When 32.30 عاما 3230 سلام في Carlo Cignami gem 28.3 Stahlstich v. Carl Mayer's Kunst- Anstalt m Nürnberg. Nur Fins ist noth. Lucas 10, 42. Verlag von. Carl Mayer in Nürnberg Evangelisch- lutherisches Gefangbuch ber Hannoverschen Landeskirche Evangelisch- lutherisches Gefangbuch der Hannoverschen Landeskirche. Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1888. gb 3230 Univ.- Bibl. Giessen Stereotypiert 1888. 0 THE Inhalt. A. Sonntags und Festtagslieder. I. Sonntagslieder( Nr. 1-21). II. Adventslieder( Nr. 22-35). III. Weihnachtslieder( Nr. 36-57) IV. Neujahrslieder( Nr. 58.- 65) V. Epiphaniaslieder( Nr. 66-72) VI. Passionslieder( Nr. 73-103) VII. Ofterlieder( Nr. 104-126) VIII. Himmelfahrtslieder( Nr. 127- 135) IX. Pfingstlieder( Nr. 136-147) X. Trinitatislieder( Nr. 148-153) XI. Lieder für die kleineren Feste er( Nr. 36-37) 400 1. Darstellung Jesu( Nr. 154-156). 2. Verkündigung Mariä( Nr. 157). 3. Fest Johannes des Täufers( Nr. 158-159) 4. Mariä Heimsuchung( Nr. 160-161). 5. Michaelissest( Nr. 162-164) ♦ Seite 1 10 18 31 36 40 56 69 72 80 .. 83 84 84 86 87 B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Kirche( Nr. 165-184). 89 XIII. Lieder vom Worte Gottes( Nr. 185-198)... 100 XIV. Tauf- und Konfirmationslieder( Nr. 199-208) 107 XV. Abendmahlslieder( Nr. 209- 225). 112 IV Inhalt. C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß- und Beichtlieder( Nr. 226- 261) XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung ( Nr. 262-291)... XVIII. Jesuslieder( Nr. 292-333). XIX. Lieder vom christlichen Leben und Wandel ( Nr. 334-376). XX. Lieder vom Gebete( Nr. 377-383) XXI. Kreuz- und Trostlieder( Nr. 384-436) In Krankheit( Nr. 432-436) XXII. Lob- und Danklieder( Nr. 437-465). XXIV. Berufs- und Standeslieder( Nr. 518-541) XXV. Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse ( Nr. 542-569).. E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe- und Begräbnislieder( Nr. 570-613) XXVII. Lieder von der Auferstehung( Nr. 614-617). XXVIII. Lieder vom Gerichte( Nr. 618-621) XXIX. Lieder vom ewigen Leben( Nr. 622638) die Seu Siter Verzeichnis der Dichter Seite . 123 D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisſe. XXIII. Morgen, Tisch- und Abendlieder a. Morgenlieder( Nr. 466-492) b. Tischlieder( Nr. 493-495) c. Abendlieder( Nr. 496-517). 202 ● 147 169 288 .IV 303 304 316 . 197 225 230 264 267 . 327 • # 04 30518.E .. 341 370 372 374 386 HIZ 419 THX luni VIX A. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 170 Ach bleib mit deiner Gnade 18 Ach erkennet, liebste Seelen 456 Ach Gott, gieb du uns deine Gnad ... Alphabetisches Register. .... .. Ach Gott, ich muß dirs klagen Ach Gott, ich muß in Traurigkeit Ach Gott und Herr Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott, vom Himmel sieh darein... Ach Gott, wie manches Herzeleid Ach Herre, du gerechter Gott Ach Jesu, dessen Treu im Nr. Nr. Ach wir armen Sünder.. 77 Ach wundergroßer Siegesh. 133 Allein Gott in der Höh sei 149 Allein zu dir, Herr Jesu. 232 Alle Menschen müssen sterben 597 Alles ist an Gottes Segen 350 345 Alle Welt, was lebt und webet 4 234| Als Christus geboren war 42 Also heilig ist der Tag.. 104 Am Grabe stehn wir stille 606 An dir allein, an dir hab 607 238 364 ... 166 388 559 Himmel und auf Erden. 297 Ach lieber Gott, behüte mich 531 Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein. Ach sagt mir nichts von 329 Gold und Schätzen... 303 Ach treuer Gott, barmherzigs Herz.. 401 Ach was sind wir ohne Jesus 254 Ach wär ich schon dort drob. 635 Ach wie flüchtig, ach wie. 593 Ach wie laufen doch die Jahre 63 ich gesündigt... 259 An Gott will ich gedenken 416 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 24 Auf, auf, mein ganz Gemüte 460 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden 116 132 336 Auf Christi Himmelfahrt Auf dich hab ich gehoffet Auf diesen Tag bedenken wir 128 Auferstanden, auferstanden. 125 Auferstehn, ja auferstehn.. 617 Auf Gott nur will ich sehen 536 Auf Gott und nicht auf meinen Rat. 423 Auf meinen lieben Gott.. 389 Aus einem tief vor dir ge= beugten Herzen Aus Gnaden soll ich selig werden .. 260 284 VI Alphabetisches Register. Nr. Aus Lieb läßt Gott der Christenheit 162 Aus meines Herzens Grunde 469 Aus tiefer Not laßt uns zu Gott.. 231 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 228 B. Befiehl dem Herren deine W. 415 Befiehl du deine Wege... 399 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 208 Bescher uns, Herr, das täg.... lich Brot 555 Betgemeinde, heilge dich.. 383 Bewahre mich, o Freund. 371 Bis hieher hat mich Gott 452 Bist du gleich ferne von 567 Bekannten.. Bringt her dem Herren Lob 457 Brunn alles Heils, dich ehren wir 14 .. C. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine 174 Christe, du bist der helle Tag 497 Christe, du Lamm Gottes 73 Christ fuhr gen Himmel.. 127 Christ ist erstanden... 105 Christ lag in Todesbanden 108 Christ, unser Herr, zum ... Jordan kam.. 199 Christus der ist mein Leben 583 Da Christus geboren war Da Jesus an des Kreuzes Dant, Jesu, dir! Ach sind wirs wert.... 42 81 224 Nr. Dank jagen wir alle... 16 Dank sei Gott in der Höhe 472 Das alte Jahr vergangen ist 59 Das Jahr geht still zu Ende 65 Das ist eine selge Stunde 196 Das Land wollst du bedenken 556 Das walte Gott, der helfen as malte Got 483 Das walt Gott Vater und Gott Sohn Dein Erbe, Herr, das du erfauft. Deines Gottes freue dich Dein Jesus rufet dich zur Buße Dein König kommt in niedern Hüllen. Dein Wort, Herr, ist die rechte Lehr Dein Wort, o Herr, ist milder Tau 470 367 426 258 35 191 198 Den König schüße deine M. 521 Der Abend kommt, die Sonne sich verdecket. Der am Kreuz ist meine Liebe Der Bräutgam wird bald rufen 623 Der du bist drei in Einigkeit 496 Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast 101 Der du zum Heil erschienen 179 Der Glaube macht allein. 271 Der heilge Christ ist kommen 57 Der Herr ist mein getreuer 513 93 428 .. Hirt Der Herr ist meine Zuversicht 425 Der Hölle Pforten sind 115 Der lieben Sonne Licht.. 504 Der Mond ist aufgegangen 515 Der Tag der ist so freu- R denreich 40 Der Tag ist hin, mein Geift 510 Alphabetisches Register. Nr. Der Tag ist hin, mein Jesu 505 Des Morgens, wenn ich früh aufsteh 468 Dich bitt ich, liebster Jesu 155 Dich Jesum laß ich ewig 328 Die Gnade sei mit allen. 15 Die Ernt ist nun zu Ende 563 Die güldne Sonne... 477 Die helle Sonn leucht jetzt 467 Die Herrlichkeit der Erden 592 Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre Die Nacht ist hin, wach auf 461 mein Herz.. 487 ... 21 Die Nacht ist kommen, drin 499 Die Nacht ist nun vergangen 478 Die schönen Sonntagsstunden Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Die Sonn hat sich mit ihrem 56 52 Glanz gewendet 503 Dies sind die heilgen zehn G. 185 Dir, dir, Jehova, will ich 381 Du bist ein Mensch, das 400 Du bists, dem Ruhm... 462 Du bist zwar mein 610 Du Brunnquell aller Liebe 99 Du Friedefürst, Herr Jeju 542 Du großer Schmerzenmann. 84 Du heilige Dreifaltigkeit 471 Du Herr der Seraphinen 163 Du Lebensbrot, Herr Jesu • Christ 214 Durch Adams Fall ist ganz 230 Du weinest vor Jerusalem 391 Du wesentliches Wort.. 53 €. Ehre sei dir, Christe 74 Eine Herde und Ein Hirt 182 Einer ists, an dem wir hang. 180 Nr. 100 168 Eines wünsch ich mir Ein feste Burg ist unser Gott Ein Kind geborn zu Bethl. 36 Ein Lämmlein geht und trägt 85 Ein reines Herz, Herr, schaff 355 Eins ist not, ach Herr.. 312 Ein Wetter steiget auf 557 .. Ci wie jo fanst entschliefeft du 603 Erhalt uns, Herr, bei deinem 169 Erhör, o Gott, das heiße Flehn. Ermuntert euch, erquicte Glieder Ermuntert euch, ihr From= men Ermuntre dich, mein schwa... cher Geist 46 Erneure mich, o cwigs Licht 360 Erschienen ist der herrlich Tag 109 Erstanden ist der heilig Christ 106 Es ist das Heil uns kommen 264 Es ist gewißlich an der Zeit 620 Es ist nicht schwer, ein Chrift zu sein Es ist noch eine Ruh Es kostet viel, ein Chrift zu .. VII ſein Es mag dies Haus, das aus der Erden. 207 486 629 357 633 356 615 Es wolle Gott uns gnädig 165 Ewge Liebe, mein Gemüte 281 Ewge Wahrheit, deren Trene 422 Fahre fort, Zion 176 Fang dein Werk mit Jesu an 489 Freu dich sehr, o meine Seele 587 Freuet euch der schönen Erde 553 Freuet euch, ihr Christen alle, frene sich 43 Alphabetisches Register. Nr. Freuet euch, ihr Gotteskinder 69 Freut euch, ihr Christen alle, Gott schenkt ... 140 VIII Freut euch sehr, ihr Bergleut alle 541 Fröhlich soll mein Herze 48 Früh am Morgen Jesus gehet 492 Früh morgens, da die Sonn 112 Geh aus, mein Herz... 548 Geh hin nach Gottes Willen 375 Geht hin, ihr gläubigen Gedanken 285 Geht nun hin und grabt 605 Geist vom Vater und vom Sohne. 146 158 Gelobet sei der Herr, mein 448 Gelobet sei Israels Gott. 159 Gelobet seist du, Jesu Christ 37 Gen Himmel aufgefahren ist 129 Gesegn uns, Herr, die Gaben Gelobet jei der Herr, der Gott Israels dein 493 Gesetz und Evangelium. 195 Gieb dich zufrieden und sei 402 Gieb mir ein frommes Herz 369 Gnädigster Erbarmer 538 Gott, deine Güte reicht 373 Gott, den ich als Liebe tenne 433 Gott, der du Berg u. Hügel 537 Gott der Vater, wohn uns bei 148 Gott des Himmels und der Erden. Gott, de 473 Zepter, Stuhl 252 488 183. 13 197 ... und Krone. Gott, du Licht, das ewig Gottes Stadt ist fest gegründ. Gott ist gegenwärtig. Gott ist mein Hort Nr. Gott ist mein Lied.... 463 Gott ist und bleibt getreu 412 Gottlob, der Sonntag kommt 7 Gottlob, die Herbstzeit 551 Gottlob, die kalte Winterzeit 552 Gottlob, die schöne Sommerz. 550 Gottlob, die Stund ist 608 Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit 62 Gottlob, ich bin im Glauben 274 Gottlob, nun ist erschollen. 545 Gottlob, nun kommt die. 549 Gott Lob und Dank, die Nacht 436 ist hin.... Gott sei Dank durch alle Welt 30 Gott sei gelobet und gebened. 221 Gott und Vater, nimm 205 Gott Vater, denk an Christi 245 Gott Vater, höre unsre Bitt 201 Großer Gott von alten Zeiten 8 Großer Mittler, der zur Nechten ... $ 5. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre 124 Halleluja, Lob, Preis und 152 Halleluja, schöner Morgen 12 Halt im Gedächtnis Jesum 315 Harre, meine Seele .. 431 Heiland, deine Menschenliebe 322 Heilge Einfalt, Gnadenw. 366 Helft mir Gotts Güte preisen 58 Herr, dein Wort, die edle Gabe. ... 193 Herr, der du mir das Leben 514 Herr, die Erde ist gesegnet 564 Herr, du wollst uns vorbe= reiten Herr, es ist von meinem Leben. 321 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott 220 . 509 437 Alphabetisches Register. Nr. Nr. Herr Gott, dich loben wir, Herr Zebaoth, dein heiligs 190 Herzlich lieb hab ich dich. 337 Herzlich thut mich verlangen 582 Herzliebster Jesu, was hast 79 Herz und Herz vereint 365 Heut ist des Herren Ruhetag Heut ist uns der Tag erschienen 2 regier ... 546 Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf 586 Herr Gott, nun sei gepriesen 558 Herr, höre, Herr, erhöre.. 518 Herr, ich betenn von Herzens.. 267 grund Herr, ich bin dein Eigentum 637 Herr, ich habe mißgehandelt 246 Herr Jesu Christ, dein teures Blut 91 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christe, mein Prophet. Herr Jesu Christ, mein höchftes Gut.... Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, 2c., sieh doch Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen.. 217 Hirte deiner Schafe.... 511 Herr Jesu Christe, mein geHöchster Tröster, komm hernieder. treuer Hirte. 147 Hört auf mit Trauren und 578 Hört heut der Weisen große 72 Hosianna, Davids Sohn, der in seines 33 Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott 157 111 Heut triumphieret Gottes Hier bin ich, Herr, du rufest 368 Hier legt mein Sinn sich. 358 Hilf, Helfer, hilf in Angst 581 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 60 Hilf mir, mein Gott, hilf. 339 Hilf uns, Herr, in allen. 344 Himmelan geht unsre Bahn 631 Himmelan, nur himmelan. 638 Hinunter ist der Sonne 498 3 236 . 211 71 318 IX 584 Hosianna! Davids Sohn, kommt in. 325 Herr, was sind wir, daß 164 Herr, wie du willst, jo. 338 57606 Herr Jesu, deine Angst und 92 18 Herr Jesu, dir sei Preis 213 Herr Jesu, Gnadensonne.. 352 3ch armer Mensch doch gar 579 Herr Jesu, Licht der Heiden 156 Herr Jesu, zieh uns für und für 130 Herr, nun laß in Friede 594 Herr, nun läsfest du deinen 154 Herr, öffne mir die Herzenst. 189 Herr, unser Gott, laß nicht 543 Herr. von unendlichem Er- Ich bin gewiß in meinem. 276 barmen Jch bete an die Macht... 327 3ch bin ein Gast auf Erden 595 Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin getrost und freue mich.. ... 273 .. Ich bin ja, Herr, in deiner 591 3ch ergebe mich dem Willen 409 Ich erhebe mein Gemüte. 261 32 Hüter, wird die Nacht... 485 204 X Alphabetisches Register. Nr. Nr. Ich freue mich der frohen 616 In Gottes Namen fang ich 481 Ich glaub an Einen Gott 268 Ist Gott für mich, so trete 270 Ich habe nun den Grund 279 Ich hab in Gottes Herz und Sinn 395 Ich hab in guten Stunden 435 Ich hab mein Sach Gott 580 Ich hab mich Gott ergeben 588 Ich hab von ferne..... 636 Ich komme, Herr, und suche 219 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 334 Ich sag es jedem, daß er lebt 126 Ich finge dir mit Herz. 446 Ich steh an deiner Krippe. 47 Ich steh in meines Herren 430 Ich sterbe täglich und mein .. ... Leben 601 Ich trau auf meinen Gott 434 Ich und mein Haus, wir sind bereit. 526 Ich weiß, an wen ich gläube 277 Ich weiß, an wen mein. 288 Ich weiß ein lieblich Engelspiel. . 622 Ich weiß, es kann mir nichts 419 Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun 347 Ich weiß, woran ich glaube 291 Ich will dich lieben, meine 304 Ich will mich mit dir verl. 319 Ich will, o Vater, allezeit 5 Ich will von meiner Misseth. 247 Ich wollt, daß ich daheime 570 Ihr Christen auserkoren.. 45 Ihr Eltern hört, was Christus spricht. In allen meinen Thaten.. 393 In Ängsten ruf ich, Herre 429 In Christi Wunden schlaf 577 In dich hab ich gehoffet.. 336 In dir ist Freude In Gottes Namen fahren 566 529 293 ..• Jod. Jauchzet, ihr Himmel... 55 Je größer Kreuz, je näher 418 Jerusalem, du hochgebaute 624 Jesaia dem Propheten... 210 Jesu, deine tiefen Wunden 80 Jesu, deine Passion 89 Jesu, der du meine Seele. 242 Jesu, geh voran 320 Jesu, großer Wunderstern 70 Jesu, meine Freude... 300 Jeju, meiner Seele Leben 306 Jeju, meines Lebens Leben 90 Jesus Christus herrscht.. 326 Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod ... 107 Jesus Christus, unser Heiland, der von uns Jesus, Jesus, nichts als Jesus. ... 307 Jesus lebt, mit ihm auch ich 123 Jesus, meine Zuversicht.. 614 Jesus nimmt die Sünder an 278 Jesus soll die Losung sein 64 Jeju, Trost der armen Seelen 97 209 R. Keinen hat Gott verlassen 390 Komm, Gottes Geift, tomm 145 Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen. 136 Komm, heiliger Geist, Herre 138 Komm, o Gott Schöpfer.. 137 Komm, o komm, du Geist. 143 Kommst du, kommst du, Licht der Heiden 29 Kommit her zu mir, spricht 335 Nr. Kommt, Kinder, laßt uns 37203 Kommt, laßt euch den Herren lehren. Kommt und laßt uns Christum ehren Alphabetisches Register. 2 50 König, dem kein König 323 König Jesu, streite, siege.. 184 Kyrie( Litanei) 229 .. ... 341 Laß dich Gott 406 Laß dich, Herr Jesu Christ 523 Lasset die Kindlein kommen 200 Lasset mich voll Freude.. 203 Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen. Lasset uns den Herren preisen 113 und vermehren 455 17 333 82 Lasset uns mit Jeju ziehen 343 Laß mich dein sein und bleiben Laßt mich gehn Laßt uns doch Christo dankbar sein. Liebe, die du mich zum Bilde 305 Liebe, die nicht auszusprechen 317 Liebster Jesu, der du mich 361 Liebster Jesu, sei willkommen 31 Liebster Jeju, wir sind hier, deinem 202 Liebster Jesu, wir sind hier, dich 6 Liebster Vater, joll es sein 432 Litanei. 229 450 ... 458 Lobe, mein Herz, deinen Gott 628 Lobet den Herren, alle die 476 Lobet den Herrn, ihr Heiden 67 Lobt Gott, ihr Christen alle 41 Lobe den Herren, den mächtigen König Lobe den Herren, o meine Seele XI M. Nr. Mache dich, mein Geist.. 351 Machs mit mir, Gott, nach 589 Macht hoch die Thür, die Thor macht weit 23 Mag ich denn nicht von Angst und Pein.. 394 Man lobt dich in der Stille 444 Meine Lebenszeit verstreicht 604 Meinen Jesum laß ich nicht 302 Mein erst Gefühl sei Preis 491 Meine Seele erhebet den H. 160 Meine Seele, laß dich finden 216 Meine Seel, ermuntre dich 96 Meine Seele senket sich 414 Meine Seel ist stille. 411 Meines Lebens beste Freude 308 Mein Gott, die Sonne geht 10 Mein Heiland nimmt die .. 282 Sünder an Mein Heiland sizzet droben 131 Mein Herz, ach rede mir 324 Mein Herz, gieb dich zufrieden.. 421 Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet... 161 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden. 218 Mein Jesu, süße Seelenlust 313 Mein Jesus kommt, mein 600 Mein Jesus lebt, was soll 120 Mein Lauf, Gottlob, ist bald 590 Mein lieber Gott, gedente 359 Mein schönste Zier und K. 298 Mein Schöpfer steh mir bei 206 Mir ist Erbarmung widerfahren.. 290 Mir nach, spricht Christus 349 Mit Ernst, 0 Menschenkinder 26 Mit Freude will ich heben an 540 Mit Fried und Freud ich 572 XII Alphabetisches Register. Nr. Nr. Mit meinem Gott geh ich 507 O du Liebe meiner Liebe. 94 Mitten wir im Leben sind 571 O du Schöpfer aller Dinge 248 Morgenglanz der Ewigkeit 482 O Ewigkeit, du Donnerwort 626 Müde bin ich, geh zur Ruh 534 O Ewigkeit, du Freudenwort 627 O frommer und getreuer Gott 243 Ogläubig Herz, gebenedei 439 O Gott, der du das Firma535 560 O Gott, du frommer Gott 340 O Gott, du höchster Gnaden235 hort N. Nichts Betrübters ist ment Nicht so traurig, nicht so sehr 396 Nie bist du, Höchster. Nimm von uns, Herr 289 . 186 Nimm von uns, Herre Gott 227 Nun bitten wir den heiligen 139 Nun bricht die finstre Nacht 20 442 443Gottes Sohn, Herr Jesu 269 Gott, von dem wir alles 562 Gott, wir ehren deine Macht ... 153 O Haupt voll Blut und 88 O heilige Dreieinigkeit, erhalt 520 Nun dantet alle Gott Nun dantet alle Gott Nun danket all und bringet 445 Nun freut euch, liebe Christ. 262 Nun hilf uns, o Herr Jesu 532 Nun jauchzet all, ihr From. 25 Nun jauchzt dem Herren. Nun kommt das neue Kirch. Nun laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn und.. Nun laßt uns Gott der 1 heilige Dreifaltigkeit.. 471 heilger Geist, kehr bei 141 O hilf, Christe, Gottes Sohn 76 22 Jesu Christe, wahres Licht 172 O Jesu Christ, mein schön573 ... 301 stes Licht. O Jesu Christ, meins Lebens Licht..... 61 440 .. 584 Nun lieg ich armes Würmelein ... .. 609 Nun lob, mein Eeel, den 438 Nun preiset alle. 561 Nun ruhen alle Wälder 502 528 Nun schlaf, mein liebes Nun sich der Tag geendet hat Nun sich der Tag geendet, mein Herz.. 512 44 Nun singet und seid froh Nun tret ich wieder 480 Nun triumphieret Jesus Chr. 111 506 2. Vergwerksschöpfer.... 539 daß ich tausend Zungen 454 O O Jesu, du mein Bräutigam 212 Jeju, Jeju, Gottes Sohn 296 Jesu, meines Lebens Licht 490 O Jesu, meine Wonne... 223 O Jesu, süßes Licht... 484 O Jesu süß, wer dein gedenkt 294 OKönig aller Ehren... 66 OKönig, dessen Majestät. 255 O Lamm Gottes, unschuldig 75 O Lebensbrünnlein tief und 295 O Liebe, die den Himmel hat zerrissen. 54 O meine Seel, du sollst den Herren preisen... 441 Oselig Haus, wo man dich aufgenommen.... 527 O Tod, wo ist dein Stachel 114 Alphabetisches Register. Nr. Nr. O Traurigkeit, o Herzeleid 102 Sei Lob und Ehr dem höchst. 449 O treuer Heiland, Jesu.. 342 O Vater, allmächtiger Gott 226 O Vater, deine Sonne 554 O Vater der Barmherzigkeit 244 O Vaterherz, o Licht, o Leben 370 O Vater, unser Gott, es ist 378 O Welt, ich muß dich lassen 574 O Welt, sich hier dein Leben 86 O wie fröhlich, o wie selig 630 O wie selig seid ihr doch 625 O wir armen Sünder.. 77 .. .. So führst du doch recht selig, Herr 413 So hab ich nun den Fels 283 So hab ich obgesieget... 611 So hoff ich denn mit festem Mut. P. 287 Preis, Ehr und Lob sei dir 522 So jemand spricht, ich liebe Gott.. So ist die Woche nun.. Soll es, liebster Gott Sollt es gleich bisweilen. Sollt ich meinem Gott nicht R. 187 Rede, liebster Jcsu, rede. Reich des Herrn 181 Ringe recht, wenn Gottes 363 Rüstet euch, ihr Christenleute 362 Schaffet, schaffet, Menschenk. 353 Schaff in mir, Gott, ein 253 Schmücke dich, o liebe Seele 215 Schmückt das Fest mit Maien 144 Schönster Herr Jesu. Schutzgott, dessen starte Rechte 310 V. 3 ff.. Schwing dich auf, mein ganz Schwing dich auf zu deinem ● 33 Sei mir tausendmal gegrüßet 87 Sei stille, müdgequältes Herz 427 Sei willkommen, Davids Sende, Vater, deinen Geist 382 Siegesfürste, Ehrenkönig.. 135 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 251 Sieh, wie lieblich und wie fein 354 ♦ Seele, geh auf Golgatha. Seele, mach dich heilig auf Seelenbräutigam. 311 Seele, was ermüdst du dich 316 Sei getreu bis an das Ende 346 Sei Gott getreu, halt seinen 348 Sei Lob, Ehr, Preis und. 150 164 74 459 398 198 XIII ... 447 fingen So nimm denn meine Hände 376 Sorge doch für meine Kinder 530 So ruhest du, o meine Ruh 103 So tret ich demnach an.. 479 So wahr ich lebe, spricht 239 Speis uns, Vater, deine Kind. 495 Start ist meines Jesu Hand 332 Steht auf, ihr lieben Kinderl. 466 Straf mich nicht in deinem 250 Such, wer da will, ein.. 299 T. .. 374 517 432 405 98 Tag des Zorns 618 95 Teures Wort aus Gottes 192 Thut mir auf die schöne 11 Treuer Gott, ich muß dir 241 Treuer Hirte deiner Herde 177 Trener Jesu, wache du 508 Treuer Wächter Israel 544 .. XIV Alphabetisches Register. U. Unsern Ausgang segne Gott 19 grämen Unter Lilien jener Freuden 602 Unumschränkte Liebe Unverfälschtes Christentum B. 4 ff..... ... 280 M. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen V. Valet will ich dir geben.. 585 Vater, laß mich Gnade finden 249 Vater unser im Himmelreich 377 Verleih uns Frieden gnädigl. 519 Versuchet euch doch selbst 272 Verzage nicht, du Häuslein 171 Vollendet hat der Tag die 516 Vom Himmel hoch da komm ich her 38 Vom Himmel tam der Engel Schar 39 Von Gott will ich nicht lassen 386 Vor deinen Thron tret ich 474 Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich hie Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin... Nr. Warum sollt ich mich denn Wach auf, mein Herz, und finge.. Wachet auf, ruft uns die Stimme Wacht auf, ihr Christen alle Wär Gott nicht mit uns dieſe Zeit.. Wärn meiner Sünd auch noch so viel Warum betrübst du dich, mein Herz.. 361 237 178 119 475 621 619 167 265 385 Nr. .. 397 Warum willst du draußen stehen Was alle Weisheit in der Welt 1 151 Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt.... 407 Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken.... 565 Was ists, daß ich mich quäle 424 Was mein Gott will, das g'scheh allzeit 384 Was mich auf dieser Welt betrübt 408 Was willst du dich betrüben 392 Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel 275 Weil ich Jesu Schäflein bin 533 Weine nicht, Gott lebet noch 417 Welt ade, ich bin dein müde 596 Wenn alle untreu werden 331 Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott 266 Wenn dich Unglück hat betreten Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht. 464 Wenn kleine Himmelserben 613 Wenn mein Stündlein vor27 380 330 handen ist........ 575 Wenn meine Sünd mich.. 83 Wenn wir in höchsten Nöten 233 Wenn wir in Wassersnöten ſein.... 568 Werde licht, du Stadt... 68 Werde munter, mein Gemüte 501 Wer Gott vertraut, hat wohl 387 Wer ist wohl wie du 314 Wer nur den lieben Gott 403 Wer sind die vor Gottes 632 Alphabetisches Register. Nr. Nr. Werter Tröster, komm... 147 Wir liegen hier zu deinen 256 Wer weiß, wie nahe mir. 599 Wir Menschen sind zu dem 188 Wie fleugt dahin der Men- Wir singen dir, Immanuel 49 schen Zeit. Wohlauf, mein Herz, zu Gott 379 Wohl einem Haus, wo Jesus 525 Wo ist ein solcher Gott 286 Womit soll ich dich wohl. 453 Wort des höchsten Mundes 194 Wo soll ich fliehen hin 240 118 Wo willst du hin, weils Abend ist Wunderanfang, herrlichs.. 410 Wunderbarer Gnadenthron 51 Wunderbarer König.... 451 598 Wie Gott mich führt, so will 420 Wie groß ist des Allmächtgen 465 Wie lieblich ist der Maien 547 Wie lieblich sind doch deine 117 Wie mein getreuer Vater will 404 Wie mit grimmgem Unverstand.... .: 569 Wie schön ists doch, Herr 524 Wie schön leucht uns der 292 Wie selig ist der Ort... 9 Wie soll ich dich empfangen 28 Wie wird mir dann, o dann 634 Wie wohl hast du gelabet 222 Wie wohl ist mir, o Freund der Seele 309 Willkommen, Held im Streite 121 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns 78 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser 500 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod 110 Wir danken Gott für seine 494 Wir glauben all an Einen 263 .. .. . .. XV 3. Zeuch, Ehrenkönig, bei mir 34 3euch ein zu deinen Thoren 142 3euch hin, mein Kind Zeuch uns nach dir 612 173 3ion, gieb dich nur zufrieden 3ion tlagt mit Angst und Schmerzen 3u deinen Füßen liege ich 225 zu dir, Herr Jesu, komme ich 257 3ween der Jünger gehn mit Sehnen 134 175 122 pil e 10 15 mist Pfalm 92, 2. Das ist ein köstlich Ding dem Herrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster. si Ephefer 5, 18-20. Werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für Alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. CHA. A. Sonntags- und Festtagslieder. ud fod bun Hus I. Sonntagslieder. hodul! THE 1. 100 unit nhd Pfalm 100. Eigene Melodie. un jauchzt dem Herren, alle Welt, kommt her, zu seinem Dienst euch stellt; kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht! 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst, durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott dem werten heilgen Geist sei nun und immerdar gepreist. David Denicke(?) g. 1603+ 1680, ( nach Corn. Beder). 22.dnd the Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. eut ist des Herren Ruhetag, ver= gesset Sorge, Müh und Plag, treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht! Halleluja! 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gefang! 5. Dankt unserm Gott, lobsinget ihm, rühmt seinen Nam mit lauter Stimm, lobsingt und dankettes Amt. Halleluja! allesamt! Gott loben das ist unser Amt. 2 6. Er ist voll Güt und Freund lichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit sein Gnade währet 2. Kommt her und fallt auf eure Knie vor Gottes Majestät allhie! Es ist sein Heiligtum und Haus, wer Sünde liebt, gehört hinaus. Halleluja! 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm; deswegen lobt ihn allesamt, das ist der Christen rech4. Rühmt unsers Gottes Meisterthat, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und was dieselbe in sich hält. Halleluja! den sist bj gilisd 1 2 Sonntagslieder. 5. Denkt auch, daß heut ge=| ruh und Freud erlangen drauf in Halleluja! Hannov. Gib. 1646. schehen ist die Auferstehung Jesu Ewigkeit. Christ, dadurch die wahre Freudigteit in aller Not uns ist bereit. Halleluja! 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach rechter Christen Weis, wir wollen aufthun unsern Mund und sagen dies von Herzensgrund: Halleluja, 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr, Halleluja, 8. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr. Halleluja! 9. Oliebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier. Halleluja! 10. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzieh uns deine Gnade nicht, all unser Thun auch so regier, daß wir Gott preisen für und für. Halleluja! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, daß dieser Tag dir heilig sei, wir auch die Sabbaths3. Eigene Melodie. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad, Herr, uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. Herzog zu SachsenWeimar(?) g. 1598+ 1662. 4. Psalm 100. Mel. Gott des Himmels und der Erden, oder Eigene Melodie. Alle Welt, was lebt und webet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zung er= hebet, jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, kommt mit Lust zu ihm heran! 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, er hat unsre Leib und Geister an die lichte Welt gebracht; wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigentum. Sonntagslieder. thron uns machen. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, wir Schwachen zu dem Gnadengeht durch seines Vorhofs Gang, lobet ihn mit schönen Worten, faget ihm Lob, Preis und Dank! Denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Freundlichkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist! Gieb uns Kräfte und Begier, dich zu preisen für und für! V. 1-3 Joh. Frand g. 1618 1677. V. 4 Zusaß von 1712. 5. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Ich will, o Vater, allezeit er heben deine Gütigkeit, daß du von so viel Jahren mich haft be= hütet wunderbar, wie ichs mein Lebtag immerdar, auch diese Woch erfahren. Singet, bringet Gott dem Herren nah und ferren Dank und Ehre, jedermann sein Lob vermehre! 2. Du führst durch deinen Gnadenschein aus aller Trübsal, Not und Bein den, der zu dir nur schreiet. Durch Christum giebst du deinen Geist, der uns den Weg zur Buße weist und innerlich erfreuet. Laß mich, bitt ich, deine Güte im Gemüte fort empfinden, ohn Anfechtung meiner Sünden. 3 3. Herr, siehe du doch ja nicht an das, was ich wider dich gethan in nächstverwichnen Tagen. Nimm zur Versöhnung Christi Blut, der uns gelitten hat zu gut und völlig abgetragen, was sich täglich noch für Sünden in uns finden; drum 4. Mein'n Leib, mein Seel und all das mein, laß dir, o Herr, befohlen sein, ich will mich dir er= geben. Wend ab Not, Angst und Herzeleid, du Vater der Barmherzigkeit, in meinem ganzen Leben, daß ich fröhlich deinen Willen mög erfüllen, stets dich lieben, auch die Lieb am nächsten üben. 5. Gieb, daß mir deiner Ruhe Tag mein innre Ruh befördern mag durch deines Wortes Stärke; daß mir dasselb ins Herze dring und hundertfältig Früchte bring, des Glaubens rechte Werke. Von dir laß mir Brünnlein fließen, sich ergießen, daß ich bleibe stets ein Glied an deinem Leibe. 6. Verleihe, daß in dieser Welt mein Hoffnung sei auf dich gestellt und ich dir ganz vertraue, daß ich die wahre Ruh und Freud erlange dort ohn einig Leid, wenn ich Gott immer schaue. Durch dich werd ich große Gaben ewig haben bei dir oben; deinen Namen will ich loben. Hannov. Gib. 1657. 6. Eigene Melodie. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören, lente Sinne und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes Sonntagslieder. denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bitten, Flehn und Eingen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnizer g. 1618+ 1681. 7. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Gott Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu; heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Ge= rechtigkeit, Troft, Leben, Heil und Seligteit. Halleluja! 3. Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Chrift heißt Gottes Kind. Halleluja! 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Himmelsehrenpfort, laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 8. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Großer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost ver= bunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Mor= gen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann g. 1648 † 1715. 9. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. Wie selig ist der Ort zu nennen, wo Gottes Wort im Schwange geht, wo Licht und Recht ganz helle brennen, und Zion niemals wüste steht, da man im Schmuck der Heiligkeit dem Herren opfert allezeit! 2. Weh aber, wo die Lebensworte so rar und teuer worden sind, daß man an solchem wüsten Orte von Gott nur dunkle Spuren findt! Wie billig wird der Ort Sonntagslieder. beweint, wo Gottes Wort ent=| Gerechtigteit, vertreib der Sünden feruet scheint. Dunkelheit! 3. Wir dürfen keinen Zweifel tragen, als wär allhier nicht Gottes Haus; wo wir nach Gottes Worte fragen, da macht er eine Kirche draus: sie sei nun zahlreich oder flein, so muß sie ihm doch heilig sein. 4. So treten wir im Geist zusammen, so singen wir des Herren Lied, so bringen wir die Opferflammen, auf welche Gott in Gnaden sieht; so lesen wir und hören an, was Gottes Wort uns lehren kann. 5. Ach Herr, gieb selber das Gedeihen, laß doch kein Wort vorüber gehn, laß uns die Seelenspeis erfreuen, laß unser Herz erquicket stehn, gieb unsrer Einfalt deutlich ein das, was uns kann erbaulich sein! 5 2. Mein erstes Opfer ist dein Ruhm, mein Herz ist selbst dein Eigentum; ach kehre gnädig bei mir ein, du mußt dir selbst den Tempel weihn. 3. Gieb, daß ich meinen Fuß bewahr, eh ich mit deiner Kirchenschar zum Hause Gottes wallen geh, daß ich auch heilig vor dir steh. 4. Bereite Herze, Mund und Hand und gieb mir Weisheit und Verstand, daß ich dein Wort mit Andacht hör, zu deines großen Namens Ehr. 5. Schreib alles fest in meinen Sinn, daß ich nicht nur ein hörer bin; verleihe deine Kraft dabei, daß ich zugleich ein Thäter sei. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen Tag mit Leib und Seele feiern mag; bewahr mich vor der argen 6. Erhalt uns bei dem Glau- Welt, die deinen Sabbath sündlich bensgrunde, den du den Eckstein hält. haft genennt, daß man dich nicht nur mit dem Munde, auch mit dem Herzen selbst bekennt. Wenn uns die Welt Verfolgung dräut, so gieb, o Herr, Beständigkeit! 7. So geh ich denn mit Freude hin, wo ich bei dir zu Hause bin. Mein Herz ist willig und bereit, o heilige Dreieinigkeit! Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. POTE 11. 7. Ja bau du selbst in unsrer Seele dir ein lebendig Gotteshaus, so wird in dieser Jammerhöhle ein angenehmer Sabbath draus, bis wir in jenen Tempel gehn und vor des Lammes Stuhle stehn. 800 Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 10. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Mein Gott, die Sonne geht 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung haft geherfür, sei du die Sonne selbst in mir, du Sonne der nommen, da ist lauter Himmel Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. hut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein! Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. Sonntagslieder. 6 hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilige du Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge du im Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt.d 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelbrot, tröste mich in aller Not! 7. Öffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrensaal! Benjamin Schmold geb. 1672+ 1737. 12. Mel. Weicht, ihr Berge. fallt, ihr Hügel. Halleluja, schöner Morgen, schöner als man denken mag, heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, heute hab ich sonst zu thun, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntags= kleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jejus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Einnen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewinnen, gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund; mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. Sonntagslieder. 9. Gieb, daß ich den Tag be-| zarten Blumen willig sich entfalten schließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbatha bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! J. Krause g. 1701+ 1762. 13. Mel. Unumschränkte Liebe, oder Wunderbarer König. Gott ist gegenwärtig, laffet uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, fommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht ge= bücket dienen; heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unfre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entjagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 7 6. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 7. Herr, komm in mir wohnen, laß mein'n Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sik und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken! Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 14. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend. Brunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm! is time 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht! 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen! 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 5. Du durchdringest alles, laß 4. Der Herr, der Tröster, dein schönstes Lichte, Herr, be= ob uns schweb, sein Antlitz über rühren mein Gesichte! Wie die uns erheb, daß uns sein Bild Sonntagslieder. werd eingedrückt, und geb uns| Gnade sei mit allen, die Guade Frieden unverrückt.d sei mit mir! 5. Jehova! Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerh. Terstegen g. 1697+1769. 15. Offenb. 22, 21. Mel. Christus der ist mein Leben. Jie Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns ja will grauen, so bleibts: Der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du tommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnate mit uns sein; denn fie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. Phil. Friedr. Hiller g. 1699+ 1769. 16. Eigene Melodie. Dank sagen wir alle Gott unserm Herren Christo, der uns mit seinem Wort hat erleuchtet und uns erlöset hat mit seinem Blute von des Teufels Gewalt. Den sollen wir alle mit seinen Engeln loben mit Schalle, singen: Preis sei Gott in der Höhe! Altkirchl. Deutsch 1624. 17. Mel. Herzlich thut mich verlangen. aß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikol. Selnecker g. 1532+ 1592 18. Mel. Christus der ist mein Leben. ch bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.alion 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 1019 ia 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein 8. Herr, laß es dir gefallen! Wahrheit uns umschanze, damit Noch immer rufen wir: Die wir irren nicht. Sonntagslieder. 4. Ach bleib mit deinem Segen| Blut und pfleg es öfters zu verbei uns, du reicher Herr, dein sehn, wenn gleich der Wille gut. Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr! 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, sieh meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truke, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Jofua Stegmann g. 1588+ 1632. 19. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. njern Ausgang jegne Gott, unfern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und lassen, segne uns mit felgem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schend g. 1634+ 1681. Am Sonntag Abend. dilat 20. Mel. Nun sich der Tag geendet hat fun bricht die finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch, mein herz, schlaf noch nicht ein, geh, rede erst mit Gott!. N 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an! 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hat er auch bis in die Nacht mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht ge= schehn, denn ich bin Fleisch und 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasje die, jo es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gieb allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und bere den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Wofern dir auch mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein, da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann g. 1648 † 1715. 21. Mel. Welt, ich muß dich lassen. Die schönen Sonntagsstunden sind nun dahingeschwunden, uns grüßt die Abendruh; nun will ich all mein Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibeft du. 2. Herr, dir jei Preis und Ehre für alle Lieb und Lehre, die ich 10 Sonntagslieder. empfangen heut; du bist allein zu loben für jedes Licht von oben, das diesen Tag hat eingeweiht. 3. Der Glanz von deinem Throne, das Wort von deinem Sohne, der Hauch von deinem Geist, was unser Sinn gespüret, was unser Herz gerühret für alles, alles sei gepreist.sid off 4. Laß diesen Strahl des Lebens, dies Licht doch nicht vergebens für uns entzündet sein! Noch in den dunkeln Stunden, wenn alles sonst verschwunden, leucht es in unser Herz hinein! - 5. Was dieses Licht verdunkelt, obs noch so gleißt und funkelt, das bleib uns ewig fern. Sei du allein die Sonne des Lebens und die Wonne des Herzens und des Auges Stern! 6. Wenn sich die Augen senken, dann laß dein Angedenken nicht völlig schlafen ein! Laß in den Finsternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein! nd houdt ind 7. Ein Strahl von deinem Lichte erleuchte mein Gesichte auch in der finstern Nacht! Im tiefsten Schoß der Stille entschlummeri jeder Wille, du aber bists, der ewig wacht. 8. Herr, schenke mir indessen ein seliges Vergessen von allem eitlen Wahn! Mag auch kein Aug mich schauen, sich von des Himmels Auen nur du, mein Gott und Herr, mich an! Chr. Heinr. Buchta g. 1808 † 1858 II. Adventslieder. 22. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. un kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes 3ion, ewiglich! Halleluja! ben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 23. 2. Wir hören noch das Gnaden= wort vom Anfang wieder immer= fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreift. Halleluja! Eigene Melodie. dficz Macht hoch die Thür, die Thor 3. Gott, was uns deine Wahrmacht weit, es kommt der heit lehrt, die unsern Glauben Herr der Herrlichkeit, ein König stets vermehrt, laß in uns blei- aller Königreich, ein Heiland aller Adventslieder. Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ift Heiligteit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insge= mein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet jei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit! die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Luft und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Nat, voll That, voll Gnad! dur a 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weisfel g. 1590+ 1635. 11 24. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Auf, auf, ihr Reichsgenoſsen, eur König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hofianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nacht= mahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: Der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder im vollen Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja es thut ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er giebt auf alles acht.aitege nis 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlicht. Fürwahr, er meint es gut, drum laffet uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrock= nem Mut. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen. der König forgt für euch, er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Tier gedacht, der wird auch euch 12 Adventslieder. ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten start, herrlich, fanft und schön; nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit töstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Efelein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im ho= hen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn ver= achtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlge= mut, laßt eure Lieder klingen und thut dem König fingen, der ist eur höchstes Gut. 10. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist g. 1607 † 1667. 25. Mel. Aus meines Herzens Grunde. un jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr Mel. Von Gott will ich nicht lassen. der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Mit Ernst, o Menschenkinder, Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und macht. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer g. 1606 † 1673. 26.12 das Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Adventslieder. 13 Gnad allein der Welt zum Licht| mir Gottes Zorn und Grimm also und Leben gesendet und gegeben, bei euch auch kehre ein. tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was trumm ist, gleich und schlecht! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Beuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Nach Val. Thilo d. Jüng. g. 1c07+ 1662. 27. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Wa arum willst du draußen stehen*), du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl ge= fallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mir schmerzen!) 1. Mos. 24, 31. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad abjagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbisfen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Troft, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Luft, was ist sie wert? was ists, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gerenet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jeju, komm, lağ dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gefehret, heiß ihn nur willkommen sein und be= reite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, flag ihm, was dich drück und quäle. Gau OD 14 Adventslieder. 8. Was du Böses hast began-| ich stand in Spott und Schanden, gen, das ist alles abgeschafft: du kommst und machst mich groß Gottes Liebe nimmt gefangen und hebst mich hoch zu Ehren und deiner Sünde Macht und Kraft. schenkst mir großes Gut, das sich Christi Sieg behält das Feld, nicht läßt verzehren, wie irdisch und was Böses in der Welt sich Reichtum thut. will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür, der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 28. Mel. Valet will ich dir geben. Wi fie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Bier? O Jesu, Jesu, sete mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergete, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; seind. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Luft, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld, nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in Einem Augenblick. Er tommt, er kommt ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande Adventslieder. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal! Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 29. Eigene Melodie. ommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht; o du starker Troft im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, tomm zu mir! 2. Ja du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraunsohn; meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wunderseelenkraft, deine Frucht und Herzenssaft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenszeit erwiesen haft. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Ge= duld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hocherhaben. Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Chrift. Homburg g. 1605 † 1681. 15 30. Eigene Melodie. ott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist er= füllt nach Herrlichkeit. 3. 3ions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! id 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thuft, rein von aller Sünden Wust! 6. Und gleich wie dein Antunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Ängste frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan, 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirft, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Henr. Held um 1650. 16 Adventslieder. 31. mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. Liebster Jefu, sei willkommen hier in dieser bösen Welt, da du kaum wirst aufgenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen! Du bist mein, und ich bin dein, ich will teines andern sein. und ich bin dein, ich will teines andern sein. 4. Will dich alle Welt gleich meiden, dennoch find ich mich zu dir; dich und mich soll nie was scheiden, sondern ich will für und für in dir leben, an dich gläuben, tot und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 5. Deine Schmach und deine Schande, so dir diese Welt anthut, dienet mir zum höchsten Pfande und versichert meinen Mut, daß du mir in jenem Leben wirst die höchste Ehre geben. Du bist mein, 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein, laß mich nicht vergeblich hoffen, laß mich stets dein eigen sein! Tilge du all mein Ver= brechen, so kann ich stets fröhlich sprechen: Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. Friedr. Fabricius g. 1642 † 1703. 2. 3war du kommeft gar nicht prächtig, aber bin schon vergnügt; du bist dennoch reich und mächtig, haft mir alles zugefügt, was mich Sünder, was mich Hofianna! Davids Sohn kommt und machen. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. ach bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 3. Dein so armes Kummerleben soll mein fteter Reichtum sein; bin ich dir nur ganz ergeben und vertrau ich dir allein, so wirst du mir schon gewähren, was mein Herz nur kann begehren. Du bist mein, und ich bin dein, ich will teines andern sein. 32. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 1. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüft, will sich dir zu Füßen legen. Beuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna, Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast! Wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar jein, herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! Steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst teinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. Adventslieder. 6. Hosianna! Laß uns hier an den Ölberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen, du Gc= segneter des Herrn, warum willst du draußen stehen?*) Hosianna! Bist du da? Ja du kommst, Halleluja! *) 1. Mof. 24, 31. Benjamin Schmolck g. 1672+ 1737. 33. Eigene Melodie. Sei willkommen, Davids Sohn, der in seines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jakobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden alle müssen dienstbar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Sei gesegnet, teures Reich, das ein solcher Herr besiket, dem tein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schüket. Schwinge dich in stetem Flor groß durch Frieden, reich an Freuden unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund mache zum Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen fund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deinen Unterthanen; ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen; ich 17 geselle mich im Geist zu denselben großen Reihen, die das Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huldgungseid, kommt und füßt den Sohn der Liebe! Ach daß niemand außen bliebe, hier, ach hier ist Seligkeit. Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. 34. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. euch, Ehrenkönig, bei mir ein, komm, komm, verweile nicht! Komm, laß mich ganz dein eigen sjein, tomm, o mein Gnadenlicht! 2. Komm, Jesu, meiner Seele Teil, ach komm, ich liebe dich. Ja tomm, Herr Jeju, komm, mein Heil, mach ewig selig mich! 1735(?). 35. Eigene Melodie. Dein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ifts dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 2 18 3. Dein Reich ist nicht von dieser| Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. Weihnachtslieder. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Tristen des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 36. Eigene Melodie. Ein Kind geborn zu Bethlehem, des freuet sich Jerusalem. Halleluja, Halleluja! III. Weihnachtslieder. 2. Hier liegt es in dem Krippe= lein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Halleluja, Halleluja! 3. Für solche gnadenreiche Zeit sei Gott gelobt in Ewigkeit. HalleInja, Halleluja! 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu er= neuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 4. Lob, Ehr der heilgen Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigteit. Halleluja! Halleluja! Nach dem Lateinischen Puer natus in Bethlehem. 37. Eigene Melodie. Belobet feift du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völter und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert g. 1789 † 1866. freuet sich der Engel Schar. Halleluja! jetzt man in der Krippe findt; in 2. Des ewgen Vaters einig Kind unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Welt Kreis nie Schoß; er ist ein Kindlein wor= beschloß, der liegt in Marien den klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! herein, giebt der Welt ein neuen 4. Das ewge Licht geht da Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Kindern macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gaft in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erb'n in seinem Saal. Halleluja' Weihnachtslieder. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns ge= than, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freut sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit! Halleluja! Martin Luther g. 1483 † 1546. 38. Eigene Melodie. Bo om Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau ausertorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 19 7. Mert auf, mein Herz, und sieh dort hin was liegt doch in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 8. Willkommen sei, du edler Gast! Den Sünder nicht ver= schmähet haft und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Nind und Esel aß. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König, groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Wiegenliedlein schön, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im höch= sten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr.. Martin Luther g. 1483 † 1546. 20 Weihnachtslieder. 39. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Hom Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippe hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha*) das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. *) Mich. 5, 1. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein so löbelich ist uns geboren heute von einer Jung= frau säuberlich, zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzu= mal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist, be= hüt uns vor der Hölle. Nach dem Latein. Dies est laetitiae. 41. Eigene Melodie. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 4. Was kann euch thun die Sünd und. Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur 3uversicht. Es mögen euch viel fechten an, dem sei Troß, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit! Martin Luther g. 1483+ 1546. 40. Eigene Melodie. Der Tag der ist so freudenreich Christenheit. aller Kreature, denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist géborn; Maria, du bist auserkorn, daß du Mutter wärest. Was geschah so wundergleich? Gottes 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf= richten wollt sein Reich, die 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an und giebt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel Weihnachtslieder. 21 sein! Wie könnt er doch sein söhnt des Vaters Zorn; fren sich, freundlicher, das Herzejejulein. dem sein Sünd ist leid. 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Chr und Preis! Niklas Herman+ 1561. 42. Eigene Melodie. Do a Christus geboren war, freute sich der Engel Schar, sangen all mit Haufen schön: Ehr sei Gott im höchsten Thron! Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat ver- reuet söhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 2. Die Hirten erschraken ganz vor des Engels hellem Glanz, hörten fröhlich neue Mär, daß Christus geboren wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat verjöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 3. Sie suchten das Kindelein, eingehüllt in Windelein, wie der Engel hatt vermeldt, welches trägt die ganze Welt. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 6. Solche groß Barmherzigkeit laßt uns preisen allezeit in Gotts= furcht und Glauben rein, mit Geduld gehorsam sein. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 1560. N. d. Latein. In natali Domini. 43. Eigene Melodie. euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4. Sie fanden das Kindlein zart liegen in der Krippe hart bei dem Vieh im finstern Stall, das die Stern erschaffen all. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat verföhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippe Höhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir dan= ten? Ich betenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. So laß mich von dir nicht wanten, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnaden5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kindelein, das durch seine göttlich Kraft allem Vieh sein Futter schafft. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat ver- sonne. 22 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder, gieb der ganzen Christenschar Friede und ein selges Jahr! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. Chrift. Reymann g. 1607+ 1662. Weihnachtslieder. 44. Eigene Melodie. N₁ un singet und seid froh, jauchzt all und saget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein, zeuch mich hin nach dir! 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmels= freud; eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst als dort, da die Engel singen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen im hohen Himmelsjaal. Eia, wärn wir da! Hannob. Gsb. 1646. Nach dem Lateinischen In dulci jubilo. 45. Mel. Valet will ich dir geben. hr Christen auserkoren, freut euch von Herzen sehr: der Heiland ist geboren! Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schar und Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. 2. So fingen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es ge= geben und hat das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet süße Liebe; was wollt ihr traurig sein? Den Himmel wills dem schenken, der an ihn gläubet fest; daran sollt ihr gedenken, euch freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schar, denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar ge= schwächt, bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß du herab von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. V. 1-4. G. Werner g. 1589 † 1643. V. 5. Hannov. Gfb. 1657. Weihnachtslieder. 23 im Orden der Bettler Mensch ge= worden? Snu 6. O Freudenzeit, o WunderErmuntre dich, mein schwacher nacht, dergleichen nie gefunden, Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt,*) mit Freude zu empfangen. Dies ist die Nacht. darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien.*) Jef. 9, 6. du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden, du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 2. Willkommen, süßer Bräutigam, du König aller Ehren, willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren, ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns biſt Mensch geboren. 7. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, fomm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Haffen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein er= wünschtes Leben für deine Feind hingeben? 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Schanden, dennoch hast du sie dir vertraut am Kreuz in Todesbanden; ist sie doch ganz und gar befleckt, mit dem Verderben angesteckt, und du willst ihret wegen den Zepter von dir legen! 5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, du Friedenswiederbringer, du kluger Rat und tapfrer Held, du starker Höllenzwinger, wie war es möglich, daß du dich erniedrigtest so jämmerlich, als wäreft du 46. 90010 Eigene Melodie. 8. Eag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Eeel und Geist, nimm alles, was Mensch ist und heißt: ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir ge= jungen, daß du mein Bruder worden bist und haft die Welt bezwun= gen; hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Johann Rift g. 1607+ 1667. 47. Mel Es ist gewißlich an der Zeit. ch steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich komme, bring und schenke dir, was 24 Weihnachtslieder. du mir haft gegeben. Nimm hin,| Für edle Kinder großer Herrn es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen! 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und haft mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, vie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freude an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts weiter kann, so thu ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Äuglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der güldnen Sterne Schar, dies' Äuglein sind viel schöner. 7. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippe liegen! gehören güldne Wiegen. Ach Hen und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen! 8. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf Kränzen und Violen; mit Rosen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 9. 3ur Seite will ich hie und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Äuglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras dies Rindelein als alles das, was ich hier nenn und denke. 10. Du frageft nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du haft dich bei uns eingestellt an unsrer Stalt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlichkeit durch dein selbsteignes Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. 11. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht ver= sagen: daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, tomm, tomm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! 12. 3war sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du ein so frommer Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 48. Weihnachtslieder. Eigene Melodie. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren. 2. Heute geht aus seiner Kam= mer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wär er nicht Mensch worden; hätt er Lust zu unserm Schaden, ei so würd unsre Bürd er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, 25 was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 8. Ei so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß und Klein, eilt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier ist die Thür zu der wahren Freude. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hie wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände: hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil, laß dich um= fangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zu= frieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen! 26 Weihnachtslieder. 15. Ich will dich mit Fleißschen feind; Herodis Heer hält dich bewahren, ich will dir leben hier, für Greul, und bist doch nichts als dir will ich abfahren. Mit dir lauter Heil. Halleluja! will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 49. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wir fingen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgen= stern, du Jungfrausohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir fingen dir in deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet haft. Halleluja! 3. Ven Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja! 4. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein.*) Halleluja!*) Pf. 14, 7. 5. Nun bist du hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 6. Du kehrst in fremder Haufung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Luft. Halleluja! 7. Du bist der süße Menschenfreund, doch sind dir so viel Men= 8. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht jo viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zu= wider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 10. Darum so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. Jesulein, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja! 11. Bin ich gleich sünd- und lastervoll, hab ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 12. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den 3orn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja! wiederum bin ich dein Glied und 13. Du bist mein Haupt, hinEigentum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 14. Ich will dein Halleluja hier mit Freude singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. Univ.- Bibl. Giessen ied 50. Weihnachtslieder. Eigene Melodie. Kommt und laßt uns Chriftum ehren, Herz und Sinnen zu ihm fehren, singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gege= ben! seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. und 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist ent= zwei, und wir sind frei. 7. O du hoch gesegn'te Stunde, da wir das von Herzensgrunde gläuben und mit unserm Munde danken dir, o Jejulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 51. Mel. Da Christus geboren war. underbarer Gnadenthron, Got tes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das 27 man in der Krippe findt! Großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich, du wirst klein, du großer Gott, und machst höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offen= bar, ja auch deiner Feinde Schar, daß du, Gott, bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden immer neu, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod ansicht. Laß mich deine Herrlichkeit, deixe Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 † 1684. 52. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Dies ist die Nacht, da mir erFreundlichkeit; das Kind, dem schienen des großen Gottes alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. Seele, versäume nicht den Gnaden2. Laß dich erleuchten, meine schein! Der Glanz in dieser kleinen hinein, er treibet weg der Hölle Höhle streckt sich in alle Welt Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der flaren Seligteit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 28 Weihnachtslieder. 4. Laß nur indessen helle schei-| Welt gezogen? Ach deine große nen dein Glaubens- und dein Lieb und meine große Not hat Liebeslicht; mit Gott mußt du deine Glut entflammt, die stärker es treulich meinen, sonst hilft dir als der Tod. diese Sonne nicht; willst du gc= nießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtstunst, wie ich im Lichte mandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kasp. Friedr. Nachtenhöfer g. 1624+ 1685. 53. D¹ Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. u wesentliches Wort, von Anfang her gewesen, du Gott, von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbständigs Wort, und sprich in meiner Seelen, daß mirs in Ewigkeit an Trost nicht folle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht! 3. Du wesentliches Wort warst bei Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich; ja du warst selber Gott, damit du machtst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die 5. Du bist das Wort, wodurch die ganze Welt formieret, denn alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet. Ach so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, der alles, was ich bin, von dir empfangen hab. 6. Gieb, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erde lebe; ja, Jeju, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein! 7. Ach laß nichts in mir sein, was du nicht haft geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen! Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan, du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn! 8. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; laß an mir deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens! Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurent. Laurenti g. 16c0+ 1722. 154. Eigene Melodie. Liebe, die den Himmel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend niederließ, was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. Weihnachtslieder. 29 2. Die Liebe ist so groß in dei-| in Christo doch nicht schädlich nem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit, der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit, das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seele wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden,*) dadurch das Paradies im Menschen grünt; nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient; die wohl ge= borne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. *) Sprüche 8, 30. 31. 6. Kein Elend kann nun unserm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Not. Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod; der Jammer hängt mir nur noch an, der mir werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ift. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wohllust schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter g. 1676+1711. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr englischen Chöre! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen zu 30 Weihnachtslieder. Freunden nun werden; Friede| und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her, Dies ist der Tag, den Gott ge= macht, sein werd in aller Welt 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; gedacht, ihn preise, was durch Je= sum Christ im Himmel und auf Erden ist. jehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd. Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 56. 56. 7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig, komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir und mich belebe beständig! 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du 4. Damit der Sünder Gnad willst dich selber, dein Herze der Liebe wir schenken; sollt nicht mein Einn innigst sich freuen darin und sich in Demut ersenken? erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Ge= fallen nun leben: gieb mir auch bald, Jesu, die Kindergestalt, an dir alleine zu kleben. Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 2. Die Völker haben dein ge= harrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er er= mißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir;„ ich komm, im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hofsend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch. wenn der ihn schützt, der in des Baters Schoße sitt? Neujahrslieder. 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 57. Mel. Aus meines Herzens Grunde. D er heilge Christ ist kommen, der süße Gottesjohn, des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron; auch was auf Erden ist muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 58. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. elft mir Gotts Güte preisen, ihr Christen insgemein, mit G'fang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr geendet, die Sonn sich zu uns wendet, das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad und so gering nicht achten sein unzählig Wohlthat; stets führen zu Gemüt, wie er dies Jahr gegeben 31 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin, die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmal= sten Steg. IV. Neujahrslieder. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preijet, ihr Kindlein fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Morig Arndt g. 1769 † 1860. all Notdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt; 3. Lehramt, Schul, Kirch er= halten in gutem Fried und Ruh; Nahrung den Jung und Alten bescheret auch dazu und mit gar milder Hand sein Güter ausge= spendet, Verwüstung abgewendet von diesem Ort und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Guad; wenn er sonst hätt gelohnet all unsre Missethat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, die wir voll Sünden sein. 32 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen und glaubn an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, thut er all Sünd vergeben, lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei. Neujahrslieder. 6. All solch dein Güt wir preisen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: Gieb Fried in diesem Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich! Paul Eber g. 1511+ 1569. 59. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Das alte Jahr vergangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr bewahret hast viel Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh und was uns nötig ist dazu, durch deine starke Gnaden hand beschüße uns und unser Land! 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih, gieb, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gieb ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitte gnädiglich, durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not! 1588. 60. Eigene Melodie. ilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben! 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten Kraft laß mich erfüllen, zu ver= und ganz glücklich gehen fort; neue richten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, steh mir zur Seiten! 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch im Himmel vor dir stehen! 5. Laß mich, Herr, in deinem Namen fröhlich nehmen Speis und Trank; Güter, die von dir hertamen, fordern ja von mir den Dant. Deine Weisheit kann mich stärken zu der Lieb und guten Werken. 6. Mein Gebet das müß auf= steigen, Herr, vor deinen Gnaden= Neujahrslieder. thron; dann wirst du zu mir dich neigen wie zu deinem licben Sohn. Herr, ich weiß, es wird vor allen dies mein Opfer dir gefallen. 7. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß mich büßen meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 8. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 9. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich chriftlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 10. Laß mich armen Sünder ziehen deinen Weg der Frömmigteit, laß mich Stolz und Hoffart fliehen, eifrig beten jederzeit; laß mich Schand und Unzucht meiden, laß mich willig Unglück leiden! 11. Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanken. 12. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr! Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rift g. 1607+ 1667. 61. ht 33 manag Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Hun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan= dern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch 3agen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müt= tern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch, und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal bliken, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt jei deine Trene, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 150 mik 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden! 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 200 10. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, die Freudenströme fließen! 3 34 Neujahrslieder. 11. Sprich deinen milden Segen| wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, zu allen unsern Wegen, laß Großen daß ich mit Herz und Munde und auch Kleinen die Gnadensonne dich kommen heiße und darauf scheinen! von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe! 13. Hilf gnädig allen Kranten, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 62. Mel. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts tann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o teurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir dein Erbe schenken. 3. Doch sei dir ganz anheimgestellt die rechte Zeit und Stunde, 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. Gottlob, ein Schritt zur Ewig- wärts ohn Unterlaß aufsteige. teit ist abermals vollendet; 7. Geh, Scele, frisch im Glauzu dir im Fortgang dieser Zeit ben dran und sei nur unerschrocken, mein Herz sich sehnlich wendet, laß dich nicht von der rechten Bahn o Quell, daraus mein Leben fleußt die Luft der Welt ablocken! So dir und alle Gnade sich ergeußt in der Lauf zu langsam deucht, ſo meine Seel zum Leben. eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe! 6. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, jo biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft/ mein Herz sich stärke, und ich himmel8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. France g. 1663+ 1727 Neujahrslieder. 10 35 6. Steh mir allezeit zur Rechsten, denn du bist ja Sonn und 63. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ch wie laufen doch die Jahre, wie verschwindet doch die Zeit, und ich bleibe von der Bahre noch bis diesen Tag befreit. Ich weiß wohl, o Lebenslicht, daß ein Tag zum andern spricht: Alles, was von Adams Erben, Groß und Kleine müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine Güte wie ein Wächter mich bewacht, daß der Tod die Leiteshütte noch nicht in das Grab gebracht. Ach wie soll ich das verstehn, da doch andre schlafen gehn, und gar viele schon begraben, die noch nicht mein Alter haben? ind 3. Herr, ich bin ja zu geringe dieser großen Gütigkeit. Wenn ich mein Verzeichnis bringe der bisher genoßnen Zeit, so entfällt mir aller Mut, weil die Rechnung gar nicht gut. Wie viel Jahre sind verdorben, da ich nicht der Welt gestorben! 4. Doch ich will auf Mittel denken und auf Buße sein be= dacht; Jesus kann die Schuld versenken, die ich bis hieher ge= macht. Lieber Vater, steh mir bei, daß nur keine Heuchelei sich in meinem Herzen finde, wenn ich des mich unterwinde. Schild; hilf uns, deinen armen Knechten, wie und wo und wann du willt. Wenn die Tage böje sein, ach so ruf ins Herz hinein: Lernt euch in die Zeiten schicken, so wird alles heilsam glücken. 7. Endlich, wenn der Lauf zu Ende, so befehl ich meinen Geist dir in deine treuen Hände, der du Gott und Vater heißt. Ach ich freu mich schon darauf, daß ich nach vollbrachtem Lauf dort der Freude soll genießen, wo wir teine Zeit mehr wissen. Christoph Pfeiffer g. 1689 † 1758. 64. mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 1. Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm Namens Ruhm unser Herz zum genennt ist, wallen, mache seines Heiligtum! Jesu Namen gehen. Geht uns dieser 3. Unsre Wege wollen wir nur in Leitstern für, so wird alles wohl schein alles voller Segen sein. bestehen, und durch seinen Gnaden= der Name uns versüßen, so wird 4. Alle Sorgen, alles Leid soll alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer 5. Willst du mich noch ferner lassen hier in dieser bösen Welt, ach so hilf mir alles hassen, was dem Geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner Höh, so wird auch das größte Weh, das mir oft zu schwer geschienen, mir zu stillt. meinem Besten dienen. Benjamin Schmold g. 1672 † 1737. 3* 36 Epiphaniaslieder. 65. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz! In Gottes treue Hände leg teh nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so turzes Glück nur giebt? warum denn immer scheiden, wo wir so fehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumim, der erst noch hold gesprochen du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions - 66. Met. Valet will ich dir geben. König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt; der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im felgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: Die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vor= wärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der flare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts! Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon felig sein! ha V. Epiphaniaslieder. Eleonore Fürstin Reuß geb. Gräfin ju Stolberg g. 1835. Wort. Drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf teurem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzt nicht im steinern Schlosse, hier hast du Spott und Hohn.ed 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die From= men schüßen durch dein Macht Epiphaniaslieder. und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in der Reich nimm mich auf, dein Güte schent mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren: rett mich aus aller Not! 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm g. 1557+1622. 37 bricht! Gott hat derer nicht ver= geifen, die im Finstern sind gejessen. preist ihn, ihr Völker allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, daß er euch auch erwählet hat und mitgeteilet seine Gnad in Christo, seinem Sohne. 2. Denn seine groß Barmherzigteit thut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigteit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit, drum finget Halleluja! 1609. 2. Ach wie waren wir ver= blendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. 3. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum chten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 67. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Lobet den Herrn, ihr Heiden all, du vertreibst die Finsternis, die 5. Jesu, reines Licht der Seele, Gott von in dieser Sündenhöhle unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 6. Nun, du wollest hie ver= bleiben, liebster Jesu, Tag und das uns so viel Schrecken macht; Nacht, alles Finstre zu vertreiben, laß uns nicht im Dunkeln wallen noch ins Sündenmeer verfallen! 7. Schenk uns, Herr, das Licht der Gnaden, das ein Licht des Lebens ist, ohne welches leicht in Schaden fallen kann ein frommer Christ; laß uns dieses Licht er= freuen, wenn wir aus der Tiefe lig 8. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke fol68. Eigene Melodie. Werde licht, du Stadt der Heiden, schreien. Illo und du Salem, werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt an Epiphaniaslieder. 38 gen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Eterne schweben. 9. Dein Erscheinung müß erfüllen mein Gemüt in aller Not, dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 4. Aller Heiden Trost ist tommen, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schuß und Zuversicht; preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius g. 1611 † 1681. 10. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, deind so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wöhnen. Johann Rist g. 1607+ 1667. 69. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Freuet euch, ihr Gotteskinder, preiset mit mir Gottes Macht, freuet euch, ihr armen Sünder, laßt der Welt den Etolz und Pracht! Freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, wir armen Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 70. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Jeju, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glau= bens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge= nügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu! Ach mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und tren, daß ich Trost und Gnade tann: Jesus nimmt mein Opfer an. finde und nun fröhlich sprechen Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 2. Seine Herrschaft sich erstrecket über alles, was da lebt, seine Hand schützt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt; wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blitz und Donner fort; das durchdringet Geist und Leben, das kann Trost und Leben geben. 71. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs endlich haben gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei so ändert euren Mut, preiset Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Krast, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. und seinen liebsten Willen klar! He Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. err Jesu Christe, mein Prophet, der aus des Vaters Schoße geht, mach mir den Vater offenbar Epiphaniaslieder. 2. Lehr mich in allem, weil ich blind; mach mich gehorsam als dein Kind. andächtig und stets eingekehrt, so werd ich wahrlich gottgelehrt. 3. Gieb, daß ich auch vor jedermann von deiner Wahrheit zeugen kann und allen zeig mit Wort und That den schmalen, felgen Himmelspfad. 4. Mein Hoherpriester, der für mich am Kreuzesstamm geopfert sich, mach mein Gewissen still und frei, mein ewiger Erlöser sei! 5. Gejalbter Heiland, segne mich mit Geist und Gnade kräftiglich, schließ mich in deine Fürbitt ein, bis ich werd ganz vollendet sein. 39 10. Du hoch erhabne Majestät, mein König, Priester und Prophet, sei du mein Ruhm, mein Schat und Freud von nun an bis in Ewigkeit! Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 6. Ich opfre auch, als Prie= ster, dir mich selbst und alles für und für; schenk mir viel Andacht zum Gebet, die stets im Geist zu dir aufgeht. 7. Mein Himmelskönig, mich regier, mein Alles unterwerf ich dir; rett mich von Sünde, Welt und Feind, die mir sonst gar zu mächtig seind. 8. So kehr du in mein Herz hinein und laß es dir zum Throne sein, vor allem Übel und Gefahr mich als dein Eigentum bewahr! 9. Hilf mir im königlichen Geist, mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Luft und Sünd, und daß mich nichts Geschaffnes bind. 72. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. ört heut der Weisen große Frage: Wo ist das neugeborne Kind? Wo sind die Weisen heut zu Tage, die fragen, wo man Jesum findt? Von heut an joll mir dies allein die allerhöchste Weisheit sein. 2. Bis ich ihn ganz in meiner Nähe, bis ich ihn selbst von Angesicht, im Glauben hier, dort wirklich sehe, bis ich ihn finde, ruh ich nicht. Von heut an soll mir dies allein die allergrößte Sorge sein. 3. Behalte, Welt, die tollen Freuden, womit dein Volk sein Herz berauscht; es haben heut die weisen Heiden das Jesuskind drum eingetauscht, und Jesum finden soll allein auch meine höchste Freude sein. 4. Erbebt vor ihm, ihr Majestäten, die ihm nicht herzlich unterthan, und kommt, dies Kind= lein anzubeten, nicht in Herodis Sinn, heran! Vor ihm sich beugen wird allein die Ehre seiner Heilgen sein. Chr. K. L. v. Pfeil g. 1712 t 1784. 40 VI. Paffionslieder. 73. Which Eigene Melodie. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 1526. Nach d. Lateinischen Agnus Dei, 74. Mel. O wir armen Sünder. Ehre sei dir, Christe, der du litteft Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach dem Latein. Laus tibi Christe. 75. Cigene Melodie. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes gefchlachtet, all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest ver= achtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Er barm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdeft verachtet, all hod Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlach= tet, all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du würdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! om Nicolaus Decius+ 1511. 76. Met. Christus, der uns selig macht. hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan all Un= tugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Böhmische Brüder. 77. Eigere Melodie. wir armen Sünder, unsre Missethat, darin wir empfangen und geboren sind, hat ge= bracht uns alle in solch große Not, daß wir unterworfen find dem ewgen Tod. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werdn gerettet, die Sünde war zu stark; daß wir würdn erlöset, so konnts nicht anders sein, denn Gotts Sohn mußt leiden des Todes bittre Pein. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Passionslieder. 41 in der letzten Not! 3. So nicht wär gekommen dem ewgen Tod und tröst uns Christus in die Welt und an sich genommen unsre arm Gestalt und für unsre Sünde gestorben williglich, so hätten wir müssen werden verdammet ewiglich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott er zeiget lanterlich umsonst in Christo, seinem Sohne, der sich geben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Eeligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 79. 5. Des jolln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und ja nicht verzagen vor der Hölle Glut; denn Eigene Melodie. wir sind gerettet aus aller Fähr- Herzliebster Jesu, was hast du lichkeit durch Christum unsern Herren, gelobt in Ewigkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten bist du geraten? 6. Darum wolln wir loben und danken allezeit dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geist, bitten, daß sie wollen behüt'n uns vor Gefahr, und daß wir stets bleiben bei seinem heilgen Wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! sad Hermann Bonn g. 1504+ 1548. WO 78. ada Eigene Melodie, oder Nun laßt uns den Leib begraben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Bein; 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot: Erlös uns von 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werdst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer † 1600. 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht ge= schlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehentet. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach meine Sün= den haben dich geschlagen; ich, ach Herr Jesu, ich hab dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, du wirst gefangen. 42 Passionslieder. 6. Ich war von Fuß auf voller| Gnaden wirst du dies von mir Schand und Sünden, bis zu der annehmen, mich nicht beschämen. Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 15. Wenn, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. Joh. Heermann g. 1585 † 1647. 80. RECOMA Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. Jesu, deine tiefen Wunden, deine 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam folche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein: die verleidet meinem 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu vergleichen; wie Herzen, mit der Sünde nicht zu kann ich dir denn deine Liebes- scherzen. thaten im Werk erstatten? 2. Will sich denn in Wollust 10. Doch ist noch etwas, das dir weiden mein verderbtes Fleisch angenehme: wenn ich des Fleisches und Blut, so gedenk ich an dein Lüste dämpf und zähme, daß sie Leiden: bald wird alles wieder gut. aufs neu mein Herze nicht ent- Kommt der Satan und setzt mir zünden mit alten Sünden. heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubilieren, als= dann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Luft vertreiben. 11. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in 4. Ja für alles, das mich fränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich sentet, krieg ich neuen Lebensjaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du für mich bist gestorben. Passionsliet er. 43 5. Auf dich setz ich mein Ver-| fürst, du hast Durst und Verlantrauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann g. 1585+ 1617. 81. Eigene Melodie. 1 Ja Jejus an des Kreuzes Stamm der ganzen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. 2. Zum ersten: Vater, strafe nicht an ihnen, was mir jetzt geschicht, weil sie es nicht verstehen. Vergieb uns, Gott, wenn wir auch noch aus Irrtum Sünd begehen. 3. 3um andern er des Schächers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. O Herr, nimm uns auch bald zu dir, die wir im Elend schweben. 4. 3um dritten: Deinen Sohn sieh, Weib; Johannes, ihr zu Dienste bleib und sie als Mutter liebe! Versorg, Herr, die wir lassen hier, daß niemand sie betrübe. 5. 3um vierten sagte er: Mich dürft. O Jesu, großer Lebensgen nach unsrer Seligkeit, drum hilf, daß wir sie auch empfangen. 6. 3um fünften: O mein Gott, mein Gott, wie läßt du mich so in der Not! Hier wirst du, Herr, verlassen, daß uns Gott wieder dort aufnähm; den Trost laß uns wohl fassen! 7. 3um sechsten: Hiemit ists vollbracht, und alles nunmehr gut gemacht. Gieb, daß wir auch durchdringen, und was du, Herr, uns auferlegst, hilf seliglich vollbringen! 8. 3um letzten: Ich nun meine Seel, o Gott mein Vater, dir befehl zu deinen treuen Händen. Dies Wort sei unser letzter Wunsch, wenn wir das Leben enden. 9. Wer oft an diese Worte denkt, wenn seine Missethat ihn fränkt, der wird es wohl genieBen, weil er durch Gottes Gnad erlangt ein ruhiges Gewissen. 10. Verleih uns dies, Herr Jesu Christ, der du für uns gestorben bist, gieb, daß wir deine Wunden, dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod betrachten alle Stunden. puolusdet pist Hann. Gsb. 1646 nach Joh. Böschenstain g. 1472 1540. 82. Eigene Melodie. faßt uns doch Christo dankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hat gegeben; auch laßt uns sein der Sünde feind, weil wir mit Gott verfühnet seind, nach seinem Willen leben; die Lieb erzeigen jedermann, wie Christus hat an uns gethan mit seinem 44 Passionslieder. bittern Leiden. O Menschenkind,| mein Herr und Gott, daß ich ver= betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, bemüh dich, sie zu meiden... leugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. Sann. Gfb. 1616 nach Seb. Heyden S. 1494 † 1561. 83. Eigene Melodie. dau We enn meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. .8 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. Eigene Melodie. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht 2. Ach das hat unsre Sünd mehr darf fürchten der Hölle Qual und Missethat verschuldet, was und Glut. di andat du an unsrer Statt, was du für u großer Schmerzenmann, vom Vater so geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. uns erduldet. Ach unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst gethan? 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuß und Heuchlerschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier; daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 4. Drum sag ich dir von Herzen jekt und mein Lebenlang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Ster- 3. Dein Kampf ist unser Sieg, ben, für deine Lieb und Treu. dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Krenzes nicht verzagen; hilf tragen mit 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollte auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten träftiglich in meiner letzten Stunden und des versichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. nis Justus Gesenius g. 1601+ 1673. 84. Passionslieder. Geduld durch deine Dornenkron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu gut, wenn wir in Ängsten liegen; durch deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden sein die Heilung unsrer Sünden, laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen, o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Kreuz und Angst ja nicht verloren sein! bnis Adam Thebesius g. 1506+ 1632. 45 machen los durch Sterben und durch Bluten, dam 3. Ja, Vater, ja von Herzens= grund, leg auf, ich will dies tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie fein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe, du bist start, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen; astio molo at l 4. Du marterft ihn am Kreuzesstamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurroten Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir er= weisest so viel Gutes? O 85. Eigene Melodie. in Lämmlein geht und trägt 5. Mein Lebetage will ich dich die Schuld der Welt und ihrer aus meinem Sinn nicht lassen, Kinder; es geht und büßet in Ge- dich will ich stets, gleich wie du duld die Sünden aller Sünder; mich, mit Liebesarmen fassen; du es geht dahin, wird matt und sollst sein meines Herzens Licht, trant, ergiebt sich auf die Würge- und wenn mein Herz in Stücke bank, begiebt sich aller Freuden, bricht, sollst du mein Herze bleiben; es nimmet an Schmach, Hohn und ich will mich dir, mein höchster Spott, Angst, Wunden, Striemen, Ruhm, hiemit zu deinem EigenKreuz und Tod und spricht: Ich tum beständiglich verschreiben. wills gern leiden. idi. 6. Ich will von deiner Lieba 2. Das Lämmlein ist der große lichkeit bei Nacht und Tage sinFreund und Heiland meiner Seelen, gen, mich selbst auch dir zu aller den, den hat Gott zum Sünden- Zeit zum Freudenopfer bringen. feind und Sühner wollen wählen. Mein Bach des Lebens soll sich Geh hin, mein Kind, und nimm dir und deinem Namen für und dich an der Kinder, die ich aus- für in Dankbarkeit ergießen, und gethan zur Straf und Zarnesruten; was du mir zu gut gethan, das die Straf ist schwer, der Zorn ist will ich stets, so tief ich kann, in groß, du kannst und sollst sie mein Gedächtnis schließen. 46 7. Erweitre dich, mein Her-| zensschrein, du sollst ein Schakhaus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg Ehr und Stand der eitlen Welt, weg Reichtum, Gold und alles Geld, ich hab ein Bessers funden; mein großer Schak, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. Passionslieder. 8. Das soll und will ich mir zu Nuk zu allen Zeiten machen, im Streite soll es sein mein Schuk, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hite trifft, so kanns mir Schatten geben; setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranter. Und wenn des Krenzes Ungestüm mein Schiff lein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Die Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 86.d Mel. O Welt, ich muß dich lassen Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott, mind ju 2. Tritt her und schau mit Fleiße: Sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt, aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt.nd amu 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 3 dur 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. Passionslieder. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur. Du stirbst, daß ich nicht sterbe noch ewiglich verderbe; o unerhörtes Liebesscur! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergeben, ich sei auch wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. sode 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Nach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus diesem Leiden sehn. 47 sagen, was meinem Fleisch gelüft. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 87. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. fent 2. Ich umfange, herz und küsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurroten Flüsse, deine Füß und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürft, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall ge= bracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich negen, wird sich all mein Jammer setzen. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei 15. Ich will mich mit dir mir unvergessen sein. Du bist schlagen ans Kreuz und dem ab- doch mein liebstes Gut, da mein 48 ganzes Herze ruhf, laß mich hie zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelstust. 5. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer tann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gieb mei- 6. Ich will hie bei dir stehen, ner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauren schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. verachte mich doch nicht! Bon dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Herz wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Passionslieder. 88. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit! wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, fo schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blaffen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4, Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der 3orn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 7. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. totulonist 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten traft deiner Angst und Pein!! 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676 Passionslieder. 89. Mel. Christus, der uns selig macht. Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken! In dem Bilde jetzt er= schein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Speichel, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer- und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir verbunden. 3. Laß mich aber nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach sein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemartert dich, daß ich Gnade fünde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde nicht martre dich aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen flill, dich ins Mittel stelle, dich und deine Passion laß mich gläubig fassen! Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 49 Lallen,( bessern Dank ich dorten geb,) Jesu, dir gefallen! Sigism. v. Birten g. 1626+ 1681. 90. Eigene Melodie. Jesu, meines Lebens Leben, Jeſu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Ver= derben, nur daß ich nicht möchte sterben, tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du haft ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend= tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu sezen mich in Ruh. Ach du haft zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausendtausend= mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart ver= höhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich ge= trönet; was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergeben, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend= tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein geschlagen zu Befreiung meiner Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausendtausend6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies 50 Passionslieder. mal sei dir, liebster Jesu, Dank| Lebenssaft giebt mir stets neue dafür! Lebenskraft. 6. Du hast dich in Not gestecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend= tausendmal sei dir, liebster Jeju, Dank dafür! tod 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, es err Jesu, deine Angst und Pein tommt alles mir zu gut; dein und de betrübtes Leiden laß Verspotten, dein Verspeien muß mir vor Augen allzeit sein, die zu Ehren mir gedeihen. Tausend- Sünde zu vermeiden. Laß mich tausendmal sei dir, liebster Jesu, an deine große Not und deinen Dank dafür! ( herben bittern Tod, dieweil ich lebe, denken! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein 3agen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christ. Homburg g. 1605+ 1681. 91. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. err Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius g. 1611 † 1684. 92. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. 2. Laß deiner Seele Höllenqual, dein Angst und blutig Schwitzen und übrig Elend allzumal, darin du mußtest sitzen, mir öftermalen fallen ein und eine starke Warnung sein vor Sünd und Missethaten! 3. Die Wunden alle, die du haft, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster Heiland, schone mein, laß dieſe Schuld vergessen sein, laß Gnade vor Recht gehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig bringen, so Passionslieder. will ich daselbst noch viel mehr, zusamt dem ganzen Himmelsheer, dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und Bein und dein betrübtes Leiden laß meine lette Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Nach Tob. Clausniper g. 1618 † 1684. 93. D Mel. Werde munter, mein Gemüte. er am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleisches List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 51 Liebe, daß sein Sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Not, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Hen= tershiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den Sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Ahasverus Fritsch g. 1629 † 1701. 94. Eigene Melodie. du Liebe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit, der du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu gute als ein Schlachtschaf eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg sich be= trübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den sonst niemand konnte stillen, den hat 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, Gott vergiebt. Daran preist Gott seine dein Tod hingelegt. 52 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die nicht Angst und Schmerzen noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; Passionslieder. 4. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich als seine Braut unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutverwundten Herzen sanft in dir gestillet sein! 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach wie dank ich deinem Blut, ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den Leidensstunden sanft in deiner Seite ruh! 6. Liebe, die sich tot getränket und für mein erkaltet Herz in ein taltes Grab gesenket, ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dant, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seele Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! Elisabeth v. Seniß g. 1629 † 1679. 95. Mel. Christus, der uns selig macht. Seele, mach dich heilig auf, Jesum zu begleiten gen Jerusalem hinauf, tritt ihm an die Seiten! In der Andacht folg ihm nach zu dem bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst verscheiden. 2. Ecele, fiche, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seele Bräutigam als zu Hochzeitfreuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen, sehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen! 3. Du ziehst als ein König ein, wirst auch so empfangen, aber Bande warten dein, dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch des Kreuzes Tod schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königs= thron, drauf man dich wird setzen, dein Haupt mit der Dornenkron bis in Tod verletzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden; so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herrlichteit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne! 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen; nach der Stillen- Freitags- Ruh wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn, die gestreuten Palmen bilden dir den Sieg voran aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken, voller Andacht, Reu und Leid mich darüber kränken! Auch dein Leiden tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhefammer. Abraham Klesel g. 1636 † 1702. Passionslieder. 96. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Meine Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke; wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lenke! Ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkron, sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, läßt dich wieder Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gotte3 Zorn und Nache, er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod bezwungen und den Himmel dir errungen. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr das Geringste nur vergelten, er verbindt mich allzusehr; meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und noch gar mit Sünd betrübet. 6. Du, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir als meinem Teil einzig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 53 8. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Herzens Spiegel; wenn du schlägest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich freudig sterben. 9. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei, nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. Joh. Kasp. Schade g. 1666+ 1698. 7. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck ge97. Eigene Melodie, oder Warum sollt ich mich denn grämen. Jesu, Troft der armen Seelen, du läßt dich williglich meinetwegen quälen. Ach wie kann ich nun verzagen? denn du haft alle Last meiner Schuld getragen. 2. Dein Blut rann mit reichen Flüssen, dessen Kraft uns ver= schafft, daß wir Trost genießen. Laß mich diese Flut erquicken, meinen Geist, der dich preist, zu dir hin zu rücken. 3. Dieser Strom führt in den Himmel; dort, ach dort ist der Ort, wo kein Weltgetümmel. Dahin steht nun mein Verlangen; Ehr und Gut soll den Mut nimmer wieder fangen. 4. Dein Blut soll mich stets vergnügen, ich will nun in dir ruhn und ganz sicher liegen. Ich will zu den Wunden eilen, denn setzet, wie du mein, so will ich hier kann jedermann seine Krantdein bleiben stets und unverletzet; heit heilen. was du liebest, will ich lieben, 5. Krant bin ich an Sünden= was dich kränkt, soll mich betrüben. wunden; krank und schwach schrei 54 ich nach dir, bis ich dich funden. Ich will zu dir, Jesu, fliehen, doch du mußt aus dem Wust mich selbst zu dir ziehen, Passionslieder. 6. Wie du an dem Kreuze tha= teft, als du dort, liebster Hort, für die Feinde batest. Ob mich spät die Sünden reuen, hoff ich doch mich wird noch deine Gnad erfreuen. 7. Ich will mich mit Thränen netzen und mein Herz soll im Schmerz sich zum Kreuze setzen. Hier will ich dich ganz umfassen, Gottes Lamm, Bräutigam, du wirst mich nicht lassen. 8. Laß mich nicht am lekten Ende! Da hilf mir, wenn zu dir ich mich gläubig wende; da laß mich dein Blut erquicken! So fann ich seliglich mich zum Sterben schicken. Ph. Balth. Sinold g. 1657 1742. 98. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Geele, geh auf Golgatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammer= bild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not: es ist gar mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verloren bin, giebst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe; schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe; dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Nun, was schenk ich dir da= für? Ich will dir mein Herze geben, dieses soll beständig hier unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft, bis du mich erquicken wirst. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich, die Welt verschmähen, laß mich dich, du höchftes Gut, immer vor den Augen sehen, führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich! 8. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden, nirgend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden; wer darin sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benjamin Schmold g. 1672 1737. 99. Met. Welt, ich muß dich lassen. Du Brunnquell aller Liebe gabſt dich aus Liebestriebe für uns in tiefe Not; du wolltest Blut und Leben für uns zum Opfer geben, uns zu erretten von dem Tod. 2. Du liebteft die Gemeine und machtest sie ganz reine von Sünden durch dein Blut; du heiligtest die Passionslieder. 55 Seelen, die dich zum Schatz er-| teurem Lösegeld mich erkauft von wählen, durch diese teure Lebens- dieser Welt. flut. 4. Ich bin dein, sprich du darauf ein Amen. Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp g. 1798 † 1864. 3. Ach laß dein heilig Leiden auch unsre Seelen kleiden mit Schmuck der Heiligkeit, laß deinen Geist und Gaben auch unsre Herzen laben in wahrer Glaubensfreudigfeit! 4. Die alte Lust der Sünden hilf uns nun überwinden als dein erlöfte Schar! Da deine Gnad erschienen, so stell uns, dir zu dienen, voll neuer Kraft und Lebens dar! Peter Busch) g. 1682 † 1744. 100. Eigene Melodie. Eines wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; selig läßts im Thränenthal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf Einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Gs ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nicht vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Ge= duld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit Begräbnis Jesu. 101. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Der du, Herr Jesu, Ruh und Raft in deinem Grab gehalten haft, gieb, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht! 3. Wir danken dir, o Gottes= lamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Bein den Eingang in das Leben sein! Georg Werner g. 1589 † 1643. 102. Eigene Melodie. Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not, des Todes Tod ist selbst am Kreuz gestor= ben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 56 Osterlieder. 3. O Menschenkind, nur deine| weckest durch den Tod meine tote Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. Seele! 4. Dein Bräutigam, das Got teslamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches es ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glau= bensgrund, wie bist du doch zer= schlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut sonder Reu anschauen. 7. Hochfelig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 8. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Nist g. 1607 † 1667. 103. Mel. O Traurigkeit. o ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle, und erVII. 2. Man senkt dich ein nach Leben! dich hat jetzt ein Felsenvieler Pein, du meines Lebens grab, Fels des Heils, umgeben. 104. Eigene Melodie. so heilig ist der Tag, daß ihn niemand mit Loben erfüllen mag; denn der einige Gottessohn, der die Hölle über3. Ach bist du talt, mein Troft und Halt! Das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. nur stirbt, doch wird er aufer6. Gar nichts verdirbt, der Leib stehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Frand g. 1659 † 1725. Ofterlieder. wand und den leidigen Teufel darinnen band, damit erlöst der Herr die Christenheit, das war Christ selber. Kyrieleis! Aus dem 15. Jahrhundert. Nach dem Lateinischen des Venantins Fortunatus im 6. Jahrhundert: Salve, festa dies. Ofterlieder. 105. 107. Eigene Melodie. Eigene Melodie. der Christ ist erstanden von Jesus Christus unser Heiland, Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Troft sein. Halleluja! der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 2. Der ohn Sünden war geborn, trug für uns Gottes Zorn; hat uns verföhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 13. Jahrhundert. 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Halleluja! Martin Luther g. 1483 † 1516. 106. Eigene Melodie. Erstanden ist der heilig Christ, Halleluja, Halleluja, der aller Welt ein Tröster ist, Halleluja, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstanden hehr, Halleluja, Halleluja, die Welt alsdann vergangen wär, Halleluja, Halleluja! 3. Doch seit daß er erstanden ist, Halleluja, Halleluja, so loben wir den Herren Christ, Halletuja, Halleluja! 57 4. O Jesu, lieber Herre Gott, Halleluja, Halleluja, behüt uns vor der Sünden Not, Halleluja, Halleluja! 108. Eigene Melodie. Christ lag in Todesbanden, für unsre Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen Halleluja. Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht' alles unsre Sünd, tein Unschuld war zu finden. Davon fam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünd abgethan; damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Halle5. Gieb, daß wir von dem Tod erstehn, Halleluja, Halleluja, mit dir ins neue Leben gehn, Halleluja, Halleluja! 6. Zu dieser österlichen Zeit, Halleluja, Halleluja, sei Gott der Herr gebenedeit. Halleluja, luja! Halleluja! 4. Es war ein wunderlich Krieg, Nach d. Lat. Surrexit Christus hodie. da Tod und Leben rungen; das Aus dem 14. Jahrhundert. S 58 Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hie ist das recht Ofterlamm, davon wir sollen leben, das sich an des Kreuzes Etamm in heißer Lieb gegeben; des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! Ofterlieder. 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleucht't unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Niklas Herman † 1561. 110. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ir danken dir, Herr Jeſu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und haft dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treuen Diener sein. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl zum süßen Brot geladen, der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Speise sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Martin Luther g. 1483* 1546. 109. of Eigene Melodie. Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind ge= fangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! Heut triumphieret Gottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon[ Halleluja, Halleluja,] mit 3. Sein Raub der Tod mußt großer Pracht und Herrlichkeit; geben her, das Leben siegt und des dank'n wir ihm in Ewigkeit. ward ihm Herr, zerstört ist nun Halleluja.[ Halleluja!] 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in glei cher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann um 1604. 111. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag, oder Eigene Melodie, wenn man die eingeflammerten Halleluja mitfingt. Osterlieder. 59 2. Dem Teufel hat er all sein| Sünden Nacht, Licht, Heil und Macht zerstört und ihn zu Boden Leben wiederbracht. Halleluja! bracht[ Halleluja, Halleluja,] wie pflegt zu thun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja.[ Halleluja!] 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trau= ren Freud und Wonn. Halleluja! 3. O auferstandner Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist [ Halleluja, Halleluja,] führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja.[ Halleluja!] 4. Hie ist doch nichts als Angst und Not, von Kindheit an bis in den Tod[ Halleluja, Halleluja,] dort aber in des Himmels Thron folgt auf den Kampf die Ehrentron. Halleluja.[ Halleluja!] 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 112. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. rüh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr; ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr[ Halleluja, Halleluja,] darnieder liegt der arge Feind, wir aber Gottes Kinder seind. Halleluja.[ Halleluja!] 6. Des danken wir ihm allzugleich und sehnen uns ins Himmelreich[ Halleluja, Halleluja]. Es ist am End, Gott helf uns alln, so singen wir mit großem Schalln: Halleluja.[ Halleluja!] 7. O Wunder groß, o starter 7. Gott Vater in dem höchsten Held, wo ist ein Feind, den er Thron, samt seinem eingebornen nicht fällt? Kein Angststein liegt Sohn,[ Halleluja, Halleluja,] dem so schwer auf mir, er wälzt ihn heilgen Geist in gleicher Weis in von des Herzens Thür. HalleEwigkeit sei Lob und Preis! Halleluja! luja.[ Halleluja!] 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst tot, und sich nichts regt; geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll an ihm nichts schafft. Halleluja! 8. Kein Kreuz und keine Not Kasp. Stolshagius(?) 1591. fich) findt, die Christi Sieg nicht überwindt. Er führt heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Schand. Halleluja! 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle 60 Osterlieder. Welt stürb ab, gnug, daß ich| hat die Schlang jetzt umgebracht; Christum bei mir hab. Halleluja! Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zerstöret, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 11. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engelbrüderschaft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja! 12. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja! 4. Tod, wo sind nun deine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? 13. Für diesen Trost, o großer Satan konnte gar nichts schaffen, Held, Herr Jesu, dankt dir alle seine Pfeile wurden stumpf. ChriWelt. Dort wollen wir mit grö- stus ist sein Gift gewesen, ja der Berm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann g. 1585+ 1617. Hölle Seuch und Pest; Welt und Sünde liegen fest, und wir Men= fchen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit. Freue dich, o Christenheit! 5. Er ist aus der Angst ge= wer ist, der sein Leben wissen rissen und mit Ehren angethan; und die Läng ausreden kann?*) Christus ist der Eckstein worden. Gott, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn; wir sind aus der Sünder Orden hingerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit! *) Jef. 53, 8. 6. Gieb, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, wie so groß sei unser Schade, daß wir dir gleich auferstehn. Brich hervor in unsern Herzen, überwinde Sünde, Tod, Teufel, Welt und Höllennot, 113. Mel. Sellt ich meinem Gott nicht singen. Basset uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, daß wir Dank erweisen unserm Gott mit süßem Schall! Es ist frei von Todesbanden Simson, der vom Himmel kam, und der Löw aus Juda Stamm; Christus Jesus ist erstanden, nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, gestorben? warest du ins Grab gelegt? Ei du bleibest unverdorben; da sich nur der Fels erregt, Held, da bist du wiederkommen, haft das Leben und die Macht aus der schwarzen Gruft gebracht und des Todes Raub genommen, schenkst uns nun die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 2. Christus selbst hat überwunden des ergrimmten Todes Macht. Der in Tüchern lag gebunden, 61 3. Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden. 4. Des Herren Rechte die be= hält den Sieg und ist erhöhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Chrifti Sieg gedämpfet seind, ihr Born ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weit nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Neu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei; der= selb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Un= schuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. Ofterlieder. dämpf in uns Pein, Angst und Schmerzen samt der Seele Traurigkeit! Freue dich, o Christenheit! 7. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig nicht; bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Weltgericht alle Gräber wird aufdecken, und der Engel Feldgeschrei zeigen, was vorhanden sei; dann wird mich mein Gott aufwecken und beschlieBen all mein Leid. Freue dich, o Christenheit! 8. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, dessen gleichen hier auf Erden nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ, soll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herrlichkeit. Freue dich, o Christenheit! Johann Rist g. 1607 1667. 114. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! Nach) Ge. Weiffel g. 1500+ 1635. 62 Osterlieder. 115. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. er Hölle Pforten sind zerstört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz ver= heert, Lob sei dir, Gott, gesungen. Der Sünde Macht ist abgethan, durch Christum die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 116. Eigene Melodie. uf, auf, mein Herz, mit Freu= 2. Was uns des alten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. den nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach groBem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereift. 2. Er war ins Grab gesenket, 3. Heut ist er aus dem Grab der Feind trieb groß Geschrei. herfür mit großer Macht gebrochen Eh ers vermeint und dentet, ist und stecket auf des Heils Panier, Christus wieder frei und ruft gleichwie er hat versprochen. Er Victoria! schwingt fröhlich hier bringt nach wohlgeführtem Streit und da sein Fähnlein als ein uns wieder Fried und Freudig- Held, der Feld und Mut behält. teit, ja alle Himmelsschätze.d 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, jo mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wiedergeben. Wir haben Christi Reich und macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden, der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden; des Lammes Blut hat ihn betriegt, sein wahres Zeugnis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer g. 1606+ 1673. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. 5. Er dringt zum Saal der 6. Wir werden auch nach dieser Ehren, ich folg ihm immer nach Zeit wie Christus auferstehen und und brauch mich nicht zu kehren an mit ihm in die Herrlichkeit und einzig Ungemach; es tobe, was Himmelsfreud eingehen; denn wo da kann, mein Haupt nimmt sich Osterlieder. mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 117. 3. Der Friede Gottes herrscht in mir, der über die Vernunft; mir öffnet sich des Himmels Thür, weg, weg, du Höllenzunft! Du schreckst mich nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 4. Wenn mich die Welt erbärmlich plagt und sett mir heftig zu, von einem Ort zum andern jagt, so schafft mir Jesus Ruh. Die Welt schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 63 nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. Mel. Du Friedefürst, Herr Jesu Christ. W fie lieblich sind doch deine Füß, wie freundlich ist dein Mund! Wie tröstet mich dein Wort so süß, o meines Glaubens Grund, du guter Bot, du Todes Tod, du Friedenswiederbringer! de du mir wohl erhalten wirst; in 7. Wenn auf mich dringt der grimme Tod und rufet: Du bist mein, so will auch in der Todes= not mein Heiland bei mir sein. Der Tod schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 8. Dank sei dir, o du Friedefürst, für das erworbne Gut, das dir mein Herze ruht; und wenn es bricht, erschreck ich nicht, ich fahre hin im Frieden. 2. Nun ist des Höchsten Wort erfüllt, sei froh mein ganzer Sinn; nun ist des Herren Zorn gestillt, nun ist das Zagen hin. Mein Jesus hat an meiner Statt die Sündenschuld gebüßet. Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 † 1699. 5. Wenn mich die Not und Trübsal drückt, wenn mich mein Freund verstößt, werd ich doch träftiglich erquict, mir bleibt des Herren Trost. Die Not schreckt 6. Wenn mich mein Fleisch unruhig macht und reizt zur Sündenbahn, wird doch sein Wille nicht vollbracht, ruf ich nur Icfum an. Das Fleisch schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 118. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. o willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein, und kehr in meinem Herzen ein! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden 64 Osterlieder. fann, damit die dunkle Sünden-| dahin aus Liebe gehn mit ihrer nacht mich nicht verführt noch Salbungsgabe, so wirst du sehn, irre macht. daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. mandling tim 6. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde schaugetragen.*) *) Col. 2, 15. 5. Bevorab aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod! Herr Jesu, bleib, ich halt dich feft, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 1074. 119. fid Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufge= gangen, ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünde auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein hrist, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß das, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Hölle Rachen, dein Jesus lebt, es hat tein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen überwindern, die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. blues Laurent. Laurenti g. 1660 † 1722 Ofterlieder. 120. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. Mein Jesus lebt, was soll ich sterben? Hier steht mein Haupt und triumphiert. So muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Kein Trauerbild erschreckt mich mehr, mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann. Der Tod wird völlig weichen müssen, mir wird der Satan unterthan. Der Hölle Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, kommt mir mein Tod nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmold g. 1672 1737. 65 2. Der Feind wird schaugetragen*) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. Col. 2,15. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 121. Wi Mel. Christus der ist mein Leben. illkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine Icere Gruft. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein und einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für! 200 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf, wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! Benjamin Schmold g. 1672 † 1737. 122. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Em= maus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß, man hört ihre Klageworte; doch es ift von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie 5 66 Osterlieder. bejammern ihre Schmerzen, ihre Not und Ungemach; manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen, er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückfelgen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wieder bracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit feinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzu= feinden, ach so sei du auch allhier! Will der Teufel mich betrügen, laß in deinem Schuß mich liegen! Komm, in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gieb nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach so nimm mich auch mit dir, laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir! Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich getröstet haft. Ludw. Neunherz g. 1653 1737 al 123. Mel. Jesus, meine Zuversicht, Jesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken, er berflärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, mit ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; Osterlieder. reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, teine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht: dies ist meinc Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn fie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert g. 1715 1769. 67 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und jelig sein, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk g. 1734+ 1814. 124. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. alleluja, jauchzt, ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden 125. er, der für uns im Grabe lag. Met. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Sein ist Gewalt und Macht, Preisuferstanden, auferstanden ist ihm, er hats vollbracht! Halleluja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. der Herr, der uns versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn gefrönt! Dort zu seines Vaters Nechten über Schmach und Tod erhöht herrsch er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Ge= rechten, und ihr seine Feinde, bebt! Halleluja, Jesus lebt! 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm verföhnt, find Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 2. Singt dem Herrn er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha. Rühmt es, rühmts in allen Lan= den: Was sein Wort verhieß, ge= schah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held 5" 68 empor, im Triumph bricht er hervor; und des Abgrunds Pfor= ten beben, da ihr Sicger sich er= hebt. Halleluja, Jesus lebt! Ofterlieder 3. Uns vom Tode zu befreien, fant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, stand er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwungen, deine Schrecken sind zerstreut, von der Furcht sind wir befreit, uns ist Leben neu errungen; jauchzt ihr, 3. Jetzt scheint die Welt dem die man einft begräbt, jauchzt dem Höchsten, Jesus lebt! neuen Sinn erst wie ein Vater= land, ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versant des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel strebt. Singet, preijet, Jesus lebt! 126. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. Ich sag es jedem, daß Er lebt und auferstanden ist, daß Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. od 10 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Lob und Dank! Rühmts in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmts in eurer Todesnot: Unser Herr hat überwunden! und wenn er euch zu sich hebt, dann rühmts ewig: Jesus lebt! Joh. Kasp. Lavater g. 1741 † 1801. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Nat, kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine feiner mehr allhie, wenn eins. die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm dieſe Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns ver= läßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Friedr. v. Haroenberg g. 1772 t 1801 10 TAT VIII. Himmelfahrtslieder. 127. Eigene Melodie. Christ suhr gen Himmel. Was fandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Troft der armen Christenheit. Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 15.(?) Jahrhundert. 128. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Auf diesen Tag bedenken wir, daß Christ gen Himm'l gefahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen man= cher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen, Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wers glaubi, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halle luja! 69 zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vater h'rab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Johann Zwid g. um 1496+ 1542. 129. Eigene Melodie. en Himmel aufgefahren ist, Halleluja, der König der Ehren, Jesus Christ. Halleluja! 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hard, Halleluja, herrscht über Himm'l und alle Land. Halleluja! 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ifts nicht Ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Him= melreich versperren. Am Glauben liegts, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben recht Halleluja! 4. Nun sitzt beim Herren Davids Herr, Halleluja, wie zu ihm g'sprochen hat der Herr. Halleluja! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlgefalln. 70 6. Der heilgen Dreieinigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Halleluja! Himmelfahrtslieder. 1009. Nach dem Lateinischen Coelos ascendit hodie. 130. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. jerr Jesu, zieh uns für und für, daß wir mit den Gemütern nur oben wohnen stets bei dir, in deinen Himmelsgütern; laß unsern Sik und Wandel sein, wo Fried und Wahrheit gehn herein; laß uns in deinem Wesen, das himmlisch ist, genesen. 2. Hilf, daß wir suchen unsern Schatz nicht hier in diesem Leben, hingegen dort, wo du den Plak wirst Gottes Kindern geben; ach laß uns streben fest und wohl nach dem, was künftig werden soll, so können wir ergründen, wo dein Gezelt zu finden. 3. Zieh uns dir nach, so laufen wir, gieb uns des Glaubens Flügel: hilf, daß wir slichen weit von hier auf Zions Freudenhügel! Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 4. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, kommen? wann kost ich Engelfreude süß? wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohne Ende! Johann Rist g. 1607+ 1667. 131. met Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. ein Heiland sizet droben zu Gott des Vaters rechter Hand, woselbst ihn herrlich loben der Engel Chor; in solchem Stand ist unser Fleisch zu finden; o welch ein Ruhm und Ehr! Es müsse nun verschwinden, was uns be= trübt so sehr; denn unser Haupt regieret in großer Herrlichkeit, wohin er uns auch führet nach unsrer Wallfahrtszeit. 2. Lob sei dir, Herr, gesungen, daß du dich aus selbsteigner Macht gen Himmel hast geschwungen und den Triumph davon gebracht, daß du haft aufgeschlossen des Himmels güldne Thür und uns zu Reichsgenossen verordnet für und für. Ach laß es uns gelingen, den lieben Engeln gleich ein Loblied dir zu singen in deines Va= ters Reich! Johann Rist g. 1607+ 1607. 132. mel. Nun freut euch, licbe Christen g'mein. uf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz Himmelfahrtslieder. 71 und Sinn, nach ihm mich sehr| und für nach deinem Reiche trachverlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenns dir gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! ten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all üppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. Nach Josua Wegelin g. 1604 1640. 5. Sei, Jesus, unser Schutz und Schak, sei unser Ruhm und fester Plak, darauf wir uns ver= lassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 133. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. ch wundergroßer Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich geseket zur Rechten von des Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, prädchtig triumphierest, jubilierest; Tod und Leben, dir ist alles untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich großen Siegsmann loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bift erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Ge= tümmel. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Erquickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben; bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zench, Jesus, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir forthin für 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Romm schier, hilf mir! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Eruft Chrift. Homburg 1605+ 1681. 134. de Mel. Ach Gott und Herr. euch uns nach dir, so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. 3euch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege! Wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier be= schwer das böse Weltgetümmel. 72 Pfingstlieder. 4. Zeuch uns nach dir nur für| Wonne alle Himmelsgeister speist; und für und gieb, daß wir nach- prächtig wirst du eingenommen, fahren dir in dein Reich, und freudig heißt man dich willkommen; mach uns gleich den auserwählten schau, ich armes Kindlein hier schrei Scharen! auch Hosianna dir. mi Friedr. Fabricius(?) g. 1642 1703. 135. d Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 1. iegesfürste, Ehrenkönig, höchstverklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug betracht deine Glorie, deine Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir träf= tiglich, bis zum Schemel deiner Füßen alle Feinde legen sich. Aus 3ion den Zepter sende, weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan! 136. ist Eigene Melodie. Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein. Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einfehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! of d Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. IX. Pfingstlieder. Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja! Altkirchlich. 137. Eigene Melodie. omm, o Gott Schöpfer, heilger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnade sie füll, Pfingstlieder. 73 wie du weißt, daß dein Geschöpf| ben versammelt hast das Volk aus soll vor dir sein. aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Denn du der Tröster bist genannt, des Allerhöchsten Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, des Lebens Brunnen, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, des Fleisches Schwachheit, dir bekannt, stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst! 4. Du bist mit Gaben man nigfalt der Finger Gottes rechter Hand, des Vaters Zusag mit Ge= walt durch Zungen geht in alle Land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Frieden gieb durch deine Gnad, daß, wie du führst, wir folgen gern und meiden, was der Seele schadt. 6. Den Vater uns wohl kennen lehr und Jesum Christum, seinen Sohn, daß wir auch geben gleiche Ehr dir, beider Geist, in Einem Thron. 7. Gott unser Vater, sei allzeit aus Herzensgrund von uns gepreist, Lob sei, Herr Jesu, dir bereit mit Gott dem werten heilgen Geist! noted Martin Luther g. 1483 1540. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns, Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen! O Herr, behüt vor frem= der Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum Chrift mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dein'm Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben! O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Martin Luther g. 1483 1546. Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glau139. Eigene Melodie. un bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Chrift kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten 138. S Eigene Melodie omm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnade Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und 74 im Friede auf Einem Sinn blei= ben. Kyrieleis! Pfingstlieder. 141. hefur talle 4. Du höchster Tröster in aller Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verflagen. Kyrieleis! To Martin Luther g. 1483 1546. heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzens= sonne! Du Himmelslicht, laß aus deinen Schein bei uns und in uns träftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. im fid 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können aller Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zu Lob und uns zum Leben. 140. Met. Aus meines Herzens Grunde. reut euch, ihr Christen alle, Gott schenkt uns seinen Sohn; lobt ihn mit großem Schalle, er schickt vom Himmelsthron uns seinen werten Geist, der uns durchs Wort recht lehret, des Glaubens Licht vermehret und uns auf Christum weist. 2. Es läsfet offenbaren Gott, unser höchster Hort, uns, die wir unweis waren, sein himmlisch Gnadenwort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit behüt. 3. Verleih, daß wir dich lieben, o Gott von großer Huld, durch Sünd dich nicht betrüben, vergieb uns unsre Schuld, führ uns auf ebner Bahn, hilf, daß wir dein Wort hören und thun nach deinen Lehren. Das ist recht wohl gethan. 4. Von oben her uns sende den Geist, den edlen Gast, der stärket uns behende, wenn uns drückt Kreuzeslaft; tröst uns in Todespein, mach auf die Himmelsthüre, uns mit einander führe zu deinem Freudenschein! Georg Werner g. 1589 1643. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getren dir bleiben für und für, wenn wir uns leiden müssen. Schaue, baue was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. in p 4. Laß uns dein edle Balsamfraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Pfingstlieder. Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe; kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Hilf, daß in reiner Heiligteit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Luft und seine toten Werke. Nühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmels= erben werden. Mich. Schirmer g. 1606+ 1673. 142. Eigene Melodie, oder Aus meines Herzens Grunde. euch ein zu deinen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich nen geboren haft, o hoch geliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit 75 reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Öle, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der leh= ret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen flinget wohl, es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren hältst du nichts, erleuchtest uns in Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, 3ank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zu= sammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, fannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb Univ.- Bibl. Giessen 76 Pfingstlieder. doch deine Gnad zum Fried und| than, räume ferner aus dem Wege. Liebesbanden, verknüpf in allen schlecht und recht sei um und an: Landen, was sich getrennet hat. wirke Reu an Sünde Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 9. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für! Vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseket und, was dein Herz ergezet, aus unserm Herzen reißt. 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangfal findt. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seusz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuver= sicht vermehrt. 10. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf tämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden tein Chrift ergebe sich. 11. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins To= des Rachen hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt g. 1607 1676. 143. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. Komm, o komm, du Geist des 8. Herr, bemahr auch unsern Lebens, wahrer Gott von Ewig-| Glauben, daß tein Teufel, Tod teit! Deine Kraft sei nicht ver- noch Spott uns denselben möge gebens, sie erfüll uns jederzeit, so rauben; du bist unser Schutz und wird Geist und Licht und Schein Gott. Sagt das Fleisch gleich in dem dunkeln Herzen sein. immer nein, laß dein Wort ge= wisser sein! 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege! Das, was wider dich ge= 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? ei, so mach uns den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist; schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg! Henrich Held um 1650. Pfingstlieder. 144. Mel. Jesu, meine Freude. chmückt das Fest mit Maien*), lasset Blumen streuen, zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn, nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. *) Pf. 118, 27. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starter Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gieb uns Kraft und Lebensjaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben! 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor, gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor, gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns träftiglich von oben bei der Feinde Toben! 77 Seele, und des Herzens Höhle sei dein eigen Haus! Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuze süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuenos d Benjamin Schmold g. 1872 † 1737. 145. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. omm, Gottes Geist, komm, 4. Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld, höchster Gast, Herr, den der lasse Ströme fließen, die das Land Himmel nicht umfaßt, noch dieser begießen, wo dein Wort hinfällt, Kreis der Erde! Komm, offen= und verleih, daß es gedeih, hun- bare dich auch mir, Gott heilger dertfältig Früchte bringe, es ihm Geist, daß ich in dir Ein Geist stets gelinge. mit Christo werde. Leite heute Geist und Sinnen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nachzustreben. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut, laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut, laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen! 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus, wohn in unsrer 2. Komm, teures Gut, tomm, höchster Schat, komm in mein Herz und mache Platz, dich glänbig einzunehmen. Ich glaube feft, mein Heil und Licht, du teurer Tröster wirst dich nicht der armen Hütte schämen. Eile, heile Herz 78 146. und Seele mit dem Öle deiner Gnaden, mache gut den Sünden= schaden! Mel. Freu dich sehr, o meine Secte. 3. Entzünd in mir die Liebes- eist vom Vater und vom Sohne, glut und mache brünstig Geist der du unser Tröster bist und und Mut, du Flamme reiner von unsers Gottes Throne hülfLiebe! Laß mich mit dir ver- reich auf uns Schwache siehst, siegelt sein, damit in Not und Todespein ich steten Glauben übe. Rühre, führe mein Gemüte, Gottes Güte zu erkennen, Christum meinen Herrn zu nennen. Pfingstlieder. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein und, daß ich nicht irren möge, deine Wahrheit mich erfreun! Suchen laß mich in der Welt nichts, als was dir wohlgefällt: lehrst du mich, was recht ist wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Hilf, daß ich, von dir getrieben, meinem Gott und Vater tren, ihn mög über alles lieben, und mir nichts so wichtig sei, als mich seiner Huld zu freun und drum Sünden stets zu scheun, seinen Namen zu erhöhen, seine Wege gern zu gehen. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüt versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o so stärke selbst mein Herz, daß ich unter Ren und Schmerz mich vor Gott demütig beuge, meinen Sinn zur Beğrung neige. 6. Hilf mir in meiner letzten Not, versüße mir den bittern Tod! Wenn Herz und Augen brechen, so sei du meines Lebens Licht, laß, wenn die Zunge nichts mehr 5. Fehlt mir Kraft zu guten spricht, dein Seufzen für mich sprechen! Laß mich endlich selig scheiden zu den Freuden aller Frommen! Ach wann werd ich dahin kommen! Werken, treibe zum Gebet mich an, das zur Tugend Schwache stärken, Träge neu beseelen kann. Laß mich aber mein Vertraun nie auf meine Tugend baun, nie der Thaten Lohn verlangen, was Goti giebt, als Gnad empfangen. Joh. Ernst Wenigt g. 1701+ 1745. 4. Erquicke mich, du sanfter Wind, du Brunn, wo Lebenswasser rinnt, du süße Freudenquelle, die allen Durst der Seele stillt und aus der Gottheit Tiefe quillt ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Gaben, mich zu laben, wenn ich size in der Angst und Seelenhitze. stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, daß mein ganzes Herz auf Erden mög ein Tempel Gottes werden. 5. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, mein Weg, wenn ich verführet, mein Lehrer in Unwissenheit, mein starker Beistand in dem Streit, bis mich die Krone zieret. Schüße, stüße, Herr, mich Schwachen, stark zu machen meinen Glauben, laß mir nichts die Krone rauben! Pfingstlieder. 79 Sünd ist schon gerochen, Jesu Blut machet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe, reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben! 6. Geist der Weisheit, gieb uns tallen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns, recht vor Gott zu treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! dol op 6. Steh in allen meinen Leiden mir mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden deiner Führung folgsam sei. Still im Sterben Angst und Schmerz, daß noch da mein brechend Herz deines Trostes Kraft empfinde, männlich kämpf und überwinde. Hann. Gsb. nach G. Hoffmann und S. Diterich. 147. Mel. Jesu, Trost der armen Seelen. öchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach das Seelenwert ist wichtig: wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße. Eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Neu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt heil gefunden; eure 8. Hilf uns nach dem Besten*) streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen.*) 1 Cor. 12, 31. 9. Sei bei Schwachheit unsre Stüke, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshite! Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freu= dig in die Freude! Ehrenfr. Liebich g. 1713 † 1780. 80 X. Trinitatislieder. 148. Eigene Melodie. Gott der Vater, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gotts uns fristen! Amen, Amen, das sei wahr, so fingen wir Halleluja! 2. Jesus Christus, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, u. s. w. 3. Heiliger Geist, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, 11. j. w. Martin Luther g. 1483 † 1546. 149. Eigene Melodie. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann tein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unter= laß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessu ist deine Macht, fort g'ichieht, was dein Will hat bedacht: wohl uns des seinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vatera, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, Heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Chrift erlöset durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all unsern Jamm'r und Not! Dazu wir uns verlassen. n. Decius+ 1541.( Gloria in excelsis.) hörgh 2 150. Met. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. ei Lob. Ehr, Preis und Herrlichkeit dem Vat'r in alle Ewigkeit, der alle Ding erschaffen hat und sie erhält durch seine Gnad. 2. Ehr sei auch seinem lieben than, der an dem Kreuze für uns Sohn, der alles Gute uns ge= starb und so den Himmel uns erwarb. 3. Ehr sei auch Gott dem heilgen Geist, der uns durch sein Gnad allermeift die Wahrheit machen woll bekannt und uns eröffnen den Verstand. 4. O heilige Dreifaltigkeit, o wahre einige Gottheit, erhör uns aus Barmherzigkeit und führ uns zu der Seligkeit! 1566. Trinitatislieder. as die 151. Mel. Christ unser Herr zum Jordan kam. as alle Weisheit in der Welt bei uns hier faum kann lallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt er= schallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm und tren, der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hochheilger Name; so kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der ge= rechte Same, Gott Abrahams, Gott Ifaats, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben giebet und Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewigteit den Sohn, sein Bild, erzeuget; der Sohn hat der Füll der Zeit im Fleische sich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungeteilter Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schatz, dem teiner gleichet; das ist dein Freund, der alles thut, was dir zum Heil gereichet, der dich gebaut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all dein Kreuz durchfüßet mit seinen heilgen Worten. 5. Erhebe dich, steig zu ihm zu und lern ihn recht erkennen! Denn solch Erkenntnis bringt dir 81 Ruh und macht die Seele bren= nen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freudenleben, da, was allhier kein Ohr gehört,*) Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder.*) 1. Cor. 2, 9. 6. Wch aber dem verstockten Heer, das sich hie selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne. 7. Ei nun, so gieb, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, bring wieder, was verirret, reiß aus, was uns im Wege steht und freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzugleich zur Himmelspforte dringen und dermaleins in deinem Reich ohn alles Ende singen, daß du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 152. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, finget: Heilig, heilig, hoch und herrlich, 6 3D 82 heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Trinitatislieder. 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind er wählet; der uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und ge= tauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist 3. O Jesu, teurer Gottessohn, sei ewiglich von uns gepreist, durch du Licht vom wahren Lichte, vor den wir neu geboren, der uns mit dir, dem rechten Gnadenthron, wird Glauben ausgeziert, dem Bräuti- Sünd und Tod zunichte; du bist gam uns zugeführt, den Hochzeittag erkoren. Heil uns, Heil uns, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hofianna. der Grund der Seligkeit, worauf wir Armen hoffen, dein Gnadenbrunn steht allezeit für unsre Seelen offen, du Ausfluß alles Segens! 4. Halleluja! Lob, Preis und Ghr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immer dar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig, ist Gott. unser Gott, der Herr Zebaoth! 4. O Geist der Gnade, wahrer Gott, komm, steure dem Verderben, laß uns durch Christi Kreuzestod der Welt und uns absterben, ja schlag das ganze Höllenreich in unsrer Seel danieder, damit wir Jesu Christo gleich und seines Leibes Glieder durch deine Gnade bleiben. 1698. deinem Gnadenrat dich uns zu eigen geben, o Abgrund aller Liebe! 2. Wir beten dich als Vater an, du liebeft uns als Kinder; so hast du dich ja tund gethan, zum Trost der armen Sünder. Dein 3orn weicht deiner Lieb und Huld, dein väterlich Gemüte ist voll Erbarmen, voll Geduld, voll Langmut, Treu und Güte, o liebreich Vaterherze! 153. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. Gott, wir ehren deine Macht und Gnade zu uns Armen, nach welcher du uns wert geacht, dich unser zu erbarmen. Wir sind voll Sünde, du voll Gnad, wir tot, du bist das Leben und hast nach 5. So ehren wir in Einem Thron dich, unsern Gott und Vater, samt Christo deinem lieben Sohn, als unserm Heilserstatter, und Gott dem werten heilgen Geist von gleicher Macht und Wesen. Hilf, der du dreimal heilig heißt, daß wir in dir genesen und dich dort ewig loben. Ludw. Andr. Gotter g. 1661+ 1735. blo XI. Lieder für die kleineren Veste. 1. Darstellung Jeſn. 154. Lobgesang Simeons. GHS( Nunc dimittis.) Ev. Luc. 2, 29-32. Eigene Melodie. Herr ferr, nun lässest du deinen Diener wenn dirs gefällt. im Frieden fahren, wie du gesaget haft; 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland gefehn, den du bereitet hast vor allen Völkern, 3. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Israel. 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 83 Himmels nicht; wend ab von mir all Straf und Pein und laß mich ganz dein eigen sein! 4. Dein Antlik sei auf mich gericht, im Tod und Leben lağ mich nicht, so will ich gern aus dieser Welt zu dir heimgehn, Dich bitt ich, liebster Jesu mein, tomm zu mir in mein Herz herein, daß ich an dir hab Lust und Freud wie Simeon im Tempel heut. 2. Denn du mein Heil und Leben bist, so mir von Gott ge geben ist; mach rein mein Herz, rein meinen Mut, auf deinem Weg mich halt in Hut! 3. Zeig mir die Bahn mit deinem Licht, daß ich ja fehl des Bartholomäus Helder+ 1635. 156. Mel. Valet will ich dir geben. err Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Erem= pel, dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Ver= heißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 155. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Flamme, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß lett wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 84 Lieder für die kleineren Feste. 5. Ja, ja ich hab im Glauben,| Herr kommt selbst auf Erden und mein Jesu, dich geschaut; kein beginnt ein Mensch zu werden. Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 5. Gott wird Mensch und trägt die Sünde, Allmacht fehrt bei Schwachheit ein, selbst der Schöpfer wird zum Kinde, sein Geschöpf soll Mutter sein. Herrlichkeit kommt zu uns Armen, aus der Nache wird Erbarmen. 6. Hier blidst du zwar zuweilen so streng und hart mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer flares Licht. 6. O Geheimnis, dessen gleichen man auf Erden nie gesehn! Dieses ist ein Wunderzeichen, das von Gott heut ist geschehn, welches kein vernünftig Sinnen kann be= greifen noch gewinnen. Johann Frand g. 1618+ 1677. 7. Vater, und doch Kind da= neben, unser Bruder, Fleisch und Blut, ach was können wir dir geben für dies allzu große Gut? Hilf, daß wir mit Herz und Sinnen geistlich dich empfangen können. Johann Frand g. 1618 † 1677. 2. Verkündigung Mariä. 157. Mel. Werde licht, du Stadt der Heiden. Heu eut ist uns der Tag erschienen, worauf Adam schon so oft, wie auch Jakob und samt ihnen aller Väter Echar gehofft, dran sich 3. Feft Johannes des Täufers. Abraham erquicket, als er ihn im Geist erblicket. 2. O des Tages voller Wonne und dem sonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht, o der vielgewünschten Stunden, die sich nunmehr eingefunden! 3. O du Anfang unsrer Freuden, sei gegrüßt, gewünschtes Licht, als mit dem uns armen Heiden jetzt ein neuer Trost anbricht, und vor welchem wir indessen stets in lauter Nacht gesessen. 4. Nunmehr trieft ein Heiles regen oben durch den Himmel ab, auch die Wolken schütten Segen und Gerechtigkeit herab: Gott der 158. Lobgesang des Zacharias. ( Das Benedictus.) Ev. Luc. 1, 68-79. Eigene Melodie. Gelobet sei der Herr, der Gott Israel, denn er hat besucht und erlöset sein Volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, Lieder für die kleineren Feste. 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebenlang 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest 10. Und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, da ist in Vergebung ihrer Sünde, 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe, 12. Auf daß er erscheine denen, die da siten in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 85 159. mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Gelobet sei Ifraels Gott, der Herr, der sein Volk in der Not und, da es gänzlich war verflucht, mit großen Gnaden hat besucht. 2. Er hat uns seinen Sohn ge= fandt, der allen Zorn ganz abge= wandt und uns erlöset kräftiglich. Des kann Israel freuen sich. 3. Da mit uns schon war alles aus, in seines Dieners Davids Haus hat er ein Horn der Seligteit gesetzt zu Trost der Christenheit, 4. Als uns vor Zeiten machte kund der heiligen Propheten Mund; dadurch er uns hat angemeldt, er woll uns retten als ein Held. 5. Der Feinde Trutz, des Haisers Hand, ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, woll er zer= brechen als der Mann, der Tod und Teufel zwingen kann. 6. Hierzu hat ihn sein Herz bewegt, das sich mit Gnad und Güte trägt; er hat an seinen Bund gedacht, vorlängst mit Abraham gemacht; 7. Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides Statt, zu geben denen, die da sind von ihm gezeugt, auch KindesKind, 8. Auf daß, wenn wir erlöset sein vom Teufel, Tod und Höllenpein, ihm dienete sein Leben lang ein jeder ohne Furcht und Zwang, 9. Gerecht und heilig in der Welt nach solcher Art, die ihm gefällt, nicht, wie es Menschen Wiz erdenkt, damit man sich vergebens kränkt. 86 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen, der da geht vor seinem Herren fein voran und macht ihm richtig seine Bahn. 11. Du wirst verkündigen das Heil, an dem der Mensch soll haben teil, dem seine Sünd und Missethat der fromme Gott vergeben hat, Lieder für die kleineren Feste. 12. Aus herzlicher Barmherzigkeit, kraft deren uns in un= serm Leid der Aufgang aus der Höh besucht. Das ist der Liebe Gab und Frucht, 13. Auf daß, die er im Finstern findt, und die ins Todes Schatten sind, des Lichtes Kinder können sein durch seinen hellen Glanz und Schein, 14. Daß ihre Füße richtig stehn und auf dem Weg des Friedens gehn, ja endlich allesamt zugleich mit Freuden gehn ins Himmelreich. Joh. Heermann g. 1585 † 1647. 4. Mariä Heimsuchung. 160. Lobgesang der Maria. ( Das Magnificat.) Ev. Luc. 1, 46-55. Eigene Melodie. Teine Seele erhebet den Herren, me und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. 2. Denn er hat seine clende Magd angesehen, siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindes- Kind. 3. Denn er hat große Ding an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist, 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und läsfet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzigfeit und hilft seinem Diener Israel auf, 9. Wie er geredt hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 11. Wie es war im Anfang. jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 161. Eigene Melodie. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet, den großen Gott, der ewig herrscht und lebet; mein Geist in mir sich meines Heilands freut und seinen Ruhm vermehret allezeit. 2. Denn er hat mich Elenden angesehen und mein Gebet erhöret und mein Flehen; es hat der Herr mich Armen nicht veracht, Lieder für die kleineren Feste. 87 er hat mit Gnad und Rettung| den Glauben in uns mehre, o mich bedacht. heilger Geist, erneu uns Herz und Mund, daß wir dein Lob ausbreiten jede Stund. David Denicke(?) g. 1603+ 1680. 3. Gott, dessen Macht nicht kann ergründet werden, und dessen Nam im Himmel und auf Erden hochheilig ist, hat große Ding gethan an mir, die ich nicht alle zählen fann. 4. In keiner Not hat er mich je verlassen, Barmherzigkeit ist bei ihm ohne Maßen und währet von Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Geschlecht fort zu Geschlecht, wo Mel. 2. man ihn fürcht und hoch hält seineus Lieb läßt Gott der ChristenRecht. heit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engelscharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 5. Er übt Gewalt mit seines Armes Stärke, daß jedermann muß spüren seine Werte; die stolz und hoch in ihren Herzen seind, zerstreuet er, und ist denselben feind. 6. Er stößet, die gewaltig sind vor allen, von ihrem Stuhl, daß fie erschrecklich fallen; die Niedrigen erhebet er davor und stellet sie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die ihn vor Augen haben, erfüllet er mit Gütern und mit Gaben; die Reichen läßt er leer beim Überfluß, daß Not und Angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der Barmherzigkeit und Güte, daß er fortan uns väterlich behüte und seine Kirch im ganzen Erdenkreis erhalt und schüß zu seines Namens Preis. 5. Michaelisfest. 162. UGY 9. Die Treu, die er im neuen Bund und alten geredet hat, die wird er ewig halten, der Herr verläßt uns, seine Kinder, nicht, weil zu ihm steht all unsre 3uversicht. 10. Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre, Herr Jesu Christ, 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rachen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen und die Kleinen, auf daß ihr Fuß nicht straucheln joll im Stoßen an den Steinen.*) Darum man fröhlich singen mag: Hent ist der guten Engel Tag. die uns mit Treue meinen. *) Pf. 91, 12. 4. Solch Wohlthat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann † 1615. 88 Lieder für die kleineren Feste. 163. Mel. Welt, ich muß dich lassen. u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du übergroßer Meister der wunderschönen Geister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen giebst du zu meiner Wacht; fie sehn dein Angesichte in höchst volltommnem Lichte, doch nehmen sie mich auch in acht. 3. Das sind die starken Helden, die deinen Rat vermelden, du Herr in Ifrael! Das sind die Feuerflammen, die schlagen stets zusammen um frommer Christen Leib und Seel. 4. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar, ich rühme deine Rechte für diese Gnadenknechte, die mich behüten vor Gefahr. 5. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch dieſe Himmelswach, laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 6. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demut üben, so mach auch mich dazu bereit! 7. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; sie leben keusch und rein, o laß mich nichts beflecken und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun! 8. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein! Da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737 164. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. jerr, was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern giebst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schützen Sünder. 2. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Menschen Freunde sein, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demut decken. 3. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott, diese sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht, Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müssen. 4. Gott der Engel, Herr der Helden, ach was sind wir Men= schen doch, daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unfres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren! Phil. Friedr. Hiller g. 1699+ 1769. •***• sont B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII Lieder von der chriftlichen Kirche. 165. 166. Pfalm 67. Psalm 12. Eigene Melodie. Eigene Melodie. Es wolle Gott uns gnädig sein ch Gott, vom Himmel sich darund seinen Segen geben, sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht' zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärt bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. ein und laß dich des erbar= men, wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. So danten, Gott, und loben dich die Völker überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es dante, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geift! Dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Herzen Amen! Martin Luther q. 1483+ 1540. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, die falschen Schein uns leh= ren und deren Zung stolz offenbar spricht: Trok! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag er= Lieder von der christlichen Kirche. 90 höret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getroft und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gotteswort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht start in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther g. 1483+ 1546. 167. Psalm 124. Eigene Melodie. wär är Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen, ott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten müßn verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; hätt Gott es zugegeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Strids kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Etrick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gottes Himm'Is und Erden. Martin Luther g. 1483+ 1546168. Psalm 46. 1 Eigene Melodie. in feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel Lift sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald ver= loren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst er= koren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Tas Wort sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther g. 1483 † 1546. Lieder von der christlichen Kirche. 169. Eigene Melodie. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum deinen Sohn wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröfter wert, gieb dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod! Martin Luther g. 1483+ 1546. 91 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Setten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. Jeff 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt er= heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß, dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Andres suchen mehr. 9. Gieb, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nach Nit. Selneder g. 532+ 1592. 170. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. ch bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser schwern betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faut und falt; gicb Glück und Heil zu deinem Wort, gieb, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord, gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigteit, Mut und Geduld! 171. Mel. Kommt her zu mir, spricht G. S. erzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten! Er wird durch seinen Gideon*), den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. *) Richter 6, 13. 92 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort und was dem thut anhangen endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: den Sieg wolln wir erlangen. Lieder von der christlichen Kirche. Michael Altenburg(?) g. 1584 † 1640. ( Dies Lied ließ Gustav Adolf am Morgen der Schlacht bei Lüßen, am 16. Nobbr. 1632, beim Feldgottesdienst fingen.) 172. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnaden= schein, die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil! 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmel reich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann g. 1585 1617. 173. Jesaias 49 Eigene Melodie. Zion flagt mit Angst und Schmerdie er trägt in seinem Herzen, die zen, Zion, Gottes werte Stadt, er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat ver= sprochen seinen Beistand jederzeit, in meiner Traurigkeit. Ach will der läßt sich vergebens suchen jetzt er denn für und für so gar grauz sam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? sprach zu ihr des Herren Mund, 3. Zion, o du Vielgeliebte, zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt, doch stell alles Trauren ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; mein Herz haft du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken tann; siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. mag es denn anders sein? Ich Wie muß ja gedenken dein, deine Mauren muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. Lieder von der christlichen Kirche. 93 du dich so kränken? 6. Du bist stets mir vor den| lerne dies bedenken, warum willst Augen, du liegst mir auf meinem Echoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann teine Zeit, teine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden; bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann g. 1585+ 1617. 174. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu, was du Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile, mit Hülf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgedichte mache zu nichte! 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder, alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder! 4. Müssen schon allhie die Thränen deine schönsten Perlen sein, muß das Seufzen und das Stöhnen schon das beste Lied dir sein, muß dein Purpur sein das 3. Friede bei Kirch und Schulen Blut, und der Mangel Hab und uns beschere, Friede zugleich der Gut: Zion laß dir doch nicht Obrigkeit gewähre, Friede dem| grauen, du kannst deinem Gott Herzen, Friede dem Gewissen gieb zu genießen! vertrauen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. 2. Treiben dich die Meeres= wellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen möchten wei= chen, ob sie noch so feste stehn, ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn: dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanten aus den wohlgefaßten Schranten. Matth. Apelles v. Löwenstern g. 1594+ 1648. 175. Mel. Zion tlagt mit Angst u. Schmerzen. Fion, gieb dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein beliebter Branch; Zion, 5. Dränt man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zu schanden, denk nur an die Ewigkeit! Sei nur fröhlich, wohlgemut, denn der Herr ists, der es thut. Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen! 94 7. Halleluja! deine Wonne, liebes 3ion, wird nun groß, denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schoß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Liebestuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freude sagen. Lieter von der christlichen Kirche. 8. O ihr Engel, Himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelsfaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joach. Pauli g. um 1636 nach 1674. 176. Offenb. Joh. 2 und 3. Eigene Melodie. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Schen Trübfal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod gekren, ſiehe auf die Lebensfrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, halt am Beten und am Wachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beides das, was krumm und schlicht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich tennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rüdt herbei, auf, berlasse, was dahinten! Zion, in dem lekten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Eufebius Schmidt g. 1669+ 1745. 177. Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. Freuer Hirte deiner Herde, deiner Glieder starker Schuß, sieh doch, wie die Asch und Erde, großer Gott, mit Grimm und Truk tobt und wütet wider dich und vermißt sich freventlich, deine Kirche zu zerstören und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib und Seel, Menschenhülf ist hier Lieder von der christlichen Kirche. 95 zu wenig, wo nicht du, Imma-| vertritt uns dort bei dir, bis nuel, zu der Deinen Rettung wir auf der neuen Erden mit wachst und dich selbst zu Felde ihm triumphieren werden. machst, für dein wahres Wort zu kämpfen und der Feinde Rat zu dämpfen. Heur. Rath. v. Gersdorf g. 1048 1726. 3. Es trifft deines Namens Ehre, deiner Wahrheit Heiligtum, Jeju, deine Glaubenslehre, deines Leidens Kraft und Ruhm und den Dienst, den dir allein wir zu leisten schuldig sein; dazu kannst du ja nicht schweigen, deine Macht hand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Blödigteit uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit tennt und sieht deiner Kinder schwach Vermögen und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und betehre der Verfolger blindes Heer, der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, leit auch die auf rechter Bahn, die noch jetzt durch Satans Lügen sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und redlich handeln und in Taubeneinfalt dir ganz gelassen heilig wandeln, doch dabei uns flüglich hier schicken in die böse Zeit und vor falscher Heiligkeit, auch der Feinde List und Wüten uns mit Schlangenflugheit hüten. 7. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut und nur dich, Herr, lassen machen, so wird alles werden gut. Jesus streitet für uns hier und DANO 178. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen. ach auf, du Geist der ersten Beugen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag' und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. Herr der Ernt, ach siehe doch darein, die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns dieje Vitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich hierum herzinbrünstig anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll ge= schchn. 4. Wie kannst du uns denn dies versagen, was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, wozu du uns selbst treibst durch deinen Geift? Denn daß wir hierum brünstig zu dir flehn, das iſt allein durch deinen Geist geschehn. 5. So gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns Lieder von der christlichen Kirche. widerfahren und brich in Satans| Wort dir vor, ach denke dran und Reich mit Macht hinein! O breite, neig uns Herz und Ohr! Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 11. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinr. v. Bogarty g. 1690 † 1774. 96 6. Ach daß die Hülf aus Zion täme! O daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abends licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei*) und komm herab zur Hülf und mach uns frei! *) Jef. 64, 1. 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in allen Thoren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 8. O besire 3ions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 9. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt; nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; drum halt ich dieses flare 179. Mel. Valet will ich dir geben. Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich ge= sellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne 3ahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, tein Heil verheißen war, die bringen nun entfündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum fann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. Lieder von der christlichen Kirche. 97 5. Und siehe, tausend Fürsten| aus! Sende sie hinaus in Gnamit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürften nach deinem Angesicht; auch sie haft du gegraben in deinen Priesterschild,*) am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. den, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruſt zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigfeit. Albert Knapp g. 1798 † 1864. *) 2 Mof. 28, 29. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auf= erstehn; daß, wo man Gözen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volt versöhnet zu deinem Tempel zieht. Albert Knapp g. 1798 1864. 181. Mel. Fahre fort. Reich des Herrn, Reich des Herrn, brich hervor in vollem Tag, deiner Strahlen Macht er= helle, mas in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn! 2. Siege bald, siege bald, komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sieh, es sammelt seine Macht, doch wer kann den Sieg dir wehren? denn die Sonne der Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit. 3. Gottes Held, Gottes Held, mit der Gnade Siegsgewalt schlage Feind an Feind darnieder, bring in deine Herrschaft bald alles Abgefallne wieder! Dann umarmen Freud und Friede sich ewiglich, ewiglich. 4. Überall, überall laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen hell erkannt, deine Kraft verherrlicht werden, bis du als der Völker Friedefürst herrschen wirst, herrschen wirst. 180. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Einer ists, an dem wir haugen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder, ver= birg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, 5. Menschenhuld, Menschenhuld die Ernt ist groß, der Schnitter klopft in deiner milden Brust, wenig, drum sende trene Zeugen unter Menschenkindern wohnen das 7 98 Lieder von der christlichen Kirche. ist deines Herzens Lust. Nimm, 3. Komm, o tomm, getreuer o nimm die Nationen, nimm zum Wohnsik alle Länder ein, sie sind dein, sie sind dein. 6. Aber ihr, aber ihr, die der König ausgesandt, geht voran in alle Zonen, bahnt die Weg und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, triumphiert, triumphiert. 7. Welch ein Herr, welch ein Herr! ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dienstes pflegen, lohnt er unsrer schwachen Hand armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt, Schritt vor Schritt. 8. Kommt herbei, kommt herbei, frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offenbare als der Völker Recht und Licht. Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenherd ihr großer Hirt weiden wird, weiden wird. Karl Bernh. Garbe g. 1763 1841. 182. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Fine Herde und Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht: Icsus hält, was er verspricht. Hirt, daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürftend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber stehen aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichteit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Frdr. Ad. Krummacher g. 1767+ 1845. 183. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Gottes Stadt ist fest gegründet auf heilgen Bergen, es verbündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen, man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 011 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlge= fallen, macht ihre Riegel start Lieder von der christlichen Kirche. 99 und fest, segnet, die darinnen| Voll Erstaunen wird man schauen, wohnen, weiß überschwenglich dem wie Gott sein Zion mächtig bauen zu lohnen, der ihn nur thun und und herrlich weitern wird einmal. walten läßt. Wie groß ist seine Erhebet Herz und Sinn! Es ist Huld, wie trägt er mit Geduld die Nacht schier hin für die all die Seinen! O Gottes Stadt, Heiden; es kommt ihr Tag, sie du reiche Stadt, die solchen Herrn werden wach, und Israel folgt und König hat! ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie am Reigen, wird einst von dir zum Die LebensHimmel steigen! brunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Halleluja! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur Einer, Zions Gott! K. I. Phil. Spitta g. 1801 1859. 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du haft den Geist und haft die Klarheit, die lle Finsternis zer stört. Da hört man fort und fort das teuer werte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben frönt! 4. Auch die nichts davon ver= nommen, die fernsten Völker wer= den kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Fin184. stern saßen, wird auch der Herr Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. noch predgen lassen, was einst fürönig Jesu, streite, siege, daß alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn, wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann tommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr in Herrlichkeit. alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, lağ wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld! Erhöre unser Flehn und laß es bald ge= schehn! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja 1852.(?) 5. Darum stellet ein die Klagen, man wird noch einft zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl!! für und für! 7° 100 XIII. Pieder vom Worte Gottes. 185. Eigene Melodie. Dies sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Sinai. Kyrieleis! 2. Ich bin allein dein Gott der Herr, kein Götter sollst du haben mehr; du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrund lieben mich. Kyrieleis! 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrieleis! 4. Du sollst heilgen den siebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von dein'm Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Kyrieleis! 5. Du sollst ehrn und gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben habn. Kyrieleis! 6. Du sollst nicht töten zor= niglich, nicht hassen noch selbſt rächen dich, Geduld haben und sanften Mut und auch dem Feind thun das Gut. Kyrieleis! 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz tein andre mein', und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigteit fein. Kyrieleis! 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß und Blut; du sollst aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrieleis! 9. Du sollst fein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollst auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrieleis! 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis! 11. Die G'bot all uns gegeben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unsrem Thun verlorn, verdienen doch eitel 3orn. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483 † 1546. 186. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Gott, du höchster Gnadenhort, Wort von Ohren so zu Herzen verleih, daß uns dein göttlich dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 2. Der einge Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo hast; die Werk der Lieb sind dieser Schein, dadurch wir Christi Jünger ſein. Herr, daß wir durch deinen Geist 3. Verschaff bei uns auch, lieber Lieder vom Worte Gottes. 101 je mehr in dein'r Erkenntnis| Ich, ich will dich ewiglich preisen nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. mit Herz, Sinn und Mund, ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. Konrad Huber g. 1507+ 1577. 187. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Rede, liebster Jesus, rede, denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach so laß dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. 2. Ach wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund? Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohl ge= meint. Sie vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, wenn der Teufel mich will schrecken auf der schmalen Lebensbahn; diese führen ohne Qual mich hin durch des Todes Thal, diese sind mein Schirm und Stüße wider alle Kreuzesblike. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine troftgefüllte Lehr will ich in mein Herz vergraben. Ach nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich: faß mich fest bei dir bestehen! Anna Sophia, Landgräfin zu HeffenDarmstadt g. 1638+ 1683. 188. Met. Es ist das Heil uns kommen her. ir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiſet. 2. Drum sind vor Zeiten aus= gesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben würd bekannt dein heilger Will und Rechte; zum letzten ist dein einger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehrfurcht, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spöt= ter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Öffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in 102 Freud und Schmerz es aus der| in Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundert= fältig bringen. Lieder vom Worte Gottes. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Sam, so in die Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten frucht= barn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld im feinen, guten Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden, gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Nott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen! 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten, hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten, o heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung! David Denice g. 1603+ 1680. 189. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend. err, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein! 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ists, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Troft und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron! Der heiligen Dreieinigfeit sei Lob und Preis in Ewigteit! Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 190. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. jerr Zebaoth, dein heiligs Wort, das du uns haft gegeben, daß wir darnach an allem Ort solln richten Lehr und Leben, ist worden tund aus deinem Mund und in der Schrift beschrieben rein, schlecht und recht durch deine Knecht, vom heilgen Geist getrieben. 2. Dies Wort, das jetzt in Schriften steht, ist fest und unbeweglich; zwar Himmel und die Erd vergeht, Gotts Wort bleibt aber ewig; tein Höll, kein Plag noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll sein ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen hell und flar, ein Richtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Lieder vom Worte Gottes. 103 Gott, seinen Dienst und Ehre und wie man soll hier leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 2. So führe denn auf rechtem Pfad durch dies dein Licht mich Blinden, laß mich durch deinen Schuk und Rat den Satan überwinden! Die Süßigkeit laß allezeit von deinem Wort mich schmecken, und deine Gunst in mir die Brunst der Gegenlieb erwecken! 4. Im Kreuz giebts Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freudenquelle; den Sünder, dem die Sünd ift leid, entführet es der Hölle; 3. Verleih auch deinen guten giebt Troft an Hand, macht auch Geift, der alles das versiegle, bekannt, wie man soll willig ster- worin dein Wort mich unterweist ben, und wie zugleich das himmel- daß ich mich drin bespiegle, und, reich durch Chriftum zu ererben. immerdar dies, was ich war und was ich bin, erkenne, auch niemals mehr von deiner Lehr in Sünd und Irrtum renne. 5. Sieh, solchen Nuß, so große Kraft, die nimmer ist zu schätzen, des Herrn Wort in uns wirkt und schafft; darum wir sollen setzen zurück Gold, Geld und was die Welt sonst herrlich pflegt zu achten, und jederzeit in Lieb und Leid nach dieser Perle trachten. 6. Nun, Herr, erhalt dein heiligs Wort, laß uns sein Kraft empfinden, den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden! So wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danten. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort festhalten und nicht wanken! 1698. 191. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. Dein Wort, Herr, ist die rechte Lehr, ein Licht, das uns erleuchtet, ein Schild zu unsrer Gegenwehr, ein Tau, der uns befeuchtet, ein Stärkungstrank, wenn wir uns frank an Seel und Geift befinden, ein festes Band, das unsre Hand mit deiner kann verbinden. 4. Gieb meinem Glauben Stärk und Kraft, die alles kann vollbringen, damit durch dessen Eigen= schaft ich ritterlich fann ringen und Kreuz und Not, ja gar den Tod viel lieber woll erleiden, als daß ich hier vom Wort und dir mich ließ aus Kleinmut scheiden. 1714. 192. Mel. Gott des Himmels und der Erden eures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt; in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im 104 Glauben ein, laß mich täglich flüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. Lieder vom Worte Gottes. 5. Lasse mich in diesen Schranten sonder eitle Sorgen sein, schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gieb dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein! 7. Was ich lese, laß mich mer= ken; was du sagest, laß mich fun! Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein, drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmold g. 1672+ 1787. 193. Mel. O du Liebe meiner Liebe. err, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wolleft auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn; laß mich eifrig sein beslissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen siten, wie Maria that. Nik. Ludw. v. Zinzendorf g. 1700+ 1760. 194. Mel. Jesu, meine Freude. Mort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm, bald, da wir gefallen, ließest du erschallen Evangelium, eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten längst verkündet hatten, das vollführt sein Rat. Was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in Jesu Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; ach erwünschte Lehre! Lieder vom Worte Gottes. 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Leben tund. Lieblich sind die Füße, und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeldt durch der guten Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergiebet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; so soll mein Vertrauen evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich dieser Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke, stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, hilf denn, daß mein Leiden evangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, als ein Kind mit dir 311 erben, evangelisch sterben! Heinr. Cornelius Hecker g. 1699 † 1743. 195. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Es ist gewißlich an der Zeit. Gesetz und Evangelium sind beide Gottes Gaben, die wir in unserm Christentum beständig nötig haben; doch bleibt ein großer Unterschied, den nur ein solches Auge sieht, das Gottes Geist erleuchtet. 105 lieben. Daß aber Gott die Welt geliebt und seinen Sohn für Sünder giebt, das muß er selbst entdecken. 3. In dem Gesch wird unsre Pflicht uns ernstlich vorgetragen; das Evangelium kann nicht als nur von Gnade sagen; jens zeigt dir, was du thun sollst, an, dies lehrt, was Gott an dir gethan; jens fordert, dieses schenket. 4. Was das Geset dir guts verspricht, wird dir nicht zuge= wendet, es sei denn, daß du deine Pflicht vollkommen haft vollendet; was Christi Gnade guts verheißt, wird dem, der gläubig sich erweist, frei und umsonst gegeben. 5. Wo das Gesetz den Sünder findt, da schlägt es ihn danieder; das Evangelium verbindt und heilt die Wunden wieder; jens predigt Sünde, Zorn und Fluch, dies öffnet dir das Lebensbuch in des Erlösers Wunden. 6. Jens decket dir dein Elend auf, dies saget von Erbarmen; jens schläget unbarmherzig drauf, dies hebt und trägt die Armen; jens zeigt und drohet dir den Tod, dies hilfet dir aus Tod und Not und bringt dir Geist und Leben. 7. Was das Gesetz zu sagen hat, gehört für rohe Herzen, für Heuchler, die schon reich und satt, die mit der Sünde scherzen; des Gnadenwortes Balsamöl senkt sich in eine trante Seel, die elend und beladen. 8. Wenn das Gesetz den Zweck erreicht, so hört es auf zu fluchen; 2. Was Gott in dem Geset gebeut, ist uns ins Herz geschrieben: Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten 106 Lieder vom Worte Gottes. sein 3wang, sein Blik, sein Dro-| Munde leb und herrsche du allein! hen weicht, wenn man will Gnade Laß uns deiner nie vergessen! Wie suchen; es treibt zum Kreuz des Maria still gesessen, da sie deinen Mittlera hin, wenn ich an diesen Mund gehört, also mach uns eingläubig bin, so hat der Trost kein gekehrt! Ende. E. G. Woltersdorf g. 1725+ 1761. 197. Mel. Ach Gott und Herr. ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, bor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; lak immerdar mich seine Kräfte schmecken, laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie ver= stünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 9. Mein Gott, laß diesen Unterschied mich in der That erfahren, nach Sündenangst laß Trost und Fried sich in der Seele paaren! Treib mich durch des Gesetzes Fluch, daß ich die Gnade gläubig such in des Erlösers Armen. 10. Gieb aus dem Evangelio mir Kräfte, dich zu lieben und als dein Kind mich frei und froh in dem Gesetz zu üben. Gieb Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zuversicht in Lieb und Glauben leiſte. Joh. Jak. Rambach g. 1093+ 1735. 196. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Das ist eine selge Stunde, Jeſu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligfeit. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rat, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort er= schienen. 2. Jesus, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hincin, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein, und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein, in dem Herzen, in dem Kräfte. 6. Nun darf mein Herz in Ren und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba jagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie, dein Wort giebt mir die Tauf- und Konfirmationslieter. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 198. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau für troftbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen! 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 107 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. = 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise, es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch dir dein Reich zu füllen. uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. Bei der Taufe. 199. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund und nie von unserm Samen, laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten! 67. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und XIV. Tauf und Konfirmationslieder. Eigene Melodie. Christ unser Herr zum Jordan tam nach seines Vaters Willen, von sanct Johanns die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu erfüllen. Karl Bernh. Garbe g. 1763+ 1841. odgo Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, er= jäufen auch den bittern Tod durch sein selbs Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Chrifte glau 108 Tauf- und Konfirmationslieder. ben soll, zu meiden Kekerhaufen. der Glaub im Geist die Kraft verGott spricht und will, daß Wasser steht des Blutes Jesu Christi; und sei, doch nicht allein schlecht Wasser, ist für ihn ein rote Flut, von sein heiligs Wort ist auch dabei Christus Blut gefärbet, die allen mit reichem Geist ohn Maßen: der Schaden heilen thut, von Adam ist allhie der Täufer.pus d her geerbet, auch von uns selbst begangen. Martin Luther g. 1483+ 1546. 3. Solchs hat er uns bewiesen flar mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte; er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen habn, daß ihr ihn höret alle und folget seinem Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran: Wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet habn und so bei uns auf Erden zu wohnen sich begeben. 5. Sein' Jünger heißt der Herre Chrift: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neu geborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll' erben. 200. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. asset die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren, drum sie mein eigen sein. 7. Das Ang allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen; 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus den heilgen Wunden am Kreuzes stamm geronnen, auch ihnen komnit zu gut.t 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr! Führet sie Christo zu, er will sich ihr erbarmen; legt sie in seine Arme, darin fie 6. Wer nicht gläubt dieser groken Gnad, der bleibt in ſeinen finden Ruh. leich seittio Sünden und ist zum 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ewgen Tod tief in der Hölle Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbfünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; er kann ihm selbst nicht helfen. ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt. Sie sind frei aller G'fahr, brauchen hie nicht zu leiden und loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker g. 1561+ 1601. Tauf- und Konfirmationslieder. 201. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. ott Vater, höre unsre Bitt: Teil diesem Kind den Segen mit, erzeig ihm deine Gnade, es jei dein Kind, nimm weg die Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög allzeit sein im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwertster Geist, samt Vater und dem Sohn ge= preist, wollst gleichfalls zu uns tkommen, damit jekund in deinen Bund es werde aufgenommen. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte! Gieb, daß dafür wir dienen dir, vor Sünden uns behüte! herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, laß es bald nach dieser Flut deinen Purpurmantel decken, schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. Joh. Bornschürer g. 1625+ 1677. 202. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Chrifto führe, denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zubor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 109 3. Darum eilen wir zu dir; nimm dies Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz 5. Mache Licht aus Finsternis, setz es aus dem Zorn in Gnade, heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade, laß hier einen Jordan rinnen, so vergeht der Aussat drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk ihm den Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen, ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 203. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. asset mich voll Freude sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nüke, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir bange, ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß: So lange dieser Trost im Herzen ist, kann 110 Tauf- und Konfirmationslieder. ich mich von Angst der Sünden, erklärt, du hast die Frucht von Jesu, durch dein Blut entbinden, deinem Sterben, mein treuer Heiweil das teure Wasserbad mich land, mir gewährt, du willst in damit besprenget hat. aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ, und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam tist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Chrift; denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 204. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Bh Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du haft zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein ge= wagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht ver= loren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin, erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsak nimmer wanten, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jat. Rambach) g. 1693+ 1735. Tauf- und Konfirmationslieder. 205. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Gott und Vater, nimm jekund dieses Kind von unsern Armen, nimm es auf in deinen Bund und erzeig ihm dein Erbarmen, daß es alle Lebenstage deiner Kindschaft Zeichen trage. 111 3. Mein Tröster, gicb mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt, regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist, der alles Gute schafft, mein Tröster, gieb mir Kraft! 2. Wasche es mit deinem Blut, treuer Jeju, von den Sünden, laß in seiner Taufe Flut den geerbten Fluch verschwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, schenk ihm deine Gnadenkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm das Heilsgeschäfte, daß es stets an Jesu Leibe ein lebendig Gliedmaß bleibe. Joh. Jak. Spreng g. 1699+ 1768. Bei der Konfirmation. 206. Eigene Melodie. Mein Schöpfer, steh mir bei, sei meines Lebens Licht; dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder und widme meine Kräfte für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der Deine sei, mein Schöpfer, steh mir bei! 2. Mein Heiland, wasche mich mit deinem reinen Blut, das alle Flecken tilgt und lauter Wunder thut. Schließ die verirrte Seele in deine Wundenhöhle, daß sie von Zorn und Sünde hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne dich, mein Heiland, wasche mich! 4. Gott Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn, erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte, berkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen! Wohl mir, wenn du der Meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Joh. Jat. Rambach g. 1693 1735. Konfirmationslied, wie es die Gemeinde singt. 207. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre Gott. Erhör, o Gott, das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder, denn dein sind sie, sind Chrifti Glieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfülle sie mit deinen Gaben, laß sie mit dir Gemeinschaft haben, erbarme dich, erbarmie dich! Wie es die Konfirmanden singen. Erhör, o Gott, das heiße Flehn von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder, denn dein sind wir, 112 find Christi Glieder. Gieb uns, Gott Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfüll uns du mit deinen Gaben, laß uns mit dir Gemeinschaft haben, erbarme dich, erbarme dich! Elieser Rüster g. 1732+ 1799. Abendmahlslieder. Jun hören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Wints bin ich gewärtig, auch des Russ aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden, und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Sohn, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kalten Tod als dem tühlen, scharfen Wehen vor dem Himmelsmorgen= rot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zich hinüber, wie man nach der Heimat 208. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebensfast. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getrofter werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren reift. Blut? Sollt ich dem nicht ange= K. J. Phil. Spitta g. 1801+ 1859. XV. Abendmahlslieder. 209. 2. Daß wir nimmer des vergessen, läßt er seinen Leib uns essen mit dem Brot und uns zu Eigene Melodie. Jesus Christus, unser Heiland, gut auch trinken mit dem Wein sein Blut. der von uns den Gotteszorn wandt, durch das bittre Leiden sein half er uns aus der Hölle Pein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen; wer unwürdig hin Abendmahlslieder. 113 zugeht, für das Leben den Tod| in hellem Glanz. Seines Kleides empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. Saum den Chor füllet ganz. Es standen zween Seraph bei ihm daran, sechs Flügel sah er einen ieden habn. Mit zween verbargen sie ihr Antlik klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander riefen sie mit großem Schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat. Von dem Schrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Martin Luther g. 1483+ 1546. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß es Speise sei den Kranken, deren Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barm= herzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit;*) ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. *) d. i, in Seelennot. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starten not, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt erwerben, was braucht ich für dich zu sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Herzensgrunde und bekennst es mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Martin Luther g. 1483+ 1546. 210. Jef. 6. Eigene Melodie. Jejaia dem Propheten das geschah, daß er im Geist den Herren siten sah auf einem hohen Thron, 211. Mel. Gott sei gelobet und gebenedciet. err Jesu Christe, mein getreuer Hirte, tomm, mit Gnaden mich bewirte. Bei dir alleine find ich Heil und Leben, was mir fehlt, kannst du mir geben. Kyrieleison! Dein arm Schäflein wolleft* du weiden auf Israels Bergen mit Freuden und zum frischen Wasser führn, da das Leben her thut rührn. Kyrieleison! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens, du bist selbst das Brot des Lebens, kein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyrieleison! Du bist die lebendige Quelle, zu dir ich mein Herz8 114 trüglein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! Abendmahlslieder. 3. Laß mich recht trauren über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyrieleison! Gieb mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Kyrieleison! 4. Heftig beschweret find ich mein Gewissen; ach laß reichen Trost drein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist am Kreuz gehangen. Kyrieleison! Wenn mein Herz damit wird gerühret, wirds von Stund an still und gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der b'darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget. O süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden! Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott, hilfst du nicht, so bin ich tot. Kyrieleison! 6. Du rufest alle, Herr, zu dir in Gnaden, die mühselig und be= laden; all ihre Missethat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie be= freien. Kyrieleison! Ach komm selbst, leg an deine Hände und die schwere Paft von mir wende, mache mich von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih! Kyrieleison! 7. Mein Geist und Herze wollst du zu dir neigen, nimm mich dir, gieb mich dir eigen! Du bist der Weinstock, ich bin deine Rebe, nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich selig sein. Kyrieleison! 8. Komm, meine Freude, komm, du schönste Krone, Jesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrieleison! Bringe mit, was alle Welt erfreut: deiner Liebe füße Lieblichkeit, deine Sanftmut und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft erteilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyrieleison! In dir hab ich alles, was ich soll, deiner Gnade Brünnlein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir und bleib ewig auch in mir! Kyrieleison! Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 212. Eigene Melodie. Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg Last, Sünden 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, unrein, Abendmahlslieder. 115 nackt und bloß, blind und arm;| Willen richt, ach laß mich meine ach mich nicht verstoß! Tag in Ruh und Friede christ= lich bringen zu, 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich, was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein! 5. Erleuchte mein berfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz, mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet; im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre 6. Daß ich das wahre Him- Herzen labet, daß wir nun dir melsbrot, dich, Jesu, wahrer in dem allen wohl gefallen, heilig Mensch und Gott, mit solcher leben; solches wollest du uns geben! Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Lafter aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr! 8. Gieb, was mir nütz an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 9. Hilf, daß durch dieses Mahles Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 213. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. err Jesu, dir sei Preis und 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind, den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir! 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Herz verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nacht= mahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebensbrot im Glauben stille seine Not; der Fels des Heils uns tränke,*) züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. *) 1 Cor. 10, 4. 4. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends aus dem Jammerthal gelangen in den Himmelssaal, da wir Gott 8* 116 werden schauen tröstlich, köstlich, uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, giebs durch dein bitter Leiden! Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, all Böses darum meiden! Amen, Amen, hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden! Abendmahlslieder. V. 1, 3, 4 Bernh. Terschow g. 1591 + 1c39, V. 2 u. 5 Han. Gsb. 1657. 214. Eigene Melodie, D oder Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. Ju Lebensbrot, Herr Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krant, doch laß mich deinen Gnadentrant aus deinem Becher schmecken! 3. Du angenehmes Himmels= brot, du wollest mir verzeihen, daß ich in meiner Seelennot zu dir muß kläglich schreien. Dein Glaubensrock bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterteit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen! Des neuen Bundes Ofterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen! 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt er= scheine mit Sünden allzuviel be= schwert, die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch, krank von der Sünd, laß deine Hand mich heilen! Erleuchte mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen. Ich bin verdammt, erbarme dich! Ich bin verloren, rette mich und hilf aus lauter Gnade! 