55 X aur 223 estau Bottes Büte. 314 معا Hoffe auf den Hennn und fhne Gutes 34690 as heilige bendmahl. Gesangbuch evangeliſch- chrißliche Kirche Rajsan. In Bering dre Teniralfonds Tur die Wittwen und Waisen der Geistlichen. Las heilige bendmahl. Gesangbuch für die evangelisch- chriftliche Kirche in Nassau. Im Verlag des Centralfonds für die Wittwen und Waisen der Geistlichen. Gb 314 yo Drud von Carl Ritter in Wiesbaden. Univ.- Bibl. Giessen Statt der mannichfaltigen früher gebrauchten Gesangbücher ist das gegenwärtige der geſammten evangelischchristlichen Kirche in Nassau zum öffentlichen Gebrauche übergeben worden, und wird allen ihren Gliedern zur erbaulichen Benutung hiermit empfohlen. Dasselbe ist unter der Aufsicht und Mitwirkung der evangelischen Landesbischöfe, Dr. Müller und Dr. Heydenreich, gesammelt, und höchsten Ortes genehmigt worden. Der Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, zu dem diese Lieder die Herzen erheben sollen, segne dies Buch, daß durch dasselbe der Glaube, der in der Liebe thätig ist, gefördert, und sein Reich gebauet werde; Amen. ហើយ ពិត pitu and inte hielopung dmir 1+ Hi_{ 1X? z mibod Onts រូប ស Inhalt. Erster Haupttheil. Lieder für den öffentlichen Gottesdienst an Sonnund Festtagen, bei andern feierlichen Gelegenheiten und kirchlichen Handlungen. Erster Abschnitt. Für die Sonntagsfeier. 3u Anfang des Gottesdienstes. Nro. 1-8. Zum Schluß des Gottesdienstes. 9-10. Vor und nach der Katechisation. 11-12. Zweiter Abschnitt. Für die Festtagsfeier. Beim Anfang und Schluß des Kirchenjahres. 13-15. Adventslieder. 16-25. Weihnachtslieder. 26-41. Neujahrslieder. 42-54. Passionslieder. 55-86. ( Gründonnerstagslieber s. vom heiligen Abendmahle, im 4. Abschnitt.) Am Charfreitage, als am jährlichen allgemeinen Buß- und Bettage. 87-93. Ofterlieder. 94-112. Himmelfahrtslieder. 113-125. Pfingstlieder. 126-136. ( Am Trinitatisfeste, s. bie Lieder von Gott, dem Vater, Sohn und heiligen Geist, im ersten Abschnitt des zweiten Haupttheils.) Am Reformationsfeste. 137-140. Am Nerntefeste. 141-144. Am Todtenfeste. 145-154. VI Inhaltsverzeichniß. Dritter Abschnitt. Für eine durch die öffentlichen Landesangelegenheiten oder besondere Zeitumstände veranlaßte firchliche Feier. 1. Bei allgemeinem Landeswohlstande. 155. 2. In gemeiner Noth. 156. Bei häufigem Regen. 157. In Dürre. 158. In Theuerung. 159. Bei ansteckenden Seuchen und Krankheiten. 160-161. Bei Uleberschwemmung und Wasserfluth. 162. Nach einer verheerenden Feuersbrunst. 163. In Kriegszeiten. 164-165. ten. 164-166 3. Nach der Rettung aus Noth und Gefahr: Nach anhaltenden Regengüssen. 166. Nach der Dürre. 167. Nach abgewendeter Theuerung. 168. Nach überstandener Seuche. 169. Nach Ueberschwemmungen. 170. Nach glücklich abgewendeter Feuersgefahr. 171. Nach wiederhergestelltem Frieden. 172-173. 4. Bei Gelegenheit Ereignisse. 174-175. der den Landesherrn betreffenden Vierter Abschnitt. Für die firchlichen Handlungen. 1. Tauflieder. 176-179. wachsenen. 180.) - ( Bei der Taufe eines Er2. Confirmationslieder: Bei der Prüfung. 181. Am Tage der Einsegnung. 182-194. Bei und nach der ersten Communion. 191-194. ( Beichtlieder, f. die Lieder von der Buße, im vierten Abschnitt des zweiten Haupttheils.) 3. Abendmahlslieder. 195-213. 4. Bei kirchlichen Weihungen: Einweihung einer Kirche. 214-217. Orgelweihe. 218. Glockenweihe. 219. Einweihung eines Gottesackers. 220. 5. Bei der Ordination eines Geistlichen. 221-222. Dessen Einführung. 223. Dessen Abschied. 224. Dessen Jubelfeier. 225. Inhaltsverzeichniß. 6. Trauungen. 226-228. 7. Begräbnißlieder. 229-233. Bei einer Kindesleiche. 234-235. Bei Beerdigung eines Geistlichen. 236. VII Zweiter Haupttheil. Von den Lehren und Veranstaltungen des Christenthums; oder: von dem Glauben des Christen. Erster Abschnitt. Von Gott. 1. Von Gottes Wesen. Seine Herrlichkeit überhaupt. 237-241. Ewigkeit und Unveränderlichkeit. 242-245. Allmacht. 246-247. Allgegenwart und Allwissenheit. 248-252. Weisheit. 253-254. Güte und Liebe. 255-260. Heiligkeit und Gerechtigkeit. 261-263. Wahrhaftigkeit und Treue. 264-266. Seligkeit. 267-268. Einheit. 269. Gott, als Vater, Sohn und heiliger Geist. 270-276. 2. Von Gott nach seinem Verhältnisse zur Welt. Gott als Schöpfer. 277-282. Die Engel. 283-286. Der Mensch, Gottes Werk. 287-291. Gott als Erhalter und Regierer der Welt. 292-309. Zweiter Abschnitt. Von dem Menschen. Der Mensch 1) nach seiner irdischen Hinfälligkeit und Nichtigfeit. 310-320. 2) Nach seiner erhabenen Bestimmung zur Weisheit, zur Tugend und zum ewigen Leben. 321-329. 3) Nach seiner Gottverwandtschaft durch die Anlagen und Fähigkeiten seines Wesens: Vernunft und Freiheit des Willens. 330-331. Gewissen. 332-334. Edleres Gefühlsvermögen. 335. VIII Inhaltsverzeichniß. 4) Nach seiner Gottentfremdung und Zerrüttung durch die Sünde: Geneigtheit zum Bösen, Trägheit und Schwäche zum Guten. 336-341. Wirkliche Sünden und ihre Folgen. 342-345. 5) Nach seiner Sehnsucht nach Erlösung. 346-347. Dritter Abschnitt. Von dem Erlöser und der Erlösung. 1. Der Rathschluß Gottes, die Welt durch Christum zu erlösen. 348-350. 2. Christi Person und Würde. 351-355. 3. Chrifti Geburt und Anfunft. Siehe Advents- und Weihnachtslieder. 4. Chrifti Werk und Verdienst: überhaupt 356-358. Insonderheit: sein Werk und Verdienst als Lehrer. 359-363. Als Vorbild. 364-368. Als Versöhner durch sein Leiden und Sterben. 369-372. 5. Chrifti Reich. 373-376. Ausbreitung des Reiches Christi unter den Heiden.( Missions= lieder.) 377-378. 6. Christi Wiederkunft als Todtenerwecker und Weltrichter: überhaupt. 379-381. Insonderheit: Auferweckung der Todten. 382-387. Weltgericht. 388-394. Vierter Abschnitt. Vom Heile in Chrifto. 1. Das Heil nach seinem Wesen: überhaupt. 395-399. Insonderheit: das Heil in dem gegenwärtigen Leben; Begnadigung und Sündenvergebung. 400-405. Innerer Friede beim Zeugnisse eines guten Gewissens, und hohe Würde im Besitze des inneren göttlichen Lebens. 406-413. Bejeligende Gemeinschaft mit Gott in Christo. 414-421. Getroster Sinn unter Kampf und Leiden. 422-425. Selige Aussicht in die Zukunft, Muth im Tode und Sterbensfreudigkeit in Hoffnung des ewigen Lebens. 426-438. Das Heil im fünftigen Leben. 439-451. 2. Das Heil nach seinen Bedingungen: Buße und Sinnesänderung. 452-466. Glaube an Christum, den Heiland der Welt. 467-477. Fortschreitende Heiligung des Sinnes und Wandels, und beharrlicher Ernst im Wachen und Kämpfen. 478-498. Inhaltsverzeichniß. 3. Das Heil nach seinen Hilfsmitteln: Beistand Gottes durch den heiligen Geist. 499-503. Die Gemeinschaft der christlichen Kirche. 504-509. Das Wort Gottes und dessen rechter Gebrauch. 510-520. Theilnahme an dem öffentlichen Gottesdienste. 521-525. Rechter Gebrauch der heiligen Sacramente. 526-531. Gebet. 532-543. Dritter Haupttheil. Von den Geboten des Christenthums, oder von der Gesinnung und dem Leben des Christen. IX Erster Abschnitt. Christenpflichten in Beziehung auf Gott. Streben nach Erkenntniß Gottes. 544-546. Beständiges Andenken an Gott. 547. Ehrfurcht und Demuth vor Gott. 548-550. Heilighaltung des göttlichen Namens, und besonders des Eides. 551-552. Liebe zu Gott und Freude an ihm. 553-556. Gehorsam gegen Gott. 557-558.. Dankbarkeit und Lob Gottes. 559-573. Vertrauen auf Gott, Zufriedenheit und Ergebung. 574-592. Geduld und Hoffnung im Leiden. 593-609. Zweiter Abschnitt. Christenpflichten in Beziehung auf Chriftum. Verehrung und Huldigung. 610-611. Liebe im Glauben und Dankbarkeit. 612-616. Bekenntniß, Gehorsam und Nachfolge. 617-619. Vertrauen und Hoffnung. 620-622. Dritter Abschnitt. Christenpflichten in Beziehung auf uns ſelbst. Selbstachtung und Selbstliebe überhaupt. 623-624. Selbsterkenntniß und bescheidene Demuth. 625-627. X Inhaltsverzeichniß. Aufmerksamkeit auf uns selbst, Selbstbeherrschuug und Selbstüberwindung. 628-631. Weltverleugnung und Streben nach höheren Gütern, als diese Welt geben kann. 632-633. Sorge für die Seele und ihr Heil durch christliche Weisheit, edeln Wahrheitssinn, Herzensreinheit und Frömmigfeit. 634-640. Heilighaltung des Körpers und christliche Leibespflege, Sorge für das zeitliche Wohl und rechtes Verhalten hinsichtlich der äußeren Lebensgüter. 641-647. Rechter Gebrauch der Zeit und des irdischen Lebens. 648-658. Stete Todesbereitschaft. 659-661. Vierter Abschnitt. Christenpflichten gegen den nächsten. 1. Im Allgemeinen: Pflichten der Gerechtigkeit. 662-663. Pflichten der Liebe. 664-668. Sorge für des Nächsten Seelenheil. 669-670. Sorge für sein zeitliches Wohl; Barmherzigkeit gegen Nothleidende; christliche Dienstfertigkeit. 671-675. Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 676-681. Freundesliebe und Dankbarkeit. 682-683. Nachweltsliebe. 684-685. 2. Pflichten gegen Andere in besonderen Verhältniſsen: Häusliche Pflichten. 686-688. Eheliches Verhältniß. 689. Verhältniß zwischen Aeltern und Kindern. 690-693. Verhältniß zwischen Geschwistern. 694. Für Wittwen und Waisen. 695-699. Verhältniß zwischen Herrschaften und Dienstboten. 700-701. Bürgerpflichten. 702-705. Anhang: Schulgesänge. Vor dem Unterricht. 706-709. Nach dem Unterricht. 710-711. Bei einer Schulprüfung. 712-713. Für eine Kleinkinderanstalt. 714. Inhaltsverzeichniß. Vierter Haupttheil. Lieder für besondere Zeiten und Lebensverhältnisse, zur häuslichen Erbauung. 1. Morgenlieder. 715-726. Morgenlied im Leiden. 727-728. Am Sonntagsmorgen. 729-730. 2. Tischlied. 731. 3. Abendlieder. 732-745. Abendlied im Leiden. 746. In schlaflosen Nächten. 747. Abendlied am Ende der Woche. 748. Am letzten Abend eines Jahres. 749. 4. Wiegenlieder. 750-751. 5. Für die verschiedenen Jahreszeiten. Frühling. 752-753. Sommer. 754. Herbft. 755-756. Winter. 757. XI 6. Am Geburtstage. 758. 7. Für die Jugend. 759-760. Für das Alter. 761-762. 8. Reiselieder. 763-764. 9. In Niedrigkeit und Armuth; bei einem schmerzlichen Verlufte. 765-767. 10. In Krankheit und bei Leibesgebrechen. 768-770. Bei einer Krankencommunion. 771. Trostlieb für Blinde. 772. Trostlied für Taubstumme. 773. Fürbitte für Kranke und Sterbende. 774-777. Nach der Genesung. 778-779. Danklied einer Wöchnerin nach der Entbindung. 780. Bei ihrem ersten Kirchengang. 781. 11. Bei Annäherung des Todes; Sterbelieder. 782-794. Einsegnung eines Sterbenden. 795. 12. Beim Tode geliebter Personen. 796. Eines Ehegatten. 797. Der Eltern. 798-799. Der Kinder. 800. XII Inhaltsverzeichniß. Anhang. Sammlung einiger Gebete für die häusliche und einsame Andacht. Morgengebet am Sonntage. Seite 474. Gebet beim Eintritt in die Kirche. S. 475. Gebet beim Schluß des Gottesdienstes nach dem Segen. S. 476. Abendgebet am Sonntage. S. 476. Morgengebet an Werktagen. S. 478. Ein anderes. S. 479. Abendgebet an Werktagen. S. 481. Abendgebet, Sonnabends am Schlusse der Woche. S. 482. Abendgebet für Kinder. S. 484. Gebet am Weihnachtsfeste. S. 484. Beim Jahreswechsel. S. 486. Zur Passionszeit und am Charfreitage. S. 487. Am Osterfeste. S. 488. Am Tage der Himmelfahrt. S. 490. Am Pfingstfeste. S. 492. Communiongebete bei der Vorbereitung zum heiligen Abendmahle und am Tage des Genusses. Selbstprüfung vor der Beichte. S. 494 Beichtgebet. S. 497. Nach der Beichte. S. 499. Am Communiontage, vor dem Empfange des heil. Mahles. S. 499. Während der Communion, beim Empfang des gesegneten Brobes. S. 501. Beim Empfange des gesegneten Kelches. S. 501. Nach der Communion. S. 502. Gebet eines Kranken. S. 503. Gebet einem Sterbenden vorzusprechen. S. 505. Erster Haupttheil. Lieder für die kirchlichen Zeiten, Feste und Handlungen. 1. Abschnitt. Für die Sonntagsfeier. Zu Anfang des Gottesdienstes. Eigne Melodie. 1. Komm, heiliger Geist! Erfüll' die Herzen deiner Gläubigen, Und entzünd' in ihnen Das Feuer deiner göttlichen Liebe; Der du aus allerlei Geschlecht und Zungen Ein heiliges Volk dem Herrn Einigkeit des Glaubens! lujah! Hallelujah! men Seelen! Ach laß uns ja nicht fehlen, Was uns den Weg zum Himmel weis't! 2. Mach' muthig Herz und Sinn; Gib neue Kraft zu lehren; Mein Gott, auch recht zu hören: Denn ich ja, Herr, dein eigen bin! 3. Nimm uns, Herr, endlich Gesammelt haft In auf Zu dir, da wir mitſingen Halle- Ein ewig Loblied bringen, Wann ( 156*) wir vollendet unsern Lauf. Eigne Melodie. Eigne Melodie. 2. Komm, tomm, Gott, heil- 3. Liebster Jesu, wir sind ger Geist, Du Licht der from- hier, Dich und dein Wort an*) Die unter den Liedern stehende Zahl bezeichnet die Nummer in dem besonders abgedruckten Verzeichnisse der Liederdichter, unter welcher ber Verfasser des Liedes zu finden ist. Wo zwei oder mehrere Nummern beisammen stehen, zeigt die erste den Verfasser, die zweite 2c. den oder die Verbesserer oder Ueberseßer des Liedes an. 1 2 Zu Anfang des Sonntags- Gottesdienstes. zuhören! Lenke Sinnen und Be- nicht, Die dein armes Volk dir gier 3u den süßen Himmelsleh- stammelt. Hör' auf unsre schwachen ren, Daß die Herzen von der Lieder, Und sieh gnädig auf uns Erden Ganz zu dir gezogen nieder. werden. 2. Laß das Wort, das hier 2. Unser Wissen und Ver- erschallt, Unsern Widerstand bestand Ist mit Finsterniß umhüllet, zwingen, Und mit göttlicher GeWo nicht deines Geistes Hand walt Tief in uns're Herzen drinUns mit hellem Licht erfüllet; gen: Laß es unsern Sinn erGutes wollen, thun und denken, neuen, Uns're Finsterniß zerMuß uns deine Gnade schenken. ftreuen: 3. Odu Glanz der Herr3. Daß von Eifer ganz entlichkeit, Licht vom Licht aus Gott brannt, Wir, was du befohlen, geboren, Mach' uns allesammt üben, Dich und den, den du gebereit; Deffne Herzen, Mund sandt, Jesum Christum herzlich und Ohren. Unser Bitten, Fleh'n lieben; Daß kein Schmerz und und Singen Laß, Herr Jesu teine Freude Uns von deiner wohlgelingen! ( 23) Liebe scheide. ( 127) Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. 4. Sei mit den Deinen, Jeju 6. heir'ger Geist, laß uns Christ, Der du stets unsre Zuflucht bist! Send' uns den Geist, der uns regiert, Und auf den Weg der Wahrheit führt. dein Wort So hören heut' und immerfort, Daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. 2. Erleuchte uns, du wahres Entzieh' uns deine Gnade Sei unser Trost in aller Stärk' uns im Leben und ( 186) 2. Durch ihn erleuchte den Verstand; Mach' uns dein heil- Licht; ges Wort bekannt; 3ur Heilig- nicht: keit flamm' er uns an, Und leit' Noth; uns alle himmelan. im Tod. 3. Hallelujah! Einst fingen wir, Gott! Mel. Wie schön leucht't c. dir, Und schauen dich in deinem 7. Heut ist der Nuhetag des Licht, Von Angesicht zu Angesicht. Herrn! Hier trete eitle Welt4. Dir, Gott, den Erd' und lust fern; Hier schweige ihr GeHimmel preis't, Dir, Vater, Sohn tümmel. und heil'ger Geist, Sei Dank dieser Zeit! Lebt heute für die Vergeßt der Sorgen und Lob und Ruhm geweiht Von Ewigkeit; Ewigkeit zu Ewigkeit!( 214. 206) Himmel! Erhebet euch zumt Glaubend, Hoffend Fühlt hinieden Schon den Frieden Jener Frommen, Die zur Mel. Liebster Jefu, wir x. ew'gen Nuh' gekommen. Schöpfers Macht, Der diese Welt 2. Auf, Christen, preis't des 5. Herr, vor deinem Angesicht Hat die Andacht uns versammelt! Ach verwirf die Bitte Zum Schlusse des Gottesdienstes. 3 hervorgebracht, den Weisen! ( 83) Den Heiligen, Jhm ergeben, Daß im Leben DieSchaut der Er- ser Erde Jeder Tag ein Festtag lösung Wunder an, Und rühmt, werde! was der an uns gethan, Den wir als Mittler preisen. Heilig, er! Ewig liebt Mel. Wie schön leucht't c. Heilig, Heilig ist er! Ihn erhebet, Jhn, der todt 8. Sei uns geſegnet, Zag war und nun lebet.is des Herrn! Zu Gottes Preiſe nah und fern Weckst du der Chri3. Verkündigt wird des Lebens Wort An diesem gottgeweihten sten Menge. Ihr Lobgesang tönt Ort: Kommt, ehrfurchtsvoll, zu spät und früh; Zum Heiligthume hören. Sei voll von Gott, der wallen sie Im festlichen Gedränge. Beter Schaar! Der Demuth Dir, Herr, Schallen Ihre Lieder, Bitte bring' ihm dar; Der Herr Wo die Brüder Vor dich treten, wird sie gewähren. Alle Dürft ihr Froh den Vater anzubeten. 3u ihm nahen, Sollt empfahen Heil und Leben. Und den Trost: euch ist vergeben! 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh, Beleb' auch uns, entferne du, Was stört die heil'ge Stille! Mach' unsern Geist vom frei, Jn allem Guten 4. 3u Gott, zu Gott hinauf das Herz! Hinauf die Blicke Jrrthum himmelwärts Nicht blos in Tem- fest und treu; Das Herz mit pelhallen: Auch unser Haus Trost erfülle. Hilf uns! Stärk' sei Gott geweiht; Auch in der uns! Gott ergeben Hilf uns stillen Einsamkeit Soll unser Lob leben, Lehr' uns sterben, Daß wir ihm schallen. Bleib, o Seele, Gottes Reich ererben! ( 136) Zum Schlusse des Gottesdienstes. Mel. Liebster Jesu, wir 2c. Gott, Unsern Eingang gleichermaßen; Segne unser täglich 9. Nun, Gottlob, es ist voll- Brod, Segne unser Thun und bracht! Mit des ew'gen Lebens Lassen; Segne uns mit sel'gem Lehren Hat er gnädig uns be- Sterben, Und mach' uns zu dacht; D'rum laßt uns ihn fröh- Himmelserben. lich ehren! Unser Gott sei hochgepriesen, Daß sein Wort uns unterwiesen. ( 165) Bekannte Melodie. 10. Ach bleib mit deiner Bei uns, Herr Jesu Was ist doch, das uns Wenn du, Herr, mit 2. Unser Gottesdienst ist Gnade aus; Doch auf uns ruht Gottes Christ! Segen; Fröhlich gehen wir nach schade, Haus, Wandeln fort auf Gottes uns bist? Wegen. Gottes Geist uns ferner leite, Und zum Himmel vorbereite. 3. Unsern Ausgang fegne 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, du werthes Licht, An diesem dunkeln Orte, Damit wir irren nicht. 1* 4 Vor und nach der Katechisation. 3. Ach bleib mit deinem Segen 5. Ach bleib mit deinem Bei uns, du reicher Herr! Dein Schirme, Bei uns, du starker göttliches Vermögen Erschöpft Held, Umbrausen uns die Stürme sich nimmermehr. Der drangsalvollen Welt. 4. Ach bleib mit deinem Frie6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns bis in den Tod. BestänBis du die Kampfesmüden 3ur digkeit verleihe; Hilf uns aus Ruhe führen wirst. aller Noth! Bei uns, du Friedefürst, ( 193. 83) Vor und nach der Katechisation. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Mel. Jesus, Jesus ist erstanden 2c. 11. Gott, der die Welten 12. Vater, dir sei Preis lenfet, Das Feld mit Regen und Ehre, Dir sei Lob und Dank tränket, Und wärmt mit Son- gebracht! Dank und Preis für nenschein, Der läßt es auch den jede Lehre, Die uns weiser, besser Seelen An Pflege nirgends feh- macht! Laß uns jede still erwägen, len, Und gibt zur Geistessaat Und sie tief in's Herz uns prägen: Gedeih'n. 2. Daß wir hier in Frieden Und uns deiner Gnade 2. Er löscht den Durst nach leben, Wahrheit, Gibt dem Verstande freu'n; Eifrigst nach dem Kleinod Klarheit Durch Jesu Unterricht. streben, Auch den kleinsten FehlGib, Vater, daß die Lehren, Die wir jetzt werden hören, Auch unserm Geiste schaffen Licht! tritt scheu'n; Mit Geduld Beschwerde tragen, Und im Leiden nicht verzagen. ( 207) 2. Abschnitt. Für die Festtagsfeier. Beim Anfang und Schluß des Kirchenjahres. von deinem Ruhm. Durch Tauf' und Abendmahl und Wort Pflanzt Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 13. Fest steht dein Bund, froh sich deine Kirche fort. wie Felsen stehen, Du Gott 3. Doch fragst du nach des der Gnade, Gott der Treu'! Wortes Früchten, und bringst, Jahr' und Jahrhunderte ver- was wir gethan, an's Licht, Nach gehen; Doch deine Güt' ist täg- unsern Werken uns zu richten; lich neu. Wie preisen wir doch Gott, Richter, so besteh'n wir würdiglich, Gott der Erbarmung, nicht! Du trugest uns mit viel heute dich? Geduld; Wir aber häuften Schuld auf Schuld. 2. Kein Krieg zerstörte die Altäre, Kein Feind zertrat dein Heiligthum, Noch singen wir von deiner Ehre; Noch predigt man 4. O laß es deinem Geist gelingen, Bei uns in diesem neuen Jahr Die Sünde mächtig zu be Anfang des Kirchenjahrs. 5 zwingen, Wo sie bisher noch 6. Die wir dir weihen in der herrschend war! Heut schwören Tauf, Nimm, Kinderfreund, sie | wir dir ew'ge Treu' Gerührt huldreich auf! Die ihrer Taufe mit heil'gem Ernst auf's Neu'. Bund erneu'n, Dein laß sie bis 5. Laß hier, wo wir jetzt zum Tode sein. niederfallen, Dein unverfälschtes 7. Die, Herr, dein Abendmahl Gnadenwort Für Kindesfinder empfah'n, Laß sie mit heil'ger noch erschallen; Gib Gnade stets Ehrfurcht nah'n; Wenn sie der an uns dein Kelch des Lebens Sei Wort und Abendmaht Bereite du's, der ihnen Frieden schenkt. für den Himmelsfaal. 8. Die ihre Missethat ge6. Gib, daß wir dich stets steh'n, Und reuend um Erfindlich ehren, Als dein geweih- barmung fleh'n; Verwirf von tes Eigenthum. Einst führst du deinem Angesicht Sie bei der uns zu jenen Chören, Die ewig Buße Thränen nicht. singen deinen Ruhm, Wo man, zur Herrlichkeit erwählt, Nicht mehr nach Erdenjahren zählt. 9. Schlingt sich um frommer Christen Hand Hier am Altar der Ehe Band; Sprich auch dein Die Herzen Segenswort dazu: ein' in Liebe Du. Mel. Vom Himmel hoch 2c. 14. Der du der Erst' und Letzte bist, Ach bleib' bei uns, Herr Jesu Christ! Im neuen Kirchenjahre sei Auch deine Gnade bei uns neu. 2. Lehr' in der kurzen Gnadenzeit Uns schaffen uns're Seligkeit. Schnell eilen uns're Tage hin: Laß keinen ungenügt entflieh'n! 3. Uns leuchte deiner Wahrheit Licht; So irren deine Pilger nicht. Führ' auf des Glaubens Sonnenbahn, Vollender führ' uns himmelan. 10. Vernimm das Fleh'n der Leidenden! Erbarme Dich der Sterbenden! Und schließt sich unser Pilgerlauf, Nimm in die ew'ge Ruh' uns auf. 11. Du bist derselbe, gestern, heut', Derselbe auch in Ewigkeit. So bleib' bei uns, Herr Jesu Christ, Der Du der Deinen Zuflucht bist! ( 83) Mel. Mache dich, mein Geist 2c. 15. Freude sei des KirchenEs entAllen Frommen theuer, Die dem Herrn Immer gern Liebend näher kamen Und sein Wort vernahmen! 2. Preis' ihn laut, o ChristenHeilserkenntniß Jahr geweiht. Geständniß Er sei treu 4. Schnell wachse uns're Bes- jahr's Lette stille Feier! serung! Gib uns den Geist der flieht und o wie war's Heiligung; 3um Siege stärk uns deine Kraft Im Kampf mit Welt und Leidenschaft. 5. Vergib, vergib uns uns're Schuld! Trag fernerhin uns mit heit! Seiner Geduld. Sei deiner Kirche War auch dieses Schirm und Hort, Und segne Bring' ihm das stets der Lehrer Wort. Heut' aufs neu', 6 Adventslieder. Seinem Vaterherzen Stets in 4. Fromme Duldung fliehe Freud' und Schmerzen! nicht, Herr, aus unsern Gränzen! 3. So wird auch im neuen Jahr Möge deiner Wahrheit Licht Deine Gnade walten, Schüßen Immer reiner glänzen. Wer noch deine Christen- Schaar, Uns dein irrt, Treuer Hirt! Den auch Wort erhalten, Bis du einst wirst du finden, und mit dir Hehr erscheinst, Richter Deiner verbinden. Brüder, Haupt der treuen Glieder. Adventslieder. Iosinie 16 abort Schatten flohen? Herr, dein Wort nur Läßt auf Erden Licht es werden, Bringt uns Frieden, Mel. Lobt Gott ihr Christen 2c. 16. Er fommt, er fommt, der starke Held, Voll göttlich Gründet Gottes Reich hienieden. hoher Macht! Sein Arm zer= 3. Wir werden deinen Ruhm streut, sein Blick erhellt Des erhöh'n; Wir werden deinen Todes Mitternacht. Himmel seh'n, Den Preis von 3. Dir, Menschgeword'ner, bringen wir Anbetung, Preis und Dank! In Ewigkeit erschalle dir Der Deinen Lobgefang! 2. Wer kommt, wer kommt? deinen Leiden; Genießen, was Wer ist der Held, Voll göttlich du uns erwarbst, Als du am hoher Macht? Sieh', Christus Kreuze für uns starbst, Der Engel ist's! Lobsinge, Welt! Dir wird hohe Freuden. Welche Gnade, dein Heil gebracht. Daß wir Sünder Gottes Kinder Werden sollen, Wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit Entäußert, eine kurze Zeit Für uns von Gott verlassen; Und nun mit Preis und Ruhm Mel. Wie schön leucht't 2c. 17. Wie groß, wie ange- gefrönt, Nun machst du selig, die betet ist Dein Nam', o Herrscher, versöhnt Der Sünde Gräuel Jesu Christ, Wie theuer deinem hassen. Ihnen Willst du Heil und Volfe! Welch Licht ging in der Leben Gerne geben, und uns Finsterniß Mit dir der Welt auf! allen Helfen, daß wir Gott geWie zerriß, Wie floh des Jrr- fallen. thums Wolfe! Als du Kamest, 5. Vom Aufgang bis zum Hörten Taube, Und der Glaube Niedergang Erschallet dir der Half den Kranken: Stumme san- Lobgefang Erlöseter Gerechten! gen, dir zu danken. Unzählbar sind die Schaaren 2. Nur Nur Schwache waren's, schon, Die gerne dir vor deinem die dein Licht Verbreiteten, die Thron Ein würdig Loblied brächWeisen nicht: Wo sind sie, wo ten. Ihrer Mehr noch, Jesu, die Hohen? Und wo die Reichen, werden Schon auf Erden wo die Macht, Vor der des lobsingen, Preis und Lob Gögendienstes Nacht, Und seine Dank dir bringen! Dir und Adventslieder. 7 6. Wie groß, wie angebetet Jesu, leihe Mir deines Geistes ist Dein Nam', o Herrscher, Jesu Schein, Daß mir, was dich Christ, Wie herrlich bei den erfreue, Mög' fund und wissend Deinen! Doch führst du uns zu sein! deiner Ruh, O wie viel herrlicher 2. Dein Zion streut dir Palwirst du Den Frommen dann men Und grüne Zweige hin. erscheinen! Ewig Müsse Dir zur Ich will mit Freudenpsalmen Ehre Ihrer Chöre Lob erschal- Ermuntern Geist und Sinn. Dich, len, Durch den Himmel wieder dich will ich erheben, So gut hallen! ( 24) ich Schwacher kann; Mein Herz Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. will ich dir geben: Ach nimm es gnädig an! 18. 3u Hosianna! zu der Erde 3. Die Menschheit rang verSteigt der Friedefürst herab! loren In dunkler Angst und Ewig hochgepriesen werde Gott, Pein; Da wurdest du geboren, der ihn der Erde gab. Freut euch, Ihr Licht und Trost zu sein. Sünder, jauchzt, ihr Frommen! Uns war das Reich genommen, Unsern König, seht ihn kommen! Wo Fried' und Freude lacht; Unser Heil fommt, unser Licht, Du hast es deinen Frommen, Unsers Herzens Zuversicht. Mein Heil, zurückgebracht! 2. Zu der Erde neigt sich wie- 4. Mich hielten schwere Bande; der Gottes Vaterhuld herab; Du kommst und machst mich los! Segen thaut vom Himmel nieder; Ich war bedeckt mit Schande; Morgenglanz bestrahlt das Grab. Du kommst und machst mich groß. Seht, Erlösung wird gefunden! Du hebst mich hoch zu Ehren, Seht, es heilen alle Wunden! Und schenkst mir großes Gut, Müden strömet süße Ruh, Ster- Das sich nicht kann verzehren, benden Belebung zu. Wie irdisch Geld und Gut. 3. Kommt, ihn würdig zu 5. O du, an den ich glaube, empfangen! Macht ihm Wege, Was war's, das dich bewog? macht ihm Bahn! Eilt, in Was war's, das dich zum Staube, Dein Demuth, mit Verlangen Euern 3u mir hernieder zog? König zu empfah'n! Streut ihm göttliches Erbarmen! Du, Sohn 3weige, streut ihm Palmen! des Vaters, hast Mit mitleidsBringt ihm Jubel, singt ihm vollen Armen Die ganze Welt Psalmen! Geist und Herz sei umfaßt! ihm geweiht! Preis dem Herrn der Herrlichkeit! ( 83) 6. Schlagt hohen Dank, ihr Herzen! Betrübte, flagt nicht mehr; 3agt nicht in Angst und Schmerzen, Als ob kein Helfer Mel. Befiehl du deine Wege zc. 19. Wie soll ich dich empfan- wär'! Seht auf, seht auf, ihr gen, Und wie begegnen dir, Du, habet Die Hilfe vor der Thür! aller Welt Verlangen, Der Der eure Herzen labet, Und Menschheit höchste Zier? O Jesu, stärket, Gott ist hier! - 8 Adventslieder. 7. Auch dürft ihr nicht er- hier sein Aufenthalt. Der ihm schrecken Vor eurer Sünden- gegebnen Macht Enthielt er sich schuld; Der Heiland will sie mit Freuden, Bis er durch Todesdecken mit seiner Lieb' und Huld. leiden Sein großes Werk vollEr kommt, er kommt, den Sün- bracht. dern Zum Trost und ew'gen 4. Er hat's vollbracht, o brinHeil; Macht sie zu Gottes Kin- get Gott neuen Lobgesang! Erdern: Im Himmel ist ihr Theil. löfte Menschen singet Dem Mitt8. Laßt eure Feinde toben! ler ewig Danf! Wo Niemand Steht fest und wantet nicht; Der helfen kann, Da hilft er gern Herr gibt Muth von oben, Er, aus Gnaden, Heilt unsrer Seele eure Zuversicht. Er kommt, er Schaden: O nehmt ihn gläukommt, ein König, Dem Sieg im big an. Auge blitzt; Da schaden Feinde wenig, Wo solch' ein held be schützt. 5. Du Freund der Menschenkinder, O Herr, verwirf uns nicht! Dein Name, Heil der 9. Er kommt zum Weltge- Sünder, Jst unsre Zuversicht. richte; Dann bebe nur sein Feind! Drum kommen wir zu dir! Hilf Im holden Gnadenlichte Er- selbst die Macht der Sünden Uns scheint euch euer Freund. Komm, fräftig überwinden; Denn dein, komm, du Lebenssonne! Geh' o Herr, sind wir. auf in vollem Glanz, Und füll' 6. Bei dir steht unser Leben; mit Himmelswonne Das Herz Zu unserm ew'gen Heil Hast du der Deinen ganz. dich hingegeben: Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgnoch fehlen? Dann werden unsre sam sein! Was wird uns dann ( 56) Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. 20. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht; Der Heiland ist gekommen, Der Völker Trost und Licht. Mel. O Christenheit! sei hocherfreut 2c. Gott, der uns nicht verstößt, Hat Seelen Sich ewig Gottes freu'n! ( 168. 34) uns zum Heil und Leben Selbst 21. Wirf, blöder Sinn, Den seinen Sohn gegeben; Durch ihn sind wir erlös't. Kummer hin! Gott ist für dich; was will dich ferner kränken? 2. Erlös't; o welche Liebe Hat Hallelujah! Der Sohn ist da! uns der Herr erzeigt; mit wel- Wie sollt' er uns mit ihm nicht chem Vatertriebe Sein Herz zu Alles schenken? Sein eingeborner uns geneigt! 2. Schlägt dir das Herz Vor Sohn Kommt, Rettung vom Ver- Angst und Schmerz; Empfindest derben Uns Sündern zu erwerben, zu uns vom Himmelsthron. 3. Er tam zu uns auf Erden In armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden War du, wie sehr die Sünden fränken: Dein Heil ist hier! Wie sollte dir Dein Gott mit ihm nicht Gnad' und Frieden schenken? 3. Ist deine Kraft 3u mangel Adventslieder. 9 haft; Mußt du mit Scham an hast du bezwungen, Ew'ges Leben deine Schwäche denken: Er, der uns errungen; Hast durch deinen vom Thron Dir gibt den Sohn, Tod Uns versöhnt mit Gott. Wird dir mit ihm auch Geistesträfte schenken. 4. Deine Majestät, König und Prophet, Will ich demuthsvoll verehren, Und auf deine Stimme hören; Denn dein Reich besteht, Wenn die Welt vergeht. 5. Laß mich dir zum Ruhm, Als dein Eigenthum, Stets nach deiner Vorschrift handeln, Und 6. Setzt dich der Tod In Angst und Noth, Wer deinen Gang durch's Todesthal wird lenken; Sieh Jesum an! Er bricht die Bahn; Gott wird mit ihm dir ew'ges Leben schenken. 7. Wirf, blöder Sinn, Die Sorgen hin, Die dich in's Meer der Traurigkeit versenken! Dein Heil ist da! Hallelujah! Wie sollt' uns Gott mit ihm nicht Alles schenken? ( 146) 4. Fehlt Weisheit dir, Um glücklich hier zu fliehen vor der schlauen Bosheit Ränken; Erzitt're nicht! Gott ist dein Licht! Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir Bald da, mit Freuden dir nachwandeln; bald hier, Und sorgst du, wer dich Wahres Christenthum Sei mein speisen wird und tränken: O fasse höchster Ruhm! Muth! Das höchste Gut Wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Neiget sich mein Sinn 3u dem Eiteln hin; O dann warne meine Seele, Daß sie nicht ihr 3iel verfehle. Lente meinen Sinn Auf das Ew'ge hin! 7. 3euch zu dir mein Herz; Laß in Freud' und Schmerz Mich an deine Treue denfen, Und wenn Noth und Furcht mich fränken, O so gib im Schmerz Trost und Muth in's Herz! 8. Will des Todes Macht Und des Grabes Nacht Meine bange Seele schrecken; Laß mich deinen Schild bedecken! Führ' an deiner Hand Mich in's Vaterland! Mel. Seelenbräutigam 2c. 9. Ew'gen Lobgesang, Preis 22. Wer ist wohl, wie du, und Ruhm und Dank Bring' ich Stifter wahrer Ruh, Jesu, Freund dann in jenen Höhen Wo ich werd' der Menschenkinder, Retter der am Throne stehen, Jesu, treuster verlornen Sünder? Licht und Freund, Ewig dir vereint! Seelenruh' Fließt von dir uns zu. ( 49. 136) 2. Herr der Herrlichkeit! 3ur mel. Sohn, der uns verheißen war 2c. Zeit Kamst du uns zum Heil auf Erden; Warst zur Dul- 23. Heiland, der verheißen dung der Beschwerden Unsrer war, Den die Jungfrau uns geNiedrigkeit Großmuthsvoll be- bar; Friedefürst, Rath, Kraft reit. und Held, Komm, du Heiland 3. Keine Furcht der Welt aller Welt! Schreckte dich, o Held! Todesmacht 2. Der du warst vor aller Zeit, 10 Adventslieder. 3. Kommst aus deiner Herrlichkeit;| Bahn! Macht Bahn! Bereitet Du, des Vaters Ebenbild, Bist in euch, Ihn würdig zu empfah'n!" unser Fleisch gehüllt. Er tommt, von Gott ge= 3. Gottmensch, du betrittst die sandt, Der Völker Trost und Welt, Eilest rüstig als ein Held; Segen, Und Gnad' und WahrRuh'st nicht, bis dein Wert voll- heit glänzt Auf allen seinen bracht, Und vollbringst's mit Wegen. Er kommt, um eine Welt Gottesmacht. i tin nh Vom Elend zu befrei'n, Das 4. Als der Vater dich uns gab, menschliche Geschlecht zu segnen, Stiegst zur Tiefe du herab; Als zu erneu'n. dinted shine sich schloß dein edler Lauf, Fuhrst 4. Auf, Christen, kommt, last du in den Himmel auf. 5. Stark in deines Vaters Kraft, Hast du Sieg und heil geschafft. Unser schwaches Fleisch erhalt' Deine göttliche Gewalt! uns Den Gott der Wahrheit preisen! Jhn, der erfüllt, was er Aus Gnaden hat verheißen! Gabe Nie täuscht, was Gott verspricht; Sein Wort bleibt ewig steh'n. Sinkt, Berge, hin in Nichts; Dies Wort fann nicht vergeh'n! 6. Laß uns Nacht und Sünden scheu'n! Unsers Glaubens heller Schein Ist ein Ausfluß deines Lichts: Diesen Schein verdunkle nichts! 5. Heil uns! Mit uns ist Gott, Die Hoffnung gläub'ger Väter, Das längst gewünschte Licht, Der ganzen Welt Vertreter! Versammelt, Völfer, euch! Versammelt euch zum Herrn! Freut euch, o Menschen, sein; Freut euch, und folgt ihm gern! ( 24) 7. Preis sei dir in Ewigkeit! Ihr, die ihr erlöset seid, Rühmet ihn, der, groß von That, Euch vom Tod errettet hat. 8. Lob dir, der du kamst herab! Lob dem Vater, der dich gab! Lob Mel. Von Gott will ich zc. dem Geist, der dich verklärt, Und 25. Mit Ernst, ihr Mendein Heil erkennen lehrt! ( 6. 113. 24. 170) schenkinder, Macht Macht euer Herz Mel. Gott, du frommer 2c. bereit! Er kommt, das Heil der Sünder, Der Herr der Herrlich24. Sie fommnt, fie fommt teit. Er fommt von seinem Thron In's Elend gern hernieder, Wird einer unsrer Brüder, Er, Gottes eigner Sohn. die Zeit, Die Gott nach seinem Willen Bestimmt, um das, was er Versprochen, zu erfüllen. Der große Tag des Herrn, Der Tag 2. Er dürstet voll Verlangen, des Heils ist nah'! Denn der, der zu euch auch sich zu nah'n; Ihn ihm den Weg Bereiten soll, ist da. würdig zu empfangen, Macht 2. Laut schallt das frohe Wort: eilig eb'ne Bahn. Der einst im Der Herr fommt!" Es verbreitet Fleisch erschien, Seht! der will 11 Sich überall der Ruf: ,, Erwachet nicht verschmähen, Zu euch auch und bereitet Dem, der da kommt, einzugehen! Macht Raum, emden Weg! Macht ihm, dem Retter pfanget ihn! Weihnachtslieder. 11 3. Die ihr gerecht euch dünket, Sünden streitet; Nur der ist recht Legt euern Dünkel ab! Jhr Auf- bereitet; 3u ihm fommt Jesus geblas'nen, sinket Von eurem Christ. Stolz herab! Die ihr um Gnade pid5. Doch was vermag ich fleht, Wißt, daß ihr hier sie findet; Schwacher, Ich Sünder, ohne Denn wer sein Nichts empfindet, dich? Mein Heil, mein SeligDer wird von ihm erhöht.smacher, Bereite selber mich! 4. Ein Herz, das Demuth übet, Schon seufzt mein Herz nach dir; Ist ihm vor Allem werth; Wen Schon jauchz' ich dir entgegen: seine Schuld betrübet, Dem, dem Komm, komm mit deinem Segen wird Trost bescheert. Wer ganz Und wohne stets in mir!" voll Glaubens ist, und gegen Juo 4( 199) To bust Weihnachtslieder. 156.100 Mel. Gelobet seist du, Jesu 2c. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und 26. Hinauf zum Thron der glaub an seinen Namen. Der Majestät Steigt, o Jesu, das ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr! Gebet Der tiefgefallnen Sterb- spricht, Und sucht doch nicht sein lichen, Der Engel und Vollende- Beispiel nachzuahmen. ten, Heiland der Welt! 100 2. Wir feiern deinen großen Tag! Was die Liebe je vermag, Das schenktest du uns, Herr der Herrn! Wir schenken dir, und o wie gern, Dank' und Liebe!( 80) Mel. O, Christenheit! sei hocherfreut 2c. 5. Aus Dank will ich In Brüdern dich, Dich, Gottes Sohn, beDer kleiden, speisen, tränken; Frommen Herz In ihrem Schmerz Mit Trost erfreu'n, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, Durch den die Welt, Und Alles er27. Auf, schicke dich, Recht ist im Himmel und auf Erden; feierlich Des Heilands Fest mit Die Christenheit Preis't dich Freuden zu begehen! Lieb' ist freut, Und Aller Knie soll dir der Dank, Der Lobgesang, Durch gebeuget werden! den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; Und wer ihn sucht, den 2. Sprich dankbar froh: Also, wird sein Name trösten. Hallealso Hat Gott die Welt in seinem lujah! Das Heil ist da! Freut Sohn geliebet! O wer bin ich, euch des Herrn und jauchzt ihm, Herr, daß du mich So herrlich ihr Erlös'ten! hoch in deinem Sohn geliebet! ( 55) 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint Zur Zeit, da wir noch Mel. Vom Himmel hoch sc. seine Feinde waren, Er wird uns 28. Dies ist der Tag, den gleich, Um Gottes Reich Und seine Gott gemacht; Sein werd' in Liebe uns zu offenbaren. aller Welt gedacht! Ihn preise, 12 was durch Jesum Christ Jm Himmel und auf Erden ist! Weihnachtslieder. Jesum Christ Jm Himmel und auf Erden ist! ( 55) 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. ward. Da fandte Gott von seinem 29. Ewig sei dir Lob geThron Das Heil der Welt, dich, sungen, Mensch geword'ner Gotseinen Sohn. tessohn! Du hast uns das Heil 3. Wenn ich dies Wunder fas- errungen, Als du von des Himsen will, So steht mein Geist voll mels Thron Bist in diese Welt geEhrfurcht still; Er betet an, und kommen! Herr, der Sterblichen er ermißt, Daß Gottes Lieb' un- zu gut, Wie die Kinder, Fleisch endlich ist. und Blut Hast so willig angenom4. Damit der Sünder Gnad' men, Und mein Bruder worden erhält, Erniedrigst du dich, Herr bist! Sei gelobt, Herr Jesu Christ! der Welt; Nimmst selbst an uns'rer 2. Sei gelobt; denn dir gehöMenschheit Theil, Erscheinst im ret Allgemeiner Dank mit Recht. Fleisch und bringst uns Heil! O wie hoch hast du geehret Unser 5. Herr, der du Mensch gebo- sterbliches Geschlecht! Du, du hast ren wirst, Immanuel und Friede- es selbst vermählet Mit der göttfürst, Auf den die Väter hoffend lichen Natur, Und vor aller Kreasah'n; Dich, Sohn des Vaters, tur Es zum Brudervolk erwählet: bet' ich an! Du erhebst es, Gottesjohn, Mit dir auf der Gottheit Thron! 6. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch 3. Du, du bist der Völker und Blut; Wirst unser Freund Segen, Willst vom Elend uns und Bruder hier, Und Gottes befrei'n; Und wir können deinetKinder werden wir! 7. Gedanke voller Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. wegen Unsers Gottes Kinder sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben; O so hast du neue Kraft Uns zur Heiligung verschafft, Uns die Tüchtigkeit erworben, Einst, von Sünden völlig rein, Deinem Bilde gleich zu sein! 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält: Was zagt der Mensch, 4. Du, das Leben, bringst uns wenn der ihn schüßt, Der nun Leben, Du, das Licht, bist unſer zur Rechten Gottes sitzt? Licht. Alles Heil ist uns gegeben; Was ist, das uns noch gebricht? Seht, es fließt der Quell der Freuden Aus dem hohen Himmelssaal Jn das niedre Erdenthal, Und erquickt uns selbst im 10. Dies ist der Tag, den Gott Leiden. Deines Himmels Herrgemacht! Sein werd' in aller Welt lichkeit Erben wir in Ewigkeit! gedacht! Ihn preise, was durch 5. Herr, wie groß ist deine 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt; Und Erde, die ihn heut' noch sieht, Sing du dem Herrn ein neues Lied! Weihnachtslieder. 13 Güte! Meine Seele freut sich 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! dein; Und mit dankendem Ge- 3ur Erde stieg sein Sohn herniemüthe Will ich nun dein eigen sein! der, Ward Mensch und starb der Nimmer will ich dein vergessen, Sünder Tod. Christus hat den Dir will ich mich ganz vertrau'n, Tod bezwungen; Ein neues Lied Freudig folgsam auf dich bau'n. sei ihm gesungen! Er hört uns, Deine Huld ist unermessen: Gib, er, der gute Gott. Wir sind mit daß ich für deine Treu Dir auf ihm versöhnt; Ihr Lobgesänge, ewig danfbar fei!( 44. 34) tönt, Tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst tnieen wir An seinem Thron, und beten an.( 40) Mel. Wachet auf, ruft 2c. 30. Herr, wir singen deiner Ehre! Erbarm' dich unser und erhöre; Nimm unser Loblied gnädig an. Herr, wir danken voll 31. Mel. Vom Himmel hoch zc. Empor mpor zu Gott, mein Entzücken; Wo ist ein Gott, der Lobgesang! Er, dem das Lied Der hohe so beglücken, So lieben und so der Engel flang, segnen kann? Der Gott, den wir Freudentag ist da! Lobsinget ihm: erhöh'n, Er, dessen Heil wir seh'n, hallelujah! Ist die Liebe. Schon vor der Zeit, In Ewigkeit War Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, Hauchst du in uns're Brust das Leben, Und schenfest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, Entziehst du uns'rer Brust das Leben, Und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott; Du sendest uns den Tod Nur zum Segen; Bist liebevoll, Nur unser Wohl, Nicht unser Elend schaffest du. 2. Vom Himmel fam in dunt= ler Nacht, Der uns des Lebens Licht gebracht! Nun leuchtet uns sein milder Strahl, Wie Morgenroth im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Vom schlichten Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit fanfter Hand, Ein treuer Hirt in's Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 3. Als wir, von der Sünde Plagen Gequält, in unserm 5. Einst führet er zur HimBlute lagen, Und Nacht der melsbahn Uns, seine Brüder, Hölle uns umfing, Fern von dei- auch hinan, Und wandelt unser ner Wahrheit Pfade; Da war es, Pilgerkleid In Sternenglanz und Gott, als deine Gnade Erbar- Herrlichkeit! mend vor uns überging. Da rief dein Vaterblick In's Leben uns zurück. Von der Sünde, Von ihrer Nacht Sind wir erwacht, Erwacht, um Gottes Licht zu seh'n. Hallelujah! 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel flang, Der hohe Freudentag ist da! Ihr Christen, singt: ( 100) Weihnachtslieder. Mel. Lobet den Herrn c. 32. Ehre sei Gott in der erkoren! boren! Freu', Christenwelt, des Heiles dich, Das Gott für dich Des Höchsten Sohn fommt in der Zeit, Und bringt des Himmels Seligkeit Den uns hat er erforen, Hier schon Sterblichen auf Erden. Herr und uns sein, Heiland, Jesu Christ, Der du Mensch geboren bist, Hilf uns dir ( 113. 79) Höhe! Der Herr ist geboren. Laffet uns singen, ihr Brüder! Seiner Erbarmung zu freu'n. Uns ist der Heiland geboren. nikaucht sens ähnlich werden! 2. Dunkel bedeckte den Erdfreis; in Finsterniß irrten Völfer umher, wie die Heerden verlassen 34. Aus 14 mel. Mir nach, spricht Christus 2c. beff'rer Welten von Hirten: Jesus erschien! Heiligthum Kamst, Heiland, du Nächte verschwanden durch ihn, Hernieder, Und lebtest für des Die auch den Weisen verwirrten. Vaters Ruhm, Und starbst für 3. Kinder des Gottes der deine Brüder; Und feines LeiLiebe, berufen zum Frieden, Hatte denstampfes Müh' War dir zu die Sünde von Gott, von ein- schwer; du trugest sie! ander geschieden: Jesus erschien! 2. Mit fühnem, festem HeldenFrieden gab Gott uns durch ihn, gang Schritt'st du zu deinem Ziele, Frieden des Himmels hienieden. Wo der Erlös'ten Lobgesang, Wo 4. Gnade und Wahrheit entfeimten des Göttlichen Tritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten: Er selbst, Seligkeit für Viele, Wo Himmelsglanz auf Gottes Thron Dir winkt als deines Lebens Lohn. 3. Vollendet hast du deinen ihr Freund, Hatte gleich ihnen Lauf, Den Pilgerlauf im Staube. geweint, Selber gleich ihnen Anbetend blickt zu dir hinauf, O gelitten! Jesu, unser Glaube; Und Muth und Stärke strömt uns zu, Auch deinen Pfad zu geh'n, wie du. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben Hat er, des Vater Geliebter, uns allen gegeben: Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, Uns in den Himmel zu heben. de 4. Hoch ist das Ziel, dem wir uns nah'n, Schwer der Beruf auf Erden; Und mühevoll des Lebens Bahn, Eh' wir vollendet werden. 6. Seliges Anschau'n, wenn Verführung lockt den Wand'rer dort meinen Retter ich sehe, Jhn ab, Und seine Laufbahn schließt mit den Schaaren Vollendeter ein Grab. ewig erhöhe! Danket schon hier! Singet, ihr Brüder, mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe.( 136) Mel. Ein Kindelein so 2c. 33. Ein Kind, dem keines jemals glich, Ist heute uns ge- am Thron. 5. Da beut, Vollender, deinen Stab, Da laß auf dich uns sehen! Das Erdenleben und das Grab Führt zu des Himmels Höhen; zum Lohn Der Ueberwinder dort Die Pflicht zum Heil, der Kampf Weihnachtslieder. 15 6. Was ist des Frommen tur- nicht seine Brüder hassen, Nicht Streit? Was des Dulders sie Thräne? Was ist das Leben? 4. Wenn wir einst ermüden, Uebungszeit, Und Zucht für Got- Führt er uns zum Frieden In des tes Söhne. Was ist der Tod? Grabes Nacht. Nacht. Unsre todten Vollendung nur Der niedern ir- Glieder Gibt die Erde wieder dischen Natur. sedli Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft 7. So herrlich strahlt der Uns aus der Gruft, Er, der selbſt Menschheit Ziel In Jesu Christi den Tod einst schmeckte, Den einst Leben. Wen sollte jetzt nicht Hoch- Staub bedeckte. gefühl Der bessern Welt erheben? 5. Auf dem Richterthrone Wer sollte weichen, stille steh'n, Werden wir im Sohne Unsern Und hoffnungslos auf Gräber Bruder schau'n. Heil und ewig seh'n? Leben Wird er Allen geben, Die 8. Hinan, hinan zur Ewigkeit, ihm feft vertrau'n. Er ward hier Jhr, Jesu Christi Brüder! Bald Versucht, wie wir; Ueberschwengtommt in seiner Herrlichkeit Der lich wird er lohnen, Und die Menschgeword'ne wieder. Wer Schwachheit schonen. sollte weichen, stille steh'n, muthig ihm entgegen gehn? ( 83) Nicht 6. Eilet, eilt, ihr Sünder; Werdet Gottes Kinder, Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen; Seid, wie er, vollkom000 Mel. Jesu, meine Freude 2c. 35. Jesus ist gekommen! men, Bleibet seiner werth! PreiDankt ihm, seine Frommen, set ihn, Daß er erschien, Daß er Dankt ihm, daß er fam; Daß er sich für uns gegeben, Durch ein hier auf Erden, Unser Heil zu göttlich Leben.( 212. 126) werden, Seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, Erschien er hier, Der einst sprach zur Welt: ent= Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. S stehe! Der einst spricht: vergehe! 36. Fröhlich soll mein Herz " 1 2. Laßt uns niederfallen, Dan- lobsingen! Kommt dem Herrn ken, daß er Allen Freund und Nah' und fern Preis und Dank Bruder ist! Gott auf seinem zu bringen. In des Himmels Throne Liebt uns in dem Sohne, hohe Chöre Stimmet ein: Gott Hilft durch Jesum Christ. Welch allein, Unserm Gott sei Ehre!" ein Heil, Am Sohne Theil, Und 2. Jeder, der sich fühlt verlos durch seiner Sendung Gaben ren, Freue sich Inniglich: Christus Theil an Gott zu haben! ist geboren! Er, der König aller 3. Keine Macht der Leiden Wesen, Steigt herab Bis in's Soll von ihm uns scheiden: Er Grab, Sünder zu erlösen. bleibt ewig treu: Dort wird er 3. Wer kann Gottes Rath= vom Bösen Völlig uns erlösen; schluß fassen? Aber dies 3st ge= Hier steht er uns bei. Unser wiß: Gott kann uns nicht hassen! Freund, Mit Gott vereint, Rann Kommt sein Sohn aus freien Weihnachtslieder. 16 Trieben Zu uns her; Wie sollt' er Nicht die Menschen lieben? 11. Du fommst einst zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, 4. Wenn er uns verworfen dich Schau'n in deinem Lichte. hätte; Nähm' er dann Menschheit Mag dein Hasser vor dir beben! Er spricht: ich errette!" Aber ich Werde mich Freu'n und Deß soll sich der Erdkreis freuen! ewig leben! an? ( 56. 127) Zum Gericht Rommt er nicht, Sondern zum Verzeihen. Eigne Melodie. 5. Eilt im Geist nach Bethlems 37. Lobt Gott, ihr Chriften, Hütten; Seht, was dort Euer allzugleich! Er kommt von seinem Hort Schon für Euch erlitten! Er Thron', Und schließt uns auf wird niedrig euretwegen! Welch sein Himmelreich, Der eingeborne ein Freund! Er erscheint Feinden Sohn. hilit sid felbst zum Segen. 2. Er fommt aus seines Va= 6. Wenn euch eure Sünden ters Schoos, Ein Kind, so schwach tränken; Eilt herzu, Suchet Ruh: und klein; Liegt in der Krippe arm Er will sie euch schenken. Schaut und bloß, Und Alles ist doch sein. auf ihn mit Glaubensblicken; 3. Ihn nähret an der treuen Bittert nicht! Denn er spricht: Brust Die Mutter, fromm und „ Ich will euch erquicken!" mild; Ihn, aller Engel Lob und 7. Jhr Erdulder schwerer Lust, Des Vaters Ebenbild. Tage! Euern Schmerz Fühlt sein 4. Entäußert seiner AllgeHerz! Kein Erlös'ter zage! Brin- walt, Gehüllt in Niedrigkeit; So get ihm an seinem Feste Zutrau'n stiftet er in Knechtsgestalt Sein her! Wisset, er Wählt für euch Reich, die Christenheit. das Beste! 3. Er wechselt mit uns wun8. Er verläßt euch nicht, ihr derlich, Nimmt uns're Menschheit Schwachen! Mehr als ihr, Litt an; Und hebet sie, vereint mit er hier, Selig euch zu machen. sich Zur Göttlichkeit hinan. Eure fleine Zeit der Leiden, Eure 6. Wir werden Herr'n, er wird Müh', Was ist sie Gegen ew'ge ein Knecht; Das mag ein Wechsel Freuden? sein! O freu' dich, menschliches 9. Gottmensch, du nahmst Geschlecht; Welch hoher Rang ist meine Bürde Gern auf dich, Daß dein! auch ich Frei und selig würde! Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll Freudenvoll Sie mein Herz empfinden. 10. Dir, mein göttlicher Befreier, Folg' ich nach, Obwohl schwach, Doch um so viel treuer! Mel. Wie soll ich dich zc. Keine Kreatur, fein Leiden, keine 38. Die heiligste der Nächte heut auf stiller Bahn, Noth, Und kein Tod Soll von dir Bricht mich scheiden! Dem menschlichen Geschlechte 7. Zur Wonne führt er einst uns hin, In seines Vaters Reich; Beglückte Christen, preiset ihn! Lobt Gott und freuet euch! ( 78. 35) Weihnachtslieder. 17 Mein Trost in 3um frohen Jubel an. Es kam selig einst zu dir, Mein Licht in aus Himmelsfernen Zur Erde Finsternissen, wunderbar, Der über allen Sternen Im Schoos des Vaters war. 2. Er naht, und die Altäre Der Götzen stürzen ein; Bei allem Volk in Ehre Soll nur Mel. Gelobet feist du, Jesu zc. der Vater sein. Vor seinem Namen 39. Gelobet feist du Gottes beuge Sich aller Welten Kreis; Sohn, Du, der auf der Allmacht Zu seinem Throne steige Der Thron Jetzt herrschet, und einst Menschheit Lob und Preis! war, wie wir! Anbetung, Preis 3. Er kommt, damit die Erde und Dank sei dir, Weltversöhner! Vom Fluch der Sünde frei, Ein 2. Dich fah'n die Väter schon Haus der Freude werde, Ein Sitz von fern, Davids Sohn und des Friedens sei. Er stirbt für Davids Herrn, Ihr Heil und unfre Sünden, Und stellt sich in's ihre Zuversicht, Und aller Völker Gericht, Auf daß wir Gnade fin- Trost und Licht! Hallelujah! den Vor Gottes Angesicht. 3. Die Nacht entflieht, der 4. Er heiligt seine Brüder, Tag bricht an Ueber die, so ihn Und stärkt sie wunderbar. Er nie sah'n; Auf uns, die Finsterbringt die Unschuld wieder, Die niß umgab, Glänzt aus der Höhe längst verloren war. Der Tugend nun herab Gottes Wahrheit. Bahn zu wallen, Macht er sein 4. Durch den die Welt einst Volk geschickt, Daß Gott mit worden ist, Der jetzt herrschet, Wohlgefallen Auf Auf unsre Erde Jesus Christ, Der Schöpfung blickt. Herr kommt in sein Reich, Ernie5. Er hat's vollbracht, und drigt sich und wird uns gleich. wieder Erhebt er sich zu Gott. Hallelujah! Für sich und seine Brüder Be- 5. Jauchzt, Himmel, Erde, zwang er Grab und Tod. Er sitzt freue dich! Gott versöhnt die zu Gottes Rechten, Mit Herrlich- Welt mit sich. Uns, Adams sünfeit gefrönt; Wo ihm von seinen diges Geschlecht, Entsündigt er, Knechten Der Siegespfalm ertönt. macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Auch mich hat er erforen 6. Gelobet feist du, Jesu 3ur Himmelsherrlichkeit, Wenn Christ, Daß du Mensch geboren ihm sich, neugeboren, Ganz meine bist! Dir ist der Erdkreis unterSeele weiht. Entrückt dem than, Dich beten alle Himmel an. Staubgetümmel, Erhebt er mei- Hallelujah! nen Sinn, Und zieht mich nach dem Himmel zu seinem Vater hin. ( 113. 53) Gram und Noth, Mein Mittler im Gewissen, Mein Helfer noch im Tod! ( 130) Bekannte Melodie. 40. Ermuntre rmuntre dich, mein 7. Sei auf des Lebens Pfade schwacher Geist, Die Gnade zu Ein treuer Führer mir, Und erheben! Des Vaters Gnade sei nimm, o Herr der Gnade, Mich gepreis't! Sie bringt uns Heil und 2 18 Weihnachtslieder. Leben. Denk an die Nacht, da auf Triebe. Du stimmtest, unser Heil der Welt Des Vaters Sohn sich zu sein, In deines Vaters Rathdargestellt, Um sein so theures schluß ein; Erschienst und kamst, Leben Für Sünder hinzugeben. mit Freuden Für uns den Tod zu leiden. 2. O große That, erwünschte Nacht, Von Engeln selbst besun- 6. Immanuel, dein freu' ich gen! Du hast den Mittler uns mich. Du bist auch mein Erretter. gebracht, Der uns das Heil er- Auch mir zum Heile sandte dich rungen. In dir erschien der starke Der Herr, der Gott der Götter. Held, Der Alles schuf und Alles Was mir ein ewig Heil verschafft, hält, Der Freund der Menschen- Erleuchtung, Friede, Bessrungstinder, Des Todes Ueberwinder. kraft Und Freuden, die stets 3. Der du, zu uns gesandt vom währen, Willst du auch mir geHerrn, Von deinem Himmel fa- währen. mest, Und unser Fleisch und Blut 7. Was soll ich dir, mein so gern, Jn Demuth an dich nah- treu'ster Freund, Für deine Treue mest, Sohn Gottes, o wie haft du geben? Du bist's, der mich mit dich So tief erniedrigt auch für Gott vereint; Du bringst mir mich! Wie arm bist du erschienen, Heil und Leben. Herr, was ich Um meinem Heil zu dienen! hab' und was ich bin, Das geb' 4. O lehre mich den hohen ich dir zum Dienste hin! Ich will Werth Von deiner Huld recht dich ohn' Aufhören Mit Herz und fassen! Was reizte dich, zu dieser Geist verehren. Erd' Dich so herabzulassen? Hier 8. Noch seh' ich dich im Fleische wartete dein nichts, als Noth, nicht; Doch du wirst wiederkomVerachtung, Kummer, Schmerz men, Und dann seh'n dich von und Tod; Und doch kamst du, Angesicht, Herr, alle deine Fromauf Erden Ein Menschenkind zu men. Dann werd' auch ich, Herr werden. Jesu Christ, Dich schau'n so herr5. Und stärker, Herr, als lich, als du bist: Dann wirst du Schmerz und Tod, War deine mich zum Leben, Das ewig ist, Menschenliebe. Du sahest unsre erheben. Sündennoth Mit mitleidsvollem ( 155) Am zweiten Weihnachts- oder Stephanstage. in Mel. Ermunt're dich mein schwacher 2c. boren bist, Macht reich uns deine 41. Wer zündet an Gnade Auf unserm Pilgerpfade. 2. Du weihetest mit Flammenfinst'rer Nacht Das Licht zum muth Den heil'gen Friedensboten, neuen Tage? Du hast das Le- Daß freudig er vergeß sein Blut, ben angefacht; Verstummt ist jede Als Noth und Tod ihm drohten. Klage. Seit du für uns, Herr Auf dich gerichtet war sein Blick; Jesu Christ, Jn Armuth einst ge- Nicht einen Schritt wich er zu Neujahrslieder. 19 rück. Ihm glänzt von deinem sich neigen. Das Leben, das in Throne Der Märt'rer gold'ne dir uns blüht, Jst Licht, das Krone. uns im Herzen glüht: Die Nacht muß uns verrinnen, Das Leben 3. Da diese Welt ihn von sich stieß, Sah er den Himmel offen, zu gewinnen. Daß duldend er dich fröhlich pries 6. Kein Schmerz drückt mehr, Im Glauben, Lieben, Hoffen. Er wenn uns dein Licht, mit sanfflehte dir, o Jesu, nach, Als ihm tem Strahl berühret; Süß wird sein Herz im Tode brach: Herr, strafe nicht die Sünden; Laß sie Vergebung finden! der Tod durch Zuversicht, Die durch das Grab uns führet. Durch Wolfen bricht der Sonnenglanz; 4. Das ist der Liebe heil'ge Im Kampfe strahlt der SiegerGluth, Die dein Licht ange= franz. Nur durch des Kampfes zündet, Die, stürme auch der Wehen Geht's zu des Sieges Feinde Wuth, Durch Segnen Höhen. überwindet. Sie harrt im festen Glauben aus, Und blickt empor zum Vaterhaus, Wo Friede nach dem Streiten, Und Wonne nach dem Leiden. 7. Ach Hüter, ist die Nacht bald fort, Die noch auf Erden lieget? Durchdringe sie mit deinem Wort, Das alle Welt besieget. Durch deine Wahrheit 5. Wer dich in deiner Huld mach' uns frei, Daß jeder Christ erfuhr, Der muß auch von dir ein 3euge sei, Du seist auch ihm zeugen; Der kann auf deiner geboren, Von dir sei er erforen. Sonnenflur Nicht mehr zur Welt ( 88) Neujahrslieder. Kirche Hort; Vor falscher Lehr und Spötterei Bewahr' uns Herr, Mel. Vom Himmel hoch 2c. 42. Bis hierher half uns und mach' uns frei. Gott, der Herr! Dem Vater in der Höh' sei Ehr', Jhm, der im überlebten Jahr Noch unser Freund und Vater war! 5. Hilf, daß wir von der Sünd' absteh'n, Als Christen heilig einhergeh'n. Vergib die alte Sündenschuld; Erzeig' uns neue Vaterhuld. 2. Und Ehre sei auf deinem Thron Dir, treuer Heiland, 6. Laß uns, wie im VorüberGottes Sohn! Dir, Schußherr gehn, Die Welt und ihre Schätze deiner Christenheit, Dir, Geber sehn! Denn jeder Wechsel unsrer aller Seligkeit! Zeit Ist neuer Schritt zur Ewig3. Hör deiner Christen Lob- feit. gefang; Hör aller deiner Kinder 7. Wenn dies Jahr unser lezDant! Hör unser findliches Gebet, tes ist; Wenn unser Lebenslauf Das dich um neue Gnade fleht. sich schließt: Erbarmer, so ver4. Nimm nicht von uns dein laß uns nicht In Todesnoth und heilig Wort! Sei ferner deiner im Gericht! 2* 20 Neujahrslieder. 8. Bei dir ist unser Vater- Trage mich auf deinen Händen; land; Da führ' uns hin an deiner Sei mein Beistand in Gefahr. Hand. Gott, Heiland, wir ver- Sei mein Trost in aller Noth, traun uns dir, Dir leben und dir Und verlaß mich nicht im Tod. sterben wir! Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlaffen. ( 155) Mel. Alle Menschen müſsen sterben 2c. Laß es neue Kräfte 44. Vater, mach mich fromm Mel. Freu dich sehr, o meine Seele 2c. 43. Hilf, Herr Jeju, laß gelingen! Hilf! das neue Jahr geht an. bringen, Daß als Christ ich wan- und weise, 3u berechnen meine deln kann. Laß mich dir empfoh- Zeit! Eh' wir's merken, sind len sein! Dir vertrau ich, ich bin wir Greise, Eilen schnell zur dein. Neues Heil und neues Le- Ewigkeit. Ach mit Ernst im ben Wollst aus deiner Fülle geben! Angesichte Ruft der Tod uns zum 2. Laß dies sein ein Jahr der Gerichte; Und Verwerfung oder Gnaden! Wende ab nach deiner Heil Ist dann ewig unser Theil. Huld, Was der Seele möchte 2. Seele, wiß' es nicht verschaden, Und vergib mir meine gebens: Klein ist meiner Tage Schuld! Herr, du siehest meine Zahl. That'st du jeden Schritt Reu, Siehst den frommen Vor- des Lebens Mit Bedachtsamkeit sag neu. Gnädig wirst du mir und Wahl? Säume nicht, dich vergeben; Sagen wirst du: ich selbst zu richten! Frage nach des foll leben. Glaubens Früchten; Frage: bin ich auch bereit, Wenn Gott ruft, 3. Im Vertraun auf deine Liebe Geh' ich denn getrost da- zur Ewigkeit? hin. Was ist, das mich noch betrübe, Wenn ich Gottes Kind Ziele nun bin? Lebend, sterbend bin Bahn. 3. Nah' bin ich vielleicht dem Meiner furz gemeßnen Willst auch du dich, wie ich dein; Du, o Herr, wirst mit so Viele, Diesem Ziel mit Leicht= mir sein, Und in allen meinen Nöthen Wirst du helfen und erretten. finn nahn? Sieh', es ist von meinen Jahren Wieder eins dahin gefahren. Sind noch viele Jahre 4. Du, mein Helfer, wirst mein? Oder wird's das letzte sein? mich stärken, Daß dies Jahr dir 4. Wie ein Schiff, von starten heilig sei. Mach mich reich an Winden Fortgerissen, ist's entguten Werken; Mach in deinem flohn; Mit ihm stehen meine Dienst mich treu. Laß mein Herz Sünden Alle vor des Richters voll Liebe sein, Auch dem Feinde Thron; Auch was ich gethan, zu verzeihn: Laß mich täglich hier den Willen Meines Gottes zu auf Erden Reifer für den Him- erfüllen, Selbst was ich gewollt, mel werden! gedacht, Alles ist vor Gott ge5. Jesu, laß mich fröhlich bracht! enden Dieses angefangne Jahr. 5. Wäg' ich selbst von jedem Neujahrslieder. 21 Herz sei ganz sein Eigenthum! Tage Meine Schuld und Tugend| Lippen ström' sein Ruhm: Mein ab; O wie steiget hier die Wage! Owie sinkt sie dort hinab! Kann ich vor des Richters Throne Freudig stehen? Ist die Krone, Die den Frommen Gott verhieß, Mir so, wie ich bin, gewiß? 5. Dir, Vater, dir allein zu leben, Des Bösen Schein und That zu scheu'n; Nach deinem Beifall stets zu streben, Gleich dir, zu helfen, zu erfreu'n: Dies sei mit jedem Morgenlicht Mein Schwur vor deinem Angesicht! 6. beginn ein neues Leben; Fang noch diesen Tag es an; Ernstlicher sei dein Bestreben; 6. Erhalt mich Christo treu; Richtiger sei deine Bahn! Laß hilf siegen! Gib Liebe, Kraft und nicht auch dies Jahr mit Sün- Muth und Licht. Nein, keinem den Schwerbelastet dir ver- Feind werd' ich erliegen; Du bist schwinden! Seele nüße deine mir Fels und Zuversicht! Bis zu Zeit Weislich für die Ewigkeit! des Jahres letztem Tag Folgt mir dein Auge segnend nach. ( 126) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 7. Und sollte dieses Jahres Feier Die letzte meines Lebens 45. Dir, Bater, soll die sein; Ich. zage nicht: mich wird erste Feier Des jungen Jahres ein neuer, Ein ew'ger Morgen heilig sein! Sie präge unver- dort erfreu'n. Flieh nur, du geßlich theuer Sich meiner offnen furze Prüfungszeit! Mir winkt Seele ein. Nimm, ob ich gleich des Himmels Seligkeit! nur stammeln kann, Den Dank Mel. Wie wohl ist mir 2c. des vollen Herzens an. 2. Du haft in den verfloff'nen 46. Herr, den die Sonnen Tagen Mit nie ermüdender Ge- und die Erden Durch ihren Bau duld Mich Sünder liebevoll ge- voll Pracht erhöh'n, Durch dessen tragen, Du Gott voll Stärke, Machtwort Welten werden, Und Gnad' und Huld! Es floß mir Welten wieder untergeh'n; Herr, Freude, Trost und Ruh Aus den durch laute Lobgesänge Der deiner Fülle täglich zu. Creaturen ganze Menge Und 3. Du warst mir Vater, Freund aller Zeiten Lauf erhob; Der und Führer, hrer, Auch, wenn mein Engel Chöre nachzuahmen, Lallt Weg oft dunkel war; Versorger, unsre Freude deinen Namen, Und Helfer und Regierer, Ein naher unsern Mund erfüllt dein Lob! Retter in Gefahr; Weit, weit 2. Gott, wie dein Arm die mehr, als ich fassen kann, Hat Welt bewahre, Verkündiget der deine Huld an mir gethan! Tag der Nacht; Ein Jahr er4. Lobsing', lobsing', o meine zählt dem nächsten Jahre Die Seele, Durchglüht von reiner Wunderthaten deiner Macht. Dankbarkeit! Lobsing' dem Höch- Dein Thron, o Gott, bleibt ewig sten, und erzähle Die Wunder stehen; Du bleibst derselbe, wir seiner Herrlichkeit! Von meinen vergehen: Wie schnell verströmet 22 Neujahrslieder. unsre Zeit! Schon wieder ist von| Worts erfreu'! Hilf ihnen, Herr, unserm Leben Ein Jahr, das deine daß ihre Lehren Nie leer an FrüchHuld gegeben, Jm Abgrund der ten wiederkehren, Wir ganz der Vergangenheit. 3. Kommt, dies sei uns ein Tag des Bundes! Dem from Gottesfurcht uns weih'n! Laß deinen Segen auf uns fließen! Denn, Herr, sie pflanzen und men Bunde bleibet treu, Und begießen: Von dir fommt aber den Gelübden unsers Mundes das Gedeih'n! Stimm' unverstellt das Herz auch 7. Den Obrigkeiten dieses Lanbei. Land, gelobe, Gott zu des Gib Liebe zur Gerechtigkeit, dienen; So wirst du wie ein Daß uns die Wohlfahrt jedes Garten grünen, Den er sich selbst Standes Und unsers Fleißes gepflanzet hat! Volk, wandle treu Frucht erfreut. Bild' auch das auf Gottes Wegen; Dann macht Herz der zarten Jugend; Gib, dich auch mit reichem Segen Die daß die Weisheit und die TuGüte deines Gottes satt! gend In allen unsern Schulen 4. Gott, schau herab aus deinen blüht. Des Landes Hoffnung laß Höhen! Beig' unserm Land, daß gerathen Da, wo man Bürger du es liebst. Erhör', was wir durch für die Staaten, Und deinen HimChristum flehen; Gib, wie du dei- mel Christen zieht! nen Kindern gibst! Gott, sättige mit langem Leben, Den du zum Vater uns gegeben; Befest'ge unsers Fürsten Thron, Und schau ihn an mit Vaterblicken; Lehr' du ihn selbst das Land beglücken, Und sei sein Gott, sein Schild und Lohn! 8. Ach, Keinen laß sein Heil verscherzen, Und mache du die Thoren flug; Gib süßen Trost bedrängten Herzen, Und unsern Armen Brod's genug! Dies unser Fleh'n sei Ja und Amen In Jesu; denn in Jesu Namen Gibst du, was unser Herz begehrt. Gott, 5. Tritt den Gewaltigen zur unser Vater, dir zum Preise Sei Seite, Die um den Thron des mit uns; auch dies Jahr beweise, Fürsten steh'n, Daß ihren An- Du seist es, der Gebet erhört! schlag Glück begleite, Daß sie des ( 170) Voltes Wohl erhöh'n. Auf Alles, was den Staat fann bauen, Laß Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. sie mit off'nen Augen schauen, 47. Nun laßt vor Sott Sie, die des Fürsten Auge sind. uns treten, Ihn findlich anzubeDer Unschuld Fleh'n, des Land's ten; Denn er hat unserm Leben Begehren Laß sie mit off'nen Bis hierher Kraft gegeben Ohren hören, Sie, die das Ohr des Fürsten sind. 6. Erhalte deiner Kirche Wächter, Herr, deiner lautern Wahrheit treu, Daß noch die spätesten Geschlechter Die Predigt deines 2. Wir Erdenpilger wandern Von einem Jahr zum andern; Die schnelle Flucht der Stunden Wird kaum von uns empfunden. 3. 3war diese Lebenstage Sind nie ganz frei von Plage; Wir Neujahrslieder. 23 gehn' auf rauhen Wegen Der allem Volt auf Erden Dies Jahr Ewigkeit entgegen. zum Segen werden! ( 56) 4. Doch Gott liebt uns nicht minder, Als Väter ihre Kinder; 48. Wieder ist ein Jahr Wenn Trübfalswetter Wird uns sein Arm beschützen. vergangen; Wieder eins ist an5. Ach Hüter unsers Lebens! gefangen; Ach, wie eilet meine Fürwahr, es ist vergebens Mit Zeit, Jch mit ihr, zur Ewigkeit! unserm Thun und Wachen: Nur 2. Herr, in dieser frühen du weißt's wohlzumachen. Stunde Preis' ich dich mit Herz 6. Gelobt sei deine Treue, Die und Munde. O wie gnädig bist alle Morgen neue! Lob sei den du doch! O wie gut! Ich lebe starken Händen, Die alles Herz- noch. leid wenden! Mel. Sollt' es gleich 2c. 3. Der das Dasein uns ge7. Hör ferner unser Flehen, geben, Jhm gehöret unser Leben; Und eil', uns beizustehen! Gib Sein ist uns're Kraft und Zeit: Weisheit in der Freude, Und Ihm sei Herz und Thun geweiht! festen Muth im Leide. 4. Seele, laß an jedem Mor8. Gib mir und allen denen, gen Das die erste deiner Sorgen, Die sich nach Troste sehnen, Gib Dein Gebet und Flehen sein, uns in Noth und Schmerzen Ver- Ganz dich deinem Gott zu weih'n! trauensvolle Herzen! 5. Stärk', o Vater, mein Be9. Herr, wehre du den Krie: streben, Dieses Jahr nur dir zu gen; Laß Menschenliebe siegen; leben; Wirke du, was ich nicht Laß sich, wo Thränen fließen, kann: Führe mich auf eb'ner Des Trostes Quell ergießen! Bahn! 10. Gib deinen milden Segen 6. Wank ich oder sink' ich 3u allen unsern Wegen; Laß nieder; O so halt' mich; richte Großen, Herr, und Kleinen Die wieder Mich, den Schwachen, Gnadensonne scheinen! liebreich auf, Und regiere meinen 11. Sei der Verlass'nen Vater, Lauf! Der Irrenden Berather; Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe! 7. Laß mich täglich weiter fom= men; Mehre auch die Zahl der Frommen; Laß die Menschen besser sein, Und dann deiner Gnad' sich freu'n! 12. Hilf gnädig allen Kranfen; Gib fröhliche Gedanken Den fummervollen Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen! 8. Segne alle deine Kinder; Mach des Elends täglich min= 13. Gib jeglichem Erlösten Zu der: Deck mit deiner treuen Hand seiner Seele Besten Den Geist, Unser liebes Vaterland! der uns regiere, Und zu dem Himmel führe. 9. Laß die Fürsten, die regieren, Ihre Scepter weislich füh14. Dies Alles wollst du geben, ren; Jhr Thun sei Gerechtigkeit, Du, unsers Lebens Leben! Laß Friede, was ihr Mund gebeut! 24 Neujahrslieder. 10. Laß die Hirten und die den kein Wechsel treffen kann. Wir Heerden Ein Herz, Eine Seele waren, sind gewesen; Wir blühen werden; Jene weise Führer sein, und vergeh'n durch dich: Nur du Alle ihrem Gott sich weih'n. bist unveränderlich; Du warst 11. Höre das Gebet der Dei- und bist und bleibest. nen, Und laß Jedem Hilf' er- 3. Herr, ewig währet deine scheinen; Rathe dem, der keinen Treu', Mit Huld uns zu begegRath, Keinen Freund und Vater hat. nen; An jedem Morgen wird sie neu, Mit Gnade uns zu segnen. Nie lebt' ich einen Augenblick, Da nicht von ihr stets neues 12. Mich laß deine Lieb' empfinden; Dann wird nichts mich überwinden. Hab' ich dich, o Glück Mir zugeflossen wäre. höchstes Gut, So bin ich voll frohem Muth! 4. Du hast auch im vergang'= nen Jahr Mich väterlich gelei13. Dieses Lebens Pilgerreise tet, Und wenn mein Herz voll Seg' ich freudig, dir zum Preise, Sorgen war, Mir Hilf und Von der Welt zum Himmel fort, Trost bereitet. Von ganzer Seele Voll Vertrauen auf dein Wort. preis ich dich; Auf's Neue über14. Mich kann dann kein Un- geb' ich mich, Gott, deiner weisen glück schrecken; Du, o Gott, wirst Führung. mich bedecken; Käm' auch Unglück und Gefahr, Wär' dies auch mein Todesjahr! 5. Vergib mir die gehäufte Schuld Von den verfloss'nen Tagen, Und laß mich deine 15. Guter Vater, deiner Treue Vaterhuld Noch ferner liebreich Uebergeb' ich mich auf's Neue; tragen. Laß mich in deiner Gnade Du bist meine Zuversicht: Segne ruh'n, Und lehre lebenslang mich mich, ich laß dich nicht! thun Nach deinem Wohlgefallen. 16. Sonnen gehen auf und 6. Gib neue Lust und neue nieder, Jahre geh'n und kommen Kraft, Gerecht vor dir zu wanwieder; Der du uns're Zuflucht deln. Herr, laß mich stets gebist, Du bleibst ewig, der du bist. wissenhaft Vor dir und Andern ( 105) handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, Dich, o du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben. Mel. Sei Lob und Ehr 2c. 49. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit, Auch Herr der 7. Die Welt vergeht; dies Ewigkeiten; Drum will ich jetzt reize mich, Die Lust der Welt aus Dankbarkeit Dein hohes Lob zu fliehen. Um beff're Güter müsse ausbreiten. Ein Jahr ist wie sich Mein Geist schon hier bederum dahin: Wem dank' ich's, mühen. Den Engeln bin ich ja Gott, daß ich noch bin? Nur verwandt; Jm Himmel ist mein deiner Macht und Gnade. Vaterland: Dahin, Herr, laß mich trachten! 8. Olehre selbst mich meine 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, Unwandelbares Wesen, Dich, Neujahrslieder. 25 Zeit Recht weislich auszukaufen.| Hallelujah! Wir sind nur Staub, Laß mich die Bahn zur Ewig- Ein fallend Laub; Doch ewig feit mit heil'ger Vorsicht laufen. währet Gottes Huld. Des Lebens Last erleicht're mir, 2. Von dem Herrn kommt Heil Bis meine Ruhe einst bei dir und Segen. Der Friede ruht auf Kein Wechsel weiter störet.( 34) seinen Wegen, Und Weisheit leiMel. Lobet den Herrn 2c. tet seinen Gang. Ihr entfloh'nen Lebenstage, Der Freude und der 50. Lob von uns Allen dem Thränen Lage, Seid seiner Liebe ewigen König der Zeiten! Jauchzet Lobgesang! Für uns're Freuden dem Vater des Lebens, dem dir, Für unsre Thränen dir Preis Geber der Freuden! Freut euch und Ehre! Gott, groß von Rath, des Herrn! Nimmer ist Gott von Und stark von That, Du, Herr, uns fern, Bater im Glück, wie haft Alles wohlgemacht! im Leiden. 3. Tönet laut, ihr Jubellieder, 2. Jahre beginnen und schwin- Und rühmet, jauchzet, Schwestern, den; der Himmel veraltet. Erde Brüder: Was Gott that, war und Menschen vergehen; doch stets wohlgethan. Trank und gnadenvoll waltet Ewig der Herr! Speise, Kraft und Leben, Licht, Allmacht und Weisheit ist er; Nie seine Liebe erfaltet. Friede, Trost hat Gott gegeben, Geleitet uns auf eb'ner Bahn. 3. Laßt uns die Herzen ver- Und seine Baterhand Gießt noch trauend zum Vater erheben! Laßt in's ganze Land Segensströme. uns ihm ferner mit kindlichem Er ist nicht fern; Durch Gott, Sinn uns ergeben! Weiter mit den Herrn, Sind wir noch heute, Gott! Fröhlich durch Leben und was wir sind. Tod Näher zum ewigen Leben! 4. Aber werft auch, Schwe= 4. Lob von uns Allen dem stern, Brüder, Voll Demuth euch mächtigen König der Ehre! Lobt im Staube nieder, Und prüft vor ihn, ihr Pilger der Erde, ihr Gott, was ihr gethan! Selbst himmlischen Chöre! Ehre schon des Herzens stilles Dichten Und hier, Ehre in Ewigkeit dir! Gott Denken last vor ihm uns richin der Höhe, die Ehre!( 83) ten, Und überschauen unsre Bahn. Ach groß ist unsre Schuld! Doch größer deine Huld, Allerbarmer! Mel. Wachet auf, ruft 2c. 51. Ehre dir, du Herr der Verwirf uns nicht, Verwirf uns Zeiten! Von Ewigkeit zu Ewig- nicht, Herr, Herr, von deinem keiten Bleibst unsre Zuflucht, Angesicht! Herr, Herr, du! Jahre geh'n 5. Unbemerkt sind sie ver= und Jahre kommen; Du aber schwunden, Des langen Jahres bleibest deinen Frommen Fels, Tag' und Stunden! Auch dieses Schirm und Schild, und Hilf' Jahr eilt schnell davon. Rechenund Ruh. Bis hierher half der schaft vor dir zu geben Von jedem Herr! Auch ferner hilft der Herr! Tag im Erdenleben, Rufst du 26 Neujahrslieder. uns bald vor deinen Thron. Du 3. Laß die Zeit mich Weisschenkst die kurze Zeit, Das Heil heit lehren; Ach! der Tropfen der Ewigkeit zu gewinnen. O meiner Zeit, Ohne je zurückzuHerr der Zeit, Die Ewigkeit Er- kehren, Strömt in's Meer der wartet uns; mach' uns bereit! Ewigkeit! Gib', daß nicht ver6. Was der neue Lauf der Iorne Tage Einstens ich zu spät Zeiten Uns bringen wird, Leid beklage! oder Freuden; Dir ist's, Allwis- 4. Alle andern Erdengüter, Die sender, bekannt! Unserm Auge du mir bis jetzt gelieh'n, Weih' blieb's verborgen; Doch wir er- ich nur dem Heil der Brüder: warten's ohne Sorgen: Es steht Doch willst du sie mir entzieh'n; in deiner Vaterhand. Bei reinem So wirst du durch HimmelsfrieGeist und Sinn Ist Alles uns den Meinem Herzen sie vergüten. Gewinn, Was du sendest. Des 5. Sei in diesem neuen Jahre, Schicksals Bahn Führt himmelan Sei in Freuden, wie im Schmerz, Den Erben der Unsterblichkeit. Sei bis zu der Todtenbahre, Va= 7. Glaub' und Lieb' und Hoff- ter, dir geweiht mein Herz! Alle, nung bleiben. Mag auch, was die auf dich vertrauen, Laß sie irdisch ist, zerstäuben; Der Him- deine Hilfe schauen!( 29. 66) mel bleibt uns ewig steh'n. Mag uns Grabesschatten decken, Eh' Mel. Gott der Vater, wohn 2c. dieses Jahr vergeht; ſein Schrek 53. Tausend Jahre sind vor ten Verscheucht ein Strahl aus jenen Höh'n. Heil uns! Halle- dir, Wie Einer unsrer Tage. lujah! Wir sind dem Ziele nah! Und zum Tode reif sind wir Am Hilf's erreichen! Dir leben wir! ersten unsrer Tage. Du nur blei Wir sterben dir, Und ewig, ewig best, wie du bist; Du hießest uns sind wir dein! entstehen, und deine Werke sehen; Du rufst, und wir vergehen. Aller Zeiten Dauer ist Ein Punct in deinem Leben, Und Ewigkeiten 52. Gott, mit seinen Son- geben Kein Maaß von deinem ( 83) Mel. Jesus, Jesus ist erstanden 2c. Ewig warest Du allein, Und du allein wirst ewig sein. nentagen Schwand ein Lebens- Leben. jahr dahin; Aber auch mit Sturm und Plagen! Wunder ist's, daß ich noch bin. Doch auch selbst der Sturm ward Segen, Trieb mich, Vater, dir entgegen! 2. Wie du unveränderlich Ift deine Güt' und Stärke; Du erbarmst dich väterlich Der Menschen, deiner Werke: Du bist 2. Uebung ist das Erdenleben, unsre Zuversicht. Du sättigst uns Bildung für die bespre Welt; mit Segen Auf allen unsern WeMeinem eifrigsten Bestreben Ist gen, Daß wir Dich lieben mögen. ein Ziel dort aufgestellt. Ringen Herr wir seh'n dein Angesicht soll ich hier auf Erden, Weiser, Auch sterbend noch voll Gnade; beffer stets zu werden. Selbst auf des Todes Pfade Folgt Univ.- Bibl. Giessen Neujahrslieder. 27 uns noch deine Gnade. Sicher Mel. Jefus meine Zuversicht x. ruh'n wir uns're Zeit; Dann 54. Herr der Zeit und Ewigweckst du uns zur Ewigkeit. Weislich jedes Jahr verwende, Das mir noch dein weiser Rath Auf der Welt beschieden hat! 3. Auch das Jahr, o Ewiger, teit! Gib, daß ich bis an mein Ende Das wir vollendet haben, Wie So, wie mir dein Wort gebeut, erfüllt fam es daher Mit Deiner Güte Gaben! Wie gesegnet war sein Lauf! Wir sah'n, wie deine Treue Uns wohlzuthun sich freue, Sich jeden Tag erneue. Unser Dank stieg zu dir auf! Wir durften in den Nöthen des Lebens vor dich treten, Und findlich zu dir beten; Und du hast mit treuer Hand, Was uns nicht gut war, abgewandt. 2. Wie ein Traum entfliehen uns Jahre, Zeiten, Tag' und Stunden; Doch die Folgen unsers Thuns Sind mit ihnen nicht verschwunden: Der Vergeltung Ewigkeit Folgt auf diese Prüfungszeit. 3. Wieder ist ein Jahr dahin; 4. Freudig, Herr, beginnen Nimmer wird es wiederkehren. wir Das neue Jahr des Lebens! Aber war es mir Gewinn? VaNiemals noch vertrauten dir Wir ter, lebt' ich dir zu Ehren? Hab' Sterbliche vergebens. Auch ver- als Christ ich wohlbestellt Meine gebens diesmal nicht; Wir wer- Saat für jene Welt? den es erfahren; Du Herr, wirst 4. Wie viel Jahre sind mir uns bewahren Vor Unglück und schon, Ach wie viele LebensstunGefahren. Gott, du wirst dein den Sind mir ungenügt entAngesicht Mild über uns erhe- floh'n, Schuldbelastet mir entben; Was nöthig ist zum Leben, schwunden! Tief beschämt Wirst du uns, Vater, geben: schein' ich hier, Richter aller Dankbar laß es uns empfah'n Welt, vor dir! Und unserm Ziel getrost uns nah'n. er5. Doch erbarmend schenfst du mir Jetzt noch Gnadenfrift zur 5. Die schon an dem Ziele Buße; Herr, ich komm' und steh'n Der Pilgrimschaft auf Er- falle dir Weinend mit dem Fleh'n den, Lehre freudig zu dir geh'n, zu Fuße: Sei mir gnädig! Sieh, Wenn sie gerufen werden. Führe mich reut Die von mir verlorne felbst sie durch den Tod! Ver- Beit! söhnt in deinem Sohne, Gib 6. Wiederbringen kann ich ihnen dort am Throne Des bes nicht. Was nun einmal ist verfern Lebens Krone. Ewig gna- schwunden; Doch bin ich voll denreicher Gott! Du wollst uns Zuversicht, Nüt' ich nur getreu Alle leiten Durch diese Nacht die Stunden, Die du mir noch der Zeiten In's Licht der Ewig- ferner schenkst, Daß du gnädig feiten. Herr der Ewigkeiten, dir, mein gedenkst. Dir leben und dir sterben wir! ( 126) 7. Lehre mich die kurze Frist, Die du mir noch zugemessen, So 28 Passionslieder. wie es dein Wille ist, Brauchen, Saat, Wer hier reichlich Gutes und es nie vergessen, Hier sei that. nur die Uebungszeit Für das 9. Laß mich deinen guten Geist Heil der Ewigkeit. Auch in diesem Jahre führen! 8. Säen laß mich hier mit Laß ihn, wie dein Wort verFleiß Für die Nernte jenes Le- heißt, Sinn und Wandel stets bens. O wie glücklich, daß ich regieren. Und vollend' ich meinen weiß, Meine Saat ist nicht ver- Lauf, Nimm mich dann in Friegebens! Ewig freut sich seiner den auf! *( 83) Passions- Lieder. Mel. O Mensch bewein' dein Sünde 2c. duldig, Wiewohl du warest berachtet! All' Sünd' hast du getra55. Von eitler Erdenluft zu- gen; Sonst müßten wir verzagen: rück Auf Jesum wende sich der Erbarm' dich unser, o Jesu!( 28) Blick, Auf des Erlösers Leiden! Zur Feier dieser heil'gen Zeit, Eigne Melodie. feit Soll sich der Christ berei- 57. Ach sich ihn dulden, bluten. Zu ihm, der, groß in Kampf ten, sterben; O meine Seele, und Nacht, Des Vaters Willen sing ihm Preis und Dank! Sieh treu vollbracht, Sein göttlich Gottes ein'gen Sohn und Erben, Werk vollendet; 3u ihm, der Wie er für dich in Todesnoth mit dem Tode ringt, Daß Le- versank! Wo ist ein Freund, der ben zu der Menschheit dringt, je, was er, gethan, Der so, wie er, Sei still der Geist gewendet! für Sünder sterben kann? 2. Wo Gottes Sohn mit ew'ger 2. Wie dunkel waren jene Huld Still duldet für der Mensch- Stunden, O Herr, und welche heit Schuld, Da lernet duldend Lasten drückten dich! Wie quoll lieben! Von ihm, der sich dem das Blut aus deinen Wunden! Tode weiht, Wo Gottes Wille Und ach, es floß zum Heil und es gebeut, Lernt duldend Treue Trost für mich, Und ruft noch üben! Den Vater, der uns also heute mir und Allen zu, Daß liebt, Daß er den Sohn zum du uns liebst, du, treuer HeiHeiland gibt, Laßt uns mit Dank land, du! erheben! Dem Sohn, der uns zum 3. So sollt' es sein! Du mußSegen starb, Und sterbend ew'ges test leiden. Dein Tod macht uns Heil erwarb, Jhm weihe Dank des Vaters Liebe tund. das Leben! Er wird ( 140) für uns ein Quell der Freuden, Ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott 56. Lamm Gottes, un- für uns zum Opfer gibt, So O schuldig Am Stamm des Kreuzes wahr ist es, daß er uns herzgeschlachtet; Allzeit erfunden ge- lich liebt. Gigne Melodie. 29 4. Ja, uns zum Trost und dir zur Ehre Gereicht dein ganzer mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. Kampf, dein Kreuzestod. Bestä 58. Laß mir die Feier deiner tigt ist nun deine Lehre; Wir Leiden, großer Dulder, heilig bauen fest darauf in jeder Noth. sein, Um jede Sünde gern zu Unschuldig littest du; doch Preis meiden Und dir mein Leben ganz und Ruhm 3st auch im Kampf zu weih'n; Dir, dessen Blut für der Unschuld Eigenthum. mich geflossen, Deß Herz im Tod noch für mich schlug, Der ruhig, heiter und entschlossen Auch meiner Sünden Strafen trug! Passionslieder. 5. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, Des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören Und 2. Ach, oft will ich in stillen freudig thun, was mir dein Stunden Hinauf nach deinem Wort gebeut. dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? Die Dankbarkeit Kreuze seh'n, Und dich für deine Pein und Wunden Mit meinem Thränendank erhöh'n; Gerührt die große Lieb' ermessen, Die 6. Nie will ich mich am Feinde noch kein Sterblicher gefaßt, Und rächen, Will für ihn beten, ihm nie es undankbar vergessen, Was verzeih'n gleich dir; Nie Gottes du für mich gelitten haſt. Schichung widersprechen, Wär' 3. Mir sollen diese Feierzeigleich sein Pfad jetzt noch so ten Der größten Liebe heilig sein. dunkel mir, Auf Dornen gingst Ich will dich an dein Kreuz bedu selbst zum Ziele hin; Ich gleiten, Und Alles, was du hasfolge dir, weil ich dein Jün- sest, scheu'n. Dein Leiden sei auch ger bin. mir zum Segen, Dein Tod mein 7. Was fürcht' ich noch des seligster Gewinn; Mein Herz Schrecken? Auch du schlägt dir voll Dank entgegen, schliefst in dem Grab, du Men- Weil ich durch dich gerettet bin. schenfreund! Mag meinen Staub 4. Bleibt mir in diesen Tagen die Erde decken, Wenn mir der theuer, Gethsemane und Gol einst des Todes Nacht erscheint! gatha, Jhr Stätten, wo die Welt Der Gott, der dir das Leben die Feier Der allergrößten Liebe wieder gab, Wälzt auch dereinst sah; Nach euch Nach euch will ich voll den Stein von meinem Grab. Todes Andacht schauen, Wo mein Er8. Mein Retter, nimm für löser litt und starb, Und Und ganz deine Plagen Den Dank, den auf ihn, auf ihn vertrauen, Der dir die treuste Liebe bringt: Ein mir die Seligkeit erwarb.( 119) Tag soll es dem andern sagen, Bis dich mein Geist im EngelMel. Herzliebster Jesu 2c. chor Dann ich besser dich für deine Bein, Und 59. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken; Mich in das Meer der Liebe zu versenten, alle Himmel stimmen jauchzend ein! ( 79) 30 Passionslieder. Die dich bewog, von aller Schuld du, mein Heiland auch für mich des Bösen Uns zu erlösen! dein Leben Dahingegeben! 2. Vereint mit Gott, ein 10. Du liebtest mich; ich will Mensch, gleich uns, auf Erden, dich wieder lieben, und stets mit Und bis zum Tod am Kreuz ge- Freuden deinen Willen üben. O horsam werden; An unf'rer Statt gib zu diesem seligen Geschäfte, gemartert und zerschlagen, Die Herr, gib mir Kräfte!( 55) Sünde tragen: Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm 60. Du, der Menschen Heil nach, so zagen meine Kräfte; und Leben, Deß sich meine Seele Mein Herz erbebt, ich sehe und freut, Der für mich sich hingeempfinde Den Fluch der Sünde. geben, Mittler meiner Selig4. Gott ist gerecht, ein Rächer keit! Du, der lieber wollte steralles Bösen; Gott ist die Lieb', ben, Als mich lassen im Verder= und läßt die Welt erlösen! Dies ben, Ach, wie dank', wie dank' ich fann mein Herz mit Schrecken dir, Mein Erlöser, g'nug dafür! und Entzücken Am Kreuz erblicken. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, Seines Raths Verkün5. Es schlägt den Stolz und diger! Längst hast du dein Werk mein Verdienst darnieder; Es vollendet; Preis sei dir, Erhöstürzt mich tief, und es erhebt heter! Doch in den Gedächtnißmich wieder; Lehrt mich mein tagen Deiner großen Leiden sagen Glück, macht mich aus Gottes Deine theu'r Erlösten dir Billig Feinde Zu Gottes Freunde. neuen Dank dafür. 6. O Herr, mein Heil, an 3. Du betratst, für uns zu dessen Blut ich glaube, Ich liege flerben, Willig deine Leidenshier vor dir gebückt im Staube, bahn, Stiegst, uns Leben zu erVerliere mich mit dankendem Ge- werben, Gern den Todesberg müthe In deine Güte! hinan; Trugst, vergessend eigner 7. Sie übersteigt die mensch- Schmerzen, Deine Menschen nur lichen Gedanken; Allein, sollt' ich im Herzen. Diese Liebe preisen darum im Glauben wanken? Ich wir; Unvergeßlich sei sie mir! bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 4. Meinetwegen trugst du Bande, Littest du der Läst'rer 8. Die höchste Gottesthat ist Spott; Achtetest du nicht der Gnad' erweisen; Uns fommt es Schande, Mein Versöhner und zu, sie demuthsvoll zu preisen, mein Gott! Mich hast du der 3u seh'n, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. Schmach entrissen, Die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir nun auf ewig, Herr, dafür! 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen Für das Erbarmen, das du mir erwiesen, Da 5. Frevler frönten dich zum Hohne; Deine Stirne blutete Passionslieder. 31 Unter einer Dornenkrone, König trugest du, Starbst, uns zu eraller Könige! Mir zu Gut hast retten, Daß wir im Gewissen du's erlitten, Mir die Ehren- Ruh', Gottes Frieden hätten. fron' erstritten; Preis, Anbe= 4. Was uns Luft zur Bess'tung, Dank sei Dir, Herr, mein rung schafft, Was zur Tugend Heiland, stets dafür! leitet, Dazu hast du neue Kraft 6. Du, der tausendfache Durch dein Kreuz bereitet. Start Schmerzen, Mir zu Liebe gern im Glauben kann ich nun Nach ertrug, Deinem großmuthsvollen der Heil'gung ringen, Gottes Herzen War mein Heil Beloh- Willen freudig thun, Sünd' und nung g'nug. Trost in meinen lezz- Welt bezwingen. ten Stunden Floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir Einst im Tode noch dafür! 5. Froh kann ich dem Todes= thal Nun entgegen sehen, Und zu jener Welt einmal Ohne Schref= fen gehen; Denn du haft aus aller Noth Rettung mir errungen, Und durch deinen Kreuzestod Meinen Tod bezwungen. 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe, Unaussprechlicher Gewinn, Den ich dir zu danken habe, Du, deß ich nun ewig bin! Jesu, 6. Herr, was bin ich, daß du dir mein Herz zu geben, Deiner mein So dich angenommen! Laß Tugend nachzustreben, Dir zu die Frucht von deiner Pein Mir trau'n, zu sterben dir; Dies, dies zu Statten kommen! Gib mir sei mein Dank dafür! Weisheit, gib mir Kraft,- Du Was du hast sie in Händen, mir zum Heil verschafft, Gläubig ( 127) Mel. Schwing dich auf zu deinem sc. 61. Mein Erlöser, Gottes anzuwenden. Sohn, Der du für mich litteſt, 7. Laß das Wort von deinem Und erhöht auf Gottes Thron, Kreuz Mich mit Muth beleben, Jetzt noch für mich bittest! Welche Siegreich jedem Sündenreiz Stets Wohlthat ist für mich Dein ver- zu widerstreben! Treib mich mächföhnend Leiden! O wie preif' ich tig dadurch an, Mich vor Gott würdig dich, Brunnquell meiner zu scheuen, Was ich Unrecht Freuden! je gethan, Innig zu bereuen. - 2. Dir, dem Herrn der Herr- 8. Stärke mich durch deinen lichkeit, War es ja gegeben, Ohne Tod In den letzten Stunden. Schmerzen, ohne Leid Ewig froh Wie du deine Todesnoth Siegzu leben. Aber o der großen reich überwunden, O so hilf dazu Huld! Daß ich selig würde, Ueber- auch mir, Laff' mich fröhlich scheinahmst du in Geduld Schwerer den! Herr, so dank' ich ewig dir Leiden Bürde. Für dein bitt'res Leiden.( 34) - 3. Nun kann meine Missethat mel. Gott des Himmels und der zc. Noch Vergebung finden; Denn du starbst nach Gottes Rath Auch 62. Liebe, die du mich zum für meine Sünden. Uns're Lasten Bilde Deiner Gottheit haft ge 32 Passionslieder. macht; Liebe, die du mich so milde| funden, Kraft zur Tugend, Trost Nach dem Fall mit Heil bedacht; in Noth. Kann mir Sünde lieb Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein noch sein, Wenn ich denk' an deine zu bleiben ewiglich! Pein? Die erlaubet meinem Her2. Liebe, die du mich erforen, zen Mit der Sünde nicht zu Eh' ich noch erschaffen war! Liebe, scherzen. die du Mensch geboren Und mir 2. Schmachtet nach der Weltgleich wirst ganz und gar; Liebe, luft Freuden Mein verderbtes dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben Fleisch und Blut, O so blick ich ewiglich! auf dein Leiden; Schnell erlischt 3. Liebe, die für mich gelitten, die wilde Gluth. Tracht' ich eitUnd gestorben in der Zeit; Liebe, ler Ehre nach, Und ich denk' an die mir hat erstritten Eine frohe deine Schmach; Schnell schlägt Ewigkeit; Liebe, dir ergeb' ich sie den Stolz darnieder, Und mich, Dein zu bleiben ewiglich! gibt mich der Demuth wieder. 4. Liebe, die du Kraft und 3. Scheint, beim schmalen Weg Leben Mir geschenkt mit deinem zum Leben, Mir der Welt beWort; Liebe, die sich hingegeben, tret'ne Bahn Lustig, breit, geMich zu segnen hier und dort; mächlich, eben; Jesu, dann schau' Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein ich dich an. Dann warnt mich zu bleiben ewiglich! der Leiden Last, Welche du ge= 5. Liebe, die mich hoch ver- tragen hast, Nicht mit dem bebunden, Der ich Alles schuldig thörten Haufen Ins Verderben bin; Liebe, die mich überwunden; hinzulaufen. Nimm mein ganzes Herz dir hin! Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! 4. Hält mein schreckendes Gewissen Mir der Sünden Menge vor: O, in meinen Finsternissen 6. Liebe, die mich ewig liebet, Blick' ich nach dem Kreuz empor. Wie sie liebend für mich litt; Schau' ich deine Wunden an, Der Liebe, die das Lös'geld gibet, für mich genug gethan; Find' Und mich betend noch vertritt; ich Sicherheit und Leben, Und Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein den Trost: mir ist vergeben! zu bleiben ewiglich! 5. Hier find' ich in Unruh' 7. Liebe, die mich wird erwecken Friede, In der Angst BeruhiAus dem Grab der Sterblichkeit; gung, Neue Kraft, wenn ich erLiebe, die des Todes Schrecken müde, Und in Qualen Linderung. Hebt durch ew'ge Herrlichkeit: Schwer sei dieses Lebens Müh'; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein Durch dein Kreuz verschwindet zu bleiben ewiglich! fie! Denn es führt nach kurzen Leiden Zum Genusse ew'ger Freuden. ( 165) Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 6. Wenn ich freudig an dich glaube, Werd' ich mächtig hingeTod, Hab' ich Heil bei Gott ge- rückt Ueber Alles, was zum Staube 63. Jesu Christ, durch deine Deinen Wunden, martervollen Passionslieder. 33 Meine Seele niederdrückt. Was ist ich einmal Sterbend zu dir flehe, Erdenlust und Leid Gegen jene Daß ich durch das Todesthal Herrlichkeit, Die du, Herr, als Ohne Schrecken gehe. du gestorben, Mir, auch mir am Kreuz erworben? 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir Für dein letztes Leiden! Denn 7. Hab' ich dich in meinem dadurch erwarbst du mir Deines Herzen, Ursprung aller Seligkeit; Himmels Freuden. Nunmehr weiß So besieg ich alle Schmerzen ich, daß im Tod Jch nicht ewig Auch dereinst im letzten Streit. sterbe; Denn ich bin versöhnt Rufst du, und ich habe nun mit Gott, Bin des Himmels G'nug gekämpfet, um zu ruh'n; Erbe. So verdank' ich's deinen Wun( 195) Mel. Jesu, meine Freude 2c. den, Daß ich siegreich über 65. Ruh' und sichre Freuden wunden. 8. Du, nur du bist mein Ver- Gibt mir, Herr, dein Leiden, trauen, Meiner Seele Zuversicht. Deine Todespein! Wenn mein Du besiegst des Todes Grauen, Geist bedenket, Was dein Tod Rettest mich aus dem Gericht. mir schenket; Könnt' ich trostlos Durch dein mir erworb'nes Heil sein? Jesu, du Bleibst meine Hab' ich an dem Himmel Theil: Ruh; Bei dir find' ich Trost und Wahrlich, Herr, ein ew'ges Leben Freude Auch im größten Leide! Wird dereinst dein Tod mir geben! ( 73. 170) Mel. Schwing dich auf zu deinem sc. 2. Kränkt mich meine Sünde, Eir ich hin und finde Trost auf Golgatha. Hier hast du dein Leben Für mich hingegeben; Hingst 64. Mein Erlöser, auch für verlassen da, Als ein Spott Der mich Gingst du hin zum Leiden, Welt, da Gott Diese Welt, die Und begabst dich williglich Aller deiner höhnte, Mit sich selbst ver= Ehr' und Freuden. Du sahst söhnte. Bande, Schmerz Schmerz und Hohn, 3. Ja, du wolltest sterben, Heil Sahst den Tod von ferne! Doch uns zu erwerben, Unser Trost zu ertrugst du, Gottes Sohn, Diese sein; Stiegst in's Grab hernieder, Leiden gerne. Um uns, deine Brüder, Ewig zu 2. Du entflohst nicht der Ge- erfreu'n. O möcht' ich, Mein Jesu, fahr, Die dem Leben drohte. Als dich Doch von ganzem Herzen die Stund' erschienen war, Gingst lieben Und stets Gutes üben! du still zum Tode. Willig über- 4. Hier, wo du dein Leben Für gabst du dich In der Feinde Hände, mich hingegeben, Schlag' ich an Und bliebst unveränderlich Treu die Brust. Heiland, ich bereue bis an das Ende. Die verlegte Treue, Jede böse Lust! Dir allein Will ich mich weih'n; Denn du bist für mich gestorben, Haft mir Gnad' er= 3. Lehre mich, wie du, so still Und getroft zu leiden; Und wenn es dein Rath einst will, Freudig abzuscheiden. Stärke mich, wenn worben. 3 34 Passionslieder. 5. Segne mein Bestreben, Dir 5. Gib, o Welterlöser, stets allein zu leben; Gib mir deinen In des Lebens Kampf uns Sinn. O was kann mir fehlen, Schwachen Solchen Segen des Retter meiner Seelen, Wenn ich Gebets, So viel Kraft, mit dir treu dir bin? Du wirst mich, Ich zu wachen! Sei der Pfad auch hoff' auf dich, Einst gewiß von schmal und steil; Führst du doch allem Bösen, Dir zum Ruhm, durch Leid zum Heil. erlösen. 6. Führ auch mich durch Nacht 6. So wird mir dein Leiden zum Licht, Herr, auch mich durch Quelle wahrer Freuden Und zur Kampf zum Siege, Daß ich, bis Tugend Reiz. Ja, so oft ich das Herz mir bricht, In Verwanke, Stärk' mich der Gedanke, suchung nicht erliege! Deines Heiland, an dein Kreuz! Folg' Hingangs Trost verleiht Muth in ich dir nur treulich hier; so Gottergebenheit. ( 205) werd' ich selig sterben Und dein Reich ererben! Mel. Wer weiß, wie nahe zc. 67. Im Beten suchst du deine Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. Stärfe Und deinen Frieden, Jesus 66. Mittler, in Gethsemane Christ, zu dem erhab'nen, schweHast du betend einst gerungen; ren Werke, Das dir von Gott Hast des Kreuzestodes Weh' Durch beschieden ist; Und wählst, mit der Liebe Macht bezwungen! Auf ihm allein zu sein, Des Delbergs zum Vater schautest du, Und dein stillen Palmenhain! Sieg war Seelenruh. 2. Die Welt versteht nicht 2. Schmach und Kränkung deine Leiden; Kränkung deine Leiden; Denn all' dein drohten dir, Fesseln, Geißel, Sinn geht himmelwärts. Drum Dornenkrone; Doch ein Engel wirfst du in den Einsamkeiten brachte dir Trost und Kraft herab Gethsemanes dich Gott ans Herz. vom Throne. Mild umstrahlt' So höre Niemand mein Gebet, Verklärungslicht Auch in Nacht Als der mein Inn'res ganz verdein Angesicht. steht. 3. Was dein Herz in Demuth 3. Um solche Centnerlast zu bat, Mußte Wunsch und Zagen tragen, Sind deine Freunde viel en. Ganz des Vaters heil'gem zu schwach! D'rum willst du sie Rath Unterwarfst du deinen Wil- nicht niederschlagen, Obgleich len; Nahmst mit gottergeb'nem dein starkes Herz schon brach. So Sinn Deinen bittern Kelch dahin. will ich, schonend, ungeseh'n, 4. Ach, der Jünger Haupt und mir und den Meinen Hilf' erHerz, Sank, von Furcht betäubt, fleh'n. darnieder! Du, erstarkt vom eig4. Geduldig gibst du deinen nen Schmerz, Wecktest und erhobst Willen Dem Vater gern zum sie wieder; Gabst dem Eifer, der erschlafft, Andachtsschwung und Heldenkraft. Opfer hin. Nur sein Gebot ganz zu erfüllen, Lag dir allein so tief im Sinn. So gib, daß immer 35 mein Gebet Auch nur auf Gottes Absicht geht. Ehrfurcht und Vertrau'n, Geduld von dir zu lernen, Auf dich, Erlöser schau'n!. 5. Sein Wille machte dich zum Helden Auf jenem sauern. 5. Giebst du mir deinen FrieKreuzesgang; Er brachte dir aus den, So schreckt mich keine Noth, bessern Welten Der Himmels- Nicht Schmerz, nicht Tod hiniehoffnung Stärkungstrank. So den, Wär's auch ein Martertod. steh' auch mir der Glaube bei, Durch dich, Herr, überwind' ich Daß ich auf Gottes Wegen sei! weit; Denn deine Gnade tröstet 6. Wenn ich nicht weiß, auf Mit Ruh' und Seligkeit! welchen Seiten Mein größtes Wohl und Wehe liegt, Soll ein Gebet sehr bald entscheiden; Mel. Wenn meine Sünd' mich 2c. 69. Von Furcht dahingeDenn Gottes Gnade überwiegt rissen, Verleugnet Petrus dich. Ein jedes kurze Erdenleid, Und Bald straft ihn sein Gewissen; wandelt es in Seligkeit. Da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, trifft sein Herz; Er fleht zu dir um Gnade, Und Mel. Wenn meine Sünd' mich 2c. 68. Herr, es gescheh' dein du stillst seinen Schmerz! Wille! Gern duld' ich jeden Schmerz; Nur gib mir Muth Zeugen 2. Wie wuchs nun deinem Beständigkeit und Muth! und Stille Und Freudigkeit ins Furcht konnt' ihn nicht mehr Herz. Laß mich, wenn mir Ver- beugen; suchung droht, Wie du, mein Blut. Heiland, leiden, Und treu sein seinen bis zum Tod! Leben, Für dich floß selbst sein Dich, seinen Herrn und Gott, Verherrlichte sein Verherrlichte sein Tod. 2. Ein Heer von Martern 3. Betrübt ist meine Seele, schwebte Vor deinem Angesicht; Mit Reu' und Schmerz erfüllt. 3war deine Seele bebte, Doch Was hilft's, daß ich's verhehle? sie verzagte nicht. Gestärkt von Dir ist mein Herz enthüllt! Be= Gott, voll Geistesruh Erhobst du kennen will ich's, Jesu, dir! Oft dich vom Staube, Und gingst dem hab' ich dich verleugnet; Vergib, Kreuze zu. vergib es mir! mis 3. Dich schreckte das Getüm- 4. Oft hat mich Furcht gemel Der Mörderwaffen nicht; beuget; Ich ward der Menschen In deinem Blick war Himmel Knecht, Wenn ich nicht laut geUnd Muth im Angesicht. Schon zeuget Von dir und deinem stürzt auf dich der Feinde Schaar, Recht. Ja, brach Doch bot'st du deine Hände Den Christenpflicht, So Banden willig dar. auch mit Petrus: Jesum nicht. 4. O wär' ich doch im Leiden, Wie du, so sanft und still! O litt ich so mit Freuden, Was Gott, 5. Hilf, Herr, daß ich empfinde Die Größe solcher Schuld! Vermein Vater, will! Ich will mit gib mir meine Sünde Nach deiner 3* Passionslieder. ich je die sprach ich Ich Ich kenne 36 Paffionslieder. " 1 großen Huld! Erbarmend sahſt| 2. In deines Richters Händu Petrum an; Laß eine gleiche den liegt Jetzt, Herr, dein Tod, Gnade Mich, o mein Heil, dein Leben. Dich läßt des Glauempfah'n! bens Zuversicht Vor seiner Macht 6. Dein bin ich jetzt auf's nicht beben. Du hättest keine Neue; Laß mich nun stärker sein, Macht an mir,- Rufst du ihm, In fester Lieb' und Treue Mich zu, wenn sie nicht dir Von deinem Dienst zu weih'n. Dich oben wär' gegeben." zu verleugnen, Herr, mein Gott, 5. Der Erde Herrlichkeit verDas fürchte meine Seele Mehr geht, Und ihre Macht verschwinals der Menschen Spott. det. Doch deine Herrlichkeit be7. Wer will von dir mich steht; Dein Reich ist festbegrüntrennen? Ich will es gern und det. Dem Tod am Kreuze schon frei Bis in den Tod befennen, geweiht, Sprichst du mit hoher Daß ich dein Jünger sei. Dann Freudigkeit: Und doch bin ich tret ich froh einst vor Gericht, ein König!" 11 Und du, o Herr, verleugnest Mich 6. Mein Reich ist nicht von vor dem Vater nicht! dieser Welt; Dort glänzt's in Himmelshöhen. Wenn Alles weicht, wenn Alles fällt, Mein ( 126) Mel. Herr Jesu, deine 2c. 70. Seht, welch ein Mensch! Reich wird ewig stehen! Und wer der Wahrheit Stimme hört, Mir folgt, mich durch Gehorsam ehrt, Ist meines Reiches Bürger." Wie liegt so schwer Auf ihm die Last der Sünder! Wie unaus sprechlich duldet er Für euch, ihr Menschenkinder! So leiden sah 7. Dein ist das Reich, du bist von Anbeginn Die Erde keinen erhöht; Dein Gott hat dich geje, als ihn; So wird auch keiner frönet. Wer gleicht nun dir an leiden. Majestät, Der uns mit Gott 2. Den Heiden, der sein Rich- versöhnet? Ich, deines Reiches ter war, Ergreift ein menschlich Unterthan, Jch bete dich in Schrecken; Er stellt ihn seinem Demuth an, Dir, dir nur will Volke dar, Erbarmen zu erwecken. ich leben! ,, Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht Verdammen; denn die Unschuld spricht 3u mächtig für den Dulder." - 11 8. Ich schwöre, Welterlöser, dir, Und ewig will ich's halten! So wahr du lebest, soll in mir Nie deine Lieb' erkalten! Dein Leiden 3. Vergebens! Wildes Unge- und dein Tod soll mich, So lang stüm Und freche Bosheit sieget. ich lebe, Herr, an dich Und deine Hinweg! hinweg! An's Kreuz Lieb' erinnern! 11 ( 126. 83) mit ihm!" Die Unschuld unterMel. Jesus meine Zuversicht 2c. lieget. Doch göttlich groß, voll stiller Ruh, Vergibst und schweigst 71. Jeju, Jeſu, stärke mich, und duldest du, Lamm Gottes, Willig alle Last zu tragen! Ach mein Versöhner! mein Fleisch entsezet sich vor des Passionslieder. 37 Kreuzes schweren Plagen. Und deinen Händen. Mich soll nicht doch soll ich in der Pein Deinem der Lüste Reiz, Nicht die Trübfal Vorbild ähnlich sein. von dir wenden. Gern trag' ich, ( 195) 2. Wer dir nachzufolgen strebt, wiewohl noch schwach, Dir dein Darf sich deiner Schmach nicht Kreuz, o Jesu, nach! schämen; Muß, wenn sich das erhebt, steten Mel. Wie wohl ist mir zc. Kampf bequemen. Wer sein Kreuz 72. Komm, laß uns Jeſum nicht auf sich nimmt, Ist zum Himmel nicht bestimmt. sterben sehen! Mein Herz, sieh hin nach Golgatha, Auf dessen 3. O wie leicht wird mir die fürchterlichen Höhen Einst GotLaft, Wenn ich's zuversichtlich tes größtes Werk geschah. Erwage, Und, wie du gelitten hast, wäg' an diesem heil'gen Orte Ruhig alle Noth ertrage! Dann Des sterbenden Erlösers Worte, wird, was mir schrecklich deucht, Und bete Gott im Glauben an. Mir noch angenehm und leicht. Sie können dir viel Troft im Leben, Und einst noch Trost im Tode geben, Wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 4. Ach weit mehr, unendlich mehr, Als ich je von Kreuz empfinde, Littst du, Allerheiligster, Für die Welt, für meine Sünde. Unzählbar war deine Noth, Unaussprechlich schwer dein Tod. 5. Durch dein Kreuz erwarbst du mir Kraft und Muth in meinen Leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir 2. Geduldig bei den größten Schmerzen, Nimmt er sich seiner Feinde an. Er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen:„ Sie wissen nicht, was sie gethan." Der göttliche, der größte Beter Fleht Erdennoth und Tod liebreich noch für Missethäter, nicht scheiden. Werd' ich muthlos, Werkzeuge dann stärkt sich Mein erschrecktes Herz durch dich. seiner Bein und Schmach. Mensch! wenn dich Rach und Zorn verführen, Laß dich durch dieses Beispiel rühren, Und bete deinem Heiland nach! 6. Endlich nimmst du alle Noth Gnadenvoll von meinem Rücken; Endlich wird ein sanfter 3. Welch Beispiel kindlichTod Den zerschlagnen Geist er- frommer Triebe, Als unter Leiden quicken, Und in deines Vaters ohne Zahl Der Herr dem Jünger Haus Ruh' ich von der Arbeit aus. seiner Liebe Die Mutter sterbend 7. Dort, wohin du nach dem noch empfahl! Ach wird mein Streit Triumphirend dich ge- Aug' einst um die Meinen In schwungen, Gibst du mir die meiner letzten Stunde weinen; Herrlichkeit, Die du durch dein So soll dies Wort mir Troft Kreuz errungen; Und von aus verleih'n. Der, als der Tod schon gestand'ner Bein Aernt' ich dann um ihn schwebte, Die Seinen noch noch Segen ein. zu schüßen strebte, Wird auch der Meinen Pfleger sein. 8. Nun ich fliehe nicht dein Kreuz; Gern nehm ich's aus 4. Frohlodt, bußfertige Ver 38 Passionslieder. brecher! Wer glaubet, kommt meiner Tage Auch ich, o Herr, nicht ins Gericht. Hört, was zu mit Freuden sage: Es ist volldem gebeugten Schächer Schächer Der bracht! es ist vollbracht! Mund der Liebe sterbend spricht: 8. Das letzte Wort aus deinem Du wirst- so ruft er ihm ent- Munde, Herr Jesu, soll auch gegen Noch heute deines Glau- meines sein! Laß es in meiner bens wegen Mit mir im Para- Todesstunde Mir Muth und Zudiese sein!" O Herr, laß an des versicht verleih'n. 17 Du rufest: Todes Pforte Einst diese trostesvollen Worte. Mich auch im letzten Kampf erfreu'n! Vater, ich befehle In deine Hände meine Seele," Die allen Menschen Heil erwarb. Nun war 5. Wer kann die hohen Leiden das große Werk vollendet, Wozu fassen, Als Christus an dem der Vater ihn gesendet; Da neigt Kreuze rief: Mein Gott, wie er sanft sein Haupt, und starb. hast du mich verlassen!" Wie 9. Herz, kannst du ohne fromme beuget ihn die Last so tief, Die Zähren Den Heiland Gottes unsre Sünden auf ihn brachten! sterben seh'n? Mußt du ihn nicht Vor Angst und Bein müßt' er mit Freuden ehren, Und willig verschmachten, Gott nicht seinen Ruhm erhöh'n? O weine seine Zuversicht. Herr, der für fromm bei seinen Plagen, Und mich zum Tod gegangen, Für fröhlich sieh ihn nach drei Tagen mich verlassen da gehangen, Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! Wär 6. Der Fürst des Himmels Aus seinem Grabe aufersteh'n! Und wenn ihn Spötter hier entehrten; Dort wirst du ihn als und der Erde, Von allem Labsal den Verklärten Zur Rechten jetzt entblößt, Wünscht, daß sein seines Durst gestillet werde. O Mensch! der dich so theu'r erlöst, Der Vaters seh'n. ( 11) Mel. Wenn meine Sünd' 2c. Heiland rufet dir noch heute 3m 73. Hin an dein Kreuz zu Armen, den an deiner Seite Auch treten, In deinem Leiden dich Hunger, Durst und Mangel Voll Glauben anzubeten, Dazu, drückt. O selig, wer den Ruf er- Herr, stärke mich! Laß mich mit füllet! Denn wer des Armen Zittern und Vertrau'n, Wie du Mangel stillet, Der hat den dich für die Sünder, Herr, in den Heiland selbst erquickt. Tod gabst, schau'n. 7. Nun enden sich die schweren Leiden; Der Heiland spricht: ,, es ist vollbracht!" O Wort des Sieges, Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun noch wagen, Uns, die Erlös'ten, zu ver- 3. Fall't nieder, bebt, ihr Sün= flagen? Der Friede ist mit Gott der! Verhüllt das Angesicht! Da gemacht. Gib, daß am Ende steht für Adams Kinder Der Mitt2. Herr, wie ist deine Seele Bis in den Tod betrübt! Sieh' Jesum, sieh', o Seele, So hat er dich geliebt! In heißen Aengsten schwebt er da, Mit unsrer Schuld beladen, Dem Opfertode nah. - 11 Passionslieder. 39 ler im Gericht. Er leidet unsers Mel. Befiehl du deine Wege 2c. Todes unnennbare Qualen, Uns Menschen zu befrei'n. 74. Haupt, voll Blut und 4. So liebt er uns Verbrecher; Wunden, Voll Schmerzen und So groß ist unsre Schuld! Gott voll Hohn! O göttlich Haupt, ist der Sünden Rächer, Und Gott gebunden, Mit einer Dornenist Gnad' und Huld. Wer nun tron'; O Haupt, das and'rer der Sünden Gräu'l nicht haßt, Ehren Und Kronen würdig ist; Häuft auf den Tag des Richters Sei mir bei frommen Zähren, Sich selbst des Elends Last. Sei tausendmal gegrüßt! 5. Hört's, die ihr eure Herzen Dem Sündendienst ergebt! Hier duldet Jesus Schmerzen, Stirbt, daß ihr ewig lebt. O nehmt an seiner Gnade Theil! Erkennet seine Liebe; Verwerst nicht euer Heil! 6. Vernehmt's auch ihr, o Spötter, Die ihr den Heiland schmäht! Er ist auch euer Retter, Hört für euch sein Gebet:„ Sie wissen's nicht, was sie begehn; Vergib, o Vater ihnen, Wenn einst sie zu dir fleh'n!" 3. Doch spricht aus deinen Blicken Nur Liebe, nur Geduld; Wir seh'n da mit Entzücken Noch Proben deiner Huld. Selbst aus des Todes Blässe, In der dein Glanz erbleicht, Strahlt, Gott7. Jhr, eurer Brüder Feinde, mensch, deine Größe, Der keine O schlagt an eure Brust! Seid Hoheit gleicht! aller Menschen Freunde; Ver4. Nun, Herr, was du erduldammt der Rache Luft! Vergeltet det, Ist alles meine Last; Ich, euern Haffern nie; Den Feinden, die euch fluchen, Vergebt und seg= net sie! ich hab' mit verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh' ich Armer, Der Straf' berdienet hat; Von dir, o mein Erbarmer, Erfleh' ich Trost und Gnad'! 8. Seht des Versöhners Qualen! Sie steigen ohne Rast. Seht unsern Bürgen zahlen! Seht seines Elends Last! Er fühlt für uns des 5. Auf dich nur will ich sehen Todes Noth; Er stirbt für uns're Mit aller Zuversicht. Wohin Sünden Den fürchterlichsten Tod. sollt ich sonst gehen? Verwirf 9. Vor seines Todes Schrecken du mich nur nicht. Wo soll ich Erblaßt der Sonne Licht; Die Ruhe finden, Wenn du, Herr, Engel Gottes decken Ihr bebend mich nicht liebst? Wo Reinigung Angesicht. Er sinket in die Todes- von Sünden, Wenn du sie mir nicht gibst? Gott erbarm' dich Er stirbt; es ist voll- 6. Du hast mir durch dein ( 53) Leiden Zur Tugend Muth und nacht. unser! bracht! 2. Du heiligster Sohn Gottes, Du Glanz der Herrlichkeit, Hingst als ein Ziel des Spottes, Geschändet und verspei't. Entblößt von allem Reize, Der Menschen wohlgefällt, Schwebst du an deinem Kreuze, Ein Fluch vor aller Welt! - 1 40 Passionslieder. Kraft, In Trübsal Trost und 3. Wer hat dich so geschlagen, Freuden Der bessern Welt ver- Und dieses Heer von Plagen, schafft. Ogib an dieser Gnade Herr, wider dich erregt? Du bist Auch mir im Glauben Theil; ja nicht ein Sünder, Wie wir So wird mein und uns're Kinder; Wie sind dir Durch deine Wunden heil! Strafen auferlegt? Seelenschade 7. Ich danke dir von Herzen, 4. Für mich und mir zum Jesu, bester Freund, Für deine Segen Gehst du dem Tod entTodesschmerzen: Wie gut haft gegen Mit großem Heldenmuth. du's gemeint! Ach, gib, daß ich Du stirbst, daß ich nicht sterbe, mich halte zu dir und deiner Nicht ewiglich verderbe. Herz, Treu', Und bis ich einst erfalte, Ganz nur der Deine sei! sieh, was Gottes Liebe thut! 5. Wie bin ich dir verbunden, 8. Wenn ich dann einst soll Durch den ich Heil gefunden! scheiden, Ach so verlaß mich nicht! Ich bin dein Eigenthum. Mich Sei auch in Todesleiden Mein dankbar zu erweisen, Soll Geift Trost, mein Heil, mein Licht. und Leib dich preisen, Und dir Wenn nun am allerbängsten gehorchen, sei mein Ruhm! Mir um das Herz wird sein, 6. Es soll dein Tod und Leiden, So reiß mich aus den Aengsten Bis Leib und Seele scheiden, Kraft deiner Angst und Pein. Mich trösten und erfreu'n: Es mir zur Tugend Kraft verleih'n. 9. Erscheine mir zum Schilde, soll von meinen Pflichten Mich zum Trost in meiner Noth; Dich täglich unterrichten, laß mich schau'n im Bilde Von deinem Kreuzestod. Mit freudigem Entzücken Will ich dann glaubensvoll Nach dir, mein rächen, Die seine Huld berHeiland, blicken: Wer so stirbt, schmäh'n; Wie schwer sie ihrer der stirbt wohl! 7. Wie streng Gott die Verbrechen An denen einst wird ( 56) Sünden Vergeltung werden finden, Will ich aus deinem Leiden ſeh'n. Mel. In allen meinen Thaten 2c. 75. Welt, sieh hier dein 8. Dein Beispiel soll mich Leben Am Stamm des Kreuzes lehren, Den Rath des Höchsten schweben! Dein Heil sinkt in den ehren, Und thun, was er gebeut. Tod. Der große Fürst der Ehren Nicht meinen eignen Willen, Nur Laßt willig sich beschweren Mit seinen zu erfüllen, Jst meine Ift Banden, Schlägen, Hohn und Pflicht und Seligkeit. Spott. 9. Als Christ will ich mich üben, Die Feinde selbst zu lieben, Wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen Getrost und willig tragen, Und thun, wie mein Erlöser that. 10. Nie will ich wieder schelten, 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen Der Unschuldvolle fühlt; Was er am Leibe leidet, Wie, bis er endlich scheidet, Die Qual in seinen Adern wühlt. Passionslieder. 41 noch unser Gott. Nie Spott mit Spott vergelten, deinen Tod; Gott ist durch dich Nie, wenn ich leide, dräu'n; Wie du, gelassen dulden, Dem Nächsten seine Schulden, Wie du, von Herzensgrund verzeih'n. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld Auch selbst bei sehr gehäufter Schuld Der Sünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denft, Und ihnen Frist zur Buße schenkt, Noch nach Verdienst nicht lohnet; Daß ich noch fröhlich sagen fann: Auch mich, mich Sünder nimmt Gott 12. Dein göttliches Versöhnen, an;" Hast du durch deiner FürDein Angstgeschrei und Stöhnen sprach' Kraft, Mein treuer HeiSpricht Muth im Tod mir zu. land, mir verschafft. O Jesu Christ, Getrost geb' ich am Ende Den Mein Herr und Gott! mein Herr Geist in deine Hände; Du führst und Gott! Vertritt du mich bis ihn zu der ew'gen Ruh.( 56.34) in den Tod! 11. Au's Kreuz, Herr, will ich schlagen Die Lüste, dem entsagen, Was meinem Fleisch gefällt. Was deine Augen hassen, Das will ich flieh'n und lassen, Gefiel es auch der ganzen Welt! Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 4. Wird je mein Herz von Troste leer, Wenn meiner Sün76. Um Gnade für die Sün- den furchtbar Heer Auf's Neue derwelt Rufft du, o Herr, am mich erschrecket; O dann versichre Kreuz gequält Von frecher Sün- mich auf's Neu, Du stehest mir der Rotten. Dir blutet das be- als Mittler bei, Der meine drängte Herz, Wenn dich bei Schuld bedecket! Mein Geist deinem Herben herben Schmerz Die blickt glaubensvoll auf dich; Sei Feinde ruchlos spotten. Du siehst du mir nur nicht fürchterlich! mit segensvollem Blick Von ihnen Und schließt sich meine Pilgerweg auf den zurück, Den diese schaft, So stärke mich mit deiner Schaar in dir entehrt; Rufft, daß Kraft. Herr Jesu Christ, Der es Erd' und Himmel hört: Ver- legte Kampf wird mir versüßt, gib, o Gott, Und führe nicht sie Wenn du mein Trost im Tode in's Gericht; Das, was sie bist! thun, versteh'n sie nicht! 5. Den sanften, liebevollen Erstaunend seh ich diese Sinn, Daß ich ein Freund der Wie mitleidsvoll ist die Feinde bin, Flöß', Herr, in meine Geduld, Die Marter so erträget! Seele! Gib, daß bei der VerIhr, die ihr euern Heiland ehrt, folgung Schmerz Ich dir des Fühlt seiner Liebe großen Werth, Feindes hartes Herz Und meine Und danket ihm beweget! Er hat Sach' befehle. Besänftige mein durch segnendes Gebet Auch uns reges Blut; Und flammt des ein ewig Heil erfleht; Er sagt Zornes wilde Gluth Mein Herz auch uns zu uns'rer Ruh Erbar- zur Rachbegierde an: Oso ermen und Vergebung zu. Herr inn're mich daran, Herr Jesu Jesu Christ, Gelobt sei'st du für Christ, Wie du am Kreuz durch 2. Huld. 42 Passionslieder. dein Gebet Selbst deinen Mör- ich dir; Du brachtest ihn vom dern Gnad' erfleht! Himmel mir! Du hast verheißen: 6. Mich tröste dein Versöh- ihr seid mein; Wo ich bin, sollt nungstod! Es bilde mich dein ihr ewig sein!" ( 195) Geist, o Gott, Daß ich dir ähn- Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. lich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom 78. Heute, sprach mein Un sein blutig Zeuch dir uns Dienst der Welt, 3um Himmel Heiland, heute, von der Erde! Du bist der Deinen Kreuz erhöht, Als ein Sünder Schuzpanier; ihm zur Seite Sterbend noch um nach, so laufen wir; So wollen Gnade fleht; Heute, so betheur' wir uns deiner Pein, Und deiner ich dir, Heute noch sollst du mit Fürbitt' ewig freu'n. Herr Jesu mir, In mein Paradies erhaben, Christ, Wie selig ist, wie selig ist Theil an meinem Reiche haben!" Der Mensch, dem du ein Heiland 2. Theures Wort aus Jesu ( 126) Munde, Fest versiegelt durch sein Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Blut! In der finstern Todesstunde Gibst du Freudigkeit und 77. Du dentst in deiner tief- Muth. Wenn der Christ nun bist! sten Noth, Ergriffen, Herr, von scheiden soll, Bleibt er fester Qual und Tod, An deiner Freunde Hoffnung voll, Sieht die Nacht Gram und Schmerz, Und flößest in Licht verwandelt, Weiß gewiß, ihnen Trost in's Herz! wohin er wandelt. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund, Und sprichst zu ihr, die trostlos weint:„ Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein; Was ich dir war, wird er dir sein!" 3. Hohes Wort des ew'gen Lebens, Tröste du mein brechend Herz; O dann ängstet nur vergebens Meinen Geist der Tren nung Schmerz! Er sinkt nicht in 3. Gib, daß auch meine Liebe Finsterniß; Denn wahrhaftig sei, Wie deine, bis zum Tode und gewiß Ist das Wort des treu; Stets willig, andern beizu- treuen 3eugen. Hier muß jeder stehn, Und ihnen Beistand zu er- 3weifel weichen. fleh'n! 4. Herr, nun führ ich abzu4. Wenn euch, die hier mein scheiden, Eine heil'ge Luft in Herz geliebt, Ihr Freunde, einst mein Tod betrübt; Dann über geb' ich euch dem Herrn: Er hört, er hilft und segnet gern. 5. Froh geh' ich, wenn es ihm gefällt, Den Weg zu jener bessern Welt; Euch sag' ich, die ihr um mich weint; ,, Getrost, bald werden wir vereint." mir; Dort sind unbefleckte Freuden, Aber Müh und Sünden hier! Kein auch noch so frühes Grab Kürzet je mein Leben ab; Zeitiger frei von Beschwerden, Soll es nur berfläret werden. 5. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, Ja, von nun nun an selig ist, Brüderlich begrüßt von 6. Den Trost, o Jesu, dant' Engeln, Der im Herrn ent Paffionslieder. 43 mir das größte Leid. schlafne Christ. Was sein Glaube nung jener Seligkeit Versüße je gethan, Jedes gute Werk folgt dann Seiner Seele von der Erden Hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 4. Verlaß mich nicht in meinem Sterben! Ist einst mein LebensTauf vollbracht; Entreiß die Seele dem Verderben, Nimm meinem Tode seine Macht; Und führe mich durch Jesu Hand zu dir in jenes beffre Land. 6. Nun auch ich, o Herr, befehle, Wenn ich kaum noch fallen fann, Die durch dich erlöfte Seele Deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärkest mich, 5. Verlaß mich nicht in meinem Rufest mir auch zu, daß ich Noch Grabe! Erwecke mich durch deinen am Tage, wo ich sterbe, Deine Sohn, Wenn ich genug geschlaHerrlichkeit ererbe. fen habe; Hilf mir vor Christi Richterthron, Und laß mich dann, verklärt und schön, Mit Leib und Seel' zum Himmel geh'n. 6. Dann will ich, Gott, dir Ehre bringen, Und mit der frohen Himmelsschaar Ein unaufhörlich Danflied singen, Daß du auf Erden immerdar Mich aus der schwersten Sorgenlast Erlöst und nie verlassen hast. 79. Einst rief der Herr vor mel. Heilgster Jesu, Heil'gungsquelle 2c. dem Erblassen: Mein Gott, mein 11 Gott, du hätteſt mich Noch jetzt 80. Heil'gster Jesu, Sohn beim Lebensschluß verlassen? des Höchsten, Du Fürst des Lebens, Nein, Vater, nein! Ich trau' auf Gott am nächsten: In welche dich! In meiner letzten schwersten Bein Laß deine Hilf mir nahe sein!" Leiden senkst du dich! Von dem ersten deiner Tage Bis zu dem Schluß, nur Angst und Plage 2. Verlaß, o Vater, meine Für uns, für Sünder, Herr, für Seele Auch nicht, wenn Noth und mich! Dank sei dir, Gotteslamm, Tod mich schreckt! Dies Wort, Erwürgt am Kreuzesstamm, Für Herr, sei's, wenn ich mich quäle, dein Leiden; Für deine Noth, Was Muth und Trost in mir Für deinen Tod, Du Mittler erweckt! Du weißt es wohl, zwischen uns und Gott! was mir gebricht; Verlaß, verlaß mich Armen nicht! 7. Ja, noch an demselben Tage Geh ich in den Himmel ein, Los von aller Furcht und Plage, Herr, bei dir daheim zu sein! Hier genieß' ich deines Lichts, Bis der Tag des Weltgerichts Auch die Nacht des Grabes endet, Und die Seligkeit vollendet( 170) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 2. Nah' am Kreuze dem Erblaffen, Riefst du: mein Gott, mein Gott, verlassen, Verlassen, Vater, hast du mich?" Ach das 3. Verlaß mich nicht in meinem Leiden; Laß mich kein Kreuz von deiner Huld Und deiner Bater- war der Stunden bängste! Des liebe scheiden; Gib Leidenskraft, Todes Schrecken, Todesängste Muth und Geduld! Die Hoff- Durchbebten, Welterlöser, dich! 44 Passionslieder. Der Sonne Glanz erlosch; Des Seinen Schicksal an; Sieht es Trostes Licht erlosch Deiner die verlassen weinen, Die Lieb' Seele. Doch du bezwangst Die und Freundschaft ihm vereinen, letzte Angst, Den Tod, mit dem Die nichts auf Erden trösten kann: du siegreich rangst. Herr Jesu, steh' uns bei! Mach 3. Wenn wir mit dem Tode uns von Sorgen frei; Schenk ringen, Wenn seine Schauer uns uns Glauben Und Zuversicht, durchdringen; Gedenken laß uns Die freudig spricht: Der Herr deiner Angst! Wenn in jenen verläßt die Seinen nicht! Schreckensstunden Wir fühlen, 7. Wenn des Grabes Dunfels was auch du empfunden, Als du heiten Nacht um die Seele uns den Kelch des Todes tranf'st: verbreiten, Uns die Verwesung Herr Jesu, steh' uns bei! In Grauen macht; Der du mit dem unserm Sterben sei Uns Erbar- Tod gerungen, Du, du hast Tod mer! Entzeuch uns nicht Des und Grab bezwungen, Bei'm Trostes Licht! Verlaß, o Herr, Siegesruf: es ist vollbracht! Herr verlaß uns nicht! Jesu, steh' uns bei; In Gräber4. Will Gewissensangst uns nächten sei Licht und Sonne. quälen; Steh'n drohend dann Bald ist's vollbracht: Des Gravor unsern Seelen Die Sünden bes Nacht Wird bald ein ew'ger der vergang'nen Zeit; Will uns Morgen sein. unser Herz verklagen, Und von 8. Heil'gster Jesu, Sohn des der Schuld gebeugt, verzagen Vor Höchsten, Du Fürst des Lebens, dem Gericht der Ewigkeit; Herr Gott am nächsten, Verlaß, verJesu, steh' uns bei! Sprich von laß, verlaß uns nicht! Laß bei der Schuld uns frei, Los von dir uns Hilfe finden! Hilf tämSünden. Verlaß uns nicht, Ver- pfen, Herr, hilf überwinden, laß uns nicht, Und geh nicht mit Wenn unser Herz im Tode bricht! uns in's Gericht! Gefämpft hast du für uns; Ge5. Häuft, wenn Leib und siegt hast du für uns! Mit dir sieSeele scheiden, Sich Schmerz auf gen Wir in der Noth Und in dem Schmerz und Leid auf Leiden; Tod, Du Mittler zwischen uns Sind wir nur Schwachheit, Ohn- und Gott! ( 83) macht nur; Kann kein Mensch Mel. Ach bleib mit deiner Gnade zc. uns Hilfe bieten; Erquidt fein Labsal mehr hienieden Im Kampf 81. Die Sonne stand verder ringenden Natur: Herr Jeju finstert; steh' uns bei! In uns'rer Schwachheit sei Du dann mächtig! Erquicke du Mit Himmelsruh Die Leidenden; verlaß uns nicht! 6. Liegen einst der Trennung Schmerzen Noch schwer auf dem gebrochnen Herzen; Liegt ihm der Der Mittag ward zur Nacht; Da hatt' er überwunden, Und rief: es ist vollbracht! 2. Der Erde furchtbar Beben Hob das Gebirg empor; Die Todten Gottes gingen Aus ihrem Grab hervor. 3. Den Todesüberwinder Um Passionslieder. 45 gab des Grabes Nacht, und ist vollbracht! Ich befehl in deine Engel Gottes jauchzten: Er Hände Nun meinen Geist!" das hat's, er hat's vollbracht! 4. Das Opfer für die Sünde, war dein Ende; Nun sinkst du hin in Todesnacht. Dein Kreuz, Ist dargebracht vor Gott; Er Verdienst und Tod Stärk uns stirbt, und Heil und Leben Wird in Todesnoth; aller Welt sein Tod. Weltversöhner! Wer lebt in dir, Der stirbt in dir, Jst in dir selig für und für. 2. Glaubend will ich dich um= fassen! Du fühltest dich von Gott verlassen, Daß ich fest fönnte Gott vertrau'n. Will mein Herz in dunkeln Tagen An allem Trost und Heil verzagen, So laß hinan zum Kreuz mich schau'n. Herr, dein Verlassensein Soll stets mir Trost verleih'n, Frieden, Freude! Du tilgst den Schmerz, Du ziehst mein Herz 3um frohen Ausblick himmelwärts. 5. Nun wird fein Opfer wieder In Ewigkeit gebracht. Der, den sein Volk erwürgte, Der hat es ganz vollbracht. 6. O du, der mich versöhnte Dem Nichter aller Welt; Du haft das Heil der Erde Allmächtig hergeſtellt! 7. Nun wohnt in ew'gem Frieden Das menschliche Geschlecht, Und du regierst die Völker Mit Wahrheit und mit Recht. 8. Du kommst und führst die Deinen In deines Vaters Reich: Du machst an Macht und Würde, Sie deinen Engeln gleich. 3. Scheu ich noch der Trübsal Hike? Ich weiß, daß deine Huld mich schütze Vom Throne deiner Herrlichkeit. Du am Kreuz bist meine Freude, Mein Trost, mein Labsal, meine Weide; Du, du versüßeft alles Leid! Dürst' ich? 10. Laß mich dein Beispiel mir strömt der Quell! Will ich; stärken, Daß ich im Glauben so nehm' ich schnell Gnad' um treu Und standhaft in der Liebe Gnade. Die Trübsal weicht; Die Bis an mein Ende sei. Last wird leicht, Seit Gottes Sohn am Kreuz erbleicht. 11. Dürft' ich den Tod noch fürchten? Herr, meines Lebens 4. Einst auch bei des Todes Kraft, Ich werd' ihn überwinden Grauen Will ich auf dich, VerDurch dich, der Hilfe schafft. Plaffner schauen, Durch den das 9. Wie herrlich ist dein Name! Wie groß ist deine Macht! Preis sei dir, Dank und Ehre, Daß du dein Werf vollbracht! 12. Du führst mich hin zum große Werk geschah! Lebensfürst, Ziele; Vollbracht ist dann mein mit Glaubensflügeln Schwingt Lauf. Es nimmt in seine Hände sich mein Geist zu deinen Hügeln, Auch mich dein Vater auf.( 126) Thabor und Delberg, Golgatha! Dort ist mir Seligkeit, Trost, Freud und Herrlichkeit Schon beMel. Wachet auf, ruft 2c. ed 82. Ausgeblutet, ausgerun- reitet, Die ewig ist, Dort, wo du gen Hast du; dir ist dein Wert bist: Ja, Amen, komm, Herr Jesu gelungen; Du triumphirst:„ Es Christ! 46 Passionslieder. Denn ich bin ganz dein Eigenthum. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 83. Es ist vollbracht; so rust 7. Soll ich, bei dir ergeb'nem am Kreuze Des sterbenden Er- Herzen, Auch hier durch manche lösers Mund. O Wort voll Trost Trübsal geh'n, Und hat mein und Leben, reize 3ur Freude Gott gehäufte Schmerzen 3u meines Herzens Grund! Das meiner Prüfung auserseh'n; So große Opfer ist gescheh'n, Das laß auch mich den Trost er= Gott auch mir zum Heil erseh'n. freu'n: Es fommt das Ende 2. Mein Jesus stirbt; die meiner Pein! Felsen beben; Der Sonne Schein 8. Und fühlt mein Herz des verlieret sich: In Todte dringet Todes Schrecken; So stärke mich neues Leben; Der Heil'gen Grä- bei solcher Last! Laß mich den ber öffnen sich; Der Vorhang Trost noch sterbend schmecken, reißt, die Erde fracht, Und die Daß du den Tod besieget hast. Versöhnung ist vollbracht. Mir graut nicht vor der Todes3. Wie viel, mein Heil, hast nacht; Mein Heiland ruft: es du vollendet, Als dir das Herz ist vollbracht! ( 35) im Tode brach! Du hast den mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. Der auf der Welt voll Sünder lag. Für 84. Der am Kreuz ist meine uns hast du genug gethan; Gott Liebe! nimmt uns nun noch gnädig an. Christ! Meine Lieb' ist Jesus Weich' von mir des 4. Dankvolle Thränen, nett Eiteln Liebe, Alles, was nicht die Wangen! Mein Glaube sieht ewig ist! Eitle Weltlust wirkt den nun offenbar Die Handschrift an Tod; Wer sie liebt, ist nicht von dem Kreuze hangen, Die wider Gott. Dem ich treu zu sein mich meine Seele war. Er, den mir übe, Der am Kreuz ist meine Liebe. Gott zum Heil gemacht, Rief 2. Der am Kreuz ist meine auch für mich: es ist vollbracht! Liebe! Dieses Einen nur bin ich. 5. O Herr, laß mich nun auch Liebe fordert er um Liebe; Denn vollbringen, Was wahre Dank- er blutete für mich. Theu'r bin barkeit begehrt! Laß nach der ich von ihm erkauft, Bin auf Heiligung mich ringen, Dazu seinen Tod getauft. Dem ich treu dein Tod mir Kraft gewährt! zu sein mich übe, Der am Kreuz Ostärke mich dazu mit Macht, ist meine Liebe! Bis meine Bess'rung ganz voll- 3. Der am Kreuz ist meine bracht! Liebe! Sünde, du bist mir ber6. Du litt'st so viel zu meinem haßt! Weh' mir, wenn ich den beLeben: Wie sollt' ich nicht voll trübe, Der am Kreuz für mich erEifer sein, Mich deinem Dienste blaßt! Undanf für so bittern zu ergeben, und keine Schmach Schmerz, Nie beflecke der mein dabei zu scheu'n? Dein Dienst, Herz. Dem ich treu zu sein mich übe, mein Heiland, sei mein Ruhm; Der am Kreuz ist meine Liebe! Passionslieder. 47 4. Der am Kreuz ist meine ich an, Du König der Erlös'ten! Liebe! Nichts trennt mich von Dein will ich mich für und für Jesu Christ; Keine Macht der Glaubensvoll getrösten. Fleischestriebe, Nichts, wie reizend 5. Es ist vollbracht, Riefst es auch ist; Trübsal nicht, nicht du mit Macht, und zeigst, daß Schmach und Noth, Nicht das du dein Leben, Als Versöhner, Leben, nicht der Tod. göttlich frei, Hast dahin gegeben! Dem ich Der am treu zu sein mich übe, Kreuz ist meine Liebe! 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath Will ich in Demuth ehren. Der Erwerber meines Heils 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nun, was zag' ich in dem Wird mir's einst erklären. Schmerz? Ist auch Alles um 7. Allmächtig rief Er, der mich trübe; Seine Lieb' erquickt entschlief, Den Todten; sie ermein Herz. Sei auch groß der standen! Leicht entschwingt des Sünden Schuld; Größer noch ist Lebens Fürst Sich des Todes deine Huld. Dem ich treu zu sein Banden. mich übe, Der am Kreuz ist meine Liebe! 8. Das finst're Thal Will ich einmal Durchwandeln ohne 6. Der am Kreuz ist meine Grauen; Denn durch dich, ErLiebe! Komm, o Tod, du bist löser, ist's Mir der Weg zum mein Freund! Wenn ich Staub Schauen. zum Staub zerstiebe, Wird mein 9. Ich preise dich! Erforsche Geist mit ihm vereint. Dann, mich, Und siehe, wie ich's meine. dann schau ich Gottes Sohn, Ja, du siehst es, wenn ich still Aernte seiner Leiden Lohn! Dem Meinen Dank dir weine. ich treu zu sein mich übe, Der am Kreuz ist meine Liebe! 10. Vergeff ich dein, So werde mein In Ewigkeit ver( 120. 170. 83) geffen! Herr, ich will, so lang Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. ich bin, Deine Lieb' ermessen! 85. Am Kreuz erblaßt, Der Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid zc. ( 127) Marterlast, Der Todesqualen müde, Findet mein Erlöser erst 86. So schlummerst du In In dem Grabe Friede. stiller Ruh, Der du für uns gestorben; Uns am Kreuz in schwerer Müh Em'ges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, O Herr, und hast Doch in dir selbst das Leben. Gleich, als Sterbliche, hält dich Nun das Grab umgeben. 3. Du schüßest mich, Und über dich Geh'n aller Trübsal Wetter. 3. Doch Heil sei mir! Herr, Sterben wolltest du für mich, du willst hier nicht die Verwesung Einziger Erretter! sehen, Sondern bald aus eigner 4. Du hast's gethan! Dich bet' Kraft Aus dem Grabe gehen. 2. Ein heil'ger Schmerz Durchbringt mein Herz. O Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Bruft kann ich Tiefgerühret schlagen. 48 Am Charfreitag. 4. Ich weiß, du wirst, Mein wesung! Ich, ich hoff' in Christo Lebensfürft, Wie dich, auch mich einst meines Leib's Erlösung. erwecken. Sollte denn mein 7. Nein, nichts verdirbt! Selbſt gläubig Herz Vor der Gruft er- das, was stirbt, Der Leib wird schrecken? auferstehen, Und zu Himmelsgehen. 5. Hier werd? ich einst, Bis glanz verklärt Aus dem Grabe du erschein'st, In sanftem Frieden liegen; Denn durch deinen Tod 8. So sink in's Grab Mein kann ich Tod und Grab be- Leib hinab! Ich will mich d'rum fiegen. nicht fränken. Ich will, Jesu, 6. Jhr, die die Welt Gefesselt mir zum Trost An dein Grab hält, Zagt nur vor der Ver- gedenken. ( 47. 195) Am Charfreitage. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Weiß, die Nacht wird doch mit Licht, Schmach mit Herrlichkeit 87. Geist der Andacht, sente sich enden; Hält im Kampf des du Dich in uns're Seele nieder. Todes aus, Führt sein großes Uns erfülle Trost und Ruh' Beim Werk hinaus. Gesange frommer Lieder An dem Tag, da Jesus starb, Heil und Leben uns erwarb. 6. Hocherhab'ner, Ewiger, Vor dir wirft der Geist sich nieder, Preis't dich, Unerforschlicher, Daß 2. Diesen feierlichen Tag für ihn und seine Brüder Dieses Weih' die ehrfurchtsvollste Stille, Todes dunkle Nacht Trost und Daß der der Wehmuth Seufzern Ruh' an's Licht gebracht. nach Unsers Dankes Thräne 7. Du gabst, den du göttlich quille. Unf're Seele, still vor liebst, Bis zum Tode hin: das Gott, Denk an ihres Mittlers Leben Wirst du nun, der du ihn Tod. - gibst, Allen, die ihm treu sind, 3. Diese Welt und ihre Müh', geben. Weg!- ruft unsers MittDieses Lebens furze Freuden, lers Tod- Weg mit Furcht und Eitle Luft vergesse sie; Tiefge- Angst vor Gott! rührt von seinem Leiden, Seiner 8. Ja, Erbarmender, wir martervollen Schmach, Folge fie schau'n Nun getroft zu deinem ihm betend nach! Throne! Uns auch liebst du; denn 4. Zwischen Erd' und Himmel wir trau'n Dir und deinem hohen schwebt Blutend er, der nichts Sohne; Leben dir und sterben verschuldet; Für der Brüder dir: Owie hochbeglückt sind Wohl gelebt, Müh' und Arbeit wir! ( 136) gern erduldet; Nächte in Gebet Mel. Ein Lamm geht hin und 2c. durchwacht, Und auf Menschenwohl gedacht. 88. Erforsche mich, erfahr 5. Aber er, er murret nicht, mein Herz, Und sieh', Herr, wie Will des Vaters Rath vollenden; ich's meine! Ich denk' an deines Am Charfreitage. 49 Kreuzes Schmerz, An deine Lieb',| Nicht nach dem Glauben trachund weine. Dein Kreuz sei mir ten; Für die, die dein Verdienst gebenedeit! Wunder der Barm- gesteh'n, Und dennoch dich durch herzigkeit, Die du der Welt er- Laster schmäh'n Und deinen Tod wiesen! Wann hab' ich dies verhöhnen! Wer dich nicht liebt, genug bedacht, Und dich aus aller kommt in's Gericht; Wer nicht meiner Macht Genug dafür ge- dein Wort hält, liebt dich nicht; prieſen? Ihm hilft nicht dein Versöhnen. 2. Rath, Kraft und Friede- 6. Du hast's gesagt; du wirst fürst und Held! In Fleisch und die Kraft Zur Heiligung mir Blut gekleidet, Wirst du das schenken. Dein Blut ist's, das Opfer für die Welt, Und deine mir Trost verschafft, Wenn mich Seele leidet. Du ringst mit Angst die Sünden fränken. Laß mich und Seelennoth, Und gehst doch im Eifer des Gebets, Laß mich willig in den Tod; O Liebe son- in Lieb' und Demuth stets Vor der Ende! Du nimmst auf dich dir erfunden werden. Dein Kreuz, der Menschen Schuld, Und gibst Herr, sei mein Schirm in Noth, mit göttlicher Geduld Dich in der Mein Stab im Glück, mein Schild Feinde Hände.nu im Tod, Mein letzter Troft auf Erden! nire ( 55) 3. Du trägst der Missethäter Lohn, Und hattest nie gesündigt, Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. Du, der gerechte Gottesjohn: So war's vorher verkündigt. 89. Sa chwing dich auf gen Dahin gehst du zum Kreuzes- Golgatha, Seele, zu des Heilands stamm In Unschuld stumm, gleich Kreuze! Nimm zu Herzen, wie wie ein Lamm, Das man zur dich da Seine Pein zur Buße Schlachtbank führet. Gekämpfet reize. Härter wäre noch als Stein, hast du bis auf's Blut, Mit nie bezwung'nem Heldenmuth Dein Werk hinaus geführet. Wer hier könnte fühllos sein. 2. Schau, wie Angst sein Herz erfüllt, Und doch ihm kein Trost sich bietet; Blut aus so viel Wunden quillt, Schmerz in jeder Ader wüthet: Schau, ach schau, erschrickst du nicht?- Wie sein sterbend Herz ihm bricht! 4. Du neigst dein Haupt: es ist vollbracht; Du stirbst, die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab' ich bir gemacht: Herr, meine Seele zittert! Was ist der Mensch, den du befreit? wär' ich doch ganz 3. Heilig bist du, Herr, und Dankbarkeit! Herr, laß mich rein! Was dich trifft, hab' ich Gnade finden; Und deine Liebe verschuldet, Und du haft so schwere bringe mich, Daß ich dich wieder Pein Nur aus freier Lieb' erlieb' und dich Nie freuzige mit duldet, Uns vom Elend zu beSünden! mod frei'n, Unser Heil und Trost zu 5. Welch' Warten einer ew'gen sein. Bein Für die, die dich verachten, 4. Du für uns erwürgtes Die, solcher Gnade werth zu sein, Lamm; O wie groß ist deine 4 - 50 Am Charfreitage. Liebe! Schau von deines Kreuzes mit tiefergriff'nem Herzen, Wie Stamm, Wie ich mich um dich er blutet, wie er stirbt! Seht, o betrübe! Ich bin schuldig: aller seht, des Todes Kinder, Seht den Schmerz, Den du trägst, durch- Todesüberwinder, Wie er Leben dringt mein Herz. Innadase euch erwirbt! 5. Herr, was kann ich dir da- 2. Wessen Auge fann der Zähfür, Daß du mich so liebest, ren Bei dem Kampfe sich er geben? Nimm, was ich vermag, wehren, Den der Weltversöhner von mir; Dir, nur dir gehört stritt? Wer kann seine Lieb' er= mein Leben! Wie du mein bist, gründen, Die für uns, für uns're will ich dein Lebend, leidend, Sünden, Willig jede Pein erlitt? sterbend sein. 3. Für die Sünden seiner 6. Nur bei dir allein such' ich Brüder Sinkt sein Haupt am Hilf' in meinen bängsten Stun- Kreuze nieder; Blutend, in des den; Schmachtend, lechzend sehn' Todes Nacht, Schwebt er da; ich mich Nach dem Trost aus von Gott verlassen Muß des deinen Wunden. Mittler, dein Höchsten Sohn erblassen, Rufet Versöhnungstod Gibt mir Freu- er: es ist vollbracht!" digkeit zu Gott! 4. Herr, an deines Kreuzes 7. Kreuzige mein Fleisch und Fuße Steht dein Volk und bringt Blut; Lehre mich die Welt ver- der Buße Opfer dir, Gekreuzigschmähen. Laß auf dich, du höch- ter! An dem Kreuze schwört auf's stes Gut, Immer unverwandt Neue Dir dein Volk den Eid der mich sehen, Und im Kreuze führe Treue, Herr und Haupt, Ermich Selig, wenn schon wun- höheter! derlich! ME hid 25. Laß in Liebe uns entbren8. Endlich laß mich alle Noth nen, Ganz für dich in Liebe brenSelig sterbend überwinden. Nir- nen, Der für uns sein Leben gab! gends müsse mich der Tod, Als bei Stärf uns, deines Heiles Erben, dir, mein Heiland, finden! Wer Dir zu leben, dir zu sterben, Dein nur dich zur Zuflucht macht, zu bleiben bis an's Grab! Spricht getrost! es ist vollbracht! 6. Ruhe in der Angst der Sünden, Troft im Leiden laß uns finden, Gib uns deinen Frieden hier! Nimmt des Grabes düstre Höhle Unsern Leib, so nimm die 90. Seht am Kreuz den Seele Auf in's Paradies zu dir! ( 174. 170) bin ud ibrid Eigne Melodie. Gd Mann der Schmerzen! Seht sinis dgjor Seht isinind diltad( 91. 83) Am Charfreitage Abends. Mel. Trauert ihr himmlischen Chöre zc. dem Kreuze des Mittlers hinauf! mis müde der Angst und des Schmer 91. Töne des Weinens, Ge- zes, der Plage, Endet der gött fänge der Klage; Schwebt zu liche Dulder den Bauf. Heißere Am Charfreitage Abends. 51 Lieb', ihr Erlöseten, fülle Jetzt Aber nun schwebt er am Kreuze. an dem heiligsten Abend das Die Seinen Steh'n bei dem Herz; Trauernde Wehmuth und Kreuze, die Mutter, der Freund. ernstere Stille, Tiefere Rührung Siehe, da ruft er mit göttlichem und heiliger Schmerz! Triebe: Sohn, deine Mutter! sieh', Mutter dein Sohn!" Selbst für die Mörder, gefreuzigte Liebe, Flehst du erbarmend zum ewigen 2. Trauernd und zitternd und betend im Staube Ringt er am Fuße des Oelbergs vor Gott. Siegend erhebt sich sein göttlicher Thron! Glaube; Aber die Menschheit 6. Rufest im tiefsten und quädurchschauert der Tod. ,, Abba, lendsten Leide Tröstend dem mit mein Vater, dem bebenden dir Gefreuzigten zu:„ Wahrlich, Munde, Laß doch den Kreuzfelch ich sage dir, heute noch, heute vorüber ihm geh'n! Schickst du fie aber, die furchtbare Stunde; Möge dann, Vater, dein Wille gescheh'n!" en del and Schlummerst du mit mir zur ewigen Ruh'!" Peinlicher schmerzen die brennenden Wunden; Furchtbarer drohet der kommende 3. Siehe, da nah't der Ver- Tod. Finsterer werden die letzten räther. Ach wehe, Weh dem ver- der Stunden: Wie? du verläsfor'nen, unrettbaren Sohn! sest mich, Vater, mein Gott?" „ Juda, was willst du? verräthst 7. Sonnenerbleichen, die du mich? Wehe! Dies für die Erde erbebet; Felsen zersplittern; treueste Liebe mein Lohn?" Mit der Vorhang zerreißt. Aber der einem Kusse verrathen, gebunden sterbende Mittler erhebet Ueber Wird das Lamm Gottes zur die Tiefen des Jammers den Schlachtbank geführt; Allezeit Geist. Friede dem Dulder! Tes heilig, unschuldig erfunden, nahet das Ende. Vater, vollWird's zum Gerichte der Sün- bracht ist's; entnimm mich der der geführt. Last; Nimm mich in deine all$ 11 4. Frevler verdammen den mächtigen Hände!" Ruft er, Fürsten des Lebens Ach zu dem und neiget das Haupt und erTode, dem Tode der Schuld. blaßt.s Redet er Worte der Wahrheit; 8. Traure, du Erde! der bergebens! Schweigt er; sie rührt Reinste und Beste Wandelt nun nicht die stille Geduld. Ruhigen himmlisch auf Erden nicht mehr; Blickes, voll göttlicher Würde, Geht, daß er helfe und segne und Duldet die Unschuld, gegeißelt, tröste, Nicht mehr in Hütten des verhöhnt; Trägt, schon ermat- Elends umher. Traure, du süntend, des Marterpfahls Bürde, dige Menschheit! getragen Hat Wundenbedecket und dornenge- das Lamm Gottes die Sünden der Welt. Unserer Missethat - frönt. 5. Sanftere Töchter Jerusa- wegen zerschlagen, Blutend, zum lems weinen. Mich nicht, euch Tode verwundet, es fällt. felber, die Euern beweint!" 9. Töne des Weinens, ihr 4* 52 Zur Bußtagsfeier am Charfreitage. Lieder der Klage, Schwebet zum| aus dem Tode zum Leben gedrunKreuze des Mittlers hinauf! gen, Hat nun gesieget der göttTrauert! doch sanfter erschalle liche Held, Sünde und Tod und die Klage; Hemmet die Thränen Hölle bezwungen, Gott selbst der Wehmuth im Lauf! Denn versöhnet die fündige Welt.( 83) Zur Bustagsfeier am Charfreitage. Mel. Herzlich lieb hab' ich sc. Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth Des 92. Gott, der du uns're Zu- Mangels und der Krankheit flucht bist, Herr, unser Mittler, droht! Du, Vater, wollest mit Jesu Christ! Geist Gottes, Geist uns sein, Daß wir uns deines der Gnaden! Unendlicher, verwirf Schußes freu'n! Herr, unser uns nicht; Wir kommen vor dein Gott! Das Land ist dein, O Angesicht, mit Sünden schwer laß Gedeih'n Und Sicherheit beladen! Nimm von uns, Vater das Land erfreu'n! unsre Schuld! Du Gott der Lang= 4. Sohn Gottes, der zur Erde muth und Geduld. Erhöre unser kam, Und uns're Schwachheit auf heißes Fleh'n, Daß wir dein Heil, sich nahm, Mit Gott uns zu verErbarmer, seh'n! Herr, unser föhnen! Der durch den Tod zum Gott! Verbirg uns nicht Dein Leben drang, Sich dann zur RechAngesicht, Und geh' nicht mit uns ten Gottes schwang, Wo Ehr' in's Gericht! und Preis dich frönen! Vertritt, 2. Wir haben unsern Bundo Mittler, uns bei Gott Durch entweiht, Gebrochen unsern deine Leiden, deinen Tod; Stärf' theuern Eid, Und deinen Weg uns in uns'rer Prüfung Lauf, verlassen. Doch sich, wir kehren Und wenn wir straucheln, hilf voller Reu', Zurück zu dir: o uns auf! Herr, unser Gott, Dein laß auf's Neu' Uns deine Rechte Trost, dein Licht Verlaß uns faffen! Sie leit' uns auf dem nicht Im Tod, im Grab, am eb'nen Pfad, Den uns dein Wort Weltgericht! Daß Jrrthum und bezeichnet hat, Versuchung nie 5. Schüß' uns vor Irrthum Uns auf den Pfad und Gefahr; Erhalte deiner des Lasters zieh'. Herr, unser Gott, Frommen Schaar Der GlauGroß von Geduld, Vor aller benseintracht Segen. Uns leite, Schuld, Bewahr' uns deine Gott, dein guter Geist, Und was Vaterhuld! dein Wort verspricht und heißt, 3. Dein Antlig leucht' auf Sei Licht auf unsern Wegen! unfer Land; Laß es, beschirmt Laß, Herr, in Lehr' und Wandel von deiner Hand, Des Friedens rein Die Diener deines Wortes Ruh' genießen! Wend' ab von sein; Und bringe zu der Wahruns der Flammen Wuth Und die heit Glück, Zu dir die Irrenden Verwüstung wilder Fluth, Des zurück! Herr, unser Gott, Breit Zur Bußtagsfeier am Charfreitage. aus dein Wort An jedem Ort; Mel. Aus tiefer Noth 2c. Gib Geist und Kraft zu deinem 93. Heiligster, wir komWort! 6. Den Sinn der Herrscher men hier Gebeugt zu deinem lenke du, Daß sie durch Weisheit Throne! Inbrünstig flehen wir und durch Ruh Der Länder Wohl zu dir: Verzeih', errette, schone! erheben! Dem Fürsten, der uns Herr, Herr, der du die Liebe bist, schützt und liebt, Dem Lande so Wir bitten dich, Herr Jesu Christ: viel Gutes gibt, Gib Gott, ein Erbarm' dich unser aller! langes Leben! Noch lange sei 2. Wie groß, wie unaussprechsein Vaterblick Uns, seinen Kin- lich war Bis hierher dein Erdern, Schuß und Glück! O schütt' barmen! Du machtest dich uns auf ihn und auf sein Haus Und offenbar, Trugst uns auf Liebesseine Räthe Segen aus! Herr, armen. Du zogst und locktest uns unser Gott! In deiner Hand 3st zu dir; Doch widerspenstig waren unser Land: Beglüc' es; segne wir, Verstockten unsre Herzen. jeden Stand! 3. Ach wer von uns hat dich 7. Vernimm der Leidenden geliebt, Geliebt im ganzen Leben? Gebet; Und wer zu dir im Glau- Wer hätte niemals dich betrübt? ben fleht, Dem hilf aus seinen Wem ist nichts zu vergeben? Wer Nöthen. Gib Kranken Linderung diente dir an jedem Ort? Wer und Ruh; Die Sterbenden erlöse folgte immer deinem Wort? Ach, du; Erhör' ihr letztes Beten. Sei teiner von uns allen! aller Unterdrückten Heil, Der 4. Mit welcher schweren SünWittwen und der Waisen Theil. denschuld Sind wir vor dir be= Vereitle der Verfolger Rath, laden! Mißbraucht ist deine Und lehre sie den rechten Pfad. Vaterhuld: Verschmäht find Herr, unser Gott! Durch Freud' deine Gnaden. Ach Herr, was und Leid Der Pilgerzeit Führ' haben wir gethan! Wie dürfen uns zu deiner Herrlichkeit! wir zu dir uns nah'n, Du Heil'ger, du Gerechter? 8. Du thu'st weit mehr, als wir versteh'n, Kannst mehr ge- 5. Wohin, wohin, wenn Jesus währen, als wir fleh'n; Laß uns nicht, nicht seine Gnadenlehre Erhörung finden! Oneig' zu Mit ihrem Trost, mit ihrem Licht unserm Fleh'n dein Ohr, Heb' Von dir geschenkt uns wäre? unser Herz zu dir empor; Und Dant, Vater! Dank, Herr Jesu, mach' uns rein von Sünden! Laß dir: Du rufft: Belad'ne, kommt uns nun ganz dein eigen sein, Jm zu mir; Ich, ich will euch erLeben und im Tode dein! Wir quicken!" 53 sind durch Christi Tod erlöst: 6. Heil uns bei deinem sanften du, der Sünder nicht verstößt, Joch! Wir dürfen wieder hoffen! Herr, unser Gott, Erbarme dich, Uns steht die Gnadenquelle noch Erbarme dich! Vergib uns, leit Und Gottes Himmel offen. Wir uns väterlich! ( 40) kommen; Vater, mach' uns treu, 54 Osterlieder. Daß unsre Pflicht uns heilig sei, 8. Ach schent uns deinen guten Daß nichts von dir uns scheide! Geist; Laß ihn uns zieh'n und 7. Wie oft, Erbarmer, haben lehren! Wenn er uns dir gewir Dir Besserung versprochen! horchen heißt, So laß uns willig Und kaum versprachen wir sie dir, hören. Gib selbst uns Muth und So war der Bund gebrochen. Heut' Redlichkeit, zu thun, was uns schreckte uns der Sünde Schmerz; dein Wort gebeut: Erbarm', erSchon morgen wankte unser Herz: barm' dich unser! das( 105) Erbarm', erbarm' dich unser. Ofterlieder. Eigne Melodie. mein Gebein In deine Schattenhülle! Ewig Selig Werden wie94. Christ ist erstanden Aus der Diese Glieder Auferstehen, des Todes Banden. Auch wir Werden die Verklärung sehen. sollen aufersteh'n! Freut euch, ihr Erlöseten, Des Erretters! ( 166) me 2. Mag der Unchrist wanten Mel. Komm, Schöpfer, fomm ic. Bei'm finstern Grabgedanken! 96. Auf, der Erlös'ten heilUnsre Hoffnung stehet fest, Die auf den Heiland sich verläßt. ger Chor; Sing' unserm Gott ein Hallelujah! neues Lied! Laut schalle dein Ge 3. Er ist aufgenommen! Wir sang empor, Von Wonn' und werden zu ihm fommen. Woh frommem Dank durchglüht! nung ist uns schon bereit unserm Herrn in Ewigkeit! lelujah! ( 113) 2. Er, der für uns geopfert Bei Hal- war, Geht siegreich aus der finstern Gruft. Ihm folget der Erlös'ten Schaar, Wenn seine Gottesstimme ruft. Mel. Wie schön leucht' 2c. 95. Triumph, Triumph und 3. Wie herrlich triumphiret er! Wer ist dem Herrn an Würde hohe Engel Heer Ist nun vereint in war seinem Reich. Preis und Dank Dem, der des Todes Macht bezwang, Und uns, gleich? Der Menschen und der den Staub, erhöhte! Der Sieger überwand: Nacht um ihn, doch sie verschwand helle Morgenröthe. Gebet, Ihr Erlöften, Retter Preis und Ehre! Glaubt an ihn und seine Lehre! Gebt, o Unserm In dem Lohn, Laßt uns zu ihm, dem 4. Die wir noch ringen nach König fleh'n, Daß einst vor seinem hohen Thron Auch wir in Himmelsglanz ihn seh'n! 2. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein fünftig Grab, mel. Erschienen ist der herrlich'. 97, Dein Heiland lebt, o Christenheit! Heil dir in Zeit und ernster Stille! Nur wenig Tage werden's sein, O so umfängst du Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Osterlieder. Sieg ist sein; Und wir, o Jesu, Mel. Wachet auf, ruft 2c. wir sind dein. Hallelujah! 55 98. Amen! Lob und Preis 2. Wo ist dein Stachel nun, o Tod? Der Heiland starb und und Stärke Sei dem Vollender bleibt doch Gott, Und bleibt auf seiner Werke, Dem Todesüberseines Vaters Thron Zu unserm winder Dank! Singt dem auferTrost des Menschen Sohn. Hal- standnen Helden, Und alle Himlelujah! nous fais mel, alle Welten Und dieser 3. Gelobt, gelobt sei Jesus Erdkreis sei Gesang! Ihm, der Christ, Daß er vom Tod erstan- vom Tod erstand, Der siegreich den ist! Lob sei dem Herrn der überwand, Hallelujah! Sein ist Herrlichkeit Von Ewigkeit zu die Macht; Er hat's vollbracht; Ewigkeit! Hallelujah! Die Welt ist seiner Ehre voll. 4. Auf diesen Felsen will ich bau'n. 2. Ja, du Land der Gräber, Er lebt; dies stärket Erde! Empor aus deinem Staube; mein Vertrau'n. Er flehet noch werde Ein Land des Lebens und zu Gott für mich, Fleht göttlich des Lichts! Er, der glorreich aufund fleht brüderlich. Hallelujah! erstanden, Befrei't dich aus des Dich aus des 5. Bei aller Leiden Ungestüm Todes Banden, Und von den Sei dies mein Trost: ich leb' mit Schrecken des Gerichts. Heil dir, ihm. Das Haupt läßt seine Glie- das Grab ist leer! Der Feinde der nicht; Dies bleibe meine 3u- mächt'ges Heer Ist bezwungen. versicht. Hallelujah! die Des Todes Nacht, Der Hölle 6. Leb' ich, so forget er für Macht, Der Gräber Grauen ist mich; Sterb' ich, so nimmt er besiegt. mich zu sich. Denn wo er ist, da soll ich sein; Nun kann ich meines Tod's mich freu'n. Hallelujah! 3. Was vermag uns zu erschüttern? Der Sünde Knechte mögen zittern Vor ihm, der ewig, 7. Er führt mir nach des ewig lebt. Wir, des Auferstand'Todes Ruh' Auch meine Lieben nen Brüder, Wir Christen, seines wieder zu. Erwachen werden wir Leibes Glieder, Wir freu'n uns zugleich, Und mit ihm eingeh'n sein, der ewig lebt. Für uns sant in sein Reich. Hallelujah! er in Tod; Für uns entrückte Gott Jhn dem Grabe. Empörer, bebt! Der Sieger lebt, Er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. 8. Durch seiner Auferstehung Kraft Vollend' ich meine Pilgerschaft. Herr, hilf mir nur, daß ich dir treu, In guten Thaten eifrig sei! Hallelujah! 4. Unser Herz darf nun nicht wanken. Die bangen, zweifelnden 9. Dann rufe mich, wenn's Gedanken Besiegt des Glaubens dir gefällt, Aus dieser sünden- Zuversicht. Wie ein Fels des vollen Welt; Und führe mich Herrn im Meere Steht uneran deiner Hand Hin in mein himmlisch Baterland! Hallelujah! ( 85) schüttert Jesu Lehre, Umglänzt mit Herrlichkeit und Licht. Der Himmel Bau zerfällt; Die Herr 56 Ofterlieder. lichkeit der Welt Wird verschwin-| seinem Reich Unsterblich, heilig, den: Doch fort und fort Steht Engeln gleich, Und ewig, ewig, Jefu Wort, Bleibt Trost und Herr, welche HerrHeil in Ewigkeit. selig sein; lichkeit ist mein! Mel. Vom Himmel hoch zc. 99. Erinn're dich, Geist, erfreut, Des hohen der Herrlichkeit! Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist! 1 5. Doch auch wir, wir werden 7. Herr, der du in den Himbleiben! Mag denn des Leibes meln thronst! Ich soll da wohStaub zerstäuben, Verzehren nen, wo du wohnst; Und du erModer dies Gebein. Der für füllst einst mein Vertrau'n, Dich mich ist auferstanden, Erlös't mich in der Herrlichkeit zu schau'n. aus den Todesbanden; Wie er, 8. Ich soll, wenn du, o Lebenswerd' ich unsterblich sein. In der fürst, In Wolken göttlich tomVerwesung Grab Dringt einst men wirst, Verklärt aus meinem sein Ruf hinab, Und ich lebe; Grabe geh'n, Und froh zu deiner Und ich bin sein, Und er ist mein: Rechten steh'n. Wie wird mir dann, o dann mir 9. Mit deiner heil'gen Engel sein! Schaar Soll ich dich preifen immerdar; Mit allen Frommen aller ale Beit Soll ich mich freu'n in ( 195) mein Ewigkeit. mein Ewigkeit. 18: 1 Tags 10. O welch ein Ruhm, 0 welch ein Heil Wird, Mittler, uns durch dich zu Theil! Wer mit dir stirbt, o Gottessohn, Ist mit dir auferstanden schon! Entbrenn' in Lieb' und Dank für ihn, Als ob er heute 11. Nie komm' es mir aus dir erschien; Als spräch' er: meinem Sinn, Was ich dir, Friede sei mit dir!" So freue Heiland, schuldig bin. Hilf, daß dich, mein Geist in mir! gün ich stets, in Liebe treu, Nach 3. Schau über dich und bet' deinem Bilde mich erneu'! ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht, mit Gott vereint, Und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war! Sein Name jei ge 100. Bringt Preis in und benedeit Von nun an bis Ewigkeit! Ruhm dem Heiland dar; Singt 5. O Glaube, der das Herz ihm in allen Landen; Er der für erhöht! Was ist der Erde Maje- uns getödtet war, 3st siegreich stät, Wenn sie mein Herz mit auferstanden. Sei gelobt, Herr dem vergleicht, Was ich durch Gottes Sohn erreicht? Jesu Christ, Daß du für uns ge storben bist, Und siegreich aufer12. Du bist's, der Alles in uns schafft; Dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Dir Preis und Ruhm, Herr Jesu Christ, Der du vom Tod erstanden bist!( 55) Eigne Melodie. 6. Vor seinem Thron', in standen! Hallelujah! Osterlieder. 57 2. Dein Leben in der Maje- erheben. Laß dies auch mein Erbstät Befestigt unsern Glauben. theil sein; So werd' ich dein Wer kann, da dich dein Gott er- mich ewig freu'n, Du Todesüberhöht, Den großen Trost uns winder! Hallelujah! ( 125) rauben, Daß du unser Heil vollbracht, Und von des ew'gen Todes Eigne Melodie. Macht Uns Sünder haft erlöset? 101. Jesus, meine ZuverHallelujah! 3. Gott selbst, der dich dem sicht Und mein Heiland, ist im Grab entrückt, Hat dem, was du Leben. Dieses weiß ich; sollte gelehret, Der Wahrheit Siegel nicht Sich mein Herz zufrieden aufgedrückt, Und dich als Sohn geben, Was die lange Todesnacht geehret. Deines Opfers hohen mir auch für Gedanken macht? Werth Hat er auf's Herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. Hallelujah! mis 2. Jesus, er mein Heiland, lebt: Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser 4. Erstandner, ich frohlocke schwebt; Warum sollte mir denn dir; Mein ist dein Sieg und Leben. grauen? Er ist Haupt, ich bin Du lebst und herrschest, nun auch sein Glied, Das er endlich nach mir Dein ew'ges Heil zu geben, sich zieht. Meiner Seele Trost zu sein, 3um Siege Kraft mir zu verleih'n, Und mich zu Gott zu führen Hallelujah! 3. Ich bin durch der Hoffnung Band 3u genau mit ihm verbunden, Halt ihn mit des Glaubens Hand Fest in meinen letzten Stunden, Daß mich auch fein TodesEwig von ihm trennen 5. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Erstorb'ne zu erwecken. bann Du rufft einst, und des Grabes kann. Nacht, Wird Todte nicht mehr 4. Jch bin Staub, und muß decken. Wie du auferstanden bist, daher Auch einmal zu Staube So werd' auch ich, Herr Jesu werden. Dieses weiß ich; doch Christ, Durch dich einst aufer- wird er Mich erwecken aus der stehen. Hallelujah! Erden, Daß ich in der Herrlichfeit Bei ihm sei in Ewigkeit. baut, dich 6. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich 5. Einen Leib von Gott erleben, Und jederzeit nach deinem Wird die neue Welt mir Sinn Nach Gottes Liebe streben, geben. Dann wird der von mir Daß ich, wenn ich aufersteh', Und geschaut, Der mich will zu sich als meinen Richter seh', erheben. Im verklärten Leib Nicht angstvoll vor dir bebe. werd' ich Jesum sehen ewiglich. Hallelujah! 6. Dieses Aug', das sterbend 7. Wo du, Herr, bist, da soll bricht, Wird ihn, meinen Heiland, auch einst Dein Jünger mit dir kennen. Ich, ich selbst, kein Fremleben. Du wirst ihn, wann du der nicht, Werd' in seiner Liebt nun erscheinst, zu deiner Freud' brennen. Nur was Schwachheie 58 heißen kann, Wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kränkelt, seufzt 3. Jesus lebt; wer nun verund fleht, Wird sich dort verherr- zagt, Västert ihn und Gottes Ehre. licht sehen. Irdisch wird der Leib Gnade hat er zugesagt, Daß der gesä't; Himmlisch wird er auf- Sünder sich befehre. Gott vererstehen. Hier verweset mein Ge- stößt in Christo nicht; Dies ist bein; Dort werd' ich unsterblich meine Zuversicht! ſein. Osterlieder. erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht! 4. Jesus lebt: sein Heil ist 8. Seid getroft und hocher- mein: Sein sei auch mein ganzes freut, Jesus trägt euch, meine Leben! Reines Herzens will ich Glieder! Gebt nicht Raum der sein, Und den Lüsten widerstreben. Traurigkeit; Sterbt ihr, Christus Er verläßt den Schwachen nicht; ruft euch wieder, Wenn einst die Dies ist meine Zuversicht! diss Posaune flingt, Die durch alle Gräber dringt. oor 5. Jesus lebt; ich bin's gewiß: Nichts soll mich von Jesu scheiden; 9. Laßt euch nicht die finst're Reine Macht der der Finsterniß, Gruft, Nicht den Tod zur Furcht Reine Herrlichkeit, fein Leiden! bewegen; Denn ihr schwebt, wenn Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; er euch ruft, Euerm Heiland froh Dies ist meine Zuversicht! csin entgegen. Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter euerm Fuß. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod Mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth 10. Nur daß ihr den Geist er- Wird es meiner Seele geben, hebt Von den Lüsten dieser Er- Wenn sie gläubig zu ihm spricht: den, Und euch dem schon hier er- Herr, Herr, meine Zuversicht! gebt, Dem ihr einst sollt ähnliched ( 55) werden. Schwingt euch jetzt schon Mel. Wachet auf, ruft 2c. dahinein, Wo ihr ewig wünscht 103. Hallelujah! Jeſus au sein! ( 114) lebet! Erlöste Brüder, kommt, Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. erhebet Des Auferstand'nen Majehisstät! Hört's, betrübte Sünder! 102. Jesus lebt; mit ihm gebet Der Freude Raum; denn auch ich! Tod, wo sind nun deine Jesus lebet: Gott hat ihn aus Schrecken? Er, er lebt, und wird dem Staub erhöht. Mein Herz, auch mich Von den Todten auf- auch dein Gesang Bring' Ehre erwecken. Er verklärt mich in ihm und Dank! Hallelujah! Dich, sein Licht; Dies ist meine 3u- großer Held, Erheb' die Welt, versicht. Weil deine Hand den Sieg 2. Jesus lebt; ihm ist das behält! Reich Ueber alle Welt gegeben. 2. Jünger Jesu, wehrt dem Mit ihm werd' auch ich zugleich Leide; Lobsinget ihm und nehmt Ewig herrschen, ewig leben. Gott voll Freude Am Siege Theil, den 59 er erstritt! Seht, er hat Erlösung funden, Hat Tod und Hölle über Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz xc. 104. Frohlocht, frohlockt! wunden; Er herrscht, der für uns starb und litt. Laßt eure Feinde er lebet wieder; Er steht verklärt, dräu'n! Ihr könnt getroft euch der Menschensohn! Erklingt ihm, freu'n; Jesus lebet! Von Ewig- hohe Jubellieder, Dem Sieger keit zu Ewigkeit Derselbe gestern über Schmerz und Hohn! Er und auch heut'! si lebet, ewig uns zu leben; Ale 3. Nun verzagt auch nicht, Fürst des Lebens steht er da: Die Verbrecher! Gott ist euch nun Missethaten sind vergeben; Die kein strenger Rächer, Wenn ihr Gnade waltet fern und nah. die Schuld mit Ernst beren't. 2. Ich jauchze laut: sie ist geDurch des Todes Ueberwinder funden, Die Rettung; Heil ich Ist er versöhnt, und gegen Sün- bin befreit! Und lag ich noch so der Ein Vater der Barmherzig- schwer gebunden; Die Kette brach feit. Er ruft sein Volk hinauf, durch seinen Streit. D'rum füh!' Schließt seinen Himmel auf, Sie ich mich, wie neugeboren; Ein zu segnen. Wir sind versöhnt, neuer Geist durchströmet mich; Mit Gott versöhnt, Und Jesus Und Treue hab' ich ihm geschwoist von Gott gekrönt. ren: Sein bin ich jetzt und ewiglich. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das 3. Ihm folg' ich dankbar durch Grab uns decken, Verwes't der das Leben; Ich halte mich an Leib gleich in der Gruft. Einst seine Hand; Und ob der Erde wird er zum bessern Leben Sich Vesten beben: Nichts löset solcher aus des Todes Staub erheben, Liebe Band. Wer kann mir schaWenn Jesus den Entschlaf'nen den, mag ich scheiden Von ihm, ruft. Dann wird das Todtenfeld der mir zur Seite steht? Froh 3ur lebensvollen Welt. Halle- geh' ich selbst in herbe Leiden, Da lujah! Tod und Gericht Erschreckt er, mein Heiland, mit mir geht. uns nicht, Denn Jesus lebt im Himmelslicht. tih 5. Auferstandner, welch ein Segen Erwartet uns, wenn wir auf Wegen Einhergehn, die dein die Ewigkeit. Fuß betrat! Unnennbare Selig- er mir erschlossen, keiten, Dies sind die reichen, sein hohes Reich. großen Beuten, Die uns dein det meines Heils Sieg erkämpfet hat. Bald sind Spricht er- und euerm König sie unser Theil; Bald frönet uns gleich!" 4. Zur Weisheit ist er mir gegeben, 3ur Kraft und zur Gerechtigkeit, Zur Heiligung in diesem Leben, 3um Segen für Den Himmel hat Bereitet mir Kommt, werGenossen, d das Heil Deines Lebens. Halle- 5. O Tod, wo sind nun deine lujah; Der Herr ist nah! Bald Schrecken? O Grab, wo ist nun ist der Tag des Sieges da! deine Macht? Nur meine Hülle ( 195) wirst du decken, Sie bergend in Ofterlieder. - 60 Ofterlieder. der fühlen Nacht. Einst tönt in| Prüfungszeit Jst dein Tag der deine Tiefen nieder Das Macht- Herrlichkeit, Höchste Majestät, gebot deß, der erstand. Triumph! erschienen; Erd' und Himmel Triumph! ich lebe wieder Durch| jauchzen da: Gott sei Dank! ihn, der für mich überwand. Hallelujah! 6. Ich schweb' empor zu seinen 3. Theile, großer Fürst, die Freuden; Ich fnie' an seines Beute Deiner armen Heerde mit, Vaters Thron. Dort schwindet Die in froher Sehnsucht heute jedes Erdenleiden; Dort find' ich Vor den Thron der Gnade tritt. meiner Treue Lohn. Dort treff' Deinen Frieden gib uns Allen! ich sie, die vor mir schieden, Um O so jauchzet Herz und Muth, die so manche Thräne rann; Wir Weil das Loos uns wundergut wohnen dort im sel'gen Frieden, Und auf's Lieblichste gefallen. Wo nichts uns wieder trennen Freud' und Wonne grünen da: fann. Gott sei Dank, Hallelujah! 7. O hätt' ich deiner Engel 4. Laß, o Sonne der GerechWeisen Und deines Seraphs ten, Deinen Strahl in's Herz Harfenspiel; Wie wollt' ich meinen uns geh'n! Gib Erleuchtung Retter preisen, Entzücken ganz, deinen Knechten, Daß sie geistlich und ganz Gefühl! Doch würdig aufersteh'n. Hält der Schlaf uns tann dich feiner singen, So lang' noch gefangen, O so fördre du er noch im Staube wallt; Hoch den Lauf; Rufe mächtig: wachet aber soll mein Lied erflingen, auf; Denn die Schatten sind verWenn's dort im Chor der Sel'gen gangen, Und der helle Tag ist da! schallt! Gott sei Dank, Hallelujah! ( 9) 5. Tilg' in uns des Todes schlägt, Grauen, Wenn die letzte Stunde Weil du denen, die dir die Palmen, Die dein Volk dir trauen, Schon die Krone beigeheute bringt, Das mit frohen legt! Gib uns in den höchsten Osterpfalmen Den erkämpften Nöthen, Gib uns mitten in der Sieg befingt. Wo ist nun der Bein Deinen Trost und GlauFeinde Pochen, Und der Würger ben ein; O so kann der Tod Siegsgeschrei, Da des Todes nicht tödten; Denn die Hoffnung Nacht vorbei, Und sein Stachel blühet da! Gott sei Dank, Hal ift zerbrochen? Tod und Hölle lelujah! liegen da! Gott sei Dank, HalleTujah! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer Ueber Sarg und Grüften 2. Stecke nun dein Sieges- weint, Wie die Schwachheit nach zeichen Auf der dunkeln Gruft dem Schlummer Dort in voller empor! Was fann deinem Ruhme Kraft erscheint. Sind wir sterbgleichen? Held und König, tritt lich hier geboren, O so streift das hervor! Laß dir nun den Erd- kühle Grab Nur, was sterblich freis dienen! Denn nach harter heißt, uns ab, Und der Staub ist Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. 105, Ueberwinder, nimm nimm schlägt, Osterlieder. 61 nicht verloren; Unser Hirte hütet Mich in Schwachheit unterstüzet, da; Gott sei Dant, Hallelujah! Mir in Kummer Freude schafft. 7. Rufe die zerfall'nen Glieder Endlich aus der dunkeln Nacht, zen Wenn der Deinen Asche wieder zen 6. Aller seiner Frommen HerFühlen auch in ihren SchmerDiesen Trost, daß Jesus lebt; In verklärtem Glanz erwacht. Können's in dem Kampf mit Dann wirst du die Krone geben, Sünden Und im Todestampf Dann wird uns're volle Brust, empfinden, Wie dies Wort den Herr, mit engelgleicher Lust Ewig Geist erhebt. deinen Sieg erheben; Dir sind wir dann ewig nah. Gott sei Dant, Hallelujah. ( 196) do 7. Jesus lebt; o welche Freude! Welch ein Labsal, wenn ich leide; Welch ein Trost in jeder Pein! Jesus lebt; ich werd ihn sehen, Werd' mit ihm am Throne stehen, Und mit ihm unsterblich sein. Mel. Fröhlich, fröhlich, immer 2c. ( 105) 106. Jejus lebt, er lebt, ja, Amen! Nun muß dir's in Jesu Namen ernst, o Seele, mel. Freu' dich, Seele, rühm' 2c. ſein! Für mich starb am Kreuzé 107. Größter Morgen, der Jesus; Für mich ist erstanden die Erde Nach der tiefsten Nacht Jesus; Gott und Ewigkeit ist mein. belebt; Der sie nach dem Wort: 2. Nun will ich anbetend dan- ,, es werde!" Nochmals aus dem fen, Keinen Augenblick mehr Nichts erhebt! Nach der Nacht wanken; Denn unsterblich bin ich voll düst'rer Sorgen Bringt der nun. Jesus gibt mir Seelenruhe; freudenreichste Morgen Jesum Ich will, was ich immer thue, aus des Todes Thor, Jesum, Nun in Jesu Namen thun. unser Licht, hervor. 3. Du, den ich als Heiland 2. Seht, der Stein ist abgekenne, Meinen Herrn im Glauben hoben, Und kein Kriegsknecht nenne, Dein, o Jesu, dein bin hütet mehr, Blickt nur selig froh ich! Dir glaub' ich, dir folg' ich nach oben: Jesus lebt, das Grab stille; Herrsche du; hier ist mein ist leer. Kommt und seht, wo Wille: Rede, Herr, ich höre dich! er gelegen! Engel rufen euch ent4. Laß den Spötter mich ver- gegen: Sucht ihn, sucht den lachen! Mich soll er nicht wankend nicht im Grab, Der der Welt machen: Du bleibst ewig, der du das Leben gab. bift. Felsenfest besteht mein 3. Lebt nun auf, ihr stillen Glaube; Spötter, o du Wurm Seelen, Die ihn Thränen ihr zerim Staube, Du vertilgst nicht floßt; Die ihr euch in KummerJesum Christ! 5. Jesus lebt; ich kann's empfinden; Denn er läßt mich Hülfe finden; Ich erfahre seine Kraft: höhlen Ohne Licht und Kraft verschloßt; Lebt nun auf; er ist erstanden, Ledig von des Todes Banden, Und mit Klarheit ans Seine Kraft, die mächtig schüßet, gethan: Betet euern König an 62 Ofterlieder. Von dem du tamst. Du kamſt. 4. Ja, du lebst, o Jesu, wieder, ganz vertraue, Den ich einst auf Hallelujah, ewiglich! Deine Jün- dem Throne schaue, ger, deine Brüder Sah'n mit zu uns Sündern ihren Augen dich; Zeugten laut kämpftest nicht für dich; Du siegin Schmerz und Banden: Jesus test, Herr, für mich, Für mich lebt, ist auferstanden. Sie, die Sünder! Durch deinen Tod Verlebend dich geseh'n, Hießen Todte föhnte Gott Die ganz Sünderaufersteh'n. welt mit sich. 5. Jauchz', o Erde, Himmel, 3. Sollt' ich nicht mit Danfen tönet! Rühme, neugeschaff'ne kommen? Dir, du Erretter deiner Welt! Gott und Menschheit sind Frommen, Sollt' ich dir nicht ververföhnet; Christi Reich ist fest- pflichtet sein? Du hast bis zum gestellt. Preis ihm von den Mil- Tod gefämpfet, Hast sterbend lionen Derer, die im Himmel meinen Feind gedämpfet; Dein wohnen! Auch hienieden bringt Sieg, o Lebensfürst, ist mein. Lob, ihm Dank, Jubel, frohen Preis- Preis und Dank sei dir! Du halfft gefang! vom Tode mir; Gabst mir Leben. 6. Laß uns geistig aufer- Mein frommer Dant, Mein Lobstehen. Allem Sündendienst ent- gejang Erhebt sich freudig, Herr, rückt! Laß uns aus den Fesseln zu dir! gehen, Wenn die Welt uns noch bestrickt. Gib uns Kraft zum neuen Leben, Bis du uns zu dir erheben, Völlig uns erlösen wirst, Auferstandner Siegesfürst! ( 106. 83) 4. Jhn, den Todesüberwinder, Jhn betet an, erlös'te Sünder; In tiefer Demuth betet an. Werft euch mit mir vor ihm nieder, Ihr theure, miterlös'te Brüder, Und rühmt, was Gott an euch gethan! Glaubt an ihn; sein Gebot gft 108. Wer ist's, der mit freudig Durch Kampf und Streit uns Befehl von Gott. Folgt ihm Mel. Wachet auf, ruft 2c. Himmelslichte, Mit neu ver 3ur Herrlichkeit, 3um ew'gen klärtem Angesichte, Aus seiner Leben durch den Tod! Todtenhöhle geht? Jesus ist's, ihr Menschenfinder! Er ist's, der Heiland aller Sünder, Der siegreich auf dem Staube steht! Sein offnes Grab ist leer; Dort liegen um ihn her Seine Feinde. Preis ihm und Dank; Denn er bezwang Den Tod, mit dem er siegreich rang. 5. Wenn wir auch den Tod noch schmecken; Doch hat er für uns keine Schrecken, Hat feine Macht, zu schaden, mehr. Jesus lebt; auch unsre Glieder Belebt einst seine Allmacht wieder; Auch uns're Gräber werden leer. Sein Eigenthum sind wir; Die Seinen läßt er hier nicht im Staube. Er 2. Du bist's, der für mich Ver- kommt und ruft Uns aus der bürgte, Für mich Geopferte, Er- Gruft; Wir hören ihn und folwürgte, Der du die Macht dem gen ihm. an ibn und asdat Tode nahmst. Du bist's, dem ich 6. Tag des Lebens, Tag der Osterlieder. 63 So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, Hab' ich an deinem Frieden Theil. Halleluja! Wonne, Wenn nun uns Todten 5. Nun ist dies erste Leben mir Gottes Sonne Hervorbricht nach Ein segensreicher Gang zu dir. der langen Nacht! O was werden wir empfinden, Wenn Grab und Finsterniß verschwinden, Und plötzlich unser Aug' erwacht! 6. Zwar drückt noch mancher Herr Jesu führe du Uns diesem Schmerz uns hier; Noch, o Tage zu, Uns, die Deinen! Die Erlöser, sterben wir. Doch du Todesbahn Gingst du voran; regierst und wir sind dein, Und Wir folgen dir in deine Ruh. ewig werden wir es sein. Hallelujah! 7. Held, vor dem die Hölle bebet, Der selbst den Tod sah und 7. Ich weiß, daß mein Erlöser nun lebet, Und herrscht in alle lebt: O Trost, der meinen Geist Ewigkeit; Dir hat Gott nun erhebt! Durch ihn gestärkt, ſeh' Sieg und Leben, Dir hat er seine ich auf's Grab Mit unerschrockWelt gegeben und alle seine nem Blick hinab. Hallelujah! Herrlichkeit! An allem deinem 8. Welch neue Welt voll Heil Hat dein Erlöster Theil Seligkeit Erwartet mich nach Durch den Glauben. Des Glau- dieser Zeit! Da findet der verbens Licht Erlösch' uns nicht; So flärte Christ Das Heil, das seh'n wir ewiglich dein Heil. unaussprechlich ist. Hallelujah! ( 126) 9. Der du für unsre Seele wach'st, Sie zu dir ziehst und selig mach'st, Laß mich mit freumadhit, perio für Mel. Erschienen ist der herrliche 2c. but 109. Dich bet' ich an, er- digem Vertrau'n Im Tod auf standner Held dich, Vollender, schau'n! Halleluja! mi Erretter einer Sünderwelt! Du, uns're Zuflucht für und für; Froh huldigt meine Seele dir. Hallelujah! ngsgid Mel. Ein feste Burg ist zc. 2. Um deinen Thron, der ewig 110. Er lebt! D Freudeno steht, Glänzt Wahrheit, Heil und wort! er lebt, Der Heiland aller Majestät. Ich nahe mich voll Sünder! Der Feinde Heer erZuversicht Zu dir; denn du ver- schrickt und bebt Vor seinem wirfst mich nicht. Hallelujah! Ueberwinder. Er stritt mit Hel3. Herr, meine Seele preiset denmuth, Und kämpfte bis auf's dich! Erlöst hast du auf ewig Blut. Durch Leib's und Seelenmich, So wahr du selbst vom Him- noth, und durch den Kreuzesmel kamst, Dein Leben gabst und tod Erwarb er mir das Leben. wieder nahmst. Hallelujah! 2. Er lebt, des Vaters ew'ger 4. Wer ist's, der mich verdam- Sohn, Erhöht zu seiner Rechten. men kann? Jch glaub' an dich Er herrscht auf seinem hohen und sage dann: Der Gott, durch den die Himmel sind, Der ist mein Vater, ich sein Kind. Hallelujah! Thron, Hilft seinen schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, Und ewig schügt er mich; Er 64 Osterlieder. thut mit starker Hand Den Fein- nicht." Deß tröst' ich mich von den Widerstand: Sie können mir Herzen. nicht schaden. 5. Er lebt, der unbezwung'ne 3. Er lebt zu unserm Wohl- Held! Besingt, ihr Engelchöre, ergeh'n, Des Guten milder Besingt, ihr Völker in der Welt, Geber. Die Kraft von seinem Des Mittlers Ruhm und Ehre! Aufersteh'n Dringt bis in uns're Erhebt des Siegers Macht, Der Gräber. Tragt meinen Leib zur von dem Tod erwacht; Der Ruh'; Deckt ihn mit Erde zu; unsern Tod bezwingt, Uns Leben Gebt ihn den Würmern hin! wiederbringt Und mächtig für Da ich in Christo bin, Werd' uns streitet! ich im Grab' nicht bleiben. 6. Er lebt! und darum faßt 4. Er lebt! Gott hat ihn uns heut' Sein Lob vergnügt erauferweckt; Gott wird auch mich heben; Laßt uns mit Freuden erwecken. Der Tod der sonst die allezeit Ihm wohlgefällig leben! Menschen schreckt, Kann mich Herr, Herr, hier hast du mich; nun nicht erschrecken. Sein Befiehl mir! hier bin ich; Dein, Stachel, seine Kraft, Die Sünd' dein will ich allein Todt und ist weggeschafft. Der treue Zeuge lebendig sein: Dein will ich ewig spricht: Wer glaubt, der stirbet bleiben! ( 198) Am zweiten Ostertage, Luc. 24, 13-35. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. empfunden: Jesus läßt mich nie 111, Trauernd allein. In des Kummers trübund mit sten Stunden Tritt er unverhofft bangem Sehnen Wandelt dort herein. Klag' ich weinend mit ein Jüngerpaar. Jesum suchen Verlangen: Herr, wo bist du ihre Thränen, Der ihr Freund hingegangen? Oso tritt er und Meister war. Doch eh' sie's bald zu mir, Rufet: Friede ſei zu hoffen wagen, Nahet er, um mit dir! den sie klagen; Liebend stillt er 4. Treu'ster Freund von allen ihren Schmerz. Und vor Wonne Freunden, Bleibe ferner doch bei brennt ihr Herz. di mir! Sucht die Welt mich an2. Ach es geh'n noch manche zufeinden, O so wend' ich mich Herzen Ihrem stillen Rummer zu dir! Wenn mich Trübfalsnach. In dem Dunkel banger wetter schrecken, Willst du mächSchmerzen Glimmt der Hoff- tig mich bedecken. Hab' ich zum Ges nungsfunke schwach. Manches fährten dich, So ist nichts mir wandelt ganz alleine, Daß es fürchterlich. in der Stille weine. Aber siehe, 5. Bin ich traurig und beJesus naht! Hell und freudig trübet; Herr, so ruf' mir in den wird dein Pfad. Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich dein eigen bin 3. Oft schon hab' auch ich's Osterlieder. 65 Laß in die mich Ruhe finden, 3. Herr, vergib dem bangen Auf dein Wort die Hoffnung 3agen; Leicht gebrochen ist mein gründen! Wer hier Thränen- Herz! Bleibe, Jesu, hilf mir saaten streut, Aerntet droben tragen; Lind're du der Trennung Seligkeit. ndo ad om in Schmerz! Ja, du hast den Tod bezwungen, Hast dich siegreich aufgeschwungen, Und durch deine Gottesmacht Leben an das Licht gebracht. - 6. Tröst' auch Andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren geh'n, Oder in der stillen Kammer Tiefbetrübet zu dir fleh'n. Wenn sie von der Welt sich tren- 4. Jch auch muß zuvor erst nen, Daß sie satt sich weinen leiden, Um zur Herrlichkeit zu fönnen; Tritt mit deinem Gna- geh'n, Muß von dieser Erde denschein Tröstlich dann zu ihnen scheiden, Aber nur um aufzua ein! d om steh'n. Aus dem Schooß gespreng7. Wenn es einst will Abend ter Hügel Schwingt sich auf des werden, Und des Lebens Tag fich Lichtes Flügel Zu der Engel neigt, Wo dem blöden Aug' auf heil'gem Chor, Herr, dein Jünger Erden Nirgends sich ein Helfer zeigt; Bleibe dann an meiner Seite! Gib mir Sieg im letzten Streites Daß ich, bis zum Ende treu, Jener Krone würdig sei! of siol 93d( 134. 95) #lat ne Gut Mel. Jesu, meines Lebens Leben c. 112. Bleibe! es will Abend werden, und der Tag hat sich 3. Aufersteh'n zu jenen Welgeneigt; Kummer, Mühen und ten Folg' auch ich dem Heiland Beschwerden Haben meinen muth nach Richtend wird er dort vergebeugt. Immer morscher wird gelten; Heil dem großen Aerntedie Hütte, Und die letzten schweren tag! Die mit Thränen hier geSchritte Zu des Grabes dunkler säet, Werden selig dort erhöhet; Nacht Sind in kurzer Frist ge- Thränen, Trübsal, Tod und Bein Werden jenseits nicht mehr macht. einst empor. 5. Aufersteh'n! du Wort des Lebens, Ew'ger Gnade theures Pfand! Du verscheuch'st die Nacht des Bebens, Hier im dunkeln Pilgerland. Auf den finstern Lebenswegen Fühlt der Geist durch deinen Segen Sich ermuthigt Lust entzückt. und erquict, Still zu fünft'ger 2. Bleibe bei mir! Todes sein. schauer Gießt sich bald durch mein 7. Alle Lieben find' ich wieder Gebein, Und die Seele hüllet Dort vereint um Gottes Thron, Trauer, Borgefühl des Todes ein. Wo der Sel'gen Wonnelieder Soll der Geist in Nichts zer- Preisen den erstand'nen Sohn. fließen? Ewig sich das Auge Alle Leiden sind bezwungen, Alle schließen? Werd' ich in den Klagen sind verklungen; WanSternenhöh'n Nicht die Lieben dellos in Ewigkeit Steht das wiederseh'n? Reich der Seligkeit! ( 10) 5 66 Himmelfahrtslieder. Am Feste der Himmelfahrt. Mel. Ach Gott und Herr, wie zc. men, Und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne 113. 3euch uns nach dir! Und seinem großen Sieg! Singt, So eilen wir Zum Himmel voll wie er auf zum Throne Der Verlangen. Du bist, du bist, Ewigkeiten stieg. dal sit Herr Jesu Chrift, Vor uns zu 2. Der einst, von Qual durchGott gegangen. drungen, Den Sündern war ein 2. 3euch uns nach dir! So Spott; Der unsern Tod bewandeln wir Den Weg, den du zwungen In seiner Todesnoth; uns leitest. Fehlt uns dein Licht, Den seh'n wir hoch und prächtig So seh'n wir nicht, Welch Heil Im Siegesglanze zieh'n; Der du, Herr, bereiteft. schwinget sich allmächtig Durch alle Himmel hin. 3. 3euch uns zu dir! So trachten wir nicht mehr nach 3. Dort auf dem Delberg eiteln Dingen. Der Erde Glück stehen Die Jünger arm und Bleibt doch zurück; Hilf uns nach schwach; Hinaufgen Himmel Besserm ringen. sehen Sie dir, o Jesu nach. Doch 4. 3euch uns nach dir! So seh'n sie froh dich scheiden In dulden wir Voll Muth der deinen Sternensaal, Weil du mit Erde Leiden. Die rauhe Bahn Licht und Freuden Sie tröstest Führt himmelan, Dir nach, zu ohne Zahl. deinen Freuden. 16 4. Du aber hast nach oben 5. 3euch uns nach dir! So 3um Throne dich gewandt, Und kämpfen wir Dir nach, dem waltest ewig droben zu Gottes Gottessohne. Dann schmückt uns rechter Hand. Von dannen wirst einst, Wenn du erscheinst, Der Ueberwinder Krone. du kommen In Richtermajestät. Dann jauchzen dir die Frommen; 6. 3euch uns nach dir! So Dann wird der Glaub' erhöht. jauchzen wir Schon hier in 5. O Jesu, Heil der Deinen, Hoffnung fröhlich. Im Todes- Rüst' uns auf diesen Tag, Sei's, schmerz fühlt sich das Herz Durch daß er heut' erscheinen, Sei's Himmelsvorschmack selig. daß er säumen mag! Wenn dann 7. 3euch uns nach dir! So dir deine Knechte Verklärt entwerden wir zum Himmel einst gegen zieh'n; Dann führe deine erhoben, In deinem Reich Dich, Rechte Auch uns zum Himmel hin. Engeln gleich, Vollender, ewig leben! ( 164. 182. 83) 6. Dann laß in Strömen quillen Dein schönes Freudenlicht; Dann zeig' uns ohne Hüllen Des Vaters Angesicht. O himmlisches Mel. Befiehl du deine Wege 2c. 114. Ergrünt, ihr Sieges: Entzücken! Ofel'ger Liebeszug! palmen; Jhr Himmel, werdet Wenn wir nur dich erblicken, Hat flar! Ihr Herzen, bringet Psal- unser Herz genug! Himmelfahrtslieder. 67 Mel. Wachet auf ruft 2c. Er zieh' uns in dein Reich; 115. Ueberaffer Himmel zu folgen! Du gingst voran; Mach' unser Herz dir gleich, Dir Heere Erhobst du dich mit Sieg Wir seh'n die Bahn, Die uns und Ehre, Du Herzog uns'rer zum Himmel führen kann. Seligkeit! Engel singen Freuden- 5. Uns die Stätte zu bereiten, lieder, Und alle die erlöften Brü- Um die wir Pilger hier noch der Verehren deine Herrlichkeit. streiten, Gingst du voran ins Du, du bist Gottes Sohn! Gott Vaterland. Herrlich wirst du hebt dich auf den Thron Seiner wiederkommen; Dann führst du Ehre. Wir steh'n von fern, Freu'n alle deine Frommen Mit dir hinuns des Herrn, Vertrau'n und auf in's Vaterland. Erkauft haft dienen ihm nun gern. du uns Gott Durch deinen Mitt2. Ganz hast du dein Wert lertod, Treuer Heiland! Dein vollendet, Wozu dich Gott, dein sind wir hier; Dort sollen wir Gott gesendet, Erlöst die ganze Auch mit dir leben für und für. Sünderwelt. Dankt dem Herrn, 6. Welche Wonne wird es ihr Menschenfinder! Er hat euch werden, Wenn wir dich wiedereuer Heit, ihr Sünder, Allmächtig seh'n auf Erden In aller Majeſtät wieder hergestellt! Nun geht er des Herrn! Ist der große Tag in sein Reich, Gewiß zum Heil des Lebens Für deinen Feind ein für Euch, Euch zum Segen. Es Tag des Bebens; Doch sieht dein ist vollbracht; Er hat nun treues Volk ihn gern. Wann Macht, Und herrscht in könig- kommt er? Wann erfreut Uns licher Pracht.n deine Herrlichkeit? Hallelujah! 3. Deines Vaters Gnaden- Der Tag ist nah! Ach wär' er da, willen zu unserm Heile zu er- Und mit ihm uns're Herrlichkeit! füllen, ( 125) Wardst du gehorsam bis zum Tod. Nun regierst du auf Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. dem Throne; Gott gibt dir seine 116. Auf Christi HimmelDich nennt nennt Welt zum Lohne: dein Volk nun Herr und Gott! fahrt allein Will ich mein Hoffen Erhöhter Gottessohn! Wie herr- gründen, Und alle Zweifel, Angst lich ist dein Lohn Nach dem Siege! und Bein Im Glauben überWir folgen dir Mit Freuden winden. Denn weil das Haupt hier; Einst lohnet Gott auch uns, im Himmel ist, Wird auch die wie dir. Glieder Jesus Christ In Gnaden nach sich ziehen. 4. Deine trauernden Erlös'ten Im Kampf zu stärken und zu 2. Gen Himmel fuhr mein trösten, Gabst du vom Himmel Heiland zu; 3u Gott ist er gedeinen Geist. Gib auch uns in gangen. Nun kann mein Herz unsern Leiden Den Geist des Im Himmel nur Trostes und der Freuden, Den erlangen. Da, wo mein Freund auch seine Ruh uns dein theures Wort verheißt. gekommen hin, Dahin steht auch 68 Himmelfahrtslieder. mein ganzer Sinn: Dorthin geht| dir, sie sterben dir; Dein Eigen mein Verlangen. thum sind, Herr, auch wir! id 3. Ach Herr, laß deine Auf- 6. Auch wir! Dloschaus von fahrt mich, Den Deinen, dahin deinem Thron Herabe auf deine bringen, Daß durch die Kraft des Kinder! Auch wir sind deines Glaubens ich zu dir mög' auf- Schweißes Lohn, Zwar sterblich wärts dringen! Und nimm mich dann, wenn dir's gefällt, Im Frieden auf zur bessern Welt; Herr, höre doch mein Flehen! Doch das Einst fündenfrei und sterblich nicht. omisch ( 208) 74 Vollenden hilf bi den Lauf dahin, Das Tagewerk vollbringen; sf Mach los alls unsern, Muth Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 117. Mit Preis und Ruhm und Sinna Von eiteln ErdenWOTESTOTA ( 136. 95) gekrönt hast du, O Herr, dein dingen! Wir warten dein Herr Werk vollendet, Und wieder ew'ge Jesu Christ, Bis wir auch da Seelenruh Den Sündern zuge- sind, wo du wendet. Dein ist der Sieg nach mel. Auf diesen Tag bedenken wir zc. Kampf und Streit, Und dich umfängt die Herrlichkeit. bus tous! 118. Im Jubeltonis frob 2. Du schau'st herab, und nimmst den Lohn Für alle deine Plagen; 3euchst nach zu dir und deinem Thron, Die hier im Elend lagen. Denn wer dir hier im Glauben lebt, Dereinst in deinen Freuden schwebt. locken wir: Der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar noch im Staube hier, Und unter viel Gefahren; Doch sintet unser Muth nicht hin: Durch Jesum wissen wir, wohin Uns uns're Wallfahrt führet. Hallelujah! Hallelujah! 3. Aus allen Völkern kommen 2. Das Leben ist an's Licht ge= sie, Mühselig und beladen, Und bracht; Der Himmel steht uns suchen Ruh und finden sie, Des offen. Ihn schloß uns auf durch schweren Jochs entladen. So seine Macht. Der Herr, auf den bringt dir deiner Sel'gen Schaar wir hoffen. Er hebt uns einst zu Den reichen Lohn der Schmer- sich empor; Doch will er, daß zen dar. wir hier zuvor Auf seinem Pfade wandeln. Hallelujah! Hallelujah! 4. Du herrschest mächtig für und für, Und rettest, was verforen; Ein willig treues Volk wird dir Aus deinem Wort geboren, Wie auf der frischen Morgenau Aus flarem Himmelslicht der Thau. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr Dort seines Heils genießen. Wer ihm nicht folgt, dent wird auch er Den Himmel einst verschließen. Wer wünscht, zum Himmel einzugeh'n, Der laff' in seinen 5. Es tönt der Himmelslehren Thaten seh'n, Sein Wandel sei im Schall In allen Zungen wieder. Himmel. Hallelujah! Hallelujah! Wohin es blickt, sieht überall Das 4. Herr Jesu, hilf, daß wir Auge theure Brüder. Sie leben der Welt Uns immer mehr ent noch und Sünder; ist uns're Zuversicht! bist! bift! Himmelfahrtslieder. 69 wöhnen; Stets lieben, Herr, was sich Der Herrlichkeit und Majedir gefällt, zu dir hinauf uns stät, zu der dich Gott, dein Gott fehnen! Vollbringen wir so unsern erhöht! Hallelujah! Lauf, So nimmst du uns einst 7. Wohl nun auch uns! Denn, gnädig auf In's Reich der ew'gen Herr, bei dir Steht Kraft und Freuden. Hallelujah! Hallelujah! Macht; und dein sind wir! 905. Tag an hoher Wonne Nimmst du dich unsrer hilfreich reich, Wann wirst du uns er an, Was ist, das uns noch fehlen scheinen? Du machst uns Gottes fann? Hallelujah! Engeln gleich, Und stillest Leid und 9. Du hast die Stätte uns Weinen. Owohl uns, wenn in Ewigkeit Uns nun das höchste Gut erfreut, Und wir bei Christo wohnen! Hallelujah! Hallelujah!( 219) Tb. bereit't, Wo wir dich seh'n in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Vilgerlauf Nimmst du uns in den Himmel auf. Hallelujah! Mel. Erschienen ist der herrlich zc. 10. O zeuch uns immer mehr 119. Nun, Gottes Kinder, Begier Nach dem nur trachten, zu dir! Hilf uns mit eifrigfter Heiland, bist! Hallelujah! freuet euch! Der Herr fährt auf was da ift, Wo du, verklärter zu seinem Reich. Er triumphirt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! Hallelujah! 32. Sein Wert auf Erden ist bollbracht; Zerstört hat er des Todes Macht: Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott Hallelujah! hat ihn mit Preis gekrönt. Hallelujah! 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit Stärk' uns in uns'rer Prüfungszeit, Fromm dir zu leben, dir zu trau'n, Bis wir verklärt dein Antlig schau'n! 12. Herr Jesu, Heiland, Gottes Sohn! Du hoher König auf 3. Weit, über alle Himmel dem Thron! Dich preifet deine weit, Geht seine Macht und Christenheit Von nun an bis in Herrlichkeit. Der Engel Schaaren dienen ihm; Lobsinget ihm mit lauter Ewigkeit, Hallelujah! ( 1) Mel. Ich dank' dir schon 2c. Stimm'! Hallelujah! 4. Sein sind die Bötter aller 120. Erhebe, Christ, dein Welt; Er herrscht als siegge- Herz und Sinn Zum Himmel von wohnter Held: Er herrscht, bis der Erden! Gen Himmel fuhr unter seinen Fuß Der Feinde dein Jesus hin; Ein Christ muß Heer sich beugen muß. Hallelujah! himmlisch werden. 5. Er schüßet seine Christen2. Was bist du in der Welt? heit, Erhält sie bis in Ewigkeit. Ein Gast, Ein Fremdling und Er ist ihr Haupt; lobsinget ihm! ein Wand'rer. Wenn du furz Lobsinget ihm mit froher Stimm'! hausgehalten hast, So erbt dein Hallelujah! Gut ein And'rer. 6. Ja, Heiland wir erheben 3. Was hat die Welt? Was dich, und uns're Herzen freuen beut sie an? Nur arme, nicht'ge 70 Himmelfahrtslieder. Dinge. Wer einen Himmel hof- sten Freuden! Wer sollte sich nicht fen kann, Der schätzt die Welt deiner freu'n, Und dir von Herzen geringe. folgsam sein, Dir, der zum ew'gend o 4. Wer Gott erkennt, kann der Leben Auch uns einst will erheben? wohl noch Sein Herz auf's Eitle 2. Du hast durch deine Himlenten? Wer Gott zum Freund melfahrt Die Stätte uns bereitet; hat, denket hoch: So müssen Haft uns den Weg geoffenbart, Christen denken! Der uns zum Vater leitet. Und 5. Christ, sich nicht furchtsam weil nun du, Herr Jesu Christ, unter dich, Wenn dich die Leiden In deines Himmels Wohnung drücken; Sieh gläubig in die Höh' bist; So werden deine Fromund sprich: Der Herr wird mich men Gewiß auch dahin kommen erquicken! 3. Gib, daß wir unser bestes 6. Des Christen hohes Bür- Theil Nicht suchen hier im Leben, gerrecht 3st dort im Vaterlande. Nur dort, wo du erst volles Heil Der Christ, der irdisch denkt, Wirst Kindern Gottes geben. denkt schlecht, Denft unter seinem Was unvergänglich, ewig ist, Stande. Nach dem nur trachte nun der 7. Im Himmel schrieb dich Christ, Weil bleibend Glück auf Jesus an; Dort sollst du Heil Erden Nicht kann gefunden genießen. Blick' oft hinauf, der werden.com this Anblick kann Dein Leiden dir versüßen. 4. Zeuch uns, Erhöheter, nach dir! Gib uns des Glaubens 8. Dort, dort ist unsers Vaters Flügel! Voll Muth und Hoffnung Haus! Gott theilt zum Gnaden- eilen wir Dann zu der Hoffnung lohne Den Ueberwindern Kronen Hügel. O Gott, wann fomm' ich aus: Kämpf auch um deine doch dahin, Wo ich ohn' Ende Krone. selig bin? Wann werd' ich auf9. Dort herrscht dein Heiland, wärts gehen, Und meinen Heiland Jesus Christ, Der Tilger deiner sehen? ( 155) Sünden; Mit ihm, durch den du mel. Erschienen ist der herrlich zc. selig bist, Muß sich dein Herz 122. Wir freuen uns, Herr verbünden. 