£. Debus, Buchbinder in. Rauschenberg, Saucibmaterialion& Spielwaarenhandlung empfiehlt sich Denfer, welche bei ihm gekauft, sowie Denen, die noch nicht bei ihat gekauft haben. ув 4819 Jine Jächern 1858 den 23 Geghember ist Meine Tochter Elisabeth in Cowrin every zi In Jahren 1863 örn 5 Menuz ist Meiner Tochter Ratharina gebersen Jin. Jafron 1866 den 13. Januar ist. Mein John Konrath geboren. WEEUESTETICS Gefang- Buch zum Gebrauch bey deni öffentlichen Gottes Dienst zur Privat Erbauung. Faks sowohl als Auf erhaltenes gnädigstes PRIVILEGIUM. CASSE! Verlegt, von Johann Nicolaus Seibert Buchbinder Gedruckt bey enne 1975 yo 96 4819 ab Univ Bibl. Giessen * **** ********************** Sanhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehdren. . Bom Worte GOttes, Num. I 13. II. Von dem Wesen Gortes und seinen Boutommenheiten, Num. 1441.. III. Von der Schöpfung, Num. 42:48. IV. Von der Vorsehung GOttes, Num. 49 69. V. Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70177. VI Bom Fall und Verderbenheit des Menschen, und der daher rühs renden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78:88. VII. Bon der Erlösung der Menschen, und dem Erlöser überhaupt, Num. 89 98. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti, Num. 99: 119. IX. Von dem Wandel JEsu auf Erden, Num. 1201 123. X. Von dem Feiden und Sterben JEfu, Num. 124: 152. Von der Begräbniß JEsu, Num 153; 155. XI. Von der Auferstehung JEsu, Num. 156: 172. XII. Von der Himmelfahrt JEfu, und seinem Sizen zur Rechten GOttes, Num. 173: 189. XIII. Von der Wiederkunft JEfu zum Gericht, Num. 190/196. XIV. Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num, 197: 207, XV. Von der christlichen Kirche, Num: 08: 217. XVI. Von der heiligen Taufe, Num. 218,221. XVII. Bom heiligen Abendmahl, Num. 222: 234. XVIII Von der Vergebung der Sünden, Num. 235/241. XIX. Von der Glückfeeligkeit wabrer Chriften, und ihrem Troft ben der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242: 259. XX. Vom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten, Num, 260, 272. XXI. Vom ewigen Leben, Num. 2731280. Zweyte Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sitte lchre gehören. XXII. Von der Busse und Bekehrung, Num. 281: 302. XXIII, Vom Glauben, Num. 303: 322XXIV. Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323 352 XXV. Von der Erfenntniß GOttes, Num. 353: 356. Da XXV wy wy Innhalt. XXVI. Von der Liebe und Dankbarkeit gegen GOtt, Num. 357: 367. XXVII. Von der Furcht GOttes, Num. 368 371. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, und Ergebung in seinen Willen, Num. 372.397.. XXIX Vom Gebát, Num. 398.405. XXX Gebåt lieder 1. Allgemeine, Num. 406: 415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416: 418. in allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. im Kriege, Num. 420 421. in Cheurung, Num. 422. in Krankheit, Num. 424. in Seuchen, Num. 423. auf der Reise, Num. 425. in Donnerwettern, Num. 426: 428. Fürbitte für die Obrigkeit, Num. 429. für die Prediger, Num. 430. für Eheleute, die getrauet werden, Num. 431 432. Eltern und Kinder, Num. 433 434. eines Wansen, Num. 435. XXXI. Bom fobe GOttes, Num. 436 437. Lob- Lieder 1. Allgemeine, Num. 438: 458. 2. Besondere, Num. 459 463. XXXII. Gebät und Loblieder beym Anfang des Jahrs, Num.454: 459. XXXIII. Morgenlieder, Num. 470: 479. XXXIV. Abendlieder, Num. 480 489. XXXV. Bom offentlichen Gottesdienste, Num. 490: 494XXXVI. Bon der Selbstliebe, Num. 495. XXXVII. Von der Selbsterkenntniß, Num. 496: 498. XXXVIII. Von der Sorge für die Seele, Num. 499: 507. XXXIX. Von der Sorge für den Leib, Num 508511. XL. Bom rechten Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geit, Num. 5121514. XLI. Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. XLII. Von der Zufriedenheit undGeduld im Leiden, Num. 518: 5316 XLIII. Bom rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung aum Tode, Num 532: 542. XLIV. Von der Liebe des Nächten, Num. 543-547XLV. Von der Gerechtigkeit, Num. 548. XLVI. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549 552. XLVII. Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num 553-555XLVIII. Vom rechten Gebrauch der Zunge, besonders der Wahr haftigkeit und Aufrichtigkeit, Num. 553 558. X* X Erster FSBER555 H For omm. bei 6556255.5stas 52555* Erster Theil. Lieder die zur christlichen Glaubens Lehre gehören. 555556 ** 1. Vom Worte GOttes. Bitte um Seegen zu Anhörung göttlichen Worts. I. I H BEEN liger Geist, erfüll die Herzen deiner Glaubigen und entzünde CIFEFLECENIJI in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der SE58331 Zungen die Völker der ganzen Welt verINGSD fammleit baft, in Ei- nigkeit des Glaubens FOR ME Allelu ja alle fu ja. 21 3 ( 2) Gi Erst. Th. I. Vom Worte GOttes. II. Ott, der du unser Bater bit, burd JEfum Crist, aieb daß dein Gent jetzt mit FELIP uns sen, und uns zur Babrbeit leite. e. EIGE!! beiligt sey dir diese Stund! Defne den Mund HA des Lehrers, daß er rein und fren ben uns dein Bort verbrite. Hilf du selbst unsrer Sowach. beit fort, laß nichts die Audacht stören! Du lebreft uns in deinem Wort, würk auch, daß wir's so boren, daß wir dich bier, und ewig dort in Heiligkeit verehren! ( 3-) SIE Err JEju! send uns deinen Geist, den Geift 幸 Geist, der, wie dein Wort verbeißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt. 2. Defn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen kund; rühr unser Herz, stark den Verstand, so wird dein Nam uns recht bekannt. 3. Bis wir einst deinen Engeln gleich, dich preisen, HErr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht, in ew'ger Freud' und feel'gem Licht. 4 Dir, GOtt, den Erd und Himmel preißt, dir Bater, Sohn und beil'gem Geist, dir beilige Dreyeinigkeit! sey Lob und Preis in Ewigkeit! Serifs ( 4.) Crit. Th. 1. Vom Worte Ottes. LF IV. iebiter JEsu! Bir sind hier, dich und 糖 dein Wort anzuhören: Lenke Sinnen und Begier zu des Himmels fussen Lehren, A 4 daß ert. 21. 1. 2om Worte GOttes: boß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden! 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet; wenn nicht deines Gei fres Kraft, uns mit Licht von GOtt erfüllet. Glaubend lehr aufs Wort uns merken; laß es uns zum Leben stårken! 3. O du Glanz der Herrlichkeit! Licht von Licht aus GOtt gebohren! Heiligster! von Ewigkeit hast du dir uns auserkohren; lehre deines Himmels Erben, lehr uns leben, lehr uns sterben! Nach dem öffentlichen Gottesdienste. V. ( 5.). Höchster GOtt! wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben: Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben: Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sey im Werke. 2. Unser GOtt und Bater! du, der du lebrst uns, was wir sollen: Schenk uns deine Kraft dazu; Gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Bollbringen! so wird alles wohl gelingen. Erst. Ch. 1. Vom Worte Ottes. VI. PEFFFF0 ir Menschen sind von selbst v GOtt LELER zum geistlichen untüchtig; dem gottig Wejen, den Gebot, sind viel zu hoch und wich rig. Wir wissen's und verstehen's mot, wo uns, HErr, deines Wortes Licht, den, Weg zu dir nicht zei get. 2. Drum sind vorzeiten ausgefandt Propheten, deine Knechte; so wurden damals schon bekannt den Menschen deine Rechte. Zuletzt ist noch dein lieber Sohn, o Bater, von des Himmels Thron, selbst kommen, uns zu lehren. 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuren Wort, dich zu uns reden hö. ren. Mach uns durch deinen Geist bereit, zu dem, was.uns dieß Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. A 5 ( 6.) W Crit. 20. 1. 2jom 25orie SDites. 4 Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. Olaß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns sich kräftig zeigen. 5. HErr, öfne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gieb, daß wir es bey Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein Bater, laß uns Thater seyn, und uns nicht felbst betrügen. 6. Der Saame wird am Weg fofort vom Teufel weggenommen; In Fels und Steinen kann das Wort zu keiner Wurzel kommen. Der Saame, der in Dornen fållt, wird von der Sorg und Lust der Welt verderbet und ersticket. 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, HErr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande: Daß mit beharrlicher Geduld, ge. rührt von deiner Lieb und Huld, wir reich. lich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unser Pilgrimschafft den Weg der Sünder meiden. Gieb uns ein Herz, das an dir hafft', auch in dem schwersten Lei. den Erst. Th. 1. Vom Worte Ottes. den. HErr! unser Herz ist vor dir blos; mach uns von eitlen Sorgen los, und allen bösen Lüsten. 9. Laß uns dein Wort beständig seyn ein Licht auf dunklen Wegen. Erhalt es bey uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. 10. Laß dieß dein Wort zu deiner Ehr, o GOtt, fich weit verbreiten. O möchte deine Gnadenlehr, HErr JEsu, jeden leiten! O heil'ger Geist, setz durch dein Wort, dein Werk bey uns beständig fort; stark Hoff nung, Glaub und Liebe! ( 7.) 3 VII, ein Bort, o Höchster! ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Le. 15 ben sichern Unterricht. Ofeelig! wer es act Erff. Th. 1. Vom Worte GOttes. abtiam hört, bewabrt, und mit Gehorjain ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, ver. treibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unfer Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theu'r in deinen Augen ist. die 3 Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Guts du denen giebst, Freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o HErr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lů. geft nicht. 4. GOtt, deine Zeugnisse sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Berth ist köstlicher und grösser, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Luft betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was les von mir zu thun begehrt; so fliessen Trost und Seelenruh, auch mir aus deinem Worte zu. 8. Erst. Th. I. Vom Worte GOtte. VIII. POBEDN u willst, GOtt! daß mein Herz zur Heiligkeit genele. Drum gieb, daß ich dein Wort oft wnd mit Andant leſe; das FEMEILHÉB Wort, das deinen Rath von unserm Hel enthält, Dank ſey dir für dieß Wort, den größten Schaß der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Bertrauen, mit Lust und frommen Ernst, dadurch mich zu erbauen. Du bist's, der in ( 8₁) 13 der Schrift zu meiner Seele spricht. O, segne doch an mir, HErr, deinen Unterricht. 3. Mein GOtt, vor welchem ich jetzt meine Hande falte, gieb daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Bun. der am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Du, aller Wahrheit GOtt, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; D, 14 Erst. Th. I. Vom Worte GOttes. o, laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gieb, daß dein kräftig Bort, o GOtt, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. D stärke mich durch ihn, mit Ernst und Munterkeit das Gutezu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort geborcht, den läßt du inne werden, die Lehre sey von dir, die uns die Bibel giebt. Man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnisvoll, so laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, GOtt, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt nicht was mein Wiß verlangt, ist meines Glaubens werth. 8. Sich seines schwachen Lichts bey GOttes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Ver munft alsdann gefangen nehmen, wenn GOtt sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, zu glau ben, was GOtt spricht. 9. Erinnre mich bieran, wenn mich die Zwei. fel krånken, und lehre mich dabey zu meinem Heil Erit. Th. 1. Vom Worte GOttes. Heil bedenken: Dort sey die Zeit des Schau'ns, und bier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. AS 10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr als ich siebt, leiten. Ein forschender Ver stand, der sich der Schrift geweyh't, ein ange fochtnes Herz bebt manche Dunkelheit. 1. Stets sey dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! Die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! ( 9.) IX. elobt tenir du, o GOtt! für deines Wortes Leore! Gieb, Vater! daß ich ſie mut Andacht fleißia bore. D. mache doch mein Herz von Borurtbeilen rem, und laß FEED Dein Wert mein gut aur meinen Wegen leyn. 2, 146 " Cf. Ey. 1. Boul Womency. D 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für nwahres Heil erwählen. OHöchster! leite felbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. D U 3. Wiethoricht ist es doch, bloß andern Menfchen glauben! Das heißt sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem a giebt es Licht und Trost auch in der Todes. Ionacht. DI 4. Mein GOtt bewahre mich für aller fal. schen Lehre! und hilf, daß ich dein Wort mit vestem Glauben ehre. Gieb deinen Geist ins Herz, der Luft und Kräfte giebt, daß man k die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt u und übt. ni( 10.) di f X. GF L CECARE Ott ist mein Hort, und auf sein Wort ELEMEN foll meine Seele trauen; Ich wandle bir be mein GOtt vor dir im Glauben, nicht im fe Scauen. 2. Erst. Th. I. Vom Worte GOttes. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich feine Kräfte schmecken. Loß keinen Spott, o HErr mein GOtt! mich von dem Glauben schrecken. 17 Plate X 19 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? GOtt, oh. d ne sie verstund ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 8. HErr, unser Hort, laß uns dieß Wort! Denn du hast's uns gegeben. Es sen mein Theil; es sey mir Heil und Kraft zum ew': gen Leben. B it 8 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist Diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Rath Sünder zu verfühnen; den kennt ich nicht, it war mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. die Missethat der II. 6. Nundarf mein Herz in Ren und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du ver. $ zeiß'st, lehrst meinen Geist ein glaubig Abba! fagen. ut 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ichs nie; dein Wort giebt neue Kräfte. e 樓 n Erst. Th. l. Vom Worte GOttes. XI. nach der Melodie des 7. Lieds. Der du das Daseyn mir gegeben, wie preis ich dich, o GOtt, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben; durch Chriſtum schenktest du es mir. Kein Licht, kein Trost er. freute mich, kennt' ich nicht, JEsu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums seyn: Mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Rich ters Rache scheu'n: Ich fände keinen Trost in Noth: Mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein GOtt erschaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hålt GOtt künftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgebn? 8 ( II.) 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die 3weifel, die mich plagen? und bleibt der Trost, den sie verspricht? Ach! ohne ChristiLicht und Heil war Finsterniß und Tod mein Theil! 5. Ja, du hast mich den Finsternissen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, HErr, entrissen; ihr Licht zerstreut des Erst. Th. 1. Vom Worte GOttes. 19 des Zweifels Nacht, du zeigest mir des Höch. sten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich GOtt erschaffen: Ich kenne meine ganze Pflicht: Mein Geist wird nicht im Tod entschlaffen: Wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. O JEsit, laß mich deiner Lehre gehorchett mit stets größrer Luft, und keines Spotters Bahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Deint Heil erfreu' im Tode mich! ( 12.) XII. Flach der Mel. des 4. Lieds. HErr, mein Licht! erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen GOtt und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig feinen Sinn Erst. Th. I. Vom Worte GOttes. Denn, Sinn verstehen; Laß mein Herz auch folgsam seyn, den erkannten Weg zu gehen. sonst würd' ich, bey dem Wissen, doppelt Streiche leiden müssen. 20 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wor tes treu bewahre; daß ich, was es mir ver. spricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sen in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dun Felheit bey geheimnisvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glau ben lernen. 6. Laß mich, HErr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Ge wicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet. 7 Overleihe mir die Kraft, deinem Wort ge mäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein bell'res Licht umgeben. ( 13.) XIII. Mel. des roo. Pfalms. ME er Spotter Strohm reißt viele fort. Erff. Th. I. Vom Worte GOttes. 21 Erhalt uns, Herr.ben deinem Wort! So können wir uns, Vater! dein im Leben und im Tode freu'n. 2. Ein Haufe Låstrer wag'ts, o GOtt! mit wildem außgelaß'nen Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmäh'n, durch den die Himmel einst vergehn. 3. Ach! ihrer Lehre Pest, o HErr, schleicht jeho nicht im Finstern mehr; om Mittag, HErr, bricht sie hervor, und hebt ihr töd. tend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Grosse dieser Welt. HErr, HErr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gieb Sieg und Leben durch dein Wort! 5. Beschüße uns, HErr JEsu Christ, der du zur Rechten GOttes bist. Sen unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spotter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Troß bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Bielleicht ist nun ihr Maass bald voll. B3 7 Erst. Th II. Von Wesen GOttes, 22 7. Ach, wären sie dir, HErr, versöhnt, sie, deren Sport dich so verhöhnt! Ach gieb, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu ihr Geist erwacht! II. Vom Wesen GOttes, und seinen Vollkonimenhetten. XIV. Flach der Melodie des 9. Lieds. Anbethungswürd'ger GOtt! mit Ehrfurct stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. Oflöße meinem Geißt die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn. ( 14.) 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von Feinem Leide; stets ruhig in dir selbst schmeckt du vollkomm'ne Freude. Dein ist die Herrlich. Feit. Auch ohne Creatur bist du dir selbst ge nug, du Schöpfer der Natur! 3. Du riefft dem, das nicht war, um Lust und Seeligkeiten aufs mannigfaltigste um dich ber auszubreiten. Die Liebe bist du selbst. Berstand und Rath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu segnen, zu erfreu'n. 4. Du sprichst und es geschicht. Auf dein allmächtig: werde! entstand dein grosses Werk, der Himmel und die Erde. Mit dei nem und seinen Vollkommenheiten. 23 nem kräft'gem Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren HErr. Der Erde Majestäten sind, Höchster! vor dir Staub. Auch Geister Fannst du tödten. Wen du er. niedrigest, GOtt! wer kann den erhöh'n? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es der allein Unsterblichkeit befißet, der Leben giebt und nimmt; der unfern Odem schüßzet. Den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichtes- Höhen, wo du voll Maje. ståt auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmels Heere wohnst. 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns of fenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, GOtt! deinen Namen kund. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heilige B4 ſte 24 Erst Th. II. Vom Wesen GOttes, ste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, GOtt! so herrlich wie du bist. 10. Indeß sey auch schon jetzt dein Ruhm von uns befungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, grosser GOtt! erhöhn. ( 15) XV. Mel. Allein GOtt in der Zöh. er HErr it GOtt und feier mehr. EL Froiocft ihm alle From men! Wer ist ihm greich? wer ut mie ér, to berruch, to voll. PERETTE fom men? Der HErr ist groß! jem Nam ist groß! Er ist unendli, grenzenlos in jeinem ganzen We jen. 2. Ihn trift kein Wechsel flücht'ger Zeit. Nie grösser oder kleiner wird seines Wesens Herr. lichkeit. Der Erst' ist er, fonst keiner! Wir Menschen sind von gestern her, eh noch die Er's und seinen Vollkommenheiten. 25 Erde war, war Er; noch eher, als die Him. mel. 3. Um seinen Throa her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ibn fassen alle Him. mel nicht, wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nun offen. bar in seiner Werke Wundern. 4. Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bey ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Jff er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem HErrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten BilDung. 6. Wer schüßzt den Weltbau ohne dich, o HErr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzia, guá. dig, voll Geduld, ein Vater, ein Berseponer! 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem! der deinen Wil len thut; denn du vergiltst mit Wonne! Du 35 haft 26 Erst. Th. II. Vem Wesen GOttes, haft Unsterblichkeit allein, bist seelig, wirst es ewig seyn, hast Freuden, GOtt, die Fülle. 8. Du nur bist würdig Lob und Dank zu nehmen, Preiß und Ehre. Kommt, werdet GOttes Lobgesang ihr, alle seine Heere! Der HErr ist GOtt und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? ( 16.) XVI. Mel. des 8. pfalms. thabner GOtt! Bas reicht an deine Grösse? Denk ich an dich, so fühl ich meine Bloffe. Id fühle, HErr, daß du unendlich bist, und daß umichränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkomm nes Univ- Bibl. Glessen und feinen Vollkommenheiten. 27 nes Wesen, das was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu boch für menschlichen Berstand. Von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unter. winden, Unendlicher! dich völlia zu ergründen? O mache mich von solchem Dunkel frey, daß mir dein Wort des Glaubens Nichtschnur fey. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hinter. gehen. Dein Wort ist wahr; es bleibet ewig steben. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht; so g'nüge mir davon dein Unterricht! 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gieb, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ich's nicht, wie du die Welt regierst so sen mir's g'nug, daß du mich seelig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd' ich mehr von deinem Rath erfah. ren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen bandle; zufrieden sen, wie du mich hier regierst, bis du mich emst zu deinem Himmel fübrit. 9. Dann 28 Erst. Th. II. Vom Wefen GOttes, 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte se hen, und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen: HErr, du bist groß, und zeig'st es mit der That, unendlich groß, an Huld, an Macht und Rath! ( 17.) XVII. Neue Mel. od. Christ unser Err. GIF Dit, mache du mich selbst bereit vor deinen Thron zu treten, und deme groe Herrlichkeit voll Ebrfurcht anzubåten. Laß, HErr, vor demem Angesicht mein MEELE Herz ich deiner freuen, und einen Strabl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgieber. 2. Du bist der HErr und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; kein Helfer noch Erret ter ist ausser dir: Laß mich allein auf dich, o HErr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weih'n, und seinen Vollkommenheiten. 29 weih'n, mein Glück blos auf dich bauen, und dich niemals verleugnen. 3. Du bist der höchstvollkomm'ne Geist, der Bater aller Geister, dich preiset, was vernünf tig heißt, als seinen HErrn und Meister: Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so wie es dein Wort begehrt, dich ungehenchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4 Du bist, o GOtt, von Ewigkeit, und wirst alzeit bestehen; es bleibet deine Herr. lichkeit, wenn Himmel selbst vergehen: Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Baterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. O GOtt, was seyn wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirst einst alles richten: Laß mich dein helles Auge scheu'n, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freu'n, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. 6. Unendlich ist, HErr, deine Macht, zu retten die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach an ihm zu üben: Gieb, daß mich deiner Allmacht Souß, stets, als ein Schild, 30 Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes, Schild, bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schre ce: du tödteſt Leib und Seele. 7. Roll höchster Weisheit bist du, GOtt! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, HErr, weißt Rath zu finden. Gieb, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich forgen, auch Ulebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts ver borgen; du prüfest Herz und Nieren. 8. GOtt, du bist heilig und gerecht, Fannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er seydein Knecht, der meide Sündenschulden. Gieb, daß ich mich der Heiligkeit, mit rech tem Ernst befleisse, nachiage der Gerechtig keit und deine Wege preise, so wunderbar fie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergiebst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sey met. ne Missethat so fern hinweggenommen, Morgen ist vom Abend als 10. GOtt, dessen Wahrheit stets besteht! Wohl denen, die dir glauben! Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig blei und seinen Vollkommenheiten. bleiben. Gieb, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du drauest. Auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern ver. leihest; wer hofft, wird nicht zu schanden. 11. GOtt, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde seße; erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schåße: Bis ich dort, o mein Heil und Licht! dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich spaue, dich erkenne, und unaufhörlich lobe. ( 18.) XVIII Mel. des 27. pfalms. yu$ uf! auf! mein Geft, auf! auf den HErrn zu leben, auf! au! erwecke dich und pent raumeniot; Was in dir ist, werd still und HUONEETE lanft erboben zu GOtt, Jehovah, unfrem Schild und Ligt: Nur Er ist würdig, Eh. re, Preiß und Ruhm zunehmen allezeit und MENEEF1129 überall. Erheb ihn dann mit frohem Ju. bel 32 Erst. Th. II. Vom Wefen GOttes, bellall; und geh in sein erhab'nes Heilig thum. 2. Er ist das grosse Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Vollkommenheit: Von ihm, zu ihm, durch ihn, ist, was gewesen, und ist, und seyn wird bis in Ewigkeit. Ein GOtt, wie Er, hat seines gleichen nicht: Ein GOtt, vor dessen höchsten Majestät der Engel selbst gebückt und zitternd steht! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke acht; Da sehn wir ibn gleich als vor Augen stehen in seiner ew'gen Kraft und Gottheit Pracht: Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr: Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen stets sich regt, und spricht: Er ist der HErr, und keiner mehr. 4. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns mit Lust und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel samt der Erden, der grosse Bau, voll Schönheit und voll Pracht, und was dieß Rund nur köstlichs in sich schließt, das kommt aus diesem uner schöpf und seinen Vollkommenheiten. 33 schöpften Meer und dessen unerforschten Fülle her: Er ist die Quell, die immer überfließt. 5. Von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende ist Er, und wird auch stets derselbe seyn. Er ist zu spüren wo man sich hinwende, das heimlichste wird klar in seinem Schein. Sein Light ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchstseelig kennet Er kein Ungemach: Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 6. Was Er verspricht, dem kann man freu. dig trauen, die That stimmt mit den Worten überein. Auf Menschen kann man niemals sicher bauen; doch GOttes ja ist ja, sein nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Gericht allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleids voll. Nur langsam, wenn er Sünder strafen soll, und bleibt die Lieb in alle Ewigkeit. 7. Wie seelig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm: Lieber Vater! sagen kann; Er, er ist es, den GOtt den Seinen nennet, GDit sieht ihn als sein Kind recht zärtlich an! Nichts ist ſo hoch, nichts kami so berrlich seyn! Der höchsten Fürsten hocherhab'ner Stand ist, gegen dies zu rechnen, lauter Tand; Es ist zu schlecht, es bleibt ein leerer Schein. 8. D Herrscher! wie soll ich dich g'nug erhe. C ben! 34 Erst. Th. II. Von Wesen GOttes, ben! Auch mich hast du den Deinen zugezählt, in Christo brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschafft mich erwählt. Zwar seh' ich dich jetzt nur bey schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indeß, mein Geist, auf! auf! ihn stets zu loben: Auf! auf! erwecke dich und säume nicht: Was in dir ist, werd' sanft und still er hoben zu GOtt, Jehovah unserm Schild und Licht: HErr! du bist würdig Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einst öfnet sich dir selbst das Heiligthum. ( 19.) XIX. Lene Melodie. GF Er ist der Gott ein und tem Nam, und alle Himmel Ott ist mein Lied! der Stärke; Groß ist aroß sind seine Werke, jein Gebiet. 2. Er will und spricht's; so sind und leben Welten. und seinen Vollkommenheiten. 35 Welten. Und Er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl die be ste; Er herrscht als GOtt, und feines Thro nes Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seeligkei ten, ohn Anfang GOtt, und GOtt in ew's gen Zeiten! HErr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, im Himmel, Erd und Meere, das Fennet GOtt, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher tube; Er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sißest oder geheſt: Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest: ſo ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beyzustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wolle te, schrieb auf sein Buch wie lang' ich lebert sollte, da ich noch unbereitet war. Io. Nichts, nichts ist mein, das Gött nicht angehöre. HErr! immerdar soll deines Namens Ehre, deint Lob in meinem Mundeleon! IL Wer kann die Pracht von deinen Wmnt. C 2 been 36 Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes, dern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Quen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblied und fein Pfalm! 13. Du tránkst das Land, führst uns auf grüne Beyden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14 Kein Sperling fällt, HErr, ohne deinen Willen; Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hålt. 15. Ist GOtt mein Schuß, will GOtt mein Retter werden: So frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. ( 20.) XX. Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit GOttes. Flach der Mel. des 4. Lieds. Gott, du bist von Ewigkeit! und dein herr. lich grosses Wesen ändert sich zu keiner Zeit Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dies mei. und seinen Vollkommenheiten. 37 meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandelbar ist, o GOtt, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. HErr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen! 4. Immer bleibst du, GOtt! ein Feind de rer, die das Unrecht üben. Immer bleibst du, GOtt! ein Freund derer, die das Gute lie ben. Laß uns darum schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. O daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, HErr, auch ge treu zu bleiben. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir! wenn ich auch mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, 0 HErr, wird's meiner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen. € 3 79. 38 Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes, 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur du bleibst mir ewig stehn. Deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, HErr des Himmels und der Erden! diese deine Ewig Feit einen starken Antrieb werden, dich zu liebey, dir zu trauen, und auf deinen Trost zu bauen. ( 21.) XXI. Aus dem 102. Pfalm. Flach der Melodie des 16. Lieds. Herr GOtt, du bist die Zuflucht aller Zei ten; denn du bist GOtt in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd und Himmel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, HErr, und alle Menschen. Finder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du, Höchster, du mur bleibest für und für! 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, GOtt, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. uno jenen 25vuri mmenyeiren. 39 4. Es werden noch die Himmel und die Er den wie ein Gewand von dir verwandelt wer den. Du bleibest wie du bist; denn keine Zeit umgränzet doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte. Du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freu'n, und bleibst ihr GOtt; denn sie sind ewig dein. 6. Das sey mein Trost in allen trüben Stun den. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab, trennt mich, o GOtt, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. ( 22) XXII. Mel. GOtt fey Dank in aller Welt. 11 nermeßlich ewig ist GOtt der Höchste. HErr, du bist, wie du dich uns offenbar st, mun undervig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weiß al. lein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand ( 4 waren dir, o GOtt 40 Erst. Th. II. Von Wesen GOttes, GOtt bekannt, eh' die Welt, auf dein Ge þeiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Him. mel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sink't, wenn sie dein Arm nicht hält. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lügest; nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß; zwischen Licht und Finsterniß toppt der Mensch hin, wählt, beren't plößlich wieder, was ihn freu't. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertrau'n? nicht, mein Heil, auf dich nur bau'n? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freu'n. Sey mein Fels, GOtt, sey mein Licht, ewig meine Zuversicht. 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn GOtt mich hålt! 23. ( 23.) und seinen Vollkommenheiten. 41 XXIII. Von der Allwissenheit GOttes. Der 139. Psalm. Flach der Melodie des 9. Lieds. Herr, du erforschest mich; dir bin ich unverborgen. Du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o HErr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschliessest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich dei. nem Augentziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief' hinab; auch hier bist du mir nah. 4 Náhm ich auch, schnell zu fliehn, die Fitti ge vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da um. schlösse mich doch deine Allmachts. Hand; denn du bist überall; und dein ist jedes Land. 5. Sprách ich zur Finsterniß: Sey um mich, € 5 mich 44 f. 1), 11, o tu mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mut ter Leibe; du bildetest mein Herz. GOtt! deß ich bin und bleibe! ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon våterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bil dung angenommen. Dein Auge sab' mich schon, eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse! für köstliche Ge danken! Unzählbar sind sie mir; denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich mein Schöpfer sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein GOtt! und prüfe wie ichs menne; ob ich rechtschaffen bin, wie ich's von aussen scheine. Sich, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. ( 24.). XXIV. Nach der Melodie des 17. Lieds. Nuwissender, vollkomm'ner Geist! des Auge alles und seinen Vollkommenheiten. 43 alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt, und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf ver stecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht. Du weist sie aufzudecken, und Tag daraus zu machen. 2. Selbst die Gedanken sind dir Fund die unfre Seele heget, eb' sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten spi. ren. Den Rath der Seele siehst du klar; du prüfest Herz und Nieren, und nichts bleibt dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weist du, eh' sie båten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, ch' sie noch vor dich tretten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir un verborgen; Dir, der du ihren Anschlag sieb'st, so heiter, als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 4. Was nach Verfliessung vieler Zeit noch künftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Du mach'st es deinen Knechten kund, es weiter auszubreiten, und läßt durch ihren schwa. den Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. f. 44 Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes, 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ih. rem Auge doch einst alles offen liegen. HErr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt ge swieht, wird alle Welt erfahren und laut alsdann erzählen. 6. Laß mich, o höchste Majestät! dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heucheleyen? Laß mich auch in der Einsamkeit dich gegenwärtig denken! Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit bey al. lem Thun mich, lenken, und stets mein Herz behüten. ( 25.) XXV. Von der Weisheit GOttes. Nach der Melodie des 7. Lieds. Du weiser Schöpfer aller Dinge, der alles ganz genau versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor, Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Die wundervollen prächt'gen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowol durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, HErr, ist dein Ver stand. stand. Faunt. und seinen Vollkommenheiten. 45 Der ganze Weltbau macht's be3. Mit eben der allweisen Stärke, mit wel. cher du die Welt gemacht, regierst du alle deine Werke, die dein Verstend hervorge. bracht. Du brauchst, o unerschaffnes Light! der Menschen Rath und Beystand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tau. send Hindernisfe kommen, fo triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wähist zu deinem Zweck beständig, GOtt, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vor. behålt, der aller Feinde stolzen Wahn, als Unvernunft beschämen kann. 6. D Weisheit! decke meiner Seele die an. geborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht: O gönne mir dein sich'res Licht! 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. 26. 46 ( 26.) SP Erst Th. ll. Dem Wefen GOttes, XXVI. Von der Allmacht GOttes. Mel. Mads mit mit GOtt nach. Err, deine Allmacht reicht so weit. als BENE! E selbst dein Wesen reidet. Niets ist, das H deiner Herrlichkeit und deinen Thaten glei chet. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun unmöglich war. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs Wort fällt alles dir zu Füssen. Du führest deinen Anschlag fort ben allen Hindernissen. Du winkst, so stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Ge feßze steigt, die die Natur bewegen. bleibst und seinen Vollkommenheiten. 47 bleibst ihr HErr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkühr auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, Tein Herz zum Guten neiget, und, wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig benget; O! dein vergiebst du Sünd und Schuld mit allmachtsvoller Gnad und Huld. 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Grabes Nacht die Todten auferstehen; wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. $ 7. Allmacht'ger! mein erstaunter Geist wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 8. O zünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der stark und machtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gieb daß ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. ( 27.) D XXVII. Von der Allgegenwart GOttes. Nach der Melodie des 16. Lieds. grosser GOtt! der alle Ding erfüllet; vor 48 Erft. Tb. II. Vom Wefen GOttes, vor dessen Blick kein Dunkel uns verhüllet. Wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? Und wohin flieh'n, vor dir, HErr, ungeseh'n? 2. Könnt ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen, und wieder schnell bis in die Tiefe dringen; so hielte mich doch deine Hand auch da; dann wo ich bin, da bist du, HErr, mir nah. 3. Dein Angesicht, was Nacht und Abgrund decken; es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das innre der Natur der ganzen Welt, und jeder Creatur. 4. Kein falscher GOtt, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige geleh. ret. Du aber weißt was künftig wird ge schehn, und läßt auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst was deine Kinder bå ten; du siehst, wenn sie im Stillen vor dich tretten; noch eh' ihr Mund dir ihren Kum mer sagt, vernimmst du schon was dir ihr Seufzen klagt. 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen; dir aber ist die Nacht ein heller Morgen: Und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dent nichts entflieht. 7. und seinen Vollkommenheiten. 49 4 Wohl dem! der hier vor deinem Antlitz wandelt, und der vor dir und Menschen redlic handelt! Der steht alsdann, als ein be. währter Freund getrost vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O prüfe selbst die innersten Gedanken, ob sie vielleicht von deiner Nichtschnur wanken. Bin ich, v GOtt! noch aufverfehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. ( 28) XXVIII Nach der Melodie des 26 Lieds. Nie bist du, Höchfter! von uns fern; du wirk'st an allen Enden. Wo ich nur bin, HErr aller HErrn! bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Nechte schüßzet mich. 2. Was ich gedenke, weissest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu'; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn; und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe; so hörst du es, und stehst mir bey, daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merk'st es, wenn des Herzens Rath D ver. Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes, verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verheelet; so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beß'rung våterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hül fe mir erscheine. Voll Mitleid, Bater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wågest meinen Schmerz, und stärk'st mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger! dies tief in meine Seele! daß, wo ich bin, nur dich, o HErr! mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sen. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich denn auch mit Kraft vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o GOtt! stets um mich seyst, daß tröst' und beffre meinen Geist. 50 Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit GOttes. XXIX. ( 29.) mel. des 42. Psalms. G Ott, vor dessen Angesichte nur ein rei DERFEE ner Wandel gilt! Ew'ges Licht, aus deffen Lich und seinen Vollkommenheiten. PETERE Liote stets die reinte Riorbert quilt! Det nes Namens Heitigkeit werde stets von uns EFEN geſcheur! Loß sie uns doch kraftig bringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Boses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wil le wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. HErr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthätern bist du feind; Wer beharr't in seinen Süng den, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Her zen! Todt in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, GOtt! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, grosser GOtt, wie oft wir fehlen? 5. 52 Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes, 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. Oso reinige vom Bösendurch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner fündlichen Begierde bleibe unser Herz geweyb't! Unsers Wandels größte Zierde fey rechtshaffne Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, HErr! nur die erheben, die im Glauben heilig leben. ( 30.) XXX. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. GEE eredter GOtt, vor dein Gericht, muß alle Welt sich tellen. Du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheilfallen. Olaß mich dein Gericht stets schen'n, und hier mit 199 Ernst beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem vesten Thron auf alle Menschenkinder; bestimmest jedem feinen Lohn, und feinen Vollkommenheiten. 53 Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an; allein auf das, was wir gethan, siehst du als rechter Richter. 3. Viel Gutes undBarmherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, darinn die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, HErr, du liebst was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufge nommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o GOtt, nicht scheu't, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweyh't, bist du ein strenger Någer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf So. dom fällt, Egyptens lange Plagen, und an dre under deiner Macht, sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sundern lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses unbestraft, viel D3 34 Erst Ch. II. Vom Wesen GOttes, Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellst du, HErr, ins hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht. Dann triumphirt Der Fromme. 8. Gerechter GOtt, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gieb selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lau ter Gutes hegt, sey meines Herzens Muster! 9. Und weil vor dir, HErr Zebaoth, mur die allein bestehen, die glaubig auf des Mitt lers Tod bey ihrer Neue seben; so laß mid die Gerechtigkeit, die mich von Straf und Schuld befreyt, im Glauben eifrig suchen. ( 31) XXXI Von der Wahrhaftigkeit und Treue GOttes. Fach der Melodie des 7. Lieds. Noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o GOtt, verleßt. Du hält'st getreu, was du versprochen; vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel aud vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheissen hat. Nach dei ner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles und seinen Vollkommenheiten. alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rech. ten Zeit. 3. Und wie du das ohnfehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht; so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o GOtt, beharrlic haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. O drücke dieß tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtig. keit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit vestem Glauben dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen bau'n? Du bist ein Fels. Dein Bund steht vest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Wie stark sind unsers Glaubens Gründe! Hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und, daß dieß allen Beyfall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger! was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen. S traue GOtt, der treu es megut. Such ihn zum Muster anzunehmen, und sey auch aller D 4 Lů. 54 Erst. Th. II. Bom Wesen GOttes. Lügen feind. Beweise dich als GOttes Kind, bey dem man Treu und Wahrheit findt. ( 32.) XXXII. Mel. GOtt des immels und der MPENHEIT eigt for Berge! fallt ihr Hugel! Berd und Felien stürzet ein: GOttes Treu bot LEI dieles Siegel, fie soll vest und ewia jenu. Laßt den Weltkreis untergebn, Ortes Gnade muß bestehn. 2. GOtt hat mir ein Wort versprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat voll. bracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht: was er saget, das geschicht. 3 Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt; sie soll ihren Zweck erreichen, den sie ewig sich gestellt. It die Welt voll Heucheley; GOtt ist fromm, gut und getreu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat Die Krieg und Streit im Sinn: GOtt hålt und seinen Vollkommenheiten. 57 immer sein Versprechen, Ihm vertrau'n ist stets Gewinn. Denn er bleibet immerdar was er ist, und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen; ist sein Herz doch treu gesinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sen sein geliebtes Kind, dem er bey. de Hande reicht, wenn auch alle Hofnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt emport. Ihre Liebe mag er. falten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch Er mir Sonn und Schild. 7. Er, der HErr, ist mein Erbarmer: so hat er sich selbst genennt; welch ein Trost! Nun werd ich Armer nimmermehr von ihm ge trennt. Sein' Erbarmen läßt nicht ihn, sich mir jemals ganz entziehn. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen unbe. weglich auf ihm ruh'n: Felsen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. Von der Liebe und Güte GOttes. ( 33) XXXIII. Mel. des 98. Pfalms. 2 ie groß ist des Almacht'genGute! 05 Ist der Erst. Th. ll. Vom Wefen GOttes, der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der JELEN mit verhärtetem Gemüthe den Donk er. 58 1947 rickt, der ihm gebührt? Nein, feine Liebe zu ermessen, sey ewig meine größte Pflicht. Der HErr hat mein noch nicht vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der GOtt, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Ge wissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück geniessen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herr lichkeit umgeben, GOtt ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch GOttes Güte sind sie dein. Sieh, dar. um muste Christus legden, damit du könn test feelig seyn. und seinen Vollkommenheiten. 59 4. Und diesen GOtt sollt ich nicht ehren? und seine Güte nicht verstehn? Er sollte ru fen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Bill' ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. GOtt soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen seyn, wie Er. So long ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O GOtt! laß deine Güt und Liebe, mir immerdar vor Augen seyn! Sie stårk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weyhn. Sie tröste mich zur Zeit der Schnerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und ich besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. ( 34.) XXXIV. Lene Mel. od. un lob mein Seel. HE HIREEE? GOtt du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun hast du Lust. Der Quaalsucht har. Erst. Th II. Vom Wesen GOrtes, B barte Triebe find deinem Herzen unbewuit. BOLI HELBET anz ohne alle Gränzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel glänzen übst du Barm berzigkeit. Du, HErr, bast Wohlgefallen an dem, was du gemact; und hast uns Sündern allen noch Leben zugedacht. 2. Als du uns hiesest werden, da schufst du uns zum ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Baterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug er Fannt. Dorthin uns zu erheben ist, Gott! mit uns, dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ew'ger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Busse; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fusse vor dir in Demuth legt, so sieh'st du auf ihn Armen mit våterlicher und seinen Vollk. mmenheiten. cher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommest unsern Sor. gen zuvor mit deiner Batertreu. Du, Ur. sprung aller Gaben! Du weißt was uns gebricht; und was wir nöthig haben, versagst du, GOtt, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, sind unsre Tage voll. Auch wenn du uns betrübest, geschieht's zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt; und bist stets treu verblie. ben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gna. de uns zu segnen, ist ewig deine Lust. Dank dir zu begegnen sey, HErr, auch unfre Lust. Laß uns treu zu erfüllen, was du befiehlſt, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen Mit 68 nicht gern, o Bater, thun? 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weyh't; den seßzest du zum Se. gen schon bier, noch mehr in Ewigkeit. Du krönest seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ew'gen Freu. den hin. Wie theu'r ist deine Güte! GOtt, laß mich ihrer freu'n, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes seyn. ( 35.) 62 ( 35.) Erst. Th. H. Vom Wesen GOttes. XXXV. Mel. Wie schöne leucht der Morg. GOtt, des starke Hand die Welt er schaffen hat und noch erhält! Ich spüre dei ne Güte bier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädia fort; und TE wenn ich mein Gemütbe von hier zu dir, o GOtt wende, streckst du Hände voll Erbarmen, und voll Bobithun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seh ich deine Güte. Der Himmelskörper Laufund Pracht, das Ster nenheer, das du gemacht, erreget mein Gemü the, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hande Werke! und seinen Vollkommenheiten. 63 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüf te fühle fühl ich auch, GOtt deine grosse Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohithuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuen, HErr! mein Le ben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Güte voll! In allem was mich nähren soll, schmeck ich, GOtt deine Güte. Ich seh und hör und fühle sie, in Feld und Wald an Thier und Vieh. Dies dringet mein Gemüthe, HErr, dich innig ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben. 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz Gemůthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glie. der ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. 6. HErr! dazu, bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine groffe Güte. Oheilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich für dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. ( 36.) Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes, 64 ( 36.) 6-4une XXXVI. Der 36. Pfalm. Mel. des Psalms. GIT Ott, deine Huld und Gutigkeit erfüll ponese TT let alles, reicht o wait, als deine Himmel et reiben! Und alles jagt: daß deine Trell wie du unendlich, ewig ley! Eh' werden STEE Beroe weiden, eh' uns des HErren Huld EE verfößt! Nein, nein! sein Wort steht ewig ver auf nie bewegten vinden! Du, GOtt, von dem nur Gutes fließt, du la feit uns, so lang' du bist, Erbarmung vor dir finden! 2. Dein sind die Menschen, dein das Rich! du, GOtt, erhältst, ernähreft sie, wer kann dich gnug erheben! Du GOtt voll Gnaden, boll und seinen Vollkommenheiten. 65 doll Geduld, stets fühlen deine Baterfuld die hier auf Erden leben! Wer giebt den Mens schen sichre Ruh? Wer, wer kann sie, GOtt, so wie du, mit voller Freud erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will sie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seeligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit, quilit nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, HErr, nicht gegeben! Wer diesem Ligte folat, der wird zum höhern Licht, zu dir geführt! Den wirst du nicht verlassen! Genß deinen Segen über die, die dich verehren! schütze ſie, die alle Falschheit haffen. Von der Geduld und Langmuth GOttes. XXXVII ( 37.) Neue Mel. od. Ein Lamlein geht. etrever GOtt! Wie viel Geduld bewer. DE PECES lest du uns Armen! Wir baufen taald un despese fre Schuld; du haufest dein Erbarmen.* 408 ist des Menjgen Lebenslauf? Er ist ver. derbt 66 Erst. Th. II. Vom Wesen GOttek, derbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen.. Lind gleichwol, Bater! fuchst da ibn Janamüthig davon abzuziehn, zur Beß. rung zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jammert dich. Wenn sie sich gleich verstocken, so suchst du sie doch väterlich durch Huld zu dir zu locken. Wie lange sah'st und riefest du nicht ehmals dei nem Volke zu, daß sich ihr Herz bekehrte! Wie trugst du nicht mit Gütigkeit die erste Welt so lange Zeit, eb' sie die Flut verheerte! 3. Noch immer giebst du Sündern Raum der Strafe zu entgehen. Du läß'st den un fruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stchen. Du soonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzubauen. Du wartest sein mit grosser Treu, und hörst, damit er fruchtbar sey, nicht auf an ihm zu banen. 4. Longmüthigster! so grosse Huld bezeigst du freden Sündern. Und o! nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie wer und feinen Vollkommenheiten. 67 werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Neßze stellt, oft sicer, matt und träge. Sie straucheln, fie vergeben sich und fehlen oftmals wider dich auf fals gewähltem Wege. 5. Durufest ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen Du trägest sie mit Vaterhuld, bist willig ihre Sündenschuld duro Christum zu vergeben; giebst ihnen neute Glaubenskraft, und nad vollbrachter Pil. grimschaft, ein ewig Freudenieben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, GOtt, unfre Herzen rühren! Nie müsse deine Bater. huld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gieb uns auch da. bey den Sinn, daß wir die Sünde haffen; und uns noch in der Guadenzeit den Reichthum deiner- Gutigkeit zur Buse leiten laſsen. ( 38.) XXXVIII Mel. Wunderbarer Rörig. WEBS bumbrantre Liebe! Gönne bidden Augen, die zum Forduden koum tandes, daß sie in die Straten bener Langmuth blicken, die 2 68 Erst. Th. Il. Vom Wesen GOttes, die den Erdkreis buldreich fomücken, und zugleid frendenreio Boren und den Dei nen, wie die Sonne, sweinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Ge biete ist ein Schauplaß deiner Güte. Dei ner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben die dich hassen? HErr! wer kann das fassen. 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Fleben, wenn sie weinend vor dir stehen. Dei ne Rechte drauet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn da noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. HErr! es hat noch keiner, der zu dir ge gangen, statt der Gnade Recht empfangen: Wer und seinen Vollkommenheiten. 69 Wer zu deinen Füssen sich mit Thränen sen. ket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Hochster! sey gepriesen, daß du so ver. schonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sey Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Zepter führet. Fabre fort, Zions Hort! Langmuth auszuüben, und die Welt zu lieben. Lob der heiligen Dreyeinigkeit. XXXIX. ( 39.) Flach der Melodie des 15. Lieds. Gott, unserm Gott, allein sey Ehr! Ihm Dank für seine Gnade! Uns drücket nun sein Zorn nicht mehr; geheilt ist unser Schade. Er, der uns feinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefailen. 2. GOtt Bater! Wir perehren dich mit Lo. ben und mit Danken; denn bu regierest ewig. lich, dein Thron kann niemals wanten. HErr, alles, was du sprichst, gerbicht; so wie dein Aug auf alles sieh't. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Christe, GOttes ein'ger Sohn! Für uns ins Fleisch gebohren! Kamst du ničt von des Himmels Thron; so waren wir verlohren. Eey Univ. Bel. Giessen 70 Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes, Sey uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns alle starbst du ja! Erbarm dich unfer aller! 4 O heil'ger Geift! Du theures Pfand! Du Tröster der Erlösten. Erleucht mit Weisheit den Berstand, und komm, das Herz zu trö steir. Sey, wo wir wandeln, unser Lidt! Verlaß uns auch im Tode nicht! Wir trau'n auf deine Treue. ( 40.) XL. Flach der Melodie des 17. Liebs. HErr, unfer GOtt, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen. Und doch bast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Ge meinschaft follen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einit begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir bátcu dich, o Bater! an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unfer an, wie Båter ihrer Kinder. Duhast für uns aus groffer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Troß und Leben, daß wir dich Findlich fürchten. 3.OJEiu, ew'ger GOttessohn! Du Heil, darauf wir hoffen. Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu und seinen Boukommenheiten. 71 zu befreyn von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. Olaß uns, unser HErr und GOtt! froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O Heil'ger Geist, du Geist von GOtt! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben on des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du giebst zum Guten Lust und Kraft. Laß uns des auch geniessen! damit wir unfre Pilgrimschaft im Glauben seelig schliessen. Wir wollen dir gern folgen. 5. Laß, GOtt, uns dein auf Erden schon, als unsers GOttes, freuen. HErr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeyen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach volbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. ( 41) XLI. Flach der Melodie des 30. Lieds. D heiligste Dreneinigkeit, nach Würden dich zu ehren bemüht sich deine Christenheit, dein Lob läßt sie stets hören. Wie hoch bist du, wie wundersam! Anbåtungswürdig ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich! 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar € 4 all 72 Erst. Th. II. Vom Wesen GOttes. an jedem Orte, des Allerhöchsten Segens spur, doch Dank sen deinem Worte! Es zeigt uns ihn erst recht, er beißt: GOtt Vater, Sohn und heil'ger Geist, der GOtt des ar. men Sunders. 3 Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgefänge fliessen! Du Bater, aller We ſen Queil und Ursprung sey gepriesen! Du Vater haft von aller Zeit in gränzenloser Ewigkeit den Sohn, dein Bild, gezeuget. 4 Du ſchufft den weiten Erdenkreis mit gnád gem Wohlgefallen. Du schufft den Men den: Dank und Preis sollt erst durch ihn er. fhallen. Dutrågest durch dein mächtig Wort, was du erstaffen, immer fort und herrsch'st mit weiser Güte. 5. O bester Vater! steh uns bey! uns deinen armen Kindern, wir fehlen oft noch, ach verzeih! verzeih uns armen Sündern. O unsre Soth ist mannigfalt; errett uns, HErr, und hilf uns bald, zeig dich an uns als Vater! 6. HErr JEfu Christ, des ew'gen Sohn, von Ewigkeit gebohren! Du herrsch'st auf deines Baters Thron, zu unserm Heil erkoh, ren. Du dich erschuf er diese Welt, du bist's, durch den er sie erhält, o GOtt, aus GOtt gebohren! 7₁ und seinen Vollkommenheiten. 73 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, wer dich fieht, sieht den Bater; Ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest feine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. 8 Nun sitzest du zur recten Hand des Va ters hoch erhoben; beherrichst allmächtig jedes Land, und dämpfft der Feinde Toben. Hilf unser Bruder, unser GOtt, du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. 9. Von Ewigkeit war'st du auch schon, o Geist! Quell aller Wahrheit, GOtt mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Vom Vater und vom Sohn gesandt, mach uns die Gottheit recht bekannt, und ihr zu dienen willig. IO. O heil'ger Geist, du Geist des HErrn! Durch den wir Abba schreyen: Nurdu kannſt uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unire Hoffnung vest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kräftig. II. Geist des Gebätes steb uns bey, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wah. rer Reu, zu GOtt im Glauben båten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, E 5 daß 74 Erst. Th. II. Von der Schöpfung. daß wir auf JEsum Christ getrost und seelig sterben. 12. GOtt Vater, Sohn und heil'ger Geist, wie groß ist deine Güte! Gey ewiglich dafür gepreißt, mit freudigem Gemüthe. Wenn dich der Engel Chor befingt, wo heilig, heilig, heilig klingt, so hör hier unser Lallen. ( 42.) III. Von der Schöpfung. XLII. Der 19. Pfalm. Neue Mcl. ob. Wer nur den lieben. te Hummel rufen jeder ebret die Grösse GOttes, teine Pract die ausgelvannte SALLE D Bejte lehret die erke die sein Arm ge magt; und aller Reiten Harmonie ver Fundigt und befinger fie. 2 Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; Doch wer hört ihre Stimmen nicht? 3. Erst. Th. III. Von der Schöpfung. 7.9 3. Die Ordnung kunsterfüllter K Sturm; herrlicht GOtt durch jedes Land, umgt, ruft damit der Mensch ihn preise, sein Lob dereinem sten Welt bekannt; Denn wer sieht ihre SeiSerbahn, und båtet nicht den Schöpfer an! 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strablend Zelt, als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heit're Brdutigam daher. Sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet, und des Kampfs sich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernen West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen; Sie gehet allen fegnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Grau'n der Nacht, beseelt die Welt, und giebt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der HErr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die See. len, daß sie leben, und giebt den kranken Her. zen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhält und macht die Einfalt klug. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen quillt Freu de für die Traurigkeit. Sie heiligen, wenn sie ergeßen. Wie lauter ist, was GOtt gebent! HErr, deines Wortes reines Licht erleuchtet jedes Angesicht. 8. Die Furcht des HErrn erhebt und schmidet ein folgsam Herz, und macht es rein. Und ewig 74 Erst. Tr. III. Von der Schöpfung. daß wir den die beglücket, die sich dem Dien sterben. rtes weyh'n. Denn alles, was der 12. gebeut, it Wahrheit und Gerechtigkeit. wie Die Zeugnisse des HErrn sind besser, und Sehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und grösser, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Ho nig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. Io. Bie warnen sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der sie hält! Doch oft vergißt man deine Rechte: Wer merkt, o GOtt, wie oft er fällt? Bergieb, das bitt ich, GOtt, von dir, auch die verborgnen Sünden mir! I Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt! Und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frey von groffer Ulebertretung sey! 12. Bernimm, voll Huld, aus meinem Mun de die Reden, die sich deiner freu'n, und laß, zur angenehmen Stunde, die mein Gebät ge feufjet seyn! Ich habe ja dein gnädig Wort, HErr, mein Erlöser! GOtt, mein Hort! ( 43.) D XLIII lady der Melodie des 42 Lieds. GOtt! den alle Himmel ehren, von dir kommt Erst. Th. Ill. Von der Schöpfung. 79 kommt aller Himmel Pracht. Wd Sturm; schönes sehn und hören, hat deine ringt, ruft gemacht. An deine Weisheit, an dereinem reicht keines Menschen Denken nicht. Soje 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. Du bist es, der die Érde kleidet, und sie mit grünem Schmuck behängt. Du bist es, der durch seine Kraft Dem Frühling neue Anmuth schafft. 3. Daß Kraut und Pflanzen sich verjungen, und alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüten bringen, das Feld mit tausend Far. ben spielt, das fließt allein aus deiner Grad, die unsre Welt gezieret hat. 4. Wieviel vermag dein mächtig: Werdel erhabenster HErr Zebaoth: Dein Lob verkum. digt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reis der GOtt, verkündiget der Himmel Pracht die Grösse deiner Schöpfers Macht. 5. Ans dir, du Quelle ciles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, groffer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit die. ser Welt so strahlend in die Augen fällt. 6. Was zeugt das Heer von tausend Ster nen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, D 74 Erst.. Th. III. Von der Schöpfung. daß wir ce, deine Pracht! GOtt, du bist sterben. tteis Heiterkeit; nur Licht und Stroh, 12. Ev dein Kleid. wie. Ach Schöpfer! heil'ge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in dei nes Geistes Lichte allein auf dich, den Ulr sprung seh. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust! ( 44.) XLIV. Nach der Melodie des 15. Lieds. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbåtend überlege: So weiß ich, von Bewundrung voll, nicht wie ich dich erheben foll, mein GOtt, mein HErr, und Bater! 2. Mein Auge sieh't, wobin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prach tig ausgeschmückt, preist dich, du Ott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde feinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Borrath uns zu fegnen? O GOtt der Macht und Herrlich keit; GOtt deine Güte reicht so weit, ale mur die Wolken gehen. 4. Eest. Th. III. Donder Schöpfung.. 7.9 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand an Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in feiner Pracht, mich, ruft die Saat, bat GOtt gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand, so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Berstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweiß von deiner Güt und Grösse. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe sei. nen Namen! GOtt, unser Bater, sey gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht' ihren HErrn, und hoff auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte GOtt nicht dienen? ( 45.) XLV. Flach der Melodie des 7. Lieds. D GOtt des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer fannst begriffen werden, vor dem kein Ding verbor. gen ist. Ach ziehe mich, mein GOtt, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augenlenke, dafind ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Ün. 80 Erst Th. III. Von der Schöpfung. dacht überdenke die wundervolle Creatur, fo ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß is GOtt! wie klein bist du! 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis' und gut der Schöpfer sey. O! wenn das Stum me reden könnte, so stimmt' es der Ermun trung bey: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht; auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. HErr GOtt! wie groß ist deine Liebe! die Erd ist deiner Güte voll. O gieb mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll Nimm was ich kann, und hab, und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der, statt des Nußens, Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn! Mein Schatz und Ziel sen du allein! 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. O mache du mich klug und weise, daß ich hier thu was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, GOtt, in deinen Himmel auf. ( 46.) XLVI. Mel. des 140 pfalms. ie Himmel rühmen GOttes Ehre, ihr Schall Erst. Th. Ill, Von der Schöpfung. 81 Schall pflanzt feinen Namen fort. Jon rühmt der Erdkreis, ihn die Meere: Bernimm, o Menich, ihr göttlich Bort! 2. Wer trägt die unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms, und sieh' die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke, dir nicht den HErrn, den HErrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbare Heere der Wege fühllos wohl beschau'n? Durch wen ist al. les? Gieb ihm Ehre! Mir, ruft der HErr, sollst du vertrau'n. 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde seyn, der ich seyn werde, dein GOtt und Bater ewiglich. 6. Jo bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein GOtt der Ordnung, und dein Heil; IG bin's, mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil. 8 ( 47.) 82 ( 47.). SE Erst Th. III. Von der Schöpfung. Von den Engeln. XLVII. Mel. JEfus meine Zuversicht. Err, du hast in deinem Reich grosse Schaa ren heil'ger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich; denn ich bin noch voller Mangel. Ac! wenn werd' ich auch so rein, als die guten Geister seyn? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bey der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde, als dein Erbe und dein Kind, immer himmlisch sen gesinnt. 3. Gieb mir Weisheit, gieb mir Fleiß, dich, D GOtt! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt be kennen; daß ich darinn auf der Erd, deinen Engeln ähnlich werd. 4. HErr! dein Wille soll geschehn, wie im Himmel,.so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden; fo Erst. Th. III. Von der Schöpfung. 83 so in deinem Willen ruh'n, wie die reinen Geister thun. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben. Wo wir ge. hen aus und ein, laß fie unsre Wächter seyn. 6 Mach es wie mit Lazaro, wenn ich künf. tig werde sterben. Laß mich dann auch eben ſo deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Vaterland. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bey den Auserwählten stehen; wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen. Ma. de mich in deinem Reich völlig deinen Engeln ( 48.) XLVIII Met. Mun tuben alle Walder. u HErr der Seraphinen, dem tonlend MJESEBRE Engel dienen und zu Seboreiteon; du berr. MEE lid arosfer Meister des ganzen Reichs der PEEBISE Geister! mein Mund soll deinen Ruhm er. 2 höhn. F 2 84 Erst. Th. III. Von der Schöpfung. 2. HErr, deine Himmelsheere, die Zeugen dei ner Ehre, giebst du zu meiner Wacht. Si sehn dein Angesichte im höchstvollkommen Lichte, und haben dennoch auf mich acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Ge müthe für diese Wunder Schaar. Ich rüh, me deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schuß ich sicher war. 4. Gieb, Geber aller Güter, gieb ferner die se Hüter zu meinem Schirm mir bey. Es sey mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib ich manches Fehltritts frey. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach' auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen. Laß mich den auch erfüllen. Sie leben völlig rein. Laß mich, nach deinen Worten, o HErr! an allen Or ten auch so, wie sie die Sünde scheu'n. 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Händen ein. Ben dir, o Höchster, droben, will ich dich ewig lo ben, wenn ich den Engeln gleich werd seyn. 1) 0( IV. Von +( 0)+ ( 49) * KE KE JE HEHEHEHEHEHEHEKE H** 85 IV. von der Vorschung: GOttes. XLIX. Dec 33. Pfalm. Mel. des Pfalme. hr Frommen, auf! die ihr die Ehren des de ELEN GOttes aller Ehren singt; Dieweil tein Lob von Zions Choren noch eins to angenehm erklingt! Spielt ibm streng und schone! Mischt der Orgeln Tone in den Jubellang! Lobet ihn auf Santen, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Berherrlicht ihn mit neuen Weisen! Er. hebt ihn durch ein ewig Lied! Und seyd, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort und lehret, was sein Mund uns schweret ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, scine Wahrheit dar. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille, und jeF3 der 86 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. der Ausspruch, den er fällt. Der Ausfluß sei ner Segensfülle ergeußt sich durch die ganze Welt. Die gewölbten Lüfte und der Himmel Klüfte bieß sein Machtwort seyn. Ailer Ster ne Kreise, Wechsel, Licht und Weise shuf sein Hauch allein. 4. Er hält die Meer' und Wasserschäßze ir i rem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb und Fluth Geiche, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Beschlechte fürchte GOt tes Rechte, die dies wirken kann! Båtet, fre che Geister! GOtt des Donners Meister, mit Erstaunung an! 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ists im Augenblick geschehn. Er rufet uner schaffnen Dingen: so sind sie wirklich schon zu sehn. Allen Rath der Grossen weiß er um zufrossen, wie es immer geh. Alle Lift der Er den muß zu Scanden werden, daß sein Rath besteh. 6. Er wechselt niemals in Gedanken. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich ſeibsten ewig gleich. Wohl denn dem Geschlech te, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohlend, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als kein Erb, erwählt! Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 87 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen, und die vor ihm nicht lauter seyn. GOtt, der Weltberather, nimmt als HErr und Vater, aller Menschen wahr, seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Lust, und was sich da geheimes reget, ist eher ihm, als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern GOttes Arm. Diefer ist bewährter als der Helden Schwerdter, und der Riesen Schwarm. 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein Sieger oft glücklich durch die Feinde riß, ist keinem Flücht. ling, keinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug in acht. Ihre Seele trauet, wenn den Bösen grauet, seiner Huld und Macht. 10. Der Flügel GOttes deckt die Seinen vor allen Todsgefahren zu. Wenn andre lang nach Brodte weinen, so speis't er uns in mil. der Ruh. Darum fromme Herzen, harrt in allen Schmerzen seiner Hülf und Kraft, die 4 euch 88 Erft. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. euch vest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil verschafft! 11. Indir, o HErr! in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Troft für Jsraels Ge. meine ist deine Treu und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o Höch sites Gut! Gicb uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht.. ( 50.) L. Der 65. Pfalm. Mel. des pfalms. on bater HErr, in Zions Stille zu dei ner Madt und Huld. Da zablt man dir der HERTELE Opfer fulle und der Gelübbe Schuld. Da BEELDEN merkest du auf unire Lieder und Bitten für and fur, undjammieft deiner Kirde Glie der aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer fey, so spricht uns Arme deine Gnade von Flug und Schulden frey. Wohl Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 89 Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenossen zählt! 3. Du giessest, nach den bangen Zeiten, den Trost auf Jacobs Haus vom Sitze deiner See. ligkeiten an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe Proben in tausend Bundern ſehn, und dich, als unsern Heiland, loben, so bald wir zu dir flehn. 4 Die Hoffnung aller Menschen Schaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren was See und Land enthält. Du bist es, dessen sich're Stärke die Berge gründen kann; und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heydenschaft von deiner wahren Gottheit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dein Schuße deiner Macht. Wenn du erquickst mit Thau und Regen der Erde heissen Schoos, so wird, durch deinen milden Segen, der Felder Reichthum groß. F5 90 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 7. Dein Brunn, der nummermehr verseiget, erquickt sie früh und spåt, bis Keim und Ach. re treibt und steiget und alle Frucht geråth. Wenn Furch und Fluren sich verneuer:, 0 HErr, so trånkst du sie; und thauest Wachs. thum und Gedeyen auf unsre Saat und Müh. 8. Du krönest alle Jahreszeiten mit segens. voller Hand; und träufeist eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid und Weyden von ihrem fruchtbarnGuß. Die Hügel sömücken sich mit Freuden und Holdem Leberfluß. 9+ Es wimmeln von dem Schafgedränge die Anger rings umber. Es stehen von des Kor. nes Menge die Auen dick und schwer. Da alt der Dank von tausend Chören: Der frohe Landmann singt des All erhalters Macht und Ehren, daß Berg' und Thal er Elingt. ( ST.) LI. Der 104 Psalm. Each der Melodie oes 33 Lieds. Sen feurig, Seele, Gott zu loben, Ibn ben Jehovah Zebaoth! Sehr berrlich bist du, fehr erhoben, geschmückt mit Majestát, mein GOtt! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht Erst. Th. IV. Von der Vorsehuna GOttes. 91 Licht ist dein strahlenvoll Gewand. Den granzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, HErr, deine Hand! 2. Du bau'st in unermeßne Höhen, Allge. genwärtiger dein Haus; und wölbst mit dich. ten Wasserfeen, die glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst auf Wolken, deinem Wagen, nab'st dich in Wettern fürchterlich, dein Bagen donnert; wiilig tragen die Fittige des Sturmes dich! 3 Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, HErr Zedaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind beiner Allmacht Diener, GOtt! Du haft der Erde Grund be reitet, sie steht, und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief umkleidet, und über Bergen floß ein Meer. 4. Du schalt'st die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorben. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und daß Land ward frey. Der Berge Gipfel, HErr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; Die Thaler sanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 5. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, daß es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. 92 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. Bahn. Von dir wird auch der Berge Hölen mit Quellen jedes Thal erfüllt: Da trinkt, wenn Hiß und Durst sie quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. 6. Und an der Bäche Ufern steigen viel schat. tenvolle Baum empor; zufrieden wohnt auf ihren Zweigen und singt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquickt. Dann grü nen fröhlich Feld und Aue mit deinen Früch. ten, GOtt, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schon bekleidet es das Land! Uns wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brodt giebst du für des Menschen Leben, und unsre Herzen zu erfreu'n schenkst du aus traubenvollen Reben mit mil. der Hand uns, HErr, den Wein! 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brodt nie fehle, wen sättiget, wen stärkt es nicht? Von deinem Saft ernähret zeugen die Bäume uns so manche Frucht; Die Cedern Libanons, HErr, steigen empor, gepflanzt durch deine Zucht. 9. Die Vögeln bau'n in ihre Wipfel, die Störch in Tannen sich ein Nest. Die Gemse liebt Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 93 liebt der Berge Gipfel, die sich aufsteile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Hölen ver. bergen die Caninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt sie der Mond, o GOtt, durch dich! 10. Die Sonn' eilt, ohne zu ermatten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; Dann Herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die Erde, decken sie. Dann geht das Wild cus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. II. Der jungen Löwen laut Gebrülle begehret seinen Raub von dir; Dunährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hellern Lüfte des neuen Tages Ankunft an; so fliehen sie in ihre Klüf. te, die nie der Sonnen Strahlen sah'n. 12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld; wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, GOtt, sind deine Werke! Die Welt ist deiner Güte voll. Du giebst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelt's in den weiten Meeren von Thieren, die du, HErr, nur zählst; von größ 94 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. grössern und von kleinern Heeren, die du er nähreft und beseelst. Die Schiffe finden sich're Bahnen, du führest sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. HErr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde; du segnest; sie erquicken fich. Du giebst; fie fammeln. Deine Hände eröffnest du; sie werden satt. Wie schrecket ſie ihr nahes Ende, wenn sich dein Blick verbor. gen hat? 15. Du nimmst, HErr, deinen Ödem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschäpfe Glieder; du sendest ihn; und sie entstehn. Wie oft erneu'rt dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig GOtt verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd' an; sie erzittert; Er taſtet an der Berge Höhn; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, sind Flammen, dampfen und vergehn. GOtt, meinem Gott will ich lobsingen; Jhm, weil ich lebe, Lieder weyh'n; Ihm, soll voll Ruhms die Harf er klingen, sein Lob mein letztes Stammeln seyn. 17. Und süß ertönen meine Lieder dir, der du mei. Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttef. 95 meine Freude bist! Bald reinigst du den Erd. kreis wieder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sei feurig, Seele, GOtt zuloben, Ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt er hoben, und Hallelujah sing' sie GOtt! ( 52.) LII. Flach der Melodie des 15. Liebs. Dir, unser GOtt! ist niemand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Woist der, der es messe? Wobin auch Sur mein Aut ge sieht, da seh ich deine Grösse. Weit über als le Himmel weit geht deines Reiches Herrlich keit; du herrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut noch heiligen Gefeßen. Dnpflegst auch deiner treuen Hut das Kleine werth zu schäßen. Auf alles geh't dein Augenmerk, und immer ist's deitt liebstes Werk, zu fegnen, zu beglücken. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Bergeltung übest. Dit handelst stets nach Billigkeit in dieser und ber Fünft'. 96 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. künft'gen Zeit, beym Strafen und Belohnen 5. Wohl uns! daß du das Regiment, GOtt! über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, Dein geringster Unterthan, HErr, båte dich in Demuth an. O! sieh auf mich in Gnaden! 6. Jd bin verderbt und Schulden voll; und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten tråge! Doch du bist gnädig und voll Huld, vergiebst du Reuenden die Schuld. Drum hoffis auch Bergebung. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein JEsus, welcher für mich litt, erwarb mir Redt zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frey, ob ich der Gnade fähig sey. Auch mich hat er versöhnet. 8. HErr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beystand wan deln. ( 53.). LIII. Tach der Melodie des 7. Lieds. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst find alle Erst. Th. IV. Von der Vorsehung Ottes, 97 alle unsre Sorgen. Du sorgtest, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß fey genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt. Dog wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Urfach auch entdeckt, warum dein Rath, der nie. mals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sich't. Aus Finsterniß bringst du das Licht Du sprichst, o GOtt und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! GOtt kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele! in der Demuth Schranken; die Demuth wird von GOtt erhöht. Ja, HErr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Füh. rung sich ergiebt. 5. Drum will ich mich dir überlassen mit allem, was ich hab und bin. Jd werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weis heit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Gute war. 6. Gieb, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid. Schick alles, HErr! zu demer Ehre und meiner See. 98 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. len Seeligkeit! so preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. ( 54.) LIV. Mel. des 62. Pfalms. Bunder GOtt! der alles schafft: Wie groß bist du von Rath und Kraft! Den ho. hen Himmel famt der Erden, und was man überall erblickt, bat deine Hand, dein Rath beschickt, desgleichen was noch erst soll wer. den. 2. Man spürt dich kräftig überall, und groß ist deiner Werke Zahl, du ordnest Sonnen schein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbar keit beruht auf deinem Wort und Segen. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und HErr, zu deinem Preis belebt der Frühling unfre Fluren. Wenn uns ein Glü cke wird gewährt; wenn uns ein Unglück wie derfährt, so sehn wir deiner Allmacht Spuren 4 Erst. Th. IV. Von der Vorschung GOttes. 99 4. Laß dann, o Schöpfer! der die Welt so veft in ihrer Ordnung bålt, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gieb daß mein Herz ge duldig trågt, was du mir, HErr! haft aufges legt: Hilf dankbar feyn in Segenszeiten. 5. Auch stärke meine Zuversicht, so qualet mich die Sorge nicht, wie mir's noch künftig möchte gehen. Du bist, du bleibst mein höch. stes Gut. Was frag ich nach der Feinde But! Nichts kann ja ohne dich geschehen. ( 55.) LV. Der 145. Psalm. Neue Mel. od. erzliebster Jesu. JFT * will, mein GOtt, du König, dir lodfingen, und ewig Ebre deinem Namen bringen, sen täglich, emia fen von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der HErr ist groß. Wer kann ihn gnug erheben; wer kann mit seinem feurigsten Be. streben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer GOtt ergründen? 3. Von unfern Båtern wurdest du erhoben; dich werden unsrer Kinder Kinier joben, und 100 Erft. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes: deine Macht besingen, deiner Stärke preisvol le Werke. 4. Wie herrlich bist du, GOtt, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, HErr, wie mächtig! das preis' ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde; 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschal le, die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe! 6. Der HErr ist mild, von duldendem Ge müthe, barmherzig, gnädig, und von groffer Gute; erbarmt sich seiner Werke, hat an al len sein Wohlgefallen. 7. Jehova, alle deine Werke sollen dir jauch zend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Jehova, deiner glei che, das rühmen fie, damit sie auf der Erde bewundert werde. 9. Dein Reich, o GOtt, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob befungen. 10. Der HErr bewahret alle, welche fallen; Jehova hilft den Unterdrückten allen, und eilt, Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. Tot eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. II. Nach dir, GOtt, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie våterlich erquicke; du giebst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. HErr du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf, und giebst allen, was sie bedürfen; keiner sucht verge. bens, dich, Quell des Lebens. 13. In allen Wegen GOttes stralet Gnade; untadelhaft sind alle deine Pfade; und was er thut, gereicht zu seinem Preise; ist gut und weise. 14. Der HErr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten, er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der HErr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frevel üben, ver. folgt er, daß er sie zum Fluche mache, mit seiner Rache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! Von allen Menschen werde GOtt erhoben! Bas lebet, müsse, HErr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. ( 58.) 3 10Z Crt. 21), IV. on oer 23orjehung GOttes. ( 56.) LVI. Mel. Bon GOtt will ich nicht laffen. G Ott! ber an allen Enden viel grosſe under thut, in dessen treuen Händen mein ganzes Leben rubt! Du zabist die Zahl mir zu von meinenkebenstagen, mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh und mit Ruh. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterlei be lag, dawachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Le ben mir buldreich zugewandt? 3. Du fängst uns an zu lieben noch eh wir sind, und hast nie Lust uns zu betrüben; doch müßt uns eine Laft, so bleibst du Mitleids voll; bist sorgsam deinen Kindern die Bürde fanft zu lindern, die sie nun treffen soll. 4. Laßt du mich Noth empfinden; dein Wort, HErr! tröstet mich. Durch dich muß sie ver schwinden; drum hoff ich stets auf dich mit Findlig treuem Sinn. Drum werf ich, was zu Erst. Ch. IV. Von der Vorsehung GOttes. 103 zu tragen mir schwer deucht, ohne Zagen, noch täglich auf dich hin. 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mir's dein Wort verhieß. Du hast mir wohl gethan; denn deine Gnad ist grösser, und macht's mit mir viel besser, als ich's ersinnen kann. 6. Dein Name sey gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Gü te singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohl gerathen, und lauter Gut's gethan, daß deine Liebesthaten ich nicht g'ang rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, dich preise, HErr, mein Hort. ( 57) LVII Aus dem 9. Psalm. Mel. Palet will ich dir geben. htt Ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder deiner Hand. Mein Geift ist 4 froh. 104 Erst. F.IV. Von der Vorsehung GOttes. DE frod. Jo singe: Herr, meme Lur but du Proses TÁ Dir den id Luder bringe, dir, Hociter, jauc, to zu. 2. Du sigest auf dem Throne als Richter al ler Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt Wenn dich die Menschen schmå. hen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst; und sie vergeben vor deinem Zorn, o GOtt. 3. Der HErr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen Sünder zittert; bereu't noch euren Spott. Sein Thron wird nie erschüttert; der HErr bleibt ewig GOtt. 4. Der HErr regiert und liebet, was unge. recht ist, nicht. Er wågt die Welt und übet partheplos sein Gericht. Die Bage sinkt und steiget, wie sein Gesetz gebent. Und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit 5. GOtt ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf sein Erbarmen, wenn ihnen Linfall droht. Die Thränen, die ſie weinen, sind dir bekannt und werth; du GOtt Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 105 versdumest keinen, der deinen Schuß begehrt. 6. Jhr Bürger Zions, preiset, verkündigt in der Welt, wie groß sich GOtt beweiset, der, was er zusagt, hålt. Er denkt daran, und fra. get nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wut. 7. HErr! sey mir gnädig. Schaue voll Huld auf meine Noth. Du bist 3, dem ich vertraue. Du hilfft auch selbst vom Tod. Nach über. wundnem Leiden geh' ich ins Heiligthum; und, über dich voll Freuden, erheb' ich deinen Ruhm. ( 58.) LVIII. Der 121. Pfalm. Flach der Melodie des 13. Lieds. Mein Auge sieh't, o Gott, zu dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt her. vorgebracht. 2. Getrost mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der bebütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sey dir fürchterlich; denn GOttes Rechte schüßzet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, ab. gewandt. 5 4. 106 erit..IV. Von der Borsehung GOttes. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit; fein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf eb'ner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. HErr! segne und behüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. ( 59.) LIX. Mel. Mein GOtt des Herz ich br. ni och immer wechsein ordentlich des Jah. res Zeiten ab. Dein Regen, GOtt, ergieß peterER set sich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Men. schen wohl zu thun; und läßt noch immer je. des Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, treuft Ge dey'n und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht, und reift, und fåttigt und erfreut. 4. Bon dir gesegnet, giebt der Baum den Schatten, den man fucht; und, unter seiner Zweige Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Creatur. DHErr, wer ist dir gleich? Dein Borrathshaus, GOtt, die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Crit. Ch. IV. Von der Vorsehung GOttes. 107 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Bergnügen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. HErr, ohne dich vergiengen wir, und wir berdientens auch: Und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, GOtt, erfährt nicht deine Huld? wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9 O båtet GOtt, ihr Menschen, an! Er. wagt's und dankt ihm nun! Was hat GOtt schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, HErr, hiesfest du uns seyn. Du schuffft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freu'n. " Låßt du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Voll. kommenheit der künft'gen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. O HErr, laß dies er. hab'ne Glück mir stets vor Augen seyn! ( 60.) LX. Flach der Melodie des 7. Lieds. D HErr und Schöpfer unsers Lebens, du beg'ft 108 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. beg'st ein wahres Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du sieb'st und lin. derst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Bolk entrůcket, das durch den Glauben an dich ſiegt. Es wird vom Heiligthum be deckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 3. Allein des Lebens bange Sorgen beschwe. ren hier noc oft ihr Herz. Oft hältst du, Ret ter! dich verborgen, als kenntest du nicht ih ren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueber. fluß, oft, wenn der Fromme darben muß. 4. Doch, HErr, der du der Menschen Seelen nicht blos für dieses Leben schufft, wo uns voll kommne Freuden fehlen; nein, sie zum bessern Erbtheil rufft: Dein Sohn gieng auf der Lei densbahn, uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählst und fegnest unfre Tage; und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil ge wählte Plage. Ein ewig Wohlseyn folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf und Nahrung schreyt, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit er freu't Erst. Th. IV. Von der Vorschung GOttes. 109 freu't. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgt für alles, was da lebt. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und, fern von aller eignen Wahl, nach deinem Nath die Welt durchgehen. Du bist bey mir im fin. stern Thal. Ja, HErr, mein Glaube trau't auf dich. Du leitest mich recht våterlich. ( 61.) LXI. Neue Mel. ob. Warum follt ich mich. en zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut, was er thut, ist voll Lieb und ute. Soaue feine grosse Thaten, was die seit in sich halt, ist ihm wohlgerathen. 2. Beydes Erd und Himmel preifen seine Macht, Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn und Mond sind laute Zengen; was fich regt, und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau die Werke jeiner Hände, Mensch und Thier melden dir seinen Ruhmohn Ende. Was wir noch so kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt Die 110 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm ver. pflicht, wenn ich dieß bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, GOtt, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen? Wenn die Last kaum gefaßt, half GOtt fel. ber tragen. War nicht mehr Geduld. vorhan den; Seine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen; Es geschicht warlich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich seinem Willen, beiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; Er, er wird's wohl machen! ( 62.) LXII. Nach der Melodie des 48. Lieds. In allen meinen Thaten laß ich den Höchſten ra. Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 111 rathen, der alles kann und hat: Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen der Helfer seyn durch Rath und That. das soll 2. Was nüßen uns von Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedey'n uns fehlt: Er hat uns Glück und Plage, und bös und gute Tage, eh' wir noch waren, zugezehlt. 3. Was GOtt für mich ersehen, und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allen, was er mir giebt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 4. Ihm trau ich in Gefahren: Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such ich nur seinen Willen gehorsam zu er. füllen, so nimmt er selbst sich meiner an. 5. Er lasse meine Sünden vor ihm Verge. bung finden, durchstreiche meine Schuld! Und wenn ich zu ihm schreye, so schenk er mir aufs neue in Christo seine Baterbuld. 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder, zu meines Lebens Pflicht: Irr' ich auf finstern Wegen, dem Kreuz entgegen, so sey sein Trost und Licht. eil ich ort mein 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe trau'n: Und wenn ich auf der Erde nicht groß und glück. 112 Erst Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schau'n. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut: Ich lebe oder sterbe, so bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seeligkeit. 9. So sey nun, Seele, stille! dein Ruhm sey dessen Wille, der dich erschaffen hat: Es ge he, wie es gehe! dein Vater in der Höhe, der weis zu allen Sachen Rath. ( 63.) LXIII. Der 93. Pfalm. Flach der Melodie des 18. Lieds. Jehovah herrscht mit Majestät bekleidet, er gürtete sich selbst mit Allmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so vest, daß nichts es je erschüttern kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du; schau'st von deinen Höhn, wie sich empor. te Ströme schwellend blähn, siehst ihre Wut, die weit Verderben drau't! 2. Das Weltmeer tobt; der starken Wogen Stimme braust donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stårkerer siehst ruhig ihrem Grimme vom Himmel zu; du winkst: die Wut legt sich. Wahrhaftig ist, was, HErr! dein Erst. Th. IV. Von der Vorschung GOttes. 113 dein Wort uns lehrt, gewiß, was du verpricht. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zier de Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt, und ewig währt. ( 64) LXIV. Der 96. Pfalm. Nach der Mielodie des 33. Lieds. Erbebet GOtt durch neue Lieder, voll unge. hörter Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet fie! Besingt den HErrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! 2. Groß ist dieß Heil. O saat mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt un. ter allen Heiden die under, die sein Arm ge than! Der HErr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesit! Bewährt ihm eurer Treue Proben; nar vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ebren, findGd. ben ohne Seyn und Kraft. GOtt aber, dem wir angehören, GOtt ist es, der den Himmel schafft. Bor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, $ bringt 114 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. bringt aller Völker Chöre dem HErrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche GOtt gefallen, im Schmucke, der ihm wohlgefällt; fallt hin in sei nesTempels Hallen; ihn fürchte heilig alle Welt! Der HErr ist König! Sagt der Erde: Sein Reich wird eidig vest bestehn! Sagt: Ueber alle Volker werde sein billiges Gericht ergehn! 5. Es jauchze dir, HErr, HErr, dein Himmel! die Erde dank, und freue sich! Des grossen Weltmeers froß Getümmel und sein Bewoh ner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heer. den aufhüpfen; lasset jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, sein Lob erto, nen, sein sich freu'n! 6. Vor unsers GOttes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der HErr er scheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. Es wägt dem menschlichen Ge schlechte sein Urtheil, Fromme freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Ver. dienste und Bergeltung gleich! ( 65.) DIEL G LXV. Der 97. Pfalm. Mel. des psalms. THE STE er König aller Welt ist GOtt, der sie er hält. Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GÖttes. 115 PREFPED balt. Ihr Lander jamt den Deeeren froh. EL ERES!! lockt zu dessen Ehren, der in den Himme n thront, und in dem Dunkeln woont, alwo EEEEEE em Stuhl besteht, und sem Gericht ergeht, das keinen Sünder soont.. 2. Um seinen Wolkensitz erscheinet Bliß auf Bliß, die Bösett zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft; es glübet Erd und Luft; und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. 3. Wie Wachs beym Feuer rinnt, so schmel. zen auch geschwind, vor seiner Allmacht Flammen, die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken brick! 4. O schämet euch forthin; und brandet Aug' und Sinn, die ihr mit Götzent prahlet, und ihnen Opfer zahlet! Berehrt den höch. sten Geist, der sich, als GOtt, erweist, und H 2 wel. 116 Erst. Th. IV. Von der Vorschung GOttes. welchen immerdar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preißt! 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich Zions Reich auch über eurer Neue und euerm Heil erfreue! Wenn GOtt, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt! 6. Ihr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Böse, damiter euch erlöse! Er nimmt der Seinen wahr, und schüßt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hålt er treue Wacht, und zeucht sie aus Gefahr. 7. Erscheint sein Freudenlicht den Frommen heute nicht, so scheinet es doch Morgen, und endigt ihre Sorgen. So stårke seinen Muth in GOtt, dem höchsten Gut: so danke jeder. zeit dem GOtt der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. ( 66.) N LXVI. Aus dem 127 Psalm. mel. des 130 pfalms. nicht immt GOtt, dem wir vertrauen, unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bau, Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 117 bouen, vergebens bau'n wir dann! stller die Stadt nicht süßen, Er, groß burd STEEL Rath und Macht, was wird der Wächter nußen? Umjonst ir s, daß er wacht. 2. Ihr wachet spåt und früße, und est voll Traurigkeit das Brodt der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nüßt der bange Kummer, da GOtt dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und uner. wartet giebt? ( 67.) LXVII. Mel. Herzlich thue mich verlangen. Bedfor efiehl du deine Bege und was den Her despert ze Frantt der treuen Baterpflege deß, der den Weltkreis lentt: er zernet Stern und Winden die abgemeßne Bahn, jollt er H 3 nicht 118 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. ==========not Wege finden, wo dein Fuß waydein fain? 2. Dem HErrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergehn, und dein Werk aufihn bauen, soll es vor ihm bestehn. GOtt läßt durch Sorg und Grämen, und durch selbst. eigne Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbechen seyn. 3 Dein Aug, 0GOtt der Gnade! sieht im. mer ungeschwächt, was gut sen oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du denn erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 4. An wunderbaren Wegen fehlt dir's, Allweiler! nicht: Dein Thun ist Gnad und Segen, Dein Gang ist Recht und Licht: und wenn du deinen Kindern ein Glück hast zugeracht, fo kann dein Berk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5 Hoff, o bedrängte Seele! hoff und scy un. verzagt! GOtt weiß es, was dich quale; den Kummer, der dich nag't. Er wird dich ihm entrücken. Erwarte nur die Zeit! bis dich mit Holden Blicken sein Angesicht erfreut. Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 119 6. Auf! wehre deinem Schmerze, der Sor. gen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; GOtt fißt im Regimente, und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath, das Werk hinausgeführet, daß dich geångstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht gehört: Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mindsten glaubst, und all dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue! schau nur den reichen Lohn! GOtt giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. O! ende, HErr, o ende hier alle un sre Noth, und reich uns deine Hände im Leben und im Tod. Stets laß uns deiner Pfle. ge und Treu empfohlen- seyn; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. H4 68 120 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. ( 68.) LXVIII. Flach der Melobie des 30. Lieds. Lobt GOtt, der uns den Frühling schafft, GOtt, der den Erdkreis schmücket; der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der HErrerschafft; der HErrer hält; er liebt und segnet feine Welt: Lobsin get ihm, Gejööpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nnn wieder; es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder: Der Wurm, der in dem Staube webt. der Bogel, der in Lüften sowebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt, und heiter glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel: Und gnädig ſchauct GOtt herab, der allen Segn und Leben gab, auf seiner Hände Werke 4. Dod fühllos nur und unbeseelt sind Quen und Gefilde: and hast du nicht die Thier er wählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, fennt, fühlet und empfin der dich; und hofft ein ewig Leben. 5. Lobfinger ihm! er ist uns nah. Singt alle feine Heere! Der HErr ist attenthalben da; im Himwel, Erd und Meere. Jo lob, oGOtt, ich Erft. Th. IV. Von der Vorsehuna GOttes. 121 ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. 6. Du rufft die Wolken übers Land, und tránkest mild die Erde: daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesättigt werde. Thau, Negen, Sonnenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte. 7. Es strömen, wenn dein Donner drau't, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärkung Fruchtbarkeit selbst aus den Un. gewittern. Damn bricht die Sonne neu her. vor, und aller Creaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 8. Bon dir kömmt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seeligkeit in reichern Strömen laben. Dein freu'n des Himmels Heere fichy: Auch wir, o GOtt! wir loben dich, und sind, wie sie, unsterblich. 9 Doc fdwach ist, Vater, unfer Dank, den wir dir kindlich bringen. Wir wollen unsern Lobgefang einst würdiger dir singen. Dir weyh'n wir unsre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. Øs ( 69) 122 Erst. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. ( 69.) OF LXIX. Der 71. Pfalm. Mel. tes 89. Psalms. urch so viel Saein gestärkt, kampit Zweifel, wie ihr wollt; GOtt ist doch Ifrael, do reinen Herzen bold! Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mem Fuß fieng anzu FA gleiten. Ich borte Efers voll das Jauchzen Wolkzer Thoren; lab' Frevler mit Verdruß zum Glück allem gebohren. 2. Des Todes ernster Blick, sein Schmerz er schreckt sie nie, in immer frischer Kraft des Wohlfeyns blühen sie, von aller Müde frey, worunter Menschen zagen, von And'rerSor gen fren, und fren von ihren Plagen. Stol ist des Halses Schmuck, den sie sich umgeban gen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen. 3. Erft. Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. 123 5. Der Körper nimmt en Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, kennt weder Maaß noch Nuh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf And'rer Noth sich seine Höh errichten: Und spricht von ihr herab, und will bewundert wer den; dem Himmel troßt ihr Mund, die zun. ge herrscht auf Erden. 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh; drångt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen: Sollte GOtt herab auf Erden sehen? In seiner Hö. he wohl, Er wissen, was geschehen? Seh't die. se Frevler an! Ihr Sport sind die Geseße; doch blüh'n sie ruhig hier, und häufen Schaß auf Schäßze. 5. So hab ich denn umsonst gefucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld, der Tugend treu zu seyn! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Frevlern zu! Denn, schlössest du wie sie; wie freulos würdest du an aller Heil gen Schaar, an GOttes Kindern werden? Und gleich Univ.- Bibl. Giessen 124 Ert Th. IV. Von der Vorsehung GOttes. gleichwohl sann ich nach den Weg des HErrn auf Erden, und seiner Vorsicht Gang yndih ren Grund zu wissen: Umsonst! Mein Aug sah nichts in ihren Finsternisfen. 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Leh. rers gieng, und da mein blödes Aug ein gött. lich Licht empfieng. Da liesfest du mich, GOtt, der Frevler Ende sehen: Ich sah' im Schlüpf rigen den Fuß am Abgrund stehen, sah' ſchnell fie bingestürzt, sie schnell von dir gerichtet und schreckenvoll ihr End, und all ihr Glück zer, nichtet. 8. Wie das Erwachen bald des Traums Be trug vertreibt, der Bettlern Schäßze schenkt, so wird ihr Glück zerstäubr. Bom Pöbei kurz vorber verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, HErr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sab' ich jetzt, worauf ich fbier geratben, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Da hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Bich vor dir, das nur am Anschein hångt! Nun bleib ich stets bey dir! Du foffest meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Berklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Himmel wer den? Nichts, nichts gelüstet mich, Gott, auffer dir, anf Erden! 10. Erst. Th. V. Von dem Menschen, 2c 125 10. Verschmachteten auch, HErr, mein Fleisch, mein Herz für Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir flich'n, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie ver. gehen! Zu dir halt ich mich, Gott, das soll mein Bestes heissen, nur dir will ich vertrau'n, und deine Thaten preisen! V. Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. ( 70.) LXX. Flach der Melodie des 7. Liebs. Dein bin ich, GOtt; dein ist mein Leben. Wie tröstlich ist mein Ursprung mir! Du hast den Odem mir gegeben; mein ganzes Wesert kommt von dir. Du, Bater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschau'n deines Lichts. 2. Wie viel hab ich dir zu verdanken, HErr, der du mich bereitet hast! Als mich die engen finstern Schranken des ersten Daseyns noch umfaßt; da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchster, nur in dir. 3. Du gabst mir die vernünft'ge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlfeyn feble, dein Ruf zum höherit Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Ber stand, Begierd' und Wollen zugewandt. 4. 126 Erst. Th. V. Von dem Menschen, 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgebild't, so wird, o Vater, in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz er füllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnädig's Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hieher noch erhalten, so daß der Tod vorüber gieng. Ich stebe noch, und preise dich. HErr, deine Rechte schüßzet mich. 6. Ich bin nicht werth der grossen Güte, die du, mein GOtt an mir gethan. Beschamt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht leugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel befleckt. 7. Ja, HErr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirfmich, Bater, nicht von dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist, und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtig keit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sey. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf. DGOtt, so richte du mich seiner Natur und Bestimmung. 127 mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ew'ges Leben sey mein Theil, so preiß ich ewig dich, mein Heil! ( 71) LXXI Nach der Melodie des 30. Lieds. Dir, Gott, sey Preis und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin eint Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein ganzer Leib, erbau't von dir, famt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Gröffe. 2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Ge webe, und alle Glieder sagen mir, ich sey, d GOtt, ein Werk vondir, ein Werk von detner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, der's läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusam. men! Wie willig, HErr, gehorchen sie, wenn meine Seele spåt und früh des Leibes Dienst verlanget 4. Ach hättest du mein Auge nicht so met. herlich bereitet: was nüßte mir der Sonneit licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann fäß³ 128 Erst. Th. V. Von dem Menschen, säh' ich nicht, mit welcher Pracht, du, HErr, durch deine weise Macht, was du erschaffen schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann, und hö. ren, und empfinden, und reden. Båter: will Mein ich an, GOtt sehen und empfinden. Mund sey voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgesang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und sowellt sie auf, damit ich leben möge? GOtt ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. 7. O pries' ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, bauche. Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! und daß mein Leib ein Tempel sey, worinn dein Geist stets wohne ( 72.) LXXII Lleue Mel. ob. Wer nur den lieben. & Ott werde ſtets von dir erhoben, du, deines Schopfers Bild, mein Geift! Solltio nicht seiner Natur un Bestimmung. PERENSTLEDER nicht meinen Bater loben, den jedes seiner Werke preis't? Er schuf mio ja, jein Bild zu seyn, ihn einst zu schau'n, mi jem zu freu'n. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, dent Er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der fontnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; und mir, dem Thone seiner Hand, giebt Er Empfindung und Verstand. 129 3. Anmuthig, prachtig zum Entzücken, ist GOttes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, verstehn. 4. Für Geister nur, und nur für Seelen, die zu den Geistern GOtt erhob, sind sie so herrlich! Sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. O Seele! jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5 GOtt, ich kann denken! Je gewinne; weil ich zu einem Geiste ward, durch die Em. pfindung meiner Sinne, Gedanken tauſend. facher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. I 6. 130 Erst Th. V. Von dem Menschen, 6. Ich kann sie fammlen und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfin den, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer giebt sie? GOtt, der alles schafft. 7. Wie feurig dürfter meine Seele nach Glück und Lust, und Seeligkeit? Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reu't. Doch, das ist, Bater, meine Schuld; vergieb sie mir nach deiner Huld. 8. Wie wundervoll ist das Bermögen, GOtt, das du meinem Willen giebit! Omöcht ich es doch stets erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen seyn. 9. GOtt, meine Lust sey dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sey mir Ruhm und Seeligkeit. Bin ich vereinigt, HErr, mit dir, was brauch ich noch? was fehlet mir? ( 73) LXXIII, Flach der Melodie des 7. Lieds. Was ist vor demem Angesichte der Mensch GOtt, daß du sein gedenkst, und einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernie. der feiner Natur und Bestimmung. 131 der senkst! Was ist er, war er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenklos. 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sundern aus göttlicher Barmherzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann. 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, doch wunderbar und schön gebaut; daß er der Seele würdig werde, ihm Sprac und Sinnen anvertrau't. Du hast ihn selbst zum HErrn. der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil, die Seele, welche will und denket, und ihr hast du eint. ewig's Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken was du, o GOtt, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenken kann, damit sie beyde nach der, Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beyde, Allmäch tiger, in deinen Schuß: so bieten wir in allent Lende, mit dir auch Welt und Satan trüß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. Fa 7. 132 Erst. Th. V. Von dem Menschen, 7. Doch, wenn, erhöhet von der Erden, im Himmel, deiner ew'gen Stadt, dich Leib und Seele schauen werden, von deinem Licht stets froh und satt; so sollen sie auch beyde dich vollkomm'ner rühmen ewiglich. ( 74.). LXXIV. Der 8. Pfalm. Nach der Melodie des 16. Lieds. unser GOtt, wie voll ist deiner Ehren, was lebt und webt, in allen Land und Mee ren! Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Saugling muß schon deine Fürsicht preisen. Ein schwaches Kind kann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deine Macht noch troßet and verneint. 3. Ich seh' erstaunt die Grösse deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Monds und aller Sterne Licht samt ihrem Lauf so weislich eingericht. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein ge denkest; daß du ihn suchst; und als dein Kind beschenkest; daß er so theu'r in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Bater bist? 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn be fro. seiner Natur und Bestimmung. 133 krönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich, für eine kurze Zeit, auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nicht, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schoos nur immer zeugt und trägt, das hast du, HErr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vich in Triften und in Fel. dern; das freye Wild, das in Gestrauch und Wäldern durch Thäler irrt, und auf Gebirgen klimmt, ist alles ihm zum Eigenthum beſtimmt. 8. Der Vögel Schaar, der Sånger Chor in Lüften, der Fische Heer in Flüß- und Wasserklüfter und was sich nur im Meere nähren kann, ist insgesamt den Menschen unterthan. 9. O unser GOtt! Beherrscher aller Machten, wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät ſo weit verehrt, als Erd und Himmel geh't. ( 75.) LXXV. Flach der Melodie des 9. Lieds. Almächtig großer GOtt! Wer kann dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Daseyn, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel I3 begt 134 Erst. Th. V. Von dem Menschen. beg't, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trågt. 2. Du soufft, ich dank es dir, auch mich zu Deiner Ehre; und wolltest, Gütigster! daß ich dein Bildniß wäre, drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Un sterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3.D welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster! ähnlich seyn, ist unser größtes Glück. O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glück! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Au gen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben, in allem meinem Thun sey dies, o GOtt, allein, daß ich auch so, wie du, gefinnet möge seyn! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beyfall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Gütigkeit mich stets zum Mu ster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreu'n, und dem, der's feiner Natur und Bestimmung. 135 der's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, dem Nächsten gern versüßt, und wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir, und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden; wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereingt seyn, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Gute freu'n! ( 76.) LXXVI Flach der Melodie des 19. Lieds. Ich bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufft mich, dein zu seyn; mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu wey'hn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, be. wundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist; mit ihr dich zu erhöh'n. 34 3. Was 136 Erst. Th. V. Von dem Menschen, 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn? Jch rühm te dich, HErr, nicht? Ein Herold deines Ruoms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, HErr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sey stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hålt dein Gebott. Ihm ists nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o GOtt, gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut. Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn; und felbst in Traurigkeit, schmeckt er, dir, Höch. ster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit, nimmt ihn der Himmel ein. HErr! laß nach dieser Seeligkeit mein ganz Bestreben seyn. ( 77.) LXXVII Flach der Mel. des 6. Lieds. Wie wichtig ist doch der Beruf, den uns der HErr gegeben! GOtt, als uns deine Liebe schuf, feiner Natur und Bestimmuno. 329 schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Le ben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier er. ziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bey dir, GOtt, droben, da ist der Ort, wo deine Hand, das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3.D laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wann ich auch noch so viel von Gütern dieser Er. den, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich daben nicht tüchtig bin, dein Him. melreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dieß nie vergessen! Wie viel an Zeit, HErr, hast du mir zur Wallfahrt zugemessen? Nur wenig Zeit. Ist die vollbracht, so wird der Er. de Gut und Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glau35 ben 138 Erst. Th. VI. Vem Fall u. Verdorb. d. Menschen, ben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz das wird allein sich ewig deiner Gute freu'n, und einst dein Antlitz schauen. 7. Und solch ein Herz das woll'st du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein bewähr. tes Kind zu deiner Freude gehe! VI. Bom Fall und der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. LXXVIII ( 78.) Mel. Auf meinen lieben Gott 3 u, der kein Boses thur! Du schufft den Menschen gut. Du. Hooter! gabit ihm Kräfte zum seeligen Gesparte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach! wir dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! So ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o GOtt! zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster! sieht auf alle Menschenkinder, und find't und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 139 find't sie alle Sünder. Da ist vor dir, HErr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben, zu wählen und zu üben. 5 Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren leyder! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Ga. ben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Deß bö. fen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7.D Herr! was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir vom Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beff'rung nachzujagen. 8. Wohl dem! der sie gewinnt. GOtt, fo verderbt wir sind, so willst du uns noch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 9. HErr! diese deine Huld laß uns durch unfre Schuld nicht freventlich verscherzen. Er. wecke unfre Herzen dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 79. 140 Erst. Th. VI. Vom Fall u. Verdorb. d. Menschen, ( 79) LXXIX Mel. ces 38. Psalms. J Em, Arzt todtkranker Seelen! Bull's uns feblen an Erkenntnuß eigner Noth; so daß wir die Last der Sünden nicht empfin den, ruhig ben dem nahen Tod: 2. Ach, so gieb Gefühl von innen, mach die Sinnen lebendig und aufgeweckt; biß die greuelvolle Höle unsrer Seele sich bey deinem Licht entdeckt. 3. Unfrer Sünden Meng' und Größe; unf re Blosse, zeiget dein Gesetz uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen, zu dir, Arzt der Seele, nah'n. 4. Dein Gesek spricht: Heil'ge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stárke gleich, wid. met GOtt dem Allerhöchsten; euern Nách. sten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer kanns verbehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 6. und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 141 6. JEsu, ach! ad trag Erbarmen mit uns Armey, Seelen Arzt, der heilen kann. Zun. de bey uns allzusammen reine Flammen deiner Lieb' im Herzen alt. ( 80.) LXXX. Flach der Melodie des 79. Lieds. No! was bin ich mein Erretter und Vertre. ter, bey dem unsichtbaren Licht! Sieh, ich lieg in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, das thu' ich nicht. 2. Ach! was bin ich mein Erldser! täglich bd. fer find ich meiner Seelen Stand! Drum mein Helfer, nicht verweile, JEsu eile, komm und reiche mir die Hand. 3. Von Geburt bin ich ein Sünder, und nicht minder sträflich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Ar. ment, groß ist deine Gnad und Huld. 4. Ach! wenn wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist. Demuth Fann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5.Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen feßzen meiner Seelen zu. Sieh' wie mich die Sünden qualen, Arzt der See. len, schaffe meinem Herzen Stuh. 6. HErr, 142 Erst. Th. VI. Vom Fall u. Verdorb. d. Menschen, 6. HErr, errette mich vom Fluche, fieh ich suche dich von nun an Demuths voll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. ( 81.) LXXXI Mel. Zeuch mich, zeuch mich mit. Si on Err! ou femmest mein Berderbeu Ach! es regt in meiner Brust, wie bey allen 2. damserben, sich noch immer bole Lust, die mein Herz, HErr, von dir neiget und viel boje Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind es, GOtt! wie trage ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod! Til ge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gna de finden! 4. Del. und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 143 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen, wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, mußt du selbst von oben ber mir dazu die Kraft verleihen, und mein fündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, HErr durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß der fündlichen Begier mich mit Nachdruck widerstehen, und auf deine Hülfe sehen. 6. Unter Wachen, Båten, Ringen, hilf mir felbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, GOtt! ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beygelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sund' in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüste dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen: O so hiif mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und seelig möge enden. LXXXII. ( 82.) Mel. Alle Menschen múffen. ftetben. # rosser GOtt! Erhab'nes Wesen, das, volf GIE 144 Erst. Th. VI. Dom Fall u. Verdorb.t. Menschen, DEPRESS voll fegnender Begier, Menschen sich zum SEE Dienst erlesen! ac! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und E was ich bin überlege: O wie dürftia und wie klein muß ich mir nicht selber seyn? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde, dri cken, leyder! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schånden mich zu meinem Schrecken, und in der ver derbten Brust regt sich täglich böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von dei her Baterhand. O wie manche gute Gabe hast du, HErr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nåhmest du zurück, was dein, ach was würd' mir übrig seyn? 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an: weil ich sie oft ganz ver graben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden ange und der daher rührenden Fruchtigkeit des Lebens. 145 angewendet. O wie häuft sich meine Schuld durch Berachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir mein GOtt, gebückt; doch mein demüths. boller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief bes schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlohr, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Tries be treuer Dankbarkeit in mir. Vater! laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefal. len. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zik deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deis nem Dienst bereit; HErr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Wil len thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden. GOtt, und HErr der ganzett Welt! thu' mit mir, was dir gefällt. ( 83.) LXXXIII Flach der Melodie des 78. Liebe. Mein Gott, die ist bewußt die fin're böse Luft, die Quelle meiner Sünden, die Mens schen nicht ergründen. O heile du aus Gnds den der Seele tiefen Schaden. 2. Dis 146 Erst. Th. VI. Vem Fall u. Verdorb. d. Menschen, 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten kund, die mich vor dir verklagen und mein Gewissen nagen. HErr willst du sie be. straffen, wer wird mir Rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, den Nächsten und auch mich vielfältig, HErr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich( dies schlägt mich nieder;) nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gespro. chen, und deinen Bund gebrochen. 5 Verwirf mich nicht von dir. Hilf, HErr, erbarmend mir! Erneu're meine Seele, daß sie nur Gutes wable. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o HErr! erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mach tig, so bleibt doch weit macht'ger deine Gna. de. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht: so gieb mir Lust und Står. ke, daß ich nur gute Werke beschliesse und vollbringe, und ewig dir lobsinge. ( 84.) und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 147 ( 84.) LXXXIV. D te Quell, woraus der Mensch ur. ( prünglich ist, der ew'gen Gottheit Kraft Perle und beil'ger ille, die Allgengamkeit und GOttesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was febr gut, gemacht hat auch den Meniden gar nicht bol' eridoffen; nen, ihn zu Gottes Bild hervor gebracht. Sie könnte ionst der HErr das Boje straffen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligkeit, das was die Zierd von GOttes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er, gut und milde, die Seele schmückte, die er sich geweyh't. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer seht, das R 2 ganze 148 Erst. Th. VI. Vom Fall u. Verdorb. d. Menschen, ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ew'ger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 3. Ach! aber ach! ein unglückseel'ger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, bat gar zu bald dieß große Gut zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jeßund überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: Drum kann der Stamm mit allen seinen Zweigen, nun ganz verderbt, von inn'rer Kraft ent bidßt, auch weiter nichts als bitt're Früchte zeigen. 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr: Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszu. richten, bin unbequem zu meines Spöpfers Ehr. Ach hilf, mein GOttt, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezierer sen, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben! ( 85.) LXXXV. Aus dem 90. Psalm. Flach der Melodie des 13. Lieds. Wie ein Geschwäß des Tags, verfließt die Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vor. ben und der daher rührenden Fluchtigkeit des Lebens. 149 bey ein schneller Bach, und dein Gericht, GOtt, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kommt, sey was ich sey, ein Sünder, oder GOtt getreu. 3. Da wall ich hin, da wartet mein das Anschau'n GOttes, oder Pein. Ach GOtt, mein Heil und mein Vertrau'n, laß mich dein feelig Antlitz schau'n. 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blüh'n und welken wir: das madet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. 5. Ich zittre, HErr, und mein Gebein durchẳngstet dein gewaltig Drdu'n! Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad' ergeh für echt! Versöhner, GOttes Sohn, mein Heil, sey meine Zuflucht, sey mein Theil! 7. Auf daß ich klug sen, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb' und sterb' ich dir allein; im Leben, GOtt, im Tode dein. K3 ( 86.) Iso Erst. Tb. VI. Vom Fall u. Verdorb. F. Menschen, ( 86.) LXXXVI Feue Mel. od Jch hab mein Sach. ie fleucot dabin der Menschen Zeit! LEE! Wie etter man zur Ewigkeir; wer denkt dod wohl an jene Stund von Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nich. tig als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöh't, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt, vergeht. 3. Nur du, mein GOtt! du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg' und Hügel hin, so bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bey JEfu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, GOttes Sohn! Bald kommst du, und mit dir dein Lohn. Ach! gieb, daß ich mich jeden Tag, bereiten mag, auf jenen leßten Klockenschlag. 5. Was hilft die Welt in jener Notch, Lust, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merkest du, sieh' dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. 6. Weg, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 15 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel. Das höchste Gut sey stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir fin. dens, JEsu, nur bey dir. 7. Damit ich dich verklärt einst seh' und froh vor deinem Throne steh, so lehre du, mein Heiland, mich, und gieb, daß ich nichts so begierig such als dich. ( 87.) LXXXVII Mel. Ich hab mein Sech GÖtt h. !|||*** Ott hab ich alles beimgestellt: Er thue was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben SELENE8581 ** gleich bereit, wie er gebeur, vertrau ich letpeel ner Gütigkeit. *** 2. Auch meine Zeit kommt wenn GOtt will, ich warte drauf und bleibe still. Gut ist mir was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar' gezählt. 3. Was ist die Welt? Ein Jammerthal, es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immerdar im Streit. 4.3u. R4 # 52 Erst. Th. VI. Vom Fall u. Verdorb. d. Menschen, 4 Zuletzt ruft dann doch GOtt dem Tod: Er kommt und endigt unsre Noth. Sink, du, o můder Leib, hinab ins stille Grab, dort wischt mir GOtt die Thränen ab. 5. Wenn mich die Sünde schon ansicht, o so verzag ich dennoch nicht; es gab ja mein ge treuer GOtt bey meiner Noth, den Sohn felbst für mich in den Tod. 6. Heil mir! daß mein HErr JEsus Christ für meine Schuld gestorben ist! Nun lebt und herrscht er mir zu gut: Der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, mich auch der Tod nicht scheid't. D, sein bin ich, und er ist mein! das soll allein mein Trost im Tod und Leben seyn. von dem 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 9 Ich werde dann von Angesicht GOtt fhau'n in jenem feel'gen Licht. Welch unaus. prechlich große Freud ist mir bereit! GOtt fen gedankt in Ewigkeit. ( 88) Die LXXXVIII Flach der Melodie des 48. Liede. Herrlichkeit der Erden muß Staub und und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. 153 und Asche werden, und nichts bleibt ewig stehn: das was uns hier ergößzet, was man für ewig schäßzet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so troßig machen, als Land und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wird's, wann wir sterben müssen, ein großer Vorzug seyn? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreu'n? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh' gewinnen; was unser Fleiß er wirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schüßen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden, und Neu auf den Genuß? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Giebt es wohl irrd'sche Kronen, die unverwelklich blisn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur K 5 dich 154 Erst. Th. VI. Vom Fall u. Verdorb. d. Menschen, dich bedecken? die Krone dich dem Tod ent zichn? 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier, und doch verwelkt sich benget, eh' sich der Abend zeiget: so blihen und verwelken wir. 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen fren: Doch in den schönsten Tagen, noch eh' wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwen. 9. Bir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Baare vor unser Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hůlflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dieß laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen stebt. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Lust vergeht. VII. Von der Erlösung der Menschen, und dem ErIbser überhaupt. ( 89.) LXXXIX. 23 Mel. JEfu meine Srube. # ort aus GOttes Munde! Wort vom Frie Erst. Th. VII. Von der Erlöf. der Menschen, 2c. 155 Friedensbunde! Evangelium Bald, da TELEPEK wir aefallen, ließ dich( Ott erschallen! du bist unser Rubm! GOttes Kroft, die Glan539538197 ben schafft! aute Borichart, uns zum Leben 告 von GOtt selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen, GOtt bestimmet hat; was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht geren't zeigst du nun; in JEsu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, GOtt hat den gesen. det, der verheissen war. JEfus, der sein Le. ben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er har des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten; was für fro. he Boten! trostreich ist ihr Mund, lieblich ihre Füße, ihre Lehren süße. Welch ein theu rer Bund! GOttes Huld tilgt unsre Schuld, und 156 Erst. Th. VII. Von der Erlösung der Menschen, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehr't den Schmerzen? kommt, ihr, deren Herzen das Gefeß zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen, alle Somerzen trug. JEsu Tod versöhnt euch GOtt; GOtt der ench als Bater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich ver. trauen und in ihm mich freu'n. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm seyn. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, seelig sterben, und den Himmel erben. ( 90.) DE XC. Mel. Durch Adams Sall ist ganz. urch Adams Fall it erit verderbt der Menschen Thun und Weien. Dieß Gift it 1 auf uns fortgeerbt. Wir waren me genelen; war JEfu Heil mot umer Theil. Denn wie jo tiefe Wun den! Ach, jeder hat in Adams That und dem Erlöser überhaupt. 157 That ses Sacans Reid empfunden! 2 Seit Saten ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen; ſo herrschet mit tyrann'scher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In ſolcher Noth beschloß GOtt uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ew'gen Todes star. ben: so rettet GOtt durch Christi Tod, die sonder ihn verdarben. 4. GOtt hat uns seinen Sohn geschenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns ons Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm mun vertrauen. Best steht dieß Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen? 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort, die Bahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, sein ew'ges Wort; zum Heiland uns gege. ben. Dem Feind zum Truß umgiebt seit Schuß uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt; die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. Of 158 Erst. Th. VII. Von der Erlösung der Menschen, 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht und wird zuletzt zu Spotte, der solchen Trof ben Menschen sucht, und nicht ben seinem GOtte. Denn wer sich will ein andres Ziel ohn' diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge List erschrecken. 7. Wer hofft in GOtt, und dem vertrau't, kann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Felsen bau't! trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh; hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur veft auf GOtt verläßt. GOtt hilft den Seinen allen. 8. Du wollest, HErr, von meinem Mund dein heiligs Wort nicht nehmen: so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld; nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr vertrant, auf sie vest baut, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mir zeigt schon jetzt dein heiligs Wort den Himmel aus der Ferne, denn dieß Licht führt zu Christo fort, dem hellen Morgen sterne. Bricht der nun an, so fasset man alsbald die hohen Gaben, die GOttes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben ha ben. ( 96.) und dem Erlöser überhaupt. ( 91.) XCI Nach der Melodie des 29. Lieds. Ew'ge Liebe mein Gemüthe waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Gute; send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreu't, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 159 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich er. barmet hast, und aus freyem edeln Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt, durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freyheit zu erwerben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit! welcher uns hülflo. sen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut, Liebe! die des Eohns nicht schont, der in ih. rem Schoose wohnt, um die Sünder zu erret. ten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch, du hast, o weise Liebe! eine Ord. nung auch bestimmt, daß sich jeder darinn- be, der om Segen Antheil nimmt: wer nur an den Mittler glaubt, und ihm treu ergeben bleibt; der foll nicht verlohren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da 160 Erst Ch. VII. Von der Erlösung der Menschen, 5. Dadukeinen zum Verderben ohne Grund verbannet haſt, tragen Sünder, wenn sie ster. ben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn; sein muthwillig Widerstre. ben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 6. Ewig sey mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engel. zungen diesen weisen heil'gen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu feyn. Richte selbst mein gan. zes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen md. ge: ich sey auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen mei nem Heil entgegen sehn: alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest,& wiglich deiner Hand entreissen können, noch von deiner Liebe trennen. ( 992.) XCII, det Ich habe nun den Grund gefunden, der mei ne und dem Eldker überhaupt. 161 ne Hoffnung ewig hålt: so anders als in JEfu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeweglich steh't, wenn Erd' und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen deß, der sich zu dem Sünder neigt; Er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht! 3. Wir sollen nicht verlohren werden; GOtt will, uns soll geholfen senn! deswegen kant sein Sohn auf Erden, und nahm den Him. mel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir; bey mir ist Ruh. 4. Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Ver. dammen statt; weil Chrifti Blut beständig schrey't: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich glaubig senken, den will ich mich getroft vertrau'n: und wenn mich meine Sünden fränken; nur bald nach GOttes Herze schau'n; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird 162 Erst Th. VII. Von der Erlösung der Menschen, 6. Wird alles andre mir entrißen, was Leib und Seel erquicken kann? Muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an? Scheint die Errettung noch so weit? Mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Werken, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, man. chen Fehler merken; o! wie fällt aller Ruhm dahin: Doch bleibt mir auch der Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bey dem so viel Erbarmen ist: Er wird gewiß sein Wort erfüllen, Er, der der Seinen nicht vergißt; sie währet ja in Ewigkeit die gött. liche Barmherzigkeit! 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang' ich hier auf Erden bin; der Gnade GOttes will ich trauen, fällt alles andre gleich dahin: so sing ich einst nach dieser Zeit: O Abgrund der Barmherzigkeit! ( 93.) XCHI Flach der Melodie des 30. Lieds. Nun, Christen, laßt uns fröhlich seyn; GOtt Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freu'n mit Lieb und Gunst ihm und dem Erlöser überhaupt. ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat; was GOtt an uns gewendet hat, wie theur er uns erworben. 163. 2. Vom Teufel hart verstrickt, war ich todt, elend und verlohren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich gebohren. Ich fank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz besessen. 3. GOtt jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit; mir wollt' er helfen lassen; zu mir wand er ſein Baterherz; zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ er's fein Bestes kosten. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Beit kommt zu erbarmen! Eil' meines Herzens werthe Kron! sey du das Heil der Ar men! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! für sie entwaffne du den Tod, und laß sie mit dir leben! 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, er. schien nunmehr auf Erden, als eine Jung. frau ihn gebahr. Mein Bruder wollt' er wer den, hielt heimlich seines Arms Gewalt, und gieng einber in Knechtsgestalt, des Sataus Reich zu stürzen. 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich 2 2 ganz 164 Erst. Th. VII. Von der Erldfung der Menschen, ganz für dich; will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein, und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, seyn. Uns soll der Tod nicht scheiden. 7. Vergiessen wird man mir mein Blut; voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid' ich alles dir zu gut. Das halt mit vestem Glau. ben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Berdienst ist, Sünder, dein. So bist du seelig worden. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein; und scheid, aus diesem Leben. Da will ich frets dein Meister seyn, und meinen Geist dir ge ben, der dir in Trübsal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahr. heit leitet. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß GOttes Reich sich stets vermehrt zu seines Namens Ehren. Nur bute dich für Menschenwahn, der dir den Schaß leicht rauben kann, dieß sey mein Abschiedssegen! ( 94.) XCIV. Mel. Ert Chrift der einig GÖtt. Christe, Eingebohrner, von Ewigkeit ge. und dem Erlöser überhaupt. 165gezeugt! Des Vaters Ausertobrner, zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von emem. F Wejen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 2. Für uns ein Mensch gebohren, der keu. schen Jungfrau Sohn, wie GOttes Eid ge. schworen, erlittst du Quaal und Hohn; starbst, daß wir leben möchten; erhubst uns zu Gerechten, und Erben deines Reichs. 3. Gieb, stets in reicherm Maaße, Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlasse die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glau. ben bleiben; durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu der Lust an dir. 4. Der du trägst alle Dinge; des Vaters ew'ge Kraft! ohn' den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören; 23 nach 166 Erff. Th. VII. Von der Erlösung der Menschen, nach dir allein begehren; dein todt und lebend seyn. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sey GOtt in Ewigkeit für solche füsse Lehre, mit der er uns erfreu't. Sie tröst uns, wenn wir lei. den; sie stärk' uns, wenn wir scheiden; sie schüß' uns im Gericht. ( 95.) GHE XCV. Teue Melodie. edanke, der uns Leben aiebt, weld Hert vermag dich auszudenken! Also bat( GOtt die Welt geliebt, uns jeinen Sohn zu jen fen! 2. Hoch über die Bernunft erhöh't, umringt mit heil'gen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. So kann mein Geist den hohen Rath des Opfers JEsu nicht ergründen; allein das Gött, und dem Erlöser überhaupt. 167 Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß JEsus Christ am Kreuz nicht meine Schuld getragen, richt GOtt und mein Erlöser ist: So werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht GOttes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer GOtt ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spotter rauben; ich fühle feine Göttlichkeit, und halte vest am Glauben. 8. Des Sohnes GOttes Eigenthum, durch ihn des ew'gen Lebens Erbe, dieß bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb'und sterbe. 9. Er giebt mir seinen Geist, das Pfand, dar. an wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue; so fühl ich eine Kraft des HErrn, und schmecke Fried und Ruhe. II. Und wenn mich meine Sünde Frånkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich båte. £ 4 12. 168 Erst. Th. VII. Von der Erlösung der Menschen, 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich, erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Ge richt erhebt', im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dieß ist die Lieb, o GOtt, zu dir, dein Wort von Her zen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, ſo ofit ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, um deinetwillen Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, GOtt, nicht für und für, des Glaubens Freudigkeit empfindeu; so wirk er doch sein Werk in mir, und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat GOtt uns feinen Sohn geschenkt; ( so laß mich noch im Tode denken!) Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht al. les schenken! ( 96.) XCVI Flach der Melodie des 15. Lieds. Heil uns! Aus unsrer Sündennoch ist Ret tung und dem Erlöser überhaupt. 169 tung uns erworben. Der HErr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat Er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt? Wie groß ist sein Erbarmen! 2. Selbst seinen eingebobrnen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. Er kam, und mit ihm unser Heil; er kam am ew'gen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Leberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde! deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sen GOtt! Gelobt sein Sohn der Retter unfrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getrost und froh in GOtt zu seyn, wann wir uns nur dem Heiland weyh'n, den GOtt für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich; sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb; als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen! die ihm trauen. 25 6. 170 Erft. Th. VII. Von der Erlösung der Menschen, 6. D, laßt uns ihm uns anvertrou'n; und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlers. hülfe bau'n, und sein Joch auf sich nehmen, das ist der Weg zum ew'gen Wohl; der Weg auf dem man friedenvoll auch schon auf Er den wandelt. 7. HErr, laß uns diese Seeligkeit doch über alles schätzen. Sie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht; ein reines Herz voll zu versicht zu dir, GOtt, unser Vater! 8.O lenk auf dieß erhabne Glück der See le stärkste Triebe! Zeuch mächtig unser Herz zurück von schnöder Sündenliebe! An dem uns theu'r erworbnen Heil laß uns im wah. ren Glauben Theil stets suchen und gewinnen. ( 97.) XCVII Fach der Melodie des 37. Lieds. Lob, Ehre, Preis und Dank sey dir, o JS. Preiswürdig bist du für Wer kann dich gnug erheben? fu, unser Leben! und für. Noch war die Welt ein Nichts, und schon war'st du groß, herrlich, GOttes Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich und dem Erlöser überhaupt. Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Creaturen Heere. 171 2. Dein- find sie. Denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachts. ruf die ganze Welt aus nichts erschuf. bist's der alles tråget; was sichtbar und w sichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. Du Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen; haft willig unser Fleisch und Blut, o HErr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verlohren war, ward'st du ein Fluch auf Erden. Huld! die sonst nichts gleiches hat. Du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du ward'st es uns; und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befreyn. Beschwerter Herzen Trost zu seyn, ist deines Herzens Freude. Du giebst den müden Seelen Rub; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. s. Du 172 Erst. Th. VII. Von der Erlösung der Menschen, 5. Du hörst der Deinigen Gebät, und en det ihre Plage. Du bleibt bis Zeit und Welt vergeht, bey uns noch alle Tage. HErr dir sen ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deme Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin. Gieb, daß ich mich, so lang, ich bin, in deinem Lobe übe. ( 98.) XCVIII Flach der Melodie des 15 Lieds. D Liebesglut, wie kann ich dich nach Wür. digkeit befingen! Wie waar's ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinaufzuschwingen. Es glänzet GOttes Herrlichkeit in lauter Lieb von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. GOtt, der in sich höchstfeelig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnöd'iten Sünder Schaar zn lieben auseriesen. Du staun'st, Vernunft, gieb GOtt die Ehr: GOtt wollt unendlich lieben mehr, als du begreifen solltest. 3. O Liebe, die GOtt seinen Sohn aus sei. nem Schoos genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab mahlt und dem Erlöser übe haupt. mahlt uns mit starken Farben ab, GOtt lieben könne. 173 wie sehr 4. Was ist die Welt, die arge Welt! was sind doch Adams Kinder! daß sie dein Sohn so theuer hält! Er rettet diele Sünder; da du im Zorne Belial mit seinen Engeln allzu. mal zum finstern Abgrund stießest. 5. O welche Tiefen seb' ich hier! nie werd ich fie ergründen: doch seh' ich gnug, um, GOtt, mich dir aufs stärkste zu verbinden. HErr, dir sey ganz mein Herz gewährt, ein Herz, das dir allein gehört, als Schöpfer und Erbarmer.. 6.0 liebster Bater, nimm es an, und rein'. ge seine Triebe, daß ich, so gut ich immer kann, dich recht inbrünstig liebe Die Welt nicht, GOtt fen meine Lust; laß ewig nichts in meiner Brust als deine Liebe bleiben. ( 99.) VIII. Von der Geburt JEfu Christi. XCIX. Flach der Melodie des 9 Lieds. € 8 lag die ganze Welt mit Zorn und Fluch beladen; da öffnetest du, GOtt, die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickit 174 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. schickst den, dessen Dienst die Bahn dem HErrn bereiten soll, als seinen Knecht vor an. 2. GOtt, wer kann thun, wie du? Schon wohlbetagt an Jahren gebiert Elisabeth. Der Sohn der Unfruchtbaren, den jenes Engels Mund verheissen, sollt allein der Feuschen Jungfrau Sohn, ein würd'ger Herold sept. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch ehrest du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Vater wird erst stumm; der Stumme schnell beredt, und weifsagt, da auf ihn der Geist des HErrn ge råth. 4. Das Kind wird stark am Geist, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Bekehrer, ein heil'ger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruh't Elid Geist und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwort! O welche süße Stimme, die in der Wüst' erschallt! GOtt straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah; denn, der die Welt mit GOtt versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Jhr Sünder, nehmt's zu Ohren! Freu't mit Johannes euch twie Erst. Th. VIII. Von der Geburt Efu Chrifti. 175 wie er, noch ungebohren, des Heilands fich er. freu't, so freu't er sich auch nun, durch Tauf und Predigen ihn allen kund zu thun. 7. Allein zu JEsu hin verweis't er seine Jun. ger; allein auf JEsum zeigt sein ausgestreck. ter Finger. Seht, das ist GOttes Lamm, das, mit dem Fluch belegt, für uns geschlach. tet wird, und alle Sünden trägt! 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit vestem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich JEsu ganz ergiebt, der ist in ihm von GOtt begnadigt und geliebt. 9. Das werd' auch unser Theil! Johannis Amt und Lehre verherrliche noch stets, GOtt, deines Namens Ehre. Wer Buße thut und glaubt, hat Trost auf alle Zeit. Wer Buße thut und glaubt, der bleibt in Ewigkeit. ( 100.) G. Flach der Melodie des 56. Lieds Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt! Damit das Heil der Sünder, ben euch den Einzug hält: Ohemmt nicht seinen Lauf! GOtt hat den Sohn gegeben, und mit ihm 176 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast: Macht seine Steige richtig; laß't alles was er haß't! Ihr Berge, senket euch; senkt euch, und werdet eben, wenn Thale sich erheben; ihr Krümmen werdet gleich. 3. Ein Herz, das Demuth übet, bey GOtt am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget GOttes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt JEfus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heil gen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Hert JEsu! selbst bereit! Zeuch in mein Herz hin ein; dieß sen statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar seyn. ( IOI.) CL leue Mel. od. Don GOtt will ich. GE! rhebt den HErrn, ihr Frommen; Er HEELS hält was er verspricht. Der Helland ist ge Fom Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti 177 kommen, der Völker Troit und Licht. GOrt, der uns nicht verstoßt. bat uns zu unterm Leben, selbit tenen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O welche Gnade hat uns der HErr erzeigt! Der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheil. bar. Von Sünden und Berderben uns Ret. tung zu erwerben, gab GOttes Sohn fich dar. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Boll Mühe und Beschwer. den war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht. O bringet GOttenren Lobgefang! Erldste Menschen! singet dem Mittler ewig Dank. Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unfrer Seelen Schaden. O nehmt ihn glau, big an! 5. Du M 178 Erst Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. 5. Du Freund der Menschenkinder! Ver wirf uns, JEsu! nicht. Dein Name: Heil der Sünder! ist unsre Zuversicht. Drum Fommen wir zu dir. Hilf uns die Macht der Sünden noch glücklich überwinden! Denn dein, o HErr! sind wir. 6. Bey dir steht unser Leben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Theil! Laß uns die folgsam seyn! Was wird uns, HErr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich GOttes ewig freu'n. ( 102.) AF CII. Neue Mel. od. un sich der Tag. Ho bat GOtt die Welt geliebt, daß er aus freyem Trieb uns seinen Sohn zum Helland giebt. Wie hat uns GOtt so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle feg. Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 179 fegnen kann, nimmt, wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an, 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir. Tu nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir. nun? Ist GÖtt mit mir, wer ist denn wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, fo, wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seeligseyn gebricht, das, HErr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht das hab ich nun an dir7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil! gewinn ich Herr lichkeit. 8. Gelobt sey GOtt! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad erweißt! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geift! ( 103.) CHIL Mach der Melobte des 61. Lieds. Laßt uns unserm GOtt lobfingen, Hochers M 2 freut 180 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. freut laßt uns heut ihm Berehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein! GOtt allein, unserm GOtt sey Ehre. 2. Jeder, der sich fühlt verlohren, freue fich inniglich: Christus ist gebohren! Er, der Kö. nig aller Wesen, steigt herab bis ins Grab Sünder zu erlösen. 3. Wer kann GOttes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: GOtt kann uns nicht Hassen! Kommt der Sohn aus freyen Trie ben zu uns her; wie sollt Er nicht die Men schen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte: Nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich er. rette. Des soll sich der Erdkreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht was dort euer Hort schon für euch erlit ten. Er wird niedrig eurentwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth, Schmach und Tod, Göttlich groß er. dulden. Lernt den Menschenfreund erken nen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 181 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen fe hen kann! båtet an! opfert Freudenthránen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, trau't dem HErrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden kranken, eilt herzu, suchet Nnh! Er will sie euch schenken. Schau't auf ihn mit Glaubensblicken! Zittert nicht! denn er spricht: Ich will euch erqui cken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster za ge! Bringet ibm an seinem Feste Zutrau'n her! Wisset, Er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen, mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ew'ge Freuden? II. Gottmensch! du nahmst meine Bürde, gern auf dich, daß auch ich frey und seelig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? E wig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreyer, folg ich nach obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Creatur, kein Leiden, keine M 3 Noth 182 Erst. Th. VIll. Von der Geburt Jesu Christi. Noth und kein Tod soll von dir mich schei den. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! dann werd ich, Richter, dich schau'n von An gesichte. GOtt, wie wird dein Hasser beben! Denn werd ich deiner mich freu'n und ewig leben. ( 104₁) & FILE CIV. elobet fenst du, FJEjus Chrift, daß di Mensch geworden bijt! Da eine Jungfrau die gebahr, frohlockte selbst der Engel Schaar. Hallelujah! 2. Dich fahn die Båter schon von fern Da vids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Trost und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht; der Tag bricht an, über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finster. niß umgab, glänzt GOttes Wahrheit mun Berab. Hallelujah! 4 Durc Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 183 4. Durch den die Welt einst worden ist, der einst richtet, JEsus Christ, der Schöpfung HErr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel! Erde, freue dich! GOtt versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams sün diges Geschlecht, entsündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet senst du, JEsus Christ! daß du Mensch gebohren bist! Dir ist der Erdkreis unterthan; dich båten alle Himmel an. Hallelujah! ( 105.) CV. Flach der Melodie des 35. Lieds. D Friedensfürst! aus Davids Stamm, o meiner Seelen Bräutigam! Mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sey dir, o Jmmanuel: Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden: Hosianna! seht er kommt jest: Hosianna! 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll, und weis nicht was ich schenken soll dem auserwähl ten König! Otheurer JEsu, nimm doch M 4 hin, 184 Erst. Th. VIII. Von der Geburt Jesu Christi. hin, mich selbst und was ich hab und bin. Ach, freylich ist es wenig. Schließ mich in dich: Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier! mein Leitstern stets, o bleib bey mir! Du Hoffnung der Berzagten! Du Lebensquell erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner schei nen. ( 106.) CVI. Flach der Melodie des 17. Liebs. De GOttes Sohn und Menschenkind! Mein Bruder, GOtt und König! Mein Stamm len, meine Lieder sind vor deinen Glanz zu wenig. Wo Menschen Weisheit sich kehrt um, wo Engelzungen fallen, da bliebe man wohl ewig stumm, wann dir es würd' mißfallen, was Kinder stammlend bringen. 2. Was alles Denken übertrifft, was Witz unmöglich nennet, hat deine Wunderhand geftifft, die keine Schranken kennet; Gott wird ein Mensch, der HErr ein Knecht, und Men Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 185 Menschenarmen tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt: Was kann ein Klügling fagen dieß Räthfel aufzulösen? 3. Du bautest aus Maria dir, o großer Erz. gesandte! die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst ins Elend nackt und blos, zu kleiden mich mit Segen: Verliesfest deines Vaters Schoos um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 4. Was aller heil'gen Våter Schaar verlangte zu erblicken; was Adam schon verheiß sen war; was Lamec konnt' erquicken; was Jacob fah'; was er befung; was Hiobs Trost gewesen; und was durch Davids Harf er Flung, das alles ist zu lesen in meines Hei lands Krippe 5. Mein Blutsfreund, mein Immanuel! was konnte dich bewegen, mein Goel, meine Lebensquell! den Scepter hinzulegen, zu kom. men in dieß Jammerthal, um dich mir selbst zu schenken? Ich wende mich hier überall, ob etwas auszudenken, die Gabe zu vergelten. 6. Wår nicht der ganze Himmel dein, könnt ich ihn dir geben, so wird es doch zu wenig seyn: Könnt ich mein Blut und Leben zu tausendmal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du hast gethan an Gles 5 und Univ mir 186 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh mein Herz, o welche Lieb! der HErr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergieb; das ist's, was er will haben. Der sich dir schenket will allein, mit Glaub und Liebesarmen in Dankbarkeit um fasset seyn. Aus ewigem Erbarmen bist du von ihm erkaufet! ( 107.) CVII Flach der Melodie des 47. Lieds. Gottes und Marien Sohn! Liebster JE su! Sey willkommen! Der du Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit ange nommen. Rette mich aus aller Noth, wel. che meiner Seele droht! 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verlohren: Und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat gebohren. Doch ich hoffe jest auf dich. Andrer Adam, andre mich! 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden! Nimm mein Sündenelend hin: Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih' von deinem Heil, mir, o JEfu, auch mein Theil! Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 187 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur ein Stall war dir noch leer; aber gieb mir eine Stelle unter denen, die bey dir wohnen werden für und für. 5. Steckt mein Herz in böser Lust, lasse du es so nicht bleiben! Wohne selbst in meiner Brust alles Bose zu vertreiben, bis ich ganz mit dir erfüllt, habe GOttes Ebenbild. 6. Wurdest du ein Menschensohn: mache mich zu GOttes Kinde, daß ich stets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Erist ja nicht mehr mein Feind; denn ich bin dein naher Freund. 7. Wenn der Teufel sich erboßt auf uns schwache Menschenkinder; so hab ich den groß sen Trost: daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb ich Leib und Seel: Hilf mir, mein Immanuel! ( 108) CVIII. Feue Mel. od. Sollt ich meinem. er du uns das Heil errungen, Mensch gewordner GOttes Sohn! ewig sey dir Lob 188 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. Lob gesungen, daß du von des Himmels Thron, uns zu gut, ins Fleisch gekommen. € Der du voller Freundlichkeit, långstens schon vor meiner Zeit, die auch meiner an genommen, und mein Bruder worden bist; sen gelobt, HErr JEsu Christ! Preis und O wie hoch 2. Sen gelobt! denn dir gehöret Dank und Ruhm mit Recht. hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! HErr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Creatur es zur Lust dir auserwäblet. Ja, in dir, du GOttes Sohn! sitzt der Mensch auf Got tes Thron. L 3. Du, du bist der Völker Segen; kamf vom Fluch uns zu befreun; und wir können deinetwegen nun auch Kinder GOttes seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o, so haft Eest. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. 189 hast du neue Kraft uns zur Heiligung ver. schafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu seyn. 4. Du bist Mittler! Heil uns Sündern, huldreich gab der Vater ihn! Du hast armen AdamsFindern nun so gar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen, und des HErren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. 5. Sollte GOtt mich nun wohl bassen? Hier ist ja Immanuel. Sollt' er mich wohl bülflos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufecten? Er, der meihen Jammer kennt, und mich seinen Bruder nennt, sitzt als HErr zu GOttes Rechten. Durch ihn bin ich GOtt vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 6. HErr, wie groß ist deine Güte! Meihe Seele freu't sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, auf dich bau'n. Deine Huld ist unermessen. Gieb, daß 150 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sey. ( 109.) CIX. Mel. Dom Zimmel hoch da kóm. Die es ist der Tag, den GOtt gemacht. Sein werd in aller Welt gedacht! Jhn preise, was durch JEfum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward; da sandte GOtt von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, feinen Sohn! 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, fo steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er båtet an, und er ermißt, daß GOttes Lieb unend lich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, er niedriegst du dich, HErr der Welt! nimmſt felbst an unfrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion! kommt zu dir; Er kommt voll brünstiger Begier, dich zu er. freu'n, Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 191 freu'n; er hilft dir gern. Gelobt sey der da kommt vom HErrn! 6. HErr! der du Mensch gebohren bist! Immanuel und Friedefürst! auf den die Bater hoffend sah'n, dich, GOtt, mein Heiland, båt ich an. 7. Du, unser Trost und höchstes Gut! vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und GOttes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestát! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seeligkeit! du bist es, der das Herz erfreu't. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Baters Schoose fißt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt; den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem HErrn, ein neues Lied. II HErr! der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht. Dich preise, was durch JEsum Christ im Himmel und auf Erden ist. ( tto.) 192 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEsu Christi. ( IIO.) CX. Neue Mel. od. Ermuntre dich m. GELTEN Ott! deine Gnade sen gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich. mem traaer Geit! ihr Wohlthun zu erbeben. Denk' an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn ficb emgestellt, um sein PANITI so theures Leben für Sünder dinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf, und alles hålt, der Freund der Men schenkinder, des Todes Lleberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom HErrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn GOttes! o wie haft du dich so tief er niedrigt auch für mich! Wie arm bist du er schienen, um meinem Heil zu dienen. 4.0 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 193 4.O lehre mich.den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu lassen? Hier warte. ten dein nichts als Noth, Berachtung, Kum mer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, HErr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unsre Sündennoch mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu seyn, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch und kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel! dein freu' ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch air zum Troste fandte dich der HErr, der GOtt der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Er. leuchtung, Friede, Beßrungskraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was sollt ich dir, mein größter Freund! für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit GOtt vereint, du bringst mir Heil und Leben. HErr! was ich hab, und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste bin. Jdh roll dich, ohn' Aufhören, mit Leib und Geist vel ehren. 8. Zwar seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schau'n N dich 194 Erst Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. dich von Angesicht, HErr, alle deine From men. Dann werd ich auch, HErr JEfu Chrift! dich schau'n so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bey dir ist, er. heben. € CXI. Nach der Melodie des 57. Liebs. Shr, die ihr war't verlohren! hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist geboh. ren, und nimmt sich eurer an. Deß freuet fich dort oben der Engel heil'ge Schaar, und ihre Chöre loben GOtt darum immerdar. 2. Sie wissen nichts von Neide, freu'n sich mit uns zugleich, und singen: Grosse Freude verkündigen wir euch! Euch ist dieß Kind gegeben! Euch solches Heil bereit, bey Gott dereinst zu leben in steter Seeligkeit. ( II.) 3. Daß sich kein Mensch betrübe! Dieß Kind zerbricht das Joch; bringt euch des Ba. ters Liebe. Was trauert ihr nun noch? Es schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, der an ihn glaubt! daß jeder fröhlich sterbe, da solch ein Schaß ihm bleibt! 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle; was wider euch gekämpft, hat er, an eurer Stelle, be stritten Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 195 stritten und gedämpft. Dieß Kind tritt sie darnieder. Nun send ihr wohl gerächt; und GOtt erhöht nun wieder das sterbliche Ges schlecht. 5. So rühmen sie; mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß GOtt im Fleisch erschienen, der HErr sein Bruder ist. Dein sind nun unfre Herzen. HErr, dir geloben wir: Unstren. nen weder Schmerzen, noch Freud und Glück von dir. ( 112.) CXII. Lieue Mel. od. Wir Christenleut. SPEA Err! laß doch mich recht reyerlich des Heilands Feit mit Lob und Dank begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgelang, durch den wir dich, du GOrt der Lieb! erhöhen. 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? 3. Er unser Freund, mit uns vereint, zur Seit, da wir noch seine Feinde waren; Er Nà wird 196 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. wird uns gleich, um, GOtt, dein Reich, und deine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An seinem Heil gieb mir auch Theil! Hilf daß ich redlich glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer HErr! HErr! spricht, und doch nicht sucht sein Beyspiel nachzuah. men. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich GOttes Sohn! bekleiden, speisen, tránken; der Frommen Herz, in ihrem Schmerz, mit Trost erfreu'n, und dein dabey gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Er den! Die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den HErrn! Er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name tro sten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des HErrn, und jauchzt ihm, ihr Erlößten! ( 113.) CXIII, Nach der Melodie des 112. Lieds. Christenheit! Sey hoch erfreut! Das Heil der Welt, der Mittler ist gebohren, der uns erlöst und ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verlohren. Erst. Th. VIII. Von der Geburt JCfu Chrifti. 197 2. D große That, nach GOttes Rath, hat sich sein ew'ger Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sund', ward Er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. O Seeligkeit! Er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist GOtt nun in der Noth. jauchzt dem HErrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! D, 4. Auch mein Gesang, HErr, bringt die Dank. Du wurdest Mensch, damit wir see. lig würden. Du machst uns groß, und völ. lig los vom Fluch der Sünd' und ihren schwe ren Bürden. 5. Gelobt sen GOtt! Auf unsre Noth sah er, als Bater, mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preif ihn erfreut. Denn GOttes Sohn bringt das Berlohrne wieder. ( 114.) CXIV. Flach der Melodie des 112. Lieds. Wirf, blöder Sinn! den Kummer hin. GOtt ist für dich; was will dich ferner krånken? Hallelujah! Sein Sohn ist da! Wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz für Angst und N 3 Schmerz 198 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sün den kranken. Dein Heil ist hier: Wie? soll. te dir nicht GOtt mit ihm auch Gnad' und Friede schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, must du mit Schaam an deine Schwäche denken? Er, der dir giebt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu eutgehn der Bosheit schlauen Rån ken? Erschrick nur nicht. Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weis heit schenken. 5. Gebricht es dir, bald da, bald hier; sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen bin, die dich ins Meer der Traurigkeit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt' uns GOtt mit ihm nicht alles schenken. ( 115.) CXV. Flach der Melodie des 67. Lieds. Wie soll ich dich empfangen, o JEfu meine Sier! O aller Welt Verlangen! wie gerne will Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi. 199 will ich dir mein Herz zum Tempel weyhen! Nur zeige du mir an: womit ich dich erfreuen; wie ich dir dienen kann. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen was es für Regung spürt. Dich, HErr, soll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dieß Herz, dein Eigenthum. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seed ligkeit, als wir im Staube saffen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried' und Freude lacht, biſt du, mit Heil gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Jo lag in schweren Banden, du kommit und machst mich los, ich stund in Spott und Schanden, du kommst, und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthum thut. 5. Was hat dich, HErr, getrieben, dich; den kein Himmel hålt! als nur dein treues Lieben, womit du diese Welt, bey ihren lanten Klagen, bey ihrer Jammerlast, bey ihren tausend Plagen so vest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbe. N 4 trüb 200 Crit. Ch. VIII. Von der Geburt Efu Chrifti. trübtes Heer! bey denen Gram und Schmer zen sich häufen immer mehr. Send unver. zagt, erblicket die Hülfe vor der Thür, der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt euch nun noch erstrecken der Sün den schwere Schuld? Nein, JEfus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil; macht sie zu GOttes Kindern, und GOtt zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde drauen, weicht darum nicht zurück, der HErr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große KĎ. nig! Der Rächer cilt geschwind! stürzt Fein de! die zu wenig zum Widerstande sind. 9 Du kommst zum Weltgerichte, verklar. ter Menschensohn! in majestát'schem Lichte, und mit dir kommt dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! und leucht in vollem Glanz, erfüll mit ew'ger Wonne das Herz der Deinen ganz. ( 116.) CXVI Mel. Werde muntet mein Gemüthe. 1931DER= DEFI te lang' joll i traurig stehen, du Ge fegne with Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti, 201. FELIP legneter des HErrn? Solltest du vornber1 ERESZ geben? Tritt doch nicht von mir to fern! Hel. HELFEDER fer in der rechten Zeit, der mit ew'gein Trost erfreut! Hilf, o Jeju, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau' auf meinen großen Jommer! stil. le des Gesetzes Drau'n! Denn dieß Wort ist, als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verkündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir GOtt! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan seine Lügen noch in die. se Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Web' mir! zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das foltern. de Gewissen immer heftiger zerrissen. 4. Flieh ich denn, die Angst zu lindern, da ich so beangstigt bin, zu der Welt und ihren Kindern; fall ich vollends ganz dahin. Da N5 ist 202 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Er quickung giebt; Helfer, die mir Unlust ma chen; Freunde, die wohl meiner lachen. 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, dürftig und voll Mühe wår? Hab ich Hoheit; die ist flüchtig. Hab ich Reichthum; was ist's mehr, als ein wenig schnöder Erd'? Hab ich Lust; was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? 6. Aller wahrer Trost im Leide ruht in dir, o JEfu Christ; und auch du allein giebst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn' ich mich nach dir! Eile, JEsu! komm zu mir, daß ich deine Hülse fehe, eh' ich in der Angst vergebe. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret. Jeho zeucht er bey dir ein. Sein Gang ist zu bir gekebret. Auf! heiß ihn willkommen fenn! Er verspricht dir Heil und Rub. Auf bereite dich dazu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da klag' ihm, was dich qualet. 8. Wohl dir, daß dich JEsus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was du Böses felbst verübet, das sieht GOtt nun nicht mehr an. Auch wird, was sich in der Welt, Böses dir Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Christi, 203 dir entgegen stellt, statt dich in den Staubzu legen, dir nun lauter Glück und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen JEsum dir erwählt. Sen ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet vest daben, daß du, mit den Engeln droben ihn einst ewig werdest loben. Von der Erscheinung der Weisen. CXVII. ( 117.) Flach der Melodie des 81. Liebs. Gott der Juden, Gott der Heyden! All. ler Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht, Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobs Stern! 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande sind, unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! unsre Knie beugen sich, unser Arm umfasset dich. 3. O, mit welchen ird'schen Schäßzen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergóßen? Du bist über alles HErr! Ein Geschenk das dich erfreut, ist ein Herz voll Dank. barkeit. 204 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. 4. Nimm für Gold und andre Gaben, Glau. be, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind, und was wir haben, sen dir gänzlich unter. than. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o GOttes Sohn! 5. Nimm dieß Opfer in Genaden von ge. treuen Herzen an. Sucht uns mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann; so nimm uns bey seiner Wuth, starker GOtt in deine Huth. 6. Heilig führest du die Deinen, sicher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost er scheinen, nimm dich unser mächtig an. Füb. re du uns bey der Hand in das wahre Ba terland. ( 118) CXVIII. Der 98. Psalm. Flach der Melodie des 33 Lieds. Ihr Völker stimmet nun mit Freuden, dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sie ger über Feind und Leiden, dem HErrn, ein neues Loblied an! denn euch die ihr im Fin stern waret, erscheinet Licht und Heil jeßzund; sein starker Arm ist offenbaret; sein Recht wird allen Völkern kund. 2. Er - Erst. Th. Vill. Von der Geburt JEfu Chrifti. 201 2. Er denkt daran, was er vorzeiten dem Hause Israel verhieß: Die Huld, das Heil, die Seeligkeiten, die seine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar: Es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entferntsten Ländern klar. 3. Drum jauchzet, singet, lobet alle, preis't GOtt mit Saiten und Gesang, der Harfen fanfter Ton erschalle, und der Posaunen hel. ler Klang! Es lobe alles dessen Ebre, der, als der größte König thront, die fisch und insel. reichen Meere, der Erdkreis, und was drin. nen wohnt! 4. Die an der Ströme Ufern pflügen, befingen ihn, und freuen sich, und die so auf den Beraen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es kommt, es eilt mit hoher Stärke der Rich. ter aller Welt herbey. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. ( 19.) CXIX. Von dem Namen JEsu. Mel. Aus tiefer Loth schrey ich. Min ein JEM, du bair umire Squid mit ih. rer Strafe Pla- gen, o unerporte Lieb' und Huld 206 Erst. Th. VIII. Von der Geburt JEfu Chrifti. Huld! freywillig wollen tra- gen. Du, de Gerechte, liesfest dich, zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nen- nen. 2. So heissest du nicht JEsu nur; du biſt auch, was du heissest; da du die menschliche Natur aus allem Jammer reissest. Die That stimmt mit dem Namen ein: Du wolltest, was du heissest, seyn, mein Heil, mein See ligmacher. 3. In keinem andern ist ja Heil; kein Nam' ist uns gegeben, darinn wir könnten nehmen Theil an Seeligkeit und Leben; du bift's allein, der jedermann ein ewigs Leben schenken kann. Gelobet sey dein Name! 4. O Name! werde doch in mir durch GOttes Geist verklåret; da, was verborgen ist in dir, Fein fleischlich Herz erfähret. Denn die Ver nunft begreift es nicht, ohn' deines Geistes Gnadenlicht blieb es unaufgeschlossen. 5. Laß mich empfinden deine Kraft, von heiß fer Liebe brennen, und deines Namens Eigen schaft, stets aus Erfahrung kennen. So wird der Sündennoch gewehrt, in Hoffnung mel he Erst. Th. IX. Von dem Wandel JEsu auf Erden. 207 ne Furcht verkehrt, und Seeligkeit mein Erbe. IX. Pon dem Wandel JEsu auf Erden. CXX. ( 120.) Mel. Unser Vater im Zimmelreich. *****. 87 em Lehrer ist dir. JEsu! gieo. An Weisheit und an Liebe reich. bist du jo wobl durc Wort, als That, der sewachen Menschen sich'rer Rath. Es freut mein Geist im Glau. ben sich, HErr JEsu, dein, und lobet dich. 2. Du kam'st zu uns von GOtt gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir befreyt von Sündenschuld, theilhaftig wer. den seiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, HErr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit auf. geklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisen Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das künftige den Menschen kund. 4 Dies 208 Erst. Th. IX. Von dem Wandel JEfu auf Erden 4. Dieß, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sey Wahrheit, die uns GOtt gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von GOtt! 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil gen Wandel an. Gieb, HErr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzufolgen eifrig sey. 6. Du bist es HErr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in feinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheist, noch immer deinen gu ten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland! send' ihn auch zu mir; daß Er mich zu der Wahrheit führ'; vom Eigen dünkel mich befrey, damit ich dir gehborsam sey; bis mich bey dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreu't. ( 121) Erst. Th. IX.. Von dem Wandel JEfu auf Erden. 209 ( 121.) CXXI. Mel. Schmücke dich liebe Seele. SIE eyland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz MPENE regieret, und dich selbst dahin geführet, daß du unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als våterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in and'rer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte. Und so, HErr, war dein Gemüthe. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekomt. men? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das gebethne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kum. 210 Erst. Th. IX. Von dein Wandel JEfu auf Erden. mer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Berkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu lo cken; das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen, Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaß'nem Herzen, die von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja uns Leben zu erwerben, willig warst am Kreuz zu sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanft muth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu fegnen, deine Feinde zu vertreten, und für Mörder selbst zu beten. 7. Aller Welten HErr und König! Sohn des Höchsten! O wie wenig hast du ja nach Ruhm getrachtet, und auf Menschen Lob ge. achtet. Willig litt'st du, um den Willen dei nes Vaters zu erfüllen, Armuth und Ernie. drigungen. Lob sey dir dafür gesungen. 8. Laß mich, HErr, zu reichem Seegen, deinen Wandel oft erwegen! Und bey des Ge wissens Schmerze tröste mich dein Huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaf. ner Erst. Th. IX. Von dem Wandel JEsu auf Erden: 211 her Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! ( 122.) CXXII. Fach der Melodie des 26. Lieds. Du wesentliches Ebenbild der allerhöchsten Liebe! Du warst, o JEsu! ganz erfüllt mit Gottgeweyh'tem Triebe. GOtt war dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Du ehrtest ihn, auch unter Schmerz, stets mit zufriedner Stille. Auch auf der allerrauß'sten Bahn sah'st dur ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod, ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft' war das allein, ein Hes rold seines Ruhms zu seyn. 4. Du giengst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeugen. Man sah' dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelståte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslaft. O Heiland! der du mich verföhnt, laß dein Verdienst mich decken; wenn mich, der ich GOtt oft verhöhnt, verdiente Strafent schre 212 Erst. Th. IX. Von dem Wandel JEsu auf Erden. schrecken. Hilf mir, daß ich so gern wie du, den Willen deines Baters thu! ( 123.) CXXIII, Mach der Melodie des 72. Lilds. Wie göttlich find doch JEfu Lebren! Wie überzeuget seine Macht! Wenn wir nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: So stimmet ihm der Glaube bey, daß Er der Welt Erlöser sey. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnadert, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör; der Aussaß mu. sre vor ihm schwinden; der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehen, und selbst die Todten aufer. stehen. 4. Er schalt des Satans Legionen; die Le. gionen scheuten ihn: so musten sie die Men. schen schonen, und plößlich in den Abgrund flichn! Berief er seiner Engel Schaar, so stellten sie sich dienstbar dar. 5. Sein Segen speis'te ganze Heere, da, IDD Erst. Th. IX. Von dem Wandel JEsu auf Erden. 213 wo es doch an Brodt gebrach: Und kaum gebot er Wind und Meere; so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sabe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruh'n! 6. Wir danken, Höchster! deiner Stärke, die JEfum vor der Welt verklärt; der durch so grosse Wunderwerke, als dein Gesandter, sich bewährt! Bir nehmen solchen glaubig an, und sind ihm willig unterthan. 7. Erfüll, o HErr, nur unsre Herzen mit feiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn al lein verleih't. Und schaffe, daß ihm unfre Treu bis in den Tod beständig sey! X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. Vom Seelen Leiden. CXXIV. ( 124.) Flach der Melodie des 81. Lieds. GOTT! Was muß dein Sohn ertragen! Welche Marter? welchen Tod? Allem Trost muß er entsagen. Konnt ich denn in meiner Noth, bey dem Schreyen meiner Sünden sonst nicht Trost und Rettung finden. 2. Schöpfer! Käme denn uns Armen ohne fein Bersöhnungsblut, nicht dein.vater. lich Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut; D3 wenn 214 Erst. Th. X. Von dem Leiden ut. Sterben JEfu. wenn wir gleich die Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreyen. 3. Und, must du, versöhnet werden, muß ben dir ein Mittler seyn; war dann keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, GOtt, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen fronte? 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedraut. Kei ner kann bey ſeinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 5. Niemand aus der Engel Orden, nie mand aus der Menschen Schaar ist dazu er sehen worden, weil doch keiner tüchtig war; GOtt nur konnte GOtt versöhnen, mich mit Heil und Segen krönen. 6. Darum kam dein Sohn hernieder, nun zugleich ein Mensch, wie wir, und versöhnte feine Brüder, HErr, durch seinen Tod mit dir, Heilig bist du, und ein Rächer, und doch schonst du der Verbrecher. 7. D Geheimniß weiser Güte, das kein En gel stanz durchschau't; Rühre kräftig! mein Gemüthe! Wie mein Herz auf dich vertrau't, Gottmensch! so laß auch mein Leben dir Lob Preis und Ehre geben! 125 Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterpen Jeu. 21) ( 125.) CXXV. Flach der Melodie des 49. Lieds. 2 JEfu! Brunnquell oller Freuden! du wirst mit Traurigkeit erfüllt? Du must in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter, sah' man auf die Scheiter, und zur Feuersalut steigen, ohn Entfärben, in der Marter ster ben, mit getrostem Muth. 2. Wie kommt's, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich grosser Held! Daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schre cken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie, ohn zu beugen, von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 3. Ach ja, der Tod, der dich umgiebet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels Zorn gepaart: Dann du fühlst die Pfeile, und des Fluches Keile; jene fühlens nicht: Weil du dich must quälen, hatten ihre Seelen deiner Freuden Licht. 4. Du bist das Lamm, das Schuld und Strafe auf seinen Schultern willig trägt: der gute Hirt, der für die Schaafe sein theures Leben niederlegt. Du bezahltest Schulden, D 4 und 216 Erst. Th.X. Von dem Leiden und Sterben JEfu und willst das erdulden, was wir all' ver dient: Auf dir liegt's alleine, daß wir wür den reine, und mit GOtt verfühnt. 5. Dieß ist die Ursach' deiner Klägen, das Herz fließ't über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Zagen durch schre. ckenvolle Worte kund: Da du selbst bezeuget, daß dein Geist gebeuget sen, bis in den Tod. Dieses ist die Quelle, da die müde Seele sich erfreu't in GOtt. 6. Jo will für solche Liebesproben, derglei chen man noch nie gesehn, dich, mein Erlöser! ewig loben, werd ich vor deinem Throne stehn. Laß dein traurig Ringen, dir indef fen bringen wahre Glaubensfrücht'; daß ich mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! ( 126.) CXXVI Flach der Melodie des 37. Lieds. So geh'st du, Jesu! williglich dein Leiden anzutreten, mit heissen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu båten. Du, der du nichts verbrochen hast, geh'st hin um aller Sünden last auf dich allein zu laden. Da schon das Schwerdt gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. DA Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 217 2. Du Held, der andern Stärke giebt, was kann dich so erschüttern? 2ch, seine Seele wird betrübt. Des Helden Glieder zittern. Ach, hingefunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh, und kämpfet im Gebäte. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dieß, und wird nicht bestürzt? O schauervolle Ståte! 3. GOtt, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß so gar den HErrn vom Himmel stårken. Er ringt. Von seinem Angesicht träuft Schweiß; ach wer entfeßt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden. Der du in reiner Unschuld prangst! wie Forintest du von solcher Angst 0 HErr, bestürmet werden? 4. Ac. HErr, der Sündenknecht war ich. Ich sollte Blutschweiß schwitzen. Es follten billig nur auf mich der Rache Wetter blißzen. Ich Armer, wie entrånn' ich da! vor GOt. tes Zorne müßt ich ja ohn allen Trost versin. ken. Und da kommst du, daß du ihn stillst. Sohn GOttes, du, du selber willst den gan. zen zornkelch trinken. 5. Heil mir! der Sohn des Hösten hat für mich sich richten lassen. GOtt, welch ein wundervoller Rath! wer kann dein Thun D5 doch 218 Cift Ch. X. Bon dem Leiden u. Sterben JEsu doch fassen? Ach! da uns Fluch und Stra fe droh'n; so trägt er sie für uns, der Sohn, den GOtt uns selbst gegeben. Nun, jauch. ze Seele! du kommst nicht in GOttes schreck. liches Gericht; du dring'st hindurch ins Le ben. 6. Doch denk, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! Für dich rang er im Todesschweis, für dich mit Blut getau fet! Ach Seele sorge, daß dich nie die Sünd' in ihre Neße zieh, nichts deine Treu' erschütt. re! Reizt dich das Fleisch; ach höre nicht! fchau' hin ins furchtbare Gericht, das JEsum traf; und zittre! ( 127.) CXXVII, Von den Banden JEsu. Lach der Melodie des 82. Lieds. Gottes Lamm, durch dessen Wunden un ser Heil wird vest gesetzt! Ach, wie hart wirst du gebunden, und dein heil'ger Leib verletzt! Deiner Feinde strenge Hånde wissen ihrer Wuth kein Ende: und du giebst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. 2. Mehr als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines grossen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! dei ne Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEfu 219 ne Ketten zu zerschlagen, deine Feinde zu verjagen; aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 3. Du bist selber reich an Stärke, die sich auch jetzt nicht verlohr; aber hier in diesem Werke geht Geduld der Allmacht vor. Denn sonst musten Band und Schlingen. wie des Simsons Stricke springen; und der Feinde grosse Zahl stürzte deiner Gottheit Strahl. 4. Starker Held, um meinet willen streckft du deine Hände dar! Um die Schriften zu er füllen schonest du der frechen Schaar, wehrst dem Scherdte deines Freundes, heilst die Wunde deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meis nem Heil geschehn; und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich fren und unberühret; weil du deiner Ketten- Laſt mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Güte für mich Sündenknecht so groß! Mache dann auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitlen loß. Lasse mich mit ihren Stricken, Welt und Lu. ste nicht berücken; daß ich von der Sünde frey, dir nun gang ergeben sey! 7. Laß 220 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlösten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heißt: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Trie be solche Strick, und Fessel an, die es nicht zerreissen kann. 8. Soll ich einst die Ehr erlangen, daß ich, deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen, und für dich was leiden soll; ach, so laß mich in den Banden, in Gefängniß, Schmach und Schanden, ja in aller Todes pein, dir, mein Heiland! ähnlich seyn. ( 128) CXXVIII. Von der Geisselung JEsu. Flach der Melodie des 29. Lieds. Unser Heyland steht gebunden, voller Strie. men, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden, dieses alles muß erdulden. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und blos, da er anders nichts des Vaters Schoos verlanget, als uns in dermaleins zu führen ein, lassen wir von eit. lem Erst. Th X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 221 lem Schein, lieber, als von seinen Schlägen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! Deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir wiederfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewähr. ter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeu. len mich zu rein'gen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mit empfinde, wie dich deine Geissel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, JEsu, deine Gunst verscherzt; ach HErr! so verbirg nur nicht dein genadig Angesicht, laß von deiner Stra. fe Ruthen nicht zu sehr die Bunden bluten. 5. HErr! du littest nicht vergebens. Wenn ich dann, nach GOttes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß; ach, so zeige dich mir bald in der tröstlichen Gestallt, da vom Scheitel bis zu Füß. sen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was must du, mein Heiland, leiden! Welche Schmach und welche Pein! doch du sieb'st auf jene Freuden, und erduldest Schmach und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; vest will ich auf dich vertrauen. ( 129) 222 Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEfu. ( 129.) CXXIX. Fiach der Melodie des 8. Lieds. Sebt, welch ein Mensch! och seht! mit Schand ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schau't Menschen und erschrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr so tief herab. gebracht! So schwere Müh' hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wenit hier noch vor den Sünden nicht eurer Seele grau'lt! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bekehrt, im Zorn von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! Die ihr in Heis ligkeit ihm dienet, schau't, wie er Sünden büßt! schau't, wie er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt! Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch giebt! 4. Seht, welch ein Mensch! Hier steht Ver. brechern gleich gebunden, an dem sein Rich ter selbst ganz keine Schuld gefunden! Dieß Zeugniß ist mir werth! Denn war er nicht gang rein, wie könnt er da für uns ein gül. tig's Opfers seyn? 5. Seht Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 223 5. Seht, welch ein Mensch! ach seht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, was für Strö. me Bluts aus seinen Wunden fliessen. Heil. same theure Flut! aus diesen Bunden quillt, was unsre Schaden heilt, und das Gewissen, ſtillt. 6. Seht, welch ein Mensch! ach seht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestätiſch Haupt! Doch mag die Welt dich höhnen! Mein JEsu, mir bleibst du ein König auch noch hier! voll Ehrerbietigkeit, beug ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach! wißt: daß diese Hand ein eisern Zepter trägt. Sorgt, Frevler, daß sie euch nicht einst im Born zerschlägt. 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, b Sünder! und erschrecket, da so viel Speichel ihm sein Antlitz überdecket. GOtt, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heissen Thrdnen sich! 9. Seht, welch ein Mensch! Mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ew'gen Trost versprechen; HErr, ich 224 Erst. TheX. Von dem Leiden und Sterben Jsu. ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freu'n! HErr, laß mich ja für dich nie Spott, und Schande scheu'n! ( 130.) CXXX. Flach der Melodie des 84. Lieds. Mein Lebensfürst! mun kann ich dich mein Theil, und meinen Trost, und meinen Ret ter nennen. Wie loderst du, nie werd ichs g'nug erkennen, von Eifer ganz entzündet, für mein Heil! Nichts scheuest du: nicht Mar ter, Schmach und Hohn, um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich g'nug von Dankbegierde glühen! 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Quaal, die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen, ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. Du wallst dahin durch Kidrons schwar zes Thal, und Todesschrecken folgen dir da bin. Nichts kann indeß den großen Borsaß hindern: Des Menschen Rettung lag dir längst im Sinn. Ganz weyb'st du dich ver lohrnen Adamskindern. 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten on, Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEfu 225 an wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem grossen Bater für unser Heil die Engel båten sah'n. Jetzt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt bey deiner Angst, Befreyung möcht erlangen. 4. Dein blut'ger Schweiß zeigt, wie dich GOtt jetzt schreckt: wie beben dir, o Held, für Furcht die Glieder! Du sinkst vom Zorn des Höchsten Richters nieder, wirst als ein Burm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, o Sünder, höre sie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: Mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Quaal mit deinen Missethaten. 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzens seyn. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackel, Schwerdt und Stangen von Wuth beseelt, die Schaar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die ben dir nichts als Willigkeit verspüren. 6. Mit gröster Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Missetdater. P Was 226 Crit. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jeu. Was thut der Freund? er wird ein Verräther! Mit Abſchen seh ich ſeine Boßheit an. Doch Judas schmerzt dich jeho nicht al. lein! bey deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jetzt bliebest du ganz hülflos and allein; du sieb'st sie all' und selbst auch Petrum fliehen. 7. Der Richter seines Volks steht vor Ge richt, vor Caiphas läßt er sich laut verkla. gen, und schweigt, was auch die falschen Bengen sagen, gescholten, schilt der heil'ge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bos beit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des allerhöchsten Sohn, als einem Lå. sterer der Stab gebrochen. 8. Mein JEsu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspent wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir? da der Låstrung Stimm ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz! Du der Propheten Größter, wirst ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach theuer sey du mir! Bon dir spricht GOtt: Das ist mein lieber Sohn, den solt ihr bören. 9. Hat Petrus dreymal dich aus Furcht famkeit verleugnet und damit dein Herz durch. stochen, ach! wie viel öfters hab ich Treu gebro. Erst. Th. X. Von demkeiden und Sterben Sefit. 227 brochen! doch ist es mir, o Herr, wie Pe. tro, lend. Und darum hast du den treulofen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach! bring mich auch, wenn ich verirrt, zu recht, laß deinen Geist dieß schwache Rohr bewahren. 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: O welch ein Schaupials nie erhörter Leiden! Wie duldet er von Juden und von Heiden, Er, beyder Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstiffter sieht Pilatus nicht; D, wie empöret sich jetzt sein Gewissen, da, JEsu! dir, sein Mund das Urtheil spricht. Bedroh't, geschreckt, wird Er dahin gerissen. I. Dir durfte man den Mörder Barrabas, b theurester! gar an die Seite setzen, und, was entseßlich ist! dich schlimmer schäßen. D Raserey! O mehr als Cains Haß! Doch warum zurn' ich mit der Juden Wuth? Ach, hier kann ich des Menschen Thorheit lesen; Tand wählet er, der Thor, fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen! 12. Das Mordgeschren, das an den Hintmel sties, schallt nicht so laut, als ineine Sünden riefen. Die Ströhme, die aus so viel Wunden liefen, als, JEfu, dich, Pi. 2 ld. 228 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. latus geisseln ließ, entdecken mir gar merklich meine Schuld, verdient hatt' ich des Satans Wuth und Morden: o, Dank sey dir, mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch dei ne Wunden worden. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar! mit Dornen krönet man dich, o mein König! den Frevlern ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! drr Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Gebehrden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ist fie! so tief must du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Was ists, das nun mein schüchtern Aug erblicket? Wie schauervoll wirst du mir, Golgatha! Da hånget Er! ein Scheusal, nackt und blos! follt Er dann nicht mein Mitleid ganz erwecken! Ach ihn drückt unsre Schuld! Ein Berg! wie groß! und er verlangt nicht Mitleid sondern Schre cken. 15. Du bist o schreckenvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Heiland litte; der Kampfplaß wo des Weibessaame stritte; der Ort, Erst. Th. X. Von dem Teiden und Sterben JEsu. 229 Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der GOttes Zorn in vollem Maaße fühlte! Hier trift der Pfeil, dich, meines Glaubens Schild, der lángst auf mich, mich grossen Sünder zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwischen Möri dern. Mich wollt er der Schaar der Seelg'n zugesellen. Hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen, der Deinen Treu und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht nimmt zwar deine Kleider hin, doch mir verlässfest du den besten Segen. Dein bin ich ganz, und was ich hab und bin, will ich auch gern zu deinen Füssen legen. 17. Das Bundesblut erwieß die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde, durch wahre Buß und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath ge. schafft. Doch ist aus tausend einem dieß geschehn; so ist dem sichern Fleisch nichts einge raumet: der andre Schächer must' zu Grun de gehn, weil er die rechte Gnadenzeit verfaumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonnenschein hört auf! dir ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du Helfer mußt als ein VerP3 laß'ner 230 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. laßner weinen. Dein Angstgeschrey stört jetzt der Schöpfung Lauf Wer zittert nicht? der Low' aus Juda brüllt; den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe: Was Wunder, daß sich die Natur verhüllt! D, du mein Trost! Was schmeckst du mir zu gute. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Fin sterniß zerstöret ist. Sollt' ich noch rathloß stehen, und schmachtend hin durch dunkle Thaler gehen, so bleibt mir JEsu, doch dein Trost gewiß. O, sollt ich je von dir geschieden senn! D, solltest du je meiner nicht gedenken! Ch' wird die Sonne sich von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft persenken. 20. Von heissen Durst wirst du zuletzt ge quält; und welch ein Labsal wird für dich ge funden! Ah, wie betrübt sind deine letzten Stunden! damit ja nichts an deinen Leiden fehlt. Es ist vollbracht! ruffit du dann aus, und stirbst, und übergiebst den Geist des Ba ters Händen, welch Heil! das du so sterbend mir erwirbst, getrost kann ich nun meinen Lauf vollenden. 21. Merk auf, odu in mir erschrockner Geist! Schau JEsu Seite noch zuleßt durchstochen; nach. Erst. Th. X. Von dem Leidenund Sterben JEfir. 23 a nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen, schau, wie sein Blut vereint mit Was fer fleußt! Vergebung schafft mir sein vergoßnes Blut, sein Geist stärkt mich zu jedem gu ten Werke: ein ofner Born! wie fließt er mir zu gut! ich hab im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir: so will ich, HErr! dir mich zum D pfer bringen; beym ofnen Vorhang wird es mir gelingen: freymüthig nah' ich mich nun mehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut, gestärkt durch deinen Geist, laß mich dann scheiden, dein Blut lösch aus für mich der Höllen Gluth, dein Geist führ mich zu deines Himmels Freuden. 23. So lang' ich aber noch ein Pilgrim bin, foll in mein Herz dein sterbend Bild sich schließ sen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergiessen; ganz geb ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Last für mich gedrückt, will ich mit Ernst verflu chen; ich will, was du für mich geleistet haſt, mit Lieb und Treu dir zu vergelten su chen. 4 ( 131.) 232 Erst Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEsu ( 131.) CXXXI. Mel. Berzliebster JEsu was hast. UMERETETE fould'ger JEfn! was bost du verbro. den? Dein Todesurtheil haben sie gespro. den? Ein Fluc gemacht, sollst du am KreuBe sterben; wie Sünder sterben. 2. Gegeisfelt wirst du, und zur Schmach gekrönet! ins Angesicht geschlagen und verHöhnet! mit Finsterniß des Todes schon um. schattet gehst du ermattet! 3. Du trägst dein Kreuß, du eilft auf blut'. gen Wegen voll Zuversicht, voll Muth, dem Tod entgegen! Ich sehe dich! gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden, sterbend! 4. Was ist die Ursach dieser deiner Plagen? Ach, unfre Sünden haben dich geschlagen! Wir, grosser Mittler, haben das verschuldet, was du erduldet! 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine Stra fe! Der gute Hirte leidet für die Schafe! Die Schuld bezahlt der Mittler, der Gerech te, für seine Knechte. 6. Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEsu. 233 6. Der Fromme stirbt, der recht und rich. tig wandelt! der Böse lebt, der wider GOtt mishandelt! die Unschuld stirbt! der das Geseß gebrochen, wird losgesprochen! 7. Ach, unsre Seele war entstellt von Sün den, an uns Verbrechern war nichts Guts zu finden! das hatten wir, von GOtt verwor. fen, müssen auf ewig büssen! 8. D Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willst! an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o HErr, die grossen Seelig. keiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben, genug erhoben? 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen: wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden. II. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kraf ten, dem Kreuze die Begierden anzuheften! D, send uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank be* trachten, was du gethan haft, diese Welt nicht P5 achten 234 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu achten. Wir wollen wachen, båten, deinen Willen mit Freud' erfüllen.. 13. Dann wollen wir für dich, HErr, alles wagen; kein Kreuz nur fürchten, keine Schmach, noch Plagen; uns sollen Spott, Verfolgung Tod und Leiden nie von dir schei den! 14. Dieß alles ist zwar nur für schlecht zu achten; weil wir noch sterblich sind, im Stau be schmachten: doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben dein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o HErr, vor deinem Throne, geschmücket mit der Leberwinder. Frone, dein großes Lob viel würdiger befin gen, stets Dank dir bringen! ( 132.) CXXXII, Nach der Melodie des 131. Lieds. HErr stärke mich, dein Leiden zu bedenken; mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint, mit GOtt, ein Mensch, gleich uns auf Erden; und bis zum Tod am Creuz gehorsam werden; an unfrer Statt gemar: tert und zerschlagen, die Sünde tragen; Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 235 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäffte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. GOtt ist gerecht; ein Rächer alles Bö. sen. Gott ist die Lieb, und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken, am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder. Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus GOttes Feinde zu GOttes Freunde. 6.D HErr, mein Heil! an dessen Blut ich glaube; ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güthe! 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, GOtt zu ergründen? 8. Das Größt' in GOtt ist Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu sehn, wie hoch, wenn GOtt uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen, für das Erbarmen, so du mir erwiesen, da 236 Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben Jesu. da du, mein Heiland, auch für mich dein Les ben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben; und stets mit Freuden deinen Willen üben, o gieb zu diesem heiligen Geschäffte, HErr selbst mir Kräfte! ( 133.) CXXXIII Flach der Melodie des 67. Lieds. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und unsern letzten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theu res Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben; mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhab'ner Men schensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hiengst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freun de; Du war't der Leute Spott. Dich höhn. ten Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 237 ten deine Feinde: Wo ist denn nun sein GOtt. 4 O schreckliches Empfinden! Du fühltest das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen det. ne Plagen: kein Helfer kam für dich. Man hörte dich selbst klagen: GOtt: wie verläß'st du mich! 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Last. Ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Sich gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Mis fethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zu versicht. Wohin soll ich sonst geben? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Rube / finden, wenn du mich, HErr! nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst. 7. Du hast mir durch dein Leiden Verge. bung, Beßrungskraft, in Tribal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gieb an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil: so wird mein Seelenschade durch dich, Erld. ser! heil. 8. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größ. 238 Erst. Th.X. Von dem Leiden und Sterben JEsu, größter Freund! für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeynt! ach! gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und, bis ich einst erkalte, ganz nur der Deine sey! 9. Wenn ich denn einst soll scheiden; ach! dann verlaß mich nicht! sen auch in Todeslei dent mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze seyn, dann reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn. Und laß im Geist mich of Dahin laß fett, Herr! deinen Himmel sehn. mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland! blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! ( 134.) CXXXIV. Nach der Melodie des 4. Lieds. Meine Seel ermuntre dich, JEsu Liebe zu bedenken. Auf sein Kreuz hin müsse sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken; daß deint Herz der grossen Treue deines JEsu sich erfreue. 2. Sieh der wahre Gottessohn ist für dich ons Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Evt. Ch. X. Von dem Leiden und Sterben Ju. 239 und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräf tet! Ach, für dich mit Fluch beschweret! Wo ist größre Lieb erhöret? Du du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von GOtt verstoffen seyn; ewig fern von allen Freuden. Da trågt JE sus deine Sünden, daß du könntest Gnade finden. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache: Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb an dir will prei. sen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? 6. Ach ich kann ja nimmermehr das gering. ste nur vergelten! Er verbind't uns ihm zu febr. Meine Trägheit muß ich schelten; daß ich ihn so lau geliebet, ja durch Sünden oft betrübet. 7. Was geschehen ist, das soll ferner nicht von mir geschehen. Best entschlossen, eifers. voll, einen andern Weg zu geben, will ich 240 Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEfu. nun nur JEsum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg ihr Sünden! fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnd. der Grau'l send ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, kei ne Gnade, kein Bergeben. 9. Dir, mein JEsu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein JEfu, sollst es seyn, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer, ganz und unverrücket. Was du liebst, will ich auch lieben; was dich kränkt, soll mich betrüben. II. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben. Darauf kann ich frölich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin: JEfu will ich seyn und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. Nichts soll mich von JEsu trei ben Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEsu. 241 ben. Du wirst, JEsu, mich nicht lassen. Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist soon jetzo, ist schon hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein JEsu, recht verbinden; schenckst du schon so viel auf Erden: ey, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach: dem Streit! was für frohe Jubelchore! Ewig werd ich GOtt dort loben, wenn er mich zu sich erhoben. 15. Taglich, täglich freu' ich mich auf dieß freudenvolle Leben! Heiland, dir sey Dank; durch dich wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir stets walten! ( 135.) CXXXV. Flach der Melobte des 37. Lieds. Erfülle, HErr! doch selbst mein Herz mit reinem Andachtstriebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. dein Kreuz sey mir gebenedent; welch Wun der der Barmherzigkeit hast du der Welt er. wiesen! Wenn hab ich dieß doch recht bedacht, 2 und 242 Erst. Th. X. Von dem keiden und Sterben JEfu und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst, und Held! im Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringst mit Angst und Todesnoth, und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder En. de! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und Hattest nie gesündigt; Du, der Gerechte, GOttes Sohn! so war's vorher verkündigt. Der frechen Schaar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, JEsu, war auch ich; denn GOtt warf aller Sund auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt, und voch der Größt' im Herzen, ertrågst du Spott, Schmach und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der VerHeissung Ziel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. dir, HErr, unsre Zuversicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähßten Bun desföhne. Vor 5. Erst. Th. X. Von demleiden und Sterben JEsu. 243 5. Ein Opfer nach dem ew'gen Rath, belegt mit unsern Plagen; um deines Volkes Misse, that gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlacht. bank führet. Freywillig, als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst; die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab ich dir gemacht. HErr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreyt? O war ich doch ganz Dankbarkeit! HErr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe drin ge mich, daß ich dich wieder lieb, und dich nie kreuzige mit Sünden. 7. Welch Warten einer ew'gen Pein für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu seyn, nicht nach dem Glauben trach. ten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn als wirkliche. Verhöhner. Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hast's gesagt: du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ists, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sün den 244 Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEfu. den Frånken. Laß mich im Eifer des Gebåts, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! Dein Heil sey mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden! ( 136.) CXXXVI. GOttes Lamm, unschuldig am Krenz für uns deschlachtet, befunden stets gedul. dig, wiewohl du wurd'st verachtet! die Sünd hast du getragen; sonst müsten wir verza. gen. Erbarm dich unser, o JEfu JEsu! 2. D GOttes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd'st verachtet! Die Sünd hast du getragen; sonst müßt auch ich verza. gen. Lob sey dir ewig, o JEsu JEsu! ( 137.) CXXXVII. Flach der Melodie des 55. Lieds. Gott, der du für uns deinen Sohn gege. ben! Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 445 ben! wer kann doch gnugsam deine Huld er heben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. 2. Dein ew'ger Sohn selbst stirbt für Menschen kinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seeligste begiebt sich seiner Freu den, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden tråget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlohr. nen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so ge denkest, und deinen Sohn ihm zum Versöh. ner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen, für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze; verdient Verschwendung unschäßbarer Scha. ße; verdient ein selbst gemachter böser Scha. de des Richters Gnade? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o GOtt, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben! 23 246 Erst. Th.X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Her zen, und tröste mich bey des GewissensSchmer. zen. Dein Geist sey mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. ( 138.) CXXXVIII. Neue Mel. od. Schwing dich auf. m ein Eridier! GOttes Sohn, der du für mich littest; und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest! Belde PEEEEEEE Bohithat it für mich dein versöhnend Leiden. D. we preif' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden. 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, HErr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der grossen Huld! daß ich seelig wurde, übernahmst du in Ge. duld schwerer Leiden Bürde. Erst. Th. X. Von dem Leidenund Sterben JEfu. 247 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach GOttes Rath, auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit GOtt Friede bätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Got. tes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen; und zu jener Welt einmal obne Schrecken gehen. Du, HErr, hast aus aller Noth Rettung mir errungen, durch deinen Kreuzestod, meinen Tod be zwungen. und 6. HErr! was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein mun auch auf mich kommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, glaubig anzuwenden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sünden reiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig 24 da Univ. Bibl. Giessen 248 Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEfu. dadurch an, GOttes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen: o! dann laß aus deinem Tod mich den Trost geniessen, daß du auch für meine Schuld büssend bist gestorben, und Vergebung Gnad und Huld mir bey GOtt erworben. 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o so hilf dazu auch mir; laß mich frölich scheiden! HErr! so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. ( 139) CXXXIX. Flach der Melodie des 48. Lieds. D Welt! sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schieben! dein Heil sinkt in den Tod, der grosse Fürst der Ehren, läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleisse: mit Blut und Todesschweisse ist ganz sein Leib bedeckt: und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer Erst. Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEsu. 249 Heer von Plagen, HErr, wider dich erregt? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? 4. Ich, ich, und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer; die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büffen in ew'gen Finsternissen, was nun dein Tod verfühnt: die Geissein und die Banden, und was du aus. gestanden, das alles, HErr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken, die La. sten, die mich drücken wie ein Gebürge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen, und o wie gnadenreich ist er! 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läfseft dich felbst würgen für mich und meine Schuld: für mich läß'st du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Für mich, ihn zu erlegen, eilst du dem Tod entgegen mit grossem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich ver. derbe; o unerhörte Liebesglut! 9. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden! ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, soll Seel und Leib Dich 250 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. tich preisen, und dir gehorchen sey mein Ruhm! 10. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mich trösten und erfreu'n. Es soll von meinen Pflichten mich täglich un. terrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 11. Wie strenge GOtt Verbrechen, an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung wer den finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beyspiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und See. ligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und wil. lig tragen; und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wiederschelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, drau'n; wie du gelassen dulden; dem Näch sten seine Schulden, wie du, von Herzens grund verzeih'n. 15. Ich will ans Kreuzeschlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, HErr, nicht ge fällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. ( 140.) Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 251 ( 140.) CXL. Lene Mel. od. Meine Liebe hångt. me ein Eriöser hängt am Kreuz, und ist bier ein Ziel des Spottes Ach Sohn GOt. tes! Wo ist deines Arms Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Größ' und Hoheit sind verschwunden. Nichts als Wunden! Nichts als Blut, und Quaal auf Quaal! Nichts als Leiden ohne Zahl.! 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und hängt hier auch meinetwegen; mir zum Segen. In ihm wird, statt Fluches, Heil jedem der da glaubt, zu Theil. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz; hier will ich ihn vest umfassen, ihn nicht lassen, ihn der mich am Kreuz vertrat, bis er mich geſegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Kreuz; Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne Herz in heisser Glut gegen ihn, dein höchstesGut. 6. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich foll 252 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. sollte mun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheu's fliehn; meine Sünden kreuz'gen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt' in rohen Freuden mich noch weiden? Das sey fern! Die Welt sen mir nun gekreu. zigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich follte seinen Willen nicht erfüllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich ge. tauft. 9. Mein Erlöser hångt am Kreuz; Sollt ich nun in Hohn mich gråmen? sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach; trage gern sein Krenz ihm nach. 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt' in trüben Tagen trostlos zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz; HErr, ich bleib' im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbst du mir. Wenn ich ster: be, sterb ich dir. ( 141.) u CXLI. Lleue Mel. od. Herzlich lieb bab. m Gnade für die Sünderwelt, rufst du, mein Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 253 mein Heil! am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedräng. te Herz, wenn dich bey deinem berben Schmerz, die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick, von ihren weg, auf den zurück, den diese Schaar in dir entebrt; rufft, daß es Erd und Him. mel bort: vergieb, o GOtt! und führe nicht sie ins Gericht, das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mit. leidsvoll ist die Geduld, die Mörder so ertrå get! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt! fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danker ihm 254 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. ihm beweget. Er hat durch segnendes Gebät, auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh, Erbarmen und Bergebung zu. HErr JEfu Christ, gelobt seyst du für deinen Tod! GOtt ist durch dich noch unfer GOtt. 3. Daß GOtt mit Langmuth und Ge duld, auch selbst bey sehr gehäufter Schuld der Sünder dennoch schonet; daß er so lieb. reich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder nimmt GOtt an! hast du durch dei ner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. DJEsu Christ! mein HErr und GOtt! mein HErr und GOtt! vertritt du mich bis in den Tod. 4. Wird wo mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer auf neue mich erschrecket: o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler ben, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glau. bensvoll auf dich. Sey du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimm schaft, so stärke mich mit neuer Kraft. HErr JEfu Christ! der letzte Kampf wird mir ver füßt, wenn du mein Trost im Tode bist. Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 255 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, HErr in meine Seele! Gieb, daß bey der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Befänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o so erinure mich daran, HErr JEsu Christ! wie du am Kreuz durch dein Gebåt selbst deinen Mör. dern Gnad erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! Es bilde mich dein Geist, mein Gott! daß ich dir ähn. lich werde! D zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier! Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein, und deiner Fürsprach ewig freu'n. HErr JEsu Christ! wie seelig ist, wie seelig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! ( 142) CXLII. Flach der Melodie des 47. Lieds. Schwing dich auf gen Golgatha! Schau den Heiland hier am Kreuze; nimm zu Her. en, daß dich ja seine Pein zur Buße reize. Harter bist du noch als Stein, so du hier kannst fühllos seyn. 2. 256 Erst Th. X. Von dem Leiden u. Sterben JEfu. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen; wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgan. gen! Schaue! ach erschrickst du nicht? da fein sterbend Herze bricht. 3. O Lamm GOttes ohne Schuld! Alles das hätt' ich verschuldet; und du hast aus Freyer Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ew'gen Feuers Glut, mich zu retten fliefst dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm! Groß, ja groß ist deine Liebe! Schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrü be! Ich bin schuldig, aller Schmerz, der dich trifft, durchbort mein Herz! 5. HErr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir. Dir, nur dir gehört mein Leben! Wie du mein, so will ich dein, lebend leidend sterbend seyn. 6. Nur bey dir allein such ich Hülf in meinen bångsten Stunden! Schmachtend lechzend sehn ich mich nach dem Trost aus deinen Bunden, wie ein Hirsch nach Wasser schrey't; bis er meine Seel erfreu't. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! Laß auf dich, du hoch Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEU. 257 höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen! und im Kreuze führe mich seelig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig ster. bend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bey dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getroft: es ist vollbracht! ( 143-) CXLIII. Nach der Melodie des 55. Liebe. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, leh ren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu vers ehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse flieht und meiden, HErr, diese Pflicht lehrt mich deint heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden; da du so viel für uns, die wir's ver. schuldet, liebreich erduldet? R 258 Crit. Ch. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder Hassen; und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß ver gelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger! Du HErr und Haupt der Glieder! schalt'st auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Her zen, dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und GOtt giebt uns die Kraft in deinem Namen, dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon seelig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend. Pfad be trete, im Glauben kämpf' im Glauben wach und båte: so ist mein Heil schon so gewiß er. strebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Rei ze: so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfur. 259 vom Kreuze. Und werd ich mått im Laufe guter Werke, so sey mir's Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; so sen's doch mir, Troß alles frechett Spottes, die Weisheit GOttes. 13. GOtt! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern; erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 14. Wenn endlich, HErr, mich meine Sün den Franken: so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! Dein Kreuz, dieß sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. ( 144.) CXLIV. Flach der Melodie des 15. Lieds. Sey hochgepriesen, HERR! für beine Lie be! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sünden. Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinent edleit Herzen? Du liessest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dieß Heil doch auch mein Erbewer, den! was hab ich sonst für sichern Trost auf R 2 260 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu Erden? was giebt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 4 Für mich, o HErr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von groffer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stårke selbst mein Herz in diesem Glau. ben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken.. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erküh nen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? So war ich ja, o HErr, nicht dein erlöß. ter; du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst ver. bunden; nur dir, mein Heiland! sey mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts, soll mich je von deiner Liebe schei den. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zun gen stets wird besungen. ( 145.) CXLV. Die letzten Worte Jesu. Lleue Melodie. egleite mich o Christ! wir gehen, zum schmer Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 261 ManoFH! schmerzenvollen Golgatha; auf deffen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel fost, geschah! Erwea an diesem beil'genOrte, des WESTEPHEN sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott TE FORESEE um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode de ben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weiten; erschrick und zittre, frommes Herz! Sich' deinen Retter, sich' ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz! Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze, Got. tes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher em. pfunden, und bracht uns wieder GOttes Huld. 3. Gedultig bey den größten Schmerzen, R 3 nimmt 262 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Esu. nimmt er sich deiner Feinde an, Er ruft mit fanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht was sie gethan. Der göttliche, der größte Båter, fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beyspiel rühren, und båte dem Versöhner nach! 4. Welch Beyspiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der HErr dem Funger seiner Liebe die Mutter sterbend an befahl! Ach, wird mein Augeinst um die Meis nen in seiner letzten Stunde weinen; so soll dieß Wort mir Trost verleihn! der als der Tod schon um ihn schwebte, die seinen noch za schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfle. ger seyn. 5. Froblockt bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht! du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn. O HErr! Laß an des Todes Pforte einst diese trostes. vollen Worte auch meiner Seele Trost ver leih'n! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Chri Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 263 Christus an dem Kreuze rief: Mein GOtt, wie hast du mich verlassen? Wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Pein müßt er verschmachten, wår GOtt nicht seine Zuversicht. HErr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein HErr und GOtt verlaß mich nicht. 7. Der Fürst des Himmels und der Er. de, von allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theu'r erlöst, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, dir zur Seite, die Hunger, Durst, und Mangel drückt! O seelig, wer den Ruf erfüllet! Denn, wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: Es ist vollbracht! O Wort des Sieges! Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heiluns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlößten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o HErr, mit Freuden sage: Vollbracht ist mun des Leidens Bahn! 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, X 4 Ver 264 Erst Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu, Versöhner GOttes, sen auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zu versicht verleih'n! Du rufest: Vater, ich be fehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt, und starb. 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, v Christ, du hast ihn sterben sehn! Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöh'n! Den deine Seufzer jetzt beklagen, der wird, als Held, nach drey, en Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bey den Berklärten zur Rechten sei. nes Vaters sehn. ( 146.) CXLVI. Der Tod JEsu.' Neue Melodie. ebt den leidenden Gerechten so entehrt PELLENT von Lasterknechten! Er, der HErr, gekrönt ME GELEENT zum Hohne, tråget feine Dornenkrone, und Erst. Th. X; Von dem Leiden und Sterben Jesu, 265 und busser unsern Frevelmuth! 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Ulebelthäter! Wer kann seine Leiden zäh. len? Eine Welt verlohrner Seelen erkauft er sich um diesen Preis! 3. Seht den Schönsten unter allen bleich, entstellet und verfallen! Seiner Hoheit Glanz vergangen! Schmach entweihte seine Wan gen, und seine Richterstimme schwieg. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöh ner willig fort. 5. Keine Lindrung stärkt den Müden, auf ihm liegt zu unserm Frieden, Fluch und Straf! Er trägts gelassen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sinket wieder in den Staub. 6. Seht ihn auf der Schädelstätte für uns ringen im Gebåte! Schauet mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen am Kreuz! Er hats vollbracht und stirbt. 7. HErr dein Leiden zu bedenken wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Laster abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken laß mir es stets vor Augen seyn! 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, R 5 niemals dei. 266 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu Schan. den werde, wann du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. ( 147.) CXLVII. Flach der Melodie des 116. Lieds. Heute, sprach mein Heiland, heute an sein blutigs Kreuz erhöht; als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheur ich dir! heute noch sollst du, mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. 2. Theures Wort aus JEsu Munde! Vest versiegelt durch sein Blut! In der finstern Todesstunde giebst du Freudigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, bleibt er vester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne Zagen kann er sterben. Seel' ersturbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhun derten erwacht. Nein, sie soll zu neuem Le ben scheidend noch empor sich heben. Seine 4. Theures Wort des ew'gen Lebens! Tro. ste du mein brechend Her;; und denn ångstet nur Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 267 nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsterniß; denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zwei. fel schweigen. 5. HErr! nun fühl ich abzuscheiden eine heil ge Luft in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Seelig, fruchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an seelig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Bas sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor GOtt, sein Lohn zu werden. 7. Nun, auch ich, o HErr, befehle, wenn ich kaum noch fallen kann, die durch dich er. lößte Seele deinen treuen Händen an. Und du Heiland, stárfest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 8. Ja, noch an demselben Tage geh' ich in den Himmel ein, los von aller Furcht und Plage, HErr, bey dir daheim zu seyn. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts 268 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. gerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seeligkeit vollendet. ( 148) CXLVIII. Nach der Melodie des 7. Lieds. Es ist vollbracht! so ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und Leben! reize zur Freude meines Herzensgrund. Das große Opfer ist geschehn, das GOtt auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein JEsus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; im Tode dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gråber öfnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht; und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil! hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! du hast den Fluch hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; GOtt nimmt uns nun genadig an. 4. Dankvolle Thränen! neßt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Hand schrift an dem Kreuze hangen, die wieder mei ne Seele war. Er, den mir GOtt zum Heil gemacht, rief auch für mich: Es ist voll bracht! 5. D Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 269 5. O HErr! laß mich nun auch vollbrin. gen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich da. zu mit Macht, bis meine Beßrung ganz voll. bracht. 6. Du littst so viel zu meinem Leben; drum laß mich stets voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach da bey zu scheu'n. Dein Dienst, mein Heiland, sey mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Sollt ich bey dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn; und hat mein GOtt gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außersehn: so laß auch mich den Trost erfreun: es fommt das Ende meiner Pein! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schre cken, so stärke mich in solcher Last. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden Hast: so tret auch ich ins Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! ( 149.) CXLIX. Each der Melodie des 37. Lieds. Erhebe vom Gerdusch der Welt, o Seele, deine 270 Erst. Th. X. Von dein Leiden und Sterben JEfu. deine Flügel! Hin, wo die Wuth ihr Opfer hålt, zu jenem Leidenshügel! ihr Himmel! welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. 2. Gedultig siehet er sein Blut in vollen Strömen fliessen; fleht für die Hasser, die voll Wuth es im Triumph vergiessen. Schau! jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; Er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. O meine Seele! freue dich; dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. O Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. nimmt dich der Vater an Durch ihn Die Wunder sei ner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem HErrn, der uns sein Heil gegeben. ( 150.) CL. Flach der Telodie des 48. Liedb. Frohlocke mein Gemüthe, und båte GÖt tes Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfu. 271 tes Gute in deinem Heiland an. Was selbst der Engel Schaaren zu thun nicht fähig waren das hat des Menschen Sohn gethan. 2. Schau hin, wie der Gerechte für uns der Sünden Knechte, den bittern Zornkelb trinkt; wie er für Frevler bittet! wie Wasser ausgeschüttet, hängt er, da er in Tod hin. sinkt. 3. Wir Sünder sollten sterben; Fluch lag auf Adams Erben; Fluch auf der fünd'gent Welt; doch er kam uns zu gute, und gob mit seinem Blute für uns ein ew'ges Löse. geld. 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm! dem Ueberwinder! Nun sind wir GOttes Kinder, init GOtt versöhnt durch unsern Freund. ( 151.) CLI Flach der Melodie des 86. Lieds. Nun ist es alles wohl gemacht. Mein JEfus ruft: Es ist vollbracht! der neigt sein Haupt, d Mensch, und stirbt, der dir erwirbt, das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der HErr der Herrlichkeit erbleicht. Was WunDet 272 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. der, daß die Erde kracht! die Welt deckt Nacht; denn GOttes Sohn wird umge bracht. 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bersten; alles schreckt. Die freudento. fe Creatur Flagt jetzo nur den Tod des Herr. fchers der Natur. 4. Weil denn die Creatur sich regt; so werd auch du, o Mensch, bewegt. Der Fels zer reißt; und du wirst nicht durch dieß Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 5. Du selbst, hast du es gnug bedacht? du haft den HErrn ans Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, folg in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. 6. Ach, Vater! ach in Pein und Hohn er bleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn, und, wo die Unschuld bleibet, sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht seyn; auf ihn allein schlaf ich einst sanft und seelig ein. 8. Und nun dient ich der Sünde noch? wie drücket mich ihr schweres Joch! auf Seele! daß du dich erhebst, nur JEsu lebst, nur Je fu zu gefallen strebst! Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. 273¹ 9. Tödt, JEsu, selbst in meiner Brust, was sich noch find't von böser Lust! dein Tod, der mir das Leben schafft, giebt mir auch Kraft und Muth auf meiner Pilgrimschaft. 10. Ja, HErr, mein Heiland, Fräftiglich stårk'st du in meinem Vorsatz mich! ich feßze freudig auf dein Wort, den Kampfstets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 1. Wie dank ich gnug, dir JEfu Chrift daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würd ger in der Ewigkeit. ( 152.) CLII. Kraft und Trost des Leidens JEfu. Nach der Melodie des 29. Lieds. Sefur, durch dein Blut und Wunden, deinen martervollen Tod hab ich Heil bey GOtt gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt' ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein. Ach den ganzen Grdul der Sünden läßt mich die mit Graun em pfinden. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut; o so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut 274 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. Glut. Trachtich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den Stolz darnieder, und giebt mich der Demuth wie der. 3. Scheint beyin öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn lustig, breit, gemach lich, eben; JEsu, dich schau ich dann an. Da warnt mich des Zornes Last, welche du getragen haſt, nicht mit dem verblendten Haufen ins Berderben hinzulaufen. 4. Hålt mein schreckendes Gewissen mir der Sünden Mengevor: O! in meinen Kummer nissen schau ich nach dem Kreuz empor! bald ver schwindet alles Weh; in den Bunden die ich seh' find ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben! 5. Hier such ich in Unruh Friede; in def Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ic ermüde; und in QuaalenLinderung. Schwer sen dieses Lebens Müh! durch dein Kreuz ver schwindet sie; denn es führt durch kurze Lei. den zum Genuß von ew'gen Freuden. 6. Ueber alles, was zum Staube meine See le niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewig Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Sefut. 275 Ewigkeit, die du, HErr, als du gestorben, mir, auch mir, am Kreuz erworben. 7. Hab' ich dich in meinem Herzen, Utr sprung aller Seeligkeit: so besieg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufst du, und ich habe nun gnug gekämpfet um zu ruh'n; HErr, so dank ichs deinen Wunden, daß ich sieghaft überwunden. 8. Ja, auf rich steht mein Vertrauen; dit bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Him. mel Theil Warlich, HErr! ein ewigs Les ben wird dereinst dein Tod mir geben. ( 153.) Von der Begräbniß JEsu. CLIII. Mel. Der Tag ist bin mein Geift. o schlummerst du in stiller Ruh, der EELESEFER du für uns gestorben, uns am Kreuz in schwerer Müh ewig's Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o HErr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich ais Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 2 276 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu 3. Doch Heil sey mir! HErr du willst hier nicht die Verwesung sehen. Sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß du wirst, mein Lebensfürst, wie dich auch mich erwecken. Sollte denn mein glaubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in fanftem Friede liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt gefesselt hält! zagt nur vor der Verwesung! ich ich, hoff in Christo meines Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen; und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe ge. Hen. 8. So sink ins Grab, mein Leib hinab! ich will mich drum nicht krånken; theurer Hei land, mir zum Trost an dein Grab gedenken. ( 154) CLIV. Flach der Melodie des 16. Lieds. Freund, der meine Schuldenlast getra. gen, und, als ein Fluch, ist an das Kreuz geschlagen! Nun nimmt man noch, vor A bends Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben Esu. 277 bends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild! o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube kann erreichen: nun ist vom Fluch die Erde fren und rein; zum Zeugniß deß must du begraben seyn. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist ges storben, daß du den Tod geschmeckt, und mir erworben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor GOtt, und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden: drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Bas Jonas Beyspiel lehrreich vorgebild't, seh ich hierinn, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Weizenkorn, das man ver. scharret: doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auf. erstehn, und tausendfache Früchte bringen febn. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Sie gel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Berwundrung jeder man ein Vorspiel der Erhöhung sehen kann. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft er schrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läsfest decken. Dein Grab macht meins zuin 53 stillen 278 Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEsu. stillen Schlafgemach; da ruh ich einst bis an den letzten Tag. ( 155.) CLV. Nach der Melodie des 153. Lieds. Am Kreuz erblaßt, der Marterlast, der Todesquaalen müde findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz, durchdringt mein Herz, und HErr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan. König der Erlößten! mich, glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöh ner göttlich fren babest bingegeben. 6. Hochheil'ge That! ich in Demuth ehren. Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, den Todten: sie erstanden! leicht entreißt der Le bensfürst, sich des Todes Banden. Dich båt ich an, du dein will ich im Tode des Höchsten Rath will Der Erfinder meines 8. Erst. Th. X. Von dem Leiden und Sterben JEfur. 279 8. Das finstre Thal, will ich einmal durchwandeln ohne Grauen. Denn, durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs menne; ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in E. wigkeit vergessen. HErr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. ( 156.) XI. Von der Auferstehung JEfu. CLVI. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. uf mein Herz! ein froher Tag bat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der FREEEEEEY im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O wie hoch sind wir getroit! JEjus hat die PER Welt erlößt. 2. Er ist GOttes ew'ger Sohn. Eivig fey er auch gepriesen! seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte S4 durch 280 Erst Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unfre Schulden sind zwar groß; doch wir dürfen nicht verzagen; GOtt läßt unsern Bürgen loß, der sie büffend hat getragen. JEsus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; Nun ist Christus unser Leben, der für unsere Schuld nicht Gold, nein sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist GOtt, der Hülfe schafft. Hier ist JEsus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt seyn. 6. HErr, dieß glaub ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens; denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens Hoch erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Dank dafür. ( 157.) CLVII. Mel. Chrift lag in Todesbanden. er HErr lag in das Grab gestreckt; für uns Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Chr. 281 uns dabin gegeben. Nun, da ton GOtt bat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns frölich keyn, vor GOtt DESEE von Herzen uns erfreu'n, Halleluja ihm LLENGE sin- gen. Halleluja. 2. Der Tod da nichts ihm Einhalt that, würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Trost und Rath; denn alle waren Sün. der. Drum fället uns der Tod so bald. Von feiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun errettet. Halleluja! 3. Der einige Sohn GOttes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unfre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. JE, sus macht uns frey und los. Bom Tode blieb ein Schatten blos; sein Stachel liegt zerbro. Chen. Halleluja! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zu. leßt der Sieg; es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt es die Schrift. Ein Tod 55 war 282 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEsu. war hier des andern Gift. Tod uns schaden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, das uns re Schuld getragen. Am martervollen Kreuzesstamm ward es für uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns ſein Blut. Dieß giebt dem Glau, ben Stark und Muth. Der Würger geht vorüber. Halleluja! Nun kann kein 6. So feyern wir das hohe Fest in groffer Freud und Wonne, das uns der HErr er. scheinen läßt. Er selber ist die Sonne. Mach. tig stralt sein Glanz daber. Das finstre Herz erleuchtet er. Es flieht die Nacht der Sünden. Halleluja! 7. Wir heiligen uns ganz dem HErrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sey fern vom theuren Wort der Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speis und Nahrung seyn; der Glaube lebt blos seiner. Halleluja! ( 158.) CLVIII Flach des Mel. des 94. Lieds. Der Held hat überwunden, der Höllen gan. zes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gefeß ver Erst. Th. XI. Von der Auferstehuna JEfr. 28 verdammen; dann alle Zornesflammen hat JEsus ausgelöscht. 2. Auf dann, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor, vertreib die Furcht, und schwinge im Glauben dich empor, wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Chrifti leeres Grab. 3. Ist JEsus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entriffen; so lässet GOtt dich wissen, daß er versöhnet ift. 4. Gieb meinem Glanben Klarheit zu sehn, HErr JEsu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Laß nicht mehr die Gedanken in bangem Zweifel wan. ken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen: zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch Aussicht giebt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt' am eitlen kleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verach. te, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. ( 159.) 284 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. ( 159.) CLIX. Flach der Melodie des 30. Lieds. D Tod! wo ist dein Stachel nun? dein Sieg, o Grab! verschwindet; was kann forthin uns Satan thun? da JEfus überwindet; ge endigt ist der schwere Krieg. GOtt sey ge. dankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben! 2. Wie streubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dampfte? ob sie ihn in die Fersen sticht, so fiegt sie darum dennoch nicht; der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig geht der HErr hervor; und nimmt, den Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor; trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts halt in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. 4. Des HErrn streitbarer Arm behält den Sieg, und ist erhöhet. Des HErrn erhab. ne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Be fiegt ist alles, was uns droht; besiegt ist Teufel, Höll und Tod, ihr Zorn ist kraft. los worden. 5. Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEsu. 285 5. Es ward getödtet JEsus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glie. der. Wir wissen, daß, wer Christo glaubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet; ist dort vom andern To. de frey, dem keiner sonst entgehet. Genom men ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben widerbracht, und unvergänglich Wesen. 7. Dieß ist die grosse Seeligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erder. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des HErrn verklår. tem Leibe. 8. O Tod! wo ist dein Stachel nun? dein Sieg, o Grab verschwindet; was kann fort. hin uns Schaden thun, da JEsus überwindet? GOtt sey gedankt, der schwere Krieg ist mun geendigt, und der Sieg durch Chri stum uns gegeben. ( 160.) CLX. Fleue Mel. od. Christ leg in Todesbanden. B ringt Preis und Ruhm dem Heiland Dar! 286 Erst. Th. XI. Bon der Anferstehung JEsu. dar! Frolockt ihm alle Frommen! Er der TEEN für uns getödter war, ist dem Gericht ent nominen Sey gelobt! HErr JEfu Chrift! daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät bevestigt un. fern Glauben. Wer kann, da dich dein GOtt erhöht, uns nun den Trostgrund rauben; daß du für uns genug gethan, und Sün dern eine neue Bahn zum ew'gen Heil eröfnet. Hallelujah. 3. GOtt felbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt; und dich als Sohn ge ehret. Deines Opfers hohen Werth hat er aufs herrlichste bewährt, da er dich auferie» cket. Hallelujah. 4. Erstandner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst, und siegst, daß du auch mir das ew'ge Leben gebeft; daß du mein Erretter seyst, und neue Kräfte mir ver leib'ſt Erst. Th. XI Non der Auferstehung Eiu 287 leih'it, mit Freuden GOtt zu dienen. Hallelujah. 5. Mein HErr, mein GOtt! hilf mir da zu! Befreye mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit GOtt finden! pflanze deinen Sinn in mir, da. mit ich, GOtt ergeben, hier als dein Erlöß. ter wandle, Hallelujah. 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht Verstorbne zu erwecken. Durufst einst, und der Gråber Nacht wird Todte nicht mehr de. cken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, HErr JEsu Christ! durch dich einst auf. erstehen. Hallelujah. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und Handeln; daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, des Todes Sieger, seh, vor dir dann nicht erschrecke. Hallelujah. 8. Da wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dieß auch mein Erbtheil seyn: so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Hallelujah! ( 161.) 288 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. ( 161) CLXI. mel. des 32. Pfalms. WACHTEN @ weiß gewiß, das mein Erlöer lebet, HELEN Sund, Teufel, Tod, und was ihm wider strebet, bat er erlegt; er srebet auf dem Grond der allerleßte, und vertheilt den BEEEEEEEL Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß auffeßzet, troß, daß ihn mehr ein Fersenstich SCELEME HET verleßet, es blitzt um ihn, wenn er vom # Grab auffährt: er ist der HErr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg ge trunken, doch ist sein Muth ihm keineswegs entfunken; er hebt das Haupt mun ſiegħaft in die Höh, kein Feind ist mehr, der gegen ihn bested. Dein Ehr und Ruhm, da es dir so gelungen, sen ewiglich, o Siegesfürst! beſun. Erst. Th. XI, Von der Auferstehung JEsu. 289 besungen: die Schlüssel sind bey dir zu Höll und Tod, es trift dein Boik nun ewig keine Noth. 3. HErr! Laß auch uns vom Tod ins Leben dringen, hilf, wenn es kommt zum To deskampf, vollbringen: dem zweyten Tod laß an uns keinen Theil, erweck uns hier, reiß ab die starke Seil, die Leib und Seel an diese Erde heften. Erfüll uns jetzt mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leis ber aus dem Grab, daß Leib und Seel in dir das Leben hab. ( 162.) CLXII Nach der Melodie des 109. Lieds. Dich båt ich an, erstandner Held! Erretter einer Sunderwelt, di: unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät, ich habe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfit mich nicht. 3. HErr, meine Seele preiset dich. Erlößt auf ewig hast du mich! so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wie dernahmst. & 4. 290 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEsu. 4. Wer ists, der mich verdammen kann? ich glaub an dich, und sage dann: der GOtt, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, HErr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sey der Schau. plaß meiner Huld und Treu! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer! sterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig wer. den wir es seyn. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 9. Welch neue Welt voll Seeligkeit erwar. tet mich nach dieser Zeit! da findet der verklår. te Christ, das Heil, das unaussprechlich iſt. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und seelig machst, laß mich mit freu digem Vertrau'n im Tod auf dich, Vollender, schau'n. ( 163.) Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. 291 ( 163.) CLXIII, Nach der Melodie des 109. Žieds. Kaum steigt zu ihrem Frohsten Laufdie Sonn in voller Pracht herauf; seht! so verläßt der HErr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Bertrieben ist der Sünden Nacht; Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erstritt, er bringt uns feinert Frieden mit. 3. Zwar hier ist nicht ganz kund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schaß, die reiche Beut, der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein grosser Tag, wie biel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf Zertrat. 5. O edler Sieg! o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt! wo eine Plage so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht himmt! 6. Und daß der HErr erstanden sey, das iſt von allem Zweifel frey. Ja, es ist je gewiß, lich wahr! das leere Grab machts offenbar. 7. Die Erd' erbebt; es wälzt vom Grab dett 2 Steint 292 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfut. Stein ein Engel GOttes ab, und kündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger fahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn! und die Verzagten sind nun kühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Helden muth. 9. Lebt Christus; was bin ich betrübt? Ich weiß; wie herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab; gung, daß ich Chri fti Liebe hab! Io. Er nåhrt er schüßzt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin; weil ich sein Theil und Gliedmaaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit GOtt versöhnt; durch ihn mit Gnad und Heil gekrönt. Mein Banges Herz ermanne sich! GÖtt und die En gel lieben mich. 12. Durch seiner Auferstehung Kraft vol lend ich meine Pilgerschaft. Freu seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jeju dankt dir alle Welt. Wenn wit dereinst dein Antlik sehn, soll dich ein würd' ger Lied erhöhn. ( 164) Erft. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. 293 ( 164.) CLXIV. J Efus Christus unser Heiland, der den Todüberwand, ist auferstanden die Sünd PEPEJSEFENST führt er gefangen. Erbarm dich un ser. 2. Der ohne Sünde war gebohrn, trug für uns GOttes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns GOtt sein' Huld gönnet.. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, all's in Händen er hat: Er kann erretten alle die zu ihm treten. Erbarm dich unser! ( 165.) CLXV. Flach der Melodie des 29. Liebs. Preiset GOtt in allen Landen, jauchze du erlöste Schaar! denn der HErr ist auferstan den, der für uns gestorben war. Seht wie GOtt sein Leiden krönt; nun sind wir mit ihm versöhnt: er heilt, aller Noth entriffen, unser schüchternes Gewissen. 2. JEsus ruht den Sabbath über; nach dem Sabbath steht er auf. Einst komm ich zu T 3 ihm 294 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. ihm hinüber; rube nach vollbrachtem Lauf; Tod! du bist mir keine Straf; einst erwach ich von dem Schlaf; dann werd ich mit seinen Theuren jenen ew'gen Sabbath feyren. 3. Muß ich denn von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. Mächtig wirst du mich bewahren, Heiland, in der letzten Noth. Meinen Geist, welch ein Gewinn! bringet er ja zu dir hin. Rubt indeß entseelte Glieder! einst belebt euch JEfus wieder. 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, daß du auferstanden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist: daß zu jener feel'gen Ruh einzugehn, ich alles thu, daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. JEsus mein Erlöser, lebet. Heil mir! daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlößten, ge bet, seinem Namen Dank uns Preis! kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, wel che ruft: JEsus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. ( 166) CLXVI. Flach der Mel. des 34. Lieds. Lobfinge, meine Seele, dem Welterlöser! båt Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. 295 båt ihn an! Lobsing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der HErr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er gestürzt der des Todes Macht bezwungen, Höllen Heer. Nun liegt ihr Troß danieder, sein Sieg hat uns befreyt. Uns kronet Gott nun wieder mit Huld und Seeligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein GOtt und mein Versöhner auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sich, er lebet! er lebt! and stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Junger wanken, er stärkt die Wankenden, sie sehn ihn, freu'n sich, danken, dem Auferstandenen. Sie sehn em. por ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen, von ihm bis in den Tod. 4. HErr! deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. T4 Ich 296 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Jhn båt ich an im Staube, ihn, der mein Netter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der HErr ist mein Vertrauen: er starb für mich und lebt! ( 167.) CLXVII Mel. ofianna Davids Schn. SPLET Ens meine Liebe lebt, dem es ist so wobl gelungen, daß der Feind nun vor ihm bebt. JELITELETÉ und der Tod im Sieg verschlungen: Er, PELET! mein Heil, it wieder Licht, der im Grabe lan erbleichet, aber jeßt der Sonnen glei chet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen Hoffnungsvollen Blick, und ein unvergänglich Wesen bringt mir diese Sonn zurück, und giebt mir im Wort zu le fen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, glei thes Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfur. 297 ches Leben sollen erben, dessen sie zuvor be. raubt. 3. Liebe, stårker als der Tod! dugiebst kla. re Siegeszeichen, machst den Feind zum Frie. densbott' läßt den Tod zum Heil gereichen: denn wie sollt zur Sterbenszeit, mich die Bottschaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitter Feit?. 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen: Nunmehr hat kein Feind gewalt an den wiederfundnen Schaafen: denn der auferstandne Hirt' der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, das du, Lebensfonn'! durchscheinest; so komm ich zur füssen Ruh, da du mich mit dir vereinest: wann du einst die Stimm erhebst, so wird dieß mein Fleisch erwachen, denn du wirst es lebend machen, und mich bringen, wo du lebst. 6. Komm, mein Hirte! führe mich; Lie. be! gieb, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gieb, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebte Wege, bis ich ewig ben dir bin. 25 ( 168.) 298 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. ( 168.) CLXVIII Flach der Melodie des 15. Lieds. Wach auf mein Herz! auf tråger Sinn! die Sonn' ist aufgegangen: wirf dich zu JEsu Füssen hin, den Heiland zu umfangen. Sieg reich hebt er sein Haupt empor: er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Bonne. 2. Steh von dem Tod der Sünden auf, be ginn' ein neues Leben. Vollführe deines Glaubens Lauf, nun must du dich erheben gen Himmel, wo dein JEsus ist, fuch mun, was droben, als ein Christ.. der geistlich auf erstanden. 3. Bergiß nun, was dahinten ist, mit un verwandten Blicken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dirs glücken. Berlaß die Welt und ihren Schein: bey JE fu kannst du nur allein Ruh' und Erquickung finden. 4 Bald reizt dich freylich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch wer sich vest an JEsum hält, dem kann nichts Furcht erwe. cten. Wirf deine Sorgen auf den HErrn: er sorgt für dich, und thut es gern, drum ist er auferstanden. 5. Erst. Th. XI. Von der Auferstehung Ju. 299 5. Der Low aus Juda hat nunmehr voll. kommen überwunden. Auch gegen aller Fein de Heer wird bey ihm Schuß gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch siegreich überwinden. 6. Du warest todt, HErr JEsu Chrift! nun bist du auferstanden. Du kennst des Satans Macht und List, o mache sie zu Schanden! daß wir in dieser Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit, zuletzt das Feld be. halten. 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stark uns, HErr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort, wischt du uns die Thränen ab: Auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. ( 169.) CLXIX. Nach der Melodie des 109. Lieds. Erinnre dich, mein Geist; erfreut, des ho. ben Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächt niß JEsum Chrift, der von dem Tod erstan. den ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ober heute 300 Erst Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. bente dir erschien, als spräch er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich, und båt ihn an. mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit GOtt vereint, und ist dein Kö nig und dein Freund. Er 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! sein Name sey gebenedent, von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! mas ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, un sterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig seelig seyn; HErr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft- in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, GOtt, auf mein Angesicht. 8. Du der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du er füllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens First, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus mei. Erst. Th. XI. Von der Auferstehung ZEM. 301 meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rech. ten ſtehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen From men aller Zeit soll ich mich freu'n in EwigFeit. II. Zu welchem Glück zu welchem Ruhm ofhebt uns nicht das Christenthum! mit dir ge. Freuzigt, GOttes Sohn, sind wir auch aufer. standen schon. 12. Nie kommt es mir aus meinem Sine, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft; fein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß JEsum Christ, der von dem Tod erstanden ist! ( 170.) CLXX. Nach der Melodie des 30. Lieds. Freywillig bast du dargebracht für uns, o HErr, dein Leben. Du hattest es zu lassen Macht, Macht wieder dir's zu geben. darum liebte dich dein GOtt, weil dit, geUnd horsam 302 Erst. Tb. X1. Von der Auferstehung Jesu. horsam bis zum Tod, dich haft für uns er. niedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem GOtt verlassen. Er fronte dich mit Herr. Dein lichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Kreuz, daran man dich erhöht; verwandelt sich in Majestät, denn du giengst aus dem Grabe. 3. Gebaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest docb zu gleicher Zeit an dir die Hoheit GOttes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Graul; doch sterben für der Feinde Heil, dieß ist die höch ste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenebre. In Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre; gedultig und von Sünden rein, ge horsam bis zum Kreuzé seyn; dieß war, HErr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz. Doch war dir ja die Kraft des HErrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer; und selbst der bösen Geister Heer ges horchte deiner Stimme. Erst. Th. XL. Von der Auferstehung JEfu. 201 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein GOtt; denn du bist auf. erstanden. Du bist mein Heil, mein Fes, mein Hort, der HErr, durch dessen mächtig Bort auch ich einst ewig lebe 7. Wir sind nun göttliches Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dicß ist die Hoff nung deines Knechts; in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich HErr JEsu Christ! durch dich einst aufer stehen. ( 171.) $ CLXXI. Mene mel. oder Wachet auf ruft. allelujah! JEms lebet. Erlößte MenPENGITIMEN schen, o erhebet, des GOttverföhnersMaPIEEEEEEE jestät! Horts, betrübre Sünder! gebet der Freude Raum denn jEius leber: Sort hat ihn aus dem Staub erhöht. O Stele! dein 304 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEsu: dein Gesang erschalle ihm zum Dank! Hal DIEENESE leluja! dich, grosser Held, erheb die Welt! weil deine Hand den Sieg behält. 2. JEsu Jünger, wehrt dem Leide! lob, singet ihm, und nehmt voll Freude am Sie ge Theil, den er errung, Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genug. Laßt eure Feinde dråun! ihr könnt getrost euch freun! JEsus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, der. selbe gestern und auch heut. 3. Nun veszagt auch nicht Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Leberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Volk hinauf: schließt seinen Himmel auf sie zu segnen. Der Himmel tont: GOtt ist versöhnt; weil JEsus lebt, ist Gott versöhnt. 4. Tod! wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bef Erst. Th. XL. Von der Auferstehung JEfu. 305 bessern Leben, sich aus des Todes Staub er. heben, wenn JEsus den Entschlafnen ruft. Dann wird das todte Feld zu einer regelt Welt. Alles lebet: so wie verneu't, zur Früß. lingszeit, das Pflanzenreich die Erde Fleidt. 5. D erstandner! welch ein Segen erivartet uns wenn wir auf Wegen einhergehit, die dein Fuß betratt. Unnennbare Seelig keiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald find sie unser Theil. Bald krönet uns das Heil deines Lebens. Hallelujah! der HErr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da. ( 172.) CLXXII. Fach der Melodie des 156. Lieds. lebt, mit ihm auch ich. Tod! wo sind num deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferweckett. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. SEfus Jefus 2. JEsus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben, Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. JEsus lebe; wer num verzagt, lästert u iðn 306 Erst. Th. XI. Von der Auferstehung JEfu. ihn und GOttes Ehre. Gnade hat er zuge. fagt, daß der Sünder sich bekehre.. GOtt verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuver sicht. 4. JEsus lebt, sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. 5. JEsus lebt, ich bin gewiß, nichts foll mich von JEsu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. JEfus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todes. noth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: HErr, HErr, meine Zuversicht! XII. Von der Himmelfahrt JEsu, und seinem Sizen zur Rechten GOttes, CLXXIII. ( 173.) Mel. Auf diesen Tag gedenken wir. 21 In diesem Tag frohlocken wir: HErr! du bist aufgefahren. Des Himmels Chöre jauch Erst. Ch. All. von der Seif jauchzen dir: o laß auch uns erfahren: daß wie vol Müh das Leben ist, doch da du hingegangen bist, die Hoffnung es ver füffet. Alleluja, Alle Alleluja! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann ſei ne Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüstet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Alleleluja, Alle Alleluja! 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem HErren. Er wird den trågen Fleisch und Blut sein Himmelreich ver sperren. Ist unser Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an derEr-, de kleben. Alleluja, Alle- Alleluja! 4. Zeuch uns dir nach, HErr JEfu Chrift! daß wir, so lang' wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns immer mehr erheben. Wir sehn hinauf, du siehst herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusam men kommen. Alleluja, Alle- Alleluja. U1 2 308 er. 21. An. Von der Hummelfahrt JEfu, 5.Ogrosser Tag! an Freudenreich, wann wir mit allen Frommen nun unserm großen Hei land gleich zum feel'gen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth' in E wigkeit beym höchsten Gut! mehr können wir nicht wünschen! Alleluja, Alle Alle Iuja. ( 174) CLXXIV. Flach der Melodie des 101. Lieds. Der HErr fährt auf gen Himmel mit hel. lem Jubelschall, mit jauchzendem Getümmel, und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobsinget GOtt! lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der HErr wird aufgenommen in könig. licher Pracht. Des freu'n sich alle From. men, die er hat frey gemacht. Es hohlen JE. fum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, er. freun. 3. Mit freudigem Gebåte wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Ståtte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freye sichre Bahn. und seinem Sitzen zur Rechten GOttes. 309 4. Wir Pilgrimme der Erden, die hier das Elend bau'n; wir sollen himmlisch werden, und JEsum ewig schau'n. Auf, Kinder Got tes auf! wo JEfus hingegangen, dahin steh' eu'r Verlangen! dahin kehrt euren Lauf! 5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzli cher Begier! mit Inbrunft laßt uns singen: dich, JEsu, suchen wir! zu dir, o GOttes Sohn, soll sich der Geist erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser grosser Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schäßen, du gleißne. rische Welt! sollt uns dein Nichts ergößen? dort ist was uns gefällt! er unser Fleisch und Blut prangt auf der Gottheit Throne, giebt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? du Tag, wann wirst du seyn, da wir ihn mit Entzücken zum ersten mal erblicken? O Tag, brich bald herein! ( 175.) CLXXV. Flach der Melodie des 109. Lieds. Schau, grosser HErr der Herrlichkeit, her. Ü 3 ab 310 Erst Th. XII, Von der Himmelfahrt JEfu, ab vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wink bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Werk vollbracht, beschlossfest du den edlen Lauf; und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn GOttes und des Menschen Sohn. Nun si test du in grosser Kraft, als unser Haupt, auf GOttes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und fiegt, du bist uns allenthalben nah; und set ber das Berborgne liegt vor deinen Augen of fen da. 5. Schau, HErr, aus deiner heil'gen Höh, auf uns, die Deinen, die du kennst; daß alle Welt erkenn und seh, daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon einge gangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schüßt. Du, unfre Kraft, und unser Licht, bist mitten unter uns auch jetzt. & Bon deinen Brüdern sen gelobt, Held, der und feinem Sitzen zur Rechten GOttes. 311 der du uns den Sieg erstrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füß ſe trittst. 9. So setzen wir dann unverzagt, und freu. dig unsre Wallfahrt fort. Den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geist erst dort. io. Ja aufgefahrner JEsu Christ! auf dich nur schau'n und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bey dir. 11. Bollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns machtig beyzustehn! nimm unsre Seelen zu dir auf! laß deine Herrlichkeit uns ſehn! ( 176.) CLXXVI. Flach der Melodie des 109. Lieds. Auf! JEfu Jünger! freuet euch! der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm, tobsinget ihm mit hoher Stimm. 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit, geht seine 11 4 Macht 312 Erst. Th. XII., Von der Himmelfahrt JEsu, Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßzet seine Christenheit, erhält ſie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lob. finget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland! wir erheben dich; und unfre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestát, dazu dich GOtt, dein Gott, er höht. 7. Wohl nun auch uns! denn, HErr, bey dir steht Kraft und Macht; und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an; was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbft. 9. Du hast die Stätte uns bereit, bey dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treu vollbrachten Glaubenslauf, nimmst du uns in den Him. mel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns und seinem Sitzen zur Rechten GOttes. 313 uns mit eifriger Begier nach dem nur trach. ten, was da ist, wo du verklärter Heiland bist. n. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit nur dir zu leben, dir zu trau'n, bis wir dereinst dein Antlik schau'n. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreu'n, Immanuel! dann singen wir, von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. ( 177.) CLXXVII, Flach der Melodie des 82. Lieds. Groffer Mittler! der zur Rechten ſeines grossen Baters sitzt, und die Schaar von sei. nen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhüll. tem Antlitz dienen; dessen Reich und Maje. ståt über alle Dinge geht. 2. Dein Geschäfft auf dieser Erden ist aufs Herrlichste vollbracht. Der Berlohrnen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod trattst du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu seyn, giengst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäffte in des 11 5 Him. 314 Erst. Th. XII Von der Himmelfahrt JEfu, Himmels Heiligthum die erwordnen Lebens. kräfte durch dein Evangelium den Erlößten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen! die dir trau'n, und auf deine Hülfe bau'n. HErr, du schauest voll Erbarmen stets auf diese Welt herab. Liebreich suchst du je den Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken, und zur Buf se zu erwecken. Seelig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der v Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir ge währt, der von dir die Rettung suchet und den Sundendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du, Leben und Gewissensruh. 6. Duvertrittst, die an dich alduben; du bewahrst und stärkest sie, daß sie dir vereinigt bleiben; daß sie dieses Lebens Müh, standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende finden, und einst ewig bey dir seyn, ewig deiner sich zu freu'n. 7. O, was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich glaubig ehren, und auf deine Stim und seinem Sitzen zur Rechten GOttes. 315 Stimme hören! nur ben dir steht unser Heil. Gieb uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Bater båten, und uns unsre Sünde schreckt; laß uns dein Ver. dienst vertreten, welches unfre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Prüfungszeit, HErr, zu deiner Herrlichkeit. ( 178.) CLXXVIII. Nach der Melodie des 101. Lieds. Mein JEfus triumphiret, und nimmt den Himmel ein. Er hat sein Werk vollführet vom Fluch uns zu befrey'n. Die hohen Se. raphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnem Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun JEsus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nun an ihn glaubet, ihm folgt und treu ihm bleibet, der wandelt Himmel an. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist un fer bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der HErr uns Heil. Erlößte! macht 315 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt Jesu, macht euch auf! wo JEfus hingegangen, da bin schickt das Verlangen! dahin geh euer Lmf. 4. Herr! hilf uns darnac ringen mit eifrig ster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen! den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie dir es wohlgefällt. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o bilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Sey du selbst unser Leiter in unsrer Prü fungszeit; und bring uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! bis diese Zeit vorben, bis wir, dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir stehen, bis Erd und Himmel neu. ( 179.) CLXXIX Flach der Mel. des 109. Lieds. Wir freuen uns, HErr JEſu Christ, daß Du starker du zur Rechten GOttes bist. HErr, Immanuel! o stårk im Glauben un fre Seel. 2. Du sißest auf des Himmels Thron, ak unser und seinem Sitzen ur Rechten GOttef. 317 unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht; drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestát dir gleich? Mensch, En. gel, jede Creatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht vcft; der seine liegt, durch deine Macht ist er befiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie seelig ist, wer an dich glaubt! du bist sein Licht, sein Trost sein Theil, sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. 6. HErr, unsre Herzen trau'n aufdich. Deitt freuet unsre Seele fich. Du Held von unserm Fleisch und Blut! bist unser Trost und höch. stes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von keiner See. le bist du fern; du sieh'st auf sie, und hilfst ihr gern. 8. Sich auf uns guådig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und segne unsern Lebenslauf. 9. Gen 318 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt JEsu, 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als HErr und Richter aller Welt wird dich der einst der Erdkreis fehn. Laß uns dann freu dig vor dir stehn. 10. Dann triumphirt der Glaub an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, HErr JEsu Christ! der du zur Rechten GOttes bist. ( 180.) CLXXX. Flach der Melodie des 15. Lieds. Mein JEfus fißt zur rechten Hand des Ba. ters in der Höhe; er herrscht in meinem Vaterland, das ich von ferne sehe, und wo ich mit dem Herzen bin, wo alle Engel GOttes ihn, als ihren König ehren. 2. Denn über jedeš Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm jauchzt der Se. raphinen Stimm, die Cherubinen singen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Him mel samt der Erden, und was sowohl in die. fer Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heissen kann, das ist ihm alles unterthan: er herrschet über alles. 4. Du und seinem Eitzen zur Rechten GOttel. 319 4. Du mußtest Hoherpriester seyn: dein O. pferblut, dein Båten, dein Segnen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dieß dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun walteſt du als HErr der Herrn und der Monarchen König, HErr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, HErr, über Tod und Leben! 6. Immanuel! du bist bey uns, bis an der Zeiten Ende; und die Besorgung unsers Thuns gab GOtt in deine Hände. Du steb'st uns ben in aller Noth; du streit'st, du siegst du hilfft im Tod, durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem welcher überwind't, will ich zu sitzen geben, auf meinem Stuhl, als GOttes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als GOttes Sohn, und bin auf meines Baters Thron voll Herrlichkeit gesessen! ( 181.) CLXXXI. Flach der Melodie des 34. Liebs. Mein Heiland! deine Grösse geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst 320 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt JEfu, warst bey GOtt von Ewigkeit. Du bist der Erstgebohrne vor aller Creatur: kamst zwar für uns Verlohrne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Eh noch die Welt geworden, hattst du schon Herrlichkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein Fräftigs Wort gemacht. Auf dein allmäch. tig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Er be über Alles! das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trågest alle Dinge durch deiner Allmächt starkes Wort; das große und geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn GOt tes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschich't, was dir gefällt. Bey dir steht Tod und Leben Drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. 4. GOtt låst dir Chr erzeigen, die keinen andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen; dent göttlich groß ist, HErr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort und seinem Sitzen zur Rechten GOttes. 321 Wort nicht hört, der kann nicht feelig werden. Wer aber dich berehrt, dem hilfit du vom Berderben; schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkomminer Seeligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jeßt, d HErr! in aller Welt. Dich preist der From. men Saame, der gläubig dir zu Füssen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschen. sohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, HErr, von uns zu nehmen, uns deinem Eigenthum. 6. Sohn GOttes! ich verehre und båte dich in Demuth an. Beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zügethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für uns litt, die schuld'ge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade Laß nichts, von deiner Liebe trennen. mit, dich gläubig zu erkennen. die dich erkannt Dein Ruhm füll jedes Land! ( 182.) CLXXXII Flach der Met. des 119. Lieds. Herr Err JEsu, deiner Glieder Ruhm, du starkes Haupt der Schwachen! du hast ein * ewigs 322 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt JEsu, ewig's Priesterthum, kannst allzeit seelig mas chen; du bist der das Gebät erhört und der des Glaubens Bunsch gewährt, so bald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du hast den Weg ge offenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradieß die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein: so werden auch die Glieder gewiß nicht ausge schlossen seyn. Du bringst sie alle wieder: sie werden da seyn, wo du bist, und dich, ver. Flärt, HErr JEsu Christ, dir ähnlich ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir: Laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jetzund an erlesen! zeuch unser Herz dem Himmel zu; daß unser Wan del, Schatz und Ruh nur sey bey dir dort oben! 5. Was droben ist, laß künftighin uns un abläßig suchen; was eitel ist, das laß uns flieb'n; was sündlich ist, verflucben! weg Welt! dein Lust und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein, für himmlische Ge. müther. 6. und seinem Sißen zur Rechten GOttes. 323 6. O Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir mur laufen! o Perle, die die Welt nicht zahlt, dic will ich an mich kaufen! o Erbtheil voll Zufriedenheit, v Himmel vol. ler Seeligkeit, fey mein, aus JEsu Gnaden. 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth! wann komm ich Heilserstatter, zu deinem und zu meinem GOtt, zu dein und meinem Va ter! wann komm ich zu dir, höchstes Licht! wann seh' ich einst dein Angesicht! komm bald D JEsu! Amen! ( 183.) CLXXXIII. Flach der Melodie des 167. Lieds. Hosianna, Davids Sohn! der in seines Va. ters Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Saamen; welchem GOtt ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein Ende ninimt. 2. Set) gesegnet, theures Reich! das ein solcher HErr befißet, dem kein HErr auf Er. den gleich, der das Recht mit Nachdruck schüset. Schwinge dich in stetem Flor, groß X 2 durch 324 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt JEsu, durch Frieden, reich an Freuden, unter Ju. den, unter Heyden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestát můsse jedes Bolk verehren; und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der Fleinen Kinder Mund mache, zum Verdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, feinen grossen Namen kund! 4. Schreibe mich, HErr, auch mit an un ter deine Unterthanett! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist froh zu jenen grossen Reiben, die dein: Hosianna! schreyen, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch! seyd ermuntert, meine Sinnen, JEsus, und sein Gnadenreich, wird ben euch auch Raum ge winnen. Kommt und schwört den Huld'. gungseid! kommt und küßt den Sohn der Liebe! ach! daß niemand aussen bliebe! Hier, ach hier ist Seeligkeit. ( 184) CLXXXIV. Aus dem 47. Pfalm. Flach der Melodie des 1. Lieds. Ihr Völker in der ganzen Welt, frohlockk mit und seinem Sitzen zur Rechten GOttes. 325 mit Herz und Händen! jauchzt unserm Gott; erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! 2. Ihr die ihr seinen Zepter ehrt, ihr wer det einst regieren: ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füssen spüren. Zu seinem Erb. theil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich: ein ewig's Heil beschieden. 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein; ihm fangen Cherubinen: Wie? wollt ihr långer tråge seyn lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! lobsingt, lobsingt dem HErrn! denn er ist GOtt und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 4. Mit Flugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem Thron; der Höllen Heere sehn den Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herr'n der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm, als GOtt bekehren. Es beugen sich mit Jacobs Stamm dir, Herrscher, GOtt von Abraham, die Mächtigen der Erde. X 3 ( 185) 326 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt JEfu, ( 185.) CLXXXV. Aus dem 72. Pfalm. Flach der Melodie des 8. Lieds. GOtt! gieb dein Gericht dem Könige der Erden: Laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königs, sohn, sey, HErr, dein Volk befrey't, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneu't! 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg' und Hügeln Fried und Gerechtigkeit in vol lem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Bolks sich an, er dessen strengen Born kein Frevier tragen kann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn' und Mond an den gewölbten Bühnen in allem Prachte stehn. Bon Kind zu Kindeskind er. schallt, wie groß und schön, HErr, deine Werke sind. 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott erblicket: er kommt und seht durch ihn wird der Gerechte blühn, mit ihm wird Fried und Ruh in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herrschet er, von einem Meer zum ondern, ihm unterwerfen sich die in der Wite und seinem Sitzen zur Rechten GOttes. 327 Wüste wandern: er wirft mit måcht ger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Ge. schenk und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und machtig heißt, von Heyden selbst wird auch sein hoher Ruhm ge preist. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und hülfreich Herz bricht ihre schwere Ketten; von Trug und Frevel macht sie sein Erbarmen frey, und zeigt, wie werth vor ihm ihr Blut geachtet sey. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Gränzen. Sein unermeß'nes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man allezeit Gebåt und Opfer dar, und dringet sich mit Lust zu seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterbli chen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam' und Thron gepreist. 10. So lange Sonn' und Mond im alten Glanze blißen, wird sich der Nachwelt Trost € 4 auf 338 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt JEsu, auf seinen Namen stüßen: durch ihn gesegnet, kniet der Heyden grosse Schaar mit Ehr. furcht, Dank und Ruhm vor seinem Söhn. altar. 11. Gelobet fen der HErr, den Israel ver. ehret, der einzig Wunder thut, und Feind und List zerstöret! gelobet sen sein Nam! bis in das fernste Land wird seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. ( 186.) CLXXXVI. Aus dem 24. Pfalm. Flach der Melodie des 109. Lieds. Die Erd' und was darinnen ist; das Meer die Welt mit dieß Alles, al so weit es schäumend fließt; Sonne, Mond und Stern; les ist des HErrn. 2. Des HErrn, der seine heil'ge Stadt so felfenvest gegründet hat, daß sie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge GOttes steht. 3. Wer darf sich dieser Stätte nah'n? wen nimmt er zum Bewohner an? nur den, der durchs Berföhnungsblut die schweren Schul den von sich thut. 4 Nur dem, der reines Herzens bleibt, und und seinem Sitzen zur Rechten GOttes. 329 und keine falsche Lehre treibt; des Meyneids sich nicht schuldig macht; nur dem ist Segen zugedacht. 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell' der Seeligkeit, dem, welcher vor sein Antlig tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. Verlohrne Sünder, machet doch die Tho. re weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen seyn, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Ihr fragt: wer dieser König sey? Nichts, nichts kommt seiner Grösse bey. Er ist der HErr von ew'ger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet frölich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß Hervor! er kommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll' und Tod! ( 187.) CLXXXVII Nachahmung des 21. Psalms. Flach der Melodie des 35. Lieds. $ Err! Err! der du deinen theuren Sohn mit Hülf und Kraft von deinem Thron zum Mitleram te schmücktest! GOtt, der du auch da Höll € 5 und 330 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt JEsu, und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ew'gen Freu den! 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Gü te. Da rühmt die Wunder deiner Huld, nach unfrer ausgeföhnten Schuld, sein göttliches Gemüthe. Nun preift, sein Geist deiner Liebe starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihnzielten. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wornach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket. Denn nur auf unfre Seeligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlich keit war stets sein Sinn gelenket. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Seel'ger Wechsel der Beschwer. den! 4. Ums Leben bat er, Bater, dich, da Trost und Vater von ihm wich: du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jetzt seiner Ta ge Lauf? das Lob? den Schmuck, den du ihm drauf in deinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde alle müssen, zu den Füß fen und seinem Sitzen zur Rechten GOtter. 331 sen JEsu fallen, durch sie muß sein Ruhm er. schallen. 5. Du, den mein Glaube zärtlich spührt, du hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Vaters Rechte hielt dich vest, als von des årgsten Grimmes Pest der Feinde Nachen rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte sucht die Rotte dich zu tödten: GOtt sieht drein; und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Volk, das seinen Bund vergißt, die mör. derische Bande. Noch trågt ihr Same diesen Fluch; und ist( welch barter Richterspruch) ein Scheusal aller Lande. Erde! werde, ben der Sache dieser Rache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet! 7. Man dachte Böses dir zu thun, Lamm GOttes! und dann erst zu ruh'n, wann du, vertilgest wärest. Weisheit, die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihren Schaden kehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Ko. Chers Pfeile des erzürnten Rächers! 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Herr, und deinen Gnadenbund und dich, in lauten Lię. 332 Erst. Th. XII. Von der Himmelfahrt JEsu, Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Hey, den zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. ( 188.) CLXXXVIII. Fach der Melodie des 29. Lieds. DE Err! du fährst mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit: doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gieb mir, JEsu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgrimschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir: wenn ich nach dem Him. mel blicke, o, so öffn' ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trages deinem Ba ter vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe! 3. Lehre mich die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dieß zur Erde zieh'n, da ich jenseit überm Gra be eine größre Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rauben: du er. warbst sie theuer mir; jeßzund seh ich sie im Glau und seinem Sigen zur Rechten GOttes. 333 Glauben, dorten find ich sie bey dir. Dort be. lohnst du das Vertrau'n deiner Gläubigen durchs Schau'n, und verwandelst ihre Leiden in unendlich grosse Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Baters Hause zu. Rufst du frühe oder spåte, mich zu meines Grabes Rub; leucht auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen, und für uns den Sieg errungen 6. Kommst du endlich glorreich wieder ait dem Ende dieser Zeit, o so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut: heil'ge und verklär' sie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz, dann nicht mehr von Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde. ( 189.) CLXXXIX. Flach der Melodie des 121. Lieds. König, dem kein König gleichbet! dessert Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Got. tes Wesen, der zum Mittler uns erleſen, sich der Welt wollt' offenbaren, als das Bild des Unsichtbaren! dir gehört das Recht zunt Throne, als dem Mittler, als dem Sohne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meer müssen stets 334 Erst Th. XII. Von der Himmelfahrt JEfu, stets zu deiner Ehre dir, HErr, zuGebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem macht'gen Scheiten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: dir nach deiner Borschrift leben, dir nur zu ge. fallen streben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren hört man stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen, dein ver klärtes Untliß schauen: die dich unermüdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. HErr, in allen diesen Reichen! dir ist nie mand zu vergleichen an dem Leberfluß der Schäßze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, an des Regimentes Långe, an Begnadigung der Freunde, und an Siegen über Feinde. 6. Nun herrsch auch in meinem Herzen über Born, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schuß geniessen, auf mich deine Gnade fliessen; dich stets fürchten, ehren lie ben und seinem Eizen zur Rechten GOtter. 335 ben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. XIII. Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. ( 190.) CXC. Mel. O Ewigkeit du Donnerwort. rhob'ter Jeu! GOttes Sobn! der du schon längst der Himmel Thron als HerrDE scher eingenommen. Du wirit deremst zu rechterZeit, in aroger Kraft und HerrlichPete keit, vom Himmel wieder kommen. Gieb! daß daim frob und mit Vertrau'n dich HErr, auch meine Augen schau'n. 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen! wenn du auf lichten Wol 336 Erst.Th. XIII. Von der Wiederkunft Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen. Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich GOtt, dein GOtt, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare grosse Heer der Tod. ten wiedergeben. Sie stehn durch dich, HErr, neu befeelt, nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammlest sie vor deinent Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trift den Bösen Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, JEsu Christ! daß du der Erden Rich ter biſt? 5. O gieb, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Hei land wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geb, ganz frey von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker seyn, und auch die kleinste Sünde scheu'nt. 6. Dein Name sey mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, daß laß mich Frewich üben. Niemals ermüde hier meint Geist JEfu Christi zum Gericht. 337 Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab' ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seeligkeit. ( 191.) CXCI. Flach der Melodie des 119. Lieds. Er kommt, er kommt zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. O weigert end, Erlößte! nicht, jetzt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht feine Stimme hört, und sie nicht mit Gehorsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 2. HErr, laß mich deiner Majestät, mit wahrer Freude dienen! wie herrlich dich dein GOtt erhöht, ist zwar noch nicht erschienen. Doch, was uns hier verborgen war, daß wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wann vor dir die Natur dann bebt, und unter deinen Füssen sich alles, was dir wider. strebt, wird völlig beugen müssen, wann al. le Engel vor dir stehn, dann werden alle Augen sehn, wie hoch dich GOtt erhoben. 4. Wann dann, o HErr! auf dein Geheiß die Tooten wieder leben; dein Feind mit Furot, dein Freund mit Preis. sich aus dem Grab Y erhe. 338 Erst. Th. XIII. Von der Wiederkunft erheben; wer wird dann noch, HErr JEsu Christ! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit leugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wann du, die hier dich fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? wann mun ihr Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie ver ftummen. 6. Und wann du denn die Deinen nun mit Preis und Ehre ziereft; und ihnen ewig wohl. zuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, HErr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu be glücken. 7. O laß mich dann, HErr JEsu Christ! mit Freuden vor dir stehen; und dir, so herr. lich du auch bist, getrost entgegen sehen. Wann deiner Feinde Rotte zagt, von Ren und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele! 8. Daß ich dieß Glück erleben mag; so laß in diesem Leben, o Heiland! deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er rei ze mich, dir mich zu weih'n, in deinem Dien ste treu zu seyn, und nie dich zu verläugnen. ( 192) JEfu Christi zum Gericht. CXCII 339 ( 192.) Nach der Melodie des 190. Lieds. Der unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, kam, kommt zum Gerich te wieder. Nicht fern ist seiner Zukunft Zeit! in aller seiner Herrlichkeit steigt JEſus dann hernieder. O sich'rer Erdkreis, besfre dich! der Tag des Schreckens nahet sich. 2. Warum verzeucht der Richter, GOtt? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! hörts mit Beben! euch, die ihr frevlend widerstrebt; und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt: bald kommt der Richter; und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schre cken, dann wird, wenn GOttes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod, vor seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich: und sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wann furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plößlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer Y 2 fällt; 340 Erst. Tb. XIIJ. Von der Wiederkunft fällt; wann alle Menschen zittern, und, vor den Richter hingerückt, der Spotter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Busse Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt eh' euch dieser Tag ergreift die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lin drung sucht. 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein innerstes, o GOtt, vor dir! ich bin ein Mis setbåter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewig's Urtheil spricht, HErr, mich, den Ulebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du hast auch, JEsu, mich erlößt. 7. Tag GOttes! Tag der Ewigkeit! du pre dig'st uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den GOtt der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein; so wie der Frommen Wonne seyn. ( 193.) JEfu Chrifti zum Gericht. 34% CXCIII. ( 193.) Flach der Melodie des 67. Lieds. Bedenke, Mensch! das Ende: bedenke dei. nen Tod. Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und roth, kann morgen und geschwinder, hinweggestorben seyn. Drum bil. de dir o Sünder! ein täglich Sterben sin. 2 Bedenke, Mensch! das Ende: Bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor JEsn Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nach dem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch! das Ende: der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglid Schmer. zensschreyen; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch! das Ende: bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor GOttes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in GOttes Reich erlangt. 5. HErr! lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken, mein Herze sey bereit. Laß mich den Tod betrach. Y 3 ten 342 Erst Th. XIII. Von der Wiederkunft ten und deinen Richterstuhl: laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, GOtt! daß ich in Zeiten auf mei nen letzten Tag mit Busse mich bereiten, und täglich sterben mag: im Tod und vor Gerich te, steh mir, o JEfu! bey: daß ich im Him. meislichte zu wohnen würdig sey! ( 194.): CXCIV. Flach der Melodie des 67. Lieds. Ich denk an dein Gerichte, du Richter aller Welt! der Thor nenn's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren, du halteft einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o HErr im Gei ste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heil'ge Menge er hab'ner Engel steh't. Welch herrliches Ge prånge! welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor dei. ner Macht zu fliehn. HErr, alle Menschen. Finder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erscheinen vor deinem Richter. thron JEfu Christi zum Gericht. 343 thron, den Sündern und den Deinen giebst du gerechten Lohn. 4. Froblockend sehn die Frommen dein götte lich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnom. men, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn fie den Himmel offen, und du, HErr, segneft sie. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du giebst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, JEsu! dein Gerichte mir stets vor Augen seyn, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Beiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dennn bein Tag vorhanden; wird die. se Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld be. frey't; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 4 ( 195.) 344 Erst. Th. XIII. Von der Wiederkunft ( 195.) CXCV. Nach der Melodie des 30. Lieds. Schon ist der Tag von GOtt bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Looß aus GOt tes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit, auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Rid ter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Busse nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt. Kommt, erbt, das Reich der Ehren! so spricht er zu der Frommen Schaar: doch die, die widerspenstig war, heißt er nun von sich weichen. 5. JEfu Christi zum Gericht. 345 5.0 HErr! mit welcher Majestät, wirst du dies Urtheil fällen, die Sünder die dich hier verschmäht, gehn dann gewiß zur Höl. len. Hier trifft sie unausforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter seyn? ihr War. ten ist verlohren. 6. Sie die Gerechten leuchten dann, so wie der Glanz am Himmel, du selbst nimmst fie zu Ehren an. O welch ein froh Getümmel! nun sehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück, aus GOttes Gnad, erworben. 7. Sie gehn nun in das seel'ge Reich, das GOtt für sie bereitet, und fehn auf ewig En. geln gleich, Ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das Stückwerk wird Bollkommenheit, kein Kum mer, keine Traurigkeit stört ihre ew'ge Freude. Es 8 Mein Heiland laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden Frånken. reize mich gewissenhaft, und eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. ( 196.) CXCVI. Flach der Melodie des 171. Lieds. Wachet auf vom Siblaf ihr Sünder! er. Y5 wacht! 346 Erst. Th. XIII. Von der Wiederkunft JEsu 2. wacht! denn euch, o Menschenkinder, erwar ten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben hat GOtt in eure Hand ge geben, erwacht! noch ist zur Busse Zeit! ge recht, gerecht ist GOtt! er hört der Frevler Spott! Frevler, zittert! wißt! was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß, und hält Gericht! 2. Schrecklich wird sein Zorn entbrennen! dann wird der Spotter ihn erkennen, des Baters eingebohrner Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr seine Frommen! er wird zu eurem Heile kommen: bald kommt er und mit ihm sein Lohn! euch richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt! wer überwin. det, wird gekrönt! 3. Send bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plötzlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen, sein Reich, die Erde ganz erlö. sen, von Sünd und Tode sie befreyn. Heil, Bonne, Seeligkeit, ist ewig uns bereit! A men! Amen! die Zeit ist nah! bald ist sie da! gelobt sey GOtt! Halleluja! XIV. +( 0)+ XIV. Von dem heilgen Geist und dessen Gaben. ( 197.) CXCVII. K 347 omm, o GOtt Scopfer, beil'ger Geiſt! kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde sie, so wie du weißt, daß dein Geschöpf vor dir muß seyn. 2. Mach uns als Tröster dich bekannt, GOtt ist für uns nun nicht zu theu'r; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feu'r 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit dei. nem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle fich in uns dein Glanz, o Geist! der alles Gute schafft. 4.In Wundergaben zeigst du dort den Fin ger GOttes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort! du sprachst: auch bey uns ward es hell. 5. O mach' es kraftig: Treibe fern des Fein. des Lift. Dein Friede sen mit uns, daß wir dir 348 Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geist dir folgen gern, und steh uns in Bersuchung bey. 6. Stark uns im Glauben an den Sohn und Bater, bis das Schau'n ihn front, und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt! ( T98.) CXCVIII Nach der Melodie des 33. Lieds. Ihr Christen rühmt, erbebt und preiset, er. bebet frob mit Herz und Mund, die Gnade die uns GOtt erweiset: mit uns macht er den neuen Bund. Er fegnet reichlich, und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Eegen fließit in vollen Stro, men: er schreibt sein Wort in unfern Sinn. 2 Gefalbet mit dem Del der Freuden vol. lender JEsus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schå. ße auf. Sein Geist, in den Aposteln kräf. tig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäfftig, ihm danket als sein Eigenthum. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Zungen! verkündigt GOttes hohen Ruhm; jein Na. MIK und dessen Saken. 3 339 13 me werde stets besungen von seinem heil'gen Eigenthum: 0, daß ein Geist des Lebens wehe! und was nur Odem hat, erfüll; deß alle Welt die Wunder sche, die GOtt in Chri sto schaffen will! 4. So laßt uns dann die Pfingsten balten im Geist und nicht im Fleischessinn. Verbiei. ben wir allzeit im Alten, so ist dieß Fest was kein Gewinn. Wir müssen neu gebøbren werden so, daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach JEfu! schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft. Mach uns zu GOttes ächten Kindern theilhaftig deiner Eigenschaft! och zünde deine reine Liebe in unser aller Seelen an; und schaffe, daß mit heil'gem Triebe, was lebt, dich ewig lo. ben kann. ( 199.) & CXCIX. Mel. Vater aller Gnade. Ott, gros von Erbarmen! wene mor mich Armen, mcht mein Fleyen ab. Schau von 350 Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geist von deinem Throne, schau in deinem Soh # ne, auf mich Wurm berab. Ich bin ein un. würd'ger Båter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Lust zu Schäßzen, Würden und Ergößen, treibt mich, HErr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verlei hen, wenn wir brünstig zu dir schreyen. 3. Muß dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geist? Sollte meiner Seelen dieser Beystand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich deitt Geist beleben. 4. Arge Båter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht er hört, wenn um deinen Geist sie flehn? das wird ewig nicht geschehn. 5. Zwar ich hab' in Sünden sicher, ohn' Em pfinden, lange fortgelebt; deines Geistes Regung, selbst mit Leberlegung gar oft wider strebt und dessen Gaben. 3st strebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen; doch verzeihest du Rebellen. 6. Komm dann mein Berather; Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des HErrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thust es gern. För. dre du durch macht'ge Triebe in mir Glauben, Hoffnung, Liebe! 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bey meiner Blösse mir der Gottheit Größe stets vor Augen seyn, und dann zeige du mir Armen JEsu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünst'ger Triebe, Feuer keuscher Liebe! lasse deine Glut auch mein Herz durch. dringen, und in Flammen bringen, Gott mein höchstes Gut! lasse mich gleich Seraphinen dir mit Lieb und Eifer dienen. 9. Ist ben schweren Plagen ganz mein Geist zerschlagen, so bilf gnädiglich. Macht die Prüfungshiße, daß ich schmachtend fiße, fo erquické mich, laß des Trostes Ströme flief sen, und sich in mein Herz ergiessen. 10. Ich kann alles tragen: ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tief. sten Leide mir des Himmels Freude und mein Bo 352 Erst. Th. XIV. Bon dem heiligen Geist Vaterland auf das tröstlichste gewähret und mich seufzend danken lehret. ( 200) CC. Cach der Mel. des 116. Lieds. Der du uns als Bater liebest, treuer GOtt! und deinen Geist denen die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt. Demuthsvoll fleh ich vor dir; Vater send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft, die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, JEsu! noch mit achter Treu meinen GOtt und HErrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bey. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, hochge. lobter GOttesgeist! der du menschliche Ge müther besserst, und mit Trost erfreu'st! nach und dessen Gaben. 353 nach dir, HErr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu GOttes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich GOtt, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Baterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe! Bil de mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleicht'rung der Beschwerden, kann dem nächsten müßlich werden. 7. Gieb mir wahres Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß GOtt um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäffte, gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und GOtt nicht zu hören scheint: o, dann laß es mei3 ner 354 Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geist ner Seelen nicht an Trost und Stärkung feh. len! 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, HErr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie, durch ein seelig En de, herrlich sich an mir vollende! ( 201.) CCI. Mel. des 77. Pfalms. eil'aer Geist, du Himmels Lehrer! starFer Tröster und Bekehrer! Fehre bey mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung seyn. Gieb, daß stets durch heil'ges Denken sich mein Herz zu Gott mag lenken: klopf an meinem Herzen an, wenn ich geh' auf fal scher Bahn. 2. Treibe, leite und regiere, mich zum Gu. ten und dessen Gaben... 355 Gieb ten stetig führe, gieb selbst Lust und Kraft dazu, daß ich GOttes Willen thu'. mir stetiges Verlangen, JEsu vester anzubangen, immermehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu seyn. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gieb, daß bey mir wahre Reu über mein Bergeben sey. Laß mich allezeit erwegen, daß GOtt sey bey' mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wach. sam stets erfunden werden, und, nach göttli dem Geheiß, thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen, auch in meinem Herzen spühren, daß du, wehrter GOttes Geist! in mir wohnst und kräftig sey'st. 5. Komm, erfülle, komm, bewohne, mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe! lieber Gast, was du so geheiligt haft: so will ich von ganzer Seelen, deinen Gottesruhm erzählen; preisen dich Dreyeinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. 82 ( 202.) 356 Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geist ( 202.) CCII, Flach der Melodie des 4. Lieds. Gott! du hast in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwählet, sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gieb mir des Geistes Gaben, durch sie werd ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum guten ganz verlohren: heil'ger Geist, mein HErr und GOtt! mache du mich neugeboh. ren; rette mich von dem Berderben, laß mich nicht in Sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken: wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 4. Scaffe mir ein reines Herz, daß ich frets an GOtt gedenke, und mich oft mit Reu und Schmerz über meineSünden Frånke; doch nach den betrübten Stunden tröste mich durch JEsu Wunden. 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und, wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine und dessen Gaben. 357 eine gute Rebe Früchte bring' und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffnung sey stets die Zierde meiner Seele: in Bersuchung steh mir ben, daß ich stets das Beste wähle. Gieb mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst wie ich soll, ohne Heucheley verrichten; Christlich leben, feelig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. ( 203.) CCIII. Flach der Melodie des 37. Liebs. Dir, Bater! dankt mein Herz und singt; daß du den Sohn gegeben, den Sohn der Heil den Sündern bringt und unvergånglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, zur Er. de haft gesendet! der, Geist der Wahrheit kam berab, der deinen Knechten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn fie, die Welt zu lehren: der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren: der 33 gan 358 Erft. Th. XIV. Von dem heiligen Geist ganze Erdkreis hört erfreu't die Botschaft unfrer Seeligkeit;: Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht; wo man den Finger GOttes sieht, muß Sa tan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Ber. folgung zu erregen. Der Name JEsu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Junger foreckt nicht Pein noch Müh; der Geist der Stärke stärkte sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, bekannten seinen Namen frey, und lobten ihn im Tode. 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der JEsu neue Jünger schaft, des Höllenreichs Zerstö. rer. In Sündern wirkst du Buß und Leid, in Frommen Seelen Trost und Freud, und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, See, lenruh, daß sie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Dnell des Lichts, der Liebe, den GOtt den Båtenden verheißt, ach, beil'ge meine Triebel schaff du in mir ein neues Herz, gieb wah. re Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glaubeu båten. In bangen Stunden tröste mich, und dessen Gaben. 359 mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! ( 204.) CCIV. Nach der Melodie des 32. Lieds. Komm, Comm, o komm, du Geist des Lebens, wah. rer GOtt von Ewigkeit! deine Kraft sen nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht und Schein, in den dunkelte Herzen seyn. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht; daß wir anders nichts beginnen, denn was mur dein Wille sucht! dein Erkenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los! 3. Zeige, HErr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege; führ uns zu dem Guten an: wir. ke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß ge. strauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir GOttes Kinder sind: stårk uns dann mit deinen Gaben, wann sich Noth und Drangsal find't; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 34 5. 360 Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geist 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten glaubig und mit Freudigkeit; mach uns tüchtig recht zu båten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht ge mehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach mein GOtt, mein GOtt, wie lange! o so mache den Be schluß; sprich der Seele tröstlich zu, und gieb Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wann uns Satan wanken heißt; schenk uns Muth und Kraft im Krieg, und verleih' uns dann den Sieg! 8. HErr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel Tod noch Spott, uns denselben möge rauben! du bist unser Schuß und GÖtt, sagt das Fleisch gleich immer: Nein! laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wann wir endlich sollen sterben; so ver. fichre uns je mehr, als des Himmelreiches Er. ben, jener Herrlichkeit und Ehr'! die uns un. fer GOtt bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. ( 205.) und dessen Gaben. CCV. 361 ( 205.) D es Vaters und des Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weis't, gnaCELEBR denvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gieb uns, JEsu, Frieden! 2. Es leucht' uns, Licht des HErrn, dein Schein, wenn schon Tod und Versuchung uns drau'n; lehr uns JEsum Christum den Sohn erkennen, und in der Liebe des Soh. nes brennen, lebend und im Tode. 3. O du der Liebe Geist! erhöh' unsre See. le, daß sie schmeck und seh', wie der HErr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, JEsum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf ges treu uns seyn bis in den Tod. Heilig laß uns leben; und nicht verzagen, wenn uns unsere Sünden verklagen vor der Welten Richter! 35 ( 206.) 362 Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geist ( 206.) CCVI. Nach der Melodie des 29. Lieds. Edler Geit im Himmelsthrone, eines We fens, einer Kraft, mit dem Vater und dem Cohne! Geist, der neues Leben schafft! Flöße du die wahre Reu in mein Herz und mach es neu, daß GOtt selbst mit seiner Gabe, Lust in mir zu wohnen habe. 2. Du, der Tugend Wiederbringer, machst es in dem Herzen Licht; du giebst, mächtiger Bezwinger, daß der Sünde Macht zerbricht. Kehrest du nur bey mir ein: so wird meine Seele rein, und auch schon auf dieser Erden, eine Wohnung GOttes werden. 3. Geist der Weisheit! komm und führe mich ar wahren Weisheit an; daß des Höch. sten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Defne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft: laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4 Geist des Trostes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bey! wann die besten Freunde fcheiden, bleib du mir beständig treu! gieb mir ein gelaß'nes Herz, daß ich in dem größten Schmerz und dessen Gaben. 363 Schmerz Trost der Seele bey dir finde, und den Unmuth überwinde! 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nir. gend Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast unvermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gieb, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle! 16. Geist der Freuden! mein Gemüthe ſucht an dir nur seine Lust. Schmeck ich deine groß se Güte: so verachtet meine Brust, was die Welt vor Lust erdenkt, welche nur die Seele Frånkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von GOtt selber kommen. 7. Geist des Båtens! lehr mich båten: Ab. ba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor GOtt zu treten: und gieb, wann ich vor ihm steh, daß mein Bitten kräftig sey; stehe meinem Seufzen bey; sprich in mir, in GOt tes Namen, nach dem Flehn ein kräftig's: Amen! ( 207.) CCVII Flach der Melodie des 29. Lieds. Geist vom Bater und dem Sohne! der du unser 36.4 Erst. Th. XIV. Von dem heiligen Geist unser Vater bist, und von unsers GOttes Throne Hülfreich auf uns Schwache sieh'st. Stehe du mir mächtig ben, daß ich Gott ergeben sey: o so wird mein Herz auf Erden, schon ein Tempel GOttes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weis. heit mit mir seyn; wenn ich bange Zweifel he.. ge, deine Wahrheit mich erfreu'n. Lenke kråf tig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen GOtt und Vater liebe; daß mir nichts so wichtig sen, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn; seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch ihn gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor GOtt darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Båten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf JEsum Christ, als auf meinen Mittler schau, und auf ihn die Hoff. und dessen Gaben. 365. Hoffnung bau, Gnad um Gnad, auf mein Verlangen, von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allem Leiden stets mit dei. nem Troste ben; daß ich auch alsdann mit Freuden GOttes Führung folgsam sey. Gieb mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Leberwin. den, deines Trostes Kraft empfinden. XV. Von der christlichen Kirche. CCVIIL ( 208.) Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein veffe Burg ist unser 6. in starker Schuß ist unser GOtt! auf ihn steht unser Hoffen. Er hilft uns treu aus aller Noth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Femd, der mit Ernst es mennt, rüstet sich mit Liit, troßt, de er mächtig ist. Ihm gleicht kein Feind auf Er. 2. Nicht den. 366 Erst Th. XV. Von der christlichen Kirche. 2. Nicht unsre Macht ist's, die ihn fällt. Wir waren bald verlohren. Es kämpft für uns der rechte Held, den uns GOtt felbst er. kohren. Fragst du, wer er ist? er heißt JE. sus Christ, der HErr Zebaoth. Er unser HErr und GOtt, er muß den Sieg be halten. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, und droh uns zu verschlingen. Troß ihr! uns rüstet GOtt mit Muth. Es soll uns doch ge. lingen. Wenn der Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist ja längst gericht. Ein Wort kann ihn schon fällen. 4- Das Wort steht vest, die stolze Welt mag noch so heftig toben! der HErr mit uns! der starke Held! der giebt uns Sieg von oben. Tödten sie den Leib; nehmen Kind und Weib; rauben Gut und Ehr! sie nehmens! was ist's mehr? Uns muß der Himmel bleiben. ( 209) CCIX. Nach der Melodie des 55. Lieds. Laß doch, o JEfu, laß dein Reich auf Er den unter den Sündern ausgebreitet werden! Schen Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. 367 Schenke doch ihnen, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. 2 Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich glaubig ihren Herren nennen; gieb ihnen Eifer, deinen guten Willen, treu zu erfüllen. 3 Mit beil'ger Achtung laß die Schrift fie ehren; denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Ausser ihr suchen Sterbliche verge, bens Worte des Lebens. 4. Steure! Erbarmer, deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen für des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß sie false Freuden Flüglich vermeiden. 5. Sey du ihr Licht in ihren Finsternissen. Heile selbst ihr verwundetes Gewissen, Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder;. stärke sie wieder. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bö. sen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen; bis wir zum Umgang der verklärten From men frohlockend kommen. ( 210.) CCX. Der 67. Pfalm. Nach der Melodie des 109. Lieds. Gott! der uns immer Gutes gab, schau gnå. 368 Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. gnädig stets auf uns herab, entzieh dein freundlich Angesicht, HErr, deinen Auser. wählten nicht! 2. O GOtt, Jehova zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkennt niß ihm zum Theil, in dir, o GOtt, und deinem Heil! 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund, kein Volk sen auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird zu deinem Lob entbrennt! wer dich an båtet, GOtt, der freu't sich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob Erdenkönig dir! du bist ein Führer der allmächtig ist! wer nimmt sich unser treuer an, wer ist, der so beschüßen kann? 6. Es mache aller Völker Mund GOtt, dei ne Macht und Weisheit Fund! kein Volk sey auf der weiten Welt das deine Güte nicht erzählt! 7. Die Erde ist nicht mehr verflucht, sie bringt uns segenvolle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets segne uns GOtt, unser GOtt! 8. Ja, mach, JEhova, deine Treu, an uns Erst. Th. XV. Von der chriftlichen Kirche. 369 uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir ge fällt. ( 211.) CCXI. rhalt uns HErr! bey deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die JEsum Christum deinen Sohn vom Throne frech ET zu stürzen drohn. 2. Zeig' deine Macht, HErr JEfu Chrift! der du HErr aller Herren bist: beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist! uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Nacht entflieh des Wahns und Irrthums Nacht! 4. HErr! laß uns dir befohlen seyn. Schau unsre Noth! wir sind ja dein. Erhalt im Glauben uns getreu; und mach uns von den Feinden frey. 5. Sie dichten HErr! ein Frevelstück; es fall auf ihren Kopf zurück! sie graben Gru Ala ben 370 Erft. Th. XV. Von der christlichen Kirche. ben mit viel Müh; in ihre Grube stürze sie! 6.So werden sie erkennen doch, du unser HErr GOttt lebest noch, und stehst bey deiner Kir. che vest, die sich allein auf dich verläßt. ( 212.) CCXII, Nach der Melodie des 55. Lieds. Schüß die Deinen, die nach dir ſich nennen, und dich, o JEfu vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheissen, nichts sie entreissen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt wer den. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gieb Muth und Weisheit denen die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, HErr, dein Work gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich, aus dem Kampf hienieden, zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sey dein Nam' erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherrscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. ( 213.) CCXIII. Der 46. Psalm. Nach der Melodie des so. Lieds. Gott ist uns Stark und Schuß in Nd. Nö then, Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. 371 then, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm båten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdkreis zittern, und stürzt er auf uns her; unswürde keine Furcht erschüttern, und sänken Berg' ins Meer. 2. Sollt' auch das Meer so heftig toben; und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, hinab in seine Fluth; sie bleibet doch mit ihren Bächen, die Stadt des HErrn; in ihr wohnt GOtt, der wird die Wogen brechen, sie jauchzet: GOtt ist hier! 3. GOtt wohnet selbst in ihren Mauern: der HErr beschüßzet sie, sie wankt nicht, ewig wird sie dauern, der Höchste hilft ihr früh. Die Völker tobten, und im Grimme empor. ten Reiche sich; er sprach vor seiner Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zerstöre? er, der uns hilft, ist GOtt! GOtt ist mit uns, der HErr der Heere; uns schüßzet Jacobs GOtt! kommt her, und merkt auf GOttes Werke, und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch Zerstören schafft. 5. Er macht sich auf, dem Krieg zu steuren, der so viel Blut vergoß. Und er zerbricht daß Na 2 Lan. 372 Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. Lånder feyren, Schwerd, Bogen und Ge schoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Ver Heerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab! und wißt, und lernt mit Freu den, ich sey GOtt, HErr der Welt! groß will ich werden vor den Heyden, und herrlich vor der Welt! gebt alle unserm GOtt die Ehre! er, der uns hilft, ist GOtt! GOtt ist mit uns, der HErr der Heere; uns schü het Jacobs GOtt! ( 214.) CCXIV." Neue Melodie. W enn Christus seine Kirche schützt: so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten GOttes fißt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nab; wenn er gebeut, stehts da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle wil Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirpe. 373 wüten. 2. GOtt sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, feinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts, des Heilonds, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet GOtt. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn. uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten vest im Glau. ben. Gelobt sey JEsus Christ! wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seeligkeit nicht rau. ben. 4. Auf, Christen! die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken. Der GOtt der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be. decken. Der HErr, HErr Zebaoth, hålt über sein Gebot, giebt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? ( 215.) gi CCXV. Aus dem 12. Pfalm. GOtt vom Himmel sieh darein, und Na 3 Los 374 Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. laß es dich erbarmen! wie wenig Herzen E ford noch dem! entzieh dich nicht uns Ar. men dein theures Wort hält man für Spott; # 17 empört sich wider dich, o GOtt will deinen Sohn nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumeren, was Eigen wiß erfindet. In keiner Wahrheit ist dabey ihr unståt Herz gegründet. Der wählet dieß, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. 3. Ach HErr, mein GOtt, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange spre. chen Frevler noch, die Menschheit zu enteh. ren: tief schau'n wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleißnerischer Schein. Nur blinde Herzen glauben. 4. GOtt sieh'ts und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum erneu're. Judessen greif den schnöden Wahn mein Wort mit Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. 375 mit starken Waffen an, und bleib unüber. windlich! 5. Im Feuer siebenmahl bewährt, glänzt edles Silber heller; und durch Verspottungen be währt strahlt GOttes Wort auch heller. Der Stralen siegende Gewalt durchbricht der Zweifel Nebel bald, und blendet selbst die Feinde. 6. Sein Licht beschüß uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlaue Neßze zich, nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spotterst Kraft gewinnt; sein Gift ertödtet Seelen. 7. O, dampfe selbst, du starker GOtt, die dir die Ehre rauben. OJEfu Christ, bey ih. rem Spott, stårk kräftig unsern Glauben. O Hel'ger Geist, verleih' uns Gnad, daß wir vor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns huten. ( 216.) CCXVI. Flach der Melodie des 30. Lieds. Vater der Barmherzigkeit ben allen Zeitverwandten, doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du hast durch deines Geistes Kraft die große Schaar der Hey. denschaft zu deinem Reich berufen. Ua 4 376 Erf: Th. XV Von der christlichen Kirche. 2. Getrennt durch Mannigfaltigkeit des Glaubens und der Zungen auf dieser ganzen Welt zerstreut hat sie dein Wort durchdrungen; hat sie dein starker Geist gerührt, und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach sen doch auch zu dieser Zeit uns, Va ter! wieder gnädig! und mach uns von Un einigkeit des Glaubens los und ledig! gieb, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund, im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue wie des Satans List vereinte Brüder trennet. Wie man der Liebe ganz und vergißt, von blindem Eifer brennet denn, von Wissen aufgebleht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund ent zweyet. 5. O HErr! hilf diesem tlebel ab, und gieb, daß deine Heerde, bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde; im Wesentli chen einerley, in Nebendingen aber frey, in allem liebreich denke. 6. Wenn Brüder, HErr, auf dein Geheiß, vertraut beysammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselsweis mit Zärtlichkeit ver schonen; o was kann angenehmer seyn! du, felbst Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. 377 selbst, HErr! wirst dich ihrer freu'n, und sie mit Segen krönen. ( 217.) CCXVII. Flach der Melodie des 29. Lieds. Treuer Hirte deiner Heerde, du, der Deinen starker Schuß, siehe doch wie Staub und Erde wider dich mit frechem Truß tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. 2. Du, HErr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der Deinen Rettung wachst, und den Feind zu schanden machst, wo du nicht sein Wüten dampfest, und für deine Wahrheit kämpfeft. 3. Es betrifft ja deine Ehre: es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, dei nes Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst der dir allein von uns muß geheiligt seyn: o wie solltest du denn schwei. gen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, HErr, unser Retter! auch der Feinde Wut und Na s Grimm 378 Erst. Th. XV. Von der christlichen Kirche. Grimm Saul bekehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach! bekehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück be trügen. 5. Doch nicht nur der Feinde drauen, die Verführung müssen wir auch bey unsrer Schwachheit scheuen, unsre Hülfe steht bey dir. Kam es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht war es gethan? Gatan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben Einfalt zwar, doch auch klug, wie Schlangen handeln. Zeig uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit, sprichst du, mach uns selbst bereit, daß wir wachen, båten, kämpfen, und so die Versu chung dámpfen. ( 218.) XVI, Von der heiligen Taufe. CCXVIII. Einsetzung der Taufe. Mel. Christ unser Herr zum Jordan. W je Chriſtus ſelbſt zum Jordan kam und nach des Baters Willen die Taufe von Jo. Erst. Th. XVI. Von der heiligen Taufe. 379 7 Johannes nahm, um alles zu erfüllen, was GOtt heischt, so muß auch das Bad, das er, um uns von Sün- den zu waschen, angeordnet hat: vielmehr uns willia fin den. Es bringt uns Heil und Le- ben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Völker, und auf den Bater, Sohn und Geist tauft nunmehr alle Völker. Wer glaubet, und die Tauf emp. fängt wird seelig, wer hingegen unglaubig vest am Irrthum hängt, der fliehet vor dem Segen, und mmß verlohren gehen. ( 219.) CCXIX. Flach der Melodie des 72. Lieds. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Bater, Sohn und heil'ger Geist! ich bin ge. zählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück wird da. 380 Erst. Th. XVI. Von der heiligen Taufe. dadurch mein! laß HErr, mich deß auf ewig freu'n. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Bater! und ein seelig Theil hast du, Sohn GOttes! mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben GOtt zu weih'n, Geist GOttes, selbst mein Beystand seyn. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du mein GOtt, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets veste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn; du klopfft an mein Gewissen alt, und lockst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein GOtt! aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Veich eitle Welt! o Sünde! weich! GOtt hört es; jeßt entsag ich euch. 6. Bevestige dieß mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es nie. mals möge brechen. Mein ganzes Leben preife Erft. Th. XVI. Von der heiligen Taufe. 38, fe dich! GOtt meines Heils! sey ewig mein, und laß mich stets den Deinen seyn! ( 220.) CCXX. Flach der Melodie des 4. Lieds. Mein Erldser! der du mich dir zum Eigentthum erkaufet. Als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O, erwecke mich zum Fleiße recht zu seyn das, was ich heiffe. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten; und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlseyn achten, daß ich, JEsu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode auch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist, auch nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich drum, wie dir's gefällt, deinem Dienst, HErr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wann ich sterbe, das verheißne Leben erbe. ( 221) 382 Erst. Th. XIV. Von der heiligen Taufe. ( 221.) CCXXI Flach der Melodie des 4. Lieds. HErr! wir stehen hier vor dir: laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und im Himmel moge werden. 2. Wasch es, o HErr JEsu! rein durch dein Blut von seinen Sünden: laß es deinen Geist erneu'n, und mit dir genau verbinden! da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben! 3. Hirte! nimm dieß Schäflein an! Haupt! mach es zu deinem Gliede! Lehrer! zeig ihm beine Bahn! Friedefürst! sey du sein Friede! König! laß es deinen Willen, künftig immer treu erfüllen! 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaff ne Christen leben; endlich auch, wenn dir's gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. XVII. ( 222.) AF +( 0)+ XVII, Von dem heiligen Abendmahl. CCXXII, Einsetzung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Pfalms. 383 E Is JEfus ießund sterben wollt' für uns re Misſetta ten, in jener Nacht um schno. den Sold aufs schåndlichste verra then: bielt er in dem bestimmten Saal, von GOttes Hand geleitet, mit feinen Fingern noch das Mahl, das långst auf ibn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr dieß Paschah zu begehen; nun fey'r ich keinen Festtag mehr bis GOtt mich wird erhoben', ouf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Vater giebet, und dem, der hier mit mir zu gleich in seiner Lieb sich über. 3. Drauf nahm er Brod und brachs und dankt, und ſprach: nehmt bin, und effet, damit ihr nicht im Glauben wankt, und meis ner: 384 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl, ner nicht vergesset: das ist mein Leib, der durch viel Quaal jetzt wird für euch ge. brochen; daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd' an euch gerochen. 4 Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe GOttes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin, und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergiesse; euch droht umsonst der Höllenglut, indem ich für euch büffe. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergossen, tilgt nicht die Schuld schafft sie nicht fort, drum sollt, wie GOtt beschlossen, jetzt zur Bertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fliessen: nun denkt an GOttes Gnad und Huld mit freu digem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brod und Bein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer seyn; gespeiset und ge trånket sagt laut: o wenn dein Tod nicht wår, wir müsten ewig sterben. Und lebt hinfort zu meiner Ehr, als würd'ge Him. melserben. 7. Kein Tropfen labt den reichen Manit, in seinem schweren Leiden; schaut mich dage. gen glaubig an, sein Schicksal zu vermeiden. Wer Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendinah. 385 Wer mir vertraut, und Busse thut, der ist durch mich versöhnet, doch, weh! dem Falschen, der mein Blut mit frechen Laſterit höhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht bleibt an dem dussern hangen, und meint das mit, wenns übel geht, Genade zu erlangen: doch dich entzeucht nicht Brod und Wein dent ernstlichen Gerichte; soll dieß dein Trost, o Sünder, seyn; so wird dein Trost zunichte. 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut meitt Fleisch die rechte Speise; o iß und trinke dir Erkenn zu gut, und auf die rechte Weise. daß ich mich in den Tod für dich dahin gege ben; so weichet Durst und Hungersnoth, so Hast du Heil und Lebent. 10. Jch bleib in dir, und dit in mir, damit von meinem Geiste, dein Geist getrieben für und für GOtt Dank und Ehr erweise. Dut bift nun ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlassen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ew'ger Treu umfassen. it. Dei Wort, o JEfu! fehlet nicht: das glauben wir von Herzen; hur gieb, daß wir, nach unsrer Pflicht, an deine Todesschmerzen, stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Bb Wil 386 Gr. 36 XVII. Non dem heiligen Abendmahl. Millen wandeln, und also, wie du uns ge. than, mit unsern Brüdern handeln. ( 223.) CCXXXIII. Nach der Melodie des 15. Liebs. Halt' im Gedächtniß JEsum Christ, o Seele! der auf Erden vom Himmeisthron ge kommen ist, ein Heiland dir zu werden. Ver. giß sein nicht! denn dir zu gut, verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für dies fe Liebe! 2. Halt' im Gedächtniß JEſum Chrift, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz ge storben ist, hat er dir Heil erstritten. Errettung von der Sündennoch erwarb er dir durch seinen Tod Dank ihm für diese Liebe! 13. Halt' im Gedächtniß JEsum Christ, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten GOttes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreyung ausgemacht, und ew'ges Leben widerbracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß JEsum Christ, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen Drum forge! daß du dann bestehst, und mit ihm Erst. Th.XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 387 ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 5. Mein Heiland! den der Himmel preist dich will ich ewig loben. D stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. ( 224) CCXXIV Each der Melodie des 141. Lieds. Gelobt fenst du, HErr Zebaoth! gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! wie hast du GOtt, auch mich ges liebt! er, der uns ewig Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz froh lockt in mir. OBater, ich lobsingedir. Gieb, daß ich jeden Tag aufs neu, mich deiner Ba terhuld erfreu. GOtt meines Heils! sey ewig mein, sen ewig mein, und laß mich die recht dankbar seyn! 2. Voll froher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn GOttes! der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir. HErr, schuldig bin Dein Tod bringt mir das Leben. Durch Bb 2 det. 388 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. deines Opfers ew'ge Kraft hast du, o HErr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schützt, was meinem Geiste ewig nüßt. HErr JEfu Christ! wie liebst du mich! wie liebst du mich! gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh ich, HErr, zu dir befördre du doch selbst in mir ein glaubiges Ge müthe! mich dürftet gleich dem dürren Land, bey deiner Liebe Unterpfand, nach deiner gros fen Güte. Ich fühle, HErr, was mir ge bricht. O stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seyst, und mich vom ew'gen Tod befreyst. HErr, dieser Trost sey vest in mir, sey vest in mir, so dien ich voller Freuden dir. Drum hör 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seeligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn, gabst du dein Leben willig hin. auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja durch den Glauben wohn in mir: so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beßrung zu. Mein HErr und GOtt! verlaß mich nicht, verlaß mich nicht, so komm ich einst nicht ins Ge richt. 5. 3u deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 389 Freuden Fülle ist bey dir; laß sie mich einst geniessen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgrimschaft zu führen und zu schliessen, daß mir dein Wort stets heilig sey, daß ich bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. DHErr, mein Heil! sen stets mit mir, sen stets mit mir, so komm ich einst gewiß zu dir. ( 225) CCXXV. and or Flach der Melodie des 37. Lieds. 2 Ich komme, HErr, und suche dich, müh. felig und beladen. O HErr! men Heiland, segne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn GOt tes und des Menschen Sohn!( mich deiner zu getrösten, ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlößten. 2. Dich båt ich zuversichtlich an; du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind GOttes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht, du hast mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Bb3 Mit 390 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. Mit sich versöhnte GOtt die Welt, da du für fie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden; er nahet sich mit Trost zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht lieb. reich: sen getroft mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Eh. re stets zu leben. K 4. Dein, spricht er, ist die Seeligkeit, be wahre sie im Glauben; und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, Bleib an mir; so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich, wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, HErr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen. O gieb mir selbst durch deinen Tod, die Kraft zu meinem Wil len. Laß mich von nun an tüchtig seyn, mein von m ganzes Herz dir, HErr, zu weih'n, und dei nen Tod zu preisen! laß mich den Ernst der Heiligung, duro eine wahre Besserung, mir und der Welt beweisen. 226. Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 391 ( 226.) CCXXVI, Nach der Melodie des 84. Lieds. D Menschenfreund, o JEfu! Lebensquell, der schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebäter! gedenk an mich o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich klag es dir, du Prüfer meiner Nieren: du bist ein Arzt, der kranker Seelen pflegt, du bist der Hirt', der selbst sein Schaaf will führen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf sich kaum zu dir erheben von ferne steh und seh ich nach dem Leben, wo hin mein Geist nur seinen Bunsch noch wagt. Aus Demuth schlag ich an die bange Brust, der Sünden Sitz, die mich von dir geschieden. Ich shame mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich sieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens GOtt. Es soll mich nichts von meinem Fel. sen treiben; dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, JEsus, ist mein Haupt, der Hölle Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sünden Macht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 3b 4 392 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl 4. So tret ich denn, mein JEsu, jetzt vor dich; ich komm' zu deinem Mahl, nach deinem Willen. Ach, laß mich da den Durst und Hun ger stillen; mein Heiland, dein Verdienst er quicke mich! wird mir nun so des Glaubens Kraft vermehrt: dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. ( 227) CCXXVII. Mel. des s. Pfalms. WHEFFIEL ie groß it deine Menschenliebe, mein F theurer Het and, JEm Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe! 2. Dein Mahl, bey welchem du mich spei fest mit deinem heil'gen Brod und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal seyn, daß du mich auf dein Opfer weissest, mich glauben beisfest. 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wann ich zu deiner Tafel geh, und Brod und Wein mir geben seh, du werdest meiner Seel ingleichen dich selber reichen. 1.4 Erft. Th. XVII Von dem heiligen Abendmahl. 393 4. Ach laß mich nur recht glaubig essen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all meiner Sünden werd indessen vor GOtt vergessen. 5. Ach JEsu, laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigkeit! ach mach uns, allesamt bereit! und laß in einem Geist die Deinen sich vest vereinen! Ach, 6. Du bist das Haupt; wir sind die Glie. der, die eines Brods theilhaftig sind. daß uns deine Lieb' entzünd! so finden wir uns einst als Brüder, im Himmel wieder. ( 228.) CCXXVIII. Flach der Melodie des 47. Lieds. Tag, den mir der HErr gemacht! Sen gesegnet, Tag der Freude! du erhellit des Kummers Nacht, und erquickest mich im Lei. de. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen GOtt betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort ge zeichnet hat. 3. Der ich kühn sein Recht entehrt, der ich 365 let 394 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. feine Macht verkennet, ac! ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nen net. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Mund den Sündern droht. 14 Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er våter. lich seines Zorns und meiner Sünde; giebt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süß ses Pfand. 5 Tag der Wonne, heiligs Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines JEsu Todes. quaal soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet feyn. ( 229.) CCXXIX.** A Flach der Melodie des 37. Lieds. Du, u, HErr, haft aus Barmherzigkeit zum Denkmahl deiner Gnaden, das ganze Bolk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühsel'ge kommt zu mir. Du Welt versöhner! ja zu dir komm ich auch heut, ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, ver stoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 2. Zwar meiner Missethat ist mehr, mehr als Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 395 als ich könnte zählen. Siedrückt mich. HErr, ich zittre sehr vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter! ach! im Zorne nicht, im Zorne geb' nicht ins Gericht, mit mir GOtt, reio an Güte; du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sieh mein Herz auch an, mein reniges Gemüthe. 3. Es seufzt um Trost, und ångstigt sich, ge bückt vor dir im Staube. Auf mein Berdienst nicht, nur auf dich, Erlöser! hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht ver. schmähn, versprichst den Schwaden benzustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu; und wirst ein glaubig Herz voll Reu, auch meines nicht verachten. 4. Mein GOtt! regiere Fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertrau'n auf dich, nach deinem Rathe wondle. Gieb daß aus Dank für deine Huld', in Lieb, im Glauben, in Geduld, ich dirouf Erden lebe; bis ich dereinst, in deinem Reich verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig rein erhebe. 230. $ 95 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. CCXXX. NOS HINGS ON LA ( 230.) Tach der Melodie des 156. Lieds. Dich mein JEsu, laß ich nicht, du kannst Seelen recht erquicken! du bist meine Zuver. ficht, du allein kannst mich beglücken! du mein JEsus sollst allein meines Herzens Freude seyn. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verkla. gen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! JEsus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schäßze kann ich zeigen! meines JEfu Fleisch und Blut ist und bleibet mun mein eigen: Heil und Leben und was sein ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Låßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue vester stehn, oder näher sich verbinden; als da die fer, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfan de giebt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen! halt mit feuriger Begier mich und JEsum stets zusammen; daß Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 397 daß ich ewig gegen ihn mög in heisser Liebe glühn. 6. Erd und Himmel, fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! Kein Berlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein JEsus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. n 7: JEsus ist des Herzens Theil; JEfus it mir Trost und Leben; JEfus ist der Seele Heil; JEfus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: dich mein JE su! laß ich nicht. ( 23r.) CCXXXI. Nach der Melodie des 121. Liebs. Seele, eele, willst du Ruhe finden; drücket dich die Last der Sünden: Fomm, Bergebung zu empfangen! denn dein Licht ist aufgegangen, und der HErr voll Heil und Gnaden bat zu sich dich eingeladen. Deinen Bund sollst du erneuen, und dich seines Todes freuen. 2, Eil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem HErrn entgegen! komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zit erfüllen! komm, mit brünstigem Verlangen. feine Güter zu empfangen. Daßer dich der Sünd entlade, giebt er heuteGnad um Gncos 3 398 Erft. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 3. HErr! ich freue mich mit Beben. Laß mich Gnad empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen trånken, und dich ihnen selber schenken: o, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu er gründen! 4. HErr, ac! laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach, ich suche dich mit Thränen; sollt' ich mich vergeblich seh nen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, HErr! bey dir zu finden! Laß, Erldser! laß mich nahen, Heil und Leben zu em. pjaten. 5. Du, dem unsrer Båter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank, und Preiß, und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfiengen! Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! laß von deinem Angelichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen! Mon 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Bekehrer! du! der selbst dein eigen Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füssen: Ach laß würdig mich geniessen dieser deiner Himmelspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 399 17. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du Hedland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todesschweisse deckten, und die Schre cken GOttes schreckten, als du selbst für mich gestorben, mir des Vaters Huld erworben! 108. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich fleißig üben, dich zu kennen dich zu lieben; einst werd ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden; hilf mir, hilf mir, überwinden. ( 232.) CCXXXII. blach der Melodie des 15. Lieds. 106. Sh preise dich, o HErr, mein Heil! für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Frücten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen mnoge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das haſt du HErr, auch mir verschafft, da du am Kren ze starbest. 400 Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser grossen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o stärke mein Gemüthe zum glau bigen Bertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Jd fühle, HErr, voll Reu und Schmerz, die Lait von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den grossen Trost empfin den, daß du aus GOttes Vaterhuld, auch mir Bergebung meiner Schuld auf Busse haft erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. D, mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen! daß ich, aus ächter Gegentreu, dir bis zum Tod ergeben sey, und dir zu Ehren lebe. 7. Laß deines Leidens grossen Zweck mir stets vor Augen stehen. Raum alle Hindernisse weg, die eb'ne Bahn zu gehen, die mir dein Heilig Vorbild weist, und die einst den erlöß ten Geist zu deiner Freude führet. 8. Bu ew'gen Leben hast du dich für mich dabin Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 401 dahingegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. HErr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt; so sey dein Tod mein Le. ben! ( 233.) CCXXXIII. Flach der Melodie des 72. Lieds. Hier bin ich, JEfu! zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pfliche und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Llebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde HErr, für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sey an dein versöhnend Büssen ein seelig Antheil zuer. Fannt! so freuet meine Seele sich in deinent Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz ge bracht o gieb von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche dit, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Sie führe mich zur St. cher. 402 Erff. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. cherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5 Jo übergebe mich aufs neue, o du, mein HErr und GOtt! an dich. Ich schwöre dir bestånd'ge Treue vor deinem Tische feyerlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Dustarbst für mich: drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweißt; mich nie zu einen Schritt bequemen, den mein Gewis fen fündlich heißt. Oflöße mir den Eifer ein, wie du, o HErr! gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit Ernst den nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Ber föhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, grosser Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst.disiniste Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füssen mit Dank und Lob Gebät und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fliessen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet, ley. ( 234) Erst. Th. XVII. Von dem heiligen Abendmahl. 403. ( 234) L CCXXXIV. Feue Mel. oder Wer nur den lieben GOtt. 802 1803 timt F SEENEMEN un babe Dank für deine Liebe, dir a offer Mittler JEfu Christ! Gieb, daß ich ¡ BEURLFLET, dich nicht mehr betrübe, der du für mich geſtorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir immerdar vor Augen seyn. 2. Wie kann ich dich genug erheben? Ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben sondern leben, weil du mich selbst mit GOtt verfühnt. Ach! du sein Sohn, da starbst für mich! Wie preis ich, HErr, wie preis ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brod gebrochen, ich trank HErr, deines Bundes Wein! voll Freude hab ich dir versprochen, dir, treuster JEsu, treu zu seyn. Ich schwör es nun noch einmal dir, schenk du nur deine Gnade mir! 4. Laß stets mich dankbar, HErr, ermej sen, was du für mich gelitten hast, und dei. ne Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich CC 2 faßt 404 Erst. h. XVII. Von dem heiligen Abendmah!. faßt. Laß meinen Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft verleihn. 5. Im Streite hilf mir überwinden, und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versu chung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut, schenk mir im Todeskampfe Muth. 6. Und euch, ihr seine Leibes Glieder, die JEsu Heil, wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlich Feit. Wir haben einen HErrn und GOtt: uns speist und trånkt ein Bein, ein Brod. 7. Wie jetzt in unsers Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war: so kommen wir noch einst zusammen vor ihm, mit seiner Engel Schaar; und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wann er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, ihr Aus erwählten! in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud und Lust der Welt, mich, HErr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein; o laß mich deiner würdig seyn! XVIII. +( 0)+ XVIII, Von der Vergebung der Sünden. CCXXXV. 405 ( 235) Nach der Melodie des 72. Liebs. m Gott! Ott! deine Gnad ist unser Leben! sie schafft uns Heil und Seelenruh. Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 2. Uns, uns Verlohrne zu erretten, gabſt du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, da mit wir Friede hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. O GOtt! wie hast du uns geliebt! welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank! ewig Dank sey deiner Treue, die niemand gnug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem! der sich zu dir bekehrt, und glaubig seinen Mittler ehrt. 4. Den, HErr, befregst du von den Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; der kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich; ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bey GOtt vertritt. 5. D HErr! wie seelig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Sie klagt nicht, Cc 3 daß 206 Erst. Th. XVII. Von der Vergebung der Sünden, daß ein Glück ihr fehle: ihr Loos ist die Zu friedenheit. Und, GOtt, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt ge wahrt 6. Dein Friede stårkt, zum froben Muthe, das Herz auch in der größten Noth; giebt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und macht getroft selbst auf den Tod. Wer diesen Frie den hat, genießt Luft, die des Himmels An fang ist. CHE 7. Laß, Bater! denn in diesem Frieden auch meine Seele frendig ruhn. Auch mir hast du dieß Glück beschieden; denn auch für mich ge. nug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. Dlaß mich dieß im Glauben faffen; und mich mit starker Zuversicht auf deine Bun destreu verlaffen. Wenn alles wankt, ſo wankt sie nicht. Mit Reu und Demuth ſuch ich dich. Gieb mir den Trost: GOtt ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weih'n. Doß HErr ben dir Vergebung sey, das mach in deiner Furcht mich treu! ( 236) Erst. Th.XVIII. Von der Vergebung der Sünden. 407 ( 236.) CCXXXVI. 13784 Der 25. Psalm. Nach der Melodie des 82. Lieds. Ich erbebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll mein GOtt, zu dir. Denn ich kenne deine Güte. O wie theuer ist sie mir! GOtt der Liebe und des Lebens! Feiner harrt auf dich vergebens. Nur Verachter deiner Huld stür. zet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, HErr, deine Wege; zeige. deinen Willen mir, daß ich nicht verirren md. ge, führe du mich selbst zu dir! GOtt du ſiehest mein Vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen. Batertreue ist ewig, wie du ſelber bist. 200 Deine 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Ju gendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, GOtt! vor deinem Angesicht. AlleSünden, die uns reuen, willst du, Bater! ja verzeihen. Oso höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. GOtt, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du ſein Wohl dem! der zu seiner Cc 4 Gewissen rege. Pflicht 408 Erft. T. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, wel chem du die Sündenlast liebreich abgenommen haft. 6. HErr! zu was für Seeligkeiten, du, in jener bessern Welt, jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hålt, of fenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern Fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein GOtt! verlaß mich nicht. Laß mich im mer beilig leben, HErr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Luft der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich. ( 237.) CCXXXVII Der 130. Pfalm. Flach der Melodie des 67. Lieds. Ich fleb' in tiefster Reue zu deiner Gnad und Huld. Du, milder GOtt, verzeihe mir Armen meine Schuld! eröffne meinem Sehnen, Erst. Th. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. 409 o Bater! Herz und Ohr; und laffe meine Thränen und meine Seuffer vor! bu 3. Ach! sollte, wenn wir fallen, für Gnade Recht ergehn, so würde von uns allen der Frommste nicht bestehn. Du aber heileft ger ne zerknirschter Seelen Pein, daß man in Ehr. furcht lerne, der treu und dankbar seyn. 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Saamen Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, HErr! du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwa. chen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen loß. ( 238.) CCXXXVIII Wi Der 32. Pfalm. Mel. Romme her zu mir spricht. ie feelig, Gott! wie seelig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todes CC 5 furcht 410 Erst. Th. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. furcht nicht sore cfet! dem, weil ion eme Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergiebt, den dein Erbar men decket! 2. Wer seine Sünden dir verheelt, deß Ses le wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm badurch entrissen. 3. Darum mein GOtt, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein GOtt, verzeihest du, und läßt die müde Seele Rub in deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld, und deine schonende Geduld, o Bater! ewig to ben. Du bleibest ihre Zuversicht; die Flut, die aus den Ufern bricht, mag noch so mach. tig toben. 5. Mein Schirm bist du, zu dir flich ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Ge fahr, als meinem Retter, offenbar, und läßt mich sicher wallen. 2010 # 13 Erft. Th. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. 411 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir! dich soll mein Aluge leiten. Darum, mein Herz! verachte nicht, des ew'gen Baters Unterricht. Er führt zu Seeligkeiten. 7. Wer nicht von GOtt die Weisheit lernt, der ist verblendet, und entfernt sich von den wah ren Freuden. Wer aber sich auf GOtt verläßt, hält seine Gnade ewig vest, auch in den schwersten Leiden. Von 8. Stimmt GOttes Lob, ihr Frommen an! euch wird des Höchsten Güt' umfahn. allen seinen Knechten bleibt GOrt der Troſt, Bie Zuversicht. Er rådet ihre Sünde nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! ( 239.) CCXXXIX.f nd 15Flach der Melodie des 16. Liebs. Ach schone doch, o groffer Menschenhüter! ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn, doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zurne nicht! in JEfii will ich kommen: Hat der nicht, HErr, die Strafe weg. genommen? Er ist am Kreuz ein Flud für mich gemacht: zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! mo mi 412 Erst. Th. XVIII. Von der Vergebung der Sünden 3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen: laß Gnad' o HErr, an statt des Rechts ergehn; sonst kann ich nicht vor deinem Thron bestehn! 4. A strafe nicht, du aller Bosheit Rå cher! wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbre. cher! sich an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, følug! 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch' und Er. den, ein leichtes Blat, das bald zu Staub wird werden. Doch will ich seyn, o HErr, dein Eigenthum: ac nimm mich auf, gedenk an deinen Ruhm. 6. Nun, HErr! ich weiß, du wirst mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfassen. Drum tröst ich mich, und fasse guten Muth: es ist bezahlt; die Schuld macht JEsus gut. ( 240.) CCXL. Flach der Melodie des$ 2. Liebs. Schöpfer aller Menschenkinder, grosser Rich ter aller Welt! sieh, hie wird ein armer Sün der, HErr, vor dein Gericht gestellt, der in Sun. Erst. Th. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. 413 Sünden ist gebohren, der dein Ebenbild verlohren, der mit Lastern sich befleckt, der in tiefen Schulden steckt. 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Straf gerechtigkeit, dein Gesetz, das ich zerrissen, nebſt dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verklagen: ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge giebt sich an, der gesehn, was ich gethan. 3 Wehe mir! ich muß verderben; ich seh nichts als Höllenpein. Frecher Sünder, du mußt sterben! wird mein strenges Urtheil senn. Es erzittert meine Seele vor des offnen Abgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ew'gen Flammen Glut. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwin det, weil ein Bürg' ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklag ten bitt'. O beglückte, theure Stunden! GOttes Sohn hat seine Wunden! und sein blutigs Lösegeld meinem Richter dargestellt. Richter! siehe meinen Bürgen; siehe die Bezahlung an dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan: der hat dein Gefeßs erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. HErr! ich glaube: steh mir bey; sprich von Straf und Schuld mich frey! 6. 414 Erft. 25. XVIII. Von der Vergebung der Sünden. 6. Siehe mich im Staube liegen. O wie drückt mich meine Schuld! doch dein Wort kann ja nicht triegen, Sündern gönnst du deine Huld. Du sprichst zu mir: du sollst leben! deine Schuld ist dir vergeben; sen getrest, mein lieber Sohn! komm zu meinem Gnadenthron. 7. Seht, wie sich der Abgrund schliesset! seht wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fliesset, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket. Wer ist der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Himmelskind verklagt? 8. Richter, der mich losgesprochen; Bater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der was ich verbrochen und geraubt, GOtt wieder giebt! Geist, der mir den Glauben schenket, der mich in den Mittler senket! GOtt der Gnaden! dir sey Ruhm, und mein Herz dein Eigenthum! 110 9. Laß mich nun die Sünde haffen, die das Herz mit Angst beschwert: laß mich alles un terlaffen, was den neuen Friedenfort: rein'e ge täglich mein Gewissen: laß mich eifrig seyn befliffen, mit Berlenanung dieser Welt, das zu thun, was dir gefällt: surt 198 ( 241) Erst. Th. XVIII. Von der Bergebung der Sünden. 415 CCXLI. ( 241.) 1900 Flach der Melodie des 7. Liede. Wie thener, Gott! ist deine Güte, die alle Missethat vergiebt, so bald ein renendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. O! laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist mei ne Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeb ne Frist! gieb, daß sie mir recht wichtig sey); daß ich sie meiner Beßrung weih! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen", find Neu und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Her zen hålt? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlaffen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu JEsu fassen, der zwar auf fein Verdienst sich steift, doch in der Sün de noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir mein GOtt, zu Füssen; vergieb mir gnädig meine Schuld, und hatte 416 Erst. Th.XVIII. Von der Vergebung der Sünden mein Verwundt Gewissen mit Trost an deiner Baterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sey, will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache felbst mich treu, HErr, in der Liebe gegen dich! sie dringe stets, und leite mich!. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst! das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß Bater! mein Gewissen rein, und heilig meinen Wandel seyit. XIX. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bey der Unvollkommenheit od dieses Lebens. attorne Fibo # 1 ( 242.) CCXLII, Der 1. Pfalm. Mach der Melodie des 19. Lieds. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den Frummen Pfad der Liebertreter flieht! 2. Der, wo der Gottheit Spotter lacht, die fromme Seel entfernt fich GOttel Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Crit.Ch.XIX.Vond. Glückseeligk. wahrer Christen. 417 3. Er grünet, wie am Bach ein Boum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit seinem Gipfel füllt; 4. Erträgt, wenn seine Zeit kommt, Frucht; stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn: 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sün der, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen GOtt emport, be steht nicht im Gericht, in der Gemeine, die GOtt ehrt; bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht, du schaust im Zorn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. ( 243) CCXLIII. Mel. des 1 pfalms. er HErr it out, in dessen Dienst wir freber: wenn wir nur treu ur emen We. PETAREEFER den geha: jo dürfen wir thu umern Vater nennen, und er will uns für Kinder auch erDD Fennent. 418 u. rem tot vey vertim rymmeny). Diejestevens Fennen Bedürfen wir im Kampfe Trost und Muth; so giebt ihn uns dieß Wort: der HErr ist gut! 2. Der HErr ist gut, und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad, und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt' nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Jr. renden Verbrechen: er ist versöhnt durch sei nes Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Trost? der HErr ist gut. 3. Der HErr ist gut, und theilt sich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und giebt uns gern, was wir von. ndthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben: wo ist ein HErr, der dieß an Knechten thut? Ja wohl ist dieß gewiß: der HErr ist gut. 4. Der HErr ist gut: in seiner Liebe Schooß trågt er uns stets; und ist das Elend groß, so hat er Kraft und Neigung uns zu schüßzen: Es kann der Geist in stillem Frieden sit en; weil unter seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der HErr ist gut! 5. Erst. Th. XIX. Bond. Glückseligk: wehrerChristen 419 5. Der HErr ist gut: wer dieß im Glait ben schmeckt, dem wird erst recht, was Frey heit seny, entdeckt; er wird aus seinem Dienſte nimmer gehen, vielmehr darinn mit Lust und Freude stehen: nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut der immer besser sieht: der HErr ist gut! 6. Der HErr ist gut: er sieht huldreich an den schwachen Dienst, den man ihm lei sten kann, giebt Gnadenlohn den Knechten, die ihn lieben; kein Wassertrunk ist univers golten blieben; er glebt dafür die ganze Ses gensflut:, und so bleibt ewig wahr, der HErr iſt gut. ( 244.) CCXLIV. Dee 5. Pfalm. Aint Feue Melodie nach dem 58. Pfalm. V..... ermmm, o GOtt! vernimm mein Fles HETENSI hen; verachte meine Bitte mot! loß, laß mich, HErr, dein Angesicht, mein König deine Hülfe seben! Jo flebe Tag und EX Nacht zu, dir, mein GOtt, hilf, und leg anās 420Erst.Th. XIX.Von derGlückseligk. wahrer Christen gnädig mir. 2. Ich will auf dein Gebot aufmerken; ganz heilig will ich vor dir seyn! ach mach mein GOtt mich selber rein! du hast an allen guten Werken, ein innigs Wohlgefallen, HErr, drum, heilige mich, Heiligster! 3. GOtt, dir mißfällt der Greul der Sünden! wer böß ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, HErr, nicht bekehrt, der wird nicht, wenn er fleht, erhört. 4. Die Frevler mögen nicht bestehen; du Hasfest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. 5. Ich aber, GOtt, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o GOtt, mit dankendem Gemüthe! anbåtend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich seelig bin. 6. Du kannst, du wirst mich ferner leiten, nach deiner grossen Gütigkeit, die gern er lößt und gern erfreut: du wirst mir mei nen u. ihrem Trost bey d. Unvollkommenh. diesesLebens. 421 nen Weg bereiten und wer, wenn du, HErr, ben mir bist, wer ist, der meiner mächtig ist? und im. und mir mit 7. Wenn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, mer meine Tugend schmähn, Schlangenzungen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz verzagt, noch hörst du's, wenn mein Herz dir klagt. 8. Erfreue, GOtt! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schreyn, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen. bauen; sen, ihren Feinden, HErr! zu Truß, stets der verlaßnen Frommen Schußz. ( 245.) CCXLV. Mel. des 90. Pfalms. M em Salomo! dein freundliches Regieren, stillt alles Web, das, meinen Geist be schweret; wenn sich zu dir mein blödes Her ze Fehret; so kann ich bald von dir Erqui ckung spüren. Dein Gnadenblick ermun DD 3 tert 422 Erst. Th. XIX. Von d Glückseligk. wahrer Christen tert memen Sun, und nimmt die Furcht und Unruh von mir ym. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen Fonnte: was ists, womit sie ihre Diener lohn te? es kann ja nichts die müden Seelen laben; mein JEfus fanns, und thuts im Leberfluß, wann alle Welt zurücke stehen muß. 3. O bester Freund, du tröstest ein Gemů. the das Gutes will, und Böses in sich findet, und båtend deine Kraft gar bald empfindet, es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst die alle Noth verschlingt, und unsern Geist zur sanften Ruhe bringt. 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum fchauen; schein unverhüllt, o Sonn' aus je. ner Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sebe, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sey so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ. 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder fblaget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dampfet, so daß mit Zweifel noch mein Glau. u. ihrem Trost bey d. Unvollkommenh. dieses Lebens. 423 Glaube kämpfet, und dieser Streit mir neue Angst erreget; so laß mich bald dein huldreich Antlik sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 6. So ruh ich nun, mein Freund, in dei nen Armen, du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschützt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein fro hes Herz genießt. ( 246.) CCXLVI. Flach der Melodie des 238. Lieds. Ich hoff, o Gott! mit vestem Muth auf deine Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Bater, der verzeibt, haft mir das Recht zur Seeligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. HErr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seeligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es DD 4 treu 424 Erft.Th XIX, Vond. Glückfeeligk.wahrer Christen, treu bewahren. Es spricht uns Trost im E lend zu, verfüsset uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o HErr, mein Hort den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens Willen! Laß ihn mein Licht auf Er. den seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneu'n, und mich mit Trost erfüllen! ( 247) CCXLVII. Flach der Melodie des 35. Lieds. Wie groß ist unfre Seeligkeit, o GOtt! schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir er. giebt, und treu in JEsu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden; wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden. 2. D, wie erhaben ist das Recht, das du uns giebest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heissen! bey dir ist unser Baterland; und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger! uns entreissen? Wann wir gleich hier müssen ftreiten, und zu Zeiten schwach uns finden, Hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unfre Schulden zu, schenkst, unf u. ihrem Trost bey derlinvollkommenh. dieses Lebens.425 unsrer Seele wahre Ruh, und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sein erkauftes Eigenthum, und Schaafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden, unsre See len, HErr, was kann bey dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden, doch wenn dereinst vor aller Welt Er, unser Haupt, Gerichtstag hålt, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man, ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volk erklären. 5. Wie glücklich, GOtt, sind Christen dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. HErr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und das Leben ganz zu JEsu Dienst zu geben. ( 248.) CCXLVIII. Flach der Melodie des 119. Lieds. Ich weiß an wen mein Glaub sich hålt. Kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger ei ner bessern Welt, leb ich hier nur im GlauDD 5 ben 4: 6 Erst.Th.XIX.Von d.Glückseeligk.wahrer Christen, ben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in JEsu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. Lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt! durch deinen Schild werd ich bedeckt: was kann mir denn nun schaden? 3. D HErr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir ergeben. von fern lacht mir mein Kleinod zu. Drum eile ich ihm freudig zu. Dureichst mir meine Krone 4. HErr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Him mel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit ver geht, und währt nur kurze Zeit. Im Him mel sey mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir GOtt heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seb' ich hier mein Heil; dort ift w. ihrem Trost bey der Linvollkommenb. diefeslebens. 427 ist mein Antlitz beiter. Hier ist die Schwach, heit noch mein Theil. Dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild, mich, GOtt, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o HErr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; HErr du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Him mels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfin de fie o Seele! vom Tand der Erde unent. weiht, erhebe GOtt, o Seele der Erde glänzend Nichts vergeht: Nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. ( 249.) CCXLIX. Der 112. Pfalm. Nach der Melodie des 55. Lieds. Preis, Preis fen GOtt! und Glück und Heil und Seegen sey dem, der GOtt ehrt und auf seinen Wegen einhergeht, und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Saame derer, die GOtt fürd ten 428 Erst.Th.XIX. Von d.Glückseligk. wahrer Christen, ten, werden Der HErr läßt ihr Geschlecht sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der HErr sie über sitten; sein Leberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstralet GOttes Schimmer den Gerechten, den Milden, den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen. 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern'er. freuet; wer seinen Nächsten willig hilft und leibct; gerecht und eifrig, der verfolgten Ar men sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! fein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden ver. gessen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens kom. men, und doch verzaget nicht das Herz der Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf GOttes Güte! 8. Er ist getrost, und seine Seele zittert vor keinen Plagen, ruhig, unerschüttert; mit Lust wird er an denen, die ihn schmähen, gerächt sich sehen! 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbar. men u. ihrem Trost bey der Linvollkommenh. diesesLebens. 429 men die Hungrigen, und tröstet gern die Armen; die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Lust erheben. IO. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirschen und vergeben; denn was der Frevler Wünsche sich erFohren, das ist verlohren. ( 250.) CCL. Flach der Melodie des 89. Lieds. Wie getrost und beiter, du Gebenedenter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern er freust! niemals wird bey dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung feh. len. 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seeligmacher, rustest mich mit Muth. Wann die Welt erbebt und fällt, wann Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken, 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wen ich glaube, weiß, daß aus dem Staube, m sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag 430Erst.Th.XIX Bond Glückseligk. wahrer Christen, mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde: doch ich über. winde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft toch nieder: du erhebst mich wieder, du begnädigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst du deinem Knechte der Erlößten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nen. ne, und mich ewig sein; daß ich hier am Gra be Trost und Hoffnung habe; dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, das ist dei he Gnade. 6. Der du Blut und Leben hin für mich ge. geben, daß in meiner Noth ich nicht Büflos bliebe: groß ist deine Liebe! stärker als der Tod! HErr! und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weißen? 7. Würdig dir zu leben, dieß sen mein Be streben, incine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Scele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wornach die Heyden krachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glück. lich u. ihrem Trost bey der Unvollkommenh. dieses Lebens.431 lich werde, durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist, HErr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seeligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben: Wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, GOtt, mein Heiland, dir. Diefer Geist der Freuden stärke mich im Leiden! weiche nie von mir! laß mich so behertzt und froh einst durchs That des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! ( 251) CCLI. Nach der Melodie des 42. Lieds. Wenn ich ein gut Gewissen habe, ſo hab ich große Seeligkeit: es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Gluck in dieser Zeit. In Freud und Leiden giebt es hier die wahre Rah der Seele mir. 2, Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß GOtt 432 Erst.Th.XIX.Vond. Glückseeligk.wahrerChristen, Mein Herz GOtt gerecht und beilig ist. giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewan. delt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth; der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubåten, der, was ich habe, mir verleiht und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4 Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hobn: denn des Gewissens innre Freuden sind süß fer als der Welt ihr Lohn: und was kann hö hern Trost verleihn, als ohne Schuld im Lei den seyn. 5. Die Frölichkeit in meinem Herzen ver breitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein Lab. sal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Jch eile mit geseßtem Schritte des Le. bens letzter Stunde zu: denn der verfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh: indem mein Geist, der GOtt gelebt, zu sei. nem Uriprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland giebt mir Trost und Muth, ich weiß, daß u. ihrem Trost bey derlinvollkommenh. dieses Lebens.433 daß ich sters Ruhe finde in der Versöhnung durch dein Blut: er, der für mich gebüsser bat, tilgt alle meine Miſsethat. 8. DSeele! darum sey befliffent, daß Frommigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht berleißt. Und dit, mein GOtt, regiere mich! denit o was könnt ich ohne dich? ( 252) CCLII Nach dee Melodie des 6. Lieds: Ein Pilgrim bin ich in der Welt, und kurz sind meine Tage: so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier nur zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimtszeit, und stärkt mich selbst int Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, feufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Heil berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig, und ganz seelig seyn. Dieß tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o JEfu, schmähen: ihr freches Herz bethörer fie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einst bebe 424 Erft.Th.XIX.Vond. Glückseeligk.wahrer Christen, der Spotter, HErr, vor dir; wann du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 4. In stiller Nacht wein ich oft, HErr, hin. auf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz feufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sebe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und mei ne Thränen stillen sich einst ganz in jenem Le ben. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend die ser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne draut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlum mer sinket: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 7. HErr! diesen Troft, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit ben meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sen in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache. ( 253.) u. ihrem Kroft bey derlinvollkommenh. diefesleben?. 435 ( 253) CCLIII. Mel. des 4. Pfalms. Wi BEENSTEEE! ie wohl ist, JEfu meiner Seelen! In PARFEM deiner Liebe find ich Ruh. Nichtsläßt du deinem Freunde reblen: will wgend eme Pe 17 Noth mich qualen, to eitto deinen Armen zu. Mem Heiz muß mir bald lettrer werden, erquickt an deiner treuen Biust Es werden Sorgen und Beschwerden, den Hummel hab ich schon auf Erden: bier such und find ich Rus und Luft. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisent, und mir mit lächlendem Gesicht, so wie sie kann viel Guts erweisen; sie mag selbst meine Feindin heissen, o Theurester! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu dir gefellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht, und Seinde ( 2 436 Erft.Th.XIX.Von d.Glückfeeligk. wahrer Chriften, Feinde mich zu Boden fällen. Trußz sey den stärksten Unglückswellen! wenn JEsus mir die Hände reicht. 3. Drobt Mofes mit erzurnten Blicken mir großen Sünder Angst und Weh; muß ich bey meines Herzenstücken mich selbst ankla gen, schüchtern bücken, so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth, du lösch'st des Zor. nes Flammen, du hast für mich genug ge than. Tritt alles wieder mich zusammen; du bist mein Heil: wer will verdammen? du nimmst dich meiner kräftig an. 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg' und lehne mich auf dich: sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, follt ich dich nicht gleich verspüren; so wart ich deine Stunde ab: wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht meinen Muth. Am Abend bleibst du bey den Deinen: in jener Nacht verläßt du keinen, deß Zuversicht auf dir be ruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden, an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft: wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll u. ihrem Troft bey d. Linvollkommenb.dieses Lebens.437 voll Jammer scheiden; du rufft zur frohen Ewigkeit. 6. Wie wohl ist, JEsu! meiner Seelen, weil du mich liebst; ich trau auf dich; mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, du heissest mich dich selbst erwählen, du selbst, mein GOtt, vergnügest mich: zu deinem Wort gieb dein Gedeyen, laß mirs des Him. mels Borschmack seyn: weg Welt mit allen Schmeicheleyen, nichts kann, als JEsus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund it mein. ( 254) Bi CCLIV. Mel. des 46. Dialms. eglückter Stand getreuer Seelen, die GOtt, den Höchten, sich erwählen zu FRE ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in JEfu Heil! glückseelig, wer aus podeREADSE reiner Liebe, und ungefälschtem GlaubensF triebe, nach seines treuen Helands Rach, Et 3 die 438Erst, Th, XIX.Von der Glückseligk. wahrer Christen, die Welt und sich veridugnet hat. 2. Wer GOtt hat, was wird der verlie ren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspü ren, daß er den Seinen alles ist: wenn du nur deiner erst vergiß't, dich ihm mit Leib und Seel ergiebest, in seiner Liebe dich nur übest; so ist und wird dir GOtt allein, Gut, Ehre, Lust und Leben seyn. 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst nach Art der Kinder, betrügt, und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr toppt im Finstern oh, ne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 4. O süsse Lust, die der empfindet, der sich im Glauben dem verbindet, und nur zu dem das Herze lenkt, der sich uns selbst zu eigen schenkt! Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergisset allen Weltgewinn. 5. Laß, JEsu! mich den Vorsatz fassen, die Welt und alles das zu hassen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach u. ihrem Trost bey derlinvollkommenb. diefes Lebens.439 auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. ( 255.) CCLV. Mel. In dich hab ich gehoffet Err. FUL ch freue mich, mein GOtt, in dir. Du bir mein Troft, und was kann mir in demer Liebe fehlen! du, HErr, bist mein, und ich bin dein. Was mangelt meiner Seelen. 2. Du hast mich von der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt. Mag mich die Welt doch haffen. Du liebst mein Wohl; wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, ver giebst in Christo mir die Schuld, aus Schwachheit fehle. wenn ich Du giebst mir Theil an seinem Heil. Dieß tröstet meine Seele. Ce 4 4. Dv 440 Erst. Th. XIX. Vond, Glückseligt, wahrer Chriften, 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meynt. Wo find ich dei. nes gleichen? Du stehst mir bey und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. HErr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zu. frieden. So dort, als hier, HErr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir ben, daß ich kann frölich singen. 8. Du läßt mir's ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, HErr! weiden. 9. Noch hats keitt menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben, Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben. ( 256) u. ihrem Trost bey derlinvollkommenb. diefeslebens 441 ( 256.) CCLVI. Mel. Ich ruf zu dir HErr JEfu Chrift. Mi ein treuer GOtt! dein gutes Wert, das in mir angefangen, muß ganz allein du d deine Stark' zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getren, in deinem Dienste bleiben, und bekleiben; to M stehe du mir ben, im Glauben Frucht zu trei- ben. 2 HErr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsatz breche, Ich bin nicht gnug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken, mich berücken, die Welt und Fleisch und Blut, wer hilft aus so viel Stricken! 3. Doch Vater! deine Treu und Macht, doch Mittler! dein Vertreten, doch, Geist der Gnaden! deine Wacht, den Trieb zum Kampf Ets und 442Erst.Th.XIX. Von d. Glückseeligt. wahrer Christen, und Båten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Rachen, jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bey mir zu Schanden machen. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der HErr nicht nehmen. Mein Vater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treu. er Hirt verschmachten, er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird, durch seines Geistes Trieb, mich Schwachen vollbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb; drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in Kampfund Streit; so wird er mich auch schüßzen, und durch Ge båt und Wachsamkeit mich machtig unterstü Ben. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, noch mich baffen. Ac nein, er kommt geschwind, mich bey der Hand zu fassen. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu: kein Tod, Fein Schmerz, kein Leiden; nicht Furcht nicht u. ihrem Trost bey d. Unvollkommenb. dieses Lebens. 443 nicht Lust nicht Schmeicheley, soll uns Ver bundne scheiden. Was er zusammen hat ge fügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich seelig nennen. ( 257.) CCLVII Flach der Melodie des 30. Liets. Getrok, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bun desgott verspricht, daß er mich will bewah. ren, in aller Trübfal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. 2 Er hat mich schon von Ewigkeit zum Eigenthum erkohren; er hat mich in der Gnas denzeit durch Wort und Geist gebohren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig ve ste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. 3. Der GOtt ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich; er lieber mich; wer will sich unterstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. 4. An meiner statt hat JEsus sich zum Bür. gen +44 Erst.Th XIX. Von d.Glückfeeligt.wahrer Christen, gen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sün denschuld ist abgethan, wer klaget mich nun weiter on? wer kann mich nun verdammen? 5. Mit dem mein Glaube sich verband, Mein treuer Seelenretter, mein JEsus ist zur rechten Hand des Baters mein Vertreter Ihn aber hört GOtt allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben laien? 6. Ich bins, auf den sein Auge sieht: follt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt; ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? Ich bin das Schaaf; er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seeligkeit, die JE. fits mir verheissen, die er verdient, die er be reit't: wer will sie mir entreißen? Dazu bat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beystand beißt, zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Chri ftus, ben mir bleiben. Er stärket und ver. fiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seeligkeit, die ich ererben werde. 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd u. ihrem Croft bey dertinvollkommenb. df seslebens. 415 Sund, o HErr, betrüben! gieb, daß ich mog bey seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr, bis ich dich dorten lobe! ( 258.) CCLVIII. Flach der Melodie des 30. Liets. Ich bin ein Christ: Gott ist mein Freund! in dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu vest gegründet. Er stüßet sich voll zu. versicht auf JEfum Christ, und findet beg ihm allzeit Trost, Heil und Ruh; er eig. net sein Berdienst sich zu und troßer Welt und Hölle. 3: Sollt ich um Hoffarth, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wollust oder Si cherheit der Tugend untreu werden? Nein auf die Sünde folgt der Tod: allein die Tu gend segnet GOtt mit Leben und mit Friede. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit GOtt in der Herr 446 Erst.Th.XIX. Bond. Glückfeeligk.wahrer Christen, lichkeit die Frommen will belohnen? was die fes Lebens kurze Frist! GOtt, gegen das, was ewig ist? follt ich nicht muthig kämpfen? 5. Ich fürchte nicht des Todesmacht mit al. len seinen Schrecken. GOtt will mich aus des Grabes Nacht zum grossen Tag erwe cken: ich fürchte nicht der Hölle Glut, er kauft durch des Erlösers Blut zum Eigen thum und Erbe. ( 259.) CCLIX. Der 23. Psalm. leue Mel. oder nach der Mel des Pfalms. er HErr, mein Hirt, behütet mic in Gnaden; mir mangelt nichts; und nie. mand darf mir fäaden. Er weidet mid wo sanfte Baffer fliessen, und läsfer mich der stillen Ruh, geniessen: wie wohl ist mir bey leiner treuen Pflege! er führer mich stets auf die besten Wege. 2, #. ihrem Troft bey der Unvollkommenh. dieses Lebens 447 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen, du, Höchster! bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todesschrecken. Noch mehr! du willst, daß ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. 3. Du salbst mein Haupt mit deinem Freu dendle; dein voller Kelch erquicket meine See. le. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget deine Gnas de. Ich werde stets, GOtt wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume bleiben Fönnen. XX. Vom Tode der Glaubigen, und der Aufers stehung der Todten. ( 260.) CCLX. Flach der Melodie des 67. Liebs. ern will ich mich ergeben, dich zu verlaf sen, Welt. Ich geh zum bessern Leben, so bald es GOtt gefällt. Was wär's, das mich betrübte. Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft, zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Her zeit, 448 Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, zen, zu mir, und findet Ruh. Dieß Wort aus deinem Munde, laß, HErr, mich zu er freu'n, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Fm glaubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sün der du mit dem Tode rangst, und wie du, lle berwinder! allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stark mich, daß ich nicht wanke, in meiner Todesnoth! so ist, obgleic ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe: dein Wort sagt, daß ichs bin. Dir 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens, für mich vergossen sern. trauet meine Seele, dich lobt was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe biſt. ( 261.) CCLXI. Flach der Melodie des 86. Lieds. Dein sind wir, Gott! in Ewigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du hast det gan und der Auferstehung der Todtett. 449 Du hast der ganzen Menschenschaar ihr To desjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser Ende kommt, und deine Hand das Leben hemmnt, dann hilf uns in der Todesnoth, HErr, unser GOtt! eitt sanfter Schlaf werd uns der Tod! 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf, in deine ew'ge Ruh uns auf. Berwirf, wenit unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, HErr, HErr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzen Wuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung rubt. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh. In unsern Herzen wirke du, Geist GOttes, daß wir glaubend trau'n, und ohneGrau'n hin in die Nacht des Todes schau'n. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des HErrn! Beig uns den Himmel dann von fern! Laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht. Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann fe dein, GÖtt, ohne deine Gnade sern? 8. O seg uns dann nicht fürchterlich! erbar. Ff me 450 Erft. Tb. XX. Vom Tode der Gläubigen, me, Bater! unser dich, wenn unser Auge sterbend bricht, leit uns dein Licht! so fehlt uns Trost im Tode nicht. ( 262) CCLXII. Nach der Melodie des 82. Lieds. Noch bin ich dein Gast, o Erde! GOtt mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich; läßt mir die Wahl, Boses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein na her Tod mich zu banger Sterbensnoth? 2. HErr, du weißts. Du hast die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt, frü. her noch, als du auf Erden mich ließst einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser GOtt. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feu'r, das in mir lodert, wird des kalten Todes Roub. So wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmtdas Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab! verwan und der Auferstehung der Todten. verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube; denn mein Leib wird einst ver. Flårt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben warlich nicht auf immer der Vermodrung schnöder Raub. Neu beseelt wird einst mein Staub. 45 A 5. Durch dein schöpfrisch Wort: es werde rufst du, HErr, in mein Gebein neues Leben. Nicht mehr Erde wird alsdenn mein Körper seyn. Zu den himmlischen Geschäfften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch und Sterblichkeit wird er ewig dann befreyt. 6. Hör, o Seele! einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit ihin zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärke mich auf diese Stunde, JEful der du für mich starbst, und an GOttes Gnas denbunde ewig Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf, nimmst du mich zum Himmel auf. Ff 2 ( 263.) 452 Erst: Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, ( 263.) CCLXIII. Flach der Melodie des 47. Liebs. Seelig, Gott! sind die, die nun schon im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines ew'gen Lebens freu'n. Möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willsts; hier in Pilgerhütten. wir leben noch mühsam Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron erstritten. End lich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, D GOtt! 3. JEsus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd' erlitten. Laß uns glaubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach! nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleich wohl kommt auf diese Stunde, die GOtt noch verkürzen kann, unser ew'ges Schick. fal an. 5. Gieb uns Weisheit, HErr! und Kraft diese Stunde wohl zu müßen, und beym Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns un terstů. und der Auferstehung der Todten. 453 terstüßen, daß wir freudig auf dich sehn, und getroft zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken; diese Kraft der bessern Belt, laß uns, wenn wir sterben, schmecken! floß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu seyn. 7. Wenn wir nun einst auch zu ruh'u, zu den Todten GOttes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: Es iſt vollbracht. ( 264.) CCLXIV. Nach der Melodie des 35. Lieds. Wie wird mir dann, mein Heiland! seyn; wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? dann, Seele! wirst du ganz befreyt von Sünde und von Sterblichkeit, entflichen dieser Erde. Freu dich innig! står ke, tröste dich, Erlößte! mit dem Leben, das dir dann dein GOtt wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sün. de nieder. Doch du, o HErr, erleichterst mir dieß Jod; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. JEsus ChriFf 3 stus 454 Erst.Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, stus! laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Grau'n, mein Geist! er ist ein Weg zum Schau'n in jenem bessern Leben. Er sen dir nicht mehr fürch, terlich! zum Allerheiligsten wird dich der HErr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlöß. ten völlig und auf immer trösten. 4. HErr, HErr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn mun mein Auge bricht, zu deinen Todten ſaminelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh ich dieß Flehen noch voll bracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sey mein Leben dir geweih't, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, HErr! dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland! seyn, wann ich mich deiner ganz erfreu'n, dich dort anbåten werde? Dann bin ich frey von Sund und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht und der Auferstehung der Todten. 455 nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen! ( 265.) CCLXV. Mel. des 103. Psalms. WFZ ie komm ich doch, mein Heil! zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein hochfres Gut! viel lieber, als diese Welt, wober EE F 트 kommt dann die Quaal, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? Wie kommits, daß dem, den deine Huld bedecker, doch 82 grauet für dem finstern Todesthal. 2. Mit Dank muß ich von deiner Gute sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetra. gen, und meine Seel mit vielem Trost er. quickt: ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir bengestanden, daß mich die Last der Tribjal nicht erdrückt. Ff 4 456 Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jor dan brechen, und durch den Tod in Canan ge Hen soll: ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich ans Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich Schreckens voll. 4 Dein Licht und Wahrheit, so mich durch. geführet durch diese Wüst', und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß: geh auf, o Sonn! mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolk vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels: die Wunden sind die Hölen, dabin ich flich, was kann ich sonst er. wählen, wann mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Tha le wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern? so komm ich doch aus deinen Wun den nicht. 6. O GOR! du bists, der aus dem Tod erbebet, du hilfest dem, der nur an dir vest Flebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hernach er. wecken, so gieb mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe гиби. ( 266.) und der Auferstehung der Todten. CCLXVI. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ( 266.) BF 457 earabt den Leib in seine Gruf, bis ihm des Richters Stimme ruft! wriden ibn; einst blübt er auf, und steigt verklärt zu GOtt hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der HErr! er war schon Staub; und wird's nur mehr! er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt ben GOtt, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat, durch seinen Sohn erlöset hat! 4. Hier hat ihn Trübfal oft gedrückt; mun wird er, GOtt, von dir erquickt! hier wandelt' er im Finstern Thal; nun ist er frey von Schmerz und Quaal! 5. GOtt blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt GOtt seine Thränen ab! was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlößter! schlaf in Ruh! wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu Ff 5 der 458 Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, der Ewigkeit mit Freud undZittern uns bereit! 7. Ach, JEsu Christ! dein bittrer Tod stårk uns in unsrer letzten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende seyn. ( 267.) CCLXVII. Mel. Was GOtt thut das ist wohlgethan. 1 ch freue mich der frohen Zeit, da ich werd ## auferstehen. Dann werd ich in der Herr lichkeit, dich),( Ott, mein Heiland sehen. Dann werd auch ich, o HErr! durch dich, ins Reich verklärter Frommen als J Mitglied aufgenommen. 2. Ja, HErr! Du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freyheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich. Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist! du bists, an den ich glaube. Ich weiß, daß ich durch dich und der Auferstehung der Tedter. 459 dich, HErr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Angst und Schrecken so, wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der E wigkeiten mich würdig zu bereiten. ( 268.) CCLXVIII. Nach der Melodie des 15. Lieds. Mein Heiland lebt. Er hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu GOtt sich aufreschwun gen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hålt, den Tod, o JEsu! schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bey der Gräber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb und ihr follt leben. 3. Bird gleich mein Leib des Todešraub; er wird doch wieder feben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn 460 Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, wenn du, o grosser Lebensfürst! nun dei nen Todtenz wirst, zum Leben aufzu. wachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann, vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an läßst in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bey dir dann ewig. Don 5. O welch ein seeligs Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bey dir. Von dir, o HErr, geleitet, werd ich in dei nem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust geniessen. 