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in meiner Seele, daß sie dich liebe für und für und sich mit dir vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit, und stille ihren Jammer! 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm, selbst dich mir zu schenken! O Blut, das du vergossen bist, komm eiligst, mich zu tränken! Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, meiner Seele Bier, mich einst auch auserwecken. Johann Rist g. 1607+ 1667. 215. Eigene Melodie. Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Abendmahlslieder. 117 Himmel kann verwalten, will jetzt| keiten, die nur Gottes Geist kann Herberg in dir halten. deuten! 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzenskammer. Öffn ihm bald die Geistespforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Heil, laß dich umfassen, von dir tann ich nimmer lassen. 3. 3war in Kaufung teurer Waren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben,*) weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das den Trank in diesen Schalen und dies Manna kann bezahlen. *) Jes. 55, 1. 4. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deiner Roft zu sehnen; ach wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten, wünsche, daß er als der Meine mich durch sich mit Gott vereine! 5. Beides, Zittern und Ergeten, will mich in Bewegung setzen; das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. Oder großen Heimlich 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise! 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann träftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Johann Franc g. 1618+1677. an 216. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. eine Seele, laß dich finden auf der wahren Glaubensbahn, dich mit Christo zu verbinden; thu ihm auf, er klopfet an. Den die Himmel nicht umfassen, will in dir sich nieder lassen, Jesus will im Brot und Wein wesentlich zu= gegen sein. 2. O geheimnisvolle Weise, die kein Menschenwit ermißt! Hier giebt sich ein Lamm zur Speise, das der Erzhirt selber ist; hier will zu der Gäste Leben sich der 118 Wirt zur Speise geben, und zum Opfer stellt sich hier selbst der Hohepriester für. Abendmahlslieder. 3. O wie hungert nach den Seelen selbst das wahre Lebensbrot! Selig, die dies Brot er wählen für des Geistes Hungersnot! Seht, an dieser heilgen Stelle lechzet jelbst die Lebensquelle nach der armen Sünder Heil. Jesus ist ihr bestes Teil. 4. Sieh, o Mensch, den Schak der Gnade, den dir Jesus aufgethan; rühre nicht die Bundeslade mit verwegnen Händen an! Soll nicht Gottes Grimm erwachen und dich gar zu nichte machen, armer Sünder, so tritt du zitternd und mit Furcht herzu! 5. Jesu, mache meine Sinnen und mein ganzes Herze rein, laß jetzt deine Wunden rinnen, senke tief mein Herz hinein! Komm, du König aller Ehren, eile, bei mir einzukehren unter meines Herzens Dach, obs gleich niedrig, arm und schwach. 6. Jesu, laß mich Gnade finden und vertreib mir alles Weh, laß die purpurroten Sünden weißer sein als Woll und Schnee! Komm, mein Herz voll Glauben, Hoffen, Lieb und Sehnsucht steht dir offen, laß dein Herz, das ewig rein, und mein Herz Ein Herze sein! Salomo Fraud g. 1659+ 1725. 217. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. err Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Guaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns haft geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unfrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke, schent uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärkte! Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; lağ Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürger= schaft dort ewig selig werden. 1718. 218. Eigene Melodie. ein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unserm Herzen. 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. Abendmahlslieder. 4. Das Band wird fester zuge= zogen, das dich und uns zusammenfügt; die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stüken kriegt; wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu Einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, dies Blut erquicket unsern Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerte. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Glie.ern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das schwachheitvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach diesem turzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geift verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Bungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich volltommner loben. Joh. Jat. Rambach g. 1c934 1735. 119 219. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet, du haft für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben, du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligteit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 120 Abendmahlslieder. 5. Ja, Herr, mein Glück ist| wir sein solln gedenken. Kyridein Gebot, ich will es treu erfüllen eleison! Herr, dein Lieb so groß und bitte dich durch deinen Tod dich g'zwungen hat, daß dein Blut um Kraft zu meinem Willen. Laß an uns groß Wunder that und mich von nun an würdig sein, bezahlt' unsre Schuld, daß uns mein ganzes Herz dir, Herr, zu Gott ist worden hold. Kyrieleison! weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! in Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 220. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Herr, du wollst uns vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, jei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Nach Fr. Gottl. Klopstod g. 1724+ 1803. Nach dem Abendmahl. 221. Eigene Melodie. Gott sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute; das gieb uns, Herr Gott, zu gute! Kyrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not! Kyrieleison! 2. Den heilgen Leib hat er für uns gegeben zum Tod, dağ wir dadurch leben. Nicht größer Güte konnte er uns schenken, dabei 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison! Herr, dein heilig Geist uns nim= mer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Martin Luther g. 1483+ 1546. 222. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. ie wohl hast du gelabet, o liebster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wundersame Speise, o süßer Lebenstrank, o Liebmahl, das ich preise mit einem Lobgefang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Mut; mein Geist der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o Herr, in deinen Gnadensaal, daselbst hab ich berühret dein edlen Güter allzumal; da hast du mir gegeben umsonst und mildiglich das werte Brot zum Leben, das sehr erquicket mich; du hast mir zuge= lassen, daß ich den Seelenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet sein. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du haft mir vollgemessen den edlen Kelch, Abendmahlslieder. der mich erfreut. Ach Gott, du haft erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das köstlich Himmelsbrot; hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 4. So lang ich leb auf Erden, o liebster Jesu, preis ich dich, daß du mich lässest werden gesättigt von dir und durch dich. Du hast mich selbst getränket mit deinem teuren Blut und dich zu mir gelenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat der nimmer tann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rat. 5. Wie kann ich aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich haft so tief gelassen vom Himmelsfaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge besuchest deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlik schaue dort in der Ewigkeit. 6. Du bists, der ewig bleibet, ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von Güte, tein Unrecht gilt bei dir; ich, sündhaft von Gemüte, tann fehlen für und für. Doch tommest du hernieder und nimmst dich meiner an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 121 behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; demnach ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen, denn billig wird jekund dein teurer Ruhm besungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 8. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelspeis und Lebenstrant; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr hin, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand, ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr hin, dort werd ich leben ohn Unglück und Verdruß; mein Gott, du wirst mir geben der Wohlluft Überfluß. Johann Rist g. 1607+ 1667. 7. Ein Herz durch Reu zerschlagen, ein Herz, das ganz zer= knirschet ist, das, weiß ich, wird 223. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Jesu meine Wonne, du meiner Seele Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmelsüß Ergetzen und dieſe teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken ge= speiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. hind 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir 122 Abendmahlslieder. dank ich für dein Sehnen und heiß| uns liebst, nun folch ein Pfand vergoßnen Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. der Lieb uns giebst, ach dich so ganz uns schenkest? Heil uns! Heil uns! Wir empfinden, rein ven Sünden Gottes Frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die träftge Himmelspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben. Was kannst du Werters geben? 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen! 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten! 13. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist g. 1607+ 1667. 224. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Dant, Jesu, dir! Ach sind wirs wert, daß so viel Heil uns widerfährt, du unser so gedenkest? Erst bis zum Tod am Kreuz Vor der Abendmahlsfeier eines Kranten. 225. Met. Vater unfer im Himmelreich). u deinen Füßen liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hülfe bloß, so ist doch mein Vertrauen groß. 2. Mein Troft und meines Herzens Teil med erftlich meine Seele heil, besprenge sie mit deinem Blut und mache mein Ver= brechen gut, und dann gieb, nach vergebner Schuld, bei meiner Schwachheit auch Geduld! 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses abge= wandt. Dein Leib mich speise, da ich krant, dein Blut sei meiner Seele Trank! Ich will, wie Lazarus, allein, auch wenn ich trant, der Deine sein. 4. Wenns meiner Seele selig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ; soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein. Mach du es, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut. Chrift. Heinr. Beibich g. 1677 † 1748. C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Bus- und Beichtlieder. coo 226. Eigene Melodie. Vater, allmächtiger Gott, 3 dir schreien wir in der Not: Durch deine große Barmherzigkeit erbarm dich über uns! Christe, wollst uns erhören, für uns bist du geboren von Maria. Erbarm dich über uns! Vergieb uns all unsre Sünde, hilf uns in der letzten Stunde, für uns bist du gestorben. Erbarm dich über uns! Altkirchl. Deutsch d. J. Spangenberg g. 1484+ 1550. 227. 3. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Dinge, hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhör uns, erhör uns, er= höre unsre Bitt, o Christe, aller Welt Heiland, bitt für uns und sei uns gnädig! Chor. Oheilger Geist, wollst uns 6. So wahr ich lebe, spricht geben, dich allzeit herzlich zu Gott der Herre, ich will nicht den lieben und nach deinem Willen Tod des Sünders, sondern daß er zu leben. Erbarm dich über uns! sich bekehre und lebe. Amen. Altkirchlich. Eigene Melodie. fimm von uns, Herre Gott, all unfre Sünd und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, erbarm dich deines Volts, o Christe, das du erlöset haft mit deinem teuren, heilgen Blute. S 5. Erhör uns, erhör uns, er= höre unsre Bitt, Gott heilger Geist, du einger Tröster, erleucht uns und sei uns gnädig! 228. Psalm 130. Eigene Melodie. us tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Nufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer fann, Herr, vor dir bleiben? 124 Buß- und Beichtlieder. 2. Bei dir gilt nichts denn 4. Und ob es währt bis in Gnad und Gunst, die Sünde zu die Nacht und wieder an den vergeben; es ist doch unser Thun Morgen, doch soll mein Herz an umsonst auch in dem besten Leben. Gottes Macht verzweifeln nicht, Vor dir niemand sich rühmen kann, noch sorgen. So thu Israel rechter des muß dich fürchten jedermann Art, der aus dem Geift erzeuget und deiner Gnade leben. ward, und seines Gottes harre! 3. Darum auf 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther g. 1483+ 1546. hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. Kyrie, Kyrie, Christe, Christe, Erster Chor: 229. Die Litanei. Eigene Melodie. *) Herr. Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott heiliger Geist, Sei uns gnädig, Sei uns gnädig, Vor allen Sünden, vor allem Irrjal, vor allem Übel Vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellen Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit Vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer- und Wassersnot, vor dem ewigen Tod Zweiter Chor: Eleison!*) reds Eleison! Eleison! Erhöre uns! *) Erbarme dich. Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verschon uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Buß- und Beichtlieder. Erster Chor: Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Krenz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten: Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle ihre Diener, Wächter und Hirten im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Allen Notten und Ärgernissen wehren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Friede und Eintracht geben, unserm Kaiser und König steten Sieg wider deine Feinde gönnen, und ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, unsere Obern Schule und Ge= unsern Rat} meinde segnen und behüten, Zweiter Chor: 125 Hilf uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wolleft uns erhören, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! 126 Buß- und Beichtlieder. Erster Chor: Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen, allen Schwangern und Säugenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren,*) und uns gnädiglich erhören, O Jesu Christe, Gottes Sohn, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! to dun Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! the out Verleih uns steten Fried! FIL dr Erhöre uns! Eleison! Eleison! Beide Chöre zusammen: Kyrie, Eleison! Amen. Altkirchlich. Deutsch durch Martin Luther g. 1483+ 1546. *) unsere Deiche, Dämme und Schleusen in deine gnädige Obhut nehmen( für Gemeinden, welche am Wasser wohnen) und dieses Bergwerk gnädiglich erhalten und segnen( für die Gemeinden auf dem Harz). Buß- und Beichtlieder. 230. Eigene Melodie. Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen, dasselb Gist ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war ja not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getöt, gen Himm'l gefahren, dadurch wir sein von Tod und Bein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt vor Sterben grauen? 127 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Troft bei einem Men= schen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schuß, daß wir mit Truk an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, wird nimmermehr zu schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein'n Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort ein Leuchte nah und ferne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, so bald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darauf haben. Lazarus Spengler g. 1479+ 1534. 231. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. us tiefer Not laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er durch seine Gnad uns woll vom Übel freien und alle 128 Buß- und Beichtlieder. Sünd und Missethat, die unser| und laß uns nicht verzagen! O hilf, Fleisch begangen hat, uns väter- daß wir getroft und frei, ohn arge lich verzeihen; Lift und Heuchelei dein Joch zum Ende tragen. Sa 2. Und sprechen: Vater, sieh doch an uns Armen und Elenden, sehr übel haben wir gethan mit Herzen, Mund und Händen; verleih uns, daß wir Buße thun und die in Chrifto, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Zwar unsre Schuld ist groß und schwer, von uns nicht auszurechen; doch deiner Gnade ist viel mehr, die kein Mensch kann aussprechen; die suchen und begehren wir, hoffend, du wirst es, Herr, an dir nicht lassen uns gebrechen. moto 4. Du willst nicht, daß der Sünder sterb und in Verdammnis fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin bewahre: so hilf uns nun, o Herre Gott, damit uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. 5. Vergieb, vergieb und hab Geduld mit uns Armen und Schwachen, laß deinen Sohn all unsre Schuld durch sein Verdienst gut machen! Nimm unsrer Seele eben wahr, daß ihr kein Schaden widerfahr, wollst gnädig sie bewachen! 6. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rechten, wie würden wir vor dir bestehn, und wer würd uns verfechten? O Herr, sieh uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten! 7. Wir opfern uns dir arm und bloß, durch Neue tief geschlagen; o nimm uns auf in deinen Schoß 8. Sprich uns durch deine Boten zu, gieb Zeugnis dem Gewissen, stell unser Herz durch sie zu Ruh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus vor dein'm Angesicht all unfre Sachen hab geschlicht; des Trofts laß uns genießen! 9. Erhalt in unsers Herzens Grund dein Wort, den edlen Samen, und hilf, daß wie den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden mit Beständigkeit und so der Kron der Herrlichkeit versichert werden. Amen. Böhmische Brüder. 232. sdm Eigene Melodie. A llein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, tein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann: Ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sündenlast; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gieb mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christen Buß- und Beichtlieder. glauben, auf daß ich deine Süßig-| feit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. aligion 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leift, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und vollends in der Ewigkeit. Johann Schneefing+ 1567. 233. 2 Chronika 20. Eigene Melodie. enn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat, We 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Ret= tung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Ren und Schmerz und slehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und tlagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 129 6. Sich nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnade los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freude danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Paul Eber g. 1511+ 1569. TUR 234. Mel. Herzlich thut mich verlangen. ch Gott, ich muß dirs klagen, daß ich so elend bin: Mein Herz will mir verzagen, mein Sünd liegt mir im Sinn; ich kann ihr nicht vergessen, sie ist zu groß und schwer, sie hat mich ganz besessen, fie fränkt und quält mich sehr. 2. In Sünd bin ich empfan= gen, in Sünden auch geborn, viel Sünd hab ich begangen, darum bin ich verlorn. Ich kann nicht freudig werden, den Himmel an= zusehn, und schäme mich, auf Erden vor dir, mein Gott, zu stehn. 3. Nun sollt ich ja vertrauen dein'm Sohne Jesu Christ, auf sein Verdienst fest bauen, weil er mein Fürsprach ist. Doch schreckt mich mein Gewissen, das zweifelt immerdar und spricht, dich werd verdrießen, daß ich die Sünd nicht spar. 2 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Geberden fromm und gehorsam sein; ich kanns so nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht, ich laß mich davon dringen durch Satans Lift und Macht. 9 130 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch bestehn? Ich fall der Höll in Rachen, wenn ich dir will entgehn. Herr, zu dir komm ich wieder und such Barmherzigteit, ich falle vor dir nieder, mein Sünde ist mir leid. Buß- und Beichtlieder. 11. Zuletzt laß mich abscheiden mit einem selgen End und nimm aus diesem Leiden mein Seel in deine Händ! Dafür will ich dich preisen mit steter Dankbarkeit; du wirst mir Gnad erweisen und helfn in Ewigkeit. Haun. Gsb. 1646 nach einem ält. Liede. 235. 6. Du hast dein Sohn gegeben für aller Menschen Sünd, daß jedermann sollt leben, der an ihn glauben könnt. Will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest; hilf du meinem Un- imm von uns, Herr, du treuer glauben, dein Hülfe ist die best. Mcl. Vater unser im Himmefreich. 7. Ich bin nicht wert der Güte, die du an mir gethan, daß für mich mit sein'm Blute bezahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch notwendig und glaub dem Worte dein, das mir zusagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid! 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, mein Herr und Gott, ungern ich übergebe den Sünder in den Tod; ich will, daß er umkehre und ewig leb bei mir. Darum komm ich, mein Herre, ich komm wieder zu dir. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollist nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. dia 9. Mit deinem heilgen Geiste den schwachen Glauben mehr, mir Hülf und Beistand leiste zu deines Namens Ehr. Leit mich auf deinem Stege, vor aller Sünd und Schand, vors Teufels Strick und Wege bewahr mich deine Hand! 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Ret= tung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer That, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei! 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Beruf und Werk, was du mir haft gegeben, behüt durch deine Stärk! Erhör, o Herr, mein Schreien und mein furchtsames Wort, daß ich mich dein kann freuen, verachten Satans 5. Leit uns mit deiner rechten Mord. 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sich an sein heilgen Wunden rot! Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Hand und segne unsre Stadt und Buß- und Beichtlieder. 131 Manasse,**) Land; gieb uns allzeit dein heiligs| waschen sein, wie David*) und Wort, behüt vors Teufels List und Mord; verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller g. 1547 † 1606. *) 2 Sam. 12, 13.**) 2 Chron. 33, 13. 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Not geschritten und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Ver= zeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergieb, vergieb mirs doch um deines Namens willen und thu in mir das schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kind= lichem Gehorsam. 236. Eigene Melodie. err Jesu Christ, du höchstes Gnaden, sich doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. is 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag'| Auserwählten! begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja ich weiß weder aus noch ein und müßte 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Eingen, daß mir das Herze wieder lacht und neu beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, tommen. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Todesschweiß in meiner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen i 237. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. stracks verloren sein, wenn ich For G'richt, Herr Jeſu, ſteh ich dein Wort nicht hätte. hie, zu 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor getlaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden abge= Barthol. Ringwald.g. 1530+ 1598. Herzens Knie, kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Chrift, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß an dich glaub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bessern, hilf du mir! Hannov. Gsb. 1646. 9* Univ.- Bibl. Giessen 132 em Buß- und Beichtlieder. 238. Eigene Melodie. ch Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangnen Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 239. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ended na und wollt los sein des Elends la mein, würd ich es doch nicht wenden. p mel. Vater unser im Himmelreich. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ns G'richt, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solle ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen! 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, gieb ein gehorsam Herze, laß mich ja nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend ver=scherzen! werd ich dort bei dir, mein Hort, sein in ewigen Freuden. U 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn und heilgem Geist zusammen! Ich zweifle nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. V. 1-6 Rutilius g. 1550+ 1618. V. 7-10 Joh. Groß g. 1564 † 1654. o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Men= schenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd, hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicher6. Handle mit mir, wies düntet heit, denk nicht: Zur Buß ist noch dir, durch dein Gnad will ichs wohl Zeit, ich will erst fröhlich leiden; wollst mich nur nicht dort sein auf Erd; wenn ich des Lebens ewiglich von deiner Liebe scheiden! müde werd, alsdann will ich be7. Gleichwie sich fein ein Vöge- fehren mich, Gott wird wohl mein lein in hohle Bäum verstecket, erbarmen sich. wenns trüb hergeht, die Luft unstät Menschen und Vieh erschrecket, 8. Also, Herr Christ, mein Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden; wenn Sünd und Tod mich bracht in Not, hab ich mich drein gefunden. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 9. Darin ich bleib; ob Seel und Leib hie von einander scheiden, so 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod, zusagen hat er nicht gewollt, ob Buß- und Beichtlieder. du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krant, ja wohl gar tot. So du nun ftirbest ohne Buß, dein Seel und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann g. 1585 † 1647. 133 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst erlöst; was ich gesündigt habe, haft du verscharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 38. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen; mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truk bald schweigen. hin 240. Met. Auf meinen lieben Gott. o soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich 9. Dein Blut, der edle Saft, Rettung finden? Wenn alle Welt hat solche Stärk und Kraft, daß her käme, mein Angst sie nicht auch ein Tröpflein kleine die ganze wegnähme.istolist ingl J Welt fann reine, ja gar aus Teufels Nachen frei, los und selig machen. 2. O Jesu, voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte, laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen 11. Führ auch mein Herz und Wunden, da ich stets Heil gefunden. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihrer nicht ge= dente, ins Meer fie tief versente!! Buß- und a him nd list Mel. Werde munter, mein Gemüte. ble 241. 134 reuer Gott, ich muß dir llagen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst bekannt; große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; alles ist, Herr, deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen giebst du, wie dirs mag gefallen. 3. O mein Gott, vor den ich trete jekt in meiner großen Not, höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. ste 4. Jesu, du Brunn aller Gnaden, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Jünger tröst, sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senstorn sein, wolltst du sie doch würdig schäken, große Berge zu versehen.is him 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Traurigkeit. Hilf du mir selbst überwinden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. Beichtlieder. 6. Heilger Geist ins Himmels Throne, gleicher Gott von Ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Troft und Freud, der du in mir angezündt, so viel ich an Glauben find, über mir mit Gnade walte, ferner deine Gab erhalte! 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgaft, und das gute Werk vollende, das du angefangen hast. Blas das kleine Fünklein auf, bis ich nach vollbrachtem Lauf allen Auserwählten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche.b 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwachheit mir aufrückt, mir will allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. 3euch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat, laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so ost ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen! 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand ge= schwinde, bis die Angst vorüber geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme fich, er hätt ein solch Herz ge= fället, das auf dich sein Hoffnung stellet. 11. Du bist meine Hülf, mein Leben, mein Fels, meine Zuver= Buß- und Beichtlieder. 135 zürnet hat. sicht, dem ich Leib und Seel die Missethat, die dich, Herr, erergeben; Gott, mein Gott, verzeuch doch nicht! Eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zurücke prallen und mit Echimpf zur Hölle fallen! ndid ania 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage haft so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann g. 1585+ 1617. isdiudada 242. Eigene Melodie, oder Jesu, meines Lebens Leben. eju, der du meine Seele haft durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstern Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort! 2. Herr, ich muß es ja betennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zerriffen durch der Sünden Schmerz und Bein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergieb mir, was verborgen, rechne nicht 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu gut, und dieweil du so zerschlagen haft die Sünd am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen tann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du, Herr, kennest meine Pein. Es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein teures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun, ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Tren erfüllen, was du selber haft gesagt: daß auf dieser weiten Erden keiner je verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verderben nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist g. 1607+ 1667. 136 Buß- und Beichtlieder. 243.tod aid Willen, Mittel, Kräft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du haſt am Kreuze für mich Armen ge= tragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken! Verleih, daß nun doch nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. Und David Denice g. 1603+ 1680. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Du aber, o mein gnädger Gott, haft nicht Gefalln an meinem Tod, und ist dein herzliches Begehrn, daß ich soll Buß thun, mich bekehrn. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, hilf mir durch Christi bittern Tod und heilige fünf Wunden rot! 4. Ja, Herr, ich bitt durch Jesum Christ, der mir zu gut Mensch wor= den ist: Laß deine Gnad und Gütigteit mehr gelten denn Gerechtigkeit! 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. 1643. Nach Johann Leon. 244. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße, verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich began= gen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worin es mir sonst fehlet; gieb 245. Mel. Bater unser im Himmelreich. ott Vater, denk an Chrifti Tod, sich an deins Sohnes Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Buß- und Beichtlieder. 2. Den König leit mit deiner Hand, beschüß und segne unser Land, gieb überall dein heilig Wort, wend ab Pest, Teurung, Krieg und Mord, all denen, die in Nöten sein, mit Rettung, Hülf und Trost erschein! 3. Amen, dies alles werde wahr, erhör und hilf uns immerdar, o Vater in dem höchsten Thron, durch Christum deinen eingen Sohn, daß du, dein Sohn und beider Geist in allem von uns werd gepreist. Hannoversches Gfb. 1657. 137 5. Wein', ach wein' jetzt um die Wette, meiner beiden Augen Bach! O daß ich gnug Zähren hätte zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Thränenbronnen täm ein starker Strom geronnen! 6. Dir will ich die Last auf= binden, wirf sie in die tiefste See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee, laß den guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck g. 1618+ 1677. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 247. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ich will von meiner Miſſethat zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnade mir gewähren! 246. Eigene Melodie. jerr, ich habe mißgehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Ein Mensch kann von Na= 2. Doch wie könnt ich dir ent- tur doch nicht sein Elend selbst fliehen? du wirst allenthalben sein; empfinden; er ist ohn deines Geistes wollt ich über See gleich ziehen, Licht blind, taub, ja tot in Sünstieg ich in die Gruft hinein, hätt den, verkehrt ist Will, Verstand ich Flügel gleich den Winden, und Thun. Des großen Jammers gleichwohl würdest du mich finden. wollst du nun, o Vater, mich ent3. Drum, ich muß es nur be- binden! s alt kennen, Herr, ich habe mißgethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach nimm mich zu Gnaden an, laß die Menge meiner Sünden deinen Born nicht ganz entzünden! 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz ge= winnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, du hast mich überladen mit 138 Buß- und Beichtlieder. Ehr, Gesundheit, Ruh und Brot, meine Schuld am Kreuzesstamm du machst, daß mir noch keine Not zu tragen aufgebunden. bis hieher können schaden. 5. Haft auch in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu ge= stäupt mit Vaterruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beflissen? Nein, eines andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, vom Sündenwurm gebissen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöden Sachen verflagen mich zu offenbar; was soll ich Armer machen? Eie stellen, Herr, mir vors Gesicht dein uner= träglich Zorngericht und deiner Hölle Rachen. 8. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, er fähret nicht mit unsrer Schuld ſo strenge fort, es hat Geduld der Herr mit seinen Schafen.our 9. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich jehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 11. Dies stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke und gnädig sich kehr her zu mir, nicht meiner Sünden denke, auf daß er meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versente. 12. Hierauf will ich zu jeder Zeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der bösen Lüfte Eitelkeit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd aus Borsak thu; ach Herr, gieb du stets Kraft dazu, bis ich einst werd abscheiden. V. 1-10 Luife Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(?) g. 1627+ 1667, V. 11 u. 12 Lüneb. Gfb. 1661. 248. Mel. Werde munter, mein Gemüte. du Schöpfer aller Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich jetzo vor dich bringe, weil mein Herz in Ängsten steht. Meine Sünden ängsten mich, darum komm ich) auch vor dich und bekenne meine Sünden, ach Herr, laß mich Gnade finden! labail 2. Weil du heißest alle kommen, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen noch ge= wiesen von der Thür deiner Gnade, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. d 10. Herr Jeju, nimm mich zu 3. Dein Wort bleibet unge= dir ein, ich flich in deine Wun- brochen, das du einmal haft ge= den; laß mich da eingeschlossen redt; nun hast du, o Gott, ge= sein und bleiben alle Stunden; sprochen: Such mein Antlik im dir ist ja, o du Gotteslamm, all Gebet. Darum komm ich auch vor Beichtlieder. 139 9. Ich will auch hierauf genießen, Jesu, deinen Leib und Blut meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu gut. Gieb, daß würdig ich genieß dich, o Herr, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Christoph Tiepe g. 1041 † 1703. Buß- und dich, such dein Antlik; ach laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe dir in deine Händ, o Gott! Drin sprichst du: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden und bed gehr ewiglich mit mir zu leben, so will ich die Sünd vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen, ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demut biegen meine Knie an diesem Ort und bekennen meine Sünd; ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft verblendet deine Güter hat verschwendet. 100 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir, aber sei doch gnädig mir, ich fall dir in deine Arme, ach Herr, meiner dich erbarme! ita eftird) 7. Ich verleugne nicht die Sünden, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld! Alles, was ich schuldig bin, zahlt mein Jesus, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 249. Mel. Werde munter, mein Gemüte. ater, laß mich Gnade finden, tröste meinen blöden Sinn, der ich wegen meiner Sünden so betrübt und traurig bin. Siche, mein Gott, wie ich hier jetzt vor deiner Gnadenthür mit dem Zöllner schamrot stehe und dich um Vergebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hingegen bin voll Ungerechtigkeit, muß mich bloß aufs Bitten legen und auf deine Gütigkeit setzen meine Zuver= sicht, denn so du, Herr, dein Gericht ließest ohne Gnad ergehen, würd es übel um mich stehen. 3. Aber, Herr, nach deiner Lehre willst du keines Sünders Tod, sondern daß er sich bekehre und frei werde seiner Not. Dieser Trost erquicket mich, als der ich auch ängstiglich Neu und Leid bei mir empfinde über meine schwere Sünde. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, 4. Denke, daß dein Sohn auf fiche dessen Leiden an! Dieser hat ersetzt den Schaden und für mich genug gethan; durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich gänzlich tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. die Erden drum vergossen hat sein Plut, auf daß könne selig werden, wer im Glauben Buße thut. Ach sein Kreuz und Dornenkron bring ich hier vor deinen Thron, seinen Tod und Blutvergießen laß mich Armen auch genießen. 140 5. 3war ich sollte längst sein kommen, da es noch war rechte Zeit, doch ist dadurch nichts benommen deiner großen Gütigkeit. Keine Buße ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht, darum wird dir auch mein Flehen jeho noch zu Herzen gehen. 6. Großer Gott, voll Lieb und Trene, laß durch Jesu Wunden doch meine späte Buß und Neue vor dir etwas gelten noch! Denke doch nicht weiter dran, was ich habe mißgethan, laß mein arges Sündenleben mir aus Gnade sein vergeben! Buß- und Beichtlieder. 7. Wirst du nun mir armen Sünder, o mein Gott, barmherzig sein und in die Zahl dei= ner Kinder wiederum mich nehmen ein, so will ich von Herzen dich dafür preisen ewiglich. Drum in Jesu Christi Namen wollst du mich erhören! Amen. sie aus gold Christ. Gensch v. Breitenau g. 1638+ 1732. 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten; nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlik treten. Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor gefränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu Bar loben, heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. sdn bhim got rods Joh. Ge. Albinus g. 1624+ 1679. 251. Eigene Melodie. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron, schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, 250. Psalm 6. Eigene Melodie. Ind Straf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Chrifti willen deinen Zorn sich stillen! 3. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen! Ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen, heil die Seel mit dem Öl deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden! 4. Ach sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe harren; ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. 5. Ach ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhle? sie hin 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. Buß- und Beichtlieder. dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du giebest, den du liebest und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander g. 1650+ 1680. 141 4. Und doch läsfest du mich laden zu dem großen Hochzeitmahl. O der übergroßen Gnaden: ich soll in des Himmels Saat mit dem lieben Gotteslamm, meiner Seele Bräutigam, bei der Engel Chor und Reihen mich in Ewigteit erfreuen! 252. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Gott, des Zepter, Stuhl und Krone herrschet über alle Welt, der du deinem Herzenssohne eine Hochzeit haft bestellt, dir sei Dant ohn End und Zahi, daß zu diesem Liebesmahl von der breiten Sündenstraßen du mich auch haft laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? Und hingegen wer bist du? Was deine Pracht? Ich dem Wurm gleich an den Wegen, du der König großer Macht; ich Staub, Erde, schwach, voll Not, du der Herr Gott Zebaoth; ich ein Scherz und Spiel der Zeiten, du der Herr der Ewigkeiten. 3. Ich grundbös und ganz verdorben, du die höchste Heiligkeit; ich verfinstert und erstorben, du des Lebens Licht und Freud; ich ein armes Sündenkind, lahm und sprachlos, taub und blind, du das Wesen aller Wesen, ganz vollkommen, außerlesen. 5. Wen nun dürftet, soll sich laben mit dem Quell, der ewig fleußt, wen nun hungert, der soll haben Brots genug für seinen Geist. O ein angenehmer Ort, da sich Gottes Herz und Wort seiner Brant und Hochzeitgästen giebt als Speis und Trank zum besten! 6. O du großer Herr und König, der du rufft: Kommt, kommt herbei! ich bin zu gering und wenig aller deiner Lieb und Treu; ach ich kann dir nimmermehr danken gnug und also sehr, wie ich schuldig bin und sollte, wie ich auch wohl gerne wollte. 7. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, aus der finstern Erdenkluft, laß mein Ohr die Stimme wecken, die so hell und liebreich ruft: Komm, o Mensch, komm eilend, komm zu dem Lebensquell und Strom! Komm zum Brot, davon zu zehren und den Geist damit zu nähren. 8. Öffne, Herr, mir doch die Ohren zu dem Ruf, der also tlingt, der zu deinen Freudenthoren, o Jerusalem, mich bringt; laß den, den du teur erkauft und auf dich selbst haft getauft, ja nicht in der Thoren Reihen sich der eitlen Weltlust freuen! 9. Laß das eitle Weltgetümmel, diese Dämpfe, die bald fliehn, 142 Buß- und Beichtlieder. von des Lammes Mahl im Him-| von ihr finden und dein Verdienst, mel, das stets bleibt, mich nicht Herr Jesu Christ, darinnen Trost abziehn! Kleide, Jesu, in der und Hülfe ist trok Sünde, Tod Zeit mich mit deinem Hochzeits- und Teufel. ordspad of kleid, daß ich deine Hochzeitsehren möge feiern ohn Aufhören. Heinr. Georg Neuß g. 1654+ 1716. The 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude! 253. Psalm 51, 12-14. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 254. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlet von der Sünde Schmerz, die ihm ist angeerbet, und die es noch thut ohne Scheu. Achch was sind wir ohne Jeſus? mache, daß es wieder sei, wie du dürftig, jämmerlich und arm; es erst erschaffen. walach was sind wir? voller Elend. Ach Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Not bewegen, die mir dir vor Augen legen. Ludämilia Elisabeth. Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt g. 1640+ 1672. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist und was du willst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut und Glauben übe in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoffnung, Liebe. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu, hier ist lauter Finsternis; dazu quälet uns gar heftig jener giftge Schlangenbiß; dieses 3. Verwirf von deinem Ange- Gift steigt zu dem Herzen und sicht, ob ich es gleich verdienet, verursacht stete Schmerzen. mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus dich verfühnet; laß nimmer, nimmer, nimmermehr mich dein Kind also fallen sehr, daß du es von dir würfeſt. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, damit er mich nicht nehme dir, und ich stets dein verbleibe; beherrschet mein Herz, Sinn und Mut der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergieb die Sünden; wenn meine Seele suchet dich, so laß dich 3. Ach ohn dich, getreuer Jesu, schreckt der Teufel und die Höll, die Verdammnis macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell; mein Gewissen ist erwachet, und der Abgrund flammt und trachet.and 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, kommt man nicht durch diese Welt; sie hat fast auf allen Wegen unsern Füßen Netz gestellt, sie kann troben, sie kann heucheln und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 5. Ach wie traftlos, Herzensjesu, richten sich die Kranken auf; unsre Macht ist lauter Ohnmacht Buß- und Beichtlieder. 143 6. Darum ftärk uns, liebster Jesu, sei in Finsternis das Licht öffne unsre Herzensaugen, zeig dein freundlich Angesicht! Strahl, o Sonn, mit Lebensblicken, so wird sich das Herz erquicken. in dem müden Lebenslauf. Denn| Himmel ist dein helles Kleid, man sieht uns, da wir wallen, du bist voll Macht und Herrlichöfters straucheln, oftmals fallen. teit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Wurm vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, andu reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 7. Tritt den Satan, starter Jesu, unter unsern schwachen Fuß, komm zu deiner Braut gegangen, biet ihr deinen Friedensgruß, daß sie Himmelsfreud verspüre und kein Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, führ uns durch die Pilgerstraß, daß wir auf den rechten Wegen gehen fort ohn Unterlaß; laß uns meiden alle Stricke und nicht wieder sehn zurücke! 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, geben unserm Geiste Kraft, daß wir brünstig dir nachwandeln nach der Liebe Eigenschaft; ach Herr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund; dann wird alles jubilieren, und dir singen Herz und Mund; dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. Peter Lackmann † 1713. 255. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben! Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein Beicht- und Bußlieder. 144 durch die Liebe thätig! Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig! Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valent. Ernst Löscher g. 1673+ 1749. 256. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. G Wi ir liegen hier zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, ach weh uns, wenn du strasen willt. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn uns Pest und Schwert und Hunger längst schon aufgezehrt. 125 1981 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich doch erbarmen irst. Ach hast du noch ein Vaterherz, so siehe doch auf unsern Schmerz! 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schaun zu seinen Wunden auf; er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren sein. stupt 6. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade haft erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los! 8. Steck ein das Schwert, das uns will fressen, den Würger laß vorübergehn, gieb deinen Kindern Brot zu essen, laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns teuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 9. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohl= feile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit, krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus ir deine Hut! 10. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen: Himmel dringen, und dein er= Buß- und Beichtlieder. 145 löftes Israel stimmt in den Jubel| Jesu Christ, das glaube ich, das Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 257. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Zu dir, Herr Jesu, komme ich, nachdem du so gar freundlich mich zu dir haft heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, jie läßt mir keine Ruh noch Rafst; würd sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich fönnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquice mich und laß mich nicht! 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze allzusehr, du, Herr, wollst es zer= brechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen haft, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab verschuldt, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Armen wieder würd zu Teil. Mach mich durch deine Wunden heil, Herr Jesu Christ, und für mich bitt, und für mich bitt, wenn Satan wider mich auftritt. 4. Hinfort will ich nun jederjeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde; darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu. und ob ich drunter würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden meinen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier und dort selig sein. J. Anast. Freylinghausen g. 1670+ 1739. 258. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. Dein Jesus rufet dich zur Buße, komm, bring dein armes Herz herbei! Komm, falle ihm doch bald zu Fuße und zeig ihm deiner Seele Reu, die das Geset in uns erregt, wenn man Leid über Sünde trägt. 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben durchs süße Evangelium und will aus Gnade dir erlauben, zu werden ganz sein Eigentum, daß du nun durch sein wertes Wort sollst selig werden hier und dort. 3. 3u dir steht meine Zuversicht, ich weiß von teinem Helfer nicht ohn dich, o Arzt der Sünder. All andre Helfer sind zu schlecht, du 3. So säubre, Jeju, meine bist allein vor Gott gerecht, des Sinnen und schaff in mir das Todes Überwinder, die Freistatt Herze laß mich von neuem und der sichre Ort, das feste Schloß, nur beginnen, was dir, mein Jeſu, der Schild und Hort, der Mittler lieb kann sein, und hilf, daß ich und der Gnadenthron, des Vaters nach deinem Sinn recht gläubig Herz und liebster Sohn. Herr und auch heilig bin. 1734. 10 146 Buß- und Beichtlieder. 259. Eigene Melodie. Ar n dir allein, an dir hab ich gesündigt und übel oft vor dir gethan; du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlik finden, du Gott der Langmut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit! Erfreue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du biſt mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schuk, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 260. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. us einem tief vor dir gebeugten Herzen ruf ich zu dir in meinen Sündenschmerzen: O mache mich, Gott, meines Kummers ledig und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden, laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Übertretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben, du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle, dein harrt im Glauben meine müde Seele; laß Trost und Ruh um des Versöhners willen mein Herz erfüllen! 1005. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade, sie ist viel größer als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. Nach Frdr. K. b. Moser g. 1723 † 1798, von Joh. Sam. Diterich. 261. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Ich erhebe mein Gemüte sehn= suchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, teiner harrt auf dich vergebens, nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich nicht mehr irren möge; führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 147 mein Vertrauen; sicher kann ich auf 5. Du erquickest die Elenden, dich bauen, deine Batertreue ist deren Herz sich dir ergiebt, die sich ewig, wie du selber bist. flehend zu dir wenden über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 3. Ach gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht, laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. Oso höre denn auch mich, meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben, seine Seele ist dir wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach be= wahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 262. Eigene Melodie. un freut euch, liebe Christen g'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getroft und all in ein mit Luft und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. Nach J. Kasp. Lavater g. 1741+1801, von Joh. Sam. Diterich. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein guten Wert die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigteit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Baterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, sein Bestes ließ ers kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sün= den Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben! 10* 148 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 6. Der Sohn dem Vater g'hor=| hat, daß wir seine Kinder werden. sam ward; er kam zu mir auf Er will uns allzeit ernähren, Leib Erden von einer Jungfrau rein und und Seel auch wohl bewahren; zart, er sollt mein Bruder werden. allem Unfall will er wehren, kein Gar heimlich führt er sein Gewalt, Leid soll uns widerfahren. Er er ging in meiner arm Gestalt; forget für uns, hüt und wacht, den Teufel wollt er fangen. es steht alles in seiner Macht. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut: das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren, mich erkennen wohl, und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren. Und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz! Das laß ich dir zur Letze.*) * zum Abschied. Martin Luther g. 1483+ 1546. 263. Eigene Melodie. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther g. 1483+ 1546. 264. Römer 3, 23-28. Eigene Melodie. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte, Die Werk die helfen nimmermehr, ie können nicht behüten; der Glaub sieht Jefum Christum an, der hat gnug für uns all gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Not vor Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 149 Gott so mannigfalte; vom Fleisch| der Glaub giebt aus von ihm wollt nicht heraus der Geist, vom den Schein, so er die Wert nicht G'setz erfordert allermeist; es war lasset; mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätt sein G'sek drum geben, als ob wir könnten selber frei nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündig Art in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 10% on 5. Doch mußt das G'jetz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jekt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag( das wirst du nimmer lügen): Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; 9. Es wird die Sünd durchs G'jek erkannt und schlägt das G'wissen nieder; das Evangelium kommt zuhand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Nur treuch zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht; die Werk die sind des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zu Freud, setzt Gott kein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 150 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 14. Sein Reich zukomm, sein| samt Christo, meinem Herren! Will auf Erd g'scheh wie im Dein Lob ich allzeit preisen will, Himmelsthrone, das täglich Brot stets deinen Namen ehren. ja heut uns werd; wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldnern thun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel! Amen. Aus dem Niederdeutschen des H. Wepse, um 1580. Paul Speratus g. 1484+ 1554. 265. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. ärn meiner Sünd auch noch so viel, dennoch ich nicht verzagen will, Christ will ich lassen walten; der alle Sünd weg nimmt und trägt, der wird mich auch erhalten. 2. Sein tröstlich Wort hab ich gehört, damit hat er mein Herz gerührt; wer glaubet seinem Sohne, der wird verloren werden nicht, empfängt der Freuden Krone. 3. Es traure, wer da trauren will, mein Herz aufspringt vor Freude viel, kein Leid kann mich nicht rühren; tein Unfall mich abwenden soll von Christo, meinem Herren. 4. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, dir trauen hilft allein aus Not, hilf meinem schwachen Glauben, so kann mich auch der bittre Tod aus deiner Hand nicht rauben. 5. Frisch und fröhlich, mein liebe Seel, dir ist beschert das ewge Heil, dein' Feind sind all gedämpfet! Den Streit der nicht verlieren kann, der in dem Glauben kämpfet. 6. Dank jei dir, Gott, in Ewigkeit, o Vater der Barmherzigkeit, 266. We Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein, oder Es ist gewißlich an der Zeit. enn dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Sünden tot, mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich armes Würmelein zur Hölle wandern in die Bein um meiner Sünde willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlaft für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein Herz und Mut mit kindlichem Vertrauen; auf dies sein rosenfarbnes Blut will ich mein Hoffnung bauen, daß er für mich vergoffen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad demütiglich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterkron, kann mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesek herrühret, wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet. Des Herren Jesu Wert allein das machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 151 6. Gott Vater, der du alle| Knecht erlöst; wer sich des tröst, den Schuld auf deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünde träget, o heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! kannst du nicht verdammen. 5. Der treue Hirt jett kommt vor dich und träget mich, sein Schaf, auf seinem Rücken, das Schaf, das ganz verirret war, ging mit Gefahr, es war in Satans Stricken; das hat er bracht aus eigner Macht, wie du begehrt, zu deiner Herd, zur Herde der Gerechten. 267. Eigene Melodie. 6. Mich, den die Welt ganz listiglich von dir zu sich mit ihrer Herr, ich bekenn von Herzens- Luft gezogen, bringt jetzt dein Sohn grund, auch mit dem Mund, in deinen Schoß von Sünden los, nichts soll mich davon wenden, daß aus Lieb hierzu bewogen. Ich, der niemand sonst mein Heiland ist als sich weit durch Eitelkeit von deiner Jesus Christ, der wahre Gott ohn Gnad entfernet hat, ich bin jetzt Ende, der mir zu gut mein Fleisch wieder kommen. und Blut genommen an, drum er nicht kann mich armen Sünder haffen. 2. Geborn ist er ein kleines Kind für meine Sünd, in Windeln eingehüllet; die Jugend mit Mühseligkeit, Armut und Leid ist worden ganz erfüllet; er hat gewacht, sich matt gemacht; er ward gestäupt, sein heilig Haupt mit Dornen scharf gefrönet. 7. Was Satanas mit bösem Sinn geraubet hin und von dir weggetrieben, das bringt dein Sohn zu deiner Herd aufs neu bekehrt, zu denen, die dich lieben. Er stellet dir jetzt wieder für dein Kind, das sich mutwilliglich von dir verlaufen hatte. V. 1-5 Joh. Heermann g. 1585 1647, V. 6. Hannov. Gib. 1652. 3. Er ward ans Kreuzesholz gehenkt, mit Gall getränkt und fiel in Todesbanden; doch wiederum am dritten Tag nach seiner Plag ist er vom Tod erstanden, mit Herrlichkeit zur Himmelsfreud gegangen ein, frei aller Pein, gesetzt zu deiner Rechten. 4. So schaue deinen Sohn doch an, was er gethan, laß Gnad in ihm mich finden! Du hast mich Armen nicht veracht, ganz frei gemacht von meinen schweren Sünden. Durchs Sohnes Tod hast du aus Not den 8. Also hab ich nun Gnad, o Gott, durch Christi Tod, den er für mich erduldet. Und ob ich wohl bei mir befind, daß meine Sünd all Höllenpein verschuldet, so hab ich doch die Hoffnung noch durch deinen Sohn, den Gnadenthron: ich werd nicht sein verloren. 9. Die Thür zum schönen Pa= radies hat er gewiß durch sein Blut aufgeschlossen, das aus den Wun= den mildiglich am Kreuze sich mit Strömen hat ergossen. Ich glaube fest, daß du nicht läßt, o frommer Gott, in Angst und Not, der dies mit Glauben faffet. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 268. 269. Eigene Melodie. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ich glaub an Einen Gott allein, Gottes Sohn, Herr Jesu Chriſt, der alle Dinge groß und klein, den Himmel nebst der Erden aus nichts hat lassen werden, der auch mich selbst aus lauter Gnad zu seinem Dienst erschaffen hat, mir Leib und Seel gegeben, Sinn und Vernunft daneben. daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich gewähr und daß ich drin beharre. 152 Durch seine Weisheit, Macht und Güt all sein Geschöpfe er behüt. Er ist mein Vater und mein Gott, der mir zu Hülfe kommt in Not, mich schüket und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jesum Chrift, der Gott vom Vater ewig ist und dann ein Mensch geboren, daß ich nicht würd verloren; der mir des Vaters Huld erwarb, am Stamm des Kreuzes für mich starb, fuhr zu der Hölle nieder, stund auf vom Tode wieder. Und zu vollenden seinen Lauf, fuhr er zum Himmelsthron hinauf; von da er kommen wird einmal, daß er die Menschen richte all, die Lebenden und Toten. 3. Ich glaub auch an den heilgen Geist, der gleich ist wahrer Gott und heißt ein Lehrer unsrer Sinnen, der ewig ohn Beginnen vom Vater und vom Sohn ausgeht, der den Betrübten hier beisteht, daß sie Vergebung finden von allen ihren Sünden. Ich glaube, daß erhalten werd ein allgemeine Kirch auf Erd, bei der stets bleib des Geistes Gab. Ich glaub, daß dieses Fleisch vom 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich ge= lobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkenntnis finden, wie der nur an dir habe Teil, dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, es wohl ins Herze faffe, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünde bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit eingeschlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir Grab werd auferstehn zum Leben. mächtig sein, daß deine Gnad Justus Gesenius g. 1601+ 1673, oder David Denicke g. 16031680. mich stärke, die das zerstoßne Lieder vom Glauben und Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich an guten Werten, daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freude und Geduld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Infonderheit gieb mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligteit, erlange. von der Rechtfertigung. 153 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mir gänzlich günstig sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensit, ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhik. 5. Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. Jn ihm tann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich ver= dammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz; kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen: was sich vom Glauben in mir findt, das wollst du stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denice g. 1603+ 1680. 270. Nöm. 8. Mel. Valet irill ich dir geben. It Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 154 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 8. Und wenn an meinem Orte| 14. Kein Engel, keine Freuden, sich Furcht und Schrecken findt, so kein Thron, kein Herrlichkeit, kein seufzt und spricht er Worte, die Lieben und kein Leiden, kein Angst unaussprechlich sind mir zwar und und Fährlichkeit, was man nur meinem Munde, Gott aber wohl tann erdenken, es sei klein oder bewußt, der an des Herzens Grunde groß, der keines soll mich lenten erfiehet seine Luft. aus deinem Arm und Schoß. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch füßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh; und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein hohe schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglichs Brot. 12 Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer laffen ab. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 271. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. er Glaube macht allein gerecht durch Christum, ders erworben; tein Wert erwirbt das Himmelrecht, weil alls an uns verdorben. Doch ist ohn Lieb der Glaube tot; drum willst du meiden ewge Not, so glaub, thu Buß, üb Liebe! 2. Die Liebe sei des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Herzen. Dabei nun glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seift gerecht, und flieh, zu sein der Sünde Knecht. Gott woll uns all bekehren! Christoph Runge g. 1619 † 1681 272. 2 Cor. 13, 5. Gott, du frommer Gott. Mel. 1. ersuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb 13. Die Welt die mag zer= brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll tren- Mel. nen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, teine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung ſein. Lieder vom Glauben und dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, erneuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben und thut in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preift er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermut wird verjaget; sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht im Ungemach. von der Rechtfertigung. 155 8. Setzt uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen, der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, ertennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, im Ursprung alles Lichts, 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht in Glück und schwerer Zeit. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, thut nicht schänden; denn alles uns zu Nut und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er giebt uns in dem Sohne sein eingebornes Kind zu einem Gnadenthrone, setzt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Luft zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so thust. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; slucht er, so segnen wir; in Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben; wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus! Joach. Just. Breithaupt 3. 1658 † 1732. 273. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh. Ich bin getrost und freue mich, weil ich hab Jesum funden; ich lieg und schlafe sicherlich in seinem Schoß und Wunden. Dies 156 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. ist der Ort, allwo mich nicht Herzen und mit Munde zur Sünd, Tod und Hölle schrecket, Rechenschaft bereit. Der Grund, weil mir in Christo nichts ge- auf den ich baue, ist Christus bricht, und seine Macht mich decket. ganz allein, und weil ich dem vertraue, so muß ich selig sein. 2. Er spricht zu mir: Ich bin ganz dein, und du bist mein hinwieder, ich mache dich frei aller Pein, drum singe Friedenslieder! Ich fülle dich mit meiner Freud und kröne dich mit Wonne, dich schmückt mein schönes Unschuldskleid viel schöner als die Sonne. 3. Auf mein Verdienst und Werte vertrau und bau ich nicht, im Herren hab ich Stärke und feste Zuversicht. Was mir den Tod verschuldet und mich in Not gebracht, dafür hat er geduldet und mich gerecht gemacht. 4. Dies bleibet meine Freude, wenn ich in Ängsten bin; ja risse mich noch heute ein schneller Tod dahin, so laß ich mir nicht grauen, dieweil mein Glaube spricht: Geh, eile, Gott zu schauen, dein Hoffen trüget nicht. 5. Drum will ich nimmer wanken, mein Heiland, halte mich! Erhalte die Gedanken, wenn Furcht und Schrecken sich zu meinem Fall verbinden, wenn die Verfolgung blikt, Gefahr und Not sich finden, und sich die Höll erhitzt. 3. Was will mich nun von Christi Huld und seiner Liebe scheiden? Verklagt mich meine Sündenschuld, so faß ich Christi Leiden; dies stellet mich in Sicherheit und stillet mein Gewissen; so krieg ich Fried und Freudigkeit zum Schild und sanften Kissen. 4. Hab Dank, o Jesu, Gottessohn, der du den Frieden bringest, der du den höchsten Allmachtsthron verläsfest und bezwingest, was uns den teuren Frieden stört. Laß mich zum Tempel werden, wo nichts als Fried und Freud einkehrt, sei selbst mein Fried auf Erden! 1714. 274. mel. Valet will ich dir geken. ottlob, ich bin im Glauben, wer will mir Eintrag thun? Wenn Höll und Satan schnauben, so kann ich sicher ruhn. Mich schrecket kein Getümmel, kein Fall, der sonst verlegt; mein Wandel ist im Himmel, mein Glaube fest gesetzt. 2. Fragt jemand nach dem Grunde, dem bin ich allezeit mit 6. Wenn ich sodann am schwächsten, wiewohl nicht trostlos bin, jo sei du mir am nächsten und stärke meinen Sinn, daß ich dabei gelassen und voller Mutes sei, mich als ein Chrift zu fassen; hilf, Herr, und steh mir bei! 7. Ich will dich feste halten, wenn Trübfalshize sticht; und wenn ich werd erkalten, so laß ich dich doch nicht. Dein Geist spricht meinem Geiste Trost und Erquicung ein, Herr, stärke mich und leiste mir Kraft, dir treu zu sein! E 8. Nun, Herr, du giebst den Willen, verleihe mir zugleich auch 157 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Kräfte zum Erfüllen, so bin ich erkalten, ich bin bei ihm wert ewig reich. Drum reiche mir die geacht, und wenn Höll und AbHände, so bleib ich unverlekt und grund brüllt, bleibt er mir doch bis zum Lebensende im Glauben Sonn und Schild. festgesetzt. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn ankerfest gericht; auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Martin Günther um 1720. 275. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. eicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein: Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat voll= Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 276. bracht. Er, die Wahrheit, trüget Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. nicht, was er saget, das geschicht. Mel. 2. 3. Seine Gnade soll nicht wei- ch bin gewiß in meinem Glauchen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und tren, ob die Welt voll Heuchelei. ben, der mich in Christum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, drum. sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur an meinem Jesu tlebt, daß, wenn ich mich im Lieben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies, er liebet mich, ich bin gewiß. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch tren gefinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist; die hilft mir allen Kummer heben. Wenn sich mein Herz an seines schließt, so acht ich keiner Hindernis, Gott sorgt für mich. ich bin gewiß. 158 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 4. Ich bin gewiß in meinem| Schrift allein; was diese mich Leiden; kein Engel und kein läßt hören, muß unbetrüglich sein. Fürstentum mag mich von meinem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangenbiß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, vergeht, mein künftig Erbteil steht mir offen, dahin sich auch mein Geist erhöht. Die Hoffnung macht die Wermut süß, weil sie stets singt: Ich bin gewiß. 2. Herr, stärke mir den Glauben, denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dies Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach segne mein Vertrauen und bleib mit mir vereint, so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten kann. Nach ihm macht mich mein Gott zum Erben von dem beglückten Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies: Mein Jesus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 277. And Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Ich weiß, an wen ich gläube: Mein Jesus ist des Glaubens Grund; bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf hier nichts sagen, sie sei auch noch so klug; wer Fleisch und Blut will fragen, der fällt in Selbstbetrug. Ich folg in Glaubenslehren der heilgen 3. Laß mich im Glauben leben! Soll auch Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben sein! Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seele Seligkeit. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 278. Met. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. Jejus nimmt die Sünder an. Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 159 der uns nie vergißt, suchet treulich der Zeit der Welt, der Grund, das Verirrte, daß es nicht ver- der unbeweglich steht, wenn Erd derben kann: Jesus nimmt die und Himmel untergeht. Sünder an. 2. Es ist das ewige Erbarmen, 4. Kommet alle, kommet her, das alles Denken übersteigt; es kommet, ihr betrübten Sünder! sind die offnen Liebesarme des, Jesus rufet euch, und er macht aus der sich zu dem Sünder neigt, Sündern Gottes Kinder. Glaubt dem allemal das Herze bricht, es doch und denket dran: Jesus wir kommen oder kommen nicht. nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen klopft. er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod ber= Das heißt die schlungen hat! Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barm= herzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun und, wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barm= herzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann, soll ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan, ift die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 6. Ich bin ganz getrostes Muts; ob die Sünden blutrot wären, müßten sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen tann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht; will mich das Gesetz ver= klagen: der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Troft sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 279. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 160 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 8. Muß ich an meinen besten viel Millionen Schulden und dazu Werken, darinnen ich gewandelt ohne Ruh lieben für das Haffen, bin, viel Unvollkommenheit be- Herr, wer kann das fassen! merken, so fällt wohl alles Rühmen hin, doch ist auch dieser Troft bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dränet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder,*) welche doch immer noch neue Schuld erreget, wenn sie faum geleget. *) Pf. 7, 14. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. Joh. Andr. Rothe g. 1688+1758. 280. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Eigene Melodie. Joh. Jak. Rambach g. 1693 1735. numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplat deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so 281. Mel. Werde munter, mein Gemüte. wge Liebe, mein Gemüte waget einen fühnen Blick in den Abgrund deiner Güte, send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterteit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich beweget haft und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld und des eignen Sohnes Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 161 den die Schar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und um= sonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. ming! 5. Diesen Glauben anzuzünden, der ein Werk des Himmels heißt, läsfest du dich willig finden, deinen teuren, guten Geist denen, die gebeuget stehn, die ihr Unvermögen fehn und zum Thron der Gnade eilen, gern und willig mitzuteilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, daß ein Mensch auf dieser Erd deinem Geist nicht widerstehen noch sein Werk verhindern werd, sondern ohne Heuchelschein werd im Glauben feste sein, diesen hast du auserwählet und den Deinen zu gezählet. 7. Du hast niemand zum Verderben ohne Grund in Bann gethan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesungen für den höchst gerechten Schluß, 9. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein, richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege. 10. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn, dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen. Joh. Jat. Rambach g. 1693+ 1735. 282. Eigene Melodie. ein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Laft der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgends Ruh und Rettung finden. Denen die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein, den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Freistatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden, ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte 11 162 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. den verdienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sünder an. und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß gejagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr begiebet. Wie? willst du dir im ganzes Sündenheer ins uner- Lichte stehn und ohne Not vergründlich tiefe Meer durch seinen loren gehn? willst du der Sünde Tod und Blut versenket und länger dienen, da dich zu retten ihnen Gottes Geist geschenket, der er erschienen? Onein, verlaß freudig Abba rufen kann. Mein die Sündenbahn! Mein Heiland Heiland nimmt die Sünder an. nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen starken Liebesarmen; das neiget denn den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt; ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. sehen! So komm denn, armer Wurm, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch kriechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Fle= hen sich brünstig nach dir umge= 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachai Haus, wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Thränen und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Er= den mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnade zu lang und schändlich durchgebracht, er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus nur jetzt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, ſo soll ihm nichts die Hände binden, du sollst auch jetzt noch Gnade finden, er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Luft genießen, Gott wird ja eben Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 163 nicht gleich heut die offnen Gna-| vollen Maß der Not, ich schwamm denpforten schließen. Nein, weil auf diesen wilden Wellen ver= er ruft, so höre du und greif mit zagend an dem Rand der Höllen beiden Händen zu! Wer seiner und rang mit Leben und dem Tod. Seele heut verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder, zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufge= schloßnes Liebesherz! Und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! Leop. Franz Friedr. Zehr g. 1709+ 1744. 283. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. $ ⁰. o hab ich nun den Fels erreichet, worauf mein matter Glaube ruht. Ein Fels, der keinen Stürmen weichet, ein Fels, an dem die wilde Flut, und wärs die ganze Macht der Höllen, ent= kräftet muß zurücke prellen, schließt mich in seine Schutzwehr ein. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen, hier mußt du dir nun Hütten bauen, hier muß dein ewig Wohnhaus sein. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden als ein erbostes Meer herum, ich ward ein traurig Spiel den Winden und des Verderbens Eigentum, mir drohte mein befleckt Gewissen mit ewig bangen Finsternissen und einem 3. Doch mitten in den Todesnöten erblickte Jejus meinen Schmerz, ihm drang mein thränenvolles Beten in sein erbarmend Mutterherz. Er zeigte mir die offnen Wunden, die er als Mittler hat empfunden; er rief: Erlöster, eil herzu, komm, komm, dies sind die Felsenriken, die dich vor Fluch und Hölle schützen, eil, Seele, eil, hier findst du Ruh. 4. Nun laß die Tiefen immer brausen, seid, Wind und Meer, nur ungestüm, lap selbst des Todes Fluten rauschen, verdopple, Satan, deinen Grimm! Ihr werdet mich nicht viel erschrecken, mein Fels weiß mich schon zu bedecken auch in der allerschlimm= sten Zeit. Laß alle Berge unter= gehen, mir bleibt mein Felsen ewig stehen und wird die Thür zur Seligkeit. Leop. Franz Friedr. Lehr g. 1709+ 1741. 284. Ephefer 2, 8. 9. mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. us Gnaden soll ich selig werden. Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnade ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft du immer 11* 164 Lieder vom Glauben und bist beladen, so oft dich dein Ge= wissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnade an. 3. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 4. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei! Dann, wenn der Sünder sich befehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 5. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter größter Angst und Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 6. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Chrift. Ludw. Scheidt g. 1709+ 1761. 285. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit, erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit, erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. von der Rechtfertigung. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, da hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht' er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu ge= ringe der herzlichen Barmherzigteit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. 165 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Der feste Grund hat dieses Siegel:| mit frohem Munde dich, schönste Wer dein ist, Herr, den kennest Liebe, schöner preist; rum eilt du. Laß Erd und Himmel unter- mein Herz aus dieser Zeit und gehn, dies Wort der Wahrheit sehnt sich nach der Ewigkeit. bleibet stehn. Joh. Gottfr. Herrmann g. 1707+ 1791. 286. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. Angeſicht; da ſpür ich deines Geizo ist ein solcher Gott, wie du? stes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Du läsfest auch vom Gut der Erden mir, was du willst nach deinem Sinn, jedoch weit mehr zu Teile werden, als ich im kleinsten würdig bin. Mein Herz zerfließt, wenn es bedenkt, wie treulich mich dein Auge lenkt. Du schaffst den Müden süße Ruh, Ruh, die nicht zu ergründen. Ein Abgrund der Barmherzigkeit verschlingt ein Meer voll Herzeleid; du Herr, vergiebst die Sünden. Jesu, du, du läßt dich würgen, als den Bürgen, aller Sünden mich auf ewig zu entbinden. 11. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit, der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 12. O sollt ich dich nicht ewig lieben, der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, da du mir Fried und Freude giebst? Verließ ich dich, o Menschenfreund, so wär ich selbst mein ärgster Feind. 13. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön als, höchster Vater, dich erhöhn. 14. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, wie hoch wird dessen Geist erfreut, der dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck, die Gottespracht, die ihn vollkommen herrlich macht, die ihm das Herz entbrennet. Laß mich ewig, Himmels- Sonne, Seelenwonne, dich genießen und in deinem Lob zerfließen. 3. Holdselig süßer Friedefürst, wie hat dich nach dem Heil gedürft der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, verbindest, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder. Freude! beide werden eines; ungemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 4. O süßes Lamm, dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin, sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreuzes Pfahl, da muß dich unerhörte Qual nach Leib und Seele drücken; diese füße Flut der Gnaden heilt 166 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. den Schaden, durch die Wunden Gnade teil, teil an dem Himmel hab ich Heil und Frieden funden. haben! Im Herzen durch den Glauben rein dich lieben und ver= sichert sein von deines Geistes Gaben! 5. Mitleidender Immanuel, es ist mein Leben, Leib und Seel voll Mängel und Gebrechen; doch ist dein Herz auch voller Gnad, willst weder Sünd noch Missethat am armen Staube rächen; deine reine Mutterliebe steht im Triebe, hier im Leben täglich reichlich zu vergeben.d 6. Die Gnade führt das Regiment, sie macht der Stlaverei ein End, besiegt Gesetz und Sünden; drum willst du frei und fröhlich sein, laß Jejum und die Gnade ein, so kannst du überwinden; all dein Selbstpein, Kümmernisse, Finsternisse, Sündenwerke weichen vor der Gnade Stärke. 7. Gieb, Jesu, Blut und Wasser her und nimm dadurch je mehr und mehr die Schlacken recht herunter! Du hast mich dir, Immanuel, gar teur erkauft mit Leib und Seel, zum Preise deiner Wunder. Kleiner, reiner muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünden loben. J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693+ 1773. 287. Met. Kommt her zu mir, spricht. o hoff ich denn mit festem Mut auf Gottes Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Troft im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen, laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Troft erfüllen! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 288. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält, kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben, dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem 2. Herr, welch ein unaus- Leben, in jener Welt mein Eigensprechlich Heil, an dir, an deiner tum, du hast dich mir gegeben. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 289. Mel. Machs mit mir, Gott, n. deiner Güt. 4. Herr, lenke meines Geistesie bist du, Höchster, von uns Blick von dieser Welt Getümmel fern, du wirkst an allen Enden. auf dich, auf meiner Seele Glück, Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, auf Ewigkeit und Himmel. Die bin ich in deinen Händen. Durch Welt mit ihrer Herrlichkeit ver- dich nur leb und atme ich, denn geht und währt nur kurze Zeit; deine Rechte schützet mich. im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dieDann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. nen. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil, dort ist mein Antlitz heiter; hier ist die Sünde noch mein Teil, dort fühl ich sie nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch verhüllt, doch wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand. Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 167 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele, vom Tand der Erde unentweiht erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Nach Christ. Chr. Sturm g. 1740+ 1786. 2. Was ich gedenke, Gott, weißt du, du prüfest meine Seele, du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Du merkst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wäh= let; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 4. Wenn ich in stiller Einsamteit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut lob= fingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine; du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Heer, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu und fromm zu leben eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit 168 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Kraft, vor dir getroft zu wan- nes Heilands Tod zu dir! Da deln. Daß du, o Gott, stets um bin ich ewig recht erfreut und mich seist, das tröst und beßre rühme die Barmherzigkeit. meinen Geist. Phil. Friedr. Hiller g. 1699+ 1769. Nach C. C. Sturm von David Bruhu g. 1727 1782. 290. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein, Gott hat mich mit ihm selbst verfühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch mei291. Mel. Valet will ich dir geben. Ich weiß, woran ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wann alles hier im Staube wie Sand und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt. 2. Ich weiß, was ewig dauret, ich weiß, was nimmer läßt, mit Diamanten mauret mirs Gott im Herzen fest, ja recht mit Edelsteinen von allerbester Art hat Gott der Herr den Seinen des Herzens Burg verwahrt. 3. Ich kenne wohl die Steine, die stolze Herzenswehr, sie funkeln ja mit Echeine wie Sterne schön und hehr; die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein, wodurch die schwächsten Orte gar feste können sein. 4. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut, er heißt der Fürst der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Engel dienen: Ich weiß und kenne ihn. 5. Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchten hier und dort. Jesuslieder. 169 6. So weiß ich, was ich glaube,| in dem Grauen des Todes ewig ich weiß, was fest besteht und in bleibt und selbst auf Erdenauen dem Erdenstaube nicht mit als schon Himmelsblumen treibt. Staub verweht; ich weiß, was Ernst Mor z Arndt g. 1769 † 1860. XVIII. Befuslieder. blicken; o Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freundlich, hilf mir Armen mit Erbarmen, hilf in Gnaden, auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schaß, ich seine Braut, kein Unglück mich betrübet. Ei ja, ei ja, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben, ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gotte oft und viel und laßt andächtig Saitenspiel ganz freudenreich erschallen, dem liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräutgam mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, groß ist der König der Ehren. 292. Psalm 45. Eigene Melodie. Wie schön leucht uns der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen. Lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. O meines Herzens werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mit Freude rühm ich deine Ehr, deins heilgen Wortes süße Lehr ist über Milch und Honig. Herzlich will ich dich drum preisen und erweisen, daß man merke in mir deines Geistes Stärke. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe, daß ich in dir nun immer bleib, und mich kein Zufall von dir treib, nichts fränke noch betrübe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich gnädig thust an7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudentrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Nach Phil. Nicolai g. 1556+ 1008. 170 Jesuslieder. 293. Eigene Melodie. 1 In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesus Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilsest von Schanden, rettest von Ban= den; wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Halleluja! Zu deiner Güte steht unser Gemüte, an dir wir fleben im Tod und Leben, nichts fann uns scheiden. Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, tann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde. Halleluja! Joh. Lindemann(?)+ um 1630. 294. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Jesu süß, wer dein gedenkt, des Herz mit Freude wird getränkt, doch süßer über alles ist, wo du, Herr Jesu, selber bist. 2. Jesu, der Herzen Freud und Wonn, des Lebens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, was man je begehrt. 3. Dein Lieb, o süßer Jesu Christ, des Herzens beste Labung ist; sie machet satt, doch ohn Verdruß, der Hunger wächst im Überfluß. 4. O Jesu, meine Süßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die heißen Thränen suchen dich, das Herz zu dir schreit inniglich. hier, so wollt ich, Jesus wär bei 5. Ja wo ich bin auf Erden ihn fänd, selig, wenn ich ihn halten mir; Freud über Freud, wenn ich fönnt! 6. In dir mein Herz hat seine Luft, Herr, mein Begierd ist dir bewußt, auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller Welt. 7. Du Brunnquell der Barmherzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit, der Traurigkeit Gewölk vertreib, das Licht der Glorie bei uns bleib! 8. Dein Lob im Himmel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von dir singt; Jesus erfreut die ganze Welt, die er bei Gott zu Fried gestellt. 9. Jesus in Fried regieren thut, der übertrifft all zeitlich Gut; der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang ich hier auf Erden bin. 10. Und wenn ich ende meinen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, Jesu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. 11. Jesu, erhöre meine Bitt, Jesu, verschmäh mein Seufzen nicht, Jesu, mein Hoffnung steht zu dir, o Jesu, Jesu, hilf du mir! 1612. Nach Bernhard v. Clairvaux: Jesu dulcis memoria. Icsuslieder. 295. Psalm 65, 10. Eigene Melodie. Lebensbrünnlein tief und groß, entsprungen aus des Vaters Schoß, ein wahrer Gott ohn Ende, der du dich uns haft offenbart in unsre Menschheit, rein und zart, dein lieb Herz zu uns wende! Denn wie ein Hirsch nach frischer Quell, so schreit zu dir mein arme Seel aus dieser Welt Elende. 171 und läßt niemand verderben. Gieb mir, der ich aus deiner Füll mit rechtem Glauben schöpfen will, Trost wider Tod und Sterben, daß ich blüh wie ein Röselein zu Saron*) und durch dich allein das ewge Leben erbe. *) Jesaia 35, 2. Hohelied 2, 1. 2. 6. Mein Herz ist brünstig mir und heiß nach dem himmlischen Paradeis, des ich hoff zu genießen. Denn ich weiß, wenn ich dahin komm, da wird ein ewger Freuden= strom ohn Maßen sich ergießen. Freu dich, mein Seel, und wenn gleich Gott dich kommen läßt in Angst und Not, so laß dichs nicht verdrießen. 2. O Lebensbrünnlein, durch dein Wort hast du dich uns an allem Ort ergoffn mit reichen Gaben, voll Wahrheit und göttlicher Gnad, die uns erscheinen früh und spat, das matte Herz zu laben. O frischer Quell, o Brünnelein, erquick und laß die Seele mein in dir das Leben haben! 3. Wie ein Blümlein im dürren Land, durch Sommerhit sehr aus gebrannt, vom Tau sich thut erquicken, also wenn mein Herz in der Not verschmacht, hält sichs an seinem Gott und läßt sich nicht ersticken; ja wie ein grüner Palmenbaum unter der Last ihm machet Raum, lässet sichs nicht erdrücken. 4. O Lebensbrünnlein, Jeju Chrift, dein Güte unerschöpflich ist, niemand kann sie ermessen; darum mir auch nichts mangeln wird, wenn mich versorgt der treue Hirt, der mir mein Herz besessen. Mit seinem Evangelio macht er mein Herz im Leib so froh, daß ich sein nicht vergesse. 5. O Lebensbrünnlein tief und weit, du stillest Durst in Ewigkeit 7. All unser Leid auf dieser Erd ist nicht im allerg'ringsten wert, wenn wir das recht bedenken, der übergroßen Herrlichkeit und wunderschönen Himmelsfreud, die Chriftus uns wird schenken. Da, da wird er uns allzugleich in seines lieben Vaters Reich mit ewger Wonne tränken. 8. Gott selbst wird sein mein Speis und Trank, mein Ruhm, mein Lied, mein Lobgesang, mein Lust und Wohlgefallen, mein Reichtum, Zierd und werte Kron, mein Klarheit, Licht und helle Sonn, in ewger Freud zu wallen; ja daß ichs sag mit einem Wort, was mir Gott wird bescheren dort: Er wird sein alls in allen. 9. Hüpf auf, mein Herz, spring, tanz und sing, in deinem Gott ſei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß dich Schwermut nicht nehmen ein, denn auch die liebsten Kinder sein allzeit das Kreuz hat 172 Jejuslieder. troffen. Drum sci getroft und wird er finden, alles Trauren gläube fest, daß du noch haft das muß verschwinden. allerbest in jener Welt zu hoffen. Joh. Mühlmann g. 1573+1613. alle 296. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Jesu, Jeju, Gottes Sohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies tränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kanns niemand be= schreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch vergleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergetzen. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffft seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübfal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßig= feit, die jetzt gerühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und ge= schmücket vor dein'm Throne mit der schönen Lebenskrone. itun Joh. Heermann g. 1585 † 1647. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht be= finne, kann mich ohn dich gnugsam 297. laben; ich muß haben reine Liebe; Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. die tröst, wenn ich mich betrübe.ch Jesu, dessen Treu im Himmel und auf Erden durch keines Menschen Mund kann gnug gepriesen werden, ich danke dir, daß du, ein wahrer Mensch geborn, haft von mir abgewandt, daß ich nicht bin verlorn. 2. Vornehmlich wird in mir all Herzensangst gestiflet, wenn mich e Jesuslieder. 173 dein süßer Nam mit seinem Trost| dieses geben, daß ich alsdann in erfüllet. Kein Trost so lieblich ist, ihm dies Leben schließe wohl, wenn als den mir giebt dein Nam, der meine Sterbenszeit und Stunde süße Jesusnam, du Fürst aus kommen soll. Davids Stamm! 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handle; er steh mir allzeit bei mit seines Geistes Gab, wenn ich in meinem Amt was zu verrichten hab. 3. O Jesu, höchster Schatz, du kannst nur Freude bringen, es kann nichts lieblicher als Jeju Name klingen. Ich kann nicht traurig sein, weil Jesus heißt so viel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir mit Anfechtung will regen, so ist mir Jesu Nam zum Trost, Schutz, Fried und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Not, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zorntind bin, das macht die schnöde Sünde, dein Jesusnam macht mich zu einem Gnadenkinde, er nimmt von mir hinweg die Schuld und Missethat, bringt mir die Seligteit und deines Vaters Gnad. 6. Ei nun so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, der heilge Jesusnam, der alle Sünde decket; er kehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, jei meine Stärt, dadurch sich alle Schwachheit end. 7. Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte; er sei des Himmels Tau, der mich in Hik anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichtum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. 10. Jesu, in deinem Nam bin ich heut aufgestanden, in ihm vollbring ich heut, was mir kommt unter Handen. In deinem Namen ist der Anfang schon gemacht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbracht. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gnaden 11. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir; in dir will ich ererben das ewge Himmelreich, das du erworben mir; von dir verklärt will ich dir dienen für und für. Hannov. Gsb. 1648, nach Joh. Heermann g. 1585 † 1617. 298. Eigene Melodie, oder Auf dich hab ich gehoffet, Herr. ein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herzen halten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, solchs muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Bieb mich trennen. 174 Jesuslieder. 3. Dein Wort ist wahr und| treiben, bleib du mein Preis, dein trüget nicht und hält gewiß, was Wort mich speis, bleib du mein es verspricht, im Tod und auch Ehr, dein Wort mich lehr, an dich im Leben. Du bist nun mein, stets fest zu gläuben. und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden! 1639? 299. Eigene Melodie, oder Es ist gewißlich an der Zeit. Such wer da will ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein' Werk sind tlar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. Digg whites toid 2. Such wer da will Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben, hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen! Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Georg Weissel g. 1590+ 1635. e 300. Eigene Melodie. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Erde zittern, lağ die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, obgleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. slam 3. Ach sucht doch den, laßt 3. Trok dem alten Drachen, alles stehn, die ihr das Heil be- Trok dem Todesrachen, Trotz der gehret! Er ist der Herr, und keiner Furcht dazu! Tobe, Welt, und mehr, der euch das Heil gewähret. springe, ich steh hier und singe in Sucht ihn all Stund von Herzens- gar sichrer Ruh. Gottes Macht grund, sucht ihn allein, denn wohl hält mich in acht, Erd und Abwird sein dem, der ihn herzlich grund muß sich scheuen, ob sie ehret. noch so dräuen. mit den 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben, laß mich doch nicht von 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich deinem Licht durch Eitelkeit ver-| mag euch nicht hören, bleibt mir Jesuslieder. 175 unbewußt! Elend, Not, Kreuz,| Wenn diese steht, kann nichts Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. entstehn, das meinen Geist be= trübe. Drum laß nichts Andres denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sei ganz, o Lafterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hie Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Frand g. 1618+ 1677. 301. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. Jesu Christ, mein schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gieb, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 4. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr ver= wundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch schmerzen und verwunden. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gieb, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 5. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge= zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! 6. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren und, wo ich etwa irre geh, als= bald zurechte führen; laß sie mir allzeit guten Rat und gute Werke lehren, steuren, wehren der Sünd und nach der That bald wieder mich bekehren. 7. Laß sie sein meine Freud im Leid, in Schwachheit mein Vermögen; und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 176 Jesuslieder. 302. Eigene Melodie. einen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, flettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen wei= chen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen: wenn des Lebens Faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel sich wünscht und sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, mich befreiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann g. 16071cc2. 303. Mel. O daß ich tausend Jungen hätte. ch sagt mir nichts von Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja tein Ding ergeben, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, id) liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, schönstes Bild, in dem ich meine mein Gold, mein Schat, mein mein Herze stillt. Ein jeder Augen weide und finde, was fum, der mein Ziel. liebe, was er will, ich liebe Je= Lüften, des Fleisches Schönheit 3. Die Welt vergeht mit ihren dauert nicht, die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenwas er will, ich liebe Jesum, hände zugericht. Ein jeder liebe, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich ver= geht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigteit. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls er= heben und seiner Klarheit machen gleich, er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er Jejuslieder. 177 5. Ich danke dir, du wahre lo spund Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich [ wieder] machst geſund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn, laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn, erleucht mir Leib und Seele ganz, du[ ewig] starter Himmelsglanz! 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen heilge Brunst, laß meine Seele fich gewöhnen zu üben in der Liebe Kunst, laß meinen Geist, Sinn und Verstand stets sein zu dir [ allein] gewandt! mir[ der Tod] das Herze bricht. 8. Ich will dich lieben, meine will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. i stalet as of Johann Scheffler g. 1624+ 1677. 304. Eigene Melodie, oder, wenn man die eingeklammerten Worte mitsingt, Wer nur den lieben Gott i. w. Mel. 1. Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund, ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint, ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen[ Seelen] Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erfennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät[ dich hab] geliebt. Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Not, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir[ der Tod] das Herze bricht. Johann Scheffler g. 1624+ 1677. 305. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht, Liebe, die du mich so milde nach er dem Fall haft wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.. 2. Liebe, die du mich erforen, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 19 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich[ endlich] hab ersehn. 178 Jesuslieder. 3. Liebe, die für mich gelitten| empfing; dir bin ich schon anund gestorben in der Zeit, Liebe, gehangen, als an Mutterbrust ich die mir hat erstritten ewge Lust hing; dein Schoß hat mich aufund Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich genommen, wenn mein Herz nur mich, dein zu bleiben ewiglich. zu dir kommen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüt, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder täm mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. in all 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir er geb ich mich, dzin zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken 5. 3rr ich, sucht mich deine aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler g. 1624+ 1677. 306. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Jeju, meiner Seele Leben, mein's Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit; meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich um fangen, als mich erst die Welt 4. Ja in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du haft meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, ich will teines andern sein. Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf. Ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf. Bin ich arm, giebt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Dein Geift zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude; Trok, daß mich was von dir scheide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum, an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zu Jesuslieder. 