10. Erhöh'ter Heiland, hilf Jesu Christ, Daß du zur Rechten du mir, Daß ich mein Herz dir Gottes bist! O du, den unser gebe, Und daß ich jetzt und ewig Loblied preis't, Stärk' auch im dir, Dir, meinem König, lebe! Glauben unsern Geist! Halle( 108) luja! Mel. Ermunt're dich mein schwacher 2c. 2. Du herrscheft auf des Vaters Thron Als Gottes und 121. Du Lebensfürst, Herr des Menschen Sohn; Auch da Jesu Christ, der du nach schwe- schämst du dich unser nicht: rem Leiden Zum Himmel einge- Drum bleibst du uns're Zuvergangen bist, 3um Sitz der rein- sicht. Hallelujah! Himmelfahrtslieder. 71 13. Dein ist die Macht, dein ist gesendet. Droben Wohnest Du | das Reich; Wer ist an Majestät in Klarheit! Gnad' und Wahrdir gleich? Kein Sterblicher, kein heit, Tod und Leben Sind in Engel ist, Der deine Herrlichkeit deine Hand gegeben. ermißt. Hallelujah! and a 4. Umsonst, umsonst empören sich Der Feinde Heere wider dich; Dein Thron steht fest und wantet nicht, Und du bleibst uns're 3uversicht. Hallelujah! 2. Dich lobt die sel'ge Himmelsschaar; Auch hier im Staub sei immerdar Dir Preis von allen Zungen! Du hast das Leben wiederbracht, Als du mit starker Gottesmacht zu Gott dich aufgeschwungen. Preis dir, Daß 5. Du, unser triumphirend Haupt; Wie selig ist, wer an dich glaubt! wir Schon auf Erden können Du bist sein Licht, sein werden Gottes Kinder! Und des Trost, sein Theil, Sein starker Todes Ueberwinder! Schuß, sein ewig Heil. Hallelujah! 3. Du, du bist unser Haupt, und wir Sind deine Glieder: 6. Was uns gebricht, ist dir nur von dir Kommt auf uns Heil bekannt, und alles ist in deiner und Leben. Was unsern Seelen Hand. Nie bist du von den Labsal schafft, Licht, Friede, Deinen fern; Du siehst auf sie, Freude, Trost und Kraft Wird hilft ihnen gern. Hallelujah! uns von dir gegeben. 7. Sieh gnädig auf uns allezeit Wähle Ihn zum Führer Und Vom Throne deiner Herrlichkeit! Regierer Deines Lebens! Auf Stärk' uns zum schweren Tugendlauf; Hilf unserm schwachen Glauben auf. Hallelujah! Seele, ihn hoff'st du nicht vergebens. 4. 3euch uns're Herzen ganz zu dir! Hilf, daß vor allen Din8. Gen Himmel fuhrst du als gen wir Nach deinem Reiche ein Held; Als Herr und Richter trachten. Laß unsern Wandel aller Welt Wird dich dereinst der himmlisch sein, Daß wir der Erde Erdkreis seh'n: Laß uns dann eiteln Schein Und Ueppigkeit freudig vor dir steh'n! Hallelujah! verachten. Unart, Hoffahrt, Laß 9. Dann triumphirt der Glaub' uns meiden, und mit Freuden an dich; Dann preisen wir dich Unser Leben Deinem Dienste ewiglich. Hilf uns dazu, Herr ganz ergeben. Jesu Christ, Der du zur Rechten Gottes bist! Hallelujah! 5. Sei unser Schuß, sei unser ( 186) Hort, Und tröst' uns durch dein göttlich Wort, So oft uns Leiden drücken. Nur da ist Wonne, wo Mel. Wie schön leucht't 2c. 123. Lob dir, Herr Jesu, du bist! Die Thräne, die auf starker Held, Du Retter einer Erden fließt, Wird himmlisches Sünderwelt! Du hast dein Wert Entzücken. Dorther Sende Ruh' vollendet! Vollbracht ist nun dein dem Herzen; Auch in Schmerzen Lebenslauf; Du fährst verklärt Laß uns offen Deinen Himmel zum Vater auf, Der dich herab- seh'n und hoffen! 72 Himmelfahrtslieder. 6. Herr Jesu, fomm, zeuch Und verwandelst ihre Leiden In uns dir nach, Daß wir nach tur- unendlich große Freuden. dodus zem Ungemach Zur Freude dort 05. Dort bereite mir die Stätte gelangen. Uns Allen bist du ja In des Vaters Hause zur Rufft zu gut Durch dein für uns ver du frühe oder späte mich zu goß'nes Blut In's Heiligthum meines Grabes Ruh; Leuchte gegangen. Dafür Soll dir Von mir in dieser Nacht Durch die uns Allen Dank erschallen! Nimm Stärke deiner Macht, Die des am Ende, Herr, uns auf in deine Todes Macht bezwungen, Und Hände! Saidi( 87) für uns den Sieg errungen. ras Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem Ende dieser Zeit; O 124. Herr, du fährst mit so sammle meine Glieder, Glanz und Freuden Auf in deine Wenn Verwesung sie zerstreut. Herrlichkeit. Doch mich drücken Heilige, verflär sie ganzy b Daß noch die Leidens Dieser armen der Leib in Himmelsglanz, Frei Lebenszeit. Jesu, gib mir Muth von Schwachheit und Beschwerde, und Kraft In der schweren Bil- Deinem Leibe do ähnlich werde! gerschaft! Reiche mir die starken oder schurch) nism( 131) Hände, Daß ich sie mit dir Met. Wie wohl ist mir, b Freund 2. vollende. z. nispaat hom n 125, Vollendet ist dein in 7 mm) 2. Laß mir deinen Geist zu na rücke; Aber zeuch mein Herz nach Werk, vollendet, O Welterlöser, dir; Wenn ich nach dem Himmel unser Heil! Den Fluch hast du blicke, so öffne du ihn mir! von uns gewendet; nun wird Neig' zu meinem Fleh'n dein dein Segen uns zu Theil. Du, Ohr; Trag' es deinem Vater vor! der herabfam, ew'ges Leben und Kräftig willst du ja vertreten, Licht und Frieden uns zu geben, Die in Geist und Wahrheit beten. Du schwingst dich auf zu Gottes 3. Reiße los von dieser Erde, Thron. Für dich ist jeder Ruhm Jesu, meinen ganzen Sinn, Daß zu wenig, du, der Schöpfung ich hier schon himmlisch werde, Haupt, du König Der Könige, Ob ich gleich noch irdisch bin. des Vaters Sohn! Wollust, Ehrgeiz und Gewinn 2. Dein Vater winkt; die Soll mich nicht zum Staube Wolken wallen Herab voll Majezieh'n, Da ich jenseits über'm stät und Licht. Die Deinen sehen Grabe Eine höh're Hoffnung sie und fallen Anbetend auf ihr habe. Angesicht. Noch segnest du sie, 4. Laß nichts diese Hoffnung die Geliebten, Und senkest Trost rauben! Du erwarbst sie theuer auf die Betrübten, Und strömest mir. Jego seh' ich sie im Glau- Wonne in ihr Herz. Du bist von ben; Droben find' ich sie bei dir. Gott herabgekommen; 3u Gott Dort belohnst du das Vertrau'n wirst du hinaufgenommen; 3u Deiner Gläubigen im Schau'n, hoher Freude wird ihr Schmerz. Pfingstlieder. 73 3. Ihr Himmelspforten, schnell| entrissen, Durch den sich Gott erhebet- Er tommt, er fommt! mit mir vereint! Du aller Welten erhebet euch! Er der einst todt Herr und Führer, Der Geister war und nun lebet, Er tommt, ewiger Regierer, Du bist mein ein Sieger in sein Reich. Und Bruder und mein Freund! aller fel'gen Engel Chöre Besingen 6. Einst wirst du herrlich wieihres Königs Ehre; Der ganze derkommen. Ach Jesu, komm' Himmel ist Gesang, uis Vertlärte es seufzen hier Jm Thränenthale fallen jauchzend nieder Vor dir, deine Frommen; Ihr Glaube dem Erstling aller Brüder; Dich preiset aller Harfen Klang seufzt nach dir! nach dir! Dann werden auf dem Wolkenwagen 14. Jch seh empor zu dir, Ver Dich Millionen Engel tragen; treter! Dich bet' ich still im Du kommst in deiner Herrlichkeit; Staube an. Ich weiß, daß auch Wirst Allen, die zu dir jetzt ein schwacher Beter Jm Staube weinen, Vom Himmel als ihr dir gefallen kann. Mit deinen Freund erscheinen; Dann wird Engeln fall' ich nieder Der Him- ihr Klagen Seligkeit. toon Blod mel hohe Jubellieder Verdrängen 7. Ja, wenn ich einst mein nicht mein schwaches Lied. Von Werk vollendet, So bist du's, meinen aufgehob'nen. Händen meiner Seele Heil, Der seinen Wirst du nicht weg dein Antlik Engel zu mir sendet, Mir seinen wenden; Du siehst den Dant, der Himmel gibt zum Theil. Dann, in mir glüht. dann erheb' ich mich vom Stuube 105 Gib meinem Glauben Muth Und selig anschau'n wird mein und Leben, Sich über Erde, Welt Glaube Dich, Herr, mein Gott, und Zeit Mit starken Flügeln zu in deinem Licht. Du wirst nach erheben zu dir in deine Herrlich meinem Leid und Thränen Mit feit du, der mich den Finster- deiner Herrlichkeit mich frönen niffen Des ew'gen Todes hat Vor aller Himmel Angesicht.( 105) Pfingstlieder. Eigne Mel. 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß leuchten uns des Le126. Komm', heiliger Geist, bens Wort, Und lehr' uns Gott Herr und Gott! Erfüll' mit deiner recht erkennen, Von Herzen VaGnaden Gut Der Gläubigen ter ihn nennen. Herr, behüt' Herz, Muth und Sinn; Laß Got- vor fremder Lehr', Daß wir nicht tes Liebe sie durchglühn. O Herr, Meister suchen mehr, Denn Jesum durch deines Lichtes Glanz Zum Chrift mit rechtem Glauben, Und Glauben du versammelt hast Das ihm aus ganzer Macht vertrauen. Volk aus aller Welten Zungen; Hallelujah! Hallelujah! Das sei dir, Herr, zu Lob ges 3. Du heiliges Gut, süßer sungen. Hallelujah! Hallelujah! Trost! Nun hilf uns fröhlich und 74 Pfingstlieder. getroft In deinem Dienste Alles besten Theils! Dem Himmel führ wagen, In Trübsal nimmer ver- uns alle zu, Du Führer auf dem zagen. Durch deine Kraft mach' Weg des Heils!& ndninge uns bereit, Und stärt des Flei 3. Uns leuchte deiner Wahrsches Blödigkeit, Daß wir hier heit Licht! Gib uns in's Herz der ritterlich ringen, Durch Tod und Liebe Gluth, 3um Vater frohe Leben zu dir dringen. Hallelujah! Zuversicht, Zur Tugend Kraft Hallelujah! und festen Muth. u nás ( 113) 4. Das Lebenswort, das Got tes Sohn Vom Himmel uns herabErleuchte jede Nation Durch deine starte Gottesmacht. Eigne Melodie. 127. Nun bitten wir den gebracht, heiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir abscheiden aus diesem Elende. Erbarm' dich unser! 2. Du werthes Licht, gib uns 6. Gott, unsern Gott, und deinen Schein; Lehr' uns Jesum Jesum Christ Recht kennen, dieses Christ kennen allein, Daß wir an ist der Quell, Aus welchem ew'ges ihm bleiben, Dem treuen Hei- Leben fließt; Mach diese Kennt land, Der uns bracht hat zum niß in uns hell. rechten Vaterland. Erbarm' dich unser! 3. Du süße Lieb', schenk' uns deine Gunst; Laß uns empfin den der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen Einander lieben, 7. Lob sei dem Vater, Lob dem Sohn! Lob dir, o Tröster, Gottes Geist! Einst fingen wir vor deinem Thron Ein Lied, das dich vollkomm'ner preis't.( 113) Mel. Wie schön leucht't zc. Und im Frieden auf Einem Sinn 129. heil'ger Geist, fehr' bleiben. Erbarm' dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller bei uns ein, Und laß uns deine Noth! Hilf, daß wir nicht fürch- Wohnung sein! Komm', unsers ten Schmach und Tod; Daß in Geistes Sonne! Du Himmels uns die Seele Doch nicht verzage licht, laß deinen Schein Bei uns Bei des Lebens und des Todes und in uns träftig sein zu steter Plage. Erbarm' dich unser!( 113) Freud' und Wonne! Wahrheit, Klarheit, Himmlisch Leben Wollst du geben, Wenn mit Beten Wir vor Gottes Antlig treten. 2. Du Quell, daraus die Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt; Geuß sie in uns're Seele! Gib, daß die ganze ChriIn rechter GlaubensDen Weg der WahrMel. Komm, Gott, Schöpfer 2. 128. Komm' Schöpfer, komm', o heil'ger Geist! Schaff' deiner Menschen Herzen neu! Du kennest dein Geschöpf und weißt, Wie jeglichem zu helfen sei. 5. Vereine deine Christenheit Durchbo deines sel'gen Friedens Band. Erzieh' uns Pilger dieser Zeit Für unser beff'res Baterland. 2. Du Geist der Weisheit, stenheit leite du Uns zu der Wahl des einigkeit Pfingstlieder. 75 heit wähle. Deine Treuen Laß 7. Hallelujah dir; dessen Kraft hienieden Gottes Frieden Stets In Frommen Himmelströstung empfinden, In Versuchung über- schafft, In Sündern neues Leben! winden! todarbdal wild. Dir, der zum Glauben uns ent3. Stärt uns mit deiner Got flammt, 3ur Tugend, die vom testraft Zum Kampf mit Sünd' Himmel stammt, Will Muth und und Leidenschaft, Darüber Herr Beistand geben! Hilf uns! Führ' zu werden. Hilf unsrer Schwach uns Dort am Throne Zu der heit mächtig auf, Ermatten wir in Krone Unsers Lohnes, Geist des unserm Lauf, Ist rauh die Bahn Vaters und des Sohnes!( 168) auf Erden, Eile, Heile, Was zer- Mel. Werde munter mein Gemüthe 2c. riffen Im Gewissen Trost begehret, 130, du allersüßte Freude Und zu dir sich gläubig fehret! 4. Gib Kraft und Nachdruck Und der Weisheit reinstes Licht! deinem Wort; Laß es wie Flam- Du erfreuest uns im Leide, Weich'st men immerfort In unsern Her von uns im Glück auch nicht. zen brennen, Daß wir den Herrn Geist, der du das Herz erhebst, von Herzensgrund Mit Thaten Es durchdringest und belebst, mehr als mit dem Mund, Vor Freuden schenkest, Schmerzen stilaller Welt bekennen! Laß, o lest: Komm', daß du mich ganz Mächt'ger, Glauben erfülleft! Nichts uns rauben; Gib ihm 2. Edelster von allen Segen, Stärke, Reiche Fruchtbarkeit im Die uns Gott in Chrifto gab! Werte fpiser oDu träufst als ein milder Regen Unsernd 5. Gib, Geist des Friedens, Aus des Himmels Schooß herab. Einigkeit; Nie trenne 3wietracht, Harte Herzen machst du weich, Haß und Streit Uns, Eines Lei- Wüsten auch an Früchten reich, bes Glieder! Laß uns von Neid Und dein sanfter Trost erquicket, und Falschheit rein, Voll Sanft- Was die Trübfalshiße drücket. muth und voll Demuth sein, Und 3. Ja, du bist die beste Gabe, lieben uns als Brüder. Ein Leib, Die mein ganz Verlangen stillt; Ein Geist! Fest vereine Die Ge- Durch dich, wenn ich dich nur meine, Daß die Erde Ganz zum habe, Ist mein höchster Wunsch Friedenstempel werde! erfüllt. Gabe Gottes, tomm auf 6. Erhoben über Welt und mich! Ach von dir ward ja auch Zeit, Lehr' uns die Luft der ich, Als ich faum war Mensch Eitelkeit Und ihren Tand ver- geboren, Dir zum Tempel ausachten. Nach oben zeuch das erforen. Herz hinauf; Nach oben richte 4. Du kannst alle Herzen prüunsern Lauf, Nach oben unser fen; Nichts schließt deinem Blick Trachten. Lent', o Lenke Unser sich zu: Selbst der Gottheit inn're Sinnen Und Beginnen Hier auf Tiefen Forschest und ergründest Erden, Daß wir Himmelsbürger du. Nun so kennst du auch gewiß Meiner Seele Finsterniß. So gib werden! 76 Pfingstlieder. Weisheit; lehr' vor Allen, ich möge Gott gefallend war Wie| 10. Sei mein Beistand, wem ich sterbe! Zeige dem gebroch'ner 5. Böses hasfest du, und blei Blick Dann von fern mein herr best, Reiner Geist, bei Reinen lich Erbe, Und mein fünftig ewig nur. Der, den du zum Guten Glück. Stärken dumndas matt treibest, Wird zur neuen Kreatur. Herz, Daß ich auch im bängster Heilige du selbst mich dir; Schaff Schmerz, Ja im letzten Todes ein reines Herz in mir, Daß ich, schweiße Meinen Gott noch Bate was du liebest, liebe, Nie mit heiße. Dit is dis( 56) Vorsatz dich betrübe. ettarstais brelots& 6. Ach, wenn wir dich oft be- mel. Werde munter mein Gemüthe 20 trüben, du uns doch mit Geduld. Immer bleibst du treu 131. Ebler Geift vom Him im Lieben. Gnadenvoll bei unsrer melathrone, Dessen heilge Got Schuld. Wenn ich schnell zum teskraft Mit dem Vater und den 3orne bin, Gib mir deinen edeln Sohne Licht und Leben in un Sinn, Daß ich Fehler gern ver- schafft! Ach ergieße deine Tren gebe, Friedsam und versöhnlich In mein Herz und mach es neu lebe. d Daß ich dich mit deinen Gaben 7. Du, du machst das Herz In mir möge wohnend haben! ge wohnend haben! zufrieden, Wenn mir Menschen- 2. Geist der Weisheit, führ trost gebricht. Bleib' ich von dir und leite mich zum rechten Weis ungeschieden, Oso fehlt's an heitsquell! Gehst und stehst du Trost mir nicht. Sei nur du mein mir zur Seite; Wird mein fin Eigenthum! Ich will auch zu stres Herz bald hell, Daß es Got deinem Ruhm Dir allein mich tes Sinn versteht, Und auf Christ gänzlich weihen, Und mich deiner Wegen geht, Die nach kurzem Gnade freuen. Kampf und Ringen Mich zum 8. Heil'ger Geist, hör', ich ent- ew'gen Ruhe bringen. g jage Dem, was deinen Ruhm dir3. Geist des Trostes, steh' im nimmt! Bis an's Ende meiner Leide Allezeit mir kräftig bei! Tage Sei mein Herz nur dir be- Wenn mich fliehen alle Freuden stimmt. Wird mich deine Gnade Ach so bleibe du mir treu! Gib zieh'n, Werd' ich jede Sünde mir nur ein festes Herz, Daß ich flieh'n; Und statt zaghaft nachzu- in dem größten Schmerz Ganz geben, Ihr beständig widerstreben. e auf Gottes Liebe baue, Seiner Führung still vertraue. 9. Nur bitt' ich, daß du mich stärkest! Du stehst Christi Strei- 4. Geist der Freuden, mein tern bei. Hilf, mein Helfer, wo Gemüthe Hab' an dir die beste du merkest, Daß mir Hülfe nöthig Lust! Leuchtet mir nur deine Güte sei. Führe mich auf eb'ner Bahn; Göttlich heiter in der Brust: Oso Führe selbst mich himmelan. Hilf mir, ohne je zu weichen, Meines Glaubens Ziel erreichen. schwinde, was die Welt Außer Gott für Freude hält! Weltluft fann dem Geist nicht frommen; Pfingstlieder. Freude kann von Gott nur beten, So vertritt uns allezeit. fommendap d drsi Dann wird unser Fleh'n erhört, Und die Zuversicht vermehrt. 5. Geist des Betens, lehr? mich beten: Abba Vater in der 5. Wird uns oft um Hilfe Höh! Komm, mich Armen zu ver- bange, Seufzt das Herz voll treten, nd Bis ich die Erhörung seh! Traurigkeit: Ach mein Gott! Sodo machtskräftig meine Bitt, mein Gott! wie lange! O so Seufze unaussprechlich mit; Hilf schaffe Trost im Leid. Lehr' uns, mir selbst in Jesu Namen Nach daß des Vaters Zucht Nichts, als dem Beten sprechen: Amen. unser Bestes sucht. 6. Geist des Raths, wenn mir 6. Obdu Geist der Kraft und verschwindet Rath und That in Angst und Noth; Wenn sich keine Hilfe findet, Und ich nahe bin am Tod; Wenn mich meine Sünde drücktyi Nichts mehr in der Welt erquidt nisDanni persüße du mein Wehe, Heb mich herrlich in die 7. Kommt es einst mit uns Höhe! monist tun bio bi( 172) zum Sterben; Höchster Tröster, sdnd Gigne Melodie.fei nicht fern! Beige uns, als tis 1900 3 Gottes Erben, Dort die HerrStärke, Du, der alles Gute schafft! Hilf uns wirken Gottes Werke, Und im Kampfe gib uns Kraft. Wenn Versuchung uns bedroht, Siegen hilf, Du Geist aus Gott! epalas a 132. Komm, otomm, du lichkeit des Herrn, Die der Vater Geist des on Lebens! Hilf uns uns bestimmt, und die nie ein Schwachen mächtig auf! Wir be- Ende nimmt.e de( 128. 34) müh'n uns sonst vergebens hier mel. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. in unserm Bilgerlauf Um das 133. Heil, das Gottes Rath Für uns heiliger und guter ausersehen hat. Geist, Der uns den Weg zum 2. Gib in unser Aller Seelen Himmel weis't Dich soll mein Weisheit und Entschlossenheit, Herz erheben! Du bist mein LehDaß wir anders nichts erwährer und mein Gott; Du gibst mir len, Als was uns dein Wort ge- Freudigkeit im Tod, Regierst auch beut. Steh mit deinem Licht uns hier mein Leben. Was gut und bei, Und mach uns von Irrthum löblich ist an mir, Geist Gottes, frei. das verdank' ich dir. 3. Zeig' uns selbst die rechten Pfade Zu der wahren Wohlfahrt an. Räume weg durch deine Gnade Alles, was sie hindern fann. Wirke Reue nach der That, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 2. Als unser Heiland, Gottes Sohn, Empor sich hob auf seinen Thron, Kamst du auf seine Zeugen. Und mit dir kam der Liebe Gluth; Mit dir fam Kraft und Heldenmuth, Die Welt zu über4. Treib' uns an, vor Gott zu zeugen. Groß war die Nernte, treten Kindlich und voll Freudig- schwer die Müh'; Doch, Geist feit! Und wenn wir zum Vater des Herrn, du stärkteft fie! 78 Pfingstlieder. 3. Dir Kirche pflanztest du und 2. Ein heiliger Lichtstrahl um igt Wird sie durch dich vermehrt, floß sie mit Klarheit: Nun sahen beschützt; Durch dich wird sie be- sie heller die himmlische Wahrstehen. Es mögen ihre Feinde heit; Nun zeugten voll göttlichen droh'n; Fest wird sie steh'n, wie Geistes die Frommen: Der Herr Jesu Thron; Sie kann nicht ist erschienen, sein Reich ist ge untergehen, Da Jesus Christ ihr tommen!" send ques Stifter ist, Und du ihr treuer 3. Nun lockten umsonst die ver Beistand bist. 11 n fich gänglichen Freuden; Nun schred4. Wohl allen denen, welche ten vergebens die zeitlichen LeiDir übergeben, und durch den: Nun scheuten sie nicht mehr dich Zum Himmel führen lassen! Verspottung und Schande, Nicht Du lehrest sie des Glaubens Todesgefahren, nicht Marter und Kraft, Stärkst sie in ihrer Pil- Bande. gerschaft, Lehrst sie die Sünde 4. Die Kraft aus der Höhe erhassen. Sie sind des Heils gewiß füllte die Herzen; Sie predigten in dir, Und selig schon in Hoffnung Jesum in Trübsal und Schmer hier. Lind zen, Getreu bis zum Tode mit 5. Ach führ' auch mich an deiner freudigem Muthe, Versiegelnd ihr Hand Hinauf in's wahre Vater- theures Bekenntniß mit Blute. land! Dort hoff' ich meine Krone. 5. Sei uns auch die Wahrheit Gib mir die feste Zuversicht, Auch so heilig und theuer! Geist Got mich, auch mich verstoße nicht Der tes, beseel' uns mit himmlischem Herr von seinem Throne. Durch Feuer! Gib freudigen Muth uns, Glauben und durch Besserung des Heilandes Lehren Im Leben, Vollende meine Heiligung. im Leiden, im Sterben zu ehren! mel. Wie schön leucht't zc. 6. Gern will ich dann auf eb'ner Bahn Dir folgen, mich dem Himmel nah'n; Führ' mich auf gutem 135. Es jauchzet froh die Wege! Gib Eifer mir und Wach- Christenheit Dein Lob, du Geist samkeit Im Kampf um meine der Herrlichkeit, Du Leben aller Seligkeit; Mein Herz sei nie- Geister! Den uns der Sohn von mals träge. Du gabst den Vor- Gott gesandt Hier in der Todes sab; Gott, gib du, Auch meiner gräber Land 3um Tröster, Füh Schwachheit Kraft dazu.( 126) rer, Meister; Der sich Herrlich Mel. Ach Alles, was Himmel 2c. Frommen Seelen Will vermäh134. Ein len Reich an Gnade! Herr, er heiliges Feuer leucht' auch unsre Pfade! durchdrang und beseelte Die 2. Jm Sturmwind brauf'te Männer, die Jesus zu Jüngern deine Macht; Da hast du göttlich sich wählte, Sein Wort zu ver- angefacht Die Schaar, die an dich tünden den Völkern der Erden, glaubte. O welch ein Himmels Und Boten des ewigen Heiles zu An dem man deine werden. Hell über jedem tag war da, Flammen sah Pfingstlieder. 79 gestreuet. id ibrid Haupte! Christi Zeugen Stärtst erneuet, Was der Sämann ausdu mächtig, Daß sie freudig Ihm lobfingen, Uns des Friedens Bot- 2. Die Saat war flein, der schaft bringen.sti mitind Sämann fern. Wie dürftete das 3. D Danf für so viel göttlich Land des Herrn! Wann kommt Licht, Das jede Finsterniß durch der Gnadenregen? Da wogt's bricht, Für himmlische Belebung! und rauscht's vom Wolkenzelt: Den Menschenherzen, alt und Die Flammen sprüh'n; hernieder jung, Schaffst Kräfte du zur Hei- fällt Der Wundertaufe Segen. ligung, Bu stiller Gottergebung. Fühlt ihr Gott hier? Ew'ger Preis dir! Dant dir, Daß du Geist du! So erneu'st du Christi träftig, Und geschäftig Uns be- Saaten, Daß sie blüh'n und lehrest, Jesum Christum uns ver- wohl gerathen. fläreft! 43. Schon wird das Feld zur 4. Wir sind mit dir getauft; Aernte weiß! Geht, Schnitter, o bleib' Bei Christi Volk, und auf des Herrn Geheiß! Sein mächtig treib' 3um Guten Got- Geist entzündet Geister. Jegt tes Kinder! Wirt' in uns Allen strahlt das Licht euch schattenlos; Kraft und Zucht! O wirke tau- Der Glaube wächst, der Muth sendfache Frucht! Gib Kraft der wird groß, Die blöde Zunge Ueberwinder. Zur Ruh Hilfst du dreister. Freut euch; Weiht euch, Einst im Sterben Gottes Erben, Ihr Erfor'nen, Gottgebor'nen. Daß fie droben Ewig dich, den Tröster loben.dst 4 4 Euerm Werke, Stark im Herrn und seiner Stärke! 5. O strahlt' erst rings der 4. Schnell läuft das Wort mit Erde Kreis Im Licht; o brächten Siegerglück. Es läuft und kommt Ruhm und Preis Dir alle Natio- nicht leer zurück, Trotz Pfeilen nen! Wir beugen unsern Geist frechen Spottes. Spottes. Bald liegen vor dir, Geist Gottes, Alle flehen Gögentempel öd', Und Und Christi wir: Komm, Licht, bei uns zu woh- Kirche wird erhöht Zum heil'gen nen! Wahrheit, Klarheit Allem Tempel Gottes. Süße Süße Grüße Bolfe! Jede Wolfe Sei zerthei- Ferngesandter, Doch bekannter let! Jede Seele sei geheilet!( 35) Gottesboten Bringen Leben zu den Todten. - Mel. Wie schön leucht't 2c. Bahn dem 136. Macht 5. Noch ziehst du, Geist, uns himmelwärts; Durch dich ist GotGottesgeist, macht Bahn! Seid tes Lieb' in's Herz Der Frommen wach, ihn heilig zu empfah'n! ausgegossen. Noch bist du unsers Macht Bahn dem sanften Wehen. Erbtheils Pfand, Noch weht dein Dein Pfingsttag fommt, o Chri- Hauch von Land zu Land, Und stenheit! Sieh da in Frühlings- sammelt Reichsgenossen. Singt herrlichkeit Ein großes Aufer- ihm, Bringt ihm, Alle Zungen, stehen. Fröhlich Hebt sich Thau- Huldigungen Lauten Schalles: begoffen, Lichtumflossen, Frisch Alles ist nun unser, Alles! 80 Am Reformations- Feste. 6. O bau, du unsichtbarer unsrer Schwachheit auf; Im Leid Hort, Dein Gnadenwert all- sei unser Tröster. Preis dir! mächtig fort Zur Heiligung Er- Dank Dir, Aller Geister Ein'ger löster! Auf eb'ner Bahn führ' Meister, Auf dem Throne Mit dem unsern Lauf; Jm Kampf hilf Bater und dem Sohne!( 162) Am Reformations-Feste.in Eigne Melodie. Mel. Wachet auf, ruft c. 137. Ein' feste Burg ist 138. Freuet hoch euch, all unser Gott, Ein' gute Wehr und ihr Frommen! Das Fest des Waffen; Er hilft uns frei aus Heils, es ist gekommen! Weiht aller Noth, Die uns hat jetzt be- euch! Es bricht sein Morgen an. troffen. Der alt' böse Feind Mit Singt dem Sohn', den Gott ge= Ernst er's jetzt meint; Groß sendet! Er herrscht und lebt noch, Macht und viel List Sein' grau- hat vollendet, Was Glaubensfam' Rüstung ist; Auf Erd'n ist muth mit ihm begann. Sein nicht sein's Gleichen. Wort, sein Geist, sein Bild, Es d 2. Mit unsrer Macht ist nichts lag in Nacht gehüllt; Sehnend gethan; Wir sind gar bald verlo- blickte Die kleine Schaar, Die ren. Es streit't für uns der rechte treu ihm war, Zu ihm empor Mann, Den Gott selbst hat er- und es ward Licht. foren. Fragst du, wer der ist? Er 2. Wort des Herrn, wie klar heißt Jesus Christ, Der Herr, und helle Rinnt frisch in dir der Zebaoth; Und ist kein andrer Weisheit Quelle, Ein LebensGott; Das Feld muß er behalten. strom, der ewig fleußt! Alle, 3. Und wenn die Welt voll welche dir vertrauen, In deinem Teufel wär', Und wollt'n uns Licht das Licht nun schauen, Sie gar verschlingen; So fürchten einigt nun Ein Sinn, Ein Geist. wir uns nicht so sehr; Es soll Drückt uns der Sünde Schuld, uns doch gelingen! Der Fürst Du zeigst uns Gnad' und Huld, dieser Welt, Wie sau'r er sich Freie Gnade; Für Gold nicht feil stellt, Thut er uns doch nichts; 3st unser Heil: Der Glaube hebt Das macht, er ist gericht't: Ein sein Haupt empor. Wörtlein kann ihn fällen. 3. Fröhlich singt in neuen Chö4. Das Wort sie sollen lassen ren, Mit eig'nen Zungen Gott zu stah'n, Und fein'n Dank dazu ehren, Der Christen Schaar ihr haben. Er ist bei uns wohl auf Glaubenslied. Zu des Vaters dem Plan Mit seinem Geist und Throne treten Wir findlich frei, Gaben. Nehmen sie den Leib, ihn anzubeten; Denn Christus Gut, Ehr', Kind und Weib; Laß ist's, der uns vertritt. Und wenn fahren dahin! Sie haben's tein'n die Stunde schlägt, Die uns zur Gewinn. Ruhe trägt, Wenn wir scheiden; doch bleiben. ( 113) Uns grauet nicht! Des GlauDas Reich muß uns Am Reformationsfeste. 81 bens Licht Erlischt uns auch am den Muth; Die Gluth vom Herrn Grabe nicht. nichts dämpfet. Der Kampf ift schwer; der Held nicht ruht, Bis er ihn ausgefämpfet. Der Feinde macht und Lift und Spott Vertilget nicht das Werk aus Gott; Die Wahrheit Gottes sieget. 4. Die ihr uns dies Heil errungen, Die Macht der Finsterniß bezwungen; Heil euch und Ruh' in Gottes Stadt! Herrlich habt ihr überwunden, Nicht achtend Schmach und Hohn und Wunden, Nicht der Verfolger blut'gen Rath. Euch feste Burg war Gott, Der Hölle Macht ein Spott, Heldenseelen! Euch lohnt 4. Ein' feste Burg ist unser Gott, Ein' starke Wehr und Waffen! Er hilft uns frei aus aller Noth, Die uns jetzt hat betroffen." So tönt des Helden den Streit Unsterblichkeit Und Siegsgefang. Dem Herrn der eurer Glaubenssöhne Dank! Kirche Preis und Dank, Der ihm den Sieg gegeben! 5. Herr, wir sinken betend nieder! Für uns und die getrennten Brüder 5. Lobsingt dem Herrn im HeiErhöre gnädig unser ligthum; Lobsingt ihm, Christi Fleh'n! Laß es deinem Reich ge- Glieder! Er gab das Evange= lingen; zu allen Völkern müss' lium; Er gibt's der Kirche wiees dringen, Sein helles Licht nie der. Es reinigt seine Gottesstadt untergeh'n! Und wenn in furzer Der Herr, der sie gegründet hat: Zeit Uns ruft die Ewigkeit, Und Lobsingt ihm! Hallelujah! wir ruhen; Ein fromm Geschlecht ( 83) Durch Licht und Recht Laß dann Mel. Heut triumphiret Gottes Sohn 2c. auf unsern Gräbern steh'n!( 186) 140. Hinauf zu Gott mit Mel. Lobet den Herrn, ihr Heiden 2c. frohem Dank Erhebe sich mein 139. Lobfingt dem Herrn im Lobgesang, Und frei in seinem Heiligthum; Lobfingt ihm, Christi Heiligthum Erschalle laut des Glieder! Dem Herrn der Kirche Höchsten Ruhm! Ihm, der die Preis und Ruhm! Er gab sein Kirche treu bewacht, Sei Preis Wort ihr wieder. Es reinigt seine und Ehr und Dant gebracht! Gottesstadt Der Herr, der sie ge- 2. In Nacht und Irrthum gründet hat, Und immer bei ihr dringt das Licht, Die Macht der bleibet. Erde hemmt es nicht. Ob auch die Welt dagegen kämpft, Jhr fehlt die Kraft, daß sie es dämpft. Von Gott geboren strahlt es auf, Und schreitet fort im Siegerlauf. 2. Vom Herrn erweckt tritt auf den Plan Der Held voll Glaubensstärke. Mit Kraft von oben angethan Wirkt Luther Gottes Werke. Das Licht vom Herrn erleuchtet ihn; Die Nacht muß vor Was 3. Preist unsern Gott! er begann, Sein Arm führt mächdem Licht entflieh'n, Und das tig es voran. Es lebt und wächst Verderben weichet. sein heilig Wort, Troß Kampf 3. Der Herr entflammt des Hel- und Drang geht's freudig fort, 6 82 Am Aerntefest. Und fester, immer fester baut Die müht, Jm Glauben starf und Kirche sich, die ihm vertraut. Jesu treu Bekennen sie die Wahr4. Voll Heldenmuth, mit Chri- heit frei: Und Gottes Schutz und stensinn Sind's deutsche Män- Gottes Macht Hat ihrem Werke ner, fromm und fühn, Die, ob Sieg gebracht. Gefahr auch mächtig droht, Ver- 6. Heil uns! Das Evangelium fündigen das Wort von Gott, 3st frei, und Gottes Heiligthum Gestärkt von ihm mit Glaubens- Erfüllt mit frohem Preisgesang. kraft, Die frommen Muth und Daß seiner Wahrheit Sieg geEifer schafft. lang! Erhalt es, Herr, und segne 5. Für Christi Sache hocher- fort Zum Heil an uns dein göttglüht, Um ihres Voltes Heil be- lich Wort! ( 140) Am Aerntefeſt. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, Die weiter, als die 141. Wir Alle, Gott und Wolfen, reicht? Wer kann sie Vater, bringen In deinem Heilig- undankbar vergessen, Die fid thum dir Dant, Und unsre frohen so herrlich uns erzeigt? O sieh Herzen singen Dir heute Psalm mit heißen Freudenzähren Walli und Lobgesang! Gekrönt hast du auf zu dir der laute Dank! Did mit deiner milde Rings um uns preiset in movereinten Chören her das ganze Land; Dein Segen Herr, unser Psalm und Lobgefloß auf die Gefilde Aus deiner sang! offnen Vaterhand. 5. Die Gaben nüßlich an 2. Du schenktest Sonnenschein zuwenden, Die du verlieh'm und Regen Für jede Frucht zu gib uns Berstand. Nicht üppig rechter Zeit, Und gabst Gedeihen, Herr, sie zu verschwenden, Gal Kraft und Segen dem Samen, sie uns deine Vaterhand! Di den wir ausgestreut. Wie prangte willst, wir sollen sie genießen rings im Feiertleide Das volle, Doch mäßig, mild und dankba ährenreiche Feld! Wie schlug von sein, Daß wir mit ruhigem Ge Hoffnung und von Freude Da wissen Uns deines Segens, Gott unser Herz, du Herr der Welt! erfreu'n! 3. welchen Reichthum deiner 6. Den Armen auch erfreu Gaben Hast du mit liebevoller der Segen, Den reichlich dein Hand, Uns zu ernähren, uns zu Hand uns gab. Wir wollen lieb laben, Von Neuem uns herabge- reich seiner pflegen; Er trockn fandt! Für Millionen deiner Kin- seine Thränen ab. Er danke heut der Reicht der verlieh'ne Segen mit uns Allen, Frohlocke lau hin; Du nährst die Frommen, und bete an, Daß du nach deiner nährst die Sünder Mit ewig Wohlgefallen So viel, o Got treuem Vatersinn. an uns gethan! ( 119 Am Aerntefest. 83 Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. Bater, durch dein Licht; Sonst seh'n wir deine Wunder nicht. 142. Gott, großer Geber aller Gaben, Dir, dir gebühret aller Dant! 7. Gib denen herzliches Erbarmen, Die deine Hand mit Du hörst das Gütern füllt, Damit ihr UeberBekümmerniß Schrei'n der jungen Raben, Du fluß der Armen hörst der Lerche Lobgesang. und Mangel stillt. Herr, der du neig' auch jetzt dein Ohr zu aller Vater bist, Gib jedem, was Du forderst Dank; ich ihm nüglich ist! mir! danke dir. 8. Thu' fernerhin auch deine Die kleinste deiner Krea- Hände, Die milden Vaterhände Macht deine Weisheit auf. Verlaff uns nicht bis an das offenbar. Man siehet deiner Liebe Ende; Und schließt sich unser Spuren Und deine Macht von Lebenslauf: Laff von der AusJahr zu Jahr. Ein jedes Gras saat dieser Zeit Dann ärnten uns belehret mich: Gott schuf die in Ewigkeit! ( 108) Welt, Gott liebet dich. Mel. Nun danket all' und bringet 2c. 3. Du väterlicher Herr, für die Menschen und für's 143. Gott sorgt für uns, Vieh; Gibst allem Fleische seine o singt ihm Danf, Ihr Christen! Speise, Und segnest Alles spät singt ihm gern! Es preise euer und früh! Auch Bösen theilst du Lobgesang Die Freundlichkeit Gutes zu: Wo ist ein solcher des Herrn! Gott, wie du? 2. turen 2. Den Menschen, wie den kleinsten Wurm, Ernähret seine Macht. Im Sonnenscheine, wie im Sturm, Ist er für uns bedacht. 3. Was wir auf Hoffnung ausgestreut, Hat seine Huld vermehrt; Er hat das Fleh'n um Fruchtbarkeit Auch dieses Jahr erhört. 5. Du sendest Fruchtbarkeit der Erde; Du machst des Ackers 4. Mit hochgerührter Seele Furchen naß; Du schmückest bringt Ein Herz voll Dank ihm Wiesen, Baum und Heerde; dar! und Heerde; dar! Die Nehre, die von Fülle Gott, du bekleidest Blum' und sinft, Ist sein; Gott krönt das Gras: Du träufelst mit dem füh- Jahr. len Thau Erbarmungen auf Flur und Au. 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte Und herzlichen Erbarmung voll; Herr, unterweise mein Gemüthe, Wie ich dir würdig danken soll; Gib, daß mein Herz dich freudig liebt, Wenn mir dein Herz so freudig gibt. 5. Ja, Höchster, wir verehren dich Mit kindlichfrohem Dank! 6. O daß doch bei der reichen Denn du gewährst uns väterlich Nernte, mit der du unser Herz Noch mehr, als Speis' und Trank. erfreust, Die ganze Welt erken- 6. Gesundheit, Friede, Kraft, nen lernte, Wie reich du an Er- Gedeih'n Zu unsrer Hände barmen sei'st! Erleucht' uns, Fleiß; Auch das gibst du, und du 6* Am Aerntefeste.-Am Todtenfeste. 84 allein! Dir, Herr, sei Lob und Preis! 8. Vermehr' in uns die 3uversicht, Dir ewig zu vertrau'n, 7. Wir wollen unsern Ueber- Bis wir dereinst in deinem Licht fluß, um seiner werth zu sein, Des Glaubens Nernte schau'n. Nicht durch unmäßigen Genuß Und niedern Geiz entweih'n. ( 197) Nach sparsamer Aernte. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. Mangel an: Er weiß das Her zu stillen. Wer als ein Christ Ge 144. Was Gott thut, ist nügsam ist, Der kann bei Fleiner stets wohlgethan! So denken Gaben Doch Freud' und Nahrung Gottes Kinder. Wer auch nicht haben. reichlich ärnten fann, Den liebt er doch nicht minder. Er zieht das Herz Nur himmelwärts, Wenn er es läßt auf Erden Bei'm Mangel traurig werden. 5. Was Gott thut, ist stet wohlgethan; Das Feld ma traurig stehen: Wir geh'n getrof auf Gottes Bahn; Was gut i wird geschehen! Sein Wort ver 2. Was Gott thut, ist stets schafft Uns Lebensfraft! F wohlgethan! Sei's Nehmen oder nennt uns Gottes Erben: Wi Geben; Was wir aus seiner können wir verderben? Hand empfah'n, Ist ja genug zum 6. Was Gott thut, ist stet Leben. Er nimmt und gibt, Weil wohlgethan; Laßt in Geduld um er uns liebt; Er übt auch im fassen! Er nimmt sich unse Entbehren, Und will uns Demuth lehren. gnädig an, Und wird uns nid verlassen. Er, unser Gott, Weit was uns Noth, Und wird uns bescheeren; Laßt uns ih gläubig ehren! 7. Was Gott thut, ist ste wohlgethan; Jhm sei denn Preund Ehre! Auch unter Thräne betet an, Und gebet ihm die Ehre Er ist der Hirt, Der sorgen wir Daß uns nichts Gutes fehl Sei still dem Herrn, o Seel ( 173. Was Gott thut, ist stets wohlgethan! Wer darf sein Walten richten, Wenn er, eh' man noch ärnten kann, Den Segen will vernichten? Weil er allein Der Schatz will sein, Nimmt er uns uns're Güter 3um Heile der Gemüther. 4. Was Gott thut, ist stets wohlgethan! Es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Am Todtenfeste. Mel. Wachet auf, ruft 2c. Nach den letzt eingeweiht! Augenblicken Des Todesschlun 145. Selig find des Him- mers folgt Entzücken Und Wonmels Erben, Die Todten, die in der Unsterblichkeit. In Fried Christo sterben, Zur Auferstehung ruhen sie, Los von der Er Am Todtenfe' e. 85 Müh'; Geh'n zu Gott hin. Vor Glaubensfreudigkeit! Laß', ach Gottes Thron, Zu seinem Sohn Folgt ihnen ihrer Werke Lohn. laß' uns dir nur leben, Das ganze Herz nur dir ergeben; Auch uns 2. Danf, Anbetung, Preis führst du zur Seligkeit. Wer treu und Ehre Sei dir durch alle war deinem Sohn, Dem reichst Himmelsheere, O Weltversöhner, du ew'gen Lohn! Heil'ger Bater! Jesu Christ! Ihr, der Ueber- Dir leben wir, Wir sterben dir. winder Chöre, Bringt Dank, Und dein sind wir in Ewigkeit.( 180) Anbetung, Preis und Ehre Dem Eigne Melodie. Lamme, das geopfert ist; Er fant, 147. O wie selig seid ihr wie wir, in's Grab; Laßt nun vom Weinen ab, Jhr Erlös'ten; doch, ihr Frommen, Die ihr durch Nicht Schmerz, nicht Pein, Nur den Tod zu Gott gekommen! Ihr Wonn' allein Wird an des Mitt- seid entgangen Aller Noth, die lers Throne sein. uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch, wie im Kerker, leben, Da uns Angst und Sorgen stets umschweben. Was wir hier kennen, Ist, wenn's föstlich ist, nur Müh' zu nennen. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufge= gangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr! Preis ihm und Lob Leiden Störet und Ehr'! Hallelujah! Er ging eure Freuden. voran Des Todes Bahn! Wir 4. Christus trocknet ab all' folgen ihm einst himmelan!( 94) eure Thränen; Ihr habt schon, wonach wir uns noch sehnen. Ihr hört und sehet, Was hier 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer. Kein Kreuz und eure Ruh' und Mel. Wachet auf, ruft 2c. 146. Herr, du rufft aus feines Menschen Geist verstehet. diesem Leben Die Lichen, die du 5. Ach, wer wollte denn nicht uns gegeben, Hinauf in deine gerne sterben, Und statt ErdenEwigkeit! Jeden Kampf der glück den Himmel erben? Wer Prüfungsstunden, Die Leiden, hier noch weilen Und nicht die ihr Herz empfunden, Ver- freudig nach der Heimath eilen? wandelst du in Seligkeit. Sie 6. Komm, Herr Jesu, komm, steh'n an deinem Thron, Und du uns zu erlösen Von der Erde Last selbst bist ihr Lohn! Ihre Hoff- und allem Bösen! Bei dir, o nung Hast du erfüllt, Jhr Leid Sonne, Ist der Frommen Herrgeſtillt, mit ew'ger Freude sie lichkeit und Wonne!( 27) beglückt. Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. nun uns're Herzen; Erleicht're du der Tren- 148. Ich, dein Pilger, walle nung Schmerzen; Verleih' uns hie Noch hinauf zu Gottes Höhen. 86 Am Todtenfeste. Pilger waren alle die, schon am Throne stehen. Die jetzt 8. Die ihr schon am Thron Freudig steht, Selige, verklärte Brüder laß auf ihrer Bahn Mich auch Wenn mein Weg zu Ende geht wallen himmelan! Bei dem Herrn find' ich euc 2. Mich umschwebe euer Bild, wieder. Ruhet sanft, bis unser Ihr vollendeten Gerechten! Freund Droben ewig uns vereint ( 83) Freundlich strahl' es mir und mild In des Erdenlebens Nächten; Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. Leuchte auf der Pilgerbahn Mir 149. Selig sind die, weldje zur bessern Welt hinan! 3. Mühevoll war euer Lauf; nun Schon im friedenvollem Viel habt ihr gekämpft, gelitten. Grabe Von des Lebens Arbeit Doch vollbracht habt ihr den ruh'n, Und sich Gottes größter Lauf, Habt die Palme schon er- Gabe, Seines ew'gen Lebens stritten; Strahlet jetzt im Siegs- freu'n! Möchten wir so selig sein gewand, Findet Ruh' im Vater- 2. Gott, du willst's, wir leben land. noch Mühsam hier in Pilger4. Sollt' denn ich in meinem hütten. Alle trugen einst dies Lauf Nach dem gleichen Ziel er- Joch, Die des Lebens Kron' ermüden? O zu euch blick' ich hin- stritten. Endlich aber führt der auf! Das gibt Kraft und Muth Tod Uns auch hin zu dir, o Gott! und Frieden; Und ich folge, obwohl schwach, Standhaft euerm Glauben nach. 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, Hat er auf der Erd' gelitten. Laßt uns gläubig auf ihn seh'n, Und durch ihn im Kampf besteh'n! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach nur eine kurze Stunde Gegen jene Ewigkeit! Gleichwohl kommt 6. Was ihr solltet, soll auch auf diese Stunde, Die Gott noch ich, 3u demselben Heil erforen. verkürzen kann, Unser ew'ges Was ihr konntet, fann auch ich, Schicksal an. 5. Rauh und steil sei oft mein Pfad, Schwer der Heiligung Geschäfte! Er, der mich berufen hat, Leitet mich; er gibt mir Kräfte Zu dem edeln Tugendlauf, Und hilft meiner Schwachheit auf. Bin zu Kronen auch geboren. 5. Gott, gib Weisheit, gib Warum säum' ich? Gottes Sohn uns Kraft, Diese Stunde wohl Reicht auch mir des Glaubens zu nüßen; Und beim Schluß der Lohn. Pilgerschaft Wollest du uns un7. Durch die Nacht drang er terstüßen, Daß wir freudig auf zum Licht, Durch die Schmach zu dich seh'n, Und getroft zu Tode Gottes Throne. Die ihm folgen, geh'n. läßt er nicht; Die ihm treu sind, 6. Daß wir dein sind, nicht schmückt die Krone. Ihm, ihm der Welt, Daß du uns wirst auf nach auf seiner Bahn! Endlich führt sie himmelan. erwecken, Diesen Trost der bessern Welt Laß uns, wenn wir sterben, Am Todtenfeste. 87 schmecken. Flöß' uns Muth und beweint! Bald wird der Morgen Ruhe ein, Auch im Tod noch froh zu sein. kommen, Wo uns der Herr vereint. 7. Wenn wir, um einst auch zu 9. Sein ist des Lebens Gabe; ruh'n, zu den Todten Gottes Sein ist auch uns're Gruft. Preis gehen, Woll'st du mehr noch an ihm, der uns zum Grabe, Und uns thun, Als wir bitten und zum Erwachen ruft!( 162) verstehen. Auch für unsre Todes= nacht Hat der Heiland Segen 151. Wie sie so sanft ruh'n, Eigne Melodie. bracht. ( 94) Mel. Ach bleib mit deiner Gnade 2c. alle die Seligen! Süß ist der Schlummer, welchen der Fromme 150. Ruht sanft, ruht sanft, schläft, Der stille Dulder, der ihr Frommen, Die ihr dem Herrn entschlieft! Gott hat euch aufgenommen, zu dem ihr sterbend rieft. Streiter Gottes: Sie ruh'n zum Auferstehungsmorgen. 2. Des Lebens Sonne, lieblich im Niedergeh'n, Erweckt mich 2. Der alles Leid geendet, wieder, wenn sie der Schöpfer Das müde Wandrer traf, Hat ruft. Meine Gebeine seh' ich im euch den Schlaf gesendet, Und Grabe Zur Auferstehung aushütet euern Schlaf. gefäet. 3. Da rührt das Herz fein Jammer Und keine Qual mehr an; Kein Ach tönt aus der Kammer, Die Gott euch aufgethan. Gräbern gehet! Zur Himmels 4. Nicht in des Grabes Höhle ärnte Empfängt dann Gott auch Schließt sich des Christen Lauf; meine Garbe. Es steigt die fromme Seele Vom 4. Grab zum Himmel auf. - 3. O Tag der Seligen, wenn das Verwesliche Hervor zum Leben, zur Unverweslichkeit Aus Schlummert in Frieden, alle ihr Seligen! Heut' oder 5. Kein Auge sah die Palmen, morgen sinket zur Gruft mein Die dort den Siegern weh'n; Haupt, Der Staub zum Staube. Rein Ohr vernahm die Psalmen, O daß mein Hügel Doch einen Womit sie Gott erhöh'n. Seligen bedeckte! ( 94) 6. Hoch über unsern Wegen, mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. Da wohnt der Frommen Glück; Ihr Grab, ihr Bild, ihr Segen 152. Ach, ihr seid voranBleibt tröstend uns zurück. gegangen, Wo wir Alle hin ver= 7. Ruht sanft, ruht sanft ihr langen, In die Ruhe, in die Frommen! Dahin ist bald die Stille! Abgelegt habt ihr die Nacht; Bald wird der Morgen Hülle, Die auf kurze Zeit nur fommen, Wo ihr vom Schlaf er- schmückte, Und dann lange hemmt' wacht; und drückte; Leidend, frank seid ihr gewesen, Und auf ewig nun 8. Und wir mit euch, ihr Frommen, Die schmerzlich wir genesen. 88 Am Todtenfeste. 2. Den ihr liebtet und nicht| Den Geist, von dir gegeben. Ihn fahet, Jesus steigt vom Throne, führst du dem Himmel zu Schon nahet Euch Erlösten, seinen hier im Pilgerleben. Und vom Brüdern; Eint als Haupt sich Himmel kam dein Sohn! Er hat mit den Gliedern; Nennt sie mit den Tod bezwungen, Hat Leben den neuen Namen: Die aus gro- uns errungen, Zum Leben durchBer Trübsal kamen, Und getreu gedrungen, Wieder zu des Himbeharrten, denen Trocknet er all' mels Thron Ist er hinaufge ihre Thränen. gangen. Die glaubend an ihm 3. Und wir sollten euch be- hangen, Die hält kein Tod geweinen? Bald wird er auch uns fangen; Und die Seinen nimmt erscheinen, Wie ein Stern im er auf Nach treuvollbrachtem Abendrothe, Der von Gott ge- Glaubenslauf. fandte Bote, Der uns nahes 3. Die in dieses Jahres Lauf Heil verkündet: Sterbt, verliert, Jm Glauben abgeschieden, Die damit ihr findet! Gebt das Wai- auch nahmst du, Mittler, auf, Und zenkorn der Erde, Daß aus Tod nun sind sie im Frieden. War ihr das Leben werde! Leben hier in dir; Sie konnten 4. Die noch steile Pfade klim- nicht verderben, Des ew'gen Lemen, Heut' vereinen sie die bens Erben, Und ihr Gewinn war Stimmen, Jhr Verklärten, mit Sterben. An den Gräbern weinen den euern, Der Erinn'rung Fest wir! Nicht in des Grabes Tiefen zu feiern! Bald seh'n wir euch droben wieder; Bald auch schallen uns're Lieder, Lodert unsers Dantes Flamme Dem für uns erwürgten Lamme. ( 21) Sind sie, die ihr entschliefen, 3u dem sie sterbend riefen. Von der Todten Gräbern seh'n Voll Hoffnung wir nach jenen Höh'n. Mel. Gott der Vater, wohn' 2c. 4. Ausgerungen haben sie! Gib ihnen nun am Throne Nach des Erdenlebens Müh' Der Uleber153. Aus der Tiefe rufen winder Krone. Ihrer Schuld ge wir: Herr, Herr, erbarm' dich denke nicht! Woll'st, Richter, die unser! Alle sind wir Staub vor Gebrechen Der Menschlichkeit dir; Erbarm', erbarm' dich unser! nicht rächen, Der Gnade Urtheil Schnell entfliehet unsre Zeit! Uns sprechen! Führe sie zum höhern tragen ihre Flügel Hin zu des Licht! Das Stückwerk dieser ErGrabes Hügel: Wer bricht des den Laß nun Vollendung werden Grabes Siegel? Unser Wunsch Im Lande der Verklärten. Selbst ist Ewigkeit! Wer löst des Gei- den Leib, der dir geweiht, Laß stes Schwingen, 3u ihr empor- aufersteh'n in Herrlichkeit! zudringen? Wer hilft den Tod 5. Alle Stunden in Gefahr bezwingen? Du allein, du Herr Sind wir, des Todes Erben. der Zeit; Du nur, o Herr der Tag um Tag und Jahr um Jahr Ewigkeit! Macht reifer uns zum Sterben. 2. Für den Himmel schufest du Mach' zum Sterben uns bereit! 1 Am Todtenfeste. 89 Gib Weisheit unsern Seelen, Erbarm', erbarm' dich unser! Das beste Theil zu wählen, Des Leuchten laß uns dann dein Licht! Biels nicht zu verfehlen. Mach' Erkräftige die Müden Im letzten uns reif zur Ewigkeit! Der eiteln Kampf hienieden, Und nimm uns Welt absterben Lehr' uns, des auf im Frieden. Geh' nicht mit Himmels Erben, Dir leben, dir uns in's Gericht! Gib uns zum auch sterben! Todesüberwinder, Gnadenlohne Des ew'gen Lebens dir, Dir leben und dir sterben wir! Krone, Und unsrer Schwachheit .6. Und ist unser Ende da; schone! Ehre dir zu aller Zeit Und Herr, Herr, erbarm' dich unser! Preis und Ruhm in Ewigkeit! Sei mit deinem Trost uns nah'; ( 83) Am Todtenfefte auf Weihnachten. Mel. für die Gemeinde: Dir, dir Jeho- det! Der zum Heil den Sohn uns vah, will ich singen 2c. Mel. für den Chor: Sollt es gleich bisweilen scheinen 2c. Gemeinde. 154. Auf Gräber blickt am Tag der Schmerzen, Gott, 3. Wie bald entfloh'n ist unser Leben; Wie bald dahin des Lebens Tode Preis gegeben, Sind wir Herrlichkeit! Von Staub, dem das thränenvolle Auge hin; Die vergänglich, wie die flücht'ge Zeit. Freude schweigt im wunden Her- Was ist der Mensch? Er dünkt zen, Wo düster ernste Grabge= sich reich und groß, Und dennoch danken zieh'n! Du bist es, unsrer fintt er bald in's Grabes Schooß. Lieben stille Gruft, Wohin es uns mit bangem Sehnen ruft! Chor. Chor. Christus, Christus ist geboren, Und zu Großem auserforen Ist der Mensch, ein Kind der Zeit, Doch dem Himmlischen geweiht. Blicket himmelan, ihr Brüder! Zu der Erde steigt hernieder Gottes Sohn; nun strahlt auf's Grab Mildes Weihnachtslicht hinab. Gemeinde. nah'; Gottes Liebe glüht auch da! sendet, Auch an Gräbern ist er Gemeinde. Gemeinde. 4. Hinauf zum Himmel trägt der Glaube, Und freudig ahnt mein Herz ein hohes Ziel; Doch, 2. Im Grabe schlummern unsre wird es nicht dem Tod zum Raube, Lieben; Bergebens ruft sie unser Und ist mein Wirken nicht ein Schmerz zurück. Sie sind dahin, eitles Spiel? Und wo in ew'gem und nur geblieben Ist uns Er- Wechsel Alles freis't, Bleibt da beinnrung an verlornes Glück. Es steh'n, was Glaube wirken heißt? blickt das Auge fragend himmelwärts Und suchet Trost für unser weinend Herz! Chor. Chor. Ja, zu Gott das Herz gewenGlaube, wirfe, all dein Streben Sei dem Heil'gen hingegeben! Was der Menschgewordne spricht, Folge dem; es täuschet nicht! 90 Bei allgemeinem Landeswohlstande. Gemeinde. Gemeinde. 5. Die Freuden, die wir kaum 6. Du Sohn des Vaters, Herr genossen, und die des Todes kal- der Ehren, Sei hochgelobet, der ter Hauch verzehrt: Der Liebe geboren ist! Wir singen Preis in Bund, den wir geschlossen, Und frohen Chören, Und danken beden des Todes falte Hand zer- tend dir, Herr Jesu Christ! Du flört; Wir blicken wehmuths- lebst, du lebst; es flieht des Todes voll zu Himmelshöh'n,- Kann Nacht- Lob sei dir, Herr!- vor dem Tode denn kein Glück vor deiner Wahrheit macht. besteh'n? Chor. Amen! Amen! Heil und FrieIst den Todten auch beschieChristus lebt! Das Leben Tod behält das Ew'ge ( 140) Chor. Hoffet! Christus ist geboren; den Und im Tode nicht verloren, den! Was dem Himmel angehört: siegt! Glaube, Liebe, Hoffnung währt! nicht! 3. Abschnitt. Lieder für eine durch die öffentlichen Landes- Angelegenheiten und besondere Zeitumstände veranlaßte kirchliche Feier. a) Bei allgemeinem Landeswohlstande. Eigene Melodie. 155, 3um Himmel erhebe und dich, Freudengesang! Hoch töne Thron. Stand; Es finden der Fleiß, das Verdienst ihren Lohn, Und Recht Gerechtigkeit stützen den 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, Er schirmet und schüßt es mit gnädiger Hand; Sein Segen ergießt sich auf Alle herab, Und väterlich wendet Gefahren er ab. aus fröhlichen Herzen der Dank! 4. Und frei ist der Glaube; Auf, Alle von Vaterlandsliebe uns leuchtet sein Licht, Erquidt durchglüht, Singt mit uns dem uns im Leiden, macht stark uns Höchsten ein feierndes Lied! zur Pflicht: Dem Herrn, wie dem Knechte ist Jesu Wort werth; Im Geist, in der Wahrheit wird Gott hier verehrt. 5. So fühle denn Jeder, wie glücklich er ist Im Lande, wo Eintracht und Liebe sich füßt. So 3. Mit schwellenden Garben fördere Jeder, so viel er nur fann, bedeckt sich das Land; het die Wohlfahrt in Es blü- Des Vaterlands Bestes, und jeglichem freue sich dann! In gemeiner Noth. 91 6. Gott, sei uns stets freund- Ruh! So leben wir glücklich und lich und fördere du Das Werk wallen von hier Zum Vaterland uns'rer Hände in Frieden und droben, o Vater, zu dir! b) In gemeiner Noth. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Uns wieder deine Gnade zu! Durch Jesum Christ verwirf uns nicht, 156, Wenn wir in höchsten Herr, vor deinem Angesicht! Nöthen steh'n, Und keinen Aus- 5. Wir kommen, Herr und gang weiter seh'n, Und finden treuer Gott, Und flagen dir all weder Hilf' noch Rath, Ob wir unsre Noth! Ach, deine Vaterauch sorgen früh und spat: augen seh'n, Wie hilflos, Herr, wir vor dir steh'n. 2. Dann bleibt dies unser Troft allein, Daß wir uns deiner 6. Nur du bist unsre Zubernoch erfreu'n; Wir flieh'n zu dir, sicht! Nach uns'rer Schuld vergilt du treuer Gott, Du einz'ger Hel- uns nicht; Um Christi willen steh' fer in der Noth! uns bei, Und mach' uns aller Plage frei! 3. Wir heben unser Aug' und Herz Hinauf zu dir in unserm 7. Schmerz, Und fleh'n dich um Be- singen gnadigung, Und um der Strafe Linderung. 4. Erbarmend, Vater, sage du Dann, Vater, dann lobwir Mit freudevollem Herzen dir; Gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. ( 39) Our Bei häufigem Regen. Mel. Herr ich habe mißgehandelt 2c. 3. 3war sind wir nicht werth 157. der Schonung, Die in Demuth err der schönen Him- wir erfleh'n; Doch von deiner melslichter! Deine Sonne scheint heil'gen Wohnung Wollst erbar= uns nicht. Es umzieh'n die Wolken mend auf uns seh'n! Du nur kannst dichter Deines Himmels Angesicht! aus allen Nöthen Mächtig, hilfLaß die Wolken bald vergehen, reich uns erretten. Uns die Sonne wiedersehen! 2. 4. Vater, laß uns bald erblicken Regengüsse stürzen nieder Deine Vaterlieb' und Treu! Laß Auf überschwemmte Flur. die Sonn' das Land erquicken! Hemme ihre Ströme wieder, Deine Gnade werd' uns neu. Ja, Herr und Vater der Natur! zu unsrer Seelenwonne Leucht' Trauernd stehen unsre Saaten; uns selbst, o Gnadensonne!(* 88) Vater hilf; laß sie gerathen! die In Dürre. Mel. Sollt es gleich 2c. 158. Vater, weil an deinem 2. Bitten dich, du wollest Segen Alles nur allein gelegen; schauen Auf die ganz verdorrten Ach so kommen alle wir Jetzt in unsrer Noth zu dir. 92 In gemeiner Noth. Auen, Auf das arme trockne Land, 5. Herr, erhöre unser Flehen! Das die Sonne ganz verbrannt. Laß uns Segenswolken sehen! 3. Alle Frucht ist fast ersticket, Send' uns Regen früh und spat; Weil kein Thau sie mehr erquicket: Mache feucht die dürre Saat! Fluren, Wälder, Laub und Gras, Seufzen nach dem frischen Naß. 6. Dann soll Jeder freudig wieder Dir anstimmen frohe Lie4. Herr und Gott, du fannst der, Und mit Herzen, Hand und das Leben Ihnen gar bald wieder Mund Rühmen deinen Gnadengeben. Alles steht in deiner Hand, bund. Wie uns Armen wohlbekannt. In Theurung. Mel. Von Gott will ich zc. Gott, ihr Vater sein. Gott, unfre Zuversicht, zu dem wir Alle fle159. Du bester Trost der hen, Auf den wir Alle sehen; Hilf uns, verlaß uns nicht! Armen, Gott, Schöpfer aller Welt! Du Vater voll Erbarmen, 5. Gott, unser Heil, ach wende Der ewig Glauben hält; Du, du Der Zeiten schweren Lauf! Thu' erhörst Gebet! So höre, was der deine milden Hände, Den Schatz Glaube Zu dir jetzt aus dem der Allmacht auf. Was nur ein Staube, Aus tiefen Nöthen fleht. Leben hat, Nährst du mit Wohl 2. Uns bringen unsre Sünden gefallen; So schaff' denn auch uns Jetzt Noth und Herzeleid. Gott, allen Bei diesem Mangel Rath. Richter, wir empfinden, Was uns 6. Herr, der du uns erschufest, dein Wort gedräut. Ein frucht- Hör unser Angstgeschrei! Allbar Erdreich soll Bei gottvergeß- mächtiger, du rufest Dem Nichts nem Leben Das täglich Brod nicht auch, daß es sei! Uns helfen ist geben: Ach unser Maß ist voll. dir leicht; Du kannst dem Man3. Verklagt gleicht unser Leben gel wehren, Und Ueberfluß be= Vor dir, o Gott, uns hart: Doch scheeren, Wenn's uns unmöglich Schonen und Vergeben Ist guter däucht. Und neigst auch Uebertretern Dein Herz bald wieder zu. Väter Art. Gott, unser Vater, 7. Laß alle Frucht gerathen, du Bist gut vor allen Vätern, Und Alles besser geh'n! Erquide unsre Saaten, So oft fie traurig steh'n! Herr, baue du das Land! Tränk' es mit Thau und Regen, So Und fülle es mit Segen Aus deiner ( 84) Jhr milden Hand. 4. Wenn sie mit ernster Reue Zu dir um Hilfe schrei'n; willst du bald auf's Neue Bei ansteckenden Seuchen und Krankheiten. Mel. Kommt her zu mir spricht 2c. hilft uns Armen? In unserm Jammer flehen wir Die Hände 160. Wenn uns dein Auge ringend, Herr, zu dir: Du wolleft nicht bewacht, Nicht rettet, Vater, dich erbarmen! deine Macht; Wer wacht, wer 2. Der Seuche Gift verbreitet In gemeiner Noth. 93 sich Weit um uns her: erbarme sind Von dem Tod umfangen. dich; Laß uns nicht plößlich ster- Wen suchen wir, der Hilfe thut, ben! Sieh, wir beweinen unsre Daß wir Gnad' erlangen? Das Schuld! Vergib, vergib uns, Gott thust du, Herr, alleine! Uns reuet der Huld, Und laß uns nicht ver- uns're Missethat, Die dich, Herr, derben! erzürnet hat. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starter Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken In des Todes tiefer Noth! Erbarm' dich unser! 2. Mitten uns im Tod ansicht Des Gerichtes Schrecken. Ach wer wird in solcher Noth Vor'm Gericht uns decken? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein' Barmherzigkeit Uns're Schuld und großes Leid. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starter Gott! 5. Sei mit den Sterbenden, Heiliger barmherziger Heiland! daß sie Dein Antlik schau'n; und Du ewiger Gott! Laß uns alle, die noch leben, die bewahre. nicht verzagen In der letzten tiefStill' Aller Kummer, Angst und sten Noth! Erbarm' dich unser! Schmerz, Daß bald ein jedes bange Herz, Wie gern du hilfft, erfahre! 3. Kein Reichthum schüßt, kein Stand, fein Ort, Hier jammern Wittwen, Weltern dort, Und da verwais'te Kinder. Der Seuche Todeshauch erreicht Auch den, der ängstlich vor ihr fleucht, Den Frommen wie den Sünder. 4. Auch Kunst und Vorsicht rettet nicht. Wir haben keine Zuversicht, Als nur zu deiner Güte. O hilf uns, hilf in dieser Noth! Allmächtiger, gebeut dem Daß er nicht länger wüthe! Tod, 3. Mitten in den ew'gen Tod Unf're Sünd' uns treiben. Wohin sollen wir denn flieh'n, Da 6. Das ganze Volk froblockt wir mögen bleiben? Zu dir, Herr dir dann, Und betet dich, Erret- Christ, alleine! Vergossen ist dein ter, an, Und preiset deine Gnade. theures Blut, Das g'nug für die Mit neuem Leben wandeln wir, Mit Muth und Treue, Gott zu dir Auf deinem sichern Pfade. Sünde thut. Heiliger Herr und Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Erbarm' dich unser! ( 137. 113) Eigne Melodie. 161. Mitten wir im Leben Bei Ueberschwemmung und Wasserfluth. Mel. Befiehl du deine Wege 2c. ihren Ufern treten Verwüstend sie hervor. Wer hilft aus diesen 152. Es braujen aufge- Nöthen? Zu dir schau'n wir thürmet Die Fluthen wild ein- empor! her. Wer ist's, der uns beschir 2. Wohl dem, Herr, dessen met? Nur du, Allmächtiger! Aus Wille In deinem Willen ruht! 94 In gemeiner Noth. Er bleibt getroft und stille In Sein Ziel hat Gott bestimmt. Sturm und Wasserfluth. Wohl Der Herr hat's uns gegeben; dem, der dir vertrauet, Wenn Angst und Schrecken droht! Es weicht, wovor uns grauet, Herr, auf dein Machtgebot. Der Herr ist's, der's uns nimmt. Mag uns die Fluth verschlingen! Uns hält des Vaters Hand. Durch Todeswogen dringen Wir doch in's Vaterland. 3. Der Herr ist eine Veste Zur Zeit der Noth; er sorg't Als Vater 6. Wohl flehen wir: ,, erbarme, stets auf's Beste Für den, der Ach Herr, erbarme dich! Sieh ihm gehorcht. Nach dunkler Nacht gnädig auf uns Arme! Ein Wort wird's heiter; Nach Stürmen der Rettung sprich! Herr, hilf folget Ruh'. Bis hierher und uns, wir verderben! Sei, Helfer, nicht weiter!" Ruft er den uns nicht fern!" Doch sind des Wogen zu. Himmels Erben In Noth und Tod des Herrn. The st 4. Mehr können sie nicht schaden, Als ihnen Gott erlaubt. 7. Läßt du uns Hilfe sehen; Sind wir bei ihm in Gnaden; Dank dir, Erbarmer, Preis! Wer ist's, der die uns raubt? Versagst du unser Flehen; Auch Mag Irdisches verschlingen Der dann dir, Vater, Preis! In deine Fluthen dunkles Grab; Wir dür- Hände legen Wir Alles glaufen fröhlich singen: Herr, wenn bensvoll. Dein Thun ist lauter ich dich nur hab'!" Segen, Und Alles machst du ( 83) 5. Nicht unser ist das Leben; wohl! 11 Nach einer verheerenden Fenersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. zu dir. Laß sie nicht hilflos; tröste die, Die du gebeugt haft; 163, Gott, dessen Macht segne sie! des Feuers Kraft 3um Segen und Verderben schafft! Mit welcher schrecklichen Gewalt Verwüstet's, und wie leicht, wie bald! 5. Uns wieder segnen kannst du, Gott, In Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, gut und liebevoll Ist, was du thust; du machst es wohl. 2. Ach manche Häuser hat's verzehrt, Und manches Menschen 6. Gib Unterwerfung und GeGlück zerstört. Auch dies hat duld, Und laß uns deiner Vaterdeine Hand gethan; Wir weinen, huld Mit frommer Zuversicht verHerr, und beten an! trau'n, Und stets auf deine Hilfe 3. Wir weinen; doch dein bau'n. Rath ist gut. Uns lehrtest du 7. Schüß' unser ganzes Vaterdurch Feuersgluth: Das Irdische land Vor Mangel, Seuchen, sei Asch' und Staub, Und der Krieg und Brand, Gib, weil du Vernichtung schneller Raub. unser Vater bist, Uns Alles, was 4. Mit unsern Brüdern seuf- uns heilsam ist! zen wir In ihrem Jammer, Gott, In gemeiner Noth. In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. nein, das thust du nicht! Wir sollen nur durch Angst und Pein Geprüfet und gereinigt sein. 164. Es zieh'n, o Gott, die Kriegeswetter Jeßt über unser 6. Zuletzt wird Jeder sagen Haupt einher. Bist du, o Herr, müssen: Das hat Gott, unser nicht unser Retter, So ist's für Gott gethan! Gerecht ist er in unser Land zu schwer! Sieh, wie seinen Schlüssen; Ihn bete dankdie Völker sich entzwei'n, Und sich bar Alles an! Er hilft und er erzu unterdrücken dräu'n! preift den Herrn! rettet gern. Lobsinget ihm und ( 17) 95 2. So laß uns hier allein, o Vater, Auf dich und deine Vorficht schau'n; Auf dich, den mächtigsten Berather, Und nicht auf 165. Ach, daß wir Friede mel. Erquicke mich, du Heil der 2. Menschenhilfe bau'n, dich uns gar nichts nützt, Die nur durch dich uns träftig schützt! sollten hören In unsers Gottes Heiligthum! So wird uns keine 3. Was hilft der Feinde große Furcht bethören; Denn Gott ist Menge? Was hilft dem Riesen unser Sieg und Ruhm. Wir stimgroße Macht? Der Roß' und men ein mit unserm Liede: Du Wagen stark Gedränge Ist's Friedefürst, gib Friede, Friede! nicht, was Sieg und Heil verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; Doch kommt der Sieg allein vom Herrn. 2. Laß Gür und Treue fich begegnen; Es füsse Fried' und Recht sich hier. Laß Sieg und Glück vom Himmel regnen; Auf 4. Drum fallen wir in deine Erden wachse Treu' herfür! Wir Arme, Du Vater der Barmher- stimmen ein mit unserm Liede: Du zigkeit, Und flehen voll Ver- Friedefürst, gib Friede, Friede! trau'n: erbarme Dich über uns 3. So singt man in gerechten zur schweren Zeit! Laß Gnade Hütten; So rühmt, wer deinen doch für Recht ergeh'n; So blei- Ruhm erhöht. Du wirst mit Guben wir doch aufrecht steh'n! tem uns beschütten, Daß unser 5. Nicht grimmig, sondern nur Land im Wachsthum steht. Wir mit Maßen Sind deine Strafen stimmen ein mit unserm Liede: Du eingericht't. Du wirst uns nicht Friedefürst, gib Friede, Friede! zerstören lassen; Nein, Vater, ( 174) e) Nach Rettung aus Noth und Gefahr. Nach anhaltenden Regengüssen. Mel. Gott des Himmels und der 2c. strahlt sie nieder Auf die Frucht, | 166. Lieblich die Gott uns gönnt. Seht, wie scheint die schön, wie neubelebt HoffnungsAn dem heitern reich die Saat sich hebt. Firmament; Sanft erquickend 2. Mit erkenntlichem Gemüthe Sonne wieder 96 Nach überstandener Noth. Wollen wir dir dankbar sein; uns droht, Daß ihm stets in fester Dir, o Vater, reich an Güte, Treu' Unser Herz geheiligt sei! Ewig unser Leben weih'n; Dir, 4. Ja, dir, Leben aller Leben, der allem Mangel wehrt, Immer Aller Kräfte ew'ge Kraft. Dir sei liebreich uns ernährt! unser Herz ergeben! Du bist's, 3. Lasset unsern Gott uns der uns Segen schafft. Ewig sollst ehren, Und befolgen sein Gebot; du, Herr, allein, Unser Gott, ge= Voll Vertrau'n zu ihm uns keh- priesen sein. ren, Wenn Gefahr und Noth ( 12) Nach der Dürre. Mel. Nun lob' mein Seel' 2c. ren, Vom Mark der Erde völl, Das deine Menschen nähren Und 167. Ein milder Regen sin- sie erfreuen soll! Auf, preiset Gotfet Erquickend auf die dürre Flur; tes Milde! Er ist's, der Regen Wie labt sie sich, wie trinket Jhn schickt, Und lechzende Gefilde Voll die verschmachtete Natur! Die Baterhuld erquickt. fanften Ströme fühlen Der Lüfte 3. Erhalter unsers Lebens! weites Meer, Und die Geschöpfe Herr, dem wir uns jetzt dankbar fühlen Sich nicht mehr träg' und nah'n! O laß uns nicht vergeschwer. Gott spricht, und Seufzer bens Die Gaben deiner Hand schweigen, Und Hiß' und Dürre empfah'n! Du sendest Thau und flieh'n; Und fromme Lieder stei- Regen, Gibst milden Sonnengen Empor und preisen ihn. schein Und eilst, mit deinem 2. Mit Muth im Angesichte Segen Uns alle zu erfreu'n. O Beschaut der Landmann nun sein lehr' uns dich erheben, und findFeld. Erquickt hat Gott die lich dir vertrau'n, Und menschenFrüchte; Er ist Versorger seiner freundlich leben, Bis wir dich Welt. Wie wallen nun die Aeh- ewig schau'n! ( 126) Nach abgewendeter Theurung. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. Groß war die Noth, wie unsre Schuld; Doch größer noch war 168. Du hast, o gnaden- deine Huld, und deine Macht und Weisheit. reicher Gott, In Theurung uns ernähret, Jm Elend und in Hun- 3. Drum wollen wir mit Lob gersnoth Errettung uns gewäh- und Dank zu deinem Throne ret. Und nun hat deine Segens- dringen, Und laut den hohen hand Von uns und unserm Vater- Preisgesang Mit unsern Brü land Den Mangel abgewendet. dern singen. Der Höchste hält, 2. Dich, Vater der Barmher- was er verspricht: So lang die zigkeit, Dich jammerte der Armen, Erde steht, soll's nicht an Saat Und als ein Gott, der gern er- und Nernte fehlen. freut, Bewieseft du Erbarmen. 4. Gib, daß wir auch im Uebers Nach überstandener Noth. 97 fluß Uns niemals stolz erheben, auf dich; Du hilfft uns in GefahStets mäßig bleiben im Genuß, ren, Und wirst in Zukunft väterDen Lüften widerstreben; Und lich Vor Kleinmuth uns bewahgern mit dem, was deine Hand ren. Wie gern, o Vater, wendest So liebevoll uns zugewandt, Den du Dem Lande Schuß und Segen armen Brüdern dienen! zu, Wo deine Knechte wohnen! 5. Wir hoffen, Herr, getrost ( 102) Nach überstandener Seuche. Mel. Ein Lämmlein geht und 2c. 169. Wir kommen, Retter, zen. Odu Erbarmer voll Geduld! Nach unsrer Uebertretung Schuld Hast du uns nicht gelohdir Gesang Und Ruhm und Preis net. Gezüchtigt- o wir preisen zu bringen! Des ganzen Volkes dich Gezüchtigt hast du väterheißer Dant Soll, Vater, dir lich, Und väterlich geschonet. lobsingen! Du warst mit uns in tiefer Noth! Rings um uns her Dir, war nichts als Tod, Als Jammer ben. und Verderben. Voll Furcht und Schrecken sahen wir, Ach, Väter, Mütter, Brüder hier, Dort Greif' und Kinder sterben. 3. O sieh versammelt uns vor Voll Dank dich zu erheDir, Vater, weihen Alle wir Das neugeschenkte Leben. Es bete Kind und Greis dich an; Es danke, wer nur danken fann, Und diene deinem Namen; Und 2. Zu dir, du Menschenretter, rühme: Gott ist unser Gott! schrie'n Der Deinen bange Her- Frohlockt; er hilft uns in der zen. Da ließest du die Seuch' ent- Noth; Er hilft uns! Amen, flieh'n, Und heiltest unsre Schmer- Amen! ( 18. 24) - Nach Ueberschwemmungen. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 3. Nun ist der Sturm vorbei; Die Fluth hört auf zu toben: Die 170, Lob, Ehr und Dank Gott, du hast sie bedroht Mit sei dir, O großer Gott, gesungen, starker Hand von oben! Daß du durch deine Macht Die Wasser laufen ab; Der Mensch wilde Fluth bezwungen! Es tobete wird wieder froh, Der voller der Sturm; Die Wogen schred- Furcht und Angst Nach sichern ten sehr, Und rauscheten fast schon Höhen floh. In unsre Hütten her. 4. So preisen wir dich denn, 2. Doch mitten in der Fluth O Vater aller Güte! Nimm an, Sah'n wir, Herr, dein Erbar- was wir dir jetzt Mit dankbarem men; Du halfst uns väterlich, Gemüthe Für deine große Treu' Bewiesest da uns Armen, Wie zum Opfer bringen dar! Ein dir du von Herzen doch Die Men- gehorsam Herz Sei unser Dankschen nicht betrübst, Und im Be- altar. trüben auch Sie als ein Vater liebst. 5. Wir rühmen deine Macht; Denn die gebot den Wellen, Daß 7 98 Nach überstandener Noth. ihre große Kraft Uns doch nicht du bisher betrübet, Und segne konnte fällen. Du sprachest nur Herr, dein Volf, Das dir sich ein Wort: ,, Bis hierher sollt ihr ganz ergibet! Zu jeder Christengeh'n!" Dein Werk ist es, daß pflicht Gib neue Willigkeit; Und wir Uns ganz gerettet seh'n. schenk' auf diese Fluth Uns segens6. Erfreue nun das Land, Das volle Zeit! Nach glücklich abgewendeter Feuersgefahr. Mel. Nun danket alle Gott 2c. zugesendet. Heil uns, daß noch dein Lob Von unsern Lippen 171. Wir nah'n zu deinem schallt, Gott, an Erbarmen reich, Thron, Gott, mit gerührtem Her- Und mächtig an Gewalt! zen, Der du so gnädig half'st, Da 3. Steh' den Bedrängten bei, wir voll Angst und Schmerzen Uns Die jetzt noch traurig weinen; in Gefahr und Noth Durch Feuer- Hör' auf der Frommen Fleh'n, flammen sah'n, Und nun gerettet Wenn sie vor dir erscheinen; Und find! Das hast du, Gott, gethan! segne du mit Glück Nach väter2. Dank sei dir, großer Gott! lichem Rath, Was jetzt bei Andrer Du hast das Leid gewendet, Das Noth Die Menschenliebe that. uns so nah bedroh't, Und Hilfe ( 194) Nach wieder hergestelltem Frieden. Mel. Wachet auf, ruft 2c. dringt Alle Seelen. Hell wird der Blick; Es fehrt das Glück 172. Hallelujah! Preis und zur Hütt' und zum Palaſt zurück. Ehre! Die Tempel schmückt, weiht 3. Nur durch dich ist es erdie Altäre Jhm, der uns großes rungen, Was nah und fern in Heil gesandt! Singt dem mäch- allen Zungen Die Hartbedräntigen Erretter! Er rettet uns aus ten heiß erfleht. Gnädig hast du, Sturm und Wetter; Er sendet Herr, vernommen Die stillem Ruh auf Meer und Land. Der Seufzer deiner Frommen, ErSchlachten Donner schweigt; hört die Thränen, das Gebet! Der Friedensbogen neigt Sanft Den Kampf hast du verkürzt; fich nieder. Gott hielt Gericht, Der Thronen baut und stürzt, Und herrlich bricht Aus langer Dir die Ehre! Dein Wink geNacht hervor das Licht. Die beut; Da ruht der Streit: 2. Seid gesegnet, Wonnetage! Welt schaut deine Herrlichkeit. Der stille Schmerz, die laute 4. Friede tehrt den Völkerm Klage Lös't sich in Freudenthrä- wieder; Des Segens Fülle strömt nen auf. Sprosset fröhlich, reiche hernieder, Und sicher steht, was Saaten! Die zürnend euch zu Eintracht baut. Nicht entreißt Boden traten, Gehemmet ist der mehr' ohn' Erbarmen Des KrieSchlachten Lauf. Wie ist die Welt ges Wuth des Vaters Armen verjüngt! Ein Lebensgeist durch- Den Sohn, der Mutter und der Huldigungs- und Geburtstagsfeier des Landesherrn. 99 Braut. Ruh' euch, die ihr ge- nieder. Von dir kam uns der kämpft, Mit Gott den Feind ge- Sieg; Nun kehrt die Ruhe wiedämpft! Friedenspalmen Ent- der. Dein Nam' ist Friedefürst, blühen schon Der Gruft, und Und Rath und Kraft und Held; Lohn Wird euch vor des Vergel Groß, wundervoll dein Thun: ters Thron. Vor dir verstummt die Welt. 5. Herr, der Frieden uns ge- 2. Doch ewig Vater nur geben; Hilf uns, nach Jesu Frie- Will dich die Lippe nennen, So den streben, Der unser Innerstes lang es schlägt, das Herz Von durchdringt! Herrscht in uns dein heißem Danfe brennen. Barmheil'ger Wille, So wandelt sich in herzig, gnädig, tren, Ein Helfer Ruh' und Stille, Was feindlich in in der Noth: So hat es dich uns kämpft und ringt. In Fröm- erkannt, Dich, unsrer Väter migkeit und Recht Erblüht ein Gott! neu' Geschlecht Dir zum Ruhme; Zu dir hinauf Führt unser Lauf, Und ew'ger Friede nimmt uns auf. ( 136) 3. Nimm unser Opfer an! Wir bringen, was wir haben. Erhalt' uns, die du gabst, Die höchsten deiner Gaben: Die Ruh, die Sicherheit, Des Heldenkam173. Herr Gott, dich loben Band, Und unsers Fürsten Thron. pfes Lohn, Der Eintracht festes Mel. Nun danfet alle Gott 2c. wir! Dein Volk sinkt danfend ( 136) d) Bei Gelegenheit der den Landesherrn betreffenden Ereignisse. Huldigungs- und Geburtsfeier des Regenten. Mel. Nun banket all' und bringet 2c. 3ier, Der beste Mensch und 174, Gott, unser König Christ! 5. Groß und voll Müh ist freue sich In deiner Hilf', und sei, seine Pflicht, Und er ein Mensch, Geheiligt und regiert durch dich, Dir, seinem Herrn, getreu! wie wir; Ach, er bedarf vor Andern Licht Und Rath und Kraft 2. Begnadigt, Gott, mit deiner von dir! Kraft, Und deines Geistes voll, 6. Erhör' ihn, Gott, wenn Gedenk er stets der Rechenschaft, er begehrt, Dir ähnlich hier zu Die er dir geben soll! sein; Dann laß ihn, in dein Bild 3. Er förd're willig deinen verklärt, Sein Volf, wie du, Ruhm; Er denke gern daran, erfreu'n! Sein Volk sei auch dein Eigen= 7. Er lieb' auf seinem Throne thum, Und er dein Unterthan. dich, und bleib dir immer treu, 4. Der über Christen, Gott, Daß er dem Lafter fürchterlich, von dir Zum Herrn verordnet ist, Der Tugend tröstlich sei! Sei deiner Kirche Schutz und 8. Se' weit hinaus das 7* 100 Huldigungs- und Geburtsfeier des Landesherrn.- Taufe. Lebensziel, Das er erreichen soll;| glücken, Mit seinen Gaben Gott, mache seiner Tage viel, schmücken Das ganze FürstenUnd jeden ehrenvoll! haus; Darüber mächtig walten, 9. Sein Thron besteh' un- Den theuren Stamm erhalten wandelbar! Sei seiner Freunde Bis in die fernste Zeit hinaus! Freund; Sei sein Beschüßer in 3. Gott woll' uns hochbeGefahr, Und wehre jeden Feind! glücken, Sein Gottessiegel drücken Sein werd' in jedem Auf jede Fürstenthat; Daß Fried' Fleh'n zu dir Mit Lieb' und aus ihr die Fülle Und Heil und Dank gedacht. Erhör' es, Gott; Segen quille, Und Wohl, das dann jauchzen wir, Und preisen keinen Wandel hat! deine Macht! 10. ( 24) 4. Gott woll' uns hochbeglücken, Mit Lieb' und Eintracht schmücken Den König und sein Land; Damit uns ohne Sünde Mel. In allen meinen Thaten 2c. 175. Gott woll' uns hoch- Stets inniger umwinde Des beglücken, Mit steten Gnaden- goldnen Friedens Himmelsband! blicken Auf unsern König seh'n; 5. Gott woll' uns hochbeIhn schüßen auf dem Throne, glücken Und seinen Engel schicken Auf seinem Haupt die Krone Am Schluß der Pilgerzeit, Der Lang, lang und glorreich lassen selig ohne Klage So Volf, als Fürsten trage 3um Freudersaal ( 69.85) steh'n! 2. Gott woll' uns hochbe- der Ewigkeit! 4. Abschnitt. Lieder für die kirchlichen Handlungen. Bei Taufen. Vor der Taufe. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Christen sein. Du weiheft es in diesem Bade 3u deinem Kind und Erben ein. Heil ihm, erkennt es einst den Werth Des Glücks, daß es dir angehört! 176. Dir, Herr, sei dieses Kind empfohlen, Dir, dessen Treu' unwandelbar! Wir bringen's, wie du selbst befohlen, Dir in der 3. Was ist der Mensch, daß heil'gen Taufe dar. Du segneft du sein denfest? Des Menschen es, Herr Jesu Christ, So wahr Kind, daß du es ehrst? Daß du du unser Heiland bist. so großes Heil ihm schenkest, Ihm 2. Durch dieses Siegel deiner deine Güte all' gewährst? Was Gnade Wird jedes Recht der ist's? Ein Staub, ein Nichts vor - Tauflieder. 101 dir! Doch deine Huld währt für auf unsern Armen! Zu dir, Vater, und für! ( 127) Mel. Christ unser Herr 2c. flehen wir Dich auch seiner zu erbarmen! Es sei dein! Es lebt durch dich; Segne, schütz' es 177. Dir wird jetzt dieses väterlich! Kind geweiht, Dir Jesu, diese Seele! Gib, daß es in der fünft'2. Führ' es aus der Nacht zum Licht, Daß es sich und dich gen Zeit Dich nun zum Führer erfenne, Froh erkenne seine wähle. O bleibe stets sein Hirt und Freund, Bewahre es vor Sünden; Und wenn sein Lebensend' erscheint, So laß es Gnade finden, Und Heil und ew'ges Leben! ( 117) Pflicht, Und dich liebend Vater nenne, Daß es Jesu Christo treu Folgsam deinem Geiste sei. 3. Laß es, Herr, in Bust und Schmerz Nicht von deiner Liebe scheiden. Rein erhalte dir sein Herz; Väterlich woll'st du es leiten. Führe es an treuer Hand In sein himmlisch Vaterland! ( 136) Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. 178. Gott, vor dir; Sieh dies Kind Sich uns betend Nach der Taufe. Mel. Aufersteh'n, ja aufersteh'n 2c. strahl' ihm Licht Von deiner Höhe, Daß es die Heimath sehe, Die 179. Dir, Herr Jesu, sei Gottesstadt! dies Kind geweiht, Ein Erb' der 4. Deinen Frieden gib ihm, Ewigkeit! Du wollst's erziehen, Herr und Gott, Jm Leben und Um herrlich aufzublühen 3u im Tod, Und dort am Throne deinem Preis! Des ew'gen Lebens Krone! Erbarm' dich sein! 2. Segne, Herr, nimm's auf in deine Hut! Der überschwenglich 5. Heilig, heilig, heilig; Preis thut, Mehr, als wir flehen Und und Ruhm! Wir sind dein Eigenwissen und verstehen; Erhöre uns! thum! Ja, Amen, Amen; An3. Leuchten laß ihm, Herr, betung deinem Namen In Ewigdein Angesicht! Im Dunkeln feit! ( 83) Bei einer Profelyten- Taufe. Mel. Wachet auf, ruft zc. 180, Unjerm Gott laßt uns lobfingen, Jehovah unser Opfer bringen; Nur ihm gebühret Ruhm 2. Preis sei Jesu, Gottes und Ehr'! Wie im Himmel, so Sohne, Der uns am Kreuz des auf Erden Müff er von uns ver- Lebens Krone Und unvergänglich herrlicht werden; Denn er ist Heil errang! Alle Völker müssen Gott, und keiner mehr. Er ist's, tommen, Ihn anzubeten mit den deß ew'ger Rath Uns All' er= wählet hat In dem Sohne. Durch ihn allein Will er verzeih'n, Und allen Sündern gnädig sein. 102 Tauflieder. Frommen, Vom Aufgang bis zum Christentaufe) weih'n. Herr, Niedergang. Wohl dem, der ihn nimm ihn( sie) gnädig auf! Sein bekennt, Jhn seinen Heiland nennt( Jhr) ganzer Lebenslauf Sei dir Voller Glauben. Dem drohen heilig. Steh' selbst ihm( Steh' ihnen) bei, Und mach' ihn( sie) treu, Damit sein( ihr) Bund beständig sei! nicht Tod und Gericht; Er dringt aus Finsterniß zum Licht. Nach der Taufe. 3. Gottes Geist sei hoch erhoben, Der uns're Herzen zeucht nach Oben, Und reiche Gaben 5. Nun, das Bündniß ist geuns verleiht. Licht und Kraft schlossen! O mit der Taufe ausströmt er hernieder Auf Jesu gegofsen Sei über diesen( diese) Christi Heil'ge Glieder, Die er auch der Geist! Sei( seid) nun zum Tempel sich geweiht. Er start in deinem( euerm) Glauben; pflanzt des Lebens Wort In Laß Nichts dir( Lafft Nichts Christi Kirche fort, Bis an's Ende. euch) jene Krone rauben, Die Und sie besteht Von Gott erhöht, seinen Treuen Gott verheißt! Ob Erd' und Himmel untergeht. Heil, Gottgeweihter, dir! Mit 4. In der Kirche Friedens- Liebe grüßen wir Dich als Bruder. hallen Zieht, Herr,( Bieh'n, Herr,)( Schwester.)( Heil, Gottgegesegnet von uns Allen, Ein neuer weihte, euch! Jn Jesu Christi Heilsgenoffe( Jetzt neue Heils- Reich Seid willkommen!) Herr, genossen) ein. Dir, dem Vater jegne ihn!( fie!) Behüte ihn! und dem Sohne, Dir, Geist auf( sie!) Dein Gottesfriede ruh auf deinem ew'gen Throne, Will er ihm!( Den Frieden laß auf ihnen sich in der Taufe( Soll sie die ruh'n!) (* 83) Bei der Prüfung der Confirmanden. Mel. Sei Lob und Ehr 2c. 3. Den Weg der Wahrheit wählen wir Und wissen deinen 181. Lobt Gott in seinem Willen. Gib uns die Kraft,- fie Heiligthum, Die ihr den Höchsten kommt von dir!-Jhn immer zu kennet, Der uns sein Evangelium erfüllen. Erhalt' in deiner Furcht Von Jugend an gegönnet; Der das Herz, Daß es im Glücke, wie uns den Weg zur Wahrheit zeigt, im Schmerz, Sich findlich dir Und unser Herz zum Guten neigt! ergebe. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Herr, wir sind dein; ver2. Dein sind wir, Bater, laß uns nicht! Nichts müsse dir Sohn und Geist! Dich wollen wir uns rauben; Du bleibest uns're bekennen. Von dem, was uns dein Zuversicht; Denn du hältst ewig Wort verheißt, Soll ewig uns Glauben. Getreu bist du; auch Nichts trennen; Nicht Ruhm der uns mach' treu, Daß unser Bund Menschen, nicht ihr Spott, Nicht beständig sei. Preis sei dir, Dank Glück, nicht Trübsal, nicht der Tod, und Ehre! Nichts soll uns von dir trennen! ( 195) Confirmationslieder. Bei der Einsegnung der Confirmanden. Mel. Sei Lob und Ehr 2c. nahen wir, Erlöser, Jesus 182. Die hier vor deinem Christus, dir, Uns deinem Dienst Antlik steh'n, Sind Jesu Christi mit Herz und Mund, Der Taufe zu weihen! Wir nahen, Herr, Glieder. Gott, höre, was wir segensreichen Bund, Als Christen, für sie fleh'n; Sieh gnädig auf sie nieder! Gib ihnen, Bater, Sohn zu erneuen! Und du, Jesu, Woll'st und Geist, Das Gute, was dein zum Bunde Dieser Stunde Segen Wort verheißt, Jm Leben und im Sterben! sprechen, Daß wir nimmermehr ihn brechen! erkannt, Gott, Vater, und das 2. Heil uns! wir haben dich Vaterland, Im Himmel uns bereitet; Und dich, Sohn Gottes, Jesus Christ, Daß du der Sünder Heiland bist, Der sie zum Himmel leitet! Laß dein Uns sein! Unser Leben, Dir ergeben, Soll dich loben; Gib uns dazu Kraft von Oben! 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn Und deine heil'gen Lehren! Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, Wenn Sünder sich befehren; Laß heute größ're Freude sein, Da diese Seelen dir sich weih'n, Dir ewig treu zu bleiben! 3. O laß fie Gnad' und nicht Gericht Bei Jesu Mahl empfahen, Wenn sie mit frommer Zuversicht 3um erstenmal sich nahen! Es stärke sie in aller Noth, Damit sie Jesu Christi Tod Recht preisen durch ihr Leben. 103 3. O send' uns, wie dein Wort Gottesgeist, Daß er uns Weisverheißt, Den heil'gen, guten heit lehre! Er steh' uns in Ver4. Lacht ihnen bei dem edeln Sünden frei, Und tröst' uns dir suchung bei; Er mache uns von Lauf Die falsche Welt entgegen; zur Ehre, Daß wir Dir hier, O dann hilf ihrer Schwachheit Wie in Freuden, So in Leiden, auf; Und wenn sich Lüste regen, Leben, sterben, und die Seligkeit Laß sie auf Jesum gläubig seh'n, ererben! Die Welt mit ihrer Lust ver= schmäh'n, Beharren bis an's Ende! 5. Zeig', Herr, den Lohn der Von theuren ( 190) Die Gemeinde. Mel. Ich dank' dir schon zc. Seelen, Die dich für ihre Lebenez 184, O sich mit Baterhuld zeit Zum Trost und Führer wäh- herab, Auf dieser Kinder Reihen, len! O treuer Heiland, sie sind Die sich, zur Treue bis an's Schreib heut' ins Buch des Grab, Dir, dem Erbarmer Lebens ein Die Namen dieser weihen! dein; Christen! 2. Auf ihrer Kindheit stillem Pfad Warst du stets ihr Begleiter. Nun führe sie nach deinem Rath Auch in der Jugend Mel. Wie schön leucht't 2c. Die Kinder. 183. Mit heil'ger Freude weiter. 104 Confirmationslieder. 3. Umschwebe schüßend in Ge- Werth, Der Unschuld Werth ents fahr Die leicht verführten Seelen; weihet, In fie, die Gott so hod Laß sie zum Leitstern immerdar geehrt, Des Lasters Samer Dein Wort, o Vater, wählen! streuet! 4. Herr, ihres Glaubens 3u- 8. Jm Himmel ist ihr Vaterversicht, Laß keinen Zweifel land; Dem hilf uns sie erziehen: schwächen, Und selbst im Thal Laß sie, gepflegt von unsrer Hand, der Leiden nicht Den Stab der Als Pflanzen Gottes blühen! Hoffnung brechen! Die Großen und 9. Ach, wenn nach kurzer 5. Als Glieder heißt sie allzu- Prüfungszeit mal Willkommen die Gemeine; die Kleinen Mit uns nah'n sie zum Bruder- Herrlichkeit, mahl Im heiligen Vereine. einen: Am Throne deiner O Jesu, sich ver6. Hehr sei uns Gottes Eigenthum, Das Christi Blut erkaufte! 10. Laß dann aus dieser inder Reih'n Nicht Eines, Eines Wir sind, wie sie, zu seinem Ruhm fehlen! Laß sie des Himmels Auf seinen Tod Getaufte. 7. Weh' dem, der dieser Seelen Seelen! würdig sein, Die theu'r erkauften ( 83) Vor der Einsegnung. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 185, Sieh, da steh'n die 186. Vater, Sohn Mel. Mache dich, mein Geist 2c. und jungen Seelen, Und wollen dich heil'ger Geist, Segne diese Kinzum Führer wählen, O Mittler der! Du, deß Name heilig heißt, uns'rer Seligkeit! Grenzenlos ist Weißt's: Auch sie sind Sünder. deine Liebe! Sie wissen's, und Aber dir Nah'n sie hier, Daß zu aus reinem Triebe Wird nun ihr neuer Treue Dir ihr Herz sich Bund mit dir erneut. Ach nimm weihe. sie huldreich auf, Und lente ihren Lauf Durch das Leben. Wir alle fleh'n: Laß du sie seh'n, Wie herrlich du die Deinen führst! 2. Jesus Christus, sie sind dein, Dir mit Blut erkaufet! Laß in dir sie selig sein, Mit dem Geist getaufet! Laß sie dir Für und für, Auch schon hier auf Erden, Ganz geheiligt werden! 2. Singt, o singt, ihr frohen Chöre! Dir, dir, o Herr, sei Preis und Ehre! Durch dich wird 3. Allen gibst du gern dein unser Geist erfreut. Auch an Licht, Das uns führt zum Leben. diesen jungen Christen, Die sich du wirst, wir zweifeln nicht, Glaubenstampfe rüsten, Es auch ihnen geben! Mache neu, Verklärst du deine Herrlichkeit. Dir getreu, Die hier vor dir Wir seh'n: dein Reich besteht, stehen! Hör', o hör' ihr Flehen! Wenn auch die Welt vergeht. zum ( 35) Wohl, uns Allen! O welches Heil Mel. Seelenbräutigam 2c. Wird unser Theil, Wenn Jeder 187. Auf, beschwört den deine Bahn betritt! ( 148) Confirmationslieder. Bund! Schwört mit Herz und Mund, Fest im Glauben zu bestehen, Gottes Wege stets zu gehen! Weh' dem, der den Eid Freventlich entweiht! 2. Haltet ihn getreu! Und Gott steh' euch bei! Kommt, wir wollen euch zur Seiten Hand zum Himmel Muthig; uns're Bahn himmelan! Die Kinder. Dich immer findlich lieben, GeHand in horchen willig dir, Den Heiland schreiten. treu bekennen; Herr, das wollen wir! Führet ( 148) Wechselgesang. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade 2c. Die Gemeinde. 188. Sich diese jungen Seelen, Die, Vater, die sich nah'n, zu fleh'n um deinen Segen Für ihre neue Bahn! Die Kinder. Gott, welche heil'ge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen Wir Herz und Leben weih'n! 105 Die Gemeinde. 2. Sie kommen, dir, o Vater, Sich feierlich zu weih'n; Geloben theu'r und heilig, Dir ewig treu zu sein! Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. Die Gemeinde. Die Gemeinde. 3. Sie wollen jeder Sünde Den Mit Muthe widersteh'n, Weg, den Jesus lehrte, Und selbst betrat, stets geh'n. Die Kinder. Wir wollen jede Sünde, Das kleinste Unrecht scheu'n, Nach Jesu heil'gem Bilde Uns ganz der Tugend weih'n. Nach der Einsegnung. Die Gemeinde und Kinder zugleich. 4. Oblid' auf sie( auf uns) mit Segen, Allgnädiger herab, Und laß sie( uns) dem Gelübde Getreu sein bis an's Grab! Die Kinder. 3. Ja, zu treuer Folgsamkeit Haben wir uns dir verpflichtet; 189, Gottes Gnade sei mit Dir sei unser Herz geweiht, Unser O wie Durch den euch; Sie verleih' euch Kraft und Geist auf dich gerichtet! Segen; Wallet freudig Gottes selig werden wir Reich, Euerm hohen Ziel, ent- Bund, o Gott, mit dir! gegen! Groß ist einst des Glau- 4. Stärf uns, Herr, mit bens Lohn Vor des Weltenrich- deiner Kraft! Schük' uns vor ters Thron. der Macht der Sünden; Du, der 2. Heilig sei euch dieser Tag, Sieg und Hilfe schafft, Hilf im Heilig, was ihr nun versprochen! Kampfe überwinden! Laß die Was der Mund vor Gott ver- Seele fromm und rein, Standsprach, Werde nie von euch ge- haft uns im Glauben sein! brochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth Fromm und treu bis in den Tod! Alle. 5. Sieh, o Herr, wir alle fleh'n! Stärke huldreich uns're 106 Confirmationslieder. Seelen, Daß wir niemals irre Muth zum Kampf der Pflicht geh'n, Nie die Bahn des Heils Verlaß mich in Versuchung nicht! verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit; Fromm sein bleibt in Ewigkeit. ( 97) 4. Du zählst auch mich zu deinem Kindern! Nimm Kindesliebe him von mir! Nichts soll je meine Treue mindern; Dir leb' id Gott, einst sterb' ich dir! Sei du mein Helfer, Jesus Christ, Der du auch mir der Heiland bist Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Die Gemeinde. 190. So bleib' es ihm denn ganz ergeben, Das Herz, das ihr Mel. Ewigkeit du Donnerwort xDie Gemeinde. jetzt Gott geweiht! Es schlag' in euerm ganzen Leben Für Wahr- gib Muth! Jhr großer Theil, ihr 5. Dem Vorsak treu zu sein, heit, Tugend, Frömmigkeit! O selig, wer im Kampf besteht und erstes Gut, Sei Glaube, Hoffnung, treu auf Gottes Wegen geht! Tugend! O Vater alles Guten, leit' 2. Vergesset nie die großen Zeit Gefahrenvoller Jugend! Laß Durch deinen Geist sie in der Getreu zu sein bis in du ihr Herz voll Lieb' und rein, Gott Laß sie stets deine Kinder ſein! Worte: Alle. den Tod!" Ihr spracht's! ist an jedem Orte, Kennt euch im Glück, sieht euch in Noth, Und steht uns, sind wir ihm nur treu, Mit väterlicher Hilfe bei. 11 Die Confirmirten. 6. Und steh'n wir einst vor deinem Thron, Wir Alle, Mittler, Gottessohn, Zu deinem Weltgerichte; Wenn es geöffnet vor 3. Ja, steh' mir bei mit deiner uns liegt, Des Lebens Buch, dann Gnade, Vater, der auch mich schreck' uns nicht Von deinem geliebt! Führ' mich auf deiner Angesichte! Dann laß uns alle, Wahrheit Pfade 3um Ziel, das alle dein, 3um Ziel, das alle dein, Des ew'gen Lebens Seelenruhe gibt. Stärk' mir den würdig sein. ( 180) Während der ersten Communion. Wechselgesang. Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. Die sämmtlichen Communicanten. den; 191. Bis zum Tode liebtest neu'n, weih'n. Die Kinder allein. du, Herr und Heiland, deine Brüder; Brachtest Wahrheit, Unschuld, Ruh, Hoffnung auf die Erde wieder; Opfertest dich uns zu gut mit der Liebe Heldenmuth. 3. Sich zum erstenmal uns nah'n, Liebevoll von dir geladen. Freund, Erlöser, nimm uns an! Gib uns Theil an deinen Gna2. Sieh uns hier voll Andacht den. Auch für uns geopfert bist nah'n, Troft und Heil bei dir zu Du am Kreuze, Jesus Chrift! finden, Und was du für uns ge= than, Freudig dankbar zu verkünDein Gedächtniß zu ers Dir auf ewig uns zu Confirmationslieder. 107 Die nicht communicirende Gemeinde. Wein Schwört ihm Alle, treu Sämmtliche Communicanten. 9. Bis zum Tode liebtest du! 4. Kommt, verkündigt seinen 3u sein. Lod! Er erwarb euch Heil und Leben. Kommt, empfaht das heilge Brod, Für euch ward sein Sollt' uns deine Lieb' nicht drinLeib gegeben. Nehmt den Kelch; gen, Daß wir Leben, Kraft und sein theures Blut Floß versöhbringen, Dir gleich, der für Alle gern zum Opfer nend euch zu gut. starb, Allen Trost und Heil erwarb! Sämmtliche Communicanten. 5. Bis zum Tod hast du geliebt, Hast dich selbst für uns gegeben. Fromme Lieb' um Liebe gibt Dir dein Volk; nur dir will's Nimm, was dein ist, Herz und Sinn; Nimm uns ganz zum Opfer hin! 10. Kommt, ihr Jünger, Eines Herrn; Komm, du glaubende Gemeine! Kommt, Erlös'te nah' und fern, Daß die Liebe uns vereine, Bis der Herr uns allzugleich Droben einführt in sein Reich. Die Kinder allein. 6. Sieh, wir schwören's bei 11. Nimm auch uns in deinen dem Brod: Wir sind dein; Nichts Bund, Fromme, glaubende Gesoll uns scheiden; Nicht das Le- meine! Liebe weiht dir Herz und ben, nicht der Tod; Nicht die Mund; Denn für Alle starb der Freude, nicht die Leiden. Sieh, Eine. Liebend reiche uns die Hand wir schwören's bei dem Wein: Auf der Bahn zum Vaterland. Herr und Heiland, wir sind dein! 12. Sind wir doch Ein Leib, 7. Einst schon schworen Treue Ein Geist, Sind mit Einem Kelch dir Wir auf deinen Tod Getaufte. getränket; Sind mit Einem Brod Nun auf's Neue schwören wir, gespeist! Gleiches Heil ist uns geWir mit deinem Blut Erfaufte, schenket. Uns vereint Ein Glaube Bei dem Brode, bei dem Wein hier; Einen Himmel hoffen wir. Schwören wir, dir treu zu sein. Die Gemeinde. Die Gemeinde. 13. Kommt, ihr Jünger Eines Herrn; Komm, du glaubende 8. Schwört der Treue heil'gen Gemeine; Kommt, Erlöfte, nah' Eid, Ihr auf Christi Tod Ge- und fern, Daß uns Christi Liebe taufte! Eurer Taufe Bund er- eine, Bis Ein Kelch des Lebens neut, Ihr mit seinem Blut Er- euch mit uns tränft in seinem faufte. Bei dem Brode, bei dem Reich! ( 83) Nach der ersten Communion. Tel. Herr, sei gelobt, daß du hast c. jetzt dein Brod gegessen, Deine Liebe stets ermessen. Erbarm' 192. Vollendet ist die heil'ge Andachtsfeier! Ewig bleibe dich unser! sie 2. Von uns, von diesen Kinuns theuer! Laß Alle, Herr, die dern und von Allen, Die mit uns 108 Confirmationslieder. zur Heimath wallen, Sei hochge-| heut' dem Herrn; Weicht nich lobt: hilf uns nun Glauben hal- zurück, nah' oder fern, Reizt euc ten; Laß die Liebe nie erkalten! die Sünde wieder. Ihr seid jel Erbarm' dich unser! Jesu Eigenthum; Weicht nich 3. O richte stets zum Himmel zurück, lebt ihm zum Ruhm, Jh die Gedanken! Uns're Hoffnung seines Leibes Glieder! laß nicht wanten! Dort winkt des Glaubens Preis; vor deinem Throne Wartet unser schon die Krone. Verleih' sie Allen!( 83) 2. Euch segne jezt sein Abent mahl Mit neuer Kraft un Stärke! Fromm sei das Herz un groß die Zahl In Gott gethane Werke! Bricht einst die Nacht de Leiden ein; So tröstet euch i Mel. Ein Lämmlein geht 2c. Schmerz und Pein Mit dem, de Der Heiland ga 193. So lang ihr auf der Erde lebt, Sei dieser Tag euch auch gelitten. heilig! So oft Versuchung um euch heut' sein Pfand; Ihn selb euch schwebt, Sei dieser Tag euch seht ihr im Vaterland, Wenn ih heilig! Geweiht habt ihr euch nun ausgestritten. ( 195 Nachmittags am Confirmations- und ersten Communiontage. Mel. Befiehl du deine Wege 2c. 194. 4. O wenn im Weltgewühl In Ihr Herz des Tags vergißt In stiller Andachts- Wenn ihnen bis zum Ziele De freude War dieser Christen Weg zu dornicht ist: Wer wir Schaar, Allgegenwärt'ger, heute sie dann bewahren? Wer ih Versammelt am Altar. Aus eig- Erretter sein, Wo rings um ſi nem freien Triebe Gelobten Alle Gefahren Den schwachen Pil dir Gehorsam, Ehrfurcht, Liebe, gern dräu'n? Deß Zeugen, Herr, sind wir. 5. Du wirst es, dessen Gnad 2. Wie festlich war die Stunde! Dem Schwachen Muth verleih Wie heilig war das Pfand, Mit Auf ungebahntem Pfade Di dem zum ew'gen Bunde Ihr Herz Vaterhand ihm beut. O führe sich dir verband; Als ihre Lippe wenn sie fehlen, Erbarmend fi fröhlich Den Kelch des Segens zurück; Erhalte ihren Seelen trant, Ihr Geist, in Hoffnung selig, Der Unschuld hohes Glück! Sich himmelwärts entschwang! 6. Laß nie fie muthlos zagen 3. Sie wollen, bis die Sonne Wenn Dunkel sie umgibt, Wenn Des Lebens niedersinkt, Bis zu in den Prüfungstagen Sich jed des Lohnes Wonne Die letzte Aussicht trübt! Laß sie des Leben! Stunde winkt, mit gleicher, fester Freuden Durch frommen Dan Treue Dir ganz ergeben sein, dir weih'n, Dir, Ewiger, auf's Neue, Mittler, sich nun weih'n! Dir, bescheiden freu'n. Und mäßig uni Sich deiner Lieb Communionlieder. 109 7. Laß treu sie ihren Pflichten, einst seinem Ende Der furze Treu ihrem hohen Ruf, Das Pilgerlauf; So nimm in deine Tagewerk verrichten, 3u dem Hände, O Gott, die Müden auf! dein Wint sie schuf! Und naht ( 139. 83) Bei der Communionfeier. Vor dem heiligen — Abendmahle. Mel. Wachet auf, rufet uns 2c. Das du trägst die Sünd' der Welt; Erbarme dich unser! 195. Herr, du woll'st uns 3. Christe, du Lamm Gottes, vorbereiten Zu deines Mahles Das du trägst die Sünd' der Seligkeiten: Sei mitten unter Welt; Gib uns deinen Frieden! uns, o Gott! Heil und Leben zu mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. uns zum Heiland nahen, Und sprich uns 197. Hinauf zu dir Erhelos von Sünd' und Tod. Laß ben wir, O Mittler, unsre Seele! uns getreu dir sein, Und führ' Ach, wie freundlich sorgtest du, uns endlich ein In dein Leben! Daß uns Trost nicht fehle! Der Weg ist schmal; Bereit' uns All' zu deinem großen Abendmahl! 2. Mit Heldenmuth Hast du dein Blut Zum Heil der Welt ( 94) vergossen. Ruh' und Hoffnung ist durch dich Uns in's Herz geflossen. 3. O Seelenfreund, Mit dir vereint, Sind wir der Angst entnommen! Du, du rufft: kommt her zu mir! Sieh, o Herr, wir kommen! ( 148) Eigne Melodie. 196, Christe, du Lamm Gottes, Das du trägst die Sünd' der Welt; Erbarme dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Während der Communion. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. Und dies Mahl aus deiner Hand Ist mir stets ein neues Pfand, 198. Voller Ehrfurcht, Dant Daß mein Herz darf mit Verund Freuden Komm' ich, Herr, auf trauen Fest auf Gottes Gnade dein Gebot, Und gedenk an deine bauen. Leiden, Denk' an deinen Marter3. Jesu, laß mich nicht vertod, Heiland, der du für mich gebens Hier zu deinem Tische starbst, mir ein ewig Heil er- nah'n! Laß mich dieses Brod des warbst; Komm' mit deines Todes Lebens mir nicht zum Gericht Segen gegen. Meiner Seele jetzt ent- empfah'n. Nein, es stärk' und gründe mich Im Vertrauen, Herr, 2. Ach wie soll ich Gnade fin- auf dich, Und es lente meinen den Vor des Heil'gen Angesicht? Willen, Dein Gebot fromm zu Du nur tilgest meine Sünden, erfüllen. Und befreist mich vom Gericht; 4. Diesen Vorsak, den ich 110 Communionlieder. fasse, Präge tief dem Herzen ein, Sünde, Daß auch ein lasterhafter Daß ich nimmer von dir lasse, Sinn Schon dadurch Gnade finde! Reinem leb', als dir allein. Zeuch Nur Liebe, fromme Dankbegier, du selbst mich ganz zu dir! Deine Ein Herz voll Sehnsucht, Herr, Gnade sei mit mir, Daß ich alle nach dir Führ' mich zu deinem Macht der Sünde Stark im Glau- Tische! ben überwinde. So Und 3. Bekennen will ich's öffent5. Wenn sie mich von deinen lich, Dein Sterben sei mein Leben. Wegen Schmeichelnd abzuführen Dir, mein Erlöser, hab' ich mich droht; Laß mich ernstvoll über- 3um Eigenthum ergeben. legen: Welch ein Tod war Jesu lang ich lebe, will ich dein Tod! Was erlitt mein Heiland deiner Liebe mich erfreu'n, Noch nicht, Als er dastand im Gericht? sterbend dein mich trösten. Könnt' ich ihn so leiden sehen, 4. Demüthig will ich meine Und ihn noch mit mit Sünden Schuld Vor meinem Gott geschmähen? stehen, Und im Vertrau'n auf 6. Sollt' ich dennoch wieder seine Huld zu ihm um Gnade fehlen, Woll'st du mir zur Seite flehen. Ich will mit freudigem steh'n. Sollt' ich falsche Wege Vertrau'n Nach deinem Kreuz, wählen, Eile dann, mir nachzu- o Jesu, schau'n, Und fröhlich geh'n. Suche den Verirrten auf; Gnade hoffen. Lenk zur Buße meinen Lauf, Daß ich in des Vaters Armen Gnade finde und Erbarmen. 5. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Dich über Alles liebe, Und ernstlich mich, mit dir verDaß ich nun all mein Lebenlang Dir, mein Versöhner, Preis und wanken, Du der Deinen Stärke Dank Durch Wort und Werke bift! Dir, der keinen je verläßt, bringe. 7. Herr, ich will dir ewig dan- eint, In guten Werken übe; ten, Daß du so barmherzig bist, Daß auch, wenn wir Schwache Dir vertrau' ich froh und feſt, 6. Ich steh' vor deinem AngeBin, wenn ich im Glauben sterbe, sicht; Weh mir, wenn ich dir löge! Ewig deines Himmels Erbe. Wenn sich in eitler Zuversicht Mein thöricht Herz betröge! O mache mich von Heuchelei, Von allem Selbstbetruge frei, Von 199. Ich will den Bund mit Luft zu fernern Sünden. ( 126. 95) Mel. Mein Herzensjefu, meine 2c. meinem Herrn Bei seinem Mahl 7. Stets, o mein Herz, gedente erneuen, Von allen Weltgeschäf- sein, Der Leib und Blut und ten fern Mich seines Todes freuen. Leben, Dich von der Sünde zu O Tag, wie heilig bist du mir! befrei'n, Erbarmend hingegeben. Rein soll sich meine Seele hier Was bist du dem, der so dich liebt, Zu meinem Gott erheben. Der voller Huld sich selbst dir 2. Nicht führe mich Gewohn- gibt, Für solche Gnade schuldig? heit hin, Nicht frecher Wahn der ( 126. 95) Communionlieder. 111 Eigne Melodie. Schuld gebeuget; Euch verstößt der Heiland nicht. Kommt und 200. Preiset, Lippen, das nehmt aus seiner Fülle Alles hin, was euch gebricht! Geheimniß Seiner Liebe, seines Tod's; Jauchz', o Seele, beim Genusse Seines Kelches, seines Brods! Feiern sollst du sein Gedächtniß: O des seligen Gebots! 8. Kommt, mit allen Heilsgenossen Durch des Friedens Band vereint. Bei dem Mahle seiner Gnade Sei vergeben auch dem 2. Uns geschenket, uns geboren Feind! Christi Tod laßt uns verWallt der Herr den Erdenpfad; künden, Bis er zum Gericht erUnd nachdem er seines Wortes scheint! Samen ausgestreuet hat, Krönet er des Lebens Ende Mit der höchsten Liebesthat. 9. Preiset, Lippen, du, o Seele, Preis den Herrn der Herrlichkeit! Von den Miterlös'ten Allen Sei ihm Dank und Ruhm ge= Mit den Jüngern still weiht! Dem, der bis zum Tod uns liebte, Preis und Ruhm in Ewigkeit! ( 200. 83) 3. In der Nacht des letzten Mahles vereint, Tröstet er die Tiefbetrübten, Deren Auge um ihn weint; Ist noch an des Todes Pforte Lebensgeber, Menschenfreund. Mel. Herr Jesu Christ, wahr 2c. 201. Jesu, heil'ges Got teslamm, Der du aus Lieb' am 4. Denn er geht, für uns zu sterben Mit der Liebe Heldenmuth: Seines heil'gen Leibes Kreuzesstamm Für mich dich wilOpfer Will er bringen uns zu lig opfertest; Ich feire hier dein gut; Zur Vergebung unsrer Sün- Opferfest. den Fließen soll sein theures Blut. 2. Jch nahe deinem Abend5. Und zum Siegel der Erlö- mahl, Gebeugt durch manchen fung, Und zum Pfand des höch- Sündenfall; Doch meines Hersten Guts Weiht er Brod und zens Zuversicht Steht, Herr, zu Bein, die Zeichen Seines Leibes, dir: verwirf mich nicht! seines Bluts; Reicht sie hin: nehmt, effet, trinket! Mir zum Angedenken thut's!" 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, Den Reuerfüllten Trost ertheilt, Und zu rechtschaffner Heiligkeit Den Schwachen Muth und Kraft verleiht. 6. Uns auch ist sein Mahl gestiftet; Uns auch ruft der Herr hinzu. Kommt, Erlös'te, zu 4. 3u dir, mein Helfer, komm empfangen Glaubensstärkung, auch ich! Ach reinige und heile Seelenruh! Kommt, erneut mit mich! Gib neue Kraft, gib neues ihm das Bündniß:„ Ich bin Licht: Ich weiß es, du verwirfst dein, und mein bist du!" mich nicht. 7. Kommt in Demuth, kommt 5. Erleuchte durch dein Wort in Liebe; Kommt mit Glaubens- mein Herz, Und zeuch zu dir es zuversicht! Seid ihr auch von himmelwärts. Entkräft' in mir 112 Communionlieder. die böse Lust; Tilg' ihre Macht mir das Leben. Durch deines aus meiner Brust. Opfers ew'ge Kraft Hast du auch 6. Dein Abendmahl ist Lebens- mir, auch mir verschafft, Was brod. Es stärke mich, mein Herr, mich vor dem Verderben schützt, und Gott, Auf daß mein Glaube, Was meiner Seele ewig nügt. meine Treu' Bis in den Tod Herr Jesu Chrift! Wie liebst du beständig sei! mich! wie liebst du mich! Gib, 7. Mit dir, mein ewigtreuer daß ich ewig liebe dich! Freund, Bleib' ich in Liebe fest vereint. Du bist es, dessen Macht dir! mich schützt, Mir gibt, was meiner Ein Seele nügt. 3. Mit Inbrunft flehe ich zu Befördere du selbst in mir gläubiges Gemüthe. Mich dürftet, wie ein dürres Land, Bei 8. Bist du mein Freund, ist deiner Liebe Unterpfand Nach Gott mit mir, So bin ich stark deiner großen Güte. Ich fühle, und froh in dir; christlich und in Ruh' Auf Erden meine Tage zu; Und bringe Herr, was mir gebricht: O stärke meine Zuversicht, Daß du auch mein Versöhner seist Und mich 9. Bis du mich, o du Lebens- vom ew'gen Tod befreist. Herr, fürst, In deinen Himmel heben dieser Trost Sei fest in mir, fei wirst; Bis mich der Kelch der fest in mir; So diene ich mit Seligfeit Bei dir in deinem Reich erfreut. Freuden dir! ( 73. 103. 95) Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, Zur Heiligung und Seligfeit Bist du mir ausersehen. Auch 202. Gelobet jei'st du, unser mir zum herrlichsten Gewinn Gott, Gelobt für unsers Mitt- Gabst du dein Leben willig hin: lers Tod, Der uns das Heil er- Drum hör' auch jetzt mein Fle worben. Wie hast du, Gott, auch hen. Mein Heiland, zeuch mich mich geliebt! Er, der uns ew'ges ganz zu dir! Ja, durch den GlauLeben gibt, 3ft auch für mich ge- ben wohn' in mir; So nimmt in storben. Mein ganzes Herz froh- mir die Seelenruh Und meines lodt in mir. O Bater, ich lob- Herzens Bessrung zu. Mein Herr finge dir! Gib, daß ich jeden Tag und Gott! Verlaß mich nicht, auf's Neu' Mich deiner Vater- verlaß mich nicht; So komm' ich huld erfreu'. Gott meines Heils! einst nicht in's Gericht. Sei ewig mein, sei ewig mein, 5. 3u deinem Himmel hilf du Und laß mich stets den Deinen mir! Der Freuden Fülle ist bei sein. dir; Laß mich sie einst genießen. 2. Voll tiefer Ehrfurcht beug' Belebe mich mit Muth und Kraft, ich mich Vor dir, Sohn Gottes, So meine ganze Pilgerschaft zu der du dich Für mich dahinge- führen und zu schließen, Daß mir geben. Es fomme nie aus meinem dein Wort stets heilig sei; Daß Sinn, Wie viel ich dir, Herr, ich bis in den Tod getreu, Mit schuldig bin; Dein Tod bringt Freuden thu', was dir gefällt, 113 Und dich auch ehre vor der Welt. 7. Jesu Christi Schmerz und O Herr, mein Heil! Sei stets mit Tod Werd' in aller Welt verfünmir; sei stets mit mir; So komm' digt. i einst gewiß zu dir!( 155. 34) Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Freudiger naht nun zu Gott, Wer geheiligt, wer entsündigt Dem, der liebend uns ver= zeiht, Sich zum Opfer dankbar 203. Die ihr seine Lauf- weiht. bahn lauft, Theure, miterlös'te Brüder, All' auf seinen Tod getauft, Alle seines Leibes Glieder; Rommt, Erlöfte, fommt, erneut Euern Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt zum ew'gen Leben! Hingegeben in den Tod Ward er, in der Sünder Tod. Befehle, 8. Auf, erlöf'te Brüder, fingt! Gott hört uns mit Wohlgefallen. Wenn, von Seligen umringt, Wir vor dir einst niederfallen, Singt ein beßrer Lobgefang Deiner hohen Liebe Dant. ( 94) mel. Schmücke dich, o liebe Seele 2c. 204. Schmücke dich, erlöste Seele, Gläubig, nach des Herrn Seinen Mittlertod zu 3. Die mit voller Zuversicht, feiern, Deinen Dank ihm zu ers Jefu, deines Heils sich freuen, neuern! Auch für dich hat er sein Wandeln laß sie stets im Licht, Leben Willig in den Tod gegeben, Und sich ewig ganz dir weihen, Dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil Laß ihr Herz vom Stolze rein, und Wohlfahrt zu bereiten. Boll von deiner Demuth sein. 4. Ach, die oft in Traurigkeit lleber ihren Seelen wachen, 2. 3um Genusse seiner Gnaden Wirst du von ihm eingeladen. Eir' ihm demuthsvoll entgegen, Hilf, du Herr der Herrlichkeit! Und nimm Theil an seinem Herr, fie glauben; hilf den Schwa- Segen. Komm getroft! es ist sein Wille-; Komm und schöpf' aus seiner Fülle Neuen Muth chen! Die gebeugt von ferne steh'n, Laß, Herr, unerhört nicht fleh'n. 5. Bis zum Tode liebtest du, und neue Triebe Zur Verehrung Bis zum Tode all' die Deinen. seiner Liebe! Süßes Wort voll Himmelsruh', 3. Herr, ich komme mit VerVoll von Trost für die, die wei- langen, Glaubensstärkung zu emnen, Wenn sie Schuld und Vor- pfangen! Deine Liebe soll mich wurf schreckt, Wenn ihr Auge stärken In dem Fleiß zu guten Nacht bedeckt! Werken. Mit den heiligsten Ents 6. Gott ist gnädig, und wir schlüssen Will ich Brod und Wein trau'n Seiner Gnade nicht ver- genießen; Liebend Allen mich gebens. Theures Pfand vom verbünden, Die auch deinen Tod fünft'gen verkünden. Schau'n! Communionlieder. - Ueberzeugung jenes Lebens! Inniger 4. O, wie sehnt sich mein Gefühlt heut' der Geist, Daß Gott müthe, Menschenfreund, hält, was er verheißt. nach deiner Güte! Ach, wie oft brach 8 114 Communionlieder. ich die Treue! Siehe, Herr, mein| Seele, freu' dich seiner Huld! Herz voll Reue. Deine Liebe Wenn dich Sünd' und Elend heißt mich kommen, Und wer drücket; Gott ist hier, der dich erkommt, wird aufgenommen. Laß, quicket; Jesus hier: er tilgt die ach laß mich würdig nahen, Heil Schuld. und Frieden zu empfahen! do 3. Darf ich, Herr, ich Sünder 5. Ja, ich hoff' auf deine nahen, Deine Gnade zu empfaGnade, Daß sie mich der Schuld hen, Ich, der nichts, als Fluch entlade, Und durch deinen Geist verdient? Ja, auch mir bist du zum Werke Meiner Heiligung gestorben, Hast auch Leben mir mich stärke. Das Gedächtniß erworben, Mich durch deinen E deiner Leiden Sei mir Vorschmack jener Freuden, Die du, Heiland, mir erstrittest, Als du liebend für mich littest. Tod verfühnt. 4. Ja, du winkst mir, mein Erbarmer! Auch ich Sünder, auch ich Armer, Darf bei deinen Freun 6. Deines Heils will ich mich den steh'n. In der Reue tiefem freuen; Dir will ich mich ewig Leide, In der Demuth Trauerweihen, Hier nach deinem Willen fleide Darf ich, Mittler, zu dir leben, Dort dich dankbar froh er- geh'n! heben. Deine Huld ist unermeß- 5. lich, Herr, sie sei mir unver- wagen, geßlich, Daß ich dich aus from mem Triebe Thätig ehre, folgsam liebe! Zuversichtlich darf ich's Darf's auch laut mit Freuden sagen: Ich will Eins mit Jesu sein! Um mir Gnade zu erwerben, Wollt' er für mich Sünder sterben; Jesus und sein Heil ist mein! and di int 7. Du, dem die berflärten Schaaren, Die, wie ich, auch Schwache waren, Würdiger noch 6. Wer da glaubt, wird nicht Lieder singen, Sie, die hier dein verloren, Er wird rein und neu Heil empfingen! Laß auch mich geboren; Droben ist sein Vatereinst dahin kommen, Wo ich mich land; Freuet euch, erlös'te Sünmit allen Frommen Ewig deiner der! Gott ist Vater, wir sind Huld erfreue, Und dir meinen Jubel weihe! ( 45) Kinder! Hier ist der Erlösung Pfand! Mel. Fröhlich, Fröhlich, immer 2c. 7. Pfand von Christi Tod und Leben, Wenn wir ihm, nicht 205. Mit dem Haufen dei- uns mehr leben, Siegel unsrer ner Frommen Will auch ich, o Seligkeit! Aber Siegel des GeHeiland, kommen 3u des neuen richtes, Wenn wir flieh'n den Bundes Mahl! Alle Christen sind Weg des Lichtes, Wenn uns noch geladen. Reicher König, deiner Gnaden Ist kein Maß und keine Zahl! die Sünde freut! 8. Liebe, Liebe, komm' hernieder! Gott ist Vater, wir sind 2. Welche große Seligkeiten Brüder; Erd' und Himmel sind Willst du, Mittler, uns bereiten! vereint. Menschen, Engel, Sera Communionlieder. 115 phinen, Alle Brüder! alle empfinden, Daß du nach Gottes dienen Einem Schöpfer, Einem Vaterhuld Nuch mir Vergebung Freund! meiner Schuld Auf Buße haft erworben. er 9. Seele, denk' an deine Würde; Und drückt dich des Lei- 5. Der Trost, den mir dein dens Bürde, Dent' an deinen Tod verschafft, Werd' ewig mir großen Lohn! Kämpfe wider jede zum Segen. Er stärke mich mit Sünde; Streite männlich, über- neuer Kraft Auf allen meinen winde; Deine Krone wartet schon! Wegen, Nur das zu thun, was 10. Der du mir ein ewig Leben dir gefällt, Und alle Furcht und Hier versprichst und einst wirst Bust der Welt Mit dir zu über= geben, Deiner freu' ich mich, o winden. Gott! Dein, Herr, bin ich nun auf's Neue; Dir gelob' ich redlich Treue, Treue bis in meinen Tod! ( 105) 66. Die Liebe, die du mir erzeigt, Ist gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz ge= neigt, Sie nimmer zu vergessen, Daß ich aus echter Gegentreu' Dir bis zum Tod ergeben sei, - Mel. Es ist gewißlich zc. or 206. Ich preise dich, o Herr, Und dir zu Ehren lebe! mein Heil, Für deine Todeslei- 7. Laß, Jesu, deiner Leiden den! Hab' ich an ihren Früchten Frucht Mir stets vor Augen schweTheil, Was fehlt zu meinen Freu- ben! Nimm weg, was mich zu den? Aus Liebe starbst du auch hindern sucht, Für deinen Ruhm für mich; gib, daß meine Seele zu leben, Nur deinem Vorbild O fich, Deß ewig freuen möge! nachzuseh'n, Nur deinen schmalen Pfad zu geh'n, Der uns zum Himmel führet. 2. Wie kann mein Geist durch deinen Tod So hohen Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', Kraft; Das hast du, Herr, auch mir verschafft, Als du am Kreuze starbest! 8. 3um ew'gen Leben hast du dich Für mich dahin gegeben. zur Beßrung Dein Abendmahl erwecke mich, Mit Ernst danach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt; Und werd' ich einst der Welt entrückt, So sei dein Tod mein Leben! ( 34) 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand Von deiner großen Güte. Wie viel hast du an mich mel. gewandt! O stärke mein Gemüthe Ein Lamm geht hin und 2c. Zum Ich komme, Herr, und dich, Daß ich, so lang ich lebe, suche dich, Mühselig und beladen! mich An deine Gnade halte! Gott, mein Erbarmer, würd'ge gläubigen Vertrau'n auf 207. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' mich Des Bundes deiner Gnaund Schmerz, Die Bürde meiner den! Ich liege hier vor deinem Sünden. Laß mein vor dir ge- Thron, Sohn Gottes und des beugtes Herz Den großen Trost Menschen Sohn, Mich deiner zu 8* 116 Communionlieder. getrösten! Ich fühle meiner Sün- Heiligung Durch wahre Lebensden Müh'; Ich suche Ruh', und besserung Dir und der Welt has( 55) finde sie Im Glauben der Er- beweisen! lös'ten. Mel. O daß ich tausend 2c. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an; Du bist das Heil der Sün- 208. Hier bin ich, Jeſu, zu der. Du öffneft uns des Himmels erfüllen, Was du in deiner Lei Bahn, Und wir sind Gottes Kin- densnacht Nach deinem gnadender. Ich denk' an deine Leidensvollen Willen Zur Pflicht und nacht, und an dein Wort:„ es ist wohlthat mir gemacht! Verleih' vollbracht!" Du hast mir Heil zur Uebung dieser Pflicht Mir verdienet. Du haft für mich dich deines Geistes Kraft und Licht. dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt In dir mit sich verfühnet. 2. Es werde mir für mein Gewissen Dein Mahl ein tröstend Unterpfand, Daß ich, der Sün3. So freue dich, mein Herz, denschuld entrissen, Durch dich in mir! Er tilget deine Sünden, bei Gott Vergebung fand. Es Und läßt an seinem Tische hier freuet meine Seele sich In deinem Dich Gnad' um Gnade finden. Heil, und lobet dich. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getroft, mein Sohn! Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst mir, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben." 11 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, Mit der du unser Heil bedacht. Wie start find deines Mitleids Triebe, Die dich bis an das Kreuz gebracht! Ogib von deinem Todesschmerz Jett neuen Eindruck in mein Herz! 4.„ Dein ist das Glück der 4. Laß mich mit Ernst die Seligkeit; Bewahr' es hier im Sünde scheuen, Für welche du, Glauben, Und laß durch keine dich opfernd, starbst, Durch schnöSicherheit Dir deine Krone rau- den Mißbrauch nie entweihen, ben. Sieh, ich vereine mich mit Was du so theuer mir erwarbst. dir: Ich bin der Weinstock; bleib' Nie führe mich zur Sicherheit an mir, So wirst du Früchte Der Trost, den mir dein Tod bringen. Ich helfe dir, ich stärke| verleiht. dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen." 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot; Ich will es treu erfüllen, Ich bitte dich durch deinen Tod Um Kraft und ernsten Willen. Laß mich von nun an eifrig sein, Mein ganzes Herz nur dir zu 6. Nie will ich mich vor Spötweih'n, Und deinen Tod zu prei- tern schämen Des Dienstes, den sen. Laß mich den Ernst der man dir erweis't; Nie mich zu 5. Ja, ich ergebe mich auf's Neue, Odu, mein Herr und Gott, an dich! Ich schwöre dir beständ'ge Treue An deinem Tische feierlich. Du starbst für mich; d'rum bin ich dein; Dein eigen will ich ewig sein! Communionlieder. 117 einem Schritt bequemen, Den dir zu gut Verband er sich mit mein Gewissen sündlich heißt. O Fleisch und Blut. Dank ihm für flöße mir den Eifer ein, Wie du, diese Liebe! o Herr, gesinnt zu sein! 2. Halt' im Gedächtniß Jesum 7. Laß mich mit Ernst den Christ, Der für dich hat gelitten! Nächsten lieben, Und, wenn er Da er am Kreuz gestorben ist, strauchelt, an ihm gern Versöhn- Hat er dir Heil erstritten. Erretlichkeit und Sanftmuth üben. Nie tung von der Sündennoth Ersei es meiner Seele fern, Welch eine schwere Sündenlast Du mir aus Huld erlassen haft! warb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt' im Gedächtniß Jesum 8. Es stärke sich in mir der Christ, Der von dem Tod erstanGlaube, Daß meine Seele ewig den, Und jetzt zur Rechten Gottes lebt, Und daß einst aus des Gra- ist. Er hat von Todesbanden bes Staube Mich deiner Allmacht Auch dir Befreiung ausgemacht, Ruf erhebt, Wenn du, o großer Und ewig Leben wiederbracht. Lebensfürst, Dich einst den Völkern zeigen wirst! Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Christ! Er wird einst wiederkomFüßen Mit Dant und Lob, Gebet men, 3u richten, was auf Erden und Fleh'n. Laß deine Gnade ist, Die Sünder und die Fromauf mich fließen! Mein Heiland, men. Mein Heiland, men. O sorge, daß du dann laß es doch gescheh'n, Daß mir bestehst, Und mit ihm in den zur Stärkung meiner Treu' Dein Himmel gehst, Ihm ewiglich zu Abendmahl gesegnet sei! danken! ( 19) Mel. Nun freut euch 2c. 5. Mein Heiland, den der Himmel preift, Dich will ich ewig loben! O stärke dazu meinen 209. Halt im Gedächtniß Geist Mit neuer Kraft von Oben! Abendmahl vermehr' in Jefum Chrift, O Seele, der auf Dein Erden Vom Himmelsthron ge- mir Des Glaubens Kraft, auf kommen ist, Ein Heiland dir zu daß ich dir Mit neuer Treue werden! Vergiß sein nicht! Denn diene. ( 65. 34) Nach der Communion. Mel. Gott sei gelobet und zc. 2. O gib uns Allen deine Gnad' und Segen, Daß wir 210. Herr, sei gelobet, daß geh'n auf deinen Wegen In rechdu hast dein Leben Für uns Sünder hingegeben! Glauben! deine Heilige uns dir zum Preise! Erbarm' dich unser! ter Lieb' und brüderlicher Treue, Stärk' unfern Daß dein Christenvolf dich freue! Himmelsspeise Erbarm' dich unser!(* 113) 118 Communionlieder. Am Nachmittage des Communiontages. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 211. Nimm hin den Dank für deine Liebe, ler, Jesu Christ! deinen Willen übe, mich gestorben bist. Größe deiner Pein dar vor Augen sein! als meine Brüder, Als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben Uns Gott, Ein Kelch, Cimm hin den Dant Einen Herrn und Erhab'ner Mitt- speis't und tränkt Gib, daß ich Ein Brod. Der du für 7. Wie heut' in unsers Hei Sein Voll vor O laß die land's Namen Mir immer ihm versammelt war; So kommen wir auch dort zusammen Vor ihm mit seiner Engel Schaar, Und preisen, als sein Dann ewig seines 2. Wie kann ich dich genug erheben! Ich Armer war des Todes werth, Und soll nicht sterben, Eigenthum, sondern leben; Du hast das Namens Ruhm. Leben mir gewährt. Ach, du, mein Heiland, starbst für mich; Wie preif' ich, o wie lieb' ich dich! 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, Die ihr ihn ewiglich erhöht; Und wenn wir einst vor ihm erscheinen, Im Glanze seiner Majestät, Dann geh' ich im Triumph mit euch, Ihr Ausers wählten, in sein Reich. 3. Heil mir! das Brod ward mir gebrochen; Ich trant, Herr, deines Bundes Wein! Von Herzen hab' ich dir versprochen, Dir, treu'ster Jesu, treu zu sein; Und nun gelob' ich's nochmals dir, Und flehe nur: Herr, hilf du mir! 4. O laß mich dankbar stets ermessen, ten hast, ( 105) vergessen, sich faßt. Laß meinen Glauben Mel. Freu dich sehr, o meine Seele z thätig sein, Und mir zur Tugend 212. Deffentlich mit der 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, Noch Ehre, Glück und Lust der Welt Mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du Was du für mich gelit- bist und bleibest ewig mein; Laß Und deiner Liebe nie mich nur deiner würdig sein! Die so viel Segen in Kraft verleih'n. 5. Im Kampfe Hilf mir über Gemeine Hab' ich, Jesu, dich bes winden, Und stärke mich zu jeder kannt. Ich empfing im Brod und Pflicht. Bewahre mich vor neuen Weine Deiner Liebe göttlich Sünden; Verlaß mich in Ver- Pfand; Feierlich war da mein suchung nicht! Der Glaube an Eid Ewiger Beständigkeit. Du, dein theures Blut Verleihe mir im Tode Muth. Haft der sich mit mir vereinte, gesehen, wie ich's meinte. 6. Und euch, ihr seines Leibes 2. O wie ward da deine Güte, Glieder, Die so, wie mich, sein Menschenfreund, von mir ver Heil erfreut, Euch lieb' ich stets ehrt! Wie empfand ich im Ge Communionlieder. 119 müthe Mächtig ihren ganzen reiße dich dem eiteln WeltgetümWerth, Als ich dich auf Golgatha mel! Mein Jesus ladet mich zu Für mich Sünder sterben sah! seinem Mahl. Ich habe nun das Sünder, sprachst du, du sollst Himmelsbrod gegessen, Bin an leben! Alle Schuld ist dir ver- des guten Hirten Tisch gesessen, geben. Und schmecke sel'ge Freuden ohne Zahl. 3. Ja, ich weiß es, ich soll leben, Und des Himmels Erbe sein. Alle 2. Nun werde ich in Ewigkeit Schuld ist mir vergeben; Denn nicht dürsten; Mir g'nügt die dein Blut, Herr, macht mich rein. Gnade meines Himmelsfürsten; Mich erschreckt nun kein Gericht; Er tränket mich, der selbst das Gott ist meine Zuversicht, Wenn Leben ist. Kein Hunger wird die ich dir mich ganz ergebe, Und im Seele jemals drücken; Des HimGlauben christlich lebe. mels Labsal wird mich stets erquicken, Und das bist du allein, Herr Jesu Christ! 4. Nun, ich will dich nicht verlassen, Nicht von deinen Wegen geh'n. Jede Sünde will ich has- 3. Was frag' ich nun nach sen, Und den Lüften widersteh'n. Ehre, Lust und Schätzen! Nur Herr, mein Heiland, ach gib du Ewiges kann meinen Geist erStärk' und Freudigkeit dazu! gözen; Denn ich empfing des Ach umsonst wär' deine Liebe, ew'gen Lebens Pfand. Zu jenes Wenn mein Herz nicht dankbar Lebens hohen Seligkeiten Wollst bliebe. an abito du mich, Herr, noch immer mehr 5. Reine Liebe meiner Brü- bereiten, Und stärken auf der der Sei die Frucht der Dankbar Bahn zum Vaterland. feit. Sie sind Alle deine Glieder, Erben deiner Seligkeit. Auch mein Feind, mein Hafser ist Dein Erlös'ter, Jesu Christ. Dort wird er mich nicht betrüben, Wird dann brüderlich mich lieben. 4. Gebeut als Herr dem theu'r erkauften Kinde! Gib, daß ich Kraft in dir, mein König, finde! Sei mein Prophet; so werd' ich Gott- gelehrt. Bist du mein Haupt, so hab' ich dich zum n findFolg' 6. Herr, vernimm mein find- Führer; Bleib' ich bei dir, so lich Flehen; Blicke gnadenvoll bist du mein Regierer; auf mich. Komm', o fomm', mir ich dir nach, werd' ich mit dir beizustehen! Ganz verlaß ich mich verklärt. auf dich. Friede und Beruhigung, Muth und Kraft zur Heiligung, Gott Hoffnung auf das ew'ge Leben selbst, Laß dein Abendmahl mir geben! Leben. 5. Ich lebe nun und will mich ergeben; Doch nicht ich du, Christus, bist mein So lebe denn in mir, o ( 126) Gottessohn! Ich bin's gewiß, daß droben und auf Erden Barmherzigkeit und Heil mir folgen Eigne Melodie. 213. Auf, auf, mein Geist, werden Als mein durch dich ererhebe dich zum Himmel! Ent- worb'ner Gnadenlohn! ( 128) Bei kirchlichen Weihungen. Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun danfet Alle Gott 2c. Blut am Kreuz vergoffen! Die in der Taufe Geheiligt wer214. Der Der Weihetag ist da, den; die Der Taufe Bund er120 3um Festtag uns gegeben! 3u Gott laßt andachtsvoll Die Herzen uns erheben! Gott hat ihn uns geschenft; Sein ist der Tag und sein Das neue Andachtshaus, Das wir ihm segnend weih'n. neu'n; O Bater, segne sie! 7. Die Predigt deines Worts, Und Christi Himmelslehren, Verleihe, daß wir fie Treu üben, nicht blos hören. Hier gib dem Geiste Licht, Dem Herzen Kraft 2. Du, der Gemeinde Gott, und Muth; Entzünde selbst in Und aller ihrer Glieder! Auf ihm Der Liebe heil'ge Gluth! dieses Bethaus sieh Mit Vater8. Erquicung sende hier Den huld hernieder! Du wohnst in trauernden Erlös'ten; Laß deiner Tempeln nicht, Die Menschen- Gnade sich Die Schuldgebeugten hand gemacht; Dein ist der Erde trösten. Die nah' am Ziele steh'n, Kreis, Und dein des Himmels Und nah' der Ewigkeit; Mit Pracht. then Stärfe rüste sie zum Sieg im 3. Doch froher wallen hier letzten Streit! Die Herzen dir entgegen, Und 9. Dort jauchzen ewig dir Die reicher strömt auf sie Dein väter schon verklärten Brüder; Auch licher Segen. Hier ist der Wahr- unser Lied erschallt In ihres heit Sig, Der Tugend Heilig- Jubels Lieder. Bald steh'n wit thum, Des Friedens Tempel, selbst verklärt Jm höhern Heiligvoll, o Gott, von deinem Ruhm! thum, Und bringen ewig dann 4. Ja, hier ist Gottes Haus, Anbetung dir und Ruhm.*( 83) Hier ist des Himmels Pforte. Es schweigt der Welt Geräusch An diesem heil'gen Orte. Es schallt der Preisgesang; Es steigt des Glaubens Fleh'n, Es schwingt 215, Herr Gott, dich loben die Seele sich Hinauf zu Gottes wir; Herr Gott, wir danken dir! Höh'n. Du bist's, der schafft und der er5. Sei nah', so oft vor dir hält; Dein Allmachtsruf umfaßt Die Andacht uns versammelt; die Welt. Vom Aufgang bis zum Hör', wenn ein schwaches Lob Niedergang Tönt dir der Völker Hier unsre Lippe stammelt. Wenn Lobgesang. Wie droben in der frommer Beter Schaar, Herr, vor Engel Chor, So steig' er aus dein Angesicht Der Demuth Bitte dem Staub empor! bringt; Verwirf die Bitte nicht! 6. Sei mitten unter uns, Wenn deines Reichs Genoffen ist Hier Christi Leib empfah'n, Sein Gott, Jehovah Zebaoth! Mel. Herr Gott dich loben wir 2. Gemeinde. Chor. Heilig ist unser Gott! Heilig unser Gott! Heilig ist unser 121 Bei kirchlichen Weihungen. Ort! hier Gemeinde. Ort! O wie selig ist die Stätte! Auch unser Fleh'n hast du er- Hier, hier ist des Himmels Pfort'; hört, Den langgehegten Wunsch Hier erhöret Gott Gebete; Hier gewährt; Und dankend, Vater, erschallt sein theures Wort: O weihen wir Jetzt unser neues wie heilig ist der Ort! Bethaus dir!( Nach einer bloßen 2. O wie lieblich, o wie schön Reparatur Und dankend, Vater, Ist der Gottesdienst der Christen! weihen wir Dies Haus im neuen Laßt uns froh zum Tempel geh'n! Schmucke dir!) Dir sei es heilig; Hier entreißt man sich den Lüften; deinen Ruhm Verkündige dies Hier wird uns ein Schatz geHeiligthum; Dir sei es heilig, währt, Den fein Rost, kein Raub verzehrt. Jesu Christ, Der du für uns gestorben bist! Dir sei es heilig, 3. Kommt, ihr Sünder, fommt Gottes Geist, Der uns dem herzu, Fallt vor euerm Retter Sündendienst entreißt! nieder! Suchet hier Gewissensruh'; Jesus gibt sie hier euch wieder. Macht euch von dem Unrecht rein; So wird Gott euch Allheiliger, mit Zuversicht Fleh'n wir zu dir: verlaß uns nicht! Chor., l'auh Hilf, hilf uns, Herr! hilf fer- gnädig sein. nerweit! 4. Bleibe bei uns, Herr und Gaft! Speif uns gnädig mit dem Worte, Das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß Sich Kindestinder nach die Kirche fest besteh'n, Bis die Gemeinde. Wir Alle, Gott, sind dir geweiht! Beschütze dieses Haus, daß sein uns freu'n. Erhalt' in deinem Heiligthum Uns Jesu Evangelium; Es ströme Frommen Stär- Die fung zu, Und Reuebollen Trost Die und Ruh'. Fleht hier dein Bolt den rechten Lebensauen! Schenke für Landesglückt, So zeig' ihm du der Saat Gedeih'n, Die sie in deinen Baterblick. Wer betend die Herzen streu'n. Welt wird untergeh'n. 5. Stell' uns treue Lehrer dar, Chor. dein Reich in uns erbauen, e bei uns weiden immerdar Auf warst, gleich wie wir! Und seh'n sucht, der finde dich, und freue 6. Laß dein Antlig auf uns deiner Gnade sich. Er finde deinen seh'n! Herr, erhöre hier Gebete; Frieden hier, Du, der du Mensch Höre, wenn wir zu dir fleh'n! Auch bewahre diese Stätte, Daß wir dunkel nur von fern Im Vor- ihr weder Raub noch Gluth, hof hier den Glanz des Herrn; So leite, wann wir scheiden, du Dem Allerheiligsten uns zu! Noch Verfolgung Schaden thut. 7. O wie heilig ist der Ort! O wie selig ist die Stätte! Hier sei uns des Himmels Pfort', Hier erhöre Gott Gebete; Hier Amen! Amen! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. erschall' uns Gottes Wort! O 216. wie heilig ist der wie selig ist der Ort! ( 174) Bei kirchlichen Weihungen. Mel. Herzliebster Jesu 2c. diesem Orte, Das Heiligthum des Herrn, des Himmels Pforte, 217. Herr, vor dem sich Stets offen Allen, die dem ew'gen Erd' und Himmel neiget; Du Leben Entgegenstreben.com Gottessohn, vor dem die Welt 6. Mag bei der Stürme sich beuget! Blick auf der Deinen Wüthen Alles zittern; Die Kirche Fleh'n und Dankeslieder Huld- steht, ein Fels in Ungewittern, reich hernieder! Und bleibet bei der Hölle wild'stem 2. Dies Haus, o Herr, ist Truße In Christi Schutze. deinem Dienst geweihet: Hier Hier 7. Drum freu'n wir uns der schmecken deine Gläub'gen hoch- heil'gen Tempelweihe, Und biterfreuet Das Blut, den Leib, den du ten: Herr, Allgütiger, verleihe, zu unserm Leben Dahingegeben. Daß uns geleite dein mildreicher 3. Hier wird in deinem Geist- Segen Auf allen Wegen.etfond und Wasserbade Die Schuld ge- 08. Nichts raube uns des Hertilgt, geheilt der Seelenschade; zens fromme Freude; Oft fehre Hier weih'n wir uns dir, Todes- dieser Tag zurück; oft weide überwinder, Und unsre Kinder. Dein Volk, o- Herr, sich an den 4. Hier finden Kranke Hei Himmelsgaben, Die hier uns lung, Kraft die Müden, die Bline laben! rena on den Licht, die Sünder Seelen- 9. Lob und Anbetung töne frieden; Hier athmen freier bei dir, o Bater! Dir, Gottes Sohn, des Lebens Schmerzen Die wun- dir, Tröster und Berather! Behr den Herzen, die uns, dein Volk, durch alle Ewig5. Des Ew'gen Vorhof ist an teiten Dein Lob ausbreiten! m 122 Orgelweihe. Bei einer Mel. Wie schön leucht't c. 218. In Freudentönen Orgel Jubelton Frohlockend ein; vor Gottes Thron Schall' euer Loblied wieder! Innig, Sinnig, Tönt im Liede Lieb und Friede, Trost im Hoffen. Sänger seh'n den Himmel offen. werde laut, Du Wert, im Heiligthum erbaut, Den Herrn der Welt zu loben! Wer gab dem Erdensohn Verstand, Und Aug' 3. So singt und spielet oft dem und Ohr und Künstlerhand? Das Herrn! Von keinem Frommen ist Gute fommt von Oben! Schallet, er fern; Jhm gibt er Gnad' und Wallet, Feierklänge, Preisge- Ehre. Gebet und Tugend im fänge; Steigt nach Oben: Unser Verein Laßt eures Lebens Wohl Gott sei hocherhoben! flang sein, Den nie ein Mißflang 2. Von Andacht laßt das Herz störe. Demuth, Wehmuth, Wonn' erglüh'n; Laßt es empor zum und Schmerzen Laßt im Herzen Himmel zieh'n; Singt eure Sich entfalten Und zu Psalmen Glaubenslieder! Stimmt in der neu gestalten! in nap soufort Bei kirchlichen Weihungen. 123 4. O Herr, der sich zum Preis Preisgesang Der dankerfüllten uns schuf: Wir folgen deinem Deinen. Droben Loben Dich die Gnadenruf, Vor dir uns zu ver- Lieder Selger Brüder: Mit den einen! Vernimm bei heller Cym- Deinen Laß uns jauchzend dort beln Klang Den festlich frohen erscheinen! Bei einer Glockenweihe. Mel. Sei Lob und Ehr 2c. Jhr ruft: Herr Gott dich loben wir!" Nach Rettung aus Gefah219. Jhr Glocken, schallt zu ren. Ihr tönet hehr und festlich Gottes Ruhm Im festlichen Ge- d'rein, Und läutet hell den Sabbath läute. Ihm weih'n wir euch im ein An müder Wandrer Grabe. Heiligthum Mit frommer An- 5. Erzeugt im finstern Reich dachtsfreude. Seid uns in uns'rer der Nacht, Aus Erdenstoff gePilgerzeit, an Ein Feierklang der woben; Geläutert durch des Ewigkeit, Ein Mahnungsruf nach Feuers Macht, Und rein heroben! Hobuz 3000 vorgehoben; Nun in des Lichtes 2. 3hr ruft uns in des Vaters Reich erhöht, Von Himmelslüfs Haus Aus diesem Weltgetümmel. ten rings umweht, Verkündigt Da ruhen wir von Sorgen aus; ihr uns Allen: Da steh'n wir nah dem Himmel. 6. Auch Euch rief Gott aus " 1 Staub hervor: Euch läutert er Da sucht die Seele höh're Kraft, und findet, was ihr Heil ver- ,, auf Erden; Zum Himmel sollt schafft: Glaub', Liebe, Trost und auch ihr empor Von ihm geHoffnung... d prhoben werden. Durch Prüfungs11 des 11 3. Den Geist des Einsamen gluth gereinigt, steigt, Wenn er erhebt Mit Ernst ihr zum Ge- dem Erdenthal entfleucht, Der bete, Wenn Abendstille ihn um- Geist zu Gottes Höhen!" schwebt, Wenn glüht die Mor7. Erschalle jauchzender, Ge genröthe. Der Friede Gottes fang! Steigt feuriger, Gebete, zieht beim Schmerz Des Lebens Mit Orgelton und Glockenflang ein in's bange Herz Mit euern Hinauf an heil'ger Stätte! Dem, Himmelsklängen. der da lebt in Ewigkeit, Dem 4. Zu Nothbedrängten rufet Geber der Unsterblichkeit, Anbe, ihr Heran der Helfer Schaaren. tung, Preis und Ehre!( 59. 83) Weihe eines Gottesackers. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Unser Herz, und Ruh' und Stille Herrsche unter uns hinfort Hier an dem geweih'ten Ort! 220, Heilig, heilig sei uns Allen Diese Stätte: sie ist hehr! 2. O, er gibt uns große Lehren, Nie sei, wann wir auf ihr wallen, Spricht uns start und mächtig Uns're Brust von Rührung leer! an, Und auf seine Stimme hören, Ernst, ja frommer Ernst erfülle Das ist recht und wohlgethan! 124 Weihe eines Gottesaders. Ordination. Daß wir Sterbliche auf Erden Wird man uns're Leiber fäen, Staub sind und zu Staube wer- Samen für die Ewigkeit! Nun den, wo seh'n, wo fühlen wir so mag das Grab uns decken! Dieses mächtiger, als hier? Dies soll unser Herz nicht schref Glaube läßt nicht unterJa, wir werden aufer3. Doch getrost! die Erde ken. fodert Das nur, was ihr an- geh'n; gehört: Nur des Geistes Hülle steh'n! modert, Er, er selbst wird nicht 6. Aufersteh'n zum neuen zerstört. Er wird nicht dem Grab Leben Frei von Rummer, Qual zum Raube; Er verweset nicht und Schmerz; Aufersteh'n und im Staube: Droben ist sein ewig leben:- Welch ein Trost Vaterland, Dort beschützt ihn fürs bange Herz! Hoher Glaube, Gottes Hand. o begleite Mahnend uns von hier 4. Auch der Hülle, der hienieden und leite Uns auf uns'rer Lebens Der Verwesung Schrecken droht, bahn Alle, Alle himmelan! Ist ein beß'res Loos beschieden; 7. Fülle uns mit heil'gem Ewig bleibt sie nicht im Tod; Eifer, Daß wir, ganz dir, Herr, Ewig schläft sie nicht im Staube. geweiht, Immer weiser, immer Dein göttlich hoher Glaube: reifer Werden für die Ewigkeit. Was in Asch' und Moder fällt, Dämpfe, was die Lüste wecket; Reift für eine höh're Welt!" Tödte, was das Herz beflecket: 5. Acker Gottes, wo wir stehen! Laß es gut und fromm und rein, Auf dich, den wir heut' geweiht, Laß es deinen Tempel sein!( 139) 11 Bei einer Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 221. Das Amt der Lehrer, 2 Herr, ist dein; Dein soll auch ihm und Tugend fort. Dank und Ehre sein, Daß du der Kirche, die du liebst, Noch immer treue Lehrer gibst. Ordination. dir gesandt, Von Zeit zu Zeit dein heilig Wort, Und Licht mit 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von 3. Wohl deinem Volke, das Dem du stets treue du liebst, Lehrer gibst, Die weise sind und tugendhaft, In Lehr' und That ( 24) voll Geist und Kraft! Nach der Ordination. Mel. Sei Lob und Ehr 2c. An diesem Tage weihte. Herr, 222. Dein Heil, o Gott, er bitten wir Für alle Lehrer heute; jegne ihn, verlaß ihn nicht; Ihm leuchte sanft dein Angesicht; Herr, Auch für den Lehrer, der sich dir gib ihm deinen Frieden! Bei Einführung Mel. Wie schön leucht't xc. eines Predigers. Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner 223. O Jesu, Herr der Heerde! Du siehst auf die erlöſte 125 Bei Einführung und Abschied eines Geistlichen. Welt, Regierst sie, wie es dir| Thun und leiden, Dulden, streigefällt, Sorgst, daß sie selig werde. ten, Beten, wachen, Selig sich Von dir Sind wir Auch erwählet, und uns zu machen. Zugezählet Den Erlös'ten, Die 5. Herr, du segnen willst und trösten. deinen Geist laß auf Laß ihn sein Werk ihm ruh'n; 2. Durch dich und deines mit Freuden thun; Nichts sei, Geistes Kraft Wird unsern Seelen das ihn betrübe. Wenn er uns Heil geschafft, Wird Segen uns deine Wahrheit lehrt, Gib uns gegeben. Durch guter, treuer ein Herz, das folgsam hört, Ein Lehrer Mund Thust du den Weg Herz voll treuer Liebe. Lehrer, des Heils uns fund, Führst uns Hörer, Laß in Freundschaft Und zum ew'gen Leben; Uns hie Wahrheit lehren, Trost gewähren, Wo wir leiden, Uns zum Himmel zubereiten. do Wenn sie Gemeinschaft Auf dich sehen, Und den Weg zum Himmel gehen! 6. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, 3. Wohl, wohl dem Volke, unsern Freund Uns dir entgegen das du liebst, Nach deinem Sinn führen. Die Seelen sind ihm zugeihm Hirten gibst, Die es zum zählt; Ach, ach, daß dort nur keine Himmel führen; Die auf des fehlt! Laß teine ihn verlieren. Glaubens rechter Bahn Nach Jeju, Hilf du: Beut die Hände, deinem Vorbild geh'n voran, Daß am Ende Hirt und Heerde Und deine Lehren zieren! Sorg' Treu vor dir erfunden werde! doch Stets noch, Daß die Heerde 07. Sei uns gesegnet, Knecht Selig werde, Daß den Seelen des Herrn, Du kommst im Namen den Seelen Gute Führer niemals fehlen! unsers Herrn, In Jesu Christi 4. Wir nehmen hier von deiner Namen! Freund, Vater, nimm Hand Den Lehrer, den du uns uns bei der Hand! Führ uns gesandt. Herr segne sein Ge- zum ew'gen Vaterland! Gott mit schäfte! Die Seelen, die sich ihm dir! Amen! Amen! Mit dir Geh'n vertrau'n Durch Lehr' und Leben wir Durch die Leiden Dieser zu erbau'n, Gib Weisheit ihm Zeiten 3u dem Leben, Das uns und Kräfte. Lehr' ihn, Hilf ihm unser Gott will geben. ( 15 Beim Abschied eines nation Mel. Was ist mein Leben auf der 2c. Geistlichen. GD 2. So gehe hin denn! Dich begleitet Der Dank der Liebe, wo du bist. Die Heerde, die du freu geweidet, Den treuen Hirten nie dir vergißt; Und ihr Gebet, ihr Um heißes Fleh'n, Es steigt für dich wird. zu Gottes Höh'n. 224. So gehe hin denn von den Deinen, Du frommer Lehrer, treuer Hirt! Wir seh'n trauernd nach und weinen dich, der uns entriffen Dich ruft der Herr, d'rum sind 3. Erleuchtend dich zum schwewir still, Und tragen, was der ren Werke, An welches du geHöchste will. rufen bist, Dich träftigend mit 126 Bei der Amtsjubelfeier eines Geistlichen. seiner Stärke, Die allen Treuen weih'n, Woll' er dir gnädig nahe ist, Sei Gott mit dir und führe dich Zum Heil der Kirche väterlich! nahe sein. G 5. So gehe hin denn von den Deinen! Ob auch der Herr dich 4. Wofür dein Herz in Liebe von uns trennt, Des Glaubens glühet, Wonach dein Glaube Band wird uns vereinen, Die muthig strebt, Daß Christi Liebe, die den Raum nicht kennt. Kirche herrlich blühet, Und alle Dich führe, stärke, segne Gott, Dein Schuß, dein Licht bis in Welt den den Herrn erhebt; Dem Werk in Segen dich zu den Tod! ( 140) Bei der Amts- Jubelfeier eines Geistlichen. 4. Preis dir, der alles Gute schafft! Von dir tam deinem Die225. Bringt ihm in seinem ner Kraft Zum heil'gen Tage Heiligthum Lob, Jubelfang und werke. Was ihm gelang, gelang Dank und Ruhm, Dem Vater durch dich! In seiner Schwachunsers Lebens! Der Herr ist heit zeigte sich, Herr, deines Gei unser Heil und Licht; Des Glau- stes Stärke! Licht und Weisheit, bens fromme Zuversicht Vertraut Muth im Streite, Ruh' im Beide, ihm nicht vergebens. Er ist Vater, Trost in Sorgen Strömt' ihm zu Helfer, Führer, Freund, Regierer, mit jedem Morgen. Schuß, Erhalter, Von der Kindheit bis ins Alter. 5. Floß oft von seiner Stirne Schweiß; Doch fröntest du den treuen Fleiß Mit reichen Segens früchten. Wohl ihm, daß er die Pilgerzeit Im Glauben deinem Und des Berufes Dienst geweiht, 2. Geführt hat seine Vater hand, Den Lehrer, den er uns gefandt, Bis zu des Alters Stufen. 3um Dienst am Evangelium Hat ihn der Herr in's Heilig- Pflichten! Herrlich Lohnst du, thum, Zu seinem Dienst gerufen. Der Gerechte, Deinem Knechte Fünfzig Jahre Half ihm treulich, Schüßt' ihn mächtig, War mit Segen Gott ihm nah' auf allen Wegen. Schon auf Erden; Größ'rer Lohn soll dort ihm werden! Mel. Wie schön leucht't zc. Sam 6. Er fä'te für die Ewigkeit! Nah' steht er schon der Nernte3. Mit frohem Geist, mit hei- zeit, Dem höhern Himmelslohne. term Blick Sieht er lobsingend Dort reift die Saat, die er beHeut' zurück Auf die durchwallten stellt; Dort blüht das volle Gars Dort winkt ihm seine Pfade. Sei uns gesegnet, from- benfeld; mer Greis! Wir opfern mit dir Krone. Sel'ge Aussicht! UeberDank und Preis Dem Vater schwenglich, Unvergänglich, Herr Wirst dort oben du aller Gnade. Lob dem Höchsten! der Welten, Jauchzt, ihr Chöre! Gebt die vergelten! Ehre Seinem Namen! Hallelujah! Amen! Amen! 7. Hilf deinem Diener fernerhin! Auch noch im Alter stärke ihn; Bei Trauungen. 127 Trag' ihn auf Vaterhänden. Neigt Herrn erscheint, Laß uns dann, sich zuletzt sein müdes Haupt, froh mit ihm vereint, zu deiner Dann laß ihn schau'n, was er Rechten stehen! Laß ihn, wenn geglaubt; Hilf ihm den Lauf du vom Richterthron Ihm zuvollenden. Sprich: du Treuer, theilst der Gerechten Lohn, Uns Komm zum Throne! Nimm die mit verherrlicht sehen. Lehrer, Krone! Nach dem Leiden Geh' Hörer Sind dann selig, Jauchnun ein zu Himmelsfreuden!" zen fröhlich Deinem Namen: Hal8. Wenn einst der Tag des lelujah! Amen! Amen! ( 83) rod Bei Trauungen. Mel. Wie schön leucht't zc. 2. Du hast, großer Gottes= omsohn, Einst ein frommes Paar Ward einſt der Themen Ward einst der Ehe mels Thron Bist du Helfer, der 226. Von dir, du Gott der gesegnet; Und noch auf des HimEinigkeit, Bund geweiht. Wie hoch ist er gern segnet. Laß die, die sich hier zu ehren! Vernimm, Herr, unser verbinden, Deine Lieb' und Macht innig Fleh'n; Sieh gnädig an, empfinden. die vor dir steh'n, Ihr Bündniß Aller= Tritt 3. Christen stehen hier vereint, zu beschwören! Laß sie, Vater, Deinen Segen zu erbitten. Dir ergeben, Einig leben, Treu treu'ster Menschenfreund, sich lieben, Tren die Pflicht der du segnend in die Mitten, Christen üben! dies Paar die beste Gabe, Gottes Gnade immer habe! Daß 2. Nimm sie in deine Vaterhut, Daß ihnen nie ein wahres 4. Sei ihr Beistand in der Gut zum vollen Frieden fehle. Noth; Sei in Kummer ihre Laß nie sie ihren Bund ent- Freude. Gib, daß Nichts, als weih'n, Gerecht, gottselig, züch- nur der Tod, Die verbundnen tig sein, Sich und der Welt zum Herzen scheide. Laß sie dort in Segen. Laß sie, Vater, Voll Ver- jenen Höhen Selig einst sich trauen Auf dich schauen, Freudig wiedersehen. sterben, und vereint den Himmel erben! Mel. Was Gott thut, das ist 2c. ( 40) 228. Es ruft am festlichen Mel. Liebster Jesu, wir 2c. Altar Die heil'ge Feierstunde Mit ernster Stimm' ein neues Paar 227. Herr, der durch der Zum unverrückten Bunde. Weiht Liebe Band Mann und Weib mit Gebet Das Fest, und fleht: genau verbindet; Herr, der auf„ Es komme großer Segen Den der Ehe Stand Seines Reiches Liebenden entgegen!" Wachsthum gründet: Segne die, 2. O selig, die an Gottes Hand die jetzt mit Beten In den Stand Durch's Pilgerleben wallen! Was der Ehe treten. sich zu frommer Treu' verband, 128 Begräbnißlieder. Krönt er mit Wohlgefallen. Von zen; In Freude wandelt sie die ihm beschützt, Von ihm gestützt, Noth, Und läutert so die Herzen. Wird nie ihr Fußtritt gleiten; Sie wacht, sie pflegt, Sie hebt Sein Aufseh'n wird sie leiten. und trägt; Sie stärkt zu edeln 3. Sie schau'n getroft zu ihm Thaten, Läßt jedes Werk gehinan, Vertrauend seiner Gnade, rathen. Führ' auch durch Dunkel ihre 5. Komm', Segen Gottes, Bahn Und durch verschlung'ne fomm' herab, Und sei der Lohn Pfade. Auch Sorg' und Schmerz der Treuen, Die freudig sich bis Führt himmelwärts; Vereint zu in das Grab Der heil'gen Liebe Freud' und Leiden Kann Nichts, weihen! Lös't dann das Band wird nichts sie scheiden. Des Todes Hand; Woll'st du, 4. Die Lieb' ist stärker, als der wie all' die Deinen, Sie ewig fest Tod, Und achtet feiner Schmer- vereinen! ( 136) Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. in Ruh! Wir geh'n nach unsern Hütten zu, Und machen zu der 229. Begrabt den Leib in Ewigkeit Mit Freud' und Zittern seine Gruft, Bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn; einst blüht er auf, Und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn Gott, der Herr; er war schon Staub, und wird's nun mehr. Er liegt, er schläft, verwes't, erwacht Der einst aus seiner Todesnacht. uns bereit. 7. Herr Jesu, dein Versöh mungstod Stärf' uns in unsrer legten Noth! Laß uns im Glau ben treu und rein, und selbst im Tode freudig sein. ( 212) Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 230, Nun bringen wir den 3. Des Frommen Seele lebt Leib zur Ruh', Und decken ihn mit bei Gott, Der sie aus aller ihrer Erde zu, Den Leib, der nach des Noth, Von aller ihrer Missethat Schöpfers Schluß zu Staub und Durch seinen Sohn erlöset hat. Asche werden muß. 4. Hier hat ihn Trübsal oft 2. Er bleibt nicht immer sch' gedrückt; Nun wird er dort bei und Staub, Nicht immer der Gott erquickt. Hier wandelt' er Verwesung Raub; Er wird, im dunkeln Thal; Nun ist er frei wenn Christus einst erscheint von Noth und Qual. Mit seiner Seele neu vereint. 5. Blieb er Gott treu bis an 3. Hier, Mensch, hier lerne, sein Grab, So wischt ihm Gott was du bist, Wie nichtig unser die Thränen ab. Was sind die Leben ist. Nach Sorgen, Furcht Leiden dieser Zeit, Gott, gegen und mancher Noth Kommt enddeine Herrlichkeit? lich noch zuletzt der Tod. 6. Nun, du Erlös'ter, schlaf' 4. Schnell schwindet unsre Begräbnißlieder. 129 Lebenszeit; Auf Sterben folgt dünkt es zwar zu früh; Doch die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. immer ist's die rechte Zeit, Wenn Gott, der weise Gott gebeut. 3. Die reife Frucht wird ab5. So währen Reichthum, Ehr' gepflückt, Wie schön sie auch den und Glück, Wie wir selbst, einen Baum geschmückt. So rief Gott Augenblick: So währt auch Kreuz aus der Frommen Schaar Den und Traurigkeit, Wie unser Leben, ab, der reif zum Himmel war. turze Zeit. 4. Gott rief ihn zu sich in sein 6. Mensch, Tod und Richter Reich. Mit diesen Worten tröstet nahen sich; Es schallet hier der euch! Ein Gast, ein Fremdling Ruf an dich:„ In Allem, was du war er hier! Er ist daheim, bald denkst und thust, Bedenke, daß du folgen wir. sterben mußt!" 7. Hier, wo wir bei den Grä5. Des Frommen Ziel ist nicht das Grab. Er tauscht den morbern steh'n, Soll das Gebet zum schen Pilgerstab Mit Palmen, Vater geh'n: Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut!" und das Wanderkleid mit dem Gewand der Herrlichkeit. 6. Sein Lebensquell ist nicht versiegt; Selbst das, was in der Erde liegt, Der Leib, den wir verweslich sä'n, Wird unverweslich aufersteh'n. 7. Du, der uns dieses Heil er9. Wenn unser Lauf vollendet warb, Der für uns lebte, litt und ist, So sei uns nah, Herr Jesu starb, Und auferstand; laß, Jesu, Christ! Mach' uns das Sterben dein Jm Leben und im Tod uns zum Gewinn; 3euch unsre Seelen sein! ( 21) zu dir hin. 8. Laßt alle Sünden uns bereu'n, Vor unserm Gott uns findlich scheu'n. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm' Jeder seiner Seele wahr! 10. Und wenn du einst, o Mel. Schwing dich auf zu deinem 2c. Lebensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst; Dann laß uns fröh- 232. Laßt dem Tode seinen lich aufersteh'n, Und selig dir Raub, Würmern ihre Gabe! entgegen geh'n! Seelen werden nicht zu Staub, Schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein; Laßt ihn niederrollen, Segnen ( 100) Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 231. 3ur Ruhe wird der ihn und uns deß freu'n, Daß wir Leib gebracht; Er schläft nun eine leben sollen. lange Nacht. Kein Ruf zu wecken jenem Tag. 2. Seht, da liegt der Todte nun ihn vermag, Als Gottes Ruf an In geweihter Stille. Freunde, lasset still ihn ruh'n! Es ist Got2. Gott nahm den Freund, tes Wille. Weinet nicht; er hat den er uns lieh, Zurück; uns nun schon, Was wir erst erseh9 130 Begräbnißlieder. 3. Es ruh'n die entseeleten nen; Dort steht er vor Gottes| Thron: Trocknet eure Thränen! Glieder Dort unten mit Erde beBald eint mit der Seele 3. Stimmet an das hohe Lied decket. Von der Auferstehung! Wißt: sie wieder Der Herr, der verklärt als Jesus nun verschied, Folgte sie erwecket. bald Erhöhung. Fromme ruh'n 4. Das Weizenkorn müßt ihr in seiner Hand, Ruh'n in sanftem erstorben In dunkele Furchen erst Frieden; Er, der starb und auf- säen; Wenn's Kräfte des Lebens erstand, Hat ihr Heil entschieden. erworben, Wie wird es so herr4. Wenn er fommt und Don- lich erstehen! 5. Was jeho hinabsinkt in ner gleich Seine Stimm' erhebet: Gräber, Gräber, öffnet euch! Grüfte In Schwachheit, ein Dann Lebt, ihr Todten, lebet!" O mit Raub der Verwesung; welchem Jubelton, Ungestört von Leiden, Nernten dann an seinem Thron Fromme seine Freuden! hebt sich's gleich Adlern in Lüfte, Und schauet den Tag der Erlösung! 5. Saaten der Unsterblichkeit! 6. So nimm denn, o Erde, die Modernde Gebeine; Bald ver- Hülle Des Geistes, noch edel in rinnt auch unsre Zeit, Ruft der Trümmern. Verbirg sie in DunTod: erscheine! Ruf' er nur; wir fel und Stille, Bis einst ihr der sind bereit! Wer des Lebens Gabe Morgen wird schimmern! Nüket für die Ewigkeit, nicht am Grabe.. Zittert ( 142) 7. Ein Wesen, geschmückt mit dem Bilde Des Schöpfers, hat in ihr gewohnet, Das Christus hie nieden erfüllte, Und droben mit Eigne Melodie. Herrlichkeit lohnet. 233. Verstummt nun, ihr Klagen, ihr Thränen, Fließt sanfter am Grabe der Frommen! Zum Leben, das wir noch ersehnen, Sind sie durch den Tod schon gekommen. 8. Auch sie läßt, vergessen im Staube, Ihr Schöpfer auf ewig nicht modern. Der jetzt sie der Wird Gruft gibt zum Raube, wieder vom Grabe sie fodern. 2. Was senkt an den Hügeln 9. Nun, lasset sie ruhen, die des Todes Ihr weinend die Blicke Müden; Nun schweige die trau zum Staube! Hier siehet nur ernde Klage! Schlaft wohl, o ihr Schlummernde Gottes, Nicht Lieben, im Frieden, Entgegen Todte, der heilige Glaube. dem ewigen Tage!( 145. 83) Beim Begräbnisse eines Kindes. Mel. Valet will ich dir 2c. blühen, Blüht seine Herrlichkeit. Ein Hauch des Windes wehet, 234. Wie Augenblicke flie- So ist sie nimmer da. Dein Wort hen, So flieht des Menschen nur, Herr, bestehet, Und bleibt Zeit. Wie Gras und Blumen mit Trost uns nah'. Begräbnißlieder. 131 mend, wie die Deinen Ueber ihre Todten weinen. 2. Kaum hat des Säuglings Lallen Der Mutter Weh versüßt; Kaum hat mit Wohlgefallen Der 2. Thränen fließen, Weil wir Vater ihn begrüßt; Kaum ist zu müssen 3weige dorren sehen, Die, schönem Hoffen Ein Leben aufge- wie jugendliche Rosen, Von dem wacht; So finft es, früh ge- Morgenthau begossen, troffen In dunkle Todesnacht. In dem Garten Gottes sprossen. 3. Neltern stehen Stumm, und sehen Auf die kleine Bahre. Shre Hoffnung ist zerschlagen, Und Was früh die Lieb' die Luft von fünft'gen Tagen Sehen sie zu Grabe tragen. 4. So verwelken Denn die Nelken noch in ihrer Knospe! Blumen, die so herrlich stehen, Müssen, wenn die Winde wehen, Kaum halbaufgeblüht vergehen. 3. O, die ihr betend ranget Um euer Nelternglück; Was Gott zurück verlanget, Das gebt ihm still zurück. entbehret In ihrem Freudenkranz, Das hat Gott früh berkläret In feinem Himmelsglanz. 4. Vergißt auch Mutterliebe Wohl ihres Kindleins je? Und fönnte sie's; er bliebe Doch treu in Wohl und Weh. Hinauf vom Erdenstaube, 3u ihm hinauf, o Herz! Dort zeiget dir der Glaube Dein Heil in deinem Schmerz. 5. Dort nimmt der Hirt der Frommen Die Kindlein auf und 6. Seelen werden hier auf spricht: O laßt sie zu mir kom- Erden Oft, gar oft vergiftet. men, Und wehret ihnen nicht!" D'rum nimmt Gott nach seinem Er grüßt als seine Glieder, Was Willen Unsre Kinder hin im schuldlos zu ihm tam, Und reif Stillen, Seinen Himmel auszugibt er einst wieder, Was er als füllen. Knospe nahm. 7. Weint gelinder Um die Kin6. So schweigt mit stillem der; Neltern, hemmt die Zähren! Warten, Wenn Sehnsucht euch kann es ihren kleinen Seelen bewegt. Blickt auf zum Himmels- Dort an der Erziehung fehlen, garten, Der alle Blüthen hegt. In dem Chor verflärter Seelen? So opfert eure Gabe, Und sä't 8. Sehet, dorten An den Pforden edlen Keim, Und geht gefaßt ten Seines Himmels winket zum Grabe, Und kehrt getröstet Jesus, winkt mit holden Mienen, heim! Und zu Lehrern gibt er ihnen Engel, die dem Vater dienen. ( 162) 5. Doch nur stille! Gottes Wille Jst allein der beste. Der die Kinder uns gegeben, Hat die Macht, zu jenem Leben Diese Kin= der zu erheben. Mel. Ach wie nichtig, ach wie zc. 9. Nun, wir schweigen, Und wir beugen Vor dem Herrn uns Wenn die Erde wird 235. Freund der Herzen! nieder. Sieh die Schmerzen Tiefgebeug- vergehen, Werden wir in jenen Gott, laß deinen Höhen Unsre Todten wiedersehen. Trost erscheinen; Schau' erbarter Seelen! ( 179) 9* 132 Begräbnißlieder. wer an mich glaubet!" Ja, des Himmels Heil und Frieden ſt Mel. Liebster Jesu, wir 2c. 236. Sanft, wie er gewan- dem Treuen dort beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, delt hat, Endet sich, zum Schmerz der Seinen, Dieses Frommen Ausgestreut von unserm Lehrer, Erdenpfad; Und wir schau'n ihm Fruchtbar sein in Wort und nach und weinen. Sanft ist er That, Und uns würdige Vervon uns geschieden; Ruhe lohnet ehrer Deines Sohnes hier auf Erden, Und des Himmels Erben nun den Müden. 2. Was dein Wort uns glau- werden. 6. Wenn wir denn einst um ben heißt, Vater! das hat er ver= fündet, Und, gestärkt durch deinen ihn steh'n, Und mit ihm zum Geift, Vieler Seelen Heil ge- Throne dringen, Mit ihm den gründet. Uns zu Jesu zu erheben, Erlöser seh'n, Dem wir Preis War sein eifrigstes Bestreben. und Ehre bringen; O wer nennt die Seligkeiten, Die dann ewig uns begleiten? 7. Gott! er ruhe sanft und Er, der uns dir näher Unvergeßlich sei sein Bild Herzen, das er rührte! Seine hohen Himmelslehren 3. Treulich ging er selbst den Pfad Frommer Tugend bis an's Ende, Und gab nun nach deinem Rath Seinen Geist in deine mild, Hände. Nur die Kraft von seiner führte; Lehre Trocknet unsre Wehmuths- Jedem zähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, Wollen wir durch Thaten ehren. Die nur seine Hülle raubet, Hören wir, wie Jesus ruft:" Selig iſt, ( 20) Zweiter Haupttheil. Von den Lehren und Veranstaltungen des Christenthums, oder vom Glauben der Christen. 1. Abschnitt: Von Gott. Gottes Herrlichkeit Eigne Melodie. mel, Erd' und Meere, Das fennet Gott, Und seiner Werke Heere 237. Gott ist mein Lied! Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor- oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist mir nah, Ich size oder gehe; Ob ich an's Meer, Ob ich gen Himmel flöhe, So ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Fleh'n Und 3. Licht ist sein Kleid, Und seine allen Rath der Seele; Er weiß, Wahl das Beste; Er herrscht als wie oft Jch Gutes thu' und fehle, Gott, Und seines Thrones Veste Und eilt, mir gnädig beizusteh'n. Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Was er Schrieb in 8. Er wog mir dar, 4. Unendlich reich, Ein Meer mir geben wollte, bon Seligkeiten; Ohn' Anfang sein Buch, Wie lang ich leben Gott, Und Gott in ew'gen Zeiten; jollte, Da ich noch unbereitet war. Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 10. Nichts, Nichts ist mein, 5. Was ist und war Jm Him Das Gott nicht angehöre; Herr, I. Von Gottes Wesen. überhaupt. Er ist der Gott der Stärke; Herr ist sein Nam' Und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 134 Von Gott nach seinem Wesen. immerdar Soll deines Namens 3. Du riefst dem, das nicht Ehre, Dein Lob in meinem war, Um Lust und Seligkeiten Munde sein! Aufs Mannichfaltigste Um dich 11. Wer kann die Pracht Von her auszubreiten. Die Liebe bist deinen Wundern fassen? Ein du selbst; Verstand und Rath jeder Staub, Den du hast wer- sind dein, Und du gebrauchst sie den lassen, Verkündigt seines gern, 3u segnen, zu erfreu'n. Schöpfers Macht. 4. Du sprichst, und es geAuf dein allmächtig: 12. Der kleinste Halm deiner Weisheit Spiegel. Entstand dein großes Luft und Meer, Jhr, Auen, Thal Werk, Der Himmel und die Erde. und Hügel, Ihr seid sein Loblied Mit und sein Psalm. deinem kräft'gen Wort Ist schieht. Du, Werde! Trägst du die ganze Welt, Und 13. Du tränfst das Land, deine Macht vollführt Was uns Führst uns auf grüne Weiden, Und Nacht und Tag, Und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majestäten Sind auch vor dir nur Staub: Auch Geister 14. Kein Sperling fällt, Herr, kannst du tödten. Wen du erohne deinen Willen! Sollt' ich niedrigest, Gott, wer kann den mein Herz Nicht mit dem Troste erhöh'n? Wen du erhöhen willst, stillen, Daß deine Hand mein Deß Hoheit muß besteh'n. Leben hält? 6. Du bist es, der allein Un15. Ist Gott mein Schuß, sterblichkeit befizet, Der Leben Will er mein Retter werden; gibt und nimmt, Der unsern So frag ich nichts Nach Himmel Odem schützet. Den Geist, der in und nach Erden, und biete selbst uns lebt, Den haben wir von der Hölle Truß. dir; Willst du, so wird er Nichts: Du bleibest für und für. ( 55) Mel. Nun danket alle Gott zc. 7. Wer hat dich je geseh'n? 238. Anbetungswürd'ger Wer kann im Fleisch dich sehen? Gott, Mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können! O flöße meinem Geist Die tiefste Demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll Ehrerbietung sein! Kein sterblich Auge reicht Bis zu den Lichteshöhen, Wo du voll Majestät Majestät Auf deinem Stuhle thronst, Und unterm frohen Lob Der Himmelsheere wohnst. 8. Was wir, Unendlicher, Von 2. Du bist das höchste Gut; deinem Wesen wissen, Das haft Du weißt von feinem Leide, du selbst zuvor Uns offenbaren Stets ruhig in dir selbst, Hast du müssen. Die Schöpfung zeugt vollkommne Freude. Dein ist die von dir, Und deines Sohnes Herrlichkeit. Auch ohne Kreatur Mund Macht uns noch deutlicher, Bist du dir selbst genug, Du Gott, deinen Namen kund. Schöpfer der Natur. | 9. Doch hier erkennen wir Gottes Herrlichkeit. 135 Dich noch gar unvollkommen. Angesichtes, Schuf auch für mich Wird aber dermaleinst Der Vor- Herr, deine Macht. Auch mir hang weggenommen, Der jetzt verherrlicht er Von tausend Sterdas Heiligste Vor unserm Blick nen her Deine Größe. O wer verschließt: Dann sehen wir dich, bin ich, Daß du auch mich mit Gott, So herrlich, wie du bist. deinem Lichte überströmst! 10. Indeß sei auch schon jetzt 4. Schwinge dich empor und Dein Ruhm von uns besungen! singe! Weit über alle Himmel Verschmähe nicht ein Lob Von dringe zu Gott, o Seele, dein schwachen Menschenzungen. Dort Gejang! Höher, als der Sterne soll, wenn wir dereinst Vor dir Höhen, Will seine Huld und verherrlicht steh'n, Ein Lied im Gnade gehen, und höher geh' höhern Chor Dich, großer Gott, nun auch dein Dank! Barmhererhöh'n! ( 146) zig schauet er Auf alle Seelen her, Die ihn fürchten. Er sorgt für sie, Und läßt sie nie Umsonst Mel. Wachet auf, ruft zc. 239, Gott, wer ist dir zu zu ihm nach Hilfe fleh'n. vergleichen? Wer zählt in deinen 5. Hab' ich's nicht von ihm weiten Reichen Die Schaaren, vernommen? Ist nicht ein Wort die sich deiner freu'n? Sonnen zu mir gekommen, Das selbst ſein über Sonnen geben Zahllosen Mund geredet hat? Berg' und Welten Glanz und Leben; Sie Hügel können zittern; Doch Nichts alle schufst du, du allein! Wer kann meine Huld erschüttern, Sei nennt ihr mächtig Heer? Ist nicht gleich oft wunderbar mein Rath." der Welten mehr, Als des San- So sprach er liebevoll. Wer preis't des? Allgütiger, Gott, unser ihn, wie er soll? Ja, die Gnade, Herr! Wie würdig bist du unsers Die er verheißt,- Jauchz', o Ruhms! mein Geist! Ist höher als die Himmel sind! ( 24) mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 2. Und in diesem Heiligthume Darf, Herr, bestimmt zu deinem Ruhme, Auch ich mich deiner Größe freu'n; Darf auch vor 240. Der Herr ist Gott, dein Antlitz treten, Dich, Welten- und Keiner mehr; Frohlockt ihm schöpfer, anzubeten; Darf deines alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Namens Herold sein. Wie vieler Wer ist, wie er, So herrlich, so Himmel Bracht Verkündigt deine vollkommen? Sinft in den Staub; Macht! Doch, o Schöpfer, Der nur Gott ist groß! Unendlich ist du sie wölbst, Dich fasset selbst und grenzenlos Der Herr in Der Himmel aller Himmel nicht. seiner Größe. - 3. Wer denn bin ich Erd' von 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Erde, Daß ich von dir gewürdigt Wer strebet nicht vergebens, Ihn werde, Dich anzuschau'n in deiner zu ergründen? Wer ermißt Die Pracht? Diesen milden Glanz Dauer seines Lebens? Wir Mendes Lichtes, Den Schatten deines schen sind von gestern her; Eh' 136 Von Gott nach seinem Wesen. noch die Erde war, war er; den! Die Himmel und ihr Heer War, eh' die Himmel waren. Sind durch dein Wort entstan3. Um seinen Thron her fließt den. Du sprichst, und es geschieht; ein Licht, Das ihn vor uns ver- Gebeutst, und es steht da! Auch hüllet. Ihn fassen alle Himmel mir riefst du an's Licht, Und bist nicht, Die seine Größ' erfüllet. mit Huld mir nah'. Er bleibet emig, wie er war, Verborgen und auch offenbar Jn seiner Werke Wundern. 2. Du bist der Gott der Kraft; Dich preisen Erd' und Meere! Die Himmel ohne Zahl Verkün4. Wir sind allein durch seine den deine Ehre! Auch ich erhebe Kraft Das, was wir sind und dich! Mein Heil kommt nur von werden. Er kennet Alles, was er dir; Du hörest auf mein Fleh'n, schafft, Im Himmel und auf Und sendest Hilfe mir! Erden. Bei ihm ist Weisheit und Verstand Und Kraft und Stärke; seine Hand Umspannet Erd' und Himmel. 3. Schau' ich die Himmel an, Die du, Herr, ausgebreitet, Der Sonne Glanz und Pracht, Den Mond, den du bereitet: Was ist 5. Ist er nicht nah'? Ist er der Mensch vor dir, Daß du, Und ohne nicht fern? Weiß er nicht alle Herr, sein gedenkst, Wege? Wo ist die Nacht, da sich Unterlaß Ihm Heil und Segen dem Herrn Ein Mensch verber schentst! gen möge? Die Finsterniß ist vor 4. Bald theilst du Glück mit ihm Licht! Gedanken selbst ent- zu, Bald Leiden, die mich üben, flieh'n ihm nicht In ihrer ersten Und meiner Tage Zahl 3st in Bildung. dein Buch geschrieben. Du dach6. Wer schützt den Weltbau test gnädig mein, Eh' ich in's ohne dich, O Herr, vor seinem Leben fam; Falle? Allgegenwärtig breitet sich Welt Dein Fittig über Alle; Du bist 5. voll Freundlichkeit und Huld, quickt, Das schenkst du gnädig Barmherzig, gnädig, voll Ge- Allen, Und sättigst, was da lebt, duld, Ein Vater, ein Verschoner. Mit Freud' und Wohlgefallen. Sahst mich, eh' diese Noch ihren Ursprung nahm. Was Leib und Seel er: 7. Dir nur gebühret Lob und Du gibst den Schwachen Kraft, Dank, Anbetung Preis und Ehre! Und den Belad'nen Ruh', Und Kommt, werdet Gottes Lobge- deckest unsre Schuld Um Christi fang, Ihr alle seine Heere! willen zu. Der Herr ist Gott und Reiner mehr! 6. Was frag' ich außer dir Wer gleicht ihm? Niemand ist, Nach allem Glück der Erde, Wenn wie er! Frohlockt ihm alle From- ich nur deiner Huld, O Gott, vermen! ( 24) sichert werde! Wie sanft ist dein Gebot: Gib mir dein Herz, mein Mel. Nun danket alle Gott 2c. Sohn, Und wandle meinen Weg; 241. Wie herrlich ist, o Ich bin die Schild und Lohn! Gott, Dein Nam' in allen Lan Ewigkeit und Unveränderlichkeit. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. deine Gnad' und Wahrheit ist 242. Unendlicher, den keine Wohl mir, daß ich dich kenne! So ewig, wie du selber bist: Zeit Umschließt mit ihren Schranten! Bei'm Anblick deiner Ewigfeit Vergeh'n mir die Gedanken. trauen. Dein Ich sinne nach bewundrungsvoll, Wort verheißt: Und weiß nicht, wie ich's fassen schauen. Mein foll: Du bist und bleibest ewig! 2. Noch war von feiner Sonne Licht Durch ihre Welt verbreitet; 7. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; Den will ich dir vertheures, wahres Er soll dein Antlik Fleisch ruht auch nur kurze Zeit; Am Aerntetag der Ewigkeit Wirst du es auferwecken. 8. Ob Alles um mich her verDie Himmel jauchzten dir noch geht, Soll ich nicht mit vergehen. nicht, Durch deine Macht bereitet; Noch war kein Land, noch floß kein Meer An hoher Berge Gründen her: Du aber warst schon ewig. An deinem Thron, der ewig steht, Soll ich, gleichewig, stehen. Du gibst an allem deinem Heil Einst deinen Auserwählten Theil; Auch mir, auch mir mit ihnen. 137 3. Von Ewigteit her sahest du 9. Bald fallen Erd' und HimDie fünft'ge Welt entstehen, Und mel hin An deinem Weltgerichte. maßest ihre Zeit ihr zu, Und sahst Dann dank' ich's dir, daß ich sie untergehen. Vom Engel bis noch bin, Und wohn' in deinem zum Wurm herab Wogst Jedem Lichte. Dann werd' ich ewig, ewig du sein Schicksal ab, Und nann- sein, test sie mit Namen. freu'n mich ewig deiner Gnade Und meiner Seligkeiten. 4. Längst steht nun deine 10. Der seligen UnsterblichSchöpfung da, Von dir bisher teit, Die du mir dort willst schenerhalten. Bald ist sie ihrem Ende ten, Laß mich in dieser kurzen nah', Und eilet zu veralten. Denn Zeit Gott mit Ernst gedenken! ihrer Jahre werden viel, Und du Sie sei mein Trost, mein höchstes bestimmtest ihr ein Ziel Mit Weis- Gut; Sie stärke mich mit Kraft heit und mit Güte. und Muth, Gerecht vor dir zu leben! ( 126) 5. Raum eine Stund' ist es von dir Vom Anfang bis zum Ende. Kaum leben wir, Wir, Werte deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; Zuflucht aller Zeiten; In alle Ewigkeit wirst du Der selbe sein und bleiben. Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit 2c. 243. Herr Gott, du bist Die Denn du bist Gott In allen Ewigkeiten! Du warest schon, Eh' Erd' und Himmel ward, Eh' noch dein Arm Sich uns geoffenbart. 6. Ja, du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner Seele Der Fels, den sterbend ich für sie zur 2. Was bin ich, Herr, Und alle fichern Zuflucht wähle. Denn Menschenkinder? Staub sind vor 138 Von Gott nach seinem Wesen. Jahrtaus dir Der Heilige, der Sünder. Wie jedes Maß zu klein. schnell entflieht Doch unser Leben sende, die Reihe jeder Zeit, Verhier! Du Höchster nur, Du blei- schlingt die zahlenlose Ewigkeit. best für und für! 3. Du, du allein fennst fein 3. Du hast vorhin Die Erde Entstehen; Du warst und bist, zubereitet; Dein Arm hat, Gott, und ewig wirst du sein. Ob deine Die Himmel ausgebreitet. Doch Himmel einst vergehen, Ob alle sie vergeh'n, Veralten wie ein Welten einst den Einsturz dräu'n; Kleid; Du aber bleibst In alle Du, du bleibst frei vom WechselEwigkeit. lauf der Zeit, Unwandelbar durch alle Ewigkeit. 4. Welch Glück, welch Glück, daß ich dich kenne, Und deinen heil'gen, ewig treuen Sinn: Daß ich dich meinen Vater nenne, Und fellauf Der Zeiten unbegrenzt. weiß, daß ich dein Kind durch 4. Es werden noch Die Himmel und die Erden, Wie ein Gewand, Von dir verwandelt werden. Du bleibst; dein Licht Unwandelbar erglänzt, Vom Wech5. Dies ist der Trost, Die Jesum bin! Wenn Noth mir Hoffnung deiner Knechte: Sie drohet, wenn das Glück mir schau'n auf dich; Es schützt sie lacht; Mich schüßt und führt und deine Rechte. Du läßt ihr Herz stärket deine Macht. Sich ewig deiner freu'n, Und 5. Du wirst mein Vater ewig bleibst ihr Gott; Denn sie sind bleiben, Mich ewig leiten, heil'gen ewig dein. und erfreu'n! Ob meine Glieder einst zerstäuben; Dein Leben lebt in mir, dein ewig Sein. Mein Geist schwingt sich im Tod zu dir empor, Und jauchzt dir ewig mit der Sieger Chor. 6. Das sei mein Trost In allen trüben Stunden. Vom Tode selbst Bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab Trennt mich, o Gott, von dir; Mein Fels, mein Heil, Das bleibst du ewig mir! ( 146) Mel. Liebster Jesu, wir xc. Mel. Dir, dir Jehovah will 2c. 245. Gott, du bist von Ewigteit, Und dein herrlich gro244. Eh noch die strahlen- ßes Wesen Nendert sich zu keiner reiche Sonne, Eh' Himmel, Erde, Zeit; Du bleibst stets, was du Luft und Meer entstand, Und gewesen! Laß dies meinen Geist hohe, nie gefühlte Wonne Der beleben, Ehrfurchtsvoll dich zu erste Mensch beim Blick auf sie erheben! empfand, Warst du schon, Gott, das, was du jetzt auch bist, Der höchste Geist, deß Dasein ewig ist. 2. Wer kann in diese Tief' sich senken, In dein selbstständig, dein urewig Sein? Um deine Dauer, Gott, zu denken, Ist jede Zahl und 2. Ewig und unwandelbar Ist, o Gott, dein hohes Wissen! Was dir einmal Wahrheit war, Wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen: Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschen Allmacht. 139 find, Daß dich Etwas reuen sollte. Luft; Ewig währet deine Liebe. Immer bleibst du gleichgesinnt: Wohl mir, wenn ich auch mit Lust Was dein Rathschluß vormals Mich in deinem Willen übe! wollte, Willst du noch; o hilf uns Dann, o Herr, wird's meiner Allen, Thun nach deinem Wohl- Seelen Nie an wahrem Wohlgefallen! ofein fehlen. Hokid 4. Jmmer bleibst du, Gott, ein 7. Erd' und Himmel wird verFeind Derer, die das Unrecht geh'n; Alle Welt wird mich verüben; Immer bleibst du, Gott, lassen. Nur durch dich kann ich ein Freund Derer, die das Gute besteh'n; Deine Hand wird mich hieben! Laß uns darin schon auf umfassen, Wenn ich nun von Erden Deinem Bilde ähnlich hinnen scheide: Du bist ewig werden! meine Freude. 5. Deine Worte trügen nicht; 8. Laß mir doch zu jeder Zeit Du bist ewig der Getreue, Der Herr des Himmels und der Erden, das hält, was er verspricht. Diese deine Ewigkeit Einen stardaß dies mich stets erfreue! Laß fen Antrieb werden, Dich zu lienur deinen Geist mich treiben, ben, dir zu trauen, Und mein Dir, Herr, auch getreu zu bleiben! Glück auf dich zu bauen.( 63) 6. Stets ist Wohlthun deine Allmacht. Mel. Auf, Christenmensch, auf, auf 2c. 246. Herr, deine Allmacht mögen 4. Die Größe deiner Wunder zeigt, Daß, Schöpfer, dein VerWeit über alle Kräfte reicht so weit, Als all dein Wesen steigt, Die die Natur bewegen! reichet! Nichts ist, das deiner Du bleibst ihr Herr; in deiner Herrlichkeit, Und deinen Thaten Hand Bleibt Alles, was durch gleichet. Was ist zu groß, was dich entstand. ist zu schwer, Das dir zu thun unmöglich wär'? 5. Und welche Wunder deiner Macht Wird unser Aug' einst sehen, Wenn nach der langen Grabesnacht Wir herrlich auferstehen, Und uns, nun völlig aufgehellt, Sich öffnet eine neue Welt! 2. Es fällt auf dein allmächtig Wort Dir Alles, Herr, zu Füßen. Du führest deinen Anschlag fort Trotz allen Hindernissen; Du wintst, so steht vollendet da, Was nie zuvor ein Auge sah. 6. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist Wirft sich vor dir dar 3. Du hast dein großes nieder! Die Ohnmacht, wie du Schöpfungswert Allmächtig aus- selber weißt, Umgibt noch meine geführet; Es bleibet stets dein Glieder. Mach' mich zum Zeugen Augenmert, Und wird durch dich deiner Kraft, Die aus dem Tode regieret. Noch immer fort be- Leben schafft! steht die Welt, Weil deine Allmacht sie erhält. 7. Ach zünd' in mir den Glauben an, Der sich auf dich verlaſse! 140 Bon Gott nach seinem Wesen. Ist Etwas, das ich fürchten kann, 4. Und nie ermüdet deine Wenn ich dich, Herr, umfasse? Hand: Du ordnest Sturm und Nun, ich vertraue deiner Kraft, Meere, Den ungezählten UferDie Alles kann und Alles schafft! sand, Und alle Sonnenheere. O ( 146) Quell des Lebens und des Lichts! Herr, ohne dich ist Alles Nichts; Und du regierest Alles. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 247. Wie groß, o Gott, ist 5. O du, vor dessen Angesicht deine Macht, Du Urquell aller Viel tausend Sonnen prangen! Leben! Wer zählt, was du her- Mit welcher festen Zuversicht vorgebracht, Was du auch uns Kann dir mein Herz anhangen! gegeben? Wer überschaut das Was kann ich Schwacher nun Sternenheer? Wer zählt die durch dich? Was sorge, was verWesen weit umher; Wer Thiere, zage ich Bei deiner Allmacht Menschen, Welten? Walten? 2. Herr, der du Erd' und Him- 6. Jch bete dich mit Ehrfurcht mel hältst: Dein Allmachtswort: an, Allmächtiger Beleber! Du „ es werde!" Bewirkt im Him- gibst, was Niemand geben kann, mel, was du willst, So wie auf Unendlich reicher Geber! In jeder dieser Erde. Zu hoch ist nichts Ohnmacht, jeder Noth, In jeder für deine Kraft; Was ist, ist dein, Angst und selbst im Tod Ist deine und Alles schafft Dein unerforsch- Kraft mir nahe. ter Wille. 7. O Allmacht, außer mir zu 3. Kein endlicher Verstand er- seh'n, Und in mir zu empfinden; mißt Die Größe deiner Werke. In allen Tiefen, allen Höh'n Zu Was über mir und um mich ist, suchen und zu finden! O Allmacht, Verfündigt deine Stärke; Und die mich schuf und trägt, Mich alles, was dein Hauch belebt, ganz belebt, mich stets bewegt! Empfindet, freuet sich und strebt Anbetung dir und Ehre!( 105) Mit Kraft nach neuen Kräften. Allgegenwart und Allwissenheit. Den frommen Vorsat Wenn du die Eitelkeit der Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. gefällt, fassest; 248. 3 Gott, D Seele, Welt Und ihre Sünden hassesſt; schwing' dich auf Und werde So mangelt dir nie Licht und Dank und Wonne! Er lenkt voll Kraft; Der Wollen und VollHuld der Welten Lauf; den Gang der Sonne. erfreuet, schenkt er dir: ihn nur sind und leben wir; Er ist allgegenwärtig. Er lenkt bringen schafft, Gott ist allgegen Was dich wärtig. Durch 2. Wenn du, zu thun, was ihm 3, Wenn er dir heitre Tage gibt, und dieses Lebens Freuden; Und wenn er deine Tugend übt Durch Prüfungen und Leiden: Allgegenwart und Allwissenheit. 141 So hoff' auf ihn und zage nicht; That Vor aller Welt verhehlet; Denn er schafft Finsterniß und So weißt du sie, und strafest mich Licht; Er ist allgegenwärtig. 3u meiner Beff'rung väterlich. 4. Wenn Erd' und Himmel 5. Du hörest meinen Seufzern um dich her Mit ihrer Pracht zu, Daß Hilfe mir erscheine. Voll verschwinden, Die Sinn' erstar- Mitleid, Vater, zählest du Die ren und nicht mehr Dir dienen, Thränen, die ich weine! Du siehst Nichts empfinden; Wenn auch und wägest meinen Schmerz, Und kein Freund mehr helfen fann: stärkst mit deinem Trost mein So schau' auf ihn; er ist auch Herz. dann, Ist stets dir gegenwärtig. 6. O drück', Allgegenwärtiger, 5. Dann schwingst du dich zu Dies tief in meine Seele, ihm hinauf, 3u seines Himmels wo ich bin, nur dich, o Herr, Wonne, Beginnest einen neuen Herz zur Zuflucht wähle; Lauf, Siehst eine höh're Sonne; ich dein heilig Auge scheu', Siehst ihn, der alle Welten lenft, dir zu dienen eifrig sei! Im Tod und Leben Freuden 7. Laß überall gewissenhaft schenkt: Er ist allgegenwärtig! Nach deinem Wort mich handeln, Und stärke mich dann auch mit Kraft, Vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um ( 118) Mel. Auf Christenmensch, auf 2c. 249. Nie bist du, Höchster, mich seist, Dies tröst und beff're meinen Geist! ( 195) bon uns fern; Du wirkst an allen Enden! Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Mel. O Gott, du frommer 2c. Händen. Durch dich nur feb 250. Herr, du erforschest Daß, Mein Daß Und und athme ich; Denn deine Rechte schüket mich. mich; Dir bin ich unverborgen. Du kennst mein ganzes Thun 2. Was ich gedenke, kennest Und alle meine Sorgen. Was bu; Du prüfest meine Seele. Du meine Seele denkt, War dir besiehst es, wenn ich Gutes thu', reits bekannt, Eh' der Gedanke Du siehst es, wenn ich fehle, noch In meinem Geist entstand, Nichts, Nichts fann deinem Aug' 2. Nie spricht mein Mund ein entflieh'n, Und Nichts mich deiner Wort, Das du, o Herr, nicht wisHand entzieh'n. sest. Du schaffest, was ich thu'! 3. Wenn ich in stiller Einsam- Du ordnest, du beschließest, Was feit Mein Herz an dich ergebe, mir begegnen soll. Erstaunt seh' deine Huld erfreut, ich auf dich; Wie groß ist dein VerLobfingend dich erhebe; So siehst stand, Wie wunderbar für mich! du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. Und über 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' 4. Du merfst es, wenn des ich jemals wohl mich deinem Herzens Rath Verkehrte Wege Aug' entziehen? Führ' ich gen wählet; Und bleibt auch eine böse Himmel auf, So bist du, Höchster, 142 Von Gott nach seinem Wesen. da; Führ' ich zur Tief hinab, naht, Und halte mich zurück Auf Auch hier bist du mir nah'! ebnem, sicherm Pfad. ( 24) Mel. Es ist gewißlich an der 2. 4. Nähm' ich auch, schnell zu flieh'n, Die Fittige vom Mor- 251. Umsonst, umsonst vergen; Selbst an dem fernsten Meer, gent. Blieb ich dir nicht verbor- hüllst du dich, Mein Herz, in FinUnd blieb' ich hier auch sternisse! Was kann ich Gott ver gleich Den Menschen unbekannt; bergen, ich? Was thun, das er Gott, so umschlösse mich Doch deiner Allmacht Hand! nicht wisse? Sei, kannst du, dunkler, als das Grab; Das Auge Gottes schaut hinab In deine tiefsten Tiefen. hehle? noch 5. Spräch' ich zur Finsterniß: Sei um mich, mich zu decken! So würd' in Nächten mich Dein heilig 2. Wo ist die Nacht der EinAug' erschrecken. Denn auch die samkeit, Die mich vor ihm verFinsterniß Ist vor dir helles Licht; Er sieht euch schon, eh' ihr seid, Gedanken meiner Die Nacht glänzt, wie der Tag, Vor deinem Angesicht. Seele! Eh' ich euch selbst empfin den kann, Von eurer ersten Bildung an, Bis ihr zu Thaten reifet. 3. Er fennet, er durchschauet Wenn ihr euch mir entzie Bemerkt euch, wenn ihr, Strahlen gleich, Schnell auf fahrt, schnell entfliehet. 6. Als ich zu sein begann, War ich von dir umgeben, Von dir gebildet, Gott, Von dir geführt in's Leben! Ich danke dir, daß du euch, Mich wunderbar gemacht, Und het; meiner, eh' ich war, So väterlich gedacht. Ver7. Du zähltest mein Gebein, gebens wünsch' ich: sterbt, ver Du zähltest meine Tage; Be- geht! Vergebens! aufgezeichnet stimmtest, eh' ich war, Mein steht Glück und meine Plage. Was ich 4. gedenk' und will, Das, o mein noch, Schöpfer, war Vor meiner Bil- den. dung schon Dir alles offenbar! doch, Ihr all' in seinem Buche. Der Herr gedentet ihrer Wenn sie auch mir entschwinSie bleiben! und ich träume Sie wären keine Sünden? 8. Wie köstlich sind vor mir Sie alle müssen an das Licht, Des Ewigen Gedanken! Unzähl- Wenn er erscheint, und sein Ge bar sind sie mir, Sind ohne Maß richt Der Herzen Rath entdedet. und Schranken. Mit Ehrfurcht 5. Dann wird das Siegel will ich stets. Auf dich, mein seines Buchs Vor aller Welt geSchöpfer, seh'n, Dir folgen und brochen; Das dein Lob, So gut ich kann, er- dienten Fluchs höh'n! Urtheil des verz Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die 9. Erforsche mich, mein Gott, sie verhehlt? Der Richter hatte sie Und prüfe, wie ich's meine; Ob gezählt; Nicht einer ist vergessen. ich der wirklich bin, Der ich zu 6. Seid heilig, feid von Gott sein mir scheine! Sieh, ob mein nur voll, Gedanken meiner Seele, Fuß vielleicht Sich einem Irrweg Daß, wenn gerichtet werden soll, Allgegenwart und Allwissenheit. 143 Nicht einer dann mich quäle! und Macht? Jhm, der auch, euch Seid heilig, und dann fürchtet verborgen, Euch nah' ist, euch Nichts! Gott wird am Tage des bewacht? 4. Wie könnt ihr dem, Verbrecher, Dem der so nah' euch ist, entgeh'n? Könnt wähnen, er, der Rächer Werd' euer finstres Werk Mel. Nun lob mein Seel 2c. 252. Der Herr ist in den nicht seh'n? Eh' noch Gedanken Höhen; Auch in den Tiefen ist werden, Von ferne sieht er sie, der Herr! Wo Menschen zu ihm Und alle Nächt' auf Erden Verflehen, Wo ihn die Engel schau'n, hüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, ist er; Ist, wo ich in Gedanken daß er's nicht wisse! Mit seinen Mich denken mag, mir nah'; Ist, Schrecken füllt Er selbst die Finfrei von allen Schranken, In sternisse, Worin ihr euch verhüllt. jedem Raume da; Umfaßt mit seinen Händen Die Welten, und umspannt An allen ihren Enden, Was je durch ihn entstand. 2. Er zündet jede Sonne, Flammt jedes Sternes Fackel an; Strömt Leben, Lust und Wonne Durch Alles, was empfinden Des Erdgewürms Gewimmel, Und was im Meere 5. Wie schnell die Luft sich röthet, Wenn sie des Blizes Flug durchfleugt, Trifft sein Gericht und tödtet, Wenn des Vertreters Bitte schweigt. Sagt, Sünder: mir zur Rechten, Zur Linken hier ist Gott; Am Tag, in allen Nächten, Und wo ich bin, ist Gott! Sagt, wo ich siz' und gehe, Und liege, hier ist Gott! Im Thal webt; Wer unter seinem Himmel und in der Höhe, Und überall Und wer im Himmel lebt; Jhr ist Gott. fann.. alle, seine Werke, Empfindet Tag 6. Er ist auch nahe denen Die und Nacht Die Nähe seiner willig thun, was er gebot; Hört Stärfe, Die Güte seiner Macht. sie, zählt ihre Thränen, Erscheint, 3. Allgegenwärtig schauet Sein verscheucht, was ihnen droht. allumfassend Aug' umher; Und Sagt, Fromme: mir zur Rechwer nur ihm vertrauet, Den ten, Zur Linken hier ist Gott! In decket, den versorget er; Hört meines Kummers Nächten, Und das Geschrei der Raben, Hat für wo ich seufz', ist Gott! Wo keinen Freund ich habe, Wo Niemand hilft, ist Gott! Im Sturm, im Fehlt ihm, Tod, im Grabe, Und überall ist die ganze Welt, Hat für den Burm selbst Gaben, Und Schmuck für Thal und Feld. euch zu versorgen, Verzagte, Rath Gott. ( 24) Gerichts, Wie Thaten, euch belohnen. ( 24) Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Macht und Stärke, Verkündigt Wie 253. Gott, Schöpfer, jedes Weisheit und Verstand. beiner Werke Macht deiner Größe herrlich ordnet deine Wahl Der Ruhm bekannt, Verkündigt deine Wesen unnennbare Zahl! 144 Von Gott nach seinem Wesen. | 2. Dein fleinstes Werk ist, wie Rath geführt. Mein Geist muß das größte, Voll Ordnung, Herr- dir das Zeugniß geben, Daß du lichkeit und Pracht, Ist, denn auf's Beste mich regiert. O leite du wählest nur das Beste- Der mich durch Welt und Zeit Hinüber ( 146) Weisheit Spiegel, wie der Macht. in die Ewigkeit! Ja, Herr, was deine Weisheit Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. thut, st tadellos und immer gut. 254. Mein Gott, wie bist 3. Denn mit denselben Meisterhänden, mit welchen du die du so verborgen! Wie ist dein Welt gemacht, Regierst du auch Rath so wunderbar! Was helfen an allen Enden, Was deine Hand alle meine Sorgen? Du hast ge hervorgebracht. Du brauchst, o sorget, eh' ich war! Mein Vater, unerschaffnes Licht, Der Men- führ' mich immerdar Nur selig, schen Rath und Weisheit nicht. wenn auch wunderbar! 4. Was du, zu thun, dir vorgenommen, Krönt auch, so bald du willst, die That. Wenn send Hindernisse kommen, triumphirt - 2. Kein Mensch kann, Herr, dein Antlig sehen, Wir blicken tau- dir nur hinten nach; Was du beSo stimmt, das muß geschehen, Bei dein hoher Rath. unserm Glück und Ungemach. Nicht Einen Weg; der Wege viel Mein Vater, führ' mich immerHast du zu dem erfornen Ziel. dar Nur selig, wenn auch wun5. Die Menge so verschied'ner derbar! Willen, Wo jeder seinen Weg 3. Herr, wer fann deinen Dir bleibt erwählt, muß doch den Deinen Rath ergründen? stets erfüllen, Der seines Zweckes allein der Weisheit Preis. Du nie verfehlt. Was deinem Plan fannst viel tausend Wege finden, Bereitlung droht, Befördert ihn Wo unser Herz nicht einen weiß. auf dein Gebot. Mein Vater, führ' mich immer6. Dein Rathschluß ist uns oft dar Nur selig, wenn auch wunverborgen, Doch herrlich, obgleich derbar! wunderbar. Wie oft enthüllt der 4. Gott, deine heiligen Ge nächste Morgen, Was gestern danken Sind himmelfern von unbegreiflich war! Nicht unser Menschenwahn; Drum leite mich Wille soll gescheh'n; Nur das, in deine Schranken, Und führe was du hast außerseh'n. mich auf rechter Bahn. Mein 7. O Weisheit decke meiner Vater, führ' mich immerdar Nur Seele Der eignen Einsicht Män- selig, wenn auch wunderbar! gel auf, Daß sie nur dich zum 5. Dir will ich ganz mich überLeitstern wähle In ihrem sonst lassen Mit Allem, was ich hab' verwirrten Lauf! Ich weiß den und bin. Ich werfe, was ich nicht Weg des Friedens nicht; Ach kann fassen, Auf deine Macht gönne mir dein sichres Licht! und Weisheit hin. Mein Vater, 8. Du hast mich durch mein führ' mich immerdar Nur selig, ganzes Leben Nach deinem weisen wenn auch wunderbar! Güte und Liebe. 145 6. Hilf, daß ich nie von dir| Seele Seligkeit. Mein Vater, mich fehre In Glück und Unglück, führ' mich immerdar Nur selig, Freud' und Leid. Schick' Alles, wenn auch wunderbar! Herr, zu deiner Ehre, Und meiner ( 47) Gottes Güte und Liebe. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, Und meinen Nächsten, gleich als mich. 255. Wie groß ist des All5. Dies sei mein Dank; dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er! Je mehr ich Stell' ich mächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt; Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihr gebührt? dies Gebot erfülle, Nein, seine Liebe zu ermessen, sein Bildniß in mir her. Lebt Sei ewig meine größte Pflicht! seine Lieb' in meiner Seele, So Der Herr hat mein noch nie ver- treibt sie mich zu jeder Pflicht; gessen; Vergiß mein Herz auch Und wenn ich gleich aus Schwachseiner nicht! heit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner 6. Gott, laß deine Güt' nicht bedarf. Wer hat mit Lang- und Liebe Mir immerdar vor muth mich geleitet? Er, dessen Augen sein; Sie stärk' in mir die Rath ich oft verwarf. Wer stärkt frommen Triebe, Mein ganzes den Frieden im Gewissen? Wer Leben dir zu weih'n. Sie tröste gibt dem Geiste neue Kraft? Wer mich zur Zeit der Schmerzen; läßt mich so viel Glück genießen? Sie leite mich zur Zeit des It's nicht sein Arm, der Alles Glücks; Und sie besieg' in meinem schafft? Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks! ( 55) 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit HerrMel. Dir, dir Jehovah will zc. lichkeit umgeben, Gott ewig seh'n 256. Gott ist die Liebe; wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; Gottes Güte sind sie dein. liebt ihn Alle! Die Liebe war's, Durch die ihn zum Schaffen trieb. Jm Sieh' Himmel, auf dem Erdenballe, darum mußte Christus leiden, Wie hat der Vater seine Kinder Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht erhöh'n? Er sollte rufen, ich 2. Wo ist ein solcher Gott zu nicht hören, Den Weg, den er finden, Der so, wie er, treulose mir zeigt, nicht geh'n? Will' Sein Kinder liebt? Den Sohn gab er Er ist's, der vergibt. O 10 lieb! O, liebt auch ihn! Wer in der Liebe bleibt, Der bleibt in Gott, ihm ewig einverleibt. ist mir in's Herz ge- für ihre Sünden; schrieben; Sein Wort bestärkt ihn Allen alle Schuld 146 Von Gott nach seinem Wesen. liebt auch ihn! Wer in der Liebe her zu streu'n. Jeder Tag erbleibt, Der bleibt in Gott, der zählt's dem andern: Die Erde, Sünd' und Schuld vertreibt. wo die Menschen wandern, Soll 3. Gott ist die Liebe, wenn er Vorhof ihres Himmels sein. Ich Freuden Hernieder sendet von jauchze, daß ich bin, Und öffne Deiner Liebe. des Himmels Höh'n. Gott ist die Herz und Sinn Liebe selbst im Leiden: Er tröstet Von dir geschüßt, Und unterstüßt, uns, läßt seine Hilf uns seh'n. Durchlauf' ich fröhlich meine Oliebt auch ihn! Wer treulich an ihm hält, Den bildet er für jene beff're Welt. Bahn. 3. Trüben sich auch meine Tage; Hinweg mit jeder Jam 4. Gott ist die Lieb' im ganzen merklage! Nur da, mein Vater, Leben, Wie er euch führt, so ist trübest sie! Licht entströmt den Du willst nur es heilsam euch; Einst will er Dunkelheiten; Seligkeit euch geben In seines Segen mir bereiten, Und Trost Himmels ew'gem Freudenreich. und Hoffnung fehlt mir nie. Vor Oliebt auch ihn; ergebt ihm dir entweicht der Schmerz, Und ganz das Herz, So führt er euch froh erfährt mein Herz Deine durch's Leben himmelwärts! Liebe. Wenn Alles bricht; Ich 5. Drum laßt uns Gott, die zage nicht! Du reichst mir deine Liebe, preisen! Er wird in Ewig- Vaterhand. feit nur Liebe sein, Wird ewig 4. Ach, wie kann ich dir verGnade uns erweisen, Wenn wir gelten, Was du, Beherrscher uns seinem heil'gen Dienste weih'n. Oliebt auch ihn! Wer ihm sich ganz verschreibt, Der bleibt in Gott, der ewig in ihm bleibt. ( 35) aller Welten Mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde, Und dennoch seh' ich und empfinde, Daß du, Erbarmer, mich noch liebst! Du haft Geduld mit mir, Und lockst mich hin zu dir Durch die Liebe. Und Mel. Wachet auf, ruft 2c. 257, Wundervoll find deine wer dich ehrt, Und wiederkehrt, Werke! Ich sehe Weisheit hier Preis dir! O und Stärke, Und meine Seele gnadigst du. den bebeuget sich. Aber deine Liebe 5. Ja, du willst der Sünder thronet Auch da, wo Macht und Leben; Selbst deinen Sohn haft Weisheit wohnet; Ich seh' es du gegeben, Daß er ihr Seelenund erhebe mich. Was ist es, retter sei. Weisheit fam mit ihm das mich schreckt? Mein heller hernieder; Er litt und starb für Blick entdeckt Nichts, als Liebe. seine Brüder, Und sprach ihr Der kleinste Wurm, Der Donner- Herz von Nengsten frei. O Gott, sturm, Und Alles, Alles preiset sie. was fühlt mein Geift! Wie staunet er und preis't Deine Liebe! Dein Sohn erschien; Du sandteft ihn: 2. Freundlich riefst du mich in's Leben, Um hohe Kräfte mir zu geben, und Freuden um mich Wie hoch haft du die Welt geliebt! 1 - Güte und Liebe. 147 6. Gott, ich will dir folgsam| Licht! Entzeuch, Herr, denen, die werden! Wer ist im Himmel und dir trauen, Dein gnadenvolles auf Erden, Der so, wie du, be- Antlik nicht. Gott, deine Huld sei glücken kann? Einst umstrahlet, über die, Die dich verehren; gleich der Sonne, Mich ewig, schüße sie. ewig Licht und Wonne, Geh' ich ( 24) nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist 259. Auf meine empor, Und 259. Auf, fingt im Liebe!" Mel. Nun lob' mein Seel' 2c. meine Seele, Engelchor: Liebe, singe: Es lobe Gott, was in mir Herr der Zeit Und ist, Den Schöpfer aller Dinge! Ewigkeit, Ich weiß, daß du die Weh dem, der seinen Gott verLiebe bist! gißt! Er rettet dich in's Leben; Will alle Missethat Jn Christo vergeben: gnadenvoller ( 148) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. dir Und 258. So weit, Herr, deine Rath! Schon hier wirst du mit Wolfen reichen, Reicht deine Heile Getröstet und erfreut; Huld, die uns erhält! Es werden dort wird dir zu Theile Die Ruh eher Hügel weichen, Als deine der Ewigkeit. Gnade wankt und fällt. Gleich mächtigen Gebirgen steht Die Heiligkeit, die dich erhöht. 