke Held, daß nicht die Furcht vor dieser Welt mich treibt, ihn zu verläugnen. 7. Und will die Welt, nach seinem Rath, mich drum mit Füßen treten: er lehrt für ihre Missethat mich glaubig flehn und beten. Und regt sich noch des Bornes Flamm: Früchte der Wiedergeburt. ein Blick auf ihn am Kreuzesstamm dämpft ihr unheilges Feuer. 8. Der Feinde Fluch verkehret er erbarmungsvoll in Segen und stärket mich, der treue Herr, auch unter harten Schlägen, hilft, daß ich ohne Heuchelei von seiner Gnade stark und frei durch Wort und Wandel zeuge. Aus Knapp's Liederschap. 381. fe 1. Bwet Ding, o Herr, bitt ich von dir, die wol- left du nicht weigern mir, Mel. Wenn wir in höchsten ze. 301 4. Sonst wenn zu satte ich würd seyn, verläugnet ich den Herren mein, und saget: Was frag ich nach 382. weil ich in diesem E. lend bin, bis mich mein Stündlein nimmt da- bin. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei, Gott? ich bin versorgt in aller auch Lügen ferne von mir sey; Ar- Noth. muth und Reichthum gib mir nicht, doch solches ich noch ferner bitt: 3. Ein ziemlich Nothdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und Weib, oder kein Noth und Mangel sey, und auch kein Ueberfluß dabei. 5. Oder wenn Armuth drückte mich, zum Stehlen möcht gerathen ich, oder mit Sünd trachten nach Gut, ohn Gottes Scheu, wie Mancher thut. 1555. Eigne Melodie. 6. Des Herren Segen machet reich ohn alle Sorg, wenn du zugleich in deim Stand treu und fleißig bist und thust, was dir, bes fohlen ist. Paul Eber, geb. 1511, † 1569. 1571. 1. Von Gott will ich nicht lassen; denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst ir ret sehr, 302 Früchte der Wiedergeburt. rei chet mir sei ne hand; 1 thut er mich wohl ver for gen, 2. Wann sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt fich Gott gar balde; sein Macht und Gnad bewährt hilfet aus aller Noth, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Landen, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sey es heimgestellt, mein Leib, mein Seel, mein Leben sey Gott, dem Herrn, ergeben; er schaffs, wie's ihm gefällt. 4. 8 kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn, durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret: lobt ihn ins Himmels Thron. 383. fei 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welch's er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Beit, die wir zubring'n auf Erden. Wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. sey, wo ich woll, im Land. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, daß vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. den Abend wie den Mor, gen 7. Die Seel bleibt unverloren geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freude voll; dies selb ohn einig Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben und und Gnad. Auch Gott, der heis lig Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; ihm sey Lob, Ehr und Preis. Ludw. Helmbold, geb. 1532, † 1598. Mel. Was mein Gott will 2c. 1. Wer Gott vertraut, bat wohl ge- baut wer sich ver- läßt auf Je sum Chrift, 1540. im Him- mel und auf Er.. den; dem muß der Himmel werden. Früchte der Wiedergeburt. Dar um auf dich all Hoff nung ich F + Herr Jesu Christ, mein Trost du bist 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so fann fürwahr mir ganz und gar nicht Lod noch Teufel schaden. 384. in To- des Noth und Schmerzen. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du fannst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach, höre, Herr dieß mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. Aus dem 16. Jahrb. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 1. Herr, deine Rechte und Ge bot wollst du mir, o ge treu er Gott, daß ich zum Guten wil. lig sey, a was du be fiehlst, voll brin. ge. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschentroft und Hülf nicht bau, noch mich darum betrübe, daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Nam'n und Bund aus deinem Wort erkenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne, daß ich bedenke jeden Tag, 303 ganz fest und steif thu se zen; 1524. $ darnach wir sol len le. ben, ins Her ze selber geben, und ohne Falsch und Heuche lei wie stark mich meine Taufzusag zum Dienste dir verbindet. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten, daß ich bab alle Lust an dir, dein Wort gern hör und dir dafür mein dankbar Opfer bringe. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrig feit, so vorgeseßt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden; für ihre Sorg Früchte der Wiedergeburt. 304 und Treu laß mich, wann sie auch werden wunderlich, Furcht, Ehr und Dank erweisen. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Troß und Schmach, verzeihe und ihn liebe, sein Glück und Wohlfahrt Jedem gönn, schau, ob ich Jemand dienen fönn, und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Finsterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich für böse Lust nicht müß der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz und alle Unzucht fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme; mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, und fremdes Gut nicht nehme, auch von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, 385. von ihm abwende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut beiße. Gib, daß ich lieb Aufrichtigkeit, und Abscheu habe jederzeit am Låstern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch begehren; was aber mir vonnöthen thut, das wollst du mir gewähren; doch daß es Niemand schädlich sey, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht und deinen heilgen Willen, wie mir gebührt als deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen; doch fühl ich wohl, was mir gebricht, und wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Bater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und als mich den Nächsten treulich liebe. Lucas Osiander, geb. 1534, † 1604. 1555. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. $ 1. Kommt und laßt euch Je sum leh ren, kommt und ler.net all. zu, mal, welche die sind, die ge hören in der rechten Christen Zahl: " die be kennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund, E und be müh.en sich da ne. ben, Guts zu thun, so lang sie le ben. 2. Selig sind, die Demuth haben Gott werd allein gepreist, danten und sind allzeit arm im Geist, rüh- dem auch für und für: denn das men sich gar keiner Gaben, daß Himmelreich ist ihr. Gott wird Früchte der Wiedergeburt. dort zu Ehren sehen, die sich selbst gering bier schätzen. 3. Selig find, die Leide tragen, da fich göttlich Trauern findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; welche deshalb traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmuth spüren kann, welche Hohn und Trotz verschmerzen, gerne weichen Jedermann; die nicht suchen eigne Nach und befehlen Gott die Sach: diese will der Herr beschüßen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sey; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen: die wird Gott satt werden lassen. 305 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern die mit Ernst sie meiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß Hader, Streit und Haß; die da man mög in allen Sachen fliehen stiften Fried und Ruh, rathen al lerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig find, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht ver. schulden und gerecht befunden seyn. Ob des Kreuzes gleich ist viel, seget Gett doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rech6. Selig sind, die aus Erbarmen fich annehmen fremder Noth, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für fie Gott; die behülflich sind mit Nath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit er- ter Werke. langen. 386. Im vorigen Ton. 1. Wohl dem, der den Herren fahren, wie sich mehrt alles, was scheuet und sich fürcht vor seinem in seinem Leben ihm vom Himmel Gott! Selig, der sich herzlich freuet, ist gegeben. zu erfüllen sein Gebot; wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erBet. m. Not. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 2. Seine Kinder werden stehen, wie die Rosen in der Blüth; ſeim 20 306 Geschlecht wird einher gehen voller Gnad und Gottes Güt; und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häuser senden. 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und wanket nicht; follt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott, der Herr, ihr Licht; tröstet, stärket, schüßt und macht, daß nach ausgestandner Nacht und nach hochbetrübtem Weinen Freud und Sonne wieder scheinen. Früchte der Wiedergeburt. 4. Gottes Gnad, Huld und Erbarmen bleibt den Frommen immer feft; wohl dem, der die Noth der Armen ihm zu Herzen gehen läßt und mit Liebe Gutes thut, den 387. Seap wird Gott, das höchste Gut, aus der Fülle seiner Gaben, als der liebste Vater laben. 5. Wer Betrübte gern erfreuet, wird vom Höchsten hoch ergößt; was die milde Hand ausstreuet, wird vom Himmel wohl ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel; was sein Herze wünscht und will, das wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. 6. Wenn das Unglück will ankommen, daß den rohen Sünder plagt, bleibt der Muth ihm unbenommen und sein Herze unverzagt; unverzagt, ohn Angst und Bein bleibt das Herz, das sich allein sei nem Gott und Herrn ergibet und in ihm die Brüder liebet. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Mel. Werde munter, mein 2c. Psalm 1. der hin- ge- gen Itebt und eh. ret, 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude das Gesetz des Höchsten treibt, und hier als auf süßer Weide Tag und Nacht verharrend bleibt; dessen Segen wächst und blüht wie ein Palmbaum, den man sicht bei den Flüssen an den Seiten seine frischen 3weig ausbreiten. Schop. 1642. 1. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gott. lo fer Leute Ratb; wohl dem, der nicht un- recht han- delt, noch tritt auf der Sünder Pfad; der der Spöt ter Freundschaft fleucht, und von ih, ren Sef. feln weicht, was uns Gott vom Him- mel leh. ret. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Luft und Erde wird ihm dienen, bis er reife Früchte gibt; feine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt; Gott gibt Glüc zu seinen Thaten; was er macht, muß wohlgerathen. Früchte der Wiedergeburt. 4. Aber wen die Sünd erfreuet, mit dem gehts viel anders zu; er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. Wo 388. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 1. Sey ge treu bis an das Ende, Lei dest du gleich harte Stän de, $ Ach, das Lei den die ser Beit 307 der Herr sein Häuflein richt't, da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist, muß umkommen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1555. 2. Sey getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Herzen rauben, halte den Gewissensbund, der geschlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, wer meineidig ihm geschworen. 3. Sey getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat, so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. die dein Je sus dir will ge- ben dort in jenem Freuden leben. 8 4. Sey getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht mit Weh und Ach. Hilft dir denn die Ungeduld? Nein, fie häufet 389. dau- re red- lich aus den Streit! end- lich ist der Sieg be reit. ist nicht werth der Herr- lich- feit, nur die Schuld. Der trägt leichter, wer da tråget mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sey getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen werd erfüllt. Hoffe fest, Gott ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; hoffe nur, Gott ist vorhanden; Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 6. Sey getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Noth dich von deinem Jesu wende, sey ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 1. Las jet uns mit Se su zieh- en, in der Welt der Welt entflieh- en, Benj. Prátorius, um 1661. Schop. 1641. Mel. Laffet uns den Herren 2c. # jei- nem Vor- bild fol. gen nach, auf der Bahn, die er uns brach, 20* 308 Früchte der Wiedergeburt. im- mer- fort zum Himmel rei sen, glau- ben recht und le. ben fein, in der Lieb den Glauben wei- fen. Treu er Je su, bleib bei mir; 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden; Armuth hier macht dorten reich. Thränenfaat die erntet Lachen; Hoffnung tröstet mit Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; dort theil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jefu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Noth. Laßt uns 390. geh. e vor, ich fol. ge dir. tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, als deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigm. v. Birken, geb. 1626,+ 1681. -DMel. O Gott, du frommer 2c. ir disch noch, doch himmlisch seyn, 1. Ver fu chet euch doch selbst, ob Christus in euch ist, in De muth und Geduld, in Lieb, dem Näch. sten stets 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gefinnt, er 1710. ob ihr im Glau- ben stebet, ob ihr ihm auch nach. geh. et in Sanft- muth, Freundlichkeit, zu die nen send bereit. neuert Herz und Muth, macht une zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und thut in Einfalt es dem Nächsten wieder Früchte der Wiedergeburt. geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preift er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4.& r hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnen thut, nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er gibt zum Gnadenthrone sein eingebornes Kind; er liebt uns in dem Sobne, sest Liebe gegen Haß; wer gläubig dieß erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenfron. 8. Seßt Gott uns auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der 391. 309 Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen; verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, der Quelle alles Lichts; 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn; flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht, im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; fich, ob du auch so thust. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joachim Justus Breithaupt(?), 1719. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 1. Gott, mein einziges Ver- trauen, Meine Augen zu dir schau- en, 1687. Gott, du mei. ne Bu ver sicht! deine Hülf ver sag mir nicht: " laß mich nicht ver geb. lich schrei- en, sondern hör und laß ge- deih- en; KIKW 310 $ 5 so will ich Gott hal. ten still: 2. Du hast mich von Kindesbeinen stets geleitet und geführt; durch mein Klagen und mein Weinen wird dein Vaterherz gerührt, daß mirs Hülf und Nahrung sende, Noth und Trübsal von mir wende; drum halt ich dir ferner still: Gott, dein Will ist auch mein Will. Früchte der Wiedergeburt. 3. Führe mich, wohin du dentest, daß es mir am besten ist; wenn du nur, mein Gott, mich lenkest, geht mirs wohl zu jeder Frist; laß mich dir, mein Gott, vertrauen, und auf deine Gnade bauen; laß mich dir nur halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 4. Muß ich Schmerz und Qual empfinden, und mit Galle seyn getränkt, mich gleich einem Würmlein winden, mit viel Unglück seyn umschränkt; doch will ich es alles tragen, und darum doch nicht verzagen, sondern will Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 5. Bin ich gleich veracht auf Erden, und muß dulden Spott und Hohn, werd ich doch erhöhet werden dort in deinem Himmelsthron. 392. e Gott, dein Will ist auch mein Will. Wenn mich alle Menschen hassen, will ich mich auf Gott verlassen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 6. Alles sey dir heimgestellet, schaff es, wie du willt, mit mir: Tod und Leben mir gefället, willig, willig folg ich dir; wird des Kreuzes Joch mich drücken, wirst du wieder mich erquicken. Drum will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. Geistes le. ben; 7. Laß mich nur den Himmel erben, mach mich weder arm noch reich; christlich leben, selig sterben, so werd ich, den Engeln gleich, Hei lig, Heilig, Heilig! singen und dir mein Lobopfer bringen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 8. Nun, mein Gott, in deine Hände geb ich Seele, Leib und Gut; alles mir zum Besten wende, und halt mich in deiner Hut! Dieses bitt ich nochmals fühnlich, gib mir nur, was mir ist dienlich, so will ich dir halten stil: Gott, dein Will ist auch mein Will. 1. Es fo. ftet viel, ein Christ zu seyn Elisabetha Eleonora. Herzogin zu Sachsen- Meiningen, geb. 1658,+ 1729. Eigne Melodie. 1704 und nach dem Sinn des reinen denn der Na- tur geht es gar sau. er ein, Früchte der Wiedergeburt. sich immerdar in Chri fti Lod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl aus gericht, das machts noch nicht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf ter sehn; im Schauen wird es ihn Schlangen gehn, die leicht ihr Gift mit Lust empfinden; der lautre in unsre Fersen bringen; da kostets Strom wird es da ganz durchgehn, Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß und es mit Gott zu Einem Geist nicht das Gift kann in die Seele verbinden. Wer weiß, was da im dringen. Wenn mans versucht, so Geiste wird geschehn?|: Wer mags spürt man mit der Zeit 1: die Wich verstehn?:[ tigkeit.: 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit bedenket, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets ins Himmlische versenket. Wohl kostets Müh; die Gnade aber macht,|: daß mans nicht acht.:| 4. Man soll ein Kind des Höchsten seyn, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich seyn, so lieblich im Ge. fichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht 1: vollkommen macht!:| 5. Da wird das Kind den Va311 393. 1. Es ist nicht schwer, ein Christ zu seyn und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit 1: den schweren Streit.:] 2. Du darfst ja nur ein Kindlein seyn; du darfst ja nur die leichte 6. Was Gott genießt, genießt es auch; was Gott befißt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde seyn, s: als Gott allein.:| 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sich doch nach der Arbeit ruhn, 1: wie wohl wirds thun!:| Im vorigen Ton. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. Liebe üben. O blöder Geist, schau nur, wie gut ers mein; das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; 1: es ist nicht schwer.:| 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die 812 Früchte der Wiedergeburt. Unlust schafft in dir dein eigner ter wird nichts Schlimmes mit dir Wille. Drum übergib ihn willig thun; vor keinem Sturm und Wind in den Tod, 1: so hats nicht Noth.: darfst du erschrecken; ja, siehst du 4. Wirf nur getrost den Kum- endlich ferner keine Spur,: so mer hin, der nur dein Herz vergeb- glaube nur.:| lich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Bater, fich mein Elend gnädig an! 1: so ists gethan.: 5. Besiß dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so fieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Verfehn:| als nicht geschehn.:| 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken; dein Va394. be 1. Sieh, wie lieb.lich und wie fein Mel. D liebster Herr Jesu zc. wenn thr Thun ein- träch- tig ist, 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit; brich in deiner Kirche an, daß die Welt es sehen fann. 7. So wird dein Licht aufs Neu entstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sich doch, wie ein wahrer Christ|: so selig ist!:| 4. Jesu, Haupt der Kreuzgemein, mach uns alle, Groß und Klein, 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und fühn 1: allein auf ihn.:| Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. 1544. ists, wenn Brü der friedlich seyn; oh- ne Falschheit, Trug und List. durch dein Evangelium ganz zu deinem Eigenthum. 5. Sammle, großer Menschen hirt, alles, was sich hat verirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt seyn. 6. Bind zusammen Herz und Herz; laß uns trennen keinen Schmerz; knüpfe selbst durch Hand das geweihte Brüderband. Früchte der Wiedergeburt. 313 7. Kraft, Lob, Ehr und Herr- der, wie er ist Drei in Gin, uns in ihm läßt Gines seyn! lichkeit sey dem Höchsten allezeit, Michael Müller, geb. 1673,+1704; und Christian David, geb. 1690, † 1751. 395. 1698 Mel. Nun fich der Tag zc. 1. Merk, See le, dir das große Wort: wenn Je- sus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so ei le fort; wenn Je sus hält, so steh. B S 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu. 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die Andern widerfährt. 396. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sey von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan. Mel. Meine Seele, willst du zc. 1. See le, wenn du stets willst ruhn . 1690. willst du haben, was besteht: 2. Wenn du, o mein lieber Christ, annoch eigenwillig bist, wär es auch in solchen Dingen, die Gott scheinen Ruhm zu bringen, und Gott denkt nicht auch dahin, so verdirbt dein Eigensinn. 3. Unser Geist ist oft verkehrt, daß er, was ihm dünkt, begehrt, uns gar oft zur sauern Bürde, wenn es nicht verhindert würde. Wohl und dir immer Gutes thun, suchst du aller Angst und Pla gen dich beständig zu entschla- gen, laß es geh. en, wie es geht. und selig ist man dran, wenn es Gott allein gethan. 4. Wenn der Ausgang nicht erfüllt, was das Herz sich eingebildt, und der Sinn sich vorgenommen, dann muß Sorg und Kummer kom men. Sprich, wo bleibt zu solcher Zeit christliche Gelassenheit? 5. Wenn dir jede Kleinigkeit dein verwähntes Herz zerstreut, und Früchte der Wiedergeburt. 314 was sich nicht nach dir strecket, Ungeduld und Zorn erwecket: sage, wie gelangest du zu der wahren Christenruh? 6. Gott schickt alles, was geschicht, es gefall uns oder nicht, es entstehe, wie es wolle, daß man dran fich prüfen solle; es ist alles 397. Mel. Machs mit mir, Gott zc. 1. So Je- mand spricht: ich liebe Gott! der treibt mit Gottes Wahrheit Spott 2. Wer dieser Erden Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. gut gemeint, ob es noch so widrig scheint. 7. Gott hat, wie es sich gebührt, nun so lange Beit regiert; drum so laß in allen Sachen deinen Schöpfer ferner machen. Endlich singst du mit Bedacht: Gott hat alles wohl gemacht! Joh. Christoph Ruben, um 1712. Schein. 1628. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Näch- sten lie. be, gleich als mich. forscht, obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachficht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 3. Wer seines Nächsten Chre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten fehret, nicht dem Verleumder wider. spricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Troft und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nußet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig und haßt doch seine Brüder, und reißt fie ganz dar. nie. der. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebeft du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, Früchte der Wiedergeburt. was ich bin, ist dein; sollt ich gleich dir nicht gütig seyn? 10. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 11. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von die398. 1. Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 315 sen, daß siehet mein Erlöser an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch seyn und Gott in Brüdern nicht erfreun? 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. Im vorigen Ton. 3. Durch Jesum rein von Missethat, find wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, 399. 12. Gin unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, daß dich durch Liebe preist. Christ. Fürcht. Gellert, geb. 1715, † 1769. der flieht den Nath der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott ange= nehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, so die Cherubim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715, 1769. Mel. Was Gott thut, das ist ze. 1690. 1. Auf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glü.de bau- en und dem, der mich) er schaffen hat, mit gan zer See le trau- en. als Gott und Bater tragen. Er, der die Welt all- mächtig hält, wird mich in meinen La- gen Früchte der Wiedergeburt. 316 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mit nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Cr sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte 400. Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glück lich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Nath voz Augen hat, dem wird ein gut Ge wissen die Trübsal auch versüßen. der Sanftmuth Trie.be. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht nur Freunde, nein, selbst auch Feinde. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn; er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Mel. Herzliebster Jesu zc. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715, † 1769. Grüger. 1640. 1. Herr, mein Ber- söh.ner, der du für mich lit- teft Gottes für mich bit. teft, er- wedk in mir, du Mu- fter wab- rer Lie- be, und noch zur Rechten 4. Wie kann ich Vater zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herz zen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu vers zeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vers gibet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Früchte der Wiedergeburt. Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets versöhnlich finden lasse und Rachgier hasse. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich auch, wenn sie mich empfindlich fränken, an dich gedenken. 8. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen und so, wie du, den, der mir fluchet, segnen. dir ähnlich werden. 401. 317 Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelaffen. 9. Will zu der Nachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren, so laß, o Herr, mich, ihr zu wider. stehen, auf dich dann sehen. 10. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden Mel. Schwing dich auf zc. 1. Sollt ich jett noch, da mir schon dich verlassen, Got- tes Sohn, mit den Lüften dieser Beit und nicht mehr die Süßig feit 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden! Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot gleich dem Frevler hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? S 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Beigt sie mir ein Heil wie du bringt sie Kraft den Müden, 3. S. Diterich, geb. 1721, t 1797. Ebeling. 1666. det ne Güt er. schienen, und der Sün.de die nen? wie der mich be. fle. den, deiner Lie- be schme den? den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? gibt sie mir die Zuversicht, daß ich trop dem Grabe deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Nettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, staunt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Früchte der Wiedergeburt. 318 Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht und Leiden sol402. Mel. Wer nur den lieben 2c. len mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Balth. Münter, geb. 1735, † 1793. Neumart. 1657. 1. Mein bester Trost in die sem Leben ist ein Ge. bet zu meinem Gott; dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein rub.i. ges, zu fried.nes Herz. Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt? wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, daß, Gott, bei dir um Gnade fleht. 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh, so fleh ich nicht umsonst um Kräfte: der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften seyn, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott; er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Rach ist ein Gebet, daß um Vergebung für ihn fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht flagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem 7. Wenn meine böse Luft zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen und gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft bezwing ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. Aus dem bayr. Ges. Buch von 1811. 403. Kreuz- und Trostlieder. Kreuz- und Trostlieder. Eigne Melodie. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, 1. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit; sein Will der ist der be.. ste; zu helfen den'n ist er bereit, die an ibn glauben fe.. fte. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in 404. 319 wer Gott vertraut, fest auf ibn baut, 2. Gott ist mein Trost, mein meiner leßten Stunden; o frommer Zuversicht, mein Hoffnung und Gott! Sünd, Höll und Tod hast mein Leben; was mein Gott will, du mir überwunden. daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber bat gezählet; er hüt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar nichts fehlet. 1540. und züch.tt get mit Ma- ßen. S Ich bin ja doch dein liebes Kind 2. Ich trau auf dich, mein Gott und Herr; wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, den will er nicht ver las.. sen. S Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mir nicht versagen: wenn mich der böse Geist ansicht, laß mich doch nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr! zu Ehren deinem Namen; wer daß begehrt, dem wirds gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht v. Brandenburg. Gulmbach, geb. 1522, † 1557. 1555. 1. Hilf, Hel- fer, hilf in Angst und Noth; erbarm dich mein, o treuer Gott! troß Teu- fel, Welt und aller Sünd. Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Her 320 zen fein, bin gutes Muths und harre dein; verlaß mich gänzlich Kreuz und Trostlieder. = 405. Be auf dein Nam'n; hilf, Helfer, hilf, drauf sprech ich Am'n! Martin Moller, geb. 1547,+ 1606. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. 1. Ach Gott, wie manches Herze. leid der schmale Weg ist Trüb.sal voll, 1540. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Nath allzeit gewiß gefunden hat; Niemand jemals verlassen ist, der getraut hat auf Jesum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein! wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern seyn so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Glend mag so bitter seyn, dein süßer Trost der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein besser Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Chrift! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt be geg.net mir in dieser Zeit; $ den ich zum Himmel wandern soll. sich zwin- gen zu dem ew- gen Gut! mir ewig fest; du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 6. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöthen bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Vorschmack sey. Lebens 7. Drum will ich, weil ich lebe noch, daß Kreuz dir fröhlich tragen nach. Vein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 8. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt! Erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Sesu, mein Trost, hör mein Begier: O mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller, geb. 1547, † 1605. 406. Kreuz und Trostlieder. = Eigne Melodie. 1. Auf mei nen lieben Gott der kann mich allzeit retten mein Un- glück fann er wen den, 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben, dem hab ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so g'duldig bist für mich am 407. ver trau dich ihm al. lein, Mel. Von Gott will ich nicht zc. 1. Was willt du dich be tru. ben, Thu den nur herzlich lieben, und fördern deine Sachen, 2. Denn Gott verlässet Keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderVet. m. Not. 321 1605. trau ich in Angst und Noth, aus Trüb sal, Angst und Nö then; steht alls in seinen Hân- den. Kreuz gestorben, haft mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich, hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Seiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen! Sigmund Weingärtner, um 1609. 1571. 1 D met ne liebe See!? der heißt Im- ma, nu. el; er wird gut al. les ma chen, wie dirs wird se lig seyn. lich, laß du dir gar nicht grauen; mit Freuden wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen, 21 Kreuz- und Trostlieder. 322 getroft mit frischem Muth; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nüß und gut. Denn was Gott haben will, das kann niemand verhindern aus allen Menschenkindern, so viel ihr'r find im Spiel. 4. Wenn auch selbst aus der Höllen der Satan trogiglich mit seinen Rottgesellen sich seget wider dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, damit er dich will fassen; denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richt'ts zu seinen Ehren 408. Noth nicht gar ver za gen; • und deiner Seligkeit; solls seyn, kein Mensch kanns wehren, wenns ihm wär noch so leid. Wills denn Gott haben nicht, so kanns Niemand forttreiben, es muß zurücke bleiben; was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sey es heimgestellt; nach nichts ich mehr sonst strebe, denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier, der ist und bleibt der beste, das glaub ich stets und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. 3. Heermann, geb. 1585, † 1647. Eigne Melodie. 1. Ach Gott, er bör mein Seufzen und Web. kla- gen, laß mich in mei- ner H haft du mirs auf ge- legt, so 2. Ohn deinen Willen kann mir nichts begegnen; du kannst verstoßen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind und habs verdient, gib wieder Sonnenschein nach trübem Regen. 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze; hilf, daß ich mit der Büchtigung nicht scherze. Zu deiner Zeit wend ab mein Leid! Durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze. 1662. du weißt mein Schmerz, erkennst mein Her 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht vergessen, daß mir mein Leid das Herze sollt abfressen; bilf mirs tra gen. mitt'n in der Noth denk ich an Gott, wenn er mich gleich mit Kreuz und Angst thut pressen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es hat doch endlich wieder aufgehöret; beut mir dein Hånd und mach ein End, auf die ser Erd mein Herz sonst nichts be gebret. 6. Soll ich noch mehr nach deinem Willen leiden, so steh mit, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten; fein ritterlich, beständiglich hilf mit mein Widersacher all bestreiten, 7. Daß ich durch deinen Geist mög überwinden und mich allzeit in deinem Haus laß finden zu Preis und Dank mit Lobgesang; bilf, Herr, in Liebe mich mit dir verbinden. 409. $ 0. Kreuz- und Trostlieder. Mel. Herzlich thut mich zc. 1. Be- fichl du dei. ne 323 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auserwählten Namen preis herziglich, das bitt ich dich, durch Jesum Christum, unsern Herren. Amen! Jak. Peter Schechs, geb. 1607,+1659. We ge, der al. ler. treu. sten Pfle. ge der Wolken, Luft und Win- den 1 der wird auch We ge finden, 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten seyn. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sey oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werf kann Niemand hindern, dein Arbeit darf Haßler? 1613. # und was dein Her ze kränkt, des, der den Himmel lenkt; gibt Wege, Lauf und Bahn, da dein Fuß gehen kann. nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel bie wollten widerstehn, so wird doch ohne 3weifel Gott nicht zurücke gehn; was er ihm vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sey unverzagt; Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer jagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur der Beit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fabren, was dein Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht 21* 324 Regente, der alles führen soll: Gott fißt im Regimente und führet alles wohl. Kreuz- und Trostlieder. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben, fragt er doch nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird 410. Gib dich zu frie den! 3 1 1. Gib dich zufrieden und sey stil.le In ihm ruht aller Freu den Fül- le; er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. Eigne Melodie. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davan mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenfron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpfals men dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Hinge? 1690. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu dei- ner Wonne. 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden! 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborin dem Gotte dei- nes Le- bens! ohn ihn mühst du dich ver- ge- bens. gen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thranen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Ginger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und Kreuz- und Trostlieder. heimlich Grämen; auch weiß er Zeit, Dir's zu benehmen. Gib dich zufrieden! 5. Gr hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen; und was du Keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du fiegen; ob alle Fluthen einhergingen, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Ninder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich Eingen füllen und deinen Leib zur Nothdurft stillen. Gib dich zufrieden! 9. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum Besten! Denn das ist Gottes Chrentitel: helfen, wann die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich 325 fommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden! die Rotten deiner Feinde von dir 11. Nimm nicht zu Herzen, was dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte; wo ist ein Glück so len sollte? Wo ist ein Haus, das klar und reine, dem nicht etwas fehkönnte sagen: ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen Erden, kann das Unglück nicht verz leiden; was webt und lebet auf der meiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es kommt einmal der Tod behende, und alle Qual hat dann ein Ende. Gib dich zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren der Erwählten und Ge treuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden 326 Kreuz- und Trostlieder. freuen, da sie den Grund, der nicht selbst hören sprechen: Gib dich zu kann brechen, den ewgen Mund frieden! 411. Mel. Was mein Gott will 2c. Ich bin ein Sohn des, der den Thron 1. Ich bab in Got- tes Herz and Sinn mein Herz und Sinn er ge.. ben; was bo- se scheint, ist mir Ge- winn, der Lod selbst ist mein Le.. ben. ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich würf ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht geschaffen in dieß Leben; mein Gott ists, der mich zugericht, mir Leib und Seel gegeben; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns seinen Kindern diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. Er Paul Gerhardt. geb. 1606, † 1676. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut 1540. des Himmeis auf gezogen; bleibt doch sein Herz ge wo gen. begehret, als sey mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh in deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rath ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sey dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht seyn, es wird dich lett erfreuen; was du jept nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost ge: deihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleichwie ein Dampf verschwinden. 8. Ei nun, mein Gott, se fall ich dir getrost in deine Hände, nimm mich und mach es du mit mir bis Kreuz und Trostlieder. an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch fein Nuß entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück seyn, will ichs geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich 412. Eigne Melodie. 1. Warum sollt ich mich denn grå- men? Hab ich doch Christum noch, 327 führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straßen rei sen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. wer will mir den neb.men? Wer will mir den Himmel rau. ben, 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, wann ich werd von der Erd als ein Schatten flieben. den mir schon Get tes Sohn bei ge legt im Glauben? auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Notten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten? laß fie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. Ebeling. 1666. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt nicht $ 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets fich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dens noch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schleußt 328 das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort find die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 413. Kreuz- und Trostlieder. 1. Wer nur den lie- ben Gott läßt walten den wird er wun- der- lich er halten s 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiden; ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den ZTod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. Neumark. 1657. S und hof- fet auf ihn al. le zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Aller höchsten, traut, der hat auf ket- nen Sand gebaut. versehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sey doch in sich selbst vergnügt, wie unsere Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, was uns nüßlich sey; wenn er uns nur hat 7. Sing, bet und geh auf Gottreu erfunden und merket keine Heu- tes Wegen, verricht das Deine nur chelei, so kommt Gott, eh wirs uns getreu und trau des Himmels rei5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seyst, und daß ihm der im Schoße sige, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und seßet Jeglichem ſein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. Kreuz- und Trostlieder. 329 chem Segen, so wird er bei dir bersicht auf Gott setzt, den verläßt werden neu; denn welcher seine Zuer nicht! 414. Eigne Melodie. Georg Neumark, geb. 1621, † 1681. 1. Gott sorgt für dich, was willst du dich viel pla- gen mit deiner Sorg, o Mensch, und gar ver za gen? er wird dich nicht ver- las- sen. Trau nur auf ihn, 2. Kein Vöglein sorgt für seines Lebens Speise; es steht früh auf und singt nach seiner Weise ein Morgenlied; dann fleugt es in die Wälder, bald anderwärts durchsucht es alle Felder. 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körnlein Speis der Gott, der alles träget durch seine Macht; doch find't es alle Morgen sein Speis und Trank, läßt Gott noch ferner sorgen. 415. 1731. Eigne Melodie. Du bist sein Kind, so wirst du Sorgen has- sen. 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, wachen; arbeit und bet, er wird dir alles geben, was nöthig ist zu deinem ganzen Leben. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Gnad und Gut erfüllen; er forget schon, wie er dich mög erhalten; laß du nur Gott noch ferner für dich walten. Sim, Bornmeister, geb. 1652, † 1688. 1657. 1. Sollt es gleich bis wei- len schei- nen, als wenn Gott ver- ließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dieß: Gott hilft endlich doch ge wiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Ziel; er gibt, wem und wann er hat er drum nicht aufgehoben; hilft will. er nicht zu jeder Frist, hilft, er doch, wenns nöthig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wornach ihre Kinder streben: so hält Gott auch Maß und 5. Troß dem Teufel! Troß dem 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. Kreuz- und Trostlieder. 330 Drachen! ich kann ihre Macht verlachen! Trotz dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Trop des bittern Todes Zähnen! Troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn Ursach feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! will ste mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 416. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel frieg, hab ich alles zur Genüg. 9. Ich will ihr ja gerne lassen, was ich doch nur müßte hassen; sie hab, was ihr wird zu Spott, und laß mir nur meinen Gott. Eigne Melodie. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem Andern abe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Gbristoph Titius, geb. 1641, † 1703. 1. Was Gott tbut, das ist wohl ge.than, es bleibt ge- recht sein Wil- le; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm hal ten stil.le. S Er ist mein Gott, der in der Notb mich wohl weiß zu drum laß ich ihn nur wal ten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thui, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenfen; er, als mein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 1690. er hal ten; ben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuleßt ich werd ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl4. Was Gott thut, das ist wohl- gethan, dabei will ich verbleiben; gethan; er ist mein Licht und Le- es mag mich auf die rauhe Bahn Kreuz- und Trostlieder. 331 Noth, Tod und Elend treiben, so seinen Armen halten; drum laß ich wird Gott mich ganz väterlich in ihn nur walten. 417. Sam. Rodigast, geb. 1649. † 1708 Neumark. 1657. Mel. Wer nur den lieben 2c. 1. Schlaf- se Gott in allem walten, er mach es, wie es ihm ge fällt: ich will ihm gerne stil- le bal- ten, so lang ich hier leb in der Welt. Wie er, mein lieber Gott, es fügt, so bin auch ich sehr wohl ver- gnügt. Höchsten Hand, und wie ers endlich mit mir fügt, so bin ich auch sehr wohl vergnügt. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein Unfall auf mich zu, soll mich doch Gottes Wille stillen, der segt mich in vergnügte Rub: weil ich mit allem, was Gott fügt, im Leb'n und Sterben bin vergnügt. 3. Bin ich gleich nicht so hoch geschäßet, und nicht, wie Andre, groß und reich, werd ich dennoch in Gott ergößet mehr, als wär ich dem Reichsten gleich. Ich bin mit Wenigem vergnügt, wie mein ge= treuer Gott es fügt. 4. Wie oft entsteht ein Seelenſchade durch das erscharrte Geld und Gut? Wie Mancher fällt aus Gottes Gnade durch Reichthum in die Höllengluth? deshalben bin ich wohl vergnügt mit dem, was Gott für mich verfügt. 6-1 6. Ich achte nicht des Glückes Lachen, wie freundlich es auch im mer sey; ich laß mich auch nicht zaghaft machen durch seinen Grimm und Wütherei. Wie's Gott in beiden Fällen fügt, so bin und bleib ich wohl vergnügt. 7. In Gottes Hand steh ich geschrieben, der hat ja all mein Haar gezählt; drum kann kein Anstoß mich betrüben, wie sehr er gleich sonst schreckt und quält; ich leb in allem höchst vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 8. Mein Wille soll sich stets verpflichten, sowohl im Leben als im Tod nach Gottes Willen sich zu richten, so hat es mit mir keine Noth: weil ich mit dem, was Gott verfügt, im Leb'n und Sterben bin 5. Ich strebe nicht nach hohen Stufen, viel fichrer ist der Mittelstand: wie mich der Himmel hat berufen, wie mich selbst führt des vergnügt. 418. Eigne Melodie. 1. Gott le. bet noch! See le, was ver. 1731. zagst du doch? 332 Kreuz- und Trostlieder. Gott ist gut, der aus Er- bar- men alle Hülf auf Erden thut, der mit Kraft und star fen Ar.men ma het al les wohl und gut; Gott kann besser, als wir den ten, Seele, so be den, fe doch: 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen weh geschiehet. Seele, so bedente doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdentreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen? nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergebet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. al le Noth zum Besten len- fen. lebt doch unser Herr Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stel len. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir seyn. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Joh. Friedr. Zihn, geb. 1650, † 1719. 419. Kreuz- und Trostlieder. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 1. Meine Seel ist stil le mein Herz ist vergnü get mir zu helfen steht; nimmts an, wie es geht; s $ geht es und bleibt Je sus un. ge. schie. den, # 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst Keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es seyn, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege in des Vaters Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Rub so groß, 420. 333 zu Gott, def. fen Wil. le mit dem, wie's Gott fü get, so bin ich zu frieden. 2. Meine Seele hanget an dir die da fleußt aus stillem Geist. und verlanget, Gott, bei dir zu seyn Wer sich weiß in Gott zu schicken, aller Ort und Zeiten, und mag den kann er erquicken. Keinen leiden, der ihr redet ein von der Welt, Ehr, Lust und Geld; wonach so Biel find beflissen, mag fie gar nichts wissen. hat Gott dir zu ge- schicket; # Grüger. 1656. 1. Mein Herz, gib dich zu frie- den nur zum Himmel zu, 5. Meine Seele senket alles, was sie fränket, tief in Jesu Brust; fie wird stark durch Hoffen, und was sie betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen! es geschiehet, wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann fich wendt das zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Casp. Schade, geb. 1666, † 1698. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. PI und blei- be ganz geschieden 1598. von Sor- ge, Furcht und Gram; + sey still und halt dich wie ein Lamm die Noth, die dich jest dru det, Kreuz- und Trostliever. 334 2. Mit Sorgen und mit 3agen and unmuthsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stille seyn und Hoffen wird, was dich jest betroffen, erträglich, sanft und heblich seyn. 3. Ranns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre 3ähren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen: nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein, nach rauben Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indeß ist obgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollte auch nur ein Quentlein seyn. 6. Denn es find Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruthen finds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden ſchlägt. 421. 7. Er will und dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den eignen Willen bre chen, die Lust ertödten, die uns plagt. 1. Dennoch bleib ich fiets an dir, Fei ne Trüb sal drückt in mir 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöthen auch lassen, ja gar tödten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. 3ft Chriftus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod seyn ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschie den von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. Mel. Meinen Jesum laß ich ic. Nach Hammerschmidt. 1658. wi der; wenn mir al les gieich zu. die ge faß.te Hoff- nung nie.der. den noch deine Hand mich halt. Wohlfahrt siehet. Denn du führſt es wohl hinaus, sieht es gleich vers kehret aus.. daß, wenn alles bricht und fällt, 2. Leite mich nach deinem Rath. der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That auf die schönste Kreuz- und Trostlieder. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet habe. Führe mich die Lebensbahn zu dem pimmel aus dem Grabe. Endlich zeige mir das Loos in der Außerwählten Schoß. 422. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 335 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen. Ich muß, Trop sey aller Pein! dennoch, dennoch selig seyn. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 1. Je größer Kreuz, je näh. er Himmel; bei Sünden- lust und Weltge- tüm- mel o se lig ist der Mann geschäßt, 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen; Gott streicht uns an den Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nie ein Thräsenthau hinein. Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palme wächset bei der Last. Die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast; im Kreuze wächset uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Gluth, gleichwie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; zerriebne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht Neumart. 1657. wer ohne Kreuz, ist oh ne Gott; vergißt man höl- le, Fluch undTod; den Gott in Kreuz und Trüb- fal setzt. nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan; das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth; das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schaß uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz. nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber seyn; 336 Kreuz- und Trostlieder. daß mich die Ungeduld nicht reize, bis dort mein Kreuz die Krone so pflanz ein solches Herz mir ein ,, trägt. das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Crüger. 1656. 423. $ 1. See le, fey zu frie. den; Treib aus deinem Herzen al. Tes gut. das ist faf fe frischen Muth. 2. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen fann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widerfeßet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last den Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 424. f mußt du wei nen mehr als la chen, Gott wirds doch wohl machen. 6 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lau. ter Freude scheinen, die das Herz was dir Gott Un geduld be. schie. den, und Schmerzen, Ist die Noth dein täglich Brod, erquickt. Laß es seyn, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich außzuhalten und Gott lass sen walten, das macht recht ver gnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Nun, so solls verbleiben, ich will mich verschreiben, Gott, getreu zu seyn. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Ringe recht 2c. 1784 1. Gott wills machen, daß die Sachen geh- en, wie es heil- sam ist. - und Trostlieder. Laß die Wel len ringsum schwel- len, wenn du nur bei Je su bist. 2. Wer sich kränket, weil er denlet, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter schläset ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sey. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Laß dir süße seyn die Küsse, die dir Jesu Ruthe gibt. Der sie führet und regieret, hat nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Hedanfen, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Hände find ohn Ende; sein Bermögen hat kein Ziel. Iste beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind gerathen jedesmal, wie ers verhängt. 10. Wann die Stunden sich ge425. 1. Wie Gott mich führt, so geschieht, was er mir Pet m. Not. 337 funden, bricht die Hülf mit Macht herein; und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens seyn. 11. Eignen Willen zu erfüllen. leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Noth und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Wenn wir wollen, was wir sollen, fällt auch das Vollbringen zu. 13. Hoch- zu preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freu den nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen fahren mit den Schaaren, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! in dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Mel. Herr, wie du willst 2c. Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675, † 1723. 1525. s will ich gehu, obu al. les Eigen wäh- len; aus er sehn, wirds mir an keinem* Ien: B 29 338 Kreuz- und Trostlieder. wie er mich führt, so geh ich mit und fol.ge willig Schritt für Schritt in find. It chem Ver. trau.. . 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sey ihm hiermit ganz heimgestellt, er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen; scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rath wird doch erfül426, en. len, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht;. ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken; kann ichs auch anfangs nicht verstehn: zuleßt wird er aufdecken, wie er nach seinem Vaterrath mich treu und wohl geführet hat. Dieß sey mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke, geb. 1683, † 1735. Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. 1. Gott ist und bleibt ge treu; pflegt er gleichwohl ein- mal 1659. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Laft der schweren Plagen. Er braucht die Ruthe oft sein Herze bricht vor Lie, ben, die Seinen zu be trüben. Er prü fet durch das Kreuz, wie rein der Glau. be sen, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt ge- treu. und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu: Kreuz- und Trostlieder. er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wann große Noth entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sey, Seele, nur getrost; Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; 427. Mel. Welt, ich muß dich 2c. harr und sey unverzagt! 339 er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübfalsgluth bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzfelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. Gott weiß es, und Gott schützet; 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah; eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, daß dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 6. Gott ist und bleibt getreu; laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Noth dir ewig nüße sey: so liebt der Höchste dich; Gott ist und bleibt getreu. 1. Was ists, daß ich mich quä. le? Harr set ner, mei- ne See. Ie, 1 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück 1598. Du weißt nicht, was dir nů. get; er schü get den, der nach ihm fragt. zu legen, das ewig wie mein Geift besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sey mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, 22* Kreuz- und Trostlieder. 340 und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will be428. f 1. Hilf, Hel- fer, bilf in Angst und Noth! du kannst es thun, du lieber Gott; wahren? und er mein Gott bes wahret mich. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du mußt es thun, du starker Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Noth, glaubs ficherlich. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 3. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du mußt es thun, du treuer Gott; denn dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. denn du bist groß von Rath und That, wie's mancher Christ er. fah- ren bat. Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun Allen in der Welt, wie, wo und wenn es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du willst dein Wort ers füllen nun; so will ich dir stets dankbar seyn; hilf, Jesu, hilf! du fannst allein. Job. Jak. Lang, geb. 1646, † 1690. 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! du willst es thun, du Amens429. 1555. Mel. Was Gott thut, das ist ze. 1690. 1. Sey stil le, müdge- qual tes Herz, das nur am Kummer kle bet! Richt die Ge- dan- ken himmelwärts, hin, wo dein Ba- ter le bet. Bulegt ver zagt, wer im mer Flagt. In Gott sollst du dich fas- sen; er kann dich nicht ver. laf. sen. 2. Sep stille, finne nicht zu weit; ermann dich, glaub! er hat uns was willst du dir ersinnen? was schon versehen, auch was wir nicht wirst du mit Vermessenheit je gegen verstehen. Gott gewinnen? Du bist ja Staub; 3. Sey stille, such bei Menschen Kreuz- und Trostlieder. 341 nicht, was Menschen nicht vermö- Macht nicht immer dich besiegen; gen! halt fest an Gott mit Zuverficht; darauf liegt aller Segen. Folg seinem Rath, geh seinen Pfad; laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten. laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen. Du sucheft Ruh; die hinderst du, so lang dich 3weifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 4. Sey stille, hast du lang geweint und wirds noch immer trüber; sag nicht: weil mir kein Licht erscheint, die Hülfe ist vorüber! barre fort, du haft sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sey stille, laß der Zweifel 430. Mel. Wie groß ist des 2c. 6. Sey stille; endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Noth der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß miche froh erfahren! dein Herz, die Ruh- e- statt der Armen, dein Herz, das zärtlich voll Er- barmen 2. Du, unser heilger Blutsverwandter, der einst so heiß für uns geweint, o du mit jeder Noth befannter, erfahrner Arzt und Seelenfreund, eröffne du dein Herz dem Matten als eine stille Felsenkluft, wo Kühlungen ihn sanft umschatten, wenn oft ein Schmerz dem andern ruft. Ge- freu- zig- ter, zu dei- nen Füßen hebt aus dem Staube fich em- por meinherz, wenn es von Gramzerrissen; es sucht deinherz.dein Aug undOhr, 3. Wie sich aus deinen Todeswunden dein Blut zu meinem Heil ergießt: das sey in meinen bängsten Stunden, was mir den Leidenskelch versüßt; das gib als Bal. sam deinem Kranken, den Frieden Gottes flöß ihm ein, und wenn des Joh. Gottfried Schöner, geb. 1749,+ 1818. Ph. E. Bach. 1787. die Niemand sonst er- qui- cken kann, den Lei den den ist zu ge.than. Glaubens Grund will wanken, so müß ihm das zur Stüße seyn. 4. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnade, daß du dem Petrus zugewandt, daß er, verirrt auf dunklem Pfade, dich, guten Hirten, wiederfand: dein Aug begegne meinem Sehnen, das aufwärts seine Seufzer schickt; denn milder fließen meine Thränen, wenn du mich, Jeſu, ans geblickt. 5. D du, mein freundlichster Regierer, seitdem ich wall im Pilgerland, sey ferner noch mein treuer Führer bis zu dem schönen Heimathland! halt mir dein Ohr für 342 alles offen, was ich dir klag im Kämmerlein, und laß mich stets voll Demuth hoffen, daß es soll Ja und Amen seyn. 6. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blutgen Kreuz herab; so sieh auch mich an 431. Morgenlieder. th Morgenlieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend zc. 1. Die bel. le Sonn leucht jetzt herfür, fröh- lich vom Schlaf aufstehen wir; und die Meinen in jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns seyn, befreit vom Staube, der oft den Geist mit Angst beschwert, wann endlich Hoffnung, Liebe, Glaube die fühnsten Bitten sieht erhört! Christi. Adam Dann, geb. 1758,+ 1837. Gott Lob! der uns heut die- se Nacht 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter seyn, 3. Daß unser Herz im G'borsam leb, deim Wort und Will'n nicht widerstreb, daß wir dich stets 432. # Eigne Melodie. 1. Aus meines Herzens Grun. de in die ser Mor- gen stun. de, s o Gott in deinem Thron, be hüt hat vor des Teufels Macht. vor Augen han in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, was ein Jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Hermann, † 1561. durch Christum, un sern Her ren, " 1651. 1598. fag ich dir Lob und Dank da zu mein Le. be lang, dir zu Lob, Preis und Ehren, dein einge. bor. nen Sohn; Morgenlieder. 2. Und daß du mich aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüthen, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur- und Wassersnoth, vor Armuth und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sey dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 433. 343 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen rathen, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach; denn ich ihm heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er mir sonst geben, er machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan, und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott hat b'scheiden in meim Beruf und Stand. Joh. Mathesius, geb. 1504,+ 1565. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig haft behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch 1555. 1. Das walt Gott Ba- ter und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmels thron, man dankt dir, eh die Sonn auf geht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor- Christi Blut, nimm mich auch diegen früh in rechter Andacht meine sen Tag in Hut, laß deine lieben Knie, und ruf zu dir mit heller Engelein mein Wächter und GeStimm, dein Ohren neig, mein fährten seyn. Red vernimm. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit deinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag 344 verricht, zu deinem Lob und meinem Nuß, und meinem Nächsten thue Guts. Morgenlieder. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Uebel abgewandt, mein Herz mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Behüt mich heut und allezeit 434. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend zc. vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, so sichtbar und unsichtbar seind. € 1. bei lige Drei- fal tig feit, 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verleß, noch mich in Schand und Schaden sey. 9. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein Uebels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist noth. Martin Behemb, geb. 1557, † 1622. 1651. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 435. Gott Va- ter, Sohn und heilger Geist, beut diesen Tag mir Beistand leist! 4. Mein Schöpfer, steh mir kräf tig bei, Christ, mein Erlöſer, bei mir sey, o Tröster werth, weich nicht von mir, mein Herz mit deis nen Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich; erleucht mich, Herr, genädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behemb, geb. 1557, † 1622. dei- nen lieben Soh ne, 1 mancherlei Gefahren, du hoch ge. Iob. te Einigkeit, P Eigne Melodie. ť 1. Ich dan. te dir, o Gott, in deinem Throne durch Je- sum Chriftum, daß du mich wol.len die- se Nacht be wahren vor Schaden und vor 2. G. 1664. und bit te dich, wollst mich an diesem Targe be hüten auch vor Sün- den, Schand und Pla ge. S Morgensteder. 2. Denn ich dir, Herr, in deine Hånd befehle mein Leib und Gut und meine arme Seele; dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der sey und bleib bei mir auf allen Seiten, auf daß der bös Feind, so arg und geschwinde, ganz keine Macht an mir zu üben finde. von 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe, und unsre Nahrung reichlich benedcie; die Pest unfrer Stadt und Land laß wallen, dein Wort in Ruh und Fried noch länger schallen. Wend Theurung ab, dein Segen laß uns füllen nach deinem Wort und väterlichen Willen. 436. Mel. Lobet den Herren, alle 2c. 345 4. Ich bitt für die, Gott, so dich Vater nennen, insonderheit dein reines Wort bekennen, für alle meine Blutsfreund und Verwandten, sie seyn gleich hier oder in frems den Landen; vor allem Unfall wollst du sie bewahren, laß ihnen alles Gutes widerfahren. will ich jetzt preiſen. 2. Du hast mich an das Tagslicht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich aufgenommen, und läsfest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 5. All, welche sind betrübt, krank und gefangen, tragen, o Herr, nach dir in Noth Verlangen, die wolleft du von allem ihren Bösen aus lauter Gnaden endlich gar erlösen; all arme Sünder zu dir, Herr, bekehre, ein selges End uns insgesammt beschere! 1. In dieser Mor- genstund will ich dich lo. ben, o Gott, mein Vater, 3. Du gibest mir den heilgen Geist daneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, damit ich lern auf dich alleine schauen und dir vertrauen. in dem Himmel o. ben; was du für Gna de mir stets thuft er. wet. sen, 3 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Grüger. 1653. Noth und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch deiner Engel Schaaren mich lassen heut in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall hat er= schrecket, noch aufgewecket. 6. Herr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus dei nen Händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir 346 Morgenlieder. fort walten, und mich auch heute Tag mich stärken durch deine Kraft diesen Tag erhalten, daß Satan in mein's Berufes Werken, auf daß nicht durch seine List und Pfeile ich möge in denselben allen dir mich übereile. wohlgefallen. 8. Hilf, daß ich bleib, wie zusteht frommen Christen, rein von der Welt und ihren Sünden- Lüsten, daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schuß seyn eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kinder, Hausgenossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gutem Stande, gib Friede, Glück und Heil im ganzen Lande; behüt uns allerseits, o Herr, in Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wollest auch an diesem 437. 12. Zuletzt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sey heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Lod mög fröhlich sterben, den Himmel erben. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen, und wohl auf dieser Welt allhie gewesen, dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und heilgen Geist regierst in einem Throne; gib, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, ja werd gewähret. 3. Reichenwald oder 3. Gesenius, geb. 1601,+ 1671. Albert. 1642. Eigne Melodie. 1. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und beil- ger Geift, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, und was drinnen ist, erhält. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends als von dir allein kann ich recht be wahret seyn. des sen star ke Hand die Welt 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rath ist für meine Missethat. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Ehre und mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum! 438. the KON Morgenlieder. Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. 347 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, geb. 1604, † 1668. 1. Vor deinen Thron tret ich hie- mit, o Gott, und dich de- mu- thig bitt; 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllengluth, das schwer Geseß für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. ach, wend dein gnädig An- gesicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht zu deinem Ebenbild; in dir web, leb und schwebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. Verdienst allein hier ruhig und dort selig seyn. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir; des Lebens Nothdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich im Glück und Unglück meint. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Bater nenn, sein wahres Wort und Sacrament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 1555. 7. Du bist mein Fürsprech alle geit, mein Heil, mein Trofi und meine Freud; ich kann durch dein 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 13. Silf, daß ich sey von Her 348 zen fromm, damit mein ganzes Christenthum aufrichtig und rechtschafa fen sey, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld; zünd in mir Glauben an 439. Morgenlieder. mit ihrem Glänzen Eigne Melodie. 1. Die güldne Son- ne, voil Freud und Wonne, bringt un- sern Grenzen und Lieb, zu jenem Leben Hoff nung gib. 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Hert, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg, geb. 1604,+ 1650. Ebeling. 1666. ein berz. er- qui- den des, lieb. li. ches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen dar- nie- der; a ber nun steh ich, bin 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sey mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen binkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. muu ter und fröhlich, schau- e den Himmel mit meinem Gesicht. und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schan de, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Nennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 3. Lasset uns fingen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sey Gotte zum Opfer geseßt. Die besten Gü ter sind unsre Gemüther; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in Allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone; laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen seyn abegewandt. Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit 440. Morgenlieder. seinem Namen fin- gen 349 mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dieß heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste; Gott ist das Süßte und Allerge wißte, aus allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals Keinen zu sehre betrübt. 20. bet den Her ren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonnen erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille bab ich zu warten im himmlischen Gars ten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Eigne Melodie. Crüger. 1653. F 1. fo.bet den Herren al. le, die ihn eh ren! Laßt uns mit Freuden E und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können, und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken ſeinem Segen. Lobet den Herren! Morgenlieder. 350 4. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach, laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! 5. Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo 441. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. wir schwach sind, da gib du uns Kräfte. Lobet den Herren! 7. Nicht unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 1. Wach auf, mein Herz, und sin.ge 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege; Troß dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 8. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekeh ren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 4. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. dem Ge ber al ler Gü. ter, 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfangen hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats verwehret. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder sind mein Gebet und Lieder. Selnecker? 1587. dem Schöpfer al. ler Dinge, dem frommen Menschen. hüster. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze ſehen und weißest, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sey deine Hütte, dein Wort sey meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 442. Morgenlieder. Eigne Melodie., 1. Mor genglanz der Ewigkeit, schick uns die je Morgen zeit und ver- treib durch dei- ne Macht 2. Deiner Güte Morgenthau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Troft genießen, und erquick uns, deine Schaar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth unsre falten Werke tödte, und erweck uns Herz und Muth bei erstandner Morgenröthe, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß und die Gerechtigkeit mög als 443. Im Ton: Nun laßt 1. Auf, auf, ihr meine Lieder, mein Herz, mein Geist und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen. 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herabgesendet, und mich ohn alle Sorgen erweckt an diesem Morgen. 3. Er ist mein Schutz gewesen, daß ich frisch und genesen an diesem Tag aufstehe, und meine Pflicht angehe. 4. Es hätten tausend Schrecken mich grausam können wecken, wo er nicht selbst gewachet und alles gut gemachet. 5. Mein Leib, Seel und mein Licht vom un er schöpften dei ne Strahlen zu Ge s 351 1704. Lichte, sich, te un- fre Nacht. wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher seyn. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh, und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth, geb. 1636, † 1689. uns Gott, dem 2c. Leben sey ferner ihm ergeben; hilf, Herr, auch heut und sende den Beistand deiner Hände, 6. Daß ich, von dir geführet und überall regieret, zu deines Namens Ehre mein ganzes Leben kehre. 7. Behüte mich vor Sünden, und laß mich stets empfinden ein Abscheu vor den Dingen, die deinen 3orn mir bringen. 8. Begnade mich mit Segen auf allen meinen Wegen, beglücke meine Thaten, und laß sie wohl gerathen. 9. Verleihe Kraft und Stärke, daß des Berufes Werke durch deines Geistes Senden ich möge glücklich enden. Morgenlieder. 352 10. Gib, daß mich deine Güte vor Unfall stets behüte, ja daß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 11. Mein Hoffen und Vertrauen laß nur auf dich hinschauen, daß fich mein Glaube mehre und dich mit Früchten ehre. 12. Laß Freunde und Verwandte, Wohlthäter und Bekannte, und die sich Christen schreiben, von dir bewahret bleiben. 13. Und sollt ich Schmach und Neiden, Kreuz und Verfolgung lei444. den, so hilf mirs kräftig tragen, und laß mich nicht verzagen. 14. Schüß alle hart Geplagten, erfreue die Verjagten, gib Brod und Trost den Armen aus Gnaden und Erbarmen. 15. Erhör auch alle Beter, bes fehr die Uebertreter, sey gnädig mir und Allen nach deinem Wohlgefallen. 16. Insonderheit am Ende nimm mich in deine Hände, und laß mich selig sterben und ewges Leben erben. Johann Lassen, geb. 1636, † 1692. Mel. Ich armer Mensch ze. 4. Vergib mir, Vater, alle Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und 1. Mein Gott, nun ist es wie der Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nunwachen al le meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Mod. 1820. Die Ruh ist aus, der Schlaf da- hin, 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Lag sein Glend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missethat. O Gott, von dessen Brod ich zehr, wenn ich dir doch auch nüße wär! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich todt und lebend seyn. und ich seh wie- der, wo ich bin. sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen ras then; denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missetha ten, vor böser Menschen Lift und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Caspar Neumann, geb. 1648, † 1715 445. Morgenlieder. Mel. Hüter, wird die Nacht zc. 1. See le, du mußt mun ter werden, denn der Er, den zu be. jah. len, was dein schwacher Trieb ver- mag. 2. Deine Pflicht die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; so laß auch vor Gott zerrinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne deucht. 353 blickt her. vor ein neuer Zag; komm, dem Schöpfer dieser Strah- len 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachsthum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücksstürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleiben, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen 446. 1704. Morgen, laß ibn sorgen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzusehen und auch in die Thäler lacht. 7. Denk, daß er auf deinen Wes gen ist zugegen, daß er allen Sündenwust, auch die Schmach verborgner Flecken kann entdecken und errathen, was du thust. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterbgewölbes reißt. 