179 versicht und Freude, meine Sü-| dazu mir geschenket und erwiesen, Bigkeit im Leide. Ich bin dein, daß ich fröhlich singe nu: Mir und du bist mein, ich will keines geschehe, Gott mein Schild, wie andern sein. du willt! Herr, wie du willt! 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch jagen: Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Nach Christ. Scriver g. 1629+ 1693. 307. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Jesus, Jesus, nichts als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel. Jekund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz mit ihm erfüllt rufet nun: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt! 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach so nimm es bald zurücke, Jeju, gieb, was nüßet mir. Gieb dich mir, Herr Jesu mild, nimm mich dir! Herr, wie du willt! 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott, deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, daß du dich und viel Ludämilia Elisabeth, Gräfin zut Schwarzburg- Rudolstadt, g. 1640 † 1672. 308. Mel. Gott des Himmels und der Erden. eines Lebens beste Freude ist der Himmel, Gottes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Himmel blicken und zu Jesu sein gesellt; denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgends werden, als ich schon in Jesu bin; alle Schätze dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, das der Seele sanfte thut. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn; plötlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. NISH 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und fatt; es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein Jesus, mein Getreuer, und sein Himmel mir 12* 180 Jesuslieder. verspricht. Dort ist alles abge-| mein Freund, wenn Freundschaft than, was die Seele tränken tann. weicht. Der Welt Haß kann mich) 7. Einen Tag bei Jesu sihen ift viel besser, als die Welt tausend Jahr in Freuden nüßen; aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil. Wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 8. Trinken, efsen, tanzen, springen labet meine Seele nicht, aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein gericht, ist der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt; sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und in dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein! Salomo Liscow g. 1640+ 1689. Vemia di 309. Eigene Melodie. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermutshöhle und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Traurens scheiden, wenn mit io angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Luft? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst 4. Führst du mich in die Kreu= zeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten und labeft aus dem Felfen mich.*) Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß: Wen du mit Ehr willst zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. *) 1 Cor. 10, 2-4. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläsfest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. er aus 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann 181 Jesuslieder. Welt, Not und Tod nicht quälen,| mich anblickest und an deine Brust weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Christ. Deßler g. 1660+ 1722. 310. 11 Eigene Melodie. chönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron! unlim 2. Schön sind die Wälder, noch schöner die Felder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, noch schöner der Monde und die Sterne allzumal; Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner als all die Engel im Himmelssaal. 4. Alle die Schönheit Himmels und der Erde ist nur gegen ihn wie Schein, keiner auf Erden lieber kann werden als der schönste Jesus mein. 1695? mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu er= sehen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht lag verlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in ihr dein Lob bermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 7. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 311. Eigene Melodie. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünde Schlamm, Jeju, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich! 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenfron folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmels= blum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese g. 1620 1701. 182 Jesuslieder. gad 312. Ev. Luc. 10, 42. 1 Cor. 1, 30. Mot du Eigene Melodie. Fins ist not, ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in allem ergetzt. # 2. Scele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beslissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ: ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir! Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht keune und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein rosenfarbes Blut. Die höchste Gerechtigteit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja was soll ich mehr verlangen? Mich beströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft ent= bunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im findlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergekt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich geſetzt. Nichts Süßes kann also mein Herze er Jesuslieder. 183 laben, als wenn ich nur, Jesu,| Blendwerk sei, wodurch wir uns dich immer soll haben; nichts, betrügen. Drum muß Jesus nichts ist, das also mich innig mit den Schätzen mich ergetzen, erquickt, als wenn ich dich, Jesu, die bestehen, wenn die Weltluſt im Glauben erblickt. muß vergehen. id 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein! Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, und Jesum gewinne: dies Eine ist not.ind Joh. Heinr. Schröder g. 1667+ 1699. 4. Wer Jesum fest im Glauben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer Herzenstraurigkeit sein Antlitz zu verdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus deisinem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort, nicht ewiglich ver= steckest*); du thuft vor mir die Augen zu, auf daß du desto größre Ruh hernach in mir er= wedest, wenn ich treulich als ein Rebe an dir flebe auch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. Sefaia 54, 7. 8. Johannes 14, 18. 19 und 16, 16-22. 313. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. Mein Jesu, süße Seelenlust, mir ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest, dieweil dein Blick so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 2. Was hatt ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein Jesu, noch nicht kannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte, bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlechtes Fröhlichsein ein herrliches Vergnügen. Allein wie eilend gehts vorbei, da sieht man, daß es 6. Derhalben soll mich feine Not, mein Jesu, wär es auch der Tod, von deinem Dienst ab= schrecken. Ich weiß, daß mich dein Herze liebt, darum so geh ich unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, schlage, ich bin stille, ists dein Wille, mich zu kränken, du wirst meiner doch gedenken. 17. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier in dieser Zeit em= pfinden, so will ich doch zufrieden sein und werde deinen Gnaden= schein in jenem Leben finden, da man stets kann, sich zu laben, 184 Jesuslieder. Jesum haben, stets erblicken und schmecket, meine Schulden zugedecket ihn in die Arme drücken. und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 8. Allein, du holder Menschen sohn, ich kenne deine Liebe schon, wenn uns die Dornen stechen; dein Herz, das mich in Trauren sett und sich verschließt, muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen; drum füllt und quillt in mein Herze nach dem Schmerze deine Süße, die ich noch allhier genieße. 9. Du salbest mich mit Freudenöl, so daß sich öfters Leib und Seel recht inniglich erfreuen. Ich weiß wohl, daß du mich betrübst, ich weiß auch, was du denen giebst, die sich davor nicht scheuen. Drum gieb den Trieb, unab= wendig und beständig treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der Glaub ist eine starke Hand und hält dich als ein festes Band, ach stärke meinen Glauben! Im Glauben tann dich niemand mir, im Glauben kann mich niemand dir, o starter Jesu, rauben, weil ich fröhlich Welt und Drachen kann verlachen und die Sünden durch den Glauben überwinden. Joh. Christ. Lange g. 1669+ 1756. back 314. time Mel. Seelenbräutigam. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein 2. Leben, das den Tod, mich Antlik treten; ungefärbte Lieb in aus aller Not zu erlösen, hat ge-| die Seele gieb! er ist wohl, wie du, Jesu, füße Ruh? Unter vielen ausertoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! ad 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn! Jesuslieder. 185 11. Wenn der Wellen Macht| gen Himmel aufgefahren ist, die in der trüben Nacht will des Stätt dir zu bereiten, da du sollst Herzens Schifflein decken, wollst bleiben allezeit und sehen seine du deine Hand ausstrecken; habe Herrlichkeit, dank ihm für diese auf mich acht, Hüter, in der Nacht! Liebe! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther g. 1650+ 1704. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit geleiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen g. 1670 1739. 315. 2 Timoth. 2, 8. Hjalt Mel. Es ist das Heil uns kommen her. It im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut, dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not, dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wieder bracht, dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten 316. Bolln Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu lauter nichts dir werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf= schwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben: eil zur Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 186 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jejuslieder. 5. Ach es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, dabei du fast bist erstorben. Suche Jejum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben, lağ mit brünstigem Gebet fich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jat. Gabr. Wolf g. 1683+ 1754. 317. # 105 Mel. Werde munter, mein Gemüte. Liebe, die nicht auszuſprechen! Jesus hebt, was schwach, empor. Seine Hand will nicht zerbrechen das zerstoßne Glanbensrohr, seine Huld verschmähet nicht meines Glaubens schwaches Licht, das nur einem Döchtlein gleichet, das kaum glimmt und fast erbleichet. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, darum liege nicht im Tod, 2. Ob ich gleich mit Petro bist du nicht zum Reich erkoren? üinke*), giebt mir Jesus doch die Suche Jesum und sein Licht, alles Hand und die jüßen Liebeswinke, andre hilft dir nicht. der erkennt den schwachen Stand. 9. Schwinge dich fein oft im Wie ein Vaterherz gesinnt gegen Geist über alle Himmelshöhen, jein noch kleines Kind, so trägt laß, was dich zur Erde reißt, Gott auch mit Erbarmen schwache weit von dir entfernet stehen! Kinder auf den Armen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. *) Matth. 14, 30. 3. Beut mein Hirte nicht den 10. Nahe dich dem lautern Rücken seinem schwachen Schäflein Strom, der vom Thron des an? Krante Seelen zu erquicken, Lammes fließet und auf die, so tritt er auf die Todesbahn. Selbst feusch und fromm, sich in reichem die höchste Kraft verschmacht, da Maß ergießet. Suche Jesum sie ruft: Es ist vollbracht, daß und sein Licht, alles andre hilft ich Schwacher möge siegen in den dir nicht. letzten Todeszügen. Jesuslieder. 187 4. Jesu, starke Kraft der gelinget. Nach hartem Tritt auf Schwachen, stärke mich, denn rauher Bahn nimmst du mich ich bin schwach. Du, du kannst mich stärker machen, höre doch mein seufzend Ach! Hebe du das schwache Rohr meines Glaubens selbst empor, daß es bei dem Sturm der Sünde um dein Kreuz sich feste winde.just ist 5. Feuchte mit dem Gnadenöle meines Glaubens Döchtlein an in der Lampe meiner Seele auf der dunkeln Todesbahn! Stehe mir, o Allmacht, bei, daß ich start in Schwachheit sei, daß ich dich, bis ich erkalte, fest mit schwachen Händen halte. Salomo Frand g. 1659 1725. dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jeſu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein, denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht biſt, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 318. Psalm 73, 23-29. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Herr jerr Jesu Christ, mein höchstes 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gut, mein Seelenschatz, mein Gewalt und Tod auch Seel und Herzensmut und aller Sinne Leib verschmachten, dies alles Freude, ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr ich nicht. wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Drum halt ich mich getrost 2. Du leitest mich nach deinem zu dir, du aber hältst dich auch Rat, der andres nichts beschlossen zu mir, und das ist meine Freude. hat, als was mir Segen bringet. Ich sehe meine Zuversicht auf Gehts gleich zu Zeiten wunder- dich, mein Fels, der nicht zerlich, so weiß ich dennoch, daß bricht, in Freud und auch im durch dich der Ausgang wohl Leide. Dein Thun soll alles 188 Jesuslieder. und allein in meinem Herz und 5. Stärke du mir meinen Willen Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schatz, und nimm mich auf! wider meiner Feinde List, denn du mußt in mir erfüllen, was dem Fleisch unmöglich ist; laß mich nicht mehr von dir wanken, ach wo soll ich auch sonst hin? weil ich nicht nur in Gedanken, sondern wirklich bei dir bin. Erdmann Neumeister g. 1671+1756. 319. bond Eigene Melodie, oder Ach erkennet, liebste Seelen. Ich will mich mit dir verloben, süßer Jesu, du allein wirst von mir aus Lieb erhoben, und ich bin nun gänzlich dein. Zwar die Welt wird mich stets hassen, denn sie hasset dich zugleich; tann ich aber dich umfassen, so bin ich vergnügt und reich. 2. Alles soll mir Ekel machen, was zur Eitelkeit gehört, und in allen meinen Sachen werde Jesus nur ge= ehrt. Sollt ich Jesum denn nicht lieben, der mich vor der Welt erwählt? Sollt ich Jesum noch betrüben, der mich ihm schon zugezählt? 3. Nein, die ganze Welt soll wissen, daß ihr Thun mir nicht gefällt, alles andre will ich missen, weil er mich in Armen hält. Seine Lieb hat mich gefangen, und ich will die Freiheit nicht, denn mein sehnliches Verlangen ist allein auf ihn gericht. 6. So sei tausendmal gegrüßet, Jesu, meine süße Lust! Sei auch tausendmal geküsset, sei du mir allein bewußt, sei mein Wunsch und mein Verlangen, sei mein Bräutigam und Hort, sei du meiner Seele Prangen, sei mein Alles hier und dort! Ph. Balth. Sinold g. 1657+ 1742. 4. O wie lang hab ich verzogen, wie lang hab ich dich veracht! O wie oft ward ich betrogen und von dir hinweggebracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, nicht das Leben, nicht der Tod, nicht das Kreuz, nicht Schmach und Leiden, weder Unglück, Schmerz noch Not. 320. Mel. Seelenbräutigam. Jesu, geh voran auf der Lebenz= bahn, und wir wollen nicht verweilen dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland! 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen, denn durch Trübfal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o jo gieb Geduld zu di osllad beiden, richte unsern Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege! Thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf! nit. Ludw. v. Zinzendorf g. 1700 † 1760. Jesuslieder. 321. and Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. Großer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnade schützt, den auf dem erhabnen Throne, in der königlichen Krone, alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut, 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht, was vollendet sollen werden, das ist gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 189 6. 3war in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit! 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligtum, die er worbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen, nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Voltes werte Namen trägest du auf deiner Brust*), und an den gerechten Samen dentest du mit vieler Luft. Du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben, und bittst in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. *) 2 Mos. 39, 14. 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte*) die verklärte Menschheit sitzt. Nun kannst du des Satans Klagen majestätisch nieder schlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. *) Hebr. 9, 11. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volt auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach da zielt dein Bitten hin. did 9. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Tren an uns bewiesen, dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten, sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. 322. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. eiland, deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestredet: O der 190 Jesuslieder. ungemeinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. über seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken! Du hast das Gesetz erfüllet und desselben Fluch ge= 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? stillet; laß mich wider dessen Owie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Krante angesprochen! Dwie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! Stürmen deiner Liebe Schild be= schirmen! Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe! Joh. Jak. Rambach g. 1693 † 1735. 102006 323. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. dorb aniqus 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte, diese war gleich wie die Tauben ohne Falsch, voll Tren und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit be= wahret. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. önig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht ge= hört zum Throne als des Vaters cingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben; Tiere, Menschen, Geister schenen, Men= schensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt er Jesuslieder. wählen, die durchs Zepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 191 2. Mein Herzensfreund, dich laß ich nicht, ich kann nichts Bessers haben, in dir ist Freude, Trost und Licht, du kannst vollkommen laben. Nichts ist, das mir Vergnügen giebt, als wenu mich Jesus herzlich liebt. 3. Du, du bist mein, und ich bin dein, wir sind in eins verbunden; dies gute Teil hab ich allein durch deine heilgen Wunden. Du bist mein Fels, der mich nicht läßt, auf dir ruht meine Seele fest. 5. Herrscher du in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesete, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Luft und Schmerzen, laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! dog Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. 4. Herr Jesu, ohne dich muß mir die Welt zur Hölle werden; ich habe, hang ich nur an dir, den Es Himmel schon auf Erden. quillt mein Lebenstrank von dir, das Lebensmanna giebst du mir. 5. O selge Stunde, da man dich kann recht ins Herze schlie= Ben! Wie läßt du da so süßig= lich Heil, Gnad und Friede fließen! Eo oft das Herze nach dir blickt, wird es mit Himmelsluft erquickt. 324. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner do Güt. 6. Das schwerste Kreuz wird leicht und klein, denn du selbst hilfft es tragen; du richtest es zum besten ein, kannst nicht von Herzen plagen. Dein Ruten= streich ist voller Huld, du forderst von uns nur Geduld. The Mein Herz, ach rede mir nicht 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein Freund, durch Leid und Freude, weiß ich den= drein, ich muß von hinnen noch, daß alles mich von deiner eilen, ich muß bei meinem Jesu Lieb nicht scheide. Es führet sein. Was soll ich hier ver- mich dein Wunderpfad zu dir, weilen, wo Eitelkeit, wo keine in meines Vaters Stadt. Ruh? Mein Geist eilt nach dem J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693+ 1773. Himmel zu. 8PCT 192 Jesuslieder. 325, whe Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. err von unendlichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist.mod 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt; für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sei; wenn Berge bersten, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sakramente als Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift: für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja Mund und Herze soll dir danken, doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanten und gründe mich auf diesen Grund! Erhalte nur durch deine Tren mich bis ans Ende auch dabei! 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich, dir zum Lobe, sein; versichere mein Herz dar= neben, cs reiße keine Lust noch Bein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei! Phil. Friedr. Hiller geb. 1699 † 1709. 326. Eph. 1, 21. 22. Eigene Melodie, sod oder Alles ist an Gottes Segen. Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. adol 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. Dienst 3. Engel und erhabne Thronen, die beim ewgen Lichte wohnen, nichts ist gegen Jesum groß. Alle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert werden, sie sind Teil aus seinem Los. 4. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner, nur der Sohn der ist Jesuslieder. ihm gleich. Deffen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 5. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chören über allen Cherubim. der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. In 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, tlagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. 3war auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld, es folgen Freuden, nichts kann fie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Pal= men trägt, und du Blutvolt in der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unterthänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller g. 1099+ 1769. 327. 193 wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenten. Eigene Melodie. bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich mein Alles auch zu dir, du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben; ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein und all mein Gut; für dich haft Herz und Leben, mein süßer Gott, du mirs nur gegeben, in dir es Hersteller nur und selig ruht. meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles! 5. Ehr sei dem hohen Jesus= namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 13 Jejuslieder. 328. dout| Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Schutz, mein Tröster, und ich bin Dich Jesum laß ich ewig nicht, sein Erlöster. dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 194 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht, aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Zu dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flich zu dir, du eilft zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht, das Kreuz soll uns richt scheiden. Es bleibet jedes Glie= des Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. Ehrenfried Liebich g. 1713 † 1780. 329. Eigene Melodie. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du?! 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Teil und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Dich Jesum laß ich ewig 6. Und wenn wir weinen, so nicht, nie soll mein Glaube tröst uns bald mit deiner blutiwanten. Und wenn des Leibes gen Todsgestalt, ja die laß uns Hütte bricht, sterb ich mit dem immer vor Augen schweben und Jesuslieder. 195 dein wahrhaftiges Inunsleben zu 4. Wenn ich ihn nur habe, sehen sein! hab ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, iſt mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 † 1801. 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid! 8. So werden wir bis in Himm'l hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal neken: wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die soviel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor g. 1723+ 1801. 330. Eigene Melodie. We enn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanstem 3wingen alles wird erweichen und durchdringen. 331. Mel. Herzlich thut mich verlangen. enn alle untreu werden, ſo bleib ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht aus= gestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel gethan, der Welt das Heil errungen, doch keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu; die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts 13* 196 Jesuslieder. und sinken liebend nieder und stiller halten. Dann erschreckt fallen dir ans Herz. dod Friedr. v. Hardenberg g. 1772+ 1801. mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts, sollt ich ihn mit Kleinmut schmähen? Mein Erbarmer selbst versprichts, sollt ich ihm sein Wort verdrehen? Nein, er läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. 332. ᎧᎧ Mel. Jesus, meine Zuversicht. tart ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das Karl Bernh. Garbe g. 1763 † 1841. ist meine Zuversicht. 333. Eigene Melodie. aßt mich gehn, laßt mich gehn, 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, fürcht ich auch zu unter= liegen, Christus beut den Arm mir dar, Christus hilft der Ohnmacht siegen. Daß mich Gottes Held verficht, das ist meine Zuversicht. daß ich Jejum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 3. Wenn der Kläger mich ver= flagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, hat Christus für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich spricht, das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte, Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick leben oder ängstlich klagen, ohne Halt ist all ihr Glück, wahrlich sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch fanfte Zucht mich nach seinem Bild gestalten, o so will ich ohne Flucht seiner Hand nur 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonn, die durch die Wolken bricht! O wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht! 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gaffen! Herr mein Gott, ich tanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Frdr. Ludw. Knat g. 1806+ 1878. XIX. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. durch Werke deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich Kommt nun stärker machen. Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße. Du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr; ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola g. 1492+ 1566. 335. Ev. Matth. 11, 29. Eigene Melodie. 334. Ein Lied zu bitten um Glauben, Hoffnung, Liebe und ein seliges Ende. Eigene Melodie. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu jeder Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gieb daneben! voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eigen Thun; sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück schlägt herein, das mich bald möcht verkehren. 197 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, beständig sein ans End gieb mir, du hasts allein in Händen; und went dus giebst, der hats umsonst, es mag niemand erwerben noch ererben ommt her zu mir, spricht Got= tes Sohn, all die ihr seid beschweret nun, mit Sünden hart beladen, ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich hab, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd gering; wer mirs nachträgt, in dem Beding wird er der Höll entweichen; ich will ihm treulich helfen tragn, mit meiner Hülf wird er erjagn das ewge Himmelreiche. 3. Was ich gethan und g'litten hie in meinem Leben spat und früh, das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und thut, das wird euch alles recht und gut, wenns g'schieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär 198 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. die schwere Pein, die alle Chri- alle sterben. Wer sich in Chrifto sten leiden; nun aber kanns nicht nicht bereit, weil er lebt in der anders sein, darum ergieb dich Gnadenzeit, ewig muß der vernur darein, willst ewge Pein du derben. meiden. 5. All Kreatur bezeuget das; was lebt in Wasser, Luft und Gras, sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Nam nicht will, der muß zuletzt des Teufels Ziel mit schwerem G'wissen leiden. Jo Din 16. Heut ist der Mensch schön, jung und schlank, sieh, morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch gar sterben; gleich wie die Blumen auf dem Feld, also wird auch die schöne Welt in einem Nu verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; liegt einer in der letzten Not, dann will er gleich fromm werden; der schaffet dies, der andre das, sein'r armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt' auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr leben kann, hebt eine große Klag er an, will sich nun Gott ergeben; ich fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, die er allzeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 11. Höret und merkt, ihr lieben Kind, die jetzo Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht reuen, halt't stets am heilgen Gotteswort, das ist eur Trost und höchster Hort, Gott wird euch schon erfreuen. 12. Nicht übel ihr um Übel gebt! Schaut, daß ihr hie unschuldig lebt, laßt euch die Welt nur äffen, gebt Gott die Rach und alle Ehr, den engen Steig geht immer her! Gott wird die Welt schon strafen. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Mut, er muß aus diesem Maien; wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muß er an den Reihen. 13. Wenn es ging nach des Fleisches Mut in Gunst, Gesundheit, großem Gut, würdt ihr gar bald erkalten; darum schickt Gott die Trübsal her, damit eur Fleisch gezüchtigt wär, zu ewger Freud erhalten. und opi 14. 3ft bitter euch das Kreuz und schwer, gedenkt, wie heiß die Hölle wär, darein die Welt thut rennen, mit Leib und Seel muß leidend sein ohn Unterlaß die ewge Pein und kann doch nicht verbrennen. 15. Jhr aber sollt nach dieser Zeit mit Christo haben ewge Freud; dahin sollt ihr gedenken. Kein Mann lebt, der aussprechen kann die Wonne und den ewgen Lohn, den euch der Herr wird schenken. 16. Und was der ewig gütge 10. Dem G'lehrten hilft doch Gott in seinem Wort versprochen nicht sein Kunst, die weltlich hat, geschworn bei seinem Namen, Pracht ist gar umsonst, wir müssen das hält und giebt er g'wiß für Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 199 wahr. Der helf uns zu der Engel| Sohn bereit, dem heilgen Geist Schar durch Jesum Christum! mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghast durch Jesum Christum! Amen. Amen. 1530. Adam Rensner g. 1496+ um 1575. 337. Eigene Melodie. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollft sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich dich nur Und wenn mir fann haben. gleich mein Herz zerbricht, bift du doch meine Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 336. Psalm 31, 1-6. Eigene Melodie. uf dich hab ich gehoffet, Herr, hilf daß ich nicht zu schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten! In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir aus meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein' Feind, der gar viel seind an mir auf beiden Seiten. 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuk und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not; wer kann mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stride; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, hüt mich vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 3. Ach Herr, laß deine EngeEnd die Seele lein an mein mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in sein'm Schlastämmer= 7. Lob, Preis und Ehr und lein gar sanft ohn einge Qual Herrlichkeit sei Gott Vater und und Bein ruhn bis zum jüngsten OUT 200 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Tage. Alsdann vom Tod erwecke| Begier, wenn mir wird angst mich, daß meine Augen sehen und bange. Verleih, daß ich dich in aller Freud, o Gottessohn, mit Freude dich in meiner Angst mein Heiland und mein Gnaden- bald finde; gieb mir den Sinn, thron! Herr Jesu Christ, erhöre daß ich forthin meid alle Schand mich, erhöre mich, ich will dich und Sünde. preisen ewiglich. Martin Schalling g. 1532+ 1608. 22 338. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben, allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben! Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 3. Die Luft des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir in meinem Sinn anzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort 2. Zucht, Ehr und Treu ver- bekenne, und mich kein Truk leih mir, Herr, und Lieb zu noch Eigennuk von deiner Wahrdeinem Worte, behüt mich, Herr, heit trenne. vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend ab all Ungerechtigfeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gieb mir durch Jesum Chriftum! Amen. Jingo utaf Kaspar Bienemann g. 1540+ 1591. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab täglich ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missethaten, die Hände sein laß milde sein, dem Dürftigen zu raten. 339. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß verlange und ich dich suche mit 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe! Was sich noch findt von alter Sünd durch deinen Geist ausfege, gieb, daß allzeit Troft, Fried und Freud sich in mir Armen rege. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wante bald, Beständigkeit ists Beste; den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecet; gieb Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbeflecket. dir von 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir ge Lieder vom christlichen Leben und Wandel. bühret, daß ich auch nicht durch Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet. Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid laß in mir nicht verbleiben, verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, dem Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete, dien jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort an allem Ort, bis ich von dannen scheide. Joh. Heermann g. 1585+ 1617. 340. Eigene Melodie. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll; und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 201 selber tragen! Gieb, daß ich mei-= nen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gui nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, daß ich mit Ehren trag all meine grauen Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß tein unnüklich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn Verdruß! 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf! Joh. Heermann g. 1585+ 1617. 341. Ev. Matth. 5. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Kommt, laßt euch den Herren lehren, kommt und lernet all4. Findt sich Gefährlichkeit, zumal, welche die sind, die gehören so laß mich nicht verzagen, gieb zu der rechten Christen Zahl, die einen Heldenmut, das Kreuz hilf bekennen mit dem Mund, glau 202 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. ben fest von Herzensgrund und| 7. Selig sind, die funden werbemühen sich daneben, guts zu den reines Herzens jederzeit, die thun, so lang sie leben. in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreift, danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird noch zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schäzen. 13. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauren findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Beute Sünd, die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn. Dieſe sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanstmut spüren kann, welche Hohn und Trutz verschmerzen, weichen gerne jedermann, die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach. Diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben nicht Gewalt noch Unrecht sei, die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen. Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hälf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, seket Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit den Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten auch aus Gnaden fähig werd. Gieb, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, verfühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Hannov. Gsb. 1648 nach Joh. Heermann g. 1585 † 1647. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 203 4342. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. treuer Heiland, Jefu Chrift, der du auch mir geboren, ja auch für mich gestorben bist, 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Thränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es laß doch nicht sein verloren anfann leichtlich Gottes Huld aus mir das groß Erlösungswerk, bielmehr gieb Gnade, Kraft und Stärk, inbrünstig dir zu danken! dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von 2. Gieb Gnade, daß ich dich hinfort als meinen Heiland liebe, dir lebe und in deinem Wort mich treu und fleißig übe. Und wie du, Herr, gestorben bist, so hilf mir auch, zu jeder Frist den Sünden abzusterben. 3. Du standest von den Toten auf, brachst durch des Grabes Thüren; drum lağ mich einen neuen Lauf voll Geist und Tugend führen, laß mich von Sünden auferstehn, in deinen heilgen Wegen gehn und dir zu Ehren leben! 4. Laß hier in deinem Reiche mich dir treu, beständig dienen, in guten Werken fruchtbarlich stets wachsen, blühn und grünen, bis du nach meinem Pilgrims= lauf mich nimmst in deinen Himmel auf, wo du zur Rechten fizest. 1633? 343. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht fingen. Basset uns mit Jesu ziehen, ſeinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben sein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir. der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmels= leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jeju, unser Haupt du bist, wir find deines Leibes Glieder, wo du lebſt, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jeju, leb ich hier und dort ewig auch bei dir. Sigism. v. Birken g. 1626 † 1681. 344. Psalm 118. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Hilf uns, Herr, in allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gieb uns Weisheit, Kraft und Stärk! Ohne deine Hülf und Gunst ist all unser Werk umsonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 204 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2. Hilf uns, Herr, an allen| Meister ist, wie er sich selbst thut Orten, wo wir dein bedürftig sein, nennen. brich der Hölle Macht und Pforten und gieb deinem Häufelein, deiner armen Christenheit, Liebe, Fried und Einigkeit! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ durch Jesum Christum. Amen. Samuel Zehner g. 1594 † 1635. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Gefahr, laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum Besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und lağ alles wohl gelingen! 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen!# 0 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf! Nach unsrer Zuversicht laß uns ritterlich obsiegen und zu schanden werden nicht! O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hülfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Nach Martin Rindart g. 1586 † 1649. 345. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Ach Gott, gieb du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Missethat bußfertiglich erkennen und glauben fest an Jesum Christ, der uns zu helfn ein 346. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Sei getreu bis an das Ende, damit keine Qual und Not dich von deinem Jesu wende, sei ihm treu bis in den Tod! Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben, laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat. Ewig ist der Mensch verloren, der ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Not von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld; selig ist, wer Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 205 willig träget, was sein Gott ihm| kommt Glück und Segen; auferleget. was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 5. Hat dich Kreuz und Not betroffen, und Gott hilft nicht alsofort, bleibe treu in deinem Hoffen, traue fest auf Gottes Wort! Hoff auf Jesum festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hülf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zu Schanden. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat der machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 6. Eei getreu in allen Sachen, in dem Anfang, Mittel, Schluß, fürchte Gott und laß ihn machen, hüte dich vor Joabs Kuß*), such in allem Gottes Ruhm, führ ein wahres Christentum, sei zwar flug in deinem Glauben und doch ohne Falsch wie Tauben! 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit ge= fehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. *) 2 Sam. 20, 9. 7. Sei getreu in Todesstunden, halt dich glaubensvoll an Gott, flieh getrost in Christi Wunden, sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt, ihn wie Jakob hält und zwingt, dem will er in jenem Leben seine Freudentrone geben. 4. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringts doch nicht zum Stande; er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spitzen hin, und eh er sichs versiehet, so liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. 6. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter trägst in deinem Thron und aus den Wolken blitest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du fizest. 8. Nun wohlan, ich bleib im Leiden, Glauben, Lieb und Hoffnung fest, ich bin treu bis an das Scheiden; Jesus, der mich nicht verläßt, ist, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergiebt; ihm befehl ich meine Sachen, denn ich weiß, er wirds wohl machen. Nach Benj. Prätorius g. 1571+ 1668. 347. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk in deinem Willen ruhn, von dir füllen. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu er= 206 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 9. Prüf alles wohl, und was gehet, kommt endlich, Herr, durch mir gut, das gieb mir ein; was deinen Geist, wo Freud und Fleisch und Blut erwählet, das Wonne stehet. verwehre! Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre! 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben! 11. 3fts Wert von dir, so hilf zu Glück, ists Menschenthun, so treib zurück und ändre meine Sinnen! Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt zu mir zu und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. G 14. Ist ja der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihn sonst vor graut, mit tapfrem Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 348. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. Sei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren! Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel noch auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden! Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht Lieder vom christlichen Leben und Wandel. er nicht; das sollst du kühnlich glauben. wenn 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; steht diese Wehr um einen her, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen! Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 207 349. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. mir nach, spricht Chriſtus, unſer Held, mir nach, ihr Christen 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht! Wär je der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden! Er wird und kann in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben tren, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen; da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergeben. Michael Franck g. 1609+ 1867. alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, soll nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn! 4. Ich zeig euch, das was schädlich ist zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger Lift zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seele Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dent Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, wenn Feldherrn an sieht gehn. er den 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 208 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, getroft und gern in allem Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler g. 1624+ 1677. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 350. Eigene Melodie. lles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung seket, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 1676. 351. Matth. 26, 41. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sich, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, da Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 209 mit es nicht freventlich Gottes| gaben mein armes Herze laben, Gnad verscherze; denn es ist ach Herr, erhöre mich! voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er ver= langet unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen, denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar machen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein † 1720. 352. Chatte Eigene Melodie. err Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen, mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedens3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis, Herr, durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüfte, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn.is 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut, denn das sind Gnaden= werke, die dein Geist schafft und thut, hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu! Gieb, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir kräflig bei! Ludw. Andr. Gotter g. 1661 † 1735. 1-1 210 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 353. Phil. 12, 2. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Shaffet, schaffet, Menschen finder, schaffet eure Seligkeit, bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen übel oder wohl gefallen. folget niemals rechter Sieg, wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich luftig machen hat bei Christen keine Statt, fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. of 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen, er ists, der des Geistes Öl und nach dem es ihm beliebt Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sün3. Ihr habt Ursach zu bedenglieder, welche Adam in euch kennen, daß in euch noch Sünde regt, in den Kreuzestod danieder, steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch bis ihm seine Macht gelegt. zu nennen, daß euch lauter Elend Hauet Händ und Füße ab, was deckt, und daß Gottes Gnaden- euch ärgert, sentt ins Grab*) kraft nur allein das Gute schafft, und denkt oftmals an die Worte: ja daß außer seiner Gnade in Dringet durch die enge Pforte! euch nichts denn Seelenschade. *) Matth. 5, 30. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünde in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach, wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg 9. 3ittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, daß ich so in Jesu Namen meinen Glaubenskampf vollführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 211 10. Was für Freude, was für Luft wird ihr da nicht sein bewußt! Was sie wünschet und be= gehrt, wird von Gott ihr selbst gewährt. ONN 11. Alles, was bisher verwundt, wird mit Lob aus Einem Mund preisen Gottes Liebesmacht, wenn er alls in eins gebracht. 12. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, der, wie er ist drei in ein, uns in ihm läßt eines sein. bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1735. 354. Eigene Melodie. Zieh, wie lieblich und wie fein ists, wenn Brüder friedlich sein, wenn ihr Thun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so verloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden wird gespürt, der des andern Herze rührt. 4. Jedermann lebt für sich hin in der Welt nach seinem Sinn, denkt an keinen andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? 5. O Herr Jesu, Gottes Sohn, schaue doch von deinem Thron, schaue die Zerstreuung an, die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Menschen- Wohnhaus! hirt, alles, was sich hat verirrt, laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein! 7. Gieß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, strahl in uns den Freudenschein! 8. Bind zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz, knüpfe selbst durch deine Hand das geweihte Bruderband! 9. So wie Vater, Sohn und Geist drei und doch nur eines heißt, wird vereinigt ganz und gar deine ganze Liebesschar. V. 1-2 Mich. Müller g. 1673 1704. V. 3-12 J. Christ. Nehring † 1736. 355. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. in reines Herz, Herr, schaff in mir, schließ zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und lağ nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand! 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß g. 1654+ 1716. 14° Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 356. 01 Mutter hat gespüret,*) fie krönet dies mit ihrem Perlenkranz und Eigene Melodie.aus wird als Braut der Seele zugestoftet viel, ein Chrift zu sein führet. Die Heimlichkeit wird da und nach dem Sinn des reinen ganz offenbar, die in ihr war.**) Geistes leben, denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich Ein Kampf wohl ausgericht, daß machts noch nicht. *) Spr. 8, 1. 31.**) 1 Cor. 2, 9. 10. 7. Was Gott genießt, genießt es auch, was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein als Gott allein. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 212 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn,*) wie wohl wirds thun! *) Offenb. 14, 13. Christ. Friedr. Richter g. 1676 1711. 357. Mel. Es fostet viel, ein Christ zu fein. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein', das inste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es mist nicht schwer. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schön gemacht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Luft empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Da giebt sich ihm die Weis- 3. Dein Vater fordert nur das heit ganz, die es hier stets als Herz, daß er es selbst mit reiner Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 213 Gnade fülle; der fromme Gott schweben. Die Sorg und Laſt macht dir gar keinen Schmerz, wirf nur getroft und kühn allein die Unlust schafft in dir dein auf ihn. eigner Wille. Drum übergieb ihn willig in den Tod, so hats nicht Not. Christ. Friedr. Richter g. 1676 † 1711. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz ver= geblich schwächt und plaget; er= wecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Bater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. 5. Faß nur dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so dein Fehl und kindliches Versehn als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken, ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur! 358. Eigene Melodie. ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht! 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Nuh, in Friede sollst du vor dem Vater 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, lağ mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit ertötet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit er= füllen, brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei! 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann 6. Ich weiß mir zwar nicht vor dir sehn; drum darfst du nur selbst zu raten, hier gelten nichts dem frommen Vater trauen. Oder Menschen Thaten; wer macht Seele, sieh doch, wie ein wahrer sein Herz wohl selber rein? Es Christ so selig iſt. muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 214 8. Indessen will ich treulich tämp und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Neben zichst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Friedr. Richter g. 1676 1711. 359. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Mein lieber Gott, gedenke meiner im besten jetzt und allezeit, denn außer dir ist nirgend keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir: Du vergißt mein nicht. 2. Gedente meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmelslehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß so dein Same wohl geling und hundertfältig Früchte bring. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in Gnaden drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Herz und Ohren auf, doch gieb mir nichts als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedente meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Borne hin! Weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Krast und Stärke deiner Hand! 5. Gedente meiner, wenn ich leide! Wen hab ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an! Denn giebst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Denn bliebst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben, in deine Hände haft du mich zu Heil und Segen ange= schrieben; drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und denkt, im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 360. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Erneure mich, o ewigs Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein! 2. Ertöt in mir die schnöde Luft, seg aus den alten Sünden= wust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Luft Gehorsam leift und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewigs Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp+ 1708. 215 Steg einzig meine Augen sehen, gieb Geduld in Kreuz und Leiden, daß sie nie mich von dir scheiden. 361. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Jesu, der du mich selber durch dein Blut erkaufet, und auf dessen Namen ich als ein Chrifte bin getaufet, laß mich deinen Geist regieren, solchen Namen recht zu führen. 2. Laß mich meiner Taufe Bund ernstlich immerdar betrachten, laß mich doch von Herzensgrund Satan, Welt und Fleisch verachten, laß hingegen stets mich üben, Gott und Menschen recht zu lieben. 4. Komm, vermähle selber dich, liebster Jesu, meiner Seelen, gönne, daß auf ewig ich dich zu meiner Lust mag wählen, gieb, daß keine Trübjalsfluten löschen unsrer Liebe Gluten. 5. Laß mich hier in dieser Welt als ein wahrer Christe leben und sodann, wenn dirs gefällt, christlich meinen Geist aufgeben, auch im Himmel zu den From= men und den wahren Christen fommen. 6. Ehre, Glücke, Kunst und Nuhm laß ich dieser Welt da= hinten, aber nur mein Christentum werde ich dort wiederfinden, wo mit schönen Ehrenkronen Gott will wahren Christen lohnen. Hur. Jon. Wehrenberg g. 1651 † 1713. 362. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Rüftet euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt; wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, 3. Laß mich, Herr, den schma- und stehet in des Herren Kraft! len Weg durch die enge Pforte Stärket euch in Jesu Namen, daß gehen, laß auf deines Wortes ihr nicht stranchelt wie die Lahmen. 216 Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Biel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; turz, turz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange. und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, da durch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends+ 1721. 4. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du haft; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 6. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit, bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicherheit! 7. Wahre Treu liebt Chrifti Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut, 8. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte sei, bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Öl herbei. 9. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 10. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt, mach dich los von allen Ketten, fleuch wie ein gejagtes Wild! 363. 11. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille 3oar*) ein, eile, daß du mögst Ringe recht, wenn Gottes Gnade vollenden, mache dich von allemt Eigene Melodie. rein! dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laft, die ihn beschwert. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich! *) 1 Mofe 19, 22. 23. 12. Laß dir nichts am Herzen tleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 13. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 365. 14. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit. Joh. Jos. Windler g. 1670+ 1722. 364. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. ch Gott, verlaß mich nicht, gieb mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligteit, sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz, ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen, ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stärt und Kraft, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mich Ver suchung plagt und meine Seel ansicht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 217 Mel. O du Liebe meiner Liebe. erz und Herz vereint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gna= dentinder, und erneuert euren Jund, schwöret unsrem Überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebestette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod, ach Gott, verlaß mich nicht! 4 Salomo Franc(?) g. 1659 † 1725. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so trenes Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie ihr ihn betrübet, wenn ihr ſelbst euch Eintrag thut. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, dağ wir dem ins Herze sehen, der uns jo geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 5. Ach du holder Freund, ver= eine deine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet iſt. 6. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du 218 Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Gottesblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von diesem Gut. 7. Liebe, hast du uns geboten, daß man Liebe üben soll, o so 7. Wer nur hat, was Jesus mache doch die toten trägen Geister giebet, wer nur lebt aus seiner lebensvoll, zünde an die Liebes- Füll, wer nur will, was ihm beflamme, daß ein jeder sehen kann: liebet, wer nur kann, was Jesus wir, als die von Einem Stamme, will; stehen auch für Einen Mann. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 8. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden tein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nit. Ludw. v. Zinzendorf g. 1700+ 1760. da 366. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. eilge Einfalt, Gnadenwunder, tiefste Weisheit, größte Kraft, schönste Zierde, Liebeszunder, Wert, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Banden, aller Reichtum ist nur Wind, alle Schönheit wird zu schanden, wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 8. Wer nur geht auf seinem Pfade, wer nur sieht bei seinem Licht, wer nur stets verlangt nach Gnade und mag alles andre nicht; 9. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst vergißt, wer sich nur um ihn betrübet und in ihm nur fröhlich ist; 10. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: der ist auf den Fels erbauet und ein seligs Gnadenkind. 5. Einfalt denkt nur auf das Eine, in dem alles andre steht; 2. G. Spangenberg g. 1704+ 1792. V. 4 von N. 2. v. Zinzendorf. 367. Eigene Melodie. Dein Erbe, Herr, das du erkauft, mit dem du Freundschaft aufgerichtet, das, als es ward auf dich getauft, sich zu des Satans Haß verpflichtet, sieht, wie es selbst sich nicht beschirmen kann, und rufet dich um Sieg und Beistand an. 2. Du haft der Schlange Kopf zerstört, ihr Gift gedämpft, ihr Reich bezwungen; es hat dein nach dem und jenem gafft. Tod den Tod verheert und ihn 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, eine tluge Ritterschaft, die auf ihrem schmalen Pfade nicht in frohem Sieg verschlungen, die Schuld getilgt, die freche Welt Lieder vom christlichen Leben und Wandel. besiegt, daß nun der Feind zu| lieder klingen, in jener deinen Füßen liegt. 3. Doch weil hier noch die Probezeit, hast du ihm so viel Macht gelassen, daß er uns kann durch Kampf und Streit, bei unserm Fleisch und Blute fassen. Es stimmt die Welt, als die ihm folgt, mit ein; hier ist es Not, auf seiner Hut zu sein. 4. Mit so viel Feinden finden wir, o Herr, uns überall umge= ben. Der eine reizt und schmeichelt hier, dort droht ein andrer unserm Leben, ja allesamt sind sie darauf bedacht, daß unser Geist werd um sein Heil gebracht. 5. Wer ist hier tüchtig zu bestehn und über Lust und Furcht zu stegen? Soll es durch unsre Kraft geschehn, so werden wir bald unterliegen. Die Feinde sind zu liftig, stark und groß, wir aber stehn von Macht und Weisheit bloß. 6. Doch was uns fehlt, das finden wir, erwürgtes Lamm, in deinen Schätzen; dein Beistand ist uns gut dafür, daß uns kein Satan tann verletzen; du ziehest uns mit Kraft und Weisheit an, daß unser Geist weit überwinden fann. 219 stillen Emigteit, o Heiland, deinen Ruhm befingen, wenn du den Tod, den letzten Feind, besiegt, und alles nun zu deinen Füßen liegt. Joh. Jak. Rambach g. 1693 † 1735. 368. Mel. Herr Jefu Chrift, meins Lebens Licht ier bin ich, Herr, du rufest mir, du ziehest mich, ich folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn, mein Schöpfer, nimm, ach nimm es hin! 2. Ich hab oft deinen Wink verschmäht, es ist mir leid, ich komme spät; doch ist mir lieb, daß deine Güt noch auf mich armen Sünder sieht. 3. Ich wag es aber länger nicht, zu unterlassen meine Pflicht, ich komme, Herr, voll Reu und Buß; ach aber, ach wie wankt mein Fuß! 4. Es geht mir, wie es Petro ging: dort kommt ein Sturm, ich sink, ich sink. Ach reiche mir die starke Hand, so wird das Sinten abgewandt. 7. Gieb nur, daß wir nicht träge sein noch selbst die Waffen niederlegen; flöß uns die Kraft des Glaubens ein, damit wir mutig streiten mögen; bewahre uns vor weicher Zärtlichkeit, wenn Fleisch und Blut sich vor dem Kreuze scheut. 8. So wollen wir, wenn nach dem Streit die frohen Sieges=| 5. Du riefest mich, nun ruf ich dir. Mein Heiland, komm zu Hülfe mir! Mein matter Fuß fann nirgend fort, ach trage mich an Stell und Ort! 6. Flößt du mir Matten Kräfte ein, so werd ich künftig stärker sein, so folg ich dir, mein Herr und Gott, durch Flut und Glut, durch Not und Tod. Joh. Jat. Rambach g. 1693 † 1735. 220 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 369. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. Gieb mir ein frommes Herz, du Geber aller Gaben! Das soll mein Reichtum sein, den ich begehr zu haben, das ist mein höchster Ruhm, mein Schmuck und schönste Bracht, denn fromm sein wird bei Gott und Engeln hoch geacht. 2. Gieb mir ein frommes Herz in allem meinem Denken, wenn sich mein eitler Sinn auch will zum Bösen lenken. Ach schrecke mich doch ab von der Gottlosen Weg und führe mich, o Gott, den rechten Himmelssteg! 3. Gieb mir ein frommes Herz, das sich nicht läßt verführen, lağ deinen guten Geist dasselbe kräftig rühren! Herr, laß mich nimmermehr auf böses Beispiel sehn, vielmehr mit aller Treu in Christi Stapfen gehn! 4. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß die Gewohnheit nicht mich auch zuletzt bethöre; schließ meine Ohren zu, gieb deinem Worte Kraft, das sagt, du forderst auch von Worten Rechenschaft. 5. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt betrachte, daß ich die Eitelkeit und Sündenluft verachte. Es muß die schnöde Welt mit ihrer Lust vergehn, den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. 6. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich fromm sei und bleibe und nur, was dir gefällt, in meinem Leben treibe. Heut fromm sein, morgen bös, und so in Wankel= mut bald Guts, bald Böses thun, stürzt in die Höllenglut. 7. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich nicht von dir weiche und nicht der schnöden Welt in ihren Sünden gleiche. Ich will von ihrem Thun mich sondern gänzlich ab und in der Gottesfurcht beharren bis ins Grab. 8. Gieb mir ein frommes Herz, so wird mirs auch wohl gehen; du wirst mein Beistand sein, wenn Unglückswinde wehen. Ten Frommen ist ja Gnad und Hülfe zu= gesagt, wenn die verdiente Straf der Bösen Rotte plagt. 9. Gieb mir ein frommes Herz, jo kann ich selig sterben und als ein Gotteskind das Himmelreich ererben. Im Himmel wird ja einst die Frömmigkeit gekrönt, die auf der Erden nur von Bösen wird verhöhnt. 10. Gieb mir ein frommes Herz! Wenn du mir das wirst geben, so will ich dankbar sein in meinem ganzen Leben, so wird mein Herz und Sinn fich lenken himmelwärts. Drum bitt ich noch einmal: Gieb mir ein frommes Herz! Joh. Friedr. Stard g. 1680+1756. 370. Eigene Melodie. Vaterherz, o Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh nun mit mir aus und ein Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 221 und leite mich nach allen Tritten!| Schranke, Lauf und Bahn! Laß Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, für mich nicht einen Schritt allein. mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Herzen hangen als deines großen Namens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat: drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich kann dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. allen 3. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn; du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht findlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; sonst lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; was du nur thust, ist wohlgethan. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe jelber ist; laß deinen Geist mir klärlich weisen, wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach offenbare deine Liebe und wirke doch die heißen Triebe der wahren Gegenlieb in mir, durchdringe dadurch Herz und Sinnen, daß ich hinfort mein ganz Beginnen in deiner Lieb und Lob nur spür. 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Was dir sich Bräutgam bist. nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen, laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden, nach einer reinen Lieb im Geist! 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann; nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir hier S. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut ſteht aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein in allen, dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinr. v. Bogatty g. 1690+ 1774. 222 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 371. Bidin 1 Petri 1, 4. 5. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. Bewahre mich, o Freund der Seele, durch deine Macht zur Seligkeit; hier giebts noch mördervolle Höhlen, von außen Furcht, von innen Streit, viel tausend Mängel und Gebrechen, die Mut und Glauben können schwächen. Gewiß, ich würde noch gefällt bei so viel Schlingen, Netz und Stricken, damit der Feind sucht zu berücken, wenn mich nicht Gottes Macht erhält. 2. Der Schutz steht nicht in meinen Händen noch in der Kreaturen Macht, zu dir, zu dir will ich mich wenden, dein Aug und Herz hat auf mich acht. Wie du mir nun das Heil erworben, da du für mich am Kreuz gestorben, so mußt du wahrlich auch allein vor aller Macht der Höllenscharen mich zu der Seligkeit bewahren und mir mein Schild und Sonne sein. 3. Mein Vater, du hast mir das Erbe von Ewigkeit ja zubereit; ach sorge, daß ich nicht verderbe durch schnöde, träge Sicherheit, was du dem Glauben beigeleget. Wenn Feindes List und macht sich reget, mir das geschenkte gute Teil aus Herz und Händen sucht zu bringen, so laß mich machen, beten, ringen, ja wache selber für mein Heil! 4. Immanuel, in deine Hände ergeb ich mich mit Leib und Seel; mein A und O, Anfang und Ende, du bist mein Teil, das ich erwähl; du bist im stand, mich zu erhalten und so in deiner Macht zu walten, daß Feindes Macht zu schanden wird. Er muß trok allem Grimm und Hassen dein Schaf dir in den Händen lassen; du, du, Jehova, bist mein Hirt. 5. Dein Geist, der ewig bei uns bleibet, dein Geist, der alle Dinge schafft, dein Geist, der uns belebt und treibet, ist unser mit der Salbungskraft. Er ist der Mahlschatz, Pfand und Siegel, ein starker Beistand, Schloß und Riegel, die Wehr und Mauer, so uns schützt, ein Quell, der auf die Dürren fließet, den Traurigen das Leid versüßet, und der die Schwachen unterstützt. 6. Ist Gottes Macht da zum Bewahren, so lach der Sünd und Hölle Macht! Du wirst zu deinem Heil erfahren, wenn alles stürmet, blitzt und kracht, wie Gottes Wort dich nicht betrüget, wie seine Hand gewaltig sieget; verzage nur an eigner Kraft! Wirst du mit deinem Unver= mögen in Gottes Macht dich gläubig legen, so übst du gute Ritterschaft. 7. Auf jenes Kleinod mußt du schauen, das Kleinod deiner Seligkeit, und hör nicht auf, ihm zu vertrauen, der täglich dir die Hände beut; du wirst wahrhaftig überwinden und endlich alles, alles finden, Gerechtigkeit und Heiligkeit, verklärt bei Gott und Engeln wohnen, in höchster Ehr mit Christo thronen, voll Lob, voll Licht, voll Fried und Freud. J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693 † 1773. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 372. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei; kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat; kommt, folgt und trauet dem, ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung rich te fest nach Jerusalem! 223 bindet fester an, ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste, auf unsrer Liebesbahn! 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen in je dem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 7. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab; nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule,*) die Gegenwart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe wintet und den, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. *) 2 Mofe 13, 21. 5. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir gehen Hand an Hand, eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten;*) die Engel uns begleiten als unfre Brüderlein.*) 1 Mose 45, 24. 6. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh! Kommt, 8. Es wird nicht lang mehr währen, halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun! 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. 10. O Freund, den wir erlesen, o allvergnügend Gut, o ewigbleibend Wesen, wie reizest du den Mut! Wir freuen uns in dir, du unsre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du unsre ganze Zier! d Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 373. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönft uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein 224 Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten.unisk Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2. Ich bitte nicht um überfluß und Schätze dieser Erden, laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden; gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du ge= sandt, und mich selbst zu erkennen 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren, des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. me misdad 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das mollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 374. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. o jemand spricht, ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. Ich sollte Brüder hassen, die Gott 3. Ein Heil ist unser aller Gut. durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? viel Schuld, du Herr von meinen 4. Du schenkst mir täglich so Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? wird über den ergehen, der nicht 6. Ein unbarmherziges Gericht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. F. Gellert g. 1715 † 1769. 375. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. eh hin nach Gottes Willen in Demut und Vertraun, lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun. Frag nach der Ernte nicht, du darfst den Lohn 2. Wir haben inen Gott und nicht messen, mußt Freud und Herrn, sind Eines Leibes Glieder, Lust vergessen, nur sehn auf drum diene deinem Nächsten gern, deine Pflicht. Top of denn wir sind alle Brüder. Gott 2. Willst du nur sein geborgen schuf die Welt nicht bloß für und vor der Welt geehrt, so Lieder vom Gebete. kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört; sieht jemand auf Gewinn, sucht Schätze nur auf Erden, um glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch haft du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben zu sehn, was er gebeut. Das thue still und gern, du darfst nicht zaudernd wählen, nicht rechnen und nicht zählen; er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden < die Arbeit angefaßt! Mit unverdroßnen Händen sei wirksam ohne Raft! Das ist der rechte mut. Stren aus den edlen Samen und wirk in Gottes Namen, so keimt und wächst es gut. Joh. Friedr. Möller g. 1789 † 1861. XX. gieder vom Gebete. 377. Eigene Melodie. ater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns habn, gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm, verführte Volk betehr! 225 376. Eigene Melodie. o nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht Einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind, es wird die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! Julie Hausmann. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gieb uns Ge= duld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot und was man braucht zur Leibesnot, behüt uns, Herr, vor 15 226 Lieder vom Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Friede stehn, der Sorg und Geizes müssig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit! 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht! Wenn uns der böse Geist ansicht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost! 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not, bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ! 9. Amen, das ist, es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten habn auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther g. 1483+ 1546. Gebete. 2. Daß er bei dir uns fräftiglich mit Seufzen mög vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, o großer Gott, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Denk'n und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, daß wir die Bitte zweifeln nicht durch Christum zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was dein Will ist, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt uns noch mehr befördert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemüt auf unsre Werk nicht bauen, auf deine unaussprechlich Güt laß einzig uns vertrauen. Ob wir es gleich nicht würdig allein uns doch die Bitt gewähren! sein, wollst du aus lauter Gnad 378. Met. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit. Vater, unser Gott, es ist un- 7. Du, Vater, weißt, was uns möglich auszusinnen, wie du gebricht, so lang wir sind im recht anzurufen bist, man kanns Leben; ist dir auch verborgen nicht eins beginnen. Deshalben nicht, in was Gefahr wir schwe= geuß, wie du verheißt, selbst über ben. Um Beistand flehen wir dich uns aus deinen Geist der Gnadan, dein Vaterherze uns nicht und des Gebetes, kann verlassen, deine Kinder. Lieder vom Gebete. 227 8. Wir haben ja die Freudig-| Mund, sein teures Wort vertreibt teit in Jesu Christ empfangen, ja alles 3agen. Was dich under Gnadenstuhl ist da bereit, die möglich deucht, kann seine VaterHülfe zu erlangen. Drum laß hand noch geben, die von dir so hier und an allem End uns stets viel Not abgewandt. aufheben heilge Händ, zu dir gen Himmel schreien! 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du willst, du fannst thun, was dein Wort ver= spricht. Joh. Olearius g. 1611+ 1681. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd, dein Reich laß zu uns kommen, dein Will geschehe auch auf Erd, gieb Brot, Fried, Nuk und Frommen, all unsre Sünden uns verzeih, steh uns in der Versuchung bei, erlös uns von dem Übel! 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jefu Chrifti willen, denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. David Denice g. 1603+ 1680, oder Justus Gesenius g. 1601+ 1673. 379. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. ohl auf, mein Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten; dein Bruder ists, der dich vor ihn getroft heißt treten; der werte Tröster ists, der dir die Wort giebt ein: drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein 380. Mel. Werde munter, mein Gemüte. e enn dich Unglück hat betreten, wenn du steckft in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten, beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht auch im Kreuz auf dich gericht kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost er= quicken. 2. Keiner wird jemals zu schanden, der sich seinem Gott vertraut; kommt dir gleich viel Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut. Obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was dir gebricht; deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, schrein, anklopfen, beten ist der Christen beste Kunst, allzeit freudig vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 15* 228 Lieder vom Gebete. 4. Lerne Gottes Weise merken,| ich den Frieden Gottes schmeck die er bei den Seinen hält; er uns fühl und dir darob im Herwill ihren Glauben stärken, wenn zen sing und spiel. sie Unglück überfällt. Unser Gott der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei getroft, du mußt nicht zagen, dein Gott tann dir nichts versagen. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an, so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 5. Laß dich Gottes Wort regieren, merke, was die Wahrheit lehrt, Satan wird dich nicht ver= führen, der die ganze Welt verfehrt. Gottes Wahrheit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen, bet, du wirst gewiß obfiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade, fie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Lebenlang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Halleluja singen. Joh. Olearius g. 1611+ 1c81. 381. Ev. Joh. 16, 23-30. Eigene Melodie. Dir, dir, Jehova, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird ge= wiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. Lieder vom Gebete. 229 und Flehen heilig übergehen! 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu| den Mund alle Stund von Gebet Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Bob dir jetzt und in Ewigfeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet, und da ist Jesus Christ Priester und Ver= süthner aller seine Diener. Barthol. Crasfelius g. 1667* 1724. 382. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Sende, Bater, deinen Geist, da ich vor dein Antlig trete, daß, wie du mich selber heißt, ich im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater nennen. 2. Süßer Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heilger Geist, erleuchte mich und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zieh die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen! 4. Heilige Dreieinigkeit, Ursprung aller guten Gaben, laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugnis haben, daß du stets nach deinem Willen wollest meine Bitt erfüllen. Joh. Herm. Schrader g. 1681+ 1737. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seeten, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen, was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier, alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 6. Oder unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Frend als Nöten; Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde so zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, betet immer wieder, heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder, heiliget das Gebet, das zu Gott sich ichwinget, betet, daß es dringet. S. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem 383. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Betgemeinde, heilge dich mit dem heilgen Öle, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Secle, laß schönen! 230. Kreuz- und Trostlieder. 9. Eure Bitten, die ihr thut| bitten, wie ers liebet, daß gescheh zu Gott von der Erden, sollen je und je, wie ers vorgenommen cine heilge Glut des Altares wer- auf sein endlichs Kommen. den. Aber eur eignes Feur lasset weit von dannen von der heilgen Pfannen*). *) 3 Mof. 9, 23. 24; 10, 1. 2. 10. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst: XXI. Kreuz- und Troftlieder. 384. Eigene Melodie. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit, sein Will der ist der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilit aus Not, der fromme Gott, und tröst die Welt ohn Maßen; wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost und Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 11. Dies Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, jo macht aus dem Bitten er Donner, Blik und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g. 1712 † 1784. 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod haft du mir über= wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böje Geift anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen, hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt. Drauf spred ich fröhlich: Amen. Um 1534. 385. Eigene Melodie. a arum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß auch wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not! 3. Weil du mein Gott und Vater bist, wirst du dein Kind Kreuz- und Trostlieder. 231 verlassen nicht, du väterliches| da ich sonst irrte sehr. Er reicht Herz. Ich bin ein armer Erden- mir seine Hand, den Abend und floß, auf Erden meiß ich keinen den Morgen thut er mich wohl Troft. versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilft mir in aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub feftiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich, mein Traun steht ganz zu dir. Mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Zeitlich Ehr will ich gern entbehrn, wollst mir das Ewge nur gewährn, das du erworben haft durch deinen herben bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es jei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches fund gethan durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seele Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gejagt für alle dein erzeigt Wohlthat; ich bitt demütiglich: Laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich! 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es fann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nüklich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel er= nähret, lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst verdirbt alle Zeit, die man zuWir sollen bringt auf Erden. selig werden und bleibn in Ewigkeit, 1:05. 386. 6. Auch wenn die Welt ver= gehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd denn er läßt nicht von mir, begraben; wenn wir geschlafen führt mich auf rechter Straßen, haben, will uns erwecken Gott. Eigene Melodie. on Gott will ich nicht lassen, 232 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listge Art. Kreuz- und Trostlieder. 8. Darum ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, die aller Freude voll; diefelb ohn einigs Ende, dieweil ich Chriftum kenne, mir wider= fahren soll. 388. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn Met. Vater unser im Himmelreich. hat Guts die Fülle erworben unsch Gott, wie manches Herzeleid und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold g. 1532+ 1598. 387. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh. We er Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden, wer sich verläßt auf Jesum Chrift, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest allzeit thu setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Not und Schmerzen. mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, getreuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! V. 1. Joach. Magdeburg g. 1525 t nach 1583. V. 2 u. 3 später. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandern foll; wie schwer doch lässet Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn; bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der hat getraut auf Jesum Christ. 3. Du bist der große Wunder= mann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunderding hat man erfahrn, daß du, mein Gott, bist Mensch geborn und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Not.l 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend kann so bitter sein, dein süßer Trost der linderts fein. Kreuz- und Trostlieder. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wena ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? id 6. Kein begre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. mione la 233 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit, hilf mir, mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Icju, mein Trost, hör mein Begier, o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller(?) g. 1517+ 1606. 389. Eigene Melodie. uf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübfal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 7. Jesu, mein Frend, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt den Tod ich wünschen her, ja daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergeß weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel 20 wird er versorgen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, mir haft das Heil erworben, führ uns alle zugleiche zum ewgen Himmelreiche! 5. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wol 234 Kreuz- und left selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigismund Weingärtner um 1600. 390. Eigene Melodie, oder Herzlich thut mich verlangen. einen hat Gott verlasſen, der ihm vertraut allzeit; ob ihn darum viel hassen, so bringts ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt erheben hoch, geben, was ihnen nüßet hie zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott heimstelle, er machs, wies ihm gefällt, zu Nute meiner Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden, und muß auch also sein, denn die zeitliche Freude bringt uns in ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm beßr als mir bekannt; wie könnt er mich denn lassen, der treu Not= helfer mein? Ja wenn die Not am größten, so will er bei mir sein. 4. All Unglück und all Glücke das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurüde und fleh in meiner Not. Um G'duld thu ich stets bitten in allm Anliegen mein, er wird mich wohl behüten und mein Nothelfer sein. 5. Reichtum und alle Schätze, was sonst der Welt gefällt, drauf ich mein Sinn nicht setze in dieser argen Welt. Ein Schatz ist mir im Himmel, der Jesus Christus Trostlieder. heißt; er ist üb'r alle Schätze, schenkt uns den heilgen Geist. 6. Ihn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein. Sein Blut hat er vergossen für mich arms Würmelein, mich damit zu erlösen aus ewger Angst und Pein; wie könnt auf dieser Erde doch größre Liebe sein? 7. Nun sollt ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad: ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab. Wie ers will weiter machen, sei ihm alls heimgestellt; ich b'fehl ihm all mein Sachen, er machs, wies ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich schließen dies schlichte Liedelein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erben sein, so hab ich alls auf Erden, was mich erfreuet schon, im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. 1611. 1901 391. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. Du weineft vor Jerusalem, Herr Jesu, lichte Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren; wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäscht du ab aus lauter Gnad die Missethat, die mich kisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend; da ich Erquicung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 235 Vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. Kreuz- und Trostlieder. 3. Hier muß ich auch im Thrä-| Immanuel. nenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie tann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ: in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein; ich weiß, sie sind gezählet; und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft bewegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfft du mir mit Lust. 2. Denn Gott verlässet keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, so laß dir doch nicht grauen; mit Freude wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen getroft mit frischem Mut, mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nük und gut. Denn was Gott haben will, das kann niemand verhindern aus allen Menschenkindern, so viel ihr sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Höllen der Satan selber sich dir wollt entgegenstellen und unter= treten dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, womit er dich will fassen, denn dein Werk fördert Gott. 5. Wer jetzund säet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, wo Freude ist die Fülle, ja solche Freude, die kein Mann mit seiner 3ung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freudentrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir ins Himmels Throne. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann g. 1585+ 1617. 392. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. Was willst du dich betrüben, o mit mir! meine liebe Seel? Thu den nur herzlich lieben, der heißt 5. Er richts zu seinen Ehren und deiner Seligkeit. Solls sein, kein Mensch kanns stören, wenns ihm wär noch so leid. Will Gott es aber nicht, so kanns niemand forttreiben, es muß zurücke bleiben. Was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, dem sei es heimgestellt; nach nichts mehr sonst ich strebe denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier; der ist und bleibt der beste, das glaub ich steif und feste. Wohl dem, der glaubt Joh. Heermann g. 1585+ 1€ 47. 236 Kreuz- und Trostlieder. 393. Mel. Welt, ich muß dich lassen. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und That. 11m 2. Nichts ist es spat und frühe alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nützen einem Stande, an den er mich bestellt; sein Segen wird mich) laffen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüste, so bin ich doch bei Christo, und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren der kann mich doch bewahren, wie dorten so auch sicher hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich sonst begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch en seinen Zug, den frommen, sind wir so weit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 3. 3 tann mir nichts geschehen, als was er hat versehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir beliebet, dasselbe hab auch ich ertieſt. 4. 3ch trane seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen und nichts mir fehlen, was mir nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Ban= den und was mir stößt zu handen, so tröstet allzeit mich sein Wort. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei hent oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Nat. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 15. Indes wird er den meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Kreuz- und Trostlieder. 237 Schuß wie meiner sein, wird mir Gewinn, der Tod selbst ist beiderseits gewähren, was unser mein Leben. Ich bin ein Sohn Wunsch und Zähren ihn bitten des, der den Thron des Himmels werden überein. aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. Paul Fleming g. 1609+ 1640. 394. Mel. Herr, ich betenn von Herzensgrund. Mag ich denn nicht von Angst und Bein befreiet sein, muß noch im Unglück schweben, so weiß ich doch, daß meine Schuld durch Gottes Huld in Christo ist vergeben. Gott ist nicht weit, ein tleine Zeit tritt er was fern, doch rettet gern, die seinem Wort nachleben. 2. Der Menschen Hülf in meiner Sach ist viel zu schwach, darinnen Rat zu finden; der Trost des Höchsten ist der best und bleibet fest, das Zeitliche muß schwinden. Das cwge Gut macht rechten Mut; dabei ich bleib, wag Gut und Leib; Gott helf mir überwinden! 3. Allein zu dir mein Hoffnung ist, Herr Jesu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten und jehen auf das Unglück mein, als wär es dein, wenns wider mich thut streiten. Ich bitte dich, erlöse mich! Herr, wie du willt, du bist mein Schild und wirst mich wohl begleiten. Hannov. Gjb. 1646 nach einem ältern Liede. 395. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungen noch formieret, mein Gott ists, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, geſund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle MaBen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn dir nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Laft dein Glück und Heil beschweret, haft spat und früh viet Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkeſt nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn 6. Fürwahr, der dich geschaffen ergeben. Was böse scheint, ist hat und ihm zur Ehr erbauet, 238 der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. Kreuz- und Trostlicder. #M 7. Wenns Gott gefällt, so muß es sein, es wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 396. Tigene Melodie. icht so traurig, nicht so ſehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel wie andern giebt. Nimm fürlieb mit deinem Gott! Hast du Gott, so hats nicht not. Jub3 2. Du noch sonst ein Menschenkind habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gäft im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt; schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. fränkt um ein Hand voll Eitelkeit, 4. Der ist albern, der sich wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin! 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält: keines mit dir gehen kann, wenn du geheft aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind, und hast doch noch nie betracht Kreuz- und Trostlieder. deiner Augen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: teins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert; du haft mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 239 spiel, weil dir schon gegeben ist mehr noch, als du würdig bist. 10. Wüßte der im Himmel lebt, daß dir wäre nütz und gut, wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk; wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk! Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu; wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 397. Eigene Melodie. Parum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus, ja erwählet dir zum Heil dich zu seinem Gut und Teil. 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 13. Ei so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir cin Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum ver= zagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergett, sollt ich jetzt 14. Setze als ein Himmels- nicht auch etwas tragen? Fromm sohn deinem Willen Maß und ist Gott und schärft mit Maßen Ziel, rühre stets vor Gottes sein Gericht, kann mich nicht Thron deines Dankens Saiten- ganz und gar verlassen. 240 6. Eatan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr Kreuz- und Trostlieder. 398. hier thun, als meiner spotten.d Eigene Melodie, Laß sie spotten, laß sie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergeben; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden.d and dat 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. oder Christus, der uns selig macht. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneuft du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Hölle Flammen? 4. Hab ich was nicht recht ge= than, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Lösegeld meiner Misse= thaten, bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohl geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind tann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme Teufel und der Tod; was könnt ihr mir schaden? Kreuz- und Troftlieder. 241 Deckt mich doch in meiner Not| endlich bringt das Jahr, wonach Gott mit seiner Gnaden, der Gott, sie sich sehnen; denn es kommt der mir seinen Sohn selbst verehrt die Erntezeit, da sie Garben aus Liebe, daß der ewge Spott machen; da wird all ihr Gram und Hohn mich nicht dort betrübe. und Leid lauter Freud und Lachen. 13. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. OPERES 399. Psalm 37, 5. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl er= gehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen. Es ist lauter Täuscherei und im Grund erlogen; wäre Gott mir gram und feind, würd er seine Gaben, die mein eigen worden seind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? Wozu ist ge= geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 9. Ich bin Gottes, Gott ist mein, wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 10. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 11. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig tlagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten( dem er einig recht bewußt) endlich zu gewarten. 12. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Bater, weiß und sicht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein 16 242 Kreuz- und Trostlieder. Gang ist lauter Licht; dein Werk| am mindsten gläubst; er wird kann niemand hindern, dein Ar- dein Herze lösen von der so schwe= beit darf nicht ruhn, wenn du, ren Last, die du zu keinem Bösen was deinen Kindern ersprießlich bisher getragen hast. ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er ihm vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen foll, Gott sitt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben; und, solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, so frag er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid ge= wandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Not! Stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 400. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Höchst alleine soll und kann zu Werke bringen? Du fährst mit deinem Wit und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: Wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst. Du wirst fürwahr mit allem deinem Dichten auch nicht ein einges kleinstes Haar in aller Welt ausrichten, und dient dein Gram sonst nirgend zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst das Leben kürzest. was 3. Willst du was thun, Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf Kreuz- und Trostlieder. 243 den Held, den Erd und Himmel| dem dus angefangen, du wärst zu scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hie und dort ein jed an ihre Stell und Ort? Wer setzte hin und wieder so viel und schöne Glieder? 5. Heb auf dein Haupt, schau überall hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall vor dir sich hab erhoben. Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmest, war auch schon, da du kamest. 11. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen, er geht und bringt uns an den Ort, da 6. Und dennoch soll dein An- Wind und Sturm sich legen. Hergesicht dein ganzes Leben führen;| nachmals, wenn das Werk geschehn, du traust und gläubeft weiter so kann alsdann der Mensch erst nicht, als was dein Augen spüren. sehn, was der, so ihn regieret, Was du beginnst, da soll allein in seinem Rat geführet. dein Kopf dein Licht und Meister sein; was der nicht auserkoren, das hältst du als verloren. 12. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht laffen, glaube mir; sein Innerstes ist mir und dir und uns hier allzusammen voll allzusüßer Flammen. Grunde gangen. 9. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns armen Sünder er trägt als seine Kinder. 7. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen. Hingegen wie so manches mal ist das geschehn, was überall kein Mensch, tein Rat, kein Sinnen ihm hat ersinnen können. 8. Wie oft bist du in große Not durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rat, in 10. Ach wie so oftmal schweigt er still und thut doch, was uns nüket, da unterdessen unser Will und Herz in Ängsten sitzet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 13. Thu als sein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme, so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Ningen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 16* 244 Kreuz- und Trostlieder. 401. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. h treuer Gott, barmherzigs Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein Vaterherze sendet. Ja, Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet haft und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch: wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauren vor den Freuden; führst uns zur Hölle, thust uns weh und führst uns wieder in die Höh; und so geht eins ums ander. 3. Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden, denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden; er ging durch Trübfal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 4. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm ähnlich werden. 5. Ach liebster Vater, wie so schwer ist der Vernunft zu gläuben, daß du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen. 6. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o höchstes Gut der Frommen, gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trübsal werd entnommen. Erhalte mich, o starter Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren! 7. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. mein Heil mit deinem Blute, du 8. Ach Jesu, der du worden bist weißt gar wohl, was Kreuze ist, und wie dem sei zu mute, den drum wirst du, was mein Herze Kreuz und großes Unglück plagt; tlagt, gar gern zu Herzen faffen. Sinn mit mir Mitleiden haben 9. Ich weiß, du wirst in deinem und mich, wie ichs jetzt dürftig bin, mit Gnad und Hülfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße! 10. Sprich meiner Seel ein Herze zu und tröste mich aufs beste, denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Turm und Veste, ein Schatten vor der Sonnen Hitz, ein Hütte, da ich sicher sit im Sturm und Ungewitter. 11. Und weil ich ja nach deinem Rat hie soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad als wie ein Schäffein weiden, daß ich im Glauben die Geduld und durch Geduld die edle Huld nach schwerer Prob erhalte. Kreuz- und 12. O heilger Geist, du Freudenöl, das Gott vom Himmel schicket, erfreue mich, gieb meiner Seel, was Mark und Bein erquicket! Du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt, was für Freud und Seligkeit mein in dem Himmel warte. 13. Daselbst wirst du in ewger Lust aufs süßte mit mir handeln, mein Kreuz, das dir und mir bewußt, in Freud und Ehre wandeln. Da wird mein Weinen lauter Wein, mein Ächzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich, hilf mir! Amen. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Trostlieder. 245 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Trene du darfst trauen, alsdann will er dein Treufter werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden! 402. Eigene Melodie. Bieb dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens, in ihm ruht aller Freude Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trofts und Gnaden, ungefärbtes, treuen Herzens; wo er steht, thut dir teinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zu= frieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 7. Was jorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt be= scheren. Er hat ein Hand, voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen, den Hunger dir zur Notdurft stillen. Gieb dich zu= frieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Kreuz- und Trostlieder. Ehrentitel: helfen, wenn die Not| uns sämtlich bringen. Gieb dich am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! 246 zufrieden! 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man ge= wisser, und was verzeucht, ift desto süßer. Gieb dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir 403. Eigene Melodie. dichten; laß sie nur immer weider nur den lieben Gott läßt lich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von teinen Plagen? Gieb dich zufrieden! 13. Es tann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird fichs enden. Gieb dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qualuns viel Guts geschehn. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich ſei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket teine Henchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läsfet 247 Kreuz- und Trostlieder. 