2 Es hat uns wissen lassen Der Herr sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maßen 2. Gott, dir ist kein Geschöpf Dem Frommen, der den Bund perborgen; Kein's ist von dir ge- nicht bricht. Schnell eilt sein Zorn ring geacht't. Du würdigst jedes vorüber, Straft nicht nach uns'rer deiner Sorgen, Und bist auf aller Schuld; Der Herr begnadigt Wohl bedacht. Vom Menschen lieber, Nimmt lieber auf mit Huld, bis zum kleinsten Thier Dankt Wohl dem, der Christo lebet! Alles seine Wohlfahrt dir. Gott ist er angenehm: Mit Adlerflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Mit heilig freudigem Gemüthe Erheb' ich, Gott der Gnade, dich! Wie theuer ist doch deine 3. Wie Väter mit Erbarmen Güte! Wie liebst du mich so Auf ihre schwachen Kinder schau'n; väterlich, Daß Menschen ohne Furcht und Grau'n Im Schatten deiner Flügel trau'n! So thut Gott an uns Armen, Wenn wir in Einfalt ihm vertrau'n. Gott weiß es, wir sind 4. Mit welchem reichen Ueber- Sünder; Gott weiß es, wir sind flusse Erfüllst du diese Welt, dein Staub Und der Verwesung inHaus! Du theilft ihn Allen zum der, Ein niederfallend Laub, Genusse, Bis sie gesättigt werden, Kaum daß die Winde wehen, So aus. Herr, unsers Lebens Quelle ist es nicht mehr da. Wir Sterbfließt Aus dir, der du das Leben liche vergehen: Stets ist der Tod bist! uns nah. 5. O unerschaff'ne Sonn', wir 4. Des Ew'gen Gnad' alleine schauen In deinem Lichte nur das Bleibt, wie er selbst, in Ewigkeit 10* 148 Von Gott nach seinem Wesen. Bei dir, des Herrn Gemeine, Die Die erste Welt mit Gütigkeit, Eh ganz sich seinem Dienste weiht, sie die Fluth verzehrte? Und daß sie selig werde, Mit 3. So gibst du Sündern Zeit Furcht und Zittern ringt! Sucht, und Raum, Der Strafe zu entdaß ihr von der Erde Schon jetzt gehen. Du läßt den unfruchteuch dorthin schwingt! Dort steht baren Baum Nicht ohne Pflege bei seinen Engeln Auch uns'rer stehen. Du wartest sein und suchest Christen Schaar, Ist rein von Frucht; Und wenn du lang umallen Mängeln, Und lobt Gott sonst gesucht, Hörst du nicht auf zu kommen. Du schonest sein von immerdar. 5. Anbetung, Preis und Ehre Jahr zu Jahr; Dein Vaterherz Sei dir, Gott, Vater, Sohn und hofft immerdar Noch Frucht von Geist! Wir singen's in die Chöre ihm zu schauen. Der Schaar, die dich vollkommner preis't. Anbetung, Preis und Huld 4. Langmüthigster, so große Erzeigest du den Sün | Ehre Dir, der du warst und bist! dern; Und wie viel Nachsicht und Wir stammeln's nur; doch höre; Geduld Hast du mit deinen Hör', Gott, der ewig ist! Einst Kindern! Sie werden ja, wenn Hier ihnen tragen wir auch Palmen, Du Fleisch und Welt Gott, auf den wir trau'n; Einst häufig Netze stellt, Oft sicher, matt singen wir dir Psalmen, Wenn und träge. Sie straucheln, sie ver wir verklärt dich schau'n! ( 144. 94) Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. gehen sich, Und fündigen oft wider dich, Verlassen deine Wege. 5. Du warnest sie vor der Gefahr, So oft sie irre gehen; 260. Getreuer Gott, wie Reichst ihnen Hand und Stärke viel Geduld Beweisest du uns dar, Vom Falle aufzustehen. Du Armen! Wir häufen täglich Sün- trägest sie mit Baterhuld, Bist denschuld; Du häufest dein Er- willig, ihre Sündenschuld Durch barmen. Was ist des Menschen Christum zu vergeben; Lebenslauf? Er ist verderbt von ihnen neue Glaubenstraft, Und Jugend auf; Sein Sinn ist dir nach vollbrachter Pilgerschaft entgegen. Und doch, o Vater, suchst du ihn Von seinen Sünden abzuzieh'n, Zur Beff'rung zu beGibst Ein ewig Freudenleben. wegen. 6. Laß deine Langmuth und Geduld Uns Menschen träftig rühren. Nie müsse deine Vater2. Der Menschen Elend jam- huld zur Sicherheit uns führen. mert dich; Selbst wenn sie sich Trag uns erbarmend fernerhin, verstocken, Willst du sie dennoch Und gib uns Jesu Christi Sinn, väterlich Durch Güte zu dir Daß wir die Sünde hassen, Und locken. Wie lange sahst und riefest uns noch in der Gnadenzeit Den du Schon ehmals deinem Volke Reichthum deiner Gütigkeit zur zu, Daß sich ihr Herz befehre? Buße führen lassen! Wie trugst du doch so lange Zeit ( 146) Heiligkeit und Gerechtigkeit. Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit. Mel. Wachet auf, ruft 2c. ruh Strömt frommen Duldern Gott ist heilig! Sie liebten zu: Und er erschien, Um sie empor zum Licht zu zieh'n. 261. Heilig ist der Herr der ihn, Welten! Erbebt, erbebt vor seinem Schelten, Die ihr des Herrn 5. Auf! laßt uns, als Christen, Geset verhöhnt! Mit gerechtem ringen, Nur edle Thaten zu vollAbscheu siehet Er den, der Licht bringen, Wie Christus uns ein und Wahrheit fliehet, Und knech- Vorbild gab! Frommer Sinn tisch bösen Lüsten fröhnt. Fluch macht uns're Herzen Im Glück und Verderben ruht Auf dem, der vergnügt, getroft in Schmerzen, Böses thut: Gott ist heilig. Der Und föhnt uns aus mit Tod und Frevler Schaar Umringt Gefahr Grab. 3ur bessern Welt erhebt Und Schrecken Gottes immerdar. Gott den, der heilig lebt. Gott ist heilig! Ihm ähnlich sein Vermag allein, Uns ewig, ewig zu ( 124) 149 2. Heilig war sein Sohn auf Erden! Ihm täglich ähnlicher zu werden, ist unser heiliger Beruf. erfreu'n. Ehren sollen wir im Stillen, Gleich ihm des Vaters mel. Freu dich sehr, o meine Seele 2c. Willen, Der zur Vollkommenheit 262, Gott, vor dessen Anuns schuf. Wer spricht: ich kenne gesichte Nur ein reiner Wandel ihn, Muß jedes Lafter flieh'n: gilt; Ew'ges Licht, aus dessen Gott ist heilig! Wie glänzt am Lichte Stets die reinste Wahrheit Thron Des Christen Lohn, Der quillt; Heilig und gerecht bist du, heilig lebt, wie Gottes Sohn! Und uns Allen rufst du zu: Ich 11 Jeder 3. Heilig ist der Geist der bin heilig! heilig werde Gnade, Der auf der Wahrheit Mensch schon auf der Erde!" lichtem Pfade Dem hohen Ziel 2. Heilig ist dein ganzes uns näher führt. Heil, wer dieses Wesen, Und kein Böses ist an Geistes Triebe zu Gottesfurcht dir. Heilig bist du stets gewesen, und Bruderliebe Und Christen- Und so bleibst du für und für. werken in sich spürt! Sein Herz Was dein Wille wählt und thut, ist fromm und rein, Und Jesus Ist unsträflich, recht und gut, Und nennt ihn sein. Gott ist heilig! mit deines Armes Stärfe Wirkst O folge gern Dem Geist des du stets vollkommne Werke. Herrn! Sein Licht, o Mensch, ist dir nicht fern! 3. Heilig sollen deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sein. Herr, 4. Selig sind die Ueberwin- vor dir besteht fein Sünder; der, Die Gott, als seine treuen Denn du bist vollkommen rein. Kinder, Dort inniger mit sich Nur der Fromme darf sich dein, vereint! Himmelskronen sind er- Deiner Huld und Gnade freu'n; stritten, Der Erden Leiden aus- Wer beharrt in seinen Süngelitten, Der Pilger Thränen den, kann vor dir nicht Gnade ausgeweint. Und hohe Gottes finden. 150 Von Gott nach seinem Wesen. 4. O so laß uns nicht ver- Frommen. Du schüßest sie vor scherzen, Was du uns haft zu- manchem Leid, Darin die Sünder gedacht! Schaff' in uns stets reine fommen. So zeigest du vor aller Herzen; Tödt' in uns der Sünde Welt, Daß dir der Eifer wohlMacht. Denn was sind wir, gefällt, Mit dem wir Gutes üben. Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer fann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, Und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, Wird von dir 5. Uns von Sünden zu erlösen, aufgenommen. Sein Werk und Gabst du deinen Sohn dahin. Dienst gefällt dir wohl, Ist er O, so reinige vom Bösen Durch gleich nicht so, wie er soll, Ganz ihn unsern ganzen Sinn! Gib rein von allen Fehlern. uns, wie du selbst verheiß'st, Gib uns deinen guten Geist, Daß er unsern Sinn regiere, Uns in alle Wahrheit führe. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, Dem frebelnden Verbrecher, Der dein Geset und Recht entweiht, Bist du ein 6. Keiner sündlichen Begierde strenger Rächer. Verachtung, Bleibe unser Herz geweiht. Unsers Elend, Schmerz und Hohn Und Wandels größte Zierde Sei recht- Tod ist seiner Bosheit Lohn Oft schaffne Heiligkeit! Mach' uns schon in diesem Leben. deinem Bilde gleich! Denn zu 6. Bleibt hier viel Böses un deinem Himmelreich Wirst du, gestraft, Viel Gutes unbelohnet; Herr, nur die erheben, Die im So kommt ein Tag der RechenGlauben heilig leben. ( 216) Mel. Es ist gewißlich an der zc. schaft; Der keines feines Sünders schonet. Da stellst du, Herr, in's hellste Licht, Wie recht und billig 263. Gerechter Gott, vor dein Gericht; Dann triumphirt der Fromme. dein Gericht Muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem An- 7. Gerechter Gott, laß mich, gesicht Auch mir mein Urtheil wie du, Das Gute eifrig lieben! fällen. O laß mich dein Gericht Gib selber mir die Kraft dazu; stets scheu'n, Und hier mit Ernst Wirk inniges Betrüben, Wenn beslissen sein, Vor dir einst zu sich in mir noch Sünde regt. Dein bestehen. Herz, das lauter Gutes hegt, Sei meines Herzens Muster. 2. Du siehst von deinem hohen Thron Auf alle Menschenkinder; 8. Und weil vor dir, gerechter Bestimmest jedem seinen Lohn, Gott, Nur die allein bestehen, Dem Frommen, wie dem Sünder. Die gläubig auf des Mittlers Nie siehst du die Personen an; Tod Bei ihrer Treue sehen; So Allein auf das, was wir gethan, laß mich die Gerechtigkeit, Die Siehst du, gerechter Richter. mich von Straf und Schuld be 3. Viel Gutes und Barmher- freit, Im Glauben eifrig suchen! gigkeit Gibst du schon hier den ( 146) 151 Wahrhaftigkeit und Treue. Wahrhaftigkeit und Trene. Mel. Gott des Himmels und der 2c. Mel. Schwing' dich auf zu deinem 2c. 264, Weicht, ihr Berge, 265. Der du selbst die fallt, ihr Hügel! Felsen wankt Wahrheit bist, Gott, zu dem ich und stürzet ein! Gottes Treu' hat singe; Gott, den fein Verstand dieses Siegel: Sie soll fest und ermißt, Ursprung aller Dinge! ewig sein! Laßt die Welt zu Alle Weisheit kommt von dir zu Trümmern geh'n, Gottes Gnade den Menschenkindern; Sie er= muß besteh'n. leuchtet uns, wenn wir Nur ihr Licht nicht hindern. 2. Gott hat mir ein Wort gesprochen, Einen Bund mit mir ge= macht; 2. Vorurtheil und Finsterniß Der wird nimmermehr Füllen unsre Seelen. Unser Blick gebrochen, Bis er Alles hat voll- ist ungewiß; Unsre Schlüsse fehbracht. Er, die Wahrheit, trüget len. Aber dein Verstand weicht nicht; Er erfüllt, was er ver- Von der lautern Wahrheit. spricht! du denkest, das ist Licht, Recht und ew'ge Klarheit. nicht Was 3. Mag die Welt den Frieden brechen; Hat sie lauter Trug im 3. Wirf dich, sterbliches GeSinn: Gott hält immer sein Ver- schlecht Dankbar vor ihm nieder! sprechen; Ihm vertrau'n, ist stets Seine Gewinn. Denn er bleibet immer- Bracht Wahrheit und sein Recht uns Jesus wieder. Weit Herrn, Glaubt dar, Was er ist und was er war. erschallt das Wort des 4. Scheint er auch mich nicht Das die Welt bekehret. zu achten, Und verbirgt sein An- es freudig, folgt ihm gern, Völgesicht; Läßt mich rufen, läßt fer, die ihr's höret! mich schmachten; So vergißt er 4. Gott, was uns dein Wort mich doch nicht. Treu bleibt stets verspricht, Wird und muß gesein Herz gesinnt Gegen mich, schehen. Deine Drohung kann jein liebes Kind. auch nicht Leer vorübergehen. 5. Er, der Herr, ist mein Er- Haben Tausende nicht schon, barmer; So hat er sich selbst ge- Welche vor uns waren, Deine nennt. Welch ein Trost! Nun Strafen, deinen Lohn Unfehlbar werd' ich Armer Nimmermehr erfahren? von ihm getrennt. Sein Erbarmen lässet ihn Niemals sich mir ganz entzieh'n. 5. Seele, wolltest du nicht Gott Sollt' Zuversichtlich glauben? der Leichtsinn, sollt' der Spott 6. Nun so soll mein ganz Deinen Trost dir rauben? Rann Vertrauen Unbeweglich auf ihm er, dem die Welt vertraut, Kann ruh'n. Felsen will ich auf ihn der Höchste lügen? Kann er den, bauen; Was er sagt, das wird er der auf ihn baut, Wie ein Mensch thun; Erd' und Himmel muß betrügen? Gottes Bund bleibt vergeh'n; ewig steh'n! 6. Erdenluft wird einst vergeh'n: Gott, dein Wort wird 152 Von Gott nach seinem Wesen. bleiben! Lasterhafte, die es in jedem guten Werke. Gott ist schmäh'n, Werden's nicht ver getreu! treiben. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden; So belohnst du mir's doch dort, Gott, mit höhern Freuden! 4. Gott ist getreu; er, deß ich ewig bin, Sorgt für mein ewig Wohl. Er rufet mich zu seinem Himmel hin, Will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, Und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu; stets hat sein ( 126) Eigne Melodie. 266. Gott ist getreu; sein Vaterblick Auf seine Kinder Acht. Herz, sein Vaterherz Verläßt die Er sieht's mit Luft, auch wenn ein Seinen nie! Gott ist getreu; im irdisch Glück Sie froh und dankbar Wohlsein und im Schmerz Er- macht. Was uns zu schwer wird, freut und trägt er sie. Mich decken hilft er tragen, Und endlich stillt seiner Allmacht Flügel. Stürzt er alle Klagen. Gott ist getreu! ein, ihr Berge; fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! mein Herz, was fehlt dir noch, Dich Gottes 2. Gott ist getreu; er thut, stets zu freu'n? Sei Gott getreu, was er verheißt! Er sendet mir und fürchte Nichts, mag doch Die sein Licht. Wenn dieses mir den Welt voll Arglist sein. Selbst Weg zum Himmel weis't, So irr' falscher Brüder Neid und Tücke und gleit' ich nicht. Gott ist tein Gereicht am Ende mir zum Glücke. Mensch, er kann er tann nicht lügen; Gott ist getreu! Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen; Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! vergiß, o Seele nicht, Wie zärtlich treu er ist! Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, Weil du so werth 3. Gott ist getreu! er handelt väterlich, Und was er thut, ist gut; Die Trübsal auch; mein ihm bist! Halt' fest an Gott; sei Vater bessert mich Durch Alles, treu im Glauben! Laß Nichts was er thut. Die Tribsal gibt den starken Trost dir rauben: Geduld und Stärke 3um Fleiß Gott ist getreu! ( 108) Seligkeit Gottes. deine Welt, wie reich! O was ist deinen Schäßen gleich? Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 267. Aus deiner Quelle, Schöpfer, nimmt Der Mensch, zur Seligkeit bestimmt, Für jeden lieben, zu. heiligen Genuß Befriedigung und keiten an, Ueberfluß. uns segnen fann. 3. Noch größ're Freuden sendest du uns, wenn wir dich nur Du beutft uns SeligWomit kein Mensch 2. Vom Himmel strömt dein 4. Wenn unsre Seele dich erSegen her; Er strömt herab auf kennt, Und dann, o Herr, dich Land und Meer. Wie schön ist Vater nennt, Und deiner Vater 153 kann ich viel Wunder seh'n; Die Herrlichkeit des Herrn ist meine Ruh', Und Seelenfreud' erquicket mich dazu: In Heiligkeit muß ich auch zu ihm geh'n. 2. Jehovah ist ein unbegreiflich Wesen, Darin sich willig mein Verstand verliert. In seinem Worte ist es flar zu lesen, Wie wunderbar und weislich er re= giert. Wer hat den Sinn des Geistes je erkannt? Wer gab 7. Unendlich, ach unendlich ist, dem Rath, der war von EwigO du, der du unendlich bist, Oteit? Verstand, sei still; dies Fülle der Vollkommenheit, Der Meer ist viel zu weit Und allzuReichthum deiner Seligkeit! tief, o fluger Unverstand! 8. Der Engel dort an deinem Thron Sieht durch Jahrtausende 3. Jehovah, Grund und Leben aller Dinge, Du bist fürwahr ein dich schon, Wird immer weiser, unzugänglich Licht! Gib, daß im wird, o Herr, Von deinem An- Licht mein Wandel mir gelinge; schau'n seliger. Ach, führe mich mit deinem Angesicht! Du bist ein Licht und bist im Licht allein; Du haffest den, Nur du durchschaust der Finsternisse liebt; Du liebest den, der sich dem Licht ergibt: O laß mich stets in deinen Strahlen sein! Seligkeit. Einheit. huld sich freut; Was fühlt sie dann für Seligkeit! 5. Und welche Wonne, wenn sie nun Beginnt, was du gebeutst, zu thun, Und fühlet, wie der Tugend Werth Erhebt, beglücket und verklärt! 6. Fließt so viel hohe Lust von dir; Vermagst du uns, o Herr, schon hier mit solchen Gütern zu erfreu'n: Wie selig mußt du selbst erst sein! 9. Und doch, wie hoch er strebt, umfaßt Er nimmer, was du bist und haft. dich, du allein: Wie selig, selig mußt du sein! 10. Preist ihn, den Gott der Seligkeit, Der hier und dort uns hocherfreut! Der Herr ist selig nicht allein! Auch wir, wir sollen's ewig sein. ( 24) 4. Jehovah! Gott mit mir zu allen Zeiten! Mit dir ich nun Gemeinschaft haben kann! Wenn du mich wirst mit deinen Augen leiten, So wirst du mich zu Ehren nehmen an. O blinde Welt! O Eigne Melodie. 268. Jehovah ist mein Licht Welt, ich lasse dich! Fleuchſt du und Gnadensonne; in der Jehovah, dies Licht, und wandelst Gott, ist die Vollkommenheit: Nacht; Die arme Seel' ist ewig Jehovah ist die reine Seelen- umgebracht! Nur Licht und Recht wonne; Jehovah ist der Brunn vereinigt Gott und mich.( 128) boll Heiligteit. In diesem Licht Einheit Gottes. Mel. Ich dank' dir schon 2c. du, Gott, Jm Himmel und auf Erden! Nur dein allmächtiges Ge269. Nur Einer, Einer bist bot Hieß Erd' und Himmel werden. 154 Von Gott nach seinem Wesen. 2. Ja, du bist Gott, und feiner Gut, Und auch kein Mensch von mehr! Herr, wo ist deines Glei- Erde! Mein Jch in stolzem Ueberchen? Du schufft und lenkst der muth Niemals vergöttert werde! Welten Heer. Wer dürfte von 6. Nein, ewig bist du es allein, dir weichen? Mein Gott, an dem ich hange. Drückt dann mich Sorge, Schmerz und Pein; Um Trost ist mir nicht bange. 7. Mein Leben sei dir ganz 4. Nie sollen meine Kniee sich geweiht, Dir, Gott, dem ich ver Vor eiteln Gößen beugen. Ich traue, Bis ich, gereift zur Ewigsoll und kann allein durch dich zu feit, Einst deine Größe schaue! höhern Freuden steigen. ( 34) 5. Mein Abgott sei kein irdisch 3. ,, Hinweg mit Göttern neben mir!" Hast du uns zugerufen; Drum will ich beten nur vor dir, An deines Thrones Stufen. Gott als Vater, Sohn und heiliger Geist. Eigne Melodie. lös'te! Auf deinen Beistand hoffen wir; Verlaß uns nicht, so sind 270. Allein Gott in der wir hier Und einst auch ewig selig. Und Dank für ( 28) Er forget, daß uns Mel. Gelobet seist du, Jesu zc. nimmermehr Gefahr und Unfall 271, Preis ihm! Er schuf schade. Uns wohlzuthun ist er bereit; Sein Rath ist uns're Selig- und er erhält Seine wundervolle feit: Erhebet ihn mit Freuden! Welt. Du sprachst, da wurden, Herr, auch wir; Wir leben und wir sterben dir. Hallelujah! 2. Ja, Bater, wir erheben dich Mit freudigem Gemüthe! Du herrschest unveränderlich Mit 2. Preis ihm! Er liebt von Weisheit und mit Güte. Unend- Ewigkeit, Wird ein Mensch, stirbt lich groß ist deine Macht, Und in der Zeit. Erlöst hast du uns, stets geschieht, was du bedacht: Christus, dir; Dir leben und dir Wohl uns, daß du regiereft! sterben wir. Hallelujah! 3. O Jesu Christ, des Höchsten 3. Preis ihm! Er führt des Sohn, Dich, seinen Eingebornen, Himmels Bahn, Führt den Dich sandte Gott vom Himmels schmalen Weg hinan. Dein Tem thron Zur Rettung der Verlor- pel, Geist des Herrn, sind wir; nen! Du Mittler zwischen uns Wir leben und wir sterben dir. und Gott, Hilf uns im Leben und Hallelujah! im Tod! Erbarm' dich unser Aller! 4. Sing', Seele! Freuden thränen, fließt! Heilig, heilig, 4. O heil'ger Geist, du Geist heilig ist Gott, unser Gott! von Gott, Erleuchte, beff're, tröste, Jehovah dir, Dir leben und dir Die Jesus Christ durch seinen sterben wir. Hallelujah! Tod Zum Dienst des Herrn er( 94) Höh' sei Ehr' seine Gnade! Vater, Sohn und heiliger Geist. 155 Mel. Nun danket alle Gott 2c. Werke! Von Ewigkeit zu Ewigfeit Lebt er, und herrschet weit 272. Gelobet jei der Herr, und breit Mit Weisheit, Lieb Mein Gott, mein Licht, mein und Stärke. Rühmet, Singet Leben; Mein Schöpfer, dessen Fromm und freudig: Heilig, Hand Mir Leib und Seel' ge- heilig, Heilig ist er, Aller Welten geben; Mein Vater, der mich Herr und Schöpfer. schützt Von Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Nur Gutes mir gethan! 2. Hallelujah, Lob, Preis und Macht Sei auch dem Gottessohn gebracht! In ihm sind wir er2. Gelobet sei der Herr, Mein wählet; Mit seinem Blute theu'r Gott, mein Heil, mein Leben, erkauft Sind wir auf seinen Tod Des Vaters liebster Sohn, Der getauft, Dem Himmel zugezählet. sich für mich gegeben; Der mich Heilig, Selig, Ist die Freundschaft erlöset hat mit seinem theuern Und Gemeinschaft, Die wir haben Blut, Der mir im Glauben schenkt Unzählbar die Gnadengaben. Das allerhöchste Gut! 3. Hallelujah dir, heil'ger Geist, 3. Gelobet sei der Herr, Mein Der uns den Weg zur Wahrhelt Gott, mein Trost und Leben; weis't, Durch den wir neu geDes Vaters werther Geist, Den boren! Du bist's, der unsern mir der Sohn gegeben; Der mir Sinn regiert, Haft uns dem mein Herz erquickt, Der mir gibt Heiland zugeführt, 3ur Freundneue Kraft, Der mir in aller schaft ihm erforen; Stärk' uns, Roth Rath, Trost und Hilfe Hilf uns, Lehr' uns beten In schafft! 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den Alles den Nöthen, Und gib Freuden, Wenn wir hier als Christen leiden. 4. Hallelujah, Lob, Preis und lobt und preis't, Was ist, was Ehr' Sei unserm Gott je mehr lebt und webet! Gelobet sei der und mehr; Ruhm seinem großen Herr, Deß Name heilig heißt: Namen! Stimmt an mit aller Gott, Vater, Gott, der Sohn, Himmel Schaar, Und singet nun Und Gott, der heil'ge Geift! und immerdar Mit Freuden! 5. Dem wir Anbetung jetzt Amen, Amen! Rühmet, Singet: Mit Freuden Alle bringen, und Heilig, heilig, Heilig ist er, Unser mit der Engel Schaar Einst heilig! Vater, Unser Mittler, unser heilig! fingen: Ihn preise ehr- Tröster! furchtsvoll Die ganze Christen( 25) Eigne Melodie. heit. Gelobt sei unser Gott In 274. Wir glauben All' an alle Ewigkeit! ( 138) Mel. Wie schön leucht't 2c. Einen Gott, Schöpfer Himmels Der als Vater 273, Hallelujah, Lob, Preis offenbart, Daß wir ſeine Kinder werden. Immer will er uns ernähren. Uns, was heilsam ist, geund Ehr' Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine 156 Vater, Sohn und heiliger Geist. währen. Er beschloß, schon eh' nah'n, Du Ebenbild des Vaters! wir waren, Uns're Rettung von Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht; Es steht Alles in seiner Macht. Tief im Staube bet' ich an Dich ew'gen Sohn des Vaters. Menschgewordner, der du bist Und sein wirst, wer du warest, Im Fleisch 2. Wir glauben All' an Jesum dich offenbarest Der Welt, vor Chrift, Gottes Sohn, den Ein- der du warest! Herr, wer gleichet gebornen, Den Herrn, der Mensch dir? wer ist, Wie du, Herr über geworden ist, Den Erretter der Alle? Daß Alles dir gefalle, VerBerlornen. Liebevoll hat er sein söhnst du zu dir Alle. Sohn, geLeben Für uns in den Tod ge- geben in den Tod, Sei hochgegeben. Er erstand, und herrscht lobt, mein Herr und Gott! erhöhet In dem Reich, das nie 3. Geist des Vaters und des vergehet. Er läßt auch uns im Sohn's! Du kennst die Tiefen Grabe nicht, Und kommt dereinst Gottes. Siegel unsers Gnadenzum Weltgericht. lohn's, Mach' uns zu Tempeln 3. Wir glauben an den heil'- Gottes! Geist der Heiligung, du gen Geist, Unsern Unsern göttlichen bist Vom Vater uns gegeben, DaRegierer, Den Jesus Christus mit wir ewig leben, Und ewig uns verheißt Uns zum Tröster ihn erheben. Heilig, heilig, heilig, und zum Führer. Die ganze ist Der Vater mit dem Sohne, Der Christenheit auf Erden Läßt er Geist auf Einem Throne Mit Eines Sinnes werden; Reinigt ihm und seinem Sohne! Einiger uns von unsern Sünden, Daß Herr Zebaoth, Sei hochgelobt, wir die Vergebung finden. Er Gott, unser Gott! ( 126) stärkt uns in der letzten Noth, Mel. Komm heiliger Geift, Herr 2. Und führt zum Leben durch den Tod! 276, Lob, Preis und Ehre ( 113) Mel. Gott der Vater, wohn' 2c. bringen wir, Herr, unser Gott und Vater dir! Dein Ruhm soll 275. Gott! ich darf mich zu unter uns erschallen! Laß unser dir nah'n, Ich, ein Erlöster Lob dir gefallen! Laßt, Menschen, Christi. Tief im Staube bet' ich seiner Lieb' uns freu'n, Und ewig, an Dich, Vater, Jesu Christi! ewig dankbar sein! Lobsingt ihm, Unsichtbarer, der du bist, Und Christen, uns're Brüder! Fallt sein wirst, wer du warest! Du vor dem Gott der Liebe nieder, schaffest und bewahrest Die Welt, Und betet an, und betet an! vor der du warest. Herr, wer 2. Er hieß uns Leben; wir gleichet dir? wer ist, Wie du, sind sein. Du bist die Lieb und Gott über Alle, Daß Alles dir wir sind dein! Wie groß und viel gefalle, In Allen und durch Alle? find deiner Werte, Du Gott der Herr, Jehovah Zebaoth, Sei Macht und der Stärke! Dein ist hochgelobt, Gott, unser Gott! der Erdkreis, und in dir, OHöch2. Sohn, ich darf mich zu dir ster, sind und leben wir! Du, Gott als Schöpfer. 157 Herr, erschufft der Engel Heere;| finden In Ewigkeit, in EwigAuch uns erschufst du dir zur keit! Ehre, Uns Sterbliche, uns Sterbliche! 5. Gelobet sei'st du, Geist des Herrn! Wir waren einst von 3. Herr, du gedenkst nicht Christo fern, Entfernt von dir unfrer Schuld, Und trägst uns und von dem Leben, Mit FinsterSünder mit Geduld Auf deinen nissen umgeben. Du hast durch väterlichen Armen Mit liebevol- deines Wortes Macht Auch uns lem Erbarmen; Verkürzest uns're zum wahren Licht gebracht. Du Prüfungszeit, Und führest uns lehrst uns leben, hilfft uns sterben, zur Seligkeit. Du überschüttest Und weihest uns zu Himmelsuns mit Freuden, Und schusst zu erben Durch Christi Tod, durch unserm Heil auch Leiden, Du Christi Tod! Gnädiger, du Gnädiger! 4. Lob dir, 6. Lob, Preis und Ehre brinSohn Gottes gen wir, Gott Vater, Sohn und Christus, dir! Verlorne Sünder Geist nur dir! Es müsse jedes waren wir. Du bist am Kreuz Land auf Erden Voll deiner Herrfür uns gestorben, Hast ew'ges lichkeit werden! Wie selig, wie Heil uns erworben. Wer zu dir begnadigt ist Ein Volk, deß Zu3uflieht, fest an dir hält, Und nicht versicht du bist! Jehovah, deinem in der Versuchung fällt, Der soll, großen Namen Sei ewig Ruhm befreit vom Fluch der Sünden, und Ehre; Amen! Sei hochgelobt, Erbarmung, Gnad' und Leben sei hochgelobt! II. Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. 1) Gott als Schöpfer. Mel. Wachet auf, ruft 2c. schöne Erde Vor ihren Herrn, um aufzublüh'n. Allmacht spricht, 277. Unjer Gott ist groß so stürzen Welten; Die Berge Und und mächtig, und seine Schöpfung flieh'n vor ihrem Schelten, schön und prächtig, Voll Weisheit sinten vor dem Donner hin. Er und Oihr, hat, wie ein Gewand, Die HimVerkün- mel ausgespannt. Durch ihn Gleichwie ein Held Aus seinem Zelt, Die Sonne und erfreu't die Welt. Vollkommenheit. seiner Allmacht Heere! digt eures Schöpfers Ehre, Und gehet, preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht; Er hält im Gleichgewicht Ganze Welten. 3. Er, der auf den Winden Der Wesen Heer, Das weite schwebet, Er schaut die Erde an, Meer, Den Engel und den Wurm sie bebet! Er rührt den Berg an, schafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: „ es werde!" Da trat auch uns're und er raucht. Vögel nährt er, speis't die Heerde, Erneuert die Gestalt der Erde, Erfreut, was in 158 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. ihr lebt und haucht. Mit milder| Lob erschallen: Mein Opfer wird Freundlichkeit Gibt er zu seiner ihm wohlgefallen; Gerührt will Zeit Allen Speise; Liebt und er- ich mich seiner freu'n. Sein Lob hält Die ganze Welt Und tränkt ist Seligkeit! Es macht schon hier die Thiere auf dem Feld. bereit Für den Himmel. Dort 4. Kräuter schuf er, uns zu werd' ich steh'n, Entzückt ihn heilen; Den Mond, das Jahr seh'n, Und ewig seinen Ruhm erdanach zu theilen; Der Sonne höh'n. ( 110) Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist Mel. Mein Herzensjefu, meine 2c. gnädig, Gott regieret, Wenn er die Flur mit Blumen zieret, Und 278. Wenn ich, o Schöpfer, sie mit Saaten überstreut. Der deine Macht, Die Weisheit deiner Wallfisch und der Wurm, Der Wege, Die Liebe, die für Alle Blüthendust, der Sturm Zeugt wacht, Anbetend überlege; So vom Schöpfer. Der Tag, die weiß ich, von Bewundrung voll, Nacht Rühmt seine Macht, Und Nicht, wie ich dich anbeten soll, rühmt, daß er für Alles wacht. Mein Gott, mein Herr, mein 5. Gott voll Weisheit, Gott, Vater! boll Stärke! Wie viel und groß 2. Mein Auge sieht, wohin es sind deine Werke! Wie reich an blickt, Die Wunder deiner Werke! Gütern ist das Land! Schiffe Der Himmel, prächtig ausgegeh'n im weiten Meere; Da schmückt, Preis't dich, du Gott der wimmelt's von dem frohen Heere Stärke! Wer hat die Sonn' an Der Thiere, zahllos, wie der ihm erhöht? Wer fleidet sie mit Sand. Mit Mannichfaltigkeit, Majestät? Wer ruft dem Heer Mit Regelmäßigkeit Prangt die der Sterne? Erde. Wohin entzückt Mein Auge blickt, Da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß 6. Der vergänglich Gras be- der Erde auf, Mit Vorrath uns fleidet, Der Fische nähret, Läm- zu segnen? O Gott der Macht mer weidet, Der sorgt, als Bater, und Herrlichkeit, Gott, deine Güte auch für mich. Seele, wolltest du reicht so weit, So weit die Wol für morgen Schon heute bang ten reichen! und ängstlich sorgen? Nein, sei 4. Dich predigt Sonnenschein getroft, ermanne dich! Vertraue und Sturm, Dich preist der Gott! auf ihn Wirf alle Sorgen Sand am Meere. Bringt, ruft hin! Er wird sorgen: Er, der uns auch der geringste Wurm, Bringt hört, Und gern gewährt, Was unserm Schöpfer Ehre! Mich, unser wahres Wohl vermehrt. ruft der Baum in seiner Pracht, 7. Dank dem guten Gott zu mich, ruft die Saat, hat Gott fingen, und stets mein Herz ihm gemacht; Bringt unserm Schöpfer darzubringen, Soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den Gott als Schöpfer. 159 deine Hand So wunderbar be- Wasser deckt der Erde Höhen; Er reitet; Der Mensch, ein Geist, donnert, seine Winde wehen; den sein Verstand Dich zu er- Es flieht und decket sie nicht mehr. tennen leitet; Der Mensch, der So bricht er seinen Lauf; EntSchöpfung Ruhm und Preis, hüllt steigt nun herauf Seine Ist sich ein täglicher Beweis Von Erde, Sein Eigenthum, Sein deiner Güt' und Größe. Preis und Ruhm, Und seines Sohnes Eigenthum. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist; Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, 4. Er gebeut: der Erde Felder, Und Hügel, Thäler, Berg' und Und alle Welt sag': Amen! Und Wälder Blüh'n fruchtbar durch alle Welt fürcht' ihren Herrn, sein Wort voll Macht. Seine Und hoff' auf ihn, und dien' ihm Sonn' in hoher Ferne Regiert gern! Wer wollte Gott nicht den Tag; und Mond und Sterne dienen? ( 55) Regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer Ein tausendfältig Heer Ihm zum Mel. Wachet auf, ruft 2c. Preise. Auch singt und ruft Das Volk der Luft Zu ihm, der es zum 279. Betet an, laß uns lobsingen, Und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen, Dem Gott Leben ruft. voll Weisheit, Güt' und macht! 5. Und wie wimmelt's im Was da ist, hicß er entstehen, Gefilde Von Thieren! Wie sein Die Erde und des Himmels Wald vom Wilde! Von Freuden Höhen; Ihm werde Lob und hallen Berg und Thal. Wer bePreis gebracht! Wer ist dem völkerte die Erde Mit dieser Höchsten gleich? Er hat sein wei- lebensfrohen Heerde, So mantes Reich Sich bereitet; Er schuf nichfaltig ohne Zahl? Was sich die Welt, Die er erhält. Es auf Erden regt, Sich fühlet und rühm' und preis' ihn seine Welt! bewegt, Schuf der Höchste. Der 2. Seiner Seligkeiten Fülle Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Auch mitzutheilen, war sein Er ist der Schöpfer, er ist Gott! Wille; Und was er wollte, das 6. Tiefer betet an, und bringet geschah. Er gebot allmächtig: Des hohen Lobes mehr, und werde! Da ward der Himmel, singet Erhabner euern Preisgestand die Erde Zum Preise seiner sang! Güte da. Laßt uns," sprach er, ( 1 Der Allmacht erster Menschen schaffen; Ein Bild 11 Sohn, Der Engel jauchzte schon von uns, nach uns geschaffen!" Seinem Schöpfer; Doch war's Da ward der Mensch, und jauchzte noch nicht Auf Erden Licht. Er Danf. Dant," rief er,„ Schöpfer, sprach: es sei!" da ward das Gott! Ich ward auf dein Gebot. Preis dir, Schöpfer! Du, Herr, 11 " 1 Licht. 3. Alles ordnet er auf's Beste; bist Gott! Du, Herr, bist Gott! Er wölbte oben eine Beste, Und Es ist kein andrer Herr, als unter ihr der Wolfen Heer. Gott!" 160 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. 7. Ewig wollen wir lobsingen, Mel. Wie schön leucht't 2c. Und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist 281. Wie groß ist Gottes Weisheit, Güt' und Macht. Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Jauchzt; er hat auch uns erschaf- Himmeln: ,, seid!", Und zu dem fen; Nach seinem Bild auch uns Erdkreis: ,, werde!" Gleich stanerschaffen! Ihm werde Dank und den da voll Reiz und Pracht Vor Preis gebracht! Wir sind, o Gott, ihm zum Preise seiner Macht Die von dir! Frohlockend rufen wir: Himmel und die Erde. Wie ers Preis dem Schöpfer! Er schuf die Ausrief, Da begonnen Tausend Welt, Die er erhält. Es rühm' Sonnen, Und erhellten Ein unund preis ihn seine Welt!( 24) zählbar Heer von Welten. Mel. Gott sei Dank durch alle 2c. 2. Wie sie so herrlich sind, so schön; Einträchtig alle Gott erhöh'n, Und seine Güte preisen! 280. Himmel, Erde, Luft Wie jede Jubel ist und Dant, Ein Dem und Meer, Aller Welten zahllos hoher lauter Lobgefang Heer Jauchzen Gott, dem Gütigen, dem Weisen! Ach, wie Schöpfer, zu. Meine Seele, sing' Könnt' ich Fühllos schweigen, auch du! Solcher Zeugen Lob bernehmen, 2. Jhn erhebt das Sonnen- Und doch seines Ruhms mich licht, Wenn es durch die Wolken schämen? bricht. Mondesglanz und Sternenpracht Loben Gott in stiller Nacht. 3. Er hat der Sonne hoch Gezelt, Die Himmel über seine Welt Für mich auch ausgebreitet. 3. Seht, wie er das Land er- Wer nüt die Erde mehr, als quidt, Und mit Lust und Segen ich? Hat ie mein Vater nicht für schmückt! Wälder, Flur und jedes mich Gegründet und bereitet? Thier Zeigen Gottes Finger Winken Mir nicht Alle Wälder, mir. Alle Felder Froh entgegen, Reich für mich von seinem Segen? 4. Seh't, wie fleugt der Vögel Schaar In den Lüften froh und 4. Wem blüht das Thal; für Har! Seh't, wie Donner, Blitz wen erhebt Sich das Gebirg; wem und Wind, Seines Willens Die- tönt und schwebt Der Sänger in ner sind! den Lüften? Für wen bevölkert 5. Seh't der Wasserwellen sich das Meer? Wem lebt der Lauf, Wie sie steigen ab und auf! Thiere zahllos Heer Auf fräuterVon der Quelle bis zum Meer reichen Triften? Quellen NieRauschen sie des Schöpfers Ehr'! seln; Winde wehen; Flüsse, Seen 6. Herr, mein Gott, wie wun- Werden Meere, Mir zum Segen, derbar Stellst du dich der Seele ihm zur Ehre! dar! Drücke stets in meinen Sinn, 5. Noch strahlt mir unge Was du bist und was ich bin! schwächt sein Licht; Noch weigert ( 128) die Natur sich nicht, Die Welt Die Engel, sein Werk. 161 für mich zu schmücken. Noch hat an mit Vaterblicken! Er ziehet fie Freuden g'nug für mich, Noch mich hinan: Jch schwebe mit immer fühlt sie jugendlich, Mein Entzücken Durch seines WeltAuge zu entzücken. Eher Werden alls Plan. Auch die Werte Seiner Stärke 2. Wie flammet Sonn' an Nicht veralten, Bis er tommt, Sonne! Wie glänzet Stern an Gericht zu halten. Stern! Du, ihre Kraft und 6. So hat mein Gott an mich Wonne, Bist deiner Welt nie gedacht, Hat über sie durch seine fern. Gott, auf den Sonnen Macht Zum Herrscher mich er- wohnen Auch Wesen, Heer an hoben. Er gab mir meinen Leib Heer. Wer zählt die Legionen und auch Die Seele, seines Odems Jm großen Sonnenmeer? Hauch, Gleich Engeln ihn zu 3. Du hast die Welt gekleidet loben. Rühm' ihn, Seele! Jauch- In heil'ges Lichtgewand, Und zend schalle Von dem Halle Deiner deine Heerden weidet Die treue Lieder Gottes Erd' und Himmel Hirtenhand. Du führst auf dieser wieder! Erde Durch manche Wüstenei'n Die Schafe deiner Heerde Treu in den Himmel ein! 7. Das Kind, der Jüngling und der Mann, Die ganze Schöpfung bet ihn an, Und seiner Wun- 4. Die Sternenkron' umschimder Menge. Strömt hin aus mert Dein heilig Angesicht. Das meiner vollen Brust, Strömt Licht, das um mich flimmert, Ist hin, Empfindungen der Lust, In Strahl von deinem Licht. Das hohe Dankgesänge! Schöpfer, Licht, das in mir denket, Die Vater, Dich erhebe, Weil ich Gluth, die mich durchflammt, lebe, Meine Seele, Meine hoch Hast du in mich gesenfet, Dem beglückte Seele! alles Sein entstammt. ( 24) Mel. Balet will ich dir zc. 5. Wie Unermeßlichkeiten Dein Allmachtswort erschuf; So gabst für Ewigkeiten Dem Geist du 282. Des Ew'gen Saatden Beruf. Auch er soll nimmer gefilde, Du hohes Sternenzelt, enden Auf seiner hohen Bahn: Aus dir schaut groß und milde Er geht an Vaterhänden Der Schöpfer aller Welt Mich Sternenhöh'n hinan! Die ( 35) Die Engel, sein Werk. Mel. Wachet auf, ruft zc. waren, Vor ihm schon standen und. ihn sah'n. Ihr Heer, umstrahlt 283. Betet an, ihr Men- von Licht, Bedeckt das Angesicht fchen, bringet Dem Höchsten Vor dem Schöpfer. Voll Preis Ruhm und Preis; lobfinget; Gott und Dank Tönt ihr Gesang unsern Schöpfer, betet an! Zahl- Durch alle Himmel Gottes hin. los sind der Geister Schaaren 2. Seiner Himmel Kreis beDie, eh' wir noch geschaffen wohnen Berklärter Geister Mil11 162 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. lionen, Die feiner Größe Ruhm men, Wie Engel Gottes! Gott erhöh'n. Gott ist heilig, heilig, wird kommen Mit seinen Engeln rufen Sie tief anbetend an den zum Gericht. Laß sie jauchzen, Stufen Des hohen Thron's, um daß wir alle Dann aufgerichtet den sie steh'n. So weit er von dem Falle Gott seh'n und herrscht, so weit Geht seine Herr- seiner Wonne Licht. Heil uns! Gott, unsern lichkeit," Jauchzen alle. ,, Wer ist, wir beten dann wie er," Frohlockt ihr Heer, Schöpfer, an Mit den Engeln! " Wie er, der uns geschaffen hat!" Ihr Preisgesang Und unser Danf Hallt dann durch alle Himmel hin. ( 24) " 1 3. Sie, die ihm stets treu geblieben, Die ewig wandellos ihn lieben, Vollbringen seinen Willen gern. Seht ihr Beiſpiel, folgt, ihr Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Frommen! Sie alle, heilig und 284. Herr, du hast in vollkommen, Gehorchen wonne- deinem Reich Große Schaaren voll dem Herrn. Sie thun, was heil'ger Engel. Ihnen bin ich er gebeut, Und ihre Herrlichkeit noch nicht gleich; Denn ich bin Ist Gehorsam. Sie weilen nie, noch voller Mängel. Ach, wann Er fendet sie, Wohin sein Wink sie werd' ich auch so rein, Wie die senden will. heil'gen Engel sein? 4. Winden gleich und gleich 2. Gib mir Weisheit, gib mir den Bligen Geh'n sie vom Thron Fleiß, Dich, o Gott, recht zu eraus, segnen, schüßen Und strafen, fennen! Laß mich deines Namens wie es Gott gebeut; Lagern sich Preis Gern auch vor der Welt um Gottes Kinder, Befördern bekennen. Wohl mir, wenn auch froh das Heil der Sünder, Und ich hierin Jenen Geistern ähnfreu'n sich ihrer Seligkeit. Sie lich bin! dienen, Jesu, dir, Frohlocken laut, 3. Herr, dein Wille soll ge wenn wir Uns bekehren; Wenn scheh'n, Wie im Himmel, so auf unser Dank Den Preisgesang Erden. Gleich den Engeln, die Der Himmel hier im Staub dich seh'n, Laß mich dir gehorsam vermehrt. werden, Und auf Erden mich 5. Gott, mit allen diesen bemüh'n, Deinen Willen zu Heeren Soll, wer hier heilig vollzieh'n. wird, dich ehren, Einst ewig sich 4. Unsre Welt ist voll Gefahr; mit ihnen freu'n; Soll, erlös't Voll Gefahr ist unser Leben. durch dein Erbarmen, 3u dir ge- Sende deiner Engel Schaar, Daß bracht auf ihren Armen, Einst sie schüßend mich umgeben. We selig, wie die Engel, fein! Wer ich gehe wo ich ruh', Gib sie mir sich zu Gott bekehrt, Und ihn von zu Hütern zu. Herzen ehrt, Wird am Throne In 5. Doch im Leben nicht allein; seinem Reich Auch, Engeln gleich, Auch, o Bater, wenn ich sterbe, Das Antlig seines Gottes schau'n. Laß sie mir zur Seite sein, Daß 6. Werdet heilig, seid vollkom- ich deinen Himmel erbe. Bringe 163 mich durch ihre Hand In mein wahres Vaterland! Hülle hier ein Grab, feit dem Geiste gab. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. Unsterblich( 136) 6. Laß mich dann vor deinem Bei den Auserwählten stehen. Laß mich dann, o Gottes- 286. Dir sing' ich Lob, Herr sohn, Deine Herrlichkeiten sehen! Zebaoth! Groß, groß sind deine Mache mich in deinem Reich Werke. Dir singt dein Himmel: Deinen Engeln völlig gleich! groß ist Gott!" Dir singt mit Macht und Stärke Der Seraph, der dich näher sieht, Der Cherub, der am Throne kniet, Die ganze Die Engel, sein Wert. 11 ( 174) Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. 285. Wer zählt, Unend- Schaar der Engel. Der Geister, Hinauf zu Aus allen licher, die Reih'n die sich deiner freu'n, dir, als Vater seh'n, Welten zu dir fleh'n? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, Die einst an Staub ge fesselt war, Und jetzt in einer höhern Welt Anbetend vor dir niederfällt. 2. Dein ist das Reich, dein ist die Macht. Nach Ordnung und nach Stufen Hast du die Schaar, die uns bewacht, Jn's Dasein einst gerufen. Sie richten deinen Willen aus, Beschüßen des Gerechten Haus, Wenn seine Hüter schlummern. 3. Mensch, fühl den Vorzug, Mensch zu sein! Der Sohn hat dich versöhnet. Sieh deine fünft'ge Hoheit ein! Wer siegt, wird dort gekrönet. Schon hier bist du, in Fleisch gehüllt, Des Allerhöchsten Ebenbild, Jm Staubgewand ein 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, Die jetzt und einst noch wunderbar Du mit der Menschheit Hülle zierst, Und durch den Tod zum Leben führſt. 4. Doch hier auf Erden nicht allein Sind Wesen, die sich deiner Engel. freu'n, Hinauf zu dir, als Vater, seh'n, Dich lieben, betend dich erhöh'n. 4. Bald stimm' ich ein in's hohe Lied, In jene heil'ge Psalmen. Am Ziel, nach dem mein 5. Dein Reich ist unermeßlich Glaube sieht, Erwart' ich Siegesgroß, st, wie du selbst bist, gren- palmen. Wie hebt sich da mein zenlos; Es lebt in deinem Welten- Lied empor! Jch mische mich in's Ein ungezähltes Geister- Engelchor, In's höh're Hallelujah! meer heer. 6. Wenn einst auf deinen Wink 5. Wie groß, wie groß die mein Geist Sich seinen Fesseln Wonne ist, Wenn mich am Bebenshier entreißt; Dann stimm' auch ende Zum erstenmal ein Engel ich in ihren Reih'n, Als Mit- grüßt! Ach, daß ich's schon emanbeter Gottes, ein. pfände! Von aller Welt verlaß'nes Herz, Denk christlich, denk' in jedem Schmerz: Jm Himmel hab' ( 85) 11* 7. Dann preis' ich dich, deß Allmachtsruf Mit ihnen mich verschwistert schuf, Nur meiner ich Freude! Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. Der Mensch als Gottes Werk. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 287. Gott, deffen Allmacht ihn, den Staub, herniedersenk'st? daß du sein gedenkst, Und einen Strahl von deinem Lichte Auf sonder Ende, Wie preif ich dich Ein welkend Gras, ein fallend doch nach Gebühr? Ich bin die Laub; Und doch weit mehr als Arbeit deiner Hände; Mein gan- Asch' und Staub. zes Wesen kommt von dir. Du 2. 3war tief ist er herabgehaft mich wundervoll erbaut, Und funten Von seines Ursprungs mir viel Gaben anvertraut. 164 Herrlichkeit. Vom Fleisch be2. Du gabft mir die vernünft' ge herrscht, von Weltlust trunken, Seele, Das theure Pfand, das hat er dein heilig Bild entweiht, ewig lebt, Das noch in dieser Und dennoch gibst du ihm so viel, Staubeshöhle, So lang es dir Und deiner Gnaden ist kein Ziel. gefällig, schwebt. Du haft mir 3. Du hast den Leib, obschon Sinne und Verstand, Du Leib aus Erde, Doch wunderbar und und Leben zugewandt. schön gebaut; Daß er des Geistes 3. Ich bin nicht werth, der Werkzeug werde, Jhm Sprach' Zum großen Güte, Die du, mein Gott, und Sinnen anvertraut. an mir gethan; Dich preis't mein Herrn der ganzen Erdenwelt Hast Herz und mein Gemüthe; Ach, du ihn, höchster Herr, gestellt. nimm mein Dankesopfer an! Be= 4. Das Beste, was du ihm wahre mich auch fort und fort, geschenket, Sein edelstes und bestes Mein Gott, du meines Lebens Theil, Das ist der Geist, der will Hort! und denket; Und ihm haft du ein ewig Heil, Noch ehe er nach dir gefragt, In deinem Worte zuge4. Vor dir fall' ich in Demuth nieder: Vergib, vergib, was ich verbracht! Ich habe leider meine sagt. Glieder 3u Sündengliedern oft 5. So laß mich ehrfurchtsvoll gemacht: Doch strastest du mich bedenken, Was du, mein Gott, an nicht im 3orn, Und wiesest mich zum Gnadenborn. mir gethan; Dir Leib und Seele wiederschenken, Da ich dir sonst 5. Hilf, großer Gott, durch Nichts schenken kann, Damit sie den ich lebe, Hilf daß ich thu', was beide nach der Zeit Dich preisen dich erfreut, Und Geist und Leib in der Ewigkeit. und Glieder gebe Zu Waffen der 6. Und nimm indeß sie alle Gerechtigkeit; Daß ich dir bis beide, Allmächtiger, in deinen zum Tod getreu, Und stets ein Schut; So bieten wir dem Erkind des Lichtes sei! denleide Und selbst dem Tode mit dir Truk. Wenn wir in deiner Gnade steh'n, So muß es uns stets wohlergeh'n. ( 95) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 288. Was ist vor deinem Angesichte Der Mensch, Herr, 7. Und wenn, erhöhet von der Der Mensch, sein Werk. 165 Erden, Im Himmel, deiner ew'gen mein seligster Beruf, Mein LobStadt, Dich Leib und Seele gesang und Opfer! schauen werden, Von deinem Lichte froh und satt, Dann sollen sie auch beide dich Vollkommner preisen ewiglich! ( 173b) Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Brust und schwellt sie auf, Damit ich athmen möge? Gott ist es, der dies Alles thut! Preis, Schöpfer dir; dir wallt mein Blut; Dir schlägt mein Herz, o Schöpfer! 289. Dir, Gott, sei Preis und Dank gebracht! Dich soll mein Lied erheben! Ich bin ein 7. Ich will in Thätigkeit und Wunder deiner Macht; Du schufft Ruh Für jeden Sinn dir danken. auch mich zum Leben. Mein gan= Furcht meines Gottes, halte du zer Leib, gebaut von dir, Mit Sie all' in heil'gen Schranken! jedem Sinn und Glied an mir Selbst mein Gedanke müsse rein, Verfündigt deine Größe. Mein Leib ein Tempel Gottes sein, In dem sein Geist stets wohne. ( 24) 2. Haupt, Aug' und Ohren, Mund und Hand, Die ich zu dir erhebe; Die Haut so fünstlich ausgespannt, Der Nerven fein Gewebe, Und alle Glieder sagen Mel. Ich dank' dir schon 2c. mir, Ich sei, o Gott, ein Wert 290. Du schufft mich, Gott, von dir, Ein Werk von deiner Weisheit. dein Bild zu sein; Dafür will ich dich preisen, Und des Berufs, ein Mensch zu sein, Mich würdig stets erweisen! 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, Den Thoren zu verdammen, Der's läugnet, daß ein 2. Ich bin ein Wunder deiner Schöpfer ist, Sich Glied an Glied Macht und deiner weisen Güte! zusammen! Wie willig, Herr, O Mensch, nimm deinen Werth gehorchen sie, Wenn meine Seele in Acht; Erkenn' es, mein Gespät und früh Des Leibes Dienst müthe! verlanget! 3. Du schufft mich für die 4. O hättest du mein Auge Ewigkeit; Du gabst mir sanfte nicht So fünstlich zubereitet; Was Triebe müßte mir der Sonne Licht, Ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht Zum Mitgefühl, zur Menschlichkeit, Zur Freundschaft und zur Liebe. 4. Dich tenn' ich, Schöpfer, Du, Herr, durch deine weise Macht, Herr, mein Gott! Ich kenne Was du erschaffen, schmücktest. deine Werke, Dein Wort, dein 5. Ich jauchze, daß ich sehen heiliges Gebot, Und deine Lieb' fann, und hören und empfinden. und Stärke. Froh bet' ich meinen Schöpfer an! 5. In stiller Andacht kann Ihn überall zu finden, In allen mein Geist Empor zu dir sich Werken, die er schuf, Dieß ist heben, und dir, den Erd' und 166 Von Gott in seinem Verhältnisse zu der Welt. Himmel preis't, Auch Preis und 4. Laß dieses große Ziel Mir Ehre geben. stets vor Augen schweben. Des 6. Vom Himmel tam, gefandt Herzens größter Wunsch, Mein In allem von dir, Dein Sohn zu uns auf eifrigstes Bestreben Erden; Er ward ein Mensch, ein meinem Thun Sei dieß, o Gott, Mensch wie wir, Der Menschen allein, Daß ich auch so, wie du, Heil zu werden. Gesinnet möge sein! 5. 7. O welch ein Glück, ein Du bist der Wahrheit Mensch zu sein! Mein Gott, dich Quell; Laß mich auch Wahrheit will ich preisen, Und des Berufs lieben, Mit unverdroßnem Fleiß dein Bild zu sein, Mich würdig In allem dem mich üben, Was stets erweisen! mich zur Weisheit führt; Zur Weisheit, die dich ehrt, Und Allem Beifall gibt, Was du uns selbst gelehrt. ( 126) Mel. O Gott, du frommer 2c. 291. Aumächtig= großer Gott, Wer kann dich g'nug er= heben? Du gabst der ganzen 6. Laß deine Heiligkeit Mich stets zum Muster nehmen. Hilf Des Welt Bewegung, Kraft und mir die Sünde flich'n, Leben. Der Geister zahllos Heer, Fleisches Lüste zähmen; Nur das, Die ganze Erdenwelt Hat deine Hand gebaut, Die jezt noch Alles hält. was recht ist, thun, Des Guten mich erfreu'n, Und dem, der's üben will, Auch gern behisfich sein. 2. Du schufst, ich dank' es dir' 7. Gib, daß ich so, wie du, Auch mich zu deiner Ehre; Du Ein Freund der Menschen werde, wolltest, Gütigster, Daß ich dein Dem Wohlthun Freude macht, Bildniß wäre! Darum hast du Der Kummer und Beschwerde den Geist, Der in mir lebt und Dem Nächsten gern erspart, Sein denkt, Mir zur Unsterblichkeit Nach deiner Huld geschenkt. Leben ihm versüßt, Und wo er helfen kann, Zum Helfen willig ist. 3. O welch ein großes Ziel, 8. Noch bin ich weit entfernt, Dazu du, Gott, mich schufest! Wie O Gott von diesem Ziele! Du herrlich ist das Theil, Dazu du weißt, was mir noch fehlt, Und mich berufest! Dir, Höchster, ähn- ach, ich selber fühle, Wie wenig lich sein, Vollkommen sein wie du! ich dir noch Im Guten ähnlich Owohl mir, wenn ich's bin! bin. O bilde du mich ganz Nach Hilf du mir selbst dazu. dir und deinem Sinn. ( 146) 2. Gott als Erhalter und Regierer der Welt. veralten. Was deine Allmacht schafft, Der Wesen Trieb und Kraft, Wird von dir immerdar, Wenn es dein Wille war, Gestärft Mel. Ein feste Burg ist zc. 292. Nur du, o Schöpfer uns'rer Welt, Nur du kannst sie erhalten! So lange noch dein und unterstüzet. Arm sie hält, Wird sie auch nicht 2. Noch strahlt der Sonne Erhalter und Regierer. 167 mildes Licht Herab aus hoher Quelle sei'st, Daraus uns Allen Nur Heil und Ferne. Noch weicht aus seinen früh und spat Bahnen nicht Das große Heer Gutes fleußt. der Sterne. Noch weiß der Mond die Zeit, Wann er sein Licht er= neut; s wechseln Tag und Nacht Und, Herr, durch deine Macht Bleibt Alles wohlgeordnet! 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Him3. Noch bringen Frost und melszelt Hoch über uns gesetzt? Schnee und Wind, Und Reif und Wer ist es, der uns unser Feld Thau und Regen, Die deiner Mit Thau und Regen nekt? Güte Boden sind, Den Ländern 5. Wer wärmet uns in Kält' reichen Segen. Noch strömet auf und Frost? Wer schüßt uns vor dein Wort Die Lebensquelle fort. dem Wind? Wer macht es, daß Wenn sich die Ernte naht, So man Korn und Most Zu rechten rauscht die reife Saat Des Zeiten find't? Schnitters Arm entgegen. 6. Wer gibt uns Leben, Kraft 4. Noch folgen auf des Früh- und Muth? Wer schütt mit lings Pracht Des Sommers Neh- starker Hand Des goldnen Fries renfelder, Auf sie des Herbstes dens werthes Gut In unserm trübe Nacht, Des Winters öde Vaterland? Wälder. Noch hauchen durch die 7. Ach, Herr, mein Gott, das Luft Die Blumen ihren Duft; fommt von dir; Du, du mußt Noch stellt in jedem Jahr Ver- Alles thun! Du hälst die Wach' jüngt sich wieder dar, Was unser Aug' entzücket. an unsrer Thür', sicher ruh'n. Und läß'st uns 8 Du nährest uns von Jahr Bleibst immer fromm 5. Gott, du sorgst, als Herr der Welt, Für unser Wohl und zu Jahr, Leben! Du bist es, der es uns und treu; Beschirmst uns mächtig erhält; Du hörst nicht auf au in Gefahc, Und stehst uns herzgeben, Was unsern Leib ernährt, lich bei. Und unf're Kräfte mehrt. Wer 9. Du trägst uns Sünder in sollte sich nicht freu'n, Nicht dir Geduld, Und schlägst nicht allzufein Leben weih'n? Wer sollte sehr; Am liebsten nimmst du dich nicht preisen? ( 62) uns're Schuld Und wirfst sie in das Meer. Mel. Nun danfet all' und bringet 2c. 10. Wenn unser Herz oft seufzt 293. Ich finge dir mit und schreit, Wirst du gar bald Herz und Mund, Herr, meines erweicht, Und gibst uns, was uns Lebens Luft! Ich sing' und mach' hoch erfreut, Und dir zum Preis auf Erden kund, Was mir von gereicht. bir bewußt. 11. Du zählst, wie oft ein 2. Ich weiß, daß du der Christ hier wein', Und was sein Brunn der Gnad' Und ew'ge Kummer sei; Kein stilles Thrän 168 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. lein ist so klein, Du hebst und 2. Es danket dir des Himmels legst es bei. Herrscher aller Thronen! Heer, preisen 12. Du füllst des Lebens Man- Und die auf Erden und im Meer gel aus Mit dem, was ewig steht, n deinem Schatten wohnen, Und führst uns in des Himmels Die deine SchöpferHaus, Wenn uns die Erd' entgeht. macht, Die uns versorget und 13. Wohlauf, o Seele, dank' bewacht; Gebt unserm Gott die und sing' Und habe guten Muth! Ehre! Dein Gott, der Ursprung aller 3. Was unser Gott geschaffen Ding', Ist selbst und bleibt dein hat, Das will er auch erhalten; Gut, Darüber will er früh und spat Schat, dein Mit seiner Gnade walten. Dein Glanz, seinem ganzen Königreich Dein Schirm Alles recht und Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! In Ift 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth: ,, Ach Gott, verDa half 14. Er ist dein Erb', dein Theil, dein Freudenlicht, und Schild, dein Trost und Heil, Schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränfst du dich in deinem Sinn, Und grämst dich nimm mein Weinen!" Tag und Nacht? Nimm deine mein Helfer mir vom Tod, Und Sorg' und wirf sie hin Auf den, ließ mir Trost erscheinen. Drum der dich gemacht. dank' ich, Gott, drum dank ich 16. hat er dich nicht von Ju- dir! O danket, danket Gott mit gend auf Versorget und ernährt? mir! Gebt unserm Gott die Wie oft hat er des Unglücks Lauf Ehre! Zum Segen dir gekehrt! 5. Der Herr ist nun und 17. Er hat noch niemals was nimmer nicht Von seinem Volk verseh'n In seinem Regiment; geschieden. Er ist der Frommen Nein, was er thut und läßt ge- Zuversicht, Ihr Segen, Heil und scheh'n, Das nimmt ein gutes Frieden. Mit Mutterhänden leitet End'. er Die Seinen immer hin und 18. Ei nun, so laß ihn ferner her. Gebt unserm Gott die Ehre! thun, Und red' ihm nicht darein; 6. Wenn Menschenmacht nicht So wirst du hier in Frieden ruh'n helfen kann, Und ewig fröhlich sein! ( 56) Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 294, Sei Lob und Ehr' dem Und sich kein Retter zeiget: So nimmt sich Gott der Seinen an; Er felbst, der Schöpfer, neiget Sein huldreich Angesicht uns zu, Er schafft uns Hilfe, Höchsten Gut, Dem Vater aller schafft uns Nuh'. Gebt unferm Güte; Dem Gott, der alle Wun- Gott die Ehre! Gemüthe der thut; Dem Gott, der mein 7. Ich will dich all mein LebenMit seinem reichen lang, Gott, von nun an ehren! Trost erfüllt; Dem Gott, der Man soll, Gott, deinen Lobgefang allen Jammer stillt! Gebt unserm An allen Orten hören! Gott die Ehre! ganzes Herz erweitre fich; Mein Mein Erhalter und Regierer. 169 Geist und Leib erhebe dich! Gebt noch leben soll. Nicht Ueberfluß unserm Gott die Ehre! bitt' ich von dir; Was ich bedarf, das gib du mir. 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die 5. Der Vogel bauet nicht das Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht Land; Doch nährt ihn deine erkennt, Gebt unserm Gott die milde Hand. Du schmückst die Ehre! Die Gözen macht der Blume königlich, Die nicht zur Herr zu Spott! Der Herr ist Arbeit eilt, wie ich. Weit mehr Gott! Der Herr ist Gott! Gebt bin ich vor Gott, als sie; O Seele, unserm Gott die Ehre! dies vergiß du nie! 9. So fommet vor sein Ange= 6. Mich schufst du nicht für ficht, Jhm Dank und Preis zu diese Zeit; Mein Ziel ist in der bringen. Bezahlet die gelobte Ewigkeit. Vernunft und Freiheit Pflicht, Und laßt uns fröhlich gab mir Gott; Für mich ging singen: Der Herr hat Alles wohl Jesus in den Tod. Nichts, was bedacht, Und Alles, Alles recht die Erde zeugt und nährt, Gleicht gemacht: Gebt unserm Gott die mir an Hoheit und an Werth. Ehre! ( 181) Mel. Vater unser im Himmelreich 2c. 7. Von dir, der das an mir gethan, Werd' ich auch Speis und Trank empfah'n. Selbst dem, 295. Gott, deine weise Macht der dich mit Sünden schmäht, erhält Die ganze lebenvolle Welt, Gibst du sie ohne sein Gebet. Und aller Augen freuen sich, Und Wie solltest du mein findlich sehen hoffnungsvoll auf dich, Auf Fleh'n Um Kleidung, Speis' und dich, der du sie alle liebst, Und Trank verschmäh'n? Allen ihre Speise gibst. 8. Laß du mich nur genügsam 2. Du öffnest deine Hand, so sein, Und deiner Gaben mich erfließt Herab, was Jedem nöthig freu'n; Doch mehr noch deiner, ist, Mit Wohlgefallen sättigt sie der du dich Dein Aufseh'n, und versäumt sie gegen mich, Nie sind Geschöpfe deiner Quelle bist, Hand Dir unwerth oder unbe- Gute fließt. fannt. So freundlich zeigest Und selbst des Lebens Aus welcher alles nie. 9. Bei deiner Gaben Ueber3. Auch mir gabst du, mein fluß Erhalt' mich mäßig im GeGott und Heil, Noch täglich mein nuß. Bewahr' mich in der Dürfbescheiden Theil, Gabst mir's mit tigkeit Vor Schmach und UnzuHuld und Freundlichkeit Seit friedenheit. Du nährst mich imganzen Lebenszeit. Kein mer; Preis und Dank Bring ich Vater sorgt so väterlich Für dir, Gott, mein Lebenlang!( 126) seinen Sohn, wie du für mich. meiner Mel. Mein Herzens Jesu, meine 2c. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht versicht! Verlassen, meine 3u- 296. Dir, unser Gott, ist Ich bin's gewiß, du Niemand gleich Im Himmel und thust mir wohl, So lang ich hier auf Erden. Du bist der Höchste, 170 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. und dein Reich Kann nie be- heben. Dir will ich, als dein griffen werden; Unendlich ist die Eigenthum, Mich ganz zum Dienst Majestät, Die über Alle dich er ergeben. Mit Lust will ich bis höht, Die Kron' und Zepter in den Tod Nach deinem heiligen tragen. Gebot Durch deinen Beistand wandeln. ( 115) 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wer ist, der es ermesse? Wohin auch nur mein Auge mel. Warum sollt' ich mich denn 2c. sieht, Da seh' ich deine Größe. Weit, 297. Sei zufrieden, mein über alle Himmel weit, deines Reiches Herrlichkeit; herrscheft über Alles! Geht Gemüthe! Gott ist gut; Was er Du thut, Jst voll Lieb' und Güte. Schaue seine großen Thaten! 3. Du herrscheft weislich, recht Was die Welt In sich hält, Ist und gut Nach heiligen Gesetzen. ihm wohlgerathen. Du willst auch deiner treuen Hut 2. Beides, Erd' und Himmel Das Kleinste würdig schätzen. preisen Seine Macht; Tag und Auf Alles geht dein Augenmert, Nacht Müssen sie beweisen. Sonn' Und immer ist's dein liebstes und Mond, das Heer der Sterne, Werk, Zu segnen, zu beglücken. Was sich regt Und bewegt, Lobt 4. Wohl uns, daß du das ihn nah' und ferne. Regiment, Gott, über Alles 3. Schau' die Werte seiner führest! Und wohl dem, der den Hände! Mensch und Thier Mel Zweck erkennt, Dazu du uns den dir Seinen Ruhm ohn' regierest! Ich, dein geringster Ende. Was wir noch so Kleines Unterthan, Jch bete dich in De- nennen, Gras und Laub, Selbst muth an: O sich auf mich in der Staub Gibt ihn zu erkennen. Gnaden! 4. Was auf Bergen und in 5. Ich bin verderbt und seh- Gründen, In der Höh' In der lervoll, Bin auf dem Tugend See Oder sonst zu finden, Rühmt wege Nicht stets so eifrig, wie ich die Weisheit seiner Werke. Jeder soll, Bin oft zum Guten träge. Wurm, Bliz und Sturm Preisen Doch du bist gnädig, und voll seine Stärke. Huld Vergibst du Reuenden die 5. Wie muß ich sein Lob er Schuld; Drum hoff' auch ich heben! Wie so gar Wunderbar Vergebung. Gab er mir mein Leben! Seel' 6. Ich hoff' es, weil mich der und Leib hat er bereitet; Mich vertritt, Den du für mich gegeben. geschützt, Unterstützt, Väterlich Mein Jesus, welcher für mich geleitet. litt, Erwarb mir Recht zum Leben. 6. Wie mich sein getreues Sor Sein Tod macht mich vom 3wet- gen Tag und Nacht Nimmt in fel frei, Ob ich der Gnade fähig Acht, Das zeigt jeder Morgen. sei: Auch mich hat er versöhnet. Ja, tein Augenblick verschwindet, 7. Herr, ewig will ich deinen Der mich nicht, Gott, mein Licht, Ruhm Mit Lob und Dank er- Dir zum Dank verbindet! Erhalter und Regierer. 171 7. Drückten mich des Kreuzes 4. Du wollest meiner SünPlagen; War die Last Kaum ge- den In Gnaden mich entbinden, faßt; Gott half mir sie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; Seine Kraft Hat geschafft, Daß ich's überstanden. Vergeben meine Schuld! Zum Heiligungsgeschäfte Gib du mir Muth und Kräfte, Und habe noch mit mir Geduld. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan: Dente d'ran, Wird dir jemals bange, Als wollt' er dich ganz verlassen! Nein, o nein! Du bist sein; Er fann dich nicht hassen. 9. D'rum ergib dich seinem Willen! Heiße gut, Was er thut; Er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen Groß von Rath, Stark von That; Er, er wird's wohl machen. ( 174) 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder; Weckt mich der Morgen wieder Zu meines Tagwerks Pflicht; Irr' ich auf dunkeln Wegen; Geh' ich dem Leid entgegen: So sei dein Wort mir Trost und Licht! 7. Hast du es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß geh'n. Kein Unfall unter allen Wird je zu schwer mir fallen; Mit dir will ich ihn übersteh'n. 8. Dir hab' ich mich ergeben 3u sterben und zu leben, Wie es dein Wink gebeut. Es sei heut' oder morgen; Dafür laß ich dich sorgen: Du weißt die allerbeste Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 298. In allen meinen Thaten Laß ich dich, Höchster rathen, Der Alles fann und hat! Du mußt in allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Uns Helfer Zeit. sein mit Rath und That. 9. So sei nun, Seele, stille! 2. Nichts ist es spät und frühe Dein Trost sei dessen Wille, Der Mit aller meiner Mühe, mit dich geschaffen hat. Es gehe, wie meiner Ungeduld. Du magst's es gehe; Mein Vater in der mit meinen Sachen Nach deinem Höhe, Der weiß zu allen Sachen Willen machen; Ich traue deiner Rath! ( 43) Baterhuld. Eigne Melodie. 3. Es tann mir nichts ge- 299. Befiehl du deine schehen, Als was du ausersehen, Und was mir selig ist. Ich nehm' Wege, Und was dein Herz auch es, wie du's gibest; Was du mit fränkt, Der allertreusten Pflege mir beliebest, Dasselbe hab' auch ich erkießt. Der Deß, der die Himmel lenkt! Wolken, Luft und Winden Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Die dein Fuß 4. Ich hoff' auf deine Gnade, Die mich, auf deinem Pfade, Vor allem Uebel schützt. Such' ich nur gehen kann. deinen Willen Stets findlich zu 2. Dem Herrn mußt du ver= erfüllen, So gibst du, was mir trauen, Wenn dir's soll wohlerewig nügt. geh'n Auf sein Werk mußt dn 172 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. schauen, Wenn dein Werk soll| Und wird sich so verhalten, Daß besteh'n. Mit Sorgen und mit du dich wundern wirst, Wenn er, Grämen Und mit selbsteigner wie's ihm gebühret, Mit gnadePein Läßt Gott sich gar nichts vollem Rath Sein Werk hinausnehmen; Es muß erbeten sein! geführet, Und sich verherrlicht hat. 3. Dein ew'ge Treu' und 9. Er wird in deinem Leiden Gnade, O Vater, weiß und sieht, Vielleicht mit Trost verzieh'n; Was gut sei oder schade Dem Doch dies auch führt zu Freuden, menschlichen Gemüth. Und was 3um seligsten Gewinn. Da übet du auserlesen, Das treibst du, sich der Glaube, Wird heiliger starker Held, Und bringst zu das Herz, Schwingt sich von Erd' Stand und Wesen, Was deinem und Staube Die Hoffnung himRath gefällt. melwärts. 4. Weg hast du allerwegen; 10. Wird's dann um's Herz An Mitteln fehlt dir's nicht. dir bange; Doch wank' und weiche Dein Thun ist lauter Segen; nicht! Fragst du: o Herr, wie Dein Gang ist lauter Licht. Dein lange?" Harr' aus mit ZuberWerk kann Niemand hindern; sicht! Der Herr wird dich erlösen Dein Arm kann niemals ruh'n, Von aller deiner Last, Die du Wenn du, was deinen Kindern zu feinem Bösen Bisher ge= Ersprießlich ist, willst thun. tragen haft. 5. Und obgleich alle Teufel 11. Wohl dir, du Kind der Hier wollten widersteh'n; So Treue! Du siegst und trägst wird doch ohne Zweifel Gott davon, Werth, daß dich Gott ernicht zurücke geh'n. Was er sich freue, Des Sieges Ehrenfron'. vorgenommen, Und was er haben Er selbst gibt dir die Palmen In will, Das muß doch endlich kom- deine rechte Hand; Und du singst men 3u seinem 3weck und Ziel. Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 6. Hoff' denn, du arme Seele; Hoff' und sei unverzagt! Des 12. Mach' Ende, Herr, mach' Kummers finstrer Höhle, In der Ende Von aller unsrer Noth! fein Lichtstrahl tagt, Wird dich Stärk unsre müden Hände, Und der Herr entrücken; Erwarte nur laß bis in den Tod Uns allzeit die Zeit, So wirst du schon er- deiner Pflege Und Treu' empfohblicken Licht, Heil und Seligkeit. len sein; So gehen uns're Wege 7. Auf, auf, gib deinem Gewiß zum Himmel ein! ( 56) Schmerze, Den Sorgen gute Mel. Nun danfet all' und bringet 2 Nacht! Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht. 300. Mein Geift erstaunt, Bist du doch nicht Regente, Der Allmächtiger, Wenn er die Gnaden Alles führen soll! Gott sigt im denkt, Womit du mich, mein Gott Regimente, Und führet Alles wohl. und Herr, So unverdient beschenkt! 8. Jhn, ihn laß thun und 2. Dann ist mein Herz so hoch walten! Er ist ein weiser Fürst erfreut, Ganz deiner Güte voll; Erhalter und Regierer. Und weiß, vor heißer Dankbarkeit, Nicht, wie es danken soll. 3. Eh' ich noch auf der Mutter Schoos, Von dir behütet, schlief; Bestimmtes du mir schon mein Loos, Das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, Eh' er geboren ist; Und so ward icho welch ein Glück! 13. Dich, der mich bei der Welten Sturz Hoch über sie erhob. Selbst Ewigkeiten sind zu kurz, zu kurz, Herr, für dein Lob!( 215) Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. - Schon als ein Kind, ein Chrift. 301. Nun laßt uns Gottes 5. Des Säuglings Stimm' vernahmst du schon, Die noch kein Flehen war, Und neigtest zu des Weinens Ton Dein Ohr erbarmend dar. Güte Wohl fassen zu Gemüthe! kommt, lasset uns erwägen Des Vaters Huld und Segen! 173 12. Wenn frachend einst der Bau der Welt Sich aus den Angeln reißt, Will ich den preisen der mich hält, Dich, der mich leben heißt; 6. Wenn ich, als Jüngling, von dem Pfad Der Tugend mich verirrt; Hat mich erbarmend Herr, dein Rath Darauf zurückgeführt! 2. Eh' wir an's Licht geboren, Hat er uns auserkoren, Und in sein Buch geschrieben zum Leben und zum Lieben. 3. Als wir noch ohn' Bewegen, Uns unbewußt, gelegen, Ohn' Menschenhilf' und Sorgen, Der Mutter selbst verborgen; 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr Vor Unglück und Gefahr, Und vor dem Laster, das noch mehr, Als sie, zu fürchten war. 4. Hat er uns schon gegeben, Die Glieder und das Leben; Hat 8. In Krankheit hast du väter- er, der uns bereitet, Uns an das lich Mein Leben neu geschenkt, Licht geleitet. Und deine Gnad' erquickte mich, Wenn Sünden mich gefränkt. 9. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht Dies Herz, das fühlen fann; Dies Herz, das froh und dankbar spricht, Was du an mir gethan! 5. Er hat uns aufgenommen In die Gemein' der Frommen, Erwählt zu seinen Erben, Daß wir nicht ewig sterben. 6. Er gibt uns zu erkennen Sein Wort, daß wir ihn nennen, Durch Christum unsern Vater Und gütigen Berather. 10. Froh soll mir jeder Tag bergeh'n Bei deinem Ruhm und 7. Er hat für unser Leben Preis. Dich will ich lieben, dich Selbst seinen Sohn gegeben, erhöh'n, So gut ich kann und Und läßt von allem Bösen Uns wiederum erlösen. weiß. 11. In Schrecken, Angst, Ge8. O lasset uns bedenken, fahr und Noth Trau' ich allein Wann uns die Sorgen kränken, auf dich. Stärkst du mich, so ist Daß Er auf's Höchste liebet, Der selbst der Tod mir nicht mehr seinen Sohn uns gibet! fürchterlich. 9. Er kann uns nicht versagen, 174 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. Wenn wir ihm gläubig flagen, Pfeile nicht, Die dich des Tags Was wir von seinen Gaben Hier umfliegen. Die Seuche, die im täglich nöthig haben. Finstern schleicht, Die Pest, wovor der Mensch erbleicht, Vermag nicht, dich zu tödten. 10. Die Vögel in den Lüften, Die Thiere in den Klüften, Die Blumen an den Wegen Beweisen seinen Segen. 11. Er, der sie alle heget, Und ihrer treulich pfleget, Kann keinen Himmelserben Verlassen und verderben. 4. Und fielen vor des Todes Hauch Hier Tausend dir zur Lin fen, Und sollten dort Zehntausend auch zu deiner Rechten sinken: Du wanfest nicht; du wirst nur seh'n, Wie Gottes Feinde unter12. O Vater, so gewähre, 3u geh'n Durch ihre Frevelthaten. deinem Lob und Ehre, Daß wir 5. Der Herr ist deine Zuberdir recht vertrauen, Und gänzlich sicht In der Gefahren Mitte, auf dich trauen! Und Schmerz und Kummer nahen nicht zu deiner sichern Hütte. Kein Stein verleget deinen Fuß; Du gleitest nicht: sein Engel muß Dich auf den Händen tragen. 13. Wenn wir dich, Höchster, haben, So werden uns die Gaben, Der wir in diesem Leben Bedürfen, wohl gegeben. 14. Der Himmel sammt der 6. Dein Gott spricht: er be Erden Muß eh' zu Nichte werden, gehret mein, Drum will ich ihn Eh' Gott die fann verlassen, Die bewahren; Er nennt mich Freund: ihn im Glauben fassen. ( 32) Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 302. Wer in des Höchsten ich will's ihm sein In Kummer und Gefahren. Er ruft mich an, mich, seinen Gott: Ich bin bei ihm in aller Noth, Um ihn herausSchatten ruht, zureißen. Den mag kein Feind bezwingen; Der fann in seiner Allmacht Hut Mit frohem Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. Alles, was die Sinne Muthe fingen: Gott schützet mich, 303. Mächtig kannst du uns ich zage nicht; Der Herr ist meine bewahren; Höchster, du ermatteſt Zuversicht, Mein Gott auf den nie! Schweben wir gleich in Gcich hoffe. fahren: Du gebeutst, so fliehen 2. Ob auch der Tod dich rings fie. Alles wechselt rings auf umstürmt; Der Herr wird dich Erden; bewahren. Du darfst, weil dich rührt, Und das Herz oft irre sein Flügel schirmt, Nicht zittern führt, kann uns leicht entriſſen vor Gefahren. Gott fann nicht werden: Du nur stehest ewig treu lügen; er erfüllt, Was er ver- Deinen frommen Freunden bei. heißt; dein Helm, dein Schild st 2. Hast du nicht verborgne Leiden Tausendmal schon abge 3. Du wirst voll Muth und wandt? Nicht schon tausend Zuversicht Das Grau'n der Nacht Lebensfreuden Unerwartet un besiegen. Dich treffen selbst die gesandt? Ach, wer wollte dir deines Gottes Treue. Erhalter und Regierer. 175 nicht trauen, Der du gnädig uns| Hilfe still entgegen. Stürmt auch regierst, Und uns zu dem Ziele Alles auf ihn los; Dieser Glaube führſt, Wo wir deine Gnade macht ihn groß. schauen? Selig, wer sich selsenfest Auf dein Vaterherz verläßt! 7. Reine Christentugend stehet, Wenn auch Alles bricht und fällt. 3. Friede ruht auf deinen Jesus, der sie einst erhöhet, Zeiget Wegen; Weisheit leitet deinen ihr die beff're Welt. Dort verGang. Du verwandelst Noth in schwinden die Gefahren; Dort Segen, Angstgeschrei in Preisge- ist alle Furcht entfloh'n. Dulder jang. Oft schon beugte Gram jauchzen dort am Thron, Die uns nieder; Doch im Stillen hier treu und standhaft waren. führtest du hier und dort uns Herr, es gehe, wie es soll! Unser Hilfe zu, Und der Geist erhob sich Herz bleibt hoffnungsvoll!( 148) wieder. Ja, der Kampf sei noch so heiß; Du bist's, der zu retten weis! Mel. Was Gott thut, das ist zc. 304. Du leitest mich nach deinem Rath, Allweiser Weltregierer; Preis dir, stets groß Der ist weihe. 4. Alle Weisheit uns'rer Seele Ist oft Nichts als Wahn vor dir. Wir bestimmen, was uns fehle, von Rath und That, Mein väterUnd aus Dünfel irren wir. Herr- licher Führer! Dem Sternenheer, licher, als wir verstehen, Ordnest Der Fluth im Meer Bezeichnest du den Lauf der Welt, Und was du die Pfade; Auch mir, du Gott deine Hand erhält, kann und voll Gnade! wird nicht untergehen. 2. Du leitest mich nach deinem weise, der dich liebt, Und dir Rath, Wenn ich mein Herz dir Alles übergibt. Mehr, als ich je verstand 5. Soll der Erde Glück ent- und bat' Hat deine Vatertreue schwinden; Dennoch zagt kein Von Kindheit an Auch mir geedler Geist. Herr, bei dir wird than. Fließt, fromme FreudenRuhe finden, Wer der Weltlust zähren, Ihm, meinem Gott, zu sich entreißt! Freudig ruft er dir Ehren! entgegen: ,, Mir geschehe, wie du 3. Du leitest mich nach deinem willst! Der du allen Kummer Rath In meinem Wirkungsfreiſe; ſtillst, Du hast tausendfachen Du gibst das Wollen, und die Segen." D, wie muthvoll ist ein That Gelingt dem treuen Fleiße. Christ, Der dir stets ergeben ist! Wer Gutes schafft Durch deine 6. Gott, wer deiner Macht Kraft, Darf seines Thuns sich und Liebe Immer glaubensvoll freuen; Du läß'st die Saat gegedenkt, Fühlt sich durch des deihen. Triebe Von VerGlaubens 4. Du leitest mich nach deinem weiflung weggelenkt. Niemals Rath, Wenn Freudenquellen forglos und verwegen, Doch auch fließen, Die mir den kurzen Pilfern von Nengstlichkeit, Sieht er, gerpfad Durch deine Huld ver= wenn Gefahr ihm dräut, Deiner süßen. Dann dank' ich dir Recht 176 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. treu dafür, Und auf des Dankes fen still, Und thut allmächtig, Wegen Strömt mir dein Heil was er will. entgegen. 3. Ihr blöden Herzen, fasset 5. Du leitest mich nach deinem Muth! Die Wolfen, deren Was Rath Auf rauhem Dornenpfade. serfluth Jhr fürchtet, sind von Wenn ich nur schuldlos ihn be- Gnade voll, Die sich auf euch ers trat, Versichert deiner Gnade; gießen soll. Wie drang dann nicht Des 4. Treibt zweifelnde GedanTroftes Licht So mild zum ban- ten fern, Und traut auf Gnade gen Herzen! Wie schwand die Nacht der Schmerzen! froh dem Herrn, Der hinter dunkler Wolkenschicht Verbirgt ein freundlich Angesicht. 6. Du leitest mich nach deinem Rath, So oft mein Fuß auch 5. Was er sich vorgeseket hell, wanfte. Wenn ich zu dir voll Das reifet und erfüllt sich schnell. Reue bat, Nach Festigkeit ver- Schmeckt auch die Knospe bitter langte, So winktest du Mir wohl, Die Blum' ist füßen Schonung zu, Und reichtest voll Erbarmen Zur Tugend Kraft mir Armen. Duftes voll. 6. Der Unglaub' irret nah und fern; Vergeblich meistert er Gott deutet selber Und stellt ihn einst 7. Du leitest mich nach deinem den Herrn; Rath Oft wunderbar, doch weise. seinen Sinn, Wenn deiner Wege Dunkel naht, Blick ich zu deinem Preise 3u dir hinauf. Mag sich mein Lauf In voll Klarheit hin. Mel. Es ist genug, so nimm xc. Nacht und Grau'n verlieren; Du 306. Gott ist mein Licht! wirst mich selig führen! - Verzage nicht, mein Herz, In 8. Du leitest mich nach deinem dunkler, banger Zeit! Die Sonne Rath. Frohlock', erlöfte Seele! sinkt, Die Nacht bringt Furcht und Gott, ewig treu in Wort und Schmerz: Mein Licht strahlt alleThat, Reicht dir die Hand; d'rum zeit. Es schimmert an dem Tag wähle Den Weg des Herrn. Er der Freuden; Es leuchtet in der hilft dir gern, Und nimmt,- trau' Nacht der Leiden: seinen Lehren! Dich ewig auf Licht! zu Ehren. Gott ist mein ( 114) Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. 2. Gott ist mein Heil! O Seele, fürchte nichts! Dein Hel fer ist getreu. Er läßt dich nicht, 305. Geheimnisvoll in tie- Sein Vaterwort verspricht's; Er Er will fer Nacht Vollendet Gott, was er steht dir mächtig bei. bedacht; Er wandelt auf dem mich bis in's Alter tragen, Rein tiefen Meer, Und fähret auf dem wahres Gut mir je versagen! Sturm daher. Gott ist mein Heil! 2. Er, dessen Weisheit niemals fehlt, Legt seinen Plan, den 3. Sein ist die Kraft! Er spricht, und es geschieht, Gebeut er gewählt, Hinab in heil'ge Tie- und es steht da: Und wenn mein Erhalter und Regierer. 177 Sein Blick noch keine Hoffnung sieht, Rath versteh'n. Er herrscht als Ist schon die Rettung da. schwache Menschen nichts mögen, Da kommt Gott stärkend Wo Gott; drum bleibet mir ver- Rathschluß unerforschlich hier. 2. Doch kann ich g'nug von ihm uns entgegen: Sein ist die Kraft! erkennen, Ihn zu bewundern, und 4. Sein ist das Reich! Er für ihn herrscht im Weltgebiet Mit Weis- brennen, heit, Huld und macht; Die Sterne zieh'n; geh'n, der Strom der Zeiten flieht allein, Von seinem Blick bewacht; Und weih'n. Alles lentet er im Stillen Zum Ziel nach seinem heilgen Willen: Sein ist das Reich! sunn In frommer Liebe zu entIhn jedem Gute vorzuGenug, um ihm mich ganz Mich seiner Liebe gern zu 3. Er wählt, was brauch' ich mehr zu wissen? Nichts Böses, thut vergebens Nichts. 5. Gott ist mein Schild! mein Selbst in des Lebens Finsternissen Schirm in der Gefahr, Die er Bedarf ich keines hellern Lichts. nur wenden kann. Er deckt mein Was er hier werden läßt, ist Haupt, und ohn' ihn fällt kein ja Zum Besten euch, ihr FromHaar; Er nimmt sich Aller an. men, da! Ob Tausende, die mit mir wallen, Zur Rechten oder Linken Gott ist mein Schild! Er, 6. Gott ist mein Lohn! Drum geh' ich unverzagt Die Bahn, die er mir zeigt. Der Gang ist schwer; 4. Der Wolken Sturm, des fallen: Meers Getümmel Braust oder ruht, wie er's beschließt, unser Vater in dem Himmel, Der aller Welt Regierer ist, Erquickt selbst durch den Sturm, was lebt, er wird mit Gott gewagt, Der Obgleich die Welt erschrocken bebt. dort die Palme reicht. Froh will 5. Was brauch' ich alles zu Was - ich wachen, tämpfen, ringen, ergründen, Durch Gnade start, den Feind bezwingen: Gott ist mein Lohn! er beschlossen hat und macht? ich kann ja den Vater finden, Im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, Ist Alles recht, ist Alles gut. 7. Gott ist mein Preis! Er sei mein Lebgesang, Er, deß ich ewig bin! Der Herr ist groß und seines Ruhmes Klang Tönt durch das 6. Kenn' ich den Weg des Weltall hin. Ich stimme mit den Lichts, des Regens, Des Blizes Erdgebornen In's hohe Lied der und der Winde Gang? Kenn' ich Auserfornen: Gott ist mein die Quelle alles Segens? Ver= Breis! steh' ich, wie das Meer entsprang? Seh' ich's wie er die Berge wog, Und seiner Erde Richtschnur zog? ( 76) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 7. Wer trägt die Himmel, die Wer gibt 307. Nie fann ich meines nicht wanken? Wer hält uns, daß Gottes Wege Mit meinen Blicken wir nicht vergeh'n? überseh'n, Noch wenn ich Alles verständige Gedanken, Der WeisVollkommen seinen heit Lehren zu versteh'n? Er gibt 12 überlege, 178 Von Gott nach seinem Verhältnisse zu der Welt. geehrt; sie, er, der nur beschließt, Nur gnügen Wird von Christen hochthut, was gut und heilig ist. Schäße nur, die nimmer 8. Ich will ihm folgen, Alles trügen, Sind des heißen Strebens haffen, Und meiden, was er mir werth. Hinweg denn, ihr bangen, verbeut; Ihm will ich findlich entehrenden Sorgen! Die Schätze überlassen Mein Glück in Zeit des Christen sind in ihm verborund Ewigkeit. Er führe mich! Er gen; Hier tilgt sie fein Unfall, Auch führt gewiß Zum Lichte aus der kein tobender Schmerz; Finsterniß. traurige Stunden bereichern das Herz. ( 24) Mel. Eins ist Noth, ach Herr, 2c. 308. 3aget nicht, 5. Dulden wir auch manche nicht, wenn Plage: Der Allweise wägt sie ab. Dunkelheiten Auf des Lebens Er durchschauet uns're Tage Von Pfade ruhn. Gott ist gut, er wird der Wiege bis zum Grab. Was euch leiten; Jhm ist's Freude, jegt uns betrübet, soll einst uns wohlzuthun. Sind seine Gedanken entzücken; Oselige Hoffnung, nicht eure Gedanfen; Laßt den- wie fannst du erquicken! Nun noch, o Christen, den Glauben ängsten die künftigen Tage uns nicht wanken, Daß er, der des nicht; Der Ewige spricht, und Wurmes im Staube gedenkt, das Dunkel wird Licht. Auch sorgsam und freundlich durch's Dunkel euch lenft. 6. Hebe dich empor vom Staube; Fasse Muth, verzagter 2. Alles Dunkel dieses Lebens Geist! Siegen, siegen wird der Glänzt vor Gott wie Sonnen- Glaube, Der den Herrn im Leiden licht. Wir durchforschen's oft preis't. O laß dich das Duntel vergebens; Seinen Blick be der Erde nicht fümmern; Schon schränkt es nicht. Er kennet das sieht ja dein Glaube die Herrlich Große, das Kleine, das Ferne, feit schimmern, Die jenseits der Die Thränen der Armen, die Gräber dir Jesus enthüllt; Da Zahlen der Sterne. Mit mäch- rufst du einst jauchzend: mein tiger Liebe verfolgt er den Plan, Fleh'n ist erfüllt. ( 148) Den seine unendliche Weisheit Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. erfann. 3. Kenn', erkenne dich, o Seele; 309. Oft hält dein Antlitz Fühle, wie so schwach du bist! sich verborgen, Als sähest du mein Blicke still zu Gott und wähle, Elend nicht. Oft fang' ich ängst Was von ihm verordnet ist. Der lich an zu sorgen, Weil Troft und Trübfal entströmen geheiligte Freude mir gebricht. Mein thras Freuden, Und Scheinglid ist oft nenvolles Auge sieht Nach Hilfe nur die Quelle der Leiden. Be- hin, und sie verzieht. denk' es, und jauchze, daß Gott 2. Und doch will ich von dir dich regiert! Sei folgsam, auch nicht lassen; Dir, Vater, eil' ich wenn er durch Dornen dich führt. flehend nach. Nur fester noch 4. Nicht das sinnliche Ver- will ich dich fassen, Dich, der sein Erhalter und Regierer. 179 Wort uns niemals brach. Ver- der mit ew'gem Rath Geordnet birgt mir schon dein Antlitz sich; Werf ich doch meine Sorg' auf dich. 3. Du sorgst für mich. Wann sind nicht Väter Auf ihrer Kinder Wohl bedacht? Und du, mein Vater und Erretter, Vergäßeſt mein in Trübfalsnacht? Du sorgst für mich; ich bin dein Kind, Und du bist väterlich gesinnt. meinen Lebenspfad. 6. Und du, du solltest das nicht wissen, Wenn Furcht mich ängſtet, Noth mich quält? Du solltest hart dein Herz verschließen, Du, der der Seinen Thränen zählt? Nein! über deiner Kinder Schmerz Bricht dir dein väterliches Herz. 7. Verdecken dich schon finstre Wetter; Du bist uns doch mit 4. Schweigt, 3weifel, schweigt, Gnade nah. Ja, helfen wirst du die ihr vermessen Sm bangen starter Retter; Nur deine Stund' Herzen euch empört! Gott hat ist noch nicht da, Dein Licht geht dr'um meiner nicht vergessen, auf; die Trübsal weicht, Sobald Wenn er mich schon nicht gleich sie ihre Frucht erreicht. erhört. Er sieht mich, fennt mein ganzes Leid, Weiß meines Herzens Bangigkeit. 8. Du wirst denn auch an mir erfüllen, Was mir dein theures Wort verspricht. Du wirst noch meinen Kummer stillen; Ich hoffe fest und zweifle nicht. Bald läſſeſt 5. Stets stellt, mein Gott, sich deinem Blicke Die ganze Zukunft offen dar. Du übersahst mein du mich Hilfe seh'n; Herr, Amen! ganz Geschicke, Eh' mich die ja! es wird gescheh'n. Mutter noch gebar. Du bist es, ( 170) 2. Abschnitt. Von dem Menschen. 1) Nach seiner irdischen Hinfälligkeit und Nichtigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit 310. Die Herrlichkeit der Gefahr umgeben, Währt es nur Erden Muß Staub und Asche eine kurze Zeit. werden, und nichts bleibt ewig steh'n. ergöget, schäget, Traum vergeh'n. 3. Was hilft uns Kunst und Das, was was uns hier Wissen? Wird, wenn wir sterben Was man für ewig müssen, Dies noch ein Vorzug Wird als ein leichter sein? Was hilft uns Macht und Ehre, Die noch so glänzend 2. Was sind doch alle Sachen, wäre? Kann sie den Sterbenden Die uns so tropig machen, Als erfreu'n? 12* Von dem Menschen. 180 4. Wie bald wird das zerrinEigne Melodie. nen, Was wir mit Müh' gewinnen, Was unser Fleiß erwirbt? 311. Ach wie nichtig, Ach Kann wohl, was wir besigen, wie flüchtig Ist der Menschen Uns vor dem Tode schützen? Leben! Wie ein Nebel schnell entStirbt nicht dies Alles, wenn stehet, Und bald wiederum verman stirbt? gehet, So ist unser Leben; sehet! 2. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen, Und mit Laufen nicht hält innen, 5. Was sind die eiteln Freuden? Wie bald folgt Angst und Leiden Und Reu' auf den Genuß? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, Die So eilt unsre Zeit von hinnen. nicht zuletzt verschwinden muß? 3. Ach wie nichtig, Ach wie 6. Was sind selbst alle Thro- flüchtig Ist der Menschen Freude! nen? Wo gibt es Erdenkronen, Wie sich wechseln Stund' und Die unverweltlich blüh'n? Kann Zeiten, Licht und Dunkel, Fried' vor des Grabes Schrecken Der und Streiten; So sind uns're Purpur dich bedecken? Die Krone Fröhlichkeiten. dich dem Tod entzieh'n! 4. Ach wie nichtig, Ach wie 7. Wie, wenn die Sonn' auf- flüchtig Ist der Menschen Schöne; gehet, Die Rose blühend stehet Wie die Blum' am Morgen stehet, In ihrer schönsten Zier, Und doch Und vor Abend schon vergehet, verwelft sich beuget, Eh' sich der Wenn ein rauhes Lüftchen wehet. Abend neiget; So blühen und verwelken wir. 5. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Stärke! Die als Helden man geprieſen, Die so trokig sich erwiesen, Liegen matt auf Sterbefiffen. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen, groß zu werden, Von Sorg' und Schmerzen frei. Doch in den schönsten Tagen, 6. Ach wie nichtig, Ach wie Eh' wir noch Früchte tragen, flüchtig Ist der Menschen Herr Bricht uns des Todes Sturm schen! Der in Macht von Sieg zu entzwei. Siegen, zu dem Thron emporgeauf stiegen, Muß doch endlich unter die liegen. 9. Wir rechnen rechnen Jahr Jahre; Inzwischen wird Bahre Vor unser Haus gebracht. 7. Ach wie nichtig, Ach wie Ach_wie Man scheidet von den Seinen, Die flüchtig Ist der Menschen Ehre! hilflos uns beweinen, Und uns Die das höchste Ziel erreichen, bedeckt des Grabes Nacht. Denen Tausende sich beugen, 10. Dies laßt uns wohl be- Seht zur Gruft sie niedersteigen! Ach_wie denken, Und uns zum Himmel 8. Ach wie nichtig, Ach wie lenken, Weil er uns offen steht. flüchtig Ist der Menschen Prangen! Wer dahin will gelangen, Darf Der im Purpur hoch vermeſſen an der Welt nicht hangen, einst mit ihrer Lust vergeht. Die Stolz, als wär' er Gott, gesessen, ( 64) Wird im Tode bald vergessen. Irdische Hinfälligkeit und Nichtigkeit. 181 Ach wie Zeit. Von Leiden und Beschwer9. Ach wie nichtig, flüchtig Sind der Menschen den Wird Alles dann befreit." Schäße! Schnell fann Gluth und 6. Versiege nun, o Zähre; VerFluth entstehen, Eh' die Sichern stumme, Klaggeschrei! Jauchzt, sich's versehen; Alles muß zu aller Wesen Chöre: Einst wird Grunde gehen! die Schöpfung frei! 10. Ach wie nichtig, Ach wie 7. Sollt' ich am Eiteln hangen, flüchtig Ist der Menschen Wissen! Das in ein Nichts vergeht? Alles wollen sie ergründen, Aller Sollt ich nicht das verlangen, Weisheit Schäße finden; Den- Was ewiglich besteht? da noch Geist und Sinne schwinden! 8. Sollt' ich hier Hütten bauen In diesem Thränenthal? Nein, aufwärts will ich schauen Nach Gottes Freudensaal! 9. Hinauf, hinauf, mein SehVergiß der Welt und Zeit! trocknen erst die Thränen; Sind der Menschen Dort wirst du ganz befreit.( 83) ( Nach Röm. 8, 19-23.) 11. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Streben! Was sie mühevoll errungen, Was dem Eifer wohl gelungen, Wird vom Untergang bezwungen. nen! 12. Ach wie nichtig, Ach wie Dort flüchtig Sachen! Alles, Alles, was wir sehen, Das muß fallen und vergehen: Wer Gott liebt, bleibt Mel. Herr Jesu Christ, wahr zc. ewig stehen! ( 46.83) 313. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Und dennoch Mel. Ach bleib mit deiner Gnade 2c. 312. Ach Seufzer, ach und schmeichelt er sich gern, Der Tag Thränen Sind in der Welt so des Todes sei noch fern. viel; Des Herzens inn'res 2. Der Jüngling hofft des Sehnen Kommt nimmer hier zum Mannes Ziel! Der Mann noch Ziel. 2. Der Schöpfung Trauerflage Erschallt zu Gott empor. kämpft mit Schmerz und Plage Der Wesen ganzes Chor. seiner Jahre viel; Der Greis zu vielen noch ein Jahr; Und Es Reiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth Im Herzen oft 3. Was irdisch ist, vergehet; an meinen Tod. Der, den der Was lebet, welft wie Laub: Es Tod nicht weiser macht, Hat nie sinkt, vom Sturm verwehet, Der mit Ernst an ihn gedacht. Staub hinab zu Staub. 4. Wir leben hier zur Ewig4. Wir lesen's in den Thrä- feit, 3u thun, was uns der Herr nen; Ein jeder Seufzer ruft; Es gebeut, Und unsers Lebens kleinfagt des Herzens Sehnen, Es ster Theil Ist eine Frist zu unserm predigt jede Gruft: Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor's 5.„ Einst wird es besser werden! Einst; harre nur der Gericht; Da bringt Gott Alles 182 Von dem Menschen. an das Licht, Und macht, was hier Glaubens Macht Mit Freuden verborgen war, Den Rath der Herzen offenbar. ruf': ,, es ist vollbracht!" ( 55) Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 6. Nun, weil der Tod dir täg- 314. Meine Lebenszeit verlich dräut, Sei wacker täglich und bereit! Prüf' deinen Glauben als streicht, Stündlich eil' ich zu dem ein Christ, Ob er in Liebe thätig ist. Grabe; Und was ist's, das ich 7. Ein Seufzer in der letzten vielleicht noch allhier zu leben Noth, Ein Wunsch, durch des Er- habe? Dent' o Mensch, an deinen lösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein; Das, wahrlich, macht dich noch nicht rein. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, 8. Ein Herz, das Gottes Wünschen wirst, gelebt zu haben. Stimme hört, Ihr folgt und sich Güter, die du hier erwirbst, vom Bösen fehrt; Ein gläubig Würden, die dir Menschen gaben; Herz, von Lieb' erfüllt; Das ist Nichts kann dich im Tod erfreu'n: es, was in Christo gilt. Diese Güter sind nicht dein. 9. Die Heiligung 3. Nur ein Herz, das Gott geMüh; Du wirkst sie nicht, Gott liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, wirket sie: Du aber ringe stets Das vor Gott dir Zeugniß gibt, nach ihr, Als wäre sie ein Werk Kann dir deinen Tod versüßen. von dir. erfordert 10. Der Zweck des Lebens, das du lebst, Das höchste Ziel, nach dem du strebst, Und was dir ewig Heil verschafft, Ist Tugend in des Glaubens Kraft. Tod; Säume nicht, denn Eins ist Noth. 11. Jhr alle seine Tage weih'n, Heißt eingedenk des Todes sein; Und wachsen in der Heiligung, Ist wahre Tod'serinnerung. Dieser Sinn, von Gott erneut, Wirkt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hilflos um dich beben; Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben. Dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht! 5. Daß du dieses Herz er wirbst, Fürchte Gott, und bet 12. Wie oft vergaß ich diese und wache! Sorge nicht, wie früh Pflicht! Herr, geh' nicht mit mir du stirbst; Deine Zeit ist Gottes in's Gericht! Drück selbst des Sache. Lern' nicht nur den Tod Todes Bild in mich, Daß ich dir nicht scheu'n; Lern' auch seiner wandle würdiglich; dich erfreu'n. 13. Daß ich mein Herz an jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Glaube, Demuth, Fried' und Treu Die Frucht des Geistes in mir sei; 11 14. Daß ich zu dir um Gnade es ist vollbracht," fleh', Stets meiner Schwachheit Tode seine Macht. widersteh', Und einstens in des 6. Ueberwind' ihn durch Vertrau'n; Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schau'n, Wenn ich aufsteh aus dem Staube. Er, der rief: Nahm dem 7. Tritt im Geist zum Grab Irdische Hinfälligkeit und Nichtigkeit. 183 oft hin; Siehe dein Gebein ver- Sünde Um Christi willen gnädig jenten. Sprich: Herr, daß ich zu, Damit ich hier Vergebung Erde bin, Lehre du mich selbst be finde Und dort die lang gedenten! Lehre du mich's jeden wünschte Ruh. Mein Gott, ich Tag, Daß ich weiser werden mag! bitt' durch Christi Blut: Mach's ( 55) nur mit meinem Ende gut! Eigne Melodie. 7. Nichts sei, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben 315. Wer weiß, wie nahe oder Tod! Im Leben bleibt er mir mein Ende? Die Zeit geht meine Freude, Mein Schutz, mein hin, es kommt der Tod. Ach, wie Helfer in der Noth. Mein Gott, geschwind, ach wie behende Kann ich bitt' durch Christi Blut: Mach's fommen meine Todesnoth! Mein nur mit meinem Ende gut! Gott, ich bitt' durch Christi Blut: 8. So komm' mein End' heut' Mach's nur mit meinem Ende gut! oder morgen; Ich weiß, daß 2. Es fann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war. So lang ich lebe hier auf Erden, Schweb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! mir's mit Jesu glückt. Er ist's, der mich in allen Sorgen, Und auch im Tode noch erquickt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr' mich stets an's merniß. Ende denken, Und laß mich, eh' 9. Ich leb' indeß in dir vergnüget, Ich sterb' ohn' alle KümEs gehe, wie mein Gott es füget; Ich glaub' und bin es ich sterben muß, Das Heil der ganz gewiß: Durch deine Gnad' Seele wohl bedenken, Und nicht verschieben meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! und Jesu Blut Machst du's mit meinem Ende gut. ( 183) Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. mein 4. Laß mich bei Zeit 316. Mein Gott, ich weiß Haus bestellen, Daß ich bereit sei wohl, daß ich sterbe; Ich bin ein für und für, Und sagen könn' in Mensch, der bald vergeht, Und allen Fällen, Herr, wie du willst, finde hier fein sichres Erbe, Rein so schick's mit mir. Mein Gott, Gut, das ewiglich besteht. Drum ich bitt' durch Christi Blut: Mach's zeige mir in Gnaden an, Wie ich nur mit meinem Ende gut! recht selig sterben kann. 5. Erhebe meinen Sinn zum 2. Mein Gott, ich weiß nicht, Himmel; Verbittre mir die Lust wann ich sterbe, Ob es nicht heute der Welt. Mein Sinn sei auch im schon geschieht, Daß ich vor Abend Weltgetümmel Ewigkeit gestellt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! Stets auf die mich entfärbe, Der Blume gleich, die schnell verblüht. Drum mache täglich mich bereit Zum Heimgang in die Ewigkeit. 6. Ach Vater, deck' all' meine 3. Mein Gott, ich weiß nicht, 184 Von dem Menschen. wie ich sterbe, Wie mich des 4. Vielleicht ist dies der letzte Todes Hand berührt. Dem Einen Arme, Der jetzt um meine Hilfe wird das Scheiden herbe, Wenn fleht; Wenn ich mich heute nicht Jener sanst wird heimgeführt. erbarme, Vielleicht ist's morgen Herr, wie du willst! Nur dies schon zu spät: Und dann, was verleih, Daß ich getrost im Tode sei. bringt die Nerntezeit? Die Frucht der Unbarmherzigkeit. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Staub 5. Mein Pfund erst morgen mich einst bedeckt. Doch wenn ich wuchern lassen, Welch ein Genur dies Heil erwerbe, Daß mich danke voll Gefahr! Kann ich den dein Ruf zum Leben weckt; So Abend nicht erblassen, Wenn ich sente, wo du willst, mich ein: Die Erd' ist allenthalben dein. am Morgen fröhlich war? Drum säum' in deinem Wohlthun nicht; Dies, Mensch, ist Weisheit und 5. Nun, treuer Vater, wenn ich sterbe, So nimm du meinen ist Pflicht! Geist zu dir! Ich weiß, daß ich 6, Die Kraft von meinen dann nicht verderbe, Lebt Christus besten Jahren Sei Gott und Die und sein Geist in mir. Darum meiner Pflicht geweiht! erwart' ich ruhevoll, Wo, wie Buße bis in's Alter sparen, Ist und wann ich sterben soll.( 174) träge Unentschlossenheit. | Denn Mel. Wer weiß, wie nahe zc. wenn ich dann noch Sünder bin, So ist mein Heil für immer hin. 317. Wer Der weiß, wie bald 7. Laß, Höchster, deinen Geist in tiefer Stille Die Stunde meines mich leiten; Er mache mich von Dann wird der Abschieds schlägt? Wer weiß, wie Sünden rein! bald man meine Hülle Zur dun- Tod zu allen Zeiten mir nur ein feln Grabesstätte trägt? Wer Friedensbote sein. Du fommst weiß, ach, wer bestimmt die Zeit vielleicht um Mitternacht; Des Hingangs in die Ewigkeit? wohl dann ewig dem, der wacht! 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage Längst schon mit Weisheit unter Glück 0 ( 142) niederschrieb, Und Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. und unter Plage Mein Liebe- 318. Jetzt leb' ich; ob ich voller Vater blieb. Von dir, der morgen lebe, Ob diesen Abend, mir den Odem gab, Hängt auch weiß ich nicht, Gott, Bater, dent mein letzter Odem ab. sich mich ergebe, Olehr' mich selbst 3. Vielleicht in wenig Augen- die große Pflicht, Durch deines blicken Rückt dieses große Ziel heil'gen Geistes Kraft, Kraft, heran, Wo ich nicht Andre mehr fertig sein zur Rechenschaft! beglücken, Nicht an mir selbst 2. Die Blume, die am Mormehr bessern fann. Wie bald, gen stehet, Fällt vor der Abendschnell erscheint die Nacht, dämm'rung ab; Die Luft, die jest meinem Thun ein Ende mich angewehet, Stürzt mich Stets wie Die macht! vielleicht in's nahe Grab. Der 185 Irdische Hinfälligkeit und Nichtigkeit. Jüngling, eh' er sich versieht, zweiflungsvoll sich Stirbt, wenn er kaum noch aufgeblüht. nah'n. Wo auch der frechste Spötter Zu spotten nicht mehr wagt; Da steht vor seinem Retter Der Fromme unverzagt. 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel; Hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Dein Wandel, 3. Wenn diese Bahn zu gehen, Seele, sei im Himmel! Du eilst Dein Wille mir gebeut; Wenn dem bessern Leben zu. Nach einer vor mir offen stehen Gericht und furzen Prüfungszeit Erwartet Ewigkeit; Wenn meine Glieder dich die Ewigkeit. beben, Mein sterbend Auge bricht; Herr über Tod und Leben, Als= dann verlaß mich nicht! 4. Verschiebe niemals deine Pflichten; Was du zu thun heut' schuldig bist, Das eile, heute zu 4. Hilf, Todesüberwinder, verrichten: Wer weiß, ob's mor- Hilf dem in solcher Angst, Für gen möglich ist? Mensch, dieser den du, Heil der Sünder, Selbst Augenbick ist dein; Der fünft'ge mit dem Tode rangst! Und wenn wird's vielleicht nicht sein! des Rampfes Ende Gewaltiger 5. Noch eh' ich dieses Lied mich faßt; Nimm mich in deine vollende, Ergreift vielleicht mich Hände, Den du erlöset haft! schon der Tod. Herr lehr' mich denken an das Ende, An meine lezte Todesnoth; Und stellt sie sich auch plötzlich ein, Laß Del in meiner Lampe sein. 5. Des Himmels hohe Freuden Ermißt kein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dir, Todesüberwinder, winder, Sei ewig Preis und Dank! Preis dir, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! 6. Heil uns, wenn wir auf Erden Uns schon dem Himmel Sei mir weih'n, Und heimgeführt zu werden, Voll Glaubens uns erfreu'n! Bereit, es ihm zu geben, Wann unser Gott gebeut, Fließt Mel. Valet will ich dir geben 2c. 319. Die auf der Erde sanft dann unser Leben Hin zur ( 54) wallen, Die Sterblichen sind Unsterblichkeit. Staub! Sie blühen auf unde fallen, Wie leicht verwelfend Laub. Eigne Melodie. Verborgen ist die Stunde, Da 320. Ale Menschen müssen Gottes Stimme ruft; Doch jede, sterben; Ihre Herrlichkeit verjede Stunde Bringt näher uns blüht, Und wer kann den Himmel erben, Der zuvor den Tod nicht 2. Getroft geh'n Gottes Kin- sieht? Staub wird dieser Leib von der Auf seinen Wink die Bahn, Erde; Doch damit er himmlisch Zu der verstockte Sünder Ver- werde, Wird er einst von Gott zur Gruft. 6. Es sei, o Vater meines Lebens, Wenn einst die letzte Stunde schlägt, Der schwache Seufzer nicht vergebens, Der mir dann noch das Herz bewegt! Ach, sterb' ich einen schnellen Tod, barmherzig, Herr, mein Gott!( 85) 186 erneut, Und zieht an Unsterblichkeit. Von dem Menschen. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und 2. Darum will ich dieses Leben, Ruh, Was kein Sterblicher verDas nicht mein ist, nicht der nommen, Gottes Heil gewährest Welt, Willig dir einst wieder du! Freudenärnten schenkt Gott geben, Vater, wenn es dir gefällt. denen, Welche hier gesä't mit Denn ich bin durch Jesu Leiden Thränen. Alle Thränen trocknet Dort ein Erbe seiner Freuden, er; Sünd' und Elend sind nicht Und mein Trost in Todesnoth mehr. Ist des großen Mittlers Tod. 6. Möcht' ich doch, um zu em3. Du, du bist für mich gestor- pfangen Jene große Herrlichkeit, ben, Herr, Herr, meine Zuver- Hier nur thun und nur verlangen, sicht! Gnade hast du mir erwor- Was im Tode mich erfreut! Werde ben, Und ich fürchte kein Gericht. denn mein Leib zu Staube; Jch, Drum verlaß ich gern die Leiden ich weiß, an wen ich glaube: Dieser Zeit, um in die Freuden Sterben wird mir zum Gewinn, Deines Himmels einzugeh'n, Und Denn zum Vater geh ich hin. dich, meinen Herrn, zu seh'n. 7. Welche Tröstung, dies zu 4. Dort bei dir ist wahres wissen! Dieser großen Hoffnung Leben. Millionen stehen schon, voll, 3ag' ich nicht in KümmerIhren Retter zu erheben, Selig nissen Die ich hier noch dulden da vor deinem Thron; Werfen soll. Leicht und kurz sind diese sich voll Ehrfurcht nieder, Stim- Leiden; Sie verwandeln sich in men in des Himmels Lieder: Freuden, Wenn ich christlich sie Heilig, heilig, heilig heißt Gott ertrug, Bis Gott spricht: Es ist der Vater, Sohn und Geist! genug! ( 4. 34) 2) Von dem Menschen nach seiner Bestimmung zur Weisheit, zur Tugend und zum ewigen Leben. Mel. Alle Menschen müssen 2c. find' ich Qual. Unentschlossen zu dem Guten, Treib' ich auf des 321. Weisheit, hohe Got- Irrthums Fluthen, Bin der Leis tesgabe! Schmachtend ringe ich denschaften Raub, Für den Ruf nach dir. Bis ich dich errungen der Wahrheit taub. habe, Mangelt Ruh und Stärke 3. Sende du, zu dem ich flehe mir. Ohne dich und deine Lehre Aus dem dunkeln Thale hier, Sind der Schöpfung Wesenheere Sende, Vater in der Höhe, Deine Mir nur ein verschloßnes Buch, Weisheit her zu mir! Ja! nur du Seh' ich nichts, als Widerspruch. kannst mir sie geben. 2. Leuchtet mir auf meinen für jenes Leben Wegen, Gott, nicht deines Lichtes Strahl; Ach, so wähl' ich Fluch statt Segen, Und statt Freude Selig, wen Du dir so zum Diener weih'st, Herr, durch deiner Wahrheit Geiſt! 4. Selig, wem nach Prüfungs Erhabene Bestimmung. 187 stunden Du die Herrlichkeit ent- noch walle! Zerstreut ist hier noch hüllst, Wen, im Kleinen treu er- oft mein Sinn. Wachsam bin ich funden, Du mit Licht und Kraft auch nicht immer; Oft täuschet erfüllst! Doch von diesem hohen mich ein falscher Schimmer, Und Ziele Bin ich noch so fern und fühle In dem Leben dieser Zeit Stets die Last der Eitelkeit. oft reißt Leidenschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch; Wie drückt mich dieses Joch! Ach, ich Armer! Wann nimmt kein Schein Mich täuschend ein? Wann werd' ich fest im Guten sein? 4. Herr, du fannst mich dazu stärken! Von dir kommt Kraft zu guten Werken, Du, aller guten Gaben Quell! Leite mich nach Größ'res legst du dann deiner Wahrheit! Sie leuchte mir in voller Klarheit, Von Täuschung frei und immer hell. Wer sich auf dich verläßt, Wird in der Tugend ( 21) Mel. Wachet auf, ruft 2c. 322. Tugend ist der Seele fest. Gott, mein Vater! Ich hoff' ( 34) Leben; Wie sollt' ich denn nach auf dich; O mache mich Im ihr nicht streben? Des größten Guten unveränderlich! Eifers ist sie werth. Gott, du fennest mein Verlangen? Dir und dem 5. Du, der Müden Stärke, wende Nie von mir dein Angesicht! Reiche, Vater, mir die Hände, Wenn mir Muth und Kraft gebricht! Unerhört läßt du ja Reinen, Der um Weisheit fleht; im Kleinen Mache mich vorerst recht treu; mir bei! mel. Straf mich nicht in deinem zc. Guten anzuhangen, 323. Seele, juche doch dein Ist, was mein ganzes Herz be- Glück Da wo es zu finden! gehrt. Ach, würde mir doch Kraft Wende muthig weg den Blick, Von dir dazu verschafft! O wie Weg von Welt und Sünden! innig Würd' ich mich freu'n, Wär' Suche du, Wahre Ruh' Nur in ich ganz rein! Wer heilig ist, wird selig sein. Jesu Gnade, Auf dem schmalen Pfade. 2. Gott, du bist der Freuden 2. Mache dich des Erbtheils Fülle; Denn dein Verstand ist werth Jener ew'gen Krone, Die Licht, dein Wille Jst Ordnung der Heilige und Vollkommenheit. Du liebst Volk zum Lohne! bescheert Seinem Menschenwit mit stets gleicher Stärke Das Ist nichts nüß; Sich're Sünder Gute nur, und deine Werke Sind lügen, Erdenlüfte trügen. Wahrheit und Gerechtigkeit. 3. Schau, wie dieser Erde bilde mich nach dir; So find' ich Tand Schatten gleich verschwinauch schon hier Ruh' der Seele, det! Dem vertraue, dessen Hand, Bis nach dem Leid Der Prüfungs- Tausend Welten gründet. Bleibst zeit Vollkommne Wonne mich du fern Von dem Herrn; Kann erfreut. dich Niemand retten Von des Todes Ketten. 3. Ach, wie ausgesetzt dem Falle Bin ich, so lang' ich hier 4. Preis't ihr Himmel, ihn, 188 Von dem Menschen. der ist, War und ewig lebet! Erden, Von Ehre, Geld und Hochgelobt sei Jesus Christ, Der Luft gewinn', Wenn ich dabei nicht uns hoch erhebet! Rühmt und tüchtig bin, Dein Himmelreich zu preis't Gottes Geist! Diese heil'- erben? gen Namen Helfen ewig; Amen! 4. Dein Pilger bin ich ja nur 5. Geist der Wahrheit leuchte hier; Laß mich dies nie vergessen! mir, Stärke meine Sinne, Daß nur wenig Tage hast du mir 3ur ich Sünder werd' in dir Meines Wallfahrt zugemessen. Schnell, Helfers inne! Quell des Lichts! Ich bin Nichts! O gib, du, mein Leben, Gott mein Herz zu geben! wie ein Traum, sind sie vollbracht; Und dann wird dieser Erde Pracht Auf ewig mir vergehen. 6. Dann stellt deine Gnade 5. Drum laß des Himmels mich Auf die schöne Höhe, Wo ich, Herrlichkeit Mich stets vor Augen Jesu, stark durch dich, Ueber haben. Laß mich in meiner PrüWolken stehe; Wo die Noth Und fungszeit Um jene bessern Gaben, der Tod Unter meinen Füßen Die mir im Tode nicht entflieh'n, Machtlos toben müssen. Am Ersten und mit Ernst bemüh'n, Damit ich nicht einst darbe! 7. Dann darf kein vergänglich Leid Meine Seele kränken; Dann 6. Ein Herz, das dich, o Vater, darf ich die Ewigkeit Ohne Schauer liebt, Und deines Sohn's sich denken. Herr, nimm hin Herz freuet; Das in dem Glauben und Sinn, Daß ich schon hienie- Tugend übt, Und sich vor Sünden den Leb' im ew'gen Frieden.( 30) scheuet: Ein solches Herz, das wird allein Sich Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. ewig deiner Güte freu'n, Und einst dein Antlitz schauen. 324. Wie wichtig ist doch der Beruf, Den uns der Herr ge- 7. Und solch ein Herz, das geben! Gott als uns deine Liebe wollst du mir, Gott aus Erbars schuf, Da schuf sie uns zum Leben; men geben, Damit ich möge auch Zum Leben, welches ewig währt, schon hier Nach den Gesetzen Das weder Leid noch Angst leben, Die selbst im Himmel giltig beschwert, Willst du uns hier sind, Bis ich als dein bewährtes erziehen! Kind zu deiner Freude gehe!( 57) 2. Nicht hier ist unser Vaterland; Allein bei dir, Gott, droben! Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2. Da ist der Ort, wo deine Hand 325. Du gabst mir, Ewiger, Das Glück uns aufgehoben, Das dies Leben nicht für den Augennie ein traurig Ende nimmt. blick der Zeit; Du hast es mir, o Hier sind wir nur von dir be- Gott, gegeben Zuvörderst für die stimmt, Uns dazu anzuschicken. Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, 3. O laß mir doch dies große Belohnung und Ziel Durch nichts verrücket wer- Bestrafung dort. den! Was hilft's, wenn ich auch 2. Du schenktest mir Verstand noch so viel Von Gütern dieser und Willen; Die Wahrheit zu Erhabene Bestimmung. 189 erkennen, Licht; Kraft, deine zu sinnlich ist! Lehr' mich das JrVorschrift zu erfüllen, Und eine dische verschmäh'n, Und stets nach Richtschnur meiner Pflicht, Der meinem Ziele seh'n. Tugend inneres Gefühl, Und 9. O laß schon in gesunden Freiheit, was ich wählen will. Tagen Mich oft zu meinem Grabe 11 3. Du schmückteft durch dein geh'n, Und stets in Freuden und mächtig Werde!" Mit Reiz und in Plagen, Auf dich und auf das Pracht mein irdisch Haus, Und Künft'ge seh'n, Damit ich dir, gosseft über diese Erde Die Wunder aller Schönheit aus, schufst mir feine Sinnen an, Daß ich sie auch genießen kann. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 4. Und dennoch läsfest du mich 326, Einst felig dort zu wiffen, Daß dies mein irdisch werden, Dies ist und bleibt auf Haus zerbricht. Ich soll zwar Erden Mein heiliger Beruf. Gott, dieser Welt genießen, Doch als dem ich freudig glaube, Weckt genöss' ich ihrer nicht. Ich soll die wieder aus dem Staube Mich, Luft der Sinne flieh'n, Wenn sie mich zu der Erde zieh'n. den er einst aus Staub erschuf. 2. Die Erde, wo wir wallen, mein Gott, getreu, Des ew'gen Und Lebens fähig ſei! ( 213) 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, Die sonst so leicht die Oft straucheln und oft fallen, Ist Sinne reizt; Nach Wollust, Ehr nur ein Pilgerland, Das uns und Geld nicht trachten, Wonach zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet, Der Frommen kurzer das Fleisch so lüstern geizt; Nie scheuen, was die Pflicht gebeut, Prüfungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Und wär' es auch voll Bitterkeit. Leiden Von meinem Gott mich 6. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, Des bessern Lebens scheiden, Mich, der ich ewig bin. werth zu sein, Und diese kurzen Was ist mein irdisch Leben? WoLebenstage Gott und dem Him- 3u ist mir's gegeben? Wie lange mel ganz zu weih'n; Wenn nie währt's, so ist's dahin! mein Fuß den Pfad verliert, Der mich zu meiner Heimath führt! 4. Einst felig dort zu werden, Dies ist und bleibt auf Erden So sei 7. Wohl mir, wenn ich die Mein heiliger Beruf. Lust der Sünde, Die Luft des Flei mein ganz Bestreben, Dem Gott ſches und der Welt, Und Rodung überwinde, Die mir hie nieden Netze stellt, Und- o welch feliger Gewinn! bort gekrönet bin! jede getreu zu leben, Der mich zur ( 53) Ewigkeit erschuf! Mel. Wer weiß, wie nahe mir xc. Hier Sieger, 327. Ich bin zur Ewigkeit Welt 8. Gieb du mir dazu Kraft und geboren, Für eine bess're Stärke, Der du in Schwachen bestimmt. Mein Leben ist nicht mächtig bist, Mir, dessen Herz ganz verloren, Wenn gleich das zu diesem Werte zu irdisch und Grab die Hülle nimmt. Zu groß - Von dem Menschen. Mein Loos 190 bin ich für diese Zeit; ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist der Erde Gold und Ehre? Wär' auch ihr ganzer Reichthum mein; So blieb' er, Mel. Wenn mein Stündlein c. wenn kein Himmel wäre, Für 328. Ein Fremdling bin ich er zu. Klage. meinen Wunsch doch viel zu klein. in der Welt, Und kurz sind meine Mein Geist find't nicht im Staube Tage. So manche Noth, die mich Ruh'; Erhab'nern Gütern eilt befällt, Reizt mich hier noch zur Doch, Vater, deine Ewig3. Mich schuf ja er, der Gott feit Versüßt mir meine Lebensder Liebe, Zu höherm Glück, zu zeit, Und stärkt mich selbst im höh'rer Luft, Und pflanzte selbst Leiden. dazu die Triebe So start, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnsucht mich erfüllt, Läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange Seele. Wie bald ist doch mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft Doch einst werd' ich 4. Der Wunsch, ihn ewig treu er fehle! zu lieben, Der höhern Wahrheit vollfommen rein, Ganz heilig Licht zu seh'n, Der hier noch un- und ganz selig sein; Dies tröstet erfüllt geblieben, Muß einst doch meine Seele. in Erfüllung geh'n. So wahr Gott diesen Trieb mir gab, So sicher stirbt er nicht im Grab! oft, Herr, So 3. Jn stiller Nacht wein' ich oft, Herr, Hinauf zu deiner Höhe! Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, Wenn ich den Morgen mein sehe. Ein Blick zum Himmel tröUnd stet mich, Und meine Thränen So stillen sich Einst ganz in jenem Wie Leben. 5. Gott weckt mich auf aus diesem Grabe: Dies hofft Herz; so spricht sein Wort; da ich dieses vor mir habe, fliehen alle Zweifel fort. froh erhebt sich nun mein Geist, 4. Wenn mich der Zukunft Da Gott ihn selbst unsterblich Schicksal schreckt, Die Noth der heißt! fernen Tage; Wenn sie in mir die 6. Mein Jesus lebt! Wer Sorg' erweckt, Ob ich sie auch erwill mich tödten? Er sichert mir trage: So mildert mir die EwigUnsterblichkeit! Er gibt mir Muth teit Die kurze Trübsal dieser Zeit, in Todesnöthen, Und leitet mich Daß nicht mein Herz verzage. zur Seligkeit. Auch dieser Leib 5. Vor meinen Augen wandeln soll aufersteh'n, Vollkommner die, Die dich, o Jesu, schmähen; einst zum Himmel geh'n. freches Herz verführet sie, 7. Ihr Thäler, sintt! fallt, Daß fie dein Heil nicht sehen. Berge, nieder! Fest steht mein Einst aber zittern sie vor dir, Glaub', ich fürchte nichts. Zwar Wenn du als Richter fommst, und sterb' ich, doch erwach' ich wieder wir Uns deiner Ankunft freuen. Am Morgen jenes ew'gen Lichts. 6. Wenn einst, der jetzt von Ihr Dann fängt mein neues Leben an; O Gott, wie selig bin ich dann! ( 79) Erhabene Bestimmung. Gottverwandtschaft. 191 ferne dräut, Der Tod mir näher ist Ewig, ist der Gottheit Funken. winket, Und nach der Arbeit dieser Seele, daß du ewig bist, Führ es, Zeit Mein Haupt zum Schlum- fühl' es wonnetrunken! Ach, daß mer sintet; So sterb' ich gern; die du unsterblich bist, Fühl' es, Seele, Ewigkeit Zeigt mir des Himmels was das ist. Herrlichkeit, Die Gott auch mir bereitet. 4. Jenseits blüht, was hier beginnt, Unser rechtes, wahres 7. Herr, diesen Trost, der mich Leben. Dort erst reift zum Mann erfreut, Vermehr' in meinem Her- das Kind; Dort erst werd' ich zen! Mich stärke deine Ewigkeit mich erheben Zu der Tugend, die Bei meiner Wallfahrt Schmer- nie fehlt, Irrthum nie für Wahrzen. Sie sei in meinem Tod mein heit wählt. Heil, Und einst mein längst erwünschtes Theil, Wenn ich vom Tod erwache. ( 195) 410 Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. - 5. Dort erst ist mein Auge nicht Trüb' und schwach mehr für die Wahrheit; Hell ist Alles mir und licht, Und wie Gottes Sonne, Klarheit; Denn ich seh' nun unverhüllt Wahrheit selbst, nicht 329. Abgestreift, wie dür- bloß ihr Bild: res Laub, Wirst du einst, mein Leib, zerfallen; Wirst verstäuben, Staub zu Staub, Und wie leicht Gewölf verwallen; Ruhen in des Grabes Schoos, Jedes Erden schmerzes los! 6. Schaue in der Schöpfung Plan Tiefer, seh' mit Adlerblicken Hoher Weisheit lichte Bahn, Zweck, die Menschen zu beglücken. Selbst der dunkle Lebensgang Reizt mich dann zum Lobgesang. 330. Stets werde Gott von dir erhoben, Du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt' ich 2. Doch nicht für die Erde nur Gab der Ew'ge mir das Leben; Ich bin höherer Natur, Soll vom Staube mich erheben. Hier ist dich Mit nur mein Prüfungsstand; Jen- Glaube. seits ist mein Vaterland. 3. In mir lebt ein Geist, der Gott. 7. Jauchze, Seele! fühle dich; Einst schwingst du dich auf vom Staube. Heil dir! einst belohnet Unsterblichkeit dein Höher rückst du durch den Tod, Siehst in reinerm Lichte ( 167) 3. Von dem Menschen nach seiner Gottverwandtschaft durch die Anlagen und Fähigkeiten seines Wesens. Vernunft und Freiheit des Willens.- Gewissen. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c.| nicht meinen Vater loben, Den jedes seiner Werte preis't? Seele, jauchze, daß sein Ruf Auch dich zu einem Geiste schuf! 2. Wie feurig dürftet meine 192 Von dem Menschen. Seele Nach Wahrheit und nach sern dich zu weih'n. Himmliſch Der Seligkeit! Wie streb' ich, wenn wohnt ein freier Wille, ich frei nur wähle, Nach Güte Menschheit Adel, in der Hülle, und Gerechtigkeit! O welches Von Erd' erbaut. Auf steiler Licht und welche Kraft Gab mir Bahn Kannst du durch ihn empor, der Gott, der Alles schafft! Zu beffrer Welten Chor, Muthig 3. Beschenkt mit wundervollen streben. Durch ihn eilst du Dem Sinnen, Mit Freiheit, mit Ver- Ziele zu, 3u welchem Gott, dein nunft von dir, Sollt' ich, o Gott, Gott dich ruft. dich liebgewinnen, Dich nur, und 3. Der du Sonnen Licht ges Nichts gebräche mir. Ach möchte geben, Dem Wurm sein früh ermeine Seele dein Mit allen ihren loschnes Leben, Uns Freiheit und Kräften sein! Unsterblichkeit; Vater, der du Welten schufest, Der du zur Und bil4. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, Dich, Urquell der Voll- Tugend Geister rufest, kommenheit; Von deiner Liebe dest für die Ewigkeit: Das große ganz zu brennen, Mein Ruhm Werk ist dein, Dem wir das Leben und meine Seligkeit! Nimm hin weih'n! Laß uns muthig, Durch mein Herz; was fehlt mir dann, Tugend frei, Den Pflichten treu, Wenn ich mich deiner freuen Der Palme der Vergeltung nah'n! Mel. Schwing' dich auf zu zc. fann? 5. Stets werde Gott von dir erhoben, Du, seines Odems 332. Welche Stimme spricht Hauch, mein Geist! Auch ich will in mir, Spricht zu meiner Seele, meinen Vater loben, Den jedes Bei der Lockung der Begier, Daß seiner Werke preist; Jhn, der ich Gutes wähle? Ist es Stimme mich schuf, sein Bild zu sein, Und der Natur? Stimme der Erseiner Liebe mich zu freu'n.( 24) fahrung? Nein, so wunderbar spricht nur Gottes Offenbarung. 2. Aus dem Reich der Geister Mel. Wachet auf, ruft 2c. 331, Sonnen leuchten, Er- spricht Gott in meine Seele, Daß den wallen Hin durch des Welt- im Sinnenland ich nicht meines alls weite Hallen, Und grenzen Ziels verfehle; Ruft mir Muth los ist die Natur. Alle Welten im Kampfe zu, Daß ich übers jubeln Psalmen; In Sonnen winde, Lohnt den Sieg mit Him schau'n wir, wie in Halmen, Der melsruh, Straft mit Qual die ew'gen Weisheit lichte Spur. Sünde. Stimme Doch ohne Willen nur Gehorchet 3. O sei immer heilig mir, die Natur Dem Gesetze. Mensch, Heilig, wo ich lebe, du bist mehr, Als selbst ein Heer Gottes, daß ich dir Niemals Von willenlosen Welten ist! widerstrebe; Mich auch in ver2. Freiheit hat dir Gott ge- schwieg'ner Nacht Nie vermeſſen geben; Sie reicht dir Flügel, auf- freue, Auch da, wo kein Zeuge zuschweben, Und Kraft, dem Bes- wacht, Jedes Unrecht scheue! Gotiverwandtschaft. 193 Die kleinste Freude seiner 4. Sei mir heilig, daß ich treu 5. In jedem Alter, jeder Lage Meine Kräfte übe, Für die Mensch- Wird's liebreich ihm zur Seite heit thätig sei, Nie ein Herz be- steh'n, trübe; Daß ich auf der Pilger- Tage Durch stillen Beifall ihm bahn Jeden Kampf bestehe, Und erhöh'n, Und wo Versuchungen von Sieg zu Sieg hinan Zu dem ihm dräu'n, Sein Führer und Ziele gehe! sein Retter sein. 6. Jch zage nicht, wenn ich auch leide; Erquickung gibt in jeder Bein Mir des Bewußtseins hohe Freude, Auch unterdrückt noch fromm zu sein. Der Tugend Müh ist hochbelohnt, Wenn im Gewissen Friede wohnt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 7. Und wenn ich einst vollendet habe, Mein letzter Schweiß die 333. 3um Trost in unsern Stirne deckt; Wie flieh'n die Kümmernissen, 3um Licht auf Schrecken dann vom Grabe, Wenn dunkler Lebensbahn Gab uns der Schöpfer das Gewissen; Das zeigt uns jeden Irrweg an, Mahnt Sünder noch zu rechter Zeit, Und schenkt den Frommen Seligkeit. mich fein inn'rer Richter schreckt! Dann ruf' ich froh selbst im Gericht: Mein Herz, mein Herz verdammt mich nicht!( 142) 5. Einst vergeht mein Erdenglück; Alle meine Habe Nimmt die Erde einst zurück An dem dunkeln Grabe. Und doch komm' ich reich zu dir, Gott, aus Finsternissen, Hört' ich dich, und folget mir Nur ein gut Gewissen!( 207) Mel. Es ist gewißlich an der 2c. 2. Hätt'st du ein Paradies auf Erden, Und wär'st des Unrechts 334. O welch ein unschäßdir bewußt; Es würde dir zur bares Gut Ist doch ein gut GeHölle werden, Denn Hölle wär' wissen! Hab' ich dies nur, so hab' in deiner Brust. Ein Königreich ich Muth, Wenn And're zagen bertauschtest du Bei ihren Qualen müssen. Mein ruhig Herz erzittert gern um Ruh. nicht; Mich schreckt fein Tod und tein Gericht: Mit dir, Gott, hab' ich Frieden. 3. Und ob du über Meere flöhest, Und einen menschenleeren Ort zu deiner Wohnung ausersähest; Dich strafte dein Gewissen bort. 2. Gott, deines Beifalls mir bewußt, Ruh' ich in deiner Gnade. Vergeblich schläferst du es Dein Friede wohnt in meiner ein, Du taumelst nur zu größ'rer Brust, Bein. schade? Und wer ist, der mir Auf dich seh' ich bei aller 4. Wohl dem, der in sich selber Noth, Mit der die Zukunft mich findet, Was ihm die Welt nicht bedroht; Mich tröstet deine Vorgeben kann; Der stets sein Glück sicht. nur darauf gründet, Daß er die 3. Trifft mich auch hier zuweilen Tugend liebgewann; Der höher, noch Das Gift der Lästerungen; als den Ruhm der Welt, Ein Wird meines Herzens Ruhe doch freudiges Gewissen hält! Dadurch nicht ganz bezwungen. 13 194 Von dem Menschen. Du, Vater, tennest meinen Sinn; Recht nicht zu entweih'n, Du schüßest und du schirmest ihn; Du wirst die Unschuld retten! meine größte Sorge. 6. Gib, daß ich des Gewissens 4. Mein Geist fieht mit 3u- Spruch Als deine Stimme ehre, friedenheit Der fünft'gen Welt Und immer aufmerksam genug Auf entgegen; Die gibt mir Muth seine Warnung höre. Erinnert's und Freudigkeit Auf allen meinen mich an meine Schuld, So las Wegen. Denn dort macht selbst, mich deine Vaterhuld o Herr, dein Mund Den wahren und Demuth suchen! Werth des Menschen fund; Da wird der Fromme siegen. In Reu' 7. Mit deiner Gnade tröste mich Und stärke meine Seele, Daß sie 5. So hilf denn, daß ich mir vor Sünden hüte sich, Und nie zum Heil Ein ruhiges Gewissen, mit Vorsak fehle. Denn wer nur Des Lebens allerbestes Theil, 3u reines Herzens ist, Hat immerdar haben sei beslissen. Mit dir, Gott, durch Jesum Christ Dich, großer ausgeföhnt zu sein, Dein heilig Gott, zum Troste! ( 34) Sei Edleres Gefühlsvermögen. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Nerntefeldern, Im großen Tempel der Natur, Bei deiner Schöpfung 335. Augütiger, du gabst Jubelchor: Da schlage hoch mein dem Herzen Gefühl für Wohl- Herz empor! sein, Glück und Lust; Du gossest 5. Wenn ich erblick der Tugend auch für Noth und Schmerzen Saaten, Zum Wohl der Menschen erhöht Empfindungen in uns're Brust. ausgestreut, Und wenn So hast du Alles wohl gemacht; durch edle Thaten, Vollendet für Für Alles sei dir Preis gebracht. die Ewigkeit, Der Menschheit 2. Wohl mir, daß ich für tau- Würde vor mir schwebt: Gib, send Freuden Durch dich, mein daß mein Herz sich höher hebt! Gott, empfänglich bin! Und fließen 6. Und wird des Lebens kurze auch bei herben Leiden Mir Thrä- Reise Durch treue Freunde mir nen auf die Wangen hin; So versüßt, Und fühl ich es in ihrem dank' ich, Vater, doch dafür Selbst Kreise, Wie groß der Werth der mit bethräntem Auge dir! Freundschaft ist: Auch dies Ge3. Nur laß in meinen frohen fühl sei dir geweiht, Und würdig Tagen Dies leichtbewegte Herz der Unsterblichkeit! mir nie schlagen; Lüfte flieh! Ach, sie berauschen nur das Herz, Und enden sich mit tiefem Schmerz. Für unerlaubte Freuden 7. Mit tiefempfundenem ErGib, daß ich nied're barmen Durchdringe mich des Nächsten Schmerz; Es breche bei der Noth der Armen Mir immer mitleidsvoll das Herz: Mein 4. In dichtbelaubten Schatten- Mitleid werde Trost und Rath, wäldern, Auf bunter Au', auf Und die Empfindung Hilf und grüner Flur, Auf segensreichen That! Gottentfremdung. 195 8. Nie will ich mich der Regung Herzen Gefühl für Wohlsein, schämen, Die das Gebet in mir Glück und Lust, Und gossest auch erweckt; Durch Sünde nie den für Gram und Schmerzen EmTrost mir nehmen, Daß deine pfindungen in meine Brust. Wie Liebe mich bedeckt! In findliches wohl hast du auch das gemacht! Vertrau'n zu dir Verwandle sich Herr, ewig sei dir Danf gebracht! die Furcht in mir! ( 136) 9. Du gabst, o Schöpfer, meinem 4) Von dem Menschen nach seiner Gottentfremdung und Zerrüttung durch die Sünde. Geneigtheit zum Bösen und Schwäche zum Guten. Mel. Wo sollt' ich fliehen hin 2c. 336. Du, der fein Böſes 6. Dir folgen, dünkt uns thut, Du schufft den Menschen 3wang; Des Herzens böser Hang gut, Und gabst ihm Licht und Reißt uns mit starkem Triebe Kräfte 3um feligen Geschäfte, In 3u schnöder Sündenliebe; Und Heiligkeit zu wandeln, Stets recht wer vermag's zu zählen, Wie oft vor dir zu handeln! wir vor dir fehlen? 7. O Herr, gib uns dein Licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt vor dir bereuen, Und unsern Sinn erneuen, Der Sünde ganz entsagen, Der Heiligung nachjagen! 3. Hier ist kein Unterschied; 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Dein helles Auge sieht Auf alle Gott, so verderbt wir sind, So Menschenkinder Und sieht in Allen willst du uns doch heilen, Und Sünder! Da ist vor dir, Herr neue Kraft ertheilen, Durch Unschuldig, auch nicht Christum schon auf Erden Dir gleichgesinnt zu werden. feiner Einer! Erwecke 4. Verderbt ist unser Sinn; 9. Ach, laß durch unsre Schuld Die Weisheit ist dahin, Die uns Uns diese deine Huld Nicht regieren sollte, Nur was dein freventlich verscherzen; Wille wollte, zu wählen und zu uns're Herzen, Dir nicht zu widerlieben, und freudenvoll zu üben. streben, Damit wir ewig leben! ( 34) 5. Der Sinne Lust und Schmerz Rührt unser arges Herz Mehr, mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. als die höhern Mehr, als die größern Leiden, die wir 337. Großer Gott, erhabnes 13* auf Ewigkeiten Selbst unserm Geist bereiten. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter Allen Ein Mensch ganz rein von Sünden Vor dir, o Gott, zu finden? 196 Von dem Menschen. Wesen, Das, voll segnender Be- des dir gefallen! Bilde mich, dein gier, Menschen sich zum Dienst Eigenthum, Ganz zu deines Naerlesen; Ach, was ist der Mensch mens Ruhm! vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge, Und was ich bin, über- der lege; O wie dürftig, o wie klein bereit. Muß ich mir dann selber sein! 7. 2. Tiefes Elend, Schuld und Sünde, Herr, Herr, drücken mein Gemüth, Machen mich zu einem Kinde, Das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken Schänden mich zu meinem Meine Kräfte, meine GlieSind zu deinem Dienst Herr, ich falle vor dir nieder, Voll von Ehrerbietigkeit! Was du willst, zu thun, zu leiden, Das gelob' ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt! Thu' mit mir, was dir gefällt!( 34) Mel. Meinen Jesum laß ich 2. Schrecken, und in der verderbien 338. Ach, stets regt sich noch Brust Regt sich täglich böse Lust. in mir, Was mein eignes Herz 3. Was ich Gutes an mir verdammet, Böse Lust, die zur habe, Ist von deiner Vaterhand. Begier Oft ein leiser Hauch entOwie manche gute Gabe Hast du, flammet! O, wann endet dieser Herr, mir zugewandt! Ja, noch Streit, Der mich mit mir selbst auf dem Sündenpfade Trägt mich entzweit? schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein; Ach, was wird mir übrig sein? 2. Wie die Welle fort und fort, Steigend, sinkend sich beweget, Schwank' ich zwischen hier und 4. Ach, es zeugen deine Gaben dort: Wenn der gute Trieb sich Wider meinen Undant laut. Oft reget, Streb' ich aufwärts; aber hab' ich sie ganz vergraben, Oft bald Siegt des Irdischen Gewalt. voll Dünfel sie beschaut, Oft voll 3. O, wer steht mir Schwachen Leichtsinn sie verschwendet, Und bei, Daß ich dieser Schmach entzum Bösen angewendet. O wie rinne, Und vom schnöden Joche häuft sich meine Schuld Durch frei, Den vollkommnen Sieg ge Verachtung deiner Huld! winne, Der den Feind so ganz 5. Sieh, hier lieg' ich in dem entwehrt, Daß er niemals wie Staube, Tief vor dir, mein Gott, derkehrt? gebückt! Doch, mein demuthsvoller 4. Flehend wend' ich mich zu Glaube, Der auf meinen Heiland dir; Vater, hilf dem bangen blickt, Hofft auf deine Vatergüte, Kinde! Ach, ich fühl' es, tief in Und mein tiefbewegt Gemüthe, mir Wurzelt noch der Keim der Das den Muth fast ganz verlor, Sünde; Willig ist der Geist und Hebt sich noch zu dir empor. wach, Doch das Fleisch verzagt 6. Ja, die Wunder deiner Liebe und schwach. Ziehen ganz mein Herz zu dir, O 5. Schaffe, wie dein Wort erhalte selbst die Triebe Treuer verheißt, mir ein neues Herz, Dankbarkeit in mir. Vater, laß ein reines; Stärk' und heb' empor das schwache Ballen Deines Kin- den Geist Ueber das Gebiet bes Gottentfremdung. 197 Scheines, Dahin, wo nicht Wort strebte nur mein Sinn, Gott, mit und Bild Mir der Wahrheit Licht verhüllt! frommem Ernste hin. 5. Aber ach! ihr sel'gen Stun6. Wer dich als den Vater den, Voller Ruhe, voll Gewinn, fennt, Und für den am Kreuzes- Ach! wohin seid ihr geschwunstamme, Für die Liebe, liebend den? Gluth der Andacht, ach! brennt, Dem verzehrt die reine wohin? Oft noch wagt es mein Flamme Alle Schlacken der Be- Bestreben, Sich zu dir, Gott, gier! Selig, frei ist er schon hier. zu erheben, Doch der Welt Ge( 21) räusch zerstreut Meiner Andacht Mel. Alle Menschen müssen 2c. Innigkeit. 6. Wenn die Menge der Ver339. Du, der Alles sieht ächter Meines frommen Wanund kennet, Ewiger, du kennst dels lacht, Aus der Andacht ein auch mich! Ach, ich bin von dir Gelächter, Aus dem Beten Thorgetrennet, Ewiger, erbarme dich! heit macht; Wenn sie höhnend Höre mein Gebet, mein Sehnen, auf mich sehen, Mich und meinen Sieh die Inbrunst meiner Thrä- Glauben schmähen: Dann vernen; Schenk' mir ferner deine geff' ich oft der Pflicht, Und beHuld Und vergib mir meine tenne Jesum nicht. Schuld. 7. O, der du mit Kraft von 2. Festigkeit fehlt meinem Her- oben Uns zu allem Guten stärkst, zen; Sieh, es fehlt und wanket Der du, hoch von mir hoben, noch, Und mit unruhvollen Auch auf meine Schwachheit Schmerzen Fühlt es oft der merfst; Hilf die Sünde mir beSünde Joch. Strauchelnd, un- zwingen, Glücklich meinen Lauf gewiß und träge Geht mein Fuß vollbringen! Vater, bis der Tugend Wege; Nur zu oft Ende jei Dir mein ganzes Leben noch sieht mein Blick Auf der treu! an's Sünde Bahn zurück. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 3. Ach, als einst vor meinen 340. Erbarm' dich, Herr! Blicken Geneigt Der Verblendung Nebel schwand, Und mein Auge voll Du kennst mein Herz. Entzücken, Gott, dein Antlig zu Eitelkeiten, Läßt sich's durch wiederfand; Wie war da der Freude und durch Schmerz Leicht Reiz der Sünden Mir so leicht zu auf den Irrweg leiten. So wantt überwinden! Ihre Schrecken sah ein Rohr, vom Wind regiert; So ich nur, Aber keiner Freude Spur. irrt, von Leidenschaft verführt, 4. Welche Ruhe, welcher Friede Auch oftmals meine Seele. Herr, Wohnte da in meiner Brust! Ach, hilf mir, daß ich, als ein Christ, ich war der Sünde müde, Floh Das flieh', was vor dir strafbar des Lasters böse Luft. Meinen ist, Und nur das Gute wähle! Wandel zu erneuen, Und mich 2. Laß doch mein Herz nicht deiner Huld zu freuen, Danach immerhin In seiner Neigung 198 Von dem Menschen. wanken! Erhebe den verirrten ich leben; Rechtthun wäre meine Sinn 3u himmlischen Gedanken. Bust; Aber Lüste widerstreben Wenn von dem Dienst der Eitel- Dem Gesetz in meiner Brust! feit Mich deines Geistes Kraft Ach, der Sündentrieb im Herzen befreit, So wird es mir gelingen. Ist noch oft ein Quell der SchmerIch halte deinem Geiste still; Ich zen! Schwer drückt mich der will mich bessern, Herr, ich will: Gib du mir das Vollbringen! Sünde Joch; Was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwa chen beten! Meinem Vorsatz trau' ich nicht. Lockende Begierden treten Zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den süßen Andachtsstunden, Da ich, Vater, dich empfunden, Da ich nur von Jesu willen! Erhebe den gebeug- Liebe sprach, Folgten Sündentage ten Muth; Hilf mir der Leidenschaften Wuth Durch deine Gnade stillen! 3. Umsonst such' ich der Tugend Bahn, Wenn du mich nicht begleitest, Wenn du mich nicht von Menschenwahn Zu deiner Wahrheit Leitest. Du hasfest ja den falschen Schein; Mit Ernst willst du verehret sein: Hilf mir um nach! 3. O wie oft hab' ich geweinet, Schmerzlich meinen Fall bereut, 4. Mein Gott, mein Gott, ge- Gläubig mich mit dir vereinet, denke nicht Der Sünden meiner Und mich deiner Huld gefreut! Jugend! Wie hart schien mir oft Gnädig sahst du auf mich nieder; meine Pflicht; Wie rauh die Aber bald vergaß ich wieder, O Bahn der Tugend! Du, Vater, du Langmuthsvoller, dich, Und trugst mich mit Geduld. O laß die Welt besiegte mich! mich diese deine Huld Nicht un- 4. Vater, du nur kannst mich dankbar verachten! Dir folgen ist retten, Wenn mich Niemand retmein wahres Heil, Und deine ten fann! Beten will ich, brünstig Gnad' mein bestes Theil: O da- beten; Schau' mich mit Erbarnach hilf mir trachten! men an! Reiß die Wurzel meiner 5. Ich bin ein Mensch; du Schmerzen, Reiß die Sünd' aus fennest mich: Wie schwach sind meinem Herzen! Tief im Staube meine Kräfte! Doch meine Seele bitt' ich dich: Heilige du selber hofft auf dich; Du selbst wirst mich! Geschäfte zum Der Heiligung 5. Sieh mich dürften nach dem mir Kraft verleih'n, Und mich Guten; Früh und spät ruf' ich zu mit deiner Hilf' erfreu'n, Gerecht dir. Laß mein Herz nicht länger vor dir zu leben. Ich bleibe dann bluten; Schenke höh're Kräfte dein Eigenthum, Und will, o mir. Laß mein Fleh'n nicht sein Bater, deinen Ruhm In Ewig- vergebens; Sende mir den Geiſt ( 26) des Lebens; Zieh mit neuer teit erheben! Mel. Alle Menschen müssen 2c. 341. Vater, heilig möcht Kraft mich an, Daß ich dir ge fallen kann! 6. Ja, du hörst mein findlich Gottentfremdung. 199 Flehen, Und erquickst mein Herz den Werd' ich durch dich alle mit Ruh. Leben werd' ich, nicht Sünden, und in jenen Himmelsvergehen; Meine Stärke, Gott, höh'n Rein vor deinem Antlig lift du! Ueberwinden, überwin- steh'n. ( 105) Wirkliche Sünden Nel Vater unser im Himmelreich 2c. 342. Wie Die oft, wie oft mißjallen wir, Allwissender, Gerechter, dir! Durch wie viel Sünden! wer zählt, Wie oft der Mensch alltäglich fehlt? Er, der so lang er lebet, irrt, Und niemals ganz vollkommen wird! und ihre Folgen. Macht! Weh dem, der nicht sein Herz bewacht, Nicht alle Fleischeslüste dämpft. Nicht ernst den Kampf des Glaubens fämpft! Jhm bringt die Sünde Fluch und Tod, Und scheidet ihn von dir, o Gott! 7. O hilf mir selbst die Sünde flieh'n, Mich immer eifriger be= Dein heilig Eigenthum 2. Oft fällt er aus Unwissen- müh'n, heit, Oft durch die Macht der zu sein, Und deiner Gnade mich Sinnlichkeit; Aus Trägheit und zu freu'n! Dein Geist erneue aus Selbstvertrau'n Versäumt er, meinen Sinn; Zeuch mich zu dir, stets auf dich zu schau'n; Verirret zum Himmel hin! und verfündigt sich, Erst unbe- mel. Mir nach, spricht Christus 2c. wußt, dann wissentlich. 3. Ihm mangelt weder Kraft 343. Wer Sünde thut, o noch Licht; Gedenkt er stets an wie entweiht Der selber seine seine Pflicht? Wie oft fehlt ihm Würde! Ihm dünket, was dein zum Kampfe Muth! Und wenn er Wort gebeut, seine Pflicht auch thut; dert er; wie unrein ist aus dem sein Handeln fließt! Herr, eine schwere Wie zau- Bürde. Von Missethat zu MisseDer Quell, that Eilt er auf des Verderbens Pfad. Sündenwer zum Verkauft hat; wie 4. Doch fnechte sich vergißt er dich, heit fündigt er! mit welcher FrechWie häuft er stets 2. Wer Sünde thut, den blenUnd Träume, die nur wandelt auf des IrrUnd lernt sich selbst Zu allem Guten wird der Laster mehr! Wenn er er- belügen. reicht, was ihm gefällt; Was die Kraft Durch Lüste immer kümmert ihn das Wohl der Welt? mehr erschlafft. den Wahn trügen. thums Bahn, Er 5. Er trotzt selbst deiner Macht, 3. Wer Sünde thut, der haßt Gott! Sich zu betäuben, treibt das Licht, Das Gott uns angezüner Spott Mit allem dem, was det; Er fennt die wahre Weisheit göttlich heißt. Er leugnet, Herr, nicht, Die uns mit Gott verbindet. Herr, daß du seist, Verleugnet O lehre, Gott, mich, weise sein, Zukunft und Gericht Aus Hasse Und stets den Reiz der Sünde gegen Recht und Pflicht. scheu'n! 6. So schrecklich ist der Sünde 4. Wer Sünde thut, verläßt 200 Von dem Menschen. den Herrn, Durch den wir sind Plagen Füllt die Sünde deire und leben; Er bleibt von jenem Welt! Wo sind Seufzer? Wo sin) Reiche fern, Nach dem die From- Klagen? Wo man thut, was di men streben. Wie thöricht und mißfällt! Da muß selbst auf fern: wie undankbar! Entreiße, Gott, Zeiten Fluch und Jammer fid mich der Gefahr! verbreiten. 5. Wer Sünde thut, verstocket 4. Und wir Sünder fönnter sich Bei'm Rufe deiner Gnade; wähnen, Gottes heiliges Gericht Und dann wird unverbesserlich Räche feines Elends Thränen, Der Seele tiefer Schade. Die Achte unsrer Laster nicht? Der reinsten Freuden kennt er nicht; Gerechte, der Verbrecher Gelt In Noth fehlt Muth und Zu- ihm gleich; es sei kein Rächer? versicht. 5. Schrecklich, schrecklich sind 6. Wer Sünde thut, sieht Verbrechen, Weil sie, kaum vollschreckenvoll Die letzte Stunde endet, sich kommen; Die Hoffnung, die ihn furchtbar rächen, trösten soll, Hat er sich selbst Gesetz und dich! genommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; Nun droh'n ihm Tod und Weltgericht. Selbst verfolgen, Richter, dein Ach, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben! 6. Und wie quält den sein Ge7. So täuscht die Sünde ihren wissen, Der verworfne Thaten Knecht; So lohnt sie schon hie- übt! Kann er jenen Trost ge nieden. Vergelter, Herr, du bist nießen, Den ein reines Herz uns gerecht; Nur Guten gibst du gibt? Kann er, ohne zu erbebent, Frieden. Ich weih' mein Herz, Denken an ein fünftig Leben? mein Leben dir; Herr, Herr, gib deinen Frieden mir! ( 62) bebe, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 7. Ich erschrecke, Herr, ich Daß mein Herz so oft verDaß, wenn ich nicht heilig Eitel meine Hoffnung ist, Selig dort und schon auf Erden gißt, lebe, 344. Ach, nur Eines Menschen Sünden, Was für Uebel Ruhig und getroft zu werden. zeugen fie! Und der ganzen 8. Laß der Sünden bittre Menschheit Sünden, Wieviel Früchte Mir stets in Gedanken Glück zerstören die! Alle seit dem sein; Mich nie zweifeln am Geersten Falle, Jedes Menschen richte, Auch den kleinsten Fehltritt Sünden alle! scheu'n, Daß ich gläubig jede Sünde, Stark durch dich, ganz ( 24) 2. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, Die wir wandeln sollen, überwinde! Gott; Was zernichtet der für Mel. Wenn mein Stündlein 2. Wie versenkt oft der in Segen, Noth! reifen, Wo sich Sünd' auf Sünde ders Elend sein, Unendlich schwer häufen! Welche Früchte müssen 345. Groß wird des Sün3. Ach, mit welches Elends wissens Pein zu tragen! Ach unter des GeWird seine Seele Sehnsucht nach der Erlösung. 201 zagen, Wenn ihn, den Nichts zur durch ihn gestört, Tritt furchtbar Buße weckt, Der Tag des Welt- ihm vor Augen. gerichts erschreckt, zur Rechen- 5. Des Richters ernste Stimme schaft ihn fodert. spricht: Weicht von mir, Ulebel2. Verschwendet ist die Gnathäter!" Und selber sein Gedenzeit! Wie viele seiner Stunden wissen spricht: Du bist ein UeberSind in dem Dienst der Eitelkeit treter!" Von Gottes Angesicht Vergebens ihm entschwunden! verbannt, Fühlt er, was sonst er Er hat des Lebens Zweck ver- nie empfand: Gerecht sei seine fehlt; welche Reu' ergreift und Strafe. quält 3u spät nun seine Seele! ( 1 6. O Sünder, sichre Sünder, 3. Wo bleibt nun jedes eitle eilt, Euch reu'voll zu bekehren! Gut, Worauf sein Wunsch sich Laßt nicht, weil das Gericht verlenkte? Wo bleibt der Stolz, der weilt, Euch durch den Wahn Ulebermuth, Durch den er Andre bethören, Zur Buße sei's noch fränkte? immer Zeit, Und ferne noch die Ewigkeit, Fern des Gerichtes Strafe. Gebeugt ist jetzt sein tropig Herz, Und jede Lust wird nun in Schmerz, In Pein und Qual verwandelt. 7. Sie kommt, ihr mögt, was 4. Nun flagt ihn, wer des Gott euch droht, Bezweifeln oder Lasters Bahn, Von ihm verführt, glauben; Und leicht kann euch ein erwählte, Es flagen ihn die schneller Tod Die Zeit zur Buße Seelen an, Die er aus Bosheit rauben. Jetzt noch will Gott Erbarquälte; Und jeder Schmerz, durch mer sein, Noch eure Sünden euch ihn vermehrt, Und jedes Glück, verzeih'n: O suchet seine Gnade! 5. Von dem Menschen in seiner Sehnsucht nach Erlösung. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. sehr hienieden Mir gewünscht, Als ein Herz, als innern Frieden, 346. Ach! wann werd' ich dir ganz geweiht, Als der Tugend Seligkeit. von der Sünde, Gott, mein Vater, böllig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sei? Immer noch, ich fühl's mit Schmerzen, Regt sie sich in meinem Herzen; Nur zu oft noch zeigt sie sich, und versucht zum Bösen mich. 2. In der Andacht sel'gen Wo mein Geist die Wahrheit hört, Hab' ich oft das Glück empfunden, Das die Fröm3. Oft hab' ich mir vorgenommen, Dir mein Leben ganz zu weih'n. Redlich, sprach ich, und vollkommen Soll vor Gott mein Wandel sein. Nichts, nichts soll von ihm mich scheiden; Alles Böse will ich meiden, Jeder Lockung widersteh'n, Standhaft seine Wege geh'n. Stunden, 4. Aber wie so schnell empöret migkeit gewährt; habe nichts so Sich der Leidenschaft Gewalt! 202 Von dem Menschen. Sie entkräftet und zerstöret Eifer Sünden? Ich kämpfte täglich und Entschluß gar bald. Plöß- wider sie, Und kann nicht über: liche Versuchungszeiten, Beispiel, winden. Ich fühl' ihr Joch, Und Reiz der Eitelkeiten, Ach zu leicht trag' es doch. Wie ungern ich es verführen sie mich zur Sünde, die ich flieh'! trage, Weißt du, Gott, dem ich's flage. 5. O ich Armer, dem zur Treue 2. O Gott, weit mehr betrübt Festigkeit und Stärke fehlt; Den mich dies, Als alle Noth der Erde, so oft die tieffle Reue, Und so oft Daß ich noch immer nicht gewiß doch fruchtlos, quält! Ach! wer Und fest im Guten werde. Wie wird mich ganz vom Bösen, Von fürchte ich, Ich werde dich, Von der Sünde Joch erlösen? Elend Fleisch und Blut getrieben, Nicht bin ich! Wer befreit Mich vom treu, nicht ewig lieben! Dienst der Eitelkeit? 3. Doch will ich ruhig sein in 6. Du verzeihst, Gott, die Ge- dir, Der du die Herzen prüfest. brechen Meiner fündigen Natur. Du kennest uns, denn Staub sind Nicht die Schwachheit wirst du wir, Den du in's Leben riefest. rächen; Bösen Vorsatz strafst du Gott, dein Gericht Verdammt nur. Hätt' ich nicht den Trost; Wenn wir gleich hier ich würde Unter meiner Fehler nicht ganz vollkommen Bürde Ganz erliegen, und mich dein, Höchstes Gut, nie können freu'n. uns nicht, auf Erden werden. 4. Wir geh'n in Unvollkommenheit Auf dieses Lebens Pfade; 7. Stellet mir denn hier auf Doch auch die schwache FrömErden Lebenslang die Sünde migkeit Belohnst du, Herr, mit nach; Kann ich nicht vollkommen Gnade. Das Herz soll rein Von werden; Bin und bleib' ich immer Bosheit sein; So willst du die schwach: O so segne mein Be- Gebrechen Der streben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von Heuchelei Und von Bosheit ferne sei! Menschlichkeit nicht rächen. 5. Ich weiß, mein Mittler Jesus Christ Hat meine Schuld 8. Wenn ich falle, laß mich's getragen. Da er für mich gestormerken; Führe mich auf rechter ben ist, Wie fönnt' ich nun vers Bahn. Eile, mich, dein Kind, zu zagen? Veroammte mich Dein stärken, Siehe mich in Gnaden Zorn, wenn ich Zwar schwach bin, an; Warne mich, sei mein Be- aber glaube; Was nützte mir gleiter; Führe, Gott, mich täglich mein Glaube? weiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit! ( 126) 6. Hilf du mir fämpfen, Gott, mein Herr, Daß ich mich überwinde; So werd' ich täglich Mel. Was Gott thut, das ist zc. heiliger, Und freier von der Sünde. Dort, dort wird sie mich ewig Von deiner Liebe trennen, 347. Ach, wird denn dein nie Erlöster nie Frei vom Gesetz der Nie mich berühren können.( 126) Von der Erlösung. 3. Abschnitt. Von Christo, dem Erlöser und der Erlösung. 203 Rathschluß Gottes, die Welt durch Christum zu erlösen. Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. Wie der Vater lieben fann, Wie strafbare, arme Sünder Werden 348. Unser Gott, der Herr wieder Gottes Kinder. der Welt, Schaut der Zukunft 2. Ich verehre dich, o Liebe, Zeiten, Kann, was ihm zu thun Daß du dich erbarmet haft, Und gefällt, Lange vorbereiten. Stets aus väterlichem Triebe Den allzur That Wird sein Rath; Auf weisen Rath gefaßt, Der ververborg'nen Wegen Kommt uns dammnißwerthen Welt Durch ein Heil entgegen. theures Lösegeld, Durch des eignen Sohnes Sterben, Gnad' und Freiheit zu erwerben. 2. Jesus ward zum Heil der Welt Einer uns'rer Brüder; Freudig, wie zum Sieg der Held, kam er zu uns nieder; Rang barmen, mit Noth, Schmach und Tod, Um zum Engelleben Menschen zu 3. O ein Rathschluß voll ErVoll von Huld und Freundlichkeit, Der solch einer Welt voll Armen Gnade, Trost Liebe, die des erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit Ließ in frühern Jahren ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, Fern und nah, Wußt' er dann zu lenken, Um uns ihn zu schenken. und Hilfe beut! Sohn's nicht schont, Der in ihrem Gott mit Schooße wohnt, Um den Sündern ew'ges Leben Durch des Sohnes Tod zu geben! 4. Doch nur denen wird's gegeben, Die die Schuld vor dir be4. Preiset ihn voll Zuversicht, reu'n, Deiner Huld nicht widerDer die Welt regieret! Immer streben, Sich dir ganz zu eigen Herrlich weih'n. Wer nicht glaubt an Der er- deinen Sohn, Tod und Elend wird, was er verspricht, ausgeführet. Ehret ihn, schien, Uns zu Gott zu leiten! bleibt sein Lohn. Wer da glaubt, Folget ihm mit Freuden!( 207) geht nicht verloren, Ist von dir Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele 2. zum Heil erforen. 5. Ewig sei mit Danf befun349, Ew'ge Liebe, mein Ge- gen, Was dein Rath beſchloſſen müthe Waget einen tühnen Blick hat! Mit uns preisen Engelzungen In den Abgrund deiner Güte, Diesen weisen, heilgen Rath, In mein künftig, ewig Glück! Den der Glaub in Demuth ehrt, Voll Bewund'rung seh' ich an, Die Vernunft erstaunend hört; 204 Von der Erlösung. Wo der Engel Tiefen findet, Die der Gnadenfülle Vor der Welt er niemals ganz ergründet. erseh'n; Was einst dunkle Schatten Vorgebildet hatten, Das ist nun gescheh'n. Gottes Rath Wird nun zur That, Ist in Jesu Ja und 6. Liebe, laß mich dahin streben, Meines Heils gewiß zu sein! Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß Amen; Preis sei deinem Namen. des Glaubens Frucht und Kraft, 3. Alles ist vollendet; Gott Die dein Geist in mir geschafft, hat den gesendet, Der verheißen Mir zum Zeugniß dienen möge, war. Jesus stellt, sein Leben Für Ich sei auf dem rechten Wege! uns hinzugeben, Sich auf Erden 7. Laß mich meinen Namen dar. Sterbend hat Des Höchsten schauen In dem Buch des Lebens Rath Er vollbracht, und lebt in steh'n; Alsdann werd' ich ohne Ehre: O erwünschte Lehre! Grauen Selbst dem Tod entgegen 4. Uns im Land der Todten geh'n. Du, mein Vater, liebest Schickst du Lebensboten; Trost mich; Keine Creatur wird mich bringt uns ihr Mund. Gott will Deiner Hand entreißen können, uns vergeben, Und wir sollen Noch von deiner Liebe trennen. leben: Welch ein theurer Bund! ( 146) Gottes Huld Tilgt uns're Schuld, Und wer ihn im Glauben ehret, Wird von ihm erhöret. Mel. Jesu, meine Freude zc. 350, Wort aus Gottes 5. Hierauf will ich bauen, Munde! Wort vom Friedens- Christo mich vertrauen, Und in bunde! Evangelium! Brunnquell ihm mich freu'n. Ihm nur will ew'ger Freuden, Trost in allen ich leben, Ihm mich ganz ergeben, Leiden, Unser höchster Ruhm! Ewig treu ihm sein. So werd' ich Gottestraft, Die Glauben schafft; Auch einst durch dich, mein Gute Botschaft, uns zum Leben Heiland, selig sterben, und den Von Gott selbst gegeben! Himmel erben! ( 71) 2. Was dein höchster Wille In Christi Person und Würde. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 2. Dein sind sie; denn durch deine Kraft Ward Himmel, Meer 351. Lob, Ehre, Preis und und Erde. Du haft das Leben Dank sei dir, O Jesu, unser Leben! uns verschafft: Du sprachst zum Preiswürdig bist du für und für; Engel: Werde!" Du bist das Mein Herz soll dich erheben! Eh' Wort, durch welches Gott Der noch die Welt war, warst du schon ganzen Welt zu sein gebot; Du Groß, herrlich und des Höchsten bist's, der Alles träget, Was sichtSohn, Ein Erbe seiner Ehre. bar und unsichtbar ist, Was Erd Dein ist das Reich, die Herrlich- und Himmel in sich schließt, Und keit, Und du beherrschest weit und was im Meer sich reget. breit Der Creaturen Heere. 3. Und dennoch bist du uns zu Des Erlösers Person und Würde. 205 Schmecktest gut In diese Welt gekommen, Leben zu erwerben, Haft willig unser Fleisch und du den Tod, Wahrer Mensch und Blut, Herr, an dich genommen. Gott! Aus der entsetzlichsten Gefahr zu 4. Für die ganze Welt War retten, was verloren war, Ramst das Lösegeld Deines theuern du zu uns auf Erden. O Huld, Bluts hinlänglich, Und die Gnad' die sonst nichts Gleiches hat! Du ist überschwenglich, Welche Gottes starbst für uns're Missethat, Ein Rath Uns verschaffet hat. Heiland uns zu werden. 5. Auf der Gottheit Thron, 4. Du wardst es uns, und bist Gott- und Menschensohn, Sigest es noch Jetzt auf des Himmels du nun hoch erhaben, Und theilft Als der Throne, Suchst liebreich von der deine Gnadengaben, Sünde Joch Und ihrem schnöden Herr vom Haus, Deinen KinLohne Verirrte Seelen zu befrei'n; dern aus. Betrübter Seelen Trost zu sein, voll Huld! Wollest du Gnädig uns Durch dich 6. O du Herr Ist deines Herzens Freude. Du Uns'rer Sündenschuld gibst den Müden Seelenruh, Und nicht mehr gedenken, wer dich liebt, den stärkest du, Vergebung schenken. Daß Nichts ihn von dir scheide. laß uns rein Von der Sünde sein! 5. Du hörst der Deinigen 7. Deine Gottestraft, Die das Gebet, Und endest ihre Plage. Herz neu schafft, Die der Sünden Du bleibst, bis Zeit und Welt Herrschaft wehret, Und die Lust vergeht, Bei uns noch alle Tage. zur Tugend mehret; Die erbitten Herr, dir sei ewig Dank und wir, Heiligster, von dir! Ruhm Für deinen Tod und Mar- 8. Weck' uns nur recht auf, terthum, Für alle deine Liebe! Dir Daß wir unsern Lauf Unverrückt geb' ich mich zu eigen hin; Hilf, daß ich mich nach deinem Sinn In guten Werfen übe!( 84. 34) zu dir vollenden: Führe uns mit treuen Händen Auf der Tugend Bahn, Führ' uns himmelan! 9. Deines Geistes Trieb In Held aus die Seele gib, Daß wir wachen Davids und mit Beten Kindlich vor den Stamm, Jesu, Gottes Lamm, Vater treten. So erlischt das Von Gott selbst zum Heil erforen Licht Unsers Glaubens nicht. Allen denen, die verloren: Wie er10. Ohne Prüfung ist nie ein heb' ich dich, Heiland, würdiglich? wahrer Christ. Willst du uns in 2. Uns von aller Noth, Und selbst von dem Tod, Vom Gericht und allem Bösen uns auf ewig zu erlösen, Ramst du in der Zeit, Herr der Ewigkeit! Leiden führen; Laß uns dich nur nicht verlieren! Gib den Freudengeist, Den dein Wort verheißt. 11. Einen Heldenmuth, Der auch Gut und Blut Gern um Und des 3. Jesu, höchstes Gut, Unser deinetwillen lasse, Fleisch und Blut Nahmst du an, Fleisches Lüste hasse, Gib zu deiner für uns zu sterben: Sündern Ehr Uns je mehr und mehr. Mel. Seelenbräutigam 2c. 352. 206 Von der Erlösung. 12. Jesu, hilf, daß wir Ritter- thut, Der jedem Dulder Hilfe lich allhier Alles durch dich über- schafft Und nimmer säumt und winden, und in deiner Kraft ruht? empfinden, Daß ein ein wahrer Christ Unbezwinglich ist. 8. Das ist der Mittler Jesus Christ, Der hoch vom Himmelszelt 13. Wird's zum Sterben Aus Gottes Schoos gekommen geh'n, Wollst du bei uns steh'n, ist 3um Heiland aller Welt. Uns zur Seligkeit bereiten, Und 9. Dem hat der Vater Macht durch's Todesthal geleiten, Daß verlieh'n, Daß fromm und ehrwir einst uns seh'n Dir zur furchtsvoll An seine Lehren und an Rechten steh'n. ihn Die Menschheit glauben soll. ( 38) Mel. Nun danfet all' und bringet 2c. 10. Den hat er durch den Geist geweiht, Und als den Sohn 353. Wer ist der Mann bewährt; Den mit des Himmels voll großer That, Voll wunder- Herrlichkeit Auf Erden schon barer Kraft, Der jedem Dulder, verklärt. welcher naht, Im Elend Hilfe schafft? 11. Von dir, o Gottessohn, von dir Kommt Wahrheit uns 2. Wie drängt zu ihm die und Licht! Drum wollen deinem Menge sich, Voll Glaubens nah Worte wir Vertrau'n voll zu und fern! Und Alles ruft: Er- versicht. barme dich!" Und Allen hilft er gern! 11 12. Wir glauben und bekennen nun: Du bist der rechte Christ; 3. Den Siechen, der um Hei- Denn Niemand kann die Thaten lung fleht, Heilt sein gewaltig thun, Wenn Gott nicht mit Wort; Der Lahme hebt sein Bett ihm ist." und geht Verjüngt an Kräften ( 130) Mel. Wie schön leucht't zc. fort. 4. Dem Tauben öffnet er das 354. Wie herrlich strahlt Ohr; Der Stummgeborne spricht; Dem Blinden fällt des Auges Flohr, Und seine Nacht wird Licht. Der der Morgenstern Voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn, Glanz aus Gottes Höhen! Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, 5. Der Todte richtet, wo er Mit dir ging auf ein göttlich Licht, ruft, Empor den starren Blick; Da wir Gott in dir sehen! Dein Auf sein Gebot gibt selbst die Wort, Jesu, Ist voll Klarheit, Gruft Den alten Raub zurück. Führt zur Wahrheit Und zum 6. Ein wilder Sturm empört Leben; Wer kann dich genug das Meer, Die Woge schäumt erheben? still umher, Woge schweigt. und steigt: Er dräut, da wird es 2. Du, hier mein Leben, dort Und Sturm und mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Des Him7. Wer ist der Mann voll mels großer König! Von ganzem großer Kraft, Der solche Thaten Herzen preis' ich dich; Hab' ich Des Erlösers Person und Würde. 207 dein Heil, so rühret mich Das 7. Wie freu' ich mich, Herr Glück der Erde wenig. Dich, dich Jesu Christ, Daß du der Erst' Such' ich! Wahrlich keiner Trö- und Lette bist, Der Anfang und flet deiner Sich vergebens, Wenn das Ende! Du schließest selig er dich sucht, Quell des Lebens! Nimmst die erlöste 3. Ja, Heiland, du bist mein, deine treuen Hände. ich dein! Ogieße tief in's Herz Komm, du Sonne mir ein Die Flammen deiner Aller Wonne; Bleib' nicht lange, Liebe, Damit ich ganz dein eigen Daß ich ewig dich umfange!( 135) sei, Kein Weltfinn deine Leiden meinen Lauf; Seele auf In Amen! Amen! Eigne Melodie. scheu', Kein Undank dich betrübe. Nach dir, Nach dir, Den ich fasſe, 355. Betet an, ihr Kinder Und nicht lasse, Ewig wähle, der Erde! Dem Erlöser bringet Dürstet meine ganze Seele! Dank! Hebet an den Lobgesang! 4. Mir strahlt von Gott ein Hebet an! der Erdkreis werde Freudenlicht, Die Hoffnung, Herr, Vom Ausgang bis zum Niederdein Angesicht Verflärt einst zu gang Lauter, freudenvoller Dank! erbliden! Ofroher Blick in jene Deines Vaters heiligen 2. Ruh; Voll wunderbarer Kraft Willen, Uns'rer Wallfahrt rechte bist du, Und füllst mich mit Ent- Bahn Hast du, Herr, uns fund zücken! Dank dir, Breis dir, gethan! Du lehrst uns ihn auch Seligmacher, Daß ich Schwacher erfüllen; Du selber gingst uns Auf der Erde Himmelsfreuden auf der Bahn, Die zum Leben führt, voran. inne werde. 5. Gott, Bater, o wie preis' 3. Du hast uns're Bürde ge= ich dich! Seit Ewigkeiten hast du tragen; Hast durch deinen Kreumich In deinem Sohn geliebet. zestod Alle Welt versöhnt mit Dein Sohn hat sich mit mir ver- Gott. Wer kann uns vor ihm eint; Er selbst, mein König, ist verklagen? Wer uns verdammen? Kommt nun dein mein Freund: Troß dem nun, in's Gericht was betrübet! Sieh, ich Sieh, ich Falle Erlöfter nicht. Vor dir nieder, Stammle Lieder, Dant' im Staube; weiß, an wen ich glaube! 6. Auch ihm, der Sünd' und Lod bezwang, Jhm, ihm soll unser Lobgesang An jedem Tag 4. Aus des Todes schmähDenn ich lichen Banden Tratst du siegreich auf den Staub, Nahmst dem Grabe seinen Raub. Nicht allein du bist erstanden; Auch die Erer- lös'ten, Herr, auch wir Sollen challen; Dem Lamme, das er- aufersteh'n mit dir! würget ist, Dem Freunde, der 5. Nun, Vollender, sigest du uns nie vergißt, zum Ruhm, wieder, Uleber alle Ding' erhöhb't, zum Wohlgefallen! Tönet, Tönet, Auf dem Thron der Majeſtät! Jubellieder; Schallet wieder, Daß Da noch liebst du deine Brüder, die Erde Voll von seinem Lobe Siehst ihre Noth, merkst auf ihr Fleh'n, Eileft ihnen beizusteh'n. werde! 208 Von der Erlösung. 6. Mit der Engel Heiligen 8. Nie soll's uns're Seele ver Heeren Kommst du einmal noch gefsen, Daß du uns zum EigenHerab, Deffnest deiner Todten thum Theu'r erkauft hast dir zum Grab, Läsfest deinen Ruf sie Ruhm. Deine Liebe zu ermessen, hören: ,, Erwachet Alle; sammelt Und unser Leben dir zu weih'n, euch; Kommt in meines Vaters Reich!" Das soll uns're Wonne sein! 9. Einst am Ziel der flüchtigen 7. Heil uns! von der Sünde Stunden Dieses Lebens eilen wir Verderben, Und vom Schmerz Freudenvoll hinan zu dir! Uleberder Sterblichkeit Hast du mächtig wunden, überwunden Hat dann Weltuns befreit. Deine Brüder, Gottes dein Volk, und ewiglich, Erben, Genossen deines Reichs sind versöhner, preist es dich!( 126) wir, Herr der Herrlichkeit, mit dir! ( Christi Geburt und Ankunft: Siehe Advents- und Weihnachtslieder) Christi Werk und Verdienst überhaupt. Mel. Nun freut euch 2c. Nun fann uns auch auf Erden schon Das beste Theil nicht feh356. Heil uns, denn aus len: Getrost und froh in Gott zu der Sündennoth Ist Rettung una sein, Wenn wir uns nur dem erworben! Der Herr will nicht Heiland weih'n, Den er für uns des Sünders Tod: Was unser verordnet. Fall verdorben, Hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie hoch sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist fein Erbarmen! 5. Was uns nun Trost und Segen schafft, Das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, Das Heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er am Kreuze für uns starb: Wohl Allen, die ihm trauen! 2. Von seines Himmels hohem Thron Steigt nieder zu der Erden Des Vaters eingeborner Sohn, Ein Bruder uns zu werden. Er tam; mit ihm fam unfer Heil; Er tam, auf daß wir wieder Theil Am ew'gen Leben haben. 6. O, laßt uns ihm uns anvertrau'n, Uns niemals seiner schämen; Auf seine Mittlerhilfe 3. O Tod, wo ist dein Stachel bau'n, Und sein Joch auf uns nun? Hier ist dein Ueberwinder. nehmen! Dies ist der Weg zum Für unsre Schuld genug zu thun, ew'gen Wohl, Der Weg, auf dem Starb er den Tod der Sünder. man friedenvoll Auch schon auf O Sünde, wo ist deine Kraft? Erden wandelt. Hier ist er, der uns Kräfte schafft, Dein Joch von uns zu werfen. 7. O, laßt uns diese Seligkeit Doch über Alles schätzen! Nie 4. Gelobt sei Gott, gelobt sein können Güter dieser Zeit Den Sohn, Der Retter unsrer Seelen! Mangel uns ersetzen, Wenn uns Des Erlösers Werk und Verdienst. 209 das höchste Gut gebricht, Ein Spötter, zittert, den zu seh'n, reines Herz voll Zuversicht Zu Den eure frechen Lippen schmäh'n, dir, Gott, unserm Vater! Euern Richter! 8. Herr, richte selbst auf dieses Glück Des Herzens stärfste Triebe; 8. Macht, Kraft und Stärke Sei für seine Werke Dem, der Als Gottes Sohne! Zeuch mächtig unser Herz zurück zur Rechten Gottes fizt, Von schnöder Sündenliebe! Im Haupt uns, seine Glieder, schüßt, Glauben gib uns Allen Theil An dem so theu'r erworb'nen Heil Schon hier und dort im Himmel! ( 34) Mel. Valet will ich dir geben 2c. 358. Aus irdischem Ge= Eigne Melodie. tümmel, Wo Glück und Lust vergeht, Wer zeigt den Weg zum 357. Macht, Kraft und Himmel, Dahin die Hoffnung Stärke Sei für seine Werke steht? Wer leitet unser Streben, Dem, der zur Rechten Gottes Wenn es das Ziel vergißt? Wer figt, Als Haupt uns, seine Glie- führt durch's trübe Leben! Der der, schützt, Gottes Sohne! Weg ist Jesus Christ! 2. Er kam zum Leiden Von 2. Wenn Irrthum uns befandem Thron der Freuden. Den, gen, Kein Strahl die Nacht durchwelcher unsre ganze Welt Mit bricht, Wie mögen wir gelangen Einem Wort erschuf und hält, zu der Erkenntniß Licht? Getrost! Trug die Erde. 3. Er hat sein Leben Für uns hingegeben. Herr, vergess' ich deiner Pein; Vergessen mög'st du dann auch mein, Mein Erlöser! es strömet Klarheit Von Gottes ew'gem Thron; Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und 4. Er ist begraben, Daß wir Leiden, Wenn bang das Herz verHoffnung haben, Wenn uns der zagt, Die Hoffnung ew'ger FreuTod auch in die Gruft Zum den, Daß einst der Morgen tagt? Staube unsrer Väter ruft, Neu Wer stillt der Seele Beben? Wer gibt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu! zu leben. 5. Er ist erstanden Aus des Todes Banden? Tod, Hölle, wo ist eure Macht? Unsterblichkeit hat er gebracht Uns Erlösten. 4. Führ' uns auf rechtem Pfade Hinauf zum Vaterland! Die 6. Er fuhr gen Himmel! Die Wahrheit und die Gnade Mach' jes Weltgetümmel Soll nur ein uns, o Herr, bekannt! Das Heil Ort der Prüfung sein. Einst ist woll'st du uns geben, Das unvergewiß der Himmel mein, Wo gänglich ist, Weg, o Wahrmein Herr ist. heit, Leben, O Heiland, 7. Er wird wiederkommen; Jesus Christ! ( 7) Freut euch, seine Frommen! Ihr 14 Von der Erlösung. Christi Werk und Verdienst: als Lehrer. Mel. Vater unser im Himmelreich 2c. dein Wort verschmäh'n; Wir vertrau'n ihm nicht vergebens. 359. Kein Lehrer ist dir, Schweige, der Verächter Spott: Jesu, gleich! An Weisheit und Jesu Lehre ist von Gott. an Liebe reich, Bist du, sowohl 2. Untergehen kann sie nie; durch Wort als That, Der schwa- Nichts verdunkelt ihre Klarheit. chen Menschen sich'rer fich'rer Rath. Gleich der Sonne leuchtet fie; Mein Geist freut seines Heilands Wahrheit ist sie, Gottes Wahrjich, Und lobet, o Herr Jesu, dich! heit, Deren reines, helles Licht 2. Du famst zu uns, von Gott Alle Finsterniß durchbricht. gesandt, Und machtest uns den 3. Wessen starke Rechte hat Weg bekannt, Wie wir, befreit Uns des Irrthums Nacht entDon Sündenschuld, Erlangen rissen? Wo ist Weisheit, wo ist Gottes Gnad' und Huld. Ach, dir Rath Für geängstete Gewissen? jei ewig Dank und Ruhm, Herr, Wo, als da, wo er regiert, Desfür dein Evangelium. sen Wort zu Gott uns führt? 210 3. Mit deiner Wahrheit reinem 4. Da ist Freude, da ist Ruhm, Licht Erhellest du den Pfad der Sich zu Gott empor zu schwingen. Pflicht. Du bist das Haupt; du Da ist Kraft, in's Heiligthum gingst voran: Gib, Herr, daß ich Seiner Wahrheit einzudringen, auf deiner Bahn, Gestärkt von Und, entfernt von Furcht und dir, mit gleicher Treu Dir nach Grau'n, Ueber's Grab hinaus zu zufolgen willig sei. schau'n. 4. Noch immer hilfst du deinem 5. Da ist Freiheit, da ist Kraft, Wort In seinen Siegen mächtig Da ist Muth, nur Gott zu leben, fort; Du sendest, wie dein Wort und vor ihm gewissenhaft Nach verheißt, Noch immer deinen des Geistes Heil zu streben; Da guten Geift, Der Jedem, welcher ist stets Zufriedenheit, Borgefühl Wahrheit liebt, 3um Glauben der Seligkeit. Licht und Kräfte gibt. 6. Lehrer aus des Himmels 5. Mein Heiland, gib den Höh'n! Dank für deines Wortes Geist auch mir, Daß er mich zu Lehren! Ich will's, mag die Welt der Wahrheit führ', Vom Eigen- es schmäh'n, Glaubensvoll und dünkel mich befrei', Damit ich dir folgfam ehren. gehorsam sei, Bis mich bei dir fennt und liebt, in Ewigkeit Ein hell'res Licht heit sich ergibt. dereinst erfreut! Selig, wer es Und der Wahr( 24) ( 146) Mel. Christus der ist mein Leben c. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht z. 361. Wie soll ich dich recht 360, Lehrer aus des Him- loben, Wie würdig danken dir? mels Höh'n, Führer auf dem Du brachtest Licht von oben, Und Weg des Lebens! Mag die Welt neue Weisheit mir. Der Erlöjer 2. Rein Herz noch hat vernommen, Was ewig dir bekannt. Du bist von Gott gekommen; Der hat dich uns gesandt. 3. Wir sind von Wahn umfangen, Und von des Irrthums Nacht; Da ist uns aufgegangen Ein Stern, der helle macht. 4. Was nirgends zu ergründen, Was nicht zu schauen war, Das läsfest du uns finden, Und machst es offenbar! 5. Nicht aus den stummen Werken Der Weltenschöpfung mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. nur Soll ahnen ich und merken 362. Was wär' ich ohne Des großen Meisters Spur. dich gewesen? Was würd' ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Nengsten auserlesen, Stünd' ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt' ich sicher, was ich liebte; 7. Nun kenn' ich den Getreuen, Die Zukunft wär' ein dunkles Der Leben mir verlieh, Und darf Grab; Und wenn mein Herz sich mich seiner freuen; Denn er tief betrübte, Wer nähm' ihm verläßt mich nie. seinen Jammer ab! 6. Von ihm ist ausgegangen Das wesentliche Wort; Das haben wir empfangen, Das lehrt uns ewig fort. 8. Nun tenn' ich seine Liebe; Er liebt mich väterlich. Was ist's, das mich betrübe? Er schützt und führet mich. als Lehrer. 211 13. Und war ich fromm auf Erden, So wird's vor seinem Thron Mir einst vergolten werden mit reichem Gnadenlohn. 14. Das glaub' ich deiner Lehre, Mein Heiland, Jesus Chrift! Weil du zu Gottes Ehre Der Wahrheit Bote bist. 9. Ich kenne seinen Willen, Und ehr' ihn demuthsvoll, Und strebe zu erfüllen, Was je ich fann und soll. 2. Ach, unser Herz war in die Sünde, Wie in ein schweres Joch gespannt; Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, Von Lust und Reu' zugleich entbrannt. Der Friede war der Brust entflohen; Wie konnten wir uns Gottes freu'n? Bang hörten das Gesetz wir drohen; Denn, ach! es drohte Tod und Pein. 3. Da kam ein Heiland, ein Befreier, Der Menschensohn 11. Und gläubig kann ich beten, voll Lieb' und Macht, Und hat Und hoffe stets auf ihn, Und kann ein allbelebend Feuer In unserm aus allen Nöthen In seine Arme Innern angefacht. Nun sehen flich'n. wir den Himmel offen, Als unser 12. Ja, wenn ich einst soll wahres Vaterland; Wir können scheiden, So faff ich seine Hand, glauben, lieben, hoffen, Und Und hebe mich mit Freuden In's fühlen uns mit Gott verwandt. beff're Vaterland. 4. Uns hat der Herr sich kund 14* 10. Ich gehe meine Wege, Selbst in Gefahren still, Und traue feiner Pflege, Weil er mein Bestes will. 15. Du brachtest Licht von oben, und neue Weisheit mir; Dich will ich ewig loben Und ewig danken dir. 212 Von der Erlösung. gegeben; Des Heils in ihm sind erfreu'n, Und das Himmelreich wir gewiß. Nun dringt ein ist sein. Die gering sich selber heitres, lichtes Leben In boden- schäßen, Die wird Gott zu Ehren lose Finsterniß. Mit ihm bin ich sehen. scheut. erst Mensch geworden; Das 3. Selig, wer bei Schuld und Schicksal ist verklärt durch ihn: Sünde Leid trägt, sie vor Gott Ein Paradies muß aller Orten bereut, Und daß er Vergebung Um mich, als Gottes Kind, finde Kind, finde Sich vor neuen Sünden erblüh'n. Gott will ihm die Schuld 5. Nun flieht die Sünde aus verzeih'n, Kraft zum Guten ihm dem Herzen; Die Furcht vor verleih'n; Göttlich soll er schon Straf und Pein entweicht. Der auf Erden, Und einst dort getröstet Glaube heilt der Seele Schmerzen, werden. Und macht die Laft der Erde leicht. Durch ihn geheiligt, mag übet, das Leben Verschwinden wie ein flucht; schneller Traum; Der ew'gen gibet, Hoffnung hingegeben, Bemerken sucht; wir den Abschied kaum. 4. Selig ist, wer Sanftmuth Seinem Feinde niemals Gern Beleidigung vers Nie sich selbst zu rächen Ruhig seine Pflicht vollbringt, Und sein eigen Herz bezwingt. Hier wird er in Frieden wohnen, Und dem Kampfe folgen Kronen. 6. O geht hinaus auf allen Wegen, Und holt die Irrenden herein; Streckt Jedem eure Hand entgegen, Und ladet ihn zu Jesu 5. Selig, die mit Sehnsucht ein! Der Himmel ist bei uns auf schmachten, Heilig und gerecht zu Erden, Im Glauben schauen wir sein; Die nach Gottes Beifall ihn an; Die eines Glaubens trachten, Ihm ihr ganzes Leben mit uns werden, Die seh'n ihn weih'n! Nicht vergebens hungern mit uns aufgethan. die; Gottes Gnade sättigt fie: Er wird ihren Wunsch erfüllen, Und die fromme Sehnsucht ( 68) Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 363. Kommt und laßt euch stillen. Jesum lehren! Kommt und hört, 6. Selig sind, die voll Erwas er verheißt! Wahrheit barmen Fremder Noth sich nicht Gottes kommt zu hören; Höret, entzieh'n, Reinen Kranken, feine wen er selig preis't! Die im Armen, Bei des Elends Anblick Glauben fest besteh'n, Freudig flieh'n; Gern behilflich sind mit Gottes Wege geh'n, Und den Rath, Und wo möglich mit der Heiland treu bekennen, Die will That. Sie auch werden Hilf empfangen, Und Barmherzigkeit 2. Selig, wer wer in Demuth erlangen. lebet, Seiner Schwachheit nicht 7. Selig, die erfunden werden vergißt, Nie voll Stolzes sich Reines Herzens jederzeit, Von erhebet, Und es fühlt, wie arm den Lüsten dieser Erden Unbe er ist. Gottes Huld wird ihn fleckt und unentweiht! Die ber er die Seinen nennen. Der Erlöser als Lehrer. 213 Lockung dieser Welt, Wenn sie willen dulden, Und sich selbst der schon dem Fleisch gefällt, Dennoch Trübsal freu'n. Mit den From= fiegreich widerstehen, Werden men aller Zeit Sollen sie mit Gottes Antlig sehen. Herrlichkeit Für das Leiden hier auf Erden Droben hochbelohnet werden. 8. Selig, wer in Frieden lebet, Ohne Hader, ohne Zwist; Wer, wo sich ein Streit erhebet, 10. Herr, du wollest selbst mich Gerne Friedensstifter ist, Und leiten Auf der Wahrheit sichrer der Eintracht sanftes Band Wie- Bahn, Daß ich dieser Seligkeiten derknüpft mit zarter Hand. Die Hier und dort mich freuen fann. des Friedens sich befleißen, Sollen Vater, hilf von deinem Thron, Gottes Kinder heißen. Daß ich glaub' an deinen Sohn, 9. Selig sind, die ohn' Ver- Und durch deines Geistes Stärke schulden Schmach, Verfolgung, Mich befleiße guter Werke!( 73) Haß und Pein Still um Christi Christi Werk und Verdienst insonderheit: als Vorbild. Mel. Auf, Christenmensch, auf 2c. lieren scheint, Den wirst du dazu führen; Wer mit dem Munde nur 364. Mir nach!" spricht dich ehrt, Und dir nicht folgt, Christus, unser Held; Folgt ist dein nicht werth. meinem Vorbild, Christen! Ver- 5. Du gingst als Führer mir leugnet euch, besiegt die Welt voran, Du stehst mir noch zur Mit allen ihren Lüften. Ich litt Seite; Du kämpftest selbst, du für euch, und ihr seid mein; Jhr brachst die Bahn; Du stärkst auch alle sollt mir ähnlich sein." mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein, Und mich, dir nachzufolgen, scheu'n? 17 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchte mir zu einem frommen Leben! Mit Ernst und Freude 6. So will ich denn dir, meinem will ich dir zu folgen mich Herrn, Getreu und froh nachbestreben. Du zeigst den Weg gehen, Verleugnen mich und zum wahren Wohl; Du zeigst, Weltlust gern, Jm Kampfe standwie ich ihn wandeln soll. haft stehen; Denn wer nicht 3. Dein Herz voll Gotterge- fämpft, trägt auch die Kron' Des benheit War auch voll Menschen- ew'gen Lebens nicht davon. liebe, Voll Demuth, Sanftmuth, ( 164. 34) Freundlichkeit, Voll reiner Mit- mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. leidstriebe; Selbst deinen Feinden eiltest du Mit Wohlthun und mit 365. Heiland, deine MenHilfe zu. schenliebe War die Quelle jener Triebe, Die dein treues Herz regieret, Und dich selbst dahin geDaß du, unserm Heil zu 4. Wer hier sein Glück zu finden meint, Wird's ohne dich verlieren; Wer's bei dir zu ver- führet, Von der Erlösung. 214 dienen, Bist in Knechtsgestalt er schienen. wer faßt die starken Triebe Deiner treuen Menschenliebe? entgegnen, Deine Feinde zu vertreten, Und für Mörder selbst zu beten. 7. Aller Welten Herr und 2. Uleber seine Feinde weinen, König, Sohn des Höchsten, o wie Jedermann mit Hilf erscheinen; wenig Hast du je nach Ruhm geSich der Blinden, Lahmen, Armen trachtet, Und auf Menschenlob Mehr, als väterlich, erbarmen; geachtet! Dich verleugnend, nur Der Verlass'nen Klagen hören, den Willen Deines Vaters zu erSich in Andrer Dienst verzehren: füllen; Trost und Segen uns zu Das sind Proben wahrer Güte, geben, War der Zweck von deinem Und so, Herr, war dein Gemüthe. Leben. 3. O du Zuflucht der Elenden! 8. Herr, laß mich zu meinem Wer hat nicht von deinen Hän- Segen Deinen Wandel oft erden Segen, Trost und Heil ge- wägen! Laß mich in der Angst nommen, Der gebeugt zu dir ge- der Sünden Ruh' und Hilfe bei kommen? Wie ist dir dein Herz dir finden. Heilige auch meine gebrochen, Wenn dich Kranke an- Triebe zu rechtschaffener Mengesprochen! Und wie pflegtest du schenliebe! Laß mich immer mehr zu eilen, Das Erbet'ne mitzu- auf Erden Deinem Vorbild ähntheilen! lich werden! 4. Die Betrübten zu erquicken, Die Elenden zu erquicken; Die ( 146) Mel. Wachet auf! ruft uns 2. Heil'gster Jesu, HeilUnwissenden zu lehren, Die Ver- 366. Heil fehrten zu bekehren; Sünder, die gungsquelle! Wie strahlt dein sich selbst verstocken, Liebreich zu Tugendglanz so helle; Wie gländir hinzulocken: Das war täglich dein Geschäfte, Selbst mit Aufwand deiner Kräfte. zet deine Heiligkeit! Beugt das Knie, der Erde Söhne! Lobsinget ihm, des Himmels Söhne! Lob5. O wie hoch stieg dein Er- singet ihm in Ewigkeit! Ein Vorbarmen, Heiland, als du für uns bild bist du mir; O bilde mich Armen Angst und tausendfache nach dir, Du mein Alles! Jeju, Schmerzen Littest mit gelaßnem hilf du Auch mir dazu, Daß ich Herzen; Dich von Sündern ließest so heilig sei, wie du! höhnen, Und zur Schmach mit 2. Still', o Jesu, wie dein Dornen frönen; Ja, uns Leben Wille Dem Willen deines Vaters zu erwerben, Willig warst, am stille, Gehorsam bis zum Tode Kreuz zu sterben! war, O so lehr' auch mich den 6. Deine Huld hat dich ge- Willen Des Baters einzig mur trieben, Sanftmuth und Geduld erfüllen, Und stille meinen Willen zu üben, Ohne Schelten, Droh'n gar! Mach' mich dir gleichgeſinnt, und Klagen Still das Unrecht zu Wie ein gehorsam Kind, Stille, ertragen; Für die Lästerung zu stille. Jesu, hilf du Auch mir dazu, segnen, Haß mit Wohlthun zu So still gehorsam sein, wie du! Der Erlöser als Vorbild. 215 3. Wachsam, eifrig, ohne eifrig, ohne 7. Rein und züchtig war dein Schlummer In großer Arbeit, Wesen, Und unbefleckt von allem Müh und Kummer Warst du, Bösen, Ein Muster frommer mein Jesu, Tag und Nacht. War Mäßigkeit. Mehr als Durst und dein Werk am Tag geschehen, So Hunger stillen, War dir's Belagst du Nachts vor Gott mit dürfniß, Gottes Willen zu thun Flehen, Und haft für unser Heil ge- mit aller Freudigkeit. Herr, hilf wacht. Gib mir auch Wachsamkeit, mir meinen Leib Bezähmen, daß Daß ich zu jeder Zeit Wach' und ich bleib' Christlich nüchtern. Jesu, bete. Jesu, hilf du Auch mir dazu, hilf du Auch mir dazu So keusch Daß ich stets wacker sei wie du! und rein zu sein, wie du! 4. Milder Jesu, voll Erbar- 8. Liebster Jesu, liebstes Leben, men Nahmst du der Kranken und Mach' mich dir ähnlich, dir erder Armen, Der Traurigen dich geben, und deinem heil'gen Vorhilfreich an. Jetzt noch wirkst du bild gleich! Laß mich deinen Geist jegnend, fräftig, Bist stets für durchdringen, Mich viele Glauunser Heil geschäftig, Und führst bensfrüchte bringen; Bereite mich uns treu auf unsrer Bahn. Mach, zu deinem Reich. Ach, zeuch mich Heiland, dir mich gleich, An Lieb' ganz zu dir; Eins laß mich für und Güte reich, An Erbarmen., und für Mit dir bleiben! Jeju, Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß hilf du Auch mir dazu, Daß ich ich so milde sei, wie du! bei dir einst finde Ruh!( 25) 5. Sanfter Jesu, ganz unschulMel. Auf, Christenmensch, auf 2c. dig Littst du doch alle Schmach 367. Du, deines Vaters geduldig, Und übtest keine Rache aus. Nie wardst du der Sanft- Ebenbild, Bild seiner Menschenmuth müde, Und heil'ger Eifer liebe! Du warst, o Jesu, ganz erauch entglühte In dir für deines füllt mit gottgeweihtem Triebe! Vaters Haus. Mein Heiland, Gott war dein Ziel, dein höchstes ach verleih Mir Sanftmuth, doch Gut; Ihm folgtest du mit Helbabei Heil'gen Eifer! Jesu, hilf denmuth. du Auch mir dazu, Sanft und doch start sein, so wie du! 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz; Sein Wille 6. Jesu, hoher Ehrenkönig! war dein Wille. Du ehrtest auch Der Erde Glanz war dir zu im größten Schmerz Ihn mit zuwenig; Du wurdest niedrig und fried'ner Stille. Selbst auf der gering. Arm, demüthig hier auf allerrauhsten Bahn Riefst du ihn Erden, Verschmähtest du nicht, noch als Vater an. Knecht zu werden, Erhobst dich felbft in keinem Ding. 3. Du suchtest nichts, als sein Herr, Gebot Vollkommen zu erfüllen. solche Demuth lehr' Auch mich je Du unterwarfst dich bis zum Tod mehr und mehr Chriftlich üben. Ganz deines Vaters Willen. Dein Jefu, hilf du Auch mir dazu, Daß höchstes Ziel war das allein, Ein ich demüthig sei, wie du! Herold seines Ruhms zu sein. 216 Von der Erlösung. 4. Zum Tode gingst du ruhig schafftest das Gesicht den Blinden, hin, Uns Gnade zu erwerben. Und halfft von Krankheit, halff Bereit, mit göttlich großem vom Tod. Sinn Zum Heil der Welt zu ster- 3. 3um Heil der Welt gabst du ben, Warst du zur tiefsten Schmach in Schmerzen Dich hin, und fühl gefaßt, Und trugst des Kreuzes test ihr Gewicht. Zwar flagtet schwerste Last. du; doch deinem Herzen Entwic 5. Mein Heiland, der du mich Vertrau'n zum Vater nicht. Laß versöhnt! O laß es mir gelingen, diesen Kelch vorübergehen!" Riefst Von Sünden immer mehr ent- du in deiner Seelenpein; Jedoch wöhnt, Dir, dir mich nachzu- dein Wille soll geschehen, Der schwingen; Dir ähnlich hier an meine nicht; ganz bin ich dein!" Heiligkeit, Dir gleich auch dort an Herrlichkeit! 4. Und o mit welcher sanften Seele Trugst du die Schwachen mit Geduld! Wie großmuthsvoll vergabst du Fehle, Und auch die allerschwerste Schuld! Selbst unter Riefst du um ihre Vergib Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 368. Gedenk ich, Heiland, an das Leben, Das du auf Erden deiner Mörder Händen haft geführt; Wie innig fühlt, für sie aus Mitleid noch, dich zu erheben, Sich meine Seele Strafen abzuwenden: dann gerührt! Bewundernd seh' es ihnen, Vater, doch!" ich deine Größe, O Glanz der reinsten Heiligkeit, Und ob ich sie gleich nicht ermesſe, Empfind' ich deine Herrlichkeit. 5. Dir, mein Erlöser, nachzuahmen, Woll'st du mir Kraft und Muth verleih'n. So preif' ich würdig deinen Namen; Dir fol2. Nur wohlzuthun war deine gen soll mein Loblied sein! Nie Freude, Erbarmen deine Selig- laß mich wanken, nie mich weichen keit. Du wehrtest gern dem Men- Auch auf des Lebens rauhster schenleide, Und warst zum Helfen Bahn. Hilf mir dein hohes Bild ftets bereit; Befreitest Sünder erreichen, So weit es meine gern von Sünden, Brachst Hung- Schwachheit kann! rigen so gern das Brod; Ver= ( 149) Christi Werk und Verdienst als Erlöser der Welt durch Leiden und Sterben. Mel. Herzliebster Jefu 2c. 2. Dich priesen hoch der Engel 369. Warum stiegst sel'ge Chöre; Der ganze Himmel stiegst du weihte dir die Ehre: Und doch herab von Gottes Throne, Und gingst du vom Licht der ew'gen wähltest dir die harte Dornen- Freuden In tiefe Leiden! krone? Warum gingst du aus 3. Für uns hast du erwählt deinem Himmelslande, Und wähl- die tiefe Schande, Für uns er test Schande? duldet Schmerz und Hohn und Der Erlöser als Weltversöhner. 217 Bande; Du starbest, um mit Gott zerriß das Band Der Feinde uns zu verföhnen, Mit Heil zu frönen. meiner Ruh. 3ur Hölle hat Die Schlüssel seine Hand; Er schloß die Pforte zu. Ich trete frei zu Gottes Throne, Hab' alles Heil fann, Erlöser, deine Lieb' er in seinem Sohne; Ich bin erlöst! gründen? 4. Es floß dein Blut zur Reinigung von Sünden! Wer Damit sie uns zur Gegenliebe reize, Starbst du am Kreuze. 4. Ich bin erlös't; Was ist's, das mich erschreckt? Licht wird die Todesnacht, Aus der mich 5. O nimm mich hin, daß ich bald Der Herr des Lebens weckt dein eigen werde; Daß ich ver- Zu seines Himmels Pracht. Werd' leugne jede Lust, der Erde, Der ich in's stille Grab getragen, So dich ruh' ich nach den Prüfungstagen; Ich bin erlöst! Sünde sterb', im Glauben umfasse, Von dir nicht lasse! 6. Du hast so viel für meine Schuld erlitten, 5. Ich bin erlös't; In Frieden Im blut'gen fahr' ich hin, Ist meine Stunde Schweiße mir die Kron' erstrit- da. Der Tod wird mir zum seligten. Gib mir die Kraft, dir muthig sten Gewinn; Mein Retter ist nachzuringen, zu Gott zu dringen! mir nah. Er führt mich in sein 7. Gerechtigkeit sei meines Her- selig Leben; Da werd' ich ewig zens Streben; Es strahle, Herr, ihn erheben: Ich bin erlös't! dein Bild in meinem Leben! Mir strahle Licht auf dunkelm Todespfade Durch deine Gnade! ( 207) mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 371, Wie jo tief herabgelassen Hast du dich, o Gottessohn! Für die Sünder, die Gott ( 88.83) Mel. Es ist genug, so nimm 2c. 370. Ich bin erlös't Durch hassen, Kamest du von Gottes meines Mittlers Blut, Und seinen Thron; Kamst in Knechtsgestalt Kreuzestod. Mit Gott versöhnt auf Erden, Ein Erlöser uns zu Hab' ich nun Trost und Muth, werden; Dir sei Dank für allen Und fürchte feine Noth. Die Schmerz: Nimm auf ewig unser Weisheit hat mein Heil erfunden, Herz! Die Liebe glorreich überwunden: Ich bin erlöst! 2. Blut'gen Schweiß hast du vergossen, Betend in Gethsemane. 2. Ich bin erlös't; Es trifft des Ach, er ist für uns geflossen In Donners Spruch Vom Sinai dem tiefsten Herzensweh! Uns mich nicht. Mein Heiland nahm zu schaffen ew'ge Freuden, TranVon mir den schweren Fluch; Ich test du den Kelch der Leiden. Dir fomm' nicht in's Gericht. Drum sei Dant für allen Schmerz: quält mich nicht, bereute Sünden! Nimm auf ewig unser Herz! Der Vater läßt mich Gnade finden; Ich bin erlös't! 3. Mit der Schmach der Dornenkrone, Wandelst du nach Gol3. Ich bin erlöst; Der Held gatha. Tief gekränkt mit bitterm 218 Von der Erlösung. Hohne Hängest du am Kreuze da, Gnade schützt! Nach dem Hohn Flehst für die verlor'nen Kinder, der Dornenfrone Ehrt dich nun Führst zum Paradies die Sünder, auf Gottes Throne Aller hohen Dir sei Dank für allen Schmerz: Engel Heer, Dein erlöftes Volt Nimm auf ewig hin mein Herz! noch mehr! 2. Dein Geschäfte hier auf Wie es Gottes Rath beRetter, Heiland uns zu Herr, dein Opfer ist voll4. Herr, für uns hast du gelitten, War'st gehorsam bis zum Erden, Tod, Hast im Tod' am Kreuz er- dacht, stritten Rettung uns aus aller werden, Noth. Daß wir sollen ewig leben, bracht. Nachdem du für uns ge= Hast du dich dahin gegeben. Dank storben, st uns Gnad' und Heil für deinen Todesschmerz! Nimm erworben; Und dein siegreich auf ewig unser Herz! Aufersteh'n Lässet uns dem Tod 5. Darum hat dich Gott er- entgeh'n. höhet, Einen Namen dir verlieh'n, 3. Nunmehr ist's dein groß Der im Sternenglanze stehet, Geschäfte Jn des Himmels HeiligDem die Herzen ewig glüh'n. thum, Die erworb'nen LebensJesu, nur in deinem Namen träfte Durch dein Evangelium Sprechen Mensch und Engel: Allen denen mitzutheilen, Die Amen! Nur in deinem Namen ist zum Thron der Gnade eilen. Heil und Leben, Jesu Christ! Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 6. Alle Welt soll ihn bekennen! Aller Preis sei ihm geweiht! Herr 4. Du gedenkest stets der und Heiland, ihn zu nennen, Sei Deinen, Bleibest ihnen ewig treu; uns Ruhm und Seligkeit. An des Zählst die Thränen, die sie weinen, Mittlers hohem Lohne Auf des und stehst ihnen mächtig bei; Vaters ew'gen Throne, An dem Sorgst, daß ihren theuern Glauschwer errung'nen Heil, Gibt ben Keine Feinde ihnen rauben; auch uns der Glaube Theil. Führst sie in des Vaters Haus Aus der engen Welt heraus. 7. Aber zu dem Palmenhügel Geht kein Pfad hin sonder Streit; 5. Die Verdienste deiner Leiden Gottes Bund hat dieses Siegel: Stellst du deinem Vater dar, „ Flieht die Ungerechtigkeit!" Und vertrittst mit Macht und Dann nur, wenn der Welt wir Freuden Deine theu'r erlöfte sterben, Werden wir das Leben Schaar; Bittest, daß er Kraft erben. Nur gehorsam bis zum und Leben Deinen Freundeh Tod Führt in's Lebens Morgen wolle geben, und sie einst nad ( 88. 83) dieser Zeit Auch erhöh'n zur Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. Herrlichkeit. 6. Ja, 372. Großer Mittler, der barmen zur Rechten Gottes, jeines Vaters, Welt, sigt, Und die Schaar von seinen Armen Knechten In dem Reich der Bittest, roth! du siehst auch mit ErAuf die Sünder in der Siehst mitleidig, wie die Ihre Luft gefesselt hält; daß Gott ihrer schone, Des Erlösers Reich. 219 Daß er nach Verdienst nicht beweisen, Dir sei Ehre, Dank lohne, Daß er wolle zu dir zieh'n, und Ruhm! Dein Verdienst laß Die dich noch als Feinde flieh'n. uns vertreten, Wenn wir zu 7. Großer Mittler, o wir dem Vater beten! Wenn der Tod preisen Dich, daß du im Heilig- die Lippen schließt, Sprich für thum So viel Treu' uns willst uns noch, Jesus Christ!( 146) Christi Reich. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 6. Dein Reich war nicht von dieser Welt; Deß', was der Eitel373. Dir, großer Herr- feit gefällt, Begabst du dich mit scher, Jesu Christ, Der du der Freuden, Warst gerne elend, arm Welten Schöpfer bist, Ist Alles und klein, um nur ein Helfer uns unterthänig. Doch wer sah deine zu sein, Und wähltest tiefe Leiden. Majestät, Als dich dein arges Volk verschmäht? Wer ehrte dich als König? 7. Dein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn sie dereinst in Nichts zerfällt, Und Fürsten 2. Du hast dich deiner Herr- vor dir beben; Dann bist du lichkeit Entäußert eine kurze Zeit, König ewiglich: In deinem Reiche Warst Menschen unterthänig. werd' auch ich Einst unvergänglich Geschlagen wardst du und ver- leben. höhnt, Mit einem Dornenkranz gefrönt; Und doch warst du ein Rönig. 8. Wie groß, wie angebetet ist Dein Nam', o Herrscher Jesu Christ! Dich rühmen alle Zungen. 3. Du warst von Ewigkeit be- O wie viel herrlicher wird einst, stimmt, Das Reich, das nie ein Wenn du zum Weltgericht erEnde nimmt, Auf Erden auszu- scheinst Dein hohes Reich bebreiten. Gott selbst hat dich zum sungen! Herrn erhöht; Dein Reich, o Eigne Melodie. Gottessohn, besteht Durch alle Durch alle 374, König, dem kein König Ewigkeiten. 4. Dein Reich war nicht von gleichet, Dessen Ruhm kein Lob dieser Welt; Du warst nicht furcht- erreichet! Ebenbild von Gottes bar, wie ein Held, Hast keine Wesen, Der, zum Mittler uns Stadt bezwungen. Nicht durch erlesen, Sich der Welt wollt' der Erde Glanz und Pracht, offenbaren, Als das Bild des UnDurch Reichthum oder stolze sichtbaren, Dir gehört das Recht Macht Hast du dir Sieg errungen. zum Throne, Dir, dem preisge 5. Dein Reich war nicht von frönten Sohne! dieser Welt; Nicht Heere, wie die Welt sie stellt, Erkämpften deine Siege. Der armen Jünger kleine Schaar Bot muthig sich den Fein2. Himmel, Erde, Luft und Meere Müssen stets zu deiner Ehre Dir, Herr, zu Gebote stehen, Und dein Wille muß den dar, Und kämpfte deine Kriege. geschehen. Fluch und Segen, Tod 220 Von der Erlösung. und Leben, Alles ist dir über- Schaar! Jede Sinnenlust ent geben; Und vor deinem mächt'gen weiche! Dennoch beutst du Wonne Worte Zittert selbst der Hölle dar, Wonne, die den Geist erPforte. höht, Und dem Strom der Zeit entgeht. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man deine Wun- 2. Was sind Rang und eitle der glänzen, Wo viel tausend Schäßze? Was sind Kronen dieser treue Seelen Dich zu ihrem Welt? Freunde deiner ReichsHaupte wählen, Dir, nach deiner Vorschrift, leben, Dir nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen, Und wie du das Unrecht hassen. gesetze Sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, Deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, Wo dein Geist, o Herr, 4. In dem Reiche deiner Ehren regiert, Wo das Alter, wo die Hört man stets dein Lob ver- Jugend Sich mit deinem Sinne mehren Von dem himmlischen ziert. Selbst der Sünder preist Geschlechte, Von der Menge sein Glüd, Eilet er zu dir zurück. deiner Knechte, Die dort ohne 4. Ja, du herrschest nicht mit Furcht und Grauen Dein ver- Strenge; Nur von Liebe wallt flärtes Antlig schauen, Und dich dein Herz, Und du lockst der unermüdet loben, Der zum Menschen Menge Nur hinweg Himmel sie erhoben. von Angst und Schmerz. Selig, 5. Herr, was ist in allen Reichen wer dir seine Zeit, Seine Kraft, Deiner Größe zu vergleichen? sein Leben weiht! Was dem Reichthum deiner 5. Reiche dieser Welt verSchäße? Was der Ordnung der schwanden, Kronen fanten in den Gesetze? Was der Herrlichkeit Staub; Aber seit dein Reich entder Gaben, Welche deine Bürger standen, Ward es nie der Zeiten haben? Was dem Segen deiner Raub. Jetzt noch blickt dein UnFreunde? Was der Ohnmacht deiner Feinde? terthan Hochentzückt zu dir hinan. 6. In den fernsten Himmels6. Herrsche, Herr, in meinem strichen Glänzt, o Herr, dein Herzen Ueber Lüste, Furcht und mildes Licht! Thoren nur, die dir Schmerzen; Laß dein Leben auf entwichen, Sehen seine Strahlen mich fließen, Laß mich dich im nicht; Doch der Weise bleibt dir Geist genießen, Ehren, fürchten, treu, Und du machst ihn groß loben, lieben, und mich im Ge- und frei. Ueberwinden hier horsam üben; 7. Mehre selbst die Zahl der im Streite, Dort mitherrschen Weisen; Herr, erweit're dein dir zur Seite! ( 146) Gebiet, Und laß einst auch den Mel. Gott des Himmels und der 2c. dich preisen, Der noch blind vor 375. Herrlich ist's in deinem der Zeit Deines Reiches Herrs Gößen niet! Zeig' uns allen nach Reiche, König der erlös'ten lichkeit! ( 148) 221 Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. 376. Auf dich, o Jesu, Gotpören, Laß deiner Gnade Wunder seh'n, Daß sie sich noch bes fehren! Lehr' sie mit uns gen tes Sohn, Hofft hier die Schaar Himmel schau'n, Und unerschütder Christen! Du schüßest sie, tert im Vertrau'n Auf deine Zuwenn Feinde droh'n, Dein Reich, funft warten. Herr, zu verwüsten. Dein Thron steht fest und ewiglich; Verge bens wird sich wider dich Der Sünder Macht empören. Des Erlösers Reich. 