9. Drum so seufz ich, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sey, und daß ich mit Luft und Wonne seh die Sonne, wann des Todes Nacht vorbei. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. Friedr. Rudolph Ludw. Freih. v. Canig, geb. 1654, † 1699. 1555. 1. Gott, du Licht, das ewig blei. bet, das ohn al- len Wech- sel ist, das die Fin ster niß ver trei bet, der du blei- best, wie du bist; $ S ich ver las se meine Ruh; rufe: wer de Licht! mir zu, Pet. m. Not. 23 354 daß ich, der ich Nacht und Er- de, 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf; gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich seyn des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 447. Morgenlieder. 1 1. r. he be der Herr er म durch dein Licht ver- fläcret wer de. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre seyn; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Näch sten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie seyn mit dir vereinet, wenn mein letter Tag erscheinet. Sal. Frand, geb. 1659, † 1725. Mel. Mein Herzens- Jesu ze. dich, o meine Seel! scheint in 3j. ra el, Er.he. be dich aus deinem Schlaf, in dem er dich er.leuchtet. 2. Im Licht muß alles rege seyn und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das Vögelein, im Licht will es vollenden; so soll der Mensch in Gottes Licht aufheben billig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt 1668. die Finster niß ver geb.et; fein Licht am Himmel steh. et. daß er was Gutes in dir schaff, uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig seyn; Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht bez Morgenlieder. trügen; gib, daß wir greifen an das Werk, gib Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu verrichten sey auf unsern Glaubens- Wegen; so bilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Geschäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land, wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach uns bereit zu dem, was dir gefällig, daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn und die sich 448. 55C- H Mel. Nun fich der Tag 2c. 2. So wachet auch, ihr Sinnen, wacht, legt euren Schlaf beiseit, zum Lobe Gottes seyd bedacht; denn es ist Dankenszeit. 355 fürchten vor dem Zorn, nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sey in mir ein Licht der Kraft und Stärke; es sey die Demuth meine Zier, die Lieb das Werk der Werke. Die Weisheit steht auf diesem Grund und öffnet beides Herz und Mund, dieweil die Seel erleuchtet. 1. Nun sich die Nacht ge en det hat, die Fin- ster.niß zer- theilt, 3. Und du, des Leibes edler Gast, du theure Seele du, die du so sanft geruhet hast, dank Gott für seine Ruh. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die goldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann, † 1713. wacht al. les, was am Abend spat ju sei ner Ruh ge eilt. 6. Und diese deine Liebeshand hat heut bei mir gewacht, und allen Schaden abgewandt in dieser finstern Nacht. 7. In deinen Armen schlief ich ein; drum konnte Satan nicht mit seiner List mir schädlich seyn, die er auf mich gericht. 4. Wie soll ich dir, du Seelenlicht, zur Gnüge dankbar seyn? Mein Leib und Seel ist dir ver. pflicht, und ich bin ewig dein. 5. Dir geb ich, Jesu, diese Gab zu einem Unterpfand, dieweil ich fie empfangen hab von deiner Liebeshand. 1698. 8. Vor Wasser- und vor Feuersnoth hat mich, Herr, deine Güt, vor einem bösen schnellen Tod heut diese Nacht behüt. 9. Hab Dank, o Jesu, habe Dank für deine Lieb und Treu, hilf, daß ich dir mein Leben lang von Herzen dankbar sey. 23* Morgenlieder. 356 10. Gedenke, Herr, auch beut an mich an diesem ganzen Tag, und wende von mir gnädiglich Noth, Jammer, Angst und Plag. 11. Erhör, o Jesu, meine Bitt, nimm meine Seufzer an, und laß all meine Tritt und Schritt heut gehn auf rechter Bahn. 12. Ach laß, o Jesu, keine Sünd mich diesen Tag begehn; sonst möcht ich armes Sündenkind nicht wohl bei dir bestchn. 13. Wend meine Augen gnädig ab von dieser Eitelkeit, damit bis 449. an mein fühles Grab ich alles Böse meid. 14. Gib deinen Segen diesen Tag zu meinem Werk und That, damit ich selig sagen mag: wohl dem, der Jesum hat! 15. Wohl dem, der Jesum bei sich führt, schließt ihn ins Herz hinein: so ist sein ganzes Thun geziert, und er kann selig seyn. 16. Nun dann so fang ich meine Werk in Jesu Namen an; er geb mir seines Geistes Stärk, daß ich sie enden kann. Joh. Friedr. Möchel, geb. 1661, † 1729. Hermann. 1560. Mel. Erschienen ist der 2c. 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum auch mein Vund mit Freuden spricht: das walte Gott! 1. Das wal- te Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dieß mein erstes Wort: H das wal te Gott! mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte sammt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nütlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da 6. Legt Gott mir seinen Segen gebrichts; Gott gibt und thut mir bei nach seiner großen Güt und alles Guts; drum sprech ich auch Treu, so gnügers mir zu jeder nun gutes Muths: das walte Gott! Stund; drum sprech ich auch von 4. Will Gott mir etwas geben Herzensgrund: das walte Gott! hier, so will ich dankbar seyn da7. Trifft mich ein Unglück, unfür; auf sein Wort werf ich aus verzagt! Ist doch mein Werk mit Morgenlieder. Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dieß auch meine Losung sey: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth und gibt mir auch mein taglich Brod; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes 450. 357 Gunst, nichts hilft Verstand, Wis oder Kunst; mit Gott gehts fort, geräth auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! nun ist, was an mir ist, 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! Mel. D Gott, du frommer 2c. 12. Thu ich denn was mit Gottes Rath, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl gerathen muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Johann Betichius, um 1700. 1. Je. su, süßes Licht, nun hat dein Gnaden- glanz $ und hat nun in Be gier 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag, Das soll mein Opfer seyn, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sey dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da haft du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sey denn auch mein Leib 1710. nun ist die Nacht ver- gan- gen; aufs Reu e mich umfan gen; vom Schla se auf geweckt, zu dir sich aus ge- streckt. zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach, allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seelen seyn dein Bildniß eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keusch 358 heit und Geduld, durch deines Geiftes Triebe; auch mit der Demuth mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Laß mir dich diesen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Morgenlieder. 451. fbe Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, Gott, zu aller Stund. mein Eigne Melodie. niß ist über- wun- den, 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Gei stes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Na mens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Joachim Lange, geb. 1670, † 1744. 1. Gott Lob! Nun ist die Nacht verschwunden, hatten, 2. Wach auf, wach auf, mein Geist, und finge dem Vater aller Geister, bringe Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht; erkenne feine Huld und Treue, die alle Morgen sich aufs Neue ausbreitet und dich stets bewacht. 3. O daß doch mit der äußern Erden mein Innerstes auch licht mög werden! O daß mein Herz ein Himmel wär, ein Firmament, daran die Sonne, mein Jeſus, meines Geistes Wonne, möcht scheinen zu des Schöpfers Ehr! das Erd- reich, so die dunklen Schatten Babn. 1852. das Licht des Himmels trium phirt; mit ihrer Macht umgeben S der güld- nen Son ne Klar beit ziert, die Fin- ster S 4. O daß der finstern Nacht Geschäfte durch dieser Sonnen neue Kräfte zerstreuet würden, und mein Sinn zu ihrem Licht sich stets erhübe! daß ihr Einfluß starter Tricbe mich führte zu ihr selber hin! 5. Dieß ist mein Wunsch und mein Begehren; du, Bater, wollst mich des gewähren, sprich Amen selbst und Ja dazu; so werd ich auch nach diesen Tagen und überstandnem Leid und Plagen genießen dort des Lichtes Ruh. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670, † 1739. 452. Morgenlieder. debug Mel. Gott des Himmels und zc. denn du willst für al le Treu 2. Segne heute mich von Neuem, weil du segnen kannst und mußt; denn mit Wohlthun zu erfreuen, das ist deine Herzenslust, und du machst die milde Hand täglich aller Welt bekannt. 1. Höchster Gott, durch dei- nen Segen konnt ich fröhlich und gesund die se Nacht zu rücke le gen; da für preift dich Herz und Mund; 1 3. Segne mich mit einem Geiste, daß er heut mit seiner Kraft meinem Glauben Beistand leiste, daß er gute Werke schafft, und dem Bösen insgemein mag ein wackrer Gegner seyn. 4. Segne mich mit Christi Blute bei verübter Missethat, weil er das auch mir zu Gute mildiglich vergoffen hat. Gläubig halte ich daran, daß mich nichts verdammen fann. 5. Segne mich mit deinem Worte, schreib es in mein Herz herein, daß es mag an jedem Orte meines Wan453. bald zer rin nen, 359 Mibert. 1642. nichts, als daß man dank- bar sey. dels Richtschnur seyn. Leuchtet mir dieß Lebenslicht, o so fehl und fall ich nicht. Eigne Melodie. 6. Segne mich in meinem Stande, zeuch mein Herz mit Klugheit an, daß ich solchen ohne Schande und mit Ehren führen kann. Gib dazu mein täglich Brod und was irgend sonst mir noth. 7. Segne mich in Kreuz und Leiden mit Vertrauen und Geduld; segne mich in Glück und Freuden mit dem Reichthum deiner Huld, daß ich dir im Kreuz getreu und im Glück voll Demuth sey. 8. Dann will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank dir zu deinen Füßen legen und es thun mein Leben lang, bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. Erdm. Neumeister, geb. 1671, 1756. 1. Hü. ter, wird die Nacht der Sün- den nicht verschwin den? dar ein ich ver- wi delt bin? 1704. Hü- ter, ist die Nacht schier hin? Wird die Fin ster- niß der Sin- nen 360 2. Möcht ich, wie das Rund der Erden, lichte werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. Morgenlieder. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben und der Nacht Geschäfte flichn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen so sich quälen, zünd ein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken; Jesus muß die Sonne seyn. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine seyn. 9. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. 454. fe 1. Die Nacht nunmehr ver gangen ist, wir dan ken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei von al.ler Plag 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Jammerthal, beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Darneben gib uns Fried und Ruh, und was uns nöthig ist dazu, durch deine starke Gnadenhand beschüße uns und unser Land. 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets Mel. Herr Jesu Christ, dich zu zc. 1651. ge fund läßt seh, en die sen Tag. verleih; gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß wir dort ewig seyn bei dir. 6. Jesu Christ, erbarme dich, hör unser Bitten gnädiglich; durch dein Verdienst, durch deinen Lod erlöse uns aus aller Noth. 455. Morgenlieder. Mel. Ich dank dir schon ze M. Pratorius? 1610. 1. O Jefu, meines Lebens Licht, nun ist die Nacht ver- gangen; mein Gei- stes- aug zu dir sich richt, 2. Du hast, da ich nicht sorgen fonnt, mich vor Gefahr bedecket, und auch vor Andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs Neu, es sey auch dir verschrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl; im Geiste dich verkläre, dein Werkzeug nur sey meine Seel, den Leib bewahr und nähre. 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinnen und Gedanken; bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sey mir nah, steh immer mir zur Seiten, 456. 1. Mein erst Gefühl sey Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 361 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. dein Anblick zu em- pfangen. und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sey du alleine meine Lust, mein Schat, mein Trost und Leben; kein andres Theil sey mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. 3eig mir in jedem Augenblick, wie ich dir soll gefallen; zieb mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allem. Im obigen 9. Gib, daß ich meinen Wandel führ im Geist, in deinem Lichte und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach, halt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche; zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerb. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. Ton. 4. Gelobet seyst du, Gott der Macht, gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. ruhn, mich deine Wege wallen, und 5. Laß deinen Segen auf mir lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. wahr, auf dich hofft meine Seele; 6. Nimm meines Lebens gnädig sey mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 362 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erfenn und willig thue, 8. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe, 9. Daß ich, dem Nächsten bei457. fe Tischlieder. von zustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue, 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Tischlieder. Eigne Melodie. we gen seiner Ga- ben, 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödtliche Wunden sind kommen von den Sünden. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 1. Mun lagt uns Gott, dem Her ren, dank- sa- gen und ihn eh, ren 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. Selnecker? 1587. die wir empfangen haben. fall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, uns Große mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Chri5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Un- stum. Amen! 458. Ludw. Helmbold, geb. 1532, † 1598. Mel. Wann wir in böchsten zc. 1555. 1. Be- scher uns, Herr, das täglich Brod; vor Theurung und vorhungersnoth Tischlieder. be hüt uns durch dein lie- ben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 6. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nik. Hermann, † 1561. 2. Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Naben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; denn aller Ding du Schöpfer bist, und allem Thier sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Theurung, Seuchen, Krieg und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 460. 363 459. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern, er woll uns speisen mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Noth; du bist das rechte Lebensbrod. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. Altkird) lich)? 1543. 1. Herr Gott, Ba- ter im Himmel- reich, wir, dei- ne Kinder all- zu- gleich, Mel. Schmücke dich, o liebe zc. bit ten dich jetzt aus Herzensgrund, speis uns al.le zu dieser Stund. 2. Thu auf dein reiche, milde Hand, behüt uns, Herr, vor Sünd und Schand und gib uns Fried und Einigkeit, bewahr uns auch vor theurer Zeit, 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsres Herren Christi Nam'n. Wer das begehrt, der spreche: Am'n! Um 1589. 461. Grüger. 1649. Speis uns, Vaster, dei- ne Kin- der, tröste die be. trüb- ten Sünder, sprich den Se gen zu den Ga ben, welche wir jetzt vor uns haben, 364 Abendlieder. daß sie uns zu diesem Leben Stär. ke, Kraft und Nahrung ge- ben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelsmablzeit kommen. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Abendlieder. 462. fe 1. fel ges Licht, Drei- fal- tig- keit, du hoch ge lobte Einigkeit, Mel. Chriftum wir sollen 2c. dist die Sonne weicht mit ihrem Schein, geuß dein Licht in das Herz bin ein. 2. Des Morgens, Herr, dich Thron, und Jesus Christ, sein einrühmen wir, am Abend beten wir ger Sohn, mit sammt dem werthen zu dir, und preisen deine Herrlich- heilgen Geist sey nun und immerkeit von nun an bis in Ewigkeit. dar gepreist. 3. Gott Vater in dem höchsten 463. 1. Christe, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach, lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind, und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher seyn. Im vorigen Ton. Altkirchlich. 1524 3. Dbschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker seyn; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seelen tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein heilige Blut; das war des ewgen Baters Rath, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm, und uns bewach, dein Ei genthum; gib uns die lieben Wäch ter zu, daß wir vorm Satan haben Rub. Abendlieder. 7. So schlafen wir im Namen seyn. Du heilige Dreifaltigkeit, dein, dieweil die Engel bei uns wir loben dich in Ewigkeit. 464. Eigne Melodie. der Rub zu pfle gen. $ 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sey selbst unser Schußherr! Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 1. Die Nacht ist kom- men, drin wir ruh en sol- len, Gottwalts zu Frommen P nach seim Wohl gefallen, daß wir uns le gen in seim G'leit und Se- gen, 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken, laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu deim Preis richten. 465. Erasmus Alberus,+ 1553. Nach: Christe qui lux es et dies. 1566. 365 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten, pfleg auch der Kinder, sey selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 3. Womit wir han erzurnet dich, daſselb verzeih uns gnädiglich und 5. Bater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset, frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns. Amen! Böhmische Brüder. Altkirchlich? 1543. 1. Hin un ter ist der Sonnenschein, die finstre Nacht bricht stark her- ein; leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Fin- stern tappen nicht. 2. Dir sey Dank, daß du uns rechn es unsrer Seel nicht zu, laß den Tag vor Schaden, Fahr und uns schlafen mit Fried und Ruh. mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behüt uns heut, o licber Gott! Nik. Hermann, † 1561. 366 466.$ 10 Abendlieder. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 1. Je. su, treu- fter Heiland mein, ich geb in mein Schlafkämmerlein; ich will mich le gen in die Ruh, schleuß du die Thür selbst nach mir zu. vor allem Uebel und Gefahr mich und all fromm Christen bewahr. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, treib alles Unglück hinter sich; laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an mein Arbeit gehn. 2. Verzeih mein Sünd aus Gnaden mir, schädliche Träum treib all von hier, breit über mich dein Flügel aus, so stehn die Engel um das Haus. 3. Behüt vor Feur und Wassersnoth, vor einem bösen schnellen Tod; 467. Mel. D Jesu Christ, meins 2c. 1544. 1. Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß du un- fer Er. 1o. fer bist. 3. Laß dein Engel stets bei uns seyn, die uns allzeit bewahren fein, daß der Teufel hab keine Macht an uns weder zu Tag noch Nacht. 4. Vor Feuer, Seeln- und Leibesnoth behüt uns, lieber Herre Gott; in deinem Namen schlaf'n 468. 1630. uns b'hu- tet baft vor al ler G'fahr durch deiner lie- ben En- gel Schaar. 2. Wir gehn nun, Herr, zu wir ein, hilf uns, dein armen Kinunsrer Ruh, o rechn es unsrer Seel delein. nicht zu, was wir leider! gesündigt han, vergib uns alls, o Gottes Sohn! 5. Es g'scheh, wie's fann, wir find ja dein, erworb'n durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben wir, dein Kindlein find wir für und für. Eigne Melodie. 6. Amen, Amen! zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht; Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Rif. Selneder, geb. 1532, † 1592. 1555. 1. Die Sonn hat sich mit ih- remGlanz ge- wen- det und, was sie soll, auf die- fen Tag vol.len- det; Abendlieder. bringt Mensch und Thier und alle Welt zur Ruh. die dunkle Nacht dringt al- lent- bal.ben zu, 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich heut vor aller Noth und Plage durch deine Hand und hochberühmte Macht hast unverlegt und frei hindurch gebracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei dir verloschen seyn. 469. fe- 1 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Schaaren mich vor der Macht der Finsterniß bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sey. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabs verstecken, so blicke mich mit deinen Augen an, darauß ich Licht im Tode nehmen kann. Eigne Melodie. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann, geb. 1588, † 1632. Ebeling. 1666. den mat ten Er den freis. 1. Der Tag mit seinem Lich te fleucht hin und wird zu nich. te; die Nacht kommt an ge gan, gen, $ 367 mit Rub. e zu Der Tag der ist zum Wachen und zum Schlafen, um fan, gen ge en det; mein Herz zu dir sich wen. det, der Tag und Nacht geschaffen will sin. gen deinen Preis. 368 2. Wohlauf, woblauf, mein Psalter, erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüthe und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleichwie des Hirten Freude, ein Schäflein an der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergößet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen; ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Baterherz. Ach, Bater, laß nicht brennen den ifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberschreiten erweckt mir Neu und Schmerz. 470. Abendlieder. 梦 f 5. Erhöre, Herr, mein Beten, und laß mein Uebertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß dagegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlieder, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, ie wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. Mel. Welt, ich muß di 2C. es schläft die ganze Welt. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich fig auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich als wie im Schlosse in deinem Arm und Schoße, bin selig hier und dort. Bant Gerbardt, geb. 1606, † 1676. auf, auf! ihr soll: be.gin nen, 2. Wo bist du, Sonne, blieben? die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine € 1. un rub. en al. le Wälder, Vieh, Menschen, Stadt und Fel.der, 1598. ibr a. ber, met ne Sinnen. was eu rem Schöpfer wobl. ge. fällt. Wonne gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen am Abendlieder. blauen Himmelssaal; so, so werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schube, das Bild der Sterblichkeit; die zich ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu dich, du sollst werden vom Glend dieser Frden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht, geht und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch 471. 369 wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. Alim nad als er mich den ganzen Tag Vet. m. Not. durch sein gna- den- reiches Wal- ten 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie verschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sey gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. Eigne Melodie. 1. Wer de munter, mein Gemü, the, daß ihr prei- set Gottes Güte, 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein fingen: dieß Kind soll unverlezet seyn. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefabr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Schop. 1642. und ihr Sinne, geht ber- für, welch er hat ge, than an mir, vor so man- cher schweren Plag hat be schütet und er hal ten. 3. Keine Klugheit kann verstehen deine Güt und Wunderthat; ja kein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat; deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 24 370 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen und so sehr vergiftet hat; treibe Satans List und Tück, Gott, durch deine Macht zurück. Du alleine kannst mich retten, strafe nicht mein Uebertreten. 5. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen mein Vergehn durch seine Pein. Ich verläugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. Abendlieder. 6. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkelt schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß fein Unfall mich betrübe. 472. fpe 1. Mit meinem Gott H ach Gott ins Himmels Throne, 7. Laß mich diese Nacht empfin: den eine sanft und süße Ruh, alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen seind in deinen Schuß geschlossen. Eigne Melodie. auf daß ich sicher wob se d 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß kein Leid widerfahren, durch deinen Schuß vors Teufels Truß dein Engel uns bewahren.. 8. Ach, bewahre mich vor Schre cken, schüße mich vor Ueberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall, wend ab Feur- und Wassersnoth, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 9. D du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rath; und mein Hort, du werther Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, das soll geschehen. Job. Rift, geb. 1607, † 1667. #E geh ich zur Ruh und: hu in Fried mein Augen zu; 1,# 1594. .ber uns wach bei Tag und Nacht, ne. 3. Befiehl du deinen Engelein, daß sie stets um und bei uns seyn, all Uebel von uns wende. Gott heilger Geist, dein Hülf uns leiſt an unserm legten Ende. 473. # Abendlieder. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2e. 1. Gott Lob! Der Tag ist nun da- hin, daß ich den Abend bab er- lebt, 2. Ach, Herr, sey gnädig, bab Geduld, vergib mir alle Sündenschuld; dein heilger Engel mich bewahr vor aller Angst, Noth und Gefahr. 474. Mel. Werde munter, mein 2c. 1. Unsre mü den Augen lie der und des Vei- bes mat- te Glie der # denn die dunk le, fin- stre Nacht in der tiefen See ver- de- det 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hast? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen, ja ich habe nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vorgeschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. drum ich, mein Gott, dir dankbar bin, und deine Gnad ob mir auch schwebt. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund aufwachen fröhlich und gesund, daß ich, Herr, deine Ehr ausbreit und dich dort lob in Ewigkeit. 371 1676. 6 schließen sich jetzt schläfrig zu, grüßen schon die A. bend- rub; Schop. 1642. hat des hellen La ges Pracht 24* und die Ster- ne auf ge- stedet. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn; laß mich deine Hut umfans gen, sich an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an! Dieser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröth angehet, und man von der Ruh aufstehet. 372 6. Vater droben in der Höhe, dein Nam sey bei uns stets werth; dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brod werd uns be475. Abendlieder. tritt schert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung tödten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. Johann Franck, geb. 1618, † 1677. Eigne Melodie. 1. Der lie- ben Gonne Licht und Pracht die Welt hat sich zur Ruh gemacht; an die Him- mels- thür laß det ne Augen, Herz und Sinn 2. Ihr hellen Sterne, leuchtet wohl und gebet eure Strahlen; ihr macht die Nacht des Lichtes voll: doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schuß, mein Schaß, mein Gigenthum. 1723. hat nun den Tag voll füh- ret; thu, Seel, was dir gebüh- ret: und bring ein Lied her für; auf Je sum seyn ge richtet hin. gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Schußherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, auch selbsten nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Thieren; doch Einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wachend seyn, daß Jesus wache nicht allein. 6. 3hr Höllengeister, packet euch, hier habt ihr nichts zu schaffen; dieß Haus gehört in Jesu Reich, laßt es nur sicher schlafen. Der Engel starke Wacht hat es in gu ter Acht, ihr Heer und Lager hälts im Schuß; drum sey auch allen Teufeln Truß! 7. So will ich denn nun schla4. Verschmähe nicht dieß arme fen ein, Jesu, in deinen Armen; Lied, das ich dir, Jesu, singe; in dein Aufsicht soll die Decke seyn, meinem Herzen ist kein Fried, bis mein Bette dein Erbarmen; ich es zu dir bringe. Ich bringe, Schirm sey deine Brust, mein was ich kann, ach nimm es gnädig Traum die süße Luft, die aus dem an; es ist doch herzlich gut gemeint, Wort des Lebens fleußt und dein o Jesu, meiner Seelen Freund! Geist in mein Herz ergeußt. mein 5. Mit dir will ich zu Bette 8. So oft die Nacht mein Ada Abendlieder. schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dieß seyn mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: o Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 9. Nun, matter Leib, gib dich 476. Eigne Melodie. 373 zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dieß mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Jesu, Jesu, gute Nacht! Christian Scriver, geb. 1629, † 1693. -H 1. Mun sich der Tag ge en det hat, und keine Sonn mehr scheint, 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. schläft alles, was sich ab. ge. matt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast 6. Drauf thu ich meine Augen keine Rast, du schläfft noch schlum- zu und schlafe fröhlich ein; mein merst nicht; die Finsterniß ist dir Gott wacht jetzt in meiner Ruh, verhaßt, weil du bist selbst das wer wollte traurig seyn? Licht. 4. 3war fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den seß ich dir zum Bürgen ein, wenn ich soll vors Gericht; ich kann ja nicht verloren seyn in solcher Zuversicht. 477. 1698. 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euern Lauf! Ich baue jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die lette seyn in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur außerwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Sebaoth! Im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Noth. Johann Friedrich Herzog, geb. 1647, † 1699. Mel. Werde munter, mein 2c. Schop. 1642. 1. Herr, es ist von meinem Leben wie der um ein Tag da- hin; leh: re- mich nun Achtung ge- ben, ob ich fromm ge. we sen bin; 374 zeige mir auch fel. ber an, Abendlieder. und hilf jetzt in allen Sachen 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüthe, daß der Schlaf nicht sündlich sey; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus, und bewahre du das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 478. fe H guten Fei er. a bend machen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rath und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. so ich was nicht recht ge. tban, 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 1. Gott Lob! ein Schritt zur Ewig- keit zu dir im Fort- gang dieser Zeit in mei ne Seel zum Leben. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird seyn, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder haft du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Cafp. Neumaun, geb. 1648, † 1715. 1668. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. o Quell, daraus mein Leben fleußt, ist aber mals vol- len- det; mein Herz fich sehn- lich wen- det, und al- le Gna.de sich er- geußt Abendlieder. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. O daß du selber kämest bald, ich zähl die Augenblicke; ach, tomm, ch mir das Herz erkalt und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit! Schau, deine Braut hat sich bereit; die Lampen find geschmücket. 4. Doch sey dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 375 6. Drum preiß ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dørt oben. 5. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor Jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o theurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir das Erbe schenken. 479. 7. Wenn auch die Hände lässig sind, und meine Knice wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 8. Geb, Seele, frisch im Glauben dran und sey nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 9. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. France, geb. 1663, † 1727. n. Hasse? 1641. Mel. Traurigkeit zc. # 5 1. Der Tag ist hin, mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von al ler Pla. ge. 2. Die Nacht ist da, sey du mir nab, Jesu, mit hellen Kerzen; treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsterniß zu min 376 dern; ach, daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer zu Gottes Ghr am tiefen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt und vor bewegt, ruht jept von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. Abendlieder. 7. Ein Jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald fich legen. 8. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? wann der Tag anbrechen wird, dem tein Tag zu gleichen. 480. 1. hir te deiner Schafe, dei- ne Wun- der- gü te Mel. Jesu, meine Freude 2c. 9. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. um und um be wahren. " 10. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. der von feinem Schlafe war mein Schild undhü- te 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sey mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 11. Halleluja! o wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung Heilig, Heilig! finget. 12. O Jesu du, mein Hülf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670,+ 1739. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen fey die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Schaa ren Grüger. 1656. et was wissen mag, den vergangnen Tag; ein. Du bei mir, und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns seyn. Sey du Schloß und Niegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein! Deck und zu mit Schuß und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? wie bald roth, bald todt? Drum hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Lodesnoth, so will ich nicht wider dich; hab ich Jesum nur gefunden, sterb ich alle Stunden. 481. H Abendlieder. Mel. Die Sonn bat sich mit 2c. Rub und Stil- le stre. det. 1. Der Abend kommt, die Sonne sich ver. De fet, 377 6. Nun wohlan, ich thue in getroster Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in Acht, und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter forgen. Fenj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder; das Vöglein fleugt zu seinem Neste wieder; die Schäflein ziehn in ihre Hürden ein; laß mich zu dir, mein Gott, gefehret seyn! D mei ne Seel, mert auf, wo blei best du? In Gottes Schoß, sonst nirgends hast du Ruh. 3. Ach, sammle selbst Begierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplatz und Heimath, thu dich auf, daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 4. Necht väterlich hast du mich beut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht werth, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sey! 5. Vergib es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dieß und das verwirret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; 1555. und alles sich zur nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tagwerk hat vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget. Ins Heiligthum, ins Dunkel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille feyn. 8. Mein Herz fich dir zum Abendopfer schenket; mein Wille sich in dich gelassen senket. Begierden, schweigt! Vernunft und Sinnen, still! mein müder Geist im Herrn jetzt ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; laß nicht den Geiſt 378 zerstreut in Unruh schweben! Mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget seyn. 10. Im Finstern sey des Gei482. Abendlieder Mel. D Welt, ich muß dich 2c. stes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. 1598. 1. Nun fich der Tag ge en det, und dan fet in. nig. lich; 24 zum Se- gen auf mich richte, 2. Ich schließe mich aufs Neue in deine Batertreue und Schuß und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Naheseyn. mein Herz zu dir sich wen det dein hol des An- ge sich te $ er leuchte und entzünde mich. gnügst alleine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig seyn. 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sey ein Wandern zur großen Ewigkeit. Gwigkeit, du schöne, mein Herz an dich ge wöhne! mein Heim ist nicht in die 3. Daß du mich herzlich liebest, daß du mich stets umgibest und rufft zu dir hinein, daß du ver- ser Zeit. 483. Eigne Melodie. 1731? fe! 1. Mein Auge wacht jeßt in der stillen Nacht; nun ist mein Herz be dacht, dich, Gott, zu lo. ben. Ach, schen- te mir Kraft, zu lobsingen dir mit deinen Heil- gen hier und de nen dro- ben. 2. Die stille Zeit sey, Jesu, dir geweiht; laß nichts die Einsamkeit vor dir entweihen. Schleuß selber du mein Herz vor allem zu, damit es sich in Ruh mög in dir freuen. 3. Wie preis ich dich, mein Jesu, daß du mich aus Gnaden kräftiglich zu dir gezogen! Ach hätte doch mit größrer Treue noch sich deinem sanften Joch mein Herz gebogen. Abendlieder. 4. Gott voll Huld, du trägst mich mit Geduld, vergabst so oft die Schuld, als ich dich flehte; und dann sprachst du mir wieder freundlich zu und schenktest süße Ruh mir im Gebete. 5. Herr, ich bin dein und will es ewig seyn; ach, zeuch mich ganz hinein, daß ich nicht wanke. Wann kommt die Zeit, daß ich dir ganz geweiht, zum heilgen Schmuck bereit, als Sieger danke? 6. Doch deine Gnad, die angefangen hat, wird auch nach deinem Rath das Werk vollenden. Ich trau es dir; ach, stärk den Glauben mir; ich laß mich für und für nur deinen Händen. 484. Ihr bin ich zu ge, ringe. 379 7. Mein einzges Gut, in dem mein Sehnen ruht, du machst mich wohlgemuth in deiner Liebe; o bauche dann den Funken stärker an, daß ich dich lieben kann mit mächtgem Triebe. Mel. Mit meinem Gott geb ich zc. den ich dir kind lich sin 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret, haft väterlich mein Haus und mich beschüßzet und genähret. 3. Herr, was bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, 8. Beim Sturm der Welt sey Anker, der mich hält, und birg mich in dein Zelt, wenn alles zaget; in Noth und Pein nimm mich, o Liebe, ein, so harr ich findlich dein, bis daß es taget. # 36 9. Preis, Lob und Ehr sey dir je mehr und mehr, Jehova, hoch und hehr, in Jesu Namen, im Staube hie oft unter Streit und Müh, und einst in Harmonie der Engel. Amen! Gerh. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. 1. Für al le Gü.. te sey ge preist, Gott, Bater, Sohn und beil- ger Geist! 1594. Ver- nimm den Dank, den Lobge- sang, ge. was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sey auch nach deiner Lieb und Macht mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 380 485. $ 4 Abendlieder. Mel. Welt, ich muß dich zc. B 1. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich find- lich an. der Treu.e, die ich finge, 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Ich bin viel zu ge daß ich die Beit bab überlebt, 2. Gott Lob für seine Güt und Treu, die mir ist alle Morgen neu, der mir beisteht durch seine Kraft, der mir Trost, Rath und Hülfe schafft. 