6. Denn, wodu bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frey von Schmerz und Müh, von Seeligkeit umgeben, genies sen deiner Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, HErr, gegen jene Freuden? 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und mich in dieser Prü fungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachbeit uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tn. gend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis und der Auferstehung der Todten. 461 Und Preis, nach deinem Wort zu leben. fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so trd. ste selbst damit mein Herz: es kommt ein bes 46 46 46 46 46. CCLXIX. fers Leben. 46 46 46 ( 269.) Flach der Melodie des 141. Lieds. Mein Heiland! wenn mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünkt mir denn alle Last, die mich hienieden drücket? dann wird der Eitelkeiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beym Anblick jenes ew'gen Lichts. HErr JEsu Christ, mein HErr und GOtt, mein HErr und GOtt! dieß Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stärk ihn aus der Höhe; daß ich durch deinen mächtgen Stab beschüßt ins Todesthal hinab ge. trost und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff, wenn mich Dunkelheit be. fällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. HErr JEfu Christ, mein HErr undGOtt, mein HErr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 3 462 Erst. h. XX. Vom Tode der Gläubigen, 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch für dem Tode scheut, weil ihn die Sünden Franken; dann laß mich, HErr, auf deinen Tod die Hoffnung bau'n; es werde GOtt der Sünden nicht gedenken. DerTrost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest., wie dich GOtt verließ, der mache mir das Sterben süß. O JEsu Christ, mein HErr und GOtt mein HErr und GOtt! verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh mein thrånenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Gra be ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entflieh'n. Mein Geist und mein ver. Flårt Gebein wird sich des HErrn, des Mitt. lers, freu'n. HErr JEfu Christ, mein HErr und GOtt, mein HErr und GOtt! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel auspo faunen. Vor deinem Thron werd ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du und der Auferstehung der Todten. 453 HErr du dannjenes Heil, der Auserwählten feekges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich soll lebendig seyn, wie du. JEfu Chrift, mein HErr und GOtt, mein HErr und GOtt! stårk diesen Glauben einst imit Tod. ( 270.) CCLXX. Flach der Melodie des 47. Liebs. JEfus meine Zuversicht und mein Heiland ist im Leben! dieses weiß ich; sollt ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. JEsus, mein Erlöser, lebt, ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeine Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bey meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich aufrechter Bahn, und nimmt mich zu Ehren an. 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch ein mal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit ben ihm sey in E wigkeit. 5. 464 Erst. Th XX. Bom Tode der Gläubigen, 5. Dann umgiebt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich vest glaube.. GOtt wird dann von mir geschaut, wann ich aufsteh aus dem Staube. Ja! in diesem Fleisch werd ich, se hen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dieß Aug im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Sch, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe bren Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! nett. 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irrdisch werd ich aus. gela't, himmlisch werd ich auferstehen. Zu verwesen, sink ich ein, dann werd ich unsterb. kich seyn. getrost! dann steigt Wenn ich sterb, ist er mein Trost, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gråber dringt. 8. Freudig bin ich und mein Berföhner nieder. 9. Und mich schreckte noch der Tod? Mich die Gräber und ihr Grauen? Meinen Mitt ler, meinen GOtt, JEsum Christum, werd ich schauen. Dann wird Leben, Sieg und Heil ewią, ewig seyn mein Theil. 10. Nur, daß du dich, Seel, erhebst von den und der Auferstehung der Todten. 465 den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem GOtte lebst, mit dem du vereint ſollst werden. Willst du seines Heils dich frcu'n; must du, Seele, heilig seyn! ( 271.) CCLXXI. Flach der Melodie des 26. Liebs. Herr! du bist meine Zuversicht, Du lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einft geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dieß stårket meine Zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Saamen auszufreuen: dort wird der Herrlichste Gewinn der Ernde mich erfreuen. Sch leide und verzage nicht; denn du bist meine zu. versicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die fie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürte. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sink immerhin mein Leib in Staub! GOtt wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leGg ben. 466 Erst. Th. XX. Vom Tode der Gläubigen, ben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! wie ficher meine Zuversicht! 5. HErr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus dei nem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stårke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. ( 272.) CCLXXII, Nach der Melodie des 171. Lieds. Wachet auf, so ruft die Stimme einst nach der Zeit, der Engel Stimme, verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft, wachet auf, erlöß te Sünder! versammelt euch ihr GOttes Finder! der Welten HErr ists, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbey! er wacht! Hallelujah! macht euch bereit zur E wigkeit! sein Tag, sein grosser Tag ist da! 2 Erd und Meer und Hölle beben, dieFrom. men stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf! ihr Versöhner kommt voll Klar heit und der Auferstehung der Todten. 467 heit vor ihm ist Gnade, treu und Wahrheit! der Tugend Lohn krönt ihren Lauf! Licht ist um deinen Thron und Leben, GOttes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3.. Ewigs Lob sey dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen! am Ziel sind wir beym grossen Lohn! Christus strömt der Freuden Fülle auf uns! wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unfern Freund und GOttes Sohn! kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie diese Wonne! in Ewigkeit seydir geweißt, HErr, unser Dank und Ehr und Preis! XXI. Vom ewigen Leben. CCLXXIII. ( 273.) Mel. des 84. Psalms. M ein Leben ist ein Pilgrimsrand; der pour le mF FILF Himmel ist mein Vaterland: ich finde kete ne Rub auf Erden; ich suche die zukünft ge Stadt, die GOtt selbst vest gegründet hat, da werd ich erst recht glücklich werden: mein Leben 468 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. Leben ist ein Pagrimpand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin; dieß ist der Drt nicht, den ich wähle, ich eile nach der E wigkeit: HErr, mache mich dazu bereit, erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irrdisch ist, verachte, als ein wahrer Christ. / 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn jehr viele Hindernisse an: es ist nicht leicht sie zu bestreiten: der Weg ist schmal der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets fucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft keinen Aus weg fehn. 4. Oft seh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, betracht' ich nur der Treue Lohn, und jeder Leberwinder Cron. 5. Hilf du mir selbst, HErr JEsu Christ, der Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 469 der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, laß mich auf der Ber leugnung Pfad, den mir dein Fuß gezeichnet hat, dem Ziele täglich näher kommen. Gieb, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf, Laß in der Noth mich veste stehen, getrost auf deine Hülfe trau'n; so werd ich einst das Leben schau'n. ( 274) CCLXXIV. Mel. des 16. Pfalms. ឡ ម 1 uf, tráger Geir! laß das, was sichtbar it, nicht langer dich als angefesselt bal. Gedenke, daß du helbit ein Weien bist, das, wann der Himmel als ein Kleid EE veralten, und wann die Erde brennend Gg3 wird ten. 470 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. wird vergehen, in Ewigkeit wird dauren und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon ge sehn, daß, was dein Herz wahrhaftig kann ergößen, nur droben sey? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest JEsum über alles schå. Ben, du wolltest dich und alles gern drum geben, möcht'st du in ihm, möcht er in dir nur leben? 3. Ifraels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finstre Blindheitsnacht. Die Augen werd ich dann zu dir erheben, um mit aufgedecktem Angesichte dein ewig's Licht zu sehn in deinem Lichte. 4. Schenk Augensalbe für die Blödigkeit, die mich verhindert, klüglich zu vergleichen des Himmels Schäße mit dem Dampf der Zeit: laß nie das Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theurem Blut hast wollen kaufen, für alle, die in Lebensschranken laufen. 5. O seeligs Volk! das da aus freyer Gnadzum Licht berufen, und Jehova kennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat; das in verborgner Herzensandacht brennet, um über 471 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. über Sonn' und Sterne sich zu schwingen, und bis ins innerst' Heiligthum zu dringen. 6. Erwünschter Tag! der diese Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freyheit störet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland! dich nun selbst ver Flåret in Klarheit seh! o dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben! ( 275.) CCLXXV. Flach der Melodie des 82. Lieds. Menschen ists gefeßt, zu sterben, ihre Herr. lichkeit verblüht. Welcher von den Himmels erben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himm lisch werde, wird er einst von GOtt erneu't und zieht an Unsterblichkeit. 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem GOtt gefällt? seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt, JEsus tilget meine Sünden, stårkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner leßten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ist er, und ich bin sein. ihm entreissen? Mein Er erfüllt, was er g 4 ver 472 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. perbeiffen; sein soll ich mich ewig freu'n. Ja, mir souls durch ihn gelingen, mich zu ihm em. por zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinen Heiland, ihn zu sehn! 4. Dort bey ihm ist wahres Leben. Millio nen stehen schon, ihren Retter zu erheben, seelig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mit anbåtend ihn zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, JEsus Christ! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jenes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem HErrn, und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Baterland verklärter Frommen, Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was kein Sterbli cher vernommen, GOttes Heil gewährest du. Freudenerndten schenkt er denen, die erst hier gefä't mit Thränen. Alle Thränen trocknet er, Sünd und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Verlangen dieß ver. heißne Land zu sehn, jene Krone zu empfan. gen. bald erhöret GOtt mein Flehn. Die se Hütte, die zerstäube! ich, ich weiß, an wen ich Erft. Th.XXI. Vom ewigen Leben. 473 ich glaube. Mir ist. Sterben ein Gewinn, denn zum Vater geh ich bin! 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser grossen Hoffnung voll jag ich nicht in Kummernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Frenden, wann ich christlich sie ertrug, bis GÖtt spricht: es ist genug! ( 276.) CCLXXVI. Nach der Melodie des 7. Lieds. && ist noch eine Ruh vorhanden für jeden GOtt ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden, nach GOttes Willen, einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Die, HErr, zu dieser Rude kommen, wie seelig find doch alle die, in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so seg net mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlößten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 69 5 4. Da 474 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt mit frobem Lobgefang, selbst für die ausge. standnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank. Nun jauchzen sie: es ist vollbracht! der HErr hat alles wohl gemacht! 5. Wie GOtt von seinen Werken ruh'te, als er die Welt hervorgebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe, vom HErren selbst gerecht gemacht, die Frommen, bey dem ew' gen Glück, auf ihr vollendtes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachbeit mehr. GOtt führt sie zu vollkommnen Freuden und krd. net sie mit Preis und Ehr. O unaussprech lich fisse Ruh! wie herrlich, Höchster, seg. nest du! 7. Wer kann hier deine Gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh lassen, die dieses Leben noch um. giebt. Omache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seeligkeit! 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast! will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last; so starke machtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gieb, daß in Hoffnung jener Rube, die Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 475 die GOttes Volk verheissen ist, ich gern des Baters Willen thue, wie du darin mein Für. bild bist; so ernd' ich von der Last der Zeit, einst völlige Zufriedenheit. ( 277.) CCLXXVII. Flach der Melodie des 35. Lieds. Mein ganzer Geist, Gott! wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Baterband aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, HErr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bey dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Gute dar, zum fröhlichen Empfinden. Doch hier sind wir bey den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr, und kein Grab. Dort wischest du die Thránen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrey, denn du, o HErr, machst alles neu; das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort 476 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers GOttes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des HErrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie ganz befungen. Völlig giebt fich den Erlößten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Bater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie, auf ewig frey von aller Müh, und schmecken seine Gi te. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemi the. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hin führo nicht mehr fehlen. 6. GOtt! welche Schaar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammlet deine Ba. terhand, die deine Liebe hier verband, HErr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frey von Mängeln selbst mit Engeln Freundschaft pfle. gen. Dein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen Da werd ich dich, HErr JEfu Christ! fo menschenfreundlich, als du bist Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 477 bist, auch mit Entzücken sehen.. Da wird, mein Hirt! von den Freuden, nichts mich scheiden, die du droben, deinen Freunden auf gehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die GOtt den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. O JEfu! HErr der Herrlich keit! du hast die Stått auch mir bereit't. Hilf fie mir auch ererben. Laß mich eifrig barnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde! ( 278.) CCLXXVIII. . Nach der Melodie des 234. Liebs. Nach einer Prüfung kurzer Tage_führst du uns, GOtt! zur Ewigkeit. Dort endet fich der Deinen Klage in himmlische Zufrie. denheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß; und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Er. den schon manchen feel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Gerdusche dieser Welt; bald kümpft in 478 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frey von Pein, nie frey von eigner Schwachheit seyn. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tit gend ganzen Werth empfinden, den unaus. sprechlich grossen Werth. Gott der Liebe! werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn Dich 6. Da wird, o HErr, dein heil'ger Wille mein Will und meine Wohlfahrt.seyn; und lieblich Wesen, Heil die Fülle, an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge. schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank, die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo GOtt Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 479 GOtt, mein Heil! sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig fehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugeh'n; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der GOttes Weg mich gehen hieß: und ihn zu Millionen malen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find ich, HErr! in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du es geben! viel leicht auch mir ein Seel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir ge rettet, du! o GOtt, wie muß dieß Glück er freun, der Retter einer Seele seyn! 12. Was send ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Müh! ( 279) 480 ( 279.) Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. CCLXXIX. Flach der Melodie des 7. Lieds. Du gabst mir, Ew'ger! dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: nein was du mir davon gegeben, gabit du mir für die E wigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Berstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Sichtschnur meiner Pflicht: der Tugend inneres Gefühl, und Freyheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtigs: Werde! mit Reiz und Pracht mein irrdisch Haus, und gosest über diese Erde die Wun der aller Schönheit aus: und schufft mir fei ne Sinnen an, daß ich sie auch empfinden Fann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dieß, mein irrdisch Hauß zerbricht. Ich foll zwar dieser Welt geniessen, doch als genöß ich ihrer nicht: ich soll der Sinne Lüfte fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält, nach Wol. luft, Ehr und Gold nicht trachten, das mei. nem Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 481 nem Wahn so wohl gefällt: was Fleisch und Blut öft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht verges bens! du wolltest sehn, ob ich dir tren, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu woh. nen, würdig sen? Ob ich vom Tand des Ei. teln leer, einst höh'rer Freuden fähig war? 7. Denn du willst eine neue Erde und eineit neuen Himmel bau'n, und, daß ich hier gehei ligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schau'n, dem Reiz der Lüste widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn." 8. Wohl mir! wenn ich es muthig wage, der groffen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurze Prüfungstage GOtt und der Tugend blos zu weih'n! wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sün de, die Lust des Fleisches und der Welt, und jene Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt bålt, und, o welch glänzender Ges winn! bier Sieger, dort gekrönet bin! 10. O GOtt gieb deines Geistes Storfe, der du in Schwachen mächtig bist, dem, der zu diesem großen Werke, zu klein, zu schwach, zü simlich ist: lehr mich das Jridiche berschmäh'it, 482 Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben: schmähn, und stets nach meinem Ziele sehn. 11. Laß mich oft in gesunden Tagen mein Grab mir in Gedanken bau'n, und bey des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künft'. ge schau'n; damit ich meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sen. ( 280.) CCLXXX. Nach der Melodie des 82. Lieds. Dwie unaussprechlich seelig werden wir im Himmel seyn! Da, da erndten wir unzählich unsers Glaubens Früchte ein. Da wird oh. ne Leid und Zähren, unser Leben ewig wäh. ren. GOtt! zu welcher Seeligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet bast, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Er den faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beym Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir trau'n, noch mehr, als sie hofften, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Ge müthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sey überschwänglich, und die Wohlfahrt unver Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 483 unvergånglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen of fen baren, wie du bist. Keine Luft wird da uns fehlen, wo das Land der Bonne ift. Zu vollkommnen Seeligkeiten wird uns dort i er Mittler leiten, der uns dieses Glück erwar 6, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele seyn, Dienst, und Dank und Lobgesänge dir, erhabner GOtt! zu weih'n, dir und dem, der selbst sein Leben wil lig für uns hingegeben. Mit ihm, unsern größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht sehnen, aufgelößt und dazu seyn, wo, nach viel vergoßnenThra. nen, ew'ge Güter uns erfreu'n; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Pfal. men, unsre Angst in Lust verkehrt, die fort. hin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? 068 auch noch so köstlich fey, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kum mer frey. Schnell folgt hier auf Lust oft Beinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. H5 2 8. Sey 484. Erst. Th. XXI. Vom ewigen Leben. 8. Sen, o Seele! hoch erfreuet über das erhibne Glück, das dir einst dein GOtt verleib et! richte deines Glaubens Blick oft nach jen er Stadt der Frommen mit dem Ernst da hir 1 zu kommen. Trachte, weil du hier noch bi st, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, HErr, in I seinen Himmel gehn. D so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. MENGBANGBANGBANG BANGBANGBANGBANG Zweyter Theil Lieder, die zur christlichen Sittenlehre ge. hören. XXII. Von der Buße und Bekehrung. CCLXXXI. ( 281.) Der$ 1. Pfalm. Nach der Melodie des 84. Lieds. Sen gnädig HErr! nach deiner grossen Huld, und tilge durch ein göttliches Erbar. men 3weyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 485 men die Sünden eines tiefgebeugten Armen: wie schwer sind sie! ach, tilge meine Schuld! GOtt wasche mich von meiner Missethat und rein'ge mich vom Unflat meiner Sünden; du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden! 2. Ich fühle, HErr, mit Schaam mit Reu und Weh die Missethat und ihre ganze Gröf se: denn, ach! dein Geist hält meine Schond und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh' und steh: an dir allein, o GOtt! vergriff ich mich, du sahest es; und solltest du es råchen: so müste man, so müst ich selber dich ganz frey und los von allem Unrecht sprechen. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus ver derbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte, und annoch kaum in Mutterleibe web. te, der Sünden Gift und Krankheit ange erbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit, ach, gieb sie![ aß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, daß fie allein zerstreut; laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen. 4. Ich bin Ausfäßz'gen gleich ein Greul! un. rein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, HErr! empfinden, verzeih' und wasche mich von meinen Sünden; so werd ich weiß wie HH 3 Schnee 10 486 3weyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. Schnee und Wolle seyn. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im in nern Grunde hören; es müsse nun dein Schre cken, Furcht und Leid, der Seelen Ruh und Wonne nicht mehr stören. 5. Sich meine Sünd, o HErr! nicht wei ter an. Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige, mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertra gen kann. Schaff aber auch ein reines Herz in mir, gieb mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach ihn vest, damit dein Knecht vor dir, nie wiederum der rechten Bahn verfehlet. 6. Verwirf mich doch von deinem Antlik nicht, entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heil'gen Geist, laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erweck in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe; gieb den Geist der Freuden, der unterstüß' und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beyspiel wird ihn deine We ge lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach, siehe, wie mich meine Sünde drückt! Zweyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 487 drückt! doch wirst du sie, mein Heiland! mir vergeben; so werd ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. 8. Eröffne meine Lippen, daß ich kann, HErr, deiner Gnade Ruhm mit Dank er heben! dir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz zermalmt durch Reue, und ein Geist zerknirscht durch Kummer über seine Sünden, und der mit Macht sich eitler Lust entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl; sen ihm geneigt, und baue Salems Mauren: den Frieden deiner Stadt laß ewig dauren, und mache sie stets deines Segens voll. Erhal te deine Kirche selber rein, laß deinen Geist fie immermehr beleben. Laß Heiligster uns vor dir heilig seyn, und alles dich mit frohem Ruhm erheben! ( 282.) CCLXXXII. Aus dem 143. Psalm. Flach der Melodie oes 8. 2ieds. Herr! höre mein Gebät um deiner Wahr. heit willen! du bist an Gnaden reich, und wirst 55 4 mein 488 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. mem Seufzen stillen. Ach! gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vot dir, o HErr! ist ja kein Sterblicher gerecht. 2. Die Gröffe meiner Schuld schlägt meine Seele meder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Somerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der, ausser dir, mir wahren Trost gewahrt? 3. Zu dir, o treuer GOtt! erheb ich Herz und Hande Mein Heil steht nur bey dir. O daß ich Hülfe fande! für Recht laß Gnad erachn! ich hoffe, HErr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg! denn nach dir sehn ich mich. 4. Ich will, o stårke mich o starke mich, ich will die Sünde hassen. Auf deine Hülfe nur, will ich mich, GOtt, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Gent auf dieser eb'nen Bahn! 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz anveranderlich. Dein will ich ewig seyn. O GOtt, erhöre mich! ( 283.) CCLXXXIII. Teue Mel. oder nach der Mel. des psalms. Der 95. Pfalm. Thebt, erhebet GOttes Ruhm! froh. Joct Swept. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 489 lockt in seinen Heutgthum, mit allgemei nem Jubeltone! befinge du erwahlte Staar, PUTIN wie herrlich und wie offenbar, lem Schuß und Seegen bey uns wohne. 2. Nur unser GOtt ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Göt. ter sibet. Er ists, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stüßet. 3. Das weite Meer und trockne Land, sind Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seyd, und danket voller Brünstig keit dem grossen Schöpfer auf den Kenien! 4. Denn er ist unser GOtt und Heil; wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schaafe seiner Weyd und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so send doch nicht verstockt und tråge! 5. O merkt, was sein Ermahnen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Bater க h 5 in 490 Zweyt.Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung, in der Wüsten. Sie schau'ten, was mein Arm vollbracht; versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 6. Jhr robes Herz blieb doch verrucht; und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst bemühet. So fahrt denn, sprach ich, nur dahin, in eurem blind und tollen Sinn, weil ihr doch meine Wege flichet! 7. War sonsten meine Langmuth groß: so brach mein Zorn doch endlich los; weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuren Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. ( 284.) yu CCLXXXIV. Mel. Liebster JEsu, Trost der Herzen. uf. o under! laß dich lehren, komm den großen GOtt zu hören, säume keinen Augenblick: komm bald an dem frühen Morgen, kommnur ohne Furcht und Sor gen, haite dich nicht selbst zurück: Gott hat 3webt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehruna. 491 bat auter Heil und Segen, dir, dem un der, vorzulegen. 2. O, das wäre grosser Schade, so du war. test bis die Gnade, als die Sonne untergeht! komm am Tage dieses Lebens, hör' die War. nung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht: komm, weil du sie heut noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Scheu dich nicht, wenns andre merken GOtt ists, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; sey getrost und unverzagt: sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. 4. Schrecker dich die Macht der Sünden? Ey, du kannst noch Gnade finden; cr, dein GOtt, verstößt dich nicht: Doch je långer du verziehest, und vor deinem Heiland flie hest, desto mehr wächst dein Gericht: o, wie wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 5. Drum ergieb dich seiner Güte mit demůthigstem Gemüthe; Christus nimmt die Sun. der an: ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geister, und erwähl die rechte Bahn, 492 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frey macht von den Stinden. 6. Komm, bey ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt: bleibe, wenn du bist gekom. men, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt: der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein du must weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft: ruf zu dem, der ihn will ge ben, daß du könnest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so ofne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze, JEsu! gieb mir deinen Sinn: pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben Frucht zu brin gen immerhin: daß ich dieser Frucht geniesse, wenn ich meinen Lauf beschliesse. ( 285.) CCLXXXV. Nach der Melodie des 29. Lieds. Schaffet, schaffet Menschenkinder, schaffet eure Seeligkeit! bauet nicht wie sichre Sün der auf die ungewisse Zeit; unverweilt be. Fehret Bwent. Th. XXII. Von der Buße und Bekehruna. 493 Fehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch hier auf Erden heilig, feelig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan wi. derstehen, nur was GOtt, das höchste Gut, von euch fodert, muß allein eures Lebens Richtschnur seyn. Es mag euerm schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Seelig, wer im Glauben kämpfet! fee. lig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach: wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden frerben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, fin dern tråg und läßig seyn, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreu'n? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg: nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 5. Sich vollleicht finns stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glaubens scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ibn wünscht zu ha. ben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht 494 3ment. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. nicht im sichern Stolze leben, und den Lü sten sich ergeben. 6. Brünstig båten, allzeit wachen, die Ber suchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freu. de machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beym Spott und Hohn der Welt das zu thun, was GOtt gefällt: dieses wollen und vollbringen heisset nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreisset euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt send, und beweiset euch als Chri sten, muthig standhaft in dem Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, war es auch die schwerste Pflicht, und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. 8. Zittern will ich vor der Sünde, und da ben auf JEsum sehn, daß ich seinen Beystand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland!. ach! geh nicht mit mir Armen ins Gericht. Gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seeligkeit zu schaffen. 9. Gieb zum Wollen das Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit, lehre mich, mich selbst bezwingen, und verleih Be. ständigkeit. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, båte ringe, und also zum Himmel dringe. ( 286.) Zweyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 495 ( 286.) CCLXXXVI. Nach der Melodie des 7. Lieds. Gott! bilf mir, daß ich Busse thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, daben das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst, nach deiner grossen Güte nicht eines einz'gen Sünders Tod. Drumt weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen feine Sündennoth. Wohl dem! der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. Den rettest du von dem Verderben; nimmſt seine Busse gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist GOttes Baterhuld! er tilget meine Sündemchuld. 4. Sollt ich die Güte dann verachten, die mir noch Kraft und Beßrung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, GOtt, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering fie schätzt. 5 So gieb, daß deiner Gnadenlockung, o GOtt, mein Herz stets offen sen; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben 496 Swept. Th. XXII. Von der Busse und Bekehrung. Leben ohne Ren, im Sündendienste zuge bracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben. Drum laß mich in der kurzen Frist, die duzum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sundendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffen. heit! wie seelig bin ich dann schön hier! wie glücklich einst mein GOtt, bey dir! ( 287.) CCLXXXVII, Flach der Melodie des 81. Lieds. Dir allein hab ich gesündigt, HErr, bey dem ich Gnade süch! ein gerecht Gesetz verkündigt jedem Lebertreter Fluch. Und was kann vor feinen Schrecken, Richter aller Welt, mich de cken? 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöb ich, dir mich zu entziehen, Himmel an: so bist du da. Stürzt ich in die Tiefe nieder, deine Rechte hält mich wieder. 3. HErr, ich flich in deine Hände! ausser dir 3went. Th. XXII. Von der Busse und Bekehrung. 497 dir ist keine Ruh. Dein Erbarmen hot kein Ende: wer ist gnädiger, als du? Du bist GOtt und kannst vergeben; ach, vergieb und laß mich leben! 4 Groß sind meiner Sünden Schulden, ih re Last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde war: müßt' ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz int Zähren, fånd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thrdnen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. GOttversöhner dein Erbarmen, bein für mich vergoßnes Blut, und dein Tod erlößt mich Armen, heilet mich und giebt mir Muth. Dein Verdienst ists, was mich de cket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden, schaff ein reines Herz in mir; laß bey dir mich Nuhe finden; zich mich immerdar zu dir. Dank bar will ich mich bestreben, mein Erlöser! dir zu leben! Ji ( 288.) 498 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung ( 288.) CCLXXXVIII. Nach der Melodie des 29. Lieds. Höchster! denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt: o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, dein Gebot hintan geſetzt, und dich, der du mich geliebet, mit Verge. hungen betrüber. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäffte deines Dienstes fertig seyn. O, wie hab ich fie entweibt! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mein Herze fren! was mir müßte, gabst du mir. Aber ach! wie dank ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 4. Bey dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn; und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Swept. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 499 5. Ach! an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater! zurne nicht! dir hab ich oft auf gekündigt meine schuld'ge Kindespflicht Ach vergieb, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an. Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! gieb, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewis sen! ach! das laß auch mich geniessert. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Ent schluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu feyn. Stehe mir stets machtig bey! mache du mich selbst recht treu, dich zu liebeit, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. ( 289.). CCLXXXIX. Fach der Melodie des 284. Lieds. Liebster JEfut, Trost der Herzen! Stiller banger Sündenschmerzen! einzigs wahres Heil der Welt! wenn ich bei mir überfobloge, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach! so kann ich nicht ers sehen, wie ich künftig soll bestehen. Ji 2 500 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 2. Von Geburt bin ich ein Sünder, und nach meinem Thun nicht minder: meiner See. le wahre Zier, GOttes Bild, hab ich ver. lohren, ich bin Fleisch vom Fleisch gebohren; und nichts Gutes wohnt in mir was ich in dem Herzen finde, was ich thu', ist lauter Sünde. 3. HErr! wohin soll ich mich wenden? Was Fann meinen Jammer enden? In mir find ich nichts als Noth; keinen Trost im Weltge. tümmel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mich zum Klåger werde. 4. Ach! dein ångftlich Sündenbüssen, und dein theures Blutvergiessen, JEsu, komme mir zu statt! sey mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge mei ne Missethat! wolltest du für Menschen dul. den; ach! so tilg auch meine Schulden. 5. Zwar ich muß vor GOtt gestehen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sün den Lohn. Aber, HErr, ich komme wieder; fall in tiefster Demuth nieder, so wie der verlohr. ne Sohn, bitte ſeufze, fleh mit Thränen: Varer, ach laß dich versöhnen! 6. 3ft im Himmel größre Freude, wenn ein Zweyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. Jor ein Sünder kehrt mit Leide wieder zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wann ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forts hin bestreben, besser, als bisher zu leben. 7. Weg, ihr vor'gen Sündentriebe! weg, o Welt, mit deiner Liebe! JEsus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verlohren; durch ihn bin ich neu gebohren, in ihm leb ich für und für, in ihm will ich seelig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. ( 290.) CCXC. Fach der Melodie des 10. Lieds. A GOtt und HErr! wie groß und schwer ગ્રહ sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 2. Flöh ich gleich weit, voll Bangigkeit, bis an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreyt zu seyn: würd ich sie doch nicht wenden. 3 Zu dir flieh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach geb doch nicht, GOtt! ins Gericht, dein Sohn hat uns verfühnet. Si 3 502 Zmeyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 4. Solls ia so seyn, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen so fahr hier fort, nur schone dort, muß ich auch viel bier büf sen 5 Bergiß die Schuld! gieb mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch murren nicht ver. scherze. 6. Verfahr mit mir, wies dünket dir: du stårfft mc, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das tõust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube boffen; durch Christi Tod, stebt ja, mein Gott, quch mir der Him mel offen. mein Zuflucht ist und mir zu 8. HErr JEsu Christ, das Kreuz an dem du starbest; gut mit deinem Blut, die Seeligkeit er warbest. 9. Dieß tröstet mich und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bey dir, mein Hort, ererben ew'ge Freuden. sein Eigen 10. GOtt, Ehr und Rubm! thum bleib ich in JEsu Namen. le nicht: mein Heiland spricht: wer glaubt, wird seelig. Amen! Ich zweif ( 291) 3vent. Th. XXII. Von der Buße und Befehrung. 403 ( 291.) CCXCI. Nach der Melodie des 6. Lieds. HErr JEfu Christ, du böchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühseelig und beladen: da das Gesetz, das mich verklagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sün der schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last, nimm ſie von meinem Herzen, du der du mich versöh. net hast, am Kreuz mit Angst und Schmer. zen, damit ich nicht mit Leid und Weh, in meinem Elend untergeh und ewiglich ver zage. 3. Ja, HErr! wenn mein erweckter Sinn, an mein Betragen denket: so sink ich fast für Angst dabin; die Sünde drückt und Frånket, und schrecket mich. In dieser Pein würd ich gewiß verlohren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Weil aber dieß dein Wort mir sagt: auch, Sunder! du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben, ja, weil du alle Huld verheißt dem, der sich, mit zerknirschtem Geist, im Blauben zu dir nahet; Ji 4 5. 304 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung, 5. So komm ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Chránen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergieb mir, HErr, genadiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Ach HErr! erbarm dich meiner doch um deines Namens willen. Mich ångſtigt mein Gewissen noch, du kannst sein Zagen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, nun gånz, lich dir ergeben seyn, in kindlichem Gehor. fam. 7. Dein freud'ger Geist stårk mich im Fleiß; heil mich durch deine Wunden, mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letzten Stun den, und führe mich, wenn dirs gefällt, mein Heiland, feelig aus der Welt, zu jenen Aus erwählten. ( 292) CCXCII, Mel. Allein zu dir HErr JEsu Chrift. ch ichame mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her zen! verschone doch o Gottesjohn! ich bin voll Sundensomerzen. Er. 3went. Th. XXII. Von der Buße und Befehrung. sos # du Erbarme dich, und mitam mud an; bists allein, der helfen kann. Geh jantot mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor Angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurücke denkt, mit wie viel Missethaten ich dich von Jugend auf gekránkt: so kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Unverstand: dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht' ich das Maaß der Sünden voll! 3. Trieb mich die Zucht zum Guten an; hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfül. len. So gieng ich hin; so wuchs ich auf; so nahm ich in dem Lebenslauf an Alter, nicht an Gnade, zu; die Seelenruh verschwand: dieß alles sahest du. 4 Mit Trug und Lügen deckte ich des Her. zens böse Tücke. Kein ernstlich Drauen schreck. te mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr! verführte mich; in deinem Ji s Worte 506 Zwent. Th. XXII. Von der Buffe und Bekehrung. Worte hört ich dich, und achtete jedoch nicht drauf: mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wesen: gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffarth, Uleppigkeit, an Fred heit, Wollust, Troß, und Neid, und meine schåndliche Begier, zog mich von dir, ach, JEsu! ach, vergieb es mir! 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; ver. gieb mein Lebertreten: trag ferner noch mit mir Geduld: erhör mein ängstlich Båten! lösch aus, HErr JEu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mach. tiger ist deine Gnad, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. 7. Hilf mir von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wahren Tugend weg zu gehn! dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen. und Vollbringen schafft, voll Reu und Leid mich dir allein zum Dienste weihn. Ach, laß es Ja und Amen seyn! ( 293.) CCXCIII. Nach der Melodie des 37. Lieds. König! deſsen Majestät sich über alles Hebet, 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 507 hebet, dem Erd und Meer zu Dinste steht, vor dem der Erdkreis bebet. Der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: GOtt sey mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, be. schamet und von ferne, ich suche deinen Trost und Rath: mein GOtt! du bilfft ja gerne. Doch meiner Fehler grosse Zahl schreckt und verfolgt mich überall; mein Glaube ist nicht thắtig: drum schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sey mir Sünder gnådig! 3. Die Schulden der ich mir bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reu. end an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth: doch weil du winkst, so båt ich mit ganz zerknirschten ban. gen Geift, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott sey mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater! schaue JEsum an, den Gnadenthron der Sünder; der für die Welt genug gethan; durch den wir GOttes Kin. der, und Erben der Berheissung sind: der ifts, 508 Swent. Th. XXII, Von der Buße und Bekehrung. ists, bey dem ich Ruhe find: er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn, und laß ihn nicht, bis GOttes Herz mitleidig bricht: GOtt sey mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in die. fem ganzen Leben; du bist mein GOtt, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, nach meinen Glau. ben immerdar durch wahre Liebe thätig. Låßt sich denn noch viel Schwachheit sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sey mir Sünder gnädig. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht als lein auf deiner Gnade. Mir gehes übel oder gut, gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende nun heran; so stark mich auf der Todesbahn, mach mich von Sünden ledig: und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sey mir Sünder gnädig! ( 294.) CCXCIV. Flach der Melodie des 201. Lieds. Went enn der Sünder hat mißhandelt, und den breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt: so er sich bekehren wird, steht Bwent. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 509 steht der Himmel wieder offen, Friede wird mit GOtt getroffen, Buß und Glaub an Christi Blut, machet alles neu und gut. 2. Ben stets fortgeseßten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor GOtt bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, must du dich der Sündentziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen; sich in GOtt durch Christum freuen; ohne Zwang und Heuchelen, was der Wille GOttes sen, täglich prüfen, fröhlich üben, GOtt und fei nen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4 Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen; brauchet GOtt der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke feiner Langmuth, Güt und Stärke? Zeigt nicht jede Creatur ihres gut'gen Schöpfers Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm JEsu, des versöh. ners, Stimm. Komm zu dieser Quell der Gnaden; komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seelen Ruh; er sagt dir Er. quickung zu. 6. 510 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung6. Jesu, Trost der müden Seelen! du kannst uns nicht nur befehlen; du schaffit felbst, durch deinen Geist, in uns, was dein Wort uns heißt. Sey zu meinem Heil geschäfftig; mache selbst dein Wort so kräftig, daß mein Herz dadurch gerührt, endlich wahre Busse spürt. ( 295.) CCXCV rue Mel. oder nach der Mel des 140. Pfalms. V n dir allein hab ich gesündiat, und übel oft vor dir gethan. Du fiebst, was mir den Fluch verkündigt; sieb, GOtt, auch meinen Jammer an 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach GÖtt! wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst dit dich von mir? 3. HErr, handle nicht nach meinen Sünder, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. Ich 4. Früh wollst du mich mit Gnade füllen, GOtt, Swent. Th. XXII. Von der Buße und Bekehruna. 11 GOtt, Vater der Barmherzigkeit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist ein GOtt, der gern erfreu't. 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen: du bist mein GOtt, ich bin dein Knecht. 6. HErr, eile du mir beyzustehen, und leite mich auf eb'ner Bahn. GOtt hört mein Schrenn, er hört mein Flehen, und nimmt sich meiner Seelen an. ( 296.) CCXCVI. under, willst du sicher seyn, und befrent von Furcht und Pein: schaffe, daß FEMEIERE du dich bekehrest, da du GOttes Srmime MEEBERGE!!! boreit! auf! GOtt rufet dich zu fich: eile, und errette di. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der HErr so fürchterlich auf verstockte Sünder blißzet: such ein Zoar, das dich schützet! auf, GOtt rufet 512 Swept. Th. XXII. Von der Busse und Bekehrung. rufet dich zu sich: eile und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! GOtt rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sün den, nehmen zu. Dein Gewissen wird beschwe ret. und der Strafe Maaß vermehret. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich: eile und errette dich! 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! GOtt rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 6. Was du Böses an dir haft; wird sonst wie ein alter Aſt. Dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile! denn es kommt der Tod: und wie groß wird dann die Noth, wann man aus der Welt soll gehen, und vor GOtt nicht kann bestehen! Auf, GOtt ruft dich noch zu fich: eile und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! deun es 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 513 es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Teich geschos sen. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir ver säumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! auf! GOtt ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gieb doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir verfäumet werde: führ mich selbst zu deiner Heerde! Bater, ach ich bitte dich: eile und errette mich! ( 297) CCXCVII. Nach der Melodie des 79. Lieds. Hüter! wird die Nacht der Sünden, bald verschwinden? Hiter! ist die Nacht bald hin? wird die Finsterniß der Sinnen, bald zerrinnen, womit ich umgeben bin? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, ben der Sonne neuem Lauf! so geh doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch länger barren, und erstarren, weil du mir so ferne bist! RE 4. Du 514 Zweyt. Th. XXII. Von der Busse und Bekehrung, 4. Du hast ja, da du bist kommen, wegge. nommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erschei nen, der nach deinem Lichte tracht? 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahr heit: laß die Wolken sich verziehn; so werd ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Geschäffte fliehn. 6. HErr! du winkst, und auf der Stelle, wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich ver breiten. Dir ists Ruhm: versag mirs nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsres grossen Schöpfers Spur; aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, JEsu, thut es mir. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein frenes Auge seyn. 9. JEsu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. ( 298.) CCXCVIII. Llach der Melodie des 8. Lieds. Willst du die Busse noch, die GOtt gebeut, vers Zweht. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 515 verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seelen Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ists nicht, sein eigent Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh ist dieß der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von GOtt, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er fie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist GOtt denn ein Tyrann. der mehr von mir verlangt als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet GOtt, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tu. gend übst, die GOtt, dein HErr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seeligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es GOtt zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, befiehit sie GOtt allein. 6. GOtt beut die Kraft dir an, das Gute. zu vollbringen;-follt er durch Allmacht dich, RE 2 ihm 516 Zweyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Bernunft; und du verläugnest sie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: GOtt kennt mein Herz; ich hab es ihm verheissen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loßzureissen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die beure dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederhohlen. Scheu'st du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn: um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entricken? Jst ein Ge schrey zu GOtt, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung. 10. Its gnug zur Seeligkeit, des Glückes der Erlößten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reu't; so ist kein leichtrer Werk, als deine Seeligkeit. 11. Doch fordert GOtt von uns die Reinig keit der Seelen; ist keine Seelc rein, der Glaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, GOtt Die Zweyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehruna. 517 dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäffte? Nein, Mensch! und du ver. schmähst des Geistes GOttes Kräfte? Ersobreckt dich nicht sein Wort? Giebt im verkehrten Sinn, den Sünder, der beharrt, nicht GOtt zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlößt, damit wir Sünder bleiben, und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von GOtt. GOtt widerspricht sich nicht 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem GOtt, willst du zu deiner Pein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n. 15. Entschlieffe dich beherzt, dich selber zu be fiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt gott. liches Vergnügen. Waszagst du? Gebt er gleich im Anfang langsam fort; sey wacker! GOtt ist nah, und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren KE 3 Fluch 518 Zweyt, Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. Fluch empfinden: so widerstreb ihm nicht; Denn GOttes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist; so giebts doch kei nen Frieden. der Tugend mur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der GOtt gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der GOtt verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18 Die Busse führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; GOtt kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein; füllt dich mit Zuversicht; giebt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: ist dieß kein Glück, mitru. higem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück geniessen, und mäßig und ge recht in dem Genusse seyn, und sich der See ligkeit schon hier im Glauben freu'n? CCXCIX. ( 299.) rach der Melodie des 8. Lieds. Laß mich doch, o mein GOtt! die Busse nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie Fount ich sonst mich lieben? Ist wahre Besse rung nicht meiner Seele Glück? O wer ver schiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, GOtt, gewinnest nichts, wenn ich dir Zwept. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 519 dir kindlich diene, und deiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne Wenn ich das Gu. te thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? Nur mir selbst, und meiner Seeligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so giebts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du bieß Glück beschieden. Wer dir, o GOtt, gehörcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o GOtt, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehist du es zu hassen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Busse führt mich nicht in eine Welt voll Leiden. Sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden; macht meine Seele rein; füllt mich mit Zuversicht; giebt Weisheit und Verstand, und Much zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, fein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Luste dampfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je öfter ich vollbring, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheu ich mich heute RE 4 nicht, 520 3went. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. nicht, o HErr, dein Feind zu seyn; um wie viel weniger werd ich mich morgen scheu'n. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, GOtt, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich die. ser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, GOtt, ein Wunsch nach Besserung, und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. Io. So gieb dann, weil ich noch, HErr, dei ne Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen kehre, so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein, mein hier versäumtes Ghick, wie wohl zu spåt, bereu'n. ( 300.) CCC. Nach der Melodie des 120. Lieds. So wahr ich lebe! spricht dein GOtt, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr, sich beßre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. 2. Dieß Wort bedenk, o Sünder, wohl! ver. zage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Zweyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 521 der Erlösung Theil: hier findest du Trost, Gnad und Heil: und GOtt besiegelts mit dem Eid; o seelig, wem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens freu'n, und, werd ich dessen müde seyn, alsdann will ich bekehren mich, GOtt wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: GOtt ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut, verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir GOtt das Leben schenken für den Tod: allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben foll? Daß du mußt sterben, ist dir fund; verborgen ist die Todesstund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; eh'mor. gen kommt, kanns ändern sich, wer heut ist stark, gesund und schon, kann morgen an dem Grabe stehn: stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o HErr JEfu, hilf du mir, daß ich mich glaubig nahe dir und mich bekehre unver weilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut und jederzeit zum letzten Abschied sey be reit. KE S ( 301,) 522 Zweyt.Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. ( 301.) CCCI. Mel. Zeuch ein zu deineu Thoren. = ie treu, mein quter Hirte aebit du dem under nad, der sich von dir verirrte, per elend, frank und schwach, in sem Ver. derben lauft, wo deine Hand den Armen ,. nicht selber aus Erbarmen, eh' er versinkt, ergreift. 2. Bie tröstlich ist die Stimme, die alle Sun. der lockt! ach, ſpråchest du im Grimme: weicht, die ihr euch verstockt! weicht Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt es unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen; und merken wir nicht drauf, ob wir ihn schon ver. nommen: so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaaf zur Heerde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt Zweyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 523 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an; so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeynt? Ich war auf mei ner Flucht ein Raub der sandd'sten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich auf geſucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Busse rief, als ich, zu deinen Schmer zen, den Weg zur Hölle lief. Du aber brach. test mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum schmalen Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach, daß ich deiner Liebe nur immer folg. sam war, nicht oft zurücke bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen liesse, da ich ja mehr geniesse, als ich verdanken kann. 8. Nun JEsu! ich beklage den blöden Unver. stand, und daß ich meine Tage so übel ange. wandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reu't und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für 524 Swept. Th. XXII. Von der Busse und Bekehrung. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verlohren war. Ja, Namund That er. weit, daß du, HErr, nicht vergebens das rech. te Brodt des Lebens, der Sünder Heiland fey'st. 10. Das laß mich herzlich glauben; doch gieb mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, Das mir dein Tod geschafft; und wie ich glau. bensvoll aus deinem Leberflusse zum wirkli chen Genusse stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn; so laß mir deine Treue mein Hirte! nie entstehn, erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende, als meinen Hirten dich. CCCII. ( 302.) Bußlied eines schwermüthigen Christen. Aus dem 6. Pfalm. mel. Mache dich mein Geift bereit. trafe nicht, o Heiliafter mich in deinem RETETEGH ( Sirimme höre, Herzenskündiger! meines Flehens Stimme! jende du Trost mir zu! Zweyt. Th. XXII. Von der Buße und Bekehrung. 525 17 zu reiß mich aus den Nöthen, ehe sie mind tödten. 2. Wird dieß Herz im Grabe sich deiner Gü. te freuen? GOtt des Lebens! todt kann ich dir kein Danklied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 3. Nichts, als deine Baterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich, mir in deiner Gnade, GOtt, du GOtt der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch erfreu'n? Wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, barr ich dein, und ich bab in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich, und von Seufzen müde. Meine Seele sehnet sich nur um sonst nach Friede. Ach wie lang soll ich bang, Heiland müder Seelen, trübe Stunden záhlen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! GOtt ver. stösset keinen, der ihm fleht mit Zuversicht, er 525 Bwent. Th. XXIII. Vom Glauben. vernimmt mein Weinen. Nie vergißt JEsus Christ seiner theur Erlösten, des will ich mich trösten! XXIII. Vom Glauben. СССІІІ. Das Apoftolische Glaubens Bekänntniß. Flach der Melodie des 46. Lieds. Ich glaub an GOtt; hoch sen verehret, er, der der rechte Vater heißt; deß Daseyn die Natur mich lehret, und den die weite Scho. pfung preist. 2. Der in sich Seel'ge sprach: es werde! und feiner Weisheit, Güt und Macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm ausNichts Hervorgebracht. ( 303.) 3. An JEsum Christ, den Eingebohrnen des ew'gen Baters, unsern HErrn, glaub ich. GOtt sprach: hilf den Verlohrnen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam; und durch die Kraft des Höch sten, gebahr ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt fich unsern Elend bloß. 5 D, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl wie sein Schmerz! am Kreuze felbſt Swept. Th. XXIII. Vom Glauben. 527 selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der Finsterniß. Des Teufels Macht ist nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höle, als ein erhaschter Raub, zu theil: doch Jesu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Men. schen Heil. 8 Bald steht er auf. Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und troße sieg. reich Tod und Grab. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu seyn. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier sie einst mit ihm sich freu'n. 10. Als Richter kommt er endlich wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet euch, ihr Frommen! er führt euch, als Brüder, nun mit sich in sein ewig Reich. 1. Auch an den Geist, der ehmals mächtig in Christi ersten Zeugen war, glaub ich; noch stets ist er geschafftig, und mehrt der Frommen Christen Schaar. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in 528 Swept. Th. XXIII. Vom Glauben. in Glaub und Liebe vest vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klahr. heit ihr erscheint! 13. Glückseelig wer im Tod und Leben buß fertig JEfu sich ergiebt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib im Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sünden schaden nun genesen, wie glänzend! wie un. sterblich schön! 15. Den HErrn erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antliß wird er ewig schauen, und ewig voll des Lobes feyn. 16. O heil'ger GOtt! dein Wort ist Wahr. heit; es ist allein die rechte Lehr. mich durch deine Klarheit, mehr und mehr! Erleuchte und heil'ge mich je ( 304.) CCCIV. Flach der Melodie des 6. Lieds. Es ist das Heil uns kommen ber aus Got tes freyen Gnaden. Die Werke helfen nim. mermehr der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf JEsum Chrift, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil er worben. 2. Da 3 wept. Th. XXIII. Vom Glauben. 529 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht vol lig konnt' erfüllen, erschreckt uns Zorn und grosse Noth, die niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh beym Fluche des Gesetzes. 3. Und doch mußt es erfüllet seyn; sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor GOtt sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit den schweren Zorn gestillt, deß Laft uns alle drückte. 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir genesen; so lern und fasse wohl, o Christ! des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, HErr, bist mein! dein Tod muß mir das Leben seyn; du haft für mich gebüffet. 5. So glaub ich vest, und zweifle nicht: dein Wort wirst du nicht brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht; hältst du doch dein Bersprechen. Wer glaubt an dich, und wird getauft, dem ist die Seeligkeit erkauft, der gehet nicht verlohren. 6. Vor GOtt gerecht sind die allein, die dieß von Herzen gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; ohu den wird er nie blei ben. Er lehrt in GOttes Willen ruhn er 21 lehrt, 330 3weyt. Th. XXIII. Bom Glauben. lehrt, dem Nächsten Gutes thun, Geduld und Sanftunuth üben. 7. Wer bey GOtt Gnad erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bey ihm sucht Hülf und Rath; ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freywillig lebt; des Fleisches Lüsten widerstrebt; dieß ist der Weg zum Le ben. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüsten sich ergiebet; ruft GOtt nicht an, daß er ihn führ, mit seinem Geist ihn stets regier; der lauft den Weg zur Hölle. 9. Den meidet jeder, der recht glaubt, be wahrt, was ihm gegeben; sieht zu, daß er das Fleisch betäubt; fehnt sich nach jenem Leben; dient seinen Nächsten; ehrt und preist in Chri sto GOtt mit stillem Geist, es geh ihm wie es wolle. 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in un. ferm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. 11. Verbirgt er je sein Angesicht; das laß dich nicht erschrecken. Selbst, wenn er schon dein Joch 3went. Th. XXIII. Vom Glauben.$ 38 Joch zerbricht, will ers oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser seyn, und ång stigt dich des Zweifels Pein; so laß dir doch nicht grauen. 12. Bon allen Zungen sey gepreist, um dieser Gutthat willen, GOtt Vater, Sohn und heil'ger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefang'nes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! 13. Dein Reich komm, daß dein Wille mag, wie droben, hier geschehen! gieb unser Brodt uns jeden Tag! verzeih, was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeihn! Verfu chung laß fern von uns seyn! Hilf uns vom Bösen. Amen! ( 305.) CCCV. Flach der Melodie des 8. Lieds. HERR! ohne Glauben kann kein Mensch vor dir bestehen. Drum wend ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. O zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 2. Dein Daseyn laß mich, GOtt, mit Leberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 8L2 Mahre 532 Zweyt. Th. XXII. Vom Glauben. Wahrhaftig ist dein Wort. Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu; laß mich darauf stets bauen. Gieb, daß ich dir im Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gedeutst, von Herzen folgsam sey. 4. Laß mich, mein JEsu, dich im Glauben recht erkennen; dich, meinen HErrn und GOtt, im Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sey mir, o HErr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mas de mich stets freyer vom schnöden Lasterdienst. Es stårke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgrimschaft. 6. Wie seelig leb ich dann im Glauben schon auf Erden! wie herrlich wird mein Theil der einst im Himmel werden! dann schau ich, was ich hier geglaubt, in ew'ger Ruh. O stårk im Glauben mich, GOtt meines Heils, dazu! ( 306.) CCCVI Nach der Melodie des 119. Liebs. D GOttes Sohn, HErr JEsu Christ! an wen soll ich mich wenden? daß man recht glaubt, und standhaft ist, steht nicht in unsern Hán. 3weyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 533 Händen. O hilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharr lich glaube. 2. Komm dann, und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freud'ger Ehrfurcht dich, den Sohn des Höchsten, nenne; daß ich zugleich den heil'gen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein grosses Gnadenheil im rech ten Licht erblicken; und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer schicken. Nur in dir find ich Trost und Ruh und ewigs Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gieb, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler hoffe. 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders tro. sten, als das ich, zu deinem Dienst entschlos sen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sie dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein; Ll 3 oft 534 Zweyt. Tb. XXIII. Vom Glauben. oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mur? mur du allein; du kannst mich machtig stårken; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gieb, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beystand sebe; und dann, mit Macht gestärkt durch dich, vest in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, laß mich allezeit des Glaubens Kraft beweisen. 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke! daß ich, als dein Er. lößter, froh, auch auf dein Beyspiel merke; und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, GOtt und dem Nächften diene. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß ich, an meinem Ende, des Glaubens voll, die Pil grimschaft mit Freudigkeit vollende. Steh dann zu meinem Trost bereit, daß ich der See. len Seeligkeit, des Glaubens End, erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wird mirs gelingen; du wollst, was du hast angezünd't, zu vollen Flammen brin gen. Dieß fordert deines Namens Ehr, stårk meinen Glauben immer mehr, und krón' ihn durch das Schauen! 307. 3weyt. Th. XXIII. Vom Glauben.$ 35 CCCVII. ( 307.) Nach der Melodie des 141. Liebs. Ich komme, Friedensfürst! zu dir. Erbar mend rufst du ja auch mir, den Frieden zu em pfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh erlangen; die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, felbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? HErr JEfu Chrift, mein Trost und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbåtend steh ich, HErr, vor dir. Dein Antlitz neige du zu mir, und sey mir Sünder gnädig. Wenn mein Bergehn um Rache schreyt, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelit. ten hast! du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen GOttes Huld erwarbst. HErr JEfu Christ, mein HErr und GOtt! mein HErr und GOtt! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht: durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und mich mit GOtt vereinigt fehn, 214 und 5: 6 3weyt. Th. XXIII. Vom Glauben. und ew'ges Leben finden. Dein Tod ist der Verlohrnen Heil. Gieb mir an seinem Segen Theil. Er sen auch mir Beruhigung, und meines Lebens Heiligung. HErr JEsu Christ! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlößt, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier, auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland, entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stårke mich, und laß mich siegen einst durch dich. HErr JEsu Christ, mein HErr und GOtt! mein HErr und GOtt! ein Leben sen mir einst der Tod. ( 308.) CCCVIII. Flach der Melodie des 292. Lieds. Auf dich allein, HErr JEfu Chrift! foll mein Vertrau'n sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter ausser dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen hel. fen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, sie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich 3weyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 537 mich los, durch deines Todes Schmerzen. Weil du für mich genug gethan, nimm GOtt auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sün denlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sen mir in meiner Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit; und naht die lette Stunde sich, dann zeige dich in deiner Gnad, und ret te mich! ( 309.) CCCIX. Flach der Melodie des 47. Lieds. JEfus nimmt die Sünder an! sagt doch dieses Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! Hier ist was sie retten kann: JEfus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch bat in seinem Worte er sich Gnadenreich erklärt, und des ew'gen Lebens- Pforte durch fein Blut selbst aufgethan. JEfiis nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaaf verlohren ist, suchet es ein treuer Hirte. JEsus, der uns nie vergißt, 21 4 fu. 538 3went. Th. XXIII. Vom Glauben. fuchet treulich das verirrte; zeiget ihm die rechte Bahn. JEsus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet ihr betrübte Sünder! JEsus rufet euch, und er macht aus Sündern GOttes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nah'n! JEsus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bey dir Gnade zur Vergebung finden! daß dieß Wort mich trösten kann: JEsus nimmt die Sünder an! 6. Nun so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Verföhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und versichert sprechen kann: JEsus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verklagen; der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abge. tragen, daß mich nichts verdammen kann. JEsus nimmt die Sünder an! 8. JEsus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen; und den Himmel auf gethan, daß ich seelig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: JEsus nimmt die Sünder an! ( 3ro.) 3went. Th. XXIII. Vom Glauben.$ 39 CCCX. ( 310.) Nach der Melodie des 82. Lieds, JEfu! daß du meine Seele selbst durch deinen bittern Tod aus des Abgrunds tiefsten Hole, aus der allergrößten Noth, fiegreich haft herausgerissen, läßt du mich Berzagten wissen; dieses prediget dein Wort, uns zum Trost noch immer fort. 2. Blindlings als verirrte Schaafe, eilten wir der Hölle zu; aber unfre Schuld und Strafe, treuer Hirte, trugest du; und nun rufst du allen Sündern: kommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. HErr, hier bin ich; heile mich. 3. Jch bekenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts ben mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beßrung hab ich oft versprochen, und, wie bald! mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 4. Ach! ich müste ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor GOtt so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wår! doch im Bund, den du beschworen, heißts: wer glaubt, geht nicht verlohren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 5. HErr; 540 3went. Th. XXIII. Vom Glauben. 5. HErr, ich glaube. Nette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schreyn! verlaß mich nicht! ach, gieb Trost die Angst zu lindern. Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. HErr, durch deine Todesschmerzen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dieß mein Herz, von Angst bedrånget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, JEfu, dir. Nimm es gnädig an von mir! 7. Mach es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes setz' ich mir zum Ziele; Boses bin ich stets gewohnt. Nur kann ich mein Fleisch nicht zwingen; und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sün de Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es kühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frey, ganz das Herz dir eigen sey. 9. Oft wird auch der Hölle schrecken neue Furcht und Bangigkeit in der Drangsal mir er 3went. Eb. XXIII. Vom Glauben. 541 erwecken. Welch ein hart und banger Streit! HErr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 10. Hilf durch deine blut'gen Wunden; denn durch diese werd ich heil. Durch die Quaal, die du empfunden, ist nun Seeligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne. Und dein Bhuitschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im legten Kampf mir bey. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sey. Dir, HErr! will ich vest vertrauen. Ich soll dort dein Antlitz schauen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seeligkeit. ( 311.) CCCXI Fach der Melodie des 82. Lieds. JEfu, sich mich an in Gnaden! sich mein Elend, meine Noth: laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heissen, und mich nicht dem Tod entreissen? Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm: das erfährt dein Eigen thum. 2. GOt. 540 Zweyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 5. HErr, ich glaube. Nette, rette! denn e mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede båtte. Hör mein Schreyn! ver laß mich nicht! ach, gieb Trost die Angst zu n lindern. Furchtbar donnert zu den Sündern 1 dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. d 6. HErr, durch deine Todesschmerzen heile d meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz Dieß mein Herz, von Angst bedränget, doch S auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, in JEfu, dir. Nimm es gnädig an von mir! 7. Mach es selber rein. Ich fühle, daß nichts le Gutes in mir wohnt. Gutes setz' ich mir zum b Ziele; Böses bin ich stets gewohnt. Nur kann ich mein Fleisch nicht zwingen; und daß d Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünd de Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. C 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es kühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tu E gend geben, daß nun, von der Sünde frey, de ganz das Herz dir eigen sey. 오 9. Oft wird auch der Hölle schrecken neue n Furcht und Bangigkeit in der Drangfal mir ist 谁 er th 3went. Eb. XXIII. Bom Glauben. 541 enn erwecken. Welch ein hart und banger Streit! daß HErr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir ver siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch z mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht Dern verzagt. nab 10. Hilf durch deine blut'gen Wunden; denn durch diese werd ich heil. Durch die Quaal, eile die du empfunden, ist nun Seeligkeit mein ger Theil. Deine Schmach und Dornenkrone er stärke mich in Schmach und Hohne. Und dein od Bhutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich ich, in jeder Noth. ! 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh int hts legten Kampf mir bey. Du hast ja den Tod um bezwungen, daß auch ich sein Sieger sey. Dir, Tur HErr! will ich vest vertrauen. Ich foll dort das dein Antlitz schauen. Muthig kámpf ich. Auf in den Streit folgt, das weiß ich, Seeligkeit. CCCXI enn( 311.) mir Nach der Melodie des 82. Lieds. Du Jeju, sich mich an in Gnaden! sich mein Tu Elend, meine Noth: laß dichs jammern, hilf ey, dem Schaden! ah! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heissen, und mich eue nicht dem Tod entreissen? Wie dein Nam', mir ist auch dein Ruhm: das erfährt dein Eigener thum. 2. GOt. 542 3went. Th. XXM. Vom Glauben. 2. GOttes ewiges Erbarmen, das in di sich zu uns lenkt, hat dich ein'gen Sohn de Armen, und auch mir zum Trost geschenkt Ach, wie hoch bedarf ich deiner! JEsu! so ge denk auch meiner; denk an mich, sprich mu ein Wort! o so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten der ner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bi man dich am Delberg band; dein für uns ge schmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerz lichs Scheiden ist, so hat es GOtt versehn zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wann die Hände sich nur regten, war di Hülfe schon bereit; wann die Lippen sich be wegten, schallte lauter Seeligkeit: ac, st hiessen zu dir kommen, nicht die Heil'gen Starken Frommen; nur den Sündern rie fen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. JEsu, sollt ichs denn nicht wagen; foll ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darun ganz verzagen, weil ich so verdorben bin Nie verstiesfest du den Armen; meiner wirf du dich erbarmen: weil doch deine Gnad uni Huld, grösser ist als meine Schuld. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mach tig worden ist, da laß mir auch kundbar wer den, wozu du geschenkes bist! reiß mich lo all 3weyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 543 aus Satans Stricken; brich der Hölle Band in Stücken; nimun mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! 7. Mach mich dir auf ewig eigen; führ mich wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rath mich übt! ach, so still' mein ångstlich Qualen, daß ich, mit erfreu'ter Seelen, dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit! ( 312.) CCCXII. Flach der Melodie des 8. Lieds. Mag doch der Spotter Heer des Namens JEsu spotten. Dich, Heiland! båt ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verlohren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Maje. ståt. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, Fonnt'st uns mit GOtt versöhnen, und uns mit neuem Recht zum ew'gen Glück belehnen. O! beydes ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer eyn; und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befreyn! 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth fassen? als Sohn des Ewigen der Him nel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, ein 542 Zweyt. Th. XXM. Vom Glauben. 2. GOttes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich ein'gen Sohn de Armen, und auch mir zum Trost geschenkt Ach, wie hoch bedarf ich deiner! JEsu! so ge denk auch meiner; denk an mich, sprich nur n ein Wort! o so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten dei a ner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis! man dich am Delberg band; dein für uns ge schmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerz( lichs Scheiden ist, so hat es GOtt versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wann die Hände sich nur regten, war die Hülfe schon bereit; wann die Lippen sich be wegten, schallte lauter Seeligkeit: ach, Hiessen zu dir kommen, nicht die Heil'gen, Starken Frommen; nur den Sündern rie fen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. fie di ft 5. JEsu, sollt ichs denn nicht wagen; sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum un ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? en Nie verstiesfest du den Armen; meiner wirst be du dich erbarmen: weil doch deine Gnad und Huld, grösser ist als meine Schuld. be 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mach tig worden ist, da laß mir auch kundbar wer m den, wozu du geschenkes bist! reiß mich los he aus GIMAHBE 3weyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 543 ndir aus Satans Stricken; brich der Hölle Band den in Stücken; nimm mein ganzes Herz und enkt Sinn, Leib und Seel und alles hin! o ge 7. Mach mich dir auf ewig eigen; führ mich nur wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, t. schweigen, folgen, wie dein Rath mich übt! dei ach, so still' mein ängstlich Qualen, daß ich, bis mit erfreu'ter Seelen, dich hier preise in der ge Zeit, und dort in der Ewigkeit! CCCXII. Flach der Melodie des 8. Lieds. rbie Mag doch der Spotter Heer des Namens 5 be JEsu spotten. Dich, Heiland! båt ich an; sie du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist gen, Thorheit nur dem, der verlohren geht; uns, Trie die der Glaube stärkt, ists Heil und Maje ståt. ner( 312.) Fehn, follt 2. Nur du, des Höchsten Sohn, konnt't rum uns mit GOtt versöhnen, und uns mit neubin? em Recht zum ew'gen Glück belehnen. O! wirkt bendes ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer und eyn; und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befreyn! ach 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großwermuth fassen? als Sohn des Ewigen der Him lotel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einaud 544 3wept. th. XXIII. Vom Glauben. einher in Demuth gehn, der Wahrheit He rold seyn, und sich verspottet sehn; 4. Die Wunder GOttes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu seyn, der uns ein ew'ges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde stirbt. 5. Dieß müsse mein Vertrau'n zu dir, o HErr! erwecken. Zu schwach der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, båt ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuver sicht, doch auch in Demuth an. 6. HErr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine grosse Lieb im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet ser der HErr, gelobt in Ewigkeit. ( 313.) CCCXIII. Flach der Melodie des 8. Lieds. HERR, allerhöchster GOtt! bey dem wir alle Gaben, und was uns nützlich ist, allein zu suchen haben. D sich erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifel furcht Sweyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 545 sucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o HErr allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne seyn! 3. O reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hånde! hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senf korn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch ben mir im steten Wachsthum feyn. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seyst, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sey; damit mein Herz sich dein, als seines GOttes, freu. 5. Mach diese Zuversicht in mir, o GOtt! so kraftig, daß ich mein Lebelang in deinem Dienst geschafftig, und stets beslissen sey, zut thun, was dir gefällt: so hab ich, GOtt, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland! der du einst für deine Junger batest, und, wenn sie wanketen, benm Bater fie vertratest; o unterstüß auch jetzt mein sehnliches Gebät, und schenke Glau. benskraft dem, der dich darum fließt. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. HErr, unterstüße mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, Mm Der 546 Zweyt.Th. XXIII. Vom Glauben. der Seelen Seeligkeit, erlange, und dich preis in alle Ewigkeit. ( 314.) CCCXIV. Nach der Melodie des 26. Liede. Wer, Gott! dein Wort nicht hält und spricht: ich kenne GOtt, der lüget; in sol. them ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Er. Fenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz, und macht es rein. 3. Durch JEsum rein von Missethat, sind wir, GOtt, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Christi Beyspiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, GOtt, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist warlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Se. raphim, Bwent. Th. XXIII. Vom Glauben. 547 raphim, dir, HErr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb; an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. ( 315.) CCCXV. Fach der Melodie des 156. Liebs. Meinen JEsum loß ich nicht, da er sich für mich gegeben, sollt ich nicht, aus Dank und Pflicht, an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen JEfum laß ich nicht. 2. JEsus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Jbm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen JEsum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt; Wang' und Lippen sich entfärben; mich kein Labsal mehr erfrischt; alle Sinnen mir ersterben; und das matte Herz nun bricht; laß ich mei. nen JEsum nicht. 4. Dort auch laß ich JEsum nie, hange stets an seinen Blicken; denn, nach dieses Lebens Müh, leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein Angesicht. Meinen JEsum laß ich nicht. 5. Weder Welt noch Himmel ists, was mein Mm 2 sehn. 548 3went. Th. XXIII. Vom Glauben. fehnlich Herz begehret. Du allein, mein JE su, bists! denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein JEsu, laß ich nicht. 6. Dich, mein JEfu, halt ich vest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt ihr beraubt euch ew'ger Freuden! feelig aber, der da spricht: meinen JEsum laß ich nicht. ( 316.) CCCXVI.¹ Mel. Ere hor ach höre mein Gebät. SIT ucht man die Freundschaft in der Welt nur unter folchen, die sich gleichen: weiß ich PREVEN doch, daß sich GOtt gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. It GOtt schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell' # des Lichts; er noch so stark, ich noch so blode; er noch so rein, ich noch so schnöde; er Rweyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 5.49 er noch so groß, ich noch so klein: ift er PEN doch mein, und ich bin sein. 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entrißnen Seel sich dennoch wieder zu verbinden. Mein treuster Freund, mein Jonathan, sieht meinen grossen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder jwerde, herab vom Himmel auf die Erde; mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 3. GOtt, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne; nicht nur sein Kreuz, nicht nur se Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht; was er gebåtet und gewacht; was er gehorchet und gelitten; was er empfangen und erstritten; auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin ſein. 4. Wie sich sein Aug an mir vergnügt, ſo bin auch ich in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusammen fügt! von ihm auf ewig ungeschieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dieß höchste Gut nicht eifern, hadern, Hassen, neiden; er nährt uns allesamt Mm 3 mit 350 Sweyt. Th. XXIII. Vom Glauben. mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzweyn; mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt; so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist ers nicht, der mich herzlich liebt? Ist ers nicht, der sich ganz mir giebt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er bessers mir gewähren? Nun blendet fer. ner mich kein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn ihn ist mir dieß Leben Last; ohn ihn der Himmel selbst kein Himmel. Durch ihn find ich in Arbeit Rast, und Ruhe mitten im Getümmel. So viel Geräusch auch um mich sey; ohn ihn ists öde Wüsteney. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brü der mir entziehen, zwar einsam, aber nicht al. lein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt; was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, ver. folgt, beraubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quált, zerfleischt, zerstümmelt, und entfeelt. Die Welt raub alles! meinen Glau. ben, kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So 3went. Th. XXIII. Vom Glauben. 55% So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlöste, hier beyde schüßzet, pfleget, speist, bis er dort bende ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit; Scharfsinn, Muth, Entschlossenheit; daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und weiß, ist seine Gabe. Von Undank hält er felbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Wiß, selbst, 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich zu retten. Ich hatte für mein Eigenthum sonst, leyder! nichts, als Schand und Ketten. Doch er hat alle meine Last, in seinem Kreuz, auf sich gefaßt. Er gab mir Freyheit für die Bande; er selbst. trug meines Frevets Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 10. Nun zurn und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Richter selbst mein Freund; wie kann das Weltgericht mich schrecken? Ob Erd und Himmel bricht und kracht; ob Leib und See. le gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen, durch ihn bin ich vom Tod genesen. Mm 4 Was 352. Zweyt Th. XXIII. Vom Glauben. Was sollt ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. CCCXVII, 317. Flach der Melodie des 82. Lieds. Eins ist noth! ach HErr, dieß eine lehre mei. ne Seele doch. Auch beym schimmerreich. sten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, un. ter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruherjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dieß eine mich ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden; suchs bey keiner Creatur. laß, was irrdisch ist, dahin ten! schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet mit der Menschheit vest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt einst Maria wissen, was dieß. Einzige verhieß; als sie sich zu JEsu Füssen lehrbegierig niederließ. Ach wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur. JEsu, dich. 4. So steht, JEsu, mein Verlangen ganz und einzig nur nach dir! Ach, ich dürst an dir zu hangen! neige du dein Herz zu mir! wenn auch viele tråg verweilen; brenn ich doch, Sweyt. Th. XXIII. Vem Glauben. 553 doch, dir nachzueilen. JEsu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt; daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, kenn ich dich mein JEsu, nur. 6. Nichts kann ich vor GOtt ja bringen, als nur dich mein höchstes Gut. JEfu, es muß mir gelingen durch dein heilig föstlich Blut. Mir auch hast du, HErr, erwor ben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7.Nun, so gieb daß meine Seele, HErr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das iſt mir in dir gegeber. Ach! entreiß mich ganz der Welt daß ich thu, was dir gefällt. 8. HErr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht. Du bist einmahl eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut; hast mich meiner Band entbunden, ewige Er. lösung funden, daß ich mich GOtt freudig nah'n, kindlich, Abba! rufen kann. Mm 5 9. 5.54 Zweyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 9. Volle Gnüge, Fried und Freude ists, was meine Seel ergößzt. Hirt! auf wie so gute Weide hast du mich, dein Schaaf, ver. feßt. JEsu! soll ich dich nur haben; was kann mich wohl füssers laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? Io. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles seyn. Prüf und for sche, wie ichs menne, und tilg allen Heuchel schein. Wenn die Welt bald lockt bald höh net; sich das Fleisch nach Eitlem sehnet; auch die Hölle stürmt und droht; wähl ich dich; denn Eins ist noth. ( 318.) CCCXVIII. Flach der Melodie des 35. Lieds. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! o welch ein Glanz geht auf im HErrn! wer follte sein nicht achten? Glanz GOttes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sieh nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmach ten. JEfu! JEsu! schön und prächtig! groß und machtig! reich an Gaben! über alles hoch erhaben! 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn GOttes und des Menschen Sohn! des Him Zweyt, Th. XXIII. Vom Glauben. 555 Himmels grosser König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch! komm doch! warlich, feiner tröstet deiner, Brodt des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich seelig seyn. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe; daß in mir nichts, als Innbrunst, fey, kein Weltfinn deine Leiden schen, kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse, nun nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Von GOtt strahlt mir ein Freudenlicht; so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Mein JEsu, du, mein boostes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann Seelen recht erquicken. Speis mich tránk mich! Seeligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Himmelsfreuden innen werde. 5. Und wie, GOtt Vater, preis ich dich! GOtt, ewig, ewig hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm vest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. Troß dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krie ger 556 3went. Th. XXIII. Vom Glauber. ger wähl zum Freunde! und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm müß unser Lobgefang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! Tönet! Jubel. lieder! schaller wieder, daß die Erde ganz voll feines Lobes werde. 7. Wie freu ich mich, o JEfu Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du schliessest seelig meinen Lauf. Du weckst mich auch von Todten auf. Deß klopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, noch dereinst dein Antlitz schauen. ( 319.) CCCXIX. Flach der Melodie des 89. Lieds. Jeft, meine Freude! bester Trost im Leide! du hast meine Liebe; an dir hangt mein bestes Gut im Glück! du füllst meine Triebe; Blick. Hab ich dich; wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stür me mir erschrecklich seyn. Laßt auch Felsen split Swept. Th. XXIII. Vom Glauben. 557 splittern! laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz draun! was ists mehr? Rings um mich her mag es donnern, krachen, blißen! JEsus will mich schützen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme; JEsus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen; JEfus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich JEsum sehe, blick ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bey der Hölle Toben stimm ich, GOtt zu loben, Freuden. lieder an. JEsu Macht, hält mich in Acht, die kann selbst der Hölle Wüten Nuh' in Eil gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schäße! Ehre, sey der Göße der betrognen Welt! mich sollt ihe nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Neth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von JEsu scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Flei sches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich four ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet fern von mir! Uleppigkeit, Stoi;, Schmah, Zweyt. Th. XXIII. Vom Glauben. Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Ge. wissen Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Zagen! schweiget, bange Klagen! JEsus ist ja mein: jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreu'n. Hab ich hie viel Angst und Müh; JEsu, auch im bångsten Leide bleibst du meine Freude. ( 320.) 558 SE CCCXX. mel. des 25. Pfalms. öchsterwünsctes Seelenleben! ach, wie P unbekannt bist du; wo man sich nicht will bestreben, nach der ew'gen Himmelsruh. 1111 Ach, wie eitel ist der Wahn! der des Flei ides Sinn verblender, wenn er Flebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen, in dieselbe Blindheitsnacht! wenn ich über Herz und Tha Bwant. Th. XXIII. Vom Glauben. 559 Thaten nicht sorgfältig hab gewacht. Wie hat die Erfahrung mich meine Thorheit oft gelehret! wenn mit eitlen Sorgen sich mein betrognes Herz verzehret. 3. Zwar der Schluß ward oft genommen; ich riß mich im Geiste loß; doch wenn es zur That sollt kommen, fand ich mich von Kräften bloß! ich Gefangner, Armer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! JEsu, Held! erbarme dich, Mächtiger! du kannst mich retten. 4. JEsu, Stärke der Verzagten! der du giebst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten! rühr mein Herz, und brings dazu, daß die ganze Creatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sey der Deine. 5. Ach vertilge das Verlangen, das noch et. was irrd'sches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht halt in allem still. Gieb, daß ich in dieser Welt, nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 6. Gieb mir Augen, um zu sehen deines ReiHes Gnadenschein. Gieb mir Kräfte, um Mache zu gehen bis ins Heiligthum hinein. mich mit dir bekannt, laß in deinen Liebes. flam> 560 3wert. Th. XXIII. Vom Glauben. flammen, Herz und Seele seyn entbrannt, halte dich und mich zusammen. 7. Beicht ihr eitele Gedanken, stört nicht ferner meine Ruh. Ich will in den Lebens JEsu will schranken eilen meinem JEsu zu. ich geben Ehr, in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um sei. ne Liebe, kränken. ( 321.) CCCXXI. Nach der Melodie des 119. Lieds. Wo soll ich hin? wer hilfet mir? Wer füh ret mich zum Leben? Zu niemand, HErr, als nur zu dir, will ich mich fren begeben. Du bists, der das Verlohrne sucht; dusegnest das, so war verflucht: hilf, JEsu, dem Elenden! 2. HErr, meine Sünden ångsten mich: der Todesleib mich plaget. O Lebens GOtt er barme dich! vergieb mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht: ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, JEsu, dem Betrübten! 3. Du sprichst zu mir: verzage nicht! du rufft: ich bin das Leben! drum ist mein Herz auf dich gericht't. Du kannst mir alles ge ben. Im Tode kannst du ber mir stein; in Noth, als Herzog, von mir gehn: Hilf, Jesu, dem Zerknirschten! 4. Bist Sweyt. Th. XXIII. Vom Glauben. 561 4.. Bist du der Hirt', der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin gefährlich krank und schwach: heil und verbind, hör an die Klag: hilf, JEsu, dem Zerschlag'nen! 5. Ich thue nicht, HErr, was ich soll: wie kann ich doch bestehen? Dieß ängstet mich; das weißt du wohl. Ach, wann wird's doch geschehen, daß ich Elender endlich, frey vom Leib' des Todes, bey dir sey! ich danke GOft durch Christum. ( 322.) CCCXXII. Flach der Melodie des 78. Lieds. Wo Po flieh ich Sünder hin, der ich so strafbar bin? Wo kann ich Rettung finden? Mich schrecken schwere Sünden mit Angst bin ich umfangen: wo soll ich Trost erlangen? 2. O JEsu, voller Gnad! auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner grossen Güte: laß du auf mein Ge wissen ein Gnadentropflein fliessen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meis ne Sund, so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tieffe Wunden, da ich stets Heil gefunden. Nn 4. Durch 562 Zweyt. Th. XXIII. Vom Glauber. 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut: wasch mich damit von Sunden, und laß mich Rettung finden; ins Meer sie tief versenke, und ihrer nicht gedenke! 5. Du bist es, der mich tröst't, denn du hast mich erlößt: was ich gesündigt habe, ver. scharrtest du im Grabe, da wird es bleiben müssen; du heilest mein Gewissen. 6. Zwar meine Schuld ist groß, doch werd ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffaffe, und nun die Sünde hasse. Wer so sich zu dir wen. det, sieht bald sein Leid geendet. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bey dir. Dein Blut versöhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen war, darf ich doch nicht verzagen, mit dir konn ich es schlagen, dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truß bald schwei gen. 9. Darum allein auf dich, HErr Christ! verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verder. ben; dein Reich muß ich ererben: denn du haft mirs erworben, da du für mich gestor. ben. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist 3went. Th. XXIV. Von der Heiligungic. 563 Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an dei. nem Leibe ein Gliedmaaß ewig bleibe! XXIV. Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. CCCXXIII. ( 323.) Die heiligen zehen Gebote. Flach der Melodie des 46. Lieds. Erheb dein Herz, thn auf die Ohren, dit Volk, das du verstocket bist, und GOtt sich doch zum Volk erkohren; vernimm, was GOttes Wille ist. 2. Ich bin der HErr, dein GOtt und Netter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Berebre feine fremde Götter; du hast ja kei. nen GOtt, als mich. 3. Du sollst den Dienst der Bilder flieben; mach' keins, es sey wovon es woll, fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich dein GOtt bin Eifers voll 4 Den Namen GOttes zu entehren, scheu; liebst du deine Seeligkeit; waast du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäfften, der Nn 2 fie. 564 Swent.Th.XXIV. Von der Heiligung: siebente gehört dem HErrn; dien' ihm daran aus allen Kräften, dem grossen GOtt, und dien'ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre, Ge Horsam, Ebre, Lieb und Treu; daß GOtt dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleyh. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl der.. Höch. sten deine Sache, wenn dir schon jemand Un recht thut. 8. Entweyh'die Eh' nicht, und verbleibe von Ueppigkeit und Unzucht frey, daß deine See. le samt dem Leibe ein reiner Tempel GOttes fey). 9. Bergreif dich nicht an jemands Gute;' etwuchre nicht der Armen Schweiß; und lebe, mit vergnügtem Muthe, von deiner eignen Hände Fleiß. 10. Ertheile nach Gewissenstriebe dein Zeuge niß, wo es nöthig ist. Beschäm und fleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger Lift. II. Verdamm', als Sünden, die Begierden nach jemands Weibe, Haab und Haus, und wenn sie in dir rege würden, so tilge sie bey zeiten aus. 12. Zehn Worte sind dir vorgeschrieben, doch eins oder dem christlichen Wandel überhaupt. 565 eins faßt alles unter sich: GOtt sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so, wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig', da GOtt mit mir im Donner spricht: durch deinen Geist wirk auf mich kräftig; vertritt dur selbst mich im Gericht! ( 324.) mi CCCXXIV. Gebåte über die zehen Gebote. Mel. des 116. Pfalms. ein Bundes GOtt! ach unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen. Demuth, Liebe, dich ehr, und stets Geduld und Hoffnung übe, und lieber alles fahren laß, als dich. 2. Gieb, daß ich, o du höchstvollkommner Geist auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich erkühne, worauf mich nicht dein heil'ges Wort verweißt. 3. Es nenne deinen Namen' nie mein Mund vergeblich; falsches und unnüßes Schwören sey von mir fern; voll Demuth dich zu ehren so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund NH 3 4. Die 566 3weyt. Th. XXIV. Von der Heiligung, 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süsser Ruh' dich ewig loben mag. 5. Der Unterscheid des Standes ist von dir; die Menschen soll er manche Tugend lehren; laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher GOtt! laß mich recht liebreich seyn, ein Menschenfreund, ein Helfer und Er barmer, des Feindes Freund, wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreu'n? 7. Laß mich, mein GOtt! der Zucht erge. ben seyn; treu deinem Ruf, der Wollust fal sche Freuden samt ihrem Reiz mit aller Sorg, falt meiden, und meinen Leib zu deinem Tem. pel weyh'n. 8. Für ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe: auch je dem geb und laß', was ihm gebühre, mein Werk verricht vergnügt und emsiglich. 9. Otreuer GOtt! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen haffe, und jedermann in seinen Würden lasse, der Wahr heit stets getreu von Herzensgrund. 10. Verleih', daß ich auch die geringste Lust, die oder dem christlichen Wandel uverhaupt. 567 die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sey auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust! Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. CCCXXV. ( 325.) Nach der Melodie des 79. Liebs. GOTT! wie rein ist deine Lehre! wenn ich hore, wie wir vor dir sollen seyn; o! so dringen die Befehle in die Seele, wie ein scharfes Schwerdt hinein. 2. Was ist an den äussern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschafftig fenn. 3 Ich soll selbst sein inn'res Dichten also Deine richten, wie es dein Gesetz befiehlt. helle Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur lassen, sondern bassen; ich soll, HErr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben, mich bestreben, unverrückt, mit Lust und Fleiß. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen! Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o GOtt, gehorsam seyn. Nn 4 6. Dein 568 3went Th. XXIV. Von der Heiligung, 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken zu entde cken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie, und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder mun nicht minder, auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes, seines GOttes, sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüch tig machen; gieb mir deinen guten Geist; als, Dann will ich Flüglich handeln, und so wan dein, wie dein Wort mich wandeln heißt. ( 326.) CCCXXVI. W enn zur Vollführung deiner Pflicht dich GOttes Liebe nicht befecier: 10 rühme did der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles 11 feblet, wenn Vortheil, Wolluit, Eigensinn JAMA und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so gute Thaten; du hast vor GOtt den Lohn dahin. 2. Sey oder dem christlichen Wandel überhaupt. 569 2. Sey durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bey den größten Gaben, bey dem Verstand, den Engel haben, vor GOtt doch nur ein tönend Erz. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brødt, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Wittwen ihrer Noth; und sey der Waysen Schuß und Segen! gieb alle deine Haabe hin! noch haft du nichts für GOtt gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben; so ist dir alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für andre brennen! beseelet dich nicht Lieb und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: ſo schüß und rette ganze Staaten; GOtt ach. tet deiner Berke nicht. 5. Låg ihm an unfern Werken nur: so könnt' er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht Ni 5 und 570 3wept. Th. XXIV. Von der Heiligung, und Stärke. Er will die Absicht deiner Wer ke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des HErrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; dieß ists, was GOtt von uns ver langt. Und wenn wir nicht dieß Herz besitzen: so wird ein Leben uns nicht nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum teusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend blossen Namen. Sieh' nicht auf deine Werk' allein; sich auf die Quell, aus der sie kamen. Prüf dich vor GOttes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen GOtt in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Ge genwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig; ohne List und Tücke; beneider nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Folles. Sie suchet nicht blos ihre Ruh; sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 57% leiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. ( 327.) CCCXXVII. Flach der Melodie des 29. Lieds. Kommt, laßt euch den Herren lehren kommt, und lernet allzumal, welche die sind, die gehö ren zu der rechten Christen Zahl: die im Glauben vest bestehn, freudig GOttes Wege gehn, und den Heiland frey bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Seelig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, GOtt allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Got. tes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; GOtt wird dort zu Ehren se ßen, die sich hier geringe schätzen. 3. Seelig ist, wer seine Sünde wehmuths. voll vor GOtt bereut; und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut: GOtt will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn, und er soll schon hier auf Erden, und auch dort getröstet werden. 4. Seelig ist, wer Sanftmuth übet, seinem Feinde niemals flucht, seine Fehler ihm ver. giebet; nie sich selbst zu rächen sucht; rubig feine 572 Swent.Th. XXIV. Von der Helligung, feine Pflicht vollbringt, und sein eigen Herz bezwingt: GOtt wird selber ihn beschüßzen, und er wird das Land besitzen. 5. Seelig, die nichts mehr verlangen, als ge recht, wie GOtt, zu seyn; die vest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weyhn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was GOttes Ruhm vermehrt: GOtt wird ihr Berlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. 6. Seelig, wer der Noth des Armen nie mals fühllos fich entzieht, ihm, aus zärtlichem Erbarmen, wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint: dieser wird auch Hülf' em. pfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 7. Seelig sind, die sich bemühen züchtig, keusch und rein zu seyn; die der Wollust Stricke fliehen, und der Heiligkeit sich weyh'n: die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerste hen, werden GOttes Antlitz sehen. 8. Seelig, wer im Frieden lebet; wer die Nuh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit sei ner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Ein oder dem christlichen Wandel überhaupt. 573 Eintracht lehrt: die des Friedens sich befleissen, werden GOttes Kinder heissen. 9. Seelig, die um Christi willen leiden, und sich dessen freu'n, standhaft ihre Pflicht erfül. len, und den Martertod nicht scheu'n: GOtt steht ihnen mächtig bey, und will sie für ihre Tren einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. 10. HErr! du wollst mich selber leiten auf der wahren Tugend Bahn, daß ich dieser Seeligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sey; meine Schuld vor dir bereu'; die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe; II. Daß ich Armen helf' und diene; immer hab' ein reines Herz; die in Feindschaft frehn, verfühne; dir anhang' in Freud und Schmerz. Vater! hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleisse guter Werke! ( 328.) CCCXXVIII. Melodie des Ich danke meinem Gott, der mir den Sinn gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weist, GOtt, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat; verlenhe du sie mir; bey dir ist Rath und That. 2. Ji 574 Swent. Th. XXIV. Von der Heiligung, 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mit allzeit vor Augen stehn, GOtt sieht's, GOtt hört's, GOtt straft, du kannst ihm nicht entgebn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sa chen: ists denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen; und, siehet jeßzund mich des Menschen Auge nicht, ist's recht vor GOtt? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein GOtt! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir: nie sey es, HErr, vergebens; dein Wort sey jederzeit die Richt schnur meines Lebens; daß ich, wie dir's ge fällt, geb, sitze, liege, steh, und nur in mei nem Thun auf deine Ehre seh. Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. ( 329.) CCCXXIX. Der 15. Psalm. 46. Wer darf in deine Hütte geben? Wer nimmt hier seinen Wohnplaß ein? Wer wird auf je ten oder dem christlichen Wandel überhaupt. 575 nen heil'gen Höhen, o HErr, beständig vor dir seyn? 2. Der, der vor dir unsträflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht: 3. Der nie mit seiner Zunge schmähet, und groß durch seine Redlichkeit, nie seinen Näch. sten hintergehet, und Arges ihm zu thun sich scheu't: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verleumdungen verleßt; der GOttes fre. velvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schätzt: 5. Der die Verehrer GOttes ehret; dent nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält: 6. Der nie, zum Troße der Geseßze, aufun. gerechten Wucher leib't, und durch gerecht er. worbne Schätze, die, die GOtt darben läßt, erfreut: 7. Der nie, Unschuldigen entgegen Geschen.. ke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist ſeiner Tugend wegen ein unvergånglich Heil beſtimmt! ( 330) 576 went. Th. XXIV. Von der Heiligung, ( 330.) CCCXXX. Nach der Melodie des 324. Lieds. Ich weiß es wohl, ich selbst verdient es nicht, daß du, o HErr, mich vom Verderben risfest, ja, wenn du mir, nach meinen Werken missest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. 2. Die Gnade nur in Christo macht mich frey; doch soll ich dich in guten Werken prei sen, und durch den Fleiß der Heiligung be weisen, wie sehr ich dir mein GOtt verbun den ſey. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem BluterFauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild sollt min in mir ent stehen: drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel soll, als dein Eigen. thum, von dir, o GOtt! und deiner Gnade zeugen: nicht nur der Mund soll niemals hier. von schweigen, der Thaten Stimm erhöhe Deinen Ruhm. 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht zu meinem Trost, als aus den Früch ten merken; den Nächsten reiz ich auch zu gu ten Werken, nicht anders als durch meiner Werke Licht! 6. Ac oder dem christlichen Wandel überhaupt. 577 6. Ach nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o GOtt! laß mich nicht nur HErr! HErr! ihm sagen: fein sanftes Joch und sei. ne Last zu tragen mach mich bereit, und sei. nem Borbild gleich. 7. Nimm weg von mir, was dir, mein GOtt! mißfält, und was mich kann aus deinem Himmel schliessen; um auch durch dich der Güter zu geniessen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. ( 331.) CCCXXXI Flach der Melodie des 17. Lieds. Bewahre mich, HErr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär es schon ge.. mug gethan, wenn dir nur auß're Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweißt. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist, die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, HErr! zu JEsu sagen, und nicht mit Ernst dabey zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läß'st du, als dei ne Kinder, o GOtt, im ew'gen Frieden ruhn; wenn heuchlerische Sünder von dir verstossen werden. Do 3. Drum 578 3went. Th. XXIV. Von der Heiligung, 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben treunen; mich nicht für JEsu Jünger hie bloß äusserlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sey, und Tugendfrüchte bringe; daß ich vom Sündendienste fren, mit Eifer darnach ringe, im Guten zu zunehmen. 4. Du kennst, o GOtt, der Menschen Herz, und liebst; die redlich handeln. O laß, in Freude und in Schmerz, mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sey mein Augenmerk. Hilf mir selbst ihn vollbringen! durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch ge. lingen, der deine Hülfe suchet. 5. Doch, wenn ich aus Unwissenheit und lebereilung fehle: so thu an mir Barmherzig keit, und richte meine Seele, durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt mich bey dem Ei nen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst, mit den Deinen, dir ohne Fehltritt diene! ( 33².) CCCXXXII. Flach der Melodie des 15. Lieds. Dein bin ich, HErr! dir will ich mich zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen fromm und rein will ich vor deinen Augen leben! wie könnt ich eines andern seyn? Ich bin ja durch die oder dem christlichen Wandel überhaupt. 579 die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, GOtt, zu mir mit deinem Angesichte. Er. barmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht zu dir zurückzurufen. 3. Dein, HErr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seyd, rufft du, geistlich, mir geweyht, und meiner Gna de Kinder! ihr irrt und fündigt; fasset Muth! dort fliesset der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und stirbt zur Tilgung unsrer Strafen; büßt für die Laster, und erwirbt Befreyung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich keines andern seyn. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt, und die zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, GOtt, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dieß wirke, GOtt, dein Geist in mir; ich habe kein Vermögen, die Sünd und alles, GOtt, was dir verbaßt ist, abzulegen. Hier OD 2 is 580 3went. Th. XXIV. Von der Heiligung, ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gieb mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte; besteh einst mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte; frohlo. cke dann und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und seelig machte. ( 333) CCCXXXIII. Nach der Melodie des 197. Lieds. Dein, Gott! ist Majestät und Macht, und alles ist dir unterthan. Dir werde Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, bá tet an! 2. Dich preiset jede Creatur, der höchste En gel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. 3. Wohin mein Auge, GOtt, nur blickt, ist Ordnung, Eintracht Harmonie: und ich, mit deinem Bild geschmückt, empörte mich, und störte sie! 4. Du schufst das menschliche Geschlecht; durch dich, GOtt, sind wir, was wir sind: du bist mein HErr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Bater, dich nicht ehrt, des Glücks, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 58 Glücks, dein Kind zu seyn, sich freu'n? Nur die sind dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weyh'n. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns GOtt gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seeligkeit. 7. Nur das was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns GOtt. Weh dem, der seiner Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 8.GOtt ist, wenn er Gefeßze giebt, kein menschenfeindlicher Tyrann: blos weil er unfre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wer's willig trågt, setzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch so hilft ihm GOtt selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam feyn aus Dankbarkeit: bald warnt er uns vor neuer Schuld und übet uns durch Kreuz und Leid. II. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns ruh. ret und erweckt sein Geist: und ich verschlösse Herz und Ohr! Dº 3 12. 382 3went. Th. XXIV. Von der Heiligung, 12. Nein! GOtt, dir sey mein Herz geweyht, Gehorsam fey mein größter Ruhm. Berleihe mir Beständigkeit, und heil'ge mich, dein Eigenthum. ( 354-) CCCXXXIV. Bitten um Heiligung. Flach der Melodie des 222. Liede. Hilf mir, mein GOtt! verleihe mir, daß ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen GOtt und Vater glaubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich bich, GOtt, betrübe, gieb, daß ich alles Bd. se scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, HErr, meine Pflicht mit Vorsatz je verletzen. Der Seele Heil, mein ew'ges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein GOtt! ich bitte dich, verleih mir einen vesten Glauben, der standhaft, treu und thắtig sey, und laß mir den nichts rauben. Gieb, daß ich mich allzeit auf dich, und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getrost umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Hei oder dem christlichen Wandel überhaupt. 583 Heiland liebe, und bilde mich nach seinem Sinn; gieb, daß ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu foamen; und stets bereit mit Freudigkeit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwa. ches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit; verdammt der Rachsucht Triebe: gieb, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, HErr! laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht, und grossem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. 7. Die Falschheit, List und Heucheley Hilf mir sorgfältig fliehen: nie muß ich mich durch Gleißneren um Menschengunst bemühen. Laß Ja und Nein mir heilig seyn; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanft muth schlichten. 8. HErr! lehre mich Enthaltsamkeit, gieb mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prü20 4 fungs 584 Zwept. Th. XXIV. Von der Heiligung, fungszeit vor böser Lust mich bite. Der Ligen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Bil ligkeit mit meinem Nächsten handeln. Gieb, daß ich stets den Müßiggang famt aller Trägheit fliehe; daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß mei nen Fleiß, zu deinem Preis, o GOtt, mir wohl gelingen, und segnest du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. TO. Ach, gieb mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, GOtt, einst bey dir den Lohn der Treue geben. ( 335.) CCCXXXV. Nach der Melodie des 55. Liebs: Ich habe, Gott! mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen; vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 2. Erforsche mich, sich, ob ichs redlich menne! gieb, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, schei ne; mit allen Kräften strebe deinen Willen ganz zu erfüllen! 3. Wenn oder dem chriftlichen Wandel überhaupt. 585 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sicht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig bandeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Ange scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleyen! stets werde mir das Gleissende der Laster nur mehr verhaßter. 5. Gieb Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten; ich, hab ich deinen Beyfall, kann mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; wirst billig alles richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder; mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im Tode nur bewährt erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden, und werden Freuden! ( 336.) CCCXXXVI. der des Lieds. HErr JEsu, Gnadensonne! wenn dein erquickend Licht, bey uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet; so wird der Geist verneuet; versag dieß Glück mir nicht! D05 2. Mit 586 3wept. Th. XXIV. Von der Heiligung, 2. Mit vielen grossen Sünden reiz ich dich wider mich; doch laß den Zorn verschwinden, vergieb genådiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen: ach, HErr, erhöre mith! 3. Vertreib aus meiner Seelen, des alten Menschen Sinn. Weg! Sünden, die mich quälen; HErr! lasse mich forthin mit einem heil'gen Leben mir selbst das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, HErr! durch dein Wort. Vie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle! es weichen auf der Stelle die dift're Schatten fort. 5. Ach, HErr, wie gar geschäfftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig dich in mir kraftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt ab. sterbe, und nach dem Fleisch verderbe, binge gen leb' in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen, be ständig måge wallen, auf rechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gieb mir Stårke; der Feind schreckt, gieb mir Muth. Weg! Ruhm der eignen Werke, HErr! was dein Geist nicht oder dem christlichen Wandel überhaupt. 587 nicht thut; was ich, aus eignem Triebe, bald lasse, bald verübe; ist böse und nicht gut. 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stüßer deine Treu; dir zeig ich meinen Schaden; die Gnade macht mich frey. Damit ich deinen Wil len beståndig mög erfüllen, so steh mir kräftig bey! ( 337.) CCCXXXVII. Nach der Melodie des 17. Lieds. Der du Berstand und Tugend schenkst! GOtt, Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst; so leb ich hier vergebens. Denn, wen dein Geist nicht neu gebirt, der bleibt der Sünd ergeben; und wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. . 2. Drum, Vater, neig dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpf rich Wort entfalle; vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, GOtt, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spotter böre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethore. Hilf, daß 588 3went. h. XXIV. Von der Heiligung, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht, durch mich dann Zwietracht frifte, nie mich zur Sindhsucht reize. 4. Die Augen, GOtt, bewahre mir vor unverschämten Blicken, und vor unzichtiger Begier die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über al les schätzen; was reiner Engel Aug' erfreut, das sey auch mein Ergößzen; was du liebst ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgeren, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die blos den Leib ergößzt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freu de schäßt, bringt Nachreu, Elend, Schmer zen, und stürzt zuleßt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und denker, als was den ( Slauben stärkt und nährt, und Lust zum Guten schenket; was mich zu jenem Leben bringt, wo man bey dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Heiland sieht, erhebet, und ihm sich ähnlich schauet. 338 oder dem christlichen Wandel überhaupt. 589 ( 338) CCCXXXVIII. Nach der Melodie des 7. Lieds. Gott! dir gefällt kein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, daß sich vom Sinn der Welt entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschamung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht schen'n und deinem Dienst mein Leben weyh'n. 3. O stårke mich in dem Gedanken! gieb meinem Vorsatz Vestigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so bilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, GOtt, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4, Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod erge ben sey: so sieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit feble, mein Vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht 550 3went. Th. XXIV. Von der Heiligung, nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein getrostes Herz in mir; und stärke mich in allen Leiden, ſo halt ich mich, mein GOtt, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit, der Deinen Erbtheil mich erfreu't. ( 339.) CCCXXXIX. Flach der Melodie des 37. Lieds. Erbarm dich, HErr! du kennst mein HerzGeneigt zu Eitelkeiten, läßt sichs durch Fren de und durch Schmerz oft auf den Irrweg leiten. So wankt ein Rohr, vom Wind re giert. So irrt, von Leidenschaft verführt, auch oftmals meine Seele. HErr, hilf mir daß ich, als ein Christ, das flieh, was vor dir strafbar ist, und nur das Gute wähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirr. ten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Gei stes Kraft befreyt, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich andern; HErr, ich will. Gieb selber das Vollbringen! 3. Ulm oder dem chriftlichen Wandel überhaupt. 591 3. Umsonst such ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und nicht, befrent vom Menschenwahn, zu deiner Wahrheit lei. test. Du hasfest jeden falschen Schein. Mit Ernst willst du verehret seyn. HErr, hilf um Jesu willen. Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen. 4. Mein GOtt! mein GOtt, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jedoch, du trugst mit mir Geduld. Laß, Bater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wah res Heil. O laß michs als mein bestes Theil auch immersort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch, meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschaffte der Heiligung mir Kraft verleih'n; und mich mit deiner Hülf erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. ( 340.) CCCXL. Nach der Melodie des 9. Lieds. Mein Bater, und mein GOtt, der du in dies 592 3went. Th. XXIV. Von der Heiligung, diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben. Regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sey, was, GOtt, dein Wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Guth zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen. mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gieb, daß ich von der Welt mich unbe fleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens tren, und in der Hoffnung stark und vest gegründet sen. 4. Gieb, daß ich als ein Christ, mich Chri sto ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geb ich, HErr, vor dir den Weg, der dir ge fällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein GOtt, von gan zer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bey des Glückes Schein, und ohne Un geduld in trüben Tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleisches Inf oder dem christlichen Wandel überhaupt. 593 lust ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweyh'tes Leben sey von Beting und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreyt. 7. Will deine Hand mich hier aufrauhe ege leiten: so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe bau'n, und auch, wenn sie verzeucht, dir doch getreft vertrau'n. 8 Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Bater! so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trof und froher Hoffnung nicht. ( 341) CCCXLI. Flach der Melodie des 7. Liebs. Mein Gott! ach, lebre mich erkennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder seyn. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein GOtt! das wahre Christen. thum! 2. Hilf, daß ich dir ailein ergeben, der Sün de abgestorben sey; laß mich mir sterben, die zu leben, und mach in mir, Err, alles neu. Vp Ach, 594 Swept. Th. XXIV. Von der Heiligung, Ad, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein GOtt! das wahre Christenthum! 3. Reiß loß mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gieb mir meines Hei lands Sinn. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein GOtt! das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christi Schmach. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein GOtt! das wahre Christenthum! 5. Gieb mir zum Streite Muth und Kräf te; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sen. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein GOtt! das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, lebendig, vest und thätig seyn, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heu chelschein. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein GOtt! das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut: wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Sees oder dem chriftlichen Wandel überhaupt.$ 95 Seeligkeit. Ach, wirk in mir, zu deinem Rühm, mein GOtt! das wahre Christen: thum! ( 342) CCCXLII. Flach der Melodie des 9. Lieds. Du sagst: ich bin ein Christ Wohl dir! wenn Werk und Leben, dir dessen, was dur fagst, Beweiß und Zeugniß geben; und wenn dein ganzes Thun, durch GOttes Kraft und Geist, von deinem Christenthum die ächten: Proben weist. 2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der ists, der JEfum kennet; der seinen GOtt und HErrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabey, was Christus ihm ge beut. Thust du das nicht: so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ. Wer sichs will nennen lassen, muß leben, wie er glaubt, und alles Böse hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen giebt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ: bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit feinem Blut erkaufet. Ja wohl! doch průfe dich, wie stehts um deinen Bund, den dir mit GOtt gemacht in jener Gnadenstund? denn ich 596 3weyt.Th. XXIV. Von der Heiligung, 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du, als GOttes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun erzeigt; dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ: weil ich die Gnadenlehre, zu Haus und öffentlich bestån dig lef und höre. Ja, lieber, thust du auch, was GOttes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Christ: ich laß' mich öfters finden bey JEsu Bundesmahl, mit GOtt mich zu verbinden. Doch zeiget sich bey dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach solchem heil'gen Brauch? 8. Dn sagst: ich bin ein Christ: ich båte, lef und singe; ich geh' in GOttes Haus: o lau ter gute Dinge, wenn du von Heucheley da ben entfernet bist, und deiner Andacht Zweck die Ehre GOttes ist. 9. Du sagst ich bin ein Christ! wer kann es dir gestehen, er könne solches dann aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein gan. zer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Jünger ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Borbild seyn. Wenn oder dem christlichen Wandel überhaupt. 597 Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der HErr; so sag: ich bin eine Chrift. II. Doch wenn man noch an dir das Gegen theil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanft muth sich zeigt Zorn, und Haß, und Neid, so bist du ja gewiß vom Christenthum noch weit. 12. Du sagst: ich bin ein Christ, und rühmst dich deß mit Freuden; doch thust du, auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Ach! ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an; weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie, gethan. 13. Sag nicht: ich bin ein Chrift; bis das dir Werk und Leben auch dessen, was du sagst, Beweiß und Zeugniß geben. Der Name machts nicht aus: ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heissen will, im Wesen selber seyn. 14. Ott! schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleissen, ein wahrer Christ zu seyn, und nicht nur so zu heissen! denn wer den Namen hat, und nicht die That zugleich, gelanget nimmermehr zu dir ins Himmelreich. ( 343.) CCCXLIII. Kampf der Heiligung. Nach der Melodie des 222. Lieds. Oft denkt mein Herz, wie schwer es sey), HErr, Mn 2 Deic 398 Swept. Th. XXIV Von der Helligung, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte tren zu denken und zu handeln. Wahr ists die Tugend kostet Müb, sie ist der Sieg der Lüste; jedoch, mein GOtt, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freu'n, trift ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Scla ven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fort gang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Ent zücken. 4. GOtt, hättest du es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frey zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu kranken: was müßten wir doch denn von dir, du weiser Bater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich seyn, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, fie sind des Lebens Schäße. Du oder dem christlichen Wandel überhaupt. 599 Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Ge. spöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müs sen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Frenheit ists, sie wählen, ein Thier folgt Trie ben, der Natur, ein Mensch, dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster ähnlich werden. 7. O stärke mich dazu mit Kraft; so wird es mir gelingen. Du bist es, GOtt, der beydes schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bekommen: wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beyspiel seel'ger Geister. Ibn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein HErr und Meister. O laß mich nie des frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bey dir, GOtt, und nicht bey Menschen. Findern. 9. Gieb, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, und ernstlich alle. zeit gedenk an meine Bahre. Das Kleinod, Pp 4 das 600 Swent, Th XXIV. Von der Heiligung, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. 10 Erbalte mich stets unverzagt, wenn mir's nicht immer glücket; wenn mich, so viel mein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Du siehst nicht auf die That allein; du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Berdienst ist mein! dieß laß mein Herze stillen. Bitten, um Beständigkeit und Wachsthum in der Heiligung. CCCXLIV. ( 344) Flach der Melodie des 72. Lieds. Schön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft be gehrt. Ach könnt ichs! wie würd ich mich freu'n! wer beilig ist, muß feelig feyn. 2. Ott ist der Seeligkeiten Fülle von E. wigkeit zu Ewigkeit. Denn sein Verstand ist Licht; sein Wille ist Ordnung und Voll. kommenheit: Bon Ewigkeit her war er gut. Er bleibts, und recht ist, was er thut. 3 Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, oder dem chriftlichen Wandel überhaupt. 