5. Uns, deine Christen, wolleft du Fest in der Wahrheit gründen, Daß wir für unsre Seelen Ruh' In deiner Gnade finden. Mach' 2. Dein Reich ist nicht von unsers Glaubens uns gewiß: dieser Welt, Kein Wert von Vor Irrthum und vor Finsterniß Menschenkindern. Drum fonnte Bewahr uns, weil wir leben! keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern; können deine Haffer nie 6. Ein reines Herz schaff' in Dir uns, Herr, Ein Herz nach deiDein nem Willen, Und Lehre täglich Erbe rauben; selbst durch sie williger Uns dein Gebot erfüllen! Muß es vergrößert werden. Gehorsam deiner Vorschrift sein, 3. Weit wollst du deine Herr- Und dann uns deiner Gnade schaft noch In dieser Welt ver- freu'n, Sei unser Heil auf Erden! breiten, und unter dein so sans- 7. So wird dein Volk dir untes Joch Die Völfer alle leiten!| terthan Und lernt die Sünde Vom Aufgang bis zum Nieder- meiden, Und du führst es auf gang Bring' alle Welt dir Preis ebner Bahn Zu deines Reiches und Dank, Und glaub' an deinen Freuden: Und herrlich wird in Namen! dieser Zeit, Noch herrlicher in 4. Auch deine Feinde, die dich Ewigkeit Dein großer Name schmäh'n, Die frevelnd sich em- werden! ( 126) Ausbreitung des Reiches Christi unter den Heiden. ( Missionsgefänge.) Mel. Hast du denn Jesus dein Antlig 2c. Anbetung dir weih'n, Selig verföhnt dir im Sohne. 377. Der du, o Höchster, 3. Vater, laß bald die ersehnete den Thron dir im Himmel berei- Zeit uns erscheinen, Wo sich die tet, Ueber die Welt hin die Arme Völker mit uns, dich zu lieben, der Liebe gebreitet! Ehre sei dir, vereinen! Heiland, wann wird Vater, wie droben, so hier, der zum Himmel uns leitet! Dir, Eines die Heerd und der Hirt? Führe doch bald her die Deinen! 4. Eilet herbei, o ihr Schaaren 2. Selige beten dich an vor dem heiligen Throne, Und die verirreter Heiden! Christus ruft Bollendeten werfen da nieder die euch, will auch Euch noch erretten Krone, Wollen allein Preis und und weiden. Trinkt aus dem Quell! 222 Von der Erlösung. Sehet, wie fließt er so hell! Rath! Wie langsam dünket uns Nehmet die Fülle der Freuden! dein Pfad! Wie Viel in Nacht 5. Kommt aus dem Ost, aus noch sterben! Komm, Herr, o dem West, aus dem Süd, aus rüst' in dieser Zeit Dir Tausende dem Norden! Kommt, ihr Gebil- zum heil'gen Streit, Die Schaaren deten; fommt, auch ihr wildesten anzuwerben! Heilig, Selig, It Horden; Alle herbei! Christus dein Kommen zu den Frommen; macht Alles jetzt neu. Sein ist Um den Abend Glänzt dein Licht das Reich nun geworden. uns himmlisch labend. 6. Selige Zeit, die das Herz 4. Süß tönt das Evangelium uns so innig erfreuet, Wenn sie Von deiner ew'gen Gnade Ruhm nun Alle, zum Bilde der Gottheit Den angstgejagten Seelen. Ward erneuet, Leben im Herrn! Wäre ihnen ihre Schuld erst flar; Mach' die Zeit nicht mehr fern! Auf deine Gnad' auch offenbar: Nichts denn, die Saaten gestreuet!( 35) müsse sie mehr quälen! Schöpfet, Trinket Licht und Leben, Menschenheere, Völferschaaren, Aus Mel. Wie schön leucht't 2c. der Wahrheit Quell, dem flaren! 378. Dir jauchzet froh der Christen Schaar, Herr, der 5. Wie glänzt der Morgenewig ist und war Und sein wird stern so hell! Wie fließt von ihm gütig Allen! Du gabst dein Wort, des Lichtes Quell, Verscheucht das helle Licht; wer ihm folgt, der Nächte Grauen! Schon helle der irret nicht, Kann froh zum strahlt das Morgenroth, Ziele wallen. Deine Reine aus dem Schlaf, aus Geistestod Wahrheitsquelle, Frisch und helle Die Völker, dich zu schauen. Fließt sie denen, Die nach deinem Licht sich sehnen. Bedt Heiden Scheiden Voll Entsegen 11 2. Ich will"- so sprachst du treu'ster Herr-, Will alle Berge weit umher Von den Gözen; Liebend brennen Sie für dich, den sie nun kennen. 6. Viel hast du deinem Volk Mit Lebensbächen gethan; Stark brachst du deinem segnen!" Nun ließest du zur Worte Bahn, zur Worte Bahn, Die Völker zu rechten Zeit Auf uns voll mild' bekehren. Dem Lebensstrom, der und Freundlichkeit Der Gnade sich ergoß, Schon in so viele Ströme regnen; Träufelst, Gosfest, Seelen floß, Kann Nichts den Immer wieder Licht hernieder, Fortgang wehren. Eilet! Theilet Daß die Erde Voll Erkenntniß Mit die Gaben! Fülle laben Muß deiner werde. die Heiden! Alle muß der Hirt ja weiden! 3. Wie ist so wunderbar dein ( 35) Christi Wiederkunft. Mel. Wachet auf, ruft 2c. zu erlösen, Von allem Elend dieser Zeit. Dann an jenem 379. Jesus fommt, von großen Tage Verwandelt sich der allem Bösen Uns, seine Treuen, Frommen Klage In ewige Zufrie Des Erlösers Wiederkunft. 223 denheit. Sei fröhlich, Volk des dentagen Soll unser Herz nun Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, nicht verzagen; Auf deine Zukunft Dein Erretter. Dein Schmerz ist hoffen wir. Wir wissen, wer du faum Ein Morgentraum; Auf bist, Wer dein Erlös'ter ist, Und ihn folgt ewig, ewig Heil. sind stille. Ob auch die Welt In 2. Augenblicke dieser Leiden! Trümmer fällt; Du bist's, an den Was seid ihr gegen jene Freuden der Glaub' sich hält!( 126) unbegrenzten Ewigkeit? Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. Seht am Ziel die Krone prangen, 380, Erhöhter Jesu, GotUnd kämpft und ringt, sie zu erlangen, Die ihr dazu berufen tes Sohn, Der du schon längst seid! Euch halt in euerm Lauf des Himmels Thron Als HerrKein Schmerz des Lebens auf; scher eingenommen! lleberwindet! Das Ziel ist nah; Bald seid ihr da, Und eure Leiden find nicht mehr! Du wirst dereinst zu rechter Zeit In großer Kraft und Herrlichkeit Vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertrau'n, O 3. Der sich euch zum Volk erwählet, Der eure Thränen alle Herr, dich meine Augen schau'n! zählet, Auch Jesus stritt mit 2. Herr, wer fasset jetzt die festem Muth. Ach, wie hat der Pracht, Die deinen Tag einst Herr gerungen! Wie tief ward er herrlich macht? Wie groß wirst von Angst durchdrungen! Sein du dich zeigen, Wenn du auf Schweiß im Kampfe war wie lichten Wolken einst Mit deiner Blut. Doch sah'n die Feinde nicht Engel Heer erscheinst, Und Alle Auf seinem Angesicht Bange vor dir schweigen! Dann sieht die Schrecken. Treu blieb er Gott Welt die Majestät, zu der dich Bis in den Tod; Dann fuhr er Gott, dein Gott, erhöht. herrlich auf zu Gott. Geh'n 3. Laut tönet dann in jedes 4. Lasset uns mit Christo Grab Dein allmachtsvoller Ruf leiden! Mit Christo ärnten wir hinab, Und schafft ein neues Leben. auch Freuden In seines Vaters Auf deinen Wink muß Erd' und Hause ein. Laßt uns fämpfen, Wieer Das große unzählbare Heer laßt uns ringen, mit unserm Der Todten wiedergeben. Durch Haupt hindurchzudringen, Und deine Stimme neu beseelt seines Himmels werth zu sein! sie hervor, und keiner fehlt. Der Hilfe schafft, ist Er; Sein 4. Da stehen sie vor deinem großer Nam' ist: Herr, Uns're Thron, Erwarten den bestimmten Stärke! Die ihm vertrau'n, Die Lohn Mit Freuden oder Beben. werden schau'n, Wie Retter er Die Sünder trifft nun Schmach und Helfer ist. und Pein; Die Frommen gehen 5. Ja, Herr Jesu, du wirst mit dir ein In das verheiß'ne tommen, Wirst ganz erlösen deine Leben. Wer leugnet dann noch, Frommen! Wir freuen uns und Jesu Christ, Daß du der Erde danken dir. In den bängsten Lei- Richter bist? 224 Von der Erlösung. vorbei; erwacht! Hallelujah! Macht euch bereit Zur Ewigkeit! Sein Tag, sein großer Tag ist da. 5. O gib, wenn nun dein Tag Des Todes stille Nacht Ist nun erscheint, Daß ich alsdann in dir den Freund, Den Heiland wiederfinde; Daß ich mit Freuden vor dir steh', Und mit dir in den Him- 2. Erd' und Meer und Felsen mel geh', Ganz frei von Noth und beben; Die Frommen stehen auf Sünde! Laß mich nur stets behut- zum Leben! 3um neuen Leben sam sein, Die kleinste Sünde selbst zu scheu'n! steh'n sie auf; Ihr Versöhner fommt voll Klarheit; Vor ihm ist 6. Dein Name sei mir ewig Gnade, Treu' und Wahrheit; werth, Und was dein Wort von Der Tugend Lohn krönt ihren mir begehrt, Laß mich mit Freu- Lauf. Licht ist um deinen Thron, den üben. Niemals ermüde hier Und Leben, Gottes Sohn! Preis Dir mein Geist, Dich, den schon jetzt dir, Heiland! Erlöser, dir, der Himmel preist, Aus voller folgen wir zu deines Vaters Kraft zu lieben; So hab' ich in Herrlichkeit. der Ewigkeit Auch Theil an deiner Herrlichkeit! ( 126) 3. Ew'ges Lob sei dir gesungen! Wir sind zum Leben durchge drungen; Am Ziel sind wir, beim großen Lohn! Christus strömt Eigne Melodie. 381, Wachet auf, ruft einst der Freuden Fülle Auf uns; wir die Stimme, Des Sohnes Got- seh'n ihn ohne Hülle, İhn, unsern tes Allmachtsstimme; Verlaßt, Freund und Gottes Sohn. Kein ihr Todten, eure Gruft! Wachet Auge sahe sie, Das Ohr vernahm auf, erlös'te Sünder! Versam- sie nie, Diese Wonne! Von Ewigmelt euch, ihr Gotteskinder! Der feit 3u Ewigkeit Sei Dank und Welten Herr ist's, der euch ruft. Preis und Ehre dir!( 135, 94) Auferweckung der Todten. Mel. Wie schön leucht't zc. 382, Einst rauſcht Bald werden Gottes Donner laut Den Keim, den er ihr anverdie traut, Von unsrer Erde fodern. Stimme seiner Macht; Sie Freudig, Freudig Steh'n die rauscht, wie Sturm: erwacht! Seinen, Beten, weinen Freuden erwacht! Und alle Hügel beben. zähren Ihm, der Todte weckt, zu Schon müssen Meere, Ströme See'n, Und Berge, Thäler, Tie- 3. Nun beb' ich an dem Grabe fen, Höh'n Die Todten wieder nicht! Ich glaube, was der Mittgeben. Leben, Leben Hebet wieder ler spricht: Ihr werdet aufer Meine Brüder Aus den tiefen, stehen!" Auch ich werd' einst mit Finstern Klüften, wo sie schliefen. Sonnenblick Jhn, meine Wonne Ehren. 2. Mag denn im Bette der und mein Glück, Den Todten Natur Die abgestreifte Hülle nur, weder sehen. Stimme Gottes! Mein Körper mag er modern! Auf, erhebe Dich, und bebe, Der Erlöser als Todtenerwecker. 225 Todeshügel! Bis fie brechen, fürst, Nun deine Todten rufen deine Riegel! wirst, Zum Leben aufzuwachen. Eigne Melodie. 3. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein Heiland, 383. Aufersteh'n, ja aufer- stehen! Du nimmst mich dann zu Läßt in dein Reich Forthin von keiner steh'n wirst du, Mein Leib, nach Ehren an, kurzer Ruh! Unsterblich Leben mich gehen. Wird, der dich schuf, dir geben! Last beschwert, An Leib und Hallelujah! Seele ganz verklärt, Leb' ich bei dir dann ewig. 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gefä't, Der Herr der Nernte geht, Und sammelt Garben, Uns die, ein, uns ein, die starben! Hallelujah! 3. Tag des Dank's, der Freudenthränen Tag! Du, meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erwedst du mich. 4. Denn wo du bist, da sollen Die dir hier folgten, leben, Und ewig frei von Sorg' und Müh, Von Seligen umgeben, Genießen deiner Herrlichkeit. O was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 5. Laß die zukünft'ge Herrlichfeit Mir stets vor Augen schweben, 4. Wie den Träumenden wird's Und oft schon in der Prüfungszeit dann uns sein! Mit Christo geh'n Mein Herz dahin erheben, Wo wir ein Zu seinen Freuden. Der keine Schwachheit mehr müden Pilger Leiden Sind dann Wo wir, der Sterblichkeit nicht mehr. Frohlockend vor dir uns drückt, entrückt, wandeln. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann, lebt' 6. Erwede mich dadurch zum ich Im Heiligthume 3u seines Fleiß, 3u seines Fleiß, Hienieden dir zu leben, Namens Ruhme! Hallelujah! ( 94) Dir Leib und Geist, zu deinem Preis, Zum Eigenthum zu geben. Und faßt mich einst des Todes Schmerz, So tröste der Gedank Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. 384. Mein Heiland lebt; mein Herz: Es kommt ein Tag des Lebens! ( 34) er hat die Macht Des Todes ganz bezwungen, Und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich auf 385. Herr, wenn einst deine Mel. Es ist gewißlich an der zc. geschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein; Kommt wieder, ganzes Leben sein, ich auch sterben. Sein soll mein Stimme ruft: Und ihm will Menschenkinder!" Und wenn ich Gruft UnsterbSünder, Zum Leben aufersteh, Und dann aus meiner 2. Wird gleich mein Leib des lich, nicht mehr Todes Raub; Doch wird er wie- neuen der leben, und einst aus der Ver- deinen Himmel vor mir seh; Dann jauchz' ich, daß ich lebe. 2. Wie wird mir, dem Er15 wesung Staub Sich neu gebildet heben, Wenn du, o großer Lebens 226 Von der Erlösung. wachten, sein! Welch himmlisches nicht in's Gericht; Denn du bist Entzücken, Wenn Leib und Seele meine Zuversicht! sich erfreu'n, Und sich verklärt er= 2. Hier geh' ich oftmals blicken, Wenn nun mein Aug' weinend hin, Den Samen aus nach langer Nacht In Gottes zustreuen. Dort wird der herrneuer Welt erwacht, und keine lichste Gewinn Der Aernte mich Nacht mehr fürchtet! erfreuen. Ich leide und verzage 3. Dann seh' ich und bewundre nicht; Denn du bist meine 3uden, Der mir dies Heil erworben. versicht. 3um erstenmal werd' ich ihn 3. Hier trag' ich deine sanfte seh'n, Ihn, der für mich gestor- Last. Wie groß ist meine Würde! ben; Der mir zum Leben aufer- Allein der Thor, der sie nicht faßt, stand, Und mich mit brüderlicher Nennt's fälschlich eine Bürde. Hand In seine Freude führet. Einst trifft den Spötter dein Ge richt, eter richt, Und dann siegt meine Zuversicht. 4. Dies Leben ist ein steter Tod; Dort ist ein herrlich Erbe Mein Theil nach aller Müh' und Noth: Ich lebe, wenn ich sterbe. Ich werde sein, wo Jesus Christ, beleben. Nur hier bin ich des Der Todten Erstgeborner ist, Und Todes Raub; Dort werd' ich nicht hinfort mehr sterben. 4. Sint immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu ewig leben. Wie stark ist dieses Troft's Gewicht, Wie sicher meine Zuversicht! 5. Grabt den entseelten Leib nur ein! Staub waren seine Glieder; Staub werden sie im Grabe 5. Herr, diesen Segen dank sein; Aus Staub schafft Gott sie ich dir! Mich aus der Gruft zu wieder. Gesä't werd' ich, um heben, Gingst du aus deiner aufzublüh'n; Das Todtenfeld Gruft herfür; Du lebst, auch ich wird wieder grün 3u tausend- soll leben. Ich glaub' an dich, und fält'gen Früchten. zweifle nicht; Dein Wort ist 6. In diesem seligen Ver- meine Zuversicht. trau'n, Einst herrlich aufzustehen, 6. In diesem Glauben stärke Laß mich, mein Heiland, ohne mich. Laß mich den Troft empfin Grau'n Den Weg des Todes den, Den großen Trost, daß ich gehen. Es zeige mir ein sanfter durch dich Den Tod fann über Tod, So wie ein schönes Abend- winden. Grab und Verwesung roth, Von fern den schönern schreckt mich nicht; Denn du bist Morgen! ( 85) meine Zuversicht! ( 195) Mel. Auf Christenmensch, auf 2c. Mel. Ich weiß mein Gott, daß 2. 386. Herr, du bist meine Zuversicht! Du lebst; auch ich soll 387. Mit frommer Freude leben. Du wirst, wie mir dein dank' ich dir! Die große WahrWort verspricht, Unsterblichkeit heit hast du mir, Mein Heiland einst geben. Dein Jünger kommt offenbaret: Mein Leib wird in Der Erlöser als Weltrichter. dem Grabe nur 3um Aufersteh'n bewahret. 2. Ich soll aus meinem Grabe geh'n; Ich soll vor meinem Richter steh'n; Ich hör's aus deinem Munde. Du bist die Wahrheit; ja es kommt, Es kommt die frohe Stunde! 3. Du hast für mich den Tod geschmeckt; Du bist für mich auch auferweckt; Der Tod liegt dir zu Füßen. Die Frucht von deinem Aufersteh'n Soll und werd' ich genießen. 227 5. Laß mich schon hier dein eigen sein! Auch Leib und Glieder sind ja dein; Du gibst sie schöner wieder. O Seele, so mißbrauch' sie nicht; Denn sie sind Chrifti Glieder. 6. Was sorgst du für den Leib, mein Herz? Es ist sein Mangel und sein Schmerz Dem Heiland unverborgen. Er, der ihn einst verklären wird, Wird hier wohl für ihn sorgen! 7. Herr, auch im Sterben bin ich dein! Der Tod soll mir nicht 4. In Schwachheit schließ' ich furchtbar sein; Das Grab soll meinen Lauf; Mit großen Kräften mich nicht schrecken. Ich weiß, steh' ich auf; Verweslich ausge- daß mein Erlöser lebt! Er wird säet, Wird dann zur Unverweslich- mich auferwecken. ( 108) teit mein Beib durch dich erhöhet. Weltgericht. Mittler Hat euch versöhnt, Mit Gott versöhnt; Wer überwindet, wird gefrönt. 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, Mit reinem Herzen zu Mel. Wachet auf, ruft 2c. 388. Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder! Erwacht; denn euch, ihr Menschenkinder, Erwarten befrei'n. Tod und Ewigkeit. empfangen; Denn plözlich bricht Lohn und Strafe, Tod und Leben sein Tag herein. Und der Richter Hat Gott in eure Hand gegeben: wird vom Bösen Sein Voll, die Erwacht; noch ist zur Buße Zeit. Frommen, ganz erlösen, Von Gerecht, gerecht ist Gott; Er hört Sünd' und Tode sie der Frevler Spott! Frevler, zit- Dann ist vollkommnes Heil In tert! Wißt, was er spricht, Ge- Ewigkeit ihr Theil: Jauchzt, ihr reut ihn nicht; Er kommt und Frommen! Seid stets bereit! Es hält gewiß Gericht. kommt die Zeit; Es kommt mit ihr die Ewigkeit. ( 53) 2. Sünder werden angstvoll jagen, Sich vor berflagen, Und dem Richter selbst Eigne Melodie. bebend steh'n vor ſeinem Thron. Jauchzet, jauchzt, 389. Tag des Herrn, an ihr, seine Frommen! Zu euerm dem die Welten Asche werden Heile wird er kommen; Bald vor dem Schelten Deß', der tommt er, und mit ihm sein Lohn. kommt, um zu vergelten! Euch schrecktet tein Gericht; Der 2. Welch ein Zittern, wenn er Herr verwirft euch nicht. Euer richten Wird des Herzens stilles 15* Von der Erlösung. 228 Dichten, Alles prüfen, Alles sichten! 3. Dann wird die Posaun' ertlingen, Schmetternd durch die Gräber dringen, Alle vor den Richter zwingen! 4. Tod wird und Natur er beben, Wenn die Todten dann zum Leben Aufsteh'n, Rechenschaft zu geben! 14. 3war unwürdig ist mein Flehen; Dennoch woll' es nicht verschmähen! Gnade laß für Recht ergehen! 15. Der Verworf'nen Schaar entnommen, Laß mich dir zur Rechten kommen! Stelle mich zu deinen Frommen! 16. Müssen Jene von dir scheiden, Der Verdammniß Qual 5. Bücher werden aufge- zu leiden; Rufe mich zu deinen schlagen, Alles, Alles anzusagen, Freuden! Vor dem Richter zu verklagen. 17. Tief zerfnirscht ring' ich 6. Dunkel muß vor ihm ver- die Hände; Flehend ich zu dir schwinden: Das Geheimste wird mich wende: Herr, Herr, sorge er fünden, Schonen feines Frev- für mein Ende. lers Sünden. ( 20. 83) Mel. Es ist gewißlich an der 2. 7. Was soll dann ich Armer sagen? Wen um Schutz zu rufen 390. Schon ist der Lag wagen, Wo sogar Gerechte zagen? von Gott bestimmt, Da, wer auf 8. König, furchtbar auf dem Erden wandelt, Sein Loos aus Throne! Quell der Gnaden, ach Gottes Händen nimmt, Nachdem verschone! Nette! Nach Verdienst er hier gewandelt. Er kommt, er nicht lohne. fommt des Menschen Sohn, Er kommt, von Gott erwählet schon, Den Erdenkreis zu richten. 9. Milder Jesu, woll'st gedenken, Daß du famst, mir Heil zu schenken; Nicht mich in's Verderben senken! 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, Hier steh'n die Mil 10. Nein, du fannst mich nicht lionen, Die seit dem ersten Tag verstoßen, Hast dein Blut für der Zeit Auf dieser Erde wohnen, mich vergoffen: Nicht vergebens Nur dem Allwissenden bekannt, fei's geflossen! Unzählbar, wie am Meer der 11. Meine Schuld woll'st du Sand; Hier steh'n sie vor dem vergeben! Gnade laß mich seh'n Richter. und Leben, Eh' ich Rechenschaft muß geben! 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt Der Wahrheit unter 12. Tief verschuldet seufz' ich liegen. Hier, wo das Recht die bange, Und die Scham färbt Wage hält, Wird keine Bosheit meine Wange: Schone, daß ich siegen. ist zur Buße nicht Gnad' erlange! Hier mehr Frist; hier gilt nicht mehr 13. Der Marien Trost ge- Betrug und List; Hier gilt kein währet, Und des Schächers falscher Zeuge. Fleh'n erhöret; Hoffen hast du 4. mich gelehret! Herr, mit welcher Ma jestät Wirst du das Urtheil fällen! Der Erlöser als Weltrichter. 229 Bas wird dann dem, der dich Welten! Denn du willst ververschmäht, Den finstern Pfad gelten. erhellen? Des strafenden Ge3. Weh dann mir in Ewigkeit, wissens Pein Wird ewig dann Wenn ich deine Gabe, Meine sein Rächer sein, Vom Himmel Kräfte, meine Zeit hier gemißihn entfernen. braucht habe! Weh dann mir, Hab' ich hier Dein Geschenk ver= 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der Frommen Werth schwendet Und nicht angewendet. erscheinen! Du, Herr, nimmst sie 4. Laß doch täglich dein Gemit Ehren an, Bekennst sie als richt mir vor Augen schweben. die Deinen; Und sie seh'n mit Laß mich stets denn, meiner Pflicht erstauntem Blick, Daß Glaub' Treu zu sein, bestreben, Daß ich und Lieb' das höchste Glück Durch nie Thöricht sie Aus den Augen Gottes Huld erwerben. sege, Nie mit Fleiß verlege. Lehre mich gewissenhaft Jeden 5. 6. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, Das Gott für sie bereitet, Meine Tage zählen; Recht Und seh'n sich ewig, Engeln gleich, Schritt zur Rechenschaft Mit Herrlichkeit bekleidet. Das mit Vorsicht wählen. Gib, daß Stückwerk wird Vollkommenheit; ich Ernstlich mich Jeden Tag, auch Kein Kummer, keine Traurigkeit heute, Auf sie vorbereite! Stört fortan ihre Freude. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht Öft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht, Wenn hier mich Leiden tränken; Es reize mich, gewissen haft Und eingedent der Rechenschaft, Nach deinem Wort zu wandeln. ( 34) 6. 3eigt sich erst die Ewigkeit Furchtbar in der Nähe; O dann ist es nicht mehr Zeit, Daß um Gnad' ich flehe. Wenn der Tod Schon mir droht, Kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich Gleich für jede Sünde, Heiland, daß ich bald durch dich Gnade such' und finde. Rufe du Dann Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. mir zu: Alles ist vergeben; Sünder, du sollst leben! 391. Herr, ich bin dein 8. Dann erscheine zum Gericht; Eigenthum; Dein ist auch mein Ich darf zu dir beten. Mich verLeben. Mir zum Heil und dir stößt dein Vater nicht; Du wirst zum Ruhm Hast du mir's gegeben. mich vertreten. Ewig dein Werd' Väterlich Führst du mich Auf des ich sein, Und mich, dich zu lieben, Lebens Wegen Meinem Ziel ent- Ewig, ewig üben. ( 126) gegen. Mel. Valet will ich dir 2c. 2. Bald kommst du mit großer Kraft Zum Gericht auf Erden. 392. Ich denk an dein GeDann soll ich zur Rechenschaft richte, Du Richter aller Welt! Dargestellet werden. Dein Ge- Der Thor nenn's ein Gedichte, richt Säumet nicht, Richter aller Das Schwachen nur gefällt. 230 Von der Erlösung. Mich soll sein Wahn nicht stören, geh'n; So hoff' ich nicht mit Weil mich des Wortes Licht Und Schanden Vor deinem Thron zu mein Gewissen lehren, Du haltest steh'n. Du stellst auch mich zur einst Gericht. Rechten, Von aller Schuld befreit; 2. Mein Geist erblickt die Führst mich mit deinen Knechten Schaaren, Vor deinen Thron In deine Herrlichkeit. ( 174) gestellt, Die hier im Leben waren Mel. Wachet auf, ruft 2c. Von Anbeginn der Welt. Hier muß sich Jeder stellen, Und seinen 393. Noch ist zwar im Herrn Urtheilsspruch Von dir sich lassen verborgen Der Christen Wandel; fällen Zum Segen oder Fluch. doch der Morgen Ist nah, der Aber 3. Umsonst sucht nun der seinen Tag verspricht. Sünder Vor deiner Macht zu dann, wann er erscheinet; Wann flieh'n. Herr, alle Menschen- jede Thräne, ihm geweinet, 3ur finder Wirst du zur Rechnung Wonne wird am Weltgericht: zieh'n! Du rufft und sie er- Dann wird es offenbar, Was scheinen Vor deinem Richterthron. unser Wandel war: Hallelujah! Den Sündern und den Deinen Der Herr kommt bald, Der Herr Gibst du gerechten Lohn. fommt bald, Und mit ihm unsers Glaubens Lohn. 2. Uns, die noch in Schwachheit leben, Wird er zur HerrlichBagt ihre Seele nicht. Nun keit erheben, Wenn er an uns triumphirt ihr Hoffen! Erlöst nur Treue sieht. Beben werden von aller Müh', Seh'n sie den seine Feinde, Wenn wir getrost Himmel offen, Und du, Herr, sind, seine Freunde, Die Nichts segnest fie! Dein von seiner Liebe schied. 5. Wie angstvoll aber beben, Eigenthum sind wir, Sind lieb Die hier dein Wort verhöhnt, und theuer dir, Jesus Christus! Und durch ein sündlich Leben Schon eingeweiht, Zur Herrlichs Das eitle Herz verwöhnt! Du keit Hast du auch uns durch Kampf gibst der Sünde Knechten Ihr und Leid. 4. Frohlockend seh'n die From Dein heil'ges Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, men Theil in jener Pein; Du führest 3. Vor uns bist du hingedie Gerechten 3u deinen Freu- gangen. Wir folgen nach, o Herr, den ein. und hangen Fest, ewig ungetrennt 6. Laß, Jesu, dies Gerichte an dir. Nun wirst du dein Reich Mir stets vor Augen sein, Und errichten, Wirst, was es hindern drücke sein Gewichte Tief meinem kann, vernichten; Des Reiches Herzen ein! Gib, daß vor dir ich Erben sind dann wir. O unaus wandle In wahrer Frömmigkeit, sprechlich groß Ift, Christen, unser Und als ein Weiser handle, Der Loos: Amen! Amen! Trennt uns seinen Richter scheut. der Tod; Wir geh'n zu Gott, 7. Ist dann dein Tag vor- Und finden wieder uns bei'm handen, Wird diese Welt ver- Herrn! ( 38) 231 seiner freu'n: Wie wird dann mir zu Muthe sein! Mel. Herr Jesu Christ, wahr 2c. 5. O hörte dann, des Ew'gen 394. Preis ihm! Er kommt, Sohn, Auch ich den segnend 11 des Menschen Sohn, Er kommt frohen Ton: Du brachtest, wenn und mit ihm kommt sein Lohn! ich hungrig war, Mir HungernIhn werden alle Welten seh'n, Und alle Völfer vor ihm steh'n. den Erquickung dar! Der Erlöser als Weltrichter. 6. Du hast mich Durstenden getränft, Mir Nackenden dein Kleid geschenkt; Nahmst dich des Gast's, des Kranken an, mir Gefang'nen wohlgethan!" Haft 7. O ströme du, des Ew'gen Sohn, Alsdann von deinem Richterthron Des Himmels ew'ges Heil und Ruh Mir Demuthsvollen gnädig zu! 8. Dann hebe du durch's Perlenthor Auch mich zu jener Stadt 4. Wenn, vor sein Antlitz hin- empor, Zur Gottesstadt, wo gerückt, Mein Auge seinen Glanz Herrlichkeit Und Wonne ist in erblickt; Wenn sich die Frommen Ewigkeit! ( 52) 2. Um seinen Thron Gerechtigkeit, Auf seinem Antlik Heiligfeit! Zu seiner Rechten Licht und heil, Zur Linken der Verworf'nen Theil! 3. Wenn aus des Staub's und Moders Nacht Der Todten große Schaar erwacht; Wenn dann auch mich aus meiner Gruft Die Stimme meines Richters ruft; 2. Abschnitt. Vom Heile in Chrifto. 1) Das Heil nach seinem Wesen überhaupt. Und ihre Kraft Sonne Licht empfinden. 4. So kann ich auch nicht GotWer kann dich ganz tes Rath Von unserm Heil erAllein das Göttliche Das kann mein Herz Mel. Ich dank' dir schon 2c. 395. Gedenke, der uns Leben gibt! durchdenken? Also hat Gott die gründen; Welt geliebt, Mir seinen Sohn zu der That, schenken! empfinden. 2. Gedanke voller Majestät! 5. Ist Chrifti Wort nicht GotUmringt von Finsternissen, Hoch tes Sinn; So werd' ich irren über die Vernunft erhöht, Stillft müssen, Und wer Gott ist und du doch mein Gewissen. was ich bin, Und werden soll 3. Ich kann der Sonne Wun- nicht wissen. der nicht, Nicht ihren Bau er=| 6. Nimm mir den Trost, daß gründen; Und doch kann ich der Jesus Christ Auch meine Schuld 232 Vom Heile in Chrifto. getragen, Mein Mittler, mein für und für Des Glaubens Freud' Erlöser ist; Wie angstvoll muß empfinden; So wirk' er doch sein ich zagen! Werk in mir, Und rein'ge mich von Sünden. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein Spöt- 17. Hat Gott uns seinen Sohn ter rauben. Ich fühle seine Gött- geschenkt, Laß mich noch sterbend lichkeit, Und halte fest am denten: Wie sollt' uns der, det Glauben. ihn geschenkt, Mit ihm nicht Alles schenken? ( 55) 8. Des Gottessohnes Eigenthum, Durch ihn des Himmels Erbe, Das bin ich und das ist Mel. Wie schön leucht't zc. mein Nuhm, Auf den ich leb' unb 396. Wie groß ist unfre sterbe. 9. Er gibt mir seines Geistes Kraft, Im Glauben mich zu stärfen, Der Wollen und Vollbringen schafft zu allen guten Werken. Seligkeit, Gott, schon in der Prüfungszeit, Selbst unter viel Beschwerden, Wenn unser Herz sich dir ergibt, Und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird 10. So lang ich seinen Willen sie einst werden, Wenn sich Herrgern mit reinem Herzen thue, lich Jenes Leben Wird anheben, So fühl ich Freudigkeit im Herrn, Da man Freuden Aerntet von Und schmecke Trost und Ruhe. der Saat der Leiden! 2. O wie erhaben ist das Recht, Das du uns gibest, dein Geschlecht Und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland, Und wer kann deiner starken Hand, All12. Ich weiß, daß mein Er- mächt'ger, uns entreißen? Wenn löser lebt, Der mich einst aus der wir Gleich hier müssen streiten, Erde Erweckt und in sein Reich Und zu Zeiten Schwach uns finerhebt, Da ich ihn schauen werde. den, Hilfst du uns doch über13. Kann meine Lieb' im Glau11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, Und ich zum Kreuze trete, So weiß ich, daß er mein gedenft, Und gibt, worum ich bete. winden! ben hier Jemals für dich erfalten? 3. Du deckest unsre Schulden Das ist die Liebe, Herr zu dir, zu, Schenkst unsern Seelen wahre Dein Wort von Herzen halten. Ruh, Und sättigst uns mit Freude. 14. Erfülle mich mit Dankbar- Dein Sohn ist unser Haupt und teit, So oft ich dich nur nenne, Ruhm, Wir sein erkauftes Eigens Und gib, daß ich dich jederzeit thum, Und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes Sind auf Erden 15. Soll ich dereinst noch wür- In Beschwerden Unsre Seelen: dig sein, Für dich hier Schmach Herr, was kann bei dir uns zu leiden; So laß mich keine fehlen? Treu vor der Welt bekenne. Schmach und Pein Von deiner 4. Es bleibet zwar der hohe Werth Der Gnade, die uns 16. Und kann ich auch nicht widerfährt, Verborgen hier auf Liebe scheiden. Nach seinem Wesen. 233 Erden. Doch wenn dereinst vor zu, Hier kurzen Schmerz, dort aller Welt Er, unser Herr, ew'ge Ruh. Gerichtstag hält, Dann wird er 4. sichtbar werden. Alsdann Sieht Zeit, man Ihn mit Kronen Uns be- feit lohnen, Und mit Ehren Für sein treues Volt erklären. Was seid ihr, Leiden dieser Mir, der ich jener HerrlichMit Ruh entgegen schaue! Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, 5. Wie selig sind wir Christen Weil ich ihm hier vertraue. Bald, dann! Wie viel hast du an uns bald verschwindet aller Schmerz, gethan! O laß uns unsre Würde Und Himmelsfreuden schmeckt das Vor Augen haben allezeit; So Herz. tragen wir mit Willigkeit Der furzen Leiden Bürde. Herr, gib Den Trieb In die Seelen, Dich zu wählen, Und das Leben Ganz zu Jesu Dienst zu geben!( 173) 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schändlich Joch zu meinem Lauf auf Erden. Ich übe findlich meine Pflicht; Doch fühl ich es, ich bin noch nicht, Was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies! Gott hat Geduld, Und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, MittMel. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. 397, Mein Glaub' ist meines Lebens Ruh, Und führt mich deinem Himmel zu, du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, ler aus der Angst, In der ich lag, Beständigkeit, Daß diesen Trost gerissen. Dir, dir verdant' ich der Sterblichkeit Nichts meiner meine Ruh; Du heilest meine Tief präg' es Wunden zu, Und stillest mein Gemeinem Herzen ein, Welch Heil wissen; Und fall' ich noch in es ist, ein Chrift zu sein. meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. Seele raube! 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht Zu deiner Ewigkeit ein 7. Gelobt sei Gott! Ich bin Recht Durch deinen Tod erwor- ein Chrift! Und seine Gnad' und ben. Nun bin ich nicht mehr sch' Wahrheit ist An mir auch nicht und Staub, Nicht mehr des Todes vergebens. Sein Wort hilft mir ew'ger Raub! Du bist für mich zur Heiligung; Die Gnade wirkt gestorben. Mir, der ich dein Er- Erneuerung Des Herzens und löster bin, Ist dieses Leibes Tod des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft Den neuen Menschen in mir schafft. Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und 8. Dank sei dir, Vater, Dank vergißt Die Tribsal dieses Le- und Ruhm, Daß mich dein Evanbens. Ich dulde, was ich dulden gelium Lehrt glauben, hoffen, soll, Und bin des hohen Trostes lieben! Wie sollt' ich, was in dievoll: Ich leide nicht vergebens! ser Zeit Den Vorschmack gibt der Gott selber mißt mein Loos mir Seligkeit, Nicht suchen, fassen, 234 Vom Heile in Christo. üben? O präg' es meinem Her| O heilige uns unserm Herrn, Zu zen ein, Welch Heil es ist, ein Christ zu sein! leben ihm, zu sterben gern! ( 126) Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 4. Durch dich, o Gott, wie groß sind wir! Und o, wie selig werden wir! Lehr' uns dies Glüd 398, Mein Glück im furzen recht achten. Der Erde Scheingut Raum der Zeit, Den hohen sättigt nicht; Der Erde Weisheit Werth der Ewigkeit Erfennet tröstet nicht: Lehr' uns nach Bes meine Seele. Du, Schöpfer, riefst serm trachten! Der du für dich fie aus dem Nichts Zum frohen uns opfertest; Der du uns SünAnschau'n deines Lichts; Dies der heiligeft: Heil uns, wir sind dankt dir meine Seele! Nicht zu dein Eigenthum; Wir bringen der Freude dieser Zeit; 3ur deinem Namen Ruhm! Herr, unWonne jener Ewigkeit; Dir einst ser Gott! Sei ewig, ewig unser zu werden ähnlicher, Schufst du Gott! Dein sind wir lebend und mich, o Allmächtiger. O Vater, auch todt! ( 195) Gott! Für mich gabst du den Sohn in Tod: Wie groß bin ich 399. Eins ist Noth; ach Eigne Melodie. durch dich, o Gott! 2. Sohn, zum Versöhner, mir Herr, dies Eine Lehre mich erkengesandt! Ich folge deiner sanften nen doch! Alles And're, wie's Hand, Die mich zum Himmel auch scheine, 3st ja nur ein schwe hebet! Für mich auch floß dein res Joch, Darunter die Seele sich Blut dahin; Mich von der Welt mühet und plaget, Und dennoch zu dir zu zieh'n, Hast du am Kreuz fein wahres Vergnügen erfaget. gebebet. 3war seh' ich jetzt mit Erlang' ich dies Eine, das Alles blödem Blick Von ferne nur mein erseßt, So werd' ich in Einem mit künftig Glück, Und dunkel ist mir Allem ergött. jene Welt, Die Gott dem Glau2. Seele, willst du dieses ben vorbehält. Doch Jesu Christ! finden; Such's bei teiner CreaWenn einst mein Aug' im Tode tur! Laß, was irdisch ist, dabricht, Dann seh' ich dich von hinten; Schwing dich über die Angesicht. erscheinet; Natur: Wo Gott und die Mensch3. Geist Gottes, uns're Zu- heit in Einem vereinet, Wo alle versicht! Verlaß, verlaß uns vollkommene Fülle Arme nicht, und stärke unsern Glauben. Beuch uns zu Gott und seinem Sohn, Und laß uns unsern Gnadenlohn In dieser Welt 3. Dir auch ist das Heil beNichts rauben. Lent' von der Luft schieden, Das Maria sich erlas, der Eitelfeit uns auf das Heil Als sie, voll von sel'gem Frieden, der Ewigkeit. Ach unsern Geist Still zu Jesu Füßen saß. Shr empfehlen wir Im Leben und im Herz, wie entbrannt' es, die hei Sterben dir. Du Geist aus Gott! ligen Lehren Von Jesu, dem Da, da ist das beste, nothwendige Theil, Dein Ein und dein Alles, Dein ewiges Heil. Nach seinem Wesen. 235 himmlischen Meister, zu hören! erwähle, Mir zur Heiligung Ihr Alles war gänzlich in Jesum gemacht. Was dienet zum göttversenkt; So ward ihr auch Alles lichen Wandel und Leben, Ist in Einem geschenkt. Alles in dir, mein Erlöser, ge= geben. Entreiß' mich der Lust der vergänglichen Welt, Und lehre mich leben, wie dir es gefällt! 4. Also steh't auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir! Laß mich innig an dir hangen; Schenke dich zu eigen 8. Ja, was kann ich mehr vermir. Wie viele, von Weltsinn langen? Mich beströmt die Gnabethört, dich verlassen; Ich will denfluth! Du bist einmal eingedich mit ewiger Liebe umfassen. gangen In das Heil'ge durch dein Denn dein Wort, o Jesu, ist Blut. Da hast du die ew'ge Leben und Geist: Was ist, das Erlösung erfunden, und mich in dir nicht die Seele geneußt? von dem Joche des Elends ent= 5. Aller Weisheit höchste bunden. Mir hast du die völlige Fülle Nur in dir verborgen liegt. Freiheit gebracht, Auch mich Gib denn, daß sich auch mein nun zum Erben des Himmels Wille Gern in jene Schranken gemacht. fügt. In welcher die Demuth in 9. Volles G'nügen, Ruh' und Einfalt regieret, Die mich zu der Freude Ist's, was meine Seele Weisheit, der himmlischen, führet. letzt, Weil auf frischer grüner Ach, wenn ich nur Jesum recht Weide Mich mein guter Hirt erfenne und weiß, So hab' ich der gößt. Was könnte das schmachtende Weisheit, der himmlischen, Preis. Herz mir erlaben, Gebrächen mir 6. Nichts kann ich vor Gott ja Armen die himmlischen Gaben? bringen, Als nur dich, mein Was wäre, das nun noch die höchstes Gut. Jesu, laß es mir Seele betrübt, Wenn Jesus, mein gelingen, Rein zu werden durch Jesus, den Frieden ihr gibt? dein Blut! Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben. Da hab' ich die Tilge allen Heuchelschein. Kleider des Heiles erlangt, In ob ich auf bösem, betrüglichem welchen mein Glaube in Ewigkeit Stege, Und leite mich selber auf ewigem Wege. Laß Schmach mich 7. Nun so gib, daß meine nicht achten, nicht Trübsal und Seele Auch nach deinem Bild Tod Um dich zu gewinnen: erwacht! Du bist, Herr, den ich Dies Eine ist Noth!( 178) prangt. 10. Darum, Jesu, du alleine Sollst mein Eins und Alles sein! Prüfe, forsche, wie ich's meine; Sieh', Bom Heile in Chrifto. Insbesondere: Das Heil in dem gegenwärtigen Leben. 236 Begnadigung und Sündenvergebung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. größten Noth, Gibt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, Und macht 400. Gott, deine Gnad' ist getrost selbst in dem Tod. Er ist unser Leben; Sie schafft uns Heil schon in der Pilgerzeit Ein Vorund Seelenruh! Dein ist's, die schmack ew'ger Herrlichkeit. Sünde zu vergeben, Und willig 7. Laß, Vater, laß auch mich ist dein Herz dazu. Du nimmst empfinden, Wie köstlich dieser die Sünder gnädig an, Die sich Friede sei! Sprich du auch mich voll Reue zu dir nah'n. von meinen Sünden Und ihren 2. Um uns Verlorne zu erretten, Strafen völlig frei! Dein Sohn, Gabst du für uns den eignen der unsre Sünde trug, That Sohn. Er litt, damit wir Friede sterbend auch für mich genug. hätten, Für uns den Tod, der 8. O laß mich dies im GlauSünde Lohn. O Gott, wie hast ben fassen, und meinen Geist mit du uns geliebt; Welch' ein Er- Zuversicht Auf deine Treue fich barmen ausgeübt! verlassen; Wenn alles wankt, 3. Dank, ewig Dank sei dei- wankt sie doch nicht! Wohl dent, ner Treue, Die Niemand g'nug der sich auf dich verläßt; Sein erheben kann! Nun nimmst du Heil steht unbeweglich feft! jede wahre Reue Mit Vaterliebe gnädig an: Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, Und gläubig seinen Mittler ehrt! 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner Gnade freu'n, Und deinem Dienst mein ganzes Leben In kindlichem Gehorsam weih'n. Herr, du vergibst mir meine Schuld; Nie, nie vergeß' ich diese Huld. 4. Entladen wird er aller Plagen, Die dem Gewissen furchtbar sind. Er fann getroft und ( 34) freudig fagen: Gott ist für mich; mel. Kommt her zu mir, ſpricht 2. ich bin sein Kind! Hier ist ff welcher für mich litt, Und mich 401. So hoff ich denn mit noch jetzt bei Gott vertritt." festem Muth Auf Gottes Gnad' 5. O Herr, wie selig ist die und Christi Blut; Ich hoff' ein Seele, Die sich in deiner Gnade ewig Leben. Gott ist ein Vater, freut! Und sei's, daß Erdenglück der verzeiht, Hat mir das Recht ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht Zu- zur Seligkeit In seinem Sohn friedenheit. Dein Friede über- gegeben. wieget weit Die Welt und ihre Herrlichkeit. 2. Herr, welch' ein unaus sprechlich Heil, An dir, an deiner 6. Dein Friede stärkt mit hohem Gnade Theil, Theil an dem Muthe Das Herz auch in der Himmel haben; Im Herzen durch Begnadigung und Sündenvergebung. 237 den Glauben rein, Dich lieben, Dichten, mein Bestreben Sei, und versichert sein Von deines Geistes Gaben! deiner werth zu sein! Der Lüfte Gluth zu dämpfen, Für Jesum nur zu glüh'n, Die Sünde zu bekämpfen, Sei ewig mein Bemüh'n. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, Wirft göttliche Zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, Versüßet uns des Lebens Ruh', Und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, Den Glauben an dein göttlich Wort Um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf 6. Und wanft auf meinem Erden sein, Ihn täglich mehr Pfade Mein ungewisser Schritt; mein Herz erneu'n, Und mich mit So lenke Geist der Gnade, AllTroft erfüllen! mächtig meinen Tritt! Dir, Führer, folg' ich immer, Und sei's auch in das Grab; Entzeuch, mein 5. O komm, du Geist der Liebe! Steh du mir mächtig bei! Daß jeder meiner Triebe Vor dir geheiligt sei! Laß meiner Brüder Freuden mich schau'n mit heiterm Blick, Und meines Nächsten Leiden Verwandeln in sein Glück. ( 55) Mel. Befiehl du deine Wege 2c. 402. Ich bin der Angst Hirt, mir nimmer Den sichern entnommen; Gott blickt mich Hirtenstab! gnädig an. Ich darf mit seinen mel. Beschränkt ihr Weifen dieser sc. Frommen Mich wieder zu ihm 403. Mein Heiland nimmt nah'n. Geheilt sind meine Schmergen; Mein Mittler stillte sie. die Sünder an, Die unter ihrer Gott, solche Rub im Herzen Laft der Sünden Kein Mensch, Fühlt ich auf Erden nie! fein Engel trösten kann, Die nirgend's Ruh und Rettung finden. In ihrer tiefsten ihrer tiefsten Seelennoth, 2. Der Lüste wild Getümmel Schweigt nun in meiner Brust; Ich seh' den offnen Himmel; Ich Wenn das Gesetz Verdammniß athme sel'ge Luft. Befreit von droht, Wenn das Gewissen sie Seelenleiden Und von Ge- verklaget, Und vor dem Richter wissenspein, Trink ich den Kelch angstvoll zaget, Seh'n sie die der Freuden; Wie könnt' ich Freistatt aufgethan: Mein Heijel'ger sein? land nimmt die Sünder an! 3. Gott voll Huld und 2. Sein überschwenglich liebend Treue! Was macht mich dir so Herz Trieb ihn von seinem Thron werth, Daß du das Fleh'n der auf Erden. Ihn drang der Sünder Reue So gnädig haft erhört? Weh und Schmerz, Ein Tilger Ich fühl's, ich fühl's im Staube, ihrer Schuld zu werden. Er Was dich zur Huld bewog; Dein senkt sich ganz in ihre Noth, Und Herz, Gott, und mein Glaube schmeckt für sie den bittern Tod. War's, was dich zu mir zog. Nun, da er hat sein eigen Leben, 4. So sei denn nun mein Sie zu versöhnen, hingegeben, Leben, Erbarmer, ewig dein! Mein Und für die Welt genug gethan; 238 Vom Heile in Christo. Nun heißt's: er nimmt die dich gelockt mit Flehen, Wie lang Sünder an. sich nach dir umgesehen! Eil, eil', 3. O fönntest du sein Herz verlaß die Sündenbahn! Der nur seh'n, Wie sich's nach armen Heiland nimmt die Sünder an! Sündern sehnet, Wenn sie noch 7. Sprich nicht: ich fündigte in der Frre geh'n, Und wenn ihr zu schwer; Ich bin zu sehr mit Aug' voll Reue thränet! Wie Schuld beladen! 3u oft hab' ich neigt zu Zöllnern sich sein Sinn; Verblendeter, zu lang verschmäht Wie eilt er zu Zachäus hin! Wie den Ruf der Gnaden! O wenn gnadenvoll stillt er die Thränen du's jetzt nur redlich meinst, Und Der reuevollen Magdalenen, Ge- deinen Fall mit Ernst beweinst; denkt nicht, was sie sonst gethan! So laß die bangen Zweifel Mein Heiland nimmt die Sün- schwinden: Du wirst vor ihm der an. noch Gnade finden. Er hilft, 4. Wie freundlich blickt er wenn Niemand helfen helfen kann: Petrum an, Den Jünger, der so Mein Heiland nimmt die Sün tief gefallen! Und das hat er der an. nicht bloß gethan, Als man ihn 8. Doch sprich auch nicht: es sah auf Erden wallen. Nein, ist noch Zeit; Jch muß erst noch ewig bleibet er sich gleich, An der Welt genießen; Gott wird ja Mitleid und Erbarmen reich. eben nicht schon heut Die off'ne Nein, Wie er war unter Schmerz und Gnadenpforte schließen! Leiden, So ist er auf dem Thron weil er ruft, so höre du, Und tritt der Freuden Den Sündern lieb- zum Gnadenthron herzu. Wer reich zugethan: Mein Heiland heut den Ruf hört und doch säunimmt die Sünder an. met, Hat leicht die Gnadenzeit verträumet. Ihm wird hernach nicht aufgethan! Heut komm', heut nimmt dich Jesus an! 5. Er führt sie zu dem Vater hin Mit treuen, brüderlichen Armen. Geneigt ist schon des Vaters Sinn 3u lauter ewigem 9. O zeuch uns alle recht zu Erbarmen. Gott nimmt sie auf dir, Erbarmungsvoller Freund an Kindesstatt; Ja alles, was er der Sünder! Erfüll' mit Sehnft und hat, Wird ihnen eigen sucht und Begier Nach Gott die übergeben. Die Pforte zu dem abgewichnen Kinder. Zeig' uns ew'gen Leben Wird ihnen fröhlich bei uns'rer Sünde Schmerz Dein aufgethan; Mein Heiland nimmt offnes, liebevolles Herz, Und wenn wir unser Elend sehen, So 6. So komm' denn mit ge- laß uns ja nicht stille stehen, Bis beugtem Geist, Wen seine Sünde Jeder freudig rühmen kann: tief betrübet, zu ihm, der keinen Gottlob, auch mich nimmt Jesus von sich weis't, 3u ihm, der überdie Sünder an! an! ( 107) schwenglich liebet! Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er 404. Jeju, dir entgegen geht! Wie hat er Mel. Wunderbarer König 2. Friedenbote! Begnadigung und Sündenvergebung. 239 Retter von uns Allen! Laß dir Ewigkeit erwählt. Nun ruh' ich unser Lob gefallen, Gottes Vater- sanft in seinen Armen; Mein liebe Hast du uns erkläret, Hast Vater blickt mich freundlich an; sie mit der That bewähret. Ja du Ich weiß von Nichts als von haft Uns der Last, Welche Sünder Erbarmen, Dadurch ich ihm drücket, Liebevoll entrücket! gefallen kann. Schallen 2. Hohe Lobgesänge 2. Das danke ich dem guten dir zum Preise Ueber jedem Him- Hirten; So selig hat er mich gemelskreise, Daß du, von Er- macht. Mit Schmerzen sucht' er barmen Gegen uns geleitet, Heil mich Verirrten, und Segen uns bereitet. Sollten wir, Jesu, dir nicht vor allen Dingen Dank und Ehre bringen? Und gab auf meine Wege Acht, Er wusch mich rein, verband die Wunden, Und legte mich in Vaters Schoos; Da hieß es: du hast Gnade funden, Du bist von Schuld und Strafe los. 3. Dankvoll will ich singen Deine Lieb' und Güte mit dem treuesten Gemüthe. Du bist auch mein Retter, Hast dein theures Leben Willig in den Tod gegeben. Gern will ich, Heiland, dich Preisen durch ein Leben, Gänzlich dir ergeben. 3. Das waren mir Erquickungszeiten, Das Tage längſt gewünschter Ruh; Da floß ein Strom von Seligkeiten Mir von des Mittlers Kreuze zu. Je mehr 4. Bringt ihm Preis, ihr Alle, ich meine Ohnmacht sehe, Je mehr Die ihr Christum tennet, Und wird mir die Gnade groß; Und ihn euren Heiland nennet! Seiner wenn ich kämpfe, wach' und flehe, freu' sich Jeder, Wer ihn dankbar So wird mein Herz des Kumliebet, In der Heiligung sich übet. mers los. Schon ist Heil Unser Theil, Und wir werden droben Herrlicher ihn loben. 4. Mich führt mein Hirt durch tiefe Wege Nach seines Himmels Höhen zu, Und nur auf diesem schmalen Stege Gelang' ich zu der ew'gen Ruh. Dann soll man Mel. Die Tugend wird durch's 2c. 405. Ich bin im Himmel mit den Himmelschören Mein angeschrieben, Und Gottes Kin- Loblied in der Ewigkeit Aus dem dern zugezählt; Mich hatte schon verklärten Munde hören; Herr, sein brünstig Lieben Dazu von mache mich dazu bereit! Innerer Friede bei dem Zeugnisse eines guten Gewissens und hohe Würde im Besitze des inneren göttlichen Lebens. Mel. Gott ist mein Lied 2c. 2. Dies sei mein Theil! Dies 406, Be soll mir Niemand rauben. Ein esik' ich nur Ein reines Herz von ungefärbtem ruhiges Gewissen; So ist für Glauben, Der Friede Gottes mich, wenn Andre zagen müssen, nur ist Heil. Nichts Schreckliches in der Natur. 3. Welch ein Gewinn, Wenn 240 Vom Heile in Christo. meine Sünde schweiget; Wenn fann der Fromme sprechen Gottes Geift in meinem Geiste Laß unter mir den Bau der Erde zeuget, Daß ich sein Kind und brechen! Gott ist es, dessen Hand Erbe bin! ( 55) Mel. Wer nur den lieben Gott z mich hält. 4. Und diese Ruh, Den besten Troft im Leben, Sollt' ich für Luft, für Luft der Sinne geben? 407. Wenn ich ein gut Ge Dies laffe Gottes Geist nicht zu! wissen habe, So hab' ich große 5. Laß auch die Pflicht, Sich Seligkeit. Es ist des Himmels selber zu besiegen, Die schwerste beste Gabe, Das höchste Glück in sein; sie ist's: doch welch Ver- dieser Zeit. In Freud' und Leiden gnügen Gewährt mir die Die wahre Ruh der brachte Pflicht! voll- gibt es hier Seele mir. 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, Daß Gott gerecht und heilig ist; Sein Geist gibt 3eugniß meinem Leben, Daß ich gewandelt als ein Chrift, Des göttlichen Berufes werth, Der mich 7. Was kann im Schmerz Den Schmerz der Leiden stillen? Im zum Himmel wandeln lehrt. schwersten Kreuz mit Freuden dich 3. Getrost wag' ich's, vor erfüllen? Ein in dem Herrn zu- Gott zu treten, Und ihn mit friednes Herz. Glaubensfreudigkeit Als meinen 8. Was gibt dir Muth, Die Bater anzubeten, Der, was ich Güter zu verachten, Wonach mit habe, mir verleiht; Der Jedem Angst die niedern Seelen trach- Heil und Segen gibt, Und ihn ten? Ein ruhig Herz, dies größte von ganzem Herzen liebt. Gut. 4. Mit Muth trag' ich des 9. Was ist der Spott, Den Lebens Leiden, Verfolgung, ein Gerechter leidet? Sein wah- Läst'rung, Schmach und Hohn; rer Ruhm! denn wer das Böse Denn des Gewissens innre Freu meidet, Das Gute thut, hat den Sind süßer, als der MenRuhm bei Gott. schen Lohn; Und was kann höhern Trost verleih'n, Als ohne Schuld Den 6. Was kann im Glück Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen Dir jeden frohen Augenblick. 10. Im Herzen rein Hinauf gen Himmel schauen, und sagen: im Leiden sein? Gott, du Gott, bist mein Vertrauen: Welch Glüdk, o Mensch, Schritte tann größer sein? 5. Ich gehe mit gefaßtem Des Lebens legter Stunde zu! Es falle dieses Leibes 11. Sieh, Alles weicht! Bald Hütte! Ich gehe ein zu Gottes wirst du sterben müssen. Was Ruh, Indem mein Geift, der wird alsdann dir deinen Tod Gott gelebt, 3u seinem Ursprung versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht! 12. Laß Erd' und Welt - sich erhebt. 6. O Seele, darum fei beflif So sen, Daß unverrückte, fromme Christenfriede. 241 Treu' Dir immerdar ein gut Ge- Mich unterweist, Und mich führt wissen Und Glaubenszuversicht auf eb'nem Pfade, Das ist deine verleih'; Und du, mein Gott, Gnade. regiere mich! Denn was vermag ich ohne dich? ( 55) 6. Der du Blut und Leben Für mich hingegeben, Daß in meiner Noth Ich nicht hilflos bliebe; Groß ist deine Liebe, Mel. Jefu, meine Freude 2c. 408. Wie getroft und hei- Stärfer, als der Tod. Herr, und ich, Wie sollt' ich mich Deiner Huld nicht dankbar freuen, Dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget. O mein Heil, das g'nüget meiner Seele nicht! Hab' ich dich, Wie gern will ich Das wonach die Heiden trachten, Reich ter, Herr, mein Licht und Leiter, Machst du meinen Geist, Der du, die dir trauen, Führst auf grüne Auen, Und sie gern erfreust! Niemals wird Bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquicung fehlen! 2. Deinem Rath ergeben, Freu' ich mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; Du, mein Seligmacher, in dir, verachten! Rüstest mich mit Muth! Wenn die Welt Erbebt und fällt, Wenn Gericht und Hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 8. Deinen hohen Frieden Schmeck ich schon hienieden; Und was hoff' ich dort? Unbegrenzte Zeiten Voller Seligkeiten 3. Jch fann ohne Grauen Grä- Hoff ich auf dein Wort. Sie sind ber vor mir schauen; Mein Er- mein Durch dich allein. Bleib' löser lebt! Ich weiß, wem ich ich dir getreu im Glauben; Wer glaube, Weiß, daß aus dem fann mir sie rauben? Staube Mich sein Arm erhebt. 9. Voll von deiner Güte, Todestag, Dein Schrecken mag Jauchzet mein Gemüthe, Herr, Gines Freblers Herz erschüttern; mein Heiland, dir! Dieser Geist Was brauch' ich zu zittern? der Freuden Stärke mich im Lei4. Auch in mir ist Sünde; den, Weiche nie von mir! Laß Doch ich überwinde Sie, mein mich so, Beherzt und froh, Einst Hort, durch dich! Sink ich oft durch's Thal des Todes dringen, noch nieder, Du erhebst mich wie- Dort dein Lob zu singen!( 127) der; Du begnadigst mich. Deine Mel. Lobet den Herrn 2c. Huld Tilgt meine entziehst du deinem Knechte Der 409. Alles ist euer! o Worte Erlösten Rechte. des ewigen Lebens! Fühle fie, 5. Daß ich Gott erfenne, Und gläubige Seele, voll heiligen ihn Vater nenne, Und mich ewig Bebens. Alles ist dein! Irdischen jein; Daß ich hier am Grabe Menschen allein Tönen die Worte Trost und Hoffnung habe, vergebens. Dant' ich dir allein. Daß dein Geist 2. Göttliche Würde, entzückende 16 242 Vom Heile in Christo. Hoheit des Christen! Wallt er Geistes erblickt. Was viele vergleich dürftig und einsam in trau- achten Bei irdischem Trachten, rigen Wüsten; Findet er gleich Hat ihre erleuchteten Sinne geThoren geachtet und reich: Nie zieret, Und sie zu der göttlichen kann nach Eitelm ihn lüsten! Würde geführet. 3. Immer das Auge gerichtet 2. Sie gleichen im Neußern nach heiligen Höhen, Sieht er die den Kindern der Erde, Und tragen Güter der Thoren im Sturme noch an sich des Jrdischen Bild. verwehen. Wohl ihm! er faßt, Sie fühlen, wie Andre, der Statt der vergänglichen Last, Menschheit Beschwerde; Oft seh'n Güter, die nimmer vergehen. fie die Sonne der Freude ver4. Alles, was Freude gewähret hüllt. Sie stehen und wandeln, im irdischen Leben, Alles, was Sie reden und handeln, Wie Kinder der Erde hier lässet er Jeder es treibet in zeitlichen beben, Leben und Tod Ist euch Dingen; Doch kann sie die weltauf Gottes Gebot Unter die liche Luft nicht bezwingen. Füße gegeben. 3. Denn innerlich sind sie von 5. Alles ist euer, ihr Christen; göttlichem Stamme, Geboren aus vom Himmel hernieder Schauet Gott durch sein mächtiges Wort. der Mittler auf seine ihm ähn- Es lodert in ihnen die himmlische lichen Glieder. Höret, er spricht: Flamme, Entzündet dort oben, Die Engel, Fürchte, du Häuslein, dich nicht! genähret von dort. Alles ist euer, ihr Brüder! als Brüder, Erfreu'n sich der Lie6. Seid ihr auch elend, ver- der, Die hier von den Lippen der laffen, verfolgt und gefangen; Frommen erklingen, und bis Fließen auch Zähren des Grams in das himmlische Heiligthum von erbleichenden Wangen: Dro- dringen. ben im Licht, Freut euch, da fließen sie nicht; Dort ist das Alte vergangen. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel; Sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt. Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sind arm; doch sie haben, was ihnen gefällt. Sie stehen im Leiden, und bleiben in Freuden; Sie scheinen ertödtet ( 179) den äußeren Sinnen, Und führen das Leben des Glaubens von COinnen. 7. Die ihr mit Christo einst Herrschet, singt Lieder der Feier! Freut euch der Hoheit, die Christus errungen so theuer, Die er er warb, Als er auf Golgatha starb. Amen, ja, Alles ist euer! Eigne Melodie. 410, Es glänzet der ChriWenn 5. Wenn Christus, ihr Leben, sten inwendiges Leben, Obgleich wird offenbar werden, fie von Außen fein Schimmer einst er sich Allen in Herrlichkeit auch schmückt. Was ihnen der zeigt; Vor Engeln und Menschen, König des Himmels gegeben, vor Himmel und Erden Wird Das wird nur vom Auge des dann auch den Seinen die Krone Christenwürde. 243 Immer " gereicht. Sie werden regieren, 4. Nie erliegend Mit ihm triumphiren, Wie leuch- siegend Ist der Christen Stärke, tende Sterne des Himmels dort Weil Gott selbst mit ihnen streitet, prangen, Wenn Weltglanz und Sie zum Kämpfen recht bereitet, Schimmer in Nacht ist vergangen. Herrlich sie zum Siege leitet. 5. Unverderblich, Nimmer 6. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel! Neu strahlet sterblich Ist der Christen Ehre, auch ihr dann im himmlischen Drückt die Schmach der Welt sie Licht. Der Schöpfung ist unsre nieder, Gottes Huld erhöht sie Verklärung ein Siegel, Das ihr wieder; Sie sind Christi Freund' auch Erlösung, Verflärung ver- und Brüder. spricht. Sie wird, uns zu dienen, Auf's Herrlichste grünen, Wenn unser verborgenes Leben erscheinet, Nach dem sich ihr Seufzen mit unserm vereinet. 7. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du ewige Sonne der inneren Welt! Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, Wie oft auch die Menge für thöricht ihn hält. Hier wenig geschäget, Und oftmals verleget, Hier stille mit Christo im Vater gelebet; Das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet.( 152) 6. Ohne Wanken, Sonder Schwanken Ist der Christen Wissen, Weil ihr Wissen und ihr Denken Sie allein auf Christum lenken, Um in Gott sich zu ver= senken. 7. O wie g'nügend, Nimmer trügend Sind der Christen Schätze! Was die wahren Christen haben, Sind die unsichtbaren Gaben, Wonach keine Diebe graben. 8. O wie richtig Und wie herrlich Ist der Christen Herrschen! Hier ist Demuth ihre Krone; Dort erlangen sie zum Lohne Ew'ge Herrschaft mit dem Sohne. Mel. Ach wie nichtig, ach wie zc. 411. O wie wichtig, Und wie richtig, Ist der Christen Leben! Frei von Unruh' und von Sorgen Bleibt es heute so, wie morgen; Denn es ist in Gott verborgen. 2. O wie wichtig, Wenn gleich 412. Herr, welch' Heil tann flüchtig Sind der Christen Tage! Wer sich durch die Zeit gerungen, ich erringen! Zu welchen Höh'n Und zum Ew'gen aufgeschwungen, darf ich mich schwingen! Mein Dem ist jeder Tag gelungen. Wandel soll im Himmel sein. O 3. 9. Mach' mich tüchtig, Daß ich richtig, Herr, den Lauf vollende! Laß mich wachen, beten, ringen, Muthig zu dem Ziele dringen; Gib zum Wollen das Vollbringen! Mel. Wachet auf, ruft 2c. Unvergänglich, Ueber- du Wort voll heil'gen Bebens, schwenglich Ist der Christen Und voller Wonn' und ew'gen Freude! Freude, die in Gott ge- Lebens! Mein Wandel soll im gründet, Die den Geist mit ihm Himmel sein. Erstaunend sink' ich verbindet, Freude, die kein Ende hin; Ich ahne, wer ich bin, Werk findet. d ich sein kann. Ich trage noch Des 16* 244 Vom Heile in Christo. Todes Joch: Im Himmel soll ich| Dort strahlt dein Angesicht Im wandeln doch! reinsten Himmelslicht Allen From2. Schwing' dich denn zu die- men. Preis't, Seraphim, Und die sen Höhen, Und lern' im Lichte ihr ihm Gestorben seid und sterGottes sehen, Wer du, versöhnte ben sollt! Seele, bist. Mit dem seligsten on Entzücken Wirst du in diesem Licht erblicken, Wer, Seele, dein ( 94) Eigne Melodie. Versöhner ist. Du, durch sein 413. O Ursprung des LeOpfer rein, Und stark, dich ihm bens, O ewiges Licht, Wo Niezu weih'n Ohne Wanken; Er, mand vergebens Sucht, was ihm Gottes Sohn, Der reichen Lohn gebricht! Lebendige Quelle, Die Den Gläub'gen gibt an seinem lauter und helle In reichlicher Thron! Fülle vom Himmel her fließt Und 3. Wenn die Seel' in tiefe sich in die gläubigen Seelen er Stille Versunfen ist; wenn ganz gießt! ihr Wille Der Wille deß ist, der 2. Du sprichst: wer begehret, sie liebt; Wenn ihr inniges Ver- 3u schmecken schon hier, Was trauen Sie fast erhebt zum sel'gen ewiglich nähret, Der fomme zu Schauen, Und Liebe sie um Liebe mir! Seht himmlische Gaben, gibt: Wie strömt dann Wahrheit, Die fräftiglich laben! O tretet im Ruh Und Trost, o Herr, ihr zu, Glauben zur Quelle heran; Hier Gnad' um Gnade! Wie hoch ent- ist, was euch ewig beseligen kann! zückt, Wie reich erquict Ist sie, schon ganz der Erd' entrückt! Mir 3. Mein Hirt und mein Hüter! Ich komme zu dir. Gewähre die 4. Ja, dann ist ihr schon ge- Güter Des Heiles auch mir. Du geben Ihr neuer Nam'; in jenem fannst dein Versprechen Leben, Im Himmel ist ihr Wan- Armen nicht brechen; Du siehest, del dann. Stark, den Streit des wie elend und dürftig ich bin! Herrn zu streiten, Eilt sie, die Drum gib deine Fülle aus GnaKrone zu erbeuten, Sie tämpft, den mir hin! fie siegt und betet an. Preis, 4. O Brunnquell, du labest Ruhm und Ehr' und Kraft Jhm, Geist, Seele und Muth, Und wen der uns neu erschafft, Ihm zu du begabest, Hat himmlisches Gut. leben! Und Ihm sei Dant Und Dies recht zu genießen, Kann Lobgefang, Der für uns ging des Alles versüßen; Es finget und Todes Gang! jauchzet das fröhliche Herz; Es weiß nichts von Kummer und nagendem Schmerz. 5. Preis sei auf dem ew'gen Throne Dem Vater und dem hohen Sohne, Jhm, der da ist und der da war! Lauter Weisheit, Gnad' und Stärke Und Wunder, Herr, find deine Werke: Gib heilige Triebe, In's Meer Dort sind sie ganz uns offenbar. deiner Liebe zu senten den from5. Drum wollest du geben Dem sehnenden Geist, Was dienet zum Leben, Was du nur verleihst. Gemeinschaft mit Gott. 245 men und gläubigen Sinn, Und Die werden dort ewig sich freuen ziehe mich ganz zu dem Himmlischen hin! mit dir. 7. O gib, daß ich werde Einst 6. Und trifft mich auch Leiden, droben erquickt, Wo keine BeVerfolgung und Pein; So laß schwerde Die Deinen mehr drückt; mich mit Freuden Gehorsam dir Wo Freude die Fülle, Wo liebliche sein. Denn Allen, Herr, welche Stille, Wo Gott mit den Seinen Mittrinken vom Kelche, Den du in Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges haft getrunken im Leiden allhier, Leben wird ewig belohnt.( 98) Beseligende Gemeinschaft mit Gott in Chrifto. Mel. Echmücke dich, o liebe Seele 2c. gestritten. Laß mich deine Kraft beleben, Wenn die müden Hände 414. Vom Geräusch der beben! mach' mich frei von Noth Welt geschieden, Schmeck ich des und Sünden; Hilf mir, hilf mir Erlösers Frieden, schon auf Erden Und die Wonne, überwinden! ( 40) Gottes Bilde Eigne Melodie. gleich zu werden. Ich seh' diese 415. Wie wohl ist mir, o Welt voll Sünden Unter meinem Fuß verschwinden, Und das Glück Freund der Seelen, Wenn ich in von jenem Leben Den entzückten| deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht; Geist umgeben. was kann mich quälen? Mein Licht, mein Heil, mein Trost bist du! Bei dir vergeß ich meine Leiden: Es strömt die Fülle heil'ger Freuden, Herr, deine Lieb' in meine Brust. Mein ist der Himmel schon auf Erden; Dem muß ja volle G'nüge werden, Der in 2. Gott, was ist der Reiz von Lüsten Ueber sie erhab'nen Christen? Was der Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens kurze Leiden, Wenn sie schon den Lohn erblicken, Der sie ewig soll erquiden, Und des Kranzes Werth empfinden, Den dort Engel für dir findet Ruh' und Luft. sie winden? 2. Mag sich die Welt mir 3. Nun mag Elend auf mich feindlich zeigen; Was schadet stürmen; Gottes Hand wird mich mir's? ich zage nicht. Will fie beschirmen. Kurz sind dieses sich freundlich zu mir neigen; Ich Elends Pfade; Ewig währt der flieh' ihr trügend Angesicht. Was Lohn der Gnade. Mit des Dan ist doch, das bei dir mir fehle? tes stillen Zähren Will ich Gottes Du bist der Freund, den ich erRathschluß ehren; Unter feiner wähle; Tu bleibst mein Freund, Plage sinken, Still den Kelch der wenn Freundschaft weicht. Leiden trinken. Laß drchen Blige, Wind und Wellen! 4. Du hast selbst der Menschen Du, Treuer, fannst mich sicher Plagen, Heiland, voll Geduld stellen, Der mir den festen Unter getragen, Mehr, als Sterbliche, reicht. gelitten, mit dem schwersten Tod 3. Will mich die Laft der Sün 246 Vom Heile in Christo. den drücken; Droht das Gesetz mir die Feinde? Was acht' ich mir Fluch und Weh; Du kannst alle Noth? dem Fluche mich entrücken: Drum 2. Ich weiß und glaub' es feste, blick ich gläubig in die Höh'. Für Und rühm' es ohne Scheu, Daß mich hast du am Kreuz gerungen, Gott, der Höchste, Beste, Mein Haft sterbend meinen Feind be- Schuß, mein Vater sei. Er wird zwungen; In dir nimmt Gott in allen Fällen Zu meiner Rechten mich gnädig an. Tritt Alles wider steh'n; Er dämpfet Sturm und mich zusammen; Du bist mein Wellen, Läßt mich nicht unter Heil: wer will verdammen? geh'n. Wer ist's, der mich beschuld'gen fann? 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise; Ich folg' und lehne 3. Der Grund, auf den ich baue, Jst Christus und sein Blut. In Jhm, dem ich vertraue, Find' ich das ew'ge Gut. An mir und mich auf dich. Dein Himmels- meinem Leben Ist nichts der Liebe wort ist meine Speise; Dein werth; Was Christus mir ge Labequell erquicket mich. Ich geben, Hat freie Huld gewährt. traue deinen Wunderwegen; Sie 4. Er ist mir Ruhm und Ehre, enden sich in Licht und Segen: Mein Glanz und helles Licht. Genug, wenn ich bei dir nur bin! Wenn er nicht für mich wäre, Ich weiß: wen du willst herrlich Beständ' ich Sünder nicht. Nun zieren, Und über Sonn' und mich kein Urtheil schrecket, Rein Sterne führen, Durch dunkle Unheil mich betrübt, Weil mich Thäler führst du ihn. mit Flügeln decket Der Heiland, der mich liebt. 5. Der Tod mag Sündern schrecklich scheinen; Ich harre sein 5. Sein Geist wohnt mir im mit frohem Muth: Denn du, Herzen, Regieret meinen Sinn, mein Leben, läsfest Keinen, Der Vertreibet Furcht und Schmerganz in deiner Liebe ruht. Ich zen, Nimmt allen Kummer hin; bebe nicht vor meinem Grabe; Gibt Segen und Gedeihen Dem, Ich, der ich dich zum Führer habe, was er in mir schafft; Hilft mir Geh' mit dir in des Grabes Nacht. das Abba schreien War mein der Himmel schon auf meiner Kraft. Erden; Was wird erst dort, erst dort mir werden, Wenn mir des Lebens Morgen tagt? Aus aller ( 31) 6. Er rufet meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hilfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh; Wie er mir dort erbauet Die edle Gottesstadt, Da 416. ft Gott für mich, so Herz und Auge schauet, Was es Mel. Befiehl du deine Wege zc. trete geglaubet hat. Gleich Alles wider mich. So oft ich sing' und bete, Weicht 7. Dort ist mein Theil und Alles hinter sich. Hab' ich das Erbe Mir prächtig zugericht't. Haupt zum Freunde, Und liebet Ob ich gleich fall' und sterbe, mich mein Gott; Was schaden Fällt doch mein Himmel nicht; Gemeinschaft mit Gott. 247 Und wein' ich auch hienieden Die 4. Im Finstern ist der Herr Thränen dieser Zeit; Mein Jesus sein Licht, In Nöthen seine Zuund sein Frieden Verjüßet jedes versicht, Jm Kummer sein ErLeid. da götzen. Und treten alle Freunde 8. Mag denn die Welt ver- fern, So kann auf seinen Freund, gehen; Du bleibst mir ewiglich. den Herrn, Er seine Hoffnung Dich, Jesum, werd' ich sehen; segen. Nichts scheidet dich und mich: 5. So hochbegnadigt ist der Kein Lieben und kein Leiden, Christ, Der Jesu frommer Nicht Angst und Fährlichkeit, Jünger ist, Schon selig hier auf Kein Engel, keine Freuden, Nicht Erden. Doch nach vollbrachter Thron und Herrlichkeit. Prüfungszeit Kommt sein Glück zur Vollkommenheit; Dort soll er herrlich werden. 9. Mein Herz ist voller Freude; Wie kann ich traurig sein? Ich weiß von feinem Leide, Seh' lau- 6. O Gott, erleuchte, die noch ter Sonnenschein. Die Sonne, blind, Noch Christen ohne Christo die mir lachet, Bist du, Herr sind, Des Wegs zum Glück verJesus Christ; Das, was mich fehlen! Zeig' ihnen, Gott des jauchzen machet, Ist, was im Und gib, daß sie Himmel ist! Erkennen und er( 108) ( 56) ( Nach Röm. 8, 31.) Mel. Kommt her zu mir spricht 2c. Heils, dein Heil, das beste Theil wählen! Mel. Dir, dir Jehovah will c. 417. Kommt, Christen, preift 418. Der du zu den beglückden Herrn mit mir! Sein Wohl- ten Schaaren, Die Jesum fennen, thun währet für und für Bei mich, auch mich gesellt, Durch ihn denen, die ihn lieben. Ihr treues schon in der Kindheit Jahren Herz ist ihm bekannt; Sie sind in Mich treu gelehrt, was dir, o seine Baterhand Zum Segen ein- Herr, gefällt; Dir bringt, gerührt von seiner Seligkeit, Mein Herz geschrieben. 2. Ein Kind des höchsten Vaters ein Lied voll heißer Dankbarkeit! sein, Sich sein und seiner Gnade 2. Ich darf ja dich nun Vater freu'n, Bei keiner Prüfung beben; nennen; Von dir, der du die Liebe Bei'm Blick auf Gott die Welt selber bist, Kann Tod und Leben verschmäh'n, Dem Tode froh ent- mich nicht trennen. Dein Kind gegen geh'n: Das ist ein selig bin ich, dein Kind ist jeder Christ, Leben! Der treulich übt, was ihn sein 3. Der Hüter, der die Welt Meister lehrt, Und sein Gebot bewacht, Gibt auf die ihm Ge- als Stimme Gottes ehrt. treuen Acht; Sie sind bei ihm in 3. Unzählbar sind die SeligGnaden. Wen Gott mit seiner feiten, Die mir mein hoher Allmacht schützt, Wer unter seinem Glaube täglich gibt; 3u freudenSchirme sist; Wer kann, wer vollen Ewigkeiten Werd' ich auf will dem schaden? dieser Erde vorgeübt. Wer Jesu 248 Vom Heile in Christo. glaubt, den schrecken Gräber| stunden; Größern Schmerz, Als nicht; Denn ew'ges Leben bracht' sein Herz, Hat kein Herz empfun er an das Licht. den. Darum blickt, wenn seiner 4. Er ist mein Troft in Küm- Brüder Einer weint, Unser Freund mernissen, Mein Vorbild auf des Mitleidsvoll hernieder.de Pilgerlebens Bahn. Und fühl' 4. Will das Herz vor Jammer ich Kummer im Gewissen, So brechen; O er trägt Und verschau ich glaubensvoll zu ihm pflegt Uns in unsern Schwächen. hinan, Der von der Furcht das Selig, wer in bösen Zeiten, In bange Herz befreit, Und mir's Gefahr Immerdar Sich von ihm verheißt, daß Gott uns gern läßt leiten!. verzeiht. 5. Jesu, treu'ster Freund von 5. Gelitten hat er selbst, ge- Allen, Mit dir will, Froh und duldet, Kennt Noth und Elend, still, Ich im Leben wallen! kennt den Gram und Schmerz; Auch der Tod kann mich nicht Und ach, er hatte nichts ver- schrecken; Denn du wirst, Lebensschuldet, Und rein von Sünden fürst, Mich einft auferwecken. blieb im Kampf sein Herz. Nun ( 21) fann er helfen, weiß, wie dem, Mel. Eine feste Burg ist zc. der weint, 3u Muthe sei, der 420. Auf ewig ist der Herr treue Menschenfreund. 6. Wer zählt, wer zählt die mein Theil, Mein Führer und Segen alle, Die er uns schuf als mein Tröster! Er ist mein Gott, unser Loos und Theil? Preis't ihn mit lautem Jubelschalle, Und fühlt, erlös'te Brüder, euer Heil! Ihm danke, wer ihn kennt und wer ihn ehrt! O selig, wer auf feine Stimme hört!( 136) mein Licht, mein Heil, Und ich bin sein Erlös'ter! Ja, du verwirfst mich nicht, Selbst dort im Gericht! Mit jenes Lebens Ruh Erquickest, segnest du mich schon in diesem Leben. Mel. Warum sollt' ich mich denn 2c. 2. Wie oft ist schon von seiner Pein Mein Herz durch dich 419. Meines Herzens reinste genesen, Fern von der Welt, mit Freude Ist nur die, Daß ich nie dir allein, Du Wesen aller Wesen! Mich von Jesu scheide, Daß ich Er, der die Welt erschuf Durch ihn durch Glauben ehre, Jeder- der Allmacht Ruf, War mein zeit Hocherfreut Seine Stimme getreuer Gott, Half mir in jeder höre. Noth, Und gab mir seinen Frieden. 2. Freundlich ruft er alle 3. Den Glauben hielt ich Müden, Und erfüllt, Sanft und immer fest, Den Gottes Wort mild, Ihren Geist mit Frieden. mich lehret, Daß er die Seinen Seine Laft ist leicht zu tragen; nie verläßt, Ihr Leid in Freude Er macht Bahn, Geht voran, fehret. Die Trübsal dieser Zeit, Stärkt uns, wenn wir zagen. Allen Kampf und Streit, konnt 3. Ja, er fennt die Leidens- ich durch ihn besteh'n, Der meiner Gemeinschaft mit Gott. 249 Seele Fleh'n, Selbst mein Ver-| Vater kommen. In ihm hat Gott stummen hörte. auch mich erwählt, Mich in die 4. Wohl mir, wenn meine Kindschaft aufgenommen. Er Seele fleht, Erhaben aus dem nahm sich meines Elends an; Staube, Und wenn durch brünsti- Mit unfrer Menschheit ange= ges Gebet Sich stärkt mein than Erschien der Heiligste auf schwacher Glaube! Wie steig' ich Erden, Mein Bruder und mein dann empor Zu der Sieger Chor! Heil zu werden, zu Gottes Bild Ich ruhe ganz in dir; Mein Geist mich zu erneu'n: Mein Freund ist ist nicht mehr hier: Ich bin in mein und ich bin sein! Hoffnung selig. 5. Von bin ich, 3. Gott der den eignen Sohn deiner Gotteskraft mir gab, Gewährt mir Alles mit Unendlicher, umgeben! dem Sohne; Nicht nur sein Kreuz, Du siehst mich, ich empfinde dich; nicht nur sein Grab; Auch seinen Schau'n werd' ich dich und leben! Thron und seine Krone. Ja, was Ja, hier und dort und da Ist mein er redet, hat und thut, Sein Gott mir nah. Gedanke meiner Wort und Geist, sein Fleisch und Ruh, Wie reich an Heil bist du! Blut; Was er geleistet und geWie reich an wahrem Troste! litten, Was er gewonnen und 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir, erstritten; Das alles will er mir Doch nicht durch mein Vermögen, verleih'n: Mein Freund ist mein Daß ich des Herrn bin, ist in mir und ich bin sein! Dein gnadenvoller Segen. Mein 4. Er leitet mich auf ebner Gott, ich lebe dir, Und ich sterbe Bahn; Ich wandle freudig seine dir! Ja, Vater, Vater, dein Will Pfade. Er sieht nur meinen ich auf ewig sein, und ewig dein Glauben an; Ich will sonst mich freuen! ( 94) Nichts, als seine Gnade. Die Wahl, die uns zusammenfügt, Sie reut ich bin Eigne Melodie. 421. Beschränkt, ihr Wei- gnügt In ihm und er mit mir en dieser Welt, Die Freundschaft zufrieden: Wir bleiben ewig immer auf die Gleichen, Und ungeschieden; Ein Herz und leugnet, daß sich Gott gesellt 3u Sinn, Ein Ja und Nein: denen, die ihn nicht erreichen! Mein Freund ist mein und ich Ist Gott schon Alles und ich bin sein. Nichts, Ein Schatten ich, er 5. Des Heilands Gnadenquell Quell des Lichts; Ich Asch' und ist reich An Seligkeit für all' die Staub, er hocherhaben, Ich arm, Seinen. Mit ihnen will er aller reich an allen Gaben; Ich zugleich In gleicher Liebe sich fündenvoll, und er ganz rein: vereinen. Durch Aller, Aller Mein Freund ist mein und ich Mitgenuß Erschöpft sich nicht sein bin sein! Ueberfluß. Gern laß ich euch an 2. Sein Sohn hat sich mit mir seinen Gaben, Ihr Mitgenossen, vermählt; Durch ihn soll ich zum Antheil haben; Mich soll kein 250 Vom Heile in Chrifto. Neid mit euch entzwei'n: Er bleibt 8. Sein ist mein Leib, sein ist doch mein, und ich bin sein! ud mein Geist, Die er erschuf, die 6. Mein Freund ist meiner er erlös'te, Hier beide schützet, Seele Geist, Mein Freund ist pfleget, speis't, Bis er dort meines Lebens Leben. Nach ihm, beide ewig tröste. Sein ist mein der mich den Seinen heißt, Und Werk, sein ist mein Ruhm; sonst nach keinem will ich streben. Mein Alles ist sein Eigenthum, Mit Freuden geb' ich Alles hin, Und was ich bin und was ich Was diese Welt gibt, hab' ich habe, Ist meines Freundes Gnaihn: Sie mag mir Alles, Alles dengabe. Ich leb', ich sterbe ihm rauben; Sie lasse mir nur meinen allein: Mein Freund ist mein Glauben, So bleibt ja doch das und ich bin sein! Beste mein: Mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Sein ist mein himmlisch Bürgerrecht: Er wollte durch 7. Ohn' ihn ist mir der Himmel sein blutig Sterben Mir und dem trüb'; Ohn' ihn die Hölle nur fündigen Geschlecht Das Recht auf Erden. Nun aber muß durch der Seligkeit erwerben. Mich seine Lieb' Die Wüste mir zum schrect's nicht, wenn mein Auge Eden werden. Ohn' ihn ist mitten bricht; Mich schrecket nicht das im Gedräng' Der Freude mir die Weltgericht. Mag meinen Staub Welt zu eng; Ich bin, wenn alle der Wind verwehen; Mag Erd' Freunde fliehen, Wenn mir selbst und Himmel untergehen; Ich Brüder sich entziehen, 3war ein- geh' zu seiner Freude ein: Mein sam, aber nicht allein: Mein Freund ist mein und ich bin sein! Freund ist mein und ich bin sein! ( 209) Getroster Sinn unter Kampf und Leiden. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 3. Auch wenn wir zweifelnd uns oft grämen; Wenn Kleinmuth un422. Wenn heiße Thränen sern Geist verstimmt, Willst du uns mir entfließen, Mein Herz in Schwache nicht beschämen, So lang Angst und Schrecken ringt; Dann ein Funke Glaubens glimmt. Du fint' ich, Herr, zu deinen Füßen, fachst ihn an, du nähreft ihn, Und Und finde, was mir Tröstung bald wird er von neuem glüh'n. bringt. Dann wird der Glaube mir ein Licht, Das meines Rummers Nacht durchbricht. 4. Du regst die schon gesunk nen Hände; Du stärkst des matten Kämpfers Fuß; Gibst der Versuchung solch ein Ende, Daß un 2. Du, Heiland bietest jedem Müden Erquickung, Muth und ser Dank dich preisen muß. Hoffnung an; Und gibst ihm jenen führest durch die Prüfungszeit innern Frieden, Den ihm die Uns nur zu größ'rer Herrlichkeit. kann. Welt nicht geben dieses Friedens Wird ihm der Glaube Seligkeit. jauchzet dir; Denn der Besitz des Durch 5. So freut mein Geist sich erfreut, deines Heiles, Und meine Seele Kraft Getroster Sinn unter Kampf und Leiden.. 251 besten Theiles, O Herr, dein alles Fleisch erhält, Ist dich zu Friede, g'nüget mir. Mehr hoff' ich dort; zur ew'gen Ruh Rufft dort mich, den Erlös'ten, du!( 21) schützen mächtig. Wenn Meeresfluth Und Feuersgluth Dich schon ergriffen hätten, So kann er dich noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; Und der ist ja allwis= der Pfad, Der uns zur Vollendung send. Selbst was dein Herz verleitet. Selig ist, wer ihn betrat, borgen hält, Jst dennoch ihm wohl Unter Chrifti Fahne streitet! wissend. Sollt ihm dein Schrei'n Selig, wer den Lauf vollbringt, Verborgen sein? Die Bitte, die Und des Glaubens Ziel erringt! du thatest, Wußt' er schon, eh' du 2. Ueberschwenglich ist der Lohn Der bis in den Tod Getreuen, 3. Was Die, der Lust der Welt entfloh'n, die Welt; Ganz sich ihrem Schöpfer weihen; weise. Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegertrone blidt. n bateſt. Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. 71197 423. Steil und dornicht ist zagst du? Gott regiert Und der ist der A11Stets dient der Weg, der ihm gefällt, Zum Heil dir, ihm zum Preise. In Finsterniß Oft aus der Zum Hellsten Nacht der Leiden Licht der Freuden. 3. Den wir lieben und nicht Führt er gewiß seh'n, Der hat uns den Lohn ertungen, Und zu seines Himmels höh'n Sich vom Staub emporgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, Sprach er selbst: es ist vollbracht! 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt; Der ist allgegenwärtig, Ist stets, wo dich ein Kummer quält, Dir nah, zu helfen fertig. Sein Machtwort nur Trägt die Natur, Trägt, wo auch Jeder walle, Doch allenthalben Alle. Bon barmer, 4. 3euch, o Herr, uns hin zu dir! Zeuch uns nach, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; Droben ist es hell und heiter. Jenseits, über 5. Was zagst du? Gott regiert Grab und Tod, Strahlt des die Welt; Und der ist ein ErLebens Morgenroth. Dir jagt's ein theures 5. Geht, o mitgenossen, geht Lösegeld, Auch Sündern ein ErMuthig durch die kurze Wüste! barmer. Auf, fasse Muth! Des Seht auf Jesum; wacht und fleht, Sohnes Blut Sagt dir's in jedem Daß Gott selbst zum Kampf euch Harme, Wie gern er sich erbarme. rüste. Der in Schwachen mächtig 6. Was zagst du? Gott regiert it, Gibt uns Sieg durch Jesum die Welt; Und der ist auch ge= ( 21) duldig. 3war, wann er in's Gericht uns stellt, Sind selber Fromme schuldig. Doch sein GeChrift! Mel. Was Gott thut, das ist zc. 424. Was zagst du? Gott richt Trifft Fromme nicht. Drum regiert die Welt; Und der ist ja sei gewiß, er schone Nuch dein in allmächtig. Sein Arm, der seinem Sohne. 252 Vom Heile in Christo. 7. Nun, Gott, da du die Welt 4. Wer ist, der den Glauben regierst, Wie dürft' ich ängstlich Meinem Herzen rauben, Ihn er zagen? Ein Leid, in welches du schüttern kann? Bei der Feinde mich führst, Soll mich nicht nieder- Toben Stimm' ich, Gott zu loben, schlagen. Ich hoff' auf dich! Du Freudenlieder an. Mich bewacht läsfest mich Einst deine Hilfe Des Höchsten Macht; Er fann schauen! Dir, dir will ich ver- aller Feinde Wüthen Wüthen Mächtig trauen! ( 170) Ruh' gebieten. Eigne Melodie. 5. Lockt nur, Gold und Schäte! Ehre sei der Göhe Der betrog'nen 425. Jesu, meine Freude, Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, Bester Trost im Leide, Bestes Nicht von dem abwenden, Der Gut im Glück! Du hast meine mich treu erhält! Elend, Noth, Liebe; Du füllst meine Triebe; Kreuz, Schmach und Tod Soll An dir hängt mein Blick. Hab' mich, muß ich schon viel leiden, ich dich, Wie reich bin ich! Außer Nicht von Jesu scheiden! dir soll mir auf Erden Nie was Liebers werden. 6. Weich', des Eiteln Liebe! Weicht, ihr Fleisches Triebe! 2. Unter deinem Schirme Kön- Thoren täuschet ihr. Mich sollt nen keine Stürme Mit erschreck- ihr, ihr Sünden, Nicht mehr lich sein. Laßt auch Felsen split- willig finden; Fliehet fern von tern, Laßt den Erdkreis zittern, mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmäh Und den Einsturz dräu'n! Was sucht, Neid, Ihr beschweret das ist's mehr? Rings um mich her Gewissen; Euch will ich nicht Mag es wettern, donnern, blizen; wissen. Jesus will mich schützen! 7. Weichet, Sorg' und 3agen! 3. Wenn der Sünde Schrecken Schweiget, bange Klagen! Jejus Angst in mir erwecken; Jesus ist ja mein. Den, der Jeſus liebet, stillet sie. Durch des Grabes Muß, was erst betrübet, Doch Nächte Führt mich seine Rechte; zulegt erfreu'n. Hab' ich hie Jesus läßt mich nie! Mich schreckt Viel Angst und Müh; Jesu, auch nicht Das Weltgericht; Freudig im größten Leide Bleibst du meine blick' ich in die Höhe, Wenn ich Freude! ( 45. 170) Jesum sehe. Selige Aussicht in die Zukunft; Muth im Tode und Sterbensfrendigkeit in Hoffnung des ewigen Lebens. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? 426. Jch Sch weiß, an wen mein ruht in Jesu Händen. Kein Feind soll Glaub' fich hält; 2. Mein Leben ist ein furger mir ihn zauben! Als Bürger einer Streit; Lang ist der Tag des bessern Welt Leb' ich hier nur Sieges. Ich kämpfe für die Ewigim Glauben. Dort schau' ich, feit; Erwünschter Lohn des Krie Selige Aussicht in die Zukunft und Sterbensfreudigkeit. 253 ges! Der du für mich den Tod Benuße deine Gnadenzeit: Das geschmeckt, Durch deinen Schild beste Theil erwähle. Der werd' ich bedeckt; Was kann mir glänzend Nichts vergeht; denn nun schaden? des Gerechten Ruhm besteht Erde 3. O Herr, du bist mein ganzer alle Ewigkeiten. Ruhm, Mein Trost in diesem Leben, In jener Welt mein Eigen- Mel. Wer nur den lieben Gott zc. thum; du mir gegeben! Bon ferne zeig'st mein Kleinod 427. Gottlob, ich weiß, wodu; Drum' eil' ich ihm mit Freu- hin ich gehe; Dahin, wo mir's am besten ist; 3u meinem Vater in der Höhe, Zu meinem Bruder Jesus Christ, Und zu dem werthen heil'gen Geist, Der mir ein Licht den zu: Arone. Schon winkt mir meine 4. Herr, lente meines Geistes Blick Von dieser Welt Getümmel Auf dich, auf meiner Seele und Tröster heißt. Glück, Auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit Bergeht und währet kurze Zeit: Im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene neue Welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, Und mein Erlösungstag erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. Nur Durch ( 195) 7. Zu diesem Glück bin ich erfauft Durch deine bittern Leiden! 2. Ich geh' zum Vater hin durch Buße, Der mich, sein Kind, durch Jesum liebt; Ich fint' im Glauben ihm zu Fuße, Bis er mir alle Schuld vergibt, Durch Christi Blut sich mein erbarmt, Und mich mit Vaterlieb' umarmt. 3. Ich geh' zu Jesu, meinem Leben, Auf dessen Tod ich bin ge= tauft, Der sich für mich dahingegeben, und mich mit Leib und Seel' erfauft; Mein Glaub' an ihn ist kein Gedicht: Ich halt ihn feft, ich laß ihn nicht. 6. Jm Dunkeln seh' ich hier mein Heil; Dort ist mir Alles heiter. Hier ist die Sünde noch 4. Ich geh' zum Tröster hin mein Theil; Dort ist sie es nicht mit Freuden, Der mir das Pfand weiter. Hier ist mein Werth mir der Hoffnung ist. Ich habe Luft, noch verhüllt; Dort wird er sicht- dahinzuscheiden zu der von Gott bar, wenn dein Bild, Herr, mich bestimmten Frist. So geh' ich vollkommen schmücket. täglich, stündlich hin, Bis ich daheim bei Jefu bin. 5. Ich weiß, es folgt aus GotAuf deinen Tod bin ich getauft; tes Gnaden Gewiß ein selger Wer will von dir mich scheiden? Himmelsgang. Gott schirmet Du zeichnest mich in deine Hand; mich vor allem Schaden; Mein Du bist mir, ich bin dir bekannt. Sterbetag macht mir nicht bang. Mein sind des Himmels Freuden. Ich fahre hin zu Jesus Christ, 8. Wie groß ist meine Herr- Der mir vorangegangen ist. lichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Heile in Christo. 254 Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Der, wenn dem Herzen bange, Die Retterhand mir reicht. 428. Himmelan geht uns're 3. Ich weiß, wem ich vertraue, Bahn; Wir sind Gäste nur auf Und wenn mein Auge bricht, Daß Erden, Bis wir dort zum Canaan ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Durch die Wüste kommen werden. Angesicht. Hier ist unser Pilgerstand; Dro- 4. Er trocknet alle Thränen ben unser Vaterland. So tröstend und so mild, Und 2. Himmelan schwing dich, mein unendlich Sehnen Wird nur mein Geist; Denn du bist ein durch ihn gestillt. HISODE himmlisch Wesen, Und du kannst, 5. Ich weiß, beim Auferstehen, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Wenn ich verkläret bin, Werd ich Ziel erlesen. Wer da weiß, wo mit Jesu gehen Durch Ewigher er stammt, 3st für's Ew'ge teiten hin. ( 136. 95) nur entflammt. 3. Himmelan! ruft Gott mir Mel. Christus, der ist mein Leben 2. zu In des Wortes heil'gen Lehren. 430. Mag auch der Glaube Das weis't mir den Ort der Ruh, zagen! Ein Tag des Lichtes naht. Dem ich einst soll angehören. agen! Ein Tag des Lichtes naht. Nach Dämm'rung wird es tagen; Wähl ich dies zur Leuchte mir, zur Heimath führt der Pfad. Wand!' ich schon im Himmel hier. 2. Mag auch die Tugend 4. Himmelan! mein Glaube fämpfen! Es kommt ein Siegestag. Der Sonne Glanz zu jeigt mir das schön're Loos von dämpfen Kein ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Uleber Sonnen, über 3. Mag auch die Liebe Sterne: Denn ihr Licht ist viel weinen! Es kommt ein Tag des zu klein Gegen jenen Glanz und Herrn. Nach dunkler Nacht er Sturmgewölf vermag. Schein. scheinen Wird ihr der Morgenstern. 5. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimath führen, Da ich über alle Noth Ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 4. Mag Hoffnung auch ers schrecken, Mag jauchzen Grab und Tod! Die Schlummernden wird meden wecken Ein ewig Morgenroth. ( 100) Mel. Christus, der ist mein Leben 2c. Mel. Es ist genug, so nimm 2. 429. Ich weiß, an wen ich 431. Mein Abend kommt! glaube, Und daß mein Heiland Noch leuchtet mir der Tag, An lebt, Der aus dem Todesstaube dem ich wirken kann; Bald bricht Den Geist zu sich erhebt. die Nacht, da Niemand wirken 2. Ich weiß, an wem ich hange, mag, Still für die Müden an. Wenn Alles wanft und weicht, Es soll zum Fleiß in guten Werken Selige Aussicht in die Zukunft und Sterbensfreudigkeit. 255 Mich der Gedante mächtig stärken:| Flieh'n bei meiner stillen Klage Mein Abend kommt! Unvermerkt, gleich Träumen hin. 2. Mein Abend kommt! Der Gott fennt meine Lebenszeit, Tag ist schwül und heiß, Da ich Einer Hand nur ist sie breit. beschweret bin. Es stöhnt die Es stöhnt die 4. Heilige, die vor mir litBruft, die Stirne triest bon ten, Wallten auch den dunklen Schweiß; Ermattet sink' ich hin. Pfad; Und nun wohnen sie in Doch will ich still die Last ertragen, Und drückt sie mich, zum Trost mir sagen: Mein Abend fommt! Hütten, Die Gott selbst bereitet hat, Muß gleich ihr entseelt' Gebein In den Gräbern Asche 3. Mein Abend kommt! Im sein. ernsten Kampf der Pflicht Ring' 5. Wenn ich ausgelitten habe, ich vergebens oft. Sst's ganz um- Und nun reif zum Himmel bin, sonst? täuscht mich die Zuversicht, Ruft mein Gott mich hin zum Die auf Vergütung hofft? Ge- Grabe, Zu der Sel'gen Schaaren duld! noch ist's nicht Zeit zum hin. Ruh' dann, Leib, in deiner Lohne; Erst kämpf, und dann Gruft, Bis dich Gott zum Leben empfang' die Krone: Mein Abend ruft. fommt! 6. In dem Grabe keimt der 4. Der Abend kommt! Er- Saame, Den Gott zur Verwandwünschte Feierzeit, Die endlich lung fä't. Wenn nur, treuer Ruhe bringt! Sei mir gegrüßt; Gott, mein Name In dem Buch ich zage nicht, wenn heut, Noch des Lebens steht; O, dann modre heut' der Tod mir winft. Es mein Gebein: Selig wird die glüht mir ja im Abendrothe Des Seele sein. holdern Morgens holder Bote! Mein Abend kommt! Mel. Gott des Himmels und der 2c. fährt; 432. Gottes Stunde wird 7. Wenn der Herr im Wolken( 83) wagen Durch die Himmel niederWenn der Völker banges 3agen Still und ernst den Richter ehrt, Seh' ich, wie mein Glaube bald kommen, Die mich von der bat, Die Erlösung, die sich naht. Erde nimmt. Schon ist bei ent- 8. Engelstimmen schallen nieschlaf'nen Frommen Meine Ruhe der Mächtig, wie Posaunenton: mir bestimmt. Seele, was betrübst Wachet auf, entschlaf'ne Glieder! du dich? Himmelsruh erwartet Gott ist da, mit ihm sein Lohn! mich! Dann geh' ich, beim Herrn zu sein, In das wahre Leben ein. 2. Dulde wenig Augenblicke Kurze Leiden dieser Zeit. Kämpfe guten Kampf und blicke Hin nach jener Die der Himmel Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. offenbart. aufbewahrt, Die Gott einst mir 433. Des Todes Grau'n, des Grabes Nacht, Flieht, Herr, 3. Meine kurzen, trüben Tage, vor deiner Wahrheit Macht, Da ich auf der Welt noch bin, Mein Geist, erhellt von deinem 256 Vom Heile in Chrifto. Licht, Bebt vor des Leib's Zerstö- du Uns alle diesem Ziele zu, Daß rung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, Mit der ich hier umgeben bin! Ich selber, lebend wie zuvor, Schwing aus den Trümmern mich uns bei standhaft frommer Treu' Des Lebens End' erfreulich sei. ( 188) Mel. Christus, der ist mein Leben x. 434. Nur Christus ist mein empor. 3. Welch' herrlich Loos er- Leben, Und Sterben mein Gewartet mich! Entzückt hebt meine winn. Ihm hab' ich mich ergeSeele sich. Ich seh' im Geist des ben, Und fahr' in Frieden hin. Glaubens Lohn, Ich sehe meinen Himmel schon. 2. Ich freu' mich, abzuscheiden Und bei dem Herrn zu sein. Zu meines Heilands Freuden Geh ich Erlöfter ein. 4. Da schau' ich, was dein weiser Rath zu meinem Heil geordnet hat, Genieße deines Gnadenblicks, Und der Vollendung meines Glücks. 3. Bald hab' ich überwunden Gefahr und Angst und Noth. Versöhnung hab' ich funden, O Herr, durch deinen Tod. 5. Viel Freude gabst du mir schon hier; Allgütiger, wie dank' ich's dir! Stets folgte fleiner'm Ungemach Die größere Verfüßung nach. 6. Dich, Höchster, hab' ich hier gekannt, Voll Liebe, Vater, dich genannt. Die Liebe, die mich hier erquict, Die liebt und segnet unverrückt. 4. Wenn meine Kraft vergehet, Die 3ung am Gaumen flebt, Das Herz um Gnade flehet, Und langsam schlägt und bebt; 5. Wenn meine Augen brechen, Und, wie zur dürren Zeit Der Hirsch nach frischen Bächen, Zu Gott die Seele schreit; 6. Wenn Sinnen und Ge= danfen, Wie ein verlöschend Licht, Noch hin und wieder schwanfen: Ach dann verlaß mich nicht! 7. Des freudigsten Vertrauens voll, Erwart' ich, was mir werden soll, Wenn ich von Sünd' und Tod befreit, Nun reife zur Vollkommenheit. 7. Dann siehe meinen Jammer! Ach sieh' mein Elend an, 8. Der Tod kann mir nicht und öffne mir die Kammer, In schrecklich sein; Er führt zum der ich ruhen kann. wahren Leben ein. Durch deine 8. Alsdann leicht, sanft und Kraft besiegt mein Herz Der stille Laß, Herr, mich schlafen ein! Krankheit Last, der Trennung Es ist dein Rath und Wille, Da Schmerz. ich soll selig sein. 9. Wenn hier von uns, die du 9. Laß dir mich sein ergeben, vereint Der Lette auch hat aus- In dieser Sterblichkeit, Daß ich geweint, So wird ein frohes mit dir fann leben In deiner Wiederseh'n Glück erhöh'n Auf ewig unser Herrlichkeit. 10. Dann sing' ich mit der 10. Herr unsers Lebens, führe Menge, Die dich im Himmel Selige Aussicht in die Zukunft und Sterbensfreudigkeit. 257 preift Dir ewig Lobgefänge. 3. Bin ich zu schwach, Dich Gott Vater, Sohn und Geist! sterbend noch zu preisen, So woll'st du doch Die Gnade mir erweisen, Daß nicht mein Tod Den Schwachen Anstoß sei. Mein letztes Wort Noch zeige meine ( 61) Mel. Mit Fried' und Freud fahr' 2. 435. Getroft und Freudig Treu'! geh' ich hin Nach Gottes Willen! Bald wird sich mir sein Vatersinn Ganz enthüllen. Gnädig wird er mir verleih'n, Was Christus mir erworben. Du 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben; Ich gebe meinen Frieden dir; follst leben! Fürchte nichts, denn du bist mein; Ich habe dich erlöſet," 4. Getrost und sanft Aus frommer Christen Mitte zu dir zu geh'n, Das, Herr, ist meine Bitte. So wird mein Tod Erhöhung deines Ruhms, Und ein Beweis Der Kraft des Christenthums. 5. 3um Lobgesang Für mein erfülltes Hoffen Steh'n mir ja dort Die Ewigkeiten offen. Hier gib mir nur, Daß wenn mein Haupt sich neigt, Das Fleh'n zu meinem Geist nicht ( 80) 3. Dies ist mein Trost; ich bin erlös't, Und Gottes Erbe. Ich Ich dir In weiß, daß er mich nicht verstößt, schweigt! Wenn ich sterbe. Tod, wo ist nun deine Macht? Wo ist dein Sieg, o Hölle? 4. Gott ist mein Fels; auf ihn allein Will ich vertrauen. 3ch Sieg ist jehne mich, bei ihm zu sein. Ihn zu schauen. Ach wann komm' ich dort hinauf, Ihn droben anzu beten? ( 94) Mel. Der Tag ist hin 2c. Du Lebensfürst! Dein mein Vertrauen. Vertrauen. Vor 437. Sieg ist mein Freund nicht grauen, Du führeſt Tod und Grab Darf deinem Freund nicht grauen, Du führeſt machst mir zur Ruh, Was Andern selbst Mich durch das Todesthal, wird zur Qual. Mel. Der Tag ist hin 2c. 2. Was ist der Tod? Ein Ausgang aus dem Jammer, Ein Ein436. Dir sterb' ich einst, gang hin zur stillen FriedensWenn ich dir, Jesu, lebte. O daß kammer; Ein Uebergang, Bis dein Bild Im Sterben mich um- mein getreuer Hirt Den Leib verschwebte! Dann geh' ich still, In flärt Zur Seele bringen wird. Gott getrost, wie du, Durch dich 4. Das ist der Tod! Sollt' er gerecht, In meines Grabes Ruh'. mich noch erschrecken? Viel2. Wer also stirbt, Der weihet mehr er soll Ermuntern mich und durch dein Sterben Die Seinen wecken; Er, der die Saat Zur auch 3u sel'gen Himmelserben. vollen Reife bringt, Daß jenseits Verherrlicht wird durch ihn die dann Der Aernte Jubel flingt. Gotteskraft, Die aus dem Schmerz Am Grabe Wonne schafft. 4. Was Du so oft Und theuer uns verheißen, Es solle Nichts 17 258 Vom Heile in Christo. Aus deiner Hand uns reißen; höhere Vollendung werde; Es ist Das stehet fest! Kein Zweifel genug! störe mich. Du wolltest, Herr, 3. Es ist genug; des Kampfes Wo du bist, sei auch ich. bin ich müd', Der mir oft bange 5. Drum bring' ich dir Des macht, Der Frevelthaten, die Dankes Freudenlieder, Du Le- mein Auge sieht, Der langen bensfürst, Für mich und meine Trübsalsnacht. Mich dürftet bei Brüder, Weil du mit uns Durch der Last der Leiden Nach Ruh' im Todesschatten dringst, Und uns Schoos der Ewigkeiten: Es ist bei dir zum ew'gen Leben bringst! genug! Eigne Melodie. 4. Es ist genug, wenn Gott, mein Heiland, will; Er fennet ja 438. Es ist genug; so nimm, mein Herz. Ich harre sein; geHerr meinen Geist 3u 3ions duldig halt' ich still; Er heilet Geistern hin! Lös auf das Band, jeden Schmerz. Was meine sieche das schon allmählich reißt! Befreie Brust getragen, Nimmt er hinmeinen Sinn. O stille doch dies weg, und wird dann sagen: Es ist heiße Sehnen, Und mach' ein genug! Ende meinen Thränen; Es ist genug! 5. Es ist genug: Herr, wenn es dir gefällt, So ende meinen 2. Es ist genug des Jammers, Lauf! Entrücke mich dem Jamder mich drückt Durch meiner mer dieser Welt, Und nimm zu Sünde Schuld. Wie oft hat sie dir mich auf! Heil mir; ich fahre mein schwaches Herz berückt, Ge- hin im Frieden! Mein Kreuz und raubt mir deine Huld! Gib, daß Elend bleibt hienieden: das Stückwerk dieser Erde Bald genug! Es ist ( 22) Das Heil im zukünftigen Leben. Ein 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Ge 439. Nach einer Prüfung räusche dieser Welt. Bald kämpft furzer Tage Erwartet uns die in seinem eig'nen Herzen Ewigkeit. Dort, dort verwan- Feind, der öfter siegt, als fällt. delt sich die Klage In göttliche Zu- Bald sinkt er durch des Nächsten friedenheit. Hier übt die Tugend Schuld In Kummer und in Unihren Fleiß, Und jene Welt reicht geduld. ihr den Preis. 4. Hier, wo die Tugend öfters 2. Wahr ist's, der Fromme leidet, Das Laster öfters glücklich schmeckt auf Erden Schon manchen ist, Wo man den Glücklichen besel'gen Augenblick; Doch alle Freu- neidet, Und des Bekümmerten den, die ihm werden, Sind nur vergißt; Hier kann der Mensch ein unvollkommnes Glück. Er nie frei von Pein, Nie frei von bleibt ein Mensch, und seine Ruh eigner Schwachheit ſein. Nimmt in der Seele ab und zu. 5. Hier such' ich's nur, dort Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. Im zukünftigen Leben. 259 werd' ich's finden; Dort werd' feit, Die an uns offenbar soll | ich heilig und verklärt. Dann werden Von Ewigkeit zu Ewigwerd' ich ihn erst ganz empfinden keit? Wie Nichts, wie gar nichts Der wahren Tugend hohen Werth. gegen sie Ist doch ein Augenblick Dich, Gott der Liebe, werd' ich voll Müh! ( 55) seh'n, Dich ewig lieben und Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. erhöh'n! 6. Da wird der Vorsicht heir- 440, Noch wallen wir im ger Wille Mein Will' und meine Thränenthal, Gedrückt von KumWohlfahrt sein, Und lieblich mer, Müh und Qual; Doch nur Wesen, Heil die Fülle Am Throne noch wenig Tage. Dann fliehen Gottes mich erfreu'n. Dann läßt wir aus dieser Zeit Hinüber in mein wachsender Gewinn Mich die Ewigkeit, Weit weg von jeder fühlen, daß ich ewig bin. Plage. 7. Da werd' ich das im Licht 2. Dann sinkt der Leib in's erkennen, Was ich auf Erden fühle Grab, Der Staub zu allem dunkel sah, Das wunderbar und Staub hinab, Nicht sterblich mehr selig nennen, Was unerforschlich zu leben. Mit freiem Flug und hier geschah. Da denkt mein frohem Blick Kehrt der entbund'ne Geist mit Preis und Dank Die Geist zurück zu dem, der ihn Schickung im Zusammenhang. gegeben. 8. Da werd' ich zu dem Throne 3. O wohl ihm, war er fromm dringen, Wo Gott, mein Heil sich und gut, Wenn er von seiner offenbart, Ein heilig! heilig! Arbeit ruht, Wenn Thaten ihn heilig! singen Dem Lamme, das begleiten; Wenn er, vereint mit geopfert ward. Ihn preisen alle Jesu Christ, Unsterblich, rein und Seraphim; In ihren Chören fähig ist Zum Heil der Ewigkeiten! jauchz' ich ihm. 4. O hohes Glück, vor Gott 9. Da werd' ich dem den zu steh'n! O Freude, Jesu, dich Dank bezahlen, Der Gottes Weg zu seh'n, Und mit dir deine Gliemich gehen hieß, Und ihn zu Mil- der! Zu sehen dich in deinem Licht lionenmalen Noch segnen, daß Von Angesicht zu Angesicht, Dich, er mir ihn wies. Da find' ich in erster aller Brüder! des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. -- 5. Doch erst am Tag des Aufersteh'ns, Am Tag des frohen 10. Da rufto möchte Gott Wiederseh'ns, Wo Himmel neu es geben! Vielleicht auch mir und Erde; Am Tag, wo Gottes ein Sel'ger zu:" Heil sei dir! Wunderkraft Mich ganz verklärt denn du hast mein Leben, Die und neu erschafft; Was ich erst Seele mir gerettet, du!" dann sein werde! Gott, wie muß das Glück erfreu'n, Retter einer Seele sein! Der 11. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, Doch gegen jene Herrlich 6. Wie wird mir dann zu Muthe sein, Wenn alle Todten, groß und flein, Erweckt, Herr, vor dir stehen! Wenn du auch 17* 260 Vom Heile in Christo. mich beim Namen nennst, Vor 4. Wenn, vor dem Schöpfer Gott und Engeln mich bekennst; tiefgebeugt, Die fühne Forsch Ich ewig dich soll sehen! begier auch schweigt; So drüdt 7. Wenn ich in jener Königs- uns doch der Sünde Joch; So stadt, Die Gottes Hand gegrün- flieh'n wir doch Des Weltverdet hat, Im Anschau'n mich ver- föhners sanftes Joch. liere; Wenn ich in deinem Himmelreich, Den Engeln und dir selber gleich, Ein neues Leben führe! 5. Ach wir der Uebertretung Raub! Wir ew'gen Seelen, und wir Staub! Du Heiliger, was 8. Jch, ich, der jetzt noch Thrä- wären wir Vor dir, vor dir, Entnen weint, Ich werde, wenn der flöh'n wir glaubend nicht zu dir? Herr erscheint, Dann leuchten, 6. Hier wird der Sohn der wie die Sonne! Ich Sünder Sterblichkeit Nie von der Sünde werd' von Sünden rein, Ich ganz befreit. möchten's Sterblicher unsterblich sein, Jch, Schwachheitsfehler sein, Die uns Gottes Bild und Wonne! entweih'n, und keine Missethaten 9. Sei start, sei freudenvoll sein. mein Geist! Gott lebt, Gott hält, 7. Du, der uns Arme nicht was er verheißt; Gott ist der verstößt! Wie werden wir vom Gott der Frommen! Oglaub's, Leib erlöst, Von dieses Todes uns dein, Vollender, nichts ist für dich zu groß, Für Leib dich, zu dem aus Gottes Schoos freu'n, Ganz heilig und ganz Der ew'ge Sohn gekommen. selig sein! ( 105) 8. Noch schauen wir im dunkeln Mel. Ich hab' mein Sach' Gott 2c. Wort; Noch reißt die Sünd' uns mit sich fort. Leit' uns durch 441. Noch schauen wir im uns're Prüfungszeit; Mach' uns dunkeln Wort! Noch reißt uns bereit, Vollender, zu der Ewigkeit. Wahn und Irrthum fort, Und unser irrender Verstand ( 94) Hat, Mel. Wachet auf, ruft zc. abgewandt Von Gott, oft Gottes 442. Reiß dich los, mein Rath verkannt. 2. Auch selber der, der weiser Geist, von Sorgen! Auf finst're denkt, Sich nicht in jeden Abgrund Nacht folgt heller Morgen, Und sentt, 3war forscht, doch mit Be- strahlt in hehrer Lichtgestalt. scheidenheit, Dringt doch nicht Hör es, du, den Elend beuget! weit, Umringt von tiefer Dun- So spricht der Herr, der Wahrheit kelheit. zeuget: Ich fomme bald, ich 3. Uns decket Dunkelheit vom fomme bald! Es fommt mit mir Herrn! Am Grab hier sollen wir mein Lohn; Schau', dich er von fern Des Ew'gen weisen wartet schon Deine Krone. Halt Rathschluß seh'n, Von Weitem aus im Streit! Kurz ist die Zeit; steh'n, Und noch in's Heiligthum Wer glaubt, der überwindet weit." nicht geh'n. 2. 3uruf, der mich neu beseelet! 261 Im zukünftigen Leben. Mein Heiland lebt; weg, was 2. O großer Tag, der mich mich quälet! Auch ich soll da, wo zum Himmel hebt, Und endet er ist, sein. Mir die Stätte zu jeden Schmerz! Das Vorgefühl bereiten, Schmeckt' er des Todes der Seligkeit durchbebt Des Bitterfeiten, Nahm er das Reich müden Pilgers Herz, Und trocknet als Sieger ein. Von seinem seine Thränen. O Tag, bist du Throne her Fleußt, welch ein noch fern? Der Wand'rer schaut Gnadenmeer! Auf mich nieder. mit Sehnen Hinauf zum MorEr ist mein Hort, Und hier und genstern. dort Mein Seligmacher fort und fort. 3. O wie den Geist schon der Gedank' erhebt, Von Schwachheit 3. Streue denn, wenn auch frei zu sein! Die Hütte sinkt; er mit Weinen, Die edle Saat; Gott im Triumphe schwebt In's Reich kennt die Seinen: Für Ewigkeiten der Geister ein. Er schwingt sich, säest du. Nach des rauhen Win- frei von Bürde, Auf hoher Sterters Wüthen Erscheinen holde nenbahn, Den Engeln gleich an Frühlingsblüthen, Eilt bald die Würde, zu Gottes Thron hinan. Nerntezeit herzu. Dann geht der 4. Ein Morgentraum sind Christ hervor, Singt mit der Müh' und Trübsal nun; Mein Sieger Chor: Hosianna! Und Glaubenskampf ist aus. Ich ewig neu Ist Gottes Treu', Daß fomm' zum Schau'n, und will im Alles durch ihn heilig sei! Lichte ruh'n'; Dort ist des Vaters 4. Wirf dagegen in die Wage, Haus! Errungen ist die Krone, Was nun dich drückt, die ganze Die fern mich schon entzückt, Und Plage Der kurzen Pilgerschaft feierlich am Throne Den treuen hinein; Und was wird dann alle Kämpfer schmückt. Pilgerschaft, Plage Der Pilgerschaft, was 5. O welch ein Volf, welch aller Tage Ertragene Last und eine heilge Schaar Mir da entHiße sein? Ein leichter Traum, gegen glänzt! Was in der Welt ein Rauch, Von dem die Spur von Auserwählten war, sich auch Schnell verlieret. Den Seligkeit umtränzt! Des HimTropfen Leid Der Prüfungszeit mels reinste Freuden Entstrahlen Verschlingt das Meer der Ewig- ihrem Blick: Kommt, tönt es, Mit feit! ( 204) Müh und Leiden Belohnt hier Mel. Jerusalem, du hochgebaute 2c. ew'ges Glück!" 6. Da geh' ich dann von Se443. Du bist mein Ziel, er- ligen umschwebt, Zur Stadt des hab'ne Gottesstadt! Dir schlägt Lebens ein, Dem Lichte zu, worin das Herz in mir. Des Irdischen der Ew'ge lebt. Gott wie wird und seiner Freuden satt, Schwing' mir sein, Wenn dann, von Himich mich auf zu dir, Weg über melswonnen Entzückt, der trunkne Erd' und Sterne: Reicht, Engel, Geist, In Seligkeit zerronnen, mir die Hand! Ich seh' es in der Dich, seinen Schöpfer, preis't. Ferne Mein frohes Vaterland. ( 123) 262 Vom Heile in Chrifto. Eigne Melodie. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 445. Ich hab' von ferne, 444. Geh' und fäe Thrä- Herr, deinen Thron erblickt, Und nenfaat; Streu ihn aus, den hätte gerne Mein Herz vorausedlen Samen! In das Buch der geschickt, und hätte gern mein Gottesstadt Zeichnet Jesus deinen müdes Leben, Vater der Geister, Namen Mit der Thränen Perlen dir hingegeben! ein; Treuer Dulder, geh' und wein'. 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist geseh'n! Du bist all2. Jede Zähre, hier geweint, mächtig: Drum ist dein Licht so Wird zum Edelstein der Krone, schön! Könnt' ich an diesen hellen Die am Wonnetag dein Freund Thronen, Ach, schon von heute Dir verleiht vor seinem Throne, an! ewig wohnen! Wann du Priester einst und Fürst Ueber Himmelsheere wirst. 3. Noch bin ich fündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heil'ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Steigen auf, und Gottes Sohn Noch nicht ganz innig mit dir Sammelt dort sie zu den Festen, vereinigt. Wo die hier beflomm'ne Brust Athmen darf mit ew'ger Luft. 3. Alle Seufzer, hier entfloh'n Deinem Busen, dem gepreßten, 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich fein Bann erschrect; Ich 4. Sieh, die Saat der Trauer bin schon selig, Seitdem ich das sprießt Fröhlich auf, und grünt entdeckt. Ich will mich noch im und blühet; Süßen Arbeitslohn Leiden üben, Und dich zeitlebens genießt hier schon, wer sich red- inbrünstig lieben. lich mühet. Sieh das Feld zur Nernte weiß! Lohnt sie Mühe nicht und Fleiß? 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt geseh'n, Und ohn' Ermüden Will ich ihr näher geh'n, 5. Aber welche Seligkeit Und ihre hellen, goldnen Gassen, Harrt erst dein am Tag der Lebenslang nicht aus den Augen Garben? Hin ist dann des Kum- lassen. ( 80) die Stirn den mers Zeit; In des Morgenrothes Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. Farben, Um Nerntekranz, Schwebst du auf Schwebst du auf 446, zum ew'gen Glanz. „ Unser Wandel ist im Himmel!" wie Köstlich Wort, Mir, umringt vom 6. Deine Garben bringest du: strömest du Herr, sich mich und meine Kin- Weltgetümmel, Muth und süße der!" Komm, ruft er, geh ein Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den zur Ruh, Treuer Knecht und Ue- ich thue, Bringet mich dem Land Palm' und Krone der Ruhe Näher, immer näher seien dein! Komm, bei mir daheim zu: Wort, wie hoch erfreuest du! zu sein." berwinder! ( 3) 2. Haltet's fest, ihr theuern Brüder! Haltet's fest, dies werthe Jm zukünftigen Leben. 263 Wort! Nichts schlag' eure Hoff- 2. Was sind die Freuden dieser nung nieder; Wallet immer Zeit, Herr, gegen jene Herrlichmuthig fort! Muthig blicket hin keit, Die wir im Himmel finden? zum Ziele; Viele schon erreich- Du stellst uns hier auf Erden ten's, Viele! Wir, so wahr es zwar Viel Wunder deiner Güte Gott verhieß, Wir erreichen's dar Zum fröhlichen Empfinden; auch gewiß! Doch hier Sind wir Bei den Freuden Noch mit Leiden Stets umgeben: Dort ist nur vollkomm'nes Leben. 3. Nur, wie fromme Wandrer müssen. Bleibet wacker, treu und fest. Denkt, des hohen Ziels beflissen, Daß der Herr euch nie berläßt. Feinde steh'n an euern Wegen, Stürme toben euch entgegen; Fluthen rauschen, Felsen droh'n: Fasset Muth! groß ist der Lohn. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; Dort trocknest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid, kein Angstgeschrei; Denn du, o Herr, machst Alles neu; Das Alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Von gerechten Gottes- Knechten keine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum Schallt ewig seines Namens Ruhm Von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des 5. Diese Bahn führt uns zum Herrn; Da schau'n wir sie nicht Himmel: O wie strömst, Gedanke, mehr von fern; Wir sind von ihr du, Mir, umringt von Weltge- durchdrungen. Freundlich Gibt tümmel, Muth und süße Hoffnung sich Den Erlösten, Sie zu trösten, zu! Auf, mein Geist, ermüde nim- Der zu kennen, Den sie hier schon mer! Schon seh' ich des Zieles Vater nennen. Schimmer, Das nach einer kurzen 5. Vor seinem Antlitz wandeln Frist Auch von mir errungen ist. sie Auf ewig frei von Sorg' und Mel. Wie schön leucht't zc. Müh, Und schmecken seine Güte. Hier den ihrer 447. Gott, wie wird Bruſt Und ihre tauſendfache Luft 4. Was fein Auge je gesehen, Was kein Ohr gehöret hat, Was fein Herz hier zu erflehen Je sich unterwunden hat; Droben hat's Gott dem bereitet, Der hier tapfer fämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch voran. mein Geist entzückt, Wenn er Kein feindliches Gemüthe. Kein nach deinem Himmel blidt, Den Neid, Kein Streit Hemmt die du für uns bereitet; Wo deine Triebe Reiner Liebe Unter Seelen, milde Baterhand Aus neuen Die dann ewig nicht mehr fehlen. Wundern wird erkannt, Die du 6. Gott, welche Schaar ist daselbst verbreitet! Mächtig Fühl' dort vereint! Die Frommen, die ich mich erhoben, Dich zu loben, ich hier beweint, Die find' ich Der zum Leben, Das dort ist, droben Dort sammelt mich will erheben. wieder. deine Vaterhand Sie, die dein 264 Vom Heile in Christo. Lieben hier verband, find wir Brüder. ich Frei von Mängeln Ewig Und ewig heit Dort deine Gnade die Er Werd' lös'ten Nach überstand'ner PrüSelbst fungszeit. Du selbst machst ihnen mit Engeln Freundschaft pflegen: offenbar, Wie gut stets deine O ein Umgang, reich an Segen! Führung war. 7. Wo ist mein Freund, des 4. Da schweigen alle bangen Höchsten Sohn, Der mich geliebt? Klagen; Da bringt mit frohem wo glänzt sein Thron? In jenen Lobgesang Selbst für die ausge Himmelshöhen! Da werd' ich standnen Plagen Dir ihre Seele dich, Herr Jesu Christ, Der du Preis und Dank. Nun jauchzen die Lebenssonne bist, Mir zum sie: ,, es ist vollbracht! Der Herr Entzücken sehen! Da wird, Mein hat Alles wohlgemacht!" Hirt, Nichts mich scheiden Von 5. Forthin bekümmert sie kein den Freuden, Die du droben Leiden, Kein Schmerz und keine Deinen Freunden aufgehoben! Schwachheit mehr. Gott führt 8. Wie herrlich ist die neue sie zu vollkommnen Freuden, Und Welt, Die Gott den Frommen frönet sie mit Preis und Ehr'. O vorbehält! Kein Mensch kann sie unaussprechlich füße Ruh! O ererben. Jesu, Herr der Gott, wie herrlich trösteft du! Herrlichkeit, Du hast die Stätte 6. Wer kann die hohe Gnade mir bereit't: Hilf mir sie auch er- fassen? Du willst den, der dich werben! Laß mich Eifrig Danach streben, Und so leben, Auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde! ( 50b. 34) redlich liebt, Nicht ewig in der Unruh' lassen, Die dieses Leben noch umgibt. O mache du schon in der Zeit Uns würdig für die Ewigkeit! 7. Mein Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. Heiland, der du selbst 448. Es ist noch eine Ruh' auf Erden Den Leidensfelch gevorhanden Für jeden Gotter trunken hast; Will ich des Lebens geb'nen Geist, Wenn er sich die- müde werden, Und fühl ich dieser ses Körpers Banden, Nach Got- Tage Last; So stärke mächtig tes Willen einst entreißt, Und meinen Geist, Daß er dem Unnun nicht mehr so eingeschränkt, muth sich entreißt! Als hier auf Erden, lebt und denkt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, Die Gottes Bolt verheißen 2. Herr, die zu dieser Ruhe ist, Ich gern des Vaters Willen tommen, Wie selig sind doch alle thue. Wie du darin mein Vorbild die! In deinen Himmel aufge- bist. So ärnt' ich nach Mühnommen, Ruh'n sie von dieses seligkeit Die Freuden deiner Lebens Müh'. Nach aller Laft, Ewigkeit. die sie gedrückt, Wird ewig nun ( 101. 34) Mel. Alle Menschen müssen 2c. ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder 449, wie unaussprechlich trösten, So segnet mit Zufrieden- selig Werden wir im Himmel Im zukünftigen Leben. Die forthin kein Kummer stört! sein! Da, da ärnten wir unzäh-| Unser Ach in Freudenpsalmen, lig Unsers Glaubens Früchte ein. Unsre Angst in Lust verkehrt, Da wird ohne Leid und Zähren Unfre Freude ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit Führst du uns durch diese Zeit! 2. 3war das Glück, das du den Deinen Dort bei dir bereitet hast, kann hier noch nicht klar erscheinen, Und kein Mensch auf Erden faßt Deines Himmels hohe Freuden. Doch nach dieses Lebens Leiden Werden Alle, die dir trau'n, Mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 265 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, Ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; Dort nur wird die Zeit erscheinen, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo die Wonne immer steigt. 8. Seele, sei denn hocherfreuet Ueber das erhabne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet; 3. Neue Wunder deiner Güte Richte hoffnungsvoll den Blick Werden unser Glück erhöhn; Mit Oft nach jener Stadt der Fromerstaunendem Gemüthe Wird men; Streb' mit Ernst dahin zu dann unser Auge seh'n, Deine kommen: Trachte, weil du hier Huld sei überschwenglich, Und die noch bist, Nur nach dem, das Wohlfahrt unvergänglich, Die droben ist! dem, der dich redlich liebt, Deine Vaterhand dort gibt. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel geh'n! 4. Dann wirst du dich unsern Mach' mein Herz hier immer Seelen Offenbaren, wie du bist. reiner, Mach' es würdig, dich zu Keine Wonne wird uns fehlen seh'n! Hilf du selber meiner Seele, Da, wo Alles Wonne ist. Zu Daß sie nicht den Weg verfehle, vollkommnen Seligkeiten Wird Der mich sicher dahin bringt uns dort der Heiland leiten, Der Wo man ewig dir lobsingt!( 174) uns dieses Glück erwarb, Als am Kreuz er für uns starb. Mel. Wie schön leucht't zc. 5. Da wird deiner Frommen 450. Wie wird mir dann, Menge Ein Herz, Eine Seele o dann mir sein, Wenn ich, mich sein, Liebe, Dank und Lobgesänge ganz des Herrn zu freu'n, In ihm Dir, du großer Gott, zu weih'n; entschlafen werde; Von feiner Dir und dem, der selbst sein Leben Sünde mehr entweiht, Entfesselt Willig für uns hingegeben! Mit von der Sterblichkeit, Nicht mehr ihm, unserm treu'sten Freund, der Mensch von Erde! Freu' dich, Sind wir ewig dann vereint. Seele! Stärfe, tröste, Dich, Er6. O wer sollte sich nicht sehnen, lös'te, Mit dem Leben, Das dir Aufgelös't und da zu sein, Wo dann dein Gott wird geben! nach Kummer, Noth und Thrä2. Ich freue mich und bebe nen Ew'ge Güter uns erfreu'n; doch; So beugt mich meines Wo sich unser Kampf in Palmen, Elends Joch, Die Last der Sünde 266 Vom Heile in Christo. nieder. Der Herr erleichtert, was Heilig! Heilig! singen Wir dir; mich drückt; Mein banges Herz, bringen Preis und Ehre, Dir, der von ihm erquickt, Glaubt, und er war und sein wird, Ehre!( 94) hebt sich wieder. Jesus Christus, Mel. Alle Menschen müssen 2c. Laß mich streben, Dir zu leben, 451. Weinet nicht mehr Dir zu sterben, Deines Vaters Reich zu erben! um die Frommen, Die der Tod 3. Besiege denn des Todes euch hat geraubt! Zu dem Herrn Grau'n, Mein Geist; er ist der sind sie gekommen, Dem sie liebend Weg zum Schau'n, Der Weg im hier geglaubt. Er hat sie hinauffinstern Thale. Er sei dir nicht gezogen Aus den Stürmen wik mehr fürchterlich; Er führt zum der Wogen; In das stille FrieHeiligthume dich, 3um ew'gen densland Führte sie die VaterFreudensaale. Gottes Rub' ist hand. Unvergänglich, Die Erlösten sprechlich trösten. Ueberschwenglich; 2. Selig, die in Jesu sterben, Wird sie unaus- Den sie liebten und nicht sah'n! Sie sind seines Reiches Erben, 4. Herr, Herr, ich weiß die Gehen nun des Lichtes Bahn, Zum Stunde nicht, Die mich, wenn Genuß aus der Entbehrung, Aus nun mein Auge bricht, Zu deinen der Schmach zu der Verklärung Todten sammelt! Vielleicht um- Führt sie der, den sie geliebt, Der gibt mich ihre Nacht, Eh' ich noch aus Liebe uns betrübt. dieses Fleh'n vollbracht, Mein 3. Mühe war ihr Loos hienieLob dir ausgeſtammelt. Vater, Bater, Ich befehle Meine Seele Deinen Händen! Laß mich meinen Lauf wohl enden! den, Glaubensarbeit war ihr Theil; Kämpfend um den Seelenfrieden, Suchten sie in Jesu Heil. Liebe haben sie bewiesen Vor dem Herrn, den sie gepriesen; Litten sie auch Hohn und Schmach, Dennoch folgten sie ihm nach. 4. Tief war oft ihr Herz be trübet, Daß es ihm nicht treuer 5. Vielleicht sind meiner Tage viel! Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, So sei mein Leben dir geweiht, Bis dieser Leib zer- war, Daß es ihn nicht mehr getrümmert. Laß mich, Vater, Reiche liebet In der treuen Kämpfer Saaten Guter Thaten Einst be- Schaar. gleiten Vor den Thron der Ewigfeiten. Ach, der Liebe heiße Thränen Sind geweint in bangem Sehnen; Um Erlösung flehten sie 6. Wie wird mir dann, ach Von den Kämpfen schwerer Müh. dann mir sein, Wenn ich, mich 5. Jhr Gebet ist nun erhöret; ganz des Herrn zu freu'n, Ihn Von den Banden sind sie frei. dort anbeten werde; Von teiner Ihre Liebe ist verfläret, Und beSünde mehr entweiht, Ein Mit- lohnt wird ihre Treu'. In das genoß der Ewigkeit, Nicht mehr Grab sant nur die Hülle; Doch der Mensch von Erde! Heilig! ihr Geist trinkt aus der Fülle, Im zukünftigen Leben. 267 Die von Gottes Throne fließt, fennt. Ewig glänzen ihre Namen Und das letzte Leid versüßt. In dem Buch des Lebens, Amen! Ihres Dankes Lobgesang Schallt die Ewigkeit entlang. 6. In dem Herrn sind sie vollendet, Der für sie am Kreuze starb; Jhm in Klarheit zugewendet, 9. Und es naht die große Der für sie das Heil erwarb; In Stunde, Die euch zu den Lieben der Stadt der Erstgebornen, In bringt, Wo ihr in der Engel der Burg der Auserkornen Krönt Bunde Einst das Heilig! Heilig! die Ruhe ihren Fleiß, Bringen singt. Dann seht ihr die Schwefie dem Retter Preis. stern, Brüder, Gatten, Neltern, Kinder wieder; Nach der Trennung kurzem Schmerz Sinft ihr an ihr liebend Herz. 7. Ewig, ewig folgen ihnen Ihres Glaubens Werke nach; Ihnen ist die Nernt' erschienen, Die des Höchsten Wort versprach. 10. Führ' uns, Herr, in ihre Ihre reiche Saaten stehen Glän- Chöre; Zeuch uns ihnen Alle zend in des Himmels Höhen, Und im jauchzenden Verein Bringen jie die Garben ein. nach! Preis sei dir und ewig Ehre, Der die Bahn zum Himmel brach! Lehr' uns beten, wachen, 8. Weinet nicht mehr um die ringen, Daß auch wir zum Theuern, Die der Tod von euch Himmel dringen: Führ' uns All' getrennt: Sie, die ihre Siege auf Siegerhöh'n Zu der Lieben feiern, Sind bei dem, der sie er- Wiedersehen! ( 88) 2) Das Heil nach seinen Bedingungen. Buße und Sinnesänderung. Mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, Unter Sündenfreuden 452. Sich'rer Mensch, noch Deines Lebens letzte Nacht; ist es Zeit, Aufzusteh'n vom was wirst du leiden, Wenn dein Schlafe! Nahe ist die Ewigkeit, Herz, Von dem Schmerz Deiner Nahe Lohn und Strafe. Hör, Schuld zerrissen, Wird verzagen Gott spricht! Säume nicht, müssen. Seinen Ruf zu hören, Und dich zu befehren! 4. Wenn vor deinem Antlik sich Jede Sünd' enthüllet; Wenn 2. Noch weckt der Posaune dann eine jede dich Ganz mit Schall nicht die Todten alle; Grau'n erfüllet; Nichts dich Noch bebt nicht der Erdenball, dann Stärken kann, Keine deiner Nahe seinem Falle; Aber bald, Freuden: Ach Ach was wirst du Bald erschallt Gottes Ruf: ,, es leiden! werde, Mensch, dein Leib zur Erde!" 5. Nah' dem Untergang, wirst du An des Grabes Stufen, Bang 268 Weg zum Heile in Chrifto. um Troft und Seelenruh', Dann 5. Führt das zur Seligkeit, Daß bergebens rufen: ,, Rette, Gott, wir, als die Erlös'ten, Wenn uns Mich vom Tod! Rette noch im der Tod ergreift, Uns der VerSterben Mich von dem Ver- föhnung trösten? Nur wer im derben." Glauben stets Dem lebt, der für 6. Mensch, noch wandelst du uns starb, Stirbt froh, gewiß des allhier Auf des Lebens Pfade; Heils, Das uns der Herr erwarb. Noch ist zur Errettung dir Nahe 6. So süß ein Laster ist, So Gottes Gnade! Eil' ihr zu, Daß gibt's doch keinen Frieden. Der du Ruh' Für dein Herz empfindest, Frömmigkeit allein Hat Gott dies Und Vergebung findest.( 195) Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, Erwählt das beste Theil; Ein Mensch, der 453. Willst du, wenn Gott Gott verläßt, Verläßt sein eignes Mel. Gott, du frommer 2c. dich ruft, Noch mit der Buße Heil. säumen? Mensch, willst du länger 7. Die Buße führt dich nicht noch Die Zeit des Heils ver- 3u lauter Angst und Leiden; Sie träumen? Ist wahre Besserung führet dich zu Gott, zu wahren, Nicht deiner Seele Glück? Wa- ew'gen Freuden; macht deine rum verlierst du denn Noch einen Seele rein, Füllt dich mit ZuberAugenblick? sicht, Gibt Weisheit und Verstand, Und Muth zu jeder Pflicht. 2. Wahr ist's: es kostet Müh', Sein eignes Herz bekämpfen, 8. Dein Gott verleiht dir Der Sünde widersteh'n, Und Kraft, Dich selber zu besiegen! böse Lüfte dämpfen. Doch bleibt es deine Pflicht; Und jede Schwierigkeit, Die heute dich erschreckt, Wird größer mit der Zeit. Der Sieg, so schwer er ist, Schafft göttliches Vergnügen. Was zagst du? geht es gleich Im Anfang langsam fort; Sei wacker; Gott ist nah, Und stärkt dich durch sein Wort. 3. Je öfter du du vollbringst, Was Fleisch und Blut befohlen. Je stärker wird dein Hang, Die 9. So gib denn, weil ich jetzt, That zu wiederholen. wiederholen. Scheuft Herr, deinen Ruf noch höre, Daß du dich heute nicht, Der Sünde ich mich ungesäumt Zu dir vom Knecht zu sein; So wirst du Bösen fehre! Dann darf ich nicht morgen schon Noch weniger dich zu spät Verlornes Heil bereu'n; scheu'n. Darf mich der Seligkeit Schon 4. Kann dich kein schneller hier im Glauben freu'n. Tod Noch heut' der Welt ent= ( 55) Mel. Sollt' es gleich 2. rücken? Jst wahre Buß' ein Wert Von wenig Augenblicken? 454. Auf will ich von SünEin Seufzer auf zu Gott, Ein den stehen, Und zu meinem Vater Wunsch nach Besserung, Und gehen; Seele, Seele, es ist Zeit Angst vor Schrecken reicht Nicht Tod ist nah und Ewigkeit! hin zur Heiligung. 2. Sieh mich wieder zu dir 11 Sinnesänderung. fehren, Gott, ich will dein Rufen hören; Will in Zukunft dir allein Eigen und geheiligt sein! 3. Fliehen will ich jene Freuden, Die von deiner Liebe scheiden, Dir mich ganz von Herzen weih'n, Mich in dir, mein Gott erfreu'n. 269 leiste, Und Muth und Kräfte mir verleih', Daß ich mit findlich treuem Geiste Dir bis zum Tod ergeben sei. So fieg' ich über Sünd' und Welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 5. Und wenn ich noch aus 4. Alle Sünden will ich hassen, Schwachheit fehle, Mein Vater, Nie den Heiland mehr verlassen; so verwirf mich nicht! Verbirg Nicht mich richten nach der Welt, nicht der betrübten Seele, wenn Niemals thun, was dir mißfällt. sie dich sucht, dein Angesicht; Und 5. Halt' mich fest in deiner mache in Bekümmerniß Mein Gnade; Führe mich auf rechtem Herz nur deiner Huld gewiß. Pfade, Daß ich dir beständig treu, Und im Guten standhaft sei. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; Schaff' ein getrostes Herz in mir; Und stärke mich in allen Leiden: So halt' ich mich, o Gott, zu dir, Bis nach vollbrachter Prüfungszeit Das Glück des Himmels mich erfreut!( 34) Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 455. großer Gott, du O reines Wesen, Der du die reinen 456. Sollt ich meinem HerHerzen dir Zur steten Wohnung zen schmeicheln, Sünde thun und auserlesen! schaff' ein reines sicher sein? Sollt' ich falsche Herz in mir, Ein Herz, das sich Tugend heucheln, Und dann vom Sinn der Welt Entfernt und sagen: ich bin rein? Ach, sein unbefleckt erhält! Elend nicht empfinden, Welche bittre Frucht der Sünden! bite 2. Laß mich auf die begangnen Sünden Mit inniger Beschämung 2. Lehre, Herr, mit Ernst mich seh'n; Durch Christum vor dir prüfen, Ob vor dir ich kann beGnade finden, Und auf dem Weg steh'n! Du kennst meines Herzens der Wahrheit geh'n. Ich will Tiefen; Laß auch mich sie offen forthin das Unrecht scheu'n, Und seh'n. Allen eiteln Schein ver= deinem Dienst mein Leben weih'n. nichte, Wenn ich selbst vor dir 3. O stärke mich in dem mich richte! Gedanken! Gib meinem Vorsatz Festigkeit; Und will schwaches Herz je wanken, 3. Bin ich, wenn ich das nur mein hasse, Was auch Heiden nicht So verzeih'n, Das nur meid' und hilf der Unentschlossenheit. Wie unterlasse, Was mir nicht gefällt, viel vermag ich, Gott, mit dir! schon rein? Ist's genug, nur Nimm deinen Geist nur nicht nichts verbrechen, Was schon von mir! Menschen strafend rächen? 4. Gib, daß er mir stets Hilfe 4. Bin ich darum auch schon 6. Auf will ich von Sünden stehen, Und zu meinem Vater gehen; Seele, Seele, es ist Zeit! Tod ist nah und Ewigkeit! 270 Weg zum Heile in Chrifto. besser, Darum Gottes Kind und handelt, Und mich beugt der Freund, Weil die Schuld des Nächsten größer, Als die meinige, mir scheint? Darum, weil von mancher Sünde Jch mich rein und schuldlos finde? Sünden Last! Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir ge zeiget hast; Und gern möcht' ich jetzt voll Schrecken, Richter, mich vor dir verstecken! 5. Siehst du, wenn ich Gutes übe, Nur auf das, was ich gethan? Siehst du nicht des Herzens Triebe Und die Absicht dabei an? Zählt die Welt mich zu den Frommen; Bin ich darum schon vollkommen? 2. Doch wohin sollt' ich entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, Ueber Meere; du bist da. In der Erde tiefsten Gründen Würde mich dein Auge finden. 3. Herr, ich flieh' in deine 6. Herr, vor deinem heil'gen Hände! Außer dir ist keine Ruh. Throne Gilt nur wahre Fröm- Dein Erbarmen hat fein Ende; migkeit. Dir allein und deinem Wer ist gnädiger, als du? Du Sohne Sei mein ganzes Herz ge- bist Gott, und fannst vergeben: weiht. Meine Schulden, die mich Ach vergib und laß mich leben! reuen, Woll'st, Erbarmer, mir 4. Siehe, wie mein Herz sich verzeihen! Gott nach deiner VaterSiehe, wie mein Auge Ueber meiner Sünden Können dieser Reue Dich, du Heiligster, sehnet, 7. Keine Sünde will ich lieben, huld! Auch den Wunsch der Sünde thränet nicht! Rein in allen meinen Trie- Schuld! ben, Fern von falscher Zuversicht, Thränen Will ich in der Zahl der Deinen Immer sein, und nicht nur scheinen! versöhnen? 5. Mein Erlöser, dein Er barmen, Dein, für mich ver8. Wann bedarf hier je die goff'nes Blut, Dein Verdienst Seele Keiner größern Reinigung? versöhnt mich Armen, Spricht Herr, du siehst, wie oft ich fehle für mich und gibt mir Muth. Auf der Bahn der Heiligung! Deines Heils darf ich mich trösten Warum sollt' ich mich verblen- Mit den Schaaren der Erlösten. den, Und mir selbst mein Heil entwenden? 6. Oso tilge meine Sünden; Schaff' ein reines Herz in mir! 9. Hilf mir streiten mit den Laß bei dir mich Ruhe finden; Lüften, Fliehen Stolz und Sicher- 3euch mich immer mehr zu dir. heit, Muthig mich zum Kampfe Laß, Herr, deinen Geist mich rüften Mit Gebet und Wachsam- treiben! Einzig stets bei dir zu teit, Daß ich nicht vergebens bleiben! ringe, Und gewiß zum Biele ( 45. 127) dringe! Mel. Herzliebster Jefu 2. ( 24) 458. Allein vor dir, mein Gott, hab' ich gesündigt! O laß 457. Herr, ich habe mißge- die Gnade, die dein Wort pers Eigne Melodie. Sinnesänderung. fündigt, Wenn Sünden uns von Und ich konnt', Allgütiger, ganzem Herzen reuen, Auch mich so sehr betrüben! erfreuen! 3. Was bin ich, Herr, Daß 2. Verzeihe mir, Herr, alle immer mehr, Du deine Huld mir meine Fehle! Dein harret, Vater, schenfest? Ach, was ist der arme meine bange Seele! Laß Troft Mensch, Daß du sein gedenkest? 4. Herr, einmal doch Zerbrich und Ruh, um des Versöhners willen, Mein Herz erfüllen! das Joch Der Sünden, die mich Gib deinen sicht Einmal mich erblicken! 3. Verwirf mich nicht von drücken! Laß dein gnädig Angedeinem Angesichte; Geist, daß er mich unterrichte; Gib ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege Mich leiten möge! 4. Schaff' in mir, Höchster, eine reine Seele, Ein neues Herz, das deine Wege wähle! Befördere und stärke mein Bestreben, Nur dir zu leben! 271 Dich 5. Erhöre mich! Ich suche dich, Und fleh' gebeugt im Staube. Du verwirfst den Sünder nicht; Dies sagt mir mein Glaube. 6. Ja, hold blickst du Auch mir jetzt zu, Und läßt mich Gnade finden; Denn des Mittlers theures Blut Tilgt auch meine Sünden. 11 5. Mit neuer Treue will ich dich verehren; Ich will die Sün- 7. Kommt zu mir her, Wenn der deine Wege lehren. Mein noch so schwer Euch Sündenlasten Beispiel soll sie reizen, deinen drücken: Ich"- so rief er SünWillen Gern zu erfüllen. „ Ich will euch er— dern zu 6. O höre, Gott, erbarmend quicken!" auf mein Flehen! Wie solltest du 8. Ich komme, Herr! Denn ein reuend Herz verschmähen, groß und schwer, Und viel sind Ein Herz, das dich im Glauben meiner Sünden! Aber laß auf ernstlich suchet, fluchet? Der Sünde Jefu Wort Mich Erquickung finden! 7. Ein reuig Herz willst du 9. Nichts soll mich dann, O zum Opfer haben; Das liebst du, Herr, fortan Von deiner Liebe das wirst du mit Troste laben. scheiden, Nicht der Sünde mächt'Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht berachten! ger Reiz, Nicht der Erde Freuden. mel. Freu dich sehr, o meine Seele 2c. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid zc. 460. Höchster, denk ich an die Güte, Die du mir bisher erzeigt; O so wird mein ganz Ge459. Ich tnice hier, Gott müthe Tief beschämet und gebeugt, bor dir, Gebeugt von Reu' und Daß ich dich nicht so verehrt, Wie Schmerzen! O, wie eine schwere mich deine Vorschrift lehrt, Dich, Last Liegt's auf meinem Herzen! der mich so sehr geliebet, Mit 2. Du liebtest mich So väter- Vergehungen betrübet. lich, Ja mehr, als Väter lieben; 2. Alle meine Seelenfräfte, 272 Weg zum Heile in Chrifto. Meine Glieder sind ja dein; Und bei! Mache du mich selbst recht sie sollten zum Geschäfte Deines treu, Dich zu lieben, dir zu leben. Dienst's geheiligt sein. Doch hab' Ewig will ich dich erheben! ich der Eitelkeit Unbedachtsam sie geweiht; Ja, ich ließ zum Dienst der Sünden Nur zu oft mich wil lig finden. ( 41. 34) Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 461, Allmächtiger, ich Staub, 3. Deine Huld war jeden ich Sünder Steh hier vor deinem Morgen Ueber mir, o Vater neu! Angesicht. Erbarmer aller MenVon wie manchen schweren Sor- schenkinder! Ach geh' nicht mit gen Machtest du mein Herz schon mir in's Gericht! Ich bin nicht frei! Was mir nüßte, gabst du deiner Gnade werth; Doch sie mir; Aber ach wie dankt' ich dir! läßt Keinen unerhört. Was du gabst, hab ich vermessen Oft gemißbraucht, oft vergessen. 2. Um Trost ist meiner Seele bange! Die Last gehäufter Misse4. Bei dem hellen Licht der that Liegt schwer auf mir, der ach! Gnaden Sollt' ich ja die Sünde so lange Dich, seinen Gott verfliehn, Und um Rettung von dem lassen hat. Weß tröst' ich mich, Schaden Meiner Seele mich ich Schuldiger, Als Deiner nur, bemüh'n. Deine Güte lockte mich Barmherzigster? Oft zur Buße; aber ich hörte nicht dein sanftes Locken, Ließ die Sünde mich verstocken. 3. Sollt' ich an deiner Huld verzagen, Ich dein Geschöpf? Das willst du nicht! Bis hierher 5. Ich erkenne meine Sünden, hast du mich getragen, Bleibst Beuge mich, mein Gott, vor dir! ewig meine 3uversicht. Hab' ich Laß vor dir mich Gnade finden; nicht auch an Christi Heil, An Neige, Herr, dein Ohr zu mir! seiner ganzen Liebe Theil? Ach vergib, was ich gethan; Nimm mich noch erbarmend an; mich vom Sündenpfade zurück durch deine Gnade! 4. Er hat auch mir das Recht Führe verdienet, Getroft zu dir empor Schnell zu sehn; Und wenn der Sünder sich erkühnet, Durch ihn Verge6. Dir ergeb' ich mich aufs bung zu erfleh'n, So bist du Neue. Gib, daß mein gebeugter Vater, der vergibt, Und lieber Geift Deiner Vaterhuld sich freue, segnet, als betrübt. Die dein tröstend Wort verheißt. 5. Sprichst du zu mir: dir ist Was dein Sohn auch mir er- vergeben, So stillt sich mein Gewarb, Da er für die Sünder starb, wissensschmerz; Fried' und Freude im Gewissen, zaghaft Herz noch beben, So bist Laß auch mich durch ihn genießen. du größer, als mein Herz. Dein 7. Stärk' den Vorsatz meiner Gnadenwort macht Alles gut Seele: Herz und Leben sei nun Und schenkt zur Tugend neuen dein! Gib, daß mir's an Kraft Muth. nicht fehle, Und will mein Folgsam deinem Wort 6. Jch zweifle nicht, ich bin er zu sein. Stehe mir allmächtig höret; Mein Glaube fagt mir's Sinnesänderung. 273 daß ich's bin. Der Trost, der sich steten Gemüthe, Welchem du die im Herzen mehret, Der treue, dir Sündenlast Liebreich abgenomergeb'ne Sinn, Dies findliche men hast. Vertrau'n auf dich Bezeuget: du begnadigst mich! 6. Herr, zu welchen Seligfeiten Du in jener bessern Welt Jeden Frommen noch willst leiten, Der dir Treu' und Glauben hält, Mel. Alle Menschen müssen 2c. 462. Ich erhebe mein Ge- Offenbarst du allen Seelen, müthe Sehnsuchtsvoll, o Gott, Die zu ihrem Theil dich wähzu dir! Denn ich kenne deine len! Deinen ganzen Gnadenbund Güte: O wie theuer ist sie mir! Machst du deinen Kindern fund. Gott der Liebe und des Lebens, Reiner hofft auf dich vergebens! Nur Verächter deiner Huld Stürzet ihre eigne Schuld! 7. Dir will ich mich denn er= geben: Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Ange= 2. Lehre, Herr, mich deine sicht! Keine schnöde Luft der SünWege; Beige deinen Willen mir! den Müsse mich mehr überwinDaß ich nicht verirren möge, den! Ach bewahr', ich bitte dich, Führe du mich selbst zu dir! Gott, meinen Geist und stärke mich! du siehest mein Vertrauen! Sicher ( 105) kann ich auf dich bauen: Deine Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. Batertreue ist Ewig, wie du sel- 463. Ich Sünder darf mein ber bist. 3. Ach, gedenke an die Sünden Auge nicht zu dir, o Gott, erMeiner Jugendjahre nicht! Laß heben! Vor deinem reinen Angemich Armen Gnade finden, Gott, sicht Muß ich, ich Armer, beben. vor deinem Angesicht! Alle Sün- Ich fühl, wie übel ich gethan! den, die uns reuen, Willst du Wer nimmt sich meines Elends väterlich verzeihen: O so höre an? Wer kann mich Sünder denn auch mich; Meine Seele hofft auf dich! retten? 2. Mein Vater, ach, ich bin 4. Gott, du willst des Sün- nicht werth, Dich Vater mehr zu ders Leben; Seine Seele ist dir nennen! Ach, deinen Ruf hab' ich werth. Gnädig willst du ihm ver- gehört, Und wollt ihn doch nicht geben, Wenn er sich zu dir bekehrt. fennen! Du warnetest mich durch Mitten auf dem Sündenwege dein Wort; Doch ging ich meinen Machst du sein Gewissen rege. Irrweg fort, Als ob fein Richter Wohl dem, der zu seiner Pflicht wäre. Umkehrt; den verwirfst du nicht! 3. Viel tiefer, als ich sagen 5. Du erquickest die Elenden, kann, 3ft in mir mein Verderben. Deren Herz sich dir ergibt; Die Herr, nimmst du meiner dich nicht sich flehend zu dir wenden, Uleber an, So muß ich ewig sterben. ihre Schuld Schuld betrübt. Freude Doch gern verschiebst du dein Geschenket deine Güte Dem geäng- richt, Und willst den Tod des 18 Weg zum Heile in Chrifto. 274 Sünders nicht. Willst meinen Tod nicht, Vater! 3. 3u dir flieh' ich! Erbarme dich, Ob ich's gleich nicht ver4. Von dir, der du die Liebe dienet. Ach gehe nicht, Herr, in's bist, Darf ich Vergebung hoffen. Gericht! Dein Sohn hat mich Dein Vaterherz, o Vater, ist Auch verfühnet! mir durch Jesum offen, Wenn 4. Soll's ja so sein, Daß nur mein Herz recht redlich ist, Straf' und Bein Auf Sünde folWenn ich voll Reu' an Jesum gen müssen; So fahr' hier fort: Christ Von ganzer Seele glaube! Nur schone dort; Nur dort lag 5. Vergeben kannst du: ach mich nicht büßen! vergib! Ich falle dir zu Fuße. 5. Auch strenge Zucht Bringt Vergeben willst du: ach vergib! Segensfrucht, Und dient zu unVerwirf nicht meine Buße! 3war serm Frieden. Zur Besserung, groß ist meine Sündenschuld; 3ur Heiligung Führst du durch Doch größer noch ist deine Huld, sie hienieden. Mein Gott, mein Herr und Vater! 6. Mach's denn mit mir, Wie's dünket dir; Du stärkst mich, es zu leiden. Nur woll'st du mich Nicht ewiglich Von deiner Gnade 6. Hier lieg' ich tief gebeugt vor dir, Mit schwerer Schuld be laden. Ach neige du dein Herz zu mir, Du Vater aller Gnaden! scheiden! Vergib mir, wie dein Wort ver- 7. Das thust du nicht! Mit heißt; Vergib, und schenk' mir Zuversicht Kann es mein Glaube deinen Geist Zu meinem bessern hoffen. Durch Christi Tod Steht Leben! hinnulja, mein Gott, Auch mir der Him7. Ach, ohne dich vermag ich mel offen. Nichts! Drum gib mir Lust und 8. Herr Jesu Christ! Mein Stärke. Von dir nur, Vater alles Anker ist Das Kreuz, an dem du Lichts, Kommt Kraft zum guten starbest, Und mir zu gut Mit Werke! Drum treuer Vater, bitt' deinem Blut Der Gnade Troft ich dich: Um Jesu willen stärke erwarbest. mich Zum Wollen und Voll- 9. Hier, hier bleib' ich; Und bringen! ( 105) ob auch sich Einst Leib und Seele scheiden: Ich werde dort Bei dir, mein Hort, Ererben ew'ge Eigne Melodie. 464. A Gott und Herr! Freuden! Wie groß und schwer Sind meine 10. Gott, dir sei Ruhm! Dein vielen Sünden! Wie drückt mich Eigenthum Bleib' ich in Jeſu doch Des Elends Joch! Wo soll Namen. Ich zweifle nicht; Mein ich Rettung finden? Heiland spricht: Wer glaubt 2. Flöh' ich gleich weit Voll wird selig! Amen. ( 160) Bangigkeit Bis an des Erdreichs in Enden, Von Angst und Bein BeEigne Melodie. freit zu sein; Doch würde sie nicht 465. Sich, hier bin ich, wenden. Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Sinnesänderung. 275 Thron. Meine Thränen Und das Siehe, was mein Herz empfind't, Sehnen Meines Herzens kennst Und erbarm' dich wieder! Groß du schon. Laß dich finden! laß ist meine Sündenschuld, Die mich dich finden! Herr bist du, ich Staub innigst reuet; Größer deine Vaund Thon. terhuld, Die mich noch erfreuet. 2. Sieh doch auf mich! Herr, 2. 3war ich bin's nicht werth, ich fleh' dich! Lenke mich nach zu dir Kindlich aufzusehen; Doch deinem Sinn. Gott, mein Tröster, du bleibst ein Vater mir, Du verDeß Erlös'ter, Dessen Eigen- nimmst mein Flehen; Kennst mein thum ich bin! Laß dich finden! Herz, ermunterst mich, Es vor dir laß dich finden! Gib dich mir, zu stillen, Du erhörst mich väternimm mich dir hin! lich Noch um Christi willen. 3. Du bist meine Zuversicht; Außer dir ist's Reiner. Dein GeUnd schöpf verwirfst du nicht; Gott, Laß dich jammert seiner! Der du Der deinen Sohn für mich In den Tod gegeben; Sein Erlös'ter bin auch 4. Gnadensonne; Seelen- ich, Theu'r erkauft zum Leben. wonne; Unbeflecktes Gotteslamm! 4. Dies, dies soll in jedem Freund der Seele, den ich wähle, Schmerz Mein Vertrau'n erDer zu mir vom Himmel tam! wecken. Vor der Sünde soll mein Laß dich finden, laß dich finden! Herz, Nicht vor dir erschrecken. Herr, der Sünder gern annahm! Trauen will ich, Vater dir, Stets 5. Hör, wie kläglich, Wie die Sünde hassen; Nie vergessen, beweglich Dir die treue Seele daß du mir So viel Schuld erfingt; Wie demüthig Und weh- lassen! müthig Deines Kindes Stimme 5. Preis sei dem Allgütigen, flingt! Laß dich finden, laß dich Der mein Seufzen kennet, Der finden! Nimm das Herz, das es dem Gnadesuchenden Freien Zudir bringt. tritt gönnet! Seele, freu' dich vor 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, dem Herrn, Fleuß von Freuden Reichthum, Weltlust, Ehr' und über! Gott, dein Gott, verstößt Freud', Sind nur Schmerzen nicht gern; Er begnadigt lieber. Einem Herzen, Das sich sehnt zur 6. Ewig bist du so gesinnt, Ewigkeit. Laß dich finden, laß Vater meiner Seele! Ach, wenn dich finden! Großer Gott, ich bin ich, dein strauchelnd Kind, Noch ( 128) aus Schwachheit fehle; So ge= denkst du, der du weißt, Daß mein ehret, Jch sei Staub; bereit! und du verzeih'st Dem, der wiederkehret. ( 203. 127) 3. Herr, erhöre! Ich begehre Nichts, als deine freie Gnad', Die du gibest, Wen du liebest der dich liebt in der That. dich finden, laß dich finden! hat Alles, wer dich hat. Mel. Schwing' dich auf zu deinem zc. 466. Gott, mein Bater, ich, dein Kind, Falle vor dir nieder! 18* Weg zum Heile in Christo. Glaube an Christum, den Heiland der Welt. Eigne Melodie. Freust, Seelen zu erquicken. Vergib, o Herr, der gern vergibt, 467. Herr Jesu Christ, du Und was ich Unrecht hab' verübt, Das tilge deine Gnade. höchstes Gut, Du König der Erlös'ten, Auf dem des Frommen Hoffnung ruht, Deß sich die Sünder trösten! Getroft darf sich ein Jeder nah'n, Heil und Vergebung zu empfah'n; Hier fomm' auch ich, ich Armer. 7. Wie groß ist diese Seligkeit, Sein Herz vor dir zu stillen! Wie edel die Zufriedenheit, zu thun, Herr, deinen Willen! O leite mich auf ebner Bahn, Daß ich, dein fel'ger Unterthan, Gern dein Gesetz erfülle! 276 2. Beladen komm' ich; nimm die Last Nimm du sie mir vom 8. Der du allein zu helfen Herzen. Der du auch mich erlöset weißt, Heil' mich durch deine hast, Erlös't mit Todesschmerzen, Wunden. Stärk' mich durch Daß meine Seele nicht mit Weh deinen Freudengeist In meinen In ihren Sünden untergeh'; letten Stunden; Und nimm mich Dank sei dir, o mein Retter! dann, Herr Jesu Christ, Hinüber, 3. Wenn mir, o Heiland aller wo kein Tod mehr ist, zum Leben Welt, Die Menge meiner Sün- der Gerechten! ( 153. 170) den Auf's Herz, wie ein Gebirge, Eigne Melodie. fällt; Wo kann ich Hilfe finden? Ich finde sie bei dir allein! Ver- 468. Allein zu dir, Herr loren würd' ich Armer sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. Jesu Christ, Steht freudig mein Vertrauen! Ich weiß, daß du 4. Begnadigung und Heil ver- mein Heiland bist: Auf wen sollt spricht Es denen, die dich ehren, ich sonst bauen? Es ist kein Retter Und reuevoll zu ihrer Pflicht, Zu außer dir, Kein Mensch, kein dir zurücke fehren, Und nun vom Engel, welcher mir Aus meinen Sündenjoch befreit, Aus Herz- Nöthen helfen kann. Dich ruf licher Erkenntlichkeit Dir, ihrem ich an; Von dir nur kann ich Heiland leben. Hilf' empfah'n. 5. Dein Aug', o Herzensken- 2. Heiland, meine Schuld ner, sieht Der größten Sünder ist groß; Sie reuet mich von Einen Mit heilverlangendem Herzen. Erbarme dich und sprich Gemüth, Hier auch um Gnade mich los Kraft deiner Todesweinen. Ach würd'ge mich Ge- schmerzen. Der auch für mich fallenen Des Blickes voll Erbar- genug gethan, Nimm meiner dich mungen, mit dem du Petrum an- bei'm Bater an; So bin ich los ſah'st. der Sündenlaſt: Mein Glaub' 6. Vertrauensvoll erfüh'n ich erfaßt Dich, der du mich versöhnet mich, zu dir empor zu blicken, haft. Du Seligmacher, der du dich 3. Du wollest aus Barmher 277 erLaß deines Trostes quickerma darf ich zagen? Gottes Sohn hat meine Schuld getragen. 6. Nichts, als Jesum und sein Blutvergießen Will ich in den legten Stunden wissen. Weg, Todesschrecken! Mein Erlöser wird mich auferwecken. 4. Preis sei Gott auf dem 7. Nichts soll mir mein höchhöchsten Thron, Dem Vater, reich stes Gut, den Glauben, Nichts an Güte! Preis Jesu Christo, soll mir den Trost der Hoffnung seinem Sohn, Der gnädig uns rauben. Vor Jesu Throne Liegt behüte! Preis seinem werthen schon meines Glaubens Lohn, heil'gen Geist, Der uns den Weg die Krone! zum Himmel weis't! So jauchzet alle Hier in der mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. Zeit, Und dort in sel'ger Ewig- 470. Im Glauben nur ist teit. ( 175. 127) Seligkeit! Nur Glaub' umfaßt den Heiland. Noch macht uns felig jederzeit Der Sünder Heil, wie weiland. Im Glauben nur ist Geisteslicht; Denn wer nicht glaubt, ach, dem gebricht Erkenntniß, wahre Weisheit. keit! 2. Im Glauben nur ist SeligUnselig sind wir Sünder. 2. Nichts soll mir im Himmel Aus Glauben fommt Gerechtigund auf Erden Lieber als mein teit; Im Glauben sind wir KinSeligmacher werden! Er ist ge- der. Dem Glaubenden ist Ruh' storben; Sterbend hat er mir verlieh'n, Und alle Sündenschuld das Heil erworben. Er lebt versöhnt dem verzieh'n; Vater. 3. Nichts will ich so hoch, als Jesum, schätzen. Welt, behalt' 3. Jm Glauben nur ist Selig= nur deine todten Gögen! Der feit. Er zeugt das neue Leben, mich erlöste Bleibet mir der Zeugt Liebe, Demuth, Heiligkeit, Beste und der Größte. Entflammt zum höhern Streben. 4. Nichts soll mir bei Jesu Der Glaube läßt nicht träg' uns Furcht erwecken; Er wird mich ruh'n; Der Glaub' ist immerdar zur Zeit der Noth bedecken. In ein Thun Und wirkt stets Gottes bangen Stunden Hab ich Ruh' Werke. und Trost bei ihm gefunden. 4. Im Glauben nur ist Selig5. Nichts soll mich, wenn mich keit! Er lehrt uns muthvoll die Sünden drücken, Als das kämpfen, Führt uns zum Siege Glaube an den Weltheiland. herzigkeit Des Glaubens Flamm' Heil des Sünderfreunds, | entzünden. Süßigkeit Im Innern mich empfinden. Lehr' mich von Herzen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Hilf mir in meiner letzten Noth, Mein Herr und Gott, Der du für mich besiegt den Tod! Mel. O, wie selig seid ihr doch zc. 469. Nichts soll mich von meinem Jesu scheiden; Keine Lust und Macht, tein Spott und Leiden; Kein Droh'n der Feinde Trennet mich von meinem ew'gen Freunde. 278 Weg zum Heile in Christo. in den Streit, hilft jede Lust uns Herr seht ihnen Maß und Ziel, dämpfen. Kühn macht der Glaub' Schenkt Freuden ohne Ende. und unverzagt; Da wird stets 4. Nehmt muthvoll an, neuer Kampf gewagt Mit aller was Gott euch beut, Jhr, die ihr Feinde Schaaren. tämpft mit Sünden. Er ist's, der 5. Im Glauben nur ist Selig- euer Herz erneut; Er hilft euch feit! Schon hier im Erdenleben. überwinden. Er nimmt das Böse, Und welche Wonn' und Herrlich- das euch quält; Er gibt das lichkeit Wird er erst dort uns geben! Gute, das euch fehlt; In ihm Hier schenkt der Glaub' uns Vor- seid ihr vollkommen. genuß; Dort schau'n wir, sind 5. Nehmt sterbend einst die zum Vollgenuß Der Seligkeit Seligkeit, In Christo ew'ges erhoben. Leben. Zu Erben will in Ewig6. Im Glauben nur ist Selig- teit Euch seine Gnad' erheben. feit! Bleibt treu ihm unabwen- Dort strömt die Füll' aus Gottes dig, Weil der die Lebenskron' Meer! Dort fließen keine Thräeuch beut, Der treu ist und be- nen mehr; Verstummt ist jede ständig. Nur Glaub' hilft durch Klage! ( 35) die Welt hindurch, Ist noch im Mel. Herr Christ, der einig' Gott's 2. Tod uns feste Burg, Und führt 472. Herr Jesu, Gnadenzum sel'gen Schauen. ( 35) Mel. Nun freut euch 2c. stefonne, sonne, Wahrhaftes Wahrhaftes Lebenslicht! Gib Leben, Licht und Wonne 471. Nehmt gläubig an, Dem blöden Angesicht. Nur du was Gott verleiht, Des Himmel- fannst mich erfreuen, und meinen reiches Gaben. Ihr sollt vom Geist erneuen; O Herr, versag' Herrn der Herrlichkeit, Licht, Liebe, mir's nicht! Leben haben. Ja, über Alle reich 2. Vergib mir meine Sünden, ist er; Je ärmer ihr, je reicher Und wirf sie hinter dich; Baß er: Wer bittet, soll empfangen. mich Vergebung finden, Und hilf 2. Nehmt's dankbar an, mir gnädiglich. Laß deine Frie wenn Gott verzeiht! Hat er es densgaben Die frante Seele laben! doch verheißen. Längst war der Ach, Herr, erhöre mich! Glaube schon bereit, Der Schuld 3. Vertreib' aus meiner Seele euch zu entreißen. Heil dem, der Den alten, bösen Sinn, Daß ich sich zu fleh'n nicht schämt! So nur dich erwähle 3um seligen flehet denn um Gnade; nehmt Gewinn. Dir will ich mich erVon Christo sel'gen Frieden. geben, Und dir zur Ehre leben, 3. Nehmt willig an, was Weil ich erlöset bin. Gott euch beut, Jhr, die ihr 4. Lehr' mich, als einen Chriweint auf Erden. wenn nur sten, zu freuzigen in mir Das O 3u er das Herz erfreut; Was sind Fleisch mit seinen Lüften, Und laß der Zeit Beschwerden? Sind doch für und für mich, deines eurer Leiden noch so viel; Der Himmels Erben, Der Sünden Glaube an den Weltheiland. 279 welt absterben, Daß ich nur leb' Kreuzesbild. Ihm will ich ewig. in dir! dc 5. Befördre dein Erkenntniß In mir, mein Seelenhort! Und öffne mein Verständniß dienen, Der göttlich reich und mild. 3. Ich bin nicht mehr mein eigen! Seit Chriftus für mich Durch starb, Will ihm die Knie ich beudein heilsames Wort, Damit ich gen, Der Leben mir erwarb. an dich gläube, In deiner Liebe Wenn stets zu ihm ich käme, Der bleibe, Bis ich dich schaue dort. tief erquicken kann, Aus seiner 6. Ach zünde. deine Liebe In Fülle nähme; Wie selig wär' ich meiner Seele an, Daß ich aus dann! reinem Triebe Dich ewig lieben 4. Ich bin nicht mehr mein kann, Und dir zum Wohlgefallen eigen! Er, Christus, ist mein Beständig möge wallen Auf rech- Herr. Nie will ich dies verter Lebensbahn! ast Mein höchstes Gut ſei schweigen; 7. Nun, Herr, verleih mir er! Ich fürchte keine Feinde, Stärke, Verleih mir Kraft und Nicht Spott und Hohn der Welt: Muth! Denn das sind Gnaden- Ich leb' in der Gemeinde, Die sich werke, Die dein Geist in mir zu Jesu hält. thut. Hingegen mein Beginnen, 5. Jch bin nicht mehr mein Mein Denken und mein Sin- eigen! Dem Herrn bin ich genen Sind fündig und nicht gut. tauft! Laut will von dem ich Der mich so theu'r er8. Darum, du Gott der Gna- zeugen, den, Du Vater aller Treu'! Wend' kauft. Nur er soll mir gefallen, allen Seelenschaden, Und mach' Er, deß ich ewig bin. Mit ihm mich täglich neu. Gib, daß ich nur will ich wallen Zur sel'gen deinen Willen Beständig mög' Heimath hin! erfüllen, Und steh' mir träftig bei. ( 35) ( 60) mel. Zeuch mich, zeuch mich mit 2c. 474. Jeju, hilf mir standhaft glauben! Deine Seligkeit ist mein. Laß mir Nichts die Mel. Befiehl du deine Wege ic. Die des Glaubens Hilf, daß ich dir Bis ich dort dich 473. Ich bin nicht mehr Krone rauben, mein eigen! Dem hab' ich mich Lohn soll sein. geschenkt, Dem sich die Welten fest vertraue, neigen, Der alle Dinge lentt. ewig schaue. Dem hab' ich mich ergeben, Der 2. Jesu, hilf mir christlich treu die Seinen liebt, Der seinen leben! Führe mich der Tugend Sohn gegeben, In ihm mir Alles Bahn. Du, Herr, kannst mir Kräfte geben, Daß ich richtig 2. Ich bin nicht mehr mein wandeln fann. Hilf mir, hilf eigen! Nur Christi will ich sein. Nur Huld will er erzeigen; Von Sünden macht er rein. Auch mir ist mild erschienen Das hohe den! gibt. mir, deinen Willen Willig, freudig stets erfüllen! 3. Jesu, hilf mir willig lei= Mache mich im Kreuz dir 280 Weg zum Heile in Chrifto. treu. Hilf mir Furcht und Kum-| Gnaden schenkst du sie, Und du mer meiden; In Betrübniß steh' erwarbst sie ihnen. mir bei. Gib mir in den Leidens- 4. Freund meiner Seele, du stunden Trost und Kraft aus bist ihr Der Weinstock, sie dein deinen Wunden. 1809 Rebe. Zeuch sie dir nach, daß sie 4. Jesu, hilf mir selig ster- zu dir Sich von der Welt erhebe! ben! Welt und Sünde sind mir Ja, laß mich, wenn ich sterben Last. Laß mich dort aus Gnade soll, Auf deine Gnade bauen, Dir erben, Was du hier verdienet vertrauen, Und dann dort wonnehast. Hilf mir selig überwinden; voll Dein Antlig ewig schauen. Laß mich ewig Ruhe finden. 5. Ich kämpfe stets und strauchle 5. Jesu, höre meine Bitte; oft: Herr Jesu, hilf dem SchwaZeige, daß du Heiland bist. Hilf chen, Der nur auf dich in Demuth nach deiner großen Güte, Wo hofft; Du kannst mich stärker mir Hilfe nöthig ist. Ich vertrau' machen! In jeder Seelennoth laß auf deinen Namen: Du bist Hel- mich Bei dir Erbarmung finden, fer; hilf mir! Amen! Trost empfinden, Und endlich, Herr, durch dich In Allem überwinden! ( 90. 189. 127) Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu zc. 475. Herr, mein Erlöser, nur von dir Kann ich mir Hilf 476. Ich weiß), an wen ich Mel. Valet will ich dir geben c. erflehen. Vernimm mein Seufzen; eile mir, Mein Helfer, beizu- glaube; Denn ich vertraue Gott. stehen! Des wahren Glaubens Dies theure Kleinod raube Mir Kraft und Licht, Das selige Be- feines Läst'rers Spott. Es gibt streben, Dir zu leben, Und Muth mir Trost im Leiden, Vergebung zu dieser Pflicht, Das wollest du im Gericht, Ein Paradies voll mir geben. Freuden, Wenn Herz und Auge bricht. 2. Du hast ein königlich Gebot Mir tief in's Herz geschrieben; 2. Ich weiß, an wen ich glaube. Von ganzer Seele soll ich Gott, Mein Heiland überläßt Nicht Wie mich, den nächsten lieben. meinen Leib dem Staube; Das Wenn ich nach deinem Worte weiß und hoff' ich fest. Er wird thu', So hab' ich schon hienieden auch ihn verklären, Und wenn Großen Frieden; Und welches der Sünder bebt, Dann wein' ich Heil haft du Den Frommen dort Freudenzähren: Denn mein Erbeschieden! 10 löser lebt. 3. Laß mich kein Leiden dieser 3. Ich weiß, an wen ich glaube; Zeit, Kein Weltglück dir ent- Mein Glaube täuscht mich nicht. reißen; Denn du hast deine theurer hoher Glaube, Verlaß, Seligkeit Den Treuen nur ver- verlaß mich nicht, Damit ich heilig heißen. Doch, könnten wohl durch werde, Und von der Sünde frei, ihre Müh Sie, solche zu ver- Schon fröhlich auf der Erde, dienen, Sich erfühnen? Aus Dort ewig selig feil Glaube an den Weltheiland. 281 Mel. Gott, du frommer 2c. 4. Ich glaube, lieber Herr! Gib Freudigkeit dem Glauben. 477. Ich glaube, glaube, lieber Die Welt, mein Fleisch und Herr! Doch ach, was frommt der Blut, Die wollen mir ihn rauben. Glaube, Der dich nicht ganz um- Den Docht, der matt nur glimmt, faßt, Der nicht vom Erdenstaube, Laß du erlöschen nicht; Das schon Von Fleischesluft und Welt Auf zerstoßne Rohr Verbinde, eh' es immer los sich reißt? Was ist der bricht. Glaube, fehlt Ihm Leben, Kraft und Geift? en ahalbid 5. Ich glaube, lieber Herr! Gib meinem Glauben Stärke, 2. Ich glaube, lieber Herr! Damit er fruchtbar sei Durch Und dennoch muß ich zittern. fromme, gute Werke. Wer Sünde Mein Glaub' ist noch nicht echt: O möchtest du erschüttern Dies falte träge Herz, Das noch in Sünden todt, Nicht liebend rastlos wirkt, Nicht übt dein sanft Gebot! läßt, der glaubt; Der glaubt, wer Wohlthat übt; Wer Seelen rettet, glaubt; Der glaubt, wer Feinde liebt. 6. Herr, Herr, von dir allein Rommt jede gute Gabe; Den 3. Ich glaube, lieber Herr! Glauben schenke mir, Durch den Gib meinem Glauben Leben. ich Alles habe! Laß mich in Noth Durch Liebe thätig muß Er rast- und Tod Recht freudig dir verlos weiter streben In Herzens- trau'n; Dann bin ich selig hier; heiligung, Im Wandel vor der Dort führ'st du mich zum Schau'n. Welt. Der Glaub' ist echt, der fest Im Glück und Unglück hält. ( 35) Fortschreitende Heiligung des Sinnes und Wandels und beharrlicher Ernst im Wachen und Kämpfen. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. trant! Hocherhöht zum Himmels478. Wer lohne Ist er, und an Gottes das Kleinod Throne Beugen nun sich aller will erringen, Wer zum Lohn der Knie; Denn er kämpfte einst, bessern Welt Will hindurch als wie fie. Sieger dringen, Zeig' im Kampfe 3. Kämpften nicht und übersich als Held. Hier in seinen wanden Seiner Wahrheit Märliebungstagen Muß er Alles fhun tyrer? Welche Schmerzen sie und wagen, Um der Hoffnung empfanden, Fühlt und duldet werth zu sein: ,, Einst ist jene Keiner mehr; Dennoch gingen Krone mein!" ohne 3agen Sie entgegen allen 2. O wie hat der Herr ge- Plagen, Trugen Kreuz und Bande stritten, Eh' sein Haupt am gern Für die Sache ihres Herrn. Kreuze sant! Welche Qual hat er 4. Sollt ich denn nicht ihnen gelitten, Als den Todeskelch er gleichen? Und des wahren Glau 282 Weg zum Heile in Christo. bens Kraft Bei dem Kampf der sel'ge Luft empfinden, Wirst über Sünde zeigen, Dämpfen jede Zeit und Welt erhaben steh'n, Leidenschaft? Herr, für dich und Und dich mit Gott in Einem Geist mein Gewissen Jeden Vortheil verbinden. Schon hier erglänzet gern vermissen, Und für meine dir sein Angesicht In HimSeligkeit Gern besiegen Lust und melslicht. Leid? 5. Dort schau'st du einst die 5. Reiche mir aus deiner Höhe, Weisheit ganz, Die dich mit MutHerr, die Waffen selbst zum terhänden hier geführet. Dich Streit, Daß ich fest, wie Felsen, frönet Gott mit jenem Perlenstehe, Wo Versuchung mich be- franz, Der Christi Streiter nach dräu't! Dann leg' ich gleich deinem dem Kampfe zieret. Was nie ein Sohne, Freudig meine Sieger- sterblich Auge hier geseh'n, Dort frone Vor dir hin, der immerdar wird's gescheh'n! In mir Schwachen mächtig war. ( 120. 66) 6. Was Gott genieß't, steht dir bereit; Was Gott besigt, wird dir in Gott gegeben. Dein ist der Himmel und die Ewigkeit: Eigne Melodie.. 479. Es tostet viel, ein Wie herrlich wirst du dort mit Christ zu sein, Und nach des Christo leben! Nichts wird alsGeistes reinem Sinn zu leben. dann dein Eins und Alles sein, Ach der Natur geht es gar bitter Als Gott allein. ein, Sich immerdar in Christi 7. Auf, auf, 7. Auf, auf, mein Geist, erTod zu geben. Auch ist mit Einem Kampf, den wir vollbracht, Nicht ausgemacht. müde nicht, Dich aus der Nacht der Finsterniß zu reißen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft 2. Auf Schlangen müssen gebricht? Bedenke was für Kraft Christen geh'n, Wohin sie ihren dir Gott verheißen. Wie wohl Fuß hienieden sehen. Da fostet's wird sich's doch nach der Arbeit Müh', auf seiner Hut zu steh'n, ruh'n! Wie wohl wird's thun! Soll tödtlich nicht der Schlangen( 152) stich verletzen. Wer hier nicht mel. Es fostet viel ein Christ zu 2. wacht und betet immerdar, Erliegt 480. Es ist nicht schwer, ein Un fürwahr. 3. Doch ist es wohl der Mühe Christ zu sein, Und nach des Geistes werth, Wenn man mit Ernst die reinem Sinn zu leben. Geht's Herrlichkeit erwäget, Die ewig der Natur auch noch so bitter ein; und schon hier ein Christ erfährt, Von Gott gestärkt, wird sich dein Der reinen Himmelssinn im Her- Geist erheben. Es führt die zen träget. Sei hoch das Ziel; Gnade selbst zu aller Zeit Den die Gnade macht es leicht, Daß schweren Streit. man's erreicht. 2. Du darfst nur werden wie 4. Schon hier wirst du den ein Kind; Du darfst ja nur die Vater seh'n, In seinem Anschau'n Liebe findlich üben. Oblöder Wachen und Kämpfen. 283 Ge= Geist, wie gut ist Gott gesinnt! säumest du, Dich deinem Gott Das kleinste Kind kann ja den ganz findlich hinzugeben? Bater lieben. Nein, zage nicht und fürchte nicht so sehr! Es ist nicht schwer. nieße Herz, der stillen Himmelsruh! Im Frieden sollst du bei dem Vater leben. Was der Natur zu schwer, unmöglich däucht, Mit Gott wirds leicht!( 152. 83) 3. Der Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit seiner Gnade fülle. Die ew'ge Liebe will nicht deinen Schmerz; Die Unluft schafft dir nur der Eigne Melodie. Drum übergib ihn willig in den 481. Jesu, hilf fiegen, du Tod; Eins, Eins ist Noth! Fürste des Lebens! Sei mir im Kampfe des Glaubens nicht fern! Schwach ist mein Wollen, mein Ringen vergebens, Stärft mi nicht kräftig die Rechte des Herrn. Viel sind der Feinde und groß die Gefahren: Du nur, du Mächtiger, fannst mich bewahren. 5. Faß' deine Seele in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe siehest. Und fehlest du noch 2. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigensucht, Hoffahrt und Mißgunst fich regt; Wenn ich den Reiz der Versuchung oft aus eigner Schuld; O, wenn empfinde, Und ein ungöttlicher du weinend zu dem Vater fliehest, So ist dein Fehl, dein kindliches Verseh'n, Als nicht gescheh'n. Trieb mich bewegt! Hilf mir dann kämpfen und wachen und beten, Siegreich die Büste des 6. Laß still dein Herz im Glau- Fleisches ertödten! ben ruh'n, Auch wenn dich Nacht 3. Jesu, hilf siegen! Vom und Finsterniß bedecket. Nur wohl Eiteln befangen, Hab' ich, du fann ja dem Kind der Vater thun; weißt es, die Welt noch so lieb, Sein Auge wacht, wenn Dunkel Laß in mir leben des Geistes Verdich erschrecket. Und sieh'st du auch langen, Aufwärts sich schwingend im Dunkeln feine Spur; mit heiligem Trieb. O Laß mich glaube nur. durchdringen das göttliche Wesen; So nur wird ewig die Seele genesen! Joten 7. So wirst du bald den Morgen seh'n; Du wirst dein Heil in voller Klarheit schauen. Wie du 4. Jesu hilf fiegen! sonst muß geglaubt, wird dir zuletzt gescheh'n, ich verzagen, Wenn mein GewisUnd Gott erfüllt dein findliches sen das Urtheil mir spricht; Wenn Vertrauen. Seele, sich, wie mich die Lüste der Jugend ver= doch ein wahrer Christ So flagen, Und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn mich die O felig ist. 8. Auf, auf, mein Geist, was Schrecken der Hölle bestürmen, 4. Getrost wirf allen Kummer hin, Der nur den Geist vergebens schwächt und plaget. Erwecke frisch zum Glauben deinen Sinn, Wenn Angst und Noth an deinem Herzen naget. Ruf' auf des Lebens steiler Dornenbahn Den Helfer an! 284 Weg zum Heile in Christo. Woll'st du mich, König des Him- sang! Wie wird dein Name dann mels, beschirmen! werden gepriesen, Wo du, o 5. Jesu, hilf siegen und laß Held, dich so mächtig erwiesen! mich nicht sinken, Wenn sich die ( 178. 83) Kräfte der Lügen aufbläh'n, Und Mel. Straf mich nicht in deinem zc. mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken: Laß um so heller 482. Mache dich, mein Geiſt, dein Licht mich dann seh'n! Steh' bereit! Wachen, Fleh'n und Beten mir zur Rechten, mein Führer Stärket uns zu jeder Zeit, Hilft und Meister! Behre mich prüfen in allen Nöthen. Droht Gefahr; und sichten die Geister! Immerdar Kann Gebet und 6. Jesu, hilf siegen, wenn Wachen Uns zu Siegern machen. Schwachheit mich drücket, Wenn 2. Auf denn, und beharre nicht mich der Schlummer der Trägheit In dem Sündenschlafe! Christus beschleicht! Stärkest du göttlich! ruft und ist dein Licht! Auf, daß mein Herz wird erquicket; Rufest nicht die Strafe, Und der Tod, du mächtig: der Schlummer ent- Der stets droht, Dich in deinen weicht. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Woll'st du mich, Jesu, ermuntern und wecken! Sünden Unbereitet finden. 3. Wach'! sonst bringt des Feindes List Dich zu schweren Sünden. Er fann, wenn du 7. Jesu, hilf siegen im Kampfe schläfrig bist, Leicht dich überwinder Leiden! Gib mir die Wehr' und den. Gott läßt zu, Daß auch du, die Waffen zur Hand. Laß mich Wenn du sorglos wallest, In von dir auch die Trübsal nicht Versuchung falleſt. scheiden, Nichts mir dich rauben, 4. Wache, daß dich nicht die du edelstes Pfand! Sollte mein Welt Durch Gewalt Gewalt besiege, gläubiges Herz sich betrüben, Bist Oder, wenn sie sich verstellt, du, Sohn Gottes, mein Theil Listig dich betrüge. Wach' und nur geblieben? sieh, Daß dich nie Die Verführer -8. Jesu, hilf siegen, wenn einst fällen, Die dir Netze stellen. ich soll sterben! Mache von Furcht 5. Wach' und hab' auf dich vor dem Tode mich frei. Beige stets Acht! Trau' nicht deinem das Reich mir, das ich soll er- Herzen. Leicht kann, wer es nicht erben, War bis an's Ende ich bewacht, Gottes Huld verschermacker und treu. Laß auch zu- zen. es ist Voller List, Weiß legt mich im Kampf nicht erliegen; sich selbst zu heucheln, Und voll Reiche die Hand mir, o Jesu, hilf Stolz zu schmeicheln. siegen! 6. Aber bet' auch stets dabei, 9. Jesu, hilf siegen und laß Bete bei dem Wachen. Gott muß mir's gelingen, Daß ich die Krone dich von Trägheit frei Und behutdes Lebens empfang'! So will ich sam machen. Er verleiht Munewig Anbetung dir bringen, Jesu, terfeit, Licht auf deinem Pfade mein Heiland, mit frohem Ge- Durch des Geistes Gnade. Wachen und Kämpfen. 285 7. Auf und nahe mit Gebet Und mich aus Sündenlust beFrei zu seinem Throne! Wenn müh'n, Vom Glauben abzugeh'n dein Herz nur gläubig fleht, Hört und ihn Zuletzt wohl gar zu er in dem Sohne. Er verheißt haffen. Seinen Geist, Mit ihm Kraft 6. O Gott, wenn mein Verund Leben, Auf dein Fleh'n zu trau'n zu dir, Mein Glaub' und geben. meine Hoffnung mir Nun gar 8. Gott, o lehr' uns immer- entriffen würde; So würde mich dar Wachen, fleh'n und beten; Nichts mehr erfreu'n, Die EwigUnd vermehrt sich die Gefahr, feit mir schrecklich sein, Mein Lehr' uns brünst'ger beten! In Leben eine Bürde! om der Noth, In dem Tod Laß uns 7. Der du für meine Sünden Hilfe finden, Alles überwinden! starbst, Und Hoffnung mir und ( 50) Mel. Kommt her zu mir spricht 2c. Trost erwarbst; Laß mich so tief nicht fallen. nicht fallen. Erhalte mir des Glaubens Ruh', Und meinen 483. Ich weiß und bin's Wandel lenke du Nach deinem Wohlgefallen. ( 126) gewiß, daß ich Erlös't bin, Gottes Sohn, durch dich Von aller Mel. Gott der Vater, wohn' 2c. ich bin's gewiß. Heiland, hilf 484. Gott, du haft uns furze meiner Sünde. Gelobt Gott! O mir, daß ich dies Bis an mein End' empfinde! Beit 3u unserm Heil gegeben. Plötzlich folgt die Ewigkeit Auf 2. In den Gefahren dieser Zeit unser flüchtig Leben. Allenthalben Des Leichtsinns und der Sicher- droht Gefahr, Eh' wir an's Ziel heit Wach' über meinen Glau- gelangen. Den Geist, im Leib ben. Du Menschenhüter, wache gefangen, Schwächt irdisches Verdu, Daß keine Zweifel meine Ruh' langen, und die Welt lockt immerUnd meinen Trost mir rauben! dar Zu ihren süßen Sünden. O hilf uns überwinden uns selbst und Welt und Sünden! Richt Gott, ich, Wie er's verdient, verachten. auf uns dein Angesicht, Mit desto stärkerer Begier Laß meine Seele, Gott, nach dir Und deinem Reiche trachten! und verlaß uns Schwache nicht! 3. Der Frevler spottet über dich; Doch allen seinen Spott will 2. Ach, die Kürze dieser Zeit Laß täglich uns betrachten, Und 4. Gibt mir die Welt Gelegen- den Werth der Ewigkeit Unendheit Zur Sünde und zur Eitel- lich höher achten. Groß und feit Und zu verbot'ner Freude; schwer ist uns're Müh, Bis wir So dämpfe du in meiner Brust den Lauf vollenden. Wer darf Die angeborne böse Lust, Daß ich mit vollen Händen Hier seine fie standhaft meide. Zeit verschwenden? Er verlor 5. Ich möchte sonst durch sie auf ewig sie, Wird ewig sich berführt, Die Sünde, die den Tod mit Thränen Nach ihrer Rückgebiert, mich übereilen lassen; tehr sehnen; Umsonst sind seine 286 Weg zum Heile in Christo. Thränen! Er verlor hier seine Zeit, mit ihr das Heil der Ewigkeit. 6. Hilf uns, Gott, in unserm Streit, Und laß uns nicht er müden! Führ' uns bald zur Ewig3. Wenn die lüsterne Begier feit, Und nimm uns auf in FrieNach Wollust, Reichthum, Ehre den! Zeig uns jenen großen Lohn, Uns versuchet, als ob hier Des Der deine Kinder frönet. Auch Lebens Endzweck wäre; Gott, er, der uns versöhnet, Stritt dann halt' uns, daß wir nicht und ward dann gekrönet. Laß Vom rechten Wege weichen! Hilf uns so, wie er, dein Sohn, Mit uns das Ziel erreichen, nicht deinem Wort uns rüsten! Das träge sein noch weichen! Unser Fleisch mit seinen Lüften Be Ziel ist dort im Licht, Wo der, herrsche nie uns Christen. Bring' den wir verlangen, Vor uns ist uns bald dem Ziele nah, Gott, hingegangen, Uns wieder zu unser Gott! Hallelujah!( 126) empfangen. Pilgerschaft Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Uns're ist hier, Und unser Baterland 485. Ich Staub vom Staube! bei dir! 4. Gott, ach laß der Welt nicht wer bin ich, Der Sünder, daß zu, Daß sie dein Volk verführe, du meiner dich noch stets, du Und die Herzen mehr, als du, Heiliger, erbarmst, Weltrichter, Mehr, als dein Himmel rühre! meiner dich erbarmſt? Wenn sie locket, stärk uns dann, 2. Zum Glauben und zum Ihr muthig zu entsagen, Mit ihr Thun zu schwach, Geht oft mein den Kampf zu wagen, Und ihren Herz der Sünde nach; Und oft Haß zu tragen. Sie mag reizen, entsinkt mir Kraft und Muth Im wen sie kann; Ihr Beispiel mag schweren Kampf mit Fleisch und entzünden, Die noch in ihren Blut. Sünden Des Lebens Freude finden! Wir, des Himmels Bürger schon, Wir kennen sie und ihren Lohn. 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn Zum Irrweg oft der Schritt gethan! Wie leicht folgt oft die Missethat Auf unsers Herzens bösen Rath! 5. Gott, dein Heil ist werth, daß wir, Mit Vorsicht darnach 4. Wenn Gott die alte Schuld trachten, Und der Erde Güter verzieh; Wie bald folgt neue hier Für Nichts dagegen achten, Schuld auf sie! Herr, Herr, mein Und der Erde Sünden flieh'n, ganzes Herz erschrickt, Wenn es Und deinen guten Willen 3u in diesen Abgrund blickt! unserm Heil erfüllen, Nicht unsers 5. Vertreib, o Gott, des JrrFleisches Willen; An dich glau- thums Nacht; Entreiße mich der ben und an ihn, Der sich dahin- Sünde Macht! Zeig' mir der gegeben, Unsterblichkeit und Leben Ueberwinder Schaar, Die auch Der Sünderwelt zu geben. Unsers im Kampf einst siegreich war! Kampfes Angst und Müh'; Wie 6. Wie glänzt sie dort! Sie herrlich, Gott, belohnst du sie! überwand, Empfing den Lohn Wachen und Kämpfen. 287 aus deiner Hand. Sie ist ge- strauchelnd geht. Der sehe zu, daß frönt, ich bin im Streit; Ver- er nicht falle, Der, wenn sein leih auch mir Beständigkeit! Nächster fällt, noch steht! Auch 7. Schmal ist der Weg zu die bekämpfte böse Lust Stirbt deinen Höh'n, Und Wenig nur niemals ganz in uns'rer Brust. sind, die ihn geh'n. Die Pfort' ist eng', und der nur dringt Durch sie zu dir, wer muthig ringt. 8. Ich lieg' auf meinem Angesicht, Und fleh' um deiner Gnade Licht. Laß, mein Erbarmer, laß mich dein Im Leben und im Tode sein. S 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend Wird mit den Jahren Sittsamkeit; Und was Natur und Zeit gethan, Sieht unser Stolz als Tugend an. 9. Der mir in Christo Alles gab, Mit Gnade blick' auf mich herab; Auf mich, der Sünde schnellen Raub, Den Himmelserben und den Staub! 4. Oft ist die Aenderung der Seelen Ein Tausch von Trieben der Natur Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen; Du dämpfst sie; doch du wechselst nur. Dein Herz fühlt einen andern Reiz; Dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, Was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neid's, 11. Ja, du erbarmst, Versöhn- der Schmähsucht Triebe Erwecken ter, dich In dem Versöhner über dir so manchen Feind; Du wirst mich. Vom Leibe dieses Tod's behutsam, schränkst dich ein, Fliehst befreit, Schau ich einst deine Herrlichkeit. nicht das Laster, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, Durch die der Andern Tugend fällt; So werde Nichts dein Herz verführen: Doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, Hat oft ein Blick, ein Wort verführt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 486. Nicht, daß ich's schon 7. Oft schläft der Trieb in ergriffen hätte! Die beste Tugend deinem Herzen. Du scheinst von bleibt noch schwach. Doch daß ich Rachsucht dir befreit; Jetzt sollst meine Seele rette, Jag' ich dem du eine Schmach eine Schmach verschmerzen Kleinod eifrig nach; Denn Und sieh, dein Herz wallt auf und Tugend ohne Wachsamkeit Ver- dräut; Und schilt so lieblos und liert sich leicht in Sicherheit. so hart, Als es zuerst gescholten 2. So lang ich hier im Leibe ward. walle, Bin ich ein Kind, das 8. Oft denkt, wenn wir der 10. Sint' tief, o Seele, nieder, tief Vor dem, der stets dich zu sich rief. Sink' in den Staub vor dem hinab, Der dir in Christo Alles gab! 12. Ob Angst des Todes in mir bebt, Sterb' ich doch dem, der ewig lebt. Er führt mich dann an treuer Hand Hin in mein himmlisch Vaterland! ( 94) 288 Weg zum Heile in Chrifto. Stille pflegen, Das Herz im fromm zu sein, Aufrichtig dich Stillen tugendhaft. Kaum lachet beslissen. uns die Welt entgegen, So reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, Und geben endlich strafbar nach. 2. O horche nicht auf Fleisch und Blut; Gehorche Gott: er meint es gut; Was er gebeut, ist Segen! Er liebt uns Menschen väterlich; Führt durch Geduld und Tugend dich Dem höchsten Glück entgegen. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe Durch einen strengen Lebenslauf; Doch opfertest du seiner Liebe Auch gern die liebste Nei- 3. Gott theilt dir seine Stärke gung auf? Dies ist das Auge, mit: Drum gehe stets mit festem dies der Fuß, Die sich der Christ Schritt Fort auf der Tugend entreißen muß. Pfade. Die Lust verführt, die 10. Du fliehst, geneigt zur Tugend nie, Und Gott, dein Ruh' und Stille, Die Welt, und Vater, krönet sie liebst die Einsamkeit; Doch wär'st ganzen Gnade. Mit seiner du, wollt' es Gottes Wille, Auch 4. Laß dir die schreckenvolle dies zu ändern, fromm bereit? Pein Der Sünde hell vor Augen Dein Herz haßt Habsucht, Neid sein, Wenn sie dich lockt zu Freuund Zank, Doch Unmuth nicht den. Gott fennt den quälenden und Müssiggang. Verdruß, Der auf die Sünde 11. Du bist gerecht, doch nicht folgen muß, Und will sie dir verbescheiden: Liebst Mäßigkeit, doch leiden. nicht Geduld. Du dienest gern, 5. Gott sieht der Ewigkeiten wenn Andre leiden; Vergibst du Nacht, Wo Sünder, die ihn hier auch dem Feind die Schuld? Von verlacht, In tiefem Jammer allen Lastern sollst du rein, 3u schmachten. Gott kennt der Tugend jeder Tugend willig sein. hohen Werth; Und den hat Jesus dich gelehrt: Wie kannst du den verachten? 12. Sei nicht vermessen; wach' und streite! Denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz 6. Nein, wach' und kämpf und hat seine schwache Seite; Die bete du! Dein Gott, dein Richter greift der Feind am ersten an. sieht dir zu; Einst wird er dich Die Sicherheit droht dir den belohnen. O, bleib' ihm treu und Fall; Drum wache stets, wach' wante nicht! Dent an den Tod überall! ( 55) und an's Gericht Und an die Siegestrone. ( 105) Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. Mel. Wo ist Jesus meine Liebe zc. 487. Mein Geist ermunt're 488. Dem Allgütigen und Soll sich dich und sei Gott, deinem Herrn Weisen und Schöpfer treu, Und folge dem weih'n, Gewissen! meine Seele Alles soll ihn glaub', es wird dich preisen, nie gereu'n, Hast du unsträflich sein. Alles, Alles, Zeuge meiner Ehrfurcht Rühme, Himmel, und er Wachen und Kämpfen. 289 zähle, Wie er dich mit Pracht| hohen Ruf erfüllt, Bringt uns erfüllt; Preis ihn freudiger, o das Verlorne wieder; In ihm Seele; Dich schuf er zu seinem strahlt des Vaters Bild. Bild! 7. Seele, deinen Gott zu fins den, Gibt er Freudigkeit und Kämpfe! du wirst überSünde, Welt und LeidenEr, dein Mittier, lehrt dich's hoffen. Sei getreu bis in den Tod! Eine Ewigkeit steht offen Zur Vereinigung mit Gott. 2. Welch ein Ziel soll ich erreichen! Dir an Liebe ähnlich Kraft. sein, Dir, dem Heiligen, zu winden gleichen: Welch ein hoher Ruf schaft. ist mein! Ronntest du dem Größ'res geben, Den dein Wink zum Menschen schuf? Konntest du mich mehr erheben, Als durch diesen hohen Ruf? 8. Darum will ich, Gott zu preisen, Mich zu seinem Bild er3. Gottes Stimme: ja, ich neu'n; Dem Allgütigen und Weifühle, Wie sie göttlich mich erhebt! sen Hier durch Güte ähnlich sein. Wenn die Sehnsucht nach dem Wenn die Himmel einst veralten, Ziele, Wenn das Endliche zerfällt, Wirst du, Ewiger, erhalten, Wer in sich dein Bild erhält. ( 121) belebt; Wenn der Glaube mich Möcht' ich eilen zu den Höhen Geistiger Vollkommenheit, Näher, näher dir zu stehen, Urquell aller Seligkeit! Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 4. Doch in in tiefer Ferne 489. Laß, Jeju, Jesu, deinen schmachtet Noch dein Pilger in guten Geist Mich allezeit regieren, der Zeit; Unvollkommen ringet, Daß ich stets thu', was du mich trachtet Er nach reiner Heiligkeit; heißt, und mich nicht laß verSieht am Ziel der Krone Schim- führen; Daß ich dem Bösen mer, Kämpft danach und fasset widersteh', Und nicht von deinem Muth; Strauchelt doch, vollendet Zur Rechten oder nimmer, Wird nicht völlig rein und gut. Weg abgeh' Linken. 2. Wenn auch die Lust der Sünde mich noch reizt, so lang ich lebe; Hilf nur, daß ihrer jein; Treues Streben, ernstes Reizung ich Gleich Anfangs Trachten Muß sich der Vollen dung freu'n. 5. Ewig kann nicht dieses Schmachten Unerfülltes Sehnen widerstrebe. Ach Herr, laß mich Kann des Lichtes Quell versiegen, Untergehen, was er schuf? Kann des Schöpfers Stimme trügen, Trügen meines ro Gottes Ruf? lebet; 6. Heil mir! Jesus Christus 490. Laß uns im Eifer unsEr ist der Vollendung rer Pflicht Vor Menschen nicht Pfand. Seine Gläubigen erhebet verzagen; In unerschrockner ZuEr, der mächtig überwand. Er, versicht Mit dir, Herr, Alles der erste aller Brüder, Hat den wagen! Was kann uns Menschen19 vergessen nicht Die Todesstund' und das Gericht, Den Himmel und die Hölle! ( 74) * Mel. Auf Christenmensch, auf 2c. Weg zum Heile in Chrifto. 290 ohnmacht thun, Wenn wir im Arm der Allmacht ruh'n? Mel. Schwing' dich auf zu sc. 2. Wenn des Gewissens Got- 491. Sollt' ich jetzt noch, da testraft, Der Unschuld Selbstver- mir schon Deine Huld erschienen, trauen Nur in uns sanften Frie- Dich verlassen, Gottes Sohn, den schafft; Wovor mag dann Und der Sünde dienen? Mit den uns grauen? Was schadet dem Lüsten dieser Zeit Wieder mich bedas Droh'n der Welt, Der fest flecken, Und nicht mehr die Süßig an seiner Tugend hält? teit Deiner Liebe schmecken? 3. Im Heiligthum der Ruhe 2. Sünde, Welt und Tod hast lebt, Wer sich der Wahrheit freuet. du Siegreich überwunden; Jn Wo feige List und Tücke bebt, dir hab' ich wahre Ruh, Licht und Teug jedes Auge scheuet, Da Heil gefunden. Und ich sollte dein wallt er in der Wahrheit Licht Mit Gebot, Wie die Sünder, hassen, freiem Gang und zittert nicht. Und mein Recht an deinen Tod Wieder fahren laſsen? 4. Mit wachsam ernster Vorficht geht Er deines Rechtes 3. O wie thöricht, wenn ich Pfade! Wenn Weisheit ihm zur mich Noch verführen ließe, Jesu, Seite steht; Wer ist dann, der ihm schade? Sie gibt dem Weisen einen Werth, Den selbst das freche Laster ehrt. da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Liebe finde! 5. Und wo das Herz voll Liebe schlägt, Und stille Demuth woh- 4. Nein, ich bin und bleib' ein net; Wo Duldsamkeit das Unrecht Christ, Halt' auf deine Lehren; trägt, Mit Gutem Böses lohnet; Lasse mir nicht Macht noch List Wenn Bosheit da auch furchtbar Meinen Glauben wehren. Fielen ist: Durch sanfte Liebe siegt der Tausend ab, nicht ich; Mag's die Christ. Welt verdrießen! Sie wird mein Vertrau'n auf dich mir doch gönnen müssen. 6. Ich leide für die Ewigkeit; Ich bin des Himmels Erbe. Wenn mir das Schwert des Todes 5. Nicht das Leben, nicht der dräut; Ich lebe, wenn ich sterbe. Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, Trostgedanke, der den Geist Sollen mich, mein Herr und Gott, Der Furcht vor Sterblichen ent- Jemals von dir scheiden! Welt reißt! und Sünd' und Eitelkeit, Und 7. Sie töden ja die Seele des Fleisches Triebe, Alles übernicht; Nichts, als den Leib von wind' ich weit, Herr durch deine Erde! Sie rauben uns den Him- Liebe! ( 216) mel nicht; Nichts, als das Glück der Erde! Wer ist, der vor dem Staube bebt, Ewigkeit ihn hebt? Mel. Dir, dir Jehovah will c. Wenn Kraft der 492. Laß mich, o Herr, in ( 83) allen Dingen Auf deinen Willen ( Nach 1. Petri 3, 10-16) seh'n und dir mich weih'n! Gib Fortschreitende Heiligung. 291 selbst das Wollen und Vollbrin-| Glück der Erden! Beglückest du gen, Und laß mein Herz dir ganz die Menschen nur, Um vor der geheiligt sein! Nimm meinen Welt geehrt zu werden; Erfüllt Leib und Geist zum Opfer hin; die Liebe nicht dein Herz: So bist Herr, dein ist Alles, was ich hab' du bei den größten Gaben, Bei und bin! dem Verstand, den Engel haben, 2. Gib meinem Glauben Muth Vor Gott doch nur ein tönend Erz. und Stärke, Und laß ihn in der 3. Bau Häuser auf und brich Liebe thätig sein, Daß man an dein Brod, Das Volk der Armen seinen Früchten merke, Er sei zu verpflegen; Entreiß die Wittfein eitler Traum und falscher wen ihrer Noth, Und sei der Schein. Er stärke mich in meiner Waisen Schutz und Segen! Gib Pilgerschaft, Und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, In gut- und bösen Tagen sein vergnügt, Und deinem Willen mich ergeben, Der mir alle deine Habe hin! Noch hast du Nichts vor Gott gegeben: Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben, So ist dir Alles fein Gewinn. 4. Thu' Thaten, die der Helzum Besten Alles weislich fügt. denmuth Nur jemals hat verGib Furcht und Demuth, wenn richten können; Vergieß für's du mich beglückst; Geduld und Vaterland dein Blut, Laß deinen Trost, wenn schickst. du mir Trübsal Beib für Andre brennen! Beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht; Biſt 4. Ach, hilf mir beten, wachen, du die Absicht deiner Thaten: ringen! Dann werd' ich einst, So schütz' und rette ganze Staawenn ich den Lauf vollbracht, Dir ten! Gott achtet deiner Werke ewig Dank und Ehre bringen, nicht. Dir, der du Alles hast so wohl 5. Läg' ihm an unsern Werken gemacht. Dann werd' ich heilig, nur; So könnt' er uns, sie zu rein, ganz dir geweiht, Dein Lob vollbringen, Sehr leicht durch verkündigen in Ewigkeit. ( 213) Eigne Melodie. 493, Fesseln der Natur, Durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor Jhm, der Alles schafft und gibt, Gilt Weisheit nichts, Nichts, Nichts deiner Pflicht Macht und Stärke. Er will die nicht beseelet, So rühme dich der Absicht deiner Werke, Ein Herz, Tugend nicht, Und wisse, daß dir das ihn verehrt und liebt. Alles fehlet. Wenn Vortheil, 6. Ein Herz, von Eigenliebe Lüste, Eigensinn Und Stolz fern, Fern von des Stolzes eitelm dir nur das Gute rathen; So Triebe, Geheiligt durch die Furcht thue noch so gute Thaten: Du des Herrn, Erneut durch Glauhaft vor Gott den Lohn dahin! ben in der Liebe; Dies ist's, was 2. Sei durch die Gaben der Gott von uns verlangt: Und Natur Das Wunder und das wenn wir nicht dies Herz besigen, 19* Denn zur Vollführung Dich Gottes Liebe 292 Weg zum Heile in Chrifto. So wird ein Leben uns Nichts erzeugt, muß auch die Liebe zeu nügen, Das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, Nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein; 3. Durch Jesum rein von Sieh auf die Quell', aus der sie Missethat, Sind wir nun Gottes famen. Prüf' dich vor Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu Angesicht, Ob seine Liebe dich be- ihm hat, Der flieht den Rath der seelet. Ein Herz, dem nicht der Sünder, Folgt Christi Vorbild Glaube fehlet, Dem fehlet auch als ein Christ, Und suchet, was die Liebe nicht. im Himmel ist. gen. Je höher die Erkenntniß steigt, muß auch die Liebe steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; Er stärkt das Herz und macht es rein. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, Wenn ich Gehorsam 8. Füllt Liebe gegen Gott dein Herz, So wird sie dich zum Guten stärken. Bei deines Nächsten übe. Wer die Gebote hält, in Freud' und Schmerz Wirst du dem Ist wahrlich Gottes Liebe. der Liebe Früchte merken. Die Ein immer thätig Christenthum, Liebe, die dich schmücken soll, Ist Das ist des Glaubens Frucht und gütig, ohne List und Tücke; Nimmt Ruhm. freudig Theil an Andrer Glücke, Bläht sich nicht auf, ist langmuthsvoll. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, Wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die 9. Sie deckt des nächsten Feh- Seraphim, Gott zu gehorchen, ler zu, Und freut sich niemals treibet. Gott ist die Lieb'; an seines Falles. Sie suchet nicht seinem Heil Hat ohne Liebe Nieblos ihre Ruh; Sie hofft und mand Theil. ( 55) glaubt und duldet Alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, Eigne Melodie. Des Höchsten Wort gern zu erfüllen, 495, Gott, du frommer Macht seinen Sinn zu deinem Gott, Du Brunnquell aller Willen, Und folgt dir in die Gaben, Ohn' den Nichts ist, was Ewigkeit. ( 55) ist, Von dem wir Alles haben! Gesunden Leib gib mir, Und daß in solchem Leib Die Seele underlett, Rein das Gewissen bleib. Mel. Auf, Christenmensch, auf 2c. 494, Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, Gott, der liget; In Solchem ist Was mir zu thun gebühret, Wozu die Wahrheit nicht, Die durch mich dein Befehl Die durch mich dein Befehl In meinem den Glauben fieget. Nur wer Stande führet! Gib, daß ich's thue des Herrn Wort glaubt und hält, recht, Wann, wo und wie ich soll; Der ist von Gott, nicht von der Und wenn ich's thu', so gib, Daß Welt. es gerathe wohl. 2. Der Glaube, den sein Wort 3. Hilf, daß ich rede stets, Fortschreitende Heiligung. Womit ich kann bestehen; Laß betrachte fein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn nach meiner Pflicht Ich reden soll und muß; So gib den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. 293 Des Christen hohen Stand! Wach auf vom Schlaf, verachte Der Eitelkeiten Tand! Die Lust der Welt vergehet Und endet sich in Leid; Des Christen Glück bestehet Und wächst in Ewigkeit. 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen. Gib 2. Dich stellt zu Gottes Bilde mir dann festen Muth, Das Kreuz Dein Mittler wieder her; Drum hilf selbst mir tragen. Mit Sanft- sei gerecht und milde, Sei rein muth lehre mich Besiegen meinen und fromm wie er. Auf, auf! die Feind; Und wenn ich Rath be- Zeit verschwindet, Und Alles mit darf, Gib einen weisen Freund. der Zeit; Nur dem, der über= windet, Lohnt einst die Ewigkeit. 3. Vergleiche dieses Leben Mit dem, was Gottes Geist, Aus 5. Laß mich mit Jedermann In Fried' und Freundschaft leben, So weit, als christlich ist. Willst du mir Etwas geben An Reich- Gnaden uns gegeben, In seinem thum, Ehr' und Glück, So gib Wort verheißt; Dann wirst du auch dies dabei, Daß ich nicht un- bald erkennen, Daß jenes in der gerecht, Nicht stolz und lieblos sei. That Kaum Leben sei zu nennen, 6. Soll ich in dieser Welt Mein Wie viel's auch Reize hat. Leben höher bringen, Und, unter 4. Du ringst nach Ruhm und mancher Last, Hindurch in's Alter Ehre, Und willst bewundert ſein, dringen; So gib mir, Herr, Ge- Als wenn nichts Besfres wäre; duld! Vor Sünd' und Schmach Schau' Christo Schmach und bewahr', Auf daß ich tragen mag Pein! Am Kreuz ist er gestorben, Mit Ehren graues Haar. Und hat zum Eigenthum Den Himmel dir erworben: Dies war 7. Laß mich an meinem End' Auf Christi Tod abscheiden; Die fein höchster Ruhm. Seele nimm zu dir Hinauf zu 5. Du liebest Geld und Gaben, deinen Freuden; Dem Leib ein Und was der Welt beliebt; Willst Räumlein gönn' Bei frommer du den Schatz nicht haben, Den Christen Grab, Auf daß er seine Jesus gern dir gibt? Willst du Ruh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn deine Stimme wird Die Todten alle wecken, Wollst dich ihm nicht geben, und treu beslissen sein, Nur einzig ihm zu leben, und dich in ihm zu freu'n? du auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken! geh' hervor; Ich leb' und sehe spiel; Das bringt zuletzt nur dich; Mit allen Seligen Lobsinge Leiden, Und Schmach und Jamdann auch ich. ( 73) mer viel! Warum läßt du dich blenden, Verträumst die Gnaden= zeit, Da dir in Jesu Händen Sich 6. Du wählft dir Luft und Du rufft: ich Freuden, Der Sinnen GautelMel. Valet will ich dir zc. 496. Auf, auf, mein Geist, beut die Ewigkeit? 294 Weg zum Heile in Christo. 7. Gott ist die rechte Quelle, fort und fort Das Sehnen nach Aus der die Wonne fließt, Die dir mehre; Daß ich dich stets vor lauter, klar und helle Sich in die Augen hab', Und mir und Allem Seele gießt. Dem lohnet kein sterbe ab, Das mich von dir will Vergnügen, Der nicht zum Him- ziehen.. mel blickt; Er bleibt im Staube liegen, Bleibt ewig unerquickt. 4. Hilf, daß ich führe meinen Gang Mit dir im Himmel oben! 8. Auf denn, mein Geist, ent- Dann preis ich dich mein Lebenschwinge Dich dieser Sinnlichkeit, lang, Und schau' dich ewig droben. Und glaube, bete, ringe Nach So kann mein Herz zufrieden jener Seligkeit! Die Welt wird sein, Und findet, Gott, in dir einst vergehen Mit dem, was in allein, Was es im Grunde begehret. ihr ist; Doch Gott bleibt ewig stehen; Mit ihm dein Heil, o Chrift! 5. Dazu gib mir von deinem Thron, O Vater, Gnad' und Stärfe! Zerstör', o Jesu, Gottes 9. Vom Dienst der Eitelkeiten Sohn, Der Sünde Macht und Befreie, Gott, mein Herz; Den Werke! O heil'ger Geist, steh' du heißen Wunsch nach Freuden, mir bei, Daß mein Begehren das Den lenke himmelwärts! Ruh' nur sei, Gott über Alles lieben! fann die Welt nicht geben Dem mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 2. Geist, der ewig ist; Nur der hat Ruh' und Leben, Dem du, Gott, 498. Du, Gott, haft's anAlles bist! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. gefangen, Das gute Werk in mir. Mein erstes Heilsverlangen War, Vater, schon von dir. Das ganze 497, Die Seele kann die Werk ist dein; Du prüfest Herz wahre Ruh' Im Zeitlichen nicht und Nieren, Du wirst es auch finden; Was ich darinnen such' vollführen; Ich darf's versichert und thu', Muß als ein Rauch sein. verschwinden. Unsterblich ist mein 2. Du, Herr, haft's angeGeist, so muß Unsterblich sein, fangen, Du hast mich Gott verwas ohn' Verdruß Ihn ewig soll fühnt; Bist in den Tod gegangen, vergnügen. Haft mir mit Blut gedient. Dein 2. Mir ist nichts auf der Welt Leben ist in mir; Du wirst es auch bewußt, Das solche Ruh' kann vollführen, Du wirst mich nicht geben! Nicht Augenlust, nicht verlieren; Der Vater gab mich dir. Fleischeslust, Nicht eitler Hof- 3. Du, Geist, haft's angefahrt Leben. Drum will ich auch fangen, Den Glauben wirktest du; nicht denken drauf; Mein Herz, Ich kann an Jesu hangen; Du schwing' dich zu Gott hinauf, 3u gibst mir Kraft dazu. Das Abba seiner ew'gen Fülle! lehrst du mich, Du lehrst mich Freude spüren, Du wirst es auch Mein Reichthum, Lust vollführen; Zum Pfande hab 3. O höchstes Gut, sei hier und dort und Ehre! Gib, daß in mir sich ich dich. Beistand Gottes durch den heiligen Geist. 