1598. 3um Wochenschluß. Mel. Erhalt uns, herr, bei 2c. 3. Was ich versehn, vergib, mein Gott, durch deines Sohns Kreuz, rin ge und die du heut an mir ge. than. und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sey gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist. Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 486. fe 1. Gott Lob! die Woch ist auch da- hin; drum ich dir bil. lig dankbar bin, Altkirchlich? 1543. und deine Gnad noch vb mir schwebt. Hohn und Spott; gib ferner Segen, Fried und Freud und endlich deine Seligkeit. 4. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sey Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Dlearius, geb. 1611, † 1684. 487. Abendlieder. Mel. Wer nur den lieben ze. free daß er sich weiter hin er. gießt 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 1. So ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Hersze nicht; wie sich dein Se- gensquell er gos- fen, so bin ich noch der Zu- ver- sicht, 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gibst du auch die Kraft, zu tragen; zudem es ist voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich dir dafür. 381 4. Nur Eines bitt ich über alles; ach, du versagst mir solches nicht: gedenke feines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat, 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen; du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll, als ein Gerechter, leben soll. Neumarf. 1657. und un- auf hör. lich auf mich fließt. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig seyn.. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen, und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs Neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja! da theilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im Voraus preisen, was du mir künftge Woche gibst; du wirst es in der That beweisen, daß du mich je und immer liebst, und leitest mich nach deinem Rath, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, geb. 1671, † 1756. 382 488. Abendlieder. Sonntagsabendlied. Mel. Nun sich der Tag geendet hat zc. jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, 2. D Gott, du großer Herr der Welt, den Niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, bör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig seyn. 1. Mun bricht die fin- stre Nacht herein, des Tages Glanz ist todt; 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn; denn ich bin Fleisch und Blut, und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, sich meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. f 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein, und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam seyn. 489. +++ geb, re de vor mit Gott. 7. Erhalte ferner noch dein Wort, und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Bater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sey. Mel. D Welt, ich muß dich lassen zc. 1698. 9. Gib Allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und begre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig seyn. Casp. Neumann, geb. 1648, † 1715. 1. Der Sabbath ist ver- gan- gen, mit Lebens- brød ge spei. set nach Her- zenswunsch er.• füllt; 1598. ich habe mein Verlangen Gott hat mich un- ter- wei- set, und meiner See. le Durst ge stillt. Haus- und Ehestand. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angefichte nimmt alle Finsterniß dahin. 4. Du wirst schon bei mir wa490. 383 chen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmolc, geb. 1672, † 1737. Haus- und Ehestand. Mel. Wo Gott zum Haus ze. 1. Wohl dem, der in Gotts Furchte stebt, und auch auf sei- nem Wege geht; 1535. dein eigen hand dich nähren soll, 2. Dein Weib wird in deim Hause seyn, wie eine R. voll Trauben fein, und dein Kinder um deinen Tisch, wie Delpflanzen, gesund und frisch. dein und mit Güte stets bei dir 5. Fristen wird er das Leben 3. Sieh, so reich Segen hängt dem an, wo in Gotts Furchte lebt ein Mann; von ihm läßt der alt seyn, daß du sehen wirst KindesFluch und Zorn, den Menschenkin- kind, und daß Israel Friede findt. dern angeborn. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 491. io lebst du recht und geht dir wobl. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, für Gott in Gnaden angenehm. Mel. Wie schön leuchtet 2c. 1. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Wie steigt und neigt sich deine Gab 1599. im Stan.de, und af: les 384 400 # da dein Se, gen ist, Gut so mild her ab wa n sich Haus- und Ehestand. an dich fan. 4. Seyd gutes Muths! wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der 492. * ge im Stande beil ger Eb. e! aus dei ner heil. gen Höb. e, flet Big hal ten die im Dr. den eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt Seisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue; fein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann jernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Aesten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Neben, der seine Träublein trägt und nährt, und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben; wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone; Gott denkt dein auf seinem Throne. Jung und Alten, beste Freund und Rather; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weißlich lenken. 5. 3war bleibts nicht aus, es kömmt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen läſset fließen. Jedennoch wer sich in Ge duld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Leide, meide nur ein wenig; unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, in Aengsten Trost und Freude; des sollt du haben Ruhm und Preis, wir wollen fingen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Wile len zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. Schop. 1642. Mel. Werde munter, mein 2c. 1. Wer den Eh- stand will er.wäh.len, daß er ihn bet gu ter Rub, ohne Sorge, Gram und Quâ- len mö ge glück. lich bringen zu, es mit Be. ten an; so ist es recht wohl ge.than Haus- und Ehestand. und Gott wird es 2. Dann ist es wohl angefangen, wenn Gebet und reifer Rath beiderseits vorhergegangen; da verspürt man in der That, daß Gott selbst das Liebesband knüpfet und aus seiner Hand Segen und ein friedlich Leben will dem neuen Paare geben. al so fügen, daß es bei de kann vergnügen. 3. Dieser Friede, dieser Segent bringet Ehre, Gut und Freud; wo man bleibt auf Gottes Wegen, gibt er auch die Seligkeit. Glücklich geht die Heirath an, wenns heißt: das hat Gott gethan! Gott der hat es so gefüget, daß zwei Herzen sind vergnüget. Joh. Dlearius, geb. 1611, † 1681. 493. fe 1. Wohl einem Haus wo Jesus Christ al lein das All in Al- lem ift! Mel. Wo Gott zum Haus zc. 3. Wohl, wenn ein solchesHaus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! Pet. m. Not. Ja, wenn er nicht da- rin- nen wär. wie fin- ster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als. Gottes Werk und Gottes Wort! 385 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer 1535. Hand ein Jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! gläubig sind, und wenn sie Kind 6. Wohl, wenn die Eltern am ewgen Glück! Dann bleibet auf Kindeskind versäumen nicht ihrer keins zurück. gedeiht; die Eltern werden hoch 7. Wohl solchem Haus, denn es mans an, wie Gott die Seinen erfreut, und ihren Kindern sieht segnen kann. Stund sammt meinem Hause die8. So mach ich denn zu dieser von ihm fern, ich und mein Haus sen Bund; wich alles Volk auch stehn bei dem Herrn! Ghrifterb Garl Ludwig von Pfeil, geb. 1712,+ 1784. 25 386 494. Haus- und Chestand. Mel. Schwing dich auf zc. 1. Fang dein Werk mit Je su an, Je sum ruf zum Bei- stand an, 1 Steh mit Je su Morgens auf, . führ mit Je su deinen Lauf, 2. Morgens soll der Anfang seyn, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer seyn stets in deinen Nöthen. Morgens, Abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüthen; er wird dich vor ihrer Lift schüßen und behüten. Seß nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände, und glaub sicher, daß allein er dein Une glück wende. 495. Et ne ganze Le bens.zeit Se gen nur dar. ein, . Je sus hats in Hân- den; Je sus wirds wohl en den. geh mit Je su schla. fen; 4 laf se Se sum schaffen. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, o so hat es keine Noth, wirst den Zweck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben; endlich wird dir Gott dein Theil auch im Himmel geben. Mel. Wie schön leuchtet zc. mach aus Allen; Ebeling. 1666. 1. Sch und mein Haus, wir sind bereit, Du sollst der Herr im Hause seyn; 1 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sey dir übergeben; es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Jesu, in beim Namen, laß es doch seyn wohlgethan! Dar auf sprech ich: Amen! 1599. dir, Herr, die gib dei nen mit Seel und Leib zu dienen. daß wir dir wil. fig dienen. flet ne, from me, rei. ne Haus ge mei. ne dir nur soll sie wohl ge fallen. " Haus- und Chestand. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns, wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dieß Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und Alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen seyn bereit, voll Demuth, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; Keinem fehle, dran man fennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet seyn auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit findlichem 496. 387 Gemüthe, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltluft aus, des Reichthums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demuth leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu erseßen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus fein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim, und oben dich in deinem Hause loben. Carl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801. Mel. Werde munter, mein 2c. Schop. 1642. 1. Sor ge doch für mei. ne Kinder, Va ter, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sün- der, sind sie dir doch zu- ge.than, E und durch det nes Sohnes Blut gleichwohl dein erworb- nes Gut; dar- um wirst du sie aus Gna- den wohl besschü.ßen und be ra then. 2. Sie sind dir von Kindesbei- men auf, daß sie, wenn sie sollnen und von ihrer ersten Stund ten sterben, wären deines Reiches jugeeignet als die Deinen, und Erben. durch deinen Gnadenbund hast du fie in ihrer Tauf väterlich genom3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr 25* 388 als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Noth gestürzt, ja das Leben abgetürzt; aber deine Batertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet seyn und mit dankbarem Gemüthe solchen Glücksund Segensschein rühmen und für Jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammlen Andre große SchäBe, suchen in der Welt ihr Heil, daß fie Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in feiner Noth und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schüße fie vor bösen Leuten 497. Haus- und Chestand. 1. frømmer Gott, und vor der Verführer Schaar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß fie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins füble Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir gefällt, was zu deiner Ehre geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Bater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sey dein Nam geLudw. Heinr. Schlosser, ehret. geb. 1663, † 1723. Kindes Fürbitte. Me I. Mit meinem Gott geh ich zc. ich dan- ke dir, daß du so liebe Eltern mir 1594. aus Gna- den haft ge geben, und noch zur Zeit sie mir zur Freud erhalten bei dem Le.... ben. 2. Verzeihe mir die Missethat, die dich und sie beleidigt hat, laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot geachtet hab so selten. 3. Gib mir ein Herz, das dankbar sey und meiner Eltern Eifer scheu, nicht thu, was ihn erreget, auch nimmermehr sich ihrer Lehr aus Bosheit widerleget. 4. Laß oft mir kommen in den Sinn, wie sauer ich der Mutter Freundschaft. bin vom Anfang her geworden, und wie für mich der Vater sich bemühet aller Orten. 5. Gib meinen Eltern Fried und Ruh, es decke sie dein Segen zu, hilf ihr Kreuz ihnen tragen, 498. Freundschaft. 389 behüte sie doch spat und früh vor Trübsal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, so führ sie aus der Sterblichkeit hinauf zum Reich der Ehren; ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirst erhören. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. 1. Herr, ich bit te dich, er wäh le mir aus aller Menschen Meng ei ne from me, heilge See le, die an dir fein fleb und häng. auch nach deinem Sinn und Gei. fte Trost der in der Noth besteht, 2. Laß mich Davids Glück erleben, gib mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun Jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 3. Dwie groß ist meine Habe, o wie köstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und beständigs Herz erfreue: wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist folch ein Schatz beschert. 4.Gute Freundesind wieStäbe, 1687. mir stets Troft und Hül- fe lei ste, $ ûl fe, die von Herzen geht. da der Menschen Gang sich hält, daß der schwache Fuß sich hebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen! der hat einenschwerenlauf; wenn er fällt, wer hilft ihm auf? 5. Nun, Herr, laß dirs wohlgefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab! Bleib mein Freund, und unter allen mein getreuster, stärkster Stab. Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 390 Obrigkeit. Obrigkeit. 499. fel 1. Der du kannst nichts als gü- tig seyn, du wol.left dei- ner Gü- te Schein, Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 0. Herr, all de nen gön- nen, die sich mit Mund und Herzensgrund al lein zu dir be. ten nen. 2. Insonderheit nimm wohl in Acht den Fürsten, den du uns gemacht zu unfres Landes Krone; laß immerzu seyn Fried und Ruh auf seinem Stuhl und Throne. 3. Helt unser liebes Vaterland in deinem Schoß und starker Hand, behüt uns allzusammen vor falscher 500. Lehr und Feindes Heer, vor Pest und Feuersflammen. 1536. 4. Nimm all der Deinen eben wahr und treib, o Herr, die böſe Schaar von Jungen und von Alten, daß deine Heerd hier zeitlich werd und ewig dort erhalten. Mel. Erhalt uns, herr, bei zc. 1.0 bet It ge Drei, et nig keit, die dei ne treu. e Va ter hand 2. Dein guter Geift fie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß fie voll Weisheit und Verstand chriftlich regiere Leut und Land Altkirchlich? 1543. er- halt uns un sre Db.rig- feit, ge- fe pet selbst in diesen Stand. 1 3. Damit wir führen unter ihr ein still, geruhig Leben hier, und dermaleinst mit ihr, mein Hort, be stehen wohl im Himmel dort. Aemilie Juliane, Gräf. v. Schwarzb.. Rudolstadt, geb. 1637. 1706 501. 502. Krieg und Friede Krieg und Friede. es ist doch ja kein Andrer nicht, Eigne Melodie. Der leib uns Frie- den gnä- dig- lich, denn du, unser Gott, al lei. ne. 1 Wohl auf und nimm nun wie der . Mel. Nun lob, mein Seel zc. . o Deutschland, und sing Lieder Er he be dein Ge mü. the 1. Gott Lob! nun ist er schol.len das ed. le Fried. und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sol. len die Spieß undSchwerter und ihr Mord. 391 Altkirchlich? 1535. Herr Gott, zu un- sern Beiten; der für uns könnte stretten, Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 1540. 1 dein Sai ten spiel her vor, im hohen, vol. len Chor. und dan ke Gott und sprich: Herr, dei ne Gnad und Gü- te bleibt dennoch ewig lich. 2. Wir haben nichts verdienet, man fragen: wer ist, der Buße als schwere Straf und großen Zorn, thut? Wir sind und bleiben böſe; weil stets noch bei uns grünet der Gott ist und bleibet treu, hilft, daß freche, schnöde Sünden- Dorn. Wir sich bei uns löse der Krieg und find fürwahr geschlagen mit harter, sein Geschrei. scharfer Ruth, und dennoch muß 3. Sep tausendmal willkommen, 392 bu theure, werthe Friedensgab! Jeht sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt ihm selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns Niemand beffer in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösfer und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Felber, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Haid; ihr Gräber voller Leichen und tapfrem Heldenschweiß von Männern, deren gleichenauf Erden man nichtweiß. 503. Krieg und Friede. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen; geh in dein Herz und denke nach: was Gott bisher gesendet, das haft du ausgelacht. Nun hat er sich ge wendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Drin gen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. Mel. Herr, wie du willst 2c. haft vä terlich ver 1 6. Ach, laß dich doch erwecken! wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als der letzte Schrecken dich schnell undplöklich überfällt. Wer aber Christum liebet, sey unerschrocknes Muths; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts; er will die Lehre geben: das Ende naht herzu; da sollt bei Gott ihr leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1. Herr, der du vor mals haft dein Land mit Gnaden an ge bli det, und des ge fang- nen Ja kobs Band gelöst und ihn er f F qui det, S $ der du die Sünd und Mis- se- that, die dein Volk vor be- gan- gen bat, 2. Herr, der du deines Eifers Gluth zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut ber Lieb und Huld gesendet: ach from mes Herz ach unser Heil! nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjeto fränket. 1525. zieb. .. en; 3. Lösch aus, Herr, deinen gro ßen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluthen sich ohn alles End ergießen? Krieg und Friede. 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an allem Ort, wo Christen wohnen, werden; ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende. 6. Ach, daß doch diese böse Zeit jetzt wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch istja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, 504. 393 wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, denkrieg und alle andere Noth nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unsermLand und überall recht werd erkannt, ja ste= tig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun; das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. Grüger, 1649. Mel. Nun danfet alle 2c. 1. Herr Gott, dich lo- ben wir, laß dei nes Gei- stes Gluth " Komm, fomm, o ed le Flamm, so fin gen wir mit Lust: 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüthe; es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir re- gier, Herr, un fre Stimmen, in un- sern Herzen glim men. ach komm zu uns all- bier, Herr Gott, dich lo ben wir. für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. die wir in langen Jahren der Was4. Herr Gott, dich loben wir, 394 Mißwachs und Theuerung. fen schweres Joch und frechen wieder aufgethan; Herr Gott, Grimm erfahren. Jetzt rühmet wir danken dir. unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten haft; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr, Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch fünftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Bater, unsern Wunsch: Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck, geb. 1618, † 1677. Theuerung. 5. HerrGott, dichloben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen; der Strick ist nun entzwei, darum so fingen wir mitHerz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar haft weggeraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt Mißwachs und 505. 3 1. Christen er war ten in al ler lei Fällen Je- jum mit seiner all, mitten in Stürmen und to- ben- den Wel·len sind sie ge- bau et auf Mel. Jesu, hilf siegen 2c. machtigen Hand; wenn sie bekümmerte Näch te bede den, fel fich tes Land; 3 S wenig er schyre den. 1698. fann doch ihr Gran en fie 2. JauchzendieFeinde zur Rechten und Linken, hauet und frisset das blinkende Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verflärt. Wüthen die Feinde mit Schnauben und Toben, lernen fie Gottes Gerechtigkeit loben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gär ten und Auer nichts ein, schlagen uns Schlossen die Früchte darnie der, brennendie Bergevonhitigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. Mißwachs und Theuerung 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Rathe des Höchsten verborgen, wann und wo Jedem sein Ende bereit; find es nicht alles unnöthige Schmerzen, die ihr euch machet, o thörichte Herzen! 5. 3weifel und Sorge geziemt nicht den Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott. Seele, berlangst du, zur Ruhe zu kommen, hoffe dem höllischen Feinde zu Spott. Ob auch die göttliche Hülfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 395 Leiden und Tod. Willst du mit leben, so mußt du mit sterben; anders kann Keiner den Himmel ererben. 7. Böllige Wonne, verklärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir einsten auf ewiger Weide unter den Engeln und Menschen zu Theil, wann in der Herrlichkeit Christus wird kome men und zu sich sammeln die Schaa ren der Frommen. 6. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer, Anfechtung und Noth duldest, und wisse, was Gott will erquicken, muß erst mit Jesu durch 506. 8. Seine allmächtige Stärke bes weiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine fein Name gepreiset, wann er den 3agenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hülfe nicht sichtbar. lich schaue. Christian Ludw. Edeling. † 1742. In Dürre. Mel. Ach, Gott vom Himmel zc. 1. Ach, Herre, du ge- rech- ter Gott, mit unsrer Sünd und Misse- that, so müssen wir ver- schmach- ten. 2. Herr, unfre Sünd bekennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Troft, Hülf thu uns verleihen; gib Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 1524. wir ha- bens wohl ver. die. net daß un- ser Feld nicht grü. net, daß Vieh und Menschen traurig seyn; wenn du zuschleußt denHimmel dein, 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund um deines Namens willen; wir bitten dich von Herzensgrund, thu unsre Noth doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein; denn dein ist der Himmel allein, ohn dich fann er nicht regnen. 396 Krankheit und Seuchen. 4. 3 steht in feines Andern mächtig ist der Name dein; solche Hand, daß er sollt Regen geben; den Himmel hast du ausgespannt, darinnen du willst schweben. Allfannst du alles thun allein, Herr, unser Gott und Tröster! 507. Bei anhaltender Nässe. Mel. Ach, Gott vom Himmel zc. 1. Gott, der du das Fir- ma- ment und fannst hin- wie- der- um be hend halt doch mit vie- lem Regen ein, daß un ser Land fich freu. e. 2. Die Felder trauern weit und breit; die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe find beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, fich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 508. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so dei nen Born entzündet hat, daß wir in Nöthen schweben; du zeigest uns, was wir gesollt; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 1524 mit Wol- ten thust be de. den, das Son- nen- licht er. we. den: und gib uns wie der Sonnenschein, 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns haft versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich findlich suchen. Wie hält sich so hart dieser Seit dein Herz und deine Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. 5. Gib uns von deinem Him. melssaal dein flares. Licht und Sonne, und laß und wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sey im Him mel und auf Erden. Krankheit und Seuchen. Eigne Melodie. 1. Gott, den ich als Liebe ten ne, 1713. der du Krank- heit auf mich legst Krankheit und Seuchen. und des Lei dens Hiß er regst, daß ich da von glüh und bren- ne: s bren ne doch das Bö. se ab, das den Geift bis her ge hindert S und der Liebe Re- gung min- dert, die mir oft- mals kommt von dir. 2. In der Schwachheit sey du träftig, in den Schmerzen sey mir süß, schaffe, daß ich dein genieß, wenn die Krankheit streng und heftig; denn was jeßt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark berzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden; laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstütze du das Herz. 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; anders kann ich jeßt nichts thun, als nur in dem Leiden ruhn; leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jest mein Gewinnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich fanft und stille; Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden; auch die Labung, die man mir zu des Leibes Stärkung gibet, kommt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott, von dir. 509. 397 Mel. D Welt, ich muß dich zc. und Freuden oh 6. Hilf mir, daß ich ganz bes scheiden, ganz in Ruh mit Freunds lichkeit, stille mit Gelassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden; und je mehr der Leib muß schwinden, wird der Geist in uns erneut. • ne Zahl. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gib, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben; denn so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr fann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. 1. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden 1598. will ich denn ge laf sen # 398 Krankheit und Seuchen. mich auch in Leiden fas sen; welch Le ben hat nicht sei ne Quall E 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlichs Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jeßt hat mein Geist 510. noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer weh ren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Christ. Fürchteg.Gellert, geb.1715, † 1769 Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 1. Ofrom- mer und ge treuer Gott Es hat uns et ne große Noth 1594. Aller, die auf dich hof- fen! durch deine Hand ge trof.fen. Dein Zorn der drückt uns mit Gewalt, und wirft die Menschen jung und alt â mit schwerer Krankheit nie. der. 2. Du bist gerecht, und dein de; kehr doch dein Vaterangesicht Gericht kann unser Keiner strafen; zu deinem lieben Kinde. Laß fal von wegen unsrer Sünd geschicht, len den gerechten Grimm, zu Gna daß wir so schnell entschlafen. Ja den uns aufs Neu annimm um unsre große Missethat dich so gar deines Namens willen. hoch bewogen hat, dein Pfeil in 4. Sieh, Herr, wie wir betrübet uns zu schießen. gehn, trafilos, mit Furcht umge 3. Herr, vergib, und straf ben, in wingst und großen Sorgen uns nicht im Born so gar gesywin- steyn, und in viel Kummer schwe Allerlei gemeine Noth. ben. All unsre Nahrung welket hilf uns nach deinem Wohlgefalln, sehr; Lehramt und andre Ordnung mehr geht nicht in vollem Schwange. du weißt die rechte Maße, und wirst wohl deine Zeit ersehn, wenn uns hierin soll Hülf geschehn, des wolln wir dir vertrauen. 5. Laß ab von uns mit deiner Ruth, thu deinen Grimm aufheben; was hast du Nug an unserm Blut? du hast ja Lust zum Leben, und bist ein Gott, von Wahrheit feft, der seinen Zorn bald fahren läßt, wenn man vich herzlich bittet. 6. Dein Will gescheh! wir bitten all, in Noth uns nicht verlasse; 511. Allerlei gemeine Noth. Eigne Melodie. 7. O heilger Geist, mit deiner Kraft, die sterben sollen, stärke, daß man des Glaubens Ritterschaft an ihrem End vermerke, und sie also mit Fried und Freud den Abschied nehmen aus der Zeit in Christo, unserm Herren. 399 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre 512. 1. Wenn wir in höch- sten Rö. then seyn und wissen nicht, wo aus noch ein, 1555. . und finden we der Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dieß unser Trost al- Gott, und flagen dir all unser lein, daß wir zusammen insgemein Noth, weil wir jest stehn verlassen dich anrufen, o treuer Gott, um gar in großer Trübsal und Gefahr. Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben unser Aug'n und Herz zu dir in wahrer Neu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung und aller Strafen Linderung, 6. Sich nicht an unser Sünden groß, sprich uns derselb'n aus Gnaden los, steb uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, Mel. Vater unser im Himmelreich 2c. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam seyn nach deinem Wort, dich allzeit preifen hie und dort. Paul Eber, geb. 1511, † 1569. 1540. 1. Nimm von uns, Herr, du treu- er Gott, die schwe- re Straf und große Roth. 400 Allerlei gemeine Noth. die wir mit Sün.den ohne Bahl ver- die- net haben allzu mal; 1 be hüt vor Krieg und theurer Beit, 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir flehn um Gnad und nicht um Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollt'st nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auf frischer That; wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sey. 513. vor Seuchen, Feur und großem Leid. 4. Gedenk an deins Sohns bit: tern Tod, sieh an sein heilig Wuns den roth, die find ja für die ganze Welt die Zahlung und das Löses geld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Mel. Lobet den Herren, alle 2c. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und fegne unser Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Leufels Lift und Mord, verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir seyn. Martin Moller, geb. 1547,+ 1606 und zu dir ru. fen. 2. Mache zu Schanden Alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen; 1. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schan- den werden die, so in ihren 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Crüger. 1653. Nö- then und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Gü- te hof. fen Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ist auf Menschen Hülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. Allerlei gemeine Noth. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten; wir traun auf 514. Mel. Da Christus geboren war zc.( Altkirchlich?) 1544. # 1. Creu er Wächter Israel, des fich freu- et Leib und Seel, der du weißest al les Leid 401 dich, wir schrein in Jesu Namen: hilf, Helfer. Amen! Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. 2. Schau, wie große Noth und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr, hilf, ach hilf, schüß deine Ehr; wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hohepriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Drt zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Gluth, wiederbracht das höchste Gut. o du Wäch ter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt H dein hülf- reiches Angesicht. 4. Sißest jest ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür, wir, Pet. m. Not. deiner ar men Christen- heit: die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigenthum. Dein Erbarmen hat kein End, deines Baters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als deiner starken Hand, Menschenhülf ein Jesus Hülfe leist! Hilf mit hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, und mit 3ittern sie anschau. 7. Höchster Hort, Immanuel, du Beschüßer meiner Seel, Gott mit uns in aller Noth, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Troß dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde 26 402 Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuren kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zu nicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. Vom Tode. 515. Sechste Abtheilung. Von den letzten Dingen. Vom Tode. 1. Mit. ten wir im Leben sind j wen suchn wir, der Hül. fe thu, das bist du, Herr, al. lei ne. Eigne Melodie. du ewi ger Gott, 10. Jesu, wahrer Friedensfürst, der der Schlange hat zerknirscht ih ren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich! so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. die dich, Herr, er zür net hat. " S " Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. To. des Noth. Ky ri. e. lei. son! Altdeutsch? 1524. mit dem Tod um. fan 1 gen; daß wir Gnad er. lan. gen? bei. li. ger, starter Gott, hei- It- ger, barm- her- zi- ger Het land, laß uns nicht ver sin. ken Uns reu et un ser Mis. se. that, Het It ger Herre Gott, . in des bittern Vom Tode. 2. Mitten in dem Tod ansicht uns der Höllen Nachen; wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? das bist du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmher zigkeit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starfer Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluth. Kyrieleison! 516. . Eigue Melodie. ins e. wig Va ter. land; 1. Welt, ich muß dich lassen, + mein Geist will ich auf.ge. ben, 403 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starter Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. dar zu mein Leib und Le. ben 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewig muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott abzogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sey. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlig will ich schauen wahrlich durch Jesum Chrift, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 1598. ich fahr da bin mein Straßen se. Ben in Gottes gnå dig Hand. S 5. Die Sünd mag mir nicht schaden: erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst, durch Christi Blut; kein Werk kömmt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnüß Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach meim Berdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele fich vom Leibe scheidt. 26* Vom Tode. 404 8. Damit fahr ich von hinnen; o Welt, thu dich befinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sey du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf von Sünd und Schanden, und richt dich auf die Bahn mit 517. Beten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende; wohlan, zu Gott wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen, meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Joh. Hesse, geb. 1490, † 1547. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes zc. EE 1. Mensch, bedenk zu dieser Frist, denn nicht all- hie dein Blei- ben ist, Es ist dein Le- ben, wie ein Heu, wel dhe der Wind ver- ja get. 2. Gedent, du bist hier nur ein Gast und kannst nicht länger bleiben; die Zeit läßt dir kein Ruh noch Raft, bis sie dich thut vertreiben. So eile zu dem Vaterland, das dir Christus hat zugewandt durch sein heiliges Leiden. 3. Daselbst wird rechte Bürgerschaft den Gläubigen gegeben: dazu der Engel Brüderschaft, ein gar herrliches Leben; mit solcher Won518. 1594. was dein Ruhm ist auf Er den; du mußt zur Lei- che wer den. und fleugt dahin, gleich wie die Spreu, ne, Freud und Luft, die auch kein Mensch hat hie gekost, noch je ein Herz erfahren. 4. Nun laßt uns wachen alle Stund und solches wohl betrachten. Die Lust der Welt geht bald zu Grund; die sollen wir verachten und warten auf das höchste Gut, das uns ewig erfreuen thut. Das helf uns Christus. Amen! Joh. Hesse, geb. 1490, † 1547. Mel. Bater unser im Himmelreich zc. 1540. 1. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst undSpott, He für mich am Kreuz auch end- lich starbst und mir deins Baters Huld erwarbit: Vom Tode. ich bitt durchs bit- ter Lei den dein, du wollst mir Sün- der gnädig seyn. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nichts mehr b'sinnt, und mir all menschlich Hülf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ. Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Urständ mir verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sey und meiner Sünd 519. 405 nicht mehr gedenf, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du haft zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er schon hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und ihn mitnehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! ja Gbrt.fi Blut und rechtigkeit, 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingebn; mit Fried und Freud ich fahr dabin, ein Gotteskind ich allzeit bin 8. Ach, Herr, vergib all unser Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sey, deim Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen ses liglich. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 1. In Chri fti Wun- den schlaf ich ein, Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. 1544. die machen mich von Sünden rein, das ist mein Schmuck und Ehrenfleid, 3. Dank bab, mein Tod! du führest mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein; Herr Jesu, stärk den Glaus ben mein! Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. 406 520. Bom Tode. Eigne Melodie. 1. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, mein Seel an meinem let- ten End so gleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht ver las. ſe; du wollst sie mir be.wah.ren. 2. Mein Sünd mich werden fränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel, wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnoth und Schmerzen. 521. 1569. und soll hin fahrn mein Straße, befehl ich dir in deine Händ, Wenn gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Lod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht blei ben. Mein höchster Trost dein Auffahrt ist; Lod's Furcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. Nikolaus Hermann, † 1561. Eigne Melodie. 1525. 1. Herr, wie du willst, so schicke mit mir im Le. ben und im Ster- ben. Allein zu dir steht mein Be- gier, laß mich, Herr, nicht ver- der- ben; er halt mich nur in det ner huld! sonst wie du willst, gib mir Geduld; dein Will der ist der be. fte. 2. Sucht, Ghr und Treu verleih Worte; behüt mich, Herr, vor falmir, Herr, und Lieb zu deinem scher Lehr und gib mir hier und Vom Tode. Dorte, was dient zu meiner Seligfeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, 522. B Eigne Melodie. 1. Je- fu Chrift, meins Lebens Licht, mein Hort, meinTrost, meinzuversicht! 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Paradeis. Da ist mein rechtes Vaterland, darauf du dein Blut hast gewandt. Auf Er- den bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. Herzen schrei; hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 8. Dein letztes Wort laß seyn mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht; behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß seyn mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilig Grch; die reinen Grabetücher dein laß meine Sterbekleider seyn. 3. 3ur Neis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärt mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein: dein Blutschweiß mich tröst und erquick; mach mich frei durch dein Band und Strick. 407 verleih, o Herr, mir deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gib mir durch Jesum Christum. Amen! Gasp. Melissander, geb. 1540, † 1591. 5. Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron laß seyn mein Ehre, Freud und Wonn; dein Durst und Gallentrant mich lab, wenn ich sonst feine Stärkung hab. 6. Dein Angstgeschrei komm mir zu Gut, bewahr mich vor der Höllen Gluth; die heiligen fünf Wunden dein laß in Angst meine Zuflucht seyn. 1630. 