5. Denk nicht in deiner Drang-| wird doch wiederum einmal nach falshike, daß du von Gott ver- dieser schweren Herzensqual der lassen seist, und daß Gott der Gütigkeit erwähnen. im Schoße sike, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott jetzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark g. 1621 † 1681. 404. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. Wie mein getreuer Vater will in allen diesen Sachen, so halt ich ihm auch gerne still und laß es ihn nur machen. Gott weiß wohl, was mir nüß und gut, und wird aus väterlichem Mut für meine Wohlfahrt wachen. 2. Ob ich gleich denke dies und das, was ich doch soll beginnen, und gräme mich ohn Unterlağ mit hochbetrübten Sinnen, so kann ich durch mein Herzeleid der großen Widerwärtigkeit doch nie was abgewinnen. 4. Indessen leid ich mit Geduld, bis Gott sich wiederfinde, denn alles dies hab ich verschuldt mit meiner großen Sünde. Ich weiß, Gott wird mich wunderbar erretten aus der Angstgefahr, was ich jetzt nicht ergründe. 5. Wird mich mein Gott, mein Seelenlicht, vom Zweifel nur befreien und nur des Glaubens Zuversicht mir gnädiglich verleihen, so muß mir dieses große Leid samt aller Widerwärtigkeit doch endlich wohl gedeihen. dm Georg Neumark g. 1621+ 1681. 405. Eigene Melodie. Sollt es gleich bisweilen scheinen, als wenn Gott verlaß die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel, er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner ta n ich mich ge= trösten, wenn die Not am aller= größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner 3. Drum laß ichs gehen, wie es geht, und sende meine Thränen vor Gottes hohe Majestät mit bitterm Herzenssehnen. Gott Sach. 248 Kreuz- und Trostlieder. 6. Will sie mich gleich von sich| niederlegen. Alles dienet dir zum treiben, muß mir doch der Him- Segen, liebst du Gott. mel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, ach Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tieße g. 1611+ 1703. 406. Eigene Melodie. Laß dich Gott, du Verlaßner, still dein Sorgen, deine Qual und deine Not ist dem Höchsten unverborgen, hilft er heut nicht, hilft er morgen. Laß dich Gott! 2. Halt Gott still, denn er brauchet Liebesschläge, wodurch er dich bessern will, daß sich Kindesfurcht errege. Traue seiner Vaterpflege, halt Gott still! 3. Gott ist nah, wenn er dir entfernet scheinet; ist nicht gleich die Rettung da, ist es dir zum Nuk gemeinet; er hilft, wenn du gnug geweinet. Gott ist nah. 4. Gott ist dein, so du ihm dich nur ergiebest; deine Pein wird Freude sein, wenn du ihn vor allem liebest und mit Unmut nicht betrübest. Gott ist dein. 5. Lehr Gott nicht, wie und wann er dich soll hören. Sein Aug steht auf dich gericht. Währt dein Kreuz lang, lağ es währen, endlich wird es sich doch kehren. Lehr Gott nicht! 6. Liebst du Gott, wandelst treu auf seinen Wegen, wird kein Kreuz, kein Not, kein Tod dein Vertrauen Anton Ulrich, Herzog zu BraunschweigWolfenbüttel g. 1633+ 1714. 407. Eigene Melodie. Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht be= trügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich er= scheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergeht mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. Kreuz- und Trostlieder. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan dabei will ich ver= bleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast g. 1649+ 1708. 408. Eigene Melodie. Was mich auf dieser Welt betrübt, das währet turze Zeit, was aber meine Seele liebt, das bleibt in Ewigkeit. Drum fahr, o Welt, mit Ehr und Geld und deiner Wollust hin, in Kreuz und Spott kann mir mein Gott erquicken Mut und Sinn. 409. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht fingen. Ich ergebe mich dem Willen meines Gottes ganz und gar; der wird wohl an mir erfüllen, was mir nüket immerdar. Siehe, höchster Gott, hernieder, was ich lege vor dich hin, Herz, Gedanken, Mut und Sinn, mich und alle meine Glieder; mache daraus, was du willt, was du willt, mein Gott und Schild! 2. Ach ich kenne dich ja eben, daß du selbst mein Vater bist; ich kenn auch mein liebstes Leben, das allein ist Jesus Christ; und weiß einen treuen Führer, der den rechten Weg mir weist, der ist Gott, der heilge Geist. Hab ich denn nun zum Regierer dich, o du dreieinger Gott, so erschreckt mich keine Not. 3. Und wie könnt ich doch ver= zagen, ging es noch so wunderlich, da ich kann bis heute sagen, daß Gott wohl geführet mich. Soll ich denn erleben morgen, ei so lebet Gott auch noch, bei dem ich versichert doch, daß er sein Kind wohl versorgen und sein Schäflein führen wird, weil er Vater ist und Hirt. 2. Die Thorenfreude dieser Welt, wie süß sie immer lacht, hat schleunig ihr Gesicht verstellt und den in Leid gebracht, der auf sie baut; wer aber traut allein auf Gottes Treu, der siehet schon die Himmelstron und freut sich ohne Reu. 3. Mein Jesus bleibet meine Freud, was frag ich nach der Welt? Welt ist nur Furcht und Traurigkeit, die endlich selbst zerfällt. Ich bin ja schon mit Gottes Sohn im Glauben hier vertraut, der droben sitzt und hier beschützt fein auserwählte Braut. 249 4. Ach Jesu, töt in mir die Welt und meinen alten Sinn, der sich dir stets entgegenstellt; Herr, nimm mich selber hin und binde mich ganz festiglich an dich, o Herr, mein Hort, so irr ich nicht in deinem Licht bis an die Himmelspfort. Joh. Jak. Schüß g. 1640+ 1690. 4. Ginge mir es, wie ich wollte, stünd es wohl gar selten gut, wenn mein Wunsch geschehen sollte, da er Gott mißfallen thut; ach wie würde mein Verderben ich erwählen gar zu oft, wenn was Gutes ich gehofft; darum will ich mich bewerben, meinem Gott zu halten still. Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will, geschehe immer; was ich will und schädlich 250 ist, das laß ja geschehen nimmer, Gott, der du so gütig bist; und weil dir mein Unvermögen, was du willst zu thun, bekannt, ach so laß doch deine Hand meiner Schwachheit Kraft beilegen, daß ich könne folgen dir. Was du willst, geschehe mir. Kreuz- und Trostlieder. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.- Rudolstadt g. 1640 † 1672. gen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getroft und gutes Muts! Er fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 410. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst be= Mel. Alles ist an Gottes Segen. underanfang, herrlichs Ende, wo die wunderweisen Hände kennen müssen: Wunderanfang, Gottes führen ein und aus. herrlichs End! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch: Es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. be H. A. Stockfleth g. 1643 † 1708. 411. Mel. Jesu, meine Freude. eine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt Ehr, Luft und Geld, wornach so viel sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich er= gebe und ihm einzig lebe. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß:*) so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. *) Pf. 77, 20. 4. Kein Besinnen kann ersinnen, wo man könne Hülf gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzublöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben 4. Gottes Güt erwäge und dich frei. Er wird, was er angefan- gläubig lege sanft in seinen Schoß! Kreuz- und Trostlieder. 251 Lerne ihm vertrauen, so wirst du| große Not entsteht; Gott ist und bald schauen, wie die Ruh so groß, bleibt getren. die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt aus trüber Nacht die FreuEs geht der densterne scheinen. Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sei, Seele, nur getroft! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getren; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübfals= glut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 5. Meine Seele sentet alles, was fie träntet, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Luft, faffet sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekoste Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Nasp. Schade g. 1666+ 1698. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nützlich sei. So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. 1695. 412. Mel. Gott, du frommer Gott. Mel. 1. Gott ist und bleibt getreu, sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Laft der schweren Plagen. Er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott und bleibt getreu; 2. Dein Geist hängt nie an er weiß, was wir vermögen, er menschlichen Gesetzen, so die Ver= pfleget nie zu viel den Schwachen nunft und gute Meinung stellt. aufzulegen. Er macht sein Israel Den Zweifelstnoten kann dein von Last und Banden frei, wenn| Schwert verletzen und lösen auf, 413. Eigene Melodie. führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könntest du es böse mit uns mei= nen, da deine Tren nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam auszusehn, doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 252 Kreuz- und Trostlieder. nach dem es dir gefällt. Du reißeſt wohl die stärtſten du 6.0 Herrscher, sei von uns entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. gebenedeiet, der du uns tötest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt*) bei uns, wir spielen mit; bei uns Kinderschritt.*) Sprüche 8, 30. 31. 3. Was unsre Klugheit will zu wohnen ist dir lauter Lust, zusammenfügen, teilt dein Ver- die reget sich in deiner Vaterbruft stand in Oft und Westen aus; und gängelt uns mit zartem was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein, dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so haft dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speiseft mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm kann dir nicht taugen, du giebst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob: sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei, wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin, du küsseft uns, wir sagen Beßrung zu; drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im 3aum den ausge= schweisten Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinne Unverstand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifft du zu und hältst und trägcft fie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du iehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne haft; wer meint, er habe deinen Rat gefaßt, Kreuz- und Trostlieder. 253 der wird am End ein andres| meinen Geist ein Herz, das dich oft gewahr. und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freuden= quell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold g. 1666 1714. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir der Klugheit scharfen Unterscheid, dadurch Natur von Gnad man unterscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt, erweck die Luft, die sich nur dir ergiebt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du die Befestung nieder= brechen, daß ihre Höh sich nur bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht*) und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt! *) 3 Mof. 10, 1. 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir, ich brenne nun nach dir in Liebsbegier, wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket 414. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden. Was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spiken Dornen sticht und den Frieden nur kann trän= ken. Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden. Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Wer Gott in dem Heiden. Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht, auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. 254 Kreuz- und Trostlieder. Also hab ich allen Spott, alle| meiner Seele an, so hab ich, was Marter überwunden, bin gleich ich wünschen kann. wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jof. Windler g. 1670+ 1722. 6. Ich weiß, du thusts; sie ist die deine und kostet dir dein teures Blut; behalt sie dir nur schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indes sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon haft erwiesen, da du, mein süßer Jesu, dir zum Eigentum mich haft erwählt und deinen Schafen zugezählt. 415. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. Befiehl dem Herren deine Wege und mache dich von Sorgen los, vertraue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft raten lassen, da hat er alles wohl gemacht; denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht; wie dirs sein Rat hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Not und Plage dir werden hier in dieser Zeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an teinem Gute fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und deinem eignen Willen wehrst, den stets fein eigne Wahl betreugt, so gut ihm oft sein Wollen deucht. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu, daß ich sei vergnügt mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt. Nur nimm dich 8. Dir sei auch ewig Lob gegeben, daß du so unermüdet haft für mich gesorgt in meinem Leben. So lang ich bin der Erde Gast, ist alles liebreich, nütz und gut, was deine Schickung mit mir thut. 9. Dort werd ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Vollkommenheit, wenn nun mein Hoffen ist geraten, daß ich kann in der Seligkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. Henr. Kath. Bersdorf g. 1648 † 1726. 416. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. n Gott will ich gedenken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, so hebt mein Herze sich zu meinem Gott empor; bald weichen alle Schmerzen, denn er stellt meinem Herzen nichts als Vergnügen vor. 2. Denk ich an seine Liebe, wie werd ich doch entzückt, daß, Kreuz- und wenn es noch so trübe, mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen, er will mich nicht vergessen. Wie könnt ich traurig sein? 3. Denk ich an seine Güte, die alle Morgen neu, so freut sich mein Gemüte bei solcher Vatertreu; die Last werf ich auf ihn, so wird die Arbeit süße, wenn ich den Schweiß vergieße, denn Gott ist mein Gewinn. Trostlieder. 255 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, ob dus gleich nicht denkeſt. Öftermals verbirgt er sich, wenn du dich sehr kränkest, da die Welt eh zerfällt, eh er dich wird hassen, oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, reichet er Labsal her und giebt nach dem Leiden wieder Trost und Freuden. 4. Denk ich an sein Erbarmen: er schenket mir sein Kind, o Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Chrifto mein; Gott müßte Jesum hassen, wenn er mich wollte lassen, das kann unmöglich sein. 5. Drum will ich an Gott denken, die Welt mag immerhin den Sinn aufs Gitle lenken, hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, so kann mir keine Stunde allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich gedenken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt, doch glaub ich dieses feste, Gott denket mein aufs beste, wo sein Gedächtnis ist. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 417. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. eine nicht, Gott lebet noch, du betrübte Seele! Drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Gottes Huld läßt oft nach dem Weinen auch die Sonne scheinen. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn dein Herz nur girret.*) Hast du dich gleich wunderlich in der Not verwirret, ruf ihn an, denn er kann deinen Unglückswellen Ziel und *) Jef. 38, 14. Grenzen stellen. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn die Welt betrübet und so manchen Schlangenstich deinem Herzen giebet. Nichts betrübt, den Gott liebt; will gleich alles krachen, Gott kann fröhlich machen. 6. Weine nicht, Gott sorgt für dich, ei, was kann dir fehlen? Was willst du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Thränengüssen; endlich wird der Kummer sich ganz verlieren müssen. Durch den Tod stirbt die Not, und wenn der er= scheinet, hast du ausgeweinet. Nach Benj. Schmold g. 1672 1737. 418. Met. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. e größer Kreuz, je näher Himmel. Wer ohne Kreuz, ist Kreuz- und Trostlieder. 256 ohne Gott. Bei Sündenluft und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. Die Palme wächset bei der Laft, die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Am Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 3. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 4. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 5. Je größer Kreuz, je schöner Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 6. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmold g. 1672 † 1737. na Bard 419. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. Ich weiß, es kann mir nichts geschehen in meiner ganzen Lebensfrist, als was des Höchsten Rat versehen, und was mir nüh und selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe den= noch stets an dir. ad di 2. Du leitest mich bei meiner Rechten und führest mich durch Wohl und Weh, du bist mein Licht in Trübsalsnächten, mein Leitstern auf der wilden See. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 3. Du magst mich küssen oder schlagen, ich weiß doch, daß du Vater bist; dein Herze kann mir nichts verjagen, was hier und dort mir selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 4. Drum soll mein Herze standhaft stehen, ob mancher Wind des Krcuzes weht; es kann mir niemals übel gehen, wenn es nach Gottes Willen geht. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 5. Mein Gott, dir bleib ich ganz ergeben, Herr, leite mich auf rechter Bahn und nimm mich einst nach diesem Leben mit Gnaden und mit Ehren an! Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. Salomo Frand g. 1659+ 1725 Kreuz- und Troftlieder. 420. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 257 Gott nicht sehn, zuletzt wird ers aufdecken,*) wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl ge= führet hat. Dies sei mein Glaubensanter. Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, ſo geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehren, wenden, jei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht ge= bracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich *) 2 Mose 33, 23. Lampertus Gedice g. 1683+ 1735. 421. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. Mein Herz, gieb dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram! Die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jett betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen; oft hat Gott unsre Zäh= ren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach rauher Wintertagen muß uns der Lenz behagen: er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Laft, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein sein. Di 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, 17 258 Kreuz- und Trostlieder. sondern Ruten sinds, damit Gott| leicht vergeß ich dein, wenn mein zum Guten die Seinigen hienieden Trost soll sichtbar sein. schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 2. Ach vergieb mir diese Sünde, nimm die Strafe von mir hin, schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, den nicht falsche Hoffnung bindet, die wie dünner Reif verschwindet, die wie leichter Rauch verfleucht und das Herz zur Erde zeucht. An a 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. 3st Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gieb dich ganz zu= frieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Leid! Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen in die Herrlichkeit. I. Anast. Freylinghausen g. 1670+ 1739. 3. Laß mich eitle Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst und im Trauren wie in Freuden dich um mich zur Mauer machst. Laß, Herr, auf dein Wort mich hoffen, das noch allzeit eingetroffen; Hoffnung, die auf Gott nicht baut, wird zuletzt beschämt geschaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen unter aller Stürme Wut nur dein Herz zum Grund erwählen, da er fest und sicher ruht, so wird sich kein Zweifel wagen, mir mein Schifflein umzuschlagen; werd unbeweglich stehn, wenn of sim dijelbst Berge untergehn. 422. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Ewge Wahrheit, deren Treue unsre Hoffnung stützt und hält, ich bekenne und bereue, daß mich 3weifelmut befällt. Ach wie hängt mein Herz an Dingen, die mich nicht zur Ruhe bringen; ach wie 5. Laß mein Herz versichert werden, daß dein Wort wahrhaftig sei, o so werd ich auf der Erden vieler Sorg und Unruh frei, so werd ich im Glauben beten und erhöret von dir treten, so wankt meine Zuversicht, so wankt meine Hoffnung nicht. 6. Meine Hoffnung darf ich gründen, Vater, auf des Sohnes Tod; sein Verdienst das läßt mich finden Grund und Troft in meiner Not; durch sein siegreich Auferstehen kann ich neu geboren gehen als ein Bürger jener Welt, wenn der Erdenbau zerfällt. Kreuz- und Trostlieder. 259 7. Da mein Haupt sich aufge=| 3. Gott fennet, was mein Herz schwungen und auf Gottes Thron begehrt, und hätte, was ich bitte, gesetzt, so bin ich mit durchge- mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Er drungen und den Engeln gleich wenns seine Weisheit litte. geschätzt. Ich besitz ein ewig Leben, sorgt für mich stets väterlich. Nicht das er selber mir gegeben; ich was ich mir ersehe, sein Wille bin in der Hoffnung schon mit der geschehe. versetzt auf seinen Thron. 8. Ich bin nur ein Gast auf Erden, oben ist mein Vaterland; wird die Welt zerstöret werden, so geht an mein Ehrenstand. Ich erwarte nur der Stunden, da ich von der Sünd entbunden meinen Heiland werde sehn und vor ihm verkläret stehn. 4. 3st nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 9. Unterdessen laß mich hoffen auch in Trübsal auf dein Licht, laß mich sehn den Himmel offen, so schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich voller Trost und Freuden aus dem Thal der Thränen scheiden und was ich gehofft allhier, mich dort schauen, Herr, bei dir. Joh. Jak. Rambach g. 1693+ 1735. 423. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan.ihr Auf Gott und nicht auf meinen seinen Knechten. Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre?. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; seid fröhlich Gerechten! Der Herr hilft Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 424. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Was ists, daß ich mich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüket, Gott weiß es, und Gott schüket, er schüket den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die 17* 260 Kreuz- und Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Laft der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden, die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schäket, sei, Herr mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, nech schwerer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 425. 6m Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. er Herr ist meine Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, auf sein Gebot wird Trostlieder. seine Seele stille, ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Nugen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz, der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Troft verschwindet, wenn der Gerechte in der Not das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmer= zen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend Kreuz- und Trostlieder. quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Nach Christ. Chr. Sturm g. 1740 1786. 426. Met. Schwing dich auf zu deinem Gott. Deines Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 261 5. Du bist mein! so jauchz ich dann, wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert, du gabst mir das Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. snd Folg 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 4. Dann darf ich mit Zuver= sicht auf zum Himmel blicken, meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken, Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 7. Dich, du Trost der Sterb= lichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Gieb mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben, rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter g. 1735 1793. 427. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. ei stille, müdgequältes Herz, das nur am Kummer klebet, richt Kreuz- und Trostlieder. 262 die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet! Zuletzt ver= zagt, wer immer flagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. 2. Sei stille, sinne nicht zu weit, was willst du dir ersinnen? Was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; ermann dich, glaub: Gott hat es schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sei stille, such bei Menschen nicht, was Menschen nicht vermögen; halt fest an Gott mit 3uversicht, darauf liegt aller Segen. Folg seinem Rat, geh seinen Pfad, laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten! Talon 4. Sei stille, hast du lang geweint und wirds noch immer trüber, sag nicht: Weil mir kein Licht erscheint, die Hülfe ist vorüber. O harre fort, du haft sein Wort; er wird, so iste verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sei stille, laß der Zweifel Macht nicht immer dich besiegen, laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen! Du suchest Ruh? Die hinderst du, so lang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 6. Sei stille, endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Not der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Echöner g. 1719 † 1818. 428. Psalm 23. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. Der Herr ist mein getreuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, tann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise giebt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt beglücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Mut erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall im finstern Thal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich, auf seine Treu und macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurigteit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Öl, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen. 5. Ja Gutes und Barmherzigteit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden. und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Joh. Friedr. v. Meher g. 1772+ 1849. Kreuz- und Trostlieder. 429. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 1₁ In Ängsten ruf ich, Herre, dich, die Fluten gehen über mich, mit meiner Not bin ich allein; hilf, Herr, erhöre du mein Schrein! ( Kyrieleis!) 2. Du haft den Himmel ausgespannt und hältst die Erd in deiner Hand, den Sperling achtst du nicht gering; hilf, daß die Höll mich nicht bezwing!( Kyrieleis!) 3. Zu deinem Fuß die Sünderin goß ihre Salb mit Weinen hin; Herr, ewger Gott, barmherzger Hort, sprich auch zu mir ein Friedenswort!( Kyrieleis!) 263 Er die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. hats gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen; ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen; denn was er thut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. 4. Der Jünger zu versinken dacht, da auf dem Meer du gingst in Macht; laß deine Hand mich fassen, Gott, und mach den Feind an mir zu Spott!( Kyrieleis!) 5. Laß sehen, Gott, die Wasser dich,*) laß sie dich schaun und ängsten sich, mein Herr, mein Heil zu aller Frist, der du für mich gestorben bist!( Kyrieleis.) G. Chr. Adolf v. Harleß *) Pf. 77, 17. g. 1806+ 1879. 430. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind und giebt nur Liebesschläge. Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm, und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. 5. Und meines Glaubens Un= terpfand ist, was er selbst ver= heißen: daß nichts mich seiner starten Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. C.3. Phil. Spitta g. 1801 † 1859. 431. Eigene Melodie. arre, meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, eh 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles 264 Kreuz- und bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unfre. Seele, du treuer Gott! ME Joh. Friedr. Räder g. 1815+ 1872. In Krankheit. 432. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Vater, soll es ſein, daß ich heut an diesem Tage letztmals mit Gebet erschein und dir meine Not vortrage, ach so richte meine Sinnen zu den hohen Himmelszinnen! 2. Tausend und viel tausend mal sei du, Vater, hoch gepriesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines großen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre! Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen; Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. Trostlieder. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben. Hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brot und allerlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Bater, mild und treu mir zeitlebens auch bescheret; nun du Himmelsbrot willst geben, laß ich gern dies arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohlergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüte. 9. Nur, o Bater, laß du mir alle Schulden sein vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Bater, hast ge= heißen; aller Zorn und Nach ent= weicht, ich will lauter Lieb erweisen; weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch niemand haffen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmelsruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versuchung zu bestreiten. 5. Darum wart ich mit Begier 12. Mach mich alles Übels los, ganz getroft aufs Reich der Ehren, gieb der Sündennot ein Ende! nichts durchaus mehr ist allhier, Ich ergebe ganz und bloß mich das mich soll davon abkehren; in deine Baterhände; wollest mich komm, o König, laß erscheinen, von allem Bösen, wie du weißt was ich wünsch und all die Deinen. und kannst, erlösen. " Kreuz- und Trostlieder. 13. An dem allen zweifl ich nicht, denn du bist der Himmelsfönig; zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zu wenig, deine Kraft wird ewig stehen, deine Herrschaft nie vergehen. Veit L. v. Seckendorf g. 1626+ 1692. 433. Eigene Melodie. Gott, den ich als Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich davon hitz und brenne, brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert, das der Liebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 265 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattig= keit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seele Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstütze du das Herz! 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, sanfte mit Gehor= samkeit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sün den, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gieb, daß ich mit Freude bleib an dich völlig übergeben. Dann so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christ. Friedr. Richter g. 1676+ 1711. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in dem Schmerze sei mir süß, schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mart verzehret, was den Körper jekt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte, andres kann ich jetzt nicht thun, als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille, Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an, denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft giebet, kommt von dir, der mich geliebet, alles kommt, mein Gott, von dir. 434. Mel. Auf meinen lieben Gott. Ich trau auf meinen Gott in aller Angst und Not; hat mich viel Kreuz betroffen, will ich doch auf ihn hoffen, er wird mir Hülfe senden und alles Elend wenden. 2. Ist gleich mein Leib voll Schmerz, und ängstet sich mein Herz, will es vor Leid und Plagen fast ganz in mir verzagen, wird Gott nach seinem Willen doch alles wieder stillen. 3. Hält schon die Schwachheit an, daß ich daher nicht kann das Haus des Herren schauen und 266 Kreuz- und Trostlieder. mich daselbst erbauen, soll mir| 4. Laß du mich Gnade finden, mein Lager dienen, mit Gott mich mich alle meine Sünden erkennen zu verfühnen. und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 4. Mein Gott, du hörtest mich so oft und gnädiglich, ach hör mein Flehn und Sehnen, zähl jetzt auch meine Thränen und kehre dies mein Leiden in Trost und süße Freuden! 5. Dies bitt ich, dies geschicht; und kommt die Rettung nicht in diesem Weltgetümmel, so gieb mir nur den Himmel, wo lauter Licht und Sonne, wo stete Freud und Wonne. 6. Nun mach es auf der Welt, mein Gott, wie dirs gefällt. Hilf mir aus allen Nöten, und wirst du mich auch töten, will ich im Tod und Leben mich dir doch ganz ergeben. 1735. 435. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, tein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilsst und du errettest gern 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade, du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenten, und was mir gut ist, wird geschehn.d Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. Morgenlied eines Kranken. 436. Met. Es ist gewißlich an der Zeit. Gott Lob und Dank, die Nacht ist hin, es kommt der liebe Morgen; auf, schwacher Geist und matter Sinn, dir ist ja unverborgen, wie du die finstre Schmerzensnacht in Gottes Schutze zuge= bracht und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der Ruh gelegt, war ich mit Schmerz um= geben; ich sprach, durch Schmerz und Furcht bewegt: Werd ich auch morgen leben? Die fast verdorrte Bunge frug, so oft die Viertelstunde schlug: Wann wird der Tag erscheinen? 3. Gott hat mir mein Gebet gewährt, ich fann das Licht noch sehen. Drum will ich ihn, der mich erhört, mit Dank und Preis Lob- und Danklieder. 267 mich drücket. erhöhen und flehn, daß er es| Trost verleihn, er weiß wohl, was diesen Tag mit mir und meinem Kreuze mag nach seinem Willen machen. 4. Leb ich nicht fröhlich, frisch, gesund, bin ich dennoch zufrieden; hat schon der Schmerz mein Herz verwundt, will ich doch nicht ermüden; ich trage dieses harte Joch auch diesen Tag und weiter noch, so lang es Gott beliebet. 5. Mein Elend ist um Tag und Nacht nun gleichwohl kürzer worden; Gott, der mich so getreu bewacht, wird nebst der Engel Orden auch heute mit und bei mir sein und Hülfe, Rat und 6. Ihm will ich meinen schwachen Geist und kranken Leib befehlen; was Jesus, der mein Helfer heißt, erwählt, will ich auch wählen; so geht es mir im Leben wohl, und wenn ich heute sterben soll, kann mir der Tod nicht schaden. 7. Ich bin ja, Herr, dein liebes Kind und werd es ewig bleiben, tein Schmerzenssturm, tein Kreuzeswind soll mich von Jesu treiben. Ach bleib bei mir bis an mein End und nimm die Seel in deine Händ, so bin ich wohl versorget. 1731. XXII. Lob- und Danklieder. 437. Eigene Melodie. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich Vater in Ewigkeit chrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmels Heer und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heiligen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bift; der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, zu' rlösen das menschlich Geschlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Macht 268 Lob- und Danklieder. und all Christen zum Himmel| mein! Hat dir dein Sünd verbracht. Du sitt zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist all des, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, geben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Kön'g schafft Recht, behütet die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht. Sein 3orn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie sich ein Vat'r erbarmet ob Kindlein klein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, gleichwie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. die mit dein'm teurn Blut erlöset sein, laß uns im Himmel haben teil mit den Heiligen in ewigem Heil! Hilf deinem Volk, Herr Jesu Chrift, und segne, das dein Erbteil ist, wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen men stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missethat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr! Amen.. Martin Luther g. 1483+ 1546. Nach dem Latein. Te deum laudamus. 438. Psalm 103. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei jeiner lieben G'meine, die steht in jeiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engel waltet seins Lobs und dient zu= gleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Eigene Melodie. un lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er 5. Sei Lob und Preis mit mehren, vergiß es nicht, o Herze Ehren Gott Vater, Sohn und Lob- und heilgem Geist! Der woll in uns vermehren, was er aus Gnade uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlaßn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz und Sinn ihm allezeit anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir wer= dens erlangen, glaub'n wir von Herzensgrund. V. 1-4 Joh. Gramann g. 1487+ 1541. 439. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. gläubig Herz, gebenedei und gieb Lob deinem Herren! Gedenk, daß er dein Vater sei, welchen du stets sollst ehren, dieweil du keine Stund ohn ihn mit aller Sorg in deinem Sinn dein Leben kannst ernähren. Danklieder. 269 5. Er giebt uns seinen guten Geist, verneuet unsre Herzen, daß wir vollbringen, was er heißt, wenns auch das Fleisch mag schmer= zen; er hilft uns hie mit Gnad und Heil, verheißt uns auch ein herrlich Teil von seinen ewgen Schätzen. 6. Nach unsrer Ungerechtigkeit hat er uns nicht vergolten, vielmehr erzeigt Barmherzigkeit, da wir verderben sollten; mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns und allen er bereit, die ihn von Herzen lieben. 2. Er ists, der dich von Herzen liebt und sein Gut mit dir teilet, dir deine Missethat vergiebt und deine Wunden heilet, dich waffnet zum geistlichen Krieg, daß dir der Feind nicht oben lieg und deinen Schatz zerteile. 3. Er ist barmherzig und sehr gut den Armen und Elenden, die sich von allem Übermut zu seiner Wahrheit wenden; er nimmt sie als ein Vater auf und giebt, daß sie den rechten Lauf zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein treuer Vater zeigt und Guts thut seinen Kindern, also hat sich auch Gott ge= neigt zu uns, den armen Sündern; er hat uns lieb und ist uns hold, vergiebt uns gnädig alle Schuld, macht uns zu überwindern. 7. Was Gott nun angefangen hat, das will er auch vollenden. Nur geben wir uns seiner Gnad, opfern uns seinen Händen und thun daneben unsern Fleiß, hoffend, er werd zu seinem Preis all unsern Wandel wenden. 8. O Vater, steh uns gnädig bei, weil wir sind im Elende, daß unser Thun aufrichtig sei und nehm ein selig Ende. Oleucht uns mit dein'm hellen Wort, daß uns an diesem dunklen Ort kein falscher Schein verblende. 9. Gott, nimm an zu Lob und Dank, was wir in Einfalt singen, und laß dein Wort mit freiem Klang durch unsre Herzen dringen! O hilf, daß wir mit deiner Kraft durch eine gute Ritterschaft des Lebens Kron erringen. Böhmische Brüder. 440. Eigene Melodie. un laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. Lob- und Danklieder. 270 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; die Seele muß auch bleiben, wie wohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünde. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus, für uns gestorben; der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß fie uns fort behüte, die Großen mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preifen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen. Ludwig Helmbold g. 1532+ 1598. 2. Denn er hat dich von Sünden losgesprochen und denkt nicht mehr, was du bisher verbrochen, er machet dich von Schwachheit heil und rein. Es hat der Herr dein Leben vom Verderben erlöst, daß du nicht ewig müssest sterben, dein Gott will dir forthin barmherzig sein. damch 3. Er krönet dich mit Gnad und mildem Segen, will deinen Mund mit reicher Fülle pflegen, er machet dich von seinen Gütern satt, daß du mit Lust darüber dich erfreuest und deine Kraft gleich Adlern gar verneuest, weil er mit Heil dich überschüttet hat. 4. Der Herr läßt Recht denselben widerfahren, die vor be= drängt und unterdrücket waren; er hat sein Thun dem Mose kund gethan und seine Recht Israel wissen lassen; er ist voll Güt und will nicht immer hassen noch ewiglich mit Grimm uns sehen an. 5. Der Herr ist fromm, barmherzig und sanftmütig, voll Gnad und Gunst, geduldig, treu und gütig, er handelt nicht mit uns nach unsrer Schuld, vergilt auch nicht nach unsern schweren Sünden. So weit die Höh des Himmels ist zu finden hier von der Erd, so weit reicht seine Huld. 6. So weit der Grund sich scheidet von der Festen, so weit der Ost ablieget von dem Westen, so weit läßt er die Sünden von uns sein. Sein Gnadenblick muß über die stets walten, die ihn mit Furcht für ihven Helfer halten, und rettet sie aus ihrer Not und 441. Psalm 103. Eigene Melodie. meine Seel, du sollst den Herren preisen, was in mir ist, das muß ihm Ehr erweisen, auf, auf, mein Herz, und mache dich bereit! Vergiß ja nicht, vergiß nicht, mein Gemüte, was dir der Herr für wunderbare Güte erwiesen hat die ganze Lebenszeit. Bein Lob- und Danklieder. 271 7. Wie unter uns ein Vaterherz 12. Gott Vater, Sohn und Geist, Erbarmen mit Kindern hat, so sei stets gepriesen für alle Güt, thut der Herr uns Armen, es stehet Gott den Frommen träftig bei. Er kennet ja uns dürftgen Erdentöpfe,*) ihm ist bewußt, daß dieses sein Geschöpfe ein leichter Staub und schwaches Werkzeug ſei. *) Slagl. Jer. 4, 2. die du an mir erwiesen von Kindheit an bis jetzt auf diese Zeit. Herr, steh mir bei, laß deine Gnad sich mehren, so will ich drum dir danken und dich ehren auf Erden hier und dort in Ewigkeit. V. 1-11 Joh. Frand g. 1618+ 1677. V. 12 Hannov. Gfb. 1657. 8. Ein Mensch muß stets des Lebens End erwarten, er ist wie Gras, wie eine Blum im Garten, die sich sehr schön und lieblich läsfet an: wenn aber nur der Wind darüber fähret, ist ihre Zier hinweg und so verzehret, daß man die Stätt auch nicht mehr finden kann. 9. Des Herren Gnad ist aber überschwänglich, währt für und für und bleibet unvergenglich; auf Kindeskind wird seine Güt gebracht bei denen, die den Gottesbund stets üben und sein Befehl von ganzem Herzen lieben und sein Gebot zu halten sind bedacht. 10. Es ist sein Stuhl im Himmel zubereitet, sein Herrschaft ist um diese Welt gebreitet, sein Reich und Thron umschließt den Erden= treis. Ihr Engel lobt, lobt ihn, ihr starken Helden, die ihr sein Thun und Willen an müßt melden, lobt unsern Gott und sagt ihm Ruhm und Preis! 11. Lobt unsern Gott, ihr alle seine Scharen, die ihr ihm dient und hin und her müßt fahren auf sein Geheiß; lobt ihn an jedem Ort, an dem er herrscht; lobt ihn, ihr seine Werke, rühmt seine Kraft, rühmt seiner Allmacht Stärke; lob ihn, mein Herz, o lob ihn fort und fort! 442. Sirach 50, 24. Eigene Melodie. n un danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreimal Ginen Gott, als es ursprünglich war und ist und bleiben wird jekund und immerdor. Martin Rinkart g. 1586+ 1619. 443. un danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der lebend uns erhält von Lob- und Danklieder. kann. Mutterleibe an und thut uns| Gelobt sei der Gott Israel!*) alles Guts, mehr als man zählen Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut und der auch mir erwiesen das, was mir nük und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. 272 2. Es wolle unser Gott ein fröhlich Herz uns geben, er lasse uns, sein Volk, in Frieden immer leben forthin zu unsrer Zeit, daß seine Gnad und Treu bei uns und unserm Land allweg bestän= dig sei. 3. Der große, starke Gott woll uns von allem Bösen und was uns schaden kann gewaltiglich erlösen, er schüß und rette uns, er helf uns allezeit, so lang er uns allhier das Leben noch verleiht. 4. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Herr Jesu Christ, wir wollen dich stets loben, Gott heilger Geift, dein Ruhm erschalle mehr und mehr, o Herr, dreieinger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr! Hannoversches Gfb. 1657. 444. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Man fan lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions- Gott, des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: *) Pf. 40, 17. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht, denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist g. 1607+ 1667. 445. Sirach 50, 21. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. Hun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. Lob- und Danklieder. 273 5. Er gebe uns ein fröhlich| dem Wind? Wer macht es, daß Herz, erfrische Geist und Sinn man Öl und Most zu seinen und werf all Angst, Furcht, Sorg Beiten findt? und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 446. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seift, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun, du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns ficher ruhn. 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr- und Thrän= lein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und 5. Wer wärmet uns in Kält Schild, dein Hülf und Heil, und Frost? Wer schützt uns vor schafft Ruh und läßt dich nicht. 18 Lob- und Danklieder. 274 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment, nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein, so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 447. Eigene Melodie. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du ungegründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht Lob- und Danklieder. 275 geleitet, wär ich nicht aus sol 12. Weil denn weder Ziel noch mancher Angst genesen. Alles Ende sich in Gottes Liebe findt, Ding währt seine Zeit, Gottes ei so heb ich meine Hände zu dir, Lieb in Ewigkeit. Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt; Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten war ge= meint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus den Bahnen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, den noch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lente. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 448. Mel. Nun danket alle Gott. elobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt nene Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet, gelobet sei der Herr, des Namen heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und 18* 276 Lob- und Danklieder. mit der Engelschar das Heilig, ihr Segen, Heil und Frieden. Heilig fingen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet jei mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 † 1684. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 449. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unferm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk ge= schieden, er bleibet ihre Zuversicht, 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgend finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre, ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott.*) Gebt unserm Gott die Ehre! *) 1 Rön. 18, 39. 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jat. Schüß g. 1640 † 1690. 450. Eigene Melodie. Pobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören! Lob- und Tanklieder. 277 2. Lobe den Herren, der alles| 3. O du meine Seele, finge so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? fröhlich, singe, finge deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander g. 1650+ 1680. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jejum liebet, Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube mir: Endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander g. 1650 † 1680. 451. Eigene Melodie. underbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge fingen, laß die Stimme flingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten mehr als aller Menschen Staaten, großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen, lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren! 452. Met. Allein Gott in der Höh sei Ehr, oder Nun freut euch, liebe Christen g'mein. is hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht be= wahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat große Ding gethan an mir und mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, hilf mir im Leben, Tod und Not, durch Christi Schmerzen, Blut und Tod, hilf mir, wie du geholfen. Ämilie Juliane, Gräfin zut Schwarzburg- Rudolstadt g. 1637+ 1706. 278 Lob- und Danklieder. 453. Mel. Jefu, meines Lebens Leben. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend= tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Vater, wenn mein Herz bedenket, wie dich meine Sündenschuld oft betrübet, oft gekräntet, und wie deine Lieb und Huld mich aus Langmut doch getragen, so muß ich beschämet sagen: Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden noch den Grund hier zu ergründen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sünden Höhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausendtausend mal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu be= reiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Wie ein Vater nimmt und giebet, nachdems Kindern nützlich Herr mein Gott, zu jeder Frist ist, so hast du mich auch geliebet, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tausendtausendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! 8. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hülf ich innen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Bater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du haft zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß meines Lebens Gang rner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter g. 1661+ 1735 Lob- und Danklieder. 279 7. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage durch Not und Trübsal hast geführt, denn in der größeften Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freude in deinem fteten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leide nicht triumphierend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 454. Eigene Melodie. daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an bon dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in fich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüket mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja wenn der Mund wird traftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich wie deine Engel bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Menger g. 1658 † 1734. 455. Eigene Melodie. asset uns den Herren preisen und vermehren seinen Ruhm, stimmet an die süßen Weisen, die ihr seid sein Eigentum. Ewig währet sein Erbarmen, ewig will er uns umarmen mit der süßen Liebeshuld, nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen, rühmet ewig seine Werte, gebet ihm Lob, Ehr und Stärfe! 280 Lob- und Danklieder. 2. Ehe noch ein Mensch ge- will sich mit uns verbinden, und boren, hat er uns zuvor erkannt soll niemals etwas können uns und in Christo auserkoren, seine von seiner Liebe trennen. Huld uns zugewandt. Selbst der Himmel und die Erden müssen uns zu Dienste werden, weil wir durch sein liebstes Kind seine Kinder worden sind. Ewig solche Gnade währet, die er uns in ihm bescheret; ewig wollen wir uns üben, über alles ihn zu lieben. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit aufgethan, und es ist sein ernster Wille, daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hierbei schämen, sondern Gnad um Gnade nehmen; wer ein hungrig Herze hat, wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, die uns so viel Guts bescheret; Wonne, die uns ewig tränket, wird uns daraus eingeschenket. 3. Ja wir wollen nun mit Freuden zu dem lieben Vater gehn, uns an seiner Liebe weiden, wie die thun, die vor ihm stehn, heilig, heilig, heilig singen. Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen und erzählt sein Werk vor allen, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Volt gezählet. 4. Lernet euren Jesum kennen, der euch teur erkaufet hat, lernet ihn fein lieblich ennen euren Bruder, Freund und Rat, euren starken Held im Streiten, eure Lust in Fröhlichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer allerbestes Teil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn widerfähret; ewig soll das Lob erklingen, das wir ihm zu Ehren singen. 5. Tretet nur getroft zum Throne, da der Gnadenstuhl zu sehn; es kann euch von Gottes Sohne nichts als Lieb und Huld geschehn. Er erwartet mit Verlangen, bis er könne uns umfangen und das allerhöchste Gut uns mitteilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden, er 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir dankbar sein, laß dir gnädig wohlgefallen, bis wir alle insgemein ewig deine Gütigkeiten mit gesamtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Halleluja. Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke und was rühmet seine Werke werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Chr. Jakob Koitsch g. 1671+ 1735. 456. Eigene Melodie. ch erkennet, liebſte Seelen, unsers Gottes Gütigkeit, helfet seinen Ruhm erzählen, die ihr sein Geschöpfe seid. Euch gebühret Dank zu geben dem, der euch viel Guts gethan und sich euer noch daneben nimmt mit solcher Treue an. 2. Dentet, da wir gar nichts waren, hat er uns zu was ge= macht, er hat uns von Jahr zu Jahren wunderbarlich fort ge= bracht. Nichts ist, was wir an uns haben, das nicht alles von Lob- und ihm fließt; es sind lauter Gottesgaben, die der arme Mensch genießt. 3. Wer ist, der ihn hat verbunden, dich zu schaffen, Menschenkind? Wer, daß wir zu diesen Stunden frisch, gesund und fröhlich find? Wer giebt uns die Leibes= träfte, das Vermögen, den Verstand, zu verrichten die Geschäfte? Nichts denn Gottes Gnadenhand. Danklieder. 281 3. Lobt Gott, der uns er= schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich giebet, was uns nützt; drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist ge= storben und uns die selge Lebenstron durch seinen Tod erworben, der worden ist der Hölle Gift, der Frieden hat mit Gott gestift; drum dantet seinem Namen! 4. Ferner will er noch erhalten, was er uns gegeben hat; seine Gnade läßt er walten über alle früh und spat; er will uns vor allem Schrecken, vor des Satans Trug und Lift unter seinem Schutz bedecken, da man recht gesichert ist. 5. Lasset darum, liebste Seelen, laßt uns alle, groß und klein, ihm den besten Dank erwählen, welcher heißt: gehorsam sein. Lobet sein allweises Fügen, rühmet alles, was er schickt; wer sich läßt daran genügen, bleibet immerfort beglückt. Friedr. Konr. Hiller g. 1662+ 1726. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet, der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Wert, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält; drum danket seinem Namen! 457. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Allein Gott in der Höh sei Ehr. Bringt her dem Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüte, ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet alle= zeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und da= durch alle Ding erhält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim nebst Fürstentum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! Cyriacus Günther g. 1650+1704. 458. Psalm 146. Eigene Melodie. obe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf 282 Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat: Halleluja, Halleluja! Lob- und Danklieder. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Truk, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen ver= tehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preift Vater und Sohn und heilgen Geist! Halleluja, Halleluja! I. D. Herrnschmidt g. 1675+ 1723. 459. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. chwing dich auf, mein ganz Gemüte, und geh in den Himmel ein, denn es muß des Höchsten Güte hier und dort gepriesen sein. Ach mit tausend= tausend malen kann ich ihm das nicht bezahlen, was er mir durch Rat und That lebenslang erwiesen hat. 2. Herr Gott Vater, lauter Segen trieft von deiner milden Hand, den du mir hast allerwegen, wie ich wünsche, zuge= wandt; aus wie viel Bekümmernissen hast du mich, mein Gott, gerissen! Tausendtausendmal sei dir, treuer Vater, Dank dafür! 3. O err Jesu, Heil und Leben ist in deinem Blute mein, alle Sünden sind vergeben, und ich bin gerecht und rein; ja du willst in meiner Seelen deine Wohnung dir erwählen. Tau 283 3. Gott macht sie alle Morgen durch väterlich Versorgen an Leib und Seele neu. Er lässet sie desgleichen bei Nacht nicht von mir weichen, daß sie mein Schild und Sonne sei. 4. Sie fördert meine Werke, daß ich mit Freude merke, wie Kein Gott mir freundlich ist. Kummer darf mich stechen noch mein Vergnügen brechen, weil ſie mich in die Arme schließt. 5. Wenn durch betrübte Tage manch Kreuz und manche Plage mir an die Seele tritt, so ist sie auch zugegen und bringet Trost und Segen aus meines Gottes Liebe mit. Lob- und Danklieder. sendtausendmal sei dir, liebster Heiland, Dank dafür! 4. Heilger Geift, an deinen Gaben spür ich keinen Mangel nicht; und was wollt ich größers haben als dies gnadenvolle Licht, daß ich weiß, an wen ich gläube, und ein Gottestind verbleibe. Tausendtausendmal sei dir, werter Tröster, Dank dafür! 5. Ach daß alle meine Glieder lauter Zungen möchten sein, daß ich mich durch Lobelieder könnte recht in Gott erfreun, und daß lauter Preis und Ehre so ein süßes Opfer wäre, das ihm würde Tag und Nacht tausendtausendmal gebracht. 6. Doch du wirst mein schwaches Lallen, o Gott Vater, Sohn und Geist, dir auch lassen wohl gefallen, das dich hier auf Erden preist, bis ich dich im Himmel oben mit den Engeln werde loben. Ja da lob und preis ich dich ewig, ewig, ewiglich. Erdmann Neumeister g. 1671+1756. 6. Ja wenn die Not am größ= ten, so folgt, daß man am besten Zuletzt die Güte Gottes spürt. muß doch erscheinen, daß Gottes Hand die Seinen zwar wunderlich, doch selig führt. 7. Drum preise, mein Gemüte, die wunderbare Güte, die dir von Gott geschicht. Im Leben und im Sterben läßt sie dich nicht verderben, denn Gott verläßt die Seinen nicht. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. 460. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Auf, auf, mein ganz Gemüte, und preise Gottes Güte, die je und ewig währt, die alles hat zu geben, was man im ganzen. Leben zum Segen wünschet und begehrt. 2. Gott hat sie lassen walten und mich dadurch erhalten von Mutterleibe an. Ich spüre sie noch täglich, daß also mir un= säglich viel Gutes wird durch sie gethan. 461. Eigene Melodie. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort, ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; ver= nimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die 284 Lob- und Danklieder. Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt| Herr, errette mich! Da half mir und leuchtet und lacht uns von Gott, der mächtige, wieder, und ferne und läuft den Weg gleich mein Gebein erfreute sich. als ein held. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte, tlagt ich Gott tindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Nache verübte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den lleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? Ogieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade Teil! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 462. Eigene Melodie. Ju bists, dem Ruhm und Ehre gebühret, und Ruhm und Ehre bring ich dir. Du, Herr, haft stets mein Schicksal regieret, und deine Hand war über mir. i 2. Wenn Not zu meiner Hütte sich nahte, so hörte Gott der Herr mein Flehn und ließ nach seinem gnädigen Rate mich nicht in meiner Not vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder und rief: O 5. Wenn ich verirrt vom richtigen Pfade mit Sünde mich um= fangen sah, rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 6. Um Trost war meine Seele so bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. 7. Er half und wird mich ferner erlösen, er hilft, der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus der Versuchung zum Bösen und giebt mir zu der Tugend Mut. 8. Dir dank ich für die Prüfung der Leiden, die du mir liebreich zugeschickt, dir dank ich für die häufigern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für die Güter der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hießeft sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für das Wunder der Güte: selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzer Seel und ganzem Gemüte, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, göttliche Werke! Die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke, er hilft und er errettet gern. Lob- und 12. Er hilft; des Abends währet die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele, vergiß nicht, was er dir gethan. Verehr und halte seine Befehle und bet ihn durch Gehorsam an! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. Danklieder. 285 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest, ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 463. Eigene Melodie. Gott ist mein Lied, er ist der Gott der Stärke, Herr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht zugehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht 13. Du tränkst das Land, führft als Gott, und seines Thrones uns auf grüne Weiden, und Nacht Feste ist Wahrheit und Gerech- und Tag und Korn und Wein und tigkeit. Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen, sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. 3ft Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truk. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 286 Lob- und Danklieder. 464. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Wen fenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert g. 1715 † 1769. 465. Eigene Melodie. ie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du mit Herrlichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ift. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein: sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott follt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, Lob- und Danklieder. 287 doch in mir die Sünde nicht. nicht gehn? Sein Will ist mir aus Schwachheit fehle, herrscht ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkommen sein, wie er. Indem ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich letzten Augenblicks! zu jeder Pflicht, und ob ich schon| 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein, sie stärkt in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn, sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des Chr. F. Gellert g. 1715+ 1709. ne D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. XXIII. Morgen-, Tisch- und Abendlieder. a. Morgenlieder. 466. 6. Willkommen sei, du lieber Tag, vor dir die Nacht nicht Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. bleiben mag; leucht uns in unsre Steht auf, ihr lieben Kinderlein, Herzen fein mit deinem hellen der Morgenstern mit hellem Himmelsschein! Schein läßt sich frei sehn gleichwie ein Held und leuchtet in die ganze Welt. 7. O Jesu Christ, wir warten dein: dein heiligs Wort leucht' uns so fein. Am End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in deins Vaters Haus! 2. Willkommen sei, du schöner Stern! Du bringst uns Christum, unsern Herrn, der unser lieber Heiland ist; darum du hoch zu loben bist. 8. Du bist die liebe Sonne flar; wer an dich gläubt, der ist fürwahr ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen ist bereit. 3. Ihr Kinder sollt bei diesem Stern erkennen Christum, unsern Herrn, Marien Sohn, den treuen Hort; der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. Gotts Wort, du bist der Morgenstern, wir können dein gar nicht entbehrn, du mußt uns leuchten immerdar, sonst sitzen wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und Jesum Chriftum offenbar, treib aus der Finsternis Gewalt, daß nicht die Lieb in uns erfalt. 9. Wir danken dir, wir loben dich hie zeitlich und dort ewiglich für deine groß Barmherzigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500+ † 1553. 467. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Die helle Sonn leucht jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Teufels Macht! Morgenlieder. 2. Herr Christ, den Tag unse auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt! Laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein! 3. Daß unser Herz in G'horsam leb, dein'm Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen habn in allem, das wir fangen an. 4. Laß unser Wert geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Niklas Herman+ 1561. 468. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn zu Bett ich geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. Now 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut, mein Schutz ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, drum, ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein! 4. Dein' Engel mir stets halten Wacht, drum ich Tod, Teufel, Höll nicht acht, denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb od'r sterb, so bin ich dein, darum ich dir die Seele mein befehl jetzund und auch im Tod, nimm sie zu dir, o treuer Gott! 1583. 289 469.te Eigene Melodie. us meines Herzens Grunde jag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn, 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden be= hütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Ehr und Gut be= wahr! Dir will ich übergeben jetund und immerdar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Verwandten, Gefreundte und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Dein' Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, nicht Leib und Seel betrübe und mich nicht bring zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag. Er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, 19 290 Morgenlieder. mein Leben und was er mir| Lob und meinem Nuß und meinem sonst geben; er machs, wies ihm gefällt. Nächsten thue Guts. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan. Und stred nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in mein'm Beruf und Stand. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom. übel abgewandt mein Seel mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein'n Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir nichts übels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist not. 1592. Martin Behm g. 1557+ 1622. 3531 471. 470. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig haft behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Chrifti Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein! Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leiſt! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verlek noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein! 4. Mein Schöpfer, steh mir träftig bei, o mein Erlöser, bei mir sei, o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier! 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit schönen 5. Herr, segne und behüte mich, Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! 6. Gieb Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freude diesen Tag verricht zu deinem Nach Martin Behm g. 1557 † 1622. Morgenlieder. 472. Eigene Melodie, oder Herzlich thut mich verlangen. Dank sei Gott in der Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich wiedr aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest ge= bunden mit Finsternis die Nacht, ich hab sie überwunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Wiedrum thu ich dich bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel. All chriftlich Obrigkeiten, auch Schule und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein! 3. Erhalt uns durch dein Güte bei deiner reinen Lehr, vor Kekerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same hinfort in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hochgepreist! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, gesund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden, als rechte Christenleut. 5. Gieb mildiglich dein Segen, daß wir nach dein'm Geheiß nur gehn auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jeder seine Netze auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro setze; so geht die Arbeit fort. 291 ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Beistand bist. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truß; doch kann 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist da, daran wir wachsn und leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr! Joh. Mühlmann g. 1573+ 1613. 473. Eigene Melodie. Fott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält, 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn, o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! 19. 292 Morgenlieder. Nirgends als von dir allein kann| 6. Wenn Sünd und Satan ich recht bewahret sein.mich antlagt und mir mein armes Herz verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud, ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erfenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End; dr3) 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert g. 1604+ 1651. 474. Hor Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. for deinen Thron tret ich hiemit, o Gott, und dich demütig bitt: Wend doch dein gnädig Angesicht von mir blutarmen Sünder nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild; in dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderbar und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Born gestillt. 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübjal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freude überwind. 11. Drum danke ich mit Herz und Mund dir, Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seef empfangen hat, 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und recht= schaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld, zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb! Morgenlieder. 293 15. Ein selig Ende mir bescher,| Anfang, Mitt und Ende, ach am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg(?) g. 1601+ 1650. 475. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem from= men Menschenhüter. 2. Heint*), als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats gewehret.*) heute Nacht. 3. Ja, Vater, als er suchte, daß er mir schaden möchte, lag ich in deinem Schoße, dein Flügel mich umschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schuß hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer haben: hie bring ich meine Gaben, mein Weihrauch und mein Widder find mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen, denn du weißt, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Wert an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten, den Herr, zum Besten wende! 10. Mich segne, mich behüte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reiſe. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 476. Tigene Melodie. obet den Herren alle, die ihn fürchten, laßt uns mit Freude seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Bung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in seinem Schoß gesessen. Lobet den Herren! 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast und grausamlich verletzet, dawider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den Herren! 6. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! 7. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern 294 Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! Morgenlieder. 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen, lehr uns ver= richten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte! Lobet den Herren! 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 10. Herr, du wirst tommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen. Lobet den Herren! Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 477. Eigene Melodie. Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die Cont besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Einnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn! Laster und Schande, des bösen Feinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn! 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchriftliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus! 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn; alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das wer= den, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. Morgenlieder. 295 9. Gott, meine Krone, vergieb 2. Die Himmel all erzählen und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt! Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället, ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, wo- 3. Mein Gott, laß mich vermit mein Leben ich kann ernäh- achten, was irdisch, eitel ist, und ren, so laß mich hören allzeit im nach dem Himmel trachten in dieſer Herzen dies heilige Wort: Gott Lebensfrist, laß mich den Tag hinist das Größte, das Schönste und bringen in der Gottseligkeit und Beste, Gott ist das Süßte und ritterlich durchdringen zur ewgen Allergewißte, aus allen Schätzen Himmelsfreud! der edelste Hort. Georg Ph. Harsdörfer g. 1607+ 1658. 11. Willst du mich fränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, nie haft die Deinen zu sehr du betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und feliger Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. des höchsten Gottes Ehr; das Haus der frommen Seelen und aller Engel Heer weist uns durch so viel Sterne die überschöne Pracht, auf daß wir hier von ferne dahin auch sein bedacht. 478. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Die Nacht ist nun vergangen, der helle Tag bricht an, die Sonn hat angefangen zu laufen ihre Bahn; mein Herz soll auch aufsteigen, und alles, was ich bin, sich zu der Erde neigen aus demutsvollem Sinn. 479. Mel. Auf meinen lieben Gott. o tret ich demnach an, so gut ich immer fann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 2. Dir, Vater, sag ich Dant, mich ernähret und manche Gnad daß du mein Lebenlang so reichlich bescheret; laß deine Güt und Gq= ben mich heute ferner laben! 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach segne meine Werke, mich selbst vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Se= gen mindert; ja laß in Fried und Freuden mich dann von hinnen scheiden! Joh. Heinr. von Hippen um 1676. 296 Morgenlieder. 480. nu Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. un tret ich wieder aus der Ruh und geh dem sauren Tage zu, wie mir ist auferleget. Nicht weiß ich, was für neue Plag mir heute noch begegnen mag; doch weiß ich, daß mich träget mein from= mer Gott in seiner Hut, daß mir die Last nicht Schaden thut. 2. 3war meine Bürd ist täglich neu, doch ist mein Gott auch täglich treu, der träget meine Sorgen. Vor abends keiner recht vernimmt, was ihm den Tag all ist bestimmt; es bahnt ein jeder Morgen mir einen frischen Weg zur Pein, der kann mit Gott erstiegen sein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, daß so würd sein zu End gebracht die saure Tagesbürde; doch hab ich abends wohl gespürt, daß du mich, höchster Gott, geführt, daß mich dein Schein und Würde geleitet, mir geleuchtet hat auf meinen Weg und Kreuzespfad. und Gottes Wege gehen; mein Gott geht nimmer meinen Steg, wo ich nicht wandle seinen Weg. 5. So ist getroft mein frischer Mut, wenn ich mich in des Höchsten Hut kann eingeschlossen sehen; doch daß ich des versichert sei, muß ich von Sünden leben frei 6. Drum, liebster Gott, leit meinen Fuß, daß ich dir folg in wahrer Buß, und läutre mich von Sünden! So kann ich als ein tühner Held bestreiten diese böse Welt, mit dir sie überwinden; so tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Laft, die mich gebogen. Ich lege meine Würd und Stand in deine große Allmachtshand, die du mir nie entzogen; mit der hast du von Jugend auf geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinen Schoß hinein, die meine Blutsverwandte sein; da sind sie wohl beschlossen. Ich lege meine arme Seel in Jesu sichre Wundenhöhl; du wirst sie nicht verstoßen, wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu BraunschweigWolfenbüttel g. 1633+ 1714. 481. 4. Weil ich denn des versichert bin, was traurest du, verzagter Sinn, die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du kannst, Gott träget mit; der Herr der Welt der Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ftrauchelt nicht, bei ihm ist lautern Gottes Namen fang ich an, Segen. Mit ihm geh ich denn was mir zu thun gebühret, frisch daran und scheue nicht die mit Gott wird alles wohl gethan Leidensbahn. und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und fann uns auch gedeihen. 2. Gott ist, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen, Morgenlieder. er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen; ist er mit uns und sein Gedeihn, so muß der Zug gesegnet sein zum reichen Überflusſe. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Se= gen. Da wird der Fromme immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 482. Eigene Melodie. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht! 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freude. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken, laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken, gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müssiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 297 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar! 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und er= weck uns Herz und Mut bei ent= standner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 7. Nun, Jeſu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit er= wünschten Lohn empfange. Salomo Liscow g. 1640+ 1689. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Dim mot Chr. Knorr v. Rosenroth g. 1636+ 1689. 100 483. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert von Gott Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein 298 Morgenlieder. Mund mit Freude spricht: Das| Witz oder Kunst; mit Gott gehts walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein da= für; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüklich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frift: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mirs zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Wert mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er giebt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch sein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß, drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius g. 1650+ 1722. 484. Met. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da haft du meine Seele, fie fei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebestraft, da haft du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist! 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach 299 Morgenlieder. leb in mir, beweg und rege mich,| finster, kalt und trübe; Jesu, so hat Geift, Seel und Leib mit Liebe, komm, beschleunige den Lauf! dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: laß meiner Seele sein dein Bildnis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe, auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 8. Ach jegne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lente, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange g. 1670+ 1744. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben, Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 6. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll er= scheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jeju, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter g. 1676+ 1711. 485. Eigene Melodie. üter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden licht doch werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin 486. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. Ermuntert euch, erquickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vorbei; der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott Rob, der mich vor allem Schaden bei meiner stillen Ruh 300 bewacht, daß mich der Reichtum seiner Gnaden zu seinem Preise tüchtig macht; ich bin vergnügt, ich bin erquicht und warte, was Gott heute schickt. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn und helfe mir mein Wert vollführen, in seinem Namen fang ichs an; sein Segen wird mein Sonnenschein und seine Huld mein Schatten sein. 4. Mein Gott, so laß dich gnädig finden, dir hab ich alles heimgestellt, ach nur behüte mich vor Sünden! Doch wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Jesum auf und sei du selbst mein Lebenslauf! 5. Weil jeglicher von unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Deck mich durch deine Gnadenhand, so wird es glücklich abgewandt. 6. Nun, Seel und Leib sei dir ergeben, bei dem sie wohl ver= wahret stehn; und soll der Rest von meinem Leben noch diesen Tag zu Ende gehn, so mache du durch Christi Blut auch meinen letzten Abschied gut! 7. Wohlan, des tröst ich mich im Glauben: Im Glück und Unglück bin ich dein, aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein stetes Denkmal sein, das mir im Sinn und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. Morgenlieder. 487. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Die Nacht ist hin, wach auf mein Herz, du sollst ein Opfer bringen, laß deine Flügel himmelwärts sich nach den Wolken schwingen! Denn Gottes Treu ist wieder neu, er hat dir Licht und Leben von neuem jetzt gegeben. Erdmann Neumeister g. 1671 † 1756. 2. Bring deines Weihrauchs Wohlgeruch vor deines Schöpfers Throne, komm, bitte Segen für en Fluch in Christo seinem Sohne! Die Gnadenthür ist offen hier, so lasse denn dein Beten zu Gottes Herzen treten. 3. Du Sonne der Gerechtigkeit, vertreib die Nacht der Sünden und laß an diesem Morgen heut viel Gnadentau mich finden! Haft du die Nacht mich wohl bewacht, jo sei auch nun am Tage ein Schutz vor aller Plage! 4. Das Gute wende du zu mir, das Böse laß mich fliehen und deine Hand mich für und für nur Rat und That so früh als spat nach dem Himmel ziehen! Gieb zu allen meinen Werken, laß deinen Geist mich stärken! 5. Ich werfe meine Last auf dich, ach, hilf sie treulich tragen, machs wie du willst, nur seliglich, ich will es auf dich wagen. Kein Kreuz ist mir zu schwer bei dir. Es thut mir deine Rute auch heute was zu gute. 6. Du bist mein Gott, das The weiß ich wohl, laß mich nur dein verbleiben und was ich heute wirken soll, zu deinen Ehren trei Morgenlieder. 301 ben! Dein Segen blüh durch Lebensziel allein deines Namens meine Müh, daß, wenn ich Schweiß vergieße, er nicht um sonst mir fließe. sig Ehre sein, hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 7. Laß auch die Meinen diesen Tag dein Gnadenauge leiten! Und weil ich gar nicht wissen mag das Ende meiner Zeiten, so gieb, daß ich mich stetiglich des letzten Tages freue und meine Schuld bereue. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 488. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Gott, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich ver= lasse meine Ruh. Rufe: Werde licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 5. Führ mich bald zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die ver= klärte Seele steht heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Frand g. 1659+ 1725. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf, laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, der ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. shad std die 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt, ach erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild, sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke und befördre meine Pflicht, bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht, laß mein 489. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. ang dein Werk mit Jesu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu mor= gens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, laffe Jesum schaffen! 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll der Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer List schüßen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich 302 wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben! All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen, laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Um 1734. Morgenlieder. 490. Eigene Melodie. Jesu, meines Lebens Licht, nun ist die Nacht vergangen; mein Geistesaug zu dir sich richt, dein Anblick zu empfangen. 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs neu, es sei auch dir verschrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. Hoot 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl: im Geiste dich verkläre, dein Werkzeug nur sei meine Seel, den Leib bewahr und nähre! 5. Durchdring mit deinem Lebensjaft Herz, Sinne und Gedanken, bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanten. 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah, steh immer mir zur Seiten, und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sei du alleine meine Lust, mein Schak, mein Trost und Leben! Kein andres Teil sei mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. Zeig mir in jedem Augenblick, wie ich dir soll gefallen, zeuch mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allen! 9. Gieb, daß ich meinen Wandel führ im Geist, in deinem Lichte, und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach halt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche, zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 491. Mel. O Jesu, meines Lebens Licht. ein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 4. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 5. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. Tischlieder. 7. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele, sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 8. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 9. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 10. Daß ich dem Nächsten beizustehn nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 11. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert g. 1715 † 1769. 493. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. efegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein, hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 492. Mel. Kommt und laßt uns Christum ehren. b. Cischlieder. 2. Doch dies zeitliche Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein, dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 303 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott! Hilf endlich auch aus Früh am Morgen Jesus gehet und vor allen Thüren stehet, tlopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, tehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. aller Not! So preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. 1561. Vor dem Essen. 494. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. ir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns allzeit mehr beschern, Abendlieder. 304 2. Und speisen uns mit seinem 495. Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Herr, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn! Nach dem Essen. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns'r Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not, du bist das rechte Lebensbrot. 1589. 496. Eigene Melodie. er du bist drei in Einigkeit, ein wahrer Gott von Ewigkeit, die Sonn mit dem Tag von uns weicht, laß leuchten uns dein göttlich Licht! 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, des Abends auch beten vor dir; unser armes Lied rühmet dich jetzund, immer und ewiglich. 3. Gott Vater dem sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einge Herr, und dem Tröster, dem heilgen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. c. Abendlieder. Martin Luther g. 1483+ 1546, nach dem Lateinischen 0 lux beata, trinitas. O Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 497. Eigene Melodie. Christe, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. Speis uns, Vater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß fie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Nach Joh. Heermann g. 1585 † 1647. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint*) in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein. *) heute Nacht. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein, halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl dem Engel, daß er tomm und uns bewach, dein Eigentum, gieb uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns Abendlieder. sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500+ 1553, nach dem Lateinischen Christe, qui lux es et dies. 498. will Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Hinunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht start herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 305 Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanten. Laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu dein'm Preis richten! 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröfte die Betrübten! Pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder! 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset; frist unser Leben, wollst die Schuld la vergeben, erlös uns! Amen. Böhmische Brüder. 3. Womit wir, Herr, erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Fried und Ruh! 500. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 4. Die Engel dein zur Wachir danken dir, Herr Jeſu Chriſt, bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint,*) o lieber Gott! *) heute Nacht. Niklas Herman+ 1561. daß du unser Erlöser bist und schüßest uns vor aller G'fahr durch deiner lieben Engel Schar.dans 2. Wir gehn nun hin zu unsrer Ruh; ach rechn es unsrer Seel nicht zu, was leider wir gesündigt habn, vergieb uns alls, o Gottes Sohn! jodidoff onio@ 499. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen nach sein'm Wohlgefallen, daß wir uns legen, durch jein G'leit und Segen der Ruh zu pflegen.com 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr, schirm beid, Leib und 3. Dein' Engel laß stets um uns sein, die allzeit uns bewachen fein, daß Satan habe keine Macht an uns bei Tage noch bei Nacht. 4. Vor Feur, vor Seel- und Leibesnot behüt uns, lieber Herre Gott, in deinem Nam laß schlafen ein uns, deine lieben Kinderlein! 5. Es g'scheh, was mag, wir sind ja dein, erlöst durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, 20 306 dir sterben wir, dein Kinder sind wir für und für. Abendlieder. 6. Amen, Amen zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht. Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Nitol. Selneder g. 1532+ 1592. 501. Eigene Melodie. Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag, vor Betrübnis, Schand und Schaden treu behütet hat in Gnaden. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Wert gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feind hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. and 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen und so sehr vergiftet hat; treib des Satans List und Tück, Gott, durch deine Kraft zurück, du alleine kannst mich retten, strafe nicht mein übertreten! 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit; bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 8. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, muß mein Herz dennoch geflissen und auf dich gerichtet sein. Meiner Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich rein an Seel und Leibe und auch schlafend dein verbleibe. 3. Keine Klugheit kann verstehen deine Güt und Wunderthat, ja kein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel. Herr, 9. Laß mich diese Nacht emdu hast mich so geführet, daß kein pfinden eine sanft und süße Ruh, Unfall mich berühret. antalles übel laß verschwinden, decke 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an; es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mir auch im Finstern scheine, denn ich hoff auf dich alleine. mich mit Segen zu! Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder*), Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. fun ( 15) all die Meinen. 10. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Über fall, laß mich Krankheit nicht auf= wecken, treibe weg des Krieges Schall, wend ab Feur und Was sersnot, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben! Abendlieder. 11. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlichs Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Johann Rist g. 1607+ 1667. 00: 502. N₁ Mel. O Welt, ich muß dich lasſen. un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Stadt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 307 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei.bg 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Eng= lein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar! Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus die- Die Sonn hat sich mit ihrem sem Jammerthal. Glanz gewendet und, was 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, sie soll, auf diesen Tag vollendet; legt ab das Kleid und Schuhe, die dunkle Nacht dringt allentdas Bild der Sterblichkeit, die ich halben zu, bringt Menschen, Vieh zieh aus; dagegen wird Christus und alle Welt zur Ruh. mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 503. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich 20* 308 Abendlieder. heut vor aller Not und Plage 2. Ihr hellen Sterne leuchtet durch deine Gnad und hochgelobte wohl und gebet eure Strahlen, Macht hast unverletzt und frei ihr macht die Nacht des Lichtes hindurch gebracht. voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelsterz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schak und Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren; doch Einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet, laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Ewigteit bei dir erloschen sein! 4. Schaff, daß mein Geift dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft sein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen mich vor der Macht der Finsternis bewahren, auf daß ich vor der Lift und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem teine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. 1648. 504. Eigene Melodie. D er lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht; thu, Seel, was dir gebühret, tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin! 4. Verschmähe nicht dies schlichte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund! 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verz langen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich aud bin und bleibe dein! 7. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlafe sanft und stille, ihr müden Augen schließt Abendlieder. 309 euch zu, denn das ist Gottes Wille.| meinen Sinn! Dich laß ich nicht, Schließt aber dies mit ein: Herr mein Fels. Der Tag ist hin. Jesu, ich bin dein! So wird der Joachim Neander g. 1650+ 1680. Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! 506. Christian Scriver g. 1629 † 1693. Chub 505. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. er Tag ist hin, mein Jeju, bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir sei die Ehr, daß alles wohl ge= lungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich em= pfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schuß, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn, erquicke Eigene Melodie. un sich der Tag geendet hat und teine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, haft keine Raft, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht! 4. 3war fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir flagt an; ach aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Ge= richt; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl! 9. Und also leb und sterb ich dir, mein Gott, Herr Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Friedr. Herßog g. 1617+ 1699. 310 Abendlieder. 507. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh und thu in Fried mein Augen zu, denn Gott im Himmelsthrone über mich wacht bei Tag und Nacht, schafft, daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist laß mich kein Leid erfahren, durch deinen Schuß vors Teufels Truk dein Engel mich bewahren 3. Befiehl, o Herr, den Engeln dein, daß sie stets um und bei uns sein; all übel von uns wende, Gott heilger Geist, dein Hülf uns leift an unserm letzten Ende! 4. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns, o Gnadenlicht, treuer Jesu, weiche nicht! all sid 508. mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. Treuer Jesu, wache du, denn jetzt geh ich einzuschlafen. Gieb mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Thüren selber zu, treuer Jesu, wache du! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hülfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, kommt es nun einft einmal mit mir zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, meine Ruh! 509. Sohn bereit, dem heilgen Geist Herriederum ein Tag dahin; lehre Mel. Werde munter, mein Gemüte. es ist von meinem Leben mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs Nach C. Becker u. Adam Reusner. auch selber an, so ich was nicht 2 asisrecht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so ge= schwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen! Bricht dereinst der Tag herfür, da du selber wirst erscheinen, ach so führ uns insgemein, trener Jeſu, zu dir ein! 1697. Abendlieder. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe och einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Batertreu werde diesen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei! Lösche Feur und Lichter aus und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht in Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That! Wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann g. 1648+ 1715. ga 510. 311 Mel. O Traurigkeit. Der Tag ist hin; mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen! 3. Der Sonne Licht uns jett gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne! 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsternis zu mindern; ach daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt, zuvor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken! 7. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen! 8. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre, sende deiner Engel Schar, die mein Bette ziere. 9. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlieren, 312 denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! Ei wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung heilig, heilig finget.hom 12. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen.d dit I. Anast. Freylinghausen g. 1670+ 1739. 511. Mel. Jesu, meine Freude. irte deiner Schafe, der von teinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren! 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld, ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Baterarmen ohne Sorgen ein! Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. Abendlieder. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, unter deinen Flügel nimm dein Küchlein ein, decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken noch der Satan schrecken. infuus 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch haft du be= schlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in Acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmold g. 1672 † 1737. 512. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. un sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und dantet inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich! Ich schließe mich aufs neue in deine Batertreue und Schuß und Herze ein, die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein! 3. Daß du mich stets umgiebest, daß du mich herzlich liebest und rufft zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich, so reine, laß früh und spat mir wichtig sein! 4. Ein Tag der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. Ewigkeit so schöne, mein Herz an dich ge= wöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. Abendlieder. 513. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. 06 Der Abend kommt, die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket; o meine Seel, mert auf, wo bleibest du? In Gottes Schoß, sonst nirgend findst du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, das Vöglein fleugt nach seinem Nestchen wieder, das Schäflein au in seinen Stall tehrt ein, laß mich in dich, mein Gott, gekehret sein! 3. Ach sammle selbst Begierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanten; mein Ruheplatz und Heimat, thu dich auf, daß ich in dich von allem andern lauf. 313 Heiligtum, ins Dunkle kehr ich ein, Herr, rede du, laß mich ganz stille sein! 6. Da nun der Leib sein Tageswerk vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille sich in dich gelassen senket; Begierden, schweigt! Vernunft und Sinne, still! Mein müder Geist im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben, laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben, mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 10. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne, deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh. Gerh. Terstegen g. 1697+ 1769. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, 300 gestärket und geweidet; ich bins nicht wert, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sei. 5. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das verwirret; es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 514. fong Mel. O Welt, ich muß dich laſſen. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3500 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget, mein Geist vor dir, o Majestät, sich benget; ins Glaubens sehn! 314 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. Abendlieder. 750 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch cinen sanften Tod, und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. mlm sdit ti 515. is 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder! Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern tranten Nachbar auch! im tel is bl Matthias Claudius g. 1740+ 1815. dat almmo) 6.8 en 516. Eigene Melodie, Welt, ich muß dich lassen. oder jer Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar, der Wald ſteht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen follt. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getroft belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. nodroips idist Mel. Vater unser im Himmelreich. Hollendet hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgethan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht. O reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh! 2. Was du uns Gutes haft beschert, wie du uns heut versorgt, ernährt, in aller Fährlichkeit beschützt, uns zugewendet, was uns nütt: wir danken dafür inniglich, und Herz und Lippen preisen dich. 3. Was aber Übels wir gethan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir tlagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen unser Haus und Herz mit deines lieben Sohnes Blut zu Glaubenstrost und Glaubensmut. 4. Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 4. Nun gieb uns Ruhe, die er5. Gott, laß uns dein Heil quickt, nach der das müde Auge schauen, auf nichts Vergänglichs blickt; des Wächters Hut und trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Wachsamkeit, der Thor und Riegel Abendlieder. 315 Festigkeit, das Lager weich und 4. Nur etwas bitt ich über warm und dicht, das alles giebt alles, ach du versagst mir solches die Ruhe nicht. ladani. nicht: Gedente teines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Hältst du nicht selbst im Herzen auf der Sorgen und Gedanken Lauf, so fährt es aufgeregt einher wie ein von Sturm bewegtes Meer, und manche Stunde stiller Nacht wird ruhesuchend hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu, mit deiner Güte decke uns, zu rechter Zeit erwecke uns! Dann sei dir unser Dank gebracht für dein Geschenk, die gute Nacht. K. I. Phil. Spitta g. 1801+ 1859. Am Schlusse der Woche. 517. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. o ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin er= gießt und unerschöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit iucht, so gabst du auch die Kraft zumragen. Zudem, es ist voll Heil und Frucht in deiner Liebe, Herr, zu mie und darum dank ich auch dafür. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder haft versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht ster= ben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zuge= nommen, so bin ich auch der Ewig= teit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den erst und besten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche giebst. Du wirst es in der That erweisen, daß du mich je und deinem Nat, bis Leid und Zeit immer liebst und leitest mich nach ein Ende hat. Erdmann Neumeister g. 1671+ 1756. Am Sonntag Abend siehe Nr. 20. 