295 4. Hast du es angefangen, auf den ich's wag'; O Herr, du Mein Gott, so führ' es fort! wirst's vollenden! Jch bin in So werd' ich auch erlangen Das deinen Händen Bis an den letzten Ziel nach deinem Wort. Du bist's, Tag. ( 84) 3) Das Heil nach seinen Hilfsmitteln. Beistand Gottes durch den heiligen Geift. Mel. Nun danket all' und bringet c. mächtig bei, Daß ich dir ergeben sei! O so wird mein Herz auf 499. Nicht um ein flüchtig Erden Schon ein Tempel Gottes Gut der Zeit, Ich fleh' um deinen Geist, Den mir zu meiner Seligfeit Dein Wort, o Gott, verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, O Vater, lehr' er mich; Die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere 3ufriedenheit, Als alles Glück der Welt. werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich Furcht und Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreu'n. Lente träftig meinen Sinn Auf mein wahres Wohlsein hin; Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd' ich nie mein Heil verfehlen. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir; Dann schenktet selbst dein Geist Das freudige Bewußtsein mir, Daß du mir gnädig sei'st. 3. Stärke mich, wenn nun zur Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu' und Schmerz 5. Er leite mich zur Wahrheit Mich vor Gott darüber beuge, hin, Zur Tugend stärk' er mich, Und mein Herz zur Beff'rung Und zeige, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. neige. 4. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe, Und mir Nichts so wichtig sei. Als in seiner Huld zu steh'n, Seinen Namen zu Mel. Werde munter mein Gemüthe 2c. erhöh'n, Seinen Willen zu vollbringen; Alles muß durch dich 500. Geist vom Vater und gelingen. vom Sohne, Der du unser Tröster 5. Reize mich mit Fleh'n und bist, und herab von Gottes Beten, Wenn mir Hilfe nöthig Throne Hilfreich auf uns ist, Vor den Gnadenstuhl zu Schwache siehst; Siehe du mir treten; Gib, daß ich auf Jesum 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, Versiegle deine Huld, Und waffne mich in jedem Schmerz Mit Muth und mit Geduld. ( 127) 296 Hilfsmittel zum Heile in Christo. Christ, Als auf meinen Mittler, Nach dir, Herr, verlanget mich; schau, Und auf ihn die Hoffnung Ich ergebe mich an dich: Mache bau', Gnad' um Gnad' auf mein mich zu Gottes Preise Heilig und Verlangen Von dem Vater zu zum Himmel weise. empfangen. 5. Fülle mich mit heil'gen 6. Stehe mir in allen Leiden Trieben, Daß ich Gott, mein Stets mit deinem Troste bei, Daß höchstes Gut, Uleber alles möge ich auch alsdann mit Freuden lieben, Daß ich mit getrostem Gottes Führung folgsam sei. Muth Seiner Vaterhuld mich Gib mir ein gelaßnes Herz; Laß freu', Und mit wahrer Kinde mich selbst im Todesschmerz, Bis treu' Stets vor seinen Augen zum frohen Ueberwinden Deines wandle, Und rechtschaffen denk' Trostes Kraft empfinden.( 86) und handle. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 6. Geist des Friedens und der Liebe! Bilde mich nach deinem 501, Der du uns als Vater Sinn, Daß ich Lieb' und Sanftliebest, Treuer Gott und deinen muth übe, Und mir's rechne zum Geist Denen, die dich bitten, gibest, Gewinn, Wenn ich je ein FrieJa, uns um ihn bitten heißt! densband Knüpfen kann, wenn Demuthsvoll fleh' ich vor dir: meine Hand Zur Erleicht'rung Vater, send' ihn auch zu mir, der Beschwerden Kann dem Daß er meinen Geist erneue, Nächsten nüglich werden. Und ihn dir zum Tempel weihe! 7. Lehre mich, mich selber 2. Ohne ihn fehlt meinem tennen, Die verborgnen Fehler Wissen Leben, Kraft und Frucht- seh'n, Sie voll Demuth Gott barkeit; Und mein Herz bleibt dir bekennen, und ihn um Vergebung entrissen, und dem Dienst der fleh'n; Mache täglich Ernst und Welt geweiht, Wenn er nicht Treu', Mich zu bessern, in mir neu; durch seine Kraft Die Gesinnung zu dem Heiligungsgeschäfte Gib in mir schafft, Daß ich dir mich mir immer neue Kräfte. ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen nieder3. Auch dich kann ich nicht er- schlägt; Wenn sich in mir Zweifel kennen, Jesu, noch mit echter finden, Die mein Herz mit Zittern Treu' Meinen Herrn und Heiland hegt; Wenn mein Aug' in Nöthen nennen, Stehet mir dein Geist weint, Und Gott nicht zu hören nicht bei. O so laß ihn kräftiglich scheint: O dann laß es meiner In mir wirken, daß ich dich Seelen Nicht an Trost und StärGlaubensvoll als Mittler ehre, kung fehlen! Und auf deine Stimme höre! ter, 9. Was sich Gutes in mir 4. Ew'ge Quelle heilger Gü- findet, Ist dein Gnadenwerk in Hochgelobter Gottesgeist, mir: Selbst den Trieb haft du Der du menschliche Gemüther entzündet, Daß mich, Herr, vers Besserst und mit Trost erfreust! langt nach dir. O so seze durch Beistand Gottes durch den heiligen Geist. 297 ( 19) dein Wort Deine Gnadenwirkung 2. Gott, dein Geist soll fort, Bis sie durch ein sel'ges mich belehren, Während meiner Ende Herrlich sich an mir vollende. Lebenszeit Mich von Sünden zu befehren, In der wahren Frömmigkeit Stets vor dir einher zu gehen, In dem Glauben fest zu stehen, Der sich hält an Jesum Christ, Und in Liebe thätig ist. stets führen Auf der Tugend 3. Gott, dein Geist soll mich eb'ner Bahn; Soll mein Herz Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 502. Komm', o Geist, o heilig Wesen! Laß uns deinen Tempel sein, Den du dir zum Sit erlesen; 3euch in dieſe Wohnung ein! Wirke selbst in unsern Herzen Wahrer fel'ge Schmerzen; Buße auch kräftig rühren, Wenn ich Wirte Weis- Böses hab gethan. Er regiere heit, Liebe, Zucht Als des Glau- meine Sinnen, Worte, Werke bens rechte Frucht. und Beginnen. Gern folg' ich in jeder Sach' Diesem treuen Führer nach. 2. Mach' uns in der Hoffnung sehnlich, In der Demuth Jesu gleich; Mach' uns an Geduld ihm 4. Gott, dein Geist soll mich ähnlich, In dem Beten andacht auch trösten, Daß in Kreuz und reich; In der Treu' unüberwindlich, In der Gottesfurcht recht findlich: Traurigkeit, Und selbst wenn die Noth am größten, Dennoch ich zu Bilde uns, dein Eigenteiner Zeit In den trübsten thum, Leidenstagen Nicht im Elend Nur zu unsers Königs darf verzagen, Weil dein Geist Rubm. 3. Zeuch uns aus dem Welt- mir Zeugniß gibt, Daß mein Gott getümmel; Bring' uns uns'rer mich dennoch liebt. Ruhe nah. Unser Herz sei schon Sünden; Tugend hat viel Wider5. Mächtig ist mein Hang zu im Himmel; unser Schatz ist da. Laß sich unsern stand. Schwach bin ich, zu überSinn gewöhnen, Sich nach jener deine VaterWelt zu sehnen; Denn dein aus- hand Mir den Geist der Stärke erwählt Geschlecht Hat des Him- geben, Daß mein ganzes Christenmels Bürgerrecht. leben Mög' von Uebertretung rein, Stark mein Herz im Glauben sein. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 6. Komm' von deinem hohen Throne, 503. Vater, gib auch mir Geist, du Gott von die Gabe, Die du Alle bitten Ewigkeit, Mit dem Vater und heißt! wie wohl, wenn ich sie dem Sohne! Komm' zu mir; ich habe! Gib mir deinen guten Geist; Vater, sieh mein heiß Verlangen, Diese Gabe zu empfangen! Ach erhöre meine Bitt': Theile deinen Geist mir mit. bin bereit, Meine Seele und mein Leben Deiner Leitung zu ergeben. Nimm mein ganzes Herz dir ein! Gern will ich dein Tempel sein. 7. Ach, bewahre mich vor 298 Hilfsmittel zum Heile in Christo. Sünden; Laß mich meine Zuver-| deine Triebe, Stark in Hoffnung, Ficht Ganz auf meinen Heiland start in Liebe. Führe mich durch gründen; Guter Geist, verlaß diese Zeit Jn die frohe Ewigkeit. mich nicht; Mach' mich stark durch| ( 192) Die Gemeinschaft der christlichen Kirche. Mel. Jefus, meine Zuversicht zc. mel! Christi Tempel öffnet sich, Beiget dir den offnen Himmel; 504. Festgegründet stehet fie, Und er selbst mit Freundeshand Gottes heil'ge Stadt auf Erden. Führet dich in's Vaterland. Ihre Säulen wanken nie, Können. 7. Heil uns! siegreich stehet fie, nie zertrümmert werden, Ihres Gottes heil'ge Stadt auf Erden! Baues Herrlichkeit Schadet nicht Ihre Säulen wanken nie, Köndie Macht der Zeit. nen nie zertrümmert werden. 2. Christus hat mit starker Ihres Baues Herrlichkeit Glänzt Hand Selbst auf Felsen sie ge- in alle Ewigkeit. ( 58) gründet; Seine Boten ihr ge- mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. sandt, Seinen Beistand ihr ver= fündet; Und des Lehramts heir'ge 505. Uns bindet, Herr, dein Wacht Nimmt vor Feinden sie Wort zusammen, In der Gemeinin Acht. schaft fest zu sein. Es lodern 3. In ihr glänzt der Wahrheit heil'ge Liebesflammen In deiner Licht, Strahlend, wie des Him- Gläubigen Verein. Wir werden mels Sonne Es erlischt dem durch das Wort der Gnaden Frommen nicht, Strahlt in's Selbst zur Gemeinschaft jener Herz ihm Trost und Wonne; Schaar, Die längst vor uns hie Denn er sieht, die Dornenbahn Führe doch ihn himmelan. nieden war, Und nun dich droben preis't, geladen. 4. Wird im Kampf das Herz ihm matt, Hat die Erde feinen Frieden; 2. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, Ist Christus und O, dann bietet Gottes sein theures Blut. Das einz'ge Stadt Einen Labequell dem Ziel, nach dem wir sehen, Ift Müden, Bis auf jenen heil'gen Christus, unser höchstes Gut. Höh'n Ihm die Friedenspalmen Die einz'ge Regel, die wir tenweh'n. nen, Ist sein lebendig, fräftig 5. Bricht des Todes Nacht Wort: Nach ihm nur soll an herein, Wanken alle ird'schen jedem Ort Sich die Gemeine Stüßen; Ruhig kann der Fromme dankbar nennen. sein: Ihn wird sein Erlöser 3. welch ein reichbeseligt schüßen, Und ein ew'ges Morgen- Leben, Mit Gott und seinem roth Leuchtet ihm um Grab heil'gen Geist Durch Christum in Gemeinschaft schweben, Und 6. Auf denn, Herz! auf, flüchte haben, was er uns verheißt! dich Aus dem eiteln Weltgetüm- Was glühen da für selge Triebe: und Tod. Gemeinschaft der christlichen Kirche. 299 Hier schüttet in sein geistlich Haus 3ur Seligkeit bereiten. Du, Herr, Gott seine Gnadenfülle aus; Hier wohnet er, die ew'ge Liebe. bist groß von Rath und That, Und was dein Mund versprochen hat, Wirst du gewiß erfüllen! 4. Ja, uns liebt Gott als seine Kinder, Schenkt uns den Geist, 3. Du bist der Deinen Trost der Abba schreit. Des Sohnes und Heil. So viel nur an dich Treue schmückt uns Sünder Mit glauben, Die haben an dem Segen ewiger Gerechtigkeit. Und tritt Theil, Den uns kein Feind kann der Geist mit seinem Dele Des rauben. Zufriedenheit und HimFriedens und der Freud' hinzu: melsruh Fließt Allen schon auf O, dann erquickt uns Trost und Erden zu: Dein ist des Guten Ruh, Und neue Kraft stärkt uns're Fülle. Seele. 4. Mag auch der Spötter im5. Die sich nach Einem Meister merhin Auf deinen Ruf nicht nennen, Steh'n Alle auch für hören, Und Mancher in verkehrEinen Mann. Vergebens will tem Sinn Sich wider dich emder Feind sie trennen; In Einem pören; Es fällt doch deine Kirche greift er Alle an. Sie fallen nie; Du hältst und du beschüßest betend Gott zu Füßen, Und siegen sie Durch deines Geistes Hilfe. in des Heilands Kraft; Denn Er will von der Brüderschaft Heiligen nicht Einen missen. 5. Dein ist das Reich und dein Der die Kraft; Wer sollte dir nicht trauen? Auf dich, der Alles fann und schafft, Nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; Hilf, daß wir stets mit Eins reicht dem frohem Muth Dich vor der Welt andern seine Hand. Wenn lie- bekennen! 6. So wallen die verbundnen Herzen Durch's Thränenthal in's Vaterland, Versüßen sich der Erde Schmerzen: bend sie einander dienen, So 6. 3war fämpfen wir noch schau'n sie gläubig auf den Herrn: manchen Streit, Auch mit uns Der Herr ist nimmer ihnen fern; selbst, auf Erden; Doch werden Sie sind in ihm, er bleibt in ihnen! zur Vollkommenheit Auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh'; Dann frönest und belohnst du sie mit Preis und ew'ger Freude. ( 34) Mel. Eine feste Burg ist 2c. uns geben! Du bist der Herr der 507. Wenn Christus ſeine Christenheit, Die du voll Huld Kirche schützt, So mag die Hölle und Freundlichkeit Dir aus den wüthen! Er, der zur Rechten Menschen sammelst. Gottes sitzt, Hat Macht, ihr zu 2. Du willst sie, als dein Eigen- gebieten. Er ist mit Hülfe nah; thum, Zur wahren Weisheit lei- Wenn er gebeut, steht's da. Er ten, Und durch dein Evangelium schüket seinen Ruhm, Und hält Mel. Nun freut euch 2c. 506. D Jesu, Licht und Heil der Welt, Der du in diesem Leben Dein Wort, das Gottes Rath Hilfsmittel zum Heile in Christo. 300 das Christenthum; Mag doch die Hölle wüthen! Deinen, wie du selbst versprochen; Führe sie endlich aus dem Kampf hienieden 3um ew'gen Frieden! 2. Gott sieht wohl Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn empören, Die den Gesalbten, seinen Sohn, Den Herrn der Welt nicht müssen dich einst loben, O du BeSie schämen sich des schirmer deiner Heerde, Himmel ( 111. 34) 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend ehren. Worts Des Heilands, unsers Horts; Sein Kreuz ist selbst ihr und Erde! Mel. Dir, dir Jehovah will c. Spott: Doch ihrer lachet Gott. 509. Wach' auf, du Geist Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahr- der ersten 3eugen! Beseele neu heit schmäh'n; Uns kann er sie die ganze Christenheit! Bei Tag nicht rauben. Der Unchrist mag und Nacht laß sie nicht schweigen, ihr widersteh'n; Wir halten fest 3u preisen deines Namens Herram Glauben. Gelobt sei Jesus lichkeit! Den Flammeneifer, der Christ! Wer hier sein Jünger ist, in jenen war, Erwed aufs Sein Wort von Herzen hält, Neue in der Deinen Schaar! Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 2. Auch uns, Herr, sende treue Knechte, Von deiner Liebe 4. O Christen, die ihr ihm Feuer ganz entbrannt! Noch find vertraut, Laßt euch kein Droh'n dein Licht und deine Rechte, Noch erschrecken! Der Gott, der von ist dein Heil nicht überall bekannt. dem Himmel schaut, Wird uns Das Feld ist weit, die ernte gewiß bedecken. Der Herr, Herr, groß und reich: Arbeiter sende du, unser Gott, Hält über sein Ge- den ersten gleich. bot, Gibt uns Geduld in Noth, 3. Breit' aus dein Wort durch Und Kraft und Muth im Tod; große Schaaren, Von Boten, die Was will uns dann erschrecken? sich deiner Stärke freu'n! Laß ( 55) alles Volk dein Heil erfahren; Mel. Herzliebster Jefu 2c. Füll' jedes Land mit deiner Wahr508. Schüße die Deinen, seinem Schlaf mit Macht! Die heit Schein. Weck' Israel aus Heiden reiße aus der Blindheit Nacht. die nach dir sich nennen, Und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen! Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen! dir 4. Das Volk, das sich zu bekennet, Erhalte treu auf rechter 2. Laß deine Wahrheit rein Glaubensbahn. Entferne, was verkündigt werden; Mach' ihre die Herzen trennet, Was deines Siege herrlicher auf Erden. Gib Reiches Fortgang hemmen kann! Muth und Weisheit denen, die Zerfallenes bau' auf und mach' es fie lehren, Dein Reich zu mehren. neu, Daß Kirch' und Schul' ein 3. Du hast noch niemals, Herr, Garten Gottes sei! dein Wort gebrochen. Führe die 5. Zukomm' dein Reich!" Wort Gottes. 301 lehrst du uns beten; Dies Fleh'n| ser Herz bewegt. So neige dich hast du in unsern Mund gelegt. zu unserm heißen Fleh'n; Erhör' Du siehst mit ihm uns vor dich uns, Herr, und sprich: es soll getreten; Du siehst, wie tief es un- scheh'n! Das Wort Gottes und dessen rechter Gebrauch. Mund: Erd' und Himmel wird vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen!" gnädig sein, Uns seinen Segen 2. Nun so sei denn, Wort des geben! Mit seines Wortes hellem Lebens, Uns gesegnet bis an's Schein Erleucht' er uns zum Leben. Grab; Sei die Richtschnur unsers Laß uns erkennen, unser Gott, Lebens, Uns'rer Hoffnung sichrer Dein großes Wert auf Erden! Stab! Treu bewahre dich das Laß Jesu Christi Heil und Tod Herz In der Freude, wie im Erkannt von Allen werden, Und Schmerz. Sei uns Quell von Alle sich bekehren. Eigne Melodie. 510, Es wolle Gott uns 2. So danken dir und loben dich Die Nationen alle; So freut der ganze Erdkreis sich, Und singt mit großem Schalle, Daß du sein Gott und Vater bist, und läsfest Gnade walten; Und daß dein Wort das Mittel ist, Uns Alle zu erhalten, Und uns zu dir zu führen.! 11 Trost und Segen, Und ein Licht auf unsern Wegen! 3. Laßt uns froh den Bund erneuen, In der kurzen Pilgerzeit Guten Samen auszustreuen Für das Reich der Ewigkeit! Breitet aus das Wort des Herrn! Hofft auf ihn und dient ihm gern! Selig sind, die Jesu dienen; Er ist mitten unter ihnen! 3. So dante dir und lobe dich 4. Daß es deinem Wort geDein Volk durch gute Thaten! linge, Schüß es, Gott, durch Es bringe Frucht und bess're sich: deine Hand! Deiner Wahrheit Dein Wort laß wohl gerathen. Band umschlinge Jedes Volk und Der Vater segn' uns und der jedes Land! Wirke, bis die ganze Sohn Und auch der Geist der Welt Jesu einst zu Fuße fällt; Freuden! Es segn' uns Gott, Hilf, daß Alles auf der Erde Ein geb' uns den Lohn, Der nach der Hirt, Eine Heerde werde!( 122) Erde Leiden Die müden Pilger mel. Ach Gott und Herr, wie ic. tröstet. ( 113) 512. Gott ist mein Hort; Und auf sein Wort Soll meine Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 511. Herr, du willst dein Seele trauen. Ich wandle hier, Reich erhalten Ewig und un- Mein Gott, vor dir Im Glauben, wandelbar; Unter deines Geistes nicht im Schauen! Walten Triumphirt es immerdar. Fest steht deines Friedens immerdar Bund; Also spricht der Wahrheit schmecken! Laß keinen Spott, O 2. Dein Wort ist wahr; Laß Mich seine Kräfte 302 Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. Herr, mein Gott, Vom Glauben Frucht, Wie sie mein Erlöser mich abschrecken! sucht. 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern 3. Geist der Wahrheit, der mich nicht Dein Wort die Wahr- im Worte Licht und Wahrheit heit lehrte? Gott, ohne sie Ver- mir entdeckt; Deffne mir des stünd' ich nie, Wie ich dich würdig Lebens Pforte, Daß mein Geist, ehrte! durch dich erweckt, Frei von allem 4. Dein Wort erflärt Der Menschentand, Folg' in Einfalt Seele Werth, Unsterblichkeit und deiner Hand! Leben! Daß diese Zeit Zur Ewigfeit Mir ist von dir gegeben. Acker, 4. Gib dem Samen einen Der die Frucht nicht schuldig 5. Dein ew'ger Rath, Die bleibt. Mache mir die Augen Missethat Der Sünder zu ver- wacker, Wenn dein Finger in mich fühnen, Den kennt' ich nicht, Wär' schreibt, Daß es bis auf jenen mir dies Licht Nicht durch dein Tag Unauslöschlich bleiben mag! Wort erschienen. 5. Was ich lese, laß mich mer6. Nun darf mein Herz In ten; Was du lehrest, laß mich Reu' und Schmerz Der Sünde thun. Wird dein Wort den nicht verzagen; Nein, du verzeihst, Glauben stärken; Laß, o laß mich Lehrst meinen Geist Im Glauben nimmer ruh'n, Bis, von Wahn Vater" sagen. und Sünde frei, Geist und Wandel heilig sei. 6. Laß dein Wort mir einen schäfte. Durch meine Müh' Spiegel Jenes ew'gen Lebens Vermag ich's nie: Dein Wort sein! Drück es als ein Gnadengibt mir die Kräfte. fiegel Göttlich mir in's Herz 8. Herr, unser Hort, Laß uns hinein, Bis ich, was ich hier dies Wort! Denn du hast's uns geglaubt, Schaue mit verklärtem gegeben. Es sei mein Theil; Es sei mir Heil Und Kraft zum ew'gen Leben!- ( 55) Haupt. ( 174) Mel. Gott des Himmels und der zc. Mel. Was Gott thut, das ist 2. 514. Dein Wort, o Herr, ist milder Thau Für troftbe 513. Theures Wort aus dürft'ge Seelen! Laß feinem Gottes Munde, Das mir lauter Pflänzchen deiner Au' Den Him Segen trägt; Dich allein hab' ich melsbalsam fehlen. Erquickt durch zum Grunde Meiner Seligkeit ihn, Laß jedes blühn, Und in der gelegt! In dir treff' ich Alles an, zufunft Tagen Dir edle Früchte Was zu Gott mich führen kann. tragen. 2. Du, mein Leitstern hier auf Erden, 2. Dein Wort ist, Herr, ein Leuchte in mein Herz Flammenschwert, Ein Blizz, der hinein! Laß mich täglich weiser Felsen splittert; Ein Feuer, das werden Durch der Gnade hellen im Herzen zehrt Und Mark und Schein, Bis die Seele bringet Bein durchschüttert! O laß dein 11 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weih'n, Ist meines Heils Ge Wort Gottes. 303 Wort Noch fort und fort Der Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Sünde Macht zerscheitern, Und 515, Gott ist die Liebe, hegt alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Erbarmen, Das alles Denken Morgenstern Für uns're Pilger- übersteigt. Gott ist die Liebe: reise. Es führt auch Thoren hin Heil uns Armen! Er ist's, der sich zum Herrn, Und macht die Einfalt zu Sündern neigt. Er geht mit weise. Dein Himmelslicht Ver- uns nicht ins Gericht; Er will lösch' uns nicht, Und leucht' in den Tod des Sünders nicht. jede Seele, Daß keine dich verfehle. 2. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll 4. Ich suchte Trost und fand geholfen sein. Nur darum fam ihn nicht: Da ward das Wort sein Sohn auf Erden Und nahm der Gnade Mein Labsal, meine den Himmel siegreich ein. Er Zuversicht, Das Licht auf meinem ruft in seinem Wort uns zu: Pfade. Es zeigte mir Den Weg Kommt her zu mir, bei mir ist zu dir, Und leuchtet meinen Ruh!" Schritten Bis zu den ew'gen Hütten. 3. An dieses Wort will ich gedenken; Jhm will ich freudig 5. So halt' ich mich mit festem mich vertrau'n, Und wenn mich Sinn 3u dir, dem sichern Horte. meine Sünden fränken, Auf Wo wendet' ich mich anders hin? Gottes Huld im Glauben schau'n. Herr, du hast Lebensworte! Noch Sie zeiget mir zu aller Zeit Unhör' ich dein:„ Komm! du bist endliche Barmherzigkeit. mein!" Das rief mir nicht vergebens Dein Wort des ew'gen Lebens. 4. Wird alles Andre mir entrissen, Was Leib und Seel erquicken kann; Muß ich des Lebens Freuden missen, Und nimmt kein Freund sich meiner an; Scheint meine Rettung noch so weit: Bei Gott bleibt mir Barmherzigkeit. 6. Auf immer gilt dein Segensbund; Dein Wort, Herr, kann nicht trügen! Nie weich' es uns aus Herz und Mund Und mächtig hilf ihm siegen. Laß immerfort leiten! 5. Auf diesen Grund will stets Dein theures Wort In allen ich bauen, So lang ich hier auf Lebenszeiten Uns trösten, warnen, Erden bin. Der Gnade Gottes will ich trauen, Fällt alles Andre 7. O sende bald von Ort zu gleich dahin. Einst preist mein Den Durst nach deinen Psalm nach dieser Zeit Vater der Barmherzigkeit!( 159) Ort Dich, Und deinen Geist zu Mel. O Gott, du frommer zc. Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort hören; Meer zu Meer, Und send' ein Heer zu stillen, Und dir dein Reich zu Herz Zur Heiligung genesen, füllen! ( 54) Christ, so versäume nicht, Das Wort des Herrn zu lesen! BeVon Der Herzen Durst 516. Soll dein verderbtes 304 Hilfsmittel zum Heile in Christo. denke, daß dies Wort Das Heil| Dazu sind wir auf Erden. Thu', der ganzen Welt, Den Rath der was die Schrift gebeut; Dann Seligkeit, Den Geist aus Gott wirst du inne werden, Die Lehre enthält. sei von Gott, Die dir verkündigt ist, Und dann das Wort versteh'n, Dem du gehorsam bist. 2. Merk auf, als ob dich Gott, Dein Gott gerufen hätte; Merk' auf, als ob er selbst Vom Himmel 8. Spricht sie geheimnißvoll, zu dir red'te. So lies, mit So laß dich dies nicht schrecken, Ehrfurcht lies, Mit Lust und mit Ein endlicher Verstand Vertrau'n, Und mit dem from men Ernst, In Gott dich zu erbau'n. Kann Gott nie ganz entdecken. Gott bleibt unendlich hoch; Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, nicht was dein Wahn begehrt. 3. Sprich fromm:, o Herr, vor dem Ich meine Hände falte! Gib, daß ich allezeit Dein Wort 9. Wenn Dunkel dich umgibt für Wahrheit halte! Laß mich Im Kinderstand auf Erden; 3um stets deinen Rath Empfindungs- Manne reisst du einst: Einst wird voll versteh'n, Die Wunder am es heller werden. Dort wächst Gesez, Am Wort vom Kreuze mit deinem Glück Dein Licht in seh'n." Ewigkeit; Dort ist die Zeit des 4. Er, aller Wahrheit Gott, Schau'ns, Und hier des Glaubens Wird dich nicht irren lassen. Lies, Zeit. Christ, sein heilig Buch, Lies oft; du wirst es fassen, So viel dein Heil verlangt! Weisheit gibt, Wenn man sie redlich sucht, Und sie von Herzen 10. Halt fest an Gottes Wort! Es sei dein Trost hienieden; Es Gott ist's, der führt, so wahr Gott lebt, Dich zu des Himmels Frieden. Verachte christlich groß Des Bibelfeindes Spott; Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. ( 55) liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft, Und ledig von Geschäften, Und sammle deinen Geist mit allen Mel. Liebster Jesu, wir zc. seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, Des Morgens Heiter- 517. Herr, mein Licht, erteit, Sei, wie der Tag des Herrn, leuchte mich, Von dir der Schrift geweiht. Daß ich mich und dich erkenne; Daß ich voll Ver6. Rührt dich ein starker trauen dich starker trauen dich meinen Gott und Spruch, So ruf ihn, dir zum Vater nenne! Höchster, laß mich Glücke, Im Lauf des Tages doch auf Erden Weise zu dem oft, Ja stets in's Herz zurücke. Himmel werden! Empfinde seinen Geist, Und 2. Lauter Wahrheit ist dein stärke dich durch ihn Zum heiligen Wort: Lehre mich es recht verEntschluß, Das Gute zu voll- stehen. Hilf selbst meinem For schen fort, Richtig daraus einzu 7. Um tugendhaft zu sein, sehen, Was zu meinem Heil mich ziehn. Wort Gottes. 305 2. Wort der Kraft und der Erhebung, Greife mächtig an das Herz; Walt' in jeglicher Bestrebung, Und beherrsche jeden Schmerz! Heil'ge mich zu Gottes Ehren, Stärke mich zu seinem Mache fruchtbar seine. Achtsam mich auf sein führet, Und mir, deinem Kind gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Deines Wortes Sinn verstehen; Laß mein Herz auch folgsam sein, Den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd' ich bei dem Preis; Wissen Doppelt Strafe leiden Lehren, müssen. Geheiß. 4. Gib, daß ich den Unterricht 3. Und du, süßes Wort vom Deines Wortes treu bewahre; Frieden, Wort der wunderbaren Daß ich, was es mir verspricht, Huld, Die mein Leben hat entReichlich an mir selbst erfahre. schieden, Und verzeiht des Herzens Ja, es sei in meinem Leiden Mir Schuld; ein Quell von Trost und Freuden. Gieße deines Segens Wonne In das Herz mir reichlich aus, Und in deiner Hoffnung Sonne Zeige mir das Vaterhaus! ( 82) 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit Meine Kenntnisse vermehren. Find' ich manche Dunkelheit Bei geheimnisvollen Lehren; Laß mich mel. Straf mich nicht in deinem sc. 3weifelsucht entfernen, Und in 519, Wer da hat, dem gibt Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem man doch, Daß er Fülle habe; Licht Immer rührender erkennen Wer nicht hat, dem nimmt man Jener Herrlichkeit Gewicht, Und noch Die versäumte Gabe. Siehe wie glücklich der zu nennen, Der du, Seele, zu! Hast du was danach mit Eifer trachtet, Und gewonnen? Oder ist's zerronnen? die Lust der Welt verachtet! 2. Gottes Wort ist dir vertraut, Und zum Heil gegeben. Seele, hat es dich erbaut? Haft du Zicht und Leben? Denn Gott sucht Seine Frucht; Er will treu 7. O, verleihe mir die Kraft, Deinem Wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft, Als dein treues Kind, zu wandeln! So wird einst in jenem Leben beslissen Es bewahret wissen. Mich ein hell'res Licht umgeben. 3. Wohl uns, wenn das Le( 71. 34) benswort Reichlich bei uns wohnet, Weil der Geber hier und dort das belohnet! Drum noch Mel. Wo ist Jesus, meine Liebe zc. 518. Ewig neues Wort der hier Wird er dir Immer Größ'res Wahrheit, Das aus Jesu Munde geben, Dort sein Licht und spricht! Dring' in reiner Geistes- Leben. flarheit Mir an's Herz mit deinem 4. Aber was ist dem gedroht, Licht, Daß die Flamme sich ent- Der das Wort verschwendet? zünde, Die den Geist zum Him- Er fällt tiefer in den Tod, Wird mel hebt; Daß sie mich mit dem noch mehr verblendet. Sein Geverbünde, Der im Lichte ewig lebt! richt Säumet nicht; Ihm wird 20 306 Hilfsmittel zum Heile in Christo. Nichts gegeben, Weder Licht noch mir durch keinen Zweifel rauben, Leben. Was mir ein ew'ges Heil gebiert. im ew'gen Lichte schaut. 5. Dein Wort, Jesu, sei mein Rein Spöttergeist verführe mich, Licht, Lebe mir im Herzen! Laß Kein Zweifel sei mir hinderlich. mich deine Gabe nicht Unge- 4. Dich kennen ist das ew'ge braucht verscherzen! Dann gib Leben; Drum hilf mir, Bater mir Dort bei dir, Wie es ja dein daß ich dich Und den, den du für Erkennen mög' Wille, Licht und Lebensfülle.( 84) uns gegeben, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. herzinniglich, Bis dich, wenn ich dir hier vertraut, Mein Aug' 520. Mein Gott, du wohnst im ew'gen Lichte, Wohin kein 5. Was hilft die richtigste Ersterblich Auge dringt. Doch gabst fenntniß, Wenn sie nicht dich zu du uns zum Unterrichte Dein lieben treibt? Dein lieben treibt? Was nützt das Wenn Wort, das uns Erkenntniß reichlichste Verständniß, bringt, Was du, o Allerhöchster, doch das Herz noch böse bleibt? bist, Was mit uns deine Absicht ist. Drum hilf, daß ich der Wahrheit 2. Gib, daß ich drauf mit treu, Und daß mein Glaube Freuden achte, Als auf ein Licht thätig sei.do am dunklen Ort; Und wenn ich ernstlich es betrachte, So hilf du meinem Forschen fort. Laß für der Wahrheit hellen Schein Mein Herz und Aug' stets offen sein. 6. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden Der Brunnquell wahren Trostes sein, Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, Mich noch im Glauben deiner freu'n. 3. Dein Wort sei mir ein Dort seh' ich dich im höhern Licht Licht im Glauben, Das mich Von Angesicht zu Angesicht.( 174) zur wahren Weisheit führt! Laß Theilnahme an dem öffentlichen Gottesdienste. um das Ewige bemüht, Sich aller Erdensorg' entzieht! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 521. Den Höchsten öffent3. Kommt, fromme Christen, lich verehren, Und in sein Haus theure Brüder, Vereint im Geist mit Freuden geh'n, Um andachts- vor Gott zu steh'n! Kommt, wir Eines voll sein Wort zu hören, Und ihn sind Leibes Glieder: lobpreisend zu erhöh'n; Ist eine Kommt, unfern Schöpfer zu er Pflicht, wozu der Christ, zu höh'n! Frohlockend preiset Jesum seinem Heil, verbunden ist. Christ, Der unser Haupt und Mittler ist. 2. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, Wenn ich das Wort 4. Erleuchte, Herr, selbst uns're des Herrn gehört! Wie lieb' ich Seelen; Vertreib aus uns des euch, ihr frohen Stunden, Da Irrthums Nacht! Laß uns die man anbetend Gott verehrt, Und, Wahrheit nicht verfehlen, Die du Deffentlicher Gottesdienst. 307 uns selber fund gemacht, Damit| 7. Hier wird Christensinn gedein großer Ruhetag Uns ewig weckt, Licht und Trost verbreitet, dort beglücken mag. Mancher Sünder aufgeschreckt, Und zu dir geleitet; Und die Noth, Die uns droht, Lernen wir im ( 102) Sammelt euch, o Glauben Ihrer Macht berauben. Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. 522. Sammelt Hier an dieser Christen, gern 8. Ja, dein Wort, das hier Stätte! Singt und danket euerm ertönt, Ist das Wort des Lebens. Herrn; Preis't ihn im Gebete! Er, der uns mit dir versöhnt, Hört und ehrt, Was er lehrt, Und Sprach es nicht vergebens. erwägt im Stillen Seinen Vater- Selig ist Jeder Christ, Der es willen. achtsam höret, Und durch Tugend ehret. 2. Sieh, o Gott, hier fommen wir mit der Schaar der Deinen. 9. Gott, wir wollen oft und O, wer wollte nicht vor dir An- gern Dich im Tempel preisen, Und dachtsvoll erscheinen? Du erfreust hier Jesu, unserm Herrn, DankJeden Geist, Der nach Hoheit bar uns beweisen. Er allein Soll ringet, Und zu dir sich schwinget. es sein, Den sich unsre Seelen Stets zum Führer wählen. 3. Groß ist überall dein Ruhm, Wo nur Wesen denken. Dieses 10. Heil uns allen, wenn wir Tempels Heiligthum Kann dich hier nie dein Wort verachten, nicht umschränken; Doch auch Und den Engeln gleich, vor dir hier Strömt von dir Wonne- zu erscheinen trachten! Reich und reicher Segen Deinem Bolt ent- groß Ist das Loos Aller, die sich gegen. üben, Dich, o Herr, zu lieben! ( 148) 4. Von dem Weltgeräusch entfernt, Das uns oft zerstreuet, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Fühlt hier unser Geist und lernt, 523. Noch fing' ich hier aus Was ihn stets erfreuet. Glück Weicht zurück Vor den dunkeln Fernen, Herr, meines höhern Gaben, Die den From- Lebens, dir mein Lied, Bis einst Dich men laben. weit über allen Sternen uns allen Sel'gen mein Gesang. 5. Unser Herz erweitert sich, mein verklärtes Auge sieht. Dann Wenn wir Menschen sehen, Die schallet dir im Jubelflang, Mit hier still und feierlich Mit bor dir stehen. Jeder nennt Und 2. Wohl mir, du schaueft auf bekennt, Troß dem Wahn der mich nieder, Steigt mein Gebet Spötter, Dich den Gott der Götter. zu dir hinan; Du hörst den Dank 6. Jeden zieht ein sanftes der schwachen Lieder, Und nimmſt Hin zu seinen Brüdern. mein Flehen gnädig an. Alle fühlen sich verwandt, Hohe sich mein Herz zu dir erhebt, Führ Freund und ich mich neu von dir belebt. Wenn Band mit den Niedern. Feind Sind vereint, Dich, durch 3. Froh wall' ich hin mit meinen den sie leben, Friedlich zu erheben. Brüdern 3u deines Tempels 20* 308 Hilfsmittel zum Heile in Christo. Heiligthum. Da schallt in dir Christenheit Den Festtag der Ungeweihten Liedern Des Dankes sterblichkeit. Stimme dir zum Ruhm; Und 2. Ja, mit den heiligen Gedann durchdringen meine Brust meinen, Die heut' vor deinem Empfindungen der reinsten Lust. Antlig steh'n, Soll meine Seele 4. Die Kraft von deinen Him- sich vereinen, Herr, deine Liebe zu melslehren Durchdringt und hebet erhöh'n! Wo sich die Heiligen meinen Geist, Wenn er, vereint versammeln, Will ich dein Lob mit heil'gen Chören, Gott, deinen in Ehrfurcht stammeln. Dort sing' großen Namen preis't, Anbetung ich in der Engel Chor Ein bess'res dir und Ehre bringt, Und Fülle Lied zu dir empor. der Empfindung singt. 3. An diesem Gott geweihten 5. Zwar hab' ich auch in Orte Erschallt der Gnade Stimme stillen Stunden, Wenn ich dir mir; Ich höre, Jesu, deine Worte, meine Freuden sang, Der Andacht Und stille seufzt mein Herz zu dir. Seligkeit empfunden, Die durch Da wirst du Lehrer mir und die frohe Seele drang; Mein Tröster; Da kann ich mich, ich, Herz, wenn dir mein Lied erscholl, dein Erlöster, Weltheiland, deiner Ward seliger Empfindung voll. Liebe freu'n, Da lern' ich dir ergebner sein. 6. Doch höher ward mein Geist erhoben In meiner Miter= 4. Die Schriften Gottes still lös'ten Schaar, Wenn sie, gemein- zu lesen, Ist heut' mein Glück und sam dich zu loben, Im Heiligthum meine Pflicht. Wie blind wär versammelt war, Und in Begeist- ich, allweises Wesen, Verwürf rung sich ihr Chor Zu deinem Throne schwang empor. ich deinen Unterricht! Nein, nein, mit einfaltvoller Seele Erforsch 7. Drum will ich mit den from- ich, Vater, die Befehle, Die lauter men Schaaren Zu deinem Tem Licht und Leben sind, Mit Dank pel freudig geh'n, Wo einst auch und Demuth als ein Kind. die versammelt waren, Die nun 5. Und sammeln sollst du in vor deinem Throne steh'n. Sie der Stille, Mein Geist, bor schauten hier im dunkeln Wort; deinem Schöpfer dich! Da frage Von Angesicht schau'n sie dich dich: was sucht mein Wille? Was quält und was erfreuet mich? Da, da, ergründe dein Bestreben! Wäg' alle Reden, prüf dein dort. ( 102) Mel. Ich will den Herren ewig sc. 524. Ja, Tag des Herrn, Leben; Da, Seele, wenn du reddu sollst mir heilig, Ein Festtag lich bist, Vergleiche dich mit Jesu meiner Seele sein! Gleich jenen Christ! ersten Christen heilig Will ich den 6. Da, da vergiß nicht, deine Tag der Ruhe weih'n. Weit weg Sünden, Die du vielleicht noch von allen eiteln Dingen, 3um nie bereu't, Mit tiefer Reue zu Himmel soll mein Geist sich empfinden, Bis Gott dein schmachschwingen; Froh seir' ich mit der tend Herz erfreut! Da, da erwäg' Deffentlicher Gottesdienst. 309 des Vaters Güte; Da dank' mit zum Eigenthum zu geben. Du Freuden, mein Gemüthe, Dem allein Sollst es sein, Den wir lieVater der Barmherzigkeit; Ja, bend ehren, Dem wir angehören. tief im Staube dank' ihm heut'! 4. Majestätisch Wesen! Möch7. Und ferne foll von meinem ten wir dich preisen, Und im Geist Munde Heut' jede eitle Rede dir Dienst erweisen! Möchten sein! Nein, keine Gott bestimmte wir, wie Engel, Immer vor dir Stunde Will ich dem Tand der stehen, Und dich gegenwärtig Erde weih'n. Ich will, o Leidender, sehen! O es ruh', Heiliger, du, heut' eilen, Um deinen Schmerz Auf uns Allen, Allen Stets dein mit dir zu theilen; Denn Sonn- Wohlgefallen! tagsfei'r ist Gutesthun, Und von der Last des Eiteln ruh'n. 5. Geift, der Alles füllet; Aller Dinge Leben, Du, in dem wir sind und weben! Meer ohn' Grund und Ende! Dich erforscht tein Denken; In dich wollen wir 8. Tag des Herrn, du Tag der Wonne, Du Tag des Segens für mein Herz! Bestrahle mich, o Lebenssonne; So hebt mein Geist uns senten. Nur nach dir Trachsich himmelwärts! Gott, segne ten wir: Laß nur dich uns finden, meine Andachtsstille; Erfüll' mit Deine Huld empfinden! deines Geistes Fülle, mit deines 6. Du durchdringest Alles! Angesichtes Glanz Mich heut', o Laß dein Licht uns spüren. KräfJesus Christus, ganz!( 105) Mel. Wunderbarer König 2c. 525. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten, Und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist tig unser Herz berühren. Wie die zarten Blumen Willig sich ent= falten, Und der Sonne stille halten; Gib, daß so Still und froh Deinen Strahl wir fassen, Und dich wirken lassen! gegenwärtig! Alles in uns 7. Mach' uns nur einfältig, schweige, Sich auf's Tiefste vor Von der Welt geschieden, Sanft ihm beuge! Wer ihn fennt, Wer und still in deinem Frieden. Mach' ihn nennt; Fallt in Demuth nie- uns reines Herzens, Daß wir der, Gebt das Herz ihm wieder! deine Klarheit Völlig schau'n in 2. Gott ist gegenwärtig, Dem Geist und Wahrheit. Laß das die Cherubinen Tag und Nacht Herz Himmelwärts gebeuget dienen. Heilig, heilig, Adler schweben, Und in die nur heilig!" Singen ihm zur Ehre leben. Wie ein 11 Aller Engel hohe Chöre. Herr, 8. Komm', in uns zu wohnen! bernimm Unf're Stimm', Wenn Schon auf dieser Erden Möchten auch wir Geringen Uns're Opfer wir dein Tempel werden! Komm, bringen! du gütig Wesen! Dich in uns 3. Wir entsagen willig Allen verkläre, Deine Lieb' in uns verEitelfeiten, Die mit deinem mehre. Wo wir geh'n, Wo wir Dienste streiten. Wir geloben steh'n, Laß uns dich erblicken, heilig, Seele, Leib und Leben Dir Ganz zu dir uns schicken!( 198) Hilfsmittel zum Heile in Christo. Rechter Gebrauch der heiligen Sacramente. Mel. Wer nur ben lieben Gott 2c. ich dir, so sterb' ich dir; So lob' ich dort dich für und für.( 146) 526. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott, Vater, Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2. Sohn und heil'ger Geift! Ich bin 527, Getauft sein auf des gezählt zu deinem Samen, 3um Volf, das dir geheiligt heißt. Ich Baters Namen Und auf den bin in Christum eingesentt; Jch Sohn und heil'gen Geist; Welch bin mit seinem Geist beschenkt. hohes Gut, zu dem wir kamen, 2. Du hast zu deinem Kind Noch eh' wir wußten, was es und Erben, Mein lieber Vater, heißt! Nun in der Wahrheit unmich erklärt; Du hast die Frucht terwiesen, Empfinden dankbar von deinem Sterben, Mein treuer wir dies Heil. Wir rufen froh: Heiland, mir gewährt; Du willst Gott sei gepriesen! Auch uns, in aller Noth und Pein, O guter auch uns ward es zu Theil. Geist, mein Tröster sein! 310 2. Du nahmst schon in der 3. Die Liebe ist nicht zu er- Kindheit Tagen zu deinen Kinmessen, Die du, mein Gott, mir dern, Herr, uns auf; Und daß zugewandt. Olaß mich nie die wir nicht in 3weifel zagen, Gibst Pflicht vergessen, Dazu ich selbst du uns Wort und Siegel drauf. mich dir verband, Als du in In dieser Welt noch voll des deinen Bund mich nahmst, Und Bösen, Versprichst du Vater uns segnend mir entgegen famst! zu sein: Dein Sohn will uns vom Tod erlösen, Dein Geist zum Guten Kraft verleih'n. 4. Du bist getreu! Auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl ewig steh'n; Ja, wenn ich selbst 3. Versöhnt sind wir und neu ihn überschreite, Läßt du mich geboren Durch deinen Geist von nicht verloren geh'n. Du flopfst oben her. Ging durch die Sünde an mein Gewissen an, Und locft viel verloren; mich auf die rechte Bahn. Durch Christum gibst du uns weit mehr: Hier 5. Ich gebe, o mein Gott, auf's schon im Glauben ew'ges Leben, Neue mich ganz zu deinem Opfer Und Vorschmack fünft'ger Selighin! Erwede mich zu neuer Treue; feit: Dort wirst du uns die Fülle Und bilde mich nach deinem Sinn. geben, zum Erbtheil ew'ge FreuWeich, eitle Welt! Du, Sünde, denzeit. weich! Gott hört es: ich entsage euch. 4. Und ist gleich hier noch nicht erschienen, Was Gott den Seinen 6. Laß diesen Vorsak nimmer zugedacht; Scheint's oft, als frag' wanken, Gott, Vater, Sohn und er nichts nach ihnen, Indem der heil'ger Geist! Halt mich in deines Frebel sie verlacht: Doch steht Bundes Schranken, Bis mich des ew'gen Vaters Kindern Stets dein Wille sterben heißt! So leb' alles Gute zu Gebot. Der uns 311 5. Einst gleichen sie dem Erstgebornen, Der gern die Jünger Brüder nennt, Der sich zu seinen Auserfornen In Huld und Liebe stets bekennt. Und mit ihm werden einst sie prangen, Weit über aller Engel Glanz. Wer denkt es aus, was sie erlangen? Wer faßt die Kindschaft Gottes ganz? 6. Sie ist auch uns, auch uns erworben! Wir sagen laut den 2. Heil mir; ich darf genießen; Die Speise, die der Heiland beut, Und Labung soll mir fließen Aus jenem Kelch, den er geweiht. Laß, Herr, mich nicht vergebens Empfangen am Altar Das wahre Brod des Lebens, Das du mir reichest dar! Laß mir die heil'ge Schale mit deines Bundes Wein Bei diesem Glaubensmahle Troft und Erquichung sein! 3. Wie kann ich doch ergrünDie Wunder deiner Gnad' vor aller Welt, Daß unser Herz, und Huld!. Du selbst willst dich der Sünd' entstorben, Gott lebt, verbinden Mit mir bei aller und sich an Christum hält. Wir meiner Schuld. Du, der da ewig wollen, Vater, vor dir wandeln, lebet, Du kommst, an Gnade Wie deinen Kindern es gebührt; reich, zu mir, der bald verUnd Zeugniß gebe unser Han- schwebet, Dem flücht'gen Schatdeln, Daß uns dein heil'ger ten gleich. Du läsfest dich hernieGeist regiert. der, Ziehst mich zu dir hinan. 7. O reinige durch deine Was geb' ich, Herr, dir wieder, Kräfte Das dir gefallen kann? Natur; Schon hier die fündige Denn dieses heilige GeGelingt mit deiner Hilfe schäfte nur. Du hast in uns gewirkt hält, Das freudig will entfagen das Wollen; Erhalt' uns die- Der Sünd' und aller Luft der sem Willen treu! Vollende, was Welt; Das wirst du nicht verachwir werden sollen! Dein Werk ten, Das bring' und geb' ich dir. in uns sei täglich neu! Mel. Nun lob' mein Seel' 2c. Nach deinem Reiche trachten, Hilf du nun selber mir. Dann darf ich fest vertrauen, Daß ich nach dieser Zeit Dein Antlig werde schauen 528, D Worte deines Mundes Will ich, o Herr, gehor- Dort in der Ewigkeit. sam sein. Zum Mahle deines 5. Hierauf will ich empfangen Bundes Stell' ich auf dein Gebot Das Himmelsbrod, den Himmelsmich ein. Nächte Die bängste deiner trant. Herr, laß zu dir gelangen Schwebt meinem Geiste Des Herzens Das Brod nahm deine Dank; Hinweg das Weltgedemuthsvollen bor. Rechte; Den Kelch hielt sie tümmel Mit seinem eiteln Tand! empor. Deß will ich oft geden- Ich wandle schon im Himmel, ten! du, mein höchstes Gut, Der Frommen Vaterland. VerDu willst mich speisen, tränken eint mit dir zu werden, Das ist Mit deinem Leib und Blut. mein heißes Fleh'n. O Herr, laß Die heiligen Sacramente. den Sohn gab schon als Sündern, Läßt die Erlösten nicht in Noth. 4. Ein Herz, von Neu' zerschlagen, Das sich an deine Gnade 312 Hilfsmittel zum Heile in Christo. hier auf Erden Mich schon dein hören! Lobt den Herrn! sei de: Antlitz seh'n. Lobt ihn! ſei der Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. Gesang; Wiederklang. 6. Lobt den Herrn! Hebt heilge 529. Christen, auf, stimmt Hände Um Altar zu ihm empor! frohe Lieder Bei dem Tische Jesu an! Singt, ihr Chöre, tönet wie der, Was der Herr an uns gethan! Preiset seine großen Tha- vereint mit Freuden singen: Lobet ihn bis an das Ende, Bis wir mit der Engel Chor Jhm auch dort Lobopfer bringen, Und ten, Wie einst bei dem Mahl der Gnaden Der Apostel fromme Schaar, Gott zu loben, freudig war. Heilig, heilig ist der Herr! Ihm sei ewig Preis und Ehr'!( 92) Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 2. Lobt den Herrn mit froher 530. Wie heilig ist die Seele, Rühmet seine mächt'ge Stätte hier, Wo ich voll Andacht Huld! Lob' ihn auch, mein Geist, stehe! Sie ist des Himmels Pforte erzähle Seine Langmuth und Ge- mir, Den ich selbst offen sehe! duld! Er erläßt die Schuld der O Lebensthor, o Tisch des Herrn! Sünden, Und läßt uns Ver- Vom Himmel bin ich nicht mehr gebung finden Bei dem Tisch, den fern, Und fühle Gottes Nähe. er uns deckt, Wo man Seligkeiten schmeckt. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrod, Dies theure Gnadenzeichen, 3. Lobt den Herrn, auch die Vor dem des Herzens Angst und ihr weinet, Die der Erde Kum- Noth Und alle Qualen weichen! mer drückt! Wer bei Jesu Tisch O Brod, das meine Seele nährt, erscheinet, Wird getröstet und erquickt. Er betrübt nur, daß er rette, Wenn uns auch der Tod schon hätte. O Betrübte, weinet nicht! Gott ist uns're Zuversicht. Manna, das mir Gott gewährt, Dich will ich jetzt genießen! 4. Lobet Gott von ganzem Herzen, Und gelobt zugleich auf's Neu', Daß ihr unter Freud' und Schmerzen Ihm, dem Vater, bleibet treu; Daß ihr fest an Jesu haltet, Und im Guten nie erfaltet, Daß es auch zur Zeit der Noth Dennoch heiße: Lobet Gott! 3. Wie heilig ist doch dieser Tranf, Der mein Verlangen stillet, Der mein Gemüth mit Lob und Dank Und heil'ger Freud' erfüllet! O Lebenstrant, o heil'ges Blut, Das einst gefloſsen mir zu gut; Dich will ich jetzt empfangen! 4. Welch Glüc und welch ein Ruhm ist mein; Welch Heil hab' ich gefunden! Mein Heiland 5. Ja, was Odem hat und kehret bei mir ein; Mit ihm werd' lebet, Hoch und niedrig, dort und ich verbunden. Wie ist mein Herz hier, Was nur eine Stimm' er- so freudenvoll, Daß ich in Christo hebet, Soll Gott loben für und leben soll, Und er in mir will für; Soll mit uns in lauten leben! Chören Sich im Lobe lassen 5. O wär' doch auch mein Herz Die heiligen Sacramente. 313 geweiht zu einer heil'gen Stätte, vereinen. Du, der Weinstock, Damit der Herr der Herrlichkeit gibst den Reben Neue Kraft zum An mir Gefallen hätte! O wäre neuen Leben. So gewiß ich Brod doch mein Herz der Ort, An empfange, So gewiß ich Heil welchem Jesus fort und fort erlange; Trink ich von des BunGnaden Wohnung machte! des Weine, Bist du mein, Herr, Aus 6. Mein Jesu, komm und ich der Deine. heil'ge mich! Was sündlich ist, 4. Nun, so sei der Bund ervertreibe, Damit ich nun und neuet! Ganz sei dir mein Herz ewiglich Dein Tempel sei und geweihet! Auf dein Vorbild will bleibe! Von dir sei ganz mein ich sehen, Und dir nach, mein Herz erfüllt; Herr, laß dein Was du hassest, heilig Ebenbild Beständig an mir Ganz von dir leuchten! Alles, was du durch Untreu' Heiland, gehen. will ich hassen, mich leiten lassen, liebest, lieben, Nie dich betrüben. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, Du hast dich mir gegeben; In dir, der mich so hoch beglückt, 5. Dir gelob' ich, deine GlieWill ich nun stündlich leben. Laß der, Jesus Christ, als meine mich, mein Heiland, allezeit, Von Brüder Immer mit den reinsten nun an bis in Ewigkeit Mit dir Trieben, Immer wie mich selbst vereinigt bleiben! zu lieben. Ich gelobe dir mit Freuden. Auch das Unrecht still zu leiden; Ungeduldig nie zu flagen, Herr, an dir nie zu verzagen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 531, Lob und Dank sei dir, 6. Doch du fennest meine mein Retter, Mein Erbarmer, Schwäche! Was ich, Jesu, dir mein Vertreter! Wer, o Tilger verspreche, Hab' ich dir schon oft meiner Sünden, Wer kann deine versprochen, Und es doch so oft geLieb' ergründen? O mit welch brochen. Darum hilf mir du und erhab'nem Herzen Wolltest du stärke Mich zu jedem guten Werke. die tiefsten Schmerzen, Schmach und Spott für meine Schulden, Ja, den Kreuzestod erdulden! Gleich den ersten Reiz der Sünden Hilf mir siegreich überwinden! nieder, 7. Laß mich deine Treu' erHerr, ich falle vor dir messen, Deiner Liebe nie verDanke dir und singe gessen; Laß mich, weich' ich ab Lieder! Was du willst für Gna- vom Guten, Dich, Herr, seh'n den schenken, Uebersteiget alles am Kreuze bluten. Liebe schlug Meine Sünden willst dir deine Wunden; Das soll mich du decken, Willst mich Todten in dunfeln Stunden, Wenn mich auferwecken, Willst ein ewig sel'- Angst und Zweifel drücken, Mit ges Leben Als des Glaubens erhabnem Trost erquicken. Frucht mir geben. Denken. 8. Gib, daß ich und alle Christen uns auf deine Zukunft rüsten, Daß, wenn heut' dein 3. Ja, du kommst, dich mit den Deinen Auch im Nachtmahl zu 314 Hilfsmittel zum Heile in Christo. Tag schon käme, Keinen dein Ge- ergeben! Halleluja, welche Freu richt beschäme. Schaff', o Heiland den Sind die Früchte deiner aller Sünder, Dir viel Jünger, Leiden! viele Kinder, Die dir leben, leiden, sterben, Deine Herrlichkeit zu erben! 10. Ewig sei'st du angebetet! Jesu, du hast uns errettet. Danket, alle frommen Herzen, Ewig ihm 9. Großes Abendmahl Abendmahl der für seine Schmerzen. Halleluja, Frommen, Tag des Heils, wann Amen, Amen! Die zu dir im wirst du kommen, Daß wir mit Glauben kamen, Laß sie Theil an der Engel Chören, Herr, dich deinen Gaben, Theil an deinem schau'n und ewig ehren? Halle- Himmel haben! luja, ewig leben Alle, die sich dir ( 105) Gebet. liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken; Ist diese Pflicht für dich Mel. Die Tugend wird durch's c. 532. Dein Heil, o Christ, betrübt? nicht zu verscherzen, Sei wach und 4. Bet' oft in Einfalt deiner nüchtern zum Gebet! Ein findlich Seelen; Gott sieht auf's Herz, Fleh'n aus reinem Herzen Hat Gott ist ein Geist. Wie können Gott, dein Vater, nie verschmäht. dir die Worte fehlen, Wofern dein Erschein' vor seinem Angesichte Herz dich beten heißt? Nicht Töne Mit Dant, mit Demuth oft und find's, die Gott gefallen, Nicht gern, Und prüfe dich in seinem Worte, die die Kunst gebeut; Gott Lichte, Und flage deine Noth dem ist kein Mensch; ein gläubig LalHerrn. len, Das ist vor ihm Beredtsamkeit. 2. Welch Glück, so hochgeehrt 5. Wer das, was uns zum zu werden, Und im Gebet vor Frieden dienet, Im Glauben Gott zu steh'n! Der Herr des sucht, der ehret Gott. Wer das Himmels und der Erden, Bedarf zu bitten sich erfühnet, Was er der eines Menschen Fleh'n? Sagt nicht wünscht, entehret Gott. Wer Gott nicht: bittet, daß ihr täglich Gott die Treue schwöret, nehmet? Ist des Gebetes Frucht Und dann vergißt, was er benicht dein? Wer sich der Pflicht, schwur, Und flagt, daß Gott ihn zu beten, schämet, Der schämt sich, nicht erhöret, Der spottet seines Gottes Freund zu sein. Schöpfers nur. 3. Sein Glück von seinem 6. Bet' oft zu Gott und schmeck Gott begehren, Ist dies denn in Freuden, Wie freundlich er, eine schwere Pflicht? Und seine dein Vater, ist. Bet' oft zu Gott Wünsche Gott erklären, Erhebt und fühl im Leiden, Wie göttlich das uns're Seele nicht? Sich in er das Leid versüßt. Bet' oft, der Furcht des Höchsten stärken, wenn dich Versuchung quälet; In dem Vertrau'n, daß Gott uns Gott hört's, Gott ist's, der Hilfe Das Gebet. 315 schafft. Bet' oft, wenn inn'rer| Gemeinen Auch öffentlich Gott anzufleh'n, Trost dir fehlet; Er gibt den Müden Stärf und Kraft. Ernst, schau auf die Güte, Und seinen Namen mit den Seinen, Mit deinen 7. Bet' oft, und heiter im Ge- Brüdern zu erhöh'n; Dein Herz müthe Schau dich an seinen voll Andacht zu entdecken, Wie es Bundern satt. Schau auf den dein Mitchrist dir entdeckt, Und Wo- ihn zur Inbrunst zu erwecken, mit er dich geleitet hat. Hier Wie er zur Inbrunst dich erweckt. irrtest du in deiner Jugend; Im 12. Bist du ein Herr, dem Alter dort: er trug Geduld, Rief Andre dienen, So sei ihr Beispiel, dich durch Leid und Kreuz zur sei es stets, Und feire täglich gern Tugend; Erkenn' und fühle seine mit ihnen Die sel'ge Stunde des Huld! Gebets. Nie schäme dich des 8. Bet' oft; durchschau mit Heils der Seelen, Die Gottes heil'gem Muthe Die herzliche Hand dir anvertraut: Kein Knecht Barmherzigkeit Deß, der mit des Hauses müsse fehlen; Er ist seinem theuern Blute Die Welt, ein Christ und wird erbaut. die Sünderwelt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; Denn es ist deines Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, Und ehre deines Gottes Rath. nha chid sunt 13. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen als ihr Freund; Gib für den Fluch den Segen wieder, Und bete selbst für deinen Feind. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, Dich 9. Bet' oft, und schau mit prüfen und das Böse scheu'n, An frohen Blicken Hin auf die Lieb' und Eifer nicht erkalten, Freuden jener Welt; Führ' dan- Und gern zum Guten weise sein. fend oft und mit Entzücken Den 14. Gott laß mich nicht mein Segen, den sie vorbehält. Ein Heil verscherzen, Gib Lust und Eifer zum Gebet! Und wenn mein Welch Glück! Doch ist's von Mund aus gutem Herzen zu dir jenem Glück, Das dem der Herr um Hilf und Gnade fleht; So wird offenbaren, Der ihm hier hör mein Fleh'n von deinem dient, kein Augenblick. Glück von Millionen Jahren, 10. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte; An keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich unterstützt. mit Vielen bete, Find' eher ich Throne Durch ihn, der dir zur Rechten sißt, In Christo Jesu, deinem Sohne, Der es vertretend ( 55) Eigne Melodie. bei Gott Gehör. Gott ist kein Mensch; ist dein Begehren Ge- 533. Dir, dir, Jehovah, recht und gut, so hört er's gern, will ich singen! It's nicht gerecht, so gelten ein solcher Gott, wie du? Zähren Der ganzen Welt Nichts Denn wo ist doch Dir will ich meine Lieder bringen; Ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu' im Namen Jesu vor dem Herrn. 11. Doch säume nicht, in den 316 Hilfsmittel zum Heile in Christo. Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist! Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit, Und 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem weiß es, alle gute Gabe, Die ich Sohne, Damit dein Sohn mich von dir verlange jederzeit, Die wieder zieh' zu dir! Dein Geist gibst du, und thust überschwengin meinem Herzen wohne, Und lich mehr, Als ich verstehe, bitte meine Sinnen und Verstand und begehr'. regier', Daß ich mich ganz, Herr, deinem Willen weih', Und in dem Frieden Gottes selig sei! 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte; So bet' ich dich in Geist und Wahrheit an; So preis't aus dankendem Gemüthe Mein from mes Lied, was du an mir gethan! Es hebt dein Geist mein Herz 8. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist Alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit! ( 25) Mel. Herr nicht schicke deine zc. empor zu dir, Und deinen Himmel 534. Dir versöhnt in deinem ahn' ich dann schon hier. Liegen wir vor deinem 4. Dein Geist kann mich bei Sohne, dir vertreten Mit Seufzern, die Throne, Reiner fehrt mit trübem ganz unaussprechlich sind. Er Blick Unerhört von dir zurück. lehrt mich gläubig zu dir beten, Alles Fleisch an allen Enden Gibt Zeugniß meinem Geist, daß Kommt mit aufgehob'nen Hän ich dein Kind. Dann ruf' ich, als den, kommt mit Sehnsucht und Miterbe deines Sohn's, Das Begier, Gott, der gern erhört, Abba zu den Höhen deines zu dir. Thron's. 2. Du bist alles Guten Fülle. 5. Wenn dies aus meinem Her- Daß wir beten, ist dein Wille; zen schallet Durch deines heil'gen Du verschmähst, o Vater, nicht Geistes Kraft und Trieb; So Deiner Kinder Zuversicht: Und bricht dein Vaterherz, es wallet du hast so vielen Segen, Mehr Entgegen mir voll heißer Vater- noch, als wir bitten mögen. Reich lieb', Daß mir's die Bitte nicht und Kraft und Herrlichkeit, Gott, versagen kann, Die ich nach ist dein in Ewigkeit. deinem Willen hab' gethan. 3. Was im Himmel und auf 6. Was mich dein Geist selbst Erden Gut ist, ließ dein Wille bitten lehret, Dem neiget sich dein werden. Eh' es ward, da dachtest Gotteswille zu; Das wird gewiß du Es schon deinen Kindern zu. von dir erhöret, Weil ich's im Alle sollten deiner Gaben UnerNamen deines Sohnes Sohnes thu', schöpften Reichthum haben; Ewig Durch welchen ich dein Kind und sollen Alle dein, Allgenugsamer, Erbe bin, Und nehme von dir sich freu'n. Gnad' um Gnade hin. 4. Sollten denn nicht deine 7. Wohl mir, daß ich dies Frommen Alle betend vor dich Das Gebet. 317 kommen, Der du Allen Vater bist, sich meiner an, und stärkt mich Dem fein Ding unmöglich ist? auf der Tugend Bahn. Allen hast du, Herr, das Leben, 5. Nuf ich ihn an bei dem Ge. Und was sie erfreut, gegeben, schäfte Des Standes, den er mir Und versprichst, Unendlicher, Allen noch unendlich mehr! verlieh: So fleh' ich nie umsonst um Kräfte; Mein Gott, mein Beistand gibt mir sie. Er gibt aus väterlicher Huld Mir Segen, Weisheit und Geduld. 5. Ja, wir wollen zu dir nahen, Beten, glauben und empfahen. Uns'rer Thaten Lobgefang Sei in Ewigkeit dein Dant! Heil uns 6. Wenn ich im letzten Kampf Christen! du beschüßest Deine des Lebens Bei Niemand Hilfe Kinder; du befizest Herrlichkeit finden tann; So ruf ich Gott und Kraft und Reich! Wo ist dir doch nicht vergebens Um seinen ein Vater gleich? Troft und Beistand an, wenn die Sprache mir vergeht, Doch meine Seufzer noch versteht. ( 147) ( 126) Der, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 535. Mein bester Trost in diesem Leben Ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Mel. Was Gott thut, das ist 2c. Straft in Schwachheit geben, Ge- 536. Welch hohes Vorrecht duld und Muth in jeder Noth; schenkst du mir, Bei jedem Gram, bei jedem Seraphinen Mit Schmerz Ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wenn, eine böse Lust zu dämpfen, Mir Schwachen Muth Du, dem die heil'ger Ehrfurcht für und für Vor deinem Throne dienen! Ich Erd' und Staub, Ich weltend Laub, Ich darf mich zu dir schwingen, Gebet und Kraft gebricht; Dann bitt' und Dank dir bringen. ich Gott: er hilft mir kämpfen, 2. Erstickt des Fleisches Macht Und gibt mir Muth zu jeder in mir Die hohen Himmelstriebe; Pflicht; Und stark durch meines So schwing' ich mich, o Gott, zu Gottes Kraft Besieg' ich jede dir, Und fühle deine Liebe. Leidenschaft. Ich stärke mich Alsdann durch dich, Treu jede meiner Pflichten Mit 3. Und wenn ein Kummer mich verzehret, Den ich der Welt Vorsicht zu verrichten. nicht flagen fann; Dann ruf' ich 3. Betracht' ich im Gebet Gott, der mich erhöret, Um Trost mit Schmerz Mein fündenvolles in diesem Kummer an. Wer ihm Leben, So wird, so fann sich nie sein Leid mit Zuversicht Entdecket, mein Herz In stolzem Sinn erden verwirft er nicht. heben. Fleh' ich: geh' nicht, Herr, in's Gericht; Laß mich, den Sünder, leben! Dann willst du mir 4. Muß ich um des Gewissens willen Ein Spott der Lasterhaften sein; So bet' ich demuthsvoll im vergeben. Stillen zu meinem Gott: er hört 4. Gebricht es mir an sanftem mein Schrei'n; Nimmt väterlich Muth, An Liebe gegen Brüder; 318 Hilfsmittel zum Heile in Christo. So bet' ich: bald erlischt die Gluth 2. Oft raubten bange SchmerDes Zorns und Hasses wieder. zen Den Frieden meinem Herzen, Mein Herz verzeiht; Voll Freund- Und störten meine Ruh'. Doch lichkeit Sucht nie mein Mund wenn mich Kummer quälte, Dann durch Schelten Scheltworte zu fleht' ich; dann beseelte Dein vergelten. Trost mich; Gott, dann hörtest du. 5. Wie stärkst du mich, wenn 3. Fleht' ich zu dir am Mor im Gebet Zu dem Berufsgeschäfte, gen, So schwiegen meine Sorgen Mein Vater, ich dich angefleht Den ganzen Tag in mir. Mit Um Weisheit und um Kräfte! ruhigem Gemüthe Vertraut' ich Den, der dir traut, Und auf dich deiner Güte, Und überließ mein baut, Krönst du auf seinen Wegen Schicksal dir. Mit deinem Gottessegen. 4. Wie ruhig war mein 6. In dem Gebete denk ich oft: Schlummer, Wenn ich dir meinen Wie eitel seid ihr Freuden Der Kummer, O Gott, zuvor geklagt! Erde doch; wie unverhofft Ver- Du, Herr, wachst für mein Leben: kehrt ihr euch in Leiden! Darum Von diesem Trost umgeben, War will ich Allein, Gott, dich Von meine Seele unverzagt. ganzem Herzen lieben; Was fann mich dann betrüben? 5. Vielleicht, daß manche Tage Noch traurig, unter Plage Und 7. Wenn Kummer mich zur Mühe mir vergeh'n. Laß, Herr, Erde zieht, Wenn ich mich sorgend in meinem Leiden Mich das Gebet quäle, Wenn Alles, Alles von nie meiden, Mich immer freudig mir flieht, Stärkt betend sich die zu dir fleh'n! Seele. Drum bet' ich auch Bei'm ( 33) Mel. Wer nur den lieben Gott 2. letten Hauch: Mein Vater, ich 538. Wagst du, vor Gottes empfehle In deine Hand die Seele! 8. Du Geist der Kraft und des Gebets, Du Geist der reinsten Liebe! Erweck' in meinem Herzen stets Zum Beten fromme Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht 31 meinem Vater treten, So lehre selbst mich beten! Thron zu treten, So mache dich bereit, o Chrift, Sm Geist und Wahrheit anzubeten Den Gott, der Geist und Wahrheit ift! Baß nicht der Erde Sorgen zu, Und denke: mit wem redest du? Mel. Nun ruhen alle Wäldei 2c. 2. Er ist's, dem alle Himmel dienen, Der Herr und Schöpfer aller Welt, Vor dem das Chor der Seraphinen Verhüllt in Demuth niederfällt; Jehovah, er, der ewig war, und ist und sein 537. Könnt ich in meinen Nöthen Nicht Gott vertrau'n, nicht beten; Wie elend wär' ich wird immerdar. dann! Wenn Trost und Hoffnung 3. Durch ein verstelltes Hände wanken; Wie soll ich's Gott ver- falten, Durch schöner Worte danken, Daß ich dann zu ihm leeren Laut, st beten kann? Nichts zu erhalten, bei dem Herrn Der dir in Herz Das Gebet. 319 und Seele schaut. Vor ihm gilt| Seele bete: Was fühl ich da für nicht der äuß're Schein: Man Seligkeit! Ganz werd' ich Geist, muß nicht scheinen, sondern sein. und Alles flieht, Was mich zur 4. Ein zuversichtlich findlich Erde nieder zieht. Lallen, Ein wahrer Glaub' an 2. Dann acht' ich nicht der Jesum Christ, Der voll Begier, falschen Freuden, Nicht jener Gott zu gefallen, Durch reine eiteln Flitterpracht, Um die sich Liebe thätig ist; Dies ist's, was Menschen oft beneiden, Und die durch die Wolfen dringt, sie nur zu Knechten macht; Und Segen uns hernieder bringt. fühle, Gott gefällig sein, Nur das ist wahre Freud' allein. Und 5. O welch ein Glück, schon hier auf Erden Im Glauben mit Gott umzugeh'n! Schon hier den Engeln gleich zu werden, Die stets anbetend vor ihm steh'n! Mensch, nimm zu deinem eig'nen Heil An diesem Himmelsglück oft Theil! 3. Dann weichen auch die bängsten Sorgen, Das bängste Leiden, das mich drückt. Ich weiß, dem sind sie nicht verborgen, Der in des Herzens Tiefen blickt. Gott bleibt doch Vater, der mich liebt, Wenn er mich auch durch Leiden übt. 6. Mußt du in Angst und Kummer schmachten, So flage deine 4. Ja, das Gebet gibt Kraft Noth dem Herrn. Er wird dein im Leiden, Erhebt zum Glauben Flehen nicht verachten; Er ist all- unsern Geist, Und hilft uns Alles, mächtig und hilft gern. Verbirgt Alles meiden, Was uns der er auch sein Angesicht; Er hilft Tugend sonst entreißt. Nur müssen gewiß, verzag' nur nicht! unfre Bitten rein, Und eines Christen würdig sein. 7. Wenn gute Thaten dir gefingen; Preis ihn, der dich als Bater liebt, hn, der das Wollen 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: O Vater, nimm und Vollbringen Durch seinen du sie von mir! Auch bitt' ich nicht Geist zum Guten gibt; Und zu- in meinen Freuden: Erhalte, versichtlich rufe dann Um diesen Schöpfer, diese mir! Nur um ein Geist ihn ferner an. Gott ergeb'nes Herz Bet' ich in Freuden und in Schmerz.( 149) Tagen Laß das Gebet dein Labsal Mel. Wer nur den lieben Gott zc. sein; So wirst du nie voll Klein8. In bösen und in guten muth zagen, Und nie dich über- 540, Gott, wer fann je müthig freu'n. In deinem Herzen was Gutes haben, Das nicht von und mit dir Bleibt Gottes Friede für und für. dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, Bist immer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 539. Wenn ich vor meinen Fleh'n Wir stets auf deine Hilfe Schöpfer trete, Und still in heil'ger seh'n. Einsamkeit zu ihm aus voller 2. Drum fomm' ich auch mit 320 Hilfsmittel zum Heile in Chrifto. meinem Beten, O Gott, vor 8. Soll ich auf Erden länger deinen Gnadenthron! Wie freu- leben; So gib, daß ich dir leben dig darf ich vor dich treten! Du mag. Laß mir den Tod vor Augen schenktest mir ja deinen Sohn. schweben; Und kommt dereinst Durch ihn hab' ich die Zuversicht, mein Sterbetag, So sei mein Mein schwaches Fleh'n verwirfst Ausgang aus der Zeit Der Eindu nicht. gang in die Herrlichkeit.( 174) 3. So gib mir denn nach dei- mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2. nem Willen, Was deinem Kinde heilſam ist! Nur du fannst meinen 541, Gott, deine Güte reicht Mangel stillen, Weil du des so weit, So weit die Wolfen gehen. Segens Quelle bist. Vor allen Du frönst uns mit BarmherzigDingen sorge du Für meines keit, Und eilst, uns beizustehen. Geistes Glück und Ruh'. Herr, meine Burg, mein Fels, 4. Gib mir Beständigkeit im mein Hort, Vernimm mein Fleh'n, Glauben; Laß meine Liebe red- mert auf mein Wort; Denn ich lich sein. Will etwas mir den will vor dir beten! Glauben rauben, Gott, Heiland, 2. Jch bitte nicht um Ueberso erbarm dich mein! Bewahre fluß Und Schätze dieser Erden. mich und gib mir Muth, Zu siegen Laß mir, so viel ich haben muß, über Fleisch und Blut. Nach deiner Gnade werden. Gib 5. Bewahr' in mir ein gut Ge- mir nur Weisheit und Verstand, wissen, Ein reines Herz voll Freu- Dich, Gott, und den, den du digkeit; Ein Herz auf's Gute gesandt, Und mich selbst zu er stets beflissen, Das sich vor deinem tennen. Auge scheut. Und fehl' ich, Gott, fo strafe mich zu meiner Bess'rung väterlich! 3. Jch bitte nicht um Ehr' und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren: Des guten Namens Ei6. Ein Herz, das in beglückten genthum Laß mich nur nicht ver: Tagen Dich, seinen Vater, nicht lieren. Mein wahrer Ruhm sei vergißt: Ein Herz, das unter meine Pflicht, Der Ruhm vor Noth und Plagen Vor dir still deinem Angesicht, Und frommer und demüthig ist; Ein Herz, voll Freunde Liebe! Zuversicht zu dir Und voll Geduld, Gott, das gib mir! 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes 7. Das Andre alles wirst du Leben! Im Glücke Demuth, Muth fügen; Du weißt am Besten, was in Noth, Das wollest du mir mir nützt. An deiner Huld soll geben. In deiner Hand steht meine mir genügen, Die Schwache mäch- Zeit; Laß du mich nur Barmher tig unterstüßt. Zufrieden, Vater, zigkeit Vor dir im Tode finden! folg' ich dir: Stärk' diesen from= ( 55) men Sinn in mir! Das Gebet. Das Gebet des Herrn. Mel. Was Gott gefällt, mein frommes 2c. Ruhe geh'n, Gott, dem wir fraun! 542. Du, deß sich alle Him 9. In deines Himmels Heiligmel freu'n; Auch meine Seele freut sich dein, Daß du, du selbst, thum, Auf deiner Erd' erschall' dein Ruhm! Du bist der Herr der ewig ist, Herr, Herr, daß du der Herrlichkeit, Von Ewigkeit mein Vater bist! Mein Vater bist! zu Ewigkeit. Hallelujah! ( 94) 2. Weit über unser Stammeln, weit, Geht deines Namens HerrMel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. lichtfeit; Ihn heilige, von Lieb' 543. Gott, der du in den entbrennt, Wer deinen großen Himmeln thronest, Mit HerrlichNamen nennt, Unendlicher! 3. Du herrschest, Gott, wer ist dir gleich? Die Welten alle sind dein Reich. Am väterlichsten herrschest du Durch Chriftum; gib uns Chrifti Ruh', Erbarmender! feit reich angethan, Und dort in einem Lichte wohneft, zu welchem Niemand kommen kann! Jehovah, unser Herr und Vater, Erhalter, Schöpfer und Berather; Gott, den der ganze Himmel ehrt! Vernimm mich, da ich vor dich trete Mit dem vollkommensten Gebete, Das uns dein ew'ger Sohn gelehrt! 4. Der du dich uns durch ihn enthüllst, Das nur ist selig, was du willst! Dein Will', o Liebender, gescheh' Auf Erden, in der Himmel Höh', Du Liebender! 2. Geheiligt werde, Herr, dein Name, So, wie er selber heilig ist. 5. In unsers Leibes fleiner Es wiß' es Adams ganzer Same, Noth Sei mit uns! Gib uns unser Daß du sein Gott und Vater bist! Brod! Labst du den Leib, schidst Daß auf der ganzen weiten Erde du ihm Schmerz; Froh, still, voll Dein hoher Ruhm verherrlicht Dank sei unser Herz! Erhalt werde, Und jedes Herz dein Temuns dir! di sine oli aide pel sei; Daß nicht ein Frevler, 6. Vergib, vergib uns uns're nicht ein Spötter, Nicht ein Schuld! Trag' uns're Schwach- Verehrer fremder Götter Dich heit mit Geduld! 321 Wir wollen und dein Heiligthum entweih'! auch, von Rachgier rein, Des 3. Dein Reich, o Gott, laß zu Bruders Fehler gern verzeih'n, uns kommen, Das Reich der Wie du vergibst. 000 Gnade und der Kraft, Das sel'ge 7. 3u schwer sei die Versuchung Reich, das für den Frommen Dein nicht! Uns leucht', Erbarmender, guter Geist erhält und schafft! Laß dein Licht, Wenn uns der Fluch der uns durch Lehre und durch Leben Sünde schreckt, und Nacht vor uns Dein Reich hier zu erweitern dein Antlitz deckt, Erbarmender! streben, Und seine treuen Bürger 8. Erlös', erlös uns, unser sein. So machst du uns zu Gott, Aus dieser und aus aller deinen Erben, Und führst uns Laß sterbend uns dein endlich nach dem Sterben Zu dir Und ein zu deiner in's Reich der Ehren ein! Noth! Heil erfleh'n, 21 322 Hilfsmittel zum Heile in Christo. Gebet. 4. Herr, es gescheh' dein heil'- gebet, so wird euch vergeben!" ger Wille Auf Erden, wie im So wirst du auch nach deiner Himmelreich! In ihm fommt Huld Dies theure Wort an uns alles Guten Fülle; Jhn thun erfüllen, Und uns um Jesu Christi macht uns den Engeln gleich. willen Vergeben uns're SündenDein Wille ist in allen Dingen schuld. gebeut! Gerecht und heilig; ihn vollbrin- 7. Laß uns nicht in Versuchung gen, 3st unf're Buh' und Gelig- führen. Durch her er unde Iſt unser Herz feit. Nur laß uns ihn auch recht durch die Welt, Und hilf uns allWenn ihre erkennen; Laß uns von Lieb' und zeit triumphiren, Eifer brennen, 3u folgen dem, Macht uns überfällt. Start ist in was er der Reiz der Sünden; Wir uns 5. Gib uns in unsern Lebens- sind zu schwach, zu überwinden, tagen Des Leibes Nahrung, un- Und der Versuchungen ist Biel. ser Brod. Lehr' uns das Glück Drum, Gott, sei mächtig in uns bescheiden tragen, Und mit Ge- Schwachen! Durch treues KämLaffenheit die Noth! Gib, daß pfen, Beten, Wachen Bring uns wir nicht des Eiteln achten, Viel- zum vorgesteckten Ziel! Des Le mehr mit Ernst am Ersten trach- 8. Du, Herr, haft Macht, uns ten Nach deines Reich's Gerech- zu erlöjen; Unendlich groß iſt So wird von deinen deine Treu'. So mach' uns frei Gütern allen Auf uns auch von allem Bösen; Mach' uns auch unser Antheil fallen, Wie dort, von dem Uebel frei! Erleicht're so hier schon in der Zeit. Jisung des Todes Leiden, Und führ 6. Erlaß, o Gott, uns uns're uns ein zu deinen Freuden Nach Schulden, Und gib, daß wir auch dieses Lebens Müh und Streit. gern verzeih'n, Beleidigungen Denn wundervoll find deine fromm erdulden, Und nie rach- Werke: Dein ist das Reich und süchtig wieder dräu'n; Stets dem Kraft und Stärke Von Ewigkeit Gebot gehorsam leben: Ver zu Ewigkeit. 11 padah puro Sajad somit ndod ms S a oid off tsachust todmi had off thord gisinal annos 18 door shirjento DINS mis ent u made ai for god That rodal ndi në A asd 1100 IN and boot bond Hostina Hisha thail 150000 fin ashone bar dje at isd nu has ad this si noted full son Shilpa sostin find us our anu dril mall wond one or modigno nelliet bislg hoidam bilgtisoni dutch spri@ s ni F ohle mi 6 FSC 191 Dritter Haupttheil. Allo en tid drl to sid and are un mal im en mi pric shtua Si G od dan those siden. linhadir Emu thomad nepla i p adist fict Ueber die Gebote des Christenthums; bporcht oder: die Gesinnung und das Leben des Christen. Shoc ist in Bik@ 71 nombour time doll I. Christenpflichten in Beziehung auf Gott. 091/530 em to find and G boit 1st my d Streben nach Erkenntniß Gottes. Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. fache Wunder schafft, Jede Ader reget! Sie entfleußt Seinem 544. Such', o Seele, Gott Geist, Strömt durch die Gebilde den Herrn; Such' und du wirst Seiner Kraft und Milde. finden! Keinem von uns ist er 5. Horch'; im innersten Gefern, kann uns nie verschwinden. müth Wirst du ihn vernehmen, Forsche nur! Seine Spur Können Wenn das Herz für's Gute glüht, reine Seelen Nimmermehr ver- Sünden dich beschämen. Hör', er fehlen. ustairspricht: Frevle nicht! Zähme meiner 2. Such' am hohen Firmament! deine Triebe; Bleib' in Gottes Klarheit leuchtet, Wo die Liebe!" Sonne kräftig brennt, Wo der 6. Such' ihn froh in seinem Thau befeuchtet. Fern und nah Sohn Mit der Gottesfülle; Baue Ist er da Als ein Gott der Christo einen Thron In des HerStärke, Groß in jedem Werke. zens Stille! Er gibt Ruh: Folge 3. In ihm leben, weben, sind du Bis zur Todespforte Seinem Seine Wesen alle. Vaterliebe Gottesworte! ( 76) führt das Kind, Wo es sei und Mel. Wer nur den lieben Gott zc. walle; Gott bewacht Tag und 545. Wo find' ich Gott, den Nacht, Still und ungesehen, Tiefen wie die Höhen. meine Seele Weit über Alles 4. Fühl' ihn in der Lebenskraft, schäßt und liebt; Gott, den ich Die im Herzen schläget, Tausend- mir zum Freunde wähle, Und der 21* 324 Pflichten gegen Gott. allein mir Freude gibt? Wann Dich recht zu kennen, und nach fommt die Zeit, da Gott, mein Freund, Sich völliger mit mir bereint? Christi Lehren Dich zu verehren. ich Gott nur wie ich Gott nur Und bete ihn in 3. Dich tennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich 2. Hier seh' unerforschlich und verborgen, im Spiegel, So willst du doch, wenn wir dein Schwachheit an. Ach, hätte meine Licht nicht hassen, Dich finden Seele Flügel, Sich ihrem Schöpfer mehr zu nah'n! Wie würde sie sich deiner freu'n, Wie selig, wie verherrlicht sein! lassen. DIO 4. Mit lauter Stimme lehret deine Werke Uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke. Auch haft 3. Mir macht zwar jedes seiner du selbst sei hoch dafür ge Werke, Mehr, als ich rühmen priejen! Uns unterwiesen. Mehr, als ich rühmen priejen! fann, bekannt; Es zeigt mir seine 5. Und immer mehr willst du Macht und Stärke Und seinen dich offenbaren, Wenn wir dein weisesten Verstand. Gott, deine Wort nur treu in uns bewahren, Huld ist grenzenlos, Für armes Menschenlob zu groß! U Und deinem Geist, den wir em pfangen sollen, Nur folgen wollen. 4. Und wie ein Vater mit dem 6. 3u diesem mir so heiligen Kinde, Spricht Gott in seinem Geschäfte Erheb' und und stärke Wort zu mir. Ich seh' dich, meiner Seele Kräfte. Gib, wenn Vater! doch die Sünde Ver- ich dich in deinem Worte höre, dunkelt mir das Licht von dir. Daß Nichts mich störe. Gib du mir, Vater, deinen Geist, Der mich noch näher unterweis't. 7. Ach mein Verstand ist träge, leicht zerstreuet, Und irrt, wen 5. Gib, daß der Strahl von er den des Forschens deiner Wahrheit Mein Leben scheuet, Dir, Gott, entrissen, eh' Erde! leite, bis ich dort Dich näher seh' ich's inne werde, Zurück zur und mit mehr Klarheit, Als hier 8. Auch täuscht oft Stolz ihn, an diesem Prüfungsort. Jch, der macht ihn leicht vermessen, Verich hier kaum stammeln kann, Ich führt ihn, seine Grenzen zu verbete dort mit Engeln an. ( 24) gessen. Kühn will er mehr noch, als sie ihm vergönnen, Von dir Mel. Herzliebster Jesu 2c. erkennen. - 1 9. Steh mir denn bei und 546. Was ist im Himmel leite meine Seele, Daß sie den Höchster, was auf Erden, Das Weg der Wahrheit nicht verfehle! fo, wie du, verdient erkannt zu Verleih' ihr, daß sie nicht so leicht werden? Nichts ist's, das meinen Durst nach Heil so stille, Als deine Fülle. ermüde, Ernst, Lust und Friede. 10. Dann werd' ich immer besser dich erkennen, Dann täglich 2. Sei du, mein Schöpfer, wenn mehr in deiner Lieb' entbrennen, ich dich betrachte, Mein einziger Dir gern gehorchen, fröhlich dich Gedanke! Herr, ich schmachte, erheben, Dir ewig leben!( 24) Andenken an Gott. Ehrfurcht. POSTE Beständiges Andenken an Gott. Mel. Von Gott will ich 2c. täglich neu. Du unterstüßest mich; 3u dem Berufsgeschäfte Erlang' 547. An dich, mein Gott, ich neue Kräfte, Seh' ich dabei zu denken, Ist Pflicht und Trost auf dich. für mich. 325 Wenn Sorg' und 4. Wie gut ist's, dein zu denken! Gram mich fränken, So sieht Die Welt mag immerhin Ihr mein Aug' auf dich. Dann min- Herz auf's Eitle lenken; Wie dert sich mein Schmerz; Dann schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte flieh'n die bangen Sorgen, Wie mich zu Gott; Nebel vor dem Morgen, Und wahre Freude, Ruh' erfüllt mein Herz. Dies bringt mir Dies stärkt mich wenn ich leide, Und ist mein Trost 2. Denk' ich an deine Liebe; im Tod. Wie werd' ich dann erfreut! Dann 5. An dich, Gott, will ich fühl ich neue Triebe zur Lieb' denken, So lang' ich denken kann. und Dankbarkeit, Mein Herz dir Wird man in's Grab mich senten; ganz zu weih'n, Dich freudig zu So geh' ich zwar die Bahn, Da erheben, Zur Ehre dir zu leben, mich die Welt vergißt; Doch du, Vor Sünden mich zu scheu'n. Herr, denkst noch meiner, Wann dentit auf der Erde Keiner Mein einge( 174. 34) 3. Mit Hoffendem Gemüthe Dent' ich an deine Treu', Und dent mehr ist. harre deiner Güte; Sie ist mir| Ehrfurcht und Demuth vor Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. mich scheuen, Und wirke frommen Ernst in mir, Mein Leben deinem 548. Vor dir, o Gott, sich Dienst zu weihen, Daß ich die kindlich scheuen, Ist unser Heil Gnade nicht verlier', Die mich bei und uns're Pflicht! Kein Mensch aller Missethat So liebreich noch fann deiner Huld sich freuen, getragen hat. Bot Scheut er dein heilig Auge nicht. 4. Gib, daß ich stets ein gut Drum wirk' in mir durch deinen Gewissen Vor dir zu haben sorgGeist Die Furcht vor dir, die sam sei, Und mache von den Hinfindlich heißt. dernissen Der wahren Tugend 2. Gib, daß ich stets zu Herzen selbst mich frei. Nie stör mich. nehme, Daß du allgegenwärtig Furcht und Lust der Welt, Zu biſt, Und das zu thun mich ernst- thun, was dir, mein Gott, gefällt. lich schäme, Was dir, mein Gott 5. In deiner Furcht laß mich zuwider ist! Der Beifall einer stets wandeln, Und überall, wo ganzen Welt Hilft dem ja Nichts, ich auch sei, Nach deiner Vorschrift der dir mißfällt. redlich handeln: Du haffest alle 3. Laß immer dein Gericht Heuchelei. Wer dich von Herzen 326 Pflichten gegen Gott, scheut und ehrt, Nur der ist dir, o mit Macht erhält; Und du erhältst Vater, werth. aum on auch mich! 6. In deiner Furcht laß mich 7. Du Gott; Dich Staub! einst sterben; So schreckt mich Den Unterschied, Herr, Lehr' mich weder Tod noch Grab; So werd' ihn versteh'n! Laß mich in tiefster ich jenes Leben erben, Dazu dein Niedrigkeit Vor dir einher stets Sohn sich für mich gab. Gott, geh'n.rdonsptiste 308 112901 deine Furcht bringt Segen ein: 8. In jenem Leben werd' ich Ihr Lohn wird groß im Himmel dich In deiner Größe sch'n. Auf sein! ( 174) diesen Anblick freu' ich mich: Wann, ach, wann wird's Mel. Nun danket all' und bringet 2c. scheh'n? thin 2 thin mu ges 549. Gott, dessen Stuhl der mel. Nun fich der Tag geendet. Himmel ist, Ich sinke vor dir hin! 1012 Ich überdenke, wer du bist, Und 550. O rühmt euch eurer was ich vor dir bin. Weisheit nicht, op Die ihr euch 2. Was bin ich, Herr, mein weise meint! Wißt, daß euch Gott, vor dir? Ein welfend eurer Weisheit Licht Einst nicht Gras und Laub! Du bist und im Tode scheint! trale Bedst bleibest für und für; Ich bin in Kurzem Staub. 3. Dein Wesen ist Vollkommenheit; Du bist's und keiner bricht, mehr. Du, Gott, bist Gott von Ewigkeit; Jch bin von gestern her! 2. O rühmt euch eurer Stärke nicht, Die jekt cuch trozig macht! Wißt, daß es euch an Muth geSinkt ihr in Todesnacht! 3. D rühmt euch eures Reichthums nicht, Deß ihr euch heute 4. Hochheilig bist du, daß vor freut! Wißt, daß er euch nicht dir Der Seraph sich bedeckt. Gott, Zuversicht In Todesnoth verleiht! du bist gut, und ach, an mir Ist 4. Sucht darin euern wahren Herz und Thun beflect! d Ruhm, Daß ihr Gott wist und 5. Bei dir ist Weisheit und kennt, Daß ihr, sein Volk und Verstand, Du Vater alles Lichts! Eigenthum, Jhn gläubig Vater Was noch nicht ist, ist dir bekannt: nennt. hist one of niet Durch mich selbst weiß ich nichts. 5. Dies ist es, was dem Herrn 6. Gott, auf dein Wort ent- gefällt. Bedente dies, o Chrift! Durch dich ent- Er, er regiert in aller Welt; Du bist's, der sie Wohl dem, deß Ruhm er ist!( 72) 17. Glo stand die Welt; stand auch ich: orig 1358 Heilighaltung des göttlichen Namens und besonders des Eides. 9 thá Mel. Gott, du frommer 2c. felbft Der Geister Heer erkennet, Daß nie durch Unbedacht Ich 551. Bewahre meinen strafbar ihn entweih', Daß nie Mund, So oft er, Gott, dich mir Scherz und Spott Dein di pon nennet, Dich, den mit Ehrfurcht großer Name sei! Heilighaltung des göttlichen Namens.- Der Eid. 327 2. Stets heilig bleib' er mir; noch vor ihm steh'n, Dann laß Und muß mein Ohr es hören, mein Herz erschrecken! Weh dem, Daß Andre dich, o Herr, Und der Gott und Gottes Macht zum dein Gebot entehren, So reiße Siegel seiner Bosheit macht, Sie nie der Strom Der Spötter mich vor der Welt zu decken! Herz, dahin! Die Schuld wird mein, schau' den Gott mit Bittern an, wenn ich Ihr Mitgenoffe bin. Der Leib und Seel' verderben i 3. Auch sei der Name deß, kann! Durch den ich, Gott, dich tenne, 4. O Seele, wenn du dich noch Mir heilig, daß ich ihn ehrerbietig nenne. Stets liebst, Denk', Die kennen Pfande gibst: was du da zum Dein Heil, dein Jesum nicht, Die nicht sich seiner ewig Leben! Verlier' nicht mit freu'n, und seinen Namen frech Verwegenheit Dein Theil an IN MRE Durch Lästerung entweih'n. Gott und Seligkeit: Wer kann dir's wiedergeben? Gott und sein Evangelium, Wie kostbar ist dies Eigenthum! 4. Von meinen Lippen fern Sei Fluch, sei freches Schwören; Fern sei schon loser Scherz! Nur dir, o Gott, zu Ehren Gereiche 5. Gott, wenn du nicht mein jedes Wort; Dich preise Herz Gott mehr bist, Dein Sohn nicht und Mund, Und deines Namens mehr mein Heiland ist, Dein HimRuhm Thu' meine Lippe tund! mel nicht mein Erbe; Wenn mich ( 136) beim Leiden dieser Zeit Kein Trost Mel. Ewigkeit, du Donnerwort 2. vom Himmel mehr erfreut, Kein zc. Trost mehr, wenn ich sterbe; Iſt 552, Gott, der du Herzenskenner bist, Dem Falschheit stets Gott und Jesus nicht mehr mein, Dann besser, nie geboren sein! ein Gräuel ist, Und Lügen ein 6. Frech ist die Zunge, die noch Verbrechen! Kein Wort spricht je spricht: Gott siehet's nicht, Gott ein falscher Mund, Allwissender, achtet's nicht!" So lästern Spötdie ist es fund! Du, Heil'ger, terrotten. Herr, deine Langmuth wirst es rächen! Laß jederzeit ist bekannt; Du lähmest nicht die mein Ja und Nein, Wie's Christen falsche Hand; Doch du läßt dich ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh', Dir feierlich in's nicht spotten. Zum Richten haft du lang noch Zeit, 3um Strafen noch die Ewigkeit. Antlitz seh', Die Hand zum Him- 7. Nein, Ehre nicht, nicht Gut mel hebe; Wenn ich dich selbst und Geld, Kein Fürstenthum und um Zeugen ruf, Zum Rächer keine Welt Soll mich so weit verdich, der mich erschuf, Durch den führen! Um alle Leiden dieser ich bin und lebe: Dann sei von Zeit Will ich doch Gott und SeligTrug und Heuchelei Mein Herz feit Muthwillig nicht verlieren! und meine Zunge frei! Wie klein mein Glück auch immer 3. Wenn Frevler da auch Gott sei! Nur reines Herz und Gott noch schmäh'n, Mit Bügen frech dabei! 328 Pflichten gegen Gott. 8. Gott, lehre mich bei jedem 9. Der du mein Trost im Tod Aus Furcht vor deiner noch bist, Gott, deffen Wort Heiligkeit, Die Wahrheit pünft- wahrhaftig ist, Du hast auch nir lich sprechen! Beschwör' ich heilig geschworen! So wahr du Gott Amt und Pflicht, So laß mich bist, sagst du's zu; Ich hör's mit auch im Kleinsten nicht Die theure voller Seelenruh: Ich soll nicht 3usag' brechen. Auch dir, Gott, sein verloren. O Seele, half schwur ich treu zu sein, Erhalt' Gott deinen Eid! Dann freu' dich mich ewig, ewig dein! seiner Gütigkeit! ( 15) Eid, dist Ho Dan Franta irigier Liebe zu Gott und Freude in ihm. di 2 Mel. Alle Menschen müssen 2c. Ewig deiner mich zu freu'n, Und von dir geliebt zu sein sól 553. Quelle der Vollkom- 5. Sollt' ich dich nicht wieder menheiten, Gott, mein Gott, wie lieben, Der du mich zuerst geliebt, lieb' ich dich! Und mit welchen Der mit mehr als Vatertrieben, Seligkeiten Sättigt deine Liebe So unendlich mich geliebt? Könnt mich! Seel und Leib mag mir ich ruhig hier auf Erden Ohne verschmachten; wa Hab' ich dich, deine Liebe werden, und dereinst, werd' ich's nicht achten. Mir nach dieser Zeit, Würdig sein der wird deine Lieb' allein Mehr, als Seligkeit? Erd' und Himmel sein. 6. Heil mir, daß sich es 2. Dent' ich deiner; wie er empfinde, Wie so liebenswerth bebet Meine Seele sich in mir! du bist; Daß mein Herz vom Wie getröstet, wie belebet Fühl Haß der Sünde Jnniglich durchich mich, o Gott, von dir! Jeder drungen ist: Daß auf dein Gebot Blick auf deine Werke, Deine ich achte, Und es zu erfüllen Güte, deine Stärke, Wie entledigt trachte! Heil mir, du verwirfst er mein Herz Von Bekümmerniß mich nicht, Herr, von deinem Anund Schmerz! bildt gesicht! stil o mo Gi 3. Floß aus deiner Gottesfülle mir nicht täglich Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille; Daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erfennt, Und dich ihren Vater nennt. 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen: Meine Seele weiß es wohl. Dort im Vaterland der Frommen Lieb' ich dich, Herr, wie ich soll! Ganz werd' ich dort deinen Willen Kennen, ehren und erfüllen. Gib mir dann vor deinem Thron Der vollkommnen Liebe 4. Du erlös'test vom Verder- Lohn! ( 126) ben Mich durch deinen Sohn, o Mel. Alles ist an Gottes Segen 2. Gott, Ließest den Gerechten sterben; Mir zum Leben ward sein 554. Vater, den mein Herz Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, verehret, Dem mein Leben ange Hast du mir durch ihn gegeben; höret! Heilig sei mir dein Gebot, Liebe zu Gott und Freude in ihm. Ueber Alles dich zu lieben, Deinen Mel. Wachet auf, ruft 2c. Willen gern zu üben, Und dir treu zu sein, o Gott! 329 555. Dich, Allgütiger, zu 2. Ohne dich ist doch kein lieben, Wie fühlt sich nicht mein Friede, Und die Seele strebt sich Herz getrieben, Wenn es an deine müde Nach dem Blendwerk dieser Liebe denkt! Jedes Glück, das wir Zeit. Du nur fannst den Durst genießen, Soll uns're Wallfahrt ihr stillen, Du nur ihren Wunsch uns versüßen, Und wird uns, erfüllen, Gott, in Zeit und Herr, von dir geschenkt! Doch Ewigkeit. wird weit größ'res Heil Uns 3. Gib, daß eitles Glück der fünftig noch zu Theil, Dort im Erde Nie für mich Verführung Himmel. Da leben wir, O Herr, werde; Deine Huld sei mehr mir bei dir In voller Wonne für werth! Sie ist nur das Glück der und für! Seelen, Und sie wird mir nie2. Deiner Huld uns zu ermals fehlen, Wenn mein Herz freuen, Und unser Leben dir zu dich findlich ehrt. pilton weihen, Sei uns're angenehmste Pflicht. Segen Wie belohnest du mit Die Frommen, die auf 4. Frieden werd' ich im Gewissen, Hier den Himmel schon genießen, Lieb' ich herzlich dich deinen Wegen Einhergeh'n in allein. Such' ich, Vater, mehr, der Wahrheit Licht! Wie schmückt als Allen, Such' ich dir nur zu die Krone sie Für ihres Kampfes gefallen, So sind deine Freuden Müh', Deine Streiter, Wenn mein.is N nach der Zeit, In Ewigkeit, Der Lohn der Treue sie erfreut! 5. Kann ich, wenn mich Andre bassen, Mich auf dich nur, Gott, 3. Laß mit eifrigem Bestreben verlassen, Und verdammt mein Uns deiner Liebe würdig leben, Herz mich nicht; O, so bin ich Und dir, Herr, thätig dankbar voller Freude, Und verlier' auch, sein! Hilf uns alle Erdenfreuden, wenn ich leide, Nie den Muth zu Die sündlich sind, mit Ernst vermeiner Pflicht! oit meiden, Und was dein Wort ver6. Laß den Reiz der Eitelkeiten bietet, scheu'n. Nie werde Ehr' Nie zur Weltlust mich verleiten; und Ruhm, Nie zeitlich EigenBleibe du mein höchstes Gut! thum Unser Höchstes! Nur dir Hilf mir den Betrug der Sünden allein Uns ganz zu weih'n, Das Seh'n und standhaft überwin- soll uns Ruhm und Reichthum den; Gib du selbst mir Kraft und sein! Muth! leben! 4. Laß uns auch in Leidens7. Lenke, Vater, mein Bestre- tagen, Was du uns auflegst, gern ben Hin zum höhern Freuden- ertragen, Und Ungeduld und UnLehre mich schon in der muth scheu'n. Hilf, wenn Freunde Zeit Mich am Ewigen ergößen, uns verlassen, und wenn uns Und den Werth der Dinge schäßen, Widersacher hassen, Aus Liebe, Wie einst in der Ewigkeit.( 105) Gott, zu dir verzeih'n! Ist gleich 330 Pflichten gegen Gott. das Opfer schwer, Das du ver- Meine Leiden fühl' ich nicht, Wie langst, o Herr; Doch die Liebe, sie mich auch drücken. Hoffnung Wie schwer's auch däucht, Macht und Zufriedenheit Wohnen mit Alles leicht, Weil deine Hand die im Herzen, Trösten und erhöh'n Kräfte reicht. tungt mich weit Ueber alle Schmerzen. 15. Ja, wenn Liebe nur mich 5. Du bist mein!" so rühm' leitet, So wird mir Seligkeit be- ich dann: Wer ist, der mit reitet, Die alles Weltglück über- schade?" Heil mir, daß ich's rüh wiegt. Reine Liebe hebt mich men fann: 6 Mein ist Gottes höher, Und dir, o Vater, immer Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt näher. Sie bleibet, wenn mein werth: Du gabst mir mein Leben, Staub verfliegt. Sie stärkt den Wirst d auch, was mein Leben Glaubenssinn; Sie führt zur nährt Und erfreut, mir geben. Hoffnung hin Und zum Throne. 6. Jesus ist nach deinem Rath Da geh' ich dann Auf ihrer Bahn; In die Welt gekommen; Alle Da jauchzet, wer dich lieben kann! meine Missethat Hat er wegge to 18# 1907( 62) nommen. Ihm trau' ich, ihn bet Mel. Schwing dich auf zu deinem zc. ich an, Glaub' an seine Leiden; the old Und die Macht der Sünde kann 556. Deines Gottes freue mich nicht von ihm scheiden. dich, Dank ihm, meine Seele! 7. Dich, du Trost der Sterb Sorget er nicht väterlich, Daß lichkeit, Heil des bessern Lekein Gut dir fehle? Schützt dich bens, Himmlische Vollkommenheit, seine Vorsicht nicht, Wenn Gefah- Such' ich nicht vergebens! Wenn ren dräuen? Sit's nicht Wonne, mein Bauf vollendet ist, Und ist's nicht Pflicht, Seiner dich zu vollbracht mein Leiden, Ruft mein freuen? ndio mnie Heiland, Jesus Christ, Mich zu 2. Ja, mein Gott, ich hab' an seinen Freuden. dir, Was mein Herz begehret; 8. Meine Freud' in dir, mein Einen Vater, welcher mir, Was Gott, Wird dann ewig währen. mir nüßt, gewähret; Der mich noch so furchtbar sei der Tod; Er durch sein göttlich Wort Hier kann sie nicht stören. Willig werd' zum Himmel lenfet, s Und des ich mein Gebein Der Verwesung Himmels Wonne dort n meiner geben: Herr, dein Tag bricht bald Seele schenket. 2 herein, Mit ihm neues Leben! 3. Wenn ich ernstlich dein Ge- 9. Gib mir nur, so lang ich bot Und mit Freuden übe; Wenn hier In der Fremde walle, Das ich findlich dich, mein Gott, Fürcht' Bewußtsein, daß ich dir Als dein und ehr' und liebe: O wie ist mir Kind gefalle! Diese sanfte Freu dann so wohl! Wie ist mein Ge- digkeit, Die zu dir ich habe, Sei müthe Seliger Empfindung voll, mein Heil in dieser Zeit, Und mein Voll von deiner Güte! orfod Trost am Grabe! mode tibil " 1 4. Dann darf ich mit Zuver= 10. Laß die Lust der Sünde nie sicht Nach dem Himmel blicken. Dieses Heil mir rauben. Nüfte Gehorsam, brig 331 selbst mich wider sie Durch Gebet regiere, Daß ich mein Vertrau'n und Glauben Gib mir deinen auf dich Geist, der mich Und mein Thunnit ' dodrs, der stor grad atsid duoc mel. Sollt ich Gehorsam gegen Gott. Ewig nicht verliere. band thus sund li522 ich meinen st bi st laß ihn Eilend seinen Irrweg mund( bi flieh'n; Denn dein Will' allein Gott 2c. 557. Heilig, heilig ist dein ist richtig. Mach ihn seinen Daß sein Wandel id dildod Willen zu vollbringen: Mensch erkennt es nicht Heil und seine Pflicht. ( 126) Pflichten treu, idig Boli Wille; Heilig bist du, unser Gott! Du gebeutst; in tiefer Stille heilig sei. Hört die Schöpfung dein Gebot. i5. So wird auch bei uns auf Die im Himmel dir lobsingen, Erden, Wie im Himmel, dein GeSteh'n gum deinen Thron bereit, bot Dankbar ausgerichtet werFreuen sich der Seligkeit, Deinen den, Heiliger und großer Gott! Nur der Alle Werke deiner Hände Werden Für sein unterthan dir sein, Alle deinem Dienst sich weih'n Bis an deiner Schöpfung Ende; Bis die Fülle und Wonne Aller deiner Welten dieser Zeit Eingeht in die EwigHeer, Deine Veste, deine Sonne, feit. ashod omi man 2. Dir gehorcht mit Freud' ( 126) Sturm und Donner, Erd' und Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Meer. Alles dienet deinem Wilou Mabin len; Alles, was du Schöpfer, 558. Gott, deinen heiligen schufft, Eilt und drängt sich, wenn Befehlen Will ich, dein Kind, ge= du rufft, Dein Gebot, Herr, zu horsam sein; Laß mich das beste erfüllen! Nur der Mensch erkennt Theil erwählen, Und gern mich es nicht Für sein Heil und seine deinem Dienste weih'n. Dein Pflicht. Modist Will ist stets gerecht und gut; 3. Stolz empört sich seine Wohl dem, der ihn mit Freuden Seele, Großer Schöpfer, wider thut! dich; Deine göttlichen Beschle 2. Gehorsam ist die beste Gabe; Wirft er thöricht hinter sich. Du Dir weih' ich sie aus Herzenssollst ihn nicht mehr regieren; drang! Wenn ich sie dir geopfert Klüglicher nach seinem Wahn, habe In reiner Liebe, nicht au Wählt er eine beff're Bahn; Die Zwang! Dann hebt, dann füllet foll ihn zum Glücke führen: Und Himmelsluft Und Friede meine die Bahn ist fündenvoll, Die zum frohe Brust.ddl Glück ihn führen soll. motinond and 3. Dein Sohn gehorchte dir 4. Herr, laß ihn bei Zeit em- so gerne. Ach, hilf mir, daß ich pfinden, Daß er selber sich ver- immerdar Dir, Bater, fo geführt; Daß die eitle Lust der horchen lerne, Wie Jesus dir geSünden Ihm zuletzt den Tod ge- horsam war! Er war's auch unbiert! Mach' ihm deinen Willen ter Schmach und Noth; Er war wichtig; Lehr' ihn deine Bahn, es bis zum Kreuzestod. 332 Pflichten gegen Gott. 4. Laß deine heiligen Gesetze Mir immer fest im Herzen sein, höre, Und gib, daß ich sie nie verlege, bereit, Und findlich fürchte, was sie sie ehre, dräu'n. Dein Joch ist sanft, leicht gebeut. ist die Last, Die du mir aufgeleget haft. 6. Sobald ich deine Stimme So mache du mich schnell Daß ich durch Folgsamkeit Und thue, was sie mir Ich soll ein Hörer nicht allein, Ich soll und will auch Thäter sein. 5. Beut diese Welt auch tau- 7. Wenn ich mich im Gehorsend Freuden Unreiner Sinnen- sam übe, So weiß ich, Vater, daß luft mir an; So laß mich, Herr ich dich Aus allen meinen Kräften fie flieh'n und meiden: Was liebe; Und du, mein Vater, liebest ist's, das sie mir geben kann? mich; Lohnst den Gehorsam in Im Anfang Lust, am Ende der Zeit Mit Freuden einer Schmerz Und ein von Reu' zer- Ewigkeit! ( 24) riff'nes Herz. thin an bollist soldur.com Studi GR Dankbarkeit gegen Gott und Lob Gottes. Gigne Melodie. sisflärt, Im Glauben fie bekennt und ehrt. der 559. Her err Gott, dich loben 3. Du, Ehrenkönig, Jesu wir! Herr Gott, wir danken dir! Christ, Sohn, der da war und Dich Vater, Gott in Ewigkeit, der da ist! Du nahmest an, Erhebt der Erdkreis weit und Welt zu gut, Gleich Menschen breit! Der Himmel Heer, der findern Fleisch und Blut! Zerstört Engel Schaar Lobsinget, Herr, hast du den Tod mit Macht, Und dir immerdar. Die Cherubim Leben an das Licht gebracht. Zur und Seraphim Verkündigen's mit Rechten Gottes sizest du, Führst hoher Stimm': Heilig ist unser uns auch ein zu deiner Ruh. Und Gott! Heilig ist unser Gott! wenn der Bau der Erde bricht, Heilig ist unser Gott, Der Herr, Erscheinest du und hältst Gericht. Herr Zebaoth! 4. Nun bleibe unser Schuh 2. Herr, deines Namens und Rath, Du der für uns ges Ruhm erhöh'n, Die schon ver- blutet hat! Einst sei im Himmel flärt am Throne steh'n; Der unser Theil Dein großer Lohn, heiligen Apostel Zahl Und die dein ew'ges Heil! Hilf deinem Propheten allzumal, Der Lehre Volt, Herr Jesu Christ, Und Jesu Märtyrer, Sie preisen ewig segne, was erlöset ist: Leit' uns in dich, o Herr! Am Grabe noch, uns'rer Prüfungszeit, noch in der Zeit Preis't dich auch uns hoch in Ewigkeit! deine Christenheit. Dich, Vater 5. Vom Aufgang bis zum auf des Himmels Thron, Und Niedergang Erschalle dir Ein Jesum Christum, deinen Sohn, Lobgesang! Bewahre uns vor Erheb' Den heil'gen Geist, der ihn ver- aller Schuld; Vergib und trag' Dankbarkeit und Lob Gottes. 333 uns mit Geduld. gnädig, treuer Gott; Osei uns denföhne, Singet eure Jubeltöne! Sei gnädig Er, der Herr, beglückt uns gern. uns in aller Noth! Im Leben sei 2. Sollten wir dem Herrn uns Zuversicht, Und auch im Tod nicht singen, Ihm nicht Freudenverlaß uns nicht. Dir trauen wir, opfer bringen? Er erschafft und Gott, unser Herr: Verlaß, verlaß er erhält. Tief ihm Staub verehrt uns nimmermehr! Amen!( 6. 113) ihn, Kinder! Vater ist er selbst dem Sünder; Er ist Vater seiner it Vater seiner Eigne Melodie. 9 Welt. alkmanor ads him fnd 560. Nun dantet alle Gott Streut er seine reichen Gaben u mile but did 3. Ueber unsern Dank erhaben, Mit Herzen, Mund und Händen, Auf die Schöpfung nah und fern. Der große Dinge thut An uns Wenn gleich unsre Lieder schwei und allen Enden; Der mächtig gen, Seht die Millionen Zeugen! uns erhält, Und von der Kind- Laut verkünden sie den Herrn. heit an uns so viel Gutes thut, 4. Aber uns're Seelen heben Mehr, als man zählen kann! Sich zum Glück der Engel, leben 2. Er, unser Vater, woll' Schon des Himmels Leben hier. fröhlich Herz uns geben; Der Welche göttlich hohen Freuden, Herr laß uns, sein Volk, In Welche Tröstungen im Leiden, Fried und Ruhe leben! Sein Welche Ruhe fühlen wir? Segen sei bei uns! Dem ganzen Vaterland Fließ' Heil und Gnade zu Aus Gottes Vaterhand. Ein 5. Wenn der Geist zu ihm sich hebet, Der Gedanke in uns lebet: Er ist Vater seiner Welt; Still 3. Er unser treuer Gott, Woll' entzückend dem Gemüthe Dann uns von allem Bösen, Von dem, die Fülle seiner Güte Sich zum was schaden kann, Durch seine Macht erlösen! Er schüß' uns in 6. Naht euch zu ihm, seine Gefahr; Er helf' uns allezeit, Kinder! Bittert nicht, seid ihr So lang' er uns allhier Leben noch verleiht. großen Zeugen stellt. Das no fonisch gleich Sünder, Sünder ihr; die Sieb' ist er! Denft den göttlichen Gedanken, Fühlt die Wonne, ihm zu danken; Groß und gnädig ist der Herr. Dein 4. Gott Vater, Sohn und Geist, Ehr' sei dir in der Höhe! Dein Name sei gepreist, guter Will geschehe! Und steh'n wir einst verklärt Bei dir im Heiligthum, Dann sei dein Name noch Auf ewig unser Ruhm!( 154) Mel. Fröhlich, fröhlich, immer zc. 561. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 562. tönnt' ich dich, mein Wie du des Könnt' ich Gott, recht preisen, Preises würdig bist! dir ganz den Dank beweisen, Den dies mein Herz dir schuldig ist; Dies Herz, das deiner Gütigkeit Jubelchöre, Ihr Beseligten des Sich täglich mit Entzücken freut! Herrn! Bringet Ruhm, ihr Er-! 2. Wer überströmet mich mit 334 Pflichten gegen Gott. Segen? Wer theilt mir mit, was 18. Hier kann ich schwaches mir gebricht? Wer schüßet mich Lob nur geben; Nimm es, mein auf meinen Wegen? Wer schenft Gott, in Gnaden an, Bis ich in dem Geiste Trost und Licht? Wer einem bessern Leben Dich wür gibt zu meinem Thun Gedeih'n? diger erheben kann. Da steiget in Allgütiger, du bist's allein! nenda der Engel Chor Mein Lobgefang ( 120. 188) 3. 3u zählen sind sie nicht, zu dir empor! mein Vater, Die Werte deiner Mel. Die Tugend wird burch's Kreuz Segenshand. Du warst schon moprind sid mid meines Wohls Berather, Eh 563. Du, der du auf dem mein Bedürfniß ich empfand. ew'gen Throne moDas Schidjal Selbst eh ich war, da maßest du aller Wesen wägst, Auf deinen Mir schon mein Schicksal lieb- Haupt die Strahlenkrone Von reich zu. digier si ungezählten Welten trägst, Ume 4. Du stärfst mir das geschenkte strahlt bon Schaaren selger Leben, und läsfest nie mich freu- Geister, Umglänzt vom siebendenleer; Zum höhern Glück mich fachen Licht: O aller Wesen Gott zu erheben, Schickst du auch und Meister, Verschmäh' des manche Trübsal her; Doch steh'st Staubes Lallen nicht. in du auch mit Kraft mir bei, Daß 12. Unendlich, unermeſs'ne ich nicht zag' und muthlos sei. Liebe, Du, aller Wesen Seligkeit, 5. So oft hat dies in meinen Sieh' her, wie sich mit heißem Tagen Zu Freudenthränen mich Triebe Dir meine fünd'ge Seele gerührt, Wie du mich unter weiht! Ich bin ein Nichts, manchen Plagen Zwar wunder Geschöpf von Staube, Und du, bar, doch gut geführt. Bei jeder mein Gott, beseligst mich! Dich drohenden Gefahr Fand ich stets sucht die Sehnsucht, ahnt der deine Tröstung wahr. im Glaube; Das Herz voll Liebe 6. Wie sollt' ich denn nicht findet dich. voller Freuden Beständig deinen 3. Du wogst mir auf der Ruhm erhöh'n? Wie sollt' ich, goldnen Wage Der Weisheit auch im tiefsten Leiden, Nicht meine Leiden zu, Bestimmtest frohvertrauend auf dich seh'n? meine Freudentage: Wo ist ein Du leitest mich nach deinem solcher Gott, wie du? Du führ Rath, Der nur mein Heil be- test mich mit Vatergüte Durch schlossen hat. wist ging Plegusi meiner Kindheit Blumenflur: 7. Durch Thaten will ich Du schirmtest meine Jugend Dank dir bringen, So lange fich blüthe; Zum Himmel zeigteft du mein Herz bewegt; Von deiner die Spur. 100 Güte will ich singen, So lange 4. Führst du mich auch auf sich die Zunge regt; Und wird Thränenpfade, Durch manche mein Mund einst sprachlos sein, Wüsten hin und her; Doch strahlt So stimm' ich auch noch seufzend auch dort mir Huld und Gnade, Und meine Bürde drückt nicht ein. Dankbarkeit und Lob Gottes. 335 mehr. Mein Führer nimmt mit wer? Wer kann aus der Engel starten Armen Die Last von Heer Seiner Gnade Tiefen meiner Schulter ab; on Mit Liebe, finden? Alles währet seine Zeit; Treue, mit Erbarmen Führtser Gottes Lieb' in Ewigkeit. mich bis zu meinem Grab. rapid 84. Mich zu lehren, mich zu 5. Und dann kommt mir der führen, Gibt der Herr mir seinen große Morgen! An's fel'ge Ziel Geist, Mich zu warnen, zu regiebin ich gelangt! Dann schwinden ren, Wenn die Welt mich an sich hin die bangen Sorgen; Dann reiß't. Seines Wortes lichte hab ich Pilger ausgebangt. Doch Klarheit Zeiget mir die rechte hier schon strömstrodu deinen Bahn, Frieden Und hohen Muth in's 3u dem Ziel der ew'gen Wahrheit. müde Herz! Drum leite meinen Alles währet seine Zeit; Gottes Gang hienieden und meine Lieb' in Ewigkeit. Seele himmelwärts. Und ich eile froh hinan ( 35) 5. Meinem bessern Theil, der Seele, hi Gibt er seines Lebens Ruh'. Wenn ich fromm das Gute wähle, Strömet mir sein Friede Gott nicht singen? Sollt' ich ihm zu. Auch dem Leib, in dem ich nicht dankbar sein? Denn ich seh' walle, Wird von seiner Vaterin allen Dingen, Wie er will mein Vater sein, st's doch nichts, di Gigne Melodie. her 564. Sont ich meinem hand Alles reichlich zugewandt, Daß er nicht in Staub zerfalle. als lauter Lieben, Was sein Va- Alles währet feine Zeit; Gottes terherz bewegt, Das uns mit Lieb' in Ewigkeit. Erbarmen mo Gottes trägt, Wenn wir 6. Himmel, Erd' und ihre feinen Willen üben! Alles währet Heere Sind zu meinem Dienste seine Zeit; Gottes Lieb' in da; Wohin ich mein Auge kehre, Ewigkeit. in danist mir Gottes Segen nah. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Thiere, Kräuter und Getreide Uleber seine Jungen streckt; Also In den Tiefen, auf der Höh', In hat auch hin und wieder Mich des den Wäldern, in der See, Sind Höchsten Arm bedeckt. Er, der mir Nahrung, sind mir Freude. über mir schon wachte, Als ich Alles währet seine Zeit; faum zu sein begann, Sah mit Lieb' in Ewigkeit.it, Fit Baterhuld mich an, Eh' ich ath7. Wie ein Vater seinem Kinde mete und dachte. Alles währet Niemals ganz sein Herz entzeucht, feine Zeit; Gottes Lieb' in Ob es gleich, verlockt zur Sünde, Ewigkeit. adid Von dem rechten Pfade weicht; 3. Für Verirrte, für die Also sieht auch meine Schwächen Armen, Die von ihm sich abge- Mitleidsvoll wandt, hat sein göttliches Er- Will, was barmen Jesum, seinen Sohn, gesandt. Wer kann, was er that, ergründen? Auf der ganzen Erde, irrend ich gethan, Nicht gleich mit dem Schwerte rächen. Alles währet seine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. Bater an, mein Vater 336 Pflichten gegen Gott. 8. Wenn Betrübniß meine| Vaterhuld? Wie strömet Heil Seele, Schwachheit meinen Leib von ihm hernieder! Wer trägt, umgibt; O dann bet' ich und ver- wie er, mit uns Geduld? Wer hehle Dem Nichts, der mich ewig segnet selbst, wann er betrübet; liebt! Wärst du nicht mein Gott Wer hilft in Nöthen, wer erfreut, gewesen, Hätte mich dein Ange- Wie er erfreut? Gott, wer sicht Nicht erquickt; so wär' ich liebet, Wie du, in alle Ewigkeit! nicht Von so vieler Qual genesen.3. Dir dankt den Odem, was Alles währet seine Zeit, Gottes da lebet, Die Zunge, wer dein Lob Lieb' in Ewigkeit. besingt. Dein ist das Herz, das 9. Schwer, so lang ich leb' am froh dir bebet, Der Geist, der auf Grabe, Oder leichter sei mein zu dir sich schwingt; Dein jeder Theil; Du, dem ich geglaubet Sinn und alle Glieder, Dein habe, Du gibst einst mir ew'ges unser Wesen, unser Sein! Der Heil. Die, so hier mit Thränen Inhalt aller Jubellieder Isft: säen, ernten dort mit Freuden Alles, Alles, Gott, ist dein! ein; Nach des Lebens kurzer Pein 4. Wir fallen nieder, Herr, Werd' ich selig dich erhöhen. Alles und danken, Und fühlen unser währet seine Zeit, Gottes Lieb' eignes Nichts! Wenn Hügel in Ewigkeit. weichen, Berge wanken; Du 10. Weil denn ohne Zahl und bleibst der ew'ge Quell des Lichts, Ende, Vater, deine Gnaden sind, mit jeder Morgensonne SchimSo erheb' ich Herz und Hände mer Strömt uns dein Licht, dein Auf zu dir: ich bin dein Kind! Segen zu. O fühlten wir es Dir will ich mich ganz ergeben, tiefer immer: Du bist die Liebe, Deinem Dienst allein mich weih'n, Vater, du!" idud nagdud Stets mich deiner Liebe freu'n, 5. Du fandtest uns in hoher Und zu deiner Ehre leben, Bis ich Klarheit Den Welterlöser, deinen dich nach dieser Zeit Lieb' und lob' Sohn, Und mit ihm Gnade, Heil in Ewigkeit. und Wahrheit Herab von deinem ew'gen Thron. Um uns zum Hima mel zu erheben, Wallt segnend er im Erdenthal! Er schafft Ver " 1 ( 56) Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 565. Hinauf, hinauf, in jene wesung um in Leben, In HimHöhen Erhebe dich, mein Lobge- melswonne Todesqual. sang! Der Vater hört der Kinder 6. Dir, Urquell aller SeligFlehen, Hört wohlgefällig ihren feiten, Ach, wie dir würdig dan Dant. Empor, ihr Herzen! Unser fen, wie? Selbst in den fernsten Erreicht dich unser Lallen Es steige freudig him- Ewigkeiten melan! Ihm, dem der Engel Lie- Loblied nie. Die wärmsten, reinder schallen, Darf auch der Men- sten Herzen danken Dir viel zu schen Lob sich nah'n. falt und viel zu matt, Dir, dessen 2. Wer gibt uns Zungen, wer Liebe feine Schranken, Kein Maß uns Lieder, 3u preisen seine und keine Namen hat. ( 104) - 337 Mel. Nun danfet alle Gott 2c. ist mein! Ich bin im Leben jetzt, Und einft im Tode sein. 566. Ich will dem Schöpfer 7. Schreckt das Gewissen mich Lob, Lob dem Erlöser singen; Mit Angst der Jugendsünden: Mein danferfülltes Herz Soll in Denk' ich: wo werd' ich Ruh, Wo die Höh' sich schwingen. wie ein Wand'rer, still, Und übersich die Bahn; Dent', Seele, was Gott thut, Und was er hat gethan! Steh', Troft im Tode finden? So gibt mein Glaube mir Von Neuem Zuversicht: Gott, der so gern verzeiht, Verstößt mich Armen nicht. 2. Du haft mich wunderbar Geschaffen und bereitet; Herr, durch die Lebenszeit Hast du mich treu geleitet! Wenn sich ein Sturm erhob, Bedrohtest du das Meer; Dann legte sich die Angst, Und still ward's um mich her. 8. Bald ist des Lebens Bahn, Die kurze Bahn zu Ende. Du, Gott, dem ich gelebt, Nimm mich in deine Hände! Komm, frohe Ewigkeit! Voll Hoffnung wart' ich dein, Und stimm' in's höh're Lied Der Himmelsbürger ein!( 85) Mel. Nun danket all' und bringet 2c. Dantbarkeit und Lob Gottes. 3. Oft, wann ich unruhvoll An ferne Tage dachte, Und manche 567. Du bist's, dem Ehr trübe Nacht Durchweinte und durchwachte; Dann war's nur und Ruhm gebührt, eitler Wahn, Was meinen Geist Herr, bring' ich dir! Mein SchickUnd das, geplagt. nicht sal hast du stets regiert; Gott, mein Glück Hat mir der Herr stets warst du mit mir. Mein Unglück, verjagt. 2. Wenn Angst und Noth sich 4. Lob sei dir für mein Glück, mir genaht, So hörte Gott mein Lob auch für trübe Stunden! Fleh'n, Ließ mich, aus väterlicher Wer niemals Kreuz gekannt, Hat Gnad' Nicht in der Angst vergeh'n. nie sein Glück empfunden. Es 3. Wenn ich in Schmerz und war die Bitterfeit Des jeg'gen Krankheit sank, Und rief:„ Herr, Augenblicks Gar oft mein Glück rette mich!" So half mir Gott. schon selbst, Oft Quelle meines Mit welchem Dant, Mein Gott, Glücks. erheb' ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes 5. Es lehret mich dein Wort Dich, wie du bist, erkennen, Dich Haß, So flagt' ich dir den nicht bloß meinen Herrn, Nein, Schmerz; Du halfft mir, daß ich dich auch Bater nennen. Ich sehe ihn vergaß, Und gabst Geduld mein Geschick Als Himmelsbürger ein, Und weiß, ich sei nicht hier, Um ewig hier zu sein. in's Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor; Und mich verschuldet sah; 6. Also hat Gott die Welt, Rief ich zu dir, mein Gott, empor, Und mich mit ihr geliebet, Daß Und Gnade war mir nah! er mir seinen Sohn, Und mit ihm 6. Oft war um Trost der Seele Alles gibet. Sein Kreuz bringt bang; Schwach war die ZuverSegen mir, Sein ganz Verdienst| sicht. Ich rief voll Sehnsucht: 22 338 Pflichten gegen Gott. Herr, wie lang!" Und Gott ver- Dank! Dir, Herrscher, brausen ließ mich nicht. 7. Er half! Und stets noch hilft der Herr; Denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, Und gibt zur Tugend Muth. Wind und Meere; Ihr Brausen ist dein Lobgesang! Die ganze Schöpfung ruft dir zu: Wo ist ein solcher Gott, wie du? 8. Herr, für die Leiden dank' vergleichen; ich dir, Dadurch du mich geübt, Und für die Freuden, welche mir Dein milder Segen gibt! 9. Dir dank' ich, Herr, daß die bemerkt dahin; Du siehst, du Natur Mich nähret und erfreut! Ich schmeck' in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit! 3. Dir, Höchster, ist Nichts zu Denn deine Güte reicht so weit, Wolken reichen, Als über uns die Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Kein Wurm friecht un hältst, du schützest ihn. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, Der für mich Sünder starb, 4. Du hast, o Vater, mein Ges müthe Durch manche Gnadengab' erfreut; O, gib nach deiner großen Güte Noch Ein Geschenk, Und der zu deinem Gnadenthron die Dankbarkeit. Laß alles das, Den Zugang mir erwarb. was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 11. Lobt Gott in seinem Heiliggern. thum! Erheb' ihn, Volk des 5. Wer schuf den Geist und Herrn! Die Erd' ist voll von seine Kräfte, Gedächtniß, Willen seinem Ruhm; Er hilft und segnet und Verstand? Wer segnet des Berufs Geschäfte? Wer stärkt die 12. Er hilft und läßt die arbeitsame Hand? Wer schenket Traurigkeit Bald uns vorüber- mir den edeln Freund, Der's treu geh'n; Will uns nach kurzer im Kummer mit mir meint? Prüfungszeit zu ew'gem Glück erhöh'n. 6. Wer wog mir meine Lei densstunde Nach meinem Maß 13. Vergiß nicht, Seele, deinen des Glaubens zu? Wer gab mir Gott, Nicht, was er dir gethan! in betrübter Stunde Zufriedenheit Verehr' und halte sein Gebot, und Seelenruh'? Wer schütte Und bet' ihn ewig an! ( 55) mich in der Gefahr, Die unsichtbar mir nahe war? Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 7. Wer fristet meine Lebens 568. Dir, Gott, dir will ich tage; Wer schmückt und frönet fröhlich fingen, Dir, dessen Freude mich mit Heil? Mein Vater, du! Wohlthun ist! Dir will ich Dank Drum, Seele, sage: Gott, du und Ehre bringen, Dir, der so bleibst ewiglich mein Theil! gut und freundlich ist. Ja, Gott ganzem Herzen liebst du mich; du bist ganz Huld und Treu'; Von ganzem Herzen preis' ich dich. Gib, daß mein Herz ganz Freude sei. Von 8. Dir will ich fernerhin vertrauen; Denn stets hast du mir 2. Dich preisen aller Engel wohlgethan. Ich will im Glauben Heere; Dir singen alle Sel'gen auf dich schauen; Schau mich mit Dankbarkeit und Lob Gottes. 339 Baterblicken an! Dann geh' ich schenken Leben und Unsterbruhig durch die Zeit, in die Ewigkeit. Und fröhlich lichkeit. ( 108.34) 6. Gott, wie gut bist du! O Seele, Sink' in den Staub, bet' ihn verstummend an! Fleuß, Freudenthräne, und erzähle, Was Mel. Dir, dir Jehovah will ich zc. 569. Laßt unserm Vater, Gott, dein Gott dir Gutes hat laßt uns singen Aus voller Brust gethan! Ihm ähnlich werden, sei ein dankbar frohes Lied! Erwache, dein bester Dant, Dein Leben ihm Geist, dich aufzuschwingen, 3u ein steter Lobgesang! Gott empor, der auf uns nieder( 136) Eigne Melodie. fieht, Uns hört von seiner Höh', und reine Zust, Wenn wir ihm 570. Nun danfet all und danken, gießt in uns're Brust! bringet Ehr', Ihr Menschen in der Welt, Dem Gott, vor dem der Engel Heer Anbetend nieder2. Laßt uns ihm singen; was wir haben, Sind schwache Lieder und ein dankbar Herz Für alle, fällt. alle seine Gaben, Für seine Va2. Besingt mit frohem Jubeltertreu' bei Glück und Schmerz, schall Gott, unser höchstes Gut, Für alle Freuden, alle Gnad' und Der seine Wunder überall Und Huld, Für seine Treu' und große Dinge thut! schonende Geduld. 3. Er ist ganz Liebe, ganz Erbarmen! Eh' wir noch waren, hat uns Gott geliebt. Mit immer off'nen Vaterarmen 3. Der uns von unsrer Kindheit an So väterlich erhält, Und wo kein Mensch uns helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt. Nimmt er 4. Der, wenn wir Sünder ihn uns auf, auch wenn wir ihn betrübt, Doch gnädig uns'rer betrübt; Ruft uns zurück von der denkt, Die Straf erläßt, die verkehrten Bahn, Beut uns die Schuld vergibt, Und uns nur Hand und führt uns himmelan. Gutes schenkt. 4. Seitdem wir auf der Erde 5. Er gebe uns ein fröhlich wallen, Hat er uns mit Barm- Herz, Erquicke Geist und Sinn, herzigkeit geführt. Uns segnen und bei des Lebens Sorg' und war sein Uns Schmerz Helf' er uns fernerhin! retten, wo wir uns von ihm ver- 6. Er lasse seinen Frieden int; Uns trösten, wo wir weinten, ruh'n Auf unserm Vaterland; unbewußt Uns Freude schaffen, Er gebe Glück zu unserm Thun, das war seine Lust. Und Heil in jedem Stand! Wohlgefallen; 5. Das wird sie sein; mit Va7. Er lasse seine Lieb' und terhänden Wird er uns leiten bis Gür' Noch ferner mit uns geh'n; an unser Grab; Uns vollbereiten Was er, als Vater, auserfieht, und vollenden, Im Todesthal uns Soll uns zum Heil gescheh'n! Stüße sein und Stab; Und lebten 8. So lange dieses Leben wir ihm uns're Pilgerzeit, Uns währt, Sei er stets unser Heil; 22* 340 Pflichten gegen Gott. Und scheiden wir einst von der Was der Allmächtige fann, Der Erd', Dann bleib' er unser dir mit Gnade begegnet! Theil! 7. Lobe den Herren, der, wenn 9. Er drücke, wenn das Herz wir als Christen einst sterben, nun bricht, Die Augen sanft uns Uns auch im Tode nicht lässet zu, Und zeig' uns dann sein An- vergeh'n noch verderben; Der gesicht Dort in der ew'gen Ruh'! auch im Tod Liebet und segnet als Gott, Der uns den Himmel läßt erben! ( 56) Mel. Lobet den Herrn, den 2c. 571. Lobe den Herrn, den allmächtigen König der Ehre! Stimme frohlockend mit ein in die himmlischen Chöre! Seele, dein Dant Schalle mit Jubelgesang Deinem Erbarmer zur Ehre! 2. Lobe den Höchsten, der Alles 572. Rühmt den Herrn, Mel. Gott des Himmels und der 2. so herrlich regieret, Der uns von Kind auf mit Weisheit und Va- ihr frommen Seelen! Singet: Säumt terhuld führet; Der uns erhält In der gefahrvollen Welt, Daß man sein Vaterherz spüret! 8. Lobe, was in mir ist, Gottes, des Heiligsten, Namen! Alles, was Odem hat, lobe ihn ewiglich! Amen! Er ist dein Licht; Seele vergiß sein ja nicht! Lob' ihn in Ewigkeit; Amen! ( 128) unser Gott ist gut!" nicht, dankbar zu erzählen, Was der Herr uns Gutes thut! Jett 3. Lobe den Treuen, der deiner, und in der Ewigkeit Sei ihm uno Seele, Segen dir schenket, Geistlichen ser Lob geweiht! gedenfet, himmlischen in Gütern 2. Völker, lobt den Herrn der Der das Gemüth Erden, Dessen Macht und Huld Heiligt und himmelwärts zieht, ihr seht! Hoch soll er gepriesen Trost in das trauernde senket! werden, Weiter, als die Sonne 4. Lobe den Vater, der große geht! Erd' und Himmel bring' Barmherzigkeit übet; Der, wenn ihm Ruhm! Alles ist sein Eigenwir Kinder ihn häufig mit Sünden thum. betrübet, Doch mit Geduld, Gött- 3. Wer ist, wie der Herr er lich verschonend, voll Huld Träget höhet, Dessen Thron der Himmel und Sünden vergibet! ist; Der doch kein Geschöpf ver5. Lobe den Milden, der Nah- schmähet, Keinen Wurm im rung dem Leibe bescheeret, Kraft Staub vergißt; Dessen Hand in und Gesundheit und Freuden und seiner Welt Engel, Mensch und Rettung gewähret! In wie viel Wurm erhält? Noth Hat nicht der gnädige Gott Leiden in Freuden verkehret! 4. Er erlöset, voll Erbarmen, Den Bedrängten aus der Noth; 6. Lobe den Helfer, der sicht- Er hebt aus dem Staub den Arbar dein Wirken gejegnet! Ströme men; Wer regiert, wie unser der Liebe hat täglich sein Wohl Gott? Auf das Kleinste hat er thun geregnet. Dente daran, Acht, Ist auf Aller Wohl bedacht. 1 Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. Seid 5. Gott ist Helfer, wenn wir den Strahlen, Die das leiden, Schuß und Retter in Rund bemalen! Mond Gefahr. Er belohnt mit Heil und Stern, Preis't den Herrn! Freuden, Wer in Trübsal treu ihr, seine Heere, 3eugen seiner ihm war. Betet an und ruft ihm Ehre! zu: Gott, wie groß, wie gut bist du! ( 105) 341 große und 3. Und du, meine Seele, Singe fröhlich, singe Ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da Odem holet, Falle vor ihm nieEigne Melodie. 573, Wunderbarer König der, Singe Dank- und FreudenHerrscher von uns Allen! Laß dir lieder! Er ist Gott, Unser unsern Preis gefallen! Deiner Gott: Jhn soll Alles loben Hier, Gnade Ströme Läßt du auf uns und ewig droben! fließen, Ob wir dich gleich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk uns doch! Laß die Lippen fingen, Und dein Lob erflingen! 4. Hallelujah singe, Wer den Herrn erkennet, Ihn durch Christum Bater nennet! Hallelujah bringe, Wer den Heiland liebet, 2. Rühmet ihn, ihr Himmel! Ihm von Herzen sich ergibet. Zeigt uns seine Werke, Seine wohl dir! Glaube mir! EndWeisheit, seine Stärke! Holdes lich wirst du droben Ohne Sünd' Licht der Sonne, Preis' ihn mit ihn loben. ( 128) Vertrauen auf Gott, Zufriedenheit und Ergebung. Mir gnädig, eh' ich bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich: Nicht was ich mir ersehe, Sein Wille nur geschehe! Mel. Was Gott thut, das ist zc. 574. Auf Gott, und nicht auf meinen Rath, Will ich mein Glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer 4. Ist nicht ein ungestörtes Seele trauen. Er, der die Welt Glück Weit schwerer oft zu tragen, Allmächtig hält, Wird mich in Als selbst das widrigste Geschick, meinen Tagen Vater tragen. Als Gott und Bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verlassen mich am Grabe. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nützen würde; Bestimmte meine Lebenszeit, Mein 5. An dem, was ewig selig Glück und meine Bürde. Was macht, Läßt Gott es Keinem fehagt mein Herz? Ist auch ein len; Gesundheit, Reichthum, Ehr' Schmerz, Der zu des Glaubens und Pracht Sind nicht das Glück Ehre Nicht zu besiegen wäre? der Seelen. Wer Gottes Rath Vor 3. Gott kennet, was mein Herz Augen hat, Dem wird ein gut Ge= begehrt, Und hätte, was ich bitte, wissen Die Trübsal auch versüßen. 342 Pflichten gegen Gott. 6. Was ist des Lebens Herr- Vater, dir empfehle Ich jeden lichkeit? Wie bald ist sie ver- Wunsch der Seele: Du hörst, du schwunden! Was ist das Leiden hilfst, du segneft gern! dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. ( 55) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 7. Der du mir hier im Leben Schon größ'res Heil gegeben, Und deinen Sohn geschenkt; Du wirst mir Alles schenken, Und mir zum Besten lenken, Was mich zu Sorgen reizt und fränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen 575. Was sollt' ich ängst nicht so, wie sie es meinen; Nein, lich flagen, und in der Noth ver- nur nach deinem Rath! Ob ich zagen? Der Höchste sorgt für mich auch betrübe, Bleibt doch mich. Er sorgt, daß meiner Seele dein Herz voll Liebe: Das zeigt Kein wahres Wohlsein fehle: der Ausgang mit der That. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was 2. Was nügt es, heidnisch sor- du mit mir gethan; Kann ich doch gen, Und jeden neuen Morgen deß mich trösten: Du nimmst Mit neuem Kummer seh'n? Du, mich, mich Erlös'ten, Gewiß der Vater meiner Tage, Weißt, eh' einst zu Ehren an. ich dir's noch sage, Mein Leid und auch mein Wohlergeh'n. 10. Dort bei der Frommen Schaaren, Dort werd' ich es er3. Auf deine Hand zu schauen, fahren, Wie gut du mich geführt. Dir findlich zu vertrauen, Das, Da sing' ich dir mit Freuden, Herr, ist meine Pflicht! Ich will Nach überstandnem Leiden, Den fie treulich üben, und dich, mein Dank, der deiner Huld gebührt. Vater, lieben; Denn du verläßt die Deinen nicht! ( 195) 4. Der du die Blumen kleideft, 576. V. Von Gott will ich Eigne Melodie. Und alle Thiere weidest, Du, Schöpfer der Natur, Weißt Alles, nicht lassen; Er läßt von mir was mir fehlet! Drum, Seele, auch nicht. Ich will im Glauben was dich quälet, Befiehl dem fassen, Was mir sein Wort verHerrn und glaube nur! spricht. Er reicht mir seine Hand; 5. Herr, alle meine Sorgen, Er weiß mich zu versorgen, Am Die Noth, die mir verborgen An Abend wie am Morgen, In jedem meinem Herzen nagt, Werf' ich Werk und Stand. auf dich, den Treuen: Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach Lieben deiner Hilfe fragt. 2. Wenn Menschenhuld und In Ungunst sich verkehrt; Dem, Ist er doch treu geblieben 6. Wenn meine Augen thränen, der ihn liebt und ehrt. Er hilft Und sich nach Hilfe sehnen; So aus aller Noth, Erlös't aus allen flag' ich's dir, dem Herrn. Dir Banden, Macht frei von Sünd' Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 343 und Schanden, Und rettet auch| Christum, meinen Retter, Dahin, vom Tod. wo mich kein Wetter, Kein Sturm 3. Auf ihn will ich vertrauen mehr treffen soll. Auch in der schwersten Zeit; Er 9. Das ist des Vaters Wille, läßt sein Heil mich schauen, Er Der uns erschaffen hat. Ihm sei es seines Sohnes Fülle Aus Empfah'n heimgestellt! Leib, Seele, Gut wir Gnad' um Gnad'; Und seinen und Leben Sei Gott, dem Herrn, Geist hat er, Auf uns'rer Bahn ergeben; Er mach's, wie's ihm gefällt! zum Leben, 3um Führer uns gegeben. Gelobet sei der Herr!( 75) Mel. Jesu, meine Freude 2c. 4. Es kann ihm Nichts gefallen, Als was uns nüßlich ist: Er meint es gut mit Allen, Und 577. Nein, ich will nicht schenkt uns Jesum Christ. Von sorgen! Weiß ich denn, ob morseinem Himmelsthron Hat reich- gen Noch das Licht mir scheint? lich er bescheeret, Was ew'ges Der so treu mich führte, Immer Heil gewähret, In seinem lieben recht regierte, Bleibt Sohn. wendet alles Leid. mit mir vereint. Geht die Bahn Nur er voran, Sei sein Weg mir auch verborgen; Warum sollt' ich sorgen? 5. Lobt ihn mit Herz und Munde Für Alles, was er schenkt. Wie selig ist die Stunde, Darin man sein gedenkt! So nütt man 2. Nein, ich will nicht flagen! recht die Zeit! Wir sollen selig Sollt' ich denn verzagen, Weil Wenn des werden In ihm schon hier auf der Trost verzieht; Erden, Noch mehr in Ewigkeit. Herzens Sehnen, Wenn die stillen 6. Mag doch die Welt ver- Thränen Nur der Vater sieht? gehen mit ihrer Lust und Pracht! Ungeduld Wird oft zur Schuld; Das Heil bleibt ewig stehen, Das Was er auflegt, hilft er tragen: Gott mir zugedacht. Vollend' ich Sollt' ich denn verzagen? meinen Lauf; Er weckt mich, wenn im Grabe, Ich ausgeruhet habe, zum neuen Leben auf. 3. Nein, ich will nicht wählen! Ach, ich möchte fehlen, Leicht getäuscht vom Schein! Schwach 7. Die Seel' ist unverloren In sind meine Sinnen, Seh'n wohl Gottes Vaterhand; Der Leib das Beginnen, Nicht den Auswird neu geboren zum bessern gang ein. Meine Wahl Ward oft Vaterland. Wie selig werd' ich zur Qual; Mag sein Plan sich sein! Mit Gott und seinen From- mir verhehlen; Gott kann niemen Soll ich mich da vollkom- mals fehlen! men, Soll ich mich ewig freu'n. 4. Wie viel tausend Sonnen, 8. Darum, ob ich hier dulde Deinem Licht entronnen, Zeigst Viel Noth und bittern Schmerz, du Bahn und Lauf! Aller Wesen Wie ich's auch wohl verschulde; Meister, Wie viel tausend Geiſter Bleibt doch getrost mein Herz. Bliden zu dir auf! Allen hat Ich schaue freudenvoll Durch Dein weiser Rath Schmerz und Pflichten gegen Gott. Kannst du ihn, den Herrn der Welten, Dir mehr, als Alles gelten. 5. Dir will ich vertrauen! 3. Sei still, wie geistlich arm Glaube führt zum Schauen; du seist, Wie sehr dich Sünde Hoffnung stärkt das Herz. 3ft beuge. Sieh, Jesus rettet dich; der Himmel trübe; Du bleibst du weißt, Wie oft er dir's bezeuge. doch die Liebe, Liebe heilt den Glaubst du an ihn, So darfst du Schmerz. Was mich drückt, Haft du geschickt. Werd' ich nur in Prüfungsstunden Treubewährt erfunden! fühn Empor zum Vater blicken, Auch wenn dich Sünden drücken. 4. Sei still! Laß finst'rer Zweifel Macht Dich nimmermehr besie6. Bin ich ganz verlassen, gen. Laß Gottes Wort in jeder Kann der Geist nicht fassen, Was Nacht Den Kummer überwiegen. der Vater will; Halt' ich auch in Trau seinem Wort Und harre Schmerzen Mit ergebnem Her- fort! Laß Zweifel dich nicht zen Ihm gehorsam still. Was er quälen; Nur Glaube stillt die thut, Ist recht und gut; Jede Seelen! Trübsal dieser Erden Soll zum Heil mir werden. 5. Sei still! Nah ist dir schon die Zeit, Daß sich dein Kummer 7. Sei mir Kampf beschieden; wende. Dein Leiden führt zur Führet doch zum Frieden Mich Herrlichkeit, In Gottes Vater: des Sieges Bahn. Der den Tod hände. Zur ew'gen Nuh' Gebezwungen, Der den Sieg er- langst auch du; Nie wird dich rungen, Kämpfte mir voran. Gott verlassen; Drum mußt du Du, o Held, Bezwangst die Glauben fassen. ( 35) Welt! Wer dir folgt, kann nicht Mel. Wer nur den lieben Gott x. erliegen; Mir auch hilfst du 579. Groß ist der Herr! siegen! ( 136) Mel. Was Gott thut, das ist 2c. Die Berge zittern Vor seiner Gottesmajestät, Wenn er in 578. Sei still, o Seele, still dunkeln Ungewittern, Der Heizu Gott! Er hilft aus Kümmer- lige, vorübergeht; Doch Liebe nissen; Er hat schon Manchen strömt aus seiner Hand In aus der Noth, Aus großer Angst finstern Wolken auf das Land. gerissen. Zuletzt verzagt, Wer 2. Vom Raum, wo sich der immer flagt; Gott fennt auch Halm entfaltet, Bis zu der letzten ohne Klagen Die Schmerzen, die Sonn' hinaus Herrscht sein dich nagen. Gesetz; als Vater waltet Er durch 2. Sei still! Bei Menschen das große Weltenhaus, Der suche nicht, Was Menschen nicht Leben gibt und Freude schafft; vermögen. Blick auf zu Gott Mit Liebe waltet er und Kraft. mit Zuversicht! Vertrau'n bringt 3. Was dich auch drückt, mein großen Segen. Nach Gottes Herz; er rettet! Vertrau'n zu Rath Geh' Gottes Pfad. Laß ihm ist deine Pflicht: Er, der dem 344 Freuden zugemessen: mein vergessen? 345 Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. Wurm ein Lager bettet, Der Gott 2. Kann ich dich genug erheverläßt den Menschen nicht! Der ben? Du, der Alles werden heißt, so viel gibt und mehr verheißt; Erhebe dankend ihn mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; Mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten Ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinen Freuden, deinem Harm Wirf seiner Huld dich in den Arm. Gabft mir mit des Leibes Leben Auch die Seele, die dich preift. Jch, ein Wunder deiner Güte, Seh' mit staunendem Gemüthe, Das sich selbst nicht fassen fann, Als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe Stellte, Herr, mich deine Hand, Wo den Schall von deinem 5. O schwinge dich empor vom Rufe Früh ich hörte, früh verStaube, Verfinstern deine Tage stand! Aus unendlichem Erbarsich! 3u ihm blick auf und bet' men 3ogst du mich mit Vaterund glaube; Versagend selbst armen In der Kindheit schon zu erhört er dich. Doch nie enthüllt dir: O, wie preif' ich dich dafür! die Ungeduld Das heil'ge Dunkel seiner Huld. 4. Täglich warest du mir nahe; Deine Weisheit lehrte mich. 6. Gott fehlet nicht! O Seele, Was ich hörte, was ich fahe, Zeigte thue, Was dir gebührt; sei mir, o Vater dich! Ja, du kamst fromm und gut! In seinem Va- mit neuem Segen Jeden Morgen terwillen ruhe; Nur Glauben mir entgegen; Was nur je mir heilsam war, Reichte deine Hand mir dar. gibt den hohen Muth, Der, wenn das Unglück uns umstürmt, rettet, tröstet, hebt und schirmt. Uns 5. Gott, wie viele frohe Tage Schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, O, so kam auch Trost mit ihr! Und wer zählt die Güter alle, Es Die mir, seid ich hier schon walle, Deine Baterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie! 6. Sollt' ich dir denn nicht Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. mit Freuden Dankbar und ergeben sein? Sollt' ich zagen, Widerfahren 580. Bester, weisester Re- wenn mir Leiden gierer Aller Welten, Preis sei dir! oder dräu'n? Nein, o Herr, dich Du, mein Beistand, du mein laß ich walten! Du wirst stets Führer, Gott, mein Gott, wie mich aufrecht halten. Sende dank' ich dir! Unter so viel Millio- Wonne, sende Schmerz; Danknen, Die dein weites Reich be- bar nimmt's von dir mein Herz. wohnen, Siehst du huldreich auch 7. Oder seligen Verbindung, auf mich, und versorgst mich Allergütigster, mit dir. Gib, o Vater, stets Empfindung Deiner väterlich. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, Wenn er den liebsten Wunsch versagt! Was hier beginnt, wird sich vollenden Dort, wo dir neues Leben tagt. ruh'n im engen Raum der Zeit Die Keime deiner Ewigkeit.( 202) 346 Pflichten gegen Gott. Vaterliebe mir! Mache du mich du nur meinen Gang regierst, immer reiner, Daß mein Herz Geh' ich auf guten Wegen. 2. Es steht in feines Menschen in dir Macht, Daß Alles, was sein ( 105) Rath bedacht, Sich auch des Fortgangs freue. Dein weiser Rath, Herr, macht's allein, Daß Menschenrath gedeihe.. auch einst noch deiner Sich in deinem Reiche freu', Und ganz selig sei. Eigne Melodie. 581. Auf meinen lieben 3. Oft denft der Mensch in Gott Trau ich in Angst und Noth; seinem Muth, Dies oder jenes Die ihn um Rettung flehten, sei ihm gut, Und ist doch weit Verließ er nie in Nöthen. Mein gefehlet. Oft sieht er auch für Unglück kann er wenden; Es steht schädlich an, Was Gott doch selbst in seinen Händen. erwählet. 2. Wenn mich die Sünd' anficht, Verzagt mein Herz doch nicht. 4. So fängt auch mancher weise Mann Ein gutes Werk zwar Auf Christum will ich fröhlich an, Und bringt's doch bauen, Und ihm allein vertrauen. nicht zu Stande. Er baut ſein Bei ihm ist Kraft und Leben; Ihm will ich mich ergeben. Schloß und festes Haus Doch nur auf losem Sande. 3. Nimmt auch der Tod mich 5. Wie mancher ist in seinem hin, Jst Sterben mein Gewinn, Sinn Schon über Berg' und Und Christus ist mein Leben; Er Klippen hin, Und eh' er sich's wird sein Reich mir geben. Ich versiehet, Liegt er danieder, und sterb' heut' oder morgen, Dafür sein Fuß Hat sich umsonst be laß ich Gott sorgen. mühet! 4. Mein Heiland, Jesu Christ, 6. Drum blick ich auf zu Der du aus Liebe bist Am Kreuz deinem Thron, Auf welchem für mich gestorben: Du hast das du, Gott, ewig schon Als WeltHeil erworben, Und schaffst aus regierer sigest. furzen Leiden Den Deinen ew'ge Freuden. Wort und höre mich, du hilfft und schützest! Vernimm mein Du, der 5. Amen aus Herzensgrund 7. Verleihe mir das helle Licht, Sprech' ich zu jeder Stund'! Du Das stets von deinem Angesicht woll'st, Herr Christ, uns leiten, n fromme Seelen dringet, Das Uns stärken, vollbereiten, Auf daß sie durch deines Geistes Kraft wir deinen Namen Ohn' Ende zur rechten Weisheit bringet. preisen; Amen! ( 211) Eigne Melodie. 582. Ich weiß, mein Gott, eignen Willen. 8. Gib Weisheit mir aus deinen Höh'n, Und laß mich nicht mit Trog besteh'n Auf meinem Sei du mein daß all' mein Thun Auf deinem Freund, mein treuer Rath, Was Willen muß beruh'n; gibst Glück und Segen. Wenn Nur du recht ist, zu erfüllen! 9. Prüf' Alles wohl, und was Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 347 ( 56) mir gut, Das gib mir ein; was vor aller Welt, So lang ich leb', Fleisch und Blut Erwählen, das erzählen. verwehre. Mein höchster Zweck, mein bestes Theil Sei deine Lieb' und Ehre! Eigne Melodie. 583. Was mein Gott will, 10. Ist's Wert von dir, so gib gescheh' allzeit! Er wählet stets mir Glück; Jst's Menschenthun, das Beste. Zu helfen ist er dem so treib's zurück, Und ändre meine bereit, Der an ihn glaubet feste. Sinnen. Was du nicht wählest, Er hilft aus Noth, Der treue pflegt von selbst In Kurzem zu Gott, Und züchtiget mit Maßen. zerrinnen. Wer ihm vertraut, Fest auf ihn baut, Den wird er nicht verlassen. 11. Tritt du zu mir und mache leicht, Was sonst mir fast unmöglich däucht, und bring' zu gutem Ende, Was du selbst angefangen haft, Durch deine starten Hände. 2. Gott ist mir Trost und Zuversicht, Ruh', Freude, Hoffnung, Leben. Drum, was er will, dem will ich nicht Unmuthig wider12. Ist auch der Anfang noch streben. Sein Wort ist wahr: Er so schwer, Und muß ich durch ein hat das Haar Auf meinem Haupt tiefes Meer Der bittern Sor- gezählet. Des Höchsten Macht, gen gehen; So treib' mich nur, Die für mich wacht, Gibt gerne, ohn' Unterlaß zu beten und zu was mir fehlet. flehen! 3. Wenn es sein Wille mir ge= 13. Wer fleißig betet und dir beut, Das Leben zu verlassen; traut, Wird Alles, wovor sonst So will ich voll Ergebenheit In ihm graut, Mit frohem Muth seinen Rath mich fassen. bezwingen. Dir, Dein erringen. In jedem Kampfe Gott, befehl' Ich meine Seel' In hilfft du ihm zuletzt den Sieg meinen letzten Stunden. Sohn, o Gott, Hat Grab und 14. Der Weg zum Guten ist Tod Für mich auch überwunden. zwar wild, Steinen angefüllt; freudig gehet, Mit Dorn' und ( 5. 213) Doch wer ihn mel. Was mein Gott will, das 2c. Kommt endlich hin durch deinen Geist, Wo Freud 584. Barmherz'ger Bater, und Wonne stehet. höchster Gott, Gedenk' an deine 15. Du bist mein Vater, ich Worte! Ruf, sprichst du, mich an dein Kind; Was ich bei mir nicht in der Noth, Und flopf' an meine hab' und find', Das hast du zur Pforte; So will ich dir Errettung Genüge. So hilf nur, daß ich hier Nach deinem Wunsch er= meinen Stand Wohl halt und weisen, Und dankbar soll Dann herrlich siege! freudenvoll Dein Herz und Mund mich preisen. 16. Nur dein sei aller Ruhm und Ehr'! Ich will dein Werk 2. Befiehl dem Höchsten rüh je mehr und mehr, Zur Freude und spat All' deine Weg' und vieler Seelen, Vor deinem Volt, Sachen; Er weiß zu geben Rath 348 Pflichten gegen Gott. und That, Kann Alles richtig nicht fehren zu derer Schaar, machen. Wirf auf ihn hin, Was Die immerdar Bei Nacht und deinen Sinn Verwirrt und dich Tage schreien? Glaubt's, Jung betrübet! Er ist dein Hirt, Der und Alt; Er wird sie bald Aus wissen wird zu schützen, was er aller Angst befreien. liebet. 8. Wenn der Gerecht' in Nöthen 3. Der fromme Vater wird weint, Will Gott die Thränen sein Kind In seine Arme fassen, stillen, Und ihn, wenn seine Zeit Und die gerecht und gläubig sind, erscheint, Mit seinem Trost er= Nicht stets in Unruh' lassen. Mit füllen. Wer fromm will sein, Kindessinn Hofft stets auf ihn! Muß in der Pein Auf rauhem Mit glaubensvollen Bitten Eilt Wege wallen; Doch steht ihm bei zu ihm her, Was euch zu schwer, Des Höchsten Treu', Und hilft In seinen Schoos zu schütten. ihm aus dem Allen. 4. Ach treuer Hort, wie tröst- 9. Ach, lieber Gott, ach, Vaterlich klingt, Was du versprichst herz, Mein Trost seit vielen Jahdem Frommen:„ Ich will, wenn ren! Wie läss'st du mich so manchen Trübsal einher dringt, Jhm selbst Schmerz Und große Noth erzu Hilfe fommen! Er liebet mich, fahren! Mein Herz verschmacht't, Drum will auch ich Ihn lieben Mein Auge wacht, Und weint sich und erhalten. Von Ewigkeit zu krank und trübe. Wann find' ich Ewigkeit Soll meine Gnade Ruh'? Und doch weißt du, Daß ich dich herzlich liebe! walten." 5. Der Herr ist allewege nah; 10. Ach, Herr, wie lange willst Sucht ihn, er läßt sich finden. Eh' du mein So ganz und gar verihr noch rufet, steht er da, Hilft gessen? Wie lange soll ich traurig fröhlich überwinden All' Angst sein? Mein Brod mit Thränen und Weh; Hebt in die Höh', Die essen? Ach, wann durchbricht schon danieder liegen; Er macht Dein Gnadenlicht Das Dunkel und schafft, Daß sie viel Kraft, meiner Seele? Wie lang ist's Und große Stärke friegen. noch, Daß unterm Joch Mein armes Herz sich quäle? 6. Fürwahr, wer meinen Namen ehrt, Spricht Christus, 11. Nach dir, o Herr, verlanget und mir trauet, Deß Bitten wird mich Im Jammer dieser Erden! von Gott erhört, Der nach dem Mein Gott, ich harr' und hoff Glauben schauet. Drum tret' auf dich; Laß mich besiegt nicht heran Weib, Kind und Mann! werden! Laß mich nur nicht Wer bittet, wird empfangen, Und Die Zuversicht Auf dich, mein wer da sucht, Der wird die Frucht Gott verlieren! Laß mich viel Mit großer Freud' erlangen." mehr zu deiner Ehr' Doch endlich triumphiren! 7. Hört doch, was jener Richter sagt: Ich muß die Wittwe 12. Nun, Herr, so denke gnähören, Weil sie mich also drängt diglich An deine Lebensworte, und plagt. Wird sich denn Gott Und führe nach der Trübsal mich 11 Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 349 In deine Freudenpforte! Hilf, Verstand, Und löblich sein ReHelfer, mir! So will ich hier Dir gieren. Die Zeit und Stund' ist Dankesopfer bringen, Und droben ihm befannt, Sein Wert hinausdir Einst für und für Ein Halle- zuführen. Er weiß, wann Freud', lujah singen! ( 56) Er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern diene; Und, was er thut, Ist Alles gut, Ob's noch so traurig schiene! Mel. Was mein Gott will, bas zc. 585. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn; Der Tod selbst 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Als jei mit einer großen ist mein Leben. Denn Gott ist Last Dein Lebensgang beschweret; mein, Und ich bin sein; Was ist nun, das mir schade? Ob er gleich schlägt, Und Kreuz auflegt, Bleibt doch sein Thun voll Gnade. Hast spät und früh Viel Angst und Müh' Auf selbsterwählten Wegen, Und siehest nicht, Nur was Gott fügt, Gereiche dir zum Segen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr; Mein Vater muß mich 7. Doch er, der dich erschaffen lieben. Schickt er gleich Trübsal hat, Und dich aus Nichts erbauet, groß und schwer, So will er mich Der hat schon längst in seinem nur üben; Will mein Gemüth In Rath All deinen Weg durchseiner Güt' Gewöhnen, fest zu schauet. Laß ihm nur zu, Daß er stehen. Halt' ich dann Stand, es thu', Was seinem Sinn geWeiß seine Hand Mich wieder zu fället; So wirst du früh Aus erhöhen. Noth und Müh In freien Raum gestellet. 3. Jst, was ich bin und habe, mein? Gab ich mir selbst das 8. Es kann bei lauter SonnenLeben? Sein Werk bin ich; er hat licht Das Feld nicht Früchte allein Mir Seel' und Leib ge- tragen. So reift auch Menschengeben. Ich gab mir nicht Des wohlfahrt nicht Bei lauter guten Geistes Licht; Er läßt es in mir Tagen. Wie bitter sei Die Arzenei, scheinen. Wer so viel thut, Deß Schafft sie doch neues Leben: So Herz und Muth Kann's nimmer muß das Herz Sich oft durch böje meinen. Schmerz Zu Gottes Geil erheben. 9. Ei nun, mein Gott, so fall' und Noth? Es ist sein gnäd'ges ich dir Getrost in deine Hände. Walten! Ich wäre längst schon Nimm du mich auf und mach's falt und todt, Hätt' er mich nicht mit mir, Wie du willst, bis an's erhalten. Sein Arm allein Läßt Ende! Nur du, Herr, weißt, Wo= Groß und Klein In reger Kraft durch dem Geist Sein wahres beſtehen. Was er nicht hält, Das Wohl entstehe, Und deine Ehr Und muß in Sich mehr und mehr Vor aller 4. Wer schützt mich in Gefahr bricht und fällt, Welt erhöhe. 10. Willst du mir geben SonNichts vergehen. 5. Bei ihm ist Weisheit und 350 Pflichten gegen Gott. nenschein, So nehm' ich's an mit wünscht mein banges Herz? O Freuden; Soll's aber Kreuz und hilf es mir besiegen! Es wünschet Trübsal sein, Will ich's geduldig sich Vergnügen, Und was es leiden. Willst du allhier Das wünscht, wird oft sein Schmerz. Leben mir Zum späten Ziel erhalten: Wie du mich führst, Und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 6. Drum will ich findlich schweigen, Zufrieden mich bezeigen, und nehmen, was du gibst. Du kannst uns nicht verlassen, Die dir vertrau'n, nicht hassen; Du schlägst uns nur, weil du uns liebst. 11. Und soll ich einst des Todes Weg Und finst're Straße gehen; So zeige du mir Bahn und Steg, Und laß dein Licht mich sehen. 7. Nicht das, warum ich flehe; Du bist mein Hirt, Der Alles Dein Wille nur geschehe, Und wird 3u solchem Ende kehren, was mir selig ist! Herr, deine Daß droben ich Dir ewiglich Lob- Bahn ist eben! Führ mich in fing' in Engelchören. diesem Leben, Und wenn der Tod mein Auge schließt! ( 126) ( 56) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 586. Dir hab' ich mich er- Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit x. geben, Mein Gott, im ganzen Leben, Im Unglück, wie im Glück! 587. Herr, mein Gott, D Dir dank' ich meine Freuden; Durch den ich bin und lebe, Gib, Dich preis' ich auch im Leiden Bis daß ich mich In deinen Rath eran den letzten Augenblick. gebe! Thu, was du willst! Herr 2. Du bist's, der für mich bist du; ich bin dein; Und was wachte, Noch eh' ich war und du thust, Das soll mir theuer dachte; Du hast mit treuer Hand sein! Mich huldvoll stets geleitet, Auch 2. Du, du regierst, Bist Weisda mein Glück bereitet, Wo ich heit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, nur Schmerz und Leiden fand. erbarmst Dich aller deiner Werke. 3. Was helfen meine Sorgen? Was zag' ich denn Noch einen Mir ist mein Glück verborgen; Augenblick? Du bist mein Gott, Mein Unglück weiß ich nicht. Dir, Und willst gewiß mein Glück. dir will ich vertrauen, Auf deine 3. Von Ewigkeit Hast du mein Liebe bauen: Du, Vater, weißt, Loos entschieden: Was du bewas mir gebricht! stimmst, Das dient zu meinem 4. Das, was ich heut' erflehe, Frieden. Du wogst mein Glück; Das möchte, wenn's geschähe, Du wogst mir auch mein Leid: Schon morgen mich gereu'n. Nur Und was du schickst, Das dient Einen Wunsch von allen Laß dir, zur Seligkeit. o Herr, gefallen: Den Wunsch, 4. Gefällt es dir, So müsse dein frommes Kind zu sein! feine Plage Sich zu mir nah'n; 5. Wenn ich verlassen scheine, Gib' mir zufried'ne Tage! Allein Im Leiden zag' und weine; Was verwehrt Auch dies mein ewig Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 351 Heil; So bleibe dann Dein Trost Heil gedeihet; nur noch mein Theil! 5. Du gibst aus Huld Uns dieser Erde Freuden; Aus gleicher So wirf dein Sorgen auf den Held, Den Erd' und Himmel scheuet; So gib dein Leben, Thun und Stand Nur Huld Verhängst du uns're Leiden. fröhlich hin in Gottes Hand: Er Ist nur mein Weh' Nicht meine eigne Schuld, So zag' ich nicht: Du, Gott, gibst dann Geduld! wird mit deinen Sachen Ein gutes Ende machen. 6. Soll ich ein Glück, Das du mir gabst, verlieren, Und willst du, Gott, Mich rauhe Wege führen; So wirst du auch, Denn du hörst ja mein Fleh'n Mir eine Hilf Nach deinem Rath erseh'n! 4. Wo war dein Wille, dein Verstand, Als sich des Himmels Decken Einst wölbten, über See und Land Sich weithin auszustrecken? Wer brachte Sonn' und Mond herfür? Wer schuf die Pflanzen, wer das Thier? Wer gab die Kräfte ihnen, Und hieß sie, dir zu dienen? 7. Vielleicht muß ich Nach wenig Tagen sterben: Herr, wie 5. Wer waltete, wer sorgte du willst! Soll ich den Himmel doch, Eh' du zu ihm noch riefest, erben; Und der ist schon Im Als unter'm Mutterherzen noch Glauben sicher mein: Wie kann Du im Verborg'nen schliefest? der Tod Mir dann noch schreck- Wer hat schon da dein Heil lich sein? ( 55) bedacht? Vermochte aller MenMel. Ermunt're bich mein schwacher zc. schen Macht, Dir Geist und Sinn und Leben, Den ersten Hauch zu - 588. Du bist ein Mensch, geben? ordentlicher das weißt du wohl: Was strebſt 6. Durch wessen Kunst steht du denn nach Dingen, Die nur dein Gebein In des Schöpfers Weisheit soll Und Fülle? Wer gab den Augen Licht fann zu Stande bringen? Du und Schein, Dem Leibe Haut und irrest nur mit bangem Sinn Hülle? Wer zog die Adern hier Durch tausend eitle Sorgen hin, und dort, Wies jeder Nerve ihren Und denkst: wie will's auf Erden Ort? Wer setzte hin und wieder Noch endlich mit mir werden? So viel und schöne Glieder? 2. Du finnst umsonst; verloren 7. Wer hat gesorgt, daß Nichts ist Dein fummervolles Dichten, gebrach, Als du die Welt betratest, Vermag, so klug du immer bist, Als deine Zunge noch nicht sprach, Nichts anders einzurichten. Es Du nur durch Thränen bateſt? dient dein Gram sonst nirgends Wer hat an einer Mutter Brust zu, Als daß du dich aus deiner Gesunde Nahrung, süße Luft Dir Ruh' In Qual und Schmerzen schon voraus bereitet; Wer dich stürzest, Dir selbst das Leben gepflegt, bekleidet? türzest. 8. Heb' auf dein Haupt, schau 3. Mensch, willst du thun, überall, Hier unten und dort was Gott gefällt, Was dir zum oben, Wie Gottes Sorg' auf 352 Pflichten gegen Gott. jeden Fall Sich hat für dich er-| Arme. Bitt' ihn und flehe, daß hoben! Dein Brod, dein Wasser er sich Dein, wie er pflegt, erwar schon da, Eh' dich ein Men- barme. So wird er dich durch schenauge sah; Die Hütte war seinen Geist Auf Wegen, die du erforen, Darin du ward'st ge jetzt nicht weißt, Nach wohlvollboren. brachtem Ringen 3u deinem 3iele bringen. ( 56) 9. Und doch willst du auf dich nur trau'n, Nur eig'ne Wege gehen? Nicht weiter deinem Gott Eigne Melodie. vertrau'n, Als deine Augen 589. Wer nur den lieben sehen? Dein Sinn, dein Wille Gott läßt walten, und hoffet auf soll allein Dein Führer, Licht und ihn allezeit, Den wird er wunMeister sein? Was du nicht selbst derbar erhalten In aller Noth erwählet, Das hältst du für und Traurigkeit: Wer Gott, dem verfehlet? Allerhöchsten traut, Der hat auf feinen Sand gebaut. 10. Gedenke doch, wie manchesmal Du nicht an's Ziel 2. Was helfen uns die schweren gekommen, Wenn ohne Gott aus Sorgen, Was hilft uns unser eigner Wahl Du Etwas vorge- Weh und Ach? Was hilft es, daß nommen! Was aber Gott, dein wir alle Morgen Beseufzen unser Gott, erseh'n, Das mußte dir Ungemach? Wir machen unser zum Heil gescheh'n; Und Niemand Kreuz und Leid Nur größer durch konnt' es hindern Von allen die Traurigkeit. Menschenkindern. 3. 3u Gott sei deine Seele 11. Der Vater, der uns Men- stille, Und stets mit seinem Rath schen liebt, Macht gut, was wir vergnügt; Erwarte, wie sein verwirren, Erfreut, wo wir uns Gnadenwille Zu deinem Wohlselbst betrübt, Und führt uns, wo ergeh'n es fügt. Gott der uns wir irren; Er gibt uns das nur, sich hat auserwählt, Der weiß was uns nüßt, Errettet uns und auch gar wohl, was uns fehlt. hilft und schützt, Wo wir nicht Wege finden, Der Angst uns zu 4. Er fennt die rechten Freu denstunden; Er weiß wohl, was uns nüglich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, Und merket teine Heuchelei; So kommt Gott, eh' wir's uns verseh'n, Und lässet entwinden. 12. Oft schweigt er still und geht doch fort Auf seinen weisen Wegen. Er geht, und bringt uns an den Ort, Wo Sturm und uns viel Gut's gescheh'n. Wind sich legen. Und hat er 5. Denk nicht in deiner Trübdann sein Werk vollbracht, Dann falshize, Daß du von Gott verseh'n wir, daß er's wohlgemacht, Wie er, der uns regieret, So selig uns geführet. lassen bist, Und daß ihm der im Schoose size, Der reich und groß und mächtig ist. Die Folgezeit 13. So wirf als Kind voll verändert viel, Und jetzet Jeg Glaubens dich In deines Vaters lichem sein Ziel. Vertrauen, Zufriedenheit und Ergebung. 353 6. Es find ja Gott geringe| kommt die Zeit, Da öffentlich erSachen, Und seiner Allmacht gilt scheinet, Wie treulich er es meinet. es gleich, Den Reichen klein und 5. Was Gott thut, das ist arm zu machen, Den Armen aber wohlgethan! Muß ich den Kelch groß und reich. Gott ist der rechte gleich schmecken, Der bitter ist Wundermann, Der bald erhöh'n, nach meinem Wahn, Laß ich mich bald stürzen kann. doch nicht schrecken, Weil er zu= legt mich doch ergötzt mit süßem Verricht' das Trost im Herzen: Da weichen alle Schmerzen. 7. Sing', bet und geh' auf Gottes Wegen; Deine nur getreu, Und trau' des Himmels reichem Segen; So 6. Was Gott thut, das ist wird er bei dir werden neu; Denn wohlgethan! Dabei will ich verwer nur seine Zuversicht Auf bleiben. Es mag mich auf die Gott setzt, den verläßt er nicht. rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; So wird Gott mich Doch väterlich In seinen Armen halten: Drum laß ich ihn nur ( 157) ( 132) walten. Eigne Melodie. 590, Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann mich nicht trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; Drum laß ich mir genügen An seiner Huld, Und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden; Es steht in seinen Händen. Mel. Befiehl du deine Wege zc. 591. Chrift, Alles, was dich fränket, Befiehl getrost dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer; zu Gott erhebe dich! Er siehet deinen Kummer, Und liebt dich väterlich. 2. Der Gott, auf dessen Segen Dein ganzes Heil beruht, 3st ſtets in seinen Wegen Hochheilig, weis' und gut; Und was er seinen Kindern Zu ihrem Heil erfah, Kann 3. Was Gott thut, das ist kein Erschaff'ner hindern: Wenn wohlgethan! Er wird mich wohl er gebeut, steht's da. bedenken; Mein Arzt, der Alles 3. Gott zählet deine Zähren, heilen kann, Wird mich mit Gift Und wird, was gut ist, gern Auch nicht tränken. Er ist getreu, Und deinem Wunsch gewähren: Sei steht mir bei; Auf ihn nur will ich stille vor dem Herrn! Er ist ein bauen, Und seiner Güte trauen. Hort der Frommen; Hoff' unver4. Was Gott thut, das ist zagt auf ihn; Denn seine Zeit wohlgethan! Er ist mein Licht, wird kommen, Und deine Wohlmein Leben, Der mir nichts Böses fahrt blüh'n. gönnen kann; Ihm will ich mich 4. Ergib dich ihm mit Freuden; ergeben In Freud' und Leid. Es Sei stark in seiner Kraft. Sei 28 354 Pflichten gegen Gott. auch zur Zeit der Leiden Ein Der Versorger seiner Kinder, Christ und tugendhaft; Und dann Der, was er verspricht, auch ergreif' im Glauben Den Trost hält, Huldreich selbst noch gegen der Ewigkeit. Wer kann dir die- Sünder, Er, der uns hervorgesen rauben, Der allen Gram zer- bracht, hat auch uns zu helfen streut? Macht. 5. Ist auch der Mütter eine, 3. Jhm, ihm ist es immer leicht, Die ihres Sohn's vergißt? Denk Uns're Wünsche zu erfüllen: Wie an dies Wort und weine Der unmöglich es uns däucht, kann Freude Thrän', o Christ! Und er doch den Kummer stillen, Helfen könnt' ihn sie vergessen, Will ich stets, wenn Noth uns quält, Wenn doch fürchte nichts! Will uns Rath und Beistand fehlt. deiner nicht vergessen!" Dein Gott, dein Vater spricht's. - - 4. Wer, wer ist ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an Niemand hilft, wie er, Auf des Lebens rauhen 6. Mit ruhigem Gemüthe Ver- Segen? traue ihm nun fest, Gewiß, daß so gern seine Güte Dich ewig nicht ver- Wegen, Er, der liebreich uns'rer läßt. Er will nach einer Weile denkt, Und zum Heil die Trübjal Dich desto mehr erfreu'n; 3u lenkt. deinem größern Heile Verzieht er; harre sein! 5. Wenn mein Auge lange weint, Ich nicht seine Hilfe sehe, 7. Wohl dir alsdann, du Und sie nicht so früh' erscheint, Treuer! Wie groß ist einst dein Als ich sie von ihm erflehe; Weiß Lohn! Dein Richter, dein Be- ich doch voll Zuversicht, Daß fie freier Reicht dir die Siegestron'. nimmer mir gebricht. Auf kurze Prüfungstage Folgt 6. Ja, auch dann, wenn mir ew'ger Preis und Dank; Dann es scheint, Daß der Hoffnung schweiget jede Klage, Und wird Trost verschwinde, Glaub' ich ein Lobgefang. ( 126) Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. doch, daß Gott, mein Freund, Da noch tausend Wege finde, Wo sie Niemand sonst entdeckt, Wo 592. Wer auf seinen Gott der Zukunft Nacht mich schreckt. vertraut, Aengstigt sich durch keine 7. Drum sei ihm, dem Herrn Sorgen. Ihm, auf den er sicher der Welt, Ganz mein Schichhal baut, Bleibt sein Kummer nicht überlassen! Er, der auch den verborgen. Gott verläßt die Wurm erhält, Kann und wird Seinen nicht: Dies ist meine Zu- mich nicht verlassen. Bleib' ich versicht. nur dem Vater treu, So steht er 2. Er, der Schöpfer aller Welt, mir huldreich bei. ( 14) Geduld und Hoffnung im Leiden. Mel. Herzliebster Jesu 2c. Kreuz und Leid geduldig, Das bin ich dir und meinem Heile 593. Ein Herz, o Gott, in schuldig! Laß mich die Pflicht, die Geduld und Hoffnung im Leiden. 355 wir so oft vergessen, Täglich er- der Noth an seinen Schöpfer denmessen. ken, Und ihm vertrau'n, dies 2. Bin ich nicht Staub, wie stärket uns're Herzen Mitten in alle meine Väter? Bin ich vor Schmerzen. dir, Herr, nicht ein Uebertreter? 10. Schau' über dich! Wer trägt Thu' ich zu viel, wenn ich die der Himmel Heere? Merk' auf! schweren Tage Standhaft er- Wer spricht:„ bis hierher!" zu trage? dem Meere? Ist er nicht auch 3. Oft büßen wir, wenn Uebel dein Helfer und Berather, Ewig wir erdulden, Nur unsers Leicht- dein Vater? finns, uns'rer Thorheit Schulden, Und Christenkreuz dünkt uns der Lohn der Sünden, Den wir empfinden. 11. Willst du so biel, als der Allweise wissen? Jeht weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine Wege 4. Wie? wenn auch ich, Herr, waren, Nachmals erfahren. deinen Rath verachtet, Nach Got- 12. Er züchtigt uns, damit tesfurcht und Glauben nicht ge- wir zu ihm nahen, Die Heiligung trachtet: Ist dann mein Schmerz, des Geistes zu empfahen, Und mit die Frucht verbot'ner Freuden, dem Trost der Hilfe, die wir merChriftliches Leiden? ken, And're zu stärken. 5. Doch selbst, wenn du uns 13. Das Kreuz des Herrn strafft, will deine Gnade Zurück wirkt Weisheit und Erfahrung; uns führen zu des Heiles Pfade; Erfahrung gibt dem Glauben Du willst uns wecken aus dem Muth und Nahrung. Ein starkes Sündenschlafe Durch Schmerz Herz hält in der Noth auch feste, und Strafe. Hoffe das Beste. ( 55) Mel. Jesu, meine Freude zc. 6. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, Wird Alles mir zum Beſten dienen müſsen. Du, 594. Auf dich, Gott der Herr, regierst, und ewig wirkt Güte, Hoffet mein Gemüthe, Ich dein Wille Gutes die Fülle. bin gutes Muth's! Ohne Furcht 7. Ich bin ein Gast, ein Pilger und Grauen Will ich dir vernur auf Erden; Nicht hier, erst trauen, Gott, mein Troft und dort soll ich ganz selig werden: Schuß! Gründe mich, Mein Fels Und was sind gegen euch, ihr auf dich, Daß bei ängstlichen Geew'gen Freuden, Zeitliche Leiden? danken Ich nicht möge wanken! 8. Wohl mir, wenn ich mein 2. Groß sind deine Werke; Elend nicht verschulde, Wenn ich Niemand ist an Stärke Dir, o als Chrifti Jünger leid und Schöpfer, gleich! Du lentft Sonn' dulde! Dann darf ich mich der und Sterne; Du bist nah' und Hilfe der Erlös'ten Sicher ge- ferne; Du machst arm und reich. Du bist groß, Bist göttlich groß, 9. Zwar bin ich Mensch, und Groß an Weisheit, groß an Leiden müssen fränken: Doch in Gnade: Wer ist, der mir schade? tröften. 23* 356 Pflichten gegen Gott. 3. 3u dir, Menschenhüter, ersehen. Drum sei nur ftill! Was Flieh' ich immer wieder, Wenn dein Gott will, Laß immer gern die Noth mich schreckt! Vor wie geschehen. viel Gefahren, Die mir nahe 3. Erweckt dir gleich das waren, Hast du mich bedeckt? Leiden Pein, So soll's dir doch Deine Treu' Jst täglich neu: Täg- nicht schädlich sein; Gott fann lich will ich dir mein Leben Voll sein Kind nicht hassen. Wer ihn Vertrau'n ergeben. nur liebt, Sich ihm ergibt, Den wird er nicht verlassen. 4. Gott, dein Weg ist heilig, Und du sorgest treulich Für mein 4. Wie lange währt der Glück und Heil! Auch auf rauhen Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit! Nach überstand'nem Leide Erquickest du Jhr Herz mit Ruh', Und einst mit ew'ger Freude. Wegen Wird doch mancher Segen Meiner Seel' zu Theil. Was du thust, Jst meine Lust: Und mein Herz spricht findlich stille: Es gescheh' dein Wille! 5. Drum habe, Seele, guten 5. Du liebst die Getreuen, Die Muth; Vertraue Gott; es wird sich herzlich freuen, Daß du gnä- noch gut Nach aller Trübfal dig bist. Der ziert Christi Lehre, werden! Gott ziehet dich Durch's Der lebt Gott zur Ehre, Wer nie Kreuz zu sich, 3um Himmel von zaghaft ist. Wer sich fest Auf dich der Erden. verläßt, kann bei deinem Wort dich fassen: Du kannst ihn nicht lassen! 6. Gott ist dein Gott! Er ist getreu, Und stehet dir, als Vater, bei In allem Kreuz auf Erden. 6. Gott, dir sei mein Leben Der Leiden Heer Wird nie zu Und mein Herz ergeben! Du bist schwer Durch ihn dem Christen groß und gut. Gib mir, wenn ich leide, Durch den Geist der Freude Eines Christen Muth. Führe mich! Ich trau' auf dich! Du willst, daß mir's wohlergehe: Herr, dein Will' geschehe! werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit Die Heiligen in Traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen; Warum willst du Hier nur von Ruh' Und Nichts von Trübsal wissen? ( 108. 34) Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 8. O bet und sieh' auf deinen Gott In aller deiner Angst und Noth! Laß, wie er will, es gehen. 595, Mein Herz, sei start Sein Will' ist gut; Behalte und unverzagt! Wenn irgend dich Muth! Gott wird dich einst erein Rummer plagt, Befiehl Gott höhen. deine Sachen. In aller Pein 9. Der du ein Gott des Trostes Vertrau' allein Auf ihn; er wird's bist, Laß Jeden, der hier traurig wohl machen. ist, Doch deinen Trost empfinden; 2. Kein Leiden kommt von Dem, den du liebst, Und prüfend ungefähr, Die Hand des Höchsten übft, Hilf Unmuth überwinden! schickt es her; Sein Rath hat's so (* 34) Geduld und Hoffnung im Leiden. 357 will bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich.( 55) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 596. Was ist's, daß ich Eigne Melodie. mich auf Herrn, o Seele, Hoff und sei unverzagt! 597. Warum betrübft du Du weißt nicht, was dir nüket; dich, mein Herz, Und kränkest dich Gott weiß es und beschüket in bangem Schmerz Um armes Allmächtig den, der nach ihm Erdengut? Vertraue deinem Gott fragt. allein; Denn Erd' und Himmel sind ja sein. 2. Dich lassen will und fann Eh' ich mich er nicht; Er weiß gar wohl, was Und welche Last dich ist dein Vater und Der bei dir bleibt in 2. Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh' ich die Welt noch sah. selbst noch kannte, Eh' ich ihn dir gebricht, Vater nannte, War er mir schon mit Hilfe nah. drückt. Er dein Gott, aller Noth. 3. Die kleinste meiner Sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der Alles sieht und hält: 3. Weil du mein Gott und Und Vater bist, Weiß ich, daß du mich was er mir beschieden, Das dient nie vergißt, Du treues Vaterzu meinem Frieden, Wär's auch herz! Ich Staub und Asche habe die größte Last der Welt. hier Sonst keinen Trost, als nur bei dir. Die 4. Ich lebe nicht auf Erden, Um glücklich hier zu werden; 4. Ein Thor baut auf sein Lust der Welt vergeht. Ich lebe irdisch Gut; Jch bau' auf Gott hier, im Segen Den Grund zum mit stillem Muth, Und bin in Glück zu legen, Das ewig, wie Armuth reich. Zu Gott steht meine mein Geist, besteht. Zuversicht; Wer ihm vertraut, dem fehlt es nicht. 5. Was dieses Glück vermehret, Sei mir von dir gewähret! Gott, 5. Ach, Gott, du bist so reich du gewährst es gern. Was dieses noch heut', Wie du es warst von Glück verleget, Wenn's alle Welt Ewigkeit! Zu dir steht mein Verauch schätzet, Das sei, o Gott, trau'n! Mach' mich nur an der mir ewig fern! Seele reich, So gilt mir and'rer Reichthum gleich. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, Ist Mangel schwer zu 6. Des Zeitlichen entbehr' ich tragen, Noch schwerer Haß und gern, Hab' ich das Ew'ge nur Spott; So harr' ich und bin vom Herrn, Das er auch mir stille zu Gott; denn nicht mein erwarb Durch seinen herben, Wille, Dein Wille nur gescheh', bittern Tod: Das, das gib mir, o Gott! mein treuer Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, 7. Und was noch sonst in dieser Und aller deiner Werke Erbarmst Welt, Gold, Silber, Edelstein du ewig dich. Was kann mir und Geld, Lust, Ehre, Hoheit, widerfahren, Wenn Gott mich Macht: Das währt nur eine 358 Pflichten gegen Gott. furze Zeit, und hilft mir nichts liebt, Wenn er dich auch durch zur Seligkeit. Leiden übt. 8. Ich danke dir, o Gottes Sohn, Daß du mich haft von deinem Thron Erleuchtet durch dein Wort! Verleih mir nur auch die dich niederschlagen, Besieg' mit Großmuth und Geduld. Dein Heiland, Jesus, Gottes Sohn, Ertrug mit Sanftmuth Schmach und Hohn. feste Treu', Daß einst bei dir mein Erbe sei! 5. Mußt du Spott und Verachtung tragen, Verlästert man dich ohne Schuld; Die Feinde, 9. Lob', Ehr' und Preis sei dir gebracht, Daß du es immer wohlgemacht! Herr, halte mich an dir, Damit ich einst im ew'gen Licht Mit Freuden schau' dein Angeficht! ( 161) Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Betrübet der Verlust der Deinen, Der Güter und des Glücks, dein Herz: Du bist ein Mensch; drum darfst du weinen. Nur murre nicht in deinem Schmerz. Sprich glaubensvoll mit stillem Geist: Gott gabs, 598. Chrift, in diesen Gott nahm's; er sei gepreist!" Leidenstagen, Wo jeder Morgen 7. Dein Freund, dein Gönner Plagen dräut, Bewaff'ne dich, sie liegt im Grabe; Es schmerzt; zu ertragen, Mit Muth und mit doch sprich mit Zuversicht:„ Ach, Gelassenheit, Und zeige, daß ein Herr, Herr, wenn ich dich nur wahrer Christ Ein Held in allen habe, Frag' ich nach Erd' und D Leiden ist! Himmel nicht!" Ja, stürzt der Bau der Welt auch ein; Ein Christ kann unerschrocken sein. 2. Das turze Leben hier auf Erden Ist nur des Christen Probezeit. Hier muß er vorbereitet werden zu jenes Lebens Herrlichkeit. Hier ist des Christen Prüfungsstand, Dort erst sein wahres Vaterland. 8. Wohl dir, o Christ! nach turzem Leide Ruft dir des Hei lands Stimme zu: ,, Geh ein zu deines Herren Freude, Nach Müh und Kampf zu ew'ger Ruh'! 3. Laß nie den Gram dein Herz Komm' und empfang' vor Gottes verzehren; Ergib dich nicht der Thron Der Ueberwinder großen Traurigkeit. Erdulde willig, Gott Lohn!" zu Ehren, Die größten Leiden dieser Zeit. Belohnen nicht dies kurze Leid Die Freuden einer Ewigkeit? ( 11) Eigne Metodie. 599, Sont es gleich bis 4. Mußt du in tiefem Elend weilen scheinen, Als verließe Gott weinen, Quält deinen Leib der die Seinen; Dennoch weiß und Krankheit Schmerz: Gott hilft glaub' ich dies: Gott hilft endlich zu rechter Zeit den Seinen; Er doch gewiß. heilt auch dein betrübtes Herz. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, Er bleibt dein Vater, der dich hat er drum nicht aufgehoben; Geduld und Hoffnung im Leiden. 359 Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft| ich ihm es wiedergeben; Nehm' er doch, wenn's nöthig ist. er's hin! Mein Gewinn Ist das ew'ge Leben. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben; So gibt Gott auch, wann er will: Harre seiner und sei still. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein; Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All' mein Unglück enden. 5. Gott hat mich in guten Tagen Oft ergökt; Sollt' ich jetzt 5. Laßt den Feind mir bange Nicht auch Etwas tragen? Gott, machen: Gott, mein Schuß, wird mein Vater, schlägt mit Maßen: für mich wachen: Schwer sei Er, mein Licht, Kann mich nicht meines Kreuzes Joch; Gott, mein Ganz und gar verlassen. Bater, lebet noch! 6. Laßt den armen Leib ertöden! Gott kann mich auch da noch retten. Ist der Himmel mein Gewinn; Gern geb' ich die Erde hin. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Noth am allergrößten: Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr, als väterlich, gefinnt. 7. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe; Bleib' ich freudig bis zum Grabe! Auch im Tode bleibst du mein; Ewig, ewig bin 6. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Muß er mit dem Tod auch ringen; Christi Blut, Christenmuth Hilft auch den bezwingen. 7. Kann uns doch der Tod nicht tödten! Nein, er reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöthen; ich dein! Schließt das Thor der bittern ( 203) Leiden, Und macht Bahn, Da man kann Geh'n zu Himmelsfreuden. 8. Dann wird sich an bessern Schätzen Unser Herz Nach dem Schmerz Ewiglich ergößen. Hier ist fein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß, wie Rauch, verschwinden. Eigne Melodie. 600, Warum sollt' ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch! Wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den wir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 9. Was sind dieses Lebens 2. Ich bin unter Angst und Güter? Unbestand, Eitler Tand, Nöthen, Hilfelos, Arm und bloß, Kummer der Gemüther: Dort, Einst an's Licht getreten. Nichts dort sind die edeln Gaben, Wo nehm' ich auch von der Erde Dann mein Hirt, Christus wird Mich mit mir, Wann von hier Einst ohn' Ende laben. ich scheiden werde. 3. Gut und Blut, Leib, und Leben Ist nicht mein; 10. Herr, mein Hirt, Brunn Seel' aller Freuden, Du bist mein! Ich Gott bin dein! Niemand kann uns allein hat es mir gegeben. Soll scheiden. Ich bin dein, weil du Pflichten gegen Gott. 360 dein Leben Und dein Blut, Mir zu gut, In den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse! Laß mich einst dahin gelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd' umfangen! ( 56) Schauest du Denn meinem Elend gar nicht zu?" 8. Dann hörtest du, o Herr mein Fleh'n, Und eiltest bald, mir beizusteh'n! Du öffnetest mein Auge mir; Ich sah mein Glüd und dankte dir. 9. Sagt's Alle, die Gott je geprüft, Die ihr zu ihm um Hilfe Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. rieft! Sagt's, Fromme, wann er das Gebet Geduldig Leidender 601, Von dir, o Vater, verschmäht? nimmt mein Herz Glück, Unglück, 10. Die Freuden oder Schmerz, Von dir, oder spät, der nichts, als lieben, kann, Vertrauensvoll und dankbar an! Stunde kommt früh Wo Dank und Preis aus Leid entsteht; Wo Leiden, das nur Stunden währt, In Freudenjahre sich verkehrt. 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißt, was mir heil- 11. Du ärnteft deiner Leiden sam ist; Nur du siehst, was mir Lohn Vielleicht in diesem Leben jedes Leid Für Heil bringt in der schon; Vielleicht, daß eh' du ausEwigkeit. geweint, Dir Gott mit seiner Hilf' erscheint. 3. Die fürz're oder läng're Pein Kann nie umsonst erduldet sein. Der bittern Wurzel Frucht ist süß, Und einst kommt Licht aus Finsterniß. 12. Schau' deinen Heiland gläubig an! Wenn Niemand dich erquicken kann, So schütte du in seinen Schoos Dein Herz aus; seine Huld ist groß! 13. Einst hat auch er, der Menschenfreund, Im Thränenthale hier geweint. Auf deine Thränen gibt er Acht, Und dir zu helfen, hat er Macht; 5. Verzage, Herz, verzage nie! Gott legt die Last auf, Gott kennt 14. Und helfen will er; zweifle fie. Er weiß den Kummer, der nicht! Er hält getreu, was er dich quält, Und geben kann er, verspricht: Ich bin dein Gott; was dir fehlt. ich stärke dich! Sei gutes Muths, und glaub' an mich!" ( 105) 4. Ist Alles dunkel um mich her; Ist mein Herz müd' und freudenleer: Bist du doch meine Zuversicht, Bist in der Nacht, o Gott, mein Licht! 6. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft Half deine Hand mir unverhofft! Oft jammert' ich unMel. Was Gott thut, das ist zc. tröstbar heut', Und morgen schon 602. Die Bahn ist rauh, ward ich erfreut. auf der ich hier Nach meiner 7. Oft sah ich keinen Ausgang Heimath eile. Wie viel Gefahr mehr; Dann weint' ich laut und seh' ich vor mir! Wie droht sie klagte sehr: Wo bist du, Vater? meinem Heile! Gott, wärst du 11 Geduld und Hoffnung im Leiden. 361 nicht Mein Trost, mein Licht, Mein Herz; Nicht mehr voll Unmuth Heil in finstern Tagen; So müßt' ich längst verzagen. flagen. Du bist bereit, zu deiner Zeit, Gott, von allem Bösen Mich herrlich zu erlösen!( 126) Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 2. Vor dir darf sich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht ver hehlen; Darf seinen Kummer, seinen Schmerz Vertraulich dir 603. Gott führt die Seinen erzählen. Dann schaffest du mir wunderlich. Bist du sein Kind, so Troft und Ruh' Aus deiner Got- schicke dich, Getrost ihm nachzutesfülle, Und meine Seel' ist stille. gehen. Kein Weiser kann Die heil'ge Bahn' Und ihren Zweck 3. Du lehrest mich den hohen Werth Der Trübsal, die ich leide; verstehen. Daß sie mich dir vertrauen lehrt, 2. Die Wege, die des Höchsten Mich führt zu wahrer Freude. Rath Für sein Volk ausgezeichnet Ich würde dein Mich nicht so hat, Sind nicht der Menschen freu'n, Nur diese Welt begehren, Wege. Doch fasse Muth! Sein Wenn keine Leiden wären. Weg ist gut; Sei ihn zu geh'n nicht träge! 4. Dein Wort gibt mir die Zubersicht, Du sorgst für meine 3. Wenn dein getreuer Gott Tage; Dein Auge schlaf' und dich führt, Wenn er dein Herz schlummre nicht; Du hörest meine und Thun regiert, So sei dein lage. Du sättigst einst, Wenn Herz ihm stille! Sei ihm nur treu, du erscheinst, In deinem Heilig- Und glaub' dabei, Gut ist des Mit Wonne mich und Vaters Wille. thume Ruhme. 4. Von feinem blinden Unge5. O dann wird alle Trau- fähr, Vom besten Vater kommt rigkeit Aus meiner Brust ver- es her, Das Kreuz, das dir begegschwinden. Vergessen werd' ich net; Und deine Plag', Dein Leiganz mein Leid, Und nur dein denstag Ist auch vom Herrn Heil empfinden. Mein Lobge- gesegnet. fang, Voll Preis und Dank, 5. Ja, Gott, dein Gott, ist Wird durch die Himmel schallen, gut und treu! Glaubst du, daß Gott die Liebe sei, So hemme 6. Mich, den Vollendeten, deine Klagen! Das Leiden drückt, darf dann nicht mehr die Sünd' Doch was Gott schickt, Das hilft Und ewig dir gefallen. entweihen: Mit Unschuld steh' dir Gott auch tragen. ich angethan In deiner Kinder 6. Er wog, noch eh' die Welt Reihen; Und väterlich Erfreu'st entstund, Nach eines Jeden Kraft du dich, Daß ich, der Mensch das Pfund von Erde, Gleich deinen Engeln Schmerzen; Er wog auch schon Der Leiden und der werde. Den Gnadenlohn In seinem Va= 7. Geduldig will ich hier den terherzen. Schmerz Der Sterblichkeit ertragen. Beruhigen soll sich mein Heuchlers Glück Währt oft nur 7. Des Spötters und des 362 Pflichten gegen Gott. einen Augenblick; Bald werden| Huld: Da wird ihm Erde, Welt sie zu Nichte. Spät oder früh und Zeit Ein Nichts mit ihrer Betreffen sie Doch Gottes Straf- Herrlichkeit. gerichte. 8. Er strebt nicht mehr dem 8. Thu' emsig deine Christen- Eiteln zu; Nun findet seine Seele pflicht; Sei fromm vor Gottes Ruh. Sein Herz wird still, und Angesicht; In Trübsal sei gelassen! Bet oft, halt' an! Wer beten tann, Den fann Gott nicht verlaffen. ( 108) lernet fleh'n: Nicht mein, dein Wille soll gescheh'n! 9. Er fühlt der Menschheit höhern Werth, Den er in jedem Bruder ehrt. Könnt' er bei gleicher Lebensmüh' Sich Andern Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 604. In Leidensthälern wal- vorzieh'n, Staub, wie sie? len wir, Und beugen, Vater, uns 10. Groß ist dein Rath und vor dir; Auf der Geduld und unerreicht: Die Demuth betet an Demuth Bahn Führst du uns und schweigt, Und hofft, wo sie Bilger himmelan! ihn nicht durchdringt, Auf jene 2. Zu der Vollendung Son- Welt, nach der sie ringt. nenhöh'n Muß unser Weg durch 11. Gern tragen wir der Tiefen geh'n; Und auf bethränten Stufen flimmt Der Geist zum Heil, das ihm bestimmt. Menschheit Loos! Du machst durch Niedrigkeit uns groß. Er höh' uns nur zu seiner Zeit, O Herr, zum Heil der Ewigkeit! ( 83) 3. Oft blüht der schönste Blumenslor Im niedern, stillen Thal empor; Ihn lockt der Sonne heißer Strahl Frühreif hervor im engen Thal. Mel. Befiehl du deine Wege 2, 605. Seufs' in des Kum4. So blüht der Tugend Blu- mers Höhle, Wall' ich im dunkeln menflor Im stillen Thränenthal Thal; Herr, sent in meine empor; Gereifet durch der Trüb- Seele Der Hoffnung Freudenstrahl! sal Gluth, Wird uns're Seele weis' und gut. Vor zweifelnden Gedanken Be wahre meinen Geist; Laß nie den Glauben wanken, Daß du die Liebe seist! 5. Wenn dieser Erde Glück entweicht; Wenn deine Hand uns niederbeugt; Dann ruft uns Alles, Alles zu: Gott nur ist Allmacht, Ohnmacht du! 2. So lang ich hier noch weile, Vertrau' ich, Vater, dir. Du führest mich zum Heile; Du gibst, 6. 3um Staube sinkt vor was nüzet mir. Auf diesen Feldeinem Thron Der Sterbliche, sen gründe Ich meine Zuversicht. der Erdensohn, Erkennt, daß seine Ich kämpf und überwinde; Ich Augen blind, Und seine Wege hoff und wanke nicht. Thorheit sind. 3. 3u jedem guten Werke Ver7. Da fühlt der Sünder seine leiht die Hoffnung Muth. In Schuld, Und tröstet sich nur deiner deiner Gottesstärke Gelingt ihr, Geduld und Hoffnung im Leiden. 363 was sie thut. Kühn läßt sie vor- das Herz aufs Eitle zieht, Und wärts dringen, Beflügelt meinen wie leichter Rauch entflieht. Lauf, Hebt mich auf Adlerschwingen Zu dir, o Gott, hinauf. 4. 3u niedrig für mein Hoffen 3. Laß mich Gram und Unmuth meiden, Weil du für mich sorgst und wachst, Und am Ende Ist dieser Erde Glück. Schon steht auch das Leiden Noch für mich zur der Himmel offen Vor meines Wohlthat machst. Laß mich auf Geistes Blick. Mein Ziel ist nicht dein Wort stets hoffen, Das noch im Staube! Ich warte auf die immer eingetroffen. Gott, wer Stadt, Die er, an den ich glaube, deinem Wort nicht traut, Hat Für mich bereitet hat. auf leichten Sand gebaut! 5. Wenn Erdenhoffnung trüget, 4. Laß mich fest im Glauben Und gleich dem Rohrstab bricht: werden, Daß dein Wort wahrDie höh're Hoffnung sieget; Sie haftig sei: O, so werd' ich hier äuscht und wantet nicht. Ich weine nicht vergebens! Die Thränenaussaat hier Reift dort am Strom des Lebens Zur Freudenärnte mir. auf Erden Schon von mancher Unruh frei! Dann werd' ich, mein Gott, mit Flehen Stets auf deine Hilfe sehen; Dann wächst meine Zuversicht, Und die Hoff= nung trüget nicht. 5. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Meine Seele sucht und 6. Heil mir noch einst am Grabe Bei dieser Zuversicht, Gelehnt an ihrem Stabe, Bestrahlt von ihrem Licht! Die Ge- Tod. genwart entfliehet; Das Leben findet ist ein Traum: Im Thal des Noth. Todes blühet Der Hoffnung Le- stehen bensbaum. ( 83) gehen, Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. nimmt, stimmt. 606, Gott der Wahrheit, deffen Treue 6. Muß ich gleich hier auf der Unf're Hoffnung Erde Noch entfernt vom Himstüzt und hält! Ich erkenne es mel sein; Doch von dieser Zeit mit Reue, Daß mich Kleinmuth Beschwerde Wirst du mich einst oft befällt. Ach, mein Herz hängt ganz befrei'n. O erwünschte, noch an Dingen, Die doch keinen selge Stunden, Wenn ich, aller Trost mir bringen. O, wie oft Noth entbunden, Werde meinen vergeh' ich mich Aengstlich zwei Und zu seiner felnd wider dich! 2. Ach vergib mir diese Sünde! 7. Laß mich fröhlich darauf Hilf mir bange Zweifel flieh'n! hoffen, Herr, Herr, meine ZuverVater, schenke deinem Kinde sicht, Bis das Alles eingetroffen, Einen dir ergeb'nen Sinn, Der Was auch mir dein Wort vervon dir nur Hilfe heischet, Den spricht! Auf dich, Quelle alles nicht eitle Hoffnung täuschet, Die Lebens, Hofft der Glaube nicht Darin großen Trost in Ja, sein siegreich AuferLäßt mich zu dem Leben Das tein traurig Ende Wo mir ewig Heil beHeiland seh'n, Freude geh'n! 364 Pflichten gegen Gott. bergebens! Was wir glauben, mein Leib verwesen, Wird doch schauen wir Einst gewiß, o Herr, der Geist genesen; Er geht zu bei dir! seinem Schöpfer hin. ( 146) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 8. O drücke meinem Herzen Auch unter Sorg' und Schmerzen 607, Will mich, o Gott, Die Ueberzeugung ein: Der, den hienieden Des Lebens Last ermü- du, Bater, liebest, den; So stärke meinen Geist! du ihn betrübest, Wenn mich die Leiden fränken, unglückselig sein. So laß mich wohl bedenken, Auch Mel. Wer nur den lieben Gott 2. das sei gut, was Trübsal heißt. Kann, wenn Doch niemals ( 49. 34) 2. Nicht ewig soll sie währen; 608. Wohlthätig sind der Oft werden uns're Zähren Schnell Erde Leiden; Dies glaube, Christ, von dir abgewischt. Und seufzen und murre nicht! Am Ende folgen wir: wie lange Ist uns'rer Seele ihnen Freuden, Auf Nacht und bange? So wird mit Trost das Grauen Sonnenlicht. Herz erfrischt. dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 3. Die Lasten, die uns pressen, Hast du, Herr, abgemessen, Wie 2. Durch Leiden will dich Gott schwer sie immer sei'n. Du selber bewähren, Entwöhnen von der hilfft sie tragen, Und richtest Bust der Welt; Zur Weisheit uns're Plagen Genau nach unsern leiten und dich lehren, Mit Ernst Kräften ein. zu thun, was ihm gefällt. Du 4. Dein väterlich Bemühen sollst im findlichen Vertrau'n Auf Will uns hier auferziehen, zu ihn und seine Hilfe schau'n. thun, was dir gefällt. Du willst 3. Wirst du bei lauter Erdendie Lüste schwächen, Den Eigen- freuden Und in des Glückes Sonwillen brechen, Und uns ent- nenschein So leicht die breite wöhnen von der Welt. Bahn vermeiden, So gern die Sünde flieh'n und scheu'n? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, Dein schwaches Herz gar leicht verführt? 5. Du willst den Eifer mehren, Gehorsam dich zu ehren Mit Glauben und Geduld; Daß, wenn uns Feinde hassen, Und Freunde uns verlassen, Wir stets vertrauen deiner Huld. 4. Was predigt mehr dir diese Lehre: Vergänglich ist die Luft 6. Was will, was kann uns der Welt!" Als wenn in Trübfal scheiden Von dir und von den manche Zähre Herab von deinem Freuden, Die du für uns erseh'n? Auge fällt? Was lehrt dich mehr Ich lebe oder sterbe, So wird des Himmels Erbe Mir, deinem Kinde, nicht entgeh'n. Abhängigkeit, Mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn all' die morschen 7. 3u jenem bessern Leben Wirst Stäbe brechen, Auf welche sich du auch mich erheben; Der Tod dein Arm gestüzt; Wenn Krank ist mir Gewinn. Muß gleich heit, Gram und Schmerz dich Geduld und Hoffnung im Leiden. 365 Immer mit Erbarmen Väterlich ist sein BeDich zum Himmel zu schwächen, Und Macht und Reich- Land thum dich nicht schützt: Dann träget. lernst du freudig Gott vertrau'n, müh'n, Und nur auf seine Hilfe bau'n. erzieh'n. 6. Ja, der Allweise schickt die 4. Hier ist dein ErziehungsLeiden, Damit er dich zur Tugend stand; Hier sollst du durch Prüfung führt; Schafft selbst durch sie dir lernen: Dort ist das vollkommne fünft'ge Freuden, Indem er dein Land, Dort in unerreichten FerGewissen rührt. Verehre seine nen. Da ist unvermischtes Glück; Dahin wende deinen Blick! Die strafend Weisheit, Chrift, selbst noch Güte ist. 7. Gott will, wie gute Väter handeln, Durch weise Zucht dich auferzieh'n. unsträflich wandeln, 5. Trage mit Geduld und Muth Deine Last in trüben Tagen. Gut ist, was der Vater Gut sollst du und thut! Wohlthat ist's, das Kreuz Die Welt zu tragen, Das einst auf dem und ihre Lüste flieh'n; Dich bil- rauhsten Pfad Jesus selbst ges den in der Prüfungszeit 3um tragen hat. Leben der Unsterblichkeit. 8. So nimm in Demuth und Bertrauen Den Kelch des Leidens willig an, Und walle ohne Furcht und Grauen Auch auf der allerrauh'sten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreu'n, Und Wonne, Ruh' und Friede sein. ( 119) 6. Lern' im Leid Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen. Einst am Ziel der Prüfungszeit Wirst du froh hernieder schauen Auf den Weg, der durch die Nacht Dich in's Land des Lichts gebracht. Mel. Jesu, meine Zuversicht 2c. 7. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die dem Aug' Wie ein Strom von 609, Sãe deine Thränen- oben her Wird dir Troft in's jaat, Frommer Dulder, hier im Herz gegossen; Trost vom Quell Glauben! Dunkel sei dein Lebens- der Seligkeit, Ueberwiegend alles pfad; Doch laß dir den Trost Leid. nicht rauben, Daß nach dieser 8. Harre, Dulder, unverzagt; Dunkelheit Dich ein hell'res Licht Harre in der Nächte Grauen, Bis der große Morgen tagt, Hin 2. Ausgerungen haben schon in's Ruheland zu schauen, Das, Viele, die hier glaubend litten; für Siegende bestimmt, Dich in Beten an vor Gottes Thron: seinen Schoos aufnimmt. Ihre Krone ist erstritten. erfreut. Du 9. O dann schwindet alles Leid, auch du wirst Sieger sein, Und Wie der Nebel vor der Sonne! dich bald der Krone freu'n. Vor dir liegt die Ewigkeit, Dieses 3. Denk', daß Gottes Vater- heit're Land der Wonne. Ohne Weisheitsvoll die Leiden Thränen gehst du ein, Ewig selig wäget, Und dich in der Thränen da zu sein. ( 119) hand 366 Pflichten gegen Christum, II. Pflichten in Beziehung auf Chriſtum. Verehrung und Huldigung. Mel. Wie schön leucht't ic. Jesu, Sei du Unser Führer Und Regierer! Laß uns streben, Gött610. Erheb', mein Geist, lich, so wie du, zu leben! erheb' den Herrn, Der dich er= 5. Du trugest Leiden ohne lös'te; bringe gern Ihm deine Zahl, Und gingst getroft in's Jubellieder! Ihm, dem erhab'nen Todesthal Für uns; o welche Gottessohn, Der willig von des Liebe! Jetzt lebst du über uns erHimmels Thron Zur Erde kam höht In Herrlichkeit und Mahernieder, Um sich Für dich Hin- jestät; Doch treu bleibt deine zugeben; Heil und Leben Dir zu Liebe. Preis dir! Schon hier bringen, Dir den Himmel zu er- Strömt dein Segen Uns ent ringen. gegen, Und einst trösten Dein sich 2. Ja, Jesu, dir gebühret ewig die Erlös'ten. ( 129) Dank! Dir tönet unser Lobgesang; Denn du bist unser Retter! Mel. Befiehl du deine Wege 2. Du brachst des Irrwahns finst're 611. Jesu, Freund der Nacht! Durch dich ward uns be- Seelen! Voll Ehrfurcht preis' ich fannt gemacht Der Herr, der dich! Wenn mich die Sorgen qua Gott der Götter. Gözen Stür- len, Stärkst und erquickst du mich. zen Hin in Trümmer, Und im Dann schwinden alle Leiden Der Schimmer Deiner Lehre Schwin- turzen Pilgerzeit Vor den vollden ihre Blutaltäre. kommnen Freuden Der nahen Dir 3. Im Namen Gottes riefest Ewigkeit. du Den reuerfüllten Sündern zu: 2. Nichts, Nichts soll meinem Getroft, Gott will vergeben! Den Herzen So theuer sein, als du; Sorgenden: Gott sorgt für euch! Denn deinen Todesschmerzen VerDen Sterbenden: wißt, sterbt dank' ich Trost und Ruh'. ihr gleich, Ihr werdet ewig leben! will ich angehören Mit Allem, Jeſu, Nur du, Kannst den Deinen, was ich bin; Dich über Alles ehren Wenn sie weinen, Trost gewäh- Mit dankerfülltem Sinn! ren; Ewig wollen wir dich ehren! 3. Was kann mein Herz be 4. Du zeigtest uns der Tugend glücken, Als deine Huld allein? Bahn! Gingst selbst als Führer Wer mich im Tod erquicken? uns voran; Wer sah dich je er- Wer da mein Tröster sein? Nur müden? Folgt, riefst du, kämpft du kannst Alles geben, Was mich mir nach und ringt! Seht, wie wahrhaft erfreut; Bei dir ist die Siegespalme winkt! Durch ew'ges Leben, Ist Heil und Kampf kommt ihr zum Frieden! Seligkeit. Liebe und Dankbarkeit. 367 4. Du Herrlichkeit der Erden, 5. Ich danke dir, du LebensVergebens lockst du mich. Kann sonne, Daß du dem Geiste Licht ich einst selig werden, Wie gern entbehr' ich dich! Wo Jesus Hütten bauet, Da, da ist gut zu sein. Wenn ihn mein Aug' einst schauet, Wie will ich dann mich freu'n! gebracht! Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht! Ich danke dir, du Gotteskraft, Die neues Leben schafft! 5. Was soll ich trostlos klagen? 6. Erhalte mich durch deine Du bist ja, Herr, bei mir! Muß Gnade, Und laß mich nicht mehr ich das Kreuz auch tragen; Ich irre geh'n. Laß folge freudig dir. Wenn mich kein deinem Pfade Leid mehr rühren, Kein Tod mehr tödten fann; Wie werd' ich triumphiren, Und ewig beten an! meinen Fuß auf Nicht straucheln oder stille steh'n. Erleuchte meine Seele ganz, Du reiner Himmels glanz! 7. Verwirf nicht meiner Buße Thränen; Entflamm' im Herzen will dich lieben, fromme Gluth! Vermehre stets meine Stärke, Dich, meiner Seele nach dir mein Sehnen, Du einzig Ruhm und Zier. Ich will dich Heil und höchstes Gut! Laß lieben mit dem Werke Und mit meinen Sinn, Geist und Verstand der heiligsten Begier. Ich will Nur dir sein zugewandt! dich lieben, Herr, mein Licht, Bis einst das Herz mir bricht! 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Dich, meinen Herrn und 2. Ich will dich lieben, o mein meinen Gott; Dich lieben auch Leben, Dich, meinen ewig treuen bei Schmach und Hohne, Und in Freund! Ich will dich lieben und der allergrößten Noth. Ich will erheben, So lang dein Gnaden- dich lieben, ew'ges Licht, Bis einst licht mir scheint. Ich will dich das Herz mir bricht! ( 164) lieben, Gottes Lamm, Erwürgt am Kreuzesstamm! Mel. Herzlich lieb hab' ich 2c. 613. Von Herzen lieb' ich dich, o Herr! Verleihe du mir 3. Ach, daß ich lange dich verfannte, Du hochgelobter Heiland, du! Daß ich nicht früher mein immer mehr Die Fülle deiner dich nannte, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! O wie ist tief mein Herz betrübt, Daß dich's so spät Gaben. Die ganze Welt erfreut mich nicht; Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Auch wenn mein Herz im Tode bricht, Bist du doch meine Zuversicht, Du, meines geliebt! Eigne Melodie. 612. Sch 4. 3ch ging verirrt und war verblendet; Ich suchte Heil, und fand es nicht. mich zugewendet, Gab mir nicht Troft, nicht Zuversicht; Doch nun iſt es durch dich gescheh'n, Daß ich mein Heil geseh'n. Die Welt, der ich Herzens höchstes Gut, Der mich erlöst hat durch sein Blut. Herr Jesu Christ, Mein Heil und Licht, mein Gott und Herr, Verlaß, verlaß mich nimmermehr! 368 Pflichten gegen Christum. 2. Es ist ja dein Geschenk und Noch immer Jedem bei, Und Gab' Leib, Seel' und Alles, was wenn dir Reiner bliebe, So bleibst ich hab' In diesem armen Leben. du dennoch treu. Du kamst ja für Gib, daß ich's deiner Ehre weih', die Sünder, Für der Verlor'nen Und meinem Nächsten nüßlich Glück; Du rufft verirrte Kinder fei Mit dem, was du gegeben. 3u ihrem Gott zurück. Behüte mich vor falscher Lehr'; 4. Ich habe dich gefunden; In mir den rechten den rechten Glauben Laß du auch nicht von mir! Laß mehr'; In allem Kreuze stärke innig mich verbunden Auf ewig mich, Daß ich es trage williglich. sein mit dir! O laß auch die dich Herr Jesu Christ, Mein Heil und finden, Die jetzt noch dich verLicht, mein Herr und Gott, Hilf schmäh'n; Laß sie dein Heil emmir auch in der letzten Noth! pfinden, Und deinen Ruhm er( 68) 3. Laß deinen Engel bei mir höh'n! sein, Der mich nach überstand'ner Pein Zur Ruh' des Himmels Mel. Was Gott thut, das ist z. trage. Den Leib laß sanft im 615. Dich, Jeſum, laß ich Grabe ruh'n, Bis du erscheinst, ewig nicht! Dir bleibt mein Herz es aufzuthun An jenem großen ergeben. Du kennst dies Herz, das Tage. Alsdann erweck' vom Tode redlich spricht: Nur Einem will mich, Daß meine Augen schauen ich leben!" Du, du allein, Du sollst dich In selger Ruh', o Gottes- es sein, Du sollst mein Trost auf sohn, Mein Mittler und mein Erden, Mein Glück im Himmel Gnadenthron. Herr Jesu Christ, werden. Mein Licht und Heil, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. ( 163) Mel. Valet will ich dir geben 2c. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht! Ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht Und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund Hat festen Grund; Die deiner sich nicht schämen, Die kann dir Niemand nehmen. 614. Wenn Alle untreu werden, So bleib' ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden 3. Dich Jesum laß ich ewig Nicht ausgestorben sei. Für mich nicht! Aus göttlichem Erbarmen umfing dich Leiden, Sankst du in Gingst du für Sünder in's Ge Todesschmerz; Drum geb' ich dir richt, Und littest für mich Armen. mit Freuden Auf ewig dieses Herz. Aus Dankbarkeit Will ich erfreut, 2. Oft muß ich bitter weinen, Um deines Leidens willen, Daß du gestorben bist, Und Man- Pflicht der Treu' erfüllen. cher von den Deinen Dich lebens4. Dich Jesum laß ich ewig lang vergißt. Von Liebe Von Liebe nur nicht, Dich, Gottes größte Gabe! durchdrungen, Hast du so viel ge- Ich weiß, daß mir fein Gut ge than, Uns ew'ges Heil errungen, bricht, Herr, wenn ich dich nut Und Wen'ge denken d'ran. habe! Ich mag der Welt Für Gut 3. Du stehst, voll treuer Liebe, und Geld, Wonach die Eiteln Die Liebe und Dankbarkeit. 369 laufen, Den Heiland nicht er- thum Ganz mich hin in seine faufen. Hände. Er ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht! 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht! Das Kreuz soll mich nicht scheiden! Es bleibet jedes Christen Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. Und all mein Leid Währt furze Zeit; Und Ruh' ist noch sterben, und das matte Herz nun vorhanden, Wenn ich es über- bricht; Laß ich meinen Jesum nicht! standen. 4. Dort auch laß ich Jesum 3. Wenn mein sterbend Aug' verlischt, Und die Lippen sich entfärben, Mich kein Labsal mehr erfrischt, Alle Sinnen mir er6. Dich Jesum laß ich ewig nie, Hange stets an seinen Blicken; nicht! Nie soll mein Glaube Denn nach dieses Lebens Müh' wanken! Und wenn des Leibes Will er ewig mich erquicken. Ewig Hütte bricht, Sterb' ich mit dem strahlt mir dort sein Licht: Gedanken: Mein Freund ist meinen Jesum laß ich nicht! mein, Und ich bin sein: Er ist 5. Weder Welt noch Himmel mein Schuh, mein Tröster, Und ist's, Was des Herzens Wünsche ich bin sein Erlös'ter." Eigne Melodie. ( 108) stillet: Du nur, o mein Jesu, bist's, Der mein ganzes Herz erDich, bei dem mir nichts füllet! 616, Meinen Jejum laß ich gebricht, Dich, mein Jeſu, laß ich nicht, Weil er sich für mich ge- nicht! geben! Sollt' ich nicht aus Dank 6. Dich, mein Jesu, halt' ich und Pflicht An ihm hangen, für fest, Lasse Nichts von dir mich ihn leben? Er ist meines Lebens scheiden! Weh' euch, die ihr sein Licht; Meinen Jesum laß ich nicht! vergeßt! Jhr beraubt euch ew'ger 2. Jesus ist mein Theil und Freuden. Selig aber, der da Ruhm Bis an meines Lebens spricht: Meinen Jesum laß ich Ende. Ihm geb' ich zum Eigen- nicht! ( 93) Bekenntniß, Gehorsam und Nachfolge. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. tode, frei Seine Märtyrer bekannten, 617. Du, des Baters Ein- und treu: Dich, Herr, will auch geborner, Jesu, Herr, der Herr- ich bekennen, und mich deinen lichkeit! Du, für uns zum Heil Jünger nennen. Mund und That Erforner, Geber aller Seligkeit, soll Zeuge sein, Daß du mein bist Der auch mich mit Gott ver- und ich dein! föhnet, Und den Gott mit Preis 3. Wenn die betende Gemeine gekrönet: Sollt' ich nicht, ich Dich um Licht und Gnade fleht; Preis und Lobge- Wenn im heiligen Vereine bin ja dein Sie jang dir weih'n? dein Todesmahl begeht: Mit der 2. Den in Trübsal, Schmach Menge deiner Frommen Will und Banden, Selbst im Qualen auch ich, mein Heiland, kommen, 24 - - 370 Pflichten gegen Christum. Und vor Aller Angesicht Leuchte mein Glücke, Und ist doch zuwimeines Glaubens Licht! der dir; O, so nimm es bald zu4. Mitten in dem Weltgetöse rücke: Jesu gib, was nüket mir. Sei mein Herz von dir erfüllt, Mein Erlöser, treu und mild, Steh' in seiner stillen Größe Vor Nimm mich hin,:,: mach's, wie der Seele mir dein Bild! In die du willt!:,: stillsten Einsamkeiten Soll die 4. Und vollbringe deinen WilLiebe mich begleiten, Die nur len Durch mich und an mir, mein Dich sucht, dich nur meint, Allertreuster Seelenfreund! 5. Deine Stimme will ich hören, Thun, was mir dein Wort deinem Bild, Gott! Was du willst, laß mich erfüllen, Wie im Glück, so in der Noth. Sterb' ich, sei's nach Herr, wann, wo gebeut. Wahrheit nur sind deine:,: und wie du willt.:,: Lehren; Dein Gebot ist Selig- 5. Sei, o Jesu, stets gepriesen! teit. Deine Liebe soll mich drin- Meines Herzens Troft bist du. gen, Deinen Willen zu voll- Weil du dich so treu bewiesen, bringen. Der nur liebt dich, Heil Sag' ich still mit Seelenruh': der Welt, Der dein Wort von Christus hier, mein Lohn, mein Herzen hält! Schild! Mir ergeh's, Herr, wie du willt!:,: ( 182) 6. Deiner will ich nie mich schämen, Auch vor Spötterrotten nicht; Will dein Kreuz gern auf Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. mich nehmen, Treu ſein, bis mein 619. Lasſet uns mit Jeſu Auge bricht. Die hienieden mit ziehen! Wer ihn liebet, folgt ihm dir leiden, Erben dort auch deine nach. Lasset uns der Welt ent Freuden; Die mit dir zum Tode fliehen, Geh'n die Bahn, die er geh'n, Folgen dir zu Gottes uns brach. Auf des Glaubens Höh'n! Eigne Melodie. ( 83) Sonnenwege, Auf der Liebe Himmelsbahn Laffet uns dem Himmel nah'n, Nie ermüdend, 618. Jejus, Sesus, Jesus, Nichts, niemals träge. Treuer Jesu, Geh' voran; ich als Jesus, Soll mein Wunsch bleib' bei mir! sein und mein Ziel. Jeht mach' folge dir! ich ein heilig Bildniß, Daß ich 2. Lasset uns mit Jesu leiden! will, was Jesus will; Und mein Wer ihn liebet, wird ihm gleich. Herz, von ihm erfüllt, Ruft zu Nach der Trübsal folgen Freu ihm:: Herr, wie du willt!:,: Und der Arme wird dort den, 2. Einer ist es, dem ich lebe, reich. Den mein Herz am liebsten hat. und Wonne; Einer ist es, dem ich gebe, Was mit Geduld: er mir gegeben hat. In dir ist durch Gottes Huld mein Herz gestillt: Führe mich, Regen bald die Sonne. :: Herr, wie du willt.:: 3. Scheinet was, als Thränenfaat bringt Heil Hoffnung tröstet Denn es scheint Nach dem Jeju, hier leid' ich mit dir: Dort gib sei's deine Freude mir! Vertrauen und Hoffnung. 371 3. Lasset uns mit Jesu sterben! 4. Lasset uns mit Jesu leben! Sein Tod wehret unserm Tod, Von den Todten stand er auf, Rettet uns von dem Verderben, Nahm, von Himmelsglanz umGibt uns Trost in Todesnoth. geben, zu dem Vater seinen Lauf. Laßt uns sterben, weil wir leben, Er das Haupt, wir seine Glieder! Sterben unsern Lüften ab; So Wo er lebt, da sollen wir mit ihm wird er uns aus dem Grab In leben für und für, Seine Jünger, sein Himmelreich erheben. Sterb' seine Brüder! Dir, o Jesu, leb' ich, Jesu, sterb' ich dir, Daß ich ich hier, Droben ewiglich bei dir! lebe für und für! ( 16) Vertrauen und Hoffnung. fann: Jesus nimmt die Sünder an! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 620. Jesus nimmt die Sün6. Jesus nimmt die Sünder der an, Sagt doch dieses Trost- an! Mich auch hat er angenomwort Allen, Die, fern von der men, Leitet mich mun himmelan, rechten Bahn, Noch auf Sünden- Daß ich selig zu ihm kommen, wegen wallen. Hier ist, der sie Und auch sterbend hoffen kann: retten kann; Jesus nimmt die Jesus nimmt die Sünder an. ( 133) Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir mel. Straf' mich nicht in deinem 2c. werth; Dennoch hat in seinem Worte Er sich gnadenreich erflärt, 621. Dich, o Jeju, meinen Und des ew'gen Lebens Pforte Freund, Hab' ich treu erfunden! Dem, der glaubet, aufgethan: Wenn mein Herz verzagend weint, Jejus nimmt die Sünder an. Fließt in bangen Stunden Trost 3. Was in Wüsten sich verlor, und Ruh Sanft mir zu, Und die Suchet er, ein treuer Hirte; Hebt, schweren Plagen Lern' ich still was strauchelte, empor, Bringet wieder das Verirrte; Beiget ihm die rechte Bahn: Jesus nimmt die ertragen. 2. Wenn mir aller Schuß entgeht, Freunde mich verlassen, Jeder meine Unschuld schmäht, Sünder an. Kann ich 4. Kommet alle, kommet her; Neidische mich hassen; Kommet, ihr betrübten Sünder! mich, Herr, durch dich Stärken Jejus rufet euch, und er Sammelt im Vertrauen, Freudig aufwärts um sich Gottes Kinder. Auf, und schauen. lajjet ihm uns nah'n; Jesus nimmt die Sünder an. 3. Stürzt der Erde Glück und Pracht; Sinkt nur, schwache 5. Nun denn, reuvoll komm' Stüßen! Herr, bei dir ist Huld ich hier, Und bekenne meine Sün- und Macht; Du willst gern mich den. Laß, mein Heiland, mich bei schüßen. Stürme flieh'n Vor dir dir Gnade und Vergebung finden. hin; Alles, was mich kränket, Daß dies Wort mich trösten Wird zum Heil gelenfet. 24* 372 Pflichten gegen Christum. Doch in ihr lebt das Vers 4. Fühl' ich mich im Glauben| Erbangen Zittert meine schwache schwach, Schwach zu guten Wer- Brust; fen; O, dann eilest du mir nach, langen Nach des Himmels heil'ger Eilest, mich zu stärken. Das Ge- Lust. Keinen Trost seh' ich richt Schreckt mich nicht; Denn Erden; Trüb ist Alles, öd' und auf deinem Pfade Find' ich Heil leer: Soll der Himmel mir nicht und Gnade. werden, Hab' ich nichts zu hoffen mehr. 3. Nimmermehr fann ich ge= Nimmer fann ich freudig 5. Ach, wenn einst mein Auge bricht, Und mein Herz erstarret; Dann, auch dann vergeß' ich nesen, nicht, Was noch meiner harret. sein, Kommst du nicht, mich zu erlöHerr, du starbst, Und erwarbst sen, Und zu lindern meine Pein. Sterbend mir das Leben; O wie Durch die Leidensnacht, so trübe, fönnt' ich beben! Dringt fein andrer Sonnenblid, 6. Ja, mein Heiland, feine Als nur deine ew'ge Liebe Und, Noth Soll von dir mich scheiden. in ihr, das ew'ge Glück. Selbst das Leiden, selbst der 4. Laß, o laß, Herr, diese Tod Ist ein Quell der Freuden. Sonne Auf in meiner Seele geh'n! Folg' ich nur Deiner Spur; So Laß mich deine Lebenswonne, wird einst am Throne Mir dein Alle deine Gnade jeh'n! Neige Heil zum Lohne. ( 142) dich zu mir hernieder, Kühle meine Mel. Wo ist Jesus meine Liebe 2c. heiße Gluth! Ach, in dir nur leb' ich wieder, Und in dir wird Alles 622, Jeju, der du einst gut. gerungen, Wie kein Herz auf 5. Heiland, Hilfe, Trost der Der den höchsten Deinen! Dich, o Jesu, half ich Schmerz bezwungen, Den kein fest. Du mit mir und mit den Andrer noch bezwang: Sende Meinen! Was ist's, das mich deinen Gottesfrieden Von dem sinken läßt? Aus der armen Himmel gnädig mir! Kämpfend Welt voll Schmerzen Nimmst du führ' ich mich ermüden; Müde mich zu dir hinan, Und dem fast flieh' ich hin zu dir. Erden rang; verzagten Herzen Ist der Himmel Sieh, von schmerzlichem aufgethan. ( 143) III. Pflichten in Beziehung auf uns selbst. oud Selbstachtung und Selbstliebe überhaupt. Mel Die Tugend wird durch's c. heit, diesem Ehrenstand! Ich fann dich lieben, ehren, loben; Bei dir 623. Wie hoch hast du dort ist mein Vaterland. Mein mich, Gott, erhoben Zur Mensch- Geist, bestimmt, noch fortzuleben, Selbftachtung und Selbstliebe. 373 Wenn dieser Leib in Staub zer-| mich nach Glückt, Ich möchte stets fällt, Wird über Sonnen sich mich freu'n; O laß doch diesen erheben Zu Wohnungen der Trieb Nie mein Verderben sein! bessern Welt. 2. Gib, daß mein ganzes Herz 2. Und selbst mein Leib bleibt Sich deiner Liebe weihe, Und daß nicht im Grabe, Bleibt nicht im in Allem ich Dein Auge findlich Staube hier zurück; Ich weiß, scheue. Wer, als ein Christ, sich daß ich die Hoffnung habe: Auch liebt, Der flieht auch als ein er nimmt Theil an meinem Glück. Christ, Was wider deine Furcht Er wird, unsterblich und voll- und Menschenliebe ist. fommen, Dem Leibe Christi ähn- 3. Kein schnöder Eigennut lich sein, Und sich mit den Beherrsche meine Seele; Und berflärten Frommen Der neuen Himmelswürde freu'n. wenn zu meinem Glück Jch Weg' und Mittel wähle, So laß mich 3. Erinnre mich an diese stets dabei Auf Recht und WahrWürde, Gott, dessen Hand dazu heit schau'n, Auch nie mein Wohlmich schuf! Sie sei mir bei des ergeh'n Auf And'rer Elend bau'n. Lebens Bürde Ermunt'rung, 4. Nie blende mein Gemüth Trost und Tugendruf; Sie lehre Der Eitelkeiten Schimmer; Die mich mit Sorgfalt meiden, Was Welt mit ihrer Lust Vergeht doch meinen Menschenwerth entehrt. einst auf immer. Was hilft uns Ist jene Welt mit ihren Freuden kurze Lust? Was hilft uns eitle Nicht jedes größten Opfers Pracht? Nicht ein vergänglich werth? Gut Ist's, was uns glücklich 4. Getreu dem himmlischen Be- macht. rufe, Will ich auf dich, mein 5. Ein Gott ergeb'nes Herz, Bater, seh'n, Um stets zu einer Ein ruhiges Gewissen, Nur das höhern Stufe hinanzugeh'n. Der Heiligkeit allein tann uns Des Lebens Last Mein Ziel sei: versüßen; Das bleibt uns auch frei von allen Mängeln, Zu seh'n im Tod, Und folgt uns aus der in deinem Licht das Licht, zu Zeit mit seinem Segen nach Bis schauen dich mit deinen Engeln in die Ewigkeit. Von Angesicht zu Angesicht.( 119) Mel. O Gott, du frommer 2c. 6. O selig, wer danach Mit heil'gem Eifer trachtet, Und für sein größtes Glück, Gott, deine 624. Dein Wille ist's, o Guade achtet! Der liebt allein Gott, Ich soll mich selber lieben! sich recht, Ist glücklich in der Zeit, D, laß mich diese Pflicht Nach Und selig einst bei dir In alle deiner Vorschrift üben! Ich sehne Ewigkeit. ( 34) Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. wicht'ge Frage! Gott, lehre fie mich recht versteh'n! Gib, daß ich 625. Wer bin ich? welche mir die Wahrheit sage, Um mich 374 Pflichten gegen uns selbst. so, wie ich bin, zu seh'n. Wer sich kennst den Rath der Seelen. Ich nicht selbst recht kennen lernt, nahe mich zu dir; Voll Demuth Bleibt von der Weisheit weit bitt' ich dich, Gib Selbsterkenntniß entfernt. mir, Daß ich nicht täusche mich. 2. Ich bin ein Werk von deinen 2. Jch bin ein Chrift, getauft, Händen; Du schufft mich, Gott, zu deinem Preis! Leben anzuwenden, Das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigenthum Auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? Mein Gott, auf deinen Namen, Dazu mein Erfüllt' ich jede Pflicht Des Christenthums, und tamen Die Werke, die ich that, Aus Liebe und aus Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, So ehr' ich Christum nicht. 3. Jch bin ein Christ nach dem 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt? Bekenntniß: Herr, bin ich das Hab' ich mein ganzes Leben Der auch in der That? Ach, öffne du Heiligung geweiht, Mein Herz mir das Verständniß, Recht ein- dir ganz ergeben? Hat mich dein zuseh'n, ob ich den Pfad, Den Unterricht Gebessert und erfreut? Jesus mir gewiesen, geh', Und ob War ich, was er befiehlt, zu thun ich fest im Glauben steh'. auch stets bereit? 4. Du fennest meines Herzens Tiefen, Die mir selbst unergründlich sind; Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Ob ich sei Christo gleichgesinnt. Befreie mich vom falschen Wahn, Der auch den Frommen täuschen kann! 4. Vertraut' ich standhaft dir In Kummer, Noth und Leiden? Dankt' ich dir für mein Glüd? Blieb ich bei meinen Freuden Dir findlichtreu; war ich Auf's Ewige bedacht; Und hab' ich jeden Tag So, wie ich soll, vollbracht? 5. Was mir zu meinem Heil 5. Gebraucht' ich meinen Geist noch fehlet, Mein Vater, das Mit allen seinen Kräften, Den entdecke mir! Hab' ich der Wahr- Willen und Verstand zu nüh heit Weg erwählet; Hilf mir ihn lichen Geschäften? Hab' ich für wandeln für und für! Bin ich meinen Leib Mit Weisheit stets vom rechten Pfad noch fern; Lehr' gewacht, und keine böse Lust Ge mich ihn suchen, Geist des Herrn! nährt und angefacht? 16. Ich muß es einmal doch er6. Hab' ich die, die du mir fahren, Was ich hier war und Zur Aufsicht anvertrauet, Durch hier gethan. O laß mich's nicht eignes Beispiel gern Gebessert bis dahin sparen, Wo Reue Nichts und erbauet? Sorgt' ich stets für mehr helfen kann! Hier mache ihr Wohl, Für ihre Seligkeit, Und mich zum Himmel flug, Und frei straft' ich ihr Vergeh'n Mit Ernst von schnödem Selbstbetrug!( 34) und Freundlichkeit? Mel. O Gott du frommer 2C. 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschen626. Gott, du erforschest liebe? Und regten sich in mir Des mich; Dir kann ich nichts ver- Mitleids edle Triebe Bei meiner hehlen! Du siehest jede That; Du Brüder Noth? Floh ich des Stol Selbsterkenntniß und Demuth. 375 zes Reiz? Verschloß ich Aug' und| len So eifrig zu erfüllen, Als es Herz Der Habsucht und dem dein Wort gebeut? Thu' ich's aus Geiz? reinem Triebe Der Dankbarkeit Wird's nie durch 8. Hab' ich, wie Jesus that, und Liebe? Gesegnet, die mir fluchten? Hab' Eigensucht entweiht? ich auch die geliebt, Die mir zu 3. Der Sünden meiner Jugend, schaden suchten? Beherrscht' ich Der Mängel meiner Tugend, O stets den 3orn? Zeigt ich Ber- Herr, gedente nicht! Willst du mit jöhnlichkeit? Erregte nie in mir deinen Knechten, Wie wir's verDer Brüder Glück den Neid? dienen, rechten; So trifft uns alle dein Gericht. 9. War ich der Unschuld Trost, Und hab' ich sie vertheidigt? Hab' 4. Doch wenn auch, dir zur ich durch Härte nie Den Dürf Ehre, Rein meine Tugend wäre, tigen beleidigt? Brach ich den So ist sie's, Herr, durch dich! Du Hungrigen Mein Brod, und that gabst mir Lust und Kräfte zum ich's gern? War Uebermuth und Heiligungsgeschäfte; Troy Und Herrschsucht von mir fern? Dein Geist wirkt in mir und durch mich. 5. Was ich nur Gutes habe, 10. Allwissender, wer kann, Ist deine milde Gabe, Du Herr Wie oft er fehle, merken? Sei der ganzen Welt! Du fegnest gnädig, handle nicht mit mir meine Tage; Ihr Glück und ihre nach meinen Werken! Vergebung Plage Schickst du, wie es dir ist bei dir. Laß ihren Trost auch wohlgefällt! mein, Und mich dadurch gestärkt Zum Fleiß der Beff'rung sein. ( 210) 6. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem Leben Viel Gutes widerfährt? Ich bin viel zu geringe Der Huld, die ich besinge, Die Alles, Alles mir Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. gewährt. 627. Gib, Gott, wenn ich dir diene, Daß ich mich nie erfühne, Darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen Werfen, Wie 7. Das nüßlich anzuwenden, Was du mit Vaterhänden Mir gnädig zugewandt; Dein treuer oft er fehlet merken, Wer ist von Knecht zu werden, Das sei mein Mängeln völlig rein? Fleiß auf Erden; Dazu gib De2. Such' ich stets deinen Wilmuth und Verstand!( 55. 34) Aufmerksamkeit auf sich selbst, Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. deines Herzens Tiefen, Und traue nicht! Sei wach628. Versäume nie, dich sam, weil nur allzuleicht Die Luft felbst zu prüfen; Dies ist des am Bösen dich beschleicht. Christen stete Pflicht. Erforsche 2. Du sprichst: ich hasse falsche 376 Pflichten gegen uns selbst. Tüdke, Zorn, Hoffahrt, Eitelkeit was wäre sie, Wenn sie nicht und Geiz. Besiegst du auch mit tämpfen müßte? gleichem Glücke Die Mißgunst 2. Die hier sich ihrer Laster und der Lüste Reiz? Wer nicht freu'n; Trifft die kein Schmerz die Lafter alle dämpft, Hat noch hienieden? Sie sind die Sclaven nicht, wie er soll, gekämpft. eigner Pein, Und haben keinen 3. Oft ruhen manche böse Frieden. Der Fromme, der die Triebe Aus Mangel der Gelegen- Lüfte dämpft, Hat oft auch seine heit: Dann schmeichelt dir die Leiden; Allein der Schmerz, mit Eigenliebe, Du seist von ihnen dem er kämpft, Verwandelt sich ganz befreit. Vielleicht ist nicht in Freuden. mehr weit dahin, Daß sie dich in ihr Nege zieh'n. 3. Des Lasters Bahn ist Annisi fangs zwar Ein breiter Weg 4. Bald überrascht mit stolzen durch Auen; Allein sein Fortgang Freuden Uns ein verblendend wird Gefahr, Sein Ende Nacht schimmernd Glück; Bald stürzet und Grauen. Der Tugend Pfad uns in Gram und Leiden Ein un- ist Anfangs steil, Läßt Nichts, als erwartet Mißgeschick: Bald ist es Mühe blicken; Doch weiter fort Lust, bald Traurigkeit, Die hier führt er zum Heil Und endlich den armen Geist zerstreut. zum Entzücken. 5. Wie schwer ist's nicht, dem 4. Nimm an, Gott hätt' es Fall entgehen In der verführungs- uns vergönnt, Nach unsers vollen Welt! Ach, wer sich dünket, Fleisches Willen, Wenn Wolluft, fest zu stehen, Der sehe zu, daß er Neid und Zorn entbrennt, Die nicht fällt! Der beste Vorsak ist Lüste frei zu stillen; Nimm an, doch schwach, Und die Versuchung Gott ließ den Undank zu, Den tauſendfach. sta Frevel, dich zu fränken, Menschenhaß: was würdest du Von diesem Gotte denken? Den 6. Wie selig werden wir einst leben, Wenn, von des Leibes Fesseln frei, Wir ewig, Herr, dein 5. Ihn fürchten, das ist WeisLob erheben, Unwandelbar der heit nur, Und Freiheit ist, sie wäh Tugend treu! Dort werden wir len. Ein Thier folgt Trieben der von Sünden rein, Und sicher vor Natur; Ein Mensch dem Licht Verführung sein. h Mel. Durch Adams Fall ist ganz 2c. 629. Oft flagt dein Herz, der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr lich werden! Lob, ihr Ruhm? Gott ewig ähnwie schwer es sei, Den Weg des 6. Lern' nur Geschmack am Herrn zu wandeln, Und Gott und Wort des Herrn Und seiner deinen Pflichten treu 3u denken Gnade finden, Und übe dich geund zu handeln. Wahr ist's, die treu und gern, Dich selbst zu überTugend kostet Müh'; Ihr wider- winden. Wer Kräfte hat, wird steh'n die Lüfte: Doch richte selbst, durch Gebrauch Noch mehr von Selbstbeherrschung und Selbstüberwindung. 377 Gott bekommen; Wer aber nichts frönt. Wie hat der Herr gestrithat, dem wird auch Das, was er hat, genommen. 7. Du streitest nicht durch eigne Kraft, Drum muß es dir gelinten; Der Herr, der uns mit Gott versöhnt, Er, der für uns gelitten Am Delberg und am Kreuze! d2. Miterben, haltet an und seht gen. Gott ist es, welcher beides Empor zum großen Lohne! Ge= schafft, Das Wollen und Voll- trost! durch uns're Feinde geht bringen. Gab je ein Vater einen Stein Dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte! Der Weg zu jener Krone. Ob Tausend auch zur Rechten euch, 3ur Linken Tausend sänken; Wanft dennoch nicht! Gott wird sein Reich, Wird Kraft zum Streit euch schenken, Wenn ihr nicht muthlos weichet. 8. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel selger Geister. Ihn zeigte dir und ihn betrat Auch 3. 3war groß ist eures Kampfs er, dein Herr und Meister. Dich Gefahr; Doch darf sie euch nicht müsse nie des Frechen Spott Auf schrecken. Gott ist mit euch, und diesem Pfade hindern; Der wunderbar Wird Gottes Schutz wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, euch decken. Er stärkt, der mächUnd nicht bei Menschenkindern! tig stärken fann, Wenn wir um 9. Sei start, sei männlich alle- Hilfe flehen. Er reicht die Wafzeit! Tritt oft an deine Bahre; fen: legt sie an; So könnt ihr Vergleiche mit der Ewigkeit Den muthvoll stehen, Und freudig Rampf so turzer Jahre. Das überwinden. Kleinod, das dein Glaube hält, 4. Löscht aus, mit Gottes Wird neuen Muth dir geben, Kraft erfüllt, Des Bösen Flam= Und Kräfte der zukünft'gen Welt, menpfeile! Ergreift, ergreift des Die werden ihn erheben. Glaubens Schild; Schüßt euch 10. Und endlich, Christ, sei mit Christi Heile, Mit dieſem unverzagt, Wenn dir's nicht im Helm auf eurem Haupt, Und mit mer glücket, Wenn dich, so viel des Geistes Schwerte: Das ist's, dein Herz auch wagt, Stets neue das selbst der Tod nicht raubt, Schwachheit drücket. Gott sieht Das mächtige, bewährte, Das nicht auf die That allein; Er sieht feste Wort des Lebens. 5. Wer überwindet, soll den Dies Tod, Den ewigen, nicht sehen. ( 55) Verging er auch in seiner Noth, Mel. Es wolle Gott uns gnädig 2c. Dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, auch auf den Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein; muß dein Herze stillen. 630. Ihr Mitgenossen, auf Nach seinen kurzen Leiden, Wird zum Streit, Damit uns Gott be- ihn der Herr der Herrlichkeit Mit lohne! Es gilt das Reich der Herr- seines Himmels Freuden, Mit lichkeit, Der Ueberwinder Krone. ew'ger Wonne lohnen. Der Weichende wird nicht ge6. Ach, Hüter, ist die Nacht 378 Pflichten gegen uns selbst. bald hin, Die dunkle Nacht der du Gottes Ebenbild, Von wilder Erden? Wenn ich einst Ueberwinder bin, Fleischeslust erfüllt? Wird Licht das 5. Ist's Sünde nur, die That Dunkel werden. Des Sieges vollbringen, Die selbst vor Mentages Morgenstern Erglänzt von schen dich entehrt? Sollst du nicht Gottes Höhen! Bald bricht er auch den Trieb bezwingen, Der an, der Tag des Herrn! Am des Verbotenen begehrt? Gott Thron werd' ich dann stehen, ist's, der in's Verborg'ne sieht, Und Alles, Alles erben!( 94) Dem kein Gedank', fein Wunsch Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. entflieht! Reiz zu 6. Kannst du ihm findlich froh vertrauen, Wenn böse Lust dein Laß, 631. Der Lüste widerstreben, Höchster, Herz entweiht? Kannst du dereinst meine Weisheit sein. Sie sind sein Antlig schauen Und seines ein Gift für unser Leben, Und Himmels Herrlichkeit, Wenn nicht ihre Freuden werden Pein. Drum hienieden schon dein Geist Der fleh' ich demuthsvoll zu dir: O Lüfte Herrschaft sich entreißt? schaff' ein reines Herz in mir! 7. Denk' oft den mächtigen 2. Die Lust verkürzet uns're Gedanken: Nur Unschuld sei der Tage, Verzehret selbst des Kör- Seele Glück. Der halte, fängst pers Kraft; Verachtung, Armuth, du an zu wanken, Dich von dem Noth und Plage Sind Früchte Falle noch zurück. Es fühlt die wilder Leidenschaft. Der haßt schuldbefleckte Brust Nie mehr der sich selber, der sie liebt, Und sich Unschuld reine Lust. in ihre Fesseln gibt. 8. O, pflanze selbst in meine 3. Sie raubt dem Herzen Seele Rechtschaff'ne Lieb' und Lust Muth und Stärke, Schwächt den zu dir! Gott, was ich denke, was Verstand, der Seele Licht. Sie ich wähle, Bezeuge deine Lieb' in lähmt den Eifer guter Werke, mir! Dich lieben als dein EigenRaubt Ernst und Lust zu jeder thum, Das sei allein mein Heil Pflicht; Führt Reue, führt Ge- und Ruhm. wissenschmerz In das von ihr zerriff'ne Herz. 9. Dann werd' ich siegreich überwinden, Und Herrscher meiner 4. Der Mensch sinkt unter Lüste sein. Dann werd' ich Gnade ihrer Bürde zur Niedrigkeit des vor dir finden, Mich ewig deiner Thiers herab. Er schändet und Liebe freu'n, Und an dem Ende entehrt die Würde, Die ihm sein meiner Bahn Der Ueberwinder heil'ger Schöpfer gab. Wie wärst Kron' empfah'n! ( 55. 126) Weltverlengnung und Streben nach höheren Gütern, als diese Welt geben kann. Mel. Sollt' es gleich 2c. ten, Die in Strömen sich verbreiten Durch der Schöpfungen Ges 632. Urquell aller Seligkei- biet; Bater, hör' mein flehend Lied! Weltverleugnung. 379 2. Nicht um Güter dieser geplagter müder Geist! Gib gute Erden, Des erhab'nen Geist's Nacht Der Erde Pracht! Nach Beschwerden, Nicht um eitle Besserm sehnet sich mein Herz; Weltluft fleht, Gnadenvoller, Es geh' mein Wandel himmelmein Gebet! wärts. 3. Schätze, die ftäuben, mir nie ver2. Jhr Berg' und Hügel! hebt Güter, welche ewig euch immer Empor in stolzer bleiben, Güter, eines Christen Herrlichkeit! Sie bleibet nicht; werth, Sind es, die mein Herz begehrt! 4. Geber aller guten Gaben! Festen Glauben möcht' ich haben, Wie ein Meerfels unbewegt, Wenn an ihn die Woge an an ton bie 201 schlägt. 5. Liebe aus dem Himmel stammend, Immer rein und immer flammend, Liebe, die für Andre lebt, Und ihr Heil zu fördern strebt. ihr fallt in Trümmer Gleich allen Dingen dieser Zeit! Habt gute Nacht! Ich hab's bedacht: Fürwahr, mir ist es hohe Zeit, Zu fliehen die Vergänglichkeit! 3. Ihr seid ja wohl, ihr grünen Auen, Im Sommer lieblich anzusehn. Doch bald wird man an euch auch schauen, Wie alle Schönheit muß vergeh'n. Drum gute Nacht! Nimm dich in Acht, Mein Herz; du liebest von Natur Nur allzugern die Creatur. 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, Wenn die Welt mir 4. Hast du bisher zu sehr geAlles raubte, Hinblickt, wo sie liebet, Was deine Zeit und Kraft wonnevoll Alles wiederfinden soll: verzehrt; Entsag' ihm jetzt: sei 7. Duldung, alle Lebens- nicht betrübet, Wenn Gott dir plagen, Mit Gelassenheit zu den Genuß verwehrt. Gib gute tragen; Stilles Harren, bis der Nacht! Auf, es erwacht Des Tod Mich erlöst von dem Gebot: Geistes heil'ger Trieb in mir 8. Und dann Christenmuth Nach dem, was bleibet für und im Sterben, Wenn die Lippen für. sich entfärben; Wenn das matte Herz nun bricht, Trost und starke Zuversicht: 5. Hinweg, du schnöde Eigenliebe! Du läsfest doch die Seele leer. Nur Gott gehöret meine Liebe; Jhm nur gebühret Preis und Ehr. Nun gute Nacht, Was 9. Willst du, Herr von meinem Leben, Diese Seligkeit mir geben; Heil dann, Vater, ewig mir! eitel macht! Ich gehe von mir Ewig Preis, Anbetung dir! selber aus, Und ziehe in des Vaters ( 179) Haus! Eigne Melodie. 6. Ach, löse selbst des Geistes Mach' mich von 633, Entfernet euch, ihr allen Banden frei. Hilf', Jeju, matten Kräfte Von Allem, was Eines mir erringen, Daß ich ganz nur irdisch heißt! Baß ruh'n die dir ergeben sei. Welt, gute Nacht! weltlichen Geschäfte, Mein lang Vergebens lacht Dein Reiz, der 380 flichten gegen uns selbst. mich so oft bethört Und nie, was er versprach, gewährt. Nun 8. Verbirg' mich, Herr, in stillem Frieden; Gib Ruhe mit 7. O selge Freiheit, hoher in deinem Schoos! Mach mich Friede, Wenn Erdenforge mich von Allem abgeschieden, Und nicht drückt; Wenn mich, der Er- von den Creaturen los! denleiden müde, Ein Blick nach gute Nacht! Die Liebe macht, jener Welt entzückt! Gram, gute Daß ich die Welt verleugnen Nacht Sei dir gesagt, Weil ich fann, Und sehne mich nur himbereits in meinem Sinn Als melan! Himmelsbürger König bin! Sorge für die Seele und ihr Heil durch christliche Weisheit, edeln Wahrheitssinn, Herzensreinheit und Frömmigkeit. Mel. Kommt Her zu mir, spricht 2c. ergeb', Und was ich hier im Fleisch noch leb', Laß mich im 634. Herr, meiner Seele Glauben leben An dich, Sohn großen Werth, Den mir dein Gottes, der du mich So hoch theures Wort erklärt, Laß mich geliebt hast, daß du dich Für mich mit Ernst bedenken, Und auf die dahingegeben. Sorge für ihr Wohl, So unermüdet, als ich soll, Den größten Eifer lenken! 6. In meiner ganzen Pilgerschaft Laß mich, gestärkt durch deine Kraft, Nach jenem Kleinod 2. Wie hoch ist sie von dir trachten, Das mir dein Ruf vor geacht't! Welch Glück hast du ihr Augen stellt, Und alle Leiden zugedacht, Wie viel an sie gewen- dieser Welt Für nichts dagegen det! Du schufft sie, Gott, dein achten! Bild zu sein, Und hast es in ihr zu erneu'n, Selbst deinen Sohn gesendet. 7. Wie werd' ich dann so selig sein! Schon hier werd' ich mich deiner freu'n, In dir, Gott, ruhig leben; Und du wirst nach vollbrachter Zeit Auch mich gewiß feit, Lebt sie im Fleisch auf Erden, zur Herrlichkeit In deinem Reich Durch Glauben und Gottseligkeit erheben! 3. 3u groß für diese kurze Zeit, Bestimmt zum Glück der Ewig( 34) 3u größerer Vollkommenheit Im Himmel reif zu werden. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2. 4. Mit großer Treue willst du fie Selbst durch des Lebens furze 635. Nach meiner Seele Müh' zu diesem Ziele führen. Seligkeit Laß, Herr, mich eifrig laß mich nicht durch eigne ringen! Sollt' ich die kurze Gna Schuld Das Heil, das deine Ba- denzeit In Sicherheit verbringen? terhuld Ihr auserseh'n, verlieren! Wie würd' ich einst vor dir bes 5. Gib, daß ich dir mich ganz steh'n? Wer in in dein Reich Sorge für die Seele. 381 wünscht einzugeh'n, Muß reines stüzest? O, stärke mich, mein Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden Gott, dazu! So find' ich hier schon wahre Ruh', Und dort das ew'ge Leben. ( 34) sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Ermel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. barmen flehen; Das ist der Weg 636. Lehre, Herr, mich recht zum Leben nicht, bedenken, Den uns, o Gott, dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet! heit sei! lenten, Was die wahre WeisMeinen Fleiß auf sie zu Steh' dein Geist mir 3. Du rufft uns hier zur Hei- mächtig bei! Denn die Klugligung; Drum laß auch hier auf heit dieser Welt, Die der Thor Erden Des Geistes wahre Besse- für Weisheit hält, Fördert nicht rung Mein Hauptgeschäfte wer- mein Wohlergehen, Und wird den. Herr, stärke mir dazu den nie vor dir bestehen. Trieb; Nichts sei so groß, Nichts mir so lieb, Das ich ihm nicht aufopf're! 2. Weisheit ist's, wenn uns're Seelen Deines theuern Wortes Licht Sich allein zum Leitstern 4. Gewönn' ich auch die ganze wählen, Und mit fester Zuversicht Welt mit allen ihren Freuden, Diesem Licht sich anvertrau'n: Und sollte das, was dir gefällt, Denn die folgsam darauf Darüber flieh'n und meiden: schau'n, Darauf ihre Hoffnung Was hülfe mir's? Kann auch die gründen, Werden Heil und Leben Welt Mit Allem, was sie in sich finden. hält, Mir deine Gnad' ersehen? 3. Weisheit ist es, danach 5. Was führt mich zur Zufrie- trachten, Recht mit sich bekannt denheit Schon hier in meinem zu sein, Sich nicht schon vollkomLeben? Was kann mir Trost und men achten, Und den Eigendünkel Freudigkeit In Noth und Tod scheu'n; Gern auf seine Fehler noch geben? Nicht Menschen- seh'n, Sie gebeugt vor Gott geEifrig stets nach Bess'rung Doch sich deß nie übergunst, nicht irdisch Glück; Gottes Gnade und der Blick Nur steh'n; Auf streben, jenes Lebens Freuden. heben. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, 4. Weisheit ist es, Christum ehren, laß mich Vor allen Dingen trach- Jhin, dem Gottessohn, vertrau'n; ten, Und was mir daran hinder- Nur auf seine Stimme hören, lich, Mit edlem Muth verachten! Nur auf seinen Wandel schau'n; Daß ich auf deinen Wegen geh' Gern nach Gottes Willen thun, Und im Gericht dereinst besteh', Still in seiner Fügung ruh'n, Sei meine größte Sorge! Und wenn Leiden uns beschweren, 7. Doch was vermag ich, wenn Hoffend mit Geduld ihn ehren. du nicht Vor Trägheit mich beschüßest, Und mich zur Treu' in den, Was mit Reu' das Herz be= dieser Pflicht Mit Kräften unter- schwert, Und sich hüten vor den 5. Weisheit ist es, Alles mei 382 Pflichten gegen uns selbst. gewährt; bald verblüht, Luft, die im Genuß schon flieht, nicht für seinen Himmel achten, Nein, nach Gottes 4. Tief präg' es meiner Seele, Reiche trachten. Du Gott der Wahrheit, ein, Daß Freuden, Die der Sünde Dienst Sie bricht, wie deine Sonne, Wie Menschenruhm, der Morgenglanz hervor. Zum Licht, zur Himmelswonne, zu dir führt sie empor. 6. Weisheit ist es, stets beden- ich nur sie erwähle, Um ähnlich fen, Daß, was irdisch ist, vergeht, dir zu sein! Erinnre mein GeWunsch und Hoffnung dorthin wissen, Du hassest Heuchelei, Da= lenken, Wo das Ziel des Glau- mit ich stets beslissen Der lautern bens steht; Seine Blicke unver- Wahrheit sei. wandt Hin auf jenes Vaterland Richten, und mit Eifer streben, Für die Ewigkeit zu leben. 5. Gib Muth, sie zu bezeugen, So oft die Pflicht mich dringt. Nie laß mich blöde schweigen, 7. Diese Weisheit ist auf Erden Auch wenn Gefahr sie bringt. Uns'rer Seelen bestes Theil. Die Gib Weisheit, daß ich wisse, Wo von ihr geleitet werden, Deren ich ohn' alle Scheu Frei sie beWeg ist Licht und Heil. Diese kennen müsse, Wo Schweigen Weisheit kommt von dir; Gott, besser sei. verleihe sie auch mir! Laß sie 6. Hier leuchtet deine Wahrmich zu allen Zeiten Auf den Weg heit In schwächern Strahlen mir. des Friedens leiten. In ihrer vollen Klarheit, Schau' ich sie dort bei dir! Laß ihren Pfad mich gehen, So werd' ich, als dein ( 49. 19) Kind, Dich selbst mit Allen sehen, Die aus der Wahrheit sind! ( 19.83) Mel. Eins ist Noth, ach Herr 2. 638. Gott, von Außen und von Innen Kennest du auch mich, und siehst All' mein Laffen und 2. Wohl ihm, daß sein Ge- Beginnen, Das an's Licht hervor müthe, Herr, deine Rechte übt! du ziehst! Du kennest des innersten Ihn leitet deine Güte; Er wird Herzens Gedanken, Noch ehe sie von dir geliebt. Du wirst ihn treten in menschliche Schranken. einst erhöhen, Wenn in der Wahr- O laß mich von Herzen doch lauheit Licht Beschämt die Falschen ter stets sein, und mache mein stehen, Geschreckt durch dein Inneres redlich und rein! Gericht. 3. Der du Herz und Nieren 3. Dich kann der Schein nicht prüfest, Vater, ja, du prüfft auch trügen, In den sich Lüge hüllt. mich; Wohnst im Lichte und ver Die Wahrheit nur wird siegen; tiefest Auch in unsre Herzen dich! Du bist ihr Schirm und Schild. O werd' ich in dich nur auch tiefer Mel. Valet will ich dir 2c. 637. Wohl dem, der richtig wandelt, Der als ein Wahrheitsfreund In Wort und Werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der Recht und Treue fiebet, Und von dem Sinn der Welt, Die Trug und Falschheit übet, Sich unbefleckt erhält! n Sorge für die Seele. geleitet; Wie muthig mein Fuß zur Vollendung dann schreitet! sich Wie selig, du seligstes Wesen, in Der dir Genieß ich den Himmel dann dich hier schon, ja hier! fen. 383 2. Wie Meereswogen drängen Gedanken auf Gedanken. fühne Geist schweift ohne Leicht außer seinen SchranDa sende ihm von deinem 3. Falschheit hat dich nie be- Thron Zur Führerin- Religion! trogen, Nie getäuscht Unlauter- 3. Still ordnet ihre sanfte keit. Wahrheit hat dich ange- Hand Die fluthenden Gedanken. zogen; Dir gefällt Aufrichtigkeit. Fest hält ihr mächtig zügelnd Du schaust auch die allerver- Band Das Herz in heil'gen borgensten Wege, Wo immer ich Schranten. Sie rüstet uns mit liege und wo ich mich rege. O leite Gottestraft 3um Siege über du selbst mich die himmlische Leidenschaft. Bahn! Geh selbst mir, mein Licht und mein Führer, voran! 4. Von ihr empor getragen, steigt Vertraulich das Gemüthe 4. Gott, durch deine tausend zu dir, den kein Gedank' erreicht, Welten Blicst in's Innerste du Und freut sich deiner Güte. Sie mir! Schein und Lüge fann nicht knüpft an Staub und Grab und gelten, O Allwissender, vor dir! Zeit Gedanken einer Ewigkeit. Dem Freunde der Wahrheit nur 5. wird es gelingen, In deine all- Herr, heilige Nähe zu dringen, scheuchen die Nacht und den dunfelen Wahn, Zu wallen in Frieden gen Himmel die Bahn! Allheiligend durchdringe sie, meine ganze Seele, Daß 3u ich, so lang ich walle, nie Auch in Gedanken fehle! Nie werd' in meiner Brust gehegt, Was deine Sichtung nicht erträgt. 5. O der seligen Empfindung 6. Sei du mein heiligster GeDeiner Näh' und Gegenwart! O dank Bei Allem, was ich thue; der innigen Verbindung, Bin ich gleich von Staub umstarrt! Wie friedlich die Blumen zur Sonne sich halten, Im Lichte zum lieb. lichen Duft sich entfalten, So sei wacht! meine Seele ganz friedlich und Mel. Wo ist Jesus meine Liebe 2c. fill! Sie wolle nur, was der All- 640. Kleinod nie entweih( 35) Bei Glück und Leid im Lebensgang, Bei Arbeit und bei Ruhe; Der lette vor des Todes Nacht, Der erste, wenn mein Geist er( 83) liebende will. Mel. Auf, Christenmensch, auf 2c. 639, Der du Gedanken, Jugend Wort und That Allwissend fennst glücht! und sichtest, Herzens Nath ter Tugend, Welches reine Seelen schmückt, Unschuld, mache meine Und mein Alter einst beDu, des Jünglings beste Des nachtumhüllten Gabe, Du, des Mannes KraftErforfchest, prüfest, gewinn, Und an seinem schwachen richteſt! leite selber meinen Stabe Noch des Greises Trösterin! Sinn Auf Wahrheit nur und Tugend hin! 2. Stimmen der Verführung schallen Um den schwachen Men 384 Pflichten gegen uns selbst. schen her; Ach, oft erst, wenn er Ohr, Hält sein Fehlen, sein Vergefallen, Gibt er Gottes Wort fäumen Der erschrocknen Seele Gehör! Doch die Ruh entweicht vor. dem Herzen, Unschuld, wenn dein 4. Hilf in meinen JugendjahGlück entweicht! Und mit unheil- ren, Hilf mir auch als Mann und baren Schmerzen Tauschten wir Greis Meine Unschuld, Gott, be dein Glück so leicht? wahren, Mir zum Segen, dir 3. Reue quält mit Schlangen- zum Preis! Mich entweihen dann biffen Den Gefallnen Tag und nicht Lüste, Mich beglückt ZufrieNacht. Er schläft ein; doch sein denheit; Wenn ich heut' dann Gewissen, Sein geheimer Richter sterben müßte, Sterb' ich doch mit wacht, Stürmt in unruhvollen Heiterkeit. Träumen Harte Klagen in sein ( 185) Heilighaltung des Körpers und Leibespflege; Sorge für das zeitliche Wohl und rechtes Verhalten hinsichtlich der äußeren Lebensgüter. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. Laß fest mein Ohr verschlossen fein, Scham meine Wange 641, Mein Leib foll, Gott, röthen! Mein Schild sei heil ge dein Tempel sein Mit allen seinen Furcht vor dir, Daß nicht der Gliedern! Ihn soll ich dir zum Wollust Zauber mir Der Unschuld Dienste weih'n, 3um Dienst auch Würde raube! meinen Brüdern. Ogib, daß ich 5. Ach, wo die Unschuld weicht, dein Heiligthum Für sie und, da flieht Des Herzens Fried' und Herr, für deinen Ruhm Stets Stille. Wo schnöder Wolluft unbefleckt bewahre! Flamme glüht, Fehlt selbst der 2. Gib eine keusche Seele mir, gute Wille. Sie wüthet, tödtet Daß ich mit meinem Leibe Nie und verheert Mehr Segen, freble, daß er immer dir, O Gott, das Schwert zerstört, Als Pest geheiligt bleibe; Daß rein und und Gluth zerstören. 6. Heil dem, der deiner nie vergißt, Nicht, Gott, dein Wert zerstöret; Der immer reines Her3. Auch meine Zunge rede nie, zens ist, Der deinen Tempel ehret! Was schändlich ist zu hören. Nie Mein Leib auch soll dein Tempel laß der Unschuld Rechte sie Durch sein; Dann wirst du herrlich ihn frechen Scherz entehren. Be- erneu'n In himmlischer Verstimmt zum Opfer des Gebets flärung! ( 24) Und deines Lobes, rede stets Mein Mel. Wer nur den lieben Gott. Mund, was nützt und bessert. 4. Bei der Verführung Schmei- 642. Wie chelei'n, Bei unverschämten Reden sind die Gaben, Durch die uns, mannichfaltig keusch mein Auge sei, Und sittsam, daß ich's immer frei 3u dir erheben könne! Sorge für das Leibliche. 385 Herr, dein Wohlthun nährt, Die gescheh'n, Und, daß ich den Geunsern Geist und Leib zu laben, nuß versüße, Laß mich auf dich, Uns täglich deine Hand gewährt! den Geber, seh'n; Auf dich, der Auch das, was unser Mund ge- du uns zärtlich liebst, Und Nahnießt, Zeigt uns, wie freundlich, rung und Erquicung gibst!( 34) Gott, du bist! 2. Du segneft Auen und Gefilde Mit nie erschöpster FruchtMel. Wer nur den lieben Gott 2c. barkeit, Die deine väterliche Milde 643. Gott, aus dessen D Und Allmacht Jahr um Jahr er- Segensmeere Für Mensch und neut, Damit der Mensch, von Engel Segen fließt, Und gleicher Sorge frei, Sich sättige und Segen dir zur Ehre Für Geift dankbar sei. und Sinne sich ergießt! Leit auch 3. Du gibst, daß wir nicht durch irdischen Gewinn Den Mangel leiden, Uns reichlich Geist zu bessern Gütern hin! unser täglich Brod, Gibst zum 2. Du rufft bei deinem ErdenBedürfniß auch noch Freuden segen Der Weisheit Lehren in Für jeden Sinn, du guter Gott! mein Herz. Du führest mich auf Wie ist zum Wechsel im Genuß Blumenwegen zu meiner Pflicht So groß der Gaben Ueberfluß! und himmelwärts. Du segnest nie 4. Doch laß mich mäßig im bloß für die Zeit; Du segnest Genusse Der Gaben deiner Güte für die Ewigkeit! sein, Und Nichts von deinem 3. Laß denn bei irdischen GeUeberflusse Durch üppig Schwel- nüssen Dies meine erste Sorge gen je entweih'n. Auch Mäßigung sein: Durch Frömmigkeit sie zu und Nüchternheit Sind Zeugen verfüßen, Durch Christenweisunfrer Dankbarkeit. heit sie zu weih'n. Was mir zu geben dir gefällt, Sei Segen auch 5. Mit Speis und Trant sein Herz beschweren, Erniedriget den für deine Welt! freien Geist, Entflammet Lüste, 4. So werden deiner Milde Erstickt den Dant, Gaben Gewiß durch Müßbrauch Macht nie zum Fluch; So hab' ich, mag träge, wenn die Arbeit ruft, ich wenig haben, Doch immer Bringt Elend, führt oft früh zur deines Segens g'nug, Und stoße die entehren, der, Herr, dich preis't; Gruft. muthig jedes Glück, Vor dem die 6. Wer sich das Fleisch zum Tugend fleucht, zurück. Gott erloren, Unmäßig Gottes 5. Mir folgt bis an der LaufGaben braucht, Ist für das Him- bahn Ende Dann Gutes und melreich verloren, zu dem kein Barmherzigkeit. Du gabst's, du Knecht der Lüfte taugt. Er fä'te nimmst's; in deine Hände Leg' auf das Fleisch allein; Verderben ich den Segen dieser Zeit. Entwird die Nernte sein! ziehst du mir der Erde Heil; Dort 7. So oft ich Speif und Tranf finde ich ein bess'res Theil!( 83) genieße, So laß es mit Vernunft 25 386 Pflichten gegen uns selbst. Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. Mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald entführt ein stolzer 644, Viele Freuden streu'st Sinn Mich von der Demuth du hin Auf den Weg des Lebens; Pfade, Verbirgt mir, wer ich bin! Schöpfer, diesen Vatersinn Zeigst 3. In den Besitz von Schäßen du nicht vergebens. Du erfreust Und Gütern dieser Zeit Will ich Unsern Geist, Um ihn anzutrei- den Ruhm nicht sehen: Sie sind ben, Stets dir treu zu bleiben. doch Eitelkeit. Sie sind so oft des Thoren Glück, Verlassen uns im Tode, Und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äuß're 2. Gütig gabst du uns Gefühl Für den Reiz der Erde, Daß der Lauf zum hohen Ziel Uns erleichtert werde; Und auch ich Freue Würde Verblende meinen Sinn. mich; Denn du hast mir Leben Wie oft zieht ihre Bürde Den Und Gefühl gegeben. Geist zur Erde hin! Verdienst und 3. Doch ich soll des Lebens Tugend sei allein Der Ruhm, Luft Menschlich nur genießen, nach dem ich ringe; Nur der Meiner Würde mir bewußt Jeden bleibt ewig mein. Tag beschließen. D verleih Heil'ge 5. Dich kennen, meine Pflichten Scheu, Daß ich sorgsam meide Mit Fleiß und Redlichkeit Ge Jede wilde Freude! wissenhaft verrichten, Wie mir 4. Gib, Gott, daß ich weise dein Wort gebeut, Und überall sei, Wenn mir Freuden winken! mein Christenthum Laß mich nicht, dir ungetreu, Je Vorbild üben: in Taumel sinfen. Leite mich, wahrer Ruhm! Daß ich dich Auch in Freuden 6. Dein Beifall ist das ehre, Und mein Heil nicht störe. Nach Jeju Das sei mein 5. Alle Luft der Sinnlichkeit Wird vorüber fließen; Nur was Geist und Herz erfreut, Werd' ich stets genießen. Guter Gott, Laß im Tod, Wenn die Sinne schwinden Mich dies Heil empfinden!( 148) Größte, Wonach ich streben fann; Wenn ich mich dessen tröste, Wie glücklich bin ich dann, Ob mir es auch an Zohn der Welt, An Menschenlob und Ehre Bei guten Thaten fehlt! Mel. Wenn meine Sünd' 2c. 7. Einst, wann am großen Tage Der Ehre Dunst verfliegt, Und, Herr, auf deiner Wage 645. Laß, Herr, nach eiteln Verdienst und Würde liegt; Ehren Mich niemals geizig sein! gib dann nur an deinem Thron Laß deinen Geist mich lehren, Die ew'ge Ehrenkrone Auch mir Der Ehre mich zu freu'n, Die zum Gnadenlohn! ( 72) selbst vor dir, o Gott, besteht, Und mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2. mit mir von der Erde Zum Him- 646. Herr, lehr mich gewismel übergeht! 2. Nie blende mich der Schim- senhaft Mein zeitlich mer Des Anseh'ns vor der Welt; walten! Gut vers Verleihe mir Verstand Das bleib', o Vater, immer und Kraft, Treu damit hauszu Sorge für das Leibliche. 387 halten, Wie mir es nützt und dir durch sie Den Brüdern auch die gefällt, Daß ich die Güter jener Welt Darüber nicht verliere! Sorg' und Müh' Des Lebens gern erleichtern! 2. Mein Hab' und Gut fommt ja von dir Und deinem milden Segen. Nicht mir zum Fallstrick gabst du mir Mein zeitliches Vermögen. Zu meinem und zu Andrer Wohl Verliehst du mir's; Herr, dazu soll Ich weislich es gebrauchen! 8. Es fommt ein Tag der Rechenschaft: Das laß mich stets bedenken, Und mein Gemüth gewissenhaft 3ur Treu' im Jrd'schen lenken, Daß von den Gütern dieser Zeit Jch einst noch in der Ewigkeit Den reichsten Segen ärnte! ( 70) 3. Was ist das mir geschenkte mel. Auf, Christenmensch, auf 2c. Gut? und von Erde. Hilf, daß ich nie zu Uebermuth 647. Wohl dem, der beß're Dadurch Schäße liebt, Als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, An Tugend reich zu werden; Der, von des Glaubens 4. Was hülfe mir die ganze Sinn belebt, Sich über Erd' und Welt mit allen ihren Schäßen, Staub erhebt! verleitet werde. Nie ziehe irdischer Gewinn Mein Herz so tief zur Erde hin, Daß ich mein Heil vergesse! Verblendete mich Gut und Geld, 2. Der Herr verbeut den Die Pflichten zu verlegen, Die Seinen nicht, Hier Güter zu bemich dein heilig Wort gelehrt? figen. Er gibt sie uns, doch auch Was mir ein ewig Glück gewährt, die Pflicht, Mit Weisheit sie zu Nach dem nur laß mich trachten! nügen. Sie sollen unser Herz 5. O schenke dazu gnädig mir, erfreu'n, Und Mittel uns zum Herr, deines Geistes Gaben; So Wohlthun sein. Mit ganzer Seele werd' ich, reich genug in dir, Die 3. Doch nach den Gütern besten Güter haben! So bin ich dieser Zeit sicher deiner Huld, Voll Friede, schmachten; Nicht erst nach der Freude und Geduld; Nichts fehlt Gerechtigkeit Und Gottes Reiche dann meiner Seele. trachten: Nein, Mensch, das ist nicht dein Beruf, Den Gott zur Ewigkeit erschuf! 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, Die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein 4. Der Geiz erniedrigt unser Kann Reichthum nicht erlösen, Herz, Erstickt die edeln Triebe; Es hilft in Todesstunden Nichts, Die Liebe für ein schimmernd Erz Und Nichts am Tage des Gerichts: Verdränget Gottes Liebe, Da schützt er keinen Sünder! Und machet, der Vernunft zum Spott, Ein elend Gold zu seinem Gott. 5. Er läßt, wie viel er an sich 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit Die Güter nicht verschwenden, Die du mir gabst, in reißt, Doch Nichts recht froh dieser Zeit Sie nüßlich anzuwen- genießen, Quält, nie ersättigt, den. Aus Dankbarkeit laß mich nur den Geist, Ertödtet das Ge25* 388 Pflichten gegen uns selbst. wissen, Und reißt durch schmei- heilig eine Pflicht, Die nicht der chelnden Gewinn Dich blind zu Geiz entehrt und bricht? jedem Frevel hin. 7. O Gott, erhalte mich dabei, 6. Wie könnt' ein Herz, von Daß ich mir g'nügen lasse, Habsucht hart, Des Wohlthuns Geiz ewig, als Abgötterei, Von Freuden schmecken, und in des mir entfern' und haffe! Ein Unglücks Gegenwart Den Ruf weises Herz, ein froher Muth Sei zur Hilf entdecken? Ist je zu meines Lebens höchstes Gut!( 55) Rechter Gebrauch der Zeit und des irdischen Lebens. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 6. Was nüht ein langes Leben Dem, der nicht Gott ergeben, 648. Was ist mein zeitlich Nach wahrer Tugend strebt? Leben? Wozu ist mir's gegeben? Wer Gott und Menschen liebet, Es ist, Herr, dein Geschenk! Du Jm Glauben tren sich übet; Nur gabst mir's, hier auf Erden Zum der hat lang und wohl gelebt. Himmel reif zu werden! Deß sei mein Herz stets eingedenk! 2. Hier wird die Saat gestreuet; Dort ärntet man erfreuet Der 7. In deine Vaterhände Befehl' ich, Herr, mein Ende, Und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben Nur dir zum Dienst Tugend Früchte ein. Je länger ergeben; Hilf du selbst meiner ich hier wandle, Schwachheit auf! ( 34) Rechtschaffen denk' und handle, Je reicher wird die Nernte sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? Gib, Herr, daß mir im 649. Mein Leben, das du Glauben Der fünft'gen Aernte- mir verliehen, Gott, zu bewahren, zeit Mein Leben auf der Erde So ist mir Pflicht! Mich eigenmächtig werth und wichtig werde, Wie ihr entziehen, Es selbst verkürzen mir's dein heilig Wort gebeut! darf ich nicht, Wie hart mich auch 4. Mir selbst es zu verkürzen, mein Schicksal drängt. Das über Mich in das Grab zu stürzen, Ist mich dein Rath verhängt. wider meine Pflicht. Du, Herr, 2. Der Glaube lehre Muth riefst mich in's Leben! Dir soll mich fassen, Erleuchte meiner ich's wiedergeben, Wenn du Schwermuth Nacht. Der mich gebeutst; doch früher nicht. erschuf, kann mich nicht hassen, 5. Was leicht in Krankheit Und grenzenlos ist seine Macht. stürzet, Das Leben leicht ver- Jst ihm nicht Alles unterthan, fürzet, Laß mich mit Sorgfalt Was mein Geschickt erleichtern flieh'n! Doch laß mich auch nicht kann? zagen, Es für die Pflicht zu wagen: 3. Nie flöße mir die Last der Dann ist ja Sterben mein Ge- Leiden Den quälenden Gedanken ein: So arm, wie einer sonst, an winn. Rechter Gebrauch der Zeit und des Lebens. 389 Freuden, Wie Keiner sonst, ge=| stunden, Die der Allgütige dir plagt zu sein. Ach, Christum gab. Sind sie in seinem Dienst drückte größrer Schmerz, Und verschwunden; So fürchte nicht doch verzagte nicht sein Herz! das nahe Grab. Dir bleibt von der verschwund'nen Zeit Dann auch Gewinn in Ewigkeit. 4. Es fann vor Nacht schon anders werden, Als es am frühen Morgen ist. Drum trag' ich muthig die Beschwerden, 5. Doch blick, erfüllt von Und Scham und Reue, Auf deine faffe Hoffnung, duld' als Christ. Fehler auch zurück. Dies reize Ich grabe mir nicht selbst die dich zu frommer Treue Und ernGruft; Ich warte, bis mein Gott ster Sorge für dein Glück. So mich ruft. sammelst du noch Weisheit ein 5. Ich habe, Herr, aus deinen Selbst aus den Fehlern, die dich Händen Mein Leben! ich empfing reu'n. es nicht, Es unbedachtsam zu 6. verschwenden; Dein ist es, es Leben, gehört der Pflicht. Der Pflicht boten hat. und dir weih' ich es gern; Ich deinem Streben, 3u säen hier leb', ich sterbe dir, dem Herrn! ( 151) die edle Saat, Die für die bess're 3ufunft reift, Und einst die Freudenärnte häuft. 7. Der Fromme sieht am Ziel der Zeiten Voll Trost in das VerMel. Wer nur den lieben Gott 2c. 650. Schau hin in die verChrist und Gebrauche dieses kurze Wie dir dein Gott geErmüde nicht in gangnen Zeiten, gang'ne hin, Und schwingt sich zu sammle Weisheit ein, Entfernt den Ewigkeiten, Wo nicht, wie vom Dienst der Eitelkeiten, Nur hier, die Freuden flieh'n, Und Gott dein ganzes Herz zu weih'n! wo der Gott, den er geliebt, mit Dann fehlet dir zu feiner Zeit Himmelsglanze ihn umgibt.( 119) Das wahre Glück, Zufriedenheit. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. 2. O danke Gott für alle Freuden, Womit er oft dich hat 651. Wo eilt ihr hin, ihr erquickt! Doch dank ihm auch für Lebensstunden? Zeit, edle Zeit, jedes Leiden: Er hat's dir lieb- wo fliehst du hin? Wie mancher reich zugeschickt! In Allem, was Tag ist schon verschwunden, Seiter an dir thut, Bleibt stets sein dem ich auf der Erde bin? Ein Wille recht und gut. großer Theil von meiner Zeit 3. Vergiß nicht, wie er dich 3st schon im Meer der Ewigkeit. beschützte, Dir in Gefahr zur 2. Ermunt're dich aus deinem Seite trat; Dir gab, was deiner Schlummer, O meine Seel', erSeele nütte, So oft dein Herz muntre dich! Dies sei dir jetzt ein ihn darum bat, Und wie er dir frommer Kummer, Daß mancher noch mehr gewährt, Als je von Tag umsonst verstrich. Der leer ihm dein Herz begehrt. geblieb'ne Augenblick ft strafbar und kommt nie zurück. 4. Erinn're dich der Gnaden 390 Pflichten gegen uns selbst. 3. Die ganze Schöpfung ist 9. Gott, meine Tage sind vergeschäftig; Der Stern durch- schwunden, Sie sind, als wie ein wallet seine Bahn; Das kleinste Dunst, verraucht. Ach, wie viel Würmchen wirkt so fräftig, Als tausend edle Stunden Hab' ich es nach seinem Dasein fann: Eh' nicht nüklich g'nug verbraucht! noch die Sonn' am Himmel glüht, Sie alle steh'n in deinem Buch: Singt schon die Lerch' ihr Freu- Verzeih', sonst trifft mich noch ihr denlied. Fluch! 4. Und du, o Mensch, der 10. Herr meines Lebens, sei Schöpfung Zierde, Am Geiste doch künftig Mein Heil und hoch, am Körper schön, Bezeigst meines Lebens Kraft! So wandle so wenige Begierde, Den weisen ich, als Mensch, vernünftig, So Schöpfer zu erhöh'n? Und du leb', als Christ, ich tugendhaft; nennst Trägheit süße Ruh, Und So dank' ich in der Ewigkeit Dir bringst dein Leben träumend zu? für den großen Schatz der Zeit. ( 108) 5. Mensch, sei ein Mensch, fang' an zu leben! Fang an, ein Glied der Welt zu sein; Fang an, Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. der Weisheit nachzustreben, und 652. Gott ift's, der das dich der Frömmigkeit zu weih'n, Daß, wenn man deinen Leib begräbt, Dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 6. Der Thor durchlebet seine Jahre, Eh' er des Lebens Werth versteht; Er nahet früher zu der Bahre, Als er den Weg der Tugend geht. Was ist ein menschlich Leben werth, Das ungenügt vorüberfährt? Vermögen schafft, Das Gute zu vollbringen; Er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, Und läßt ſie uns gelingen. Was man mit Gott mur unternimmt, Wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, Nicht ohne Segen bleiben. 2. Gott segnet den, der redlich strebt, Vor ihm gerecht zu werden, Der treu nach seinem Willen lebt, Schon gnädig hier auf Erden. 7. Sei nicht den fleinsten Zeit- Er reicht ihm dar mit milder punkt müßig, Da du nicht deine Hand, Bei Fleiß in seinem Amt Pflicht erfüllst! Du hast den Tag und Stand, Was ihm wahrhafnicht überflüssig, Den du mit tig nüget. Tand verschwenden willst. Das ist der wichtigste Verlust, Wenn du die Zeit bedauern mußt. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; Er frönet sie mit Gnaden. Was sollte ihrer Feinde 8. Thu' bald von jedem deiner Hohn Und Mißgunst ihnen schaTage Vor dem Gewissen Rechen- den? Mit seinem Schutz bedeckt schaft! Durchdenk' ihn, leg' ihn er sie, Und stärket bei des Lebens auf die Wage: Vollbrachtest du Müh' Ihr Herz mit Trost und ihn tugendhaft? Hast du nach Hoffnung. Möglichkeit gethan, Was Gott einst von dir fodern fann? 4. Drum gib, mein Gott, daß ich auf dich Bei meiner Arbeit Rechter Gebrauch der Zeit und des Lebens. 391 sehe! Mit Licht und Weisheit uns Muth Zu jedem guten Werke. segne mich, Daß ich nie Wege Er heilige Das irdische Bemüh'n; Die mir dein heilig Wort So wird es nie Den Geist zur Erde zieh'n! gehe, verbeut; Nach deines Reich's Gerechtigkeit Laß mich vor Allem trachten! 6. Ein frommer Sinn Sei Thaten; VerQuelle unfrer Uns Trost, wenn 5. Sei überall, mein Gott, mit trau'n auf dich mir! Die Werke meiner Hände sie mißrathen. Dein Beifall nur Befehl' ich, o mein Vater, dir! Sei unsers Wirkens Ziel, Und Hilf, daß ich sie vollende 3u deines unser Lohn Des Himmels Vorhohen Namens Preis, Daß mir gefühl! die Frucht von meinem Fleiß In jenes Leben folge!( 109, 34) 7. So reifet Frucht Für alle Ewigkeiten Von dem, was hier Geschieht im Lauf der Zeiten. Die Welt vergeht; Kein Werk in Gott gethan! Es ging uns schon Zur bessern Welt voran!( 83) Mel. Dreieinigfeit der Gottheit 2c. 653. Herr aller Welt, Der jedem sein Geschäfte Hienieden gab Nach seinem Maß der Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Kräfte! O laß uns stets Auf 654. Herr, ich hab' durch deinen Willen seh'n, Und was wir thun, gescheh'n! Zu deinem Preis deine Treu', Mir zum Heil, noch Zeit in Händen! Gib, daß ich 2. Dein Werk vertrau'st Du, sorgfältig sei, Sie recht weislich Vater, unsern Händen! Dein ist anzuwenden: Denn wer weiß, die Kraft, Es glücklich zu vollen- wie bald zur Gruft Gottes hoher den. Du bist's allein, Der uns're Wink mich ruft! Schwachheit stärkt; Und uns're Treu' Bleibt dir nicht unbemerkt. flieh'n 2. Unaussprechlich schnell entDie uns zugezählten Stun3. Drückt uns die Last An den; Wie ein Traum sind sie daschwülen Arbeitstagen; Du machst hin, Und auf ewig uns versie leicht; Du selber hilfft sie schwunden. Niemals kehrt ein tragen. Den Müden fließt Von Augenblick, Uns zum Heil, davon dir Erquickung zu. Wie sanft und zurück. süß Ist nach der Last die Ruh! 4. Von dir beschützt, 3. Bei des Lebens Flüchtigkeit Was Laß, o Gott, mich nie vergessen, fürchten wir Gefahren? Im Dienst Wie unschäßbar sei die Zeit, Die der Pflicht Kannst du uns wohl du hier uns zugemessen, Und wie bewahren. Nicht hindern kann das, was hier geschieht, Ew'ge Der Widerstand der Welt Des Folgen nach sich zieht! Frommen Werk, Wenn es dir wohlgefällt. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, Eh' die Zeit des Heils ver= 5. Der Blick auf dich Sei laufen, Mir zum Heil und dir unsers Geistes Stärke! Er geb' zum Preis Noch die Stunden Pflichten gegen uns selbst. auszukaufen, Die zu meiner Und ich lebe nicht vergebens, Und Seligkeit Deine Gnade mir ver- es folgt mir aus der Zeit Reiche leiht. Frucht zur Ewigkeit!( 80) 392 5. Deine schonende Geduld Trage mich nicht stets vergebens. Mel. Wer weiß, wie nahe zc. Ach, vergib mir meine Schuld, 656. Es eilt der letzte vor Daß so manchen Theil des Lebens den Tagen, Die Gottes Huld dit Ich zu meiner Seele Wohl Nicht schenkt, herbei. Die Zeit ist furz gebraucht, so wie ich soll! doch statt zu flagen, Sie sei zu 6. Laß mich meine Besserung kurz, gebrauch' sie treu. Nimm Für mein Hauptgeschäfte achten, mit erkenntlichem Gemüth Der Und nach meiner Heiligung Mit nahen Stunde wahr; sie flieht! so treuem Eifer trachten, Als er- 2. Getäuscht von eiteln Kleinigwartete noch heut' Mich Gericht feiten Verfehlst du deines Lebens und Ewigkeit. 3weck, Verschiebst dein Heil auf 7. Deine Gnade steh' mir bei, ferne 3eiten, Und wirfst so sicher Daß mein Leben auf der Erde Jahre weg. Bist du, o kühner Reich an guten Thaten sei, Und Sterblicher, Des nächsten Augendem Nächsten nüßlich werde. Und blickes Herr? ist einst mein Ende da; O so sei mit Trost mir nah! 3. Einst Ewigkeiten zu be Sollst du des kurzen Lebens Zeit Als deine Saatzeit weislich nügen, Und thun, was dir der Mel. Ach was soll ich Sünder c. 655, Lehr' mich meine Tage Herr gebeut. Er ruft dir men zählen, Schöpfer, der du alle schenfreundlich zu: Sieh, Eins ist zählst Und mir ihre Zahl ver- Noth; was säumest hehlst! Jede Stunde laß mich wählen; Und so fließe meine Zeit Wohl genügt zur Ewigkeit! du? 4. Drum eil', errette deine Seele, Und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet' und überDer Menschentage kleine Gesetzt, dein Ende wär Als Geschenk von deiner Hand noch fern; Sei fromm und wandle Jedes Lebensalter schätzen; Und so fließe meine Zeit Wohl genügt zur Ewigkeit! 2. Lehr' mich jene Zeit ersehen, zähle Die mir ungenügt entschwand; 3ahl. vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen Erwecke dich zu dieser 3. Gib dem Jüngling Muth Pflicht: Sprich: dir, mein Gott, und Stärke; Weck' ihn früh zur ist nichts verborgen; Ich bin vor Thätigkeit. Gib dem Manne deinem Angesicht, Und will, mich Heiterfeit Zur Vollendung edler deiner Huld zu freu'n, Mein Werke; Und so fließe meine Zeit Leben ganz der Tugend weih'n. Wohl genügt zur Ewigkeit! ( 34) sigen, 6. Erleucht' und stärke meine 4. Bis zum Abend meines Seele, Weil ohne dich sie Nichts Lebens Laß mich unermüdet sein: vermag. Du gönnst, daß ich mein So bleibt mein Gewissen rein, Heil erwähle, Aus Gnaden mit Rechter Gebrauch der Zeit und des Lebens. noch diesen Tag. Wie viel ist Eine Stunde werth, Die deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften Nach deinem Reiche hier geſtrebt, 393 Sonst kommst du nie zur wahren Ruh'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Luft! Mir ist ein bess'res Gut bewußt. Das such' ich nur, das In gottgefälligen bleibet mir! 3euch mich von hier; Geschäften Die Pilgertage durch- Herr Jesu, zeuch mein Herz zu gelebt, Und dann im Glauben dir! sagen kann: Du, Herr, nimmst mich zu Ehren an! ( 128) Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 658, Gottlob, ein Schritt 8. Mein schwaches Fleh'n an meinem Ende Vernimmst du Her- zur Ewigkeit Ist abermals vollzenskündiger! In deine treuen endet! 3u dir beim Fortgang Vaterhände Empfehl' ich meinen meiner Zeit Mein Herz sich Geist, o Herr! Du führst ihn sehnlich wendet, O Quell, daraus über Grab und Welt Zu dir, mein Leben fließt, Und Trost und wenn seine Hütte fällt.( 127) Hoffnung sich ergießt In deines Mel. Ich hab' mein Sach' Gott 2c. Pilgers Seele! 657. Wie fleucht dahin der 2. Ich zähle Stunden, Tag dich und Jahr Mit sehnlichem VerMenschen Zeit! Wie eilet man langen, Bis ich verklärt zur Ewigkeit! Wie sorglos träumt immerdar, O Leben, kann erder eitle Sinn Das Leben hin, langen; Bis das, was sterblich Läßt ungenügt die Zeit entflieh'n! ist an mir, Nun ganz verschlungen 2. Das Leben ist, gleich wie wird in dir, Und ich unsterblich ein Traum, Verflieget, wie ein werde. Dampf und Schaum; Wie den ein Augenblick verweht, So schnell bergeht Ein Leben, das ihr blühen jeht. 3. Doch sei dir ganz anheimgestellt Die Zeit, da ich soll scheiden. Ich kämpf', so lang es dir gefällt, Den guten Kampf mit Freuden, Und schreite muthig Bis ich gelange an 3. Nur du, o Vater, bleibest mir, Gott, meine Zuflucht für und weiter fort, für! Laß Berg' und Hügel fallen die Pfort Der Gottesstadt dort hin! Mir ist's Gewinn, Wenn oben. ich bei meinem Jesu bin. 4. Wenn meine Hände lässig 4. So lang' ich in der Hütte sind, Und meine Kniee beben, So Erwecke mich, o Gottes- reich' die Hand mir, deinem Kind, Daß ich bereit sei jeden Mich Schwachen zu zu erheben. Tag, Und munter wach', Und eh' Erfüll' mit deiner Kraft mein wohn', sohn, ich sterbe, sterben mag! Herz, Damit ich freudig himmel5. Was hilft die Welt in letz- wärts Ohn' Unterlaß mich ter Noth, Lust, Ehre, Reichthum schwinge! in dem Tod? O Mensch, du eilst 5. Geh, Seele, frisch im dem Schatten zu: Das merke du! Glauben d'ran, Und sei nur un 394 Pflichten gegen uns selbst. erschrocken! Laß dich nicht von Zu dir schon aufgeflogen. Du haft, der rechten Bahn Die Lust der weil du die Liebe bist, Mich ganz Welt verlocken. Wenn dir der zu dir gezogen. Fahr' hin, was Lauf zu langsam däucht; Der heißet Stund' und Zeit! Ich bin Geist kann, wie der Adler fleucht, schon in der Ewigkeit, Weil ich in Voraus zum Himmel fliegen. Jesu lebe! ( 48) 6. O Jesu, meine Seele ist Stete Todesbereitschaft. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. Sterblichkeit erfreu'n. Augen sein, 659. Du, Herr und Vater meiner Tage, Du weißt, daß ich, 6. Willst du mich länger leben dein schwaches Kind, Des Todes lassen, So laß es mir zum Heil Keim in Gliedern trage, Die gescheh'n. Doch soll ich heute noch irdisch und zerbrechlich sind! erblassen, So höre, Vater, auf Drum gib, daß ich zu jeder Zeit mein Fleh'n! Sei, wenn mein 3u meinem Tode sei bereit. Herz im Tode bricht, Mein Trost und meine Zuversicht! 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben Ein mir verborgnes Ziel 7. Dir will ich gänzlich mich bestimmt, Und daß die Zeit, die ergeben, Dir, dessen Eigenthum mir gegeben, Vielleicht gar bald ich bin. Bist du, mein Heiland, ein Ende nimmt; Dies flöße mir nur mein Leben, So bleibet die Weisheit ein, Stets auf mein Sterben mein Gewinn! Ich lebe Heil bedacht zu sein! dir, ich sterbe dir: Sei du mein Trost, so g'nüget mir! ( 187) Mir immerdar vor Und deine Hülfe mich 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, Mein Herz von Sünden abzuzieh'n, Mich von der WeltMel. Wer weiß, wie nahe 2c. lust zu entfernen, Und um den 660. Ich sterbe täglich. Himmel zu bemüh'n. O mache Hier auf Erden Soll Heimgang mich dazu geschickt, Eh' mich der meine Loosung sein. In Freuden Tod der Welt enfrückt! will ich und Beschwerden Durch 4. Nicht auf der Erde, nein, Sterben mich dem Leben weih'n. nur droben, Bei dir, Gott, ist Dann fahre dieser Leib dahin! mein bestes Theil Für meine Ich weiß, daß ich geborgen bin. Seele aufgehoben; Dort ist für 2. Jch sterbe täglich, und mich vollkommnes Heil! Da, wo bestelle Mein Haus und was die mein Schatz ist, sei mein Herz! 3eit geschenkt. Ob heute nun der Herr, lente selbst es himmelwärts! Tod mich fälle; Ob morgen? 5. Hier allen Sünden abzu- Wie der Herr es lenkt: Er segne sterben, 3u leben der Gerechtig- nur mein Haus und mich: Ich feit, Um einst dein himmlisch leb' ihm und ihm sterbe ich! Reich zu erben; Dazu laß meine 3. Ich sterbe täglich. Weg ihr Stete Todesbereitschaft. 395 Angesicht! Sünden! Ein neues Leben regt nicht, Herr, Herr, von deinem die Brust; Und muß das Fleisch den Schmerz empfinden, Im Geiste wohnt und webt die Lust. Ich fühl' es: Himmelsherrlichkeit Ist größer, als der Erde Leid. 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, So stärke das beklemmte Herz, Daß es noch in der Schmerzen Gluth Mit festem Muth In deiner weisen Fügung 4. Ich sterbe täglich, und vollbringe, Was mein Beruf mir zu- ruht. erkennt, Damit ich Freudenpsal- 5. Gib Hoffnung zu der ew'men singe, Wenn nun mein letztes gen Ruh'! Jn unsern Herzen Opfer brennt; Wenn ich ver- wirke du, Geist Gottes, daß wir tausche diese Welt Mit dem er- gläubig trau'n, Und ohne Grau'n sehnten Himmelszelt! Hin in die Nacht des Grabes schau'n. ( 37) Mel. Ich hab' mein Sach Gott 2c. 6. Hilf unsrer Schwachheit, 661, Dein sind wir, Gott, Geist des Herrn! Zeig' uns den in Ewigkeit! In deiner Hand Himmel dann von fern. Laß uns, steht uns're Zeit. Du haft der wenn wir zum Vater fleh'n, Geganzen Menschenschaar Jhr To- tröstet steh'n, Weil der uns liebt, desjahr Bestimmt, als feine Zeit zu dem wir geh'n. noch war. 7. Ach, Gnad' ergehe dann 2. Wenn nun auch unser Ende für Recht! Denn von dem sterbfömmt, Und deine Hand das lichen Geschlecht Ist auch der Leben hemmt; Dann hilf uns in Heiligste nicht rein; der Todesnoth, Herr, unser Gott, Ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. Und wer Gott, ohne deine kann dein, Gnade sein? 8. O nahe dann uns väterlich! 3. Nimm nach vollbrachtem Erbarme deiner Kinder dich! Lebenslauf In deine ew'ge Ruh' Wenn unser Auge sterbend bricht, uns auf! Verwirf, wenn unser Leucht' uns dein Licht; Verlaß Herz einst bricht, Verwirf uns uns, Herr, im Tode nicht!( 94) IV. Pflichten gegen den nächsten. Im Allgemeinen: Pflichten der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. tein Anseh'n der Person; Einst gibst du den gerechten Lohn Nach 662, Du liebst, D Gott, ihren Werken Allen. Gerechtigkeit. Wer, Wer, der dein 2. Laß, Allgerechter, deinen heilig Recht entweiht, Kann, Geist Zu dem, was recht und Heil'ger, dir gefallen? Dir gilt billig heißt, Stets meine Seele 396 Pflichten gegen den Nächsten. lenfen! Nie reiße mich die Hab- ist dein; Deinem Ruhme will sucht hin, Um einen blendenden ich's weih'n! Gewinn Des Nächsten Recht zu fränken. Aber laß fein Gut der Erden Meinem Geist zum Fallstrick werden! 3. Pflanz' Redlichkeit in meine 2. Laß mich dankbar und zuBrust, Und laß mich stets mit frieden Im Genuß der Güter wahrer Lust Der Liebe Pflichten sein, Die mir deine Huld beschieüben. Ein Herz, das nur auf Un- den, Doch auch fremden Wohle recht denkt, Nur Schaden sucht mich freu'n; und Andre kränkt; Wie kann es Brüder Glück Brüder lieben? trübem Blick; Nie auf meiner Neidisch seh'n mit Deinen Kindern Treulich ihre 4. Nie seufze Jemand wider gerne nügen, mich; Mein ganzes Herz bestrebe Rechte schützen. sich, Dem Nächsten gern zu geben, Was er mit Recht verlangen schäfte kann, Und friedlich stets mit Jeder nahm, mann, Wie du gebeutst, zu leben. Kräfte 3. Dem, der Arbeit und Gemir zum Dienste überDer mit Aufwand seiner Meinem Fleiß zu Hülfe 5. Laß mich beständig darauf fam, Laß mich lohnen seine Müh', seh'n, Mit Jeglichem so umzu- Redlich ihm vergelten sie; Trug geh'n, Wie ich's von ihm be- und Unrecht lehr' mich fliehen, gehre, Damit ich keines Menschen Die mir deine Huld entziehen. Herz Durch meine Härte je mit 4. Eilen laß mich, zu ersehen, Schmerz Und Kümmerniß be- Wo ich ich Unrecht je verübt; schwere. Höher deine Gnade schätzen, Als 6. Herr, mit dem Maß, damit was Welt und Erde gibt; Lieber ich hier Dem Nächsten messe, wirst arm und dürftig sein, Als mich Dereinst auch wieder eines Unrechts freu'n, Und nach messen! Dies reize mich zur Bil- bald entfloh'nen Freuden Des ligkeit, Und lasse mich zu keiner Gewissens Qualen leiden. Zeit Der Liebe Pflicht vergessen. du mir ( 84) Mel. Werde munter mein Gemüthe 2c. 5. Heil'ger Gott, ein frommes Leben Liebest und belohnest du! Gib mir Kraft und laß mich 663. Alles, was ich bin du; Daß mein Leben ohne Reu, streben, Stets gerecht zu sein, wie und habe, Kommt, o Gott, aus Ohne Qual mein Ende sei; Daß deiner Hand! Wie so manche mich, wenn ich einst erwache, gute Gabe Hast du mild mir zu- Keine Schuld verdammlich mache! gewandt! Vater, all mein Glück ( 40) Pflichten der Liebe. Mel. Auf, Christenmensch, auf 2c. ich liebe Gott, Und haffet seine 664, So Jemand spricht: Wahrheit Spott, Und reißt fie Brüder; Der treibt mit Gottes Menschenliebe. 397 frech danieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich Den Nächsten Mel. Wo ist Jesus meine Liebe zc. liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat, 665. Menschenfreund, nach Und siehet Brüder leiden, Und deinem Bilde Bilde sich mein macht den Hungrigen nicht satt, ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, Hilft Nackende nicht fleiden; Der deine Milde Sei mein föstlichster ist ein Feind der ersten Pflicht, Gewinn. Unwerth wär' ich, dich Und liebt dich, Gott der Liebe, zu kennen, Liebt' ich meine Brünicht. der nicht; Unwerth, mich nach dir 3. Wir haben Einen Gott zu nennen, Wich' ich von der Liebe und Herrn, Sind Eines Leibes Pflicht. Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern: Denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; Mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 2. Jesu, wo du Menschen nahtest, Folgte Wohlthun deiner Spur; Wo du segnend Gutes thatest, In den Hütten, auf der Flur, An dem Lager kranker Brü4. Ein Heil ist unser Aller der; Wo du je nur hingeblickt, Gut. Wie sollt' ich Brüder has- Kehrte Freud' und Hoffnung wiefen, Die Gott durch seines Soh- der, Und die Menschheit ward er= nes Blut So theu'r erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich 3. O du Freundlichster von verjühnt, Hab' ich dies mehr, als Allen; Keinen hast du je verjie, verdient? quickt. 5. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen! Und ich, ich sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern Dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebſt? tragen? schmäht! Wer verirrt war, wer gefallen, Wer um Trost zu dir gefleht, Hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hilfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme; Wer da leidet, ruhe hier! 6. Was ich den Frommen hier Wenn ich sein mich nicht erbarme, gethan, Dem Kleinsten auch von Wende sich mein Gott von mir! diesen, Das siehst du, mein Er- Ohne Liebe ist kein Leben, Liebend löser, an, Als hätt' ich's dir er- nur gleich' ich dem Herrn; Sein wiejen! Und ich, ich sollt' ein Verschonen, sein Vergeben, Mensch noch sein, Und dich in Brüdern nicht erfreu'n? wie übt's mein Herz so gern! 5. Nimmer soll mein Herz er7. Ein unbarmherziges Gericht müden, Meinen Brüdern wohlWird über den ergehen, Der nicht zuthun; Christus, dann gibst du barmherzig ist, der nicht Die ret- mir Frieden, Läsfest sanft in dir tet, die ihn flehen. Drum gib mir, mich ruh'n. Wer um Dank und Gott, durch deinen Geist Ein Herz, Lohn nur ringet; Der hat seinen das dich durch Liebe preist.( 55) Lohn dahin. Wen dein Geist zur 398 Pflichten gegen den Nächsten. Liebe dringet, Nerntet ewigen mich dem, der sein Herz mir weiht, Gewinn. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 666. Der du die Liebe selber Huld ( 136) Ein Herz voll frommer Redlichfeit Und Treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Den Strauchelnden erbiſt, Und gern uns Menschen wecken, Voll Sanftmuth, Mitleid segnest, Ja selbst dem, der dein und Geduld Des Nächsten Fehler Feind noch ist, Mit Wohlthun decken. Mein Antlig sei nie fürchnoch begegnest! O bilde meinen terlich, Und meine Seele neige Sinn nach dir, Und laß mich, sich zu der Bedrängten Flehen. Herr, mein Heiland, hier, Wie So wird mich in der bessern Welt, du gewandelt, wandeln! Die kön- Die nur Beglückte in sich hält, nen keine Christen sein, Die sich Der Liebe Lohn erhöhen.( 84.34) nicht Andrer Wohlfahrt freu'n, Nicht menschenfreundlich handeln. Mel. O Gott, du frommer 2c. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit War für die Menschen 667. Gib mir, o Gott, ein Segen. Dir folgten Lieb' und Herz, Das jeden Menschen liebet, Freundlichkeit Auf allen deinen Bei seinem Wohl sich freut, Bei Wegen. Wohin du gingst, ging seiner Noth betrübet; Ein Herz, Wohlthun mit: Dein Wort, dein das Eigennut Und Neid und Werk und jeden Schritt Begleitete Härte flieht, Und sich um Andrer Erbarmen. Du übernahmst die Glück, Wie um sein Glück beschwere Pein, Uns vom Verder- müht! ben zu befrei'n Und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf des Himmels Thron Bist du das Heil der Sünder; Auch da bleibst du, o Gottessohn, Ein Freund der 2. Seh' ich den Dürftigen, So laß mich gütig eilen, Von dem, was du mir gibst, Ihm hilfreich mitzutheilen: Nicht aus dem eiteln Trieb, Groß vor der Welt zu sein, Und mich verehrt zu seh'n; Nein, Menschenkinder. Du gibst den Menschen zu erfreu'n. Deinen wahre Ruh', Und die 3. Dies sei mein Gottesdienst. Verirrten suchest du Auf rechten Auch unbemerkt von ihnen, Müff Weg zu leiten. Du hörst der Andern stets mein Herz Mit Rath Leidenden Gebet, Und brauchest und Hilfe dienen. Nicht Dank erst deine Majestät, Nur Segen aus- treibe mich zu milder Wohlthat zubreiten. an; Nein, was ich Brüdern thu', Das sei dir, Gott, gethan! 4. Herr, laß in meiner Pilgerschaft Mich auf dein Vorbild 4. Ein Trunt, mit dem mein sehen! Erfülle mich mit Luft und Dienst Dem Dürftigen begegnet; Kraft, Dem Nächsten beizustehen, Ein Blick voll Trost, mit dem Betrübter Herzen Trost zu sein, Mein Herz Bedrängte ſegnet; Mich mit den Fröhlichen zu freu'n, Ein Rath, mit dem mein Mund Mit Weinenden zu klagen. Laß Im Kummer Andre stärkt: Nichts Pflichten der Liebe. 399 bleibt, so flein es ist, Von dir, zen lieben. Brüder sind wir Alle Herr, unbemerkt! hier: Einen Himmel hoffen wir. 5. Eilt wo ein boshaft Herz, Unfrieden anzurichten; So laß mich sorgsam sein, Der Brüder 3wif zu schlichten. Aus Schmähsucht icänfe nie Mein Mund des Nächsten Ruh'; Er rühme sein Verdienst, Deck' seine Fehler zu. bricht! 6. Die Rach' ist dein, o Gott! 3. Unfrer Gaben Unterschied Du sprichst: ich will vergelten;" Knüpft das große Band auf Drum laß mich stille sein, Wenn Erden. Jeder, der sich treu beMenschen auf mich schelten. Gib, müht, kann dem Andern nützlich daß ich dem verzeih', Der mir zu werden. Ja, tein Mensch wär' schaden sucht, Den liebe, der mich dir zu klein, Lebtest du mit ihm haßt, Den segne, der mir flucht. allein. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich Wohlergehen Mit eingeschränktem Blick Bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse 4. Nach dem dir vertrauten Pfand Mißt der Vater deine Pflichten. Gab er viel in deine Hand, Hast du viel ihm zu entmich Sein ewig Glück erfreu'n, richten. Vor'm Gericht hat Herr Noch mehr sein Seelenheil Mir und Knecht Nach dem Werth ein angelegen sein. gleiches Recht. 2. Reichthum, Würde, Macht, Verstand Sind des Höchsten freie Gaben, Die wir nur aus seiner Hand, Brüder zu beglücken, haben. Wohl uns, wenn zu dieser Pflicht Glaub' und Lieb' uns nicht ge8. Den, der im Glauben wankt, Im Glauben zu bestärken; Den, der noch sicher ist Bei seines Fleisches Werken, Von der verkehrten Bahn Des Lasters abzuzieh'n, Dazu verleih' mir Kraft, Und segne mein Bemüh'n! 5. Dein Erlöser sagt es dir: „ Wer hier der Geringsten Einen Pflegt, der thut es selber mir; Denn ihr Alle seid die Meinen! Jener, den die Welt verschmäht, Ist in Gottes Aug' erhöht." 6. Darum, Gott, gib mir ein 9. O, heilige du selbst, Herr, Herz, Das von Menschenlieb' meiner Seele Triebe Durch deine entbrennet, Auch in Niedrigkeit Lieb' und Furcht Zu wahrer und Schmerz Seinen Bruder Menschenliebe! Wer nicht den nicht mißkennet, Nie in eitelm Nächsten liebt, Geht nicht zum Stolz vergißt, Daß er Mensch, Himmel ein; Gott, diese Wahr- wie ich, auch ist. heit laß Mir stets vor Augen sein! 7. Jesu, höchster Menschen( 34) freund, Gib, daß ich hier auf der Erde, Allem Stolz und Neide feind, Dir an Demuth Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 668. Allen Christen und werde, Um der Hoffnung mich zu auch mir Hat der Herr dies vor- freu'n, Einstens groß bei dir zu geschrieben: Unsern Nächsten sol- sein! len wir, Wie uns selbst, von Her( 213) 400 Pflichten gegen den Nächsten. Sorge für des Nächsten Seelenheil. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 6. An mir seh' er's, wie voll Freuden, Wie beglückt der Fromme 669. Laß, D. Jesu, mich em- sei, Wie so heilig auch im Leiden, pfinden, Welche Seligkeit es ist, Wie so groß und sorgenfrei! Ja, Daß du mich von Wahn und laß ihn durch mich auf Erden Sünden Zu befrei'n, erschienen Weise, fromm und heilig werden. bist; Daß ich Gottes Wege walle, Selig, selig ist der Chrift, Wenn Daß du liebreich, eh' ich falle Die er Seelenretter ist! ( 24) Gefahr mir offenbarst, Mich ergreifest, mich bewahrst! Mel. Es ist gewißlich an der 2. 2. Doch, wie könnt' ich dies 670. Laß meines Nächsten empfinden, Und, voll Kaltsinns, besten Theil Mich werth und Menschen seh'n, In der Sclaverei theuer achten, O Gott, und seiner der Sünden Wege des Verder- Seele Heil Mit Ernst zu fördern bens geh'n, Und nicht rufen, daß trachten! Du schufft sie zur Unsie's hören: ,, Eilet, Brüder, um- fterblichkeit, Hast sie zu ew'ger zukehren! Nügt zur Besserung die Herrlichkeit Durch deinen Sohn Zeit; Ringet nach der Seligkeit!" berufen. 3. Auch für meiner Brüder 2. Zu ihrer Rettung hat der Seelen Soll ich sorgen, nicht Herr Sich selbst dahingegeben; allein Für mein Heil; soll, wenn Zum Eigenthum erkaufte er Sie fie fehlen, Wo ich kann, ihr Füh- sich mit Blut und Leben. Mit unrer sein. Wenn sie fündigen und ablässigem Bemüh'n Sucht fie sterben, Und ich rufe vom Ver- dein Geist zu ihm zu zieh'n, Dem derben Liebevoll sie nicht zu dir; Hirten uns'rer Seelen. Forderst du sie, Herr! von mir! 3. Weh dem, der Seelen dir 4. Von des Irrthums Finster- entreißt, So theu'r von ihm ernissen Selbst errettet, soll auch ich worben; Durch den dein Tempel, Nun erleuchten das Gewissen Gottesgeist, 3erstört wird und Deß, der von der Wahrheit wich; verdorben; Der auslöscht ihres Soll ihm zeigen, was ihn blende, Glaubens Licht, Der sie verführt Daß sein Herz zu dir sich wende, von heil'ger Pflicht, Mit Lastern Ihn ermuntern, dir allein, Nicht sie beflecket! der Sünde, es zu weih'n. 4. Wie laut schreit sie zu dir 5. Hilf mir's rühren und er- empor, Von Frevlerhand verweichen, Und wenn meine Worte legzet, Die Seele, die durch ihn nicht Des Verirrten Ohr er- verlor, Was keine Welt ersetzet: reichen, Sei mein Beispiel ihm ein Der Unschuld Engelsfreudigkeit, Licht, Daß er an mir sehen möge, Das höchste Kleinod in der Zeit, Wie so lieblich Gottes Wege Das Heil der Ewigkeiten! Jedem, der sie liebgewinnt Und mit Treue wandelt, sind. 5. Weh dem Verführten dort wie hier, Mit schwerer Schuld Sorge für des Nächsten Seelenheil. 401 beladen! Weh dem Verführer für heit, Kraft und Vermögen gibest; und für, mit größ'rer Schuld Je mehr laß mich zu aller Zeit beladen! Er, der durch Beispiel, In Seelen, die du liebest, Des Wort und That Auch Einen nur Guten edle Aussaat streu'n, Und geärgert hat; Ach, wär' er nie nicht Verdruß, nicht Mühe scheu'n, geboren! 3u suchen, was verloren! 6. Weh dem, der Seelen 9. Gabst du mir Kinder, o nicht bewacht, Die du ihm über- mein Gott; Gabst du mir Hausgeben; Nicht sorgt, sie aus des genossen: Laß mich dein heiliges Irrthums Nacht 3um Lichte zu Gebot Sie lehren unverdrossen! erheben; Sie dir nicht treu und Dein sind sie ja, und deine Hand rein erhält; Wenn der Verführer Wird das mir anvertraute Pfand Netze stellt, Nicht eilet sie zu[ Von mir einst wieder fordern. retten! 10. Und hätt' ich eine Seele, 7. Hilf mir nach ihrer Besse- Gott, Geärgert und verblendet, rung Im Glauben und im Leben Durch Leichtsinn, Bosheit oder Durch Warnung und Erinnerung Spott Von dir sie abgewendet; Und durch mein Vorbild streben! Vergib nach deiner Vaterhuld! Hilf mir, sie zur Gottseligkeit, Laß mich Vergebung meiner 3u frommer Zucht und Ehrbar- Schuld Durch ihre Rettung suchen! teit, Für deinen Himmel bilden! ( 102. 83) 8. Je mehr du mir Gelegen0944 Geld ROLLES Sorge für des Nächsten zeitliches Wohl. Barmherzigkeit gegen Nothleidende. Dienstfertigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder sc. 671. Herr, selbst auch mit Beschwerden Vermindre gern es fremden Schmerz. err, segne mein Be- 4. Es liebe nicht nur Freunde; streben, Nicht blos für mich zu Es sorge selbst für Feinde, Voll leben, Auch Menschenfreund zu Großmuth, voll Geduld. Du sein; Auch Andern gern zu nügen, hilfst ja in Gefahren, O Gott, Des Glücks, das sie besigen, Mich, auch Undankbaren; Selbst Böse wie des meinigen, zu freu'n! segnet deine Huld! Dein 2. Laß nie bei Andrer Klagen 5. Laß mich dir ähnlich werden: Mich, eh' ich helfe, fragen: Was Dann lohnt mein Herz auf Erden wird mein Lohn denn sein? Ich mich schon mit Seligkeit. Noch will nach deinem Bilde Mit reiner größern Lohn verkündet Herzensmilde Zur Hilfe schnell Wort mir, Herr; ihn findet Mein und willig sein. Geist einst in der Ewigkeit.( 24) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 3. Wenn ich des Dankes Zähre Für Wohlthun auch entbehre; So laß doch nie mein Herz Des 672. Du, aller Menschen Wohlthuns müde werden: Ja, Vater, Du gütiger Berather In 26 402 Pflichten gegen den Nächsten. " 1 Allem, was uns drückt! Freuden, die wir haben, einzig deine Gaben; Du bist's, der unser Herz erquickt. Die Gebot, Das uns Jesus Christus Sind lehret: Seid barmherzig, so wie Gott! Gebet, so wird euch gegeben, Leben hier, und dort das Leben!" 2. Du läßt dich von uns 2. So viel Menschen, so viel Sündern Durch Undank nicht Brüder! Ein Gott ist's, der uns verhindern, Uns fegnend zu er- erschuf. Wir sind Alle Christi freu'n; 3u ew'gen Seligkeiten Glieder; Allgemein ist Gottes Uns Sterbliche zu leiten, Wird Ruf. So den Bösen, wie den ewig deine Wonne sein. Seinen, Läßt der Herr die Sonne 3. Wie groß ist deine Milde! scheinen. Barmherz'ger Vater, bilde Mein 3. Gottes Bild in euch zu Herz nach deinem Sinn! Daß ich sehen, Seid barmherzig, so wie der Noth der Armen Mich willig er! Eilt, den Armen beizustehen; mög' erbarmen, Nimm alle Härte Was ihr gebt, empfängt der von mir hin. Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, Darf's die linke Hand nicht wissen. 4. Gib, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So wie mein Heiland that, Der zärt- 4. Was ihr habt, mit Jedem liche Erbarmer, Den fein be- theilen, Welcher weniger besitzt; drängter Armer Vergebens je Des Betrübten Schmerzen heilen, um Hilfe bat. Schützen den, den Niemand 5. Erhalt' in mir die Triebe schüßt; Und dies ohne Stolz verDer mitleidsvollen Liebe. Wie richten: Das sind uns're Christendu mir wohlgethan, So laß um pflichten. deinetwillen Mich Andrer Seufzer 5. Herr, wir geben von dem stillen, So oft ich sie nur stillen Deinen, Das dir mehr, als uns fann. gebührt. Laß, wenn uns're 6. 3um Fleiß in guten Wer- Brüder weinen, Nie die Herzen ken Laß mich die Hoffnung stärken: ungerührt! Lehr' uns selbst, dein Vor dir, dem Herrn der Welt, Gut verwalten, Um hier flüglich Der frohe Geber liebet, Sei, was hauszuhalten. ( 85) man willig gibet, Ein Opfer, das mel. Zeuch mich, zeuch mich mit 2c. dir wohlgefällt. 7. O wohl mir, ich gewinne 674. Wohlzuthun und mitSchon hier bei diesem Sinne zutheilen, Du, mein Herz, vergiß Trost und Zufriedenheit, Und es nicht! Mitleidsvoll und willig einst vor Gottes Throne Zum eilen, Armen beizusteh'n, ist Pflicht. unschäßbaren Lohne Die Freuden einer Ewigkeit! ( 84. 34) Süße Pflicht, die Jesus lehret; Gott selbst wird durch sie geehret. Mel. Zeuch mich, zeuch mich mit 2c. 2. Speiset die, die Hunger leiden, Und die durstig sind, die 673. Seid barmherzig!" tränft; Eilt, die Nackenden zu Menschen, höret; Hört das heilige kleiden, Tröstet die, die Kummer 17 Sorge für des Nächsten Seelenheil. 403 fränkt; Schwache eilt zu unter- Füßen, Du, dem Engel dienen stüßen, Unterdrückte zu beschützen. müssen. 3. Reine Last und keine Bürde 3. Seht das Haupt den GlieSei für mich der Liebe Sinn. dern dienen! Seht, den Knechten Hoheit ist es, Ruhm und Würde, Wenn ich mild und hilfreich bin. Welch ein Glück für den Erlös'ten, Jeju arme Brüder trösten! dient der Herr, Der in Knechtsgestalt erschienen! Wer begreift dies Dienen, wer? Was ich mit Erstaunen sehe, Deut' es selbst, daß ich's verstehe! 4. O wie lohnt's mit sanften Freuden, Der Verlass'nen Helfer sein, Seh'n, wie sie in ihren Leiden Sich, durch uns gestärkt, erfreu'n! Ein betrübtes Herz er- meinen; quiden, Welch ein himmlisches Entzücken! 4. Liebreich sprichst du zu den Deinen: Wisset ihr, was ich gethan? Seht, ihr Alle seid die Mich erkennt als Herrn ihr an: Nun, was ihr vom Herrn: gesehen, Euch zum Vorbild ist's geschehen!" 17 5. An einander sollt ihr üben, Was der Meister euch gethan; Groß in Demuth, treu im Lieben, keit. Was sind Mühen und Be- Willig dienen Jedermann. Selig, schwerden, wenn sie so vergolten 5. Heil und Glück auf unsern Wegen, Innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen Folgen auf Barmherzigwenn ihr meinen Willen, Den ihr wißt, strebt zu erfüllen!" werden! 6. Laßt uns eilen, uns're 6. mir auch, Herr, mein Gaben, Weil es Zeit ist, auszu- Heil und Leben, mir auch rufft streu'n! Was wir hier gesäet du also zu; Haft ein Beispiel Daß ich sei gesinnt, haben, Nernten wir einst reichlich mir gegeben, ein. Seid barmherzig! Helft den wie du, Und wie du gehandelt, Gott wird eurer sich handle, Und in Lieb' und Demuth ( 141) wandle. Armen! erbarmen! 7. Laß mich auf dein Vorbild Mel. Unser Herrscher, unser König zc. sehen; Zeuch mir deine Demuth an; Freudig laß mich dir nach675. Herr und König aller gehen Auf der Selbstverleugnung Welten, Tiefster Demuth Vorbild Bahn. Deine Liebe soll mich mir! Du auch mein, mein dringen, Dein Gebot treu zu Herr und Meister: Ewig will ich vollbringen. folgen dir! Ernstlich streb' ich, dir zu gleichen, kann ich dich auch nie erreichen. 8. Selig Alle, die es üben; Selig, selig dann auch ich! Du, mein Meister, wirst mich lieben, 2. Zu dem Vater willst du Und den Deinen nennst du mich. fehren Heim in deine Herrlichkeit; Klein und niedrig hier auf Erden, Willst noch durch ein Beispiel Werd' ich groß im Himmei lehren Demuth und Dienstfertig- werden. leit; Beugst dich zu der Jünger ( 35.83) 26* Pflichten gegen den Nächsten. Friedfertigkeit, Sanftmuth Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 404 splens 4. Groß ist sein Reich, Unendlich seine Treue. Er will und gibt, Daß Jeder sich erfreue. O Men schen liebt und freuet euch! Mel. Gott ist mein Lied zc. Mel. Sollt' ich meinen Gott 2c. 676. In aller Welt, Aus 677. Gott, der du die Menjedem Volk auf Erden, Gefällt schen liebest, Der du nicht ein dem Herrn, Wer ihm will ähnlich strenges Recht, Sondern lauter werden, Und sein Gebot von Gnade übest An dem fündigen Herzen hält. Geschlecht! Laß mich deinen Geist 2. Des Herrn Gebot Erfüllt, beleben, Daß ich, Vater, als dein wer Liebe übet. Wer Menschen Kind, Liebreich sei, wie du, ges haßt, Wer einen nur betrübet, finnt! Herr, du wollst den Sinn Der, der verletzt des Herrn Gebot. mir geben, Der bei Fehlern Nach3. Lobsingt dem Herrn, Der sicht zeigt, Und mit Sanftmuth uns dies Licht gegeben! Er ist die spricht und schweigt! Lieb'; Von ihm strömt Licht und 2. Meines Nächsten will ich Leben Auf alle Menschen nah' schonen, Ihm erleichtern seine und fern. Last: Ich will ruhig bei ihm wohnen; 3ant und Streit sei mir verhaßt! Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried' und Eintracht liebest du: O so hilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das in fennt der Eintracht Segen; Und Stille Fried' und Freundschaft Christen, ihr, Ihr wollet Zwie- sucht und liebt, Das statt Rache tracht hegen, Durch Neid und Eifersucht getrennt? 5. Wer Jesum fennt, Der Sanftmuth übt. 3. Wer mir flucht, den will ich 6. Es ist Ein Gott, Auf den segnen, So wie mein Erlöſer wir alle hoffen; Ein Mittler that; Will dem nachsichtsvoll bes nur; Ein Himmel steht uns offen, gegnen, Der zum Zante Neigung Und Ein Gericht einst nach dem hat. Für die Feinde will ich beten, Tod. Und vor dich, du Friedefürst, 7. Drum richtet nicht! Der Wann du Alle richten wirst, Nicht Herr selbst wird einst richten. als Feind des Bruders treten! Empfingt ihr viel; Dann übet Gott des Friedens, segne du Mich eure Pflichten Getreuer bei des mit deiner Kraft dazu! Glaubens Licht. 4. Ewig Heil ist dem beschie 8. Stimmt alle ein! Singt den, Der nach frommer Eintracht frommer Eintracht Lieder! Der strebt. Höchster, gib mir deinen Erdkreis soll Ein Aufenthalt für Frieden, Der zur Sanftmuth uns Brüder, Ein Tempel sel'ger Ein- erhebt! Er regiere Herz und Sintracht sein! ( 121) nen; Denn, wenn er das Herz Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 405 regiert, Wird, was zu der Zwie- brechen Dann sein Blut vertracht führt, Niemals Uebermacht föhnend sprechen! ( 34) gewinnen, Bis einst in der Herr- 7. Heil uns! Gott verzeiht uns lichkeit Ew'ger Friede uns er Sündern, Geht nicht mit uns in's freut. Gericht; Nimmt uns auf zu seinen Kindern, Zürnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns fämpfen, Alle Nach' in uns zu dämpfen! nicht dämpfen! Tak( 176) Mel. Herr ich habe mißgehandelt 2c. 678. Allen, welche nicht vergeben, Wirst du, Richter, nicht di verzeih'n! Trostlos werden sie im Mel. Auf Christenmensch, auf 2c. Leben, Trostlos einst im Tode sein; Unentladen ihrer Sünden, 679. Der du, dem Tode Nimmer vor dir Gnade finden. nah, für die, Die dich erwürgten, 2. Wie dein Herz mit jedem batest, Der du bei deinem Vater Sünder Väterliches Mitleid hat; fie, Mein Heiland, selbst verWie der Freund der Menschenfinder Selbst für seine Würger bat: So soll auch der Christ verzeihen, Und sich nicht der Rache freuen. trateſt; O möcht' ich dir doch ähnlich sein, Und meinem Feinde gern verzeih'n! 2. Ach, wem der Rachlust Flamme glüht Jm zornentbrannten Herzen, Wer seine Lust und Freude sieht An seines Feindes Schmerzen: Wie kann vor deinem 3. Ach wir Alle sind Verbrecher, Häufen Alle Schuld auf Schuld. Du, der Sünden strenger Rächer, Trägst uns dennoch mit Geduld, Sagst uns Gnade Angesicht Er Gnade finden im zu und Leben, Und vergibst, wenn Gericht? wir vergeben! 53. Die Stimme Gottes schallet 4. Wir geloben's dir mit Freu- mir Durch meine ganze Seele: den, Willig wollen wir verzeih'n; ,, Wie du vergibst, vergibt Gott Nie uns rächen, wenn wir leiden, dir!" Ich höre sie und wähle. Nie zu dir um Rache schrei'n; Der wählt den Segen, wer verWollen vor dein Antlig treten, gibt, Und der den Fluch, wer Und für uns're Feinde beten. Rache übt. 5. Stärk' uns, Vater, deine 4. Mein Herz, sei werth der Frommen, Treu zu bleiben dieser Seligkeit, Dich selbst zu überPflicht! Wenn wir in Versuchung winden! Duld' und vergib; auch tommen, So besiege sie uns nicht! Gott verzeiht, Und straft nicht Laß sie uns gewaffnet finden; deine Sünden. Hilf du selbst sie überwinden! Nicht Rache; Mit Freuden Segen rufe du 6. Mach' in unserm ganzen deinem Feinde zu! Leben Deinem Sohn uns gleich5. Auch mein Beleidiger hat gesinnt! Dann vergib, wie wir Theil Am Heiland aller Sünder; bergeben Allen, die uns schuldig Mit Blut erkauft' auch ihn zum sind: Laß für deines Volts Ver- Heil Der Todesüberwinder: An 406 mich und ihn ergeht der Ruf Des Gottes, der uns beide schuf. 6. O könnt ihn meine Sanftmuth noch Zur Seligkeit bekehren, im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm fleh'n, mir zu verzeihen, Und Rache schreien? 5. So heilige denn meines Und ihn der Liebe sanftes Joch Herzens Triebe, Mein Heiland, Durch Liebe tragen lehren! Wie durch den Geist der wahren Liebe! göttlich würd' es mich erfreu'n, Dein Jünger ist nur, wer, wie Der Retter seines Heils zu sein! du, vergibet, Und Feinde liebet. 6. Erwecke denn, o Herr, in 7. Wie würd' er einst am Weltgericht Mich Freund und meinem Herzen Auf's Neue das Bruder nennen, Mir danken, Gedächtniß jener Schmerzen, Die und sich ewig nicht Von meiner du in deinen schweren LeidenSeite trennen, Und Gott erhöhen, stunden Für mich empfunden! dessen Hand Uns für die Ewigkeit verband! 7. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, Den, 8. Laß mich, mein Heiland, der mir flucht, wie du, voll Großfort und fort Den Geist der muth segnen! Herr, mache gegen Sanftmuth leiten! Lehr' mich Alle, die mich hassen, Mein Herz verzeih'n, da du mir's dort Ver- gelassen! giltst mit hohen Freuden, Wenn 8. Du schüßest den, der redlich einst mir mein versöhnter Feind vor dir wandelt, Und überall nach Dankbare Freudenthränen weint! deinem Vorbild handelt: Drum ( 126) laß in Allem mich schon hier auf Erden Dir ähnlich werden.( 34) Pflichten gegen den Nächsten. Mel. Herzliebster Jesu 2c. Mel. Ach bleib mit deiner Gnade z. 680. Herr, mein Versöhner, der du für mich litteft, Und 681. Nie will ich wieder noch zur Rechten Gottes für mich fluchen Dem Feinde, der mit bittest: Erwed' in mir, du Muster flucht; Nie dem zu schaden suchen, wahrer Liebe, Der Sanftmuth Der mir zu schaden sucht. Triebe! 2. Ich will ihm hold begegnen, 2. Wann hast du jemals Haß Nicht drohen, wenn er droht; mit Haß vergolten? Du schaltst Schilt er, so will ich segnen: nicht wieder, als man dich ge- Dies, Herr, ist dein Gebot! scholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht bloß Freunde, Nein, auch die Feinde. 3. Mein Jesus, der Gerechte, Vergalt die Schmach mit Huld; Die Wuth ergrimmter Knechte Ertrug er mit Geduld. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, Und doch von 4. Sollt' ich denn wieder schelRachgier gegen Brüder brennen? ten, Da er nicht wieder schalt, Ich sollte Haß mit Haß lieblos Mit Liebe nicht vergelten, Wie vergelten, Und wieder schelten? er mit Lieb' vergalt? 4. Wie dürft' ich Vater" zu 5. Verleumdung dulden müs dem Höchsten sagen, Und Groll sen, Ist schwer; doch diese Pflicht 11 Freundesliebe und Dankbarkeit. Wird leicht, wenn das Gewissen Für meine Unschuld spricht. 407 Will ich ihm gern verzeih'n, Und, als ein Christ, zum Frieden, 3u Diensten willig sein. 6. Dies will ich treu bewachen; So bessert mich mein Feind: Er wird mich weiser machen, Indem er's böse meint. 7. Im Haß ihn zu ermüden, vertrau'n: Gott schützt! 8. Wenn, mich zu unterdrücken, Ihn Güte mehr erhitzt; So will ich aufwärts blicken, Und Gott ( 55) Freundesliebe und Dankbarkeit. Mel. Herr Gott, bich loben alle 2c. ben, dir an Güte Und Wohlthun, 682. Vater, gleich zu sein, Und mich welch ein Segen ist mit willigem Gemüthe Durch ein Freund, Der, Gott, durch dich ihren Rath und Trost erfreu'n: mit mir vereint, Mich zärtlich Mit reichem Segen segne dann und vertraulich liebt, Mit mir Sie, die ich nicht belohnen kann! sich freut, mit mir betrübt! 2. Gib, daß ich aller ihrer 2. Der fest vereinigt, wie mit Freuden Und ihres Glücks mich dir In Einem Geiste, so mit mir herzlich freu'; Voll Kummer über Der Tugend hohes Leben lebt, ihre Leiden, Gern, wo ich kann, Mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht; Wir helfen uns in jeder Pflicht: Wir bitten dich vereint um Kraft, Gleich fromm zu sein und tugendhaft. ihr Tröster sei; Sie unterstütz' in ihrer Noth, Und es mit Freuden thu', mein Gott! 4. Wir theilen Alles, Lust und Leid, In inniger Vertraulichkeit, Und Jedes Zärtlichkeit versüßt Dem Andern, was ihm schmerzlich ist. 3. Und kann ich's nicht: o Gott, so dringe Mein inniges Gebet au dir! Was ihnen gut ist, das gelinge; Denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud' herab, Der Freude gibt und Freude gab! 4. Umfahe sie mit deiner Güte, Und deine Huld verlass' sie nie! Die Herzen Sei stets ihr Helfer, und behüte Durch Liebe, Vor Widerwärtigkeiten sie; Und durch Gebet und Rath, Und wo trifft sie doch Gefahr und Schmerz, wir fönnen, durch die That. 5. Und trennte Gott auch Freund von Freund; bleiben doch vereint So tröst' und heile selbst ihr 6. Vollenden wir den Pilger- Herz. lauf, So nimmt uns dann Ein 5. Nimm sie zu deines Reiches Himmel auf. nendlich ist die Erben In ihrem Tode gnädig Seligkeit, Die ewig uns zugleich an! Erquicke sie in ihrem Stererfreut. ( 24) ben; Sie haben Menschen wohlMel. Wer nur den lieben Gott 2c. gethan, Und diese fleh'n vor deinem Thron: Groß, herrlich, ( 24) 683. Wenn Menschen stre- ewig sei ihr Lohn! 408 Pflichten gegen den Nächsten. Sorge für die Nachwelt. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. schließt, Aus dem für jede Lebensstunde mir so viel Wohl und 684. De besten Vaters Freude sprießt: Ich sollte nehmen reicher Segen Wird mir durch und nicht geben, Nicht Gott und seiner Kinder Hand! Mich hält Menschen dankbar sein? Ja, auch auf meiner Wallfahrt Wegen. Der für And're will ich leben, Und Menschheit segenvolles Band. Wo noch der Nachwelt Segen streu'n. ich mich freue, wo ich leide, Beit 6. Daß auf der Welt es besser regem Fleiß für Menschenwohl, werde, Daß Glück und Tugend Da stehen Brüder mir zur Seite, möge blüh'n Den jüngern BrüUnd wirken mit und nehmen dern auf der Erde, Auch wann ich Theil. längst schon Asche bin. Dann siegt 2. Auch ruhen friedevoll im die Liebe über Grenzen Der kurzGrabe So manche, die für mich gemess'nen Lebenszeit, Und ihre gewacht, Die eigne Ruhe, Blut edeln Thaten glänzen Hinüber und Habe Für mich zum Opfer in die Ewigkeit. dargebracht. Noch eh' ich dachte, 7. Dein Vorbild, Jesu, soll mich eh' ich lebte, Da wirkte edler leiten, Erlöser, der für Alle starb, Väter Sinn; Und was ihr Muth Und Trost und Heil für Ewigund Fleiß erstrebte, Ward mir feiten Nach Gottes Rath auch zum segnenden Gewinn. mir erwarb; Mein Dank, mein 3. Sie gründeten des Hauses Wunsch ist, daß hienieden Ich dir Schwelle, Wo fromme Andacht in Liebe ähnlich sei, Und daß die sich ergießt, Und wo der Wahr- Nachwelt noch im Frieden Sich heit Segensquelle Dem Alter und meines Tagewerks erfreu'.( 121) der Jugend fließt. ihre heil'ge Gabe und den Waisen Brod, 41424 Verlass'nen Zuflucht, Hilf und Habe, Wo 685. Von der Selbstfucht Mangel oder Krankheit droht. schnöder Triebe, Menschen, Chri4. Getragen auf der Mensch- sten, reißt euch los, Heiligt euer heit Arme, Gepflegt auf treuer Herz der Liebe: Liebe macht euch Neltern Schoos, Ward mir so gut und groß! Liebe nur kann froh und frei von Harme Des uns erheben Zu des Geistes wahjugendlichen Lebens Loos. Ich rem Leben; Liebe führt an milder ruhe in der Vorwelt Schatten, Hand Uns zum ew'gen Vaterland. Ich ärnte ihres Fleißes Saat, 2. Liebend, Christen, laßt uns Vom Glauben, den die Väter hat- leben, und ten, Pfad. 5. Und ich, ein Kind im großen freu'n! Bunde, Den Gottes Vaterliebe enden, Beseligt auf der Tugend uns weih'n! streben, Noch reichet Der Wittwe Mel. Alle Menschen müssen sterben der Menschheit Wohl Unermüdet laßt uns Unsern Nächsten zu erUnser Tagwerk zu voll Werde treu von unsern Sorge für die Nachwelt. 409 Händen Für der fünft'gen Enkel| 3mmer neuen Samen dar! So Zeit Guter Same ausgestreut. in Werken fortzuleben, So unAuch der Folgezeit: Chriften, 3. Heil uns, wenn im stillen sterblich Segen geben Grabe Unsern Staub die Erd' spät'sten umschließt, Und, des Danfes legzte welche Seligkeit! Gabe, Dann der Brüder Thrän' 5. So, so sind wir dessen Schüuns fließt! Wenn als heiliges ler, Der am Kreuz aus Liebe Vermächtniß Uns'rer Lebenszeit starb, Und, aus Liebe blutend, Gedächtniß Fort auf uns're Enkel vieler Millionen Heil erwarb. stammt, Und zu gleicher Lieb' ent- So, so können wir auf Erden flammt! balo) Unserm Schöpfer ähnlich werden, 4. Mag die Nachwelt auch ver- Ihm, der mit der Liebe Kraft gefsen, Wer der Säende einst war; Ewig wirkend Segen schafft. Reicht ja doch die Frucht indessen ( 177) Pflichten gegen Andere in besonderen Verhältnissen. Häusliche Pflichten. dipl Mel. Wer nur den lieben Gott zc.genossen Die Furcht des Herrn 686. Uns und die Unfrigen treu verbindet Ein zartgewebtes, seiner vor Augen schwebt; Wenn Jeder und unverdrossen Nach Pflicht Erfüllung strebt; Eintracht und Zufriedenweiser, der es windet Mit liebe- heit Das Haus zum Siz des voller Vaterhand! Wir preisen dich, den Menschenfreund, Der uns durch dieses Band vereint! heil'ges Band. Du bist's, All- Wenn Segens weiht. 5. Den Frommen, die dich findlich ehren, O Vater, strömt 2. Wohl dem, der in dem Ehe- dein Segen zu! Sie wandeln folgbunde In fester Lieb' und Ein- jam deinen Lehren, Und trau'n tracht lebt! Ihm wird so manche auf dich und finden Ruh', Und Lebensstunde Mit Seligkeit und finden Freude, deren Werth Und Lust durchwebt; Er blict mit Ruh' Dauer feine Zeit zerstört. und heiterm Sinn Auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden Den Deinen, Herr, von dir gesandt! Oft muß 3. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen noch schöner macht; Wenn sie im Herzen Tugend hegen, Wenn in den Blicken Unschuld lacht; Wenn Den Ehebund Die Tod und Trennung scheiden, Die Blut und Treue fest verband. Oft stört der Gram, des Unfalls Muth, Oft Krankheit ihren heisie der Aeltern Beispiel rührt, Und tern Muth. auf den Weg zum Himmel führt! 7. Doch trinken sie den Kelch 4. Wohl denen, deren Haus- gelassen, Den du, ihr Vater, ein 410 Pflichten gegen Andere. geschenkt. Du wirst, du fannst sie O wie muß dies Glück erfreu'n! nicht verlassen, Du Gott! der Im Gebet fich gern erbauen, seiner Kinder denkt; Der, wenn Wirket Liebe, stärkt Vertrauen, ihr Glaube standhaft ringt, Durch Lenket Aller Herz und Sinn 3u Leiden sie zur Wonne bringt. der ew'gen Heimath hin. 8. Mag doch des Todes Arm 5. Darum, Chrift, ein jeder uns trennen; Wir werden einst Morgen, Jedes Abends stille Zeit, uns wiederseh'n, Vor Gottes Jede Stunde frei von Sorgen, Thron die Unsern kennen, Vor Sei vor Allem Gott geweiht! ihm mit ihnen dankend steh'n. Bete herzlich mit den Deinen; Da, wo fein Tod mehr trennen Gott hört's und erfreut die kann, Steh'n wir vereint und Seinen. Ihm gefällt auch schwabeten an. ( 40) cher Dank, Selbst der Kinder LobMel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. gesang. ( 141) 687. Mit den Deinen in Mel. Wie schön leucht't: c. der Stille, Christ, vergiß der An- 688. Ich und mein Haus, dacht nicht! Sie führt dich zur wir sind bereit, Dir, Herr, die Segensfülle, Sie ist eine sel'ge ganze Lebenszeit Mit Leib und Pflicht. Vor Gott täglich mit den Geist zu dienen. Du sollst der Deinen Dankbar im Gebet er- Herr des Hauses sein! Gib deinen scheinen, Bringet Frieden, mil- Segen nur darein, Daß wir dir dert Schmerz, Füllt mit hohem würdig dienen! Trost das Herz. Eine Fromme, reine Kleine, Hausgemeine Dir zum Preis 2. Welch ein heiliges Geschäfte Mach' aus Allen, Ist das häusliche Gebet! Muth und Wohlgefallen! zur Arbeit, Luft und Kräfte 2. Es wirte durch dein kräftig Schenkt Gott dem, der zu ihm Wort Dein guter Geist stets fort fleht. Ruh' in ihren Leidensstun- und sort An unser Aller Seelen. den Haben Fromme stets gefun- Es leucht' uns, wie das Sonnenden, Die, in Andacht dann ver- licht, Damit's am rechten Lichte eint, Stille Thränen ihm geweint. nicht Im Hause möge fehlen! Gleiche Seelenspeise Auf der Reise Durch dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben! 3. Kraftvoll zeigt sich Glaub' Reiche und Tugend, Frömmigkeit wird da vermehrt, Wo das Alter, wo die Jugend Jhn mit Mund und 3. Geuß deinen Segen auf das Thaten ehrt. Sind nicht 3ant, Haus, Auf die, die es bewohnen, Zerrüttung, Sünden In den aus; Im Glauben uns verbinde! Häusern stets zu finden, Wo man Baß uns in Liebe allezeit Zum lebet ohne Gott, Nicht gedenkt Dulden, Tragen sein bereit, Voll an Pflicht und Tod? Demuth, sanft und finde! Liebe 4. Voll von Dank für Gottes Uebe Jede Seele; Keinem fehle, Gaben, Christ in seinem Hause D'ran man tennet Den, der sich fein; Treue Hausgenossen haben; den Deinen nennet! Häusliche Pflichten. 411 4. Laß unser Haus gegründet| meist, Daß in dem Haus fein sein Auf deine Gnade ganz allein, and'rer Geist, Als nur dein Geist Und deine große Güte. Laß uns regiere! Dein Geist, der Alles auch in der Nächte Grau'n Auf wohl bestellt, Der gute Zucht und deine treue Hilfe schau'n Mit Ordnung hält, Er sei es, der uns findlichem Selig, führe! Spende, Sende Ihn uns Fröhlich Selbst in Schmerzen Dir Allen, Bis wir wallen Heim und die Herzen, Ueberlassen Und dann droben Dich in deinem Hause in Geduld uns fassen! Gemüthe; loben! ( 191) 5. Und endlich fleh'n wir allerMel. Geh' aus mein Herz und zc. gen! Ein Herz, das kindlich dich verehrt, Soll nicht, wenn Freud' 689. Die Che foll uns in Schmerz sich fehrt, Wild und Der Schöpfer sette verzweifelnd klagen. Der Welt zum Glück 4. Gib unsern Seelen Einigund Segen. Noch immer fließt feit, Daß, wie im Glück, so auch in diesem Stand Aus seiner mil- im Leid, Zufriedenheit nie fehle. den Vaterhand Den Frommen Laß nie uns unsern Bund entHeil entgegen. heilig sein! selbst sie ein, Eheliches Verhältniß. 2. Wie glücklich lebt ein from mer Mann, Wenn er die liebt und ehren kann, Die Gott ihm 5. Lenk' ab den Sinn von ausersehen! Wie glücklich lebt an leppigkeit Auf Freuden, die man seiner Hand Die Gattin, die ihm nie bereut, Auf Freuden echter Gott gesandt, Jhm hilfreich bei- Tugend! Selbst unser spätes Alter sei Von drückenden Beschwerden 3. Gott, der du uns verbun- frei, Und heiter, wie die Jugend! den hast, Mach' leicht uns jede Lebenslast! Laß jede still uns trazustehen! ( 125) 690. weih'n; Laß treu uns, redlich, friedsam sein, Ein Herz und Eine Seele. Mel. Ich dank' dir schon 2c. 3. Laß ihre Kinder ihnen viel, Als deine Kinder, gelten für die Kron' du, den Alles Vater Geboren am nennt In aller Himmel Kreisen; Ziel, Für's Lichtreich bess'rer Der's auch dem Staubgebornen Welten. gönnt, Welch Glück!- Dein Kind zu heißen! 4. Der Aelternliebe füßes Pfand, Von dir, o Gott, gegeben, 2. Laß deiner Vaterweisheit Sei ihnen mehr, als Erdentand, Und theurer noch, als Leben! Bild Doch alle Väter tragen! Laß Mutterherzen sanft und mild Voll deiner Liebe schlagen! 5. Es früh' zu weih'n zu deinem Und zu der Menschheit Ruhm, - Verhältniß zwischen Aeltern und Kindern. 412 Pflichten gegen Andere. Ehre, Zu Jesu Christi Eigenthum Huld ihr Theil, Jhr Erbe deines Durch Beispiel, Zucht und Lehre; Sohnes Heil! 6. Den Geist für Wahrheit zu erzieh'n, Das zarte Herz für Liebe; Dazu, Herr, segne ihr Bemüh'n, Und mehre ihre Triebe! 8. Erhör' uns, Vater, Sohn und Geist, Den auch das Kind, der Säugling preis't! So danken ewig, ewig wir Mit allen unsern Kindern dir. ( 24) 7. Groß sei der Aelternliebe Lohn In höhern Aelternfreuden, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Ihr Losungswort beim 692. Dir empfehl ich meine Und Wiederseh'n vor deinem Thron Scheiden!( 83) Mel. Herr Gott dich loben alle 2c. Kinder, Gott, der uns mit Gnade krönt! 3war auch sie sind vor dir Sünder, Doch durch Jesum dir 691. Die Kinder, deren wir versöhnt, Und dir, Bater, Sohn uns freu'n, Sind alle, Gott und und Geist, Dir, den unser Glaube Vater, dein; Sind deine beste preis't, Dein zu sein und dir zu Gabe, Herr! Bewahre sie, All- leben, In der Taufe übergeben! mächtiger! 2. Du, mein Schöpfer und Er2. Wenn treuer Aeltern Liebe halter, Warst von Kindheit an sucht, Sie aufzuzieh'n in deiner mein Gott; Bleibst mein Gott Zucht; So gib zu dieser schweren auch bis in's Alter: Sei auch Pflicht Geduld und Weisheit, meiner Kinder Gott! Kraft und Licht. Segne und behüte sie; Deine Furcht erfüll' 3. Gib allen Kindern Lernbe- sie früh, Daß sie, dir zum Wohlgier, Zum Guten Lust, und Furcht gefallen, Jung schon deine Wege vor dir. Trok, Eigensinn und wallen. Müßiggang Sei ihnen ferne lebenslang! 3. Ach, daß sie mit Furcht dir dienen, Jst dein Wert; o nimm 4. Gesegnet fei ihr Unterricht! doch nie nie Deinen heil'gen Geist Laß sie durch deines Wortes Licht von ihnen, Daß ihr Herz VerDich recht erkennen; laß sie nie führung flieh', Und ich einst voll Gefährlich irren; schütze sie! Zuversicht, Daß der Lüfte Gift 5. Im Glauben mache sie ge- nur nicht Ihr unschuldig Herz wiß: Bewahre sie vor Aergerniß, verderbe, Froh sie segne, wenn ich Und wider der Verführung List, sterbe. Weil Jesus ihr Erlöser ist! 6. Laß uns in ihnen Christen seh'n, Die freudig deine Wege geh'n, Und Bürger einst voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 7. Dann gib so viel, als dir gefällt, Einst ihnen von dem Glück der Welt: Nur sei, Herr, deine 4. Gib du ihnen, o Allweiser, Wie es längst dein Rath bedacht, Stilles Glück, und was sie weiser, Reifer für den Himmel macht! Werden sie geprüft durch dich, Gott, so sei es väterlich! Und dann laß es ihren Seelen Nie an Trost und Stärkung fehlen. 5. Jener Siegstag der Gerech Aeltern und Kinder Geschwister. 413 ten Sei auch mir ein Freuden- men trachten; Stets, was sie ertag! Hilf, daß zu des Richters freut, vollzieh'n, Und, was sie Rechten Auch nicht Einer fehlen betrübet, flieh'n! mag! Dann sprech' ich:„ Mein Heiland, sieh, Hier bin ich, hier sind auch Die, Die der Vater mir verliehen, Sie dem Himmel zu erziehen! ( 171) 5. Jesus stelle sich mir dar, Als das Beispiel frommer inder. Er, der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, War doch von der Kind= heit an Seinen Aeltern unterthan. 6. Selbst am Kreuze sorgte Mel. Jefus meine Zuversicht 2c. 693. Gott, bir jei mein noch Für die Mutter seine Liebe. Dank geweiht, Heilig dir mein Laß in reifern Jahren doch Mich ganzes Leben! Denn aus freier auch streben, daß ich übe, Was die Weltern kann erfreu'n; Laß mich ihre Stüße sein! ARC Gütigkeit Hast du selbst es mir gegeben; Es durch Aeltern mir verlieh'n, Die zum Himmel mich erzieh'n. 2. Wie viel Gutes hat durch sie Deine Hand mir zugesendet! Wie viel Kosten, Sorg' und Müh' Haben sie auf mich gewendet! Treuer Neltern Sorg' und Müh'; Welchen Dank verdienen sie? 7. Bis an's Ende lehre mich Jede Kindespflicht erfüllen! Wie der Herr gethan, will ich Freudig thun um seinetwillen. Heil dann mir! es wird dann mein Dein verheißner Segen sein. 8. Die, so mich an eltern Statt Lehren und im Guten üben, 3. Gib mir gegen sie ein Herz, Laß mich auch mit Wort und Das es treu und findlich meine, That Ehren und sie dankbar lieDaß ich, trifft sie Noth und ben, Und vergeblich bleibe nicht Schmerz, Fromme Thränen zu An mir Zucht und Unterricht. dir weine, Und, von allem Leichtfinn frei, Für ihr Glück dir danfbar sei. - 9. Gott, mein Vater, höre doch meines Herzens findlich Flehen! Laß im späten Alter noch Sie an 4. Laß, o Gott, mich immer mir viel Freude sehen, Und ergern Ihres Winks mit Sorgfalt hör' auch ihr Gebet, Das für achten, Und ihm stets, von Un- mich um Weisheit fleht! muth fern, Noch zuvor zu kom( 174. 170) Verhältnis zwischen Geschwistern. Mel. Unser Herrscher, unser König 2c. ihnen allen Gottes Blick mit Wohlgefallen. 694. wie lieblich ist's, D wenn Brüder, Schwestern fromm und einig sind! wie segnend 2. Durch des Blutes Band verbunden, Werden sie durch's Und die Liebe macht Ihres Daseins Leben geh'n, auf sie nieder Dann des Friedens die Stunden Quelle rinnt! O dann ruht auf immer schön. Fern von 3wie 414 Pflichten gegen Andere. tracht, Groll und Neide, Theilen 5. Wenn sie so Leid, wie Freude. von Kind auf die Gemüther Sanfte Bruderlieb' 3. Gleichen Sinnes, gleichen umschlang; Diese Liebe, SchweStrebens Ueben sie des Herrn Ge- stern, Brüder, Folg' euch euer bot, Leiten auf der Bahn des Le- Leben lang! Bleibet noch in bens Eins das Andre hin zu Gott, Todesstunden Fest und treu in Wachen, daß des Bruders Seele Gott verbunden! Nicht den Weg zum Heil verfehle. 6. Liebe, fomm herab vom 4. Nur das Haus, wo Liebe Himmel, Komm in unser Herz wohnet, Wird gesegnet und er herab! Leit uns durch der Welt freut. Neltern seh'n sich reich be- Getümmel Mit den Unsern bis Iohnet In der Kinder Einigkeit. an's Grab! Möchte jedes Haus Selbst die Hausgenossen streben auf Erden Dir ein heil'ger TemFroh zu machen Aller Leben. pel werden werden! ( 148) Für Waisen und Wittwen. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. die Waisen hört! Die Du willst unterstützen Und leiten und be 695. An guter Neltern schützen, Sind sie nicht uns'rer Grabe Klagt der verwais'te Knabe Hilfe werth? In tiefem, bitterm Schmerz; O, 6. Ja, Herr, wir wollen ihnen seht der Kinder Thränen, Jhr Durch Rath und Warnung dieängstlich banges Sehnen, Wie nen, Und thun, was sie erquict. leidet schwer ihr junges Herz! Wir wollen sie vertreten, Sie schüßen, für sie reden, Wenn je ein Mensch sie unterdrückt! 2. Der Waise sucht vergebens Die Führer seines Lebens, Vergebens ihren Rath; Sie sind 7. So hilf uns denn auf Erden, hinweggenommen, Sie werden Verlass'ner Trost zu werden, Und nicht mehr kommen! Er geht nun Waisen zu erfreu'n! Denn unter einsam seinen Pfad. deiner Sonne Ist's doch die 3. Doch ist ein Vater droben, größte Wonne, Dir, Gott, im Der Allen täglich Proben Von Wohlthun ähnlich sein! ( 150) seiner Treue gibt. Er bleibt, wenn Alles weichet; So weit der Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. Himmel reichet, Reicht Gottes 696. Wie herrlich fand der Macht, der Alle liebt. 4. Der Waisen bange Alage Deinen Schaar, Was du ihr einst Steigt nicht am Trauertage Um- verheißen, Jesu Christ, dein sonst zu ihm hinan. Weh dem, Trostwort wahr:„ Ich laff euch der lieblos dentet, Der Aeltern nicht als Waisen!" lose fränket, Und arme Waisen drücken kann! 5. Laß keinen von uns Allen In diese Sünde fallen, Gott, der Im tiefsten Kummer sandtest du Den treu'sten Beistand ihnen zu, Den Geist des Lichts und Muthes. 2. Könnt' ich, o Herr, dein Waisen und Wittwen. 415 Jünger sein, Und ohne heiße Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Zähren Der unerzog'nen Kinder Schrei'n An Aelternfärgen hören? 697. Ich verlaff'nes WaiRuft Menschlichkeit, Religion Mir senkind Muß in Thränen einsam nicht:„ Sieh, dieser ist dein gehen, Weil mir Die gestorben sind, Sohn! Sei diesen Töchtern Die mein Bestes hier versehen. Nun ist dies mein Trost allein: Gott will selbst mein Vater sein. 2. Vater in der Ewigkeit, Der Mutter!" 3. Was gleicht dem schmerzlichen Verlust, Den zarte Kindheit leidet, Wenn von der war- du fennest meine Schwächen; men Aelternbruſt Das Schwert Lindere mein herbes Leid, Und des Todes scheidet? Wer kann erfülle dein Versprechen, Daß der Mutterliebe Macht, Ein mir deine Lieb' und Treu' Immer Vateraug', das immer wacht, Den zur Begleitung sei! Armen ganz ersetzen? 3. Meiner Aeltern heißes Fleh'n 4. Wo ist die weiche Hand, die Uebergab mich dir im Sterben! sie In ihrer Schwachheit pflege, Laß mich nun die Wirkung seh'n, Die ihrem Geiste Schutz verlieh' Ihren letzten Segen erben! Führe Auf dunkelm Lebenswege? Wer mich auf ebner Bahn, Daß ich wehret ihrem Untergang? Wer ihnen folgen kann. hebt sie zu der Menschheit Rang 4. Gib, daß ich mich von der Durch der Erziehung Segen? Welt Immer unbefleckt erhalte, 5. Umsonst, o Höchster, stellst Und, wenn sie mir Neze stellt, du nicht Sie hier in meine Nähe! Doch mein Glaube nicht erkalte. Du forderst die Versorgerpflicht, Tilg' aus meiner jungen Bruſt Und was du willst, geschehe. Als Alle Welt- und Sündenlust! Vater hab' ich dich erkannt; So muß auch ich ja Baterhand Der geh'n, armen Waise bieten. 5. Sorge für mein WohlerFür die Seele, Leib und Laß mich darauf fest beAlles dir zu übergeben. Ruh' ich nur in deinem Schoos, Bin ich aller Sorgen los. Leben. 6. Durch sanfte Güte will ich steh'n, sie zu jeder Pflicht bewegen, In ihre weiche Seele früh Den Keim des Gufen legen; Voll Eifer um ihr bess'res Theil, Doch auch besorgt für zeitlich Heil, Für sie kein Opfer scheuen. ir fie fein 7. Und weiß ich wenig Rath, Ihr zu bauen, Will ich Alles hat, Auf Deine auf Dich, der mel. Zion flagt mit Angst und 2c. Hilfe trauen. Was ich nicht habe, das gib du; 698. Nichts Betrübter's ist Wo ich Nichts kann, Herzit, Vater! Der Waisen tritt selbst auf Erden, Nichts kann so zu Hertreu'ster zen geh'n ,. Als wenn Arme- Witt( 66) wen werden, Und diz Waisen um 6. Droben ist mein Vaterland; Droben ist mein rechtes Erbe. Dort hört auf mein Waisenstand, Wenn dereinst ich selig sterbe, Und die Aeltern und das Kind, Ewig wahres Wohl dann beisammen sind. selbst nur 416 Pflichten gegen Andere. Betrübte Wittwen waren; fie steh'n Ohne Vater, ohne Gut, 3. Wo seit viel tausend JahOhne Hilfe, ohne Muth. Witt- ren wen sind verlass'ne Frauen, Waisen kläglich anzuschauen. Da hast du, Gott, verpflegt, Die sich auf dich verließen, Und gläubig dir zu Füßen Des Kummers schwere Last gelegt. 2. Doch wenn in der Trübsal Schranfen, Darin Gott sie hat gestellt, Nur geduldig, ohne Wanfen, Fest an Gott ihr Herz sich hält; Siken Waisen, arm und bloß, Wohlversorgt in Gottes will mit heißem Flehen Schoos, Finden stets in Gottes deinem Antlig stehen; Du, WittArmen wenhelfer, siehst nach mir! Erbarmen. 4. In dir will ich mich stärken. Du wirst auf mich auch merken; Mein Seufzen ist vor dir. Ich Vor Wittwen Hilfe, Trost, 3. Gott ist Richter und Be5. Ich will stets frohen Muthes Aus allen Kräften Gutes Vor rather Frommer Wittwen, hört deinen Augen thun; Mich dem ihr Schrei'n; Waisen Vater, Will ihr Schuh Wehe denn dem Der die Wittwen Gott ist armer Geräusch entziehen, Weltlust und Thorheit fliehen, Und still in deiner Fügung ruh'n. und Helfer sein. harten Mann, 6. Dann eilen meine Tage drücken fann! Unbarmherzige Ge- Mit ihrer Noth und Plage richte Drohen solchem Bösewichte. Schnell, wie ein Traum, dahin. 4. Laßt uns der Bedrängten Ich leg' die müden Glieder Auf's schonen, Mildern Wittwen- Wai- Sterbebette nieder, Wenn ich zum sen- Noth! Reichlich wird dies Himmel reifer bin. Gott belohnen In dem Leben nach 7. Dann geh' ich, dich zu dem Tod, Wo fein Wittwenauge schauen, Der mein Gott, mein thränt, Keiner Waise Seufzer Vertrauen, Mein Trost ist und stöhnt, Wo von allen Lippen, mein Freund. Wie werd' ich allen, Nichts, als Freudenlieder, dann dich ehren, Dir danken für schallen. die Zähren, Die ich als Wittwe hier geweint! ( 89) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 8. Den ich und der mich liebte, 699, Gott hört der Witt- Deß' Abschied mich betrübte, Find' wen Flehen! Mein Aug' soll auf ich in deiner Hand. Wie wollen ihn sehen; Er ist mir mehr, als wir uns freuen, Und uns're Lieb' Mann. In allem Schmerz und erneuen Im thränenlosen VaterLeide Ist er mir Trost und Freude, land! Mein Fels, den ich umfassen kann. 9. Hierher, ihr meine Waisen, 2. Mir g'nüg' an seiner Gnade! Mit mir den Gott zu preisen, Der Er ist auf jedem Pfade Bei mir euch erhalten kann! Gott, fei bis an das Grab. Er will mich du ihr Vater, Ihr Schirmer und nicht verlassen! Dies Trostwort Berather; Nimm dich der armen will ich fassen Als meinen Witt- Schafe an! wenwanderstab. ( 105) Herrschaften und Dienstboten. Verhältnis zwischen Herrschaften und Dienstboten. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht sc. und reich; Alle sind vor dir wir gleich! 700. Du vertheilst der Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rathe! Niedrig machst du 701. sie und groß; 417 Allen Gnade; Bist gleich gut und gleich gerecht: Dies erkenne Herr und Knecht! Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. Gott, deinen weisen Doch erzeigst du Willen Soll Jeder hier erfüllen: Laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte Mich treulich dem Geschäfte, zu dem du mich be2. Wer bei niedrigem Ge- riefest, weih'n! jahid Seine Zeit und Kraft mir leihet; Wer zu meines Hauses dienen; Glück Meinem Dienst sich redlich ihnen, weihet; Wer durch Folgsamkeit mich ehrt, Der ist meiner Liebe werth. 2. Zwar muß ich Andern Doch dien' ich redlich So dien' ich dir, mein Gott! So hilf mir, ihren Willen So gern und treu erfüllen, Als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr' ohne bitt're Klagen Lebens Last mich tragen, Weichlichkeit Weichlichkeit verschmäh'n; 3. Hilf, daß ich ihm seine Pflicht Liebreich, wo ich kann, ver- Des jüße; Daß er, wenn ihm Hilf' Und gebricht, Sie von meiner Hand Im Reden und im Schweigen genieße; Daß ich Fehler gern ver- Mich ehrerbietig zeigen, Und zeih', Nachsichtsvoll dem Schwa- schlicht und recht durch's Leben hen ſei! geh'n. 4. Du, der Aller Vater ist, 4. Vor Frechheit, Stolz und Schusst auch ihn zum ew'gen Le- Neide, Vor List und Schaden= ben. Für ihn hat sich Jesus Christ, freude Bewahre, Gott, mein Wie für mich, in Tod gegeben. Herz; Was meine Herrschaft Lieben soll ich, so wie mich, Ihn, fränket, In Trauer sie versenket, der Mensch ist, so wie ich. Das sei zugleich mein eigner 5. Fern von Stolz und Eigen- Schmerz. finn, Laß mich seine Rechte ehren, 5. Gern will ich sie erfreuen, Ihn zum Guten treu erzieh'n, Ihn Was ich versah, bereuen, Und durch Wort und Vorbild lehren. willig folgsam sein. Ich will fie In Gemeinschaft des Gebets redlich lieben, Im Fleiße gern Steh' mit mir mir mein Diener mich üben, Und Müßiggang und Trägheit scheu'n. stets. 6. Du, Gott der Herrn und 6. Herr der Herren, gib mir Kraft, Daß ich in der Demuth Knechte, Vertheilst mit milder wandle, Mild, gerecht, gewissen- Rechte Der Menschen Stand Gegen jeden Menschen und Heil! Wer niedrig ist auf handle. Hoch und niedrig, arm Erden, kann groß im Himmer baft 27 418 Pflichten gegen Andere. werden, Hat Fürsten gleich annen, Und mich mit Engeln freu'n. dir, Gott, Theil! Laß mich dies stets ermessen, Nie 7. Auch mich wirst du beloh- deiner hier vergessen, Und dann nen; Bei dir werd' ich dort woh- bei dir einst selig jein! ( 105) Bürgerpflichten. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. nen; Will Jedem geben, was ich soll, Und ohne Zwang und ohne 702. Beim theuern Namen Groll Den Vorgesetzten ehren. Vaterland Erwachen heil'ge 6. O wohl dem Lande, wo der Triebe Ich fühle mich mit ihm Geist Des Christenthums regieret, verwandt; Ich fühle, daß ich's Wo Jeder dich, o Vater, preist, liebe. Hier ging des Lebens Tag Und Jeden Weisheit zieret; Wo mir auf; O Land, in dir begann nie die Bürgertreu' entflieht, Und mein Lauf Zum hohen Ziel des Keiner sich der Pflicht entzieht, Lebens! Gemeinwohl zu befördern!( 148) Mel. Gott des Himmels und der zc. 2. In heit'rer Unschuld lernt' ich hier Die ersten Worte stammeln, Und mir Begriffe, Gott, 703, Gott der Ordnung, von dir Und deinen Werken sam- Herr der Stände; Höchster, dessen meln! Ich sah mit Aeltern mich Macht die Welt, Alle Werke vereint, Und sie und mancher deiner Hände Jugendfreund Versüßten meine Ordnung hält: Tage. Stets in weijer Preis sei dir, der Ewig Allgewal Herren Herr, tiger! 3. Wie Viele waren um mich her Geschäftig, mein zu pflegen! 2. Ruh' und Ordnung fest zu Wie Viele führten immer mehr gründen, Riefst du Herrscher auf Der Wahrheit mich entgegen! den Thron. Schutz soll hier die Hier war mein Bürgerrecht be- Unschuld finden, Das Verdienst reit; Hier fand ich Ruh' und gerechten Lohn, Und das Schwert Sicherheit Im Schutze der Ge- der Rache droht Jedem Frevler sebe. Schmach und Tod. 4. So will ich denn auch dankbar sein, Und meinen Brüdern Bilde nüßen, Will rathen, helfen und sein, erfreu'n, Und Gutes unterstüßen. Milde Was Ordnung, Recht und Ein- freu'n; tracht nährt, Und was des Landes Thron Wohlstand mehrt, Soll stets mir theuer bleiben. 3. Nehnlich deiner Gottheit Soll des Landes Vater Durch Gerechtigkeit und Schützen, segnen und er Ehren, schirmen soll der Wahrheit und Religion. 4. Weiser, besser soll auf Erden Unser brüderlich Geschlecht, 5. Ich will durch Fleiß und Ruhiger, beglückter werden Durch Redlichkeit Dem Vaterlande der Ordnung Licht und Recht. dienen, Und was mir das Gesetz Segnend soll die Saat gedeih'n, verbeut, Mich nie zu thun erküh- Welche gute Fürsten streu'n. Bürgerpflichten. 419 5. Herr der Herren, für die 2. Doch haft auch in dem PilGaben Deiner Ordnung danken gerstand Für kurze Zeit hienieden wir; Was wir Gutes durch sie Du, Herr, ein irdisch Vaterland haben, Kommt doch Alles nur Zur Wohnung uns beschieden. von dir! Gütig sieht dein Vater- Da wallen wir, O Gott, vor dir, blick Auch auf uns und unser In deinem Schutz und Segen Glück! Der Heimath still entgegen. 6. Walte ferner, segnend walte 3. O wohl dem, der voll HimUleber uns, dein Eigenthum! melssinn Auch schon auf Erden Unsern König, Gott, erhalte! wandelt; Der stets im Blick nach Landeswohlfahrt sei sein Ruhm! oben hin Als Himmelsbürger Heil ihm, der uns Gutes gibt, handelt! Mit Willigkeit Wird Und sein Scepter sei geliebt! jederzeit Des treuen Bürgers Pflichten Er auch dem Staat ent= 7. Laß nach deines Wortes Lehren, Unterthan und Obrigkeit richten. Nur des Landes Wohl begehren, 4. Der beste Bürger ist der Und mit frommer Willigkeit Thun Christ, Den Glaub' und Liebe und geben, was die Pflicht For- zieret, Der ganz dem Herrn erdert, Gott, und dein Gericht! 8. Gib uns, gib auch unsern Kindern, Frieden, Ruhe, Sicherheit! Laß dein Wohlthun nie sich mindern; geben ist, Und den sein Geist regieret. In Glaubenskraft, Gewissenhaft, Streut er der Liebe Saaten Auf allen seinen Pfaden. Und führst du in 5. Aus Ehrfurcht vor dem schwere Zeit, dann steh' uns Herrn der Herrn, Der Erdengnädig bei, Daß auch sie uns heilsam sei! fürsten König, Ist er auch seinem Fürsten gern In Ehrfurcht unterthänig. Der Fromme ehrt Des Richters Schwert, Das strafend Frevlern blißet, Uns Recht und 9. Leit' uns, Gott, mit Baterhänden, Deiner Ordnung stets getreu, Daß, wenn wir den Lauf vollenden, Uns das Reich be- Unschuld schüßet. schieden sei, Das auf ewig Die beglüct, Die des Himmels Krone schmückt. 6. Ein Freier zwar, doch Gottes Knecht: Das ist der Ruhm des Christen. Gottselig, züchtig und gerecht, Entfesselt von den Lüften, Dient ohne Zwang Sein Leben lang Dem Herrn er und den Als eines Hauptes Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 7. Der Christ thut Ehre Je704. Noch lebt der Christ Brüdern, im Pilgerstand, Ein Fremdling Gliedern. hier auf Erden. Im Himmel ist ſein Vaterland; Dort soll er hei- dermann, Und hält mit Allen misch werden. Geschrieben schon Frieden. In des Berufes Fleiße hat Gottes Sohn In Himmels- fann Sein Eifer nie ermüden. bürgerlisten Die Namen seiner zu Gottes Höh'n Steigt auf sein Fleh'n: Dein Recht, Herr, wohn' Christen. 27* 420 Kriegerpflichten. Schulgesänge. im Lande; Gib Heil in jedem Schlacht; Du bist es, Gott, der Stande!" für uns wacht! Dich fürchten wir, nur Das gibt Muth; Wir fürchten feiner Feinde Wuth. 5. Und heilig ist uns unfre Pflicht. Wir lassen uns're Fahnen 8. Ja, Heil dem Lande, wohl der Stadt, Wo wahre Christen wohnen, Der Glaube seine Tempel hat, Und Treu' und Liebe thronen! Da ist gut sein, Und nicht. Wir trachten nicht nach mild und rein Ist da des Lebens Sitte; Da, da ist Gottes Hütte! ( 88. 83) ( Nach 1 Petr. 2, 11-17) Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. Raub und Gold, Und sind vergnügt mit unserm Sold. 6. Dem stolzen Feinde furchtbar, sind Wir schonend gegen Weib und Kind Und Greis und Säugling und den Mann, Der uns nicht widerstehen kann. 7. Der Arm des frommen Kriegers hebt Den liebreich auf, der vor ihm bebt; Und schüßzet ihn, und nie vergießt Er dessen Blut, der wehrlos ist. 8. Er übet gern nach heißem Streit Die schöne Pflicht der Menschlichkeit. Dem Vaterland, dem Fürsten werth, Wird er von Freund und Feind geehrt. 3. Umgib uns, Gott, du Herr der Macht! Dein ist der Sieg, 9. Mit uns ist Gott, der uns das Glück der Schlacht; O führ' bewacht! Und fällt auch Einer in durch uns des Friedens Glück, der Schlacht; Die Himmelskrone Führ' uns gekrönt mit Sieg ihm erwarb, Der für uns All zurück! am Kreuze starb! 4. Wir gehen muthig in die - 705. Wi ir sind, wenn es die Pflicht gebeut, 3um Kampf für's Vaterland bereit; Des Thrones Schuß, des Landes Wehr, Steht stark und muthig unser Heer. 2. Mit uns ist Gott! mit uns ist Gott! Wir scheuen nicht Gefahr noch Tod. Wir stehen All in Gottes Hand, Und sterben gern für's Vaterland. Anhang: Schulgesänge. Vor dem Unterricht. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. Darum flehen Alle wir; Licht und Kraft kommt nur von dir. 706, Segne, Bater, unſern 2. Pflanze tief in uns're Brust Fleiß! Unterstütze das Bestreben, Trieb zur Weisheit und zur Uns zum Heil und dir zum Preis Tugend; So sind wir des LehWeije, fromm und gut zu leben! rers Lust, Weihen dir schon unfre Schulgesänge. 421 Jugend, Wachsen in der Jahre| bitten wir's Mit frommer ZuLauf Für das Wohl der Mensch versicht. heit auf. 2. Verleihe selbst uns Kraft, 3. Edeln Bäumen mach' uns und segne das Bestreben, Gehorgleich! Anmuthsvoll sei unsre sam dir zu sein, Und christlich Blüthe! Mach' uns einst an Früch- fromm zu leben. Von unerlaubten reich, Reich an Nugbarkeit ter Lust Sei uns're Seele rein: und Güte! Segne, Vater, unsern Laß deiner Gegenwart Stets ein Fleiß Uns zum Heil und dir zum gedenk uns sein! Preis! ( 195) 3. Stets ringe unser Geist, Dir ähnlicher zu werden, Erhabnes Tugendbild, Selbst Pilger einst auf Erden! Herr Jesu, Gottessohn, Du lebtest uns zu gut; Gib, daß wir dir uns weih'n, Du selbst uns Kraft und Muth! ( 73) Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 707. Herr, unser Gott, wir bitten dich Um Weisheit und um Tugend! Regiere du uns väterlich In uns'rer frühen Jugend. Laß deinen Segen auf uns ruh'n, Und das nur lieben, das nur thun, Was uns dein Wort gebietet. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 2. Gib, daß sich uns're Lehrer 709. Gott, laß den Unterfreu'n, Der Aussaat Frucht zu richt gedeih'n, 3ur Weisheit uns sehen. Laß ihren Unterricht ge- zu leiten! Laß, deines Beifalls deih'n zu unserm Wohlergehen. werth zu sein, Uns jede Unart O Vater, segne ihr Bemüh'n, meiden. Lent' unsern Sinn Zum Wenn sie zu Christen uns er Guten hin; Verleih' uns Lust zieh'n, Und lehr uns willig und Kräfte Zum nüßlichen Gefolgen! ( 72) schäfte! Mel. Gott, du frommer Gott 2c. 2. Die Blume, die der Mor= gen fand Im schönsten Farben708. Gott, unf'rer Jugend schimmer, Verblich oft plößlich Gott, Du Vater und Regierer! und verschwand Am Mittag schon Sei du, wir fleh'n vereint, Auch auf immer. So sind auch wir heute unser Führer! Du weißt, Vergänglich hier: Gott, laß uns wie schwach wir sind; Du siehst, früh auf Erden Reif für den Himwas uns gebricht: Von dir er- mel werden! ( 185) Nach dem Unterricht. Mel. Liebster Jesu, wir 2c. Willen, Uns're Pflichten stets erfüllen. 710. So beschließen wir auch 2. Ja, so lange wir hier sind, heut', Bater, dankbar uns're Stun- Wollen wir, als Christen, wanden! Freuden edler Thätigkeit deln, Haben wir auch heut' empfun- sinnt, den. Hilf, daß wir, nach deinem deln; Täglich fromm und gut ge= Nur nach Zesu Behren hanDann nimmst du uns, 422 wann wir scheiden, Auf zu deinen höhern Freuden. Schulgesänge. 2. O steh' uns bei mit deiner ( 158) Kraft Auf jedem uns'rer Wege, Damit sich uns're Wissenschaft Auch ferner mehren möge! Mel. Ich dank dir schon 2c. 711. Jest bringen wir dir 3. Wie reich ist uns're JugendDank und Preis, Vater unsers zeit An Folgen sonder Ende! Hilf, Lebens! Dein Segen frönte un- daß mit steter Sorgsamkeit Sie sern Fleiß; Wir lernten nicht Jeder treu verwende! vergebens. ( 36) Bei Schulprüfungen. Führst sie der Tugend 712. An diesem Tag erscheinen wir mit Ruhm und Preis und Dank In dieser Schule, Gott, vor dir; Hör' unsern Lobgesang! gefällt, In jedem Stand zu sein. 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt, Läßt ihren Fleiß ge deih'n, Um nüglich einst, wo dir's 2. Von dir fommt Weisheit und Verstand, Von dir der Wahrheit Licht; Du machst uns mit uns selbst bekannt, Und lehrst uns unfre Pflicht. 5. Laß uns're Schule fernerhin Der Weisheit Tempel sein; Laß Gottesfurcht und frommen Sinn Schon uns're Jugend weihn. 6. Beglücke uns're Obrigkeit, 3. Du läsfest gute Schulen Lohn' uns'rer Lehrer Treu'; Steh' blüh'n Zum Glück für Welt und uns und ihnen, Herr, auch heut' Staat; Läßt junge Seelen da er- Mit deiner Gnade bei!( 176) Mel. Nun danket all' und bringet 2c.| zieh'n, Pfad. Nach der Prüfung. 4. Du schenktest uns der Jugend Weh dem, der die verlorne Zur Aussaat für die EwigDereinst zu spät, zu spät Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 713. Herr unser Gott, dich feit. Zeit preisen wir! Herr unser Gott, Zeit wir danken dir! Du hast von bereut! uns'rer Kindheit an, Hast jeden Tag uns wohlgethan. 2. An diesem Tage sandtest du Von Neuem uns viel Gutes zu; Dir nur gebühret Lobgesang, Wenn heute unser Werk gelang. 5. Wohl uns, wenn wir gewissenhaft, Und eingedenk der Rechenschaft, Benußten jeden Augenblick! Ihn rufet teine Neu' zurück. 6. Laß deine Gnade mit uns 3. Du, Herr, der uns das Da- sein, Und gib zur fernern Saat sein gab, Gabst Licht in unsern Gedeih'n. Hilf, Herr, daß wir Geist herab. Es war dein väter auf deiner Bahn Uns immer mehr lich Bemüh'n, Früh unser Herz dem Ziele nah'n! zu dir zu zieh'n. Schulgesänge. Für eine Kleinkinder- Anstalt. 423 die Früchte, Einst stehen sie im Lichte. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 4. Doch was auch Glaub' und 714. Was Glaube thut, Liebe thun, ist wohlgethan, Ob es auch fühn und Stärke, erscheine. Er darf dem Unsicht- seinen Segen ruh'n baren nah'n, Gewinnt nur Dau'r Wenn Gott läßt Auf jedem Das Große und ihrer Werke; wohlgethan das Kleine Ihm anvertrau'n, Und Ist es nur dann, Läßt Gott der auf ihn bau'n: Mit ihm muß es Hoffnung Saaten Gedeih'n und gelingen, Und reiche Früchte wohlgerathen. bringen. Und 5. Er schenkt zur Arbeit die 2. Was Liebe thut, ist wohl- Geduld; Er gibt den Geist von gethan; Es reut sie keine Mühe. oben. Darum sei seine VaterSie pflanzet auch die Wildniß an, huld Allein von uns erhoben! Er Daß fröhlich sie erblühe. Sie weist die Bahn Den Seelen an; sorgt und eilt; Sie trägt und Er kann die Herzen wecken, Sein heilt, Was zart und ohne Pflege füßes Heil zu schmecken. Verlassen liegt am Wege. 6. O ew'ges Licht, erleuchte 3. Was Hoffnung thut, ist doch Die Kinder uns'rer Pflege, wohlgethan; Sie schauet in die Und führ' in deinem sanften Joch Ferne. Sie macht dem schwachen Sie auf dem Lebenswege! Laß Reime Bahn, Damit er wachsen Groß und Klein Auf's Neu' sich lerne. Ihr Eifer glüht, Und wird weih'n Zu deinem Eigenthume, nicht müd'; Und säumen auch zu deinem ew'gen Ruhme!( 13) Vierter Haupttheil. Lieder für besondere Zeiten und Lebensverhältnisse, zur häuslichen Erbauung. Morgenlieder. 6. Gelobet sei'st du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mit ruh'n, Mich deine Wege wallen; Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 3. Wer wacht, wenn ich von 9. Gib mir ein Herz voll Zumir nichts weiß, Mein Leben zu versicht, Erfüllt mit Lieb' und bewahren? Wer stärkt mein Blut Ruhe, Ein frommes Herz, das in seinem Fleiß, Und schüßt mich seine Pflicht Erkenn' und willig vor Gefahren? thue; Mel. Ich dank' dir schon 2c. 715. Mein erst Gefühl sei Preis und Dant! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang: Lobsing' ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, Lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, Und Ruhe für die Müden? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 10. Daß ich, als dein getreuer Knecht, Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 5. Du bist es, Gott und Herr 11. Daß ich, dem Nächsten der Welt! Und dein ist unser beizusteh'n, Nie Fleiß und Arbeit Leben; Du bist es, der es uns scheue, Mich gern an And'rer erhält, und mir's jetzt neu ge- Wohlergeh'n Und ihrer Tugend geben! freue: Morgenlieder. 425 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht ge- Mel. Ach bleib mit deiner Gnade zc. nieße, Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutſt, be- 717. Noch läßt der Herr schließe. ( 55) mich leben! Mit fröhlichem Gemüth' Eil' ich, ihn zu erheben, Er hört mein frühes Lied. Mel. Nun laßt uns Gott den 2c. 716. Wach' auf, mein Herz, Ich 2. 3u ihm entzückt mich wieder und finge Dem Schöpfer aller Der Morgensonne Pracht; Dinge, Dem Geber aller Güter, falle vor ihm nieder, Der sie und Dem treuen Menschenhüter! mich gemacht. 2. Mit göttlichem Erbarmen Bedeckte Gott mich Armen: Schlaf, sprach er, ohne Grauen; Die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; Ich kann das Licht noch sehen: Du machst, daß ich auf's Neue mich meines Lebens freue! 3. Du, Herrscher aller Welten, Nimmst dich auch meiner an! Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir; Du forderst nur Vertrauen, Nur Liebe, Gott, von mir! 4. Steig' auf, mein Dank, zum 5. So will ich dir lobsingen, Throne! Dem Vater und dem Mich deines Namens freu'n; Sohne, Dem Geist des Herrn sei Nach deiner Gnade ringen: Mein Ehre, Anbetung Preis und Ehre! ganzes Herz sei dein! 5. Hör meinen Dank, mein 6. Tilger meiner Sünden, Flehen, Gott, der in's Herz fann Mein Mittler, Jesus Christ, Laß ſehen; Laß dir mein findlich mich den Trost empfinden, Daß Lallen In Gnaden wohlgefallen! du mir gnädig bist! 6. Dein Wert woll'st du voll7. Dir hab' ich mich ergeben; enden, Und deinen Engel senden, Ich freue mich in dir. ErfreuenDer mich an diesem Tage Auf der, als Leben Ist deine Güte mir! seinen Händen trage. 8. So führe mich auch heute 7. Sprich Ja zu meinen Auf deiner Tugend Pfad; Du Thaten, Hilf selbst das Beste Ewigweiser, leite mich selbst nach rathen; Den Anfang, Mittel, deinem Rath! Ende, Ach Herr, zum Besten wende! 9. Nur Eins laß mich erflehen, Das christlich weise Herz, Auf 8. Die Meinen wollft behü- dich stets aufzusehen In Freuden, ten; Gib ihnen deinen Frieden! wie im Schmerz. Nach deinem Rath sie leite; Zum Himmel sie bereite. 10. Daß ich am Ersten trachte Nach dem, was dir gefällt; Mehr 9. Auf allen unsern Wegen deinen Beifall achte, Als allen Begleite uns dein Segen; Dein Ruhm der Welt; Wort sei uns're Speise Auf unsrer 11. Daß ich dir fest vertrauend, Bilgerreise. ( 56) Das Gute standhaft thu', Und 426 Häusliche Erbauung. froh gen Himmel schauend, Denk: fahr, Mein starker Fels, Mein Herr, mich siehest du!" Helfer immerdar. 12. Bereit, den Lauf zu 7. Du weißt, wie lang Ich schließen Auf deinen Wink, o Gott, Und lauter im Gewissen, So finde mich der Tod!( 127) hier noch wallen werde. Fällt ohne dich Rein Sperling auf die Erde; So nimmst du, Herr, Auch meines Lebens wahr: Mit Namen kennst Du mich und zählst mein Haar! Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit 2c. 718. Mein erster Wunsch, 8. Mein Heiland, gib Mir Mein innigstes Bestreben Ist dies, Kraft zum neuen Leben; Gib mir o Gott, Dich würdig zu erheben! den Muth, Dem Beiſpiel nachzuUnendlich groß Ist deine Vater- streben, Das du, o Herr, Uns treu'; Mit jedem Tag Ist deine hinterlassen hast! Dein Joch ist Güte neu. sanft, Und leicht ist deine Last. 2. Die Sonn' enthüllt Den 9. Dein Auge sieht Die Schauplatz deiner Werke, Und Schwächen meiner Seele. VerAlles zeugt Von deiner Huld und wirf mich nicht; Vertritt mich, Stärke; Sie, die das Ziel Von wenn ich fehle. 3u dir empor ihrer Laufbahn weiß, Eilt ämsig Fleht meine Seele stets; Und du hin, Und strahlt zu deinem Preis. vernimmst's, Erhörer des Gebets! 3. Die Erd' ist dein, Und du ( 127) regierst das Ganze. Vom Menschen an Bis auf die fleinste Mel. Befiehl du deine Wege 2. Pflanze, Seh' ich, wie groß Sich 719. Mit fröhlichem Gedeine Vorsicht zeigt; Sie reicht müthe so weit, So weit der Himmel reicht. Sing' ich dir meinen Dank! Es preise deine Güte Mein früher Lobgesang! Herr! 4. Und sie umfaßt Auch mich; der du mir das Leben Bis diesen du, Höchster, denkest An mich, den Tag verlängt, Mir täglich Gut's Staub! Der du die Himmel gegeben, Auch heut' schon Heil lenfest, Du sorgst für mich! Gott, geschenkt! wie vergelt' ich's dir? Ein dank- 2. Beherrscher aller Welten, bar Herz, Das bring' ich dir dafür. Mein Gott, wie dank' ich dir? 5. Nimm's gnädig an; Ge- Wie soll ich dir vergelten, Was denk nicht meiner Sünden; Durch du gethan an mir? Ich bin viel deinen Sohn Laß mich Vergebung zu geringe; Doch du verschmähest finden! Er, welcher nie Ein gläu- nicht Das Opfer, das ich bringe, big Fleh'n verwarf, Erlaubt's, Dies Herz voll Zuversicht. daß ich Dich Vater nennen darf. 3. Gedenk' nicht meiner Sün6. So will ich denn Mit kind- de, Gott der Barmherzigkeit! lichem Vertrauen Auf dich allein, Sei deinem schwachen Kinde Ein So lang ich lebe, schauen! Du bist Vater, der verzeiht. Gib Frömmein Gott, Mein Retter in Ge- migkeit und dämpfe Die fündliche Morgenlieder. 427 Begier, Mit der ich stets noch Ich als dein Kind vor dich. Ich kämpfe, Und ziehe mich zu dir. 4. Herr, send' auf meinen Wegen Mir deine Hilfe zu, Und sprich du selbst den Segen Zu Allem, was ich thu'! Ja, sende du mir Kräfte Von deiner heil'gen Höh', Damit all' mein Geschäfte Erwünscht von statten geh'. suche dich, und bete: Erhör' in Christo mich! Dir möcht' ich heut' gefallen: In jedem Augenblick, Vor dir in Unschuld wallen: Verleih' mir, Herr, dies Glück! 5. Gib mir vor allen Dingen Zufried'nen, muntern Geist, Das freudig zu vollbringen, Was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen Nicht übermüthig jein, 3. In deinen treuen Händen Liegt dieses Tages Loos. Du wirst mir Freuden senden; Du bist so gut und groß. Und hast du eine Plage Mir heute auserseh'n; So lehr' mich ohne Klage Auch finst're Wege geh'n. 4. Für Nichts hab' ich zu sorDoch auch nicht trostlos gen, Als dafür nur allein, Dir, Wenn Trübfal dringt Herr, mit jedem Morgen Neu dieses Herz zu weih'n. Heil, wer nach deinem Worte Verharret im Gebet, Dabei an jedem Orte Stets auf der Wache steht! zagen, herein. 6. Hilf mir in meinem Stande Treu thun, was dir gefällt. Behüte mich vor Schande; Hilf glücklich durch die Welt. Richt selbst mein ganzes Leben Nach 5. O Herr, nach deinem Reiche Sehnt jeden Morgen sich Mein deinem Willen ein; Und, die du Herz; daß ich's erreiche, mir gegeben, Laß auch gesegnet jein. Dazu bereite mich! Schenk' heut' den Geist des Lebens Kindschaft mir! müd' des Gebens, Als Pfand der Du wirst nicht Drum sag' ich 7. Gib, daß im Glück und Leide Ich stets so leben mag, Daß ich mit frommer Freude Denk an Alles dir. den letzten Tag: Und fommt er, 6. Was nur mein Herz beso vergönne, Daß ich mit Freu- gehret, Der kleinste Wunsch sodigkeit fönne: bereit!" Voll Glauben sprechen gar, Wird mir so oft gewähret Herr, komm! ich bin Bon dir, der ist und war. Du siehest im Gemüthe, Was nie ein Auge sah, Und deine große Güte Ruft ihm, so steht es da. ( 170) 7. Ich wünsche Nichts zu haben, Mel. Befiehl du deine Wege 2c. am neuen Was 720, Erwach' Morgen, Mein Herz, zu Gottes Als was zu dir mich führt. Nimm Preis! In Ruhe, frei von Sor- mir von deinen Gaben, gen, Schlief ich auf sein Geheiß; leicht mir schädlich wird. Bereite Und alle meine Lieben Sind froh mich hienieden, Einst, dich, o Herr, mit mir erwacht: Dies sei dir zu- zu seh'n, Und laß mich dann im geschrieben, Du Hüter in der Frieden zu dir hinübergeh'n! Nacht! 2. Voll frohen 8. Herr, die Geliebten kennet, Glaubens trete Für die ich jetzo fleh', Bevor mein 428 Häusliche Erbauung. Mund sie nennet, Dein Herz in Wort! Sei und bleibe du auch deiner Höh'. Erhalt' uns bis zum heute Mein Beschüßer und mein Ende In dir durch dich vereint, Hort. Nirgends, als bei dir Und deinen Engel sende Dem allein Kann ich wohl verwahret Herzen, welches weint. sein. 9. O du, der Sonne Führer, 6. Meinen Leib und meine Mein Gott, mein Freund bist du! Seele, Sammt den Sinnen und Du, aller Welt Regierer, Schaust Verstand, Großer Gott, ich dir mir auch heute zu. Es fällt von befehle Unter deine starke Hand! meinem Haupte Kein Haar, eh' Segne mich! Ich bin ja dein, Und du es weißt: Wenn ich dies immer ich will es ewig sein! glaubte, Wie selig wär' mein 7. Deinen Engel wollst du Geist! ( 169) senden, Wenn Gewalt und Lift Eigne Melodie. mir droht, Alles mir zum Besten wenden, und mich stärken noch 721, Gott des Himmels und im Lod. Sterb' ich, o so bringe der Erden, Vater, Sohn und du mich zu deines Himmels Ruh'! heil'ger Geist, Der es Tag und 8. Wollst der Meinen dich erNacht läßt werden, Mond und barmen, Herr, Herr, ihre ZuverSonne scheinen heißt, heißt, Dessen sicht! Trage sie auf Vaterarmen, starke Hand die Welt, Und was Bleibe ihnen Trost und Licht. drinnen ist, erhält! Führe sie der ew'gen Ruh', Deinem Himmel mit mir zu! 9. Höre, Gott, was ich beVater, Sohn und heil'ger Meine Bitte mir ge Der du selbst mich bitten So will ich dich hier und Herzlich preisen fort und ( 2) 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und gehre, Schmerzen Treu behütet und be- Geist! wacht, Und, bei aller meiner währe, Schuld, Mich noch trägst mit heißt: Baterhuld! dort 3. Laß die Nacht auch meiner fort! Sünden, Herr, wie diese Nacht, vergeh'n; Laß mich Gnade vor Mel. Wie schön leucht't zc. hat. dir finden, Glaubensvoll auf 722. Dich seh' ich wieder, Jesum seh'n; Der für meine Morgenlicht, und freue mich der Missethat Sich am Kreuz geopfert edeln Pflicht, Dem Höchsten Lob zu bringen. Ich will aus frommer 4. Hilf, daß ich an diesem Dankbegier, mildester Erbar Morgen Geistlich auferstehen mag, mer, dir Mit Freudigkeit lobUnd für meine Seele sorgen, Eh' singen! Schöpfer, Vater! Deine erscheint der große Tag, Wo Treue Rührt auf's Neue Mein dein ernstliches Gericht Mir, auch Gemüthe; Froh empfind' ich deine mir mein Urtheil spricht. Güte! 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hätteſt 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem 429 du nicht dich So hilfreich mir be2. Deiner Gnade Morgen= wiesen? Zu meinem Leben setest thau Sent' auf unsern Geist sich du Jetzt einen neuen Tag hinzu: nieder, Daß, gleich Blumen auf Sei hoch dafür gepriesen! Durch der Au, Er erfrischt sich hebe wiedich Bin ich, Und ich merke Neue der. Segen ström' auf deine Stärke! Dich erhebe Herz und Schaar Immerdar! Mund, so lang ich lebe. 3. Gib, daß deiner Liebe Gluth 3. Verleih', o Gott der Lieb' Unsers Herzens Kält' ertödte, und Macht, Daß Sünd' und Und erwecke Sinn und Muth Bei Gram, wie diese Nacht, Auf ewig der neuen Morgenröthe, Daß von mir fliehe; Daß ich die furze wir, deine Bahn zu geh'n, Recht Lebenszeit In christlicher Zufrie- aufsteh'n! denheit 3u nüßen mich bemühe! 4. Schmück uns mit GerechPrüfe, Siehe, Wie ich's meine; tigkeit, Als mit einem weißen Dir ist keine Meiner Sorgen, Auch die kleinste nicht verborgen. Kleide, Das, von Sünden unentweiht, Nie an seinem Glanze 5. 4. Ich bin ein Christ: o Herr, leide! Laß uns hell und fündenverleih, Daß ich des Namens rein Alle sein. würdig sei! Mein Trost ist deine Ach, du Aufgang aus der Gnade! Denn ach, was bin ich Höh', Gib, daß auch an jenem ohne dich? Ein irrend Kind! er Lage Unser Leib verklärt ersteh', halte mich, mein Gott, auf deinem Und, erlöst von aller Plage, Auf Pfade! Stärt mich, Daß ich der ew'gen Freudenbahn Wallen Stets mich übe, Deine Liebe Zu fann. betrachten, Ueber Alles dich zu 6. Leucht' uns selbst in jene achten. Welt, Du verklärte Gnaden5. Auch im Geräusch der sonne! Führ' uns durch das Welt soll mich Der heilige Ge- Thränenfeld In das Land der dank an dich Oft still zu dir er- ew'gen Wonne, Wo, was selig heben. Im dunkeln Thale wall' uns erhöh't, Nie vergeht!( 96) ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum Licht und Mel. Gott des Himmels und der zc. höhern Leben. Auf dich Hoff' ich: Herr, ich werde Gern der Erde Mich entschwingen, Dir dort wieder, ewig Lob zu singen! ( 127) mich! 724. Dir jei Preis, ich lebe, Eigne Melodie. Vater und empfinde Herr, dir bring' ich meine Lieder, Und mein Herz rühmt 723. Morgenglanz dankbar dich: Denn dein Aug' der hat in der Nacht leber mich, dein Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Kind, gewacht. Lichte; Hilf zu dieser Morgenzeit, 2. Wenn ich einst vollendet Daß dein Schein zu uns sich habe Diese meine Pilgerzeit, richte, Und vertreib' durch deine Ruh' ich auch also im Grabe, Macht Uns're Nacht! Same für die Ewigkeit. Auch Morgenlieder. 430 Häusliche Erbauung. in dieser langen Nacht Wird mein schent' mir, deinem Kinde, Auch Staub von dir bewacht. findlich frommen Sinn. 3. Aber ich erwach' auch wie- 3. Gib mir auch Stärf und der, Und mein Lobgesang mit Kräfte Auf diesen ganzen Tag, mir. Dann erschallen meine Lie- Daß mein Berufsgeschäfte Ich der Mächtiger und reiner dir. treu vollbringen mag. Beschütze Ewig wird der Morgen sein; mich, mein Gott, Vor Allem, was Ewig schlaf' ich nicht mehr ein. kann schaden; Behüte mich in 4. Wach' auch über meine Gnaden Vor bösem, schnellen Tage, Herr, Herr, meine Zuver- Tod! sicht, Daß mich feiner einst ver- 4. Getreuer Vater, schenke flage, Wenn du kommst zum Welt- Mir, was mir nüglich ist! Hilf, gericht; Daß ich meiner Pflicht hier treu, Und dort unerschrocken ſei. daß ich stets bedenke, Daß du mir nahe bist; Daß ich zu feiner Zeit Gewissenlos mög' handeln, Auf bösem Weg' nicht wandeln, Der mich zulegt geren't. 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens; Jeden, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie Ungenügt ein Tag entflieh'. 5. Mich fess'le nicht die Erde, Auf der ich Fremdling bin. Gott, deine Gnade werde Mein größester Gewinn! Weicht Sorgen! 6. Heute leb' ich; laß auch Eins ist Noth! Der Herr, der heute nicht umsonst mein Leben mir das Leben, und seinen Sohn sein! Laß mich nach vollbrachtem gegeben, Gibt mir auch täglich Streite Dieses Tages auch noch Brod. freu'n. Recht zu handeln gib mir 6. Herr, sei auch meiner heut' Stärke, Luft, Gelegenheit! Freunde Schild, Trost und ZuEigne Melodie. ( 127) versicht! Verlaß auch meine Feinde mit deiner Hilfe nicht. Die Meinen segne du: Gib, daß 725. Aus meines Herzens sie Tugend üben, Dich und den Grunde Sag' ich dir Lob und Nächsten lieben; Führ sie dem Dank In dieser Morgenstunde; Himmel zu. Dich rühmet mein Gesang, O 7. Gott will ich lassen rathen, Schöpfer dieser Welt, Der du Der alle Ding' vermag. Er segne auch mir das Leben Allmächtig meine Thaten An dieſem ganzen haft gegeben, Deß' Gnade mir's Tag. Mein Glück in dieser Welt, erhält! Mein Leib, mein' Seel', 2. Herr, du hast mich aus Leben, Sei Alles Gott ergeben! Gnaden In der vergangnen Er thu', was ihm gefällt! Nacht Vor Schrecken und vbor 8. Hierauf sprech' ich mein Schaden, Der möglich war, Amen, Und zweifle nicht daran: bewacht. Sei gnädig fernerhin: Gott nimmt in Jesu Namen Mein Vergib mir meine Sünde, Und Beten gnädig an; Und seine Va mein 431 terhand Wird segnen und erGlaube, Es soll Einst 4. O süßer, hoher freuen, Wird Kraft und Muth Nicht ewig zu vergeh'n! verleihen Zum Fleiß in meinem der Mensch vom Staube Stand. ( 116) wieder aufersteh'n. Ach, laß mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoffnung voll, Laß täglich mich ermessen, Was einst ich werden soll! 5. Sollt' ich nach Reichthum Morgenlieder. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 726. Lob sei Gott, der den Morgen Uns sendet nach der trachten? Nie komm' es in mein Nacht, Der, wenn wir ohne Sor- Herz! Nach Ehr" und Wollust gen Entschlummern, für uns schmachten? Ihr Lohn ist Reu wacht; Der uns im Schlaf er- und Schmerz! Hienieden schon quicket, Und uns're Kraft erneut; auf Erden Soll meine Seele Gott, der die Erde schmücket, Und, rein, Ein Tempel Gottes werwas er schuf, erfreut! den, Ganz ihm geheiligt sein. In 2. Der Engel heil'ge Heere 6. 3war dieses Lebens FreuErhöh'n ihn mit Gesang. Auf, den Sind nicht des Christen Loos; fingt in ihre Chöre, ihrer Doch ist in seinem Leiden Des Jubel Klang! Ertönet, Harf' Herrn Erbarmung groß. und Psalter, In's Lied der leiden nicht vergebens, Und schau'n Seraphim: Dem Schöpfer, dem von ferne schon Die Wonne jenes Erhalter Lobsingt, lobsinget ihm! Lebens, Der Ueberwinder Lohn. Wir 3. Von dir ist mir gegeben, 7. Getrost, mein Geist, ermüde Herr, was ich hab' und bin. Doch In deinem Kampfe nicht! Dich dies mein irdisch Leben Eilt schnell stärket Gottes Friede Mit Muth zum Tode hin. Bald ist sie ganz und Zuversicht. Ermunt're dich entschwunden, Der Wallfahrt und streite; Des Sieges Lohn ist turze Zeit; Doch hängt an ihren nah! Getrost; vielleicht ist heute Stunden Das Heil der Ewigkeit. Des Kampfes Ende da!( 53) Morgenlied im Leiden. Mel. Wunderbarer König 2c. Hab' ich dich gefunden, Laß mich 727. Heiter stets ermessen Solche Huld, und strahlt der nie vergessen, Daß nur du SeelenMorgen; Deine Sonne scheinet: ruh', Trost und Licht und Leben Doch mein müdes Auge weinet. Huldvoll mir gegeben! Strahle, Vater, strahle Mir im 3. Vater, möcht' ich fröhlich Morgenlichte Trost von deinem Nur an deinen Händen Meine Angesichte! Komm zu mir! Denn Lebensbahn vollenden! Schwebe nach dir muß ich unter Thränen Nur noch mehr mich sehnen. mir vor Augen; Wirk in meinem Innern, Liebend dein mich zu erLeite mich Väterlich; 2. Herr, du läßt dich finden; innern. Du erhörst mein Schreien! Ja, Laß dein Kind auch heute Geh'n ich hoff auf dich, den Treuen, an deiner Seite! ( 35) 432 Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 5. Mir ist das Schicksal noch verborgen, Das diesen Tag mich 728. Der Morgen kommt, treffen soll. Doch bin ich ohne und meine Klage Wird jetzt mit Gram und Sorgen: Du, Vater, diesem Morgen neu. Wie traurig fennst mein wahres Wohl, Und eilen meine Tage Der bangen was dein Rath beschließt und Pilgerschaft vorbei! Der Sonne thut, 3st heilig und gerecht und neu geschenktes Licht Erheitert gut. meine Seele nicht. Häusliche Erbauung. 17 6. Soll ich die Laft noch länger 2. So traurig, als die Abend- tragen; Ich halte deiner Fügung stunden, Ist dieser neue Tag für still. Dein Will' geschehe!" will mich; Der Schmerz, den ich bis ich sagen; Herr, wie du willst, her empfunden, Erneuet mit dem- nicht wie ich will!" So laß mich, selben sich. Ich hoffte Trost in Vater, in der Pein Geduldig, wie meiner Pein; Doch meine Hoff- mein Heiland sein. mung traf nicht ein. 11 3. Noch immer bin ich auf der Erde, Wo mich Gefahr und Noth umringt, Und täglich härtere Beschwerde Zu Klagen und zu Thränen zwingt. Noch immer fleh' ich unerhört Um Labung, die mein Herz begehrt. 7. Hab' ich des Tages Last empfunden, So rückt mein Abend auch herbei. Dann hab' ich ewig überwunden, Und bin von aller Trübfal frei; Und für die Leiden dieser Zeit Belohnet mich die Ewigkeit. 8. Gestärkt durch diesen hohen 4. Herr, eile doch, mir beizu- Glauben, Tret' ich auf meinen stehen; Verlaß den schwachen Lebenspfad. Herr, stärke, stärke Pilger nicht! Mein Vater, neige meinen Glauben, Glauben, Auch dann, auf mein Flehen zu mir dein wann sich der Tod mir naht! Vielfreundlich Angesicht! Gib mir leicht erscheint er heut': wohl Geduld, und bei dem Schmerz mir; Dir lebt' ich; und dann Ein hoffend und zufriednes Herz. sterb' ich dir! ( 195) Am Sonntagsmorgen. Mel. Herzliebster Jefu zc. 3. Wie freu' ich mich, die 729. Dies ist der Tag, zum stenden des Lebens Bäche fließen, Stätte zu begrüßen, Wo DurSegen eingeweihet; Ihn feiert Und wo dein Heil von der Er gern, wer deiner, Gott, sich freuet! löften Zungen Froh wird be O laß auch mich mit Freuden jungen! vor dich treten, Dich anzubeten! 4. Vergebens lockt die Welt 2. Dich rühmt der Lobgesang mit ihren Freuden; Mein Geift der Himmelsheere; Auch unser soll sich auf Gottes Auen weiden. Tempel schallt von deiner Ehre: Sein heil'ges Wort, das seine Auch unser Dant, auch unsers Boten lehren, Das will ich hören. Geistes Flehen Soll dich erhöhen. 5. Mit Andacht will ich, Höch Morgenlieder. 433 fler, vor dich treten! Ich weiß, du Ehre! Mein Morgenopfer dringt liebst, die kindlich zu dir beten. hinauf; Schau' du herab und Der Thoren Glück, die sich der höre. Du wirst durch deinen UnSünde freuen, Wirst du zer- terricht Auch heute Muth und ftreuen. Trost und Licht In meiner Seele wirken. 6. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren! Regiere mich, daß meine ganze Seele 3um Trost dich wähle. 2. O leite, Vater, mich zu dir Am Tage deiner Ehre, Daß ich mit Andacht und Begier Das Wort des Lebens höre! Laß die7. Dein Tag sei mir ein Denk- sen Ruhetag allein Dir, o mein mal deiner Güte. Er bring' mir Gott, geheiligt sein 3um Besten Heil und lenke mein Gemüthe meiner Seele! 3. Gib, daß des Wortes Geist und Kraft Mein ganzes Herz durchdringe; Daß ich auch stets gewissenhaft, Was du mich lehrst, Tag zum Heil der Sünder, Die, vollbringe. Laß, Herr, durch fern von Gott, im Todesschatten jaßen, Dein Grab verlassen! Auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, Da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todesüberwinder, Der du an diesem deinen Unterricht in meiner Pflicht, stärker werden. Mich eifriger Im Glauben 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden; Als Sab- 4. So wird dein Tag, o Vater, bath müß er stets mir heilig mir Ein Tag des Segens werden; werden. Lob sei, Erlöser, deinem So seh' ich und empfind' ich hier großen Namen Auf ewig! Amen. Den Himmel schon auf Erden; ( 195) So werd' ich nach der Prüfungszeit Einst im Genuß der Seligkeit Dich unaufhörlich preisen! ( 24) Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 730, Frohlockend, Vater, wach' ich auf Am Tage deiner Tischlied. Mel. Christus der ist mein Leben 2c. Schent ein zufriednes Herz, Und laß uns stets dich preisen In 731. Du, Geber aller Ga- Freude, wie im Schmerz. 3. Wir danken dir, du Treuer! Du gabst uns Speis und Trank; Wir sagen dir, Erfreuer, Dafür 2. Herr, segne diese Speisen, Lob, Preis und Dank. Abendlieder. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Leben Bis diesen Tag gegeben, 732. Herr, ber du mir bas viel zu geringe Der Treu', die ich Dich an! bin 28 ben, Du schenkst aus Gütigkeit Uns, was wir nöthig haben, zu uns'rer Stärkung heut'. 434 Häusliche Erbauung. besinge, Und die du heut' an mir und treuer Hüter, Der, wenn ich gethan. schlumm're, für mich wacht. 2. Mit dankendem Gemüthe 4. Er läßt es finster werden, Freu' ich mich deiner Güte; Ich Und hüllt den Kreis der Erden freue mich in dir. Du gibst mir In schwarze Dunkelheit. Doch Kraft und Stärke, Gedeih'n zu auch in dunkler Stille Wohnt meinem Werke, Und schaffst ein reines Herz in mir. Gott mit seiner Fülle, Und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne Den Mond und tausend Sterne Mit Majestät herauf; Sie leuch3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben geh'n; Auf deine Güte hoffen, Im ten, ihm zur Ehre, Hoch über Land Geist den Himmel offen, Und dort und Meere, Und seine Hand lenkt den Preis des Glaubens seh'n! ihren Lauf. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, 6. Groß, wenn der Morgen Und nahe mich im Staube Zu dir, grauet, Groß, wenn der Abend o Gott, mein Heil! Ich bin der thauet, Groß in der stillen Nacht; Schuld entladen; Ich bin bei Im Sonnenschein und Sturme, dir in Gnaden, Und in dem Am Menschen und am Wurme, Himmel ist mein Theil. Groß, Vater, zeigst du deine 5. Bedeckt mit deinem Segen, Macht! Eil' ich der Ruh' entgegen; Dein 7. Gott, groß von Macht und Name sei gepreis't! Mein Leben Treue! Wenn ich mich deiner und mein Ende Ist dein; in deine freue, Wird mir die Nacht auch Hände Befehl' ich, Vater, meinen Licht! Ich leg' die müden Glieder Geist! ( 55) In deinem Namen nieder; Du bist bei mir; ich sorge nicht. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 8. Soll mir der Schlaf zum 733. Die Sonne sinket nie- Leben Erneute Kräfte geben, So der; Die holde Nacht kommt wie- schlaf' ich fröhlich ein: Soll er der, Und mit ihr Schlaf und Ruh'. mein Leben enden, So wirst du Sie schließt des Tags Geschäfte, mich vollenden, Mein Gott auch Erquicft die matten Kräfte, Und noch im Tode sein. drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle 734. Vom Tagwerk müde, Mel. Auf, Christenmensch, auf c. Mit tiefgerührter Seele. Was im stillen Gott an mir gethan. Sei dank- suche ich Die Ruh' bar, mein Gemüthe! deines Schöpfers Güte; Rühm' Schatten. Ach meiner Schwach Bet' heit, Herr, daß mich Die Arbeiten findlich deinen Vater an! ermatten! Wann fällt, da ich be3. Von ihm kommt jede Gabe, schweret bin, Des Todes Leib, Das Leben, das ich habe, Die wann fällt er hin? Ruhe dieser Nacht. Es ist der 2. Er fällt, wenn ich bis an Quell der Güter, Mein Schuß das Ziel Geduld und Glauben 435 4. Wie hab' ich diesen Tag Mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft Ein Blick auf Gott geführet? Erfreut' ich mich des Herrn, Der unser Fleh'n 3. Nur daß durch meiner Thorheit Schuld schwerer drücken. bemerkt, Und hab' ich im VerDie Lasten trau'n Auf ihn mein Herz gestärkt? Schent' mir 5. Dacht' ich bei dem Genuß denn Glauben und Geduld, Daß Der Güter dieser Erden An den sie mich nicht erdrücken! Laß mich Allmächtigen, Durch den sie sind auf dich, du Helfer, seh'n, Und und werden? Verehrt' ich ihn im still den Pfad des Lebens geh'n. Staub? Empfand ich seine Huld? 4. Und wenn die Nacht des Trug ich das Glück mit Dank, Grabes finft, Die allen Jammer Den Unfall mit Geduld? endet, Und mir, dem müden Pilger, winkt, Der dann den Lauf vollendet; Dann ruf' ich froh: ,, es ist vollbracht!" Und schlummre, bis dein Tag erwacht. Mel. 6. Und wie genoß mein Herz Des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, Mein Scherz noch unschuldsvoll, Und hab' ich nichts gered't, Was ( 80) Abendlieder. übe; Und was ich duld', ist nie zu viel, Wie sehr mich's auch betrübe. Trug ich nicht heut des Tages Last, Die du mir, Gott, erleichtert haft? Gott, du frommer 2c. 735. Der Tag ist wieder ich bereuen ſoll? hin! Und diesen Theil des Lebens, 7. Hab' ich die Meinigen Wie hab' ich ihn vollbracht? Durch Sorgfalt mir verpflichtet, Verstrich er mir vergebens? Hab' Sie durch mein Beispiel still 3um ich mit allem Ernst Dem Guten Guten unterrichtet? War zu des nachgestrebt? Hab' ich vielleicht Mitleids Pflicht Mein Herz nicht nur mir, Nicht meiner Pflicht zu bequem? Ein Glück, das Andre gelebt? traf, War dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, 2. War's in der Furcht des Herrn, Daß ich ihn angefangen, Sobald ich ihn begangen? Bestritt Mit Dank und mit Gebet, Mit ich auch in mir Ein unerlaubt eifrigem Verlangen, Als ein Ge- Verlangen? Und wenn in dieſer schöpf von Gott, Der Tugend Nacht Gott über mich gebeut; mich zu weih'n, Und züchtig und Bin ich, vor ihm zu steh'n, Auch gerecht, Und Gottes Freund zu willig und bereit? jein? 9. Gott, der du Alles weißt, 3. Hab' ich in dem Beruf, Vor dem ich nichts verhehle; Ich Den Gott mir angewiesen, Durch fühle täglich noch Die Schwachheit Eifer und durch Fleiß Ihn, diesen meiner Gott, gepriesen; Mir und der Christi Blut Welt genügt, Und jeden Dienst Pflicht; Vergib und gehe du Mit gethan, Weil ihn der Herr gebot, mir nicht in's Gericht. Seele! Vergib durch Mir die verlegte Nicht, weil mich Menschen sah'n? 10. Ja, du verzeihest dem, 28* 436 Häusliche Erbauung. Den seine Sünden fränken; Du| mein Erretter, bist bei mir, Und liebst Barmherzigkeit, Und wirft hilfft aus aller Noth!( 81) auch mir sie schenken. Auch diese Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Nacht sei du Der Wächter über mir: Leb' ich, so leb' ich dir; 737. Herr, hab' ich jetzt Sterb' ich, so sterb' ich dir!( 55) zum Leztenmal Der Sonne Licht gesehen, Und soll aus diesem Bilgerthal In dieser Nacht ich gehen; Eigne Melodie. 736. Nun fich der Tag So leuchte mir aus dieser Zeit, geendet hat, Und keine Sonne Du Sonne der Gerechtigkeit, scheint; Schläft Alles, was da Zur bessern Welt hinüber! müd' und matt, Und was zuvor geweint. 2. Uns schrecket nicht des Gra bes Nacht, Wenn wir im Tod' 2. Nur du, mein Gott, wirtst entschlafen; Denn Jesus Christus ohne Rast; schlummerst nicht! Finsterniß umfaßt, unser Licht. Du Den Schrecken, schläfft und nahm die macht Ob uns die die uns trafen. Bleibst du doch Sein Tod ist 3. Gedenke Herr, nun auch an mich In dieser dunkeln Nacht, Und halte du mich gnädiglich In deiner Hut und Wacht. 3. Voll heil'ger Hoffnung ist der Christ, Der, von der Welt entfernet, Auf Erden schon im 4. Zwar ich erkenne meine Himmel ist, Und täglich sterben Schuld, Die mich bei dir ver- lernet. Heut' leb' ich, morgen flagt: Doch hat mir deines Soh- ich todt: Dieß lehr mich denken, nes Huld Bergebung zugesagt. Herr, mein Gott, Damit ich weiser werde. bin 4. Schließt bald sich, was mich traurig macht, Des Lebens Last und Kummer, Und ist der Schlaf in dieser Nacht Zugleich mein Todesschlummer: Herr, wie du Gott wacht über meine willst! ich bin bereit, Die Hütte Wie kann mir bange sein?| meiner Sterblichkeit mit Freuden Weicht, nichtige Gedanken, abzulegen. hin, ( 85) Wo ihr habt euern Lauf! Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2. Ich baue jetzt in meinem Sinn 738. Mein Gott, der Lag Gott einen Tempel auf. Du haft mit 8. Soll diese Nacht die letzte ist nun vergangen; sein In meiner Pilgerzeit; So Huld an mich gedacht. führe mich zum Himmel ein, 3um Licht der Ewigkeit. Ich hab ihn fröhlich angefangen, Und auch Du hast gesund zu End' gebracht. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir; von Morgen an bis ißt Mir Ja, dein bin ich auch todt! Du, wohlgethan und mich beschützt. 5. Ich eil im Glauben zu ihm hin, Der für uns Sünder starb, Ich weiß, daß ich der Seine bin, Daß er mir Gnad' erwarb. 6. So schließ' ich meine Augen zu, Und schlafe fröhlich ein. Mein Ruh; uns're Zuversicht und seine Himmelfahrt das Licht Auf dun felm Todeswege. 7. Abendlieder. 437 2. Wie soll ich deinen Ruhm Kräfte, Daß ich dir ferner dienen erhöhen, Du Vater der Barm- fann. Willst du, so tret' ich mein herzigkeit? Die Tage kommen Geschäfte Auch morgen wieder und vergehen; Dein Wohlthun fröhlich an. Doch endet sich mein bleibet allezeit. Der Sonne erst' Pilgerlauf, So nimm den Geist, und letzter Blick Bringt Heil und Herr Jesu, auf! strahlet Heil zurück. 3. Du, Herr, hast mich die Bahn geleitet, Die mich zu deinem Eigne Melodie. Himmel führt, Mein Herz zum 739. Der Tag ist hin! Mein Guten zubereitet, Gestärkt, ge- Jesu bei mir bleibe! Gib, daß dein gründet und regiert. Du warst Licht Der Sünde Nacht vertreibe. mein Vater und mein Freund, Geh' auf in mir, Ganz der GeUnd hast es immer gut gemeint. rechtigkeit, Erleuchte mich In die4. Versagtest du mir manche ser Dunkelheit. Bitte, So sorgtest du doch für 2. Preis, Lob und Dank Sei mein Heil, Und wenn mein Herz dir, mein Gott, gesungen! Dein bekümmert litte, So war dies sei die Ehr', Wenn mir mein Werk sein beschieden Theil. Wie weis- gelungen. Versteh' ich auch nicht lich mischest du das Leid Mit un- immer deinen Rath; Doch führest fers Lebens Fröhlichkeit! du Mich stets den besten Pfad. 5. Gott, der mir so viel Gnad' 3. Nur Eins ist noch, Was erwiesen, So treu, so thätig mich mich empfindlich quälet! Bestängeliebt; Wie wenig hab' ich dich digkeit Im Guten mir noch fehlet. gepriesen, Wie vielmal hab' ich Du weißt es wohl, Du Herzensdich betrübt! Kein Tag, kein kündiger! Ich strauchle noch, Wie Augenblick geht hin, An dem ich ein Unmündiger. nicht dein Schuldner bin. 4. Vergib es, Herr, Was mir 6. Mein armes, sündenvolles sagt mein Gewissen, Daß Sünd' Leben Macht mich verwerflich, und Welt Mich oft dahingerissen! Gott, vor dir. Doch gnädig Es ist mir leid; Ich stell' mich willst du mir vergeben, Nicht wieder ein: Da ist die Hand! Du handeln nach Verdienst mit mir. mein, und ich bin dein. Vergib durch Christum meine Schuld, Und bess're mich und hab Geduld. 5. Schutzherr der Welt, Mein Hirte und mein Hüter! Nun legen sich Zur Ruhe meine Glie7. Ich hoffe denn, daß deine der. Bewahre mich Durch deine Gnade In dieser Nacht auch mit starke Macht, Wenn wo ein Feind mir ist; Und was ist, das mir dann zu meinem Unglück wacht. noch schade, Wenn du mein Gott 6. Du schlummerst nicht, Wenn und Vater bist? Ich schließe mit meine Kräft' erschlaffen. Laß Gewissensruh' Die müden Augen meine Seel' Im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebenssonn', 8. Gib mir im Schlafe neue Erquide meinen Sinn! Dich laß betend zu. 438 ich nie, Mein Licht: der Tag iſt hin! ( 128) Häusliche Erbauung. Eigne Melodie. 741. Nun ruhen alle WalMel. Christe, der du bist des Tages 2c. der, Es ruhen Städt' und Felder; 740. 3u so viel Tagen, die Es schläft die müde Welt. Ihr mir schon von meiner Prüfungs- aber, meine Sinnen, Auf! ihr zeit entflohn, Stürzt sich auch die- sollt noch beginnen, Was euerm ser, den ich heut' Durchlebt, in's Schöpfer wohlgefällt. Meer der Ewigkeit. 2. Wo bist du, Sonn', ge2. Gott, dessen Auge mich be- blieben? Die Nacht hat dich verwacht, Gott weiß, wie ich ihn zu- trieben, Die Nacht, des Tages gebracht: Was ich gedacht, ge- Feind. Fahr' hin, du Erdensonne, red't, gethan, Sah er genau und merkt' es an. 3. O Seele, fordert er dich nicht Um diesen Tag einst vor Gericht? Hängt nicht dein Loos in Ewigkeit Auch mit an diesem Punkt der Zeit? Da Jesus, meine Wonne, Noch hell in meinem Herzen scheint! 6. Erhöre väterlich mein Fleh'n; Laß mich dein Heil noch länger seh'n! Mir leuchte noch des Lebens Licht; Führ' nicht zu bald mich in's Gericht. 3. Der Tag ist nun vergangen; Die goldnen Sterne prangen Am blauen Himmelssaal. Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus die4. Der Tod vollendet mich sem Jammerthal. vielleicht, Eh' diese Nacht dem 4. Wie ich mich jetzt entkleide, Morgen weicht, Und führet mich, So werd' ich, wenn ich scheide, wie ich hier bin, Vor Gott, vor Auszieh'n die Sterblichkeit. meinen Richter hin. Wonne, wenn dagegen Mir 5. Vor einem bösen schnellen Christus wird anlegen Das Kleid Tod Bewahre gnädig mich, oder Ehr' und Herrlichkeit! Gott! Zur Besserung, zur Fröm- 5. Das Haupt, die Füß' und migkeit Gib, mein Erbarmer, mir Hände Sind froh, daß nun zu noch Zeit! Ende Des Tages Arbeit sei. Herz, freu' dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder! Geht hin und legt euch nieder; Des Bettes ihr begehrt. Bald kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' im Bettlein in der Erd'. 7. Von allem bösen Vorsatz rein, Will ich dir ganz mein Leben weih'n; Kein Tag soll wieder mir entflieh'n, Es segne denn dein Beifall ihn. ich nun. 7. Die Augen steh'n verdros 8. Von dir bewacht entschlaf' sen; Wer wacht, wenn sie verschloſ Laß mich in sanfter sen? Wer sorgt für Leib und Seel? Stille ruh'n! Mein erst Gefühl Nimm du mich auf zu Gnaden, Bes nach Schlaf und Ruh' Sei mein schirme mich vor Schaden, Du Gelübde, Gott, seist du!( 125) Aug' und Wächter Israel! Abendlieder. 439 8. Dein Flügel, Herr, bedecke 6. Erquickung Allen, denen Mich Schlafenden; es wecke Kein Das Schicksal heiße Thränen Zu Unfall mich, noch Bein. O Jesu, ihrem Loose gab! Gott, findre. meine Freude, Laß du vor allem jeden Kummer, Und gieße sanften Leide Mein stilles Lager sicher Schlummer Auf jeden Leidenden. jeindt herab! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, 7. So schlaf' ich denn in FrieEuch müsse Nichts betrüben, Rein den. Wie labend ist dem Müden Unfall, noch Gefahr! Euch Fer- Die Ruh' in stiller Nacht! Sei nen und euch Nahen Woll' unser einst der letzte Abend Des Lebens Gott umfahen Mit seiner lichten mir so labend, Wenn alle Arbeit Engelschaar! ist vollbracht! dub( 26) ( 56) Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. Mel. Werde munter mein Gemüthe zc. 742. Die Ruhe senkt sich 743. Auf, o Seele, werde wieder Auf uns're Erde nieder Jn munter! Pflicht; Lob ist immer deine stiller, dunkler Nacht. Mit unge3war die Sonne gehet zählten Leiden, Mit ungezählten unter, Aber Gottes Güte nicht. Freuden Ist abermals ein Tag vollbracht. Heut' auch hat sie mich genährt, Heut' auch Freud' und Trost ge2. Mir sind des Tages Stun- währt, Vor Gefahren mich beden Nicht freudenleer verschwun- schüket, Meine Schwachheit unden; Mit treuer Vaterhand Haft terstüzet. du mich, Herr, geleitet, Die Freuden mir bereitet, Die ich an die sem Tage fand! 2. Angebetet und gepriesen Seift du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, 3. Drum preis ich deine Güte Dankt mein Herz mit Freuden Mit dankendem Gemüthe, Und dir. Du hast, war ich's schon nicht herzlichem Gesang, Was du mir werth, Dennoch mein Gebet erhaft gegeben, Mein ganzes tünft'- hört, Das ich heut', als ich erges Leben Sei dir geweihter, wachte, Dir in Jesu Namen frommer Dank! brachte. 4. Hab' ich gefehlt, verzeihe Dem Sterblichen; verleihe Bess'rung Kraft und Muth. ich will Schuld erlassen, 3. Doch, da ich voll Dank erZur zähle, Wie so groß dein WohlAuch thun war, Stellen sich auch meiner Will Seele Die begang'nen Sünden Feinden, die mich hassen, Ver- dar. Wie ist ihre Zahl so groß! zeihen christlich fromm und gut. Denn, Herr, nicht nach Thaten 5. Gib jetzt zu neuen Kräften bloß, Auch nach ihres Herzens In nüglichen Geschäften Des Dichten Wirst du einst die MenSchlafes Wohlthat mir. Mein schen richten. Vater, ich empfehle Mein Leben, 4. Bin ich gleich von dir geLeib und Seele, Und alle meine wichen, Stell' ich mich jetzt wieder ein. Laß durch Jesum mich ver= Lieben dir! 440 Häusliche Erbauung. glichen, mich mit dir versöhnet sich neiget; sein. Ich verleugne nicht die volle Nacht Schuld; Doch weiß ich, daß deine zeuget! Dich, Herr, lobt jeder Huld Größer ist, als meine Sün- Stern, Und ruft: ,, auf! lobt den den; Gnade werd' ich Armer Herrn!" Erheb' dich, Seele; lob' finden. 13 erfreut Den Herrn des Himmels und der Zeit! Jeßt, da die sternenVon deiner Allmacht 5. O du Licht der frommen Seelen, Sonne der Gerechtigkeit, 2. Wie groß, wie unermeßlich Dir will ich mich ganz befehlen ist, Gott deine Macht und Stärke! Diese Nacht und allezeit! Fehlt Daß du der Allerhöchste bist, Sagt nur dieses Freudenlicht mir in jedes deiner Werke. Mit göttlich Nacht und Dunkel nicht; O dann weiser Macht Regierst du Tag nahen meinem Herzen Weder und Nacht; Das, was du schufft, Sorgen, Furcht noch Schmerzen! thut dein Gebot, Und dienet dir, du großer Gott! de d 6. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanfte, süße Ruh; Alles Uebel laß verschwinden, 3. Was bin ich, o mein Gott, vor dir, Daß du mich täglich lieDecke mich mit Segen zu. Leib best? Womit verdien' ich's, daß du und Seele, Muth und Blut, mir So vieles Gute gibest? Gott, Neltern, Kinder, Hab' und Gut, deine Gnad' ist groß; O Seele, Freunde, Feinde, Hausgenossen reiß dich los Vom Eiteln, das das Sei'n in deinen Schutz geschlossen! Herz beschwert! Gott, Gott allein 7. Ach, bewahre uns vor ist liebenswerth. D 1508 Schrecken! Räuber nicht, noch 4. Mir ward dez Tag, der Feuersgluth Laß uns aus dem nun vergeht, Durch dich zum Schlafe wecken; Halt uns, Herr, Gnadentage; Dein Arm, dem in deiner Hut! Wende ab Gefahr Niemand widersteht, Beschützte und Noth, Seuchen, bösen, schnellen Tod, Und laß, wenn wir sollen sterben, Uns des Himmels Freuden erben. 8. Höre, Vater, ach erhöre, Was dein Kind gebeten hat! O 5. Ach ford're mich nicht in's Sohn Gottes, den ich ehre, Bleibe Gericht Jetzt bei des Tages du mein Schutz und Rath, Und Schlusse! Verschmäh' mein Abendmein Hort du, werther Geist, Der opfer nicht, Das Opfer meiner du Freund und Tröster heißt! Buße. Vergib mir meine Schuld, Hör', o großer Gott, mein Und hab' mit mir Geduld! Sich Flehen! Amen! ja, es soll ge- von dem strengen Richterthron schehen! Auf meinen Mittler, deinen Sohn. 6. Gib nach der sanften Ruh' der Nacht Mir einen frohen ( 155. 170) mich vor Plage. Du gabst mit, was ich bat; Bei Allem, was ich that, Ward mir durch Glück und Segen flar, Daß Gott mein Freund und Helfer war. Mel. Der lieben Sonne Licht 2c. 744. Preis sei dir, meinem Morgen. Du thuft's. Nun, da Gott, gebracht, Jegt, da der Tag dein Auge wacht, Entschlaf' ich Abendlieder. 441 ohne Sorgen. Ich wach' und hin, wie Freund an Freund: Ein schlafe dir; Du, Herr, bist stets bei mir! Ach, Gott, du meine Zuversicht, Verlaß mich auch im Tode nicht! ( 184) großer Chor, der, dich zu preisen, In seinem Fluge sich vereint. 3. Wer zählt, wer nennt die Wesen alle, Aus deren Mund dein Loblied schwebt, Das mit der Welten Jubelschalle Sich bis Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 745. Hier steh ich unter zum Psalm des Seraph's hebt, Gottes Himmel, Seh' tausend 3um Psalm, der laut im höhern Welten über mir, Und fern vom Tone Von Sonne bis zu Sonn' rauschenden Weih' erklingt, Und dann geflügelt bis ich die heil'ge Stille dir! Vor dir zum Throne Des Allerhöchsten werf ich mich betend nieder, Auf freudig dringt? Getümmel, dessen allmachtsvollen Ruf Der 4. Auch mich schuf Gott zu Himmel ward; der meine Brüder seiner Ehre Aus Staube, doch Und mich, wie diesen Himmel, mit einem Geist, Der, Engeln schuf! gleich, sich in die Heere Des Him2. Dich singt mein Lied, der mels mischet, und ihn preis't. jene Sterne Aus freier Hand hin- Lobsing' ihm denn, der dich zum warf, wie Saat, Der in der un- Leben, 3um höhern Flug den gemess'nen Ferne Für Alle zeich Geist erfor! Einst wirst du hoch nete den Pfad. Sie wandeln ihn vom Staube schweben zu einer 3u in sichern Kreisen So friedlich bessern Welt empor. ( 99) Abendlied im Leiden. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. 4. Doch welchen Trost fühlt mun mein Herz! Du bist und 746. Auch diesen Tag hab' bleibst mein Gott; Dein Wort ich vollbracht Mit aller seiner Noth. Nur deiner Vaterlieb' und Macht Verdank' ich es, o Gott! versüßt mir jeden Schmerz, Und lindert jede Noth. 5. Froh fann ich mich dem 2. Wärst du nicht meines Schlaf vertrau'n: Auch schlafend Lebens Kraft, Mein Retter und bin ich dein. Vor feinem Unfall mein Heil: So würd' in meiner Pilgerschaft Kein Trost mir je zu Theil. soll mir grau'n; Du wirst mein Helfer sein. 6. Und sollt', o Vater, diese 3. Ach, ohne dich, Allgütiger, Nacht Des Leidens letzte sein; Verging ich in der Noth; Von Wohl mir! dann ist mein Lauf Troft und aller Hoffnung leer vollbracht, Vollbracht des Lebens Wär' ohne dich mein Tod. Pein! ( 195) In schlaflosen Mel. Nun fich der Tag geendet 2c. 747. Die Nacht bricht an! sonst Leidensnächten. war sie mir Erwünscht und schmereinmal blickt' ich zu dir, Und lag der Ruh' im Schoos. 442 Häusliche Erbauung. 2. Doch nun verkürzt fein 8. Da bin ich einsam, nicht Schlummer mehr Die lange allein, Hab' ich, o Vater, dich; Schmerzensnacht. Ich ruf ihn Da wird die Erde mir so flein: sehnlich zu mir her; Umsonst: Nur Himmel ist um mich! mein Auge wacht. 9. Da lehret Eine Nacht mich 3. Doch du wachst auch, und mehr, Als viele Tage sonst; Das schlummerst nicht. Wie göttlich Herz wird reiner, würdiger Des tröstet dies! Du sendest Klarheit Lichts, in dem du wohnst. mir und Licht In meine Finsterniß. 4. Der Sternenglanz der 10. Den matten Körper flieht die Ruh'; Die Seele ruht in Ewigkeit Erhellt der Nächte Gott. Still ist sie, Vater, dir, Grau'n. Ich darf mit Glaubensfreudigkeit Und Hoffnung aufwärts schau'n. und du Erleichterst jede Noth. 5. Jn stillen tönt Dir, Vater, Auch wenn die Schmerzen stöhnt, meinen Dank. 11. 3war müd' und wund fühlt ihre Last Die kämpfende Natur: Mitternächten Gönn' ihr, Erbarmer, Schlaf mein Gesang! und Rast! Doch nein; Eins Brust Brust von fleh' ich nur: Wein' ich dir 6. Jm Dunkeln seh' ich deine Hand, Die mich bisher geführt, Und bis hinauf in's Vaterland Mich ferner leiten wird. 12. Schent' mir Geduld und Kindessinn, Trost, den dein Wort verheißt. Soll schlummerlos die Nacht entflieh'n; Dir wache dann mein Geift! 13. Ja, wachend, schlafend bin 7. Wenn Alles, Alles um mich ich dein. Im Leben und im Tod. schweigt, Spricht mein Gewissen Soll diese Nacht die letzte sein; laut. Doch Preis sei dir! wie Dir sterb' ich auch, mein Gott! wird's so leicht, Wenn's deiner ( 83) Gnade traut! - Am Ende der Woche. Mel. Ach bleib bei uns 2c. guten That erfreut; Weß war die Kraft? wer gab Gedeih'n? 748. Unwiederbringlich schnell Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! entflieh'n Die Tage, die uns Gott gelieh'n. Die Woche kommt und eilt davon; Vergangen ist auch diese schon. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht: Verzeih' uns die verlegte Pflicht! Du sieh'st, Er2. Dank sei dir, ewig treuer barmer, uns're Reu'; Um Chrifti Gott, Für deinen Beistand in der willen sprich uns frei! Noth, Für tausend Proben deiner 5. Wir eilen mit dem Strom Treu! Denn deine Huld war der Zeit Stets näher hin zur täglich neu. Ewigkeit. Du hast die Stunden 3. Wenn unser Herz, von uns gezählt, Die lehte weislich Schuld befreit, Sich mancher uns verhehlt. en Abendlieder. 443 6. Herr unsers Lebens, mache| Prüfungszeit Zu deiner frohen du Uns selber recht geschickt dazu,| Ewigkeit. Daß, eingedenk der Sterblichkeit, Wir wachen mögen allezeit! 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; Da wechseln Licht und 7. Ist einst die Zahl der Tage Finsterniß nicht mehr, wie hier. voll, Die Jeder hier durchleben Du ew'ges Licht, Herr, unser soll; Dann führ uns aus der Gott, verlaß uns nicht! ( 17) Am letzten Tage eines Jahres. Doch hat mich nicht ein schneller Tod In Sünden weggerafft! 5. O Vater der Barmherzigkeit, Ich bin nicht werth der Treu'! Sie war in der vergangnen Zeit An jedem Morgen neu. 6. Neu werde sie im neuen 2. Aus tiefer stiller Mitter- Jahr; Hab' fernerhin Geduld! nacht Erschallt mein Lobgesang. Dir laß mich leben immerdar, Der Herr hat Alles wohlge- Nicht häufen meine Schuld. macht! Ihm sei Preis, Ruhm und Dank! 7. Vertrauend deiner Lieb' und Macht, Schlaf' ich nun fröh3. Herr, voll von deiner lich ein. Du wirst auch in der Freundlichkeit Floh jeder Tag legten Nacht Des Jahres mit mir dahin; Von mir durch Sün- sein. denschuld entweiht Floh jeder, 8. Und hoffnungsvoll tret' ich die Bahn Der neu verjüngten 4. Und dennoch, gnadenreicher Zeit In findlicher Gesinnung an: Gott, Hast du mich nicht bestraft; Dir bleib' mein Herz geweiht! ach, dahin! Mel. Nun fich der Tag geendet 2c. 749. Auch dieser Tag ist wieder hin; mit ihm ein ganzes Jahr! Hier bring' ich dir, Gott, deß ich bin, Mein Herz zum Opfer dar! Wiegenlieder. Mel. Die Tugend wird durch's c. die Höhe, Wo dein und mein Erbarmer lebt, Der auch mit 750. Schlaf', Kind! du seiner Segensnähe Hier über liegst am Mutterherzen; Dies deiner Wiege schwebt. Er war wacht und sorget schon für dich, ein Kindlein einst auf Erden, So Theilt deine Freuden, deine hilflos und so flein, wie du; Dir Schmerzen, Vergißt für dich gleich an findlichen Gebärden, wohl selber sich. Dein Lächeln ist Schloß er auch seine Augen zu. mir Freudenquelle, Und deine 3. Nun hält er über dir die Ruhe ist mir Glüc; Auf dir, du Wache, Und denket huldreich nur Kindlein, hold und belle, Ruht wonneboll mein Mutterblick. daran, Wie er dich gut und selig mache, Dich führe auf der ebnen 2. Dann blick' ich flehend in Bahn. Deß' tröst' ich mich; in 444 Häusliche Erbauung. seine Hände Leg' ich, geliebtes Mel. Seelenbräutigam zc. Kind, dich hin. Er segne dich; ja, er vollende Sein Wert in bir 751. Schlaf, du liebes Kind! Gottes Engel sind Dir zur nach seinem Sinn! 4. Willst deiner Eltern Lust Wache zugegeben; Ihre Fittige du werden, So lerne früh von umschweben Dich, und fächeln Jesus Christ; Von ihm, deß Ruh' Deinem Lager zu. Leben hier auf Erden Zum Vorbild uns gegeben ist. Gehorsam, stille, sanft, geduldig War er als Kindlein und als Mann: Er lebt' 2. Friede aus der Höh' Hält noch Angst und Weh Von dir ab; noch frei von Kummer Liegst du da in sanftem Schlummer. und starb für dich unschuldig; Schlummre still und lind! Schlaf, Drum er dir Alles schenken kann. du liebes Kind! ( 170) ( 3) Für die verschiedenen Jahreszeiten. Im Frühlinge. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 4. Lobsinget ihm, er ist uns nah; Singt alle seine Heere! Der 752. Lob sei Gott, der den Herr ist allenthalben da, Im Frühling schafft, Gott, der den Himmel, Erd' und Meere. Ich Erdkreis schmücktet! Preis sei ihm, preise dich, ich finge dir; Denn Ehre, Stärk' und Kraft, Der, wo ich bin, bist du bei mir Mit was er schuf, beglücket! Der Herr Allmacht, Lieb' und Gnade. erschuf, der Herr erhält; Er liebt 5. Du rufft die Wolken in das und segnet seine Welt: Lobsinget Land, Und stillst den Durst der ihm, Geschöpfe! Erde, Daß mit den Gaben deiner 2. Das Land, das erst erstor- Hand Der Mensch gesegnet werde. ben lag, Erwacht und lebt nun Du machest Hagel, Thau und wieder; Es strömet jeden neuen Wind, Die, Höchster, deine Boten Tag Sein Segen neu hernieder. sind, 3u Quellen deines Segens! Der Wurm, der in dem Staube 6. Selbst, wenn von Donnerwebt, Der Vogel, der in Lüf- sturm bedräut, Erschrockne Län ten schwebt, Erfreut sich seines der zittern, Strömt Segen, Heil und Fruchtbarkeit Aus Nacht und 3. Der Erde Antlitz ist ver- Ungewittern. Dann bricht die jüngt; Erheitert glänzt der Him- Sonne neu hervor, Und Alles mel: Gebirg und Thal und Wald jauchzt zu dir empor, Vor dem erklingt Von freudigem Getüm- die Welten schweigen. Lebens. mel. Mit Freundlichkeit schaut er herab, Der allen Wesen Leben gab, Auf seiner Hände Werke. 7. Von dir fommt, was uns hier erfreut, Du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Jahreszeiten. 445 Seligkeit In reichen Strömen Deß Athem die Natur erweckt, laben. Wohl, wohl den Men- Der auch die schauerlichen Gräschen, die schon hier Sich dir er- ber Mit Jugendgrün und Blugeben, und einst dir Jn Christo men deckt! Laß überall mich Bilfreudig sterben! der finden Von jenem Tag, so göttlich schön, Wo alle Seelen sich verbinden, Ihr Neugeburtsfest zu begeh'n! ( 53) Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz 2c. 753. Bater, welche Lebensfülle Regt fich umher in Wald und Flur! Das fleinste stelle, Blümchen sprengt die Hülle, Und weis't, eilt zum Feste der Natur. Die geselle Hoffnung grünt aus allen Saaten, mit Schweiß und Sorgen einst bestellt, und bürgt noch mehr für das Gerathen Der Aussaat für die Geisterwelt. 4. An jeder lieben BlüthenWo deine Huld sich jetzt beIch schuldlos freudig bin, Zum Auferstandnen sich mein Geist, Und schau' empor zu jenen Freuden, Wovon doch Alles Schatten ist, Daß er im Dienst der Eitelkeiten Des bessern Erbtheils nicht vergißt. 2. Weit Herrlicheres wird ent- 5. Hab' ich, mit dir, mein sprießen Dem Fleiß, auf's Ewige Gott, im Bunde, Wie Christus ge Gott, gewandt; Ein schön'rer Frühling überall gelebt; So harr' ich froh dort mich grüßen In der Voll- der großen Stunde, Wo sich der endung Vaterland. Wird es nicht Zukunft Vorhang hebt. Wie herrfroher mir zu Muthe In jenen lich wird sich da verklären Des Sternenauen sein, Wo meine Schicksals rauhe Winternacht, Pflanzungen für's Gute Vom Wenn, Herr, dein Licht auf alle Blühen schnell zur Frucht ge- Sphären Im Frühlingsglanz herniederlacht! deih'n? ( 66) 3. O unerschöpfter Albeleber, n Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, So liebevoll an Blüthe; Reich 754. Rings um mich her uns gedacht! Schön war des ist Alles Freude! Wie schön ist, Frühlings junge Schöpfer, deine Welt! Es prangt ist des Sommers ernste Bracht. in seinem Feierkleide Gebirg und 3um vollen Gebirg und 3um vollen fröhlichen Genusse Au und Wald und Feld. Wie Empfängt von deinem Ueberheilig wird mir Thal und Höhe! flusse, Gott, was lebet, Speis Du bist mir nah; wohin ich gehe, und Trant! Gebirge geben, Umströmt ein Vatersegen mich. Thäler geben, Was Allen nöthig Wohin ich schau', auf allen ist zum Beben; Und Alle jauchzen Fluren, In allen deinen Crea- froh dir Dank. turen, Erblick' ich, Welterhalter, dich! O 3. Rings um uns her ist Alles Freude; O freu' auch, meine 446 Häusliche Erbauung. Seele, dich In Gottes schönem der so freundlich ist! Stimm' ein Weltgebäude! Sein Segen reifet in der Geschöpfe Chöre: Dir, auch für mich. Hoch müsse dessen Gott, sei Preis, dir Dank und Lob erschallen, Der mir so wohl- Ehre, Der du voll Huld und thut, Allen, Allen So wohlthut, Güte bist! ( 126) Im Herbste. Mel. Wo Gott zum Haus nicht 2c. 755. Reif ist nunmehr der heit: 8. So blüh' und reif ich in der Zeit 3u größerer VollkommenStill teimt der Tugend Felder Saat. Vom Herrn der Saat hervor, Und reift zur Zeit gerufen, naht Der Herbst reichen Aernt' empor.( 24) mit seiner Fülle sich, und erfreut auch mich. Und segnet Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. 2. Der segenreiche Garten prangt Mit seinen Gaben, und 756. Früh mit umwölftem verlangt, Von seiner Last befreit zu sein, Um Gottes Kinder zu erfreu'n. 3. Auf traubenvollen Hügeln schallt Des Winzers Lob, und wiederhallt Von Berg zu Berg; denn Most und Wein Gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. Angesicht Geht schon die Sonne nieder, Und spät erscheint ihr schwächer Licht Am trüben Him mel wieder. Das schöne Jahr ist nun entfloh'n; Die rauhen Stürme rauschen schon Hin durch die leeren Felder. Die lette Blume neigt ihr Haupt: Des Herbstes falter Hauch entlaubt Die schattenreichen Wälder. 4. Wie liebevoll, wie mild und gut Ist Gott, der so viel Wunder thut! Der Jüngling und der Mann, der Greis Sei fröhlich, Gott zum Ruhm und Preis! 2. Verlaffen steht die öde Flur, Entblößt von ihrem Segen. Entkräftet siehet die Natur Der 5. Auch wenn ich alt bin, sorgt Winterruh' entgegen. In Schaafür mich Mein Herr und Gott ren abgetheilt entflieh'n Die noch väterlich; Er, der auch, Vögel vor der Kält' und zieh'n wenn mein Herbst sich naht, Für Weit über Land und Meere. mich noch viele Freuden hat. Gott nimmt der Wandernden sich 6. Froh kann ich sterben, wenn an, Bezeichnet ihnen ihre Bahn, ich nur, Wie seine segnende Und sättigt ihre Heere. Natur, Auch Segen gab und er die Frucht, Die er verlangt, um sonst nicht sucht. 3. Uns, seine Menschen, will er hier Im Winter selbst ver sorgen, Und seiner Huld ver7. Auch die Natur verblüht trauen wir, Die neu wird jeden und stirbt, Nur daß ihr Same Morgen. Er schafft, daß wir in nicht verdirbt, Und schöner auf- Sicherheit Der ungestümen Monlebt, wenn ihr Freund, Der den Zeit Beginnen und vollenden. Frühling, wiederum erscheint. Nichts trägt die Erde; doch ge Jahreszeiten. 447 beschützt Gnade währt Er uns, was unser Leben Er trägt die Müden, er nährt, Mit väterlichen Händen. Die Schwachen; seine 4. Wie sind nun schon die stützt, Die nah am Grabe wanten. Rammern voll Von seiner Güte Gebeugt von Alter, werden wir Gaben, Vom Segen, der uns Von ganzem Herzen dennoch dir, nähren soll, Vom Vorrath, uns Gott uns'rer Jugend, danken! zu laben! Vorsehend ließ uns 6. Wohl Allen, die dein Anunser Gott Das Land schon für gesicht Im Lebensfrühling suchen! den Winter Brod, Dem Vieh Sie werden ihrer Jugend nicht sein Futter geben, Und Wein, Im Herbst des Alters fluchen. der unser Herz erfreut, unsers Lebens Kraft Kraft Trieft aus der Frucht der Reben. 5. Ach, unser Leben auch verblüht, Wie jetzt das Feld, im Alter. Getrost! Gott ist, ob es verblüht, Ein mächtiger Erhalter. Tagen. Und Wohl dem, der redlich sich beerneut, müht, Weil seiner Jahre Lenz noch blüht, Der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein, Und göttlich wird er sich erfreu'n Noch in den letzten ( 126) Im Winter. Mel. Wie wohl ist mir 2c. Die trüben bewacht. Daß 3. So werden wir auch einst ermüden, Und ruhen in des 757. Gott winft, so stürzen Grabes Nacht. Wir werden Regengüsse Sich täglich auf die schlummern ganz im Frieden, Felder hin. Der Sturm, die aus- Von dem, der nimmer schläft, getretnen Flüsse, unser Staub geNebel preisen ihn; Die Sonn' läutert werde, Gibt er ihn abgein ihrer weit'sten Ferne Am tur- zählt der Erde, Und fordert einst zen Tag, auch Mond und Sterne ihn wieder ab. Sein ew'ger FrühIn heller, langer Winternacht, lingstag wird kommen; Dann, Die wilden ungestümen Meere dann verlassen seine Frommen Verkündigen des Schöpfers Ehre, Voll neuer Lebenskraft das Grab. Lobsingen seiner Güt' und macht. 4. O Tag des Lebens, Tag 2. Von ihrer Arbeit ruht die der Wonne, Wie sehnet sich mein Erde; Sie schläft von Gottes Geist nach dir! O du, der AuferHand bedeckt, Daß ihre Kraft stehung Sonne, Wann wirst du Bis sie der aufgeh'n über mir? Erst muß ich Frühling wieder weckt. Vertraut die Verwesung sehen, Erst das hat in des Schöpfers Namen Vergängliche vergehen; Die Saat Der Landmann ihr den späten muß sterben und dann blüh'n. Der Schöpfer wacht Kann ich als Christ den Tod noch auch über ihn. Todt liegt er da; scheuen? Nein, göttlich wird er ihm wird das Leben Der Sonne mich erfreuen: Du, Tag des Rückunft wiedergeben, Und reich Lebens, folgst auf ihn!( 126) an Hoffnung wird er blüh'n. erneuert werde, Samen; 448 Häusliche Erbauung. Am Geburtstage. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. Eh' ich bereitet war. Noch war mir nicht das Leben Von dir, o Gott, gegeben, Da wogst du schon mein Theil mir dar! 758. Dir dank' ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben, Ich danke dir dafür! Du hast, 5. Für alle deine Treue, Herr, durch Huld bewogen, Mich aus deren ich mich freue, Lobsinget dem Nichts gezogen; Durch deine dir mein Geist; Er, den du mir Güte bin ich hier. geschenket, Er ist's, der dein ge2. Du, Herr, hast mich berei- denket, Und freudig dich, o Vater, tet, Mich väterlich geleitet Bis preis't! diesen Augenblick! Du gabst mir. frohe Tage, Und selbst der Leiden rüstest, Plage Verwandeltest du oft in Glück. 6. Daß du mit Kraft mich Und mir mein Leben fristest, Dies, Vater, dank' ich dir! Daß du mich liebreich führest, Mit deinem Geist regierest, Dies Alles, Vater, dank' ich dir! 3. Gott, Lenker aller Dinge! Ich bin viel zu geringe Der Treu' die für mich wacht. Damit ich 7. Was mir in diesem Leben Staub und Erde Auf ewig glück- Noch nütt, wirst du mir geben; lich werde, Hast du schon ewig Du gibst's, ich hoff' auf dich. mein gedacht. Dir, Vater, dir befehle Ich find4. Du hörtest schon mein Seh- lich Leib und Seele; Herr, segne, nen, Und zähltest meine Thränen, Herr, behüte mich! ( 55) Für die Jugend und das Alter. Mel. Ermuntere dich mein schwacher 2c.| an, Daß ich auf meinem Wege Unsträflich wandeln möge. 759. Ich trete vor dein 3. Mein Herz, noch unverAngesicht, Du Schöpfer meiner führt und rein, Ist jung und Jugend! Verwirf mein findlich unerfahren. Wie leicht geblendet Flehen nicht Um Weisheit und durch den Schein, Stürzt es fich um Tugend. Der du den Säug- in Gefahren! Ach, mache mich mir ling beten lehrst, Und gern sein selbst bekannt, Und gib mir Weis stammelnd Fleh'n erhörst, Hör' heit und Verstand, auch mit Wohlgefallen betend Lied erschallen! Stets auf Mein dein Wort zu schauen, Und nie mir selbst zu trauen! 2. Eh' ich dich fannte, hast du 4. Du pflanztest, Herr, in mich Mit Schöpfermacht bereitet, meine Brust Die Liebe zum Ver Und durch die Kindheit väterlich gnügen. Ach, stärke mich, den Mich bis hieher geleitet. Jest, Hang zur Luft, Herr, da ich dir danken kann, besiegen! Nimm dich auch meiner Jugend Gericht Die Sünde zu Dein unausbleibliches Vergesse meine Seele Für die Jugend. 449 nicht, Und lerne fromme Freuden sein, Der nicht zu deiner Ehre Bon Lüften unterscheiden! Geschmückt mit Tugend wäre. 5. Von dir, o Gott, werd' ich 10. Ach, lehre mich den Werth bewacht, Bin ganz von dir um- der Zeit, Daß ich sie nie vergeben; Vor dir bedeckt nicht mit- schwende, Daß ich mit kluger ternacht, Noch Einsamkeit mein Thätigkeit Auf Weisheit sie verLeben! Die Sünde, die im Fin- wende! Gott, meiner Jugend stern schleicht, Verbirgt vor Men- Fleiß und Müh' Laß nicht umschen sich vielleicht; Vor deinem sonst sein, segne sie! Laß auch Angesichte Steht sie im hellen durch mich auf Erden Dein Werk Lichte. gefördert werden! 6. Den Leichtsinn, der mich oft 11. Erhöre gnädig mein Geverführt, Das Böse zu erwählen; bet, Du Schöpfer meiner Jugend! Den Ehrgeiz, der den Stolz ge- Erhör' es; meine Seele fleht Um biert, Weisheit und um Tugend! Mein ganzes Leben dank' ich dir; Weich' nur, Erbarmer, nicht von mir, Damit ich meine Wege Unsträflich wandeln möge!( 126) Das Merkmal schwacher Seelen; Die Trägheit, die den Geist verzehrt, und jeden Trieb zum Laster nährt: Laß nie zu ihren Sünden, O Gott, mich willig finden. Mel. Ermunt're dich mein schwacher zc. 7. Wenn sich auf meiner Ju- 760. Ich will in meiner gend Bahn, Mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer meiner Seele Einsamkeit 3u dir mein Herz ernah'n, So laß mich flüglich heben. Du selber woll'st mir Freufliehen! Ihr süßes Locken lente digkeit, Dich anzurufen, geben! nicht mein Herz von dir und Vernimm, o Vater, mein Gebet, meiner Pflicht; Ihr Spotten und Das nicht aus falschem Munde ihr Lachen Laß nie mich wankend geht! Um deiner Liebe willen machen. Woll'st du, Herr, es erfüllen! 8. Der Glaub' an Jesum 2. Du bist mein Vater, ich dein bleibe mir, Gott, unendlich Kind: Mein Glück ist, dich zu liewichtig! Denn er macht mich ge- ben. Ach, mache mich dir gleichgerecht vor dir, In allen meinen Trieben! richtig. Nicht Herz laß unbefleckt und Herz erzeugt, Das sich zur Sün- rein, und treu in deiner Liebe denliebe neigt; Und meine Wege sinnt Zweifel, die ein Mein Nicht Lust, zu sein, Und suchen, dir vor Allen, O widersprechen, Laß meinen Glau- Vater, zu gefallen! ben schwächen. 9. Der Tugend heilige mich ganz, Mein Schöpfer und Erhal ter! Sie werde meiner Jugend Glanz, Und einst mein Troft im 3. Vor stolzer Selbstgefälligfeit Bewahre meine Jugend; Mein Vorzug sei Bescheidenheit, Und meine Schönheit Tugend! Gib mir den sanften, stillen Geift, Alter! Erhalte mein Gewissen Der dich durch seine Demuth rein; Laß feinen meiner Tage preift, Den Nächsten nie ver= 29 450 Häusliche Erbauung. achtet, Sich selbst zu bessern mer uns're Seelen Neid oder trachtet. Argwohn quälen. 4. Die Luft der Eitelkeit laß 9. Der du mich selbst durch nicht mein junges Herz entzün- dein Gebot Den Weg zum Heile den. Sie macht mich untreu lehrest; Ich will dich preisen, meiner Pflicht, Und bahnt den meinen Gott, Daß du mein Weg zu Sünden. Gesuchte Zier Fleh'n erhörest! Ich opfre dir und Pracht der Welt Ist nicht mein Leben lang Der Unschuld der Schmuck, der dir gefällt: Du und der Tugend Dank: Dort will willst, ich soll bescheiden Mit ich in den Chören Der Engel dich Zucht und Scham mich kleiden. verehren. ( 126) 5. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, Damit er schon Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. auf Erden Dir, den der ganze 761. Noch auf der Jahre Himmel preist, Gott, ähnlich möge werden! Der Leib ist Asche höchster Stufe Blick ich zu dir, nur und Staub; Der Geist wird mein Schöpfer auf, Nach dessen nie des Todes Raub; Mein erst weisem Allmachtsrufe Einst froh Geschäft auf Erden Sei, schön begann mein Lebenslauf! Geam Geist zu werden. rührt schau' ich auf ihn zurüd; 6. Gott, lehre du mich eilen, Dir danft mein Herz, mein Thräihn mit Weisheit auszuschmücken; nenblick. Denn meine Tage flieh'n dahin, 2. Du hobst dem müden Grei Gleich schnellen Augenblicken. fenalter Noch viele fromme FreuGib, daß zu leerer Tändelei Mir den auf. Ich preise sie, Herr, meine Zeit zu kostbar sei, Und mein Erhalter, Und segne meiner laß es mir gelingen, Sie nüßlich Tage Lauf! Jhr Lenz und Somzuzubringen. mer war so schön; Nun auch ihr Herbst soll dich erhöh'n! 7. Den Umgang, der Verführung droht, Den lehre, Gott, 3. Da liegt es vor mir aufgemich meiden, Und lenke du mein schlagen, Der treuen Führung Herz, o Gott, zu reinen, edlen Tagebuch. Ich lasse jedes Blatt Freuden! Die Unschuld sei mein mir sagen: Gott war's, der liebster Ruhm; Ein guter Ruf väterlich dich trug; Mehr Freumein Eigenthum, Den Jeder gern den sandt' er dir, als Schmerz; mir gönne, Und Niemand lästern Gib, frommer Greis, gib ihm dein Herz!" fönne! 8. Laß fromme Freundinnen 4. So nimm es hin; auf Ewigin mir Ein Herz voll Treue fin- keiten Weiht es sich, guter Bater, den; Verknüpf durch Unschuld dir! Im Schoos des Glücks, im uns, daß wir Der Freundschaft Kampf der Leiden Warst du der Glück empfinden. Laß uns're treu'ste Führer mir. In jeder Liebe sanft und rein, Wie deiner Schule nahm ich zu An Weisheit, Engel Umgang sein, Daß nim: Besserung und Ruh'. Für das Alter. 451 5. Kommt, Kinder, Gottes Lob tragen Von meiner Jugend auf! zu mehren, Kommt, wer das Auf allen meinen Wegen Umgab Greisenalter ehrt! Die Furcht mich, Gott, dein Segen; Auch des Herrn will ich euch lehren, selbst im schwersten Leidenslauf! Die meines Lebens Jahre mehrt. 2. Oft hatt' ich große Sorgen; Wißt, wer an Gott und Tugend Doch wie ein heitrer Morgen glaubt, Dem schmückt der Herr Durch dunkle Nächte bricht; So das graue Haupt. hab' ich's stets erfahren, Du weißt uns zu bewahren, Und führst durch Finsterniß zum Licht. 6. Froh rühm' ich mich der Trübsalsstunden; Sie lehrten Demuth und Geduld, Und bringen, 3. War Menschenrath vergeobschon längst verschwunden, Er- bens, So warst du, Herr des fahrung noch von Gottes Huld: Lebens, Mein Licht auf dunkler Erfahrung, Christ, bringt Hoff- Bahn! Dich ließ ich thun und nung; sieh, Und Hoffnung wird rathen; Denn du thust große zu Schanden nie! Thaten, Und nimmst dich unsrer huldreich an. 7. 3m Glauben fest, voll Gottvertrauen, Geh' ich zum Himmel 4. ,, Bis zu des Alters Tagen meine Bahn. Wer strebt, das Will ich dich heben, tragen, Und Höhere zu schauen, Gehört der dein Erretter sein." Dies hast du bessern Welt schon an. Ist dies mir versprochen, Und nie dein des frommen Alters Schmuck, Wort gebrochen: Deß' will ich Dann fühlt man nicht der Jahre mich auch immer freu'n. Druck. 5. Du wirst in meinem Alter 8. Der kurzen Herrlichkeit auf Mein Stab sein, mein Erhalter, Erden Und ihrer Lust bin ich ent- Nach deiner Vatertreu'. Bin ich floh'n. Unsterblich, neu verjüngt gleich schwach und müde; Bei dir zu werden, Deß freut sich meine ist Trost und Friede; Du stehst Seele schon. Gott, mein Heil, mir Schwachen mächtig bei. an deiner Hand Find' ich mein 6. Nach wenig bangen Stunbeff'res Vaterland! den Hab' ich ganz überwunden; 9. Am Scheidewege sei geprie- Ich bin dem Ziele nah', Dem sen Für meines Lebens läng're Ziele aller Leiden. O welche hohe Frist, Für Alles, das du mir er- Freuden Erwarten meine Seele wiesen, Du, dessen Gnad' unend- da! lich ist! Herr, wie du willst! ich 7. Ich harre froh und stille, folge dir; zum Leben wird der Bis, Herr, mein Gott, dein Wille Tod dann mir! ( 114) Mich nach dem Kampfe frönt! An meiner Laufbahn Ende Sint' ich in Jesu Hände, Der mit dem ( 42) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 762. Du, Herr, von meinen Vater mich versöhnt. Tagen, Hast mich voll Huld ge29* 452 Häusliche Erbauung. Reiselieder. Mel. Befiehl du deine Wege 2c. brachter Reise Wir froh uns wiederseh'n, Soll dir zum Dank 763. Beglüce meine Reise! und Preise Dich unser Lied erGott, ich vertraue dir. Sei gnä- höh'n! ( 83) dig und beweise, Wie treu du bist, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. in mir! Auf allen meinen Wegen 764. Dank dir, Erhalter Begleite väterlich Mit deinem Schuß und Segen, mit deiner meines Lebens! Du hast mich Hilfe mich! froh zurückgebracht. Ich flehte 2. Jch bin in deinen Händen; nicht zu dir vergebens; Mich Deß' darf mein Herz sich freu'n. schüßte gnädig deine Macht. Dir, Du kannst mir Rettung senden, dir, o Herr, gebührt mein Dank; Wenn mir Gefahren dräu'n, Dich preise fröhlich mein Gesang! Wenn mich dein Flügel decket, 2. Nun fann ich wieder mit Gleich einem sichern Zelt; Was den Meinen Mich deiner Vaterist's, das mich erschrecket, O Herr güte freu'n, Mit ihnen mein der ganzen Welt? Gebet vereinen, Dir meines 3. Erhalte meine Kräfte; Ge- Dantes Opfer weih'n. lingen laß den Fleiß Und meiner Thun gelang, o Gott, durch dich; Pflicht Geschäfte 3u deinem Du stärktest, du beschützteft mich. Ruhm und Preis. Gib, daß ich 3. Sei du mir Helfer, Schutz chriftlich wandle, Und, wo ich und Führer, Mein Gott auch in immer sei, Nach deinem Worte der Heimath nun, Und bleibe handle, Dein heilig Auge scheu'! ferner mein Regierer; Laß mich Mein 4. Laß dir auch meine Lieben in deiner Gnade rub'n! Begleite Zu Haus empfohlen sein. Nichts mich stets ein und aus; Herr, müsse sie betrüben, Dein Segen segne mich und auch mein Haus! sie erfreu'n! Wenn nach voll( 183) In Niedrigkeit und Armuth; bei einem schmerz lichen Verluste. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. aller Armen, Du, Herr, der von der Welt verkannt, Nur Spott 765. Du hattest nicht, dein und Haß und kein Erbarmen Im Haupt zu legen, Hast ohn' ein Leben und im Sterben fand! So Obdach manche Nacht Auf Ber- arm ich sein mag, im Vergleich geshöhen unsertwegen zu Gott Mit dir, mein Heiland, bin ich gebetet und gewacht. Soll ich reich. mich grämen, arm zu sein? Ich 3. Bewohner armer Fischerhab' es ja mit dir gemein! hütten Geselltest du, o Herr, dir 2. Du warst der Aermste bei; Sahst nicht auf Glanz und In Niedrigkeit und Armuth, bei schmerzlichem Verlust. 453 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte In träger Unzufriedenheit: Besorge deines Stands Geschäfte Und nüße deine Lebenszeit. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, Ein ewig Glück in Hoffnung seh'n; Dies ist der Weg zu Ruh' und Leben: Herr, lehre diesen Weg uns geh'n!( 55) Mel. Herzliebster Jesu 2c. 767. Dut Du hast es mir gege= Eigne Melodie. ben und genommen; Ich danke 766. Du flagst und fühlest dir, Regierer deiner Frommen! 3war schwer wird's mir, mein Geist beginnt, zu wanken; Doch muß ich danken. feine Sitten, Nur auf ein Herz boll stiller Treu'. Wär' ich, wie ich's an Armuth bin, Doch Jenen gleich an treuem Sinn! 4. Gib, Jesu, mir ein Herz voll Treue, Das, wenn du rufft, den Leidenspfad Dir nachzuwandeln sich nicht scheue, Nichts wünsche, wenn es dich nur hat, Und, frei von irdischer Begier, Sein Eins und Alles find' in dir! ( 21) die Beschwerden Des Stands, in dem du dürftig lebst; Du strebest glücklicher zu werden, Und sieh'ft, daß du vergebens strebst. 2. Unsträflich, Herr, und gütig 2. Ja, flage! Gott erlaubt dir ist dein Wille! Du bist mein Gott, Zähren; Doch denk' im Klagen und meine Seel' ist stille. Du auch zurück: Ist denn das Glück, führst gewiß mich auch auf rauhen das wir begehren, Für uns auch Wegen Dem Heil entgegen. stets ein wahres Glück? 3. Wenn's nüßlich mir, und 3. Nie schenkt der Stand, nie wenn es deiner Ehre, Allwissenschenken Güter Dem Menschen der, gemäß gewesen wäre, Du die Zufriedenheit. Die wahre hättest lieber Mehr mir zugewenRuhe der Gemüther Ist Tugend det, Als Noth gesendet. und Genügsamkeit. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' 4. Genieße, was dir Gott in guten Tagen Nicht mehr beschieden; Entbehre gern, was nach dir und deinen Rechten du nicht hast. Ein jeder Stand fragen; Ich würde stolz des hat seinen Frieden; Ein jeder Glücks mich überheben, Und fündStand hat seine Last. lich leben. Segen weiser Hand; wir zu wünschen pflegen, fo, wie er es heilsam fand. 5. Gott ist der Herr, und seinen 5. Gott, wenn ich dies im Bertheilt er stets mit Stillen überlege, So preif' ich Nicht so, wie dich und ehre deine Wege! Was Doch hülf' es mir, die ganze Welt zu erben, Und zu verderben? 6. Willst du zu denken dich er- 6. Auch ist noch Segen mir fühnen, Daß seine Liebe dich ver- zurückgeblieben, Ein guter Ruf gißt? Er gibt uns mehr, als wir und Freunde, die mich lieben; verdienen, Und niemals, was uns Und Gott, noch mehr! mir ist ein schädlich ist. gut Gewissen Noch nicht entrissen. 454 Häusliche Erbauung. 7. Sollt' ich denn nicht auf an's Ende, Und gib, daß nie die deine Güte schauen, Nicht ruhig Noth mich von dir wende! Wer sein und standhaft dir vertrauen? treu dir dient, den wirst du, Du wirst mir ja, was dienlich ist Gott, erquicken, und einst bezum Leben, Als Vater geben. glücken! ( 126) 8. Erhalte mich nur redlich bis In Krankheit und bei Leibesgebrechen. Mel. Herzliebster Jesu 2c. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2. 768. Verlaß mich nicht, 769. Ich hab' in guten mein Gott, in meinen Schmer- Stunden Des Lebens Glück zen, Verbreite Trostesbalsam mir empfunden, Und Freuden ohne im Herzen! Ich brauche, Va- Zahl; So will ich denn gelassen ter, feine andre Gabe, Wenn Mich auch im Leiden fassen: ich dich habe! Welch Leben hat nicht seine 2. O hab' ich dich, so lebt mein Qual? Herz in Freuden; Wie Wolk' und 2. Ja, Herr, ich bin ein SünNebel flieh'n dann Schmerz und der, Und stets strafft du gelinder, Leiden: Und wollten Leib und Als es der Mensch verdient. Will Seele mir verschmachten; Nicht ich, beschwert mit Schulden, Kein würd' ich's achten! zeitlich Weh' erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? 3. Von nun an sei die Seele still und milde, Verklärt zu deines 3. Dir will ich mich ergeben, Sohnes heil'gem Bilde. Ach, Nicht meine Ruh', mein Leben mache mich vor Allem recht gedul- Mehr lieben, als den Herrn. dig! Dir bin ich's schuldig. Dir, Gott, will ich vertrauen, Und nicht auf Menschen bauen: Du hilfst und du errettest gern! 4. Willst du mich schon für's Himmelreich vollenden, So laß mich trostvoll, freudig, selig enden; Laß eingehen mich in Christi reinem Kleide zu deiner Freude! 5. Soll ich noch hier auf dieser Erde wallen, So laß mich thun nach deinem Wohlgefallen; hilf im neuen Leben mir Neue; Gib fest're Treue! 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereu'n! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir So Trost und Leben sein! auf's 5. Wenn ich in Chrifto fterbe, Bin ich des Himmels Erbe: Was 6. Nun Herr, dir will ich Alles schreckt mich Grab und Tod? übergeben; Es ist ja dein: Ge- Auch auf des Todes Pfade Versundheit, Tod und Leben. Du trau ich deiner Gnade: Du, Herr, kannst allein mich weis und mild bist bei mir in der Noth! regieren; Du sollst mich führen! 6. Ich will dem Kummer weh( 35) ren, ehren, Gott durch Geduld vers Im Glauben zu ihm fleh'n. Bei Krankheit und Leibesgebrechen. 455 Ich will den Tod bedenken; Der Auch Plagen zum Gewinn, Zeigst Herr wird Alles lenken, Und was mir in meinen Schmerzen, Wie mir gut ist, wird gescheh'n.( 55) schwach, wie Nichts ich bin; Und läßt mich inne werden, Daß diese ganze Welt, Und alles Glück auf Erden Nicht Troft für mich enthält. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 770. Zeit, die ich seufzend zähle, Voll Qual und Ungemach; Betrübt ist meine Seele, Und 6. Du reinigst mich von SünKraft und Odem schwach! Fast den, Beugst meinen Uebermuth, jeden Morgen mehren Bei mir Und läßt mich nun empfinden: sich Sorg' und Schmerz; Doch Auch Leiden sei mir gut. so auch Gott zu ehren, Ist deine Pflicht, o Herz! Es schwebt vor meinen Blicken Mein Tod und dein Gericht; Sie geben Augenblicken Ein furchtbares Gewicht. 2. Dent' jetzt in Noth und Plage An dein genoss'nes Glück, Und an die frommen Tage, Die Gott dir gab, zurück. O Tage, reich an Freuden, An tausend Segen reich; Wie wenig sind der Leiden, Vergleich' ich sie mit euch! 7. O Gott, dein Weg ist Güte, Und wird es ewig sein; Grab' tief in mein Gemüthe Mir diese Wahrheit ein! Auch in dem tiefsten Leide Zeigst du als Vater 3. Gott, alle diese Freuden dich, Führst mich durch Noth zur Verdank' ich deiner Huld, Und Freude, Bewährst und läuterst meiner Krankheit Leiden sie nicht meine Schuld? War 8. Gib mir nur Licht und ich der Kraft und Stärke Und Gnade, Lebendig einzuseh'n, Es der Gesundheit werth? Hab' ich sei mir gut, die Pfade Der Trübdurch Fleischeswerke Nie selber sal jetzt zu geh'n, Damit ich nie sie zerstört? verzage An dir und deiner Huld, 4. O Gott, in tiefer Reue, Und meine Leiden trage Mit Mir meiner Schuld bewußt, siegender Geduld. Sind mich. Komm' ich, der Ungetreue, Und 9. Und so gescheh' dein Wille! schlag' an meine Brust! Laß mich Erbarmer, Gott, in dir 3st meine nur Gnade finden, Und was ich Seele stille; Du hilfft gewiß auch leiden soll, Herr, für meine mir! Wovor soll ich erbeben? Sünden, Duld' ich es demuths- Du bist, o Gott, mein Theil; Im Tode, wie im Leben, Bleibst du 5. Du lenkest meinem Herzen mir Licht und Heil!( 204) boll! Bei einer Kranken- Communion. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. mit deines Reiches Gliedern Das heil'ge Bundesmahl begeh'n! 771. Ach fönnt' ich doch Doch da mich Schmerz und mit meinen Brüdern Im Tempel, Krankheit plagt, Ist diese Freude Mittler, dich erhöh'n, Und froh mir versagt. 456 Häusliche Erbauung. 2. Ach hier, wo ich im Stillen| mels Vorschmack sein! Dein Leibete, Genieß' ich nun dein Mahl den, dein Versöhnungstod Erquide allein; Doch, Herr, ich weiß, an mich in meiner Noth. jeder Stätte Hast du verheißen, 5. Ich seh', ich seh' den Himnah' zu sein. Wo je ein Frommer mel offen; Ich fühle meine Seligseufzt und weint, Da bist du, teit. Was kannst du, Seele, großer Menschenfreund. Größ'res hoffen, Als was dir 3. Um Trost ist meiner Seele hier dein Gott verleiht? Umringt bange; Ich suche, Herr, dein An- mich auch ein Leidensheer, Mein gesicht! du, an dem ich gläubig Herz erbebet nun nicht mehr. hange, Entzeuch mir deine Hilfe 6. Erscheint der Tod mit seinen nicht! Ach, stärke bei des Leibes Schrecken; Ich bin getroft und Schmerz Mein banges und verzagtes Herz! zage nicht: Denn du, o Herr wirst mich erwecken; Ich komme 4. Laß das Gedächtniß deiner nicht in das Gericht, und mich Leiden Mir Schwachen Trost und erfüllt dein Leib und Blut Auch Kraft verleih'n! Laß es die Quelle sterbend noch mit hohem Muth. hoher Freuden, Und deines Him( 195) Trostlied für Blinde. Mel. Es ist gewißlich an der 2c. du und Trost hinein In meines Lebens Nächte. 772. Im Dunkeln ist der 4. Durch Außendinge nicht Herr mein Licht, Mein Führer zerstreut, Kehrt sich mein Blick und mein Hüter! 3war sieht nach Innen. 3war sieht nach Innen. Kann ich, vom Reiz mein dunkles Auge nicht Der der Eitelkeit Verlockt, fie liebge= Schöpfung Pracht und Güter; winnen? Wie mancher Kampf ist Doch meines Geistes Auge schaut mir erspart! Ja, leichter wird Den Vater, dem mein Herz ver- von mir bewahrt Ein unverletzt traut: Ihn preiset meine Seele. Gewissen. 2. Der Menschen Antlitz strah5. Ein sehend Auge dient mir let hier nicht freundlich mir ent- nicht Bei des Berufs Geschäfte; gegen; Doch bietet ihre Liebe mir Doch zu der Uebung stiller Pflicht Die Hand auf meinen Wegen. Verleihst du mir auch Kräfte. Du gabst sie mir zu Führern zu; Nicht ungenügt verzehr ich sie! Des mitleids Trieb erwecktest du Du stärkst mich bei der Arbeit Müh'; Du hilfft, daß sie gelinge. 3. Mir geht nicht auf, mir 6. Die Welt ist mir in Nacht leuchtet nicht Der Glanz der Er- verhüllt mit ihren Herrlichkeiten; densonne; Doch, Jesu, deiner Doch in mir trage ich dein Bild, Wahrheit Licht ft Leitstern mir Du Welt der ew'gen Freuden. und Wonne! Mit deinem hellen Dich seh' ich offen: wie entzückt Gnadenschein Strahlst Frieden hebt sich mein Geist, wenn er In ihrem Bruderherzen. Bei Krankheiten und Leibesgebrechen. 457 erblickt Die Gottesstadt dort| Angesicht Im hohen Chor der oben! Engel. Verklärt mit Himmels glanze freut Sich dein in alle zum Licht; Hinweg sind alle Ewigkeit Mein Leib und meine Mängel! Dich schau' ich da von Seele! 7. Vom Dunkel dring' ich da Trostlied für Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 773. Ach wie so gern mit im meinen Brüdern Wollt' ich Tempel zu dir fleh'n, Und mit des Dankes heil'gen Liedern, Erbarmer, deinen Ruhm erhöh'n! still anbetend preif' ich dich, Und du, mein Gott, verstehest mich! 2. Wenn mit der Orgel Feierflange Hinauf zu ihr das Herz sich hebt, Und im andächtigen Gefange Die Seele betend aufwärts schwebt; Dann thut mein stummberschloff'ner Mund Des Herzens Andacht dir nicht fund. Taubstumme. Gottheit Spur In deinem Tempel, der Natur. 6. Und hör' ich, Herr, nicht deine Worte, Wenn mein Gewissen zu mir spricht? In meines Herzens tiefstem Orte Vernehm' Nur ich das Gebot der Pflicht. Du, heil'ger Vater, sprichst in ihr; Dich hör' ich, und ich glaube dir! - 7. Auch ich darf dessen Glied mich nennen, Der für uns lebte, für uns starb, Uns dich, den Vater, lehrte fennen, Und der uns Ruh' und Heil erwarb. Sanftmüthig ruft auch mir er zu: Komm her zu mir, und finde Ruh'! Ich bin's 3. Wenn aus des frommen Redners Munde Das Wort des 8. Durch deines Sohnes Wort ew'gen Lebens fließt, Und deines belehret, Erblick' ich deine HerrHimmelreiches Kunde In alle lichkeit. Er sagt mir: wer dich Herzen sich ergießt; Wenn Jeder treu verehret, Erbt deines Himdeine Stimme hört: mels Seligkeit." Ich weihe dir, allein, der sie entbehrt! o Gott, mein Herz: O führe du 4. Doch nein; wenn auch nicht es himmelwärts! Menschenstimme zu meinem Her9. Ich fleh' zu dir; du hörst zen freundlich spricht; So hör' mein Flehen; Du blickft in meiner ich, Vater, deine Stimme, Die Seele Grund. Du fannst mein durch das tiefe Schweigen bricht: Innerstes verstehen; Dich ehrt Dein Geist, o Herr, spricht auch das Herz, ehrt nicht der Mund. mir; Du redest, und ich Ein Herz voll Liebe treu und rein, Will ich dir stets, mein Vater, borche dir. 5. Laut predigen die großen weih'n! Werte Von deiner Weisheit 10. Laß mich, o Herr, gedulWundern mir. Von deiner Güte, dig tragen, Was deine Hand mir deiner Stärke Erzählet deine auferlegt! Rein Menschenherz ist Schöpfung mir. Ich sehe deiner frei von Plagen; Wohl dem, der 458 Häusliche Erbauung. sie gelassen trägt! 3u deines leids Triebe, Mit frommer SorgReiches Herrlichkeit Führt uns falt mich entriß! Dir, Vater, dir die Trübsal dieser Zeit. verdank' ich ihn; Nimm meinen Dank auch dafür hin! 11. O führ' auf meinen Lebenspfaden Mir immer gute 13. Einst will ich feuriger dir Menschen zu; Und was sie lieb- danken, Wenn meine Erdenhülle reich an mir thaten, O Vater, bricht, Und frei der Geist von das vergelte du! Für ihre Liebe, allen Schranken Hinauf fich ihre Treu' Steh' du auch ihnen schwingt zum ew'gen Licht. Dann hilfreich bei! hört auch mein entzücktes Ohr 12. O lohne du des Lehrers Bei dir der sel'gen Geister Chor! Liebe, Der aus des Geistes Finsterniß, Geleitet von des Mit( 180) Fürbitte für Kranke und Sterbende. ihm bei, und führe Ihn hin durch's dunkle Thal; Dann lind're ihm, Des Todes legte ( 136) Mel. Valet will ich dir geben 2c. 774. Barmherziger, erhöre Erbarmer, Der Liebe heißes Fleh'n! Laß, Qual! den wir innig lieben, Bald deine Mel. Sollt' es gleich zc. Rettung seh'n! Er liegt und ringt 775. Vater aller Menschen. Gequält von bitterm Höre uns're Fürbitt' an! und duldet, Schmerz: Wir seh'n ihn an und finder; Jesu, Heiland aller Sün weinen; Voll Mitleid's bricht den; Helfer, der stets helfen kann: das Herz. 2. Du pflanztest ja den Men- 2. Ach, mit göttlichem Erbarschen Des Mitleids Triebe ein; men Komm zu Hilfe dieser armen, Wie solltest du nicht Helfer, Du Hilfentblößten Creatur! Liebe bist nicht Erbarmer sein? Wir woll- du, Liebe nur! ten gern ihn retten; Doch ach, 3. Sei mit deiner Tröstung wir sind zu schwach! Thu', Vater, nahe! Was fein Aug' auf Erden thu', was Reiner Von uns für sahe, Laß sie seh'n in deinem Licht: ihn vermag! Gib ihr Muth und Zuversicht! 3. Sieh, deine Kinder flehen 4. Reinige sie ganz von SünFür diesen Kranken dich. Geuß den! Laß fie Gnade vor dir Balsam in die Wunde, Und hilf finden! Der du sie versöhnet haft, ihm väterlich! Des Leidens Nimm von ihr die schwere Laft! schwere Stunde, Laß sie vorüber- 5. Laß sie deinen Frieden geh'n! Doch, Herr, nicht unser schmecken; Laß den Tod sie nicht Wille, Dein Wille soll gescheh'n. erschrecken! Quält sie unerkann4. Reichst du des Todes Becher, ter Schmerz, So gib Ruhe in das O Gott, ihm heute schon, Und Herz! rufft aus unsern Händen Du ihn 6. Nimm an ihres Lebens vor deinen Thron: Dann steh' Ende, Nimm sie auf in deine 459 Bei Krankheit und Leibesgebrechen. Hände! Führe sie durch deine Diesen Kelch getrunken, Und von Macht Durch des Todes finstre viel mehr Qual umringt, In das Nacht! 7. Ach im letzten Augenblicke Tröfte, Bater, und erquide Den im Rampfe müden Geist, Wie uns Jesus Christ verheißt! Grab gesunken; Um seines Todes willen Hör' unser thränenvoll Gebet, Das für sie um Gnade fleht; Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger, 8. Laß uns doch nicht länger barmherziger Tröster! Du ewiger weinen! Laß uns deine Hülf' er- Gott! Laß sie sanft entschlumscheinen! Ohnmacht sind wir, mern! Trockne, trockn' in jener Allmacht du: Hilf dem Sterben- Welt All' ihre Thränen!( 94) den zur Ruh'! 9. Jesu, Heiland, Freund, Er- Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. retter! Mittler, gnädigster Vertreter! Amen, Amen, du bist hier: Ewig, ewig Preis sei dir!( 105) 777. Für alle Kranken bitt' ich dich Mit brüderlichem Herzen. Mein Gott, erleicht're väterlich Die Last von ihren Schmerzen! Sprich Tröstung allen Schwachen ein, Und laß auf dich, auf dich allein mit festem Muth sie trauen. Mel. Mitten wir im Leben sind zc. 776. Stärfe, die zu dieser Zeit, Da wir, Herr, dir singen, Mide, stumm in faltem Schweiß Mit dem Tode ringen! Du nur 2. Den Werth der kurzen Pilfannst sie erquicken! Da liegen sie gerzeit, Die Strafbarkeit der Sünund seh'n hinab In das schauer- den, Und deine Treu' und Freundliche Grab! Heil'ger Schöpfer, lichkeit Laß, Vater, fie empfinden! Gott! Heiliger Mittler, Gott! O möchte doch dein Will' allein heiliger, barmherziger Tröster! Ihr Will' und ihre Freude sein, Du ewiger Gott! Laß sie nicht Du Bater aller Gnaden! berjinten In des Todes letzter Angst! Erbarm' dich ihrer! trunk 3. Gib ihnen Glauben und Geduld, Die Schmerzen zu be2. Wer mit einem Wasser- siegen. An deiner ew'gen VaterDer Geringsten Einen huld Laß ihnen, Herr, genügen! Deiner Treuen labt, soll froh Die leichte Qual der kurzen Zeit Im Gericht erscheinen. Wir Laß durch den Trost der Ewigkeit labten, Herr, sie gerne! Allein Für sie versüßet werden. kein Trunk mehr fühlet sie: Da4. Ach Jedem, wär' er noch tum beten wir für sie. Heiliger so schwach, Hilf du ihm überSchöpfer, Gott! Heiliger Mittler, winden, Und weise Tröster, Va= Gott! Heiliger, barmherziger ter, ach, Laß jeden Kranken finden! Tröster! Du ewiger Gott! Laß Die Last der Krankheit und ihr fie nicht erliegen! Herr, Herr, Schmerz Erwede manches ChriHerr Gott, im Gericht Erbarm' stenherz dich ihrer! 3um zärtlichen Erbarmen! 3. Ach, weil Jesus Christus hat 5. Den Kranken, der nun 460 Häusliche Erbauung. sterben soll, Den lehre, Vater, genes't, Den lehre heilig leben; sterben! Ach, jeder Tugend werd' Der müsse, wenn du ihn erlöst, er voll, Geschickt dein Heil zu Durch Liebe dich erheben! Nicht erben. Ach, Jesu, mach' zum mehr im Traum der Sicherheit; Himmelreich Ihn fähig, deinem Nein, als ein Erb' der HerrlichBilde gleich, Schon heilig hier teit müss' er unsträflich wandeln! auf Erden! ( 105) 6. Den Kranken, der durch dich Nach der Genesung. And're soll mein Dank bewegen, Unsers Gottes sich zu freu'n. Mel. Fröhlich, fröhlich, immer 2c. 778. Lieben will ich dich, 6. Ich will vor der ganzen mein Retter, Dich, Erhörer from- Menge Dich erhöh'n durch Lobmer Beter! Danken, danken will gesänge, Dich, der so viel Gutes ich dir! Denn dein treues Va- thut. Du hast mich dem Tod ent terherze Ward bewegt von mei- riffen; Alle Menschen sollen's nem Schmerze; Als ich rief, da wissen: Gott ist unaussprechlich halfst du mir! gut! ( 105) 2. Du fannst aus des Todes Rachen Da befrei'n und fröhlich Mel. Aus meines Herzens Grunde 2. machen, Wo sonst Niemand helfen kann. Noth war über mich 779. Als in der Krankheit gekommen: Du hast mein dich an- Schmerzen Die Seele fast verGroßes, Herr, an sant, Und nun aus vollem Herzen Mein Fleh'n zum Himmel drang; 3. Gottes Huld und Treu' er- Da hörte Gott mein Fleh'n, Da quicket Den, der gläubig nach ihm half mir seine Liebe. Nun soll Gott ist unaussprechlich mit frommem Triebe Ihn auch Die mit Zuversicht ihm mein Dank erhöh'n. genommen, mir gethan! blicket; gut. trauen, Werden mit Entzücken schauen, Daß er große Dinge thut. 2. Herr über Tod und Leben, Du meiner Väter Gott! Wie soll ich dich erheben, Mein Retter vor dem Tod! Wann hat des Staubs 4. Kehre denn zu deinem Glücke Dankbar, o mein Herz, Gesang Dich je genug erhoben! zurücke, Und genieße deiner Ruh'! Zu schwach ist, dich zu loben, Des Danke deinem Gott mit Freuden: höchsten Engels Dank. Er erlöf'te dich vom Leiden; Dant, erlös'te Seele, du! 3. Und doch, wie fönnt' ich schweigen, Ich, der gerettet ist? 5. Das mir neu geschenkte Le- Ich will's, ich will's bezeugen, ben Will ich dir zum Opfer geben, Daß du mein Retter bist. Hört's, Rein will ich, Herr, vor dir sein! Menschen! Gott nur fann Be Geh'n will ich auf deinen Wegen; wahren und erretten. Ach, wenn Nach der Genesung. 461 wir ihn nicht hätten; Wer hülf'| deiner Gnade Ruhm! Dir weihen uns Armen dann? meine Zeit, Vor deinen Augen 4. Gott, laß mich ganz dir wallen, Dir dienen, dir gefallen, leben! Ich bin dein Eigenthum. Sei meine Seligkeit! Mein eifrigstes Bestreben Sei ( 24) Danklied einer Wöchnerinn nach der Entbindung. 4. Ach deine Huld sei unverloren; Sie stärke meine ZuverMel. Wer nur den lieben Gott 2c. 780. Vergiß der Erde Herr- sicht! Durch Leiden wird der lichkeiten, Mein Herz, gehöre Mensch geboren Für eine Welt Gott nur an! Denn stünde er voll Heil und Licht, Und tritt mir nicht zur Seiten, Wie bald nach kurzem Kampf und Pein war es um mich gethan! Wie Jn's Land vollkommner Freunahe gränzen Lust und Leid Jm den ein. Lande der Vergänglichkeit! 5. Drum bleib' ich glaubend 2. Ich denk' an euch, ihr trüben dir ergeben In allem Dulden, Stunden! Mir war um Trost und allem Thun. Mein eignes und Hilfe bang, Als ich, von Todes- der Meinen Leben Laß ich in grau'n umwunden, 3u dir, mein deiner Vorsicht ruh'n; Da ruhet Gott, die Hände rang, Der wo ihr zukünft'ges Loos Weit sich'rer, kein Arzt und Freund mehr nütt, als im Mutterschoos. Am off'nen Grabe hält und schützt! 6. Mein Kind soll einzig dir 3. Wie deutlich, o mein Gott, gehören! Ich will schon frühe bemerkte Ich in den Stunden der Lieb' und Dank Für dich in zarGefahr, Daß deine Gnadenhand ten Herzen nähren, Daß es dir, mich stärkte, In meiner Schwach- Vater, lebenslang, Wie sein Erheit mächtig war! Die Herzens- löser, glaubenstreu In Glück und angst ward höchste Lust; Dein Leid ergeben sei! Bild ruht jetzt an dieser Brust. ( 66) Beim ersten Kirchgang einer Wöchnerinn. Mel. Auf, Christenmensch, auf 2c. ling da, Geweiht zum Gnaden= 781, 3um bunde. Hör', wie nun mein erstenmal er- gerührter Geist Dich, Lebensscheine ich In deinem Hause vater, dankbar preis't! wieder. In der Gemeine preisen 3. Allmächtig walte ferner dich Von neuem meine Lieder. nun Ob mir, ob meinem kleinen. Mein erster Gang zum Heilig- In deinem Schirme laß uns thum Verkünde deiner Gnade ruh'n; Wir sind ja, Herr, die Des Kindes Leben lağ 2. Allwaltender, du warst mir gedeih'n, Der Eltern Zucht ge nah In banger, schwerer Stunde! segnet sein! Durch dich nur ist mein Säug-| Ruhm. Deinen! ( 83) Häusliche Erbauung. Bei Annäherung des Todes. Sterbelieder. Eigne Melodie. und Herz, Der du die Missethat vergibest. Den Tod des Kindes 782. Ich bin ja, Herr, in willst du nicht; Das, das ist deiner Macht! Du hast mich an meine Zuversicht, Daß du auch das Licht gebracht, Und du er- mich in Christo liebest. So fahre hieltest mir mein Leben; Be- Furcht und Zweifel hin! Ich stimmtest meiner Tage Zahl, Die weiß, daß ich des Herren bin. Zeit, wann aus dem Erdenthal 6. Herr Jesu Christ, dein theuMein Geist sich wieder soll er- res Blut Vergossest du auch mit heben. Wann, wo und wie ich zu gut; Ich weiß, daß ich dir ansterben soll, Das weißt du, Herr gehöre! Fällt ja in meiner Todes Lebens, wohl! despein Mir noch ein banger 2. Wen hab' ich sonst, als dich Zweifel ein, So rette deines Zei allein, Der mir in meiner lezten dens Ehre! Du hast so viel an Pein Kann Trost und Rath und mich gewandt; O laß mich nicht Hilfe bringen? Wer nimmt sich aus deiner Hand! meiner Seele an, Wenn nun mein 7. Nein, nein! ich glaube fest, Leben Nichts mehr kann, Wenn mein Heil, Ich hab' an dir auf ich muß mit dem Tode ringen, ewig Theil; Du bist im Tode noch Wenn allen Sinnen Kraft ge- mein Leben! So sieg' ich über bricht; Thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? Angst und Noth, Ob auch Gericht und Grab und Tod Mit ihren 3. Da liege ich nun fraftlos Schrecken mich umgeben. So da, Dem letzten Augenblicke nah, lang ich lebte, war ich dein; Dein Von Todesangst schon überfallen. werd' ich auch im Tode sein!( 27) Gehör und Rede nehmen ab; Die Augen sehen nur das Grab: Doch schreckt die Sünde mich vor Jeju, meines Lebens Allen. Die Stimme des Ge- Licht, Mein Trost und meine 3uwissens spricht; Gerecht ist Gott versicht! Tief beugt mich meines und hält Gericht! Elends Last; Ach unter ihr erlieg' 4. Ich höre der Posaune Ton; ich fast! Ich sehe meinen Richter schon, 2. Mein Gott, wo nehm' ich Und vor ihm alle Völker stehen. Kräfte her? Der Gang zur EwigGeöffnet liegt vor ihm sein Buch; feit ist schwer; Nimm deinen Pil Schon hör ich seines Urtheils ger an der Hand, Und führ' ihn Spruch; Ihn wendet nicht mein in sein Vaterland! ängstlich Flehen. Wer hilft mir 3. Wenn mir vergehet das doch in dieser Noth, Thust du es Gesicht, So sende mir des Glaus nicht, mein Herr und Gott? bens Licht; Und wenn ich nicht 5. In meiner Seele großem mehr sprechen kann, So nimm Schmerz Erheb' ich zu dir Aug' mein stilles Seufzen an. 462 - Mel. O Jesus, Christ mein 2. 783. Sterbelteder. 463 4. Wenn mein Verstand sich derben, Wenn kommt die Zeit, zu nicht besinnt, Und Menschenhilfe sterben. ganz zerrinnt; Dann steh' nach 2. Steh' mir an meinem Ende deiner Lieb und Treu' In meinem bei, Und hilf mir überwinden. schwersten Kampf mir bei! Mach' mich von meiner Arbeit Sei 5. Wenn nun mein sterbend frei, Und sprich mich los von Haupt sich neigt, Wenn meine Sünden. In aller Noth Lippe nun erbleicht; So sei dein mir dein Tod Und unverschuld'Wort: es ist vollbracht!" Mein Licht in meiner Todesnacht. tes Leiden Die Quelle großer Freuden! 3. Mich tröst' am Rand der Ewigkeit Der Segen deiner Wunden, Die du zu meiner Seligfeit Aus lauter Lieb' empfunden. Dein theures Blut Komm' mir zu gut, Und stärke meine Seele, Daß keine Angst sie quäle! 4. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, Nicht mehr den Mund bewegen; So nimm die schwachen Seufzer an, Die sich im Herzen regen. Ich halt an dir; Laß dann in mir Den Namen Jesus" schallen, Wenn mir's Gehör entfallen. 6. Ich seh' zu deinem Kreuz empor, Und halte mir dein Sterben vor; Mir fann in meiner legten Pein dein Sterben sein. Nichts füßer, als 7. Als Sieger gingst du in das Grab; Als Sieger leg' ich meinen Stab Mit Freuden an dem Grabe hin, Und jauchze, daß ich selig bin. 8. Führ' mich aus diesem Jammerthal! Verkürze meines Todes Qual! Laß deinen Geist dann bei mir sein; Dann schlaf' ich sanft und selig ein. 11 9. Den Leib laß ruh'n in seiner Gruft, Bis ihn dein großer Tag einst ruft. Zerreiße dann mit ich fassen. starter Hand Des Todes und des bängsten Noth Grabes Band. 10. Unsterblich werd' ich aufersteh'n; Verklärt werd' ich den Bater seh'n; Und du machst mich in deinem Reich Auf ewig deinem Bilde gleich! ( 14. 39) 5. Gott, auch im Tod bist du mein Gott; Dies Trostwort will In meiner letzten, Wirst du mich Ach gib mir doch Den Trost in Gott läßt mich nicht verlassen. Am Ende noch meinem Sterben: nicht verderben! 6. Herr Jesu, Heiland, Gotteslamm! Du starbst, daß ich soll leben. Du, der für mich vom Himmel kam, Wirst mich zum Himmel komm' zu Ja, Mel. Was Gott thut, das ist 2c. In's 784. O treuer Jeju, der du mir! Nimm mich zu dir, Aus bift Mein Hirt", mein Trost, mein diesem Meer der Leiden Leben; Mein Freund, der treu Reich der ew'gen Freuden!( 164) und ewig ist, Dem ich mich ganz mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. ergeben! Ich bitte dich: Gebent 785. Gott, ich Armer voll an mich, Und laß mich nicht ver 464 Häusliche Erbauung. Gebrechen Nahe deinem Throne Jesu Christ! Nun du wirst auch mich! Kaum zwar darf ich mit dir mich bemerken, Und mein Herz im sprechen; Denn ein Sünder, Tode stärken. Hilft kein Lebender Herr, bin ich! Aber reuend, tief mir mehr, O so hilf, Allmächtiger! zerschlagen, Will ich mich doch zu 7. Hilf mir mit dem Tode dir wagen, Weil du uns in Jesu ringen; Schone meiner im GeChrift Gnädig und ein Vater bist. richt! Ja, zum Leben laß mich 2. Ich erkenne meine Sünden; dringen, Und dich seh'n von Ach, ich fühle meine Schuld! Doch Angesicht. Du haft mir dein Wort Vergebung laß mich finden; Zeig' gegeben: Jesu, du lebst; ich foll mir deine Baterhuld. Ach, erquidke leben. Wenn mein Herz im Stermeine Seele, Die ich deiner Treu' ben bebt; Lehr' mich glauben: empfehle! Vater der Barmher- Jesus lebt! zigkeit Gib mir Muth im letzten Streit. 8. Jesu, ach, bei deinem Tode, Deinem Blute bitt' ich dich: Ach 3. Laß mich Alles willig leiden, verlaß mich nicht im Tode; Ach Was ich hier noch leiden soll. erbarm' dich über mich! Laß mich Schenke mir den Geist der Freu- fromm und selig sterben; Hif den; mach' mich deiner Liebe mir deinen Himmel erben. Hilf voll. Laß mich deinen Beistand mir, wenn mein End' ist nah'; Hilf merken! Eile, eile, mich zu stär- mir; für mich starbst du ja!( 105) ten, Daß ich könne ruhig sein, Und auf meinen Tod mich freu'n! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 4. Gott, entzünde mein Ber: 786. Wenn nun mein fterMein letzter Mein Leib langen Nach dem Heil der Ewig- bend Auge bricht, feit! Jesu, laß mich dir anhangen, Hauch verschwindet, Selig sein schon in der Zeit! Gib dahinstirbt und selbst nicht, Daß nicht zu, daß ich erliege! Kämpfen er entschläft, empfindet; Wenn hilf, hilf, daß ich siege; Denn ich um mich, den Entschlummernden, glaub', ich traue dir: Jesu, Jesu, Nun alle meine Lieben steh'n, Und du bist hier! angstvoll zu Gott weinen:- dir 2. Dann, Schöpfer, nimm auf meinen Geist, Der freudig zu Und dankbar deine Gitte Daß er den Tod nicht Und tröfte, die betrübt Mit Thränen klagen; mehr meiner Wonne 5. Wenn mir alles Licht verschwindet, Nacht und Ohnmacht mich umgibt: Wenn dann nur fliehet, mein Herz empfindet, Daß mich preis't, Gott, mein Heiland liebt! Diesen siehet; Troft laß mir nicht fehlen, Freund um mich und Retter uns'rer Seelen! Deine laß sie sich Huld, ich bitte dich, Tröst in freuen! meinem Tode mich! 3. Mein hingefall'ner Leib bleibt hier; Ihn wird das Grab umschließen. Heil mir; das Grab Ihn wieder 6. Mehr, als kein Erschaff'ner faffet, Weißt du selbst, was sterben ist; Denn du bist am Kreuz wird dennoch dir erblaffet Auch für mich, Herr geben müssen! Du kommst, Er Sterbelieder. 465 Sich meine Noth mit weder! deine Macht, Die ihn aus| bebette; Nichts hervorgebracht, kann wie- Mitleid an! Verbinde, lindere, der neu ihn schaffen. errette! Nur du bist's, der mir helfen kann. Beschüße den, der an dich glaubt, Daß Nichts ihm seine Krone raubt. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod Mein Fleisch zu Staub bermodert? Wie könnt' ich tlagen, da es Gott Vom Tode wieder fodert? Hoffnung, daß nach kurzer Ruh' Mein Leib erwacht, wie groß bist du, Und welch ein Trost im Tode! 5. Komm', Heiland, treib die Furcht zurücke; Besiege meinen letzten Feind! Lent' auch im Sterben meine Blicke Auf dein Verdienst, o Seelenfreund! Sprich mir Trost, Muth und Freude zu; Mach' Ende, bringe mich zur 5. Mein Gott, des Todes Schmerz will ich, Wenn er nun kommt, nicht achten, Mit glau- Ruh'! bensvollem Blick auf dich Nach meinem Biele trachten; Und mich dem Ziele freudig nah'n, Mein himmlisch Kleinod zu empfah'n, Das Jesus mir erworben!( 126) Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 6. Jhr todten Güter dieser Erden, Ihr machet mir den Tod nicht schwer! Zurück! ich werde selig werden! Dann acht' und brauch' ich euch nicht mehr. Wer einen Himmel erben kann, Der sieht die Erde nicht mehr an. d 787. Ich werfe mich in deine 7. Ich übergebe dir die meinen, Hände; Ach, treuer Vater, halt' Du Vater der Barmherzigkeit! mich fest! Verlaß den nicht an Laß ihnen stets dein Trostlicht jeinem Ende, Der ewig sich auf scheinen, Und bleib' ihr Gott dich verläßt! Du bist mein Gott zu aller Zeit. Behüte sie vor Unvon Jugend auf; Beschließ' auch gemach, Und bringe sie mir selig jelig meinen Lauf! nach! ( 108) 2. Du haft nach deiner Vatergüte Beständig wohl an mir Mel. Valet will ich dir zc. gethan. Erhör auch meine letzte 788. Gern will ich Abschied Bitte: Gott, nimm mich dort zu geben Dir, eitle, falsche Welt! Ehren an! Ach, Vater, ach noch Ich geh' zum bessern Leben, SoEins ist Noth, Ein guter Schluß, bald es Gott gefällt. Im Himmel ein fel'ger Tod! ist gut wohnen! Hinauf steht 3. Du hast mich immerfort mein' Begier. Da wird Gott ewig geliebet, Versorgt, gestärkt, be- lohnen Dem, der ihm dient schüßt, regiert, mit Freud' er- allhier. quidt, mit Kreuz geübet, Oft 2. Rath gib dem bangen Herwunderlich, stets wohl geführt. zen; Sohn Gottes, schenk' ihm Bohin ich ging, wohin ich sah, Ruh'! Zur Zeit der Angst und Gingst du mir vor und warst Schmerzen mir nah. herzu. Tritt hilfreich nun Verkürze mir das Leiden; meinen blöden Muth! 4. Tritt auch zu meinem Ster- Stärk' 30 466 Häusliche Erbauung. Laß selig mich verscheiden; Gib das Ende seiner Noth Jhm ermir das ew'ge Gut! scheinet mit dem Tod. 3. In meines Herzens Grunde Ergläng' dein Kreuz allein In dunkler Todesstunde; 3. 3war ich bin nicht ungeduldig, Daß mich Kreuz und So fann Elend drückt. Mehr zu leiden ich fröhlich sein. Laß seh'n mich, wär' ich schuldig, Als mir Gott wie für Sünder Du mit dem zu leiden schickt. Weiß ich doch, Tode rangst, Und wie du, Ueber- daß mich kein Leiden kann von winder, Allmächtig ihn bezwangst! deiner Liebe scheiden! Auch das Kreuz, von dir gesandt, Soll mir sein ein Gnadenpfand! 4. Verbirg mich dort aus Gnaden In ew'ger Sicherheit; Dort kann mir nichts mehr scha- 4. Darum nur wünsch' ich den Im Reich der Herrlichkeit! zu sterben, Daß ich Jefum möge Dem ist hier wohl gewesen, Der seh'n, Und sein ew'ges Heil erkommt in's Himmelsschloß; Ja, werben: Ach, möcht es doch bald ewig ist genesen, Der bleibt in gescheh'n! Naht euch, ihr Erlödeinem Schoos. sungsstunden, Da ich, aller Angst 5. Schreib' in das Buch des entbunden, Von der rauhen LeLebens Auch meinen Namen bensbahn Mich entschwinge himein! Dein Blut laß nicht verge- melan! bens Für mich geflossen sein1 5. Jesus Christus ist mein SeDie hoch im Himmel grünen, ben, Und das Sterben mein GeUnd ewig vor dir steh'n, mich, vereint mit ihnen, ewiglich erhöh'n! Laß winn! Engel, kommt, mich zu umDich schweben; Tragt zu Gott die ( 77) Seele hin! Schon hab' ich von jenem Frieden Selges Vorgefühl hienieden. Darum wünsch' ich, dort zu sein, Wo mich Schauen wird erfreu'n. 6. Euch, die ihr mich hier ge liebet, Die Ein Sinn mit mir Himmelsruh' und ew'ger verband, Die mein Abschied jetzt Mel. Alle Menschen müssen 2c. 789. Eitle Welt, ich bin dein müde! Wann, ach wann erquicket mich Friede? Wann ruft mich mein betrübet, Gott zu sich? Rufe, Herr! ich Hand! will mit Freuden Er wird geben was euch Trübsal scheiden; Also ist mein Haus be durch Christi Blut Machest du stellt: Gute Nacht, du eitle Welt! mein Ende gut. Aus des Lebens schüket! Denn ich weiß nüßet. ( 67) Euch befehl' ich Gottes Gott versorget, Gott be 2. Dem ist vor dem Tod nicht bange, Der des Armen Lebens Mel. Wer weiß, wie nahe mir ic dies lange Mühevoll durchwandelt hat. 790. Ich will dich auch im Tod Alle Stunden wird er zählen, erheben; Selbst nah am Grabe Bis Befreiung seiner Seelen Und preis ich dich! Zum Segen gabst Sterbelieder. 467 du mir mein Leben: Nimmst du ich vor dir leben; Vor dir erfreu es mir, du segneft mich. Mein Gott, im Leben war ich dein; Dein will ich auch im Tode sein! ich ewig mich. O Tod, o Sterben mein Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! ( 40) 2. Gott, welche feierlichen Stunden, Wenn du mich nun der Erd' Mel. Herzlich lieb hab' ich 2c. entziehſt, Auf mich, den du getreu 791. Mein Heiland, wenn befunden, Mit schonender Er- mein Geist erfreut Im Glauben barmung siehst! Allmächtiger, in auf die Herrlichkeit Des ew'gen dein Gericht Gehst du mit mir Erbtheils blicket, Das du für Erlösten nicht. mich bereitet haft; Wie leicht 3. Der Leib wird schwach, die dünft mir dann jede Last, Die irdne Hütte, In der mein Geist mich hienieden drücket! Dann hier wohnt, zerfällt. Schon wird der Eitelkeiten Tand In gehen meine müden Schritte Den meinen Augen schlecht, wie Sand; Weg zu Gott aus dieser Welt. Der Erde Pracht ist mir, wie Ich bin getroft und zage nicht; Nichts, Beim Anblick jenes ew'gen Denn Gott ist selbst mein Heil Lichts. Herr Jesu Christ, Mein und Licht. Herr und Gott, mein Herr und Gott, Dies Heil verdank ich deinem Tod! 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, Da du, mein Heiland, für mich starbft? Er ist durch dich der 2. Wenn nun auf deinen Weg zum Leben, das du am Wink mein Geist Des Körpers Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn Banden sich entreißt; So stärk ſahst, will ich ihn seh'n; Wie du, ihn aus der Höhe, Daß ich, geso werd' ich aufersteh'n. lehnt auf deinen Stab, In's 5. Laß Qual und Leid mich finst're Todesthal hinab Getrost noch umringen; Laß mir die und freudig gehe. Wenn dann legten Schrecken dräu'n! Du, mich Dunkelheit befällt, So schaff' Herr, halfft mir die Welt be- ein Strahl der bessern Welt In zwingen; Mit dir darf ich den meinem finstern Herzen Licht, Tod nicht scheu'n. So nah' dem Und Heiterkeit im Angesicht. Lohn, den Gott verspricht, So Herr Jesu Christ, Mein Herr nah am Ziele want' ich nicht. und Gott, mein Herr und Gott! 6. Du wacheft über meine Dann wird ein Schlummer mir Seele, Wenn ihre Stärke sich der Tod. verliert; Gibst deinem Engel 3. Und wenn mein Geist aus schon Befehle, Der sie zu deinen Schüchternheit Sich dennoch vor Freuden führt, Und ihr von fern dem Tode scheut, weil mich die den Himmel zeigt, Wenn nun Sünden fränken; Dann laß mich, dem Aug' die Erd' entweicht. Herr, auf deinen Tod Die Hoff7. Ich will dich noch im Tod nung bau'n, es werde Gott Der erheben; Selbst nah' am Grabe Sünden nicht gedenken. preis ich dich: Denn ewig werd' Troft, den du auch mir erwarbst, Der 30* 468 Häusliche Erbauung. Als du zum Heil der Sünder zu dem Throne seines Sohnes, starbst, Und fühltest, wie dich Zum Genusse seines Lohnes. Gott verließ, Der Trost macht 2. Dank' ihm für dein Pilgermir das Sterben süß. Herr Jesu leben! Wie viel Gutes hat er Christ, Mein Herr und Gott, mein schon Dir in dieser Welt gegeben, Herr und Gott! Verlaß mich Und wie groß ist dort sein Lohn! nicht in meinem Tod. Dwie herrlich, wenn du Gott 4. Auf kurze Zeit schließt sich Auch in Kummer, auch in Noth zur Ruh' Mein thränenvolles Fest vertraust und freudig gläuAuge zu, Und schlummert in dem best, Und sein Werk nie lässig Staube. Doch du, der mich zum treibest! Grabe ruft, Du rufft mich einst 3. Reine, ungestörte Freuden auch aus der Gruft; Ich weiß, Rennen Gottes Pilger Pilger nicht. an wen ich glaube! Er lebet, und Dennoch bleiben sie im Leiden ich werd' durch ihn Der Grabes- Muthig und voll Zuversicht. nacht gewiß entflieh'n. Mein Ihres Glaubens Läuterung Ist Geist und mein verklärt Gebein die Frucht der Züchtigung. Alle Wird sich einst meines Heilands Dinge müssen ihnen Endlich doch freu'n. Herr Jesu Christ, Mein zum Besten dienen. Herr und Gott, mein Herr und 4. Friede kommt nach bangen Gott! Zum Leben hilfst du mir Sorgen Auf der rauhen Pilgervom Tod! bahn; Endlich bricht ein heitrer 5. Du bleibest meine Zuver- Morgen Nach der bängsten Nacht sicht, Mein Trost, wenn einst das doch an. Endlich ruht der Wand'Weltgericht Die Engel auspo- rer aus, Und sein väterliches saunen. Vor deinem Thron werd' Haus Tröstet nach der Erde Leiich dann steh'n, Dich, Richter aller den Ihn mit tausend sel'gen Völker, seh'n, Dich seh'n und froh Freuden. erstaunen. Auch mir zeigst du 5. Darum sehn' ich mich zu alsdann dein Heil, Der Auser- scheiden, Und beim Herrn daheim wählten ew'ges Theil. Du lebest zu sein; Doch geh' ich auch still Daß ich auch durch Leiden und du sagst mir zu, leben soll, wie du. 3u der ew'gen Herr Jesu Freude ein. Nur daß meine Seele und Gott, jei Gott bis in den Tod getreu, mein Herr und Gott! Stärf die- Um, erscheint die Zeit zu sterben, sen Glauben mir im Tod!( 195) Christ, Mein Herr Seines Sohnes Reich zu erben. Eigne Melodie. 6. Jesu, den ich hier bekenne, Gib, daß weder Luft noch Schmerz 792. Freu' dich ſehr, o Mich von deiner Liebe trenne! meine Seele! Selig, selig wirst Wo mein Schatz ist, sei mein du sein. Gottes, dem ich dich be- Herz! Mache du mich selbst bereit fehle, Sollst du dich auf ewig Für das Heil der Ewigkeit. Ich freu'n. Aus der Trübsal dieser von dir erlös't zum Leben, Will Zeit Führt er dich zur Seligkeit, mich ewig dir ergeben. Sterbelieder. 469 7. In des Todes bittern Stun- schieden bleib' In Todesnoth und den Laß mich deine Huld erfreu'n; Schmerzen. Und sterbe ich, so Laß, mein Heiland, deine Wun- sterb' ich dir; Ein ew'ges Leben den Meiner Seele Zuflucht sein! hast du mir Durch deinen Tod In mein himmlisch Vaterland erworben. Wird mich deine treue Hand Hin zu deinem Vater führen, Um bei dir zu triumphiren. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, kann ich im Grab nicht bleiben; Und deine Auffahrt, Jesu 8. Sie, zu deiner Wonn' er- Christ, Kann Todesfurcht verhoben, Wird mit neuen Kräften treiben. Denn wo du bist, da sich Ewig üben, dich zu loben, komm' ich hin, Daß ich bei dir Ewig lieben, Jesu, dich; Sicher, stets leb' und bin: Drum fahr' ich daß ihr Leid dereinst, Wenn du hin im Frieden. zum Gericht erscheinst, Auferwecket aus der Erde, Auch, wie sie, verherrlicht werde. 5. Zu deinen Freuden geh' ich ein; Mein' Arme sich ausstrecken! Ich schlafe ein und ruhe fein; Mich kann das Grab nicht schrekfen, Weil du, o großer Lebensdem ich dich befehle, Sollst du fürst, Des Himmels Thür' mir ewig dich erfreu'n. Aus der aufthun wirst, Und mich zum Trübsal dieser Zeit Führt er dich Leben führen! zur Herrlichkeit, Hin zum Throne 9. Nun, so freue dich, o Seele! Selig, selig wirst du sein! Gottes, ( 78) seines Sohnes, seines Lohnes. Mel. Wachet auf! ruft 2c. ( 61. 207. 24) 794. Seid gesegnet, letzte Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Stunden! Im Glauben hab' ich überwunden; Als Sieger zieh' ich 793. Wenn meine Zeit vor- fröhlich hin, Gott zu schau'n mit handen ist, Und ich im Tod er- neuer Klarheit, Erfüllt zu seh'n blaffe; So steh' mir bei, Herr die große Wahrheit, Daß ich erJesu Christ, Daß ich dich gläubig löst und selig bin. Erhört ist faffe! Herr, ich befehl an meinem mein Gebet; Gott gibt, was ich End' Dir meinen Geist in deine erfleht: Ich soll sehen Die SeligHänd': Du wirst ihn wohl be- feit, Die nach der Zeit Uns aufbehält die Ewigkeit. wahren! 2. Wird bei der Sünden schwe2. Jene Lust verklärter Fromrer Schuld Mich mein Gewissen men Hat nie ein Menschenohr nagen; So zeige du mir deine vernommen; Kein Auge hat sie je Huld, Und laß mich nicht ver- geſeh'n. Kein Verstand kann sie zagen. Laß mich in dieser bangen ergründen; Kein irdisch Herz Noth Dein Blut und deinen bit- kann sie empfinden, Rein Sterbtern Tod Erquicken und erhalten! licher kann sie versteh'n. O Tag, 3. Ich bin ein Glied an dei- ich segne dich, Der du zum Engel nem Leib; Deß tröst' ich mich mich Wirst verklären! Ich sterb' von Herzen. Von dir ich unge- dem Herrn, Und bin nicht 470 fern, Von meinem großen Biel nicht fern. Häusliche Erbauung. 5. Laß Vergebung mich von Sünden, Und Kräfte jener Welt 3. Herr, ich sterb' auf deinen empfinden; Mein fanftes Ende Namen! Komm, Tag des Todes, preise Gott, Daß auch die, so Amen, Amen! Hallelujah, Halle- um mich stehen, und mich getrost lujah! So, wie müde Wandrer verscheiden sehen, Auch froh erpflegen, Seh' meiner Heimath ich warten ihren Tod. Durch sein entgegen, und freu' mich, denn Versöhnungsblut Erwarb mir ich bin ihr nah. Ich leb', ich sterbe Trost und Muth Jesus Christus. dir: Im Todeskampf hilf mir, O Mich tröstet dies; Ich bin's gemein Heiland! Komm', Ewigkeit; wiß: Er führt mich aus der FinIch bin bereit: Herr Jesu, komm', sterniß. ich bin bereit! 6. Stammelnd hier, mit schwa4. Mit dem heiligsten Ent- chen Zungen, Sei dir, Herr, Lob zücken Laß, Gott, mich deine und Dank gesungen; Und wenn Stadt erblicken! Mein Glaube des Leibes Hütte fällt, Wo ich, sieht von fern sie schon. Hier am wie im Kerfer, wohne, Dort, o Vorbereitungsorte Vertrau' ich, mein Gott, an deinem Throne, Vater, deinem Worte, Und dort In jener neuen bessern Welt Sing' empfang' ich deinen Lohn. Der ich vollkommner dir! Hinauf, Herr verläßt mich nicht; Er füllt hinauf hilf mir! Laß im Sterben mit Zuversicht Meine Seele; Und Getrost mich sein, Des Himmels macht sie frei, Von Nöthen frei, freu'n, Und sanft und selig schlafen Und von der Sünde Sclaverei. ein! ( 85) Einsegnung eines Sterbenden. Mel. Wachet auf! ruft 2c. Namen! Als er auch starb, hatt er's vollbracht. Ach, mehr, als 795. Sei gesegnet! Amen! du verstehst, Und sehnend von Amen! Entschlaf' in jenem großen ihm flehst, Wird er geben! Von Vor dem sich Erd' und Sünden rein, Wirst du dich Himmel beugt! Deine Laufbahn freu'n; Der Engel Heer nimmt hat ein Ende; Dein Vater nimmt dich nun auf. Namen, Die Seele, die der Hör', o erlöster in seine Hände 3. Nimm noch einen Troft und Erd' entfleucht. Segen! Du eilest zwar der Gruft Geist, Der bald am Thron ihn entgegen; Doch zittre deine Seele preis't: Jesus Christus Hat dich nicht! Irdisch werden wir dich versöhnt; Von ihm gekrönt, Em- säen; Doch himmlisch wirst du pfängst du nun das Himmelreich!" auferstehen, und schauen deines 2. Welcher Glanz wird dich Gottes Licht. Geh' ein zu deiner umfangen, Ist dir der Tag nun Ruh'! Du eilst dem Vater zu, aufgegangen Des Lebens nach der Der dich liebet. O Todter, du, Todesnacht! Sei gesegnet! Amen! Nach kurzer Ruh' Wirst du zum ( 94) Amen! Entschlaf' in Jesu Christi Leben aufersteh'n! Bei dem Tode geliebter Personen. Bei dem Tode geliebter Personen. HerrUnd der Mel. Jesu, meine Freude zc. 796. Gott hat mich betrübet! 4. Durch des Lebens Wüsten Freund, den ich geliebet, Ach, du Wandern fromme Christen Hin bift nicht mehr! Tiefe stille Trauer, nach Ranaan. Und auf diesen Bange Wehmuthsschauer Wegen Ging zu seinem Segen schen um mich her; Unser Freund voran. Seele, du Schmerz Berreißt mein Herz! Wirst auch zur Ruh' In das Land Ich bin Mensch; ich muß hier des Friedens gehen, Und den flagen, Doch als Christ nicht Bruder sehen. er selig abgeschieden, Ruhet dort im Frieden. 471 jagen. 5. Brüder treffen dorten An 2. Christen dürfen weinen des Himmels Pforten Ihre Brülleber den Gebeinen, Die das der an, Und ein David fennet, Grab verschließt; Doch nur eine Ewig ungetrennet, Seinen JoZähre, Die dem Freund zur Ehre, nathan. Aeltern geh'n In jenen Und nicht immer fließt. Denn ihr Blick Sieht nach dem Glück, Das der Menschenfreund dort oben Für uns aufgehoben. Höh'n Frommen Kindern an der Seite mit erneuter Freude. 6. Es gescheh' dein Wille, Vater! seufz' ich stille Unter meinem Flor. 3. Christen, welche hoffen, Meine Augen schauen, Glaubend, Seh'n den Himmel offen, Wo ihr voll Vertrauen, zu dem Herrn Tröster ist, Der die Thränen empor. Träufle du Geduld und stillet, Erd' und Himmel füllet, Ruh', Gleich dem Thau in dürRein Geschöpf vergißt. Und der ren Wüsten, In das Herz der Freund, Den sie beweint, Wenn Christen! ( 179) Bei dem Tode eines Ehegatten. Mel. Sieh', hier bin ich, Ehrenkönig 2c. die Deinen, Die hier weinen, Gönnen doch dir deine Ruh'. 797. Geh zum Schlummer 3. Schlaf', o schlafe! Seine Ohne Kummer, Theures, gott- Schafe Kennt auch hier der treue vertrautes Herz! Nun ist's stille; Hirt. O hier schwindet, Was da Deine Hülle Schläft hier aus den bindet, Was die Seelen quält legten Schmerz; Und die Liebe, und irrt. Dies Verwesen Schafft Wenn auch trübe, Schaut durch Genesen, Das dich ewig freuen Thränen himmelwärts! wird. 4. Jauchzend stehen, WiederWird dich uns're Liebe Deren Zähre, Gott zur Bitter, doch im Glauben 2. Geh' zur Ruhe! Thu', o thue Friedenvoll die Augen zu! sehen Biel geliebtes, Viel geübtes dann, Herz, o meine Wonne du! Al Ehre, 472 rann. Dann beim Krönen ertönen, Was die ew'ge fann! Häusliche Erbauung. Wird| Stets behüte Deine Güte Dieses Liebe Grab mit Freudenlicht! Laß dich loben Hier und droben; Dern 5. Herr, umfasse Uns, und die Liebe stirbet nicht!( 95) lasse Leuchten hell dein Angesicht! Bei dem Tode der Aeltern. Mel. Brich mein Herz, in Jesu 2c. geben Schein, 798, Va ater, hier im ErdenDeiner Wahrheit hellen Daß, verklärt zum höhern Unser Vater ohne Pein bei des Herrn ErLeben, schoose Ruhst du lange nun fort- Spreche hin; Bald wird auch mit grünem scheinen: Sieh, hier bin ich und Moose Sich dein stilles Grab die Meinen! ( 95) umzieh'n. Ach dein Herz, so treu uns Allen, Muß in Asch' und Mel. Zion flagt mit Angst und 2. Staub zerfallen! 2. Doch in unsern treuen Her- 799. Eingefargt zum legten zen Wird dein Geist, dein Bild, Schlummer, Bleich, im weißen dein Wort Unter tiefen Liebes- Sterbekleid, Frei von Schmerzen schmerzen Unvergänglich leben fort, Wie du liebend uns umfangen, Und im Frieden hingeund von Rummer, Seh' ich dich mit stillem Leid, Vielgetreue Mutter, du! Jeho trägt man dich zur Ruh! Schlafe sanft im stillen 3. O wie heilig ist dies Bette, Grunde Bis zur AuferstehungsDa der Herr dich hingelegt! Ostunde! gangen. wie theuer ist die Stätte, Die nun 2. Auge, das mit Lieb' und dein Gebeine hegt, Das wir jetzt Sehnen Oft die Seinen ange in Schwachheit säen, Um in Kraft blickt; Segnend, mit viel tausend einst zu erstehen! Thränen Haben wir dich zuge 4. Schlafe wohl, o Vater, drückt; Nie auf dieser Erde mehr schlafe Deiner Wallfahrt Leiden Blickst du freundlich zu uns her; aus, Bis der Hirte seine Schafe Doch zu Wiedersehens Grüßen Sammelt in des Vaters Haus! Wirst du selber dich erschließen. Sanft sei dir der letzte Schlummer, Dein Erwachen ohne Kummer! 3. Hand, die treulich uns ge leitet, Die uns nichts, als Liebe, gab, Freud' und Troft um uns 5. Jesus Christus, Herr der verbreitet: Ruhe nun im stillen Todten, Der du Nichts von dem Grab! Unermüdet war dein Fleiß, verlierst, Was dein Vater dir ge- Und dein Tagewerk war heiß; boten, Daß du's zur Vollendung Wann die Todten auferstehen, führst! Unsern Vater nimm am Wird auch dir die Palme wehen. Seines Laufs in deine Ende 4. Edler Mund, zum Rei Hände! nen, Großen, Und zu Lieb' und 6. Komm', in unser Herz zu mildem Wort Freundlich, lieblich Bei dem Tode geliebter Personen. 473 tönest die Grüfte sich bewegen, Schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Thräne fließen, Wie sie jetzt in Kummer fließt. Froh wird dich dein Kind 5. Herz, das ohne Falsch ge- begrüßen, Das dich heut' in schlagen Für den Gatten, für das Thränen grüßt! Dann, dann Kind, Das uns sterbend noch ge- wird der schwere Stein Weg von tragen; wie ruhest du so lind! deinem Grabe sein. Christus war Weinend, dankend rufen wir: im Tod dein Leben; Ewig darfst Ew'ger Segen lohne dir! Wann du vor ihm schweben! ( 95) ausgeschlossen; Nimmer du hinfort! Aber was die Lippe sprach, Tönt in unserm Herzen nach, Bis nach langer Grabesfille Hallelujah dir entquille. Bei dem Tode der Kinder. 4. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. Herr, ich verehre dein GeDoch darf ich meiner Kinder bot! 800. Für deinen Himmel Tod Mit heißem Schmerz beweireiften sie; Doch meinen Wün- nen. Vor dir, der du barmherzig schen noch zu früh! Es war, o bist, Voll Mitleid unsern JamHerr, dein Wille! Wie blutet mer siehst, Vor dir, Herr, darf ich mein verwundet Herz! Wie kämpf weinen! Auch Aelternliebe stammt ich wider meinen Schmerz! Wo von dir; Nicht zürnen kannſt du, find' ich, was ihn stille? 3war Bater, mir! für den Himmel reiften sie; Doch 5. Auch meine Thränen preimeinen Wünschen noch zu früh! sen dich. Sie sind die Zeugen, 2. Ach, meine Kinder sind nicht Gott, daß ich Die liebte, die du mehr! Wie ist mein Herz so hoff- liebest Und jegt in reiner Heilignungsleer, So freudenlos mein teit Und himmlischer VollkomLeben! Ich sah voll Jugendkraft menheit Vor deinem Throne sie blüh'n. Und hoffte dir sie zu übest! Bisher vertrautest du sie erzieh'n, Dir, der sie mir gegeben. mir; Herr, meine Seufzer danken Mein Alter sollten sie erfreu'n, dir! Und Trost mir noch im Tode sein. 6. Rufft du, o Vater, einst 3. Du, Ew'ger, sprachest:„ gib auch mich; Auch dann preis ich jie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh' mit Thränen dich;- Doch dann fie dir; Ich will sie hoch erhöhen. mit Freudenthränen! Dann werd' Sie sollen hier dich nicht erfreu'n, ich meine Kinder seh'n, Vor dir Nicht Troft dir noch im Tode mit ihnen dankend steh'n, Mich fein; Du sollsft sie sterben sehen!" nicht mehr trostlos sehnen. Dann Dein Wille, Herr, mein Gott, werd' ich stets bei ihnen sein, Und geſchah! Ich war es, der sie sterben ewig mich mit ihnen freu'n.( 126) fah. Anhang. Sammlung einiger einiger Gebete für die häusliche und einsame Andacht. Morgengebet am Sonntage. Vater des Lichts, von welchem alle gute und alle vollkommene Gabe herabkommt; zu dir erhebet sich unser Geist, und unsere Seele freuet sich deiner! Auch in der vergangenen Nacht, als Finsterniß uns umgab und Dunkel die Erde bededte, warst du unser Licht, unser Heil, unser Schuß; unter deiner Obhut lagen und schliefen wir ganz im Frieden, und auf's Neue sehen wir jetzt durch deine Gnade das Licht des Lebens. Dies ist der Tag, den du, Herr, uns gemacht hast, um von irdischen Geschäften und Sorgen zu feiern, und anzubeten mit der Gemeinde in deinem Heiligthume, da man höret die Stimme des Dankes, da man prediget alle deine Wunder, du Höchster. Herr, hilf, o Herr, laß gelingen! Deinen Segen erbitten wir für diesen Tag. Segne die Verkündigung deines heiligen Wortes, das unseres Fußes Leuchte ist und ein Licht auf unserem Wege; gib den Lehrern Kraft und Weisheit und Freudigkeit, und thue selber den Hörern das Herz auf. Gib uns erleuchtete Augen des Geistes, daß wir sehen die Wunder an deinem Gesetz, und in dem Evangelium des Friedens schauen die Wunder deiner Gebet beim Anfang des Gottesdienstes. 475 Gnade in Christo Jesu, daß wir erkennen, welche da sei die Hoffnung unseres Berufes, und welches reiche herrliche Erbtheil deinen Heiligen aufbehalten sei in dem Himmel. Vertreibe aus unserer Seele die Nacht der Sünde, und mache fie rein zu ungefärbter Bruderliebe im Gehorsam der Wahrheit. Laß uns die Seligkeit der Gemeinschaft mit dir und mit deinem Sohne Jesu Christo empfinden, und hilf uns an diesem Tage und an allen, die uns deine Gnade hienieden noch schenken wird, wandeln vor deinem Angesicht, in deiner Furcht und Liebe, von keiner Schuld befleckt, des Evangeliums würdig, im Aufsehen auf den Anfänger und Vollender des Glaubens, und dem zur Ehre, der für uns gestorben und auferstanden ist. Wenn wir beten an der heiligen Stätte, erhöre uns; wenn wir dir danken und deine Gnade und Treue verkündigen, laß dir es wohlgefallen; wenn uns um Trost bange ist, so sei du mit uns, uns schenke uns den Frieden, welcher höher ist, denn alle Vernunft. Was wir im Irdischen bedürfen, verleihe aus deiner Fülle; was uns heute und künftig begegnen soll, ordne und lenke nach deinem allweisen Rath: dein Rath ist Weisheit und Liebe. Führe uns, Herr, an deiner rechten Hand, und nimm uns endlich zu Ehren an. Amen. Gebet beim Eintritt in die Kirche. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet, da man höret die Stimme des Dankes, da man prediget alle deine Wunder! Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, als sonst tausend. Auch heute komme ich, in Demuth dich anzubeten und dein Wort zu hören. Deffne mein Herz; sende mir den Geist der Andacht; erhöre mein Gebet und nimm meine Glaubenslieder in Gnaden an; laß mich in deinem Heiligthume Licht und Kraft, Frieden und Trost finden, Worte des Lebens hören, und nicht als vergeßlicher Hörer, sondern als eifriger Thäter beines Wortes hinweggehen. Wo du deines Namens Gedächtniß gestiftet hast, willst du zu uns kommen und uns segnen. Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn! Amen. Abendgebet am Sonntage. Gebet beim Schluß des Gottesdienstes nach dem Segen. Gelobet feist du, mein Gott, daß du mir jetzt abermals TAIDICO dein heiliges Wort und das Evangelium des Friedens haft vertündigen lassen, welches meine Seele selig machen kann! Dank dir, daß du mein Gebet nicht verschmäht, daß du mir vergönnt hast, mit dir zu reden, wiewohl ich nur Erde und Asche bin. Verleihe mir nun auch die Gnade, dein Wort zu bewahren in einem feinen und guten Herzen, ihm folgsam zu werden und allewege nach ihm zu leben. Was ich Wahres gehört und gelernt, Gutes gedacht, Heiliges empfunden und dir angelobt habe, laß es zur That werden, damit ich Frucht bringe in Geduld, fest bleibe im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung, in allen Nöthen des irdischen Lebens mich deiner Gnadenverheißungen trösten, und, wenn ich in Christo sterbe, das ewige Leben ererben möge. Dein Geist leite mich immerdar, dein Friede ruhe auf mir und wohne in mir; dein Segen begleite jezt meinen Ausgang und einst meinen Eingang in die himmlischen Wohnungen, da ich dir dienen werde immerdar in deinem höhern Heiligthum! Amen. 476 Abendgebet am Sonntage. Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater! Mit demüthigem und dankbarem Herzen erscheinen wir nochmals vor dir an dem Abende dieses dir geheiligten Tages, und rühmen den Reichthum deiner Barmherzigkeit. Großes hast du auch heute an uns gethan, deß sind wir fröhlich: unsere Seele lobet dich, Herr, und Alles, was in uns ist, preise deinen heiligen Namen. Unter deinem Schußze lebten wir froh und sicher; dein Aufsehen hat unsern Odem bewahret, und keine Plage durfte zu uns sich nahen: für alle unsere leiblichen Bedürfnisse hat deine milde Güte gesorgt und uns überdies gesegnet mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Ein Tag des Heils wat dieser Tag für unsere Seele, die nach dir, dem lebendigen Gott, dürstet und nur in dir Ruhe und Seligkeit finden kann. Geschieden vom Geräusche der Welt konnten wir uns mit freiem Geiste zu Abendgebet am Sonntage. 477 dir erheben und dich in deinem Heiligthum anbeten; reichlich hat das Wort Christi unter uns gewohnet in aller Weisheit. und reich wurden wir durch ihn an Lehre und Erkenntniß; vernommen haben wir abermals die Botschaft des Friedens und der Versöhnung, die Verheißung des ewigen Lebens, und das heilige Gebot, das uns gegeben ist von dem Herrn Jesu, wie wir sollen wandeln und dir gefallen. Dein Geist hat sich nicht unbezeugt gelassen an unserm Herzen; jeder Gedanke an deine Allgegenwart, heiliger Bater, jedes Aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, jeder stille Blick auf sein Vorbild, jedes Wort des Lebens aus seinem Munde, jede Freudenthräne über die Liebe, mit der er uns bis zum Tode geliebet hat, jede tröstende Hoffnung, die sich auf seine Auferstehung und Verherrlichung gründet, jede ernste Mahnung an seine Wiederkunft zum Gerichte war ein Gnadenwerk deines Geistes; jede Rührung unseres Gewissens, jede Warnung vor der Sünde und jede Erweckung zur Tugend und Heiligung war ein Gnadenzug von ihm, und sollte dir und dem Himmel uns näher bringen. O wäre es ihm und deinem Worte gelungen, offene Herzen bei uns zu finden, tief einzudringen in unsere Seelen und alles das Gute in ihnen zu wirken, das er in uns zu schaffen unablässig bemüht war! O hätten wir ihn aufgenommen, den köstlichen, unvergänglichen Samen, der heute von dir in uns ausgestreut wurde, und ihn nicht durch Leichtsinn und Weltsinn erstickt, sondern bewahrt und gepflegt, damit er Frucht bringe zum ewigen Leben! O tönnten wir jetzt vor deinem Angesicht stehen ohne Vorwurf und Reue, ohne Schuld und Tadel, mit voller Freudigkeit zu dir, zurückblickend auf viele Thaten des Glaubens, der Gottseligkeit und der Liebe, mit dem Bewußtsein im Herzen, heute dir gelebt zu haben und reifer zum Himmel geworden zu sein! Herr, sei uns Sündern gnädig und gehe nicht mit uns in's Gericht. Verwirf uns nicht vor deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Zum Abendopfer bringen wir dir das heilige Gelübde, morgen und alle künftigen Tage mit festerer Treue dir anzuhangen, einen dankbareren Gebrauch zu machen von deiner Gnade, mit größerem Ernste deine Gebote zu halten, eifriger für das Eine zu sorgen, was Noth ist, unsern Lauf so fortzusetzen und zu vollenden, daß wir am Ziele eingehen 478 Morgengebete. können zu jener höhern Ruhe, die noch vorhanden ist für dein Volk. Dazu stärke, das hilf uns! Bleibe bei uns, Herr Jesu, da es nun Abend geworden ist und der Tag sich geneiget hat. Sei mit uns in dieser Nacht, du Hüter der Menschen, der nicht schläfet noch schlummert, und schenke uns durch einen sanften Schlaf neue Kraft, morgen unser Tagewerk zu beginnen zu deiner Ehre. Wache auch über den Unf'rigen; beschirme den Ort, da wir wohnen; breite deine Güte aus über Alle, die dich fürchten und dir vertrauen. Laß sie liegen und schlafen im Frieden, und mit dem neuen Morgen werde über ihnen und uns auch deine Barmherzigkeit neu. Erbarme dich Aller, von deren Lager Krankheit und Schmerz, Kummer und Sorge den Schlaf verscheuchet; erbarme dich der Sterbenden, deren Auge sich in dieser Nacht zum Todesschlaf schließen wird: und soll sie für uns die letzte sein, Herr über Leben und Tod, so erbarme dich unser und hilf uns aus in dein ewiges Reich; Amen. Morgengebet am Werktage. und Dein, o Herr, ist die Nacht und der Tag, dein der Abend und Morgen; dein Auge stehet über uns offen bei Tag und Nacht; deine Güte ist alle Morgen neu, und waltet über uns bis zum Abend. Hüter der Menschen, du schläfest und schlummerst nicht; uns Müden aber sendest du erquickenden Schlaf, Vergessenheit unseres Kummers und unserer Sorgen im friedlichen Schlummer: mit deinen Fittigen deckest du uns, unsere Zuversicht ist unter deinen Flügeln. So warest du auch in der Nacht, die jetzt vergangen ist, unser Schirm und Wächter, unseres Lebens Kraft und unseres Odems Bewahrer; durch dich sind wir aufgewacht und sehen umher, und siehe, wir haben so sanft geschlafen. Und beim Erwachen füllest du uns frühe mit neuer Gnade; Leib und Seele sind gestärkt und verjüngt; Alles was uns theuer und lieb ist, finden wir eben so wieder, wie wir es am gestrigen Abend verließen, und freuen uns von Neuem des Anblicks deiner herrlichen Werke. Neue Kraft gewährest du uns zum Vollbringen des Guten und neue Gnadenfrist zum Schaffen unseres ewigen Heils: mit dir beginnen wir unser Morgengebete. 479 Tagewerk, und sehen an deiner Hand unsern Weg fort nach dem Ziele, welches uns vorhält deine himmlische Berufung in Christo Jesu. Dank sei unser erstes Gefühl; Preis und Lob unser erstes Geschäfte! Das ist ein köstlich Ding, dir, Herr, danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade, und des Abends deine Güte und Treue ver= fündigen. Gott, du bist unser Gott, frühe suchen wir dich: frühe wollest du unsere Stimme hören; frühe wollen wir uns zu dir wenden und aufmerken auf dein Wort. Wecke unsere Seele aus dem Schlummer der Trägheit; hilf, daß wir aufstehen aus dem Schlafe der Sünde und ablegen die Werke der Finsterniß, daß wir anziehen die Waffen des Lichts und ehrbarlich wandeln als am Tage vor dir und den Menschen, geschmückt mit dem Sinn Jesu Christi und unzertrennlich vereinigt mit ihm, der unser Haupt ist. Unsere erste Sorge sei, zu trachten nach deinem Reiche und nach deiner Gerechtigkeit; dann wird alles Andere uns zufallen; was uns heilsam ist, wirst du uns geben, und in dem Maße, in welchem wir dich lieben, werden uns alle Dinge zum Besten dienen. Was sich heute begeben mag, wir wissen es nicht, aber unsere Hoffnung stehet zu dir: dir befehlen wir unsere Wege und sind die Deinen ¡ m Leben und Tod. Alle, die du uns gegeben hast, übergeben wir dir, dem Allmächtigen; für Alles, was Kinder heißt, betent wir: du haft mehr als einen Segen, segne sie alle, o Vater! Sei du ihr Schuß, ihre Stärke und ihr Schirm, behüte sie vor der Sünde; dein guter Geist leite sie auf ebener Bahn. Der du das Herz erfreuest und das Angesicht fröhlich machst; sei der Troft der Traurigen, der Arzt der Kranken, der Helfer der Sterbenden, und erhebe uns alle einst dahin, wo keine Nacht mehr ist, weil du selbst unsere Sonne, unser ewiges Licht und unser ewiger Preis sein wirst; Amen. Ein anderes Morgengebet. Die Nacht ist vergangen, der Tag ist herbeigekomthen; unter deinem Schutz, allmächtiger Vater, hat uns kein Unfall betroffen, und sanfte Ruhe hat die Müden gestärkt. Es 480 Morgengebete. ist Morgen geworden; wir leben noch und freuen uns unseres Daseins und deiner Gnade. Herr, was bin ich und was ist mein Haus, daß du uns bis hierher gebracht hast! Herr, wir sind viel zu gering der Barmherzigkeit und Treue, der Geduld und Langmuth, womit du uns bisher getragen haft. O wie wenig haben wir die uns geschenkten Tage zu unserem wahren Heile benutzt, wie viele in unserm Leichtsinn verschwendet, wie viele nur dem Dienste der Eitelkeit und des vergänglichen Wefens, nicht aber dir und unserm ewigen Heile geweiht! Mit Uebertretungen und Sünden bezeichnet sind sie entflohen; in dem Schuldbuche unseres Lebens, in deinem Buche, du Richter aller Welt, stehen sie angeschrieben und flagen uns an vor dir. Herr, gehe nicht mit uns in's Gericht; sei uns Sündern gnädig; vergib uns unsere Schuld und erbarme dich unser! Noch währet die angenehme Zeit und der Tag des Heils; noch ist Raum zur Buße; noch vergönnest du uns Frist, auf daß wir uns bekehren und leben, und schaffen, selig zu werden, mit Furcht und Zittern. Aber der Ewigkeit und dem großen Tage, an welchem der Herr kommt, Jedem zu geben nach seinen Werken, führt jeder, auch der heutige Tag uns näher: bald wird der letzte Tag uns erscheinen, und dann ist keine Zeit mehr für uns. So lehre uns denn bedenken zu dieſer unserer Zeit, was zu unserm Frieden dienet, und das Heil suchen, dieweil es noch zu finden, es ergreifen, dieweil es noch nahe ist. Gib uns Weisheit, unsere Tage zu zählen, und wohl zu benutzen, hilf uns wirken die Werke, die du uns befohlen haft, so lange es Tag ist, ehe auch für uns die Nacht kommt, da Niemand wirken kann. Dein Wille und dein Geist regiere uns, du Heiliger! Auch heute hilf uns leben im Glauben und in der Nachfolge deines Sohnes, der uns geliebet und sich selber für uns dahingegeben hat. Hilf uns trachten nach dem, das droben ist, und nicht nach dem, das auf Erden ist; kämpfen hilf uns den guten Kampf des Glaubens, und ergreifen das ewige Leben, zu dem wir berufen sind. Alle unsere übrigen Angelegenheiten überlassen wir kindlich deiner weisen und väterlichen Regierung. Das Heil der Ewigkeit gabst du uns und wir dürfen uns rühmen der Hoffnung auf die zukünftige Herr Abendgebete. 481 lichkeit; o so wirst du uns auch nicht versagen, was uns im irdischen Leben Noth thut; so werden alle Wege, die du uns gehen heißest, Pfade des Heils und Wege zum Himmel sein; so wird auch die Trübfal uns, die wir durch sie geübet werden, eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit bringen und uns würdiger machen zu deinem Reich; so kann weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod uns scheiden von deiner Liebe. Gott unseres Heils, Herr, unsere Hoffnung, wir warten auf dein Heil, wir vertrauen auf deine Gnade. Herr, segne uns und behüte uns! Herr, laß dein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig! Herr, erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden in Zeit und Ewigkeit; Amen. htt Abendgebet an Werktagen. 210026 3u dir, o Gott der Treue und Huld, erhebt sich mein Herz; dich suchen die letzten Gedanken meiner Seele nach einem Tage, den ich mit dir, mein Erbarmer, glücklich vollbracht habe. Leben und Wohlthat hast du an mir und den Meinigen gethan, Gefahr und Unfälle gnädig von uns abge= wendet, als ein treuer Vater uns versorgt und unsere Herzen erfüllet mit Speise und Freude. Deine Kraft war mächtig in unserer Schwachheit; dein Segen begleitete unser Werk; was wir Gutes vollbrachten, gelang uns durch dich; des Tages Last und Hiße halfft du uns tragen. Auch unserer Seele hast du dich angenommen, Vater der Geister; zu dir hast du sie gezogen, treuer Freund und Führer der Seelen, und dein guter Geist hat uns geleitet auf ebener Bahn. Wie sollen wir dir ver= gelten alle Wohlthat, die du an uns gethan hast? Nicht rein und ohne Sünde sind wir vor dir, der du die Herzen prüfest und unseres Wesens innerste Tiefen kennest; vor dem kein Gedanke, kein Wunsch, keine Neigung, kein Gefühl unseres Herzens verborgen ist. Auch am Schlusse dieses Tages müssen wir beten: Herr, gedente nicht an unsere Sünden, und handle nicht mit uns nach unserer Missethat! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe uns auch die verborgenen Fehler; Hilf, so wir länger leben sollen, daß wir uns immer mehr reinigen 31 482 Abendgebete. von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, und so lange wir auf Erden wallen, unsern Wandel führen in heiliger Furcht. Nimm uns auf's Neue hin zu einem lebendigen, hei ligen, dir wohlgefälligen Opfer, und bereite uns in der Zeit, wie Du uns haben willst in der Ewigkeit. Und da wir nicht wissen, wie nahe fie ist, und wie bald die Stunde schlägt, zu welcher unser Herr kommt, uns zur Rechenschaft abzufordern, so lehre uns wacker sein allezeit und beten, und gleich sein den Knechten, die auf ihren Herrn warten, damit er uns wach finde und in seinem Dienste geschäftig, er komme nun am Morgen oder am Abend, um Mittag oder um Mitternacht. Bedecke uns auch in der bevorstehenden Nacht mit deinem Schuße und Segen: In deinem Namen legen wir uns zur Ruhe und befehlen Leib und Seele in deine Hand. Sei unseres Schlummers Hüter; gib uns im Schlaf neue Kräfte, dir zu dienen und unser Werk wohl auszurichten! Und wie mit uns, so sei mit allen unsern Brüdern. Sei mit den Reisenden zu Land und auf dem Meere, mit den im Dunkel verirrten Wanderern, mit allen, denen Gefahr droht, mit den Einsamen und Verlaffenen. Sei mit uns bis zum Morgen, und erwecke uns dann fröhlich wieder zu deinem Preis. Sollen wir aber nicht wieder erwachen zum irdischen Leben, so wecke uns zum ewigen Leben, auf das wir hoffen durch Jesum Christum. Amen. Abendgebet, Sonnabends am Schlusse der Woche. ARCHI Der Abend ist da, welcher den Anstrengungen und Mühen des Tages ein Ziel sett; der Feierabend ist angebrochen, der nach den Arbeiten einer geschäftevollen Woche uns zur er quickenden Ruhe einladet. Preis und Dank fei dir, Bater, Erhalter unseres Lebens, für deinen Beistand zur Arbeit, für deinen Segen zu unserm Werk, für deinen Schuß in Gefahr, für deine Hülfe in Nöthen, für alle Barmherzigkeit und Treue, welche du auch im Laufe dieser Woche an uns gethan haft! daß wir jetzt so ruhen könnten von unserer Arbeit, wie du, Ewiger, ruhest von deinen Werken! Daß wir zurücksehen können auf unser vollbrachtes Werk mit dem Wohlgefallen, mit Abendgebete. 483 welchem du deine vollendete Schöpfung anschauest, und siehest, daß Alles wohlgemacht ist! Herr Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergib uns, was wir versehen, was wir übel gemacht, was wir nur unvollkommen und ungenügend geleistet haben. Ach wie nachlässig waren wir oft in unserer Pflichterfüllung; wie viel weniger ist geschehen, als du von uns forderst; wie mancher Augenblick ist unbenutzt uns entflohen; wer kann merken und wissen, wie oft er gefehlt habe! Selbst an unfern besten Thaten findest du Mängel, wenn du sie vor deinem Angesichte in's Licht stelleft; unrein und böse war oft das Denken und Wollen, das Dichten und Trachten unseres Herzens; nicht als Werkzeuge deiner Gnade und deiner Güte, sondern als solche, die nur das Ihrige suchten, als Störer der Ordnung und des Friedens in deinem Reiche haben wir oft gehandelt. Rechne uns unsere Sünden nicht zu; vergib uns um Christi willen die Schuld; verwirf unsere Reue nicht und gib Ruhe und Trost dem bangen, sich selbst verdammenden Herzen. Was ist Ruhe von Außen ohne Ruhe der Seele! Nicht gefunden haben wir fie in der Befriedigung unserer Begierden und Lüste; vergebens haben wir sie gesucht in der vergänglichen Welt; Ruhe sucht darum unsere Seele bei dir, du Gott der Gnade: zu dir nahen wir, nahe du dich zu uns; stille du unser Herz; nimm es hin, reinige, heilige, erfülle es mit deinem Frieden. Entzünde in uns den Eifer, deinen Willen zu thun; rüste uns mit Kraft aus der Höhe und mache uns immer treuer in deinem Dienst. Mühe und Arbeit ist unser Leben, so lange wir hier sind: hilf uns tragen die Last und Hiße der kom= menden Tage; gib uns unter den Sorgen und Beschwerden dieses irdischen Lebens ein kindliches Vertrauen zu dir, und tröste uns ferner mit deiner Hilfe. Wie jetzt das Ende dieser Woche und der Feierabend von ihrer Arbeit gekommen ist, so kommt auch vielleicht schneller, als wir jetzt ahnen, das Ende unseres Lebens, und damit das Ende aller unserer Sorgen und Mühen auf Erden. Du aber haft eine ewige Ruhe bereitet deinem Volke; zu dieser Ruhe hilf uns Allen, früh oder spät, wie es bei dir beschlossen ist, durch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen! 31* 484 Abendgebete. Gebet am Weihnachtsfeste. Abendgebet für Kinder. Gottlob, der Tag ist nun vollbracht! Mein Vater, du hast mich bewacht! Froh hab' ich diesen Tag verlebt, Von deiner Gnade, Herr, umschwebt. 2. In deinem Namen schlaf' ich ein, bando 142 Du, Vater, willst mein Wächter sein! me muschilling Laß du mich in der Morgenstund'ai Erwachen fröhlich und gesund. an chi Homburente nelle sid t adal 3. Herr, sei mir gnädig, hab' Geduld! Fehlt' ich, vergib mir meine Schuld! prispe Schaff' du ein reines Herz in mir; Laß mich dein Kind sein für und für! Amen. tot stodon ich( 180°) ind ting medisid agiz ors Gebet am Weihnachtsfeste. HOS Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen; denn uns ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr! In diesen Preisgesang des Himmels stimmet heute die Erde mit ein; auch ich stimme mit ein, mein Gott und Erbarmer; denn auch mir ist heute der Heiland geboren. Ach was wäre ich ohne ihn; was bin ich, was soll ich werden durch ihn; Um meinetwillen ist der Sohn, der bei dir Herrlichkeit hatte, ehe die Welt war, Mensch geworden und hat Knechtsgestalt angenommen, auf daß ich durch den Glauben an ihn dein Kind werden möge, und ein Erbe deines ewigen Reiches. Mich seinen Bruder zu nennen, schämt er sich nicht; meine Niedrigkeit hat er geadelt. Mich von der Sünde und ihrer Schuld zu erlösen, mich Verlorenen zu suchen und selig zu machen, ist er gekommen; Licht in meine Finsterniß hat Er gebracht, das wahrhaftige Licht, das alle Menschen erleuchtet; mein Friedefürst ist er geworden, durch den ich Vergebung und Gnade, bei dem ich Ruhe finde für meine Seele; in die Gemeinschaft meiner Leiden ist er getreten, versucht allenthalben gleich mir, mein Vorgänger, mein Tröster, mein barmherziger Helfer; für mich hat er nach deinem gnädigen Rathschluß den Tod geschmeckt und dem Tode Gebet am Weihnachtsfeste. 485 die Macht genommen. Ehre sei dir in der Höhe! Dein ewiger Friedensrathschluß ist ausgeführt, deine Verheißungen sind erfüllt, der Heiland ist da, das Heil ist erworben, der Himmel ist aufgethan! Und Preis und Ehre, Dank und Huldigung auch dir, Herr vom Himmel, der du zur Erde herabsteigst, Menschgeborner, in welchem die ganze Fülle der Gottheit wohnt! Dich preise mein ganzes Leben; dir, der sich selbst mir gegeben hat, sei mein Herz zur Gabe und zum Opfer gebracht! Nimm es hin, reinige es ganz und gar von dem ungöttlichen Wesen und von allen weltlichen Lüsten; treibe mich an, stärke mich, aus Dankbarkeit für die heilsame Gnade Gottes, welche in dir allen Menschen erschienen ist, züchtig, gerecht und gottſelig zu leben in dieser Welt, damit ich warten könne der seligen Hoffnung und der Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, der zufünftigen Offenbarung deiner Herrlichkeit, du mein Heiland! Friede auf Erden! Auch mir gib den Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, den Frieden mit Gott; Eins laß mich werden und Eins bleiben mit dem heiligen Vater, daß ich heilig sei und unsträflich vor ihm in der Liebe, daß Gottes Wille mein Wille und seine Gnade mein Trost sei! Besänftige jede Leidenschaft, die mein Inneres empört, und schenke mir die Kraft, die von dir kommt, sie zu bekämpfen und zu bezwingen, daß es stille werde in meiner Seele; Friede laß mich halten mit Allen, für welche du geboren bist, wie für mich, und ihres Heiles mich freuen und beitragen, was ich kann, daß sie theilhaftig werden der Seligkeit in dir mit ewiger Herrlichkeit. Frieden in dir laß mich haben, auch wenn ich Angst habe in der Welt und mitten im Drangsal des irdischen Lebens; mit ihm erquicke mein brechendes Herz und laß deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben dich, den Heiland, gesehen. Den Menschen ein Wohlgefallen! Auf daß mein Gott sich auch meiner freuen und mit väterlicher Huld auf mich herabsehen könne, schaffe du selbst den Sinn in mir, der ihm angenehm ist, und gib mir die Gnade, durch welche ich ihm wohlgefällig dienen soll mit heiliger Scheu und Ehrfurcht; ein ihm wohlgefälliges Opfer sei meine festliche Andacht, meine Weihnachtsfreude, mein Lobgesang; er segne mich und die Meinigen heute; er thue wohl an uns immerdar nach seiner Barmherzigkeit; er segne in dir alle Völker der Erde, und zeige dort ewig allen Erlös'ten sein Heil! Amen. 486 Gebet beim Jahreswechsel. losit Gebet beim Jahreswechsel. un di Wieder ein Jahr meiner Pilgerschaft habe ich durch deine Gnade vollendet, mein Gott und mein Vater, und trete nun in Namen Jesu an deiner Hand in ein neues Jahr ein. Dank und Lob sei dir gesagt für die Wohlthaten, mit welchen jeder Tag des vergangenen Jahres erfüllt war! Für Leib und Seele hast du gesorgt, mich und die Meinigen hast du behütet und uns bis hierher geholfen. Von dir kam jede Freude, die uns erquickte, Kraft zur Arbeit, Gedeihen und Segen zu unserem Werk; du warest bei uns auch in der Noth, und züchtigtest uns, wenn Trübsal da war, mur aus Liebe zu unserm Heile: du wirktest in uns beides, das Wollen und Vollbringen des Guten, und handeltest nicht mit uns nach unseren Sünden, son dern erbarmteft dich unser, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt. Ach laß die Sündenschuld dieses Jahres, die groß ist und uns von ganzem Herzen gereuet, getilgt sein aus Gnade um deßwillen, dessen Name genennet ward: Jesus, der Sünder Heiland. Gib uns aber auch mit dem neuen Jahre ein neues Herz, und mache neue Menschen aus uns durch den Geist der Gnade. Wir sind Alle deine Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. So hilf uns denn auch wandeln als die gehorsamen Kinder, und nach dir, der uns berufen hat und heilig ist, auch heilig sein in unserm ganzen Wandel. Christi Sinn sei unser Schmuc; Christus lebe in uns; unsere Gemeinschaft mit ihm laß mit jedem Tage inniger und vollkommener werden, und erhalte uns in derselben bis an das Ende. Unsere Jahre entfliehen, unserm Leben ist ein Ziel gesteckt, das wir nicht überschreiten können; unser Ende kommt täglich näher: wir sind Pilgrime, die hier keine bleibende Stadt haben, aber die zukünftige suchen; hier ist die Zeit der Aussaat, und was wir jetzt säen, werden wir ewig ärnten. Laß uns die Kürze der Zeit und des Lebens ernstlich bedenken und den wahren Zweck desselben nie vergessen; ermuntere uns, zu wirken und unser Heil zu schaffen, so lange es Tag ist; nach dem, das droben, und nicht nach dem, das auf Erden ist, lehre uns trachten und auf den Geist säen, damit wir vom Geist das ewige Leben ärnten. Mit findlichem Vertrauen fei alles Uebrige dir, getreuer Vater, und deiner allweisen väterlichen 487 Gebet zur Passionszeit und am Charfreitage. Regierung ganz überlassen! Alle unsere Sorgen bei'm Eintritt in dieses neue Lebensjahr werfen wir auf dich, denn du sorgest für uns. Gib uns, was wir bedürfen und was du für heilsam erkennest; führe uns durch Leid oder Freude, wie es dir gefällt, wenn nur immer dem Himmel zu; mache es wohl mit uns im Leben und Sterben, und verlaß uns im Tode nicht, wenn dieses Jahr unser legtes ist. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, und deine Jahre nehmen kein Ende; deine Weisheit und Liebe ändert sich nicht, und deine Verheißungen können dich nicht gereuen; der Mensch in seinem Leben ist wie Gras, das verdorret, und gleich einer Blume des Feldes, die da bald verwelket; deine Gnade aber währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so dich fürchten. Gott sei uns gnädig und segne uns; laß uns dein Angesicht leuchten, daß wir auf Erden erkennen deine Wege, unter allen Völkern dein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker: die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. Es gebe das Land sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott; ja segne uns Gott, und alle Welt fürchte dich! Amen. Gebet zur Passionszeit und am Charfreitage. indai Dadurch preisest und verherrlichest du, barmherziger Gott und Vater, deine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. Des eigenen Sohnes hast du nicht verschonet um unsertwillen, sondern ihn für uns Alle dahingegeben zur Erlösung, und durch ihn die Welt mit dir selber versöhnet. Wir gedenken in dieser heiligen Zeit seines bitteren Leidens und Sterbens; wir begleiten ihn im Geist nach Gethsemane und nach Golgatha; wir treten unter sein Kreuz, sehen ihn den bangen Todeskampf kämpfen, hören das Siegeswort: es ist vollbracht! mit welchem er sein dornengekröntes Haupt neiget. O erfülle du selbst uns mit dem Geifte der Andacht, mit stillem Ernste, mit tiefer Rührung! Gib uns den großen Zweck seines Leidens und Sterbens recht zu erkennen und die Größe der Liebe, die ihn bewogen hat, sein Leben für uns zu lassen. An seinem Kreuze laß uns erblicken den Ernst deiner Heiligkeit und den unergründlichen Reichthum deiner Barmherzigkeit, dein Gericht über die Sünde der Welt und deine 488 Gebet zur Passionszeit und am Charfreitage. Huld und Gnade gegen die sündige Menschheit. Laß diese Gnade an uns nicht verloren sein; nicht vergebens laß für uns das Blut deines Sohnes, des unschuldigen und unbefleckten Gotteslammes, geflossen. sein! Reinige durch dasselbe unser Gewissen; schenke uns Glauben, das Heil zu ergreifen, das uns so theuer erworben ist. Wir sind nicht unser eigen, wir sind theuer erkauft: so hilf, daß wir dich preisen, beides mit unserm Leibe und Geiste, daß wir hinfort nicht uns selbst leben, sondern dir und dem, der für uns gestorben ist; daß wir dann auch unsere ganze Hoffnung setzen auf die uns angebotene Gnade, und Frieden haben mit dir durch unsern Herrn Jesum Christum, im Leben und Sterben. Und so danken wir von Grund des Herzens auch dir, Herr Jesu, eingeborner Sohn Gottes, Heiland der Welt, Mittler zwischen Gott und den Menschen! Wie groß war dein Leiden, wie schwer deine Bein, wie vielfach deine Marter, wie bitter dein Tod! Du hast am Delberg um unsertwillen getrauert, gezagt und gezittert, für uns die Bande getragen und der Schmach nicht geachtet, für uns das Kreuz erwählt und dich selber Gott darges bracht zur Gabe und Opfer. Um unserer Missethat willen bist du verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen; die Strafe lag auf dir, auf daß wir Friede hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilet. Aber nicht zu Gute kommen kann uns dein heiliges Opfer, wenn wir fürder muthwillig fündigen und in der Sünde beharren; nicht versöhnen kann uns dein theures Blut, wenn wir uns nicht versöhnen lassen mit Gott; nicht rühmen dürfen wir uns deines Kreuzes, Herr Jesu, wenn wir nicht dein Joch willig auf uns nehmen und dir nachfolgen, kreuzigend unser Fleisch sammt den Lüften und Begierden. Dazu dringe uns dein Leiden und Sterben, dazu stärke uns deine Kraft; das sei das Opfer des Dankes, welchen wir dir, du für uns Geopferter, darbringen! Zeuch suns zu dir, laß uns bleiben in dir! Waffne uns mit dem Sinne, mit welchem du gelitten haft; deinem Vorbilde laß uns nachfolgen, in deine Fußtapfen treten und die Deinigen sein im Leben und Tod! Amen. Gebet am Osterfeste. Dies ist der Tag, den der Herr machet; laffet uns freuen und fröhlich darinnen sein. O Herr, hilf; o Herr, laß gelingen! 489 Gebet am Osterfeste. Ich walle an diesem festlichen Morgen zu dem heiligen Grabe, in welchem mein Herr und Heiland Ruhe gefunden hat nach dem Kampfe des Todes. Der Stein ist weggewälzt, das Grab ist offen und leer, und Engel Gottes verkündigen mir: er ist nicht hier, den du suchest; Jefus von Nazareth, der Gekreuzigte, ist auferstanden, wie er gesagt hat. Ausgeführet hast du von den Todten, Gott des Friedens, allmächtiger Vater des Lebens, den guten Hirten, der sein Leben gelassen hat für die Heerde. Um unserer Sünden willen war er getödtet, um unserer Gerechtigkeit willen ist er wieder auferwecket; vollendet ist sein Werk, gestiftet ist die Erlösung, vollbracht die Versöhnung, das Heil ist unser, der Gnadenbund ist besiegelt und der Auferstandne ruft uns zu: fürchtet euch nicht, Friede sei mit euch! In Ehre verwandelt ist die Schmach, die auf ihn gefallen war; aus der Angst und dem Gerichte ist er genommen und durch Leiden des Todes gekrönet mit Preis und Verherrlichung. Ich weiß, an wen ich glaube; ich bin gewiß, daß er ist Gottes Sohn, der treue Zeuge, der Erstgeborne von den Todten, der Fürst des Lebens! Mit ihm werde auch ich auferstehen, mit ihm und bei ihm soll ich leben; er hat die Schlüssel des Grabes: Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg? Preis und Anbetung sei dir, Allmächtiger, der allein Wunder thut; gelobet sei dein heiliger Name immer und ewiglich! Preis in Ewigkeit dir, erhöheter Mittler, starker Held, mächtiger Siegesfürst, Fürst des Lebens und Herzog der Seligkeit! Du haft die Bande des Todes zerrissen und lebest und herrschest in der Kraft Gottes. Du lebest für uns, und wie du uns geliebet haſt, so lange du in der Welt warest, so liebest du uns auch in dem Leben der Majestät und der Verklärung, Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe in Ewigkeit. Un dir haben wir einen ewigen Hohepriester und einen beständigen Fürsprecher bei dem Vater, gewaltigen Schuß, einen treuen Beistand und Tröster in aller Noth, einen mächtigen Erretter vom Tode; durch dich kommen wir zu dem Bater, und sind wiedergeboren durch deine Auferstehung von den Todten zu einer lebendigen Hoffnung, zu einem unbefleckten, unvergänglichen und unverweltlichen Erbtheil, welches im Himmel wird aufbehalten für uns, die wir durch Gottes Macht und durch den Glauben bewahret werden zur Seligkeit. Ach gib uns Theil an den Früchten deiner Auferstehung und deines Sieges, und laß uns einen 490 Gebet am Osterfeste. dieselben im Glauben genießen. Erwecke in unsern Seelen ein neues Leben, und gib uns Kraft, in ihm zu wandeln dir zur Ehre und zum Preise des Vaters! Hilf uns Ostern halten, wie es dir wohlgefällt und deiner Herrlichkeit würdig ist, nicht in Untugend und in Bosheit, sondern in Lauterkeit und in Wahrheit. Unseres Herzens Verlangen und Sehnen wende hinweg von dem Irdischen und Vergänglichen, empor zu dem, was unvergänglich und ewig ist, nach der Krone des Lebens, welche du, Erster und Letzter, der du todt warest und bist lebendig geworden, geben willst Allen, die dir bis zum Tode getreu find. Verleihe uns freudigen Muth, daß wir der feines fürchten, was wir hienieden noch leiden sollen, und vor dem letzten Feinde, den du entwaffnet haft, nicht erschrecken. Und wenn es Abend wird und unser Tag sich geneigt hat, bleibe bei uns, Herr Jesu; laß uns entschlafen in dir, und sprich an unserem Leichenhügel, wenn die Pforte des Grabes sich hinter uns schließet: ,, gehe hin, Erlös'ter, in deine Kammer, bis das Ende komme, und ruhe, daß du aufsteheft am Ende der Tage; da liegen sie, meine Freunde, und schlafen; ich aber gehe hin, daß ich sie auferwecke, und daß sie sehen die Herrlichkeit Gottes." Gelobet jei, Jesus Christus, Triumph und Heil dir, Ueberwinder des Todes! Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum! Amen. hot gut dan komitud roht ustiil jitu d Gebet am Tage der Himmelfahrt Chriſti. tot veipia dan is Jampotuto use Meine Seele lobsinget dem Herrn, und mein Geift freuet ſich Gottes, meines Erretters! Der herniedergefahren war in die Tiefe und in das Land der Todten hinabgestiegen, ist aufgefahren in die Höhe über aller Himmel Himmel, auf daß er Alles erfülle, und hat den Menschen Gaben gegeben. Da stehen wir, und sehen gen Him mel; in deine Herrlichkeit blicken wir dir nach, erhöheter Mittler, Herr und Haupt der Gemeinde! Dein Lauf hienieden ist nun vollendet; die Pforten der höheren Welt öffnen sich dir, und dahin, woher du gekommen warest, kehrst du zurück. Aus Liebe bist du gekommen in diese Welt! Liebe und Wohlthun war dein Wandel auf Erden; zu suchen und selig zu machen, was verloren ist, war das Geschäft deines Lebens; liebend hast du gelitten für uns und bist ge Gebet am Tage der Himmelfahrt Christi. 491 horsam geworden bis zum Tode am Kreuze: liebend hast du die Erde verlassen, und liebest uns ewig auf dem Throne der Majestät in der Höhe. Denn zu seiner Rechten hat Gott dich gesetzt und dir gegeben alle Gewalt im Himmel und auf der Erde; dir müssen Aller Kniee sich beugen, und alle 3ungen bekennen, daß du der Herr seist, zur Ehre Gottes, des Vaters. Nun kannst du selig machen Alle, welche durch dich zu Gott kommen; dort lebst du nun immerdar und bittest für uns, besorgest mit brüderlicher Treue die Angelegenheiten unseres ewigen Heils, verwendest deine ganze Macht und Herrlichkeit uns zum Segen, und regierest und herrschest mit Weisheit und Stärke und Gnade in Ewigkeit. Wohl uns des guten Herrn; wohl Allen, die dir gehorsam sind und in deinem Reiche dir leben und dienen! Nicht mit den Schätzen der Erde füllest du ihre Hände, aber mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern ihre gläubigen Herzen; nicht groß machst du sie vor der Welt, aber groß machest du sie in dem Reiche der Himmel, und stärkest und tröstest sie in der Trübsal der Erde. Herr, du bist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende; vom Himmel herab sendest du in unsere Herzen den Geist der Wahrheit, der Kraft und der Gnade; wie mit deinen Aposteln, welche du envählt hatteft, deine Zeugen zu sein, so wirkst du mit uns bei jedem Werke des Glaubens, bei jeder Arbeit der Liebe: was wir bitten in deinem Namen, gibt uns der Vater; schon hienieden sind wir mit dir in das himmlische Wesen versetzt, und unsere Namen sind angeschrieben, unser Bürgerrecht ist im Himmel; du bist vorangegangen, droben eine Stätte für uns zu bereiten, und wirst wiederkommen und uns zu dir nehmen, daß wir da sein mögen, wo du bist. So zeuch uns dir nach, verherrlichter Heiland; wo unser Schatz ist, sei unſer Herz. Herrsche, regiere in ihm; reinige es immer mehr von den Lüsten der Erde und von der Liebe zu der vergänglichen Welt; weihe es zu deines Geistes heiligem Tempel, und laß uns deiner Hand Nichts entreißen. Hilf uns, Herr, allezeit und aller Orten würdiglich wandeln dir zum Ruhm und zum Wohlgefallen, und deinen Willen mit Freudigkeit und Treue vollbringen. Sei unser Schutz, unser Hort, unser Führer und Vorbild, unsere Hilfe und Hoffnung. Mit Allen, die mit reinem Herzen dich anrufen, die gleich uns Glieder sind an dir, dem verherrlichten Haupte, verknüpfe uns durch die Bande der Einigkeit im Geist und des Friedens, und segne dein 492 Gebet am Pfingstfeste. ganzes Volk und erbarme dich deiner Erlös'ten. Verlaß uns nicht in der Noth, sei mächtig in unserer Schwachheit; tritt heran zu unserm Sterbebett, unsern Geist aufzunehmen in der Stunde des Abschieds. Und kommst du, um uns zu dir zu nehmen; o dann mache uns bereit, mit Freuden dich zu empfangen und mit dir in deine Herrlichkeit einzugehen! Mit Freudigkeit laß uns dann stehen vor dir, dem Richter der Lebendigen und der Todten, und nicht zu Schanden werden in deiner Zukunft. Amen. Gebet am Pfingstfeste. Gott und Vater unseres Herrn Jesu Chrifti, Vater der Herrlichkeit! Großes hast du für uns gethan auch an dem Tage der Pfingsten; deß sind wir fröhlich, und verkündigen heute Lobpreisend deine herrlichen Thaten und Wunder. Du warest in Christo und versöhntest durch ihn die Welt mit dir selber, und hast unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung; du fandtest aus deine Boten, die Herolde des Auferstandenen und Erhöheten, es zu verkündigen allen Völkern der Erde, und herzuzurufen zum Heile in Christo die Nahen und Fernen; du, der einst das Licht hervorleuchten hieß aus der Finsterniß, gabst einen hellen Schein in ihre Herzen, auf daß durch sie entstünde die Erleuchtung durch Erkenntniß deiner Herrlichkeit, die in Christo Jesu geoffenbart und erschienen ist. Sie, die nur in irdenen Gefäßen den köstlichen Schazz trugen, zogst du an mit der Kraft aus der Höhe und machtest sie voll deines heiligen Geistes, um aufzuthun die Augen derer, deren Verstand verfinstert war und die entfremdet waren vom Leben aus Gott durch die Unwissenheit, die in ihnen war und durch die Blindheit ihres Herzens, daß sie sich bekehreten von der Finsterniß zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfahen Vergebung der Sünde und das himmlische Erbe sammt denen, die gehei= liget werden durch den Glauben an Jesum. Auch zu uns und zu unsern Brüdern ist gekommen das Wort ihrer Predigt, das Evangelium von unserer Seligkeit, die Botschaft des Friedens und der Versöhnung; zu der Gemeinde, die sie dem Herrn geſammelt haben, sind auch wir hinzugethan, und gerufen von dir mit einem heiligen Ruf; auch in unsere Herzen willst du Gebet am Pfingstfeste. 493 senden den Geist deines Sohnes, der uns erleuchtet und heiligt, der uns umschafft zu neuen Menschen, der uns tröstet und stärkt, und in uns ruft: Abba, lieber Vater; der da ist das Pfand unseres ewigen Erbtheils, und mit dem wir versiegelt sind auf den Tag der Erlösung. Welche Liebe, o Vater! Mit welcher Treue sorgst du für unser Heil! Wie hoch gewürdigt haft du die Kinder der Menschen, uns, die wir nur Erde und Asche sind, daß in ihnen dein Geist Wohnung macht, daß du uns von deinem Geiste gegeben hast! Und welche Gnade, Sohn Gottes, hast du uns erzeigt! Dich hat Gott erhöhet durch seine Rechte, und von dort herab gießest du aus den verheißenen Geist, wie wir heute sehen und hören; nicht mehr dem sterblichen Auge sichtbar bist du zugegen auf unserer Erde, aber im Geiste kommst du zu den Deinen wieder und sendest ihnen einen andern Beistand und Tröster an deiner Statt; du lebst in der Herrlichkeit, aber du zeigeft, daß du noch lebest, daß du für uns im Himmel lebst; du lebest in Allen, die deines Geistes theilhaftig sind, in allen durch ihn wiedergeborenen und geheiligten Seelen, in deiner Kirche, in deinem Wort: für uns hast du die Erlösung vollbracht, und daß sie auch in uns vollbracht werde, ist das Gnadenwerk des heiligen Geistes vom Himmel gesandt, ohne welchen Niemand dich einen Herrn heißen und an dem Heile der Erlöseten theilnehmen kann. Ach komm' auch zu uns, Geist des Herrn, und bleibe bei uns; deine Gemeinschaft sei mit uns Allen! Durchstrahle unsere Seelen mit deinem Licht; erneue unsern Sinn und erhebe ihn über die Erde; geuß aus in unsere Herzen die Liebe Gottes; hilf unserer Schwachheit auf, daß wir kämpfen den guten Kampf des Glaubens und ergreifen das ewige Leben, zu dem wir berufen sind. Siehe, wir öffnen uns dir; zeuch ein und weihe uns dir zum Tempel, zu einer Behausung Gottes, zu einem herrlichen Eigenthum Jesu Christi; entflamme uns zur Andacht und zum Gebet, zu inbrünstiger Liebe unter einander, zu feurigem Eifer im Werte des Herrn; fange in uns an und vollende immer mehr bis auf den Tag Christi das göttliche Leben, das ewig ist, und führe uns auf ebner Bahn zu dem himmlischen Vaterlande. Erquicte uns in der Trübjal, wenn * 494 Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahle. aller Trost und alle Welt uns verläßt; weiche nicht von uns am letzten Ende; vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen, wenn unser Mund nicht mehr reden kann, und dein Friede sei in uns, ob auch des Todes Angst uns durchbebt. Und wenn wir dann droben vollendet stehen vor Gottes Thron und vor dem Stuhle des verherrlichten Mittlers; o wie werden wir dann mit neuen Zungen reden von seinen Thaten und ihm ein neues Lied singen im Heiligthum! Wie werden wir ewig deine Gnade preisen, die uns zum Himmel geführt und bereitet hat! Amen. Supliniog, ne doar exigital Gebete bei der Vorbereitung zum heiligen Abendmahl und am Tage des Genusses. april por speed Selbstprüfung zur Vorbereitung auf die Feier des heiligen Abendmahls. Der Mensch prüfe sich selbst, und also esse er von dem gesegneten Brode, und trinke von dem Kelche des Herrn. So wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Ein gedent dieses Wortes, da ich mich jetzt zu einem würdigen Genusse des heiligen Abendmahles bereiten will, erscheine ich vor deinem Angesichte, allwissender Gott, Heiliger und Gerechter, und prüfe und richte mich selber vor dir. Herr, du erforscheft mich und kennest mich, selbst meine Gedanken verstehest du von ferne und siehest alle meine Wege. Deffne auch mir die Augen, daß ich mich selbst recht erkenne und im Lichte deiner Wahrheit mich so erblice, wie ich bin; zerstreue alle falschen Vorspiege lungen der Eigenliebe, alle Blendwerke des Selbstbetrugs, alle nichtigen Vorwände, durch welche das Menschenherz so gern seine Verkehrtheit und seine Abweichungen von deinem heiligen Willen zu entschuldigen sucht; laß, indem ich mein Gewissen und meinen Wandel erforsche, mich nicht vergessen, daß, ob ich auch mich selbst hinterginge, ich doch dich nicht täuschen kann, der du aller Welt Richter bist, der du einst auch mich vor deinen Richterstuhl forderst, ans Licht bringst, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbarest. Wohlan, so nehme ich den Spiegel des Gesetzes vor mich, um mich in ihm Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahle. 495 zu beschauen, und betrachte mein inneres und äußeres Leben nach deinem Wort. Habe ich dich, mein Gott und mein Vater, stets vor Augen gehabt und im Herzen, und dich geliebt über Alles, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe, aus allen Kräften? War es meine höchste Freude, dein zu gedenken und zu dir mich zu halten? Galt mir kein irdisches Gut mehr, als du, teins höher, als deine Gnade? War Menschengefälligkeit oder Menschenfurcht niemals stärker in mir, als die kindliche Ehrfurcht vor dir, die Anhänglichkeit an dich, der Eifer und das Bestreben, dir wohl zu gefallen? Lebte ich nur mir selbst nach eigenem Gelüften, oder dir und nach deinem Gebot? Betrat ich lle Wege, die du mich führtest, auch wenn sie nicht meine Bege waren, mit demüthiger Unterwerfung und stiller Ergebung? War ich für alle deine Wohlthaten dankbar, auch für die fleinsten; bei deinen Züchtigungen gelassen, auch bei den härtesten und empfindlichsten; voll Vertrauen und Hoffnung zu dir, auch wo Nichts mehr zu hoffen schien? Habe ich dir, mein getreuer Heiland, der du für mich dein Leben gelaſſen haſt, Liebe gegeben um Liebe, und mich dir ganz und gar geweihet zum Opfer und Eigenthum? War ich gesinnt, wie du, und bin ich dir nachgefolgt? Habe ich festgehalten am Glauben, und erkannt und innerlich erfahren, daß du bist Christus, der Weltheiland, der Sohn Gottes, des Hochgelobten? Bewies dein Evangelium jeine ganze Gotteskraft, zu heiligen und selig zu machen, an mir? Bin ich frei von dem Dünkel der Selbstverblendung, der seine eigene Gerechtigkeit aufrichten will, und deiner Vermittlung, deines Verdienstes, der von dir erworbenen Vergebung nicht zu bedürfen wähnt? Suche ich nur bei dir und durch dich allein meinen Frieden? Habe ich den Trost der Versöhnung, welchen du uns gegeben und mit deinem Blute besiegelt haft, nie zur Bestärkung in der Sicherheit, im Leichtsinn und in einer falschen Gewissensruhe bei einem unbußfertigen Sinn und fündigen Leben gemißbraucht, nie das Gelübde der Treue, das ich dir bei meiner Einsegnung, bei jeder Abendmahlfeier geleistet habe, vorsätzlich gebrochen, nie widerstrebt dem Geiste der Gnade, der von dir ausgesendet uns erwecken und treiben, regieren und leiten soll? Bin ich jetzt in der Verfassung, um 496 Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahle. würdig und wohlbereitet zu deinem Tische zu nahen? Warum erscheine ich bei demselben, was führt mich zu ihm? Ist es etwa nur die Gewohnheit; nur der Heuchelsinn, der vor der Welt fromm scheinen will; nur die Hoffnung, schon durch die heilige Handlung, die ich als einen bloß äußeren Gebrauch, ohne Theilnahme, ohne Andacht, ohne rechtschaffene Früchte der Buße zu bringen, begehe, meine alte Sündenschuld zu tilgen und die Erlaubniß zu neuen Sünden mir zu erkaufen? Oder ist es inneres Bedürfniß, herzliches Verlangen nach deinem Heile und deiner Gemeinschaft, der heilige Trieb inbrünstiger Dankbarkeit, der Drang, dich auch vor der Welt zu bekennen und neue Stärke und Kraft zum Leben in dir zu sammeln? Liebe ich alle meine Miterlöseten wie mich selber; verlangt mich von Herzensgrunde nach ihrem Heil, und war ich immer mit Ernst bemühet, es nach Kräften zu fördern? Habe ich Keinem, für welchen du gestorben bist, Aergerniß und Anstoß gegeben, keinen, auch nicht der Geringsten Einen, verachtet, Keinen mit ungerechter Härte behandelt, Keinem, dem ich dienen konnte mit irgend einer von Gott empfangenen Gabe, meine Dienste verweigert, nie mehr auf meinen eigenen Vortheil gesehen, als auf das, was Andern nüßt und ihnen zur Beſſerung und zum Frieden gereicht; habe ich gerne mit Selbstverleugnung ihrem Wohl jedes Opfer gebracht, selbst dem Beleidiger und Feinde vergeben, wie Gott mir in dir vergeben hat, wie du, mein Heiland, vergeben haft? Habe ich, wenn ich Gutes that, es gethan nur um deinetwillen, zu Gottes Ehre, aus christlicher Nächstenliebe, im Hinblick auf die Ewigkeit, nicht aber aus eitlem Ehrgeiz, aus eigennüßiger Lohnsucht, aus selbstsüchtigen Antrieben, aus unlauteren irdischen Absichten, durch welche auch die beste That befleckt, verunreinigt und werthlos gemacht wird? Bin ich der vollkommene Christ, der nie auch nur Unrecht vorgehabt und gewollt, auch nur Arges gedacht, auch nur mit einem Worte gefehlt hat? Bin ich unabläffig gewachsen an dir, der das Haupt ist, und weiter fortgeschritten auf der Bahn zum Ziel der Vollkommenheit, der Aehnlichkeit mit dir, der vollendeten Heiligung? Suchte ich und suche ich vor Allem, was droben ist, wo du, Herr, bist, und nicht, was Selbstprüfung. Sündenbekenntniß. 497 auf Erden ist? Kann ich mit Freudigkeit vor dir eingehen zu deiner Freude, wenn du kommen wirst, zu richten die Lebendigen und die Todten? Und der besondern Verhältnisse, in denen ich nach Gottes Ordnung und Fügung stehe, kann ich mir ihrer bewußt werden mit dem erhebenden Gedanken, teine Pflicht meines irdischen Berufes und Standes vernachlässigt, Alles, Alles gethan zu haben, was ich als Christ deiner Gemeinde und Kirche, als Bürger den Mitbürgern und dem Vaterlande, als Unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über mich hat, als Chegatte, als Vater und Mutter, als Sohn und Tochter, als Bruder oder Schwester, als Verwandter und Blutsfreund den Meinigen, als Vorgesetzter meinen Untergebenen, als Diener meiner Herrschaft zu thun und zu leisten schuldig bin? Herr, Herr, erleuchte mich, daß ich erfahre, wer ich bin und wie ich's meine, daß ich über mich selbst richte ein strenges und rechtes Gericht, um nicht von dir ohne Schonung gerichtet und mit der Welt verdammt zu werden, daß ich mir Nichts verhehle, was an mir verwerflich ist und mich verwerflich macht in deinen Augen, welche heller sind, als die Sonne. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünden bekennen und das will ich mit aufrichtiger Seele so bist du treu und gerecht, und vergibst uns unsere Sünden und reinigest uns von aller Untugend. Darum bitte ich dich, Vater in Christo! Das thue um deines Sohnes, um seines auch für mich vergossenen Blutes, um deiner theuren Verheißungen, um deiner unend= lichen Gnade und Barmherzigkeit willen! Amen. — - Beichtgebet. Allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, Vater unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi! Ich armer fündiger Mensch erkenne, bekenne und klage vor deiner göttlichen Majestät, daß ich in meinem ganzen Leben von Kind an bis hierher deine Gebote oft und vielfältig übertreten habe in Gedanken, Worten und Werken: dich, meinen Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher, habe ich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth und aus 32 498 Sündenbekenntniß. allen Kräften nicht geliebet, auch nicht meinen Nächsten, wie mich selbst, ohne Falsch, in der That und Wahrheit. Geneigt zum Bösen und träge zum Guten; irdischen Sinnes und gefesselt von der vergänglichen Lust dieser Welt; oft überwältigt von der Schwachheit des Fleisches, wenn auch der Geist willig war; oft in meinen besseren Vorsätzen wankend, vom Reiz der Versuchung besiegt, bald ermüdend in dem Kampfe, bei den Mühen der Pflichterfüllung, bei den Leiden um der Gerechtigkeit willen; prato auch wenn ich nach deinem Willen that, ihm nur unvollkommen genügend und mehr aus Zwang oder Eigennuß, denn aus freier Liebe und mit freudiger Lust ihm gehorchend; unfähig, vor dir zu bestehen und auf Tausend dir Eines zu antworten, wenn du mit mir in's Gericht gehen willst, bin ich nicht werth, dein Kind zu heißen, und gebe mich schuldig deiner gerechten Strafe und deines ernsten Gerichts. Ich schäme und scheue mich, meine Augen aufzuheben zu dir; meine Sünden sind mir leid von Herzen und reuen mich sehr; gern möchte ich sie auslöschen und vergüten, und ich Armer vermag es nicht. Aber ich nehme meine Zuflucht zu deiner ewigen Barmherzigkeit; ich setze meine ganze Hoffnung auf dich, auf die Gnade, die uns angeboten ist durch die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi und verbürgt durch seinen versöhnenden Tod am Kreuz; ich flehe im Glauben, ich bitte in seinem Namen: Gott, sei mir Sünder gnädig; verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Schaffe in mir ein reines Herz; befestige in mir den Entschluß und stehe mir bei mit deiner Hilfe, meinen Sinn und mein Leben zu bessern; mache mich fertig zu allem guten Werk zu thun deinen Willen, daß ich mit neuem Eifer dir diene, und meinem Herrn und Heilande getreu bleibe bis in den Tod. Laß auch mich hören Freude und Wonne, wenn jetzt dein Diener allen Bußfertigen und Gläubigen verkündigen wird, daß ihre Sünden ihnen vergeben sein sollen so gewiß und wahrhaftig, jo reichlich und vollkommen, als Jesus Christus dasselbe durch sein Leiden und Sterben verdienet, und durch das Evangelium in alle Welt zu predigen befohlen hat. Diesen Troft bekräftige mir und erquicke mein zerknirschtes Herz bei dem Genusse seines heiligen Abendmahls und der theuren Unterpfänder unserer Erlösung und Seligkeit, des gesegneten Brodes, welches ist die Gemeinschaft seines Sündenbekenntniß. 499 Leibes, und des Bundes- und Friedenskelches, der seines Blutes Gemeinschaft ist. Ach Herr, höre, ach Herr, erbarme dich meiner, und laß mich Gnade finden! Amen. nog toitlusdir tot solsid tus tour pillit, jis) 76 Nach der Beichte. the D s Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, ſeinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben errettet und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit! So hoch der Himmel ist über der Erde, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten und auf ihn hoffen; so fern der Morgen ist von dem Abend, so ferne läßt er unsere Uebertretungen von uns sein, und erbarmet sich unser, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt. Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenket daran, daß wir nur Staub sind. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Auch mir ist Jesus Christus gemacht zur Weisheit von Gott, zur Gerechtigfeit, zur Heiligung, zur Erlösung; auch für mich ist sein Blut vergossen zur Vergebung der Sünden; auch mir ist durch ihn Barmherzigkeit widerfahren. Freue dich und frohlocke, begnadigte Seele! Vergiß nicht der Reinigung deiner vorigen Sün= den, und siehe zu, fündige hinfort nicht mehr! Bewahre die empfangene Gnade, und liebe um so mehr, je mehr dir ver= geben ist! Herr, ich bin dein, du bist mein, und Nichts soll uns scheiden; ich gelobe und will es auch halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will! Ich will dem Herrn singen mein Leben lang, und meinen Gott Loben, so lange ich hier bin; gelobet sei deine Gnade und dein heiliger Name von nun an bis in Ewigkeit! Amen. phareke 1.901. CUST Am Communiontage, vor dem Empfang des heiligen Abendmahls. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu! Noch in der Nacht, da du verrathen wurdeft und in die Bande und in den Tod gehen 32* 500 Abendmahls- Gebete. wolltest, hast du ein Gedächtniß deiner Liebe geſtiftet, welche stärker war, als der Tod, und das Leben selbst nicht zu theuer achtete, es für uns zu lassen und hinzugeben. Du nahmst das Brod und brachst es, und sprachst zu deinen Jüngern und zu Allen, die durch ihr Wort an dich glauben würden: nehmet hin und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben; du nahmſt den Kelch, weihtest und segnetest ihn, und sprachst, indem du ihn darbotest: nehmet hin und trinket, das ist mein Blut, das Blut des neuen Testaments, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sünde: solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß! So oft wir nun von dem gesegneten Brod essen und von dem Kelche des Herrn trinten, sollen wir deinen Tod verkündigen, bis du wiederkommst zum Gerichte. Erinnern sollen wir uns bei deinem Abendmahle des großen, ewig giltigen Opfers, das du unserm Heile gebracht haft; bekennen unserit Glauben an dich, den Heiland der Welt, unsern Versöhner und Mittler; was wir dir schuldig sind für deine Erbarmung und Treue, mit dankbarem Gemüth und frommer Rührung erwägen; TO bedoeling USD EUR uns selbst dir übergeben zum Opfer und zum Volk deines Eigenthums, und uns stärken in der Hoffnung des ewigen Lebens, das boy MON ALE du uns erworben hast. Da willst du uns theilhaftig machen aller propasti Früchte und Segnungen deines Leidens und Sterbens, wenn wir sie im Glauben uns zueignen; versichern willst du die bußfertigen und reuigen Seelen der Erlassung ihrer Schuld, des Friedens colon DOM Undistusal mit Gott, ihrer Begnadigung und Versöhnung; neue Kräfte des geistlichen Lebens willst du den Schwachen mittheilen und uns mit dir, dich mit uns inniger vereinigen; da sollen wir als Solche, die von Einem Brode essen und aus Einem Kelche trinken, Gemeinschaft haben unter einander, und Ein Leib werden und Ein Geist, Ein Herz, Eine Seele; da soll uns dein Friede erquicken und ein Vorgefühl der zukünftigen Herrlichkeit uns erheben; da bist du selbst gegenwärtig und mitten unter uns nach deiner Verheißung und erfüllest uns mit allerlei Gottesfülle. O wie ist deine Barmherzigkeit so groß; wie heilig und herrlich ist deine Stiftung; wie bist du so freundlich, daß du auch uns zu ihr einladest und deinen Gnadentisch uns bereitest! Bereite doch auch unsere Herzen, daß wir als würdige Gäste hinzunahen. Abendmahls- Gebete. 501 Sammle unsere Seelen aus der Zerstreuung, mache sie rechtschaffen und aufrichtig vor dir! Heilige uns durch und durch, und laß uns Heil und Leben empfangen, nicht aber essen und trinken uns selbst zum Gericht. Deines Mahls Genuß mehre den Glauben, nähre die Liebe, belebe den Muth und den Eifer im neuen Gehorsam, beruhige das Gewissen und gebe uns zu empfinden, wie selig wir als die Deinigen sind. Dein Leib speise, dein Blut tränke, dein Leiden und Sterben erfreue und tröste, dein Opfertod entsündige, dein Geift regiere, deine Gnade erhalte uns unsträflich bis an das Ende und auf den Tag deiner Zukunft. Amen; das Lamm, das erwürgt ist, ist würdig, zu nehmen Preis und Dank und Lob und Ehre in Ewigkeit! Amen. Gebet während der Communion, beim Empfang des gesegneten Brodes. HONG Habe Dank, göttlicher Heiland, daß du auch für mich deinen Leib in den Tod gegeben und für meine Sünden dich geopfert haft! Dank für die kostbare Seelenspeise, mit welcher du, das wahrhaftige Brod des Lebens, das vom Himmel gekom= men ist, mich auch jetzt beim Empfange der geheiligten Zeichen deines für uns geopferten Leibes erquickt und gestärkt haft. Nimm auch mich hin zum Opfer; dein bin ich und dir will ich leben, was ich noch zu leben habe im Fleisch. Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich! Amen. Dimmi chol Beim Empfange des gesegneten Kelches. Sei gelobet, mein Heiland, daß du auch für mich dein theures Blut vergossen hast zur Vergebung der Sünden, daß ich auch jetzt aus dem Kelche des Heils getrunken, und die Versicherung meines Antheils an der versöhnenden Kraft deines blutigen Todes auf's Neue empfangen habe. Nimm mich auf in den neuen Bund der Gnade und des Friedens, den du geſtiftet; laß mich treulich halten an dem Bunde des Glaubens, der Liebe, des neuen Gehorsams, der erneuerten und befeſtigten Gemein 502 Abendmahls- Gebete. schaft mit dir, in den ich getreten bin und in welchem ich jetzt stehe. Entsündige, reinige, heilige mich durch dein Blut; hilf, daß ich an dir, dem rechten Weinstock, aus welchem alle Kraft, alle Freude, alle Seligkeit und alles Leben mir zufließet, bleibe als ein lebendiger Rebe, und hingehe und viele Frucht bringe, durch welche dein Vater geehret wird. id ind bi and Liebe, dir ergeb' ich mich, is hilmo nind in Sind nd Dein zu bleiben ewiglich! Amen. Sozis tod: 0 * Nach der Communion. Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen in der Versammlung der Frommen und in der Gemeinde; ich preise ihn in der Stille der einsamen Andacht. Er hat ein Gedächtniß seiner Wunder gestiftet, der barmherzige und gnädige Herr. Er gibt denen, die da hungert und dürftet nach Gerechtigkeit und nach Frieden, das Brod des Lebens, daß sie satt werden, und den Kelch des Heiles und der Erquickung, daß sie nimmermehr dürften. Er sendet eine Erlösung seinem Volk, und verheißet, daß sein Bund ewiglich bleiben soll; heilig und hehr ist sein Name! Der Herr ist mein Hirte, mir mangelt Nichts mehr; er hat sich selbst mir gegeben, seinen Leib und sein Blut, die Schäße seiner Gnade, das Unterpfand meines ewigen Erbtheils; was konnte er GröBeres geben? Er in mir, ich in ihm: was sollte uns scheiden, was sollte mich seiner Hand entreißen? Ist Gott für mich, wer kann wider mich sein? O mein Heiland, laß den Segen dieses Tages, laß Gutes und Barmherzigkeit mir folgen mein Leben lang; laß mich der Zusage nicht vergessen, die ich dir heute gethan, und stärke mich, die frommen Entschließungen auszuführen, die ich an deinem Altar auf's Neue gefaßt habe! Mache mich fest im Glauben, treu in der Liebe, unverdrossen und unbeweglich in deinem Werk, muthig und siegreich im Kampfe wider die Sünde, standhaft in der Geduld, fröhlich und start in der Hoffnung. Hilf mir die Welt überwinden und wachen und beten, daß ich nicht in Anfechtung falle. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Chriftus lebet in mir: denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebet hat und Gebet für Kranke. 503 sich selbst für mich dahingegeben. Bist du, mein Heiland, mein Leben, dann ist auch Sterben mein Gewinn. Getroft und selig vollende ich durch dich meinen Lauf, und du nimmst mich, der ich mit dir in der Gemeinschaft des Glaubens, des Sinnes der Liebe, des Leidens stehe, auch auf in die Gemeinschaft deiner Herrlichkeit, daß ich bei dir sei allezeit und das Abendmahl mit dir halte in deinem Reiche. Amen. ( bilpian Gebet eines Kranken. 5m nis@ Vater meines Lebens und Herr meiner Tage! Arzt der Kranken, Tröster der Traurigen und Helfer der Elenden! Von dir kommt Freude und Schmerz, Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod. Ohne deinen Willen fällt kein Haar von unserm Haupte und kein Sperling vom Dach; ohne deine Fügung kann Nichts uns begegnen, und was du thust, ist wohlgethan; alle deine Wege sind lauter Güte und Treue. Nach deinem Willen muß ich jetzt Schmerzen leiden, und es ist nichts Gesundes an meinem Leibe. Aber mit stiller Unterwerfung demüthige ich mich unter deine gewaltige Hand; mit kindlicher Ergebung spreche ich: dein Wille geschehe! und rufe im Glauben mit fester Zuversicht: eile mir beizustehen, Herr, meine Hilfe! Habe ich Gutes von dir empfangen mehr, als ich zählen kann, wie sollte ich das Böse nicht auch annehmen? Wie viel gesunde und frohe Tage haft du mir geschickt; wie viele ruhige Nächte habe ich schmerzlos und ungestört, vor jedem Unfall behütet, durchschlummert; wie lange haft du meine Kraft mir erhalten und mit jedem Morgen sie neu gestärkt und erfrischt mir geschenkt! Darf ich flagen, wenn nun auch Tage der Schmerzen kommen und die Stunden herzutreten, von denen ich sagen muß: sie gefallen mir nicht? Darf ich murren, wenn jetzt der Schlaf mein Lager flieht, wenn ich nun bange Nächte durchseufze und die Schwachheit, die Hinfälligkeit meiner zerbrechlichen Hütte mir fühlbar wird? Und habe ich denn meine Gesundheit und Kraft immer so geschäßt und geschont, wie ich sollte; habe ich dir so herzlich dafür gedankt, wie es die Größe dieser Wohlthat erforderte; habe ich sie angewendet zu deiner Ehre und dich gepriesen mit meinem Leibe und Geiste, die 504 Gebet für Kranke. beide dein Eigenthum sind? Habe ich sie benutzt, um Gutes zu schaffen, um Andern zu dienen, um mit angestrengtem Eifer und frommer Treue das Werk zu vollbringen, das du mir gegeben hattest, um zu bedenken, was zu meinem Frieden dient, und die kurze Gnadenzeit für die Ewigkeit auszukaufen? Kann man mit Wahrheit jetzt von mir sagen, wie von Lazarus, dem Freunde des Herrn: der, den du lieb hast, liegt krank? Ach, Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, und gedenke meiner Uebertretungen nicht; laß mich das Friedenswort hören: sei getrost, dir sind deine Sünden vergeben; heile du mein verwundetes Gewissen und erquicke mein trantes, reuevolles Herz! Deine Gnade müsse mein Trost sein! Zur Genesung des Geistes laß mir die Krankheit des Leibes dienen, und was ich jetzt muß leiden am Fleische, sei dazu gesegnet, daß ich aufhöre von Sünden und von ganzem Herzen dich suche, auf daß mein Geist selig werde auf den Tag des Herrn Jesu. In meiner stillen Einſamkeit öffne mir das Tagebuch meines bisherigen Lebens, und enthülle mir mein Innres, daß ich es erforsche und prüfe, wie ich es meine, und mir selbst Rechenschaft gebe von meinem Haushalten mit der Zeit und mit allen mir von dir verliehenen Gaben und Kräften, ehe ich Rechenschaft vor deinem Richterstuhl ablegen muß. Gib mir meine Sündhaftigkeit und Sündenschuld recht zu erkennen, lehre mich erkennen die Nichtigkeit aller irdischen Dinge, die ja doch weder helfen noch trösten zur Zeit der Noth; reiße mein Herz immer mehr los von der Welt und erhebe meinen Sinn zum Himmel; laß mich den Werth und die Kraft des Glaubens empfinden und heilbegierig zu dem kommen, der allein die Mühseligen und Beladenen erquickt, bei dem Ruhe zu finden ist für die Seele, der selbst unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich genommen, der, versucht allenthalben, wie wir, als ein treuer, barmherziger Hohepriester Mitleid hat mit unſerer Schwachheit und denen helfen kann, die versucht werden. Gib mir Geduld in der Trübsal; Muth, auch wenn die Schmerzen sich häufen und die Leidenszeit sich verlängert; Dankbarkeit für jede Erquicung in meiner Pein, für jede Leidensmilderung und Verfüßung; Freundlichkeit, Sanftmuth und Schonung gegen die, die sich meiner annehmen und mich liebevoll pflegen; Kraft, sie durch Gebet für Kranke. 505 mein Beispiel zu erbauen und als ein Christ vor ihren Augen zu leiden; Vertrauen zu dir, der mich nimmer verläßt und versäumt, wenn ich von menschlicher Hilfe verlassen bin. Du hast die Last mir aufgelegt, hilf sie auch tragen! Wir haben an dir einen Herrn, der vom Tode erretten kann; deine Rechte kann Alles ändern; dein allmächtiger Arm ist nicht verkürzt! Wenn du beschlossen hast, mich genesen zu lassen und mein Leben zu fristen: dir, dem Erhalter, sei es dann für immer geheiligt; vor dir will ich dann wandeln im Lande der Lebendigen und mit neuem Eifer dir dienen; verkündigen will ich, was du Großes an mir gethan haft, der alle meine Gebrechen heilt, und dir die Gelübde bezahlen, die ich auf meinem Krankenlager gethan habe. Soll aber die Krankheit zum Tode sein, Herr des Lebens und des Todes, so thue mit mir, was dir gefällt. Mache mich nur bereit zum jeligen Sterben; laß mich mein Herz und mein Haus bestellen, und fest machen meinen Beruf und meine Erwählung zum ewigen Leben; vertreibe aus meiner Seele die Furcht des Todes und hilf mir kämpfen den letzten Kampf, Glauben halten, den Lauf vollenden, daß mir hinfort beigelegt werde die Krone der Gerechtigkeit. Dir, dem getreuen Schöpfer, befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und Ende. Herr Gott Vater, was du erschaffen, Sohn Gottes, Weltheiland, was du erlöſet, Geist der Gnade, was du geheiligt haft, sei dir übergeben! Unser Keiner lebt ihm selber und unser Keiner stirbt ihm selber; leben wir, so leben wir dem Herrn, und sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum ich lebe oder ich sterbe, so bin ich des Herrn; denn dazu ist Christus gestorben und auferstanden und lebendig geworden, daß er über Todte und Lebendige Herr jei. Amen! sd Gebet, einem Sterbenden vorzusprechen. 200 tun Colt CZ Allmächtiger Herr des Lebens und des Todes! Die Zeit meines Abschieds ist vorhanden, und die Stunde nahe, da ich aus dieser Welt zu dir gehen soll. Nicht verlassen kann ich die Erde, ohne Preis und Dank für alle Barmherzigkeit und Treue, welche du zeitlebens an mir gethan hast. Ach viel zu 506 Gebet für Sterbende. gering bin ich dieser unverdienten Gnade! Für alles Gute, das ich als Mensch und als Christ empfangen, für alle Freuden, die ich genoffen, für alle Leiden, die ich nach deinem Willen erduldet, für jedes Werk des Glaubens und der Liebe, das ich mit deiner Hilfe vollbracht habe, sei Lob und Ehre deinem heiligen Namen! Sei gelobet für die Geduld, mit der du mich bei meinen Sünden getragen, für die Erweckungen deines Geistes und deines Worts, für die Führungen deiner Weisheit und Liebe, durch welche du mich zur Buße geleitet, für die verzeihende Huld, mit der du den Wiederkehrenden aufgenommen, für die Tröstungen, mit denen du mich erquickt, für alle Beweise deiner väterlichen Fürsorge, durch welche du mir die Wallfahrt durch dieses mühevolle Leben erleichtert haft. Nun stehe ich am Ziel und blicke zurück auf die durchwandelte Laufbahn. Ach wie Vieles entdecke ich da, was mein Gewissen beunruhigt, was ich mit tiefer Betrübniß der Seele bereuen muß, womit ich vor dir nicht bestehen kann! Heiliger Herr und Gott, wenn ich nun vor dein Gericht treten soll, Herr, gehe nicht mit mir in's Gericht! Laß mich durch Christum Vergebung finden und erlaß mir um seinetwillen meine große und schwere Schuld. Das ist je gewißlich wahr und ein theures werthes Wort, daß Jesus Christus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen; und das Blut deines Sohness macht uns rein von allen Sünden. Wer an ihn glaubt, soll nicht ver loren gehen; an denen, die in Christo Jesu sind, soll nichts Verdammliches sein. Zu dir tomme ich denn, göttlicher Heiland, erbarme dich meiner; gib auch mir Theil an der Gnade, die du uns angeboten, an der Versöhnung, die du gestiftet, an dem Frieden, den du uns theuer erworben hast. Richte mich auf durch den Glauben, laß mich bleiben in deiner Liebe, verlaß mich nicht in der letzten Noth, laß deinen Diener in Frieden fahren. In deine Hände empfehle ich meinen Geist, mein Schöpfer und Vater, mein Heiland und Mittler, göttlicher Tröster, Geist der Kindschaft und Gnade, mit dem ich versiegelt bin auf den Tag der Erlösung! Dir gebe ich die Seele zurück, welche du zum ew'gen Leben erschaffen, erkauft und geheiligt haft. Der du auf der Pilgerbahn mich geleitet haft, führe nun den müden Wanderer auch ein zu der verheißenen Ruhe; sei im dun Gebet für Sterbende. 507 teln Todesthale sein Licht, sein Stab, sein Begleiter! Der du selbst die Bitterkeit des Todes empfunden haft und weißt, was Sterben ist, hilf mir in dieser Stunde und laß dein Leben offenbar werden in meinem sterblichen und ersterbenden Leibe! Dein Geist vertrete mich mit unaussprechlichem Seufzen, und rufe in meinem brechenden Herzen: Abba, lieber Bater, und sei mit seiner Kraft mächtig in meiner Schwachheit! Sei du mein letzter Gedanke; mein Gott von meiner Jugend an, sei auch jetzt mein Gott, da ich deinen Beistand am allernöthigsten habe; und wenn mir Leib und Seele verschmachtet, bleibe du meines Herzens Trost und mein Theil. Herr, ich warte auf dein Heil; ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein. Segne meinen Ausgang aus der Zeitlichkeit, meinen Eingang in die frohe Ewigkeit. Deine Gnade sei auch mit denen, die du mir gegeben hast und die ich nun hienieden zurücklasse. Ich sterbe, aber du wirst mit ihnen sein, der du mächtig bist, sie zu erbauen und ihnen zu geben das Erbe sammt denen, die geheiliget werden. Bewahre sie vor dem Argen; bei deinem Namen erhalte, in deiner Wahrheit heilige sie und bringe sie mir selig nach in die himmlischen Wohnungen, da wir uns wiedersehen und unser Herz sich freuen und unsere Freude Niemand von uns nehmen wird. Erhöre mein lettes Gebet, merlöse mich von allem Uebel, nimm mich in deine Herrlichkeit auf. Herr Jesu, dir leb' ich, Herr Jesu, dir sterb' ich, Herr Jesu, dein bin ich todt und lebendig! Amen. analise abilitão madhi tumal vid i inse to dom Tod mo lide aim thuo dip dem tid sodas bile ud sid pindad motodopunam o chim sibile od modrooms out and don Bolso doi sanied m monie die get undurte and ins di ronisé joltaik past and thin bim Big ist tombar di slojm song and RE atdo polldog nie das duslind sisa to da jood Alphabetisches Register. A. Nro. 594 Nro. An guter Aeltern Grabe..... 695 Abgestreift, wie dürres Laub 329 Auch diesen Tag hab' ich vollbracht 746 Ach bleib' mit deiner Gnade.. 10 Auch dieser Tag ist wieder hin. 749 Ach daß wir Friede sollten hören 165 Auf, auf, mein Geist, betrachte. 496 Ach Gott und Herr wie groß und 464 Auf, auf, mein Geist, erhebe dich 213 Ach ihr seid vorangegangen. 152 Auf, beschwört den Bund.... 187 Ach könnt' ich doch mit meinen. 771 Auf Christi Himmelfahrt allein. 116 Ach nur eines Menschen Sünden 344 Auf, der Erlös'ten heil'ger Chor 96 Ach Seufzer, ach, und Thränen. 312 Auf dich, Gott der Güte.. Ach sieh' ihn dulden, bluten, sterben 57 Auf dich, o Jesu, Gottes Sohn. 376 Ach stets regt sich noch in mir. 338 Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du 383 Ach wann werd' ich von der Sünde 346 Auf ewig ist der Herr mein Theil 420 Ach wie nichtig, ach wie flüchtig 311 Auf Gott und nicht auf meinen 574 Ach wie so gern mit meinen Brüdern 773 Auf Gräber blickt am Tag der. 154 Ach wird denn dein Erlös'ter nie 347 Auf meinen lieben Gott. Alle Menschen müssen sterben 320 Auf, meine Seele, finge Allein Gott in der Höh' sei Ehr' 270 Auf, o Seele, werde munter... 743 Allein vor dir, mein Gott, hab. 458 Auf, schicke dich. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 468 Allen Christen und auch mir. 668 Allen welche nicht vergeben 678 Alles ist euer, o Worte des... 409 Alles was ich bin und habe... 663 Allgütiger, du gabst dem Herzen 335 Allmächtig großer Gott Allmächtiger, ich Staub, ich... 461 Als in der Krankheit Schmerzen 779 Am Kreuz erblaßt 85 Amen, Lob und Preis und Stärke 98 Anbetungswürd'ger Gott..... 238 An dich, mein Gott, zu denken. 547 An diesem Tag erscheinen wir.. 712 581 259 27 Auf will ich von Sünden stehen 454 Aus beff'rer Welten Heiligthum. 34 Aus deiner Quelle, Schöpfer Aus der Tiefe rufen wir Ausgeblutet, ausgerungen Aus irdischem Getümmel. 291 Aus meines Herzens Grunde.. 725 267 358 .. • • 153 82 B. ... 774 Barmherziger, erhöre. Barmherz'ger Vater, höchster.. 584 Befiehl du deine Wege.. Beglücke meine Reise... 299 763 Nro. Begrabt den Leib in seine Gruft 229 Bei'm theuren Namen: Vaterland 702 Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt 421 Besiz' ich nur ein ruhiges Gewissen 406 Bester, weisester Regierer. 580 Betet an, ihr Kinder der Erde. 355 Betet an, ihr Menschen, bringet. 283 Betet an, laßt uns lobsingen 279 Bewahre meinen Mund 551 · ● .... Register. 42 Bis hierher half uns Gott Bis zum Tode liebtest du.... 191 Bleibe, es will Abend werden.. 112 Bringt ihm in seinem Heiligthum 225 Bringt Preis und Ruhm.... 100 6. linaff Christ, Alles, was dich fränket 591 Christ ist erstanden. 94 ● ... .. Christe, du Lamm Gottes 196 Christen, auf, stimmt frohe Lieder 529 DD 179 176 724 436 Dank dir, Erhalter meines Lebens 764 Das Amt der Lehrer, Herr, ist 221 Deines Gottes freue dich... 556 Dein Heiland lebt, o Christenheit 97 Dein Heil, o Christ, nicht zu 532 Dein Heil, o Gott, erbitten wir 222 Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit 661 Dein Wille ist's, o Gott. 624 Dein Wort, o Herr, ist milder. 514 Dem Allgütigen und Weisen 488 Dem Worte deines Mundes... 528 Den Höchsten öffentlich verehren. 521 Der am Kreuz ist meine Liebe. 84 Der du, dem Tode nah', für die 679 Der du der Erst und Leßte bist 14 Der du die Liebe selber bist... 666 Der du Gedanken, Wort und 639 Der du, o Höchster, den Thron. 377 Der du selbst die Wahrheit bist. 265 Der du uns als Vater liebest.. 501 Der du zu den beglückten Schaaren 418 Der Herr ist Gott und keiner 240 Der Herr ist in den Höhen... 252 Der Lüfte Neiz zu widerstreben. 631 Der Morgen kommt, und meine 728 Der Tag ist hin, mein Jesu... 739 Du, des Vaters Der 81 Dies ist der Tag, den Gott... 28 Dies ist der Tag zum Segen.. 729 Dir dank' ich für mein Leben.. 758 Dir, dir, Jehovah, will ich fingen 533 Dir empfehl' ich meine Kinder 692 Dir, Gott, dir will ich fröhlich. 568 Dir, Gott, sei Preis und Danf. 289 Dir, großer Herrscher, Jeſu... 373 Dir hab' ich mich ergeben... 586 Dir, Herr Jesu, sei dies Kind Dir, Herr, sei dieſes Kind... Dir' jauchzet froh der Christen. 378 Dir sei Preis; ich lebe wieder Dir sing' ich Lob. Herr Zebaoth 286 Dir sterb' ich einst. Dir, unserm Gott, ist Niemand. 296 Dir, Vater, soll die erste Feier 45 Dir versöhnt in deinem Sohne. 534 Dir wird jetzt dieses Kind.... 177 Du aller Menschen Vater.... 672 Du bester Trost der Armen... 159 Du bist ein Mensch, das weißt. 588 Du bist mein Ziel, erhab'ne... 443 Du bist's, dem Ehr' und Nuhm 567 Du, deines Vaters Ebenbild Du denkst in deiner tiefsten Noth 77 Du, der Alles sieht und kennet. 339 Du, der du auf dem ew'gen.. 563 Du, der kein Böses thut..... 336 Du, der Menschen Heil und... 60 Fingeborner: 367 .. 617 Tag ist wieder hin Der Weihetag ist da. Des besten Vaters reichster Segen 684 Du Geber aller Gaben Des Ew'gen Saatgefilde..... 282 Du, Gott, du bist der Herr der 49 735 Du, deß' sich alle Himmel freu'n 542 214 Du gabst mir, Ewiger, das... 325 ... 731 509 Nro. Des Todes Grau'n, des Grabes 433 Dich, Allgütiger, zu lieben.... 555 Dich bet' ich an, erstandner Held 109 Dich Jesum ich ewig nicht. 615 Dich, o Jesu, meinen Freund.. 621 Dich seh' ich wieder, Morgenlicht 722 Die auf der Erde wallen 319 Die Bahn ist rauh, auf der ich. 602 Die Ehe soll uns heilig sein.. 689 Die heiligste der Nächte 38 Die Herrlichkeit der Erden.... 310 Die hier vor deinem Antlitz steh'n 182 Die ihr seine Laufbahn lauft.. 203 Die Kinder, deren wir uns freu'n 691 Die Nacht bricht an; sonst war. 747 742 Die Ruhe senkt sich wieder Die Seele kann die wahre Ruh. 497 Die Sonne sinket nieder. 733 Die Sonne stand verfinstert. 510 .. Register. Nro. Du, Gott, haft's angefangen 498 Du hast es mir gegeben und.. 767 Du hast, o gnadenreicher Gott. 168 Du hattest nicht, dein Haupt zu 765 Du Herr und Vater meiner Tage 659 Du Herr von meinen Tagen 762 Du flagst und fühlest die..766 Du Lebensfürst, dein Sieg ist. 437 Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ 121 Du leitest mich nach deinem Rath 304 Fin 18 00 Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit. 662 Festgegründet stehet fie...... 504 Du schufft mich, Gott, dein Bild 290 Du vertheilst der Menschen Loos 700 Fest steht dein Bund, wie Felsen 13 Freude sei des Kirchenjahres 115 Freu' dich sehr, o meine Seele. 792 Freuet hoch euch, all' ihr Frommen 138 Freund der Herzen, sieh die... 235 Fröhlich soll mein Herz lobsingen 36 Frohlockend, Bater, wach' ich auf 730 Edler Geist von Gottes Throne. 131 Eh' noch die strahlenreiche Sonne 244 Ehre dir, du Herr der Zeiten.. 51 Frohlockt, frohlockt, er lebet... 104 Ehre sei Gott in der Höhe; der 32 Früh, mit umwölftem Angesicht. 756 Ein' feste Burg ist unser Gott 137 Für alle Kranken bitt' ich dich. 777 Ein Fremdling bin ich auf der. 328 Für deinen Himmel reiften sie.. 800 Eingefargt zum letzten Schlummer 799 · Nro. 3 fostet viel, ein Chrift zu sein 479 Gs ruft am festlichen Altar... 228 Es wolle Gott uns gnädig sein. 510 Es zieh'n, o Gott, die Kriegeswetter 164 Ew'ge Liebe, mein Gemüthe... 349 Ewig neues Wort der Wahrheit 518 Ewig sei dir Lob gesungen. 129 $ 158 Ein heiliges Feuer durchdrang 134 0 dis Ein Herz, o Gott, in Kreuz und 593 d Ein Kind, dem keines jemals. 33 Gedanke, der uns Leben gibt.. 395 Ein milder Regen sinket.... 167 Eins ist Noth; ach Herr, dies.. 399 Einst rauscht die Stimme seiner. 382 Einst rief der Herr vor dem.. 79 Einst selig dort zu werden... 326 Eitle Welt, ich bin dein müde. 789 Empor zu Gott, mein Lobgesang 31 Entfernet euch, ihr matten Kräfte 633 Erbarm' dich, Herr, du kennst. 340 Erforsche mich, erfahr' mein Herz 88 Ergrünt, ihr Siegespalmen... 114 Erhebe, Christ, dein Herz und 120 Erheb', mein Geist, erheb' den. 610 Erhebt den Herrn, ihr Frommen 20 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn. 380 Erinnre dich, mein Geist, erfreut 99 Er kommt, er kommt, der starke 16 Er lebt, o Freudenwort, er lebt 110 Ermuntre dich, mein schwacher. 40 Erwach' am neuen Morgen... 720 202 Gedent' ich, Heiland, an dein.. 368 Geheimnisvoll in tiefer Nacht.. 305 Geh' und säe Thränensaat.... 444 Geh' zum Schlummer ohne Geist der Andacht, senke du Geist vom Vater und vom Sohne 500 Gelobet sei der Herr, mein Gott 272 Gelobet seist du, Gottes Sohn. 39 Gelobet feit du, unser Gott. Gerechter Gott, vor bein Gericht 263 Gern will ich Abschieb geben.. Getauft sein auf des Vaters Getreuer Gott, wie viel Geduld 260 Getrost und freudig geh' ich hin 435 Gib, Gott, wenn ich dir diene. 627 Gib mir, o Gott, ein Herz Gott, deine Gnad' ist unser Leben 400 Gott, deine Güte reicht so weit. 541 Gott, deine weise Macht erhält. 295 Gott, deinen heiligen Befehlen. 558 788 527 701 11 Gott, deinen weisen Willen Gott, der die Welten lenket Gott, der du die Menschen liebest 677 Gott, der du Herzenskenner bist 552 Gott, der du in den Himmeln. 543 Gott, der du uns're Zuflucht bist 92 Gott der Ordnung, Herr der.. 7008 Gott der Wahrheit, dessen Treue 606 Es brausen aufgethürmet 162 Es eilt der letzte von den Tagen 656 Es glänzet der Christen inwendiges 410 Es jauchzet froh die Christenheit 135 Es ist genug; so nimm, Herr.. 438 Es ist nicht schwer, ein Christ zu 480 Es ist noch eine Nuh' vorhanden 448 Es ist vollbracht; so ruft am.. 83 ... 797 87 511 Nro. 557 220 Heiland, der verheißen war... 23 Heilig, heilig ist dein Wille Heilig, heilig sei uns Allen Heilig ist der Herr der Welten. 261 Heiligster Jeju, Heiligungsquelle 366 Heiligster Jesu, Sohn des.... 80 Heil uns, denn aus der 356 727 352 Gott, du hast uns turze Zeit.. 484 Gott führt die Seinen wunderlich 603 Gott, großer Geber aller Gaben 142 Gott hat mich betrübet 796 Gott hört der Wittwen Flehen 699 Gott, ich Armer voll Gebrechen. 785 Gott, ich darf mich zu dir nahen 275 Gott ist die Liebe, hegt Erbarmen 515 Gott ist die Liebe; liebt ihn Alle 256 Gott ist gegenwärtig. 525 250 Heiter strahlt der Morgen Held aus David's Stamm Herr aller Welt, der Jedem sein 653 Herr, deine Allmacht reicht so.. 246 Herr, den die Sonnen und die. 46 Herr, der du mir das Leben 732 Herr, der durch der Liebe Band. 227 Herr der schönen Himmelslichter. 157 Herr der Zeit und Ewigkeit... 54 Herr, du bist meine Zuversicht. 386 Herr, du erforschest mich Herr, du fährst mit Glanz und. 124 512 Herr, du hast in deinem Reich. 284 306 Herr, du rufft aus diesem Leben 146 237 Herr, du willst dein Reich.... 511 Herr, du wollst uns vorbereiten. 195 Herr, es gescheh' dein Wille!.. 68 Herr Gott, dich loben wir, dein. 173 52 Herr Gott, dich loben wir, Herr 215 253 Herr Gott, dich loben wir( der Ambrosianische Lobgesang) 559 Herr Gott, du bist die Zuflucht. 243 Herr, hab' ich jetzt zum Lestenmal 737 Herr, ich bin dein Eigenthum.. 391 Herr, ich hab' durch deine Treu' 654 Herr, ich habe mißgehandelt... 457 Herr Jesu Christ, du höchstes Herr Jesu, Gnadensonne. Gott ist getreu; sein Herz, sein. 266 Gott ist mein Hort. Gott ist mein Licht. Gott ist mein Lied Gott ist's, der das Vermögen.. 652 Gott, laß den Unterricht gedeih'n 709 Gott, mein Vater, ich, dein Kind 466 Gott, mit seinen Sonnentagen Gott, Schöpfer, jedes deiner. Gott sorgt für uns: o singt ihm 143 Gott, unser Fürst erfreue sich Gott, uns'rer Jugend Gott 708 Gott, von Außen und von Innen 638 Gott, vor desfen Angesichte 262 Gott, wer ist dir zu vergleichen. 239 Gott, wer kann je was Gutes 540 Gott winkt, so stürzen Negengüsse 757 Gott woll' uns hoch beglücken Gottes Gnade sei mit euch Gottes Stunde wird bald kommen 432 Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit 658 Gottlob, ich weiß, wohin ich gehe 427 Großer Gott, erhab'nes Wesen. 337 Großer Mittler, der zur Rechten 372 Groß ist der Herr, die Berge. 579 Größter Morgen, den die Erde. 107 Groß wird des Sünders Elend. 345 174 467 472 175 189 Herr, lehre mich gewissenhaft.. 646 Herrlich ist's in deinem Reiche. 375 Herr, mein Erlöser, nur von dir 475 Herr, mein Licht, erleuchte mich. 517 Herr, mein Berjöhner, der du für 680 Herr, meiner Seele großen 634 671 ●. Herr, segne mein Bestreben Herr, jei gelobet, daß du hast.. 210 Herr, stärke mich, dein Leiden zu 59 Herr und König aller Geister.. 675 H. Ho Herr unser Gott, dich preisen wir 713 to Herr unser Gott, wir bitten dich 707 da Herr, vor deinem Angesicht... 5 sid Hallelujah, bringet Ehre... 561 Herr, welch Heil kann ich erringen 412 Hallelujah, Jesus lebet. 103 Herr, wenn einst deine Stimme. 385 Hallelujah, Lob, Preis und Ehr' 273 Herr, wir singen deine Ehre... 30 Hallelujah, Preis und Ehre! Die 172 Heut' ist der Ruhetag des Herrn 7 Halt im Gedächtniß Jeſum Christ 209 Heute, sprach mein Heiland, heute 78 Heiland, deine Menschenliebe Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 208 365 Nro. Gott des Himmels und der Erden 721 Gott, dessen Allmacht sonder Ende 287 Gott, dessen Macht des Feuers. 163 Gott, dessen Stuhl der Himmel. 549 Gott, bessen weise Macht die.. 312 Gott, dir jei mein Dank geweiht 693 Gott, du bist von Ewigkeit Gott, du erforschest mich. 245 626 .. .. Register. ● ● 512 Nro. 745 Hier steh' ich unter Gottes. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen.. 43 Himmelan geht unsre Bahn. 428 Himmel, Erde, Luft und Meer 280 Hin an dein Kreuz zu treten.. 73 Hinauf, hinauf zu jenen Höhen. 565 Hinauf zu dir erheben wir 197 Hinauf zu Gott mit frohem Dank 140 Hinauf zum Thron der Majestät 26 Höchster, denk' ich an die Güte. 460 Hosianna, zu der Erde... 18 Nro. Jefu, hilf mir standhaft glauben 474 Jesu, hilf fiegen, du Fürst des. 481 Jesu, Jesu, stärke mich. Jesu, meine Freude 71 425 Jesus, Jesus, nichts als Jesus. 618 35 Jesus ist gekommen.. Jesus kommt, von allem Bösen. 379 Jesus lebt, er lebt, ja Amen Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Ja, Tag des Herrn, du sollst mir 524 Ich bin der Angst entronnen 402 Ich bin erlös't durch meines. Ich bin getauft auf deinen .. 106 .. 102 101 Jesus nimmt die Sünder an.. 620 Jetzt bringen wir dir Preis und 711 Jetzt leb' ich; ob ich morgen lebe 318 Ihr Glocken, schallt zu Gottes. 219 Jhr Mitgenossen, auf zum Streit 630 m Beten suchst du deine Stärke 67 370 Jm Dunkeln ist der Herr mein. 772 m Glauben nur ist Seligkeit. 470 Jm Jubelton frohlocken wir. In allen meinen Thaten. 473 In aller Welt 526 118 298 Ich bin ja, Herr, in deiner... 782 Ich bin im Himmel angeschrieben 405 Ich bin nicht mehr mein eigen Ich bin zur Ewigkeit geboren. Ich, dein Pilger, walle hier. .. 676 327 In Freudentönen werde laut.. 218 148 In Leidensthälern wallen wir.. 604 392 In stiller Andachtsfreude 194 Ich denk' an dein Gerichte Ich erhebe mein Gemüthe Ich glaube, lieber Herr 462 3st Gott für mich, so trete ... 416 477 K. Ich hab' in Gottes Herz und.. 585 769 Ich hab' in guten Stunden.. Ich hab' von ferne.. Ich kniee hier, o Gott, vor dir. 459 Ich komme, Herr, und suche dich 207 Ich preise dich, o Herr, mein.. 206 Ich finge dir mit Herz und Mund 293 Ich Staub vom Staube, wer bin 485 Ich sterbe täglich; hier auf Erden 660 Ich Sünder darf mein Auge nicht 463 Ich trete vor dein Angesicht.. 445 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. 359 Kleinod unentweihter Tugend.. 640 König, dem kein König gleichet. 374 Könnt' ich in meinen Nöthen.. 537 Komm, heiliger Geist, erfüll' die Komm, heiliger Geist, Herr und 126 Komm, komm, Gott heil'ger Komm, laß uns Jesum sterben. 72 759 Komm, o Geist, du heilig Wesen 502 Ich und mein Haus, wir sind 688 Komm, o fomm, du Geist des. 132 128 Ich verlass'nes Waisenkind.. 397 Komm, Schöpfer, komm, D... 417 Ich weiß, an wen ich glaube; denn 476 Kommt, Christen, preis't den 1 2 Ich weiß, an wen ich glaube, und 429 kommt, und laßt euch Jesum.. 363 Ich weiß, an wen mein Glaub'. 426 .... ● ●• + · ● Register. .. . .. Ich weiß, mein Gott, daß all'. 582 Ich weiß, und bin gewiß, daß. 483 Ich werfe mich in deine Hände. 787 Laß, Herr, nach eiteln Ehren.. 645 Ich will dem Schöpfer Lob... 566 Laß, Jesu, deinen guten Geist.. 489 Ich will den Bund mit meinem 199 Laß meines Nächsten bestes Theil 670 Ich will dich auch im Tod erheben 790 Laß mich, o Herr, in allen... 492 Ich will dich lieben, meine Stärke 612 Laß mir die Feier deiner Leiden Ich will in meiner Einsamkeit. 760 Laß, o Jesu, mich empfinden.. 669 Jehovah ist mein Licht und... 268 Laß uns im Eifer uns'rer Pflicht 490 Jesu Christ, durch deine Wunden 63 Lasset uns mit Jesu ziehen... 619 Jesu, der du einst gerungen... 622 Laßt dem Tode seinen Raub.. 232 Jesu, Friedensbote 404 Laßt unserm Vater, laßt uns.. 569 58 Register. Nro. Lehr' mich meine Tage zählen.. 655 Lehre, Herr, mich recht bedenken 636 Lehrer aus des Himmels Höhen 360 Liebe, die du mich zum Bilde.. 62 Lieben will ich dich, mein Retter 778 Lieblich scheint die Sonne wieder 166 Liebster Jesu, wir sind hier 3 Lob dir, Herr Jesu, starker Held 123 Lob, Ehre, Preis und Dank sei. 351 Lob, Ehr' und Dank sei dir, o. 170 Lob, Preis und Ehre bringen wir 276 Lob sei Gott, der 726 531 Lob sei Gott, der den Morgen Lob und Dank sei dir, mein. Lob von uns Allen dem ewigen 50 Lobe den Herrn, den allmächtigen 571 Lobfingt dem Herrn im Heiligthum 139 Lobt Gott, ihr Christen Lobt Gott in seinem Heiligthum 181 37 ● 513 Nro. 25 719 Mit Ernst, o Menschenkinder. Mit fröhlichem Gemüthe. Mit frommer Freude dank' ich dir 387 Mit heil'ger Freude nahen wir. 183 Mit Preis und Ruhm gekrönt. 117 Mitten wir im Leben sind. Mittler, in Gethsemane Morgenglanz der Ewigkeit.... 723 161 66 ● N. Nach einer Prüfung furzer Tage 439 Nach meiner Seele Seligkeit... 635 Nehmt gläubig an, was Gott.. 471 Nein, ich will nicht sorgen.... 577 Nicht, daß ich's schon ergriffen. 486 Nichts Betrübters ist auf Erden 698 Nicht um ein flüchtig Gut der. 499 Nichts soll mich von meinem Jeſu 469 Nie bist du, Höchster, von uns. 249 Nie kann ich meines Gottes Wege 307 Nie will ich wieder fluchen.. 681 M. Mache dich, mein Geist, bereit. 482 Nimm hin den Dank für deine. 211 Macht Bahn dem Gottesgeist Noch auf der Jahre höchsten.. 761 Noch ist zwar im Herrn. 136 357 393 Macht, Kraft und Stärke Mächtig fannst du mich bewahren 303 Noch läßt der Herr mich leben 717 Mag auch der Glaube zagen Mein Abend kommt. 430 Noch lebt der Christ im.... 704 Noch schauen wir im dunkeln.. 441 Mein bester Trost in meinem Noch sing' ich hier aus dunklen 523 Noch wallen wir im Thränenthal 440 Mein Erlöser, Gottes Sohn.. 61 Nun bringen wir den Leib zur. 230 Nun bitten wir den heil'gen Geist 127 Mein erster Wunsch, mein.... Mein Erlöser, auch für mich 64 560 Mein erst Gefühl sei Preis und 715 Nun danfet alle Gott..... Mein Nun danket All' und bringet . 570 Nun, Gottes Kinder, freuet euch 119 9 47 Nun laßt uns Gottes Güte... 301 Nun Gottlob, es ist vollbracht Nun laßt vor Gott uns treten Nun sich der Tag geendet hat- 736 Nun ruhen alle Wälder..... 741 Nur Christus ist mein Leben. 434 Nur Einer, Einer bist du, Gott 269 Nur du, o Schöpfer uns'rer Welt 292 254 Geift ermunt're dich, und 487 Mein Geist erstaunt, Allmächtiger 300 Mein Glaub' ist meines Lebens. 397 Mein Glück im kurzen Raum der 398 Mein Gott, der Tag ist nun.. 738 Mein Gott, du wohnst im ew'gen 520 Mein Gott, ich weiß wohl, daß. 316 Mein Gott, wie bist du so Mein Heiland lebt; er hat die. 384 Mein Heiland nimmt die Sünder 403 Mein Heiland, wenn mein Geist 791 Mein Herz sei stark und unverzagt 595 Mein Leben, das du mir verliehen 649 Mein Leib soll, Gott, dein... 641 Meine Lebenszeit verstreicht 314 Meinen Jesum laß ich nicht... 616 Meines Herzens reinste Freude 419 Menschenfreund, nach deinem.. 665 Mir nach, spricht Christus, unser 364 Mit dem Haufen beiner Frommen 205 Mit den Deinen in der Stille. 687 431 535 . Christ, in diesen Leidenstagen 598 du allersüßte Freude 130 495 du, den Alles Vater nennt.. 690 Gott, aus dessen Segensmeere 643 Gott, du frommer Gott.. Gott, wie wird mein Geist.. 447 großer Gott, du reines Wesen 455 Haupt voll Blut und Wunden heil'ger Geist, kehr' bei uns. 129 74 33 514 Register. Nro. Nro. 133 650 751 323 794 Bater, welche Lebensfülle. O welch ein Segen ist ein. O welch ein unschätzbares Gut. 334 Welt, sieh hier dein Leben.. 75 wie heilig ist der Ort..... 216 wie lieblich ist's, wenn Brüder 694 Owie selig seid ihr doch, ihr.. 147 wie unaussprechlich selig.. 449 Owie wichtig und wie richtig 411 Deffentlich mit der Gemeine... 212 Oft hält dein Antlitz sich... 309 Oft flagt dein Herz, wie schwer. 629 6 Sanft, wie er gewandelt hat.. 236 Schau' hin in die vergangnen Schlaf', du liebes Kind . 750 Schlaf', Kind, du liegst am. Schmücke dich, erlös'te Seele.. 204 Schon ist der Tag von Gott.. 390 Schüße die Deinen, die nach dir 508 Schwing' dich auf gen Golgatha 89 Seele, suche doch dein Glück Segne Vater, unsern Fleiß... 706 Seht am Kreuz den Mann der. 90 Seht, welch ein Mensch; wie.. 70 Seid barmherzig, Menschen, höret 673 Seid gesegnet, letzte Stunden Sei gesegnet, Amen, Amen... 795 Sei Lob und Ehr' dem höchsten 294 413 Sei mit den Deinen, Jesu Christ 4 753 Sei still, o Seele, still zu Gott. 578 8 682 Sei uns gesegnet, Tag des Sei zufrieden, mein Gemüthe.. 297 Selig find des Himmels Erben. 145 149 Selig find die, welche nun Seufz' in des Kummers Höhle. 605 Sidhrer Mensch, noch ist es Zeit 452 Sieh, da steh'n die jungen Seelen 185 Sieh diese jungen Seelen Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 465 Sieh uns betend, Gott, vor dir 178 Sie kommt, sie kommt, die Zeit 24 So beschließen wir auch heut'.. 710 So bleib' es ihm denn ganz So gehe hin denn von den So hoff' ich denn mit festem So Jemand spricht: ich liebe.. 664 So lang ihr auf der Erde lebt. 193 Soll dein verderbtes Herz.... 516 Sollt' es gleich bisweilen scheinen 599 Sollt' ich jetzt noch, da mir schon 491 Sollt' ich meinem Gott nicht.. 564 Quelle der Vollkommenheiten.. 553 Sollt' ich meinem Herzen 188 190 224 401 .. 456 Sonnen leuchten, Erden wallen. 331 86 So schlummerst du. So weit, Herr, deine Wolfen.. 258 776 Stärke, die zu dieser Zeit Steil und dornicht ist die Bahn 423 Stets werde Gott von dir.... 330 Such', o Seele, Gott, den Herrn 544 heil'ger Geist, laß uns dein heiliger und guter Geist Heiligster, wir kommen hier. 93 Herr, mein Gott, durch den. 587 Herr, vor dem sich Erd' und 217 Jesu, Freund der Seelen... 611 Jesu, heil'ges Gotteslamm. 201 Jesu, Herr der Herrlichkeit. 223 Jesu, Licht und Heil der Welt 506 Jesu, meines Lebens Licht.. 783 könnt' ich dich, mein Gott.. 562 Lamm Gottes, unschuldig 56 rühmt euch eurer Weisheit.. 550 O selig, wer zufrieden 746 Osieh mit Baterhuld herab... 184 O treuer Jesu, der du bist..784 O Ursprung des Lebens. SSSSSS • .. • B. Preiset, Lippen, das Geheimniß. 200 Preis ihm, er fommt, des... 394 Preis ihm, er schuf und er erhält 271 Preis sei dir, meinem Gott... 744 R. Neif ist nunmehr der Felder Saat 755 Reiß dich los, mein Geist von. 442 Rings um mich her ist Alles 754 Rühmt den Herrn, ihr frommen 572 Ruh' und sich're Freuden 65 Ruht sanft, ruht sanft, ihr... 150 .... . . . ● Tag des Herrn, an dem die... 389 Tausend Jahre sind vor dir... 53 Theures Wort aus Gottes Munde 513 Sammlet euch, ihr Christen, gern 522 Töne des Weinens, Gesänge der 91 Säe deine Thränensaat..... 609 Register. 515 Nro. . Wachet auf, ruft einst bie.... 381 Wachet auf vom Echlaf, ihr.. 388 Wagst du vor Gottes Thron zu 538 Warum betrübst du dich, mein. 597 Warum sollt' ich mich denn... 600 Warum steigst du herab von 369 Was Glaube thut, ist wohlgethan 714 Was Gott thut, das ist.... 590 Was Gott thut, ist stets. 144 Was ist im Himmel, Höchster.. 546 Was ist mein zeitlich Leben.. 648 Was ist's, daß ich mich quäle. 596 Was ist vor deinem Angesichte. 288 Was mein Gott will, gescheh'.. 583 Was sollt' ich ängstlich klagen.. 575 Was wär' ich ohne dich gewesen 362 Was zagst du? Gott regiert die 424 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr.. 264 Beinet nicht mehr um die. 451 Weisheit, hohe Gottesgabe.. 321 Welche Stimme spricht in mir 332 Welch hohes Vorrecht schenkst du 536 Wenn Alle untreu werden.... 614 554 Wenn Christus seine Kirche schüßt 507 12 Wenn heiße Thränen mir.... 422 Wenn ich ein gut Gewissen habe 407 Wenn ich, o Schöpfer, deine.. 278 Wenn ich vor meinen Schöpfer. 539 Wenn meine Zeit vorhanden ist. 793 Wenn Menschen streben, dir an. 683 Wenn nun mein sterbend Auge. 786 Wenn uns dein Auge nicht. 160 Wenn wir in höchsten Nöthen.. 156 Wenn zur Vollführung deiner.. 493 Wer auf seinen Gott vertraut.. 592 Wer bin ich, welche wicht'ge. Wer da hat, dem gibt man doch 519 Wer das Kleinod will erringen. 478 Wer Gottes Wort nicht hält.. 494 Wer in des Höchsten Schatten. 302 Wer ist der Mann voll großer. 353 Wer ist's, der mit Himmelslichte 108 Wer ist wohl, wie du Wer nur den lieben Gott läßt. 589 625 22 55 Wer Sünde thut, o wie entweiht 343 69 Wer weiß, wie bald in tiefer.. 317 576 Wer weiß, wie nahe mir mein. 315 613 Wer zählt, Unendlicher, die.. 285 Wer zündet an in finstrer Nacht 41 548 Wie Augenblicke fliehen 234 Nro. Trauernd und mit bangem... 111 Triumph, Triumph und Preis. 95 Tugend ist der Seele Leben... 322 11. lleber aller Himmel Heere... 115 leberwinder, nimm die Palmen. 105 Um Gnade für die Sünderwelt. 76 Umsonst, umsonst verhüllst du dich 251 Unendlicher, den keine Zeit... 242 Uns bindet, Herr, dein Wort.. 505 Uns und die Uns'rigen verbindet 686 Unser Gott, der Herr der Welt. 348 Unser Gott ist groß und mächtig 277 Unserm Gott laßt uns lobsingen 180 Unser Wandel ist im Himmel.. 446 Unwiederbringlich schnell entflieh'n 748 Urquell aller Seligteiten.. 632 .. 798 44 Bater aller Menschenkinder... 175 Bater, den mein Herz verehret Bater, dir sei Preis und Ehre Vater, gib mir auch die Gabe 503 Bater, heilig möcht' ich loben.. 341 Bater, hier im Erdenschoose. Bater, mach' mich fromm und Bater, Sohn und heil'ger Geist. 186 Bater, weil an deinem Segen.. 158 Bergiß der Erde Herrlichkeiten 780 Verlaß mich nicht, mein Gott, in 768 Versäume nicht, dich selbst zu 628 Verstummt nun, ihr Klagen und 233 Biele Freuden streust du hin.. 644 Bollendet ist dein Werk, vollendet 125 Vollendet ist die Heil'ge Boller Ehrfurcht, Dank und. Vom Geräusch der Welt geschieden 414 Vom Tagwerk müde, suche ich. 734 Von der Herrschaft schnöder... 685 Bon dir, du Gott der Einigkeit. 226 Von dir, o Bater, nimmt mein. 601 Von eitler Erdenluft zurück Von Furcht dahingerissen von Gott will ich nicht lassen Von Herzen lieb' ich dich, o Herr Vor dir, o Gott, fich findlich.. 192 198 .. W. Wie fleucht dahin der Menschen 657 Wie getrost und heiter..€ 408 Bach' auf, du Geist der ersten. 509 Wie groß ist des Allmächt'gen. 255 Wach auf, mein Herz, und singe 716 Wie groß ist Gottes Herrlichkeit 281 33* 516 Nro. Nro. Wie groß ist uns're Seligkeit.. 396 Wir kommen, Retter, dir Gesang 169 Wie groß, o Gott, ist deine. 247 Wir nah'n zu deinem Throne.. 171 Wie groß, wie angebetet ist 17 Wir sind, wenn es die Pflicht. 705 Wie heilig ist die Stätte hier 530 Wirf, blöder Sinn. 21 Wie herrlich fand der Deinen 696 Wo eilt ihr hin, ihr Lebensstunden 651 Wie herrlich ist, o Gott... 241 Wo find' ich Gott, den meine.. 545 Wie herrlich strahlt der 354 Wohl dem, der bess're Schäße.. 647 Wie hoch hast du mich, Gott 623 Wohl dem, der richtig wandelt. 637 Wie mannichfaltig sind die Gaben 642 Wohlthätig sind der Erde Leiden 608 Wie oft, wie oft mißfallen wir. 342 Wohlzuthun und mitzutheilen.. 674 Wie sicher lebt der Mensch, der. 313 Wort aus Gottes Munde.... 350 Wie sie so sanft ruh'n, alle die. 151 Wunderbarer König. 573 Wie so tief herabgelassen. 371 Wundervoll sind deine Werke.. 257 Wie soll ich dich empfangen. 19 Wie soll ich dich recht loben Wie wichtig ist doch der Beruf. 324 Wie wird mir dann, o dann mir 450 Wie wohl ist mir, o Freund der 415 Wieder ist ein Jahr vergangen Will mich, o Gott, hienieden Willst du, wann Gott dich ruft. 453 Wir Alle, Gott und Vater Wir freuen uns, Herr Jesu Christ 122 Wir glauben All' an Einen Gott 274 361 3. 3aget nicht, wenn Dunkelheiten. 308 Zeit, die ich seufzend zähle.... 770 Zeuch uns nach dir 113 48 3u Gott, o Seele, schwing' dich 248 607 3um Erstenmal erschein' ich hier 781 Zum Himmel erhebe dich Zum Trost in unsern 155 141 Zur Ruhe wird der Leib gebracht 231 Zu so viel Tagen, die mir schon 740 • Register. . Verzeichniß der Gebete. .. Morgengebet am Sonntage. 474 Zur Passionszeit Beim Eintritt in die Kirche.. 475 Am Osterfeste. Beim Schluß des Gottesdienstes 476 Abendgebet am Sonntage... 476 Morgengebet 478 Selbstprüfung. 481 Beichtgebete. . . Am Tage der Himmelfahrt Am Pfingstfeste. Abendgebet Abendgebet am Schlusse der Woche 482 Abendmahlsgebete. Abendgebet für Kinder. 484 Für einen Kranken. Am Weihnachtsfeste Beim Jahreswechsel 484 Für einen Sterbenden 486 222 ᎧᎧᎧ 487 488 490 492 494 497 499 503 505 Anhang zum Gesangbuch für die evangelische Kirche in Nassan. ( Die Vieder des evangelischen Militär- Gesangbuchs.) *** Wiesbaden. Verlag des Geistlichen Wittwen- und Waisenfonds. die sibiennes and budget mbo- zamr I. Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder II. Sonntag III. Feste und Festzeiten Advent. . Weihnachten. Neujahr Epiphanienzeit Paffion Ostern. . ● Himmelfahrt. Pfingsten. Trinitatis. ● ● Inhalt. ● Buße Glaube und Heiligung IV. Kirche, Wort Gottes, Sakramente. V. Christliches Leben Kreuz und Trost Tod und Ewigkeit. VI. Besondere Zeiten und Verhältniſſe Morgen- und Abendlieder ● Krieg und Frieden. Am Geburtstag des Kaisers oder des Landesherrn . . ● ● ● . • . • . ● . • ● · 1* Nr. 1-14 15-21 22-68 22-27 28-33 34-36 37-41 42-51 52-57 58-60 61-66 67-68 69-80 81-141 81-87 88-114 115-128 129-141 142-150c 142-147 148-149 150a- c I. Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. Eigene Melodie. Eigene Melodie. 1. Allein Gott in der Höh sei 2. Dir, Dir, Jehovah, will ich Ehr und Dank für seine Gnade, fingen, denn wo ist doch ein solcher darum daß nun und nimmermehr Gott wie Du? Dir will ich meine uns rühren kann kein Schade; ein Lieder bringen, ach, gieb mir Deines Wohlgefalln Gott an uns hat, nun Geistes Kraft dazu, daß ich es thu ist groß Fried ohn Unterlaß, all im Namen Jesu Christ, so wie es Fehd hat nun ein Ende. Dir durch ihn gefällig ist. 2. Wir loben, preis'n, anbeten Dich für Deine Ehr; wir danken, daß Du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ungemessen ist Dein Macht, fortan geschieht, was Du bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn Deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die verlorn, Du Stiller unsers Haders; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm Dich unser aller! 4. O heilger Geist, Du höchstes Gut, Du all'rheilsamster Tröster, vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend allen Jammer ab und Noth; darauf wir uns verlaffen. Nicol. Decius, † 1541. 2. Was mich Dein Geist selbſt bitten lehret, das ist nach Deinem Willen eingericht und wird gewiß von Dir erhöret, weil es im Namen Deines Sohns geschieht, durch welchen ich Dein Kind und Erbe bin und nehme von Dir Gnad um Gnade hin. 3. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit Dein Sohn mich wieder zieh zu Dir; Dein Geift in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier; daß ich den Frieden Gottes schmeckt und fühl und Dir darob im Herzen sing und spiel. 4. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß meinSingen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, so bet ich Dich im Geist und Wahrheit an; so hebt Dein Geist mein Herz zu Dir empor, daß ich 6 Dir Psalmen sing im höhern Chor. 5. Denn der kann mich bei Dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich Dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. Eitelkeiten, die uns Sünd und Welt bereiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigenthum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht Dich preisen und im Geist Dir Dienst erweisen! Möcht ich 6. Wohl mir, daß ich dies Zeug- wie die Engel immer vor Dir nis habe! Drum bin ich voller stehen und Dich gegenwärtig sehen! in t Trost und Freudigkeit und weiß, Laß mich Dir für und für trachten daß alle gute Gabe, die ich von zu gefallen, liebster Gott, in allem. Dir verlange jeder Zeit, die giebst 5. Du durchdringest alles; wollst Du und thust überschwänglich mehr, mit Deinem Lichte, Herr, berühren als ich verstehe, bitte und begehr. mein Gesichte! Wie die zarten 7. Wohl mir! ich bitt in Jesu Blumen willig sich entfalten und Namen, der mich zu Deiner Rech- der Sonne stille halten: laß mich ten selbst vertritt: in ihm ist alles so still und froh Deine Strahlen Ja und Amen, was ich von Dir fassen und Dich wirken lassen. im Geist und Glauben bitt. Wohl 6. Mache mich voll Einfalt, mir, Lob Dir, jegt und in Ewig- innig, abgeschieden, sanft und still keit, daß Du mir schenkest solche in Deinem Frieden; mach mich Seligkeit. reines Herzens, daß ich Deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in Dir nur leben. Barth. Crasfelius, 1667-1724. Mel. Wunderbarer König zc. werden! 3. Gott ist gegenwärtig! Laſſet 7. Komm, in mir zu wohnen, uns anbeten und in Ehrfurcht vor daß mein Geist auf Erden Dir ihn treten! Gott ist in der Mitten: ein Heiligthum fann Alles in uns schweige und sich Komm, Du nahes Wesen, Dich innigst vor ihm beuge! Wer ihn in mir verkläre, daß ich stets Dich fennt, wer ihn nennt, schlagt die lieb und ehre! Wo ich geh, wo Augen nieder! Gebt das Herz ich steh, laß mich Dein gedenken, ihm wieder! mich in Dich versenken. Gerhard Tersteegen, 1697-1769. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht ge= beuget dienen; ,, heilig, heilig, heilig" singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Te deum laudamus. Eigene Melodie. Stimm, wenn auch wir Geringen 4. Herr Gott, Dich loben wir, unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Herr Gott, wir danken Dir! Dich, Bater, in Ewigkeit ehrt die Welt Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. 7 Gefahr gerathen, herzlich bei. weit und breit, all Engel und treu und stehst uns, wenn wir in Himmelsheer und was dienet Deiner Ehr, auch Cherubim und Sera- 9. Du strafft uns Sünder mit phim singen immer mit hoher Geduld und schlägst nicht allzusehr; Stimm: Heilig ist unser Gott! ja endlich nimmst Du unsre Schuld heilig ist unser Gott! heilig ist und wirfst sie in das Meer. unser Gott! der Herre Zebaoth. D. Mart. Luther, 1483-1546. Mel. Nun danfet all und bringet Ehr' 2c. 5. Ich singe Dir mit Herz 11. Du zählst, wie oft ein und Mund, Herr, meines Herzens Christe wein, und was sein KumLuft! Ich fing und mach auf mer sei, fein stilles Thränlein ist Erden fund, was mir von Dir bewußt. so klein, Du hebst und legst es bei. 2. Ich weiß, daß Du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von Dir allein gegeben werd? 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst Du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut und Dir zu Ehren reicht. 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werthen, edlen Fried in unserm Vaterland? 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohl auf, mein Herze, sing und spring und habe guten Muth: dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 4. Wer hat das schöne Himmels14. Er ist dein Schak, deir zelt hoch über uns gesetzt? Wer Erb und Theil, dein Glanz und ist es, der uns unser Feld mit Freudenlicht, dein Schirm und Thau und Regen nett? Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten find't? deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zum Heil gekehrt! 17. Er hat noch niemals was 7. Ach Herr, mein Gott, das tommt von Dir, Du, Du mußt alles thun! Du hältst die Wacht versehn in seinem Regiment: nein, an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun! So laß ihn ferner 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und thun und red ihm nicht darein: so Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Hallelujah! Hallelujah! Eigene Melodie. 2. Fürsten sind Menschen von Weib geboren und kehren um zu ihrem Staub, ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grcb 6, Lobe den Herren, den mäch- nimmt seinen Raub. Weil darn tigen König der Ehren, meine ge= tein Mensch uns helfen kann, rife liebete Seele, das ist mein Begehren: kommet zu Hauf, Pfalter man Gott um Hülfe an. Halleund Harfe wacht auf, lasset den lujah! Hallelujah! Lobgesang hören! 3. Selig, ja selig ist der zu 2. Lobe den Herren, der alles nennen, des Hülfe der Gott Jofobs so herrlich regieret, der dich auf ist, der sich vom Glauben durch Adelers Fittigen sicher geführet, nichts läßt trennen und hofft geder dich erhält, wie es dir selber troft auf Jesum Christ. Wer diesen gefällt. Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rath und That. Hallelu spüret? Hast du nicht dieses ver8 wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607-1676. 3. Lobe den Herren, der fünst- jah! Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer lich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freund- und Erden, und was darinnen ist, lich geleitet: in wie viel Noth hat gemacht; alles muß pünktlich ernicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! füllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah! Hallelujah! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren! was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit hams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander, † 1680. 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden: er ist's, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundist mancherlei. Hallelujah! Halle. nen macht er frei, und seiner Gnad lujah! Blinden, erhebt, die tiefgebenget 6. Sehende Augen giebt er den gehn; wo er kann gläubige Seelen finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Truß, Wittwen und Waisen hält er Schuß. Eigene Melodie. 7. Lobe den Herren, o meine Hallelujah! Hallelujah! Seele, ich will ihn loben bis zum 7. Aber der Gottesvergeffnen Tod. Weil ich noch Stunden auf Tritte tehrt er mit starker Hand Erden zähle, will ich lobsingen zurück, daß sie nur machen vers meinem Gott. Der Leib und Seel kehrte Schritte und fallen selbst in Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah! Hallelujah! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe Amen! und bringe Lob mit frohem Muth! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geist! HalleIujah! Hallelujah! Joh. Dan. Herrnschmidt, 1675-1723. Eigene Melodie. 8. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden; der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jekund gethan. 9 Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimm erschallte bis dahin, wo die Sonne steht, o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dant, und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Bier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 2. Der ewig- reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer 5. Ach, alles, alles, was ein fröhlich Herz und edlen Frieden Leben und einen Odem in sich hat, geben und uns in seiner Gnad soll sich mir zum Gehülfen geben; erhalten fort und fort und uns denn mein Vermögen ist zu matt, aus aller Noth erlösen hier und die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreieingen Gott, wie es anfänglich war und ist und bleiben wird jegund und immerdar. Mart. Rintart, 1586-1649. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Leib und Geist, für alles, mildester Berather, was Deine Güte mir erweist; was Du in Deiner ganzen Welt zu meinem Wohlsein hast bestellt. Eigene Melodie. 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß Dein erbarmungs= volles Herz sich mir so hülfreich hat erwiesen und mich durch Blut und Todesschmerz von aller Teufel Grausamkeit zu Deinem Eigenthum befreit. 