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem 10. Laß mich durch deine Nägelmal erblicken meine Gnadenwahl; durch deine aufgespaltne Seit mein arme Seele heimgeleit. 11. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein leßte Heimfahrt bau; thu mir die Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 12. Am jüngsten Tag erweck nein Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs das erschrecklich Urtheil spricht. 408 13. Alsdann mein Leib verneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen Glanz und ähnlich sey deim klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 523. Vom Tode. Eigne Melodie. 14. Wie werd ich dann so fröhlich seyn, werd singen mit den Engelein und mit der Auserwählten Schaar ewiglich schaun dein Antlig klar. Martin Bebemb, geb. 1557,+1622. Teschner. 1615. 1. Da- let will ich dir geben, Dein sünd- lich, bo ses Leben im him- mel ist gut wohnen, da wird Gott e wig loh. nen 2. Nath mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Muth, laß selig mich abscheiden, seß mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Beit und Stunde, drauf kann ich fröhlich seyn. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Noth, wie du, Herr Christ, so milde dich haft geblut't zu todt. 524. dem, der ihm dient all. hier. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deine offne Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmelsschloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. Eigne Melodie. du ar ge, falsche Welt! durchaus mir nicht gefällt; 5. Schreib meinen Nam aufs Beste ins Buch des Lebens ein, und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündlein ein der, die im Himmel grünen und ver dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sey. Valerius Herberger, geb. 1562, † 1627. Haßler? 1613. 1. Herzlich thut mich ver. Ian. gen bin auf steht mein Be. gier: weil ich hier bin um. fan. gen nach et nem sel. gen End, mit Trüb. fal und E- lend; Vom Tode. ich hab Luft, ab. zu. schei- den 409 von dieser ar gen Welt, sehn mich nach ew gen Freu. den; D Je su, komm nur bald. 6 3. Obgleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein bessers Leben, da meine Seele fährt hin, des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib wird in der Erden von Würmern zwar verzehrt, doch auferwecket werden, durch Christum schön verklärt; wird leuchten als die Sonne und leben ohne Noth in Himmelsfreud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, 2. Du hast mich ja erlöset von all ihr Zier, doch ich das gar nicht Sünd, Tod, Teuf'l und Höll; es achte, es währt ein kleine Zeit; hat dein Blut gekostet, drauf ich das Himmlisch ich betrachte, das mein Hoffnung stell. Warum sollt bleibt in Ewigkeit. mir denn grauen vorm Tode, Höll und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein seligs Kind. 6. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! trauert nicht allzusehre über den Abschied mein, beständig bleibt im Glauben, wir werd'n in kurzer Zeit einander wies der schauen dort in der Ewigkeit. 7. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein seligs Ende, send mir dein ben, das du erworben hast, durch Engelein; führ mich ins ewge Ledein Leiden und Sterben, und blutiges Verdienst. 8. Hilf, daß ich ja nicht weiche von dir, Herr Jesu Christ! Den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mag fröhlich fingen: Gott Lob! es ist vollbracht. Christoph Knoll, geb. 1563, † 1621. 525. Im vorigen Ton. 1. Ich hab mich Gott ergeben, o Welt, was acht ich dein? Der dem liebsten Vater mein; hier ist Himmel ist mir lieber, da muß ich fein Immerleben, es muß geschie- trachten ein, mich nicht zu sehr beden seyn. Der Tod kann mir nicht laden, weil ich wegfertig bin. In schaden, er ist nur mein Gewinn; Gottes Fried und Gnaden fahr ich in Gottes Fried und Gnaden fahr mit Freud dahin. ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber hat mir der Herr bereit, da Chri3. Ach, selge Freud und Wonne 410 stus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Mei526. Vom Tode. nen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen; ich weiß von feiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in Acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach. Johanu Siegfried, geb. 1564,+ 1637. Schein. 1628. Eigne Melodie. € 1. Machs mit mir, Gott, nach dei- ner Güt, hilf mir in meinem Lei den; ver sag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel soll scheiden, so nimm fie, Herr, in deine Händ! 3ft alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieber und Sünd mir können nichts mehr Herr; du wirst mich nicht verder- schaden; bei dir, o Herr, ich Netben; ach, du bist ja von mir nicht tung find, ich tröst mich deiner fern, ob ich gleich hie muß sterben, Gnaden. Dein einger Sohn aus verlassen meine lieben Freund, die's Lieb und Huld für mich bezahlt herzlich gut mit mir gemeint. hat alle Schuld. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Händ sie unversehrt durch Tod ins Leben bringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt 527. # 3 1. Ich armer Mensch doch gar nichts bin, Gott's Sohn al- lein ist mein Gewinn; 5. Warum sollt ich denn traurig seyn, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergebe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, geb. 1586,+ 1630. Mel. D Jesu Christ, meins 2c. 1630. daß er Mensch worden, ist mein Krost; er hat mich durch sein Blut er- löft. 2. Gott Vater! regier du mich Leb'n, allzeit in meinem Herzen mit deinem Geist beständiglich; laß schweb'n. deinen Sohn, mein Trost und 3. Wenn mein Stündlein vor Vom handen ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ! denn ich bin dein, und du bist mein; wie gern wollt ich bald bei dir seyn. 4. Herr Jesu Christe, hilf du 528. Eigne Melodie. laß fah, ren, was auf Erden, 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glauben mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thränenthal zum Freudenfaal; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 529. Tode. 411 mir, daß ich ein Zweiglein bleiban dir, und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. 1. Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf, mein Zeit zum End sich nei get; ich hab vol len det mei- nen Lauf, des sich mein Seel sehr freu et. $ Nil Hab gnug ge- lit- ten, mich müd ge- strit- ten, schick mich fein zu zur ew- genRub, dem hab ich mich er. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm fehn. Nach Ph. Melanchthons: sum, nulla miser novi solatia. Bon Joh. Leon, um 1607. M. Altenburg. 1620. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; # 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon imFriedenzu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn, derwirdmichwohlbewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Kron und Ehr, will sonst nichts mehr; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Mich. Altenburg(?), geb. 1583, † 1640. Eigne Melodie. Butrius? 1609. 1. Chri ftus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; ge ben " will lie ber se lig werden. S : mit Freud fahr ich da hin. durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! Vom Tode. 412 5. Wenn mir Herz und Gedanten zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wann ihm die Flamm gebricht; 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach 530. deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. Und laß mich an dir kleben und bleiben allezeit, und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Simon Graf(?), geb. 1603, † 1659. Eigne Melodie. 1. Freu dich sehr, o mei- ne See. Te, weil dich nun Christus, dein Her re, Aus Trüb sal und großem Leid 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß fein Weg ein End mög han: so hab ich gewünschet eben, daß ich enden mög mein Leben. die kein Dhr je hat ge höret, $ 1555. und ver- gis all Roth und Qual, ruft aus diesem Jam- mer- thal. sollst du fahren in die Freud, 3 und in Ewig- feit auch wäh.ret. geboren werden, Jammer gnug findt fich auf Erden. 5. Wenn die Morgenroth her. leuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet, Müh fich findt an allem End; unsre Thränen find das Brod, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn hört auf zu scheinen, hört nicht auf das bittre Weinen. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornen spißig gar, also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind unter ungestümem Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 6. Drum, Herr Chrift, du Mor gensterne, der du ewiglich aufgehst, sey du jept von mir nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöft; bilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut. Ach, sey du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Muth. Wir sind 7. In dein Seite will ich fliehen voller Angst und Plag, lauter Kreuz auf meim bittern Todesgang, duri find unsre Tag: wann wir nur dein Wunden will ich ziehen in mein himmlisch Vaterland; in das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Chrift, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine 3ung nichts mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht be finnt, bist du doch mein Licht, mein 531. VE Vom Tode. 1. Herr, nun laß in Frie. de, Mel. Gottes Sohn ist kommen 2c. Altkirchlich. 1531. € le bens- fatt und mü. de, dei nen Diener fahren se lig und im Stil. len, 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns seßt in Freuden. 413 Hort, bist mein Leben, Weg und Pfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen, mit der Christen Haufen über Sünden klagen, Kreuz und Trübfal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf Erden. 9. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammerthal; seine Freud und Herrlichkeit sollt du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren, in Ewigkeit triumphiren. Caspar von Warnberg, um 1620. zu den Himmels- schaa $$ ren, doch nach dei nem Wil. len. 6. Frieden werd ich finden, ledig seyn von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; mich soll ganz umgeben himmliſch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Scepter tråget, eine schöne Krone zum Genadenlohne; da werd ich ergößet und zur Ruh geseßet. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer; fröhlich, ohne Schrecken will er mich aufwecken. in Klarheit stehen, wenn die Todten 9. Dieser Leib soll gehen und werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Ihme will ich singen, Lob 414 Vom Tode. und Ehre bringen, rühmen seine sen seinen Namen ohn Aufhören. Güte mit Seel und Gemüthe, prei- Amen! David Böhme, geb. 1605, † 1657. 532. Eigne Melodie. 1. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du kennest mei- ner MondenBabl, weißt, wann ich diesem Jammerthal du un- ter- bältst mir auch das Leben; auch wieder gute Nacht muß ge- ben; das weißt du, Va. ter, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Bein mit Trost und Rath weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen? wenn allen Sinnen Kraft gebricht, thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Herr Jesu, ich, dein theures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was will von mir der Bösewicht, daß er mich schreckt mit dem 533. Gericht? Komm, rette deines Lei dens Ehre. Du gibst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt. 4. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich mein wahres Theil in deinen offnen Wunden finden. Hier lach ich aller Macht und Noth; laß kommen Hölle, Fluch und Lod, fie sollen mich nicht überwinden. Dieweil ich lebte, war ich dein; jept kann ich keines Andern seyn. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. Haßler? 1613. Mel. Herzlich thut mich zc. 1. Ich bin ein Gast auf Er. den wo, wie und wann ich sterben soll, der Himmel soll mir wer. den, hier reis ich bis zum Gra- be; Albert. 1648. und hab hier kei- nen Stand; da ist mein Ba- ter- land. dort in Der ew gen Ruh Vom Tode. ist Gottes Gna- den- ga. be, 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und bat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir und noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und 3agen sant oft ihr armes Herz! 5. Die frommen, heilgen Seelen, fie gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erstbewohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt' in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser letzten Beit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten seyn; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 7. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine 415 die schleußt all Ar. beit zu. Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Va= ter trösten wird. 8. Mein Heimath ist dort droben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 9. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je minder find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wann dein Herz will; fomm, mach ein selig Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 11. Was ich bisher besessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein 3iel ausgemessen, so tret ich denn hinaus, und was ich hier ge= brauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst Ändern leuchten soll. 416 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich 534. Vom Tode. Eigne Melodie. singen von deinem großen Thun, und frei von allen Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 1. Ach wie flüchtig, ach wie nich. tig ist der Menschen Leben! Wie ein Strom beginnt zu rin- nen f so fährt un fre Zeit von hinnen. 2. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 4. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Dichten! Der die Kunst hat liebgewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tod doch nicht entronnen. 535. $ und mit Lau- fen nicht hält in- nen 1661. 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schäße! Es kann Gluth und Fluth entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der im Purpur hoch vermessen ist gleich wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nich tig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Frand, geb. 1609, † 1667. 1598. Mel. Ich hab mein Sach Gott zc. 1. Wie fleucht da bin der Menschen Beit, wie et let man zur Ewigkeit! S Wie We nig den. Een an die Stund # # wie schweigt da von der trä. ge Mund! von Herzens Grund, Vom Tode. 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich sehr 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter 536. Mel. Es ist genug 2c. Noth? Lust, Ehr und Reichthum in dem Tod? O Mensch, du laufst dem Schatten zu! Das merke du, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 2. Es ist vollbracht! mein Jefus hat auf sich genommen meine Schuld; er selber hat am Kreuzesstamm für mich, o ungemeine Huld! gebüßet, und in Jesu Wunden hab ich die rechte Freistatt funden: es ist vollbracht! 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir; o mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das seyn, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Ivach. Neander, geb. 1640,+ 1680. bei Je su Kreuz mit tausend Freuden; ich jeb ne mich, von bier zu schei- den; 3. Es ist vollbracht! weg Krankheit, Schmerz und Pein! weg Sorgen! weg Verdruß! Sein Golgatha soll mir ein Thabor seyn; mein matter, müder Fuß wird hier auf diesen Friedenshöhen frei von Beschwerd und Banden gehen; es ist vollbracht! Vet. m. Not. He 1. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! MeinJesus nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt; ihr Freunde, gu- te Nacht! Ich en de mei. nen Lauf F 417 Ahle. 1662. es ist voll bracht! $ 27 ich frei von Noth; wie wohl, wie 4. Es ist vollbracht! hier schweb wohl ist mir! Hier speiset mich der Herr mit Himmelsbrod und zeigt mir Salems Zier; hier hör ich mit der Selgen Singen den süßen Ton der Engel klingen: es ist vollbracht! mag immerhin der Würmer Speise 5. Es ist vollbracht! der Leib seyn; ich weiß ja, daß ich Staub und Asche bin. Fleisch und Bein, wenn er die GräGott wird mein ber wird aufdecken, an jenem Tage schon erwecken; es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Gott Lob, 418 es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr hin, o Welt; ihr Freunde, gute Nacht! Ich schließe meinen Lauf und allen JamVom Tode. 537. ofte mer, der mich troffen. Wohl mir, ich seh den Himmel offen; es ist vollbracht! Andreas Gryphius, geb. 1616. † 1664. Mel. D Welt, ich muß dich 2c. 1. Die Herr- lich- keit der Er den was wir für ewig schäßen, 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, so fragt kein Mensch, was wir gethan 3. 68 hilft kein weises Wissen; wir werden hingerissen ohn allen Unterscheid. Was nüßt der Schlösser Menge? dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. nicht Stein noch Erz be stehn. Was uns hier kann er gö ßen, 1 4. Dieß alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen, und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besigen, kann für den Tod nicht nüßen; dieß alles Stirbet, wenn man stirbt. 1598. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? wo wirst du Ghr erlangen, die nicht zuletzt in Trümmer fällt? 6. Wie eine Rose blühet, wenn muß Rauch und A- sche werden; leichter Traum ver- gehn. wird als sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag fich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehens fällt: 7. So wachsen wir auf Erden und hoffen, groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüthe kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre indessen wird die Bahre uns vot die Thür gebracht; drauf müsſen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erden sagen gute Nacht. 9. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zubot genossen, ist wie ein Strom ver flossen, und wessen wird daß Künftge seyn? 10. Verlache Welt und Ehre sammt ihrer Kunst und Lehre, und ruf den Herren an, der immer Kö Vom Tode. nig bleibet, den keine Zeit vertreibet, der dich auch ewig machen fann. 11. Wohl dem, der auf ihn trauet! er hat recht fest gebauet, 538. 419 und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. Andreas Gryphius, geb. 1616, † 1664. Ahle. 1662. Eigne Melodie. H 1. Es ist ge nug! so nimm, Herr, meinen Geist zu Bi. ons Geiftern hin; lös auf das Band, das all. ge- mach schon reißt; be frei e die- fen Sinn, der sich nach sei nem Got. te seb. net, der täglich flagt und nächr- lich thrä.net: 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich mich von Gotte trennet, was täglich mein Gewissen brennet, des ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich neße manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Wann ists genug? es ist genug. 4. Es ist genug! wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kömmt, nun gute Nacht, o Welt! ich fahr ins Himmelshaus, ich fahre sicher hin im Frieden; mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug! Franz Joach. Burmeister, † 1688. 539. $ 4 1. Fiebster Ba- ter, soll es seyn, daß ich heut an diesem Za.ge leßtmals mit Ge- bet er schein und dir mei. ne Noth vor trage, " Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. Able. 1664. ach, so rich. te meine Sinnen nach den hohen Himmels.zin.nen. 2. Tausend- und viel tausend daß in deiner Kinder Zah! du mir mal sey, o Bater, hoch gepriesen, eine Stell gewiesen, daß ich dich 27* Vom Tode. 420 bab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sey deines hohen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre. Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen. Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Begier ganz getroft aufs Reich der Ehren; nichts durchaus ist mehr allhier, so mich soll davon abkehren. Komm, o König, laß erscheinen, was ich hoff und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben; hab ich hier nicht völliglich nach demſelben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brod und mancherlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Bater, mild und treu mir Beit Lebens auch bescheret. Nun du Himmelsbrod willst geben, laß ich gern dieß arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht 540. ihr Weh und Wohlergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lie get im Gemüthe. 9. Nun, o Bater, laß du mir alle Schulden seyn vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Bater, hast geheißen. Aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen. Weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch Niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmelsruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versu chung zu bestreiten. 12. Mach mich alles Uebels los, gib der Sündennoth ein Ende. Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlösen. 13. An dem allen zweifl' ich nicht, denn du bist der Himmels könig. Zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zu wenig; deine Kraft wird nie vergehen, deine Herrschaft ewig stehen. Veit Ludwig von Seckendorf, geb. 1626, † 1692. Mel. D Herre Gott, dein göttlich zc. 1527. 1. So komm, geliebte Todesstund, komm, Ausgang meiner Lei. den; ich seuf ze recht von Herzensgrund nach je. nen Himmelsfreuden. Vom Tode. Ach, liebster Tod, komm bald her an, 3. Doch, Jesu, deine Liebe macht mir alle Furcht verschwinden; ich werd in dieser Todesnacht dich, Lebensfürsten, finden. Ich finde, ja ich halte dich, mein Leben, mein Verlangen; mein Leben, du wirst selber mich mit deinem Licht umfangen. in wei- ßen Klei- dern an- ge.than vor Got- tes Thron zu pran- gen. 2. Ihr schwachen Glieder scheut euch zwar, so früh entfeelt zu werden; die Seele selber kann nicht gar ohn alle Pein der Erden, darinnen sie bisher gelebt, den letzten Abschied sagen; bald ist sie freudenvoll, bald schwebt sie wieder voller Bagen. den, wirf alles Gitle willig hin; die Erd muß Erde werden. Die Seele bleibt in Gottes Hand in ewigem Vergnügen, das Menschenweisheit und Verstand zu fassen nicht genügen. 7. An uns stirbt nichts als Sterblichkeit, wir selbst sind unverloren; der Leib wird nur der Last befreit und himmlisch nen geboren. Denn was man hier verweßlich sät, was hier verdirbt im Dunkeln, das wird, sobald es aufersteht, voll Glanz und Schönheit funkeln. 8. Drum gebt, ihr schwachen Glieder ihr, euch willig hin der Erden; es wird von eurer Zahl und Zier ja nichts verloren werden. Der Leib, der vormals mich bedeckt, wird dort mich wieder kleiden, wenn ich, in meinem Fleisch erweckt, beschaue Gott in Freuden. 4. Drum sterb ich nicht in die sem Tod, der Tod ist nur mein Leben; nach kurzem Kampf, nach kurzer Noth ist dort ein ewig Schweben voll Herrlichkeit, voll Ruh und Freud, voll Fried, voll Trost und Wonne, voll Seligkeit, wo allezeit Gott selber ist die Sonne. 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen, und ich werd auch zu meinem Christ auf diesem Weg gelangen. Der legte Schritt zur Seligkeit geschicht durch selig Sterben. Ist er, mein Haupt, in Herrlichkeit, wie soll sein Glied verderben? 421 6. Drum zage nicht, mein schwa. cher Sinn, verlaß den Leib der Erich war te mit Ver- lan- gen, 9. Dem ich im Glauben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor mir sind und ewig Heilig! singen. O Herrlichkeit, wie find ich mich, wenn engelreine Seelen mit dem verklärten Leibe sich vor Gottes Stuhl vermählen! 10. Gott selbst mit seinem Angesicht wird ewig mich erquicken; ihn werde ich in seinem Licht zur Wonne mir erblicken. Und was Vom Tode 422 all meine Lebenszeit von ihm mir Guts geschehen, das wird im Licht 541. Eigne Melodie. der Ewigkeit vor meinen Augen stehen. Phil. Jak. Spener, geb. 1635,+ 1705. 1715. 1. Wer weiß, wie nah. e mir mein En.de! Ach, wie geschwinde und be. hen.de 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sey für und für und seufze stets in allen Fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sey vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach, Bater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu bin geht die Zeit, her kommt der Tod. tann kommen mei- ne Zo. des.noth! machs nur mit meinem En de gut. zu, darin ich mich fest glaubig winde; das gibt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sey Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Lauf; daher bist du mir auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 10. So fomm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut Vom schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 11. Ich leb indeß mit dir vergnüget und sterb ohn alles kümmerniß; mir gnüget, wie mein Tode. 423 Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Nemilie Juliane von Schwarzburg. Rudolstadt(?), geb. 1637, † 1706. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Crüger.( 1653.) 1658. 542. fe 1. Lieb.fter Je su! laß mich nicht, schau auf mich, wenn ich muß kämpfen, wenn der Tod die Glie der bricht, hilf, daß ich ihn möge dämpfen, und durch dei nen Kreuzes, tod 2. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn du bist ein Arzt der Schwachen; ja, du hast dich mir verpflicht, daß du willt mich selig machen; meine Kräfte neigen sich, o mein Jesu! stärke mich. 3. Starker Jesu, laß mich nicht, weil ich doch an dir nur hange; mich erschreckt zwar das Gericht, und die Sünde macht mir bange; aber dein Verdienst und Huld decket alle meine Schuld. überwinden al le Noth. mich zur süßen Ruh tragen nach dem Himmel zu. 5. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn ohn dich will ich nicht sterben; Niemand, wie dein Mund selbst spricht, kann ohn dich den Himmel erben; darum bleib, ach bleib in mir, daß ich selig sterb in dir. 4. Süßer Jesu! laß mich nicht, wenn du siehst, ich soll gesegnen; führe mich, du bist mein Licht, laß die Engel mir begegnen, daß sie 543. 6. Jesu! laß auch diese nicht, so dann bitter um mich weinen; laß dein gnädig Angesicht ihnen stets mit Trost erscheinen; zeuch sie aus dem Ungemach endlich in den Himmel nach! Zach. Herrmann, geb. 1643, † 1716. Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. # 1. Ich ster. be täglich), und mein Leben Wer kann mir einen Bür- gen ge- ben, 1715. eilt immerfort zum Grabe hin. ob ich noch morgen le- bend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt ber; ach, wer nur im- mer fer- tig wär! Vom Tode. 424 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden tråget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schleußt Keinen aus; mein Leib ist auch ein Todtenhaus. 6. Ein cinzger Schlag kann alles enden, und Fall und Tod beisammen seyn. Doch schlage nur mit Baterhänden und schleuß in hristi Tod ein, daß, wann der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz fich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Herz sich schleußt. Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich. Wenn lauter Thränen mir begegnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich seyn. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, den noch selig seyn. Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737 Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Grüger.( 1653.) 1658. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Todten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinen Abschied denken mag. 5. 8 fann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 544. 1. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; und wie we.nig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe? #d Denk, o Mensch, an dei nen Tod, säume nicht; denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, Vom Tode. daß, vor Gott dir 3eugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern 545. fc- F 425 nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geift zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Christ. Fürcht. Gellert, geb. 1715, † 1769. Teschner. 1615. Mel. Balet will ich dir geben 2c. 1. Die auf der Er de wallen, Sie blüb.en auf und fallen, Ver. bor. gen ist die Stun. de, doch je de, je de Stunde 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll fich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wann nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wann meine Kräfte beben, und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! die Sterb lichen sind Staub. des To des fich- rer Raub. da Gottes Stimme ruft. bringt näh er uns der Gruft. 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Eode rangst. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden faßt nie ein sterblich Herz. Trost für kurze Leiden, für furzen Lodesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank. 426 Vom 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott 546, Tode. zu geben, wann er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Aus dem bayr. Gesangbuche v. 1811. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Krüger.( 1653.) 1658. H 1. Geht nun bin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns mü. de; von der Er de scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Frie- de, denn mir ruft die süße Ruh 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege felbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wann die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden sind nur Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Land. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauer geht, von den En geln droben zu. 1 fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur fann ewig seyn. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrthum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Theil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu Gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moriz Arndt, geb. 1769. 547. Vom Tode. Tod und Begräbniß von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein 26. 1. Du bist zwar mein und blei beft mein; wer will mirs an ders sa gen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ew- gen Za. gen dich, o mein Kind, mein Wille, 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir; du sollst seyn meines Hauses Sier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 427 der hat das mei ste Recht an dir, der fordert und er hebt von mir 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in mei nem Muth; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, draus Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. Schop. 1641. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn; und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: ach weh! mein Licht verschwindt; Gott spricht: willkomm, du liebes Kind; dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. mein Herz und Wun- sches Fül. le. 5. O süßer Rath, o schönes Wort, und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und lie bet, wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, Gottes Namen ehren, der heilig, wenn deine Sinne sich erhöhn und heilig, heilig ist, durch den auch du geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun es sey ja! und bleib also: ich will nicht um dich weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh, da leb und bleib nur immerzu; wills Gott, werd ich mit Andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 428 548. Vom Tode. Mel. Herzlich thut mich zc. 1. So hab ich ob ge sie get; mein Lauf ist nun vollbracht. # S Ich bin gar wohl vergnü get; . Was wollt ihr euch be. trü. ben? 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer könnt ihr sparen, drum seyd doch unbetrübt. Ihr aber, meine Lie ben, thut nicht so äng. stig lich. 3. Ach, Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet seyn; warum ihr jezo weinet und gar so kläglich thut, das ' st sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. Haßler? 1613. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an, die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn er schier ein sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmer zen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; zu tau send gu ter Nacht! $ S Stehts doch sehr gut um mich. mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigfeit. Viel besser, wohl gestore ben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus jenen Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Sieges pracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 8. Noch neßet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Baters treue Liebe fieht sehnlich in mein Grab; die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott nimmts! er hat es Recht, bei ihm steht Tod und Leben; der Mensch ist Gottes Knecht. 10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand. 549. 429 Daß es sobald geschehen, thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. Mel. Es ift genug 2c. 550. 藝 2. Beuch hin, mein Kind! der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg; darum befiehlt er dir, jeßt wieder abzuziehn. Beuch hin! Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen; zeuch hin, mein Kind! 1. Beuch hin, meinkind! denn Gott selbst fordert dich aus dieser ar- gen Welt. Ich lei- de zwar, dein Lod be trü bet mich; doch weil es Gott ge- fällt, S so unter laß ich alles und will mit stil. lem Gei ste 3. 3euch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird fein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Aengsten schweben; dort fannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! Kla- gen sa. gen: Gottfr. Wilhelm Sacer, geb. 1635, † 1699. Ahle. 1662. Beuch bin, mein Kind! 4. 3euch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eb dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! 5. 3euch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, du hast im Herren überwunden: zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann, geb. 1658, † 1712. Eigne Melodie. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 1535. 1. Es ist gewißslich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kom- men in feiner großen Herrlichkeit, zu richsten Bös und From- men. 430 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Dann wird das Laschen werden theur, wie Petrus da von schrei: bet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welte Ende. Darauf bald werden auferstehn all Todten gar behende. Die aber noch das Leben han, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 3 Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden han getrieben; da dann gewißlich Jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet, und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet. Der wird fürwahr gar fahl bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 551. fe wann alles wird ver- gehn im Feur, 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd eingezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht; denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sey, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen, auf daß ich sammt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns haft erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage! Den Leuten wird auf Erden bang von wegen vieler Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Uebel. Amen! Barth. Ringwaldt, geb. 1530, † 1598. 1599. Eigne Melodie. 1. Wa chet auf, ruft uns die Stim- me Mit ter nacht heißt die- se Stun. de; der Wächter sehr hoch auf der Binne; sie ru- fen uns mit hellem Munde: wach auf, du Stadt Jeru sa lem! wo seyd ihr klu- gen Jungfrau- en? Wohl auf, der Bräutgam kömmt! steht auf, die Lam- pen nehmt! Halle, lu, ja! Macht ench bereit Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. ihr müs set ihm entgegen gehn. zu der Hoch- zeit; 2. Zion hört die Wächter singen; das Herz thut ihr vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden start, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 552. Eigne Melodie. 3. Gloria sey dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Pbil. Nicolai, geb. 1556,+ 1608. mein sehn- lich Herz so groß Ber- langen hat 1. Je- ru- sa- lem, du hoch ge bau te Stadt, wollt Gott, ich war in dir; $ Weit über Berg und Tha. Ie, 431 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunschwingt es sich über al== le 2. O schöner Tag und du viel schönste Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? Melch. Frank? 1663. und ist nicht mehr bei mir. weit über bla. ches Feld und eilt aus dieser Welt. derlich die Stätt der Element, fährt auf Eliä Wagen mit großer Engelschaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. Ehrenburg, sey nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort; wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit 432 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schaar kommt dort gezogen schon? Was auf der Erd von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland; Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 553. fe 7. Wann dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine man fingt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang gesungen das große Hime melsheer. Joh. Matth. Meyfart, geb. 1590, † 1642. 3. Crüger. 1649. Mel. Dwie selig seyd zc. 1. O wie mögen wir doch unser Le ben B 15 ihrer Luft er geben, und uns selbst scheisden $ Ruh und tausend Freu den? 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Todten in die Grube fahren? Es wird geschehen, daß ein Jeder seinen Lohn foll sehen. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und der Richter wird vom Himmel kommen, der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 4. O was wird er für ein Urtheil fallen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen, wenn er wird so der Welt und von der Frommen finden, wie wir hie gelebt in lauter Sünden? 5. D Herr Christe, wollest meiner schonen, und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen! Ich will verlassen alle Welt und ihre Lüfte hassen. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer sich von deinem Wort abkehren. Dein will ich bleiben; keine Welt soll mehr von dir mich treiben. 7. Deine Gnadenthür steht Al Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 433 len offen, die auf dich in diesem deine Wunden, da ich meinen SünLeben hoffen; die ohn dich sterben, müssen dort mit Leib und Seel verderben. den Rath gefunden; dein Kreuz und Leiden führet mich zu wahren Himmelsfreuden. Heinrich Albert, geb. 1604, † 1668. 8. Darum schließ ich mich in 554. Im vorigen Ton. 1. O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seyd entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Sammer. Kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle 555. fui Thränen; habt das schon, wornach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch Keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen; lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. Grüger. 1653. Eigne Melodie. DAn fang son der En.de! nicht, wo ich mich hin wen- de; S 1. Ewigkeit, du Donnerwort! Dwig feit, Beit ohne Beit! DSchwert, das durch die Seele bohrt! Ich weiß vor großer Trau- rig- feit mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gau men klebt. 3. 