21. Siehe auch Nr. 528. 531 bis 534. 316 1500 hi d Bot 15080ad dinolo sin lln and hid XXIV. Berufs- und Standeslieder. bim liur Rot Für die drei Hauptstände. 7. Gieb uns den lieben Friede, od picts the tomach alle Feinde müde, verleih 518. gesunde Luft, laß teine teuren Zeiten in unsre Grenzen schreiten, daß man nach Brot vergebens ruft. Mel. O Welt, ich muß dich laffen. err, höre, Herr, erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus, behüte die drei Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nut! Bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Truk! 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und ernte reiche Früchte ein! 4. Gieb unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schüß ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone allzeit in vollem Glanze stehn! 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht! 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab, bewahr des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was deine milde Hand uns gab. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn! Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Sei Vater aller Kinder, der Schwangern ihr Entbinder, gieb Säugenden Gedeihn, zieh unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Romm als ein Arzt der Kranten, und die im Glauben Die Alten heb und trage, auf wanken, laß nicht zugrunde gehn! daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschüße, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie im Frieden fahren zu 3ions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehri Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen, so ist ge wiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schumold g. 1672+ 137. Berufs- und Standeslieder. 317 Fürbitte für den König| Du, der in ihm so viel uns giebt, und die Obrigkeit. schenk ihm, der väterlich uns liebt, das srohste, längste Leben! Gott, schütt auf ihn und auf sein Haus die besten deiner Segen aus, laß seiner Räte Thun gedeihn, Recht, Ordnung, Treu das Land erfreun! Herr unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 519. Eigene Melodie. Herleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. i 2. Gieb unserm Könige und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. V. 1 Martin Luther g. 1483+ 1546. V. 2 Johann Walther+ 1570. 520. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. heilige Dreieinigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine treue Vaterhand gesetzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand regiere christlich Leut und Land, Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. en König schübe deine Macht! 2. Vernimm der Leidenden Gebet, dem, der zu dir im Elend fleht, hilf, daß er nicht erliege. Gieß Trost in jedes wunde Herz, die Kranken lab in ihrem Schmerz, hilf Sterbenden zum Siege! Doch Dit thust mehr als wir verstehn, tannst mehr gewähren als wir flehn, weißt besser, was uns nükt, als wir: wir überlassen ganz uns dir. Herr unser Gott, durch alles Leid der Prüfungszeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 522. Mel. Nun danket alle Gott. Freis, Ehr und Lob sei dir, in 3. Damit wir führen unter ihr dessen Schirm und Schatten wir ein still geruhig Leben hier und bis zur Stund allhier viel Heil zu dermaleinst mit ihr, mein Hort, schmecken hatten, der auch zu jeder bestehen wohl im Himmel dort. Frist allmächtig nah und fern ein Ämilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Herr und Helfer ist des Königs, Rudolstadt g. 1637+ 1706. tim odness som du unsers Herrn. 521. Er, der für unsre Wohlfahrt wacht, ist uns von dir gegeben. Am Geburtstage des Landesherrn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch ftrengem Gang dich huldvoll offenbaret; du haft in seiner Hand das Zepter start gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. Berufs- und Standeslieder. 318 524. Jislpis 3. Du wollest deinen Geist auf 10no seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; du wollft Gerechtigkeit und milder Gnade Luft ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 0 HOT Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. ie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. dois listine 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken, auf daß er Vorbild sei von jeder Tugendart und Hülf und Schutz verleih, wo man den 2. Wenn Mann und Weib sich Glauben wahrt. wohl verstehn und unverrückt bei= sammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 5. Du wolleft seine Tren vergelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gieb zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gieb, daß ers nie vergißt noch wir, wie du so gern ein Herr und Helfer bist des Königs, unsers Herrn. Karl G. Grüneisen g. 1802+ 1878. Für den Hausstand, für Eheleute und Eltern. 523. Mel. O Gott, du frommer Gott. Met. 2. Laß dich, Herr Jesu Chrift, durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen! All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnade bist, kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 3. Vor allem giebt er seine Gnad, in deren Schoß er früh und spat sein Hochgeliebten heget; da spannt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget; da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sit der Frommen. 4. Der Mann wird einem Baume gleich, an Ästen schön, an 3weigen reich, das Weib gleich einem Neben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne.i 5. Dich, dich hat er ihm auserkorn, daß aus dir ward heraus Berufs- und Standeslieder. 319 geborn das Volk, das sein Reich| wär, wie elend wärs, wie arm bauet; sein Wunderwerk geht und leer! immerfort, und seines Mundes startes Wort macht, daß dein Auge schauet schöne Söhne, Töchter züchtig, die fein tüchtig nähn and spinnen und mit Kunst die Zeit gewinnen. mind online 6. Sei gutes Muts! wir sind es nicht, die diesen Orden auf gericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenten. 7. 3war bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet schießen; jedennoch, wer sich in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 8. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen fingen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. gidd 525. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. ohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in allem ist. Ja wenn er nicht darinnen 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glaubenssinn verbindt, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottes= dienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getrener Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück. Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen jegnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. & Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g. 1712 † 1784. FOR 526.2 Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. ch und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu ise siell 320 Berufs- und Standeslieder. dienen. Du sollst der Herr im 6. Und endlich flehn wir allerHause sein, gieb deinen Segen auch darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. meist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ord= nung hält, der alles liebreich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. I. Phil. Spitta g. 1801 1859. 2. Es wirte durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen! Es leucht uns wie das Sonnen= licht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde, laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut sanft und linde! Liebe übe jede Seele, teinem fehle, dran man tennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit tindlichem Gemüte, felig, fröhlich. selbst mit Schmerzen in dem Her zen, dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltluft aus, des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 527. Eigene Melodie. selig Haus, wo man dich auffreund, Herr Jesus Christ, wo genommen, du wahrer Seelenunter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegen schlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Wints gewärtig stehn.t 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als beide Eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Berufs- und Standeslieder. Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie fehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teileft, wo man bei keiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Phil. Spitta g. 1801 † 1859. 528. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. N₁ fun schlaf, mein liebes Kindelein, und thu dein Äuglein zu, denn Gott der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den schenkt er in den Tod; der kam auf Erd vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt dir seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß fie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 321 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Das liebe Jesulein will sein dein liebes Brüderlein, drum schlaf, du liebes Kindelein, so wirst du selig sein. 7. Der heilge Geist der segne dich, bewahr dich alle Zeit, sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! 8. So nimm du recht an Gnade zu, an Alter und Verstand, und halte deine Kindesruh in Jesu Schoß und Hand! Nach Joh. Mathefius g. 1504+ 1565. 529. o Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Ihr Eltern, hört, was Christus spricht: Den Kindern sollt ihr wehren nicht, sondern sie lassen zu mir nahn, daß meine Hand sie segnen kann. 2. Er nimmt sie auf ins Himmelreich, und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Welt Luft, Gut und Ehr hats bald ein End und ists nichts mehr. 3. Das Himmelreich kein Ende nimmt, darein uns Jesus Christus bringt durch seine Lehr, dazu er will, daß man die Kinder senden soll. 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott recht er= tennen soll. 5. Habt ihr sie lieb mit treuem Sinn, so führet sie zu Jesu hin; wer dies nicht thut, ist ihnen 21 322 Berufs- und feind, wie hoch er sie zu lieben meint. 6. Was hilft den Kindern nur viel Geld und Äcker viel in jedem Feld? Wer sie von Gott recht lehren läßt, der thut für sie das Allerbest. Nach Ludw. Helmbold g. 1532+ 1598. 530. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Zorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an! Ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschüßen und beraten. Standeslieder. 5. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergebe, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasſe sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 2. Sie sind dir von Kindesbeinen und von ihrer ersten Stund zugeworfen als die Deinen,*) und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben.) Pf. 22, 11. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leichtlich umgestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte solchen Glücks- und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 6. Schüße sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten. Laß sie ihre Lebensjahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mi zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen faffen. 8. Endlich wenn die Zeit ver flossen, daß sie diese Lebenszeit haben ehrlich hier genossen und sie in die Ewigkeit ihren Eintritt sollen thun, so laß alle Schmerzen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir haft in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludw. Heinr. Schlosser g. 1663 † 1723. Berufs- und Standeslieder. Für Kinder. 531. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Ah lieber Gott, behüte mich und meine Eltern gnädiglich, auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr! 2. Und alle, die uns sind verwandt, beschütz durch deine rechte Hand! Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Joh. Heermann g. 1585 † 1617. 532. U Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. un hilf uns, o Herr Jesu Christ, der du einst hier gewesen bist ein freundliches und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd. 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr, der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach deinem Vorbild thun! 3. Gieb deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kindeslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in deinem Bund. 533. Cigene Melodie. Weil ich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 323 ich keinen Hunger leide; und so oft ich du bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, da ich sein bin und er mein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß! Henr. Luise v. Hayn g. 1724 † 1782. 534. Eigene Melodie. Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Auglein zu; Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut ge= than, sich es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jeſu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand, alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu, laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn! 1817. Luise Hensel g. 1798+ 1876. Für Witwen. 535. Mel. Zion tlagt mit Angst und Schmerzen. ichts Betrübters ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn verlaßne Waisen stehn ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlaßne Frauen, wer thut auf die Waisen 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß schauen? 21* Berufs- und Standeslieder. 324 2. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbarmen, wär die Not auch noch so groß. Ein solch ungerechter Mann taftet Gottes Angen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmelsschloß wer= den alles Kummers los. Da soll nicht mehr, wie auf Erden, Witwennot gehöret werden. Michael Hunold g. 1621+1672. 536. mel. O Welt, ich muß dich lassen. Auf Gott nur will ich sehen, er hört der Witwen Flehen, sieht ihre Thränen an; in jedem Schmerz und Leide ist Gott mir Trost und Freude, mein Fels, den ich umfassen kann. 2. Wie viel, die in der Kammer dir klagten ihren Jammer, o Gott, erhörtest du! Dein väterlicher Segen hielt sie; auf ihren Wegen war Friede, Sicherheit und Ruh. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Witwen waren, die haft du treu gepflegt, wenn sie dich nicht verließen und gläubig dir zu Füßen des Kummers schwere Laft gelegt. 4. In dir will ich mich stärken, dein Aug wird auf mich merken, und auf mein Flehn dein Ohr. Bei Tag und Nacht mit Flehen will, Herr, vor dir ich stehen und seufzen still zu dir empor. 5. Ich will mein Joch nun tragen; dir, Vater, darf ich sagen, was ja mein Herz bedrückt; bist du nicht in der Nähe, du, den ich zwar nicht sehe, und den mein Glaube doch erblickt? 6. Mit Ernst und frohen Mutes will ich nach Kräften Gutes vor deinen Augen thun, will mich der Welt entziehen, Lärm, Tand und Thorheit fliehen und nur in deinem Schoße ruhn. 7. Dann eilen meine Tage mit jeder Not und Plage leicht wie ein Traum dahin; dann leg ich froh die Glieder aufs Sterbebette nieder, wenn ich zum Himmel reifer bin. 8. Fort auf dem Dornenpfade! Mich tröst des Heilands Gnade, er träget meine Not. Nicht ewig werd ich weinen, ich komme zu den Meinen, bald seh ich sie bei meinem Gott. 9.( Kommt her, ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns erhalten kann. Dir, Gott, will ich sie bilden; schau, Herr, mit deiner milden Erbarmung deine Schäflein an!) Nach J. K. Lavater g. 1741+ 1801. Für den Bergmann. Bei der Einfahrt. 537. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Gott, der du Berg und Hügel selbst festgeseket hast, worin du als im Spiegel mir armen Erdengast zeigst deine Gütigkeit, du Schöpfer aller Dinge, hör, was ich jetzo singe, mein Herz ist dir geweiht. Berufs- und Standeslieder. 325 2. Dir, Herr, bring ich vor| dein Kind, bewahren, wenn ich allen mein Morgenopfer hier, ach fahr an und ein. Laß keine Fahrt laß es dir gefallen! Lob, Preis eingehn, laß keinen Bau einbrechen, und Dank sei dir, daß du in hilf, daß in allen Zechen wir deinen dieser Nacht auf mein demütig Segen sehn. Bitten in meiner armen Hütten mich so getreu bewacht. 9. 3uletzt laß mich stets denken an jene Himmelsstadt, wo man ohn Sorg und Kränken dich selbst und alles hat. Da darf ich weiter nicht nach eitlen Schätzen graben, da werd ich alles haben, was mir allhie gebricht. 3. Nun will ich wieder gehen in meinen Arbeitsschacht, wozu du mich ersehen, eh ich ans Licht gebracht. Ich will von Herzen gern, so lang die Kräfte grünen, dir, mein Gott, treulich dienen, und meinem Landesherrn. Nach der Ausfahrt. 538. Mel. Jesu, meine Freude. 4. Vergieb mir meine Sünden, die ich bisher gethan, und laß mich Gnade finden, schau Chrifti Wunden an! Ach schenk mir deinen Geist, damit ich deinen Willen mag jederzeit erfüllen jo, wie dein Wort mich heißt. 5. O Herr, wenn ich einfahre, gieb, daß mein Herz bedenkt, wie bald man von der Bahre mich so ins Grab versenkt, bis du, mein Lebensfürst, einst meines Leibes Glieder aus dunklen Grüften wieder zu Tage führen wirst. nädigster Erbarmer, zu dir komm ich Armer nach vollbrachter Fahrt. Du haft heut aus Gnaden mich vor allem Schaden als dein Kind bewahrt. keine Not, kein Leid, kein Tod hat, o Vater, mich berühret, weil du mich geführet. 2. O wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen Kluft! Wetter, Bruch und Wände 6. Wenn ich mein Wert beginne drohten mir das Ende in der bei meiner Arbeitsschicht, so lenke finstern Gruft. Doch du hast bei Herz und Sinne auf deines Wor- aller Last deinen Schuß an mir tes Licht! Laß mich so Tag als erneuet und mich nun befreiet. Nacht nach solchen Schätzen graben, die nichts vom Eitlen haben, das Sorg und Kummer macht. 3. Herr, auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall gespürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnädiglich regiert. Nun kann ich mit Freude dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja dich will ich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm 7. Herr, segne die Gewerken und gieb Gedeihen hier, laß deine Kraft mich stärken zur Arbeit für und für! Veredle Gäng und Kluft durch deinen milden Segen, mit stetigem Ver= mögen in jeder Fahrt und Gruft! 8. Laß deiner Engel Scharen stets meine Wächter sein, die mich, 326 Berufs- und Standeslieder. und dankbar sein. Doch, mein| auf, ihr christlichen Berglent, Licht, verlaß mich nicht, schüte rühmt Gottes groß Allmächtigkeit, ferner Leib und Seele, die ich helft mir sein Lob vermehren! dir befehle. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! Bei Bergfesten. 539. Mel. Auf dich hab ich gehoffet. Bergwerksschöpfer, höchster Gott, allmächtiger Herr Zebaoth, sei von uns hoch gepriesen! Zu aller Stund, aus Herzensgrund sei dir Lob, Ehr erwiesen! 2. Dein Allmacht ist doch lobenswert, du hast geschaffen in der Erd nach deinem Wohlgefallen und schenkst uns frei Gold, Silber, Blei, auch allerlei Metallen. 3. Die Gäng thust du veredlen gar und läsfest auch noch immerdar Erz wachsen in der Erden; dein göttlich Kraft stets Mittel schafft, daß wir erhalten werden. 4. O reicher Gott, wir bitten dich, segn unser Bergwert mildig lich, gieb Notdurft diesem Leben! Dein Vaterherz woll uns gut Erz, auch reichlich Wasser geben! 5. Dein reines Wort bei uns erhalt, behüt die Bergleut jung und alt, thu reich Ausbeut bescheren! So wollen wir auch danken dir und deinen Namen ehren. Matthäus Wieser um 1658. Cript 540. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. Mit Freude will ich heben an, den höchsten Gott, so viel ich kann, zu loben und zu ehren. Auf, 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem Herren sagen Dank und Preis, daß er uns hat ge= schenket sein reines Wort, das höchste Gut, das Leib und Seel erquicken thut, so oft man sein gedenket. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 3. Glück, Heil und Segen mannigfalt, Nahrung dazu für Jung und Alt hat er nach Notdurft geben. Sein Gnade währet immerdar; sie hat nun lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Engelein, die himmlischen Heerscharen, und thut denselbigen Befehl, sie sollen unser Leib und Seel vor allem Leid bewahren. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, finget alle und lobt Gott mit großem Schalle! 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns nur dein reines Wort, drum wir dich herzlich bitten. Thu auf dein reiche milde Hand und segne unser ganzes Land, all Bergwerk und Schmelz= hütten! Hilf, Herr, bescher Glück auf Erden, bis wir werden zu dir kommen, in den Himmel aufgenommen. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. var 541. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. Freut euch sehr, ihr Bergleut alle, die ihr rechte Christen seid, lobet Gott mit vollem Schalle, dantet seiner Gütigkeit, daß er uns sein Wort gegeben und den heilgen Geist dazu, daß er fristet unser Leben und verleiht uns Fried und Ruh. 2. Lob und Dank solln wir erweisen der heilgen Dreieinigkeit und des Herren Namen preisen, der uns treulich Hülfe leiht; in dem Himmel hoch dort oben singen ihm die Engel fein, hier auf Erden solln Gott loben all, die seine Diener sein. 327 Eigene Melodie. Du u Friedefürst, Herr Jesu Christ, wahr Mensch und wahrer Gott, ein starker Nothelfer du bist im Leben und im Tod. Drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater schreien. werde seine Güt und Freundlichkeit; Gold und Silber, Erz und Steine haut man aus den Bergen viel, davon leben Groß und Kleine, wer sich redlich nähren will. 5. Wagen müssen wir das Leben in das edle Bergwerk' nein, uns tief unter Klüft begeben, hauen Erz aus festem Stein; Glück und Segn bedürfen alle, ei, 3. Brot und Wein wächst aus das geb uns Gott mit Freud, der Erde und der Menschen Herz daß wir loben ihn mit Schalle erfreut, daß uns allen sichtbar hier und dort in Ewigkeit. 1737. 2. Recht große Not uns stößet an von Krieg und Ungemach, daraus uns niemand helfen kann denn du, drum führ die Sach! Den Vater bitt, daß er ja nicht im Zorn mit uns woll fahren. 3. Gedent, Herr, jeho an dein Amt, 4. Tief wir Bergleut sind ver= borgen in den Schächten tief und lang, trauen Gott und wolln nicht sorgen, loben laut ihn mit Gesang, Schlägl und Eisen führn in Händen, das soll unsre Nahrung sein, Gott woll uns sein Engel senden, fröhlich fahrn wir aus und ein. XXV. Lieder für besondere Beiten und Verhältnisse. Bei Krieg und Frieden. 542. daß du ein Friedfürst bist, und hilf uns gnädig allesamt jetzo zu dieser Frift! Laß uns hinfort dein göttlich Wort im Fried noch länger schallen! 4. Verdienet habn wir alles wohl und leidens mit Geduld; doch größer deine Gnad sein soll denn unsre Sünd und Schuld; darum vergieb nach deiner Lieb, die du fest zu uns trägest. 5. Erleucht doch unsern Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad, daß wir damit nicht treiben Scherz, der unsrer Seele schad. O Jesu Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jakob Ebert g. 1549 † 1615. 328 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 543. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. err unser Gott, laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. gol 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen; ach kehre dich mit Gnade zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, tein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und 5. Du bist der Held, der sie fann untertreten und das bedrängte kleine Häuslein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann g. 15851647. 544. ng ba Mel. Da Christus geboren war. Treuer Wächter Israel, des sich freuet meine Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfft noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr! Wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, hast versöhnt uns durch dein Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzt auch heut ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, flopfen an die Gnadenthür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum, dein Erbarmen hat kein End, deines der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leift! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Bittern sie anschau. 7. Treuer Hort Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Truk dem, der uns thu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit.p 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. wir hoffen Tag und Nacht, unsrer Feinde Schar zertrenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie feftiglich. Laß sie werden nicht zu schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 329 grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 11. Jesu, wahrer Friedensfürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, wiederbracht den Fried bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann g. 1585 1647. 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blutgen Heldenschweiß, der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht; nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 545. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Gott ott Lob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet als schwere Straf und großen 6. Ach laß dich doch erwecken! 3orn, weil stets noch bei uns Wach auf, wach auf, du harte 330 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Welt, eh als das harte Schrecken| Schild, Bogen, Spieß und Schwert dich schnell und plötzlich überfällt. zerbrochen und zerschlagen. Der Wer aber Christum liebet, sei Strick ist nun entzwei, darum so unerschrocknes Muts, der Friede, fingen wir mit Herzen, Zung und den er giebet, bedeutet alles Guts. Mund: Herr Gott, wir danken Er will die Lehre geben: Das dir. Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt g. 1607+ 1676. 546. Mel. Nun danket alle Gott. err Gott, dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen! Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Luft: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht ganz haft weggeraffet; es hat die Baterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten haft; gieb ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in stolzer Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck g. 1618 † 1677. Jahreszeiten. 547. Mel. Valet will ich dir geben. ie lieblich ist der Maien aus 4. Herr Gott, dich loben wir, lauter Gottesgüt, daß sich die wir in vielen Jahren der die Menschen freuen, weil alles Waffen schweres Joch und frechen grünt und blüht. Die Tier sieht Grimm erfahren. Jetzt rühmet man jetzt springen mit Luft auf unser Mund mit herzlicher Be- grüner Weid, die Vöglein hört gier: Gott Lob, wir sind in Ruh! man singen, die loben Gott mit Herr Gott, wir danken dir. Freud. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, 2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! Die Blüt 331 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit fichs möge schicken fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und flingen ganz vom Luft4. Mein Arbeit hilf vollbringen geschrei der Schafund ihrer Hirten. zu Lob dem Namen dein und laß 6. Die unverdroßne Bienenmir wohl gelingen, im Geist frucht- schar fleugt hin und her, sucht bar zu sein: die Blümlein laß hie und dar ihr edle Honigspeiſe; aufgehen von Tugend mancherlei, des süßen Weinstocks starter Saft damit ich mög bestehen und nicht bringt täglich neue Stärk und verwerflich sei. Kraft in seinem schwachen Reise. Martin Behm g. 1557+ 1622 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. zur Frucht vermehre, laß sie er= sprießlich sein! Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß, drum wollst du widerwenden Meltau, Frost, Reif und Schloß! 548. Eigene Melodie. eh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft*) und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergetzt und füllt mit ihrem Schall Ferg, Hügel, Thal und Felder. *) Jerem. 48, 28. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles fingt, und lasse, was dem Höchsten tlingt, aus meinem Herzen rinnen.. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt du uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Luft, welch heller Schein wird wohl in Chrifti Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend mit eingestimmtem Seraphim Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 332 Mund und Stimm ihr Halleluja singen? 11. O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen.la dau 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ganz stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 2. Mein Gott, gieb mir bei dieser Freud des Herzens wahre Dankbarkeit, daß ich dir diene für und für und sing dir fröhlich dort und hier. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 † 1681. 550. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Gott Lob, die schöne Sommerzeit ist da, die mir mein Herz erfreut, Laub und Gras steht in voller Pracht, weil Gott hat alles wohl gemacht. Halleluja! 2. Mein Gott, laß mich die Erntefreud erinnern meiner Herr13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himlichkeit, wenn kommt der letzte mel fleußt, daß ich dir stetig Sommertag, daß man dir ewig blühe; gieb, daß der Sommer dei singen mag. Halleluja! ner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. Joh. Olearius g. 1611+ 1684. *) fest wurzeln. 15. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt g. 1607 1676. 551. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich wohl bekleiben.*) Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens ott Lob, die Herbstzeit zeiget sich, Gott segnet das Land schöne Blum und Pflanze möge mildiglich; was Nahrung ringt, bleiben. was uns erfreut, das schenkt uns Gott zu dieser Zeit. Halleluja! 2. Mein Gott, laß deine Güt und Gnad mich dankbar finden früh und spat, gieb mir, was hier mein Herz erfreut, gieb mir dort deine Seligkeit! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 † 1684. 549. 552. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Gott Lob, nun kommt die Frühott Lob, die kalte Winterzeit lingszeit, da sich die ganze bringt uns die werte WeihWelt erneut, es grünt, es blüht, nachtsfreud, das Jahr geht aus, es singt und springt, daß Gottes die Freud ist da, das Licht, das Lob und Ruhm erklingt. Halleluja! neue Jahr ist da. Halleluja! Lieder für besondere Zeiten und Verhältniſse. 2. Mein Gott, gieb mir das wahre Licht! Wenn mir gleich Licht und Freud gebricht, sei du mein Trost, mein Licht und Freud, daß ich dir sing in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1684. Alco 553. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Freuet euch der schönen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud. O was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut! 2. Und doch ist sie seiner Füße reichgeschmückter Schemel nur, ist nur eine schön begabte wunder reiche Kreatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdenthal. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glänzendes Gewand. 333 2. Du machst die Berg und Auen naß und läßt drauf wachsen Laub und Gras, damit die Tiere mannigfalt im Feld sich nähren und im Wald. 3. Uns Menschen giebst du Brot und Wein, daß unser Herz tann fröhlich sein; du machst, daß es die Erde bring, und unfre Arbeit uns geling. 4. Wir bitten deine Gnad und Güt: Dein eigne Wohlthat uns behüt, die Frücht der Erden uns bewahr und gieb uns ein gesegnet Jahr! 5. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! K. J. Phil. Spitta g. 1801 † 1859. 3ur Hagelfeier. 4554. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Bater, deine Sonne scheint auf Bös und Fromme, Freund und Feind, es wird die ganze Welt erleucht, mit Tau und Regen auch befeucht. 5. Ein fruchtbar Wetter uns bescher, Frost, Hagel, Mißwachs von uns kehr! Wind, Regen, Tau und Sonnenschein muß deinem Wort gehorsam sein. 6. Wiewohl sich Sünde bei uns findt, dent, daß wir deine Kinder sind, und thu auf deine milde Hand, dein Fußstapf segne unser Land! Um Sonnenschein. 7. Den Himmel mach von Wolten rein, auf daß die Sonn beständig schein und bald erwärme und aufricht, was sonst verdirbt und wird zu nicht. Um Regen. 8. O Gott, erhöre unsre Bitt und teil uns milden Regen mit, daß wir genießen deine Gab, und auch das Vieh sein Futter hab. 9. Wenn deine Gnad das Jahr denn krönt, sind wir mit deinem Gut belehnt; thu aber dieses noch dazu und gieb Gesundheit, Fried und Ruh! 334 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 10. Bei dir steht alles, Herr,| machen weich; laß sein Gewächs allein, wir wolln dir treu und es geben zur Notdurft diesem dankbar sein und deines großen Leben! Wir wolln dir dankbar Namens Ehr dafür ausbreiten sein. mehr und mehr. Vincentius Schmuck g. 1565+ 1628. Nach Niklas Herman+ 1561. 555. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Bescher uns, Herr, das täglich Brot, vor Teurung und vor Hungersnot behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron! 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm, denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gieb uns ein fruchtbars Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr, vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit! 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Niklas Herman 1561. 556. Met. Herr Jesu, Gnadensonne. Das Land wollst du bedenken mit deinem Segen reich und sein Gepflügtes tränken, mit Regen Beim Gewitter. 557. Mel. Auf meinen lieben Gott. in Wetter steiget auf. Mein Herz, zu Gott hinauf! Fall ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, bitt mir aus dein Erbarmen, hab Christum auf den Armen; um dessentwillen schone, mir nicht nach Sünden lohne! 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, das vielmehr deiner Treue in allem findlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben! So wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Ämilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt g. 1637+ 1706. Lieder für besondere Nach dem Gewitter. Zeiten und Verhältnisse. 335 und Menschen traurig sein. Wenn du zuschließt den Himmel dein, dann müssen wir verschmachten. 558. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. jerr Gott, nun sei gepriesen, daß du zu dieser Zeit uns Schuß und Schirm erwiesen in der Gefährlichkeit des Donners, der uns schreckte, des Blitzes, der sich streckte auf unser Hof und Haus. 2. Wir haben klar gesehen, Herr, deine große Macht, vor dir kann nichts bestehen; denn wenn dein Donner kracht, und sich dein Blik entzündet, ach Gott, ach so befindet sich alles in Gefahr. 3. Das Wetter ist vergangen, vorbei ist die Gefahr, wir haben Schuß empfangen durch Gott, der bei uns war; Haus, Hof, Gut, Leib und Leben, und was er sonst gegeben, blieb uns ganz unversehrt. 4. So voller Güt und Gnaden ist der getreue Gott, der uns bewahrt vor Schaden in so sehr großer Not; drum wir ihn herzlich loben, sein Ruhm sei hoch erhoben, so weit der Erdkreis geht. Bei anhaltender Nässe. 560. 5. Laßt uns uns fertig machen, Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. daß, wenn der jüngste Tag mit Donnern und mit Krachen vielleicht bald kommen mag, wir alle so bestehen, daß wir mit Gott eingehen zur ewgen Seligkeit. 1719. 2. Herr, unsre Sünd erkennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Troft, Hülf thu uns verleihen; gieb Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund! Um deines Namens willen bitten wir dich von Herzensgrund, thu unsre Not doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein! Dein ist der Himmel ja allein, ohn dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in keines andern Hand, daß er sollt Regen geben; den Himmel hast du ausgespannt, darinnen du willst schweben. Allmächtig ist der Name dein, solchs kannst du alles thun allein, Herr, unser Gott und Tröster. Um 1592. Bei anhaltender Dürre. 559. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. Ach Herre, du gerechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß Vieh Gott, der du das Firmament mit Wolken thust bedecken, der du imgleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken, halt doch mit vielem Regen ein und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast ganz verschwinden. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 336 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben; Herr, wir bekennen unsre Schuld: weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnade bei, freue dich, Israel, seiner Gnaden! 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, die wir dich findlich suchen. Wie hält so hart sich dieser Zeit dein Herz und sanfte Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Mich. Schirmer g. 1606 1673. Am Erntedankfest. 561. Eigene Melodie. U₁ un preiset alle Gottes Barmherzigkeit, lob ihn mit Schälle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tansend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohl auf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weide stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. Matthäus Apelles v. Löwenstern g. 1594+ 1648. 562. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich, ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien als wär es tot, bis zu der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 337 5. Nun, Herr, was soll man 4. Er hat sein Herz geneiget, erst bedenken? Der Wunder ist uns Sünder zu erfreun, genughier gar zu viel. So viel als sam sich bezeuget durch Tau und du kann niemand schenken, und Sonnenschein. Wards aber nicht dein Erbarmen hat kein Ziel, geacht, so hat er sich verborgen denn immer wird uns mehr und durch verborgne Sorgen zum beschert, als wir zusammen alle Beten uns gebracht. wert. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient, du mildester Berater machst, daß uns Eegen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir. 6. 3um Danken kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, vor Fener uns behüten und aller andern Not, gieb friedensvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit! 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann g. 1648+ 1715. Nach der Ernte. 563. Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder Aus meines Herzens Grunde. Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerten, drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft uns ohne Bitte gethan, was uns gefällt; die immer noch geschont, ob wir gleich gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. 3war manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus unverdienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen kann. 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Samförnlein verlangte Früchte bringe, und wir in allem Dinge recht fromme Leute ſein. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Leibes hast geschenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden, nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Luft. Gottfried Tollmann um 1725. 22 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Bei reichlicher Ernte. Bei sparsamer Ernte. 565. 564. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. jerr, die Erde ist geſegnet von dem as Gott thut, das ist wohl Wohlthun deiner Hand, Güt und Milde hat geregnet, dein Geschent bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen ist dein Segen ausgestreut; unser Warten ist gekrönet, unser Herz haft du erfreut. gethan, so denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, ob wir gleich oft auf Erden bei Mangel traurig werden. ni 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, dağ 2. Was Gott thut, das ist wohl du Speise giebst von oben und versorgest jeden Mund. Und du öffnest deine Hände, dein Vermögen wird nicht matt, deine Hülfe, Gnad und Spende machet alle froh und satt. gethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Gnädig hast du ausgegossen deines Überflusses Horn, ließest 3. Was Gott thut, das ist wohl Gras und Kräuter sprossen, ließest gethan. Er zeigt uns oft den wachsen Frucht und Korn. Mäch- Segen, und ehe man ihn ernten tig hast du abgewehret Schaden, kann, muß sich die Hoffnung Unfall und Gefahr, und das Gut legen; weil er allein der Schatz steht unversehret, und gesegnet ist will sein, so nimmt er andre das Jahr. gambar wishes Güter und bessert die Gemüter. 4. Herr, wir haben solche Güte 4. Was Gott thut, das ist wohl nicht verdient, die du gethan. Unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt, daß der Reichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. das 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort; alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in deinen Schoß, und du wirst die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. Chr. Rud. Heinr. Puchta g. 1808+ 1858. 338 gethan. Es geh nach seinem Willen. Läßt sich es auch zum Hunger an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Das Feld mag traurig stehen, wir gehn getroft auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenstraft, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, so wollen wir stets schließen. 3ft gleich bei uns kein Kanaan, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 339 wo Milch und Honig fließen,| Engel selbst begleiten, und Jesus doch ists genung zur Sättigung, wenn Gott das Wenge segnet und uns mit Huld begegnet. dir zur Seite steht? Nach Benj. Schmold g. 1672+ 1737. Auf Reisen. 566. Eigene Melodie, oder Dies sind die heilgen zehn Gebot. In Gottes Namen fahren wir, sein heilger Engel geh uns für wie dem Volt in ÄgyptenLand, das entging Pharaonis Hand. Kyrieleis! 3. Die finstre Nacht darf dich nicht schrecken, die über Land und Meere fällt; will gleich die Sonne sich verstecken, dein Jesus ist das Licht der Welt. 4. Er, der die Sonne selbst formieret, bedarf des fremden Lichtes nicht; wenn dessen weiſe Hand dich führet, ist dir die Nacht auch selbst ein Licht. 5. Ich weile hier im fremden Lande, allein in Gottes Eigentum; find ich gleich lauter Unbekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. 2. Herr, du wollst unser G'leitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg, wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyrieleis! 3. So wird kein Berg noch tiefes Thal, kein Waßr uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig hilfest fort. Kyrieleis! 4. Herr Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pilgrim ins Vaterland, weil du dein Blut haft dran gewandt. Kyrieleis! Niklas Herman+ 1561. 567. Eigene Melodie. Bist du gleich ferne von Bekannten, was schadets, da dir früh und spät ein Heer von glänzenden Trabanten umher um deinen Wagen steht? 2. Was schadets, wenn die Freunde scheiden, und kein Gefährte mit dir geht, da dich die 6. Mein Hort, in dem mein Herz versenket, zeigt mir sein holdes Angesicht und spricht: Mein Kind, sei ungekränket, dein treuer Vater läßt dich nicht. Siehe auch Nr. 393, V. 10 bis 15. Bei Sturm und Wassersnot. 568. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. W enn wir in Wassersnöten sein, so rufen wir zu dir allein, o treuer Gott, und bitten dich: Hilf uns doch jetzo gnädiglich! 2. Der Sturmwind braust und saust gar sehr, das Meer bewegt und schlägt noch mehr, das Wasser steiget in die Höh und dränet uns bei voller See. 3. Die Deiche sind gar nicht imstand, u schützen unser festes Land, wo nicht, o Gott, dein Allmachtshand befestigt unser Land und Stand. 22 * 340 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 4. Drum steur und wehr, o Vater,| Sturmwinds Schlägen! Einer ist, ab, daß nicht das Meer werd der in der Nacht, Einer ist, der unser Grab; verhüte, daß durch uns bewacht: Christ Kyrie*), deinen Grimm wir nicht im komm zu uns auf die See!*) Herr. Wasser kommen um. 5. Dein Schutz sei unser Damm und Deich, so sind beschüket Arm und Reich; dein Schutz halt aller Orten Wach, sonst ist verloren unsre Sach. 6. Sieh, Herr, nicht unsre Sünden an und was der Mensch versehen kann, durch Jesum laß uns gnädig nach die Sünd und alles Ungemach! 7. Des Wassers schreckliche Gewalt in Gnaden hemm und rett uns bald! So soll dich preisen Kindeskind, wir auch, wenn wir erlöset sind. Christian von Stöden g. 1633+ 1684. 569. Eigene Melodie. ie mit grimmgem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Steuer bricht, wo nun Rettung finden? Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Sollt ich von dem bittern Strom Well auf Welle trinten, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen, loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder Stund. Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! Joh. Daniel Falk g. 1768 † 1826. E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe- und Begräbnislieder. 570. Eigene Melodie. Ich wollt, daß ich daheime wär und aller Welt Trost hätt nicht mehr. 2. Ich mein, daheim im Himmelreich, da ich Gott schaue ewiglich. 3. Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, dort wartet dein der Engel Schar. 4. Denn alle Welt ist dir zu klein, du kommest denn erst wieder heim. Eigene Melodie. Mi Fitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Ulns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starter Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht ver= sinken in des bittern Todes Not! Kyrieleison!( Erbarm dich unser.) 2. Mitten in dem Tod ansicht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, 10. Du hast doch hie kein Herr, alleine. Es jammert dein Bleiben nicht, obs morgen oder Barmherzigkeit unsre Sünd und heut geschicht. großes Leid. Heiliger Herre 5. Daheim ist Leben ohne Tod, und ganze Freud ohn alle Not. 6. Da ist Gesundheit ohne Weh und währet heut und je und je. 7. Da sind doch tausend Jahr wie heut, und nichts, das dich verdrießt und reut. 8. Wohlauf, mein Herz und all mein Mut, und such das Gut ob allem Gut! 11. Da es denn anders nicht kann sein, so fleuch der Welt viel falschen Schein! 12. Bereu dein Sünd und beßre dich, als wolltst du heut gen Himmelreich. 13. Ade, Welt, Gott gesegne dich! Ich fahr dahin gen Himmelreich. Nach Heinrich v. Laufenberg um 1430. 571. 9. Was das nicht ist, das schäß gar klein und sehn dich allzeit wieder heim. Sterbe- und Begräbnislieder. 342 Gott, heiliger, starter Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut! Kyrieleison!( Erbarm dich unser.) 3. Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, 573. Eigene Melodie Gemeinde. ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger un laßt uns den Leib begraben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweßlich hervorgehn. Herre Gott, heiliger, starter Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht 2. Erd ist er und von der entfallen von des rechten GlauErden, wird auch zu Erd wieder bens Trost! Kyrieleison!( Er- werden und von der Erd wieder barm dich unser.) aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet doch. Martin Luther g. 1183+ 1546. Nach dem Lateinischen Notters des ältern Media vita in morte sumus. 4. Er ist das Heil und selge Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther g. 1483 † 1546. 572. Ev. Luc. 2, 29-32. Eigene Melodie. Mit Fried und Frend ich fahr dahin in Gottes Wille, getroft ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen lan und g'macht bekannt, daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem ihn Gott verklären und ewge Freude wird gewähren. 6. Hie ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 3. Den hast du allen vorge- 7. Nun lassen wir ihn hie stellt mit großen Gnaden, zu schlafen und gehn all heim unfre seinem Reich die ganze Welt Straßen, schicken uns auch mit heißen laden durch dein teuer allem Fleiß, denn der Tod kommt heilsam Wort, an allem Ort uns gleicher Weis. erschollen. Böhmische Brüder. Sterbe- und Begräbnislieder. Chor. 574. 1. So traget mich nun immer hin, da ich so lang verwahret Eigene Melodie. bin, bis Gott, mein treuer See- Welt, ich muß dich lasſen, lenhirt, mich wieder auferwecken wird. ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geift will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben ſei. 2. Ja freilich durch den Tod ich werd zu Asche wieder und zu Erd, doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret ſein. 3. Mein Leis bleibt hie der Würmer Spott, die Seele lebt bei ihrem Goit, der sie durch sein so bittres Leid erlöset hat zur Seligkeit. 4. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun in höchste Lust verjetzt; die Welt ist nur ein Jammerthal, dort ist ein rechter Freudensaal. 5. Wenn alle Welt zu Trümmern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. Wie manche Widerwärtigkeit hatt ich bei meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt als aller Auserwählten Lust. 7. So laßt mich denn in sanfter Ruh und geht nach eurer Wohnung zu, ein jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig werden mag. Gemeinde und Chor. 343 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns hat durch sein Blut erlöst vons Teufels G'walt und ewger Pein. Ihm jei Lob, Preis und Ehr allein! Georg Neumark. V. 8. Martin Luther. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlik will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd kann mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu From= men, so ich will zu ihm kommen, allein der christlich Glaube gut. 6. Ich bin ein unnük Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hie kann ich nicht mehr bleiben, der Tod 344 Sterbe- und Begräbnislieder. thut mich vertreiben, mein Seele| Herzen; von dir ich ungeschieden sich vom Leibe scheidt. bleib in Todesnot und Schmer8. Damit fahr ich von hinnen. zen; wenn ich gleich sterb, so Welt, thu dich besinnen, denn sterb ich dir, ein ewigs Leben du mußt auch hernach; thu dich hast du mir mit deinem Tod zu Gott bekehren und von ihm erworben. Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach! 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen, sonst all irdischen Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Bein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen! Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Hesse g. 1490+ 1547. 575. Eigene Melodie. We enn mein Stündlein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, gedenken will ich an dein Tod, Herr Jeju, und dein Wunden rot, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods Furcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin, drum fahr ich hin mit Freuden. 5. Ich fahr dahin zu Jesu Christ, mein Arm thu ich ausstrecken; so schlaf ich ein und ruhe sein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn; der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum eigen Leben. V. 1-4 Niklas Herman+ 1561. V. 5 1574. 576. Mel. Vater unser im Himmelreich. err Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld er= warbst, ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht, Sterbe- und Begräbnislieder. 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all mensch= lich Hülf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, verfürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt. So nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnade mir das Leben schenk! Wie du haft zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und ewig den Tod schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freude leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 345 577. Mel. Vater unser im Himmelreich). In Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber(?) g. 1511+ 1569. 8. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen feftiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber g. 1511 1569. 578. plug Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ört auf mit Trauren und Kla= gen, ob dem Tod soll niemand zagen; er ist gestorben als ein Christ, sein Tod ein Gang zum Leben ist. 2. Der Sarg und Grab drum wird geziert, der Leib ehrlich begraben wird, damit wir glaubn, er ist nicht tot, er schläft und ruhet sanft in Gott. 3. Wohl scheints, es sei nun alle dahin, weil er da liegt ohn Mut und Sinn; doch soll ihm bald fehren wieder Lebn und Kraft in alle Glieder. 4. Bald werden diese Totenbein erwarmen und sich fügen fein zusammen mit Kraft und Leben, Gott wirds herrlich wieder geben. 5. Ein Weizenkörnlein in der Erd liegt erst ganz tot, dürr und Sterbe- und Begräbnislieder. 346 unwert, doch kommts hervor gar schön und zart und bringt viel Frucht nach seiner Art. 6. Der Leib gemacht vom Erdenkloß soll liegen in der Erde Schoß und soll da ruhen ohne Leid, bis daß er wieder aufersteht. 7. Der Seele Haus sollt er hier sein, die blies Gott mit sein'm Atem drein, ein edles Herz, recht Mut und Sinn war durch die Gabe Christi drin. 8. Den Körper nun die Erd bedeckt, bis ihn Gott wieder auferweckt, der seins Geschöpfs gedenken wird, welchs war nach seinem Bild formiert. 9. Ach daß nun täm der selge Tag, da Chriftus nach seiner Zusag hervor wird bringen ganz und gar, was in der Erd verscharret war. in 1561. Nach dem Latein. des Aurelius Prudentius Jam moesta quiesce querela. H 579. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Ich armer Mensch doch gar nichts bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden, ist mein Trost, er hat mich durch sein Blut erlöst. 2. O Gott Vater, regier du mich mit deinem Geiste stetiglich, laß deinen Sohn, mein Trost und Lebn, allzeit in meinem Herzen schwebn! 3. Und wenn die Stund vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein, und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein! 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich ein Zweiglein bleib an dir und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. V. 1-8 J. Heune g. 1514+ 1581, V.4 M. Moller g. 1547+ 1606. thon Nil sum, nulla miser novi solatia. Nach dem Lateinischen des Ph. Melanch580. Eigene Melodie. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt; ich will, soll ich hier länger lebn, nicht wider= strebn, sein'm Willn thu ich mich ganz ergebn. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel. G sind gezählt all Härlein mein, beid groß und klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhie ein Jammerthal, Angst, Not und Trübsal überall; des Bleibens ist ein tleine Zeit, Mühseligkeit, und, wers bedenkt, ein steter Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, von Mutterleib her nackt und bloß, er bringt nichts mit auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft tein Reichtum, Geld noch Gut, tein Kunst noch Gunst noch stolzer Mut; fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, und liegen morgen tot Sterbe- und Begräbnislieder. 347 im Sarg; heut blühn wir wie| Traurigkeit. Ich weiß, daß ich die Rojen rot, bald frank und tot; ist allenthalben Müh und Not. am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieben Gott von An7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen gesicht werd ich anschaun, dran und dem Sinn; die Welt verzweifl ich nicht, in ewger Freud giffet unser bald, ob jung, ob und Seligkeit, die mir bereit; alt, auch unsrer Ehren mannig- ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! falt. 16. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für uns haft gnug gethan, ach schließ mich in die Wunden dein, du bist allein der einig Trost und Helfer mein. 8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich alljumal, auch wir allhie kein Bleibens habn; müssn all davon, gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du trener Gott, dadurch ist kommn der bittre Tod, der nimmt und frißt all Menschenkind, wie er fie findt, fragt nicht, wes Stands und Ehrn sie sind. 17. Amen, mein lieber from= mer Gott, bescher uns alln ein jelgen Tod! Hilf, daß wir mögen allzugleich in deinem Reich bald mit dir leben ewiglich. des Johann Leon † 1597. 581. 10. Ich hab hier wenig guter Tag, mein täglich Brot ist Müh Met. Wenn wir in höchsten Nöten sein. und Klag. Wenn mein Gott Hilf, Helfer, hilf in Angst und will, so will ich mit hinfahrn in Fried; sterbn ist mein G'winn und schadt mir nicht. Not, erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 11. Und ob mich schon mein Sünd ansicht, dennoch will ich verzagen nicht, ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn gegeben hat. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 12. Derselbe mein Herr Jesus Chrift für all mein Sünd ge= storben ist und auferstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 13. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod selbst mich nicht scheidt. Ich leb od'r sterb, so bin ich sein, er ist allein der einig Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Wort. Hilf, Helfer, hilf, du treuer Hort! 1596 582. Eigene Melodie. erzlich thut mich verlangen nach einem felgen End, weil ich hie bin umfangen mit Trübjal 348 Sterbe- und Begräbnislieder. und Elend. Ich hab Luft abzu-| mein, will ich doch gerne sterben scheiden von dieser argen Welt, und trauen meinem Gott; er sehn mich nach ewgen Freuden; wird sie wohl versorgen, retten o Jesu, komm nur bald! aus aller Not. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selges Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt nur turze Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, was mir und ihn'n bringt Leide, doch tröst mir meinen Mut, daß wir in größern Freuden zu= sammen werden kommn und bleiben ungeschieden im himme= lischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, dern Not mich über Maße jammert im Herzen 8. Was thut ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt' euch Gott Hülf- versagen, der speist die Raben klein? Frommer Witwen und Waisen ist er der Vater treu, er kann und will sie speisen; das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauret nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: Gieb mir ein seligs Ende, send mir die Engel dein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritterlich ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll g. 1563 † 1621. 583. Philipper 1, 21. Eigene Melodie. Christus der ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn; ihm hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. Sterbe- und Begräbnislieder. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Chrift, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, wenn ich nicht mehr kann sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Mein Herz, Sinn und Gedanken zergehn schon als ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht. 6. Drum laß mich an dir fleben wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in deiner Seligkeit! 7. Fein selig, sanft und stille, gleich als vom süßen Ton, schlaf ich, weils Gottes Wille, mein Trost ist Gottes Sohn. 349 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein, dein Blutschweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick! 8. Ich sing im Himmelsthrone ihm nun Lob, Ehr und Preis, wo ich nun ewig wohne in jenem Paradeis. 1609. Nach dem Hannov. Gsb. 584. Eigene Melodie. err Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Paradeis; da ist mein rechtes Vater= land, woran du hast dein Blut gewandt. 5. Dein Backenstreich und Ruten frisch der Sünden Strie= men mir abwisch, dein Hohn und Spott, dein Dornenkron, laß sein mein Ehr, mein Freud und Wonn! 6. Dein Durst und Gallentrant mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab, dein Angstgeschrei komm mir zu gut, bewahr mich vor der Hölle Glut! 7. Wenn mein Mund nicht tann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei, hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht, behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilges Grab, die reinen Grabetücher dein laß meinen Sterbetittel sein! 10. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heimfahrt bau; thu mir die Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 11. Am jüngsten Tag erweck mein Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht 350 Sterbe- und Begräbnislieder. treffe dein Gericht, welchs das| himmlisch Schloß; ewig ist der erschrecklich Urteil spricht. genesen, wer bleibt in deinem 12. Alsdann mein Leib ver- Schoß. neure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei dein'm tlaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 13. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein und mit der Auserwählten Schar dein Antlik schauen ewig klar! Martin Behm g. 1557+ 1622. 585. Eigene Melodie. Halet will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, ó Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon, verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, lap selig mich abscheiden, set mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funfelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich haft geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit! Der ist wohl hie gewesen, wer kommt ins 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündelcin der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger g. 1562+ 1627 586. Eigene Melodie. err Gott, nun schleuß den Himmel auf, mein Zeit zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Scel sehr freuet. Hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glauben mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thränenthal zum Freudensaal, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn! Der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr und Kron; fahr drauf davon, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Tobias Kiel g. 1584 † 1627 Sterbe- und Begräbnislieder. 587. Eigene Melodie. reu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 351. mehr thut scheinen, ist auch lauter Klag und Weinen. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sich ende seine Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen stets in Ängsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich) aufgehst, sei von mir jekund nicht ferne, weil dein Blut mich hat er= löst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut, ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasſe. In 7. In dein Seite will ich fliehen bei dem bittern Todesgang, durch dein Wunden will ich ziehen in das himmlisch Vaterland. das schöne Paradeis, drein der Schächer that sein Reis, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch ganz verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort, du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 4. Welt und Teufel, Sünd und 9. Laß dein Engel mit mir Hölle, unser eigen Fleisch und fahren auf Elias Wagen rot, Blut plagen stets hier unsre meine Seele wohl bewahren, wie Seele, lassen uns bei keinem einst Lazarum im Tod. Laß sie Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz find unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden und sie beid vereinigt werden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh and spat; wenn die Sonn nicht 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. 1620. 352 Sterbe- und Begräbnislieder. 588. Apart Mel. Herzlich thut mich verlangen. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mirs nicht verderben. Ach du bist doch von Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist tein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen, weil ich weg= fertig bin, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht, in Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! V. 1. Johann Leon.+ 1597. 590. Mel. Herr, ich betenn von Herzensgrund. V. 2-4 Joh. Siegfried g. 1564+ 1637. Mein Lauf, Gott Lob, ist bald 589. vollbracht, Welt, gute Nacht, wir müssen uns nun scheiden. In Jesu Namen sanft und still ich wandern will zur Seligkeit mit Freuden. In dieser Welt war mir bestellt nur Angst und Not, zuletzt der Tod, jetzt endet sich mein Leiden. Eigene Melodie. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Ruf ich dich an, versag mirs nicht! Wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß sterben, verlassen meine liebsten Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanst in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not, Müh, Arbeit überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können nichts mehr schaden, an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was wollt ich denn lang traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein g. 1586+ 1630. 2. In Jesu Namen schlaf ich ein, er führt allein mich aus Sterbe- und Begräbnislieder. 353 dem Tod ins Leben; sein an dem| und Rede nehmen ab, die Augen Kreuz vergoßnes Blut fommt mir werden mir ein Grab, doch tränkt zu gut, macht fröhlich mich da- die Sünde mich vor allen, des neben. Der edle Saft bringt Satans Anklag hat nicht Ruh, rechte Kraft, stärkt mir mein jetzt mir auch mit Versuchung zu. Herz in Todesschmerz, kann Freud und Wonne geben. 3. In Jesu Namen fahr ich hin, denn mein Gewinn ist Christus, wenn ich sterbe. Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, und glaube feft: Im Tod ich nicht verderbe, mir ist bereit in Ewigkeit von Gottes Sohn die Ehrenkron, daß rechte Himmelserbe. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesekes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen. Wer hilft mir nun in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? Georg Werner g. 1589 † 1613. * 591. Eigene Melodie. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an dies Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht? Thust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hik, ohn Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangst befallen, Gehör 5. Der Teufel hat nicht macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Missethat ver= giebest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Geset mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, ich weiß, daß ich des Herren bin. 6. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, bezeugs mit deinem eignen Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was giebest du mich fremder Hand und haft so viel an mich gewandt? 7. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sizzen. Hie lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder bliken. Dieweil ich lebte, war ich dein, jett kann ich keines Fremden sein. Simon Dach g. 1605 † 1659. 23 354 Sterbe- und Begräbnislieder. 592. sinös! bed darem Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, tein Erz kann stehn. Dies, was uns fann ergeßen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trokig machen, als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, der immer um muß schweben, als nur ein Schattenbild der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 4. Es hilft kein weises Wissen, wir werden hingerisjen ohn einen Unterschied. Was nüht der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besiken, kann für den Tod nicht nüßen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 7. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Zepter dich befreien, tein Purpur, Gold noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag fich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt, 9. So wachsen wir auf Erden und denken groß zu werden und schmerz- und sorgenfrei, doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 11. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, ist als ein Strom verschossen, und wessen wird das Künftge sein? 12. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den teine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet. Und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius g. 1616+ 1664. 593. Eigene Melodie. ch wie flüchtig, ach wie nichtig ist des Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch Sterbe- und Begräbnislieder. wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichteiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Glücke! Wie sich eine Kugel drehet, die bald da, bald dorten stehet, so ist unser Glücke, sehet! 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Über den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort fonnt prächtig führen und vernünftig discurieren, muß bald allen Witz verlieren. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dichten! Der, so Kunst hat lieb gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tode nicht entronnen. 9. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 355 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist des Menschen Herrschen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt aus Unvermögen in dem Grab erniedrigt liegen. 11. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wir uns verjehen, alles muß zu Trümmern gehen. 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck g. 1609 † 1607. 594. Eigene Melodie. jerr, nun laß in Friede, lebenssatt und müde, deinen Diener fahren zu den Himmelsscharen selig und im Stillen, doch nach deinem Willen! 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen mit der Christen Haufen, über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden, Gott 23* 356 Sterbe und Begräbnislieder. will mich erlösen bald von allem| denken kann, hab ich so manchen Bösen; es soll besser werden, als Morgen, so manche liebe Nacht es war auf Erden. mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt, Blik, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuld, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr müssen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Zepter träget, eine schöne Krone schon zum Gnadenlohne; da werd ich ergetzet und zur Ruh geseket. 8. Mein Erlöser lebet und mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken, will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Christo will ich singen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Gemüte, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. David Behme g. 1605+ 1657, 595. Psalm 119, 19. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Ich bin ein Gaft auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt am guten Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 8. 3u dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, Sterbe- und Begräbnislieder. 357 daß ichs fast müde bin. Je län-| Himmel allezeit Friede, Ruh und ger ich hier walle, je wenger find ich Frend, die meinem Geist ge= falle, das meist ist Herzeleid. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt g. 1607 † 1676. dan 596. Eigene Melodie. Welt ade, ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit, in dem Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kom= men, bin ich aller Krankheit los und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Not, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist alle= zeit Friede, Ruh und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erde Freude? Nebel, Dampf und Herze= leid; hier auf dieser schwarzen Heide sind die Lafter ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelk dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. in 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schar, heilig, heilig, heilig klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Nun, es wird dennoch ge= schehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Not, Müh und Furcht, zuletzt der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. O wer nur dahin gelanget, wo jezund der schöne Chor in Sterbe- und Begräbnislieder. 358 vergüldten Kronen pranget und| die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schönsten für und für? Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt: Komme! und nicht: Geh! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei, in dem Himmel alle zeit Friede, Nuh und Seligkeit. Joh. Georg Albinus g. 1624+ 1679. 597. Eigene Melodie. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genejen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freud dahin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen fizet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel taujend Jahren alle Frommen hingefahren; da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Worne, jekund gehet auf die Sonne, jekund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag! 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit, jezo werd ich schön geschmücket mit dem weiBen Himmelstleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Rosenmüller † 1686. 598. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. ie sleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigteit! Wie wenig denken an die 359 Sterbe- und Begräbnislieder. 2. Es kann vor Nacht leicht Stund von Herzensgrund, wie| schweigt hievon der träge Mund! anders werden, als es am frühen 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. Joachim Neander g. 1650+ 1680. 599. 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer mir die Welt, gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Eigene Melodie. We er weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darein ich mich festgläubig winde; das giebt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß in Jesu Blut und Wunden hab ich mir recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 360 Sterbe- und Begräbnislieder. 8. Nichts ist, das mich von| Wie soll ich aber wohl und selig Jesu scheide, nichts, es sei Leben sterben, dein Reich ererben? oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast dadurch das Leben uns erworben, so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen und deines Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getroft nachsprechen. 4. Vergieb, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 10. Ich habe Chrifti Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 11. So fomm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Golt es füget; ich glaub und bin des ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Ämilie Juliane, Gräfin zu SchwarzburgRudolstadt 1637 † 1706. 600. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Mein Jesus kommt, mein Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. 5. Vergieb auch mir, o Vater, meine Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet von dir geteilet. 6. Ich hab, o Jesu, Seele, Leib und Leben in meinem Teftament dir übergeben, du wirst die Meinen auch heut oder morgen hier wohl versorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen Handen, behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden; du wirst, o Vater, diesen meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden. Dein Paradies das soll mir eigen werden, dein Paradies, das schöne, das wird heute mir stehn zur Beute. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte, gieb mir ein himmeldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone. Sterbe- und Begräbnislieder. 361 10. Zwar Hölle, Teufel fangen| Bürgen geben, ob ich noch moran zu quälen und streben mir gen lebend bin? Die Zeit geht nach meiner armen Seelen, weil hin, der Tod kommt her; ach ich dein Wort in dieser Sündenhütten hab überschritten. wer nur immer fertig wär! 11. Ich aber will die Seufzer tiefer faffen: Mein Gott, mein Gott, du wirst mich nicht verlassen, dieweil du selbst von Gott verlassen Hingest und mich umfingest. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt feinen aus, mein Leib ist auch ein Totenhaus. 12. Mein Herze dürftet nach dir und ich ächze, ich seufze nach) dem Himmel, ach ich lech ze nach dir, nach dir mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in meiner Not versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trinken, ich dürfte wie ein Hirsch, laß dich erblicken, mich zu erquicken! 14. Jetzt kommt der Trost, mein Herz hat sich gelabet, Jeju, mit deinem Blut bin ich begabet; es ist vollbracht, was übrig ist gewesen, ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Krenz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jejus diese Glieder mir giebet wieder. 16. Ich gebe dir den Geist in deine Hände, o Jesu, löse nun des Leibes Bande! Ich bleibe dir, ich sterbe deinem Namen. Jesu, sprich Amen! pd Michael Hunold g. 1621 † 1672. 601. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 3. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein einzger Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 4. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft un= angemeldt und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt, denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an Einem Augenblick. 5. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand, wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort Ich sterbe täglich, und mein mehr sagen, wenn Auge, Mund Leben eilt immerfort zum und Ohr sich schleußt, drum bet Grabe hin. Wer tann mir einen ich bei gesunden Tagen: Herr, 362 Sterbe- und Begräbnislieder. ich befehl dir meinen Geift.| Glauben, der durch alles dringt. Verschließen meine Lippen sich Nach dir sehnt sich meine Seele so schreie Jesu Blut für mich. in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 8. Kann ich nicht jegnen mehr die Meinen, so segne du fie, Herr, für mich, und wenn sie bittre Thränen weinen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein! 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei, du kannst durch des Todes Thüren träumend führen und machst uns auf einmal frei. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf, verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, 8. Gotteslamm, dich will ich dennoch selig sein. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 7. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt danieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 602. loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693. † 1773. Eigene Melodie. nter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende! Jeju Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon be= dienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen fleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rauben, 603. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Eiwie jo sanft entſchliefest du nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh in deines Heilands Hand. 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Bein, sein letztes Wort: Es ist vollbracht, das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwandelung in dies Gefilde sän mit Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm Angesicht im kühlen Erdenschoß! Dut hast das Deine ausgericht, empfängst ein selig Los. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Herd, die sich zu ihm gesellt, und die ihm ist so teur und wert, auch vollends durch die Welt! Nach Gottfr. Neumann g. um 1688 † 1782. Sterbe- und Begräbnislieder. 604. Mel. Jesus, meine Zuversicht.. Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; wenig Tage sind vielleicht, die ich noch zu leben habe. Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist not. Meine 363 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver= senken, sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! Lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert g. 1715+ 1769. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun, diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das der wahre Glaube giebt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 605. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde, von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst, deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinen Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden werden Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauren geht, fahret wohl, ihr lieben 364 Sterbe und Begräbnislieder. Freunde! Was von oben nieder=| 4. Ihn hat nun als den Seiweht, tröstet froh des Herrn nen der Herr dem Leid entrückt, Gemeinde; weint nicht ob dem und während wir hier weinen, eitlen Schein, droben nur kann ist er so hoch beglückt. ewig sein. 5. Er trägt die Lebenskrone und hebt die Palm empor und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den Schemen*), aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. *) Wesenlose Bilder. Pf. 39, 7. 8. Weinet nicht: mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein from= mes Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht: mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moriz Arndt g. 1769+ 1860. 606. Mel. Christus der ist mein Leben. m Grabe stehn wir stille und säen Thränensaat, des lieben Pilgers Hülle, der ausgepilgert hat. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch dahin; er ist nun angenommen, der Tod war ihm Gewinn. 3. Er schaut mun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Thal umher, bis wir ihn wiedersehen und selig sind wie er. K. J. Phil. Spitta g. 1801+ 1839. Siehe auch Nr. 432 bis 436. Beim Tode der Ehefrau. 607. Met. Wenn mein Stündlein vorhanden ist h Gott, ich muß in Traurigfeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein, des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedent in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, die muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr mir geht ein scharfes Schwert jegund durch meine Sterbe- und Legräbnislieder. 365 Kindern. Seele, die abzuscheiden oft bc= Tod und Begräbnis von gehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, Herre Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 608. Mel. Welt, ich muß dich lassen. ott Lob, die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten jei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. dan 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 5. O treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, tein Trübsal, Weh und Not kann dich jekund verleken. Im Himmel thut der fromme Gott mit Liebe dich ergeben. Die Seele schaut mit Lust und Freud die heilige Dreifaltigkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir. Da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Luft, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freudigteit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich die, die ich jetzt bewein, mit Freude werd umfangen! 9. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehre! Joh. Heermann g 1585+1647. 4. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke, bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Neke mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus jekt wird sehen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 366 Sterbe- und Begräbnislieder. 7. Gott zählet alle Stunden, 4. Was frag ich nun nach er schlägt und heilet Wunden, er jener Welt? Mein Jesus hier tennet jedermann. Nichts ist mich küßt und hält, in ihm erjemals geschehen, das er nicht freu ich mich allein, ohn ihn vorgesehen, und was er thut, ist kann ich nicht fröhlich sein. wohlgethan. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedentet zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt. 10. Ade, nun seid gesegnet! Was jetzund euch begegnet, ist andern auch geschehn, viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll cuch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann g. 1585+ 1647. 609. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. un lieg ich armes Würmelein und ruh in meinem Kämmerlein, ich bin durch einen sanften Tod entgangen aller Angst und Not. 2. Was schadet mirs, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seele schwebet ohne Leid in Himmelsglanz und Herrlichkeit. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Jesus ist all meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 5. Mit Weinen war ich erst geborn, zum Jauchzen bin ich auserkorn; ich singe mit der Engelschar das ewig neue Jubeljahr. 6. Nichts Liebers meine Zunge singt, nichts reiner meinen Ohren klingt, nichts Süßers meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesus Christ. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf zu klagen meinen kurzen Lauf; ich bin vollkommen worden bald, wer selig stirbt, ist gnugsam alt. 8. Drum legt die Hand auf euren Mund und seht auf Gott, der euch verwundt, der euch zu heilen ist bereit, wenns dienet eurer Seligkeit. 9. An jenem Tag wir werden gehn, da vor Gott Groß und Kleine stehn, zur himmelischen Christtagsfreud mit höchster Ehr und Herrlichkeit. Mich. Schirmer g. 1606+ 1673. 610. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. Du bist zwar mein und bleibest mein,( wer will mir anders sagen?) doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. Sterbe- und Begräbnislieder. 367 2. Ach gält es wünschen, wollt 7. Wie manches junges, fromich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut williglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir, du sollst sein meines Hauses Zier, an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. mes Blut wird jämmerlich ver= führet durch bös Erempel, daß es thut, was Christen nicht ge= bühret. Da hats denn Gottes 3orn zu Lohn, auf Erden nichts als Spott und Hohn, der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel folle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt, Gott spricht: Willkomm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Nat, o schönes Wort und heilger, als wir denten! Bei Gott ist ja tein böser Ort, tein Unglück und kein Kränken, kein Angst, tein Mangel, kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbſt singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und redt von ſolchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht ausstudieren werden. 10. Ach sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist: ich weiß, ich würde müssen vor Freude Thränen gießen. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier, nun will ich nicht mehr tlagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Elias, hole mich geschwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen! 368 Sterbe- und Begräbnislieder. 12. Nun, es sei ja und bleib| hin! Ich freue mich von Heralso, ich will dich nicht mehr zen, daß ich erlöset bin. Ich leb weinen; du lebst und bist von in tausend Freuden in meines Herzen froh, siehst lauter Son- Schöpfers Hand; da trifft und nen scheinen, die Sonnen ewger rührt kein Leiden, so dieser Welt Freud und Ruh; hier leb und bekannt. bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt g. 1607+1676. 611. Mel. Herzlich thut mich verlangen. o hab ich obgesieget, mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar wohl vergnüget, zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstiglich! Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, wer es liebt. Den Kummer könn ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. 3. Uch Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet sein. Warum ihr jetzo weinet und gar zu kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an; die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn sich schier ein sichrer Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer 6. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegs= mann prangt. Aus jenem Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 7. Doch neket ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 8. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit, will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott, nimms, du haft das Recht, bei dir sicht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. 9. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand; daß es sobald geschehen. thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. ( Nachruf der Betrübten.) 10. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der süßen Luft! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hievon bewußt. Wann wird doch ange= Sterbe- und Begräbnislieder. 369 langen desselben Tages Schein, 5. 3euch hin, mein Kind, wir daß du uns wirst empfangen? O möcht er heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 † 1699. folgen alle nach, so bald es Gott befiehlt. Du eilest fort, eh sich das Ungemach in deine Jahre ſpielt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 612. 6. 3euch hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Ecele ist entbunden, du haft im Herren überwunden. 3euch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann g. 1658+1712. Eigene Melodie. euch hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geifte sagen: 3euch hin, mein Kind! 2. 3euch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuzichn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen. 3euch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird tein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. 3euch hin, mein Kind, hinauf in Gottes Schul, da Gott selbst Lehrer ist, da lauter Zust, da du vor Gottes Stuhl beim Gott der Engel bist. Da kannst du deinem Jesu singen, die Himmelslieder lassen tlingen. Zeuch hin, mein Kind! 613. Mel. O Welt, ich muß dich lasſen. enn kleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein, sie werden nur dort oben vom Vater aufge= hoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe g. 1688+ 1758. 24 370 ta nism XXVII. gieder von der Auferstehung. 614. Eigene Melodie. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für 8. Lacht der finstern ErdenGedanken macht? 7. Seid getroft und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. sitlust, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zuge= sellen.*) Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. *) 1 Thess. 4, 17. Blo 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche wer= den; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, tennen, ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe bren= nen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hie kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auf= erstehen; hie geh ich natürlich ein, dort da werd ich geistlich sein. 9. Nur, daß ihr den Geist er= hebt von den Lüften dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Quise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(?) g. 1627+ 1667. 615. Met. Wachet auf, ruft uns die Stimme. mag dies Haus, das aus der Erden, nur immerhin zer= brochen werden, ein andres Haus wird uns erbaut. Gott selbst will diesen Bau vollführen, mit ewger Himmelstlarheit zieren, dran man nichts Unvollkommnes schaut. Hinweg, was irdisch heißt! Mein Herz und ganzer Geist fleugt von hinnen, ergreift dies Wort und ist schon dort an jenem felgen Freudenort. 2. Da wird kein Vorhang an= getroffen, das Allerheiligste steht offen; o seligste Zufriedenheit! Lieder von der Auferstehung. 371 Hier, wo sich Fried und Freude| ist, daß ich im Tod nicht bleibe, tüssen, giebt süße Wonne zu ge- und dieser Tag mir nicht sein nießen die heiligste Dreieinigkeit. mag ein Tag der Schmach und Es naht uns freundlich hier der Schmerzen, wie den verruchten Engel schöne Zier, alle Frommen Herzen. umfassen sich recht brüderlich; o Herz und Seele, freue dich! 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, hier kleidet uns nur weiße Seide der allerreinsten Heiligkeit; wir tragen lauter güldne Kronen, wir siten hier auf güldnen Thronen, hier wechselt sich gar keine Zeit. Hör auf, mein blöder Sinn, wo willst du endlich hin? Stille, stille! Geh ruhig ein, wo Gott allein wird alles and in allem sein. 4. Ich hoffe dann den Gna= denlohn durch Christum zu er= langen und vor des Allerhöchsten Thron im schönsten Schmuck zu prangen. Komm, süße Zeit! Herr, mich bereit, daß sie mich mög erquicken und ewiglich beglücken. nd Peter Busch g. 1682+ 1744. Jakob Baumgarten g. 1668 1722. 616. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Ich freue mich der frohen Zeit, da ich soll auferstehen und Gott in schönster Herrlichkeit und meinen Heiland sehen, da ich soll sein in der Gemein der auserwählten Frommen und zu den Vätern kommen. 2. Ach käme bald der Tag heran, der Tag, dran mein Erlösung, der Tag, an dem ich hoffen kann die Freiheit und Genesung; da Engeln gleich im Engelreich ich werd ein Leben haben, wo Loben, Lieben, Laben. 3. Ich weiß durch meinen Jesum Christ, an den ich herzlich gläube, der meine Auferstehung 617. Eigene Melodie. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freu= denthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich) im Heiligtume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Fr. Gottl. Klopstock g. 1724+ 1803. 21* 372 XXVIII. Lieder vom Gerichte. 618. Eigene Melodie. Tag des Zorns, o Tag voll Grauen, da die Welt den Herrn soll schauen nach dem Wort, dent wir vertrauen! 2. Zittern in der Erde Gründen wird des Richters Nahn verkünden, der die Herzen will er= gründen. 3. Wunderbar Posaunenhallen wird durch jedes Grab erschallen, auf, zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Grust entschweben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, drin die Schuld der Welt enthalten, über die Gericht zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zu verdientem Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 8. Furchtbar hoch erhabner König, Quell der Liebe, Heiland gnädig, mach du mich der Sünden ledig! 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke! 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, haft für mich am Kreuz gehangen, nicht umsonst sei Tod und Bangen. 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teilhaft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen, Schuld macht glühen meine Wangen; mein Gebet laß Gnad erlangen! 13. Du, der lossprach einst Marien und dem Schächer haft verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen. 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du, Heiland, Gnad mich sehen, nicht ins ewge Feuer gehen! 15. Von den Böcken wollst mich scheiden, zu den Schafen mich geleiten, stelln zu deiner rechten Seiten. 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen! 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, Herr, dich wende, o gieb mir ein selges Ende! 18. Tag voll Thränen, wo mit Grauen Gott die Kreatur soll schauen, auferstehend aus dem Grabe! Nimm die Schuld, Herr, allen abe! Frommer Jesu, Heiland du, schenke alln die ewge Ruh! Aus dem Lateinischen des Thomas von Celano um 1250: Dies irae, dies illa. Übersetzung von Bunsen. Lieder vom Gerichte. 619. Eigene Melodie. Wacht auf, ihr Christen alle, wacht auf und seid bereit in diesem Jammerthale, wacht auf, es ist schon Zeit! Der Herr wird nun bald kommen und zum Gerichte gehn, die Sünd'r wird er verdammen; wer wird vor ihm bestehn? 2. Geld, Gut kann da nicht raten, es hilft nicht hoher Mut, du mußt es kurz verlassen, wenn kommt der bittre Tod. Bist du gleich schön von Farben, bist du gleich jung und reich, Gott kann dich bald verderben im Augenblick der Zeit.11 3. Darum ihr Christen alle, die hier beisammen seid, laßt euren Hochmut fallen und wartet auf die Zeit! Wollt ihr bei Jesu leben, so sucht das ewge Gut, er wirds euch reichlich geben und helfen aus der Not. 373 ihr vor G'richt sollt stehn. Denn wer den Armen giebet, erlangt den Gnadenlohn; den, der sie hier betrübet, verdammt einst Gottes Sohn. 1515. Nach demi hannov. Gsb. 1648. 620. 4. Gotts Wort ist uns gegeben aus groß'r Barmherzigkeit, daß wir darnach solln leben und machen uns bereit. So laßt uns das nun fassen und halten fest daran; wolln wir das nun verlassen, so ifts mit uns gethan. 5. Ach wär der nicht geboren, der Gottes Wort veracht! Es ist mit ihm verloren, er wandert ganz in Nacht, voll Laster und voll Schande und spottet mit Gotts Wort; o weh, die Höllenbande er= warten ihn schon dort. 6. Der Armen Not und Grämen laßt euch zu Herzen gehn, daß sie euch nicht beschämen, wenn Eigene Melodie. s ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Da wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus*) davon schreibet. *) 2 Petri 3, 7. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende, darauf bald werden auferstehn all Toten gar behende; die aber noch das Leben habn, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden habn getrieben; da denn gewiß ein jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet! Er wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Chrifto in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht, denn du Lieder vom ewigen Leben. 374 hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlct. 6. Derhalben mein Fürsprecher jei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern 2. Zion hört die Wächter sinmein mit dir geh in den Him- gen, das Herz thut ihr vor Freude mel ein, den du uns haft er- springen, sie wachet und steht klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bercit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn! eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnade stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. worben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von wegen vieler Plage; komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Übel! Amen. Barthol. Ringwald g. 1530+ 1598. Nach dem Lateinischen Dies irae, dies illa. 621. Ev. Matth. 25. Eigene Melodie. achet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Philipp Nicolai g. 1556+ 1608. XXIX. Lieder vom ewigen Leben. 622. Eigene Melodie. Ich weiß ein lieblich Engelspiel, da ist alls Leid zergangen; im Himmelreich Freude viel ohn Endesziel, dahin soll uns verlangen. 2. Weil uns Gott durch die Gnade sein wollt lieblich dahin weisen, so steh auf, edle Seele mein, tracht da hinein, sein Lob sollst immer preisen. 3. Der Winter kalt, der Sünden Zeit die haben bald ein Ende; kehr dich zu Gott, der dir verzeiht; Lieder vom darum ihn bitt mit Herzen und mit Händen! 4. Schlaf oder wach, lieg oder geh, so steh allzeit in Sorgen, bitt Gott, daß er dir gebe Ren all Tage neu den Abend und den Morgen. 981 5. Aus Herzen tief andächtiglich sollst du mit Reue sprechen: Ach reicher Gott vom Himmelreich, nun wollst du dich an meiner Sünd nicht rächen! 6. Ich weiß, daß Gott ist also gut, daß er dir Gnad will geben, fehrst du von Sünden deinen Mut. Wer also thut, der kommt ins ewge Leben. Nach Heinrich v. Laufenberg um 1430. ewigen Leben. 375 4. Gott wird sich zu uns kehren, ein'm jeden setzen auf ein güldne Kron der Ehren und herzen freundlich drauf, wird uns an sein Brust drücken aus Lieb ganz väterlich, an Leib und Seel uns schmücken mit Gaben mildiglich. 5. Da wird man hören klingen das rechte Saitenspiel, die Musitkunst wird bringen in Gott der Freuden viel, die Engel werden singen, all Heilgen Gotts zugleich, mit himmelischen Zungen ewig in Gottes Reich. 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zubereiten zu seinem Lob und Preis; da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und ewig werden neu. 7. Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not, vom Teufel, allem Bösen, von Trübfal, Angst und Spott, von Trauren, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwermut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit. Nach Johann Walther+ 1570. 623. Mel. Valet will ich dir geben. Der Bräutgam wird bald rufen: Kommt all, ihr Hochzeitgäst! Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald habn in unsern Händen die Lampen, Öl und Licht und uns nicht müssen wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freuden den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgethan, die lieben Patriarchen, Propheten allzumal, die Märtrer und Apostel bei ihm in großer Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, sich unser gar nicht schämen, uns mengen mitten ein. Wir werden alle treten zur Rechten Jesu Christ, als unsern Gott anbeten, der unsers Fleisches ist. 624. Eigene Melodie. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und cilt aus dieser Welt. 2 376 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Luft, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? Lieder vom ewigen Leben. und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Ho= sianna feine ohn End in Ewigkeit, 5. Was für ein Volt, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, mit Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hundert tausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart g. 1590+ 1642. 625. 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Elias Wagen mit heilger Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. Eigene Melodie. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnade Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin seid entgangen aller Not, die tommen fort aus jenem bösen uns noch hält gefangen. Leben, aus jener Nichtigkeit, und 2. Muß man doch hier wie Gott mir hat gegeben das Erbim Kerker leben, da nur Sorge, der Ewigkeit. Furcht und Schrecken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, tein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen, euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, 6. Komm, o Christe, komm, von höchster Freud erfüllet wird uns auszuspannen, lös uns auf der Sinn, der Mund von Lob und führ uns bald von dannen! Lieder vom ewigen Leben. 377 Bei dir, o Sonne, ist der from=| lornes Schaf, und beßre bald dein men Seelen Freud und Wonne. Simon Dach g. 1605+ 1659. 626. Eigene Melodie. Ewigkeit, du Dounerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinMein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. i wende. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat tein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: wer weiß doch, wie man sterben mag? 6. Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist g. 1607+ 1667. 627. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, das sonst in diesem Leben plagt, weil mir die Ewigkeit behagt. zu Herzen und merk auf dies, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, ver2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß ver= gehen; die Ewigkeit nur hat kein 3iel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen, ja wie der heilge Petrus spricht, ihr Erbe das verweltet nicht.*) *) 1 Petri 1, 4. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr 2 378 Lieter vom ewigen Leben. zerstöret, so acht ich alles Leiden| kein Aug sieht jederzeit, was kein nicht, das kaum den Augenblick Ohr hört weit und breit, hast ansicht. du dort in Ewigkeit. 4. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausendtausend Jahr und werden des nicht müde. Sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güldnen Friede, da Christus giebt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist. 4. Dir, Herr, zu Lob, Ehr und Dank will ich meinen Lobgesang fröhlich singen immerdar mit der Auserwählten Schar, wenn mein Leib und Seel erfreut in des Himmels Herrlichkeit wohnen wird in Ewigkeit. Joh. Olearius g. 1611+ 1684. 629. wort, das mich erquicket fort und Met. Valet will ich dir geben. fort, o Anfang sonder Ende! OEwigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Kaspar Heunisch g. 1620+ 1690. 628. 5. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselges Leben. Wann werd ich doch einmal dahin gelangen, wo mein schwacher Sinn stets pfleget nach zu streben! Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 6. Ewigkeit, du Freuden3. Da will dein Gott alles sein, da wird Gott, dein Freudenschein, Leib und Seel verneuen ganz gleich dem schönen Sonnenglanz; da ist Gott dein Troft und Schild, der dein Herz mit Freude füllt, weil du bist sein Ebenbild. Mel. Da Christus geboren war. Lobe, mein Herz, deinen Gott, der dir hilft aus aller Not, der dir alle Sündenschuld schenkt aus lauter Gnad und Huld, der dir hier Gerechtigkeit, Gnade, Trost und Heiligkeit und dort giebt die Seligkeit. 2. Da ist Leben, Fried und Freud, da ist Ehr und Herrlich teit, da ist deines Vaters Haus, da ist alles Weinen aus; was Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein, der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Öl und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsge= nossen, der Bräutgam ist nicht weit. Lieder vom ewigen Leben. 379 4. Er wird nicht lang ver-| Freudengarben ein. Gehen wir ziehen, drum schlafet nicht mehr hier hin und weinen, dorten wird ein; man sieht die Bäume blühen, die Sonne scheinen, dort ist Tag der schönste Frühlingsschein ver- und keine Nacht, wo man nach heißt Erquicungszeiten; die Abend- den Thränen lacht. röte zeigt den schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr 3ion liebt, mit freudigen Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. e 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freude sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid, hier stehn die Weizenhalmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen, hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf, geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti g. 1660+ 1722. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Thun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäufte Not heißet unser täglich Brot. 630. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 1. wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre 3. Ach wer wollte sich nicht sehnen, bald in 3ion dort zu stehn und aus diesem Thal der Thränen in den Freudenort zu gehn, wo das Kreuze sich in Pal= men, unser klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt, und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug er= blicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund er= quicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da empfindet unser Herz lauter Wohllust ohne Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen, wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 6. Ach wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die t 380 Lieder vom ewigen Leben. eine Himmelfahrt. Sonne weichet, dessen wundervolle ich dieses Wort bewahrt, halt ich Pracht alles Gold beschämet macht? 