601 gleich dahin. Bald wähl ich, was dem HErrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 4. Jch Armer! darum kommt kein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels müde! wenn werd ich vest im Guten seyn? Wenn nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, GOtt, geweyht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, HErr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherey gefährlich deinem Kinde sey. 6. O bilde, Bater, meine Seele! in deiner Liebe mache mich, weil ich zu meinem Trost dich wähle, gewiß und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. ( 345) CCCXLV. Nach der Melodie des 234. Lieds. Wie seelig, HErr! ist der Gerechte! du bist sein Schild und grosser Lohn. O, daß ich ganz gerecht seyn möchte! doch ab, wie wenig bin ichs schon. Du weißt es, GOtt, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das Pp 5 nicht 602 Swept. Th. XXIV.Von der Heiligung, nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft überei len mich noch Sünden wenn's Herz gleich bes fern Vorfaß nimmt. Ja, oft verleß ich meine Pflicht, mein GOtt, und weiß es selber nicht. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Vater, vor dir hin. Omach, um heilig ganz zu seyn, mich von verborgnen Fehlern rein. 4. Von aller eitlen Eigenliebe befreye mich durch deine Kraft. Erweck und mehr' in mir die Triebe zu dem, was wahre Beßrung schafft. Laß meinen Fleiß gesegnet seyn, und meine Heiligkeit geden'n. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheu't und ehrt, o GOtt der Gnade! nicht verschmähen. Du bist es, der Gebåt erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, giebst du mir. ( 346) CCCXLVI, Flach der Melodie des 256. Lieds. HERR, mein Erlöser! nur von dir kann ich mir Hülferflehen, vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beyzustehen. Des wah. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 603 wahren Glaubens Kraft und Licht, das see. lige Bestreben, dir zu leben, und Much zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du hast ein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben! von ganzer Seele foll ich GOtt, wie mich, den Nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu: so hab ich schon bienieden grossen Frieden, und welches Heil hast du dem Frommen dort beschieden! 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit kein Weltglück dir entreissen. Denn du hast deine See. ligkeit den Trenen nur verheissen. Wie könn ten wohl durch ihre Müb sie, solche zu verdie. nen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. 4. Gieb, daß mit brünstiger Begier ich vest stets an dir klebe; zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich von der Welt erhebe! ja laß mich, wann ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort Bonne voll dein Antliß ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und strauchle oft, hilf, HErr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoch laß mich bey dir Erbarmung finden, Troft em pfinden, und endlich, HErr, durch dich in allem überwinden. ( 347.) 604 3went. Th. XXIV. Von der Heiligung, ( 347.) CCCXLVII. Flach der Melodie des 82. Lieds. Du, der Herz und Nieren kennet, Ewiger, erforsche mich! ach! ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebät, mein Sehnen, sahst die Innbrunst meiner Thränen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! fich, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Lafter Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Ver. blendung Nacht verschwand, und mein Au ge, voll Entzücken, GOtt, dein Antlitz wieder fand, wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmuth Spur. 4. Wenn, von Andacht hingerissen, ich den Himmel offen fab; lag die Welt zu meinen Füssen, und, GOtt! deinem Throne nah, mischt' ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergiebt. 5. Wel. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 605 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich mide; Welt, ich fluchte deiner Lust; ich verschmähte deine Gaben, mir war, GOttes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn ver. ehrt, mehr als Erd und Himmel werth. 6. Jhr, dem Båten heil'ge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin feyd ihr verschwunden? Glut der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich GOtt durch Zähren, durch Gebåt und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebåtes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Verächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Båten Thorheit macht, wenn sie spotrisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen; dann vergeß ich meine Pflicht; ich bekenne JEsum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten GOt tes Mart'rer nie, seine Wahrheit zu vernei nen, zwang nicht Drohn, nicht Folter sie. Auf des hårtsten Todes Wegen giengen sie dem Lohn entgegen, sah'n den Himmel offen stehn, konnten so den verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht, hilf alich 606 3wept F. XXIV. Bon der Heiligung, auch mir den Spott bezwingen. mir den Lauf vollbringen. Ende sey dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten GOttes Hände eine ew'ge Siegeskron? Kampf und Muth war nicht vergebens, GOtt gieht ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, stirbt des Tods der Seele nicht. ( 348.) SE Hilf auch Bater bis ans CCCXLVIII. Mel. Erbarm dich mein o Zerre. charmer Sünder, wer bin ich, daß du, o GOtt, stets meiner dich erbarmit, daß du noch meiner schonst, und mir nicht nach Verdiensten lohnst? Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf o Vater nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Mie oder dem christlichen Wandel überhaupt. Toy 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in die. fen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Mis sethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib, o GOtt, des Irrthums Nacht; entreisse mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schaar, die einst, wie ich auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! fie find gekrönt, ich noch im Streit: o gieb auch mir Beständigkeit! 4. Shmal ist der Weg zu GOttes Höh'n, und wenige sind, die ihn geh'n: die Pfort ist eng, und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein Licht mir leuchten, Bater, laß mich dein im Leben und im Tode seyn. 5. Der mir in Chrifto alles gab, GOtt! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sün de schnellen Raub, den Himmelserben, und den Staub! erbarm dich mein, und steh mir bey, daß ich des Kleinods würdig sey, das Christus mir so theu'r erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, 608 3went. Th. XXIV. Bon der Heiligung, 6. Ja, du erbarmest über mich, versöhnter GOtt und Bater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreyt, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wankt, und dir, GOtt, ewig dafür dankt, daß ſie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner Sie. ger Krone schmückt. ( 349.) CCCXLIX, Flach der Melodie des 26. Lieds. Bald oder spåt des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher: doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewig's Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist; hinauf zu GOtt sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn, und stand haft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Biele: doch mein Fuß beginnet oft zu wan fen. HErr stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 4. So lang' ich noch ein Fremdling bier, in diesem Leibe walle; so schaff ein reines Herz in oder dem Christlichen Wandel überhaupt. 609 in mir, ein Herz, daß dir gefalle. Und leite mich auf eb'ner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn; was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu trau'n, und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süssen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Todes Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut, und eitel unsre Werke: der Glaub allein giebt Kraft und Muth; und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit getrost, und überwinden weit. 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit, und alles Leid der Erden, GOtt, gegen deine Herrlichkeit, die kund an uns soll werden? Wie schnell flieht dieß mein Leben hin! hin, wo ich ewig seelig bin. 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll von ihm mich scheiden! nicht Wollust, Güter oder Ruhm; nicht Schmach, nicht Tod 2q noch 610 3weyt. Th. XXIV. Von der Heiligung, noch Leiden. Ich bin durch JEsu Blut er kauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Christo alles giebt, GOtt, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wann Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. II. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht Flagen mehr wird unser Herz, mur Freudenthránen weinen: er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 12. Dort schauen wir, und båten an vor sei nem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz ver. stehn. 13. Ihr, die ihr ihn erhab'ner preißt, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein ver Flärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Löb. gefang. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß JEsu, mich's ererben! du, der für seine Men. schen starb, laß, JEsu, dir mich sterben! gieb, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey. Von oder dem christlichen Wandel überhaupt. 61 Von der Nachahmung des Erlösers. Ho ( 350.) CCCL. Flach der Melodie des 26. Lieds. Welch bobes Beyspiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? Und nicht den Weg, den du betratst, auch gehn und das thun, was du thatst? 2. Dein Herz war voller Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre: dein Thun, Lieb' und Recht. schaffenheit, dein Entzweck GOttes Ehre: hier schaffst du mir Zufriedenheit, und dort einst ew'ge Seeligkeit. 3. Darum entäussertest du dich, und stiegst vom Himmel nieder, wardst Mensch, ein ar. mer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie GOtt. 4. In Knechtsgestalt erscheinest du, um uns zu Herrn zu machen: den Kranken gabst du Trost und Ruh, und warst stark in den Schwachen: du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Baters Rath, und bittest selbst für Feinde 24 2 Du 612 3wept. Th. XXIV. Von der Heiligung, Du starbst, gehorsam bis zum Tod, und ehr. test auch im Tode GOtt. 6. Dieß grosse Beyspiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sen gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir und thu, wie ich. 7.Ich komme, HErr! gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jün ger sen, und nicht mich fälschlich nur so nen ne: damit ich deinem Beyspiel treu auch an dern selbst ein Beyspiel sey. ( 351.) CCCLI Flach der Melodie des 6. Lieds. D Seele, schaue JEfum an! hier kannſt du recht erkennen, was wahre Demuth heissen kann, und was wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar, wie JEfus Christ gefinnet war: so sen auch du gesinnet! 2. Er war der grosse Gottessohn, ihn chr ten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmels thron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der HErr der Herrlichkeit, war Menschen wohlzuthun bereit: so sey auch du gesinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Ba ters Willen, durch Thun und Leiden stets be reit oder dem christlichen Wandel überhaupt. 613 reit ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht' und that, verehrt' er seines Vaters Rath: so sey auch du gesinnet! 4. Das Bose sucht' er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wann die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört' ihn nicht um Rache schreyn; er übergab es GOtt allein: so sey auch du gesinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, ben dir reget; so stärke JEsu Beyspiel dich; dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht: so sey auch du gesinnet! ( 352.) CCCLII. Nach der Melodie des 238. Lieds. Kommt ber, Mübseel'ge, kommt zu' mir; spricht GOttes Sohn, o kommt, send ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil: ich heile euren Schaden. 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach GOttes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 243 3. Sanft 614 3went. Th. XXIV. Von der Heiligung, 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh und Erquickung findet sich bey mir, und trostreich werd ich mich gewiß an ihm erzeigen. 4. Nun, JEsu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir; dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o HErr JEsu Christ, daß ausser dir kein Retter ist: bey dir ist Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wah. rer Demuth jedermann zu dienen fertig ste hen. Laß mich, wie du, sanftmüthig seyn; Beleidigungen gern verzeih'n, und Fehler überseben. 6. Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende meiner Tage. XXV. Von der Erkenntniß GOttes. CCCLIII. ( 353.) Nach der Melodie des 55.Lieds. Soll sich mein Geist, o Gott! zu dir erhe, ben, und dich zu kennen glücklich sich bestre ben, Zweyt. Th. XXV. Von der Erkenntniß Gottes. 615 ben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. 2. Laß doch, o HErr, dein Licht mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zer. streuen: erleuchte mich, daß mich, zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, GOtt, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen; zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht haffen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt und Stärke; auch hast du selbst; sey hoch dafür gepriesen! uns interwiesen! 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sol. len, uns bessern wollen! 7. Ach, möcht ich, GOtt, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäfften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unståt, trág, er 244 scheuet 616 3went. Th. XXV. Von der Erkenntniß GOttes. scheuet der Ueberlegung Müh, und schnell zerstreuet, sinkt er, wann ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Gränzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewäh re mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Luft und Friede! II. Dann werd ich immer heller dich erkennen, und täglich mehr von deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, GOtt, nur leben! ( 354.) CCCLIV. ach der Melodie des 72. Lieds. Wo find ich Gott, den meine Seele vor allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, HErr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt ich dich, mein GOtt, nicht prei. fen, wenn ich dich sähe, wie du bist! zwar deine Wunder, HErr, beweisen, wie unaus. sprechlich gut du bist. Wie schimmern fie! doch Zweyt. Th. XXV. Von der Erkenntniß GOttes. 617 doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und båte dich in Schwachheit an. Ach, håtte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie seelig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft ich, am Fusse deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt' ich im Antlit deines Sohnes, wie deine Seeligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammlen kann, lobsänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke, mehr als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o GOtt, mit mir. Wie gut! wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dieß Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweißt? 7. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blödes Alug' erhellt; was lern ich, GOtt, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. D45 8. Und 618 3went. Th. XXV. Von der Erkenntniß GOttes. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte! hört ich nur, wie du verdie neft, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur! so lernt ich hier schon, mich allein, GOtt, deiner Herrlichkeit zu freu'n. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Vater! zu gefallen üben! wie seelig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. TO. Welch Elend! Vater, ich empfinde, mein Elend. Zeuch mich selbst zu dir. Entkräfte selbst die Macht der Sünde. Dein Geist der Weisheit wohn in mir; damit ich für der Tauscheren der Sinnlichkeit gesichert sey. II. Gieb, daß der Strahl von deiner Wahr heit mein Leben leite, bis ich dort dich näher feh, und mit mehr Klarheit, als hier, an die sem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammlen kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. ( 355.) CCCLV. Nach der Melodie des 7. Lieds. Mein Gott! du wohnest zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch giebs du uns zum Unterrichte dein Wort, das un Er Zwent. Th. XXV. Von der Erkenntniß GOttes. 619 Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort. Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen seyn. 3. Dein Wort ser mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Frrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiehrt. Kein Spöttergeist verführe mich; kein Zweifel sey mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ew'ge Leben. Drum hilf mir, Bater, daß ich dich, und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt; bis einst sich meine Einsicht mehrt. 5. Vor allem laß bey mir lebendig, o Höchster! dein Erkenntniß seyn! laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehr. furcht weyh'n. Gieb, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, HErr, auch meinen Sinn, durch Wahrheit dir zum Dienste hin. 7. Laß 618 3went. Th. XXV. Von der Erkenntniß GOttes. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte! hört ich nur, wie du verdie neft, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur! so lernt ich hier schon, mich allein, auf GOtt, deiner Herrlichkeit zu freu'n. 2. 31 Erb bist, erns For Sch 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich dir, Bater! zu gefallen üben! wie seelig war ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich das Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 3. mir ein verf 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde, mein Elend. Zeuch mich selbst zu dir. Entkräfte felbst die Macht der Sünde. Dein Geist der Weisheit wohn in mir; damit ich für der Tauscheren der Sinnlichkeit gesichert sey. II. Gieb, daß der Strahl von deiner Wahr heit mein Leben leite, bis ich dort dich näher feh, und mit mehr Klarheit, als hier, an die sem Prüfungsort. Ich, der ich hier Faunt stammlen kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. ( 355.) 4. hilf für in de mein 5.9 ster. dir a furc Flei 6. CCCLV. Nach der Melodie des 7. Lieds. went Mein Gott! du wohnest zwar im Lichte, ein dahin kein sterblich Auge dringt; doch giebs Herz du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns auch Er Dier છે. 3went. Th. XXV. Von der Erkenntniß GOttes. 619 in Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, Die bist, und was mit uns dein Endzweck ist. den in, en! rch eich 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so bilf selbst meinem Forschen fort. Laß für der Wahrheit hellen er! Schein mein Aug und Herz stets offen seyn. 3. Dein Wort sey mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Frrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiehrt. Kein Spöttergeist afte verführe mich; kein Zweifel sey mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ew'ge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich, und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt; bis einst sich meine Einsicht mehrt. ein der der hr ber die 5. Vor allem laß ben mir lebendig, o Höch. um ster! dein Erkenntniß seyn! laß mich darnach ein dir auch beständig die größte Lieb und Ehr. furcht weyh'n. Gieb, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was müßt Ste ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das ebf Herz noch böse bleibt? Drum lenke, HErr, uns auch meinen Sinn, durch Wahrheit dir zum Er Dienste hin. 7. Laß 620 3ment. Th. XXV. Von der Erkenntniß GOttes. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunquell wahres Trostes seyn. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freu'n. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. ( 356.) CCCLVI. Nach der Melodie des 59. Lieds. feelig bin ich, wenn mein Geist hinauf zu GOtt sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preist, der Engel Werk vollbringt! 2. Wer gleicht GOtt? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. Wie Pie 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist seelig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seeligen ein Heer, das seelig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu seyn. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist GOttes dich zu freu'n. 6. Schon siehst du durch ein dammernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit sehn! XXVI +( 0)+ XXVI. Von der Liebe und Dankbarkeit gegen GOtt. CCCLVII. Flach der Melodie des 234. Lieds. 621 ( 357.) Wie Pie sollt ich dich, mein GOtt, nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben giebt. HErr, dieß Geschenk zeigt rüh. rend an, wie huldreich du mir zugethan. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe seyn. Und wann ist eine Zeit verflossen, da du, mein GOtt, mich zu erfreu'n, mir nicht noch weit mehr Guts ge than, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, HErr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbeginn; und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünst'ger Dankbar keit, mein ganzes Leben sen geweyh't. 4. O welch ein seeliges Geschäffte, HErr, deinem Dienst sein Leben weyh'n! gieb du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gefegnet seyn. Ist deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein GOtt, an dir. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter har 622 3weyt. Th. XXVI. Von der Liebe Harten Kreuzesschlägen hab ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. 6. O reiche mir, auch wenn ich sterbe, HErr, deine Baterbände zu. Dann tröste mich mein künft'ges Erbe; dann führe mich in deine Ruh. Mit völliger Zufriedenheit lieb ich dich dann in Ewigkeit. ( 358.) CCCLVIII. Nach der Melodie des 301. Lieds. An dich, mein GOtt! gedenken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich kranken, so sieht mein Aug auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mit ein Wetter draut, ist sie mein Sonnenschein Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer seyn. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an dei ne Treu; denn, Vater, deine Güte ist olle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süsse, in der ich Schweiß ver giesse; du unterstüßest mich. 4. Du 623 und Dankbarkeit gegen GOtt. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, GOtt, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer seyn. 5. Wie gut ists, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs eitle lenken.. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, GOtt! dieß bringt, auch wann ich lei de, dem Herzen Trost und Freude; dieß stårkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich sen. ken, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt. Doch du, HErr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner, mein tingedenk mehr ist. ( 359.) CCCLIX. Nach der Melodie des 141. Lieds. Der du mich als ein Vater liebst, und mich mit Wohlthun ganz umgiebst, GOtt, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein GOtt, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir dei hen Weg bekannt; hältst mich bey meiner rech. 624 3went. Th. XXVI. Von der Liebe rechten Hand, regirest meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachheit auf DHErr, mein GOtt! du bist mein Licht; du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wun derlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein HErr, mein GOtt! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu seyn, mein Heil, bey dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn war der Himme ohne dich, so könnte keine Lust für mich aud felbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden seyn. Denn nichts ist in der ganze Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein HErr und GOtt! wo du nicht bist, wo d nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth durch Marter, durch Gewalt und Tod au Seel und Leib verschmachten. Dieß alle wird und Dankbarkeit gegen GOtt. 625 wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wår, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn war* lich, nur durch dich allein kann Leib und Seele seelig seyn. HErr, meine Burg! ich hoffe vest, ich hoffe vest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß frey. lich wohl verderben. Er kann, weil er die Lust und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Dennt wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir du Heilige ster! mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nurden, der hier sein Herz dir weyh't, sein Herz dir weyht, nur den führst du zur Herrlichkeit. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir; du aber hältst dich auch zu mir; und das ist mei ne Freude. Ich feßze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefſten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Richtschnur seyn, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz voll kommen deiner freut. GOtt meines Heils! Rr ich 626 Bwent. Th. XXVI. Von der Liebe ich warte drauf, ich warte drauf: nimm mich in deinen Himmel auf! ( 360.) CCCLX. Mel. des 30. Pfalms. oblan, mein Herz, jey stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem GOtt, dem du FENESTE E ganz eigen bist; deß liebstes Werk das Wohl. róun it; deß Heil uns überall begegnet; der den verfluchten Sünder segnet. 2. Er denkt ben jedem Augenblick, bey je. dem Pulsschlag an mein Glück. Er ists, in dem ich leb' und bin; durch den ich der Ge fahr entrinn: ach, dankend muß ich, HErr, ver stummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vorder ich ganz erstaunend steh! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höl. len Raub, erfahr' in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 4 DSünden, die ich je verübt, und er mir racerlich vergiebt, wer zählt euch? feines Gei und Dankbarkeit gegen GOtt.' 627 Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht; so oft mit mildem Trost erfreuet: sein Wohl thun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Zuchtigungen sind für mich, oft pflichtvergeßnes Kind, Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist entzündet, und Glaub und Hoffnung vest ge. gründet. 6. Ich zähle leichter Stern und Sand, ols alle Güter deiner Hand. Der seel'gen Engel hohe Sprach' ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm ge lingen, dein Hallelujah recht zu singen! 7. Doch will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib, sen dir geweyh't, zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschrei ben: du sollst mein, ich will dein verbleiben. ( 361.) CCCLXI. Der 116. Psalm. Wie Nach der Melodie des 3: 4. Lieds. lieb ist mir's, daß GOtt zu meinent Schreyn sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebät nur ihm geweyhet seyn! 2. Schon Mr Ħr a 628 3weyt. Th. XXVI. Von der Liebe 2. Schon überall um mich war nichts alsTod, schon batte mich des Grabes Angst umgeben; Faum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben; tief sank ich hin in Traurigkeit und Noth. 3. Da rief ich GOttes heil'gen Namen an! ach HErr, mein GOtt, errette und behüte mich doch! gerecht ist GOtt, er ist voll Güte, barmherzig, und ein GOtt, der helfen kann. 4. Er schüßt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst, und fast verzehrt mich quale; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der HErr an dir! 5. Du machtest mich vom nahen Tode frey, mein Aug' von Thránen, meinen Fuß vom Fallen; ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Treu! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinen größ ten Zagen: Gott ist wahrhaftig, jeder Mensd betrügt. 7. Wie kann ich GOtt vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte was und Dankbarkeit gegen GOtt. was bringt ihm mun mein dankerfüllt Gemůthe, ihm, der ſo gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir gesche. hen, bezahlen will ich ihm, sein Volk foll's se hen, was ihm mein Herz gelobte bey dem Flehn! 9. Wie köstlich ist vor GOtt der Frommen Tod! o HErr, ich bin dein Knecht, von dir erkohren, von deiner Magd zum Knechte dir gebohren! aus Banden rissest du mich, HErr, mein GOtt! 629 10. Dir opfr' ich Dank; dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk soll's sehen, was dir mein Herz gelobte bey dem Flehn! II. In Salem, HErr, in deinem Heiligthum will ich dich loben! durch des Tempels Hallen foll mein Gesang, soll. GOtt, mein Dank erschallen; da sing ich: Hallelujah! dir sey Ruhm! ( 362.) CCCLXII. Flach der Melodie des 42. Lieds. Du Bater deiner Menschenkinder, der du und dessen Herz auch gegütig und voll Mitleid Rr 3 iſt! die Liebe selber bist; gen Sünder noch 630 Sweyt. Th. XXVI. Von der Liebe ist! laß mich von ganzen Herzen dein; laß mich's mit allen Kräften seyn. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu ſeyn mich übe, wie du mir dazu Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir. Nichts scheide mich, mein GOtt, von dir. 3. Bertilg in mir durch deine Liebe den Hong zur Liebe dieser Welt; und gieb, daß ich Ver. levgnung übe, wenn mir was Eitles noch ge fällt. Wie sollte ich die Creatur dir vorziehn, Echöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sich auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Bater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o GOtt, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es and der ganzen Welt. Die kleinste Sünde feibit zu scheu'n, laß, Bater, mich behutsam seyn. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mit dein weifer Rath bestimmt. Auch Trúbfal führt zu ew'gen Freuden. Wer ihre Last gern über. und Dankbarkeit gegen GOtt. 631 übernimmt, geduldig trägt, und weislich nißt, wird machtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn; dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nabe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Bater der Barmherzigkeit! ( 363) CCCLXIII. der Melodie des 116. Lieds.. GOTT, mein Vater, deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist. Deines Wohlthuns starke Triebe sind so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, GOtt, erschöpfet Feine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch, der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beystand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünst ge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhab'ne Recht gewährt, daß ich, für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlößten voller Zuversicht darf trösten. Nr 4 4. In 632 Swent. Th. XXVI. Von der Liebe 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab; mein Beschirmer in Gefahren. Andir hab ich bis ins Grab ei nen Bater, der mich liebt; einen Vater, der mir giebt, was zum wahren Wohl mir nüket; einen Bater, der mich schüßzet. 5. GOtt, du machsts mit uns stets besser, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel grösser, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gefang: dennoch würde durch mein Loben reine Huld nicht g'nug erhoben. 6. Oso zeuch durch deine Liebe, HErr, mein ganzes Herz zu dir. Stårk und mehre felbft die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; so mich deines Wohlthuns freu'n, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. Laß mich jede deiner Gaben recht zu brau chen mich bemühn; stets den Zweck vor Au. gen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Gute reize mich, daß ich immer brünst ger dich lieb, und deinen heil'gen Willen freudig fuche zu erfüllen. ( 364.) CCCLXIV. Melodie des Mein Herz, ermuntre dich zum Preiſe des GOt und Dankbarkeit gegen GOtt. 633 GOttes, der dein Vater ist! bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. HErr, deine Hand ist immer offen, zu geben was mir müßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen aufdich, der du die Liebe biſt. Mein GOtt! wie wenig bin ich's werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein GOtt, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen Trost und Hülfe bey. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eb ichs mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch veste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siebst du mit Erbarmen drauf, und hemmst allmå htig ihren Lauf. 6, Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe Rr 5 ift 634 Sweyt. Th. XXVI Von der Liebe ist deines Ruhms, mein Retter! voll. Okönnt ich deine grosse Güte doch so erheben, wie ich foll! doch meine Kraft reicht nicht dahin. Du weißt es, GOtt, wie schwach ich bin. 7. Und hätt' ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig g'nug von mir besungen, auch bey dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, HErr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir ge than. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen aud auf des Herzens Redlichkeit; und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufrie denheit; du hörst es, wie ein Bater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte be ständig, GOtt, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weyh'n, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. ( 365.) CCCLXV. Mach der Melodie des 156. Lieds. Habe abe deine Lust am HErrn, bey dem HErrn ist Freud und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß und Dankbarkeit gegen GOtt. 635 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret: Glaube, wer in seiner Brust GOttes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an GOtt erfüllt mit Liht, wenn man GOtt im Worte kennet. Lust an GOtt stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am HErren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen: und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. Bleibst du auch nicht ohne Last; trag geduldig die Beschwerden: wenn du wohl gelit. ten hast, wird dir ew'ge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. ( 366.) CCCLXVI. Fach der Melodie des 19. Lieds. Mein Geiſt er stannt, Allmächtiger! wenner die Gnaden denkt, womit du mich, mein GOtt und HErr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz dei 636 3weyt. Th. XXVI. Von der Liebe deiner Güte voll, und weiß für heisser Dank barkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eb' er gebohren ist. Und so ward ich, owelch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchstliebreich, HErr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr für Unglück und Gefahr, und für dem La ster, das noch mehr, wie sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt: und deine Gnad' erquickte mich, wenn Sünden mich gekrånkt. 9. Bon Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir giebst. 10. Und welche Wohlthat, HErr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann; dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir ge than. II. Rein und Dankbarkeit gegen GOtt. 637 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hålt, dich, der mich leben heißt. 14. Dich, der mich bey der Welten Sturz mit starkem Arm erhob! selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! ( 367.) CCCLXVII. Flach der Melodie des 48. Lieds. Dir dank ich für mein Leben, GOtt! der du mir's gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, HErr, hast mich bereitet; mich vå. terlich geleitet bis diesen Augenblick. Dut gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, HErr aller Dinge! der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde, auf ewig glücklich wer de, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du 638 Rwent. Th. XXVI. Von der Liebe zc. 4. Du hörtest schon mein Sehnen, und zähl. test meme Thränen, eh ich bereitet war; eh ich zu seyn begonnte, und zu dir rufen konn te, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5 Du ließ'st mich Gnade finden, und sah'st doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. D Höchster! welch Erbarmen! du sorgest für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeih't. 6 Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Er ist dein größt Geschencke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ists, daß er dich preißt. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Stroft ausrüstest, dieß, Bater, dank ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dieß alles, Bater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du giebsts, ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. HErr, segne und behüte mich! XXVII. Van der Furcht GOttes. CCCLXVIII ( 368.) Mel. O groffer GOtt von Macht. 1 du erhab'ner GOtt, an Macht unend. DEFINIT lich reicht wer ist dir auf der Erd, und wer im 3went. Th. XXVII. Von der Furcht GOttes. 619 im Himmel gleich? Bor dir erbebt die jersterwelt; und was der Himmel in sic hair. GEBEE muß fit mit tiefem Schweigen vor dement Throne beugen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde vest gegründ't, dem Meer fein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Wel. ten, o HErr, vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon ins Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o GOtt, mit deinem Licht. Dich fürchten, sey mir stets so Seeligkeit als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sey, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß 640 Sient. Th. XXVII. Von der Furcht GOttes. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Au gen seyn, und auch im Dunkeln mich dein helles Antlitz scheun. Erinnre mich an dein Gericht, wenn zur Verletzung meiner Pflicht die Lust der Welt zu Zeiten mich Schwachen will verleiten. 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Bater lieben kann. Gieb, daß ich, frey vom knecht'schen Geist, mit Freuden dir Gehor sam leist', und mich, aus reiner Liebe, in dei nen Begen übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht des Lebens Leit stern seyn, so nimmt kein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelen, von Menschenfurcht und Tråg. beit fret! so werd' ich im Gewissen die süß'ste Nuh' geniessen. ( 369.) D CCCLXIX. Mel. des 26. Pfalms. GOtt, wer ist dir gleich! wie mächtig ist dein Reich! dein Drann bewegt der Er de Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer Bwent. Th. XXVII. Von der Furcht GOttes. 64x wer konn vor dir entfliehen? dein Arm wird allenthalben Fund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hålt? Bor dir liegt alles aufgedeckt, wie sollt' ichs dann noch wagen, Gehorfant zu versagen? da deine Gegenwart mich schreckt. 3. Dem, was ich laß und thu, sichst du auf merksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt' ich dann nicht beben auch ben dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach' von Heucheley und Knech tesfurcht mich fren, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbindt. 5. Ach lenkte blosser Zwang den ungewisser Gang, wie könnt' ich mich in dir erfreu'n? Nein; laß mich dir, o Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben seyn. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe blos; der kann ihm nicht gefallen; die Liebe macht ben allen, und auch bey GOtt, den Menschen groß. 7. Was 642 3went. Th. XXVII. Von der Furcht GOttes. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir, Höch. ster, gleich; sie stillet uns're Herzen, verfüsset unfre Schmerzen, und bringt uns in dein ewig Reich. 8. Entzünd' den Trieb in mir, mit Lust zu thun, wes dir gefällt, o GOtt, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben, und dir leben; dir, meines Herzens Trost und Theil! ( 370.) CCCLXX. Fach der Melodie des 7. Lieds. Vor dir, o Gott! sich kindlich schenen, ist unfre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu' und denke, laß, HErr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, für jeder Sind mich zu scheu'n. Denn, wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und, das zu thun, mich ernstlich schäme, was dir, mein GOtt, zir Zweyt Th. XXVII. Von der Furcht GOttes. 643 zuwider ist. Der Beyfall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weyhen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreyt, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seeligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Borsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunst bemühn. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sey; und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frey. Nie store Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du hassest heuchleri. fchen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Bater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. GOtt! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel feyn. 5$ 2 ( 371.) 644 Swept. Th. XXVII. Von der Furcht GOttes. ( 371) CCCLXXI, Flach der Melodie des 72. Lieds. Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor GOtt dem HErrn. Nur der ist weiß und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil GOtt sie ihm gebeut, bolibringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' GOttes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit: so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegen. heit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten Findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last: nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet Bast. Wer GOtt als Zeugen vor sich hat, der freu't sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleih'n, wird dich die Furcht des HErrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheu'n. Denkmur: vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mit. tagslicht. 5. Den HErren öffentlich verehren, sowohl als in der Einsamkeit: auf des Gewissens Stim 3went. Th. XXVII. Von der Furcht GOttes. 645 Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des HErrn; auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Laßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des HErren wird dich stårken, daß du die Welt verachten lernst. Wer GOtt, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beyur Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen giebt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was GOtt mißfällt, zu thun gebeut. Ist GOtt mein Schuß, mein Heil und Licht: so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, GOtt, mich regieren; mich stets auf dich, den Höchsten, sehn; laß sie mich zu der Weisheit führen: so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem! der sich stets kindlich scheut; dich fürchten, GOtt, ist Seeligkeit. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, und der Ergebung in seinen Willen. CCCLXXII. ( 372.) Der 11. Psalm. der des Lieds. Voll Glauben will ich zu dir båten, o Gott, 5$ 3 vor 646 3. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf Gott, vor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb'ich, GOtt, vor Menschen nicht! 2 Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freu'n, noch so verborg, ne Neße stellen, so will ich doch nicht zaghaft feyn. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall gebracht! so werd ich dennoch nicht verzagen; denn GOtt lebt noch mit seiner Macht! 4. GOtt ist im Himmel! doch auf Erde schau'st du herab vom Himmel, GOtt! und siebst, wann ich gedränget werde, siehst mei nen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerechten, be freyst ihn gern von jeder Last; hilfit, wenn fie flehen, deinen Knechten, und hassest jeden, der sie haßt! 6. Beh' dem, der den Gerechten spottet! GOtt scaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten kann! 7. Denn der gerechte Richter liebet der Hei ligen Gerechtigkeit; und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm drau't! ( 373) und der Ergebung in seinen Willen. ( 373) CCCLXXIII. Flach der Melodie des 267. Lieds. Auf dich, HErr! nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen; und dir, der mich erschaffen bat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen, als GOtt und Vater, tragen. 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du, HErr, weißt was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eb' ich bat, gewährt, wenn's deine Weisheit litte. Du sorgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, HErr, ge schehe! 647 4. It nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das wiedrige Geschick, ben dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt, doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der 534 See: 648 3w. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, bem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch verfüffen. 6 Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden? Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden? Hofft auf den HErrn! er hilft uns gern. Seyd fröhlich ihr Gerechten! der HErr hilft feinen Knechten. ( 374-) CCCLXXIV. Flach der Mel. des 72. Lieds. Mein Hort ist Gott! ihn laß ich walten. Ich hoffauf ihn; er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels, und wanke nicht. 2. Was qual ich mich? Bin ich ein Heyde, der ohne GOtt und Hoffnung ist? HErr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein GOtt und Helfer bist. Hilf, mein Erbar. mer, stårke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der HErr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unſerm Schmerz und der Ergebung' in seinen Willen. 649 Schmerz: wir flehn; ihm bricht sein VaterHerz. 4. Die Lieb ist GOtt! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht JEsum Christ? Was könnte mir ein GOtt versagen, der so un. endlich gütig ist? Erhabner Trost, der nim mer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir. zugesaget hat! ( 375) CCCLXXV. Flach der Melodie des 267. Lieds. Der HErr ist meine Zuversicht, mein einz'. ger Trost.im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem HErrn ergeben. GOtt ist sein GOtt. Auf sein Gebot wird seine Seele stille, Jhm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, HErr, nicht vertrau'n? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schau'n, sehn deine Wunder. werke. HErr, groß von Rath, und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. S$ 3. Noch 650 3m. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaf sen sehen müssen: Du läßt ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Trost geniessen. Des Frommen Herz wird frey vom Schmerz Der Sünder eitles Dichten pflegst du, HErr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet; wann der Gerechte in der Noth das Herz des Schö pfers findet. Wann jener fällt, ist er ein Held; er steht, wann jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die grosse Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Berflucht sind, die zu Menschen fliehn; verflucht, wer von GOtt weichet! dein Heiland starb: er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel: 6. Sen unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammlen! GOtt hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stamm. len. Die Zeit der Quaal, der Thránen Zahl zählt er; er wiegt die Schmerzen, und wälzt fie von dem Herzen. 7. HErr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Stück gebricht, wenn ich mich sorgend quale Wer und der Ergebung in feinen Willen. 651 Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmäch. tiger! verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohl. seyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein GOtt, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlik schaue. ( 376.) CCCLXXVI. Nach der Melodie des 119. Lieds. Du hast, mein Vater und mein GOtt, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Frende einst verkehret, und daß ich alles, was mich frånft, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich dann auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gieb meiner Seele wahre Ruh. Was mich bekümmet, lenke du zu meinem ew'gen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freylich oft mich übermeistern wollen. So hab ich nicht auf dich gehofft, als ich wohl hoffen sollen. Mein GOtt, wie groß ist meine Schuld! an dir hab 652 3w.Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, hab ich durch Ungeduld vielfältig mich ver fündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir nach deiner grossen Güte; und stärke zum Vertrau'n zu Dir mein schüchternes Gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, du werdest nie, als Vater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, HErr mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer måchtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dieß sey mein Trost; dies sey mein Licht, wenn mich die Sorgen krånken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich glaubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs reichlichste ersetzen; wenn ew'ge Freu. den mich bey dir in deinem Reich ergößen. Da ist mein Erb' und höchstes Gut. Ďstår. ke mir dadurch den Muth bis an mein feelig Ende. ( 377.) ( 377-) und der Ergebung in seinen Willen. CCCLXXVII. 653 Der 62. Pfalm. Flach der Melodie des 54. Lieds. Mein Geit soll nun in GOtt allein, als Ich stehe ja bey ist dieser GOtt mein Held, so tob' und stürme nur die Welt! ihr Anfall soll mir doch nichts schaden. feinem Schuße, ruhig seyn. ihm in Gnaden. Genug! 2. Wie lange beut'st du, roher Hauf! Verleumdung, List und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? Ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hångt und kracht, nur euerm Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den GOttes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr keine Tücke nicht. Jbr fegnet mich ins Angesicht, und flucht mir gleichwohl in der Seelen. 4. Da ruht mein Herz in GOtt allein; der wird schon mein Erlöser seyn, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der Eine, der mich stüßt, und wider alle Feinde schüßt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schuß und Sieg in aller Noth, mein Truß und Ruhm bis in den Tod, der HErr, erquicket mein Gemüthe. Drum schür. 654 3w.Th. XXVIII. Bon dem Vertrauen auf GOtt, schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Gute! 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Souß vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihr ganzes We sen weit und breit ist eitler noch als Eitelkeit, und wird von Nichts auch überwogen. 7. Verlaffet euch auf Frevel nicht, und send auf keinen Raub erpicht! vergeht euch nicht nach Eirelkeiten; und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth noch schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte GOtt einmal ein Wort; das hör ich, deucht mich, immerfort: er sey der HErr im höchsten Throne; der Richter, def sen Macht und Treu der Unschuld Hülf und Rath verleih', und jedem nach Verdienste lohne. ( 378.) CCCLXXVIII. Flach der Melodie des 82. Lieds. GOTT der Wahrheit, dessen Treue unfre Hoffnung stüßzt und hält; ich erkenn' es vol ler Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt Ach, mein Herz hångt noch an Dingen, doch keinen Trost mir bringen. O wie oft Di ver und der Ergebung in seinen Willer. 655 vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wieder dich. 2. GOtt, vergieb mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde einen dir ergeb'nen Sinn, der von dir nur Hülfe heißchet; den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst; und, ben allem Druck der Leiden, dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. GOtt, wer deinem Wort nicht trau't, hat auf leichten Sand gebau't. 4. Laß mich vest im Glauben werden, daß dein Wort warhaftig sey: o so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frey. Dann werd ich, mein GOtt, mit Flehen, stets auf Deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Bater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darinn grossen Trost in Noth. sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ew'ges Heil bestimmt. Ja, 6. Muß 656 3m. 26. XXVIII. Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, GOtt, vor dir ein Pilgrim seyn; wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befren'n. O erwünschte seel'ge Stun den! ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland sehn, und zu deiner Freu de gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, HErr, HErr, meine Zuversicht! bis daß alles einge troffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o HErr, bey dir. ( 379)/ CCCLXXIX. Flach der Melodie des 33. Lieds. Der ew'ge GOtt und höchste Bater von allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell, der Weltberather, den unser Glaub' als Schöpfer preist, der diese Welt aus seinen Schäßen blos durch sein Wort hat aufge stellt, und der nach seinen weisen Säßen Zeit Maas, Gewicht und Ordnung hält. 2. Der hat sein Herz zu mir geneiget in fe nem eingeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und der nun herrscht auf GOtte Thron, um dessen willen will er heissen mer B und der Ergebung in seinen Willen. 657 Bater und mein Bundesgott, auch väterlich sich mir erweisen in aller Leibs und Seelen. noth. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater trauen? follt ich nicht, wann mich Ungluck trifft, voll Zuversicht aufs Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stifft? Ich will es thun von gan zer Seelen, mein Herz sey ganz auf ihn ge. richt, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, dann ihm fehlt Macht und Wille nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ew'gen Baters Schoos! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von aliem andern los: laß mich mit starken Liebesfeilent zu dir stets angezogen seyn; so stellt dein Kind fich, ohn Verweilen, bey dir, mein GOtt und Bater, ein. ( 380.) CCCLXXX. Nach der Melodie des 7. Lieds. Wer nur den lieben GOtt läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer GOtt dem Allerböchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Web und Ac? was hilft es 658 3w. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur grösser durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, ben sich selbst vergnügt, wie GOt tes Gnad und heil'ger Wille und sein' Allwissenheit es fügt; GOtt, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nützlich sey: und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heucheley; so kommt GOtt, eh' wirs uns versehn, und låsset uns viel Guts ge schehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß dich dein treuer GOtt vergißt, und daß der ihm im Schooße siße, der reich und groß, und machtig ist: die Zukunft ändert oft sehr viel, und feßzet jeglichem sein Ziel. 6. Was sind vor GOtt der Menschen Sa chen?. sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich: wie leicht ist es bey dem gethan, der bald erhöhn, bald stürzen kann? 7. Sing, båt und geh auf GOttes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und fei. und der Ergebung in seinen Willen. 659 seinem reichen Segen, so wird er bey dir werden neu: denn wer nur seine Zuversicht auf GOtt seßt, den verläßt er nicht. ( 381) CCCLXXXI. Wi ohl dem Menschen! der von Herzen, al les was ihn überfällt, in des Höchsten Han de steut; der nicht mit vergeb'nen SomerBER zen, feines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sor. gen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wann der Himmel dich will segnen, so emport die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was wiedrigs dir begegnen; wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke; werde nicht so sehr bewegt: der für alles Sorge trägt, diejer sorgt auch für dein Glücke; deine Stun de kommt ja wohl, wann sie soll. It a 5. Ift 660 3w.Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat; glaube, GOttes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 6. Hast du Angst von bösen Leuten; ihre Bosheit, die dich kränkt, ist mit GOttes Macht umschränkt: will dich Noth und Tod bestreiten; waffnet Erd und Hölle sich wider dich; 7. Wisse: wen die Allmacht schüßzet, den er. schlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wol ken Fall gleich mit Flamm und Keulen bli. het; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 8 Führ dein Leben nur mit Freuden, war. te von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt; schicke dich, auch das zu leiden, schweige gern zu allem still, was GOtt will 9. GOtt weiß alles wohl zu machen; darum wer sich steif und vest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. ( 382.) CCCLXXXII. Der 138. Psalm. Nach der Melodie Ich danke dir von ganzem Herzen; dir sing ich, HErr, vor aller Welt. Dein Name lin dert 661 und der Ergebung in seinen Willen. dert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hålt, so preif' ich deine Gut' und Treu, und, wie dein Name herrlich sey! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleih'n! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam seyn! und allenthalben mach' ihr Mund die Grösse deiner Ehre kund! 3. Der HErr ist hoch: allein er siehet aufs Niedrige und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet, auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich doch durch ihn er. quickt. 4. Es mag der Zorn der Feinde wüten: doch reicht der HErr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und endet meinen Jammerstand. HErr, deine Huld bleibt für und für! vollende nur dein Werk in mir! CCCLXXXIII. ( 383.) Flach der Mel. des 67. Lieds. Chrift, alles was dich kränket, befiehl getrost dem HErrn. Er, der die Himmel lenfet, ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlummer, zu GOtt erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. Tt 3 2. Sinds 662 3m. Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, 2. Sinds Sünden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld. Doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wah. rer Ruhe führet die Neu, die GOtt gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau GOtt, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu Deinem Glück. 4. Der GOtt, auf dessen Segen dein gan. zes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen Hochheilig, weiß und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Er schaff'ner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wüten! umsonst emport fie fich, wenn er dich will behüten; und er be hütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. GOtt zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinen Wunsch ge währen. Sen stille vor dem HErrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff' unverzagt auf ihn 663 und der Ergebung in seinen Willen. ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, sey stark in seiner Kraft. Sen auch, zur Zeit der Leiden, ein Chrift, und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zer streut? 8. Sen froh; dein GOtt regieret! fein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen; der HErr erbarmt sich nicht! der HErr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dieß Wort, und weine die Freudenthran', o Christ! und könnt' ihn ſie vergessen! will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! der HErr ists, der es spricht. To. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich vest, und wiß, daß seine Gute dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreun. Zu deinem grössern Heile verzieht er; harre fein. II. Wohl dir alsdann, du Trener! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein BeIt 4 freyer 664 3w, Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, freyer reicht dir die Siegeskron; auf kurze Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lob. gelang. ( 384) CCCLXXXIV. Flach der Melodie des 72. Lieds. HERR, mache meine Seele stille! ben allem was mich krankt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles andern konn; und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerraub'sten Wegen führst du uns zur Glückseeligkeit. Selbst Trübfal bringt dem ew'gen Segen, der dir sein ganzes Herze weyh't. Ihr Ausgang wird doch herr lich jevn, siehts gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille senn und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Baterberz steht dem doch offen, der zu dir sei. ne Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fü gung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. lns bleibt oft, was uns nützt verbor. gen Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unfre Wünsch und Sorgen voll Thor. heit und voll Unverstand! wer kann, was sei nem 665 und der Ergebung in feinen Willen, nem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, du kennst und wählst das Beſte. O Bater mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung veste: so ehr ich auch im größten Schmerz dich noch mit der Gelassenheit: was mein GOtt will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreu't. Denn einmal führst du doch die Frommen zur vol ligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem of fenbar, daß, GOtt, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plogen der ew'ge Nußen mich erfreu'n; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe seyn: der HErr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! ( 385.) CCCLXXXV. Nach der Melodie des 89. Lieds. Seele, sey zufrieden! was dir GOtt beschieden das ist alles gut: treib aus deinem Her zen Ungeduld und Schmerzen; fasse frischen Muth! ist die Noth dein täglich Brod? mußt du weinen mehr als Lachen? GOtt wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Ge It s drån. 666 3w.Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, drange was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben; sey drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für; drohen der Verfolger Rachen; GOtt wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe; fällt der Men. schen Liebe immer mehr dabin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: GOtt wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Gråmen kann von uns nichts nehmen; macht nur grössern Schmerz: wer sich widerseßzet, wird nur mehr verleßzet: drum Geduld mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen; GOtt wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heissen, muß sich auch befleiffen alles auszustehn: mag ben Ungewit tern Erd' und Himmel zittern, ja zu Grun de gehn; der steht vest den GOtt nicht läßt: drum laß alle Wetter krachen: GOtt wirds doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt: fröhlich ausgebal ten, und GOtt lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! für und der Ergebung in seinen Willen. 667 für, alles Unglück zu verlachen: GOtt wirds doch wohl machen! ( 386.) CCCLXXXVI. Der 1. Psalm. Flach der Melodie des 82. Lieds. HErr! dir trau ich; auf der Erde weiß ich keinen Freund als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daber zu meinem Heile, fen mir, wann das Unglück draut, Fels und Burg und Sicherheit! 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine veste fichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich aufgenommen hat. Eile, deines Na mens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Neß entzwey! steh mir, meine Stärke, bey! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren wie ein Pfand. Du beschirmst mich, GOtt der Treue, und ich hasse, HErr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. 4. Dir vertrauet mein Gemütbe, fröhlich fing ich und entzückt jauchz' ich über deine Gu te, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn al. 668 3w.Th. XXVIII. Von dem Vertrauen aufGOtt, alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde Hassen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliebst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich giebst; daß für meine müden Füsse, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum erschafft! 101 6 Preis sen deiner Huld und Liebe, die in einer vesten Stadt, damit ich beschirmet blie be, treu sich mir bewiesen hat! angstvoll nannt ich mich verstossen und dein Auge mir ver schlossen, doch, als meine Stimme schrie, und dir rief, vernahmst du sie. 7. Liebt den HErrn, ihr seine Kinder! die ihm trau'n, bewahret GOtt, schrecklich rächt er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Keinem, der ihn liebt, wirds fehlen, darum stärket eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! ( 387.) CCCLXXXVII, Aus dem 27. Psalm. Flach der Melodie des 119. Lieds. Der HErr ist meines Lebens Kraft. Sol mir vor Unglück grauen? Er ists, der Rath und und der Ergebung in seinen Willen. 669 und Hülfe schafft. Ihm foll mein Herz vertrauen. Er schüßt mich. Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troß, nichts schreckt mich mehr, hab' ich ihn nur zum Freunde. 2. Empóre dich, ohnmächt'ge Welt; mein Geist wird nicht erschrecken. GOtt wird, in seinem heil'gen Zelt, zur bösen Zeit, mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Bater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot dir vor: ihr sollt mein Untliß fit. chen. Ich eile, HErr, getrost zu dir. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sey mein Theil; und beß're, die mich hassen. HErr! nimm du mich zu Gna. den an, und lehre mich auf richt'ger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergieb mich nicht, die mich voll Frevel schmähen: so werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens ſehen. Sey froß! harr unverzagt des HErrn, mein Herz Denn er, der HErr, hilft gern. Er ist der Arm des Schwachen. ( 388.) 670 3w.Th. XXVIII. Von dem Vertrauen auf Gott, ( 388) CCCLXXXVIII. Flach der Melodie des 8. Lieds. Es hilft uns unser GOtt, er höret unser Flehen; wir dürfen stets getroft zu seinem Throne gehen; wann wir in Demuth ihm nur klagen unsre Noth; so werden wir er hört, so hilft uns unser GOtt. 2. Es hilft uns unser GOtt, der alles weiß und siehet; dem auch das innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlichs Flehn, das hat der Höch ste schon von Ewigkeit gesehn. 3. Es hilft uns unser GOtt der alles wohl vollführet; und auf das weiseste zu aller Zeit regieret; fein herrlicher Berstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut, oder schädlich seyn. 4. Es hilft uns unser GOtt, der alle Macht befißet, bem nichts unmöglich ist; wohl uns, daß er uns schüßet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherley; getroft und unverzagt! die Allmacht steht uns bey. 5. Es hilft uns unser GOtt, den unser Jam mer kränket; der sein erbarmend Herz auf unfre Bitte lenket; der aller Güte voll; die Liebe selber ist; und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. ( 389) und der Ergebung in seinen Willen. CCCLXXXIX. 671 ( 389.) Nach der Melodie des 301. Zieds. Was hilfts, daß ich mich quäle? Was krånFet mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! GOtt machet alles wohl: er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Bergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen sinnen, wir dirs noch gehen mag. Ben GOtt bestehts allein: laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dirs wird müßlich seyn 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanken liegt, das wirf in seinen Schooß; vertrau auf seine Güte, und mach dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 4. Er wird mich wohlversorgen, und besser als man denkt. Wer weiß wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoffnung blickt? ein Herz, das ihm vertrauet, und glaubig auf ihn bauet, wird doch zulegt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedachten, wie treulich er es mennt! er sorgt für die Gerechten, und blei 672 3w. b. XXVIII. Von dem Vertrauen auf GOtt, bleibet stets ihr Freund. Siehts gleich gefähr. lich aus: kann er sie doch nicht hassen, noch in der Unruh lassen: er reißt sie endlich draus. 6. So fall ich denn mit Freuden in GOttes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auch ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und seelig seyn. CCCXC. ( 390.) Nach der Melodie des 16. Lieds. □ HErr, mein GOtt, durch den ich bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heil'gen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude seyn! 2. Du, du regier'st, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, HErr, erbarmst dich aller dei ner Werke! was zog ich denn noch einen Au genblick? Du bist mein GOtt! dein Wille ist mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschie. den. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogft mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seeligkeit. 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gieb mir zufriedne Tage. 21 Tein und der Ergebung in seinen Willen. lein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 22on 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freu den; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine eigne Schuld; so zag' ich nicht. Du giebst dabey Geduld. 1.6. Soll ich ein Glück, das du mir gabft, verlieren, und willst du, GOtt, mich rauhe We. ge führen; so wirst du, denn du hörst mein Findlich Flehu, mir dennoch bald und machtig Hülf' ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen ster. ben. HErr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein wie kann der Tod mir alsdann schrecklich seyn? ( 391) CCCXCL Nach der Melodie des 54. Liebs. Was grämst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich GOtt! der wirds wohl fügen: er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was nur ge schieht, ist sein Geheiß: wer kann doch seinen Uu sil 674 3went. Th. XXVIII. Vond. Vertrauen auf Gott, Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum noch Tod, kein hohes, tiefes, keine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade GOttes wird bestehn; sein Bund wird nimmermehr vergehn: auf JEsu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschen. Find betrügt; so denke doch, daß GOtt nicht lugt, der sich durch einen Eyd verpflichtet. 4. Wohl dem, der in dem Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den groß sen HErrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu, sich erfreut, wenn auch der Nächste sich be Febret! Wohl dir, o Christ, du hast es gut! wer GOtt ergeben, willig thut, was Glaub' und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid, weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen.d 6. Nun denn! ist dir der Weg bewust, so hab' am HErren deine Lust: du magst dich ihm wohl frey ergeben. Sen gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Vorschmack, jenes Freudenleben. ( 392.) und der Ergebung in seinen Willen. 675 ( 392) CCCXCII mand Der 91. Pfalm. hing tach der Melodie des 220. Liebs. Wer unter GOttes Schatten ruht, den mag kein Feind bezwingen. Er kann, bey seiner Allmacht Hut, mit frohem Muthe fingen: o HErr, durch den ich immerfort vollkommen überwinde, du bist mein Heiland und mein Hort, auf welchen ich mich gründe. 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke; und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Troß mit deinem Wort den stärksten Feindesschaaren: denn mich bedeckt an jedent Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Grau'n der Nacht besiegen. Mir drohn die Pfeil und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödtent Fönnen. in 340 4. Wenn mir zur Linken tausend, auch noch mehr zur Rechten sterben; so wird ihr gifterfüllter Hauch mich dennoch nicht verderben Ich seh nur, wie die Sünder mir zur Lehre. Uu a Die 676 3weyt.Th. XXVIH. Von d. Vertrauen auf Gott, dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich bussen. 5. Ich fliehe dir alleine zu, wenn alle Teufel toben; so bin ich in getroster Ruh, o Höch ster, aufgehoben. So darf kein Lebel und Fein Neid mich jemals überziehen; und alle Plagen müssen weit von meiner Hütten flie ben. 11910 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu mei nen beyden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tra gen mich; sie stehn mir bey, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sey, wohin ich mich nur wende. 7. Auch Löwen tret' ich unter mich auf mei. nen sichern Pfaden; zertret'ne Nattern Frümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt' er mich furchtsam machen? Onein, ich tret' ihn in den Staub, tret' auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleb, dein kraf tigs Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilfst mir triumphiren; und wirst mir, bin ich einsten satt des Lebens und der Ehren, wie mir dein Wort verheissen hat, die Seeligkeit beschehren. ( 393) und der Ergebung in seinen Willen. ( 393) CCCXCIII. Aus dem 146. Pfalm. Flach der Melodie des 32. Lieds. Auf, mein Geist dem HErrn zu singen, der uns alles Gutes giebt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung ste. het vest. OND SLET 193 677 2. Menschen, ruft die Menschenkinder nicht um Hilf und Beystand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3.D so lehnt euch nicht auf Stüßen, die der Tod so bald zerbricht: GOtt allein kann euch beschüßzen; er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut! 4. Unsers GOttes Macht und Güte wäh ret bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemü the ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nür sein Angesicht; er verläßt die Seinen nicht. Poku 161 omsm tuss ( 394) CCCXCIV. Flach der Melodie des 48. Liebs. T Was soll ich ängstlich klagen, und in der Uu 3 Noth dop 78 3went.Th. XXVIII. Vond. Vertrauen auf Gott, Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! The s 2. Was müßt es, heidnisch sorgen, und je den neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? du, Bater meiner Tage! weißt, eh ich dirs noch sage, mein Leid und auch mein Wohler gehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, HErr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Ba ter, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich qualet, befiehl dem HErrn und glaube mur! HErr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf ich auf dich, den Treuen, du weißt den zu er freuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dir's, dem HErrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfst, du fegneft gern. monti( ispra 1107 7. Der und der Ergebung in seinen Willen. 679 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt! du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgenreizt, und kränkt. 8. Du führest, HErr, die Deinen nie so, wie sie es meynen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That.m 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten; du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bey der Frommen Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnem Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. den 200 ( 395) PCCCXCV. Nach der Melodie des 56. Lieds. Von Gott will ich nicht laſſen; mein GOtt kam mir zuvor, da, auf unsichern Strassen ich irrend mich verlohr. Wie hilfreich fand ich ihn! am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl U# 4 Th 682 3went. Th. XXVill. Vond. Vertrauen auf Gott, der ihm nur vestiglich vertraut, und glaubt: GOtt sorgt für mich. 4. GOtt sorgt für mich bey theuren Zeiten: auch in der größten Hungersnoth kann er mir einen Tisch bereiten; nie fehlet mir mein tåg lich Brodt. Fsts gleich nicht viel, doch danke ich; er segnet es, und sorgt für mich. 5. GOtt forgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinen Trost erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrint. Geht es den Meinen küm merlich, und mir auch selbst; GÖtt forgt für mich. nisi ui 6.GOtt forgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn GOtt gleich die Seinen schlägt; so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich de vim a, ja ser 17.GOtt sorgt für mich in meinem Alter: da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: GOtt sorgt für mich. and 8. GOtt forgt für mich auch in dem Ster beig der Tod ist mir ein süsser Schlaf. In Chri in und der Ergebung in seinen Willen, 683 Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimme er meinen Geist zu sich in seine Ruh: GOtt sorgt für mich. lond 19. GOtt forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh: und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu; und Leib und Seel verein'gen fich, und singen froh: GOtt forgt für mich. ( 397) ECCXCVII. Aus dem 77. Pfalm. bi hoc Sei Nach der Melodie des 201. Lieds. 305 916 19 Meine Stimme ruft zür Höhe, wo mein Retter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, GOtt, zu dir und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, HErr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geist, fühllos Troft zu fassen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, GOtt, an dich, sonst mein Leben, schreckte mich! meiner Seele Selbstgespräche stürzten fie in größre Schwäche. Und die Augen hiel test du, daß sie wachten ohne Ruh! mile 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen; mir gebrach auch Kraft zur Flagen Endlich lenkt Staring at Nigh 684 3went.Th. XXVIII. Von d. Vertrauen auf Gott, ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhun derte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 4. Kann GOtt ewig mich verstossen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthat'ge Lauf seiner Güte gänzlich auf? iſt, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid GOtt ver gißt; daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, GOttes Rechte wird's entſcheiden! schau, mein an, vor Alters getban! ja, ich denk an deine Werke, die Be weise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. n.100 6. Heilig sind, GOtt, deine Wege! wer ist, der sie tadeln moge? wer ist groß, wie unser GOtt, wie Jehovah Zebaoth? Er mur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern feine Starke. Machtig machte seine Treu Ja cobs, Josephs Kinder frey.id 7. Als du wider ihre Hasser anzogst, sahn dich, GOtt, die Wasser; ängstlich fahn die Wasser dich, und die Tief entsetzte sich. Dicke, volle Wolken gossen Fluthen, und die Don ner schossen deine Flammenpfeil' umher, und dein Himmel zürnte sehr! 8. und der Ergebung in seinen Willen. 685 8. Um und um aus deinem Siße brüllten Donner, strahlten Bliße furchtbar, und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Don ner Stimme tief der Erde Innerm kund; und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mosis, Arons, deiner Knechte, dein Volk, Fraels Geschlechte, einer Heerde Schaafe gleich, hin in dein verheißnes Reich! # 680510DT ben en XXIX. Vom Gebåt. ( 398.) CCCXCVIII. d Lione 1927ach der Melodie des 72. Liedo. 22 Dein Heil, mein Geiſt, nicht zu verscherzen; sey wach und nüchtern zum Gebät. Ein kind. lich Flehn aus reinem Herzen bat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in De muth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem HErrn. 10pm 26 tid gidupie 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebät vor GOtt zu stehn! du, HErr des Himmels und der Erden, brauchst freylich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sor REJ 686 3 weyth. XXIX. Vom Gebät. Sorge, die uns plagt, auch eh' noch unser Herz dir's klagt som 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu båten schämet, der schämt sich, GOtt, dein Freund zu seyn, und stößt das angebotne Glück, muthwillig selbst von sich zurück. 4. Sein Heil von dir, o GOtt, begehren, ist warlich keine schwere Pflicht. Des Her zens Wünsche dir erklären, wie stärkt das unfre Seele nicht zu dem Vertrau'n, daß du uns liebst, und uns gern, was uns müßet, giebst! VOX003 ( 208) 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn? was mehr in Leidensstunden stårken, als wenn wir fle. hend auf dich sehn? o Bater, unsre Seelen rub nimmt durch Gebät beständig zu. 6. Dein Wort ist immer Ja und Amen. Wer glaubig bittet, der empfäßt. Drum laß aud, mich, in JEfu Namen, oft vor dich kommen mit Gebät. Nie sen mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten hast. Sad ( 399 3went. Th. XXIX. Vom Gebät.£ 687 ( 399.) CCCXCIX.019 B Nach der Melodie des 72. Lieds, in Polud dług Komm båtend oft und mit Bergnügen, mein Geist, vor GOttes Angesicht! nie müsse Tragheit dich besiegen im Abtrag dieser seel gen Pflicht. Dübe sie, zu GÖttes Preis und deinem Heil, mit treuem Fleiß.inc omz 2. Bit oft, doch mit aufricht'ger Seelen. GOtt sieht aufs Herz; GOtt ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern das Herz dich båten heißt. Der Glaub' an GOtt und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret GOtt. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret GOtt. Wer schnell die Treu, die er GOtt schwur, vergißt, der spottet seiner mur. 4. Båt oft zu GOtt, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater ist: Bat oft zu Gott, und fühl im Leiden', wie göttlich er das Leid verfüßt. GOtt hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er giebt den Müden Trost und Kraft. otor Båt oft, und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den 688 3went. Th. XXIX. Vom Gebät. den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich liebreich mit Ge duld; erkenn' und preise seine Huld. # 6. Båt oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit sei nem theuren Blute die Sünderwelt vom Fluch befrent; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu spó 7. Båt oft, GOtt wohnt an jeder Ståtte; in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen båte, so find ich eh'r bey GOtt Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sen gewiß, daß GOtt ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich GOtt anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war dein Heiland nicht in Uebung dieser feel'gen Pflicht! 15:10:13) 9. Båt oft zu GOtt für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist aud dein Feind. Solch Bitten, das aus Lieb fließt, ehrt GOtt, der selbst die Liebe ist. 10. Båt oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb un Eifer nicht erkalten, und reich an guten Ber Fel 3went. Th. XXIX. Vom Gebät. 689 ken seyn. Denn Muth und Kraft, und See lenruh sagst du, GOtt, dem, der bittet, zu. 11. Dieß reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch mei ne Fehler bey dem Båten wollst du, mein Va ter übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach unterstüßt. ( 400.) CCCC. Flach der Melodie des 234. Lieds. Von dir kommt jede gute Gabe; nur dit, mein GOtt, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahrett Wohl erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut! 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie deitt Segen, HErr, nicht krönt. Was ich auch noch so angstlich fliehe, wird doch von mir nicht ab. gelehnt, wenn vor den Uebel das mich schreckt, dein mächt'ger Schuh mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o GOtt, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer See. le Schmerz, und öfnet deinem Trost das Herz 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? XF dir 690 3weyt. Th. XXIX. Vom Gebät. dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seeligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. 5. Du hörst es, GOtt, mit Bohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und hörest den, der dich, GOtt, hört. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, giebst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebåt mich kindlich nahn. Nimm, Va ter, nimm in deinem Sohne der Andacht D. pfer gnädig an. Dein Geist regiere meinen Geist, daß er dich, båtend, würdig preist. ( 401.) CCCCL Flach der Melodie des 320. Liebs. Jeft, meiner Seelen Retter! sey bey dein, und meinem GOtt, mein versöhnender Ver. treter: wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht, mit Gebät und Flehen, bringen? wenn mich nicht dein Blut beschüßt, wird mir kein Gebät gelingen, 3went. 5. XXIX. Nom Gebät. 699 2. GOttes Gnade, GOttes Gaben sind wohl unfres Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz be. gehrt, alles heisset uns zu GOtt mit gebeug tem Herzen treten; beydes Seel und Leibesnoth lehrt uns seufzen, flehn und båten. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir båten, GOtt schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise båten. JEsu! lehr uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren GOtt nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir båten, glaubig fehen. 4. HErr, wenn wir jetzt bäten wollen, wif fen wir gar oftmals nicht, was, und wie wir båten sollen. Doch du weißt, was uns gebricht! wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr können båten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seufzern noch vertreten. 5. Wirk' selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld versühnt, und GOtt will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Båter Wunsch erfüllen. 6. HErr, wenn mich nach Leib und Seele mancherley Bedürfniß drückt, und ichs bá X 2 tend Cten 692 3weyt. Th. XXIX. Vom Gebät. tend dir befehle, so laß mich, der Noth ent rückt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn GOtt erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken, ( 402.) CCCCII. Mach der Melodie des 9. Lieds. Wohl auf, mein Herz! wohl auf, ein Opfer GOtt zu bringen! laß Seufzer und Gebåt zu ihm gen Himmel dringen! weil GOtt dich båten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten kannst vor seinen Guadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu båten; dein Heiland ists, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum båten ein: drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret seyn. 3. Da siehst du GOttes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in JEsu Christi Namen! sprich: lieber Vater, hilf! ich bin dein Kind! sprich: Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht: du weißt, du willst, du kanst; thu, was dein Wort verspricht! ( 403) 3went. Th. XXIX. Vom Gebåt. CCCCIII. Flach der Melodie des 17. Lieds. Bater, allerhöchster GOtt! daß mir, wie einem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz, vor deinem Gnadenthron, in Einfalt auszuschüt ten; das machet dein geliebter Sohn: der heißt mich freudig bitten, und findlich zu dir nahen. ( 403.) 697 2.DLiebe! weil, an meiner statt, dein Sohn, für meine Sünden, gebüsset und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, HErr, zu dir getrost Erhörung hoffen; du seyst mein treuer Bater! 3.D angenehmer Baternabm! jeßt komm ich armer Sünder, der sonst voll Zweifel zu dir kam, getrost, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Fleben rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland giebest, mit ihm mir alles schenken. 4. Dvester Grund der Freudigkeit! in mei. nen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das JEsus schenkt, zu statten. Er ſpricht: ich båte selbst mit dir; mein Geist foll € 13 dich 694 3weyt. Th. XXIX. Vom Gebåt. dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Båten, Gewicht und Nachdruck geben. So fasse dich, mein blöder Geist! ich hab', in JEfu Wunden, zu GOtt, der mun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin, durch des Himmels Pforte: ihm lall' ich: Abba, Vater! nach: er lernet mich die Worte; er Heiligt die Gedanken. 6 D reicher Trost! GOtt kann und will mein Antlifs nicht beschämen. Ich darf aus JEfu Gnadenfüll' im Glauben alles nehmen. Mein frohes Båten früßzet sich auf drey sehr veste Gründe der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. ( 404) CCCCIV. Flach der Melodie des 119. Lieds. GOtt, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu båten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad' und des Gebätes. 2. Der nehm' sich unsrer Schwachheit an, uns kräftig zu vertreten, so oft wir deinen Throu 3went. Th. XXIX. Vom Gebåt: 695 Thron uns nahn, zu danken und zu båten; und unser Flehn zu dir, o HErr, sey nie ein fro stiges Geplerr; es sey ein Flehn des Herzens. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Båten und im Singen: und thu uns auch die Lippen auf ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz Gefallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht, und nicht bloß unsre Lippen. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns glaubig richten, mit Andacht båten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht; so zwei feln wir in Christo nicht die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Båten dir vorschreiben, anhalten ohne Un terlaß, ben dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf un fer Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Gut laß einzig uns vertrauen. Und find wir auch nicht dessen werth; so sen doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 7. Du, Vater! weist, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Berborgen ist dir gleich. falls nicht, wenn wir in Röthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind ge€ 4 wiß, The 696 Zweyt. Th. XXIX. Vom Gebåt. wiß, daß uns nicht kann dein Baterherz ver laffen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in JEfu Christ empfangen; der Gnadenstuhl ist da be. reit, die Hülfe zu erlangen. Laß beilge Hånd uns immer hier aurheben, Bater und zu dir in wahrer Inbrunst schreyen. 9. Dein Nam', o GOtt, geheiligt werd, dein Reich laß uns erfreuen; dein Will' gescheh auch hier auf Erd; gieb Frieden, Brod, Gedenen all' unfre Sünden uns verzeih', steh uns in der Versuchung bey, erlöß uns von dem Bösen. 10. Dieß alles, Bater, werde wahr, du wol. lest es erfüllen! erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dem, o HErr! ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. ( 405) CCCCV. Nach der Melodie des 215. Lieds. Mit Seufzen Flag ich dir, mein GOtt! gern wollt ich eifrig båten, und, drückt mich mei ner Sünde Noth, voll Glauben zu dir treten: gern bråcht ich, lieber Bater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. 2. Allein mein Herz, ach GOtt und HErr! Fann Zweyt. Th. XXIX. Vom Gebät. 697 kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer bleibt es am Eiteln kle ben. Tråg ist oft, leider! Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt samt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Båten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt fie, zu meiner Krankung, mir viel Eitles ins Gemüte. 167 4. Dieß, HErr, mein GOtt, dieß Frånkt mich sehr, und ich denk oft mit Schmerzen als wär dein guter Geist nicht mehr in mei nem trågen Herzen, das dich so oft beleidigt hat; weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. ( odtwe 5. Ach, lender! Bater, hab ich dich nicht alles zeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, GOtt, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachläßigkeit und alle Tragheit meiden. O mache du mein Herz be reit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerich tet seyn. Gieb du mir Kraft und Stärke. * 5 698 3went. Th. XXIX. Vom Gebät. 7. GOtt, laß den Eifer des Gebåts ja nie in mir erkalten! der Andacht Feuer wollst dit stets durch deine Kraft erhalten. Den Hin dernissen wehre du, und setze meine Seel' in Ruh, sich frey empor zu fówingen.n ( 406.) XXX. Allgemeine Gebåtlieder. II RCCCCVI T!! Das Gebät des HErrn: Nach der Melodie des 120. Lieds. Vater! groß im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lie ben Sohn auf sein Geheiß, vor deinem Thron: faut singet vor dir unser Mund; Hilf, daß es geb' von Herzensgrund. 12. Dein Rame müß uns heilig seyn; erhalte Dein Wort bey uns rein, damit, wie du selbst Heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Be wahr, was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 15p 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit dei nem Geiste bey; mach uns von fremder Knechtschaft frey; zerbrich des Satans Macht und But; nimm deine Kirch' in deine Hut. 4. Dein Will' gescheh auf Erden schon: wie er geschieht vor deinem Thron. Mach uns, 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebätlieder. 699 o GOtt, in Freud und Leid, zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehre allem Fleisch und Blut, das wieder deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brodt; du kennst am besten unsre Noth. Hilf uns! ent ferne Krieg und Streit, Pest, Seuche, Dürr und theure Zeit. Laß bey uns Heil und Fries de blühn, und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Vergieb uns gnädig unfre Schuld; und trage, HErr, mit uns Geduld. Durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern; und sollten wir nicht gern ver. zeihn, um deiner Huld uns zu erfreun! 7. Führ uns nicht in Versuchung. Sen HErr, unfer Schild, und steh uns bey, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir wiederstand: laß uns zuletzt als Sie ger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach uns von allem Ulebel los. Ach, unfre Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; verleih uns einen feel' gen Tod. HErr, ende glücklich unsern Lauf; nimm uns in deinen Himmel auf. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns HErr, es ist dein Ruhm: 700 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebätlieder. Ruhm: im Namen JEsu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 10. So sey es! Amen! HErr erhör. Starf unfern Glauben immermehr; und unser Flehn ist Zuversicht: wir bitten dich und zweiflen nicht. So singt das Amen unser Mund, und es erschallt aus Herzensgrund. ( 407.) CCCCVII, Der 86. Pfalm. Flach der Melodie des 201. Lieds. HErr, erbore meine Klagen! schaue her auf meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Rette deines Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach mit leucht' ein Strahl des Lichts deines Baterai gesichts. *** 2. Zu dir ruf ich alle Tage: HErr, sey gnd dig meiner Klage! schenke neue Freude mir; denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gu tig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohl gefallen; ach vernimm auch mein Gebät. höre, wie mein Herz dir fleht! 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir mein GOtt! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du al lein 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. 701 lein bist mein Erretter; HErr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. HErr, es werden alle Heyden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weyhn. Dir ist niemand zu vergleichen; du bist groß, und du thust Zeichen; du bist GOtt und kei ner mehr; dir gebühret Preis und Ehr! 5. Lehre, HErr, mich deine Wege, daß ich richtig wandeln möge; laß zu deiner Furcht allein alles in mir einig seyn! ewig dankt dir mein Gemüthe; herzlich rühm ich deine Gü te, die mich hold aus Finsterniß, aus dens tiefsten Grabe riß. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyran nen; meinem Leben drohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht! aber du bist ganz Erbarmen, ein Berschoner, mild dem Armen, treu den Frommen, voll Geduld groß durch Wahrheit und durch Huld! 7. Wende dich zu deinem Knechte deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sen ihm gnådig, GOtt, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgiebst! ( 408) 702 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. ( 408.) CCCCVIII Flach der Melodie des 119. Lieds. Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du kronst uns mit Barm herzigkeit, und eilft uns beyzustehen. HErr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir båten. 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß und Schä ke dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, GOtt, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlie. ren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und from mer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, HErr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit, vor dir im Tode finden. ( 409) 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. os ( 409.) ССССІХ. Fach der Melodie des 13. Lieds. So komme vor dein Angesicht; verwirf, o GOtt, mein Flehen nicht: vergieb mir alle meine Schuld, du GOtt der Gnade und Ge dult! 2. Schaff' du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Schrierz, voll Dank und Demuth, sich ergiebt, dich fürch. tet und inbrünstig liebt. 3. Sey mein Beschüßzer in Gefahr. Ich hars re deiner immerdar. Ist wohl ein Ulebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? -4. Ich bin ja, HErr in deiner Hand. Von dir empfieng ich den Verstand. Erhalt' ihn mir, o HErr, mein Hort, und stårk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Lie be thätig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in allen meinere Pflichten sey. 7. Be wept. Th. XXX. Allgemeine Gebätlieder. Jekämpf' ich gleich, aus eigner Kraft zu schwah, HErr, meine Leidenschaft: so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg er langen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, HErr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil; zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, fo laß mich máßig im Genuß, und, dürft'ge Brüder zu erfreu'n, mich einen frohen Geber feyn. 10. Gieb mir Gesundheit, und verleiß' daß ich sie nüß, und dankbar sey, und nie, aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieb. II. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meynt, mit mit in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost, und Beyspiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein lang'res Ziel, und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht. Verlaß mich auch im Alter nicht. fo 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n: nimm dich meiner herzlich an, und sey, durc Christum deinen Sohn, mein Schirm, meit Schild und grosser Lohn. ( 410) 3went. 6. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. 705 ( 410.) CCCCX. Flach der Melodie des 234. Liede, 3 FOCL HIS TEAM in joni Wer kann, Gott, je was gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat? du bist der Geber aller Gaben, und immer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebät und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehnt. 2. Drum komm ich auch mit meinem Båtent, oGOtt, vor deinen heil'gen Thron. Wie freu dig kann ich vor dir treten! denn mich vertritt bey dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuver sicht: mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 113. So gieb mir denn, nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur kannſt meineu Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glauben; loß meine Liebe brünstig seyn. Will etwas mir dieß Kleinod rauben, so schränke die Versu chung ein, und stärke mich mit beil'gen Muth; so sieg ich über Fleisch und Blut 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets beslissen, das sich vor deinem Auge scheut. Vy Und 706 gwent. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. Und fehl ich, GOtt, so strafe mich, zu meiner Beß'rung, våterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Bater, deiner nie vergißt; ein Herz, das un ter Noth und Plagen vor dir still und dennithig ist; ein Herz, voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir.des ning 7. Das andre alles wird sich fügen. Du weist am besten was mir müßt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mach. tig unterstüßt. Zufrieden, Bater, folg ich dir. Bevest'ge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben; und kommt dereinst mein Sterbetag, fo sey mein Hingang aus der Zeit ein Eingang in die Herrlichkeit. ( 411) CCCCXI. Nach der Melodie des 8. Lieds. D GOtt, du frommer GOtt, du Brunt quell aller Gaben, ohn den nichts ist, was if, von dem wir alles haben! gefunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in mei nem 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. 707 nem Stande führet: gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn, nach meiner Pflicht, ich reden soll und muß: so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Berdruß. de los 4. Find't sich Gefährlichkeit: so laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen: gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und zur Versöhn lichkeit bereit sey, als dein Kind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück: fo gieb auch dieß dabey, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sen. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höber bringen, und unter mancher Last hindurch ins Alter dringen: so gieb Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, HErr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, HErr, ruhe fanit Yy 2 in 703 3 weyt. Th. XXX, Allgemeine Gebärſteder. in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt ins Leben ruft. ( 412.) CCCCXII Nach der Melodie des 29. Lieds. Liebster JEfn! Gnadensonne, meines Her zens Zuversicht, meine Freude, meine Won ne! ich komm' vor dein Angesicht; ob ich schon ein Sünder bin, werf ich doch den Much nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstossen werde. 2. HErr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel guts ge than. Wollte ich von Jugend auf, durch den ganzen Lebenslauf alle deine Wohlthat zahlen, würden Zeit und Worte fehlen. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Tren! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heiland! ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß diefelbe bey mir stehn, wenn ich aus und ein 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebälieder. 709 ein muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache, und in jeder guten Sache. 15. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täglich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preißt: es ist dein und nicht mein Werk, drum verleih' mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunft zu sehen. 6. Treuer GOtt! du wirst mich lehren, wie ich klüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sey; höre mich, und steh mir bey, daß der Feind, durch List und Tücke, mir nicht dieses Ziel verrücke. 17. Hilf mir meine Noth und Plagen, meines Amtes Bürd und Last, und sonst alles freu dig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Gefährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid; laß mein Herz sich ja nicht qualen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen; dir sey alles heimgestellt; HErr! du wirst es also machen, wie es deinem Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und Noth herein, scheinet es gar aus zu seyn; laß mich ruhn in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. 9. Muß ich auch Berspottung hören, werd બીજી Y1 3 ich 710 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebätlieder. ich hier und da verlacht, laß dieß meine Ruh nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht; wohl! mach immer, was du willt, GOtt it mir doch Sonn' und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. tom! 07 10. Soll ich hier noch langer leben, nehm ichs gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, HErr! mach mich dir getren, gieb gefunden Leib dabey, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. II. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seeligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Laur, meinen Geist dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, JEsus kommt, und weckt euch wieder. Jol sila n ( 413) CCCCXIII, J ch weiß es, GOtt! mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn; von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Hoch 3 weyt. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieber. 711 Höchster ohne dich, nicht regen noch bewe- gen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es al. lein, wenn unser Rath gedeyet. et 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth, dieß nacht mein Glück, dießlist mir gut; und ist doch weit gefehlet! oft sieht er auch für schädlich an, was GOtt zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zum Stande. Er meynt, er bau' ein vestes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist, in seinem Sinn, schon über alle Berge hin, und wenn er um sich sie. het, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemühet. 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gesetzt, und fürchterlich aus schwarzen Wol Een blißest, schrey ich im Staub; hör von dem Thron, wo du, Weltherrscher, sisest: 7. Verleihe mir, o GOtt, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senEet. Wo kommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir GOtt nicht schenket? Y1 4 8. 712 3wen Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. 8. Erleuchte mich von deiner Höh: gieb Weisheit, daß ich nie besteh' auf meinem eig nen Willen. Hilf mir, mein GOtt, mit Rath und That das, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und, was gut, be halten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zweck, mein GOtt, das beste Theil, sey auch mein Theil auf Erden. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall' auch mir: ist etwas dir entgegen; so laß dafür auch deinen Knecht den größten Abschen begen. ne sto four II. Ein Werk von dir, begleite Glück. Its nicht von dir, geh' es zurück, und andre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß wi derspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hin tertreiben; was GOtt thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir so gar unmöglich deucht. Die Wer Fe deiner Hande gelangen allzeit, weiser GOtt! zu einem guten Ende. 14. Zwar wird mir oft der Anfang schwer; hier braußt die Luft, dort tobt das Meer, zurücke möcht' ich treten; doch alle Schwierig feit 3wept. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. 713 keit und Noth, heißt mich nur brünst'ger båten. 15. Wer båtet, wirkt und GOtt vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen grant, zu ſei. nem Zwecke kommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er bat, mit Dornen angefüllt, nichts, das die Sinnen rühret. Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. 17. Du weist, mein GOtt, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dir's nicht, du stärkst die müde Seele. Gieb, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, HErr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. 12. CCCCXIV. ( 414) Nach des Von ganzer Seele preil ich dich, HErr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für, noch über mir dein göttlich Auge walten: 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh? wer giebt uns Kraft zur Pflicht? mur du schaffit Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeyn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. Yys 3. Du 714 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieder. 3. Du schufft und du regierst die Welt, nach deinem Rath, wie dir's gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sey auch mein Licht, und laß mich nicht, GOtt, deine Huld verscherzen 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht die Blind heit meiner Seele. Ach, GÖtt der Huld, ver gieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft: bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen 6. HErr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich, beym Segen, den sie giebt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Krenz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine Lebenszeit, nur die mit ganzem Ernst geweyht, in deiner Furcht vollbringe; bis ich einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre singe! ( 415.) CCCCXV. VI erleih' uns Frieden gnädiglich, HErr GOtt zu unsern Zeiten: es ist doch ja kein DOVE all 3went. Th. XXX. Allgemeine Gebåtlieber. 715 GEETHEZ ander nicht, der für uns könnte strei ten, dann du unser GOtt alleine. 2. Gieb Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen; daß wir gottseelig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhig's Leben führ'n. Amen. miss me Besondere Gebåtlicder. In geistlichen Anfechtungen. CCCCXVI ( 416.) bibin 1012 Flach der Melodie des 33. Liebs. Du bist ja, JEsu! meine Freude! warum ist dann mein Geist betrübt? kann dann die Freud auch bey dem Leide seyn, in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein JEsu! deine Liebe füllt meinen Geist mit Freude an, daß, wenn ich mich darinnen übe, sie keine Zung aussprechen kann. 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böses Fleisch und Blut, und noch der Geist darwider kämpfet, wird oft dadurch gekränkt der Muth: drum leg' ich mich vor dir mit Flehen, ach stärke mich in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög überwinden weit. I 30.01 103. Du 716 3went. Th, XXX. Besondere Gebåtlieder. 3. Du hast, o Held! ja überwunden, gieb mir auch Leberwindungskraft, und laß mich in den Kampfesstunden erfahren, was dein Leiden schaft, dadurch ich kann den Feind be fiegen, da Sünde, Teufel, Höll und Tod mun unter deinen Füssen liegen; so mach' sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau' allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt: daß nichts den Deinen schade, weil's nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja ange nommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da bin ich flehend zu dir kommen, hat mich Dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich dann nun an deinem Leibe ein Glied, wiewol unwürdig, bin; so gieb, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Li sre mich verfluchen: dein Leben laß mein Leben seyn, and bdo 6. Gieb, daß ich mich in dir erfreue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch da ben kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gieb, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe: da wird die Freude ewig seyn. 417. 3went. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. 717 ( 417) CCCCXVII uaal und Angst muß ich empfinden, ob BETEER ich GOttes Kind auch sey? denn der Kinds schaft Pflicht und Treu' brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider GOtt ver übt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Ich der GOtt mit mir gemacht. Ach! ich hab' ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten båten, fällt mir oft der Zweifel bey: ob ich GOttes Kind auch sey? 3. GOtt erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann mein Herz nun also ruhn: bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach die Sorge nimmt mich ein: wie kann GOtt dein Vater seyn! 4. Stürmen auf mich Trübfalswinde; wird mein Glaube vollends klein; und ich schliesse, mir zur Pein: GOtt verfährt mit seinens Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, war er nicht so hart gesinnt. 5. Drum 718 Swent. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. 5. Darum fleh ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht 6. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlohrnen Sohn, wieder frey vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen: darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. 7. Dein Kind fernerhin zu heissen bin ich freylich nicht mehr werth. Doch, da mig dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreissen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht: HErr, darum verstoß mich nicht! 8. HErr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst blicke du nun, nach deiner Vatertreue, den mit Gno denaugen an, für den JEsus gnug gethan. 9. Du solst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will id mich ganz verschreiben: HErr, dir leist ich Tren und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! ( 418.) CCCCXVIII. BHELLE H efreye meinen Geist, o GOtt von schno. den Sari@ a 3weyt.Ch. XXX. Besondere Gebåtlieder: 719 den Banden. Du siehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch it. Mach' des HE Versuchers List, durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beystand bist. Noch streit ich, schau berab, von deinem Gnadenthron! gieb mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. The 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich: Dank sey dir GOtt! du hast mich frey gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freyheit droht, mein GOtt, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf und Rath; doch durch dich bin ich stark; bey dir ist Rath und That. 3. Ach! ich solle' himmelwärts gleich Fühnen Adlern 720 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. Adlern fliegen: der Hang zum Jrrdischen. läßt mich noch nicht hinauf! du läßt, die auf dich sehn, stets neue Stärke kriegen: giebst den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, start nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. 4. O, dieser Leib des Tods beschwert die ar me Seele; der Sinnen Zauberkraft entrückt dem Geist sein Ziel, daß ich vom Sinnlichen gelenkt, des Wegs verfehle, der Vorurtheil Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu Ach siehe meinen Kampf nicht ohne Mitleid zu 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, es sey dir ge Flaget! noch lange nicht so sehr, als selbs mein Herz begehrt, das oft noch in die Welle verstohlne Blicke waget, und damit seine Ru und deine Liebe stört. Doch alles ausser di ist Eitelkeit und Pein. O, möcht' ich un gestört mit dir vereinigt seyn. 6. Der Umgang mit der Welt raubt meinen Blick den Himmel. Des Beyspiels Reis t stark, mein Widerstand oft schwach. ineide dann die Welt, und ihr verwirrt Ge tümmel, doch in der Wüste eilt mir mein Schwache nach! hier, wie in dem Gedräng Id medie mer Rwent. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. 728 merk ich, was Fleisch und Blut, wenn dit nicht ben mir bist, beym besten Vorsag thut. 7. Ich trau auf GOtt: was kann danit meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mit manchen Schrecken bey). Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geist nich frey. Ich seh' den stärksten Trost und merke seine Kraft, und seufze, daß keut Trost in meinem Herzen hafft. 8. Oft schleicht das Jch, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbewachte Herz volt neuem wieder ein, und störet meine Ruh durch seine niedre Triebe: mich dringet JEſit Lieb' und ich bin noch so klein. So wechselt stets ben mir das Licht mit Finsterniß Wennt kommst du, starker GOtt, und machst meint Herz gewiß! 9. Befreye mich, mein GOtt, von allen diesen Banden; du siehst, was meinen Geist int Fleisch gefangen hält. Ich hoff' auf dich, meint Heil, wie würd' ich denn zu Schanden int Streit mit Fleisch und Blut, mit Satan und der Welt! die Fessel, die mein Herz mit Freu den trägt und küßt, reicht deine Liebe mir, die unaussprechlich ist. to. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein 31 Knect 722 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freyer Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebesseilen binden! ich folge dir mit Lust auf der bestimmten Bahn. Befreye du mich nur von mir, und von der Welt, damit mein edler Geist sein Freyheitsrecht behält! ( 419.) In allgemeinen Nöthen und Landplagen. CCCCXIX, Der 85. Pfalm. Nach der Melodie des 8. Lieds. Wie gnädig warst du, GOtt, vor Alters deinem Lande! wie halfst du ihm! wie oft zerbrachst du Jacobs Bande! und schontest deines Volks mit väterlicher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld! 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen sei nen Flammen, so bald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen; die Menschen sündi. gen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und Heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser GOtt! laß wegen unsrer Sünden uns deine Nache nicht, HErr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach soll er ewig glüßn? und willst du deine Huld auf ewig unsientziehn? 4- Wenn kehrt zu uns zurück dein Trost, o Gott, 3went. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. 723 GOtt, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen! o laß uns leben, GOtt! laß uns dein Antlitz sehn; sey gnå> dig, hilf uns aus; hilf, ehe wir vergehn! 5. Jedoch! ich hör' uns schon den GOtt des Trostes trösten; Heil giebt er seinem Volk und Ruhe den Erlößten, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen from men Knechten; und GOttes Ehre wohnk im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn sich schwesterlich, Gerech tigkeit und Fried' umfahn und Füssen sich! 7. Der Glaube kommt zurück und blühe auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Luſt von ihrem Himmel nieder, und segnet GOttes Volk, das, seinem Dienst gewenbt, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 8. Der HErr begnadigt uns; das Land bringt seine Früchte, und seine Huld geht her vor seinem Angesichte, verbreitet Glück und Hell auf GOttes Eigenthum, und Ifrael frohlockt, und bringt ihm Preis und Rubm! Im 31 2 724 3wept. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. Im Kriege. ССССХХ. ( 420.) Nach der Melodie des 7. Lieds. Es zieht, o GOtt! ein Kriegeswetter jest über unser Haupt einher. Bist du, HErr, hier nicht unser Retter, so ists für unser Land zu schwer. Sieh! wie die Fürsten sich ent zweyn, und sich zu unterdrücken draun. 2. O laß mich hier allein, o Bater! auf dich und deine Vorsicht schaun; auf dich, den mách. tigsten Berather, und nicht auf Menschen Hülfe baun, die ohne dich uns gar nicht nüßt, die nur durch dich uns kräftig schützt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Sen böse, Bölker, rüstet euch! sey du für uns, so fehlt der Streich. 4. Die allerfeinsten Kriegeslisten vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, GOtt, zum Beschüßzer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein grosses Heer zur Flucht ge bracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget, woher die الأرض 3weyt. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 725 Hülfe kommen soll; je mehr Gefahr und Pla ge steiget, und alles an Verwirrung voll; je grösser mache mein Vertraun, o Gott, auf dich allein zu schaun. Der 6. Was hilft der Feinde grosse Menge? Was hilft, dem Riesen grosse Macht? Roß' und Wagen stark Gedränge ists nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kommt nur vom HErrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Bater der Barmherzigkeit! ind flehe voll Vertrau'n: erbarme dich über uns zur schwe. ren Zeit. Laß Gnade doch für Recht ergehn; fo bleiben wir noch aufrecht stehn. 8. Doch findet, HErr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut; wohlan, so schweig ich und bin stille bey dem, was deine Vorsicht thut. Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Baterschläge sind. 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, HErr, schretbe niemals dir was vor. So grob laß du mich nimmer fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weißheit thut, mir oft ein Räßel, ists doch gut. 10. Nicht grimmig sondern nur mit Maaßen, sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns 31 3 nicht 726 3went. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. nicht zerstören lassen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt seyn. 11. Zuletzt wird jeder sagen müssen: das hat GOtt, unser GOtt, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern End zweck leicht die Bahn! zuleßt errettet deine Hand, barmherz'ger GOtt! das Baterland. ( 421.) CCCCXXI Flach der Melodie des 215. Lieds. வக A GOTT! wir treten hier vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demithiglich, rett' uns durch deine Güte. Schau, wie die grosse Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben drånet. 2. Gedenke, Bater, jetzt nicht mehr, daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr die uns verlich'ne Gaben geschån det, und so lange Zeit zur Wollust, Pracht und Uleppigkeit undankbarlich mißbraucher. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Ge walt und List das Seine ihm entzogen! dar um ist nun dein Zorn entbrandt, die Sünde, die wir nicht erkannt wird öffentlich vergok teil. 4. Ver 3went. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. 727 4. Verzeih' uns solche Missethat um JEſu Christi willen! o, der für uns gelitten hat kann deinen Zorn nur stillen. Das Lamm, das unsre Sünde trägt, die du ihm selbst haft aufgelegt, hat sie ja, GOtt, versöhnet. 5. Um seinetwillen schone du; erhöre unfre Klagen. Verleih' uns wieder Fried und Ruh, und wehre allen Plagen. Erbarm, o HErr, erbarme dich, und rett' uns alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6.D GOtt! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken. Ach, laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernstlich denken! 7.D HErr! wir fallen dir zu Fuß, du wollest uns erhören: gieb, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil felbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. Breit' wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschüß' und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertren zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 31 4 9. Dieß 728 3wept. Th. XXX, Besondere Gebätsteder. 9. Dieß alles, Bater, werde wahr: du wol lest es erfüllen. Erbör' und hilf uns immer. dar um Jesu Christi willen! denn dein, o HErr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! ( 422.) CCCCXXII In Theurung. Flach der Melodie des 16. Lieds. Du reicher GOtt der Armen, du Schöpfer aller Welt; du Bater, voll Erbarmen, der emig Glauben hålt! weil du Gebåt erbörst, so kommt in seinen Nöthen, auch alles Fleis mit Båten zu dir, der du uns nährst. 2. HErr, unsre grosse Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: ein fruchtbar Erdreich soll, um seiner Bürger willen, nichts tragen, sie nicht füllen. Ach! unser Maaß ist voll, 3. Ach, unser boshaft Leben drückt uns mit Recht zwar hart: doch wollst du uns verge ben nach treuer Baterart. Die Sünde trägt zwar Frucht; doch diese Frucht bringt Scha den. Ach HErr, vergieb aus Gnaden dem, der dein Antlitz sucht. 4 Ertrag uns mit Erbarmen: wir tragen herz 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 729 herzlich Reu. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle fleben, nach der wir alle sehen: darum verlaß uns nicht. 5. GOtt, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf: thu deine milden Hände, den Schaß der Allmacht auf. Was nur ein Le. ben hat, nährst du mit Wohlgefallen: drum auf! und schaf' uns allen, bey unserm Mangel, Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sen. Sen jetzt auch, GOtt, Be rather, und hör' das Angstgeschren, da uns der Mangel qudlt. Ja hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; erseße, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen; bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand: ja, segne, was man pflügt und trank's mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum ver gnügt. 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit! laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeyen, am Abend sich er. freuen: mach fröhlich, was da lebt! 31 5 · ( 423) 730 3weyt. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. CCCCXXIII. ( 423.) In Seuchen. Nach der Melodie des 413. Lieds. No GOtt, du unser Lebenslicht, HErr unf re Burg und Zuversicht, du Trost und Heil der Armen! wir bitten dich demüthiglich, er. zeig' uns doch Erbarmen. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder manchen trifft; es fånget an zu wüten: drum flehen wir und schreyn zu dir, du wollest uns behüten. 3. Wir beben, HErr, bey deiner Stimm. Ach, straf uns nicht in deinem Grimm mit dieser bösen Seuche. Hilf uns, o GOtt, wend ab die Noth, daß sie uns nicht erreiche 4. Zwar könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Seuch' und Pest verheeren, und ganz und gar uns fünd'. ge Schaar in deinem Zorn verzehren. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach dei ner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebreicher GOtt, ach, Handle nicht, HErr Zebaoth, mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 7. Ach, 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 73* 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigkeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plößlich sterben. 8. Beschüß uns, HErr, mit deiner Hand; schüß' unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie, er.. füll uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir, voll Dankbarkeit, dich höchster Bater, jederzeit von Herzen ehren, preifen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. ( 424) CCCCXXIV. In besonders schmerzhaften, langwierigen Krankhei ten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. Flach der Melodie des 79. Lieds. Straf', o HErr! mich nicht im Grimme und bestimme über mich kein Nachgericht! rügemeiner Sünden Menge nicht mit Stren. ge, und verstoß mich Armen nicht! 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, fiech und mude macht es meine Missethat. 3. Meine Schuld, wie hoch sie steiget, drückt und beuger mich bis in den Abgrund fast. Stine 732 3wept. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. Stinkend entern mir die Wunden. Bange Stunden machen mich mir selbst zur Last. 4. D, wie trüber meine Tage manche Pla ge! krumm gebückt geh ich einher; schon ver. dorrt mein Eingeweide: Trost und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin; ich seh' kein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölket Auge bricht. 6.( Meine sonst geliebte Freunde fliehn als Feinde meine Quaal, und scheuen mich. Alle meine Anverwandten, und Bekannten, flie hen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergößet, stellen, mich zu fällen, Neße; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu krån ken, auf Betrug und auf Verrath. 8. Ich soll taub seyn und nicht hören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts sagen, wenn die gift'ge Zunge sticht. 6. Doch ich harre dein, du hörest und ge währest meine Bitte, HErr mein Gott! übergieb mich ihrer Rotte nicht zum Spotte: rette mich aus meiner Noth!) 10. Zwar verdien ich, daß die Freude von mir 3weyt. Th. XXX. Besondere Gebälieder. 733 mir scheide: ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. II. Doch schaut, groß von Gnad' und Treue, meine Reue! ich verdamme mich vor dir. Ach wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie scham' ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun! weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang' sollen sie mich schelten! fie vers gelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Boses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. 14 Doch will alle Welt zusammen mich ver. dammen; so verwirf nur du mich nicht. Bli cke, HErr, von deiner Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Herz zerbricht.) 15. Komme denn, erzeig' mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Benspiel zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, HErr mein GOtt! ( 425.) CCCCXXV. Auf der Reise. Flach der Melodie des 215. Lieds. In deinem Namen, o HErr Christ! will ich nun 734 3wept. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. nun weiter( zur Reise) gehen: du, der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite ste Hen. HErr! Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr' und Gut, und was du mir auf dieser Welt beschehret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen: auch werd ich in der Sterblichkeit nic völlig Ruh' erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter setzen muß, und hier kein Bleiben fin. det. 3. Doch hilft du, daß ich auch wie du, int allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh, das rechte Heimat, finde. Da sind dann Müh und Sorgen aus; da bin ich ei gentlich zu Haus'; die Unruh hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjeßt bey meinem Wallen. HErr! Hilf, und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit' mich allzeit auf rechter Bahn; und fang ich etwas gutes an, so führ es wohl zum Ende. s. Dir, HErr, ist mein Beruf bekannt; fordert diese Reise. O führe du mich ben der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dankes voll, für deine Führung loben. 6. Nur 3went. Th/ XXX. Besondere Gebåtlieder. 735 6. Nur bitt ich, o mein GOtt, verleih', daß ich behutsam wandle, und immerdar vor. sichtig sen, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gieb Nath, Berstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Lassen. 7. Nimm dich, o HErr, der Meinen an, die ich zurückgelassen. Du wollest sie, mehr als ich kann, mit freuer Huld umfassen. D, laß sie dir empfohlen seyn, und uns bald mit einander freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinen Weg sieht Jacob dort von Ens geln ganze Schaaren. Nun reis't er froh und muthig fort. Auch mich wird GOtt bewah. ren. O nimm mich HErr in deinen Schuß: und wessen List, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? 9. Nun, Bater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff' es, gnädiglich hier meine Wallfahrt enden. Dann laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Une ruh dieser Welt, dort ewig ben dir wohnen. ( 426.) In Donnerwettern. CCCCXXVI. Der 29. Psalm. Flach der Melodie des 45. Lieds. Bringt her, ihr Mächtigen der Erde, bringt her 736 3went. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. Her dem Herrscher Lob und macht! der Eb re seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! 2. Jm Heil'gen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan! mit hingeworf nen Leibern nieder, und båtet den Weltherr scher an! 3. Die Stimme GOttes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert lant, der GOtt der Ehre, auf grossen Waf fern donnert er. 4. GOtt spricht; voll Kraft ist seine Stim me; er spricht; so steht da, was er schafft GOtt spricht; und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme GOttes schilt die Cedern, schnell, wie der Strahl, zersplittern sie. Die Stimme GOttes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfen, wie die Kälber; stürmet daß der Libanus, daß der erhab'ne Hermon selber, wie ein jung Einhorn, hüpfen muß. 7. Gebirge stürzet sie zusammen; der Erd Freis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme hau't wie Flammen, sie hauet um sich, und zerstört. 8. Di 3weyt. th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 737 8. Die Stimme spricht; die Wüste zittert, weld Schrecken brauset durch sie hin! durch GOttes Stimme wird erschüttert die wune dervolle Wüste Sin. 9. Erschreckt von dieser macht'gen Stimme) gebähren Hindinnen zu früh. Und schnell entblöffet sie im Grimme die Wälder, und ents wurzelt fie. 10. GOtt spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach: und richtete der Erde die Sündfluth zu, zum Untergang; II. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seis nes Namens Ehr'entweyht. Da war er Koe nig, Richter, Rächer, und das ist GOtt von Ewigkeit 12. GOtt wird in aller Feinde Stürment den Kindern Jacobs Kraft verleihn, Er wird fie fegnen, sie beschirmen, um sie wird groffer Friede seyn. ( 427.) CCCCXXVII. Nach der Melodie des 9. Lieds. Höchster! dessen Kraft Luft, Meer und Erde tråget; der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget! ich lobe deine Güt'; ich preise deine Macht, auch da bey deinem Bliß der Donner schreckend kracht. Naa 2. Drauf 738 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 2. Draut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm emporter Winde Wüth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth: 3. So zittert, blißt und rauscht doch alles GOtt zu Ehren. Er lässet seine Stimm' im Donner prächtig hören; er zeiget feine Kraft und seine Lieb' es bricht selbst durch der Wol ken Nacht des Schöpfers Weisheit Licht. 4. GOtt führet våterlich zum Nußen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbethnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blißze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 5. O Weisheit sonder Ziel! o Allmacht son der gleichen! o wahrer Baterlieb' untrüglich, helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der GOttheit Huld verstehn! 6. Denn ob darüber gleich Luft, Meer und Erd' erschüttern; so darf ein frommes Herz doch darum nicht erzittern: schreckt dich des Schöpfers Macht; so denke doch dabey: daß er zu deinem Schuß nicht minder mächti fen. 7. Ge 3went.Th. XXX. Besondere Gebätlieder. 739 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blitz und Knal in lauter Alengsten schwebest. Sieh deinen starken GOtt doch nicht so machtlos an, daß er im Better dich nicht auch beschirmen kann. 8. Es wirket seine Macht ein ehrfurchtvol. les Grauen; doch auch nicht weniger ein kindliches Vertrauen. An uns liebt unser GOtt war Ehrerbietigkeit, doch mehr noch Zuver sicht ,. noch mehr Gelassenheit. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Scha den bringen; so suche, christlichstark, den Un muth zu bezwingen. Ohn' ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist al. les nüß' und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich bloß, o HErr, durch dich, zu dir erhöhet; so fleb ich inmiglich: gieb mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. II. So oft wir blißzen sehn, so oft wir don hern hören, laß uns, HErr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Gute schon den Bliß hervorgebracht; so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar Stad 2 uns 740 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. uns überführen, als wann wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen seyn. 13. Drum, HErr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dieß Gewitter doch den Unf'rigen nicht schaden. Gieb, daß der grause Sturm, gieb, daß der Schlossen Heer, uns weder Leib noch Gut entreisse, noch verſehr. 14. Ach laß in der Gefahr, bey Donner, Blik und Stürmen, uns deine Lieb' und Macht, o Bater, doch beschirmen! vor allem aber gieb, wenn die Gefahr vorbey, daß so für Schuß als Nuß dir jeder dankbar sey! ( 428.) CCCCXXVIII. Flach der Melodie des 42. Lieds. Des Donners schreckendes Gebrülle wird schwächer, und die Bliße fliehn: bald schmückt, bey angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dieß nicht deinen Dank? heischt dieß nicht einen Lobge sang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt und singt nur von dem HErrn verstand'ne Lieder. Ihr mun terer 3weyt. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 741 terer Gesang durchdringt der ungemeß'nen Lüfte Kreis, dem Segensgott zum Ruhm und Preis. 3. O Seele! preise den Erretter, der seine grosse Kraft bewies; den starken GOtt, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst des Blißes Strahlen lenkt, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte im Blitz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein grosser Schauplaß dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Creatur. 5. Wenn, bey erhitzter Dünste Glühen, so wohl die Menschen als das Bieh den Odem matt und Feuchend ziehen; wie froh, wie munter werden sie, wann, in die angstlich schwüle Luft, der Donner kühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Getraide, ge. tránket durch den Regenguß; und wie ver. gnügt betritt die Weyde der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verkündigt des Erhalters Ehr 7. O GOtt! wie viele Segensproben ver breitest du auch durch den Bliß! dich muß man auch im Wetter loben. Du meyn'st es Naa 3 gut 742 3weyt. Th. XXX. Besondere Sebåtlieder. gut und wie es uns nüß. Dir sey mein Herz ein Dankaltar; dir bring' ich Lob zum Opfer dar! 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern; des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blitz uns zu zerschmettern; des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sey treu, D Herz! bey diesem Licht; GOtt rührte dich: vergiß es nicht! ( 429.) SI Fürbitten CCCCXXIX, Für die Obrigkeit. FELT ehovah, HErr und König der Könige und Herrn! dir ist man unterthä nig; du berrschest nah und fern, du GOtt, Her Zebaoth! an Ehren groß und prächtia; im Schußen stark und mach- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist keine D brigkeit, die, HErr, von dir nicht wäre; ihr Schwerdt, 1 3weyt. Eh. XXX. Besondere Gebåtlieder. 743 Schwerdt, das Frevlern draut, das hat ſie ja von dir: wer ihr zuwider lebet, der wagts, und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater lebre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! sie tragen ja dein Bild: laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehr furcht lieben, wie du es haben willt. 4. Die wir zu Herrschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herrscheft selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannſt du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand, 5. O GOtt von grosser Güte, gieb ihrem Geiste Licht. Gieb Treue dem Gemüthe, zum Urtheil im Gericht. Laß stets, durch ihr Bemühn, den Frommen sicher stehen, der Bösen Nath vergehen, und alle Stände blühn. 6. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen, in wahrer Frömmigkeit. HErr GOtt, du fegneft gern: wir bitten ohn' Ermüden: gieb Segen, Heil und Frieden, durch JEſsum unfern HErrn! Alaa 4 ( 430.) 744 Sweyt. Th. XXX. Besondere Gebåtfieder. ( 430.) CCCCXXX. Ben der Einführung eines Predigers. Mel. des 1 3. Psalms. loter! fich' auf uns bernieder, auf Huren und der Heerde Glieder, die wir veremigt zu dir ihrenu; und untre Bitten, unire Lie der, loß, Herr, dir wohlgefällig seyn! 2. O seelig! welchen du erwählet, und deis nen Boten zugezählet! wenn er dein Wort aufrichtig lehrt; und wo er fehlt, aus Schwachbeit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört. 3. So seelig sen auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweyht, und solchen würdig zu ver walten, sich binden will mit Wort und Eyd. 4. Du selbst mußt ihm Bermögen geben'; mit Licht und Kraft den Geift beleben, und leiten ihn als bey der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, HErr! durch dich belehret, durch keines Irrthums Wahn bethöret, die Wahr 3weyt. Th.XXX. Besondere Gebätlieder. 745 Wahrheit selbst gerühret sehn, und, wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege rich. tig gehn. 6. Gieb Gnade, daß zu rechter Stunde, dein streng Gefeß, aus seinem Munde, den Sünder wecke; doch daben des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sen. 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte, mit unbeschämten Angesichte, nach weisem Fleiße reifen sehn, und bey dem drückendem Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 8. Erhalt ihn in den rechten Schranken, in Wort, in Wandel und Gedanken! gieb ihm, nur deinen Geist zu scheun; von seinem Vorsatz nicht zu wanken, und bis ans Ende treu zu seyn. ( 43r.) Ben Einsegnung der Eheleute, CCCCXXXI, Flach der Melodie des 109. Lieds. GOTT! deß gnadenvoller Rath den Eh. stand eingefeßet hat der du ihn segneft, schüßzest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade giebst. 2. Gieb diesen, daß sie stets mit Flehn, in Lieb' und Eintracht zu dir gehn: und wenn ihr Herz voll Andacht schreyt, gieb, daß ihr Berk auch wohl gebent. Naa 5 3. Auch 746 3 weyt. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt; so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gieb, daß sie zuleßt dein gnadenreicher Trof ergößt. 4. Laß Eltern Schand' und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einig. Feit, Zucht, Schaam und Treu zu aller Zeit im Wachsthum sey. 5. Laß, die im Ebestande stehn, sich, HErr, durch dich gesegnet sehn. Gieb, daß sie deinen Willen thun, und unter deinem Schuhe ruhn. 6. O treuer GOtt! wir bitten dich, regie re sie stets gnådiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dank; bis dich, GOtt Va ter, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist. ( 432.) CCCCXXXII. Nach der Melodie des 35. Lieds. GOTT ist es, dessen weiser Rath den Ehe stand gestiftet hat: er ists, der Evam machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp' erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen GOttes Se 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 747 Segen; GOtt beglücket, was er stiftet, fügt und schicket. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn GOtt ihm eine Gattin schickt, durch die er wird gesegnet; wenn eins das andre zärtlich liebt, und ihnen GOtt den Frieden giebt. D! wie viel Wohlseyn regnet täglich reichlich auf die Seelen, die GOtt wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. 