2. Kein Unglück ist in aller Ewigkeit, du machst mir Welt, das endlich mit der Zeit nicht bang! O ewig, ewig ist zu lang! fällt, und ganz wird aufgehoben. Die Ewigkeit hat nur kein Ziel; fie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusammt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit fo schrecklich, als die Ewigkeit. Pet. m. Not. 28 434 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht; wie strafest du den bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du die lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen! Betracht es oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe 556. 高 Zeit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag. Wer weiß doch, wann er sterben mag? 6. Ewigkeit, du Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rift, geb. 1607,+ 1667. Hinge? 1690. Eigne Melodie. CH 1. Al le Menschen müs- sen sterben, al·les Fleisch ver- geht wie heu; was da le bet, muß ver.der- ben, joll es an ders wer den neu; dieser Leib der muß ver we sen, wenn er an ders soll ge- ne- sen S der so großen Herrlich keit, 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnoth ist des Herren Jesu Lod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben: drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreicinigkeit. die den From- men ift bereit. 4. Da wird seyn das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, stehen da vor seinem Chron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen fitet die ge zwölfte Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in fanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! jeßund gehet auf die Sonne, jeßund gehet an der Tag, der fein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket 557. DAD Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 435 diese große Herrlichkeit; jegund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, geb. 1624, † 1679. Eigne Melodte. da wird seyn der rechte Frie. de 1. Welt, a. de, ich bin dein mü de, ich will nach dem Himmel zu; Rosenmüller. 1649. in dem Him- mel al le zeit 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller Krankheit los, und der Traurigkeit entnommen, rube fanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Noth, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was ist hier die Erdenfreude? Nebel, Dunst und Herzeleid; hier auf dieser schwarzen Haide sind die Laster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne finget Gottes auserwählte Schaar. Heilig, Heilig, Heilig! klinget in dem Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lau ter Ei tel feit; und die stol ze See len rub. " $ S Friede, Ruh und Se lig keit. Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Noth, Sorgen und der bittre Tod; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Nun es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Noth, Müh und Furcht 28* Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 436 zuleßt der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. D, wer nur dahin gelanget, wo jeßund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget, und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr? daß ich mich doch mög 558. besprechen mit dem Schönsten für und für. Welt, du haſt nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jeßt will ich mich fertig mas chen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt: komme, und nicht: geh. Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei: in dem Himmel allezeit Friede, Nuh und Seligkeit. Joh. Gg. Albinus, geb. 1624, † 1679. Grüger.( 1653) 1658. Eigne Melodie. H 1. Je fus, meine Zuversicht Die ses weiß ich; sollt ich nicht 1 was die lange To des. nacht 2. Jesus, er mein Heiland, lebt. Ich werd auch das Leben schauen, seyn, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Lodesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Aschen werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn seyn mög allezeit.dible rap und mein Hei- land, ist im Leben. da rum mich zufrieden geben, mir auch für Ge. dan, ken macht? 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an wird von mir seyn abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät; himmlisch werd ich auferstehen. Hier geh ich natürlich ein; nachmals werd ich geistlich seyn. 437 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 8. Seyd getrost und hocherfreut! wird Schwachheit und Verdruß licJesus trägt euch, meine Glieder; gen unter eurem Fuß. gebt nicht Statt der Traurigkeit! sterbt ihr, Jesus ruft cuch wieder, wenn die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber bringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft; lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann 559. Mel. Valet will ich dir ze. e 1. Er mun tert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lam- pen Schein! Der A. bend ist ge- kommen, die fin.stre Nacht bricht ein. Es hat sich auf ge. ma chet S 10. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jeßt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn. auf! be tet, kämpft und wa 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Del, und seyd des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah; begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr tlugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen! der Bräutgam ist nicht weit. Louise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, geb. 1627, † 1667. Teschner. 1615. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen; der schönste Frühlingsschein verheißt Erquidungszeiten; die Abendröthe zeigt der Bräu ti gam mit Pracht; chet, bald ist es mitter nacht. den schönen Tag von weiten, davor das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seyd nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seyd, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphiren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen; hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Waizenhalmen im Frieden nach 438 dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, 560. # erwünschte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laur. Laurentii, geb. 1660, † 1722. Mel. D Jefu Chrift, meins 2c. 1630. 1. O Sündenmensch, be denk den Tod, der letzten Stun- de AngskundNoth; mach dich mit wahrer Buß be- reit, 2. Besitzest du die ganze Welt mit höchster Ehr und allem Geld, erfreut es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. 3. Erschallt in deinen Ohren nicht: ihr Todten, kommet vor Gericht? Ist doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. 4. Wenn du begehrest Gottes Huld, so meid der Sünden schwere 561. zu le: ben in der E. wig feit. Schuld, die wider deine Seele streit: so bist du frei in Ewigkeit. 5. Unzählig ist der Sternen Heer, die Tropfen und der Sand am Meer; doch haben sie Maß, Ziel und Zeit und gleichen nicht der Ewigkeit. 6. Besinn und denke fort und fort, was ewig! für ein Donnerwort. Ach, keiner Zeiten Zeit befreit dich von der ewgen Ewigkeit. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Krüger.( 1653) 1658. 1. Himmel an geht un- fre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Ka. na an durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilg- rims- stand, dro- ben un ser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem 3weck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung bin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich allzeit, wann er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 439 denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; Benj Schmolck, geb. 1672, † 1737. 562. Teschner. 1615. SE- 1 Mel. Valet will ich dir zc. 1. Ich geh zu deinem Gra- be, du großer weil ich die Hoffnung habe, wie man kann fröhlich ster. ben 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl verD. ster. fürst, daß du mir zeigen wirst, auch mit den Himmels er ben 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was zu dem Staube kehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. und fröhlich auf. er stehn, ins Land des Lebens gehn. siegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich 440 dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme rust. 7. Du wirst den Delberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da will 563. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Mel. Unser Herrscher, unser ac. ach, wann komm ich doch ein- mal 2. Ach, wie wünsch ich, dich zu schauen, Jesu, liebster Seelenfreund, dort auf deinen Salemsauen, wo man nicht mehr flagt und weint, sondern in dem höchsten Licht schauet Gottes Angesicht! ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäuser; da heißts: Halleluja! da trägt man Siegesreiser; ach, wär ich nur schon da! Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 1.. Je ru sa lem, du schöne, da man Gott be ständig ehrt und das himm li jche Ge. tö ne: Heilig, Hei lig, Hei- lig! hört; S 3. Komm doch, führe mich mit Freuden aus der Fremde hartem Etand; hol mich heim nach vielen Leiden in das rechte Vaterland, wo dein Lebenswasser quillt, das den Durst auf ewig stillt. 4. O der auserwählten Stätte, o der Wohnung voller Zier! Ach, daß ich doch Flügel hätte, mich zu schwingen bald von hier nach der Neander? 1680. 2. Wer sind die, so Palmen traz gen wie ein Sieger in der Hand, hin zu deiner Bür- ger Zahl? neuerbauten Stadt, welche Gott zur Sonne hat! 5. Soll ich aber länger bleiben auf dem ungestümen Meer, wo mich Sturm und Wellen treiben durch so mancherlei Beschwer, ach, so laß in Kreuz und Pein Hoffnung meinen Anker seyn. ken, so ist Wind und Meer gestillt. 6. Laß dein Angesicht nur winChristi Schifflein kann nicht sinken, war das Meer auch noch so wild; obgleich Mast und Segel bricht, läßt doch Gott die Seinen nicht. Nach Friedr. Conrad Hiller, aus dem Württemberger Gesangbuch. 564. Im obigen Ton. 1. Wer sind die vor Gottes wann er seinen Feind geschlagen, Throne? was ist das für eine hingestrecket in den Sand? WelSchaar? träget jeder eine Krone, cher Streit und welcher Krieg hat glänzen wie die Sterne klar; Hal- gezeuget diesen Sieg? leluja fingen all, loben Gott mit hohem Schall. 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet feine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil ge bracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligthum. 565. 441 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, weil ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit; treibe, Herr, die Feinde weit. . 9. Hilf mir in dem Kampfe fies gen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Roth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Theil sey bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnentnommen, als dein dir getreues lich find, daß auch ich der Noth nehme den verheißnen Lohn. Kind dann, genahet zu dem Thron, 11. Welches Wort faßt dieſe Wonne, wann ich mit der heilgen Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sey dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schend, † 1727. Mel. Wachet auf, ruft zc. 1. Se lig find des Himmels Er.ben, die Todten, die im Her- ren sterben, Nach den lep ten Augen blicken des Todesschlummers folgt Entzücken, • zur Auf. er stebung ein ge.weiht. folgt Won ne der Un- sterb- lich- feit. 1599. Im Frie den rub.en sie, los von der Er. de Müh. Ho.fi. an na! vor Got tes Thron, zu seinem Sobn, begleiten ib. re wer. te fie 442 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne seyn. 3. Nicht der Mond, nicht mehr Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 566.ind f the die Sonne scheint uns alsdann; er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr, Halleluja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab. Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Friedr. Gottlieb Klopstod, geb. 1724,+ 1803. Mel. Es ist gewißlich an ic. 1. Groß wird des Sün- ders E.lend seyn, un end- lich schwer zu tragen. Ach, unter des Gewissens Pein wird seine See le za gen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, zur Rechenschaft ihn for. dert. 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden find in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm verschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt, o welche Neu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kränkte? Gebeugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, er1535. der Tag des Weltgerichts erschreckt, wählte; nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Nichters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und selber sein Gewissen spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Richter. 6. Sünder, fichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Last nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Behrung sey noch immer Beit, und fern sey noch die Ewigkeit, fern des Gerichtes Strafe. 7. Sie kömmt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder 567. Mel. D Ewigkeit, du zc. 443 glauben; und leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Behrung rauben. Jegt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! Joh. Christi. Grot, geb. 1733,+ 1800. Grüger. 1653. 1. Der unsre Menschbeit an sich nahm, als er uns zu ver. jöhnen kam, nicht fern ist seiner 3u- kunft Zeit, in al ler seiner Herrlichkeit kommt einst zu rich ten wie der; steigt Je sus dann her nie der; . 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Borne decken; denn nun nicht mehr erbarmt er fich, und sein Gericht ist fürchterlich. 4. Wann furchtbar seiner Donner Schall und tönender Posaunen Hall der Erde Grund erschüttern, und plößlich nun der Bau der Welt wankt, frachend stürzt, in Trümmern fällt, wann selbst die ver nimms, o Welt, und beßere dich! Der Tag des Schre- ckens nah.et sich! 2. Warum verzeucht er? fragt der Spott. Wo bleibt der Sünden Nächer, Gott? Hört, Sünder, hörts mit Beben: euch, die ihr frech ihm widerstrebt und in der Bosheit ficher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt; bald kommt der Richter und vergilt! Himmel zittern, und vor den Riche ter hingerückt der Spötter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit; wo werdet ihr Barmherzigfeit und Gnad und Rettung finden, die ihr der Bosheit Maß noch häuft? Fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden, daß ihr nicht selbst euch einst verflucht und in Verzweiflung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir, ich bin ein Missethäter! Begnadige, wenn dein Gericht auch mir mein ewig Urtheil spricht, mich, Herr, den Uebertreter! Du, der die Sünder nicht verstößt, du, Jeſu, haft auch mich erlöst! keit, du predigst uns den Weith 7. Tag Gottes, Tag der Ewigder Seit laut mit des Donners Stimme! Reizt, Menschen, nicht Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 444 durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn schrecklich 568. Vå. ter. Itch Mel. Straf mich nicht zc.( Rosenmüller 1655?) 1694 8 1. Herr, ich bin dein Ei gen thum, dein ist auch mein Leben; mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs ge. ge. ben. führst du mich mei nem gen. 2. Ginst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie ver. schwendet! ent ge 1 wird der Sünder Pein, und groß der Frommen Wonne seyn! Gottfr. Bened. Funt, geb. 1734, † 1814. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben! daß ich nie thöricht fie außer Augen sebe, nie ste frech verlege. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechen. schaft, nur, was gut ist, wählen. auf des Lebens We • gen Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. 6. Beigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. geode 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig auf genommen. Wonnevoll, Jefu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balth. Münter, geb. 1735,+ 1793. Register. [ Nach den Nummern der Lieder.] Ach bleib bei uns, Herr Jesu Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott des Himmels, laffe 28 Ach Gott, erbör mein Seufzen. 408 Ach Gott, gib du uns deine..... 22 Ach Gott und Herr, wie groß. 338 Ach Gott, verlaß mich nicht. 24 Ach, Gott vom Himmel. ......... 301 Ach Gott, wie manches 405 Ach, Herre, du gerechter Gott... 506 Ach wie flüchtig, ach wie nichtig. 534 Ach, wie heilig ist der Ort...... 173 Ach, wir armen Sünder 91 .... ... .. ... ..... ... ...... ...... .... Ach, wundergroßer Siegesheld... 140 Allein Gott in der Höh........ 164 Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 337 Alle Menschen müssen sterben 556 Alles ist an Gottes Segen ...... 260 Als Jesus an dem Kreuze 106 Am Kreuz erblaßt 110 206 346 Dantet, danket Gott mit Das alte Jahr ist nun dabin 74 73 52 32 72 ***.***.... 449 An dir allein, an dir hab.. Auf, auf, ihr meine Lieder...... 443 Auf, auf, ihr Reichsgenossen Das alte Jahr vergangen Auf, auf, mein Herz. Das liebe neue Jahr geht an... Auf, Christen, laßt uns unsern.. 277 Das walte Gott, der helfen Auf, Christenmensch! auf, auf.. ... 371 Auf Christi Himmelfahrt alletn... 139 Auf diesen Tag bedenken wir 136 Auferstehn, ja auferstehn 230 399 331 433 367 324 Auf Gott und nicht auf..... Auf, thr Heiden, Tobet Das walt Gott Vater und Gott Deines Gottes freue dich Dein Wort, o Herr, bringt.. Dein Wort, o Höchster, ist 310 Dennoch bleib ich stets an...... 421 Der Abend kommt, die Sonne 481 406 Der du, Herr Jesu, Rub und... 113 Der du kannst nichts, als gütig. 499 Der du uns als Bater liebest... 160 Der Glaube macht allein 350 Der Glaub ist eine Zuversicht... 235 364 Auf meinen lieben Gott Aus Gnaden soll ich selig.. Aus meines Herzens Grunde. 432 Aus tiefer Notb laßt uns....... 175 Aus tiefer Roth schrei ich....... 174 ... ........ ....... Nr. 314 Befiehl du deine Wege. 21 ........ ... Nr. 409 29 4.2 Bei dir, Jesu, will ich bleiben... 211 Bescher uns, Herr, das täglich... 458 Beschränkt, ihr Weisen dieſer 356 Beschwertes Herz, leg ab........ 34 Bet- Gemeine, beilge dich Bleib ja bei mir..... Bringt her dem Herren Lob..... 10 Christe, du Beistand deiner..... 317 Christe, du bist der helle Tag.... 463 Christe, du Lamm Gottes. Christen erwarten in allerlei.... 505 Christ fubr gen Himmel...... 135 Christi Blut und Gerechtigkeit 276 Christ ist erstanden 115 Chrift lag in Todesbanden... 117 Chrift, unser Herr, zum......... 182 Christus der ist mein Leben..... 529 Christus ift erstanden. 187 118 ..... 011 ... .. ***... *.***. ****... ..... ...... .. ******* 446 Der Herr, der aller Enden ***.. 475 247 330 Der Herr ist Gott und keiner..... 248 Der Herr ist mein getreuer 264 Der Hölle Pforten sind.......... 124 Der lieben Sonne Licht und Der Sabbath ist vergangen...... 489 Der Tag ist bin, mein Geist...... 479 Der Tag mit seinem Lichte....... 469 Der Thron der Weltbeherrscher... 181 Der unsre Menschheit an........ 567 Dich Jesum, laß ich ewig nicht 296 Die auf der Erde wallen......... 545 Die Christen gehn von Ort....... 228 Die Feinde deines Kreuzes........ 326 Die güldne Sonne, voll Freud. 439 Die belle Sonn leucht. 431 Die Herrlichkeit der Erden 537 Die Himmel rühmen Die Macht der Wahrheit Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht nunmehr vergangen Dieß ist der Tag, den Gott... Dieß ist die Nacht, da mir Die Sonn hat sich mit ihrem Dieß sind die heilgen zehn Die Sünden sind vergeben Dir, dir, Jehova, will ich Dir, höchster Herr und König.... 180 Dreieinigkeit, der Gottheit 167 Du bist in die Welt gekommen 271 Du bist zwar mein und bleibest... 547 Du dreimal großer Gott. ......... 165 Du großer Schmerzenmann....... 95 Du, Herr, bist meine Zuversicht... 263 Du Herr der Seraphinen Du, meine Seele, finge Durch Adams Fall. Durch Trauern und durch Du unerforschlichs Meer der 464 454 71 68 468 302 362 26 255 186 Du Vater deiner Menschenkinder.. 379 Du wesentliches Wort 270 ....... ...... ...... ...... *** .... ........ Register. ...... ... *.***.. ....... ..... ...... ..... ....... ...... *** ....... ........ ...... ....... Nr. 258 ........... 249 266 77 Nr. Edler Geist im Himmelsthrone.. 300 Ein feste Burg 170 79 Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Jahr geht nach dem 80 98 372 288 ..... 227 313 447 Ein Lämmlein geht und trägt Ein reines Herz, Herr Eins ist noth; ach Herr i, wie so sanft entschliefest Erhalt uns, Herr, bei.. Erhebe dich, o meine Seel. Erinnre dich, mein Geist Ermuntert euch, ihr Frommen. Ermuntre dich, mein schwacher Erneure mich, o ewges Licht... 298 Erschienen ist der herrlich Es fähret heute Gottes 130 559 65 120 138 Es hat der Herr zu allen 222 Es ist das Heil uns ....... .. ….... ..... Es ist genug, so nimm Es ist gewißlich an der Zeit Es ist nicht schwer, ein Christ Es ist vollbracht! Er ist Es ist vollbracht, Gott Lob Es kostet viel, ein Christ ****** .... ***** ..... .... ******** ..... ...... Es woll uns Gott genädig........ Ewig, ewig bin ich dein Fahre fort, fahre fort, Bion. 320 494 530 66 Fang dein Werk mit Freu dich sehr, o meine Freuet euch, ihr Christen.. Freuet eud), ihr Gottes Kinder.. 85 Fröhlich soll mein Herze Früh morgens, da die Sonn.... 122 Für alle Güte sey 484 Gedente mein 62 27 Geht hin, ihr gläubigen 244 Geht nun hin und grabt mein.. 546 Geist vom Vater und vom...... 299 Gefreuzigter, zu deinen Füßen.. 430 Gelobet sey der Herr, mein...... Gelobet seyft du, Jesu Christ.... 57 166 ...... ......... ....... 267 538 550 393 107 536 392 328 209 .... ... ....... Gelobt fey Gott im höchsten. Gib dich zufrieden und sey stille.. 410 Gott, deine Gnade bringt uns.. 366 Gott, deine Güte reicht so weit.. 30 Gott, den ich als Liebe tenne 508 Gott, der Vater, wohn uns..... 163 Gott der wirds wohl machen 261 Gott des Himmels und der..... 437 Gott, dir gefällt fein..... 349 Gott, du Licht, das ewig... 446 Gott, durch dessen Wort 253 Gottes Sohn ist kommen....... 60 Gottes und Marien Sohn...... 269 Gott fähret auf gen Himmel.... 141 Gott, gib einen milden Regen. 156 Gott ist gegenwärtig; lasſet 242 Gott ist mein Hort 309 Gott ist mein Lied 246 426 418 Gott ist und bleibt getreu.. Gott lebet noch.. Gott Lob! Der Tag ist nun.... 473 Gott Lob! die Woch ist auch. .... 486 Gott Lob! ein neues Kirchenjahr.. 56 Gott Lob! Ein Schritt zur...... 478 Gott Lob! ich bin aufs Neu 205 Gott Lob! Nun ist die Nacht.... 451 Gott Lob! Nun ist erschollen.... 502 Gott, mein einziges Vertrauen.. 391 Gott ruft der Sonn und 81 Gott sey Dank durch alle Welt.. 45 Gott sey gelobet und gebenedeiet.. 202 Gott sorgt für dich, was........ 414 Gott Vater, höre unsre Bitt.... 183 Gott Vater, sende deinen Geist.. 297 Gott versiegle nun das Wort 43 Gott, vor dessen Angesichte...... 243 Gott wills machen, daß die... 424 Großer Gott von alten Zeiten.. 33 Großer Immanuel, schaue von.. 321 Großer Mittler, der zur......... 272 Groß wird der Sünder Elend... 566 **** .... *** .... ....... Register. ... Nr. 119 Halleluja, jauchzt, ihr Chöre... Halleluja! Lob, Preis und. Halt im Gedächtniß Rr. .... 132 ..... 169 196 308 ..... 200 82 347 ..... 485 Heiland, deine Menschenliebe.... 274 Herr Christe, treuer Heiland. 92 Herr, deine Allmacht reicht. 252 Herr, deine Rechte und Gebot... 384 Herr, dein Wort, die edle Herr, der du als ein stilles Herr, der du deinen Namen Herr, der du in der Höhe Herr, der du mir das Leben.. Herr, der du vormals hast...... 503 Herr, du haft für alle Sünder. ... 195 Herr, du wollft uns vorbereiten.. 201 Herr, es ist von meinem Leben.. 477 Herr Gott, der du den Ehestand.. 221 Herr Gott, dich loben wir... 1 Herr Gott, dich loben wir, regier.. 504 Herr Gott, du bist von Ewigkeit.. 251 Herr Gott, nun schleuß den..... 528 Herr Gott, Vater im ....... 460 ..... 498 Herr, ich bin dein Eigenthum 568 Herr, ich bitte dich, erwähle.. Herr Jesu Christ, dein theures.. 354 Herr, Jesu Christ, dich zu uns.. 36 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, sich doch. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, wir kommen ... 191 Herr Jesu Christe, Gottes Sohn.. 46 Herr Jesu Christe, mein getreuer.. 193 Herr Jesu Christ, wahr Mensch.. 518 Herr Jesu, deine Angst und Pein.. 102 Herr Jesu, der du selbst von.... 219 Herr Jesu, Gnadensonne... Herr Jesu, Licht der Heiden 89 Herr, mein Licht, erleuchte ... 311 Herr, mein Versöhner, der du... 400 Herr, nun laß in Friede. 25 531 Herr, öffne mir die Herzensthür.. 37 - 447 ..... ...** ...... ... ..... 212 448 Register. Nr. 305 18 Herr, ohne Glauben fann 237 Herr, stärke meinen schwachen... 380 Herr, stärke mich, dein Leiden... 109 Herr, unser Gott, laß nicht... ..... 513 Herr, von unendlichem.......... 275 41 Herr, vor deinem Angesicht. Herr, wie du willst, so schicks. 521 Herr, wie sind noch viel........ 333 Herr Bebaoth, dein heilges Herzlich lieb hab ich dich.. Herzlich thut mich verlangen 524 Herzliebster Jesu, was hast.. 93 Heut triumphiret Gottes 121 Hilf, Helfer, hilf, du kannst..... 428 Hilf, Helfer, hilf in Angst.. Hilf, Herr Jesu! laß gelingen. Himmelan geht unsre Bahn..... 561 Hinunter ist der Sonnenschein.. 465 Hirte deiner Schafe.. 480 Höchster, denk ich an........... 348 Höchster Gott, durch deinen 452 Höchster Tröster, fomm........... 159 Hosianna Davids Sohne 51 Hosianna! Davids Sohn kommt.. 53 Hüter, wird die Nacht der...... 453 Jauchzet Gott in allen Landen.. 128 Jaudzet, ihr Himmel.. 69 Ich armer Mensch doch gar..... 527 Ich armer Mensch, ich 215 404 76 ....... Ich bin bei Gott in Gnaden.... 351 Ich bin ein Gast auf Erden 533 Ich bin getauft auf deinen. ...... 208 Ich bin ja, Herr, in deiner 532 Ich bin im Himmel....... 359 Ich danke dir für deinen Tod 103 Ich danke dir, o Gott, in....... 435 Ich erhebe mein Gemüthe. 217 562 Ich freue mich, mein Gott...... 355 Ich geh zu deinem Grabe Ich glaube, daß die Heiligen.... 323 Ich habe nun den Grund....... 357 ..... ... .... ....... ....... .. ........ ...... ........ .... ......... .... ... ...... Nr. .... 411 ..... 509 525 ..... 199 31 ... 417 322 17 278 6 Sch hab in Gottes Herz und Ich hab in guten Stunden Ich hab mich Gott ergeben Ich komme, Herr, und suche Ich komme vor dein Angesicht Ich lasse Gott in allem 3ch lobe dich von ganzer..... Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 3h schäme mich des Heilands Ich finge dir mit Herz und Ich sterbe täglich 543 495 ..... 236 239 Ich und mein Haus wir find Ich weiß an wen ich glaube Ich weiß, an wen mein Glaub. 259 Ich weiß, mein Gott, daß Ich weiß von keinem andern... 358 Ich will dich immer treuer...... 293 Ich will dich lieben, meine 283 344 422 14 552 162 334 294 94 343 ...... 105 223 Ich will von meiner Missethat.. Je größer Kreuz, je näher Jehova, Jehova, Jehova Jerusalem, du hochgebaute Jesaia, dem Propheten, das Jesu, bittend kommen wir Jefu, deiner zu gedenken Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen Jesu, geh voran.... Sesu, großer Wunderstern Jesu, bilf fiegen, du Fürste. Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens Leben..... Jesus Christus herrscht als Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod Jesus Christus, unser Heiland, der von uns Jesus ist mein Leben 86 377 282 285 ...... ...... ...... Jesus lebt mit ihm auch ich . ….... ..... ....... ... ... *****.. ...... ***** ..... ... …. ****** ..** ******* ***** ...... 97 ... 144 ... ***** 116 190 296 131 Nr. Jesus, meine Zuversicht 558 352 Jesus nimmt die Sünder an.... 216 Jesus soll die Losung seyn.. Ihr Christen auserkoren Ihr Eltern, gute Nacht Immanuel! der Herr ist hier. In allen meinen Thaten In Christi Wunden schlaf ich In dich hab ich gehoffet.. In dieser Morgenstund will It Gott für mich... Komm auf uns, o Geist des 161 Komm, Gott Schöpfer, heiliger.. 147 Komm, heilger Geist, o Schöpfer. 146 Komm, heilger Geist, Herre.... Koram, o komm, du Geist des Kommst du, kommst du, Licht.... 47 Kommt her, ihr Christen, voller.. 172 Kommt und laßt euch Jesum 385 König, dem kein König... 273 Lasset mich mit Freuden sprechen. 184 Laffet uns mit Jesu ziehen .... 389 Laß mich dein sehn und 19 Laß, Vater, deinen guten Geist.. 368 Liebe, die du mich zum Pilde.... 284 Liebster Jesu, laß mich nicht..... 542 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem 148 155 Worte.. ***** ..... ....... **** ... .... .... ..... ... Register. .. ..... Nr. 483 402 456 ..... 544 419 Meinen Jesum laß ich nicht 281 Mein Gott, nun ist es wieder 444 Mein Heiland nimmt die........ 363 Mein Herz, gib dich zufrieden 515 ... 420 Mein Jesu, der du vor dem..... 198 Mein Jesus ist ein Freund ...... 218 Merk, Seele, dir das große...... 395 Mir ist Erbarmung widerfahren. 360 Mir nach, spricht Christus..... .... 370 Mit Ernst, o Menschenkinder.... 50 Mit Fried und Freud ich fahr... 88 Mit meinem Gott geh ich 472 Mitten wir im Leben.... Morgenglanz der Ewigkeit Nimm von uns, Herr, du...... 512 Nun bitten wir den heilgen. Nun bricht die finstre Nacht Nun bringen wir den Leib Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet Nun freut euch, Gottes Kinder 137 Nun freut euch, lieben Christen.. 265 Nun, Gott Lob! es ist ..442 ..... 149 3 5 40 49 55 225 75 457 Mein Auge wacht..... Mein bester Trost in diesem... Mein erst Gefühl sey 78 64 Meine Lebenszeit verstreicht Meine Seel ist stille 231 70 257 519 16 436 ... ..... re ...... ..... .. .. 185 Liebster Jesu, wir sind hier, dich und.. 39 Liebster Vater, soll es seyn 539 Nun laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott, dem Nun fob, mein Seel, den Nun preiset alle Nun ruhen alle Wälder Lobe den Herren, den mächtigen. 8 Lobe den Herren, o meine 13 Lobet den Herren alle, die ihn... 440 Lobt den Höchsten, Jesus lebet 133 Lobt Gott, ihr Christen, alle..... 61 Mache dich, mein Geist, bereit.. 375 Nun sich der Lag geendet hat Mach, Herr, Ein Herz 224 Nun sich der Tag geendet, mein. 482 Machs mit mir, Gott, nach 526 Nun sich die Nacht geendet hat.. 448 Macht boch die Thür 44 daß ich tausend Bungen Man lobt dich in der Stille.... 240 D du allersüßte Freude 470 ... 476 11 ......... 153 29 ... Nun jauchzet all, thr Frommen.. Nun kommt das neue 449 ....... ....... ..... 488 229 2 4 450 Register. Nr. 214 D du Liebe meiner Liebe........ 104 D Durchbrecher aller Bande..... 374 D du Schöpfer aller Dinge O Ewigkeit, du Donnerwort..... 555 D frommer Gott, ich danke. ...... 497 D frommer und getreuer Gott.. 510 D Gott, der du das Firmament. 507 D Gott, du frommer Gott.... D Gott, du höchster Gnadenhort. 38 D Gottes Sohn, Herr Jesu D Gott, von dem wir alles D Haupt voll Blut und 20 ….... ***** 234 ..... 178 100 D hellger Geist, du ewger..... 150 D heilger Geift, fehr bei uns.... 154 D hellige Dreieinigkeit.......... 500 434 D heilige Dreifaltigkeit D heiliger Geist, o heiliger. 151 D Herre Gott, dein.. 1........ ........ ...... ...... 303 D hilf, Christe, Gottes Sohn.... 90 D Jerusalem, du schöne..... 563 329 D Jesu Christe, wahres Licht.. D Jesu Christ, meins Lebens 522 D Jesu, du mein Bräutigam... 192 D Jesu, Herr der Herrlichkeit.... 220 D Jesu, Licht und Heil der 327 D Jefu, meines Lebens Licht 455 204 D Jesu, meine Wonne. D Jesu, süßes Licht 450 342 83 189 D Jesu, treuster Heiland mein... 466 D Jesu, voller Kraft. D König aller Ehren O Lamm Gottes unschuldig 517 D Mensd), bedenk zu dieser D felges Licht, Dreifaltigkeit .... 462 D Sündenmensch, bedenk........ 560 D Tod, wo ist dein Stachel...... 123 D Traurigkeit, o Herzeleid..... 112 O Vater der Barmherzigkeit, der 319 D Vater der Barmherzigkeit, ich. 341 D Welt, ich muß dich lassen..... 516 Welt, sieh hier dein Leben.... 99 ....... ... ..... .... ........... ........... ..... ..... .... Rr 554 O wie mögen wir doch unser.... 553 D wie selig seyd ihr doch, ihr Dwie selig sind die Seelen Ninge recht.... 290 378 226 Ruhet wohl, ihr Todtenbeine. Rüftet euch, ihr Christenleute.... 376 Schaffe in mir, Gott, ein. ....... 188 Schaffet, schaffet, Menschenkinder. 373 Schaff in mir, Gott, ein reines.. 345 Schmücke dich, o liebe Seele..... 194 Schmückt das Fest mit Maien... 158 Schußgott, dessen starke Rechte... 256 Schwing dich auf zu deinem..... 353 Seele, du mußt munter Seele, geh auf Golgatha Seelenbräutigam Seele, sey zufrieden... 445 108 286 423 291 396 Seele, was ermüdst du dich.. Seele, wenn du stets willst.. Selig sind des Himmels.... Sey getreu bis an das Ende Sey Gott getreu... 565 388 369 Sey Lob und Ehr dem höchsten. 9 101 Sey mir tausendmal gegrüßet.. Sey stille, müdgequältes Herz.... 429 Siegesfürst und Ehrenkönig. Gieh, dein König kommt zu. Sieh, wie lieblich und wie 143 54 ..... ✰✰✰✰✰✰... .... ... ..... .... **** ..... .***. ... ... ...... 394 .... 262 548 238 397 487 So führst du doch recht selig So hab ich obgesieget So hoff ich denn mit So Jemand spricht: ich liebe So ist die Woche nun...... 415 307 401 So komm, geliebte Todesstund... 540 Gollt es gleich bis weilen Sollt ich aus Furcht vor Sollt ich jetzt noch, da mir. Sollt ich meinem Gott nicht Sorge doch für meine Kinder So ruhest du, o meine Ruh So wahr ich lebe, spricht.. 7 .... 496 114 339 Nr. Speis uns, Vater, deine Kinder. 461 Straf mich nicht in deinem Born 176 Such, wer da will 280 Thut mir auf die schöne Pforte. 35 Treuer Wächter Israel........ 514 Ueberwinder, nimm die Palmen 129 Unsre müden Augenlieder....... 474 Unumschränkte Liebe, gönne.... 241 Balet will ich dir geben 523 Vater unser im Himmelreich. 15 Bergib uns, lieber Herre Gott... 23 Verlaß mich nicht, bis ich erkalte. 365 Verleih uns Frieden gnädiglich.. 501 Versuchet euch doch selbst...... 390 Verzage nicht, du Häuflein...... 316 Vom Himmel hoch da komm ich. 58 Vom Himmel kam der Engel.... 59 Von des Himmels Thron.... 210 Von Gott will ich nicht lassen.. ... 382 Vor deinen Thron tret ich.. 438 Bor G'richt, Herr Jesu, steh ich.. 213 Wach auf, eu Geist der ersten.. 332 Wach auf, mein Herz, die Nacht. 126 Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, ruft uns die........ 551 Wär Gott nicht mit uns 312 Warum sollt ich mich denn 441 ...... 412 Was Gott thut, das ist wohlge. than, es bleibt...... .... 416 179 Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken..... Was ists, daß ich mich quäle. .... 427 Was mein Gott will, das g'scheh. 403 Was willt du dich betrüben ..... 407 Weicht, ihr Berge, fallt...... 361 Welt, ade, ich bin dein müde.... 557 Wenn Christus seine Kirche 325 Wenn dein herzliebyter Cohn.... 268 Wenn ich, o Schöpfer, deine.... 254 Wenn kleine Himmelserben...... 232 Wenn meine Sünd mich fränken. 96 ...... ....... ..... ..... ...... .... Register. ..... Nr. Wenn mein Stündlein... 520 84 ...... 564 Wenn wir in höchsten Nöthen... 511 Werde Licht, du Stadt der Werde munter, mein Gemüthe... 471 Wer den Ehstand will erwählen. 492 Wer Gottes Wort nicht hält..... 398 Wer Gott vertraut, hat. 383 Wer ist wohl wie du..... 289 Wer nur den lieben Gott läßt... 413 Wer recht die Pfingsten feiern... 157 Wer sind die vor Gottes Wer weiß, wie nahe mir mein... 541 Wie fleucht dahin der Menschen. 535 Wie Gott mich führt, so will Wie groß ist des Allmächtgen. 245 Wie groß, wie angebetet ist...... 335 Wie heilig ist die Stätte hier 197 Wie herrlich ists, ein Schäflein.. 292 Wie herrlich strahlt der 87 Wie schön ists doch, Herr Jesu... 491 Wie schön leucht uns der....... ...... 279 Wie soll ich dich empfangen 48 Wie wohl haft du gelabet.. ...... 203 Wie wohl ist mir, o Freund.. 287 Willkommen, Held im Streite.... 127 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, .... 425 daß du für nns........... 111 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser........ Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß du vom.. ...... ...... 451 ........ ........ ... ......... ..... ****** 467 Wir danken Gott für seine... Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Wir glauben all an Einen Gott, Bater. 168 Wir liegen hier zu deinen Füßen 177 Wir Menschen sind zu dem..... 304 Wir nahen uns, e Gottes....... 207 Wir sind vereint, Herr Jesu..... 336 Wir singen dir, Immanuel 63 29* 125 459 233 452 Register. Nr. Wo Gott, der Herr, nicht bei.... 171 Wohl dem, der den Herren... ...... 386 Wohl dem, der Jesum liebet..... 306 Wohl dem, der in Gotts Furchte. 490 Wohl dem Menschen, der nicht.. 387 Wohl einem Haus, wo Jesus.. 493 Womit soll ich dich wohl. 12 Wo soll ich fliehen hin. .......... 340 Bunderbarer Gnadenthron. 67 ........ Nr. 250 549 142 Wunderbarer König... 3euch ein zu meinen Thoren.... 152 3euch hin, mein Kind.. 3euch uns nach dir 3ion, gib dich nur zufrieden. 3ion tlagt mit Angst und 3um Himmel bist du..... 3ween der Jünger gehn mit..... 134 3wei Ding, o Herr, bitt ich 381 ..... 318 315 145 ..... .... ....... ..... Anhang kurzer Gebete, welche sämmtlich aus Habermanns Gebetbuch genommen sind mit Ausnahme des Reisegebetes und der den Sterbenden in den letzten Zügen vorzusprechenden Gebete. Morgensegen am Sonntag. err, himmlischer Vater, ewiger Gott, gebenedeiet sey deine göttliche Kraft und Allmächtigkeit, gelobet sey deine grundlose Güte und Barmherzigkeit, gepreiset sey deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser gefährlichen Nacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner Flügel haft sicher ruhen und schlafen lassen, auch vor dem bösen Feind und allen seinen heimlichen Listen und Tücken bewahret und ganz väterlich beschirmet. Darum lobe ich dich um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thust, und will dich bei der Gemeine preisen; dein Lob soll allweg in meinem Munde seyn, meine Seele soll allzeit dich, meinen Herrn, rühmen und was in mir ist, deinen heiligen Namen preisen, und will nimmermehr vergessen alles, was du mir Gutes gethan hast. So laß nun dir gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfältigkeit meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüth, du wollest mich heute diesen Tag auch behüten vor aller Gefahr Leibes und der Seelen und deinen lieben Engeln über mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Umgib mich zuringst mit deinem Schilde und führe mich auf dem Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandele in deinem Dienst, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feind und allen Aergernissen dieser Welt, darzu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht, von ihnen überwältiget, etwan gröblich wider dich handele und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere du mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, thue, rede oder gedente, denn allein was dir gefällig und zu Ehren deiner göttlichen Majestät gereichet. Siehe, mein Gott, ich übergebe und opfere dir mich heut ganz und gar eigen in deinen Willen, mit Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften, innerlich und äußerlich. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und wohlgefällig sey, damit ich dir einen vernünftigen und angenehmen Gottesdienst leiste. Darum, du heiliger Vater, allmächtiger Gott, laß mich dein Eigenthum seyn, regiere mein Herz, Seel und Gemüth, daß ich nichts, denn dich, wisse und verstehe. Herr, früh wollest du meine Stimme hören, früh will ich mich zu dir schicken und darauf merken, früh will ich dich loben und des Abends nicht aufhören, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Abendsegen am Sonntag. Ewiger Gott, barmherziger Vater, ich hebe meine Hände auf zu dir, wie ein Abendopfer, und sage dir von Herzen Lob, Preis und Dank, daß du mich diesen Tag und die ganze Zeit meines Lebens vor allem Uebel und Unfall durch den Schutz deiner lieben Engel wider den bösen Feind gnädiglich beschirmet hast. Ich bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich heute diese Nacht ferner mit deinen heiligen Engeln umgeben, daß sie sich zuringst um mich lagern und eine Wagenburg um mich schlagen, auf daß ich des bösen Feindes Fallstrick und arger List möge entflichen. Baß mich, dein armes Geschöpf, deiner Güte und Barmherzigkeit 454 Morgensegen am Montag. befohlen seyn. Schüße mich mit deinem ausgestreckten Arm; denn von Herzen begehre ich dein des Nachts, dazu mit meinem Geist in mir wache ich allezeit zu dir. Ich harre deiner Güte, und meine Seele hoffet auf dich, lebendiger Gott; denn du bist meine Zuflucht und treuer Heiland. Siehe, Herr, wir schlafen oder machen, so sind wir bein; wir leben oder sterben, so bist du ja unser Gott, der uns geschaffen hat. Darum schreie ich zu dir: laß deine Gnade nicht fern von mir seyn, beschirme mich mit deinem Schild. Erhalte mich, daß ich geruhiglich liege und sanft einschlafe und gesund wieder erwache. Decke mich in deiner Hütten zur bösen Zeit, verbirg mich heimlich in deinem Gezelt und erhöhe mich auf einen Felsen, so werd ich mir nicht grauen lassen; und ob ich schon wanderte im finstern Thal, werde ich kein Unglück fürchten; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. So verleihe mir nun deine Gnade, daß mein Leib schlafe, die Seele aber allzeit zu dir wache, und daß ich dich stets in meinem Herzen habe, und du nimmermehr aus meinem Gemüthe tommest, auf daß mich die Nacht der Sünden nicht überfalle. Bewahre mich vor bösen, schändlichen Träumen, vor unruhigem Wachen und unnüßen Sorgen, vor argen, schweren Gedanken und vor aller Qual. Siehe, mein Gott und Herr, in deinen gnädigen Schutz befehle ich dir mein Leib und Seele( meine liebe Eltern, Geschwister) und Alle, die mit mir Blutfreundschaft oder sonsten verwandt sind. Du getreuer Gott und Vater, du hast uns ge= macht, wir sind deiner Hände Werk und Schafe deiner Weide. Laß dirs gefallen, Herr, daß du uns errettest, wende deine Barmherzigkeit nicht von uns, laß deine Güte und Treue allweg uns behüten. Darum bedecke uns in dieser Nacht mit deiner Güte, umfahe uns mit deiner Gnade auf allen Seiten, un terlege uns mit deiner Barmherzigkeit, daß wir an Geel und Leib behütet werden. Amen! Morgensegen am Montag. du unsterblicher, gütiger und barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, dieweil du deinem Volt im Gesetz geboten hast, dir alle Morgen ein Brandopfer zu thun, dich damit zu loben und dir zu danken für deinen gnädigen Schuß, so bringe ich dir jetzt auch das Lobopfer, das ist, die Frucht meiner Lippen und preise deinen heiligen Namen, daß du mich durch deine große Gnade und Barmherzigkeit heut diese Nacht vor allem Uebel und Scha den an Leib und Seele behütet und wider meinen Widersacher, den bösen Feind, ganz päterlich erhalten hast. Denn wo du nicht mein Schild und Bei stand wärest gewesen, so hätte mich unzähliges Unglück verderbet, daß ich nicht gesund hätte mögen aufstehen. Darum danke ich dir jetzt billig für deine gnädige Beschütung. Weiter schreie ich zu dir aus Grund meines Herzens, und mein Gebet kommt früh vor dich, früh suche ich dich und bitte, du wolleft mich mit allem, was mir zuständig ist, heut ferner behüten vor der List und Gewalt des Teufels, vor Sünden, Schanden und allem lebel. Komme du mir zuvor in dieser Frühstunde mit deiner Gnade, sintemal ich ohne dich nichts bermag, und hilf, daß ich an diesem Tage alle meine Werk in deinem Namen christlich anfahe und seliglich vollführe zu Ehren deiner göttlichen Majestät und zu Nuß meines Nächsten. Bewahre meine Seele, Verstand, Vernunft, Sinne und Gedanken, all mein Thun und Lassen, daß der leidige Teufel mir nicht könne schaden. Beschüße mich vor der Seuche, die im Mittag verderbet; behüte mich vor allen meinen Feinden, sichtbaren und unsichtbaren, daß sie mich mit ihren Listen und Tücken, mit all ihrer Gewalt und Bosheit, heimlich und öffents lich nicht können verlegen noch beschädigen. Herr Gott Vater und Herr meis nes Lebens, behüte mich auch vor unzüchtigem Gesichte, und wende von mir alle böse Lüste. Laß mich nicht in Schlemmen und Unteuschheit gerathen und behüte mich vor unverschämten Herzen. Hilf, daß ich durch deine Gnade das Aug, so mich ärgern will, ausreiße und von mir werfe durch Ablegung böser Abendsegen am Montag. Morgensegen am Dienstag. 455 und unreiner Begierden des Herzens. Nimm von mir hinweg alles, was dir mißfällt und mir schädlich ist: gib mir, was dir wohlgefällt und mir nüßlich ist, auf daß ich dir in wahrem Glauben diene. Siehe mich an, du Heiland aller Welt, mit den Augen deiner Barmherzigkeit und erleuchte mein Herz und Augen, daß ich wandele in dem Glanz deiner Gnaden, so über mir aufgehet, auf daß ich dich, das ewige Licht, nimmermehr verliere. Amen! - Abendsegen am Montag. du starker, lebendiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich danke dir, daß du mich heute diesen Tag durch deinen göttlichen Schutz vor allem Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast, daß ich nicht bin kommen in Feuersnoth, daß mich Wasserfluthen nicht ersäuft haben, daß ich nicht bin gefallen in die Schärfe des Schwerts, daß mich die Feinde nicht ermordet und böse Leute nicht beschädigt haben, in Summa, daß ich nicht kommen bin in Gefährlichkeit Leibes und Lebens; das alles habe ich allein deiner Barmherzigkeit zu danken, der du mich auf allen meinen Wegen und Stegen behüteft. Ich bitte nun ferner, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, die ich wider dich gethan habe, und mich sammt Allen, so mir verwandt sind und zugehören, heut diese Nacht und die ganze Zeit unsers Lebens auch gnädiglich bewahren vor aller Angst und Beschwerniß, vor des Teufels List und Geschwindigkeit, damit er uns Tag und Nacht gedenket zu bestricken. Behüte uns auch vor der schädlichen Bestilenz, die im Finstern schleichet; bewahre uns vor dem Strick des Feindes. Errette uns, daß wir nicht kommen in das Netz des Jägers, so unserer Seelen nachstehet. Beschüße uns auch vor schweren Sichtungen und Gebrechen, vor Furcht und Schrecken des Feindes, vor allem Uebel Leibes und der Seelen; denn du bist mein gewaltiger Schuß, meine große Stärke, mein Schirm wider alle Pfeile des Satans, mein Licht in Finsterniß und Schatten des Todes. Du bist unsre feste Burg, unser Wehr und Waffen, unser Nothhelfer, auf den wir hoffen. Darum, du getreuer Gott, laß deine Augen über uns offen seyn und bewahre uns in dieser Nacht vor aller Gewalt und Anfechtung des bösen Feindes, sey unser Wächter und Hüter, umgib uns mit deinem Schuß, auf daß der Teufel uns nicht könne beschädigen; denn bei dir allein steht unser Heil, zu dir allein hebe ich meine Augen auf, daher mir Hülfe kommet; meine Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erden gemacht hat. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren fehen; wie die Augen der Mägde auf die Hände ihrer Frauen: also sehen unsre Angen auf den Herrn, unsern Gott, bis er uns gnädig werde. Sey uns gnädig, Herr, sey uns gnädig; denn wir sind arm und elend. Erhebe über mich das Licht deines Antlitzes und erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tod entschlafe, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Dienstag. Gelobet sey Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden, gelobet seh der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sey sein heiliger Name ewiglich! Der den Tag und die Nacht durch seine göttliche Weisheit geschaffen und unterschieden hat, dazu verordnet, daß, so lang die Erde stehet, sie nicht sollen aufhören, auf daß der Mensch des Nachts möge seine Ruhe haben und am Tage wieder an seine Arbeit gehen. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel, du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Für solche deine Wohlthaten sollen wir dir danken, ehe die Sonne aufgehet, und vor dich treten, wenn das Licht hervorbricht. Darum preise ich dich jetzt auch, daß du mich in dieser Nacht hast sicher schlafen und ruhen lassen, auch wiederum fröhlich und gesund erwachen, dazu vor aller des Feindes Gewalt und Bosheit väterlich beschirmet. Ich bitte dich, du wollest meine Seele in 456 Abendsegen am Dienstag. deine Händ einschließen, meinen Leib nach deinem Wohlgefallen gesund erhal ten und mich vor allem Uebel und Schaden behüten. Sey du mein gewaltiger Schuß, meine große Stärke, mein Schirm wider die Hiße, meine Hütte wider den heißen Mittag, meine Hut wider das Straucheln, meine Hülfe wider den Fall, auf daß mich kein Uebel treffe. O gütiger Gott, weil die Stunde auch da ist, aufzustehen vom Schlaf der Sünden und aller Ungerechtigkeit, sintemal unser Heil jetzt gar nahe ist, denn die Nacht ist vergangen und der Tag herbeikommen, so hilf, daß wir ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts, auf daß wir ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Geilheit und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern doß wir anziehen Jesum Christum im wahren Glauben, und christli chem Wandel. Derhalben wecke mich alle Morgen, wecke mir das Ohr, daß ich mit gläubigem Herzen dein heiliges Wort höre, dasselbige in meinem Ge dächtniß behalte, auf daß ich meine Ohren neige zu dem Schreien und Flehen der Armen und Elenden, dieselben in ihrer Noth nicht verlasse. Und wenn ich wieder in meiner Angst zu dir rufe, so erhöre du auch die Stimme meines Flehens, und verachte nicht das Seufzen in meiner letzten Noth. Laß mein Gebet früh vor dich kommen. Neige deine Ohren zu meinem Schreien. Erfülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich seyn in dir unser Leben lang. Amen! Abendfegen am Dienstag. Herr, gütiger Gott, heiliger Vater, des Tages schreie ich zu dir mit meiner Stimme; wenn mir Angst ist, rufe ich zu dir, und des Abends gedenke ich an deine Güte und Treue, die du mir erzeiget hast, und sonderlich preise ich dich jezund, daß du mich aus lauter Gnab und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, heut diesen verschienenen Tag vor unzähligem Schaden und Gefahr, die mich hätten treffen können, so ganz väterlich behütet hast, daß ich durch keinen bösen jähen Tod dem Satan heimgegefallen bin, daß ich von Ungewitter, Hagel und Blig nicht bin versehret worden, daß mich große Sturmwinde nicht beschädiget haben, und daß mich der böse Feind nach feiner höllischen Sucht auf keine andere Weise hat dürfen antasten. Dafür fag ich dir jetzt und allezeit Lob und Dank und bitte dich um des bittern Leidens Jesu Christi willen, du wollest mir verzeihen alle Mißhandlungen, so ich heut wider dich gethan habe, und mich die zukünftige Nacht auch gnädiglich bewahren vor meinem Widersacher, dem leidigen Teufel, sowie vor allem Schrecken und Entseßen des Nachts. Behüte mich auch mit allem, was ich habe, vor Wassers- und Feuersnöthen, vor allem Uebel Leibes und der Seelen. Laß mich geruhiglich ohn alle Sorg und Bekümmerniß einschlafen, auf daß ich auch in Finsterniß das Licht deines göttlichen Glanzes über mich scheinend möge sehen mit den Augen meines Herzens; denn du bist ein helles und wahrhaftiges Licht, welches da erleuchtet alle Dunkelheit, die uns umfangen hat. Du, Herr Gott, bist bei mir, du bist mein Fels, mein Burg, mein Erretter, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schuß. Herr, mein Gott, zu dir breite ich des Nachts meine Hände aus: komme zu mir, wie ein Spatregen, der das Land befeuchtet. Bleibe bei uns Herr; denn der Tag hat sich geneiget, und ist Niemand, der uns in dieser Finsterniß schüße, denn du allein, unser Gott. Eile mir zu helfen und schütze mich in dieser Nacht, daß mein Geist in Sünden nicht entschlafe, und meinem Leib kein Uebel widerfahre. Wecke mich zu rechter und bequemer Zeit, und laß mich hören Freud und Wonne; denn ich habe Lust zu deinem Wort und Zeugnissen; die sind meines Herzens Trost. Gib, daß für meine Ohren nicht komme eine traurige Botschaft, und wende die Angst meiner Seelen; denn du kannst allein mein Leben fristen und mich mit allerlei Segen erfüllen in Christo Jesu, un serm Herrn. Amen! Morgen- und Abendsegen am Mittwoch. Morgensegen am Mittwoch. Allmächtiger, barmherziger Gott, nachdem alle deine Creaturen dich ohne Unterlaß loben und preisen sollen, welches auch thun die Vögel unter dem Himmel, die früh gegen dem Tage mit ihrer Stimme aufs lieblichste dich, ewigen Gott, als ihren Herrn und Schöpfer rühmen, so danke ich dir jetzt auch von Herzen, daß du mich die vergangene Nacht und alle vorige Zeit meines Lebens unter deinen Schuß und Schirm bis auf diese gegenwärtige Stunde erhalten hast, und mich aus dem Schlaf und Finsterniß dieser Nacht erwecket, fröhlich und gesund hast lassen aufstehen. Ich bitte dich durch die heilwärtige Auferstehung Jesu Christi von den Todten, du wollest mich fürder auch behüten vor allem Unglück und Uebel, sammt Allen, die mir mit Blutsfreundschaft und sonsten verwandt sind. D Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, und weide sie und erhöhe ewiglich. Du wollest mich auch in dieser Frühstunde mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, daß ich heut mit Freuden dieſen ganzen Tag in deinen Geboten, ohne alle Todsünde zubringe. Erzeige mir deine Gnade; wie eine Thauwolfe des Morgens und wie ein fruchtbarer Thau, der früh Morgens sich ausbreitet und das Land befeuchtet, also wollest du deine Güte über mich ausstrecken, mein träges Gemüth erfrischen, daß ich wacker und fröhlich deinen Willen thue. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich bir mit reinem Herzen möge dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligfeit, die dir gefällig ist. Behüte mich, daß ich heut nicht wider dich fündige und etwan mein Gewissen beflecke mit fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten. Bewahre auch meine Zunge vor Bösem und meine Lippen, daß sie nicht falsch reden oder trügen. Schandbare Wort und Narrentheiding, die den Christen nicht geziemen, laß ferne von mir seyn. Hilf, daß ich mit meinen Lippen Niemand ärgere noch afterrede, urtheile oder verdamme, auch Niemand lästere oder schmähe. O daß ich könnt ein Schloß an meinen Mund legen und ein fest Siegel auf mein Maul drücken, daß ich dadurch nicht zu Fall käme, und meine Zunge mich nicht verderbete! Gib Gnade, daß ich mich selbst in meinen Gebrechen erkenne und strafe, damit ich nicht in dein gestreng Urtheil und Gericht falle. Solches verleihe mir, ewiger Gott, durch Christum, deinen lieben Sohn. Amen! 457 Abendsegen am Mittwoch. du heilige Dreifaltigkeit, in Einem göttlichen Wesen, der du bist mein Leben, Heil und ewiger Trost, dir sage ich mit Mund und Herzen Lob und Dank, daß du mich diesen Tag über gnädiglich behütet hast. Ich bitte deine göttliche Güte, du wollest alle meine Missethat bedecken, allermeist aber, was ich heut wider dich und deine heilige Gebote mit meiner Zungen, mit unnüßen, vergeblichen Worten, mit Afterreden und sonsten gesündiget habe, und wollest mich diese zukünftige Nacht auch bewahren vor allem Schaden und Gefahr; denn zu dir allein habe ich all mein Vertrauen. Gott, wie dein Name ist, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voll Gerechtigkeit. Darum befehle ich meinen Leib und Seele in deine Hände. So gebenedeie mich nun die göttliche Majestät, und beschirme mich die heilige Dreifaltigkeit, und erhalte mich die ewige Einigkeit. Es beschüße mich die unermeßliche Barmherzigkeit, es vertheidige mich die unaussprechliche Mildigkeit, es erfreue mich die unendliche Süßigkeit, mich bedecke die höchste Wahrheit Gottes, mich stärke die tiefeste Erkenntniß Christi, mich bewahre die grundloſe Gütigkeit des Herrn. Die Gnade des Vaters regiere mich, die Weisheit des Sohns erquicke mich, die Kraft des heiligen Geistes erleuchte mich. Mein Schöpfer stehe mir bei, mein Erlöser helfe mir, mein Tröster beiwohne mir. Der Herr segne mich und behüte mich; der Herr erleuchte sein Angesicht über mich und sey mir gnädig; der Herr' erhebe sein Angesicht auf mich und gebe 458 Morgen- und Abendsegen am Donnerstag. mir Friede. Dieser Schuß und Segen der einigen und ewigen Gottheit sey heut und allzeit zwischen mir und allen meinen Feinden, sichtbaren und unfichtbaren, daß sie sich zu mir nicht können nahen, noch mich beschädigen. Gleichwie die Wolkensäule in der Wüsten sich machte zwischen das Heer der Egypter und das Heer Israel, daß diese und jene nicht konnten zusammenkommen, damit den Kindern Israel kein Leid widerführe; also wollest du zwischen mir und allen meinen Feinden eine Feuermauer und Unterschied seyn, daß sie mich nicht berühren. Erhalte mich auch an meinem letzten Stündlein, wenn meine Augen nimmer sehen, meine Ohren nimmer hören, und wenn meine Bunge nimmer redet, wenn meine Hände nimmer greifen, und die Füße nimmer gehen mögen, so stehe mir bei, du hochgelobte Dreifaltigkeit, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Morgensegen am Donnerstag. Herr Jesu Christe, der du bist das ewige, wahre Licht, welches da vertreibet die Finsterniß des Nachts und Schatten des Todes, deinen Namen will ich rühmen, dir will ich lobsingen und danken, daß du mich in dieser Nacht so gnädiglich behütet und aus der Finsterniß an das Licht gebracht hast. Mich hast du bewahret vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleichet, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Auch du hast meine Seele mit deinem Schild umringet und bewachet, wie ein Hirt seine Heerde bewachet. Dazu alles, was ich habe, ist durch deine große Barmherzigkeit unversehrt behütet worden. Für solchen gnädigen Schuß und alle deine Wohlthaten sey dir Lob und Preis gesagt; von deiner Macht will ich reden und des Morgens deine Güte rühmen; denn du bist meine höchste Zuversicht, meine feste Burg, meine starke Hülfe, mein treuer Gott, auf den ich traue; du erfreuest mein Herz und machest mir fröhlich das Angesicht. Ich bitte dich durch deine heilige Geburt und Menschwerdung, du wollest an diesem Tage deine Barmherzigkeit über mich lassen aufgehen und hervorbrechen, wie die schöne Morgenröthe, und zu mir kommen, wie der Frühregen. Erleuchte meine blinde Natur und verdunkelt Herz mit dem Glanz deines göttlichen Lichtes, auf daß du in meinem Herzen aufgehest, der du bist der rechte Morgenstern und das wahrhaftige Licht, welches erleuchtet die Menschen zum ewigen Leben. Behüte mich auch heut vor allem Uebel, sey mir gnädig, Herr; denn auf dich harre ich, meine Seele wartet auf dich von einer Morgenwache bis zur andern. Sey du mein Arm früh, dazu mein Heil zur Zeit der Trübfal. Beschirme mich an Leib und Seele, daß mir kein Ulebels begegne, und keine Plage zu mir nahe. Treibe fern von mir alle böse Geister, stehe du bei mir wider die Boshaftigen, tritt zu mir wider die Uebelthäter und fchüße mich, daß die Hand der Widerwärtigen mich nicht berühre. O Herr, unser Gott, fördere das Wert unserer Hunde bei uns, ja das Werk unserer Hände wolltest du fördern, und unsere Arme stärken, auch unsere Finger lehren halten deine Gebote, daß wir heut nicht wider dich fündigen. Solches verleihe uns um deiner Barmherzigkeit willen, welche für und für währet in Eivigkeit. Amen! Abendsegen am Donnerstag. Gelobet sey Gott der Vater durch Jesum Christum im heiligen Geist, ein einiger, ewiger Gott, der durch seine mannigfaltige Güte mich armen Sünder und elenden Menschen heut diesen Tag gnädiglich bewahret hat vor allen feurigen Pfeilen des Satans, die des Tages fliegen, vor der Seuche, die im Mittag verderbet, dazu vor dem jähen schnellen Tod, und vor allem Schaden väterlich behütet. Herr, deine Güte reichet, so hoch der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Du bist gnädig und barmherzig; alle Morgensegen am Freitag. 459 deine Werke sind löblich. Ich bitte dich, mildreicher Gott, du wollest mir aus Gnaden verzeihen alles, was ich heut wider dich gethan habe, es sey mit Werken, Worten und Gedanken. Wollest auch deine Barmherzigkeit zu mir richten und mich die zukünftige Nacht lassen einschlafen und ruhen, daß ich dich, der du bist die ewige Ruhe, nun und nimmermehr verlasse, sondern in dir bleibe durch den Glauben und unter deinem Schirm sicher wohne, auf daß sich der böse Feind nicht dürfe zu mir nahen und mir keinen Schaden könne zufügen. Herr, du bist mein Bicht und mein Heil; vor wem sollt ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Auf dich verlässet sich mein Herz, und mir ist geholfen. Du bist mein Trost und gewaltiger Schuß, deine rechte Hand stärket mich, deine Rechte tröstet mich, und unter dem Schirm deiner Arme habe ich Zuflucht. Siehe, mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du mir, und des Nachts schweige ich auch nicht, und du erhörest mich. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir; denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel ruhe ich; meine Seele hanget dir an, deine rechte Hand erhält mich. Wenn ich im Finstern size, so ist doch der Herr mein Licht und mein Heil. O gütiger Gott, verleihe mir Gnad, daß, wenn mein Sterbstündlein herzunahet, und ich ins Tobbette zur ewigen Ruhe mich soll niederlegen, daß ich durch deine Hülfe im rechten, festen Glauben getrost und unverzagt möge seliglich zum ewigen Leben einschlafen. Indeß enthalte mich dir, daß ich allzeit wache, nüchtern und mäßig lebe und in christlicher Bereitschaft erfunden werde, fintemal ich nicht wissen kann, zu welcher Stunde du, unser Gott, kommen wirst und mich von hinnen abfordern, auf daß ich würdig werde, zu stehen vor des Menschen Sohn, und nicht zu Schanden werde in seinem Gericht, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Freitag. Gebenedetet sey Gott, mein Schöpfer; gebenedeiet sey Gott, mein Heiland; gebenedeiet sey Gott, mein höchster Trost, der mir gibt Gesundheit, Leben und Segen, der mein Schuß und Hülfe ist und mich an Leib und Seele nach seiner großen und hochberühmten Barmherzigkeit in dieser vergangenen Nacht vor mancherlei Beschädigung des Satans behütet und gesund an diesen Tag hat kommen lassen. Ich bitte dich, himmlischer Bater, durch den blutigen Schweiß Jesu Christi, deines lieben Sohns, du wollest mich heut diesen Tag auch in deinen göttlichen Schutz nehmen, mich beschirmen und handhaben, innerlich und äußerlich, daß mir kein Arges widerfahre; denn in deine Hände thu ich befehlen heut und alle Tage mein arme Seele, meinen elenden Leib, mein dürftiges Leben, meine Sinne, Vernunft, Verstand und Anschläge, alle meine Gedanken, Wort und Werke, mein Thun und Lassen, meinen Eingang und Ausgang, mein Gehen und Stehen, mein Sitzen und Liegen, meinen Willen und Rathschlag, mein Dichten und Trachten, meinen Glauben und Bekenntniß, und was ich auswendig und inwendig bin und vermag, das Ende meines Lebens, den Tag und die Stunde meines Todes, mein Sterben und Auferstehen. Herr Gott, schaffe du es mit mir, wie du willst und weißest, was zu deiner Ehr und zu meiner Seligkeit das Beste ist. Erhalte mich in deiner Furcht und wahrer Erkenntniß. Behüte mich vor den Werken der Ungerechtigkeit, und so ich etwa wider dich aus Gebrechlichkeit würde sündigen, so bitte ich dich, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir nehmen, deine Gnade nicht von mir wenden, deine Hülfe mir nicht entziehen; denn es ist sonst kein anderer Gott noch Helfer, vor dir ist kein anderer gemacht, so wird auch nach dir kein anderer seyn; du, du bist der Erste und Letzte, und auBer dir ist kein Gott. Darum rufe ich zu dir allein: laß deine Güte über mich walten, laß mich früh hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich; leite meis nen Fuß auf rechter Straßen, daß ich nicht wandele im Rath der Gottlosen Abendsegen am Freitag. noch trete auf den Weg der Sünder, noch size, da die Spötter sigen, sondern daß ich all meines Herzens Lust und Liebe habe zu deinem Wort und Geboten und in denselbigen mich übe Tag und Nacht, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen! 460 Danksagung für das Leiden Christi. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, wahrer Gott und Mensch, daß du mich armen Sünder und verdammten Menschen ohn all meine Werke, Verdienst und Würdigkeit durch dein heilig Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöſet haſt. D Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden! wie schwer ist deine Bein! wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! wie unaussprechlich ist deine Liebe, damit du mich deinem lieben Vater versöhnet hast, da du am Delberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzet, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und daselbst von allen beinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und gottlosen Schaar dich willig für mich ergeben, welche dich hart und ungeschwungen gebunden, von einem ungerechten Richter zum andern unbarmherzig geführet. Daselbst bist du fälschlich verklaget, verurtheilet und verspeiet, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden; du bist um unsrer Miſsethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönet und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Burm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen; denn du warest der Allerverachtetst und Unwerthest, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat und gejagt: sehet, welch ein Mensch ist das! Du bist von wegen meiner Mißhandlung mitten unter zweien Uebelthätern gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsere Schuld bezahlest, und wir durch deine Wunden geheilet würden. O Herr Jesu Christe, für diese und andere alle deine Marter und Bein sage ich dir Bob und Dank und bitte dich: laß dein heiliges, bitter Leiden und Sterben an mir nicht verloren seyn, sondern gib, daß ich mich desselben zu jeder Zeit von Herzen tröste und rühme, auch dasselbige also begehe und betrachte, daß alle böse Büste in mir ausgelöschet und gedämpfet, dagegen aber alle Tugenden eingepflanzet und gemehret werden, auf daß ich, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit lebe und deinem mir gelassenen Vorbilde nachfolge, in deine Fußstapfen trete, das Uebel mit Geduld vertrage und das Unrecht mit gutem Gewissen leide. Amen! Abendsegen am Freitag. Gelobet sey der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sey sein heiliger Name ewiglich, und alle Bande müssen seiner Ehre voll werden. Ich will täglich rühmen von Gott, und des Abends soll ihm mein Mund danken für und für. Denn wenn ich schreie, so erhöret er mich, und wenn ich slehe, so neiget er seine Ohren zu mir; wenn ich bete, merket er auf meine Stimme. Der Herr ist meine Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöthen, die mich troffen haben. Darum sage ich dir, ewiger Gott, Lob und Preis, daß du mich heut diesen Tag väterlich behütet hast vor allem Unfall und Schaden, so mir hätten können begegnen. Mein Herz ist fröhlich, und meine Seele preiset dich um alle deine Güte und Barmherzigkeit. Meine Zunge soll ihr Ge spräch von dir haben und immer sagen: hochgelobet sey Gott, gesegnet sey sein heiliger Name! Ich bitte dich, du wollest mir aus Gnaden nachlassen alles, was ich heut wider dich gesündigt habe, und mich diese zukünftige Nacht sammt allem, was mir zustehet, auch schüßen. Sey du mein Schild und mein Schat Morgen- und Abendsegen am Sonnabend. 461 ten über meiner rechten Hand. Herr, behüte mich vor allem Uebel, behüte meine Seele, sey mir gnädig; denn auf dich allein traue ich. Ich hoffe auf den Herrn und rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende machet. Siehe, der mich behütet, schläfet nicht. Siehe, der Hüter Israel schläft noch schlummert nicht; er wird meinen Gang erhalten auf rechter Bahn, daß ich nicht strauchele, und meine Tritt nicht wanken; er wird meinen Fuß nicht gleiten lassen, denn sein Wort ist ein Licht auf meinen Wegen. Darum wenn ich mich lege, so werde ich mich nicht fürchten, sondern süße schlafen und werde mich nicht fürchten vor plößlichem Schrecken, noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er kommt; denn du behütest meinen Fuß, daß er nicht gefangen werde, und errettest mich von den Stricken des Todes. O Herre Gott, erhebe über mich das Licht deines Antlißes, auf daß ich mich lege und schlafe ganz mit Frieden und sicher wohne unter deinem Schirm; denn du allein, Herr, hilfest mir. Auf deinen Namen will ich mich nun zur Ruhe niederlegen und meine Augenlieder lassen schlummern. Du, Herr Gott, wirst mich fröhlich wieder erwecken zu Lob und Ehr deiner göttlichen Majestät durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Morgensegen am Sonnabend. du wahrer, unsterblicher Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, zu dir erhebe ich mein Gemüth mit schuldiger Dankbarkeit; deine Gerechtigkeit will ich nicht verbergen in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von deinem Heil will ich reden, ich will nicht verhelen deine Güte und Treue vor der großen Gemeine, und alles, was du mir Gutes gethan hast, will ich nicht verschweigen; denn es ist ein föstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des morgens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit verkündigen. Darum preiset dich meine Seele, daß du mich in dieser Nacht durch deine überschwängliche Barmherzigkeit beschüßzet hast. Gesegnet bist du, Herr Gott Zebaoth, der du dich gnädig erzeigest Allen, die nach dir fragen und dein Heil lieben. Gesegnet ist dein großer Name in allen Banden, der unser Schuß und Hülfe ist. Gesegnet sind alle deine Werke, die du an den Menschenkindern thust. Ich bitte dich, du wollest mich heut diesen Tag auch behüten, daß mir der böse Feind keinen Schaden zufüge, und die Hand der Gottlosen mich nicht berühre. Herr Gott, mein Heiland, früh wache ich zu dir, früh rufe ich zu dir: hilf, daß ich die Werk meines Berufs und was mir befohlen ist, fleißig und treulich ausrichte zu deinem Lob und meines Nächsten Besserung, damit ich das Licht dieses Tages und deiner Creaturen nicht mißbrauche zur Sünde oder zur Eitelkeit, dich nicht beleidige mit meinem Thun und Lassen, und den Bund meiner heiligen Taufe nicht übertrete. Verleihe mir auch Gnade, daß ich mich hüte vor den sechs Stücken, die du hassest, und vor dem siebenten, daran du einen Greuel hast, als da sind hohe Augen, falsche Zungen, Hände, die unschuldig Blut vergießen, ein Herz, das mit bösen Tücken umgehet, Füße, die behend sind, Schaden zu thun falscher Zeuge, der frech Lügen redet, und der Hader zwischen Brüdern anrichtet. Vor solchen und dergleichen Lastern bewahre mich, mein Gott, daß ich nimmermehr darein gerathe, oder bewillige, sondern lehre mich thun nach deinem Willen: denn du bist mein Gott und Herr, dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn, daß ich dir diene in unsträflichen Wandel, dazu all mein Thun und Leben dir gefalle in Christo Jesu. Amen. Abendsegen am Sonnabend. Lob sey dir, du höchster und unsterblicher Gott, Lob sey deiner milden Gute und Barmherzigkeit, Lob sey deiner ewigen Weisheit und Wahrheit, der du mich diesen Tag vor allem Schaden und Uebel behütet hast. Ich bitte dich, 462 Beicht und Communiongebete. du wollest deine Güte, so du an mir angefangen hast, gnädiglich vollenden, und mich heut diese Nacht auch lassen ruhen unter deinem höchsten Schirm und mich mit deinen Fittigen bedecken. Laß meine Zuversicht seyn unter dem Schatten deiner Arme, daß ich fein Unglück fürchte. Behüte mich, mein Gott, wie ein Augapfel; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Herr, du bist mein Gut und mein Erbtheil; mein Heil stehet in deinen Händen; hilf mir durch deine Güte, daß nicht Furcht und Bittern über mich komme und mich Grauen des Nachts nicht überfalle. Sey mir gnädig, denn auf dich trauct meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich suche den Herrn in meiner Noth; meine Hand ist des Nachts ausgestreckt und lässet nicht ab; denn meine Seele hat sonst keinen Trost, so weiß ich auch von teinem Helfer im Himmel und auf Erden, denn von dir allein. Zu Mitternacht, so ich erwache, gedenk ich an deinen Namen, daß er so lieblich ist, und an deine Güte und Treue, die du mir erzeiget hast, und danke dir für die Rechte deiner Gerechtigkeit. Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein Herz in Nengsten ist, so rede ich von meinem Heiland; denn er führet meine Seele aus dem Verderben und errettet mich von den Banden des Todes. Herr Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir, daß du mir vergeben wollest alle meine Mißhandlungen, damit ich diese Wochen und heut wider dich gethan habe. O Herr, errette meine Seele um deiner Barmherzigteit willen. Du bist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. Der Herr behütet die Einfältigen. Wenn ich niederliege, fo hilft er mir auf. Darum will ich fröhlich seyn und dich preisen und rühmen auf meinem Lager; denn die Zeit meines Lebens wird mir aufgehen, wie der Mittag, und daß Finster wird mir ein lichter Morgen seyn, und werde mich des trösten, daß du, Gott, meine Hoffnung und Ruhe bist im Leben und Tode. Ich werde mich legen, und Niemand wird mich aufwecken. So befehl ich nun mein Leib und Seele in deine Hände, du treuer Gott; du hast mich erlöset durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! Beicht- und Communion- Gebete. Sündenbekenntniß vor Gott. Gerechter Gott, harmherziger Vater, ich armer, elender Mensch bekenne, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren bin, sondern auch die ganze Zeit meines Lebens, von Kindheit auf bis auf diese gegenwärtige Stunde, mit vielen schweren Sünden zugebracht habe; denn ich dich, meinen Herrn und Gott, nicht von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe geliebet und gefürchtet, dir auch nicht über alle Dinge vertrauet, deinen heiligen Namen nicht von Herzen angerufen und ge preiset habe, sondern denselbigen mißbrauchet mit Fluchen, Schwören, Lügen und Trügen; die Predigt deines heiligen Worts habe ich oftmals versäumet, verachtet, mich gar wenig daraus gebessert. Auch habe ich meinen Nächsten nicht geliebet als mich selbst, sondern ihn gehasset, verachtet, beleidigt, Schaden gethan und lassen geschehen, habe mich also alles Bösen lassen gelüfteft, und den Bund meiner heiligen Taufe übergangen. Und wie ich wider dich gesün diget habe, es sey mit Werken, Worten oder Gedanken, heimlich oder öffentlich, und alle meine verborgene Fehler, welcher du, als ein Herzenstündiger, mich schuldig weißest, besser, denn ich selbst, die bekenne ich mit herzlicher Reue und Leid. Ich bin ja ein unnüßer Knecht, und habe gesundiget in den Himmel und vor dir, bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße und meine Augen zu dir aufhebe, denn ich dich mit vielen großen Sünden heftig erzürnet, meine arme Seel und Gewissen hart beschweret habe, welche mich drücken, und wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden: so komm ich doch in der Zeit der Gnaden und wende mich von deiner strengen Gerechtigkeit zu beiner grundlos Gebet vor und nach der Beichte. 463 sen Barmherzigkeit. O Herr Gott, sey gnädig mir armen Sünder, vergib mir meine Sünde, nimm an zur Bezahlung derselbigen den unschuldigen Tod Jeſu Christi, deines lieben Sohnes, verleihe mir Besserung meines Lebens. Amen! Gebet vor der Beichte. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, dieweil ich jetzt auf Erkenntniß meiner Sünden, zur Stärkung meines schwachen Glaubens, hingehen will zur Beichte, allda die Absolution und Vergebung der Sünden zu empfahen, so bitte ich dich von Herzen: gib mir deinen heiligen Geist, daß ich dieses hohe Gnadenwerk mit rechtem Glauben und christlichem Verstande ansehen und bedenken möge, und dann nicht zweifeln, sondern fest und gewiß glauben möge, was der Diener deines Worts allda in der Beichte und Absolution nach deinem Befehl mit mir redet und handelt, daß dem allen eigentlich und gewiß also sey, und daß du selbst in der Stimme deines Dieners mich allda von meinen Sünden absolvirest und entbindest. Gib auch, daß ich mich dieser Entbindung und Absolution jetzt und allezeit trösten möge, zu gewisser Versicherung deiner Gnade und des ewigen Lebens, durch deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, Christum Jesum. Amen! Gebet nach der Beichte. allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Bater, ich sag dir von Grund meines Herzens Bob, Ehr und Dank für diese große Gnade und Wohlthat, die du mir jetzt so väterlich erzeiget hast, indem du mich armen Sünder abermal in Gnaden angenommen, und mir durch die heilige Absolution alle meine Sünden verziehen und vergeben und das ewige Leben aufs Neue wiederum zugesaget und versprochen hast, um deines lieben Sohnes Christi Jesu willen. Ich bitte dich herzlich, du wollest mich in solcher Gnade allezeit väterlich erhalten, und mir deinen heiligen Geist verleihen, daß ich dieser jest empfangenen gnadenreichen Vergebung festiglich glaube, und mich der= selben jetzt und allezeit in allen Anfechtungen und Widerwärtigkeiten trösten, und mich daher alles Guten zu dir versehen möge. Verleihe mir auch die Gnade deines heiligen Geistes, daß ich der Sünden hinfort je länger je feinder werde, mich davor fleißig hüte, und meinem Fleische nicht mehr seinen Willen lasse, zu fündigen, sondern daß ich demselben durch ein stark Gebet in meinem Beruf widerstehen, und mein ganzes Leben nach deinem Willen anstellen und führen möge. Und was ich darin zu schwach bin, wie ich dir denn meine Schwachheit mit tiefem Seufzen noch immerdar bekenne, so wollest du durch dein starkes Wort und heiligen Geist mir beistehen und überwinden helfen. Alles um und durch deinen lieben Sohn, meinen Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! Gebet vor Empfahung des heil. Abendmahls. Perr Jesu Christe, der du mit deinem heiligen Munde selber sagest: Wer hungrig und durstig sey, der soll zu dir kommen, du wollest ihn speiſen und tränken, daß ihn nimmermehr hungern und dürften soll. Ach Herr, hier kommt zu dir eine arme, hungrige und dürftige Seele nach einer Speiß und Trant der ewigen Gerechtigkeit und Seligkeit. O du Brod des Lebens, speise mich armen Hungrigen mit deinem wahren Leib. O du Brunn des Lebens, tränke und erquicke mich Durstigen mit deinem wahren Blut, auf daß ich, gesättigt und erquicket, aus diesem Jammerthal mich zu dir hinauf in den Himmel erhebe, da du sizzest zur Rechten deines himmlischen Vaters und vertrittst uns, da ich dich alsdann ohne Hunger und Durst, in ewiger Freud und Froh 464 Gebet, wenn man zum Altare hingehet. tockung sammt deinem Vater und dem heiligen Geist preisen werde in Ewigteit. Amen! Wenn man zum Altare hingehet. Gott, sey mir armen Sünder gnädig, gib mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sacrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen! Bei Empfahung des Leibes Chriſti. Sey mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit der edlen Speiſe deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt unter dem Brod zu essen gibest, wie du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast! Den laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen! Bei Empfahung des Blutes Chriſti. Sey mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit dem edlen Trank deines theuern Blutes, das du mir jetzt im Wein zu trinken gibest, wie du es am Kreuz vergossen hast, zur Vergebung der Sünden. Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen! Wenn man vom Altare hinweg gehet. Herr Jesu Christe, mit was Herzen, Zunge und Worten soll ich deine große Güte aussprechen, so du mir jetzt haft widerfahren lassen, indem du dich selber mit allem, was dein ist und dir zugehöret, mir geschentet und gegeben hast. Ach, laß dir gefallen die geringe, demüthige Rede meines Mundes, und sey mit dem einfältigen Lob zufrieden, das ich dir jetzt in diesem meinem gebrechlichen Fleisch und Blut sagen kann, bis du mich gar zu dir einholest, da ich dich von Angesicht zu Angesicht schauen und mit allen Engeln und Auserwählten ohne Aufhören ehren und preisen werde. Amen! Herr Jesu. Amen! Danksagung nach dem heil. Abendmahl. 1. du mein lieber Herr Jesu Christ, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jezo abermal väterlich an deinem Tische mit deinem Leib und Blut gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen: laß mir solthes gedeihen zu Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben: Amen! 2. O Jesu Christe, unser rechter und ewiger Hoherpriester, der du fizest zur Rechten Gottes auf dem Stuhl der Majestät im Himmel und bist ein Pileger der heiligen Güter und der wahrhaftigen Hütten, die nicht mit der Hand gemacht ist, du bist durch dein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hast uns eine ewige Erlösung erfunden, da du dich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist deinem lieben Vater aufgeopfert hast, unsere Gewissen zu reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. Wir danken dir von ganzem Herzen, daß du den schmählichen Tod am Kreuz Gebet auf der Reiſe. Gebet im Ungewitter. 465 mit willigem Gehorsam, aus herzlicher Liebe, mit großer Unschuld und unaussprechlicher Geduld, für uns arme Sünder gelitten hast, dazu dieß hochwürdige Sacrament zum ewigen Gedächtniß und Erinnerung deiner göttlichen Huld und Treue gegen uns, auch zu einem gewissen Unterpfand, Siegel und Versicherung der Vergebung unserer Sünden eingesetzet und uns zu derselbigen Gemeinschaft berufen und kommen hast lassen, damit du unsere hungerige und burstige Seelen gespeiset und getränket hast zum ewigen Leben. O Herr Gott, wie ist deine Liebe so groß, wie unaussprechlich ist deine Barmherzigkeit und unerforschlich deine Gnade, fintemal du Niemand ausschließest von diesem hohen Abendmahl, wo sich nur ein Mensch selbst nicht absondert und unwürdig machet. Wenn nun Jemand hungert oder dürftet, der wird allhie gesättiget; wer dürftig und arm ist, der findet allhie alle Schäße und Reichthum des Lebens. Wer geängstet ist, der überkommt allhie Ruhe; wer trank ist, der erlangt die Arznei und Gesundheit der Seelen; wer mit Sünden beladen ist, der hat allhie Erquicung seines Gewissens; wer im Tode ist, der findet das ewige Leben. So hilf, gütiger Gott, daß uns dieß heilige Sacrament gereiche zur Seligkeit, und daß wir hinfort halten an dem Bekenntniß der Hoffnung und nicht wanken; denn du bist treu in deiner Verheißung, auch daß wir unter einander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlung, sondern uns untereinander ermahnen und das so viel mehr, so viel wir alle sehen, daß sich der Tag nahet, und das Ende unsers Lebens herzu bringet, auf daß wir fröhlich erwarten deiner Zukunft. Amen! Gebet auf der Reise. ( Aus dem alten Ansbacher Gesangbuche.) err Jesu Christe, du allmächtiger Hüter und Wächter Israel, unser Immanuel, der du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, in deinem Namen will ich mich jetzt auf den Weg machen; ich bitte dich von Grund meines Herzens, du wollest meinen Aus- und Eingang segnen und behüten von nun an bis in Ewigkeit. Du sprichst ja: ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollt, ich will dich mit meinen Augen leiten. Ach Herr, so bewahre mich nun wie einen Augapfel auf allen meinen Wegen und Stegen, richte deinen Weg vor mir her und leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen. Erhalte mich durch deinen heiligen Geist bei reiner Lehr und deinem heiligen Wort, daß ich nicht abweiche vom rechten Weg deiner Befehle; behüte mich vor falscher Lehre und führe mich auf rechter Straßen um deines Namens Ehre willen; sey mir gnädig um deiner Wahrheit willen und bringe mich nach glücklicher Verrichtung meiner Reise und Geschäfte wieder frisch und gesund nach Hause um deiner Gerechtigkeit willen, so will ich deine Güte und Treue rühmen, so lang ich lebe, und deinen Namen loben und preisen immer und ewiglich. Amen! Herr Jesu. Amen! Gebet im Ungewitter. Großmächtiger Gott, deinem Namen sollen alle Gewaltige auf Erden Ehre bringen und dich, ewigen Gott, anbeten im heiligen Schmuck; denn du bist der Herr im höchsten Thron, du beweisest deine Kraft und Macht an allen Orten. Die Stimme des Herrn gehet auf großen Wassern, der Gott der Ehren donnert, die Stimme des Herrn gehet herrlich und mit Macht. Die Erde bebet und wird beweget, und die Grundveste der Berge regen sich. Dampf gehet aus von seiner Nasen, und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es davon blißet. Dein Gezelt um dich her ist finster, und schwarze, dicke Wolken, darinnen bu verborgen bist, und Dunkel ist unter deinen Füßen; vom Glanz 466 Danksagung nach dem Ungewitter. vor dir trennen sich die Wolken; der Herr donnert im Himmel, und der Höchste lässet seinen Donner aus. Du bringest hervor die Winde aus deinen verborgenen Löchern und treibest sie wieder an ihren Ort, wenn sie deinen Befehl ausgerichtet haben. Es ist dir alles unterworfen; alle Dinge erkennen dich für ihren Schöpfer und zittern vor deiner göttlichen Majestät. Die hohen Berge und die Abgründe der Tiefen erschrecken, wenn du zornig bist; der ganze Erdboden zittert, Meer und Wasser fließen vor deinem Born. Die Stimme des Herrn hauet wie Feuerflammen; die Stimme des Herrn erreget die Wüsten; der Herr bleibet König in Ewigkeit, er wird seinem Volk Kraft geben, der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden. O gütiger Gott, behüte uns vor deinem grimmigen Born, der unerträglich ist; vergib uns unsere Sünde; erleuchte dein Antlitz über uns und sey uns gnädig. Bewahre unser Leib und Leben, Haus und Hof vor Entzündung des Wetters, vor Schießung der Strahlen, vor Donnerschlag und allem Verderben. Desgleichen beschüße die Früchte auf dem Felde vor Schlossen und Hagel, vor großer Wasserfluth und vor allem Schaden. D heiliger Gott, behüte uns vor einem bösen Tode. Gott der Vater, der seinen Sohn des Kreuzes Pein für mich hat lassen leiden, erhalte mich. Jesus von Nazareth, ein König der Juden, für mich gestorben, bewahre mich. Der heilige Geist, der mich gezeichnet hat mit der Salbung und mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, beschirme mich, daß mir kein Unfall widerfahre. Amen! Danksagung nach dem Ungewitter. Almächtiger Gott, himmlischer Vater, der du gesagt haft im 50. Psalmen: rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen! wir sagen dir von Grund unserer Herzen Lob und Dank, daß du unfer Gebet in Gnaden erhöret und dieß zornige Wetter also hast vergehen las sen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit haft du abermal uns zu erkennen geben wollen dein getreues Vaterherz, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln wollest und uns nicht nach unserer Missethat zu vergelten begehrest. Verleihe uns, barmherziger Vater, um deines lieben Sohnes Christi Jesu willen, daß wir uns nach solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständiglich bessern, in deiner Furcht hinfür leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes uns gefaßt und täglich bereit machen, damit wir ihm mit Freuden entgegen ziehen und den neuen Himmel, in welchem Freude, Friede und Gerechtigkeit wohnen wird, einnehmen und mit dir in deiner seligen Anschauung ewiglich besitzen mögen durch denselben deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! Gebete für Kranke und Sterbende. Während der Krankheit. 1. Herr, himmlischer Bater, du bist ja ein getreuer Gott und läsfest Niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Verfuchung also ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöthen und Schmerzen: laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden; stärke mich, daß ichs mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christi, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde ge storben bist, zu dir rufe ich aus Grund meines Herzens: erbarme dich über mich armen Sünder, vergib mir alle meine Mißhandlungen, die ich wider dich in meinem ganzen Leben gethan habe, laß mich im Glauben nicht sinken. D Gott, heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Noth, erhalte mich in der Gebete für Kranke in den letzten Zügen. 467 Geduld und rechter Anrufung, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Noth, leite mich aus diesem Jammerthal in das rechte Vaterland. Amen! 2. O starker, allmächtiger Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergibst Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünden aus Gnaden verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich im Frieden fahren; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Israel. An diesen Heiland glaube ich, auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu Schanden werden; denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen! 3. O Vater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme Seele, vergib mir alle meine Sünde, die ich wider dich leider! gethan habe. Berachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin, laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast; denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, und mich mit deinem Blute gewaschen und gereiniget hast, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich und allermeist das du gefühlet hast zu der Stunde, da deine edelste Seele ausging von deinem allerheiligsten Leibe: erbarme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke mein Vertrauen, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände, du getreuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! ( Die nachfolgenden Gebete sind aus dem alten Nürnberger Gesangbuche.) Ein Gebet der Umstehenden für den Kranken, der in den letzten Zügen liegt. Almächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen, und ihn erquicken an Leib und Seele, ihm alle Sünde aus Gnaden vergeben. Nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohns, für die Bezahlung seiner Missethat; denn er auch auf desselben Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereiniget ist. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Bein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben; schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen! Andere kurze Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. 1. Ach Herr, allmächtiger Gott, nun ist mein Zeit dahin, und wird mein Leben abgerissen, da leide ich Noth, daraus du, Herr, allein kannst helfen; verkürz und lindere mir dieselben. Mir ist um Trost sehr bange, o Herr, 468 Andere Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. Nimm dich meiner Seelen herzlich an, daß sie nicht verderbe, und wirf alle meine Sünde hinter dich zurück, um des theuren Verdienstes Jesu Christi, deis nes Sohnes willen. Amen! 2. Herr Jesu, du treuer Heiland aller deren, die auf dich trauen, verlaß mich nicht, der ich meine Hoffnung in dieser so großen Noth allein auf deine Barmherzigkeit setze. Laß auch die liebliche und seligmachende Stimme in meinen Ohren erschallen, welche du dem Schächer am Kreuz hast hören lassen: Heut wirst du mit mir in dem Paradiese seyn. Denn ich sage von Herzen mit dem Apostel: Ich habe Lust abzuscheiden und bei meinem Herrn Christo zu seyn. Amen! 3. O himmlischer Vater, sprich mir diese freudenreiche Trostwort in mein geängstetes Herz hinein: Er begehret meiner, so will ich ihm aushelfen. Er fennet meinen Namen, darum will ich ihn schüßen. Er rufet mich an, so will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Noth, ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil. Nun, ich liege jetzt auch da vor dir mit meinem Gebet, nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre! Ach Herr, sey gnädig! Ach Herr, merk auf und thue es, und verzeuch nicht, um dein selbst willen, mein Gott! 4. Ach du getreuer, allmächtiger Gott! Meine Sprach ist mir entfallen; es vergehet mir das Gesicht und Gehör; es verschwinden alle meine Sinn allmählich; meine Kräfte verlassen mich, und will mir jetzt aller Creaturen Hülf zerrinnen. Ich bin sehr schwach und matt, tröste und erquicke du mich, und sprich meiner Seelen zu: Heut, in diesem Nu und Augenblick wirst du bei mir im Paradiese seyn. Mein süßer Herr Jesu Christe! du bist mein Beben; laß Sterben mein Gewinn seyn, weil du mich mit deinem thenern Blut so theuer erkauft hast. Amen! 5. Allmächtiger, ewiger Gott, laß dich erbarmen das ängstliche Seufzen und Wehtlagen dieses sterbenden Menschen und nimm ihn auf in dein Himmelreich, das du ihm und allen Gläubigen aus Gnaden von Anfang der Welt bereitet haft. Entbinde ihn gnädiglich, o Herr, und nach Bezahlung menschlicher Schulden tröste ihn mit deinen Auserwählten ewiglich durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen! 1 Valet- Segen. Ce segne dich, du liebe Seele, Gott der Vater, der dich so herrlich nach feinem Ebenbild erschaffen hat! Es segne dich Gott der Sohn, der dich mit feinem Blut und Tod so theuer erkauft und erworben hat! Es segne dich Gott der heilige Geist, der dich zu seinem Tempel bereitet und geheiligt hat! Der gnädige und barmherzige Gott wolle dich durch die Kraft des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi, auch durch den Dienst der heiligen Engel, führen in den Schoß Abrahams, in das ewige Vaterland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in unaussprechlicher Freud und Herrlichkeit leben mögest! Unser Herr Jesus Christus sey bei dir, daß er dich beschüßze; in dir, daß er dich erquicke; vor dir, daß er dich in Himmel führe; nach dir, daß er dich erhalte; über dir, daß er dich segne, hie zeitlich und dort ewiglich, der mit dem Vater und heiligen Geist lebet und regieret in alle Ewigkeit. Amen! Ordnung und Form des Hauptgottesdienstes dirims an Sonn- und Festtagen. Revidirte Ausgabe. 0913 Verkaufspreis: ungebunden 14 Pfennig. THE Kraft des der allgemeinen Pfarrwittwenkaffe zustehenden Vers lagsrechts dermalen im Verlag bei I. E. Sebald, Buchdruckereibesißer in Nürnberg. D.U.A: I. Sonntäglicher Hauptgottesdienst, wenn keine Communion stattfindet. 1. Gesang eines Anfangsliedes, während dessen der Geistliche an den Altar tritt und in Wechselwirkung mit der Gemeinde den Introitus( Eingang) sammt dem Gloria patri( Ehre sei dem Vater 2c.) singt oder spricht, und zwar in folgender Weise: 2 C 1. Gott sei uns gnädig und barmherzig, 2. Er lasse uns sein Antlik leuchten, 3. Es segne uns Gott, unser Gott. Gemeinde: Geistlicher( Gegen den Altar.) 1. Und ge- be uns seinen gött- li== chen Se gen. 2. Daß wir auf Erden er kennen sei- ne We= ge. 3. Es seg ne uns Gott, und ge= be uns seinen Frieden. Geistl. Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gem. X= men. 10 Oder: Geistl. 1. Ich will den Herrn loben allezeit; 2. Meine Seele soll sich rühmen des Herren, 3. Preiset mit mir den Herren, 4. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Gem. 4 1. Sein Lob soll im- mer- dar in meinem Mun- de sein. 2. Daß die& len- den es hö- ren 3. Und lasset uns sei nen Na- men = 4. Wohl dem, der auf und sich freu- en. er= höh- en. ihn trau- et. ● Geist Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gem. HE A= men. Bemerkung. Statt des Introitus mit dem Gloria patri fann an Sonntagen auch blos ein Anfangslied gesungen werden. 2. 8 Das Confiteor oder Sündenbekenntniß mit dem Kyrie. a) Das Confiteor. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Geliebte in dem Herrn! Eröffnet eure Herzen! Laffet uns Gott unsere Sünde bekennen und im Namen unseres Herrn Jesu Christi um Vergebung bitten! Sprechet mir nach mit herzlicher Begierde zu Gott, im Glauben an den Herrn Jesum Christum durch den heiligen Geist:( Gegen den Altar) Ich armer fündiger Mensch bekenne Gott, dem Allmächtigen, meinem Schöpfer und Erlöser, daß ich nicht allein gesündiget habe mit Gedanken, Worten und Werken, sondern auch in Sünden em= pfangen und geboren bin, so daß meine ganze Natur und all mein Wesen vor seiner Gerechtigkeit sträflich und verdammlich ist. Darum fliehe ich zu seiner grundlosen Barmherzigkeit, suche Gnade und spreche: Gott sei mir Sünder gnädig. Ja, gnädiger und barmherziger Gott, du wollest dich unser aller erbarmen, uns unsere Sünde verzeihen und deinen heiligen Geist geben, auf daß wir durch denselben deinen göttlichen Willen erfüllen und das ewige Leben empfangen mögen. Amen. Oder folgende kürzere Form: Demüthiget euch, Geliebte, vor dem Herrn im Gefühle eurer Unwürdigkeit, Sünde und Schuld. Flehet ihn an um Hilfe, um Gnade und Vergebung. Sprecht mit dem Zöllner: Gott sei mir Sünder gnädig! 4 Gem. Herr, Herr, em. b) Das Kyrie. Geistl. Kyrie eleison! Gem: er- barm dich un- ser! Christe, erbarm dich unser! er barm dich un- ser! H Gem. Geistl. Christe eleison! Herr, er= Geistl. Kyrie eleison! Oder: data0.300 bar = me dich! Christe, er bar= me dich! 2 Herr, er barm dich über uns! 3. Die allgemeine Absolution mit dem Gloria. a) Die allgemeine Absolution. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der allmächtige und barmherzige Gott hat sich unser erbarmet, seinen einigen Sohn für unsere Sünde in den Tod gegeben und um seinetwillen uns verziehen; auch allen denen, die an seinen Namen glauben, Gewalt gegeben, Gottes Kinder zu werden und ihnen seinen heiligen Geist verheißen. Lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen! Oder: Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Gott erbarmet sich unser. Er hat nicht Lust an dem Tode des Sünders, sondern daß der Sünder sich bekehre und lebe. Er hat seinen Sohn in die Welt gesendet und in den Tod dahin gegeben, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Darum lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen! b) Das Gloria in excelsis, oder: Ehre sei Gott in der Höhe 2c. Geistl.( Gegen den Altar.) 5 Ehre sei Gott in der Höhe! Gem. Und auf Er- den Fried, und den Menschen ein Wohl- ge- fal- len. Geistl. Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preißen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen Ehre willen, Herr Gott, himmlischer König! Gott, allmächtiger Vater! Herr, eingeborner Sohn Jesu Christe, du Allerhöchster, und dir du heiliger Geist! Herr Gott, Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters, der du hinnimmst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! Der du hinnimmst die Sünd der Welt, nimm auf unser Gebet! Der du sikest zur Rechten des Vaters, erbarm dich unser! Denn du allein bist heilig, du bist allein der Herr, du bist allein der Höchst, Jesu Christe, mit dem heil'gen Geist in der Herrlichkeit deines Vaters. Gem. ( Ursprünglich).) A- = men. 6 A Bemerkung. Statt des: Und auf Erden Fried 2c. mit dem darauf folgen. den: Wir loben dich 2c., kann von der Gemeinde auch das Lied: Allein Gott in der Höh sei Ehr 2c. gesungen werden. Oder leichter: A Die Collecte mit vorausgehender Sand 1401 Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Gem. lutation. 00:( Begrüßung.) 4. Der Herr sei mit euch! EL Gem. men. Und mit deinem Geist. Geistl. Laßt uns beten:( Gegen den Altar.) O allmächtiger Gott und Vater! Wir bitten dich, gib deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse und mit aller Freudigkeit, wie sich's gebührt, gepredigt, und deine heilige christliche Gemeinde dadurch gebessert werde, auf daß wir mit beständigem Glauben dir dienen, und im Bekenntniß deines Namens bis ans Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herren. A= men. 5. Die biblische Lection. Nach der Verlesung spricht der Geistliche: Dieß sind die Worte unserer heutigen Epistel( unseres heutigen Evangeliums). Der Herr segne sie an unsern Seelen durch die Kraft seines heiligen Geistes, und erhalte uns sein heiliges, theures Wort in Ewigkeit. Gem. f Gem. A * 6. A = men. Das Credo oder Glaubensbekenntniß. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Lasset uns endlich auch vor Gott treten mit dem Lobopfer und Bekenntniß unseres gemeinsamen christlichen Glaubens. Bekennet und sprechet mit mir also:( Gegen den Altar.) Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.* 7 dol = men. Zur besonderen Auszeichnung der Feste kann an diesen statt des apoftolischen das nicänisch konstantinopolitanische Glaubensbekenntniß gebraucht werden, welches also lautet: Ich glaube an einen Gott, allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an den einigen Herrn Jesus Christus, den ein 8 gebornen Sohn Gottes, aus dem Vater vor aller Zeit gebos ren, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahren Gott von wahrem Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alle Dinge gemacht sind, der um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel herabgestiegen und Fleisch geworden ist vom heiligen Geiste aus Maria der Jungfrau, und ist Mensch geworden, auch gekreuziget für uns unter Pontio Pilato, gestorben und begraben, auferstanden am dritten Tage nach der Schrift, aufgefahren gen Himmel, siket zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten, so daß seines Reiches kein Ende sein wird. Ich glaube auch an den heiligen Geist, der da ist Herr und macht lebendig, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, mit dem Vater und Sohne zugleich angebetet und geehrt wird, und durch die Propheten geredet hat. Ich glaube eine heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Auch bekenne ich eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden, und warte auf die Auferstehung der Todten und ein Leben der zukünftigen Welt. Gem. f 2 A men. Hierauf folgt: home mu 7. Das Haupt- oder Predigtlied. 8. Die Pres digt. 9. Das allgemeine Kirchengebet. 10. Fürbit ten und Verkündigungen. 11. Bater unser und Se genswunsch. 12. Gesang eines Liederverses, während deffen der Geistliche an den Altar tritt und sødann 13. den Schluß des Gottesdienstes in folgender Weise abhält: Geistl.( Gegen den Altar.) Unsere Hilfe stehet im Namen des Herrn, Halleluja! Gem. Der Him- mel und Er- de gemacht hat. Hal- le- lu ja! Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Laßt uns beten: ( Gegen den Altar.) Collecte mit Amen der Gemeinde. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der Herr sei mit euch! Gem. Gott Und mit dei= Geistl. Laßt uns benedeien den Herren! Gem. f Gem. sei e f = = Jopigang sibligatonos #dolane A= men. Oder leichter: Gott sei e= wiglich Dank! Geistl. Der Herr segne euch und behüte euch 2c. Oder: E nem Geist. wig- lich Dank! A= men. 9 Bemerkung. Wird das allgemeine Kirchengebet am Aitare gesprochen, so ist die Ordnung folgende: 1. Bersikel. 2. Kirchengebet mit Vater un. ser und Amen der Gemeinde. 3. Salutation, Benedicamus und Segen. 10 II. Sonntäglicher Hauptgottesdienst, wenn Communion stattfindet. tim ols Wenn sich an den Hauptgottesdienst die Communion anschließt, so wird jener bis zum Segenswunsch nach der Predigt ganz in der oben Nr. I. bezeichneten Weise abgehalten. Nach diesem Segenswunsch singt die Gemeinde, während der Geistliche an den Altar tritt, Nr. 188 des Gesangbuches.: ,, Schaffe in mir Gott 2c." oder ein anderes geeignetes Lied, worauf die Handlung in folgender Weise vor sich geht: 1. Präfation mit dem Sanctus. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der Herr sei mit euch! f Gem. Und mit deinem Geistl. Die Herzen in die Höhe! Gem. Er heben wir zum Herrn. = Geistl. Laffet uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gotte. Gem. Geiste. Das ist würdig und recht. Geistl.( Gegen den Altar.) Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir dir, Herr, heiliger, allmächtiger Bater, ewiger Gott, alles zeit und allenthalben Dank sagen, durch Jesum Christum, un sern Herrn, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel, und aller Himmel Kräfte, sammt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsere Stimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: Gem. Al- le Land Hei- lig, hei- lig, hei lig ist der Her- re Ze- ba- oth! in der Hö- he! = Hei- lig, hei fe Ze ba- oth! Voll Erd- reich dei- Na- men des Herrn! Ho- si an- na in der Hö- he! na = sind sei- ner Ehre voll. Ho- si- an- na = Ge- be- ne- deit sei, der da kommt im Oder: lig heilig ist Gott, der Herr sind = ner = in der Him 11 = Söhe! = mel und Ehre, Ho- si= an== CS Ge= be= ne dei= et sei, der da kommt im Na- men des Herrn! 12 free Soi: an = in der Höh= e! Bemerkung. Statt dieser beiden Sanctus kann auch gesungen werden: 6x f Heilig ist Gott der Va- ter, hei- lig ist Gott der Sohn, hei- lig ist Gott der heilge Geist! Er ist der Her- re Zebaoth! Al- leLand sind seiner Eh- re voll. Ho- si- an- na in der Hö- he! na Ge be- ne- deit sei, der da kommt im Namen des Her- ren! E Cha J Ho si anna in der Höh = a) Abendmahlsgebet. b) Das Vater unser. " 1 Gem. c) Gesang des Christe du Lamm Gottes 2c." von Seiten der ( Ges.- Buch Nr. 187.) Gemeinde. 2. d) Die Ginsehungsworte mit dem darauffolgenden Segens wunsche: Der Friede des Herrn set mit euch allen. 2*= = e! men. 3. Austheilung des heiligen Abendmahls unter Gemeindegesang.aljuste Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Danket dem Herrn; denn er ist freundlich; Gem. 4. Collecte. Gem. Geistl. Und seine Gü te wäh- ret e= 2 Geistl. Laßt uns beten:( Gegen den Altar.) Wir danken dir, allmächtiger Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe des Leibes und Blutes deines lieben Sohnes Jesu Christi haft erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unseres Herren willen. Gem. mesin A 5 A=- men. 5. Der Segen. Der Herr segne euch und behüte euch u. f. w. A- men. wig- lich. Oder: 13 A= men. 14 III. Introiten und Versikel für den Hauptgottes= dienst. A. Introiten für die Festtage. 1. Advent. Geistl. 1. Sosianna dem Sohne Davids, Halleluja! 2. Freue dich, du Tochter Zion, 3. Siehe, dein König kommt zu dir, 4. Herr, zeige mir deine Wege, Gem. # 1. Ge- lo- bet sei, der da komt im Namen des Herrn, Halle. lu 2. Und jauchze, du Tochter 3. Ein Ge- rech- ter 4. Und leh- re mich deiGeistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. . A= men. 2. Weihnachtsfest. Geistl. 1. Uns ist ein Kind geboren, = Je- ru- sa- lem; und Hel- fer. me Stei- ge. 2. Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, 3. Singet dem Herrn ein neues Lied; Gem. ja! = 1. Ein Sohn uns # 2. Und er heißt Wunderbar, Rath, Kraft, Held, Ewig- Bater, Friedefürſt 3. Denn er thut Wun- der. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. 3. Neujahr. Geistl. 1. Jesus Christus gestern und heute, A= men. Gem. 2. Herr, ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, 3. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, : 1. Und der sel= be 2. Wie meine Vä3. Daß ich dei- nen Nain alle Gem. Geistl. Ehr sei dem Vater zc. f 2= men. : = wig- keit. ter al men fürch = = · le. te. 4. Epiphaniasfest. Geistl. 1. Siehe, nun kommt der Herr, der Herrscher, 2. Gott, gib dein Gericht dem König, 3. Herr, du erleuchtest unsere Leuchte, Gem. 15 1. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Und deine Ge- rech- tigkeit des Königs Soh- ne. 3. Und machest un- se- re Fin fter niß # licht. 16 Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. and his mo Gem. 5. Bustag. Geistl. 1. Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, 2. Wasche mich wohl von meiner Missethat, 3. Denn ich erkenne meine Missethat, 4. Verbirg dein Antlik vor meinen Sünden, Gem. A= men. 1. Und til- ge meine Sünden nach dei- ner großen Barmherzigkeit. 2. Und reinige mich von 3. Und meine Sünde ist 4. Und tilge alle meiGem. ( Das Gloria patri fällt am Bußtage weg.) 6. Gründonnerstag. Geistl. 1. Es sei aber ferne von uns rühmen, meiner Sünde, immer vor mir. ne Mis- se that. = 2010 2. In ihm ist das Heil und Leben und Auferstehung von den Todten, 3. Gott sei uns gnädig und segne uns, 2. Durch welchen wir erlö3. Er lasse uns sein Antlik leuchten und 1. Denn allein von dem Kreuz unseres Herrn Jesu Christi. set sind und frei. sei uns gnädig. Geistl. Ehr sei dem Vater zc. f Gem. 2= men. 7. Charfreitag. Geistl. 1. Siehe, das ist Gottes Lamm, 2. Fürwahr er trug unsre Krankheit, 3. Er ist um unsrer Missethat willen verwundet, 4. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe. Gem. Gem. 1. Das der 2. Und lud auf sich uns 3. Und um unsrer Sünde willen. 4. Aber der Herr warf unser aller ( Das Gloria patri fällt an diesem Tage weg.) ♦ • 17 Welt Sünde trägt. re Schmer = zen. zer- schla= gen. Sün- de auf ihn. 8. Osterfest. Geiftl. 1. Der Herr ist auferstanden und Simoni erschienen, 2. Was suchet ihr den Lebendigen Halleluja! bei den Todten? Halleluja! 3. Mit Ehre und Schmuck hat ihn Gott gefrönet, Halleluja! 1. Der Herr ist wahrhaftig aufer- standen, Hal- le- lu- ja! 2. Er ist nicht hier, er ist aufer- standen, Hal- le- lu= ja! 3. Und ihn zum Herrn gemacht über Al- les, Hal- le- lu- ja! 2 18 Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. Gem. 9. Himmelfahrtsfest. Geistl. Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? A= men. Hal- le= lu Gem. Geistl. Wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird er kommen. Gem. f Geistl. Frohlodet mit Händen, alle Völker! = Hallelu- ja, Hal- le- lu ja, Hal- le- lu f Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. ja! 2= men. = Und jauch- zet Gott mit fröh- li- chem Schal 10 - ja! = le. 10. Pfingstfeft. Geistl. 1. Der Weltkreis ist voll Geistes des Herrn. Gem. डे 1. Hal- le= lu= ja! Geistl. 2. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. 3. Ich will Wasser gießen auf das Durstige, 4. Ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen, 5. Dieß ist der Tag, den der Herr macht; p 6. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Gem. 2. Unser Gott kommet und schweiget nicht, Hal- le- lu- ja! 3. Und Ströme auf das Dür= re. 4. Und meinenSegen auf deine Nachkommen, Halle- lu ja! 5. Las- set uns freuen und fröhlich darinnen sein. 6. Schmücket d.Fest mit Maien bis an dieHörner des Al- tars. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. BE Gem. Gem. A men. 19 11. Trinitatisfest. Geistl. 1. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, 2. Drei sind, die da zeugen im Himmel, der Vater, das Wort und der heilige Geist, 3. Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge; 1. Alle Lande sind seiner Ehre voll. 2. Und diese drei sind eins. men. 3. Jhm sei Ehre in Ewigkeit. 2== 20 Geistl. Ehr sei dem Vater zc. Gem. 12. Erntefest. Geistl. 1. Laffet uns dem Herrn frohlocken, 2. Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, 3. Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringet. ( Bei dürftiger Ernte.) Geistl. 1. Befiehl dem Herrn deine Wege, Gem. 2= men. 1. Und jauchzen dem 2. Und mit Psalmen Hort uns- res Heils. ihn lo ben. = 3. Und die Höh- en der Ber= ge sind auch sein. ( Bei dürftiger Ernte.) 1. Und hoffe auf ihn; er wirds wohl ma- chen. Geistl. Ehr sei dem Vater zc. Gem. 2= men. 13. Reformationsfest. Geistl. 1. Herr, unser Gott, sei mit uns, 2. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade, 3. Herr, dein Wort ist die rechte Lehre; Gem. = 1. Wie du ge- we- sen bist mit un 2. Und bau- e die Mauern zu 3. Hei- lig- keit ist die Zier- de deines Hauses • teen. ru- sa- lem. ewig- lich. = sern Vä Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. A= men. 2016 Bemerkung. Statt des Introitus mit dem Gloria patri fann auch an Festtagen blos ein Anfangslied gesungen werden. 14. Rirchweih fest. Geistl. 1. Jauchzet dem Herrn alle Welt. # 2. Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, 3. Danket ihm, lobet seinen Namen; Gem. 1. Dienet dem Herrn. 2. Zu seinen Vorhöfen. mit Freu - den. mit Lob. 3. Denn der Herr ist freundlich u. seine Güte wäh- ret ewiglich. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. J 2= men. B. Schlußversikel für die Festtage. 1. Advent. 21 Inad Geistl. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja! Gem. Und machet sei- ne Stei- ge richtig, Hal- le- lu- ja! 22 2. Weihnachtsfest. Geistl. Das Wort ward Fleisch, Halleluja! Gem. Und wohnete unter uns, Halleluja! 3. Neujahr. Geistl. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für, Halleluja! Gem. Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, Halleluja! 4. Epiphaniasfest. Geistl. Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja! Gem. Preiset ihn, alle Völker, Halleluja! 5. Bußtag. Geistl. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. Gem. Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 6. Gründonnerstag. Geistl. Er hat ein Gedächtniß gestiftet seiner Wunder. Gem. Der gnädige und barmherzige Gott. 7. Charfreitag. Geistl. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet. Gem. Sondern ihn für uns alle dahin gegeben. $ 3 8. Dfterfest. Geistl. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja! Gem. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, Halleluja! 9. Himmelfahrtsfest. Geistl. Gott fähret auf mit Jauchzen, Halleluja! Gem. Der Herr mit heller Posaune, Halleluja! 10. Pfingstfest. 12 th Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja! Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn, Halleluja! in 11. Trinitatisfeftis and 14110 Geistl. Wir loben Gott den Bater, Sohn und heiligen Geist, 390002 dny Halleluja! 23 Gem. Und preiſen ihn von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja! 20 12. Erntefest. Geistl. Aller Augen warten auf dich, Herr, Halleluja! Gem. Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Beit, Halleluja! m 120 13. Reformationsfest. H Geistl. Herr, dein Wort bleibet ewiglich, Halleluja! Gem. Deine Wahrheit währet für und für, Halleluja! Rirchweihfest. 14. Geistl. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja! Gem. Und den Ort, da deine Ehre wohnet, Halleluja! 24 C. Schlußverfifel für die gewöhnlichen Sonntage zur AuswahI. Geistl. Es segne uns Gott, unser Gott, Halleluja! Gem. Und alle Welt fürchte den Herrn, Halleluja! Geistl. Herr, hilf deinem Bolte und segne dein Erbtheil, Halleluja! Gem. Weide sie und erhöhe sie ewiglich, Halleluja! Geift. Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erretten, Halleluja! Gem. Und du sollst mich preisen, Halleluja! Geistl. Wir haben einen Gott, der da hilft, Halleluja! Gem. Und einen Herrn, der vom Tode errettet, Halleluja! Geistl. Herr, dein Wort ist unsers Fußes Leuchte, Halleluja! Gem. Und ein Licht auf unsern Wegen, Halleluja! Geistl. Heilige uns, Herr, in deiner Wahrheit, Halleluja! Gem. Dein Wort ist die Wahrheit, Halleluja! Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen; Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Geistl. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Gem. Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. 1. Bersitel. Geistl. Herr, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen. Gebetsgottesdienst. Halleluja. Gem. Erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen. Halleluja. 2. Salutation und Collette mit dem Amen der Gemeinde. 3. Berlesen eines biblischen Abschnittes. Gem. Amen. Geistl. Kyrie, Gem. Gem. 4. Die Litanei. Geistl. Christe, & Geistl. Kyrie, Gem. & lei & lei Geistl. Christe, Gem. : €= lei = son! = son! 10 : son! Er- höre uns! 25 26 Geistl. Herr, Gott Vater im Himmel! Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland! Herr Gott, heiliger Geist! Gem. Geistl. Sei uns gnädig! Gem. Er- barm dich ü- ber uns! Gem. Geistl. Sei uns gnädig! Ver- schon uns, lie- ber Herre Gott! Gem. Hilf uns, lieber Herre Gott! Geistl. Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer und Wassersnoth, Vor dem ewigen Tod Be- hüt uns, lieber Herre Gott! Geistl. dan Durch deine heilige Geburt, d Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Noth, som man Am jüngsten Gericht 1999.11 Gem. E Hilf uns, lie- ber Her= re Gott! Geistl. Wir armen Sünder bitten: Gem. 27 Du wol- lest uns er hören, lieber Herre Gott! : Geistl Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Pfarrherren und Diener der Kirche im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und ergerniffen wehren, Alle Irrigen und Verführten wieder bringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsere Obern, Schule und Gemeine segnen und behüter, 28 Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hilfe erscheinen, Allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und das Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig laffen, bund Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und fie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Gem. Er hör uns, lieber Herre Gott! = Geistl. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Gem. Er barm dich über uns! : Geistl. D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. Er barm dich über uns! Geistl. D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. Er- barm dich über uns! Geistl. O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Gem. and ogolon Geistl. Christe, Gem. Geistl. Ryrie, Gem. Ver- leih uns ste= ten Fried! Gem. Geistl. Christe, 105 Er höre = & lei C & lei= Geistl. und Gemeinde: = Kyri= e, e= lei = uns! 212 son! 12 son! son! 2== 29 sid süf men. 30 Anhang. Liturgie für die Geburts: und Namenstage des Königs und der Königin. Zum Anfang. Geistl. D Herr, er zeig uns deine Barm- her- zig- keit. = Gem. Geistl. Gem. Und verleihe uns dein Heil. D Herr, seg ne den Kö= = Gem. nig, Und er- hö- re uns gnä- dig- lich, wenn wir zu dir rufen. Geistl. E Rüste deine Die- ner mit Ge- rech- tig- keit, Und laß deine Hei li gen sich freu : = = en. Geistl. O Herr, hilf dei- nem Volk, Gem. Und seg ne dein Erb= theil. = Geistl. Ehr' sei dem Vater 2c.* 2c. Gem. Gem. f Herr, Herr, A= men. er- barm dich un- ser! Christe, erbarm dichunser! er- barm dich un- ser! Geistl. Ehre sei Gott in der Höhe Gem. 31 Und auf Er- den Fried, und den Menschenein Wohlge fal- len. Chor. Wir loben dich zc. Amen. = 32 Geistl. Der Herr sei mit euch. Gem. Geistl. Gebet. Gem. Gem. 36 Und mit deinem Geist. Geistl. Biblische Lektion. A= men. A Geistl. Segen. Gem. Amen. = men. Schluß. Geistl. Der Herr denke an uns und segne uns. Halleluja! Gem. Er segne, die den Herrn fürchten. Halleluja! Geistl. Der Herr sei mit euch. Gem. Und mit deinem Geist. Geistl. Laßt uns benedeien den Herren. Gem. Gott sei ewiglich Dank. Dahrt ruth tu Guff so naht er sich in ruch. for 1878 TATIA 311 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 5 3 4+ 4, ⁹0 6 Farbkarte# 13 Green 18 Yellow 9 10 Red 11 5 T! 12 13 Magenta 14 6 15 White 16 117 71 18 3/ Color 8 1111 19 B.I.G. Black