7. Nun, ich sterbe vor Ver= langen, o du großer Lebensfürst, laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. 6. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 631. Mel. Jesus, meine Zuversicht. immelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan, schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben, ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan nur steht mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmold g. 1672+ 1737. 3. Himmelan! Die Welt kann dir nur geborgte Güter geben, deine himmlische Begier muß nach solchen Schätzen streben, die 632. Offenb. Joh. 7, 9-17. uns bleiben, wenn die Welt in Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! Ich muß meiner sind die vor Gottes Throne? Herz auch bei meinem Schatze haben, denn es kann mich anderwärts kein so großer Reichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne klar, Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind ge= schlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? Lieder vom ewigen Leben. 381 3. Wer sind die in reiner 10. Daß mein Teil sei bei den Seide, welche ist Gerechtigkeit,*) angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? *) Off. 19, 8. 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes 11. Welches Wort faßt dieſe Ehr, haben Welt und Tod be- Wonne, wenn ich mit der heilgen zwungen, folgend nicht dem sünd- Schar in dem Strahl der reinen gen Heer, die erlanget auf den Sonne leucht auch wie die Sterne Krieg durch des Lammes Blut klar! Amen, Lob sei dir bereit, den Sieg. Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schenk+ 1727. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht, haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Dahin stred auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus, mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt, laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und auch ich der Not entnommen als dein dir getreues Kind dann genahet zu dem Thron nehme den verheißnen Lohn. 633. Hebr. 4, 9. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. Es ist noch eine Ruh vorhanden, auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzeft hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der schöne Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gottes= lamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. dun 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und 382 Lieder vom ewigen Leben. Bürde drückt, eilt, eilt aus euren| grünen. Der große Sabbath ist Kummerhöhlen, geht nicht mehr erschienen, da man von keiner traurig und gebückt! Jhr habt Arbeit weiß. des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; ihr seid mein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet eind and ne 4. Was mag wohl einen Kran- schon die frohe Schar. Fort, fort, ten laben und einen müden Wan- mein Geist, zum Jubilieren! Be= dersmann? Wo jener nur ein gürte dich zum Triumphieren! Bettlein haben und sanfte darauf Auf, auf, es kommt das Ruheruhen kann, wenn dieser sich darf jahr! niedersetzen, an einem frischen Trunk ergeten, wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn, es wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volte nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgen= los. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß. Ach Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet Joh. Sigism. Kunth g. 1700+ 1779. CO 634. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. ie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele, stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch: so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht Lieder vom ewigen Leben. 383 mehr fürchterlich, ins Allerhei= 2. Wo wir dein Antlik schauen, ligste führt dich der Weg im da sehn ich mich hinein, da will finstern Thale. Gottes Ruh ist ich Hütten bauen, denn dort ist unvergänglich, überschwänglich; gut zu sein. die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 3. Da werd ich alles sehen, den großen Schöpfungsrat, was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes That. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn mun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht um giebt mich ihre Nacht, eh ich dies Flchen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jetzo, Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zer= trümmert, laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre! Fr. Gottl. Kiopstoc g. 1724+ 1803. 635. Mel. Christus der ist mein Leben. Ach wär ich schon dort droben, mein Heiland, wär ich da, wo dich die Scharen loben, und jäng Halleluja! 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schar, mit allen deinen Knechten das große Jubeljahr. 5. Mit göttlich süßen Weisen wird mein verklärter Mund dich ohne Sünde preisen, du meines Lebens Grund! 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und hole mich hinein! E. G. Woltersdorf g. 1725+ 1761. 636. Eigene Melodie. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn; du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich 384 Lieder vom ewigen Leben. bin schon selig, seitdem ich das| mich täglich und auch heute darauf entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes g. 1738+ 1821. vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wenn der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balthasar Münter g. 1735 † 1793. 637. Herr Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. err, ich bin dein Eigentum, dein ist auch mein Leben, mir zum Heil und dir zum Ruhm haft du es gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe. Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet. 2. Himmelan schwing deinen 4. Möchte täglich dein Gericht Geist jeden Morgen auf! Kurz, mir vor Augen schweben, möchtach kurz ist, wie du weißt, unser ich immer meiner Pflicht treu zu Pilgerlauf. Fleh täglich neu: bleiben streben, daß ich nie thöricht Gott, der mich zum Himmel schuf, sie außer Augen setze, nie sie frech präg ins Herz mir den Beruf, verletze. mach mich getreu! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedent der Rechenschaft nur was gut ist wählen. Gieb, daß ich ernstlich 638. Eigene Melodie. Himmelan, nur himmelan soll der Wandel gehn. Was die Frommen wünschen, kann dort erst ganz geschehn, auf Erden nicht; Freude wechselt hier mit Leid. Nicht hinauf zur Herrlichfeit dein Angesicht! 3. Himmelan hat er dein Ziel selbst hinaufgestellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt! Flieh diesen Lieder vom ewigen Leben. 385 Sinn! Nur was du dem Himmel| im Prüfungsstand näher hin zu lebst, dir von Schätzen dort er sich im Himmelssinn. Von der strebst, das ist Gewinn. Weltluft freier stets und mit ihm vertrauter, gehts zum Himmel hin. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater treu und reich stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, weiß man von den Sorgen nichts, sei himmlisch froh! 5. Himmelan wallt neben dir alles Volk des Herrn, trägt im Himmelsvorschmack hier seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt, denke: auch durch Leiden führt die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach; eil, weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach! Er litt und schwieg; halt dich fest an Gott wie er, statt zu tlagen bete mehr, erkämpf den Sieg! 7. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich 8. Himmelan führt dich zuletzt selbst die Todesnacht. Seis, daß sie dir sterbend jetzt kurze Schrecken macht, harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell, nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan steig dein Dank schon hier! Einst wirst du mit Scharen nahn, und Gott naht zu dir in Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, alles preist verklärt und neu in Ewigkeit! 10. Halleluja singst auch du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem Sieg. Gelobt sei er! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 † 1818. sodil 25 250 mall *** Berzeichnis der Dichter. Agricola, Johann( Schnitter, Magister Grickel), Mitverfasser des Interim, g. 1492 zu Eisleben, † 1566 als Hosprediger zu Berlin. 334. Albert, Heinrich, g. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, † 1651 als Organist zu Königsberg i. Pr. 473. Alberus, Erasmus, g. um 1500 in der Wetterau, 1553 nach bewegtem Leben als Superintendent zu Neubrandenburg in Mecklbg. 466. 497. Albinus, Johann Georg, g. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, † 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 250. 596. Allendorf, Joh. Ludw. Konrad, g. 1693 zu Josbach bei Marburg, 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 286. 324. 371. 602. Altenburg, Michael, g. 1584 zu Alach bei Erfurt, 1640 als Pastor zu Erfurt. 171. Ämilie Juliane, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton zu Schwarzburg- Rudolstadt, geb. Gräfin von Barby, g. 1637, † 1706. 452. 520. 557. 599. Angelus Silesius siehe Scheffler. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen- Darmstadt, g. 1638, † 1683 als Übtissin des Stifts Quedlinburg. 187. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig- Lüneburg, g. 1633, regierender Herzog zu Braunschweig- Wolfenbüttel seit 1685, trat 1710 öffentlich zur römischen Kirche über, † 1714 zu Salzdahlum. 406. 480. Arends, Wilh. Erasmus, † 1721 als Pastor zu Halberstadt. 362. Arndt, Ernst Morik, g. 1769 zu Schorik auf Rügen, † 1860 als Professor emer. der Geschichte zu Bonn. 57. 291. 605. Verzeichnis der Dichter. 387 Arnold, Gottfried, g. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, Professor zu Gießen, † 1714 als Pastor und Inspektor zu Perle= berg. 413. Baumgarten, Jakob, g. 1668 zu Wolmirstedt bei Magdeburg, Inspektor des Pädagogiums in Halle, 1722 als Pastor zu Berlin. 615. Becker, Cornelius, g. 1561 zu Leipzig, † 1604 als Professor der Theologie und Pastor daselbst. 200. 507. Behm, Martin( Behemb, Bohemins), g. 1557 zu Lauban in der Ober- Lausit, † 1622 als Pastor prim. daselbst. 66. 470. 471. 547, 584. Behme, David, g. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, † 1657 als Ölsnischer Hosprediger und Konsistorialrat daselbst. 594. Betichius, Johann, g. 1650 zu Steckby in Anhalt- Zerbst, † 1722 als Diakonus zu Zerbst. 483. Bienemann, Kaspar( Melissander), g. 1540 zu Nürnberg, † 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 338. von Birten, Sigismund( Betulius), g. 1626 zu Wildstein bei Eger, † 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 89. 343. von Bogatky, Karl Heinrich, g. 1690 zu Jankowe in Schlesien, † 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 178. 370. Böhmische oder Mährische Brüder. Ihre Lieder( zum Teil aus dem Böhmischen übersetzt) gaben Michael Weiße( † 1540 in Neutomischt) im Jahre 1531 und Joh. Horn( † 1547 zu Jungbunzlau) im Jahre 1544 heraus. 76. 231. 439. 499. 573. Bonn, Hermann, g. um 1504 zu Quakenbrück in Hannover, † 1548 als Superintendent zu Lübeck. 77. Bornschürer, Johann, g. 1625 zu Schmalkalden, † 1677 als Dekan zu Thann in Mittelfranken. 201. Böschenstain, Johann, g. 1472 zu Eßlingen in Würtemberg, * 1540 als Lehrer der hebräischen Sprache zu Augsburg. 81. Breithaupt, Joachim Justus, g. 1658 zu Northeim in Hannover, † 1732 zu Halle als Professor der Theologie, Generalsuperintendent und Abt des Klosters Bergen bei Magdeburg. 272. Bruhn, David, g. 1727 zu Memel, † 1782 als Pastor zu Berlin. 289. von Bunsen, Christian Karl Josias, g. 1791 zu Korbach, Preuß. Gesandter in Rom und London, † in Bonn 1860. Gab 1833 ein Allgemeines evangelisches Gesang- und Gebetbuch heraus. 618. Busch, Peter, g. 1682 zu Lübeck, Pastor zu Hildesheim, † 1744 als Pastor an der Kreuzkirche zu Hannover. Herausgeber des Hildesheimschen Gesangbuchs von 1719( Liederkerns). 99. 616. Chiomusus siehe Schneesing. 25* Verzeichnis der Dichter. Claudius, Matthias, der Wandsbecker Bote, g. 1740 zu Reinfeld bei Lübec, † 1815 als Bankrevisor zu Altona. 515. Clausniker, Tobias, g. 1618 od. 1619 zu Thum bei Annaberg, † 1684 als turpfälzischer Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 6. 92. 388 Crasselius, Bartholomäus, g. 1667 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, † 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. 381. Creußberg, Amadeus, Schriftstellername für Sinold. Dach, Simon, g. 1605 zu Memel, † 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 591. 625. Tinderdo Decius, Nicolaus( Hovesch?), Mönch im Kloster Steterburg bei Braunschweig, 1523 evang. Prediger in Stettin, 1541 dafelbst. 75. 149. Denide, David, g. 1603 in Zittau im Königreich Sachsen, † 1680 als Kammer- und Konsistorialrat in Hannover, gab in Gemeinschaft mit Gesenius das( New ordentlich) hannöversche Gesangbuch von 1646, 1648, 1652, 1657 2c. heraus. 1. 161. 188. 244, 268. 269. 378. minis Derschow, Bernhard, g. 1591 zu Königsberg i. Pr., † 1639 als Professor der Theologie, Konsistorialrat und Oberpfarrer daselbst. 213. Deßler, Wolfgang Christoph, g. 1660 zu Nürnberg, † 1722 als Konrektor der Schule zum heil. Geist daselbst. 309. Diterich, Johann Samuel, g. 1721 zu Berlin, † 1797 als Oberkonsistorialrat und Pastor daselbst. Herausgeber der Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, Berlin 1765, in welchem Buche er die Kirchenlieder auf das Willkürlichste umarbeitete. 146. 260. 261. Drese, Adam, g. 1620 zu Weimar(?), 1701 als fürstlich Schwarzburgischer Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen. 311. Eber, Paul, g. 1511 zu Kitzingen in Unterfranken, Freund Luthers, 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. 58. 233. 576. 577. Ebert, Jakob, g. 1549 zu Sprottau in Schlesien, 1615 als Professor der Theologie zu Frankfurt a. O. 542. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, g. 1835. 65. Fabricius, Friedrich, g. 1642 zu Stettin, † 1703 als Pastor daselbst. 31. 134. Falt, Johannes Daniel, g. 1768 zu Danzig, † 1826 als Legationsrat zu Weimar. 569. Fischer, siehe Vischer. Fleming, Paul, g. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, † 1640 als Doktor der Medicin zu Hamburg. 393. Berzeichnis der Dichter. 389 Frand, Johann, g. 1618 zu Guben in der Niederlausit, † 1677 als Bürgermeister dajelbst. 4. 156. 157. 215. 246. 300. 441.546. Franck, Michael, g. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, † 1667 als Lehrer an der Stadtschule zu Roburg. 348. 593. Franck, Salomo, g. 1659 zu Weimar, † 1725 als Oberkonsistorialsekretär daselbst. 103. 216. 317. 364. 419. 488. France, August Hermann, g. 1663 zu Lübeck, Begründer der Franckeschen Stiftungen in Halle, 1727 als Professor der Theologie und Pastor zu Halle. 62. Freylinghausen, Johann Anastasius, g. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, Schwiegersohn Frances, † 1739 als Paftor und Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 257. 314. 421. 510. Freystein, Johann Burchard, g. 1671 zu Weißenfels, † 1718 als Hof- und Justizrat zu Dresden. 351. Fritsch, Ahasverus, g. 1629 zu Mücheln bei Merseburg, † 1701 als Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident zu Rudolstadt. 93. Funt, Gottfried Benedikt, g. 1734 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, † 1814 als Konsistorialrat und Rektor des Domgym= nasiums zu Magdeburg. 124. Garve, Karl Bernhard, g. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, bis 1836 Prediger der Brüdergemeinde zu Neujat a. d. O., † 1841 zu Herrnhut. 181. 198. 332. Gedicke, Lampertus, g. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, † 1735 als Feldprobst zu Berlin. 420. Gellert, Christian Fürchtegott, g. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erzgebirge, 1769 als außerordentlicher Professor der Dichtkunst, Beredsamkeit und Moral zu Leipzig. 56. 123. 197. 219. 259. 287. 373. 374, 423. 424. 435. 461. 462. 463. 464. 465. Hublod 491. 514. 604. Gensch von Breitenau, Christoph, g. 1638 zu Naumburg, Hofrat des Herzogs von Plön und dänischer Geheimrat, † 1732 als Privatmann zu Lübeck. 249. Gerhardt, Paulus, g. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651-1657 Probst zu Mittenwalde in Brandenburg, 1657-1667 Diatonus zu Berlin, † 1676 als Archidiakonus zu Lübben. 27. 28. 47. 48. 49. 50. 61. 85. 86. 87. 88. 116. 142. 151. 270. 301. 347. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402. 445. 446. 447. 475. 476. 477. 502. 524. 545. 548. 595. 610. von Gersdorf, Henriette Katharina, g. von Friesen, g. 1648 zu Sulzbach, Gemahlin des kursächsischen Geheimrats v. G. in Dresden, Großmutter 3inzendorfs, † 1726 zu Großhennersdorf bei Herrnhut. 177. 415. Verzeichnis der Dichter. Gesenius, Justus, g. 1601 zu Esbeck in Hannover, 1673 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Hannover( siehe Denicke). 83. 268. 378. 390 Gigas siehe Heune. Gotter, Ludwig Andreas, g. 1661 zu Gotha, † 1735 als Hofund Assistenzrat daselbst. 153. 352. 353. 453. Gramann, Johann( Poliander), g. 1487 zu Neustadt in Baiern, Freund Luthers, † 1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 438. Gregor, Christian, g. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, † 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778. 329. Groß, Johann( Major), g. 1564 zu Reinstedt in Thüringen, +1654 als Professor der Theologie zu Jena. 238. Grüneisen, Karl Georg, g. 1802 zu Stuttgart, † 1878 daselbst als Hosprediger und Oberkonsistorialrat. 522. Gryphius, Andreas, g. 1616 zu Großglogau in Schlesien, † 1664 als Landschaftssyndikus daselbst. 592. Günther, Cyriacus, g. 1650 zu Goldbach bei Gotha, † 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 315. 457. Günther, Martin, g. um 1690 im sächsischen Erzgebirge, Hauslehrer bei Löscher, seit 1721 Pfarrer zu Klingenmünster in der bayr. Pfalz. 274. von Hardenberg, Friedrich Leopold, Freiherr( Novalis), g. 1772 auf Gut Wiederstedt im Mansfeldischen, † 1801 als Assessor zu Weißenfels. 126. 330. 331. von Harleß, Gottfried Christoph Adolf, g. 1806 zu Nürnberg, Professor der Theologie zu Erlangen und Leipzig, zuletzt Präsident des protestantischen Oberkonsistoriums in München, † 1879 daselbst. 429. Harsdörfer, Georg Philipp, g. 1607 zu Nürnberg, † 1658 als Ratsherr daselbſt. 478. Hartmann, Thomas, war 1604 Diatonus zu Eisleben. 110. Hausmann, Julie, lebt in Petersburg. 376. von hayn, Henriette Luise, g. 1724 zu 3dstein in Nassau, † 1782 als Oberin der ledigen Schwestern zu Herrnhut. 533. Hecker, Heinrich Cornelius, g. 1699 zu Hamburg, † 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 194. Heermann, Johann, g. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlan in Schlesien, Pastor zu Köben in Schlesien, † 1647 zu Lissa in Posen. 79. 80. 112. 159. 172. 173. 211, 212, 239. 240. 241. 266. 267. 296, 297. 339. 340. 341. 391. 392. 495. 523. 531. 543. 544. 607. 608. Verzeichnis der Dichter. 391 Heinrich v. Laufenberg, Priester zu Freiburg im Breisgau, dichtete 1415 bis 1453 viele geistliche Lieder. 570. 622. Held, Henrich, g. zu Guhrau in Schlesien, um 1650 Sachwalter daselbst. 30. 143. Helder, Bartholomäus, g. zu Gotha, 1635 als Pfarrer zu Remstedt bei Gotha. 155. Helmbold, Ludwig, g. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, † 1598 als Superintendent und Pfarrer daselbst. 386. 440. 529. Hensel, Luise, g. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, trat 1818 zur römischen Kirche über, Erzieherin, zu Paderborn 1876. 534( gedichtet 1817). Herberger, Valerius, g. 1562 zu Fraustadt in Posen, † 1627 als Pfarrer daselbst. 585. Herman, Niklas, † 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachims= thal in Böhmen. 41. 109. 467. 498. 554. 555. 566. 575. Hermes, Johann Timotheus, g. 1738 zu Peknit bei Stargard in Pommern, † 1821 als Oberkonsistorialrat, Superintendent und Pastor prim. zu Breslau. 636. Herrmann, Johann Gottfried, g. 1707 zu Altjeknik bei Bitterfeld, † 1791 als Oberhofprediger und Oberkonfiftorialrat zu Dresden. 285. Herrnschmidt, Johann Daniel, g. 1675 zu Bopfingen in Würtem= berg, † 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franceschen Stiftungen zu Halle. 458. Hertog, Johann Friedrich, g. 1647 zu Dresden, † 1699 als Rechtsanwalt daselbst. 506. Hesse, Johann, g. 1490 zu Nürnberg, † 1547 als Pfarrer zu Breslau. 574. Heune, Johann( Gigas), g. 1514 zu Nordhausen, † 1581 als Paftor zu Schweidniß in Schlesien. 579. Heunisch, Kaspar, g. 1620 zu Schweinfurt in Unterfranken, 1690 als Superintendent daselbst. 627. Heyden, Sebald, g. 1494(?) zu Nürnberg, † 1561 als Rettor der Sebaldsschule daselbst. 82. Hiller, Friedrich Konrad, g. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, † 1726 als Kanzleiadvokat zu Stuttgart. 456. Hiller, Philipp Friedrich, g. 1699 zu Mühlhausen in Würtem= berg, † 1769 als Pfarrer zu Steinheim am Aalbuch in Würtemberg; 1751 berlor er seine Stimme. 15. 164. 290. 325. 326. von Hippen, Johann Heinrich, g. zu Wohlau in Schlesien, † 1676 als Limburgischer( in Schlesien) Rat und Hofmarschall. 479. von Hodenberg, Bodo, g. 1604, † 1650 als Landdrost zu Osterode a. H. 474. Verzeichnis der Dichter. Hoffmann, Gottfried, g. 1658 zu Plagwik bei Löwenberg in Schlesien, † 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 146. 612. 2010 Homburg, Ernst Christoph, g. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 1681 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 29. 90. 133. Horn siehe Böhmische Brüder. 392 Huber, Konrad( Huober), g. 1507 zu Bergzabern im Elsaß, * 1577 als Diatonus zu Straßburg. 186. Hunold, Michael, g. 1621 zu Leißnig im Königreich Sachsen, + 1672 als Archidiakonus zu Rochlit a. d. Mulde. 535. 600. Keymann, Christian, g. 1607 zu Pantraz in Böhmen, 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 43. 302. Kiel, Tobias, g. 1584 zu Ballstedt bei Gotha,+ 1627 als Pfarrer daselbst. 586. Klesel, Abraham, g. 1636 zu Fraustadt in Posen, † 1702 als Oberpfarrer zu Jauer in Schlesien. 95. Klopstock, Friedrich Gottlieb, g. 1724 zu Quedlinburg, † 1803, als badischer Hofrat und dänischer Legationsrat zu Hamburg. 220. 617. 634. Knat, Gustav Friedrich Ludwig, g. 1806 zu Berlin, 1878 als Pastor zu Berlin in Dünnow bei Stolpmünde. 333. Knapp, Albert, g. 1798 zu Tübingen, † 1864 als Stadtpfarrer zu Stuttgart. 100. 179. 180. Knoll, Christoph, g. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, 1621 als Diatonus zu Sprottau in Schlesien. 582. Knorr von Rosenroth, Christian, g. 1636 zu Altraudten in Schlesien, † 1689 als Geheimrat und Kanzleidirektor zu Sulzbach in der bayr. Oberpfalz. 482. Koitsch, Christian Jakob, g. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, † 1735 als Rektor zu Elbing. 455. Krause, Jonathan, g. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, † 1762 als Superintendent zu Liegnit. 12. Krummacher, Friedrich Adolf, g. 1768 zu Tedlenburg in Westphalen, 1845 als reform. Pastor emerit. zu Bremen. 182. Kunth, Johann Sigismund, g. 1700 zu Liegnik, † 1779 als Superintendent zu Baruth in der Oberlausik. 633. Küster, Elieser Gottlieb, g. 1732 zu Watum im Braunschweigifchen, † 1799 als Pastor und Generalsuperintendent zu Braunschweig. 207. Ladmann, Peter, Schüler A. H. Frandes, † 1713 als Oberpfarrer zu Oldenburg in Holstein. 254. inde 12 Lange, Joachim, g. 1670 zu Gardelegen in der Altmart, † 1744 als Professor der Theologie zu Halle. 484. Verzeichnis der Dichter. 393 Lange, Johann Christian, g. 1669 zu Leipzig, Professor in Gießen, † 1756 als Generalsuperintendent zu Idstein in Nassau. 313. Laufenberg siehe Heinrich. Laurenti, Laurentius( Lorenz Lorenzen), g. 1660 zu Husum, † 1722 53. 119. 629. als Musikdirektor und Kantor zu Bremen. Labater, Johann Kaspar, g. 1741 zu Zürich, † 1801 als reform. Prediger daselbst. 125. 261. 536. Lehr, Leopold Franz Friedrich, g. 1709 zu Kronberg bei Frankfurt a. M., 1744 in Magdeburg als Diakonus an der luth. Kirche zu Köthen. 282. 283. Leon, Johann, g. zu Ohrdruf in Thüringen, † 1597 als Pastor zu Wölfis bei Ohrdruf. 243. 580. 588. Liebich, Ehrenfried, g. 1713 zu Probsthain bei Liegnik, † 1780 als Pastor zu Lomnik bei Hirschberg in Schlesien. 147. 328. Lindemann, Johann, 1580-1630 Kantor zu Gotha. Er soll aus der Familie der Mutter Luthers stammen. 293. Liscow, Salomo, g. 1640 zu Niemitsch in der Lausit, † 1689 als Diakonus zu Wurzen im Königreich Sachsen. 308. 481. Löscher, Valentin Ernst, g. 1673 zu Sondershausen, † 1749 als Oberkonsistorialrat und Superintendent zu Dresden. 255. von Löwenstern, Matthäus Apelles, g. 1594 zu polnisch Neustadt bei Oppeln in Schlesien, 1648 als faiserlicher Rat zu Breslau. 174. 561. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, g. 1640, † 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg- Sondershausen. 258. 307. 409. Quise Henriette, Tochter des Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, g. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, † 1667 zu Berlin. Es ist zweifelhaft, ob die ihr zugeschriebenen vier Lieder von ihr verfaßt sind. 247. 614. Luther, Martin, g. 10. November 1483 zu Eisleben, † am 18. Februar 1546 daselbst. 37. 38. 39. 107. 108. 137. 138. 139. 148. 165. 166. 167. 168. 169. 185. 199. 209. 210. 221. 228. 229. 262. 263. 377. 437. 496. 519. 571. 572. 573. Magdeburg, Joachim, g. 1525 zu Gardelegen in der Altmart, t nach 1583 als Prediger im Desterreichischen. 387. Major siehe Groß. Mathesius, Johann, g. 1504 zu Rochlitz im Königreich Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, † 1565 als Pastor zu Joachimsthal. 528. Melissander siehe Bienemann. dajt Verzeichnis der Dichter. Menger, Johann, g. 1658 zu Jahma in der Lausit, † 1734 als Pastor zu Kemnik bei Bernstadt in der Lausik. 454. von Meyer, Johann Friedrich, g. 1772 ju Frankfurt a. M., * 1849 als Appellationsgerichtspräsident daselbst. 428. Meyfart, Johann Matthäus, g. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, 1642 als Professor der Theologie und Pastor zu Erfurt. 624. 394 Moller, Martin, g. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, † 1606 als Pastor prim. zu Görlig in der Lausit. 235. 388. 579. Möller, Johann Friedrich, g. 1789 zu Erfurt, 1861 als Generalsuperintendent und Konsistorialdirektor zu Magdeburg. 375. von Moser, Friedrich Karl, Freiherr, g. 1723 zu Stuttgart, Hessen- Darmstädtischer Minister, 1798 als Privatmann zu Ludwigsburg. 260. Mühlmann, Johann, g. 1573 zu Pegau bei Leipzig, Professor der Theologie und Archidiatonus zu Leipzig. Müller, Michael, g. 1673 zu Blankenburg a. harz, 1613 als 295. 472. 1704 als 354. Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Würtemberg. Münter, Balthajar, g. 1735 zu Lübeck,+ 1793 als Pastor an der deutschen Kirche zu Kopenhagen. 426. 637. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, g. 1624 zu Halle, † 1685 als Pastor zu Koburg. 52. Neander, Joachim, g. 1650 zu Bremen, 1680 als reform. Diakonus daselbst. 251. 450. 451. 505. 598. Nehring, Johann Christian, g. zu Gotha, Inspektor am Waiſenhause zu † 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 354. Neumann, Kaspar, g. 1648 zu Breslau, † 1715 als Kircheninspektor und Pastor prim. daselbst. 8. 20. 509. 562. Neumann, Gottfried, g. um 1688, 1782 als Mitglied der Brüdergemeinde. 603. Neumart, Georg, g. 1621 zu Langensalza in Thüringen, † 1681 als Bibliothekar und Archivjekretär zu Weimar. 403. 404. 573. Neumeister, Erdmann, g. 1671 zu üchterik bei Weißenfels, † 1756 als Hauptpastor zu Hamburg. 70. 203. 277. 278. 318. 359. 459. 460. 486. 517. Neunherz, Johann, g. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, † 1737 als Oberpfarrer zu Hirschberg. 122. Neuß, Heinrich Georg, g. 1654 zu Elbingerode im Harz, + 1716 als Konsistorialrat und Superintendent zu Wernigerode. 252. 355. Nicolai, Philipp, g. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, † 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 292. 621. Novalis siehe Hardenberg. Verzeichnis der Dichter. 395 Olearius, Johann, g. 1611 zu Halle, † 1684 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Weißenfels. 7. 22. 51. 69. 91. 189. 379. 380. 448. 549. 550. 551. 552. 628. Pauli, Joachim, g. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. 175. Pfeiffer, Christoph, g. 1689 zu Öls, † 1758 als Pastor zu Stolz bei Frankenstein in Schlesien. 63. von Pfeil, Christoph Karl Ludwig, g. 1712 zu Grünstadt in der bayr. Pfalz, würtembergischer Legationsrat, † 1784 als preuß. Geheimrat und Minister zu Deufstetten im Ansbachschen. 72. 383. 525. Poliander siehe Gramann. Prätorius, Benjamin, g. 1571 zu Weißenfels, lebte noch 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch in der Provinz Sachsen. 346. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, g. 1808 zu Kadolzburg in Mittelfranken, † 1858 als Pastor zu Augsburg. 21. 564. Räder, g. 1815 zu Elberfeld, † 1872 daselbst als Handlungsgehülfe. 431. Rambach, Johann Jakob, g. 1693 in Halle, † 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 33. 195. 204. 206. 218. 280, 281. 321. 322. 323. 367. 368. 422. Reimann, Georg, g. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, † 1615 als Professor der Beredsamkeit zu Königsberg in Preußen. 162. Reusner, Adam( Reißner), g. 1496 zu Mindelheim, Geheimsekretär Georgs von Frundsberg, ein Anhänger Schwenkfeldts, um 1575 in seiner Vaterstadt. 336. 507. Richter, Christian Friedrich, g. 1676 zu Sorau in der Lausit, 1711 als Arzt des Waisenhauses zu Halle. 54. 356. 357, 358. 433. 485. Ringwald, Bartholomäus, g. 1530 zu Frankfurt a. d. Oder, 1598 als Pfarrer zu Langenfeld in der Neumart. 236. 620. Rintart, Martin, g. 1586 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen, +1649 als Archidiakonus daselbst. 344. 442. Rist, Johann, g. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, † 1667 als Pastor zu Wedel an der Elbe in Holstein. 24. 46. 60. 68. 102. 113. 130. 131. 214. 222. 223. 242. 444. 501. 626. Rodigast, Samuel, g. 1649 zu Gröben bei Jena, † 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. 407. Rosenmüller, Johann, g. im Kurfürstentum Sachsen, † 1686 als Kapellmeister zu Wolfenbüttel. Rothe, Johann Andreas, g. 1688 zu Lissa bei Görlik in der Lausitz, Pfarrer zu Berthelsdorf, † 1758 als lutherischer Pastor zu Thommendorf in der Lausitz. 279. 613. 396 Verzeichnis der Dichter. Rückert, Friedrich, g. 1789 zu Schweinfurt am Main, Professor in Erlangen und Berlin, † 1866 als preußischer Geheimrat zu Neuseß bei Koburg. 35. Runge, Christoph, g. 1619 zu Berlin, Buchdrucker, † 1681 daselbst. 271. Nuopp, Johann Friedrich, g. zu Straßburg, † 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät zu Halle. 360. Rutilius, Martin, g. 1550 zu Düben in der Provinz Sachsen, 1618 als Diatonus zu Weimar. 238.net Sacer, Gottfried Wilhelm, g. 1635 zu Naumburg, † 1699 als Kammeradvokat zu Wolfenbüttel. 117. 611. Schade, Johann Kaspar, g. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, † 1698 als Diakonus zu Berlin. 96. 411. Schalling, Martin, g. 1532 zu Straßburg, † 1608 als Pastor zu Nürnberg. 337.* Chile Tan Scheffler, Johann( Angelus Silesius), g. 1624 zu Breslau, Leibarzt des Herzogs von Öls, trat 1653 zur römischen Kirche über, geistlicher Rat des Fürstbischofs, † 1677 im Kloster St. Matthias zu Breslau. 303. 304. 305. 349. Scheidt, Christian Ludwig, g. 1709 zu Waldenburg bei SchwäbischHall in Würtemberg, † 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. 284. Schein, Johann Hermann, g. 1586 zu Grünhain bei 3wickau im Königreich Sachsen, † 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. 589. Schenck, Hartmann, g. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, † 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 19. Schenk, Heinrich Theobald, Stadtpfarrer in Gießen, † 1727. 632. Schirmer, Michael, g. 1606 zu Leipzig, † 1673 als Konrektor am Gymnasium zum grauen Kloster zu Berlin. 25. 115. 141. 560. 609. Schlosser, Ludwig Heinrich, g. 1663 zu Darmstadt, † 1723 als Prediger zu Frankfurt a. M. 530. Schmidt, Johann Eusebius, g. 1669 zu Hohenfelden bei Erfurt, † 1745 als Pastor zu Siebleben bei Gotha. 176. Schmolc, Johann Benjamin, g. 1672 zu Brauchitschdorf bei Liegnik, † 1737 als Pastor prim. und Inspektor zu Schweidnih. 9. 10. 11. 32. 64. 98. 120. 121. 144. 163. 192. 202. 256. 275. 276. 416. 417. 418. 487. 511. 518. 565. 601. 630. 631. Schmuck, Vincentius, g. 1565 zu Schmalkalden, † 1628 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 556. Schneesing, Johann( Chiomusus), g. zu Frankfurt a. M., † 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. 232. 397 Verzeichnis der Dichter. Schöner, Johann Gottfried, g. 1749 zu Rügheim bei Würzburg, 1818 als Stadtpfarrer zu Nürnberg. 427. 638. Schrader, Johann Hermann, g. 1684 zu Hamburg, † 1737 als Probst und Konsistorialrat zu Tondern in Schleswig. 382. Schröder, Johann Heinrich, g. 1667 zu Springe bei Hannover, † 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wollmirstedt in der Provinz Sachsen. 312. Schüß, Johann Jakob, g. 1640 zu Frankfurt a. M., † 1690 als Advokat und verschiedener Reichsstände Rat dajelbst. 408. 449. † 1693 als Oberhofprediger und 306.504. Scriver, Christian, g. 1629 zu Rendsburg. Pastor zu Magdeburg, Kirchenrat zu Quedlinburg. Jedno von Seckendorf, Veit Ludwig, 15 Reichsfreiherr, g. 1626 zu Herzogenaurach bei Bamberg, 1692 als Brandenburgischer Geheimrat und Kanzler der Universität Halle. 432. Selnecker, Nikolaus, g. 1582 zu Hersbruck bei Nürnberg, Schüler Melanchtbons, Professor in Leipzig und Jena, auch Superintendent in Hildesheim, Mitarbeiter an der Konkordienformel, 1592 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 17. 170. 500. von Senik, Elisabeth, g. 1629 zu Rantau in Schlesien, Hoffräulein am Hofe zu Brieg und zu Öls, † 1679. 94. Siegfried, Johann, g. 1564, 1637 als Superintendent zu Schleiz. 588. Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schütz( Amadeus Creutzberg), g. 1657 zu Königsberg bei Gießen, † 1742 als Solmsscher Geheimrat zu Laubach in der Wetterau. 97. 319. NordSpangenberg, Johann, g. 1484 zu Hardegsen in Hannover, seit 1524 der erste evang. Prediger an St. Blasien hausen, † 1550 als Superintendent zu Eisleben. 226. Spangenberg, August Gottlieb, g. 1704 zu Klettenberg bei Walkenried, als Bischof der Brüdergemeinde lange Zeit in Amerika thätig, 1792 zu Berthelsdorf. 366. Spengler, Lazarus, g. 1479 zu Nürnberg, Rechtsgelehrter und Ratsschreiber daselbst, Freund Luthers und Beförderer der Refor= mation, † 1534 zu Nürnberg. 230. Speratus, Paul, g. 1484 zu Röthlen bei Ellwangen, 1524 Hofprediger Herzog Albrechts von Preußen, luther. Bischof von Po= mesanien, † 1554 zu Marienwerder. 264. Spitta, Karl Johann Philipp, g. 1801 zu Hannover, † 1859 ale Superintendent zu Burgdorf bei Hannover. 183. 208. 430. 516. 526. 527. 553, 606. 398 Verzeichnis der Dichter. Spreng, Johann Jacob, g. 1699 zu Basel, reform. Prediger zu Ludweiler bei Saarbrüden, † 1768 als Professor der Geschichte und griechischen Sprache zu Basel. 205. Stard, Johann Friedrich, g. 1680 zu Hildesheim, † 1756 als Pastor und Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 369. Stegmann, Josua, g. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, † 1632 als Professor der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 18. von Stöden, Christian, g. 1633 zu Rendsburg, † 1684 daſelbst als Generalsuperintendent von Schleswig- Holstein, Kirchenrat und Probst. 568. Stockfleth, Heinrich Arnold( Dorus), g. 1643 zu Alfeld in Hannover, † 1708 als Kirchenrat, Oberhosprediger und Generalsuperintendent zu Mönchsberg bei Bayreuth in Mittelfranten. 410. Stolshagins, Kaspar, 1591 Pastor zu Iglau in Mähren. 111. Sturm, Christoph Christian, g. 1740 zu Augsburg, † 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 288. 289. 425. Terstegen, Gerhard, g. 1697 zu Mörs,+ 1769 als Bandmacher zu Mühlheim a. d. Ruhr( reform.). 13. 14. 55. 71. 135. 327. 372. 490. 512. 513. Thebesius, Adam, g. 1596 zu Seifersdorf in Schlesien, † 1652 als Pfarrer zu Liegnik. 84. Thilo, Valentin, der jüngere, g. 1607 zu Königsberg in Pr.. 1662 als Professor der Beredsamkeit daselbst. 26. Tiete, Christoph,( Titius), g. 1641 zu Wilkau bei Breslau, + 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 248. 405. Tollmann, Gottfried, g. 1680 zu Lauban in der Lausitz, † 1766 als Pastor zu Leube bei Görlitz in der Lausitz. 563. Bespasius siehe Wepse. Vischer, Christoph, g. zu Joachimsthal in Böhmen, † 1600 als Generalsuperintendent zu Celle. 78. Walther, Johann, der alte Luther Kantor, 1520 Hoftantor in Torgau, 1570 als Kapellmeister zu Dresden. 519. 623. Wegelin, Josua, g. 1604 zu Augsburg, † 1640 als evang. Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 132. Wehrenberg, Heinrich Jonathan, ein Urenkel Ph. Melanchthons, g. 1651 zu Eilenburg, Prov. Sachsen, 1713 als Superintendent zu Lüneburg. 361. Weingärtner, Sigismund, angeblich um 1600 Prediger in Heilbronn. 389. Weiße siehe Böhmische Brüder. Weissel, Georg, g. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, † 1635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 23. 114. 299. Verzeichnis der Dichter. 399 Wenigt, Johann Ernst, g. 1701 zu Gotha, † 1745 als Pfarrer zu Bischleben bei Arnstadt in Thüringen. 145. Wepse, Hermann( Vespasius), um 1580 Prediger in Stade. 265. Werner, Georg, g. 1589 zu Pr.- Holland, † 1643 als Diatonus zu Königsberg i. Pr. 45. 101. 140. 590. Wieser, Matthäus, um 1658(?). 539. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, g. 1598 zu Altenburg, 1662 zu Weimar. 3. Windler, Johann Josef, g. 1670 zu Luckau in der Lausit, † 1722 als Konsistorialrat und Domprediger zu Magdeburg. 363. 414. Wolf, Jakob Gabriel, g. 1684( 1683) zu Greifswald, † 1754 als Hofrat und Professor der Rechte zu Halle. 316. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, g. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, 1761 als Stadtpfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 196. 635. Behner, Samuel, g. 1594 zu Suhl in Thüringen, 1635 als Superintendent zu Schleusingen. 345. Beibich, Christoph Heinr., g. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, † 1748 als Professor der Theol., Konsistorialassessor und Probst zu Wittenberg. 225. von Zinzendorf, Graf Nikolaus Ludwig, g. 1700 zu Dresden, Stifter der evangelischen Brüdergemeinde, † 1760 zu Herrnhut. 193. 320. 365. 366. 3wick, Johann, g. um 1496 zu Konstanz, 1542 als reform. Pfarrer seiner Vaterstadt zu Bischofzell in der Schweiz während der Pest. 128. Unbekannt sind die Verfasser folgender Lieder: 2. 5. 16. 34. 36. 40. 42. 44. 59. 67. 73. 74. 93. 104, 105, 106. 118. 127. 129. 136. 150. 152. 184. 190. 191. 217. 224. 227. 234. 237. 245. 258. 273, 294, 298. 310. 335. 342. 350. 384. 385. 390. 394. 412. 434. 436. 468. 469. 489. 492. 493. 494. 503. 508. 558. 559. 567. 578. 581. 583. 587. 597. 619. 521. 532. 537. 538. 540. 541. Gebete zum evangelisch- lutherischen Gesangbuche der Hannoverschen Landeskirche. Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1888. ១០. spodob malinsial- phlilagunes សូម រិ ក ក អង់ តម អាស Gebete. 1. Um Geist und Gnade recht zu beten I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 2-10. Morgengebete 11-12. Tischgebete 13-21. Abendgebete. 22. 23. Dankgebete. 24. Zum Beginn der Arbeit. 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf 26. Gebet christlicher Eheleute II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Früchte des Feldes und den Bergbau. 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern zu beten. 29. Schulgebete 30. Gebet eines Konfirmanden 31. Für die Kirche. 32. Für die Obrigkeit. 33. Für die Früchte des Feldes 34. Um den lieben Sonnenschein 35. Um einen fruchtbaren Regen 36. Beim Anfang der Ernte 37. Dankgebet nach der Ernte 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk III. Gebete in allerlei Not. Seite 5 39. Um Geduld in Leidenszeit 40. In Anfechtungen 41. In Kriegszeiten 42. In teurer Zeit. 11 11 16 17 18 18 19 21212121 21 21 C 903 181 23 24 24 25 26 26 27 27 29 30 31 31 4 43. Bei großem Ungewitter 44. Bei Sturm und Wasserfluten 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterben. 47. Gebet für ein trantes Kind 48. Gebete eines Kranken. Kind 12.0 Gebete. 49. Dankgebet eines Genesenden. 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit Gottes Wort für Kranke. 51. Morgengebet eines Kranken 52. Abendgebet eines Kranken 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen Abschiedssegen. 55. Gebet nach dem Tode eines Kindleins 56. An Begräbnistagen nalogny130 18 under IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. stads0 57-63. An Beichttagen. 64-72. An Abendmahlstagen Kollekten. 148. Für bestimmte Tage und Zeiten 49-83. Allgemeine Kollekten Seite V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 73-85. Gebete für die vornehmsten Feste nach Ordnung des Kirchenjahrs 86. An Buß- und Bettagen 87. 88. Für Betstunden 89. Für Bibelstunden. Versikel. hogy naps 33 33 34 34 35 36 37 37 39 39 39 40 40 41 41 42 toff islallo. I 42 48 tisdi2 i dius wil 53 62 63 65 66 75 82 puntosial 0k tigpoin AN tot 95 5 0.100 Herr, thu meine Lippen auf! so 1. Um Geist und Gnade recht zu beten. ewiger, barmherziger Gott, du Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwenglich thun kannst über alles, was wir bitten oder verstehen, so schreien wir zu dir: Gieß über uns aus nach deiner Verheißung den Geist der Gnade und des Gebets, der uns bei dir vertrete mit unaussprechlichem Seufzen, auf daß wir dich mit Mund und Herzen andächtig in rechtem Ernst anrufen und dir ein angenehmes Lobopfer bringen mögen. Herr, thu unsre Lippen auf, daß unser Mund deinen Ruhm verkündige. Erwecke unsere Seele und Gemüt, daß wir uns nicht nur mit unserm Munde zu dir nahen und dich allein mit den Lippen ehren, aber das Herz ferne von dir sei, sondern verleih uns Gnade, daß wir als die rechtschaffenen Anbeter dich im Geiste und in der Wahrheit, ohne andere und fremde Gedanken, anrufen mit herzlicher Aufmerkung unseres Gemütes, ohne Heuchelei und Ehrgeiz, und daß wir nichts von dir begehren als nur allein, was dein göttlicher Wille, dein Lob und Ehre, dazu unserer Seelen Seligkeit ist. Verleih auch, daß wir alles dasjenige, was wir von dir bitten, mit starkem Glauben und gewisser Zuversicht von deiner milden Güte zu erlangen, ungezweifelt hoffen, auch dir hierin nicht Zeit, Ziel oder Maß der Hülfe setzen, sondern uns deinem gnädigen Willen, der allewege der beste ist, in allen Dingen mit starker Hoffnung und Geduld in Demut unserer Herzen gänzlich unterwerfen. Dazu gieb Gnade, daß wir vor dir liegen mit unserm Gebet nicht auf unsere Gerech= tigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit und in dem Namen deines lieben Sohnes Jesu Christi, in welchem wir Freudigkeit haben, vor deinen Gnadenstuhl zu treten und dich mit kindlicher Zuversicht unsern lieben Vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom Beten nicht abgeschreckt werden um unserer Unwürdigkeit willen. So hilf nun, du heiliger Gott, daß wir an allen Orten aufheben heilige Hände, ohne Zorn und Zweifel, und emsiglich anhalten mit Flehen, mit Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, damit wir nach deiner Verheißung und deinem gnä= digen Wohlgefallen allerlei zeitliche und himmlische Gaben empfangen in Christo Jesu, unserm Herrn, der da lebet und regieret in Ewigteit. Amen. 6 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Morgengebete. jusque a G Fülle uns frühe mit deiner Gnade. TOMATO ONN BO 2. Luthers Morgenſegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. dard 19da Und an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sikend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.md tim aile id dun wadon Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. molding theird nu ssdof mist Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet haft, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. berpinda 3. Morgengebet am Sonntag. Barmherziger, getreuer Gott, du ewiger Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohl= thaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund hast I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 7 lassen erleben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums haft laffen aufgehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wollest solch Gnadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nach= kommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so vergieb uns alle unsre Sünde und Missethaten um deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen, und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen weltlichen Lüften von Herzen entsagen und unsere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Öffne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getrost anrufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unsers Lebens von allen bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sabbathtag gelangen, da wir mit Engelzungen und-herzen deine großen Thaten mit allen Auserwählten, Engeln und Menschen, rühmen und preisen werden in alle Ewigkeit. Amen. 4. Noch ein Morgengebet am Sonntag. err, unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht scheinen läsfest aus der Finsternis, der du uns erquickt haft durch nächtlichen Schlaf und wieder erweckt, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen, nimm jetzt an von uns nach deiner grundlosen Barmherzigkeit das Opfer unserer Anbetung und unsers Dankes und gewähre uns alle heilsamen Bitten. Richte uns zu, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Gedenke, Herr, nach der Fülle deiner Erbarmungen deines ganzen Volks, aller, die mit uns beten, und aller unserer Mitchriften, die zu Lande oder zu Meer oder wo sonst in deinem weiten Reich deiner Gnade und Hülfe bedürfen, und schütte über sie und uns alle aus den Reichtum deiner Barmherzigkeit, auf daß wir, erlöset nach Seel und Leib, unverrückt in festem Glauben, deinen heiligen und wunderbaren Namen ewig rühmen mögen. Amen. 5. Morgengebet am Montag. Barmherziger, mildreichster Gott und Vater, in dieser Morgenstunde erscheine ich vor dem Throne deiner göttlichen Güte mit herzlichem Danke, daß du nach zurückgelegter finsterer Nacht mich aber= mals gesund und frisch haft aufstehen lassen. O Vater, deine Hand hat mich geschützet, daß mich der Satan nach seinem Willen nicht hat betrüben oder beschädigen können. Damit nun ferner mein I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Mund deines Ruhmes und deines Preises täglich voll sei, so vergieb mir alle meine Sünde und thu wohl. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend noch meiner Übertretung, gedente aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen, und regiere mich heute, diese angehende Woche und die ganze Zeit meines Lebens, daß ich in allem meinem Vornehmen deinem Worte folge. Behüte mich, liebster Vater, vor der Versuchung des Satans und meines eigenen Fleisches und Blutes, daß ich nichts übels thue noch wider dich fündige. Laß deine heiligen Engel mich auf allen meinen Wegen behüten, daß ich vor allem Schaden väterlich bewahrt werde. Denn dir, o Gott, übergebe ich meinen Leib und Seele( mein Haus und Hof, mein Weib und Kind und alle die Meinen). Behüte, schütze und erhalte mich, daß sich kein Übel zu mir nahe. Sei du mein Schild und Schirm, segne meinen Eingang und Ausgang und verlaß nicht, die deinen Namen kennen. Tröste alle Betrübte und Kranke. Hilf allen Notleidenden und Verlassenen. Und wenn auch eine trübe Unglückswolke nach deinem Willen über mich kommen sollte, so gieb mir Geduld und Rat. Gesegne auch, liebster Vater, heute und die ganze Woche über meine Arbeit und Nahrung und die Werke meines Berufs, daß meine Mühe und Arbeit nicht verloren sei. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem Herzen behalten und deine Furcht vor Augen haben, daß ich christlich lebe und selig sterbe. Das verleihe mir um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. 6. Morgengebet am Dienstag. Gelobet jeift du, o Gott, mein Schöpfer, gelobet feist du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret haft. Ich bitte dich demütiglich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrecken und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sünden und allem Übel gnädiglich behüten. Umgieb mich, o Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir keinen Schaden zufügen können. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern dich herzlich liebe und dein Knecht( deine Magd) sei ewiglich. Verleih mir auch deine Gnade, daß ich die Werke meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gieb dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand, segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vorhaben, Thun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schädlich 9 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. sein mag. Insonderheit aber behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. 7. Morgengebet am Mittwoch. Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir von Grund meiner Seele, daß du auch in dieser vergangenen Nacht die Hand deiner väterlichen Barmherzigkeit über mich gehalten, mich durch den Schutz deiner heiligen Engel behütet haft und mich zu deinem Lobe wieder aufstehen lassen. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, laß mich dir diesen Tag zu gleicher Gnade, Liebe und Fürsorge befohlen sein. Regiere mein Herz, Sinn und Gedanken, Worte und Werke durch deinen werten und heiligen Geist, daß ich nichts Übels thue. Leite mich auf ebner Bahn und laß mein Herz deinen Tempel und Wohnung sein. Ach Herr, allmächtiger Gott, du bist mein Vater, ich dein Kind; verlaß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe, mein Heil steht allein bei dir. In deinem Namen, o Vater, fange ich alles an, gieb, daß ich mein Werk in deiner Kraft vollbringe, für deinen väterlichen Beistand dir danke, mit dem, was mir deine Güte ver= liehen hat, mich findlich begnügen lasse und nicht nach mehr oder nach Verbotenem trachte. Zeuch mich von der Welt und ihrer Luſt ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein Gott, nicht schrecklich in der Not, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Du bist mir werter, als alle Schätze der Welt. Ach gieb, daß ich dich, du süße Liebe, nimmermehr verlasse. Bleibe diesen Tag und allezeit bei mir. Nimm dich auch nach deiner großen Liebe aller Armen und Notleidenden, aller Bekümmerten und Troftlosen, aller Verlornen und Irrenden, insonderheit deiner verlorenen Schafe aus dem Hause Israel an, sei das ewige Heil deiner Kirche und laß auch mich in derselben ein wahres und lebendiges Glied sein, daß, wenn ich aus diesem Leben scheiden soll, ich zu dir in den Himmel aufgehoben werde. Ach Vater, erhöre mich und gewähre mich meines Gebets, in dem Namen deines Sohnes Jesu. Amen. 8. Morgengebet am Donnerstag. ir loben, preisen und rühmen dich, wir danken dir, du Gott unserer Väter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages hast sehen lassen. Zu deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missethat und 10 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. nimm an unser Gebet nach der Fülle deiner Erbarmung. Denn du bist unsere Zuflucht für und für, barmherziger, allmächtiger Gott. Laß scheinen in unsere Herzen die wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit, erleuchte unsern Verstand und behüte unsere Sinne, auf daß wir als am Tage ehrbar wandeln den Weg deiner Gebote und auch dermaleinst im ewigen Freudenlichte dich selig schauen mögen. Amen. 9. Morgengebet am Freitag. Herr err Jesu, deine Liebe ist in der vergangenen Nacht mein Schild und Schirm gewesen. Ich danke dir für alle deine Güte, die du an mir armen und elenden Menschen so gnädig bewiesen, und bitte dich, zeige mir auch heute diesen Tag deine Gestalt, denn sie ist lieblich. Erfrene die Seele deines Kindes mit deiner heiligen Gegenwart. Stärke mich mit dem Beistande deines werten heiligen Geistes. Vergieb mir alle meine Sünde und Missethat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilige Liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mein ganzes Leben und meine Werte, daß ich nichts Böses thue, nichts Gutes unterlasse. Herr Jeju, stärke meinen Glauben, mehre meine Liebe zu dir und gieb mir ein festes Vertrauen zu deinem heiligen Versöhnungsblute. Zeuch mich nach dir, so werde ich den Weg deiner Gebote nimmermehr vergessen. Herr Jesu, der du an dem heutigen Tage deinen heiligen Leib in das Grab haft legen lassen, ach gieb mir deine Gnade, daß ich meine Sünde tief vergrabe und sie nimmermehr über mich herrschen lasse. Sei mit mir in allen meinen Verrichtungen, laß sie wohl geraten, wenn sie in dir gethan sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gieb einem jeden sein täglich Brot und verlaß deine Gemeine nicht, deren Erzhirte du bist. Gieb uns ferner die Süßigkeit deiner heiligen Liebe zu genießen, und wenn wir endlich am Ende unseres Lebens den Weg des Todes gehen sollen, so laß deinen Tod unser Leben und dein heiliges Grab unsere Ruhe sein, daß wir durch den Tod zum Leben eingehen. Erhöre uns, o Jesu, um deines Namens und um deiner Liebe willen. Amen. 10. Morgengebet am Sonnabend. err Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schuß, in deine väterliche Aufsicht und Trene. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts übels begegnen und keine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns träftig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht ab I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 11 weichen. Eegne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften und Vornehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gieb, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines herrlichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gieb mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. Tischgebete. 11. Vor dem Essen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 12. Nach dem Essen. Dantet dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regiereſt in Ewigkeit. Amen. Abendgebete. Herr, bleibe bei uns, denn der Tag hat sich geneiget. 13. Luthers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Und an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sikend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. sid Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. 12 Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wolleft mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. sloja dur 14. Abendgebet am Sonntag. Herr, allmächtiger Gott, barmherziger Bater, ich danke dir herzlich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade verliehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweisest. Vergieb mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heute aus deinem heiligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottseligem Leben und fröhlicher Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage fröhlich von den Toten auferstanden ist, also verleih mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich de, in e auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schutz nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir ge geben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge teine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 13 heiliger Engel beschüße mich. Deine väterliche Güte segne und erquicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gieb durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewigen Herrlichkeit. Amen. ob 15. Noch ein Abendgebet am Sonntag. Gelobt seist du, o Gott, allmächtiger Herrscher, der du den Tag erleuchtest durch dein Sonnenlicht und die Nacht durch feurige Strahlen erhellst, der du uns gnädig die Bahn des Tages haft durchwandeln lassen und uns zur stillen Nacht gebracht. Höre auf unser Gebet und auf das Gebet deines ganzen Volkes, und vergieb uns all unsere wissentlichen und unwissentlichen Übertretungen. Nimm an unsere Abendgebete und schütte aus über uns, dein Erbe, die Fülle deiner Barmherzigkeit und deiner Siege. Umschirme uns mit den heiligen Engeln, rüste uns mit den Waffen der Gerechtigteit, umschanze uns mit deiner Wahrheit, bewache uns mit deiner Macht, rette uns vor allem Unfall und allen Nachstellungen des Widersachers und gieb Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens, untadelig, heilig, friedlich, von Sünde, Anstoß und Schrecken frei verleben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Herr, dreieiniger Gott, und dir bringen wir Ruhm und Preis, jetzt und in Ewigkeit. Amen. 16. Abendgebet am Montag. Allmächtiger, treuer Gott, ich danke dir, daß du mich und die Meinigen diesen Tag über väterlich behütet und alles Unglück gnädiglich von uns abgewendet hast. Ich will mich nun in deinem Namen zur Ruhe begeben und auf meinem Lager unter deinem Schuze sanft entschlafen. Verzeih mir doch, lieber Vater, alle meine Sünden und Fehltritte, mit denen ich dich diesen Tag wissentlich oder unwissentlich beleidigt und erzürnt habe. Gieb mir eine ruhige Nacht und einen stillen Schlaf, daß ich nicht erschreckt werde. Du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, wache über mich. Bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Sei du in Finsternis meiner Seele helles Licht, daß ich mich, ob ich schon im Finstern schlafe, doch nicht fürchte. Laß meine Seele in dir ruhen, und ob mich der Tod erschleichen wollte, so erhalte mein Herz und meinen Geist, daß ich zu dir wache und dein sei im Leben und im Tode. Ich befehle dir auch all die Meinen, meine Freunde und Nachbarn, dazu auch Haus und Hof. Gieb, o trener Vater, eine stille, ruhige Nacht auch allen denen, die 14 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid, Not und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht finden. Behüte uns vor allem Übel. Wecke mich frühe sanft auf zu deines Namens Ehre und lehre mich deinen Willen thun nach deinem Wohlgefallen. Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Augen zuschließe und selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der Auferstehung alles Fleisches fröhlich zum ewigen Leben. Amen. 17. Abendgebet am Dienstag. Allmächtiger, ewiger Gott, wie freundlich bist du denen, die auf dich harren, und der Seele, die nach dir fraget. Wie haft du mich diesen Tag so gnädiglich angeschen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missethat. Das danke ich dir von ganzem Herzen. Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen gethan habe; vergieb mir, was ich wider deinen göttlichen Willen gesündigt habe. Laß in mir nicht perlöschen das Licht des Glaubens und deiner Erkenntnis, laß nicht mich überfallen die grausame Finsternis der Unwissenheit, des Unglaubens und der Verzweiflung, behüte mich vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag hat sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Finsternis erhalten möge, denn du allein, mein Gott. Hilf uns, so wir wachen, daß wir in Christo wachen; behüte uns, so wir schlafen, daß wir in Frieden ruhen. Suche heim und regiere dieses Haus und vertreibe davon alle Schrecken des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. Dein heiliger Segen bleibe über uns durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 18. Abendgebet am Mittwoch. Ich sage dir Dank, du wahres, ewiges Licht, daß du mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines Geistes in dieses natürlichen Tages Schein vor schweren Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht dem gebrechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine mühselige, fündige Seele in dir ruhen und Frieden haben vor aller List und jeglichem Anlauf des bösen Geistes. Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Deinen gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele überwältigen, daß sie dein vergesse des Nachts. Dir befehle ich meinen Geist, o Hirte, zu treuen Händen; du haft ihn erlöset, Herr, du treuer Gott. Laß mich von I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 15 dir nicht sinken, wache über mich, schirme mich mit deinen Flügeln. Wenn Tag und Nacht sich scheiden, so wecke mich und verleih mir wieder das Licht, darin ich hie wandeln und bei dir dort ewig wohnen möchte. Höre und erhöre mich, der du nicht schläfft noch schlummerst, durch Jesum Christum. Amen. 19. Abendgebet am Donnerstag. err Gott Vater, voll Gnade und Güte, der du Barmherzigkeit erweisest bis in das tausendste Glied, wie soll ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß du mich so herzlich geliebt und diesen Tag ohne allen Schaden und Gefahr haft hinbringen lassen. Ach Vater, nimm an meiner Statt das vollkommene Opfer deines liebsten Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinetwillen auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht verloren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmermehr zu vergessen. Vergieb mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in findlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater! Deiner väterlichen Fürsorge übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid behütet in deiner Gnade wieder erwache und dich preise. Tröfte auch in dieser Nacht alle Bekümmerten und Betrübten und laß allen, die den Namen deines Sohnes Jesu in wahrem Glauben anrufen, Hülfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbote des Todes ist, so verleih mir, o gütiger Vater, deine Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Himmels aufgenommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um der kräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. 20. Abendgebet am Freitag. Herr Jesu Christe, du geduldiges Gotteslamm und heiliges Sühnopfer für all meine Sünde, ja nicht allein für meine, sondern auch für der ganzen Welt Sünde, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele durch deinen Schuß diesen Tag so väterlich behütet hast. Dich bitte ich, du wollest mir alle meine Sünden, so ich heute diesen Tag aus Schwachheit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Geistes gethan habe, welche mein Herz und Gewissen sehr beschweren und drücken, gnädiglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruh und Schlaf will niederlegen, wollest du deine Gnade über mich ausbreiten, daß ich darunter in Fried und Ruh dieſe 16 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Nacht mit dem Leibe schlafen, mit der Seele aber allezeit zu dir wachen möge. Laß mich also deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahrnehmen und mit herzlichem Seufzen auf dich warten, bis ich dermaleinst gar zu dir selig von hinnen fahre. Dazu hilf mir, treuer Heiland, mit dem Vater und heiligen Geiste hochgelobet in Ewigkeit. Amen. 21. Abendgebet am Sonnabend. Barmherziger Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dant, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast. Ich bitte dich ferner, du wolleft alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten wissentlich und unwissentlich gethan, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädiglich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben trete, dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deine gnädigen Arme befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge; und wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Amen. II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Früchte des Feldes und den Bergbau. Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Herrn. 22. Danksagung für Gottes Wohlthaten. Ewiger, allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohlfahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erde und unter= winde mich, vor deinem Angesicht allhier zu stehen und dich zu loben. Verwirf mein armes Lobgebet nicht, o Herr, und nimm mein Dankopfer in Christo Jesu gnädig an. Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du hast mich vor unzählbaren Gefährlichkeiten Leibes und der Seele bewahrt oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum Wege meiner II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 17 Seligkeit ohne Unterlaß und auf mancherlei Weise gerufen und zu meinem seligen Christenstande bekehrt. Das alles hast du mir gethan um Jesu Christi willen, der sich allen meinen Schmerzen, Strafen und Schanden und zulekt meinem Tode unterworfen hat, auf daß ich endlich bei dir in ewiger Seligkeit fröhlich sein könnte. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, für alle deine Trene und Barmherzigkeit danken? Wie soll ich dir danken, Herr Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Leben und voller Genüge, ja mit dir selber den armen Sünder speisest und tränkest? Ich vermag allewege nichts Gutes, wie sollte ich danken können? Gieb du selbst, o Herr, mir in meine Hände, was ich bin und habe, und verleih mir alsdann, daß ich zum schwachen Danke dir wieder übergebe und opfere, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, so lange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir, durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben zu deinem Preis vollführt, so lange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe. Amen. implic 191 23. Noch ein Dankgebet. Mein Gott und Herr, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich nach deinem Ebenbilde geschaffen, durch das teure Blut deines Sohnes erlöst, durch die Taufe in die Zahl deiner Kinder aufge= nommen und mit dem Sakramente des Leibes und Blutes Christi mannigmal erquicket hast. Ich sage dir Dank, di treuer Gott, daß du mir von meiner Jugend auf bis auf diese Stunde so viele Sünden zu gute gehalten und auf meine Buße gewartet, mich so manches Mal aus großen Nöten errettet, an Leib und Seele behütet und mir Gesundheit, Friede und Wohlfahrt die Zeit meines Lebens verliehen hast. Ich bitte ferner, du wollest mich in solcher deiner Gnade und Gütigkeit erhalten, alles, was dir zuwider ist, von mir abthun und vor allem Übel und Unfall mich behüten. Laß mich mein Leben nach deinem Willen und Wohlgefallen vollenden und endlich mit Freuden zu deiner Herrlichkeit kommen. Das bitte ich dich, du treuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi. Amen. 1039 24. Zum Beginn der Arbeit. Ewiger, barmherziger Gott, ich will nun wieder frisch an meine Arbeit gehen und die Werke meines Berufes, darein du mich geseket haft, getroft angreifen und nach deiner Gabe ausrichten, meinem Nächsten dadurch zu dienen und mein Brot zu erwerben. Darum bitte ich dich herzlich, du wollest mir zu solchem Werk nach deiner gnadenreichen Verheißung Weisheit und Verstand, Heil und Segen, auch Gesundheit verleihen, damit ich es nicht allein wohl 2 II. Dantgebete. Berufsgebete. Fürbitten. anfangen, sondern auch durch deine väterliche Hülfe in deinem Namen nüklich vollführen und meines Amtes jederzeit in deiner Furcht mit reinem Gewissen treulich warten möge. Dir befehle ich meine Werte; laß meine Anschläge fortgehen und laß mir gelingen, was ich mir in deinem Namen vornehme, daß das Licht auf meinem Wege immer scheine, dir zu Lob und Preis, mir und den Meinen, auch meinem Nächsten zur Wohlfahrt und Frommen, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Herr Jesu, in deinem Namen und auf dein Wort will ich mein Netz auswerfen. O Herr, hilf, o Herr, lağ wohl gelingen. Amen. 18 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf. allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dieweil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und haft uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Nächsten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gieb Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfunden werden. Fördere die Werke unsers Haushaltens also, daß wir ja unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch jemand dadurch Ärgernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen empfangen haben, in stillem Wesen mit täglicher Danksagung genießen und gebrauchen. Wollest auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nahrung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir wohlgefällt, auf daß wir in all unserm Thun deinem Befehle nachgehen und alle Sorge und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen. 26. Gebet christlicher Eheleute. Barmherziger, gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlicher Vorsehung in den heiligen Ehestand gesetzt, daß wir nach deiner Ordnung darin leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens, da dein Wort sagt: Wer eine Ehefrau findet, der findet was Gutes und bekommt Segen vom Herrn. Ach lieber Gott, laß uns ja in deiner göttlichen Furcht bei einander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Laß uns mit einander in Frieden 19 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehrlichen Namen haben mögen. Gieb Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung zu deinen göttlichen Ehren auferziehen, Gieb daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen, und sie lange leben auf Erden. Gieb uns auch das tägliche Brot und segne unsere Nahrung. Und wenn du uns ja, lieber Gott, Kreuz und Trübsal zusenden willst, so gieb uns Geduld, daß wir uns gehorsamlich deiner väterlichen Züchtigung unterwerfen, und mache es gnädig mit uns. Fallen wir, so wirf uns nicht weg, sondern halt uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und verlaß uns nicht in unserer Not. Gieb auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben denn das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts mit hinaus bringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Gott der Vater segne uns und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Friede. Die heilige Dreieinigkeit bewahre unsern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder. Getreuer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt haft, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, gehorsames, demütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und gegen jedermann, schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichtungen ihres Berufes, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanftmütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Ärgernissen dieser Welt, sei ihr Schuß in allerlei Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen, 2⁰ 20 II. Dankgebete. Berufsgebcte. Fürbitten. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre. an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen mögen als die himmlischen Ölzweige und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Pfalm. 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern zu beten. Allmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Bater, der du der rechte Vater bist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kind uns geschenkt und ihm verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe zum ewigen Leben wiedergeboren und deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, einverleibt worden ist. Wir bitten dich demütig, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Taufgnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange, durch Jesum Chriftum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 29. Schulgebete. Jan de 1. Luthers Morgensegen siehe Gebet 2. 2. Lieber Herr und Gott, der du deinem Volte im Gesetz befohlen haft: Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, laß auch uns in unserer Arbeit deinen heiligen Willen erkennen und alle unsere Werke mit Fleiß und Treue verrichten. Weil aber ohne deinen Segen Mühe und Arbeit vergeblich ist, so bitten wir dich, laß dein himmlisches Gedeihen auf unsere Arbeit reichlich herabfließen gleich dem Morgentau, der das dürre Land befeuchtet. Laß uns unsere Geschäfte in deinem Namen anfangen und in stiller Hoffnung auf deine Hülfe glücklich hinausführen, dir zur Ehre, uns zur Freude und den Menschen zum Wohlgefallen. Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. 3. Abba, lieber Vater, dir jei Lob und Dank gesagt, daß du uns diesen Tag haft gesund erleben lassen und uns wieder die Gnade verleihst, gemeinsam deinen Namen anzurufen. Dein lieber II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 21 Sohn hat versprochen, daß er mitten unter denen sein wolle, die in seinem Namen versammelt sind. Laß auch jetzt seine gnädige Verheißung an uns erfüllt werden. Weil du aber nur denen nahe bist, die dich fürchten, so gieb eine kindliche Furcht vor deiner heiligen Majestät in unsere Herzen. Erleuchte unsern Verstand und lenke unsern Willen zum Gehorsam, daß dir all unser Thun und Lassen wohlgefalle. Laß uns wachsen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen nach dem Erempel deines heiligen Kindes Jesu. Amen. schrosdag limms201 4. In deinem Namen, lieber himmlischer Vater, schicken wir uns jetzt wieder an, die Arbeit unsers Berufes auszurichten und zu lehren und zu lernen, was uns befohlen ist. Sende dazu dein Licht und deine Wahrheit und gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes. Vor allen Dingen aber laß deine Furcht unserer Weisheit Anfang und deinen Geist unser aller Lehrer und Leiter sein. Mache unsere Herzen zu einem tiefen, weichen und reinen Lande und laß guten Samen darauf fallen, daß er darin wurzele und aufgehe und Frucht bringe zum ewigen Leben. Amen. disid si4 5. Allgegenwärtiger Gott, deine Augen sehen auf eines jeglichen Weg, und du schaucst auf alle unsere Gänge. Du erkenneſt unser Herz, und es ist alles bloß und aufgedeckt vor deinen Augen. Vor dir ist auch die Finsternis licht, und die Nacht leuchtet wie der helle Tag. Gieb uns doch einen tiefen Eindruck davon in unser Herz, daß wir allezeit vor deinen heiligen Augen offenbar sind, damit wir uns vor der Sünde fürchten lernen und vor deinem Angesichte wandeln. Schaffe in uns ein reines Herz, tilge alle heimliche Unlauterkeit aus unserm Leben und mache uns aufrichtig vor dir und den Menschen. Den Aufrichtigen läsfest du es gelingen und beschirmest die Frommen. Das erfülle an uns nach deiner Barmherzigkeit. Amen. 6. Wir danken dir, Herr Gott, für alle deine Wohlthat, die du uns erzeiget hast, daß du uns zu vernünftigen Menschen geschaffen haft und hast uns erlöset durch das unschuldige Blut deines lieben Sohnes und durch dein Wort und deinen Geist zum ewigen Leben berufen. Wir bitten dich, lieber Vater, verleih uns deine Gnade, dein heiliges Wort wohl zu lernen, christlich zu leben und selig zu sterben, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 7. Herr, leite uns in deiner Wahrheit und lehre uns, denn du bist der Gott, der uns hilft; täglich harren wir dein. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Gedenke nicht der Sünden unserer Jugend noch unserer Übertretung, gedente aber unser nach deiner Barmherzigkeit 22 II. Dantgebete. Berufsgebete. Fürbitten. um deiner Güte willen. Lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gott; dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Und dein Friede, der höher ist denn alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu. Amen. 8. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns wieder versammelt hast, unsere Hände zu dir aufzuheben. Laß uns nun die Arbeit des Tages mit Freuden angreifen und die Gabe, welche du einem jeden verliehen hast, mit Treue und Temut gebrauchen. Gieb uns ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr und ein waches Gewissen. Fülle uns frühe mit deiner Gnade und segne die Werke unserer Hände. Deinem heiligen Namen sei Ruhm und Preis jetzt und in Ewigteit. Amen. 9. Herr Jesu Christe, der du die Kinder zu dir zu bringen befohlen und sie in dein Reich aufzunehmen verheißen hast, wir danken dir, daß du uns in der heiligen Taufe zu dir gezogen und mit den Gütern deines Reiches gesegnet hast. Laß uns nun bei dir bleiben und als lebendige, grünende und fruchtbare Reben an dir, dem rechten Weinstock, erfunden werden. Vollführe das gute Werk, das du in uns angefangen hast, und behalte uns in der Aufsicht deiner Liebe und unter der Zucht deines Geistes, daß wir geschickt werden, dir hier in deinem Reiche zu dienen, und einst nach wohl vollbrachtem Leben auf Erden den Eingang finden zu deinem ewigen Reiche. Amen. nad ushied zoy these 10. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, für die große Gnade, daß du dein heiliges Wort uns gegeben hast. Drücke es ein und versiegele es in unsern Herzen, daß wir danach thun, leben und sterben. Laß uns in deiner Erkenntnis wachsen und zunehmen, dich, ewiger Gott, anrufen, loben, chren und preisen und alles, was wir thun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir hier allezeit als gehorsame Kinder erfunden und zuletzt des ewigen Lebens, das uns durch Jesum Christum erworben ist, teilhaftig werden mögen. Amen. 11.( Am Schlusse der Woche.) Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Bater, da wir ohne deines heiligen Geistes Licht und Gnade nichts vermögen, so bitten wir dich, du wollest unsern Verstand erleuchten, unser Gedächtnis stärken und unsern Willen regieren und heiligen, daß wir alles, was wir lesen und hören, recht verstehen, was wir verstehen, wohl behalten, und was wir behalten, wohl anwenden und in ein christliches Leben verwandeln. Befestige du selbst alles, was wir gehört und gelernt haben, und bestätige das Gute, das du in uns angefangen haft, zu deines Namens Lob und Preis um Icfu Chrifti, unsers Heilandes, willen. Amen. II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 23 12.( 3um Schlusse der Schule.) Lob und Dank jei dir, du Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, daß du uns bis hieher geholfen haft. Dein Aufsehen hat unsern Odem bewahrt, du haſt uns Gesundheit, Kraft und Freudigkeit zu unserm Werke gegeben, und was an unserer Arbeit nicht vergeblich gewesen, das danken wir allein deiner Güte. Wir sind zu geringe aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an uns gethan hast. Tilge alle unsere Sünde und Übertretung um Jesu Christi willen. Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih uns auch die verborgenen Fehler und laß keinen ein böses Gewissen und unvergebene Schuld mit sich hinwegnehmen. Behalte uns in deiner Gnade, erhalte uns ein fröhliches Herz, laß uns unter einander durch das Band des Friedens und durch herzliche Liebe verbunden bleiben.( Laß deinen Segen die begleiten, welche von uns scheiden; laß ihn auch bei uns bleiben, die wir erfrischt und gestärkt unser Wert wieder aufzunehmen gedenken.) Behüte unsern Ausgang und Eingang von nun an bis zu ewigen Zeiten. Amen. 30. Gebet eines Konfirmanden. 1. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mich durch die heilige Taufe in den Bund der Gnade und des Friedens auf= genommen, in deinem Worte mich unterwiesen und nun diese Zeit mich haft erleben lassen, in der ich zu meiner Konfirmation mich bereiten und rüsten soll. Hilf, lieber Vater, daß diese Zeit eine heilige und gesegnete Zeit und ein geistlicher Frühling für mich werde. Mache mich völliger im findlichen Gehorsam, andächtig im Gebet, eifrig zu deinem Wort, treu in meiner Arbeit, friedsam und ehrcrbietig gegen jedermann. Bewahre mich und alle, die mit mir auf dem Wege sind, vor Ärgernis und allem leichtfertigen Wesen. Laß uns wachsen in deiner Erkenntnis und stark werden durch deinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß wir am Tage unserer Konfirmation ein gutes Bekenntnis thun und würdig zu deinem Tische fommen mögen. Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Bater, weil dein lieber Sohn bersprochen hat, daß du deinen heiligen Geist denen geben wollest, die dich darum bitten, so bitten wir dich herzlich in dem Namen Jesu Christi, deines geliebten Sohnes, du wolleft uns deinen heiligen Geist geben, daß er uns in alle Wahrheit leite, uns zu allem Guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch denselben durch und durch und erfülle uns mit seinen Heiligungsgaben, damit wir als deine Kinder wandeln, Christo angehören und deine Rechte halten mögen, um der teuren Verheißung und Fürbitte deines geliebten Sohnes Jesu Christi willen. Amen. 24 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 31. Für die Kirche. de Vater aller Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, wir bitten dich, du wollest deine kleine Herde, das arme Häuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen hat, ehret und befördert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente wider alle Pforten der Hölle, wider alles Wüten und Toben des leidigen Teufels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt beständig und fest erhalten. Erhalte dein Schifflein samt deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meere, unter allen Wellen und Wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe Kirche fest und unbeweglich auf dem Grundfels stehen, darauf sie gebauet ist. O Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim deinen Weinstock und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir feftiglich erwählt hast, auf daß sein Gewächs ausgebreitet und seine Zweige groß werden. Nimm uns, deine Schafe, in deinen Schuß, daß uns niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen denjenigen, welche die Vertilgung der rechten Lehre und die Aufrichtung und Bestätigung der schändlichen Abgötterei suchen. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so uns jetzt scheint, nicht unterdrückt oder ausgelöscht werden, sondern thu Hülfe durch deinen großen und ausgestreckten Arm und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so viel Anstößen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch ein Volk habest, das dich erkenne, ehre und anbete und deinem heiligen Namen mit reinem Herzen diene. Ach Herr, schone deines Volkes und laß uns nicht entgelten unsere Sünden, der du die Missethat vormals vergeben hast deinem Volke und alle ihre Sünde bedeckt, der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimme deines Zorns, tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Beschüße deine Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Sei und bleibe du mitten unter uns und weiche nicht von deiner Gemeine. Thu solches um deines Namens willen, daß derselbe nicht entheiliget werde, ja thu es um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. 32. Für die Obrigkeit. Herr aller Herren und König aller Könige, du Herrscher über den ganzen Erdenkreis, der du alle Obrigkeit eingesetzet und gesaget haft durch deinen werten Apostel: Es ist teine Obrigkeit, ohne von II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 25 Gott, und wer der Obrigkeit widerstrebet, der widerstrebet Gottes Ordnung, laß uns die Obrigkeit für deine Ordnung erkennen, dieselbe fürchten, lieben und ehren. Gieb Gnade, daß wir durch sie mit Gerechtigkeit regiert werden und unter ihrem Schuß ein stilles, geruhiges Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und weil du, lieber Vater, der Könige Herzen in deiner Hand hast und leitest dieselben wie Wasserbäche, so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen Gottes Wort lieb haben, ihre Thore weit machen und die Thüren in der Welt hoch, daß in ihren Landen der König der Ehren einziehe. Gieb ihnen deine himmlische Weisheit, die um deinen Thron ist, durch welche die Könige regieren und die Natsherren das Recht sehen. Laß sie das Geschrei der Armen hören und Recht und Gerechtigkeit handhaben. Laß sie fürstliche Gedanken haben und darüber halten. Gieb ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, beständigen Mut und Tapferkeit wider alle Ungerechtigkeit, glücklichen Fortgang ihrer Anschläge, getreue, verständige, fluge Näte, gesundes und langes Leben. Behüte sie vor Heuchlern und Schmeichlern, vor Kriegen und Blutvergießen. Schüße sie durch deine heiligen Engel. Segne das ganze Land, und schaffe unsern Grenzen Friede, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 33. Für die Früchte des Feldes.( Am Tage der Hagelfeier.) Herr jerr, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erde, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, von welchen Menschen und Vieh ihre Nahrung haben, wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder demselben helfen können, wo du nicht das Gedeihen giebst. Darum verleih den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte sie vor Hagel und Ungewitter, vor Verheerung, vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu, daß er nicht wie Eisen, und die Erde so hart wie Erz werde, sondern gieb uns Früh- und Spatregen, dazu fruchtbare Zeiten, suche das Land heim und wässere es und mache es sehr reich. Deine Brünnlein haben Wassers die Fülle, so laß denn unser Getreide wohl geraten und baue selbst das Land, tränke seine Furchen und segue sein Gewächs und kröne das Jahr mit deinem Gut. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen Schutz befohlen 26 II. Dankgebete. Lerufsgebete. Fürbitten. sein. Behüte uns vor Miswachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wolleft hören im Himmel, in dem Site, da du wohneft, und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leiblicher Nahrung verlassen, sondern unser Leben erhalten und uns mit aller Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Scele hier zeitlich und dort cwiglich reichlich ernähreft. Amen. 34. Um den lieben Sonnenschein. mächtiger, barmherziger Gott, himmliſcher Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen Regen und betrübtem nassen Wetter strafest und heimsucht. Aber hilf doch um deines Namens willen und lag die liebe Sonne wiederum seinen und leuchten, damit sich die netleidenden Früchte erholen, und wir solchen deinen Segen zu unserer Notdurft wohl einbringen und mit Danffagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und unsere Zuflucht ist und bleibt in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unsers Heils. Amen. 35. Um einen fruchtbaren Regen. himmlischer Bater, allmächtiger Gott, du hast in deinem Worte gesagt, wenn wir dir nicht gehorchen, so willst du den Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz machen, daß es nicht regnen soll, noch die Früchte auf dem Lande gedeihen. Wiederum aber haft du verheißen, wenn wir dir gehorchen, dich lieben und dir von ganzem Herzen dienen, so wollest du unserm Lande Regen geben zu seiner Zeit. Nun sehen wir leider mit Schmerzen, daß die lieben Früchte, die du aus deiner milden Hand bescheret hast, von der Sonnenhike hart austrocknen und schier keinen Saft mehr haben, weil die fruchtbaren Regen ausbleiben. Solches alles haben wir mit unsern vielfältigen Sünden als eine Strafe und Rute wohl verdient und wären wohl wert, daß du uns nicht ein Körnlein ließeft aus der Erde wachsen. Nun wissen wir kein ander Mittel, mit welchem wir deinen Born könnten stillen und die brennende Hitze abwenden, denn daß wir mit einem ernsten, gläubigen Gebet, welches die Wolfen durc)= dringt und vor dein Angesicht fommt, auch bei dir viel ausrichtet, dir in die Rute fallen. Bitten deshalb deine unendliche Barmherzigfeit, du wolleft den Himmel wieder aufschließen und einen lieblichen, fruchtbaren Regen bejcheren,( wie denn Elias auch mit seinem Gebete erlangte, daß es regnete,) damit die Früchte der Erde erfrischt und II. Dantgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 27 erquidt werden, und wir sie mit Dankbarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Lebens fruchtbarlich gebrauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hie zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen. Amen. 36. Beim Anfang der Ernte. mächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Morgens und des Abends, bauest selbst das Land und jegnest sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht hast und das Getreide wohl geraten lassen. Wir wollen nun deinen Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wollest uns dazu gute und bequeme Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich machen und deine liebe Sonne scheinen lassen, damit unsere Früchte, bor allem Schaden behütet und zu ihrer Bollkommenheit gebracht, bon uns in gutem Frieden sein troden eingesammelt, mit Danfjagung aus deiner milden Hand angenommen und zur Notdurft unjers Leibes in guter Gesundheit genoffen werden. Du weißt, lieber Bater, daß wir des täglichen Brotes und deines Erdjegens hoch bedürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gonne uns auch für dieses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen haft, uns zu segnen, so segne uns noch ferner, gieb uns unsere Speise zu deiner Zeit, thu deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, darum tommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterliches Herz erkennen und dich für deine Wohlthat loben und preisen, so lange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gieb uns, was wir für uns selber nicht vermögen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 37. Dankgebet nach der Ernte. jerr Gott Himmels und der Erde, du bedeckest den Himmel mit Wolken, giebst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß sie giebt Samen zu jäen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und giebst uns allerlei Gutes reichlich zu genießen. Du haft verheißen: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnadiger Gott, auch an uns in diesem Jahre träftiglich erfüllt. Unsern Samen haben wir auf Hoffnung ausgejäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Eegen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohlthat danten wir dir heute in deinem Hause mit allem deinem 28 II. Dankgebete. Verufsgebete. Fürbitten. Volte und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge thut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an lebendig erhält und thut uns alles Gutes. Preise, Jerusalem, den perrn, lobe, Zion, deinen Gott! Dank fei dir, o treuer Gott, daß du unsern Saaten Regen und Sonnenschein verliehen, uns die Ernte so treulich behütet und uns und unsern Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben haft. Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben hast, und gieb Gnade, daß wir es anwenden uns und unsern dürftigen Nächsten zur Erhaltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Garben heimgeholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter Weizen in deine Scheuern gesammelt werden; so wollen wir dir mit allen Heiligen ein ewiges Dankopfer bringen und sagen: Hoch gelobet sei Gott in alle Ewigkeit! Amen. 38. Un göttlichen Segen zum Bergwerk. Allmächtiger Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, in deiner Hand ist, was die Erde bringt, und die Höhen der Berge sind auch dein. Groß sind deine Werke, die Erde füllest du mit Gütern und läsfest auch der Berge Gründe nicht leer. Wir sagen deiner Majestät Lob und Preis, daß du diesen unsern Ort mit dem edlen Bergsegen begnadigt, die Gebirge mit fündigen Klüften und Gängen veredelt und( bei den bisherigen schweren Zeiten) den lieben Bergbau noch gnädig erhalten haft. Insonderheit danken wir deiner Barmherzigkeit, da du in dem vergangenen Jahre viel Unglück päterlich abgewendet( nach den schweren Unglücksfällen uns wieder gnädig angesehen), alles in gutem Stande erhalten und das tägliche Brot mildiglich beschert hast. Für diese großen unverdienten Wohlthaten bringen wir heute deinem Namen das Opfer unserer Lippen und rühmen deine Allmacht und Güte mit fröhlichem Munde und dankbarem Herzen. Weil wir aber, lieber Gott und Vater, leider oft undankbar gewesen, deine Gaben nicht gebührlich erkannt und geachtet, dieselben auch nicht zu deinen Ehren und zu Nutzen unsers Nächsten angewandt, sondern vielmehr oft mißbraucht haben, so hast du zur gerechten Strafe oftmals deine Gaben und Schätze zurückgehalten und deinen Segen entzogen, daß unsere Arbeit an vielen Orten verloren und vergeblich gewesen. Nun, lieber himmlischer Bater, wir bitten dich, gedente nicht unserer Sünden, sondern ge= denke deiner vorigen Güte und Gnade, die von der Welt her gewesen ist. Gieb uns deinen Geist, daß wir nicht bloß mit Worten unsere Missethat bekennen, sondern auch durch seine Hülfe zu wirklicher und thätiger Bußfertigkeit und Besserung des Lebens schreiten mögen. III. Gebete in allerlei Not. Erhebe du durch deine allmächtige Hand, die träftig allenthalben wirkt, dieses unser Vergwerk immer mehr und mehr; thu deine milde Hand auf, beschere gute Anbrüche, reich Erz und Silber, und laß durch deinen Segen die herrlichen Gaben, die du uns durch schöne Anbrüche zeigst, dauernd sein, daß wir alle dadurch unser täglich Brot haben mögen. Behüte uns vor Feuersbrünsten, vor ansteckenden Krankheiten, vor Wassermangel und schädlichen Wasserfluten. Behüte unsere Bergleute bei ihrem Ein- und Ausfahren, wache über unsere Pochwerke und Hütten und über alle, die darin arbeiten. Laß ihre Arbeit gedeihen, daß jedermann sich deiner väterlichen Güte und gnädigen Hülfe erfreue und die Werte seines Be= rufs mit Luft verrichte. Schenke den Oberen Weisheit und Liebe, Kraft und Treue. Segne unsere Schulen, daß die Weisheit in ihnen gesucht werde wie Silber und erforscht wie die Schätze, auf daß unsere Kinder deine Furcht und Erkenntnis finden. Vor allen Dingen aber laß den edlen Schatz deines reinen Worts und Sakraments bei uns bleiben und segne uns mit den unvergänglichen Gütern deines Reiches, daß wir allesamt endlich unsere Ausfahrt aus den dunklen Gängen dieser Erde mit Freuden halten und dich ewig loben und preisen, durch Christum, unsern Herrn. Amen. 29 III. Gebete in allerlei Hot. Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergeßten meine Seele. 39. Um Geduld in Leidenszeit. Allmächtiger, gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwachen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ehne deine göttliche Hülfe und Beistand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Widerwärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gieb mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch von nöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in 30 III. Gebete in allerlei Not. meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde, sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb haft, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet. Aus_fechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der siebenten wird mich tein Übel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig stärkt werde der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not samt allen deinen Gläubigen dich preisen möge; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. Amen. 40. In Anfechtungen. Jesu Christe, du mächtiger Herr und einiger Helfer, der du dich um unsertwillen und uns zu gut hast lassen versuchen, auf daß du den Teufel überwändest, wir bitten dich, rüste uns mit geistlichen Waffen, damit wir bestehen können unter dem Schilde des Glaubens gegen die listigen Anläufe des Teufels; mach uns start in der Macht deiner göttlichen Stärke, daß wir der Welt obsiegen; hilf uns das Fleisch durch Fasten und Beten betäuben und im Zaum halten, damit wir unumgestoßen in deinem Dienste bleiben und als christliche Ritter uns wehren mit dem geistlichen Schwerte deines Wortes und endlich die Krone des Lebens davon bringen, welche du uns geben wirst um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Helfer, mein Erlöser, mein Gott und Herr seiest, damit ich als ein Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunnquell aller Freude und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigkeit mit fröhlicher Geduld überwinde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben widerstehe, mit III. Gebete in allerlei Not. 31 fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wenn du willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende nehmen möge. Amen. 41. In Kriegszeiten. Heiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut haft du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte um so sicherer geworden, haben deine Wohlthaten mißbraucht, dein Wort vergessen, haben viel wider einander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weisheit, unserm Vermögen und Werk Götzendienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu sehen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Nimm von uns, Herr, jegliche Verschuldung, um Christi willen vergieb uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Hungernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübfal neue Bruderbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden aufgehen, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über uns, erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 42. In teurer Zeit. Ah Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, wir bekennen dir von Grund unserer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns betroffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, haft dich nicht unbezeugt gelassen, sondern uns viel Gutes gethan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohlthaten dir nicht gedankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, haft du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes zerbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergieb uns unsere Sünden um Jesu Christi willen. Thu deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und 32 III. Gebete in allerlei Not. wässere es und mache es fruchtbar, deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, tröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei; der du dem Vich sein Futter giebst, den jungen Raben, die dich anrufen, laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen getauft, ja mit dem teuren Blute Jesu Chrifti, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Augen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Volkes gejammert, das nur etliche Tage bei dir verharri und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu segnen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, jegnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deine väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohlthaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speiſe uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himmlischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen. ciflor sit and 43. Bei großem Ungewitter. du großer und erschrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fähreft wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen ausläsfest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblicke verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Prasseln deines Donners. Ach gedente nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vich und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen Schrecken und einem böjen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorüber gehe, und behäte uns, daß wir die Donnerstimme deines III. Gebete in allerlei Not. 33 grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das höllische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Bater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. 44. Bei Sturm und Wasserfluten. Allmächtiger, großer und starker Gott, der du Himmel und Erde in deiner Hand hast, sich doch an unsere große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du haft die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daher rauschen, daß uns bange ist, und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergieb uns unsere Sünden und Missethat, um unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren, mache unsere Dämme und Deiche fest, bewache unsere Häuser und habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehen. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wolken gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden Fluten ein Ende und thu ein Zeichen an uns, dağ es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, fanstem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquicke unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Jesu Christe, du bist der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur Ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thust, und deinen Namen preisen hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. 45. Bei Scuchen und in Sterbenszeiten. Ach Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein 3 34 III. Gebete in allerlei Not. Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergieb ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hiebei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre uns, erhöre unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Darnach lies Psalm 90. 91. 46. Ulm tägliche Bereitschaft zum Sterben. ch lieber Gott und Herr, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben, und weiß nicht wann; du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag( oder diese Nacht und Stunde) die letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege der beste ist. Nach demselben deinem heiligen Willen laß mich allezeit bereit sein, in wahrem Glauben an meinen Erlöser Jesum Christum zu leben und zu sterben. Allein, mein frommer Gott, gewähre mich dieser Bitte, daß ich nicht plötzlich in meinen Sünden sterben und verderben möge. Stelle sie mir in diesem Leben zu meiner Bekehrung unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage zu meiner Verdammnis vorgestellet und zugerechnet werden mögen. Verleih mir, daß ich noch in der Gnadenzeit meine mannigfaltigen schweren Sünden erkenne, betenne, sie von Herzen bereue, einen festen Vorsatz fasse, mein Leben zu bessern, und auch Vergebung derselben von dir erlange. Alsdann, mein Gott, geschehe dein heiliger Wille; laß mich sterben, wann es dir gefällt, nur gieb mir ein sanftes und vernünftiges Ende. Barm= herziger Gott und Vater, der du bei deinem Leben geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß er sich von seinem bösen Wesen bekehre und lebe, Gott Sohn, der Welt Heiland, der du alle, die an dich glauben, bei deiner Wahrheit versichert hast, was sie den Vater in deinem Namen bitten werden, das wolle er ihnen geben, Gott heiliger Geist, der du unserer Schwachheit auf hilsst und wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaussprechlichem Seufzen vertrittst, erbarme did über mich armen Sünder und laß diese meine Bitte ja, amen und erhört sein. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du haft mich erlöset, du getreuer Gott. Amen. 47. Gebet für ein krankes Kind. Herr jerr Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich unser und dieses tranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und haft III. Gebete in allerlei Not. 35 des Jairus Töchterlein vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden dieses deines clenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Tause angenommen und zu den Deinen hinzugethan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger tebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies kindlein aus dieser argen und fündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gieb uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. 48. Gebete cines Kranken. 1. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getrener Gott und läsfest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich fündigen Menschen, vergieb mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite mich aus diesem Jammerthale in das rechte Vaterland. Amen. 2. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet und mein Seufzen. Herr, nimm mein Flehen an und laß meine Seufzer vor dich 3* 36 III. Gebete in allerlei Not. tommen. Gefällt dirs, mein Erlöser, und ist mirs gut und selig, daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Ende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände. Amen.. 3. O allmächtiger, starter Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergiebest Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wante, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. An diesen Heiland glaube ich und auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu schanden werden, denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld, durch Jesum Chriftum deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. Adu 49. Dankgebet eines Genejenden. err, mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein einiger Nothelfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine unaussprechlichen, vielfältigen Wohlthaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krankheit und Elend mich in Gnaden angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wiederum aufgeholfen haft. Ich danke dir, Herr, daß du zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüchtigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Um Trost war mir sehr bange, aber, Herr, du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten all das Gute, das du an mir gethan haft? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner Not. Du verläsfest die nicht, die dich suchen. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilfst denen, die zerschlagene Gemüter haben. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Christi willen, 111. Gebete in allerlei Not. 37 damit ich hinfort nicht mehr fündige, auf daß mir nicht etwas Ärgeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor solcher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses Leben werde gesegnen und sterben müssen, so erhalte und vermehre in mir den wahren seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost;; damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzigkeit, samt deinem Sohne und heiligem Geist, den einigen wahren Gott, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen. his 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit. Herr Jesu Christe, der du in den Tagen deines Fleisches in höchster Geduld all dein Elend ausgestanden und uns unsere Seelen mit Geduld zu fassen befohlen hast, du siehst mein betrübtes Elend, hörst mein Seufzen, das ich auf meinem Angstlager ausgieße. Du weißt, wie meine Schwachheit und Gebrechlichkeit so groß und heftig ist. Wie soll ich aber thun, du frommer Herr? Keine Arznei weiß ich als das Kräutlein Geduld. Dieweil aber dasselbe nicht wächst in dem ungebauten Garten meines Fleisches und Blutes, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach, so stärke du mich mit dem Geiste der Gnade und des Trostes, gieb mir Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, damit ich wider deine Gerichte nicht murre, sondern mit Freuden ein Halleluja darein singe und gewiß dafür halte, du wollest mitten unter deinen Zuchtruten gedenken deiner väterlichen Barmherzigkeit, mich züchtigen, aber mit Maße, mich strafen, aber nicht in deinem Zorn, mich töten, aber wieder lebendig machen, mir eine Last auflegen, aber wiederum aushelfen. Du bist ja der Gott, der da hilft, und der Herr Herr, der vom Tode errettet, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.( Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange? ( Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?( Nöm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Missethaten habens ja verdient.( Jer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?( Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.( Dan. 9, 18.) III. Gebete in allerlei Not. Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Chrifti, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.( 1 Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.( Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.( Jac. 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich gezeichnet.( Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.( Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.( Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürftet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.( Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. ( 2 Cor. 12, 9.) Sei getren bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.( Offenb. 2, 10.) Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1 Petr. 5, 6-11. Psalm 130. Psalm 25. Klagelieder 3, 22-42. Psalm 42. Psalm 63, 2-9. Psalm 91. Röm. 8, 18-27. Röm. 8, 28-39. 1 Petr. 1, 3-9. Psalm 126. Offenb. 7, 9-17. stilu rolling t 38 51. Morgengebet eines Kranken. du getrener Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen tranken Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das erquickende Tageslicht wieder haft sehen und erleben lassen. Gelobt sei deine Gnade und Barmherzigkeit, welche über mich waltet, so hoch der Himmel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergieb mir alle meine Sünde, verneure, vermehre deine Liebe und Treue diesen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte nicht von mir weichen. Tröste und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmermehr mit deinem Schutze. Laß aufhören die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben III. Gebete in allerlei Not. 39 und durch die siegreiche Auferstehung Jesu Christi, deines lieben Sohnes, welcher als unser Mittler alle unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen und uns durch seine Wunden geheilet hat. Nun, ich befehle dir nochmals meinen Leib, Eeele und alles, was du mir gegeben, in deinen väterlichen Schuß; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Der Segen, Schutz und Kraft Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei über, in und bei mir jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. 52. Abendgebet eines Kranken. Heiliger Herr und Gott, barmherziger himmlischer Bater, ich danke dir, daß du mir bis hieher so gnädig geholfen und mich nun abermals einen beschwerlichen Krankheitstag in diesem Elend haft zurücklegen lassen. Ich bitte dich von Grund des Herzens, vergieb mir um Chrifti, meines höchsten Seelen- Arztes und Heilandes willen, alle meine Sünde und hilf mir Kranken auch durch diese bevorstehende Nacht hindurch mit deiner Gnade, Kraft und Trost. Mein Leib will sich zur Ruhe legen, ach dieselbe gönne mir gnädiglich zur Erquickung dieses meines schwachen Leibes. Behüte mich vor der ewigen Nacht um der Angst- und Jammernacht Jesu Christi willen und laß mich das liebe Tageslicht wiederum erfreulich sehen, auch dermaleinst den Glanz des ewigen Tages in himmlischer Herrlichkeit unaufhörlich schauen. Indessen, weil ich meiner selbst nicht pflegen kann, so lege die Wacht deiner heiligen Engel zu mir, über meine Seele und Leib und alles, was du mir gegeben, daß mir tein Feind noch Unfall schade. Herr Gott Vater, erbarme dich diese Nacht über dein armes Geschöpf. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, siehe gnädiglich an deinen Diener und erkauftes Gut. Herr Gott heiliger Geist, tröste und führe mich seliglich in diesem und nach diesem zu dem ewigen Leben. Deine Gnade und Wahrheit, o du heilige Dreifaltigkeit, walte über mich in Ewigkeit. Amen. 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele. Vergieb mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich gethan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast, denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, der du mich mit deinem Blute gewaschen und gereinigt haft, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich aber durch die Schmerzen, 40 III. Gebete in allerlei Not. die du zu der Stunde deines Todes empfunden haft: Erbarme dich über meine arme Seele bei ihrem Ausgange und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. Allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen der Barmherzigkeit wenden zu diesem tranken Menschen und ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden aus Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missethat. Er ist ja auch auf desselbigen Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein. Verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben. Schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten, in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. Herr Jesu Christe, der du allein bist die Thür zum ewigen Leben, daß, wer durch dich eingeht, selig werden mag, wir bitten dich von Herzen, du wollest solche Gnadenthür diesem Dahinsterbenden aufthun und ihn aus der Anfechtung der Sünde und des Teufels Lift und macht bald erlösen. Ach Herr, hilf ihm, daß er im finstern Thale und Schatten des Todes nicht irre gehe noch ver= derbe, sondern du, als ein getreuer Hirte, nimm auf dieses verlorene Schaf und deinen Knecht, laß ihm dein Wort in seinem Herzen leuchten, stehe ihm in aller Not bei und zeige ihm dein Heil, laß ihn nicht entfallen aus des rechten Glaubens Trost, nimm seine Seele in deine Hände und pflege ihrer mit Gnaden, auf daß sie teine Qual anrühre, und gieb also ihm das ewige Leben. Amen. Sprüche, dem Sterbenden zuzufprechen. s ich schon wanderte im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. III. Gebete in allerlei Not. 41 Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2 Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1 Mos. 49, 18. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getroft, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Bater, in deine Hände befehl ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du trener Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.- Gesch. 7, 58. 201 Abschiedssegen. Der allmächtige Gott stärke dich, wider alle Anfechtung ritterlich zu kämpfen und im wahren Glauben bis ans Ende zu verharren! Der Herr Jesus Christus sei mit dir und begleite dich in das ewige Leben und verleihe dir am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung! Amen, Amen, Amen. 55. Gebet nach dem Tode eines Kindleins. jerr Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so freundlich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir gerufen und gesegnet haft, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige Freude gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet habest. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahingenommen. Wenn wir schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns stille in deinen heiligen Willen 31 fügen. So hilf du selbst uns durch deinen heiligen Geist und stärke unsern Glauben, daß wir deinen Rat chren und preisen, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Wir danken dir, daß du unser liebes Kindlein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Leben wiedergeboren und ihm das Erbe des Himmels zugesprochen hast. Darum sind wir der guten Zuversicht, daß es nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber 42 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit Freuden einschlafen und zur ewigen Ruhe der Heiligen gelangen mögen durch deine ewige Gnade und Barmherzigkeit. Amen. 56. An Begräbnistagen. Barmherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem unerforschlichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem Leid heimgesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die teine Hoffnung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer kann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren? Du hast alles wohlgemacht, und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und ver= laß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe, und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gieb, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Darnach lies 1 Theff. 4, 13-18. Offenb. 7, 9-17. IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. So wir unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergiebt und reiniget uns von aller Untugend. Biblische Abschnitte, deren je etliche an Beichttagen zu lesen und zu betrachten: Psalm 32. 51. 130. Jes. 55, 1-11. Jer. 2, 13. 3, 12. 13. Matth. 5. Luc. 15. Luc. 18, 9-14. Eph. 4, 22-5,9. Hebr. 10, 19-27. Offenb. 3, 14-22. 57. Um rechtschaffene Buße. nädiger und barmherziger Gott, du bist geduldig, von großer Güte und Treue, du berufest uns täglich durch die Gnadenpredigt deines Wortes zur christlichen Bekehrung; du läsfest in deinem Namen IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 43 allen Menschen Buße und Vergebung der Sünden verkündigen. Dazu hast du auch nach deiner Langmut und unaussprechlichen Barmherzigteit Geduld mit uns, indem du die Sünder nicht auf frischer That in ihren Übertretungen plötzlich überfällst, dieselben mit deinem gerechten Zorn und Gerichte zu strafen; sondern du giebst Raum und Frist zur Bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein Wille, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre und das ewige Leben habe. O lieber Gott, du weißt unsers Fleisches Trägheit und des Herzens Härtigkeit, daß wir durch die Erbschuld dermaßen verderbt und so tief in die Sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht aufstehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich durch die Wunden Jesu Christi, unsers Herrn: Bekehre du mich, so werde ich bekehrt; heile du mich, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Entsündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. O lieber Gott, siehe mich so gnädig an, wie du angesehen hast die bußfertige Sünderin, als sie zu deinen Füßen lag und herzlich über ihre Missethat weinte, und wie den Zöllner im Tempel, als er an seine Brust schlug und um Gnade bat. Verleih mir ernstliche Neue und Leid über meine Sünde, auch einen wahren Glauben mit rechter Zuversicht auf deine Gnade, dazu würdige Früchte der Buße. Laß mich die Zeit meiner Heimsuchung erkennen und den Reichtum deiner Güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme Zeit und den Tag des Heils nicht versäume, daß ich meine Buße nicht von einem Tage auf den andern noch auf das letzte Stündlein spare, sondern jetzt diesen Tag mich zu dir bekehre. Amen. de fe mal 58. Um wahre Erkenntnis der Sünde. heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater, ich bekenne und beklage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünde nicht so vollkommen erkenne noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Ach Herr, du stellest unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Gieb mir die Größe und Mannigfaltigkeit meiner Sünden zu erkennen, stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellt und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu schanden werden möge. Ach Herr, du siehest und weißt meines Herzens Härtigkeit, die mir angeboren ist; nimm dieselbe von mir hinweg und erweiche mein Herz durch dein heiliges Wort, daß ich meine Sünde inniglich bereuen möge. O Herr Jesu, der du dein heiliges Blut 44 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. am Stamme des Kreuzes vergossen hast, auf daß du mein Herz dadurch erweichen möchtest, laß dieses dein heiliges Blut und teures Leiden an mir nicht verloren sein. Du treuer Lehrer hast in den Tagen deines Fleisches gerufen: Thut Buße! du wollest jetzo auch träftiglich in mein Herz rufen: Thu Buße und bereue deine Sünde! Du stehest vor der Thür meines Herzens und klopfeft an, ach gieb Gnade, daß ich deine Stimme höre, daß ich nicht mein Herz verschließe, sondern die Thür aufthne. O heiliger Geist, du ewiges himmlisches Licht, erleuchte mein finsteres Herz, daß ich in deinem Lichte die Finsternis meiner Sünden erkennen und herzlich bereuen möge. Amen. 59. Bekenntnis der Sünde vor Gott. Herr Jesu Christe, du einiger Arzt der Kranken, du Genesung der verwundeten du in der Fülle der auf gekommen bist, nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen, wir armen, vom Stachel der Sünde tödlich verwundeten Menschen kommen zu dir in Zuversicht auf deine unaussprechliche Güte und Liebe, welche du an uns bis in den bittern Tod des Kreuzes gewendet hast. O du, von dem Vater uns zaghaften, erschrockenen Sündern zum Gnadenstuhle aufgerichtet, vor dein Angesicht bringen wir unser fündiges Herz. In uns wohnt das heimliche Laster des Unglaubens, der Eigenliebe, des Ungehorsams wider deinen heiligen Willen, der Verachtung deiner ewigen Güter. Wie hängt das Herz so sest an dieser Welt und ihren vergänglichen Gütern! Welch eine große Sorge wenden wir auf dieses arme Leben und unser sterbliches Fleisch! Darin stehen wir ganz vertieft und vergessen der geistlichen Güter und Gaben. Dazu gilt uns unsere Blindheit für Licht, und wollen in nichts vor dir Unrecht haben. Kalt sind wir und ohne deinen heiligen Geist, ohne Gerechtigkeit, Friede und Freude, ohne Demut, ohne Furcht und Schrecken vor deinen gerechten Gerichten. Verachtung deiner Herrlichkeit, Undant gegen deine zahllosen Wohlthaten ist all unser Leben. Wir bekennen dir nun diese mannigfaltigen, ungestümen Wellen der bösen Begierde. Wir geben uns schuldig aller Früchte des bösen Baumes, unsers Herzens, von den dein Mund mit Wahrheit gesprochen hat, daß nur böse Gedanken und Werke von ihm kommen. Du kennst den bösen Baum, alle seine Wurzeln und Äste und Früchte, unser arges Herz mit allen seinen Krümmungen und Winteln. Nimm uns wieder in deine schaffenden, allmächtigen Hände; gieb uns ein neues Herz, daß wir nicht ewig Dornen und Disteln tragen. Fülle uns bald mit deiner Gnade, welche besser ist als Leben. Laß durch Gnade unsere Sünde bedeckt, unsern Geist zu IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 45 deiner Liebe und Furcht erneut werden. Laß ihn deiner Gnade Herrlichkeit preisen im Lande der Lebendigen und im Thale des Todes und in der Menge der Seligen und Auserwählten! Amen. 60. Um Vergebung der Sünde. Herr, du haft gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube feftiglich, ich werde nicht hinaus gestoßen werden. Ich fomme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drückt und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesichte niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Kind heiße. Ich mag nicht alle meine Sünden erzählen, es gereuet mich, daß ich sie begangen habe; ich schäme mich, viel Worte davon zu machen. Dies eine sage ich, daß ich viel und große Strafe verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften nicht abwenden tann. Du aber bist gnädig und barmherzig und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Zuversicht zu deinem Gnadenstuhle und begehre demütiglich Gnade. Erlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem Knechte( mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die Sünden nicht zu, die mein Gewissen beschweren, und verzeih mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschlagen, verbinde mich, du hast mich zerrissen, heile mich. Gieb mir Glauben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein würdiger Gast sei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, öffne die Ohren zur fleißigen Aufmerkung deines Wortes, die Lippen zum Lobe deines Namens. Segne meine Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab die Ärgernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Thun, daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. Höre mein Seufzen, o mein Gott, ja erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögeſt. Amen. 61. Gebet, wenn man zur Beichte geht. Allmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du dem Donner deines heiligen Wortes Kraft giebst, du hast mir mein Herz mit deinem Gesetze gerührt, daß ich nun meine Sünden erkenne, bereue und nach der gnädigen Vergebung derselben 46 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. ein herzliches Verlangen habe. Darum hast du auch nebst dem gepredigten Worte geordnet, daß ich armer, verderbter, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner himmlischen Gnade kommen und Vergebung suchen soll. So gehe ich nun hin, meine Sünde dir zu bekennen, dagegen Trost und Absolution zu empfangen; bitte deswegen, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Ver= langen nach deiner Gnade anzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben, daß, ob ich wohl schwach und verzagt bin, ich mich dennoch solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife und dadurch zum rechten Vaterlande komme. Amen. 62. Etliche Beichten. 1. Ich armer Sünder bekenne mich Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern viel mehr mit innerlicher angeborener Blindheit, Unglauben, Zweifelung, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüften, Geiz, heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch andern Sünden; daß ich auf mancherlei Weise, mit Gedanken, mit Geberden, Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Gottes übertreten habe, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich leider so vollkommen nicht erkennen kann. Also reuen sie mich und sind mir leid, und begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn, Jesum Chriftum, und bitte, daß er mir seinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wolle. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und renen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barmherzigkeit und durch das unschuldige bittre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, du wollest mir armen sünd= haften Menschen gnädig und barmherzig sein. Ich will mich durch deine Gnade hinfort bessern. Amen. 3. Ich armer fündiger Mensch betenne und klage meinem lieben Gott, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnt, und daß dieselbe angeborne Sünde mich leider oft zu Falle bringt in wirkliche Sünde, mit Gedanken, Worten und Werken, wider die erste und wider die andere Tafel des Gesetzes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüften meines Fleisches nicht mit allem Fleiß widerstrebe, sondern leider die Sünde oft in mir herr IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 47 schen lasse und dadurch den heiligen Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz habe, hanget mir doch das Böse an, daß ich zum Guten unwillig, falt, faul und überdrüssig bin; der Glaube ist schwach, die Liebe ist talt. Ich erkenne aber und weiß auch, daß der Sünden Sold ist Gottes Zorn und der ewige Tod. Derhalben gereuen mich meine Sünden und sind mir leid; allein das tlage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, wie es mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, und mein frommer, treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; so kehre und wende ich mich in wahrer Buße durch rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser, Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Vater, du wolleft mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen alle meine Sünde vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzünden, stärken, mehren und erhalten. Amen. 4. Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich hie, Zu dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat Mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Des dank ich dir, Ich will mich bessern, hilf du mir! Amen. world tim, big 63. Danksagung nach der Absolution. Ich will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Denn da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Er hat meine Seele beim Leben erhalten, er hat meine Traurigkeit in Freude verwandelt, er hat meine Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Laß mich noch ferner vor deinen Augen Gnade finden. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn 48 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben und gut Gewissen behalte und in deiner Gnade bleiben möge. Das bitte ich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Heilandes willen. Amen. Nach dir, Herr, verlanget mich. zda li brgi, for Biblische Abschnitte für Abendmahlstage: Psalm 23. Psalm 111. Joh. 6, 48-58. Joh. 15, 1-12. Röm. 8, 31-39. 1 Cor. 11, 23-32. Offenbarung 22. 64. Morgengebet am Abendmahlstage. Allmächtiger und barmherziger Gott und Bater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht und für den frohen Morgen, welchen du mich erleben läsfest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare beruft und einladet. O Herr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. Willst du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesichte. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, nach dir. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen besonderen Gnadenschutz und weiche nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der emigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. Nun, Herr Gott Vater, sei mein Schutz und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, Zeit meines Lebens verbleiben möge. Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Namen sei Lob, Ehre und Dank gesagt immer und ewiglich. Amen. IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 65. Gebet vor dem heiligen Abendmahle. Herr err Jesu Christe, ewiger Gottessohn, du hast in deiner wahren Menschheit für uns den Tod erlitten und uns von Sünden und der ewigen Verdammnis erlöset; und damit wir solcher deiner Treue nimmermehr vergessen mögen, hast du in dem letzten Abendmahl uns ein ewiges Gedächtnis des aufgerichteten neuen Bundes gestiftet, darinnen der Sünde der Gläubigen nun und in Ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden. Wir armen, elenden Menschen kommen zu dir, dem Brunnen aller Gnade und Barmherzigkeit, und bitten dich, tilge unsere Sünden, reinige und erquicke unsere Seelen und laß uns mit wahrer Reue und Leid, in festem Glauben, mit heiliger Ehrerbietung deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unserer Seligkeit empfangen. Hilf, daß du dieses Geheimnis des neuen Testamentes der Glaube gemehrt, die Hoffnung gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröstet, alle Anfechtungen überwunden, und wir in unserm Herzen deiner göttlichen Huld und ewigwährenden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und versiegelt werden. O gütiger Herr, gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei der Reichtum deines herrlichen Abendmahls, in welchem du uns nebst deinem Leibe und Blute Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlischen Güter ausspendest, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen dies heilige Sakrament würdig empfahen, deine Süßigkeit schmecken, deine Liebe empfinden und durch dieselbe wiederum gegen dich entzündet werden. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gieb uns, was uns zu dir kehret und fördert, damit wir der Frucht dieses heilbringenden Tisches teilhaftig, unsere hungrigen und durstigen Seelen allhier gespeist und getränkt werden, und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische Brot mit dir ewiglich essen. Amen. 49 66. Im Hinzugehen. Gott Vater im Himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädig, deinem Kinde, welches anjetzt mit kindlicher Furcht zu deinem heiligen Altar kommt. Laß mich deiner himmlischen Mahlzeit genießen, wie du sie mir bereitet hast, nämlich zu meiner Seele Seligkeit. O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich und laß mich anjett bei deinem heiligen Abendmahl ein dir angenehmer Gast sein. Gieb mir, was du verheißen haft, und laß mich nehmen, was mir von dir beschieden ist, jenes nach deiner Wahrheit und dieses zu meiner Gerechtigkeit. 50 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich und verleihe mir deine Gnade, daß ich dieses heilige Sakrament würdig empfange, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein taltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gewissen tröste, meine Hoffnung erfrische, mein sündhaftes Leben bessere und darauf selig werde. hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. Herr, br Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingeheft in mein fündiges Herz, du weißt aber und erkennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit Einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 67. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Brotes. Sei mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit der edlen Speiſe deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Brote zu essen giebst, wie du ihn für mich in den bittern Tod des Kreuzes gegeben haft zur Vergebung meiner Sünde; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 68. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Kelches. Sei mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit dem edlen Tranke deines allerheiligsten Blutes, das du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Weine zu trinken giebst, wie du es am Kreuze vergossen haft zur Vergebung meiner Sünden; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 69. Wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Christi wieder an seinen Platz getreten. err Jesu Christe, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal so gnädig an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeist und getränkt haft, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zur Besserung meines Lebens, zum Schirm meiner Seele und zu sicherer Geleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Vaterland. Bleibe in mir, daß ich ewiglich bleibe in dir. Amen. wins IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen; pol Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben, thi Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 51 gaigalt. 70. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. Freundlicher, liebreicher Herr Jesu Christe, dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und Trank deines heiligen Leibes und Blutes erquickt hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdigt hast, von deinem Tische zu essen? Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung, für dein holdseliges Evangelium, für deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, für dein heiliges Leiden, für die Bezahlung meiner Schuld, für die Versöhnung deines himmlischen Baters, für die Heiligung durch den heiligen Geist, für das ewige Leben. Aller dieser Wohlthaten hast du mich durch den Glauben teilhaftig gemacht und durch das hohe, teure Pfand deines Leibes und Blutes im Sakrament versichert. Gieb, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein Leib und Blut heilige und segne meinen Leib und Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir, und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend, behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. Schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit edler Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmut, ſehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke, daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. 71. Um neuen Gehorsam. un, mein Heiland, in deiner Kraft will ich hingehen, und was noch übrig ist im Fleische zu leben, nach deinem Willen zubringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft stehet, wie er wandele und seinen Gang richte, so gieb du mir das Vollbringen. 52 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. Regiere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glauben in mir wohnest, durch die Liebe in mir lebest und durch die Hoffnung mich täglich stärkest. Gieb, daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut beständig einhergehe, damit dein Leben an mir offenbar werde. Gieb mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gieb mir Mut und Stärke, daß ich meinen Feinden getroft widerstrebe, die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenlust, Fleischesluft und hoffärtiges Wesen, mutig untertrete. Laß mich in allen Stücken an dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Werken. Vollführe du selbst das gute Werk, welches du in mir angefangen hast. Bleibe in mir und laß mich in dir bleiben, laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zunehmen, daß ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf kämpfe und in das ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich ist, da ich denn mit allen Auserwählten vor deinem Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ist) moolling 72. Abendgebet am Abendmahlstage. llmächtiger, ewiger Gott, der du allewege unsere Schwachheit ganz väterlich bedenkest und daher neben andern unzählbaren Wohlthaten, die du uns erzeigest, auch die Nacht zur notwendigen Ruhe unsers müden Leibes gnädiglich verordnet hast, ich bitte dich von Herzen, verzeihe mir und allen denen, welche du heute mit himm= lischer Speise und Trank begnadigt hast, alles, wodurch wir deiner himmlischen Güte nach unserer großen Schwachheit aufs neue unwert geworden sind. Gieb uns, Herr, ein ernstlich Mißfallen aller unserer sündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uns durch deinen heiligen Geist eine unauslöschliche Begierde nach der täglichen Besserung. Verleihe nun, o Herr und getreuer Vater, eine stille und ruhige Nacht in deinem Frieden mir und allen freudenmüden Menschen, sowie auch denen, die ohne deine besondere Gabe und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, Herzeleid, Anfechtungen oder Leibesschmerzen nicht schlafen könnten. Wache du über uns, du ge treuer Vater, erleuchte die Augen unsers Gemütes, daß wir nicht im Tode der Sünden entschlafen, sondern wachen im lebendigen Glauben, welcher allezeit in der Lampe unsers Herzens brenne und seine notwendige Nahrung habe von dem Öle deines heiligen Geistes, auf daß, wenn du kommst und anklopfest zu der Stunde, die uns verborgen, dir aber allein bewußt ist, wir dich ohne Verzug mit V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 53 aller Freude einlassen, dir, unserm geliebten Bräutigam, fröhlich entgegengehen und dann mit dir eingelassen werden in deinen himmlischen Freudensaal, wo du dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und Seligkeit vereinigen und erfreuen wirst bei deinem ewigen Abendmahle. Amen. V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. 73. Auf Advent. ond Herr Christe, heut freuet sich billig die ganze werte Christenheit, weil sie deinen heiligen Advent festlich begeht. Die liebe Kirche jauchzt als deine Braut, weil du, ihr lieter himmlischer Bräutigam, zu ihr kommst. Wir irrenden Schäflein frohlocken, daß du, o Hirt und Bischof unserer Seelen, mitten unter uns deine gnädige Gegenwart sehen läsfest. Wir Kranten freuen uns, weil du uns besuchest, o heilsamer Arzt aller Menschen. Wir Armen jubeln, weil du, obwohl ein reicher Herr, dennoch so brüderlich mit großen, herrlichen Geschenken bei uns einkehrst. Ach Herr, weiche nicht von uns mit deiner Gnade, laß uns die Zeit deiner gnädigen Heimsuchung dankbar erkennen und deine Zukunft stets gnadenreich und heilsam sein. Komm täglich zu uns, in unsere Kirchen, in unsere Schulen, auf unsere Rathäuser und in unsere Wohnungen, mit deinem reinen Wort, mit deinen heiligen Sakramenten, mit deiner Weisheit, mit Beistand, Glück, Segen und Gnade. Ja, weil du bereits in unsere Herzen gekommen bist, so laß uns dich nie wieder verlieren und nimmer ohne Trost erfunden werden. Endlich weil du einmal kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, so regiere uns, daß wir uns bereiten und unsern Lauf also beschließen, daß wir deine Zukunft mit Freuden erwarten und dich nicht als einen gestrengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser anschauen und Erben deines Reiches werden mögen. Amen. 74. Am Christfeste. allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen, daß du aus lauter Wohlgefallen und aus unaussprechlicher Liebe deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in 54 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. diese Welt gesandt hast, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich genommen, auf daß er uns von Sünden, Tod, Teufel und Hölle erlöfete und mit sich in das Reich der ewigen Seligkeit versetzte. Gelobet sei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich. Erfülle nun an diesem Feste unser aller Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barmherzigkeit erkennen, nicht uns, sondern dir leben, dir vertrauen, dich lieben und loben unser Lebenlang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, seligmachendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Menschen, insonderheit aber für unsere christliche Obrigteit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie zuvörderst und vor allen Dingen bei ihrer Regierung, so viel an ihr ist, das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ja ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermaleinst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewigkeit herrschen möge. Siehe deine arme, bedrängte Kirche und kleine Herde in Gnaden an, komm ihr zu Hülfe und errette sie aus den großen Nöten, die sie betroffen haben. Tröste sie, Herr, durch deinen Geist, auf daß sie sich deiner Güte erfreuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller Angefochtenen, Kranken, Verfolgten, Witwen, Waisen und aller andern, so in Not und Trübsal stecken, eine tröstliche Chriftfreude aufgehen. Auch die, welche deinen Sohn Jesum Christum noch nicht erkennen, bringe an das Licht deiner Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. 75. 3um Schlusse des Jahres. Wir danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Israels, wir danken dir für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verflossene Jahr hindurch an uns gethan hast. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, du haft alle unsere Sünde hinter dich geworfen, unsere Gebrechen geheilt, unser Leben vom Verderben erlöst und uns gekrönt mit Gnade und Barmherzigkeit; Kirche und Schule und Haus hast du gesegnet und vor allem Übel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Gerechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christlichen Obrigkeit Gnade und Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regiment in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebühret, haben unser Leben vollführen mögen. Du hast uns viel Gutes ge V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 55 than an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, in der Stadt und auf dem Felde, daß wir nicht alles erzählen können. Gelobet jei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum, der uns so viel Gutes gethan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freuden. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Saget, die ihr erlöset seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöset hat, die er errettet aus ihren Ängsten: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk sage Amen und lobe den Herrn. Gelobet sei der Herr ewiglich. Amen. Amen. 76. Am Neujahrstage. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen bewiesen hast. Dein heiliges Wort hast du uns samt dem rechten Gebrauch der heiligen Sakramente rein erhalten, friedliches Regiment beschert, täglich Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt, allerlei Seuchen, Pestilenz, feindlichen Unfall und viel Unglück in dieser betrübten Zeit von uns gnädig= lich abgewendet. Du hast uns zwar gezüchtigt um unserer vielfältigen Sünden willen, aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demütiglich: Rechne uns nicht zu unsere vorige und alte Sünde, womit wir dich so oft erzürnt haben, sondern ver= gieb sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir feine alte Unreinigkeit und Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns aufs neue zu segnen. Gieb uns neugeborene Herzen, erneuere deine väterliche Liebe und Treue an uns, gieb heiligen Mut und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen, und weil keine Stunde noch Augenblick vergeht, da wir ohne deinen Schuß nicht in groß Elend geraten könnten, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen Regenten, fördere guten Rat und That; segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde; bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wende ab Pest und Teurung; steure dem 56 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Grimme des Teufels; sende uns deine heiligen Engel; kröne das Jahr mit deinem Gut; gieb Frieden im Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unserer Stadt( Gemeinde) Einigteit; benedeie unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hände, nähre treue Arbeiter; bekehre die Sünder, kräftige die Frommen, bringe zurecht die Irrigen; schütze Witwen und Waisen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege der Kranken, hilf den Hülflosen, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden. Durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. 77. Am Feste der Erscheinung Christi. Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, wir danken deiner göttlichen Majestät, daß du den Weisen aus dem Morgenlande, deinen heiligen und eingeborenen Sohn Jeſum Christum haft offenbart und daß du auch uns arme Heiden durch den Stern deines feligmachenden Wortes zu seiner heilsamen Erkenntnis haft kommen lassen. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, barmherziger, gütiger Gott, für diese und alle deine großen Wohlthaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem heiligen Geiste, daß wir trok aller Hinderungen deinen Sohn, unsern Heiland und Seligmacher, suchen, finden und erkennen, anbeten, dienen und ehren. Laß uns im Glanze des Lichtes, das die ganze Welt erleuchtet, unsere Füße nach dem Scheine des leuchtenden Sternes, deines Wortes, richten, daß wir ein neu christlich Leben beständig führen mögen. Regiere und segne unsere liebe Obrigkeit und die ganze christliche Gemeinde. Tröste alle betrübte, mit dem Tode ringende Herzen und erfülle sie mit deiner Himmelsfreude. Und weil du willst, daß allen Menschen geholfen werde und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, so bitten wir dich: Laß das Licht deiner Gnade leuchten über alle, die noch in Finsternis wandeln, und bringe deine zerstreuten Kinder zusammen, auf dağ dein Reich komme und Eine Herde und Ein Hirte werde, wie du uns verheißen und vertröstet hast durch Jesumi Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 78. Passionsgebete. 1. O Herr Jesus Christus, der du uns armen und verlorenen Sündern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wieder gebracht hast, wir danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitten dich: Grhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gieb uns Gnade, die ewige Wohlthat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns dadurch V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 57 im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. 2. Herr Jesus Christus, du Lamm Gottes, wir danken dir von Herzen, daß du der Welt Sünde getragen hast und durch dein Leiden und deinen Tod das Sühnopfer für uns geworden bist. Du hast dich in der Sünder Hände hingegeben und bist um unsertwillen verspottet, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt worden. Ach verleih uns Gnade, daß wir durch die andächtige Betrachtung deines heiligen Leidens und Todes von Herzen gedemütigt, unter allen Anfechtungen im Leben und Sterben getröstet und zu dem Kampfe wider Sünde und Welt mächtig gewaffnet werden. Du haft uns, o liebster Heiland, ein Vorbild gelassen, daß wir sollen nachfolgen deinen Fußstapfen. Gieb, daß wir im Aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens, laufen durch Geduld in dem Kampfe, der uns verordnet ist, auch einst des Glaubens Ende, der Seelen Seligkeit, davonbringen und dich für deine unaussprechliche Liebe loben und preisen immer und ewiglich. Amen. Am Gründonnerstage siehe Gebet 65. 79. Am Karfreitage. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, daß du uns arme Sünder und verdammie Menschen ohne all unsre Werke, Verdienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden, wie schwer ist deine Bein, wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! Wie unaussprechlich ist deine Liebe, womit du uns deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da du am Ölberge blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und daselbst, von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der Sünder dich willig für uns ergeben, die dich hart gebunden und von einem ungerechten Richter ju dem andern unbarmherzig geführt haben; daselbst bist du fälschlich verflagt, verurteilt und verspeit, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt; du warest der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also, daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat zu sagen: Sehet welch ein Mensch! 58 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Du bist wegen unsrer Missethaten unter die Übelthäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Galle getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsre Schuld bezahltest und wir durch deine Wunden geheilt würden. O Herr Jesu Christe, für alle diese deine Marter und Bein sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich: Laß deinheiliges, bittres Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gieb, daß wir uns desselben jederzeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß alle bösen Lüfte in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werden, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben und deinem Vorbilde nachfolgen, in deine Fußstapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Das verleih uns, Herr Jeju, um deines heiligen, teuren Verdienstes willen. Amen. 80. Am Osterfeſte. Lieber Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starter Siegesfürst, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majestät und Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und ein Erstling worden bist unter denen, die da schlafen, wir danken dir an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auferstehung, denn es ist alles uns zu gute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus- und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand ausgeführt aus dem Gefängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienstbarkeit erlöset. Du bist von den Toten auferstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Haupt und Hirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich: Laß deine heilige Auferstehung allezeit uns trösten, daß wir festiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himmlischen Vaters nicht mehr kommen noch uns beschämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot und Schmerzen durch den freudigen Troft der Auferstehung unserer Leiber kräftig überwinden, und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Stehet auf, ihr Toten! so öffne unsere Gräber und laß uns dir mit Freuden entgegen gehen. Dann werden wir dein heiliges Angesicht V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 59 fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit preisen. Amen. 81. Am Feste der Himmelfahrt Christi. Herr Jesus Christus, allmächtiger Herr und Gott, wir danken dir, daß du nach erhaltenem Sieg wider alle deine Feinde deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, mit Triumph und Jubel der heiligen Engel gehalten und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gesekt haft. So hat dein Kreuz und Leiden ein seliges Ende genommen, du bist durch den Tod zu deiner ewigen Herrlichkeit eingegangen. Lieber Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meere; du bist im Siege, wir sind noch im Streit. Gieb uns doch deine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken dir nachsehen, auf daß unser Herz sei, wo unser Schatz ist. Laß uns alles Weltliche mit Füßen treten, damit wir uns mit herzlichem Gebete, Seufzen und Flügeln des wahren Glaubens zu dir in die Höhe schwingen können. Wir glauben und trösten uns festiglich, du werdest uns als deine Glieder nicht hier im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf vollendet und im wahren Glauben beschlossen haben, uns auch zu dir nehmen. Denn du hast ja deinen himmlischen Vater vor deinem heiligen Leiden so inbrünstig gebeten und gesagt: Bater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast. Und weil du nicht allein zu deinem, sondern auch zu unserm Vater aufgehoben bist und deinen Jüngern und uns verheißen hast: Ich will wieder kommen und euch zu mir nehmen, daß ihr seid, wo ich bin, so erfülle deine tröstliche Zusage, lieber Erlöser, und hole uns bald zu dir, denn uns verlangt von Herzen nach dir. Wie gerne wollten wir bei dir in unserm himmlischen Vaterlande sein, wie viel lieber wollten wir das, als länger in dieser elenden Pilgrimschaft wallen. Gerne wollten wir unsere irdischen Hütten ablegen." Denn wir sehnen uns nach unsrer Behausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde und wir daheim wären bei dir. Bis aber unsere Stunde kommt, wollen wir mit unserm Gemüt in den Himmel dringen und mit dem Verlangen daheim sein bei dir, der du bist unsers Herzens Freud und Wonne, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 82. Am Pfingstfeste. ir loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ausgegossen, deinen Himmel aufgethan und uns mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles 60 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. gethan, du Gott aller Gnade und Vater der Barmherzigkeit, was du dir vorgenommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du haft den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Ja du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines Voltes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, den du dir festiglich erwählt hast, und tränke ihn mit dem himmlischen Tau deines Segens. Laß deine Gemeinde bleiben bei deinem reinen Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen Thaten preise. Thu die Thore deines Reiches weit auf und laß die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Werte ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß sie thun möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß über unsere Häuser den Geist der Gnade und des Gebetes aus und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die Elenden erquicken, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken und die aufs befte mit unaussprechlichem Seufzen vertreten, die in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns allen das gute Werk, das du angefangen hast, und mache uns würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die große Schar aus allen Heiden und Völkern und Sprachen dir mit neuen Zungen Lob und Dank sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 83. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. jerr Gott, allmächtiger Bater, der du die Welt so hochherzlich und unaussprechlich geliebt hast, daß du auch deines einigen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, wir ehren und loben deine Majestät, und unser Herz freut sich in dir über alles, was du uns an Leib und Seele gethan hast, und bitten dich, du wollest dein väterliches Herz nimmermehr von uns wenden und um Christi willen, deines Geliebten, unser gnädiger Vater in Ewigkeit sein und bleiben. Jesu Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, du treuer Heiland aller Menschen, wir danken dir auch für deine inbrünstige Liebe, daß du um unserer Seligkeit willen deinen himmlischen Thron verlassen, bis zum Tode am Kreuz dich erniedrigt und uns den Weg zum ewigen Leben wieder eröffnet V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 61 haft. O Gott heiliger Geist, du werter Tröster und Lehrer der ganzen Christenheit, dich loben wir auch und danken dir für alle deine geistlichen Wohlthaten, mit denen du deine Kirche zierst und schmückst, in allen Anfechtungen und Nöten uns herzlich tröstest, und bitten dich, du wollest uns mit deiner Gnade ferner überschatten und erleuchten.fo O du heilige Dreieinigkeit, weil in deiner Erfenntnis unsere Seligkeit steht, so erhalte uns fest darin, daß wir dich als unsern Gott allezeit recht ehren, loben und preisen. Verlaß uns nicht, deine armen Kreaturen, und stärke uns in unserer Pilgerschaft. Laß einem jeden, der deine Hülfe anruft, den Reichtum deiner Erbarmung tund werden. Breite deine Gnade aus über unser ganzes Land, nimm in deinen allmächtigen Schutz und Schirm den Kaiser, unsern König, und sein Haus; baue und festige deine Kirche auf dem Fels der Wahrheit und laß sie unbeweglich stehen wider den Trotz der Welt, ja wider die Pforten der Hölle. Verleih uns durch deine Kraft, daß wir das Geheimnis deines Wesens nicht allein mit dem Munde, sondern auch mit der That und Wahrheit ehren, daß wir uns dir zum Eigentum übergeben, in dir leben und sterben und dermaleinst mit Freuden erscheinen vor dem Thron deiner ewigen Majestät und Herrlichkeit. Amen. - - J 84. Am Feste der Engel oder Michaelis. Allmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, der du alles geschaffen hast, beide das Sichtbare und das Unsichtbare, die Thronen und die Herrschaften, wir sagen dir Lob und Dank, daß du die himmlischen Heerscharen, die heiligen Engel, verordnet und ausgesandt haft zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Wir bitten dich, du wollest ihnen Befehl thun, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen, daß sie uns auf den Händen tragen und wir unsern Fuß nicht an einen Stein stoßen. Treibe von uns alle bösen Mächte der Finsternis und laß uns deine heiligen Engel allezeit begleiten, schützen und mächtiglich erretten. Laß durch ihren Dienst Stadt und Land, Haus und Hof, Weib und Kind und alles, was wir haben, vor allem Unfall bewahrt werden. Gieb uns wahre Buße in unsere Herzen, daß sich die Engel im Himmel über uns freuen. Zünde in uns an ein brünstiges Gebet und Lob deines Namens, daß wir der Engel Amt verrichten und mit ihnen anbeten und rufen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Gieb uns aber auch Gnade, daß wir ihnen nachfolgen im Gehorsam gegen deinen heiligen Willen und freudig, wie sie, deine Befehle ausrichten. Und wenn wir aus diesem zeitlichen Leben scheiden sollen, so laß unsere Seelen von den Engeln in Abrahams Schoß getragen werden 62 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. und mache uns ihnen gleich am Tage der Auferstehung, daß wir mit ihnen dich ewig loben und preisen mögen. Amen. 85. Am Reformationsfeste. Allmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenommen, das Gefängnis deines Voltes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift deutlich übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und thut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort giebt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Verwirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undant verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Bater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 86. An öffentlichen Buß- und Bettagen. Barmherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl verdient haben. Solche unsere begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt haft: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner inbrünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wollest aller unserer Übertretung nicht gedenken, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 63 uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein. Erweise uns deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Ach Herr, Gott Zebaoth, ſei du unser Gott, mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden, zerbrich die Pfeile aller Feinde deines allerheiligsten Wortes und Namens, laß ihre Hände sinken, laß sie deschließen einen Rat und nichts daraus werden, und zerstreue die Völker, die da gerne kriegen. Gestatte ja nicht, o treuer Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzt hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigen Arm, thu wohl diesen und allen andern Landen, in welchen du mit deinem Worte deine Wohnung hast. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter uns, stärke und erweitere dein Reich, das du aufgerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsere Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem Landfrieden. Verschone uns, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Aufruhr und Empörung, mit Pestilenz und andern gefährlichen Seuchen. Wende ab Teurung, Mißwachs, schädliches Wetter und alle andern Plagen. Sei uns gnädig, zeige uns deine Barmherzigkeit, Gott, unser Heil. Erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentlichen und vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und also dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das alles wollest du thun, o treuer, barmherziger Vater, um des teuren, werten Verdienstes und der kräftigen Fürbitte willen deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regieret in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobt in Ewigteit. Amen. 87. Gebet für die wöchentlichen Betstunden. Am Montag. Barmherziger Gott und Vater, nachdem wir abermals eine Woche zurück gelegt und in eine neue eingetreten sind, so danken wir dir für alle erwiesenen Wohlthaten. Du hast dein Wort und Sa= trament unter uns rein und lauter erhalten, uns Ruhe und Friede, auch tägliche Nahrung bescheret. Du hast uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und läsfest uns dieſe Woche mit Gesundheit und Freuden antreten. Für solche und alle andern Gutthaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wider dich, Herr unser Gott 64 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Laß uns der heiligen Leidensund Marterwoche deines lieben Sohnes und dessen, was er uns durch sein Leiden, Kreuz und Tod in derselben erworben hat, heilsamlich genießen. Gieb, daß wir aus der alten Woche keine alten Sünden mit in die nene nehmen. Gieb uns neue Herzen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente. Stärke auch mit Kraft aus der Höhe unsere gnädigste Landesherrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördere guten Rat und nützliche That und wende Krieg, Pest, Teurung, Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gieb uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsere Amts- und Berufsarbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an, uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns beschieden hast, mit Freude angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Namen anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt glücklich hinaus. Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der angehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gieb Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus dieser Welt abzufordern, so gieb demelben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt insgesamt, nach aller Mühe und Arbeit auf Erden, bei dir im Himmel einen Sabbath nach dem andern in ewiger Freude und Herrlichkeit feiern mögen. Das verleihe uns, o Gott, in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Chriftum. Amen. 88. Noch ein Gebet für Betstunden. Herr, allmächtiger, barmherziger Vater, wir armen Sünder tommen vor dein heilig Angesicht und sagen dir aus Herzensgrund für alle deine Wohlthaten billig Lob und Dank, daß du uns zu deinem Ebenbild erschaffen und nach deiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren und in deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, der Hoffnung nach zu Erben der ewigen, himmlischen Güter angenommen, auch bisher an Leib und Seele gnädiglich erhalten hast. Wir bitten dich ferner demütiglich, du wollest uns alle unsere Sünden und Missethaten durch das teure Verdienst deines Sohnes Jesu Chrifti vergeben und um seiner vollgültigen Fürbitte willen alle wohlverdienten Haus- und Landplagen gnädiglich mildern V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 65 und abwenden und deinen heiligen Geist verleihen, daß wir uns forthin in unserm Beruf und allem Vornehmen durch denselben auf ebener Bahn führen und regieren lassen, damit wir dich, o Gott, stets vor Augen haben und kindlich fürchten, hingegen die Sünde mit allem Ernste meiden, das liebe Kreuz mit christlicher Geduld hinnehmen und gehorsamlich leiden. Wir befehlen dir auch weiter, o getreuer, allmächtiger Bater, die ganze Christenheit auf Erden, alle hohen christlichen Häupter, desgleichen unsere Obrigkeit, unsere getreuen Lehrer und alle gottjeligen Hausväter samt ihren Angehörigen. Behüte unser liebes Vaterland vor Krieg, Miğwachs, Hunger, Seuchen und Krankheiten, vor Feuers- und Wassersnöten. Auch laß dir, o milder Vater, die Früchte auf dem Lande und unsere ganze Nahrung wohl befohlen sein. Die wollest du jegnen und uns gedeihen lassen, den Armen Brots genug, den Kranken Geduld und Gesundheit geben, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens, uns und allen Christgläubigen Barmherzigkeit und nach diesem vergänglichen das ewige selige Leben schenken und mitteilen durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. 89. Für kirchliche Bibelstunden. llerheiligster und gnädigster Gott, du hast in deinem Wort ver= sprochen, daß du wollest zu uns kommen und uns segnen an dem Orte, da du deines Namens Gedächtnis stiften würdest. Gedächtnis nun zu halten von deinem allerheiligsten Namen sind wir auch allhie versammelt. Darum bitten wir dich herzlich und demütig, du wolleft mitten unter uns sein, du wollest uns segnen und zu diesem deinem Dienst geschickt und tüchtig machen. Vergieb uns zu dem Ende, himmlischer Vater, alle unsere Sünden, Übelthaten, Fehler und Schwachheiten um Jesu Christi und seiner blutigen, vollkommenen Aussöhnung willen, und heilige uns täglich mehr und mehr, der Sünde und Welt abzusterben. Schenke uns deinen heiligen Geist mit reichem Maß, damit dein göttliches Wort von uns möge recht gelehrt, andächtig gehört, in einem beständig guten Herzen bewahrt und in ein christlich Leben verwandelt werden. Heilige unsere Gedanken, reinige unsere Gemütsbewegungen, sammle alle unsere verstreuten Sinne aus der Welt zurück hieher vor dein göttlich Angesicht, daß wir Worte und Kräfte des Lebens empfangen. Rühre auch den Mund und das Herz deines unwürdigen Dieners, das Wort der himmlischen Wahrheit mit aller Freudigkeit und Geisteskraft auszureden, und gehe du von Seele zu Seele in der Gemeinde unter uns, einen jeglichen aufzuwecken zum Stande rechtschaffener Bekehrung und zur Erhaltung der gewünschten Seligkeit. Alles um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi willen. Amen. 5 66 Kollekten. Für bestimmte Tage und Zeiten. Auf Advent. 1. Lieber Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit sein, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Bater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen Sündern zu Trost deinen Sohn Christum zu einem Messias verordnet und gesandt hast, daß er als ein gerechter König und Heiland sein Volk von Sünden erlösen und aus des Teufels Tyrannei und ewigem Tode erretten sollte. Wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also erleuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten König und Heiland wahrhaftig erkennen, an ihm allein halten, uns an seiner geringen Gestalt, verachtetem Worte und Reiche nicht ärgern, sondern in einem rechten Vertrauen auf ihn ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. Wir bitten dich, lieber Herr Gott, du wollest unsere Herzen durch deiner Gnaden Heimsuchung reinigen, daß dein So wenn er zu uns kommt, eine bereite Wohnung finde, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Vorabend des Christfestes. 4. Bieber Herr Gott, der du diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichts hast scheinen lassen, verleih, daß wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes inne werden, dessen Geheimnisse du uns hier auf Erden offenbart hast, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der da ist das wahrhaftige Licht und mit dir lebt und herrschet, wahrer Gott, immer und ewiglich. Amen. Am Christfeste. Hilf, lieber Herr Gott, daß wir der heiligen Geburt deines lieben Sohnes teilhaftig werden und von unserer sündlichen Geburt erledigt in der neuen Geburt dir dienen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Kollekten. 6. wir danken dir für deine Guade und Barmherzigkeit, daß du deinen eingeborenen Sohn in unser Fleisch haft kommen lassen und durch ihn uns von Sünden und ewigem Tode gnädiglich geholfen. Wir bitten dich herzgründlich, erleuchte unsere Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir dir für solche deine Gnade dankbar sein und derselbigen uns in aller Anfechtung trösten und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Chriftum. Amen. 7.73102 10ma 67 Herr Gott, der du uns mit dem jährlichen Gedächtnis unserer Erlösung erfreuest, gieb, daß wir deinen eingebornen Sohn, den wir nun fröhlich als einen Erlöser empfangen, auch bei seiner Ankunft zum Gericht in sicherem Frieden schauen mögen, unsern Herrn Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Neujahrstage. 8. Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine väter= liche Gnade, daß du dich der armen Sünder angenommen und deinen Sohn Christum ihnen zu gut unter das Gesetz gethan hast, daß er mit seinem vollkommenen Gehorsam deinen gerechten Zorn stillen und unsern Ungehorsam heilen möchte. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also erleuchten, daß wir uns solches Gehorsams wider unsere Sünde und das böse Gewissen trösten können und durch die Hülfe des heiligen Geistes auch anfangen, gehorsame Kinder zu werden, und endlich die ewige Seligkeit erlangen mögen, durch denselben deinen Sohn, Christum Jesum, unsern Herrn. Amen. 9. LAS llmächtiger, ewiger Gott, von dem alle gute und vollkommene Gabe herabkommt, wir danken dir für alle deine Wohlthat, die du uns im vergangenen Jahre beides geistlich und leiblich haft erzeiget; und bitten deine Barmherzigkeit, du wolleft uns nun wiederum ein glückseliges und freudenreiches Jahr bescheren, vor Unglück und Gefahr uns gnädiglich behüten und mit deinem göttlichen Segen erfüllen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Erscheinung Christi. 10. Herr err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingeborenen Sohn Jesum Chriftum durch die Erscheinung eines Sterns den Heiden 5* 68 Kollekten. offenbart und uns auch in diesen letzten Zeiten durch das selige Licht deines göttlichen Wortes zu der Erkenntnis deines lieben Sohnes hast kommen lassen, wir bitten von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also begnaden und begaben, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer Zuversicht unseres Heilandes allezeit erfreuen und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 11. Herr Gott, himmlischer Bater, der du an diesem Tage deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum den Heiden durch Leitung des Sternes offenbart haft, verleih uns gnädiglich, daß wir dem feligen Lichte der Heiden immerdar nachwandeln und endlich alle zur Anschauung deiner göttlichen Majestät und Herrlichkeit gelangen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Für die Weihnachts- und Epiphaniaszeit. 12. Allmächtiger, ewiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir mit dem gnadenreichen Lichte deines neugeborenen Sohnes Jesu Christi tegnadigt sind, daß wir auch mit der That vollbringen, was wir im Herzen glauben und mit dem Munde bekennen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 13. Hen jerr Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Liebe gegen uns arme Sünder deinen Sohn uns geschenkt hast, daß wir an ihn glauben und durch den Glauben sollen selig werden, wir bitten dich, gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir in solchem Glauben bis an unser Ende beharren und ewig selig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 14. Allmächtiger, gütiger Gott, barmherziger Vater, erleuchte über uns dein väterliches Angesicht und stärke in uns die Erkenntnis deiner Barmherzigkeit, die du uns in deinem lieben Sohne bewiesen hast, auf daß wir, zu deinem Lobe entzündet, mit allem himmlischen Heer in allen unsern Worten und Werken dich rühmen und preisen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. 15. Herr Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn uns zum Heilande bereitet hast, daß er der Heiden Licht und Israels Preis sein sollte, wir bitten dich, erleuchte unsere Herzen, daß wir deine Gnade und väterlichen Willen in ihm erkennen, auch Hülfe Kollekten. 69 und Schutz wider die Sünde, Verdammnis und den leidigen Satan an ihm haben und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 16. Bieber Herr Jesu Christ, der du bist das wahre Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen, wir bitten dich, erleuchte unser Herz mit deinen Gnaden, auf daß wir dich mit dem heiligen Simeon als unsern Heiland erkennen und nach dieser Welt Dunkelheit bei dir in himmlischer Klarheit ewiglich bleiben, der du lebst und herrschest mit dem Vater und heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. 17. OP Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine unaussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder so gnädig bedacht, deinen Sohn in unser Fleisch geschickt und ihn um unsertwillen Mensch haft werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist Gnade verleihen, daß wir uns seiner Menschwerdung, seines Leidens und Sterbens trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König erkennen und annehmen und durch ihn mit dir und dem heiligen Geiste ewig leben und selig werden mögen. Amen. In der Fastenzeit. 18. Allmächtiger, ewiger Herr Gott, der du für uns haft deinen Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß du von uns des Feindes Gewalt triebest, verleih uns, also zu begehen und zu danten seinem Leiden, daß wir dadurch der Sünden Vergebung und vom ewigen Tode Erlösung erlangen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 19. Barmherziger, ewiger Gott, der du deines einigen Sohnes nicht verschont hast, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte, verleih uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage, durch den= selben deinen Sohn, Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. 20. Herr Gott, der du allezeit Luft haft zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an unser bußfertig Gebet und mache die, so in Banden der Sünde liegen, los und ledig nach deiner milden Güte, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher wit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 70 Kollekten. 21. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Gnade deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn in den Tod und an das Kreuz hinan gegeben hast, wir bitten dich), gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir solcher Gnade uns herzlich trösten, vor Sünden ferner uns hüten, und was du zu leiden schickest, geduldig tragen mögen, auf daß wir durch ihn mit dir ewig leben. Amen. 22. nd sle Herr err Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir bitten dich, du wollest gnädiglich sehen auf dies dein Volk und Hausgesinde, um welches willen dein lieber Sohn Jesus Christus sich nicht geweigert hat, übergeben zu werden in die Hände der Sünder und zu dulden die schmähliche Pein des Kreuzes, der mit dir lebt und herrschet wahrer Gott in Einigkeit des heiligen Geistes ewiglich. Amen. 23. Herr err Jesu, unsere Ruhe und Leben, wir danken dir, daß du unsere Sünde mit dir in dein Grab genommen und darin begraben und uns durch deinen neuen Sabbath im Grabe ewige Ruhe erworben haft. Hilf, daß wir dein Grab für unserer Sünden Kerker erkennen und uns vor unserm Grabe nicht fürchten, sondern in deiner Erkenntnis gern und willig in unser Ruhekämmerlein schlafen gehen, der du mit deinem heiligen Leibe all unsere Gräber weiheft und heiligest, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. QUET Am Gründonnerstage, auch sonst bei der Feier des heiligen Abendmahls. 24. Herr Jesu Christe, der du uns hier in dem wunderbaren Sakramente ein Gedächtnis deines Leidens gelassen hast, wir bitten dich, gieb uns Gnade, daß wir das heilige Geheimnis deines Leibes und Blutes so ehren und handeln, daß wir deine Erlösung in uns täglich fruchtbarlich empfinden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebest und regiereft, wahrer Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 25. Wir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch dieſe heilsame Gabe haft erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lasseft zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 26. Allmächtiger Gott, ewiger Vater, ein König der Ehren und ein Herr Himmels und der Erde, dir sei Lob, Ehre und Preis, daß du uns würdig geachtet hast, zu diesem Reichtum deiner Gnade Kollekten. 71 und seligen Speise zu kommen. Wir bitten dich, lieber Vater, du wolleft uns deinen heiligen Geist verleihen, auf daß wir mit Herz und Gemüte, was droben ist im Himmel, suchen und auch gnädiglich finden, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. Am Osterfeste. 27. mächtiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir das Fest der Auferstehung unsers Herrn feiern, daß wir durch Erneuerung deines heiligen Geistes vom Tode der Seelen auferstehn, auf daß wir mit dir ewiglich leben, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 28. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte gemacht und durch sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wiedergebracht hast, auf daß wir, von der Gewalt des Teufels erlöset, in deinem Reiche leben, verleih uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben und, in solchem Glauben beständig, dich allezeit loben und dir danken, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 29. Herr Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingeborenen Sohn um unserer Sünde willen dahin gegeben und um unserer Gerechtigteit willen wieder auferwecket hast, hilf, daß wir als Glieder seines Leibes an ihm, unserm Haupte und Lebensfürsten, fest hangen und dermaleinst in der herrlichen Auferstehung der Gerechten an jenem Tage mit Freudigkeit vor ihm erscheinen und mit ihm in sein ewiges Reich eingehen mögen, da er als ein sieghafter Überwinder aller seiner und unserer Feinde mit dir und dem heiligen Geiste in Ewigkeit lebet und herrschet. Amen. Für die Freudenzeit. 30. Allmächtiger Gott, der du uns durch deinen Sohn eröffnet haft den Zugang zum ewigen Leben und durch das Geheimnis seiner fröhlichen Auferstehung der ganzen Welt Heil verliehen, wir bitten dich, du wollest unsere Begierde zur schönen Ewigkeit erwecken und uns die himmlische Gabe der vollkommenen Freiheit verleihen, durch denselben deinen Sohn, Jejum Christum, unsern Herrn. Amen. 31. 3330 Bieber Herr Gott, der du durch die Erniedrigung deines Sohnes die Welt vom tiefen Falle aufgerichtet haft, gieb deinen Gläubigen allzeit fröhlichen Mut, auf daß sie, von den Schrecken des 72 Kollekten. ewigen Todes errettet, der unvergänglichen Freuden teilhaftig werden, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 32. Lieber Herr Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen mit einerlei Sinn erfüllest, verleih deinem Volke, das zu lieben, was du befiehlst, das zu begehren, was du verheißest, auf daß bei dem eitlen Treiben dieser Welt unsere Herzen droben haften, wo die wahren Freuden sind, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mir dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Himmelfahrt. 33. llmächtiger Gott, wir bitten dich, verleih, daß unser Sinn allezeit dahin stehe, wohin der Herr dieses Festes mit Ruhm und Preis ist eingegangen, und daß wir dort, wohin wir hier im Glauben trachten, unsern ewigen Aufenthalt finden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, der in Einigkeit des heiligen Geistes mit dir lebet und herrschet in Ewigkeit. Amen. 34. err Jesu Christe, du Sohn des allerhöchsten Gottes, der du nun forthin nicht mehr auf Erden arm und elend bist, sondern zur Rechten deines Vaters ein gewaltiger Herr über alles, was da ist im Himmel und auf Erden, alles auch erfüllest und regierest, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist uns senden, fromme Kirchendiener geben, dieselbigen begaben und bei deinem Wort erhalten, dem Satan und allen Feinden deiner Kirche wehren und dein Reich gewaltiglich erhalten, bis daß alle Feinde zu deinen Füßen liegen, und wir auch durch dich die Sünde, den Tod und alles überwinden. Amen. Am Pfingstfeste. 35. err Gott, lieber Vater, der du an diesem Tage deiner Gläubigen Herzen durch den heiligen Geist erleuchtet und gelehret haft, gieb uns, daß wir auch durch denselben Geist rechten Verstand haben und uns seines Trostes und seiner Kraft zu aller Zeit freuen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 36. Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist durch dein Wort in unsere Herzen geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem heiligen Willen regiere und führe, in allerlei Unglück und Anfech Kollekten. 73 tung tröste und in deiner Wahrheit wider allen Irrtum leite und erhalte, auf daß wir im Glauben fest bestehen, in deiner Liebe und guten Werken zunehmen und durch eine gewisse Hoffnung deiner erworbenen und geschenkten Gnade ewig selig werden mögen, der du mit dem Vater und heiligen Geiste regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 37. Ewiger Gott, gnädiger Vater, der du deinen heiligen Geist und ein neu Gesetz in unser Herz zu geben verheißen hast, wir bitten deine milde Güte, du wollest deine armen Kinder mit deinem Guadengeist beseligen und unsere Herzen trösten und erhalten, daß wir bei deinem Wort mit Freudigkeit beharren und dir in Geduld mit wahrer Anrufung allezeit dienen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. 38. Umächtiger, ewiger Gott, der du uns gelehret haft, im rechten Glauben zu wissen und zu bekennen, daß du in dreien Per= sonen gleicher Macht und Ehren ein einiger, ewiger Gott und dafür anzubeten bist, wir bitten dich, du wollest uns bei solchem Glauben allezeit fest erhalten wider alles, was uns dagegen mag anfechten, der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste Johannis des Täufers. 39. llmächtiger, ewiger Gott, verleih, daß dein Volk auf dem Wege des Heiles wandle und durch Gehorsam gegen das Wort des Vorläufers Johannes zu dem gelange, von dem er geweisjagt hat, zu unserm Herrn Jesu Christo, der mit dir und dem heiligen Geiſte lebt und herrschet in alle Ewigkeit. Amen. Am Feste der Heimsuchung Mariä. 40. Allmächtiger Gott, der du an der Jungfrau Maria große Dinge gethan und sie zur Mutter deines lieben Sohnes, unsers Herrn, gemacht, auf daß nns kund würde, wie du der Armen, Nichtigen und Verachteten dich gnädiglich annimmst, gieb, daß auch wir uns in aller Demut und Gelassenheit an dein Wort mit wahrem Glauben ergeben und also deines lieben Sohnes teilhaftig werden, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Michaelisfeste. 41. llmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, der du wunderbarer Weise der Engel und Menschen Dienste geordnet hast, wir bitten dich, verleih uns gnädiglich, daß unser Leben hier auf Erden behütet 74 Kollekten. und beschirmt werde von denen, die deiner göttlichen Majestät allezeit beiwohnen im Himmel, durch Jesum Chriftum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Am Reformationsfeste. 42. Wir danten dir, allmächtiger Gott und Vater, daß du dich deiner Kirche väterlich erbarmt und dein lauteres Evangelium uns wieder geschenkt und erhalten. Wir bitten dich, du wolleft unser aller Herzen durch deinen heiligen Geist regieren, daß wir dem Evangelium allezeit treu und fest anhangen, aber auch nach demselben würdiglich wandeln und auf den Trost desselben leben und sterben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Für die Früchte des Feldes.( Am Tage der Hagelfeier.) 43. err, allmächtiger Gott, der du alles, was da ift, regierest und nähreft, ohne dessen Gnade nichts geschehen tann, gieb uns, deinen Kindern, lieber Vater, ein gnädiges Wetter, auf daß unser Land durch deinen Segen mit seinen Früchten erfüllet werde, und wir dich in allen deinen Wohlthaten erkennen und loben, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 44. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du durch deine göttliche Kraft alles haft erschaffen, und was da lebet und webet, sättigest nach deinem Wohlgefallen, wir bitten dich demütiglich, du wollest unsere Felder mit deinem Segen krönen, und was du zu Nutzen der Menschen aus der Erde wachsen läsfest, unter deinem Schirme und Schuß gnädiglich erhalten, auch dein Wort in unsere Herzen pflanzen, daß wir dir viele Früchte der Gerechtigkeit bringen, durch deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. onde Am Erntedankfeste. 45. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du deine milde Hand aufthust und sättigest alles, was da lebet, nach deinem Wohlgefallen, wir danken dir demütiglich, daß du die Felder gekrönet mit deinem Segen und die Früchte der Erde uns wiederum haft sammeln lassen; und bitten dich, segne und behüte auch die ewige Saat deines Wortes in unsern Herzen, auf daß wir in reichlichen Früchten der Gerechtigkeit die rechten Dankopfer dir allezeit darbringen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Kollekten. Am Bergfeste. 46. Allmächtiger, ewiger Gott, himmlischer Bater, der du Berg und Thal, Klüfte und Gänge erschaffen und lässest Silber und Erz wachsen zur Notdurst der Menschen, wir bitten deine milde Güte, du wollest unser Bergwerk aus Gnaden segnen und uns nach deinem Willen gut Erz bescheren, auch deinen Geist und Gnade uns mitteilen, daß wirs zu deiner Ehre und Unterhaltung deines Worts und täglicher Notdurft seliglich gebrauchen und unserem Nächsten christlich damit dienen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 75 An Buß- und Bettagen. 47. err Gott, himmlischer Bater, der du nicht Lust hast an der armen Sünder Tode, läsfest sie auch nicht gerne verderben, sondern willst, daß sie bekehrt werden und leben, wir bitten dich herzlich, du wolleft die wohlverdienten Strafen unserer Sünden gnädiglich abwenden, und uns hinfort zu bessern deine Barmherzigkeit mildiglich verleihen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 48. Herschone, Herr, verschone unserer Sünde; und wiewohl den Sündern ewige Strafe gebühret, so bitten wir doch von ganzem Herzen, laß uns alles zu einer zeitlichen, gnädigen Strafe und erträglichen Züchtigung tommen, was wir zum ewigen Verderben gar wohl verdienet haben, durch Jefum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. NOT Allgemeine Kollekten. Um den Segen des Wortes und rechten Gottesdienst. 49. Allmächtiger Herr Gott, wir bitten dich, gieb deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse, mit aller Freudigkeit, wie sichs gebührt, gepredigt, und deine christliche Gemeinde dadurch gebessert werde, auf daß wir von aller Anfechtung unversehrt mit beständigem Glauben dir dienen und im Bekenntnis deines Namens bis an unser Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 50. Herr Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wolleft durch deinen heiligen Geist uns also regieren und führen, daß wir mit ganzem Herzen dein Wort hören und annehmen und den Sab 76 Kollekten. bath recht heiligen, damit wir durch dein Wort auch geheiligt werden, auf Jesum Christum, deinen Sohn, all unser Vertrauen und Hoffnung setzen und danach unser Leben nach deinem Wort auch bessern, vor allem Ärgernis uns behüten, bis wir durch deine Gnade in Christo ewig selig werden, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 51. Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, von Grund unsers Herzens, daß du uns dein heiliges Evangelium gegeben und dein väterliches Herz hast erkennen lassen. Wir bitten deine grundlose Barmherzigkeit, du wollest solch selig Licht deines Wortes in uns gnädiglich erhalten und durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also leiten und führen, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern fest daran halten und endlich dadurch selig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 52. Lieber Herr und Gott, stärke und behalte uns in deinem lieben reinen Wort, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn, und hilf uns, daß wirs dankbarlich erkennen und kräftiglich mit guten Früchten bezeugen und zieren, dir zu Lob und Dank in Ewigkeit. Amen. 53. Erwecke, Herr, wir bitten dich, die Herzen deiner Gläubigen, auf daß sie die Frucht deines göttlichen Wortes immer völliger bringen und deiner Gnade Hülfe dabei immer reichlicher empfangen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Für die Kirche und die Mission. 54. Allmächtiger, ewiger Gott, der du die ganze Christenheit durch deinen heiligen Geist heiligest und regiereft, erhöre unser Gebet und gieb gnädiglich, daß sie mit allen ihren Gliedern in reinem Glauben, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, so dir gefällig ist, durch deine Gnade dir diene, um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes, willen. Amen. 55. Allmächtiger, ewiger Gott, der du allein große Wunder thuft, gieß aus den Geist deiner heilsamen Gnade über deine Diener und die Gemeinden, die ihnen befohlen sind, und damit sie dir in der Wahrheit wohlgefällig seien, so tränke sie allezeit mit dem Tau deines Segens, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 77 Kollekten. 56. llmächtiger, ewiger Gott und Vater, der du leuchten läßt das Licht deiner Wahrheit denen, die da irren, daß sie wieder auf den Weg der Gerechtigkeit kommen mögen, wir bitten dich, gieb Gnade allen Gläubigen, daß sie verachten, was deinem Namen entgegen ist, und annehmen, was ihm dienet, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 57. Gott, unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich deines Gefalbten, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, und verleih, daß vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang dein Name herrlich werde unter den Heiden und an allen Orten geopfert werde deinem Namen ein reines Opfer, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 58. Herr Gott, himmlischer Vater, der du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kom= men, wir bitten deine milde Güte, sende die Boten deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen dein Heil allem Volte, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort deiner gnädigen Verheißung, daß die Heiden wandeln in deinem Lichte und die Könige im Glanze deiner Herrlichkeit, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. Um Buße und Vergebung der Sünden. 59. MER llmächtiger und barmherziger Gott, der du nicht willst, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre, gieb, daß wir aus deinem Worte allezeit unsere mannigfaltige Sünde von Herzen erkennen, auch in wahrhaftiger seliger Reue den Trost deines Geistes und Glaubens inniglich wieder ergreifen, auf daß wir in deinem Sohne gerecht und durch denselben selig werden, der du mit ihm und dem heiligen Geiste lebest und herrscheft immer und ewiglich. Amen. 60. Wir bitten dich, Herr, huldreicher Gott, gieb deinen Gläubigen mildiglich Vergebung und Frieden, auf daß sie von allen Sünden gereinigt werden und dir mit getrostem Herzen dienen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 78 Kolletten. Um Geist, Glauben und göttliches Leben. 61. Herr Gott, himmlischer Bater, wir bitten dich, du wollest deinen in Herzen geben, uns in deiner Gnade ewig zu erhalten und in aller Anfechtung zu behüten; wolleft auch allen Feinden deines Wortes, um deines Namens Ehre willen, wehren und deine arme Christenheit allenthalben gnädig befrieden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 62. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest uns den Geist der Wahrheit und des Friedens verleihen, auf daß wir von ganzem Herzen, was dir gefällt, erkennen und dem mit allen Kräften allein nachfolgen mögen, durch Jesum Chriftum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 63. llmächtiger Herr Gott, gieb uns den rechten, wahrhaftigen Glauben und mehre denselben täglich in uns; gieb uns auch Liebe und Hoffnung, damit wir dir und unserm Nächsten nach deinem Wohlgefallen möger dienen. durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 64. Hje err Gott, der du denen, die dich lieben, unsichtbare Güter bereitet hast, geuß deiner Liebe Brunst in unsere Herzen, auf daß wir dich in allem und über alles lieben und also deine Verheißung erlangen, die überschwenglich ist über alles, das wir bitten oder verstehen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geifte lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 65. Herr, wir bitten, gieb uns allzeit gnädiglich einen Geist zu ge= denken und zu thun, was recht ist, auf daß wir, die wir ohne dich nicht sein können, nach dir auch leben mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 66. Allmächtiger Herr Gott, der du bist ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne welches Gnade niemand etwas vermag noch vor dir gilt, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich widerfahren, auf daß wir durch dein heiliges Eingeben denken, was recht ist, und dasselbige auch durch deine Kraft vollbringen, um Jeju Christi unsers Herrn, willen. Amen. 79 Kollekten. 67. llmächtiger Herr Gott, himmlischer Vater, von dem wir ohne ganz empfangen täglich vor allem Übel gnädiglich behütet werden, wir bitten dich, laß uns solches alles durch deinen Geist mit ganzem Herzen in rechtem Glauben erkennen, auf daß wir deiner milden Güte und Barmherzigkeit hier und dort ewiglich danken und dich loben, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. din 68. llmächtiger, ewiger Gott, ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, A und Führer bist, wir dermaßen durch die zeitlichen Güter wandeln, daß wir die ewigen nicht verlieren, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Herrn willen. Amen. hid olid 69. Herr Gott, der du deine Kraft und Herrlichkeit allermeist kund thust im Verschonen und Erbarmen, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich widerfahren, daß wir laufen nach deiner Verheißung und also der himmlischen Güter teilhaftig werden, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Um Frieden und Segen. Für die Obrigkeit. 70. err Gott, himmlischer Vater, der du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffest, gieb deinen Dienern Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unsere Herzen an deinen Geboten hangen und wir unsere Zeit durch deinen Schutz still und sicher vor Feinden leben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 71. Ewiger, allmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, durch welches Geist alles regieret, durch welches Vorsehung alle Dinge geordnet werden, der du bist ein Gott des Friedens, von welchem alle Einigkeit zu uns kommt, wir bitten dich, du wollest uns alle unsere Sünde vergeben und uns mit deinem göttlichen Frieden und Einigkeit begnaden, damit wir dir in rechter Furcht dienen zu Lob und Preise deines Namens, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 72. allmächtiger Herr und Vater, der du durch dein ewiges göttliches Wort alle Dinge erschaffen hast, segnest und erhältst, wir bitten dich, daß du dein ewiges Wort, unsern Herrn Jesum Christum 80 Kollekten. uns wolleft offenbaren und in unsere Herzen pflanzen, dadurch wir nach deiner Gnade würdig werden, deinen göttlichen Segen über alle Früchte der Erde und alles, was zur leiblichen Notdurft gehört, zu empfangen und zum Preise deines Namens und unsers Nächsten Dienst zu gebrauchen, durch unsern Herrn Jesum Chriftum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 73. A Gewalt haft über aller Menschen Königreiche und ordnest Herrschaft und Regiment im menschlichen Geschlechte, wir danken dir für deine gnädige Ordnung und für das weltliche Regiment und unsere liebe Obrigkeit, darunter du uns gesetzt hast, wie unter einen Baum, unter dessen Schatten wir Frieden und Ruhe haben, dein teures Wort zu hören und zu üben. Wir bitten dich, du wollest unsere liebe Obrigkeit selbst regieren, führen, bewahren und beschützen, und in gutem Frieden dein Licht und Wort bei uns erhalten, daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. dige. Um Trost und Stärke. 74.( a moja l verschmähst und der Betrübten Herzen Verlangen nicht verachtest, siehe doch an unser Gebet, welches wir in unserer Not vor dich bringen, und erhöre uns gnädiglich, daß alles, was uns sowohl vom Teufel als von Menschen widerstrebt, zunichte und durch den Rat deiner Gütigkeit zerstört werde, auf daß wir, von aller Anfechtung unversehrt, dir in deiner Gemeine danken und dich allezeit loben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 75. Herr Gott, himmlischer Bater, du weißt, daß wir aus menschlicher Schwachheit in so mancher und großer Gefahr, die uns auf Erden befällt, ohne deinen Beistand nicht bleiben noch bestehen mögen; verleih uns, beides an Leib und Seele, Kräfte, daß wir alles, so uns um unserer Sünde willen quält und ansicht, durch deine Hülfe überwinden und durch deine starke Hand davon gewaltig errettet werden, um Jesu Chrifti, unsers Herrn, willen. Amen. 76. allmächtiger, ewiger Gott, ein Troft der Traurigen und eine Stärke der Schwachen, laß vor dein Angesicht gnädiglich kommen die Bitte aller derer, so in Bekümmernis und Anfechtung zu dir Kollekten. 81 seufzen und schreien, auf daß jedermann in der Not deine göttliche Hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 77. Tllmächtiger, ewiger Gott, der du uns durch deinen Sohn Verheißen hast, wir bitten dich, du wollest unsere Herzen durch deinen heiligen Geist also führen und erwecken, daß wir solche Hülse durch tägliches Gebet, und sonderlich in aller Anfechtung, bei ihm suchen und durch festen Glauben auf seine Zusagung und auf sein Wort gewiß finden und erlangen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. did 78. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, in diese Welt gesandt hast, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns arme Menschen wider solchen argen Feind soll schüßen, wir bitten dich, du wollest uns vor Sicherheit behüten und in aller Anfechtung durch deinen heiligen Geist, nach deinem Worte zu wandeln, gnädiglich erhalten, daß wir bis an das Ende vor solchem Feinde befriedet bleiben und endlich selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Um christliche Bereitschaft, seligen Tod und das ewige Leben. 79. jerr Gott, regiere unsere Herzen und Gedanken durch deinen heiligen Geist, daß wir allzeit denken an das Ende und an dein gerechtes Gericht, und erwecke uns dadurch zu cinem göttlichen Leben in dieser Zeit, auf daß wir dort ewiglich mit dir bleiben mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 80. armherziger, ewiger Gott und Vater, der du uns in Chrifto Jesu zu einer lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens berufen hast, verleih uns, daß wir durch deinen Geist die Welt und alle Lüfte dieses Lebens bestreiten, unser Fleisch kreuzigen und töten und nach dem, was droben ist, am ersten trachten, bis wir im Glauben, Hoffnung und Geduld alles überwinden und vor deinem Angesichte gekrönt und ewiglich erfreuet werden, um Jesu Christi, unsers Seligmachers, willen. Amen. 6 Versikel. 81. err, allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, der du uns aus forderst und hinwegnimmst, auf daß wir nicht durch stetig Sündigen verderben, sondern zu dem Ewigen hindurchdringen, wir bitten dich, du wollest uns solches von Herzen lassen erkennen und glauben, auf daß wir uns unsers Abscheidens freuen und dem Berufe zu deinem Reiche gern und williglich folgen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 82 82. A" llmächtiger, ewiger Gott, der du durch deinen Sohn Vergebung der Sünden und Rettung vor dem ewigen Tode zugesaget hast, wir bitten dich, stärke uns durch deinen heiligen Geist, daß wir in solchem Vertrauen auf deine Gnade durch Christum täglich zunehmen und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern entschlafen und am jüngsten Tage zum ewigen Leben erweckt werden sollen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 83. Herr Jesu Christe, der du bist die Auferstehung und das Leben und haft uns durch deinen Sieg eine ewige Gerechtigkeit, Freude und Herrlichkeit erworben, wir bitten deine Güte, du wollest uns eine fröhliche Auferstehung des Lebens verleihen und uns in das ewige Paradies und Vaterland heimholen, der du von dem Tode bist erstanden und herrschest mit Vater und heiligem Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Versikel. Auf Advent. 1. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja. Machet seine Steige richtig. Halleluja. 2. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, Halleluja. Daß der König der Ehren einziche. Halleluja. 3. Hosianna dem Sohne Davids, Halleluja. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Halleluja. Am Chriftfeste. 4. Euch ist heute der Heiland geboren, Halleluja. Welcher ist Christus der Herr. Halleluja. Versikel. 5. Uns ist ein Kind geboren, Halleluja. Ein Sohn ist uns gegeben. Halleluja. 6. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Halleluja. Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Halleluja. 7. Also hat Gott die Welt geliebet, Halleluja. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Halleluja. Am Neujahrstage. 8. Jesus Christus gestern und heute, Halleluja. Und derselbe auch in Ewigkeit. Halleluja. 9. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, Halleluja. Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja. 83 Am Feste der Erscheinung Christi. 10. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, Halleluja. Und ein Zepter aus Israel aufkommen. Halleluja. 11. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Halleluja. Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht. Halleluja. Für die Weihnachts- und Epiphaniaszeit. 12. Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, Halleluja. Und wir sahen seine Herrlichkeit. Halleluja. 13. Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn er thut Wunder. Halleluja. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. 14. Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, Halleluja. Und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Halleluja. 15. Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, Halleluja. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Halleluja. Auf Mariä Verkündigung. 16. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Halleluja. Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Halleluja. 17. Christus tommt her aus den Vätern nach dem Fleische, Halleluja. tod dull Welcher ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit. Halleluja. Für die Fastenzeit. 18. Hilf uns, Herr, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen, Errette uns und vergieb uns unsere Sünde um deines Namens willen. 6 84 Versikel. 19. Christus ist um unserer Missethat willen verwundet Und um unserer Sünde willen zerschlagen. 20. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. 21. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Sondern hat ihn für uns alle dahingegeben. 22. Siche, das ist Gottes Lamm, Welches der Welt Sünde trägt. Auf Gründonnerstag, auch sonst bei Abendmahlsfeiern. 23. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. 24. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja. Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja. rinkto Am Osterfeste und für die Freudenzeit. 25. Der Herr ist auferstanden, Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. 26. Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben, Halleluja. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluja. 27. Chriftus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja. Und Leben und unvergänglich Wesen an das Licht gebracht. Halleluja. 28. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja. Er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Halleluja. 29. Christus, von den Toten auferweckt, stirbt hinfort nicht mehr, Halleluja. Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja. 30. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Halleluja. 31. Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, Halleluja. Zur Ehre Gottes des Vaters. Halleluja. Auf Christi Himmelfahrt. Aru bile? 32. Christus ist aufgefahren in die Höhe, Halleluja. Ti Und hat den Menschen Gaben gegeben. Halleluja. nd 33. Trachtet nach dem, das droben ist, Halleluja. Da Christus ist, sitzend zur rechten Hand Gottes. Halleluja. WARUNG nu le 21 Am Pfingstfeste. 34. Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja. Den Geist der Gnaden und des Gebets. Halleluja. Verfitel. 35. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Halleluja. Und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Halleluja.lf 36. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Halleluja. 37. Wir haben einen findlichen Geist empfangen, Halleluja. Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Halleluja. 38. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen, Halleluja. Der Herr liebet die Thore Zions. Halleluja. i did Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. 39. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. 40. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, Halleluja. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Halleluja. Am Feste Johannis des Täufers. 41. Siehe, ich jende meinen Engel vor dir her, Halleluja. Der deinen Weg vor dir bereiten soll. Halleluja. 42. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, Halleluja. Denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Halleluja. Auf Mariä Heimsuchung. 85 43. Ich freue mich in dem Herrn, Halleluja. Und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Halleluja. 44. Meine Seele erhebet den Herrn, Halleluja. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Halleluja. Am Michaelisfeste. 45. Lobet den Herrn, ihr starken Engel, Halleluja. Die ihr seinen Befehl ausrichtet. Halleluja. 46. Er hat seinen Engeln befohlen über dir, Halleluja. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Halleluja. Am Reformationsfeste. 47. Halt im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet hast. Halleluja. Die du dir feftiglich erwählet hast. Halleluja. 48. Dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Halleluja. An Buß- und Bettagen, auch sonst um Buße und Vergebung der Sünden. 49. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, od 10 Und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. 86 Verfitel. 50. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, Und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 51. Herr Gott Zebaoth, tröste uns, Laß leuchten dein Angesicht, so genesen wir. 52. Verwirf uns nicht von deinem Angesicht, Und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. 53. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinen Knechten, Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 54. Bekehre du uns, Herr, so werden wir bekehret, Hilf du uns, so ist uns geholfen. 55. Barmherzig und gnädig ist der Herr, Halleluja. Geduldig und von großer Güte. Halleluja. Nos dias Am Tage der Hagelfeier und am Erntedankfeste. 56. Herr, erzeige uns deine Gnade und Güte, Halleluja. Daß unser Land sein Gewächs gebe. Halleluja. 57. Aller Augen warten auf dich, Herr. Halleluja. Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja. 58. Das Land giebt sein Gewächs, Halleluja. Es segne uns Gott, unser Gott. Halleluja. 59. Du krönest das Jahr mit deinem Gut, Halleluja. Und deine Fußstapfen triefen von Fett. Halleluja. Wort, Lehre, Gottesdienst. 60. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Halleluja. Und ein Licht auf meinen Wegen. Halleluja. 61. Herr, erhalte uns dein Wort, Halleluja. Dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. Halleluja. 62. Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit, Halleluja. Dein Wort ist die Wahrheit. Halleluja. C3. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja. Und den Ort, da deine Ehre wohnet. Halleluja. 64. Dienet dem Herrn mit Freuden, Halleluja. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Halleluja. Kirche und Mission. 65. Thu wohl an Zion nach deiner Gnade, Halleluja. Baue die Mauern zu Jerusalem. Halleluja. 66. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. 67. Gott gedenket der Barmherzigkeit, Halleluja. Und hilft seinem Diener Israel auf. Halleluja. Versikel. 87 68. Das Volt, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja. Und über die, so da wohnen in Finsternis, scheint es helle. Halleluja. 69. Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja. Preiset ihn, alle Völker. Halleluja. 70. Alle Könige werden ihn anbeten, Halleluja. Alle Heiden werden ihm dienen. Halleluja. Lob und Dank. 71. Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Halleluja Von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. 72. Preiset mit mir den Herrn, Halleluja. 2.00 Und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. Halleluja. 73. Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe, Halleluja. Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja. 74. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Halleluja. Die Frommen sollen ihn schön preisen. Halleluja. 75. Der Herr denket an uns und segnet uns, Halleluja. Er segnet, die ihn fürchten, beide Kleine und Große. Halleluja. Um göttliche Regierung, Hülfe und Segen. 76. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja. Dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Halleluja. 77. Herr, laß Christum durch den Glauben in unsern Herzen wohnen, Halleluja. Und uns durch die Liebe fest gewurzelt und gegründet werden. Halleluja. 78. Herr, zeige uns deine Wege, Halleluja. Und lehre uns deine Steige. Halleluja. 79. Bei dem Herrn findet man Hülfe, Halleluja. Und deinen Segen über dein Volk. Halleluja. 80. Hilf deinem Volke und segne dein Erbe, Halleluja. Weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja. 81. Gott, gieb Fried in deinem Lande, Halleluja. Glück und Heil zu jedem Stande. Halleluja. 82. Bittet, so werdet ihr nehmen, Halleluja. Daß eure Freude vollkommen sei. Halleluja. In Not und Träbfal. 83. Rufe mich an in der Not, So will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. 88 Versikel. 84. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist. Halleluja. Mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilsst. Halleluja. 85. Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von uns wenden, Laß deine Güte und Trene uns allewege behüten. og 86. Tas Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Halleluja. Ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Halleluja. Tod und Sterben. 87. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir flug werden. 88. Leben wir, leben wir dem Herrn, Halleluja.smit Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Halleluja. no 89. In deine Hände befehle ich meinen Geist, Du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. jal dull 90. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, Halleluja.. Sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Halleluja. ST Gericht und ewiges Leben. 91. Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle. Thing 92. Siehe, es kommt der Herr, der Herrscher, Halleluja. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Halleluja. ind og und 93. Vor dir ist Freude die Fülle, Halleluja. Und liebliches Wesen zu deiner Nechten ewiglich. Halleluja. bg pich sind Sm srpsl dall e er ****** of mouthd fid.08 dilluns all ads dus si disti un suaming ni di dip 100.18 line dan 3810 Cath Inches 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 117 7 3/ Color 18 18 19 B.I.G. 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