9. D daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette 8. Auch Dir sei ewig Ruhm vom allertiefsten Herzensgrund ein und Ehre, o heilig- werther Gottes 10 Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. geist, für Deines Trostes süße Lehre, ohn den nichts ist, was ist, von die mich ein Kind des Lebens heißt. dem wir alles haben: gesunden Leib Ach, wo ich etwas Guts verricht, gieb mir, und daß in solchem Leib das wirket nur Dein göttlich Licht. ein unverletzte Seel und rein Ge9. Wer überströmet mich mit wissen bleib. Segen? Bist Du es nicht, Du reicher 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, Gott? Wer schützet mich auf mei- was mir zu thun gebühret, wozu nen Wegen? Du, Du, o Herr, mich Dein Befehl in meinem Stande Gott Zebaoth! Du trägst mit führet; gieb, daß ich's thue bald zu meiner Sünden Schuld unsäglich der Zeit, da ich soll, und wenn gnädige Geduld. ich's thu, so gieb, daß es gerathe 10. Ich hab es ja mein Lebe- wohl. tage schon so manch liebes Mal 3. Hilf, daß ich rede stets, wogespürt, daß Du mich unter vieler mit ich kann bestehen; laß kein unPlage zwar wunderbar, doch wohl nüßlich Wort aus meinem Munde geführt; denn in der größesten gehen; und wenn in meinem Amt Gefahr ward ich Dein Trostlicht doch gewahr. ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn 11. Wie sollt ich nun nicht vol- Verdruß. ler Freuden in Deinem steten Lobe stehn! Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn! Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von Deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will Dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst Du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 13. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin, im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei Deinen Engeln bin: da sing ich Dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. Joh. Menger, 1658-1734. Eigene Melodie. 7. Laß mich an meinem End auf 10. Gott, Du frommer nimm zu Dir hinauf zu Deinen Christi Tod abscheiden, die Seele Gott! Du Brunnquell guter Gaben, Freuden; dem Leib ein Räumlein 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch in's Alter dringen: so gieb Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. 11 gönn bei frommer Christen Grab, nicht von seinem Volk geschieden; auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn Du die Todten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch Deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören Deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Joh. Heermann, 1585-1647. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 11. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt; gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken Dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in Deinem Schatten wohnen, die preisen Deine Schöpfermacht, die alles also wohlbedacht; gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich; gebt unserm Gott die Ehre. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, bernimm mein er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will Dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, Deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre fich, mein Geist und Leib erfreue Dich; gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott; gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen, bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jac. Schüß, 1640-1690. Eigene Melodie. Schreien! Da half mein Helfer mir 12. Sollt ich meinem Gott vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dant, ach Gott, nicht singen, sollt ich ihm drum dank ich Dir, ach, dantet, dankbar sein? Denn ich seh in allen banket Gott mit mir; gebt unserm Dingen, wie so gut er's mit mir nicht Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer mein'. Ist's doch nichts als lauter Sieben, das sein treues Herze regt, 12 Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. das ohn Ende hegt und trägt, die 7. Wenn ich schlafe, wacht sein in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding 2c. Sorgen und ermuntert mein Gemüth, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding 2c. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding 2c. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein theures Blut gewinn. O Du unergründ'ter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, Deine Tief ergründen können! Alles Ding zc. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir auch bitter scheint, den noch, wenn ich's recht erwäge, sind 4. Seinen Geist, den edlen Führer, es Zeichen, daß mein Freund, der giebt er mir in seinem Wort, daß mich liebet, mein gedenke und mich er werde mein Regierer durch die von der schnöden Welt, die mich Welt zur Himmelspfort; daß er hart gefangen hält, durch das Kreuze mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding xc. zu ihm lenke. Alles Ding u. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Noth entstehen, nimmt er's gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding 2c. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mir's nicht aus dem Sinn entgehn, Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding 2c. den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding 2c. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't, ei, so heb ich meine Hände zu Dir, 6. Himmel, Erd und ihre Heere Bater, als Dein Kind, bitte, wollst hat er mir zum Dienst bestellt. mir Gnade geben, Dich aus aller Wo ich nur mein Aug hinkehre, meiner Macht zu umfangen Tag find ich, was mich nährt und hält, und Nacht hier in meinem ganzen Thier und Kräuter und Getreide, Leben, bis ich Dich nach dieser Zeit in den Gründen, in der Höh, in lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1607-1676. Allgemeine Gebets-, Lob- und Danklieder. 13 Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz| Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die geübet. 13. Wie groß ist des All- Sünde nicht. mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit der härtetem Gemüthe den Dank erstidt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth Eigene Melodie. mich geleitet? Er, deſsen Rath ich 14. Wunderbarer König, Herroft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein, Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir in's Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 6. Gott! Laß Deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben Dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. 5. Dies ist mein Dant, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er; je mehr ich dies Gebot er fülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder scher von uns Allen, laß Dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme hast Du lassen fließen, ob wir schon Dich oft verließen. Hilf uns noch, stärt uns doch! Laß die Zunge singen, laß die Stimme flingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonne, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, finge, fröhlich singe, finge deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge, wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth! Er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet! Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet! O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, † 1680. 14 Sonntag. II. Sonntag. Mel. Gott des Himmels und der Erden. mit Allen, die Dich hören, heute Deinen Gnadenbund, daß, wenn in Dein Herze dringt. man hier fleht und singt, solches 15. Hallelujah, schöner Mor= gen, schöner, als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch schließe, wie er angefangen ist. 8. Gieb, daß ich den Tag be seine Lieblichkeit recht das Innerste Segne, pflanze und begieße, ber Du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sab bath halten mag. Jonath. Krause, 1701-1762. erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. Eigene Melodie. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes 16. Herr Jesu Christ, Dich Güte recht als einen Morgenthau, zu uns wend, Dein heilgen Geist die mich führt aus meiner Hütte Du zu uns send; mit Hülf und zu des Vaters grüner Au. Da hat Gnad er uns regier und uns den wohl die Morgenstund edlen Schatz Weg zur Wahrheit führ! und Gold im Mund. 2. Thu auf den Mund zum Lobe Dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns Dein Nam werd wohl bekannt! 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte! Heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gottes= werk für mich. 5. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen Dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herz. zu Sachsens Weimar, 1598-1662. 6. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust; laß mich Lehr und Trost gewinnen, gieb zu Deinem Manna Lust, daß mir Deines Wortes Schall recht tief 17. Laß mich Dein ſein und Mel. Herzlich thut mich zc. in mein Herze fall. 7. Segne Deiner Knechte Lehren, bleiben, Du treuer Gott und Herr! öffne selber ihren Mund. Mach Von Dir laß nichts mich treiben, Sonntag. 15 halt mich bei Deiner Lehr! Herr, Du giebest, weil Du liebest den, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich Dir danken in alle Ewigkeit. der Dich liebt in der That. Laß Dich finden, laß Dich finden, der hat alles, der Dich hat. Nicol. Selnecker, 1530-1592. Eigene Melodie. 18. Liebster Jeju, wir sind hier, Dich und Dein Wort anzuhören, lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu Dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht Deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten wollst Du selbst in uns verrichten. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß Dich finden, laß Dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joach. Neander, † 1680. Mel. Gott des Himmels und der zc. 20. Thut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein! Ach, wie wird an diesem Orte Gottes Angesicht, hier ist lauter meine Seele fröhlich sein! Hier ist Ande 3. Du Glanz der Herrlich- Troft und Licht. D leit! Licht vom Licht, aus Gott ge2. Ich bin, Herr, zu Dir geboren! Mach uns allesammt bereit, kommen, komme Du nun auch zu öffne Herzen, Mund und Ohren; mir. Wo Du Wohnung haft geunser Bitten, Flehn und Singen nommen, da ist lauter Himmel hier. laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es Deinen Tempel sein! Tob. Clausniger, 1618-1684. 3. Laß in Furcht mich vor Dich treten, heilge Du Leib, Seel und Eigene Melodie. 19. Sich, hier bin ich, Ehrenfönig, lege mich vor Deinen Thron; schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich Dir, Du Menschensohn! 4. Mache mich zum guten Lande. Laß Dich finden, laß Dich finden, wenn Dein Saatkorn auf mich fällt! bin ich gleich nur Asch und Thon. Gieb mir Licht in dem Verstande, Beten Dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge Du, Herr, Mund und Ohr, zich das Herze ganz empor! 2. Sich doch auf mich, Herr, und was mir wird vorgestellt, präge ich bitt Dich, lenke mich nach meinem Herzen ein, laß es mir zur Deinem Sinn; Dich alleine ich Frucht gedeihn. nur meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß Dich finden, laß Dich finden, gieb Dich mir und nimm mich hin. 5. Stärf in mir den schwachen Glauben, laß Dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte mir Dein Wort stets für, daß 3. Ich begehre, Herr, gewähre es mir zum Zeitstern dient und zum mir nur Deine freie Gnad, die Trost im Herzen grünt. Feste und Festzeiten. 16 6. Rede, Herr, so will ich hören, Mel. Liebster Jesu, wir zc. und Dein Wille werd erfüllt. Nichts 21. Unsern Ausgang segne laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrod, tröste mich Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben! in aller Noth. Hartmann Schenf, 1634-1681. Benj. Schmold, 1672-1737. III. Feste und Festzeiten. meint es gut, drum laffet uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth! Advent. 5. Frisch auf, ihr Hochbetrübten! Der König kommt mit Macht! An Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 22. Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der König kommt heran! Empfanget unverdrossen den großen uns, sein Herzgeliebten, hat er Wundermann! Ihr Christen geht schon längst gedacht. Nun wird herfür! Laßt uns vor allen Dingen tein Angst noch Pein, noch Zorn ihm Hosianna singen mit heiliger hinfür uns schaden, dieweil uns Begier! Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist gar nah! Hinweg 6. So eilt mit schnellen Schrit all Angst und Schmerzen, der Hel- ten, den König selbst zu sehn! Er fer ist schon da. Seht, wie so kommt in unsre Mitten, start, herrs mancher Ort hochtröstlich ist zu lich, sanft und schön. Nun tretet nennen, da wir ihn finden können: all heran, den Heiland zu begrüßen, im Nachtmahl, Lauf und Wort! der alles Kreuz versüßen und uns 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten! erlösen kann. Der König ist nicht fern! Seid 7. Der König will bedenken fröhlich, ihr Verzagten! Dort die, so er herzlich liebt, mit köftkommt der Morgenstern! Der Herr lichen Geschenken, als der sich selbſt will in der Noth mit reichem Trost uns giebt durch seine Gnad und euch speisen, er will euch Hülf er- Wort. König hocherhoben, wir weisen, ja dämpfen gar den Tod. alle wollen loben Dich freudig hier 4. Seid fromm, ihr Unterthanen! und dort! Der König ist gerecht! Laßt uns 8. Nun, Herr, Du giebst uns die Weg ihm bahnen, macht sie reichlich, wirst selbst doch arm und zum Einzug recht! Fürwahr, er schwach; Du liebest unvergleichlich, Feste und Festzeiten. Du gehst den Sündern nach. Drum wolln wir Dir allein die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hosianna singen und ewig dankbar sein! Joh. Rist, 1607-1667. Mel. Nun kommt der Heiden Heiland. 23. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, was sie haben prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Friedefürst, Kraft, Rath und Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Theil! Richte Dir auch eine Bahn, Herr, in meinem Herzen an. 5. Zeuch, Du Ehrenkönig, ein, es gehöret Dir allein; mach es, wie Du gerne thust, rein von aller Sündenluft. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei gemein, da dieser König ziehet ein! sich hat! Wohl allen Herzen insEr ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Tröster, früh und spat. Wonn; gelobet jei mein Gott, mein 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Eur Herz zum der Gottseligkeit steckt auf mit AnTempel zubereit't; die 3weiglein dacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich; gelobet 7. Tröste, tröste meinen Sinn, sei mein Gott, voll Rath, voll weil ich schwach und blöde bin, That, voll Gnad. und des Satans schlaue List sich gar hoch und fühn vermißt. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Meins Herzens Thür Dir 8. Laß mich, wenn Du, Lebens- offen ist. Ach, zeuch mit Deiner fürst, prächtig wieder kommen wirst, Gnaden ein, Dein Freundlichkeit freudig Dir entgegengehn und vor auch uns erschein, Dein heilger Dir gerecht bestehn. Heinr. Held, um 1650. Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen Dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weiffel, 1590-1635. 6. Und wie Deine Zukunft war voller Sanftmuth, ohn Gefahr, also sei auch jeder Zeit Deine Sanftmuth mir bereit. 17 die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rath. Eigene Melodie. 24. Macht hoch die Thür, Anhang. werth, Sanftmüthigkeit ist sein Ge2. Er ist gerecht, ein Helfer fährt, sein Königskron ist Heiligfeit. All unsre Noth zum End er feit, sein Scepter ist Barmherzig= bringt; deshalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That. 2 18 Feste und Festzeiten. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des 25. Mit Ernst, o Menschen- Vaters Willen im Leiden hat vollfinder, das Herz in euch bestellt, bracht. bald wird das Heil der Sünder, 3. Ihr Mächtigen auf Erden, der wunderstarke Held, den Gott nehmt diesen König an; soll euch aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er 4. Jhr Armen und Elenden in haßt; macht eben jeden Pfad, die dieser bösen Zeit, die ihr an allen Thal laßt sein erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad. Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemuth, laßt eure Lieder klingen, dem König zu lobsingen, der ist das höchste Gut. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, bei Gott am höchsten steht, 5. Er wird nun bald erscheinen ein Herz, das Hochmuth übet, mit in seiner Herrlichkeit, der euer Leid Angst zu Grunde geht, ein Herz, und Weinen verwandeln wird in das richtig ist und folget Gottes Freud. Er ist's, der helfen kann; Leiten, das kann sich recht bereiten, macht eure Lampen fertig, seid zu dem kommt Jesus Christ. seiner stets gewärtig, er ist schon 4. Ach, mache Du mich Armen auf der Bahn. zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu selbst bereit; zeuch in mein Herz hinein, mach es zu Deiner Krippen, so Mich. Schirmer, 1606-1673. Mel. Valet will ich dir geben 2c. werden Herz und Lippen Dir all- 27. Wie soll ich Dich emzeit dankbar sein. pfangen, und wie begegn ich Dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele 3ier? O Jesu, Jesu, sege mir selbst die Fackel bei, damit, wissend sei. was Dich ergöße, mir fund und Mel. Aus meines Herzens Grunde. 26. Nun jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, 2. Dein Zion streut Dir Palweil unser Heil ist kommen, der men und grüne Zweige hin, und Herr der Herrlichkeit; zwar ohne ich will Dir in Psalmen ermuntern stolze Pracht, doch mächtig zu ver- meinen Sinn. Mein Herze foll heeren und gänzlich zu zerstören des Dir grünen in stetem Lob und Teufels Reich und Macht. Preis und Deinem Namen dienen, 2. Kein Scepter, keine Krone so gut es kann und weiß. sucht er in dieser Welt; im hohen 3. Was hast Du unterlassen zu Himmelsthrone ist ihm sein Reich meinem Trost und Freud, als Leib Val. Thilo jun., 1607-1662. gerathen werden, so geht die rechte Bahn, die nach dem Himmel führt. Denn wenn ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes 3orn gebührt. Feste und Festzeiten. 19 und Seele saßen in ihrem größten Der Herr wird sie zerstreuen in Leid? Als mir das Reich genom- einem Augenblick; er fommt, er men, da Fried und Freude lacht, kommt ein Rönig, dem alle Macht da bist Du, mein Heil, kommen und List der ganzen Welt zu wenig und hast mich froh gemacht. zum Widerstande ist. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat Dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit Du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in Deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 1607-1676. Weihnachten. Mel. Vom Himmel hoch da zc. 28. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller 6. Das schreib dir in dein Welt gedacht. Ihn preise, was Herze, du hochbetrübtes Heer, bei durch Jesum Christ im Himmel welchem Gram und Schmerze sich und auf Erden ist. häufet mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? 2. Die Völker haben Dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward: da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, Dich, seinen Sohn. 7. 3hr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Luft, all Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 4. Herr, der Du Mensch ge8. Auch dürft ihr nicht boren wirst, Immanuel und Friedeschrecken vor eurer Sünden Schuld, fürst, auf den die Väter hoffend nein, Jesus will sie decken mit sahn, Dich, Gott, mein Heiland, seiner Lieb und Huld. Er kommt, bet ich an. er kommt den Sündern zu Trost 5. Du unser Heil und höchstes und wahrem Heil, schafft, daß bei Gut vereinest Dich mit Fleisch Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Blut, wirst unser Freund und erund Theil. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still. Er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 6. Durch Eines Sünde fiel die 2* Feste und Festzeiten. 20 diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. Welt, Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt? 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit 7. Jauchzt, Himmel, die ihr Deiner Gunst, Dein Licht sei meine ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Weihnachtswonne und lehre mich Geburt! Und Erde, die ihn heute die Weihnachtskunst, wie ich im sieht, sing ihm, dem Herrn, ein Bichte wandeln soll und sei des neues Lied! Weihnachtsglanzes voll. Casp. Friedr. Nachtenhöfer, 1624-1685. 8. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen 2c. Chr. Fürchteg. Gellert. 1715-1769. 30. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 29. Dies ist die Nacht, da 2. Heute geht aus seiner Kammer mir erschienen des großen Gottes Gottes Held, der die Welt reißt Freundlichkeit; das Kind, dem alle aus allem Jammer. Gott wird Engel dienen, bringt Licht in meine Mensch, dir, Mensch, zu gute, Dunkelheit; und dieses Welt- und Gottes Kind, das verbind't sich Himmelslicht weicht hunderttausend mit unserm Blute. Sonnen nicht. 3. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: laffet fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder! 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein; der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 4. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und 3. In diesem Lichte fannst du flein, fommt mit großem Haufen! sehen das Licht der flaren Selig- Liebt den, der vor Liebe brennet, feit; wenn Sonne, Mond und schaut den Stern, der uns gern Stern vergehen, vielleicht in einer Licht und Labsal gönnet! 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht! Mit Gott mußt Du es treulich meinen, sonst hilft dir diese 6. Wer sich fühlt beschwert im Sonne nicht: willst du genießen Herzen, wer empfind't seine Sünd 5. Die ihr schwebt in großem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden; faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. kurzen Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. Feste und Festzeiten. und Gewissens- Schmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 7. Die ihr arm seid und elende, fommt herbei, füllet frei eure Glaubenshände! Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 8. Süßes Heil, laß Dich umfangen, laß mich Dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch Dich wohl zufrieden geben. 9. Ich will Dich mit Fleiß bewahren, ich will Dir leben hier und mit Dir heimfahren. Mit Dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1607-1676. 21 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an, des fren sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Hallelujah! D. Martin Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. 32, Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute, neue Mähr, der guten Mähr bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. Eigene Melodie. 31. Gelobet feist Du, Jesu 2. Euch ist ein Kindlein heut Christ, daß Du Mensch geboren geborn von einer Jungfrau ausbist von einer Jungfrau, das ist erforn; ein Kindelein so zart und wahr, des freuet sich der Engel sein, das soll eur Freud und Wonne Schaar. Hallelujah! ſein. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schooß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 3. Es ist der Herr Chrift unser 2. Des ewgen Vaters einig find jetzt man in der Krippe find't, Gott, der will euch führn aus aller in unser armes Fleisch und Blut Noth, er will eur Heiland selber verkleidet sich das ewge Gut. Halle- sein, von allen Sünden machen rein. lujah! 4. Er bringt euch alle Seligfeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun die Zeichen recht, die Krippe und die Windeln 4. Das ewge Licht geht da herein, schlecht, da findet ihr das Kind giebt der Welt ein neuen Schein, gelegt, das alle Welt erhält und es leucht't wohl mitten in der trägt. Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn 22 Feste und Festzeiten. hinein, zu sehn, was Gott uns hat leid; bist aller Heiden Trost und beschert, mit seinem lieben Sohn Licht, suchst selber Trost und findst verehrt. ihn nicht. Hallelujah! 7. Ich aber, Dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein 7. Sei uns willkommen, edler Gaft! Den Sünder nicht verschmähet haft und kommst in's Elend es recht: ich liebe Dich, doch nicht her zu mir; wie soll ich immer danken Dir? so viel, als ich Dich gerne lieben will. Hallelujah! 8. Der Will ist da, die Kraft ist flein; doch wird Dir nicht zu wider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst Du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! 8. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn: des freuet sich der Engel Schaar und singet uns solch neues Jahr! D. Martin Luther, 1483-1546. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 33. Wir singen Dir, Imma9. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst Du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu Dir fehr. Hallelujah! nuel, Du Lebensfürst und Gnaden- 10. Du bist mein Haupt, hinquell, Du Himmelsblum und Mor- wiederum bin ich Dein Glied und genstern, Du Sohn der Jungfrau, Eigenthum und will, so viel Dein Herr der Herrn. Hallelujah! Geist mir giebt, stets dienen Dir, wie Dir's beliebt. Hallelujah! 2. Wir singen Dir mit Deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß Du, o lang gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach Dir gewacht, auf Dich gehofft ſo lange Jahr der Väter und Propheten Schaar. Hallelujah! Neujahr. 4.„ Ach, daß der Herr aus Mel. Vom Himmel hoch da komm 2. Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe 34. Das alte Jahr vergangen bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!" Hallelujah! ist; wir danken Dir, Herr Jeſu Christ, daß Du in Noth uns und Gefahr so gnädiglich beschützt dies 5. Nun bist Du hier, da liegest Du, hältst in der Krippe Deine Jahr. Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. 11. Ich will Dein Hallelujah hier mit Freuden fingen für und für, und dort in Deinem Ehrensaal soll's schallen ohne Zeit und Zahl. Hallelujah! Paul Gerhardt, 1607-1676. 2. Wir bitten Dich, Du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Hallelujah! Thron: Du wollst Dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht Dein heils 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herze=| Feste und Festzeiten. sam Wort, das ist der Seelen höchster Hort; vor Irrlehr und Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn und fromm zu werden fangen an; kein'r Sünd im alten Jahr gedent, ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Hilf christlich leben, seliglich einst sterben, und laß fröhlich mich am jüngsten Tage auferstehn und mit Dir in den Himmel gehn, 6. Zu danken und zu loben Dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu Deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steuerlein, 1546-1613. 23 Leben, kannst die Sünde mir vergeben. 5. Tröste mich mit Deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, wenn ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Sorge hin, stärke mich in meinen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 6. Herr, Du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 7. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudig will ich Dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rift, 1607-1667. Mel. Unser Herrscher, unser König. 35. Huf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an! laß es neue Kräfte bringen, daß auf's neu ich wandeln kann! 36. Nxn laßt uns gehn und Glück und neues Leben treten mit Singen und mit Beten wollest Du aus Gnaden geben. zum Herrn, der unserm Leben bis Neues Mel. Wach auf, mein Herz, und finge zc. 2. Meiner Hände Werk und hierher Kraft gegeben. Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch Dich gerathen und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen und verrichten Deinen Willen. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und 3. Was ich dichte, was ich mache, Plagen, durch Zittern und durch das gescheh in Dir allein; wenn Zagen, durch Krieg und große ich schlafe, wenn ich wache, wolleft Schrecen, die alle Welt bedecken. Du, Herr, bei mir sein. Geh ich 4. Denn wie von treuen Müttern aus, wollst Du mich leiten, tomm in schweren Ungewittern die Kind= ich heim, so steh zur Seiten! lein hier auf Erden mit Fleiß be= 4. Laß dies sein ein Jahr der wahret werden: Gnade, laß mich büßen meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer läßt Gott uns, seine Kinder, wenn schade, daß ich bald Vergebung Noth und Trübsal bliken, in ſeinem find; niemand sonst, als Du, mein Schooße sizen. 5. Also auch und nicht minder 24 Feste und Festzeiten. 6. Ach, Hüter unfres Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Epiphanienzeit. Thun und machen, wo nicht Dein mel. Meinen Jesum laß ich nigt. Augen wachen. 7. Gelobt sei Deine Treue, die 37. Jesu, großer Wundersten, alle Morgen neue, Lob sei den der aus Jacob ist erschienen: meine starken Händen, die alles Herzleid Seele will so gern Dir an Deinem wenden. An dua te dalt Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ich's von Dir selber habe und damit beschenket bin; so ist Dir's die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. 8. Laß ferner Dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. Hu 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach Dir und Deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, die Friedensströme fließen. 11. Sprich Deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 4. Nimm die Myrrhen bittret Reu, ach, mich schmerzet meine Sün12. Sei der Verlaffnen Vater, de! Aber Du bist fromm und treu, der Irrenden Berather, der Un- daß ich Trost und Gnade finde versorgten Gabe, der Armen Gut und nun fröhlich sprechen kann: und habe. Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister, 1671-1756. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu Dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor Dich bringen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht z. 38. Lasset uns mit Jeſu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen, irdisch 15. Das alles wollst Du geben, noch, schon himmlisch sein, glauben o meines Lebens Leben, mir und recht und leben rein, in der Lieb der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. this den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge Paul Gerhardt, 1607-1676. Dir. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit Deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach Feste und Festzeiten. 25 dem Beide folgen Freuden, Armuth Ich bin der Weg, ich weise wohl, hier macht droben reich. Thränen- wie man wahrhaftig wandeln soll. faat, die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es fann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit Dir, dort theil Deine Freud 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe mein Gemüthe. Mein Mund, der fleußt zu jeder Zeit von Sanftmuth und von Güte. Mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben, sein Tod schützt vorm andern Tod, reißt die Seel aus dem Verderben, wendet ab die ewge Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab: so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich Dir, daß ich lebe für und für. 4. Basset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jesu, unser Haupt Du bist; wir sind Deines Leibes Glieder, wo Du lebst, da leben wir: ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, für Deine Brüder. Dir, o Jesu, leb ich hier und dort ewig auch bei Dir. Sigismund von Birken, 1626-1681. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich tämpfe selbst und breche Bahn, bin alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren, wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht werth und meiner Bier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachMel. Mach's mit mir, Gott, nach und gern bei ihm im Leiden stehen; gehen und wohlgemuth, getroft Deiner Güt. wer nicht auch die 39. Mirnach, spricht Chriftus, Recon des ewgen Lebens nicht daunser Held, mir nach, ihr Christen von. alle, verleugnet euch, verlaßt die Joh. Scheffler( Angelus Silefius), Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; 1624-1677. nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! Mel. Seelenbräutigam 2c. 2. Ich bin das Licht, ich leucht 40. Wer ist wohl, wie Du, euch für mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, Jesu, süßze Ruh? Unter vielen darf nicht im Finstern schweben. auserforen, Leben derer, die ver 26 Feste und Festzeiten. loren, und ihr Licht dazu, Jesu, die Seele gieb, daß ich wachen süße Ruh! mög und beten, freudig vor Dein 2. Leben, das den Tod, mich Antlig treten; ungefärbte Lieb in aus aller Noth zu erlösen, hat die Seele gieb. geschmecket, meine Schulden zuge= decket und mich aus der Noth hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch ver= senket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast Du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! brennen, als Dein Eigenthum, allerschönster Ruhm! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst Du Deine Hand ausstrecken; habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Scepter will ich küssen, mit Maria Dir zu Füßen sigen früh und spät, höchste Majeſtät! 6. Laß mich Deinen Ruhm, als Dein Eigenthum, durch des Geistes Eigene Melodie. Licht erkennen, stets in Deiner Liebe 41. Wie schön leuchtet der 12. Einen Heldenmuth, der da Gut und Blut gern um Deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch Dein theures Blut. 13. Soll's zum Sterben gehn, wollst Du bei mir stehn, mich durch's Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen, 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu Dir fortseße, und mich nicht in seinem Neke Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geiftes Trieb in 7. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor Dir sonst nichts gilt, als Dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht hoch erhaben. 1670-1739. Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn aus Juda ausgegangen. Du Davids Sohn aus Jacobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, Du hast mein Herz umfangen; lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles mög von Dir wanken, sondern 2. O meine Perle, werthe Kron, bleibe in den Schranken, sei Du mein Gewinn, gieb mir Deinen Sinn. Sohn Gottes und Marien Sohn, Du hochgeborner König, mein Herz ist voll von Deinem Ruhm, Dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Herr, Dich preis ich, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, Deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz Feste und Festzeiten. 27 hinein, Du Gottesglanz und Him- schöne Freudenkrone, bleib nicht melsschein, die Flamme Deiner Lie- lange, weil ich sehnlich Dein verbe! Und stärk mich, daß ich ewig lange. bleib, o Herr, ein Glied an Deinem Leib, in frischem Lebenstriebe! Nach Dir wallt mir mein Gemüthe, ewge Güte, bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. Phil. Nicolai, 1556-1608. Passion. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 4. Von Gott fommt mir ein Freudenlicht, wenn ich Dein holdes Angesicht seh freundlich auf mich blicken. Jeju, Du mein höchstes Gut, Dein Wort, Dein Geist, Dein 42. Der am Kreuz ist meine Biebe, meine Lieb ist Jesus Chrift! Weg ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Leib und Blut mich innerlich er- Bieb ist nicht von Gott, eure Lieb quicken. Nimm mich freundlich in ist gar der Tod! die Arme, Herr, erbarme Dich in Gnaden! Auf Dein Wort komm ich geladen. Der am Kreuz weil ich mich im ist meine Liebe, Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine 5. Gott Vater, o Du starker Liebe! Frevler, was befremdet Held, Du hast mich ewig vor der dich, daß ich mich im Glauben Welt in Deinem Sohn geliebet. übe? Jesus gab sich selbst für Dein Sohn hat sich mit mir ver- mich; so ist er mein Friedenstraut, mein Herz auf ihn mit schild, aber auch mein Lebensbild. Freuden schaut, was ist's, das mich Der am Kreuz ist meine Liebe, betrübet? Preis Dir! Heil mir! weil ich mich im Glauben übe. Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du besiegst mich nicht! Weh mir, wenn ich den 6. Spielt unserm Gott mit betrübe, der für mich ging in's Saitentlang und laßt den süßesten Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Gesang ganz freudenreich erschallen. Sohn? Trät ich nicht sein Blut Ich will mit meinem Jesus Christ, mit Hohn? Der am Kreuz ist der mir mein ein und alles ist, meine Liebe, weil ich mich im in steter Siebe wallen. Singet, Glauben übe. flinget, jubiliret, triumphiret! dankt dem Herren, ihm, dem König aller Liebe! 4. Der am Kreuz ist meine Schweig Gewissen, glaube Ehren! dran, Gott aus reinem Liebestriebe 7. Wie fren ich mich, Herr hat die Handschrift abgethan und Jesu Christ, daß Du der Erst mit meines Bürgen Blut sie durchund Lette bist, der Anfang und strichen mir zu gut. Der am Kreuz das Ende. Du wirst mich einst ist meine Liebe, weil ich mich im zu Deinem Preis aufnehmen in Glauben übe. das Paradeis, froh falt ich meine 5. Der am Kreuz ist meine Hände! Amen, Amen, fomm, o Liebe! Keine Trübsal noch so groß, 28 Feste und Festzeiten. Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts rem Lösegeld mich erkauft von dieser macht mich von Jesu los; nicht Welt. Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, 4. Ich bin Dein!- sprich Du Engel nicht, kein Fürstenthum. Der darauf ein Amen! Treuster Jesu, am Kreuz ist meine Liebe, weil ich Du bist mein! Drücke Deinen mich im Glauben übe. süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit Dir alles thun und alles lassen, in Dir leben und in Dir erblassen: das sei bis zur legten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1798-1864. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nun ist auch der Tod mein Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Eigene Melodie. 44. Herzliebster Jesu, was Mel. Herr und Aeltster Deiner zc. haft Du verbrochen, daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen! 43. Eines wünsch ich mir vor Was ist die Schuld? In was für allem andern, eine Speise früh und spät; selig läßt's im Thränenthal Missethaten bist Du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit sich wandern, wenn dies eine mit Dorn gekrönet, in's Angesicht ge uns geht: unverrückt auf einen schlagen und verhöhnet, Du wirst Mann zu schauen, der mit blutgem mit Essig und mit Gall getränket, Schweiß und Todesgrauen auf sein an's Kreuz gehentet. Antlik niedersank und den Kelch des Vaters trank. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben Dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe dies vers schuldet, was Du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 1m 1688. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er, als ein stilles Lamm, dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: es ist vollbracht! 5. O große Lieb, o Lieb ohn 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie alle Maße, die Dich gebracht auf vergessen meine Schuld und Deine diese Marterstraße! Ich lebte mit Huld! Als ich in der Finsternis der Welt in Lust und Freuden, gesessen, trugest Du mit mir Ge- und Du mußt leiden! duld; hattest längst nach Deinem 6. Ach, großer König, groß zu Schaf getrachtet, eh es auf des allen Zeiten, wie kann ich gnugHirten Ruf geachtet, und mit theu- sam solche Tren ausbreiten? Kein Feste und Festzeiten. 29 menschlich Herz vermag es auszu- 2. Will sich denn in Lüsten denken, was Dir zu schenken. weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an Dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für Deine Gnad und Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Ja, für alles, was mich kränket, geben Deine Wunden Kraft, wenn mein Herz hinein sich senfet, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wend't in mir das bittre Leid, der Du mir das Heil erworben, da Du bist für mich gestorben. 7. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch Dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich Dir denn Deine Liebesthaten im Wert erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was Dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie auf's Neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil's aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir Deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Alsdann so werd ich Deine Huld betrachten, aus Lieb zu Dir die Welt für gar nichts achten, bemühen werd ich mich, Herr, Deinen Willen stets zu erfüllen. 4. Auf Dich setz ich all mein Hoffen, Du bist meine Zuversicht, Dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an Dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 11. Ich werde Dir zu Ehren alles wagen, tein Kreuz mehr achten, feine Schmach noch Plagen, 5. Hab ich Dich in meinem nichts von Verfolgung, nichts von Herzen, Du Brunn aller GütigTodesschmerzen nehmen zu Herzen. feit, so empfind ich keine Schmerzen 12. Wenn dort, Herr Jesu, auch im letzten Kampf und Streit. wird vor Deinem Throne auf mei- Ich verberge mich in Dich, kein nem Haupte stehn die Ehrenkrone, Feind kann verlegen mich. Wer da will ich Dir, wenn alles wohl sich birgt in Deine Wunden, der wird klingen, Lob und Dank singen. hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, 1585-1647. Joh. Heermann, 1585-1647. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2c. 45. Jeju, Deine tiefen Bun- 46. Jeju, meines Lebens Leden, Deine Qual und bittrer Tod ben, Jesu, meines Todes Tod, der geben mir zu allen Stunden Trost Du Dich für mich gegeben in die in Leibs- und Seelennoth. Fällt tieffte Seelennoth, in das äußerste mir etwas Arges ein, denk ich bald Verderben, nur daß ich nicht möchte an Deine Pein, die erlaubet mei- sterben. Tausend, tausendmal sei nem Herzen mit der Sünde nicht Dir, liebster Jesu, Dank dafür! zu scherzen. 2. Du, ach Du hast ausgestan 30 Feste und Festzeiten. den Lästerreden, Spott und Hohn, gedeihen. Tausend, tausendmal sei haft getragen Strick und Banden, Dir, liebster Jesu, Dant dafür! Du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den argen Sündenketten. Tausend, tausendmal sei Dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke Dir von Herzen, Herr, für alle Deine Noth; für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod, für Dein Zittern, für Dein Zagen, für die tausendfachen Plagen, Deine Angst und tiefe Pein will ich ewig 3. Wunden ließest Du Dir schlagen, ließest allen Frevel zu, um zu heilen meine Plagen, um dankbar sein. zu sehen mich in Ruh. Ach, Du Ernst. Chrift. Homburg, 1605-1681. haft zu meinem Segen lassen Dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei Dir, liebster Jesu, Eigene Melodie. Dank dafür! 4. Man hat Dich sehr hart 47. Du Liebe meiner Liebe, verhöhnet, Dich mit großem Schimpf Du erwünschte Seligkeit, die Du belegt und mit Dornen gar ge- Dich aus höchstem Triebe in das frönet; was hat Dich dazu be- jammervolle Leid Deines Leidens wegt? Daß Du möchtest mich er mir zu gute als ein Opfer eingegößen, mir die Ehrenkron aufseßen. stellt und bezahlt mit Deinem Blute Tausend, tausendmal sei Dir, alle Missethat der Welt! liebster Jesu, Dank dafür! 2. Liebe, die mit blutgen Thrä 5. Du hast Dich hart lassen nen an dem Delberg sich betrübt; schlagen, mich zu lösen von der Liebe, die mit heißem Sehnen unPein, fälschlich lassen Dich anklagen, aufhörlich fest geliebt; Liebe, die daß ich könnte sicher sein. Daß den eignen Willen in des Vaters ich möchte trostreich prangen, haft Willen legt, und um Gottes Zorn Du sonder Trost gehangen. Tau- zu stillen, treu die Last des Kreuzes fend, tausendmal sei Dir, liebster trägt! Jesu, Dank dafür! 6. Du hast lange Marterstunden ausgestanden mit Geduld, selbst den herben Tod empfunden, um zu büßen meine Schuld. Daß ich losgesprochen würde, trugest Du der Qualen Bürde. Tausend, tausendmal sei Dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die voll Angst und Schmerzen blieb im Tode unversehrt! Liebe, die sich liebend zeiget, da der Athem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die für mich gestorben 7. Deine Demuth hat gebüßet und ein immerwährend Gut an meinen Stolz und Uebermuth, Dein dem Kreuze mir erworben, ach), Tod meinen Tod versüßet, es kommt wie tröstet mich Dein Blut! Ach, Alles mir zu gut. Dein Verspotten, wie dank ich Deinen Wunden, Dein Verspeien muß zu Ehren mir schmerzenreiche Liebe Du, wenn ich Feste und Festzeiten. in den letzten Stunden sanft an Deinem Herzen ruh! 5. Liebe, die sich todt getränket und für mein erfaltet Herz in ein faltes Grab gesenket, ach, wie dank ich Deinem Schmerz! Habe Dant, daß Du gestorben, daß ich ewig leben kann, die Du mir das Heil erworben, ewge Liebe, nimm mich an! dit ? Adam Dreje, 1620-1701. 31 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an; von Dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit süßer Gnadenkost, Dein Geist hat mich begabet mit manchem Himmelstroft. 6. Ich will hier bei Dir stehen, verachte mich doch nicht, von Dir will ich nicht gehen, wenn Dir Dein Herze bricht. Wenn Dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich Dich fassen in meinen Arm und Schooß. 7. Ea meinen und thut mir herzlich wohl, wenn Mel. Herzlich thut mich verlangen. 48. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller ich in Deinem Leiden, mein Heil, Hohn! O Haupt, zum Spott ge- mich finden soll: ach, möcht ich, bunden mit einer Dornenkron! Oo mein Leben, an Deinem Kreuze Haupt, sonst schön gekrönet mit hier mein Leben von mir geben, höchster Ehr und Zier, jetzt aber wie wohl geschähe mir! höchst verhöhnet, gegrüßest seist Du mir! D 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist Du so bespeit, wie bist Du so erbleichet, wer hat Dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht't? 8. Ich danke Dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für Deine Todesschmerzen, da Du's so gut. gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu Dir und Deiner Treu, und, wenn ich nun erkalte, in Dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn 3. Die Farbe Deiner Wangen, ich den Tod soll leiden, so tritt der rothen Lippen Pracht ist hin Du dann herfür; wenn mir am und ganz vergangen. Des blassen allerbängsten wird um das Herze Todes Macht hat alles hingenom- sein, so reiß mich aus den lengsten men, hat alles hingerafft, und da- traft Deiner Angst und Pein. her bist Du kommen von Deines 10. Erscheine mir zum Schilde, Leibes Kraft. zum Trost in meinem Tod, und 4. Nun, was Du, Herr, erdul- laß mich sehn Dein Bilde in det, ist alles meine Bast, ich hab Deiner Kreuzesnoth; da will ich es selbst verschuldet, was Du ge- nach Dir blicken, da will ich tragen hast; schau her, hier steh glaubensvoll fest an mein Herz ich Armer, der Zorn verdienet hat, Dich drücken: wer so stirbt, der gieb mir, o mein Erbarmer, den stirbt wohl! Anblick Deiner Gnad. Paul Gerhardt, 1607-1676. Feste und Festzeiten. Eigene Melodie. 49. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Lamm Gottes unschul- Sandes an dem Meer, die haben dig am Stamm des Kreuzes ge- Dir erreget das Elend, das Dich schlachtet, allzeit erfunden geduldig, schläget, und Deiner Marter großes wiewohl Du warest verachtet. All Heer. Sünd hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen, erbarm Dich unser, o Jesu! 2. Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet. All Sünd hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen, erbarm Dich unser, o Jesu! 32 3. Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet. All Sünd hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen, gieb uns Dein' Frieden, o Jesu! Nicol. Decius, † 1541. 5. Ich bin's, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was Du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf Deinen Rüden die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst Du mir den Segen, Dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest Dich zum Bürgen, Du läßt Dich gar erwürgen für mich und meine Schuld. Mir läffeſt Du Dich frönen mit Dornen, die Dich höhnen und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen das soll ich 50. Welt, sich hier dein billig legen allzeit an Deinen Dienſt Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. und Ehr. Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod; der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 9. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich thun: es soll Dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele 2 Tritt her und schau mit scheiden, mir stets in meinem Herzen Fleiße, wie er mit Todesschweiße und Blut ist überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerhörten Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. ruhn. 3. Wer hat Dich so geschlagen, mein Heil, und Dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja Treu. nicht ein Sünder, wie wir und 11. Ich will darin erblicken, wie unsre Kinder, von Uebelthaten ich mein Herz soll schmücken mit weißt Du nicht. stillem, sanftem Muth, und wie ich 10. Ich will's vor Augen sehen, mich stets daran ergößen, ich fei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Feste und Festzeiten. die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 12. Sch will an's Kreuz mich 52. Hallelujah! Hallelujah! schlagen mit Dir und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst't. Was Deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 13. Dein Seufzen und Dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die Dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in Deinen Schooß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 51. Wir danken Dir, Herr Jesu Christ, daß Du für uns ge= storben bist und hast uns durch Dein theures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Wir bitten, wahrer Mensch und Gott, durch Deine Wunden, Schmach und Spott, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns Deine mächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten Deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zubersicht, Du werdest uns verlassen nicht, Du werdest treulich bei uns ſtehn, daß wir durch's Kreuz in's Leben gehn. Anhang. Christoph Fischer. † 1600. 33 Oftern. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme 2c. jauchzt ihr Chöre, singt Jesu Christo Preis und Ehre, wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und macht! Preis ihm, er hat's vollbracht! Hallelujah! er hat's vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesfetten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Selig= teit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, Dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis Deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, Du wirst ihn herrlich auferwecken, der Du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der Dir theuer ist. Wir werden ewig Dein, gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe 3 34 Feste und Festzeiten. Du uns diesem Tage zu, uns die Dir ergeben in meiner letzten Noth: Deinen! Die Todesbahn gingst Du voran, wir folgen Dir in Deine Ruh. ich will mein Bette machen in Deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn Deine Stimme ruft. Benj. Schmold, 1672-1737. Gottfr. Bened. Funk, 1734-1814. Mel. Valet will ich dir geben 2c. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 53. Ich geh zu Deinem Grabe, Du großer Oſterfürst, weil ich die 54. Jesus lebt, mit ihm auch Hoffnung habe, daß Du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben in's Land des Lebens gehn. ich: Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jejus lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken: er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre: Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben, reines Herzens will ich sein und den Lüften widerstreben; er verläßt die Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil Dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; Du drückst die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst Du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei: Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd ich den er blicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich Dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um Dich, da warten lauter Kronen in Deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! ich will mich 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, feine Macht der Finsternis, teine Herrlichkeit, kein Leiden; er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies iſt meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben; welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht. Chr. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. Feste und Festzeiten. Mel. Allein Gott in der Höh 2c. 55. Tod, wo ist dein D Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jett der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 35 Leib wird ähnlich dort Christi ver= klärtem Leibe. 7. Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. ? Justus Gesenius, 1601-1673. 2. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, Mel. Es ist das Heil uns kommen her zc. zerbricht der Höllen Schloß und 56. Wach auf, mein Herz, Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, was in dem Siegeslauf den starten Held kann halten auf: er ist der Ueberwinder. die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen, ermuntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 3. Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi 2. Steh aus dem Grab der Sieg gedämpfet sind, ihr Born ist Sünden auf und such ein neues fraftlos worden. Leben, vollführe deinen Glaubens4. Es war getödtet Jeſus Chrift, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, er stehn auch wir, die Glieder. So Jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. lauf und laß dein Herz sich heben such, was droben, als ein Christ, gen da dein Jesus ist, und der geistlich auferstanden. ist, und tracht nach dem, was 3. Vergiß nun, was dahinten broben, damit dein Herz zu jeder unter dich die böse Welt und strebe Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt Reu mit Christo auferstehet, ist nach dem Himmelszelt, wo Jesus dort vom andern Tode frei, derselb ist zu finden. 5. Wer täglich hier durch wahre 4. Drückt dich ein schwerer ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Sorgenstein, dein Jesus wird ihn Leben wiederbracht und unvergäng- heben; es kann ein Christ bei lich Wesen. Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht 6. Das ist die rechte Osterbeut, der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Him- fern, weil er ist auferstanden. mel und auf Erden. Hier sind wir fill und warten fort, bis unser an den Streit, weil Jeſus über5. Wohlauf mein Herz, fang 3* 36 Feste und Festzeiten. wunden, er wird auch überwinden so leben wir mit Dir; was uns weit in dir, weil er gebunden der Dein Tod erworben, das stell uns Feinde Macht, daß du aufstehst täglich für. und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit Dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit Dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist nun stumpf, wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benj. Schmolc, 1672-1737. 6. Ach, mein Herr Jesu, der Du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden; daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das Du uns hast erworben. 7. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gottestindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch Dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden! Laurentius Laurenti, 1660-1722. Mel. Chriftus, der ist mein Leben 2c. 57. Willkommen, Held im Streite, aus Deines Grabes Kluft! Wir triumphiren heute um Deine leere Gruft. 2. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; Du trittst in unsre Mitten und bringst den Osterfried.co 3. Der Feind wird Schau getragen und heißt nunmehr ein Spott. Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! Himmelfahrt. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 58. Ach wundergroßer Sieges held, Du Sündenträger aller Welt, heut hast Du Dich gesetzet zur Rechten Gottes in der Kraft, hast Deinem Reich den Sieg verschafft, den Feind zum Tod verletzet. Mächtig, prächtig triumphirst Du und regierst Du, Tod und Leben, alles ist Dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben, weil Du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Pracht zur Freude biſt erhoben. Singet, flinget, rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfahn die Himmels4. Ach, theile doch die Beute frone. deswegen in bei Deinen Gliedern aus! Wir 3. Du bist das Haupt, o Herr, alle kommen heute und wir sind Deine Glieder, nur Dein Haus. von Dir kommt auf uns Heil und 5. Laß unser aller Sünden mit Leben. Trost, Friede, Freude, Licht Dir begraben sein, uns einen und Kraft, was dem Gemüth Er Schak hier finden, der ewig kann quickung schafft, wird uns von Dir gegeben. Bringe, dringe mein Ge 6. Wir sind mit Dir gestorben, müthe, ewge Güte, Dich zu preierfreun. Feste und Festzeiten. 37 mein Schaz gekommen hin, da ist hinfort mein Herz und Sinn, nach ihm mich stets verlanget. sen, Ehr dem Siegsherrn zu erweisen. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeug uns nach Dir, hilf, daß wir fortan 3. Ach Herr, laß diese Gnade für und für nach Deinem Reiche mich von Deiner Auffahrt spüren, trachten. Laß unsern Wandel himm- daß mit dem wahren Glauben ich lisch sein, laß uns demüthig, züch- mag meine Nachfahrt zieren; und tig, rein all leppigkeit verachten! dann einmal, wenn Dir's gefällt, Unart, Hoffahrt hilf uns meiden, mit Freuden scheiden aus der Welt; chriftlich leiden, wohl ergründen, Herr, höre dies mein Flehen! wo die Gnade sei zu finden. Josua Wegelin, 1604-1640. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schaß, sei unser Ruhm und fester mel. Alle Menschen müssen sterben. Plag, darauf wir uns verlassen. ( Jesu, meines Lebens Leben.) Laß suchen uns, was droben ist, auf Erden wohnet Trug und Lift, 60, Siegesfürst und Ehrenes ist auf allen Straßen Lügen, könig, Du verklärte Majestät, alle Trügen, Angst und Plagen, die da Himmel sind zu wenig, Du bist nagen, die da quälen stündlich arme drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht Christenjeelen. zu Fuß Dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt Deine Herrlichkeit erblickt? 6. Herr Jesu, komm, Du Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du bist uns allen ja zu gut, o Jesu, durch Dein theures Blut in's Heiligthum gegangen. Romm Herr! Hilf Herr! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende jauchzend heben unsre Hände. Ernst Chr. Homburg, 1605-1681. 2. Seh ich Dich gen Himmel fahren, seh ich Dich zur Rechten da, hör ich, wie der Engel Schaaren rufen froh: Hallelujah! Sollt ich nicht zu Fuß Dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubilirt und mein König triumphirt? Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 3. Weit und breit, Du Himmelsleuchtet Deine Herrlichkeit, 59. Auf Chriſti Himmelfahrt bie nát neuem Glang und Wonne allein ich meine Nachfahrt gründe felge Geister hoch erfreut. Prächund allen Zweifel, Angst und Bein tig wirst Du aufgenommen, jauchhiermit stets überwinde; denn weil zend heißt man Dich willkommen: das Haupt im Himmel ist, wird schau, Dein Kind im Staube hier seine Glieder Jesus Christ zur rechten rust auch Hosianna Dir! Zeit nachholen. 4. Sollt ich Deinen Kelch nicht 2. Weil er gezogen himmelan und trinken, da ich Deine Klarheit seh? große Gab empfangen, mein Herz sollte jegzt mein Muth noch sinken, auch nur im Himmel kann, sonst da ich Deine Macht versteh? Meinirgends Ruh erlangen; denn wo nem König will ich trauen, bor 38 Feste und Festzeiten. dem Feind soll mir nicht grauen; in Deinem Dienst beständig bleiben; nur in Jesu Namen mich beugen laß Trübsal uns von Dir nicht hier und ewiglich. treiben. Durch Deine Kraft uns, 5. Herr, Dein reicher Geist er- Herr, bereit, und stärk des Fleisches gieße über uns sich kräftiglich, bis Blödigkeit, daß wir hier ritterlich zum Schemel Deiner Füße alle ringen, durch Tod und Leben zu Feinde legen sich. Herr, zu Dei- Dir dringen. Hallelujah, Hallenem Scepter wende alles bis zum lujah! fernsten Ende! Mache Dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan! D. Martin Suther, 1483-1546. 6. Nun erfüllst Du aller Orten alles durch Dein Nahesein, Heiland, meines Herzens Pforten stehen offen, tomm herein! Komm, Du König aller Ehren, fomm, bei mir auch einzukehren, ewig in mir leb und wohn als in Deinem Himmelsthron! Gerhard Tersteegen, 1697-1769. Pfingsten. Eigene Melodie. Eigene Melodie. 61. Komm, heiliger Geist, 62. Komm, o komm, Du Geist Herre Gott, erfüll mit Deiner Gna- des Lebens, wahrer Gott von Ewig den Gut Deiner Gläubigen Herz, feit! Deine Kraft sei nicht vers Muth und Sinn, Dein brünstig gebens, sie erfüll uns jederzeit; fo Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, wird Geist und Licht und Schein durch Deines Lichtes Glanz zum Glauben Du versammelt hast das Volf aus aller Welt Zungen; das sei Dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah! Aeltere Form. Komm, omm, heiliger Geist, erfüll die Ko Herzen Deiner Gläubigen, und ent zünd in ihn'n das Feuer Deiner göttlichen Liebe; der Du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Hallelujah, Hallelujah! Nach dem Lateinischen. 3. Du heilige Gluth, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getroft in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sin nen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir andres nicht be ginnen, denn was nur Dein Wille sucht; Dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege; was gethan ist wider Dich, räume ferner aus dem Wege, schlecht und recht behüte mich. Wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß ge strauchelt hat. 4. Laß Dein Zeugnis uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich grün Feste und Festzeiten. 39 den, wenn sich Noth und Drangsal find't; denn des Vaters liebe Ruth ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seusz auch in uns, wenn wir beten, 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich Dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergieb Dich, fomm zu mir in mein Herze, das Du Dir, da ich in die und vertritt uns allezeit; so wird Welt geboren, selbst zum Tempel unsre Bitt erhört und die Zuver- auserforen. sicht vermehrt. 3. Du wirst als ein milder Regen 6. Wird uns auch nach Troste ausgegossen von dem Thron, bringst bange, daß das Herz oft rufen uns nichts als lauter Segen von muß: ,, Ach mein Gott, mein Gott, wie lange!" o so mache den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gieb Muth, Geduld und Ruh. dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o Du werther Gast, Gottes Segen, den Du hast und vertheilst nach Deinem Willen, meine ganze Seel erfüllen! 7. O Du Geist der Kraft und Stärfe, Du gewisser, neuer Geist, 4. Du bist weise, voll Verstanfördre in uns Deine Werke, und des, das Geheimste ist Dir fund, wena Satan Macht beweist, schenk hast gezählt den Staub des Sanuns Waffen in dem Krieg und er- des und durchschaut des Meeres halt in uns den Sieg. Grund. Nun, Du weißt auch 8. Herr, bewahr uns unsern zweifelsfrei, wie verderbt und blind Glauben, daß kein Teufel, Tod, ich sei, drum gieb Weisheit, gieb noch Spott uns denselben möge uns allen, daß wir mögen Gott rauben; Du bist unser Schutz und gefallen. Gott; sagt das Fleisch gleich immer: 5. Du bist heilig und zu finden, nein! laß Dein Wort gewisser sein. wo man rein und heilig ist, fliehst 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott giebt durch Jesum Christ, und die unaussprechlich ist. hingegen Schand und Sünden, weil Du lauter Reinheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, rein und züchtig, keusch und hell, laß mich fliehen, was Du fliehest, gieb mir, was Du gerne sieheft. Heinrich Held um 1650. - Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 63. D Du allersüßste Freude, Du allerschönstes Licht, der Du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der Du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle frieden, wenn Du nur nicht weichst Dinge, höre, höre, was ich singe. von mir, bleib ich von Dir unge6. Deine Huld hat keine Schranken, Du bist fromm und sanften Muths, bleibst im Sieben ohne Wanken, thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, teinen, den Du liebst, betrübe. 7. O mein Hort, ich bin zu Feste und Festzeiten. 40 schieden, bin ich stets getrost in Dir. Laß mich sein Dein Eigenthum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, was Dir Deinen Ruhm entreißt, und mein Herz soll immer fragen nur nach dem, was Du verleihst. Was der Satan will und sucht, will ich haßen als verflucht, und den schnöden Sündenwegen trete ich mit Ernst entgegen. 3. Steh uns stets bei mit Deinem Rath und führ uns selbst der rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu Dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beslissen, Dich zu schauen und auf Deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns Dein edle Balsamfraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter Deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. Laß Dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starter Fels, o Lebenshort, laß uns Dein himmelfüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von Deiner weisheitsreichen Lehr und treuen Liebe trennen. Fließe, gieße Deine Güte in's Gemüthe, daß wir fön64. heilger Geist, kehr bei nen Christum unsern Heiland nennen. uns ein und laß uns Deine Woh6. Du süßer Himmelsthau, laß nung sein, o komm, Du Herzens- Dich in unsre Herzen kräftiglich sonne! Du Himmelslicht, laß Dei- und schent uns Deine Liebe, daß nen Schein bei uns und in uns unser Sinn verbunden sei dem kräftig sein zu steter Freud und Nächsten stets mit Liebestreu und Wonne. Sonne, Wonne- himm- sich darinnen übe. Kein Neid, kein lisch Leben willst Du geben, wenn Streit Dich betrübe, Fried und Liebe wir beten; zu Dir kommen wir müssen schweben, Fried und Freude wirst Du geben. getreten. 9. Wohl mir, wenn nur Du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo Du merkest, daß mir Hülfe nöthig sei, brich des Fleisches bösen Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in Dir erneue, und mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben, wenn ich sinte, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben, wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo Du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1607-1676. 2. Du Quell, draus alle Weis heit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß Deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubens- Einigkeit auch fönnen aller Christenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen Dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Feste und Festzeiten. 41 Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen. 7. Gieb, daß in reiner Heilig- uns geschehen, dämpfe Fleisch und keit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine todten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer, 1606-1673. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle Dir zum eignen Haus; werthes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht er= kennen und Gott Vater nennen. Mel. Jefu, meine Freude. 7. das Kreuz uns tragen, 65. Schmückt das Feft mit und in finstern Tagen sei Du unser Maien, lasset Blumen streuen, zün- Licht; trag nach 3ions Hügeln uns det Opfer an; denn der Geist der mit Glaubensflügeln und verlaß Gnaden hat sich eingeladen, machet uns nicht, wenn der Tod, die letzte ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so Noth, will mit uns zu Felde liegen, wird sein Schein euch mit Licht und daß wir fröhlich siegen. Heil erfüllen und den Kummer stillen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott ver= 2. Tröster der Betrübten, Siegel wandt; dem laß uns stets dienen der Geliebten, Geist voll Rath und und im Guten grünen als ein That, starter Gottesfinger, sanfter fruchtbar Land; bis wir dort, Du Friedensbringer, Licht auf unserm werther Hort, bei den grünen Pfad: gieb uns Kraft und Lebens- Himmelsmaien ewig uns erfreuen. faft, laß uns Deine theuern Gaben zur Genüge laben. Benj. Schmold, 1672-1737. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 3. Laß die Herzen brennen; wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gieb uns Kraft zu beten; 66. 3euch ein zu Deinen wenn vor Gott wir treten, sprich Thoren, sei meines Herzens Gast, Du selbst uns vor; gieb uns Muth, der Du, da ich geboren, mich neu Du höchstes Gut, tröst uns träftig- geboren hast, o hochgeliebter Geist lich von oben bei der Feinde Toben. des Baters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 4. Goldner Himmelsregen, schütte Deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land 2. 3euch ein, laß mich empfinbegießen, wo Dein Wort hinfällt; den und schmecken Deine Kraft, und verleih, daß es gedeih: hun- die Kraft, die uns von Sünden dertfältig Frucht zu bringen laß Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, die ich Dir schuldig bin. ihm stets gelingen. 3. Ich war ein wilder Reben, 5. Schlage Deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesgluth; laß Dein sanftes Wehen auch bei 42 Feste und Festzeiten. Du hast mich gut gemacht. Der als mit einer Kron die Alten mit Tod durchdrang mein Leben, Du Verstand, mit Frömmigkeit die haft ihn umgebracht, mit Segen Jugend, mit Gottesfurcht und mich geschmückt, mir schon im Tugend das Volt im ganzen Land. Wasserbade versiegelt Gottes Gnade, die mich im Tod erquickt. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der Dir sich widersetzet und, was Dein Herz ergötzet, aus unserm Herzen reißt. 4. Du bist das heilge Dele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöthen Gott schützt vom Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen flinget wohl; es steiget himmelan und hört nicht auf mit Flehen, bis der die Hülf läßt sehen, der allen helfen kann. 11. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ er gebe sich. 12. Nicht unser ganzes Leben allzeit nach Deinem Sinn, und 6. Du bist ein Geist der Freu- wenn wir's sollen geben in Todes den, vom Trauern hältst Du nicht, arme hin, wenn's mit uns hier erleuchtest uns im Leiden mit Deines wird aus: so hilf uns fröhlich Trostes Licht. Ach ja, wie manches sterben und nach dem Tod ermal hast Du mit süßen Worten werben des ewgen Lebens Haus. mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! Paul Gerhardt, 1607-1676. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe 3orn, 3ank, Haß, Neid und Streit; der Feinddaß schaft Feind Du bist, willst, 67. Hallelujah! Lob, Preis in Liebesflammen sich wieder thu und Ehr sei unserm Gott je mehr zusammen, was voller Zwietracht ist. und mehr für alle seine Werke; 8. Du, Herr, hast selbst in von Ewigkeit zu Ewigkeit ſei in Händen die ganze weite Welt, uns allen ihm bereit't Dant, Weis fannst Menschenherzen wenden, wie heit, Kraft und Stärke! Klinget, Dir es wohlgefällt; so gieb doch singet: gnädig, herrlich, heilig, heis Deine Gnad zu Fried und Liebes= lig, heilig ist Gott, unser Gott, banden, verknüpf in allen Landen, der Herr Zebaoth! was sich getrennet hat. Trinitatis. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 2. Hallelujah! Preis, Ehr und 9. Beschirm die Obrigkeiten, Macht sei auch dem Gotteslamm bau unfres Fürsten Thron, hilf gebracht, in dem wir sind erwählet, ihm für Christum streiten, schmück das uns mit seinem Blut erkauft, Kirche, Wort Gottes, Saframente. 43 damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Himmel2. Wir glauben auch an Jesum reich uns zugeführt, zur Herrlich- Christ, Gottes und Marien Sohn, keit erkoren. Schauet, schauet! Da der vom Himmel kommen ist, und ist Freude, da ist Weide, da ist uns führt in's Himmels Thron, Manna und ein ewig Hosianna. der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Noth. 4. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und 3. Wir glauben an den heilgen mehr und seinem großen Namen. Geist, der von beiden gehet aus, Stimmt an mit aller Himmels- der uns Trost und Beistand leist't schaar und singet nun und immer wider alle Furcht und Graus. dar mit Freuden: Amen, Amen! Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist Klinget, singet: gnädig, herrlich, zu aller Zeit! Tob. Clausniper, 1618-1684. heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! ? Barthol. Craffelius, 1667-1724. Eigene Melodie. 68. Wir glauben all an einen Gott, Vater, Sohn und heilgen Geist, an Gott, den Herrn Zebaoth, den die Schaar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. IV. Kirche, Wort Gottes, Sakramente. Mel. Herr Jefu Chrift, Dich zc. 69. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist: Dein göttlich Wort, Wort und wehr des Teufels Trug 4. Erhalt uns nur bei Deinem und Mord. Gieb Deiner Kirche das helle Licht, laß ja bei uns er- nad und Huld, Fried, Einigkeit, löschen nicht. Deinem Wort, damit es schall an allem Ort. 2. In dieser letzten trüben Zeit Muth und Geduld. verleih uns, Herr, Beständigkeit, 5. Den stolzen Geistern wehre daß wir Dein Wort und Safra- doch, die sich mit Macht erheben ment stets rein behalten bis an's hoch und bringen eigne Weisheit her, zu fälschen Deine rechte Lehr. 6. Die Sach und Ehr, Herr 3. Herr Jesu, hilf, Dein Kirch erhalt: wir sind arg, sicher, träg und falt; gieb Glück und Heil zu Dein ja ist; darum so steh Du Jesu Christ, nicht unser, sondern 44 Kirche, Wort Gottes, Sakramente. denen bei, die sich auf Dich ver- Gott, ein gute Wehr und Waffen, lassen frei. er hilft uns frei aus aller Noth, 7. Dein Wort ist unfres Her- die uns jetzt hat betroffen. Der zens Truß und Deiner Kirche alt böse Feind, mit Ernst er's jetzt wahrer Schuß: dabei erhalt uns, meint; groß Macht und viel List lieber Herr, daß wir nichts andres sein grausam Rüstung ist; auf Erd suchen mehr. ist nicht seins Gleichen. 8. Hilf leben uns nach Deinem Wort und darauf gläubig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu Dir in Deinen Himmelsfaal. Nic. Selnecker, 1530-1592. Eigene Melodie. 70. Ach bleib mit Deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit Deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hie und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit Deinem Glanze bei uns, Du werthes Licht, Dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit Deinem Segen bei uns, Du reicher Herr, Dein Guad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. Jofua Stegmann, 1588-1632. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch ge= lingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht: er ist gericht't, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben! Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren da hin! Sie haben's kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. D. Martin Luther, 1483-1546. 5. Ach bleib mit Deinem Schuhe bei uns, Du starker Held, daß uns der Feind nicht truge, noch fäll die böse Welt. Eigene Melodie. 6. Ach bleib mit Deiner Trene 72. Erhalt uns, Herr, bei bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Deinem Wort und steure Deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, Deinen Sohn, stürzen wollen von Deinem Thron. Eigene Melodie. 2. Beweis Dein Macht, Herr Jesu Christ, der Du Herr aller 71. Ein feste Burg ist unser Herren bist: Beschirm Dein arme 45 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern todt, sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft, statt in den Schein, dringe ein, dringe ein! Verleih uns Frieden gnädiglich, die Bruderliebe brennet, zeige, was 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja kein andrer nicht, der der in dir schafft, der als seine für uns könnte streiten, denn Du, die dir gegebne Thür brich herBraut dich kennet. 3ion, durch unser Gott alleine. für, brich herfür! D. Martin Luther, 1483-1546. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß nicht lau und träg dich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlaſſe, was dahinten! Zion, in dem legten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Euseb. Schmidt, 1669-1745. Kirche, Wort Gottes, Sakramente. Christenheit, daß sie Dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, Du Tröster werth, gieb Eintracht Deinem Volk auf Erd; steh bei uns in der letzten Noth, leit uns in's Leben aus dem Tod! Eigene Melodie. 73. Fahre fort, fahre fort, 3ion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! 3ion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, Mel. O Du Liebe meiner zc. leide ohne Schen Trübfal, Angst 74. Herz und Herz vereint mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, siehe auf die zusammen sucht in Gottes Herzen Lebenskrone! Zion, fühlest du der Ruh, lasset eure Liebesflammen lo= Schlangen Stich, leide dich, leide dern auf den Heiland zu! Er das dich! Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen, achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr 2. Kommt, ach kommt, ihr Träuen, nichts ihr Lachen! Zion, Gotteskinder, und erneuert euren wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten! Thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, das, was 3. Legt es unter euch, ihr Gliegut scheint oder schlecht, prüfe recht, der, auf so treues Lieben an, daß prüfe recht! ein jeder für die Brüder auch das Bund, schwöret unserm Ueberwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebesfette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 46 Kirche, Wort Gottes, Sakramente. Leben lassen kann! So hat uns und Nächte nimmer schweigen, und der Herr geliebet, so vergoß er die getroft dem Feind entgegen dort sein Blut; denkt doch, wie es gehn, ja deren Schall die ganze ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Welt durchdringt und aller Völker Eintrag thut. Schaaren zu Dir bringt! 4. O Du treuster Freund, ver= eine Deine Dir geweihte Schaar, daß sie es so herzlich meine, wie's Dein letzter Wille war, und daß, wie Du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun! 2. O daß Dein Feuer bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn, ach Herr, gieb doch in Deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß, der Knechte Zahl ist klein. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren 5. Friedefürst, laß Deinen Frie- Worten uns diese Bitte in den den stets in unsrer Mitte ruhn, Mund gelegt. O siehe, wie an Liebe, laß uns nie ermüden, Dei- allen Orten sich Deiner Kinder nen selgen Dienst zu thun! Denn Herz und Sinn bewegt, Dich herz wie kann die Last auf Erden und inbrünstig darum anzuflehn, drum des Glaubens Ritterschaft besser hör, o Herr, und sprich: es soll uns versüßet werden, als durch geschehn. Deiner Liebe Kraft? 4. Herr, gieb Dein Wort mit 6. Liebe! haft Du es ge- großen Schaaren, laß sie mit Kraft boten, daß man Liebe üben soll, Evangelisten sein! Laß eilend Hülf o so mache doch die todten, trägen uns widerfahren und brich in Geister lebensvoll; zünde an die Satans Reich mit Macht hinein. Liebesflamme, daß ein jeder sehen O breite, Herr, auf weitem Erdenkann: wir, als die von einem kreis Dein Reich bald aus zu Stamme, stehen auch für einen Deines Namens Preis! Mann. — 7. Laß uns so vereinigt werden, wie Du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden fein getrenntes Glied mehr ist; und allein von Deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir Deine Jünger sein. Nicol. Ludw. Graf von Zinzendorf. 1700-1760. 5. Ach daß die Hülf aus Zion fäme, o daß Dein Geist, so wie Dein Wort verspricht, Dein Bolt aus dem Gefängnis nähme; o würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß Dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein, ach, führe bald dadurch mit Haufen ein; ja wecke doch auch Israel der Heiden Füll zu allen Thoren bald auf und also segne Deines Mel. Dir, Dir, Jehovah, will ich zc. 75. Wach auf, Du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag Wortes Lauf! Kirche, Wort Gottes, Sakramente. 47 7. O bessre 3ions wüste Stege; schreite, so laß mich nicht verloren und was Dein Wort im Laufe gehn. Nimm mich, Dein Kind, hindern kann, das räume bald aus zu Gnaden an, wenn ich hab einen jedem Wege! Vertilg, o Herr, den Fall gethan. falschen Glaubenswahn, von Miethlingen mach Deine Kirche frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes jei! 8. Du wirst Dein herrlich Wort vollenden, der Du der Welten Heil und Richter bist; Du wirst der Menschheit Jammer wenden, so dunkel jetzt Dein Weg, o Heilger, ist. Drum hört der Glaub nie auf, zu Dir zu flehn, Du thust doch über Bitten und Verstehn. Carl Heinr. von Bogatty, 1690-1774. 5. Ich gebe Dir, mein Gott, auf's neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besik von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, Deinen Willen thut. 6. Laß meinen Vorsak nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; halt mich in Deines Bundes Schranken, bis mich Dein Wille sterben heißt. So leb ich Dir, so sterb ich Dir, so lob ich Dich dort für und für. Joh. Jac. Rambach, 1693-1735. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 76. Ich bin getauft auf DeiEigene Melodie. nen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Ich bin gezählt 77. Christe, Du Lamm Gottes, zu Deinem Samen, zum Volk, der Du trägst die Sünd der Welt, das Dir geheiligt heißt. Ich bin erbarm Dich unser! in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünd der Welt, erbarm Dich unser! 2. Du haft zu Deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, 3. Christe, Du Lamm Gottes, mich erklärt; Du hast die Frucht der Du trägst die Sünd der Welt, von Deinem Sterben, mein treuer gieb uns Deinen Frieden! Amen. Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Noth und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. Alte Kirche. Mel. Es ist das Heil uns zc. 3. Doch hab ich Dir auch Furcht 78. Halt im Gedächtnis Jeſum Treu und Gehorsam und Liebe, zugesagt; ich hab, o Herr, aus Christ, o Mensch, der auf die Erreinem Triebe Dein Eigenthum den vom Himmelsthron gekommen u fein gewagt. Hingegen sagt ich ist, dein Bruder hier zu werden. bis in's Grab des Satans schnöden Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf Deiner dank ihm für diese Liebe. Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn über- Christ, der für dich hat gelitten, 2. Halt im Gedächtnis Jesum 48 Kirche, Wort Gottes, Saframente. ja gar am Kreuz gestorben ist, labe und in sein Verdienst mich und hat dadurch bestritten Welt, fleide, das ist meines Herzens Freude. Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Noth; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht und dir das Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. 2. 3war hab ich ihn alle Tage, wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Hier schenkt er sich ganz zu eigen, Christ, der nach den Leidenszeiten nimmer will ich's nun verschweigen, gen Himmel aufgefahren ist, die daß ich einen Heiland habe, der Stätt dir zu bereiten, da du sollst am Kreuz und in dem Grabe, wie bleiben allezeit und sehen seine sein Wort mir sagt und schreibet, Herrlichkeit; dank ihm für diese mein Erlöser war und bleibet. Liebe. 4. Ach, wie werd ich oft so müde! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Wie entweicht der süße Friede! Christ, der einst wird wiederkom- Sünd und Welt kann mich ver men und sich, was todt und lebend wunden, wenn mir dieses Licht ist, zu richten vorgenommen. Overschwunden, daß ich einen Heiforge, daß du da bestehst und mit land habe, der mit seinem Hirtenihm in sein Reich eingehst, ihm stabe sanft und mild und voll Verewiglich zu danken. geben mir nichts ist als Heil und 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich Leben. Dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was Du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Noth mich trösten mög und durch den Tod zu Dir in's Leben dringen. Chyriacus Günther, 1650-1704. 5. O ich Armer, ich Verlorner, ich in Sünden schon Geborner! Was wollt ich vom Troste wissen, wäre dies mir weggerissen, daß ich einen Heiland habe, dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie geboren, als dies theure Wort verloren. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 6. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, 79. Komm, mein Herz! in solch ein Denkmal selbst geſtiftet: Jesu Leiden strömt auch dir ein daß ich einen Heiland habe, der Quell der Freuden. Stille hier den Gang zum Kreuz und Grabe, dein sehnlich Dürsten an dem Mahl ja den Schritt in Todes Rachen des Lebensfürsten. Daß ich einen gern gethan, mich los zu Heiland habe, mich in seinem Heile 7. Heilges Brot, sei mir geseg Kirche, Wort Gottes, Saframente. net, weil mir der in dir begegnet, Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, der mit seinen Todeswunden die komm an's helle Licht gegangen, Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und todt im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaſte laden; der den Himmel kann ver= walten, will jett Herberg in dir halten. 8. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begeg= net, dessen Blut mich lässet finden die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der die arme Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 2. Eil, wie Gottverlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: o Herr, laß Dich umfassen, von Dir will ich nicht mehr laffen. 9. Er gebietet mir zu essen, meines Jammers zu vergessen; er gebietet mir zu trinken und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst zur Opfergabe, ja zur Nahrung und zum Leben mir aus freier Huld gegeben. 10. Gott, was brauch ich mehr 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden sonst um Geld erkaufet werden, Du, o Herr, für Deine Gaben willst nicht Erdenschätze haben, und in allen Bergesgründen könnt ich ja kein Kleinod finden, daß ich bei dem heilgen Mahle, zu wissen, ja was will ich mehr Herr, Dein Manna Dir bezahle. 49 genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd ich das nur nie vergessen, daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei von Tod und Grabe. Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, so wird mich mein Heiland decken. 5. Beides, Wonne und auch 11. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich Bangen, fühl ich jetzt mein Herz einen Heiland habe, der vom Kripp- umfangen. Das Geheimnis dieser lein bis zum Grabe, bis zum Thron, Speise und die unerforschte Weise to man ihn ehret, mir, dem Sün- macht, daß ich voll Staunen merke, der, zugehöret. Herr, die Größe Deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der Dein Allmacht fann ergründen? Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1725-1761. Eigene Melodie. 6. Jesu, meines Lebens Sonne, 80. Schmücke dich, o liebe Jesu, meine Freud und Wonne, Anhang. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach Deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten: daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine! 4 50 Christliches Leben. Deiner Liebe zu gedenken. Jesu, Du mein ganz Beginnen, das uns jetzt kann kräftig tränken, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu Deinen Füßen: laß mich würdiglich genießen dieser Deiner Himmelsspeise mir zum Heil und Dir zum Preise. 8. Jesu, wahres Brod des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden sei zu Deinem Tisch geladen! Laß mich 7. Herr es hat Dein treues durch dies Seeleneffen Deine Liebe Lieben Dich vom Himmel herge- recht ermessen, daß ich auch, wie trieben, daß Du willig haft Dein jegt auf Erden, mög Dein Gast Leben in den Tod für uns ge- im Himmel werden. geben und dazu ganz unverdroffen, Herr, Dein Blut für uns vergossen, Joh. Frand, 1618-1677. V. Christliches Leben. Buße. Eigene Melodie. 81. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann in dieser Welt zu finden. Eigene Melodie. 2. Lief ich gleich weit zu solcher 82. Aus tiefer Noth schrei ich Zeit bis an der Erden Enden und zu Dir, Herr Gott, erhör mein wollt los sein des Elends mein, Rufen! Dein gnädig Ohr neig würd ich es doch nicht wenden. her zu mir und meiner Bitt es wollst Du mich nicht ewiglich von Deiner Liebe scheiden. Mart. Rutilius, 1550-1618. 3. 3u Dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ich's wohl hab verdienet! Ach, geh doch nicht, Gott, in's Gericht Dein Sohn hat uns verfühnet. öffne! Denn so Du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor Dir bleiben? 4. Soll's ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen, so fahre fort, nur schone dort, laß mich nicht ewig büßen. 2. Bei Dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben, es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben. Vor Dir niemand sich rühmen kann, des muß Dich fürchten jeder= mann und Deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn will ich verlassen mich und 6. Verfahr mit mir, wie's dünfet seiner Güte trauen, die mir zufagt Dir, ich will es gerne leiden. Nur sein werthes Wort, das ist mein 5. Gieb auch Geduld, vergiß der Schuld, schaff ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. Christliches Leben. 51 Trost und treuer Hort, des will daß mir das Herze wieder lacht ich allzeit harren. und froh beginnt zu singen, weil Gnade uns Dein Wort verheißt für die, die mit zerknirschtem Geist zu Dir, o Jesu, kommen. 5. So komm ich jetzt zu Dir allhie in meiner Noth geschritten und will Dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider Dich auf Erden hab gesündigt. 6. Vergieb mir doch, o Herr, mein Gott, um Deines Namens willen! Du wollst in mir die große Noth der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und Dir hinfort zu Ehren leb mit findlichem Gehorsam. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu das Volk von, rechter Art, das aus dem Geist geboren ward, und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden biel, bei Gott ist viel mehr Gnade, sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. D. Mart. Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. ( Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl.) 83. Herr err Jesu Christ, Du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, sich doch, wie ich in meinem Muth mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 7. Stärk mich mit Deines Geistes Muth, heil mich durch Deine Wunden, wasch mich mit Deiner Gnade Fluth in meinen letzten Stunden und führ mich einst, wenn Dir's gefällt, im rechten Glauben aus der Welt zu Deinen Auserwählten. Barth. Ringwald, 1530-1598. 2. Erbarm Dich mein in solcher Last, nimm sie von meinem Herzen, dieweil Du sie gebüßet haft am Kreuz mit Todesschmerzen: 84. Ich will von meiner Miſſeauf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. that zum Herren mich bekehren: Du wollest selbst mir Hülf und Nath hierzu, o Gott, bescheren und Deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu Dir zc. 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, was ich von je begangen, so fällt mir aller Muth dahin, und bin mit Furcht umfangen. ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren sein, wenn ich Dein Wort nicht hätte. 4. Jedoch Dein heilsam Wort, Ja, das macht mit seinem süßen Klingen, und Thun; des großen Jammers 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend recht empfinden, bleibt ohne Deines Geistes Licht blind, taub und todt in Sünden; verkehrt ist Herz, Verstand 52 Christliches Leben. komm mich nun, o Vater, zu ent= 9. So angethan will ich mich binden. hin vor Deinen Vater machen. 3. Herr, klopf in Gnaden bei Ich weiß, er lenket seinen Sinn mir an und führ mir wohl zu und schaffet Rath mir Schwachen. Sinnen, was Böses ich vor Dir Er weiß, was Fleischeslust und gethan; Du kannst mein Herz ge- Welt und Satan uns für Netze winnen, daß ich aus Kummer und stellt, die, uns zu flürzen, wachen. Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 10. Wie werd ich mich mein Leben lang vor solcher Plage scheuen durch Deines guten Geistes Drang, den Du mir wollst verleihen, daß er von aller Sünden List und dem, was Dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. 4. Haft auch in Christo mich erwählt tief aus der Höllen Fluthen, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten: und daß ich ja Dein eigen sei, hast Du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruthen. 5. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, ge= Eigene Melodie. fagt: es hat noch lange Zeit, Gott 85. Wenn meine Sünd mich pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so fränken, o mein Herr Jesu Christ, strenge fort, es hat Geduld der so laß mich wohl bedenken, wie Hirte mit den Schafen. Du gestorben bist und alle meine 6. Dies alles jegt zugleich er- Schuldenlast am Stamm des heil wacht, mein Herz will mir zer- gen Kreuzes auf Dich genommen springen, ich sehe Deines Donners hast. Macht und Feuer auf mich dringen. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627-1667. 2. Wunder ohne Maßen, es hat Es regt sich wider mich zugleich wer es betrachtet recht, des Satans und der Hölle Reich, sich martern lassen der Herr für die wollen mich verschlingen. seine Knecht! Selbst seinen eignen 7. Herr Jesu, nimm mich bei Sohn hat Gott für mich verDir ein, ich flich zu Deinen Wun- lornen Menschen gegeben in den den, die Du, o Heiland, wegen Tod. mein am Kreuze hast empfunden, als unser aller Sünden Müh Dir, o Du Gotteslamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 8. Wollst mich durch Deines Todes Pein und durch Dein heilig Leiden, von allen meinen Sünden rein, in Deine Unschuld kleiden. 4. Drum sag ich Dir von Von wegen Deines Kreuzes Last Herzen jetzt und mein Leben lang erquid, was Du zermalmet hast, für Deine Bein und Schmerzen, mit Deines Trostes Freuden. o Jesu, Lob und Dant, für Deine - 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden. Die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Gluth. 53 digung und aller Strafen Linderung, 4. Die Du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten Dich. Wir flehn im Namen Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum fommen wir, Herr unser Gott, und flagen Dir all unsre Noth, weil wir jett stehn verlassen gar in großer Trübfal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns davon in Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen wir 7. Laß mich an andern üben, dafür hernach mit Freuden danken was Du an mir gethan, und Dir, gehorsam sein nach Deinem meinen Nächsten lieben, gern dienen Wort, Dich allzeit preisen hier und jedermann ohn Eigennuß Heuchelschein und, wie Du mir. erwiesen, aus reiner Lieb allein. und dort. Paul Eber, 1511-1569. Christliches Leben. Noth und Angstgeschrei, für Dein unschuldig Sterben, für Deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß Dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie fomme aus dem Sinn, wie viel es Dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollt's auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Erempel, das Du mir vorgestellt. 8. Laß endlich Deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen Mel. Wer nur den lieben Gott zc. legten Stunden und des versichern mich, weil ich auf Dein Verdienst 87. Wir liegen hier zu Deinen nur trau, Du werdest mich an- Füßen, ach Herr von großer Güt nehmen, daß ich Dich ewig schau. und Treu, und fühlen leider im Justus Gesenius, 1601-1673. Gewissen, wie sehr Dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn Du strafen willt! Eigene Melodie. 2. Doch, Vater, denk an Deinen 86. Wenn wir in höchsten Nöthen sein und wissen weder aus Namen, gedenk an Deinen lieben noch ein und finden weder Hülf Sohn! Dein Wort heißt immer noch Rath, obgleich wir sorgen Ja und Amen, Dein Eidschwur früh und spat, zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns in's Gericht! 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein Dich rufen an, o treuer Gott, um Ret3. Wir liegen vor Dir in dem tung aus der Angst und Noth, Staube, und unser Herz ist ganz 3. Und heben unser Aug und zerknirscht, nur tröftet uns allein Herz zu Dir in wahrer Neu und der Glaube, daß Du Dich noch Schmerz und flehen um Begna- erbarmen wirst. Ja, Du hast noch Leben. 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! Fort!- was seid ihr ſo so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt und der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: Schwert des Herrn und Gideon!" 54 Christliches ein Vaterherz, drum sich doch jetzt auf unsren Schmerz. 4. Das theure Blut von Deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von Deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da Du auch Gnade haft erzeigt, Dein Herz dem Sünder zugeneigt. 3. Kein Erlöster müsse sprechen: ich bin elend, arm und schwach, und durch so viel Ungemach fann 5. Ach, laß die wohlverdiente fein armer Sünder brechen; denn Strafe nicht über unsre Häupter der Herr ist's, der uns heilt und gehn, daß wir nicht als verlorne den Schwachen Kraft ertheilt. Schafe von Deiner Hut verlassen stehn. Ach, sammle uns in Deinem Schooß und mach uns aller Plagen los. 4. Sind wir schwach bei ihm ist Stärke; sind wir arm der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel unter= than. - 6. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig füssen und fördre die Ge- 5. Niemand kann zu Salem rechtigkeit. Krön unser Feld mit thronen, der nicht recht mit Jesu Deinem Gut, nimm Kirch und Haus in Deine Hut. kämpft und des Fleisches Lüste dämpft, weil wir noch im Fleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit kommet man zur Sicherheit. 7. So wollen wir Dir Opfer bringen und Deine sein mit Leib und Seel. Es soll Dein Lob gen Himmel dringen, und Dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein: der Herr soll mein Gott ewig ſein. Benj. Schmold, 1672-1737. 6. Nun so wachet, kämpfet, ringet, streitet mit Gebet und Flehn, bis wir auf der Höhe stehn, wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist der Erde Wert gethan, geht des Himmels Sabbath an. ? Joh. Jac. Rambach, 1693-1735. Glaube und Heiligung. Mel. Ach was soll ich Sünder machen 2c. Eigene Melodie. 88. Auf, ihr Streiter, durch- 89. Allein zu Dir, Herr Jeſu gedrungen, auf und folgt dem Hei- Christ, mein Hoffnung steht auf land nach, der durch Marter, Hohn Erden, ich weiß, daß Du mein und Schmach sich auf Zions Burg Tröster bist, kein Trost mag mir geschwungen! Nach!- das Haupt sonst werden. Von Anbeginn ist hat schon gesiegt; weh dem Glied. nichts erkorn, auf Erden ist kein das müßig liegt! Mensch geborn, der mir aus Nöthen Chriftliches Leben. helfen kann; ich ruf Dich an, Du bist allein der rechte Mann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen, derselben mach mich frei und los durch Deinen Tod und Schmerzen und zeig mich Deinem Vater an, daß Du genug für mich gethan, so werd ich los der Sündenlaft: Herr, halt mir fest, wes Du Dich mir versprochen hast. 55 dich über die Natur; wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, und alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendige Theil, mein ein und mein alles, mein seliges Heil. 3. Gieb mir nach Dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich Deine Süßigfeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben Dich und meinen Nächsten gleich als mich; am leßten End Dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 3. Wie dies eine zu genießen sich Maria dort befliß, als sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ; das Herz ihr entbrannte, nur einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jeju, nur nach Dir. Laß mich treulich an Dir hangen, schenke Dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, 4. Ehr sei Gott in dem höchsten so will ich Dir dennoch in Liebe Thron, dem Vater aller Güte, und nachlaufen; denn Dein Wort, o Christo, seinem lieben Sohn, der Jesu, ist Leben und Geist: was uns allzeit behüte, und Gott, dem ist wohl, das man nicht in Jesu werthen heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leist, damit wir ihm geneußt? gefällig sein hier in der Zeit und einst auch in der Ewigkeit. Joh. Echneefing, † 1567. 5. Aller Weisheit höchste Fülle in Dir ja verborgen liegt; gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, darinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, Eigene Melodie. Ach, recht kenne 90. Eins ist noth, ach Herr, die himmlisch ist, führet. dies eine lehre mich erkennen doch! wenn ich nur Jeſum Alles andre, wie's auch scheine, ist und weiß, so hab ich der Weisja nur ein schweres Joch, darunter heit vollkommenen Preis. das Herze sich naget und plaget 6. Nichts kann ich vor Gott und dennoch kein wahres Vergnü- ja bringen, als nur Dich, mein gen erjaget. Erlang ich dies eine, höchstes Gut; Jesu, es muß mir das alles ersetzt, so werd ich mit gelingen durch Dein heilges, theures Blut. Die höchste Gerechtig2. Seele, willst du dieses fin- feit ist mir erworben, da Du bist ben, such's bei keiner Kreatur, laß, am Stamme des Kreuzes gestorben, was irdisch ist, dahinten, schwing die Kleider des Heils ich da habe einem in allem ergößt. Christliches Leben. Glaube gaben mein armes Herze laben, ach Herr, erhöre mich! 56 erlangt, worinnen mein in Ewigkeit prangt. 7 Nun so gieb, daß meine 3. Vertreib aus meiner Seelen Seele auch nach Deinem Bild er den alten Adamssinn und laß wacht, Du bist ja, den ich er- mich Dich erwählen, auf daß ich wohle, mit zur Heiligung gemacht. mich forthin zu Deinem Dienst Was dienet zum göttlichen Wandel ergebe und Dir zu Ehren lebe, und Leben ist in Dir mein Hei- weil ich erlöset bin. land mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Beben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 4. Befördre Dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch Deir heilsames Wort, damit ich an Dig gläube und in der Wahrheit bleide zu Truß der Höllenpfort. 8 Ja was soll ich mehr vergangen? Auf mich strömt die Gnadenfluth, Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch Dein 5. Ach, zünde Deine Liebe in Blut Da hast Du die ewge Er- meiner Seele an, daß ich aus lösung erfunden, daß ich nun der innerm Triebe Dich ewig lieben Herrschaft der Hölle entbunden; kann und Dir zum Wohlgefallen Dein Eingang die völlige Freiheit beständig möge wallen auf rechter mir bringt, im findlichen Geiste Lebensbahn. das Abbo nun flingt. 9 Drum auch, Jesu, Du alleine follst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gieb, daß ich nur alles hier achte für Spott und Jesum gewinne; dies eine ist noth Joh. Heinr. Schröder, 1666-1699. 6. Nun Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth! Denn das sind Gnadenwerke, die Dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen sind böse und nicht gut. 7. Darum, Du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu, gieb, daß ich Deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter, 1661-1735. Eigene Melodie 91. Herr Jesu, Gnadenſonne, wahrhaftges Lebenslicht! Laß Leben, Licht und Wonne mein blödes AnEigene Melodie. gesicht nach Deiner Gnad erfreuen 92. Herzlich lieb hab ich Dich, und meinen Geist erneuen. Mein o Herr, ich bitt, wollst sein von Gott, versag mir's nicht! mir nicht fern mit Deiner Hülf 2. Vergieb mir meine Sünden und Gnaden. Die ganze Welt und wirf sie hinter Dich, laß allen erfreut mich nicht, nach Erd und Zorn verschwinden und hilf mir Himmel frag ich nicht, wenn ich gnädiglich, laß Deine Friedens- nur Dich fann haben; und wenn Christliches Leben. 57 mir gleich mein Herz zerbricht, so 2. Himmelan schwing dich, mein bist Du doch mein Zuversicht, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Theil und meines Herzens Trost, Wesen und kannst das, was irdisch der mich durch sein Blut hat er- heißt, nicht zu deinem Werk erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott lesen; ein von Gott erleucht'ter und Herr! Mein Gott und Herr! Sinn fehrt zu seinem Ursprung hin. In Schanden laß mich nimmermehr! 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre; wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 2. Es ist ja Dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel, und was ich hab in diesem armen Leben; damit ich's brauch zum Lobe Dein, zum Nutz und Dienst des 4. Himmelan denk ich allzeit, Nächsten mein, wollst mir Dein wenn er mir die Tafel decket, und Gnade geben. Behüt mich, Herr, mein Geist hier allbereit eine Kraft vor falscher Lehr, des Satans des Himmels schmecket: nach der Mord und Lügen wehr, in allem Kost im Jammerthal folgt des Kreuz erhalte mich, auf daß ich's Lammes Hochzeitsmahl. trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, 5. Himmelan! Mein Glaube mein Herr und Gott! Mein Herr zeigt mir das schöne Loos von und Gott! Tröst mir mein Seel ferne, daß mein Herz schon aufin Todesnoth! wärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 3. Ach Herr, laß Deine Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis am jüngsten Tage! Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen Dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland 7. Himmelan, ach himmelan! und mein Gnaden- Thron! Herr Das soll meine Losung bleiben. Jesu Christ! Erhöre mich! Er- Ich will allen eitlen Wahn durch höre mich! Ich will Dich preisen die Himmelsluft vertreiben: Himewiglich. Martin Schalling, 1532-1608. melan steht mir mein Sinn, bia ich in dem Himmel bin. Benj. Schmolck, 1672-1737. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 93. Himmelan geht unsre mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Canaan 94. Ich habe nun den Grund durch die Wüste kommen werden; gefunden, der meinen Anker ewig hier ist unser Pilgrimsstand, dro- hält; wo anders als in Jesu Wunben unser Vaterland. den? Da lag er vor der Zeit der 58 Christliches Leben. Welt, der Grund, der unbeweg- wenn alles hier im Staube wie lich steht, wenn Erd und Himmel Staub und Rauch verweht; ich untergeht. weiß, was ewig bleibet, wo alles 2. Es ist das ewige Erbarmen, wankt und fällt, wo Wahn die das alles Denken übersteigt; es Weisen treibet und Trug die Klugen sind die offnen Liebesarme des, der hält. sich zu dem Sünder neigt, dent 2. Ich weiß, was ewig dauert, allemal das Herze bricht, wir kom- ich weiß, was nie verläßt; auf men oder kommen nicht. ewgen Grund gemauert steht diese 3. Wir sollen nicht verloren Schußwehr fest. Es sind des Heiwerden, Gott will, uns soll geholfen lands Worte, die Worte fest und sein; deswegen kam der Sohn auf flar; an diesem Felsenhorte halt Erden und nahm hernach den Him- ich unwandelbar. mel ein; deswegen klopft er für und für so start an unsre Herzensthür. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf 4. O Abgrund, welcher alle den der Himmel schaut, vor dem Sünden durch Christi Tod ver- die Seraphinen anbetend niederschlungen hat! Das heißt die knien, um den die Heilgen dienen, Wunde recht verbinden, da findet ich weiß und kenne ihn. kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! - 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der dia5. Darein will ich mich gläubig manten ist, der nimmermehr kann senken, dem will ich mich getrost wanken, mein Heiland und mein vertraun, und wenn mich meine Hort, die Leuchte der Gedanken, Sünden fränken, nur bald nach die leuchtet hier und dort. Gottes Herzen schaun: da findet 5. Er, den man blutbedecket am sich zu aller Zeit unendliche Barm- Abend einst begrub; er, der von herzigkeit. Gott erwecket sich aus dem Grab 6. Bei diesem Grunde will ich erhub; der meine Schuld versöhnet, bleiben, so lange mich die Erde der seinen Geist mir schenkt, der trägt. Das will ich denken, thun mich mit Gnade frönet und ewig und treiben, so lange sich ein Glied mein gedenkt. bewegt. So sing ich einst auch nach der Zeit: o Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe, 1688-1758. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes unge= raubt; es schmückt auf Himmels auen mit Kronen einst mein Haupt. 95. Ich weiß, an wen ich Ernst Morik Arndt, 1769-1860. glaube, ich weiß, was fest besteht, Mel. Valet will ich dir geben. - Christliches Leben. Eigene Melodie. 96. Ich will Dich meine Stärke, ich will Dich lieben, meine Zier, ich will Dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will Dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Lohne auch in der allergrößten Noth, ich will Dich lieben, schönstes lieben, Licht, bis mir das Herze bricht! Joh. Scheffler( Angelus Silefius), 1624-1677. 59 2. Ich will Dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund, ich will Dich lieben und erheben, so lange mich Dein Glanz bescheint, ich will Dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. Mel. Eeelenbräutigam zc. 97. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis in's Baterland. 2. Soll's uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den 3. Ach, daß ich Dich so spät schwersten Tagen niemals über erkennet, Du hochgelobter Heiland Lasten klagen; denn durch Trübfal Du! Und Dich nicht eher mein hier geht der Weg zu Dir. genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, fümmert uns ein fiemdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. 3ch lief verirrt und war verblendet, ich suchte Dich und fand Dich nicht, ich hatte mich von Dir gewendet und liebte das erschaffne Licht. Nun aber ist's durch Dich geschehn, daß ich Dich hab ersehn. 5. Ich danke Dir, Du wahre Sonne, daß mir Dein Glanz das Licht gebracht! Ich danke Dir, Du Himmelswonne, daß Du mich frei und froh gemacht! Ich danke Dir, Du süßer Mund, daß Du mich 98. Jesu, meine Freude, meimachst gesund! Eigene Melodie. 6. Erhalte mich auf Deinen nes Herzens Weide! Jesu, meine Stegen und laß mich nicht mehr Zier! Ach wie lang, ach lange ist irre gehn, laß meinen Fuß in dem Herzen bange, und verlangt Deinen Wegen nicht straucheln nach Dir! Du bist mein, und ich oder stille stehn; erleuchte Leib und bin Dein! Außer Dir soll mir Seele ganz, Du starker Himmels- auf Erden nichts sonst lieber werglanz! den. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst Du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöthge Pflege; thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nicol. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700-1760. 2. Unter Deinem Schirmen bin 7. Ich will Dich lieben, meine Krone! Dich will ich lieben, meinen ich vor den Stürmen aller Feinde Gott! Ich will Dich lieben sonder frei. Laß von Ungewittern rings 60 Christliches Leben. die Welt erzittern: mir steht Jeſus 3. Wenn ein Schaf verloren bei. Ob die Welt in Trümmer ist, suchet es ein treuer Hirte; fällt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Weg mit allen Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 4. Kommet alle, kommet her, kommet ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Gute Nacht, o Wesen, das 5. Ich Betrübter fomme hier die Welt erlesen, mir gefällst Du und bekenne meine Sünden; laß, nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, mein Heiland, mich bei Dir Gnade bleibet weit dahinten, kommt nicht und Vergebung finden, daß dies mehr an's Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht ge= geben! Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muths, ob die Sünden blutroth wären, 5. Weicht, ihr Trauer- Geister! müssen sie kraft Deines Bluts sich Denn mein Freuden- Meister, Jesus, dennoch in schneeweiß kehren, da tritt herein. Denen, die Gott ich gläubig sprechen kann: Jesus lieben, muß auch ihr Betrüben nimmt die Sünder an. lauter Segen sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst Du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franck, 1618-1677. 7. Jesus nimmt die Sünder an, mich auch hat er angenommen, mir den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister, 1671-1756. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 99. Jeju esus nimmt die SünMel. Schmücke dich, o liebe Seele. der an! saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn 100. König, dem kein König auf verkehrten Weg verfallen. Hier gleichet, dessen Ruhm kein Mund ist, was sie retten fann: Jesus erreichet, dem als Gott das Reich nimmt die Sünder an. gebühret, der als Mensch das 2. Keiner Gnade sind wir werth, Scepter führet, dem das Recht gedoch hat er in seinem Worte eid- hört zum Throne als des Vaters lich sich dazu erklärt; fehet nur, eingem Sohne, den so viel Volldie Gnadenpforte ist hier völlig kommenheiten krönen, zieren und aufgethan Jesus nimmt die Sün- begleiten! der an. 2. Himmel, Erde, Luft und Christliches Leben. 61 Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 101, Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei, es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, ſtärket euern Muth, zur Ewigkeit zu wan= dern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man Dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt er= wählen, die durch's Scepter Deines ja den Treuen, der uns gerufen Mundes nach dem Recht des Gna- hat. Kommt, folgt und trauet denbundes sich von Dir regieren dem! ein jeder sein Gesichte mit lassen und wie Du das Unrecht ganzer Wendung richte fest nach haffen. Jerusalem. Meere, aller Kreaturen Heere müssen Dir zu Diensten stehen; was Du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist Dir übergeben. Und vor Deines Mundes Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. Geht's der Natur entgegen, ſo geht's gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte 4. In dem Reiche Deiner Ehren fann man stets Dich loben hören kann man stets Dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge Deiner Knechte, Pilger noch. Verlaßt die Kreatur von der Menge Deiner die dort ohne Furcht und Grauen und was euch sonst will binden; Dein verklärtes Antlitz schauen, die laßt gar euch selbst dahinten, es Dich unermüdet preisen und Dir geht durch's Sterben nur! Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, Dir ist Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäze, der Ordnung der Gesetze, an Voll- will, der trag sich todt, wir reisen 4. Man muß wie Pilger wanviel sammeln, halten, handeln macht deln, frei, bloß und wahrlich leer; unsern Gang nur schwer. Wer an kommenheit der Gaben, Deine Bürger haben; schüßest Deine Freunde, Du bezwingest Deine Feinde. welche Du beden; wir brauchen's nur zur Noth. abgeschieden, mit wenigem zufrie5. Schmückt euer Herz auf's beste, sonst weder Leib noch Haus, 6. Herrsche auch in meinem wir sind hier fremde Gäste und Herzen über Zorn, Luft, Furcht ziehen bald hinaus. Gemach bringt und Schmerzen, laß mich Deinen Ungemach; ein Pilger muß sich Schutz genießen, gläubig Dich in's schicken, sich dulden und sich bücken Herze schließen, ehren, fürchten, den turzen Pilgertag. loben, lieben und mich im Gehor6. Jst gleich der Weg sehr enge, ſo einsam, frumm und schlecht, der ſam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen Dir zur Seiten! Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt; es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durch's Geheg! Joh. Jac. Rambach, 1693-1735. 62 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Muth mit süßen Sonnenblicken, uns locken und erquicken, ach ja, wir haben's gut. Liebe, die Du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht; Liebe, Dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Dir zc. 2. Liebe, die Du mich erkoren, eh als ich erschaffen war; Liebe, die Du Mensch geboren und mir 8. Sollt wo ein Schwacher gleich wardst ganz und gar; Liebe, fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man 3. Liebe, die für mich gelitten pflanze Lieb und Ruh. Kommt, und gestorben in der Zeit; Liebe, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit; Liebe, Dir zc. 4. Liebe, die Du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; 9. Kommt, laßt uns munter Liebe, die sich blos ergeben mir zum wandern, der Weg kürzt immer Heil und Seelenhort; Liebe Dir x. ab; ein Tag der folgt dem andern, 5. Liebe, die mich hat gebunden bald fällt das Fleisch in's Grab. an ihr Joch mit Leib und Sinn; Nur noch ein wenig Muth nur Liebe, die mich überwunden und noch ein wenig treuer von allen mein Herz hat ganz dahin; Liebe, Dingen freier gewandt zum ewgen Dir xc. Gut. Christliches Leben. 6. Liebe, die mich ewig liebet, 10. Es wird nicht lang mehr die für meine Seele bitt't; Liebe, währen, halt noch ein wenig aus; die das Lösgeld giebet und mich es wird nicht lang mehr währen, kräftiglich vertritt; Liebe, Dir 2. so kommen wir nach Haus. Da 7. Liebe, die mich einst wird wird man ewig ruhn; wann wir führen aus dem Grab der Sterb mit allen Frommen daheim zum lichkeit; Liebe, die mich dort wird Vater kommen, wie wohl, wie zieren mit dem Kranz der Herrlichwohl wird's thun! keit; Liebe, Dir ergeb ich mich, Dein 11. Drauf wollen wir's denn zu bleiben ewiglich. wagen, es ist wohl wagenswerth, Joh. Scheffler( Angelus Silefius), und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du 1624-1677. bist uns zu klein! Wir gehn durch Mel. Straf mich nicht in Deinem Zorn. Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, 103. Mache dich, mein Geist, es soll nur Jesus sein. Gerh. Tersteegen, 1697-1769. Mel. Komm, o komm, Du Geist des bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans lift über viele Frommen zur Versuchung Lebens. 102. Liebe, die Du mich zum kommen. Bilde Deiner Gottheit hast gemacht; 2. Aber wache erst recht auf von Christliches Leben. 63 dem Sündenschlafe, denn es folget näher treten; denn die Zeit iſt sonst darauf eine lange Strafe; nicht weit, da uns Gott wird richten und die Noth sammt dem Tod und die Welt vernichten. möchte dich in Sünden unvermuthet Joh. Burchard Freystein, † 1720. finden. Eigene Melodie. 3. Wache auf, sonst fannst du nicht Christi Klarheit sehen. Wache, 104. Meinen Jesum laß sonst wird dir sein Licht ewig ferne ich nicht; weil er sich für mich gestehen; denn Gott will für die geben, so erfordert meine Pflicht, Füll einer Gnadengaben offne nur allein für ihn zu leben. Er Augen haben. ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 4. Wache, daß dich Satans List nicht m Schlaf mag finden, weil er sonst behende ist, heimlich dich zu binden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe wach und sieh, es fehlt nie hier an falschen Brüdern unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze, denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht't; meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht unsrer Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr, der muß dich frei von dem allen Himmel nicht meine Seele seufzt machen, was dich drückt und be- und sehnet, Jesum sucht sie und stridt, daß du schläfrig bleibest und sein Licht, der mich hat mit Gott sein Werk nicht treibest. versöhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen 6. Jesum laß ich nicht von leben und durch ihn unsern Sinn, mir, geh ihm ewig an der Seiten; Feind, Welt, Fleisch und Sünden Christus läßt mich für und für träftig überwinden. zu den Lebensbächlein leiten. Selig, 9. Drum so laßt uns immer- wer mit mir so spricht: meinen dar wachen, flehn und beten, weil Jesum laß ich nicht. die Angst, Noth und Gefahr immer Christian Keymann, 1607-1662. 64 Christliches Leben. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt der da Schaden, Spott und Schande walten. uns mit Himmelslust versüßt; übe 105. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz Wille, daß Du endest dieses Wert; ferner Dein Gerichte wider unsern treues AnAdamssinn, bis Dein treues Angesichte uns führt aus dem Kerker hin. 2. Ist's doch Deines Vaters hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn 2. 3ch hatte nichts als 3orn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst verfühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Wo hierzu wohnt in Dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß Du nichts von dem verlierest, was er Dir geschenket hat, und es aus dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. tam dies her? Warum geschieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts, 3. Ach, so mußt Du uns vollen den, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in Deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht; ob wir wohl von allen Leuten als gefangen sind geacht't, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns der Welt zum Spott gemacht. 3. Das muß ich Dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge 4. Schau doch aber unsre Ketten, mich und bin erfreut und rühme da wir mit der Kreatur seufzen, die Barmherzigkeit. um Erlösung beten von der fün4. Dies laß ich kein Geschöpf digen Natur, von dem Dienst der mir rauben, dies soll mein einzig Eitelfeiten, der uns an sich hält Rühmen sein; auf dies Erbarmen gebannt, ungeacht't der Geist in will ich glauben, auf dieses bet ich Zeiten sich dem Höchsten zugewandt. auch allein, auf dieses duld ich in der Noth, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchzubrechen frei 5. Gott, der Du reich bist an und bloß. Weg mit Menschenfurcht Erbarmen, nimm Dein Erbarmen und Zagen, weich, Vernunft- Benicht von mir und führe durch den denklichkeit! Fort mit Scheu vor Tod mich Armen durch meines Schmach und Plagen, fort des Heilands Tod zu Dir; da bin ich Fleisches Zärtlichkeit! ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Friedr. Hiller, 1699-1769. 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie Du's nöthig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet Dich im Glauben, läßt Dich nicht, bis er die Er Mel. O Du Liebe meiner Liebe. 106. Durchbrecher aller Lösung findet, die Dein treuer Mund Bande, der Du immer bei uns bist, verspricht. Chriftliches Leben. 65 7. Herrscher, herrsche, Sieger, zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, fiege, König, brauch Dein Regi- je mehr ich find, daß ich Dich ment; führe Deines Reiches Kriege, lieben sollte. Von Dir laß mir mach der Sklaverei ein End! Ach Deine Güte in's Gemüthe lieblich die Last treibt uns zu rufen, alle fließen, so wird sich die Lieb erflehen wir Dich an: zeig uns nur gießen. die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 3. Durch Deine Kraft treff ich das Biel, daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Ehre, Freude, Gut und Geld, wenn ich es recht erwäge, kann mich ohn Dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer Dich liebt, den liebest Du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch Dein genießen. Ewig selig, nach dem Leide große Freude wird er finden; alles Trauern muß verschwinden. 8. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein; drum, so wahr Du bist gestorben, mußt Du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebild't; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus Deiner Füll sich füllt. 9. Liebe, zeuch uns in Dein Sterben, laß mit Dir gekreuzigt sein, was Dein Reich nicht kann ererben, führ in's Paradies uns ein! Doch wohlan, Du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 1666-1714. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, fein Mensch gesehen noch gelehrt, es läßt sich nicht beschrei= ben, was denen dort für Herrlichkeit bei Dir und von Dir ist be= reit't, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, 107, Jeju, Jeju, Gottes noch vergleichen Erdenschäßen das, Sohn, mein Bruder auf dem Gna- was uns dort wird ergößen. denthron, Du meine Freud und 6. Drum laß ich billig dies Wonne! Du weißt es, daß ich rede allein, o Jesu, meine Sorge sein, wahr, vor Dir ist alles sonnenklar daß ich Dich herzlich liebe; daß und klarer als die Sonne. Herz- ich in dem, was Dir gefällt und lich lieb ich mit Gefallen Dich vor mir Dein klares Wort vermeld't, allen; nichts auf Erden kann und aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu Dir kommen, aller mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies tränket mich, daß ich nicht gnug Trübsal ganz entnommen. fann lieben Dich, wie ich Dich lieben wollte. Ich werd von Tag, lichkeit, die schon auf Erden mich 7. Da werd ich Deine Freund= 5 Anhang. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 66 Christliches Leben. erfreut, in reiner Liebe schmecken 9. Wahre Tren liebt Christi und sehn Dein liebreich Angesicht Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und ge= schmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. weiß von feiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 10. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, so ist auch ihr Herz allda. Joh. Heermann, 1585-1647. Eigene Melodie. 11. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch! geht doch alle Tage weiter, 108. Ringe recht, wenn Got- bis ihr kommt in's Himmelreich. Joh. Jos. Winckler, 1670-1722. tes Gnade dich nun ziehet und be= kehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. Mel. Wachet auf, ruft uns 2. 2. Ringe, denn die Pfort ist 109. Rüstet euch, ihr Christenenge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis auf's Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich teine Zeit gereuen, wär's auch Tag und Nacht gethan. 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halte deine Krone feste, halte männlich, was du hast! Recht beharren ist das Beste, Rückfall wird zur schweren Last. leute, die Feinde fuchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt! Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel! Hofianna! der Starte fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Nitterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! da ist Freude, wohlan, so seid zum Kampf bereit: so frö net euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind vers 8. Wahre Treu führt mit der Sünde bis in's Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, fucht in jedem Kampf den Sieg. föhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, Chriftliches Leben. 67 währt nicht lange; und Gottes Sohn selig, wer die Welt verschmäht! hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Chrifto sterben. 4. Jesu, stärke Deine Kinder und mach aus ihnen Ueberwinder, die Du erkauft mit Deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu Dir erheben, wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen: so halten wir getren an Dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasm. Arends, † 1721. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, hat bei Christen keine Statt; Leichtsinn bei der Welt Gelagen Mel. Freu dich sehr, o meine Seele zc. den Geist und macht ihn 110. Schaffet, schaffet matt; unter Chriſti Kreuzesfahn geht Menschenkinder, schaffet eure Selig- es wahrlich niemals an, daß man teit; bauet nicht, wie sichre Sün- noch mit frechem Herzen sicher wollte der, nur auf gegenwärtge Zeit: thun und scherzen. sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget felig werden. 7. Furcht muß man im Heren tragen, Furcht vor dem, der Leib und Seel kann zur Hölle 2. Daß nun dieses mög ge= Geistes Del und, nachdem es ihm niederschlagen; Gott ist's, der des schehen, so bekämpfet Fleisch und Blut, und der Welt zu widerstehen beliebt, Wollen und Vollbringen rüſtet euch mit Kraft und Muth; giebt. so laßt zu ihm uns gehen, Gottes Wille soll allein eures Ze- ihn um Gnade anzuflehen. bens Richtschnur sein, mag es eure schwache Herzen nun erfreuen oder O schmerzen. 8. Und dann zähmet eure Glieder, drin die Sündenlust sich regt, tämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt; was euch ärgert, hauet ab; was euch hindert, senkt in's Grab; denket stets an diese Worte: gehet durch die enge Pforte! 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 9. 3ittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in 4. Selig, wer im Glauben der Gnade zu bestehn; ach mein tämpfet, selig, wer im Kampf be- Heiland, geh doch nicht mit mir steht, wer des Fleisches Lüste dämpfet, Årmen in's Gericht! Gieb mir Dei5* Chriftliches Leben. 68 nes Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ! Er verleihe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, 1661-1735. Geist über alle Himmelshöhen, laß, was dich zur Erde reißt, unter deinen Füßen stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. MX Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 111. Seele, was ermüdst 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben, laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu du dich in den Dingen dieser Erden, ihm erheben. Suche Jesum und die doch bald verzehren sich und zu sein Licht; alles andre hilft dir Staub und Asche werden? Suche nicht. Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz flill, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. Jac. Wolf, 1684-1754. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil Mel. Es ist das Heil uns kommen 2. dir nicht. der Lebensquelle zu, da kannst du 112. Such, wer da will, fie reichlich haben. Suche Jesum ein ander Ziel, die Seligkeit zu und sein Licht; alles andre hilft finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu 4. Geh in Einfalt stets einher, gründen. Sein Wort ist wahr, laß dir nicht das Ziel verrücken: sein Werk ist flar, sein heilger Gott wird aus dem Siebesmeer dich, Mund hat Kraft und Grund, all den Kranken, wohl erquicken. Suche Feind zu überwinden. Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erforen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Such, wer da will, Nothhelfer biel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen fann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. is 6. Schwinge dich nur oft im 3. Ach, sucht doch den, laßt Christliches Leben. alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzensfron, mein Freudensonn sollst Du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von Deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib Du mein Preis, Dein Wort mich speis; bleib Du mein Ehr, Dein Wort mich lehr, an Dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht Dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen, weich nicht von mir, mein höchste zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag Dir ewig dort Lob jagen. Georg Weißel, 1590-1635. 69 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Ver= sprechen. So fällt aller 3weifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist, und was er war. 5. Laßt sein Antlig sich verstellen, ist sein Herz doch tren ge= sinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich werth. Ob auch Sturm und Donner brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genannt. Das ist Trost, so werd ich Armer immer als sein Kind er= fannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. Mel. Gott des Himmels und der zc. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen anterfest auf ihm beruhn. 113. Weicht ihr Berge, fallt Auf ihn will ich Felsen bauen, was ihr Hügel, brecht ihr Felsen alle er sagt, das wird er thun. Erd ein! Gottes Gnade hat das Siegel: und Himmel kann vergehn, doch fie will unverändert sein. Laßt die sein Bund bleibt ewig stehn. Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. Benj. Schmold, 1672-1737. 2. Gott hat mir ein Wort verEigene Melodie. sprochen, Gott hat einen Bund ge= 114. Wie wohl ist mir, o macht, der wird nimmermehr ge= brochen, bis er alles hat vollbracht. Freund der Seelen, wenn ich in Er, die Wahrheit, trüget nicht; es Deiner Liebe ruh. Ich steige aus geschieht, was er verspricht. der Schwermuthshöhlen und eile 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Deinen Armen zu. Da muß die wenn gleich alles bricht und fällt, Nacht des Trauerns scheiden, wenn sie wird ihren Zwed erreichen, weil mit so angenehmen Freuden die fie ewig Glauben hält. Gott ist Liebe strahlt aus Deiner Brust. fromm und gut und treu, sei die hier ist mein Himmel schon auf Welt voll Heuchelei. Erden, wer wollte nicht vergnüget 70 Christliches Leben. werden, der in Dir suchet Ruh mit Freuden aus dieser finstern und Lust? Wildnis scheiden zu Deiner Ruh der Ewigkeit. 2. Die Welt mag schmähen oder preisen, es sei also, ich trau ihr 6. Wie ist mir dann, o Freund nicht, wenn sie mir gleich will Lieb der Seelen, so wohl, wenn ich mich erweisen, bei einem freundlichen Ge- lehn auf Dich! Mich kann Welt, sicht. In Dir vergnügt sich meine Noth und Tod nicht quälen, weil Seele; Du bist mein Freund, den Du, mein Gott, vergnügest mich. ich erwähle; Du bleibst mein Freund, Laß solche Ruh in dem Gemüthe wenn Freundschaft weicht. Der nach Deiner unumschränkten Güte Welt Haß kann mich doch nicht des Himmels süßen Vorschmack fällen, weil in den stärksten Unglücks- sein. Weg, Welt, mit allen Schmei wellen mir Deine Treu den Anker cheleien! Nichts kann, als Jesus, reicht. mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Christ. Deßler, 1660-1722. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesebes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flich in Deine heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Ach Gott, verlaß mich Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, Du bist nicht, gieb mir die Gnadenhände; mein Heil, wer will verdammen? ach führe mich, Dein Kind, daß Die Liebe nimmt sich meiner an. ich den Lauf vollende zu meiner 4. Führst Du durch Wüsten Seligkeit; sei Du mein Lebensmeine Reise, ich folg und lehne licht, mein Stab, mein Hort, mein mich auf Dich. Du giebst mir Schuh; ach Gott, verlaß mich nicht. aus den Wolken Speise und labest 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, aus dem Felsen mich. Ich traue regiere Du mein Wallen; ach laß Deinen Wunderwegen, sie enden mich nimmermehr in Sünd und sich in Lieb und Segen, genug, wenn ich Dich bei mir hab. Ich weiß, wen Du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest Du zuvor hinab. Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, fei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Muth in Dir, der Du verläsfest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch Kreuz und Troft. Mel. O Gott, Du frommer Gott. 115. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde; ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel ansicht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß Dich doch bewegen; ach Christliches Leben. 71 Vater, fröne doch mit reichem 5. An dem, was wahrhaft glückHimmelssegen die Werke des Be- lich macht, läßt Gott es feinem rufs, die Werke meiner Pflicht, zu fehlen; Gesundheit, Reichthum, Ehr thun, was Dir gefällt; ach Gott, und Pracht sind nicht das Glück verlaß mich nicht. der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch verfüßen. 6. Was ist des Lebens Herr= lichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's über=wunden! Hofft auf den Herrn! ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Er hilft uns gern. Seid fröhlich, Knechten. Mel. Was Gott thut, das ist wohl gethan. 116. Auf Gott und nicht auf Christ. Fürchteg. Gellert, 1715-1769. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe Dir ergeben. Hilf mir, D großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn Dein Angesicht. Hilf mir in Noth und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht. Salom. Franck, 1659-1725. meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. Mel. Herzlich thut mich zc. 117. Befieht du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der 2. Er jah von aller Ewigkeit, den Himmel lenkt; der Wolken, wieviel mir nüßen würde, bestimmte Luft und Winden giebt Wege, Lauf meine Lebenszeit, mein Glück und und Bahn, der wird auch Wege meine Bürde. Was zagt mein finden, da dein Fuß gehen kann. Herz? Ist auch ein Schmerz, der 2. Dem Herren mußt du zu des Glaubens Ehre nicht zu be- trauen, wenn dir's soll wohlergehn; fiegen wäre? auf sein Werk mußt du schauen, 3. Gott fennet, was mein Herz wenn dein Werk soll bestehn. Mit begehrt, und hätte was ich bitte, Sorgen und mit Grämen und mit mir gnädig, eh ich's bat, gewährt, selbsteigner Pein läßt Gott sich gar wenn's seine Weisheit litte. Er nichts nehmen, es muß erbeten sein. sorgt für mich stets väterlich. Nicht, 3. Dein ewge Treu und Gnade, was ich mir ersehe, sein Wille, o Vater, weiß und sieht, was gut der geschehe! sei oder schade dem sterblichen Ge= 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück blüt; und was Du dann erlesen, weit schwerer oft zu tragen als das treibst Du, starter Held, und selbst das widrigste Geschick, bei bringst zum Stand und Wesen, deſsen Last wir klagen? Die größte was Deinem Rath gefällt. Noth hebt einst der Tod, und Ehre, 4. Weg hast Du allerwegen, Glück und habe verläßt mich doch an Mitteln fehlt Dir's nicht, Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang im Grabe. 72 Chriftliches Leben. ist lauter Licht; Dein Werk kann Last, die du zu feinem Bösen bisniemand hindern, Dein Arbeit darf her getragen hast. nicht ruhn, wenn Du, was Deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 11. Wohl dir, du Rind der Treue, du hast und trägst davon 5. Und ob gleich alle Teufel mit Ruhm und Dankgeschreie den hier wollten widerstehn, so wird Sieg und Ehrenkron. Gott giebt doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke dir selbst die Palmen in deine rechte gehn. Was er sich vorgenommen, Hand, und du singst Freudenund was er haben will, das muß psalmen dem, der dein Leid ge= doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. wandt. 12. Mach End, o Herr, mach 6. Hoff, o du arme Seele, Ende mit aller unsrer Noth; stärk hoff und sei unverzagt! Gott wird unsre Füß und Hände und laß dich aus der Höhle, da dich der bis in den Tod uns allzeit Deiner Kummer plagt, mit großen Gnaden Pflege und Treu empfohlen sein; rücken. Erwarte nur die Zeit, so so gehen unsre Wege gewiß zum wirst du schon erblicken die Sonn Himmel ein. der schönsten Freud. Paul Gerhardt, 1607-1676. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, Eigene Melodie. laß fahren, was dein Herze be- 118. Gott will's machen, daß trübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, 3. Du Verächter! Gott, dein wie ihm gebühret, mit wunder- Wächter, schläfet ja noch schlummert barem Rath das Werk hinaus- nicht. Zu den Höhen aufzusehen geführet, das dich bekümmert hat. wäre deine Glaubenspflicht. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als frag er nichts nach dir. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter cheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird 6. Willst du wanten in Geer dich entbinden, da du's am danken, faß dich in Gelassenheit. mindsten gläubst; er wird dein Laß den sorgen, der auch morgen Herze lösen von der so schweren Herr ist über Leid und Freud. Christliches Leben. 73 7. Gottes Hände sind ohn Ende, Leib und Seel befehl ich Dir; o sein Vermögen hat kein Ziel. 3st's beschwerlich, scheint's gefährlich: Deinem Gott ist nichts zu viel. Herr, ein selig End gieb mir durch Jesum Christum. Amen. Casp. Melissander, 1540-1591. 8. Wenn die Stunden sich ge= funden, bricht die Hülf mit Macht herein; und dein Grämen zu be= Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. schämen, wird es unversehens sein. 120. Je größer Kreuz, je 9. Nun so trage deine Plage näher Himmel: wer ohne Kreuz, fein getroft und mit Geduld. Wer ist ohne Gott; bei Sündenlust und das Leiden will vermeiden, häufet Weltgetümmel vergißt man Hölle, seiner Sünden Schuld. Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 10. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmidt, 1675-1723. 2. Je größer Kreuz, je besfrer Christe: Gott prüft uns an dem Probestein; wie mancher Garten lieget wüste, fällt nicht ein Thränenregen drein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefel= Mel. Nus tiefer Noth zc. 119. Herr, wie Du willst, tert hast. Am Kreuze wächſet uns der Muth, wie Perlen in gesalzner Fluth. so schick's mit mir im Leben und im Sterben. Allein zu Dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht 4. Je größer Kreuz, je größre verderben. Erhalt mich nur in Biebe: der Wind bläst nur die Deiner Huld, sonst wie Du willst; Flammen auf, und scheinet gleich gieb mir Geduld, denn Dein Will der Himmel trübe, so lachet doch ist der beste. die Sonne drauf. Das Kreuz ver= 2. Zucht, Ehr und Treu ver- mehrt der Liebe Gluth, gleichwie leih mir, Herr, und Lieb zu Dei- das Del im Feuer thut. nem Worte. Behüt mich, Herr, vor 5. Je größer Kreuz, je mehr falscher Lehr und gieb mir hier Gebete: geriebne Kräuter duften und dorte, was dient zu meiner wohl; wenn um das Schiff kein Seligkeit; wend ab all Ungerech- Sturmwind wehte, so fragte man tigkeit in meinem ganzen Leben. nicht nach dem Bol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 3. Soll ich einmal nach Deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur Deine Gnad, 6. Je größer Kreuz, je mehr daß es gescheh mit Freuden. Mein Verlangen: im Thale steiget man 74 Christliches Leben. das hab ich willig auch erfiest. bergan; wer durch die Wüsten oft giebet, was ihm von mir beliebet, gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, find't es hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Ulebel schüßt; leb ich nach seinen 7. Je größer Kreuz, je lieber Säßen, so wird mich nichts verSterben: man freut sich recht auf legen, nichts fehlen, was mir ewig seinen Tod, denn man entgehet nügt. dem Verderben, es stirbt auf ein5. Er wolle meiner Sünden in mal alle Noth. Das Kreuz, das Gnaden mich entbinden, durchChristengräber ziert, bezeugt, fie haben triumphirt. streichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht strads das Urtheil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen bei6. Leg ich mich späte nieder, gelegt, und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel erwach ich frühe wieder, lieg oder trägt. Ach, dieses theure Kleinod zieh ich fort, in Schwachheit und macht, daß man das größte Kreuz in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein heilig nicht acht't. Wort. 9. Gekreuzigter, laß mir Dein 7. Hat er es denn beschlossen, Krenze je länger und je lieber sein. so will ich unverdrossen an mein Daß mich die Ungeduld nicht reize, Verhängnis gehn; fein Unfall unter so pflanz ein solches Herz mir ein, allen wird mir zu harte fallen, ich das Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, will ihn freudig überstehn. bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmold, 1672-1737. ergeben 8. Ihm hab ich mich zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß ja wohl die rechte Zeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 121. In allen meinen Thaten 9. So sei nun, Seele, seine und laß ich den Höchsten rathen, der traue dem alleine, der dich geschafalles kann und hat: er muß zu fen hat! Es gehe, wie es gehe; allen Dingen, soll's anders wohl dein Vater in der Höhe, der weiß gelingen, uns selber geben Rath zu allen Sachen Rath. und That. Paul Flemming, 1609-1640. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mag's mit meinen mel. Balet will ich dir geben 2c. Sachen nach seinem Willen machen, ich stell es ganz in seine Gunst. 122. It Gott für mich, so trete gleich alles wider mich, so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich; hab ich das Haupt 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist; ich nehm es, wie er's zum Freunde und bin geliebt bei Christliches Leben. 75 thun der meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 8. Die Welt, die mag zerbrechen, Du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und Dich; tein Hunger und kein Dürsten, fein Armuth, feine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. Gott, was kann mir Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, daß Gott, der höchst und beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd, was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Sein Geist wohnt mir im 10. Mein Herze geht in Sprüngen Herzen, regieret meinen Sinn, ver= und kann nicht traurig sein, ist treibt mir Sorg und Schmerzen, Lauter Sonnenschein. Die Sonne, voller Freud und Singen, steht nimmt allen Kummer hin, giebt die mir lachet, ist mein Herr Jeſus Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba" schreien aus aller meiner Kraft. Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. 11 Paul Gerhardt, 1607-1676. 5. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt. so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erfiehet seine Lust. 9. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, fein Herzeleid, was man nur fann erdenken, es sei klein oder groß, der feines soll mich lenken aus Deinem Arm noch Schooß. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. Eigene Melodie. 123. Sollt es gleich bisweilen scheinen, als ob Gott verließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch wenn's nöthig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; 7. Da ist mein Theil und Erbe er giebt, wem und wann er will. mir prächtig zugericht't, wenn ich 4. Seiner kann ich mich ge= gleich fall und sterbe, fällt doch trösten, wenn die Noth am aller= mein Himmel nicht. Muß ich auch größten; er ist gegen mich, sein gleich hier feuchten mit Thränen Kind, mehr als väterlich gesinnt. 76 Chriftliches Leben. 5. Will mir Satan bange machen, das ist ein selge Stunde, darin ich kann seine Macht verlachen; man sein gedenkt. Verlorn ist alle drückt mich schwer des Kreuzes Zeit, ohn ihn vollbracht auf ErJoch, Gott, mein Vater, lebet noch. den; wir sollen selig werden und 6. Laß die Welt nur immer bleibn in Ewigkeit. neiden, will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts dar= nach, Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich Dich nur habe, frag ich nicht nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab: gnug, Herr, wenn ich Dich nur hab. Christoph Titius( Tiege), 1641-1703. 5. Darum, ob ich schon dulde hie Widerwärtigkeit, wie ich's auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll, die, weil ich Christum kenne und meinen Herrn ihn nenne, mir widerfahren soll. 6. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; aus seines Sohnes Fülle wir nehmen Gnad um Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, 3um Reich des Himmels führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludw. Helmbold, 1532-1598. Eigene Melodie. 124. Von Gott will ich nicht Eigene Melodie. lassen, denn er läßt nicht von mir, 125. Warum sollt ich mich führt mich auf rechter Straßen, da ich ging in der Irr. Er reicht denn grämen? Hab ich doch Chrimir seine Hand, den Abend und stum noch, wer will mir den neh den Morgen thut er mich wohl men? Wer will mir den Himmel versorgen, wo ich auch sei im Land. rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben: will er's wieder zu sich fehren, nehm er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 2. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit, so kann mir gar nicht grauen; er wendet alles Leid, ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er mach's, wie's ihm gefällt. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu 3. Es kann ihm nichts gefallen, tragen, dringt herein Angst und denn was mir nüßlich ist; gut Bein, sollt ich drum verzagen? Der meint er's mit uns allen, schenkt es schickt, der wird es wenden, er uns den Herren Christ, ja, seinen weiß wohl, wie er soll all mein lieben Sohn. Durch ihn er uns Unglück enden. bescheret, was Leib und Seel er-| 4. Gott hat mich bei guten nähret; lobt ihn im Himmelsthron! Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt 4. Sobt ihn mit Herz und nicht auch etwas tragen? Fromm Munde, ihn, der uns beides schenkt; ist Gott und schärft mit Maßen Christliches Leben. sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 5. Satan, Welt und ihre Rotten fönnen mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 6. Unverzagt und ohne Grauen foll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 7. Kann uns doch der Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, daß man kann gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 77 11. Du bist mein, weil ich Dich faffe und Dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da Du mich und ich Dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 1607-1676. Eigene Melodie. 126, Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht ſein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl= gethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen fann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl= 10. Herr, mein Hirt, Brunn gethan; muß ich den Kelch gleich aller Freuden, Du bist mein, ich schmecken, der bitter ist nach meinem bin Dein, niemand kann uns schei- Wahn, laß ich mich doch nicht den. Ich bin Dein, weil Du schrecken; weil doch zuletzt ich werd Dein Leben und Dein Blut mir ergötzt mit süßem Trost im Herzen; zu gut in den Tod gegeben; da weichen alle Schmerzen. 3. Was Gott thut, das ist wohl= gethan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Gnade 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, ſo wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Sam. Rodigast, 1649-1708. 78 Christliches Leben. Eigene Melodie. 127. Was mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will, der ist 2. Was helfen uns die schweder beste; zu helfen dem er ist be- ren Sorgen? was hilft uns unser reit, der an ihn glaubet feste; er weh und Ach? was hilft es, daß hilft aus Noth, der fromme Gott, wir alle Morgen beseufzen unser und züchtiget mit Maßen. Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. Wer Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Traurigkeit. Wer Gott, dem Aller= Sand gebaut. höchsten, traut, der hat auf keinen 2. Gott ist mein Trost, mein 3. Man halte nur ein wenig Zuversicht, mein Hoffnung und mein stille und sei doch in sich selbſt Leben; was mein Gott will, daß vergnügt, wie unfres Gottes Gua mir geschieht, will ich nicht wider- den- Wille, wie sein Allwiffenheit es streben. Sein Wort ist wahr, denn fügt. Gott, der uns ihm hat aus all mein Haar er selber hat ge- erwählt, der weiß auch sehr wohl, zählet; er schützt und wacht und was uns fehlt. hat wohl Acht, auf daß uns ja nichts fehlet. 4. Er fennt die rechten Freuden Stunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket feine 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wann's Heuchelei, so kommt Gott, eh wir's ihm gefällt, will ich ihm halten uns versehn, und lässet uns viel stille. Mein arme Seel ich Gott Guts geschehn. befehl in meiner letzten Stunden. O frommer Gott! Sünd, Höll und Tod hast Du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten Dich, Du wirst mir's nicht versagen; wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf, fleur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren Dei nem Namen. Wer das begehrt, dem wird's gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg, 1522-1557. 5. Dent nicht in deiner Drangfals- Hike, daß du von Gott ver= lassen seist, und daß ihm der im Schooße size, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen arm und klein zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. Eigene Melodie. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur ge= treu und trau des Himmels reichem 128. Wer nur den lieben Segen, so wird er bei dir werden Gott läßt walten und hoffet auf neu; denn welcher seine Zuversicht ihn allezeit, den wird er wunder- auf Gott sett, den verläßt er nicht. bar erhalten in aller Noth und Georg Neumart, 1621-1681. Christliches Leben. Tod und Ewigkeit. Eigene Melodie. 129. Alle Menschen müssen tein Ende nehmen mag. sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 79 wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Ach, der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, jegzo gehet an der Tag, der 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit, jezo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Ehrenkleid, mit der goldnen Ehrenfrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die fein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus, 1624-1679. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Eigene Melodie. Erlösung funden, und mein Trost 130, Christus, der ist mein in Todesnoth ist des Herren Jesu Lod. Leben und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Athem geht schwer aus, und kein Wort mehr sprechen. Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn Sinne und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille laß, Herr, mich schlafen ein nach Deinem Rath und Willen, wann fommt mein Stündelein. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sizet der zwölf Boten Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Hallelujah tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, ach 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben, drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon find mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das kann hohe Lied anfangen: heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 7. An Dir laß gleich den Reben mich bleiben alle Zeit und ewig Chriftliches Leben. 80 bei Dir leben in Himmelswonn und Freud. ? Anna, Gräfin von Stolberg, um 1600. End. Unsre Thränen sind das Brod, so wir essen früh und spät. Wenn die Sonn aufhört zu scheinen, hört doch nicht auf Klag und Weinen. Eigene Melodie. 6. Drum, Herr Christ, Du Morgensterne, der Du ewiglich auf131. Freu dich sehr, o meine gehst, sei Du jetzt von mir nicht Seele, und vergiß all Noth und ferne, weil Dein Blut mich hat Qual, weil dich Christus nun, dein erlöst. Hilf, daß ich mit Fried Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. und Freud mög von hinnen fahren heut; ach, sei Du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 7. Ob mir schon die Augen 2. Tag und Nacht hab ich ge- brechen, und mir das Gehör ver= rufen zu dem Herren, meinem schwind't, meine Zung nicht mehr Gott, weil mich stets viel Kreuz fann sprechen, mein Verstand sich betroffen, daß er mir hülf aus nicht besinnt: bist Du doch mein der Noth. Wie sich sehnt ein Licht und Hort, Leben, Weg und Wandersmann nach dem Ende Himmelspfort. Du wirst mich in seiner Bahn, so hab ich gewünscht, Gnad regieren, mich die Bahn zum mein Leben hin in Gottes Händ Himmel führen. zu geben. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth und 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornenspißen gar, Qual, weil dich Christus nun, also auch die Christen gehen durch dein Herre, ruft aus diesem viel Angst, Noth und Gefahr. Wie Jammerthal. Seine Frend und die Meereswellen sind und der un- Herrlichkeit sollst du sehn in Ewiggestüme Wind: also ist allhier auf feit, mit den Engeln jubiliren, ohn Erden unsre Wallfahrt voll Be- Aufhören triumphiren. schwerden. Verf. unbekannt, um 1680. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, Mel. Herzlich thut mich verlangen. 132. Ich bin ein Gast auf lassen uns bei keinem Muth; wir sind voller Angst und Plag, reich Erden und hab hier keinen Stand; an Kreuz sind unsre Tag. Gleich, der Himmel soll mir werden, da wann wir geboren werden, find't ist mein Vaterland. Hier wall sich Jammer gnug auf Erden. ich bis zum Grabe, dort in der 5. Wenn die Morgenröth aufgehet, und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg und Kummer uns 2. Was ist mein ganzes Wesen umfähet, Müh sich find't an allen von meiner Jugend an denn Müh ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. Christliches Leben. 81 und Noth gewesen? So lang ich ich's fast müde bin. Je länger denken kann, hab ich so manchen ich hier walle, je wenger find ich Morgen, so manche liebe Nacht Freud, die meinem Geist gefalle, mit Kummer und mit Sorgen des das meist ist Herzeleid. Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Bliz, Donner, Wind und Regen hat mir oft Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn Dein Herz will. Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch Deinen Arm und Kraft. 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt an gutem Rath; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schooß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben? hier gilt es Müh und Streit. Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein 3iel ausgemessen, alsdann tret ich hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich in's Grab. 8. Dorthin steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin, die Welt bin ich durchgangen, daß Anhang. 11. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor Dein Angesicht, in's Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne mit andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen Du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von Deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, 1607-1676. 7. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen mel. Herzlich thut mich verlangen. Herrscher loben, der alles ganz und 133. Ich habe Lust zu scheigar in seinen Händen träget und den, mein Sinn geht aus der für und für erhält und alles Welt; ich sehne mich mit Freuden hebt und leget, nachdem's ihm nach Zions Friedens- Zelt. Weil wohlgefällt. aber uns die Stunde zum Abschied feiner nennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament! 2. Gott Vater, meine Seele 6 82 Christliches Leben. bescheid ich Deiner Hand; aus daß ich meinen Lauf durch Christi dieser dunklen Höhle führ sie in's Tod vollende. So geh ich freudig Vaterland. Du hast sie mir ge- hin und weiß, daß ich ohn Ende geben, so nimm sie wieder hin, des Himmels Erbe bin. daß ich in Tod und Leben nur Dein alleine bin. Benj. Schmold, 1672-1737. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das Dir gefallen kann? Ach, nimm mel. Wer nur den lieben Gott zc. doch meine Sünden als ein Ber- 134. Ich sterbe täglich, und mächtnis an; wirf sie in Deine mein Leben eilt immerfort zum Wunden wie in ein Meer hinein, Grabe hin, wer kann mir einen so hab ich Heil gefunden und Bürgen geben, ob ich noch morgen schlafe selig ein. lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach, wer nur immer fertig wär! 4. Dir, o Du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zieh ich des Todes Pfade, so sich auf mich zurück; ach, fleh in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum für. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, daß ich zu Erde werden muß. 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen von meinen Wangen an; ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Jesu Schooß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeld't und fordert uns in's Land der Todten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn 6. Euch aber, meine Lieben, ewges Unglück oder Glück hängt die ihr mich dann beweint, euch oft an einem Augenblick. hab ich was verschrieben, Gott, 4. Herr aller Herren, Tod und euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. Leben hast Du allein in Deiner Hand; wie lange Du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 7. 3ulegt sei dir, o Erde, mein blaffer Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zuge= bracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme rust; denn dieses sagt mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Speise bin. Nun wart ich in der Stille, bis 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer 6. Ein einzger Schlag fann Chriftliches Leben. 83 alles enden, und Fall und Tod zum auserwählten Pfand, daß sie beisammen sein; doch schlage nur mit Heil anlände in jenem Vatermit Vaterhänden und schließ in land? Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: ,, Herr, Dir befehl ich meinen Geist!" Verschließen meine Lippen sich, so bitte Jesu Blut für mich! 3. O Ehrenburg, sei mun ge= grüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie manche Zeit hat mich verlangt nach dir, ehe ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit! Nun hat mir Gott gegeben das Erb der Ewigfeit. 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne Du sie, Herr, für mich; und wenn sie bittre Thränen weinen, o Tröster, so erbarme Dich und lasse der Verlaffnen Schrei'n durch Deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließ mir, Herr, den Himmel auf; verkürze mir die Todesschmerzen und hole mich zu Dir hinauf; so wird mein Abschied teine Bein, zwar eilig, dennoch selig sein! Benj. Schmold, 1672-1737. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland trugen ihres Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann julegt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und das Hallelujah hallet dort Eigene Melodie. 135. Jerusalem, du hochge- rein in Heiligkeit, das Hoſianna schallet ohn End in Ewigkeit. Joh. Matth. Meyfart, 1590-1642. baute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Thale, weit über blaches schwingt Eigene Melodie. sich über alle und eilt aus dieser 136. Jejus, meine Zuversicht Welt. und mein Heiland ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland lebt; 6* 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schaar fommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Auserwählten war, trägt nun die Ehrenfron, die Jesus mir entgegen vom Himmel hat gesandt, da ich auf fernen Wegen noch war im Thränenland. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, daß ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände 84 Chriftliches Leben. ich werd auch das Leben schauen, Schickt das Herze da hinein, wo sein, wo mein Erlöser schwebt; ihr ewig wünscht zu sein. warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Eigene Melodie. Band zu genau mit ihm verbun- 137, Mitten wir im Leben den, meine starke Glaubens- Hand wird in ihn gelegt befunden, daß sind mit dem Tod umfangen. Wen mich auch kein Todesbann ewig wir Gnad erlangen? Das bist Du, suchen wir, der Hülfe thu, daß von ihm trennen kann. Uns reuet unfre 4. Ich bin Fleisch und muß da- Herr, alleine. her auch einmal zu Asche werden; hat. Heiliger Herre Gott, heiliger Missethat, die Dich, Herr, erzürnet das gesteh ich, doch wird er mich starfer Gott, heiliger barmherzig erwecken aus der Erden, daß ich Heiland, Du ewiger Gott, laß in der Herrlichkeit um ihn sein uns nicht versinken in des bittern mög allezeit. Todes Noth! Kyrie eleison! Buise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627-1667. 5. Dieser meiner Augen Licht 2. Mitten in dem Tod anficht wird ihn, meinen Heiland, kennen; uns der Hölle Rachen. Wer will ich, ich selbst, kein Fremder nicht, uns aus solcher Noth frei und werd in seiner Liebe brennen; nur ledig machen? Das thust Du, Herr, die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hier frantet, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen, irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, nachmals werd ich geistlich sein. alleine. Es jammert Dein Barm= herzigkeit unsre Sünd und großes starker Gott, heiliger barmherziger Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger Heiland, Du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Gluth! Kyrie eleison! 3. Mitten in der Hölle Angst 7. Seid getrost und hoch erfreut, unsre Sünd uns treiben; wo folln Jesus trägt euch, meine Glieder; wir denn fliehen hin, da wir mögebt nicht statt der Traurigkeit, gen bleiben? Zu Dir, Herr Christ, sterbt ihr, Christus ruft euch wie- alleine. Vergossen ist Dein theures der, wenn einst die Posaune flingt, Blut, das gnug für die Sünde die auch durch die Gräber dringt. thut. Heiliger Herre Gott, heiliger 8. Lacht der finstern Erden- Kluft, starter Gott, heiliger barmherziger lacht des Todes und der Höllen! Heiland, Du ewiger Gott, laß Denn ihr sollt euch aus der Gruft uns nicht entfallen von des rechten euerm Heiland zugesellen; dann Glaubens Trost! Kyrie eleiſon! wird Schwachheit und Verdruß liegen unter euerm Fuß. D. Martin Luther, 1483-1546. 9. Nur daß ihr den Geist er= hebt von den Lüsten dieser Erden Eigene Melodie. und euch dem schon jetzt ergebt, 138. O wie selig seid ihr dem ihr wollt vereinet werden. doch, ihr Frommen, die ihr durch Christliches Leben. den Tod zu Gott gekommen! Jhr feid entgangen aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab all eure Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird ge= sungen, was durch keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 85 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zum Trost in meiner Noth, wie Du Dich, Herr, so milde geblutet hast zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden bei Dir vor allem Leid. Rüd sie aus allem Schaden zu Deiner Herrlichkeit; der ist wohl hier gewesen, wer erbt das Himmelsloos, und ewig ist genesen, wer bleibt in Deinem Schooß. 5. Schreib meinen Nam'n. auf's beste in's Buch des Lebens ein, bind meine Seele feste in's Lebensbündlein ein der'r, die im Himmel grünen und vor Dir leben frei: so will ich ewig rühmen, wie treu Dein Herze sei. Bal. Herberger, 1562-1627. 6. Komm, o Chrifte, komm uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei Eigene Melodie. dir, o Sonne, ist der frommen 140. Wachet auf! ruft uns Seelen Freud und Wonne. die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Eigene Melodie. 139, Valet will ich dir Munde: Wo seid ihr klugen Junggeben, du arge, falsche Welt! Dein frauen? Wohlauf, der Bräutgam fündlich böses Leben durchaus mir tömmt! Steht auf, die Lampen nicht gefällt. Im Himmel ist gut nehmt! Hallelujah! macht euch bewohnen, hinauf steht mein Begier; reit zu der Hochzeit! Jhr müsset da wird Gott herrlich lohnen dem, ihm entgegen gehn! der ihm dient allhier. 2. Zion hört die Wächter singen; 2. Rath mir nach Deinem das Herz thut ihr vor Freuden Herzen, o Jesu, Gottes Sohn; springen, sie wachet und steht soll ich ja dulden Schmerzen, hilf eilend auf. Ihr Freund kommt mir, Herr Christ, davon, verkürz mir alles Leiden, stärf meinen blöden Muth; laß selig mich abscheivom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht ben, schent mir Dein ewig Gut. auf. Nun komm, Du werthe Kron, Simon Dach, 1605-1659. 86 Christliches Leben. Herr Jesu, Gottes Sohn! Ho- Herr, wie Du willst, so schick's mit fianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Gloria sei Dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, 5. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben mit Harfen und mit Cymbel- Ton. oder Tod; ich leg die Hand in Von zwölf Perlen sind die Thore an Deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um Deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, tein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen Dir das Hallelujah für und für. seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. Phil. Nicolai, 1556-1608. 6. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf, Du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit mei nem Ende gut. 7. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun fann er meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 141. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Hingeht die Zeit, herkommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es fann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage stets in allen Fällen: 8. So fomm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; ich bin und bleib in Deinen Sorgen, wie auch die Todesnoth mich drückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Ich leb indes in ihm vergnüget und sterb ohn alle Küm mernis; es gehe, wie mein Gott es füget, ich glaub und bin des ganz gewiß: durch Deine Gnad und Christi Blut machst Du's mit meinem Ende gut. Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg Rudolstadt, 1637-1706. Besondere Zeiten und Verhältniſſe. VI. Besondere Beiten und Verhältniſse. Morgen und Abend. Eigene Melodie, 6. Laß mich mit Freuden ohn 142. Die güldne Sonne voll alles Neiden sehen den Segen, den Freud und Wonne bringt unsern Du wirst legen in meines Bruders Grenzen mit ihrem Glänzen ein Hand, Güter und Haus. Geiziges herzerquidkendes, liebliches Licht. Brennen, unchristliches Rennen nach Mein Haupt und Glieder, die Gut mit Sünde, das tilge ge= lagen darnieder, aber nun steh ich, schwinde von meinem Herzen und bin munter und fröhlich, schaue wirf es hinaus. den Himmel mit meinem Gesicht. 7. Menschliches Wesen, was 2. Mein Auge schauet, was Gott ist's gewesen? In einer Stunde gebauet zu seinen Ehren und uns geht es zu Grunde, sobald die zu lehren, wie sein Vermögen sei Lüfte des Todes drein wehn. Alles mächtig und groß, und wo die in allen muß brechen und fallen, Frommen dann sollen hintommen, Himmel und Erden, die müssen wenn sie mit Frieden von hinnen das werden, was sie gewesen vor geschieden aus dieser Erden ver- ihrem Bestehn. gänglichem Schooß. was fie gewefen 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanten, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödtlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden von Deinen Augen sein ferne gewandt. Sonst, Herr, regiere, mich lenke und führe, wie Dir's gefället, ich habe gestellet alles in Deine Beliebung und Hand. 10. Willst Du mir geben, wo= 5. Ich hab erhoben zu Dir mit mein Leben ich kann ernähren hoch droben all meine Sinnen, laß so laß mich hören allzeit im Hermein Beginnen ohn allen Anstoß zen dies heilige Wort: Gott ist und glücklich ergehn. Laster und das Größte, das Schönste und Schande, des Seelenfeinds Bande, Beste, Gott ist das Süßste und 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gott zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüther; Lieder der Frommen, von Herzen gekommen, sind Weihrauch, der ihn am meisten ergötzt. 87 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen. Segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen, wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. Fallen und Tüde treib ferne zu= rücke, laß mich auf Deinen Geboten beftehn. 88 Besondere Zeiten und Verhältnisse. allen Schäßen wenn nun Dein großer Tag uns erscheint und Dein Gericht, ich da11. Willst Du mich fränken, vor erschrecke nicht. mit Galle tränken, und soll von 5. Führe mich, o Herr, und Plagen ich auch was tragen: leite meinen Gang nach Deinem wohlan, so mach es, wie Dir es Wort; sei und bleibe Du auch beliebt. Was gut und tüchtig, was heute mein Beschüßer und mein schädlich und nichtig meinem Ge- Hort: nirgends als bei Dir allein beine, das weißt Du alleine, hast kann ich recht bewahret sein. niemals einen zu sehr noch betrübt. 6. Meinen Leib und meine Seele 12. Kreuz und Elende das sammt den Sinnen und Verstand, nimmt ein Ende, nach Meeres- großer Gott, ich Dir befehle unter brausen und Windessausen leuchtet Deine starke Hand. Herr, mein der Sonne erwünschtes Gesicht. Schild, mein Ehr, mein Ruhm, Freude die Fülle und selige Stille nimm mich auf, Dein Eigenthum. f darf ich erwarten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, Liſt und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Paul Gerhardt, 1607-1676. Heinr. Albert, 1604-1651. Allergewißste, aus der edelste Hort! Eigene Melodie. 143. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält: Eigene Melodie. 144. Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem from= men Menschenhüter! 2. Gott, ich danke Dir von Herzen, daß Du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 2. Heut, als die dunkeln Schatten mich ganz umfangen hatten, haft Du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: mein Kind, nun 3. Laß die Nacht auch meiner liege, trotz dem, der dich betrüge, Sünden jetzt mit dieser Nacht ver- schlaf wohl, laß dir nicht grauen, gehn; o Herr Jesu, laß Dich fin- du sollst die Sonne schauen! den und Dein Herz mir offen stehn, 4. Dein Wort, Herr, ist geda alleine Hülf und Rath ist für schehen, ich kann das Licht noch meine Missethat. sehen, von Noth bin ich befreiet, 4. Hilf, daß ich mit diesem Dein Schutz hat mich erneuet. Morgen geistlich auferstehen mag 5. Du willst ein Opfer haben, und für meine Seele sorgen, daß, hier bring ich meine Gaben: mein Besondere Zeiten und Verhältnisse. Weihrauch, Farrn und Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst Du nicht verschmähen; Du kannst in's Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beffres habe. 7. So wollst Du nun vollenden Dein Wert an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei Deine Hütte. Dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 145. Sinunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein: leucht uns, Herr Christ, Du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dant, daß Du uns den Tag vor Noth, Gefahr und mancher Plag durch Deine Engel haft behüt't aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet Dich, das, Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Der Engel Wach um uns bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behüte uns, o lieber Gott! Nicolaus Hermann. † 1561. 89 Eigene Melodie. 146. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder; es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelsfaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jam= merthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden- Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu Deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel. 90 Besondere Zeiten und Verhältniffe. 8. Breit aus die Flügel beide, 8. Soll diese Nacht die lette o Jesu, meine Freude, und nimm sein in diesem Jammerthal, so führ Dein Rüchlein ein; will Satan mich, Herr, in Himmel ein zur mich verschlingen, so laß die Engel auserwählten Zahl. fingen: dies Kind soll unverletet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben fein Unfall noch Gefahr! Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen um's Bett und seiner Engel Schaar! Paul Gerhardt, 1607-1676. 9. Und also leb und sterb ich Dir, Du Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilfst Du mir aus aller Angst und Noth. Joh. Friedr. Herzog, 1647-1699. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schenke Du mir gnädiglich den Schirm von Deiner Wacht. Krieg und Frieden. Mel. Rommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Eigene Melodie. 147. Nun sich der Tag ge148. Verzage nicht, du Häufendet hat und keine Sonn mehr lein flein, obschon die Feinde wilscheint, schläft alles, was sich ab- lens sein, dich gänzlich zu verstögematt't, und was zuvor geweint. ren, und suchen deinen Untergang, davon dir recht wird angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Nur Du, mein Gott, hast keine Rast, Du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist Dir verhaßt, weil Du bist selbst das Licht. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, und laß du ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. 4. 3war fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei Dir flagt an; doch aber Deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den seß ich Dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Rub; 149. Gottlob, Gottlob, wer wollte traurig sein? Mich. Altenburg, 1584-1640 ( Gustav Adolfs Feldlied). Mel. Nun lob mein Seel 2c. nun ist er7. Weicht, nichtige Gedanken, schollen das edle Fried- und Freudenhin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. wort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord! Wohlauf, und nimm nun wieder Besondere Zeiten und Verhältnisse. 91 dein Saitenspiel hervor, o Deutsch- fahren, und flehn aus tiefster Seele land, und sing Lieder im hohen vollen Chor! Erhebe dein Gemüthe zu deinem Gott und sprich: Herr, Deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. Grund, Du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, den Kaiser und das deutsche Reich zu Deines Namens Ehre. 2. Sei tausendmal willkommen, du theure, werthe Friedensgab! Jest sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und fränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, laß auf des Raisers Wegen Dein huldvoll heilig Angesicht ihm leuchten uns zum Segen und salbe ihn mit Deinem Geist, daß er sich kräftiglich erweist zu Deines Namens Ehre. 4. Ach, komm, wie zu der Bäter Zeit ein Feuer anzuzünden, daß wir im Frieden und im Streit fest auf Dein Wort uns gründen, ein frommes Volt, das Dir vertraut und Dir zum Tempel sich erbaut 3. Ach, laß dich doch erwecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, zu Deines Namens Ehre. eh als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, sei uner- Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. schrocnen Muths, der Friede, den 150b. Vater, tröne Du mit er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende Segen unsern König und sein Haus, naht herzu, da sollt ihr bei Gott führ durch ihn auf Deinen Wegen leben in Fried und ewger Ruh. herrlich Deinen Rathschluß aus. Deiner Kirche sei er Schuß, Deinen Feinden biet er Truh. Sei Du dem Gesalbten gnädig, segne, segne unsern König. Paul Gerhardt, 1607-1676. Am Geburtstage des Kaisers oder des Landesherrn. Mel. Allein Gott in der Höh zc. 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm Deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil ge150ª. Ein Haupt hast Du währt. Mach ihm leicht die schwere dem Volk gesandt und trotz der Last, die Du auferlegt ihm haft. Feinde Toben in Gnaden unser Sei in Jesu Du ihm gnädig, Vaterland geeint und hoch erhoben. schüße, segne unsern König. 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rath und frommem Flehn fest in Deiner Streiter Reihen 2. Wir danken Dir mit Herz für des Landes Wohlfahrt stehn. und Mund, Du Retter aus Ge- Baue um den Königsthron eine Mit Frieden hast Du uns bedacht, den Kaiser uns bestellt zur Wacht zu Deines Namens Ehre. Julius Sturm, geb. 1816. 92 Burg, o Gottessohn. Sei Du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König. Schatten wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Fürsten, unsers Herrn! 4. Nähre Du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Liebe 2. Du hast ihm lebenslang den bis zum Tode weiht. In der Zeiten Odem treu bewahret und auf langer Nacht hast Du über ihn manch strengem Gang Dich huldgewacht, Du erhieltest ihn uns voll offenbaret; Du hast in seiner gnädig; segne, segne unsern König. Hand das Scepter stark gemacht 5. Fürchtet Gott, den König und unser Vaterland mit reichem ehret! Das, o Herr, ist Dein Ge- Gut bedacht. Besondere Zeiten und Verhältnisse. bot, und Du hast es selbst be= 3. Du wollest Deinen Geist währet, warst gehorsam bis zum auf seine Stirne legen, der flar Tod. Wer Dich liebt, der folget ihn unterweist, des hohen Amts Dir, drum so beten alle wir: Vor zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit dem Bösen schüß uns gnädig, Gott, und milder Gnade Luft ihm stellen erhalte unsern König! an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 6. Gieb uns Muth in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Frömmigkeit in ihm dem Lande Du bist unser Siegspanier; Gott schenken; auf daß er Vorbild sei mit uns! so singen wir. Deine von jeder Tugendart und Hülf Treuen trönst Du gnädig, segne, und Schuß verleih, wo man den segne unsern König. Glauben wahrt. 7. Breite, Herr, Dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir Deine Bürger werden, ziehen in Dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit gieb uns, Gott, zu aller Zeit. Sei Du Deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König. Wilh. Hülsemann, 1781-1865. 4. Du wollest allezeit in Deinem Gleis ihn lenken und Zucht und 5. Du wollest seine Treu vergelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue; daß Dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gieb zum Wohlergehn ihm Deiner Gaben beste! Gieb, daß er's nie vergißt, noch wir, wie Du so gern ein Herr und Helfer bist des Fürsten, Mel. Nun danket alle Gott 2c. 150. Preis, Ehr und Lob unsers Herrn! sei Dir, in dessen Schirm und Grüneisen, 1802-1879. Register. [ Die in() eingeschlossene Zahl bezeichnet die Nummer, unter welcher sich dasselbe lieb in dem Gesangbuch selbst befindet.] Ach bleib bei uns, Herr Ach bleib mit Deiner Gnade Ach Gott und Herr, wie Ach Gott, verlaß mich nicht Ach wundergroßer Siegesheld Allein Gott in der Höh Allein zu Dir, Herr Jesu Christ Alle Menschen müssen sterben Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf Christi Himmelfahrt Auf Gott und nicht auf Auf, ihr Streiter Aus tiefer Noth schrei ich Befiehl du deine Wege Christe, Du Samm Gottes Christus, der ist mein Leben Dies ist die Nacht, da mir Dir, Dir, Jehovah, will ich ● ● ● Das alte Jahr vergangen ist Der am Kreuz ist meine Liebe Die güldne Sonne Dies ist der Tag, den Gott gemacht Eines wünsch ich mir vor allem Ein feste Burg ist unser Gott Ein Haupt hast Du Eins ist noth, ach Herr Erhalt uns, Herr, bei Deinem Gelobet feift Du, Jesu Christ Gott des Himmels und der ● Fahre fort. Freu dich sehr, o meine Seele Fröhlich soll mein Herze ● ● ● • ● . ● ● ● ● ● ● Nr. 69 70 81 115 58 1 89 129 22 59 116 88 82 117 77 130 34 42 142 28 29 2 43 71 150a. 90 72 73 131 30 31 143 ( 14) ( 10) ( 464) ( 123) ( 270) ( 468) ( 320) ( 116) ( 574) ( 299) ( 196) ( 434) ( 84) ( 28) ( 533) ( 137) ( 399) ( 792) ( 36) ( 39) ( 721) 94 Gott ist gegenwärtig Gottlob, nun ist erschollen Gott sei Dank durch alle Welt Gott will's machen. Hallelujah! jauchzt ihr Chöre Hallelujah! Lob, Preis und Ehr Hallelujah! schöner Morgen. Halt im Gedächtnis Jesum Herr Gott, Dich loben wir Herr Jesu Christ, Dich zu uns Herr Jesu Christ, Du höchstes Herr Jesu, Gnadensonne Herr, wie Du willst, so Herzlich lieb hab ich Dich. Herzliebster Jefu, was hast Du Herz und Herz vereint Hilf, Herr Jefu! laß gelingen Himmelan geht unsre Bahn Hinunter ist der Sonne Schein Ich bin ein Gaft auf Erden Ich bin getauft auf Deinen Namen Ich geh zu Deinem Grabe Ich habe Bust zu scheiden Ich habe nun den Grund Ich finge Dir mit Herz und. Ich sterbe täglich, und mein Ich weiß, an wen ich glaube. Ich will Dich lieben, meine Ich will von meiner Missethat Je größer Kreuz, je näher Jerusalem, du hochgebaute Jesu, Deine tiefe Wunden. Jeju, geh voran auf der Jesu, großer Wunderstern Jesu, meine Freude Jesu, meines Lebens Leben Jesus lebt, mit ihm auch ich Jejus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder ● In allen meinen Thaten Ist Gott für mich, so trete König, dem kein König. Komm, heilger Geist Komm, mein Herz, in Jesu Komm, o fomm, Du Geist Kommt, Kinder, laßt uns • . ● ● ● Laffet uns mit Jefu ziehen Laß mich Dein sein und Liebe, die Du mich zum Bilde Register. ● ● . ● . Nr. ៖ ១១ គ ១ វ ន្ន មុខ តត ត តត តត តត តត តត តត ឬ មិន ដ 3( 525) 149 23 118 52 67 15 78 4 16 83 91 119 92 44 74 35 93 145 132 76 53 133 94 5 134 95 96 84 120 135 97 37 98 46 122 61 ( 108) 79 ( 273) 62 ( 209) 101 ( 559) 38 ( 4) 45( 63) 17 ( 467) 102 ( 472) ( 613) ( 43) ( 428) ( 526) 54( 102) ( 515) 136( 101) ( 293) ( 620) 99 ( 660) 121( 298) ( 416) ( 612) ( 443) 100( 374) ( 425) ( 1) ( 132) ( 619) ( 62) Liebster Jesu, wir sind hier Lobe den Herren, den mächtigen. Lobe den Herren, o meine. Mache dich, mein Geift, bereit Macht hoch die Thür Meinen Jesum laß ich nicht Mir ist Erbarmung widerfahren. Mir nach, spricht Chriftus Mit Ernst, o Menschentinder Mitten wir im Leben find Nun danket alle Gott Nun jauchzet all, ihr Nun laßt uns gehn und Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet O daß ich tausend Zungen O Du allerfüßste Freude O Du Liebe meiner Siebe Ringe recht, wenn Gottes Rüstet euch, ihr Christenleute ● O Durchbrecher aller Bande O Gott, Du frommer Gott O Haupt voll Blut und Wunden Oheilger Geist, kehr bei Jesu, Jesu, Gottes Sohn Lamm Gottes, unschuldig O Tod, wo ist Dein Stachel. Welt, fieh hier dein Seben O wie selig seid ihr doch. Preis, Ehr und Lob ● Echaffet, schaffet, Menschenkinder Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Fest mit Maien Seele, was ermüdst du dich Sei Lob und Ehr dem höchsten Siegesfürft und Ehrenkönig Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sollt es gleich bisweilen scheinen Sollt ich meinem Gott nicht. Such, wer da will, ein ander ● • . . Thut mir auf die schöne Pforte Unsern Ausgang fegne Gott.. Balet will ich dir geben Bater, tröne Du mit Segen Register. ● ● . . ● Nr. 18 6 7 ♦ 103 124 104 105 39 25 137 9 63 47 106 10 48 64 107 49 55 50 138 .. 150c. 108 109 8 26 36 146 147 110 80 65 111 11 60 19 123 12 112 20 21 139 150b. ( 3) ( 571) ( 482) ( 616) ( 364) ( 25) ( 161) ( 560) ( 20) ( 47) ( 741) ( 736) ( 562) ( 130) ( 495) ( 74) ( 129) ( 56) ( 75) ( 147) 95 ( 204) ( 294) ( 465) ( 599) ( 564) ( 513) ( 9) ( 788) 96 Verleih uns Frieden gnädiglich Verzage nicht, du Häuflein Vom Himmel hoch da komm Von Gott will ich nicht laffen Wach auf, Du Geist der ersten. Wach auf, mein Herz, die. Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, ruft uns die Warum sollt ich mich denn Was Gott thut, das ist Was mein Gott will, das Weicht, ihr Berge, fallt ihr Wenn meine Sünd mich Wenn wir in höchsten Nöthen Wer ist wohl, wie Du. Wer nur den lieben Gott Wer weiß, wie nahe mir Wie groß ist des Allmächtgen Wie schön leuchtet der Wie soll ich Dich empfangen Wie wohl ist mir, o Freund Willkommen, Held im Streite Wir danken Dir, Herr Jesu Wir glauben all an einen. Wir liegen hier zu Deinen Wir singen Dir, Immanuel Wunderbarer König Beuch ein zu Deinen Thoren ● ● Register. ● Nr. fiehe 72 148 32 124 Drud von Carl Ritter in Wiesbaden. 75 56 144 140 125 126 127 113 85 86 40 128 141 13 41 27 114 57 51 68 87 33 14 66 ( 576) ( 509) ( 716) ( 381) ( 600) ( 590) ( 583) ( 264) ( 156) ( 352. 22) ( 589) ( 315) ( 255) ( 354) ( 19) ( 415) ( 573) Auguste er 1892 PRO Inches 1 Centimetres Blue ¹2 3 4 Cyan 2 5 REPR +4 ¹6 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 4 10 Red 11 5 12 13 Magenta 14 CO 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8