3. GOtt schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran sie Freu de sehen: und bricht gleich oft ein Kreuz herein; will er selbst Trost und Helfer seyn, und stets zur Seite stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ew'ge Freude für sie finden: GOtt will ihnen Kränze winden. Nach der Trauung. 4. Nun, GOtt! du hast es wohl bedacht, die heil ge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu eh. ren; laß sie keine Noth beschweren. 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottes. furcht und Heiligkeit, durch deines Geistes Stärke. Regier und lenke doch ihr Herz von 748 3wept. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. von Fleischeslust, vom eitlen Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließ sen, Heil geniessen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. ( 433.) CCCCXXXIII, Der Eltern für ihre Kinder. Llach der Melodie des 116. Lieds. Sorge doch für meine Kinder, GOtt, der du ihr Vater bist. Sie sind freylich vor dir Sünder, doch versöhnt durch JEsum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und JEsu, deinem Sohn, bey der Tauffe übergeben, dein zu seyn und dir zu leben. 2. Du hast sie bisher genähret; du hast man chem Unglücksfall mehr als váterlich geweh. ret. Da dein Engel überall, ober gleich dein Antlit sieht, sich doch für sie froh bemüht; o so muß mich ihr Gedeyen, HErr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar seyn, und, mit dankendem Gemüthe, mich bey solchem Glücke freu'n? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, HErr, an mir gethan; ach so würde dieß mein Schweigen von dem schnödsten Kaltfinn zeugen. 4. 3 weyt. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. 749 4. HErr! du bists, was mich ergößzet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schäßzet; HErr! du bist mein Gut und Theil: bleib auch meiner Kinder GOtt; laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht, verderben, rühmlich leben, seelig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb' es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, o denn höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner muß' es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden, dir zum Ruhm geschafftig seyn, und den Menschen nüßlich werden. Deine Furcht pflanz' ihnen ein; daß, in einer argen Welt, sie stets thun, was dir gefällt, und, nach deinem heil'gen Willen, treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gieb, HErr! daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Searte du ihr täglich Brodt, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie; so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fliessen. Laß sie ihre Brü 750 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. Prüfungszeit tugendsam und fromm genie fen. Wenn sie denn zur Ewigkeit endlich ein mal übergehn; so laß sie vor dir bestehn. Laß fie fanft und ruhig sterben, und dort deiner Himmel erben. 9. Gönne mir die grosse Freude, daß ich a dem jüngsten Tag, nach hier überstandnem Leide, einst mit Jauchzen sagen mag: liebste Bater! ich bin hier, nebst den Kindern, di du mir einst in deiner Gunst gegeben: ewig will ich dich erheben! ( 434-) CCCCXXXIV. Der Kinder für ihre Eltern. Nach der Melodie des 47. Lieds. Gott, mein Vater! Dank sey dir: di haft Gutes, Leib und Leben, durch die Han der Eltern, mir, ohne mein Verdienst, gege ben: für mich frönst du ihre Müh', mir z gut erhältst du sie. 2. Oft hab' ich sie schon betrübt. Ach, vergie mir diese Sünde! nie hab' ich sie so geliebt wie es einem jeden Kinde Wort und selb Natur gebeut. GOtt! es ist mir herzlic leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm' ich bi lig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durd C 3weyt. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. 75* Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gieb, daß meine Dankbarkeit, mein Gehor. sam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh ba. ben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich stündlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heucheley, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb' und Treu stets in Wort und Werken zeigen: so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Geseß verspricht. 6. Stelle mir zum Beyspiel für jedes Muster aller Kinder, JEsum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsamt selbst verehrt, dieß sen mir Nach ahmungswerth. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit uf Erden; laß sie, HErr! in Fried und Ruh mir zum besten älter werden. Båten fie für sich und mich, so erhör' es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den sauren Lebenstagen, so gieb du vor deinem, Thron ihnen frommer Eltern Lohn. 750 3went. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. Prüfungszeit tugendsam und fromm genies Ei fen. Wenn sie denn zur Ewigkeit endlich ein G mal übergebn; so laß sie vor dir bestehn. Laß fan fie fanft und ruhig sterben, und dort deiner, 4 Himmel erben. ber 9. Gönne mir die grosse Freude, daß ich a hal dem jüngsten Tag, nach hier überstandnen ber Leide, einst mit Jauchzen sagen mag: liebste für Bater! ich bin hier, nebst den Kindern, die 5. du mir einst in deiner Gunst gegeben: ewig dat will ich dich erheben! ( 434.) Tr feb fetz CCCCXXXIV. Der Kinder für ihre Eltern. Nach der Melodie des 47. Lieds. 6 ster Gott, mein Vater! Dank sey dir: di dir haft Gutes, Leib und Leben, durch die Hand Ge der Eltern, mir, ohne mein Verdienst, gegefahn ben: für mich krönst du ihre Müh', mir 7. gut erhältst du ſie. uf 2. Oft hab' ich sie schon betrübt. Ach, vergie Ru mir diese Sünde! nie hab' ich sie so geliebt sie f wie es einem jeden Kinde Wort und selb 8. Natur gebeur. GOtt! es ist mir herzli Va leid. erre 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm' ich bil du lig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durt Loh C 3weyt. Th. XXX. Besondere Gebätlieder. 75. nie Eigensinn ihre Huld und Gunft verscherzen. ein Gieb, daß meine Dankbarkeit, mein Gehor, Laß sam sie erfreut. einen 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh ha. ben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe a baben sie täglich stündlich mir erzeiget? Hanem ben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, bfte für mich gewacht? die 5. Laß denn, ohne Heucheley, mich vor ihnen ewig dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb' und Treu stets in Wort und Werken zeigen: so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Geses verspricht. 6. Stelle mir zum Beyspiel für jedes Mu ster aller Kinder, JEsum, der zwar Eins mit di dir, und die Eltern doch nicht minder mit San Gehorsam selbst verehrt, dieß sen mir Nach zege ahmungswerth. r 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit uf Erden; laß sie, HErr! in Fried' und gie Ruh mir zum besten älter werden. Båten ieb sie für sich und mich, so erhör' es gnádiglich. elb 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, lid Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den sauren Lebenstagen, so gieb hil du vor deinem, Thron ihnen frommer Eltern urd Lohn. C 752 Zweyt. Th. XXX. Besondere Gebåtlieder. ( 435) CCCCXXXV. Eines Waysen. Tene Mel od r Warum betrübst welch ein Leiden, das mich drückt! dos du mir, Bater! zugeschickt! weil lender! mir der Tod die Eltern früb entrifjen bat, demüthig ehr ich deinen Rath. 2. Drum flieht mein kummervoller Sinn zu dir dem höchsten Helfer hin. HErr! stehe du mir ben: zu dir steht meine Zuversicht; verlaß mich, bester Vater! nicht. 3. Ach! flöß'mir wahre Tugend ein, so werd ich immer glücklich seyn. HC r! feit und führe mich. Laß mich bey dir in Gnaden stehn, so wird mir's immer wohl ergehn. 4. Von dir kommt alles wahre Gut: drum gieb mir Weisheit, Kraft und Muth, durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl', und stets das beste Theil er wähi'. 5. Beschüß' mich auch, o treuer GOtt! im Kreuz, Verfolgung, Angst und Noth, i Seel- und Leibsgefahr. Bedeck mich durch der 3weyf.Th. XXX. Besondere atlieder. 753 der Engel Wacht, als GOtt und Helfer, Tag und Nacht. 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! beschehre mir von Zeit zu Zeit dit Mittel meines Glücks: du weist ja leicht für jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. 7. Du hörest, wenn die Raben schreyn; laß auch dein Kind erhöret seyn, und nimm meint Seufzen auf: gieb Kleider anzuziehn, und Brodt zu essen, o du reicher GOtt! 8. Ich werfe meine Sorg' auf dich, mein GOtt und HErr! verforge mich, und mach' es immer wohl; so lob' ich dich, so dank' ich dir für solche Gnade für und für. 9. Bricht denn mein Lebensziel herein; laß mich des Himmels Erbe seyn. Erlang' ich dieses nur, so acht' ich weder Noth noch Quaal in diesem jammervollen Thal. EDED ( 436.) AF NEBEDANE? BANEBANE XXXI. Vom Lobe GOttes, CCCCXXXVI. Mel. des 134. Pfalms. uf, Christen! pren't mit mir den HErrn! wer preis't, was herrlich it, niche gern? 366 Und 754 3went en. XXXI. Vom kobe GOttes. Und weld ein Glonz der GOtt verklart! wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam' ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dieß gränzen. lose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Lust sey, thn erhöhn! solch Lob iſt heilsam, lieblich, schön, schärft den Ver. stand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden llen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt; hinauf gen Himmel hingerückt; mit seinem hocherhab'nen Freund, mit GOtt, stets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem GOtt felbst die Engel schuf! welch eine theure füffe Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht! 6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Berstand geschenkt! die Ehre des Ver standes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Innbrunst nah'n, und seine Größe fühlen kann. 3weyt. Th.XXXI. Allgemeine Eoblieder. 755 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erin nert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein; und wolltet nicht voll Rüh mens feyn? 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn wel de Gabe sollt uns der nicht schenken, der ſo sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr gebent könnt? . Auf, Christen;, preist mit mir deit HErrn! wer preist nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist; wie er, des Dankes werth? ( 437.) CCCCXXXVII. Der 134. Psalm. Flach der Melodie des 136. Lieds: Erhebet Gottes Heiligkeit ihr, die er ſich 2. vor andern weyht, und die ihr vor ihm Tag und Nacht zu seinem Lob und Dienste wacht! Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bita tet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel, seinen? Ruhm! 365 2. 756 Sweyt. Th. XXXI. Allgemeine Poblieder. 3. Ench segne GOtt von seinem Thron, und sey dort ewig euer Lohn; euch segne GOtt, der alle Welt erschaffen hat, und noch erhält! Allgemeine Loblieder. ( 438.) CCCCXXXVIII. Der 34. Pfalm. Nach der Melodie des 82. Lieds. Dir, mein GOtt! will ich lobsingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denu mein Herz ist Dan kens voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein GOtt, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, HErr, und lo ben dich! 2. Ja, preist ihn ihr fromme Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der HErr uns Guts ge than! lasset, lasset uns zusammen Lieder fint gen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm GOtt, der uns erhält. 3. HErr, du hast mein Leid vernommen, du fabst meine ganze Noth; mein Geschren ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein GOtt! und du eiltest, auf mein Båten, mich aus meiner Noth zu retten, strecktest, ach wie dank ich dir, deine Baterhand zu mir! Bweyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 757 4. Bittert nicht in den Gefahren! unsers GOttes Angesicht schaut auf uns, uns zu be wahren, Fromme! GOtt verläßt euch nicht! wer will uns unglücklich machen? GOttes starke Engel wachen immer um uns! GOttes Treu steht beym nahen Tod uns bey. 5. Schmecket, Freunde GOttes, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit! feine Gnad' und Huld bedecket jeden, der sich seiner freut! GOtt kann uns in allen Stürmen, wenn wir ihm vertraun, beschirmen; ja, der HErr ist unser GOtt, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer ver, dient Bertrau'n, als du? wer kann in der Noth erhören? wer kann helfen, GOtt, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud' erfüllen, ihnen fehlts an Segen nie! du ernährst und segnest sie. 7. Was die Frommen sich erwerben, das verderbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht! wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den fine Schäße offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der HErr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! Bbb 3 ibr 758 Sweyf. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder: ihr müßt, wollt ihr seelig leben, eure Herzer GOtt ergeben! euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig seyn! 9. Fliehet einer Zunge Sünden, laßt zu keiner Heucheley, keiner Sünd' euch über winden, bleibt GOtt und der Tugend tren, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt der Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sey von euch fern! 10. GOtt schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ists, der, wenn der Ge rechte zu ihm schrey't, ihm helfen kann! in sein Buch sind alle Klagen seiner Frommen eingetragen; ihre Thránen, und ihr Schmer rühren sein erbarmend Herz. n. Aber GOttes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech entehret! spottet, Sünder, GOttes nicht! fleht ihn an, Daß seine Rache nicht schnell wider euch erwa the; Gott ist gut; doch immer schont de nicht, der im Himmel wohnt! 12. Weh dem, der den Frommen drücket, GOtt sieht's! und der Fromme schreyt, und GOtt hört's, und GOtt erquicket ihn, zin Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die fich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn.or 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 759 13. Züchtigt GOtt gleich unfre Seelen; er meynts immer mit uns gut! läßt, wenn uns die Leiden quålen, doch nicht sinken unsern Muth! GOtt beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meynen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer GOtt! 14. Obne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, From. me, GOtt! ihr send sein in alle Ewigkeit. ( 439.) CCCCXXXIX. Der 100. Pfalm. Nach der Melodie des 109. Lieds. The Völker, jauchzt mit frohem Schall dem GOtt der Götter überall! erscheint in seinem Heitigthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 2. Der HErr ist GOtt. Nur er allein, nicht wir, verlieh' uns unser Seyn. Wir find sein Werk und eigen Gut und Schaafe seiner Weyd' und Hut. 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich; und eiket in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore 366 4 weit 760 3 weyt, Th. XXXI. Allgemeine Zoblieder. weit. Da dringt bindurch mit Freudigkeit! 4. Unendlich groß ist seine Treu. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht durch aller Zeiten Zeit. ( 440.) CCCCXL. Der 103. Pfalm, Nach der Melodie des 265. Lieds. Lobfinge Gott mit wahrem Andachtstriebe, o meine Seel', und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu! ich soll, ich will mit Dankerfüllter Seelen, so lang' ich kann, er wägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sey! 2. Bewein' ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein Weh, und tilget meine Schuld. Der HErr, mein GOtt, er lößt mich vom Verderben, und krönet mich, als einen Himmelserben, mit heil'gem Schmuck und ewig reicher Huld. 3. Er fåttigt mich mit aller Güter Fülle; gewähret mir des innern Friedens Stille; und schaffet mich, wie Adler, jung und neu Er giebt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fål. le, und im Gericht steht er ihr siegreich ben. Rwent. Th. XXXI Allgemeine Loflieder. 76: 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege; wie wundervoll sein Schutz und seine Pflege durch Mose Dienst an Jacobs grossem Heer! der HErr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mittleid ist er. 5. Verdienen wir, daß er uns gar verlasse, und droht er uns mit seinem schweren Hasse; so währet doch sein Zorn nicht lange Zeit Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und, wenn wir auch in seine Zucht gerathen; so dient sie nur zu unsrer Seeligkeit. 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm kindlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Oft und West sich von einan der finden, wenn wir zu ihm mit Neu und Thränen flehn. 7. So zärtlich schont kein Vater seiner Kin der, als unser GOtt die tiefgebeugten Sün der; er schlägt und heilt, und lindert ihre Pein, als welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in fur zem werden seyn. 8. Wie eitel sind doch unsre kurze Tage! wir 366 5 le. 762 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. leben kaum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüh't, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, ver jengt und dörrt, und, wie in Nichts verkeh. ret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur fieht. 9. Nur GOttes Treu kann nimmermehr vergehen; wenn wir nur vest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen wat ten, die seinen Bund und sein Gesetze halten, und, was er will, von ganzem Herzen thun. 10. Des HErren Thron ist himmelhoch er bauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wink regiert die Völker aller Welt. Lobsingt dem HErrn, ihr Engel und ihr Helden! die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ew'ger Ue bung hålt 1. Lobsingt dem HErrn, ihr seine lichten Hee re, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! lobsingt dem HErrn, ihr alle seine Werke! so weit er herrscht, perehret seine Stärke! lob. fing auch du, mein Geist, dem höchsten Guth 441 3went. Th. XXXI. Allgemeine Zoblieder. 76% ( 44¹) CCCCXLI, Der 111. Pfalm. Cach der Melodie des 55. Lieds. Gelobt sey GOtt! ihm will ich fröhlich fin gen; ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Wer. ke, und würdig, daß man sie erforsch' und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er sey, die Welten lehre. Der Höchste bleibt gerecht von EwigFeiten auf alle Zeiten! 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet; der HErr von frommen duldendem Gemüthe; der HErr voll Güte. 5. Der HErr giebt Speise denen, die ihm dienen; was er verheisset, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes; ewig soll er wäh ren, weil sie ihn ehren. 6. Die Thaten seiner Hand find Recht und Treue GOtt spricht kein gnädig Wort, das ihn gerene. Der Frommeweiß, daß er, aus Lieb und Güte, sein Recht gebiete. 764 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 6. Es dauret vest und ewig unbeweget; er hats auf Stein, und in das Herz gepräget, daß wir getreu und willig seinen Rechten ge horchen möchten. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhd. hen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor GOtt, die Lust ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben; sie giebt Verstand und Licht, da mit die Seele, was gut ist, wähle. 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wal len, die nie verführen, welche GOtt gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. ( 442) CCCCXLII, Der 113. Psalm. Nach der Melodie des 15. Lieds. Ihr Knechte Gottes, lobt den HErrn! lobt feinen heil'gen Namen! gelober sey er nah' und fern, und jetzt und ewig! Amen! vom Auf gang bis zum Niedergang sey er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Unendlich ist der HErrserhöht, hoch über alle Heyden. So weit der grosse Himmel geht, 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 765 geht, muß Ehr' und Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ist, wie unser GOtt, der hobe Herrscher Zebaoth, der auf das Niedre siehet? 3. Er richtet die geringen auf, die nach Er rettung dursten: und fördert des Verlaß'nen Lauf, und setzt ihn zu den Fürsten. Der un fruchtbaren ödes Haus somůckt er mit hol. den Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. ( 443) CCCCXLIII. Der 117. Psalm. Nach der Melodie des 46. Lieds. Lobt, lobt den HErrn, ihr Nationen, froh. lockt ihm: bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr und Lob dem HErrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herrschet ewig; Erd kreis freue der Gnad' und Treue GOttes dich! 3. Lobt, lobt den HErrn, ihr Nationen! frohlockt ihm; bringt ihm Nuhm und Macht! von allen die auf Erden wohnen, werd' Ehr und Lob dem HErrn gebracht! ( 444) CCCCXLIV. obet den HErren, alle Hey den; preifer 766 3went. Th. XXXI. Allgemeine Zoblieber: F ihn alle Vol- ker, dann seine Gnade und Bahrbeit waltet über uns in Ewigkeit: MENE All lelu- ja. Alleluja! 2. Ehr' sen dem Vater und dem Sohne, und auch dem heil'gen Geiste, als es im Anfang war und nun, bleibet bis in Ewigkeit. Amen! Alleluja, Alleluja!- ( 445.) CCCCXLV.band Flach der Melodie des 108. Lieds. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen? Sollt ich ihm nicht dankbar seyn? Sollte nicht in allen Dingen, seine Liebe mich erfreun? Lie ben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barm herzigkeit, die so oft und viel verzeih't! HErr! ich will dich ewig lieben! ich will, als dein Ei genthum, stets erheben deinen Ruhm! 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat,( dankts ihm, meine Lieder!) mich auch GOttes Arm bedeckt! GOtt, der über mir schon wachte, als i kaum zu seyn begann; sah' mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, eh' ich dachte! Leib und Seef 3 weyt. Th. XXXI. Allgemeine Lublieder.' 767 Seele gabst du mir; GOtt! o wie verdank ichs dir! Für mich Armen! mich Berlohrnen! mich, der ich gefallen bin! gab er seinen Eingebohr. nen, JEsum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Er. de, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb' ist immer neu, ewig seine Gnad und Treu! 4. Seinen wunderbaren Führer, ſeinen Tröster, seinen Geist, giebt der HErr mit zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glau bens hellem Licht! dann, dann fürcht ich kein Gericht! und mein bebend Herz wird stille! deines Heils darf ich mich freun! HErr! deitt bin ich! du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, giebt er Trost, und Kraft und Ruh! wenn ich, was er wählte, wähle; strömet mir sein Frieden zu! was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dieß giebt uns, dessen Ruf uns für diese Welt erschuf! 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge febre; it mir GOttes Segen nah! Thier' und Kreis ter 768 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. ter und Getreide, in den Gründen, auf der Hob' in den Büschen, in der See sind mir Nahrung! sind mir Freude! vom Gedey'n und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt; dann, dann bắt' ich und verhehle nichts dem GOtt, der doch mich liebt! war' er nicht mein GOtt gewesen; hätte mich fein Angesicht, nicht erquickt; so wär' ich nicht von so vieler Quaal genesen! vom Allfeben. den bewacht, gieng ich durch die dunkle Nacht! 8. Wie ein Vater seinem Kinde, niemals ganz sein Herz entzeucht; ob es gleich, verführt zur Sünde, von der rechten Bahne weicht: also sieht auch mein Verbrechen mein versöhn ter Vater an, züchtigt mich, daß ichs gethan; wills nicht mit dem Schwerdte rächen, weil, als ichs verirrt begieng, doch mein Herz noch an ihm hieng! 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen; ifts gleich, wenn es da ist, Pein, führt es uns in dürre Wüsten, scheints gleich oft Geridt zu seyn! und, was haben wir gelitten? dul deten die Märtyrer nicht viel mehr als wir, vielmehr, eh sie ihre Kron' erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preis't Gott, der eu der Welt entreißt? 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Poblieder. 769 10. Jst, so lang ich leb am Grabe Kreuz und Trubsal oft mein Theil; GOtt, dem ich geglaubet habe, GOtt giebt einst mir ewig's Heil! die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein! nach des kurzen Lebens Pein, werd' ich mein Geschick' verstehen! jauchzen, daß mich GOttes Rath diesen Weg geleitet hat! I. Weil denn ohne Ziel, ohn' Ende deine Gnaden, Vater, sind; o so heb' ich meine Hände zu dir auf, erhör dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, dir mich ganz und gar zu weyhn! dein Verehrer stets zu ſeyn, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig, ist er, der seyn wird, war und ist! ( 446.) CCCCXLVI Nach der Melodie des 82. Lieds. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger HErr Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft mein GOtt! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen Tausend, tausendmal sey dir, grosser König! Dank dafür. 2. HErr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte, froh erhebe Tag und Nacht: denn, Ccc was I 770 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. was ich nur bin und habe, kommt von dir ist deine Gabe. Tausend, tausendmal ser dir, grosser König! Dank dafür. 3. HErr! ich muß mit Schaam gestehen, daß ich häufe Schuld mit Schuld; und mein sündliches Vergehen raubt mir billig deine Huld! gleichwol trägst du, GOtt, mich Armen noch beständig aus Erbarmen. Tau send, tausendmal sey dir, grosser König! Dank dafür. 4. Ja, HErr! wenn ich überlege mit wie grosser Gütigkeit du durch so viel Wunder wege mich geführt die Lebenszeit: so weiß ich Fein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu ergründen Tausend, tausendmal sey dir, grosser König! Dank dafür. 5. Du, HErr, bist mir nachgelaufen mich zu reissen aus der Glut: denn damit der Sün der Haufen ich nur suchte irrdisch Gut, hieß fest du mich dieß verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sen dir, grosser König! Dank dafür. 6. O, wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn: daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sey dir, grosser Konig: Dank dafür. 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 771 7. Ja, HErr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht: all' dein Thun ist Gnad' und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deineMacht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sey dir, grosser König! Dank da für. 8. Bald kamst du mit Baterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen, ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sey dir, grosser König! Dank dafür! 9. Wie ein Vater nimmt und giebet, nach dem's Kindern nüßlich ist; so hast du mich auch geliebet, GOtt, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenn's aufs Höchste gleich gekommen. Tausend, tausend mal sey dir, grosser König! Dank dafür. Io. Trägst du nicht in deinen Armen oft treu und våterlich? riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schüßzte mich? mußt ich einsam, hülflos, weinen, liesseft du mir Trost erscheinen. Tausend, tausendmal sey dir, grosser König! Dank dafür. II. Vater du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Ccc 2 mich a 772 Sweyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. JEsu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden! heilet meinen Seelen schaden. Tausend, tausendmal sey dir, grosser König! Dank dafür. 12. Tausendmal sey dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein GOtt! daß es mir bis. Her gelungen: ach, laß mich bis in den Tod vest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlitz sehen; so werd' ich, dein Eigenthum, ewig preisen deinen Ruhm. ( 447.) CCCCXLVII. Mach der Melodie des 46. Lieds. Du bists, dem Ruhm und Dank gebühret: und Ruhm und Dank, HErr! bring ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wann Noth zu meiner Hütte nah'te; so hörte GOtt, der HErr, mein Flehn, und ließ nach seinem gnád'gen Rathe, mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit nie. der, und rief: o HErr, errette mich! da half mir GOtt, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, Flagt ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er Balf, 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 773 half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wann ich, verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah. Rief ich zu ihm, dem GOtt der Gnade; und seine Gnade war mir nah. 6. Um Trost war meiner Seele bange: denn GOtt verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach HErr, wie lange? und GOtt verließ den Schwachen nicht. 7. Er half, und wird mich fort erlösen. Er hilft; der HErr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und giebt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank ich, HErr! auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank' ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank' ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hießt sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für die höchste Güte; felbft deinen Sohn gabst du für mich. Von gan zem Herzen und Gemüthe, von allen Kräften preis' ich dich. II. Erhebt ihn ewig, GOttes Werke! die Ccc 3 Erd' 14 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. Erd' ist voll der Huld des HErrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke; er hilft, und er errettet gern. 12. Er hilft; des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung kurzer Tage erhebt er uns zur See ligkeit. 13. Bergiß nicht deines GOttes, Seele! Bergiß nicht, was er dir getban. Ehr' seiner Heiligkeit Befehle, und båt' ihn durch Ge Horsam an. ( 448.) CCCCXLVIII. Nach der Melodie des 34. Lieds. Auf, meine Seele, finge! an dir, so unwerth du es bist, thut GOtt so grosse Dinge. Weh dir, wenn ihn dein Herz vergißt! GOtt ret tet dich ins Leben, will alle Missethat in Chri sto dir vergeben. O gnadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit! 2. Er hat uns wissen lassen der HErr sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem Frommen, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld; der HErr begna digt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 75 dem, der Christo lebet! GOtt ist er ange nehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbar. mung über dem! 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwa che Kinder schau'n: so thut GOtt an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertrau'n. GOtt weiß es, wir sind Sünder; GOtt weiß es, wir sind Staub, und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir, Sterbliche, vergehen! stets ist der Tod uns nah! 4. Des Erb'gen Gnad' alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bey dir, des HErrn Ge. meine, die ganz sich seinem Dienste weyh't, und, daß sie seelig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf daß ihr von der Erde schon jeßt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Brüder Schaar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lo.. bes wahr. 5. Anbátung, Preis und Ehre, sey dir, GOtt Bater, Sohn und Geist! wir singen's in die Chöre der Schaar, die dich vollkommner preist. Anbatung, Preis und Ehre, dir, der du warst, und bist! wir stammelns nur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen Ccc 4 wir 776 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. wir auch Paimen, du GOtt, auf den wir traun; einst singen wir dir Psalmen; wann wir, verklärt, dich schaun! ( 449.) CCCCXLIX. Nach der Melodie des 15. Lieds. Lob, Ehr' und Preis dem höchsten Gut! dem Bater aller Güte! dem GOtt, der alle Wunder thut! dem GOtt, der mein Gemüthe mit feinem reichen Trost erfüllt! dem GOtt, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherr fcher aller Thronen! und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm GOtt die Ehre! 3. Was unser GOtt geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Wei sen Rath, des Vaters Gnade walten! in sei nem ganzen Königreich ist alles recht! ist al les gleich! Gebt unserm GOtt die Ehre! 4. Ich rief zum HErrn in meiner Noth: ach GOtt vernimm mein Weinen! da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost er fcheinen! ich danke, GOtt, ich danke dir! ach danket, danker GOtt mit mir! Gebt unserm GOtt die Ehre! 5. 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 777 5. GOtt ist uns nah' und niemals nicht von seinem Volk geschieden! er, er ist ihre Zuver. sicht, ihr Segen, Heil und Frieden! mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Meer; Gebt unserm GOtt die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget sein huldreich Angesicht uns zu! denn ausser ihm ist keine Ruh: Gebt unserm GOtt die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o GOtt, dich freudig ehren! man foll, HErr, meinen Lobgefang an allen Orten horen! mein Geist, o GOtt, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm GOtt die Ehre! & Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm GOtt die Ehre! ihr, die ihr GOttes Macht erkennt, gebt unserm GOtt die Ehre! die falschen Götzen macht zu Spott: der HErr ist GOtt! der HErr ist GOtt! gebt unserm GOtt die Ehre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht mit Freud' und Zittern dringen! bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich fingen: der HErr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht! Gebt unserm GOtt die Ehre! Ccc 5 450. 778 3wept. Ch. XXXI. Allgemeine Loblieder. ( 450.) CCCCL. Flach der Melodie des 9. Lieds. nun danket alle GOtt, mit Herzen, Mund und Hånden, der grosse Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut; mehr als man zählen kann. 2. Er, unser Bater, woll' ein fröhlich Herz uns geben, der HErr laß' uns, sein Volk, in stetem Frieden leben, und unsre Nachwelt auch, daß seine Gnad' und Treu das ganze Land umfah', sein Segen mit uns sey. 3. Der grosse starke GOtt woll' uns von allem Bösen, und was nns schaden kann, ge waltiglich erlösen: er schüß' uns in Gefahr; er helf'uns allezeit, so lang'er uns alhier das Leben noch verleih't. 4. Dir, GOtt, dir, und nicht uns sey Ehr und Preis gegeben: was in uns ist, soll stets, HErr, deine Huld erheben. Und, stehn wir einst verklárt in deinem Heiligthum, so se dein Name, GOtt, auf ewig unser Ruhm! ( 451.) CCCCLI. Flach der Melodie des 9. Lieds. Durch dich, o grosser GOtt! durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer find 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 779 sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stets da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der GOtt der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich båt' ich dankend an. Mein Heil kommt von dem HErrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o GOtt! ge würdigt werde, was frag' ich, ausser dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land; noch fürcht ich nichts, denn mich beschüßt der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh', die du, HErr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? 5. Als Schaafe läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das Herz mit Freuden; du sah'st mich, eh der Grund der Welt ge leget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebahr. 6. Du 780 3wept. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Lei den, die mich üben; und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß; du bist der Müden Ruh; ein GOtt, der gern verzeiht. Wie gnädig, GOtt, bist du? 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, du GOtt der Götter? wen ehren, als nur dich, mein Schuß und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn. 8. HErr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einen GOtt der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, indem das Laster blüht Ich hasse seinen Weg, weil mich dein Auge sieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüst't, bedenken, daß mein Leib o GOtt, dein Tempel ist. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, HErr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist 3went. Th. XXXI. Allgemeine Foblieder. 781 bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weyh, Gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sen! ( 452.) CCCCLII Nach der Melodie des 171. Lieds. Jauchze, auserwählt Geschlechte! freut euch des HErrn HErrn, ihr Gerechte, ihr From. men preist den Höchsten hoch! lasset eure Harfen klingen, ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Sai tenspielen gut! Halleluja! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit; und er hälts gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er, ihm zur Ehre, der Lichterfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den HErrn, der sie erhält! Halleluja! er will, er sprichts, sogleich geschichts, gebeut er; wird etwas aus nichts. 3. Unser GOtt herrscht ohne Schranken; er wender Völkern die Gedanken; er macht zu nicht der Heyden Rath. Ewig kann sein Rath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedan Fen. 782 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. ken, er ist gleich groß an Rath und That Wohl dem Volk, dessen GOtt heißt: HErr HErr, Zebaoth! Halleluja! ja seelig ist, wen GOtt erkiest, und sich zum Erbtheil auser. liest! 4. DHErr! deine Güte gleichet dem Him mel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen, bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh' Meer und Ber ge seyn, bist du, o GOtt! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit; daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh' ich da hinein, um GOttes mich zu freun. Halle luja! da, wo GOtt wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich denn mit Båten vor dea Altar des Höchsten treten; zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud' und meine Wonne, durch Christi grosses Opfer ist Ich spiel ein Danklied dir, da auf der Hare für 3 weyt. Th. XXXI. Allgemeine Lublieder. 783 für. Halleluja! dir, GOtt, mein GOtt, HErr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! ( 453.) CCCCLIII. Flach der Melodie des 108. Lieds. Gott! durch welchen alle Dinge find, und wirken, und vergehn, stårk' mich, daß ich dich besinge! lehre mich, dein Lob erhöhn! laß mich dich im Stillen loben, mich, den du voll Lieb und Huld, aus den Tiefen seiner Schuld, zu des Christen Höh erhoben; dich erheb' ich im. merdar, der mich schuf und neu gebahr. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen; GOttes Gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wann wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wann wir mit dem Tode streiten, stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wann uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! fann ich größ'res Glück begehren? Ewiger hat dich mein Herz, oso wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd' und Him mel wird mir klein, gegen dich verächtlich seyn. 782 Zweyt. TH. XXXI. Allgemeine Loblieder. ken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volk, dessen GOtt heißt: HErr HErr, Zebaoth! Halleluja! ja seelig ist, wen GOtt erkiest, und sich zum Erbtheil auser, lieft! 4. O HErr! deine Güte gleichet dem Him mel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen, bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh' Meer und Ber ge seyn, bist du, o GOtt! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit; daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh' ich da hinein, um GOttes mich zu freun. Halle luja! da, wo GOtt wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich denn mit Båten vor de Altar des Höchsten treten; zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem GOtt, de Schild und Sonne, der meine Freud' und meine Wonne, durch Christi grosses Opfer i Ich spiel' ein Danklied dir, da auf der Har für 3 weyt. Th. XXXI. Allgemeine Lublieder. 783 für. Halleluja! dir, GOtt, mein GOtt, HErr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! ( 453.) CCCCLIII. Flach der Melodie des 108. Lieds. Gott! durch welchen alle Dinge sind, und wirken, und vergehn, stårk' mich, daß ich dich befinge! lehre mich, dein Lob erhöhn! laß mich dich im Stillen loben, mich, den du voll Lieb und Huld, aus den Tiefen seiner Schuld, zu des Christen Höh erhoben; dich erheb' ich im. merdar, der mich schuf und neu gebahr. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen; GOttes Gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wann vir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wann wir mit dem Tode streiten, stårkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wann uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! fann ich größ'res Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, oso wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd' und Him nel wird mir klein, gegen dich verächtlich seyn. 784 3wept. Th. XXXI. Allgemeine Poblieder 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm' ich sie als Wohlthat an, von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüssest alles Leid, GOtt, durch deine Ruh' im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Bater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Soll ten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott, und das Elend und der Tod, HErr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb', und sterbe dir! ( 454.) CCCCLIV. Flach der Melodie des 15. Lieds. Stimmt unferm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Gute. Er macht uns frey von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet GOtt, und danket seinem Namen. 2. Lobt GOtt und rühmet allezeit die groß sen Wunderwerke, die Majestät und Herr lichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke di 3went. Th. XXXI. Allgemeine Fobheder. 785 die er beweißt in aller Welt, indem er alle Ding erhält: drum danket seinem Namen. Lobt GOtt, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad' uns allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt; der täglich schenket, was uns mißt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt GOtt! er giebt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Sohn erworben; der Frieden hat mit GOtt gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum danket seinem Namen. 5. Lobt GOtt! der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Bey. stand uns verheißt, wenn er uns treu erfitdet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. 6. LobtGOtt! er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, giebt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hålt: drum danket seinem Namen. 7. Lobt GOtt! ihr starken Seraphim, ihr En 786 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. Engel und ihr Thronen! es loben GOtt mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! lobt GOtt, und preis't ihn früh und spat; ja alles was nur Odem hat, das danke seinem Namen. ( 455) CCCCLV. Nach der Melodie des 101. Lieds. Løbt Gott, den GOtt der Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr send sein Eigen thum, so weit der Himmel reichet! was Luft und Meer durchstreichet, verbreite seinen Ruhm! 2. Erhab'ne Himmelsgeister! erwecket euern Fleiß; gebt euerm HErrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis, stimmt drey mal: Heilig! an. Lobt ihn, ihr Seraphi nen! lobt ihn, ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben Fann! 3. Was Odem hat und lebet, was sich be wegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sey überall be müht, den höchsten GOtt zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geschöpfe sieht. 4. Der HErr ist groß und machtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet alles prách. tig Swept. 2h. XXXI. Allgemeine Publieder. 787 tig in seinem Heiligtbum. Er ist gerecht und gut; von seinen Batersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut 5. Drum lobt, erlöste Seelen! lobt stets dent HErrn der Welt, helft dessen Ruhm erzäh len, der ench schuf und erhält; der euch it Christo liebt, euch durch sein Blut erkaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel giebt. 6. Lobt Ott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wann ihr das Kreuz beweint, das er euch auferlegt: laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getren den Seinen, entreißt ſie al. ler Noth. Wenn seine Kinder weinen, ſo so bleibt er doch ihr GOtt. Wenn der Verfol ger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie GOtt bedecken, er, der stets für sie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sey dir, o GOtt, bereit; denn deine Weg' und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, merk auf sein schwaches Lallen, und laß dirs wohlgefallen: erhór' uns gnådiglich! 9. Möcht' es uns bald gelingen, von aller Did 2 Schwach, 788 3went. Th.XXXI. Allgemeine Zoblieder: Schwachheit frey, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sen! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich, Bater, und den Sohn! ( 456.) CCCCLVI. Der Ambrosische Lobgesang oder das Te Deum. Neue Melodie. ERR unfer GOtt! dich loben wir, HErr unser GOtt! dir danken wir Jeho!!!!!!!! va ist von Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preift GOtt Vater dich, dich Sohn, dich Geift. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Him mel alle singen ihm: höchstheilig ist er unser/ GOtt, groß ist dein Ruhm HErr Zebaoth! weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit. 3. Sie die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Botenschaar, des Mittlertodes Már S 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 789 Märtyrer, sie preisen ewig dich, o HErr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Vater auf der Himmel Thron! dich, JEsu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist! des Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du hoher Priester, du Prophet, du Kö. nig, des Reich nie vergeht du hast dich, GOtt! uns Gott zu weyhn, erniedriget ein Mensch zu seyn. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten GOttes sißest du, mit deinem Vater Herrschest du; du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe läsfest du uns nicht, du kommst, du kömmst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, JEfu Christ! und segne was dein Erbtheil ist. Leit es, durch Diese Prüfungszeit, den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unser Pilgerschaft, sey HErr dein Wort uns Licht und Kraft, sey gnädig uns, o treuer GOtt! sey gnädig uns in aller Ddd 3 Noth. 790 3went. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. Noth. Wann wir zu dir um Hülfe schreyn laß dein Erbarmen uns erfreun. 9. Sen hier schon unser Trost und Licht verlaß uns auch im Tode nicht vollende da durch unser Heil, HErr, HErr GOtt, unser Trost und Theil; so preisen wir dich in der Zeit, noch besser in der Ewigkeit. ( 457.) CCCCLVII. Flach der Melodie des 19. Lieds. Ich finge meiner Seele Luft vor dir, HErr Sebaoth! ich sing aus dankerfüllter Brust, von deiner Güte, GOtt! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? HErr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkit? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au mit Schönheit? pflanzt den Hain? tränkt sic mit Regen und mit Thau? und giebt der Saat Gedeyn? 5. Wer führt die Soun' in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du? 3weyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder: 791 6. Wer krönt mit Segen jedes Jahr. daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwan delbar, auch wann dein Donner draut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf! o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf? dein Helfer? Sage: Wer? HErr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser GOtt bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu, du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwär tig ben in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reut uns uyfre Sündenschuld, du siehst es und ver zeib'st. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Raab, Erbarmer! schreyt zu dir; du nährest ihn! 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? die still'ste Bahre, die er weint, bemerkt dein Vater herz. 13. Web' dem, der an dem HErrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: GOtt achtet unser nicht! DDD 4 14. 792 Zweyt. Th. XXXI. Allgemeine Loblieder. 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flebst. Vertraue du dem HErrn. 15. Er schaut herab von seiner Höh' auf den, der niedrig ist. Erbebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing' ihm, båt' ihn ewig an mit from mer Zuversicht. Wie viel hat er an dir ges than! vergiß es, Seele, nicht. ( 458.) CCCCLVIII. Flach der Melodie des 201. Lieds. Groffer GOtt, HErr aller Götter! Scipfer, Vater und Erretter! alles rufet weit und breit, rühmt den HErrn der Herrlich. keit! Engel preisen deine Werke. Wenn ic sie erstaunend merke; so schwingt sich mein Herz empor, und singt in der Engel Chor, 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit grosser Freude deiner Allmacht Proben an: wo ich hingedenken kann, sie Het mein erstaunt Gemüthe deine Weisheit, Macht und Güte, Wahrheit und Barmher zigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Her nicht gnugsam brennen. Doch gieb mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Her zen Sweyt. Th. XXXI. Allgemeine 2oblieder. 793 zen schafft; so kann ich gelehrtes Wissen ohne grossen Schaden missen; so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel klug. 4. Gieb, daß ich dich so erkenne, daß ich auch von Eifer brenne; dich von meines Herzens Grund, und nicht bloß mit meinem Mund, auf das innigste zu preisen: du selbst muſt mich unterweisen; dann dringt erst mein Lob empor; dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch' ich dir, HErr, nachzuahmen, daß, so wie du heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. An. d're möcht' ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken; deiner sich mit mir zu freu'n: GOtt, dein Ruhm sey allgemein! 6. Wie die heil'gen Seraphinen dir mit alfem Eifer dienen; so sey, HErr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit, bis von mir und ihnen allen, droben wird dein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der HErr! herrlich seines Namens Ehr! Loblieder in Absicht auf besondere Wohlthaten. ( 459.) CCCCLIX. Feue Mel. od. JEsu deiner Kirch. ERR! mein Licht, mein Heil und LeDDD.5 ben! 794 3went. Th. XXXI. Loblieder, E ben! wie kann ich dich anug erheben? was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie joll ich wür dig fingen, was du, HErr an mir gethan? 2. Du hast meine Seel' gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah'; in der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, HErr! dein Antlitz sah. 3. Heilig, HErr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht aus deinen Werken dir zum Preise, es bemerken, wie gerecht du, HErr, regierst? 4. Nun ich will dir vest vertrauen, und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will still seyn, hoffen, schwei gen, stets vor dir, o HErr, mich beugen, bis dein Antlitz mich erquickt. 5. Willst du deine Hülf aufschieben? willst du meine Demuth üben? HErr! ich bin ein find'ger Knecht; willst du strafen, willst du schla in Absicht auf besondere Wohlthaten. 795 schlagen, schickst du Trübsal, Noth und Pla gen? HErr! du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue, selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Strafen, deine Schläge, find ja, wenn ichs recht erwäge, Mittel mei ner Seeligkeit. 7. Ach! so stårke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein: laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun! ( 460.) CCCCLX. Flach der Melodie des 7. Lieds. Mein Herz ermuntre dich nun wieder, und finge mit erquicktem Muth, jetzt neue Dank. und Freudenlieder dem HErrn, der groffe Dinge thut: denn er beschämt zu rechter Zeit nun wieder deine Furchtsamkeit. 2. HErr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz begehrt; hingegen ist mein zaghaft Hoffen oft, leyder! keiner Hül fe werth: und doch verträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen, der Trost, wornach mein Auge weint, vor mei 796 3went. Th. XXXI. 2oblieder, meinem Denken tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint; hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthuu gewohnt; drum wird mir sünd. lichschwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlich keit; du hilfft zur recht gewünschten Zeit. 5. HErr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wann die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk und Beste. Wann Flut und Jammer auf mich läuft; so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmest schleunig ihren Lauf. 6. Mein Mund, mein Geist und mein Ge mithe, sind deines Ruhms, mein Helfer, voll Die Wunder aber deiner Güte, mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Bermo gen nimmer zu: es ist voll Schwachheit, was ich thu. 7. Doch läßt du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Bater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein GOtt, schon offenbar, dir zur Ver gel. in Absicht auf besondere Wohlthaten. 797 geltung darzulegen: both ich mich selbst zum Opfer dar; so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab' und bin. 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbarkeit, und dir zum Lobe Lieder fingen, so viel dein Geist mir Kraft verleih't: im Namen JEsu sing ich dir; in diesem nimm es an von mir! Danklieder bey der Erndte, ( 461) CCCCLXI Flach der Melodie des 9. Lieds. Frohlocket jung und alt, ihr Reiche mit den Armen! da GOtt den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch mun auf ein Jahr so mildiglich beschehrt. Was euer Wünschen war, ist väterlich erhört. 2. Auf, danket unferm GOtt, daß Fried' und Ruh' hie wohnet. Mit Krieg und Hungersnoth hat uns der HErr verschonet. Kein Feuer, Feine Fluth, kein schwerer Hagel lag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns s diesen Tag. 3. Die Erndte hat der HErr uns treu und wohl bewahret: wer hått', wenn GOtt nicht war', uns sonst die Frucht gesparet? Wer gab' uns Sonnenschein? Wer Regen oder Chau? 798 3weyt. Th. XXXI. 2oblieder, Than? Was würd's ohn ihn wohl seyn, mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär' unser Müh', umsonst wär' Såen, Pflügen. Wir würden sonsten nie Wir möchten ein Körnlein wiederkriegen. früh aufstehn und bis zur Mitternacht nicht wieder schlafen gehn: es wär' umsonst ge wacht. 5. So aber sorgt und wacht der Herrscher in der Höhe; sein Vatersegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Såmanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. 6. GOtt ists, der euch ergötzt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jest in eure Scheuren bringet. Dem stellt euch dan kend dar, deß Lob so weit ertönt, der wie derum das Jahr mit seinem Gute front. 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freu digem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr', der uns viel Guts verleih't; doch selbst un noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut 8. Gut ist, o HErr! das Land, darein du uns geseßet; groß deine starke Hand, die uns so oft ergößet; unendlich deine Macht und ohne Ziel dein Ruhm: drum lobt did Tag in Absicht auf besondere Wohlthater. 799. Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 9. Verleih', o frommer GOtt! uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade: bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wasserflut, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer GOtt, das, was wir täglich essen. Gieb auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergessen. HErr! deine milde Hand erfreue jedermann, daß bey uns Stadt und Land den Segen spüren kann. II. Laß unser Korn zur Saat, und bis zur Erndte reichen. Gib selber Rath und That, und thu an uns ein Zeichen; laß sehen jeder. mann, du seyst, HErr Zebaoth! der Wun der wirken kann, der rechte treue GOtt. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir u allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o GOtt der Ewigkeiten! dir Bater, dir GOtt Sohn, und dir, GOtt heil'ger Geist! den man vor seinem Thron, und hier auf Erden, preißt. ( 462) CCCCLXII. GOTT im Himmel und auf Erden! Herr. scher 800 Swent. Th. XXXI. Loblieder, scher in der ganzen Welt! laß den Mind voll Lobes werden; da man dir zu Fusse fällt für den nahen Erndtesegen, Dank und Opfer darzulegen. 2. HErr dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall låst du dich ſchauen: und wir blieben ungerührt; gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 3. Vater, du hast aus Erbarmen uns un würdige genährt. Du hast Reichen, du hast Armen manches manches Glück gewährt. GOtt, der uns viel Guts bewiesen, sen ge lobet und gepriesen! 4. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ist der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Ge müthe für die grosse Wohlthat an; und mein Mund soll stets erschallen: GOtt macht mit Wohlgefallen. 6.- Gieb nun Kraft, den milden Segen, der uns deine Hand beschehrt, auch so löblich an zulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. in Absicht auf besondere Wohlthatch. 801 7. Schenk uns auch pergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne seyn; laß den Undank nichts versoerzen. Schenke ferner dein Gedeyn, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürftgen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stårke du uns immermehr, schenk uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. ( 463.) CCCCLXIII. Danklied auf den Frieden. Lene Mel. oder auf meinen lieben Gött. 1999 BITEL BT11 efingt GOtt Zebaoth; besinger unfern ELEZ GOtt; dem müsse von uns allen ein fen rig Lied erschallen, der unser oht beden. ket, und uns den Frieden schenker. 2. Wie schreckte GÖttes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret, und bis aufs Mark verzehret: doch GOtt hat es gewendet, GOtt, der den Frieden sendet.. 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zer Eee strenet 802 3weyt. Th. XXXI. 2oblieder. streuet und verjaget: um Frieden euch zu schaffen, zerbrach GOtt selbst die Waffen. 4 Besingt GOtt Zebaoth, besinget unfern GOtt! das Rachschwerdt legt er nieder; führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen, mit neuer Huld entgegen. 5. Nem, GOtt! wir loben dich, und dan ken ewiglich, daß du, auf unser Flehen, uns Huldreich angesehen, und uns den edlen Frie. den zu unserm Theil beschieden. 6. O, mache du ihn vest, GOtt, der uns nicht verläßt, und trag' uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Him mels Erben, auch einst in Friede sterben. 7. Dein Geist mach' uns bereit, daß wir zu Feiner Zeit in deinem Dienst erkalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wut entzünden. 8. D HErr GOtt Zebaoth! o HErr, du unser GOtt! laß deines Friedens Gaben uns überflüßig haben, bis daß wir dich dort oben mi vollem Frieden loben! XXXII. Gebåt und Loblieder beym Anfang des Jahrs. CCCCLXIV. ( 464.) der Melodie des 6. Lieds. Du, GOST! du bist der HErr der Zeit, unc 3w.Th. XXXII.Gjebåteu.Lobl.beym Anf des Jahre. 803 und auch der Ewigkeit! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermahl dahin. Wem dank ich, GOtt, daß ich noch bin? nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich båt' ich an, unwans delbares Wesen! dich, den kein Wechsel tref. fen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; mur du bist unveränderlich; du war'st, und bist, und blei best. 3. HErr! ewig währet deine Treu mit Huld uns zu begegnen; und jedem Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets netes Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloß'nen Jahr mich väterlich geleitet; und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich. Aufs neue übergeb ich mich, GOtt, deiner weisen Füh. rung. 5. Bergib mir die gehäufte Schuld von den verfloß'nen Tagen! und laß mich deine Ba terhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruh'n, und lehre lebenslang hich thun nach deinem Wohlgefallen! Gee 2 804 3wept. Th. XXXII. Gebåte und Loblieder, 6. Gieb neue Lust, und neue Kraft vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, HErr, stets gewissenhaft mit mir und andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht. Dieß reize mich die Lust der Welt zu fliehen. Viel beß're Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himinel ist mein Vaterland; dahin, HErr, laß mich trachten. 8. O lebre selbst mich meine Zeit recht weis lich auszukaufen. Laß mich die Bahn der Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen. DerTage Last erleicht're mir, bis meine Rühe einst bey dir kein Wechsel weiter störet. ( 465.) CCCCLXV. Flach der Melodie des 324. Lieds, So ist von meiner Furzen Vilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hin geflossen! HErr, wie viel Gut's hab ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. O Bundesgott! wie hat nicht deine Trent mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar Fei beym Anfang des Jahrs. 805 feinen Tag fehlt es an eignen Plagen: doch Trübfal ist der Seelen Arzeney. 3. So hast du nie den theuren Bundesend gekränkt, mür ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen: vergieb es mir; es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müst' ich schon zu die in so viel Tag' und Jahren seyn gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glängst nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt, ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weyhn. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz betracht', so war es doch ohn' deine Gnad vergebens: Ach! würde nur das Siestchen meines Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Der Rebe mag am Weinstock mur bestehn. Die Säfte, die in JEsu reichlich fliessen, laß auch in mich sich mildiglich ergiessen; und di ollst Frucht am dürren Reben sehn. 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, Maß mich, was übrig ist, wie Gold abwegen! möcht' kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt! macht nicht die Fee 3 Gree 6 Zweyt. Tb. XXXII. Gebåt und Loblieder, Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden, beym långsten Leben, ange troffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? 19. Jhr eitle Tage! flieht dann immerfort; ich halt euch nicht; verdoppelt euer Eilen; mich listet nicht in Mesech zu verweilen, nur bald von hier, und dann geschwinde dort. II. Dort, wo der Hafen der Glückseeligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glån. zet; dort, wo ein müder Streiter wird be kränzet, und seines Siegs sich ewiglich er freut. 12. Wenn ich indeß hier langer dienen foll; so gieb, mein GOtt, daß ich stets wachend bleibe. Gieb du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit, und mach' mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewah. ren; und, wirst du neue Schuld von mir er fahren, laß mich nicht sinken, stárk' mich wie derum. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh', je klarer gieb dein Licht mir zu erkennen; je hel ter laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. 15t beym Anfang des Jahrs. 807 15. Es ist doch um ein Kleines nur zu thun, so heiß' ich dich, mein Bräutigam, willkom men: dann werd' ich, aller Müh' und Quaal entnommen, vergnügt und froh in deinem Schoose ruh'n. ( 466.) CCCCLXVI Nach der Melodie des 15. Lieds. GOTT ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem GOtt der Nacht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. HErr, der da ist, und der da war! von Dank erfüllten Zungen sey dir für das verfloßne Jabr ein heilig Lied gefungen; für Le ben Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich jelungen. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn das du ins neu gegeben. Berleih'uns Kraft, denn ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du üßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche treben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des LeFee 4 bens 808 3went. Th. XXXII. Gebät und Loblieder. bens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld inein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, GOtt, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf sei nem Stuhle thronen! laß Tugend und Zu friedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bey uns seyn! dieß, Vater! wollst du uns verleih'n in Christo, deinem Sohne ( 467.) CCCCLXVII. Nach der Melodie des 48. Lieds. Henn! der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich båt ich kindlich an! ich bin viel zu geringe, der Treu' die ich befinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. O giel mir Kraft und Stärke; Gedeyn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. GOtt, welche Ruh der Seelen, nach dei. beym Anfang des Jahrs. ( 03 deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel pffen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o GOtt, mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und mir bey dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Theil. 5. O leite mich im Segen dem groffen Ziel entgegen, dahin dein Wort mich weis't. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hån. de befehl ich, Vater, meinen Geist! CCCCLXVIII. ( 468.) Nach der Melodie des 29. Zieds. Abermabt ein Jahr( ein Tag). verflossen! näher zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der ab. geschossen, so verflieget meine Zeit. Trenester HErr Zebaoth! unveränderlicher GOtt! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig's Wesen? Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Båten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferich, Heilig, heilig, Heiliger, grosser Seraphinen HErr! wehe mir, ich muß vergehen! denn wer kann vor dir bestehen? 3. Schrecklich ist es ja zu fallen in die Hand Eee' 5 des 810 3went. Th. XXXII. Gebåt und Loblieder, des Höchsten. GOtt rufet warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehova, wicht: ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungehener. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, HErr dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Hand GOtt, ein dir sehr theures Pfand, daß du für der Feinde uten ewig, ewig willst behüten. 5. Auf, mein Herz! stell' dich nur wieder dein versöhnten Bater dar. Opfre dem Ge. båt und Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang' ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Schei den zu des Himmels ew'gen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger seyn; so wirst du, bey den Beschwerden, HErr, mir die Geduld verleihn. Deine Treue bleibe mir, liebster Heyland! ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. ( 469.) CCCCLXIX. Flach der Melodie des 8. Lieds. Ein Jahr der Sterblichkeit, der kurzen Le. bens. beym Anfang des Jahrs. 811 benstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von uns'rer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Göttes Schuß und Kraft. 2. HErr! deine Güte machts, die wiemals uns zu lieben ermüdet noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jezzo gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schliessen uns aufs nen' in dein ſo trenes Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das veste Schloß vor aller Feinde Truß, da läuft dein Häuflein hin, und findet sichern Schuß. 4. Gib mit dem neuen Jahr und neue Stark' im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneu're Herz und Siun, und das gegonn'te Licht des ewig wahren Worts erlösche ben uns nicht! 5. Entzünde neue Lieb' und Sanftmnth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen; so stärke die Geduld und mache deine Tren', o Bater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih' an Seel und Leib was jedem ist vonnöthen; und laß uns, HErr, mit 812 3w.Th. XXXII.Gebät u.Cobl.bevmAnf.des Jahrs. mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn: du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr von dieser Welt zu scheiden sein Ziel haft vestgesetzt, den laß auf dich, mit Frenden im Glauben seelig hur beschliessen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. MENSBANESANEB ANE? AN 4S AN ESANES ANG XXXIII Morgenlieder. CCCCLXX. Neue Mel. oder Ich dank dir schon. ( 470.) Mi ein erst Gefühl sen Preis und Dank; erhebe GOtt, o Seele! der HErr hört dei nen Lobgefang; lobsing' ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seire Pflicht fich ficher 813 Rweyt. Th. XXXIII. Morgenlieder. ficher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, GOtt und HErr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet feyst du, GOtt der Macht! ge. lobt fey deine Treue, daß ich nach überstand'. ner Nacht, mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruh'n, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; cuf dich hoft meine Seele. Sen mir ein Netter in Gefahr; ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe; gottseelig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. II. Daß ich dem Nächsten beyzustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht geniesse, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe; 471. 814 Swent. 3. XXXIII. Morgenfieber. ( 471) CCCCLXXI. der Melodie des Lieds. Noch läßt der HErr mich leben! mit fröhli. chem Gemüth eil' ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 2. Du Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an: wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Wirst du nach Opfern schauen, ſie gelten nichts vor dir, du foderst nur Bertrauen, nur Liebe, GOtt! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Na mens freu'n, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weyh'n. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler, JEfu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnådig bist. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 5. Nur einst laß mich erfleben, dos christlich weise Herz, auf dich stets aufzusehen, in Freuden, wie im Schmerz. Daß ich am er sten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beyfall achte, als allen Ruhm der Welt. 6. 3weyt. Th. XXXIIL Morgenlieder. 815 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu, und froh, gen Himmel schauend, denk': HErr, mich siehest du! bereit, den Lauf zu schliessen auf deinen Wink, o GOtt, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod! ( 472.) CCCCLXXII. Nach der. Melodie des 79. Lieds. Seele! du must munter werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. dem Schöpfer dieser Strahlen zu was dein schwacher Trieb vermag. Komm, bezahlen, 2. Doch, daß man auf würd'ge Weise GOtt recht preise, wollen nicht nur Lippen seyn; er hat, als das reinste Wesen, außerlesen Her zen ohne falschen Schein. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht: so muß sich vor GOtt mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 4. Ihn mußt du am höchsten achten, und nur trachten das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irrdisches Ergößen gleich will schä ben ehret nicht den HErrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht! wie fich 816 3went. Th. XXXIII. Morgenlieder. sich, was der Erdkreis tråget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden anzuzünden deinen Weyranch. GOttes Macht hat, um dich für Unglücksstürmen zu beschirmen, selber machtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeyen mag verleihen, wann du auf was Gutes zielst; aber, daßer dich mag stören, und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Denk', daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist bewußt; daß er selbst verborg'ne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir sind an den Lauf der Stunden vest gebunden, der entführt, was eitel heißt, und der deinen Leib, o Seele, nach der Höle eb nes finstern Grabes reißt. 10. Drum so fenfze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen fey, und daß ich mit Lust und Wonne seh die Sonne, wann des Todes Nacht vorbey. II. Trau auf allen deinen Wegen GOttes Segen: wen des Höchsten Huld erquickt, der geniesset wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn 3wept. Th. XXXIII. Morgenlieder. 817. ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was dir nüßet, und beschüßzet den, der sich ihm anvertraut. ( 473.) CCCCLXXIII. Flach der Melodie des 16. Lieds. Mein erster Wunsch, mein innigstes Beſtre. ben ist, HErr mein GOtt! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Batertreu, mit jedem Tag ist deine Güte neu. 2. Die Sonn' enthüllt den Schauplatz deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' ist dein, und du regierst dieß Ganze! vom Menschen an bis auf die Fleinſte Pflanze seh ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub! der du die Him mel lenkest, du forgst für mich! GOtt, wie pergelt ich dir? ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. 5. Nimms gnådig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich VerFff ges 818 3weyt. Th. XXXIII. Morgenlieder. gebung finden. Er, welcher nie ein glaubig Flehn verwarf, verleyht, daß ich dich Bater nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Bertrauen auf dich allein, so lang' ich lebe, trauen, du bist mein GOtt, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt wie lang' ich hier noch wallen werde, fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde: so nimmst du, HErr, auch meines Lebens wahr. Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland! gieb mir Kraft zum neu en Leben, gieb mir den Muth, dem Beyspiel nachzustreben, das du, o HErr, uns hinter. lassen hast; dein Joch ist sanft, und leicht ist deine Last. 9. Dein Auge sieht die Schwäche meiner Seele? verwirf mich nicht! vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir empor fleht meine See. le stets, und du vernimmsts, Erhörer des Gebäts! ( 474.) CCCCLXXIV. Nach der Melodie des 435. Lieds. Ihm, der das Licht entstehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sen Preis und froher Dank! 3 weyt. Th. XXXIII. Morgenlieder. 819 Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sey meinem GOtt zuerst geweyht! 2. Sieh', HErr! ich unterwinde mich mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier, daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu, ent pfang' ich jetzo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Bater, båt' ich kindlich an! ich opfre dir mein Herz. Ein Herz, voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhab'ner, nicht. 5. O du, den meine Seele preist! erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf! 6. Ein gut Gewissen sey mein Theil! dieß wirk' in mir, o HErr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, GOtt der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg' auf dich, du, mein Erbarmer! forgst für mich. Fff 2 ( 475.). 820 3weyt. Th. XXXIII. Morgenlieder. CCCCLXXV. ( 475.) Flach der Melodie des 35. Lieds. Dich seb' ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusin. gen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heil'gem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! deine Treue, rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh em. pfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich? hättest du nicht dich so hilfreich mir bewiesen! zu meinem Leben seßzest du jetzt ei nen neuen Tag hinzu; sey doch dafür geprie sen! durch dich bin ich! und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe. 3. Verleih' o GOtt der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit, in christlicher Zufriedenheit zu müßen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ichs meyne. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die klein. ste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Christ! o GOtt verleih', daß ich des Namens würdig sey! mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? 3weyt. Th. XXXIII. Morgenlieder. 821 dich? ein irrend Schaaf. Erhalte mich, mein Hirt', auf deinem Pfade. Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höherm Leben. Auf dich hoff' ich! HErr ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. ( 476.) CCCCLXXVI. Nach der Melodie des 116. Lieds. HErr! es ist von meinem Leben wieder eine Nacht vorbey. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir zur sanften Ruh gemacht, und nun kommt mir schon dein Segen mit der Morgenroth entgegen. 2. O wie theur ist deine Güte, die mich i berschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte, keine Plage sich genah't. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denket drauf, dir für dieses neue Leben den verbund'nen Dank zu geben. 3. Wann ich dir mich selber schenke, wird es Fff 3 Ment 822 3went. Th. XXXIII. Morgenlieder. doch zu wenig seyn, und so ich es recht beden. ke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel' und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gnade, von dir, HErr, empfangen habe. 4. Ist mein Auge nunmehr lichte; so erlench. te meinen Sinn, daß vor deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den ange broch'nen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stårken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red' und thu', alles, HErr, regiere du, gieb, daß Wollen und Vollbringen, dir zu Ehren, wohlgelingen. 6. Sollt' ich heut' in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen bey der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gieb dem Satan keinen Raum, wann er mir sein Ne Be stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd' ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage seyn. Mache nur, daß ichs ertra g, so find' ich mich willig drein. Wann du nur aus Liebe schlägst, und mein Krenz zur Half 3went. Th. XXXIII. Morgenlieder: 823 Hälfte trågst, darf ich keine Trübfal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb' an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann; laß mich für mein En de sorgen; nimm dich meiner Seelen an. Reiß mich nicht in Sünden hin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf JEsu Blutvergiessen mich die Wallfahrt seelig schliessen. ( 477) CCCCLXXVII, Flach der Melodie des 463. Lieds. Ihr trüben Sorgen weicht, den Tag hab ich erreicht, die Sonne schau' ich wieder: erwachet frohe Lieder! ein Opfer GOtt zu bringen muß euch anjeßt gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht ist um die Wett bemüht dich, Höchster! laut zu preisen: dir Ehre zu erweisen, sen dann auch mein Be streben, in meinem ganzen Leben. 3. Du, HErr, hast mich bewacht, und an dieß Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden bin ich so manchem Schaden, so man cher Noth entkommen, von dir in Schuß genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so gütig meinen Lauf; läßt mich so manche Gaben aus Fff 4 den 824 3went. Th. XXXIII. Morgenlieder. deiner Fülle haben; gönnst mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5 Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig seyn. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret: du hast mir Leib und Leben und diese Seel' gegeben. 6. So nimm dann wieder hin, HErr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dieß ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht Jebe, wie ich wollte; so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du hast ange fangen, das laß zum Ziel gelangen. 9. Da ich selbst nichts vermag; so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau' zu allen Zeiten, von Anfang bis zu En de, auf deine Baterhånde. ro. Wie schnell verfliegt die Zeit! HErr, ma che mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort oben dich erst recht würdig loben! ( 478.) 3went. Th. XXXIII. Morgenlieder. 825 CCCCLXXVIII ( 478.) ach' auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller HELENEKI Güter, des Menschen treuem Hüter! 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen: schlaf, sprachst du, ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, HErr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des HErrn sey Ehre! Dreyeinigs Wesen, höre: 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! du kannst ins Herze sehen: ach, möchte dir gefallen, HErr, meines Herzens Lallen! 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in mei. nen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen in allen mei. hen Thaten; mich stets zum Besten leiten; zum Himmel mich bereiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meiFff 5 nen 826 3weyt. Th: XXXIII. Morgenlieder. nen Wegen. Dein Wort sey meine Speise auf meiner Pilgerreise¡ ( 479.) CCCCLXXIX. Flach der Melodie des 32. Lieds. Ott des Himmels und der Erden, Bater, Sohn und heil'ger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne schei nen beißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. GOtt! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht für Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und, ben aller meiner Schuld, mich noch trågst mit Baterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn: laß mich Gnade vor dir finden; glaubensvoll auf JEsum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geo. pfert hat. 4 Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele for gen; daß, wenn nun dein grosser Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschre cke nicht. 5. Führe mich, o HErr! und leite meinen Gang nach deinem Wort: sey und bleibe du Clie auch 3went, Th. XXXIII. Morgenlieder. 827 auch heute mein Beschützer und mein Hort: unter deinem Schutz allein kann ich froh und sicher feyn. 6. Dir, o grosser GOtt, befehle ich, was ich nur hab' und bin, meinen Leib und meine Seele; werf' auf dich die Sorgen hin. HErr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! segne mich dein Eigenthum. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewallt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in dem Tod. Sterb' ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh. 8. Höre, GOtt, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sey Lob und Preis und Ehre. Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bå. te dich einst wird'ger an. XXXIV. Abendlieder. ( 480.) CCCCLXXX. Mel. lun sich der Tag geendet. o fließen untre Tage bin! auch dieser iſt 111 nicht mehr. Die Nacht, der müden Tro. sterin, eilt wieder zu uns her. 828 3went. Th. XXXIV. Abendlieder. 2. HErr! du mur bleibest, wie du bist, du schlafst und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Bertrau'n mich auch in dieser Nacht. Und wofür sollte mir denn grau'n? mich schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, HErr Zebaoth: so fürcht' ich keine Creatur, und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Neue fühl ich sie. Doch, mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Jch eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich! 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! HErr JEsu, du allein sey mein Gedank'! o weyhe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in mei ner Prüfungszeit, dann führe mich durch dei ne Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du mein Erretter, bist bey mir, und hilfst aus aller Noth! ( 48.) CCCCLXXXI. Flach der Melodie des 255. Lieds. Für alle Güte sey gepreis't, GOtt Vater, Sohn 3ment. Th. XXXIV. Abendlieder. 829 Sohn und heil'ger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Grosses heut an mir gethan, mir mein Ge bắt gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschüßzet und genähret. 3. HErr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist mit dem ich dein gedenk', ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag bis diesen Tag ist alles deine Güte. 4. Sen auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, HErr Zebaoth; so laß mich Gna. de finden! ( 482.) CCCCLXXXII. Nach der Melodie des 49. Lieds. Gepriesen, GOtt! sey dein Erbarmen, du GOtt der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Baterarmen, mit unaussprech... ich grosser Huld. Kraft, Gedey'n und Leen hast du uns gegeben. HErr, wir sinds icht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn' Ende währt. 2. Verzeih' uns, Richter unsrer Seelen, die Beut 830 3went: Th. XXXIV. Abendlieder. heut' verletzte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih' und geh nicht ins Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke dran! wer wurd' uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkendsüßen Schlummer zu. Wir lie gen dann und ruhn im Frieden, denn unser Schuß, o HErr, bist du. Hilf, Erbarmer! denen, die nach Ruh' sich sehnen, die mit Angst und Müh' ihre Nacht verbringen und mit Schmerzen ringen. Stárke, tröste sie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreissen? wir sind, auch wann wir sterben, dein. Du felber hast es uns verheissen, du wollest allzeit ben uns seyn. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir, als die Deinen, wenn du wirst er scheinen, dir entgegen gehn. ( 483-) CCCCLXXXIII Flach der Melodie des 16. Lieds. Der Tag ist hin; du aber JEfu! bleibe, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit! fo ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 2. Lob 3weyt. Th. XXXIV. Abendlieder. 831 2. Lob, Preis und Dank sey dir, mein GOtt, gesungen; dir sey die Ehr' daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh'; du bist gerecht, es geh' auch wie es geh'! 3. Nur eins ist noch, das mich empfindlich qualet; Beständigkeit im Guten mir noch fehlet: das weißt du wohl, o Herzenskündiger! ich strauchle noch, wie ein Unmündiger. 4. Vergieb mir's, HErr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingerissen; so ist mir's leid: ich stell mich wie der ein. Verwirf mich nicht; sey mein, so bin ich dein! 5. Du schlummerst nicht, wann matte Glie der schlafen. Ach, laß die Seel im Schlaf auch gutes schaffen! O Lebenssonn', erquicke meinen Sinn! ich laß' dich nicht, mein Fels! der Tag ist hin. ( 484) CCCCLXXXIV. Nach der Melodie des 55. Lieds. 38 ntflohen sind auch dieses Tages Stunden; an dem wir noch des Lebens Glück empfun den; mit frohem Dank laßt uns den HErrn erheben, durch den wir leben! 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, giebt 832 3went. Th. XXXIV. Abendlieder. giebt uns der HErr viel Freuden zu geniessen, und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann sie zahlen? 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung fin. den; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Bater! deiner Treue! prüf' unser Herz! es flehet dir voll Reue. Ach laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen! 5. Uns wohlthun, ist dein göttliches Ver. gnügen! dem Aufsehn schützt uns, wenn wir Hülflos liegen, und, wie entseelt, umhüllt von Finsternissen von uns nichts wissen. 6. War dieß für uns der letzte Tag auf Er. den; soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getrost zur Ruh' uns nie. der: Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder; dann preisen wir, mit heiterem Ge müthe, des Höchsten Güte. ( 485.) CCCCLXXXV. der des 116. Werde munter, mein Gemüthe! fühle from me Dankbegier, und erhebe GOttes Güte, die 3went. Th. XXXIV. Abendlieder. 85 die er heut gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag' treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein Werk durch dich gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden gröb'rer Art so gar våter. lich bewahrt, die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was du, HErr, an mir gethan? Rechnung, Wort' und Kräfte fehlen, fang' ich nur zu zählen an: deiner Wohlthat ist zu viel; ihr ist weder Maaß noch Ziel. War' ich nur, bey deinem Lieben, dir in allem treu geblieben! 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Sund' und Missethat, die ich heut auf mich geladen; nimm mir, HErr, nicht deine Gnad' treibe ferner Satans Tück, GOtt, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen mich in Sund' und Leid zu bringen! 5. Sieh' ich fall' in Demuth nieder; schau, GOtt, von deinem Thron! schau, voll Reue komm ich wieder, ich vorhin verlohrner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld; aber Ggg deine 834 3wept. Th. XXXIV. Abendlieder. deine Gnad' und Huld ist viel grösser als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. O du Licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bey mir, HErr JEsu Christ! da es Abend wor den ist; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine fanft' und süsse Ruh: alles Llebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Haab und Gut, meine Freund' und Hausgenossen sey'n in deinen Schuß geschlossen. 8. Ach bewahr uns doch vor Schrecken; schüß uns doch vor Ueberfall; laß uns keine Krankheit wecken; treibe weg des Krieges Schall; wend' ab Feur und Wassersnoth, Pest und bösen schnellen Tod: keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel ver derben! 9. O du grosser GOtt! erhöre was dein Kind ge then hat. JEsu! den ich stets ver ehre; bleibe du mein Schuß und Rath. O du werther heil ger Geist! stark mich, der du Beystand heist. HErr! erhöre dieß mein Fle ben. Amen! Ja! es soll geschehen. 486 3ment. Th. XXXIV. Abendlieber. 835 CCCCLXXXVI ( 486.) Flach der Melodie des 116. Lieds. Auf, o Seele! werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geh't zwar un ter, aber GOttes Gite nicht. Heut' auch hat sie mich genährt; heut' auch Freud und Trost gewährt, vor Gefahren mich geschüßzet; meine Schwachheit unterstüßet. 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sey, mein trener GOtt, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebåt erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in JEsu glaubig brachte. 3. Gieb nun bis zum frohen Morgen meis nem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen. Wann ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl ich dir. Walt' allmächtig über mir. Sey auch du der GOtt der Meinen, zähl' sie alle zu den Deinen. 4. 2ch, laß uns kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersglut, plößlich aus dem Schlafe wecken. Halt' uns vest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht; oder willst du, daß wir sterben, GOtt, so sey's nicht zum Berberben. Ggg 2 816 3went. Th. XXXIV. Abendlieder. 5. Höre, Bater! ach erhöre, was jetzt mein Gebåt begehrt. D Sohn GOttes! dir zur Ehre werd es mir in dir gewährt. Heil'ger Geist! laß mit Bertrau'n auf des Mittlers Blut mich bau'n. Hör', Dreyeiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. ( 487.) CCCCLXXXVII. Flach der Melodie des 48. Lieds. Schon rubet auf den Feldern, in Städten und in Wäldern, ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf! ihr sollt noch beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unfre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr hin, du irr'dsche Sonne! wenn JEsus, meine Wonne, mein Herz nur hell' und hei ter macht. 3. Was jetzt der Leib noch tråget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh' ich einst aus; dagegen wird Christus um mich legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu' dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frey. 3weyt. Th. XXXIV. Abendlieder. 837 5. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin, und legt euch nieder, da ihr die Ruh' begehrt. Einst wird nach allen Sorgen euch bis auf jenen Morgen im Grab' die stille Ruh' gewährt. 6. Die Augen stehn verdrossen: wer wacht, wann sie verschlossen; wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sey gut für allen Schaden, du Aug' und Wächter Israel! 7. Dein Flügel mich bedecke, daß keine Noth mich wecke, kein Unfail, keine Pein. Mein JEsu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher seyn! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschütt're kein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. GOtt wolle für euch sorgen: euch schüße seiner Engel Schaar. ( 488.) CCCCLXXXVIII, Nach der Melodie des 67. Lieds. Wie lang' darf ich noch säumen? Gott! stårke meinen Geist, daß er sich auch im Trau men aus Satans Netze reißt: hilf für mein Bestes sorgen; verandre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten vester bin. Das Licht seh' ich verschwinden; die triGgg 3 be 838 Swept. Th. XXXIV: Abendlieder. be Nacht bricht ein. Ach HErr! laß meine Sünden auch mit verschwunden seyn: streich sie aus deinem Buche; hilf mir aus aller Noth; errette mich vom Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Wenn heut, HErr meiner Jahre! mein leßter Abend ist; gieb, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich långer leben so laß den vesten Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst ster. ben muß. ( 489.) CCCCLXXXIX. Prüfung am Abend. Flach der Melodie des 8. Lieds. Der Tag ist wieder bin, und diesen Theil des Lebens, wie hab'ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht mur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des HErrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebåt, mit eifrigem Berlangen, als ein Geschöpf von GOtt, der Tugend mich zu wenh'n, und züch tig und gerecht, und GOttes Freund zu seyn? Hab ich in dem Beruf, den GOtt mir an gewiesen, durch Eifer und durch Fleiß, bu, Dita 3went. Th. XXXIV. Abendlieder. 839 diesen GOtt, gepriesen; mir und der Welt ge. hüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der HErr gebot, nicht weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf GOtt gerühret? erfreut' ich mich des HErrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Bertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bey dem Genuß der Güter diefer Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs füffe Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück; sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich nichts geredt, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beyspiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das andre traff, war dieß mir ange nehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich bu begangen? bestritt ich auch in mir ein un Ggg 4 21'> 840 3weyt. Th. XXXV. Vom öffentl. Gottesd. erfanbt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht GOtt über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. GOtt, der du alles weißt, was könnt' ich dir verheelen? Jd fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; ver. gieb und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sün den Franken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir! XXXV. Bom öffentlichen GOttesdienste. ( 490.) CCCCXC. Nach dem 84. Psalm. Flach der Melodie des 42. Lieds. Wie lieblich ist doch, HErr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gieb, daß ich fie gern betrete, weil da dein Segen die be lohnt, die deines Wortes sich erfreu'n, und dir des Herzens Andacht weyh'n. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, GOtt, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf dei Sweyt. Th. XXXV. Vom öffentl. Gottesd. 842 Her Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt. Es giebt uns Trost auf Trübfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt. Es giebt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwerdt, das Sieg verschafft. 4. GOtt, laß auch mir dein Antliß scheinen! dein Sabbath bring' auch mir Gewinn, wenn Andachtsvoll ich mit den Deinen, vor dir an beil'ger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weyh'n, ein angenehmes Opfer senn. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den From men. Du, HErr, giebst ihnen Gnad' und Ehr. Und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheissest, hältst du vest, wohl dem, der sich auf dich verläßt! ( 491) CCCCXCI Flach der Melodie des 55. Liebs. Dies ist der Tag, zum Segen eingewendet. Ihn feyert gern, wer deiner, GOtt, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubåten! 2 Dich rühmt der Lobgefang der Himmels. Ggg 5 beere! 842 3weyt. Th. XXXV. Vom offentl. Gottesdienst. Heere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich die Stätte zu begrüssen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von der Erlösten Zungen froh wird besungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freu den. Mein Geist soll sich auf GOttes Quen wenden. Sein heil'ges Wort, bos seine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dig treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir båten. Der Thoren Glück, die sich der Sün. de freuen, wirst du zerstreuen. 6. D laß auch heute deinen Geist mich leh ren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzu. Fehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Güte. Er bring' mir Heil, und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich båt' ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von GOtt, in Todesschatten fassen, dein Grab verlassen. 843 3went. Th. XXXV. Vom öffentl Gottesdienst 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müß' er mir stets heilig werden! Lob sey, Erlöser, deinem groffen Namen auf ewig. Amen! ( 492.) CCCCXCII. Flach der Melodie des 436. Lieds. D GOtt! du bist mein Preis und Ruhm. Mein Herz sen ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weyhn. 2. Gieb, daß ich mein Gemüth bewahr', wenn ich mit deiner Christen Gedor, zu deines Hauses Ståtte geh, daß i mit Ehr furcht vor dir steh'. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig senst, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör'. 4. Drück alles tief ins Herz hinein; und laß mich nicht blos Hörer seyn. Steh' mir mit deiner Gnade bey, daß ich deß Wortes Thater sen. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feyern mag. Bewahr mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hålt. Doch, laß mich nicht daben bestehn, dich nur 844 3wept. Eh. XXXV. Vom öffentl. Gottesd. nur am Sabbath zu erhöhn. HErr, meine ganze Lebenszeit sey deinem Dienst und Ruhm geweyht. ( 493.) CCCCXCIIL Nach der Melodie des 109. Lieds. Dies, Christen, ist der Tag des HErrn, Ge schäfft und Müh' sen von euch fern! kommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. 2. Kommt, båtet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn alleſammt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hålt. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach sei nem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich ſchü Bet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute JEsus Christ von Todtail 3went. Th. XXXV. Bom öffentl. Gottest. 845 Todten auferstanden ist, und durch die Größ seiner Macht das Leben an das Licht ge bracht. 7. O GOtt, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübfal und Gefahr uns treu bewahrt so manches Jahr: 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weis heit, Gut und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig seyn, und mach' uns von den Sünden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, HErr, ben dir zu seyn. II. O heilger Geist! laß uns dein Wort fo hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! ent euch uns deine Gnade nicht: sey unser Trost In aller Noth: stärk' uns im Leben und im 494 846 3ment. Th. XXXV. Nom offentl. Gottesdienst. ( 494.) CCCCXCIV. Der fo. Pfalm. Nach der Melodie des 254. Lieds. Der HErr des Himmels und der Erde will daß die Welt gerichtet werde: mit strablen vollem Angesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd' und Him mel hören: mich soll der Mensch nicht stets entebren; er ruft, daß alles tieferbeßt, wenn 2. GOtt wird, nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen: erzittre, findliches Geschlecht! denn GOtt, dein Rich ter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen deß, deß sind alle Himmel Zeu gen: ibr Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin dein GOtt, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweyhn! ich, ich will felber Richter seyn! ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche gewenh'ter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebåt. Ein He will ich, das mich erhöht. 4. Jh, ohne den kein Himmel wäre ich, ich bedarf nicht Menschen Ehre zum Pfeiler ma her Swept. Th. XXXV. Vom öffentl. Gottesdienst. 847 ner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fliessen, von meiner Welt gehalten wissen: ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was eurem GOtt gefällt. 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen voll von Dank vor mich, in eurem Lobgesang. Zu mir nur fleht in euren No. then, und nicht vergeblich sollt ihr båten, vergeßt nur euren Retter nicht: mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Bernehmt mit Ehrfurcht, Menschenkinder, was GOtt, Jehovah, zu dem Sünder, der kühn den Bund der Gnade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's, andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund; was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, GOtt, deinem Bruder gab. Von meis nem Thron schau ich herab. auf dich, den Schänder keuscher Ehen: du mennst, ich wer de dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 8. Du magst es, die zu untertreten, die ei nen 848 3went. Th. XXXV. Vom öffentl. Gottesd. nen GOtt mit dir anbåten; von deinen fal. schen Lippen fließt, was deinem Nächsten bit ter ist. Verläumdung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Bergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Baters Haus. 9. Das thust en Sünder; und ich schweige; und weil ich Langmuth dir erzeige, so meynst du, ich sen gleich wie du, und sähe dir mit Beyfall zu. Allein, ich will mich an dir rå chen; im Wetter will ich mit dir sprechen. Je donn're dir ins Angesicht; und fürchter lich ist mein Gericht. 10. Hört immer, freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureissen, euch, Zorngefäße, zu zer schmeissen, so daß euch niemand retten fann O nehmet meine Warnung an! II. So sinkt denn hin zu meinen Füssen, in frohem Danke zu zerfliessen: süß, tiefgebeug ter Sünder, ist der Dank mir, der von Her zen fließt. Komm, komm zu meinen off'nen Armen, und dann ermüde mein Erbarme mit neuen Missethaten nicht: dann schau mein freundlich Angesicht. XXXVI +( 0)+ XXXVI. Von der Selbstliebe. ( 495.) CCCCXCV. Llach der Melodie des 8. Lieds. Dein Will' ists, grosser GOtt! ich foll mich felber lieben. O laß mich diese Pflicht noch deiner Vorschrift üben, und schránke ſelbst den Trieb froh und beglückt zu seyn, den dit mir cingepflanzt, in beil'ge Gränzen ein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weyhe; und daß in allem ich dein Auge kindlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch, als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigenmuß beherrsche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg' und Mittel wähle, so laß mich stets dabey auf Recht und Wahrheit schau'n; auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend bau'n. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, daben die Tugend leidet, dabey der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o GOtt, dieß schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze 555 Luft? 849 850 3went. Th. XXXVI. Von der Selbstliebe. Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns glücklich macht. 6. Ein GOtt ergeb'nes Herz, ein unver. letzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod', und folgt uns aus der Zeit, zum groß sen Segen nach, bis in die Ewigkeit. 7. O seelig! wer darnach mit beil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, GOtt, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh' und einst vollkomm'ne Seeligkeit. 8. Das sey mein Zweck, mein Fleiß. O segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Be wahre mich dabey, HErr, vor dem Lauf der Welt. Gieb, daß ich mich so lieb', als dir es wohlgefällt. XXXVII. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. ( 496.) CCCCXCVI. Flach der Melodie des 7. Lieds. W Per bin ich? welche wicht'ge Frage! GOtt, lehre sie mich recht verstchn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen fernt, 3went. Th. XXXVII. Bond. Selbsterkenntniß2c. 851 lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von denen Händen. Du schufft mich, GOtt, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eis genthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Doch, bin ichs, HErr, auch in der That? o ofne du mir mein Verständniß, recht einzu. sehn, ob ich den Pfad, den JEsus mir gewie sen, geh'? und ob ich auch im Glauben freh? 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, mein GOtt, vor dir gesinnt. Befreye mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für fein Bestes sorgen? was ist, das den zur Beßrung treibt? sich selbst recht kennen, iſt Verstand. Drum mache mich mit mir be Fannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Ath! leite mich mit deinen Licht; so täuschen mich Verführer nicht. HDD 2 852 3wept.Th.XXXVII. Von der Selbsterkenntniß 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gieb mir zur Beßrung Lust und Kraft. Du bist's, der beydes in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. HErr! mache mich schon hier recht Flug, und frey vom schnöden Selbstbe trug! ( 497) CCCCXCVII. Flach der Melodie des 265. Lieds. HErr! lehre mich, wenn ich der Tugend die ne, daß nicht mein Herz des Stolzes sich er Fühne, nicht auf sie sicher und vermessen sey. HErr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bey seinen besten Wer ken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frey? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot er fülle, erfüll' ichs ganz und treulich, wie ich foll. Sind Lieb' und Furcht stets die Be wegungsgründe der guten That, der unter laß'nen Sünde? Und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? und Demutk. 853 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend: Gedenke nicht der unvollkomm'nen Tugend der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe was ist vor dir, HErr, meine Frömmigkeit 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schan de, fliebe; aus. Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu seyn: wenn ich die Rach' aus Eigenmußze haf se; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit mür ver. lasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, GOtt, wie oft sind unsre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wenn fühlen wir der Tugend gan. ze Würde? Wenn ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, HErr, mein GOtt, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre; wer hätte Recht zu diesem Eigen thum? wer ließ mich früh' zur Tugend unterrichten; mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich, Gehorsam y mein Ruhm? 7. Wer gab mir Muth, HErr, dein Gebote ததத 3 Bobl 854 3weyt. Th. XXXVII. Von der Selbsterkenntniß zu lieben? Wer gab mir Kraft, es freudig, auszuüben; wer gab mir in Bersuchung Schild und Sieg? Weß ist die Quell', die mich mit Weisheit trånkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkre? und mir den Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, and riefst mich oft, wann ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kraft'. gen Ruf zurück; zogst mich durch Krenz, durch Wohlthat auch, von Sünden; ließt, wann ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Beß'rung deinen Segensblick. 9. Was ist der Mensch, daß du, GOtt, sein gedenkest; Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ew'gen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun, durch deines Gei stes Gabe, des Glaubens Kraft, und alle Werke. habe: Wer bin ich vor dir? ein un nüßer Knecht. ( 498) CCCCXCVIII. Nach der Melodie des 48. Lieds. Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Bater alles Lichts. Mein Daseyn und mein Leben, ward mir von dir gegeben, nd ohne dich vermag ich nichts. und Demuth. Toie 855 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nüß. lichen Geschäffte, hab' ich aus deiner Huld Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohl gerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? Deine Treue, du HErr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück, und ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, wann mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, HErr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen wert? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn. O laß michs nie vergessen; so werd' ich nicht vermessen der Eigenliebe Beyrauch streun. 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Baterhånden mir gütig zugewandt; dein treuer Knecht zu werden, das sey mein Fleiß auf Erden! dazu gieb Demuth und Verstand. XXXVIII. Von der Sorge für die Seele. CCCCXCIX. ( 499.) Nach der Melodie des 238. Lieds. Herr! Err! meiner Seele grossen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken; und auf die Sorge für ihr Hbb.4 Mobl 856 3went. Th. XXXVII. Von der Sorge Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie von dir geacht! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft sie, GOtt, dein Bild zu seyn; und hast, vom Fluch sie zu befreyn, felbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden; durch Glauben und Gottseelig. keit, zu grösserer Vollkommenheit im Him. mel reif zu werden. 4. Mit grosser Treue willst du sie, selbst durch des Lebens kurze Müh', zu diesem Zie. le führen. O laß mich nicht, durch eigne Schuld, das Heil, das deine Baterhuld ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o GOtt, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freu'n, und dich zum Trost zu wählen; das sey mein Fleiß und höchster Zweck! laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o GOtt, in mir ein Herz, das Sünden hasset; das seine Schuld vor dir be reut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung fasset. für die Seele. 857 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb'; und was ich hier im Fleisch noch leb', laß mich im Glauben leben an dich, Sohn GOttes, der du mich so hoch geliebet hast, und dich für mich dahin gegeben. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Klei nod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 9. Wie seelig werd' ich dann nicht seyn! schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, GOtt, ruhig leben; und du wirst, nach voll. brachter Zeit, auch mich gewiß zur Herrlich. keit in deinem Reich erheben. ( 500.) D. Flach der Melodie des 119. Lieds. Nach meiner Seelen Seeligkeit laß, HErr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd' ich einst vor dir bestehn? wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens wer den. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf feine Sünden sehen, und wann man nicht mehr fünd'gen kann, GOtt um Erbarmung 566 5 fle. 858 3went. Th. XXXVIII. Von der Sorge fleben, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o GOtt, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. Drum laß auch, hier auf Erden, des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäffte werden. HErr, stärke mir dazu den Trieb. Nichts sen so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewonn' ich auch die ganze Welt mit al len ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o GOtt, darüber meiden; was hülfe mir's? kann auch die Welt mit allem, was fie in sich hålt, mir deine Gnad' ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irrdisch Glück; nur GOttes Gnade, und der Blick auf je nes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, HErr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Ge richt dereinst besteh' sey meine größte Sorge! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht für Trägheit mich beschüßzest, und mich zur Treu in für die Seele. in dieser Pflicht mit Kräften unterstüßest. O stårke mich, mein GOtt, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. ( 501) 859 DI. Fach der Melodie des 29. Lieds. Lehre ntich, HErr! recht bedenken, was wahr. hafte Weisheit sey. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bey. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weißheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, HErr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit vester Zuversicht diesem Licht sich anvertrau'n: denn, die folg. sam darauf schau'n, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn; reuend sie vor GOtt gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, feiner Mittler shuld vertrau'n; so auf seine Stimme 860 3weyt. Th. XXXVIII. Von der Sorge hören, und auf seinen Wandel schau'n, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlich. Feit und Geld für das wahre Wohlseyn ach. ten; nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, GOttes Gnade sich zu seinem Zweck ersehn, und auf seiner Wahr. heit Pfade diesem Glück entgegen gehn; ger. ne GOttes Willen thun; froh in seiner Fü gung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, Hoffend mit Geduld sie ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrim find; Wunsch und Hoffnung Dabin lenken, wo die Seele Ruhe find't; sei ne Augen unverwandt nach dem ew'gen Va terland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil. Die von ihr geleitet wer den, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, GOtt, verleihe fie auch mir! laß sie mich zu allen Zeiten auf den Beg des Friedens leiten. Vom für die Seele. Vom Gewissen. 861 ( 502.) DII. Flach der Melodie des 48. Lieds. Ein rubiges Gewissen, laß, HErr mich stets geniessen. Denn hab' ich dieses nur; so ist für mich in Tagen, wann andre ängstlich za gen, nichts schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschäßzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben; und dann die inn're Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß wird meine Thorheit seyn? 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freylich schwere Pflicht: doch, wenn wir uns besiegen, welch feeliges Vergnügen gewährt uns die Bollbringung nicht? Nichts kann im Wohlergeben so unfer Glück erhöhen, als ein geruhig's Herz. Das schaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt im Schmerzen selbst den Schmerz 6. Die 862 3ment. Th. XXXVIII. Von der Sorge. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was giebt uns dazu Muth? was tröstet GOttes Kinder beym Spotte fre cher Sünder? ein ruhig Herz, dieß größte Gut 7. Zu dir gen Himmel schauen, o GOtt, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten; darf deiner Huld mich trösten: welch Glück, mein GOtt, kann größer feyn? 8. Einst läst du im Gewissen mir dieſen Trost geniessen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet, und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weis heit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoff nung stärken, daß nichts verdammlich's an mir sey. ( 503.) DIII. Flach der Melodie des 30. Lieds. welch ein unschäßbares Gut ist, HErr, ein rein Gewissen! wer dieses hat, der hat aud Muth, wenn andre zagen müssen. Sein r hig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir þat er Friede für die Seele. 863 2. Sich deines Beyfalls, GOtt, bewußt, troßt er auf deine Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er, ben aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geissel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich für Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; GOtt wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die giebt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen We gen. Denn dort macht selbst, o HErr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund? da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein. unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sey beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu seyn; dein heilig Recht nicht zu entweyhn, das sey mein größter Eifer. 6. Gieb, daß ich des Gewissens Spruch, als deine Stimme ebre; und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre, Erinnerts mich 864 3went. Th. XXXVIII. Von der Sorge mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld, voll Reu und Glauben, fuchen 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und står ke meine Seele, daß sie für Sünden hüte sich, und nie aus Vorsatz fehle. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer auch, durch JEsum Christ, zum Trost dich, Allerhöchster! Von der Wachsamkeit. DIV. ( 504.) Nach der Melodie des 72. Lieds. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die be ste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eif rig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ic ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu daß er nicht falle, der, wann sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte bök Lust stirbt niemals ganz in unfrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend. Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hi Be roher Jugend wird mit den Jahren Sit famkeit. Und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend on. 4 Oft ist die Aend'rung deiner Seelen en Taush für die Seele. 865 Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Rumsucht qualen, und dämpfft sie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe, erwe. cken dir so manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Nachsucht dir befreyt; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sich dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8 Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft Kaum la get uns die Welt entgegen: so reget sich die Jii Lei 866 3went. Th. XXXVIII. Von der Sorge Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst GOtt die leichten Triebe durch einen strengern Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Nei gung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreissen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Dod bist du, fordert's GOttes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flichts Unmuth auch und Müßiggang? II. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst Mäßigkeit; denn auch Geduld? du die neft gern, wenn andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern follst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sen nicht vermessen! wach' und streite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlforth an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach' überall! ( 505.) DV. Nach der Melodie des 72. Lieds. Damit ich meine Seele rette, so gieb, HErr, daß für die Seele. 867 daß ich båt und wach'! wenn ich dich nicht zum Beystand hätte, war' ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht! auch die bekämpfre böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? ach! jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein ich mir befreyt; jeßzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dreut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum la det uns die Welt entgegen: so regt sich unive Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6.Drum gieb, HErr, daß ich wach und streiJii 2 te; 868 3wept. Th. XXXVIII. Von der Sorge te; nie dencke, daß ichs gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfarth an. Die Sicherheit droht mir den Fall. Hilf, daß ich wache überall! ( 506.) DVI Flach der Melodie des 102. Lieds. But Mache dich, mein Geist, bereit! Wachen Flehn und Båten stärket uns zu jeder Zeit; hilft in allen Nöthen. Satans List kann der Christ, durch Gebät und Wachen, leicht zu Schanden machen. 2. Auf dann! und beharre nicht in dem Sün denschlafe. Christus ist mun selbst dein Licht Eile! schwere Strafe, grosse Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet fin den. 3. Wache, sonst bringt Satans List dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du ſchläf rig bist, dich leicht überwinden. Die GOtt liebt, übergiebt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 4. Wache, daß dich nicht die Welt, durch Gewalt bezwinge; oder, wenn sie sich verstellt, liftig an sich bringe. Wach' und sieh'! daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Nett stellen. für die Seele 869 5. Wach' und gieb auf dich selbst acht; trau' nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, GOttes Huld verscherzen. D es ist voller List, kann sich selber heuchlen, und voll Hochmuth schmeichlen. 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Ge båt verbinden. Was uns Stark und Kraft verleiht, ist ben GOtt zu finden. Geist und Wort hilft dir fort daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. 7. Du wirst nie vergeblich schrey'n: GOtt wird Heil und Leben, GOtt wird Seegen und Gedey'n, wenn du bittest, geben. Wenn du schrenst, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. 8. Auf dann! du mußt immerdar wachen, flehn und båten, und, vermehrt sich die Ge fahr, immer brünft'ger båten. In der Noth, in dem Tod, wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. ( 507) DVIL DVI tad Hier Nach der Mel. des 120. Lieds. ist noch unfre Prüfungszeit. Hier find wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt; das schwache Fleisch sich felbst verstrickt; die Sinne jedes Blendwerk rührt; auch böses Beyfpiel oft verführt. Jii z 2. Oft 870 3went. Th. XXXVIII. Von der Sorge 2. Oft nehmen Lafter überband, und strö men übers ganze Land. Drum hute dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht Christ, sen im Glauben stets bereit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsatz ist, ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm' ich hier bey Gefahr, und ein Netz bey dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn' ich Schwacher hier. 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein; preist den Genuß des Lebens an; schillt Frönimigkeit für finstern Wahn Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: 0 eine Sund' ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern. Und ach! mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu seyn begehrt. 6. Du, JEsu! must das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein; dein Bruder, HErr! dein Fleisch und Bein. Mein GOtt, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ic nicht laß' von dir. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein. und für die Seele. 87% und endigt sich in Höllenpein. Drum steh dein guter Geist mir bey; daß ich kein Knecht der Sünde sey. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh'. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergiebt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich vest bis in den Tod. 9. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt, und überall mich Angst umringt; bleib' ich doch stets in deiner Hand. Ich halt' in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam seyn. 10. Mit dir, o HErr, kann ich bestehn: follt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte fich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. II. Du bist es auch, dem ich vertrau' so lang. ich noch das Elend bau'; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre krönt. HErr! steh' in jedem Streit mir bey, daß ich durch dich ein Sieger sey! Jii 4 XXXIX. +( 0)+ XXXIX. Bon der Gorge für den Leib. ( 508.) DVIII. Nach der Melodie des 72. Lieds. Wie mannigfaltig find die Gaben, wodurch uns HErr, dein Wohlthun nährt, und die so Geist als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, GOtt du bist. 872 2. Du giebst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreu'n, giebst du den traubenvollen Reben mit fegensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß? 3. Doch laß nie Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie o Höchster, so besiegen, daß sie zum Schwel gen mich bewegt. Laß, deiner Gaben mid zu fren'n, mich máßig im Genusse seyn. 4. Mit Speis' und Trank sein Herz beschwe ren, stebt niemals wahren Christen an. Do durch wird das, was uns ernähren, und un fern Geist erquicken kann, ein Gift, das i die Adern so leicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgeren raubt uns die Kraft zu Swept. Th. XXXIX. Von der Sorge für den Leib. 873 zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht träge zum Berufsgeschäfte; untüchtig zur Gottfeeligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zank, und hindert den GOtt schuld'gen Dank. 6. Wer sich den Bauch zum GOtt erkohren, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verlohren, zu dem kein Knecht der Lüfte taugt. Gott! laß mich ja dieß Lafter scheu'n, und mäßig stets und nüchtern feryn. 7. So oft ich Speis' und Trank geniesse, fo laß es mit Bernunft geschehn, und daß ich beydes mir verfüsse, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Rahrung und Erquickung giebst. ( 509) $ 16 DIX. Flach der Melodie des 234. Lieds. Der Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster! meine Weisheit seyn. Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir, o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seu den, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Jii 5 Leis 874 3went. Th. XXXIX. Von der Sorge für den Leib. Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln giebt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stär ke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führt Neu und Ge wissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schänder und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schi. pfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie find vor den Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o GOtt! wer sich in ihre Knechtschaft giebt, wird me von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum' verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmel reich wird niemand erben, in dem die böse Luft nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn; und, keusch zu seyn, mich stets bemühn 7. Gieb, daß ich allen bösen Lüsten mit Muth und Nachdruck widerste'h, und stets, dawider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger! feh. Wer dich, o GOtt, vor Augen hat, flicht auch verborg'ne Missethat. 510. Bwent. Th. XXXIX. Von der Sorge für den Leib. 875 ( STO.) DX. Nach der Melodie des 234. Lieds. Des Leibes warten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht, muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bey; daß dieſe Pflicht mir heilig sey. 2. Sollt' ich mit Vorsaß das verleßen, was zur Erhaltung mir vertraut? follt' ich gering ein Kunststück schäßzen, daß du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßzen, giebst du mit milder Baterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es seyn? 4. Gefunde Glieder, muntre Kräfte, o GOtt! wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäffte, wenn Krank heit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde gröftes Gut Gesundheit, und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den 876 3went.Th. XXXIX. Von der Sorge für den Leib den innern Vorwurf hört: du selbst bist Sto. rer deiner Ruh: du zogst dir selbst dein Lebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam seyn! drückt mich die Last der Krankheit nieder; so flöffe selbst Geduld mir ein. Gewähr' auch dann mir guten Muth, und segne, was. der Arzt denn thut. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt: nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbe fiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge seyn. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sey stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh' dieses Leibes Hüt te bricht; dazu, HErr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. ( I.) ( 511.) sumine) Nach der Melodie des 48. Lieds. DXL DXL Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, GOtt, gegeben? ein unschäßzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück be. ruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort ernd tet Sweyt. Th.XXXIX. Von der Sorge für den Leib. 877 tet man erfrenet der Tugend Früchte ein. Je långer ich hier wandle, vor dir rechtschaf fen handle, je grösser wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? o HErr! laß mir, im Glauben der künft'gen Erndtezeit, mein Leben auf der Erden, so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4 Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undank deiner Güte. Ein redlicher Gemü the verläßt ja seinen Posten nicht. 5. Gieb, daß ich klüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu beſtimmt. 6. In deine Baterbände befehl ich, HErr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienst erge ben. Hilf nur dem guten Willen auf. 7. Was nüßt ein langes Leben dem, der nicht, GOtt ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer GOtt und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. XLA 878 ( 0)+ XL. Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, DXII ( 512.) Nach der Melodie des 9. Lieds. Laß mich doch nicht, v GOtt! den Schäßzen dieser Erden so meine Neigung weyhn, daß fie mein Abgott werden! oft fehlt beym lle berfluß doch die Zufriedenheit. Und was is ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unfre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wird dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verlierts oft der, dem der Besiß gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergånglich seyn, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O GOtt, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, bald prassend sie verzehrt, bald geizig sie be wacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sey mein Spai Zweyt. Th. XL. V. d. rechtmäßigen Gebrauch: c. 879 Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden. Dieß bleibt im Tod auch mein, dieß folgt mir aus der Zeit, zum seeligsten Gewinn, bis in die Ewig feit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlich sten Bergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, GOtt, den Wunsch vom irrdischen Gewinn, durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gü tern hin. ( 513.) DXIII Nach der Melodie des 26. Lieds. Wohl dem, der beß're Schäße liebt, als Schäßze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, GOtt verwehrt uns nicht, ier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu müßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleiffes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit anzer Seele schmachten, nicht erst nach der Berechtigkeit und GOttes Reiche trachten; ist 88 3went. Th XL. Von dem rechtmäßigen Gebraud ist dieses eines Menschen Ruf, den GOtt zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz; erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schim mernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spot, ein elend Gold zu deinem GOtt, 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt did kein Gut geniessen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meinend sprechen; dich zwingen, der Ar beiter Lohn unmenschlich abzubrechen, e wird in die der Wittwen Flehn, der Wayser Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, d Wohlthat Freuden schmecken, und in des Un glücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' ent cken? Und wo ist eines Standes Pflicht, nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geizen ziehst du dich den Kindern, und läsfest dich d Goldes Neiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wen du sie reich, wie dich, gemacht. der zeitlichen Güter und wider den Geiz. 881 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend gröster Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frey zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler, und die Pest der Welt. 1. Erhalte mich, o GOrt, daben, daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig als Abgötterey von mir entfern' und basse. Ein weises Herz und guter Muth, sey meines Lebens gröstes Gut! ( 514) DXIV. Flach der Melodie des 6. Lieds. Herr! laß mich doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten. Gieb selbst mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit so bauszuhalten, wie es mir nüßt, und dir gefällt; damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe. 2 Mein Haab und Gut kommit ja von dir und deinem milden Segen. Nicht mir zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Ver. mögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. REF Drum 882 Zweyt.Th. XL Von dem rechtmäßigen Gebrauch Drum gieb, HErr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3 Was ist das mir geschenkte Gut? ver gänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Ülebermuth dadurch vereitelt werde! nie reif se irrdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen? verführt' mich zeitlich Gut und Geld sorglos hintan zu sehen, was mei ner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt. Wie strafbar würd' ich han deln! 5. Mein gröstes Trachten sey allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o GOtt, in dir, wenn ich nur die kann haben? Hab' ich nur, Höchster! deine Huld; bin ich voll Glauben und Geduld; was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Ge wissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit die Gü ter nie verschwenden, die du mir gabst, intie fer der zeitlichen Güter und wider den Seiz. 883 ser Zeit sie mißlich anzuwenden. Gich mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Näch. sten so, wie mir, des Lebens Müh' erleidt're. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft. Das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heil'gen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nüßen, daß ich einst erfreu't noch Segen davon erndte. XLI. Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. DXV. ( 515.) Flach der Melodie des 30 Lieds. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er giebt zur Arbeit Much und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer das zu ſeinem Hauptzweck macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach ſei. nem Reiche tracht't, dem giebt er auch auf Erden vom irrd'schen Gut mit milder Hand, so viel beym Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßzet. 3. GOtt ist der Frommen Schild und Lobit, und krönt er sie mit Gnaden, was sollte ib. KFF 2 rer 884 3went. Th. XLI. Von der Arbeitsamkeit rer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen scha. den? Mit seinem Schuß bedeckt er sie, und fegnet, ben des Lebens Müh', ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o GOtt, daß ich auf dich bey meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten! 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich, ge stärkt durch dich, voll Muth, mit Luft und Freuden in meinem Stand geschafftig sey! dein Segen krone meine Treu, daß sie auch andern nüße. 6. Sen überall, mein GOtt, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöch ster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines groffen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. ( 506.) DXVI. Flach der Melodie des 8. Liebs. Du hast uns, HErr, die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernitlich eingepräget. Der träge Müßiggang ist dir o Gott, verhaßt, für uns der Laster Neß, und unserm Nächsten Last. und Treue im zeitlichen Beruf. 885 2. In deine Ordnung, HErr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getrost auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß beneßt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz für eitlen Nah. rungssorgen. Gieb mir mein täglich Brodt, und sorge selbst für Morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. 4. Ach! fördre, grosser GOtt, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bey meinem Thun, Loß mich, bey meiner Last, auf jenen Sabbath sehn, dawir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. ( 517.) DXVII, im Anfang und am Ende. Fach der Melodie des 19. Lieds. Zur Arbeit, nicht zum Müßiggang, sind Drum laß mich wir, o HErr, auf Erden. doch mein Lebelang kein Knecht der Trägheit werden. Gieb mir Berstand, und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft, mein Amt hier zu verwalten. 2. Hast du ein Amt; so warte sein: das ist, GOtt, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, REE 3 886 Erft. Th. XLI. Von der Arbeitsamkeit daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tuotigkeit zu meinem Amte wachse. 3 DHErr! für tråger Weichlichkeit woll'st du mein Herz bewahren! so werd ich aus Ge machlichkeit nie meine Kräfte sparen. Erho. len werd ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken 4 Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die 3 it mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, verschwenderisch verbringen. Das müsse mein Vergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weyh'n, die du mir aufer. leget. 5 Ein beil'ger Trieb belebe mich o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt, durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freu't, giebt zu der Arbeit unterfeit, verfüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, HErr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehr fucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben deinem Dienst zu weyb'n, so müß, lich, als ich kann, zu seyn, das sey mir Ehr' und Reidthum. 7. Dir zu gefallen, sen mein Zweck ben allem, was ich thue! so wandle ich den rechten Weg zu und Treue im zeitlichen Beruf. 887 zu der Gewissensruhe. Denn, wer dir, Hei ligster, mißfällt, was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren Schäßzen? 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, HErr, auf Erden dein weises Allmachtswort erschuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höher'n Würden steige. KEKENEHEHEHEHEHEHEHEHEHE XLII. Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. ( 518.) DXVIII. Flach der Melodie des 55. Lieds. GOTT! du bleibst ewig unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufried'ne Geister! fie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 2. Was helfen uns die angstlich bangen Sor gen für den doch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Gramen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäfften den Leib entkräften. REE 4 4.M 888 3went. Th. XLII. Von der Zufriedenheit 4. Mein Glück beruht, o GDtt, auf deinem Segen. Bertrau ich dir, und geh' auf deinen Wegen; so wirst du mir, auch ohne Sorg und Kranken, was nüßlich schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verlieh'nen Pfun de, und barr'ich nur der rechten Segensstun de; so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum förbre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sey der Anfang und das Ende! gieb guten Roth, damit, was ich voll bringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mat frober Hoffnung stillen. Erlang' ich nur, was du, HErr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben; versorge nur den Geist mit jenen Ga ben, die mehr, als alles Jrrdische erquicken, und stets beglücken. 9. Hier hab ich gung Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völlig erfüllet. ( 519.) DXIX. der Lieds. Eutehre nicht, mein Herz! mit Klagen den GOtt, und Geduld im Leiden. 889 GOtt, der dich zum Glück erschuf. Die Müh' des Lebens zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bey den Beschwer. den von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und båtet GOttes Willen an. 3. GOtt selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Er. fülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie giebt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie våterlich. Sie brau. chen, dieß ist dein Geschäffte, und ihr Ge. brauch ist Ruhm für dich. 5. Zwar jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertrant, als dir; doch soll dieß deinen Neid erregen? denk: wer ist GOtt, und Wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir mißet, und was dem Nächsten müßt, als du? wenn er dich führt, regiert und schüßet, was feblet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden; beneide nicht der grossen Glück; fie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. REE 5 8. Dir 890 Zweyt. Th. XLII. Von der Zufriedenheit. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewähret? ih wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer germ was er nicht braucht, entbehret, der ist be glückt, und reich genug. 9. HErr! der du mir zum froßen Leben, viel ich brauch', und mehr verliehn, laß tåg lich sich mein Herz bestreben, den sorgenvolle Gram zu fliehn. 10. In Demuth laß mein Herz sich üben GOtt, deiner Gute sich zu freu'n; dich fürd ten, dir vertrau'n, dich lieben, muß' ewig me ne Wollust seyn! ( 520.) DXX. Nach der Melodie des 48. Lieds. Will mich, o Gott, hienieden des Leben Last ermüden, so stárke meinen Geist! went mich die Leiden Frånken, so laß mich wohl be denken: auch das sey gut, was Trubsal heißt 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werde unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unfrer Seelen bar ge? so wird mit Trost das Herz erfrijdt. Die Lasten, die uns pressen, bast du HErr, abgemessen, so groß sie immer sent Du hilfst sie selbst uns tragen, und richte unfre Plagen nach unfern Kräften weislid ett. 4. Ja und Geduld im Leiden. 891 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, so sind nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Sowerdter sinds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Vater deine Kinder schlägſt. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüfte schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Lust der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld; daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch trau'n auf deine Ba terhuld. 7. Was will uns, HErr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgehn. 8 Zu jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen; wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Seeligkeiten hin. 9 D! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dieß doch aufs tiefſte ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückfee. lig feyn. ( 521.) 892 Swent. Th. XLII. Von der Bufriedenheit. ( 521.) DXXI. Flach der Melodie des 255. Lieds. Sey, Seele! stark und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl GOtt deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefehr; die Hand des Höchsten schickt es her; sein Rath hats so ersehen! drum sey nur still! was dein GOrt will, laß immer gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so folls dir doch nicht schädlich seyn. Gott karn sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? nicht ewig, HErr! nur kurze Zeit. Nad überstand'nem Leide, erquickest du ihr Herz mit Nuh, und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum hab', o Seele! guten Muth! ver trane GOtt! es wird noch gut nach aller Trübfal werden. Durchs Kreuz zieht er die immer mehr zum Himmel von der Erden. 6. GOtt ist dein GOtt. Er ist getreu; und stehet dir als Vater bey in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7.E1 und Geduld im Leiden. 893 7. Es haben ja zu aller Zeit, die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? 8. O båt', und sich auf deinen GOtt, in aller deiner Angst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut: behalte Muth! GOtt wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein GOtt des Trostes bist laß jeden, der hier trourig ist, doch deinen Trost empfürden. Hilf, den du liebst, und prüfend übst, den Lumuth überwinden. ( 522.) DXXII, Fach der Melodie des 55. Lieds. Ein Herz, o GOtt! in Leid und Kreuz ge duldig, das bin ich dir, und meinem Helie schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Vå ter? Bin ich vor dir, HErr, nicht ein Ueber. treter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schwe. ren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o GOtt, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doc 894 3wert. Th. XLII. Von der Zufriedenheit. 4. Doch selbst, o HErr, in Strafen unsrer Sünden, läß'st du den Weg zu unserm Hel uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 5 Jag' ich nur nach dem Frieden im Ge wissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, HErr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Er den; nicht hier, erst dort, dort soll ich glück lich werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Frenden! dieser Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend felbst ver schulde: wenn ich als Mensch, als Christ hie leid' und dulde; so kann ich mich der Hülf der Erlösten sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch: und Leiden müsse kranken; doch in der Noth an seinen Schör fer denken, und ihm vertrau'n, das stärkt unsre Herzen mitten im Schmerzen. 9. Schau über dich! wer trägt der Himme Heere? Merk' auf! wer spricht: bis hicher zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfe und Berather, ewig dein Vater? to. Willst du so viel, als der Allweise, wi fen? jetzt weißt du nicht, warum du leide müssen; allein du wirst, was seine Wege wa ren, nachmals erfahren. IL und Geduld im Leiden. 895 II. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm na. hen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 12. Das Kreuz des HErrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung giebt dem Glau. ben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz tebt in der Noth noch beste. Hoffe das Beste! ( 523) DXXIII. Nach der Melodie des 48. Liebs Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen: wer Leben hat nicht seine Quaal? 2. Ja, HErr, ich bin ein Sünder, und stets trafft du gelinder, als es der Mensch ver. dient will ich, beschwert mit Schulden, Fein zeitlich weh' erdulden, das doch zu mei. nem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den HErrn. Dir, GOtt will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft, und du errettest gern. 4 Laß du mich Gnade finden, mich alle mei ne 896 3went Th. XLII. Von der Zufriedenheit. ne Sünden erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäffte, dein Wort mir Trost und Leben feyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade ver trau ich deiner Gnade. Du, HErr, bist bey mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Goft durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du HErr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. ( 524.) WiLLLL DXXIV. arum sollt' ich mich dann gromen? bob ich doch, Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel rauben, den mir schon, GOttes Sohn, bergelet im Glauben? 2. Jd und Geduld im Leiden. 897 2. Ich kam unter Angst und Rothen, Hüls felos, arm und blos, einit ons kicht getreten: nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wann ich hier einst verscheiden werde: 3. Gut und Blut, Leib Seel und Leben, ist nicht mein; GOtt allein ist es, der's gegeben: Fordert er es einstens wieder, nebm' ers hin, ich preiß ihn doch durch meine Lieder. 4 Schickt er mir ein Kreuzzutragen; dringt herein Angst und Pein; sollt' is drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen: er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. GOtt hat mich bey guten Tagen oft er gößt; ſellt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist GOrt und schärft mit Maaßen sein Gericht; kann mich nicht ganz und gar verlaffen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Förnen mir nichts mehr bier, thin, als meiner spot ten. Laß fie ſporten, laß fie laden; GOtt, main Heil, wird in Eit sie zu Schanden maz cent. 7. Unverzagt und ohne Grauen folf eft Christ wo er ist, stets fid laffen fdduen; wollt' ihn auch der Tod bekriegen, Christi Blut, und sein Much hilft auch den besiegen. 8. Denit S11 898 Swent. Th. XLII. Bon ter Zufriedenheit. 8. Denn kein Tod kann mich eriödten, nein: er reißt meinen Geist aus viel tausend No. then, endigt dieses Lebens Leiden, und giebt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann wird sich mit bessern Schäßen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbe stand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. II. HErr, mein Hirt', Brunn aller Freu den! du bist mein, ich bin dein; niemand kann uns scheiden: ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich, und ich dich, ewig werd' umfangen. ( 525.) DXXV. rach der Melodie des 267. Liebs. Was Gott thut, das ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sa. und Geduld im Leiden. 899 Sachen an, will ich ihm halten stille: er ist mein GOtt, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur welten. 2. Was GOtt thit, das ist wohlgetban; er låsset mich nicht fallen: er führer die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld giebt seine Huld: er wird mein Unglück wenden: es steht in seinen Hänten. 3 Was GOtt thut, das ist wohlgethan; er weis nur, was uns nußzet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stüßet! ja. seine Trei ist immer neu: drum will ich auf ihn bauen, und seiner Gute trauen. 4. Was GOtt thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Boses gonnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid: es kommt die Zeit, da df. fentlich erscheinet, wie treulich er es meynet. 5. Bas GOtt thut, das ist wohlgethan: muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahu; laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergößzt mit füssem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. 6. Was GOtt thut, das i moblgetban, dabey will ich verbleiben: es mag mich auf die rauhe Bahit Noth, Tod und Elend treiben; 211 2 ſo 900 3weyt. Th. XLII. Von der Zufriedenheit so wird GOtt mich doch väterlich in seinen Armen halten: drum laß ich ihn nur walten, ( 526.) DXXVI. Flach der Melodie des 72. Lieds. Verborg'ner Gott! dem nichts verborgen, was auf der ganzen Welt geschicht; was sollt ich, wie ein Heyde sorgen, als wüstest du mein Elend nicht? verstellet gleich dein Ant liß sich; dein Herz meynt es doch väterlich. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht gebohren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwär tig dar. Dein Auge siehet aus der Höh', und kennt mich, wo ich geh und steh'. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und giebst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, HErr, ist deine Gabe; du sorgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, hast du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hasts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was gesticht. 5. So laß mich doch recht veste glauben, bas dei und Geduld im Leiden. 901 deine Augen auf mich sehn; laß mir den süssen Trost nichts rauben, du werdest mir zur Sei te stehn, und bald zerstreu'n durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfüllen; du haft mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen: ich bin getroft und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein GOtt. mein Heil und Licht! ( 527.) DXXVII, Nach der Melodie des Was ist mein Leben auf der Lieds. Erde? ein Hier stört Wechsel ists von Lust und Leid. oft Unruh und Beschwerde die sanfteste Zufriedenheit. Hier wohn'ich noch in einer Welt, die Fein vollkomm'nes Glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o HErr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst, nach deiner Batertreu, mir stets uit Nath und Hülfe ben. 3. Du stärkst mir, unter aller Plage, o GOtt, auf mein Gebåt, den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machst zuletzt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank; auf Klagen froher Lobgesang. ºll 3 4. Zu 902 Brent. Th. XLII. Von der Zufriedenheit, 4 3u ungestörten Sicherbeiten, schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkomm'ne Ruh' und Si cherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bit bu denn, o meine Seele! in dei ner Noth so fummervoll? Vertraue GOtt! nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schüßt den Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein GOtt und Retter war. 6 Er wird es senn. Ruf' in Gefahren ihn als den einz'den Helfer an. Er weiß dich mach tig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dieß stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauh'sten Stege fich' fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammlest du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sich dahin zu allen Zeiten; in eigner und gemeiner Noth, im Glücke, und wenn dich von weiten ein Unglückswetter hart be drobt. Nichts giebt uns Trost zu solcher Zeit, als GOtt, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, GOtt, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich, auch in und Geduld im Feiden. 903 in der größten Noth, vertrauen. Du bist bey mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. ( 528.) DXX VIII. Mach der Melodie des 48. Lieds. Was ists, daß ich mich quâle? harr' mur auf GOtt, o Seele; harr' und sey unverzagt du weist nicht, was dir müßet; GOtt weiß es, und Gott schüßzet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah'. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hilfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dir, GOtt nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was du mir beschieden, das dient zu meinen Frieden, wär's auch die gröste Last der Welt. 4. Jo lebe nicht auf Erden um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Eegen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sey mir von dir gewähret! GOtt, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt Lll 4 auch 904 Swent. Th. XLII. Von der Zufriedenheit auch schäßet, sey, Heir mein GOtt, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; fo harr' ich, und bin stille zu GOtt, denn nicht mein Wille, dein Wille nur geſcheb' o Gott! 7. Du bist der Miden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was Fann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? Und du, mein GOtt, bewahreß mich. ( 529) DXXIX. Nach der Melodis des 7. Lieds. Was ist das Leben hier auf Erden? Wo ist Hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frey von den Beschwerden der Trübfol und Mihjeeligkeit? du legst in unserm Lebens lauf, o GOtt! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind treu gemeynte Soläge der Vite huld, die für uns wacht Bie hast du doch durch Leidenswege so manchen schon zu dir gebracht! denn ungeffortes irrdisch Glück hält uns von dir, o GOtt, zurück. 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweck te, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer fuch und Geduld im Leiden. 901 suchte, wenn ihn nichts erstreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Troft erquickt? 4. Zum Dulden führt dein Ruf der Gnaden, der uns zu Chrifti Gliedern macht. Wie sower war der nicht hier beladen! wie hart verfolgt! wie sehr veracht't! und doch trug er dieß alles gern. Gieb, daß ich folge meinem HErrn. 5: Er ward beleidigt ohn' vergelten, gegeis selt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten, ohn' Wiederspruch zum Kreuz verbannt. Wie? follt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 6. Laß. GOtt, nur dieses Lebens Leiden zu meiner Beß'rung fruchtbar seyn; so geh' ich zu des Himmels Freuden durch dieser Erde Trübsal ein. Dort wird mein Leben ohne Pein, und ohne Leid und Thränen seyn. 7 Drum laß mich mit dem Troste fiegen: GOtt giebt, nach kurzer Prüfungszeit, das allerseeligste Bergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Verschmachte Leib! stirb und vergeh! ich weiß, daß ich einst aufersteh. ll 5 ( 130) 906 gweyt. h. XLII. Von der Zufriedenheit ( 530.) DXXX. Trost in geistlicher Schwermuth. Lleue Melodie. DIE u flagst, o Christ! in schweren Leiden, und ſeufzeit, daß der Geit der Freuden von dir gewichen ur Du tlagt und ruft: HErr, wie so lange und Ort verzendt und dir wird bange, daß du von Gött vertalen bijt. 2. Sind meine Sünden mir vergeben; hat GOtt mir Sünder Heil und Leben in seinen Sohn verlieh'n: wo sind denn seines Geiste Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getrost auf ihn? 3. Mübseelig, sprichst du, und beladen, hör ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ic empfind ihn nicht; bin abgeneigt, vor GOt zu treten; ich bắt, und kann nicht glaubig båten: ich denke, GOtt, doch ohne Licht. 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von und Geduld im Leiden. 907 von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ich's nicht zu Her. zen fassen, und meine Kraft hat mich verlas sen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl ich Zweifel, die mich quälen, beul' oft vor Unruh meiner Seelen, und mei ne Hülf' ist fern. Ich suche Rub', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unmuth, keine Furcht des HErrn. 6. Zag' nicht, o Christ, denn deine Schmer. zen sind sich're Zeugen beß'rer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, GOtt zu lieben, war nicht dein Herz mit ihm vereint. 7, Kein Mensch vermag GOtt zu erkennen, nod JEsum einen HErrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ists, der dich nach GOtt verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf GOtt; er wohnt bey denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück Er höret deines Weivens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grim. me sich einen kleinen Augenblick. 9. GOtt ließ so manchen seiner Frommen in dieß Gefühl des Elends kommen, und stund. 408 2wayt Th. XLII. Von der Zufriedenheit stund ihm mächtig bey. Du sollt dein Nichts erkennen lernen, sollst das Bertrau'n auf dich entfernen, und seh'n, was GOttes Gna de sey. 10. Bor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. It So wie ein Vater über Kinder, erbar met GOtt sich über Sünder, die seinen Na men scheu'n. Dein Seufzen ist ihm nicht ver. borgen, so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn. 12. Zwar ist um Trost dir jeho bange; denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geüber ward. 13. Fahr fort zu baten und zu wachen, GOtt ist noch mächtig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen; sein Wort ist wahr, und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir. 14 Auf, fasse dich in deinen Nöthen! sprich wollte mich der HErr auch tödten: so harr ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Er. und Geduld im Leiden. 909 Erlösten; und will mich GOtt nicht eher trösten, so wird er mich im Tod' erfreu'n. ( 53T.) DXXXI Trost in Dürftigkeit. Neue Mel. od. nach der Mel drs 140. Pf. u klacft, und fühleft die Beschwerten LEFT* des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebeit glücklicher zu werden, und siebst, S daß du vergebens ſtrebit. 2. Ja, klage! GOtt erlaubt die Zábren; doch denk' im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4 Genieße, was dir GOtt beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. GOtt ist der HErr, und seinen Segelt vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht ſo 910 3went. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wis er's uns beilsam fand. 6. Willst du zu denken dich erkühnen, daß feine Liebe dich vergißt? er giebt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uni schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in trå ger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäffte, und müßze deine Lebenszeit. 8 Bey Pflicht und Fleiß sich GOtt ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung fehn, dieß ist der Weg zu Ruch und Leben. HErr, lehre diesen Weg mich gehn! 祝 kok:: ** XLIII. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. ( 532.) DXXXII. Nach der Melodie des 7. Lieds. Es eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herben Erkauf' die Zeit und frátt zu klagen, sie sey zu kurz, gebrand fie treu! nimm mit erfenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie fliebt! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten ver lierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dei Hei des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. 911 Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! bist du, zu kühner Sterblicher! des nächsten Augenblickes HErr? 3. Einst Ewigkeiten zu besißen, sollst du des kurzen Lebens Zeit, als deine Saatzeit, weis. lich nutzen, und thun, was dir der HErr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sich', ins ist noth! was säumest du? 4 Drum eil', errette deine Seele, und denfe nicht: ein andermal! sey wacker, bắt' und berzähle der Menschentage Fleine Zahl. Ge. eßt, dein Ende wär' auch fern: sey frommt and wandle vor dem HErrn! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erme. fe dich zu dieser Pflicht. Sprich, dir, o Gott! t nichts verborgen; ich bin vor deinem Anesicht, und will, mich deiner Huld zu freu'n, ein Leben gern der Tugend weyh'n! 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß mein Heil erwähle, aus Gnaden mir noch efen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, e deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften GOttes Reiche hier gestrebt, in gottge. ligen Geschäfften die Pilgertage durchge. lebt. 912 Swept. Th. XLIII Bon dem rechten Gebrauch lebt, und einst im Glauben sagen kann: d nimmst mich, HErr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn bey meinem End vernimmst du. Herzenskündiger. In dein treue Bater hände befehl' ich meinen Geist, HErr! er swingt sich über Grab und Wet zu dir, wenn seine Hütte fällt. ( 533.) DXXXIII. Neue Melodie. as forast du ångftlich um dein Leben! PEMULET Es GOtt geloffen übergeben, ut mabro Rub' und deine Pflicht. Du joust es lieben weisuch mitzen, es dankbar als ein( int besitzen, verlieren, als verlorst du's mot. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, folle dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wun zu leben mindern, doch dich in deiner Pflict nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleiht Ermattest du in deinen Pflichten: io los den Tod dich unterrichten, wie wenig deine Tag des Lebens, und der Zubereitung zum Todė. 913 Sprich: sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. Tage sind. 4. Denk an den Tod, wann böse Triebe; wann Lust der Welt, wann ihre Liebe dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? und könnt' ich auch die Welt ererben, begieng' ich doch solch Uebel nie. 5. Denk an den Tod, wann Ruhm und Eh. ren, wann deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Ei telkeit der Erden, daß, wann sie dir entriffent werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bey frohen Tageth Kann deine Lust fein Bild vertragen: so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird GOtt mir dort bescheren, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den Tod, wann deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? wohl mir! wann ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erde, dann ist der Himmel Reichthunt mein. 8. Denk an den Tod, wann Leiden kommen; sprich: alle Trubsal eines Frommen ist zeit. Mmm 914 3went. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch lich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wann Pfeile GOttes in dir stecken; du rufſt, und er antwortet nicht. Sprich: sollte GOtt mich ewig hassen? ich seh' ihn doch nach dem Erblassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 10. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheu'n; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. ( 534.) DXXXIV. Flach der Melodie des 7. Lieds. Du, HErr und Meister meiner Tage! du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des To des Keim in Gliedern trage, die irrdisch und zerbrechlich sind. Drum gieb, daß ich zu jeder Zeit, zu meinem Tode sen bereit. 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben ein mir verborg'nes Ziel bestimmt; und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, Herz des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. 915 Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltlust zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bey dir, GOtt, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schaß ist, sey mein Herz! HErr, lenke selbst es himmelwärts. 5. HErr allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein GOtt, vor Augen seyn, und deine Hülfe mich erfreu'n.: 6. Willst du mich långer leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Bater, auf mein Flehn! sey, wann mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Ich lebe dir, ich Sterben mein Gewinn. sterbe dir. Sey nur mein Trost, so gnüget mir. Mmm 2 ( 535.) 916 3went. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch ( 535.) DXXXV. Flach der Melodie des 47. Lieds. Err! ich hab' aus deiner Treu, mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gieb doch, daß ich sorgsam sey, sie auch weislich anzuwenden; denn, wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. Eh' man's denkt, find fie dahin, und auf ewig uns verschwunden. Niemals Fehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Loß, bey ihrer Flüchtigkeit, mich, mein GOtt, doch nie vergessen, wie unschätzbar fey die Zeit, die du hier uns zugemessen; wie, was hier von uns geschicht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukau. fen, die, zu meiner Seeligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, GOtt, nicht vergebens! ach! vergieb mir meine Schuid, daß so manchen Theil des Lebens ich, zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich soll. 6. Laß des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. 917 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäffte achten, und nach meiner Hei ligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bey, daß mein Le ben auf der Erde reich an guten Früchten sey, und dem Nächsten nüßlich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sey mit Trost mir nab! ( 536.) DXXXVI, Flach der Melodie des 47. Lieds. Meine Lebenszeit verstreicht, sründlich eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich viel. leicht, hier annoch zu leben habe? denk' o Seele! an den Tod! säume nicht; denn eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben Güter, die du hier erwirbst; Würden, die dir Menschen gaben; nichts wird dich im Tod' erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das JEsum liebt; nur ein ruhiges Gewissen; das vor GOtt dir Zeug. niß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; diefes Herz von GOtt erneut, giebt zum Tode Freudigkeit. Mmm 3 4. Wann 918 3went. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch 4. Wann in deiner letzten Noth, Freunde hilflos um dich stehen; dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht; GOtt ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte GOtt, und båt', und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist GOttes Sache. Lern', nicht nur den Tod nicht scheu'n; lern' auch seiner dich erfreu'n. 6. Ueberwind'ihn durch Vertrau'n. Sprich: ich weiß an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schau'n einst in diesem meinem Lei be. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab' oft hin; fiche dein Gebein versenken. Sprich: HErr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser wer den mag! ( 537.) DXXXVII! Flach der Melodie des 13. Lieds. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! fein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmei. chelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern LIPA 2 Der des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. 919 2. Der Junglmg hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greiß zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3: Sprich nicht: ich denk, in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun; was uns der HErr gebeut, und unsers Le bens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Todt rückt Seelen vors Gericht; da bringt GOtt alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Her. zen, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut; so sen doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben, als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod, vor GOt tes Thron gerecht zu seyn, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das GOttes Stimme hört; ihm folgt und sich vom Bösen kehrt; ein glau big Herz, von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Chrifto gilt. Mmm 4. 920 3went. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, GOtt wirket sie. Du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, daß du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft II. Ihr alle feine Tage weyhn, heißt einge. denk des Todes senn; und wachsen in der Hei ligung ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß' ich diese Pflicht! HErr, geh' mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinn're mich, daß ich dir wandle wür. diglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o GOtt, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu, die Frucht des Gei stes, in mir sey. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meinen Lüften widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! 14 ( 538.) DXXXVIII. Flach der Mielodie des 418 Lieds. Mein Lebensfürst! zeig' mir, in deines Geites Lichte, wie alles Irrdische, so gar ver gång des Lebens, und der Zubereitung zum Tode, 921 gånglich ist. Ja alles, alles macht zuletzt die Zeit zu nichte; und du, o Mensch! der du, doch so gebrechlich bist, lebst sicher! lebre mich, unwandelbarer GOtt! und so bedenk' ich erst, mit Klugheit meinen Tod. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd' ich lange leben, du Mutter stråflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sey: dir, GOtt! mich zu ergeben; dein Wille sey mein Will', in dieser Prüfungszeit. Gieb, daß im Glauben stark, und in der Liebe treu, ich dei ner Zukunft stets wachsam gewärtig sen! 3. Laß mich, o HErr! mir selbst und allen eitlen Dingen, noch eh' ich sterben muß, recht abgestorben seyn. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bef ser's wähl als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung feelig schon, getrost erwarten mag. 4. GOtt! dessen Flügel mich in aller Noth bedecken, je mehr der Tod sich naht, je stärker steh' mir bey! auf daß, getreuer GOtt, ben allen seinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste sey. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. Mmm 5 S. Ge 922 3weyt. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch 5. Gewähr', eh' noch der Tod des Lebens Bau zerstöhret, mir einen bellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Lust zum Irrdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir! wenn schon mein Herz davon den Vor schmack hat! froh schau' ich dich dann einst, von deinem Bilde fart. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur GOttes Gnade; sie wird mir mehr, als Welt, und mehr, als Leben seyn. O führe du mich selbst auf jenem dunklen Pfade, HErr, der du mich erlöst, in deinen Himmel ein. Dir übergeb' ich mich im Leben und im Tod: im Tod und Leben dein, und du auch stets mein GOtt. ( 539-) DXXXIX. med Flach der Melodie des 110. Lieds. Wie ungewiß ist, HErr, das Ziel der Wall fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weist's allein. Ich kann vielleicht der nächste seyn, vom abgekürzten Leben ein Benspiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus besserm Zeug als an dre, die an Jahren und Munterkeit mir vol lig des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. 923 lig gleich, des Todes Beute waren? wie man chem starrte schnell das Herz, eh' weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 3. Wenn ich die Gottesäcker seh', und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh', in seinem Sinn gewesen, und was bey ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts gemacht: so würd' ich oft mit Schrecken mein eigen Herz entdecken. 4. Mein GOtt, befreye mich vom Dunst der irrdischen Beschwerden, und lehre mich die grosse Kunst, bey Gräbern klug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von seinem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. Und 5. Erinnre mich ans grosse Ziel, dazu du mich erschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag vergaffen. ſieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Beg betritt, so wollst du, HErr, in Zeiten auf solchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mi vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe; so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eb' ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen seyn, damit ich lerne 924 3went. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauch Sünden scheu'n, die das Gewissen schrecken, und Todesfurcht erwecken. 7. Gieb, daß ich dich mit frohem Muth, als meinen GOtt betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut, nicht als mein eigen achte: so wird, wann mich die Zeit wegnimmt, die GOtt zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verlichen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sey es gånzlich heimgestellt, wie, wo, und wann ich scheide. Wer unter deinen Flü geln fällt, wird frey von allem Leide. Doch wünsch' ich, daß ich wohlgeschickt von hinnen werde weggerückt, und allzu schweres Kam pfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf JEfu Herrlichkeit mit fro her Hoffnung blicken, und mitten in der DunFelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, HErr, nach vollbrachtem Lauf, den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. ( 540.) DXL. Flach der Melodie des 29. Lieds. Ach, HERR! lehre mich bedenken, daß ich einmal sterben muß. Den wird einst der Tod nicht kranken, der schon, vor des Lebens Schluß des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. 925 Schluß, dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen, dessen Schein mich noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? was ist meine Lebenszeit! kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergånglich bin, wie geschwind mein Doct verlodert, und mich GOtt zur Rechnung fo. dert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt. sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe, ist ein kurz gemeßner Schritt. Meine Kraft entwickelt sich, und zugleich ver zehrt sie sich. O ich merk' indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 4. Menschen! was ist euer Leben! wenn ihr gleich so sicher seyd. Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders We. gen eilet man der Höll' entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben 926 3went. Th. XLII. Von dem rechten Gebrauch ben schafft; doch bey aller seiner Milde, zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, GOtt, mein Heil bedenken und mich niemals sicher seyn. Will die Well mich anders lenken, präge deine Furcht mit ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt verläsfest du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen! 7. Laß mich nicht die Busse sparen bis die Krankheit mich ergreift, sondern schon bey muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglichBuße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr scha den. ( 541.) DXLI. Flach der Melodie des 42. Lieds. Ich will dich noch im Tod' erheben, selb nah' am Grabe preis' ich dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir; du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weyh'n, mein Tod soll auch dir heilig seyn. 2. GOtt! welche feyerliche Stunden, wann du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbar mung des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. 927 mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach; die irrd'sche Hüt. te, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu GOtt aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht, denn GOtt ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir er. wacóst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd' ich auferstehn. 5. Laß Quaal und Leid mein Grab umrin. gen, und mir die letzten Schrecken dráu'n; u halfft mir, HErr, die Welt bezwingen, en Tod darf ich mit dir nicht scheu'n. So ab dem Lohn, den GOtt verspricht, so nah)' im Ziele sink' ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Starke sich verliert, giebst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Codes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod' erheben, selbst hah am Grabe preiß ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Ant 928 Swent. Th. XLIII. Von dem rechten Gebrauc Antlitz mich! v Tod, o Sterben, mein Ge winn! wohl mir, daß ich erlöset bin! ( 542.) DXLII Mel. Chriftus der ist mein Leben. Mi ein JEms ist mein Leben. Reißt to on der Tod mud bin; was follt' ich čnaftlich Dieß beben? Der Tod ist mein Gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird seelig. Wort steht ewig vest. Die Freuden sind un zählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr' ich bin in Frieden zu dir, JEfu Christ; von dir stets ungeschieden, de du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben; und kein Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rau ben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, HErr, durch dein Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mi GOtt versöhnt; durch sie dir vest vereinigt und hald mit Preis gecrönt. 7. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, Sohn GOttes, did, für uns dahin gegeben, Geil mir! dut and für mich. des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. 929 8. Du wolltest Strafen dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Him. mel ist mein Theil. O theure hohe Gnade! o unaussprechlich Heil! 10. Erlöser! sieh', ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir geschafft. Zu dir, HErr! will ich fleben, so lang' ich lallen kann. Du kannst mein Inn'res se. hen, und nimmst aus Seufzer an. 12. Du selber hilfft mir ringen; allmächtig bist du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bey dir. 12. O wohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hände, den Geist, mein Heiland! auf. kock: Kickou XLIV. Von der Liebe des Nächsten. DXLIII. ( 543.) Flach der Mel. des 37. Lids. Der du die Liebe selber bist, und gern uns Menschen fegnest; ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest! o bil. Nun de 930 Zweyt Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. de meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland! hier, wie du gewandelt, wan deln. Die können keine Christen seyn, die sich nicht andrer Wohlfahrt freu'n, und men schenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Gegen. Dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wo hin du giengst, gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt beglei tete Erbarmen. Du übernahmst die schwer fre Pein, uns vom Verderben zu befreyn, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn! ein Freund der Menschen Finder. Du schaffst den Deinen wahre Nuh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu feiten. Du hörst der Seufzenden Gebät, und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Borbild sehen. Erfülle mich mit Luf und Kraft, dem Nächsten beyzustehen, be trübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freu'n, mit weinenden zu kla gen. Laß mich dem, der sein Herz mir weyh't, ein Swent. Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. 521 ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strau. delnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlitz sey nie fürchterlich! und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Fleben; so wird mich in der bessern Welt, die nur Be glückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. ( 544) DXLIV. Flach der Melodie des 26. Lieds. So jemand spricht: ich liebe GOtt; und hoßt doch seine Brüder, der treibt mit Got. tes Wahrheit Sport, und handelt ganz da wider. Gott ist die Lieb, und will daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben einen GOtt und Herrn, find eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. GOtt schuf die Welt nicht blos für mich; Mein Nächster it fein Kind, wie ich. 3 Sein Heil ist unter aller Gut. Ich follte Brüder hoffen, die GOtt durch seintes Sob. nes Blut so hoch er kaufen lassen? daß Oit mich schuf, und mich verfühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? Nnn 2 4.Du 932 Swept. Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, HErr von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreu'n? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergeben, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, GOtt, durch deinen Geist, ein Herz das dich durch Liebe preist. ( 545.) DXLV. Nach der Melodie des 9. Lieds. Gieb mir, o Gott, ein Herz, das jeder Menschen liebet; bey seinem Wohl sich freut, ben seiner Noth betrübet; ein Herz, das E gennuß, und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück be müßt. 2. Seh' ich den Dürftigen; so laß mich tig elen, von dem, was du mir giebst, ihm hilfreich mitzutheilen. Laß mich gern die nen, 3went. Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. 933 nen, nicht groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu seh'n; nein, Menschen zu er. freu'n. 3 Dieß sey mein GOttesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müß' andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sey dir, GOtt, gethan! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer an. dre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, HErr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden an. zurichten; so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmah. sucht Franke nie mein Mund des Nächsten Ruh'; und rühme sein Verdienst; deck' seine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o GOtt! du ſprichst: ich will vergelten Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt; den segne der mir flucht. Nnn 3 7. Doch 934 Swept. Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Woblergeben mit eingeschränktem Blick bey meinem Nächsten ſeben. Noch stärker müsse mick sein ewig Glück erfreu'n; und ihm zum Geelended mein Herz behüflich seyn. 8. Den der im Glauben wankt, im Glau ben zu bestärken; den, der noch sicher ist bey feines Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn, dazu ver leib' mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9 O heilige du felbst, HErr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb' und Furcht, wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Näch sten licht, geht nicht zum Himmel ein. Laß diefe Wahrheit, GOtt, mir stets vor Augen seyn! ( 546.) DXLVI Flach der Melodie des 55. Liebs. Sue Jesu! daß ich meinen Nächsten lie be; durch lieblos Richten ihn ja nicht betri be, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ránke ſein Herze Franke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nächster Feble, fo viel ich immer kann, der Welt ver heble und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch sehe, mit Vorsicht sehe. 3 bilc Zweyt. Th. XLIV. Von der Liebe des Nächsten. 935 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trach. te, und seiner Seelen Wohl recht theuer atte. Denn du haft selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, HErr, von deiner Güte haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freu. den boshaft beneiden. 5. Laß mich, mein Heiland immer mehr auf Erden, an Lieb' und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb dazu Kräfte, HErr, so will ich droben dich ewig loben. ( 547.) DXLVII Flach der Mel. des 13. Lieds. Nur Liebe ohne Heucheley zeigt ob man neu gebohren sey; sie zeugt vom wahren Christenthum; sie ist den Menschen höchster Ruhm. 2. GOtt ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb' ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn, und ungerührt vorüber gehn, so steht's um deinen Glauben schlecht; so ist dein Christenthum nicht ächt. 4. Osprich nur nicht: er ist mein Feind, wie Nnn 4 kann 936 3went. Tb. XLIV. Ron der Liebe d: s nächsten. kann man jeyn des Feindes Freund? der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu, was der Samariter thut. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt, GOtt, welchen du so oft betrübt! Gleichwol vergißt er Zorn und Rach': o folge diesem Beyipfel nach. 6. Den liebt ein Heyde, der ihn liebt: dem giebt er wieder, der ihm giebt. So schränket sich der Christ nicht ein: auch Feinden wird er gütig seyn. 7. Dein Herz sey voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, ſo wirst du vieler Feinde los, und dein zukünft'. ger Lohn ist groß. 8 Nun, GOtt! der du die Liebe bist, gieb, daß ich, als ein wahrer Christ, nach deinem Benspiel, liebreich sey, aufrichtig, ohne Heu. Beien. 9 Dann nimm mich, nach vollbrachtemLauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich, und jeden Menschenfreund, die Lieb' aufs innigste dereint. XLV. +( 0)+ XLV. Von der Gerechtigkeit. DXLVIII. Nach der Melodie des 238. Lieds. 937 ( 548.) u liebst, o GOtt! Gerechtigkeit, und haf sest den, der sie entweyh't, am nächsten Un. recht übet. Du bist's, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter GOtt! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Un recht denkt, nur Schaden sucht, und andre Frånkt: wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich! mein gan. zes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dabin sehn, mit jegli. dem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Nnn 5 Hår 938 Swept. Th. XLV. Von der Gerechtigkeit Härte je mit Schmerz und Kümmerniß be schwere. 6. HErr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Sächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Bil ligkeit, so werd' ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. *** HE DE HSE HE ICE CHE HE ICE JE**** XLVI, Von der Sanftmuth und Vers föhnlichkeit. DXLIX. ( 549.) Nach der Melodie des 108. Lieds. Gott! der du die Menschen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gna de übest on dem sündlichen Geschlecht! laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sey, wie du gefinnt. HErr, du woll'st den Sinn mir geben, der ben Fehlern Nachsicht zeigt; und mit Sanft muth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zankfucht mir verhaßt! denn das ist, o GOtt, dein Wille, und die Ein tracht liebest du: o so hilf auch mir dazu! gieb 3w.Th. XLIV.Nonder Conftmuth u. Bersöhnl. 939 gieb ein Herz mir, das die Stille, und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache Sanft. muth übt. 3. O, wie wird das Herz beschweret durch des Zornes Leidenschaft! Zankfucht und der Haß verzehret nach und nach des Körpers Kraft, Hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt HErr, der auf mich Schwachen blickt ach! du wolleft mich bewahren, daß des Jachzorns Raserey nie des Herzens Meister sey. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und dem nachfichtvoll begegnen, der zum Zanken Neigung bat. Für die Feinde will ich båten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen treten. GOtt des Friedens! segne du mich in deiner Kraft dazu. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Hochfrer! gieb mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, nienals Llebermacht gewin. nen; bis einst in der Herrlichkeit, ew'ger Frie de uns erfreu't ( 550.) 40 3wept. Th. XLVI. Von der Sanftmuth ( 550.) DL. Flach der Melodie des 131. Lieds. HErr, mein Bersöhner! der du für mich lit test! und noch zur Rechten GOttes für mic bittest! erweck' in mir, du Muster wahre Liebe! der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß ver golten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein, selbst auch Feinde 3 Und ich, HErr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte jemais Haß mit Haß ver gelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten ſagen: und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreyen? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht ben dir, o HErr, Ver gebung finden. Dein Jünger ist nur der, wie du, vergiebet, und Feinde licbet. 6. So heilige dann meiner Seelen Triebe, mein Heiland! durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Luft zu deinem Na men der Rachgier Saamen. 7. Wann und Verföhnlichkeit. 941 7. Wann meine Brüder sich an mir verge. hen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kränken, an dich gedenken. 8 Erwecke dann, o HErr, in meinem Her. zen, aufs neue das Gedächtniß jener Schmer. zen, die du, in deinen schweren Leidensstun. den für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du segnen. HErr, mache gegen alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 1o. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o HErr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. II. Du schüßest den, der redlich vor dir wan. delt, und überall nach deinem Vorbild han. delt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. ( 55L.) DLI. Flach der Melodie des 131. Lieds. PErr! Err! deine Sanftmuth ist nicht zu ermes sen! wie viel hast du vergeben und vergessen! ach! führe mir doch deine grosse Güte recht zu Gemüthe. 2. Du 942 Sweyt. Th. XLVI. Von der Sanftmuth 2. Du segnetest, die deinem Namen fluch. ten; und heiltest die, die dich zu fangen such ten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach! gleich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 4 Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, HErr, klagen; mein stolzes Herz kann, leider! wenig tragen; und schwerlich weiß ich, wenn mich andre hassen, mein Herz zu fassen. 5. Vergieb mir, HErr, und wende mein Ver derben! bey Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben. Und jener Tag vergilt nach stren. gem Rechte dem harten Knedte. 6. So hilf mir denn die wilde Glut ersti cken! laß sich dein Bild in meine Seele dri cken! so werd' ich mich verföhnlich finden las fen, den Feind nicht haffen. 7. Flucht mir die Weit. so laß mich, HErr, fie fegnen; und ihrem Grimm mit Freund. lichkeit begegnen; doß mich das Böse, ich dann empfinde, nicht überwinde. das 8. Verleih' mir das, um deiner Sanftmuth Willen; so erb' ich auch, im Lande deiner Stil len, die Seeligkeit, wozu sie jeues Leben eine wird erheben. ( 552) und Versöhnlichkeit. DLII, 943 ( 552.) Flach der Melodie des jo. Lieds. Nie will ich dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; dieß ist des HErrn Gebott. 2. Er, der von keiner Sünde wußte, ver. galt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden muste, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder schelten, da er nicht wiederschalt? Mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch seelig, wenn eitt gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht! dieß will ich desto mehr bewahren; so bessert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem er's böse mennt. 4. Ich will mich vor den Fehlern büten, die er von mir erfann; und auch die Fehler mir verbiethen, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen: wie könnt' er langer somáhn! 5. Int 944 Sweyt. Th. XLVII. Bon der Diensifertigkeit 5. In seinem Haß ihn zu ermüden: will id ihm gern verzeihn, und, als ein Christ, berei zum Frieden, bereit zu Diensten seyn. Un wird er, mich zu untertreten, durch Güt mehr erhißt; will ich im Stillen für ihn bi ten, und GOtt vertrau'n: GOtt schüßt. veroorciociaroradigan XLVII, Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit ( 553) DLIII, Llach der Melodie des 8. Lieds. Wie feelia lebt ein Mensch, der Dienstle gierde kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn aud kein Eid zum Dienst der Welt verbind Beruf und Eid und Amt schon in sich selbe find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflissenher fucht er dieß zu erreichen; er hält für eigne Wohl sich nicht allein gemacht; er hält sid für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meiner Dienst und Kräfte, ihr nüßen ist für mid ein seeliges Geschäffte. Als Glieder schuf un GOtt, als Bürger einer Welt, in der des ei nen Hand die Hand des andern hält. 4.50 und Barmherzigkeit. 945 4. Sodenkt der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des er Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; fühler fremde Noth, als träf ihn selbst der Streich. 5. Er eilt dem, der's bedarf, mit Hülfe beyzustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergeben sind Mittel, die er braucht, behilflich gern zu seyn, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun 6. Was andrer Nothdurft heischt, das re zet feine Triebe, auch obne Rubin und Lohn, zu wahrer Menschenliebe Kein Stolz noch Eigenmuß wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf seinen GOtt, der Liebe ihm gebent. 7. So laß mich auch gesinnt, mein GOtt! durch Christum werden! voll regen Eifers ser mein Leben hier auf Erden, so nüßlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh ich einst, o GOtt, ins Reich der Liebe ein. ( 554) DLIV. Flach der Melodie des 48 2irds. Du, aller Menschen Vater! du gütigster Berather in allem, was uns drückt! was wir 000 Hier 946 Rweyt. Th. XLVII. Von der Dienstfertigkeit hier guts geniessen, das läßt du uns zufliessen; du bifts, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich, ben uns Sündern, durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu er. freu'n. Zu ew'gen Seeligkeiten uns Sterb. liche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine Milde! barmherz'ger Bater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohlzu. thun bestrebe, so, wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Ar. mer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvol len Liebe. Wie du mir guts gethan; so laß, um deinetwillen, mich andrer Nothdurft stil. len, so oft ich sie nur stillen kann. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken: vor dir, dem HErrn der Welt, der frohe Geber liebet, sey, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hie reichlich säen. Denn, HErr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und giebet, und sich im Wohlthun über, der erndtet dort die Herr lichkeit. ( 555.) und Barmherzigkeit. ( 555) DLV. Flach der Melodie des 26. Lieds. Wer dieser Erden Güter hat, und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hung'rigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, GOtt der Liebe! nicht. 947 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freu't, wenn sich sein Feind vergebt, und nichts zum Besten Fehret; nicht dem Verläumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigenmuß, aus Weichlichkeit ibm nüßet; nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht; auch der liebt seinen nächsten nicht. 4. Wer harret bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'. ger erst erscheinet, nicht eilt, den Frommen beyzustehn, der im Verborg'nen weinet; nicht gütig forscht, obs ihm gebricht; der liebt auch seinen Nächsten nicht: 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf qudlet, und ohne Nachſicht straft und stürmt, so bald sein Mächter fehlet; wie bleibt bey seinem Ungestüm, GOtt, deine Liebe wohl bey ihm? مممم 6. Mer 948 3went.Th. XLVII. Von der Dienstfertigkeit und ic. 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Üebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Geist, vermagst es nicht stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorg'st dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir; so such ihn zu beleben! denk oft: GOtt ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab' ist dein; sollt' ich, wie du, nicht gütig seyn? ook: Kick XLVIII. Vom rechten Gebrauche der Zunge. ( 556.) DLVI. Nach der Melodie des 215. Lieds. Die Zunge, die vernehmlich spricht, hat dir dein GOtt gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch' es nicht, sie bringet Tod und Le. ben, sie stürzt in Unglück; hilft in Noth! sie fluchet und sie segnetGOtt: so gut ist sie! so bofe! 2. GOtt! laß in meines Herzens Grund stets 3w.Th. XLVIII. Von dem rechten Gebrauch der 3.949 stets Recht und Wahrheit siegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen: dann werd' ich von Verstellung frey, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sünd'gen. 3. Zu deiner Ehr', zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wann ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des Nächsten Glimpf und Nuß, der Unschuld und der Schwachen Schuß be schafft'ge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil'ge Spöttereyen, verrathen ein verderbtes Herz: davon mich zu befreyen, so wirk' auf mich durch deinen Geist, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenns Nußen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. 6. O wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht scheuet! wie wird des Herzens Leichtsinn kund und oft zu spåt bereuet! ach! fluchen bringer Fluch und Noth, und, wenn nicht Buße folgt, den Tod: GOtt wolle mich bewahren. O00 3 7 950 3ment. Th. XLVIII. Bon dem rechten Gebrauche 7. Gieb, GOtt! daß ich der Lügen Feind, des Teufels Arglist hasse, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl; die jauchzen einst vor GOttes Stuhl, die Treu und Wahr. beit lieben. ( 557.) DLVII, Nach der Melodie des 82. Lieds. Laß mich, Höchster! darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu jeyn! jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein. Denn vor deinem Angesichte werden sie bestämt zu nichte, so wie Satans Trug und List, der der Lügner Vater ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwä Bern gleich zu seyn, heuchelnd Brüder zu be. trügen, HErr! das falle mir nie ein! Wahr beit leit' an allen Orten mich in Werken und in Worten. Redlich sey des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o GOtt! ein Greu'l; und ein unglück feelig's Leben, bleibt gewiß ihr künft'ges Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bey Redlichen im Lande. Denn ein jeder Menschen. freund ist der Falschheit Ränken feind. 4. Schmah't mich, ohne mein Verschulden, Der der Zunge. 951 der Verläumder Lastermund; HErr, so laß mich's still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit Fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gieb, daß stets dabey Herz und Mund voll Sanftmuth sen 5. Daß du, HErr, an jedem Orte Zeuge mei. nes Wandels bist; daß kein eing'ges meiner Worte deinem Obr verborgen ist, das sey stets mir im Gemüthe, daß ich mich für Lügen hüte. Denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. ( 558.) DLVIII. Wo Nach der Melodie des 67. Lieds. ohl dem, der richtig wandelt, der, als ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken ban. delt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasset, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verleßzet, und der an allem Ort sich dieß vor Augen seßzet: GOtt merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm! daß sein Gemüthe, HErr! deine Rechte übt. Ihn leitet deine Güte, er 200 4 wird 952 3w. Th. XLVIII. Bem rechten Gebrauche der 3. wird von dir geliebt Du wirst.ihn einst erhö hen, wenn in der Wahrheit Licht, beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. HErr! drücke diese Sache mir tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu seyn. Erinn're mein Gewissen, du hasfest Heuchelen, damit ich stets beslissen der Treu und Wahrheit sey. 5. Nie las much was versprechen, das ich nicht hals ten fann, und nie Zusagen brechen, die ich einmal ges than; me mich den Etol; verleiten, und nie des Beys spicls Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit firbt, HErr, meine Seele leiten, damit ich meine Picht mit Klugheit üb", und wife, wenn ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wenn ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Am schlag gift, der sich, ben bösen zücken, in guten Schein verhüllt; so stárfe meine Seele, daß sie nicht unters liegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld fiegt. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, GOtt, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. ENDE. 1. Haupt S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S*§* S* S* S* S* S* S* S* S* txt txt r I- Is Itxt- txtttt S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* S* 1. Haupt- Register. über sämmtliche Lieder, nach der Numer des Lieds und der Seiten Zahl. Seite Num. A 468 Abermahl ein Jahr verflossen 423 Ach GOtt, du unser Lebens 290 Ach GOtt und HErr! 215 Ach GOtt vom Himmel, sieh' 421 AGOtt, wir treten hier 540 Ach HErr, lebre mich bedenken, 239 Ach schone doch, o grosser 80 Ach! was bin ich mein Erretter 75 Allmächtig grosser GOtt 24 Allwissender, vollkommener 222 Als JEsus jeßzund sterben wollt 102 Also hat GOtt die Welt geliebt 178 155 Am Creuß erblaßt, der Marter 278 14 Anbátungswürd ger GOtt 358 An dich, mein GÖtt gedenken 173 An diesem Tag frohlocken wir 295 An dir allein hab' ich gesündigt 18 Auf! auf! mein Geist, auf! D00 5 89 29 0 23 26 2443 萬 用 唱 23236 195 73⁰ 501 373 411 141 31 436 Daupt Register. 436 Auf, Christen, preiß't mit mir 308 Auf dich allein HErr JEsu 373 Aufdich, HErr, nicht auf meinen 64 176 Auf! JEsu Jünger! freuet euch! 448 Auf, meine Seele, finge 393 Auf, mein Geist, dem HErrn 156 Auf, mein Herz, ein froher 486 Auf, o Seele! werde munter 284 Auf, o Sünder! laß dich 274 Auf tråger Geist! laß das, was B.. 349 Bald oder spät des Todes 193 Bedenke, Mensch, das Ende 67 Befiehl du deine Wege 418 Befreye meinen Geiſt 145 Begleite mich, o Christ! 254 Beglückter Stand getrener 265 Begrabt den Leib in seine Gruft 463 Befingt GOtt Zebaoth 331 Bewahre mich, HErr, daß 426 Bringt ber, ihr Mächtigen 160 Bringt Preis und Ruhm C. 383 Christ! alles was dich kränket D. 505 Damit ich meine Seele rette 70 Dein bin ich, GOtt, dein ist 3+ 33 74 5 2785 4 36 45 45 80 7525 66 753 530 31 677 490 469 608 341 017 718 260 431 866 125 332 Haupt Register. 32 Dein bin ich, HErr, dir will 333 Dein, GOtt, ist Majestát 98 Dein Heil, mein Geist, nicht 61 Dein sind wir, GOtt! in 495 Dein Will' ists, grosser GOtt 7 Dein Wort, o Höchster! ist " Der du das Daseyn mir gegeben 543 Der du die Liebe selber bist 359 Der du mich als ein Vater 200 Der du uns als Bater liebest 108 Der du uns das Heil errungen 337 Der du Verstand und Tugend 33 Der du voll Blut und Wunden 379 Der ew'ge GOtt und Höchste 158 Der Held hat überwunden 494 Der HErr des Himmels und der 174 Der HErr fährt auf gen Himmel 5 Der HErr ist GOtt und keiner 243 Der HErr ist gut, in dessen 387 Der HErr ist meines Lebens 375 Der HErr ist meine Zuversicht 157 Der HErr lag in das Grab 259 Der HErr mein Hirt, behütet 65 Der König aller Welt 3 Der Spotter Strom reißt 483 Der Tag ist hin; du aber 489 Der Tag ist wieder hin 578 580 685 448 849 II 18 929 623 35² 187 587 236 656 282 846 308 24 417 668 649 280 446 114 20 830 838 192 Haupt Register. 436 Auf, Christen, preiß't mit mir 308 Auf dich allein HErr JEsu 373 Aufdich, HErr, nicht auf meinen 176 Auf! JEsu Jünger! freuet euch! 448 Auf, meine Seele, finge 393 Auf, mein Geist, dem HErrn 156 Auf, mein Herz, ein froher 486 Auf, o Seele! werde munter 284 Auf, o Sünder! laß dich 274 Auf tråger Geist! laß das, was B.. 349 Bald oder spåt des Todes 193 Bedenke, Mensch, das Ende 67 Befiehl du deine Wege 418 Befreye meinen Geist 145 Begleite mich, o Christ! 254 Beglückter Stand getrener 266 Begrabt den Leib in seine Gruft 463 Befingt GOtt Zebaoth 331 Bewahre mich, HErr, daß 426 Bringt ber, ihr Mächtigen 160 Bringt Preis und Ruhm C. 383 Christ! alles was dich Frånket D. 505 Damit ich meine Seele rette 70 Dein bin ich, GOtt, dein ist EST 753 332 530 333 647 98 301261 38E 774 495 677 7 279 IL 835$ 43 490 359 469 200 LOS 608 33 260 34¹ 133 117 37 718 15 45 431 17 457 801 24 577 38 735 285 66 866 125 332 Haupt Register. 5332 Dein bin ich, HErr, dir will 3333 Dein, GOtt, ist Majestát 47 98 Dein Heil, mein Geist, nicht 3261 Dein sind wir, GOtt! in 74 495 Dein Will' ists, grosser GOtt 77 7 Dein Wort, o Höchster! ist 79 Der du das Daseyn mir gegeben 335 543 Der du die Liebe selber bist 90 359 Der du mich als ein Vater 69200 Der du uns als Bater liebest 108 Der du uns das Heil errungen 08337 Der du Verstand und Tugend 34 133 Der du voll Blut und Wunden 17379 Der ew'ge GOtt und Höchste 158 Der Held hat überwunden 718 60 494 Der HErr des Himmels und der 431 174 Der HErr fährt auf gen Himmel 457 15 Der HErr ist GOtt und keiner B01 243 Der HErr ist gut, in dessen 77 387 Der HErr ist meines Lebens 35 375 Der HErr ist meine Zuversicht 85 157 Der HErr lag in das Grab 56 59 Der HErr mein Hirt, behütet 65 Der König aller Welt 13 Der Spotter Strom reißt 66 483 Der Tag ist hin; du aber 25 489 Der Tag ist wieder hin 332 578 580 685 448 849 II 18 929 623 352 187 587 236 656 282 846 308 24 417 668 649 280 446 114 20 830 838 192 Haupt. Register. 208 Ein starker Schuß ist unser 519 Entehre nicht, mein Herz 484 Entflohen sind auch dieses 339 Erbarm' dich, HErr, du 135 Erfülle, HErr, doch selbst 16 Erhab'ner GOtt! was reicht 211 Erhalt' uns, HErr, bey deinem 323 Erheb' dein Herz, thu auf die 64 Erhebet GOtt durch neue Lieder 437 Erhebet GOttes Heiligkeit 149 Erhebe vom Geräusch der 101 Erhebt den HErrn, ihr Frommen 283 Erhebt, erhebet GOttes Ruhm 190 Erhöh'ter JEsu! GOttes 169 Erinn're dich, mein Geist 191 Er kommt, er kommt zum 430 Erlöser, sieh' auf uns hernieder 532 Es eilt der letzte von den Tagen 388 Es hilft uns unser GOtt 304 Es ist das Heil uns kommen 276 Es ist noch eine Ruh vorhanden 148 Es ist vollbracht! so ruft am 1735 99 Es lag die ganze Welt 420 Es zieht, o GOtt, ein Kriegeswet. 724 91 Ew'ge Liebe, mein Gemüthe F. 159 170 Freywillig hast du dargebracht 241 3692 113 755 1766 488 3372 744 910 670 528 473 268 301/ E Haupt Register. 50 Froblocke, mein Gemüthe 1461 Froblocket Jung und Alt 48 Für alle Gute sey gepreis't 53 Fürwahr, du bist, o GOtt G. 270 797 828 96 95 Gedanke, der uns Leben giebt 07 Geist vom Vater und vom 304 Gelobet feyst du, Jesus Christ 3441 Gelobt sen GOtt, ihm will ich 524 Gelobt feyst du, HErr Zebasth 9 Gelobt seyft du, o GOtt 5482 Gepriesen, GOtt! sey dein 30 Gerechter GOtt, vor dem 260 Gern will ich mich ergeben 37 Getreuer GOtt, wie viel 57 Getrost, mein Herz und zage 45 Gieb mir, o GOtt, ein Herz 702 102 GOtt deine Gnade sen gepriesen 35 GOtt deine Gnad' ist unser 408 GOtt, deine Güte reicht so 36 GOtt, deine Huld und Gütigkeit 64 56 GOtt, der an allen Enden 549 GOtt, der du die Menspen 37 GOtt, der du für uns deinen 2 GOtt, der du unser Vater bist 17 GOtt, der Juden, GOtt der 210 GOtt, der uns immer Gutes 166 363 182 763 387 15 829 52 447 6.5 443 932 192 405 938 244 5 203 367 378 Haupt Register. 378 GOtt der Wahrheit, dessen 479 GOtt des Himmels und der 338 GOtt, dir gefällt kein gottlos 20 GOtt, du bist von Ewigkeit 518 GOtt, du bleibst ewig uns'rer 202 GOtt, du hast in deinem Sohn 453 GOtt, durch welchen alle Dinge 127 GOttes Lamm, durch dessen 107 GOttes und Marien Sohn 199 GOtt, groß von Erbarmen 87 GOtt hab ich alles heimgestellt 286 GOtt, hilf mir, daß ich Busse 462 GOtt im Himmel und auf 432 GOtt ist es, dessen weiser Rath 10 GOtt ist mein Hort 19 GOtt ist mein Lied 515 GOtt ists, der das Vermögen 213 GOtt ist uns Stärk' und Schuß 17 GOtt mache du mich selbst bereit 57 GOtt, meine ganze Seele 434 GOtt, mein Vater Dank sey 363 GOtt, mein Vater, deine Liebe 466 GOtt ruft der Sonn' und 396 GOtt sorgt für euch, was 39 GOtt unserm GOtt allein 29 GOtt, vor dessen Angesichte 124 GOtt, was muß dein Sohn 解 劉 的 5 35 3 39 45 79 74 1 33 654 826 589 36 881 783 218 186 49 16 34 830 37 28 1012 750 631 807 680 69 50 213 72 Haupt Register. 72 Gott werde stets von dir erhoben 325 Gott, wie rein ist deine Lehre 82 Grosser Gott! erhab'nes Wesen 458 Grosser Gott, Herr aller 177 Grosser Mittler, der zur Rechten H. 365 Habe deine Lust am HErrn 171 Hallelujah, JEsus lebet 223 Halt im Gedächtniß JEsum 121 Heiland, deine Menschenliebe 201 Heil'ger Geist, du Himmelslehrer 96 Heil uns! aus unfrer Sündenroth 313 HErr, allerhöchster Gott 26 HErr, deine Allmacht reicht 551 HErr, deine Sanftmuth ist 187 HErr, der du deinen theuren 467 HErr, der du mir das Leben 386 HErr, dir trau' ich, auf der 271 HErr, du bist meine Zuversicht 23 HErr, du erforschest mid 188 HErr, du fährst mit Glanz 47 HErr, du hast in deinem Reich 81 HErr, du kennest mein Verderben 407 HErr, erhöre meine Klagen 476 HErr, es ist von meinem Leben 21 HErr Gott, du bist die Zuflucht 282 HErr, höre mein Gebät Ppp 128 567 143 79² 313 634 303 386 209 354. 168 544 46 941 329 808 667 465 41 332 82 14¹ 700 821 39 487 535 Haupt Register. 535, HErr, ich hab' aus deiner 291 HErr JEfu Christ, du höchstes 182 HErr JEsu deiner Glieder 336 HErr JEsu, Gnadensonne 3 HErr Jesu, send uns deinen 112 Herr, laß doch mich recht 514 Herr, laß mich doch gewissenhaft 497 Herr, lehre mich, wenn ich 384 Herr, mache meine Seele 346 Herr, mein Erlöser, nur 499 Herr, meiner Seele grossen Werth 12 Herr mein Licht, erleuchte 916 503 321 385 6 195 881 852 664 602 855 19 459 Herr, mein Licht, mein Heil 793 940 531 234 788 550 Herr, mein Versöhner, der 305 Herr! obne Glauben kann 132 Herr, stårke mich, dein Leiden 456 Herr, unser GOtt, dich loben wir 40 Herr, unfer GOtt, wer ist dir 221 Herr, wir stehen hier vor dir 147 Hente, sprach mein Heiland 233 Hier bin ich, JEsu, zu erfüllen 507 Hier ist noch uns're Prüfungs. 233 Hier liege ich zu deinen Füssen B. 9. 401 546 Hilf JEfu, daß ich meinen 334 Hilf mir, mein GOtt! verleihe 288. Höchster! denk' ich an die 401 86.9 5 Höchster GOtt, wir danken dir 70 382 266 934 582. 498 8 320 Haupt. Register. 320 Höchsterwünschtes Seelen Leben 183 Hosianna, Davids Sohn 297 Hüter wird die Nacht der J. 452 Jauchze, auserwählt Geschlecht 348 3 armer Sünder, wer bin 258 Ich bin ein Christ: Gott ist 219 Ich bin getauft auf deinen 76 Jd bin, o Gott, dein Eigenthum 382 J danke dir von ganzem Herzen 328 Ich danke meinem Gott 194 Ich denk' an dein Gerichte 236 Ich erhebe mein Gemüthe 237 Jo fleb' in tiefster Reue 267 J freue mich der frohen Zeit 255 Ich freue mich, mein Gott 303 Ich glaub' an Gott, hoch sey 335 Ich habe, Gott, mir ernstlich 92 Ich habe nun den Grund gefunden 523 Ich hab' in guten Stunden 246 Jd hoff', o Gott, mit vestem 307 Ich komme, Friedenfürst zu dir 225 Jch komme, HErr, und suche dich 409 Jch komme vor dein Angesicht 232 Ich preise dich, o HErr, 292 Ich schäme mich vor deinem 457 Ich finge meiner Seelen Lust Ppp 2 558 323 513 781 606 445 379 135 660 573 342 407 408 458 439 526 584 160 895 423 535 389 703 399 -504 790 248 Haupt Register. 248 Ich weiß, an wen mein Glaub' 413 Jd weiß es, Gott! mein ganzes 330 Jb weiß es wohl, ich selbst 161 Jb weiß gewiß, daß mein 541 Ich will dich noch im Tod 55 So will, mein Gott, du König 63 Jehovah herrscht mit Majestát 429 Jehovah, Herr und König 79 JEsu, Arzt todkranker Seelen 3ro JEfu, daß du meine Seele 152 JEsu, durch dein Blut und 319 JEfu, meine Freude 401 JEfu, meiner Seelen Retter 164 JEsus Christus unser Heiland 31 JEsu, sich mich an in Gnaden 172 JEsus lebt, mit ihm auch ich 167 JEsus, meine Liebe, lebt 270 JEfus, meine Zuversicht 309 JEfus nimmt die Sünder an 474 Thm, der das Licht entstehen 198 For Christen rühmt, erhebt Jhr, die ihr war't verlohren 49 Jbr Frommen, auf! die ihr 442 Ihr Knechte GOttes, lobt den 477 Jbr trüben Sorgen weicht 439 Ihr Völker jauchzt mit frohem 184 Ihr Bölker in der ganzen Welt 425 710 576 288 926 99 112 74² 140 539 273 556 690 293 541 305 296 463 537 818 348 194 85 764 823 759 324 118 Haupt Register. 118 Ihr Völker stimmet nun mit 62 In allen meinen Thaten 425 In deinem Namen, o HErr K. 163 Kaum steigt zu ihrem froh'sten 120 Kein Lehrer ist dir, JEsu, 189 König, dem kein König 399 Komm båtend oft und mit 1 Komm heil'ger Geist, erfüll 197 Komm, o GOtt Schöpfer 204 Komm, o komm, du Geist 352 Kommt her, Mübseel'ge kommt 327 Kommt, last euch den HErren L. 143 Laß deinen Geist mich stets 209 Laß doch, o JEfu, laß dein 512 Laß mich doch nicht, o GOtt 299 Laß mich doch, o mein GOtt 557 Laß mich, Höchster, darnach 103 Laßt uns unserm Gott lobsingen 50r Lehre mich, HErr! recht bedenken 412 Liebster JEfu, Gnadensonne 289 Liebster JEfu, Trost der Herzen 4 Liebster Jeju, wir sind hier 97 Lob, Ehre, Preis und Dank 449 Lob, Ehr und Preiß dem Höchsten 444 Lobet den HErren alle Heyden Ppp 3 204 IIO 733 291 207 333 687 5 347 359 613 571 257 366 878 518 950 179 859 708 499 7 170 776 765 166 Haupt Register. 166 Loosinge meine Seele 440 Lobsinge Gott mit wahrer 455 Lobt Gott, den Gott der Stärke 68 Lobt Gott, der uns den Frühling 443 Lobt, lobt den HErrn, ihr Nationen 765 M. 120 506 Mache dich, mein Geist, bereit 312 Mag doch der Spotter Heer 50 Man båter HErr in Zions. 58 Mein Auge fieb't, o Gott, zu 324 Mein Bundes Gott, ach unterweise 536 Meine Lebenszeit verstreicht 315 Meinen JEfum laß ich nicht 220 Mein Erlöser, der du mich 138 Mein Erlöser, Gottes Sohn 140 Mein Erlöser bångt am Kreuße 473 Mein erster Wunsch, mein 470 Mein erst Gefühl sey Preiß 134 Meine Seel', ermuntre dich 397 Meine Stimme ruft zur Höhe 277 Mein ganzer Geist, Gott 366 Mein Geist erstaunt, Allmächtiger 377 Mein Geist soll nun in Gott,.. 341 Mein Gott, ach lehre mich 83 Mein Gott, dir ist bewußt 355 Mein Gott, du wohnest zwar, 81 Mein Heiland, deine Grösse 294 760 786 868 543 88 105 565 917 547 38E 246 251 817 812 238 683 475 635 653. 593 145 618 319 268 Haupt Register. 268 Mein Heiland lebt, er hat die 269 Mein Heiland, wenn mein 460 Mein Herz, ermuntre dich 364 Mein Herz, ermuntre dich zum 374 Mein Hort ist Gott, ihn laß 119 Mein JEsu, du hast unfre 542 Mein JEfus ist mein Leben 180 Mein JEsus sitzt zur rechten 178 Mein JEsus triumphiret 273 Mein Leben ist ein Pilgrimstand 130 Mein Lebensfürst, nun kann 245 Mein Salomo, dein freundliches 256 Mein treuer Gott, dein gutes 340 Mein Vater und mein Gott 275 Menschen ist's gesetzt zu sterben 100 Mit Ernst, o Menschenkinder 405 Mit Seufzen klag' ich dir n. 538 Mein Lebensfürst, zeig' mir G 920 浅析 发射 358385424244674 49 986 150 6 17 278 Nach einer Prüfung kurzer Tage 500 Nach meiner Seelen Seeligkeit 504 Nicht, daß ich's schon ergriffen 28 Nie bist du Höchster von uns 552 Nie will ich dem zu schaden 66 Nimmt Gott, dem wir vertrauen 262 Noch bin ich dein Gast, o Erde 59 Noch immer wechseln ordentlich Ppp 4 63² 59P 696 116 471 Haupt. Register. 47: Noch läßt der HErr mich leben 31 Noch nie hast du dein Wort 93 Nun Christen, laßt uns fröhlich 450 Nun danket alle Gott 234 Nun habe Dank für deine ISI Nun ist es alles wohl gemacht 547 Nur Liebe ohne Heucheley D. 162 778 403 271 9935 94 O Christe! Eingebohrner 113 O Christenheit sen hoch erfreu't 368 O du erbab'ner Gott 154 105 Freund, der meine Schuldenlast Friedensfürst aus Davidsst. 343 Oft denkt mein Herz, wie schwer 43 O Gott, den alle Himmel ehren 45 D Gott des Himmels und der 431 Gott, des Gnadenvoller 35 D Gott, des starke Hand, die 34 OGott, du bist die Liebe 492 D Gott, du bist mein Preiße 411 Gott, du frommer Gott 404 DGott, es fehlt uns Kraft 136 D Gottes Lamm, unschuldig 306 DGottes Sohn, HErr JEsu 106 DGottes Sohn und Menschen 185 DGott, gieb dein Gericht 369 DGott, wer ist dir gleich 164 196 638 276 183 597 76 79 745 62 59 843, 706 694 244 532 184 326 640 27 Haupt Register. 27 O grosser Gott, der alle Ding 41 Oheiligste Dreyeinigkeit 390 O HErr mein Gott, durch 60 O HErr und Schöpfer unsers 427 O Höchster, dessen Kraft 125 O JEfu, Brunquell aller 293 JEsu, dessen Majestät 98 O Liebesglut, wie kann ich dich 226 O Menfchenfreund, o JEfu 351 O Seele, schaue JEsum an 159 Tod, wo ist dein Stachel 74 O unser GOtt, wie voll ist 403 O Vater, allerhöchster Gott! 216 O Vater der Barmherzigkeit 406 O Bater, groß im Himmelreich 435 O welch ein Leiden, das mich 503 welch ein unschätzbares 139 D Welt, sich hier dein Leben 280 O wie unaussprechlich feelig 242 O wohl dem Menschen, der 54 O Wunder Gott, der alles P 165 Preiset GOtt in allen Landen 249 Preiß, Preiß sey GOtt, und D. 417 Quaal und Angst muß ich Ppp 5 47 71 672 107 737 215 506 172 39⁰ 612 284 132 693 375 696 752 862 248 482 416 98 293 427 717 6. Haupt Register. S. 600 285 Schaffet, schaffet Menschenkinder 492 175 Schau, grosser HErr der Herrlichk. 309 344 Schen ist die Tugend, mein 240 Schöpfer aller Menschenkinder 195 Schon ist der Tag von GOtt 487 Scon ruhet auf den Feldern 212 Schüße die Deinen, die nach 142 Sowing dich auf gen Golgatha 472 Seele, du must munter werden 385 Seele, sen zufrieden 412 344 836 370 255 815 665 231 Seele, willst du Ruhe finden 263 Seelig, Gott, sind die, die 146 Seht den leidenden Gerechten 129 Seht, welch ein Mensch! ach 51 Sey feurig Seele, GÖtt zu 281 Sen gnädig, HErr, nach deiner 144 Sen hochgepriesen, HErr 259 109 521 Sey, Seele, stark und unverzagt 892 61 Sey zufrieden mein Gemüthe 480 So fliehen unsre Tage hin 126 So gebst du, JEfu, williglich 544 So jemand spricht: ich liebe 465 So ist von meiner kurzen Pilgr. 353 Soll sich mein Geist, o GOtt 445 Sollt ich meinem GOtt nicht 397 452 264 222 9⁰ 484 827 216 93 804 614 766 433 11 Haupt- Register. 433 Sorge doch für meine Kinder 53 So schlummerst du, in stiller 300 So wahr ich lebe: spricht 454 Stimmt unserm GOtt ein 302 Strafe nicht, o Heiligster 424 Straf', o HErr, mich nicht 316 Sucht man die Freundschaft 296 Sünder! willst du sicher seyn T. 228 Tag, den mir der HErr gemacht 217 Treuer Hirte deiner Heerde 11. 141 Um Gnade für die Sünderwelt 22 Unermeßlich ewig ist 3 Unschuld'ger JEsu! was hast 28 Unser Heiland steht gebunden 38 Unumschränkte Liebe V. 26 Verborg'ner GOtt, dem 45 Verleih uns Frieden gnädiglich 244 Bernimm, o GOtt, vernimm 372 Boll Glauben will ich zu dir 784 275 520 784 524 73⁰ 548 SIH 393 377 252 39 232 229 67 900 714 4¹9 645 400 Haupt Resifter. 400 Von dir kommt jede gute Gabe 414 Bon ganzer Seele preiß ich 395 Von GOtt will ich nicht lassen 370 Vor dir, o GOtt, sich findlich W. 168 Wach' auf mein Herz, auf 478 Bad' auf, mein Herz, und finge 272 Wachet auf! so ruft die Stimme 196 Wachet auf vom Schlaf, ihr 524 Warum sollt' ich mich dann 525 Bas GOtt thut, das ist wohlget. 391 Was gråmst du dich, mein 389 Was hilfts, daß ich mich 498 Was ich nur Gutes habe 529 Was ist das Leben hier auf Erden 527 Was ist mein Leben auf der Erde 5 Was ist mein zeitlich Leben 689 713 679 642 298 825 466 345 896 898 673 671 854 904 90 876 903 130 677 528 Was ist's, daß ich mich quále 73 Was ist vor deinem Angesichte 394 Was soll ich ångstlich klagen 533 Was sorgst du ängstlich für 32 Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel 56 912 3: 0 Welch hohes Beyspiel gabst 214 Wenn Christus seine Kirche 294 Wenn der Sünder hat mißhandelt 508 611 372 251 Haupt Register. 251 Wenn ich ein gut Gewissen 44 Wenn ich, o Schöpfer deine 326 Wenn zur Vollführung deiner 496 Wer bin ich? Welche wicht'ge F. 485 Werde munter mein Gemüthe 329 Wer darf in deine Hütte geben 555 Wer dieser Erden Güter hat 34 Wer, GOtt, dein Wort nicht 410 Wer kann, GOtt, je was 380 Wer nur den lieben GOtt Wer unter GOttes Schatten Wie Christns selbst zum 392 218 85 Wie ein Gestwäß des Tages 86 Wie fleucht dahin der Menschen 250 Wie getroft und heiter 419 Wie gnädig warst du. GOtt, 123 Wie göttlich sind doch JEſu 227 Wie groß ist deine Menschenliebe 33 Wie groß ist des Aumächt'gen 247 Wie groß ist unfre Seeligkeit 318 Wie herrlich strahlt der Morgenst. 265 Wie komm ich doch, mein 488 Wie lang' darf ich noch säumen 16 Wie lang' soll ich traurig 361 ie lieb ist mir's, daß GOtt 490 Wie lieblich ist doch. HErr 508 Wie mannigfaltig sind die 430 78 568 850 832 574 947 546 705 657 675 378 148 150 429 723 2.2 39² 57 424 554 455 837 200 627 849 872 356 Haupt: Register. 356 Wie seelig bin ich, wenn mein 238 Wie seelig, Gott, wie seelig 345 Wie seelig, HErr, ist der Gerechte 553 Wie ſeelig lebt ein Mensch 537 Wie sicher lebt der Mensch, der 115 Wie soll ich dich empfangen 357 Wie sollt' ich dich, mein GOtt 241 Wie theuer, GOtt, ist deine 301 Bie treu, mein guter Hirte 539 Wie ungewiß ist HErr das 77 Wie wichtig ist doch der Beruf 264 Wie wird mir dann, mein 253 Wie wohl ist, JEsu! meiner 520 Will mich, o GOtt, hienieden 371 Willst du der Weisheit Quelle 298 Willst du die Busse noch 14 Wirf, blöder Sinn, den 179 Wir freuen uns, HErr JEht 6 Wir Menschen sind von selbst 354 Wo find ich, GOtt, den meine 322 Wo flieh ich Sünber hin 360 Wohlan, mein Herz, sey stets 402 Wohlauf! mein Herz, wohl 513 Wohl dem, der beßre Schäßze 558 Wohl dem, der richtig wandelt 381 ohl dem Menschen, der 446 Womit soll ich dich wohl 620 40% 60 944 918 5 198 620 415 522 922 136 453 435 890 644 514 197 316 9 616 561 626 691 879 95 659 769 .89 Haupt- Register. 89 Wort aus GOttes Munde 321 Wo soll ich hin, wer hilfet 3. 57 Zur Arbeit, nicht zum Müßiggang 885 ** 系 火 系 火 系 火 系 火 系 火 系 火 系 火 系 火 系 火 系 火 系 火 系 义 革 8 9 II 12 relche in diesem Gesangbuche mehrentheils ganz über, seget, theils aber auch in einer Nachahmung, oder in einem Auszug unter den Liedern worfommen. Pfalm. Numer Seite. I 242 416 S 244 419 6 302$ 24 132 103 645 373 $ 74 74 329 15 19 21 23 24 25 der Psalmen Davids, 27 29 3.1 II. Verzeichniß 74 57 372 215 329 42 187 259 186 236 387 426 386 446 328 407 668 735 507 Psalm. Numer. 238 32 3 33 33. 33 34 36 38 424 213 208 184 494 281 377 65 So 67 210 72 185 73 69 77 397 154 560 46 49 438 36 47 50 $ 1 62 Seite 409 85 756 64 731 370 365 324 846 484 653 88 367 319 122 683 Pfalm Verzeichniß der Psalmen Davids. Pfalm. Numer Seite. Pfalm. Numer HII 84 112 85 86 113 116 90 91 93 95 96 97 98 100 101 103 104 490 419 407 85 392 63 283 64 65 J18 840 675 112 488 113 114 204 759 38 440 760 SI 90 439 21 ܐܐ7 700 148 117 121 127 130 134 138 139 143 145 146 441 249 442 361 443 $ 8 66 237 437 382 23 282 55 393 Seite. 763 427 764 627 765 IOS 116 65 755 660 41 487 99 677 Oraciasciarcian aaaaaaaa III. Melodien Register, über die in diesem verbesserten Gesangbuch vorkom mende 144 Melodien, wie solche in ihrer Ordnung nach der Liederzahl, aufeinander folgen, und theils aus den Lobwasserischen Psalmen Melodien, theils aus den bisher ge wöhnlichen übrigen Kirchenlieder Melodien genommen, theils aber auch zu denen neu aufgenommenen vedern neu verferti get und mit einem* von den alten Melodien unterschieden sind; woben unter jeder Melodie diejenigen Lieder, so am füglichsten darnach gesungen werden können, nicht nur ver zeichnet, sondern auch alle andere Melodien, die sich zu sor thanen liedern ebenfalls schicken, um daraus nach autfinden, die leichteste oder jeden Orts gewöhnlichste allenfalls wählen zu können, mit angemerkt sind. Nad Melodien Register. Nach d. Mel. des 1. Lieds. Numer der Lieder. 1 Romm heiliger Geist. Nach d. Mel. des 7. kieds, Nach d. Mel. des 2. Lieds. 15. 30. 119. u. 215. ge. fungen werden. oder: OGort du unser Vater bift 2 Gott, der du unser Vater bist Nach d. Mei, des 3. Lieds, odert oder: Herr Jesu Thrift dich zu zc. 3Herr Jesu send' uns deinen G. Dieses kann auch nach Num. 13.109.197. und 436. gesungen werden. Nach d. Mei, des 4. Lieds. 4Liebster Jesu wir sind Höchster Gott! wir danken 12 HErr mein licht erleuchte 20 Gort du bist von Ewigkeit. 134 Meine Seel ermuntre dich S. 220 Mein Erlöser der du mich 221 HErr wir stehen hier vor. Nach d. Wiel. des 6. Lieds. Wer nur den lieben Gott 7 Dein Wort o Höchster ist 11 Der du das Daseyn mir 25 Du weiser Schöpfer aller 31 Noch nie hast du dein W. 450 Gort des Himmels und 53 Führwahr, du bist o Gott 600 Herr u. Schöpfer uns. 70 Dein bin ich, Gott, dein ist 73 Was ist vor deinem Ange. 92 Ich habe nun den Grund 148 Es ist vollbracht! so ruft 241 Wietheuer, Gott ist deine 276 Es ist noch eine Nuh vorh. 279 Du gabst mir Ew'ger dies. 286 Gott bilf mir daß ich Bus. 202 Gott du hast in deinem 338 Gott dir gefällt kein gottl. 341 Mein Gott, ach lehre mich 355 Mein Gott du wohnest 370 Vor dir, o Gott sich findl. 380 Wer nur den lieben Gott 396 Gott sorgt für mich, was 420 Es zicht, o Gott ein Kriegs 460 Mein Herz ermuntre dich oder: Es ist das heil uns komen 6 Wit Menschen sind von s. 77 Wie wichtig ist doch d. B. 496 Wer bin ich? welche wicht. 252 Ein Pilgrim bin ich in der 529 Was ist das leben hier auf 291 Herr Jesu Christ du böch. 532 Es eilt der letzte v. den T. 304 Es ist das Heil uns komen 351 0 Seele schaue Jeſum an 464 Du Gott, du bist der Herr 114 Herr laß mich doch gewiss. Diese können auch nach Num. 534 Du Herr u. Meister meins Diese können auch nach Dum. 42. 72. und 234, gefungen werden Qqa Nach Dielvoienregifier. Nach d. Mel. des 8. Lieds, 1461 Froßlocket jung und alt. 512 laß mich doch nicht o Gott. 545 Gieb mir, o Gott, ein Herz Diese können auch nach Num. 8. gesungen werden. Nach d. Mel. d. 10. Lieds, oder: O Gott du frommer Gott. 8 Du willst, Gott, daß mein 129 Seht, welch ein Mensch, 185 Gott gieb dein Gericht. 282 Herr höre mein Gebåt. 298 Willst du die Buße noch 299 Laß mich doch o mein Gott 305 Herr ohne Glauben fann 312 Mag doch der Spotter 313 Herr allerhöchster Gott. 388 Es hilft uns unser Gott. 411 Gott du frommer Gott. 419 Wie gnädig warst du Gott 469 Ein Jahr der Sterblichk. 489 Der Tag ist wieder hin. 495 Dein Bill' ists grosser G. oder: dem 100. Pfalm. 13 Der Spotter Strohm 58 Mein Auge sieht, o Gott 85 Wie ein Geschwäß des T. 409 Ich komme vor dein Ange. 516 Du hast uns Herr die Pfl. 537 Wie sicher lebt der Mensch 513 Wie seelig lebt der Mensch 547 Nur Liebe ohneHeucheley. Diese können auch nach Num. Diese können auch nach Num. 3. 109. 197. und 436. ge: fungen werden Nach d. Mel. d. 15. Lieds, oder: Allein Gott in der Zöh sey the 9. gesungen werden. Nach o. Mel. des 9. Lieds, oder: 15 Der Herr ist Gott und 39 Gott unserm Gott allein 44 Wenn ich o Schöpfer dein 52 Dir unserm Gott ist nie. 96 Heil uns aus unser Sünd. 980 Liebesglut, wie kann ich 168 Wach auf mein Herz! auf 180 Mein Jesus sitt zur recht. 184 Ihr Völker in der ganzen 223 Halt im Gedächtniß Jes. 232 Nun danket alle Gott. 9 Gelobt senst du, o Gott. 14 Anbátungswürd'ger G. 23 Herr du erforschest mich 75 Allmächtig groffer Gott. 99 Es lag die ganze Welt. 328 Ich danke meinem Gott 340 Mein Vater und mein G. 342 Du sagst, ich bin ein Christ 402 Wehl auf mein Herz wohl 4270 Höchster deffen Kraft. 450 Nun danket alle Gott 451 Durch dich o grosser Gott. oder: Ach Gott und Herr. 10 Gott ist mein Hort. 290 Ach Gott und Herr. Nach d. Mel. d. 13. Lieds. Melodien Register. 232 Jch preise dich, o HErr 268 Mein Heiland lebt; er hat 63 Jehova herrscht mit Maj. Nach d. Mel. d.* 19. Lieds. 332 Dein bin ich, Herr, dir will* 19 Gott ist mein lied. 442 Ihr Knechte Gottes, lobt nach d. Mel. d. 22. Lieds. 449 Lob Ehr und Preis dem 454 Stimmt unserm Gott ein 466 Gott ruft der Sonn und Diese können auch nach Num. 6 30. 119. und 215. ge fungen werden. 22 Unermeßlich ewig ist. Kann auch nach der alten Melodie: GOtt sey Dank in aller Welt, gesungen werden. Nach d. Mel. d. 16. Lieds, Nach d. Mel. d. 26, Lieds, oder: dem 8. Pfalm. 16 Erhab'ner Gott, was r. 21 Herr Gott du bist die Zufl. 270 grosser Gott, der alle. 740 unser Gott, wie voll ist 1540 Freund der meine Sch. 239 Ach schone doch o groffer 3900 Herr mein Gott, durch 473 Mein erster Wunsch, mein 483 Der Tag ist hin, du aber. Nach d. Mel. d.* 17. Lieds. * 17 Gott mache du mich selbst. 24 Allwissender vollkommner 40 Herr unser Gott wer ist 106 D Gottessohn u. Mensch. 331 Bewahre mich Herr daß 337 Der du Verstand u. Tug. 4030 Vater allerhöchster G. Diese können auch nach Num. 218.gesungen werden. Nach d. Mel. des 18. Lieds. oder: oder: Machs mit mir Gott nach 26 Herr deine Allmacht reicht 28 Nie bist du Höchster von. 122 Du wesentliches Ebenbild 271 Herr du bist meine Zuverf. 314 Wer, Gott, dein Wort. 349 Bald oder spät des Todes 350 Welch hohes Benspiel. 513 Wohl dem der beßre Sch. 544 So jemand spricht: ich 555 Wer dieser Erden Güter. Nach d. Mel. d. 29. Lieds, oder: dem 42. Pfalm. 29 Gott vor dessen Angesichte 128 Unser Heiland steht geb. 91 Ew'ge liebe mein Gemüt. 152 Jesu durch dein Blut unt 165 Preiser Gott in allen Lan. 188 Herr du fährst mit Glanz. 206 Edler Geist vom Himmel. 207 Geist vom Vater und vom 217 Treuer Hirte deiner Heer. 285 Schaffet, schaffet Mensch. dem 27 Pfalm. 18 Auf, auf mein Geist, auf! 288 Höchster! denk' ich an die 099 2 327 Melodien Register. 327 Kommt laßt euch den Her. 412 liebster JEsu Gnadens. 468 Abermal ein Jahr verflos. 501 Lehre mich, Herr recht bed. 540 Ach Herr lehre mich bed. Diese lieber können auch nach Num. 116. gesuns gen werden. Nachd. Mel. d. 30. Liedk, ober: Es ist gewißlich an der 3. 30 Gerechter Gott vor dein. 410 heiligste Dreneinigkeit. 68 lobt Gott, der uns den Fr. 71 Dir Gott sen Preis und 93 Nun Christen laßt uns 1190 Tod wo ist dein Stachel 170 Freywillig hast du darget. 195 Schon ist der Tag von 2160 Vater der Barmherz. 257 Getroft mein Herz verzage 258 Ich bin ein Chrift, Gott $ 03 D welch ein unschäßbares 515 Gott ists, der das Vermd. Diese können auch nach Num. 146. Pfalmen Melo die gesungen werden. Nach d. Mel. d. 33. Lieds. oder: dent 98. Pfalm. 33 Wiegroß ist des Allmacht. 51 Sen feurig, Seele, Gott. 64 Erhebet Gott durch neue. 118 Jhr Völker stimmet nun. 198 Jhr Christen rühmt, erh. 379 Der ew'ge Gott, und b. 416 Du bist ja Jesu meine Ft. Nach d. Mel. d.* 34. Lieds. * 34D Gott du bist die Liebe. 166 lobsinge meine Seele. 181 Mein Heiland deine. 448 Auf meine Seele singe. Wo die alte Melodie: Cun lob mein Seel den Serrn, eingeführet und bekannt ist, kann solche ben vorstehenden Liedern ebenfalls gebraucht wer den. 6. 15. 119 und 215.ge: Nach d. Mel. d. 35. Lieds. fungen werden. Nach d. Mel. d. 32. Liede, oder: Gott des Himmels und d. 32 Weicht ihr Berge fallt ihr 117 Gott der Juden Gott der 204 Komm o fomm du Geist. 393 Auf, mein Geist, dem H. 479 Gott des Himmels und Diese Lieder können auch nach der Lobwasserischen oder: Wie schön leucht uns det. 350 Gett des starke Hand. 105 O Friedensfürst, aus D. 187 Herr! der du deinen theut. 247 Wie groß ist unsre Seel. 264 Wie wird mir dann, meine 277 Mein ganzer Geist. 318 Wie herrlich strahlt der. 432 Gott ist es dessen weiset. 475 Dich seh' ich wieder, Mot. Nach Melodien Regifter. Nachd. Mel. d. 36. Lieds. oder: dem 36. Pfalm. 36 Gert deine Huld u. Gütigt. Nach d. Mel. d. 37+ Lieds, 4. Wunderbarer König. 38 Unumschränkte Liebe Nach e. Mil.d." 42. Lieds. 42 Die Himmel rufen, jeder 430 Gott den alle Himmel 251 Wenn ich ein gut Gewissen 362 Du Vater deiner Mensch. 364 Mein Herz ermuntre dich 382 Jch danke dir von ganz. 428 Des Donners schreckend. 490 Wie lieblich ist doch Herr 141 Ich will dich noch im Zed Diese können auch nach Num. 7.72. und 234. gesungen werden. Nachd. Mel. d. 46. Zieds, oder: dem 140. Pfalm. 46 Die Himmel rühmen Got. 303 Ich glaub an Gott, hoch 323 Erheb dein Herz, thu auf 329 Wer darf in deine Hüte 372 Boll Glaubens will ich zu 426 Bringt her ihr mächtigen 443 lobt, lobt den Herrn ihr 447 Du bists, dem Ruhm und 19 Entehre nicht mein Herz Diese können auch nach Numer 295.und$ 31.ges fungen werden. 37 Getreuer Gott wie viel 97 Lob, Ehre, Dreis u. Dank 126 So gehst du JEfu willigl. 135 Erfülle HErr doch selbst 149 Erhebe vom Geräusch der 203 Dir Vater dankt mein 225 Jch komme Herr und suche 229 Duherr haft aus Barmh. 293 O König dessen Majestát 339 Erbarm dich HErr du 143 Der du die Liebe selber Diese Lieder können auch nach der alten Melodie: Nach d. Mel. b. 47. Lieds, oder: Ein Lämmlein gebr und trägt die Schuld, gesungen werden. Nach o. Wiel. 0. 38. Lieds, oder: JEsus meine Zuversicht. 47 Herr du hast in deinem 107 Gottes und MarienSohn 142 Schwing dich auf gen G. 228 Tag den mir der Herr 263 Seelig, Gott, sind die, 270 JEsus meine Zuversicht. 309 JEfus nimmt die Sünd. 434 Gott mein Vater, Dank 535 Herr ich hab aus deiner 536 Meine Lebenszeit verst. Diese können auch nach Numer 156. gesungen werden. Nach d. mel. t. 48. Lieds, oder: Nun ruhen alle Wälder. 299 3 48 Melodien Register. 48 Du Herr der Seraphinen Nach d. Mel.d. 55. Lieds, 62 In allen meinen Thaten 88 Die Herrlichkeit der Erden 139 Welt sich hier deinleben 150 Frohlocke mein Gemüthe 367 Dir dank ich für mein 394 Was soll ich ängstlich 467 Herr der du mir das Leb. 487 Schon ruhet auf den F. 498 Was ich nur autes habe. 502 Ein ruhiges Gewissen. 511 Was ist mein zeitlich Leb. 520 Will mich o Gott bienied 123 Ich hab' in guten Stund. $ 28 Was ists, daß ich mich 554 Du aller Menschen Vater Nach d. Mel. d. 49. Lieds, oder: dem 33. Pfalm. 49 Jbr Frommen auf, daß 1250 JEsu Brunnquell aller 482 Gepriesen, Gott! sey dein Nachd. Mel. d. 5o. Lieds, oder: dem 65. Pfalm. So man båtet Herr in Zions 213 Gott ist uns Stark und 152 Nie will ich dem zu schad. Nach d. Mel. d. 5.4. Lieds, oder: dem 62. Pfalm. 540 Wundergott der alles 377 Mein Geift soll nun in 391 Was grämst du dich mein Diese können auch nach Nu mer 283. gesungen werden. * 55 Ich will mein Gott du 137Gott, der du für uns deinen 144 Sen hochgepriesen Herr 143 Laß deinen Geist mich 209 laß doch, o JEfu, laß dein 212 Schüße die Deinen, die 249 Preis, Preis sey Gott! 353 Soll sich mein Geist, o 335 Ich habe Gott mir ernst. 441 Gelobt sen Gott! ihm will 484 Entflohen sind auch dieses 491 Dieß ist der Tag zum 518Gott dubleibst ewig unsrer 522 Ein Herz, o Gott! in Leid $ 46 HilfJEsu, daß ich mein. Diefe können auch nach Nu: mer131. gesungen werden. Nach d. Mel. d. 56. Lieds, oder: Von Gott will ich nicht laffen. 56 Gott der an allen Enden. 100 Mit Ernst ihr Menschent. 395 Bon Gott will ich nicht 422 Du reicher Gott der Arm. Diese können auch nach Numer IOI. 301. und 429. gesungen werden. Nach d. Mel. d. 57. Lieds, 57 Gott meine ganze Seele. 111Jhr die ihr war't verlohr. Diese können auch nach Num. 66. und 67. gesuna gen werden. Nach Melodien Register. 115 Wie soll ich dich empf. 133 Der du voll Blut und 193 Bedenke Mensch das 194 Ich denk an dein Ger. 237Jch fleh in tiefster Reue 260 Gern will ich mich ergeb. 383 Christ alles was dich 471 Noch läßt der HErr mich 488 Wie lang darf ich noch 558 Wohl dem der richtig Diese können auch nach Num. 57. und 66. ges fungen werden. Nach e. Mel d. 69. Lieds, oder: * 61 Sen zufrieden mein G. 103 laßt uns unserm Gott dem 89. Pfalm. Diese können auch nach 69 Durch so viel Schein Numer 524 gesungen Nach d. Mel. d.* 72. Lieds, 72 Gott werde stets von dir werden. Nach d. Mel. des 65. Lieds, oder: dem 97. Pfalm. 65 Der König aller Welt. Nach r. Mel. t. 66. Lieds, 123 Wie göttlich sind doch Jeſ. 219 Jch bin getauft auf deinen 233 Hier bin ich JEsu zu erf. 235 Gott deine Gnad ist uns. 344 Schön ist die Tugend 354 Wo find ich Gott den 371 Willst du der Weisheit 374 Mein Hort ist Gott! ihn 384 Herr mache meine Seele 398 Dein Heil mein Geist nicht oder: dem 130 Pfalm. 66 Nimm Gott dem wir Dieses kann auch nach Num. 57. und 67. ge: 399 Komm bå end oft u. mit fungen werden. 504 Nicht daß ichs schon erg. 505 Damit ich meine Seele Nach d. Mel. des 67. Lieds, 508 Wie mannigfaltig sind $ 26 Verborg'ner Gott dem Diese können auch nach Num. 7.42. und 234.ge sungen werden. 299 4 Nach Nach d. Mel. des 59. Lieds, oder: Mein Gott das Herz ich bringe. 19 Noch immer wechseln 76 Ich bino Gott dein Eig. 242 D wohl dem Menschen 256 Wie seelig bin ich, wenn 366 Mein Geist erstaunt Alm. 457 Ich finge meiner Seelen Diese können auch nach Rumer 102. und 480. gefungen werden. Nach d. Mel. d.* 61, Liede. oder: Herzlich thut mich ver langen. 67 Befiehl du deine Wege. Melodien- Regifter. Nach d. Mel. des 78. Lieds, oder: 127 Gottes Lamm durch dessen 177 Grosser Mittler der zur 236 Jch erhebe mein Gemüthe Auf meinen lieben Gort. 78 Du, der kein Böses thut 240Schöpfer aller Menschent. 83 Mein Gott dir ist bewußt 322 Wo flich ich Sünder hin Diese fönnen auch nach Num. 463. gesungen werden. 262 Noch bin ich dein Gast 275 Menschen ist gesetzt zu 2800 wie unaussprechlich 310 JEsu daß du meine Seel. 311 JEfu sich mich an in 317 Eins ist noth, ach Herr 347 Du der Herz und Nieren dem 38. Pfalm. 378 Gott der Wahrheit dessen 79 Jesu Arzt todtkranfer 386 Herr! dir trau ich auf der 80 Ach was bin ich mein Err. 438 Dir mein Gott will ich 297 Hüter wird die Nacht der 446 Womit soll ich dich wohl 325 Gott wie rein ist deine 557 laß mich, Höchster darnach 424 Straf o Herr mich nicht 472 Seele du must munter Nach d. Mel. d. 81. Lieds, oder: Mach d. Mel. des 79. Lieds, oder: nach d. Mel. des 84. Lieds, oder: Alle Menschen müssen fter en. 82 Greffer Goit erhabnes dem F1. Pfalm. 84 Die Quell woraus der 130 Mein Lebensfürk! nin 226 Menschenfreund, o 281 Sey gnädig Herr nach Zeuch mich, Zench mich. 81 Herr du kennest mein 124 Gott was muß dein Sohn 287 Dir allein hab ich gef 461 Gott im Himmel und auf Nachd. Mel.des* 86. Lieds, Wann in den letzten Rei:* 86 Wie fleucht dahin der M. ben die zwo letzten Syl. 151 Nun ist es alles wohl ben nach einer Note ge: 261 Dein sind wir Gott in fungen werden, fo fann Siefe geben aud) nach fol man auch die Melodie gender num. 87. des 32. lieds brauchen. Nach d. mel. des 82. Lieds. Nachd. Mel.des 87. Lieds, oder: oder: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 87 Gott hab ich alles heimg. Nach Melodien Register. Nach d. Mel.des 89. Lieds, oder: JEsu meine Freude. 89 Wort ans Gottes Mund. 250 Wie getroft und heiter. 319 JEsu meine Freude. 385 Seele sen zufrieden. Nach d. Mel. des 90. lieds, oder: Durch Adams Sall ist ganz 90 Durch Adams Fall ist erst Dieses fan auch nach Num. 222.gesungen werden. Nach d. Mel. des 94.Lieds, oder: Herr Christ der einig G. 940 Christe Eingebohrner 158 Der Held hat überwund. 336 Herr JEsu Gnadensonne Rach d. Mel.des* 95.teds, * 95 Gedanke der uns Leben Nachid. Mel. d. 101.Lieds, * 101 Erhebt den Herrn ihr 174 Der Herr fährt auf gen 178 Mein JEfus triumphiret. 455 lobe Gott, den Gott der Diese können auch nach Nach d. Mel.d.* 108. Lieds, 108 Der du uns das Heil 445 Sollt ich meinen Gott 453 Gott durch welchen alle 549 Gott der du die Menschen Wo die Gemeinden an die alte Melodie: Sollt ich meinen Gott ni ot fingen, gewöhnt sind, fann solche zu verstehens den Liedern auch ges braucht werden. Nach d. Met. d. 109. Lieds, oder: Rum. 56. 301. H. 429. gesungen werden. Nach d. Mel.d.* 102.Lieds, 102 Also hat Gott die Welt Dieses fann auch nach Num. 59. und 480. ge fungen werden. Nach d. Mel. d. 104. Lieds, 104 Gelobet feyst du JEsus Dom Zimmel hoch da 209 Dieß ist der Tag den Gott 162 Dich båt ich an, erstandner 163 Kaum steigt zu ihrem 169 Erinn're dich mein Geist 176 Auf, Jesu Jünger freuet 179 Wir freuen uns, Herr 186 Die Erd' und was darin. 210 Gott der uns immer Gut. 431 Gort des gnadenvoller 439 Ihr Völker, jauchzt mit 493 Dieß Christen ist der T. Diese können auch nach Num. 3. 13. 197.u.436. gefingen werden. Nachd.Mel.d.* 1 10.Lieds, * 110 Gott deine Gnade ser 39 Wie ungewiß ist Herr Diese Lieder können auch nach der alten Metodie gefungen werden: Ere muntte dich mein schwacher Geist. 2995 Nach Melodien Register. Nach d. Mel.d.* 112. Lieds, * 112 Herr laß doch mich recht 1130 Christenheit sen hoch 114 Wirf blöder Sinn den Nachd. Mel.d. 116. Licds, oder: Werde munter mein Gemüthe. 116 Wie lang soll ich traurig 147 Heute sprach mein Heil. 200 Der du uns als Vater 363 Gott mein Vater. 433 Sorge doch für meine 476 Herr es ist von meinem 485 Werde munter mein G. 486 Auf o Seele! werde m. Diese können auch nach Num. 29. gesungen wer: den. Nach d. Mel. d. 119. Lieds, oder: Num. 6. 15. 30. un 215. gesungen werden. nach d. M. d. 120. Lieds oder: Unser Vater im Simme reich. 120 Kein Lehrer ist dir JEsu 300 So wahr ich lebe spricht 406 O Vater groß im Himm 507 Hier ist noch unsre Prüf Nach d. Mel. d. 121. Lieds) oder: Schmücke dich liebe Seele. 121 Heiland deine Menschen. 189 König dem kein König 231 Seele willst du Ruhe Nach d. mel. d. 131. Lied oder: Herzliebster Jefu was haf 131 Unschuldger JEsu, was 132 Herr stärke mich dein leid. 550 Herr mein Versöhner! 551 Herr deine Sanftmuth Können auch nach der Me lodie des 55. lieds ge fungen werden. nach d. Mel. d. 1 36. Lieds, Aus tiefer oth schrey ich zu dir. 119 Mein Jesu du hast unsre 182 Herr Jesu deiner Glieder 191 Er fommt, er kommt zum 248 Ich weiß an wen mein 3060 Gottes Sohn Herr 321 Wo soll ich bin wer hilfet 376 Du hast mein Vater und 387 Der Herr ist meines lebens 4040 Gott es fehlt uns Kraft| O Lamm Gottes unfch. 408 Gott deine Gáte reicht so soonach meiner Seelen Seel. $ 17 Zur Arbeit, nicht zum Diese können auch nach oder: 136D Gottes Lamm unschuld. Nach d. mel.d. 138. Lieds, * 138 Mein Erldser! Gottes Kann auch nach der Melo tio Melodien- Register. die: Schwing dit auf zu deinem zc. ge fungen werden. Nach d.Mel. d.* 140.Eiers. * 140 Mein Erldser hångt am Kann auch nach seiner alten Melodie, wo selbige be: fannt ist, gesungen wer den. Nach d. mel. d.* 141.Lieds, * 141 UmGnade für die Sünd. Nach d. Mei. d. 157. Lieds, 224 Gelobr fenst du, Herr Zeb. oder: 269 Mein Heiland! wenn mein Christ lag in Todesband. 307 Ich komme Friedensfürst 157 Der Herr lag in das Grab 359 Der du mich als ein Bater Nach d. mel.d.1 60.Lieds, Diese Lieder können auch* 160 Bringt Preis und Ruhm nach der alten Melodie Dieses kann auch nach gefungen werden: Herz Num. 157. gesungen lich lieb hab ich dich. Nach d. Mel.d. 145.Lieds, werden. Nach d. Mel. d. 156.lieds, oder: Dennoch bleib ich fiets in 156 Auf mein Herz ein froher 172 Jesus lebt mit ihm auch 230 Dich mein Jeſu laß ich 315 Meinen Jefum laß ich) 365 Habe deine Lust am H. Diese können auch nach Num. 47- gesungen wer: den. 146 Seht den leidenden Ger. Kann auch nach der alten Melodie: Rommt her. aus all the Jung frauen, gesungen wer: den. 145 Begleite mich o Christ, Nach d. Mel d. 146.Lieds, 161 Ich weiß gewiß daß mein dem 32. Pfalm. Nach d. mel. d. 164. Lieds 164 Jesus Christus unser H. Nach d. Mcl. d. 167. Lieds, oder: Nachd. Mel. d. 153. Lieds, oder: Nach d. Mel. d. 161.lieds, oder: Sofianna Davids Sohn. 167 Jefus meine Liebe lebt. 183 Hosianna Davids Sohn. Der Tag ist hin, mein G. Nach d. mel. d.17.Lieds, So schlummerst du. Am Freug erblaßt. * 171 Halleluja, Jesus lebet. 196 Wachet auf vom Schlaf 272 Melodien Register. Nach d. Mel. d. 205.Lieds, oder: un bitten wir den beil. nach der alten Melodie a05 Des Vaters u. des Sohn. gefungen werden: Wa: chet auf! ruft uns die Stimme. Nach d. mel. d. 208. Lieds oder: Eine veste Burg ist unser Nach d. Mel. d. 173.Lieds, 208 Ein starker Schuß ist uns Nach d. Mel. d. 211.Lieds 211 Erhalt uns Herr bey Nachd. Mel.d. 214. Zieds * 214 Wenn Christus seine Nach d. Mel. d. 215. Lied oder: Ach Gott vom Zimmel 215 AchGott vom Himmel sich 405 Mit Seufzen flag ich dir 421 Ach Gott wir treten hiet 425 In deinem Namen o 556 Die Zunge die vernehml Diese können auch nad Num. 6. 15. 30. un 119. gesungen werden. Nach d. mel. d. 218. Liede oder: 272 Wachet auf so ruft die 452 Jauchze auserwählt Gef. Diese Lieder können auch oder: Auf diesen Tag gedenken 173 An diesem Tag frohlocken Nach d. Mel. d. 190. Lieds, oder: OEwigkeit du Donnerw. 190 Erhöhter Jesu, Gottes 192 Der unsre Menschheit an Nach d. mel.d. 197, Lieds 197 komm o Gott Schöpfer 175 Schau groffer Herr der 333 Dein Gott ist Majeståt Diese können auch nach Num. 3. 13. 109. und 436. gesungen werden. Nach d. mel. d. 199. Lieds, oder: Dater aller Gnade. 199 Gott, groß von Erbarm. Nach d. Mel. d. 201.Lieds, oder: Chrift unser Zerr zum J 218 Wie Christus selbst zum Dieses fann auch nach der Melodie des 17. Lieds gesungen werden. Nach d. Mel. d. 222. Lied dem 77. Pfalm. 201 Heilger Geist du Himm. oder: 294 Wenn der Sünder hat 397 Meine Stimme ruft zur dem 91. Pfalm. 407 Herr erhöre meine Klag. 222 Als Jesus jekund sterben 458 Grefser Gott, Herr aller 334 Hilft mir mein Gott! 348 Melodien Register. 343 Oft denkt mein Herz wie 392 Wer unter GottesSchatt. Diese können auch nach Num. 90. gefungen wer den. Nacht. Mel. d. 227. Lieds, oder: dem 5. Pfalm. 227 Wie groß ist deine M. Nach d. mel. d. 234. Lieds, 234 Nun habe Dank für 278 Nach einer Prüfung kurz. 345 Wie feelig Herr ist der 317 Wie sollt ich dich mein 400 Bon dir kommt jede gute 410 Wer kann Gott, je was 509 Der Wollust Reiz zu $ 10 Des Leibes warten und 127 Was ist mein Leben auf Diese können auch nach Num. 7. 42. und 72. gefungen werden. Nach d. Mel. F. 238. Lieds, Kann auch nach der Mer lodie des Lobwaferischen 58. Psalms gefungen werden. Nach d. mel. d. 245. Lieds, oder: dem 1. Pfalm. 243 Der Herr ist gut, in dessen Nach d. Met. d. 244.Lieds, 244 Vernimm, o Gott! veru. oder: dem so. Pfalm. 245 Mein Salomo dein Nach d. mel. d. 253.Lieds, oder: dem 4. Psalm. 253 Wie wohl ist Jesu mein, Nach d. Mel. d. 254. Lieds, oder: dem 46. Pfalm. 254 Beglückter Stand get. 494 Der Herr des Himmels Nacht. Mel. d. 255. Lieds, oder: In dich hab ich gehoffes 255 Ich freue mich mein G. 414 Bon ganzer Seele preis 481 Für alle Güte sen gepreist 521 Sey Seele stark und Diese lieder können auch nach Mum. 413. geſuns gen werden. oder: Rommt her zu mir spricht 238 Wie feelig Gott, wie seel. 246 Ich hoff, o Gott, mit 352 Kommt her, mübseel'ge 6499Herr meiner Seelen grossen Nach d. Mel. d. 256. Lieds, 148 Du liebst& Gott Gerecht. Nach d. Mel. d.243. Lieds, oder: Ich ruf zu die Heer Jesit 256 Mein treuer Gott dein 346 Herr mein Erlöser! nue Nach d. mel. d.* 259.lieds, * 295 Der Herr mein Hirt Kann auch nach der Me Melodien- Register. lodie des 23. Pfalms ge, 289 Liebster Jefu Trost der H. sungen werden. tach d. Mel. d. 292. Lieds Nach d. Mel. d. 265. Lieds, oder: dem 103. Pfalm. 265 Wie komm ich doch, mein 440 tobsinget Gott mit wahr. 497 Herr! lehre mich, wann* 295 An dir allein hab ich Nach d. Mel. d. 266. Lieds, oder: Kann auch nach der Mele un laßt uns den Leib 266 Begrabt den Leib in seine Nach d. Mel. d. 267. Licds, oder: Was Gort thut das ist 267 Ich freue mich der frohen 373 Auf dich Herr, nicht auf 375 Der Herr ist meine Zuv. 325 Was Gott thut das ist Nach d. mel. d. 273. Lieds, oder: dem 84. Pfalm. 273 Mein Leben ist ein Pilg. Nach d. Mel. d. 274. Lieds, ober: dem 16. Pfalm. 274 Auf träger Geist! laß das Nach d. Mel. d.* 283.vieds. * 283 Erhebt, erheber Gottes Kann auch nach der Melo: die des 14. lieds gesun: gen werden. Nach d. Mel. d. 281. Lieds, oder: Liebster Jesu Troft der 284 Auf o Sünder laß dich oder: B Allein zu dir Herr Jesu 292 Jch schäme mich vor deine 308 Aufdich allein Herr Jesu Nach d. Vel. d. 29 Lieds, die des 46. und 531. Lieds gesungen werden. Nach d. Mel. d. 296. Lieds 296 Sünder willst du sicher Nach d. Mel. d. 301. Liedb, oder: Zeuch ein zu deinen Thor. 301 Wie treu mein guter H 358 An dich mein Gott ged. 389 Was hilfts daß ich mich Diese fönnen auch nac Num. 56. 101. u. 429 gesungen werden. Nach d. Mel. d. 302. Lieds oder: Mache dich mein Beiste 302 Strafe nicht o Heiligster 506 Mache dich mein Geist Nach d. Mel. d. 316. Lieds, oder: err hör, ach höre mein 316 Sucht man die Freunds. 2 Nacht. Mel. d. 320. Lieds, oder: dem 25. Pfalm. 320 Höchsterwünschtes Seel. 401 Jefu meiner Seelen Retter Nach Melodien Register. Nach d. Mel.d. 324. Lieds, Nach d.Mel. d. 417. Lieds, oder: Ach mein Jesu fich ich trete 417 Quaal und Angst muß ich Nach d. Mel. d. 418. Lieds, oder: oder: dem 116. Pfalm. 324 Mein Bundesgott, ach 30 Ich weiß es wohl ich selbst 61 Wie lieb ist mirs daß 45So ist von meiner kurzen Entbinde mich mein Gott, Nach d. mel. d. 326. Lieds verändert und erleichtert. 26 Wenn zur Vollführung 418 Befrene meinen Geist. Nach d. Mel. d. 348. Lieds/ 538 Mein Lebensfürst! zeig Nach d. Mel.d.429. Lieds, oder: oder: Erbarm dich mein o erre 48 Ich armer Sünder, wer Aus meines Herzens Gr. Rach d. Mel. d. 360. Lieds, 429 Jehova! Herr und König oder: Dieses kann auch nach Num. 56. 101 und 301. gefun gen werden. dem 30. Pfalm. Wohlan mein Herz, sen Rach d. Mel. d. 368. Lieds, Nach d. Mel. d. 430. Lieds, oder: oder: groffer Gott vontlacht 580 du erhabner Gott. dem 143. Pfalm. 430 Erlöser, sieh auf uns Rachd. Mel. d. 369. Lieds, Nach d. Mel.d. 435. Lieds, oder: 435 D welch ein Leiden, das 474 Ibm, der das Licht entst. Können auch nach der alten Melodie: warum be: trübst du dich mein Nach d. Mel. d. 41 3. Lieds, Nach d. Mel. d. 436. Lieds, Herz gesungen werden. dem 26. Pfalm. 90 Gott wer ist die gleich Rach d. Mel. d. 381. Lieds, Wohl dem Menschen der Ich weiß es Gott, mein Ach Gott du unserlebensl können auch nach Num 255. gesungen werden. hd. Mel, d. 415. Lieds Verleiß uns Frieden oder: dem 134. Pfalm. 436 Auf Christen preist mit 492 Gottt du bist mein Preis 437 Erheber Gottes Heiligkeit Diese können auch nach Num. Melobien Register. oder: Num. 3. 13. 109. und Nach d. Mel. d. 480. Lieds, 197. gesungen werden. Nachd. Mel.d.414. Lieds, 444 lobet den Herren alle Nacht. Mei.d.456.Lieds, 456 Herr unser Gott dicht. ( Te Deum Laudamus.) Nach d. Mel.d.459. Lieds, 459 Herr mein licht mein Kann auch nach der Mel. Jefu deiner Kirchen Glieder, gesungen were den. un sich der Tag geende 480 So fliehen unfre Tage bin. Dieses kann auch nach Num. 59. und 102. gefungen werden. Nach d. Mel. d. 524. Fiede, $ 24 Warum sollt ich mich dann Dieses kann auch nach Num. 61. gesungen werden. Nachd. Mel.d.* 530. Lieds, 530 Du klagsto Christ in sch Nach d. Mel. d. 531. Lieds, 531 Du flagst und fühlest die Kann auch nach Num. 46. * Nach d.Mel.d. 463. Lieds, * 463 Befingt Gott Zebaoth. 477 3hr triben Sorgen w. Können auch nach der Me: lodie des 78. Lieds gesun: gen werden. Mac& Mel..* 470. Lieds, * 470 Mein erst Gefühl, fen Nach Mel. d. 478.Lieds, Christus der ist mein Leb 478 Wach auf mein Herz und 15 42 Mein Jesus ist meinleben oder: Pfalm. 1 Der Herr ist gut int 4 Wie wohl ist Jefu * Wie groß ist deine 8 Erhab'ner Gott was 16 Aufträger Geist lag und 295.gesungen werden. Nach d. Mel. d. 533.Lieds, * 133 Was sorgst du ängstlich Nach d. Mel. d.542.lieds Es finden sich demnach in vorstehendem Melodien. Regi fer, nachfolgende Pfalm und lieder Melodien, Pfalm- Melodien. Num. 25 Höchsterwünschtes S, 320 243 260 Gott wer ist dir g. 369 253 27 Auf, auf mein Geist! 227 30 Wohlan mein Herz, 18 360 1632 Ich weiß gewiß, daß 161 274 33 Ihr Frommen auf, d. 49 ( 23 Der Herr mein H. 259) 36 Gott deine Huld und 3 38 Melodien Register. 254 13 38 Jesu Arzt todkranfer 791 91 Als Jefus jekund st 42 Gott vor dessen Ungef. 29 97 Der König aller W. 46 Beglückter Stand 98 Wie groß ist des Allm. $ 1 Die Quell woraus 84 Too Der SpditerStrom ( 58 Vernimm o Gott, 244) 103 Wie komm ich doch 620 Wundergott der 54116 Mein Bundesgott 65 Man båtet Herr in 3. 50 130 Nimmt Gott dem w. 66 77 Heil' ger Geist du h. 201 134 Auf Christen preist 4 6 84 Mein Leben ist ein 273 140 Die Himmelrühmen 46 89 Durch so viel Schein 69 243 Erldser sich auf uns 430 90 Mein Salomo dein 245( 146 Weicht ihr Berge, 32) 265 324 Alte und neue Lieder- Melodien. in alphabethischer Ordnung. 22 65 33 Ach Gott und HErr Ach Gott vom Himmel sieh 215 Ach mein Jesu, sieh ich tre. 417 Allein Gott in der Höh' sen 15 Allein zu dir Herr Jesu C. 292 Alle Menschen müssen ster. 82 Also hat Goit die Welt gel. 102 An dir allein hab ich gesün 295 Auf diesem Tag gedenken 173 Aufmeinen lieben Gott 42 10) Dennoch bleib ich stets an 156 Der du uns das Heil err. Ic8 Der Herr mein Hirt beh. 259 Der Tag ist hin, mein G. 153 Die Himmel rufen jeder Du flagsto Christ in schw. 30 Du flagst und fühlest die 531 Durch Adams Fall ist ganz 90 ( Ein lämmlein geht und 37) 7 Ein veste Burg ist unser 208 Aus meines Herzens Gr. 429 Entbinde mich mein Gott 418 Auf tiefer Norh schrey ich 119 Erbarm dich mein o Herre 348 Begleize mich o Christ wir 145 Erhalt uns Herr bey dein. 211 Besingt Gott Zebaoth 463 Erhebt den Herrn ihrFr. 1ot Bringt Preis und Ruhm 160 Erhebt, erheber Gottes 283 Christ tag in Todesban. Christ unser Herr zum Jor. 218 157 ( Ermuntre dich mein sch. ITO) Es ist das Heil uns kommen 6 Christus der ist meint. 542 Es ist gewißlich an der 3. 30 Nrs Fügt Melodien Register. 95 Fügt euch herzu ihr Christent. Liebster Jesu, Trost der H. 284 f. kommt ber zu mir xc. Liebster Jesu, wir sind hier 4 Gedanke der uns Leben g. kobet den Herren alle H. 444 Gelebet seyst du Jesu C. 104 Mache dich mein Geist b. 302 Getreuer Gott wie viel G. 37 Machs mit mir Gott nach 26 Gott deine Gnade sen gep. 110 Meinen Jesum laß ich nicht, s. Gott des Himmels und d. 32 Jesus meine Zuversicht. Gott ist mein Lied Gott mache du mich selbst 19 Mein Erldser Gottes S. 138 17 Mein Erlöser bångt am 140 ( Gott sey Dank in aller W.22) Mein erst Gefühl sen P. 470 Gott werde stets von mir 73 Meine Seele wilt du ruhn, s Hallelujah Jesus lebet 171 Sünder wilt du sicher seyn. Helft mir Gottes Güte preifen, Mein Gott das Herz ich $ 9 f. Zeuch ein zu deinen Thoren. Nun bitten wir den heilt. 205 Herr Christ der einig Got. 94 Nun danket alle Gott 9 Herr Hör ach höre meinG. 316 Nun habe Dank für deine 234 Herr Jesu Christ dich zu uns 3 Nun laßt uns den Leib be. 266 Herr laß doch mich recht 112( Nun lob mein Seel den 34) Herr mein licht mein H. 459 Nun ruhen alle Wälder 48 Herr unser Gott, dich lob. 456 Nun sich der Tag geendet 480 ( Herzlich lieb hab ich dich 141) O Ewigkeit du Donnerw. 190 Herzlich thut mich verlang 67 Gott du bist die liebe Herzliebster Jesu was hast 131 O Gott du frommer Gott Hosianna DavidsSohn 167 Gott du unser Vater bist 2 Ich hab' mein' Sach Gott 87 Ogrosser Gott von Macht 368 Ich ruf zu dir Herr J. C. 256 Dlamm Gottes unschuld. 136 Ich weiß es Gott mein g. Ich will mein Gott du K. 34 8 413 O welch ein Leiden das m. 435 55 Schmücke dich, o liebe S. 121 ( Jefu deiner Kirchen Gl. 459)( Schwing dich aufzu d. 138) Jesu meine Freude Jesus Christus unser H. Jesus meine Zuversicht 89 Seht den leidenden Ger.. 146 164 Sey zufrieden mein Gem. 61 47( Sollt ich meinem Gott 108) In dich hab ich gehoffet H. 255 Sünder willst du sicher f. 296 Komm beiliger Geist, 1 Um Gnade für die Sünd. 141 Komm o GottSchöpfer 197 Unermeßlich ewig ist ( Komm: heraus all ihr J. 146) Unser Vater im Himmel. 120 Kommt her zu mir spricht 238 Vater aller Gnade 22 199 Ber: Melodien Register. 326 116 Verleyh uns Frieden gná. 415 Wenn Christus seine Kir. 214 Bernimmo Gott, vern Vom Himmel hoch da ko. Bon Gott will ich nicht l. Wach auf mein Herz und ( Wachet auf, ruft uns d. ( Warum betrübst dud 244 Wenn zu Vollführung d. 109 Werde munter mein Ge. 56 Wer nur den lieben Gott 478 Wie fleucht dahin der M. 171) Wie schön leucht uns der Wohl dem Menschen der Warum sollt ich mich dann 524 Wunderbarer König Was Gott thut das ist w. 267 Zeuch ein zu deinen Thor 301 Was sorgst du ängstlich 533 3euch mich, zeuch mich mit gr 435) 38 Ret a 7 86 35 381 Gebåte. Gebate. Morgen Gebåte. Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Ers den, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich båte ich als den Urheber und Erhalter meis nes Lebens, als den Gott weines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseeligkeit demi thight an. Dir dant ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geist liche und leibliche Vortheile, die ich besize. Dir dan te ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schutze bedeckt, daß du alle Gefahy ren, die mir drohereu, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanfien Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflosser hast. Gott und deine Ereue ist deine Gute ist alle Morgen neu, sehr groß. Sie übertrifft alle unsere Verdienste un enelich: Sie ist weit grösser, als daß wir dir jemals würdig genug dafür danken könnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest, und dich meiner so annimmst? Ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, der detne Wohlthe ten öfters gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein sol cher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat, Ja, HErr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du mer Morgen, Gebåte. ner, wie ein Vater seines Sohnes schoner. Sto jaye rest du fort mich zu segnen, und mir gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leitea. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sey mir gnädig in Christo, deinem Sohn, und verzeihe mie um feinetwillen alle meine Sünden, Siehe ich heilige mich die ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger att werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsag, alle unordentliche Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle böse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinen ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, oder nach dem Bens spiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir meinem Schös pfer und Herren zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beyfalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, u.dadurch deiner secligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bes mühung und meine Seeligkeit seyn. Ja ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit balten will. OGOtt, stehe mir selbst mit deiner Gnade bey, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn hne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der Rrr 3 mich Morgen- Gebåte. mich erleuchte, reinige und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Bersuchungen zur Sünde, und wann ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich inson derheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten ges neigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfälig über mich selbst was che, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bosen fliehe, und jede sündliche Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vorstellung von deiner Allwis fenheit und Allenthalben Gegenwart mich überall be gleiten, und mein Herz mit der tiefesten Ehrfurcht vor dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden, zur ewigen Seeligkeit. Erfüle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen und laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die llm stände, in welche du mich gesetzet hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Be rufsgeschäfften, und begleite sie mit deinem Gegen. Gieb, daß ich bey meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorschung in allem, was mir be gegnet, demüthig verchre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Laster den Bugang zu meiner Seele verstatte. Dir, und der ner Gnade, o GOtt, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglau ben, u. erweitere die Gränzen des Reichs der Wahrheitu. der Tugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrig fei Morgen- Gebåte. feiten, die du über uns gesetzet hast. Segne die Lehe rer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden seyn. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bans de des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden haft. Gieb, daß wir alle die Pflichten unseres Bes rufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nugen vorziehen, und deine Ehre, und das Heil unsern unsterblichen Seelen zum letzten Endzweck aller unser Bemühungen machen. Erhöre mich Vater der Barmherzigkeit, und sen mir gnädig um JEsu Christi willen, Amen. Unser Vater 2c. Allmächtiger und unendlich gütiger GOtt, deis ner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und gefund aufgestanden bin. Du hast nächtliche Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewande, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schuß hatte begegnen können. Ich erkenne deine Güe te, die diesen Morgen an mir neu ist, und båte zu dir dem Allgenugsamen, bereite mich selbst zu einem die wohlgefälligen tobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, fondern auch mit einer gerührren Dankbars keit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ch re und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deis nem mächtigen Schuze befehle ich mich darum an dies sem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele, und bewahre Rrr 4 much Morgen. Gebäte. mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich seyn kön nen. Regiere alle meine Entschliessungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß seyn möge Gib mir ein zus friedencs und freudiges Gemüche, daß ich willig und mit Munterfeit die Geschäffte verrichte, die mein Stand, darinnen du mich gesetzet hast, mir aufleget. Gieb daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handele. Sey auch nach deiner grossen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Beystand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lerens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tar ge mein Gewissen nicht mit vorseglichen Sünden ber schwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wann ich aus Ulevereilung fehle, so würke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue. bey dir Vergebung suche, und vors künftige mit mehrerer Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirst es wohl machen, Amen. Abend Gebåte. J't h und komme freue mich deiner Güte, o Gott, un mit Danken vor dein Angesicht. Jeder Tag, jes de Stunde jeder Augenblick meines Lebens giebt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und Abend Gebåte." und legt mir neue Berpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Bohlthäter auf. Auch heute hast du dich an mir Uns würdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebele hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandı! Bor wie vielen Sünden, die unter allen Llebeln die grössesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlrhaten habe ich aus deiner freygebigen Hand empfangen! Womit foll ich dir, dem Herrn, alle das gute vergelten, das du an mir gethan haft? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein, und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig ges heiliget fenn. Möchte mir mein Eifer, dir zu gefals len, beständiger, möchte der Schorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn? Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christe lichen Vollkommenheit entferner! Wie vieler Nach läßigkeit und Trägheit im Guten, wie vicler Verges bungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den verganges nen Tag in allen Absichten so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart sorgfältig in meiner Seele unterhalten? habe ich mir das Beyspiel meines Herrn und Heilans zum Muster der Nachahmung vorgesetzt, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Junger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des des Rrr s wohls Abend Gebäte. wohlthätigen nnd himmlischgesinnten JEsu sey? Ha be ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern, und andern nüglich zu werden, begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Unzufrie denheit, zur Wollust widerstanden, und mich recht forgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begier den, noch mit Worten und Werken zu fündigen? Ha be ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter, so wohl angewandt, als ich es håtte thun sollen und kön nen? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen mei nen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllet, als es deint Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben, und mich einer seeligen Ewigkeit getroffen konnte, wann es dir gefallen sollte, meinem irrdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? OGOtt wie beschämet, wie erniedriget mich diefe Prüfung! Herr, wer kann merken wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger ges recht! Ich bekenne dir meine Sünden und Lebertre tungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich ents schließe mich, in deiner Furcht mich immermehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reiz nigen und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsage. Stehe mit in der Ausführung desselben mächtig bey. Gieb, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das grö fte Ulebel meide und fliehe. Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger feyn Abend Gebåte. senn, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deincm Ebenbilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm verzets he, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeigen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben, und dereinst vor deis nem Richterstule zu erscheinen wünsche. Dein mächs tiger Schutz bedecke mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und feine Plage sich zu unsrer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich Morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes, und Seelenkraften wieder aufwachen, und gieb, daß ich fie, nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwerde. Triste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mits brüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes, der süssen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Ans bruch des Tages warten. Stärke die Sterbenden, und laß fie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Günter und bekchre fie. Dir, HErr me GOtt, übergebe ich meinen Leib und meine Secte, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst bey meiner Hand, teis te mich nach deinem weisen Rath, und nisam mich ders einst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitre dich um dies ses in dem Namen und als ein Jünger JEfu Chrifti, Unsers Mitlers und Seeligmachers, Umen. Barms Abend's Bebåte. B armherziger gnädiger GOtt, unter deinem gnädi gen Schute habe ich abermals einen Tag zurüc gelegt. Ich danke dir dafür, und preife deinen heili gen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine grosse Güte und Barmherzigkeit von meine Jugend an bis auf diese Stunde bey aller meiner Un dankbarkeit so mildiglich hat zufliessen lassen. Stelle o Gort meine heutige mir bewuste Ulebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannte Sün den ins Licht vor deinem Angesicht, sondern wirf fr hinter dich zurück, und sey mir um Christi willen gni dig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mid u walten, aber wann meine Augen geschlossen sind, so wache du über mich, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglüd von uns ab, und schenke uns eine füsse erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und unsern Berufsgeschäfften wiederum ge schickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden wer den, an dem Ende unserer Prüfungstage in die seelige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet hast. Erhöre mich um Jesu Christi, deines geliebten Sohy nes willen, Amen. d d d 1 Das Gebät des HErrn umschrieben. Unser Vater, der du bist im Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist dieses für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Zornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und inse C d n 0 Das Gebit des HErrn umschrieben. insgesamt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dörffen! Grosser Gott, und versöhnter Vater in Chris sto, was können deine so hoch begnadiaten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheilis get werde. Nur du bist allein groß, herrlich, heis lig, und würdig von allen erkannt, geehret und gepries sen zu werden. O laß deinen Namen, deine Tugens den und Vollkommenheiten immer bekannter und Herrlicher auf dem ganzen Erdboden werden, so daß von Aufgang der Sonnen bis zu ihrem Niedergang Jeders mann dich recht erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, und mit Gedanken Worten und Werken preise. Und damit dein Name je långer, je herrlicher werde, so tomme dein Reich, so laß das Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans, und erweitere die Gränzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsterniß leben, und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen des Lasters und des Unglaubens wan deln. Nur dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig, willig und freudig auss üben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel vollzogen werden. Gib uns auch heute unser täglich Brod, ſoviel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu un: Das Gebät des HErrn umschrieben. unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseeliges, demüthiges, dankbares und ver gnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhänglichkeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich setzen und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergieb uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unfern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehäuft has ben, und versichere uns der Vergebung unserer Sün den in dem Blute Christi. Wirke du selbst in und eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gieb uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, so uns be leidiget haben, damit wir ihnen so gerne, willig und herzlich vergeben, als du uns vergiebst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht verge ben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sun de fallen, und wie stark und listig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, ſo laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bey, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu schanden werden. Denn dein ist das Reich, du bist König und HErr über die ganze Welt; alles stehet unter deiner Regierung, und muß dir unterthan seyn. Dein ift die Kraft, du bist allein mächtig, und kannst unend, lich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ift Das Gebät des HErrn umschrieben. it die herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühs dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja das ist unjer fehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebät, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebät gewiß erhören wers best, Amen. Vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Herr Err, HErr, GOtt, barmherzig, gnädig, gedula dig, von grosser Güte und Treue, der zu Gnade beweisest, und vergiebst misferhaten, Uebertrett ug und Sünde, dich båte ich als den wahren und lebendis gen GOTT, als den GOtt und Varer unsers HErrn JEfu Christi, und in ihm als den Vater der Barms bergigkeit und den GOtt alles Trostes demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die ausserors dentlichen Beweise, die du uns durch Christum von Deiner mehr als vaterlichen Liebe gegeben hast. Du bast ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gefandt auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verlohren wer den, sondern das ewige eben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit hm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu uns krer wahren und ewigen Glückseeligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Ort, auch mich unwürdis gen hast du zur Erkenntniß dieses grossen Heils ga bracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedin ungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Geer Vor dem Gebrauch des heiligen Abenmadmahle. Seeligkeit an. Auch mir willst du von diesem allem in dem heiligen Abendmahle die feyerlichsten Zeichen und Versicherungen mittheilen, wenn ich, mit wah rer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein heiliges Leben zu füh ren, zu dir nahe. OGOti, wie wollte ich entfliehen und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine sold Seeligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise bis ner Güte mich nicht zur Busse und Dankbarkeit leiter fieffe? Nein, fern sey es von mir, mich eines solche Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde da Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Grösse d ner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wün sche fehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durd Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ih gerecht und seelig zu werden. Ich bin willig und b reit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese un schäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O GO verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtunge so oft zuwidergehandelt, daß ich mich nicht dankbare und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Woh thäter bewiesen habe. Meine Sünden haben mid von dir entfernet. Aber siche, ich komme wieder i dir, HErr mein GOtt. Mein Herz sagt mir vo deinetwegen: ihr sollt mein Antlig suchen. Ich fu es, o HErr; verbirge dasselbe nicht vor mir. De nem Dienste, v GOtt, und dem Gehorsam deiner Ge bore fey mein ganzes übriges Leben gewidmet! entfage in deiner Gegenwart allen Sünden, und den heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschn meines Verhaltens seyn. Ach schenke mir selber Kra und Stärke, meine Gelübde zu erfüllen. Laß die Bo trady Vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. trachtung deiner unendlichen Fiebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines HErren, empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vorhältest, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Vers suchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe. eiland der Welt, HErr JEsu Christe, du hast dein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe ges stiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden sehtest du das heilige Abendmahl, zum Troste deis ner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feyerlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deis nen Nachfolgern zu begehen. Bie glücklich bin ich, o HErr, daß ich dich, den einigen und volls fommenen Mittler zwischen GOtt und den Mens schen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen HErren und GOtt nennen, mich deiner feeligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir meinem Heilande zu danken! Wie uns wissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn? Wie unerträge lich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchters lich die Erwartung der dankt verdienten Strafen, wie erschrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, Vor dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen GOttes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seeligkeit erworben härtest. Ja alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer ſoll mir dann nicht dein Gedächtniß seyn! Würe de ich nicht der undankbarste, der niederträchtigste uns ter allen Sterblichen seyn, wenn ich dein vergasse, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, gött licher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffent lich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu seyn. Ich komme als ein mübseeliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir ane bietest, und das grosse Heil, das du gestiftest hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feyerlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir sel ber, sondern nur dir zu leven, der du für mich gestor ben und auferstanden bist. Ich komme, meine- Ge meinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. OHErr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn. Erlaube nicht, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen fer ne Nach dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. ne von dir scy. Sende mir dein Licht und demen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiber. Laß mich die Wunder deis ner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das kräftigste bewegen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüchlicher Treue zu hals ten, Amen. Nach dem Gebrauch des heiligen Abend. mahls. Lesbe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namer. Lobe den Errn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deis ne Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich frönet mit Gnade undBarmherzigkeit. Barme berzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von grosser Güte. Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Misserhas ten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, o erbarmet sich der HErr über die so ihn fürchten. Bohl dem, dem die Lebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist! Wohl dem Menschen dem der HErr die Missethat nicht zurechnet, in dessert Geist kein Falsch ist! Ich sprach: ich will dem HErrn meine Lebertretung bekennen, da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher GOtt wie du bist! du hest deines Sohnes nicht berichonet unseitwillen, du hast ihn für uns in den Tod das Sis* hirt Nach dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. hin gegeben: wie? jolltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja gelober sey GOtt und der Vater unsers HErrn JEfu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbaren geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem geliebten, sind wir dem Höch sten angenehm worden. In ihm dürfen wir GOtt unsern Vater, und uns seine Kinder nennen. An ihm haben wir einen vollkommenen Seeligmacher, der im merdar lebet und für uns bittet. Durch seine Aufer stehung von den Todten, haben wir die gewisse Hoff nung eines unvergånglichen, unbefleckten und unver weltlichen Erbes, das behalten wird im Himmel. GOtt womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen mein GOtt, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Snade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und meine Gelübde bezahlen vor allem Volte. roffer Erlöser, meine Scele erhebet dich, den Herren, und mein Beist freuet sich in dir, me nem Heilande. Du bist würdig zu nehmen, Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre und Preis und Lob. Dann du bist auch für mich er würger worden und hast mich mit deinem Blüte er kauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freyen Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes er löset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrs Nach dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet! Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du hast dein Blut für mich vers gossen zur Vergebung der Sünden. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich gevofert. Ich will ganz der Deinige seun. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sey mein Leib und meine Seele, dir sey mein ganzes Leben heilig! Did) zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beyspiele zu fol gen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündis gen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäffte, meine ganze Seeligkeit seyn! Amen. So o habe ich mich dann feyerlich dem Dienste GOts tes, meines gnädigen Baters und unendlichen Wohlthäters gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Junger und Nachfolger meines hochgelobten Erldsers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem leibe zu preisen, die beyde sein Eigenthum find. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergåße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht würde ich zu erwarten haben, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bes 586 3 stritte, Nach dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. ten. stritte, wenn ich ewig jo träge und nachläßig im Gu ten wäre, als ich es ehemals gewesen ben! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seeligkeiten, die ich als ein Christ besitze, verlustig, und meine Verdamm niß um so viel schwerer machen. Ach GOtt erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feind feelig gegen mich selbst handele. Sey du in meiner Schwachheit machtig. Befestige meine guten Ent schliessungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausfüh rung derselben, unverzüglich und unverrückt zu arbei Erhalte du selbst mein Herz bey dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Echenfe mir ein neues Maaß deines Geistes, und führe mich durch denselben auf ebenen Bahn. Gied, daß ich mich von allen Be fleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meme Heiligung in deiner Fuecht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stärke wich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen perlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vol lenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerech tigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Amen. Gebåt eines Kranken. mein GOtt, du Quelle des Trostes und der Gna de, ich demüthige mich vor dir, um deinen Bey stand in meinen grossen und heftigen Schmerzen sehne lich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücker mich. Mein Leib iſt schwach Gebät eines Kranker. schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. Zu wem kann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jame mer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht ras then und nicht helfen. Nur du allein, mein GOtt, fannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer ause preffer. Zu dir allein wende ich mich. Erhöre mich mein GOtt, und schweige nicht zu meinen Thränen. HErr ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so wür. den alle Wellen deines Zornes über mich zusammens schlagen, und ich müste gleich jenen abtrünnigen Geis stern zur Verdammniß verstossen werden, weil ich ih nen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. HErr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündiget wider dich und vor dir. Meiner Süne den sind mehr, dann Haare auf meinem Haupte. Ach ich unglückseeliger! Ach! daß ich dich zum Zorn. wis der mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst, du haft mit so vieler Gnade mich überhäufft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar senn, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter erhob! Wie konnte ich so frech, so treulos seyn, daß ich mich gegen meinen Vater und König emporte! GOtt ich erschrecke, wann ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht 588 4 noch Gebät eines Kranken. noch ins Mittel tritt, und den Arm deiner Gerechtig keit aufhalt. O erbarmungsvoller GOtt, höre die Stimme des Blutes, welches mein theurester Erlöser für bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gif mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gänzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja mein GOtt, ich füsse die Ruthe, wel che mich schläget. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barm herzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Sieb mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich ei nen sanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum sind, beweisen, und alle Sorgfalt fo man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet seyn, denn ohnte deinen Segen arbeitet doch der Arzt vers geblich, und alle Mittel sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Wille gemäß ist. Nicht mein, son dern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Un terstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug has be. Deine Kraft sey måchtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebät zu erhören, und meine Ge sundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll: so gieb mir HErr, daß ich ein neues Leben führen und zeigen möge, daß ich in der Schule deiner Züchtigung gelernet habe, wachsamer über alles mein Thun und Lassen zu seyn, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. Hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Rich ters Gebåt eines Kranken. terstuhl zu fordern: so sehe mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornems lich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wann du uns von hier abrufest. Reiß mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Gehnsucht nur nach den Gus tern der Ewigkeit gerichtet seyn.( Denn was hat die Welt, das mich an sie feffeln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande verknüpfen, geben mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bey seinem herannahenden Abschied am Herzen. Er liebte sie allezcit, er liebte fie bis ans Ende. Da er jegt seinen Geist deinen Händen befehlen wollte, so forgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht. Ich wers de mich dann nicht, wie bisher ihrer ferner annehmen. Aber du lebest immer und ewiglich. Sey du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschüßer, und Helfer. Eaß sie bey meinem Hingang nicht weinen, als solche, die feine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange sie hier noch streiten müssen, fich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immermehr in die heilige Fass ung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe.) Versiegel mich auf den Tag der Erlösung. Gieb neue Stárke meinem Glau. ben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlaffen, und mit Freuden aus dersets ben gehen möge. Nun mein GOtt, ich erwarte in tiefester Demuth deine Befehlé. Rede HErr, denn dein Knecht höret, und ist bereit deiner Stimme zu' folgen. Erhöre mich, 585 5 ich Danksag. u.Bitte, nach der Genesung von einer Krankh ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi JEsu, meines Heilands willen, Amen. Danksagung und Bitte, nach der Genefung eines Kranken. & coffer GOtt, höchster Gebieter und HErr über unser Leben, der du allein in das Grab, un auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefste Demuth vor dir nieder, und danke dir von Herzen daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest Ach ja! HErr, schon schien es, daß ich ein Opfer de Todes seyn sollte. Ich rief zu dir: ewiger GOtt, er lose mich um deiner grossen Barmherzigkeit willen denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken. Du hast meine Klagen erhöret, und meine Chránen angesehen. Du bist von Mitlei den gegen mich gerühret worden, und haft mir die Ge fundheit und das Leben wiedergegeben. O daß ich dei ne Liebe und deinen Beystand nach Würde gnug erhe ben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, dir' allein meine Genesung zu danken habe. gröfte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. daß ich Auch die Was habe ich dir nicht, v mein GOtt, mitten in meiner Krankheit und in meinen lengsten versprochen! Und was muste ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzürnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zubleiben. Gieb dann . Danksag. u. Bitte, nach der Genesung von einer Krankh dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zu agen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Grösse zu erfüllen. Ja, mein GOtt, laß meine Sees le leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läßeft, denn diese ist ein ungeftumes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein kannst mich erretten. Gieb mir das nöthige Licht, gieb mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sey du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glauz be sey mur anstatt des Schildes, und dein Wort, an stait eines zweyschneidigen Schwerdtes, um allen Anlaufen der Feinde zn widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. O GOtt, so mancher ist nach ers langter Gesundheit in das Verderben der Welt zurück gefallen, und hat seine vorige Lebensart wieder anges fangen; und ich habe dir auch bey andern Gelegenhei ten so grosse Verheissungen gethan, aber sie nicht ers füllet. Es überfället mich deswegen ein Zittern. Sch bin ganz beschämt, ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es ersthalle ohne Aufhören die Ermahnung in meinen Ohren: Siehe zu, du bist ges fund worden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas ärgeres widerfahre! Ich weiß es, daß, whe gleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wies der schenkest, ich doch einsten aus dieser Welt wegges ben Danksag. u.Bitte, nach der Genesung von einer Krankh hen müsse; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wi bald diese Welt, die ein Schauplaß ist, ihre Gestalt verandere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Herzen und Begier den dahin gerichtet seyn müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunda heil iberde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesund heit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundhe ber Seele mir noch weit wichtiger und angelegentli cher sey. Erbarme dich auch, o mein GOtt, aller arme Kranken. Hore ihre Bitten. Stehe ihnen bey und gewähre ihnen alles dasiemge, was deine anbarunge würdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet Unterstüße und stärke alle, die du mit mir von ihrem Kranfenlager aufstehen läsfest, daß sie die Sonne mit daß Freuden erblicken. Gieb einem jeden unter uns, wir weder deiner Wohlthaten, noch auch unserer Ver sprechungen jemals vergessen. Erhöre mich Vater im Himmel, ich rufe dich) mit innigster Innbrunst um JEfu Christi, meines liebsten Heilandes willen an Amen. Gebät der 11mstehenden, für einen Sterbenden. [ Ulmachtiger, gnädiger und barmherziger GOtt und Vater, du willst, daß wir dich in der Noth an THI Gebät der Umstehenden, für einen Sterbenden. rufen, und verteiffest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach gieb ihr Gnade, daß sie in dieser ihrer Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: ach HErr JEfu, ers barme dich mein, kemm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ih re Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kinde lich, siehe sie doch in Gnaden an, stärke sie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren letzten Feind, sey nicht fern von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier fein Helfer, denn du allein. Reinige sie o GOtt, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Güns den, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seeligkeit. Sprich zu ihrer Seele: mein Sohn( meine Tochter) sey getroft, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit sie getren bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der grossen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwere sten Streit empfunden und ausgestanden hat. Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und die Schmer. en des Todes, und gieb ihr alles, was sie zu ihrer Glückseeligkeit vonndihen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Lodesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe JEsu, deines Sohnes, in seiner grossen Anfechtung dir und Gebat ber Umstehenden, für einen Sterbenden. und Angst, in seinem Bittern und Zagen, auf die Er de geflossen, und erquicke sie mit der Hoffnung der wis gen Seeligkeit, und fröhlichen Auferstehung ihres les bes. OHErr es ist nunmehr Abend bey ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich generget, bleibe beg ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch schwach, ach stärke in Gnaden ihren Geist, mache sit willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig seyn. O liebster Heiland JEsu, du haft verheiffen, wann du werdest erhöhet seyn, so wollest du uns alle zu dir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöher wor den, und hast daselbst alle unsere Misserhat versöhnet, fondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Angesich te deines himmlischen Vaters für uns erscheinest. Sot ziehe dann diese Schwache durch die kraftige Wirkung m deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihs re Seele aus dem bald einfallenden Kerker ihres Leibes tarinnen sie gefangen ist, daß fie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerech tigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finster niß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlich keit, ja aus dem Tod in das Leben fahre. Wann ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seeligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen, und in die sich erfreuen moge Wann ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr horen, so erquicke und tröste sie durch das inner liche Zusprechen des heiligen Geistes. Wann ihr die Rede entfäll!, so seye HErr JEsu, ihre Fürsprache bey dejs Gebät der Umstehenden, für einen Sterbenden. einem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist ir sie mit unaussprechlichen Seufzen bitten. O heiligster Seeligmacher, wirke in ihr bey ihrem Abschiede gute und heilige Gedanken, und laß deine eiligen Engel sich um sie her lagern, und ihre Seele n das himmlische Paradies, und in den Schouß ihres Erlösers führen. Uns aber o HErr, gieb die Gnade, daß wir uns ft unserer Sterblichkeit erinnern, aller Sünde beys eiten absterben, und durch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seeligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unserer in Gnaden n, wann die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichs feit. Erhöre uns o lieber Vater, um JEsu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Bater 2. Con Svangelia und Episteln. Evangelium am I. Sonntag des Advents, Matth. XXI. vf. 1. bis 9. Da fie mun nahe bey Jerufalem kamen gen Bethphage an den Delberg, sandte Jens seiner Junger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange. bunden, und ein Füllen bey thr, löser sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand et was wird sagen, so sprecht: Der HErr be darf ihr, sobald wird er sie ench lassen. Das geschab aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da pricht: Saget der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Jünger gingen bin, und thaten, wie ihnen JEsus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen, und leg ten ihre Kleider drauf, und saßzten ihn drauf. A Aber Am 1. Sonntag des Advents. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die andern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorgieng und nachfolge te, schrye und sprach: Hosianna dem Sohne David, Gelobet sey der da kommt in dem Namen des HErrn, Hosianna in der Höh 2 Epistel, Rom. XIII. vs. 11. bis 14. Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nem lich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzuste hen vom Schlaf( sintemal unser Heil jetzt nå her ist, dann da wirs glaubten) die Nacht i vergangen, der Tag aber herbey kommen So laffet uns ablegen die Werke der Finster niß, und anlegen die Waffen des Lichts. La fet uns ehrbarlich wandeln, als am Tage nicht in Fressen und Sauffen, nicht in Kam mern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, fondern ziehet an den HErrn JEsum Chrift und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium, am II. Sonntage des Advents, Luc. XXI, vf. 25. bis 33. Und es werden Zeichen geschehen an der Son nen, und Mond, und Sternen, und auf Er den Am 2. Sonntag des Advents. 3 den wird den Leuten bange seyn, und werden jagen, und das Meer und die Wasserwogen werden braussen, und die Menschen werden verschmachten für Furcht und für Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden. Dann auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden, und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit groffer Kraft und Herrlichkeit. Wannaber hiefes anfähet zu geschehen, so sebet auf, und bebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er saget ihnen ein Gleich. niß: Sehet an den Feigenbaum und alle Baume, wann sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Som mer nabe ist. Also auch ihr, wann ihr diß alles fehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Warlich, ich sage euch, dieß Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es al. les geschehe. Himmel und Erden werden ver gehen, aber meine Worte vergehen nicht. Epistel, Rom. XV, vf. 4. bis 13. Wa Pas aber zuvor geschrieben ist, das ist uns ur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Ge. duld und Trost der Schrift Hoffnung haben: GOtt aber der Gedult und des Trostes gen A a be Am 2. Sonntag des Advents. be euch, daß ihr einerley gesinnet send unter einander nach JEsu Christ, auf daß ihr ein mühtiglich mit einem Munde lobet GOtt und den Batter unsers HErrn JEsu Christi Darum nehimet euch untereinander auf gleich wie euch Christus hat aufgenommen zu Gob tes Lobe. Ich sage aber, daß JEsus Christus sen ein Diener gewesen der Beschneidung un der Wahrheit willen Gottes, zu bestätige die Verheisung den Batern geschehen, daß die Heyden aber GOtt loben um der Barmher gigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heyden, und de nem Namen singen. Und abermal spricht er Freuet euch ihr Heyden mit seinem Boll Und abermal: Lobet den HErrn alle Her den, und preiset ihn alle Völker. Und aber mal spricht Esaias: Es wird seyn die Wurze Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Henden, auf den werden die Hender hoffen. GOtt aber der Hoffnung, erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glau ben, daß ihr vollige Hoffnung habt durch di Kraft des Heiligen Geistes. Evangelium am III. Sonntage des Advents, Matth. 2. Da aber Johannes im Gefängniß die Be fo Am 3. Sonntag des Advents. 3 le Christi hörete, sandte er seiner Jünger ween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? JEsus antwortet und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Jobanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen wer. den rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget, und seelig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fieng JE ſus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was send ihr hinaus gegangen in die Wüsten zu sehen? Woltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was feyd ihr hinaus gegangen zu sehen? Woltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser. Oder was send ihr hinausgegangen zu sehen? Woltet ihr ei nen Propbeten sehen? Ja ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1 Corrinther IV, v. 1. bis 5. Dafür halte uns jedermann, nemlich für A 3 Chris 6 Am 3. Sonntag des Advents: Christi Diener, und Haushalter über Got tes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, dann daß ſie treu erfunden werden. Mir aber ist ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, auch rich te ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewust, aber darinnen bin ich nicht gerecht fertiget, der HErr ists aber, der mich rich tet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der HErr komme, welcher auch wird an Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Nach der Herzen offenbaren, alsdann wird einem jeglichen von GOtt Lob wiederfahren. Evangelium, am IV. Sonntag des Advents, Joh. I, vf. 19. bis 28. Und dieß ist das Zeugniß Johannis, da die Jüden fandten von Jerusalem, Priester und Leviten, daß sie ihn fragten, wer bist du? Und er bekannte und läugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus, und fie fragten ihn, was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du der Pro phet? Und er antwortete: Nein. Da spra chen Am 4. Sonntag des Advents. 7 chen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wü sten, richtet den Weg des HErrn, wie der Prophet Esaias gesaget hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern. Und fragten ihn, und sprachen zu ihm: War um taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet, Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuh. riemen auflöse. Dieß geschah zu Bethabara jenseit des Jordans, da Johannes taufete. Epistel, Phil. IV, v. 4. bis 7. Freuet euch in dem HErrn allwege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindig feit lasset Fund seyn allen Menschen. Der HErr ist nahe, forget nichts; sondern in al len Dingen lasset eure Bitte im Gebät und Flehen mit Danksagung vor GOtt kund werden. Und der Friede Gottes, welcher hö. 21 4 Her 8 Am Heil. Chrifttac.. her ist denn alle Bernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium am Heil. Christag, 2uc. II. v. 1. bis 14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Ge bot vom Kayser Augusto ausgieng, daß alle Welt geschäßzet würde, und diese Schaßung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann gieng, daß er sich schäßen liesse, ein jeglicher in feine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa aus der Stadt Na zareth, in das Jüdische Land, zur Stadt Da vid, die da heiset Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schätzen liesse mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß fie gebühren sollte. Und sie gebahr ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und leg te ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es wa. ren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bey den Hürden, die huteten des Nachts ihrer Heerde. Und siche, des HErrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HErrn leuch Am Heil. Christtag. leuchtete um fie, und sie furchten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk wiederfahren wird, denn euch ist heute der Heiland gebohren, welcher ist Christus der HErr in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippen liegen. Und alsbald war da ben dem Engel die Menge der himmlischen Heer schaaren, die lobeten GOtt und sprachen: Ehre sey GOtt in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Tit. II, v. 11. bis 14. Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche We fen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottseelig leben in dieser Welt, und warten auf die seelige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des grossen Gottes, und unsers Heilandes JEfu Christi. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöfete von aller Ungerechtigkeit, und reinig te ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. As Evane Am 2. Heil. Christtag. Evangelium am 2. Heil. Christtag, Luc. 11, v. 15. bis 20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasset uns mun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HErr kund gethan hat. Und sie kamen eilend, und funden beyde Mariam und Jo. seph, dazu das Kind in der Krippen liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kin de gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und erwegete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobeten GOtt um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. 10 Epistel, Tit. III, v. 3. bis 8. Denn wir waren auch weyland unweise, un gehorsam, irrige, dienende den Lüsten und mancherley Wollisten, und wandelten in Bos heit und Neid, und hasseten uns untereinan der. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutfeeligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um Am 2. Heil. Christtag. II um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barm herzigkeit machte er uns seelig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heil. Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch JEsum Christum unfern Hei land, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seyn des ewigen Lebens nach der Hoffnung, das ist je gewißlich wahr. Evangelium am Sonntag nach dem Christtag, Luc. 11, v. 33. bis 40. Und fein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward, und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehung vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele drin gen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte Alfer, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahr mit ihrem Manne, nach ihrer Junge frauschaft, und war nun eine Witwe bey vier und achzig Jahren, die kam nimmer vom Tem pel, dienete GOtt mit Fasten und Båten Tag 12 Am Sonntag nach dem Chriftag. Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den HErrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Er lösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesetz des HErrn, kehreten sie wieder in Galildam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weis heit, und Gottes Gnade war bey ihm. Epistel, Gal. IV, v. 1. bis 7. Ich fage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterscheid, ob er wol ein Herr ist aller Gü ther; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder wa ren, waren wir gefangen unter den äußerli chen Saßungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte GOtt seinen Sohn, gebohren von einem Weibe, und unter das Gesetz ge than, auf daß er die, so unter dem Gesetz wa. ren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfin gen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat GOtt gefandt den Geist seines Sohns in eure Her zen, der schreyet: Abba, lieber Batter. Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kin der, Evangelium am Neuen Jahrs- Tag. 13 der, finds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium am Neuen Jahrs Tage, Luc. 11, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genen. net JEsus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen war. Epistel, Gal. 111, v. 23. bis 29. Ebe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf dem Glauben, der da solte offenbaret wer den. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr un ter dem Zuchtmeister. Denn ihr send alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Chrifto JEfu. Denn wieviel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr send allzumal einer in Christo JEsu. Send ihr aber Christi, so send ihr ja Abrahams Saa hen, und nach der Berheisung Erben. Evan 14 Evangelium nach dem Neuen Jahr. Evangelium nach dem Neuen Jahr, Matth. 11, v. 13. bis 23. Da a sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des HErrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, bey der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tod Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der HErr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten hab ich meinen Sohn geruffen. Da Herodes nun sabe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, und an ihren ganzen Gränzen, die da zweyjährig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfül let, das gesagt ist von dem Propheten Jere mia, der da spricht: Auf dem Gebürge hat man ein Geschren gehöret, viel klagens, wei nens und heulens: Rahel beweinete ihre Kin der, Evangelium nach dem Neuen Jahr. 15 der, und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe da erschien der Engel des HErrn dem Joseph im Traum in Egyptenland. Und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel, sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben stunden. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Ifrael. Da er aber hörete, daß Archelaus im Jüdi schen Lande König war, an statt seines Va ters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kom men. Und im Traum empfing er Befehl von GOtt, und zog in die Derter des Galildi schen Landes, und kam, und wohnete in der Stadt, die da heiset Nazareth. Auf daß er füllet würde, das da gesagt ist durch die Pro pheten: Er soll Nazarenus heisen. Epistel, 1 Petr. IV, v. 12. bis 19. Shr Lieben, lasset euch die Hiße, so euch be gegnet, nicht befremden, die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet, als widerführe euch twas seltsames: Sondern freuet euch, daß thr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Beit der Offenbarung seiner Herrlichkeit, Freu 16. Am Sonntag nach dem Neuen Jahr. Freude und Wonne haben möget. Seelig send ihr, wann ihr geschmäher werdet über dem Namen Christi, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch, bey ihnen ist er verlåstert, ben euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch lende als ein Mörder, oder Dieb, oder Ulebelthåter, oder der in ein fremd Amt greiffet Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber GOtt in folchem Fall Denn es ist Zeit, daß anfahe das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns was wills für ein Ende werden mit denen die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Evangelium am Tage der Erscheinung Christi, ( Epiphania) Matth. II, v. r. bis 12. Da JEfus gebohren war zu Bethlehem im Jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgen lande gen Jerusalem, und sprachen: Wo il der neugebohrne König der Jüden? Wit ba Am Tage der Erscheinung Christi. 17 haben seinen Stern gesehen im Morgenlan de, und sind kommen, ihn anzubåten. Da das der König Herodes hörete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammlen alle Hohepriester und Schriftge lehrten unter dem Bolk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte gebohren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im Judischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im Jüdischen Lande, bist mit nichten die kleineste unter den Fürsten Juda, denn aus dir foll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HErr sey. Da berief Herodes die Weisen beimlich, und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen ware. Ind weisete sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so sagt mirs wieder, daß ich auch komme, und es anbåte. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siebe, der Stern, den se im Morgenlande gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, bis daß er kam, und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfrenet, und giengen in das Haus, und funden das Kindlein mit B Maz 18 Am Sonntage Epiphanid. Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und båteten es an. Und thäten ihre Schäßze auf, und schenkten ihm Gold, Weyrauch und Myrrhen. Und GOtt befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen an dern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jef. LX, v. r. bis 6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht komt, und die Herrlichkeit des HErrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß be decket das Erdreich, und dunkel die Völker Aber über dir gebet auf der HErr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Hey. den werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz der über dir aufgchet. He be deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammlet kommen zu dir. Deine Söh ne werden von ferne kommen, und deine Toch ter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heyden zu dir kommt. Denn die Menge der Cameelen wird dich bedecken, und die Lauffer aus Midian und Epha, sie wer Am 1. Sonntage nach Epiphanid. 19 werden aus Saba alle kommen, Gold und Wenrauch bringen, und des HErrn Lob verkündigen. Evangelium am 1. Sonntag nach Epiphania, Luc. II. v. 42. bis 52. Da JEsus zwölf Jahr alt war, giengen ſie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause giengen, blieb das Kind JEsus zu Jerusalem, und seine Eltern vustens nicht. Sie meyneten aber, er wäre unter den Gefehrten, und kamen eine Tage. reise, und suchten ihn unter den Gefreunden und Bekandten. Und da sie ihn nicht fun den, giengen sie wieder gen Jerusalem, und fuchten ihn. Und es begab sich nach dreyen Tagen, funden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete, und alle, die ihm zuhöreten, perwunderten sich seines Verstandes, und ſeiher Antwort. Und da sie ihn sahen, entsaßten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gerhan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset B2 ihr 20 Am 1. Sonntage nach Epiphania. ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das mei. nes Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er gieng mit ihnen hinab und kam gen Naza reth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und JEsus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bey GOTT und den Menschen. Epistel, Róm. XII, v. 1. bis 6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leider begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und GÖtt wohlgefällig sey, welches sey euer vernünftiger Gotterdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gu te, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gna de, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von ihm måßiglich halte, ein jeglicher nachdem GOtt ausgetheilet hat das Maas des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht ei nerlen Am 2. Sonntage nach Epiphanič. 21 nerley Geschäffte haben; Also sind wir viel ein Leib in Christo, aber untereinander ist ei ner des andern Glied. Und haben mancherley Gaben nach der Gnade, die uns gege ben ist. Evangelium am 2. Sonntag nach Epiphania, Joh. II. v. 1. bis 11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galilda, und die Mutter JEsu war da. JEsus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter JEsu zu ihm: Sie haben nicht ein. JEſus spricht zu ihr: Weib, was hab ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Die nern: Was er euch saget, das thut. Es wa ren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge ges sest, nach der weise der jüdischen Reinigung, und giengen je in einen zwey oder drey Maas. JEius spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet mun, und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, B3 und 22 Am 2. Sonntage nach Epiphania. und wuste nicht, von wannen er fam, die Diener aber wustens, die das Wasser geschi. pfet hatten, ruffet der Speisemeister dem Brautigam, und spricht zu ihm: Jeder. mann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den gerin gern, du hast den guten Wein bisher behal. ten. Das ist das erste Zeichen, das JEsus thắt, geschehen zu Cana in Galiläa, und of fenbaret feine Herrlichkeit. Und seine Jun ger glaubten an ihn. Epistel, Rom. XII. v. 7. bis 16. Hat jemand Weifagung, so sey sie den Glau. ben ähnlich. Hat jemand ein Amt so war. te er des Amts. Lehret jemand, so so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sey er forgfältig. Llebet jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Luft. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sey Herzlich. Einer komme dem andern mit Ehr erbietung zuvor. Seyd nicht tråge, was ihr thun follet. Send brünstig im Geist. Schi cket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoff nung, Am 3. Sonntage nach Epiphanid. 23 nung, geduldig in Trübsal, haltet an am Ge bát. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, dieeuch ver folgen, fegnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Wei nenden. Habt einerley Sinn untereinander: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium am 3. Sonntage nach Epiphania, Matth. VIII. v. 1. bis 13. Da JEfus aber vom Berge herab gieng, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam, und båtete ihn an, und sprach: HErr, so du wilst, kannst du mich wohl reinigen. Und JEsus streckte seine Hand aus, rührete ihn an, und sprach: Ich wills thun, sey gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussaß rein. Und JEsus sprach zu ihm: Siehe zu, sags niemand, sondern ge he hin, und zeige dich dem Priester, und opfe. re die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugiß über sie. Da aber JEsus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: HErr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat grosse Quaal. JEsus sprach zu ihm: Ich 34 will 24 Am 3. Sonntage nach Epiphania. will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete, und sprach: HErr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, darzu der Obrigkeit unterthan, und habe un ter mir Kriegsknechte, noch wann ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum an dern: Komm her, so komt er. Und zu mei nem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das JEfus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: War lich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Ifrael nicht funden. Aber ich sage euch: Biel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaac und Jacob im Him melreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoffen in das Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Und JEfus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und fein Knecht ward gefund zu derselbigen Stunde Epistel, Rom. XII. v. 17. bis 21. Haltet euch euch nicht selbst für klug. Ver geltet niemand Böses mit Bösem. euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Jits Fleißiget möglic Am 4. Conntage nach Epiphanid. 25 möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Ranm dem Zorn, denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der HErr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, bürstet ihn, so trånke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammlen. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium am 4. Sonntage nach Epiphania, Matth. VIII. v. 23. bis 27. Und JEfus trat in das Schiff, und seine Singer folgeten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestum im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: HErr, hilf uns, wir verderben. Da sagte zu ihnen: Ihr Kleinglaubige, warum seyd ihr so furchtsam? Und stund auf und bedraue» te den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? 35 Epistel, Am 5. Sonntage nach Epiphania. Epistel, Rom. XIII. v. 8. bis 10. Send niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet, denn wer den an dern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen, du sollt nicht tödten, du sollt nicht stehlen, du follt nicht falsch Zeugniß geben, dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollt deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Lie be thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. 26 Evangelium am 5. Sonntage nach Epiphania, Matth. XIII. v. 24. bis 30. Er legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker facte. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und fäete Unkraut zwischen den Wei Ben, und gieng davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gesået? Wo. Her hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Am 5. Conntage nach Epiphania. 27 ihnen: Das hat der Feind gethan. Da spra. hen die Knechte: Willt du denn, daß wir hingehen, und es ausgåten. Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weißzen mit ausranffet, so ihr das Unkraut ausgåtet. Lasset beydes miteinander wachsen, bis zu der Erndte, und um der Erndte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammlet zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weißen sammlet mir in meine Scheuren. Epistel, Col. III. v. 12. bis 17. 5₁ zieher nun an als die Auserwählten GOttes, Heilige und Geliebte, herzliches Er. barmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanft. muth, Geduld, und vertraget einer den an. dern, und vergebet euch untereinander, so je mand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr, über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Frie Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem brauch beruffen send in einem Leibe und seyd ankbar. Lasset das Wort Christi unter uch reichlich wohnen, in aller Weisheit, leh. et und vermahnet euch selbst mit Psalmen und 28 Am Sonntage Septuagefima. und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem HErrn in eurem Herzen. Tind alles, was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des HErrn JEsu, und danket GOtt und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonntage Septuagesima, Matth. XX. v. 1. bis 16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater Der am Morgen ausgieng Arbeiter zu mieter in seinen Weinberg. Und da er mit den Ar beitern eins ward um einen Groschen zum Ta gelohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Uni gieng aus um die dritte Stunde, und sahe an dere an dem Markt müßig stehen. Und sprac zu ihnen: Gebet ihr auch hin in den Wein berg, ich will euch geben was recht ist. Uni fie giengen hin. Abermal gieng er aus un die sechste und neunte Stunde, und thắåt gleid also. Um die eilfte Stunde aber gieng e aus, und fand andere müßig stehen, und sprad zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Ge Het ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird, soll euch werden. Da es nur Abent Am Sonntage Septuagefima. Abend ward, sprach der Herr des Weinberges u seinem Schaffner: Ruffe den Arbeiterit, und gieb ihnen den Lohn, und bebe an, an den Letzten, bis zu den Ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und enfieng ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten kamen, meyneten fie, sie würden mehr empfahen, und sie empfiengen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie denemfiengen, murreten sie wider den Hausvater. Und sprachen: Diese Leßten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hißze gefragen haben. Er antwortete aber, und sage zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich hue dir nicht unrecht, bist du nicht mit mir ens worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gebe bin. Ich will aber dieen Letzten geben, gleich wie dir. Oder habe nicht Macht zu thun was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich fo gitig bin? Also werden die Letzten die Er fen, und die Ersten die Letzten seyn. Denn viel ind beruffen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, 1 Cor. IX. v. 24. bis Cap. 10. v. 5. Sinet ihr nicht, daß die, so in den Schran 29 fen 30 Am Sonntage Septuagefima. Fen laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es er. greifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie ei ne vergångliche Krone empfahen, wir aber ei ne unvergångliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht ver Halten, daß unsere Båter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen. Und sind alle unter Mosen ge tauft, mit der Wolken und mit dem Meer. Und haben alle einerley geistliche Epeiſe gef fen. Und haben alle einerley geistlichen Trank getrunken; Sie trunken aber von dem geiſtli chen Fels, der mitfolgete, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte GOtt Feinen Wohlgefallen, denn sie sind niederge schlagen in der Wüsten. Evangelium am Sonntage Seragefimå, Luc. VIII, v. 4. bis 15. Da nun viel Bolks beyeinander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch Am Sonntage Seragefima. durch ein Gleichniß: Es gieng ein Säemannaus zu säen seinen Saamen, und indem er säes te, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraf sens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgieng, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten un ter die Dornen, und die Dornen giengen mit auf, und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es gieng auf, und trug hunertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Ver Ohren hat zu hören, der höre. Es frag tm ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was diese Gleichniß wåre? Er aber sprach: Euch it gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß fe es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber die Gleichniß: Der Saame ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das nd, die es hören, darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, uf daß sie nicht glauben, und seelig werden. Die aber auf dem Fels, find die, wann sie es ren, nehmen sie das Wort mit Freuden an, and die haben nicht Wurzel, eine zeitlang auben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen 21 32 Am Sonntare Seragesima. fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen bin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in ei nem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2 Cor. XI. v. 19. bis Cap. 12. v. 9. Denn ihr vertraget gerne die Narren, die weil ihr klug send. Ihr vertraget, so euch je mand zu Knechte machet, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand tro ket, so euch jemand in das Angesicht streichet Das sage ich nach der Unehre, als wären wit schwach worden. Worauf mun jemand kühne ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ic auch kühne. Sie sind Ebråer, ich auch. Sie find Ifraeliter, ich auch. Sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Chrifti ( ich rede thörlich) ich bin wohl mehr. Ich ha be mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge er litten, ich bin öffter gefangen, oft in Todes nöthen geweßt. Von den Juden hab ich fünf mal empfangen vierzig Streiche weniger eins Ich bin dreymal gestäupet, einmal gesteiniget dreyma Am Sonntage Seragefima. 33 breymal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Treffe des Meers,) Ich habe oft gereiset Ich bint in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fahr lichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den heyden, in Fährlichkeit in den Städten, in fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den fal schen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel fasten, in Frost und Blöse. Ohne was sich sonst zuträget, nemlich, daß ich täglich werde anlauffen, und trage Sorge für alle Gemei nen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich bren ne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Bater unsers HErrn JEsu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht luge. Zu Damasco der Landpfleger des Königes Areta verwahrete die Stadt der Damafcer, und wollte mich greiffen. Und h ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauren niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die C 34 Am Sonntage Seragesims. Gesichte und Offenbarungen des HErrn. Ich Fenne einen Menschen in Christo vor vierzehen Jahrer,( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht, oder ist er ausser dem Leibe gewe sen, so weiß ich es auch nicht, GOtt weiß es,) derselbige ward entzücket bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menscher, ( ob er in dem Leibe oder ausser dem Leibe ge. wesen ist, weiß ich nicht, GOtt weiß es,) Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kan. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, oh, ne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, that ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen: Ich ent halte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der ho. hen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nemlich des Satans En gel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreymal dem HErrn geflehet habe, daß er von mir wiche, und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am Am Sonntage Quinquagesima. 35 am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bey mir wohne. Evangelium am Sonntage Quinquagesima, Lur. XVII. v. 31. bis 43. Jefits nahm zu sich die Zwölfe, und sprach ihnen: Schet wir gehen hinauf gen Jerus falem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heyden, und er wird verpottet, und geschmåbet, und verspeyet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder aufersteben. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bertelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin gieng, forschete er, was das wăre? Da verkündigten sie ihm, JEfus von Na zareth gienge vorüber. Und er rief und sprach: JEsu, du Sohn David, erbarme dich mein. Die aber forne angiengen, bedraueten ihn, er follte schweigen. Er aber ichrye vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. JEſus aber stund stille, und bieß ihn zu sich führen. Da 36 Am Sonntage Quinquagesima. Da sie ihn aber nahe bey Ihn brachten, frag te Er ihn, und sprach: Was willt du, das ich dir thun soll? Er sprach: HErr, daß ich se. hen möge. Und JEsus sprach zu ihm: Sey sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgete ihm nach, und preifete GOtt. Und alles Volk, das solches sahe, lobete GOtt. Epistel, 1 Cor. XIII. v. 1. bis 13.' Wenn ich mit Menschen und mit Engel Zungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein thönend Erz, oder eine klingen de Schelle. Und wenn ich weisagen könnte, und wüste alle Geheimniße und alle Erkannt, niß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Haabe den Armen gebe, und liesse meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treiber nicht Muthwillen, sie blehet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das ihre, sie låsset sich nicht erbittern, sie trac tet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Uitgerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahr beit. Am 1. Sonntage in der Fasten. 37 heit. Sie vertråget alles, sie glaubet alles, fie hoffet alles, sie dulder alles. Die Liebe borer nimmer auf, so doch die Weissagunge aufhö ren werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und un ser Weissagen ist Stückwerk. Wann aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge, da ich aber ein Mann ward, that ich ab was kin disch war. Wir sehen jetzt durch einen Spie. gel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jetzt erkenne ichs stückweise, dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drey: aber die Liebe ist die grösseste unter ihnen. Evangelium am 1. Sonntage in der Fasten, ( Invocavit.) Matth. IV. v. 1. bis 11. D a ward JEsus vom Geist in die Wüsten geführet, auf daß Er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nacht gefastet hatte, hungerte Jhn. Und der Versucher trat zu Jhm, und sprach: Bist du Gottes Thi€ 3 Am 1. Conntage in der Fasten. Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brodt werden. Und er antwortete, und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch leber nicht vom Brodt allein, sondern von ei nem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete Ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete Jon auf die Zimme des Tempels. Und sprach zu Ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hin, ab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehi thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stiffest. Da sprach JEfus zu ihm: Wiederum sicher auch geschrieben: Du sollt GOtt deinen HErru nicht versuchen. Wiederum führet IJhn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete Jbm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu Jhmn: Diß alles will ich dir geben, so du niederfällest, und mich anbåtest. Da sprach JEfus zn ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet ge. schrieben: Du sollt anbåten GOtt deinen HErrn, und ihm allein dienen. Da verließ Ibn der Teufel, und siche, da traten die En gei zu Ihm, und dieneten Ihm. Epistel Am 1. Sonntage in der Faften. Epistel, 2 Cor. VI. v. 1. bis 10. Wir ermahnen aber euch, als Michelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade GOttes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Lage des Heils geholfen. Sehet jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Alergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlåstert werde; Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes. In groffer. Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Alengfen, in Schlägen, in Gefängnissen, in Auf. ruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem Heiligen Geiste, in un gefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, 39 der Kraft Gottes, durch Waffen der Ge rechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; Durch Ehre und Schande, durch böse Ge. rüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig; Als die unbekannte, und doch bekannt, als die sterbende, und siehe, wir leben. Als die gezüchtigte, und doch nicht ertödtet. Als die traurige, aber allezeit fröhlich, als die arme, aber die doch viel reich ma € 4 chenta 40 2m 2. Conntage in der Faften. chen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium am 2. Sonntage in der Fasten, ( Reminiscere.) Matth. XV. v. 21. bis 28. Und JEsus gieng aus von dannen, und ent wich in die Gegend Tyro und Sydon. Und fiebe, ein Cananaisch Weib gieng aus derselbi gen Gränze, und schrye ihm nach, und sprach: Ach HErr, du Sohn David, erbarme dich mein, meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn, und sprachen: Laß sie doch von dir, denn ſie schreyer uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlohrnen Schafen von dem Hause Jirael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: HErr, hilf mir. Aber er ant wortete, und prach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brodt nehme, und wer fe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja HErr, aber doch essen die Hündlein von den Broja. men, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete JEsus, und sprach zu ihr: Q Weib, dein Gloube ist groß, dir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu Derjelbigen Stunde. Epistel, Am 2. Sonntage in der Fasten. Epistel, 1 Thessal. IV. v. x. bis 7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir ey, und ermahnen in dem HErrn JEsu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wan. deln, und GOtt gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den HErrn JEsum. Denn das ist der Wille GOttes, ture Heiligung, daß ihr meidet die Hurerey, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten, in Heiligung und Ehren. Nicht in der Lustseuche, wie die Heyden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit grei. fe, noch vervortheile seinen Bruder im Han del, denn der HErr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn GOtt hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. 41 Evangelium am 3. Sonntage in der Fasten, ( Oculi,) Luc. XI. v. 14. bis 28. Under trieb einen Teufel aus, der war stumm: Und es geschahe, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, C € 5 den 42 Am 3. Sonntage in der Fasten. den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das an der. Ist denn der Satanas auch mit ihm ſelbſt uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget: ich treibe die Teufel aus durch Beek. zebub. So ich aber die Teufel durch Beelze. bub austreibe, durch wen treiben sie eure Kin der aus? Darum werden sie eure Richter seyn. ich aber durch Gottes Finger die 63 1 So Teufel austreibe, so kommt je das Reich Got tes zu euch. Wenn ein starker gewapneter seinen Pallast bewahret, so bleibet das Seine mit frieden: Wenn aber ein stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammlet, der zerstreuet: Wenn der un faubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er dürre Stätte, suchet Ru he, und findet ihr nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so fin det Am 3. Sonntage in der Fasten. 43 det ers mit Besemen gekehret und geschmů. det, dann geher er hin, und nimmet sieben Geiter zu sich, die ärger sind denn er elbst, und wenn sie hinem kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demielbigen Menschen irger denn vorhin. Und es begab sich, da er uches redet, erhub ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ibme: Seelig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja seelig sind, die GOttes Wort hören und bes wahren. Epistel, Ephef. V. r. 1. bis 9. So fend nun GOttes Nachfolger, als die lieben Kinder; Und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, GOtt zu einem süffen Geruch. Hureren aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesaget werden, wie den Heiligen zu stehet: Auch schandbare Worte und Narren theidung, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn as follt ihr wissen, daß kein Hurer, noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes 44 Am 4. Sonntage in der Faften. Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen komme der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weylond Finster niß, nun aber send ihr ein Licht in dem HErrn Wandelt wie die Kinder des Lichts: Die Frucht aber des Geistes ist allerley Gütigkeit und Wahrheit. Evangelium am 4. Sonntage in der Fasten, ( Lätare,) Joh. VI. v. 1. bis 15. Darnach fuhr JEfus weg über das Meer an der Stadt Tyberias in Galiláa, und es jog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Beichen saben, die er an den Kranken that. JEfus aber gieng hinauf auf einen Berg, und satzte sich daselbst mit seinen Jüngern. E war aber nabe die Ostern der Jüden Fest. Da hub JEsus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kauffen wir Brod, daß diese essen? Das saget er aber ihn zu versuchen, denn er wuste wohl, was er thun wollte. Phi lippus antwortete ihm: Zweyhundert Pfen nige werth Brods ist nicht genug unter si daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spright zu Am 4. Sonntage in der Faster. 45 zu ihm einer seiner Jünger, Andreas der Bru der Simonis Petri: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten Brod, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? JEsus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bey fünf tausend Mann. JEfus aber nahm die Brodte, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wieviel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammleten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten Brodten, die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, daß JEsus that, sprachen fie: Das ist warlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da JEsus nun merke te, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. 2 Epistel, Gal. IV. v. 22, bis 31. Denn es frebet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern 45 Am 4. Sonntage in der Fafter: andern von der Freyen. Aber der vor der Maad war, ist nach dem Fleisch gebohren, der aber von der Freyen, ist durch die Verbeisung gebohren. Die Worte bedeuten etwas, dent das sind die zwey Testament, eins von den Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebicret welches ist die Agar. Denn Agar heist in Arabia der Berg Sinai. und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienst bar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem das droben ist, das ist die Freye, die ist unse aller Mutter. Denn es frehet geschrieben, fer fröhlich du unfruchtbare. die du nicht gebierest und brich hervor, und rufe die du nicht schwan ger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber lieben Brüder, find Jiaacs, nach der Berhei fung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch gebohren war, verfolgete der der nach dem Geist gebohren war; Also ge hets jetzt auch. Aber was sagt die Schrift Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn denn der Magd Sohn joll nicht erben mit den Sohn der Freyen. So sind wir nun lieber Brüder, nicht der Magd Kinder, sonderli der Freyen. Evans Am 5. Sonntage in der Fasten. 47 Evangelium am 5. Sonntage in der Fasten, ( Judica,) Joh. VIII. v. 46. bis 59. Jesus sprach zu den Jüden: Welcher unter euch kan mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von GOtt ist, der höret Gottes Wort, darum höret ihr nicht, denn ihr send nicht von GOtt. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? JEsus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Va ter, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre, es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Warlich, warlich ich sage euch, so jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Jüden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Bater Abraham: Welcher gestorben ist, und The Propheten sind gestorben, was machst du us dir selber? JEfus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater der mich ehret, welchen ihr sprechtz 48 Am 5. Sonntage in der Fasten. sprecht, er sey euer GOtt, und fennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und so ich würd sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lit gener, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham euer Bate ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte und er sahe ihn und freuete sich. Da sprache die Jüden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzi Jahr alt, und haft Abraham gesehen? JE sus sprach zu ihnen: Warlich, warlich, ich so ge euch: Ehe denn Abraham ward, bin id Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn wür fen. Aber JEsus verbarg sich, und giem zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. IX. v. 11. bis 15. Christus aber ist kommen, daß er sey ein Ho Herpriester der zukünftigen Güter, durch ein grössere und vollkommenere Hütte, die nich mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht a so gebauet ist, auch nicht durch der Böcke ode Kalber Blut, sondern er ist durch sein eige Blut einmal in das Heilige eingegangen, un hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn der Ochsen- und der Böcke Blut, und de Asche, von der Kuhe gesprenget, beiliget b Hureinen zu der leiblichen Reinigkeit; Die Am Palm Sonntage. 49 viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst von allen Wandel, durch den Heiligen Geist GOtt geopfert hat, unsere Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen GOtt? Und darum ist er auch ein Mittler des Neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem erstent Testament waren, die, so berufen sind, das verheisene ewige Erbe empfahen. Evangelium am Palm Sonntage, Matth. XXI. v. 1 bis 9. D a fie mun nahe bey Jerusalem kamen gen Bethphage an den Delberg, sandte JEfus seiner Jünger zween. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange bunden, und ein Füllen bey ihr, löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der HErr bes darf ihr, sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbarett D Efelin 50 Am Palm Sonntage. Efelin. Die Jünger giengen hin, und thaten wie ihnen JEsus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider drauf, und saßzten ihn drauf. Aber viel Bolks breitete die Kleider auf den WegDie andern bieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorgieng und nachfolgete, schrye und sprach: Hosianna dem Sohn David, gelobet sey, der da kommt in dem Namen des HErrn Hosianna in der Höhe. Epistel, Phil. II, v. 5. bis 11. in jeglicher sey gefinnet, wie JEsus Chri stus auch war. Welcher, ob er wohl in gott licher Gestalt war, hielt ers nicht für ein Raub, GOtt gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechts Gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geber, den als ein Mensch erfunden. Er niedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tod, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch GOtt erhöhet, und hat ihm einen Na men gegeben der über alle Namen ist. Daß in dem Namen JEsu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind. Und alle Zurgen be Am grünen Donnerstage. SL bekennen sollen, daß JEsus Christus der HErr. sey, zur Ehre GOttes des Vaters. Evangelium am grünen Donnerstage, Joh. XIII. v. 1. bis 15. Vor dem Fest aber der Ostern, da JEfus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt gienge zum Bater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt wa ren, so liebete er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dent Juda Simonis Jicharioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte JEsus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von GOtt kommen war, und zu GOtt gieng; stund er vom Abendmahl auf, legete seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Six mon Petro: und derselbige- sprach zu ihm: HErr, solltest du mir meine Füße waschen? JE sus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weisfest du jetzt nicht, du wirsts aber bernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollt du mir die Füße waschen. D 2 JEsus 52 Am grünen Donnerstage. JEfus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: HErr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht JEsus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr send rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl: darum sprach er: Ihr send nicht alle rein. Da er nun ihre Füße ge waschen hatte, nahm er seine Kleider, und saß, te sich wieder nieder; und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heisset mich Meister und Herr, und faget recht daran: denn ich bins auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße ge waschen habe, so sollet ihr auch euch untereinan der die Füße waschen. Ein Beyspiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch ge than habe. Epistel, 1 Cor. XI. v. 23. bis 32. Ich habe es von dem HErrn empfangen, bas ich euch gegeben habe. Denn der HErr JE fus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für end gebro Am Heil. Offertage. gebrochen wird: Solches thut zu meinem Ge dächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut: Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod esset; und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod isset, oder von dem Kelch des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des HErrn. Der Mensch prüfe aber sich felbst, und also effe er von diesem Brod, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der iffet und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht un terscheidet den Leib des HErrn. Darum find auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem HErrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammet werden. Evangelium am Heil. Oftertage, Marc. XVI. v. 1. bis 8. a der Sabbath vergangen war, kauften D3 Maria 34 Am Heil. Offertage. Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Specerey, auf daß sie kámen und falbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe, an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufgieng. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden ge wahr, daß der Stein abgewälzet war, demer war sehr groß. Und sie giengen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsatzten sich. Er aber sprach zu ih. nen: Entießet euch nicht: Ihr suchet JEfum von Nazareth, den Gekreuzigten, er ist auf erstanden, und ist nicht hie, siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Geher aber hin, und sa gets feinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiláa, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesaget hat. Lind sie giengen schnell herous, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, und sagten niemand nichts, denn fie fürchteten sich. Epistel, 1 Cor. V. v. 7. bis 8. I Feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungesäuert fend Am Offer Montage. send. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sau erteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. Evangelium am Heil. Ofter Montage, Luc. XXIV. v. 13. bis 35. 55 Und siehe, zween aus ihnen giengen an dem felbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heiset Emahus. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mitein-. ander, nahete JEsus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalken, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unter Wegen, und seyd so traurig? Da antwortete einer mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von JEfut von Nazareth, welcher war ein Prophet, 24 mach. 36 Am Ofter Montage. mächtig von Thaten und Worten, vor GOtt und allem Bolk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zum Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Ifrael erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns er schreckt etliche Weiber der unsern, die find frü he bey dem Grabe gewesen, baben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen sie haben ein Gesichte der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns giengen hin zum Grabe, und fundens also, wie die Weiber sagten, aber ihn funden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und tråges Herzen, zu glauben alle dem, das die Prophe. ten geredet haben. Muste nicht Christus sol ches leiden, und zu seiner Herrlichkeit einge hen? Und fieng an von Mose und allen Pro pheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gejaget waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingiengen, und er stellete fich, als wollte er förder gehen. Und sie nd thigten ihn, und sprachen: Bleibe bey uns, denn es will Abend werden, und der Tag bat sich geneiget. Und er gieng hinein bey ihnen zu bleiben. Und es geschahe, da er mit ihnen ju Am Ofter Montage. 5H zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem, und funden die Eilfe versamm let, und die bey ihnen waren, welche sprachen: Der HErr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzehleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dem, da er das Brodt brach. Epistel, Actor. X. v. 34. bis 41: Petrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß GOtt die Person nicht ansiehet. Son dern in allerley Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wis set wohl von der Predigt, die GOtt zu derr Kindern Israel gesandt hat, und verkündigeri lassen den Frieden durch JEsum Christum, welcher ist ein HErr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und an 25 gangen 38 Am 1. Sonntage nach Ostern. gangen in Galilda, nach der Taufe, die Jo Hannes predigte, wie GOtt denfelbigen JE fum von Nazareth gesalbet hat mit dem Hei ligen Geifte und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn GOtt war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan bat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem: Den haben sie getöd. tet, und an ein Holz gehangen: Denselbigen hat GOtt auferwecket am dritten Tage, und ihn lagen offenbar werden, nicht allem Bolf, fondern uns, den vorerwählten Zeugen von GOtt, die wir mit ihm gessen und getrunken Haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. 10 Evangelium am 1. Sonntage nach Ostern, ( Quasimodogeniti,) Joh. XX. v. 19. bis 23. Am Abend aber deſselbigen Sabbaths, da die Jünger versammlet und die Thüren verschloß fen waren, aus Furcht für den Jüden, kam JEsus, und trat mitten ein: und spricht zu ihnen: Friede sen mit euch. Und als er das fagete, zeigete er seine Hände und seine Sei ten: Da wurden die Jünger froh, daß sie den HErrn sahen. Da sprach JEfus abermal zu Am 1. Sonntage nach Ostern. zu ihnen: Friede sen mit euch. Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasset, der nen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behal tet, denen sind sie behalten. 59 Epistel, 1 Joh. V. v. 4. bis ic Denn alles, was von GOtt gebohren ist; überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß JEsus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, JEfus Christus, nicht mit Wasser alleine, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drey sind, die da zeugen im Him. mel: Der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese dren sind eins. Und dren sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut, und die drey find beysammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist GOttes Zeugniß grösser, denn GOttes Zeugniß ist das, daß er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaus 60 Am 2. Sonntage nach Ostern. glaubet an den Sohn GOttes, der hat solches Beugniß bey ihm. Evangelium am 2. Sonntage nach Ostern, ( Misericord. Domini,) Joh. X. v. 12. bis 16. Ich bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte Ein Mied lässet sein Leben für die Schafe. ling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolff kommen, und verläffet die Schafe, und fleucht, und der Wolff erhaschet und zerstreuet die Schafe Der Miedling aber fleucht, denn er ist ein Miedling, und achtet der Schafe nicht. J bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen. Wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Bater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselbigen muß ich berfüh ren, und sie werden meine Stimme höre, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1 Petr. II. v. 21. bis 25. Denn dazu feyd ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Fürbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen sei nen Am 3. Sonntage nach Offern. 61 hen Fußstapffen. Welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Mus de erfunden. Welcher nicht wieder schallt, da er gescholten ward, nicht drauete, da er litte, er stellete es aber dem heim, der da recht rich. tet. Welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe, auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch welches Wunden ihr seyd heil wor den. Denn ihr waret wie die irrende Scha fe, aber ihr send mun bekehret zu dem Hirten und Bischoffe eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern, ( Jubilate,) Joh. XVI. v. 16. bis 23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht ſe se hen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Bater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht se hen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er saget über ein kleines: Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte JEsus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr un ter Am 3. Sonntage nach Oftern: tereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Eleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines so werdet ihr mich sehen. Warlich, warlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret wer den. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist kommen, svenn sie aber das Kind gebohren hat, denket sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt gebohren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit, aber ich will euch wieder sehen, und ener Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage wer det ihr mich nichts fragen. Epistel, 1 Petr. II. v. 11. bis 17. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlingen und Pilgrim, enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seele strei. ten, und führet einen guten Wandel unter den Heyden, auf daß die, so von euch afterre den, als von Ulebelthätern, eure gute Werke sehen, und GOtt preisen, wanns nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller mensch Am 4. Gonntage nach Oftern. 63 menschlichen Ordnung um des HErrn willen, es sey dem Könige als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, jur Rache über die Lebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Got tes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Un wissenheit der thörichten Menschen, als die Freyen, und nicht als hättet ihr die Freyheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte GOttes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet GOtt. Ch ret den König. Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern, ( Cantate,) Joh. XVI. v. 5. bis 15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich ges sandt hat, und niemand unter euch fraget mich, wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches ench geredet habe, ist euer Herz voll Trau rens worden. Aber ich sage euch die Wahr heit: Es ist euch gut, daß ich hingebe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster niche zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gerichte. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Lins 64 Am 4. Sonntage nach Ostern. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Va ter gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Un das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt ge richtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wann aber jener, der Geist der Wahrheit kommer wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten Denn er wird nicht von ihm selber reden, son dern, was er hören wird, das wird er redem und was zukünftig ist, wird er euch verkündi gen. Derselbige wird mich verklaren, den von dem Meinen wird ers nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat das ist mein, darum hab ich gesagt: Er wird von dem Meinen nehmen, und each verkün digen. Epistel, Jac. I. v. 17. bis 21. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bey welchem ist keine Veränderung noo Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir waren Erst linge feiner Creaturen. Darum, lieben Bri der, ein jeglicher Mensch sen schnell zu hören langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn Denn Am 5. Sonntage nach Offern. 65 Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor GOtt recht ist. Darum so leget ab alle Un sauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch ge pflanzet ist, welches kan eure Seelen seelig machen. Evangelium am 5. Sonntage nach Ostern, ( Vocem Jucunditatis,) Johann. XVI. v. 23. bis 30. Warlich, warlich, ich sage euch: So ihr den Bater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so wer. det ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches hab ich zu euch durch Sprüch wort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frey heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: Und ich fage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch leb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von GOtt ausgegangen bin. Ich bin bom Bater ausgegangen, und kommen in die Belt, wiederum verlasſe ich die Welt, und ge be 66 Am 5. Sonntage nach Offern. he zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jun ser: Siehe, nun redest du frey heraus, und fagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weissest, und bedarfest nicht, daß dich jemand frage, darum glauben wir, daß du von GOtt ausgegangen bist. Epistel, Jacobi I. v. 22. bis 27. Send aber Thater des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Man ne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel be schauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergisset von stund on wie er gestalt war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freyheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßli cher Hörer, sondern ein Thäter, derfelbign wird seelig seyn in seiner That. So aber sid jemand unter euch låsset dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor GOtt dem Vater ist der, die Waisen un Wittwen in ihrem Trübsal besuchen, und si von der Welt unbefleckt behalten. Evan Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. 67 Evangelitim am Tage der Ommelfabet Christt. Marc. XVI. v. 14. bis 20. Zuleßt, da die Eilfe zu Tische faſsen, offenba. rete er sich, und schalt ihren Unglauben, und bres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet bin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird seelig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Reichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zun en reden. Schlangen vertreiben. Und so etwas tödtliches trinken, wirds ihnen nicht baden. Auf die Kranke werden sie die Hån. de legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der HErr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehaben gen Himmel, und het zur rechten Hand Gottes. Sie aber engen aus, und predigten on allen Orten, und der HErr würfete mit ihnen, und bekräfe gte das Wort durch mit folgende Zeichen. Epistel, Act. I. v. 1. bis 11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber F 2 The 684 Am Tage der Himmelfahrt Christi. Theophile, von alle dem, das JEfus anfieng Beydes zu thun und zu lehren. Bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte erwählet) durch den Heiligen Geist Befehl gethan hatte. Wel chen er sich auch nach seinem Leiden lebendig er zeiget hatte, durch mancherley Ewerfung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammlet hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheisung des Vaters, wel che ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ib aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft wer den, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber so zusammen kommen waren, fragten ihn, und sprachen: HErr, wirst du auf diese Zeit wie der aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebieret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Bater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfa hen, welcher auf euch kommen wird, und wer det meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judda und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gejagt, ward Am 6. Sonntage nach Oftern. 69 ward er aufgehaben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Unv als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da stunden bey ihnen zween Männer in weissen Kleidern. Welche auch sagten: Ihr Månner von Galilão, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser JEsus, welcher von euch it aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt, gen Himmel fahren. Evangelium am 6. Conntage nach Ostern, ( Fraudi) Joh. XV. v. 26. bis Cap. XVI. v. 4. Wan ann aber der Tröster kommen wird, wel. then ich euch senden werde vom Bater ,, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr wer det auch zeugen, denn ihr seyd von Anfang ben mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meynen, er thue GOtt einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder neinen Bater noch mich kennen. Aber solches kabe ich zu euch geredet, auf daß, wann die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenker, aß ichs euch gesagt habe. Solches aber hab E 3 ich. 70 Am Heil. Pfingsttage. ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bey euch. Epistel, 1 Petr. IV. v. 8. bis 11. So feyd nun mäßig und müchtern zum Ge båt. Für allen Dingen aber habt unterein ander eine brünstige Liebe, denn die Liebe de cket auch der Sünden Menge. Seyd Gast fren untereinander ohne murmeln. Und die net einander, ein jeglicher mit der Gabe, die e empfangen hat, als die guten Haushalter de mancherley Gaben Gottes. So jemand re det, daß ers rede als Gottes Wort. So je mand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das GOtt darreichet, auf daß in allen Dingen GOtt gepreiset werde, durd JEfum Chrift, welchem sey Ehre und Gewall von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Evangelium am Heil. Pfingsttage, Joh. XIV. v. 23. bis 31. Wer mich liebet, der wird mein Wort hal ten, und mein Vater wird ihn lieben, und wi werden zu ihm kommen, und Wohnung be ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, d halt mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Baters det Am Heil. Pfingsttage. 71 der mich gesandt hat. Solches habe ich zu auch geredet, weil ich ben euch gewesen bis Aber der Tröster, der Heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch: Nicht gebe ich euch wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder u euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr tuch freuen, daß ich gesagt habe, ich gehe zum Vater, denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ichs euch gesaget, ehe dann es geschiehet, auf daß, wann es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde fort nicht biel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Va ter geboten hat. Stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Epistel, Actor. II. v. 1. bis 13. Und And als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig beyeinander. Und es € 4 ge 72 Am Heil. Pfingsttage. geschahe schnell ein Broussen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie fassen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feu. rig, und er faßzte sich auf einen jeglichen unter ihnen. Und wurden alle voll des Heiligen Geistes, und fiengen an zu predigen mit an dern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Je ruſalem wohnend, die waren gottsfürchtige Männer aus allerley Bolk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden ver stürzt, denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entfaßten sich aber alle, verwanderten sich, und sprachen un die tereinander: Siehe, sind nicht diese alle, da reden, aus Galilda. Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir ge bohren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judda, und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten, und an den Enden der Lybien, bey Cyrenen, und Ausländer von Rom. Jüden und Jüdenge, noffen. Creter und Araber, wir hören sie mit unjern Zungen die grossen Thaten GOttes reden Am Pfingst Montage. 73 reden. Sie entfaßzten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hattens ihren spott, und sprachen: Sie sind voll süsses Weins. Evangelium am Pfingst Montage, Johann. III. v. 16. bis 21. Denn also hat GOtt die Welt geliebet, daß er seinen eingebohrnen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verlohren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn seelig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glau bet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebohrnen Sohns Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in GOtt gethan. € 5 Epistel, Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Actor. X. v. 42. bis 48. Und der HErr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von GOtt ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zengen alle Prophe ten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Glaubigen aus der Be schneidung, die mit Petro kommen waren, ent faßzten sich, daß auch auf die Heyden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn fie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und GOtt boch preiseten. Da antwortete Pe tras: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den Heili gen Geist empfangen haben, gleichwie and wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des HErrn. 74 Evangelium am Sonntage Trinitatis, Joh. III. v. 1. bis 15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisi, ern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden. Der kam zu JEsu bey der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, Am Sonntage Trinitatis. 75 wissen, daß du bist ein Lehrer von GOtt kom. men, denn niemand kan die Zeichen thun. bie du thust, es sey denn GOtt mit ihm. JEsus entwortete, und sprach zu ihm: Warlich, warlich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand von neuem gebohren werde, kan er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kan ein Mensch gebohren werden, wenn er alt ist? Kan er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und gebohren wor den? JEsus antwortete: Warlich, warlich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand gebohren werde aus dem Wasser und Geist, so kan er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch gebohren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist gebohren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gefaget habe: Ihr müsset von neuem gebohren werden. Der Wind blåset wo er will, und du höreft sein Sansen wohl, aber du weist nicht von wannen er kommt, und wohin er fähret: Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist ge bohren ist. Nicodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? JEsus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weist das nicht? Warlich, warlich, ich sage dir: Wir reden, das 76 Am Sonntage nach Trinitatis. das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irrdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, nemlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüsten eine Schlange er. höhet hat, also muß des Menschen Sohn er höhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verlohren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Rom. XI. v. 33. bis 36. welch eine Tieffe des Reichthums, beyde der Weisheit und Erkenntniß Gottes. Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege. Denn wer hat des HErrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm et. was zuvor gegeben, das ihm werde wieder ver golten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm find alle Dinge, ihm sey Ehre in Ewig Feit, Amen. Evans Am 1. Conntage nach Trinitatis. 77 Evangelium am 1. Sonntage nach Krimitatis, Luc. XVI v. 19. bis 31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlichem Leinwand, und le bete alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schweren. Und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen: Doch ka. men die Hunde, und leckten ihm seine Schwe. ren. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos, der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er mun in der Hölle und in der Quaal war, hub er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos. Rief und sprach: Vater Abrahom, erbarme dich mein, und sende Laza. rum, daß er das äußerste seines Fingers ins Basser tauche, und Fühle meine Zunge, denn ich leyde Pein in dieser Flammen. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen, nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine grosse Kluft befestiget, daß, die da woll 78 Am 1. Sonntage nach Trinitatis. wollten von hinnen hinab fahren zu euch, fön hen nicht, und auch nicht von damnen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich Bater, daß du ihn sendest in meines Va ters Haus. Denn ich babe noch fünf Brider, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Quaal. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbige hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, son dern wenn einer von den Todten zu ihnen gienge, so würden sie Busse thun. Er sprad zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob je mand von den Todten auferstunde. Epistel, 1Joh. IV. v. 16. bis 21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe blei. bet, der bleibet in GOtt, td GOrt in ihm. Daran ist die Liebe völlig bey uns, ouf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Ge richts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht bat Pein, wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lai set uns ihn lieben, denn er hat uns erst gelie. bet Am 2. Sonntage nach Trinitatis. 79. bet. So jemand spricht: Ich liebe GOtt, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kan der GOtt lieben, den er nicht siehet? Und diß Gebott haben wir von ihm, daß, wer GOtt liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium am 2. Sonntage nach Trinitatis, Luc. XIV. v. 16. bis 24. € 8 war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viel dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereitet. Und sie fiengen an alle nacheinander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Sch habe einen Acker gekauft, und muß hinaus geben, und ihn beseben, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Och. fen gekauft, und ich gebe jetzt bin, sie zu bese hen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Sch habe ein Weib genommen, darum fan ich nicht kommen. Und der Knecht fam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straf fer 80 Am 2. Sonntage nach Trinitatis.. fen und Gassen der Stadt, und führe die Ar hren, und Krüppel, und Lahmen, und Blin den herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Land Strossen, und an die Zäune, und nothige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Manner keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1 Joh. III. v. 13. bis 18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, of euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wit aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder, wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bru der hasset, der ist ein Todschläger, und ihr wisset, daß ein Todschläger nicht hat das ewige Leben bey ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bru der darben, und schliesset sein Herz für ihm zu, wie bleiber die Liebe Gottes bey ihm. Meine Kind Am 3. Conntage nach Trinitatis. 81 Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, sondern mit der That. und mit der Wahrheit. Evangelium am 3. Sonntage nach Trinitatis, Luc. XV. v. 1. bis 10. € ³ naheten aber zu ihm allerley Zöllner und Sunder, daß sie Ihn höreten. Und die Pha. rider und Schriftgelehrten murreten und prachen: Dieser nimmt die Sünder an, und et mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen diß Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe bat, und so er der eines verlierer, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlohrnen, bis daß ers finde. Und wenners funden hat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruffet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuer euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden das verlohren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel leyn, über einen Sünder, der Busse thut, für neun und neunzig Gerechten, die der Busse nicht bedürfen. Oder, welch Weib ist, die je. hen Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, F und 82 Ym 3. Sonntage nach Trinitatis. und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, ruffet sie ihren Freun dinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verlohren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude seyn für den Engeln Gottes über einen Sünder der Busse thut. Epistel, 1 Petr. V, v. 6. bis 11. So demüthiget euch nun unter die gewalti ge Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wa chet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umber wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge, dem widerstehet vest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Lei den über eure Brüder in der Welt gehenDer GOtt aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Chri sto JEfu, derselbige wird euch, die ihr eine klei ne Zeit leidet, vollbereiten, stårken, kräftigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Evangelium am 4. Sonntage nach Trinitatis, Quc. VI. 36. Darum send barmherzig, wie auch euer Vater 83 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. ter barmherzig ist. Richter nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet, verdammet nicht, fe werdet ihr auch nicht verdammet, vergebet, so wird euch vergeben, gebet, so wird euch gegeben: Ein voll gedruckt, gerüttelt und überflüßig Maas wird man in euren Schoos geben: Denn eben mit dem Maas, da ihr mit messer, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen, werden sie nicht alle beyde in die Grube fallen? Der Junger ist nicht über seinen Meister, wenn der Junger ist wie sein Meister, so ist er voll. kommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balken in deinem Auge wirst du nicht gewahr. Oder, wie kanst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge, und beſiehe denn, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Róm. VIII. v. 18. bis 23. Denn enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Lei den der Herrlichkeit nicht werth sey, die an $ 2 uns 84 Am 5. Sonntage nach Trinitatis. uns foll offenbaret werden. Denn das angit. Niche Harren der Creatur wartet auf die Of fenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit oh ne ihren Willen, sondern um deswillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denu auch die Creatur fren werden wird von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichen Freyheit der Kinder Gottes. Denn wir wisser, daß alle Creatur sehnet sich mit uns, und ångstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bey uns selbst nach der Kindschaft, und war. ten auf unsers Leibes Erlösung. Evangelium am 5. Sonntage nach Trinitatis, Luc. V. v. 1. bis 11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stund am See Genezareth. Und sahe zwey Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neßze, trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führe te. Und er saßzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehö ret Am 5. Conntage nach Trinitatis. 85 ret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Neße aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thåten, beschlossen sie eine grosse Menge Fische, und ihr Neß zuriß. Und sie winketen ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten bende Schiffe voll, also, daß sie sunfen. Da das Simon Petrus sahe, fiel er JEsu zu den Knien, und sprach: HErr, ge von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesem Fischzuge, den sie miteinander gethan hatten. Def felbigen gleichen auch Jacobum und Johan nem, die Söhne Zebedai, Simonis Gefellen. Und JEsus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fa ben. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verliessen alles, und folgeten ihm nach. Epistel, 1 Petr. III. v. 8 bis 15. Endlich aber send allesamt gleich gefinnet, mit F3 leidig, 86 Am 6. Conntage nach Trinitatis. Jeidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Ver. gettet nicht Böses, mit Bösem, oder Schelt wort mit Scheltwort, sondern dagegen fegnet, und wisset, daß ihr dazu berufen send, daß ihr Den Segen ererbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zun ge, daß sie nichts böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bo sen, und thne Gutes, er suche Friede, und ja ge ihm nach. Denn die Augen deß HErrn fehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf thr Gebät, das Angesicht aber des HErrn sie Het auf die da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch seelig. Fürchtet euch aber für ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber GOtt den HErrn in euren Herzen. Evangelium am 6. Conntage nach Trinitatis, Matth. V. v. 20. bis 26. Es sen denn enere Gerechtigkeit beſſer, denn der Schriftgelehrten und Pharisder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist Du sollt nicht tödten, wer aber tödtet, der soll des Am 6. Sonntage nach Trinitatis. 87 des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch, wer mit seinem Bruder zörnet, der ift des Gerichts schuldig. Wer aber zu ſeinem Bruder faget: Nacha, der ist des Raths schuldig. Wer aber faget: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst alda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß alda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm, und opfe. re deine Gabe. Sey willfertig deinem Wi dersacher bald, dieweil du noch bey ihm auf deni Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantwortete dich dem Dieher, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir warlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistel, Rom. VI. v. 3. bis 11. Wiffet ihr nicht, daß alle, die wir in JEfum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod getauft. So sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich. wie Christus ist auferwecket von den Toden, S4 durch 88 Am 7. Sonntage nach Trinitatis. durch die Herrlichkeit des Raters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu glei chem Tode, so werden wir auch der Auferste hung gleich seyn. Dieweil wir wissen, daß un fer alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der fündliche Leib aufhöre, daß wir hin fort der Sünde nicht dienen: Denn wer ge storben ist, der ist gerechtfertiget von der Sün de. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben wer den. Und wissen, daß Christus von den Tod ten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfört über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er GOtte. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seyd, und lebet GOtt in Christo JEfn unserm HErrn Evangelium am 7. Sonntage nach Trinitatis, Marc. VIII. v. 1. bis 9. Zu der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief JEsus seine Jünger fich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drey Tage ben mir verharret, und haben nichts zu essen. Und wenn Am 7. Conntage nach Trinitatis. 89 wenn ich sie ungessen von mir heim liesse gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche waren von ferne kommen. Seine Junger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brodt, hie in der Wüsten, daß wir sie fattigen? Und er fragete sie, wie viel habt ihr Brodt? Sie sprachen: Sieben. Und er ge bot dem Volk, daß sie sich auf die Erden la gerten. Und er nahm die sieben Brodt, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten, und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie affen aber, und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und brer war ben viertausend, die da gessen hat. n, und er ließ sie von sich. Epistel, Rom. VI. v. 19. bis 23. Sch muß menschlich dovon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleich wie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtig keit zu der andern, also begebet auch nun eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frey von der Ge $ 5 rechtigkeit. 90 Am 8. Sonntage nach Trinitatis. rechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet, denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber send von der Sünde frey, und Got tes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewi ge Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Le ben, in Christo JEfu unserm HErrn. Evangelium am 8. Sonntage nach Trinitatis, Matth. VII. v. 15. bis 23. Sebet euch für, für den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reissende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen? oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein gu ter Baum kan nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kan nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum, an ihren Früch ten follt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HErr, HErr, in das Hin Am 8. Sonntage nach Trinitatis." 91 Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Baters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: HErr, HErr, haben wir nicht in deinem Namen geweisaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann wer de ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir ihr Ulebelthäter. Epistel, Rom. VIII. v. 12. bis 17. So find wir nun, lieben Brüder, Schulde. ner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäffte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten mistet, sondern ihr habt einen Findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Bater. Derselbige Geist giebt Zeug niß unferm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nemlich Gottes Erben, und Mit erben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß 92 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. doß wir auch mit zur Herrlichkeit erhaben werden. Evangelium am 9. Sonntage nach Trinitatis, Luc. XVI. v. 1. bis 9. & r r sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haus Halter, der ward vor ihm berüchtiget, als båtte er ihm seine Güter umbracht. Und er for derte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Houshalter sprach bey sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, gra ben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weis wohl was ich thun will, wann ich nun von dem Amt gesetzet werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief feße dich, und schreib flur fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du, aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm dei Am 9. Sonntage nach Trinitatis. 93 deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, up a klüglich gethan hatte, denn die Kinder diefer Welt sind kluger, denn die Kinder des Lichts, in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wann ihr mun darbet, sie euch aufnehmen in die ewige Hütten. Epistel, 1 Eur. X. v. 6. bis 13. Daš as ist aber uns zum Fürbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche worden, als geschrieben stehet: Das Volk satzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stund auf zu ſpie len. Auch lasset uns nicht Hurerey treiben, wie etliche unter jenen Hurerey trieben, und fielen auf einen Tag drey und zwanzig tausend. Lasset uns auch Christum nicht verſuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umbracht. Murret auch nicht, gleich wie jener etliche mur eten, und wurden umbracht durch den Vererber. Solches olles widerfuhr ihnen( uns) Fürbilde: Es ist aber geschrieben uns 94 Am to. Conntage nach Trinitatis. zur Warnung, auf welche das Ende der Welt Foranen ist. Darum, wer sich läsfer dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Ber suchung betreten. Aber GOtt ist getren, der euch nicht lässet versuchen, über euer Ber mögen, sondern machet, daß die Bersuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium am 10. Sonntage nach Trinitatis, Luc. XIX. v. 41. bis 48. Und als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie. Und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Friede dienet, aber mun ists vor deinen Augen ver borgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir, eine Wagenburg schlagen, dich belågern, und an allen Orten angsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß die nicht erkennet hast die Zeit, darinnen du heim gesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die drinnen verFauften, und kauften. Und sprach zu ihnen: E Am ro. Sonntage nach Trinitatis. 95 Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Båthaus, ihr ober habts gemacht zur Moge gruben. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Fürnehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und funden nicht, wie sie ihm thun sollten, denn alles Bolk ng ihm an, und hörete ihn. Epistel, 1 Cor. XII. v. 1. bis 11. Von den geistlichen Gaben aber will ich ench, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heyden send gewesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand JEsum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet, und niemand kon JE um einen HErrn heisen, ohne durch den Heiigen Geist. Es sind mancherley Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherley Alemter, aber es ist ein HErr. Und es sind man perley Kräften, aber es ist ein GOtt, der a wirket alles in allen. In einem jeglichen zeigen sich die Gaben des Geistes zum ge meinen Nuße. Einem wird gegeben durch en Geist zu reden von der Weisheit, dem anen wird gegeben zu reden von der Erkenntniß 96 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. niß nach demselbigen Geiste. Einem ander ver Glaube in demselbigen Geiste, einem a dern die Gabe gefund zu machen in demfell gen Geiste. Einem andern Wunder zu thu einem andern Weisagung, einem andern G ster zu unterscheiden, einem andern manche len Sprachen, einem andern die Sprach auszulegen. Diß aber alles wirket derselbi einige Geist, und theilet einem jeglichen sein zu, nachdem er will. Evangelium am 11. Sonntage nach Trinitatis Luc. XVIII. v. 9. bis 14. Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst v massen, daß sie fromm wåren, und verachtet die andern, ein solch Gleichniß: Es gieng zween Menschen hinauf in den Tempel zu b ten, einer ein Pharisäer, der ander ein Zölln Der Pharisäer stund, und båtete bey selbst also: Ich danke dir, GOtt, daß nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungere te, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zölln Ich faste zwyer in der Wochen, und gebe d Zehenden von allem, das ich habe. Und Zöllner stund von ferne, wollte auch seine A gen nicht aufheben gen Himmel, sondern schl an seine Brust, und sprach: GOtt sey 2m 11. Sonntage nach Trinitatis. 97 Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser gieng hinab gerechtfertiget in sein Haus für jewm, denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1 Cor. XV, v. 1. bis 10 Sch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, wel. hes ihr auch angenommen habt, in welchem ihr much stehet, durch welches ihr auch seelig werdet, belchergestalt ich es euch verkündiget habe, ſo hrs behalten habt, es wäre denn, daß ihrs um onst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuforderst gegeben, welches ich auch empfangen ha de, daß Christus gestorben sey für unsere Sun de nach der Schrift. Und daß er begraben sey, and daß er auferstanden sey am dritten Tage hach der Schrift. Und daß er gesehen worden ist bon Cephas, darnach von den Zwölfen. Dar nach ist er gesehen worden von mehr denn fünf dhundert Brüdern auf einmal, derer noch viel le. pen, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er esehen worden von Jacobo, darnach von allen elposteln. Am letzten nach allen, ist er auch von nir, als einer unzeitigen Geburt gesehen wor en. Denn ich bin der geringste unter den Apoein, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apo3 stel 96 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. niß nach demselbigen Geiste. Einem andern ver Glaube in demselbigen Geiste, einem an dern die Gabe gesund zu machen in demselbi gen Geiste. Einem andern Wunder zu thun einem andern Weisagung, einem andern Ge ster zu unterscheiden, einem andern mancher len Sprachen, einem andern die Sprachen auszulegen. Diß aber alles wirket derselbig einige Geist, und theilet einem jeglichen seine zu, nachdem er will. Evangelium am 11. Sonntage nach Trinitatis, Luc. XVIII. v. 9. bis 14. Er fagte aber zu etlichen, die sich selbst ver massen, daß sie fromm waren, und verachteter die andern, ein solch Gleichniß: Es gienge zween Menschen hinauf in den Tempel zu bá ten, einer ein Pharisäer, der ander ein Zöllner Der Pharisder stund, und båtete bey fid selbst also: Ich danke dir, GOtt, daß i nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungered te, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zollner Ich faste zwyer in der Wochen, und gebe den Zehenden von allem, das ich habe. Und de Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Au gen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: GOtt sey Sün 2m 11. Sonntage nach Trinitatis. 97 Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser gieng hinab gerechtfertiget in sein Haus für jenam, denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1 Cor. XV, b. 1. bis 10 Sch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, wel. hes ihr auch angenommen habt, in welchem ibe auch stehet, durch welches ihr auch seelig werdet, welchergestalt ich es euch verkündiget habe, so thrs behalten habt, es wäre denn, daß ihrs um sonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuforderst gegeben, welches ich auch empfangen ha be, daß Christus gestorben sey für unsere Suit de nach der Schrift. Und daß er begraben sey, und daß er auferstanden sey am dritten Tage Rach der Schrift. Und daß er gesehen worden ist von Cephas, darnach von den Zwölfen. Dar nach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viel le. ben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen, ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt gesehen wor den. Denn ich bin der geringste unter den Alps. stein, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostef 98 Am 12. Sonntage nach Trinitatis stel beile, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolger habe. Aber von Gottes Gnaden biz ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium am 12. Sonntage nach Trinitatis, Marc. VII. v. 31. bis 37. Und da er wieder ausgieng von den Gränzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Gränze der zehen Städ te. Und sie brachten zu ihm einen Tauben del stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Oh ren, und spüßzete, und rührete seine Zunge, und sabe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata, das ist, thue dich auf. Und als bald thaten sich seine Ohren auf, und das Band feiner Zungen ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie solltens niemand sagen. Je mehr er aber verbot, jemehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die masse, und spra chen: Er hat alles wohl gemacht, die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. Epistel, 2 Cor. III. v. 4. bis 9. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Chriz Am 13. Sonntage nach Trinitatis. 99 Christum zu GOtt. Nicht daß wir tüchtig ind von uns selber etwas zu denken andit ms selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von 6Ott. Welcher auch unstüchtig gemacht hat, las Amt zu führen des NeuenTestaments, nicht kes Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet le bendig. So aber das Amt, das durch die Buch. taben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Ifrael nicht konnten ansehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret. Wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarbeit haben? Denn so das Amt, das die Berdommniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtig keit prediget, überschwengliche Klarheit. Evangelium am 13. Sonntage nach Trinitatis, Luc. X. v. 23. bis 37. Und er wandte fich zu seinen Jüngern, und sprach infonderheit: Seelig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr lehet, und habens nicht gesehen, und hören, das hr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und 2 100 Am 13. Sonntage nach Trinitatis. und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete, und sprach: Du sollt GOtt deinen HErrn lieben von ganzem Her zen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet, thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu JEsu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete JEsus, und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und giengen davon, und liessen ihn halb tod liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Strasse hinab zog, und da er ihn sahe, gieng er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bey die Stätte, und sahe ihn, gieng er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein, und hub ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirthe, Am 13. Conntage nach Trinitatis.' 16: Birthe, und sprach zu ihm: Pflege sein und so uwas mehr wirst darthun, will ich dies bezuh. n, wann ich wiederkomme. Welcher dünket ich, der unter diesen dreyen der Nächste sen gebesen, dem der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm hat. Da sprach JEsus zu ihm: So gehe hin, and thue deßgleichen. Epistel, Gal. III. v. 15. bis 22. Lieben Brüder, ich will nach menſchlicher Weiſe reden, verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es beståttiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Berheisung Abrahå und seinem Saamen zugesagt. Er pricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen: Durch deinen Saa men: welcher ist Christus. Ich sage aber das pon: Das Testament, das von GOtt zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgeha. ben, daß die Verheifung sollte durchsGesetz auf hören, welches gegeben ist über vierhundert und dreyßig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Berheisung gegeben, GOtt aber hat es Abraham durch Berheisung fren geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kom 102 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. men um der Sünde willen, bis der Saame ká, me, dem die Berheisung geschehen ist, und ist ge stellet von den Engeln, durch die Hand des Mitt lers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler: GOtt aber ist einig. Wie? ist denn das Gefeßz wider Gottes Verheisung? Das fey ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, daß da könnte lebendig machen, so käme die Ge rechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheisung kame durch den Glauben an JEfum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium am 14. Sonntage nach Trinitatis, Luc. XVII. v. 11. bis 19. Und es begab sich, da er reiſete gen Jeruſalem, zog er mitten durch Samariam und Galildam Und als er in einen Markt gieng, begegnetem ihm zehen ausjäßige Männer, die stunden von ferne. Und erhuben ihre Stimme, und sprachen: JEfu, lieber Meister, erbarme dich un fer. Und da er sie sabe, sprach er zu ihnen: Ge het hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschahe, da sie hingiengen, wurden sie rein. E ner aber unter ihnen, da er sahe, daß er gefund worden war, Fehrete er um, und preisete GOtt mit Am 14. Sonntage nach Trinitatis. 103 mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füssen, und dankte ihm, und das war ein Samariter. JEsus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehen rein worden? Wo find aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehre und gebe GOtt die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epiftel, Gal. V. v. 16. bis 24. Ich fage aber, wandelt im Geiste, so werdet ihr die Liste des Fleisches nicht vollbringen. Denne das Fleisch gelüster wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so send ihr nicht unter dem Gefeßze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hureren, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterey, Zauberen, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Bank, Zwie tracht, Rotten, Haß. Mord, Saufen, Fressen, und dergleichen, von welchem ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist, Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glau 4 104 Am 15. Conntage nach Trinitatis. Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider soldhe ur das Gesetze nicht. Welche aber Christum angeboren, die Freuzigen ihr Fleisch, samt den Lüsten und Begierden. Evangelium am 15. Sonntage nach Trinitatis, Matt, VI. v. 24. bis 34. Niemand kan zweyen Herren dienen, entwe der er wird einen hassen, und den andern lieben oder wird einem anhangen, und den andern ver ochten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorgen nicht für euer Leben, was ihr essen und trinker werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? Und der Leib mehr denn die Kleidung Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie fäer nicht, sie erndten nicht, sie sammlen nicht in die Scheuren, und euer himmlischer Bater ernähret sie doch. Send ihr denn nicht viel mehr, denn fie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Ellen zuseßen möge, ob er gleich darum forget Und warum forget ihr für die Kleidung Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wach fen, fie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich fage euch, daß auch Salomon in aller feiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als der felbigen Am 15. Sonntage nach Trinitatis. 105 selbigen eins. So denn GOtt das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute schet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollt er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleinglaubi, gen! Darum sollt ihr nicht sorgen, und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchen allen trachten die Heyden, denn euer himmlischer Bater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. V. v. 25. bis Cap. VI. v. 10. So wir im Geiste leben, so lasset uns auch im Geiste wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig seyn untereinander, zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seyd, und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läsfet dünken, er sey etwas, e 5 fre, 1c6 Am 16. Sonntage nach Trinitatis. so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prife sein selbst Werk, und als dann wird er an ihm selber Ruhm haben, uni nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wir feine eigene Last tragen. Der aber unterrichte wird, mit dem Wort, der theile mit allerley Gu tes dem, der ihn unterrichtet. Frret euch nicht GOtt låsset sich nicht spotten. Denn was de Mensch fäct, das wird er erndten. Wer au fein Fleisch fact, der wird von dem Fleische do Verderben erndten, wer aber auf den Geist sået der wird von dem Geist das ewige Leben ernd ten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht mit de werden, denn zu seiner Zeit werden wir auc erndten ohne Aufhören. Als wir denn mun Zei haben, so laffet uns Gutes thun an jedermann allermeist aber an den Glaubensgenossen. Evangelium am 16. Sonntage nach Trinitatis, Luc. VII, v. 11. bis 17. Und es begab sich darnach, daß er in eine Stad mit Namen Nain, gieng, und seiner Jungen giengen viel mit ihm, und viel Bolks. Alls e aber nahe an das Stadt- Thor kam, siehe, do trug man einen Todten heraus, der ein einigen Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wit we, und viel Bolks aus der Stadt gieng mit ihr Am 16. Sonntage nach Trinitatis. 107 Und da sie der HErr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trot hinzu, und rührete den Sarg an, und die Trå ger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fieng an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und preiseten GOtt und sprachen: Es ist ein grosser Prophet unter uns aufgestanden, und GOtt hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erschall in das ganze Jüdische Land, und in alle umliegende Länder. Epistel, Eph. III. v. 13. bis 21. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübfalen willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie gegen dem Vater unsers HErrn JEfu Christi. Der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heiset im Himmel und auf Erden. Daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden. Auf daß ihr begreif fen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite, 108 Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Breite und die Länge, und die Tiefe, und die Höhe, auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles wissen, auf daß ihr er. füllet werdet mit allerley Gottes Fülle. Dem aber, der überschwenglich thun kan über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sen Ehre in der Gemei ne, die in Christo JEfu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Evangelium am 17. Sonntage nach Trinitatis, Luc. XIV. v. 1. bis 11. Und es begab sich, daß er Fam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war was fersüchtig. Und JEsus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharifäern, und sprach: Ists auch recht, auf den Sabbath hei len? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fället, und er nicht alsbald ihn heraus ziehet, am Sabbathtage? Und sie konnten ihm drauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie Am 17. Sonntage nach Trinitatis. 109 wie sie erwähleten oben an zu fißzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geleden wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicher, denn du, von ihm geladen sey, und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, und du müßfest denn mit Scham unten an sißzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf, dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der foll erniedriget werden, und wer sich selbst er niedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephef. IV. v. 1. bis 6. So ermahne nun euch, ich Gefangener in dem HErrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebieret, eurem Beruf, darinnen ihr berufen seyd. Mit al ler Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe. Und send fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib, und ein Geist, wie ihr auch berufen send auf einerley Hoffnung eures Berufs. Ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein GOtt und Vater un fer aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evans IIO Am 18. Sonntage nach Trinitatis: Evangelium am 18. Sonntage nach Trinitatis, Matth. XXII. v. 34. bis 46. Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducdern das Maul gestopft hatte, ver sammleten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das fürnehmste Gebott im Gefeße? JEfus aber sprach zu ihm: Du sollt lieben GOtt deinen HErrn von ganzem Herzen, von ganzer Seelen, und von ganzem Ge mithe. Diß ist das fürnehmste und größte Ge bott. Das andere ist dem gleich: Du sollt dei nen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweyen Gebotten banget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisder beyein ander waren, fragete sie JEfus und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ih nen: Bienennet ihn denn David im Geist ei nen HErrn? da er saget: Der HErr hat ge fagt zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Sche mel deiner Füße. So nun David ihn einen HErrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte. hm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 1. v. 4. bis 9. Sch danke meinem GOtt allezeit edrenthalen, für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist Christo JEsu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre, und in ller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Chrifto in euch kräftig worden ist. Also, daß ihr einen Mangel habt, an irgend einer Gaben, and wartet mur auf die Offenbarung unsers HErrn JEsu Christi. Welcher auch euch wird best behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich knd auf den Tag unsers HErrn JEsu Christi. Denn GOtt ist tren, durch welchen ihr berufen seyd, zur Gemeinschaft seines Sohns JEsu Christi, unfers HErrn. III Evangelium am 19. Sonntage nach Trinitatis, Matth. IX. v. L. bis 8. Da trat er in das Schiff, und fuhr wieder her. über, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie einen Gichtbrüchigen, der lag auf inem Bette. Da nun JEfus ihren Glauben abe, sprach er zu dem Sichtbrüchigen: Sey gerost, mein Sohn, deine Sünden sind dir verjeben. Und siehe, etliche unter den Schriftaeehrten sprachen ben sich selbst: Dieser låſtert Ott. Da aber JEsus ihre Gedanken sabe, sprach Vm 19. Sonntage nach Trinitatis. spracher: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir find deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf, und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünde zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stund auf und gieng heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete GOtt, der solche Macht den Menschen gegeben hat. 112 Epistel, IV. v. 22. bis 28. So leget nun von euch ab nach dem vorigem Wandel den alten Menschen, der durch Lüste Irrthum sich verderbet, erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach GOtt geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahr heit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, fintema wir untereinander Glieder sind. Zörnet un fündiget nicht, laffet die Sonne nicht über eu rem Zorne untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle mich mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Hän den etwas gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evar Am 20. Sonntage nach Trinitatis. 113 Evangelium am 20. Sonntage nach Trinitatis, Matth. XXII. v. 1. bis 14. Und Jesus antwortete, und redete abermal urch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Bimmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus daß sie den Gästen zur Hochzeit ru eten, und sie wollten nicht kommen. Abermal andte er andere Knechte aus, und sprach: Saet den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich lereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hoch eit. Aber sie verachteten das, und giengen hin, einer auf seinen Acker, der ander zu seiner Hand» thierung.Etliche aber griffen seine Knechte, hönes ten und tödteten sie. Dadas der König hörete, ward er zornig, und schickete seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Strassen, und ladet zur Hochzeit, welche ihr findet. Und die Knechte giengen aus auf die Straß en, und brachten zusammen, wen sie funden, bö und gute, und die Tische wurden alle voll. Da gieng der König hinein, die Gäste zu befeben, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein $ Hoch 114 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen, und hast doch kein Hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bin det ihm Hände und Füße, und werfet ihn in das dusserste Finsterniß hinaus, da wird seyn heulen und zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, V. v. 15. So sebet nun zu, wie ihr für sichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des HErrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unor dig Wesen folget, sondern werder voll Geistes Und redet untereinander von Psalmen und Lob gesängen, und geistlichen Liedern, singet unt spielet dem HErrn, in eurem Herzen. Und fa get Dank allezeit für alles, GOtt und dem Ba ter in dem Namen unsers HErrn JEfu Christi Und send untereinander unterthan in de Furcht Gottes. Evangelium am 21. Sonntage nach Trinitatis, Sob. IV. v. 47. bis 54. Und es war ein Königischer, deß Sohn la Frank zu Capernaum. Dieser hörete, daß JE fu Am 21. Conntage nach Trinitatis. IIF ſus kam aus Judia in Galiläam, und gieng bin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab káme, und hülse seinem Sohn, denn er war todt Frank. Und JEfus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: HErr, komm hinab, the denn mein Kind stirbet. JEsus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete den Wort, das JEsus zu ihm sagte, und gieng hin. Und indem er hinab gieng, be gegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihut und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachenzu ihm: Gestern um die siebende Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher JEsus zu ihm gefaget hatte, dein Sohn lebet. Lind er glaubte mit sei hem ganzen Hause. Das ist nun das andere Beichen, das JEsus that, da er aus Judda in Galildam kam. 10. bis 17. Suleist, meine Brüder, ſeyd stark in dena HErrn, und in der Macht seiner Stärke. Zie. bet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen gkönnet gegen die liftigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu H 2 kame Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Pämpfen, sondern mit Fürstenthümern und Ge waltigen, mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, ungürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedes, damit ihr bereitet seyd. Für allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glan. bens, mit welchem ihr auslöschen könnet, alle feurige Pfeile des Bösewichts, und nehmet den Helm des Heils, und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. X16 Evangelium am 22. Sonntage nach Trinitatis, XVIII. v. bis Darum ist das Himmelreich gleich einem Kö. nige, der mit ſeinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfieng zu rechnen, Fam ihm einer vor, der war ihm zehen tausend Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkoufen ihn, und sein Beib, und seine Kinder, und alles was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und båtete ihn an, und Am 22. Sonntage nach Trinitatis. 117 und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ish will dir alles bezahlen. Dajammerteben Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Dagieng derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, das sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil die mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder feine Fehle 53 Epistel, Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. I. v. 3. bis 11. Ich danke meinem Gott, so oft ich euer geden Fe.( Welches ich allezeit thue in alle meinem Ge båt für euch alle, und thue das Gebåt mit Fren den.) Uleber ener Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an, bisher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen, bis an den Tag JEfu Christi. Wie es denn mit billig ist, daß ich dermassen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängnisse, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig send. Denn GOtt ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzengrund in JEfuChri sto. Und daselbst um båte ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerley Erkännt niß und Erfahrung. Daß ihr prüfen möget, was das beste sey, auf daß ihr seyd lauter und umanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch JEfum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. 118 Evangelium am 23. Sonntage nach Trinitatis, Matth. XXII. v. bis 22. Da giengen die Pharisäer hin, und hielten ei Am 23. Fonntage nach Trinitatis. BIG nen Nath, wie sie ihn fiengen in der Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Jsts recht, daß man dem Kayser Zins gebe oder nicht? Damun JEsus merkete ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versacht ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Gro schen dar. Under sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaysers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kayser, was des Kaysers ist, und Gotte, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und lieſsen ihn, und giengen davon. Epistel, Phil. III. v. 17. bis 21. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbil de. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ichs auch mit wei nen, die Feinde des Kreuzes Christi. Welcher Ende ist das Berdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu schanden wird, derer, die irrdisch gesinnet sind. Unser Wandel 54 aber 129 Am 24. Sonntage nach Trinitatis. aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des HErrn. Welcher unfern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium am 24. Sonntage nach Trinitatis, Matth. IX. v. 18. bis 26. Da er solches mit ihnen redete, ſiehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: HErr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird fie lebendig. Und JEsus stund auf, und folgete ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bey ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich JEsus um, und sahe sie, und sprach: Sey getrost meine Tochter, dein Glau be hat dir geholfen. Und das Weib ward ge fund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer, und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht tod, son dern es schläft. Und sie verlachten ihn. Alls aber das Volk ausgetrieben war, gieng er binein, 121 Am 24. Sonntage nach Trinitatis. ein, under griff sie bey der Hand, da stund das Mågdlein auf. Und diß Gerüchte erschall in dasselbige ganze Land. Epistel, Col. I. v. 9 bis 14. Derhalben auch wir von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu båten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerley geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wan delt würdiglich dem HErrn zu allem Gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken. Und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestårfet werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseßzet in das Reich seines lieben Sohns. An welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nemlich die Vergebung der Sünden. Evangelium am 25. Sonntage nach Trinitatis, Matth. XXIV. v. 15. bis 28. W Bant ann ihr nun sehen werdet den Grenel der Berwüstung, davon gesaget ist durch den Pro55 pheten 132 Am 25. Sonntage nach Trinitatis. pheten Daniel, daß er stehet an der Heiligen Stätte,( per das liefet, der merke drauf.) Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lan. de ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu ho len. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Sängern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Win ter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine groffe Trübfal seyn, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt, bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch seelig: Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder da, so sollt ihr nicht glauben. Denn es werden falsche Chri sti und falsche Propheten aufstehen, und grosse Beichen und Wunder thun, daß verführet wer den in den Frrthum,( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zu. vor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blitz aus gehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Nie. dergang Am 25. Sonntage nach Trinitatis. 123 dergang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Was ist, da sammlen sich die Adler. Epistel, 1 Thessal. IV. v. 13. bis 18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die andern, die keine Hoff nung haben. Denn so wir glauben, daß JEsus gestorben und auferstanden ist, so wird GOtt auch die, so entschlafen sind, durch JEfum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des HErrn, daß wir, die wir leben, und überbleiben, in der Zukunft des HErrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der HErr, wird mit einem Feldgeschrey, und Stimme des Erz- Engels, und mit der Posounek Gottes hernieder kommen vom Him mel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem HErrn entgegen in der Luft, und werden also bey dem HErrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evans Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium am 26. Sonntage nach Trimitans, Matth. XXV. r. 31. bis 46. Wann aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heilige En. gel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Dawird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Ge segneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbegin der Welt. Denn ich bin hungerig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nacket gewe sen, und ihr habt mich bekleidet. Jch bin frank gewesen, und ihr habt mich besucher. Ich bin ge fangen gewesen, und ihr seyd zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: HErr, wann haben wir dich hungerig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nacket, und haben dich bekleidet? Wann haben 124 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 125 haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der Königwird antworten, und sagen zu ihnen: Warlich ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Berfluchten in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungerig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bindurstig ge wesen, und ihr habt mich nicht getränket. Sch bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht be. Herberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antwor ten, und sagen: HErr, wann haben wir dich gesehen hungerig, oder durstig, oder ei nen Gast, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Warlich ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 126 Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Theff. I. v. 3. bis 10. Wir follen GOtt danken allezeit um euch, lieben Bruder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeg. lichen unter euch allen nimmt zu gegeneinan der. Also, daß wir uns ener rühmen unter den Gemeinen Gottes, von wegen euer Ge duld und Glauben, in allen euren Verfol gungen und Trübfalen, die ihr duldet. Wel ches anzeiget, daß GOtt recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bey GOtt zu vergelten Trübsal, des nen, die euch Trübsal anlegen, euch aber die ihr Trubsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der HErr JEsus wird offenbaret werden vom Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so GOtt nicht erkennen, und über die, nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers HErrn JEfu Christi, welche werden Pein leiden, das ewige Verderden von dem Ange sichte des HErrn, und von seiner herrlichen Macht. Wann er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wun derbar mit allen Glaubigen. Denn unser Zeug niß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evans Am 27. Conntage nach Trinitatis. 127 Evangelium am 27. Sonntage nach Trinitatis, Matth. XXV. v. 1. bis 13. Dann ann wird das Himmelreich gleich seyn zehen Jungfrauen, die ihre Lompen nahmen, und giengen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren klug, und fünf waren thöricht. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die klugen aber nahmen. Del in ihren Gefäß sen, samt ihren Lampen. Da mun der Brau tigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrey, siehe, der Bräutigam kommt, gebet aus ihm entgegen. Dastunden diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche, gehet aber hin zu den Kra mern, und kaufet für euch selbst. Und da sie hinjiengen zu kaufen, kam der Bräutigam, und velche bereit waren, giengen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thür ward verschlossen. Zuleßt kamen auch die andern Jungfrauen, und prachen: HErr, HErr, thue uns auf. Erant vortete aber, und sprach: Warlich ich sage euch, ich 128 Am 27. Conntage nach Trinitatis. ich Fenne euer nicht. Darum wachet denn ihr wijet weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. 1 V. v. 1. bis 11. Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder ist nicht noth euch zu schreiben, dennihr felbst wisset gewiß, daß der Tag des HErrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden saogen, es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Beib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, send nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Jhr send all zumal Kinder desLichts, und Kinder des Tages, wir sind nicht von der Nacht, noch von der Fin sterniß. So lasset uns nun nicht schlafen, wie die andern, fondern laffet uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts. und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern seyn, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoff nung zur Seeligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesert zum Zorn, sondern die Seeligkeit zu besigzen, durch unsern HErrn JEfum Christum. Der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben follen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. Meine Mutter icht am 2. November 194 gestorben Degraber 24. November. Sie erkrankte um a Hoverkur. CP to ben. Sie war derri 23( 7pril 1821 geboren, und erreichte in lillter von M. Jahrre& Monier M. Mage, flifa toffillin تنهایی 128 Am 27. Conntage nach Trinitatis. ich Fenne euer nicht. Darum wachet denn ihr wijjet weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. 1 Theffal. V. v. 1. bis 11. II. Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder ist nicht noth euch zu schreiben, dennihr felbst wisset gewiß, daß der Tag des HErrn wird Fommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen, es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, aleichmiss El nut 8964 прор то GOVCOV GOYO NG PORNO ( GOV/ CDV CONG Inches Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 15 of 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8